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        <title>Deutsches Kolonialblatt. IX. Jahrgang, 1898.</title>
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            <idno>kbl_1898</idno>
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        Deutsches
alonialblat

.——  —

 

4

 

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben

in  der

Rolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts.

IX.  Jahrgang,  1808.

 

e  z?
44½%

erlin  1898.
Verlag  von  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn

nönigliche  Losbuchhandlung
Kochstraße  68—71.
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        Inhalts-Derzeichniß.

Die  mit  einem  *  versehenen  Artikel  sind  amtliche  Bekanntmachungen  u.  s.  w.
(Die  am  Schluß  stehenden  Ziffern  bezeichnen  die  Seitenzahlen.)

Gesche,  Perordnungen,  Erlasfe  der  Reichsbehörden  und  Behörden  der  deutschen  Schungebiete.
Bachrichten  aus  den  deutschen  Schungebieten  und  andere  darauf  brzügliche  Mittheilungen.

Allgemeines.

Afrikasonds.  Denkschrift,  betressend  die  Verwendung
  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

Ausfuhr  siehe  Handel.

Auostellung  des  deutschen  Erport-Vereins  zu  Berlin

—.—  Deutsche  Geweih-Ausstellung  in  Berlin

(Siehe  auch  Kolonial-Ausstellung.)

Botanische  Centralstelle.  Thätigkeit  derselben

—.—  Desgl.  siehe  Denkschrift,  betr.  die  Verwendung
des  Afrikafonds.  Beilage  zu  Nr.  3:  Allgemeines
(S.  147).

146
64

98

(Siehe  auch  Sendungen.)
Cassada=  oder  Manihotstärke.  Ueber  —  aus
Deutsch-Westafrika.  Bericht  von  Prof.  Dr.  Thoms
Disziplinarbehörden  siehe  Rechtspflege.
Einwanderungsverbot  für  die  Chinesen  in  Nicaragua
  7
Eisenbahnen.  Leichte  Schmalspurbahnen  in  den
Kolonien.  Nach  einem  in  dem  Noyal  Colonial
Institute  gehaltenen  Vortrage  ....
Entdeckung  des  Seeweges  nach  Indien.  Gedächtnißfeier
  der  —  in  Portugal.  ..
kEnnFickccung  der  deutschen  Schutzgebiete.  Jahresbericht
  über  die  —  im  Jahre  1896.97.  Beilage  zu  Nr.  3
Jahresbericht  der  Handelskammer  zu  Hamburg
über  die  Entwickelung  der  Schutzgebiete  im

600

832

183

Jahre  1897.  .  ..  ....
Ethnographische  Gegenstände.  Geschenk  der—
selben  vom  Konsul  Schmidt  in  Lagos  an  das
Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin
—.—  Sammlungen.  Geschenk  solcher  an  das
Museum  des  Vereins  für  Handelogeographie  in
Stuttgart  .  133
Erpeditionen.  Geplante  Afrikadurchquerung  von
Süd  nach  Nord  durch  den  englischen  Afrikareisenden
  Major  Gibbons  ........
—.—  Besuch  der  deutschen  Tiessee-Erpedition  in  Deutsch-Südwest=
  und  Deutsch-Ostafrika
aung.  Aufruf  des  Di  *  jichen
u  1  es  Direktors  der  zoologischen  Sammlung
  des  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  zum
Sammeln  von  kleinen  Säugethieren  in  den  Kolonien

64

182

183

520

482

Fauna.  Anleitung  zum  Sammeln,  Konserviren  und
Verpacken  von  Thieren  für  die  zoologische  Sammlung
  des  Museumo  für  Naturkunde  in  Berlin

516,  563,  594

Fleischkonservirungömethode.  Ueber  eine  neue  570

Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den
Kolonien.  Entsendung  von  Schwestern  nach  Togo
und  Deutsch-Ostafrika  ......

—.—  Uebersicht  über  die  im  Jahre  1897  in  den
Kolonien  thätigen  Schwesten

—.—  Entsendung  und  Ersetzung  einiger  Schwestern
in  den  Kolonien  .........

—.—  Ankunft  der  Schwestern  Auguste  Fenner  und
Louise  Grüneberg  in  Klein-Zodon

—.—  Neunung  der  in  Deutsch-Ostafrika  thätigen
Schwesteen

*  Gesundheitspflege.  Erlaß  des  Reichskanzlers
vom  1.  August  1898  an  sämmtliche  Kaiserlichen
Konsulate,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche
Kontrole  der  einen  deutschen  Hasen  anlaufenden
Seeschiffen...w  .

Handel  Deutschlands  mit  den  deutschen  Schutzgebieten
  im  Jahre  1897  64,  65

—.—  Bericht  der  deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft
  der  Südsee-Inseln  zu  Hamburg  über
das  Geschäftsjahr  19990  .  ..

—.—  Bericht  des  Exportmusterlagers  in  Stuttgart
für  das  Jahr  199090)y)y)y)y)

—.—  Hamburgs  mit  den  deutschen  Kolonien  im
Jahre  1897  .  ......

*Haushalt  der  Schutzgebiete.  Gesetz,  betreffend
die  Kontrole  des  Reichshaushalts,  des  Landeshaushalts
  von  Elsaß-Lothringen  und  des  Haus—
halts  der  Schutzgebiete  für  das  Etatsjahr  1897/98.
Vom  22.  Jannar  1899988  .  .  ..

Haussasprache  vergl.  Sprachunterricht.

Kautschukkultur.  Ueber  die  bisherigen  Erfahrungen
mit  Anbau  von  Kautschukpflanzen  im  Plantagenbetriebe...
  ...  7

—.  —  Ueber  die  Kautschukfrage  nach  einer  Veröffent—
lichung  von  Dr.  Warburg

299
386
433
465

743

537

361
388

570

49

147
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        Kautschukkultur.  Englische  Urtheile  über  die  Aus—
sichten  der  —.  Von  Dr.  Warburg  ..

—.—  Ueber  Parakautschuk.  Von  Prof.  Dr.  Warburg

Kayser,  Dr.  Paul,  Senatspräsident  beim  Reichsgericht.
  Tod  desselben  und  seine  Verdienste  um
die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete

Kolakultur.  Ueber  —  von  Dr.  O.  Warburg

„Kolonial-Abtheilung.  Entbindung  des  Unterstaatssekretärs
  im  Auswärtigen  Amt,  Virklichen
Geheimen  Legationsrath  Dr.  Freiherrn  v.  Richthofen
  von  der  Leitung  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amtes.

—.—.  Ernennung  des  bisherigen  Grohherzogl.  mecklenburgischen
  Oberlandesgerichtsraths  Dr.  v.  Buchka,
unter  Beilegung  des  Charakters  als  Wirklicher
Geheimer  Legationsrath,  zum  Direktor  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amtes

*—.—  Betrauung  des  Wirkl.  Geheimen  Legationsrathe
Dr.  v.  Buchka,  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung,
mit  der  Vertretung  des  Reichskanzlers  im  Falle
dessen  Behinderung  in  den  Kommando-Angelegenheilen
  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen
  Schutzgebieten.  ..

Kolonial-Ausstellung  in  Frankreich  ..

Kolonialbeamte.  Ausbildung  von  —  für  die
deutschen  Kolonien.  .

Kolonialgesellschaften.  Entwickelung  der  Westafrikanischen
  Pflanzungögesellschaft  Victoria-—.—

  Das  Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee  in  Berlin
und  seine  Thätigkeit  nach  dem  Jahresbericht  für
1897  /  98

Kolonial-Handels-  Adreßbuch  1898.  Herausgegeben
  von  dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee,
Berlin.  Beilage  zu  Nr.  1.

Kolonialhaus.  Das  deutsche  —  in  Berlin

Kolonial-Museum,  deutsches.  Konstituirung  und
Zweck  desselben.  ........

Kolonialpolitik.  Zur  —  des  Fürsten  v.  Bismarck.
Promemoria,  betreffend  Angra  Pequena.  Bei—
lage  zu  Nr.  17.

Kolonialrath.  Tod  des  Mitgliedes  des  Kolonial—
rathes,  Ministerialdirektors  Dr.  Karl  v.  Grimm.

*—.—  Ernennung  von  Mitgliedern  fur  die  fünfte
Sitzungsperiode  des  .

*—.—  Einberufung  des  —  zur  Verathung

*  —.—  Bericht  über  die  Sitzungen  am  24.,
26.  Oktober  1898  .......

Kolonialschule.  Errichtung  einer  —  in  Witzenhausen
  an  der  Werra

Kolonialwolle.  Bericht  von  Gustav  Ebell  4  Co.
in  Berlin  über  —  im  Jahre  1897

Konsulate.  Aufhebung  des  Kaiserlichen  Konsulats
in  Quittah  #Goldküste)

*—.—  Ertheilung  der  Befugnisse  eines  Generalkonfuls
an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  v.  Puttkamer  für
das  Gebiet  des  unabhängigen  Kongostaates

Missionswesen.  Siehe  Rubrik:  Auo  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklavereibewegung.

25.  und

96,

629,

600

114
93

202

202
146

594

795

302

714

233

510
615

594

121

361

IV

386

–.

Münzwesen.  Zur  Geschichte  der  Maria  Theresien-(Levantiner)
  Thaler  .  .  ..148

Nachtigal-Gesellschaft  für  vaterländische  Afrikaforschung.
  Veranstaltung  eines  öffentlichen  Vor—
tragsabends  am  23.  Februar  1898

Plantagen.  Plantagenbau  in  Ceylon.  ..

—.—  Ueber  die  Anlage  von  Kautschukpflanzungen

—.—  Pflanzensendungen  der  botanischen  Centralstelle
in  Berlin  nach  den  Kolonien

—.  —  Versendung  von  Sämereien  tropischer  und  subtropischer
  Nutz=  und  Ziergewächse  durch  die  botanische
  Centralstelle  an  die  Schutzgebiete

—.—  Englische  Urtheile  über  die  Aussichten  der  Kautschukkulttr


—.—  Abgabe  von  Sämereien  seitens  der  botanischen
Centralstelle  in  Berlin  an  die  Kolonien  .

—.—  Mittheilungen  über  die  Baersche  Pflanzkette
(Siehe  auch  Handel,  Kautschukkultur,  Kolakultur,

Zuckerindustrie.)

Postalisches.  Die  Thätigkeit  der  deutschen  Postverwaltung
  in  den  Schutzgebieten  1896.

—.—  Zulässige  Maße  bei  Postpacketen  nach  der  Südafrikanischen
  Republik

—.—  Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten
  17,  38,  67,  102,  124,  151,  185,  218,
249,  280,  306,  365,  391,  435,  486,  523,  577,

603,  628,  660,

*Rechtspflege.  Uebersicht  über  die  Thätigkeit  der
Disziplinarbehörden  für  die  Schutzgebiete  im
Jahre  1897

—.—  Aufklärung  über  die  gesegliche  Vertretung  des
Fiskus  in  Prozeß=  und  Zwangsvollstreckungssachen,
bei  denen  vermögensrechtliche  Verpflichtungen  eines
der  Schutzgebiete  in  Frage  kommen.

Reiseberichte  des  Geheimen  Medizinalraths  Prof.

Dr.  Koch.  Sammlung  der  —  über  die  Rinderpesi.
Bubonenpest  2c.  .
Rinderpest.  Ausbreitung  i  in  den  Distrinen  West=Schire

  und  Ruo  .

(Siehe  auch  Neiseberichte.)

Sammlungen,  wissenschaftliche  (siehe  Sendungen).

Schifföbewegungen  der  Kaiserlichen  Marine  in
den  Schutzgebieten  9,  37,  66,  99,  123,  150,  184,
202,  248,  264,  305,  364,  390,  434,  485,  522,

576,  602,  627,  659,  712,  752,  779,

—.—  Postdampfschiffsverbindungen  nach  den
deutschen  Schutzgebieten  9,  37,  66,  99,  123,  150,
185,  218,  249,  280,  305,  365,  390,  434,  485,

522,  576,  602,  627,  659,  712,  753,  779,

—.—  —.—  zwischen  Hamburg  und  Westafrika  10,

65,  100,  186,  392,

—.—  Fahrplan  der  Reichspostdampferlinien  des  Norddeutschen
  Lloyd  für  das  Jahr  1898

—.—  Fahrplan  des  interinsularen  Dienstes  im  Golfe
von  Guinea

Schifffahrt.  Die  Strandung  des  Dampfers  „Lothar

Bohlen“  nach  Mirtheilungen  der  Schwester  Auguste
Fenner  .  ......

713,  753,  780,

302

120
7
147

247

361

386

520
658

36

184

835

689

569

834

835

661

14

483
        <pb n="5" />
        Schiffsverkehr  der  vom  Reiche  subventionirten
Dampferlinien  im  Jahre  1896.  .

—.—  Schiffsverkehr  der  Linien  des  Norddeutschen
Lloyd  nach  Ostasien  und  Australien  im  Jahre  1896

—.—  Abschluß  der  deutschen  Ostafrita:  Linie  für  das
Jahr  1897  ..

——Expedctwn  erstilassiger  Segler  von  Anfang
Juli  1898  an  von  Hamburg  nach  Kapstadt

(Schutztruppen.  Ergänzende  Bestimmungen  zur
,„  ellleidungsvorschrit  vom  19.  Nopbr.  1896

—.—  Ausgabe  der  Organisatorischen  Bestimmungen
für  die  —  vom  25.  Juli  1898.

*—.—  Kommando=  Angelegenheiten  vergl.  Holonial-Abtheilung.


Seminar  für  orientalische  Sprachen  Frequenz
im  Wintersemester  1897°98.

—.—  Vorlesungen  im  —  für  das  Sommersemester  1898

—.—  Vorlesungen  im  —  für  das  Wintersemester  1898

Sendungen,  wissenschaftliche,  an  die  Museen  für
Natur=  und  Völkerkunde.  Siehe  Denkschrift,  betr.
die  Verwendung  des  Afrikafonds.  Beilage  zu
Nr.  3:  Allgemeines  (S.  152).

—.—  Eingänge  verschiedener  Sammlungen  bei  der
botanischen  Centralstelle  in  Berlin

—.—  Beförderung  wissenschaftlicher

—.—  Wichtigere  Eingänge  aus  den  Kolonien  bei  der
botanischen  Centralstelle

Sprachen.  Erforschung  von  Sprache  und  Volksgeist
in  den  Kolonien.  Siehe  Denkschrift,  betr.  die
Verwendung  des  Afrikafonds.  Beilage  zu  Nr.  3:
Allgemeines  (S.  151).

Sprachunterricht.  Aufnahme  der  Haussasprache  in
den  Lehrplan  des  Seminars  für  orient.  Sprachen
(Siehe  auch  Seminar  für  orientalische  Sprachen.)

Statistik  siehe  Handel.

Stipendium  der  Hermann  und  Elise  geb.  Heckmann
Wentzel-Stiftung  zur  Durchführung  einer  zoologischbotanischen
  Forschungserpedition  nach  dem  Nyassagebiete
  ))8

Teakholzwälder.  Ueber  die  NRegelung  der  Wirthschaft
  in  den  hinterindischen  Teakholzwäldern,  nach
einem  Vortrage  von  Dr.  Brandis  in  der  25.  Versammlung
  deutscher  Forstmänner  zu  Stuttgart

Versicherungswesen.  Geschäftsbericht  der  deutschen
Militärdienst-Versicherungs-Anstalt  in  Hannover

Victoria.  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft
vergl.  Kolonialgesellschaften.

Viehzucht  in  Brasilien

Wolle  siehe  Kolonialwolle.

Zuckerindustrie,  die  ägyptische

Ostafrika.

*  Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung
  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

rbeitsverträge.  Runderlaß  und  Verordnung
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom  12.  Nov.  1897,
betreffend  die  Abschliebunge  von  Arbeitsverträgen
mit  Farbigen

96

96

183

364

264

658

64
92

515

519

599

831

361

20

77

Ausfuhrhandel  nach  Hamburg
I  (Siehe  auch  Statistik,  Einfuhr,  Handel.)
Bergbau.  Bericht  des  Bezirksamtssekretärs  Zenke
über  seine  Bereisung  des  Kohlendistrikls  im  nördlichen
  Nyassagebiet.
—.  —  Verordnung  vom  9.  Oltober  1898.  betrefsend
"  das  Bergwesen  in  Deutsch-Ostafrika
Besatzung.  Verstärkung  der  —  von  Muansa  und
#  Bukoba,  insolge  Unruhen  in  Uganda
*Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
  der  Ermächtigung  zur  —  an  den  Gerichts.
assessor  Dr.  Heim.

—.—  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  —  für  den
jedeomaligen  Bezirkoamtmann  in  Wilhelmsthal
Bevolkerung.  Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiete

ansässige  weiße  Bevölkerung.  Nach  dem  Stande
vom  1.  Jannar  1898.  .
Carojens.  Tod  des  Unteroffiziere  —  bei  einem
nächtlichen  Ueberfall  durch  Wahehe
Dabagga.  Bericht  des  Hauptmanns  Prince  aus
Iringa  über  die  Kulturstation
Dar-es-Saläm.  Bericht  des  belgischen  Lieutenante
Hecq  über  einen  Besuch  in  .
—.—  Einrichtung  eines  magnetischen  Observatoriums  in  in
Deutsch-Ostafrika-Linie.  Schiffaverlehr  im
Jahre  1896  ...
—.  —  Abschluß  der  —  für  das  Jahr  1897.
Einfuhrhandel  Hamburge  nach  Ostafrika
(Siehe  auch  Statistik,  Handel.)
Eisenbahn.  Zunahme  des  Verkehrs  auf  der  Usambara-Eisenbahn
  .
—.—  Steigerung  der  Einnahmen  der  uͤsambara—  Vahn
—.—  Eisenbahnbau  in  Ostafrika
*Elfenbeinauofuhr.  Nachweisung  der  —.  aus  dem
deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebiete  von  April  bis
Dezember  1897
*  Entwickelung  des  Schupgebietes.  Jahresbericht

über  die  —  während  des  Verwaltungsjahres
1896/97.  Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Ernteverhältnisse  in  Kwai  ....

annlyptnsglolmltis.  Aufforstungen  mit  —
in  Westusambara

Pucalyptus  rostratu.  Anbauversuche  mit  —
in  der  Versuchsstation  Kwai

#  Expeditionen.  Forschungsreise  des  Etabsarztes
1  Zupitza  nach  Muanza

——  Bericht  des  Hauptmanns  und  na
.  Matting  über  eine  Bereisung  der
"  Usandani,  Mangati,  Ufiome,  Iringa,
und  eines  Theiles  von  Ugogo
l

 

ompagniechess
Landschaften
Burungi

—.—  Erpedition  des  Bezirkoamtmanns  v.
zum  Rickwa-See

—.  —  Reise  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  Liebert
.  durch  Nguru,  Usegua  zum  Kilimandjaro  2c.  zwecks
Studiuma  der  Rulturverhälmisse
—.  —  Berichte  über  die  Ergebnisse  der  Er
Geheimen  Medizinalrathes1
usambara

Elpons

pedition  des
Dr.  Koch  nach  West—

571

697
725

136

615

688

699
115
692

388
454

97
183
574

648

742

406

28

115

167
        <pb n="6" />
        Expedition  des  Engländers  Wallace  zur  Feststellung
  der  Ausdehnung  des  Rickwa-Sees

—.—  Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirkohauptmanns
Johannes  nach  Kiboscho

—  .—  Bericht  des  Premierlieutenants  Schlobach  über
seine  Erpedition  nach  Usindia

—.——  Bericht  des  Finanzdirektors  v.  Vennigsen  über
seine  Inspektionsreise  nach  Kilossa,  Mpapua  und
Kisaki

—.—  Bericht  über  die  Reise  des  Paiserlichen  Gou—
verneurs  Generals  Liebert  durch  die  Bezirke
Bagamoyo,  Pangani,  Masinde  und  Kilimandiaro

—.—  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Kleist  über  seine
Reise  im  Bezirk  Songea  ......

—.—  Stipendium  zu  einer  zoologisch-botanischen
Forschungserpedition  nach  dem  Nyassagebiet

—.—  Beaksichtigte  Reise  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
Liebert  nach  Usagara  und  den  Ulugurubergen

—.—  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  General-=majors
  Liebert  vom  26.  August  1898  über  seine
Reise  nach  Usagara  und  Uluguru

—.—  Bericht  des  Lieutenants  Kannenberg  über  neine
Reise  nach  Konghonda  und  Matambulu

—.—  Bericht  über  die  Reise  des  Regierungorathe
Dr.  Stuhlmann  nach  Mohorro

—.—  Bericht  des  Bezirksamtmanns  v.  Elpons  über
eine  Bereisung  des  Kondelandes

Forstwesen.  Bericht  des  Forstassessors  v.  Bruchhausen
  über  die  Waldbestände  bei  Kilossa  und  in
den  Ulugurubergen.

Geologisches.  Bericht  des  Vergassessors  Dr.  Tang
über  die  geologischen  Verbaltuife  der  Tanganyika-Zone


—.—  Bericht  des  Vergassessors  Dr.
Kawendigebiet  ....

Gesundheitspflege.  Berichte  des  Geheimen  Medizinalraths
  Dr.  Koch  über  die  Ergebnisse  seiner
Untersuchungen  gelegentlich  einer  Expedition  nach
Westusambara

—.—  Bericht  über  die  Ergebnisse  der  Forschungen
des  Geheimen  Medizinalraths  Dr.  Koch,  insbesondere
  über  Westusambara  in  sanitärer  Beziehnge
  .-—.—

  Analysen  von  Trinkwässern  der  22  in
Deutsch-Ostafrika

*—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
5.  Mai  1898  betreffend  Abänderungs=  und  Ergänzungsbestimmungen
  zu  den  Vorschriften,  betreffend
  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der
einen  Hafen  des  Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschisse
  .

—.  Erlaß  einer  neuen  Deeinfektionsanweisung  f  für
Eeeschiffe,  welche  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole
  beim  Anlaufen  eines  Hafens  des  Shutgebietes
  unterliegen

(Siehe  auch  Schwefelthermen.)

Grenzregulirung.  Kommission  für  die  Festsetzung
der  Grenze  zwischen  dem  Nyassa  und  dem  Tanganyika-See.


Danz  über  das

239

265

349

520

543

618

646

693

794

696

 

741

769

—
S

234

380

447

166  v

VI

!  Handel.

Handelsbeziehungen  und  Verkehrsverhältnisse
  in  Ostaftntkka  ...

—.—  von  Ostafrika  in  den  gahren  1892  bis  1896

—.—  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  thätigen  Firmen
und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  vom
1.  Jaonnar  18993  ...  .

—.  —  Ausfuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im
Jahre  1897

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutgebiete  im
Jahre  1897

(Siehe  auch  Ausfuhr,  Einfuhr  und  Stalistik.)

*  Häuser=  und  Hüttensteuer.  Verordnung  des
Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch  Ostafrika,
betreffend  die  Erhebung  einer

*—.—  Ausführungsbestimmungen  des  Kaiserlichen
Gouvernemento  für  die  Bezirksämter,  betreffend
die  Erhebung  der.

Jagdwesen.  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gou—
verneurs  vom  17.  Januar  1898,  betreffend  Erlaß
einer  abgeänderten  Jagdverordnung

—4  Verordnung,  betreffend  die  Schonung  des

Wildstandes  in  Deutsch-Ostafrika  vom  17.  Januar
1808

Kartographische  Aufnahmen  in  Deutsch-Ostafrica
  241,
Kielmeyer.  Tod  des  Premierlieutenants  —  im

Kampfe  gegen  menterische  Waseguha  .
Kilimandjaro.  Ersorschuns  des  —  durch  Dr.  Hans
Meyer.  .
Koloutalgeiellichaften  Die  Entwickelung  der
Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  zu  Berlin  im
Jahre  1897  "
—.—  Die  Thätigkeit  der  Iheinischen  -  Plan,
lagengesellschaft  auf  der  Pflanzung  Ngambo,  nach
ihrem  Berichte  über  ihr  zweites  Geschäftsjahr
nonsulate.  Ertheilung  des  Erequatur  an  den
mit  Ausübung  der  konsularischen  Befugnisse  für
das  Schutzgebiet  betrauten  italienischen  Generalkonfsul
  für  Sansibar,  Chevalier  Pastalozza
*—.—  Ertheilung  des  Exequatur  an  den  zum  britischen
  Vizekonsul  für  Deutsch-Ostafrika  ernannten
Mr.  Dundas  .....
*Kriegsdienstzeit  siehe  unter  Schuntruppe.
Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin.  Das  —  als
Centralstelle  für  die  Aufbewahrung  und  wissenschaftliche
  Verwendung  von  Sammlungen  und
Notizen  ........
(Siehe  auch  Sendungen.)
Oelfrüchte,  Anbau  derselben  zur  Naturalleistung
Oskar.  Tod  des  Bruders  ..
Otto,  V.,  Tod  des  Büreauassistenten  .
Plantagen.  Entwickelung  der  Rulturstation  Kvai
—.—  Anbauversuche  mit  Enenlyptus  rostrata  in  der
Versuchsstation  Kwai
—.  —  Pflanzensendungen  der  botanischen  Eneare
nach  den  Kolonien  "
—.—  Verzeichniß  der  im  Schubgebiete  thärigen  Firmen
und  Erwerbegesellschaiten  nach  dem  Stande  vom
1.  Jannar  1898

64
115

50

51

318

497

587

79
55
211

114
28

247.

350
        <pb n="7" />
        plantagen.  Ueber  die  Lage  und  Entwickelung  der
neuen  Versuchsstation  Dabagga  in  Uhehe
(Siehe  auch  Kolonialgesellschaften,  Oelfrüchte,

Tabakbau.)

kosiolisches.  Eröffnung  der  Postanstalt  in  Iringa
—.—  Eröfinung  der  Postanstalt  in  Udjidji#

—.—  Errichtung  von
und  Songeg

Postanstalten  in  Wilhelmsthal

Tuawa.  Bericht  des  Hauptmanns  Prince  über  den

Tod  des  Sultans

—.—  Bericht  des  Feldwebels  Merkl  über  den  Tod
des  Sultano  .  ..
iRechtspflege.  Verordnung,  betreffend  die  Ein;
richung  einer  Staatsanwaltschaft  bei  den  Gerichten

der  Schutzgebiete

*—.—  Nachtrag  zur  Dienstanweisung,  betreffend  die
Musubung  der  Gerichtsbarkeit  in  Deutsch-Ostafrika

*—.—  R  underlaß  de

Kaiserlichen  Gouverneurs  an

summulche  Dienststellen,  betressend  die  Uebertragung
der  Ausudung  der  Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz  an
den  kommissarischen  Oberrichter,  Landrichter  Ebermaier


.  Etnennung  vo

n  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen

erichten  des  Schutzgebietes  für  das  Jahr  1898

*ebersicht  der
baiserlichen  Gerich

gerichtlichen  Geschäfte  bei  den
ten  des  Schutzgebietes  während

bes  Geschöftojahres  1997  ......
—  Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche
Griicht  für  den  südlichen  Bezirk  des  Schutzgebietes

—  Gutachten  über

die  mohammedanischen  Rechtsbethältnisse

  in  Ostafritar
Misen  siehe  Expeditionen.

Hunderseuche  siehe
Aulwa:Rickwa:)S  ee

auch  Texasfieber).  .  2,
Ueber  die  Ausdehnung  des  Sees

Auienkurs.  Festsezung  des  1,  53,  113,  166,
9  231,  295,  377,  452,  541,  617,  688,
eimmlungen.  Gouvernementsbefehl  des  Kaiserliben

  Gouverneurs,  betreffend  Vornahme  wissenfüestlicher



—  Fonds  zur  Bestreitung  von  Anschaffungs-=und
  Transponkosten  der

*  (Siehe  auch  Sendungen.)

biffahrt  siehe  Verkehrsverhältnisse.

isverbindungen  der  Ostafrika-Linie  für  1898

Schiföbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie
amburg—Ostafrika)  I7,  38,  67,  102,  124,
100,  155,  219,  240,  281,  307,  365,  391,  435,

,  524,  577

603,  629,  663,  713,  754,  780,

vo  (Siehe  auch  Deutsche  Ostafrika-Linie.)
hulwesen.  Umarbeitung  der  Dr.  Barthschen

uabeli  Fibel

und  Erweiterung  derselben  in  eine

Eiel  und  ein  esebuch  durch  die  Lehrer  Blank

und  Aus  ·

ksz  .
*  mnr  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
1898,  betreffend  die  Unterstellung  der

Aerungsschulen
Rricht  des  Le
der  Tchulen  in  de
khruthätigkei

unter  die  Bezirköämter

hrers  Blank  über  die  Revision
m  Bezirk  Tanga

in  Kisserawe.

VII  —

379

522
627

659

200

320

321

406

407

167
169

79

79

836

296

319

691
797

 

–  —

 

*Schutztruppe.  Aurechnung  eines  Kriegsjahres  für
die  bei  der  Wahumba-Expedition  vom  13.  Januar
bis  23.  Februar  1897,  bezw.  am  Gesecht  bei
Kwa  Towera  am  1.,  4.  und  5.  Juni  1897  betheiligten
  Militärpersonen  .....

*—.—  Anrechnung  eines  Kriegsjahres  für  die  am
Kriegszuge  in  Uhehe  vom  Februar  1897  bis  Juli
1898  betheiligt  gewesenen  Deutschen  für  jedes  der
beiden  Kalenderjahre  .......

Schwefelthermen.  Gutachten  des  Prof.  Dr.  Erich
Harnack  über  die  Bedeutung  der  deutsch-ostafrikanischen
  —  von  Amboni  und  Nyongoni  als
Heilmittel

—.—  Die  Schweselquellen  von  Amboni,  nach  einem

Berichte  des  Bergassessors  Bornhardt
Sendungen.  WMissenschaftliche  —  durch  Premierlieutenant
  Kollmann  an  das  Museum  für  Naturkunde
  .  .  ....
—.—  Missenschaftliche  —  durch  Regierungsarzt
Dr.  med.  Fülleborn  an  die  zoologische  Sammlung
  des  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin
—.—  Naturaliensammlung  von  Stabsarzt  Dr.  Hösemann

  in  Udjidji  an  das  Museum  für  Völkerkunde

—.—  von  in  Uhehe  erbeuteten  Naturalien  durch  Oberarzt
  Dr.  Stierling  an  das  Museum  für  Naturkunde
  )3

—.—  durch  Förster  Bruchmann  in  Kilossa  an  die
botanische  Centralstelle  in  Berlin.  .  .  .  ..

—.—  durch  die  Kulturstation  Kwai  und  Regierungs-Baumeister
  Kurt  Hoffmann  in  Useguha  an  die
botanische  Centralstelle  in  Berllon

—.—  durch  Stationsleiter  Eick  in  Kwai  an  die  botanische
  Centralstation  in  Berlin

—.—  durch  den  Premierlientenant  v.  der  Marwitz  an
das  Museum  für  Naturkundenn

*  Staatsanwaltschaft.  Verordnung,  betreffend  die
Einrichtung  einer  —  bei  den  Gerichten  der  Schutz-—)
  ..

*Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutschostafrikanischen
  Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr
  1897.  .  .  ....

(Siehe  auch  Ausfuhr,  Einfuhr,  Handel.)

Suaheli-Fibel  und  -Lesebuch  vergl.  Schulwesen.

Surrakrankheit.  Bericht  des  Geheimen  Medizinalrathes

  Dr.  Koch  über  dieiei  2,

Tabakbau  im  Hinterlande  von  Lind
Texasfieber.  Bericht  des  Geheimen  Medizinal--rathes

  Prof.  Dr.  Roch  über  dss  2,

Trinkwasser  vergl.  Gesundheitspflege.
Trockenheit  in  Ostafrika  und  Benachtheiligung  der
Kulturen  ...........
Uganda.  Unruhen  in  —  und  Verstärkung  der  Be—
satzung  von  Muansa  und  Bukoba  ..
Uhehe.  Bericht  des  Hauptmanns  Prince  über  die
politische  Lage  in.n.  ..  .  .....
Vegetationsverhältnisse  an  der  nördlichen  Küste
des  Schutzgebietes.  Bericht  des  Forstassessors
v.  Bruchhausen  über  die..  .  .  ..

644

793

136

268

29

203

382

40

519

519

520

647

27

326

167
741

168

136

454

589
        <pb n="8" />
        Verkehrsverhältnisse.  Ueberführung  des  Dampfers
„Ulanga“  nach  der  Rufidjimündung
—.—  Fertigstellung  der  Aluminiumpinasse  und  die
beabsichtigte  Ueberführung  nach  Ostafrika  .

—.—  Ueber  die  Benutzbarkeit  der  Nebenflüsse  des
Ulanga  für  den  Verkehr  nach  dem  Uheheplateau.

*  Verwaltung.  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  25.  März  1898,  betreffend  Benennung
  des  Ortes  „Wilhelmsthal“  in  West
usambara

*—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
12.  April  1898,  betreffend  die  selbständige  Verwaltung
  und  Begrenzung  des  Bezirks  Kisaki

*  Zölle.  Zusätze  zu  dem  in  der  „Kolonial-Gesetzgebung,
  Theil  II,  S.  42  ff.“  veröffentlichten  ostafrikanischen
  Zolltarif,  Anlage  C:  Liste  der  vom
Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände

*  —.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
2.  September  1898,  betreffend  Herabsetzung  des
Ausfuhrzolles  für  Getreide  734

—.—  Zollordnung  vom  1.  August  1908.  für  die
Binnengrenze  in  Deutsch-Ostafrika

*  Zolleinnahmen  53,  80,  115,  165,  201,  263,

325,  406,  452,  541,  643,  688,  7/0/8

Zoologisch-botanische  Forschungserpedition  nach

dem  Nyassagebiet  ....

268

433

320

520

616
520

Kamerun.

*  Afrikafonds.  Denkschrift,  betressend  die  Verwendung
  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

Anbauversuche.  Sendung  von  Semereien  seitens
der  botanischen  Centralstelle  an  die  Station  Buba
zu  Anbauversuchen.  ..  .....98

Arbeiterzahl  der  Plantage  Vibundi  .  29

Ausfuhrhandel  siehe  Handel.

*  Beurkundung  des  Personenstandes.  Bekanntmachung
  des  Kaiserl.  Gounverneurs  vom  13.  August
1898,  betreffend  die  Meldepflicht  der  Eingeborenen

v.  Bismarck.  Trauerfeier  zum  Gedenken  des  Fürsten

Buêka.  Der  Auobau  der  Station  —  nach  einem
Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs

Einfuhrhandel  siehe  Handel.

Eingeborenen-Schiedogericht  siehe  Rechtspflege.

*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.  Jahresbericht
über  die  —  während  des  Verwaltungsjahres
1896/97.  Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Ernteverhältnisse  in  Bibundi

Expedition  des  Hauptmanno  v.  Kamptz  gegen  die
Bulis  zur  Unterdrückung  der  Unruhen.

—.—  des  Premierlieutenants  v.  Carnap  durch  das
südöstliche  Hinterland  der  Kolonie  bis  zum  Kongo

—.—  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Kamptz  über  die
Bane-Bule-Expedition  .

—.  —  Bericht  des  Premierlieutenants  Frhen.  v.  Stein
über  die  Bane-Bule-Erpedition  und  den  Friedenoschluß
  174,  175

641
652

203

29

173

173

173

VIII

l
k

Expeditionen.  Bericht  des  Premierlieutenants
v.  Carnap  über  seine  Reise  ach  der  Ostgrenze  des
Schutzgebietts

—.—  Bericht  über  die  Expedition  des  uͤnteroffiziers
Staadt  von  Carnotville  nach  Daunnde

—.—  Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirksamtmanns
Boeder  von  Rio  del  Ney  nach  Bibundi

—.—  Bericht  des  Premierlieutenants  v.  Carnap  über
seine  Thätigkeit  vor  seinem  Zug  nach  dem  Kongo  354

—.—  Bericht  des  Leiters  des  botanischen  Gartens
zu  Victoria,  Dr.  Preuß,  vom  19.  Mai  1898  über
eine  Reise  nach  dem  Sanaga  und  der  Station  Edea-272



297

297

454

—  Beabsichtigte  Forschungsreise  des  Herrn  Conrau

nach  dem  nördlichen  Hinterlande  des  Schutzgebietes  464
—.  —  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Kamptz  vom  22.  Mai

1898  über  die  Bane-Bule-Erpeditio  498
—.—  Berichte  des  Premierlieutenants  Dominik  über
seinen  Zug  gegen  den  Häuptling  Ngila  und  dessen
Unterwerfung.  .  622,  623
—.  —  Bericht  des  stellvertretenden  Gouverneurs  Dr.
Seitz  über  eine  Expedition  in  das  Batangaland.  648
(Siehe  auch  Sjöstedt.)
Handel.  Bericht  über  die  im  Südbezirk  des  Schutzgebietes
  von  Kamerun  gangbaren  Handelsartikel  57
—.—  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Kamerun
thätigen  Handels=  und  Erwerbsgesellschaften  am
Anfang  1898  412
—.—  Ausfuhr  des  Schutgebietes  nach  demburg
im  Jahre  1897  571
—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutzgebiete  im
Jahre  1897  .  572
Kaffee-Pflanzungen  bei  der  Station  -  Ent.
wickelung  der.  .  82
Kamerun.  Bericht  des  stellvertretenden  Gouverneure
Regierungsraths  Dr.  Seitz  über  die  Lage  auf  den
Stationen  des  Schutzgebictes  .  .  410
—.—  Bildung  eines  Kameruner  isrnsn  unter
dem  Vorsitz  des  Gouverneurs  204
vKriegodienstzeit  siehe  unter  Schutztruppe.
*Meldepflicht  der  Eingeborenen  vergl.  Beurkundung
  des  Personenstandes.
Nachtigal.  Der  Regierungsdampfer  —  auf  dem
Slip  in  Kamerun.  Autotypie  zwischen  "136/37
Pflanzensendungen  der  botanischen  Centralstelle
nach  den  Kolonien.  247
Plantagen.  Entwickelung  der  Plantage  Bibundi  29
—.—  Ertragsfähigkeit  der  Plantagen  44
—.—  Entwickelung  der  Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
  „Rictoria“.  96,  795
—.—  Bericht  des  Direktors  des  botanischen  Gartens
in  Victoria  Dr.  Preuß  über  einen  Besuch  des
Pflanzgartens  in  Monte  Café  auf  Sas  Thomé
sowie  des  staatlichen  botanischen  Gartens  in  Gabun
und  einer  Kakaopflanzung  in  Campo  170
—.—  Umwandlung  der  von  Herrn  Günther  in  Soppo
betriebenen  Pflanzung  in  ein  Gesellschaftsunternehmen
  unter  dem  Namen:  Pflanzung  „Günther
Soppo“,  G.  m.  b.  S.  .  .  .  .  274
        <pb n="9" />
        Klantagen.  Bericht  des  Dr.  Preuß  vom  5.  Mai
1608  über  die  in  dem  Versuchsgarten  von  Victoria
wltivirten,  von  der  botanischen  Centralstelle  in
derlin  stammenden  Pflanzen  «

(Siehe  auch  Anbauversuche,  Ernteverhältnif  e,
Kaffee,  Viehzucht.)

„Fechtspflege.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Goudemeurs
  von  Kamerun,  betreffend  Einführung
emnes  Eingeborenen-Schiedsgerichts  für  die  Landschaft
  Lungasi  .  .

——L"mennungvon  Beisigern  bei  den  Kaiserlichen
Gerichten  für  das  Jahr  1898.

Riisen  siehe  Expeditionen.

Sammlungen,  wissenschaftliche,  siehe  Sendungen.

Schiedsgericht  siehe  Rechtspflege.

Schisssahrt.  Bericht  des  Hafenbaumeisters  Klein
über  die  Schiffbarkeit  des  Mungoflusses

Schifssverbindungen  siehe  Woermann-Linie.

Schulwesen.  Bericht  über  die  Regierungsschule  in
Aamernn

—.  Tod  dee  ersten  Lehrers  an  der  Regierungsschule
KAudolf  Bez  zu  Stuttgart
Squßtruppen.  Anrechnung  eines  Kriegsjahres
für  die  hei  den  Expeditionen  gegen  die  Yaündes
vom  16.  Dezember  1895  bis  7.  Januar  1896,
bew.  vom  7.  Februar  bis  27.  Februar  1896  und
vom  7.  März  bis  14.  März  1896  betheiligt  gewesenen
  Militärpersonen
—  Desgl.  für  die  am  Gefecht  gegen  Agila  am
35.  Januar  1897,  an  der  Expedition  gegen  Koy
vom  18.  März  bis  12.  April  1897,  am  Gefecht
gegen  Rioni  am  16.  Juli  und  gegen  Barongo  am
I.  Wgust  1897  und  an  der  Expedition  gegen  die
deme  vom  21.  August  bis  6.  Dezember  1897  bezeiligten
  Militärpersonen  .

Sendungen  durch  Stationsleiter  Conrau  aus  Mun.
dame  an  die  botanische  Centralstelle  in  Berlin
—  durch  Botaniker  Zenker  in  Bipindi  an  die

botamsche  Centralstelle  in  Berln

—Uifenschaftliche  —  durch  den  Direktor  des
boianischen  Gartens  in  Victoria,  Dr.  Preuß,  an
be  zoologische  Sanmlung  des  Museums  für
AMturkunde

Psosiedt.  Nesultate  der  im  Jahre.  1890  untervonmenen
  zoologischen  Forschungsreise  des  Ornikologen
  Dr.  Ingve  —  nach  dem  nordwestlichen
Kanerungebiet  *-Auszeichnung
  Dr.  Siöstedts  durch  vericihing
des  Aothen  Adler-Ordens  4.  Klasse.

Ltalistil  siehe  Handel.
latuhen.  Unterdrückung  der  —  in  Kamerun
lütrerfung  der  Bane  und  Buli

lei  Campo  durch  den  M'pangwestamm  der
*6  und  seine  Verbündeten

esegung  des  dauptling  Agila  durch  Lieutenant
  dominit

diehhutti  in  gamerun

.
Wswndung  einer  Vieh=  und  icmirbianiinhe
on  am  Gebirge  in  Buza#  "

IX

!Woermann-Linie.

459

51

322

355

274

453

233

644
520

520

742

138

520

173
299

504

 

548
770

652

Schifföbewe  zungen  der  —  17,
38,  67,  102,  124,  152,  188,  219,  251,  281,  306,
367,  394,  435,  486,  523,  578,  603,  628,  660,

713,  754,  780,.

—.—  Fahrplan  für  das  I.  Vierteljahr  1898
Veränd.  =  -  -  J.
-  :  :  II.  -  -
-  =  „  III.  -  -
-  -V.  O7  -
—.—  Beschleunigtere  Fahrten
Maünde.  Bericht  des  Premierlieutenants  Dominik
über  die  Station
*  Zölle.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  1.  November  1898,  betreffend  die  Erhebung
von  Einfuhrzöllen.
*  —.—  Ausgabe  eines  neuen,  mit  dem  1.  Mänz  1899
in  Kraft  tretenden  Zolltarifs
*—.—  Verordnung,  betreffend  die  Ausführung  ver
Verordnung  über  die  Erhebung  von  Einfuhrzöllen
vom  1.  Novbr.  1898  (nebst  drei  Formularmustern)
Zoologische  Forschungsreise  des  Ornithologen
Dr.  Yngve  Sjöstedt.  .  ..  ..  .

Togo.

*Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Ver—
wendung  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

Ausfuhrhandel  siehe  Handel  und  Statistik.

*  Bergwesen.  Allerhöchste  Verordnung  vom  17.  Aug.
1898,  betreffend  das  Bergwesen  im  Schutzgebiete

Bevölkerung.  Land  und  Leute  in  Togo.  Vortrag
des  Herrn  Seidel  in  der  Nachtigal-Gesellschaft  am
23.  Februar  1898

—.—  Uebersicht  über  die  am  31.  Dezeuber  1897  im
Schuygebiet  ansässigen  Deutschen  und  Fremden.

Böcking.  Tod  des  Regierungsassessors

Cassadastärke.  Chemische  Analyse  von  —  aus
dem  Schutzgebiete

Einfuhrhandel  siehe  Handel  und  Statistit.

*  Entwickelung  des  Schutzebietes.  Jahreobericht
über  die  —  während  des  Verwaltungsjahres
1896/97.  Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Erwerbsgesellschaften  im  Schutzgebiete  am
1.  Januar  1898  176,

Expeditionen.  Schilderung  des  naufmanns  N  J.  K.
Vietor  über  eine  Reise  von  Klein-Popo  nach
Atakpame

*  Gesu  ndheitspflege.  Verordnunz  des  Kaiserlichen
Landeshauptmanns  vom  21.  Januar  1898,  betrefsend
  den  Impfzwang

*  Grenzen.  Austausch  der  Ratisilationen  des  veuisch.
französischen  Abkommens  über  die  Abgrenzung  der
Schutzgebiete  von  Togo  und  Dahomey  .

Abgrenzung  der  beiderseitigen  Interessensphären
  zwischen  Deutschland  und  Frankreich

—.—  Jortschreiten  der  Arbeiten  der  mit  Festlegung
der  Grenzen  zwischen  Togo  und  Dahomcy  beauftragten
  Kommission

836

10
100
186
392
661

65

651

138

537

121

175
136

601

208

204

201

27

64

653
        <pb n="10" />
        *  Grenzen.  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs

  vom  16.  September  1898,  betr.  die  weitere
Abgrenzung  der  Bezirksämter  Lome  u.  Klein-Popo

Handel  und  Verkehr  im  Togohinterlande.  Bericht
des  Stationevorstehers  Dr.  Kersting  vom  3.  Dezember
  1897  aus  Kirikiri

—.—  Allgemeine  Lage  und  Zukunft  des  Handels  in
der  Togokolonie

—.—  Ausfuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im

Jahre  1897.  .

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutgebiete  im
Jahre  1897

—.—  Aufschwung  des  Handels
(Siehe  auch  Erwerbsgesellschasten  und  Statistit.)

Kartographie.  Die  Sprigadesche  Karte  von
Südtooo  .  ..

Kautschukhandel  in  Tabolor

*Köhler.  Ertheilung  des  Erequatur  als  Konful
für  die  Republik  Liberia  an  den  Landeshauptmann

Kolakultur.  Bericht  des  Lieutenants  R.  Plehn  über
in  den  Jahren  1896,97  gemachte  Anbauversuche
der  Kolanuß  bei  der  Station  Misahöhe

Missionsschulen  in  Togo  .

Pflanzensendungen  der  botanischen  Centralstelle
nach  den  Koloneen  ...

(Siehe  auch  Sesamsaat.)

Postalisches.  Zulassung  von  Postpacketen  und  Postfrachtstücken
  zwischen  Deutschland  und  Togo

Rechtopflege.  Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem
Kaiserlichen  Gericht  für  das  Jahr  1898

*—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem
Schutzgebiete  während  des  Geschäftsjahres  1897.

Nechtoschutz.  Inanspruchnahme  desselben  durch  die
Eingebgen

Reisen  siehe  Expeditionen.

Sammlungen,  wissenschaftliche,  siehe  Sendungen.

Schiffsverbindungen  siehe  unter  Kamerun.

Schulwesen  siehe  Missionsschulen.

Sendungen.  Naturwissenschaftliche  an  das
Königliche  Museum  für  Naturkunde  zu  Verlin
durch  Premierlieutenant  Wegner

—.—  Wissenschaftliche  —  durch  den  Stationsleiter
Grafen  zech  an  die  zoologische  Sammlung  des
Museums  für  Naturkunde  zu  Veriin

Sesamsaat.  Prusfung  und  Werthbestmmung  einer
Probe  —  aus  Togo  .  .

*Statistik  der  im  Kalenderjahre  187  in  das  Schuß—
gebiet  eingeführten  bezw.  von  dort  ausgeführten
Waarenmengen  .....  .

Siehe  auch  Handel.)

Togohinterland.  Bericht  des  Stationsvorstehers
Dr.  Kersting  über  die  Lage  im

Tshautsho.  Tod  des  Königs  von  Tshaussho,  Jabo
Bukari,  und  Wahl  seines  Nachfolgers

*  Verwaltung.  Verleihung  des  Titels  Naiserlicher
Gouverneur“  an  die  obersten  Verwaltungsbeamten

in  Deutsch-Züdwestafrika  und  Togo  an  Stelle  des
Titels  „Kaiserlicher  Landeohauptmann“  durch

Allerhöchste  Ordre  vom  18.  April  1898.

82

571
572

795

795

94
142

247

9

323

X

323
—.—  Eisenbahnbau  in  Walfischbai  von  englischer
82

299  Erpedition  gegen  die  Afrikaner=  Hotlentotten.  Ve-712



92

378

591

231

Entwickelung  des  Schutzgebietes.

*Verwaltung.  Bekanntmachung  des  Keiserlichen
Gouverneurs  vom  1.  August  1898,  betreffend  die
Bildung  der  Bezirksämter  Lome  und  Klein-Popo

Südwestafrika.

*Afrikafonds.  Denkschrift  betreffend  die  Verwendung
  des  —  Beilage  zu  Nr.  3.

Ausfuhrhandel  siehe  Handel  und  Statistik.

*  Bau-Polizeiordnung  sür  die  Schutzgebiete.

*  Bergwesen.  Ausgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  1.  Februar  1898,  betreffend  Anmeldung
  erworbener  Gerechtsame  auf  die  Aufsuchung
  und  Gewinnung  von  Mineralien  im
südwestafrikanischen  Schutzgebiete  .

*  —.—  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ausführung
der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen
  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom
6.  September  1892.

—.—  Zulassung  des  allgemeinen  Wettbewerbs  im
Bergbau  seitens  der  deutschen  Kolonial-Gesellschaft

Brunnenbau.  Anlage  weiterer  Brunnen

Cassadastärke.  Chemische  Analyse  von  —  aus
dem  Schutzgebiete

Einfuhrhandel  siehe  Handel  und  Staistik.

W  Eingeborenen  Reservate  vergl.  Rechtspflege.

Eisenbahn.  Eröffnung  der  Bahn=  Theilstrecke
Swakopmund  Nonidas  .

—.  —  Die  Einnahmen  der  iididesafritanishen  Vaiwegeisenbahn.
  .  ..

—.  —  Bahnbau  im  Norden  bis  zum  Khanstuß

Seite  nach  dem  deutschen  Gebietttte

Jahresbericht
über  die  —  während  des  Verwaltungsjahres
18960/97.  Ertrabeilage  zu  Nr.  3.

Erwerbsgesellschaften.  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete
  thätigen  Firmen  und  —  nach  dem  Stande
vom  1.  Januar  1898.  .  .  ..

richt  des  Premierlieutenants  v.  Burgsdorff
Siehe  auch  Krieg.)
Gesundheitspflege.  Bericht  des  Oberstabsarztes
Dr.  Lübbert  über  den  allgemeinen  Gesundheitszustand
  im  Schutzgebiete

Grundeigenthum.  Kostentarif  für  Grundbuchsachen

 

 

 

(Siehe  auch  Rechtspflege.)

Handel.  Auofuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg
im  Jahre  1897

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutzgebiete
im  Jahre  1897.

*  —.  —  Zusatz-Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  9.  Sept.  1898  zu  der  Verordnung,  betressend
  den  Ausschank  und  Verkauf  von  geistigen
Getränken  vom  27.  Mai  1895

(Siehe  auch  Erwerbegesellschaften  und  Statistkk.)

587

52

377

513
545

601

299
507

514

653

571

573

739
        <pb n="11" />
        KPolonialgesellschaften.  Mittheilung  aus  dem
Jahresbericht  der  deutschen  Kolonial-Gesellschaft
4  1897/98  «

..-Bekembqttmg  zwtschen  vem  Auswärtigen  Amt
Mvtemm,  ubbeiluny  und  der  Souih  West  Aftica
Companyg

Krieg.  Gefecht  des  Hauptmanns  v.  Estorff  vom
5.  Dez.  1897  gegen  die  Zwartbooi-Hottentotten

—.—  Gesecht  von  Theilen  der  Schutztruppe  unter
Hauptmann  v.  Estorff  gegen  Aufständische  bei
Tsaub  unweit  Franzfontein  am  23.  Dez.  1897

—.—  Ueber  den  Feldzug  gegen  die  Zwartbooi-Hottentotten
  vom  Dezember  1897  bis  März  1898
Erstürmung  von  Ehobib  in  der  Nacht  vom  4.

zum  5.  Dezember  1897.  Bericht  des  Hauptmanns
  v.  Estorff.

Vernichtung  der  Patrouille  des  unterosfiziers
Wendt  bei  Klein-Aub  am  4.  Dez.  1897

Die  weiteren  Ereignisse  im  Dezember.  Bericht
des  Hauptmanns  v.  Estorff

Nitt  von  Franzfontein  nach  Anabis  und  zurück
vom  17.  bis  21.  Dez.  1897.  —  Gesfecht  bei
Anabis  am  20.  Dez.  1897.  Bericht  des  Lieutenants
  Bensen

Die  Ereignisse  vom  23.  Dez.  1897  ab.  —  Gesecht
bei  Klein-Tsaub  am  4.  Januar  1898.  Bericht
des  Hauptmanns  v.  Estorsf  .

Weitere  Maßnahmen.  —  Ueberfall  des  Postens
Khauas  am  23.  Januar  1898

Exedition  gegen  den  Grootberg.  —  Die  Gesechte
am  Grootberge  am  26.  und  27.  Febr.  1898.
Bericht  des  Majors  Müller

Beschreibung  des  Geländes  am  Grootberge,  #auf
dem  das  Gefecht  am  26.  Februar  1898  stattgefunden
  hat

Abkommen  des  Reviers  bei  Groß-Achas  in  der
Nacht  vom  17.  zum  18.  Februar  1898  und
Rückgang  der  Truppe.  Bericht  des  Hauptmanns
  v.  Estorff.  .

Thaugkett  der  Kompagnie  des  Hauptmanns  Kaiser
im  Gefecht  bei  Gauwater-Grootberg  am  26.
Febr.  1898.  Bericht  des  Hauptmanns  Kaiser

Thätigkeit  der  Feldbatterie.  Gefechtöbericht  des
26.  Febr.  1898  von  Pr.  Lt.  v.  Heydebreck

Marsch  des  Premierlieutenants  Franke  nach  dem
Grootberge.  Gefecht  am  Grootberge.  Nach
seinem  Bericht  vom  1.  März  1898.

Kriegsdienstzeit  siehe  unter  Schutztruppe,  auch
Wehrpflicht.

Maulthiere.  Die  —  in  Sudwesiahrita  und  ihre
Verwendung
Mineralien.

Gerechtsame  #auf  die  küsien

und  Gewinnung  von  v

Omaruru.  Tod  des  Kapitäns  Manasse  von

Plantagen.  Gründung  von  Farmen  durch  die
Barmer  Mission

Postalisches.  Aufhebung  der  Postagentur  i  in  uhabis

Eröffnung  von  Postagenturen  in  Outjo  und
Eroß-Barmen

XI

653

685

415

416

418

418

420

421

422

426

426

428

 

 

428
Sendungen  durch  den  Staboarzt  Ur.  Laugheld  an

52
624
274
184

305

—

Postalisches.  Einrichtung  von  Postanstalten  in
Seeis  und  Hohewarte.

—.—  Einrichtung  einer  Postanstalt  in  Gobabis  .

—.—  Austausch  von  Postanweisungen  zwischen  Deutsch-Südwestafrika
  und  der  Kapkolonie  wie  deren
Nachbarländern  vom  1.  Januar  1899  ab

Postverbindung  von  Kapstadt  nach  dem  Süden
der  Kolonie  für  das  Jahr  1898  ..

Raubzug  der  Afrikaner-Hottentotten.  Bericht  des
Premierlieutenants  v.  Burgsdorff  über  den

*Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitzern  bei  den
Kaiserlichen  Gerichten  für  das  Jahr  1898.

*  —.—  Allerhöchste  Verordnung  vom  10.  April  1898,
betreffend  die  Schassung  von  Eingeborenen-Reservaten
  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete

*  —.—  Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen
Gericht  in  Keetmanshoop  für  das  Jahr  1898

*  —.—  Deogleichen  zu  Otyimbingwe.

—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den
Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes  während
des  Geschäftsjahres  1897  .

—.—  Zulassung  des  Rechtsanwalts  Georg  Wassersau
beim  Kaiserlichen  Obergericht  und  dem  Kaiserlichen
Gericht  des  Schutzgebietes

*—.—  Allerhöchste  Verordnung  vom  5.  Ottober  18098.
betreffend  die  Rechtsverhältnisse  an  unbemeglichen
Sachen  im  Schutzgebiete  ..  .

Rinderpest.  Die  —  in  Südafrika

—.—  und  ihre  Bekämpfung.

—.—  Vortrag  des  Oberstabearztes  Prof.  Dr.  Kohlstock

über  die  Bekämpfung  der  Rinderpest  in
Südwestafrika
Schifffahrt.  Schiffserpeditionen  der  Woermann=Linie
  .  .  11,  101,  187,  393,
—.—  Fahrplan  des  deutschen  Reichspostdampfers
„Leutwein“  von  Kapstadt  nach  Deutsch-  Sudwest
afrika  für  das  Jahr  1898  .  .
—.  —  Ankunst  des  Dampfers  „Lulu  Behen  in
Swakopmund  .
*Schutztruppe.  Auerhöchste  Ordre  vom  25  Mai
1898  zu  der  Verordnung  vom  30.  März  1897,
betressend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  bei  der
—  für  Südwestafrika
*—.—  Anrechnung  eineo  Rriegsjahres  für  die  am
Feldzuge  gegen  die  Afrikaner-Hottentotten  vom
5.  Juli  bio  10.  Oktober  1897  betheiligten  Militärpersonen


Deutschdie

  zoologische  Sammlung  des  Königl.  Museums
für  Naturkunde  zu  Berlin

—.—  durch  den  Regierungöthierarz:  22  an
das  Museum  für  Naturkunde

—.—  durch  Premierlientenant  Lr.  Hartmann  an  das
Museum  für  Völkerkunde.  .

*Statistik  der  Waaren-Ein=  und  Ausfuhr  is  im  Schutz
gebiete  vom  1.  Januar  bis  31.  Dezember  1897

(Siehe  auch  Handel.)

Südwestafrika.  Nachrichten  aus  dem  Schutzgebiete

835

366

133

199

232

324

324

507

677
60
64

504

662

366

390

644

464

545

591

403

507
        <pb n="12" />
        Südwestafrika.

—

Bericht  des  Kommandos  S.  M.
Kanonenboot  „Wolf“  vom  14.  Septbr.  1898  über
die  allgemeinen  Verhältnisse  u

Tapiokastärke.  Chemische  Analyse  von  —  aus
dem  Schutzgebiete  *
Trinkwasser.  Ueber  die  Gewinnung  von  —  in

Lüderitzbucht
Unruhen  unter  den  Zwartbooi-  Hottentotten.  Vericht

des  stellvertretenden  Landeshauptmanns  v.  Lindequist

  über  die  .  .  ..

—.—  Weilere  Mittheilungen  über  die  Unruhen

—.—  Sieg  der  Schutztruppe  unter  Major  Müller  am
26.  Februar  1898  am  Grootberge  und  Gefangennahme
  der  Aufständischen  am  20.  März

(Siehe  auch  Krieg.)

*  Verwaltung.  Verleihung  des  Titels  „Kaiserlicher
Gouverneur“  an  die  obersten  Verwaltungsbeamten
in  Deutsch-Südwestafrika  und  Togo  an  Stelle  des
Titele  „Kaiserlicher  Landehauptmann“  durch
Allerhöchste  Ordre  vom  18.  April  1898

Viehseuchen.  Bericht  über  die  wissenschaftliche
Untersuchungostation  für  Viehseuchen  Gammams
bei  Windhoek  .........

*æWehrpflicht.  Genehmigung  Seiner  Majestät  des
Kaisers  und  Königs  für  die  Heranziehung  von
Angehörigen  des  Beurlaubtenstandes  zur  Verstärkung
  der  Schutztruppe  anläßlich  des  Feldzuges
gegen  die  vereinigten  Zwartbooi=  und  Topnar-Hottentotten
  .

*  Zölle.  Bekanntmachung  der  nolonial=  Abtheilung
des  Auswärtigen  Amtes  vom  15.  Oktober  1898,

betressend  Verössentlichung  des  abgeänderten  Zolltarifs

  für  Deutsch-Südwestafrika

olltarif  für  Deutsch-Südwestafrika.
seit  1.  Juni  1898

In  Kraft
Zoologische  Gegenstände  siehe  Sendungen.

Neu-Gninea.

*  Afrikafonds.  Denkschrift,  betreffend  die  Verwendung
  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

Ausfuhrhandel  siehe  Handel.

*  Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
der  Ermächtigung  zur  Vornahme  von  Cheschließungen
  und  zur  —  an  den  kaufmännischen  Beamten
Nichard  Hossschläger  ..

Bevölkerung.  Bericht  des  Raiserlichen  Nchters
Hahl  über  die  —  des  Biomarck-Archipels

Bismarck-Archipel.  Bericht  über  die  Thätigkeit
des  Kreuzers  „Bussard“  im  .....

kSicheauchBevölkerungsi

Bismarck-Feier  auf  dem  Varzin  im  Bismarck—
Archipel  am  11.  August  1898.

Einfuhrhandel  siehe  Handel.

Erpeditionen.  Ueber  einen  Besuch  bei  den  Kabienleuten
  (Neu-Hannover)

—.—  Erforschung  des  mit  dem  W  7
Namuflusses  ..  .  .

XII

742

601

275

29
175

208

231

242

644

641

231

464

244

796

177

299

 

 

 

—

Handel.  Nachrichten  über  Kaiser  Wilhelmsland  und
den  Bismarck-Archipel;  ihre  Entwickelung  896
und  1897.

—.—  Ausfuhr  des  Schutzgebietes  nach  Hamburg  im

Jahre  1897

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  —  im
Jahre  1897

138

571

574

Kaiser  Wilhelmsland.  Herausgabe  einer  neuen

Karte  von  —  durch  die  Nautische  Abtheilung  des
Reichs-Marine-Amts
—.—  Produktion,  Handel  und  Verkehr  in.
Neu-Guinea-Kompagnie.  Vereinigung  der  —
mit  der  Astrolabe-Kompagnie
Plantagen.  Errichtung  einer  Versuchestation  und
Pflanzschule  behufs  Anlage  von  Kaffee-,  Baumwoll=
  und  Kokopamen=  Mlanzungen  in  Kaiser
Wilhelmsland
(Siehe  auch  Tabakkultur.)

Postalisches.  Einrichtung  einer  Postanstalt  in
Berlinhafen  ..........
*Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitzern  für  die

Kaiserlichen  Gerichte  für  das  Jahr  1898
*—.—  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Ausübung
der  Gerichtsbarkeit  erster  -  an  den  Gerichtsassessor
  Boether  .  .  .  .
Reisen  siehe  Expeditionen.

Schiffsverbindungen  der  Reichspost-Dampferlinien

des  Norddeutschen  Lloyd  zwischen  Singapore  und
Neu-Guinea
—.—  Anlaufen  der  Dampfer  in  Macassar.  .  .
—.—  Fahrplan  der  Oceanic  Steamship  Co.  (Spreckels
Line)  zwischen  San  Francisco,  Honolulu,  Apia,
Auckland  und  Sydnrnen
Statistik  siehe  Handel.
Tabakkultur  in  dem  Gebiet  von  Stephansort.
—.—  Umsatz  in  Neu-Guinea-Tabak
Unruhen  auf  der  Gazelle-Halbinsel.

Marshall-Inseln.

*Afrikafonds.  Denkschrift,  betressend  die  Verwendung
  des  —.  Beilage  zu  Nr.  3.

Ausfuhrhandel  siehe  Handel.

Bevölkerung.  Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  am
1.  Januar  1898  ansässigen  Deutschen  und  Fremden

Einfuhrhandel  siehe  Handel.

*  Entwickelung  des  Schutzgebietes.  Jahresbericht
über  die  —  während  des  Verwaltungsjahres
1896/07.  Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Ethnologie.  Studienreise  des  Marinestabsarztes
A  la  suite  Dr.  Krämer  nach  den  Marshall-Inseln

245,

Handel.  Ausfuhr  des  Schutzgebieteo  nach  Hamburg
im  Jahre  1897  ...
—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutgebiete

im  Jahre  18373...  *

151,

64
139

138

138
386
796

246

464
571

575
        <pb n="13" />
        —  XIII  —

æxandeshauptmannschaft.  Ernennung  des  Kaiser—
lichen  Landeshauptmanns  Dr.  Irmer  zum  ständigen
Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-  Abtheiuns  des
Auswärtigen  Amtes  166
Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitzern  der

Barmer  Mission.  Gründung  von  Farmen  in
Deutsch-Südwestafrika

Basler  Mission.  Beitritt  der  Veseler  Geselljchast

Kaiserlichen  Gerichte  für  das  Jahr  1898  3232

*—.—  lebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem
Schutzgebiete  während  des  Geschäftejahres  1897.  318
Schifffahrt.  Eintreffen  des  neuen  Schuners
„Hercules“  in  Jaluct  404695
Schiffsverkehr  in  den  Marshall=  Inseln  ...  245
Schulwesen.  Uebersicht  der  Schulen  und  Schüler  der

1Steuern.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landes—
hauptmanne  vom  29.  August  1898,  betreffend  die

Einführung  von  Steuern  739
Verkehrswesen.  Beförderungsgelegenheit  #
Jaluit  von  San  Francisooo  305
China.

Verwaltung.  Ernennung  des  Kapitäns  zur  See

um  Mijsionsausschub
Bericht  über  die  im  Jahre  1889  sich  8
Baptistengemeinde  in  Kamerun
—.—  Finanzielles  Defizit  der  .
—.—  Uebersicht  über  den  Stand  der  Missionsschulen
in  Togo

—.—  Abreise  der  Missionare  e  Maier  und

Gutekunst  nach  Kamerun.

—.  —  Bericht  über  die  Schulen  der  —  im  englischen
Boston-Mission  in  den  Marshall-Inseln  für  1897  246

Cvhelande

—.—  Entsendung  neuer  Missionare  sũr  Accta  und
Kamerun  .

—.—  Aus  dem  83.  gahresbericht  der

—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Kamerun  und  Togo.
Beilage  zu  Nr.  22.

—.—  Mittheilungen  des  Missionars  Schürle  über
seine  Schüler  in  Lobethal

—.—  Bericht  über  eine  Besteigung  des  Aupeberges

Rosendahl  zum  Gouverneur  von  Kiautschon  182

HKus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und  der
Antisklaverei-Bewegung.

Missionen.
Afrikaverein  deutscher  Katholiken.  Gesammteinnahmen
  im  Jahre  1997  1465

Aftikaverein,  evangelischer.  Uebernahme  der
Erziehung  befreiter  Sklavenkinder  von  der  evangelischen
  Missionögesellschaft  fur  Deutsch-Ostafrika  209

Amerikanische  Baptisten.  Wirken  der  vom
deutschen  Zweig  der  amerikanischen  Baplisten  in
Berlin  entsendeten  Missionare  in  Kamern  61

Amerikanische  presbyterianische  Mission.
Nissionsthätigkeit  im  französischen  Rüstengebiet  des
Gabun,  sowie  auf  Batanga  im  südlichen  Kamerun  61

—.—  Bericht  des  Missionsinspektors  Zahn  über  die
Verhältnisse  der  Mission  im  Süden  des  Kameruner
Schutzgebieies  ...  ...545
—Thattqkektder  Mission  in  Kamerun.  Beilage
zu  Nr.  22.

Antonius-Mission.  Bericht  des  P.  van  der  Burgt
uͤber  die  unter  den  Soldaten  der  Kongo-Expedition
ausgebrochene  Meutere  .  276

Australian  Methodist  Missionar).  Society.
  Thätigkeit  der  Mission  in  Neu-Guinea.
Beilage  zu  Nr.  22.

Baptistenmission  in  Kamerun.  Angliederung  an

den  Bund  6
—.—  häugkeit  und  Standpunkt  der  Voptistengemeinde

  in  Kamern  61
—  Abreise  der  Diakonissin  Fraulein  Emilie  nuchmann

  nach  Kamern  178

—  Thätigkeit  der  Mission  in  Kamerun.  Heilage
zu  Nr.  22.

(Siehe  auch  Missionsgesellschaft  der  Baptisten.)

in  Kamerun  .  ..

Benediktus—  Missionsgenossenschaft  in  Östafrika.
  Tod  des  P.  Bernward  Baule

—.—  Tod  der  Brüder  Ludger  Sceipers  und  Co—
lumban  Klewecke

—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Deutsch=  Ostafrila.
Beilage  zu  Nr.  22.

Berliner  evangelische  Missionogesellschaft
(Verlin  I)  siehe  Gesellschaft  zur  Beforderung  der
evangelischen  Mission  unter  den  Heiden.

Boston-Mission.  Uebersicht  der  Schulen  und
Schüler  der  —  in  den  Marshall-Inseln  für  1897

—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  den  Marshall-Inseln.
Beilage  zu  Nr.  22.

Breklumer  Missionogesellschaft.  Beitritt  zum
Missionsausschuß  ........

Brüdergemeinde.  Beitritt  zum  Missionsausschuß

—.—  Vermächtniß  des  englischen  Philantropen  John
Thomas  Morton  an  die

—.—  Mittheilungen  des  Vorstandes  2  des
Mortonschen  Legats

—.  —  Wechsel  in  der  Missioneleitung  von  Ipiana
und  Rutenganio  (Deutsch-Ostafrika)  .

—.—  Ankunft  der  Missionare  Meier  und  Dahl  in
Urambo  (Deutsch  OÖstafrika)  ..

---—Euverbungdes»otschkn·3mbatatasur  die
Missionsstation  in  Rutenganio  ....

—.—-ThätigkettderMissioninDeutscl)-Ostafrika.
Beilage  zu  Nr.  22.

Christenthum.  Auobreitung  des  —  in  Kamerun

Church  Missionary  Soeiety.  Neuere  Mittheilungen
  über  die  .......

—.  —  Ankunft  des  Rev.  D.  J.  Rees  nebst  Gattin  und
Fräulein  S.  R.  Spriggs  auf  der  Station  Mamboia
und  Rev.  E.  H.  Fincher  in  Kisokwen.

—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Deutsch=  siajrika.
Beilage  zu  Nr.  22.

274

61
142

143

178

178

429
654

770

770

179

246

246

85

142

208

383

743

29

115
        <pb n="14" />
        Deutsche  evangelische  Bilssonsgesellschaften.

Statut  für  den  Ausschuß  der  .  6
(Siehe  auch  Mission.)

Doceuments  relatiss  à  la  répression  de  la  traité
des  eschaves  publiés  en  exécution  des  articles
LXXXI  et  suivants  de  l'acte  Kussal  de
Bruxelles  1897  .

Evangelisch-lutherische  Mission  siehe  Leipziger
Missionsgesellschaft.

Evangelische  Missionen.  Thätigkeit  der  —  in
den  deutschen  Schutzgebieten.  Beilage  zu  Nr.  22.

Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch—
Ostafrika  (Berlin  III).  Stellung  zum  Missionsausschuß
  .  .  .  ..  6

—.—  Berufung  des  ierrantsar  Triltelwit

XIV

275

Kirchliche  Missionsgesellschaft  in  England.

Ihr  Wachsthum  und  Wiren  6
Leipziger  ensieieltchait.  Beitritt  zum
Missionsausschut  6
—.—  neigrnahme  des  Vorsitzes  im  Missionskollegium
durch  Prof.  D.  Luthardt  143
—.—  TLhätigkeit  der  Mission  in  Deutsch-  Ostafrika.
Beilage  zu  Nr.  22
London  Missionary)  Soeiety.  Thätigkeit  der
—  in  Britisch-Neu-Guinea  1895/966  91

Marshall-Inseln.  Boston-Mission  246,  Beilage  zu  Nr.  22
Melanesian  Mission.  Thätigkeit  der  Mission  in

Neu-Guinea.  Beilage  zu  Nr.  22.

Mission.  Thätigkeit  der  —  in  Kamerun.  29

—.—  Uebersicht  über  den  Stand  der  deutschen  evangelischen
  Missionen  Ende  196  86

—.—  Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutgebieten.

  Beilage  zu  Nr.  22.

—.—  Die  Thätigkeit  der  deutschen  Missionsgesellschaften
  im  Jahre  1897  772

Mission  der  schwarzen  Väter.  Brief  des
Superiors  Gommenginger  über  die  Mission  in
Ostafrika  431

—  —  —

in  die  Leitung  der  Mission  116
—.—  Aus  dem  Jahresbericht  für  1897.  .  208
—.—  Bericht  über  die  am  30.  März  1898  in  Berlin

abgehaltene  Hauptversammlung  der  211
—.—  Erholungsurlaub  der  Missionare  Lang-  geimich

und  Maaß  ..  299
—.—  Tod  der  Frau  des  Missionars  Bunk  382
—.—  Brandunfall  in  Manowm  382
—.—  Die  Thätigkeit  der  Missionen  in  Deutsch-  Ost-  "

afrika  im  Jahre  1897  430
—.—  Entsendung  des  Missionars  Ruceius  und  Rück.

kehr  der  Missionare  Cleve  und  Maaß  465
—.—  Thätigkeit  der  Mission.  Beilage  zu  Nr.  22.
Evangelischer  Oberkirchenrath.  Entsendung  des

Pfarrers  Roloff  nach  Dar-es-Salm  60

Finska  Missions  Sällskapet.  Thätigkeit  der
Mission  in  Deutsch-Südwestafrika.  Beil.  zu  Nr.  22.
Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Mission  unter  den  Heiden  (auch  genannt
  Berliner  evangelische  Missionsgesellschaft
Berlin  1).  Beitritt  zum  Missionsausschu  6
—.—  Ankunft  neuer  Missionare  in  Jkombe;  Versetzung
  des  Missionars  Källner  nach  Muakaleli
—.—  Gründung  der  Station  Kilabugi  in  Ubena
—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Deutsch-Ostafrika.
Beilage  zu  Nr.  22.
—.—  Bericht  über  die  Besetzung  der  Stationen  im
Nyassaland
Hermannsburger  Missionsgeselkschaft.  Beitritt
  zum  Missionsausscac  ..  6
Kamerun.  Anmerikanische  Baptisten.  .  61
—.—  Amerikanische  presbyterianische  Mission  61,  545,
Beilage  zu  Nr.  22
—.  —  Baptistenmission  .  6,  6l,  178,  Beilage  zu  Nr.  22
—.—  Basler  Mission  61,  178,  429,  654,  770,  Beil.  zu  Nr.  22
—.  —  Christenthum  29
—.—  Pallotinermission

383
743

772

2)9,  85,  178,  509,  770,
Beilage  zu  Nr.  22
—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  ...  29
Katholische  Mission  in  Deutsch-  Südwestafrika.
Verstärkung  der  Mission  durch  P.  Rieger  und  zwei
Laienbrüder
—  Thätigkeit  der  —  in  den  deuischen  Schutgebieten.
Beilage  zu  Nr.  22.

116

–.
–  –

Mission  vom  göttlichen  Wort  siehe  Vater  vom
göttlichen  Wort.

Mission  vom  heiligen  Geiste  siehe  Väter  vom
heiligen  Geiste.

Missionsgesellschaft  der  Baptisten  in  Deutschland
  für  Kamerun.  Angliederung  der  Baptistenmission
  in  Kamerun  unter  ersterer  Bezeichnung  an
den  Bund..  62

Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen
Jesu.  Umfangreiche  Thätigkeit  der  —  im  Bismarck-Archipel

  60
—.—  Vordringen  der  —  in  Britisch-  Neu-  -Guinen  92
—.—  Einschiffung  von  sechs  Nissionaren  in  Genua

nach  Herbertshöhe  116
—.—  Ankunft  von  sechs  Vätern  in  Herbertshöhe  246
—.—  Stand  der  Mission  Ende  1897  nach  einem  Berichte

  des  Bischofs  Couppé  .  591
—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Neu-  Guinen.  Beilage

  zu  Nr.  2
Missionss  rnian.  Uebersicht  über  den  Stand  der

evangelischen  —  in  Togo  .  .142
—.—  Uebersicht  über  den  Stand  der  fatholischen  —

in  Togo  .  .  .  143

—  Schulthätigkeit  in  Kisserawe  (Ostofrita)  .  797
Neu-  Dettelsauer  Missionsgesellschaft.

Stellung  zum  Missionsausschhs  6
—.—  Erholungsreise  des  Missionars  Flierl  382
—.—  Bericht  über  die  Thatigtei  der  —  in  Neu—

Guinea  ..  548
—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Neu-  Guinea.  Beilage

  zu  Nr.  22.
Neu-Guinca.  Australian  Methodist  Missionary
Society.  Beilage  zu  Nr.  22.
—.—  Melanesian  Mission.  Beilage  zu  Nr.  22.
—.—  Mission  vom  Heiligen  Herzen  Jesu  60,  92,
116,  246,  591,  Beilage  zu  Nr.  22
        <pb n="15" />
        Neu-Guinea.  Neu-Dettelsauer  Mission  6,  382,  548,

—.—  Aheinische  Mission  87,  208,  382,  744,  Beilage  zu  Nr.  22
—  Bäter  vom  göttlichen  Wort  508,  Beilage  zu  Nr.  22

—.—  Wesleyanische  Mission  91,  382,  770
Neukirchener  Missionsgesellschaft.  Veitritt  zum
Missionsausschuß  ..  ...  6
Norddeutsche  Missionsgesellschaft.  Beitritt
zum  Missionsausschö  6
—.—  Einführung  des  Deutschen  als  unterrichtsgegenstand
  in  ihren  Schulen  in  Togo  und  zu  Quetta  ·
(Goldküstenkoloni)  6

—.—  Entsendung  des  Missionars  dartter  nach  West.
—  ..  60
—.—  Uebersicht  uͤber  den  Stand  der  isiontivulen

in  Togo  142
—.—  Bericht  über  die  Schulen  der  —  im  2

Ephelande  178
—.—  Bericht  über  die  i  in  Togo  für  das

Jahr  1897  548

—.—  Thätigkeit  der  Missioni  in  Togo.  Beil.  zu  2  22.
Oblaten.  Verstärkung  der  katholischen  Mission  in

Deutsch-Südwestafrika.  durch  P.  Rieger  und  zwei
Laienbrüder

—.—  Tod  des  Präfelten  von  Transvaal  p.  Schoch  432
—.—  Bericht  über  die  Mission  der  —  in  Südwestafrika
  546
—.  —  Thätigkeit  der  Mission  in  Deutsch.  Zudwest.
afrika.  Beilage  zu  Nr.  22.
Ostafrika.  Afrikaverein,  evangelischer  209
—.—  Antonius-Mission  276

—.—  Apostolisches  Vikariat  von  Unyanyembe  8x,  246,

Beilage  zu  Nr.  22
—  Benediktus-Missionsgenossenschaft.  179,  2460,

Beilage  zu  Nr.  22

—.—  Brüdergemeinde  208,  383,  743,

Beilage  zu  Nr.  22
.115,  277,
Beilage  zu  Nr.  22
—  ECpangelische  Missionen.  Beilage  zu  Nr.  22.
—.—  Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Östafrika
  (Verlin  III)  6,  116,  208,  211,  299,
382,  430,  465,  Beilage  zu  Nr.  22
—.—  Evangelischer  Oberkirchenratt  .  60
Gesellschast  zur  Förderung  der  roangelischen
Mission  unter  den  Heiden  56,  383,  743,  772,

—.—  Church  Missionary  Society

—.—Leipziger  Missionsgesellschaft

—  Beilage  zu  Nr.  22
—  Schulthätigkeit  in  Kisserawe.

797
——  Schwarze  Väter  .  ..431
—  Tod  der  Schwester  Martha  Seelig  in  Dar—  essgeten
  .  142
2-  Trappisien  6,  179

–.  Universitäten-Mission.  Beilage  zu  yr.  22.
Bäter  vom  Heiligen  Geist  179,  211,  356,  Beilage

  zu  Nr.  22
—Weiße  Schwestern.  87,  547

—Weiße  Väter  87,  116,  277,  54.  Veilage  zu  Nr.  22

XV

Ostafrikanische  Mission.
Beilage  zu  Nr.  22

116

Beilage  zu  Nr.  22

—  —

Verstärkung  derselben
durch  drei  Patres

Pallotiner.  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  —  in
Kamerun

Steyler  Mission  —  Bäter  vom  göulichen  Wort.

6

.  20,  509,  Beilage  zu  Nr.  22
—.—  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  —  in  Kamerun

1897  85
—.—  Abreise  des  Missionspriesters  Schöllr  und  der
Hülfsmissionare  Ireienstein.  Müller  und  Bünings
nach  Kamerun  .  178
—.—  Einweihung  des  neuen  Nissionshauses  in
Limburg  179
—.—  Einrichtung  eines  Schwesternmissionshaufes  der
Pallotinerinnen  zu  Limburg  a.  d.  L.  356
—.—  Tod  des  P.  Jakob  Pfändler  ..  770
Rheinische  Missionsgesellschaft.  Beitritt  zum
Missionsausschuß  .  6
—.—  Bericht  über  die  Rinderpest  und  die  Fortschritte
der  Mission  im  Herero=  und  Namalande  60,  61
—.—  Thätigkeit  der  —  in  Neu-Guinea.  87
—.—  Abreise  des  Missionars  Kunze  und  Dr.  med.
Frobenius  nach  Neu-Guinea  87
—.—  Bericht  über  eine  durch  den  Missionar  Judt  in
Hoachanas  fertiggestellte  Dammanlage  87
—.  —  Abreise  der  Missionare  Bernsmann  und  Teuchel
mit  ihren  Frauen  nach  Walfischbai  178
—.—  Bericht  über  die  Bergdamarastation  Ghaub  179
—.  —  Bericht  über  die  WMission  in  Walfischbai  und
Swolopmunm  ..  179
—.—  Bericht  über  die  Mission  im  Ovambolande  179
—.  —  Uebersiedelung  des  Dr.  Frobenius  nach  dem
Inselchen  Bilibili  (Neu-Guinea)  208
—.—  Uebersetzung  der  vier  Evangelien  und  eines
Wörterbuches  in  die  Landessprache  im  Ovambo-=lande
  277
—.—  Erholungsreise  des  Missionars  Mulfhorst  nach
dem  Hererolande  299
—.—  Mittheilungen  über  die  wirthschaftliche  Lage  und
die  Kulturaufgaben  der  Mission  in  Huchh  Südwestafrika
  .  299
—.—  Druck  einer  Fibel  für  die  Schulen  in  gaiser
Wilhelmsland  und  bevorstehende  Aeröffentlichung
einer  biblischen  Geschichte  382
—.—  Erholungsreise  des  Missionars  Meisenholl  nach
Kapstadt  und  Rückkehr  des  Missionars  Fenchel  auf
seinen  Posten  545
—.—  Jahresberichtdes  Missionöinspeltoro  Dr.  Schreiber
über  die  Thätigkeit  in  Südwestafrika  und  in  Neu-Guinea
  744
—.—  Thätigkeit  der  Mission  i  in  Südwestafrita  und
Neu-Guinea.  Beilage  zu  Nr.  22.
—.—  Aufgaben  der  Mission  im  Groß-Namalande  770
Schwarze  Bäter  siehe  Väter  vom  göttlichen  Wort.
Seelig.  Tod  der  Schwester  Martha  —  in  Dares-Saläm.
  14342
Sklaverei.  Ueber  die  —  im  Protektoratsgebiete
von  Sansibar  .  84
Statut  für  den  Ausschuß  der  W  evangelischen
Missionsgesellschaften  6
        <pb n="16" />
        Barmer  Mission

Südwestafrika.  ...
Beil.  zu  Nr.  22.

—.—  Finländ.  Missionogesellschaft.
—.—  Katholische  Mission
—.—  Oblaten.

—.—  Rheinische  Mission

116,  *.  Beilage  zu  Nr.  22
60,  61,  178,  179,  277,

XVI
274  Wesleyanische  Mission.

116

299,  545,  744,  770,  Beilage  zu  Nr.  22

Beilage  zu  Nr.  22
Beilage  zu  Nr.  22

142,  143
6,  60,  142,  548,
Beilage  zu  Nr.  22
Beilage  zu  Nr.  22
Beilage  zu  Nr.  22

Apostolische  Präsektur  131,
143,  654,

Togo.
—.—  Basler  Mission
—.—  Missionsschulen
—.—  Norddeutsche  Missionsgesellschaft

743,
142,

—.—  Bääter  vom  gottlichen  Wort
—.—  Weleyanische  Mission

Transvaal.  Apostolische  Präfektur  132
—.—  Oblaten  432
Trapvpisten.  Grundung  einer  Station  in  Westusambara.
  6
—.—  Tod  des  P.  Cmanuel.  179

Universitäten-Mission.  Thätigkeit  in  Deutsch—
Ostafrika.  Beilage  zu  Nr.  22.

Väter  vom  göttlichen  Wort.  Nuckreise  des  Präsekten
  P.  Bücking  nach  Tooo  131

—.—  Bericht  des  apostolischen  Präfekten  P.  Limbrot

über  die  Mission  in  Kaiser-Wilhelmoland  508
—.—  Errichtung  einer  Niederlassung  in  St.  Wendel

zur  Ausbildung  von  Missionaren  ur  Tog-  und

Schaniung  743
—.—  Thätigkeit  der  Mission  in  Togo  und  Neu-Guinea.

  Beilage  zu  Nr.  22.
Väter  vom  Heiligen  Geiste.  Bericht  über  die

in  Tanga  errichtete  Missionostation  179
—.—  Tod  des  Bruders  Oskor  211
—.—  Plan  des  Bischofs  Allgeyer  betresfs  Anlage

einer  neuen  Missionsstation  im  Lande  Rombo  356
—.—  hätigkeit  der  Mission  in  Deutsch-Ostafrika.

Beilage  zu  Nr.  22.
Weiße  Schwestern.  Nächemwassenhaus  in  Ushirombo

  .  .  87
—.—  Vermehrung  des  Personals  #  in  Ostafrika  547
Weiße  Aäter.  Knabenwaisenhaus  in  Ushirombe  7
—.—  Einsturz  der  großen  Mariahilfkirche  in  Ushirombo  87
—.—  Thätigkeit  in  Urundi  und  Gründung  der  Franz

Laverstation  1156
—.—  Weihe  des  Bischofs  Gerboin  216
—.—  Tod  des  PF.  Thuet  zu  Ururi  277
—.—  Zurückziehung  der  Mission  von  Usigee  Urundi)

nach  der  Mission  zum  Heiligen  Herzen  in  Misugi

(Osturundi)  547
—.—  Todcofalle  innerhalb  der  Longregation  517
—.—  Thäütigkeit  der  Mission  in  Deutsch-Ostafrika.

Beilage  zu  Nr.  22.
Mesleyanische  Mission.  Thätigkeit  der  —  in

Britisch  Neu-Guinea  1895,96  .  51
—.  —  Uebersicht  uber  den  Stand  der  Missionoschulen

in  Togo  .  142
—.—  Kirchliche  Beiträge  der  bekehrten  Cingeborenen

des  Viomarck-  Archwwess-  insbesondere  von  Neupommern

  382

Thätigkeit  der  Mission
in  Togo.  Beilage  zu  Nr.  22.

—.  —  Herausgabe  eines  in  der  Sprache  der  Gazelle-Halbinsel
  verfaßten  Katechismuus

Hus  fremden  KRolonirn.

Algier.  Budget  für  1899.  ..

Amatongaland.  Zutheilung  an  die  Lolonie  Zululand
  .

Angola.  Ueber  Kautschulpstanzen  von  Su-  Angola

Denkschrift  des  portugiesischen  Marineministers
über  die  Kolonien  in  —.  .......

AustracischcKolonien.DieWcinindustkicin
chtKolonienAustraliensimJahrels95,-«96.

—.—  Gesetz  betreffend  Beschränkung  der  Einwande—
rung  nach  Britisch-Westaustralien.

Basutoland.  Jahresbericht  für  1896/97

Beira.  Der  Handel  von  —  im  Jahre  1897

Betschuanaland.  Die  Eingeborenen-Unruhen  in  —
und  die  zur  Unterdrückung  derselben  getroffenen
Maßnahmen  .-.

—.—  Die  Entwickelung  des  velichianalaitd·  Iroteio
rats  seit  1896

Bombay.  Handel  und  Schifffahrt  von  —  189r  98

Borneo.  Bericht  eines  deutschen  Reisenden  über
eine  Reise  von  Singapore  nach  Borneo

Britisch-Centralafrika.  Bericht  über  den  Handel
des  Haiens  Chinde

—.—  Handelobericht  von  Chinde  für  das  Jahr  1807

Britisch-Jndien.  Vorbereitung  für  den  indischen
Staatödienst.

—.—  The  Roynl  Indian  Rugineering  Conege,
Cooperis  Hill  ..

(Siehe  auch  Britisch—  Ostindien.)

Britisch-Neu-Guinea.  Zahreobericht  über
nach  der  Parlamentsvorlage  wahrend  des  Jahres
1895/96

—.  —  Allgemeine  Lage  und  dandel  im  Jahre  1806

—.—  Aufbringung  der  Verwaltungskosten  .

—.—  Die  Entwickelung  von  —  nach  dem  Jahresbericht
  für  die  Zeit  vom  1.  Juli  1896  bis
30.  Juni  1897

—.—  Subvention  für  —  .

—.  —  Die  Entwickelung  des  Erpons  des  englischen
Schutzgebietes  von  1891/95  bis  1896/97

BVritisch-Ostafrika.  Nerfügung  des  Generalkonsuls
Hardinge  betreffo  Verhaftung  und  Ausweisung
mittelloser  Personen

Jagdverordnung  vom  26.  zanuar  1898

—  —  Strafgewalt  der  Bahnbeamten  in  —  .

——Uelurden-Zustandtcicd,3ort1ch1tttdes  Ost
afrika-Protektorats  nach  einem  Bericht  des  Generalkonsule
  Sir  A.  Hardinge

—.—  Einrichtung  einer  englischen  ökeraitor
in  —

Britisch-O
1890  97

stindien.  Der  Handel  von  —  in  Jahre

:383
432
743

550

31
657

87

87

91
119
182

116
181
383
510

514
        <pb n="17" />
        Cap  Verde.  Denkschrift  des  portugiesischen  Marineministers
  über  die  Kolonien  in  —

Cayenne.  Anwerbung  von  Arbeitern  für  —

Curaçao.  Bevölkerung  und  Verkehrsverhältnissen.

Dahomey.  Der  Handel  von  —  im  Jahre  18966

—.—  Eintheilung  von  Dahomey  und  Eröffnung  eines
Post=  und  Telegraphenbureaus  in  Kuande.

—.—  Truppenmacht  und  Trägerlöhne  in  —

Delagoa-Bai.  Ausfuhr  nach  Tranevaal

Duff  vgl.  Englische  Kolonien.

England.  Technischer  Unterricht  zur  Vorbereitung
für  den  Aufenthalt  in  den  Kolonien  in  England

—.—  Statistik  der  gesammten  Kolonien  Englando
für  die  Jahre  1891—1893  betreffs  Gesammtbevölkerung,
  Einnahmen  und  Ausgaben,  Handelsbewegung

  2c.

Englische  Kolonien.  Einfuhr  nach  der  Kapkolonie

—.—  Entwickelung  der  —  in  Afrika  im  Jahre  1896

—.—  Die  Ausgaben  Englando  für  seine  Kolonien
während  des  Etatsjahres  1898/99

—.—  Statistik  über  die  Verwaltung  und  die  wirttschaftlichen
  Verhältnisse  englischer  Strafkolonien

für  1894/95.
—.—  Hissung  der  britischen

Flagge  auf  den  Inselgruppen

  Santa  Cruz  und  Duff

—.—  Gründung  einer  Schule  für  das  Stuium  tropischer
  Krankheiten  durch  das  Dreadnougbt
Seamens  Hospital  zu  Greenwich

—.—  Verbot  von  Expeditionen

—.—  Aufwendungen  für  die  Kolonien  seitens  des

Staates

—.—  Gerichtöbarkeit  auf  der  Jnsel  Pitcairn  .
(Siehe  auch  Amatongaland,  Australische  Rolonien,
Britisch-Centralafrika,  Britisch=  Indien,  Britisch-Neu-Guinea,
  Britisch-Ostafrika,  Britisch-Ostindien,
Fidii,  Gilbert-Inseln,  Goldküste,  Hongkong,  Kapkolonie,
  Lagos,  Natal,  Queensland,  Salomone=Inseln,
  Sansibar,  Sierra  Leone,  Swasiland,

Tonga,  Westafrika,  Zululand.)

Fidii.  Entwickelung  von  —  im  Jahre  1897

Formosa.
Regierung.

drrteerh  der  japanischen

Französisch-  -Guineo.  nolakultur  in  noyah

ranzösische  Kolonien.
Tahiti-  Giuppe  gehörigen

Einverleibung  der  zur
Inseln  unter  dem  Winde

in  den  französischen  Kolonialbesitz
—.—  Organisationsänderung  in  den  Kolonien
—  Sammlung  französischer  Grenzabkommen

——  Die  Einnahmen  und
sischen  Koloni

Auogaben  der  franzöen

  nach  den  Budgete  für  1898.

—Handel  zwischen  Frankreich  und  seinen  Koloien

  im  Jahre  1897.

lottenstützpunkte  in  den  Ausenplazen  französüchr

  Kolonien.
—.—  Anweisun
Gratislieferun

süchen  Besatzungstruppen

leber  den  Handel
çgolonien  .

g  der  Häuptlinge  von  Gurma  zur
9  aller  Lebensmittel  an  die  franzö-Frankreichs

  mit  seinen

XVII  —

469
212

35
212
656
657

30
465

87

116
32
144

180

356

465

515

593

621
624

593

709

709

710

Französische  Kolonien.  Französisches  Kolonialbudget
  für  199  ..  ..  746,
(Siehe  auch  Algier,  Dahomey,  Franzöfisch=  -Guinea,
Gabun,  Guyana,  Indo-China,  Madagaskar,  Neu-Kaledonien,

  Senegambien.)

Gabun  Handel  im  Jahre  1897  .

Gambia.  Der  Handel  und  die  allgemeine  age
der  Kolonie  im  Jahre  1896

—.—  Entwickelung  der  Kolonie  im  Jahre  1897.

Gilbert-Inseln.  Erlaß  einer  neuen  Verordnung,
betreffend  den  Getränkehandel  .

—.—  Verordnung  betr.  Erhöhung  der  für  den  Handel
erhobenen  Lizenzgebuhr  *

Goldküste  (englische).  Finanzielle  Lage  und  Entwickelung
  der  Kolonie  im  Jahre  1896

—.—  Ueber  die  Sprache  der  Neger  an  der  Goldküste

—.—  Errichtung  eines  Sanatoriums  in  Aburi

—.—  Bahnbau  nach  Tarkwa

—.—  Golderport  von  der  englischen  Goldtüste

Guinéc  (Portugiesisch).  Denkschrift  des  portugiesischen
Marineministers  über  die  Kolonien  in  —

Guyana.  Ueber  den  Zustand  der  französischen
Strafkolonie  —  während  des  Jahres  1896

—.—  (Holländisch-)  vergl.  Surinam.

Hongkong.  Ennpicelung  der  Kolonie  im  Jahre
1897

Java.  Handel  Javas  im  Jahre  1896.

—.—  Nichtstattfinden  der  landwirthschaftlichen  Ausstellung
  zu  Malang  .

Indien.  Ueber  den  Handel  Östofritas  mit  —  in
den  Jahren  1892—1897.  .

Indo-China.  Gesammtbudget  für  —.

Italienische  Kolonien.  Entwurf  einer  Venadir=Nonvention

  zwecks  Uebertragung  der  Verwaltung
der  Benadirkuste  und  des  Hinterlandes  an  die
„Anonyme  Handelogesellschaft  der  Benadirküste"

Kapkolonie.  Handel  im  Jahre  1896.

—.——  Einfuhr  aus  Deutschland

—.—  Verschärfung  der  Bestimmungen  über  Zulassung
auoländischer  Aerzte  und  zahnärzte

—.—  Bau  einer  Telegraphenlinie  in  Afrika

 

#

I.

—.—  Ueber  den  Handel  mit  Indien  in  den  ZJahren
1892  bis  1897.

Kongostaat.  Lanppreise  .

—.—  Telegraphen=  und  Telephonverbindung  im  —

—.—  Cntwickelung  des  Handels  und  der  Finanzen
in  den  Jahren  1890  bis  1895

—.—  Neue  Eisenbahnprojekte  im  —.

—.—  Ueber  den  Stand  der  Arbeiten  an  der  Kongo-Eisenbahn.


—.—  WMissenschaftliche  Expedinon  u  unter  t  duhrins  des
Lieutenanto  Lemaire  im  —.

—.—  Der  wirthschaftliche  Aufschwung  im  —  nach

der  Handelsstatistik  für  1897
—.—.  Gemeinnützige  Arbeiten  im  —.
—.—  Verschiebung  der  Grenze  der  Verbotozone  für
Spirituosen  ....  ..
—.—  Handel  im  Jahre  1867  ........

798

385

35
465

119
119
145
181
593
656
709
473
146
776

35
120

557
510

181
30
32

179

180

300
465

508
593
        <pb n="18" />
        —.

Kongostaat.  Uebersicht  über  die  wirthschaftlichen
und  Handelsverhältnisse  des  Kongostaates  in  den
Jahren  1896  und  1897.  .

Lagos.  Jahresbericht  über  die  Entwickelmm  3  der
Kolonie  im  Jahre  1896

—.—  Ueber  den  Handel  von  —  im  gahre  1896

—.—  Ueber  die  Kämpfe  in  dem  Beninreiche

—.—  Jahresbericht  von  —  für  das  Jahr  1897

Madagaskar.  Dampferverbindung  zwischen  —  und
Lourenzo-Marques.  .  .

—.—  Die  wirthschaftlichen  Verhältnisse  in  —.

—.—  Ueber  den  Handel  mit  Indien  in  den  dahren
1892  bis  1897

Madeira.  Bericht  über  den  ostban  und  Obst.
handel  in  —
Mozambigque.  Der  Handel  v  von  —  im  Johre  1897

—.—  Geplanter  Eisenbahnbau  von  Inhambane  nach
Inharrime

—.—  Ueber  den  Handel  mit  Indien  in  den  Jahren
1892  bis  1897.

—.—  Handel  von  —  im  Jahre  1897

Natal.  Ausfuhr  nach  Transvaal

—.—  Ueber  den  Handel  mit  Indien  in  den
1892  bis  1897.  .  .  .....

Neu-Kaledonien.  Ueber  den  Zustand  der  französischen
  Strafkolonie  —  während  des  Jahres  1896

Niederländische  Kolonien  siehe  Java,  Curagao,
Surinam.

Niger  Coast  Protektorat.
bericht  für  das  Jahr  1896.  97.

Oranje-Freistaat.  Ausfuhr  nach  Transvaal

Portugiesische  Kolonien.  Uebersicht  über  die
Finanzen  der  Kolonien  in  den  Jahren  1894  bis
1898

—.—  Denkschrift  des  vortugieseschen  Marineministers
über  die  —  in  Westafrika
(Siehe  auch  Angola,  Cap  Verde,  Guiné,  Mozambique,

  S.  Thomé  und  Principe.)

Queensland.  Entwickelung  der  Zuckerindustrie
1896/97  .  ..  .  ....

Salomons-Inseln.  Stellung  der  Bellona—-,
Stewart=  und  Rennel-Inseln,  der  Santa  Cruzund
  Reef  Gruppen  und  der  Insel  Tukopia  unter
das  Protektorat  der  britischen  Salomons-Inseln

Samoa.  Bericht  der  Deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft
  der  Südsce=  Inseln  zu  Hamburg
über  das  Geschäfts  jahr  1897

—.—  Stammbaum  der  Könige  von  —.

Sansibar.  Einsubrung  eines  Neis=  und  Getreidezolles
  in  —.

—.—  Einführung  einer  Hültensteuer  für  die  lündlichen
  Bezirke  .  .  .

—.—  Das  Internationale  maritime  Bureau  in  —

Neueres  über  die  Gewürznelkenkultur  in  —

Abänderung  des  Spirituosenzolles

—.—  Einführung  gleicher  Maße  und  (wiche  in
Sansibar  und  Pemba.

—.—  Ueber  den  Handel  mit
1892  bis  1897.

Jahren

Aus  dem  I  dahres.

Indien  in  den  Jahren

466,

XVIII

799

89
213
216
749

35
300

561

432
359

559
745

30
561

146

656

30

384

120

 

Santa  Cruz  vgl.  Englische  Kolonien.

Senegambien.  Handel  im  Jahre  1897

Sierra  Leone.  Handel  im  Jahre  1896

—.—  Fortschritte  des  Eisenbahnbaues.  Vollendung
der  Strecke  Jrertown-  Songotonnn  .

—.—  Kolakultur  in  —

—.—  Entwickelung  der  Kolonie  im  Jahre  1897.

Somaliküste.  Die  Ausgestaltung  der  Verwaltung
des  Protektorates  der  —  .......

S.  Thomé  und  Principe.  Denkschrift  des  portugiesischen
  Marineministers  über  die  Kolonien  in  —

Südafrika.  Fortführung  des  Baues  der  transasrikanischen
  Telegraphenlinie  ....

—.—  Die  Eisenbahnen  in  —,  nach  einem  im
britischen  Kolonialinstitute  in  London  gehaltenen
Vortrggg

Surinam.  Ueber  die  Lage  der  vollswirihschaft
in  —  im  Jahre  1897

Swasiland.  Allgemeine  Lage  und  der  Landel  im
Jahre  1896  .

Timor.  Niederländisch-  veri  2
auf  —  .

Tonga.  Werth  des  Handels  im  Jahre  1896

Transvaal.  Waareneinfuhr  in  den  letzten  Jahren

Uganda.  Eröffnung  eines  Theils  der  1gandabahn

—.  —  Erneute  Unruhen  in  —.

—.—  Einrichtung  einer  englischen  Versuchsstalion  in

 

802

361
751

143
182
213
357

550

Zululand.

der  Landschaft
—  Verkehrs-Uebergabe  der  ngandabahn  bis  Makindu#
Westafrika.  Eröffnung  der  Telegraphenlinie  von
St.  Louis  (Senegal)  bis  Wagadugn
—.—  Englischer  Bericht  über  den  Handel  in  —.
Zutheilung  an  die  Kolonie  Natal.
—.—  Die  Rückkehr  Dinizulus  und  die  Einverleibung
von  Zululand  und  Amatongaland  in  die  Kolonie
Natal

Titterarische  Belprechungen.

Abeken,  Heinrich.  Ein  schichtes  Leben  in  bewegter
Zeit.  ...
Allers,  C.  W.:  und  um  die  Erde

Ansichtspostkarten,  zwölf,  mit  Bildern  aus  den
Niederlassungen  der  Leipziger  evangelisch-lutherischen
  Mission  in  Ostafrika  und  Indien

Archiv  für  Schiffs=  und  Tropenhygiene.  Herausgegeben
  von  Dr.  C.  Mense.  1898.  Heit  3

—.—  1898.  Heft  5

Bär,  Dr.  Mar:  Die  deutsche  Flotte  von  1848  bis
1852.  Nach  den  Akten  der  Staatsarchive  zu
Berlin  und  Hannover.

Barth,  Dr.  Chr.  G.:  Die  von  1805  bis  1805  erzielten
  Fortschritte  der  Kenntniß  fremder  Erdtheile
in  ihren  Einwirkungen  auf  das  staatliche  und
wirthschaftliche  Leben  des  Deutschen  Reiches.
I.  Theil

Becker,  Karl:  42  Matrosen—  und7  i  Seemannolieder

385
34

L
96
750
624
474

710

773
357
118
182
118

30
181
383

514
802

144
774
63

278

751

711

521

711

149

217
752
        <pb n="19" />
        Verlin  und  seine  Arbeit.  Amtlicher  Bericht  der
Berliner  Gewerbe-Ausstellung  1896,  zugleich  eine
Darstellung  des  gegenwärtigen  Standes  unserer
gewerblichen  Entwickelung.  Mit  einem  Plan  und
357  Abbildunen

Bernhard:  Der  Eisenbahnbau  in  Deutsch-Ostafrika
mit  besonderer  Berücksichtigung  des  Baues  der  Linie
Tanga—Muhesa  .........

Bibliothek  der  Länderkunde,  herausgegeben
von  Prof.  Dr.  A.  Kirchhoff  und  Rud.  Fitzner:

1.  Band:  Antarktis.  Von  Dr.  Karl  Fricker
2.  Band:  Die  ostafrikanischen  Inseln.  Von
Prof.  Dr.  C.  Keller

Blanckenhorn,  Dr.  M.:  Das  Todte  Meer  und
der  Untergang  von  Sodom  und  Gomorrha.  Mit
einer  Karte  und  18  Bildern  ....

Bleicken,  R.:  Der  Handel  auf  altruistischer  Grund—
lage.  Herausgegeben  von  M.  Nieck  ...

Bohrdt,  Prof.  Hans:  Deutsche  Flottenbilder.  Zwölf
Tafeln  in  Lichtdruck.  Mit  einem  historischen
Ueberblick  vom  Künstler.

—.—  Unsere  Handelsflotte.  Zwölf  Künstler-Postkarlen
  nach  Original-Aquarellen  ...

Boshart,  August.  Zehn  Jahre  afrikanischen  Lebeno

Brincker:  Ueber  Nechtsbegrisse  und  Zahlwörter  der
Bantu  .  .....

Bronsart  v.  Schellendorff:  Strauße,  Zebras
und  Elefanten.  Die  Bedeutung  eingeborener
Thiere  für  die  wirthschaftliche  Entwickelung  Deutsch—
Ostafrikas  .  ..  .....

v.  Buchka,  Dr.  Gerhard:  Vergleichende  Darstellung
des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  für  das  Deutsche
Reich  und  des  Gemeinen  Rechts.  Zweite,  verbesserte
Aujlage  ..  ..  .  .  ....

Canstatt,  O.:  Das  republikanische  Brasilien  in
Vergangenheit  und  Gegenwart.  Mit  66  Ab-6

  bildungen,  zwei  Karten  und  einem  Panorama

Christaller,  Theovor,  deutscher  Reichsschullehrer  in

Kamerun.  (Illustrirte  Familienbibliothek  I.)

Conradt,  K.:  Die  Deutschen  und  der  Orient.  Zur

Heimkehr  des  Kaisers

Laffert:  Ueber  die  gegenwärtige  Lage  des  Kasseebaues
  in  Brasilien.  .  .  ...  ....

dampfschifffahrts-Gesellschaften.  Die  deutschen

D  1□
empwolff,  Dr.  O.:  Aerztliche  Erfahrungen  in
Neu-Guinea

Guinea  .....  521,
Dier  Die  Erziehung  der  Papuas  zu  Arbeitern
letel,  N.  W.:  Missionsstunden.  Heft  II.  Dritte

Auflage.

Herausgegeben  von  C.  Paul
onat,

.  Emil:  Kreuz  und  quer  durch  Südafrika.
Reisestizzen  und  Bilder.  Mit  vielen  Illustrationen
Tove,  Dr.  Karl:  Vom  Kap  zum  Nil.  Reiseerinnerungen
  aus  Süd-,  Ost=  und  Nordafrika.
Engler,  A.  Monographien  afrikanischer  Pflanzen=Familien

  und  -Gattungen.  I.  Moracene,  bearbeitet

  von  A.  Engler.  II.  Melastomataceae,
bearbeitet  von  E.  Gilg
Franzius,  Georg:  Kiau-Tschou,  Deutschlands  Erwerbung

  in  Ostasien.  Mit  über  100  Jllustrationen

XIX  —

184

658

217

520

65

576
389

575

711

601

—I
—

:3289

834

389
389

777

362

—  —  —  —

Fricker,  Dr.  Karl:  Antarktis.  Mit  8  Tafeln,
3  Vollbildern,  37  Illustrationen  und  12  Karten
im  Text  und  1  gr.  Karte  des  Südpolargebietes.
(Bibliothek  der  Länderkunde,  Bd.  I.)  217
General  Directory  of  German  Machine  Manufacturress
  668
Goetsch,  P.:  Reichögesetz  über  das  Auswanderungswesen
  4484
Guénin,  E.:  Les  hommes  d’actio  521
v.  Halle,  Ernst:  Die  Bedeutung  des  Seeverkehrs
für  Deutschland.  .......
Harrwitz,  Fr.:  Adreßbuch  für  die  deutsche  Mechanik
und  Optik  und  verwandte  Berufszweige.  Band  I.  363
Heco,  J.:  Erinnerungen  eines  Japaners.  Schilderung
  der  Entwickelung  Japans  vor  und  seit  der
Eröffnung  bis  auf  die  Neuzeit.  Nach  den  Originalaufzeichnungen
  übersetzt,  bearbeitet  und  mit  einer
Einleitung  von  Ernst  Ooprt  363
Herrmann:  Ueber  Kissuklumee  575
v.  Hesse-Wartegg:  Schantung  und  Deutsch-China  777
Hindorf,  Dr.  R.:  Leitfaden  zur  Erlernung  der
malayischen  Umgangssprache.  Zweite,  verbesserte

65

Auflgess  1433
vom  Hoch-Feld,  Fritz:  In  fremden  Landen.
Afrikanische  Briefe.  Zweiter  Theil:  Durbon  777

Jahrbuch,  koloniales.  Beiträge  und  Mittheilungen
aus  dem  Gebiete  der  Kolonialwissenschaft  und
Kolonialpraxis.  Herausgegeben  von  G.  Meinecke.
X.  Jahrgang,  Heft  3..  122
X.  Jahrgang,  Heft  4..  217
XI.  Jahrgang,  Heft  ..  778
Kärrström,  E.  J.:  Achtzehn  Jahre  in  Südafrika.
Aus  dem  Schwedischen  ubersetzt  von  F.  v.  Kömel  833
Karte  von  Deutsch-Ostafrika,  im  Maßstab  von
1:300  000  konstruirt  und  gezeichnet  unter  Leilung
von  Dr.  Richard  Kiepert  im  Auftrage  und  mit
Unterstützung  der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen
  Amttss  247
Karten.  Herauogegeben  von  der  Nautischen  Abtheilung
  des  Neichs-Marine-Amts.
1.  Deutsch-Neu-Guinca.  Karte  von  Berlinhafen
und  -Rhede  im  Maßstab  1:25000,  aufgenommen
  von  S.  M.  S.  „Möwe“  1897,
Kommandant  Korvettenkapitän  Merten  3847
—.  —  2.  Deutsch=  Ostafrika.  Karte  von  der  Rufiyimündung
  bis  Nas  RKongoyura  im  Maßstab
1:150  000  nach  den  britischen  Admiralitätskarten  389
Karten  betressend  die  deutschen  Schutzgebiete,  herausgegeben
  von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reicho=Marinc-Amts.

Nr.  131.  Lindibucht  bio  Kap  Delgado.
Nr.  132.  Rhede  von  Swakopmund.
Nr.  134.  Die  Küste  von  Kamerun  von  der
Kamerun=  bis  zur  Nyongmundunng  98
Nr.  135.  Angriffohafen  (Naiser  Wilhelmsland!.
Nr.  137.  Blanchebucht.
Nr.  138.  Hafen  von  Matupi.
Nr.  139.  Küste  von  Kamerun  von  der  Nyongmündung
  bis  Groß-Batanga.  .  .  8.33
        <pb n="20" />
        Keller,  Prof.  Dr.  C.:  Die  ostafrikanischen  Inseln.
Mit  42  Bildern  und  15  Karten  im  Terxt,  3  farbigen
  Karten  und  8  Vollbildern.  GWitliothel  der
Länderkunde,  Band  II.)

Kieperts  Wandkarte  der  deutschen  Kolonien.  Herausgegeben
  von  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.
Kloessel,  M.  Hans:  Das  deutsche  Auswanderungsgesetz
  nebst  den  dazu  gehörigen  Ausfuhrungs.

vorschriften  und  Verordnungen

Knipping,  Erwin:  Seeschifffahrt  für  Jedermamn.

Koch,  Prof.  Dr.,  Geh.  Medizinalrath:  Aerztliche
Beobachtungen  in  den  Tropen

Kolonial-Abreißkalender.  Deutscher  —  für  1899.
Herausgegeben  von  Fritz  Hessemer

Kolonialatlas,  kleiner  deutscher.  Herausgegeben
von  der  deutschen  Kolonialgesellschaft

Kolonial-Gesetzgebung.  Die  deutsche.  Sammlung
  der  auf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen
  Gesetze,  Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen
  Vereinbarungen,  mit  Anmerkungen  und
Sachregister.  Zweiter  Theil.  1893  bis  1897.
Auf  Grund  amtlicher  Luellen  und  zum  dienstlichen
  Gebrauch.  Herausgegeben  von  Dr.  Alfred
Zimmermann.  ........-Kolonialkalender.

  Deutscher  —  und  statistisches
Handbuch  für  1899.  Nach  amtlichen  Quellen
bearbeitet  und  herausgegeben  ron  Gustav  Meinecke.
XI.  Jahrgang  .  .....

Kolonialpostkarten  Illustrirte  —  nach  Zeichnungen
  von  Th.  v.  Eckenbrecher  und  Kuhnert

Kronecker,  Franz,  Dr.  med.:  Wanderungen  in
den  südlichen  Alpen  Neuseelands

Lachambre  und  Machuron:  Andree  im  Ballon
zum  Nordpol.  Deutsch  von  Jahn

Langhans,  Paul:  Justus  Perthes  deutscher  Marine-Atlas.
  Siehe:  Perthes  Marine-Atlas.

Lassar-Cohn:  Die  Chemie  im  täglichen  Leben.
Gemeinverständliche  Vorträge.  Dritte  Auflage

Lindenberg,  Paul:  Fritz  Vogelsang.  Abentener
eines  deutschen  Schiffsjungen  in  Kiautschon

Lippmann,  Dr.  K.:  Die  Konsularjurisdiklion  im
Orient.  Ihre  historische  Entwickelung  von  den
frühesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart

vöser,  R.:  Angola  unter  portugiesischer  Herrschaft

v.  Luschan,  Felir:  Beiträge  zur  Ethnographie  des
abflußlosen  Gebiets  von  Deutsch-Ostafrika

—.—  Fremder  Einfluß  in  Afrika  .

——AlterthumervonVenm.

Mahan,  A.  T.:  Der  Einfluß  der  Seemacht  auf
die  Geschichte.  In  Uebersetzung  herausgegeben  auf
Veranlassung  der  Redaktion  der  „Marine-Rundschau“.
  I.  Band:  1660  bis  1783.  Zweite  Auflage

Meyers  Sprachführer:  Englisch,  von  E.  G.
Ravenstein,  London.  —  Französisch,  von  Prof.
C.  Pollak,  Paris.  —  Italienisch,  von  Dr.  R.
Kleinpaul,  Rom.  —  Spanisch,  von  Dir.  H.  Ruppert,
Madrid.  —  Portugiesisch,  von  Prof.  C.  G.  Kordien
und  Dr.  Michaelis  de  Vasconcellos,  Porto.  —
Schwedisch,  von  Dr.  E.  Sellin,  Stockholm.

XX

520

484
122

521

834

184

247

7
Vi
—

659

575

389

751
751
751

65

 

Obst,  Georg:

—

Dänisch  und  Norwegisch,  von  Heinr.  Nissen,
Kopenhagen.  —  Russisch,  von  K.  v.  Jürgens,
St.  Petersburg.  —  Neugriechisch,  von  Prof.  J.
K.  Mitsotakis,  Athen  —  Türkisch,  von  Dir.  W.
Heintze,  Smyrna.  —  Arabisch,  von  Prof.  M.
Hartmann,  Beirut

Missionen,  Die  eangelischen  —.  Illustrirtes  Fa.
milienblatt,  herausgegeben  von  Julius  Richter

Mittheilungen  des  Seminars  für  orientalische
Sprachen  an  der  Königlichen  Friedrich  Wilhelms-Universität
  zu  Berlin.  Herausgegeben  von  dem
Direktor  Prof.  Dr.  E.  Sachau.  Erster  Jahrgang.
Dritte  Abtheilung  ........

Müller,  Waldemar:  Cuba,  seine  Geschichte,  wirthschaftliche
  und  handelspolirische  Entwickelung.  Mit
einer  Karte

Nausen:  In  Nacht  und  Eis.  Supplementband
Nauticus:  Altes

und  Neues  zur  Flottenfrage.

Erläuterungen  zum  Flottengesetz.  .

—.—  Neue  Beiträge  zur  Flottenfrage

Neuhaus:  Ueber  den  Obstreichthum  Sansibars

Wechsel-A-B-C.  Die  wichtigsten  Bestimmungen
  der  Wechselordnung,  des  Wechselstempelgesetzes,
  des  Diskontogeschäfts  2c.  Allgemein
verständlich  dargestellt

Oppert,  Ernst:  Ostasiatische  Wanderungen.  Stizzen
und  Erinnerungen  aus  Indien,  China,  Japan
und  Korea  .  ..

Osthaus,  K.  E.:  Tagebuch  meiner  in  Gesellschaft
des  Herrn  Prof.  Dr.  J.  H.  H.  Schmidt  unternommenen
  Reise  durch  Algerien  und  Tunis

Paul,  P.  Karl:  Die  Mission  in  unseren  Kolonien.
Erstes  Heft:  Togo  und  Kamerun.

Perthes,  Justus:  Deutscher  Marine-  Atlas.  Bearbeitet
  von  Paul  Langhans.  Mit  Begleitworten
von  Kapitänlieutenant  a.  D.  Bruno  Weyer

—.  —  —.—  Zweite  vermehrte  und  verbesserte  Auflage

Plehn,  Dr.  A.:  Die  Dysenterie  in  Kamerun

—.  —  Zur  Calomelbehandlung  der  Dysenterie.

—.  —  Dr.  Friedrich:  Die  Kamerunküste

—.—  Rudolf:  Beiträge  zur  Völkerkunde  des  Togo—
gebietes

Nichter,  Gustav:  Schulwandkarte!  von  zai  Dritte,
verbesserte  Auflage

—.—  Julius:  Epvangelische  Mission  i  im  Nyassalande.
Zweite,  vermehrte  Auflage

v.  Richthofen,  F.  Frhr.:
Eingangspforte  Kiautschou.  Mit  3  großen  Karten
außer  Text,  3  kleinen  Karlen  im  Tert  und  9  Lichtdrucktafeln.
  ........

Ruge,  Dr.  R.:  Hygienisches  aus  Habana

Sachau,  Eduard:  Muhammedanisches  Recht  nach
Schafitischer  Lehre.  Lehrbücher  des  Seminars
für  orientalische  Sprachen  zu  Berlin.  Heraus-Schantung

  und  seine

gegeben  von  dem  Direktor  des  Seminars.
Bd.  XVII.  .......
Schaub,  W.:  Das  Geistesleben  der  Chinesen

Schellong,  Dr.  O.:  Zur  Frage  des  prophvlalnschen
Chiningebrauchs

363

65

#-Or


304
218

122
183
575

363

521

65

304
521
521
711
184

520

36
2

521
        <pb n="21" />
        —

Schmolck,  W.:  Von  Heiligthum  zu  Heiligthum

Schulte  im  Hofe,  R.:  Die  Ramiefaser  «

Schumann,  K.:  Grundriß  der  Grammatik  der  Kondesprache..
  26G2.3

Schwarz,  Dr.  Bernhard:  Quer  durch  Sibirien

Schweitzer,  G.:  Eine  Reise  um  die  Welt.  Mit
24  Vollbildken

Seeinteressen,  Die,  des  Deutschen  Reiches.  Zusammengestellt
  auf  Veranlassung  des  Reichs-Marine-
  Amts..  *

Seidel,  O.:  Deutschlands  erste  Kolonie

Semeleder,  F.:
Mexilko..

Steiner,  P.:  Afrikanische  Wanderbilder  II.

v.  Stengel,  Prosfessor:  Die  Strafrechtspflege  über
die  Eingeborenen  in  den  deutschen  Schutzgebicten
(Deutsche  Juristen-Zig.  1898  v.  15.  Febr.  1898).

Velten,  C.:  Märchen  und  Erzählungen  der  Suaheli

Verhandlungen  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg
  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  Heft  7

Verzeichniß  der  Werke  über  Land=  und  Seemacht
sowie  Kolonien  aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn,
Verlin  SW.  .  1789  bis  1898  ..

Voskamp,  C.  J.:  Zerstörende  und  aufbauende
Mächte  in  China  ..«......

—.-UnterdemBannerdesDrachenundim
Zeichen  des  Kreuzes  .......

Welten:  Ueber  Sitten  und  Bräuche  der  Suaheli
und  ostafrikanische  Ortsnamen.  ....

Werner,  Reinhold:  Drei  Monate  an  der  Sklaven—
küste.  Dritte  Auflage  ......

—.—  Bilder  aus  der  deutschen  Seekriegsgeschichte
von  Germanicus  bis  Wilhelm  II.  ...

Werther,  C.  W.:  Die  mittleren  Hochländer  des
nördlichen  Deutsch-Ostafrika.  Wissenschaftliche
Ergebnisse  der  Jrangi-Expedition  1896  bis  1897
nebst  kurzer  Reisebeschreibung.  Im  Auftrage  der
Frangi.  Gesellschaft  herausgegeben  von  dem  Führer
der  Erpedition  C.  W.  Werther  unter  gütiger  Mitwirkung
  der  Herren  Dr.  Bruno  Hassenstein,  Prof.
Dr.  Karsch,  H.  J.  Kolbe,  Prof.  Dr.  v.  Luschan,
P.  Matschie,  Prof.  Dr.  A.  Reichenow,  A.  Seidel,
L.  v.  Tippelstirch,  Dr.  Tornier,  Dr.  E.  Wagner
und  G.  Witt.  Mit  7  Vollbildern  und  126  Tert-Illustrationen
  in  Photogravüre,  Lichtdruck,  Lithographie
  und  Autotypie  sowie  2  Originalkarten
von  Dr.  B.  Hassenstein  und  Pr.  Lieut.  Werther

Virth,  Alb.:  Geschichte  Formosas  bis  Anfang  1898

—.—  Geschichte  Sibiriens  und  der  Mandschurei.

Sabel,  Nudolf:  Cuba.  Die  wirthschaftliche,  soziale
und  politische  Entwickelung  der  Insel.  Zweite
Auflagggaaaaa

Ueber  Malaria  in  der  Stadt

XXI

602
833

752
711

834

65

r548

711
602

122

333

521

601
389
833

304

Zache:  Das  Makunganya-Lied

 

 

c

Die  Missionsthätigkeit

——

Zimmermann,  Dr.  Alfred:  Die  Europäischen  Kolonien.
  Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,
  Erfolge  und  Aussichten.  Zweiter  Band:
Die  Kolonialpolitik  Großbritanniens.  Erster
Theil.  Von  den  Anfängen  bis  zum  Abfall  der
Vereinigten  Staaten.  Mit  drei  farbigen  Karten

—.—  Kolonial-Gesetzgebung.  Zweiter  Theil.  Siehe:
Kolonial-Gesetzgebung.  ·

575

303

Titteratur-Perzeichniß.
8,  36,  65,  98,  122,  149,  184,  218,  248,  280,  305,  3064,
390,  433,  485,  521,  602,  659,  711,  752,  778.  834.

Besondere  Beilagen.

[Kolonial-Handels-Adreßbuch  1898.  Herausgegeben  von

dem  Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee,  Berlin.
lage  zu  Nr.  1.

Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  Schutzgebiete  im
Jahre  1896/97  und  Denufschrift  betreffend  die  Verwendung
  des  Asrikafonds.  Beilage  zu  Nr.  3.

Zur  Kolonialpolitik  des  Fürsten  von  Bismarck.  Promemoria,
betreffend  Angra  Pequena.  Beilage  zu  Nr.  17.

Bei.

Organisatorische  Bestimmungen  für  die  Kaiserlichen  Schun:

truppen  in  Afrika.  (Schutztruppen-Ordnung:!  (Sch.  O.).
Vom  25.  Juli  1898.  Beilage  zu  Nr.  20.

in  den  deutschen  Schutzgebieten.
(Zusammengestellt  unter  Mitwirkung  der  einzelnen
Missionsgesellschaften.)  Beilage  zu  Nr.  22.

Illuskrationen  und  Harten.
Farbenskizze  der  vom  Geh.  Medizinalrath  Professor
Dr.  Koch  bei  seinen  Untersuchungen  anläßlich  der
in  Deutsch-Ostafrika  herrschenden  Rinderseuche
gefundenen  Parasiten.  (Nr.  1.)  Zwischen  .4  u.  5“
Regierungsdampfer  „Nachtigal“  auf  dem  Slip  in

Kamerun.  Nach  einer  Aufnahme  von  Lutterodt

Brothers.  (Nr.  6.)  Zwischen  130  u.  137
Lageplan  der  Impfstation  in  Gammams.  (Skizze  1)  213
Grundriß  des  Wohnhauses  und  des  Krankenstalles

der  Impfstation  Gammams.  (ekizze  2  213
Situationsskizze  der  Schwefelquellen  von  Amboni  269
Kroki  des  Gesechts  bei  Ehobib  am  5.  Dezember  1897  410
Uebersichtoskizze  des  im  Feldzuge  gegen  die  Zwartbooi-Hottentotten

  durchzogenen  Geländes  47
Kroki  des  Gesechts  bei  Anabis  am  20.  Dezember  1897  419
Kroki  des  Gefechts  bei  Klein-Tsaub  am  4.  Januar  1898  421
Kroki  des  Gefechts  am  Grootberge  am  26.  Februar  1898  125
Kroki  des  Artilleriekampfes  im  Gefecht  am  Grootberge

  am  20.  Februar  1898  427
        <pb n="22" />
        Verzeichniß

der  in  den

Nachrichten  aue  den  deutschen  Schuggebieten  vorkommenden  Känder-,  Orts--  und  Volkenamen.
(In  theilweiser  Anlehnung  an  die  Rechtschreibung  auf  den  Kiepertschen  Karten.)

Ostafrika.

Abercorn,  Ort  169.

Amakita,  Dorf  349.

Amboni,  Dorf  268.
Amboni-Quelle  136.

Arusha  nju,  Missionsstation  266.
Arusha-wazjini,  Ort  2166.
Arusha,  Groß-,  Landschaft  237.

Bagamoyo,  Ort  6,  30,  115,  165,
267,  319,  380,  381,  406,  590,  697.

Bakonde,  Volk  81.

Balongo,  Volksstamm  239.

Banda,  Ort  241.

Barikiwa,  Station  621.

Bassoda-Sece  56.

Bethel,  Missionsstation  209,  267.

Bethel,  Neu-,  Missionsstation  797.

Boma,  Ort  589.

Bondäi,  Landschaft  234.

Bubu,  Fluß  56.

Bueni,  Ort  167,  590.

Bugando,  Landschaft  239.

Bugurura,  Landschaft  238.

Buiti,  Ort  692.

Bukoba,  Station  136,  621.

Bukole,  Landschaft  238,  239.

Bukomc,  Ort  238.

Bukumbi,  Landschaft  239.

Bukumbi,  Missionostation  238.

Bulongoa,  Ort  430.

Bumbuli,  Missionsstation  60,  209,

211.
Bundali,  Landschaft  81,  697.
Bundali,  Volksstamm  698.
Burungi,  Landschaft  55,  56.
Busisi,  Ort  238.
Butundwe,  Landschaft  238.
Bwara,  Ort  695.
Bwina,  Insel  238.

Chitoberg  169.

Dabaga,  Kulturstation  379,  454,  520,
692,  693.

Dar:zes-Saläm  2,  5,  6,  60,  80,

320,  361,  381,  386,  388,  406,  520,
512,  618,  689,  693,  696,  743,  832.
Denhangeberg  239.
Digoland  210.
Dodoma,  Ort  616.
Donde,  Landschaft  350.
Drygalokigletscher  710.
Dundungama,  Ort  694.
Duthuni,  Ort  241.
Dwanghire,  Station  454,  621.

Fipa,  Landschaft  109,  242.

Fischerstadt,  Missionsstation  356,431.

Fisigo,  Fluß  619,  697.

Filssini,  Ort  695.

Flulu,  Berg  741.

Franz  Kaverstation  116.

Friedrich  Hoffmann-Pflanzung
247,  519.

Gale,  Missionsstation  179.
Gare,  Missionöstation  235.
Godegode,  Ort  646.
Gogo,  Ort  210,  797.
Gomani,  Halbinsel  589,  590.
Gomani,  Dorf  590.
Gombeka,  Ort  211.
Gombero,  Ort  691.
Gombo,  See  240.
Gondja,  Ort  266
Goniansa,  Landschaft  266.

 

Handei,  Landschaft  267.
Handéi-Hochland  387.
Haupi,  Landschaft  56.
Hoffnungohöhe,  Station  60,  210.
Hohenfriedeberg  (Mlaloy),  Missionostation
  208,  267.
DHumbwe,  Ort  645.

Ihume,  Ort  646.

JIkombe,  Missionostation  382,  430.
3  Inyamwanga,  Landschaft  81.

6

Ipiana,  Missionsstation  208.

165,  168,  210,  236,  241,  247,  319,

Jrangi,  Landschaft  55,  56,  601.

Iringa,  Ort  167,  247,  320,  379,
454,  520,  522,  542,  588,  621,  645,
692

Isanga,  Ort  430.

Itumba,  Landschaft  247.

Jtumbi,  Ort  646.

Jambe,  Insel  589.
Jassinbucht  590.
Jumba-Wuanda,  Ort  81.

Kabwe-Berge  769.

Kafya,  Fluß  169.

!

Kagera,  Fluß  242.

Kala,  Bach  744.

Kalama,  Fluß  169.

Kalinga,  Landschaft  454.

Kalite,  Ebene  56.

Kalula,  Ort  247.

Kanda,  Ort  430.

Kandete,  Fluß  698.

Kansa,  Landschaft  206.

Kapufi,  Ort  169.

Karange,  Insel  590.

Karema,  Missionsstation  242,  247,
769.  770.

Kawendi,  Landschaft  242,  767.

Kendwa-Magogoni,  Ort  695.

RKerenge,  Ort  81.
RKibitata,  Dorf  743.

Kibo,  Berg  711.

Kiboscho,  Landschaft  265.

Kibosho,  Missionesstation  237,  207,
356,  431.

Kidete,  Bach  240.

Kidugala,  Missionsstation  772.

Kidunda,  Ort  241.

Kiemoni,  Ort  269.

Kifumangao,  Ort  694.

Kigema,  Ort  241.

Kigunguli,  Dorf  605.

Kihansi,  Fluß  621.

Kitale,  Dorf  675.

Kikokwe,  Ort  107.
        <pb n="23" />
        Kikokwe,  Pflanzung  387.

Kikundi,  Ort  618.

Kikundi,  Fluß  240.

Kikunya,  Arm  des  Rusiyi  695.

Kilabugi,  Missionsstation  743.

Kilema,  Missionsstation  247,  267,
356,  431.

Kilimandjaro,  Gebirge  115,  167,
234,  237,  265,  267,  356,  431,  710

Kilimatinde,  Ort  56,  241,  247,  646,
69#.

Kilindi,  Dorf  695.

Kilossa,  Ort  239,  320,  519,  618,
619,  6900.

Kilwa,  Ort  165,  320,  381,  406,  693,
696.

Kinamburu,  Volksstamm  695.

Kinamlansi,  Volksstamm  695.

Kinamomboka,  Volksstamm  695.

Kinamonero,  Volkestamm  675.

Kinamosango,  Volksstamm  695

Kinamtikino,  Volksstamm  695.

Kinamtulia,  Volksstamm  695.

Kinamtupa,  Volksstamm  695.

Kinapangaya,  Volksstamm  695.

Kindi,  Landschaft  265.

Kinga,  Volk  430,  618.

Kingani,  Fluß  320,  590,  618.

Kingo,  Ort  618,  619.

Kinole,  Ort  619,  697.

Kivindimbi,  Bach  741.

Kionga,  Ort  381.

Kirengwe,  Ort  240.

Kirokathal  618.

Kirui,  Insel  590.

Kisaki,  Station  239,  210,  320.

Kisbugobach  237.

Kisokwe,  Missionsstation  116,  277,
646.

Kisserawe,  Ort  60,  210,  23S,  200
797,  798.  «

Miidju,Vach694.

Kissidju,  Ort  694.

Kifuani,  Ort  167,  266.

Litiwo,  Ort  236.

Kitshi-Berge  695

Kioindyi,  Ort  695.

Kivu,  See  276,  621.

Ktwere,  Landschaft  81,  247.

Kiwira,  Fluß  697.

Koln,  Missionsstation  179.

Kollasini,  Ort  246.

man  81,  241,  430,  698,  743,

Rondoa,  Ort  56,  619.
Kondoafluß  56.
Konduzi-Ebene  56.
Konghonda,  Ort  646.
orogwe,  Missionsstation  235,  388.

I

XXIII

Kuirenga,  Ort  247,  361.
Kulumba,  Landschaft  56.
Kungulio,  Ort  241,  350
Kungwe,  Fluß  770.

KArvali,  Flußarm  des  Mgtta  621.

 

 

 

 

Kwa  Damassi,  Ort  56

Kwa  Mgunda,  Ort  240.

Kwa  Ngombo,  Ort  240.

Kwa  Nyagallo,  Landschaft  56.

Kwa  Towera,  Ort  644.

Kwai,  Station  5,  6,  28,  115,
168,  235  247,  266,  296,  320,
519,  520.

Kwale,  Insel  589,  691.

167,
361,

Langenburg,  Station  8l,  430,
698.

Lewa,  Pflanzung  321,  520

Likininda,  Landschaft  454,  589,  692

Lindi,  Ort  241,  359,  381,  406,  621,
741.

Litampa,  Landschaft  81.

Livingstone-Gebirge  349.

Lolo,  Ort  619.

Londo,  Landschaft  711.

Luöngera,  Fluß  234,  267.

Lukwangula,  Berg  619,  696.

Lunga,  Fluß  1697.

Lupembe,  Ort  621.

Lussissi,  Fluß  212.

Lutindi,  Ort  209,  798.

697,

Madiboro,  Ort  154.
Madschame.  Missionostation  207.
Masia,  Insel  4.

Mafiti,  Volk  240.

WMagamba,  Landschaft  266.
Magoko,  Fluß  239.
Magrotto,  Pflanzung  321.

Mahenge,  Landschaft  350.

 

Mahengo,  Dorf  589.
Malagarasi,  Fluß  241,  242,  769.
Mamba,  Missionsstation  267.
Mamba,  Arm  des  Mgeta  621.
Mamboia,  Missionosstation  116,  277.
Mandera,  Missionostation  267.

Maneromango,  Missionsstation  210,

299,  45.
Manga,  Bach  620.
Mangati,  Landschaft  55,  56.
Manow,  Missionostation  382,  130,
431.
Mansa,  Dorf  589.
Mansabucht  589.

NManyara,  See  79.

Manyema,  Landschaft  1114.
Manza,  Dorf  590,  632.
Maposseni,  Ort  350.
Marangu,  Ort  265.

 

Marenga  mkali,  Ebene  57,  646.

Märuberg  266.

Mariahilf,  Missionsstation  247.

Marongo,  Ort  691.

Masinde,  Station  167,  267,  320.

Massai,  Volk  4,  237,  240,  431,  646.

Massaisteppe  167.

Matambulu,  Ort  646,  647.

Matengo,  Volk  349.

Matengo-Berge  349.

Matumbi-Berge  695.

Matwiga,  Landschaft  619.

Matwiga,  Dorf  696.

Mbaffu,  Bach  693.

Mbaffu,  Dorf  693.

Mbalu,  Missionsstation  209.

Mbaramu,  Missionsstation  209.

Mbes:,  Fluß  693.

Mbumi,  Arm  deo  Rufiyi  695.

Mgaramo,  Dorf  239.

Mgeta,  Fluß  619.

Mgolombo-Berge  56.

Mgota,  Ort  240.

Mhansa,  Bach  619.

Mharuli,  Ort  350.

Mhonda,  Missionostation  30,  265,  267.

Mikindani,  Station  165,  296,  359,
381,  406.

Minaki,  Ort  210,  797.

Mirambo,  Ort  81.

Mijuyi,  Missionsstation  116,  517.

Mjimwema,  Ort  695.

Mkamba,  Fluß  693,  6941.

Mkatta-Ebene  690.

Mkatta,  Fluß  239,  618.

Mkomasi,  Fluß  234.

Mkono  Manyansa,  Fluß  239.

Mkulumusi,  Fluß  268,  589.

Mkurue,  Landschaft  81.

Mkuyu,  Bach  61)0.

Mlagarassi-Fälle  711.

Mlalo,  Missionsstation  200,  236,  266.

Mlangali,  Ort  4541,

Mlogolo,  Ort  15.

Moa,  Ort  321,  7941.

Moabucht  590.

Mohoro,  Landschaft  57,  693.

Mohyhoro,  Station  695,  696.

Mombo,  Ort  231,  266,  320,  689.

Monga,  Ort  692.

Morogoro,  Landschaft  618.

Morogoro  (Mrogoro),  Missionsstation
  618,  621.

Moschi,  Ort  98,  237,  217,  265,  267,
361,  431,  520,  621,  710.

Mpapua-Ebene  57.

Mpapual  Wpwapwat,  Station  116,
239,  240,  616.

Mrogoro  siehe  Morogoro.
        <pb n="24" />
        Msala,  Ort  695.

Msalala,  Landschaft  239.
Msimbasi,  Bach  268.
Msingathal  619.

Mssambanya  manye,  Dorf  694.
Mssindadyi,  Ort  695.

Mssolo,  Dorfs  693.

Mssonga,  Ansiedelung  694.
Mtai,  Missionsstation  266.
Mtansa,  Ort  320.

Mtitu,  Fluß  693.

Mtoni,  Ort  693.

Muakaleli,  Missionostation  383.
Muakareri,  Missionsstation  430.
Muansa,  Ort  5,  136,  238.
Muensange,  Missionostation  210.
Mufindi,  Station  772.
Muhanga,  Landschaft  1541.
Muhenne,  Ort  115.

Muhesa,  Ort  388,  648,  (689.
Muingirro,  Landschaft  239.
Muinisagara,  Station  240,  619.
Mukondokwa,  Fluß  618.
Muoa,  Plantage  387.
Murunasi,  Ort  238.
Mwandala,  Ort  693.

Mwansa,  Station  433,  621.
Mwera,  Pflanzung  387.

Mweri,  Landschaft  238.

Mwoa,  Ort  692.

Nassa,  Missionostation  116.
Nassibugani,  Dorf  694.
Nayo,  Landschaft  56.
Nera,  Landschaft  239.
Ngambo,  Pflanzung  750.
Ngare-Motonbach  237.
Ngeraiigi,  Ort  454.
Ngerengere,  Fluß  320,  618.
Ngoma  itole,  Ort  741.
Nguelo,  Ort  407.
Nguru,  Landschaft  115.
Nguru-Berge  265,  697.
Njiembere,  Landschaft  81.
Nserugurura,  Ort  238.
Nyagatwa,  Aolkf  695.
Nyakamaga,  Ort  239.
Nyakawengwe,  Landschaft  239.
Nyangai,  Ort  645.
Nyangalio,  Volk  695.
Nyanyani,  Ort  692.
Nhyapembe,  Ansiedelung  695.
Nyassa,  See  241,  319,  520,  621,
697,  710,  794,  705.
Nyavarongo,  IFluß  212.
Nyemssati,  Ort  695.
Nyongoniquellen  137.
Nyrega,  Ort  81.

XXIV

Pande,  Ort  691.

Pangani-Fälle  647.

Pangani,  Fluß  115,  169,  234.

Pangani,  Ort  136,  165,  167,  169,
321,  381,  406.

Pare,  Landschaft  209,  2066.

Paregebirge  167,  266.

Pasisimia,  Ort  210,  797.

Pawaga,  Lamschaft  645.

Pawaga,  Ort  645.

Pemba,  Ort  695.

Perondo,  Ort  621.

Pugu,  Missionsstation  4,  239,  241,
619.

Puguberge  239,  618.

Nickwa,  See  81,  82,  169,  212.

Nombo,  Langyschaft  356.

Ruaha,  Fluß  167,  212,  645,  693.

Ruända,  Landschaft  242,  276.

Rubeho-Berge  696.

Rufiyi,  Fluß  268,  320,  350,  589,
621,  694,  695

Rufu,  Fluß,  s.  Runn.

Rufutoberge  240.

Rugota,  Dorf  675.

Ruguvu,  Fluß  769,  770.

Ruhoi,  Fluß  137.

Ruhuhu,  Fluß  350.

Ruipa,  Fluß  621.

Rukwa-See  siehe  Rickwa-Sec.

Rungemba,  Ort  454.

Rungwe-Berg  791.

Rusotto,  Landschaft  267,  320.

Russissi,  Fluß  276.

Rutenganio,  Missionsstation  203,
743,  795.  «

Ruvu,  Fluß  234,  619,  697.

Ruvuma,  Fluß  211,  242,  621.

Ruvuvu,  Fluß  212.

Saadani,
500.

Sabruma,  Ort  350.

Saisi,  Fluß  169.

Sakarre,  Plantage  266.

Sakamaganga,  Ort  350,  621.

Salale,  Ort  695.

Samangombe,  Dorfs  82.

Schemahombe,  Ort  266.

Sega,  Ort  692.

Seissi,  Fluß  82.

Shira-Gebirge  711.

Shumme,  Landschaft  266.

Sigi,  Fluß  137,  268,  5870.

Simba-Uranga,  Landschaft  (605.

Sindadyi,  Ort  694.

Singa,  Ort  646.

Singino,  Hügel  381.

Ort  115,  380,  381,  406,

Smith-Sund  238.

Songea,  Station  349,  621,  659.
Songwe,  Fluß  169.

Sonne,  Fluß  210.

Ssamanga,  Ort  6895.

Ssindi,  Fluß  2412.

Ssonga-Verg  619.

Ssuwa  kwa  Manangwa,  Ort  238.
St.  Antonius,  Missionsstation  547.
Stuhlmannsund  238.

Suaheli,  Volk  209.
Sungwi,  Ort  210,  797.

Tabora,  Station  5,  241,  242,  621.

Tanda,  Ort  209.

Tandala,  Missionsstation  431,  772.

Tanga,  Stadt  5,  165,  169,  179,  209,
234,  265,  268,  296,  299,  319,  320,
381,  386,  388,  406,  589,  590,  648.
689,  691,  743,  798.

Tanganyika,  See  80,  116,  144,  183,

I

241,  547,  694,  710,  769,  770.
Tangata-Bucht  590.
Tarawanda-Sumpf  234.
Tatöga  (Wataturu),  Volk  601.
Taua,  Ort  619.

Tewe,  Missionsstation  209.
Thanghaera,  Ort  590.
Tisso,  Landschaft  56.
Tongoni,  Ort  691.
Tschikombo,  Ort  6404,  647.
Tschomme,  Landschaft  266.
Tschongolianibucht  589.
Tshadruma,  Fluß  621.
Tshakwatisee  695.
Tshunyo,  Dorf  646.
Tununguo,  Missionsstation  619,  697.

Uassi,  Landschaft  56.

Ubena,  Landschaft  242,  217,  743,  772.

Uduhe,  Landschaft  239.

Udjidji,  Landschaft  277.

Udjidji,  Station  169,  242,  627.

Ufiome,  Landschaft  55,  56.

Ugalla,  Fluß  242.

Uganda,  Landschaft  136,  431,  547,
604,  710,

Ugogo,  Landschaft  55,  56.

Uha,  Landschaft  242.

Uhehe,  Landschaft  167,  168,  242,  349,

umlmkwega,  Landschaft

379,  410,  430,  454,  588,  621,  793.
Ukia,  Ort  242.
602.
Ulanga,  Fluß  168,  350,  621.
Ulenge,  Insel  589.
Uluguru,  Gebirge
619,  696,  697.
Uluguru,  Landschaft  618.
Umbugwe,  Landschaft  266.

513,  601,  618,
        <pb n="25" />
        Union,  Pflanzungen  387.

Unvamwesi,  Landschaft  547,  601.

Unnirujembe,  Landschaft  81.

Unyka,  Landschaft  81,  698..

Unyka,  Volk  698.

Urambo,  Ort  383.

Urima,  Landschaft  239.

Uru,  Landschaft  25.

Uruguruberge  237.

Urundi,  Landschaft  116,  241,  242,
276,  577.

Ururi,  Missionsstation  277.

Usambara,  Landschaft  4,  6,  115,

167,  210,  234,  265,  266,  207,  320,

388,  407,  519,  619,  648,  688,  639,
(697  742.

Usambara-Berge  167,  1#8#,  109
234,  266.

Usambiro,  Landschaft  239.

Usaramo,  Landschaft  238.

Ushirombo,  Landschaft  116,  247,547.

Useguha,  Landschaft  115,  265,  519.

Usige,  Ort  116,  276,  547.

Usindja,  Landschaft  238.

Ueèmco,  Landschaft  236.

Ussagara,  Landschaft  116,  277,  513,
618.

Ussagara-Verge  240.

Ussandaui,  Landschaft  55,  242.

Ussangu,  Landschaft  247.

Ussure,  Landschaft  242.

Usumbura,  Station  116,  277.

Usungwe,  Landschaft  454,  588,  693.

Utengule,  Ort  32.

Utschungwe-Berge  349.

Uvinsa,  Landschaft  242.

Uwemba,  Landschaft  81.

Uyui,  Ort  242.

-

Victoria-Ryansa  79,  116,  167,

169,  183,  238,  241,  433.
Bidwale,  Ort  241.
NVikindo,  Ort  693.
Vilansi,  Ort  693.

Wadigo,  Volk  209.

Wadonde,  Volk  695.

Vadschagga,  Volk  265,  267.

Wagogo,  Aolk  240,  646.

Wahehe,  Volk  115,  247,  380,  454
645,  692.

Wahumbo,  Volk  644

Wahutu,  Volk  547.

Wakami,  Volk  620.

Wakifi,  Volk  698.

Wakonde,  Volk  698.

Valuguru,  Volk  620.

Vani,  Fluß  590,  618.

Wampoto,  Volk  349.

XXV

VWandengereko,  Volk  694.

Wandorobbo,  Volkostamm  266.

Wangatwe,  Aolk  695.

Wangoni,  Volk  242,  319.
Wanyamwesi,  Uolk  383,  619.
Wanyassa,  Volk  349.
Wapawaga,  Volk  (102

Wapaye,  Volk  695.

Warundu,  Volk  276.

Warungi,  Volk  577.
Wasaramo,  Volksstamm  210,  (0/4.

Waschensi,  Volk  615.

Waseguha,  Volk  115.
Washambaa,  Volk  2009.
Washirasi,  Volk  605.
Wasindja,  Volk  238.
Wasungwa,  Volk  45.
Wassagara,  Volk  619.
Wassagira,  Volk  454.
Wassangu,  Volk  619.
Waswahili,  Volk  695,
Wataturu,  Volk  601.

Watusi,  Volk  547.

Wawendi,  Volk  770.
Wilhelmöthal,  Ort  320,  659,  688.
Wuanda,  Landschaft  81.
Wudeh,  Landschaft  260

Wuga,  Missionostation  209,  299.
Wungu,  Landschaft  81.

BYamegoafelsen  646.
Yaya,  Ort  695.

Kamernn.

Abanda,  Ort  622.

Abessule,  Dorf  503.

Abo,  Landschaft  651.
Adamaua,  Landschaft  272,  355.
Akok,  Ort  503.

Akwa-Nafe,  Fluß  110,  649.
Ambaobucht  204.
Amogubane,  Ort  171.
Angom,  Missionsstation  546

Baduma,  Dorfs  650.

Bai  Bakotta  277.

Bakelli,  Zwergvolk  502.
Bakoko,  Aolk  20,  457,  501.
Bakoko-VBerge  501.

Bakong,  Land  649,  651.
Bakundu,  Land  610.

Bakundu,  Nolk  651.
Bakundu-ba-Foc,  Dorf  651.
Bakundu-ba-Kake,  Dois  651.
Bakundu-ba-Konye,  Dorf  650.
Bakwiri,  Volksstamm  50)9,  651,  655.
Bali,  Ort  und  Landschaft  461.
Bali,  olk  411.

Balinga,  Ort  622,  623.
Balinga,  Aolk  622,  652.
Balingasenn,  Ort  623.
Balombe,  Dorf  651.
Balong,  Volk  655.
Balunda,  Volk  655.
Balundu,  Land  298.

Bamba,  Pflanzung  459.

Bambam,  Ort  174.

Bambuko,  Land  298.

Bambuko,  Aolk  298.

Banaka,  Aolksstamm  545.

Bane,  Landschaft  173,  174,  4998.

Bane,  Volk  299,  411,  502,  644.

Banyang,  Land  618,  649.

Bapuku,  Volk  545.

Baraka,  Station  546.

Baro,  Dorf  649.  650.

Barombi,  Aolksstamm  298.

Barombi  ba  Mokundane,  Ort  278.

Barongo,  Volk  641.

Batanga,  Land  61,  648,  649.

Batanga,  Station  545,  546.

Batanga,  Groß-,  Ort  61,  174,  503,
504,  833.

Batanga,  Volk  649.

Bati,  Volk  622,  652.

Batschenga.  Landschaft  622.

Batschenga,  Volk  354,  622,  652.

Bawea-Baffia,  Dorf  651.

Bawenka,  Ort  651.

Bawo,  Ort  297.

Belldorf,  Ort  274.

Bemiata,  Volk  652.

Benjata,  Volk  354.

Besse,  Fluß  298.

Betika,  Dorf  619,  650.

Bibundi,  Fluß  298.

Bibundi,  Ort  29,  297,  20/8.

Bijinde,  Ort  361.

Bilobi,  Ort  503.

Bionijie,  Ort  503.

Bipindi,  Ort  175,  498,  500,  501,
504,  520.

Boa,  Ort  298.

Boana,  Ort  655.

Bodiman,  Landschaft  655.

Bola,  Ort  410.

Bombe,  Ort  651,  654,  655.

Bombonge,  Ort  650.

Bona,  Dorf  650.

Bo  naberi,  Missionsstation  655.

Bonabile,  Missionsstation  655.
Bonaku,  Ort  655.
Bonemanda,  Ort  450.
Bonge,  Ort  207,  298,  650.
Boniadikombo,  Ort  2/78.
Borlinga,  Ort  351.

Buambi,  Station  509.
        <pb n="26" />
        Buana,  Vorwerk  795.

Bucèa,  Station  82,  98,  171,  203,
217,  410,  460,  461,  463,  520,  651,
652,  655,  770,  795,  831,  832.

Buli,  Volk  58,  61,  173,  299,  411,
498,  499.  546.

Bumana,  Ort  298.

Bwenga,  Missionsstation  655.

Calabar,  Ort  648,  649,  651.

Campo,  Fluß  61,  173.

Campo,  Ort  170,  173,  174,  411,  503,
504.

Croß-Fälle  648,  651.

Croß,  Fluß  649,  650.

Dandungu,  Ort  273,  277,  652.
Dibamba,  Fluß  298.
Dibendja,  Dorf  650..

Diewo,  Ort  651.

Dikingi,  Ort  298.

Dikomi,  Ort  298.

Diongo,  Ort  298.

Divitute,  Fluß  298.
Düben-Fälle  297.

Ebishimbi,  Ort  622.

Eboloa,  Missionsstation  502.

Ebolowoe,  Missionsstation  61,  546.

Edea,  Station  85,  296,  454,  457,
458,  500.

Edie,  Missionsstation  654,  655.

 

I

Edie,  Volksstamm  655.

Efulen,  Missionsstation  61,  503,  546
Ehikihiki,.  Missionsposten  61.
Ekiliwindi,  Dorf  410,  650.
Ekokoboma,  Dorf  650.

Ekumbe,  Dorf  651.

Ekumbe  Ndene,  Ort  297.
Ekundu,  Ort  297.

Elama,  Ort  175.

Elandi,  Ort  652.

Elatte,  Missionsstation  546.
Eluka,  Ort  622.

Engelberg,  Missionsstation  85,  509.
Epossi,  Ort  502.

Epussi.  Ort  499.
Esumbambombo,  Ort  175.

Esu  Errorop,  Ort  410.

Etanga,  Dorf  503.

Evune,  Station  61.

Fan-Ebene  771.

Fang,  Volk  546.

Fave,  Ort  649.

Fernando  Po,  Insel  170,  204.

Gabun,  Fluß  546.
Gabun,  Ort  170,  171,  4600—46.
Gandu,  Landschaft  670.

 

XXVI  —

Gasa,  Ort  273.

Gonoa,  Volksstamm  173,  174.
Genoa,  Ort  175,  502.
Goma,  Ort  503

Jamböng,  Ort  174.
Jangassu,  Landschaft  622.
Jemejeme,  Volksstamm  503.
Jeneballa,  Ort  174.
Jengone,  Volksstamm  174

Jewol,  Volkostamm  502.

Ikoi,  Ort  649.

Iloani,  Ort  298.

Johann  Albrechtshöhe,  Station
98,  247,  410,  411,  520,  649—  651.

Joko  siehe  Yoks.

Isongo,  Pflanzung  29.

Itadi  (Metadi),  Dorf  650.

Itoki,  Ort  649,  650.

Itoki  na  N'Golo,  Ort  138.

Jürshöhe  655.

Kamerun,  Ort  386,  412,  454,  459,
504,  509,  542,  650,  651,  690,  737.

831.
Kamerunfluß  45t.
Kamerungebirge  170,  204,  831.
Kame-Yaunde,  Volk  175,  502.
Kangasana,  Ort  499.
Kaune,  Ort  601.
Kiango,  Fluß  499,  503.
Kienge,  Ort  503.
Kiliwindi,  Ort  649.
Kitti,  Ort  356.
Komaka,  Dorf  503.
Kosse,  Ort  298.
Kosse,  Fluß  298.
Kottasee  138.
Kribi,  Fluß  503.
Kribi,  Bezirksamt  85,  173,  296,  413,
498,  501,  504,  50,  623,  737.
Kubana,  Ort  174.
Kule,  Ort  622,  652.
Kum,  Ort  503.
Kumba,  Fluß  411.
Kumba,  Ort  297,  650.
Kumba-Baji,  Ort  650.
Kumbane,  Dorf  650.
Kumbe,  Volk  411.
Kunda-Kunda,  Ort  648
Kunde,  Ort  355.
Kupe-Verg  770.
Kwakwa,  Fluß  454,  459.

Likam,
Lisoka,

Ort  650

Ort  651.

Limbe,  Fluß  460.

Limbe,  Vorwerk  795.
Lobedorf,  Missionsposten  61.

 

Lobethal,  Missionsstation  455  ff.,
654,  770.

Lokundje,  Fluß  499,  501,  502.

Lolodorf,  Station  173,  411,  498,

501,  502

Luderitzbucht  275.

Lungasi,  Landschaft  51

Mabea,  Landschaft  58,  50-.
Mabea,  Volk  58,  61,  503,  504.

Jenjok,  Volköstamm  498,  499,  503.  Mabo  ng,  Ort  499.

Maidi,  Bach  650.
Malimba,  Ort  455,  458,  459.
Mana,  Fluß  649.
Manenguba,  Berg  771.
Mangala,  Volksstamm  655.
Mangamba,  Landschaft  655.
Mangidha,  Volk  652

Mangissa,  Volk  622,  652.
Mapanya,  Missionsstation  85,  460,,

509.
Mapoa,  Landschaft  502.
Mapoa,  Ort  b502.
Mariaberg,  Missionsstation  456,  459.
Marienberg,  Missionestation  29,  85,
509.
Marombüäü,  Ort  651.
Massaka,  Ort  650.
Massimo,  Ort  651.
Matamape,  Ort  500,  501.
Matemape-Berge  500.
Mavu,  Dorf  503.
Mbam,  Fluß  464,  622,  652.
Mbengasumpf  175.
Mbolo,  Dorf  650.
Mbule,  Ort  772.
Mbumba,  Fluß  273.
Meme,  Fluß  297,  650.
Menage,  Ort  622,  623.
Mesambe,  Ort  651.
Meta,  Dorf  649.
Mfan,  Aolk  499,  503.
Mfun,  Fluß  771.
Minjue,  Dorf  499.

Milssimanje,  Ort  500.

Mokonye,  Ort  411.
Mokundange,  Pflanzung  29.
Mokuri,  Dorfs  650.

Monge,  Fluß  298.
Mongonge,  Ort  298.

Monte  Café,  Pflanzung  170.
M'pangwe,  Volk  504.
Mpobo,  Missionsstation  655.
Mschama,  Fluß  273.

Mukurri  ma  muto,  Berg  298.
Mukurri  Molöke,  Berg  298.

Mundame,  Ort  355,  410,  464,  520,

649,  650,  651.

Mungo,  Fluß  355,  65.00,  651,  655.
        <pb n="27" />
        Mussingele,  Fluß  298.
Mussombe,  Fluß  298
Mvelle,  Volk  273,  354,  652.

Ndemwe,  Ort  652.
Ndeng-Ndeng,  Dorf  622.
Ndian,  Ort  649.

Ndian,  Fluß  649.

Ndobe,  Ort  297.
Ndogobesol,  Volk  655.
Ndogotunda,  Dorf  455.
Ndokok,  Volk  655.

Ndove,  Ort  650.
Ngaumdere,  Ort  173,  272,  355.
Ngedde,  Ort  622.

Ngila,  Ort  622.

Ngobaiang,  Ort  502.
Ngobaiang,  Landschaft  502.
Ngoko,  Fluß  273.

Ngoko,  Ort  273.

Agolo,  Landschaft  297,  649.
Ngolo,  Volksstamm  649,  651.
Ngulemakong,  Ort  174.
Agumba,  Volk  499,  500,  503.
Ngusi,  Ort  772.

Ngutte,  Ort  652.

Nienne,  Ort  498.

Niong,  Fluß  456.

Nkan,  Missionsstation  655.
Nkoletanga,  Ort  503.
Nkongemekak,  Missionsstation  61.
Nkosi,  Landschaft  655,  772.
Nkuru,  Ort  648.

RNlonako,  Berg  771.

Nioni,  Volk  644,  652.
Ntume,  Landschaft  546.
Ntume,  Volk  652.

XXVII

Sakoi,  Volksstamm  174,  498,  499.

Sambosä  (Zamböng),  Ort  174.

Sanaga,  Fluß  272,  297,  354,  454,
622,  652.

Sangha,  Fluß  173.

Sanje,  Ort  298.

Sas  Thomsé,  Insel  170.

—.—  Stadt,  170.

Sassongo,  Volk  504.

Simekoa,  Ort  652.

Simu,  Ort  273.

Soppo,  Ort  274,  411.

Suelaba,  Halbinsel  203.

Susa,  Ort  655.

Tatanien,  Ort  650,  651.
Tibati,  Landschaft  273,  297,  652.
Tschadsee  689.

Tsoa,  Fluß  650.

Tunga,  Ort  173,  498,  499,  501.

Uesso,  Ort  273.
Uonge,  Fluß  298.

Vevoka,  Ort  649.

Victoria,  Ort  35,  170,  204,  247,
361,  411,  412,  454,  459,  520,  641,
650,  651,  652,  655,  690,  737,  742,
795,  832.

Wasserfall,  Ort  504.
Watavé,  Ort  622,  623,  652.
Wellekuma,  Ort  500.
Wenke,  Ort  273,  354.
Winnjok,  Volk  502.
Witu-Gebiet  354.
Wogamug,  Volk  174.

Wuri,  Landschaft  655.

Kyasoso,  Nissionsstation  655,  770.

Nyong,  Fluß  174,  833.

Ogan,  Dorf  502.

Ogowe,  Fluß  546.

Okalansama,  Ort  173.

Okobo,  Zollstation  648,  649,  651.
Okalenschama,  Dorf  498.
Okpohobet,  Ort  648.

Ossa-See  457,  458.

Panaga,  Fluß  354,  355.

Quamalumba,  Ort  499,  500,  501.
Luambo,  Landschaft  502.
Quaqua  siehe  Kwakwa.

Rickards-See  651.

Nio  del  Rey,  Fluß  649.

RNio  del  Rey,  Station  138,  297,  410,
641,  648,  650,  651.

Rumbi-Verge  648,  649,  651.

 

Wute,  Volk  297,  354,  622.
Wutschaba,  Ort  272,  297,  354,  622.

Babi,  Volksstamm  655.

Yanda,  Landschaft  174.

Yaunde,  Station  94,  173,  272,  206,
297,  361,  411,  501,  623,  651.

Yok6,  Ort  272,  354.

Zamba,  Dorf  622,  623.
Zimu,  Ort  173.

Togo.

Abutia,  Ort.  688.
Abutia:-kloe,  Ort  112.
Adaklu-Gebirge  688.
Adaklu  Waya,  Ort  142,
Adeli,  Landschaft  655,
Adjido,  Ort  143,  176,  323.

Adye,  Ort  82.

Agöme  Palime,  Ort  176,  207.
Agu,  Berg  549.

Agu-Nyögbo,  Ort  112,  549.
Akeppe,  Ort  143.
Akovierhe,  Ort  142.
Akposso,  Landschaft  207.

Akposso-Berge  205.

Alafanyo  (Alavanyo),  Ort  143.
Aledjo-Katara,  Ort  83.

Alibi,  Ort  84.

Amakpavhé,  Ort  688.
Amakpophé  Kpelle,  Ort##  205.
Amedjohve,  Ort  95,  1142,  175,  519.
Amutive,  Ort  143.

Ananse,  Missionsstation  549.
Anfoi  (Ansfobê),  Ort  142,  143.
Anum,  Ort  655.

Aquenipe,  Ort  143.
Atakpame,  Ort  175,  206.
Atakpame,  Landschaft  204.
Atakpame-Berge  206.
Avatime,  Landschaft  94.
Ayorto,  Fluß  205.

Badji,  Ort  176.

Bafilo,  Ort  82.

Bagida,  Ort  143,  176,  208.
Bassari,  Ort  83,  175,  591.
Batikovhe,  Ort  205.
Batome,  Ort  688.
Bismarckburg,  Ort  143.

Blitta,  Ort  84.

 

Boém,  Landschaft  655.
Borada,  Ort  113.
Bugu,  Ort  84.
Bume,  Ort  143.

Dadaure,  Ort  82,  83.
Dako,  Ort  83,  175.
Dekbenu,  Ort  143,  176.
Do  Koffi,  Ort  205.
Deokpe,  Missionastation  519.

Esse,  Stadt  205.
Evhe,  Land  549.
Evrhe,  Volk  549,  550.

Fullani,  Volk  83.

Game  (Gamme),  Ort  205,  688.
Gawe  (Gaphe),  Ort  688.
Gbumkope,  Ort  143.

Gley,  Dorf  205.

Gobi,  Ort  84.

Gridji,  Ort  142,  143,  176.
Groß-Popo,  Ort  207.
Guamang,  Ort  143.
Gyeasekang,  Ort  143.

Haho,  Fluß  205,  587,  688.
Ho,  Missionsstation  60,  112,  175,  518.

Inakopi,  Ort  176.
        <pb n="28" />
        Kabure  (Kapre),  Landschaft  83.

Kambole,  Ort  84.

Keta,  Missionsstation  519.

Kete-Kratshi,  Ort  93,  94,  98,  247,
361,  520,  655,  742.

Ketschenke,  Ort  175,  655.

Kirikiri,  Ort  82,  175.

Klein-Popo,  Ort  31,  121,  142,  143,

XXVIII

Tabale,  Ort  83.

Tapa,  Landschaft  93.
Togo,  Ort  143,  175,  8#2.
Togodo,  Ort  688.

Togo-See  587.
Towe,  Ort  142,  519.

175,  176,  204,  207,  209,  323,  386,
Ishegbo,  Ort  204.

587,  688.
Kotokoli,  Landschaft  82.
Kowesi,  Ort  204.
Kpändo,  Ort  143,  175,  176,  655.
Kpatove,  Missionsstation  550.
Kpeme,  Ort  175,  176.
Kpengoe,  Ort  112.
Kratshi,  Ort  175.
Kumape,  Ort  204.
Kumene,  Ort  83.
Kufhunti,  Ort  83,  81.
Kutjoni,  Ort  84.

Leklebi,  Ort  142

Lome,  Ort  121,  142,  143,  175,  176,
207,  208,  323,  520,  512,  549,  587,
688.

Mangu,  Ort  175.

Matse,  Ort  142,  550.
Misahöhe,  Ort  93,  175,  299.
Monu,  Fluß  206,  653,  688.
Muatshae,  Ort  205.
Mutschi,  Ort  205.

Ntshumuru,  Ort  143.
Nyamassilac,  Ort  83.
Nyogbo,  Ort  548.

Palime,  Ort  175,  176.

Panto  (Kpändo),  Ort  143.

Panyanga,  Ort  83.

Parataü,  Ort  83,  84.

Pasa,  Ort  83.

Passuäü,  Ort  81.

Pedome,  Ort  205.

Pessi,  Ort  81.

Porto-Seguro,  Ort  142,  143,  175,
176.

Potoku,  Ort  143.

Quadjovihope,  Ort  113.

Sansanne  Mangu,  Ort  587.
Sebbe,  Ort  121,  175,  176,  207.
Seva,  Ort  143.

Sio,  Fluß  587.

Soholo,  Ort  176.

Sokode,  Missionsstation  540
Sudu,  Ort  33.
Sugu-Wangara,  Station  83

Trogode,  Ort  83.
Tshamba,  Ort  82.
Tshautsho,  Landschaft  591.

Vakpo,  Ort  143.
Volta,  Fluß  121,  655.

Wodie,  Ort  142.
Woga,  Ort  201.
Worawora,  Ort  95,  113,  175,  655.

Vo,  Dorf  95.

Südwestafrika.

Achas,  Groß-,  Ort  118,  122,  426.

Achas,  Klein-,  Ort  418,  422.

Aimab,  Ort  421.

Anabis,  Wasserstelle  416,  418.

Angra  Pequena,  Ort  770,  Beil.  zu
Nr.  17.

Ariam,  Ort  5.

Aub,  Ort  415,  122.

Aub,  Groß-,  Ort  418.

Aub,  Klein-,  Ort  417.

Barmen,  Groß-,  Ort  305.
Bau  Wasser  122.
Berg-Damara,  Nolk  741.
Bersaba,  Missionsstation  770.
Bethanien,  Ort  300.
Bethanis,  Ort  122,  428.
Bondels,  Volksstamm  5.

Chobib,  Ort  115.
Etendecka-Gebirge  422.

Franzsontein,  Ort  115,  414,  420,
421,  422,  426,  744.

Gammamo,  Station  242,  506.

Gam-Onia,  Wasserstelle  424.

Gaus,  Ort  418.

Gauwasser,  Fluß  422,  123,  426,  429.

Ghaub,  Ort  179,  299,  714.

Gibeon,  Ort  5,  274,  299,  506,
515,  770.

(Jobabio,  Ort  753.

Gokhas,  Ort  2907.

Gorab,  Wasserstelle  421.

Gowarib,  Ort  124.

Grootberg  208,  414,  418,  122,
421,  426,  428,  420.

Grootfontein,  Ort  420,  517.

423,

Herero,  Volksstamm  29,  60,  418,
421,  422,  123,  506,  591,  624,  741.

Hereroland  60,  209,  415,  543.

Hoakhanas,  Ort  87,  299.

Huns,  Ort  5.

Kakatswa,  Ort  422.

Kamaniab,  Ort  422,  424.

Kautamap,  Ort  422.

Keetmanshoop,  Ort  5,  115,  232,
325,  506,  545,  770.

Keirob,  Ort  421.

Keium,  Ort  415,  422.

Khanfluß  507.

Khauas-Okava,  Ort  418,  121.

Kubub,  Landwirthschaftliche  Station
275,  654.

Kung-Buschmänner,  Volk  591.

Lüderitzbucht  654,  742,  767.
Modderfontein,  Ort  505.

Nabis,  Ort  770.

Nama,  Aolksstamm  300,  770.
Namakwaland  (Namaland)

299,.  770.

Namatanga,  Ort  422.
Narachaams,  Ort  416,  422.
Nonidas,  Ort  5.
Nugas-Wasser  422,  428,  429.

61,

Okahandya,  Ort  506,  517,  741.

Okombahe,  Ort  744.
Olifantskup,  Ort  419,  122.
Olukunda,  Ort  591.
Omaruru,  Ort  324,  418,  547,  621.
Omaruru,  Groß-,  Ort  418,  420.
Omaruru,  Klein-,  Ort  420.
Omburo,  Ort  415,  413,  421.
Omupanda,  Ort  299,  591,  745.
Onanjama,  Mitsionostation  17).
Ondjiva,  Missionsstation  179,  715.
Oranjefluß  654.
OtyihoaEnena,  Ort  744.
Otyikondo,  Ort  421,  422.  «
Otyimbingwe,Lrt275,299,324,
505,  506,  545,  547,  653,  744.
Otyiruze,  Ort  744.
Otyitambi,  Ort  414  ff.

Dutjo,  Ort  305,  414,  421,  517.

DT

1
l

Ovambo,  Landschaft  179,  277,  591,
686,  687,  744.

Ovambo,  Volk  55|1,  715.

Pallafontein,  Ort  421.

Rehoboth,  Ort  506,  686.
Richthofen,  Bahnstation  743.

Nietmond,  Ort  299,  770.

Rössing,  Bahnstation  713.
        <pb n="29" />
        Sorris-Sorris,  Ort  422,  426,  428.

Swakopmund,  Ort  5,  6,  179,  324,
426,  505,  506,  543,  547,  653,  654,.
690,  742.

Topnar-Hottentotten  422,  423,
644.

Tsaobis  (Wilhelmsfeste),  Ort  505,  547.

Tsaub,  Ort  115,  418.

Tsaub,  Groß-,  Ort  420.

Tsaub,  Klein-,  Ort  420.

Tsumamas,  Ort  421,  744.

Tutara,  Ort  421.

Uhabis,  Ort  184.

Walfischbai,  Ort  179,  275,  686.

Warmbad,  Ort  300.

Waterberg  (Otyosondjupai,
415,  418,  547.

Windhoek,  Ort  64,  116,  134,  208,
242,  324,  361,  386,  414,  42,
426,  505,  506,  520,  545,  516,
653,  743,  767.

Zeßfontein,  Ort  208,  423,  42.

Ort

 

Green  Island,  Insel  464.

Zwartbooi-Hottentotten  29,  175,

20,  414  ff.,  547,  591,  644.

Neu-Gnuinca.

Admiralitäts-Inseln  141,  177,
244,  464.

Albatroß-Kanal  177.

Ali,  Insel  64.

Anachoreten-Inseln  244.

Angriffshafen  (Kaiser  Wilhelmsland)
  833.

Tstrolabebai  140.

Augail,  Insel  64.

Vaining,  Landschaft  592.
Baravon,  Ort  141.

Berlinhafen,  Ort  64,  140,  245,
508,  576.

Bilibili,  Insel  208.

DBismarck-Archipel  138,  139,  244,
382,  464,  796,  833.

Blanchebucht  142,  592,  833.

Bogadjim,  Missionsstation  87,  745.

Bongu,  Missionsstation  87.

Bougainville,  Insel  141.

Buka,  Insel  464.

Cham,  Ort  140.
Charles  Hardy-Insel  111.
Choiseul,  Insel  141.

Durvur,  Insel  464.

Ehiauier-Inseln  44.
erimahafen,  Pflanzungsstation  139.

 

 

XXIX

Fead-Inseln  141.

Fedarbgruppe,  Inseln  244.
Finschhafen,  Ort  548.  .
Friedrich  Wilhelm-Hafen  139,  508.  #

Gardner-Inseln  245,  464.

Gazelle-Halbinsel  141,  464,  592,
770,  796.

Gingala,  Volk  548.

Giretar,  Ort  464.

Gunamur,  Pflanzung  796.

Herbertshöhe,  Ort  116,  135,  139,
177,  244,  464,  512,  796.
Hermiten-Inseln  244.

Jabbim,  Volk  548.
Jesu  Maria,  Handelostation  244.
Jomba,  Pflanzung  139.

Kaan-Inseln  464.

Kabakaul,  Insel  141.

Kabanga,  Insel  141.

Kabien,  Dorf  177.

Kabien,  Landschaft  177.

Kabienleute,  Volkostamm  177.

Kai,  Volk  548.

Kaiser  Wilhelmoe-Land  138,  231,
299,  382,  508,  518,  833.

Kaliwuwur,  Pflanzung  139.

Kap  St.  Georg  461.

Kap  Liwuan  464.

Kerawat,  Fluß  796.

Kinigunan,  Ort  141.  #

Kokopo,  Pflanzung  139.

 

Kung,  Insel  215.
Kuras,  Ort  464.
Kwajelein,  Insel  246.
Kwalasam,  Ort  548.

Labur  (Kurasbucht)  464.

Leineru,  Insel  245.
Lemiengdistrikt  140,  509.
Lihir,  Insel  464.

Malaguna,  Missionsstation  591,  592.
Matty-Insel  461.

Matupi,  Insel  177,  244,  245,  833.
Mioko,  Insel  245.

Nago,  Insel  215.
Neu-Hannover  177,  245,  464.
Neu-Lauenburg  141,  215,  464.
Neu-Mecklenburg41,  177,244,  464.
Neu-Pommern  141,  382,  464.
Nissan-Insel  464.
Nusa,  Station  177,  245,  464.

Ottilienfluß  299.  r

Paparatawa,  Ort  796.

RNagetta,  Insel  87.

Raluana,  Missionsstation  141,  142.

Ralum,  Ort  141,  796.

Namandu,  Missionsstation  591,  592.

Rämu,  Fluß  299.

Regina  Angelorum,
station  509.

Missions-Salomons-Inseln

  214.

Sandwich-Insel  111,  177,  245,  464.

Sattelberg,  Missionsstation  382.

Seleo,  Insel  64,  140.

Siar,  Landschaft  87,  464.

Simbang,  Missionsstation  87,  548.

St.  Antonio,  Insel  464.

St.  Franzisko,  Insel  464.

St.  Gabriel,  Insel  244.

St.  John,  Insel  245.

St.  Josef,  Insel  464.

St.  Joseph,  Missionostation  500.

Stephansort,  Ort  134,  138,  177,
231,  245,  386,  543,  688.

Suam,  Ort  548.

Takubar,  Missionsstation  591,  592.
Tälelebucht  592.

Tamanairiki,  Landschaft  796.

Tamara-Insel  64,  245.  508.
Tami=  Insel  5|8.
Taptawul,  Landschaft  796.
Tarawai,  Insel  140.
Taulil,  Volk  796.
Tingenawuddu,  Ort  142.

.  -.  Tolom,  Ort  141.
Konstantinhafen,  Station  139.  Topaia,  Landschaft  464.

Valies,  Insel  140.

Varzin,  Berg  796.

Villa-Maria,  Missionsstation  142,
591,  592.

Lalliep,  Station  140.  Vischer-Insel  245,  464.

Vuna-Märita,  Missionsstation  591,
592.

VDuna-Pope,  Missionostation  591,
592.

Vunatali,  Pflanzung  139.

Vunataro,  Missionsstation  591,  592.

Weiriki,  Volk  796.
Willaumez,  Halbinsel  464.

Wiwiren,  Landschaft  796.
Wlawolo,  Missionsstation  591,  592.
Wokau,  Station  140.

Wuneram,  Insel  464.
        <pb n="30" />
        —  XXX  —

Marshall-Juseln.  Lai,  Insel  246,  739.  Udjirit,  Atoll  740.
Lip,  Atoll  739.  Ujae,  Insel  216,  739.
Ailinglaplap,  Insel  246,464,  739.  Lir#eb  Juicr  186.  jae,  Insel  246.7
Ailuk,  Atoll  740.  Wotije,  Insel  246,  740.
Arno,  Atoll  246,  740.  Madjuru,  Atoll  216,  740.  Wotto,  Insel  246.

Aur,  Atoll  246,  740.
Ebon,  Atoll  246,  739.

Maloéêlab,  Atoll  246,  740.
Medjid,  Insel  246,  740.
Mille,  Insel  246,  740.  China.

luit,  Atoll  232,  234,  245,  246,  %  .
JaZzät«464  0465  513.  739  Namo,  Insel  216.  Kiautschou,  Stadt  182.
««««  Namorit,  Insel  246,  739.

Kwadjelin,  Insel  464,  739.  Nauru,  Insel  234,  740.
        <pb n="31" />
        A.
Abeken  751.
Abel,  Missionar  91.
Abel,  Sekondlieutenant  769.  794.
Abessule  503.
Abudu-Danja  54.
Achelis,  Joh.  &amp;amp;  Söhne  386.
Adam  Ibrahim  645
Adams,  Alfons  621.
Adelin  212.
Nigue  54.
Akadelle  54.
Akama  Odguni  648.
Akovi  648.
Alamagani  54.
Albath  300.
Albinus  166,  644,  689.
Alexander,  Bruder  212.
Alerander,  Sergeant  542.
Ali,  Lehrer  691.
Ali  Heri,  Soldat  54.—
Alisherki  564.
Allers  777.
Allgeyer  237,  207,  356.
d'Almeida  Brothers  &amp;amp;  Co.  176.
Alusana  54.
Amadia  298.
Amana  655.
Amoefiem  648.
Amogubane  174.
Andessu  56.
Andu  Kano  623.
Antelmann  659.
Anton  797.
Antonia  547.

den  grenbers,  Prosper  Prinz  588,

Armerding  4  Feist  176.
v.  Arnim  28.  648,  649,  650.
Arning  240.  "
Atong  Njo  648.

e  Athouguia,  Antonio

Vervis  466.

Aschrim  Toigbe  200.
Tugustino  797.

habada  54.

Aluizio

Namen---Verzeichniß.

 

B.
Babanje  499.
Bachmann,  Missionar  795.
Bachmann,  Schwester  386.
Badamassi-Jesha  54.
Bär,  Dr.  Max  149.
Bärmann  645.
Bäßler  386,  433.
Bailey  658.
Balansäna  174.

Balinga  652.

Balingtsché  174.
Balinkorres  174.
Bambam  498.
Bamler  548.

Banjok  498,  499.

Bannitz  320.

i
l
s
l

v.  Bany  361.
Barnaba  797.
Bartels  232.

Barth,  Dr.  217,  296.
Barth,  Heinrich  795.
Basedow  654,  771.
Basner  741.
Bassermann  &amp;amp;  Herrschel  460.
Batierma  54,  232.
Bauch  499,  502,  542.
Baudissin,  Graf  296.

Bauer  296,  348.

Baule  179.

Baumann  499,  501,  618,  691.
Baumüller  134.

Baur  211.

Bauschlicher  386.

Bet  622.

i
I

Beck,  Missionar  549.

v.  Beck,  C.  7.

Becker,  Karl,  Komponist  752.

Becker,  Dr.,  Oberstabsarzt  321,  386,
617,  769.

Becker,  Schiffskapitän  232.

Beerbaum  28,  167.

Beerwald  266.

Behmer  691.

Bejong  499,  501.

Belo-Jesha  54.

Benkewitz,  Feldwebel  81,  691,  698.

 

———  —  —  —  —

v.  Bennigsen  77,  79,  114,  201,  239,
320,  348,  453.

Bensen,  Sekondlieutenant  115,  175,
418.  420.

Berg,  Bezirksamtmann  498.

Berger,  Missionar  745.

Bergmann,  Geschw.  745.

Bergmann,  Missionar  134.

Bergmeier  426.

Bergner  167,  296.

Bernhard  658.

Bernsmann  178.

Bertram  114,  407.

v.  Besser  648.

Beta,  O.  122.

Bethe  241.

v.  Bethusy-Huc,  Graf  415,  420.

Betz  136,  167,  265,  274,  323,  453.

Beyer,  Polizeimeister  453.

Beyer,  Zahlmeisteraspirant  741.

Biernatzky  167.

Bilgeri  28.

Billib  114,  136.

Binde  298.

Bischoff  135.

v.  Bismarck,  Fürst  652,  689,  751,
796,  Beil.  zu  Nr.  17.

Bittner  167.

Blanckenhorn  711.

Blank  296,  691,  692.

Blatt  247.

Bleicken,  N.  122.

Blom  273.
Bludau  444.

Blum  134.
Blydens  90.
Bo  499.
Boari  500.
Bode  383.

v.  Bodelschwingh  211.
Böckheler  380.

Boecking  28,  136.

Boedecker  &amp;amp;  Meyer  176.

i
l
s
s
!
l

Boeder  297,  498,  588.
Böhm  179.
Bönsch  416.
Boether  234,  543,  616.
        <pb n="32" />
        Bohner  323.

Bohrdt,  Hans  65,  576.
Boisragon  216.

Bonari  542.

Boni  205.

v.  Bonin  63,  166.
Borchardt-Ott  274,  299.
Borchmann  379,  545.

Born  349.

Bornhardt  241,  272,  698.
Boschat  134.

Boshart  389.

Brandeis  349,  543,  740,  741.
Brandenburg  769.  «-Brandis
  278.

v.  Brauchitsch  296,  158.
Braun  794.

Breitag  554,  555.
Breitwieser  167.
Brettschneider  321.

van  der  Briesen  547.
Brincker  575.

Brohm  648.

Bronsart  v.  Schellendorff  711,
Broschell  320

Brosig  240,  519,  618,  696,  741.
Bruce  542.  ·

v.Bruchhausen80,320,589,·620,·

696.
Bruchmann  5109.
Brückner,  Dr.,  Assistenzarzt  166
Brückner,  Lampe  &amp;amp;  Cie.  461.
Brüning  240.
Bryne  216.
v.  Buchka  202,  601,  615,  641,  635,
687,  689,  751.
Buchmann  178.
Buddeberg  166.
Bücking  431.
v.  Bülow  751.
Buema  I1  542.
Büning  178.
Bürger  379,  618.
Bürgi  549.
Bürkardt  349.
Bumiller  202,  617.
Bundemoa  542.
Bunk,  Missionar  430,  743,  772.
Bunk,  Frau  Missionar  382.
v.  Burgsdorff  5,  515.
van  der  Burgt  276.
v.  Buri  1.
Busch,  Adolf  232.

C.
Campbell  216.
Canstatt,  O.  777.
Capelle  232.
Capus  647.

 

XXXII

v.  Carnap-Querheimb  173,  272,
296,  354,  588,  622,  68.

Carsjens  115.

Carter  90.

Caß  90.

Castell  741.

de  Castellbes,  Visconde  466,  468.

Cavendish  710.

Ceeil,  Lehrer  210.

Cendeo  237.

Chalot  171,  172,  462.

Charly  I.  512.

Chili  I.  54.

Chimaraunga  I170.

Christaller  389.

Christine  85.

Claahsen  793

v.  Clavé-Bonhaben  296,  588.

Clerk  655.

Cleve  210,  465.

Cleverly  5.

Clive  304.

Cloete,  Jakob  703.

Cloete,  Klaas  793

Coanu  54.

Collin  594,  595.

Comla  232.

Conradt  411,  334.

Conrau  464,  520.

Couppé  142.

Cramer  588.

Cranford  216.

Croß  7.
da  Cruz,  Theodoro  José  147.

D.
Däuble  323.
Daffert  389.
Dahl  383.
Dämbaba  54.

v.  Danckelman,  Frhr.,  Prof.  Dr.

135,  410
Dandugu  35t4,  622.
Dankert  349,  512.
Danneil  135,  232.
Dantz  741,  769.
Darmstädter  741.

Deimling  2641.

Deistel  203,  349,  831.
Demmler  40  7.

Dempwolff  497,  521,  711,  778.
Denecke  321.

Denker  134.

v.  Derema  620.

Devers  320.

Derry  600.

Dhanis  276.

Dickert  379.

 

 

1
1
v  der  Decken  1,  114,  348,  513,  617.

Dicks  135.

Diebler  134.
Dieckmann  320.
Diedrichs  322.

Diehl,  Hauptagent  323.
Diehl,  Missionar  549.
Diehl,  Missionarin  60,  548.
Diers  5t.

Diesener  743.

Diesing  134.
Diestelkamp  211.
Dietel  521.

Dietrich,  Geschwister  654.
Dinizulu  278.

Dobbert  167.

Döring,  Missionar  116,  209,  211.

Doering,  Dr.,  Stabsarzt  349.

v.  Doering  1,  28,  136,  203.

Dogba  54.  .

Dominik,Premierlieutenant1,411,
501,  502,  543,  622,  623,  651.

Domnick,  Schiffskapitän  232.

Doms  232.

Donat,  Emil  777.

Donecker  167.

Dorner  741.

Douglas  5  0.

Douval  418.

Dove,  Dr.  516,  752.

Doui,  Soldat  54.

Drawert  136.
Drees  323.

Drescher  453.
Dreweo,  Dr.,  Stabsarzt  113,  264.

Drews,  Pflegeschwester  386.
Dreyer  232.
Dubois  276.

Duodro  I.  542.

Dürrling  167,  506.
Düvel  232.

Duft  545.

Dumba  355.

Dundas  5817.

Dunkhorst,  Kaufmann  175.
Dupleix  303.

E.
Ebel  114,  349.
Ebele  655.
Eberlein  116.
Ebermaier  81,  166,  200.
v.  Eberstein,  Freiherr  81,  135,  769.
Ebishimbi  622,  623.
o  Eckenbrecher  659.
Eckholdt  741.

Edange  652.

Eggel  113.
Eggers  415,  418,  420  ff.
Eich  299.
        <pb n="33" />
        Eichhorst  320.

Eick  266,  296,  361,  520.

Einfeld  349.

Ekanemessin  648.

v.  Elpons  81,  794.

Emanuel  179.

Emin  Pascha  646.

Engelhardt,  Premierlieutenant  63,
22,[  247,  621.  «

Engelhardt,  Feuerwerkslieutenant
5..

Engler,  A.  777.

Erhardt  324.  "

Erikson  547.

Ertmann  428,  429.

Esch,  Dr.  204,  410.

Esch,  Lieutenant  276.

Escher,  Wyß  &amp;amp;  Cie.  433.

Esser  7,  24,  795.

v.  Estorff,  Hauptmann  29,  115,  175,
414  ff.

v.  Estorff,  Sekondlieutenant  80.

v.  Eutmann  211.

Ewerbeck  348,  645.

Fabemy  54.

Fabri  233.

Farakita  454.

Feddern  320.

Feilke  321.

Feldmann  617,  618.
Felicia  547.

Felli  54.

Fellmann  796.

Fenchel  545.

Fenner  299,  465,  483.
Ferreira  de  Castro  182.
Fesca,  Prof.  Dr.  122.
Fielenhach  429.

Fies  549.

Filliung  547.

Fincher  277.

Firustein  348.

discher,  Hauptmann  53,  542,  617.
Fischer,  Assessor  167.
Sischer,  Weihbischof  356.
Fif  cher,  Büreauassistent  379,  542.

8

Fischer,  G.,  Lehrer  542,  691.
Fitzner  217,  520.

Fielstrup  520.
Fleischer  321.
Flierl  382.

Piugge  Johannsen  &amp;amp;  Lubinus

 

Fon  II.
Forsa
Forsa
Foerst

Lieutenani  247.
yth,  Coẽ,  Kaufmann  135.
yth,  Firma  141,  244.

XXXIII

Förster,  Gastwirth  320.

Förtsch,  R.  601.

Francke,  Kaufmann  211.

Frank,  Sekondlieutenant  760,  794.

Franke,  Premierlieutenant  422,  423,
44,  426,  428,  429,  545.

Franke,  Lazarethgehülfe  234,  453.

Franke,  Elise,  Missionarin  386.

v.  Frankenberg  u.  Ludwigsdorff,
Graf  Fred  663.

Franklin  304.

Franzius,  Georg  362.

Frederiks,  Jos.,  Beil.  zu  Nr.  17.

Freienstein  178.

Fricker,  Dr.  Karl  217.

Fries  &amp;amp;  Co.  148.

Frobenius,  Dr.  87,  208,  745.

Froede  420.

Fromm  247.

Fuchs,  Otto  321.

Fuchs,  Paul  406.

Fügner  136.

Fülleborn  53,  203,  264,  382.

Fugger  v.  Glött,  Graf  53,  453,  740.

Fundi  Maludi  645.

Futterer  268.

G.
Gadski  114.
Gaertner,  Stabsarzt  233.
Gaertner,  Landmesser  28,  134.
Gallus  261.
Gangloff  245.
Ganßer  2607.  "
Gathemann  134.
Gebauer  172.
Geisler,  Pflanzer  135,  140,  796.
Geißler,  Reiter  115,  420.
Geist,  Geometer  265,  407.
Georg  I.  542.
Gerboin  116,  246.
Gestrich  691.
Geyger  323,  457,  458,  542.
Gibbons  183.
Giemsa  270,  380.
Gilg,  E.  777.
Glahn  349,  453.
Glaser  601.
Glauning  247,  621.
Glaziovis  8.
Gleim  167,  201,  349.
Gleiß  209,  299.
v.  Glisczinski  28,  502,  691.
Godefroy-Lebeuf  147.
Goedelt  176.
Göhring  322.
Görgens  136,  167.
Goetsch,  P.  484.

t
er,  Sekondlieutenant  644,  645.  ]  Goetze,  Bautechniker  81.

 

 

Götze,  Botaniker  520.
Goetzen,  Graf  242.
Golinelli  5.

Goma  499.

Gommenginger  431.

Good  61,  546.

Gorr  549.

Gottschalk  588.

Gowo  623.

Gräfe,  Techniker  136.

Gräfe,  Handwerker  542.

Graf  429.

Grandidier  521.
Granvilles,  Lord,  Beil.  zu  Nr.  17.
v.  Grawert  277,  463.
Gredin  322.

Green  514.

Gregor  91,  514.

Greiner  211.

Grenville  304.

v.  Grimm  233,  689.
Gröschel  383,  430,  743,  772.
Großberger  323.
Grüneberg  299,  465,  483.
Grundmann  232.

Gruner  83,  136,  796.
Gruschka,  Sergeant  588.
Gruschka,  Zollaufsichtsbeamter  741.
Gruschke,  Zahlmeisteraspirant  54.
Gudian  741.

Guéênin,  E.  521.

Günter,  Bauunternehmer  320.
Günther,  M.,  Pflanzer  274.
Gumbe  298.

Gumilla  239.

Gurlitt  321,  379,  498.
Güßfeldt  516.

Gutekunst  178,  654.

H.
Haasenritter  433.
Haberkorn  6,  179.
Hacku  424.
Haesner  134.

v.  Hagen,  Generaldirektor  139.

v.  Hagen,  Oberausseher  498.
Hahl  140,  244,  464,  542,  796,  797.
v.  Halle  65.
Hamed-bin-Thwain  511.
Hammacher  6853.

Hanke  87,  134.

Hanota  56.

v.  Hansemann  510.

Hansen  512.

Hanskopeit  2,  265.
Hardinge  116,  510,  511,  512.
Harnack  136.

Harrwitz  36.).
        <pb n="34" />
        Hartmann,  Premierlieutenant,  Dr.
591.

Hartmann,  M.,  Prof.  363.

Härtter,  Missionar  60.

Härtter,  Geschwister  549.

Hasenjäger  379.

Hassenstein  601.

Hastings  304.

Hatton  &amp;amp;  Cookson  57.

Hauber  324.

Haupt  691.

Havenith  547.

Heck  64.

Heckmann-Wentzel  520.

Heco,  J.,  363.

Hecq  388.

Hedde  618.

Heiden  691.

Heidner  386,  465.

Heim,  Baurath  7.

Heim,  Dr.,  Gerichtsassessor  265,  379,
453,  615.

Heinrichs  300.

Heintze,  W.  363.

Held,  Missionar  548.

v.  Held,  Antonie  299,  386.

Heller  320.

Hellgrewe  7.

Hellwich  349,  379,  542.  #

Helm  166,  379,  793.

Helmich  87,  135.

Hendrik,  Kapitän  5.

Hendriks,  Paul,  Eingeborener  424.

Henker  134.

 

Hensel  502.

Hentrich  379.  1

Herkert  741.

Hermann  654.

Hernsheim  540.

Hernsheim  &amp;amp;  Co.  796.

Herrmann,  Hauptmann  166,  621,  710.

Herrmann,  P.  B.,  Pater  Präfekt  546

Hertzer  386.

Herz,  Dr.,  Geh.  Admiralitätsrath  263.

Herz,  Feldwebel  423,  429,  741.

Herzog  540.  ·

Hespers  640,  690.

v.  Hesse-Wartegg  777.

Hessemer  834.

Hewitt  557.

v.  Heydebreck  295,  421,  422,  423,
428.

Heydenreich  769.

v.  der  Heydt  540,  689.

v.  Heyking,  Frau  Baronin  752.

Heyn  134.

Hierl,  Landwirth  239,  692,  693.

Hies  323.

Hildebrandt  233.

 

XXXIV

Hilgendorf  563,  567.

Hiltz  6.

Hindorf  433,  540.

Hipp  770.

Hirth  246.

vom  Hoch-Feld  777.

Hockel  349.

Höfer  509.

Höpfl  741.

Hoepfner  jun.,  Otto  134.

Hvepfner  jun.,  Paul  134.

Hoepfner  sen.,  Karl  134.

Hörz  60,  548.

Hösemann  621.

Hötte  321.

Hoffmann,  Neg.-Baumeister  519.

Hoffmann,  Missionar  87,  134,  745.

Hoffmann,  Missionarin  745.

Hoffschläger  134,  231.

Hofft  296,  794.

v.  Hofmann  540.

Hoh  548.

zu  Hohenlohe-Oehringen,  Fürst
Hugo  653.

Hokamp  777.

Holst,  Missionar  60,  210,  797.

Holst,  Geschwister  210.

Holt,  John  &amp;amp;  Co.  57.

Holzapfel  745.

Horn  456.

Hosbach,  Bruder  208,  210.

Hübner,  Missionar  430.

Hütter  232.

Hughes  570.

Hummel  617,  618.

Huß  498.

J.
Ickler  179,  299,  744.
Illich  267.
Innes  548.
Irmer  166,  183.
Isoho  54.
Issa  54.
v.  Issendorf  386,  743.

J.
Jabo  IV.  591.

Jabo  Bukari  591.
Jaboa  548.

v.  Jacobi  540,  690.
Jäckel  268.

Jaenke,  Feldwebel  241,  741.
Jahjä  Bin  Khalfän  408.
Jahn,  Sergeant  691.
Jahn,  lUebersetzerin  389.
Jakob  II.  542.

Jakob  III.  512.

Jakoba  509.

 

 

Jakobus  142,  386,  433.

Jakson  135.

Jambo  81.

James  656.

Jan  Uichamab  423.

Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  111,  464,
Beil.  zu  Nr.  17.

Jarck  483.

Jauer,  Missionar  430.

Jauer,  Geschwister  382.

Jean  212.

JZelemont  276.

Jensch  232.

Johanna  797.

Johannes,  Hauptmann
265,  431.

Johannes,  Missionar  432.

Johansen,  Lieutenant  248.

Johanssen,  Missionar  209.

Johnston  514.

Johr  429.

Joost  320.

Josef  542.

Jossem  135.

Judt  87,  300.

Jünger  321.

v.  Jürgens  363.

Juma  692.

Jumbe  69292.

Jung  54.

53,  237,

K.
Kaack  323.
Kaarsberg  542,  618.
Kabar  I.  542.

Kähler  548.

Källner,  Missionar  3##,  430.

Kärnbach  140.

Kärrström  833.

v.  Kageneck,  Graf  422.

Kaiser,  Hauptmann  421,  422,  123,
424,  426,  428.

Kaiser,  Dr.  242.

Kaiser,  Ludwig,  Bezirksamtovorsteher
234.

Kaiser,  Kanzlist  54.

Kamba  52.  «

Kambatta  421,  422,  423.

v.  Kamptz  173,  299,  498,  499,  502.

Kanalire  645.

Kandt  212.

Kannenberg  166,  233,  646.

Karig  769.

Karsch  564,  567,  601.

Kassonze  81.

Kaufholz  433.

Kayser,  Dr.  Paul,  Senatspräsident
114,  689.

Kayser,  Kaufmann  321.
        <pb n="35" />
        Kecker  6.

Keisib  414.

Kelber  183.

NKeller,  Missionar  654  .

Keller,  E.,  Prof.  Dr.  520.

Kentzler,  E.  176,  323.

Kepler  588.

Kerksieck  264.

Kersting  82,  591,  832.

Keudel  296.

Kieger  547.

Kielmeyer  115.

Kiem  136.

Kievert,  Rich.,  Dr.  247,  778.

Rilborne,  F.  V.  3.

Kinani  276.

Kindt  324.

Kingaro  619.

Airchhoff  217,  520.

Risogonso  645.

Kivido  5.

Kiwanga  454.  1
I

 

Klapproth  407.

lein,  Ingenieur  81.  233,  349,  355,  I
645.  !

Klein,  Pater  173.  =

Klein,  Unteroffizier  498,  499,  622,
623,  769.

klein,  Zollassistent  28,  136.

Kleine  406.

Kleinpaul,  N.  363.

Kleinschmidt  134.

v.  Kleist  349.

Klewecke  246.

Kliewer  386.

Klinder  2,  646.

Klippert  769.

Kloeßel,  M.  Haus  484.

Klos  741.

Klüber  232.

Knipping,  E.  122.

Knoth  232.

Knudsen  135.

Knusli,  Frau  548.

Kobia  54.

Koch,  Dr.,  Geheimrath  2,  5,  29,  64

136,  167,  234,  504,  507,  521,  509.

Roczy  420.  "

Köhler,  Landeshauptmann  28,  80,

114,  232,  58,  688.

Kohle  .  Dr.,  Gerichtsassessor  a.  D.  167.

v.  Kömel  833

 

König  6.

Koffi  54,  232.
Kohlschütter  166.
Kohlstock  28,  202
516,  500,  600
Kole-Kola  454,n  692
Kolee,  H.  J.  565,  601.

242,  497,  504,  l

—  XXXV

—Ö

Kolindula  454.
Kollmann  29,  166,  183,  202.
Kordien,  C.  G.  363.
Koto  655.

Kraemer,  Dr.  215,  464.
Kraetke  540.

Kramer  277.

Kramm  348.

Krantz  135,  542.
RKrauch,  C.  601.
Krautmann,  O.  658.
Kremer  179,  744.
Kricheldorff  565.
Kronecker  183,  575.
Krüger  202.

Krümling  232,  465.
Küas  233.

Küderling  170,  173,  412.

[Kühnendahl  296.

Küntgen  265,  296,  407.

Küpp  114,  296.

Kuhlmann,  Premierlieutenant  589,
615.

Kuhlmann,  Missionar  745.

Kuhn  80,  264,  420.

Kuhnert  659.

Kummer  407.

Kunadt  416.

Kund  136,  174.

Kunze  87,  745.

Kurzweg  421.

L.
Lachambre  389.
Lachenmair  618.
Laffin  546.
Lambrecht  321.
Lammert  320.
Landwehr  348.
Lange  428.
Langenkemper  454.
Langhans,  Paul  304,  521.
Lang-Heinrich  209,  299.
Langheld,  Hauptmann  152,  464,  621.
Langheld,  Dr.,  Stabsarzt  264,  348.
Lassar-Cohn  602.
Laube  499.

Lauffer  654.

Lauterbach  299.
Lavani  542

Lawes  91.

Lawson,  L.  M.  176.
Lazarus  424,  428.
Lease  555.

Lechner  552.
Lederbogen  136,  167.
Lehmann  793.

Lehmbach  411,  831,  832.

Lehnberg  423,  124,  420.

 

Leiby  644.

Lemaire  180.

Leman  691.

Lemele  244.

Lengo  548.

Leonard  656.

Leonhard  7,  179.

Lergen  618.

Leske,  F.  601.

Leßmann  349,  588.

Leue  113.

Leuper  547.

Leutwein  1,  54,  135,  232,  242,
296,  498,  739,  768.

Lewerentz  688.

Lichtenberg  498,  499,  500,  502,  769.

Lichtwark  406.

Liebau,  Bruder  210.

Liebau  &amp;amp;  Witt  176.

Liebert,  Gouverneur  51,  80,  115,  318,
319,  320,  379,  431,  445,  543,  618,
734,  741,  793.

Liebert,  Sergeant  135,  498,  499.

Liebscher  134.

Liebusch  209.

Lieder  268.

Liedtke  498.

Lilli  692.

Limbrok  508.

Lindenberg,  Paul  752.

v.  Lindequist  5,  29,  52,  242,  424,
505.

Lippert  361,  516.

Lippmann  751.

Little  551,  556.

Livingstone  242.

Loa  297.

Loag  134.

Locke  216.

Löhrcke  691.

Löser,  R.  778.

Lohmann  348.

Loonus  547.

Loop  483.

Lorch  654.

Lorenz  321.

Lott  135.

Loewenstein,  Prinz  Alfred  zu  274.

Lubcke,  A.  &amp;amp;  L.  57.

Lucas,  Kommerzienrath  540.

Lucas,  Mechaniker  166.

Luck  498,  499,  501.

Ludwig,  Baumeister  242.

Ludwig,  Reiter  416.

Lübbert  113,  233,  243,  505,  653.

Lücker  140.

Lüderitz,  Beil.  zu  Nr.  17.

v.  Lüdinghausen,  Frhr.  741.
Lütge  455.
        <pb n="36" />
        Lunyalullu  239.

v.  Luschan  601,  751.
Luthardt  143.

Lux  237.

Maaß,  Lieutenant  247.
Maaß,  Missionar  210,  299,  430,  465.
Maasß,  Karl  (Kribi)  59.
Mabeamann  499.
Machuron  389.
Madessa  542.

Mähly  93.

Magaguru  349#.
Magalla  238.
Maguirua  454.

Mahan  65.

Mahler  509.

Maier,  Missionar  178,  654.
Maisura  698.

Makia  411.

Makibuta  645.
Makirundi  692.
Malengo  273.
Malinowski  114.

Mall  349,  498.

Mama,  Unteroffizier  54.
Mama  V.,  Soldat  54.
Mamkakasi  692.
Manamsangu  379.
Manasse  624.
Manayera  239.

Mann,  J.  831.

Mann,  Landrentmeister  28,  136.
Marcus  547.

Mareale  265.
Marggraf  134.

Marling  546.

Maroka  650.

v.  Martens,  E.  567,  50.
Martin,  Lehrer  797.
Martin,  Wirkl.  Rath  Dr.  136,  296.
v.  der  Marwitz  454,  647.
Mary  54.

Marxr  167.

Maschinsky  741.
Masenka  238.

Massadu  135,  623.
Massalika  454.

v.  Massow  83.
Mastrave  542.

Mataafa  361.

Mathias  542.

Matia  Mokambe  298.
Matschic  482,  516,  601.
Matthayo  797.

Matting  55,  240,  741.
Naurer  115,  454.

Mauß  115,  420.

 

XXXVI  —

Mavu  501.

Mebolong  354.

Mecklenburg-Schwerin,  Herzog-Regent
  Johann  Albrecht  zu
540,  689,  690,  714.

Mehnert  541.

Meier  383.

Meinecke,  G.  122,  217,  751,  778.

Meisenholl  545.

Meißner,  M.  594,  596.

Mekunda  297.

Meme  298.

Mende  217.

Mende,  Ingenieur  7944.

Mensa  54.

Mense,  Dr.  521.

Merai  237.

Mergler  53.

Merker  533,  113,  237.

Merkl  589,  645,  691.

Merten,  Korvettenkapitän  38)0.

Mertens  134.  »

Meyer,  Dr.  Hans  183,  710.

Meyer,  Bezirksamtssekretär  166.

Meyer,  Diakon  208.

Meyer,  Missionar  208,  744,  795.

Meyer,  Maschinist  433,  769.

Mfaki  692.

Mfam  Idigbe  648.

Michaelis  de  Vasconcellos  363.

Michels,  Bezirkssekretär  320.

Michels,  Geh.  Kommerzienrath  541.

Miki  542.

Milde  418.

v.  Milewski  743.

Millack  349.

Mischlich  349.

Missimanje  501.

Mitsotakis  363.

Mkata  239.

Mlamiro  349.

Mlelia  237,  265.

Mnuia-Ubena  454.

Mnuiewara  454.

Möbius  483.

Mohama  5t.

Mohamed  bin  Omar  56.

Mohun  710.

Moller,  A.  F.  147.

Monika  609.

Monrovia  542.

Montagu  Sweet  183.

Moritz  697.

Morris  387.

[Morton  85,  142.

Mouton  135,  141.
Moyses  30.
Msanze  239.
Msatima  379.

 

Mtoro  55.

Muangoa  383.

Mucke  769.

Müller,  Administrator  (Togo)  323.

Müller,  Reinhold,  Ansiedler  Deutsch-Südwestafrika)
  232.

Müller,  Hülfsmission.  (Kamerun)  178.
Müller,  Mojor  175,  208,  421,  42,
43,.  44,  426,  427,  428,  429.
Müller,  W.,  Missionar  (Kamerun)  429.

Müller,  Missionar  (Togo)  549.

Miüller,  Pater  (Kamerun)  85,  509.

Müller,  Waldemar  304.

v.  Müller,  Baron  F.,  Botaniker  92.

v.  Münchhausen,  Frhr.  453.

Münster,  Graf,  Beilage  zu  Nr.  17.

Muhammed  Beschir  ben  Abd-es-Saläm
  al-Ghati  361,  516.

Muiniwasiri  210.

Mukwaia  239.

Muniwungu  82.

Musgrave  658.

Musa,  Feldwebel  135,  503.

Mussa,  Soldat  54.

Mussigombo  645.

Mutate  624.

Mutatembwa  238.

Muthmann  324.

Müttel  232.

Mwagada  454.

Mwembe  81.

N.

Nachtigal,  Dr.,  Beil.  zu  Nr.  17.
Nagel  321.

Nakéri  (Nakéli)  649.
Nansen  248.
Naqua  54.

Nassau  546.
Nasseri  298.
Na-Tinati  3564.
Nauticus  122,  183.
Nban  503.

Ndaro  239.
Ndessekoi  237.
Ndi  174.

Ndomo  Eijo  648.
Ndum  500,  501.
Nehlsen  379,  645.
Nelson  182.

Nelu  464.

Nemba  298.
Neuberg  383,  430.
Neuhaus,  Dr.  615.
Neuhaus,  Missionar  430,  575.
Ngela  772.
Nge-Wegire  355.

Nogila,  Häuptling  272,  354,  543,  622,

623,  652.
        <pb n="37" />
        Ngoma  81.

Ngummoajo  503.

Ngutte  354,  622,  652.

Nguzo  645.

Nickel,  Techniker  453.

Nickl,  Oberbüchsenmacher  741.

Nickisson  116.

Nielsen  240.

Niepmann  167,  379.

Nissen  363.

Nitzsche  134.

Njurre  502.

Nna  652.

No  644.

Nollen  116.

Nolte  135,  453,  499,  500,  501,  542,
645.

Nommo  54.

Nordahl  248.

v.  Nordenflycht,  Frhr.  685,  687.

Nosper  418.

Nothwang  429.

Nubia  54,  232.

Nürnberger  415,  421.

O.
Oberndorff,  Graf  794.
Obst  711.
Ocke  54.
Ockel  379,  693.
Oechelhäuser  541.
Oehler  142.
v.  Oertzen  26.
Ogoe  54.
Olavi  54.
Olbrich  114,  233.
Ollwig  452.
Oloff,  F.  &amp;amp;  Co.  176,  208.
Olweme  622.
Omar-bin-Hamed  511.
v.  Oppenheim,  S.  Alfred,  Frhr.  541.
Oppert  363.
Oskar  211.
Oßwald  519.
Osthaus  521.
Ostwald  209.
O'Sullivan  84.
Otte,  Jollpraktikant  691.
Otto,  V.,  Büreauassistent  114.
Otto,  Dolmetscher  649,  650.
Otjo  I,  Soldat  54.
Oljo  Bada  54.
Otu  Epuenam  648.

P.
Pahl  54.
v.  Palzieux  gen.  Falconnet  541.
Pama,  James  135.
Pama,  Jims  542.

—  XXXVII
Panse  136,  644.
Parkinson  796.
Passavant  740.
Paul,  C.  8,  521.
Paul,  Karl,  P.  65.
Paul,  Schwester  547.
Pawollek  547.
Pekim  501,  504.

v.  Perbandt  505.
Perthes  304,  521.
Peschke  691.

Pestalozza  497.

Peter,  Lazarethgehülse  588,  741.

Peters,  Missionar  210

Peters,  Zollassistent  691.

Peiro  797.

Pfändler  509,  770.

Pfalzer  548.

Pfendtner  691.

Philipp  216.

Philippa  509.

Piehl  379

Piet  Kock  115.

Piet  Kooi  115.

Pinner  424,  428.

Pintsch  7.

Pitsch  321.

Pitt  304.

Pitroff  114,  296.

Platz  711.

Plehn,  Dr.  Rud.,  Forstassessor,  93,
452,  520,  588,  741.

Plehn,  Dr.  Friedr.,  Regierungoarzt
136,  270,  321,  348,  386,  484.
Plehn,  Dr.  A.  203,  323,  521,  711.

Poensgen  541.

Pollak,  E.  363.

Porsch  541.

Preuß,  Dr.  54,  170,  217,  154.  459,
520,  742,  831,  832.

Priebusch  383,  430,  743,  772.

Prince  217,  295,  379,  454,  588,  692.

Prinz  741.

v.  Prittwitz  und  Gaffron  621.

Proschell  589.

v.  Puttkamer  28,  52,  85,  114,  167,
70,  407,  542,  588,  615,  622,  645,
735,  737,  741,  794.

O.
Quawa  451,  588,  645.
QOuoma  54.

N.
Namsay  33,  241,  517,  619.
Rapp  407,  588.
Nautanen  591.
Ravenstein,  E.  G.  363.
de  Ray,  Marquis  214.

Nebougas  432

v.  Rechenberg,  Frhr.  182.

v.  Reden-Franzburg  379.

Rees  277.

Reich,  Max,  Zahlmeisteraspirant  406.

Reich,  Reinh.,  Landrentmeister  321.

Reichenow  410,  517,  601.

Neimer  379,  645.

Reineken  54#8.

Reinhard  512.

v.  Reitzenstein,  Frhr.  53.

Rhode  324,  543.

Richard  208,  705.

Richter,  Gustav  433.

Richter,  Julius  65,  389.

Richter,  Lieutenant  136.

Richter,  Dr.,  Stabsarzt  113.

v.  Richthofen,  Dr.  Frhr.,
staatssekretär  202,  232.

v.  Richthofen,  Prof.  Dr.  Frhr.  9,
484,  541.

Rickmann  23,  506.

Riebow  248.

Riechmann  424,  744.

Rieck,  M.  122.

Rieger  116.

Niehm  651.

Rigler  20)3,  453.

Nobel  116.

Noberts  546.

Nobertson,  I.  B.  358.

Rodatz  135.

Roehl  209,  267.

Röpke  296.

Rösemann  321.

Nößler  408.

Rohmer  237,  207,  711.

Rohns  549.

Roloff  60.

Romberg  297,  648,  649,  650,  651.

Rosendahl  182.

Rosenhagen  583.

Rosenow  146.

Rosenthal  769.

Rothe  498.

Ruccius  208,  465,  797.

Rudat  53.

Rübsaamen,  E.  H.  566.

Nückert  175,  499,  502,  542.

Unter-NRühdiger

  692.

Rüter  498.
Ruge,  Dr.  711.
Ruppert  363.
Rusch  134.

van  Russel  116.
Nutz  296.
Nwoga  238.
Rwotakwa  2.8.
        <pb n="38" />
        S.

Sabadke  238.
Sabatta  415.
Sachau  36,  407,  575,  689.
Sachse  541.
v.  Sack  53.
Saia  135.
v.  Saint  Paul-Jllaire  410.
Sajatikua  431.
Sakaliro  170.
Sambosék  174.
Samwee  204.
Sander,  Dr.  122.
Sander,  Brunnentechniker  545.
Sander,  Plantagendirektor  321.
Sandrart  276.
Sarnowski  Ah.
Sauer  453.
Scharlach  7,  541,  685,  687.
Scharsch  577.
Schaub,  W.  602.
Schaubacher  388.
Schaufler  322.
Schaumburg  794.
Scheipers  246.
Schellong,  Dr.  521.
Schering  511.
Schellmann  497.
Schicle  321.
Schillings  61.
Schlatter  211.
Schleicher  114.
Schleiffer  296,  618.
Schlief  348.
Schlobach  238,  295,  619.
Schloifer  202.
Schlüter,  W.  565.
Schmauß  81.
Schmerenbeck  134.
Schmid,  Missionar  178,  651.
Schmidt,  Feldwebel  741.
Schmidt,  Hauptagent  323.
Schmidt,  Konsul  182,  216,  407,

512,.  751.
Schmidt,  S.,  Missionarin  548.
Schmidt,  K.,  Ober-Grenzkontroleur  54.
Schmidt,  Prof.  Dr.  521.
Schmidt,  Sekondlieutenant  407,  644,

691.
Schmitz  116.
Schmolck,  W.  602.
Schnatz  545.
Schnauder  516.
Schnee  542.
Schneider,  Hauptagent  323.
Schneider,  Postassistent  167.
Schnell  644.
Schneter  651.

XXXVIII

Schnitger  741.
Schoch  432,  540,  547.

Schöller,  Dr.  64.

Schöller,  Missionspriester  178.
v.  Schönau-Wehr  122,426,  427,  769.
Schöppwinkel  264.
Scholten,  Geschwister  654.
Scholten,  Missionar  323,  454.
Scholze  203,  379.
Schomann  549.

Schreber  80,  113.

Schreiber  744,  745.
Schröder,  Missionar  84,  549.
Schück,  Eduard  552.

Schück,  Wilhelm  554.
Schüler  430.

Schürle  770.

Schütt  691.

v.  der  Schulenburg-Wolfsburg,
Graf  541.

Schuler  651.

Schulte  im  Hofe,  N.  833.

Schultz,  W.,  Brauereibesitzer  320.

Schultz,  Kaufmann  324.

Schultge,  Sekondlieutenant  6.

Schultzc,  O.,  Postkassirer  131.

Schulz,  A.,  Kaufmann  135.

Schulz,  Sekondlieutenant  318,  122.

Schulze,  Prof.  597.

Schumacher  81.

Schumann,  K.  752.

Schumann,  Missionar  431.

Schumann,  K.,  Prof.  Tpr.,
niker  7.

Schuster  691.

Schwartz  (gen.  Preißner)  2.

Schwarz,  Missionar  651.

Schwarz,  Dr.  711.

Schwarze,  Sekretär  794.

Schweinfurth  541.

v.  Schweinitz,  Graf  7.

Schweitzer,  G.  Z31.

Schwibbe  416.

Seaton  B.

Seboa  548.

v.  Seefried,  Frhr.  348,  319,  483.

Seeger  549.

Scelig  87,  112.

Sefu  692.

Seidel,  A.  121,  601.

Seidel,  O.  98.

Seidel  &amp;amp;  Mühle  98.

Seidlitz  320,  318.

Seiff  87,  386,  7.3.

Seitz  28,  410,  641,  618,  794.

Sellin,  E.  363.

Sembritzki  296.

Semeleder  711.

Vota-Serri

  542.

Seulen  296.

Seyffert  214.

Sieler  741.

da  Silveira  51.
Simon,  Geh.  Reg.  Rath  541,  (15#3.
Simon,  Missionar  745.
Sjiöstedt  138,  520.
Skeyer  793.

Smith,  Th.  3.

Smith,  Wwe.  418.
Snell  556.

Sobotta  28,  386.

v.  Soden,  Frhr.  201.
Solf  114,  296.

Songea  349.

Spence,  Beil.  zu  Nr.  17.
Spengler  170,  411.
Spenker  379.

Sperling  379.

Spieth  549.

Sprigade  688,  796.
Spriggs  277.

Spring  7.

Staadt  272,  355,  502,  542,  GLS.
Stadelmann  566,  507.
Stadlbaur  28,  247.

v.  Stählin  148.

Stahlhut  179,  7/15.
Stahlmann  379.

Stambuli  691.

Stampff  379.

Stanley  212,  547,  646.

Staudinger  541.

Stefano  797.

Steffens  198,  499.

v.  Stein,  Frhr.  zu  Lausnitz  173,
174,  175,  4198,  400,  501,  MÜ.

Steiner,  F.  602.

Steinhausen  624.

v.  Stengel  122.

Steuck,  Förster  n49,  542.

Sthamer,  J.  Ferd.  176.

Stierling,  167,  264,  410,  512,  644.

v.  Stilfried  und  Rattonitz,  Graf
452.

Stock  418.

Stolle  204.

Stolz,  Missionar  654.

Stolz,  Frau  654.

Strack  542,  645,  691.

Strandes  5tl.

v.  Strantz  142.

Strauch,  Fritz  &amp;amp;  Sohn  3:86.

Struckmeier  386.

v.  Stümer  167.

Stuhlmann  80,  321,  619,  620,  693,

8#2.
        <pb n="39" />
        Stumpp  134.

Süvern  322.

Sulaimän  Ibu  Nasir  410.

Swanzy,  F.  &amp;amp;  A.  176.

Swartbooi,  David  114.

Swartbooi,  Joel  415,  418,  422,  423,
424.

Swartbooi,  Lazarus  414.

Swartbooi,  Samuel  415,  421,  422,
423,  424.

Swartbooi,  Sem  424.

T.

"
"

Tanisib  429.

Tatjimba  81.

Teichen  653.

Tellmann  135.

Teuchel  178.

Thiel,  Hugo  135.

Thiel,  Max  796,  797.
Thiele  430.

Thierry  587.

Thinnes  433.

Thomas,  E.  363.
Thomas,  Vermessungstechniker  136.
Thomaschewski  741.
Thomau  54.

Thoms,  Polizeimeister  2.
Thoms,  H.,  Prof.  Dr.  92,  600.
Thormählen  541.

Thuet  277.

Thys,  Moajor  63,  179.
Tibati  622.

v.  Tippelskirch  601.
Tjiseseta  624.

Tönjes  745.

Tönnies  203.

Togorop  141.

Tokinkin  141.

Tokitang  796.

Tolch,  M.,  Missionarin  518.
Tolch,  Nosa,  Missionarin  519.
Tolch,  Geschwister  549.
Tolito  237.

Tom  54.

Tommi  135.

Tornier,  G.  563,  601.
Towera  55.

Traulsen  588,  741.
Trittelvitz  116.

v.  Trotha  241,  547.
Tucher  v.  Simmelsdorf,  Frhr.  511.
Tucker  116.

Tünschel  134.

Tunga  498,  499,  501.
Tungele  622.

 

—

—  XXXIX
u.
Uejulu,  Häuptling  179,  745.

Uhu  56.

Uichamab,  Jan  422.
Ullmann  276.
Unkuama  431.
Untandala  431.
Unwin  88.

Usufu  691.

V.
Vacha  515.
Velten  515,  833.
v.  Versen  428.
Vetter  548.
Viegen  116.
Vieter,  P.,  apostol.  Präfekt  85,  323.
Vietor,  J.  K.,  Kaufmann  176,  204.
Vincenti  320.
Vörtmann  321.
Vogelsang,  Beil.  zu  Nr.  17
Vohsen  135.  541,  653.
Voigts  134.
v.  Volckamer  354.
Volkmann,  Sekondlieutenant  54,452,
624.
Vormann  509.
Voskamp  521,  778.

W.

Wachter  549.
Wagener  299,  743.

Wagner,  Dr.  601.

Walbrecht,  O.  176.

Walker,  Landverwaltungs-Vorsteher
551.

Walker,  Missionar  654.

Wallace  169.

Wallmann  796.

Walter,  Lehrer  136.

Walter,  Unterofsizier  d.  Res.  53.

Walther,  Pater  456.

Wandolleck,  B.  565.

Wandres  134.

Warburg,  Dr.  O.  93,  147,  386,  516,
600.

Warnecke  37)9.

Warners  232.

Wasserfall  507.

Waßmannsdorf  296.

Wataveé  623.

Weber  321.

Wecke  321.

Wegner  95,  2909.
Weigt  418.
Weikusat  645.
Weiß  136.
Wellekuma  501.

Welten  575.

Weltner,  W.  597,  598.
Wemba  354.
Wendland  645.
Wendt,  Steuermann  20),  407.
Wenke  354,  622.
Werkenthin  211.
Werner  389,  778.
Werther  601.

Wertz  322.

Wesch  415.

Weyer  521.

Weyland  16067.

Whitehouse  116.

Woöyte  514.

––

Wichmann  349.

Wicke  81,  323,  386.
Wickham,  H.  A.  7,  600.
zu  Wied,  Fürst  433,  540.
Wiegand  541.

Wiering  232.

Wiest  741.

Wiffler  433,  743.

Wirlke  134.

Willems  2.
Wimmer  422.
Windmüller  244.
Winkelmann  211.

Winkler  83.

Winkler,  Lazarethgehülfe  407.

v.  Winkler,  Sekondlieutenant  166.
Wirth  385,  833.
Wißmann  349.

Wistuba  542,  741.

Witbooi  98

Witt,  G.,  Astronom  601.

Witt,  Kaufmann  323.  *

Witt,  Steuermann  28,  233.

Wittum,  Johanna,  Schwester  386,
465.

Wittwer  771.

Wlodarzak  453,  794.

Wöckel  94.

Wölber  &amp;amp;  Zimmermann  176.
Woermann,  Gefreiter  542.
Woermann,  Ad.,  Kaufmann  541.
Woermann  &amp;amp;#Co.  57,  Beil.  zu  Nr.  17.
Woerner  202.

Wohlgemuth  28.

Wohlrab,  Missionar  209.
Wohlrab,  Missionarin  209.
Wohltmann  274,  617,  689.
Woite,  Kalkulator  296,  588.
Wolff  211,  430,  431.
Wolffhauer  81.

Wolfhagen  232.

Wormo,  Missionar  60,  299.
Worms,  Geschwister  210.
        <pb n="40" />
        Wübel,  Gerichtsaktuar  453,  691.
Wünsch  542.

Wulff  134,  794.

Wulfhorst  179,  299,  501,  744.
Wutschaba  35t.

9.
Yabo  81.

Z.
Zabel  304.
Zache,  Referendar  115,  321,  318,  575.

Zäusler  136.
Zahn  545.

Zampa  273,  297,  622,  623.

Zech,  Graf  361,  712,  832.
Zeiß  (Jena)  244.

Zenkbe  355.

Zenke  697.

Zenker  361,  196,  520.
Ziegler  201.
Zielesch  2.

v.  Ziethen  290.

Zimmermann,  Büchsenmacher  135,
453,  502.
Zimmermann,  Dr.  A.,  Konsul  135,
.  149,  247,  248,  303.
Zintgraff  651.
v.  Zülow  424,  427.
Zupitza  5,  53,  1690.
        <pb n="41" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Berausgegeben  in  der  Holenial-Abtheiluns  des  Auswärtigen  Imis.

—  —  ——  ——  —  —  —  —

AUummer  1.

 

–.....

—1  erin.  1.  Januer  1990.

––  –  —  ——  —

n——  —

 

 

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  16.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mitthellungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  herausgegeben  vorn  Dr.  Freiherr

v.  Danekelman.  Der  viertelfährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich  =  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

——  .  —  ——  —

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Dezember  1897  S.  1.  —
Personalien  S.  1.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  2.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  das  Texasfieber  der
Rinder  S.  2.  —  Forschungsreisen  S.  5.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Bericht  über  den  Raubzug  der  Afrikaner-Hottentotten
  im  Süden  des  Schutzgebietes  S.  5.  —  Eröffnung  der  Bahn-Theilstrecke  Swakopmund—Nonidas
S.  5.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antifklaverei-Bewegung  S.  6.  —  Aus  fremden
Kolonien:  Landpreise  im  Kongostaat  S.  7.  —  Verwaltungsordnung  Formosas  S.  7.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
  Deutsches  Kolonial-Museum  S.  7.  —  Ueber  die  bisherigen  Erfahrungen  mit  Anbau  von  Kautschukpflanzen
  im  Plantagenbetriebe  S.  7.  —  Ausbreitung  der  Rinderpest  S.  S.  —  Einwanderungsverbot  in  Nicaragua
S.  8.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  8.  —  Schiffsbewegungen  S.  9.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  9.  —  Fahrpläne  der
Woermann-Linie,  Ostafrika-Linie  und  des  Norddeutschen  Lloyd  für  1898  S.  10.  —  Anzeigen.

 

 

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —

Perordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.
Der  amtliche  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  ist  für  den  Monat  Dezember  v.  Is.  auf
1,325  Mark  für  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —...

—  .  —

 

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  und  Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  Major  Leutwein  die  Genehmigung  zur
Anlegung  des  ihm  von  Seiner  Hoheit  dem  Herzog-Regenten  von  Mecklenburg-Schwerin  verliehenen
Ehrenkreuzes  des  Greifen-Ordens  zu  ertheilen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  bisherigen  ständigen  Hülfsarbeiter
  im  Auswärtigen  Amt,  Legationsrath  v.  Buri,  zum  Wirklichen  Legationsrath  und  vortragenden
Rath  im  Auswärtigen  Amt  zu  ernennen.

Dem  ständigen  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  von  der  Decken
ist  der  Charakter  als  Legationsrath  verliehen  worden.

Der  Premierlieutenant  v.  Doering  vom  4.  Oberschlesischen  Infanterie-Regiment  Nr.  63  ist  unter
Stellung  à  la  suite  dieses  Regiments  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  kommandirt  worden.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  23.  Dezember  1897.
Dominik,  Premierlieutenant  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Kamerun,  unter  Entbindung  von  dem
Kommando  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt,  in  diese  Schutztruppe  einrangirt.
        <pb n="42" />
        2

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Wachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Apotheker  Willems  ist  in  Dar-es-Saläm  im
November  v.  Is.  eingetroffen.

 

Der  mit  der  Ueberführung  eines  Heckraddampfers
nach  Deutsch-Ostafrika  betraute  Maschinist  Zielesch

 

tritt  am  19.  Januar  die  Reise  von  Hamburg  aus  an.

 

Die  Brunnenbohrer  Hanskopeit  und  Klinder
sind  nach  Ostafrika  abgereist.

Ramerun.
Nach  einem  aus  Kamerun  eingegangenen  Telegramm
  ist  der  Polizeimeister  Thoms  in  Kribi  am
Fieber  verstorben.

cogo.
Der  Zollassistent  Schwartz  (gen.  Preißner)  ist
mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

 

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  mur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch  -Plstafrihka.

Ueder  das  Texassieber  der  Ninder

berichtet  Geheimer  Medizinal-Rath  Prof.  Dr.  Koch
aus  Dar-es-Saläm,  den  15.  November  1897
Folgendes:  «

Ein  gewisser  Prozentsatz  von  Rindern,  welche
den  seuchenartigen  Krankheiten  an  der  ostafrikanischen
Küste  erliegen,  wird  durch  die  Surra-Krankheit  fortgerafft,
  ein  erheblich  größerer  aber  durch  eine  Krankheit,
  welche  in  ihren  Symptomen,  Blutbefund  und
Leichenerscheinungen  mit  der  in  den  Vereinigten
Staaten  als  Texasfieber  bekannten  und  von  amerikanischen
  Forschern  sorgfältig  studirten  Viehseuche  soweit
übereinstimmt,  daß  ich  nicht  anftehe,  trotz  einiger  Abweichungen
  im  Verhalten  die  hiesige  Rinderseuche
als  Texasfieber  zu  bezeichnen.  .

Mit  dem  Texasfieber  übereinstimmend  sind  die
klinischen  und  anatomichen  Symptome.  In  den  akut
verlaufenden,  meistens  nach  ein  bis  zwei  Wochen
tödlich  endenden  Fällen  zeigen  die  Thiere  alle  Erscheinungen,
  welche  auf  eine  schwere  Erkrankung  hinweisen,
  aber  an  und  für  sich  nichts  Charakteristisches
bieten;  sie  haben  hohe  Körpertemperaturen,  fressen
nicht,  sind  sehr  matt  und  hinfällig  und  magern  schnell
ab.  Daneben  kann  man  aber  gelegentlich  ein
Symptom  beobachten,  welches  sofort  den  Verdacht
auf  Texasfieber  erwecken  muß,  es  ist  dies  eine  mehr

 

oder  weniger  stark  blutige  Färbung  des  Hams.

Dieselbe  ist,  wie  die  mikroskopische  Untersuchung  lehrt,
nicht  durch  eine  Beimischung  von  Blut,  sondern  von
gelöstem  Blutfarbstoff  bedingt  und  somit  als  Hämoglobinurie
  zu  bezeichnen.  Merkwürdigerweise  hatte
man  dieses  wichtige  Symptom  hier  vollkommen  übersehen
  oder  wenigstens  nicht  beachtet.  Nachdem  ich
darauf  aufmerksam  gemacht  hatte,  fand  es  sich,  wie
dies  auch  beim  Texasfieber  der  Fall  ist,  zwar  nicht
in  allen,  aber  doch  in  den  meisten  Fällen.  Bei  den
Obduktionen  zeigte  sich  der  Urin  in  der  Blase  ausnahmslos
  stark  blutig  gefärbt,  und  wiederholt  wurde

mir  Urin  vorgezeigt,  welcher  von  den  erkrankten
Thieren  abgesondert  war  und  eine  dunkelrothe,  fast
schwarze  Farbe  aufwies.

Bei  der  Untersuchung  der  gefallenen  Thiere  konnte
ich  alle  von  den  amerikanischen  Forschern  als  besonders
charakteristisch  für  das  Texasfieber  bezeichneten  Veränderungen
  konstatiren.

Das  Blut  war  sehr  dünnflüssig  und  hatte  einen
deutlich  gelblichen  Farbenton.  Das  Unterhautfettgewebe,
  Muskulatur  und  alle  Organe  zeigten  neben
hochgradig  anämischer  Beschafsenheit  ebenfalls  eine
unverkennbare  ikterische  Färbung.  Die  Milz  war
stark  vergrößert,  2  bis  Zmal  so  dick  als  bei  gesunden
Thieren;  ihre  Substanz  war  schwärzlich  braunroth
gefärbt,  sehr  weich.  Die  Leber  war  ebenfalls  etwas
vergrößert,  hatte  eine  gelbliche  Farbe,  was  besonders
auf  der  Schnittfläche  hervortrat,  welche  ein  blaß
gelblich  marmorirtes  Aussehen  zeigte.  In  der  Gallenblase
  fand  sich  regelmäßig  eine  ganz  dickflüssige  Galle,
welche  wie  ein  dünner  grüner  Brei  aussah.  Die
Amerikaner  haben  die  so  beschaffene  Galle  treffend
mit  zerkautem  Gras  verglichen.  An  den  übrigen
Organen  fand  sich  außer  dem  blutig  gefärbten  Urin,
einer  etwas  dunkleren  Färbung  der  Nierenrinde  und
fleckger  Röthung  der  Schleimhaut  des  vierten  Magens,
des  Duodenums  und  theilweise  des  Dünndarms  nichts
Auffallendes.  Die  mikroskopische  Untersuchung  der
Organe  ergab  nur  für  die  Leber  einen  sehr  charakteristischen
  Befund,  auf  welchen  die  amerikanischen
Forscher  bereits  hingewiesen  haben.  In  der  Umgebung
  der  intralobulären  Venen  sieht  man  in  mehr
oder  weniger  weitem  Umkreis  die  Leberzellen  stark
verändert;  sie  nehmen  den  Farbstoff  nicht  mehr  an,
stellenweise  sind  auch  ihre  Kerne  nicht  mehr  färbbar,
so  daß  man  sie  als  abgestorben  ansehen  muß.  Ihre
Umrisse  sind  aber  noch  deutlich  zu  erkennen  an  den
sie  netzförmig  umspinnenden  Gallenkapillaren,  welche
mit  einer  gelbglänzenden  soliden  Masse  angefüllt  sind.
Stellenweise  sind  die  Gallenkapillaren  so  stark  und
gleichmäßig  gefüllt,  daß  es  aussieht,  als  wären
        <pb n="43" />
        sie  künstlich  mit  ·  einer  gelbgefärbten  Leimmasse  injicirt,
  um  sie  sichtbar  zu  machen.  Ich  erinnere  mich
nicht,  jemals  bei  anderen  Krankheiten  auch  nur  annähernd
  ähnliche  Bilder  in  Leberschnitten  gesehen  zu
heben,  und  möchte  deswegen  dieses  Verhalten  der
Gallenkapillaren  als  ein  sicheres  Kennzeichen  für  das
Texasfieber  halten.

Das  größte  Interesse  mußte  sich  natürlich  der
mikreskopischen  Untersuchung  des  Blutes  zuwenden,
in  welchem,  wie  bekannt,  Th.  Smith  und  F.  L.  Kilborne
  einen  Parasiten  nachgewiesen  haben,  den  sie
für  die  Ursache  des  Texasfiebers  halten.

Dieser  Parasit  befindet  sich  in  den  rothen  Blutkörperchen
  und  hat  im  vollkommen  entwickelten  Zustand
  eine  birnenförmige  Gestalt.
zwei  solcher  Parasiten  dicht  nebeneinander  gelagert
im  rothen  Blutkörperchen  gefunden  werden,  so  hat
man  diesem  sonderbaren  Mikroorganismus  den  Namen
Pyrosoma  bigeminum  beigelegt.

Nach  Angabe  der  Entdecker  des  Pyrosoma  soll

der  Parasit  Jugendformen  besitzen,  welche  wie  äußerst
seine  Pünktchen  aussehen  oder  höchstens  sehr  kleinen
Mikrokokken  an  Größe  gleichkommen.  Dieselben  sollen
ausschließlich  in  den  milden  Fällen  des  Texasfiebers,
dann  aber  in  großer  Zahl  gefunden  werden,  so  daß
5  bis  50  Prozent  der  rothen  Blutkörperchen  davon
besetzt  sind.  In  den  akuten  schweren  Fällen  des
Texasfiebers  soll  nur  die  große  Birnenform  des
Parasiten  vorkommen  und  nur  ½  bis  2  Prozent
der  rothen  Blutkörperchen  damit  inficirt  sein.
.  In  einer  gewissen  Anzahl  der  von  mir  untersuchten
  Thiere  konnte  ich  das  ausgewachsene  Pyrosoma
bigeminum  nachweisen.  Dasselbe  entsprach  der  Beschreibung,
  welche  Smith  und  Kilborne  davon  gegeben
  haben,  so  vollkommen,  daß  gar  kein  Zweifel
über  die  Identität  des  hier  gefundenen  und  des  bei
den  amerikanischen  Rindern  entdeckten  Parasiten  bestehen
  konn.  Nur  in  Bezug  auf  die  Jugendformen
des  Pyrosoma  und  die  Beziehungen  derselben  sowie
der  erwachsenen  Parasiten  zu  dem  milden  und  zu
dem  schweren  Texasfieber  bin  ich  zu  anderen  Resultaten
  gekommen  als  die  amerikanischen  Forscher.

Ich  fand  nämlich  gerade  bei  den  schweren,  schnell
tödlich  verlaufenden  Fällen  in  den  rothen  Blutkörperchen
  eigenthümliche  Gebilde,  welche  stäbchenartig
aussehen,  so  daß  man  sie  für  kleine  Bazillen  halten
lönnte.  Dieselben  sind  häufig  etwas  gekrümmt,  mitunter
  so  stark,  daß  sie  ringförmig  werden  und  in
diesem  Falle  den  Parasiten  der  tropischen  Malaria
sehr  ähnlich  erscheinen.  Oefters  sind  diese  Stäbchen
in  der  Mitte  etwas  dicker;  sie  zeigen  dann  deutlich
eine  doppelte  Kontur  und  nehmen  die  Form  eines
Weidenblattes  an.  Zwischen  solchen  Formen  und
der  Birnenform  des  erwachsenen  Pyrosoma  finden
sich  alle  Uebergänge,  und  ich  habe  infolgedessen
die  Ueberzeugung  gewonnen,  daß  die  von  mir  gefundenen
  Parasiten  die  eigentlichen  Jugendformen  des
Pyrosoma  bilden.  Sie  sinden  sich  in  den  schwersten
Fällen  in  außerordentlicher  Menge;  mitunter  so

Da  in  der  Regel

 

——

reichlich,  doß  80  bis  90  Prozent  aller  rothen  Blutkörperchen
  davon  besetzt  sind.  Meistens  enthält  ein
Blutkörperchen  2  oder  4  Parasiten,  vielfach  aber  nur
1  oder  3.  Soweit  meine  Erfahrungen  bis  jetzt

reichen,  finden  sich  in  den  ganz  akuten  Fällen  nur

diese  Jugendformen.  Je  langsamer  der  Verlauf  ist,
um  so  geringer  wird  die  Zahl  der  Parasiten  und
um  so  sicherer  kann  man  darauf  rechnen,  daß  auch
erwachsene  birnenförmige  Parasiten  erscheinen.  Im
Blute  derjenigen  Thiere,  welche  die  Krankheit  überstanden
  haben  oder  von  vornherein  nicht  merklich
krank  waren,  aber  zu  einer  inficirten  Herde  gehören,
traf  ich  nur  vereinzelte  Jugendformen,  gewöhnlich  in
Form  von  Ringen  oder  Halbringen.

Um  eine  Vorstellung  von  den  Formen  der  hier
gefundenen  Parasiten  zu  geben,  erlaube  ich  mir  eine
Farbenskizze  ganz  gehorsamst  beizufügen,  welche  von
methyleublaugefärbten  Präparaten  angefertigt  ist.

Die  obere  Abtheilung  der  Skizze  zeigt  die
Jugendformen,  die  untere  das  voll  entwickelte  Pyrosoma
  bigeminum.

Ob  diese  Differenzen  zwischen  den  Ergebnissen
meiner  Untersuchungen  und  denjenigen  der  amerikanischen
  Forscher  durch  Verschiedenheiten  der  Jahreszeit,
  des  Klimas,  der  Viehrasse  oder  vielleicht  der
Untersuchungsmethode  bedingt  sind,  vermag  ich  vorläufig
  nicht  zu  entscheiden.

Die  hier  gegebene  Beschreibung  der  Parasiten
bezieht  sich  auf  die  im  Blut  der  lebenden  Thiere
vorkommenden.  Im  todten  Thier  und  namentlich
bei  der  Konservirung  von  Organstücken  in  Alkohol
nahmen  die  Parasiten  eine  Kugelgestalt  an,  wie  auch
Smith  und  Kilborne  bereits  beobachtet  haben

Im  Uebrigen  konnte  ich  das  sehr  merkwürdige
Verhalten  dieser  Krankheit,  so  wie  es  von  den
amerikanischen  Forschern  und  im  Anschluß  an  diese
in  Süd-Afrika,  Australien,  Italien,  Donauländern  2c.
beobachtet  ist,  vollkommen  bestätigen.  Dasselbe  kommt
bekanntlich  darauf  hinaus,  daß  in  Gegenden,  wo  das
Texasfieber  endemisch  ist,  das  Vieh  mehr  oder  weniger
immun  geworden  ist  und  von  der  Krankheit  kaum
merklich  zu  leiden  hat.  Solches  Vieh  kann  vollkommen
gesund  und  gut  genährt  aussehen;  aber  sobald  es
mit  anderen  nicht  gegen  Texasfieber  immunen  Rindern
in  Berührung  gebracht  wird,  sei  es,  daß  letztere  in
eine  Texasfiebergegend  versetzt  werden  oder  daß
scheinbar  ganz  gesunde  Rinder  aus  einer  Texasfiebergegend
  nach  anderen  gesunden  Gegenden  gebracht
werden,  dann  bricht  nach  einigen  Wochen  unter  den
nicht  immunen  Thieren  die  Seuche  aus.  Etwa  ein
Viertel  bis  ein  Drittel  der  inficirten  Rinder  geht  zu
Grunde,  die  übrigen  kommen  im  Ernährungszustand
sehr  zurück,  erholen  sich  aber  ganz  allmählich  und
sind  dann  für  die  Zukunft  geschützt.  Die  Infektion
soll  in  diesem  Fall  nicht  unmittelbar  von  einem  Thier
zum  andern,  sondern  durch  Vermittelung  von  Zecken
vor  sich  gehen.

Bis  jetzt  habe  ich  das  Texasfieber  bei  35  Thieren
mit  mehr  oder  weniger  reichlichem  Parasitenbefund
        <pb n="44" />
        konstatiren  können  und  in  einer  Herde  von  58  Thieren,
welche  die  Seuche  überstanden  hatten,  habe  ich

28  Stück  mit  vereinzelten  Jugendformen  des  Para-Alle
  diese  Thiere  waren  1

siten  behaftet  gesunden.
aus  dem  Inland  an  die  Küste  gebracht  und  bald

nach  der  Ankunft  erkrankt.  Das  im  Küstengebiet
heimische  Vieh  dagegen  sieht,  obwohl  es  mehrfach

mit  dem  importirten  und  krank  gewordenen  Vieh

zusammengekommen  ist,  wie  ich  mich  namentlich  auf
der  Insel!  Mafia  überzeugen  konnte,  gesund  aus  und
Es  ist

befindet  sich  in  gutem  Ernährungszustande.
mir  bis  jetzt  noch  in  keinem  einzigen  Falle  gelungen,
die  Texasfieber-Parasiten  bei  einem  Küstenrind  nachzuweisen.


Auf  der  Viehstation  Pugu,  etwa  20  Kilometer

von  Dar-es-Saläm,  wo  das  aus  dem  Innern  herangetriebene

  Vieh  gehalten  wird,  fand  ich  in  der  ersten
Zeit  meines  Hierseins  nur  Thiere,  welche  an  Surra
litten;  nicht  ein  einziger  Fall  von  Texasfieber  kom
dort  vor.  Erst  als  versehentlich  Anfang  September
zwel  Zugochsen  von  Dar-es-Saläm  nach  Pugu  geschick
  und  dort  mit  dem  gesunden  Vieh  auf  die
Weide  gegangen  waren,  stellten  sich  Fälle  von  Texasfieber
  ein.

Die  an  Texasfieber  erkrankten  Thiere  stammten
nicht  wie  die  Surra-Rinder  aus  einer  bestimmten
Gegend  im  Innern,  sondern  hatten  die  verschiedenste
Herkünft.  Bei  weiteren  Nachfragen  stellte  sich  auch
heraus,  daß  das  Texasfieber  nicht  erst  in  neuerer
Zeit  sich  an  der  Küste  eingestellt  hat.  Eingeborene

Schlächter  und  Viehhändler  theilten  mit,  daß  ihnen
diese  Erscheinung  von  je  her  bekannt  sei.  Schon  ihre
Vorfahren  hätten  gewußt,  daß  die  aus  dem  Innern
erhandelten  Thiere  an  der  Küste  Blutharnen  bekommen
  und  meistens  zu  Grunde  gehen,  während
Vieh  von  anderen  Theilen  der  Küste  und  von  Mafia
ohne  Gefahr  zwischen  den  Küstenorten  transportirt
werden  kann.

Es  geht  daraus  hervor,  daß  das  Texasfieber  an
der  ostafrikanischen  Küste  und  auf  der  Insel  Mafsia
schon  seit  langer  Zeit  endemisch  herrscht.  Vermuthlich
erstreckt  sich  dieses  endemische  Gebiet  auch  auf  andere
ostafrikanische  Inseln,  wo  Viehzucht  getrieben  wird,
und  reicht  sowohl  nach  Norden  wie  nach  Süden  über
das  deutsche  Schutzgebiet  hinaus.  Namentlich  nach
Süden  zu  wird  es  bis  an  die  englischen  Kolonien
sich  erstrecken,  wvo  das  Texasfieber,  nachdem  es  von
Norden  her  eingeschleppt  wurde,  seit  1870  beobachtet
  ist.

Nach  dem  Innern  zu  scheint  das  endemische
Gebiet,  wenigstens  in  Deutsch-Ostafrika,  nur  eine  sehr
geringe  Ausbreitung  zu  haben.  Schon  wenige  Meilen
von  der  Küste  entfernt  hört  man  nichts  mehr  von
Viehseuchen,  die  auf  das  Vorhandensein  von  Texasfieber
  schließen  lassen  könnten.  Das  hat  seinen  Grund
aber  einfach  darin,  daß  von  der  Küste  nach  dem
Innern  zu  ein  viele  Tagereisen  breiter  Strich  Landes
solgt,  in  dem  so  gut  wie  gar  keine  Rindviehzucht
getrieben  wird.  Die  daselbst  wohnenden  Völker- 



schaften  mußten  schon  seit  vielen  Jahren  infolge
der  Raubzüge  der  Massais  und  anderer  Stämme  die
Viehzucht  vollständig  aufgeben.

In  dem  endemischen  Gebiete  findet  sich  überall,
soweit  ich  bis  jetzt  darauf  achten  konnte,  die  Rinderzecke
  und  zwar  scheint  es  dieselbe  Art  zu  sein,  welche
Smith  und  Kilborne  als  die  Vermittlerin  der  Infektion
  ansehen.  Die  hier  gesammelten  Exemplare
entsprachen  vollkommen  der  Beschreibung  und  den
Abbildungen,  welche  diese  Forscher  gegeben  haben.
Wenn  das  Vieh  aus  dem  Innern  frisch  gebracht
wird,  ist  es  frei  von  Zecken;  aber  schon  wenige
Wochen  später  ist  es  mit  vielen,  ost  Hunderten  von
Zecken  gewöhnlich  am  Halse,  am  Bauch  und  an  der
Innenseite  der  Oberschenkel  besetzt.

Nimmt  man  die  erwachsenen  Zecken  ab  und  setzt
sie  in  ein  Glas,  dann  legen  sie  nach  einigen  Tagen
eine  erstaunliche  Zahl  von  kleinen  braunen  Eiern  ab,
aus  denen  nach  etwa  vier  Wochen  die  jungen  Zecken
auskriechen.

Die  Frage,  ob  durch  diese  jungen  Zecken  die
Krankheit  übertragen  wird,  konnte  ich  im  endemischen
Gebiet  nicht  einwandsfrei  experimentell  in  Angriff
nehmen,  aber  ich  beabsichtige,  nach  dem  texasfieberfreien
  West-Usambara  junge  Zecken  aus  Dar-es-Saläm
zu  bringen  und  dort  Infektionsversuche  damit  anzustellen.
  Ich  glaube  dies  unbedingt  thun  zu  können,
da  bei  dem  Klima  von  West-Usambara  ein  Einnisten
  des  Texassiebers  nicht  zu  befürchten  ist.

So  wie  die  Verhältnisse  jetzt  liegen,  kommt  Alles
darauf  an,  daß  das  endemische  Gebiet  des  Texasfiebers
  keine  weitere  Ausbreitung  nach  dem  Innern
zu  gewinnt.  Dies  läßt  sich  nur  dadurch  erreichen,
daß  ein  Verbot  erlassen  wird  gegen  den  Transvport
von  Küstenvieh  nach  dem  Innern.  Es  ist  dies  bereits
durch  eine  in  Abschrift  hier  beigefügte  Verordnung
des  Gouvernements  geschehen.

Ferner  ist  es  nothwendig,  mit  dem  aus  dem
Innern  zur  Küste  transportirten  Vieh  so  zu  verfahren,
  daß  es  einen  möglichst  geringen  Verlust  durch
Texasfieber  erleidet.  Auch  in  dieser  Beziehung  sind
die  erforderlichen  Schritte  bereits  gethan.  Es  sollen
die  Viehtransporte  nicht  direkt  zur  Küste  gebracht
werden,  sondern  nach  einem  Ort,  der  leicht  zu  erreichen,
  zugleich  aber  frei  von  Texasfieber  ist.  Von
da  aus  wird  dann  nach  der  betreffenden  Küstenstation
nur  so  viel  Vieh  —  es  handelt  sich  in  diesem  Falle
nur  um  Schlachtvieh  —  getrieben,  als  der  Bedarf
gerade  erfordert.  Es  muß  dann  natürlich  bald  geschlachtet
  werden,  auf  jeden  Fall  so  früh,  daß  es
nicht  erst  an  Texasfieber  erkranken  kann.  Für
Dar-es-Saläm  ist  als  Sammelplatz  für  das  Inlandvieh
  Pugu  in  Aussicht  genommen.

Nach  den  hier  angedeuteten  Grundsätzen  wird
seit  einigen  Monaten  verfahren,  und  es  ist  damit  erreicht,
  daß  seit  dieser  Zeit  das  Texasfieber  fast  ganz
verschwunden  ist.  Es  sind  mir  in  den  letzten  Wochen
nur  zwei  Fälle  vorgekommen,  welche  beide  hier  geborene
  Kälber  betrafen.
        <pb n="45" />
        Außer  diesen  Maßregeln  habe  ich  noch  Versuche
in  Anregung  gebracht,  welche  sich  gegen  das  Umsichgreifen
  der  Zeckenplage  richten  sollen.

Bei  ganz  kleinen  Viehbeständen  kann  man  die
Zecken  schon  durch  regelmäßiges  Absuchen  loswerden.
Die  Schmarotzer  kommen  dann  nicht  dazu,  ihre  Eier
abzulegen,  und  werden  schließlich  ausgerottet.

Bei  etwas  größeren  Beständen  läßt  sich  diese
Maßregel  nur  unvollkommen  durchführen,  namentlich
wenn  wilde  Thiere  dabei  sind,  die  sich  nicht  berühren
lassen.  In  diesem  Falle  will  man  in  Australien  mit
Oelbädern,  in  Jamaika  mit  Einreibungen  einer
Mischung  von  Steinkohlentheer  und  Leinöl  gute  Erfolge
  erzielt  haben.  Hier  ist  zunächst  dieses  letztere
Verfahren  versucht.  Dasselbe  scheint  sich  nach  dem,
was  ich  bisher  gesehen  habe,  sehr  gut  zu  bewähren.

Forschungsreisen.

Vom  Stabsarzt  Zupitza  ist  hier  die  Nachricht
eingetroffen,  daß  er  am  9.  Oktober  in  Tabora  angelangt
  und  von  dort  nach  Muanza  am  Südende
des  Viktoria-Nyanza  abmarschirt  ist.

Geheimer  Medizinalrath  Professor  Dr.  R.  Koch
beabsichtigte  am  23.  November  nach  Tanga  und  von
dort  nach  der  Station  Kwai  in  West-Usambara  zu
gehen.  Voraussichtlich  wird  er  in  Kwai  am  10.  Dezember
  ankommen,  dort  sich  etwa  einen  Monat  lang
aufhalten  und  dann  nach  Dar-es-Saläm  zurückkehren.


—...

Deutsch-Hüdwelkafrika.

Bericht  über  den  Raubzug  der  Afrikaner-Dottentotten
im  ZBüden  des  Schutzgedietes.

Einem  Berichte  des  Premierlieutenants  v.  Burgsdorff,
  kommissarischen  Bezirkshauptmanns  von  Gibeon,
vom  9.  Oktober  1897,  betreffend  den  Raubzug  der
sogenannten  Afrikaner-Hottentotten  im  Süden  des
Schutzgebietes,  entnehmen  wir  Folgendes:

Der  Eingeborenen-Aufstand  im  Süden  des  Schutzgebietes
  kann  nunmehr  als  endgültig  erledigt  angesehen
  und  das  Expeditionskommando  kann  infolgedessen
  aufgelöst  werden.  Aus  Jerusalem  hatte  ich
bereits  gemeldet,  daß  ein  größerer  Theil  der  Afrikaner=Hottentotten
  gefangen  sei,  daß  der  Kapitän  der
Aufständischen  „Kivido“  auf  englisches  Gebiet  geflüchtet
  und  sich  hierselbst  der  englischen  Polizei
ergeben  habe.  Ein  weiterer  Theil  der  Afrikaner  —
ich  vermag  zu  sagen  der  Kern  der  Aufständischen  —
war  im  weiteren  Verlauf  ebenfalls  auf  englisches
Gebiet  übergetreten  und  hatte  sich  hier  auch  gutwillig
der  englischen  Polizei  ausgeliefert.  Die  englischen
Polizeistationen  hatten  die  Aufständischen  an  den  Sitz
des  zuständigen  englischen  Magistrats  nach  Upington
gebracht.  Die  Kapregierung  hat  die  Auslieferung
dieser  Leute  zugesagt.  Da  die  Letzteren  zunächst

 

wegen  Zuwiderhandelns  gegen  die  englischen  Gesetze
auf  Upington  kurze  Freiheitsstrafen  zu  verbüßen
haben  und  außerdem  noch  einige  Formalitäten  zu
erfüllen  sind,  dürfte  die  Auslieferung  an  sich  erst  in
ein  bis  zwei  Monaten  erfolgen.

Am  3.  Oktober  traf  auf  dem  Operationsgebiet
die  Vorhut  der  von  mir  erbetenen  Witboois  (stark:
2  Gibeoner  Reiter  und  24  berittene  Witboois)  ein,
während  der  mit  80  Berittenen  nachfolgende  Kapitän
Hendrik  bereits  bei  Huns  südlich  von  Keetmanshoop
die  Nachricht  von  der  bestimmten  Erledigung  des
Afrikaner-Aufstandes  erhielt  und  somit  nach  Gibeon
zurückkehren  konnte.

Wenn  die  Witboois  auch  nicht  mehr  in  Thätigkeit
  treten  brauchten,  so  glaube  ich,  daß  der  Umstand
des  thatsächlichen  Abrückens  von  etwa  100  Witboois
unter  dem  Kapitän  Hendrik  nach  dem  Süden  für
den  Bezirk  Keetmanshoop  gute  Früchte  tragen  wird,
denn  die  Bondels  haben  sämmtlich  ein=  für  allemal
gesehen,  daß  bei  einem  möglichen  Kriege  die  Witboois
sofort  auch  gegen  sie  zur  Verfügung  stehen  würden.
Wenn  auch  der  Bondelskapitän  Wilhelm  Christian
gewiß  keine  kriegerischen,  aufrührerischen  Gedanken
haben  mag,  so  sind  doch  unter  dem  Bondelsstamm
unruhige,  zweifelhafte  Elemente,  die  in  den  letzten
Jahren  mehrmals  in  bedenklicher  Gärung  standen
und  einen  Dämpfer  nöthig  haben.  Wilhelm  Christian
ist  eben  kein  Hendrik  Witbooi,  der  imstande  ist,  sein
Volk  gründlich  und  fest  in  der  Hand  zu  halten.

Nachdem  die  Haupttrupps  der  Ausständischen
unschädlich  gemacht  waren,  blieben  in  den  Bergen
noch  einzelne  wenige  zerstreute  Afrikaner  übrig;  diese
mit  der  Zeit  einzufangen,  konnte  nur  Thätigkeit
unserer  Eingeborenen  sein.  Ich  beließ  daher  auf
Jerusalem  und  Ariam  Stationen,  besetzt  mit  vier
bis  fünf  Reitern  und  je  15  berittenen  Bondels  bezw.
Witboois.

Am  9.  Oktober  brachte  mir  Herr  Dr.  Golinelli
aus  Upington  die  Nachricht,  daß  die  Auslieferung
Kividos  und  Genossen  erst  in  ein  bis  zwei  Monaten
zu  erwarten  sei.  Ich  löste  daher  aus  den  im  Eingang
meines  Berichtes  dargelegten  Gründen  das  Expeditionskommando
  auf,  da  ich  die  militärische  Thätigkeit
  für  erledigt  betrachten  mußte.

–..  ——  —

Cröffnung  der  Bahn-  Theilstrecke  swakopmund  —  Nonidas.

Nach  einem  Bericht  des  stellvertretenden  Landeshauptmanns
  v.  Lindequist  aus  Swakopmund  vom
22.  November  1897  hat  am  20.  November  d.  Js.
die  feierliche  Eröffrung  der  Bahn-Theilstrecke  Swakopmund
  —  Nonidas  stattgesunden.  Die  Lokomotive
nebst  sechs  Wagen,  welche  etwa  140  Personen  nach
Nonidas  und  zurück  beförderten,  legten  die  Strecke
von  10  km  in  30  bezw.  28  Minuten  zurück.

Auf  die  Einladung  des  stellvertretenden  Landeshauptmanns
  war  der  Resident  Magistrate  von  Walfischbai,
  Mr.  Cleverly,  der  zu  einem  offiziellen
        <pb n="46" />
        Besuche  bisher  noch  nicht  in  Swakopmund  anwesend
war,  herübergekommen  und  nahm  sowohl  an  der
Fahrt  nach  Nonidas  wie  an  dem  abends  stattfindenden
  Essen  theil.  Er  gab  unverhohlen  seiner  Ueberraschung
  über  das  schnelle  Aufblühen  Swakopmunds
sowie  über  die  Schnelligkeit  des  Baues  und  das
treffliche  Funktioniren  der  Feldbahn  Ausdruck.

Da  der  Premierlieutenant  Kecker  abwesend  war,
so  übergab  der  Baumeister  der  Strecke,  Sekondlieutenant
  Schultze,  die  Bahn  mit  einer  Anrede
der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft,  worauf  der
stellvertretende  Landeshauptmann  unter  Ausbringung
eines  Hochs  auf  Seine  Majestät  den  Kaiser  die
Theilstrecke  Swakopmund—Nonidas  dem  öffentlichen
Verkehr  übergab.  Letzterer  wurde  bereits  am  Nachmittag
  mit  Maulthierbetrieb  ins  Werk  gesetzt.

—  —

KAus  dem  Prreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Statut  für  den  Ausschuß  der  deutschen  evangelischen
Wisstonsgesellschaften.

1.  Aus  äußeren  wie  auch  inneren  Gründen  ist
es  durchaus  wünschenswerth,  daß  die  deutschen  evangelischen
  Missionsgesellschaften  untereinander  nicht  nur
innere  Gemeinschaft  pflegen  und  bewahren,  sondern
auch,  daß  sie  dieselbe  durch  irgend  welche  äußere
Einrichtung  zum  sichtbaren  Ausdruck  bringen.  2.  In
Anerkennung  dessen,  daß  solches  sehr  wünschenswerth
ist,  erklären  die  hier  vertretenen  deutschen  evangelischen
Missionsgesellschaften  sich  im  Prinzip  für  den  Fortbestand
  eines  Missionsausschusses.  3.  Dem  bisher
bestandenen  Missionsausschuß  mangelte  noch  die  feste,
innere  Organisation  sowie  die  von  allen  Gesellschaften
anerkannte  Autorität.  Um  beides  für  die  Zukunft
herzustellen,  vereinigen  sich  die  nachgenannten  deutschen
evangelischen  Gesellschaften:  1.  Brüdergemeinde,
2.  Baseler  Gesellschaft,  3.  Rheinische  Gesellschaft,
4.  Berlin  I,  5.  Berlin  II,  6.  Leipziger  Gesellschaft,
7.  Norddeutsche  Gesellschaft,  8.  Hermannsburger
Gesellschaft,  9.  Breklumer  Gesellschaft,  10.  Neukirchener
  Gesellschaft  (die  auf  der  Konferenz  nicht
vertretenen  Gesellschaften  [Berlin  III  und  Neuendettelsau]
  sollen  zum  Beitritt  noch  besonders  aufgefordert
  werden).

a)  Die  Anzahl  der  Mitglieder.  Der  Ausschuß
  besteht  aus  fünf  Mitgliedern,  von  denen  wenigstens
  vier  im  Vorstand  einer  Gesellschaft  sein  müssen.

b)  Die  Art  und  Weise  der  Wahl.  Die
Mitglieder  werden  von  allen  oben  genannten  Gesellschaften
  gewählt.  Jede  Gesellschaft  hat  eine  Stimme.
Bei  Vakanzen  in  der  Zwischenzeit  ergänzt  sich  der
Ausschuß  durch  Kooptation.

c)  Die  Amtsdauer.  Sie  reicht  von  einer
kontinentalen  Konferenz  bis  zur  nächsten.  Die  bisherigen
  Mitglieder  sind  jederzeit  wieder  wählbar.

6

 

d)  Die  innere  Organisation.  Dieselbe  bleibt
dem  Ermessen  des  Ausschusses  überlassen.

e)  Die  Aufgaben  des  Ausschusses.  Der
Ausschuß  hat  nicht  die  Befugniß,  sich  in  irgend  einer
Weise  in  den  inneren  Missionsbetrieb  einer  Gesellschaft
  einzumischen  oder  aus  eigener  Initiative  Fragen
zu  behandeln,  die  innerhalb  einer  Missionsgesellschaft
auftauchen  und  diese  allein  berühren.

—

Die  Mission  der  Baptisten  in  Kamerun,
die  bisher  mehr  einen  Privatcharakter  trug,  ist  auf
der  17.  Bundeskonferenz  der  Baptisten  Deutschlands,
15.  bis  18.  August  in  Barmen,  dem  Bunde  angegliedert
  worden  und  wird  unter  dem  Namen
„Missionsgesellschaft  der  Baptisten  in  Deutschland  für
Kamerun“  fortgesetzt  werden.  In  den  letzten  drei
Jahren  sind  für  diese  Mission  von  den  Baptisten,
die  in  Deutschland  in  140  Gemeinden  29000  Mitglieder
  zählen,  136000  Mk.  aufgebracht  worden.

Die  kirchliche  Missionsgesellschaft  in
England,  die  1872  225  Missionare  und  Missionarsfrauen
  in  ihrem  Dienst  hatte,  zählt  deren  jetzt  67  1.
Im  Herbst  v.  Is.  sandte  sie  78  neue  Missionsarbeiter
aus,  und  für  keinen  braucht  sie  Gehalt  zu  zahlen,
denn  70  werden  von  einzelnen  Freunden,  Familien,
Vereinen  oder  einzelnen  Gemeinden  versorgt,  8  leben
von  ihrem  eigenen  Vermögen.

 

Die  Norddeutsche  Missionsgesellschaft  hat
beschlossen,  vom  nächsten  Schuljahr  ab  (1.  Februar
1898)  in  ihren  Schulen  in  Togo  Deutsch  als  Unterrichtsgegenstand
  einzuführen.  Diese  mit  Dank  zu
begrüßende  Neuerung  bezieht  sich  zunächst  auf  die
Mittelschulen  und  die  beiden  oberen  Klassen  der
Stationsschulen.  Auch  in  dem  zu  Quetta  (Goldküstenkolonie)
  bestehenden  Seminar  der  Mission  werden
in  Zukunft  die  zur  Entsendung  nach  Togo  bestimmten
Zöglinge  Unterricht  im  Deutschen  erhalten.

In  „Kreuz  und  Schwert“  lesen  wir:  Unsere
ostafrikanische  Mission  hat  soeben  wieder  eine  Verstärkung
  erhalten  durch  die  Ankunft  der  hochw.  Patres
König,  Haberkorn  und  Hiltz.  Dieselben  schifften
sich  am  12.  September  in  Marseille  ein  und  kamen
soeben  hier  in  Bagamoyo  an.

Dasselbe  Blatt  schreibt:  Die  Trappisten  aus
Natal  wollen  in  Westusambara  (Ostafrika)  eine
Station  anlegen,  die  drei  Stunden  von  der  deutschen
Versuchsstation  Kwai  gelegen  sein  soll.  Von  bester
Stelle  erhalten  wir  darüber  folgende  Zuschrift:  „Zwei
unserer  Patres  reisten  am  1.  August  von  Mariannhill
  ab  nach  Deutsch-Ostafrika,  um  daselbst  einen  Platz
für  unsere  künftige  Missionsstation  aufzusuchen  und
dieselbe  auch  alsbald  zu  gründen.  Am  17.  August
erreichten  sie  wohlbehalten  Dar-es-Saläm  und  suchten
daselbst  den  Herrn  Gouverneur  auf.  Am  31.  August
        <pb n="47" />
        brach  die  kleine  Karawane,  bestehend  aus  30  Lastträgern
  und  einem  Führer,  auf,  und  unter  großen
Strapazen  und  manchen  Abenteuern  kam  sie  am
Bestimmungsorte  an.  Von  den  großen  Anstrengungen
der  Reise,  der  übergroßen  Hitze  und  der  permanenten
Fieberluft,  welche  in  den  Gegenden  herrscht,  welche
durchzogen  werden  mußten,  erkrankten  beide  Patres
am  Fieber  gleich  nach  der  Ankunft  oder  vielleicht
schon  unterwegs.  Die  junge  und  kräftige  Natur  des
P.  N.  überwand  dasselbe  alsbald,  während  P.  Leonhard
  demselben  in  wenigen  Tagen  erlegen  ist.  Er
starb  am  18.  Oktober  unerwartet  schnell.  Pater  N.,
welcher  nur  zur  Begleitung  und  nur  für  den  Anfang
der  Gründung  mitgereist  war,  trat  die  Rückreise  nach
Mariannhill  wieder  an.  Ob  man  sich  nun  in
Mariannhill  entschließen  wird,  unter  den  gegebenen
Verhältnissen  die  Mission  in  Usambara  sogleich  zu
eröffnen,  müssen  wir  erst  noch  abwarten."“

—.—

RAus  fremden  Molonien.

Landpreise  im  Rongostaat.

Durch  Verordnung  des  Souveräns  des  Kongostoaates
  vom  8.  Oktober  1897  sind  bezüglich  der
Preise  bei  Verkauf  von  Kronland  am  oberen  Kongo
allgemeine  Bestimmungen  getroffen  worden.  Für
Ländereien,  die  bei  Errichtung  von  Handelsniederlassungen
  oder  Getreidelagern  Verwendung  finden
sollen,  sind  2000  Francs  für  den  Hektar,  mindestens
aber  im  Einzelfalle  3000  Francs  zu  zahlen.  Für
Ländereien,  die  landwirthschaftlich  genutzt  werden
sollen,  beträgt  der  Preis  10  Francs  für  den  Hektar.
Dem  Käufer  liegt  dabei  die  Verpflichtung  ob,  mindestens
  die  Hälfte  des  Landes  innerhalb  6  Jahren
in  landwirthschaftlichen  Betrieb  zu  nehmen.  Erfüllt
er  diese  Bedingung  nicht,  so  fällt  das  Eigenthum
der  nicht  bebauten  Fläche  an  den  Staat  zurück,  dem
auch  der  Kaufpreis  verbleibt.  In  den  hier  nicht
vorgesehenen  Fällen  wird  der  Kaufpreis  vom
Gouvernement  besonders  festgesetzt.

—

Verwaltungsordnung  Formosas.

Am  1.  November  1897  ist  eine  Verordnung  der
lopanischen  Regierung  über  die  Ordnung  der  Verwaltung
  Formosas  in  Wirksamkeit  getreten.  An  der
Spitze  der  Insel  steht  ein  Generalgouverneur  mit
Generallieutenantsrang,  welcher  das  Oberkommando
aller  Land=  und  Seestreitkräfte  führt  und  Leiter  der
Civilverwaltung  ist.  Er  kann  Gefängnißstrafen  bis
zu  einem  Jahr  und  Geldstrafen  bis  zu  200  Yen
verhängen,  besitzt  die  Disziplinargewalt  über  alle
Beamte  und  kann  in  einzelnen  Theilen  der  Insel
nach  eigenem  Ermessen  die  Civilverwaltung  durch
militärische  ersetzen.

7

 

—

Verschiedene  Mittheilungen.

Deutsches  Rolonial-Musenm.

In  der  Form  einer  Aktiengesellschaft  hat  sich  neuerdings
  in  Berlin  ein  „Deutsches  Kolonial-Museum“
konstituirt.  In  den  Aussichtsrath  wurden  gewählt:
Graf  v.  Schweinitz,  Berlin,  Vorsitzender,  C.  v.  Beck,
Direktor  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  Berlin,  als
dessen  Stellvertreter,  ferner  als  Beisitzer  Baurath
Heim,  Berlin,  Kapitän  Spring,  Berlin,  Dr.  jur.
Esser,  Berlin,  Kommerzienrath  Julius  Pintsch,
Berlin,  und  Rechtsanwalt  Dr.  jur.  Scharlach,  Hamburg.
  Den  Vorstand  bildet  der  Landschaftsmaler
Rudolf  Hellgrewe,  Berlin.

Die  Gesellschaft  beabsichtigt,  das  Leben  und  Treiben
  der  Eingeborenen,  soweit  es  die  wirthschaftliche
Seite  der  Kolonien  betrifft,  naturgetreu  darzustellen,
und  wird  ihrer  Ausstellung  den  Charakter  eines
Handelsmuseums  geben.  Seitens  der  Kolonialverwaltung
  ist  dem  Museum  ein  Theil  der  Bestände
des  auf  der  vorjährigen  Berliner  Kolonialausstellung
gezeigten  Tropenhauses  zur  Verfügung  gestellt  worden.

 

Ueber  die  bisberigen  Erfahrungen  mit  Anbau  von
Rautschukpstan  zen  im  Plantagenbetriede

veröffentlicht  der  bekannte  Botaniker  Prof.  Dr.  K.
Schumann  in  der  „National-Zeitung“  Folgendes:

Da  der  Kautschuk  einen  so  werthvollen  Handelsartikel
  ausmacht,  so  kann  mit  Recht  die  Frage
aufgeworfen  werden,  ob  sich  denn  nicht  die  Kultur
der  Kautschukpflanzen  im  Plantagenbetriebe  lohnen
würde?  Der  Versuche  sind  bisher  bereits  genug
gemacht  worden.  Wie  bei  allen  solchen  Bestrebungen
wandte  zuvörderst  der  botanische  Garten  von  Kew
der  Angelegenheit  seine  ganze  Aufmerksamkeit  zu.  Er
schickte  schon  1877  einen  gewissen  Wickham  nach  dem
Rio  Tapajoc,  einem  der  rechtsseitigen  Zuflüsse  des
Amazonenstromes,  um  von  dort  die  Samen  des
brasilianischen  Kautschukkaumes  zu  holen.  Das
Unternehmen  gelang  vollkommen,  und  Wickham
kehrte  mit  70  000  Samen  zurück,  von  denen  ein
freilich  nur  geringer  Prozentsatz  keimte.  Im  Ganzen
wurden  im  folgenden  Jahre  1900  Pflanzen  angezogen,
  welche  in  vortrefflichem  Zustande  mittels  besonders
  gebauter,  tragbarer  Treibhäuschen,  sogenannten
Wardschen  Kästen,  nach  Ceylon  übergeführt  wurden.
Später  kamen  nochmals  1000  Pflanzen  zur  Vertheilung
  für  die  ganzen  englischen  Kolonien,  die  Croß
direkt  aus  Brasilien  eingeführt  hatte.

Der  Plantagenbau  von  Ceylon  hatte  einige  Jahre
später  eine  große  Krisis  durchzumachen.  Zunächst
trat  ein  tiefer  Preissturz  der  Chinarinde  ein,  da  man
die  Bäume  in  zu  großen  Quantitäten  angebaut  hatte.
Die  Kulturen  wurden  abgeschlagen  und  an  ihrer
Stelle  Kaffee  gebaut.  Bald  fand  sich  in  den  Kaffeeplantagen
  der  verderblichste  Feind  der  Pflanze,  jener
Blattpilz  ein,  der  unter  dem  Namen  Himeleia  be-
        <pb n="48" />
        e

kannt  ist  und  ungeheuren  Schaden  verursacht  hat.
Die  Pflanzer  waren  also  gern  bereit,  ihre  Kraft
einem  neuen  Produkt  zuzuwenden,  von  dem  man  sich
einen  erheblichen  Nutzen  versprach.  Die  Kulturen
des  brasilianischen  Kautschukbaumes  gediehen  hier
wie  an  anderen  Stellen  über  alles  Erwarten,  die
Zeit  der  Ausbeutung  nahte  heran,  aber  der  erwartete
Erfolg  blieb  vollkommen  aus,  denn  die  Bäume  erwiesen
  sich  als  nahezu  sastlos.  Seaton  machte  in
Tenarserim  eine  Anzapfung  an  42  Bäumen  und
gewann  von  ihnen  nur  ein  halbes  Pfund  Milch.

Die  größten  Hoffnungen  hatte  man  auf  eine
Pflanze  gesetzt,  welche  in  dem  brasilianischen  Staate
Cearäá  einen  ganz  guten  Kautschuk,  die  sogenannten
Ceard  scrips,  lieferte.  Sie  gehört  wie  der  brasilianische
  Kautschukbaum  in  die  natürliche  Familie
der  Wolsfsmilch-Gewächse  und  führt  den  Namen
Manihot  Glaziovil,  zu  Ehren  Glaziovis,  des  um
die  Kenntniß  der  brasilianischen  Flora  so  hochverdienten
  Direktors  der  öffentlichen  Gärten  in  Rio  de
Janeiro.  Die  Pflanze  machte  bald  ihre  Runde  um
die  gesammte  Erde;  überall  freudig  empfangen,  zeigte
sie  ein  beispielloses  Wachsthum,  so  daß  sie  in  Kaffeeund
  Kakaoplantagen  schon  als  Schattenbaum  mit
Willkommen  ausgenommen  wurde.  Da  sich  noch
außerdem  die  Hoffnung  an  sie  knüpfte,  daß  man  aus
ihr  das  werthvollste  Handelsprodukt  der  Gegenwart
gewinnen  sollte,  so  nimmt  es  nicht  Wunder,  daß  vor
etwa  8  bis  10  Jahren  aus  allen  Kolonialblättern
der  Name  Manihot  Glazioviül  entgegenschallte.
Indeß  hielt  auch  dieser  Baum  keineswegs,  was  er
versprach;  entweder  gab  er  überhaupt  keine  nennenswerthen
  Mengen  des  Milchsaftes,  oder  das  aus  dem
letzteren  gewonnene  Produkt  war,  wie  ich  mich  selbst
an  einer  aus  Kaiser  Wilhelmsland  mir  zur  Begutachtung
  übersandten  Probe  überzeugte,  eine  ganz
werthlose,  graue,  lederartige  und  zerreißbare  Waare,
welche  niemals  einen  Preis  erzielen  konnte.

Man  kann  nicht  anders  sagen,  als  daß  die  Erfolge
  dieser  Kulturbestrebungen  geradezu  trostlos  sind;
es  liegt  in  ihnen  ein  neuer  Beweis  für  die  Thatsache
  vor,  daß  die  Sekrete  oder  Ausscheidungsprodukte
vieler  Pflanzen  durchaus  an  ganz  bestimmte  Ortsverhältnisse
  gebunden  sind.  Der  Baum  z.  B.,  welcher
das  wohlriechende  Styrax-Harz  liesert,  ist  ein  Gewächs,
  das  früher,  in  der  unserer  Gegenwart  zunächst
vorausliegenden  Erdepoche,  im  Tertiär,  über  die
ganze  nördliche  Erdhälfte  verbreitet  war,  denn  die
Blätter  sind  noch,  in  Thonlagern  aufbewahrt,  von
Amerika  bis  Sachalin  und  Japan  reichlich  verstreut
erhalten.  In  Europa  ist  er  völlig  ausgestorben,
dagegen  ist  er  noch  in  den  nordamerikanischen  Freistaaten
  bis  Mexiko,  auf  Formosa  und  in  Süd-China
sowie  in  Kleinasien  und  zwar  hier  sehr  beschränkt
verbreitet.  Den  wohlriechenden  Styraxbalsam  erhält
man  aber  nur  in  den  letzteren  Landschaften,  während
der  amerikanische  Baum  jenes  Kaugummi  (Sweetgum)
liefert,  welches  in  so  ungeheuren  Quantitäten  von
den  Amerikanern  konsumirt  wird.  Nicht  minder  ist

8

 

bekannt,  daß  der  Hanf  nur  in  den  sehr  heißen  Gegenden
  der  Erde,  zumal  in  Indien  jenes  stark  narkotische
  Harz  liefert,  welches  als  die  Gesundbeit
schwer  schädigendes  Genußmittel  Verwendung  findet.
Die  gleiche  Eigenthümlichkeit  ist  uns  noch  von  anderen
Pflanzen  bekannt,  den  vollen  Ertrag  an  bestimmten
Stoffen  liefern  dieselben  nur  an  ganz  bestimmten
Oertlichkeiten,  werden  sie  verpflanzt,  so  vermindern
sich  jene  häufig  bis  zum  vollkommenen  Verschwinden.

Sollen  nun  die  Versuche,  die  Kautschukbäume  zu
kultiviren,  fernerhin  ausgegeben  werden?  Ich  meine
nicht!  Der  endliche  Erfolg,  ein  gewinnbringender
Anbau,  würde  zumal  für  unsere  Kolonien  von  viel
zu  großer  Bedeutung  sein,  der  Nutzen  wäre  ein  viel
zu  erheblicher,  als  daß  man  von  weiteren  Versuchen
vollkommen  Abstand  nehmen  sollte.  Man  muß  aber
danach  trachten,  die  Pflanzen  unter  diejenigen  Bedingungen
  zu  bringen,  welche  sie  in  der  Heimath
haben.  Bei  dem  brasilianischen  Kautschukbaum  würde
vor  allen  Dingen  darauf  Bedacht  zu  nehmen  sein,
daß  er  periodischen  Ueberschwemmungen  ausgesetzt  ist,
wie  in  Brasilien,  und  dann  sollten  nur  solche  Landschaften
  gewählt  werden,  welche  die  gleichen  meteorologischen
  Verhältnisse  in  den  gleichen  Jahreszeiten
besitzen.  Manihot  Glaziovül  ist,  so  viel  wir  wissen,
eine  Steppenpflanze,  und  deshalb  wird  man  vermuthen
  dürfen,  daß  sie  in  den  mit  übermäßiger
Feuchtigkeit  bedachten  Gebieten  kaum  die  angemessenen
Bedingungen  ihrer  Existenz  finden  wird.  Für  sie
sind  vielleicht  die  regenarmen  Distrikte  mit  Steppencharakter
  die  geeigneten  Wohnplätze.  Es  ist  durchaus
nicht  undenkbar,  daß  bei  der  gehörigen  Berücksichtigung
  aller  einschlagenden  Verhältnisse  doch  noch
ein  günstiger  Ausgang  der  Untersuchungen  erhofft
werden  kann.

—..  .

Ausbreitung  der  RZinderpest.

Nach  Mittheilungen  der  „British  Central  Africa
Gazette“  ist  die  Rinderpest  jetzt  in  den  Distrikten
West-Schire  und  Ruo  aufgetreten.  Auch  das  Wild
wird  von  ihr  ergriffen.

—  —

Einwanderungsverbot  in  ##caragua.

Durch  Gesetz  vom  23.  Oktober  1897  hat  die
Republik  Nicaragua  die  Einwanderung  von  Chinesen
durchaus  verboten.

 

Titterakur-Verxeichniß.

Die  Seeinteressen  des  Deutschen  Reiches.  Zusammengestellt
  auf  Veranlassung  des  Reichs-Marine=Amts.
  80.  (VI,  130  S.)  Mk.  1,—.  ç

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Paul,.  C.:  Die  Mission  in  unseren  Kolonien.
1.  Heft:  Togo  und  Kamerun.  Neue  Folge  der  Dietelschen
  Missionsstunden.  80.  (IV,  215  S.)  Mk.  2,50.

Fr.  Richter,  Leipzig.
        <pb n="49" />
        —  9  —

Deutschland-Uebersee.  Weltkarte  zur  Uebersicht  der  v.  Richthofen:  Karte  der  Kiau-Tshau-Bucht,  Ost-Shandeutschen

  Geschwaderstamonen  und  des  deurschen  Kolo-  tung.  Situationszeichnung  nach  den  Originalen  des
malbesitzes.  39—754  cm.  Nebst  Karte  von  Ost-China  Verfassers  und  anderen  Quellen  von  N.  Kiepert,  Schrift
mit  der  Kiau-Tshau-Bucht.  1:  12  000  000,  302x#21  em  und  Gebirge  vom  Verfasser.  (Aus  „v.  R.,  China“.)
(auf  der  Rückseite.  Farbendruck.  Mk.  1,—.  1:750  000.  36—x44  cm.  Farbendruck.  Mk.  1,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

 

 

1

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.  S.  „Bussard“  23/10.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
M.  S.  „Condor“  11/11.  Natal.  (Poststation:  Sansibar.)
M.  S.  „Falke“  Sydney  27/10.  —  10/10.  Apia  21/12.  —  Auckland.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  „Habicht“  1/10.  Kamerun  18/12.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  12/11.  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Nixe“  11/11.  Freetown  22/11.  —  Victoria  —  Kamerun.  (Poststation:  St.  Thomé.)
S.  M.  S.  „Seeadler“  12/9.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Kapstadt.)
Ablösungstransport:
Fahrplan:  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.

S.  „Möwe“  tlhalbe  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  a)  von  Bremerhaven  —  Genua:  Lieutenant  zur  See  v.  Manteuffel,

b)  von  Genua—  Hongkong:  Kapitänlieutenant  Gotzhein:
Bremerhaven  1/12.  —  3/12.  Antwerpen  5/12.  —  13/12.  Genua  14/12.  —  15/12.  Neapel  15/12.  —
19/12.  Port  Said  19/12.  —  Aden.

Perkehrs-Machrichten.
Zwischen  Deutschland  und  dem  Schutzgebiet  von  Togo  werden  vom  1.  Februar  ab  für  Postpackete
und  Postfrachtstücke  bis  zum  Gewichte  von  10  kg  Nachnahmen  (bis  zu  400  Mk.  für  jede  Sendung)  zugelassen.

Es

 

Postbampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  DNAlusschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schifsungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
**r2"  #
Neapel  am  12.Jan.,  2.,,16.  Febr  Tanga  18—20  Tage  sam  10.,  28.,  31.  Jan.,
(beutsche  Schiffe)  120  abds.  Dar-es-Sal.  19—21  Tg.  1.,  25.  Februar
1  Deutsch-Onafrika.  briodist,  4  am  20,  Jan.,  27.  Febr.]  Sansibar  19—21  Tages  103/  abds.
(englische  e)  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
—kranzösische  Schiffe)  40  ums.  109  abds.
2.  D  Southampton  am  15.  an.,  12.  Febr.  Luderitzbucht  22  Tage  14.  ..  .
(k;t:2k:3:säagg:s»  Bis-il  Fäska  Fäs;  40  Suekahucht,  26  che  1  —  i11-kuba,
  und  1  nsabis  Dampfer  „Leutwein“)
1or.  dant  weiter  alle  14  dage  Hamburg  am  25.  Jan.,  25.  MärzSwakopmund  30  Tage  #m  25.  Jan.,  25.  März
—De  Landwege.)  entsches  Schiff)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  7#½#  abds.
Hambur  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Namerun.  6  (beutsche  2—  nachts  720  alds.
Liverpool  am  19.  Jan.,  16.  Febr.  Kamerun  22  Tage  am  17.  Jan.,  14.  Febr.
—  (englische  Schiffe)  nm——t  16  ms.
Hambur  am  10.jedes  Mts.  nacht-Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
4  —ie“  ahisc  Vain-  am  6.  iedes  vits.  Oa  Tae  Tage  Monats  70  abb.
eber  Li  Li  c  am  12.,  26.  J  s·
Marseille  ker  irder  cenpusschoBanseh  #  "  *  Mlar  Lu  kah,  36,  age  n  en  10.  24.  danuor
auf  Verlangen  des  Marseille  am  26.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
bsenders)  (kranzösische  Schifse)  40  nachm.  von  da  ab  Landverbindung  104¾  abds.
Bordeauru  am  10.  Jan.,  10.  März  Cotonou  22  Tage  am  8.  Jan.,  8.  März
—  —  Cranzösische  Schiffe)  110  vms.  von  da  ab  Landverbdindung)  10  #  bd  .
Neapel  am  12.  Jan.,  9.  Mä  Jun
5.  deutscheu.  Gnineg.  5  Schiffe)  m  —ms  ara  Stephansort  46  Tage  5  1##  4.  Januar,
Brindisi  am  16.  Jan.,  13.  Mär  41  ««·
WW  Z  48  Tase  10  abds.
G.  Marshau.  Brindisi  am  183.  Narz  dJaluit  etw
r  Jueln.  (über  Mh  abds.  d  etwa  70  Tage  um  .  Mt
        <pb n="50" />
        10

WoEnRNANN-LINIE.
Regelmähige  Vost-Dampftchifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Welkafrika.

Jahrplanu  für  das  erste  Vierteljahr  1898.

 

Linie  I.  Nach  Mabeira,  Lagos,  Lome,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Negra.

 

 

 

 

 

 

 

Ausreisee.  Heimreise.
E  *  ra.  Febr.  268.[März  29.  April  29.
Hamburg#.  Jan.  10.  Febr.  10.  März  10.  Gonta,  Nes  Frr,  1.  Apris  1.  Mai  1.
Madeira.  199.  19.  19.5  Eloby.  „  2.  :  2  :  2,.
Monrovia“.  "  27.  27.  27  Batog  „  J.  „  2  2.
Accra“#.  ..  «29.1Mårzl.z-29.  Groß-Batama  „  3.  "  3  3.
Lome  Zh„IàbGV.7  -  30.  -  2.  -  30.  Kribi  .
Lagos  Febr.  1.  .  3  April  1.|  Plantattio  4.  —  4.  44.
Kamerun  :  4  6  41  Lonli  l  l
Rio  del  Rey  -  11.  11.  -  11.  Klein-Batanga  ç  -  5.  -  5.  5.
Victoria  *  12-.  12.  .  1.  Malimba  "  „  6„  6.  6.
Fernando  Po  ·  14.  14.  14.  Bibundi  -  7.  7.  -  7.
Nalimaa.  15.  1  155  Khund  8.  8.
Zlein  Batanga  .  -17.  17.  17.  Lagos  „„  14.  6  „  14.  1.
ongii.  .  "O  .  -21.  -21—
lantation  =  19.  19.  19.  '-«  Z  23.  "  22.
rib  I  ·-  „  4.  24.—  24.
Grob-Batanza-  20..  20.  20Kelein-Popor  2  *„2
Batoaoa  21.  *  21.  =  21.  Kwitta  :  26.  26.  26.
Gabun  23.  =  22.  23.  Addah  "  27.  27.  27.
Kap  Lobe.  2  24  Accray  25  25.
Sette  Cama  =  25  25.  25.  30  "  320.  30.
"  26.  26.  26  Kap  Palmas  *
Nyana  -  .  -  .  -  .  Grand  Bassar  April  1.  Mai  1.  Juni  1.
Mayumbaaa  27.  27.  27.  Monrovia  2  2  2
Loango  :  26.  28  288./Gran  Canaric  122.  12.  12.
Ponta  Negra  :  28.  29.  29.  Teneriffa.  13.  13.  13.
l!  Madeira  "  15.  15.  15.
·  Hamburg  24.  24.  24.
Linie  II.  Nach  Gibraltar,  Marokko,  Canar.  Juseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.
Ausreisee.  Heimreisee.
|  ê  .  "  C  .
amburf.  Jan.  18.  Febr.  18.  März  18.  Sherbro  März  1.  März  30.  1  April  30.
Ln  i  ·22-  22.  222.  Sierra  Leone  2..  April  2.  Mai  2.
Gibraltar  ":  23  28.  289  Conakry.=  23.  3.  -3.
Larache  29.  März  1.  29.  Rufisque  110.  10.  10.
Rabat  30  .  2.  30.  Dakar  =  11.  .  11.  *  11.
Tanger  Febr.  1..  3.  April  1.  Gran  Canaria.  l  17.  7.  II.
Tasablanca  3..  4  3.Woado.  „  19.  19.  19.
Saffi  4.  l5.  =  4.  Saffi.  20.  "*  20.  "20.
Mogador  *5.  "*  6.  —6.  Mazagan  *22.  22.  "*  22.
Mazagan  "  7.  7V7.Casablancak  2.  23.  33.
Gran  Canaria.  „.9.  9.  9.DTanger  24  24.  24.
Teneriffa  10.  10.  10.  Hamburg  April  2.  Mai  2.  Juni  2.
Gorée  14.  14.  1=  ,
Dakar  14.  "*  1  .  14.  g
Rufisque  135.  -15.  135.
Bathurst.  16.  =  16.  =  16.  ·
Bissao  18.  —  -1238.  s  «  !
Bolama  :  211  —  *  21.  1  |
Sierra  Leone  =  23).  20.  "  23.  1  1
Sherbro  #  é  25.  :  22.  "  25.  «

 

 

 

 

HElnfchlsimtqderPassaieruLinielamlLjedesMonatd,LinieIIant19.jedeöMonats,
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.
8)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="51" />
        Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldküste  und  Togo.

 

Ausre  isee.

 

Heimre  ise.

 

 

Hamburg'f..  Jan.  20.  Febr.
Conacyn  ebr.  6.  März
Momoric  8.  -
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Dircoe  12.  "%
z  n  l
Cont...«
Sactpouv..  J  14.  —
pam
Winnebah  y915.
cra  16.  -
Addah  18.  -
Kwitta  B  19.
Lome  ..  221.
Bagida..  22.
Klein·  Popo..  -23.  —
Grand-Toppo  25.  -
Whydah  ....  2386.  -
Kotono  „  27.  -
l

 

LisielkNachwucuwwsfeliySeusshsibekhnnddeuhäfeudersidiüsievouLauuusbisStPuldeLoausm

v

"  #  Iu  Euuusse

 

Kotonou.
Whydah
Grand-Popo
Klein-Popo
Bagida
Lome

Kwitta

Addah
Acrca
Kap  Palmas
Monrovia
Gran  Canaria
Teneriffa.
Madeira.
Hamburg

 

l
Febr.28.lMärz28
März  1.  „  9.

2.  April  2.
1  3.  -  3.
-  5.  -  5.
-  7.  2  7.
1  9.  1  9.
2  11.  5  11.
13.  :  13.
16.  „*  106.

5  18.  *  18.
26.  #:  206.

27.  :  27.

:  28.  28.
April  9.  Mai  9.

l

 

l

 

 

 

Ausreise.

Heimreise.

 

 

 

 

Marz

l
I
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l

l
Hamburg  .  Jan.  31.  For-.  28.
Tenem#ssfe  Febr.  10.  März  10.
Gran  Canarig  #:  11.  #:  11.
ute  ....
k....  -16.I  -16.I
Wöqm..
Kap  Mount  20.  220.
Ronrovia.  21..  21.
Grand  Bassa  33.  2223.
Sino  24.  24=Kap
  Palmas  „25.  235.
Accra  *  .  28.  28.
—  März  1.  1  —  30.
a  -  .  l  4.
Cabinda  .  2  5.  1  Ap
VBanana  7.7.
Konn  9.  9.
oqu  „  11.  -  .
Maiadi  1.  5  11
Loanda  14.  14.
Intr  15.  15.
anae  "  16.  16=Mufsera.
  ":  17.  17.
Ambrzette  18.
uculln  15.  15.
Landana  *½*  "*  20.  20.

 

Mit  dem  am  18.  Februnar  abgehenden  Dampfer  kommt  kein  Schieß

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Jannar,
5.  jedes  zweiten  Monats.  Fahrtdauer  Hamburg  —Swak

—

 

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.
am  1.  jedes  Monats.

Linie  Ill  am  21.  jedes  Monats,  Linie  1.
)Nur  für  Passagiere.

April

31.
10.

 

Landanna
Old  Calabar

pam  .
Saltpond  ..
Kap  Coast
Elmina
Chama
Dixcove
Arim
Kap  Palmas
Sino
Gran  Bassa
Monrovriga
Conakrygy
Gran  Canaria
Mogador
Saffi
Mazagan
Casablanca
Hamburg

Narz  21.  April  21.
*5  -24.

..  -24.
-  28.  -  28.
30.  *  30.
April  7.  Mai  7.
.  68.  :  8.
=  9.  9.
1  11.  111.
12.  22.
.  13.  *  13.
.·  "  1.  #  :  1.
3  é  15.  15.
1  18.  *  18.
-  19.  2-  19.
-2W.  -Ê20.
-Ê21.  -Ê21.
-2.  -23.
*  30.  30.

Mai  2.  Juni

#:  3.  I  -

2  4.  *

5  5.  *
15,.  21

l

pulver  zur  Verladung.

25.  März  und  ferner  am
opmund  etwa  30  Tage.

 

jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
        <pb n="52" />
        12

Fahrplan  der  Postdampfer  der  deutschen  Ostafrika-Linie
A.  Nördliche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
  
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1#  ·  H  .  »
Diese  Dampfer  laufen  zwischen  Mozambique  und  Dar#es- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

·#
Hamburg  Amsterdam  Antwerpen  Lissabon  Neapel  Lost  Neapel  Lort,  Suez  Aden
O
S  ab  an  ob  an  ab  an  ab  an  JBerlin  ab  an  ab  an  ab
I  ieunzkduc  "
«98a19.Jan.20.Jan.«22.Jan.—  —  1826.Jan  28.Jan]2.  Febr.  31.  Jan  2.  Febr.7.  Febr..  Febr.  13.  Febr.  14.  Febr.
8  2.  Febr.  —  —  4.Febs5.;5cb9.0br11.Fbt16.J-cbr.14.Fbk16.Febt.21.Fsebr.22.Fcbr.27.Febr.128.Febr.
99a16.Febr.17.Febt.’19.Febr.—  —  383.  Fbr  25.  Fb  2.  März  128.  Fbr  2.  März  7.  März  8.  März  13.  März  14.  März
992.  März  –  —  4.  Mrʒi  5.  Mrzs  9.  Mrʒ  11.  Mrzs/16.  März  14.  Mrz  II6.  März  21.  März  22.  März  27.  März  28.  März
100%  6.  März  17.  März  19.  März  —  I  —23.Mrz-25.Mr330.März28.-))irz·30.k))kätz4.April5.Aptil10.Apkil»11.Aptil
10030.  März  —  —  1.  Apr.  2.  Apr6.  Apr  8.  Apr13.  Apri.1.  Apr  13.  April  18.  April  19.  April  24.  April  25.  April
*101a  13.  April  14.  April  16.  Apri—  220.  Apr  22.  Apri27.  April  25.  Apr  27.  April!2.  Mais3.  Maiss.  Mai  9.  Mai
101  27.  April  —  —  29.Apr30.  Apr  4.  Mai  6.  Maisl1.  Mai  J  9.  Mai  III.  Mai  16.  Mai  17.  Mai  22.  Mai  23.  Mai
*10211.  Mai2.  Mai  14.  Mai  —  —18  Ma„  20  Mas  S.  Mai  23.  Mai  25.  Mai  30.  Mai  31.  Mai  5.  Juni  6.  Juni
u102  25.  Mai  —.  —  27.  Mai  28.  Mais  1.  Jun  3.  Juns  8.  Juni  J  6.  Jun  J  8.  Juni  13.  Juni  14.  Juni  19.  Juni  20.  Juni
*103a]  8.  Juni  s  9.  Juni  11.  Juni  —  —  15.  Jun  17.  Jun22.  JuniW.  Jun  22.  Juni  27.  Juni  28.  JunisR.  Juli  4.  Juli
10322.  Juni  —  —  24.Jun  25.  Juni29.  Jun  1.  Jull  6.  Juli  4.  Jull6.  Juli  11.  Juli  12.  Juli  17.  Juli  18.  Juli
*1041  6.  Juli7.  Juli  9.  Juli  —  —  113.  Jul  15.  Juli20.  Juli18.  Jul20.  Juli  25.  Juli  26.  Juli  31.  Juli  1.  Aug.
104  20.  Juli  —  —  222.  Jul  23.  JulI27.  Jul  29.  Jus#.  Aug.  1.  Aug  3.  Aug..  Aug.  Aug.14.  Aug.  15.  Aug.
105a  3.  Aug.4  Aug.  6.  Ang.—  —  10.  Aug  12.  Aug7.  Aug.15·  Aug7.  Aug.  22.  Aug.2  3.  Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.
105  17.  Aug.  —  —  19.Aug.  20.  Augs24.  Aug  26.  Aug31.  Aug.29.  Aug  31.  Aug.  5.  Sept.  Sept.  I11.  Sept.  12.  Sept.
*106¼  31.  Aug.Sept.  3.  Sept.  —  —pt4.  Sept.  12  SptH.  Sept.  19.  Sept.20.  Sept.  25.  Sept.  26.  Sept.
Jos  14.  Sept.  —  —  lIlls6.  Spt  17.  Sptlꝰi.  Spt  23.  Spi28.  Sept.  126.  Spt28.  Sept.  Ofkt.4.  Okt.Ot.  10.  Otl.
107a  28.  Sept.29.  Sept.  1.  Okt.  —  —  5.  Okt  7.  Ofl12.  Oft.10.  Okt|12.  Okt.  17.  Okt.18.  Okt.  23.  Okt.  -  Okt.
10  12.  Okt.  —  —  14.  Ott  15.  Okl19  Okt  21.  OftlG.  Oft.  2  Ot6.  Okt.  31.  Okt.].  Nov.6.  Nov.  7.  Nov.
1089  26.  Okt.7.  Okt.  29.  O(.t.  —  —2.Nov  4.No9.  Nov..Nov.  Nov.  14.  Nov.15.  Nov.  20.  Nov.  21.  Nov1D
1089  Nov.  —  —  I.Nov  12.N00|16.Nov  18.No0  0|23.  Nov.  21.Nov  3.  Nov.  28.  Nov.29.  Nov.  4.  Dez.,  5.  Dez.
"  1  I
«109a23.Nov.24.Nov.«26.Nov.—  —30.Nov;2.Dez7.Dez.5.Tcz7.Dcz.12.Dez.13.Dez.18.Dcz.  18.  G.
1899  39
109  Dez.  —  —  9.  De  10.  Dezl.  Dez  16.  De#l.  Dez.  19.  Dez#1.  Dez.  26.  Dez.  27.  Dez.1.  Jan.  2.  Jan.
"„  E  1899  1899  1899  1899  1899
110a21.  Dez.22.  Dez.  24.  Dezz  –  28.De3  30.Dez  4.  Jan.  2.  Jan  4.  Jan.  9.  Jan.  /9.  Jan.  I15.  Jan.  16.  Jan.
*)  Diese  Dampfer  nehmen  keine  Ladung  für  Plätze  nördlich  von  Beira.
Heimreise.
2  ·  Dur-  9  s-JOt.-..-«bunDelagoa-BayJnhambane
  Beira  Quelimane  s  Mozambique  Dars—  Sansibar  Tanga
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1898  1898  1898189818981898189881898  1808  1898  18608  1898  1808  1898  1898  1898  1898
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Salam  die  Häfen  von  Majunga  und  Nossi  Bé  an,  wenn  genügend

Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,
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zwischen  Hamburg  und  Ostafrika  für  das  Jahr  1898.
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Bremerhaven


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Fahrplan  der  Reichspostdampfer-Linien  des  Norddeutschen  Lloyd,  Bremen,  für  das  Jahr  1898.

Antwerpen
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Southampton

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Genua  Neapel
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Berlin

Post  Post
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Neapel

Ostasiatische  Hauptlinie.  Ausreise.

 

Neapel  Port  Said
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Suez
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Colombo

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Hongkong
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158

 

Mittwoch  ·

Vorm.

3
.Febr.
23.  März
20.  April
18.  Mai
15.  Juni
18.  Juli
10.  Aug.
7.  Sept.
5.  Okt.
2.  Nov.
80.  Nov.

28.  Dez.

Donnerst.  Sonntag
Borm.  Vorm.

2,.  Jan.
27.  Jan.  1  30.  Jan.
24.  Febr.  27.  Febr.
24.  März  27.  März

21.  April

24.  April

19.  Mai  22.  Mai
16.  Juni  19.  Juni
14.  Juli  #17.  Juli
11.  Aug.  14.  Aug.

 

8.  Sept!  11.  Sept.

6.  Okt.
3.  Nov.
1.  Dez.

29.  Dez.

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9.  Okt.
6.  Nov.
4.  Dez.
1899

 

1.  Jan.

Montag
10  Nachm.
3.  Jan.
31.  Jan.
28.  Febr.
28.  März
25.  April
23.  Mai

11.  Jan.

 

Dienstag  Mittwoch
100  Vorm.

8.  Febr.

8.  März
5.  April.

3.  Mai

Montag
Abend

10.  Jan.
7.  Febr.
7.  März.
4.  April;
2.  Mai

Mittwoch
Abend

12.  Jan.
9.  Febr.
9.  März
6.  April
4.  Maie

31.  Mai
28.  Juni
26.  Juli  1
23.  Aug.
20.  Sept.
18.  Okt.
15.  Nov.
13.  Dez.
1899
10.  Jan.

29.  Dun-27.
  Juli
24.  Aug.
21.  Sept.
19.  Okt.
16.  Nov.
14.  Dez.
1899
11.  Jan.

30.  Mai  1.  Juni
27.  Juni  29.  Juni
25.  Juli  27.  Juli
22.  Aug.  24.  Aug.

 

19.  Sept.
17.  Okt.
14.  Nov.
12.  Dez.
1899
9.  Jan.

21.  Sept.
19.  Okt.
16.  Nov.
14.  Dez.
1899

 

11.  Jan.

Mittwoch  #.  Sonntag
9%  Abende

12.  Jan.  16.  Jan.
9.  Febr.  13.  Febr.
9.  März  13.  März
6.  April.  10.  April
4  Mai  8.  Mai
1.  Juni  5.  Juni

29.  Juni  3.  Juli

27.  Juli  31.  Juli

24.  Aug,  28.  Aug.

21.  Sept.  25.  Sept.

19.  Okt.  23.  Okt.

16.  Nov.  20.  Nov.

14.  Dez.
1899

 

11.  Jan.  1  15.  Jan.

Montag  #
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17.  Jan.
14.  Febr.
14.  März
11.  April
9.  Maie
6.  Juni
4.  Juli
1.  Aug.
29.  Aug.
26.  Sept.
24.  Okt.
21.  Nov.
19.  Dez.
1899

22.  Jan.

Sonnab.

19.  Febr.
19.  März
16.  April!

 

Sonnab.

1.  Jan.
29.  Jan.
26.  Febr.
26.  März
23.  April

14.  Mai  21.  Mai
11.  Juni  18.  Juni
9.  Juli  16.  Juli
6.  Aug.  13.  Aug.

 

16.  Jan.

3.  Sept.  10.  Sept.

1.  Okt.
29.  Okt.
26.  Nov.
24.  Dez.

1899
21.  Jan.

8.  Olt.
5.  Nov.
3.  Dez.
31.  Dez.
1899

 

28.  Jan.

Freitag

7.  Jan.
4.  Febr.
4.  März
1.  April
29.  April
27.  Mai
24.  Juni
22.  Juli
19.  Aug.
16.  Sept.
14.  Okt.
11.  Nov.
9.  Dez.
1899
6.  Jan.

 

3.  Febr.

Donnerst.

13.  Jan.
10.  Febr.
10.  März
7.  April
5.  Mai
2.  Juni
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28.  Juli
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22.  Sept.
20.  Okt.
17.  Nov.
15.  Dez.
1899
12.  Jan.
9.  Febr.

 

Montag

17.  Jan.
14.  Febr.
14.  März
11.  April
9.  Mai
6.  Juni
4.  Juli

16.  Jan.
13.  Febr.

 

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Ostasiatische  Hauptlinie.

Aden  Siuez
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Port  Saidä  Neapel

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Berlin

Heimreise.

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Bremerhaven

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148

§59,

162
163

 

164

Die  angegebenen  Abfahrtstage  werden  nach  M5

Freitag

9  Vorm.  .

28.  Jan.

25.  Febr.

Sonnab.
9#  Vorm.
26.  März

23.  April
21.  Mai

17.  Juni
15.  Juli
12.  Aug.

10.  Sept.

B.  Okt.
5.  Nov.

3.  Dez.

31.  Dez.
28.  Jan.

25.  Febr.
Gegen  Monfun.

 

 

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4.  Jan.
1.  Febr.
1.  März
Mittwoch
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30.  März

27.  April
25.  Mai
22.  Junie
20.  Juli
17.  Aug.
14.  Sept.

12.  Okt.
9.  Nov.

7.  Dez.
1899
4.  Jan.

1.  Febr.
1.  März

Sonntag

 

 

9.  Jan.

6.  Febr.

6.  März
Montag

 

4.  April

2.  Mai
30.  Mai
27.  Juni
25.  Juli
22.  Aug.
19.  Sept.

17.  Okt.
14.  Nov.

12.  Dez.
1899
9.  Jan.
6.  Febr.

 

6.  März

Sonntag

16.  Jan.

3

13.  Febr.
13.  März

Montag
11.  April

Dienstag
10.  Mai
7.  Juni
5.  Julie

13.  Febr.
13.  März

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26.  Febr.
26.  März

Sonntag
24.  April
Montag

23.  Mai
20.  Juni
18.  Juli
15.  Aug.
12.  Sept.
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Sonntag

6.  Nov.
4.  Dez.
1899

1.  Jan.

29.  Jan.
26.  Febr.
26.  März

24.  Jan.
21.  Febr.
21.  Marz

Dienstag
19.  April
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19.  Mai
16.  Juni
14.  Juli
11.  Aug.
8.  Sept.
6.  Olt.

Dienstag

1.  Nov.
29.  Nov.

27.  Dez.
1899
24.  Jan.
21.  Febr.
21.  März

 

 

Sonntag

2.  Jan.
30.  Jan.
27.  Febr.
27.  März
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25.  April
Dienstag
24.  Mai
21.  Juni
19.  Juli
16.  Aug.

13.  Sept.
11.  Okt.

Montag
7.  Nov.
5.  Dez.

1899
2.  Jan.

30.  Jan.
27.  Febr.

 

27.  März

Mittwoch
Abend
5.  Jan.
2.  Febr.
2.  März

30.  März

Donnerst.
Abend

28.  April
Sonnab.
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28.  Mai
25.  Juni
23.  Juli
20.  Aug.
17.  Sept.
15.  Okt.

2.  Febr.
2.  März
30.  März

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6.  Jan.

3.  Febr.
3.  März

 

 

31.  März

 

Donnerst.

6.  Jan.
3.  Febr.
3.  März
31.  März
Freitag
29.  April
Sonntag
29.  Mai

26.  Juni-24.

  Juli
21.  Aug.
18.  Sept.
16.  Okt.

Freitag
11.  Nov.
9.  Dez.
1899
6.  Jan.

3.  Febr.
3.  März
31.  März

 

Sonnab.

8.  Jan.
5.  Febr.
5.  März
2.  April
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1.  Mai
Montag

30.  Mai

Sonntag

13.  Nov.
11.  Dez.
1899
8.  Jan.

5.  Febr.
5.  März
2.  April

 

 

Sonntag

18.  Jan.
13.

10.  April
Montag
9.  Mai

Mittwoch

8.  Juni
6.  Julie
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28.  Sept.

26.  Okt.
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21.  Nov.
19.  Dez.
1899
16.  Jan.

13.  Febr.
13.  März
10.  April

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13.  März

 

Montag

17.  Jan.
14.  Febr.
14.  März
11.  April
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10.  Mai
Donnerst.
9.  Junie
7.  Julie
4.  Aug.

1.  Sept.

29.  Sept.
27.  Okt.
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22.  Nov.
20.  Dez.
1899
17.  Jan.

14.  Febr.
14.  März
11.  April

Dienstag
18.  Jan.

Mittwoch
11.  Mai
Freitag

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28.  Okt.

21.  Dez.
1899
18.  Jan.

 

15.  Febr.
15.  März
12.  April

10.  Juni

5.  Aug.
2.  Sept.
30.  Sept.

Mittwoch
23.  Nov.

15.  Febr.
15.  März

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20.  Jan.
17.  Febr.
17.  März
14.  April

Freitag
13.  Mai
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9.  Juli
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23.  Dez.

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20.  Jan.

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bungen  in  den  Ankunfte=  und  Abgangszeiten  zulässig,  ije  nach  dem  Berkauf  der  ——  ersolgt

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Dgrncent  Sonntag  Montag  Dtenstag  Auwoch  Montag  —  S  !  en#  —  Sonnab.  Donnerst.]  Müttwoch  ]  Freitag  Montag

   

 

 

 

 

 

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—  —  —  —  —  —  —  2.  Jan.  3.  Jan

12.  33  13.  Jan.  186.  Jan.  17.  Jan.25.  Jan.  26.  Jan.  24.  Jan.  26.  Jan.  26.  Jan.  30.  Jan.  31.  Jan.  Febr.  12.  Febr.  24.  Febr.]  1.  Mär4.  März
ebr.  10.  Febr.  13.  Febr.  14.  Febr.2.  Febr.,  23.  Febr.21.  Febr.=  23.  Febr.t  Febr.7.  Febr.  28.  Febr.  5.  März12.  März)24.  März29.  März1.  April
f.  März!  10.  März'  13.  März.  14.  März  22.  März!  25.  März  21.  März,  23.  März  23.  März  27.  März28.  März  2  2.  Aprrl!  9.  April!  21.  April  D26.  April!29.  April.
6.  April  7.  April  10.  April  11.  April  19.  April,  20.  April  15.  April  20.  April  20.  April!]  24.  Apri25.  April  30.  April!  v.  Mai  19.  Mai  24.  Maiss27.  Mai  .Mai
155  4.  Mai  5.  Mai  8.  Mai  9.  Mai  17.  Mai  18.  Mai  16.  Mai  18.  Maiul8.  Mai  22.  Mai.!  3.  Mai  28.  Mai  4.  Juni  16.  Juni  21.  Juni  24.  Juni  u  Juni
156/  1.  Juni  -  Juni  5.  Juni  Juni  14.  Juni  15.  Juni  13.  Juni  15.  Juni  15.  Juni  19.  Dum!  2  .  .  Juni  #  25.  Juni  2.  Juli  14.  Juli  19.  Juli  22.  Juli  25.  Juli
157  29.  uni  Juni  3  Fuli  Juli  12.  Juli  13.  Juliill.  Juli  13.  Juli13.  Juli  17.  Juli  Juli  23.  Juli  30.  Juli  11.  Aug.  16  Aug.  19.  Aug.  22.  Aug.
W--  38.  Juli  81.  Juli  Aug.  9.  Aug.  10.  Aug..  Aug.  10.  Aug.10.  Aug.  14.  Aug.  12.  Aug.  20.  Aug.27.  Nug.  8.  Sept.  13.  Sept.  16.  Sept.  19.  Sept.
159  24.  Aug.  25.  Aug.  28.  Ang.  29.  Aug.  6.  Sept.  7.  Sept.]  5.  Sept.  7.  Sept.?.  Sept.)  11.  Sept.  12.  Spt  17.  Sept.  24.  Sept.  6.  Okt.  11.  Okt.  14.  Okt.  17.  Okt.
/Z  21.  Sept.  22.  Sept.  25.  Sept.  26.  Sept.  4.  Okt.  5.  Okt.  3.  Okt.  5.  Okt.  5.  Okt.  9.  Okt.  10.  O  15.  Okt.  22.  Okt.  8.  Nov.  11.  Nov.  14  Nov.
161  19.  Okt.  20.  Okt.  23.  Okt.  24.  Okt.  1.  Nov.  2.  Nov.  31.  Okt.  2.  Nov.2.  Nov.  6.  Nov.  7.  *  12.  Nov.  19.  Nov.  Dez.  6.  Dez.  9.  Dez.  12.  Dez.
1899  1899  1899
162,  16.  Nov.  17.  Nov.  20.  Nov.  21.  Nov.  20.  Nov.  30.  Nov..  Nov.  30.  Nov.  30.  Nov.  4.  Dez.  5.  Dez.  10.  Dez.  17.  Dez.  29.  Dez.  3.  Jan.  G#.  Jan.  H.  Jan.
1899  1899  1899  1899  1899  «-Tc;.28.Tc;.28.Dez.1.Jan.2.Jan.7..Jan.14.Jan-26.
  Jan.  31.  Jan.  Febr.  6.  Febr.

26.
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8.  Jan.  15.  Jon.  —  2.  Febr.  4.  Febr.  br.
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22  HMell.  Weelaide  Fremantle  Colombo  Aden  Suez  Port  Said  Neapel  vok  #t  Neapel  Genua  Soucht  Antwerpen  #
oa  ab  an  an  an  an  an  an  Naboel  Berlin  ab  an  an  u.  ab  an  ab  an

Montag  Montag  Sonnab.  Sonntag  Donnerst.  Donnerst.]  Sonnab.  Freitag  Sonnab.  Montag  Dienstag  Mittwoch  Freitag
125  Mittan  7  Mittags  Vorm.  Nachm.  ]  Nachm.

147  —  —  —  —  3.  Jan.  8.  Jan.  9.  Jan.  13.  Jan.]/13.  Jan.  15.  Jan.4.  Jan.  15.  Jan.  24.  Jan.  26.  Jan.  26.  Jan.  28.  Jan.
148  —  —  8.  Jan.  —  114.  Jan.  31.  Jan.  5.  Febr.  6.  Febr.  10.  Febr.  10.  Febr.  12.  Febr.  11.  Febr.  12.  Febr.)/21.  Febr.  22.  Febr.  23.  Febr.  25.  Febr.
149  26.  Jan  28.  Jan.  5.  Febr.  —  121.  Febr.  28.  Febr.  5.  März,  6.  März  10.  März10.  März12.  März|11.  März!  12.  Närz  21.  März'22.  März  23.  März  25.  März
450  23.  Febr.  25.  In.  5.  März  —  .21.  März  28.  März

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2.AprilEZ.Apt-ic7.April7.Apric9.Apki18.  April!  9  April18.  April  19.  April20.  April  22.  April
2  Sonntag  *  frit  Sonntag  Montag  Donnerst.

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*4  23.  März  25.  März  2.  April  6.  April  17.  April  25.  April  30.  April  1.  Mai  5.  Mai  5.  Mai'  7.  Mais  6.  Mai7.  Mai  15.  Mai  16.  Mai18.  Mai  19.  Mai

 

Dienstag  Mittwoch  Montag  Dienstag  Sonnab.  Sonnab.  Mentag  Sonntags  Montag  Dienstag  Mittwoch  Freitag  Sonnab.
ru  ru  ru

152  20.  April  22.  April  30.  April  4.  Mai  17.  Mai  25.  Mai  30.  Mai  31.  Mai  4.  Juni  4.  Juni  6.  Junis  5.  Juni  6.  Juni  14.  Juni  15.  Juni.  Juni  18.  Juni  #.
133  18.  Mai  20.  Mai  28.  Mai  1.  Juni  14.  Juni  22.  Juni  27.  Juni  28.  Juni  2.  Juli2.  Juli  4.  Juli  Juli  4.  Juli  12.  Juli  13.  Juli  15.  Juli  16.  Juli
15.  Juni  17.  Juni  25.  Juni29.  Juni  12.  Juli  (20.  Juli  25.  Juli  (26.  Juli  30.  Juli  30.  Juli  1.  Aug.  31.  Juli  1.  Aug.  9.  Aug.  10.  Aug.  12.  Aug.  13.  Aug.

13.  Juli  15.  Juli  23.  Juli  27.  Juli  9.  Aug.  17.  Aug.  22.  Aug.  23.  Aug.  27.  Aug.27.  Aug.  29.  Aug.28.  Aug.  29.  Aug.  6.  Sept.  7.  Sept.  9.  Sept.  |10.  Sept.]

5l  10.  Aug.  12.  Aug.  20.  Aug.  24.  Aug.  6.  Sept.,  14.  Sept.  19.  Sept.  20.  Sept.  24.  Sept./24.  Sept.  26.  Sept.25.  Sept.  26.  Sept.  4.  Okt.  5.  Okt.  7.  Okt.  8.  Okt.-157

  7.  Sept.  9.  Sept.  17.  Sept.  21.  Sept.  4.  Okt.  12.  Okt.  17.  Okt.  18.  Okt.  22.  Okt.  22.  Okt.  24.  Okt.23.  Okt.  24.  Okt.  1.  Nov.]  2.  Nov.  4.  Nor.5.  Nov.f
Sonntag  Montag  Sonnab.  Sonntag  Donnerst.Donnerst.  Son#nab.  Freitag  Montag  Mittwoch  Donnerst.

früb  rũ  frü  I

158  5.  Okt.  7.  Okt.  15.  Okt.19.  Okt.  30.  Okt.  7.  Nov.  12.  Nov.  |13.  Nov.  17.  Nov.  11.0%  19.  Nov.18.  Nov.  19.  Nov.  27.  Nov.  28.  Nov.  30.  Nov.  1.  Dez.

159  2.  Nov.  4.  Nov.  /12.  Nov.16.  Nov.  27.  Nov.  5.  Dez.  10.  Dez.  11.  Dez.  15.  Dez.  15.  Dez.  17.  Dez.16.  Dez.  17.  Dez.  25.  Dez.  26.  Dez.2  Dez.  29.  Dez.
|  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899  1899

160  30.  Nov.  2.  Dez.  10.  Dez.  14.  Dez.  25.  Dez.  2.  Jan.  Jan.  8.  Jan.  12.  Jan.12.  Jan.  14.  Jan.13.  Jan.  14.  Jan.  22.  Jan.  23.  Jan.  25.  Jan.  N  Jan.

1899  1899  1899
5.  Febr.  9.  Febr.  Febr.  11.  Febr.10.  Febr.  11.  Febr.  19.  Febr.20.  Febr.  22.  Febr.  23.  Febr.

7.
*  28.  Dez.  30.  Dez.  7.  Jan.  11.  Jan.  22.  Jan.  30.  Jan.  4.  Febr.
5.  März  9.  März9.  März11.  März10.  März  (11.  März!  19.  März  20.  März22.  März  23.  März

1  I
162.25.  Jan.  27.N7  Jan.  4.  Febr.  8.  Febr.  19.  Febr.  27.  Febr.  4.  März

163|22.  Febr.  24.  Febr.,  4.  März  8.  März  19.  März  27.  März  1.  April!  2.  April!  6.  Apri|]6.  April!]  8.  April]  7.  April!  8.  April  16.  April)17.  April19.  April  20.  April
Gegen  Wonsun.

Die  angegebenen  Abfabrtszeiten  werden  nach  Möglichkeit  eingehalten  werden,  jedoch  ĩind  in  den  Zwischenhäfen  Verschiebungen  in  den  Ankunfto=  und  Abganggjeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.

 

 

1

 

      

      

 

—

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15
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        Bremerhaven


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33  23.  Febr.

Singapore

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Mittwoch  Freitag

Singapore


ab

2  onnerst

3420.  April  27.  Mai  2.  Juni
35  15.  Juni  22.  Juli  28.  Juli  30.

zr

38130.  Nov.  6.  Jan.

1XK  20#K

1899

Bremerhaven,

ab

1
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1

Zweiglinie=  von  Singapore  nach  dem  deutschen  Schutzgebiet  von  iNeu-Guinea.

Batavia  Macassar

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Sonnab.

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4.  Febr.  10.  Febr.  12.
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1.Apkics7Apkic

9.

4  Juni)
Juli  4.  Aug.  12.

36  10.  Aug.  16.  Sept.  22.  Sept.  24.  Sept.  29.  Sept.  7.

5.  Okt.  11.  Nov.  f  17.  Nov.
1899

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—

Febr.  17.  Febr.  225.  Febr.  26.  Febr.
April  14.  Apri

9.  Nov.  24.  Nor.  2.  Dez.
1899
12.  Jan.  14.  Jan.

Hongkong

an

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Donnerst.

1899
19.  Jan.  27.  Jan.  28.  Jan.  1.  Febr.

Verlinhafen

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Freitag
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Aug.:
Okt.

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1899

1  1

vongtong

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3.  Dez.

Stephansort
(Erima)
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1.  J  Jan.  5.  Jan.

8.  Okt.
1

1899  1  1899

Friedr.  Wilh.  Hafen  Kinschhafen
(Langemak,

  
 
 
 
 

 

2.

13.  Okt.

    

1899

bucht)
an  "

23.  Juni  25.  J
18.  Aug.  20.  A#ug.

#  15.  Okt.
l

 

Febr.

Herbertshöhe
und  Matupi

an

Sonnab.  Mittwoch  Donnerft.  Sonnab.
6.  Jan.  8.  Jan.
2.  Marz  8.  Marz  5.  Marz
22.  April  23.  April  27.  April  28.  April  3.  April
9.  Juni  17.  Juni  18.  Juni  22.  Juni
13.  Aug.  17.  Aug.
12.  Ok.

7.  Dez.

Juni

     

1899“
4.  Febr.

ab

4.  Mai

19.  Olt.

1899

 

 

14.  Dez.
8.  Febr.

l

Mittwoch
12.  Jan.
9.  März

 

29.  Juni
24.  Aug.

Stephansort

Fried.  Wilh.=Hafen


an  O

Berlinhafen


an

Macassar
an

Freitag  1  r  Dienstag

14.  Jan.

11.  14.  März  22.  März  27.  März
9.  Mai
4.  Juli
29.  Aug.
v24.  Ott.

16.  Dez.  19.  Dez.
1899

6.  Mai
1.  Juli
26.  Aug.

21.  Okt.

1899  l

      

25.  Jan.

17.  Mai

6.  Sept.
1.  Nov.

7

1899

10.  Febr.,  13.  Febr.  21.  Febr.
Nach  Bedarf  kann  Amboina,  Mioko  und  Banda  angelaufen  werden.  —  Die  Abfahrt  von  Singapore  darf  nicht  vor  dem  festgesetzten  Tage  stattfinden.

Zweiglinie  von  Hongkong  nach  Japan.

 

YDokohama

an  D!

ab  1

Hiogo

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Nagasaki

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Hongkong

an

 

        

12.  Juli  1  17.  Juli

27.  Dez.  1.  Jan.

Batavia=„

Sonntag

30.  Jan.

11.  Sept.

6.  Nov.
1899

 

26.  Febr.

Hongkong
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eingapore

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Singspore

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Mittwoch  Dienstag
2.  Febr.  *

.  Febr.
Mittwoch

30.  März  6.  April

25.  Mai;1.  Juni
20.  Juli  27.  Juli
14.  Sept.

9.  Nov.
1899
4.  Jan.

i  21.  Sept.

16.  Nov.
1899
.  Jan.

 

 

  

Bremerhaven

an

Bremerhaven


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Donnerst.
2.  Jan.
17.  Nar3
Freitag
13.  Mai
Sonnab.
9.  Juli
3.  Sept.
29.  Okt.
Freitag

B  Dez.

1899
17.  Febr.

1.  Marz  8.  Marz  14.  April

 

150

152

153
154
155
156·
157
158

159
160
161

162

163

164

Mittwoch

26.

23.
23.
20.
18.
15.
13.

10.
7.
5.

2

30

28.  Dezember

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Januar

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Juli
August

Septbr.
Oktober

 

November

November

 

Donnerstag

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12
9.

Januar
Februar

März

April
Mai
Juni

November

Dezember
1899
Januar
Februar

 

Freitag

Januar
Februar

—
—

März

 

.  April

Juni

Septbr.
Oktober
18.  November.
16.

13.

Dezember
1899
Januar

.  Mai  «

 

10.  Februar

Mittwoch

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19.  Januar
16.  Februar

16.  März

13.  April

11.  Mai  .
8.  Juni
6.  Juli
3.  August
31.  August  1

28.  Septbr.
26.  Oktober
23.  November

21.  Dezember
1899

18.  Januar

15.  Februar

 

30.
28.
25.

23.

20.
17.

.  Januar
.  Februar

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Freitag

April
Mai
Juni
Juli
August
Septbr.

Oktober
November,
Dezember  6
1899
Januar
Februar

 

Sonnabend

22.
19.
19.

14.

18.

Januar
Februar

März

April
Mai
Juni
Juli
August
Septbr.

Oktober
Oktober
November

Dezember
1899

.  Januar
Februar

 

 

Mittwoch

26.  Januar
23.  Februar
Donnerstag
24.  März

21.  April
19.  Mai
16.  Juni
14.  Juli
11.  August
8.  Septbr.

6.  Oktober

3.  November
1.  Dezember
29.

26.
23.

Dezember
1899
Januar
Februar

 

Sonntag

2.  Januar
30.  Januar
27.  Februar

Montag
28.  März

25.  April
23.  Mai
Juni
Juli
August
Septbr.

Oktober
November
.  Dezember
1899
.Januar

.  Januar
27.  Februar

 

Dienstag

4.  Januar
1.  Februar
1.  März
Mittwoch
30.  März

27.  April
25.  Mai
22.  Juni
20.  Juli
17.  August
14.  Septbr.

12.  Oktober
9
7.
4.

1.  Februar
1.  März

1899
Januar

l
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November
Dezember

Donnerstag
20.  Januar
17.  Februar
17.  März
14.  April

Freitag
13.  Mai

Sonnabend
11.  Juni
.  Juli
.August
.  Septbr.
.Oktober
29.  Oktober

Freitag

G□  #“

25.  November

23.  Dezember
1899

20.  Januar

17.  Februar

17.  März
14.  April

Der  Dampfer  der  Zweiglinie  nach  Japan  verkehrt  in  unmittelbarem  Anschluß  an  die  Dampfer  der  ostasiatischen  Hauptlinie  derart,  daß,  wenn  der  Dampfer
der  Hauptlinie  vor  Fahrplan  in  Hongkong  eintrifft,  auch  die  Abfahrt  des  Dampfers  der  Zweiglinie  von  Hongkong  vor  der  fahrplanmäßigen  Zeit  erfolgt.

16
        <pb n="57" />
        17
Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —  —
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fämi
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  n  Berlin
Neapel  ...  am  13.*,  27.  Jan.,  Hamburg  ..  am  10.*  und  26.*
Dentjch  ·  Ostafrita  ..  Brindisi.  ..  am  25.  Jan.,  22.  Feb.  Togogebiet  ..  ...  jedes  Monats
Marseille  ..  am  16.  Jan.,  16.  Fed.  Marseille  ..  am  16.  jedes  Monats
Deutsch-Züdwestafrika  Southampton,  am  18.  Jan.,  15.  Feb.  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel..  l““  3
I  s  T  .
Aamerun.......  a  om  2,  D  marstall-Inseln...arseile..  Mitte  Februar
27.  Januar  "  1

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Weermenzn-Linie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"=Reise
  Letzte  Nachrichten
o
*  Postdampfer  von  nach  bis  28.  Dezember  1897
„Wolph  Woermann  .  Loango  Hamburg  am  25.  Dezember  in  Accra.
„Uline  Woermann".  Hamburg  Loango  am  24.  Dezember  in  Gabun.
„Ama  Woermann  Hamburg  Sherbro  am  21.  Dezember  in  Bissao.
„Antonina"  Luüderitzbucht  Antwerpen  am  23.  Dezember  in  Antwerpen.
„Carl  Woermann“  .  Loanda  Hamburg  am  23.  Dezember  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  .  Hamburg  Kongo  am  14.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Ella  Woermann  -·  .  Sherbro  Hamburg  am  26.  Dezbr.  in  Hamburg  eingetroffen.
han  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Accra.
6  rüüchen  Bohlen"“  .  Hamburg  Whydah  am  25.  Dezember  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  .  Hamburg  Sherbro  am  23.  Dezember  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  11.  Dezember  in  Loanda.
urt  Woermann  ·  ¶  3z.  gt.  in  vHamdurg.
zh  Bohlen..5.  Zt.  in  Hamburg.  -
vBohlen  ·  Hamburg  Loango  am  21.  Dezember  in  Madeira.
Voermann  ·  Hamburg  Lüderitzbucht  am  8.  Dezember  in  Las  Palmas.
r  aiit  Bohlen  ·  Lüderitzbucht  Hamburg  am  22.  Dezember  in  Las  Palmas.
«  käfsssvt  Wen-mann«..  Hamburg  Kotonou  am  13.  Dezember  Dover  passirt.
„Thella  Vohlen·  Hamburg  Swakopmund  am  23.  Dezember  in  Conakry.
—  Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).
Neichspostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
sidampf  von  nach  bis  28.  Dezember  1897
8  Hamburg  Durban  am  24.  Dezember  ab  Neapel.
8  z.  Zt.  in  Hamburg.
Kar  Hamburg  Durban  am  26.  Dezember  an  Durban.
“.  *  Durban  Hamburg  am  28.  Dezember  an  Neapel.
gechre  .l  Hamburg  Durban  am  27.  Dezember  ab  Sansibar.
„Mnn  S  Durban  Hamburg  am  27.  Dezember  ab  Delagoabai.
„Cenerdl  .  Durban  Hamburg  am  22.  Dezember  ab  Sansibar.

     

 

z.  Zt.  in  Hamburg.

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an
einzusenden.

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die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,

 

 

 

 

 

     
 

7e  Die  Ev
noch  nicht

ich  ein

angel.

Wer  d.  reich  illustr.  Familienblatt
issionen“

ennt,  versäume  nicht,
Aubesen  kommen  zu
ertelsmann  in

(157)

GCutgepflegte  Rhein-  u.  Mos

eweine.

 

 

 

im  Export  bewährt,  liekern  billigst

Peter  Eckertz  &amp;amp;Co

London  E.  C.,  2  Roval  Exchunge  Bnildings.

Weingutsbesitzer,

5%  Oberwinter  a.  Rh.

(us)
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        —  18

Vertrieb  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonieen
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglleder  der

Deutschen  Kolonlal-Gesellschaft.
G.  m.  b.  H.

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann

Grossher  zoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflleferant.

Eingetragene  Schutrmarke.

 

 

Haupt-  und  Versandgeschäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernspr.:  Amt  1I.  No.  9827.
Zweiggeschäft:  Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.  Fernapr.;  Amt  IX.  No.  7244.

 

 

—  Schoroladen,  Kaffees,  Fantfttle,  Ziparren,  Liköre.  —  Erhnotogt#a,  Landkarcen,

Phlotopgraphteen,  Kolonta!t-Licteratur.

Kamerun-Kakao:;  Pfand  Mk.  2,—,  9  Pfund  je  Mk.  1,90.
Kola-Liküör:  11  Flasche  Mk.  3,50,  ½  Flasche  Mk.  2.—.

Spezialitäten:

—0  Der  soeben  erschlenene  Generalkatalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  2—
Illustrirte  Postkarten  aus  den  deutschen  Kolonieen.

 

 

Beschluß.
Gemäß  Artikel  14  des  Allgemeinen
deutschen  Handelsgesetzbuches  werden
die  Eintragungen  im  Handelsregister
des  Gerichtes  für  den  Südbezirk  von
Deutsch-Ostafrika  im  Laufe  des  Jahres
1898  im
Deutschen  Reichs=  und  Königlich
Preußischen  Staatsanzeiger,
Deutschen  Kolonialblatt,
The  Gazette  for  Zanzibar  and  East
Africa
bekannt  gemacht  werden.
Dar-es-Saläm,  den  2.  Novbr.  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
In  Vertretung:

Alt.  *#  Ermi

Bekanntmachung.
Im  hiesigen  Firmenregister  wurde
heute  unter  Nr.  1  die  Firma
Christo  Loucas
mit  dem  Sitze  in  Dar-es-Saläm
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Christo  Loucas  in  Dar-es-Salam
eingetragen.
Dar-es-Salam,  den  11.  Novbr.  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
In  Vertretung:

 

(160)

  

 

EKporl-Stahlkarren
DeUrscH  ENGL.  FORM
fahriciren

HKörigen  Co.

B.  Gladbach,  Köln

  

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Firmenregister  wurde
heute  unter  Nr.  2  die  Firma
Sägewerk  William  Kusenberg,

Simba-Uranga,

mit  ihrem  Sitz  in  Simba-Uranga  an
der  Rufidji-Mündung  und  als  deren
Inhaber  der  Gerichtsassessor  a.  D.
Dr.  jur.  William  Kusenberg  in
Berlin,  Brückenallee  Nr.  28  part.,

ferner  im  Prokurenregister  unter
Nr.  2  für  Freiherrn  Rudolph  von
Brandenstein  in  Simba-Uranga
Prokura  dieser  Firma  eingetragen.

Dar-es-Salam,  den  12.  Novbr.  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

In  Vertretung:

 

 

Aelteste  deutsche

Schaumwein-Kellerei
Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
Eeslingen.

 

Alt.

ALTONA

6  Raáamw2zo
Fernsprecher  No.  2.

 

l

i—.--..—---.----......--.-——-.—


 

(161)

HoLZBEARBEITUNGS-FABRIK.

ElsENxCONSTRUCTIONS-  uN#D  BnockENBAUANSTALT.  "

F.  H.  SCHMIDT  3
|  BAUTyNTFTERNEEETZTER,.  T

3  SPESTAZxrTAZ##

D  AusFOHRUNC  vos  Efxrokr-BAUTEN
Al.L.ER  ART.

HAMBURG

PAVLSTRASSE  21.

Fernsprecher  Amt  I,  No.  4168.  s
TELEGRANN-ADRESSE:  .

RáAIlSchnDO#,  ÆLTONA.

"
1
—  —  —  —  —  —  —  –  –  —  –  —
—  —-  61  –—.  —  "
...—.  —  —  8  —  —  —

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(ss)-!
        <pb n="59" />
        —  19  —

 

ctee  Worbet  für  Buer  Blatt,  ,

eutsche  im  Auslande

abonniert  .

80
*
G

—2
obetrachtet  es
r  insbesondere  als
"#  seine  Aufgabe,  dem
Leben  und  Treiben  der
Deutschen  im  Auslande  die
er  llebevollste  Aufmerksamkeit
uuxzuwenden.  Er  wird  daher  jeder

+
e  Deutsche  im  Auslande
17.  gebeten,  seine  Adresse
Jal#gang.  der  Verlagehandlung
J.  H.  Schorer,  G.m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,

Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenbeit
hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  und  portofrei  zu  übersenden.

 

  
 
   
  
 
 
   
   

Wochensehrift


G

  

—

   
   

—

 

Erat  im  Auslande  lernt  man  den  KReis  des  Haimadlulelten  genfansen,  erst  #n  der  TFremcde  erlens#t  man,
##  dus  Fulerland  (#47  (Aus  Froytng,  Boll  und  Haben,  II.  Band.)

 

 

Der  fern  der  Helmat  und  in  dbersveeischen  Ländern  Fühlung  mlt  dem  alten  Vaterlande
  sucht  —

Der  Iim  In-  oder  Auslande  mit  Berufgerchürten  überhäuft,  sich  kurz  und
schnell  von  dem  Gange  der  r’  eiten  unterrichten  will  —
Der  Im  In-  oder  Auslande  weder  Zelt  noch  Neigung  hat,  täglich  eine  grosse
litische  Zeitung  zu  lesen  —
Der  m  In-uoder  Auslande  abselts  auf  dem  Lande  wohnt  und  neben  einem  kleinen
Lokalblatte  einer  ergänzenden  Zeitungslektüre  bedarf  —

Wer  im  In-  oder  Auslande  Überhaupt  alles  wissen  Will,  der  lese  „Das  EScho“.

D  Ec  N  Chronik  der  Zeitereigntsseo,  brinof  allesschendlich  imn  unfer  Ral--□
  —W——.—.———-—=u.
  getellachastlichen  Inhalts  über  alle  Forpduge,  welche  s4ch  in  Deutschland  u.  #m#Aéuslande  obspielen.

Das  Ec  A  ·0  Chrondk  der  Zeifereionta#se,  ###t  Keirn  FParteiblautt,  sondern  es
&amp;amp;  Id#sf  di  mferesscmiesten  Seimmen  cller  Furisien  zu  Worte  commen.
Das  Echo  Chronik  der  Zeitereto##s#e,  brinꝗt  in  feder  Nummer  ein  di-9
  eruæÊi  abgeschlossene  Norelletten,  Errdblangen  eic.  dus  der  Fecer  5#—
#rter,  zeilpendusticher  Schr  ’sreller.
Das  #Khn#  ·0  Crrontds  der  Zetftfereigonfa##e,  brinot  in  der  MNubritk  Rarckel
+eine  Cesamt-Wochendberstche  des  internationalen  Geld-  und  Warenmarkites
  und  inderessante  Frapen  vom  Weltmarkie.
Das  ECHno  Chronde  der  —
9  wichiigsten  Eracheinungen  des  deutichen  Buchhandels  aus  allen  Gæbieten
  der  Wiisenachaft.

 

D  l  4  Ec  A  Grorne  der  Zeifereicntiese,  bringt  momnaflich  repelmdseig
0,  die  ameliche  TZiste  der  Postckampfschthal#s#erbindungen  wach  dber-——————


nehmen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalten  und  Zeitungs-Bestellungen
  Spediteure  in  Deutschland  zum  Preies  von  3  Hark  vierteljährlich
  entgegen;  in  den  übrigen  Ländern  zu  den  landesüblichen  Preisen.  Direkt  v.  d.  Verhg.

  J.  H.  geherer,  9.  mu.  b.  H.,  in  Berlin  8W.,  WIlhelmstrasse  20,

unter  Krenzband  bezogen,  kostet  „Das  Fcho“  vierteljährlich  4  Mk.  50  Pf.,  halbiährlich  9  M.,
ganzjährig  18  Mk.  Bei  Versendung  unter  Streifband  empflehlt  es  sich,  möglichst  ganzjährige
Abonnements  aufzugeben.  Englische  Pfaündnoten  werden  in  Zahlung  genommen.

k  ed  It  el  trete  rden,  und  wird  „Das  Echo“  T  4
lmis  Abonnement  .,

lange  Zeit  direkt  vom  Verlag  oder  durch  Jede  Buchhandlung  geliefert.

Das  „NCNO“  bringt  wöchentlüch  eine  Liste  der  wichtigsten  Erscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Gebieten  der  Wissenschaft.
Zusammengestelle  von  dem  „Littersrischen  Auskunftsbureau  O.  Gracklauer  in  Leizig.“

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        —  20  —

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—......—.—..—  ENN  2  4.  2  2  .  2  e

Arthur  Koppel,  Berlin  NW.7,

 

 

 

—.

  

Feldbahnen  für  die  Kolonieen.  —

   

.  Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  ·
Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.
·  –  ——  —  8
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7
4
§
7
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·"-  »-  H,z·-«-«-c’;s;;1  *
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Transport  des  Zuckerrohrs  durch  Zugthiere-in  Java.  7

  

(153)
SESME  Ñ—  à  úßsÄ  &amp;amp;  S

do

 

K.  Arandkuache
Hunis##n  S
H#nderorodneten.

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Fama“.

———
sastwerteial#e  1  s—*  —.
—i  ——*—.  —

 

 

 

 

 

Kenmiodeoisern  Fenster

und  Oberliohte  jeder  Art,  (16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
and  Thore  fertigt  als  Spezialität

 

R.  Zimmermann,  Bautzen

 

Sökeland-Export  Pump  ernickel
und  Schwarzbrot.  6%

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportaufträge  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Hamburg?  für
das  Inland  E.  Sökeland  d  Söhne,  Berlen  Nr.,  oder  Mandsbek.

 

G  —
nieededni  NXet  ——.  rmir
-*  *'Zi  -  ·  —iiii  9  +  „

Mäöchste  Auszeichnung  «
chlcagolscs.
Uselntssunolclm.(plpldms
C'anaouk)tntsskpcalcs4.

Fabrik
Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabrihnatin  der
SSymphonions:
wit  auswenken#  5

Die  Fabrit  ist  in  Irer  Ant  dii
#lteste  und  ##össte  der  Welt  ..s
        <pb n="61" />
        21

HWemnrossbandlund  Aug  Kubli.

Gegr.  1854.)  Sanlfeld  a.  S.  (Germany),  (Ge.  1854.)

pPrämjrt  mit  der  Silbernen  Medaille  auf  der  Ausstellung  im
Messpalast  zu  Berlin  1896,

empfiehlt  für  den  Export  nach  allen  Läindern  ihre  anerk  unnt  vorzüglichen

Rhein-,  Mosel-  und  Pfülzer  Weine

au  äussersten  Preisen.  Man  verlange  Preisverzeichniss.  (152)

 

ELEE

E  ·  -

     

UN«

BBMW

Appassale  besjepekbewährier  (onstruction

—  ———  —

 

Enrique  Augener,  L#8  Palmas  Crm  Cmari-.

Bllugste.  Bezugequelle  für  in  Westafriks  mit  gutem  Erlolge  eingeführte

Cenarische  Hausthiere:

8  Ca.  15,—  bis  25,—,  Maulthiere  ca.  S  25,—  bis  40,—,

"*  ö  *  ?  ?*7p  *  5  22  15.—  "“  20,—.

Kübe  ..  99  15,-  20,—,  EZiegen  .  95  1„  1.—  "  2.—.
9·#  6e  2

x  #omedare,  Ersatz  für  Ochsen,  ca.  S  15,—.
w  Znmiebeln,  Tropfsteine,  Madelra-Möbel,  Wein  ete.
Nähere  Angaben  und  Referenzen  stehen  zu  Diensten.

Enrique  Augener,  I#8  Pamas  Cra  Caawi

Molut  relnes  bakterlenfreies  Flltrat  Netern

·  1  Berkefeld-Filter.

Füter  kür  Wasserleitung  und  Brunnen

he  ##  Tropflilter  bis  zur  grössten  Anlage
sTrkefeld-Filter-Gesellschaft,  —-----
  »  Celle,  Prov.  Hannover.  (15)  E—

 

 

  
 
 

Kewitsch  Orgel-Aarmonlum.


Fabrik  u.  Lager.  Billige
Preise,  von  200  Mk.  an,
speziell  für  tropisches

lima  konstruirt,  empf.

Johannes  Kewitsch,
Berlin  W.,  Potsdamerstr.  7b.

 

 

(128)

August  )asper.  Emden.
Herings  -  Export.
Export  deutscher  Heringe

und  Sardellen
nach  allen  Ländern  in  besonderer
Verpackung,  die  gute  Ankunft  gewährleistet.
  (10)

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel
Hoflleferant
Strassburg  1.  Els.
Spezialität  für  den

 

 

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  ((0)

Meinige  Agenten  füUr  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Pumpernickel

(westfllisches  Schwarzbrot),
garantict  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (us)

Hammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

Musikinstrumente

 

 

  
 

  
 

    

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Heinr.  Zimmermann,
Dahrik  u.  Export  von  Musikinstrumenten.

Leipzig.  St.  Petersburg.  Moskau.
Neue  llustrirte  Preisllste  gratls.  (58
        <pb n="62" />
        Lerlag  von  E.  *  Mittler  à  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin.  SW.  Kochstraße  68—71.

i

Soeben  ist  erschienen:

Neunzig  Cage  im  Jtll.
Meine  Reise  nach  Ahehe

Juni  bis  September  1807.
Von

Liebert,

Generalmajor,

Koiserlicher  Gouverneur  von  Deruisch-Ostafrika.


—

Mit  einer  313).
Preis  Mk.  1—

 

ghePasssen

für  die
Seeoffiziere,  Offiziere  der  Marineinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenienre,
  Feuerwerks-,  Zeng=  und
Torpederoffiziere,  Sauitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen

  Marine,

sowie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeofsiziere  2c.  des  Beurlaubtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

 

Genehmigt  durch  y  Allerhöchste  Kabinets-Ordre
  vom  25.  Mai  1890.
Neudruck  unter  Berücksichtigung  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen
Abänderungen.

Preis!  50  Pfennig.

 

Prospekte  gratis  u.  franko.

 

 

cbetectil-  2  Ftitutun  FKunftei

Frankfurt  a.  Oder.  I

Kaufmännische  Auskunft  auf  alle  Plätze,  8
Einziehungen  von  Forderungen  jeder  Art.
Personal-Auskunft  über  Vermögenslage,  Charakter,  Lebensweise,  8

Vorleben  etc.  (bei  Verlobungen,  Engagements.  Aufnahme  in  8

Vereinen  etc.).  -  s
Ermittelung  versehollener  Personen  2
Beobachtung  von  Personen  und  unauffüllige  V.  erfolzun  anf  Reisen.
Vertrauenssachen.  Eingaben  und  Gesuche  jeder
Besorgung  und  Erledigung  aller  nur  denkbaren  Vertrauensangelegenheiten

  und  Anfragen.  9
Beurtheilung  des  Charakters  Jemandes  nach  Handsehrift.

Man  wolle  sich  dieserhalb  geneigtest  an  uns  wenden
und  gefl.  Anfragen  Rückporto  beifügen.

l
1  -  Preise  müssigst.  —  1
1  1  Beste  Empfehlungen  erhalten.

 

 

 

   

2
4
Naturl.  Kohlens.  Mineraasser

lafelgetränk  "4  hurchl.  des  fürsten  Bismarck
Kauflich  in  Miveralv  dl  Apoth,  Hôtels  eto.

        

t

Bestes  Tälelwasser.  Altbewährte  Hellquelle.  Export  nach  den  Tropen
besonders  empfohlen.  (G)

Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eifel).

GustavF.  A.  Guhl  &amp;amp;les.

Hamburg.
Konserven,  Delikatessen,
Schillsproviant,  Weine  etc.

für  Export--  Faktorei-,  Marine
(m)

 

und  Armee-Bedark.

Spezinlität:
Export-Packungen  ,
haltbarer  Nahrungsmittel  Jeder  Art,
ahuch  Taviar  eic.  für  Truss

 

 

 

 

Joseph  Mlar.  Samenhandianng.
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  Hosftieserant  S.  Mafesdes  Katsers.
#offerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemflsen,  soweit  sich  dieselben
nvach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—

franeo  aller  deutseben

a##rikanischen  Kolonfen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

TIllustrirte  Kataloge  gratis.  ½“
        <pb n="63" />
        —  23  —

 

’—

39  Serven.  Müt

    

 

Hervorragende  Neuheit
auf  dem  Gebiete  der  Conserr.-Industtie.
Unentbekrlich  für  Militairs.  JLager.  Touristen,
  Radfuhrer,  Segler.  Junguescllen
etc.  —  Erwärmung  des  Dosen  Innalts
zu  jed.  Zeit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterungsverhalt  n.  in  wenigen  Minut.
Fahrikate  in  allen  Preislagen  empfiehlt

Conserv  Pabr.  Albert  Rehse  Sohn,

Ausser  W
ulfel  vor  Hannover.  .
l  E  Cons.Söche.  —  Patente  in  10  Staaten.  —  dvsertic

(M)

 

 

 

 

 

Elektricitäts-Gesellschaft  Hansen

mit  beschränkter  Haftung
Aexanderstrasse  14  LEIEPZSG  reieph.  Amt  1,  464.

Borenlanpen  „System  Hansen“  D.  R.  P.

Undbertrosfen  Feine  Regieltrung,  daher  .
absolut  ruhiges  Leche.  "
Speclalitit:

½*/  -"l  „Bogenlampen  mit  kleiner  Glocke  1#Ur  geringe  Strom
%  Gilriken  von  100  Normalkerzen  Leuchtkraft  an.
'ie  Wesentlich  einfachere  Bedlenung.  Selt  Jahren  erprobt
und  bewährt.  Vorzügliche  Reierenzen.

Wiederverkkufer  werden  gesucht.  (150)

     
       

 

 

 

 

 

Jaller  Branchen  und  Länder

 
  
   

17  C.  Herm.  Serbe

Internat.  Adressen  ——

o  Gegrũndet  1864  0  Lei

Latalog  über  stets  vorrãthige  ca.  2800  Branchen  =  6.000.100  1  I-Adessen

bite  ru  verlangen.  n  bezichen  durch  jede  Buchhandlung.
anmsschen.  Laar-  elnselne  Adressenbogen  tuck  unsern  Firmen-Aufdruck.  (u)

–

—  ¾  8  licktrt  unter  Garaniie:

daler  (der

 

 

tite  sich  vor  minderwerthigen  Nachahmungen!

         

 

Flanlagen  und  Induuælrio  Na  linen,  vowso
uklkntaannen  7—i

1  7  EAö—  4#  -  risn  4#  “*!  .
*  5%  EE.  ,  5

·—ie  3  —i

Glre  e  wer  **.
3  2.—  r—

 

durchk.

 

Veu!  Neu!
Tropen-Harmoniums


in  drel  Theile  zerlegbar,  spesiell

für  Tropen  massiv  Kebaut,  verschraubt

  und  verpackt  in  zwei

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Aloys  Maier
in  Fulda,
Harmonium-  -Magazin.

(Gegr.  1846.)  (1#8)

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
Berlin  SW  12,  Kochstr.  68—71.

 

 

 

 

 

Soeben  gelangte  zur  Ausgabe:
Die

reinteressen
des  Deutschen  Reiches.

Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des
Reichs-Marine-Amts.

Die  obige  Schrift  giebt  ein  Bild  von
der  Entwickelung  und  dem  heutigen
Umfange  der  deutschen  Seeinteressen
auf  Grund  authentischen  Materials  und
zeigt  deren  Bedeitung  für  die  verschiedenen
  Zweige  der  deutschen  Volkswirthschaft.
  Bislang  war  die  große
Steigerung,  welche  die  Entwickelung  der
wirthschaftlichen  Beziehungen  Deutschlands
  zum  Auslande  seit  Begründung
des  Reichs  erfahren  hat,  noch  nicht  im
Zusammenhange  dargestellt.  Die  obige
Schrift  verdient  daher  die  weiteste  Beachtung,
  namentlich  in  den  Kreisen  des
Handels  und  der  Industrie.

Preis  Mk.  1.—
Bei  Partiebezügen  entsprechend  billiger.

her  &amp;amp;  Ossterdiuger,

Franksurt  a.  M.

empfehlen  ihre  leiehten,  reinwollenen,
  elastisehen,  nicht  eingehenden
erẽmesarbenen  (116)

Ciäpe-Flanelle  v.  Unterkleider.

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkauf.
Muster  u.  illustr.  Preisliste  franco.
        <pb n="64" />
        —  —

uloff



U

Wein-Export.

Lager  in  Hamburg:
bei  Th.  Donner  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.

—  S—

   

Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.

Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,

bekannter  pasteurisirter  Rothwein  in  Exportkisten.
Schutzmarke  No.  2203.

—

,

  
   
    

 

Die  in  Berlin  erscheinende

Morddeutsche  Mllgemeine

(Chefredakteur:  Geheimer  Dofrath  Dr.  Wilh.  Lauser)

kostet  mit  ihrer
Parlaments  -Beilage,

Beitung

täglichen  Unterhaltungs-Beilage,
wöchentlichen  Landwirthschaftlichen  Beilage,
v  Verloosungs-Beilage
vierteljährlich  bei  täglicher  Kreuzbandsendung  nach  den  Kolonien  Mk.  13,50
und  bietet  den  Herren  Offizieren,  Beamten  und  Kaufleuten  eine  in  streng

konservativem  Sinne  gehaltene,  vielseitige  und  angenehme  Lektüre.

Wörterbuch  der  engltschen  te.
detutschen  Sprache  von  Thieme-Preusser.
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M.  13.  Seither.  Absatz:  200000  Expl.
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Haendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  Hambarg.

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A.)  XVIu.  776  S.,  94  Abbild.,  geb.  15.&amp;amp;
II  Bd.  704  S.  u.  39  Abbild.,  geh.  15.K
III.  Bd.  818  S.  u.  155  Abbild.,  geb.  15.4
IV.Bd  1.Abth.  400S.  u.  135  Abb.,  gb.  9.4
IV.  „  2.  „  496  „  u  93  „  geb.  10.
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Stillfried-Alcántara  und  Prof.  Dr.
Bernh.  Kugler.  Fünfte,  von  Prof.
Kugler  neubearbeitete  und  bis  auf
die  Gegenwart  ergänzte  Auflage.
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zahlreichen  Vollbildern  und  Textillustrationen
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  H.  Witkler  &amp;amp;  Hohn,  Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Die  deutsche

HFolonial-Gesehgebung.  ¾  »

Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von
Riebow,
Gerichts--Assessor.

Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Demnächst  erscheint:

Nachtrag  zu  obigem  Werke.

Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
  2c.

   

,  «-  ,«.-.----:»-J
,  ...«)
“

6

 

D
1

RKfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Aufenthalt
aund  den  Dieust  in  den  Schutzgebieten.

Von

Dr.  v.  Wissmann,
Major.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann

  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Vepingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  ,

ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  «
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tangangita-See,
  hat  er  daher  diese  „Rathschläge  un
Schilderungen"  niedergeschrieben,  die  Auen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in.  ie
beutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.

annten  und  sich

seiner  letzten  großen  Expedition,
        <pb n="65" />
        25  —

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  bierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (corm.  E.  Schering)  zu  Berlin

zulm  Hutrahiuim

(salzsaures  Phenocoll)
ellen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolesor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
uberraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Anch  Dr.  Ribet  in
A#ey  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzlerer
  hat  die  olfizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Vewebreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
on  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Baurcelonu  zur  schnellen  und
Heheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:

Hanburg:  Gebrüder  Oldenburg;

Barcelonn:  I.  Espiell;  (6u)
london:  A.  &amp;amp;  N.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Kil#;

Nesun:  W.  KNürwage  &amp;amp;  Co.;

Lev  ·  Lork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  william  Street:

Paris:  Mar  Feres.  31  rue  des  pelites  curles;

1  de  Janeiro:  Magalbdes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelboeler  &amp;amp;  Co.

Gbantietbengsches  Kolonialprodukt.

0  ERuN

AKAO

annrun  Kale0  Gesellschaft,  Hemburg.  1.=Berliner
  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  neb  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
läng  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
asrschend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Scuztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  1½/2  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,  (13)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
F#r  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

  

 

 

 

 

Export-Bier

der
Kalser-Brauerei  Beck  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steingutfabrik,  AvtiengLesellschaft,
  vormals  Gebrbder  Hubbe,
Neubaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (10)

 

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

Stei  K
teinberger  Korn

in  Kisten  à  12  Literflaschen  lälliggt  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennsrei.  gegr.  1795.
Export-Vertret.  Haurder  &amp;amp;  de  VoS.  Hamhurg.

 

 

Wer  sich  f.  d.  außergew.  Kuren  u.

d.  Bücher  ¾

d.  Prälat.  KN  E  rE

(Wasserkur.  n  sollt  ihr  leben,

Puhomeng  Lodijzill;.  Lestament  u.
orträge)  interessirt,  verlange  d

   

 

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654  S.  starkeillustr.  #  Kuelpprofsf##e#
Kösel.  Buchb.,  KNempten,  Bayern.

 

 

 

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        WOERMANN-LINIE.

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Am  10.  Januar:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bathurst,  Bissao,
Bolama,  Sicrra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Januar:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncou.

Am  25.  Januar:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  Januar:  P.  P.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberla  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Machste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  März  und  ferner  am
25.  jedes  zweiten  Monats.
4  Guter  müssen  am  Tage  vor  #dem  459anosdatum  bis  12  Uhr  miecags  längsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  VWoermann-Linie

(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neanpel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg:

BR.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  Gauhe

 

 

ab  Neaupel:

..........  12.  Januar  1898
Von  1898  ab  vierzehntägiger  Betrieb:
von  Hamburg:  von  Neapel:
,  HER2ZOG“,  Capt.  v.  Issendorrl  19.  Januar,  2.  Februar,
O„ADHMIRAL“,  Capt.  Wsssstttttt  .  .  ..  2.  Februar,  16.  Februar,
*„KANZLER“,  Capt.  Roonn  .  .  .  .  ..  16.  Februnr,  2.  Märzx,
,„REICHSTAG“,  Capt.  Weisskaonnn  .  .  ..  2.  Märxz,  16.  Mürz,

nach  Mombassa,  Tanga?,  Pangani?,  Snadani,  Bagamoyo  F,  Dar-es-Saläm  ,  Sunsibar:"  ,  Kilwa,  Lnal,
Mikindani,  lbo,  Mozambique,  Quellmane  X.  Chinde  7,  Beir“,  Inhumbane,  Delagonbal“,  Durbun“.
Die  mit  einem  verschenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häsen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “"  versehenen  Häfen  anch  Ladung.  4
Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorz#loliche  Einrichtungen  Für  Ptssagiere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhälen  sowie  nach  Trausvannl
(Jobannesburg  und  Pretoria)  via  Delugonbui.  ·  «
AlleGätekmüssenspätestonszweiTagovokAbgangdesDampkorslungssektesetsp
Nãheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
rowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
"  Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12.  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  31.  Dezember  1897  um  6  Uhr  nachmittags.

—
—  —  —

-  dem
Dieser  Nummer  liegt  das  „Kolonial-Hanudels-Adreßbuch  1898“,  herausgegeben  von
Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitec,  Berlin,  Unter  den  Linden  47,  bei.
        <pb n="67" />
        YDeutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heransgegebes  in  ber  Kolenisl--Abtheilung  des  Auswirtigen  Amis.

——————————–  —  —  —  —  —  ——  ———————“———————————————————  —  —  —  —

—  zeri.  W.  aanr  1604.  unner  2.

–—  —!  ———  —  ––§  —

 

 

Diese  Zeitschrift  Scheim  in  der  Regel  am  1.  und  15,  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittbellungen  von  Forschungereisenden  und  Gelehrten  aus  den  deotschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

.  Danekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

zahdl  Mk.  8.—,  drrelt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk  3650  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3-75  für

die  Lönder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Rochsrwaße.  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

Inhelt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  die  Einrichtung  einer  Staatsanwaltschaft  bei  den  Gerichten  der
Schußgebiete  S.  27.  —  Das  deutsch  französische  Abkommen  über  die  Abgrenzung  von  Togo  und  Dahomey  S.  27.
—  Personalien  S.  28.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  28.  —  Deutsch-Ostafrika:  Kulturstation  Kwai  S.  28.
—  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  29.  —  Kamerun:  Ueber  die  Entwickelung  der  Plantage  Bibundi  S.  29.  —
Deutsch-Südwestafrika:  Unruhen  unter  den  Zwartboi-Hottentotten  S.  29.  —  Aus  dem  Bereiche  der
MNissionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  29.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Handel  der  Kapkolonie
  im  Jahre  1896  S.  30.  —  Britisch-Centralafrika  S.  34.  —  Sierra  Leone  im  Jahre  1896  S.  34.  —  Der
Handel  Javas  1896  S.  35.  —  Curagao  S.  35.  —  Gambia  S.  35.  —  Dampferverbindung  zwischen  Madagaskar
und  Lourenzo-Marques  S.  35.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Poststatistik  S.  36.  —  Litteratur  S.  36.—
Litteratur-Verzeichniß  S.  36.  —  Schiffsbewegungen  S.  37.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  37.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

·——

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge.

Verordunung,  betreffend  die  Eiurichtung  einer  Staatsanwaltschaft  bei  den
Gerichten  der  Schutzgebiete.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen
auf  Grund  des  §  3  Nr.  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.-G.--Bl.
  1888,  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

In  den  vor  Gerichtsbehörden  der  Schutzgebiete  anhängigen  Strafsachen  tritt,  sofern  es  sich  um
Verbrechen  oder  Vergehen  handelt,  die  Mitwirkung  einer  Staatsanwaltschaft  bei  der  Hauptverhandlung  in
erster  Instanz,  bei  der  Einlegung  von  Rechtsmitteln  und  bei  dem  Verfahren  in  zweiter  Instanz  ein.

Der  Staatsanwalt  wird  von  dem  obersten  Beamten  des  Schutzgebietes  bestellt.  Die  Auswahl
erfolgt  aus  der  Zahl  der  Beamten  des  Schutzgebietes.  Sofern  dies  nicht  ausführbar  ist,  können  andere
heeignete  Gerichtseingesessene  als  Staatsanwalte  bestellt  werden.  -

Der  Staatsanwalt  untersteht  der  Aufsicht  und  Leitung  des  obersten  Beamten  des  Schutzgebietes.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Neues  Palais,  den  13.  Dezember  1897.
(L.  S.)  Wilhelm,  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.

 

Das  deutsch-französische  Abkommen  über  die  Abgrenzung  von  Togo.

Der  Austausch  der  Ratifikationen  des  zwischen  dem  Deutschen  Reich  und  der  Französischen  Republik
zu  Paris  am  23.  Juli  v.  Is.  abgeschlossenen  Abkommens  über  die  Abgrenzung  der  Schutzgebiete  von  Togo
und  Dahomey  ist  am  12.  d.  Mts.  zu  Paris  erfolgt.  «
        <pb n="68" />
        —  28  —

Personalien.
Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  28.  Dezember  1897.
Dr.  Sobotta,  Stabsarzt,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  gleichzeitig  in  der  Armec  und  zwar  als
Stabsarzt  bei  der  Unteroffizier-Schule  in  Ettlingen  mit  dem  bisherigen  Patent  wieder  bncechel
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  6.  Januar  1898.
v.  Arnim,  Sekondlieutenant  vom  Garde-Schützen-Bataillon,  und
v.  Glisczinski,  Sekondlieutenant  vom  Infanterie-Regiment  Markgraf  Karl  (/7.  Brandenburgischen)  Nr.  60,

lommandirt  als  Erzieher  zum  Kadettenhause  in  Potsdam,  aus  dem  Heere  ausgeschieden
...  .-.  .—-—’  und  als
Sekondlieutenants  mit  ihrem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  wieder  angestell.

Der  Sekondlieutenant  Stadlbaur  von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  i
den  Folgen  klimatischer  Drüsenvereiterung  verstorben.  chen  Schubtruppef  utsch-Ostafrika  ist  an

V

       

VVVVTVYVVTTVTVTTTYTYVYTNTVY  ?  WTYT  TTTTTNVWVVYTYTVNTTVTFTTVYTTVYTYTTYTNTNYTNPTPFTFTFT
Nichtamtlicher  Theil.

Personal-achrichten.  1  cogo.

Deutsch.  Ostafrika.  —  Landeshauptmann  Köhler,  Regierungsassessor
Der  Bauleiter  Bilgeri  ist  Anfang  Januar  d.  Is.  Boecking,  Landreutmeister  Mann  haben  die  Reise

in  Dar-es-Saläm  an  einer  Lungenentzündung  ge=  nach  Lome  angetreten.
storben.  «

FWWHVPMV

 

—

Premierlieutenant  v.  Doering  ist  nach  Lome
Ramerun.  abgereist.
Der  Gouverneur  v.  Puttkamer  hat  das  Schutzgebiet
  mit  Urlaub  verlassen.  Seine  Vertretung  wird
durch  den  Regierungsrath  Dr.  Seitz  wahrgenommen.

Der  für  den  Posten  eines  Zollassistenten  angenommene
  Feldwebel  Klein  ist  nach  Lome  abgereist.

Die  Lieutenants  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  ——
v.  Arnim  und  v.  Glisczinski  sind  nach  Kamerun  Südwestafrika.
abgereist.  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock  hat  seine  Rückreise
Der  für  die  Stelle  des  Amtsdieners  und  Polizei=  über  Ostafrika  angetreten.
meisters  zu  Kribi  angenommene  Sergeant  Beerbaum
  ist  nach  Kamerun  abgereist.

Der  Kulturtechniker  und  Landmesser  Gaertner
sowie  der  Vermessungsgehülfe  Wohlgemuth  sind
für  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  angenommen  worden.

Der  für  die  Stelle  des  Steuermanns  auf  dem
„Nachtigal“  angenommene  Steuermann  Witt  ist
nach  Kamerun  abgereist.

—  —  —

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dstafrika.  entwickelte  sich  der  Kaffee  überraschend  schnell,  so  daß
die  Befürchtung,  daß  das  Klima  zu  rauh  für  die
Kulturstation  Rwai.

Pflanzung  sein  könne,  geschwunden  ist.  Eine  noch

Nach  einem  Bericht  des  Vorstehers  der  Station  bessere  Entwickelung  zeigte  der  Thee,  der  für  das
Kwai  haben  die  Pflanzungen  in  den  Monaten  Sep=  dortige  Klima  besonders  geeignet  zu  sein  scheint.
tember  und  Oktober  v.  Is.  durchweg  gute  Fortschritte  Weizen  und  Gerste  versprachen  eine  gute  Ernte,
gemacht.  Nachdem  die  Kälteperiode  vorüber  war,  ganz  hervorragend  aber  stand  der  Hafer;  es  war
        <pb n="69" />
        leine  Seltenheit,  daß  ein  Korn  einen  Busch  von  50
bis  60  fast  rohrartigen  Halmen  hervorbrachte.  Auch
Luzerne,  Rüben,  Mais  und  Roggen  kamen  in  befriedigender
  Weise  vorwärts.  Das  Gleiche  war  bei
den  europäischen  Obstbäumen  der  Fall.  Die  in  der
Mollerei  erzielte  Butter  hat  einen  sehr  feinen  Wohlgeschmack,
  der  Fettgehalt  der  Milch  ist  auf  5,8  pEt.
der  Morgen=  und  5,45  pCt.  der  Abendmilch  ermittelt
worden.  Leider  bleibt  hinter  diesem  hohen  Fettgehalt
  die  Quantität  etwas  zurück,  da  man  im  Durchschnitt
  auf  Kuh  und  Tag  kaum  mehr  als  1½  Liter
rechnen  kann.  .

Der  Gesundheitszustand  des  auf  der  Station  gehaltenen
  Viehes  wird  als  befriedigend  bezeichnet.

Ende  November  v.  Is.  beabsichtigte  Herr  Geheimrath
  Koch,  sich  nach  Kwai  zu  begeben,  um  Untersuchungen
  in  hygienischer  Beziehung  und  Experimente
über  Texasfieber  dort  anzustellen.

"„  Mißenschaftliche  Lammlungen.

Der  Premierlieutenant  Kollmann  von  der
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  hat  der  zoologischen
  Sammlung  des  Königlichen  Museums  für
Naturkunde  in  Berlin  folgende  in  gut  konservirtem
Zustande  eingegangene  Stücke  überwiesen:

26  Felle  von  23  Säugethierarten,

10  Säugethierschädel,

18  Vogelbälge  und  mumifizirte  Vögel.
3  Reptilienhäute,

1  Termitenkönigin.

–  —

Ramrrun.
Ueder  die  Entwickelung  der  plantage  Bibundi
wird  vom  November  v.  Is.  Folgendes  berichtet:

Die  Anpflanzung  hat  ihren  Abschluß  gefunden,
da  einmal  die  beste  Pflanzzeit  vorüber  ist  und  zum
Anderen  die  Arbeiterverhältnisse  immer  noch  so
mangelhaft  liegen,  daß  eine  Vorsicht  sehr  geboten  ist,
um  nicht  Gefahr  zu  laufen,  größere  Flächen  in  Bearbeitung
  zu  nehmen,  als  man  mit  dem  zur  Verfügung
  stehenden  Arbeiterpersonal  in  Stand  halten
kann.  Der  Stand  der  Anlage  auf  allen  drei  Pflanzungen
  ist  nunmehr  folgender:

Bibundi:  ältere  Anpflanzung:  135  ha  mit  75  600  Bäumen,
eue  -  80  =  .  32000  -

Isongo:  ältere  134  7200
neue  -  33⅝.  .  13200  -
NMokundange:  ältere  122  7200
neue  „  69  27600  -

 

Zusammen  343  ha  mit  162  800  Bäumen.

Die  Ernte  besteht  bis  heute  aus  etwas  über
500  Sack  Kakao,  wonach  dieselbe  die  vorjährige
bereitz  um  etwa  100  Sack  überschritten  hat  und  der
Asfall  heuer  als  ein  günstigerer  bezeichnet  werden
muß  als  im  Vorjahre,  da  die  Anlage  von  1893/94,
welche  als  ertragbringend  neu  hinzugekommen  ist,
mur  aus  12  ba  besteht,  für  welche  sich  höchstens

29

 

30  Sack  als  Ergebniß  veranschlagen  lassen.  Es  ist
die  Ernte  zwar  noch  nicht  abgeschlossen,  indessen
nimmt  dieselbe  von  Tag  zu  Tag  rapide  ab,  so  daß
außer  der  letzten  Verschiffung  noch  auf  höchstens
50  Sack  zu  rechnen  ist.  Wonach  sich  also  ein  Endergebniß
  von  550  Sack  herausstellen  würde.

An  Arbeiterpersonal  sind  in  Bibundi  358  Arbeiter,
  in  Isongo  48  und  in  Mokundange  81  Arbeiter
im  Durchschnitt  und  pro  Tag  beschäftigt.

Drufsch-Hüdwestafrika.
Unruhen  unter  den  Swartboi--Dottentotten.

Nach  einem  telegraphischen  Bericht  des  stellvertretenden
  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Südwestafrika
  v.  Lindequist  waren  im  Kaokofelde  unter
den  Zwartboi-Hottentotten  Unruhen  ausgebrochen.
Die  Aufrührer  sind  indessen  durch  den  Hauptmann
v.  Estorff  und  einen  Theil  der  Schutztruppe  am
5.  Dezember  in  einem  Gefechte  zersprengt  worden.
Die  Reste  des  Stammes  haben  sich  unter  Zurücklassung
  ihres  Besitzes  an  Pferden  und  Vieh  nach
Norden  geflüchtet.  Die  Hereros  sind  auch  in  diesem
Falle  der  Regierung  ergeben  geblieben.

Zufolge  weiteren  Nachrichten  aus  Deutsch-Südwestafrika
  über  das  am  5.  v.  Mts.  zwischen  einer
Abtheilung  der  Schutztruppe  unter  Hauptmann
v.  Estorff  und  Zwartboi-Hottentotten  stattgehabte
Gefecht  ist  bei  diesen  Kämpfen  von  der  Schutztruppe
ein  Reiter  gefallen,  ein  anderer  leicht  verwundet
worden.  Hauptmann  v.  Cstorff  selbst  ist  ebenfalls
zweimal  leicht  verwundet,  aber  dienstfähig  geblieben.

 

—  —  —

ARus  dem  Bereiche  der  Misstonen  und
der  Antiskhlaverei-Bewegung.

In  „Kreuz  und  Schwert“  wird  über  die  Thätigkeit
  der  Pallotiner  aus  Marienberg  in  Kamerun
berichtet:  Am  Feste  der  Himmelfahrt  Mariä  erreichten
wir  die  Zahl  1000  in  unserem  Taufbuche.  Eine
stattliche  Anzahl  innerhalb  weniger  Jahre,  die  imstande
  ist,  uns  zu  trösten  für  so  viele  Verluste,  die
die  Mission  gerade  hier  in  Marienberg  getroffen  hat,
und  uns  Muth  einzuflößen  für  neue  kommende  Mühen
und  Beschwerden.  Nicht  vergebens  waren  die  Opfer,
welche  unsere  Vorgänger  hier  in  den  sieben  Jahren
des  Bestandes  der  Mission  gebracht.  Allenthalben  regt
sich  schon  christliches  Leben  hier  unter  den  Bakokos.

Sicher  ist's,  daß  in  einigen  Jahren  das  Christenthum
  hier  am  Flecke  sich  mächtig  verbreitet  hat  und
den  größeren  Theil  der  Bevölkerung  sein  eigen  nennen
kann.  Jetzt  scheinen  auch  die  Mädchen  und  Frauen,
die  anscheinend  bisher  am  wenigsten  sich  um  die
Mission  kümmerten,  die  Mission  lieb  zu  gewinnen
und  sich  ihr  zu  nähern.  Gar  oft  kommen  Mädchen
zur  Mission  gelaufen,  um  Schutz,  Unterkunft  und
Erziehung  zu  suchen.
        <pb n="70" />
        —  30

Von  Bagamoyo  wird  der  Tod  des  Missionars
P.  Moyses  auf  der  Station  Mhonda,  Ngurn,  gemeldet.
  (Kreuz  und  Schwert.)

—  —

Aus  fremden  Kolonien.

Dandel  der  Rapkolonie  im  Jabre  1890.")

Das  Jahr  1896  hat  wiederum  eine  erhebliche
Zunahme  für  den  Handel  Südafrikas  gebracht.  Der
Werth  der  überseeischen  Waareneinfuhr  (gemünztes
Geld  ausgeschlossen)  in  den  Häfen  von  Kapstadt  ostwärts
  bis  einschließlich  Delagoabai  betrug  25576901
Pfd.  Sterl.  gegen  17  281708  Pfd.  Sterl.  im  Jahre
1895.  Den  Kernpunkt  dieses  gewaltigen  Zuwachses
bildet  die  trotz  aller  Klagen  über  das  Darniederliegen
der  Bergindustrie  nach  wie  vor  zunehmende  Aufnahmefähigkeit
  Transvaals,  das  mit  mehr  als  50  pCt.
an  der  über  8000000  Pfd.  Sterl.  betragenden  Steigerung
  der  Einfuhr  im  letzten  Jahre  betheiligt  ist.
Die  Waareneinfuhr  in  die  Südafrikanische  Republik
vertheilte  sich  in  den  beiden  letzten  Jahren  auf  die
Nachbarländer  in  folgender  Weise:

Delagoa=  Oranje-Kapkolonie
  Natal  bai  Freistaat
Pfund  Sterling
1895  .  6908  146  982  396  999  131  926631
1896  .  8017229  3001  033  2125543  944325
Zunahme  Prozent  15  205  113  2

In  dem  großen  Aufschwunge  des  Handels  von
Natal  nach  Transvaal  zeigen  sich  die  erst  in  diesem
Jahre  voll  zur  Geltung  gekommenen  Wirkungen  der
unmittelbaren  Bahnverbindung  zwischen  Durban  und
Johannesburg.  Auch  Delagoabai  hat  auf  dem  bisher
eingeleisigen  Schienenwege  seinen  Handel  nach  dem
Goldlande  mehr  als  verdoppelt.  Es  würde  nur  der
Herstellung  des  zweiten  Geleises  und  besserer  Vorkehrungen
  im  Hafen  bedürfen,  um  die  Einfuhr  durch
Delagoabai  noch  wesentlich  zu  steigern,  denn  das
Beispiel  von  Natal  zeigt,  wie  sehr  die  Aufnahmefähigkeit
  Transvaals  neuer  Zufuhrwege  bedarf.
Gegenwärtig  ist  die  Südafrikanische  Republik  an  der
überseeischen  Einfuhr  der  Kapkolonie  mit  etwa  42  pCt.,
an  der  Natals  mit  annähernd  60  pCt.  betheiligt.

Der  Vergleich  zwischen  der  überseeischen  Einfuhr
und  Ausfuhr  von  Gesammt-Südafrika  zeigt  ohne
Berücksichtigung  des  Ab=  und  Zuflusses  an  gemünztem
Gelde  einen  Unterschied  von  annähernd  7  000  000
Pfd.  Sterl.  zu  Gunsten  der  Einfuhr.  Bei  Hinzurechnung
  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  an  Münze  steigert
  sich  dieser  Ueberschuß  der  Einfuhr  um  etwa  eine
weitere  Million  Pfund  Sterling.  In  der  Kapkolonie
allein  steht  einer  Waareneinfuhr  von  17  935  039
Pfd.  Sterl.  eine  Ausfuhr  von  16  952  838  Pffod.
Sterl.  gegenüber.  An  letzterer  ist  das  Transvaal=Gold
  mit  8252543  Pfd.  Sterl.  betheiligt,  denen  je-*)

  Aus  dem  D.  Handels-Archirv  1897,  S.  736  ff.

 

doch  der  Werth  der  Einfuhr  von  der  Kolonie  aus
nach  Transvaal  mit  8017229  Pfd.  Sterl.  ungefähr
entspricht.  In  der  Südafrikanischen  Republik  hat  der
Ueberschuß  der  sich  auf  14  088  130  Pfd.  Sterl.  belaufenden
  Einfuhr  über  die  Ausfuhr  trotz  der  gesteigerten
  Goldproduktion  etwa  5000  000  Pfd.  Sterl.
betragen.  .

An  Zöllen  haben  im  Berichtsjahre  vereinnahmt:
Natal  371181  Pfd.  Sterl.  oder  7  pCt.,  Transvaal
1355  486  Pfd.  Sterl.  oder  10½  pCt.,  die  Kapkolonie
2170048  Pfd.  Sterl.  oder  annähernd  14  pCt.  der
Waareneinfuhr.

Im  Einzelnen  zeigt  die  Handelsbewegung  in  der

Kapkolonie  folgendes  Bild:

Einfuhr  in  die  Kapkolonie.

Die  amtlichen  Statistiken  geben  mangels  genauer
Kontrole  an  den  Inlandgrenzen  keinen  ganz  vollständigen
  Ausweis  über  die  Einfuhr  der  Kapkolonie.
Da  jedoch  die  Einfuhr  über  Land  im  Vergleich  zu
der  vollständig  angegebenen  überseeischen  von  verschwindender
  Bedeutung  ist,  sind  die  Lücken  nicht
erheblich.

Die  Waareneinfuhr  betrug:

 

 

1894  1895  1896
Rfund  Sterling
Hr  Privatrechnung  10  887  787  13  285  005  16  942.865
ür  Rechnung  der
Regierung  40  858  327  400  9192174
Zusammen  11  298  645  13  612  405  17  935039
Gemünztes  Geld  289  461  5  482  475  836  332
Gesammtwerth  11  588  106  19  094  880  18  771  371

Die  Waareneinfuhr  hat  danach  im  Berichtsjahre
eine  Steigerung  von  über  4  Mill.  Pfd.  Sterl.  erfahren,
obgleich  das  Land  von  Rinderpest,  großer  Dürre  und
Heuschrecken  heimgesucht  worden  ist.  Die  Ursache  der
Steigerung  darf  daher  nicht  in  der  Wohlfahrt  des
platten  Landes,  sondern  nur  in  dem  Aufschwung  der
großen  Städte  gesucht  werden.  Hier  sind  durch  die
immer  wachsende  Goldförderung  und  besonders  während
  der  Spekulationszeit  des  Jahres  1895  große
Reichthümer  verdient  worden,  die  jetzt  auf  verschiedene
Weise  unter  die  Leute  gebracht  werden  und  belebend
auf  den  Handel  wirken.  Großen  Antheil  hieran  hat
die  rege  Bauthätigkeit,  sowohl  die  öffentliche  wie  die
private.  Die  Steigerung  des  Grundwerthes  in  den
großen  Städten  hat  umfangreiche  Kapitalanlagen  und
Spekulationen  in  Grundstücken  und  Bauten  zur  Folge
gehabt,  die  einer  zahlreichen  Arbeiterbevölkerung  hohe
Löhne  und  entsprechende  Kaufkraft  gewähren.  Auch
der  während  des  größeren  Theils  des  Jahres  anhaltende
  Kriegszustand  in  Rhodesia  hat  große  Summen
verschlungen,  die  verschiedenen  Handelszweigen  zu
gute  gekommen  sind.  Ueberdies  ist  die  europäische
Einwanderung,  deren  Bedürfnissen  in  erster  Linie  der
Handel  dient,  auch  im  Berichtsjahre  weiter  gestiegen.
Der  Ueberschuß  der  Ankommenden  über  die  Abreisenden
  betrug  allein  in  den  Häfen  der  Kapkolonie  21000.
        <pb n="71" />
        —  31  —

Um  die  Differenz  zwischen  der  Waareneinfuhr

und  Ausfuhr  auszugleichen,  haben  die  südafrikanischen

Banlen  angefangen,  einen  Theil  des  in  den  letzten
Jahren  massenhaft  zugeströmten  Geldes  nach  Europa;

zurückzuschicken.

Der  angegebene  Gesammtwerth  der  Waareneinfuhr
umfaßt  sowohl  die  im  Zollverschluß  (bond)  verbliebenen
  als  die  zum  Verbrauch  bestimmten  und  verzollten
  Güter  (entries  for  consumption).  Hinsichtlich
  der  Vertheilung  der  letzteren  Güter  auf  die
betheiligten  Gebiete  Südafrikas  unterscheidet  die
amtliche  Statistik  zwischen  Waaren,  die  bestimmt
  sind:

"„

#

.

 

a)  für  das  Gebiet  des  südafrikanischen  Zollvereins
(Kapkolonie,  Betschuanaland  und  Betschuanaland-Protektorat,
  Basutoland  und  Oranje-Freistaat);

b)  für  die  Südafrikanische  Republik  und  das  übrige
afrikanische  Zollausland.

Ueber  die  letztere  Kategorie  von  Waaren  sind
statistische  Angaben  jedoch  nur  insoweit  erhältlich,  als
ein  Nachlaß  (rebate)  von  dem  Einfuhrzoll  der  Kapkolonie
  gewährt  wird.  Hingegen  fehlen  die  Angaben
über  zollfreie  Güter  und  solche,  die  keinen  Nachlaß
erhalten.

Hiernach  stellt  sich  die  Vertheilung  in  den  drei
letzten  Jahren  folgendermaßen:

 

—
—  ——  —..  —  ——  —

 

 

Zollausland  ö3
·  Betschuanaa
  land  und
Transvaal  Andere  Im  Betschuana-Gebiete
  Ganzen  land-Pro-.
  ·  tektorat

 

 

 

—  ————„  — —  —

 

 

 

Zollintand,
Gesammt-Basutoland
  Dranje-  ¶  sap—  Im  Verbrauch
Freistaat  kolonies),  Ganzen

 

—  —  —

Werth:  Pfund  Sterling

——  —

 

 

160%  %3  804  61  548  3635442  338  860
1665.55f5142  210  697  5766  83393  146207
13865  5939663  292382  623202532606

 

 

38331  637401  6297403  7  11199874740
40570  66716  6491  186  736437913121218
6  32/6812  8  111224  10083  P46315  5#9

Auch  nach  dieser  Ausstellung,  die  sich  bei  größerer  erheblich  verstärkt  und  50  pCt.  der  Gesammteinfuhr

Genauigkeit  noch  ungünstiger  für  die  Kapkolonie  gestolten
  würde,  hat  die  letztere  im  Durchschnitt  nicht
mehr  als  rund  55  pCt.  ihrer  Einfuhr  selbst  verbraucht.

Unter  den  Häfen  der  Kapkolonie  hat  Port  Elizobeth

  seine  führende  Stellung  im  Berichtsjahre  noch

vermittelt.  Die  nachstehende  Zusammenstellung,  die
auch  für  Kapstadt  einen  erheblichen  Zuwachs  aufweist,

  zeigt  die  Vertheilung  der  Zufuhr  auf  die  verschiedenen

  Einfuhrstellen  in  den  letzten  fünf  Jahren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1892  1893  1894  1895  1896
Hafen  --  '
-  Werth:  Pfund  Sterling

I
CaptTown..............................  2263  807  2907586  2870  611  3155  834  4211  579
Port  Nollobhtttt  27781  9847  24  715  21  847  36  007
Simons  Ton  -.........  4441  5295  5u052  3552  3998
Mossel  GVoy  -.............  152955  199  321  162253  172  020  197  783
Knyhnaa  .  6261  7119  8116  7745  12024
Port  Elizabttttt)  3919203  4995  419  5193169  6624  420  8  180  554
Port  Alfreeeee  3426  1228  782  223  2649
East  Londdn  1  530576  2259283  2343  425  2911850  3  417  302
d#  Vobns  Niver  Territon  379  1  264  5241  6013  9354

mberten  Z
Andere  Inlandstationen:  1  125  473  .  "23241  13476  217714  244299
Zusammen..  8408  566  10  478  603  10  1744%  13  121  218  18315549

Die  durch  Trockenheit  und  die  Heuschreckenplage
des  Jahres  1895  veranlaßten  schlechten  Ernten?7)
haben  eine  bedeutende  Zunahme  der  Einfuhr  an  Brotseoffen
  zur  Folge  gehabt.  Die  Weizeneinfuhr  ist  um
beinahe  200  pCt.  (1895  170  000  Pfd.  Sterl.,  1896
475  000  Pfd.  Sterl.)  gestiegen.  Mais.  mit  dem  die
Kolonie  sich  bisher  ausreichend  selbst  versorgte,  ist  im

 

 

bezogen  worden.  Im  Ganzen  sind  501.000  Pfd.
Sterl.  oder  etwa  280  pCt.  an  Brotstoffen  mehr
eingeführt  worden  als  im  Vorjahre.

Diese  außergewöhnlichen  Zahlen  werden  beim

Eintritt  besserer  Ernten  einen  Rückgang  erfahren.

Die  Thatsache  bleibt  jedoch  bestehen,  daß  die  ackerbautreibende
  Bevölkerung  der  Kolonie  die  Brotversorgung

Werthe  von  130  000  Pfd.  Sterl.  aus  dem  Auslande  der  seit  Entdeckung  der  Goldfelder  erheblich  gewach-5)

  Einschließlich  zollfreier  Güter  für  andere  Gebiete  des  Zollvereins.
Im  Berichtsjahre  betrug  der  Rückgang  der  Weizenernte  etwa  15  pCt.  gegen  1895,  30  pECt.  gegen  1894,

der  der  Maisernte  40  pCt.  und  60  pEt.  gegen  die  Vorjahre.
        <pb n="72" />
        —  32

senen  weißen  Bevölkerung  Südafrikas  bisher  im
Wesentlichen  dem  Auslande  überlassen  hat.  Seit  dem
Jahre  1889  ist  die  bis  dahin  ganz  nnerhebliche
Weizeneinfuhr  durchschnittlich  auf  das  Fünffache  des
früheren  Umfangs  gestiegen,  obgleich  die  günstigen
Eisenbahnfrachtsätze  für  Kolonialgetreide  zur  Konkurrenz
  mit  dem  Auslande  ermuntern  sollten.  Dürre
und  Heuschreckenplage  vernichten  aber  auch  auf  geeignetem
  Boden  den  Ertrag.  Auffallend  ist  ferner,
daß  dieses  zur  Fruchtkultur  klimatisch  besonders  geeignete
  Land  erheblich  mehr  frische  und  getrocknete
Früchte  einführt  als  ausführt.  (Einfuhr  40  000  Pfd.
Sterl.,  Ausfuhr  9000  Pfd.  Sterl.)

Trotz  Rinderpest  und  ungünstiger  Ernten  lassen
die  Zahlen  der  Einfuhrstatistik  an  mehreren  Punkten
eine  Zunahme  der  Kauflust  und  Kaufkraft  erkennen.
Dies  gilt  besonders  von  dem  Bedarf  an  allen  Arten
von  Bekleidungsgegenständen,  Putzwaaren  sowie  Wollenund
  Baumwollenwaaren,  der  gegen  das  Vorjahr  um
etwa  7000000  Pfd.  Sterl.  oder  etwa  23  pCt.  gestiegen
ist.  Die  Nachwirkungen  der  Rinderpest  werden  sich
später  zeigen,  da  die  Seuche  die  eigentlichen  Grenzen
der  Kapkolonie  erst  nach  Ablauf  des  Berichtsjahres
überschritten  hat.  Die  Gefahr  wird  im  Uebrigen
nicht  mehr  für  so  groß  erachtet,  nachdem  festgestellt
ist,  daß  die  rechtzeitige  Anwendung  der  Kochschen
Impfung  den  größten  Theil  der  Thiere  retten  kann.

Da  die  Einfuhrgeschäfte  der  Kolonie  ihre  Waaren
zum  weitaus  größten  Theile  über  Großbritannien  und
nicht  unmittelbar  aus  den  Erzeugungsländern  beziehen,
so  giebt  die  vorhandene  Statistik  kein  richtiges  Bild
von  der  Vertheilung  der  Einfuhr  auf  die  einzelnen
Bezugsländer.  Von  der  auf  12807  332  Pfd.  Sterl.
gegen  10  427  221  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre  angegebenen
  britischen  Einfuhr  entfällt  ein  nicht  geringer
Prozentsatz  auf  festländische,  besonders  auch  deutsche
Waaren.,  Die  zweite  Stelle  nehmen  die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  mit  rund  1740000  Pfd.  Sterl.
und  einer  Zunahme  von  annähernd  900  000  Pfd.
Sterl.  gegen  das  Vorjahr  ein.  Etwa  die  Hälfte
dieses  Unterschiedes  entfällt  auf  Getreide,  wovon  allein
die  Häsen  vom  Stillen  Ocean,  die  an  dem  Handel
mit  dem  Kapland  bisher  kaum  betheiligt  waren,  für
270000  Pfd.  Sterl.  nach  der  Kapkolonie  verschifft
haben.  Die  Einfuhr  aus  den  britischen  Kolonien
betrug  811000  Pfd.  Sterl.  gegen  736000  Pfd.  Sterl.
im  Jahre  1895.  Deutschlands  unmittelbare  Einfuhr
in  die  Kolonie  bezifferte  sich  in  den  Jahren  1894,

1895  und  1896  auf  448  412,  772940  und  1102880
Pfd.  Sterl.

Wenn  deutsche  Industrielle  und  Ausfuhrhändler
mehr  als  bisher  unmittelbar  Beziehungen  zu  Südafrika
  anstreben  und  geeignete  Vertreter  entsenden
wollten,  würden  obige  Zahlen  ein  wesentlich  anderes
Bild  gewähren.  Es  würde  dann  auch  die  Bekanntschaft
  mit  der  deutschen  Produktion  die  Nachfrage
nach  deutschen  Artikeln  heben.  Die  kräftigste  Unterstützung
  würde  die  deutsche  Ausfuhr  durch  die  Herstellung
  einer  deutschen  Dampsschiffslinie  nach  dem

Kaplande  gewinnen.  Der  Aufschwung,  den  die  unmittelbare
  Einfuhr  aus  Nordamerika  durch  die  seit
drei  Jahren  nach  dort  geschaffene  Dampsschiffsverbindung
  genommen  hat,  bietet  in  dieser  Hinsicht  ein

 

lehrreiches  Beispiel.

Den  Antheil  Deutschlands  an  der  Einfuhr  ergiebt
  die  folgende  Zusammenstellung:

1895  1896
Werth:  Pfund  Steiling
Bier.  14  866  32248
Fertige  Kleidungsstücke  ....  6  070  12  673
Sprengstoffe:
Dynamit,  Sprenggelatine  und
uleer  274644  276  427
Sprengpatronen  und  Zündschnur  17  422  10  142
Schießbaumwollll  863  14  727
Schußwassen  und  Munition:
566  6  666

Gewehre  (einläufig)

(289  St.)  (2190  St.)
454

Gewehrpatronen  6337

Andere  Munition  ..  25  5200
Bürstenwaaren  1  707  2351
Butter  3133  13  372
Margarien  656  2445
Cement  ...................  ...  4130  3518
Käsee  3260  1336
Cichoeeeg  1142  967
Uhen  1247  2864
Malzztztztztzt.  3177  7  553
Baumwollenwaarren  21  857  29  488
Chemikalien  und  Drogen  7903  7922
Pottasbhee  31  .526  7577
Thon=  und  Porzellanwaaren  7659  11239
Möbel=  und  Tischlerwaaren  17681  30  087
Glaswaaren  einschl.  Lampen  .  15  212  19  896
Posamentier=  und  Putzwaaren.  15261  23234
Eisen=  und  Drahtwaaren  78484  95252
Werkzeue  6  326  15  602
Musikinstrumentet.  26222  40  99
Schuhwaarnrnen  8254  21224
Maschinen  für  Ackerbau  ....  ....  1003  1  465
Desgl.  für  Bergbaubetribe  25971  88224
Desql.  für  Fabrikbetrieb....  13945  48  844
Plattirte  Waaren  1  876  2838
Konservirte  Fische  1  675  2092
Konservirtes  Fleiscss.  1792  4680
Konservirtes  Gemüse  1533  3578
Konservirte  Milch  .............  3965  19  4431
Eise  nbahnmaterial  ..........  ...  9027  2956
Bächer,  Schreibmaterial  und  Druckpapir

  15  096  16  196
Raffinirter  Zucker  und  Kandis  10  030  22  475
Rohzucker  10  817  15  939
Tabak,  Cigarren  und  Cigaretten.  18  157  20  391
Spielzenn  5279  7972
Wgeeeen  2  139  2844
Holz  (Bretter  und  Balken)  6806  13  114
Wollenwaarnrnen  1  807  5762

Eine  Steigerung  von  100000  Pfd.  Sterl.  oder
200  pCt.  hat  die  Einfuhr  deutscher  Maschinen  aufzuweisen.
  Auf  anderen  Gebieten,  wie  z.  B.  in  Wollenund
  Baumwollenwaaren,  Kleidern,  Glaswaaren  und
Lampen  entspricht  die  Betheiligung  Deutschlands  keineswegs
  der  Bedeutung  der  heimischen  Industrie.
Auch  die  deutsche  Möbeltischlerei  und  der  Wagenbau
könnten  sich  den  südafrikanischen  Markt  weit  mehr
erobern,  wozu  allerdings  eine  größere  Anpassung  an
        <pb n="73" />
        —  33
den  dortigen  Geschmack  (sournirte  Waare  ist  in  Südafrika
  unbeliebt)  erforderlich  wäre.

Bei  der  Einfuhr  von  Rübenzucker  ist  auf  seine
Güte  besonders  zu  achten.  Der  hauptsächlich  eingeführte
  Zucker  ist  der  grobkörnige  (granulated,).
Er  sollte  hinlänglich  trocken  sein  und  nicht  zu  viel
Säure  enthalten,  weil  er  in  diesem  Falle  auf  dem
Wege  durch  die  Tropen  leicht  Feuchtigkeit  aussaugt.
Die  Säcke  werden  alsdann  naß  und  bedecken  sich  im
Hasen  mit  Kohlenstaub,  der  selbst  bei  Doppelsäcken
leicht  bis  ins  Innere  dringt.

Ausfuhr.
1894  1895  1896

Werth:  Pfund  Sterling
Ausfuhr  der  Kapkolonie
und  des  Hinterlandes
an  Waaren  13503  044  16577157  16  700  102

Ausfuhr  an  gemünztem
  Geldie  115524  106  619  18  330

Zusammen.  13  618  568  16  683  776  16  718  432

Von  dem  Werth  der  kolonialen  Ausfuhr  des
letzten  Jahres  ist  das  Transvaal-Gold  mit  8252543
Pfd.  Sterl.  in  Abzug  zu  bringen.  Die  Diamantenausfuhr,
  die  abgesehen  von  den  den  schwarzen  Arbeitern
  der  Diamantengruben  gezahlten  Löhnen  für  das
Land  gleichfalls  keinen  Gewinn  bringt,  hat  im  Berichtsjahre
  4646  487  Pfd.  Sterl.  betragen.  Rechnet
man  schließlich  noch  die  auf  etwa  600  000  Pfd.  Sterl.
zu  veranschlagende  Ausfuhr  des  Oranje-Freistaats  ab,
so  bleibt  für  die  Kolonie  eine  nutzbringende  Ausfuhr
von  etwa  3200  000  Pfd.  Sterl.,  um  etwa  36000  Pfd.
Sterl.  weniger  als  im  vorhergehenden  Jahre.

Mit  Ausnahme  der  Wolle  zeigen  die  Erzeugnisse
der  Viehzucht,  die  den  Hauptausfuhrartikel  bilden,
im  Berichtsjahre  durchweg  einen  Rückgang.  Die
Rinderpest  hat  innerhalb  Südafrikas  Erschwerungen
des  Verkehrs  mit  Häuten,  Fellen  und  Federn  und
bei  den  auswärtigen  Bestellern  eine  Zurückhaltung
gegenüber  dem  südafrikanischen  Artikel  zur  Folge
gehabt.

Die  Menge  der  verschifften  Wolle  ist  im  Berichtsjahre
  um  14228  Ballen  gestiegen,  obgleich  der  Bestand
  an  Schafen  in  der  Kolonie  gegen  das  Vorjahr
von  15464000  auf  14111000  zurückgegangen  ist.
Die  Regierung  erblickt  hierin,  anscheinend  mit  gutem
Grunde,  die  segensreichen  Wirkungen  des  Räudegesetzes
  (Scab  Act)  des  Jahres  1894,  dessen  Nothwendigkeit
  auch  in  Farmerkreisen  mehr  und  mehr
anerkannt  wird.  Die  nach  den  schlechten  Jahren  1893
und  1894  allmählich  wieder  steigende  Wollausfuhr
zeigt  die  nachstehende  Zusammenstellung  über  die

 

lezten  zehn  Jahre.
Wen  Nach  der
afe  Schur  Zusammen
zebewaschen  gewaschen  5  Schweißece
  washed)  (scuured)  Schweißwolle  wolles)
Englische  Pfund:
16  4#  138405413  21615339  74396789
1696  2  *  dur  14  736  680  46  981  126  89  418  699
7  10  904  820  59917  681  90  922  727

Obgleich  der  Londoner  Wollmarkt  einen  großen
Theil  des  Jahres  infolge  der  verringerten  Nachfrage
Nordamerikas  gedrückt  war,  haben  die  Einkaufspreise
der  Wolle  doch  keinen  Rückgang  gegen  das  Vorjahr
erlitten.  Geringe  Schweißwolle  hat  3½  bis  4½  Pre.,
langstapelige  Wolle  aus  der  Karroo  4¾  bis  5¼  Pre.
das  Pfund  erzielt.

Für  Angorahaar,  das  als  Modeartikel  großen
Schwankungen  unterworfen  ist,  war  das  Berichtsjahr
sehr  ungünstig.  Die  ausgeführte  Menge  ist  um
10  pCt.,  der  Werth  fast  um  20  pCt.  (von  710  867
Pfd.  Sterl.  auf  572230  Pfd.  Sterl.)  zurückgegangen.

Die  Weinernte  hat  im  Berichtsjahre  4404  615
Gallonen  gegen  5384  129  Gallonen  im  Jahre  1895
betragen.  Als  Ausfuhrgegenstand  hat  der  Kapwein
nach  wie  vor  ganz  geringe  Bedeutung,  da  er  als
Tafelwein  nicht  wohlschmeckend  genug  und  als  Verschnittwein
  zu  theuer  ist,  um  mit  den  enropäischen
Erzeugnissen  in  Wettbewerb  treten  zu  können.  Im
Berichtsjahre  sind  94.000  Gallonen  nach  dem  Auslande
  verschifft  worden.

Die  Ausfuhr  von  frischen  Früchten  ist  infolge
der  Einrichtung  von  besonderen  Eiskammern  auf  den
europäischen  Dampfern  um  100  pCt.,  von  4289  Pfd.
Sterl.  auf  8889  Pfd.  Sterl.,  gestiegen.  Auf  die
Entwickelung  dieses  Handelszweiges  wird  gegenwärtig
viel  Eifer  verwandt.  Falls  dieses  Streben  anhält,
kann  dem  Lande  daraus  eine  ausgiebige  Erwerbsquelle
  erwachsen,  da  die  Obst=  und  Traubenernte  gerade
  in  die  europäischen  Wintermonate  fällt  und  die
kapländischen  Erzeugnisse  vorzüglich  sind.

Der  große  Reichthum  der  Kolonie  an  wilden
Blumen  und  Schmuckgräsern  ist  in  den  letzten  Jahren
gleichfalls  zu  einem  Ausfuhrartikel  von  steigender  Bedeutung
  geworden.  Die  Ausfuhr  an  getrockneten
Blumen  ist  im  Berichtsjahre  auf  20591  Pfd.  Sterl.
gegen  11  392  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre  gestiegen.
Etwa  90  péCt.  hiervon  sind  nach  Deutschland  versandt
  worden.

Von  der  Vertheilung  der  Ausfuhr  auf  die  Bestimmungsländer
  geben  die  Statistiken  offenbar  ein
unzutreffendes  Bild,  da  die  Betheiligung  des  Mutterlandes
  höher  angegeben  wird,  als  sie  thatsächlich  ist.
Die  Gesammtausfuhr  nach  Deutschland  beläuft  sich
z.  B.  nach  der  amtlichen  Statistik  der  Kapregierung
im  Jahre  1895  auf  55  459  Pfd.  Sterl.,  nach  der
Statistik  des  Deutschen  Reichs  auf  13032000  Mark
oder  6661000  Pfd.  Sterl.  Für  die  Vorjahre  sind
die  Unterschiede  entsprechend  groß.  Von  dem  wichtigsten
  Ausfuhrartikel,  Wolle,  soll  Deutschland  im
Jahre  1895  für  16535  Pfd.  Sterl.  bezogen  haben
während  der  Werth  sich  nach  der  deutschen  Statsstik
auf  15966  000  Mark  (798  300  Pfd.  Sterl.)  beläust.
Die  Angabe  für  das  Berichtsjahr  (10  666  Pfd.  Sterl.)
scheint  noch  weniger  der  Wirklichkeit  zu  entsprechen.

*)  Je  70  Pfund  auf  dem  Schafe
40  Pfund  nach  der  Schur  gewaschene
Schweißwolle  gerechnet.

se  gewaschene  und  je
Wolle  gleich  100  Pfund
        <pb n="74" />
        Zum  Theil  läßt  sich  dieser  Unterschied  dadurch  erklären,
  daß  die  Waare  nach  Großbritannien  verschifft,
während  der  Reise  aber  in  London  verkauft  und  erst
bei  der  Ankunft  im  britischen  Hafen  nach  Deutschland
geleitet  wird.

 

Britisch-Centralafrika.

Ueber  den  Handel  des  an  der  Küste  von  Ostafrika
gelegenen  Hafens  Chinde  entnehmen  wir  dem  im
Juli  v.  Is.  als  Parlamentsvorlage  gedruckten  Berichte
folgende  Angaben:

Der  Handel  zwischen  den  Indiern  und  der  eingeborenen
  Bevölkerung  hat  einen  bedeutenden  Aufschwung
  genommen.  Haupthandelsartikel  sind  billiger
und  in  grellen  Farben  gehaltener  Kattun  in  großen
Quantitäten,  Shawls  und  Taschentücher,  welche  in
Dhaus  von  Sansibar  und  Mozambique  über  Sofala
und  Inhambane  an  die  Küste  gebracht  werden.  Die
Sachen  sind  von  schlechter  Qualität  und  werden  mit
enormem  Profit  verkauft,  so  daß  die  Eingeborenen
bereits  zu  klagen  anfangen;  sie  würden  gerne  mehr
für  bessere  Waare  zahlen.

Die  Heuschreckenplage,  welche  besonders  den
Zuckerrohrpflanzungen  großen  Schaden  erwiesen  hat,
ist  in  dem  Berichtsjahre  geringer  gewesen.  Die
Dampfer  der  Aberdeen-Linie  laufen  den  Hafen  ungefähr
  alle  drei  Wochen,  die  der  deutschen  Ostafrika-Linie
  monatlich  an;  dieser  Schiffsverkehr  genügt  jedoch
anscheinend  nicht,  da  die  „Messageries  Maritimes“-Linie
  eine  vierzehntägige  und  auch  die  Castle-Linie
einen  regelmäßigen  Dampfschiffsverkehr  mit  diesem
Hafen  plant.

Die  asiatische  Bevölkerung  ist  in  Chinde  im  Zunehmen
  begriffen,  zumeist  die  indischen  Händler  und
die  Banyanen.  Angezogen  durch  den  Fortschritt,  den
Britisch-Centralafrika  gemacht  hat,  sollen  einige  Neger
aus  den  Vereinigten  Staaten  sich  in  Chinde  angefunden
  haben,  die  zu  den  gebildeten  Elementen  gehören
  und  Neigung  bekunden,  sich  dauernd  zu
nutzbringender  Thätigkeit  dort  niederzulassen.  Ungelernte
  eingeborene  Arbeiter  sind  in  einiger  Entfernung
von  Chinde  zu  haben  und  erweisen  sich  verhältnißmäßig
  als  anstellig.  Schwieriger  ist  es,  europäische
und  gelernte  eingeborene  Arbeiter  zu  haben;  gewöhnlich
  holt  man  sie  aus  Quilimane  und  Beira,
natürlich  bei  der  großen  Nachfrage  nach  ihnen  an
diesen  Plätzen  mit  einem  gewissen  Aufgeld  an  Lohn.
Ueber  die  Lohnverhältnisse  der  verschiedenen  Bevölkerungsklassen
  giebt  eine  im  Anhang  befindliche  Tafel
genaueren  Aufschluß;  hervorgehoben  mag  werden,  daß
europäische  gelernte  Arbeiter  den  höchsten  Lohn  mit
monatlich  8  Pfd.  Sterl.  und  eingeborene  Hausdiener
als  die  billigste  Arbeitskraft  monatlich  5  bis
14  Schilling  bekommen.  An  öffentlichen  Arbeiten  ist
die  Vermehrung  der  Bojen  und  Landungsmerkzeichen,
die  den  Eingang  zum  Hafen  bezeichnen,  und  der  Bau
eines  neuen  eisernen  Leuchtthurmes  hervorgehoben,

34

 

welche  letzteren  die  portugiesischen  Behörden  am  Eingang
  des  Chindeflusses  aufgestellt  haben.  Er  zeigt
ein  weißes  helles  Licht  mehr  als  zehn  engl.  Meilen
über  See  und  dient  nur  zur  Vermeidung  der  dort
unter  dem  Namen  „Bar“  bekannten  vorgelagerten
Sandbänke.

Durch  die  neue  Telegraphenleitung  zwischen  Chikwawa
  und  Chiromo  am  Shirefluß  ist  Chinde  in
direkte  Verbindung  mit  Zomba  und  Blantyre  gesetzt
worden.  Da  die  englische  Leitung  erst  in  Chiromo
beginnt  und  die  Telegramme  vorher  die  portugiesische
Leitung  passiren  müssen,  hat  dieser  Anschluß  keine  zu
große  Bedeutung;  die  Unkenntniß  der  portugiesischen
Beamten  mit  der  englischen  Sprache  giebt  häufig
Gelegenheit  zu  Verstümmelungen  der  Depeschen.  Depeschen
  nach  Europa  bedürfen  noch  immer  der  Sendung
  über  Mozambique  oder  Beira.

Längs  der  Küste  sind  in  dem  Berichtsjahre  mehrere
Brandungsbrecher  aufgestellt,  da  die  starke  Brandung
großen  Schaden  an  der  Küste  angerichtet  hat;  man
befürchtet,  daß  allmählich  die  ganze  Küste  weggespült
wird.  Auch  diese  Brandungsbrecher  werden  voraussichtlich
  ihren  Zweck  nicht  ganz  erfüllen,  und  es  wird
wohl  zum  Schutze  der  Küste  eine  steinerne  Mauer
nothwendig  werden,  von  deren  Bau  man  jetzt  jedoch
nach  E  der  Kostspieligkeit  dieses  Unternehmens
absieht.

Sierra  Leone  im  Jabre  1390.7)

Die  Gesammteinnahmen  betrugen  97  109  Pffd.
Sterl.  gegen  98  838  im  Vorjahre.

Die  Ausgaben  bezifferten  sich  auf  116  182  Pfd.
Sterl.  gegen  93  099  im  Vorjahre.  Die  erhebliche
Steigerung  ist  zum  Theil  auf  unvorhergesehene  Ausgaben,
  insbesondere  für  die  englisch-französische  Grenzkommission,
  zurückzuführen.

Die  Gesammtaktiva  überstiegen  am  31.  Dezember
1896  die  Passiva  um  19  355  Pfd.  Sterl.  Die  1871
bis  1873  kontrahirte,  1896  bis  1898  rückzahlbare
öffentliche  Anleihe  im  Betrage  von  50  000  Pfd.
Sterl.  ist  im  Juni  1896  zur  Hälfte  abbezahlt  worden.
Zur  Rückzahlung  des  Restes  von  25  000  Pfd.  Sterl.
ist  genug  Geld  vorhanden,  jedoch  kann  diese  Tilgung
erst  im  Juni  1898  geschehen.

Die  Kosten  für  die  militärische  Besatzung,  welche
vom  Mutterlande  getragen  werden,  betrugen  64  421
Pfd.  Sterl.  gegen  60  382  im  Vorjahre.  Die  neben
dieser  Besatzung  bestehende  Grenzwachmannschaft  hatte
1896  eine  Stärke  von  524  Mann  einschließlich  der
Vorgesetzten.

Für  öffentliche  Bauten  und  Wege  wurden  6606
Pfd.  Sterl.  gegen  7831  im  Vorjahre  ausgegeben.

Eine  Volkszählung  hat  seit  1891  nicht  stattgefunden.
  Die  Anzahl  der  registrirten  Geburten
betrug  1541  (1445  im  Vorjahr),  der  Todesfälle

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1897,  S.  74.
        <pb n="75" />
        1632  (1509  im  Vorjahre).  Die  Zahl  der  Personen,
welche  sich  zum  Christenthum  bekennen,  betrug  ungeführ
  42000.  An  Schulen  waren  1895/96  67  thätig.
Darin  wurden  6850  Kinder  (3693  Knaben,  3157
Mädchen)  unterrichtet,  etwas  mehr  als  im  Vorijahr.
1895  fand  zum  ersten  Male  eine  Preisausstellung
von  Schularbeiten  in  der  Wilberforce-Gedächtnißhalle
statt,  an  welcher  sich  24  Schulen  betheiligten,  1896
eine  zweite  mit  noch  größerer  Betheiligung.

Der  Import  betrug  494688  Pfd.  Sterl.  und
hatte  gegen  das  Vorjahr  eine  Steigerung  um  beinahe
16  pCt.  erfahren,  trotzdem  die  Einfuhr  von  Spirituosen
  infolge  der  am  1.  Januar  1896  in  Kraft
getretenen  Erhöhung  des  Einfuhrzolls  für  solche  erheblich
  abgenommen  hatte.  Die  Ausfuhr  belief  sich
auf  449  033  Pfd.  Sterl.  gegen  452  604  im  Vorjahre.
Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  betrug  103209  Pfd.
Sterl,  die  Einfuhr  aus  Deutschland  nach  Sierra
Leone  26  336  Pfd.  Sterl.  An  Schiffen  haben  775
mit  574630  Tonnengehalt  die  Kolonie  angelaufen.
Mit  dem  Bau  der  Eisenbahn  zwischen  Freetown  und
Songo  Town  wurde  1896  begonnen,  3½⅛  Meilen
sind  vollendet,  weitere  6½  in  Angriff  genommen.
Im  August  wurde  über  die  an  die  Kolonie  angrenzenden,
  in  der  britischen  Interessensphäre  liegenden
Gebiete  von  etwa  30  000  Quadratmeilen  Größe  das
britische  Protektorat  proklamirt  und  dies  jetzt  „Das
Protektorat“  genannte  Gebiet  in  fünf  Distrikte  mit
District  Commissioners  an  der  Spitze  getheilt.

—

Der  dandel  Javas  1890.

Der  Export  betrug  393764  Tonnen  gegen  396  280
im  Vorjahre.  Importirt  wurden  hauptsächlich  europäische
  Manufakturwaaren,  Sulphate  und  Petroleum.
Das  in  Java  selbst  gewonnene  Petroleum,  welches
an  Qualität  hinter  dem  amerikanischen  und  russischen
noch  zurücksteht,  wurde  in  bedeutend  größeren  Mengen
als  im  Vorjahre  auf  den  Markt  gebracht.  Zwischen
Batavia,  Samarang  und  Sourabaya  wurde  im  Dezember
  eine  Telephonverbindung  eröffnet.  Eine
holländische  Gesellschaft  hat  große  Elektrizitätswerke
in  Batavia  angelegt.  "

..

Curacao.

Cauragao  hat  nach  der  Zählung  vom  Jahre  1892
eine  Bevölkerung  von  27  493  Köpfen.  Die  Insel
wird  letzt  regelmäßig  von  den  Dampfern  folgender
Linien  angelaufen:  der  Hamburg-Amerikanischen
Packetfahrt-Mtiengesellschaft,  der  West  Indian  and
Poeific  Line,  der  Harrison,  der  Prince  Line  (englisch),
der  Koninglyke  West  West  Indische  Maildienst  (holländich),
  der  Compagnie  Géönérale  Transatlantique
Cranzösisch),  der  Red  D)  Line  (amerikanisch).  Von

35

 

britischen  Fahrzeugen  liefen  1896  die  Insel  an:
49  Dampfschiffe  mit  89  605  Tonnengehalt,  21  Segelschiffe
  mit  3621  Tonnengehalt.

 

Gambia.

Die  Gesammteinnahmen  der  Kolonie  betrugen
1896  26  171  Pfd.  Sterl.,  die  Ausgaben  25300.
Unter  den  Einnahmen  ist  besonders  hervorzuheben
die  im  Protektorat  erhobene  Hüttentaxe.  Dieselbe,
einen  Schilling  pro  Hütte  betragend,  wurde  von  den
Eingeborenen  freiwillig  an  die  Kommissare  bezahlt,
ohne  daß  irgend  welcher  Zwang  ausgeübt  zu  werden
brauchte.  Insgesammt  brachte  die  Hüttentaxe  970
Pfd.  Sterl.  ein.  Eine  wichtige  Maßregel  wurde
hinsichtlich  des  Grunderwerbs  getroffen,  in  dem  die
Verfügung  über  die  öffentlichen  Ländereien  in  der
Kolonie  und  im  Protektorat,  für  welche  ein  rechtmäßiger
  Eigenthümer  nicht  ausgemittelt  werden  kann,
in  die  Hand  des  Gouvernements  gelegt  wurde.  Man
hofft  dadurch  Kapitalisten  zu  landwirthschaftlichen
Unternehmungen  zu  ermuthigen,  da  das  Gouvernement
jetzt  solchen  Personen,  welche  bona  fide  Ländereien
bebauen  wollen,  Landcertifikate  ausstellen  kann.

Der  Prozentsatz  der  Geburten  und  Sterbefälle
ist  schwer  festzustellen,  ungefähr  betrug  der  der  ersteren
  25,  der  der  letzteren  26  auf  1000.  Die
Schulverhältnisse  waren  nicht  sehr  befriedigend.  Die
Zahl  der  unterrichteten  Kinder  war  weniger  als  900,
während  es  1500  sein  sollten.

Im  Protektorat  sind  Eingeborenengerichte  errichtet
worden,  welche  die  früher  den  Häuptlingen  obliegende
  Rechtsprechung  wahrnehmen.  Eine  reguläre
Polizeimacht  besteht  nicht  im  Protektorat,  dafür  befinden
  sich  in  jeder  Stadt  eine  Anzahl  von  „Messengers“,
  welche  aus  den  Einwohnern  ausgewählt  werden
  und  die  Befugnisse  der  Polizei  wahrzunehmen
haben,  sobald  ihnen  eine  um  den  Hals  zu  tragende
Erkennungsmarke  ausgehändigt  wird.  Sie  werden
für  jeden  einzelnen  Tag  bezahlt,  an  dem  sie  so  in
Wirksamkeit  treten.  Dies  System  scheint  sich  zu  bewähren.


Die  Haussklaverei  —  die  allein  noch  existirende
—  ist  im  Absterben  begriffen.  Die  Zustände  waren
während  des  Jahres  1896  in  der  Kolonie  wie  im
Protektorat  vollkommen  ruhig  und  friedlich.

 

Dampferverbindung  zwischen  Madagaskar  und
Louren  zo-Maraques.

Zeitungsnachrichten  zufolge  hat  eine  französische
Schifffahrtsgesellschaft  eine  regelmäßige  Dampferverbindung
  zwischen  Madagaskar  und  Lourenzo-Marques
ins  Leben  gerufen.  Es  wird  besonders  die  Einfuhr
pen  Vieh  aus  Madagaskar  nach  Südafrika  beabichtigt.


—  —  —  —
        <pb n="76" />
        —  36

Verschiedene  Mittheilungen.

Poststatistit.*)

Ueber  die  Thätigkeit  der  deutschen  Postverwaltung
in  den  Schutzgebieten  während  des  Jahres  1896
bringt  die  „Statistik  der  deutschen  Reichspost=  und
Telegraphenverwaltung“  folgende  Angaben.

Es  wurden  befördert:
1.  An  Briefen,  Postkarten,  Drucksachen,  Geschäftspapieren

  und  Waarenproben:

a)  Nach  dem  Reichspostgebiete  aus  den  deutschen

Schutzgebieten

Stück  Prozent
in  Afrika  68  550  0,040
in  Australien  2  670  0,002

b)  Aus  dem  Reichspostgebiete  nach  den  deutschen

Schutzgebieten
in  Afrika  140  430  0,068
in  Australien  13  450  0,007

c)  Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet  nach
den  deutschen  Schutzgebieten
in  Afrika  7  180  0,004
in  Australien  —  —

2.  An  Packeten  und  Baarsendungen:

a)  Nach  dem  Reichspostgebiet  aus  den  deutschen

Schutzgebieten
Stüuck  10g  Werth

in  Afrika  849  3340  99  800
in  Australien  44  100  —

b)  Aus  dem  Reichspostgebiete  nach  den  deutschen
Schutzgebieten
in  Afrika  2973  10  600  79  900
in  Australien  136  570  140
c)  Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet  nach
den  deutschen  Schutzgebieten
in  Afrika  310  1100  720
in  Australien  —  –  —
3.  An  Postanweisungen:
a)  Nach  dem  Reichspostgebiet  aus  den  deutschen

Schutzgebieten

Stück  Betrag

in  Afrika  4581  810  753

in  Australlen  47  7  209

l.)  Aus  dem  Reichspostgebiete  nach  den  deutschen

Schutzgebieten

in  Afrika  479  118  090

in  Australiien  1  50

c)  Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet  nach
den  deutschen  Schutzgebieten
in  Afrika  85  16  692
in  Australien  ..  —  —

*)  Vergl.  Deutsches  Kolomalblatt  1896,  S.  750.

 

Titterakur.

Eduard  Sachau:  Muhammedanisches  Recht  nach
Schafitischer  Lehre.  Lehrbücher  des  Seminars  für
orientalische  Sprachen  zu  Berlin.  Herausgegeben
von  dem  Direktor  des  Seminars.  Band  XVII.
Stuttgart  und  Berlin  1897.  W.  Spemann.

Der  verdiente  Orientalist  der  Berliner  Universität
  und  vorläufige  Leiter  des  orientalischen  Seminars
  Geheimrath  Prof.  Dr.  Sachau  hat  mit  diesem
umfangreichen  Werke  der  kolonialen  Arbeit  Deutschlands
  in  Ostafrika  eine  außerordentlich  werthvolle
Beihülfe  geleistet.  Während  früher  die  europälischen
Kolonialmächte  die  Eingeborenen  kurzweg  nach  ihrem
eigenen  germanischen  oder  römischen  Recht  behandelten
und  dadurch  unzählige  Schwierigkeiten  und  Zusammenstöße
  veranlaßten,  hat  man  zuerst  englischerseits  seit
den  von  Warren  Hastings  1772  in  Indien  getroffenen
Maßnahmen  in  allen  Kolonien  die  einheimischen
Rechtsnormen  studirt  und  sie  als  Grundlage  für
Regelung  der  Eingeborenengesetzgebung  benutzt.
Natürlich  sind  derartige  Arbeiten  mit  großen  Schwierigkeiten
  verbunden,  und  es  gehören  ebenso  großes
Wissen  wie  Begeisterung  für  die  Sache  dazu,  um
ein  solches  Werk  wie  das  vorliegende  zu  verfassen.

Allen  Beamten  und  Kolonisten  Deutsch-Ostafrikas,
ebenso  wie  den  des  Deutschen  mächtigen  Kolonisatoren
von  Englisch-Ostafrika  wird  die  vorliegende  Arbeit
von  großem  Werthe  sein.

VF'7V97  VVVTYV7yV7yyTFYTTyTVVVYVWVYWYWYT7TYT

Titterakur-Verzeichnik.

Bohrdt,  Hans:  Deutsche  Flottenbilder.  Zwölf  Tafeln
in  Lichtdruck  nach  Originalen.  Mit  einem  historischen
Ueberblick  vom  Künstler.  Querfolio:  3012:  40  cm.
Eleg.  geb.  Mk.  12,50.

W.  Paulis  Nachf.  (H.  Jerosch),  Berlin.

Busley,  C.  (Prof.,  Geh.  Reg.-Rath):  Der  Kampf  um
den  ostasiatischen  Handel.  Vortrag,  gehalten  in
der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg  der  Deutschen
Kolonial-Gesellschaft.  Zweite,  durchgesehene  und  vermehrte
  Auflage.  Mit  einer  Karte,  Eisenbahn=  und  Post-Dampfschiffs-Linien
  nach  Ostasien.  Zugleich  Uebersicht
des  Kolonialbesitzes  der  konsularischen  und  diplomanischen
Vertretungen  des  Deutschen  Reiches.  33¾  Bogen  gr.  80.

geh.  Mk.  1,20.  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Karte  des  Njassagebietes,  Ostafrika,  mit  Angabe
der  vorhandenen  Missions=  und  Handelsstationen.
1:56600  000.  272c  20,5  cm.  Farbendruck.  Mk.  0,40.

Buchhandlung  der  Berliner  evangelischen
Missionsgesellschaft,  Berlin.

Kiepert,  Heinrich:  Politische  Wandkarte  von  Afrika.
Sechs  Blätter.  Maßstab  1:8.000  000.  Sechste  berichtigte
  Auflage.  Neubearbeitung  von  Richard  Kiepert.
In  Umschlag  Mk.  8.—.  ·

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Kiepert,  Richard,  und  Paul  Sprigade:  Karte  von
Ostasien.  Maßstab  1:  12  000  000.  Gänzlich  neu
bearbeitet  mit  einer  eingehenden,  21/2  Bogen  starken
Beschreibung  von  China,  Korea,  Japan,  Siam,  der
britischen,  der  französischen,  der  niederländischen  und
portugiesischen  Besigungen  mit  Namenverzeichniß  und
Bevölkerungoziffern.  Mk.  1,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.
        <pb n="77" />
        S.  „Bussard“  23/10.  Apia.
S.  „Condor“  11/11.  Natal.
S
S

37

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

Falke“  Sydney  27/10.  —  10)/10.  Apia  21/12.  —  Auckland.
(Poststation:  Kapstadt.)

(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  St.  Thomé.)

.„Habicht“  1/10.  Kamerun  18/12.  —  Kapstadt.
Vermessungsschiff  „Möwe“
.  M.  S.  „Nixe“  11/11.  Freetown  22/11.  —  Victoria  —  Kamerun.
M.  S.  „Seeadler"  12/9.  Dar-es-Saläm.

12/11.  Hongkong.

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Kapstadt.)

Ablösungstransport:
Fahmlan:  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.
S.  „Möwe“  (halbe  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  a)  von  Bremerhaven  —Genua:  Lieutenant  zur  See  v.  Manteuffel,

b)  von  Genua—  Hongkong:  Kapitänlieutenant  Gotzhein:
Brenerhaven  1/12.  —  3/12.  Antwerpen  5/12.  —  13/12.  Genua  14/12.  —  15/12.  Neapel  15/12.  —
19/12.  Port  Said  19/12.  —  Aden.

(Poststation:  Hofpostamt.)

 

 

 

.  ———  —

perkehre-Bachrichten.

Noch  dem  Reichspostdampfer-Fahrplan  des  Norddeutschen  Lloyd  für  1898  wird  der  Dampfer
##r  Neu-Guinealinie  fortan  Macassar  auch  auf  der  Ausreise.  regelmäßig  anlaufen.
bet  geboten,  Telegramme  nach  dem  Schutzgebiete,  welche  dem  Dampfer  bisher  spätestens  in  Batavia  zugefährt
  werden  mußten,  demselben  auch  noch  in  Ma  cas  sar  zugehen  zu  lassen.

—  —

e  —  den  deutschen  Schutgebieten.

Dadurch  ist  Gelegen- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —

 

Brindisi

Neapel
derhqh  Ien  ·  Suinea.  Schiffe)

..

Kurhal  .  Insein.

(über  Manila)

(Nachversand)
Brindisi

am  9.  Marz,  4.  Mai
abds.

am  13.  März,  8.  Mai
abds.

sam  13.  März,  8.  Mai
abds.

 

 

 

Stephansort  45  Tage
-  41  Tage

Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

Deie  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Friese  mussen  aus
1  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
&amp;amp;  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  2.,  16.  Februar  Tanga  18—19  Tage  am  28.,  31.  Januar,
(beutsche  Schife)  120  abds.  N.  Feb  —  19.  0  .  14.a.  25.  Februar
1  .  »  Brindisi  am  30.  Jan.,  27.  Febr.  Sansibar  20—  age  10/  abds
T  Osasrita  (englische  Schiffe)  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
anzösische  Schisse)  40  nms.  1ou  abds.
—  gübwestafrik  Southampton  am  12.  Febr.,  12.  Marz  Lüderihbucht  22  Tage  am  11.  Febr.,  11.  März
e  Kaite.  Heng  Shife  bis  Kap.  40  ums.  Swakopmund  26  Tage  15  ums.
unbeb  booo.  Mon,.  Sad-.  dann  deutscher
vöchentlich  dis  Kapstadt,  1  )  263  25.  Närz  /Swal  9  20  *
von  dort  weiter  alle  L#n.  amburg  am  an.,  ärzs  Swakopmun  age  am  25.  Lan,  25.Mä
wäatltm  —  (beu#sches  Schis))  nachts  Lüderitzbucht  40  Tals  7720  *  När
Hambur  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  M
#  len.  %  Lu  ½  1  nachte  Feb  720  alde  onats
iverpoo  am  19.  Jan.,  16.  Febr.  Kamerun  22  Tage  am  1
—  llanioe  ½%  8  an  i  gen.  14.  Febt.
am  10.  jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.
#%  Gebiet  cd  aua  am  20.jedes  Mts.  Lome  31  vge  1.  lhen  720  ktleaes
ei
lihen  Lwverpool  oder  Liverpool  am  26.  Januar,  Seinnot  Tage  age  am  24.  Januar,
.*.z  Kasenn  Schiffe)  3/  2  Februar  n  da  ab  Landverbindung.,  21.  Febr.  18  ms.
rlangen  des  arseille  am  25.  jede  ona  Cotonou  20  T  «
Ahsender  ers)  8  (#  Schiffe)  40  nochm.  von  da  ab  gonporelgeeun  em  3.  und  Monats
ordeaux  am  10.  März,  10.  Mai  Cotonou  22  T
——.  (kranzösische  Schiffe)  6  110  lo  vms.  von  da  ab  ———  *,  —-v  8  Mai

am  7.,  11.  März,
26.  Mai
10  abds.

am  11.  ur  .  Ma
103  a  z7-,  ie
        <pb n="78" />
        38

Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schussebleten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

II  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  ç[  Von  hafen  in  Berlin
Neapel.  In  27  Januar,  Hamburg..  am  10..  und  25.x
Deutsch-Ostafrika  Brindist  II  amlgz  Z:  Jbseb  Togogebiit  1  Marze  jedes  WVonats
Marseille.  am  16.  Jan  16.  Feb.  U  arseille  «  am  6jedes  onats

Deutsch  ·  zͤdwestasrita  Southampion  am  18.  Jan.,  15.  Feb.  Deutsch-Keu-Guinea.  Neapel.  #  am  5.-Män,  1.  Mai

–  —  —  —  —  —  —  —

Ramerun  .  .  .  .  ...  Hamburg  am  25,  jed.  Monats  .  Marsbal-Inseln  ....Marseille  ...  Mitte  Februar,

Liverpool  .  am  27.  Januar.  Mitte  Ipril
24.  Februar  D
*  Falligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Sebsee  der  L  #
Reis  e  Lete  Nachrichten
ostdampfer
sid  mpf  von  nach  bis  28.  Dezember  1897

„Adolph  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  25.  Dezember  in  Aecra.

„Aline  Woermann“  Hamburg  Loango  am  24.  Dezember  in  Gabun.

„Anna  Woermann“  Hamburg  .  Sherbro  am  21.  Dezember  in  Bissao.
„Antonina“.  Lüderitzbuct  Antwerpen  am  23.  Dezember  in  Antwerpen.
„Carl  Woermann“  Loanda  —  Hamburg  am  23.  Dezember  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Kongo  am  14.  Dezember  in  Las  Palmas.

„Eua  Woermann“  ..  Sherbro  Hamburg  am  26.  Dezbr.  in  Hamburg  eingetroffen.
„Gertrud  Woermann“.  Kotonon  Hamburg  am  20.  Dezember  in  Accra.

„Gretchen  Bohlen“  .  Hamburg  Whydah  am  25.  Dezember  in  Accra.

„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  23.  Dezember  Dover  passirt.

„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  11.  Dezember  in  Loanda.

„Kurt  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Lothar  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  21.  Dezember  in  Madeira.

„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  8.  Dezember  in  Las  Palmas.

„Melita  Bohlen“  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  22.  Dezember  in  Las  Palmas.

„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kotonon  am  13.  Dezember  Dover  passirt.

„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  am  23.  Dezember  in  Conakry.

Schisfsbewegungen!  der  Deutschen  Obtafrika-inie  (Leuburg—Ostafrika.
Reichsposidampfer  neise  Lehte  Nachrichten
von  I  nach  bis  28.  Dezember  1897

„König“  Hamburg  s  Durban  am  24.  Dezember  ab  Neapel.

„Herzog“  z.  Zt.  in  Hamburg.

ZKaiser.  Hamburg  Durban  am  26.  Dezember  an  Durban.
„Kanzler"  |  Durban  Hamburg  am  28.  Dezember  an  Neapel.

„Bundesrath“.  Hamburg  Durban  am  27.  Dezember  ab  Sansibar.
„Reichstag“  ..  Durban  Hamburg  am  27.  Dezember  ab  Delagoabai.
„Admiral"  .  Durban  Hamburg  am  22.  Dezember  ab  Sansibar.
„General“  z.  Zt.  in  Hamburg.

 

 

 

 

 

—  —

ein

 

Wer  d  rreich  illustr.  Familienblatt

„Die  Evangel.  Missionen“

noch  nicht  kennt,  vers

äume  nicht,

sich  ein  Probeheft  kommen  zu

lassen  von  C.  Berte
Gütersloh.

Ismann  in

(11)

 

 

usenden.

*Wtt-’  PP  w  V  w  P’’  7vVyVVV7V7777T7V

Anzeigen.

—

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Piennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW  12,  sochstraße  68-n.

–—  ––

Cutgepflegte  Rhein-  u.  Naselweine.

 

 

im  Export  bewührt,  liefern  billigst,

Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co

London  E.  C.,  2  Roynl  Exchunge  Buildings.

Weingutsbesitzer,

%  Oberwinter  a.  Rh.

(iss)
        <pb n="79" />
        Vertrieh  von  Erꝛeugnissen  der  deutschen  Kolonieen
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesellschaft.

Deutsches  Kolonialbaus
Bruno  Antelmann

G.  m.  b.  E.

—  .——  —

Eingetragene  Schutzmarke.

 

Grossberzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  HMotlleferant.

 

Haupt-  und  Versandgeschäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernepr.:  Amt  I.  No.  987.
Zweiggeschäft:  Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.  Fernspr.:  Amt  IX.  No.  7244.

Kao#o,  Schopoladen,  Kaff####,  Fantille,  Ziparren,  L(Köre.  —  EchnokogfTra,  Land-rarten,
Phocogracpkhtieen,  Kotontat-Ltcteratter.

Spezialitäten:

Kamerun-Kalao:  Pfond  Mur  2,.—,  9  Pfuond  je  Mk.  1,90.
Kola-Litür:  11  Flasche  Mk.  3,50,  ½  Flasche  Mk.  2,—.

—0  Der  soeben  erschienene  Generalkatalog  wira  auf  Wunsch  umsonst  und  postfrei  versandt.  6—
Illustrirte  Postkarten  aus  den  deutschen  Kolonieen.

 

 

Beschluß.

Die  nach  Artikel  13  des  Handelsgesetbuchs
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  von  Eintragungen  in  das
Handelsregister  des  unterzeichneten
Konsulats  werden  im  Jahre  1898

im  Deutschen  Kolonialblatt,

in  der  Wochenausgabe  der  Kölnischen

#  d..  und

in  der  „Gazette  for  Zanzibar  and

East  Africa“
erfolgen.

Zanzibar,  den  16.  November  1897.
Der  Kaiserlich  dentsche  Konsful.
In  Vertretung:

Freiherr  v.  Rechenberg.  (168)

—  —

Bekanntmachung.
In  hiesigen  Firmenregister  ist  heute
unter  Nr.  4  die  Firma  *“
1  „F.  Günter“
mit  dem  Sitze  zu  Dar-es-Saläm
und  als  deren  Inhaber  der  Schreinermeister

  und  Bauunternehmer  Franz
Günter  daselbst  eingetragen  worden.

Dar-es-Saläm,  den  2.  Dezbr.  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
Ziegler.  (164)

    

Expor-  Stahlkafren
DEUTSCH  a  ENCL.  FORM

öldeneCo

G.  Gladbachaköfn

(156)

 

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Firmenregister  ist  heute
unter  Nr.  3  die  Firma
Erste  deutsche  ostafrikanische  Bierbrauerei

  von  Wilhelm  Schultz
zu  Dar-es-Salaäm  und  als  deren
Inhaber  der  Bierbrauereibesitzer  Wilhelm
  Schultz  daselbst  eingetragen

worden.
Dar-es-Salaäm,  den  27.  Nopbr.  1897.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
Ziegler.  (163)

 

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Gesellschaftsregister  ist
heute  zufolge  Verfügung  vom  9.  Oktober
  1897  unter  Nr.  3  die  Firma

Habermann  &amp;amp;  Dernecke
mit  dem  Sitze  in  Omaruru  und  deren
Inhaber  die  Kaufleute  Friedrich
Habermann  und  Rudolf  Denecke
eingetragen  worden.  (174)
Otyimbingwe,  den  28.  Oktober  1897.

Keiserliches  Gericht  für  den  Westeezirk.

J.  Tippelskirch  &amp;amp;  C0.

Berlin  NW.,  Meustädtische  Mirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Fropen-Ausrüstungen,

empfehlen  sich  insbesondere  zur  Bescha
i  für  Schiffsreisen  und

aug  persönlicher  Ansrüstunge
an##e#den  Acher  püue  in  ü  *

eeischen  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
FgeeU-  in  Betracht  kommenden  Artikel.  "1n

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der

Reise  erbeten.

(52)

Alselut  reines  baltterienfreies  Flitrat  Netern

Berkefeld-Filter.

    

Filter  für  Wasserleitung  und  Brunnen
vom  Tropfülter  bis  zur  grössten  Anlage

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Celle,  Prov.  Hannover.  (15)
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        Eine  ———  —
eitschrift  für  Vielbeschäftigte
im  Inlande  oder  Auslande  ist  „Der  bedeutende  Erfol

Auslande  so  weit  verbrei-.

  tete  u.  beliebte  Zeitschrift

vwährend  ihres  15  zährilgen

Q„  Bestchens  errungen,  bat

klärlich  erwiesen,  dass  eine

Wochenseprift  Für  Politi,  Litteratur,  Kunst  v.Wissenschaft

(Stimmen  aus  allen  Parteien)
PEandel,  Gewerbe  und  Industrie

in  der  That  einem  allgemeinen  Bedürfnis  entgegengekommen  ist,  um  dies  so  oft  missbrauchte
  Schlagnwort  einmal  mit  Berechtigung  zu  gebrauchen.  —  Für  den  im  Bernf  des
Tages  Aufgehenden  —  (nirgends  wird  so  intensiv  gearbeitet  wie  in  Deutschland)
bleibt  nur  geringe  Musse  zur  lLktüre  des  eigenen,  Keschweito  Versrhiedener  Lasesbiktter.

:  *——  n  kondensierter  Form  die  Ereig-Hier
  Setzt  „DAS  ECHO  ein!  nisse  der  Woche  wiedergebcnd.
nichts  ausser  Acht  lassend  von  allgemeinem  Interesse,  und  namentlich  ohne  Polemik
alle  Partelen  zur  Geltung  bringend,  ist  „DAS  ECHO“  geschaffen  für  jedermann,  der
lebendigen  Auteil  an  seciner  Zeit  nimmt.  llier  findet  der  Leser  neben  den  Geschehnissen
ller  Woche  eine  Füllc  unregenden  Stoffes  aus  den  verschiodensten  Gebieten,  wobei  auch
der  Unterhaltung  und  dem  Humor  in  sorgsamer  Pflege  und  Auswahl  ihr  Recht  wird.
Somit  ist  unser  Blatt  nicht  nur  für  den  einsichtigen  Politiker,  der  auch  die  Stimmen
der  Gegner  zu  würdigen  weiss,  sondorn  für  jeden  Gebildeten  überhaupt  durch  seinen
abwechslungsreichen  Inhalt  von  hohem  Wort.

Unsere  Zeit  ruft  mit  Notwendigkeit  in  immer  weiteren  Kreisen
regste  Anteilnabme  an  ihren  Ereignissen  hervor.

Von  dem  reichhaltigen  Inhult  unseres  Blattes  zeugt  schon  die  Verteilung  des  Stotses
  in  folgende  Rubriken:

I.  Politik.  Eine  umfangreiche  Bespre  8Z.  Deutschtum  im  Auslande.  Nachrich-Jahrgaug.



onon  Wa

 

chung  der  Tagesfragen,  wie  alles  ten  über  das  Leben  und  Treiben  unse-#

  dessen,  wvas  die  Welt  bewegt  und  rer  Volksgenossen  in  der  weiten  Welt.

S2  erfüllt.  9.  Aus  hoben  Kreisen.  Nachrichten  von
2.  Handel.  Interessante  Fragen  vom  den  Höfen  und  aus  den  Zirkeln  der

2  *s“  Weltmarkte.  Gesamt-Wochenüber--  vornehmen  Welt.

.  *  —  Sicht  des  internutionalen  Geld-  und  10.  Militär  und  Marine.  Mitteilungen  über
.  3  Warenmarktes.  Verhältnisse  u.  Bewegungen  der  Land-2
  *  3.  Schnitzel  und  Späne.  Allerlei  inter-  und  Seemacht  aller  Staaten.

4-2  2  %ssanter  Kleinkram.  II.  Länder-  und  Völkerkunde.

22  A.  Todesfälle.  12.  Koloniales.

□

5.  Sprechsaal.  Bietct  eine  Gelegenheit  13.  Gerichtssaal,  Verbrechen,  Unglücksfür
  jedermann,  wichtige  und  unzic.  fälle.

hende  Frugen  vor  das  Forum  der  I4.  Kunst  und  Litteratur.

Oeffentlichkcit  zu  bringen.  Wir  bit.  15.  Gesundheitspflege.  Medizinisches.

ten  hier  um  die  Mitarbeiterschaft  16.  Soziales.

aller  unserer  Leser.  17.  Kirche,  Schule  und  Universität.

6.  Briefkasten.  18.  Sport  und  Mode.
J.  Lese  früchte.  Kleine  uhgeschlossene  No  19.  Naturwissenschaftliches.

vellen,  Erzählungen,  Skizzen.  Hübsche  20.  Humoristisches.

Proben  aus  neuen  Büchererscheinungen.  21.  Anekdoten.

Das  -ECHONF,  obwohl  kein  eigentlich  illustriertets  Blatt,  ist  doch  auch  gelegentlich  mit  gut
reproduzierten  Bildern  auskestattct,  die  besonders  reich  in  seinen  von  Zeit  zu  Zeit  erscheinenden
  Speziulnummern  vertreten  sind.

Tine  besondere,  fuchmännisch  redigierte  und  illustrierte  technische  Abtellung

„Industfrielles  Echo“

untorrichtet  über  alle  neuen  und  interessanten  Vorgänge,  Neucrungen  und  Erfindungen  auf  dem
Lesämten  Gebieic  der  Technik  und  Industrie  in  populürer  Form  und  sucht  eine  enge  Fühlung
zwischen  den  Intercssenten  aller  gewerblichen  Krelsc  herbeianführen.  Das  Industrielle  Erhe“  ist
nicht  nur  für  Fachlente  keschrichen.  sondern  so  gefasst.  dass  ein  jeder  Gehildete  den  Inbalt  verhluht
  und  die  PFortschritte  auf  allen  Cebieten  der  Ieehnik  und  ludustrie  mit  Interesse  verfolzen
kann.  —  Gesamtwochenübersicht  des  internationalen  Geld-  und  Warenmurktes.  interssunte
  Fragen  vom  Weltmarkte  werden  in  einer  beSsonderen  kuhrik  ,  Mance-“
berüchsichtigmt.  «
Das,,BCE0«erscheintjedenDonnerstag.ZTZJZFIHIZPOZZPUIU

Postanstalten  und  Zeitungs-Speditcure  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Mark  vierteljährlic
entgegen;  in  den  übrigen  Ländern  zu  den  landesüblichen  Preisen.

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1  ,T  uN-OZDAsIn:)  uuld  HNDG

o  nozuna  /S!lnK  u##o-d-I  u

noula  10  un  ur  1000  apuu·!]  manh

 

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-  bringt  Stimmen  aus  allen  Partelen,  daher  ist  es  auch  eine
D  As  Et#  H  O  schr  anregende  und  interessante  Lektüre  für  jeden  Polltiker
  inner-  und  ausserhalb  Deutschlands.

sci  auch  den  llerren  Gelehrten  und  Studierenden,  welche  nicht  dazu  kommen,  täglich  eine  Zeitung  zu

DAS  ECHO  lesen,  als  wöchentliche  Chronik  der  Zeltereignisse  bestens  empfohlen.

  
 
  
 
 
  
 
  
 
  

 

 

 

Bestellungen  nehmen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalten  und  Zeitungs-Spediteure  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Nark  viortehiihrlich  entgegen;  in  den  öbrigen  Ländern  zu  den  landes-#blichen
  Preisen.  —  Direkt  von  der  Verlagsbandlung  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.  in  Beslin  SW.,  Wilhelmstrasse  29,  unter  Kreuzband  bezogen,  kostet  „Das  Echo“

vierteljuhrlich  4  Mr.  50  Pf.,  halbinhrlich  9  Mk.,  ganzj#hrig  18  Mk.  Bei  Versendung  unter  Streifband  empflehlt  es  sich,  möglichst  ganzjührige  Abonnements  aufzugeben.
        <pb n="81" />
        —  41

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art  ur  Koppol,  Berlin  NW.  „

*3  )
Dorotheenstr.  22

(am  Bahnhof  Friedrichstrasse).  7

.r  Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  «

 

 

   
 

 

   

Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.

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TransportzLdes  Zuckerrohrs  durch  Zugthiere  in  Java-  7  (
o“  FelIdbahnen  für  die  Kolonieen.  —  (vss

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Sökeland-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  %

lüuerreiehte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbe--brote

  ung  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarz-Ausgestellt,
  welche  elne  Reise  um  die  Erde  Zurilckgelegt  hatten.
lele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.

Exportauftri  j
te  erbitten  an  Harder  d&amp;amp;  de  Foss,  Mamburg;  für
s  luhand  E.  Söreind  4  Söhne,  Berln  WI.,  oder  Mundeben.
*  Faosrrin—
*77745s
—.  —
Höchste  Auszeichnung  7
Chicago  1893.  .
Höchste  Auszeichn.  (Diplöme  s#.

d'’onneur)  Antwerpen  1894.
Fabrik
Lochmann'scher

 
  
 
 
 
 
 
 
  
  
    

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Musikwerke
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Aktiengesellschaft  2#½#D
.".  .  Os-.-:
Leipzig-  Gohlis.  #:
Ausschlie-sliche  Fabrikantin  der  17
·%  7.
Symmphonions  ##
mit  auswechselbaren  Noten-  #7
schriben.  (5704
r*  Die  Fahrik  ist  in  ihrer  Art  die  77.2
**  älteste  und  grösste  der  Welt.  *:
W*
«  —m*h  *:

2

·  n  2*  *.  «
-H4.OQLODE.OH»OOOOI
»».·4.t.s'O-.·.-1k9-JIHLDFJLUDTILDHQMT

 

"«"z  Is«,st-7H7,i  f0,3.·»s  ks».."?·s»·

  

«-umwbispzws

.  —  25
Enolisd  dlazu:  „hunden  nlark  p  2

Schlus  isch  Cart-  lark  *2  —
2232  L  14.  4  1  k
Frarlssser  4Ccebunde-t.  1  nlart

Sckl##n.  —.
spanlskl  dazut  unden  4  #  #
6  Ichlusz  —.
s.  -«  ZU.

  
   

 

 

 

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nnd0bekllohtejederArt,(16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.
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m  deutsche  —e  Nord-Atrikas!

 

Kilhe  15,—  „  20,—,  Ziegen  .#,  „  1,—  „,  2.—.
Briefadresse:  Telegr.-Adr#-#  .
In  tlscher  Kurier,  Kalro,  Kmler.  Kalro.  1  1  d  0
—  enen  ber  Für  Südwest-Afrika:  „
Erscheint  gleichzeitig  in  deutscher  und  LDromedare,  Ersatz  für  Ochsen,  ca.  S  15
französischer  Sprache.  Karfoffeln,  Zviebeln,  Tropfsteine,  Madelra-Möbel,  Wein  ete.

Nähere  Anguben  und  Relerenzen  stehen  zu  Diensten.
LDer  .  lcquntiache  Kurier  licqot  i  l  ;
ran-snntczEnridqdue  Augener,  Is  Palmas,  Grm  Cmark.

Er  erscheint  in  Kairo,  dembels

 

 

 

 

 

 

 

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aufenthalte  des  Orients,  wird  regel-  der  Lebensmittel-Industr  l

 

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mässig  an  über  fünf  hundert  Iotels  —  —  ———  —

der  Mittelmeerländer  versandt.  anf  H-»
fast  allen  den  Suezkanal  passiren-  E  E—  1.

den  Dampfern  vertheilt  und  bildet
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deutscher,  sondern  auch  in  arabischer
und  jeder  europlischen  Sprache  auf- 



 

M.A  Fanckunem

Inhaber:  Emil  G.  Melcto,
Hamburg.

12

und  (11)

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        Fabrik  haltbarer  Speisen

von

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserven  auer  Hr#,  für  die  Tropen  zubereitet.

Goldene  Medaille:  Hamburg  1880  u.  1689.
Wien  1873.  .  Paels  1855.  London  1862.
München  1854.  &amp;amp;  Welbourne  1880.  (un!)
AMlgemeine  Gartenbau-Ausstellung  in  Mamburg  1897  Gosdene  Medallle.

Wir  garantiren  die  Haltharkeit  Preislisten  stehen  anf  Wunsch
unserer  eigenen  Fabrikatec.  Kratis  u.  franco  zur  Verfügung.

Cemptolr:  Eller:  Moresbrcke  10.

 

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Deutsche  Militairdienst-Versicherungs-Anstalt

in  Hannover.  —
Vernögensbessand.  77  Miltionen  Murk.

Abtheilung  I:  Militairdienst-Versicherung.
Zweck:  Deckung  der  Kosten  des  Mllitairdienstes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten,
  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  Knaben  unter  12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aufnahme.

Abtheilung  Il:  Kapital-  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgekurzte  Lebensversicherung.)

Zweck:  Versorgung  von  Hinterbliebenen  und  Alters  -  Versorgung.  Siche-«
  rung  von  Kapitulien  zur  Beschaffung  von  Aussteuern  und  für

 

 

 

Studienzwecke.
Personen  beiderlei  Geschlechts  finden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
dieser  Abtheilung  Aufnahme.  (16)

Die  Auszahlungen  an  Versicherungssumme,  Prämienrückgewähr  etc.
iIs  lIinse  des  Jahres  1896  betrugen  K  2835  000,—,  die  Gesammtauszablungen

————1.thestehen  der  Anstalt  10  375  000.—.  Von  1878  bis  Ende  1896  wurden
—  erledigt  299  025  Amträge  üher  M  361  071  210,—  Versicherungskapital.

4  .  4  4  4  4.#  [DGtte#
Joseph  Klar,  Samenhandluns,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

herirt  nebet  tro  TNHolttefrante  Sr.  Majestät  des  Katsers.—

nach  den  6n.  1  blechen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben

zerlznet  *  otanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

samen  1  un  esen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Aert,
  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
a##ikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

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bei  Th.  [y“  er  in  Hamburg:  beknunnter  pasteurisirter  Mtue  in  Exportklsten.

er  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.  Schutzmarke  No.  2203.  (##)
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Hamburg,
Verbindungsbahn  4.

Erport  von  Ligarren  und
Tabak,  Nabhrungsmitteln
und  Getränken  aller  Art

unter  Garantie  der  Haltbarkeit
in  den  Tropen.
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und  Schutziruppe.  (  172)
unfüsriiche  Preis'een  n  i0-reiche
  Attente  2ur  Venfüyung.

      
      
    
    
    
    
    
     

 

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August  Jasper,  Pmden.

Herings-  Export.

Export  deutscher  Heringe
und  Sardellen
nach  allen  Ländern  in  besonderer
Verpackung,  die  gute  Ankunft  gewährleistet.
  (140)

—  —  ———
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Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

  

(128)

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für  Tropen  massiv  gebaut,  verschraubt
  und  verpackt  in  zwei
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  Holz--  und  Zinkkistchen
  empfiehlt

Aloys  Maier
in  Fulda,
Harmonium-Magazin.

(Gegr.  1846.)  (wö)

VV###7VVVVV07V7N1

 

 

 

—

 

4

Weingrosshanddung  àud.  Kublig

(Gegr.  1854.)  Saalfeld  a.  S.  (Germany),  (Gesr.  1854.)

prämiirt  mit  der  Silbernen  Medaille  auf  der  Ausstellung  im
Messpalast  zu  Berlin  1896,
eempfiehlt  für  den  Export  nach  allen  Ländern  ihre  anerkannt  vorzüglichen

Rhein-,  Mosel-  und  Pfülzer  Weine

zu  äussersten  Preisen.  Man  verlange  Preisverzeichniss.

(152)

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

     
 
    

 

—  —  —  —

 

Detectil-  Lustitut  und  Ausku

Frankfurt  a.  Oder.

stei
Kaufmännische  Auskunft  auf  alle  Plätze,
Einziehungen  von  Forderungen  jeder  Art.
FPersonal-Auskunft  über  Vermögenslage,  Charakter,  Lebensweise,

Vorleben  etc.  (bei  Verlobungen,  Engagements,  Aufnahme  in
Vereinen  etc.).

Ermittelung  verschollener  Personen

Beobachtung  von  Personen  und  unauffällige  Verfolgung  anf  Reisen.
Vertrauenssachen,  Eingaben  und  Gesuche  jeder  Art.

Besorgung  und  Erledigung  aller  nur  denkbaren  Vertrauensangelegenheiten
  und  Anfrugen.

Beurtheilung  des  Charakters  Jemandes  nach  Handschrift.
Man  wolle  sich  dieserhalb  geneigtest  an  uns  wenden
und  gefl.  Anfragen  Rückporto  beifügen.
Preise  mussigst.  —
"„  #  Beste  Empfehlungen  erhalten.

(
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2  9
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240  2
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Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW12,  Kochstr.  68—71.

Soeben  gelangte  zur  Ausgabe:
"  Die  Bekleidungs-Bestimmungzen
für  die

reinteressen  Seceoffiziere,  Offiziere  der  Marinedes
  Deutschen  Reiches.  infauterie,  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenienre,

  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Zusammengestellt  auf  Veranlassung  Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
des  Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  See-Reichs-Marine-Amts.
  kadetten  und  Kadetten  der  Kaiser-Die
  obige  Schrift  giebt  ein  Bild  von  lichen  Marine,
de  Entwiselung  ar  dem  buügen  #  sowie
mfange  der  deutschen  Seeinteressen  «  .  .
auf  Grund  authentischen  Materials  und  Bestimmungen  über  die  Uniform  der
zeigt  deren  Bedeutung  für  die  ver-  Seeoffiziere  2c.  des  Beurlaubtenschiedenen
  Zweige  der  deutschen  Volks-  1  standes,  zur  Disposition  gestellter
wirthschaft.  Bislang  war  die  große  und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der

Steigerung,  welche  die  Entwickelung  der  .
wirthschaftlichen  #esungen  Deutsch-  Marine  und  Bestimmungen  über  das

lands  zum  Auslande  seit  Begründung  Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.
des  Reichs  erfahren  hat,  noch  nicht  im  ·  -
usammenhange  dargestellt.  Die  obige
chrift  verdient  daher  die  weiteste  Beachtung,
  namentlich  in  den  Kreisen  des
Handels  und  der  Industrie.

Bei  Partiebezügen  entsprechend  billiger.

 

  

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Genehmigt  durch  Allerhöchste  Kabinets-1
  Ordre  vom  25.  Mai  1890.
9Neudruck  unter  Berüucksichtigung  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen
Abänderungen.

Preis  50  Pfeunig.
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  ⁊0i  8.  u.  85  Apbila.,  pob.  i.&amp;amp;

 
   
   

       
     
      

 

 

 

      

   

 

 

  
   
      
          
          
       
    

 

      
      
    
    
      

·  lll.Bd.8188.n.155Abbi1d.,h.15.«

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Werken  die  neuesten,  reichhaltigsten  und  vollständigsten.  Sie  sind
die  einzigen,  welche  bei  jedem  Worte  angeben:  1.  Aussprache,

2.  Gross-  und  Kleinschreibung,  3.  Konlugation  und  Deklination,
4.  Stellung  der  Adjektiva,  5.  Etymologle  etc.

„Sachs-VIlIatte  ist  die  Krone  der  in  Deutschland  erschienenen
  Wörterbücher.  Selten  hat  ein  Werk  eine  so  allgemeine,
vielseitige  und  wohlverdiente  Anerkennung  geslunden,  wie  dieses
Lexikon.“  (Wendt,  Eneyklopädie,  S.  179.)

„NMuret-Sanders  ist  jedenfalls  das  hervorragendste  Werk  der

heutigen  anglo-germanischen  Lexikographie“.  (Ueber  Lund
und  Meer,  Stuttgart,  Heft  12,  1892.)  (112)

Langenscheldt’sche  Verlagshuchhdlg.,  Berlia  SW.  46,  Kalleschestr.  7.

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der  Deutschen  Steingutfabrik,  Ascien-Pesellschaft,
  vormals  Gebroder  Hubbe,
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Julius  Schrader,  Hamburg,
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Deutschen  im  Auslande

kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

Steinberger  Korn

in  Kisten  à  12  Literflaschen  billigst.  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennerei,  gegr.  1785.
Exbort-Vertret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hambourg.

 

 

 

In  kein.  Familie  sollt.  fehlen
d.  vorzügl.  Werke  d.  d.  .  Lur.
weltbe-Frühmten

  —  —  ½  -
2  Trälaten.

2  Ernlertur3n  se#thr  leben.
RTerstament  u.  Fodizill,  Vord#

Aneirprosch#re.  7  fsel,  Icbh.,  Kemsten.

714

  

 

 

 

 

 

Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolnial-Hsitteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde

aus  dem  Verlage  der  Königlichen
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woERMANN-LINIE.

Am  18.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bathurst
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Januar:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydahb  und  Kotoncu.

Am  25.  Januar:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  Januar:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia  und  den  Hufen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loandea.

Am  10.  Februar:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hufen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.
MNeächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  März  und  ferner  am
25.  jedes  Zweiten  Monats.
lle  Guter  müssen  um  TLage  vor  dem  4b59angesdatum  bis  12  Uhr  mittage  I#ngeseite  gein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-  Linie
(n)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
swischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

 

ab  Hamburg:  Neapel:
Von  1898  ab  vierzehntägiger  Betrieb:
von  Hamburg:  von  Neapel:
„HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorff  ....  ..  .  ...  10.  Januar,  2.  Februar,
„ADHIRAL“,  Capt.  Wstttttt  2.  Februar,  16.  Februar,
*  „KANZLER“,  Capt.  Elson

.................  16.kohtuak,2.dlsts,
0,,1klclclls’k.46«,Oapt.Weisskam..............  2.  März,  16.  Mürz,
nach  Mombassa,  Tangaz,  Pangani#,  Saadanl#,  Bagamoyo?",  Dar-es-Saldm,  Sansibarr,  Hwa,  Lndi,
Mirindani,  Ibo,  Mozambique?",  Quellmane,  Chinde:,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.
Die  mit  einem  verschenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hifen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “  versehenen  Häfen  auch  Ladun

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  anck  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Dtie  Dampfer  haben  vorzrüoliche  Einrichfungen  für  Eussagtere  in  allen  Klussen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transwmal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:

r0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Alfien-Gesellschaft,  U
"  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-Tinie,
Gr.  Reichenstrasee  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hofsbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  18,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  16.  Jannar  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="89" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

He#rausgezeben  in  der  Kolonial,  Ablheilung  des  Answärtigen  Ants.

IX.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Februar  1898.  Nummer  3.

Diese  Zeilschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erichenenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutagebieten“.  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr
.  Danckelman.  Der  vierteljahrliche  Abonnementspreis  fur  dad  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchdbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagobuchbandlung  Mk  350  fur  Deutschland  und  Oesterreich  Ungarn.  Mk.  3.75  für
die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Konigliche  Hofbuchhbandlung  von  Ernst  Sieafried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  S8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Gingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  fur  1898  unter  Nr.  2017.)  .

—  —  –  [.  —#

JInhalt:  Amtlicher  Theil:  Gesetz,  betreffend  die  Kontrole  des  Reichshaushalts,  des  Landeshaushalts  von  Elsaß=Lothringen
  und  des  Haushalts  der  Schutzgebiete  für  das  Etatojahr  1897.98  S.  19.  —  Ulebersicht  über  die  Thätigkeit
der  Kaiserlichen  Disziplinarbehörden  für  die  Schutzgebiete  im  Jahre  1897  S.  50.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die  Erhebung  einer  Häuser=  und  Hüttensteuer  S.  50.  —  Verordnung
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Einführung  eines  Eingeborenen-Schiedogerichts  für  die
Landschaft  Lungasi  S.  51.  —  Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika  S.  52.  —
(Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Januar  1898  S.  53.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen
bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Oktober  1897  S.  53.  —  Personalien  S.  53.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  54.  —  Deutsch-Ostafrika:  Einführung  einer  Häuserund

  Hüttensteuer  S.  54.  —  Bericht  über  eine  Reise  des  Hauptmanns  und  Kompagniechefo  Matting  S.  55.  —
Troclenheit  in  Ostafrika  S.  57.  —  Kamerun:  Bericht  über  die  im  Südbezirk  des  Schutzgebietes  von  Kamerun
gangbaren  Handelsartikel  S.  57.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung

  S.  60.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Cisenbahn  in  Sierra  Leone  S.  61.  —  Telegraphen=  und  Telephonverbindung
  im  Kongostaat  S.  61.  —  Kongostaat  S.  62.  —  Amatongaland  und  Zululand  S.  63.  —  Bestimmungen
uber  Zulassung  ausländischer  Aerzte  in  der  Kapkolonie  S.  63.  —  Weinerzeugung  in  den  britisch-australischen
Kolonien  im  Jahre  1895/96  S.  63.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Neue  Karte  von  Kaiser  Wilhelmsland
S.  64.  —  Frequenz  des  Seminars  für  orientalische  Sprachen  zu  Berlin  S.  64.  —  Geweihausstellung  in  Berlin
S.  64.  —  Jahresbericht  der  Handelskammer  zu  Hamburg  S.  64.  —  Beschleunigtere  Fahrten  der  Woermann-Linie
S.  65.  —  Litteratur  S.  65.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  65.  —  Schiffsbewegungen  S.  66.  —  Verkehrs-Nachrichten
S.  66.  —  Anzeigen.

 

—  Oierzu  als  Beilage:  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  Schungebiete  im  Jahre  1896/97.

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verkräge.

Eesetz,  betreffend  die  Kontrole  des  Neichshaushalts,  des  Landeshaushalts  von
Elsaß-Lothringen  und  des  Haushalts  der  Schutzgebiete  für  das  Etatsjahr  1897/98.
Vom  22.  Januar  1898.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen
im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesraths  und  des  Reichstages,  was  folgt:

Die  Kontrole  des  gesammten  Reichshaushalts,  des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen  und
des  Haushalts  der  Schutzgebiete  in  Afrika  für  das  Etatsjahr  1897/98  wird  von  der  preußischen  Ober-RNechnungskammer
  unter  der  Benennung  „Rechnungshof  des  Deutschen  Reichs'  nach  Maßgabe  der  im
Gesetz  vom  11.  Februar  1875  (Reichs-Gesetzblatt  S.  61),  betreffend  die  Kontrole  des  Reichshaushalts  und
des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen  für  das  Jahr  1874,  enthaltenen  Vorschriften  geführt.

»  Ebenso  hat  die  preußische  Ober-Rechnungskammer  in  Bezug  auf  die  Rechnungen  der  Reichsbank
für  das  Jahr  1897  die  gemäß  §  29  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875  (Reichs-Gesetzblatt  S.  177)
dem  Rechnungshofe  des  Deutschen  Reichs  obliegenden  Geschäfte  wahrzunehmen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Neues  Palais,  den  22.  Januar  1898.
(L.  S.)  Wilhelm.

Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="90" />
        —  50  —

Uebersicht  über  die  Thätigkeit  der  Kaiserlichen  Disziplinarbehörden  für  die
Schutzgebiete  im  Jahre  1897.

Bei  der  Kaiserlichen  Disziplinarkammer  für  die  Schutzgebiete  sind  im  Jahre  1897  zwei  Disziplinarsachen
  eingegangen,  von  denen  die  eine  durch  Urtheil,  lautend  auf  Dienstentlassung,  erledigt  worden,  die
andere  für  das  Jahr  1898  anhängig  geblieben  ist.

Bei  dem  Koeiserlichen  Disziplinarhofe  für  die  Schutzgebiete  ist  im  Jahre  1897  eine  Sache  anhängig
geworden  und  durch  Urtheil,  lautend  auf  Dienstentlassung,  beendet  worden.

—NV..V—  —  ——  —  —  —  —  —  —  –  —  —  ———

DPerordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieten.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
die  Erhebung  einer  Häuser=  und  Hüttenstener.
1

§  1.
Für  bewohnte  Gebäude  wird  fortan,  soweit  der  friedliche  Machtbereich  der  Bezirksämter  und
Stationen  reicht,  eine  Häuser=  und  Hüttensteuer  erhoben.

8  2.
Als  Steuerpflichtiger  im  Sinne  dieser  Verordnung  ist  der  jeweilige  Haus=  oder  Hüttenbesitzer
anzusehen.
83.
Die  Steuer  wird  festgesetzt  und  erhoben  durch  die  Bezirksämter,  Bezirksnebenämter  und  die
Innenstationen.
84.
Zum  Zwecke  der  Besteuerung  sind  zu  unterscheiden:

I.  Klasse:  Steinhäuser  nach  Europäer-,  Inder=  oder  Araberart:

a)  in  städtischen  Ortschaften,  b)  in  ländlichen  Ortschaften;
11.  Klasse:  Häuser  und  Hütten  nach  Eingeborenenart:

a)  in  städtischen  Ortschaften,  b)  in  ländlichen  Ortschaften.

Die  Ortschaften,  welche  als  städtische  anzusehen  sind,  werden  in  der  Ausführungsinstruktion  dieser
Verordnung  namentlich  aufgezählt.  Alle  übrigen  gelten  als  ländliche.

5.

Bei  der  Klasse  1a  wird  zur  Besteuerung  der  Miethswerth  zu  Grunde  gelegt.  Es  sollen  5  pt.
des  ermittelten  Miethswerthes,  nie  aber  mehr  als  100  Rupien  pro  Jahr  als  Steuer  zur  Erhebung  gelangen.
  Bei  Klasse  Ib  werden  drei  Stufen  gebildet,  und  wird  für  die  der  ersten  Stufe  zugetheilten
Häuser  30  Rupien,  der  zweiten  20  Rupien,  der  dritten  10  Rupien  als  jährliche  Steuer  erhoben.

86.

Bei  der  Klasse  IIa  werden  zwei  Stufen  gebildet,  und  gelangen  für  die  erste  Stufe  12,  für  die
zweite  6  Rupien  als  jährliche  Steuer  zur  Erhebung.  Bei  der  Klasse  IIb  werden  pro  Hütie  jährlich
3  Rupien  Steuer  erhoben.

§  7

Bei  Klasse  la  und  IIa  werden,  falls  das  Gebäude  auf  fiskalischem  Grundstücke  steht,  50  péCt.
der  Stener  ad  §§  5  und  6  derselben  zugeschlagen.

88.

Bei  jedem  Bezirksamte,  Bezirksnebenamte  und  jeder  Innenstation  wird  eine  Kommission,  bestehend
aus  fünf  Mitgliedern  unter  Vorsitz  des  lokalen  Verwaltungsbeamten,  gebildet  zum  Zwecke  der  Feststellung
der  auf  den  Miethswerth  zu  basirenden  Höhe  der  Steuer  bezw.  der  Klasseneintheilung.

Bei  einfachen  Verhältnissen  wird  auf  den  Innenstationen  von  der  Bildung  der  Kommission  abgesehen,
  und  entscheidet  der  Stationschef  unter  Zuziehung  des  Wali,  Jumben  2c.  über  Festsetzung  der
Steuer  allein.

§  9.

Gegen  die  Entscheidung  der  Kommission  bezw.  des  Stationschefs  ist  durch  Vermittelung  dieser
Beschwerde  an  das  Gouvernement  zulässig.  Dieselbe  ist  einzulegen  binnen  einer  Frist  von  vier  Wochen
nach  Erhalt  des  Steuerzettels  oder  der  öffentlichen  Auslegung  der  Steuerliste  oder  der  mündlichen  Mittheilung
über  die  Höhe  der  Steuer.  Die  Entscheidung  des  Gouvernements  als  Beschwerdeinstanz  ist  endgültig.
        <pb n="91" />
        —  51  —

8  10.

Die  Steuer  gelangt  halbjährlich  am  1.  Oktober  und  1.  April  zur  Erhebung.  Jedoch  kann  au
Grund  der  vorliegenden  örtlichen  Verhältnisse  die  Steuerbehörde  monatliche  oder  vierteljährliche  Erhebung
anordnen.  Die  Veranlagung  erfolgt  vom  1.  April  zum  1.  April.

8  11.

Bei  der  II.  Klasse  kann  die  Steuer  in  natura  geleistet  werden.  Als  Naturalleistung  sind  zugelassen
  Oelfrüchte:  Erdnüsse,  Kokosnüsse,  Sesam  2c.  und  Arbeitsleistung.  Auf  den  Innenstationen  können
auch  zur  Verpflegung  der  Besatzung  und  der  durchziehenden  Karawanen  verwendbare  Getreidearten  als
Naturalleistung  nach  Ermessen  des  Stationschefs  angenommen  werden.

Die  Preise  für  die  Oelfrüchte  2c.  setzt  die  lokale  Verwaltungsbehörde  fest.

Den  Werth  des  Arbeitstages  setzt  ebenfalls  die  lokale  Verwaltungsbehörde  fest.  Hierbei  darf  der
Verth  der  Frauenarbeit  nur  mit  der  Hälfte  der  Männerarbeit  in  Ansatz  gebracht  werden.

Die  halbjährliche  Steuer  kann  nur  in  einer  Reihe  von  Tagen  ohne  Unterbrechung  abgearbeitet  werden

8  12.
Als  Naturalleistung  abzuliefernde  Oelfrüchte  und  Getreide  hat  die  lokale  Verwaltungsbehörde  in
Empfang  zu  nehmen,  zu  verwerthen  und  bei  der  zuständigen  Kasse  zu  verrechnen.

8  13.
Die  als  Steuerleistung  angebotenen  Arbeitskräfte  verwendet  die  lokale  Verwaltungsbehörde  nach
ihrem  Ermessen  im  Interesse  ihres  Bezirks,  in  erster  Linie  zum  Wegebau.

8  14.

Voon  den  eingehenden  Steuerbeträgen  erhalten  die  lokalen  Verwaltungsbehörden  an  der  Küste  zur
Vereinnahmung  in  die  Kommunalkasse  des  Bezirks  50  pCt.  Die  besonderen  Kosten  der  Steuerveranlagung
ud  Erhebung  find  jedoch  aus  diesem  Steuerantheile  der  Kommunalkasse  vorab  zu  bestreiten.  Die  bisher
erhobenen  kommunalen  Gebäudesteuern  gelangen  mit  dem  Inkrafttreten  dieser  Verordnung  in  Fortfall.

§  15.
Bei  Nichtentrichtung  der  Steuer  hat  die  lokale  Verwaltungsbehörde  dieselbe  zwangsweise  beizutreben.
  Hierbei  ist  Zwangsarbeit  zulässig.
l  16.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1898  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  1.  November  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

—

Verordnung  des  Kaiferlichen  Gonverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Einführung
eines  Eingeborenen-Schiedsgerichts  für  die  Landschaft  Lungafi.

·  Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
wird  verordnet,  was  folgt:
§  1.

"  Es  wird  ein  Eingeborenen-Schiedsgericht  eingerichtet  für  die  Landschaft  Lungasi.  Der  Zuständigkeit
  des  Schiedsgerichts  unterliegen  die  sämmtlichen  Ortschaften  der  Landschaft  Lungasi  mit  Ausnahme  der
Ortschaften  Dogobaik  und  Dogushum,  soweit  letztere  dem  Häuptling  Tet  untersteht.  Der  Zuständigkeit
unterliegen  ferner  die  in  der  Landschaft  befindlichen  Dualla-Niederlassungen,  letztere  nach  Maßgabe  der
Destimmungen  in  §  4.

82.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  dieser  Dörfer  sind  durch  den  eingeborenen  Häuptling  des
Bellagten  zu  erledigen,  wenn  in  bürgerlichen  Streitsachen  der  Werth  des  Streitgegenstandes  100  Mark
(6  Ku)  nicht  überschreitet  und  in  Strafsachen  der  Gegenstand  der  Urtheilsfindung  eine  That  bildet,  deren
Ahndung  keine  höhere  Strafe  als  300  Mark  oder  sechs  Monate  Gefängniß  erfordert.

83.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Häuptlinge  ist  Berufung  an  das  Eingeborenen-Schiedsgericht  zulässig.
"  Dasselbe  ist  als  erstinstanzliches  Gericht  zuständig  für  diejenigen  Civil=  und  Strafprozesse,  welche
nicht  zur  Zuständigkeit  der  Häuptlinge  gehören.  Das  Verbrechen  des  Mordes  und  des  Todtschlags  bleibt
scoch  der  Jurisdiktion  des  Schiedsgerichts  entzogen.  Auch  ist  dasselbe  nicht  befugt,  auf  Todesstrafe  sowie
As  eine  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  zwei  Jahren  zu  erkennen.
        <pb n="92" />
        —  52  —

84.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  und  den  im  Geltungsbereich  dieser  Verordnung  ansässigen

Angehörigen  des  Duallastammes  sind  der  Rechtsprechung  der  Häuptlinge  entzogen.  Sie  fallen,  auch  wenn

der  Gegenstand  des  Streitwerthes  in  Civilsachen  oder  der  Urtheilsfindung  in  Strafsachen  das  in  §  2

bezeichnete  Maß  nicht  überschreitet,  unter  die  Zuständigkeit  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts.  Ein  Dualla
soll  daher  auch  stets  Mitglied  des  Schiedsgerichts  sein.

§  5.
Für  die  Rechtsprechung  des  Schiedsgerichts  sind  die  an  Ort  und  Stelle  in  Uebung  stehenden
Gebräuche  und  Gewohnheiten  maßgebend.
§  6.
Die  Mitglieder  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  sowie  deren  Stellvertreter  werden  durch  den
Kaiserlichen  Gouverneur  ernannt.  Die  Ernennung  ist  jederzeit  widerruflich.

87.

Das  Schiedsgericht  ernennt  einen  Vorsitzenden,  welcher  die  Verhandlungen  zu  leiten,  sowie  einen
Sekretär,  welcher  über  jeden  Streitfall  ein  Protokoll  zu  führen  hat.  Das  Protokoll,  welches  das  Datum
des  Sitzungstages,  die  Namen  der  Richter  und  der  Parteien,  den  Gegenstand  und  Grund  des  Rechtsstreits
sowie  die  erlassene  Entscheidung  enthalten  muß,  ist  von  dem  Vorsitzenden  und  dem  Protokollführer  zu
unterschreiben.

Die  Protokolle  eines  Jahres  sind  chronologisch  zu  einem  Aktenstücke  zu  vereinigen  und  können  von
dem  Gouverneur  und  dessen  Stellvertreter  jederzeit  eingesehen  werden.  Auch  steht  dem  Gouverneur  und
dessen  Stellvertreter  jederzeit  frei,  den  Sitzungen  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  beizuwohnen.

§  8.
Gegen  die  Entscheidungen  des  Schiedsgerichts  ist  Berufung  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  zulässig.  Dieselbe  muß  binnen  14  Tagen  nach  Verkündung  der  Entscheidung  schriftlich
oder  mündlich  beim  Gouvernementssekretär  eingelegt  werden.

§*  9.
Die  der  Kompetenz  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  nicht  unterworfenen  Strafsachen  sind  der
Jurisdiktion  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  beziehungsweise  dessen  Stellvertreters  vorbehalten.

Kamerun,  den  20.  November  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  v.  Puttkamer.

—  —  —  —  —

Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika.

Auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,
  vom  6.  September  1892  wird  folgendes  Aufgebot  von  Amts  wegen  erlassen:

Diejenigen  Personen,  welche  in  den  Gebieten  des  früheren  Stammes  der  Jan  Jonker-Hottentotten,
in  allen  anderen  südlich  des  Swakopflusses  gelegenen  und  in  den  bisherigen  Aufgebotsverfahren  nicht
berücksichtigten  Gebieten,  ferner  nördlich  des  Swakopflusses  in  dem  Stammesgebiete  der  Hereros  und  in
den  westlich  davon  liegenden  Hottentottengebieten,  insonderheit  in  den  Gebietstheilen  der  Zwartbooi-Hottentotten
  und  der  Hottentotten  von  Zeßfontein  vor  dem  Erlaß  der  Verfügung  des  Kaiserlichen  Kommissars
vom  19.  April  1886  bezw.  vom  1.  April  1890  auf  die  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Mineralien  der
im  §  1  der  Verordnung  vom  15.  August  1889  bezeichneten  Art  bezügliche  Gerechtsame  rechtsgültig
erworben  zu  haben  glauben,  werden  aufgefordert,  diese  Gerechtsame  spätestens  bis  zum  1.  Juli  1898,
vormittags  9  Uhr,  bei  der  Kaiserlichen  Bergbehörde  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  in  Windhoek
anzumelden.

Die  Versäumung  der  Anmeldung  hat  den  Verlust  der  Gerechtsame  zur  Folge.  Anmeldende,  welche
nicht  in  dem  Schutzgebiete  ihren  Wohnsitz  oder  Aufenthaltsort  haben,  müssen  für  das  Verfahren  einen  im
Schutzgebiete  sich  aufhaltenden  Vertreter  bestellen  und  der  Bergbehörde  namhaft  machen.

Windhoek,  den  1.  Februar  1898.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  v.  Lindequist,  Regierungsrath.
        <pb n="93" />
        53

Der  amtliche  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  ist  für  den  Monat  Januar  d.  Is.  auf
1.3325  Mark  =  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

—  ——  —  —  —

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Oktober  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,37  Mk.)

 

 

 

 

—-....

Schifffahrts.  Holzschlag.

Neben.

 

 

 

 

 

Zölte  für  Insgesammt
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  bgabe  GebührenEinnahmen  ¾
NHp.  P.]  Np.  P.]  p.  P.]  R.  P.)  .  (P.]  NRo  V.  ——  Mk.  Eff.
|  I  i

Tausq·..  572l—sæ7I3329i—64«4254!249557’35-13069!94
Paugqm......  202802673156133—272910320881043-12048-59
ngqmppp.....  10693-49104495519—785229z3621271x—-29088-09
Danks-Satz«  2597513131605745-·—108233451616256s45-22231I04
gicsp«....  65673878131753«—60502281151506738-20604k95
Mmudqui......  82506338552526z—17258«481215833-16626477
—-  1—
Zusammen30709  37508499  111185  —  901  444  313122  02  -11366938

—  —  —  —  —  —  —  —  —

41995  M  Mr.52  Mk.1233  Mr..  Ml.

35  f.  37  Pf.]  99  ..  .  59  T.

 

 

 

 

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1897  betrug  289  747  Rup.  =  396  229  Mk.  —  Pff.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1897  betrug  533  839  Rup.  =  730  025  Mk.  —  Pf.

 

Perlspnalien.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  11.  Januar  1898.
Dr.  Fülleborn,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zum  überzähligen  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  Patent  vom  28.  Dezember
  1897  befördert.
A.  K.  O.  vom  13.  Januar  1898.
Johannes,  Ramsay,  Hauptleute  und  Kompagniechefs,  Zupitza,  Stabsarzt,  auf  weitere  drei  Jahre  der
Schutztruppe  zugetheilt.
A.  K.  O.  vom  20.  Januar  1898.
Irhr.  v.  Reitzenstein,  bisher  Sekondlieutenant  à  la  suite  des  Königlich  Bayerischen  20.  Infanterie-Regiments,
  mit  dem  26.  Januar  1898  in  der  Schutztruppe  als  Sekondlieutenant  mit  Patent  vom
1.  März  1891  angestellt.
A.  K.  O.  vom  22.  Januar  1898.
Nergler,  bisher  Hauptmann  und  Kompagniechef  vom  Königlich  Bayerischen  12.  Infanterie-Regiment,  mit
dem  26.  Januar  1898  in  der  Schutztruppe  als  Hauptmann  und  Kompagniechef  mit  Patent  vom
2.  Juli  1873  angestellt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  13.  Januar  1898.

d  Sack,  Hauptmann,  unter  Belassung  à  la  suite  der  Schutztruppe,  auf  ein  weiteres  Jahr  beurlaubt.
d.  Bonin,  Sekondlieutenant,  unter  Stellung  à  la  suite  der  Schutztruppe,  auf  ein  Jahr  beurlaubt.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Offizieren  und  Unteroffizieren  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:

den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Premierlieutenant  Engelhardt  von  der
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika;

den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse:  dem  Hauptmann  Fischer  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
  und  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt;

den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Premierlieutenant  Merker,  dem  Sekondlieutenant
  Grafen  Fugger  v.  Glött  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika;

dos  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:  dem  Sergeanten  Rudat  von  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,
dem  Unteroffizier  der  Reserve  Walter,  früher  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika.
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        —  54  —

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Offizieren  die  Genehmigung  zur  Anlegung  der  ihnen  von  Seiner  Königlichen  Hoheit  dem  Großherzog  von
Sachsen-Weimar-Eisenach  verliehenen  Orden  zu  ertheilen,  und  zwar:

des  Komthurkreuzes  des  Großherzoglich  Sächsischen  Ordens  der  Wachsamkeit  oder  vom  Weißen  Falken
mit  Schwertern:  dem  Major  Leutwein,  Kaiserlichen  Landeshauptmann  und  Kommandeur  der

Schutztruppe  für  Südwestafrika;

des  Ritterkreuzes  2.  Klasse  desselben  Ordens  mit  Schwertern:  dem  Sekondlieutenant  Volkmann  von
der  Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  den  nachbenannten  farbigen  Angehörigen
der  Polizeitruppe  des  Togogebietes  Auszeichnungen  zu  verleihen  geruht,  und  zwar:

die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Gold:
dem  Sergeanten  Issa,  dem  Unteroffizier  Mama  und  dem  Gefreiten  Alamagani;
die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse:
dem  Unteroffizier  Felli,  den  Soldaten  Belo-Jesha,  Ayabada,  Coanu,  Quoma,  Alusana,
Mama  V.,  Fabemy,  Akadelle,  Badamassi-Jesha,  Ocke,  Olavi,  Otjo  I.,  Mary,  Dovi,
Chili  I.,  Otio  Bada,  Aigue,  Andessu,  Thomau,  Ali  Heri,  Isoho,  Alisberki,  Mussa,
Nubia,  Mohama,  Dämbaba,  Kobia,  Naqua,  Koffi,  dem  Gefreiten  Abudu  Danja,  dem
Unteroffizier  Batierma,  dem  Sergeanten  Nommo,  dem  Dolmetscher  und  Clerk  Ogoc,  dem  ersten
Lazarethgehülfen  Victorino  Pinto  da  Silveira,  den  Trägeraussehern  Dogba  und  Mensa  und
dem  Dolmetscher  Tom.

Dem  Ober-Grenzkontroleur  K.  Schmidt  in  Windhoek  ist  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit
im  Schutzgebiete  der  Titel  Zolldirektor  verliehen  worden.

 

Nichtamtlicher  Theil.
er  vnal  ·  Nachrichte  n.  Der  Geheime  expedirende  Sekretär  in  der  Kalp
  s  kulatur  der  Kolonial-Abtheilung,  Pahl,  hat  die
Ramerun.  Ausreise  nach  dem  Schutzgebiete  angetreten.  Gleich-Der

  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Victoria,  zeitig  ist  der  für  die  Stelle  eines  Materialienver-Dr.
  Preuß,  ist  Mitte  Dezember  dort  vom  Urlaub  walters  bestimmte  Zahlmeisteraspirant  Gruschke
wieder  eingetroffen.  nach  Südwestafrika  abgereist.

—.  —  —

——.  —  —  —

Lüdwestafrika.  6  Marshall  ·  Inseln.

Der  zur  Unterstützung  des  Postvorstehers  in  Der  Kanzlist  beim  Generalkonsulat  in  Sydney
Windhoek  entsandte  Postsekretär  Diers  ist  nach  Kaiser  ist  an  Stelle  des  wegen  Krankheit  abgereisten
Swakopmund  abgereist.  1  Aufchtsbeamten  in  Nauru  Jung  dahin  entsandt

worden.

–.  —  —

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Frulch-?  #  A#wendung  ron  ewalt  nict  für  möglich  hält,  K-...
  .  .  »  nwendung  von  Gewalt  nicht  für  mög

Einführung  einer  Päufer,  und  Püttensteuer.  von  der  Steuerbeitreibung  ganz  Abstand  zu  nehmen,

Das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch=  hingegen  ist  gegen  vereinzelte  säumige  Steuer-Ostafrika
  hat  den  Bezirksämtern  für  die  Ausführung  pflichtige  in  den  die  Steuer  sonst  entrichtenden  Gegender
  Verordnung,  betreffend  die  Erhebung  einer  Häuser=  den  auf  Grund  des  §  15  der  Verordnung  strengstens
und  Hüttensteuer  folgende  Weisungen  zugehen  lassen:  vorzugehen.

Bei  der  Durchführung  der  Verordnung  ist  be-  Es  kommt  nicht  so  sehr  darauf  an,  auf  Grund
sonders  in  den  Innenbezirken  die  äußerste  Vorsicht  der  Verordnung  von  vornherein  große  Einkünfte  für
anzuwenden.  Da,  wo  die  Verhältnisse  so  liegen,  daß  Staat  und  Kommune  zu  erzielen,  als  vielmehr  dardie
  lokale  Verwaltungsbehörde  eine  Durchführung  der  auf,  die  Bewohner  der  Kolonie  allmählich  zu  guten

 

 

 

Verordnung  ohne  Aufbietung  von  Machtmitteln  oder
        <pb n="95" />
        ——

Steuerzahlern  zu  erziehen,  die  gern  anerkennen,  welche
Segnungen  ihnen  die  deutsche  Verwaltung  bringt,
und  daher  es  auch  für  durchaus  gerechtfertigt  halten,
daß  die  Regierung  zur  Bestreitung  der  Verwaltungskosten
  Steuern  in  mäßigem  Umfange  erhebt.  Daneben
soll  mit  der  Verordnung  dadurch,  daß  als  Natural-=leitung
  Oelfrüchte  auch  in  den  Küstenbezirken  zugelossen
  sind,  erreicht  werden,  daß  dem  Anbau  solcher
Oelfrüchte  seitens  der  Eingeborenen  mehr  Sorgfalt
und  Arbeitskraft  zugewendet  wird.  Die  Flächen,
auf  denen  mit  Erfolg  in  Gegenden,  deren  Verbindung
mit  der  Küste  noch  den  Transport  zur  Ausfuhr
möglich  erscheinen  läßt,  Oelfrüchte  angebaut  werden
können,  sind  noch  sehr  umfangreiche.  Um  den  Anbau
von  Oelfrüchten  in  guter  Qualität  zu  befördern,  wird
seitens  des  Kaiserlichen  Gouvernements  den  Bezirksund
  Bezirksnebenämtern  auf  Antrag  Saat  zur  unentgeltlichen
  Vertheilung  zur  Verfügung  gestellt
werden.  Um  die  Ablieferung  von  Oelfrüchten  in
geringeren  Quantitäten,  deren  Verwerthung  verhältnißmäßig
  große  Mühe  verursachen  würde,  thunlichst
zu  vermeiden,  ist  durch  Vermittelung  der  Jumben
darauf  hinzuwirken,  daß  seitens  der  Bewohner  eines
Bezirks  zur  Naturalleistung  die  gleiche  Oelfrucht
angebaut  wird  und  daß  die  Jumben  alsdann  die
Naturalleistung  der  ganzen  Gemeinde  einsammeln
und  auf  einmal  der  zuständigen  Lokalbehörde  übermitteln.


Die  Jumben  2c.  sind  im  weitesten  Umfange  zum
Steuergeschäft  heranzuziehen.  Um  denselben  für  ihre
Mühewaltung  eine  Entschädigung  zuzuwenden,  wird
gestattet,  ihnen  bis  zu  5  PpCt.  der  abgelieferten
Steuern  in  Baar  oder  Natura  als  Vergütung  zu
überweisen.  Diese  5  pCt.  sind  als  besondere  Kosten
der  Steuerhebung  nach  §  14  der  Verordnung  aus
dem  Steuerantheile  der  Kommunalkasse  vorab  zu
bestreiten.

Ich  nehme  an,  daß  die  Bildung  der  Kommission
nach  §  8  der  Verordnung  und  die  Vornahme  der
Steuereinschätzung  auf  Schwierigkeiten  nicht  stoßen
wird,  da  für  die  Kommission  eine  genügende  Anzahl
befähigter  Personen  in  den  Bezirken  vorhanden  sein
wird.  Beamte  sind  außer  dem  den  Vorsitz  führenden
lolalen  Verwaltungsbeamten  thunlichst  in  die  Kommissson
  nicht  mit  hineinzunehmen.  Darüber,  welche

Ortschaften  des  Bezirks  als  städtische  anzusehen  sind

4  der  Verordnung),  erwarte  ich  behufs  endgültiger
Seststellung  und  namentlicher  Aufzählung  derselben
im  einer  Ergänzung  dieser  Ausführungsinstruktion
umgehenden  Bericht.  Bis  zur  endgültigen  Entscheidung
  dieses  Punktes  ist  der  erstmaligen  Steuerenschätzug
  der  dortseitige  Vorschlag  zu  Grunde
zu  legen.

Zu  I  der  Verordnung  ist  zu  bemerken,  daß  es
ich  empfiehlt,  für  die  einfachen  Verhältnisse  des
Hinnenlandes  die  Hüttensteuer  der  Klasse  IIb  in
ene  Kopssteuer  umzusetzen  und  zwar  folgendermaßen:
Es  ist  anzunehmen,  daß  eine  Normalhütte  von  vier
Steuerpslichtigen  bewohnt  wird,  demnach  pro  Kopf

55

 

1

—

3¾  Rupien  Steuer  zu  zahlen  ist.  Um  die  Zahl  der
Steuerpflichtigen  einer  Ortschaft  festzustellen,  ist  daher
die  Anzahl  der  bewohnten  Hütten  mit  vier  zu  vervielfältigen.
  Alsdann  ist  durch  Vermittelung  des
Jumben  der  auf  die  Ortschaft  entfallende  Steuerbetrag
  als  eine  Gesammtleistung  zu  erheben.

Ueber  die  in  Geld  und  die  als  Naturalabgaben
eingehenden  Steuern  ist  je  eine  gesonderte  Vierteljahrsliste
  zu  führen.  Aus  der  Liste  der  Naturalabgaben
  hat  auch  hervorzugehen,  in  welcher  Weise  die
Naturalabgaben  verwerthet  worden  sind.  Diese  Listen
sind  vierteljährlich  abzuschließen  und  mit  der  Bescheinigung
  zu  versehen,  daß  nicht  mehr  und  nicht
weniger  als  die  vorverzeichneten  Beträge  auf  Grund
der  Verordnung,  betreffend  die  Erhebung  einer  Häuserund
  Hüttensteuer  als  Steuerbeträge  zu  vereinnahmen
waren.

Die  vierteljährlich  abgeschlossenen  Listen  sind  der
Finanzverwaltung  des  Gouvernements  einzureichen.
Den  Listen  ist  ein  summarischer  Bericht  darüber  anzufügen,
  was  an  Arbeit  als  Naturalleistung  gethan
wurde.  Nach  §  11  wird  der  Werth  eines  Arbeitstages
  durch  die  lokale  Verwaltungsbehörde  (Bezirksamtmann,
  Stationschef)  festgesetzt.  Es  wird  jedoch
hierdurch  bestimmt,  daß  als  Maximal-Gegenwerth
der  Arbeitstag  eines  erwachsenen  Mannes  mit  16  Pesas,
einer  Frau  oder  eines  Unerwachsenen  mit  8  Pesas
und  als  Minimal-Gegenwerth  desgleichen  8  und
4  Pesas  anzurechnen  ist.  Im  Allgemeinen  soll,  um
die  Männer,  welche  bei  vielen  Stämmen  noch  jede
Arbeit  für  unter  ihrer  Würde  halten,  zur  Arbeit  zu
erziehen,  nur  Männerarbeit  als  Steuerleistung  zugelassen
  werden.  Sind  Plantagen  in  der  Nähe,  so
kann  denselben  die  als  Steuer  angebotene  Arbeitskraft
  gegen  Baarzahlung  der  Steuer  auf  Antrag
überwiesen  werden.

Wo  bisher  schon  von  den  Innenstationen,  zum
Beispiel  zum  Wegebau,  an  Arbeitsleistung  mehr  verlangt
  wurde,  als  nach  dieser  Verordnung  als  Steuer
vorgeschrieben  ist,  kann  es  bei  dem  Bestehenden  sein
Bewenden  behalten,  es  ist  aber  neben  dieser  Leistung
auf  Grund  der  Verordnung  Weiteres  nicht  zu  verlangen.


Bericht  über  eine  Reise  des  Pauptmanns  und
Rompagniechefs  Matting.

Der  Hauptmann  und  Kompagniechef  in  der  ostafrikanischen
  Schutztruppe  zu  Mpapua,  Matting,
hat  im  Oktober  v.  Is.  eine  Bereisung  der  Landschaften
Usandaui,  Mangati,  Ufiome,  Iringa,  Burungi  und
eines  Theiles  von  Ugogo  vorgenommen.  Seinem
Reiseberichte  vom  November  1897  entnehmen  wir
Folgendes:  An  der  Straße  durch  Usandaui  fand  ich
die  Eingeborenen  durchaus  friedlich  und  zutraulich,
was  wohl  in  der  Hauptsache  zwei  einflußreichen
Wanyamwesijumben,  Towera  und  Mtoro,  zuzuschreiben
ist,  die  sich  an  derselben  angesiedelt  haben.  Die
Gegend  ist  nicht  unfruchtbar  und  besonders  in  ihrem
        <pb n="96" />
        —  66

ersten  Theile  gut  angebaut  und  bevölkert,  doch  sieht
sie  jetzt  allerdings,  da  sie  an  dem  Mangel  ständiger
Gewässer  leidet,  ziemlich  grau  und  vertrocknet  aus,
ebenso  sind  die  Trinkwasserverhältnisse,  meist  in  Gruben
gesammeltes  Grundwasser,  wenig  günstige.  Kleinviehzucht
  scheint  außerordentlich  stark  betrieben  zu  werden,
was  ich  außer  aus  einigen  Herden,  die  ich  am  Wege
sah,  daraus  schließe,  daß  ich  an  einzelnen  Tagen  bis
zu  zwölf  Ziegen  an  Geschenken  bekam.  Was  ich  an
Rindern  gesehen,  war  das  allgemein  verbreitete
Buckelrind,  aber  von  außerordentlich  starkem  Schlage.

Einen  angenehmen  Kontrast  zu  der  Trockenheit
in  Usandaui  bildet  nach  Ueberschreiten  der  Mgolombo=(Mongolombo-)
  Berge,  der  Grenze  zwischen  Usandaui
und  Irangi,  am  9.  Oktober  der  Blick  in  das  Thal
des  Bubu=  und  Kondoaflusses,  die  beide  hierselbst
jetzt  hinreichend  gutes  und  klares  Wasser  führen,  das,
obgleich  der  Boden  an  sich  hier  fraglos  weniger
fruchtbar  ist  als  die  Bubuniederung  bei  Kilimatinde,
dennoch  seinen  wohlthätigen  Einfluß  auf  die  nähere
Umgebung  in  augenscheinlicher  Weise  geltend  macht.

Besonders  auffällig  waren  weite,  mit  schönen,
weichen  und  aromatischen  Gräsern  bestandene  Weideflächen,
  die,  wenn  auch  ab  und  zu  stark  mit  Busch
versetzt,  unwillkürlich  an  unsere  heimischen  Wiesengelände
  erinnerten.  Stundenlang  durch  wohl  angebaute
  und  reich  bevölkerte  Niederungen  marschirend,
erreichte  ich  gegen  Mittag  Kondoa,  den  Sitz  des
Wali  Mohamed  bin  Omar,  bei  welchem  die  ganze
Expedition  sehr  aufmerksame  und  gastfreie  Aufnahme
  fand.

Das  Land  Mangati  selbst,  in  seiner  ganzen  Länge
von  dem  hier  wasserreichen  Bubu  durchflossen,  macht
den  Eindruck  großer  Fruchtbarkeit  und  ist  auffallend
wildreich.  Ich  habe  an  einem  Tage  Herden  von
Antilopen,  Giraffen,  Zebras,  Straußen,  Wildschweinen,
unendlich  viele  Perl=  und  Steppenhühner  und  —
wenigstens  frische  Spuren  vom  Rhinoceros  (karu)  gesehen.
  Die  Ufer  des  Bubu,  zum  Theil  dicht  mit
Phönixpalmen  (ukindu)  bestanden,  bieten  ein  im
Gegensatz  zu  der  sonstigen  Trockenheit  hier  direkt
entzückendes  Bild.  Freilich  sind  gerade  die  fruchtbarsten
  Niederungsgelände  von  den  Eingeborenen
selbst  nicht  bewohnt,  wohl  ein  Zeichen,  daß  sie  insolge
  Ueberschwemmungen  des  Bubu  während  der

Regenzeit,  der  selbst  jetzt  weite  Sumpfstrecken  bildet,

zu  ungesund  sind.

Im  ganzen  Lande  Ufiome  fand  ich  seitens  der
Bevölkerung  eine  vertrauensvolle,  geradezu  herzliche
Aufnahme,  und  machte  besonders  der  Sultan  Hanota
von  Klein  =  Ufiome,  ein  junger,  intelligenter  Neger,
nebenbei  bemerkt  mit  auffallend  jüdischem  Gesichtstypus,
einen  durchaus  guten,  energischen  Eindruck,  während
in  Groß-Ufiome,  dessen  Sultan  Uhn  zwar  wohlgesinnt,
aber  ziemlich  alt  und  theilnahmlos  erscheint,  sich  in
der  Hauptsache  wohl  der  Einfluß  der  vor  einiger
Zeit  erfolgten  Niederlassung  eines  deutschen  Händlers
günstig  bemerkbar  macht.  Landschaftlich  zeichnen  sich
sowohl  Klein=  wie  Groß-Usiome  durch  gute  Bebauung

 

und  besonders  ersteres  infolge  des  wasserreichen
Bassodasees,  an  dessen  mit  Schilf  bewachsenen  Ufern
man  sich  wieder  völlig  auf  einen  heimischen  Wiesengrund
  versetzt  glauben  konnte,  durch  Fruchtbarkeit
aus.  Als  besonders  auffallende  Erscheinung  möchte
ich  in  Klein-Usiome  noch  die  Anpflanzung  von  zum
Theil  sogar  mit  Stützen  versehenen  Bäumen  sowie
schwache  Versuche  von  Dornhecken  zwischen  den  einzelnen
  Grundstücken  hervorheben.  «

Der  Mangati  und  Ufiome  trennende  niedere
Höhenzug  ist  größtentheils  mit  schönem  brauchbaren
Nutzholz  bestanden,  während  das  Gebirge  zwischen
Klein=  und  Groß-Usiome,  obgleich  von  verschiedenen
kleinen  Wasserläufen  durchzogen,  nur  in  den  höheren
Regionen  nutzbare  starke  Hölzer  aufweist.  Es  ist
dies  auch  hier  scheinbar  eine  Folge  der  unseligen
Steppenbrände,  die  in  den  niedrigen  Geländen,  obgleich
  dieselben  sich  zu  Anforstungen  jedenfalls  sehr
gut  eigneten,  eine  kräftige  Entwickelung  des  Baumwuchses
  nicht  aufkommen  lassen.  Außerordentlich
schöner,  kräftiger  Baumwuchs  findet  sich  sodann  wieder
  im  östlichen  Theile  von  Groß-Ufiome,  der  wasserreichen
  Ebene  von  Kallite.

In  dem  mir  bekannt  gewordenen  Theile  des
Landes  Irangi  wechseln  weite  Gras=  und  Dornebenen
mit  niedrigen,  meist  nur  schwach  bewaldeten  Höhenzügen
  ab,  die  nach  Südwest,  an  der  Grenze  zwischen
Jrangi  und  Uasi,  wohl  ihre  größte  Höhe,  etwa
400  m  relativ,  erreichen.

Die  Ebene  ist  jetzt  fast  völlig  trocken,  da  sie  aber
während  der  Regenzeiten,  wie  viele  trockene,  zum
Theil  steil  ausgerissene  Bachläufe  schließen  lassen,
genügendes  Wasser  erhält,  ziemlich  fruchtbar,  gut  bevölkert
  und  angebaut.  Vieh  habe  ich  sehr  wenig
gesehen,  doch  war  es  wohl  meist  in  den  Bergen  versteckt.
  Einen  besonders  fruchtbaren  Eindruck  machte
die  Landschaft  Haupi,  ein  wohl  200  m  über  der
Konduziebene  gelegenes  Hochplateau  mit  einem  kleinen
See  und  weiten,  saftigen  Grasflächen.  Für  die  Intelligenz
  der  Bewohner  zeugten  primitive  Dammbauten
zur  Ablenkung  des  Hochwassers  in  der  Regenzeit,
während  in  dem  weniger  fruchtbaren  Kulamba  mich
deutliche  Spuren  von  Düngung  der  Felder  mit  Viehdung
  überraschten,  die  ich  bisher  noch  auf  keiner
meiner  Reisen  gefunden.

Der  Charakter  der  Landschaft  Burungi  entspricht
durchaus  dem  über  Irangi  Gesagten.  Der  Boden
ist  nicht  unfruchtbar,  doch  fehlt  es  in  der  jetzigen
Periode  überall  an  Wasser;  wo  solches  einigermaßen
vorhanden  ist,  macht  sich  dies  in  der  Vegetation  sofort
  angenehm  bemerkbar.  Bezüglich  Bebauung  und
wohl  auch  Dichtigkeit  der  Bevölkerung  scheint  Burungi,
wenigstens  südlich  von  Kwa  Damassi,  hinter  Irangi
zurückzustehen.

Der  auf  meinem  weiteren  Rückmarsche  durchschrittene
  Theil  von  Ugogo,  besonders  die  Landschaften
  Tisso,  Nayo  und  der  nördliche,  höher  gelegene
Theil  von  Kwa  Nyagallo  sind,  da  sie  einiges  ständige
  Wasser  besitzen,  fruchtbarer  und  auch  besser
        <pb n="97" />
        angebaut  als  die  direkte  Mpapuaebene  und  besonders
die  Marenga  mkali.

Die  Höhen  sind  zwar  zum  Theil  bewaldet,  aber
doch  nur  mit  geringwerthigem,  niedrigem  und  ver—
krüppeltem  Holze,  da  sie  zu  felsig  und  steinig,  auch
der  vorhandene  Boden  zu  hart  und  unfruchtbar  ist.

Trockenheit  in  Ostafrita.

Aus  Ostafrika  wird  berichtet,  daß  der  Regen—
mangel  sich  fast  überall  bemerkbar  macht,  und  daß
die  kleine  Regenzeit  an  der  ganzen  Küste  fast  völlig
ausgefallen  ist.  Der  Stand  der  Kulturen  an  allen
Küstenorten  wird  demnach  in  diesem  Jahre  ein  wenig
günstiger  sein.  Am  schlimmsten  macht  sich  die  Trockenheit
  in  Mohorro  fühlbar,  wo  Land  für  etwa  800  000
Tabakpflanzen  vorbereitet  war  und  wo  infolge  der
Trockenheit  nur  180  000  ausgepflanzt  werden  konnten.

RKamerun.

Bericht  über  die  im  Südbe  zirk  des  Schutzgebietes  von
Ramerun  gangbaren  Dandelsartikel.

Rum,  Genever,  Spiritus,  Liköre  2c.  in
Flaschen  und  Gebinden  und  sonstige  Getränke.  Der
im  Südbezirk  in  den  Handel  gebrachte  Rum  und
Genever  ist  deutsches  Fabrikat.  An  der  Beach  wird
wenig  Rum  verkauft,  infolge  Einflusses  der  Missionare.
  Sehr  beliebt  ist  weißer  Rum  (Klein-Batanga)
und  Anisado  (Groß-Batanga  und  Longii).

Die  in  Kamerun  gangbaren  englischen  Marken:
Gingerale,  Gingerbeer,  Limonade,  Gingerwine
  #.  sind  im  Südbezirk  nicht  eingeführt.

Wein  und  Mineralwasser  werden  von  den
Eingeborenen  direkt  noch  nicht  gekauft,  doch  bei  Gelegenheit
  getrunken.

Bier  wird  stark  begehrt  von  den  besser  gestellten
Eingeborenen,  doch  besitzt  der  Eingeborene  noch  kein
Urtheil  über  die  Qualität  und  weiß  noch  keinen
Unterschied  zu  machen  zwischen  besserem  Bier  und
dem  sogenannten  Tradebeer.

In  der  Fischzeit  ist  Rum  ein  sehr  begehrter
Artikel.  Größere  Fische  werden  an  Weiße  nur  gegen
Vaar  abgelassen,  in  den  Faktoreien  auch  gegen  Waaren,
wobei  das  Geschäft  der  Kaufmann  macht.

Beuerwassen.  Die  handelsübliche  und  gern
9  ausi  Wasse  ist  das  Steinschloßgewehr  (Fusils  und
P  oskets).  Die  deutsche  Marke  ist  die  bessere,  aber
ich  theurere.  Die  billigen  Gewehre  kommen  aus
England  und  Belgien.
hash  haersnnn  über  Ansehen,  Stärke  2c.  des
»  ist  i  ich;  i
*  vochühn,  sede  Art  gleich;  eine  Auswahl

euersteine.  Verlangt  werden  graue  bezw.
warze;  dieselben  werdent  auch  zum  Schlen  bain

Dem  Eingeborenen  mangelt

57

—

 

.–’)#‚¾-Kë  J

enbeinhandel  verwendet.  Für  Feuersteine  kaufen

die  Karawanen  im  Busch  ihre  Lebensmittel  von  den
Eingeborenen.

Pulver  und  Munition.  Jagdpulver  wird  zum
eigenen  Gebrauche  nur  von  Weißen  eingeführt  nebst
der  zu  Jagdzwecken  gehörigen  Munition.  Negerpulver
ist  neben  Gewehren  ein  stark  begehrter  Handelsartikel.
Deutsches  Fabrikat  und  handelsüblich  in  Fäßchen  zu
2½,  3,  3½⅛.  5,  6,  6½⅛,  16  und  18  Pfd.  englisch.
Schrot  wird  verhältnißmäßig  wenig  eingeführt.  Der
Hinterlandbewohner  benutzt  als  Schießmaterial  in
kleine  Stückchen  zerschlagene  Eisentöpfe,  kleingehackte
Bleistangen,  Steine,  Messing  und  Kupferdraht.

Tabak  (Blättertabak),  amerikanischen  Ursprungs
(Kentucky),  sehr  stark  begehrt,  hauptsächlich  von  Weibern.
  Die  der  amerikanischen  Mission  Angehörigen
müssen  sich  auch  des  Genusses  des  Tabaks  zu  enthalten
  suchen.  Von  den  Männern  wird  der  dürr
getrocknete  Blättertabak,  nachdem  er  mit  einem  kleinen
Handsteine  auf  einer  Steinplatte  oder  einem  größeren
Steine  zu  Pulver  verrieben,  mit  Vorliebe  geschnupft;
stark  getrockneter  Schnupftabak  wird  öfters  mit  etwas
Rum  angefeuchtet.

Schnupftabaksdosen  werden  von  den  Eingeborenen
  nur  als  Geschenkartikel  betrachtet  (Dash).

Für  andere  Tabake  oder  Tabakfabrikate  besitzt
der  Eingeborene  noch  kein  Verlangen;  gelegentlich
wird  eine  geschenkte  Cigarre  2c.  geraucht,  aber  ohne
jedes  Verständniß  für  Geschmack,  Güte  und  Werth.

Salz.  Das  in  das  Schutzgebiet  eingeführte  Salz
ist  deutschen  Ursprungs,  Salinen=  und  Steinsalz,
sehr  stark  begehrter  Artikel;  jedoch  ist  es  den  Eingeborenen
  vollständig  gleich,  welche  Sorte.  Am
meisten  gehend  sind  20  Kilo-Säcke,  da  solche  eine  Last
für  den  Träger  sind.

Reis  (fremdländischen  Ursprungs),  nicht  sehr  beliebt
  und  wird  selten  gekauft.  Dient  nur  als  Ernährungsmittel
  für  die  in  den  Faktoreien  beschäftigten
Arbeiter  (Kru=  und  Waiboys),  während  der  eingeborene
  Arbeiter  seinen  Kang  (Maniol)  erhält  und
nur  dann  mit  Reis  vorlieb  nimmt,  wenn  Landeserzeugnisse
  augenblicklich  nicht  zu  haben  sind.  Letzteres
  ist  jedoch  nur  auf  die  unbeschreiblich  grenzenlose
  Faulheit  der  Eingeborenen  zurückzuführen.

Gewebe  sind  bis  auf  bDlue-,  red-  und  whitebalt
  englische  Fabrikate.  Auch  englisches  blue-  batt
kommt  in  den  Handel.  Begehrt  sind  im  Südbezirk:
a)  fertige  Zeuge  (Namba),  wie  sie  Woermann  4
Co.,  Klein-Batanga,  Hatton  &amp;amp;  Cookson,  Wasserfall,
  und  als  Erster,  der  sie  in  den  Handel  gebracht,
  John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Groß-Batanga,  führen:
leiene  Kücher,  üls  Kopfputz  für  Weiber;
meistens  Ursprungsland  die  S  i#0
A.  &amp;amp;  L.,  Plantation)  Schweiz  Eubce,
e)  sogenannte  Handkerchiefs,  als  f-Halstücher

  getragen.  Fabrikort:  Glkooft  und
d)  Cama  scarls,  von  Weibern  als  U  ch  „
im  Bus  f  mschlagetuch,

sch  auch  als  Hüftentuch  getragen;
e)  Blue  linette,  sehr  gangbares  Gewebe.

b)
        <pb n="98" />
        Gangbare  Gewebe.  Blue  und  white  chek
domestic,  englisches  Fabrikat.  Die  kleinkarrirten
Muster  mögen  die  Mabealeute  gern  zur  Anfertigung
von  Anzügen;  während  die  großkarrirten  Muster  von
den  Mabeaweibern  als  Namba  Verwendung  finden.
Blue  und  yellow  Makanda  beliebt  in  Groß-Batanga,
  während  blue  und  white  Makanda  im
Buli=  und  Mabealande  gangbar  sind;  letzteres  Gewebe
  ist  auch  billiger.  Mexikan,  theurer  Stoff,
nur  für  den  Beachhandel.  Stripes  drell,  sehr
theurer  Stoff,  nur  von  schwarzen  Gentlemans  begehrt.
  Frauenanzüge  (Namba)  hin  und  wieder
gangbar.  Die  hellen  Zeuge  eignen  sich  für  Padiamaanzüge
  für  Weiße.

Deutscher  bester  Blaudruck  mit  Mustern
wird  nicht  gekauft,  weil  zu  theuer.  Die  deutschen
Gewebe  sind  pro  Stück  1,50  Mark  theurer,  aber
besser  als  die  englischen  Gewebe.

Gewebesorten  werden  deshalb  hauptsächlich  aus
England  bezogen,  weil  angeblich  die  deutsche  Industrie
  die  gleichen  Stoffe  nicht  zu  liefern  vermag.
Geschmack  besitzen  die  Eingeborenen  gar  nicht,  Alles,
was  sie  sehen,  gefällt  ihnen  und  möchten  sie  besitzen.
Wenn  die  Waare,  die  der  Eingeborene  begehrt,  nicht
auf  Lager  ist,  wird  eben  etwas  Anderes  gekauft,
das  Geld  muß  er  los  sein;  bei  Produkten  muß  er
das  nehmen,  was  ihm  der  Kaufmann  als  Bezahlung
in  Waaren  giebt,  sehr  wenige  Fälle  ausgenommen.

Anzüge,  fertige,  vornehmlich  aus  europäischen
Stoffen,  vom  bessergestellten  Beachbewohner  begehrt,
auch  in  weiß  und  Kakidrill.  Die  Beachbewohner
fertigen  die  meisten  Anzüge  selbst,  da  unter  ihnen
sich  ganz  geschickte  Schneider  befinden;  doch  lohnt
dem  Kaufmann  das  Lagern  von  Tuchstoffen  nicht,
weil  der  Bedarf  immer  noch  ein  zu  geringer  st.

Hemden  für  Männer,  sogenannte  Singlets
(Maco-,  Merino-,  Common-),  einfach  und  ausgestattet,
auf  der  Brust  zum  Knöpfen  oder  geschlossen  (1  bis
2  Mark),  sehr  beliebt;  desgleichen  Sporthemden  in
allen  Ausstattungen,  Flanell=  und  baumwollene  lange
Hemden,  auch  Singlets  in  besserer  Ausführung
(Halbseide  2c.).

Frauenkleider,  fertige,  sogenannte  Dreß,  hin
und  wieder  begehrt;  die  meisten  werden  auf  den
den  Missionen  angefertigt  für  Schulkinder  und  deren
Angehörige.

Für  Strümpfe  ist  so  gut  wie  gar  keine  Nachfrage,
  sie  werden  in  seltenen  Fällen  und  auch  nur  von
Frauen  getragen.  Bessere  Sorten,  sind  von  Weißen
begehrte  Artikel  und  werden  sofort  ausverkauft.

Leibgürtel  (springbelts),  aus  Gummi  und

Zeug,  sehr  beliebt,  desgleichen  baumwollene  Schärpen

(sash)  in  allen  Farben.
Baumwollene  Decken  in  weiß  oder  gemustert

 

 

 

 

58  —

Eisenwaare.  Eisentöpfe  von  9  bis  10  Liter
Inhalt  stark  begehrt,  gehen  meistens  in  den  Busch;
ein  Theil  der  Beachbewohner  fertigt  Töpfe  aus  Erde
und  Thon  noch  selbst.

Matrosenmesser,  Schlächtermesser  (England),
Haumesser  (Westfalen);  Rasirmesser  für  Elfenbein,
ebenso  Eisentöpfe;  runde  und  flache  Eisenstangen,
Vorlegeschlösser.

Blechkoffer,  begehrt  sind  die  Größen  für  2,  4
und  6  Mark:;  für  solche  zu  10  und  20  Mark  keine
Nachfrage.

Wellblech,  von  besser  gestellten  Eingeborenen
begehrt,  meistens  auf  Bestellung  bei  einer  Firma,
ebenso  begehrt  Cement,  Kalk,  Dachpappe,  Steine,
Theer,  Holz  (fertige  Bretter  und  Balken).

Geld.  Das  50-Pfennigstück  ist  das  gangbarste
Gepräge  im  Südbezirk.  Ein  größeres  Geldstück  erfordert
  schon  die  Anstrengung  des  Gedächtnisses  und
Verständniß;  Geldstücke  unter  0,50  Mark  werden
zurückgewiesen.  Der  Buschmann  nimmt  kein  Geld,
nur  Tauschartikel.

Gold=  und  Silberwaaren  deutschen  Ursprungs.
Nur  Ohr=  und  Fingerringe  begehrt.

Schmucksachen.  Kleine  Fancyartikel,  wie  Armringe,
  Kämme,  Haarpfeile,  von  gutem  Aussehen  sind
begehrt.  (Nachahmung  Schildpatt  mit  falschen  Perlen)

Perlen.  Der  größte  Theil  venetianische  Artikel
(Venedig,  Filiale  in  Böhmen).  Auch  aus  Bayern
kommen  Perlen  sowie  aus  Frankreich.

Glasperlensorten:  „Eböngôöl5“  (Handelsbezeichnung),
  roth,  innen  weiß.  „Pipiötes“,  roth.  „Pipiôtes“
  in  roth  und  schwarz.  Glasperle:  „Rothe
Röhrchen“,  „Blaue  Röhrchen".  Gewöhnliche  weiße
Glasperle  stark  begehrt  im  Busch.  Gewöhnliche  weiße
Glasperle;  Handelsbezeichnung:  „Paterlein“  11  502
sowie  „Blaue  Glasperlen“  F.  S.  „Schwarze  Rundperlen“
  K.  15.  „Türkisperlen“.  Glasperle  „Lüstre“
in  Gold  und  Silber  (Probe  ist  silbern),  Ursprungsland
  Frankreich.  „Olivetten“  (schwarz,  auch  in  blau
und  weiß).  „Olivetten“  (schwarz  und  blau).  Falsche
Korallen  nicht  mehr  gangbar;  1893/94  ein  viel  begehrt
  gewesener  Artikel.  Auch  graue,  weiße  und
schwarze  Perlen  sind  zur  Zeit  stark  begehrt.

Glaswaaren,  Porzellan,  Steingut  und
Thonwaaren.  Nur  sogenanntes  „irdenes  Geschirr"
wird  in  den  Handel  gebracht,  anderes  nicht  verlangt.
Gläser,  Teller,  Waschbecken  oder  Schüsseln  (basin)
Bezahlung  für  Elfenbein.  Vollständig  gleich,  ob  bunt
oder  einfach;  erstere  haben  allerdings  etwas  Vorzug.
Der  Begriff  „Reinlichkeit“  mangelt  dem  Eingeborenen
vollständig.

Musikinstrumente  und  Uhren.  Harmonikas.
Hausuhren  werden  weniger  verlangt,  dagegen  ist
Nachfrage  nach  billigen  Taschenuhren,  wobei  aller-(blanket)

  finden  Absatz,  aber  nur  billige  (2  bis  dings  mancher  Schund  auf  den  Markt  gebracht  wird.

4  Mark).

Handtücher  (Hosierywaare),  Bettdecken,  fertige
  Taschentücher  in  weiß  und  bunt,  Umhängetücher,
  gangbare  Artikel.

 

 

Uhrketten,  imitirt,  zur  Zeit  sehr  beliebt,  seidene  Uhrschnüre
  (silk  watch  guards),  John  Holt  &amp;amp;  Co.  L,

Groß-Batanga,  in  allen  Farben  als  Schmuck  für
Frauen.
        <pb n="99" />
        —  59

Maschinen,  Werkzeuge.  Handnähmaschinen
euf  Bestellung;  Werkzeuge  wenig  und  nur  von  Handwerkern
  verlangt.

Kupfer=  und  Messingwaaren.  Starker
Messingdraht,  weniger  Kupferdraht,  ein  sehr  beliebter
Artikel,  wird  von  den  im  Hinterlande  wohnenden
Eingeborenen  sehr  stark  gekauft;  hauptsächlich  Bezahlung
  für  Elfenbein.  Dieser  Draht  wird  auch  als
Schmuck  benutzt  zu  spiralförmigen  Arm=  und  Jußringen.
  Gangbar  sind  noch  acht-,  neun=  und  zehnzöllige
  Messingkessel,  auch  Nägel  mit  Messingköpfen
(Pinnen),  letztere  dienen  zur  Verzierung  der  Holzheile
  der  Gewehre.  Neptins,  nur  die  großen  (Heitathsgut).
  Arm=  und  Beinringe  aus  Hohlmessing,
noch  bedeutender  Handelsartikel  im  Busch  (England).
chellen  für  Buschleute  zum  Schmuck  der  Weiber.

Kurzwaaren.  Nähnadeln  und  Zwirn  in  schwarz,
weiß  und  roth;  Hosenträger  für  schwarze  Gentlemans.
Toschenspiegel  und  viereckige  mit  Blech=  oder  Holzmhmen.
  Shagpfeifen  (französische  Marke),  sell
cleaner  made  in  France,  mit  hornartigem  Mundstüc,
  ohne  Deckel.  Die  Thonpfeise  (claypipe)  ist
jedoch  immer  noch  das  begehrteste  Rauchinstrument,
hauptsächlich  von  Frauen;  ist  auch  kein  Tabak  mehr
vorhanden,  so  wird  irgend  ein  anderes  Kraut  gewuucht,
  eventuell  auch  Holzkohle.  Der  Buschbewohner
zieht  seine  selbstgefertigte  Thonpfeise  der  handelsüblichen
  vor  und  trennt  sich  schwer  von  ersterer.
Lampen.  Die  in  den  Handel  gebrachten  Arten
sind  ganz  miserabel;  der  Eingeborene  kauft  dieselben,
weil  bessere  Waare  nicht  vorhanden,  auch  für  solche
das  Geld  nicht  flüssig  ist.  Gute  Sturmlaternen  sind
ein  beliebter  Absatzartikel  (Karl  Maaß,  Kribi).

Lederwaaren,  Schuhe.  Wenig  begehrt;  handessüblich
  sind  Halbschuhe  zum  Schnüren  mit  aufgenähten
  oder  aufgepreßten  Gummisohlen;  Farbe:
weiß,  blau,  grau;  dieselben  werden  von  Weißen  der
Deyuemlichkeit  halber  gekauft,  das  Tragen  derselben
ist  der  Gesundheit  nicht  sehr  zuträglich;  bessere  Waare
it  jedoch  nicht  vorhanden.

Petroleum  sehr  begehrt.

Schirme  und  Hüte.  Schirme  gangbar;  seidene
werden  sogar  verlangt.  Hüte,  für  Buschleute  von
schwarzer  Farbe,  steifem  Filz  mit  mittelbreitem  Rand,
n  anderen  Farben  (braun  und  grau)  von  den  Beachleuten
  begehrt,  auch  Tropenhelme  und  Strohhüte
sind  gangbar,  Smokingcaps,  alte,  nun  wiederhergestellte,
  von  Seeleuten  getragene  Mützen  sind  sehr
begehrt,  ebenso  Feze;  Redcaps  gangbar,  finden  im
Busch  auch  Verwendung  für  Beutel,  Tasche  ꝛc.

Verzehrungsgegenstände.  Stockfische  (Norwegen),
  sehr  begehrter  Artikel,  werden  dem  Salzfleisch
vorgezogen,  Sardinen  und  alle  in  Tins  konservirten
örche,  jedoch  nicht  in  Essig.  Kunstbutter,  sehr  belieht,
  auch  alle  genießbaren  Oele  und  Fette,  Fleischlonseren,
  Zucker  in  Tins,  ebenso  die  in  Tins  ver—
dackten  besseren  Biskuitsorten;  das  handelsübliche
Vizuit  wird  wenig  gekauft.

 

Bindsaden.  Sogenanntes  Fischgarn  zu  größeren
Netzen;  Angelschnur,  Fischhaken  und  sonstige  Fischgeräthe
  fertigt  der  Eingeborene  selbst.

Bleistangen  finden  Verwendung  bei  größeren
Netzen,  doch  sehr  gering;  der  Eingeborene  bedient
sich  passender  Steine.

Haushaltungsgegenstände.  Messingkessel,
gußeiserne  Töpfe,  Aexte,  Haumesser,  Schlächtermesser,
zinnerne  Schüsseln,  diverse  Holzschüsseln  (sehr  beliebt),
Teller  und  sogenannte  Kups  aus  bemaltem  Steingut,
Holzlöffel;  Messer  und  Gabeln  sind  vollständig  entbehrlich,
  ebenso  Tisch  und  Stuhl;  Blechkoffer,  in
welchem  der  Reichthum  des  Eingeborenen  ruht.

Handwerkszeug  findet  sich  nur  bei  dem  im
Kanubau  (Mojenje)  bewanderten  Eingeborenen  in
stets  brauchbarem  Zustande  vor  und  besteht  dasselbe
auch  nur  aus  einem  kleinen  Schlächtermesser,  einem
europäischen  Beil,  einer  selbstgefertigten,  unentbehrlichen
  kleinen  Axt  und  einem  Schabeisen.

Zündhölzer  sind  sehr  begehrt,  ganz  gleich  welche
Sorte,  wenn  sie  nur  Feuer  fangen.  Die  Buschleute
verwenden  sie  als  Kaps  zum  Abfeuern  der  Gewehre.

Ueber  die  im  übrigen  Schutzgebiete  gangbaren
Waaren  wird  berichtet:  Aus  Deutschland  werden
vorzugsweise  bezogen:

Gewöhnliche  Spirituosen  (meistens  aus  Hamburg),
Pulver,  Hüte  (eine  sehr  billige  Sorte  aus  Italien),
Lampen,  Parfümerien  (Offenbach),  Cement,  Ohrringe,
goldene  (auch  Gablonz,  Böhmen),  Schuhe  und  Stiefel,
Haumesser  (Kuttlasses),  Taschenmesser  (billige),  die
besseren,  ebenso  wie  Haumesser  aus  stärkerem  Material
  liefert  England,  Ackerhacken,  gußeiserne  Töpfe,
bessere  Blechkoffer,  Bürstenwaaren.

Theils  aus  Deutschland,  theils  aus  England
werden  eingeführt:  Steinschloßgewehre  (auch  aus
Belgien),  Salz,  Schirme,  Anzüge,  Spiegel,  Konserven,
Mehl,  Biskuits,  Papierwaaren,  Seife  und  Kerzen,
irdenes  Geschirr,  namentlich  bunt  bemalte  Teller  und
große  Schüsseln,  Becher  und  Krüge  wie  vorstehend,
Gläser,  wollene  Stoffe,  Boote,  Stahlwaaren.

Aus  England  kommen  vorzugsweise:  Baumwollene
Gewebe  (ein  geringer  Theil  aus  Mülhausen,  Schlesien
  und  der  Schweiz),  Feuersteine  für  die  Steinschloßgewehre,
  Wellblech,  gewöhnliche  Blechkoffer,
Garne  zu  Fischernetzen,  Zwirne  (letztere  beiden  Artikel
werden  auch  aus  Göppingen  bei  Augsburg  bezogen).

An  sonstigen  Handelswaaren  wird  Tabak  aus
Nord-Amerika  (Kentucky),  Perlen  aus  Böhmen  und
Venedig,  Uhren,  billige  (Waterbury)  aus  Nord-Amerika,
  Cognak,  Weine,  Liköre  aus  Frankreich  eingeführt,
  während  schließlich  für  die  von  den  Eingeborenen
  gern  getrunkenen  Gingerweine  und  Gingerale
England  sorgt.

Im  Anschlusse  hieran  ist  anzuführen,  daß  die
Haupthandelsartikel  folgende  sind:  Baumwollene
Gewebe,  Salz,  Pulver,  Steinschloßgewehre,  Tabak,
Num,  Genever.

Die  übrigen  Waaren  haben  für  den  Handel
durchweg  im  hiesigen  Schutzgebiete  nur  einen  neben-
        <pb n="100" />
        sächlichen  Werth,  wie  sie  auch  nur  in  geringen
Mengen  verbraucht  werden.  Hierzu  sind  zu  zählen:

Eiserne  Töpfe,  Blechteller,  Blechlöffel.

Trinkgefäße,  Teller  und  Schüsseln  von  verschiedener
  Größe;  hauptsächlich  aus  gewöhnlichem,  bunt
bemaltem  Steingut;  auch  billigere  Porzellanwaaren
dieser  Art.

Messer,  kleinere  und  größere  Schlachtmesser,  die
zu  allen  häuslichen  Arbeiten  unentbehrlich  sind,
weniger  Taschenmesser,  Acxte  und  Haumesser  (Kuttlasse)
  zur  Feld=  und  Buscharbeit.

Weiße  naturfarbige  Normalhemden  und  Leibchen
(Singlets),  womit  sich  in  fast  allen  Gegenden  die
Leute  im  Hinterlande  begnügen,  während  leinene
weiße  und  bunte  Hemden  mit  und  ohne  Einsatz,
auch  billige  Sporthemden  von  den  Eingeborenen  an
den  Küstenplätzen  gerne  getragen  werden.

Filz=  und  Strohhüte,  erstere  in  verschiedenen
Farben,  letztere  nur  weiß  (meistens  unmoderne  Facons
oder  auch  beschädigte  Waare.  -

Rothe  und  schwarze  gestrickte  Kappen  und  Schärpen.

Rothe  und  blaue  Feze.

Perlen  von  der  kleinsten  bis  zur  größten  Sorte
(nur  für  Weiber  und  Kinder).

Arm-  und  Fußringe  aus  Messing  oder  Kupfer
für  beide  Geschlechter.

Schirme,  gewöhnliche  und  bessere  Regenschirme,
die  ebenfalls  zum  Schutz  gegen  die  Sonne  dienen,
wünschen  Männer  wie  Weiber  gerne  zu  besitzen.

Ueber  einen  der  Haupthandelsartikel,  die  baumwollenen
  Gewebe,  sind  noch  einige  besondere  Merkmale
  anzuführen.

An  der  Küste  selbst  ist  kein  anderer  Artikel  so
dem  wechselnden  Geschmacke  und  einer  gewissen  Mode
unterworfen,  wie  gerade  die  Gewebe.  Durch  die
große  Mannigfaltigkeit,  welche  die  englischen  Fabriken
bei  Herstellung  von  Geweben  infolge  der  Vollkommenheit
  ihrer  Maschinen  und  Druckereien  auf  den  Markt
zu  bringen  vermochten,  ist  England  die  Hauptbezugsquelle
  für  diesen  einträglichen  Handelsartikel  geworden
  und  steht  darin  bis  jetzt  unerreicht  da.

Während  der  Neger  an  der  Küste  für  seine
Person  und  Weiber  bei  dem  Ankauf  von  Geweben
zu  Bekleidungszwecken  jeglicher  Art  sehr  wählerisch
ist,  sind  die  Eingeborenen  im  Binnenlande  sowohl  in
Bezug  auf  Muster  als  auch  auf  Güte  sehr  genügsam.
In  letzterer  Hinsicht  haben  sie  gewöhnlich  keine  große
Wahl,  sondern  müssen  nehmen,  was  ihnen  der  Küstenmann
  als  Zwischenhändler  bringt.  Der  Grundsatz,
„für  den  Buschmann  ist  selbst  das  Schlechteste  noch
zu  gut  und  nicht  zu  theuer“",  gilt  für  den  ganzen
Handel  mit  den  Stämmen  des  Hinterlandes,  diesem
Grundsatz  wird  von  weißen  und  schwarzen  Händlern
gehuldigt  so  lange,  bis  eben  die  Buschleute  selbst  zur
Küste  kommen  und  dann  durch  das  größere  Angebot
in  den  Küstenfaktoreien  selbst  wählerischer  werden.
Im  Allgemeinen  genügt  es  im  Binnenland,  wenn

ein  Stück  Zeug  die  im  Handel  einmal  festgestellte
Größe  hat.

60

 

Gewebestücke  einen  gewissen  unveränderten  Werth,
so  daß  für  eine  bestimmte  Anzahl  eine  Ziege  oder
Kuh,  ein  Kanu,  ein  Arbeiter  oder  Weib  erworben
werden  kann.

Der  Versuch,  Pfälzer  Tabak  in  das  Schutzgebiet
einzuführen,  ist  gescheitert;  derselbe  entspricht  nicht
dem  Geschmacke  der  Eingeborenen  und  stellt  sich  mit
Verpackung  und  Transportkosten  gegenüber  dem  bei
den  Eingeborenen  allgemein  beliebten  nordamerikanischen
  Tabak  entschieden  zu  theuer.

Aus  dem  Pereiche  der  WMisKsonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Missionar  Härtter  mit  Frau  und  Fräulein
Auguste  Hörz  von  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft
  sind  nach  Westafrika  abgereist.  Herr
Härtter,  der  die  zweite  Auflage  des  Neuen  Testaments
  in  der  Eyhesprache  durch  den  Druck  geführt
hat,  geht  nach  Keta  (Goldküste),  wo  die  Mittelschule
unter  seiner  Leitung  steht,  Fräulein  Hörz  nach  Ho
(Togo)  an  Stelle  der  verstorbenen  Schwester  Diehl.

Den  „,Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen  Mission“
zufolge  hat  der  preußische  Evangelische  Oberkirchenrath
  Herrn  Pfarrer  Roloff  aus  Polzin  in  Pommern
nach  Dar-es-Saläm  als  Geistlichen  für  die  dortigen
evangelischen  Deutschen  entsandt.  Pfarrer  Roloff  tritt
an  die  Stelle  des  Missionsgeistlichen  Holst,  der
gegen  Ende  v.  Is.  von  Dar-es-Saläm  zur  Vertretung
  des  Missionars  Worms  nach  Hoffnungshöhe
(Kisserawe  in  Usaramo)  versetzt  wurde  und  nach  der
in  nächster  Zeit  bevorstehenden  Rückkehr  des  Herrn

Worms  auf  seinen  Posten  die  Station  Bumbuli  (in
Usambara)  übernehmen  soll.

—  —

Die  im  Bismarck-Archipel  wirkende  Mission  vom
Heiligen  Herzen  Jesu  entfaltet  von  ihrem  deutschen
  Missionshause  in  Hiltrup  bei  Münster  aus
eine  immer  umfangreichere  Thätigkeit.  Die  Anstalt
in  Hiltrup  zählt  bereits  120  Insassen  (Lehrer,  Zöglinge
  2c.),  während  sich  im  Missionsgebiete  selbst
44  Priester,  Brüder  und  Schwestern  befinden.

—  —  —

Den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft"
  entnehmen  wir  Folgendes:  Unter  den  mancherlei
Sorgen  für  unsere  Mission,  mit  denen  wir  in  das
letzte  Jahr  eintraten,  war  eine  der  größten  die  wegen
der  Rinderpest,  welche  ihren  furchtbaren  Gang  durch
ganz  Südafrika  angetreten  hatte.  Nun  ist  das  so
lange  Gefürchtete  wirklich  seit  einem  halben  Jahre
eingetreten,  und  die  Rinderpest  hat  gerade  im  Hererolande
  schneller  ihr  Vernichtungswerk  vollbracht  als
irgendwo  sonst  in  Südafrika.  Aber  auch  höchst  erfreuliche
  Berichte  sind  uns  in  den  letzten  Wochen

aus  verschiedenen  Theilen  des  Hererolandes  zuge-In
  den  meisten  Distrikten  haben  diese  !  gangen,  wie  die  Herero,  nachdem  ihnen  nun  der
        <pb n="101" />
        Herr  ihre  Götzen,  die  Ochsen,  genommen  hat,  sich  in
so  großer  Zahl  und,  wie  es  scheint,  mit  ganzem
Herzen  dem  Evangelium  zuwenden.  Es  ist  eine
Bewegung  entstanden,  und  zwar  nicht  nur  auf  den
Nissionsstationen,  sondern  vielfach  auch  bei  den  Leuten
im  Felde,  wie  wir  sie  wohl  noch  nie  dort  erlebt
haben.  Selbst  einer  der  höheren  deutschen  Offiziere
hat  uns  sagen  lassen,  jetzt  sollten  wir  nur  für  mehr
Missionare  sorgen,  jetzt  sei  die  rechte  Zeit  für  die
Arbeit  angebrochen.  Wir  sind  allmählich  zu  der
Ueberzeugung  gekommen,  daß  wir  im  Namalande
es  selbst  werden  in  die  Hand  nehmen  müssen,  den
Landbesitz,  den  man  den  Farbigen  als  unveräußerliches
  Eigenthum  übergeben  will,  für  die  Leute  nutzbar
zu  machen,  das  heißt,  daß  wir  dafür  sorgen  müssen,
die  Wasserverhältnisse  zu  regeln,  Brunnen  zu  bohren,
Dämme  anzulegen  und  weiter  die  Leute  dann  beim
Ackerbau  anzuleiten.  Das  ist  für  uns  also  eine  ganz
neue  Aufgabe,  für  welche  wir  auch  neue  Kräfte  nöthig
haben,  in  erster  Linie  also  einen  Ingenieur,  der  dergleichen
  Sachen  gründlich  versteht.  Jetzt,  gerade  wo
wir  ihn  nöthig  haben,  da  kommt  ganz  ungesucht  und
ungerufen  ein  solcher  Mann,  der  ganz  genau  für
diese  Dinge  ausgebildet  ist,  der  auch  schon  einmal
in  Aftika  war,  und  fragt,  ob  wir  ihn  gebrauchen
könten.  (Vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.  420  f.)

Das  „Evangelische  Missionsmagazin“  der  Baseler
Mission  berichtet  aus  Kamerun:  Bekanntlich  besteht
von  früher  her  eine  Baptistengemeinde,  die  sich
schon  1889  von  der  Baseler  Mission  lossagte  und
sih  unter  Führung  eines  eingeborenen  Predigers  zu
einer  unabhängigen  Gemeinde  konstituirte  und  eine
rcge  Missionsthätigkeit  entfaltete,  zugleich  aber  auch
der  Baseler  Mission  entgegenarbeitete  und  deren
Stellung  erschwerte.  Sie  gründete  eine  Anzahl
Außenstationen  und  gewann  auch  eine  nennenswerthe
anzahl  von  Anhängern,  die  etwa  2000  betragen  mag,
deuen  jedoch  der  Uebertritt  zum  Christenthum  dadurch
alleichtert  wurde,  daß  Niemandem  die  Polygamie
und  Haussklaverei  verwehrt  wurde.  Auch  bestand
für  sie  kein  Branntweinverbot.  Vom  Jahre  1890
ab  wurden  ihnen  vom  deutschen  Zweig  der  amerikanischen
  Baptisten  in  Berlin  einige  Missionare  zu
Hülfe  gesandt,  aber  bei  den  Grundsätzen  der  freien
Gemeinde,  die  jede  missionarische  Leitung  ablehnte,
war  ein  Zusammenarbeiten  auf  die  Länge  nicht
möglich.  Die  Missionare,  deren  Zahl  nie  über  drei
hinausging  sahen  sich  deshalb  genöthigt,  eine  neue
Risson  für  sich  zu  beginnen  und  jene  ihren  eigenen
Veg  gehen  zu  lassen.  Die  Arbeit  der  deutschen
Uoptistenmissionare  steht  noch  in  den  Anfängen,  sie
wirken  aber  bis  jetzt  in  friedlichem  Einklang  mit
den  Baslern.

Die  Arbeit  der  amerikanischen  Presbytedioner
  erstreckt  sich  auf  das  französische  Küstengebiet
es  Gabun  sowie  auf  Batanga  im  südlichen  Kamerun.
dac  haben  sie  ihre  Thätigkeit  im  französischen  Geiete
  ziemlich  eingeschränkt,  seit  ihnen  die  französische

61

 

irdische  Leitung  ist  in  Aussicht  genommen.

Regierung  allerlei  Schwierigkeiten  auf  dem  Gebiete
des  Schulwesens  bereitete.  Dagegen  wandten  sie
seit  1889  ihre  Hauptkraft  dem  südlichen  Kamerun
zu  und  ließen  sich  hier  in  Deutsch-Batanga  nieder.
Sie  nahmen  zunächst  die  Küstengebiete  in  Angriff  und
gründeten  hier  die  Arbeitsposten  Ehikihiki,  Efulen,
Lobedorf  und  Groß-Batanga  sowie  die  Station  Evune
an  der  südlichen  Grenze  des  Schutzgebietes,  an  der
Mündung  des  Kampoflusses.  Die  Arbeit  auf  diesen
Küstenplätzen  geschieht  unter  den  Mabeyastämmen.

Inzwischen  ist  die  presbyterianische  Mission  aber
auch  landeinwärts  vorgedrungen  und  hat  im  Hinterlande
  unter  dem  Fangstamm  der  Bule  die  Stationen
Nkongemekak  oder  Efuloe  (1893)  und  Ebolowoe  (1894)
angelegt.  Ueber  den  Erfolg  der  Arbeit  läßt  sich
noch  nicht  viel  berichten,  doch  finden  sich  zahlreiche
Hörer  und  Schüler  zu  den  Gottesdiensten  und  in
der  Schule  ein.  Auch  siud  bereits  die  Evangelien
übersetzt  und  vor  Kurzem  gedruckt  worden.  Die
neue  Gründung  hat  aber  auch  ihre  Opfer  gekostet,
darunter  den  tüchtigen  und  unternehmenden  Dr.  Good.
Leider  hat  der  letzte  Jahrgang  von  „Church  at
home  and  abroad"  keine  genaue  Uebersicht  über
den  gegenwärtigen  Stand  der  Mission.  Nach  einer
summarischen  Angabe  der  letzten  Juninummer  standen
voriges  Jahr  33  Missionsarbeiter  —  darunter  13
ordinirte  und  drei  Aerzte  —  in  der  afrikanischen
Arbeit.

—  —

Aus  fremden  RKolonien.
Die  Eisenbahn  in  Sierra  Leone,

deren  Bau  von  England  1895  begonnen  wurde,  ist
jetzt  auf  eine  Länge  von  32  km  fertig.  Man
hofft,  im  Juni  noch  weitere  16  km  eröffnen  zu
können.  Die  Strecke  Freetown  —  Songotown  wäre
damit  vollendet.  Der  Bau  der  0.79  m  breiten  Bahn
kostet  infolge  zahlreicher  erforderlicher  Brückenbauten
130  000  Frcs.  für  einen  Kilometer.

Telegraphen=  und  Telephonverbindung  im  Rongostaat.

Die  Nr.  11  des  Jahrganges  1897  des  Bulletin
ofliciel  de  TI’état  ind#Opendant  du  Congo  berichtet,
daß  die  Telegraphen=  und  Telephonverbindung  zwischen
Boma,  Matadi,  Tumba  und  Gongolo  fertiggestellt
ist  und  daß  die  Linie  in  wenigen  Monaten  den
Stanley-Pool  gleichzeitig  mit  der  im  Bau  begriffenen
Eisenbahn  erreichen  wird.

Die  Fortführung  der  Linie  von  hier  über  die
Stanley-Fälle  bis  zum  Tanganyika  durch  eine  ober-Die

Kosten  werden  bei  einer  Kabellänge  von  etwa
2000  km  auf  rund  3.000000  Frcs.  veranschlagt.
        <pb n="102" />
        Rongostaat.

Der  im  Juli  v.  Is.  erschienene  englische  Parlamentsbericht
  giebt  folgende  statistische  Uebersicht  über
die  Entwickelung  des  Handels  und  der  Finanzen  des
Kongostaates  während  der  Periode  1890  bis  189ö:

1.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werth  Prozente
Land
n  Pso.  Sterl.  bes  Werths
Belgen  359  986  74
Portugiesische  Besitzungen  4  558  10
ollnd  35  416  7
roßbritannen  23  699  5
Fran-  ösisches  Territorium  (Kongo)  10  044  2
eulschland  ........  8  723  1¾
Zusammen  485  426  —
2.  Einfuhr.
Land  Werth  JProzente
Psd.  Sterl.  des  Werths
Belggen  243998  52
Großbritannien  und  Kolonien  92704  20
ollnd  61  936  13
eutschladddd  36  792  8
Portugal  und  Kolonien  16  943  4
Frankreig  6  475  1
Italien  .....  6347  1
Schweden  und  Norwegen  3  759  –
Dänemarkkk  1  614  —
Oesterreicg.  .  1238  —
Spanien  und  Kolonien  1  043  –
die  Schwieitttz  354  —
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  173  —-Luxemburg........
  58  —
Andere  Lndern  7  —
Zusammen473  441  —
Hiernach  bleibt  die  Ausfuhr  des  Jahres  1895

um  noch  79000  Pfd.  Sterl.  gegen  das  Jahr  1892
zurück.  Bezüglich  der  Ausfuhr  werden  diese  Zahlen
verglichen  mit  der  Ausfuhr  in  den  benachbarten
Territorien  von  Angola  und  Portugiesisch-Kongo.
In  diesen  Gebieten,  welche  sich  zum  Kongostaat  in
der  Größe  verhalten  wie  3:  9  und  deren  Verwaltung
es  in  300  Jahren  nicht  gelang,  weiter  als  300  engl.
Meilen  auf  drei  Straßen  ins  Innere  einzudringen,
betrug  die  Ausfuhr  im  Jahre  1895  1369  735  Pffd.
Sterl.;  ebenso  in  Sansibar  1199  841  Pfd.  Sterl.

Die  Einfuhr  hat  seit  1892  die  Ausfuhr  bei
Weitem  überstiegen  und  bleibt  auch  im  Jahre  1895
um  nur  12000  Pfd.  Sterl.  hinter  der  Ausfuhr  zurück.
Der  Werth  der  zu  Handelszwecken  mit  den  Eingeborenen
  gebrauchten  Waaren  wird  auf  nur  148  102
Pfd.  Sterl.  geschätzt,  während  angeblich  der  bei
Weitem  größte  Theil  der  Einfuhr  in  Höhe  von
325  339  Pfd.  Sterl.  sich  auf  Güter  bezieht,  die  ausschließlich
  dem  Gebrauch  der  Europäer  dienen.

Die  Handelsverhältnisse  an  der  Küste  sind  un- 



 

 

i
i
!

i
I

—

günstig;  besser  sind  sie  im  Hinterlande  in  der  Gegend

von  Upoto,  wo  es  noch,  vorkommt,  daß  man  4  kg
Indiarubber  für  ein  gewöhnliches  Taschenmesser
„made  in  Germany“  von  ganz  geringem  Werthe
von  nackten  Eingeborenen  eintauschen  kann;  solche
Vortheile  sind  aber  nur  auszunutzen,  wenn  man
Flußdampfer  und  das  genügende  Personal  zum  Transport
  der  Waaren  vom  Pool  nach  Matadi  zur  Verfügung
  hat.

Die  Hauptausfuhrartikel  sind  Palmkerne,  Palmöl,
Elfenbein  und  Indiarubber.  Die  angehängte  statistische
Uebersicht  über  die  Ausfuhr  dieser  Artikel  in  den
Johren  1890  bis  1895  zeigt  eine  ganz  enorme
Verminderung  der  Ausfuhr  des  Jahres  1892  gegen
das  Jahr  1890;  seitdem  nimmt  die  Ausfuhr  wieder
zu,  hat  jedoch  wenigstens,  was  Palmkerne  und  Palmöl
anlangt,  den  Werth  der  Ausfuhr  aus  dem  Jahre  1890
noch  nicht  annähernd  erreicht.

Obwohl  die  Kaffee=  und  Kakaopflanzungen  an
Ausdehnung  gewinnen  und  gute  Erträge  erzielen,

bleibt  ein  derartiges  Unternehmen  bei  den  bisherigen

ungeheueren  Transportkosten  ein  noch  wenig  lohnendes
  Geschäft.  Die  beiden  einzigen  Ausfuhrartikel,
die  die  Transportkosten  bezahlt  machen,  sind  Elfenbein
  und  Indiarubber;  beides  aber  Artikel  von
natürlich  beschränkter  Ausbeutungsfähigkeit.  Von  den
40  Tonnen  Elfenbein,  die  gegenwärtig  monatlich  auf
dem  Kongo  verschifft  werden,  ist  nur  wenig  frische
Waare.  Die  Regierung  richtet  naturgemäß  ihr  Augenmerk
  darauf,  die  Jagd  auf  Elefanten  in  vernünftigen
Grenzen  zu  halten,  und  glaubt,  wenn  auch  die  Eingeborenen
  in  den  inneren  Bezirken  ziemlich  unkontrolirbar
  sind,  die  Macht  und  das  Ansehen  zu  besitzen,
  diese  Beschränkung  durchzuführen.

Die  Ausfuhr  von  Kautschuk  ist  gegenwärtig  auf
100  Tonnen  pro  Monat  gestiegen,  und  noch  für
manches  Jahr  ist  in  den  Wäldern  am  Oberkongo
ausbeutungsreiches  Material  enthalten.  Gegenüber
dem  Elfenbein,  welches  nachahmungsfähig  ist,  bleibt
Kautschuk  unersetzlich;  bei  der  ständigen  Zunahme  der
Nachfrage  nach  diesem  Artikel  ist  daher  diese  Kultur
die  lohnendste  von  allen.  Deswegen  hegt  die  Verwaltung
  durch  Verordnungen,  welche  den  Schutz  und
die  Einführung  neuer  Kautschukbäume  betreffen,  die
größte  Fürsorge  für  ihre  Kultur.

Interessante  Angaben  enthält  der  Bericht  noch
über  den  Fortschritt  des  Eilsenbahnbaues.  Die  Bahn
ist  jetzt  für  die  Hälfte  der  Strecke  von  Matadi  bis
Stanley-Pool  fertig;  188  km  sind  eröffnet.  Die
Eisenbahngesellschaft,  die  genug  Geld  in  der  Hand
hat,  um  das  Werk  zu  beenden,  freut  sich,  nunmehr
alle  ernsteren  Schwierigkeiten  überwunden  zu  haben.
Es  gab  auch  bei  dieser  Bahn  eine  Zeit,  wo  kein
Mensch  an  die  glückliche  Durchführung  dieses  Unternehmens
  glaubte.  Am  Schluß  der  ersten  fünf  Jahre
war  die  Bahn  erst  etwa  40  km  lang  und  hatte  für
jeden  Kilometer  etwa  20  000  Pfd.  Sterl.  gekostet.
Auf  dieser  kurzen  Strecke  war  bereits  die  für  das
ganze  Unternehmen  ausgeworfene  Summe  ausgegeben;
aber  mit  zäher  Energie  wurde  die  80  cm-Trace
        <pb n="103" />
        —  63

langsam  fortgeführt.  Jetzt  schreitet  der  Bau  rasch
dorwärts,  etwa  100  km  jedes  Jahr.  6500  Menschen
werden  an  der  Bahn  beschäftigt,  davon  etwa  3500
farbige  britische  Unterthanen  aus  Sierra  Leone,  die
allein  8000  Pfd.  Sterl.  pro  Monat  an  Lohn,  abgesehen
  von  ihren  sonstigen  Unterhaltungskosten,  erforderlich
  machen.  Die  Gesammtkosten  der  Bahn  werden
auf  2080000  Pfd.  Sterl.  berechnet,  das  macht
5200  Pfd.  Sterl.  pro  Kilometer  oder  etwa  8387
Pfd.  Sterl.  für  die  englische  Meile.  Dementsprechend
hoch  stellen  sich  auch  bis  jetzt  die  Transportkosten.
Der  gegenwärtige  Preis  für  eine  Reise  von  Matadi
nach  Tumba,  117  Meilen  in  11  Stunden,  1.  Klasse,
mit  ähnlicher  Bequemlichkeit  wie  auf  dem  Verdeck
eines  Londoner  Dampfwagens,  kostet  9  Pfd.  Sterl.
12  s.  6  d.,  während  man  für  1  Pfd.  Sterl.  3  s.  2  d.,
entsprechend  dem  Preise  eines  3.  Klasse-Billets,  nur
auf  einen  ganz  beschränkten  Platz  zwischen  der  Bagage
Anspruch  hat.  Für  alle  Waaren,  mit  Ausnahme
von  Salz,  betragen  die  Transportkosten  18  Pfd.
Sterl.  14  s.  4  d.  für  eine  Tonne  von  1000  kg.
Die  Transportkosten  nach  der  Küste  werden  nach
dem  Werthe  berechnet.  Eine  Tonne  Palmöl  kostet
2  PMd.  Sterl.  4  s.  9  d.  Fracht,  eine  Tonne  Kaffee
5  Pfd.  Sterl.  4  s.  9  d.,  das  gleiche  Gewicht  Indiambber
  8  Pfd.  Sterl.,  während  Elfenbein  wie  alle
anderen  Waaren  2  d.  für  das  Pfund  kostet.

Missionare  und  Händler,  welche  jetzt  diese  Bahn
bereits  benutzen,  hegen  die  Befürchtung,  daß  die
Verdoppelung  der  Strecke  auch  die  Transportkosten
entsprechend  erhöhen  werde.  Der  Berichterstatter  ist
aber  überzeugt,  daß  der  sehr  geachtete  und  energische
Hauptleiter  der  Bahn,  Major  Thys,  im  Stande  sein
wird,  zwischen  den  Einnahmen  der  Bahn  und  den
*  des  Transports  ein  richtiges  Verhältniß  zu
schaffen.

–  .-Amatongaland

  und  Sululand.

Die  amtliche  „London  Gazette“  vom  4.  Jannar
d.  Is.  bringt  eine  Bekanntmachung  des  Foreign
Office  vom  31.  Dezember  v.  Is.,  wonach  Ihre
Mejestät  die  Königin  mittelst  einer  unter  dem  großen
Siegel  des  Vereinigten  Königreichs  ausgefertigten
Urkunde  vom  30.  November  1897  die  Zutheilung
der  südafrikanischen  Gebietstheile,  welche  den  Namen
Amatongaland  führen,  an  die  Kolonie  Zululand  und
duh  eine  fernere  Urkunde  vom  1.  Dezember  1897

de  Zutheilung  von  Zululand  an  die  Kolonie  Natal
bestimmt  hat.

–

Selimmungen  über  Sulassung  ausländischer  Aerzte
in  der  Kapkolonie.

In  der  Kapkolonie  sind  die  Bestimmungen  über
Zulassung  ausländischer  Aerzte  und  Zahnärzte  neuerdings
  verschärft  worden.  Es  berechtigen  fortan  nur
noch  solche  ärztliche  Diplome  zur  Ausübung  der

 

Praxis,  die  auf  Grund  fünfjährigen  Studiums  ertheilt
  sind.  Für  Zahnärzte  wird  Nachweis  dreijährigen
  Studiums  gefordert,  wovon  vier  Semester
oder  je  neun  Monate  in  drei  verschiedenen  Jahren
auf  akademische  Ausbildung  entfallen  müssen.

weinerzeugung  in  den  britlisch-australischen  Kolonien
im  Jahre  1895/90.7)

Der  Weinbau  in  den  Kolonien  Australiens  hat
nur  ganz  geringe  Fortschritte  aufzuweisen.  Nachdem
diese  Industrie  im  Anfang  der  90er  Jahre,  hauptsächlich
  wohl  infolge  des  großen  Rückganges  der
Wollpreise  und  des  damit  verbundenen  Bestrebens
der  Landwirthe,  sich  neue  Erwerbsquellen  zu  erschließen,
  einen  ziemlich  bedeutenden  Aufschwung  genommen
  hatte,  macht  sich  seit  dem  Jahre  1894  wieder
ein  Stillstand  bemerkbar.

Die  Gründe  hierfür  sind  darin  zu  suchen,  daß
die  australischen  Weine  nicht  die  Aufnahme  auf  den
europäischen  Märkten  gefunden  haben,  die  man  erwartet
  hatte,  andererseits  auch  wohl  darin,  daß  sie
dem  Wettbewerb  der  kalifornischen  Weinindustrie  sich,
sowohl  was  Güte,  als  auch  was  Preise  anbelangt,
nicht  gewachsen  zeigten.

Ferner  haben  das  Auftreten  der  Reblaus  in  den
Hauptweinbaubezirken  sowie  die  zu  zahlenden  hohen
Arbeitslöhne  bei  diesem  Stillstand  mitgewirkt.

Auch  ist  erwähnenswerth,  daß  die  seitens  der
Regierungen  von  Südaustralien  und  Viktoria  in  den
Jahren  1890  bis  1893  ausgesetzten  Ausfuhrprämien
seither  in  Wegfall  gekommen  sind.

Ueber  die  mit  Reben  bepflanzten  Flächen  in  den
verschiedenen  Kolonien  Australiens  sind  für  das  Berichtsjahr
  die  folgenden  Angaben  veröffentlicht  worden:

Gegen  das  Vorjahr

 

Angebaute  mehr  (+)  oder
Fläche  weniger  (—)
Kolonie  Acker  Acker
Neusudwales  7519  —  58
Queensland  2  021  +  34
Südaustralien  .18333  +  915
Viktoria  ..  30  365  +  58
Westaustralien  23217  +  253
Tasmannen  30  +  30
Zusammen  60  485  +  1332
Das  sind  Hekter  24  478  +  6539

Die  Weinerzeugung  der  genannten  Kolonien  war
im  Berichtsjahre  folgende:
Gegen  das  Vorjahr

mehr  (—+)  oder
weniger  (—)

 

Kolonie  Gallonen  Gallonen.
Neusüdwales  885  073  +  153  390
Queensland  238  208  +  61  711
Südaustralien  1  473216  —  105  374
Viktoria  .  ..  1950  000  +  40028
Westaustralien  .  79  550  +  3736

4  Zusammen  4626  047  +  153  491
Das  sind  Hektoliter  .  210  275  +  7243

*)  Aus  dem  D.  Handels-Archiv  1898,  S.  8.
        <pb n="104" />
        —  64

Ueber  die  Mengen  und  den  Werth  der  im  Jahre
1895/96  zur  Ausfuhr  gelangten  australischen  Weine
geben  die  folgenden  Zahlen  Aufschluß:

 

Menge:  Werth:
Kolonie  Gallonen  Pfd.  Sterl.
Neusüdwalles  21  537  5806
Queenslaond  60  34
Südaustrallen  343  405  58  826
Viktoria..  ...  318  188  53  826
Zusammen  683  210  118  492
bl  Mark
Das  sid  31  055  2  417237
Gallonen  Pfd.  Sterl.
Dagegen  im  Vorjahre.  572  804  121658

Fast  die  ganze  Ausfuhrmenge  an  australischen
Weinen  geht  nach  Großbritannien,  von  wo  dann  ein
Theil  angeblich  nach  Frankreich  seinen  Weg  findet,
um  zum  Verschneiden  der  französischen  Weine  benutzt
zu  werden.

Die  Menge  des  in  den  australischen  Kolonien
im  Jahre  1895/96  hergestellten  Cognaks  wird  auf
etwa  431729  Gallonen,  das  sind  19  624  hl,  geschätzt.

Perschiedene  Witkheilungen.
Neue  Rarte  von  Raiser  Wilhelmsland.

Die  Nautische  Abtheilung  des  Reichs-Marine=Amts
  wird  demnächst  eine  Karte  von  Berlinhafen,
Nordküste  von  Kaiser  Wilhelmsland,  erscheinen  lassen.
In  derselben  werden  die  früheren  europäischen  Namen
für  die  auf  der  Berlin-Rhede  liegenden  Inseln  zu
Gunsten  der  einheimischen  Namen  derselben  in  Fortfall
  kommen,  so  daß  nunmehr  die  Inseln  Dudemaine,
Faraguet,  Sainson  und  Sanssouci  in  der  gleichen

Reihenfolge  Tamara,  Ali,  Seleo  und  Augail  heißen
werden.

Frequenz  des  #eminars  für  orientalische  Sprachen
Zu  Berlin.

Nach  dem  amtlichen  Verzeichniß  des  Personals
und  der  Studirenden  des  Seminars  für  orientalische
Sprachen  an  der  Königlichen  Friedrich  Wilhelms-Universität
  zu  Berlin  für  die  Zeit  vom  15.  Oktober
1897  bis  15.  März  1898  wird  das  Seminar  von
160  Studirenden  besucht.  Nahezu  ein  Drittel  derselben
  bereitet  sich  auf  dem  Seminar  für  eine  spätere
amtliche  oder  private  Thätigkeit  in  den  deutschen
Schutzgebieten  vor.

Es  sind:  2  Aerzte,  1  Astronom,  1  Bergreferendar,
1  Botaniker,  1  Forstassessor,  1  Geometer,  2  Gerichtsassessoren,
  2  Gerichtsaktuare,  1  Kaufmann,  1  Kunstschüler,
  2  Landmesser,  1  Landwirth,  1  Lehrer,  1  Missionar,
  9  Offiziere,  1  Postsekretär,  2  Postpraktilanten,
6  Referendare,  1  Steuerbeamter,  2  stud.  agr.,  7  stud.
Jjur.,  1  stud.  techn.,  1  stud.  theol.,  1  Zollbeamter.
Sie  hören  Vorlesungen  über  Suaheli,  Guzerati,

 

wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  Reisen,  Tropenhygiene,
  tropische  Nutzpflanzen  und  ihre  Verwendung,
Landeskunde  der  deutschen  Kolonien.

 

Geweihausstellung  in  Berlin.

In  der  diesjährigen  deutschen  Geweihausstellung
zu  Berlin  wird  das  afrikanische  Wild  durch  Sammlungen
  von  Dr.  Schöller  und  Schillings  sehr
reich  vertreten  sein.  Nach  dem  sachverständigen
Urtheil  des  Direktors  des  zoologischen  Gartens
Dr.  Heck  befinden  sich  verschiedene  Seltenheiten  unter
den  Schillingsschen  Jagdtrophäen.

Dem  Jahresbericht  der  PSandelskammer  zu  damburg
über  das  Jahr  1897,

erstattet  in  der  Versammlung  „Eines  Ehrbaren  Kaufmanns“
  am  31.  Dezember  1897,  entnehmen  wir:

Die  Entwickelung  in  den  deutschen  Schutzgebieten
schreitet  stetig  fort.

In  Kamerun  war  eine  Plantagengesellschaft
zum  ersten  Male  in  der  Lage,  eine  Dividende  zu
vertheilen,  und  das  wachsende  Zutrauen  zu  der  Ertragsfähigkeit
  derartiger  Unternehmungen  zeigt  sich
in  der  erfolgten  Gründung  mehrerer  neuer  Plantagengesellschaften.


In  Togo  ist  durch  einen  Vertrag  mit  Frankreich
die  Abgrenzung  der  beiderseitigen  Interessensphären
erfolgt,  die,  wenn  sie  auch  nicht  allen  Wünschen  entspricht,
  doch  den  Vortheil  klarer  Verhältnisse  bietet.

Nach  Südwestafrika  griff  die  im  Kaplande
und  Transvaal  herrschende  Rinderpest  über,  richtete
hier  aber  nicht  so  empfindliche  Verherungen  unter
dem  Viehstande  an,  wie  in  jenen  Ländern,  wozu
zweifellos  die  sorgfältigere  Anwendung  des  von  Geheimrath
  Dr.  Koch  entdeckten  Schutzmittels  erheblich
beigetragen  hat.  Durch  den  von  der  Reichsregierung
in  Angriff  genommenen  Bau  einer  Eisenbahn  nach
Windhoek  ist  ein  wesentlicher  Schritt  zur  Erschließung
und  Verwerthung  des  Landes  gethan.

Auch  in  Ostafrika  konsolidiren  sich  die  Verhältnisse
  mehr  und  mehr;  doch  krankt  die  Entwickelung
an  den  Schwierigkeiten,  die  sich,  wie  der  Förderung
mancher  anderen  Verkehrsmittel,  so  auch  namentlich
dem  Ausbau  der  Eisenbahnen  entgegenstellen.  Es  ist
aber  um  so  nothwendiger,  daß  von  Reichswegen
größere  Anstrengungen  gemacht  werden,  um  unsere
Kolonien  aufzuschließen  und  hierdurch  aufnahmefähiger
zu  machen,  als  gerade  auf  diesem  Wege  Ersatz  geschaffen
  werden  kann  für  die  uns  anderweit  verloren
gegangenen  oder  noch  verloren  gehenden  Absatzgebiete
in  den  Kolonien  anderer  Nationen,  welche  fortdauernd
Maßnahmen  treffen,  um  auf  Kosten  fremder  Waaren
die  eigenen  Landeserzeugnisse  zu  bevorzugen.  Aus
diesen  Gründen  ist  es  auch  insbesondere  erforderlich,
daß  sich  das  Reich  an  dem  Bau  von  Bahnen  durch
        <pb n="105" />
        Gewährung  von  Zinsgarantien  betheiligt,  wenn  es
sic  nicht  entschließen  will,  den  Bahnbau  selbst  in  die
Hond  zu  nehmen.

Wenn  trotz  mannigfacher  ungünstiger  Momente
de  Ausfuhr  Deutschlands  nach  außereuropäischen
Lindern,  soweit  sich  bisher  übersehen  läßt,  keine
Rckshritte  gemacht  hat,  so  ist  das  ein  Beweis  einersets
  für  die  Leistungsfähigkeit  unserer  Industrie,
andererseits  für  die  Rührigkeit  unserer  Kaufmann-=scost.
  Doch  war  dieser  Erfolg  nur  unter  äußerster
Beschränkung  der  Gewinne  zu  erreichen,  und  in  vielen
Fällen  war  die  pünktliche  Erlangung  der  Zahlung
für  die  verkauften  Waaren  außerordentlich  schwierig.

—  –  ——  —

Beschleunigtere  Fahrten  der  Woermann-Linie.

Die  Woermann-Linie  hat  sich  entschlossen,  die
Ruckreisen  ihrer  Dampfer  aus  Westafrika  versuchsweise
  zu  beschleunigen.  Es  wird  fortan  jeden  Monat
am  4.  von  Kamerun  ein  Dampfer  abfahren,  der
Togo  am  7.  anläuft  und  am  27.  Hamburg  erreicht.

V  VY  I7TI77V  JTWTTyY  V  VV7T7TTTYV  V  V0V  V0  V0V0  VNS

Tifterakur.

die  Seeinteressen  des  Deutschen  Reiches.
Zusommengestellt  auf  Veranlassung  des  Reichs-Narne-Amts.
  Berlin  1898.  E.  S.  Mittler
md  Sohn.
E.  wird  hier  eine  überaus  werthvolle  und
ieressante,  auf  das  zuverlässigste  Material  gegründer
  Uebersicht  über  den  Umfang  des  Handels,  der
Schiffahrt,  Seefischerei,  Kolonialpolitik  und  Auswanderung
  Deutschlands  geboten.  Die  Schrift  stellt
ich  als  ein  ebenso  bequemes  wie  erwünschtes  Nachschlagebuch
  für  Jedermann  dar.

——

1.T.  Mahan:  Der  Einfluß  der  Seemacht  auf
die  Geschichte.  In  Uebersetzung  herausgegeben
auf  Veranlassung  der  Redaktion  der  Marine-Aundschau.
  I.  Band:  1660  bis  1783.  Zweite
Luflage.  Berlin  1898.  E.  S.  Mittler  und  Sohn.

,  Von  dem  interessanten  Werk  Mahans,  dessen
in  lezten  Jahrgang  bereits  gedacht  wurde,  liegt
mmmehr  Band  1  in  zweiter  Auflage  vor.  Das  ganze
Bert  ist  eine  Art  Weltgeschichte  mit  vorwiegender
berichichtigung  der  Wirkungen,  welche  Flotte  und
klmmtabbesitz  darauf  ausgeübt  haben.  Das  Werk
kurst  jeden  Leser  fesseln.

Hans  Bohrdt:  Deutsche  Flottenbilder.  Zwölf
Taseln  in  Lictdruck.  Mit  einem  historischen  Ueberklik
  vom  Künstler.  Berlin  1898.  W.  Paulis
woff.  (H.  Jerosch).

Ds  schön  ausgestattete  Album  besitzt  gegenvirih,
  wo  der  Wunsch  nach  Ausgestaltung  der

65

 

deutschen  Seemacht  weite  Kreise  ergriffen  hat,  ein
besonderes  Interesse.  Auch  der  Laie  erhält  durch
die  vortrefflichen  Darstellungen  des  Künstlers  ein
lebhaftes  Bild  von  dem  Aussehen  und  Wirken  deutscher
  Kriegsschisse  während  der  letzten  Jahrzehnte
und  wird  sich  mit  Stolz  der  gegenwärtigen  Machtstellung
  des  Reiches  auch  über  See  bewußt.

Ernst  v.  Halle:  Die  Bedeutung  des  Seeverkehrs
  für  Deutschland.  Leipzig  1898.
Duncker  &amp;amp;  Humblot.

Die  kleine  Schrift  ist  Sonderabdruck  eines  Vortrages
  des  Verfassers,  der  in  Schmollers  Jahrbuch
erschienen  ist.  Sie  giebt  eine  leicht  faßliche  Uebersicht
des  wichtigen  Gegenstandes.

P.  Karl  Paul:  Die  Mission  in  unseren  Kolonien.
  Erstes  Heft:  Togo  und  Kamerun.  Leipzig.
Fr.  Richter.

Der  Verfasser,  welcher  das  Amt  des  Schriftführers
  in  der  sächsischen  Missionskonferenz  bekleidet,
hat  in  seiner  dankenswerthen  Arbeit  mit  großer
Sachkenntniß  die  gesammte  Entwickelung  und  den
gegenwärtigen  Stand  der  evangelischen  Mission  in
den  beiden  nordwestafrikanischen  deutschen  Schutzgebieten

  geschildert.  Der  Leser  erhält  ein  lebendiges

Bild  der  Schwierigkeiten  der  Missionsarbeiten  in  jenen
Ländern,  aber  auch  der  Früchte,  welche  sie  tragen.

Die  evangelischen  Missionen.  Illustrirtes  Familienblatt,
  herausgegeben  von  Julius  Richter.
Gütersloh.  Bertelsmann.

Diese  hübsch  illustrirte  und  durch  interessante
Beiträge  ausgestattete  Zeitschrift  tritt  nunmehr  in
ihren  vierten  Jahrgang  ein.  Die  Zeitschrift  giebt
Nachrichten  von  der  evangelischen  Mission  in  allen
Erdtheilen  und  ist  allen  Lesern,  die  sich  für  das
Wirken  der  deutschen  Glaubensboten  in  der  Ferne
interessiren,  bestens  zu  empfehlen.

—

—  ——

 

Titterakur  -Verzeichnik.

Kisak  Tamai:  Karawanen-Reise  in  Sibirien.
Mit  Anhang:  Weltreise  mehrerer  Japaner  über  Sibirien
vor  100  Jahren.  164  S.  80.  Mk.  3,—,  geb.  Mk.  4,—.

Karl  Siegioômund  Verlag,  Berlin.

Rohrbach,  Paul:  In  Turan  und  Armenien  auf  den
Pfaden  russischer  Weltpolitik.  Mit  einer  Uebersichtskarte
  des  russischen  Gebietes  zwischen  dem  Schwarzen
Meer  und  dem  Pamir.  19  Bgn.  Mk.  3,—.

Georg  Stilke,  Berlin.

Wislicenus,  Georg,  Kapitänlieutenant  a.  D.:  Kernpunkte
  der  Flottenfrage.  60  Pfg.

Friedrich  Luckhardt,  Berlin.
        <pb n="106" />
        s8BBB
7

„Nixe“

S.  „Möwe“

66

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

12/11.

(Poststation:

Hongkong.

(Poststation:  Sansibar.)

Hongkong.)

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Kapstadt.)

(Poststation:  Hongkong.)
—  15/1.  St.  Thomé  15),1.

(Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:
Fahrplanm.  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.

(halbe  Besatzung)  und  einige  Köpfe  für  S.  M.  S.  „Cormoran":

—  Monrovia.

„Bussard“  23/10.  Apia.  —  26/11.  Jaluit  13/12.  —  Bismarck-Archipel.  (Poststation:  Hospostamt.)
„Condor"“  8/1.  Sansibar.
„Cormoran“  13/11.  Kiaotschaubucht.
„Falke“  21/12.  Auckland  21/1.  —  Sydney.
„Habicht“  25/12.  Loanda  27/12.  —  10/1.  Kapstadt.
ernsingssass  „Möwe“
18/12.  Kamerun  12/1.
Fayal  [Azorenl.)
M.  S.  „Seeadler“  Sansibar  11/1.  —  13/1.  Mozambique  15/1.  —  Kapstadt.
.  M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.

(Poststation:

(Poststation:  Kapstadt.)

Ausreisee-  Transportführer:  a)  von  Bremerhaven  —  Genua:  Lieutenant  zur  See  v.  Manteuffel,
b)  von  Genua—  Hongkong:  Kapitänlieutenant  Gotzhein:

Bremerhaven  1/12.  —  3/12.  Antwerpen  5/12.  —  13/12.  Genua  14/12.  —  15/12.  Neapel  15/12.—
19/12.  Port  Said  19/12.  —  24/12.  Aden  25/12.  —  1/1.  Colombo  1/1.  —  6,/1.  Singapore  7/1.—

à5  von  Hongtong—Shangha  und  Heimreise  Kapitänlieutenant  Schaumanu.  Hongkong  17/1.—

13/1.  Hongkong.

Shanghai.

 

 

—.  —

—  ——  ——  —

 

 

 

 

Verkehrs-  Nachrichten.
Bostdampfschisfwerbindungen  nach  den  dentschen  Schutgebleten.
Die  Absahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriefe  mufsen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
1r  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  16.  Febr.,  2.,  166,  Tanga  18—19  Tage  am  14.,  25.,  28.  Febr.,
—  %  1  12  rab.  Durree  -Sal.  19—20  Tg.  Ü  *8  38  28.  März
rindisie  am  27.  Febr.,  27.  Mär  ansibar  20  Tage  10  abds.
1.  Deutsch-  Ostafrika.  (enaisnshnh,  9  z  si  g
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
anzösische  Schisfe)  40  ums.  .109#  abds.
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  Southampton  am  42.  Fr-  12.  Närzs  L#deritbucht  22  Tage  am  11.  Febr.,  11.  März

-.  Keetmanshoop,  Gibeon,
armbad  und  iens
wöchentlich  bis  Kapstadt
von  dort  weiter  alle  14  Tage
auf  dem  Landwege.)

3.  Ramerun.

l

sengt  Schiffe  bis  Kap  ·
abt.  dann  deutscher
Dampfer  „Leutwein“

ambur
dn  %  .D

mbur
Oln.  —

Liverpool
(englische  Schiffe)

 

 

–—

4.  Cogo-Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

1

 

Lamburg
(deutsche  Schiffe)

Liverpool  s
(englische  Schiffe)
Marseille
(frangöfische  Schisse)

Bordeaux
(kransösische  sche  Schiffe)  s

 

5.Deuti0illen-Gninea.

eapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(Nachversand)

am  25.  März,  25.  Mai

Swakopmund  25  Tage

Swakopmund  30  Tage

 

achts

Lüderitzbucht  40  Tage

am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage

nachts

am  16.  Febr.,  16.  MärzKamerun  22  Tage

15  ums.

am  25.  März,  25.  Mai
720  abds.

an  10.  10.  *  Monats

20  a

am  14.  2  14.  März
15  us.

 

am  10.  jedes  Mus.  nachts  Lome  20  Tage

am  20.jedes  Mts.

am  9.,  23.  Februar,
9.,  23.  März

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  März,  10.  Mai

110  vms.

am  9.  Mirg,  4.  Mai
abds.

am  13.  März,  8.  Mai
abds.

 

6.  Marshall  ·  Inseln.

 

Brindisi
(über  Manila)

 

am  13.  März,  8.  Mai
abds.

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quittah  36  Tage

von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverbdindung

Cotonou  22  Tage

Stephansort  45  Tage
41  Tage

—.—.  —

 

von  da  ab  Vandverdindung

am  10.  und  20.  wedes
Monats  72  abds.

am  7.,  21.  Februar,
7.,  21.  März  15  ms.
am  23.  jedes  Monats
10x  abds.  »
am  8.  März,  8.  Mai
10%  abds.

am  7.,  11.  März,
2.,  .  Mai
166  abds.

 

 

Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

am  11.  nart  6.  Mai
10  abds.
        <pb n="107" />
        —  67  —

Eintreffen  der  Post  aus  den  —  ——

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-=  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fallig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
—e  Neagpel.  am  10.“,  24.  Febr.  "  b  Hamburg  n7  und  25.
ch  ·  O  4  ita  .  Brindisi  am  20  F  ogoge  iet  2022  e  es  onats
..  .Februar
Marseille  ..  am  16.  Februar  f  Marseille  B  am  16.  iedes  Monats
deutsch,  güdweßafrikn  Southampton  am  15.  Februar  Deutsch.  ken'Grine.  Neapel.  .  Iam  5.-März,  1.  Mai
—IX  —  &amp;amp;
Hamburg  am  25.7  jed.  Monats  3  „
Aamerun  .·  .  .  .  Liverpool..  am  24.  Februar  Marshball·  Inseln...  Marseille  ..  Nitte  Euüstar,
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
———  der  Woermann-Linie.
**ni  6  T  Lezte  Nachrichten
dosdanpfer  von  nach  bis  28.  Januar  1898
„Molph  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Alne  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  26.  Januar  in  Accra.
„Anna  Woermann“.  Sherbro  Hamburg  am  28.  Januar  Dover  passirt.
„Antonina“"  Antwerpen  Kongo  am  8.  Januar  in  Tenerissfe.
„Carl  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.  *  ·
Eduutd  Bohlen“  Hamburg  Kongo  am  28.  Dezember  in  Banana.

Ella  Woermann“  ..  Hamburg  Sherbro  am  28.  Januar  Quessant  passirt.
Gertrud  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  25.  Januar  Quessant  passirt.
„Gretchen  Bohlen“  Whydah  Hamburg  am  7.  Januar  in  Accra.

„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  16.  Januar  in  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  22.  Januar  in  Sierra  Leone.
„urt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  28.  Januar  in  Accra.

„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loango  am  19.  Januar  in  Madeira.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  28.  Januar  in  Gabun.
„Narie  Woermann“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  24.  Januar  in  Lagos.

„Melita  Bohlen“.  .Z  Hamburg  .  Lüderitzbucht  am  28.  Januar  Dover  passirt.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kotonou  am  27.  Januar  in  Accra.

„Thekla  Bohlen"“  Hamburg  Swakopmund  am  20.  Januar  in  Loanda.

 

 

——  der  Dentsben  ———  inie  tseah,

 

G  —  AS

—  —  —

 

 

 

 

neise  Letzte  Nachrichten

Rei

*.  chpostdampfer  von  nach  bis  13.  Januar  1898
„Rönig“"“  Hamburg  Durban  am  12.  Januar  an  Dar-es-Saläm.
„berzog“  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Kaiser“.  Durban  Hamburg  am  12.  Januar  ab  Mozambigque.
„Lanzlerr  z.  Zt.  in  Hamburg.

-#undestath“.  Hamburg  Durban  am  9.  Januar  an  Durban.

«  etchstqg«  Durban  Hamburg  am  6.  Januar  ab  Sansibar.
„Amirall  Durban  Hamburg  am  13.  Januar  ab  Neapel.
—..2  Hamburg  Durban  am  13.  Januar  ab  Neapel.
        <pb n="108" />
        —  68  —

#
Anzeigen.
Inserate  (ür  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum  55  Pieig  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  swu,  Kochstraße  es—1
einzusenden.  6  #  ——

—  —  —  —  —  —  —  —  —  -  —  —  —  —  —  —

Vertrieb  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonieen
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesellschaft.

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann

Grossherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflleferant.

   

—

Eingetragene  Schutzmarko.

 

 

Haupt-  u.  Versandgeschüft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  268.  Fernspr.:  Amt  I.  No.  937.
Zweiggeschüctt:  Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.  Fernspr.:  Amt  IX.  No.  7244.

In  über  200  Städten  Deutschlands  Verkaufsstellen.  —  Wiederverkäufer  überall  gesucht.

Kalkao,  Schokoladen,  Kaffees.,
Zigarren,  Vanilie,  Lillöre,
Ethnologica,  Photographieen.

Der  reichhalilge  iliustrierte  Lager-Katalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  2—

 

 

 

 

 

 

Bekanntmachung.

l  □
In  biesigen  Prokurenregister  s.r  Heilung  der  Malaria
heute  unter  Nr.  3  die  dem  Kaufmann
Felir  Dieckmann  zu  Dar-zes-Salam  (Wechsel-  oder  Sumpflieber)
für  die  Zweigniederlassung  der  Firma  wird  hierdurch  das  von  der
Hausing  &amp;amp;  Co.  zu  Dar-es-Salam  .  .  .  .  s

Dar-es-Sacäm,den11.Dezbk.1897.  dargestellte

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.  p  «
(ges.  Ziegler.  (im

Am  3.  Januar  1898  verschied  im
Gouvernements-Krankenhause  zu  »  salzsaures  Phenocoll)
Darzes-Saläm  an  den  Jolgen  einer  allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Operation  der  Sekondlieutenant  der  Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Protessor
Kaiserlichen  Schutztruppe  Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Pro-§
  8  fessor  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
herr  Ludwig  Stadlbaur,  überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in

Arzew-  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellangen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und
Sicheren  Heillung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Titteratur  und  Hebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Das

  Offizierkorps  betrauert  diese[annen  krmn,  namlich:
schweren  Verlust  und  wird  dem  Namburs:  Gebrucor  Oiconburg;  h
Dahingeschiedenen  ein  ehrenvolles  argelona:  1.  Espiell;  x
Andenken  bewahren.  ims  8  :  *  —————  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Kl;
ar-es-Sals  2  .  «  :  .  0.;
Dareo-Salam,  den  4.  Jan.  18V8.  New-  Tork:  -Lehn  r-*e  128  William  Street;

Liebert,  Generalmajor.  Faris:  Man  F###,  31  rue  des  petlies  Lcuries;
Rlo  de  Janelro:  Magalhmies,  Luckus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelboeler  &amp;amp;  Co.

 

  

Ritter  des  Königl.  Kronen-Ordens
4.  Klasse  mit  Schwertern.
Ein  junger,  hoffnungsvoller  Offizier,
  ein  liebenswurdiger  Komerad,
ein  bewährter  Afrikaner  ist  jäh
dahingerafft  in  dem  Augenblick,  als
er  seinen  Urlaub  in  die  Heimath

anzutreten  beabsichtigte.
        <pb n="109" />
        69

 

 

—g–—  —  —

 

Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo

 

Das  Echo,

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,

Letrachtet  en  insbesendere  als  seine  Lufgabe,  dem  Loben
“  Fkreiben  der  Deutschen  im  Auslande  die  liebevollste
Lfnerleankeit  #a#sawenden.  Es  wird  daber  jeder

Deutsche  im  Auslande  gebeten,

seine  Adresse
der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,
0.  m.  b.  H.  in  Berlin  W.,  Wilhelmstr.  29,

fl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,  eine
Foe-Anner  umsenst  und  kestenfrei  zu  übersenden.

Bestellungen  nehmen  alle  Buchhandlungen.  Posti

  f  anstalten  und  Zeitungs-Spediteure
in  entechland  zum  Preise  von  3  Mark  vierteljährlich  ent-Psn
  in  den  übrigen  Ländern  zu  den  lundesüblichen  Preisen.
En  von  der  Verlugrhandlung  J.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  U.  in
*  SW.,  Wilhelmstrasse  29,  unter  Kreuzband  bezogen.
9h  „las  Echor  vienteljährlich  4  Mk.  50  Pf.,  halbjährlich
#enn  Pujährig  18  Mk.  Bei  Versendung  unter  Streifbaund  emkn
  7  es  sich,  möglichat  ganzjährige  Abonnements  aufzugeben.
Slische  Pfundnoten  werden  in  Zablung  genommen.

In  das  Abonnement  kann  jederzeit  einuud

  wird  „Das  Echo-  vom  Tage  E#t  —  #-1
  Einsendung  des  emfallen  Hrss  n  *

eblg  lange  Zeit  Arekt  vo
lkeelsaoe  Feit  ett  vom  Verlag  oder  dureh  jle

 

 

Korbel  Humboldt  County  (Californien),
Cest  den  19.  Dezember  1895.
iea#  grhielt.  sen  wiechor  D  kctto  Nr.  691.
Amnin,  Ihnen  biermit  meinen  herzlichsten
ank  auszudrücken  für  diesen  herrliche  Blatt;  es  ist
batz,  und  muss  unseren  Landsmaun
—*  In  Niederl.  Indien  (Echo  Nr.  690
vo  Aa#che  Rerht.  eben,  mit  Uer  Bemerr
  auch  immer  ein  Festt  In
1  Ennh  mein  Echo  Walege  neche  nur,  4%  jenr  .
zal  Üüberhaupt  solche,  die  treu
beutschlands  Kalser  und  Relch  btehen,  dieses  BEnJ
Achtungsvoll
Theodor  Reinhold  Preuss.

Ilch  kann

un

lek  Fray  Bentos,  31.  Dez.  1895.
c  5  Gelegenheit,  um  lhnen  mitzuteilen,  diss
geleh  when,  ale  lebenden  Deutschen  stets  mit
###bellebtheit  erfreut.  und  sich  seiner  Vielseitigkeit  wegen

Hochachtend  Ernst  Schultz.

D  ·  Capri,  den  4.  Januar  1896.
.  wiakeho  p  Sel#de,  was  ich  brunche.  klaus  Eiein
wir  schon  früden  *  wPder,  u  neh  mal  auszusonnen,  hatte
e  I  i

Fessen.  Mnchträglich  noch  Eruei  Jeni  ½  „  nur

1  Ihr  ergebenster  C.  W.  Allers.

"  Est  Minas  Sbarà  .  anuar  1896.
Est.  raes,  Brauilien.
thon;  d  erd  #in  bann  in  Ihrem  Interesse,  werde  in  jederzeit
bie  ich  *  3  bet  kann  Kkaum  den  Tag  erwarten
Feiig  Deuteche  u  in  ge.  Hier  in  dieser  Gegend  lebon  sehr
herten,  25  r-  den  Wenigen  geht  es  auch  nicht  jmmer
ein  glacksich  Neul  deit  huche  Antönger  sind.  Zum  Schluss
Frü#tend,  schliende  ö  wünschend  aus  der  Ferne,  sowie  Lerzlich
Hochachtunksvoll  Ihr  ergebener
Oswuald  Turucker.

Neapel,  7.  Januar  1896.
rulerea  geprüft.  hab
oforu  urchheim  hier  zu  abonniovind
  und  nur  wenis  P  wie  ich  schon  seit  Jahren  im  Auckande
wiecer  ra  —  Fewieit  daben.  die,  Heimat  dann  und
en.  7  utt  jedonfalls  seh  ign.“:
"„  —  Geughuge  aenrel  dazu  beltragen.  in  denkel.
"%  sehen  Familie  wach  ruehäbrigkeit  Ut  Frossen
MNit  llochachtung  Max  Büttner.

.

 

 

 

Ulm,  9.  Januar  1896.
Besten  Dank  für  die  Zusendung  lhres  „Echo“.  Nach

Ablauf  dieses  Quartals  gebe  ich  das  Abonnement  auf.

einige  Zeitungen  auf  und  bestelle  dafür  das  Echo.
Dasvelbe  hat  mir  besonders  in  Bezug  auf  die  polit.  Wocheu-Rundschan
  und  die  Zusammenstellung  von  Berichten  aus  Zeitungen
  aller  Parteien  gut  gefallen.  Es  ist  mir  Zeitmangels
nicht  möglich,  täglich  die  breitspurigen  Artikel  der
frosen  Zeitungen  zu  lesen.  und  so  hnde  ich,  dass  das
cho  meinem  Bedürfnis  entspricht,  Iindem  es  eine  fortlanfende
  Uebersicht  über  die  polltischen  Vorgünge
gewährt.  Auch  lhre  lllustrationen  sind  hübsch.
Iiochachtend  u.  ergebenst  Kurl  Krámer,  Karlatr.  25  II.

Adelaide,  März  1896.
Bin  Abonnent  vom  „Echo“  (per  Tausch  u.  Gronsse,  Halle  a.  S.)
seit  beinahe  5  Jabren  und  halte  dasselbe  für  das  beste
deutsche  Blatt,  welches  für  das  Ausland  bestimmt  ist.
Dr.  M.  von  Luckowitz.

Elim-Natal.  16.  Mäs  1896.
Unser  „Echo“  erhulten  wir  seit  Jahren  durch  die  Buchhandlung
  unserer  Gesellschaft  in  Hermuannsburg.  —  In  unseßer
  Nachbarschaft  verbreitet  es  slch  immer  mehr  und
wirl  entweder  von  Michuelis  oder  Deutschland  bezogen.  Erfreulich,
  dass  Sie  solche  Rücksicht  auf  die  auswärtigen  Deutschen
  und  in  letzter  Zeit  auch  auf  die  in  S.  A.  nehmen.  Dies,
mit  der  übrigen  Haltung  lhres  Blattes,  wird  ein  Blatt  nach
dem  andern  verdrüngon  in  den  Kolonien  und  viele  werden
kein  deutsches  politisches  Blatt  eusser,  keho,  halten.

.  K.  ssler.

Mulifanna,  24.  März  1896.
In  Antwort  Ihros  goehrten  Schreibens  vom  14.  Febr#ar
danke  ich  lhnen  sehr  für  die  freundliche  Zusendung  des  „Echo“
und  erlaube  mir,  Ihnen  mitzuteilen,  dass  mir  und  allen  Deutschen
  hier  auf  der  Mulifanna-Pflanzung  das  „Echo“  schon  längst
bekannt  und  von  uns  allen  wegen  seiner  vorzüglichen  und  unparteiinchen
  Zusammenslellung  der  neuesten  Weltereignisse
hoch  geschätzt  wird:  auch  durch  die  rastlose  Thätig  keit,
die  Lage  der  Deutschen  Iim  Auslande  nach  Möglichkelt
  zu  verbessern  und  sie  enger  an  das  Vaterland.
anzuschllessen,  hat  sich  das  „Echo-  alle  im  Auslande
lebenden  Deutschen  zur  grössten  Dank  barkeit  ver-Pflichtet.
  Mit  grösster  Hochachtung  lhr  ergebenster
"  M.  Ronneberger.

Apis  (Samoa),  den  25.  März  1896.
Lese  das  „Echo“  seit  ungefähr  10  Jahren,  nicht  nur  im
Auslande,  sondern  auch  dann,  wenn  ich  vorübergehend  in
Deutschland  bin.  Habe  es  stet  aufa  wärmste  empfohlen.
Entschileden  die  beste  Zeitschrift  für  Deutsche  im  Auslande.
  Hochnchtungsvoll  A.  Helgenberger.

Colombo,  1.  April  1896.
Dies  Blatt  war  immer  meine  liebste  Lektüre,  da  es,  ohne
zuviel  zu  schreiben,  doch  ganz  genügend  bringt,  um  dem  Uberseeer
  ein  klares  unparteiischen  Gesumt-Bild  der  Welt-Politik  zu
gpeben.  Es  int  ganz  entschieden  das  beste  und  übersichtlichste
  Blatt  seiner  Art  im  Auslanude.
Hochachtungsvoll  Leopold  Meyer.

Funnn-Corean,  6.  April  1896.
Es  wird  Sie  vielleicht  interessieren,  zu  hören.  duss  gestern
zum  erston  Male  in  den  7  Juhren,  in  welchen  ich  das
„Echo“  halte,  die  Nummer  6  um  8  Tage  später  wie  Nommer  7
und  8  ankan.  Mir  ist  nie  eine  Nummer  verloren  gegangen
—  selbst  während  des  Krieges  nicht  —  und  das  ist  eigentlich
mehr,  wie  man  verlungen  kann.
Mit  bestem  Giuss  ergebenst  II.  G.  Arnous.

Pangani,  den  9.  April  1896.
Mit  dem  ergebenen  Bomerkon  zurückgesandt,  dase  dus
„Echo“  hier  bereits  in  4  Exzemplaren  gehalten  wird,  und  ich
vnelbst  schon  lange  Zeit  Abonnent  desselben  bin.  Das  Bloett
ist  für  das  Ausland  fast  unentbehrlich  geworden.  Es
vorbindet  mit  der  Solidität  des  Preises  eino  vozügliche  Auswahl
  und  Aneinanderreihung  des  Stoffes.  60.  Spieth.

Hongkong,  6.  April  1896.

Erlaube  mir  die  ergebone  Mitteilung,  dass  ich  schon  seit,
Juhren  auf  lhr  Blatt  abonniert  bin,  ich  glaube  sogar  einer
der  ersten  Abonnenten  war,  denn  moein  Aufenthalt  hier
datiert  von  Anfuang  83  her.  —  Ich  habe  die  verschiedenen
Verbesserungen  bei  Ihroem  Blatt  immor  mit  Freuden  bemerkt.
besondor#,  dass  Sie  die  lateinische  Schrift  einführten.  Ebenso
den  reichhaltigen  Inhalt  in  den  verschiodenen  Abteilungen.
Dus  Blatt  liegt  hier  überuall  auf.  an  unserem  Comptoir
ahnd  wir  mit  nicht  weniger  als  5  Leuten  darauf  ubonniert.
  —  Weiss  nicht.  wie  Sie  noch  mehr  Abonnenten

Ergebenst  H.  Ehmer.

I  2
hier  bekommen  sollen.

Sau  Francisco,  11.  Juni  1896.
Schicken  Sio  bitte  das  „Echo“  von  to  ub  unter  öbiker
Adresse.  Das  Blutt  ist  mir  wirklich  unembebrsich
hier.  Ergebenst  Dr.  A.  Genth.

 

—–
        <pb n="110" />
        —  70  —

&amp;amp;  A.  4.  4  4  4  4.  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4.  4.  4  4
Arthur  Koppel,  Berlin  NW.7,1½
Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  #
———  Adresse:  „Koppelrallnenie

  7404

   

 

—

————

.  2
—

—  J  J  353  .
Tun-Dort  des  Zuckerrohrs  durch  Zugthiere  in  Java.
—  Leldbabnen  ür  d1e  Kolonieen.  —

 

 

Sekeiand-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  %

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbe-     



 

  
 
 

uchte  in  ausstellung  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarz--%%

  ½  chreiben  brote  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  Zzurückgelegt  hatten.
*  Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.

½  Exportaufträge  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Hamburg;  für

54½½  4  n  T  das  Inland  E.  Sökelund  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NW.,  oder  Wandsbek.

1609)
*  5  "7“

nEMii  I7

    

*—  s“
.  Chlcago  1893.

Höchste  Auszeichn.  (Diplöme
d’onneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik
Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft

 
  

     

 

     
 

 

 
    
 

 

     

 

Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabrikantin  der
Symphonions

mit  auswechselbaren  Notenscheiben.

  7)
Die  Fabrik  ist  in  ihrer  Art  die
teste  und  grösste  der  Welt.

05  6·5r½  33  5½  (  *—i
WiM  so33

      
 

Schniedtuissruc  Paster

und  Oberliehte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren  ö!m„
und  Thore  fertigt  als  Spezialitütt  1

R.  Zimmermann,  Bautzen.  iitt  nun
        <pb n="111" />
        —  71

Gutgenflegte  Rhein-  u.  Moselweine,

im  Export  bewährt,  liefern  billigst

Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co.,  oinn

Lendon  E.  C.,  2  Royal  Exchange  Buildings.  (168)

 

 

   
 

 

Flanlagenund  InduæIio  Nalnon,  ,
—ss——  7—————2

5  ....—.[  —*[nn
«  M»-«»-;Æ«jje«-ZJ«EJJ2

J  «««  LIMMWJZZJEJCZMIAY  »Ja-EVEN

«·  .  Gelag  sind  ZisckmnwerVY  .

       
 
 
 
  

—i

„

ie

 

 

 

 

aser  Branchen  und

––.
lifert  umter  Gurantie:

nsê  1  Herm.  Serbe

Internat.  Adressen-  Verlagsanstalt

K  Gegründet  1864  0  Lei  pzig

1les  üder  stets  vorräthige  cu.  2800  Branchen  =  6.000.000  Kle.bE-AAressen

1  verlungen.  Zu  bezichen  dureh  jede  Buchhandlung.
mei  chen:  *W  einzelne  Adressenbogen  tragt  unsern  Firmen-Anfdru  s  (7)

hüte  sich  vor  minde  werthigen  Nachahmungen!

(Augseher-Pasteten-Fabrik


von

 

 

 

Kewitsch  Orgelarmondutm.


Fabrik  u.  Lager.  Billige
Preise,  von  200  Mk.  an,

  
  

 

A  *’*  für  tropisches

ug.  Michel  lima  konstruirt,  empf.
Hoslieterant  Johannes  Kewitsch,

Str  trassburg  1.  E  (128)  Berlin  W.,  Potsdamerstr.  270.

 

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstr.  68—71.

Spezialität  für  den

Export
besondere  für  feinere  Fleischkonserven.


———  sur  den  –  darbuch

er  Cde  Voss  in  Hamburg.

Rofnakmefrem#  prachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mk.

 

  

 

 

August  Jasper,  Kmden.

Herings-Export.

Export  deutscher  Heringe
und  Sardellen

nach  allen  Ländern  in  besonderer
Verpackung,  die  gute  Ankunft  gewährleistet.
  (140)

pumpornickol

(westsulisehes  Sehwarzbrot),
garantirt  halthar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (us)

Hammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

 

 

 

 

—  zeutsche  Zeitung  Kord-Akilse!L

HMeverischen
KURIER

Telegr.-Adresse:
Kurier,  Kalro.

riefadresse:
Xxyptischer  Kurier,  Kalro.

#
Erscheint  gleichzeitig  in  deutscher  und
französischer  Sprache.

 

 

Der  Acquptische  Kuriercht  in
—

 

 

 

Er  erscheint  in  Kairo,  dem  beliebtesten
  und  besuchtesten  Winter--aufenthalte
  des  Orients,  wird  regelmässig
  an  über  fünfhundert  Hotels
der  Mittelmeerländer  versandt,  auf
fast  allen  den  Suezkanal  passirenden
  Dampfern  vertheilt  und  büldet
deshalb  ein

VorzüglichesInsertionsorgan.

—  —  —  —

Probenummern  kostenfrei!  2

halb  Aogyptens  bol  Malbjhrllch„  6.

freier  Zusendung:
Anzeigen:

Die  dreigespaltene  Petitzeile  40  Pf.
Bei  grösseren  Aufträgen  beträchtlicher
  Rabatt.

*  *

Anzeigen  werden  nicht  nur  in
deutscher,  sondern  auch  in  arabischer
und  jeder  europlischen  Sprache  aufgenommen.
  *#*“

Abonnement  *sr  Mhrlich.
        <pb n="112" />
        W
*

1
—.(

-  5

#

1.1..l

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u#:  WI-NTHH2312.1
5  4.½  5  5#  *  .  *  *7%
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HHls  Gelschenk  für  Kolonialfreunde..

 

—  Einen  großen  Erfolg—
hat  das  Werk:

Deutsch-Südmestafrika.
Prei  Jahre  in  Lunde  Heudrit  Witboois.

Schilderungen  von  Land  und  Teuten
von

J.  J.  von  Bülow,

Premierlieutenant  a.  D.

 
     
 

i  8

W
»
585c
X  D  14
=  *  "
—
2  4

    
   

WMit  zahlreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Karten.
Preis:  Geheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Pf.

zu  verzeichnen,  von  dem  schon  kaum  nach  Jahresfrifk  eine
zweite  Auflage

erschienen  ist.  Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestattet  und  mit  zahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  geschmückt
  ist,  füllt  eine  Lücke  in  unserer  Koloniallitteratur  aus,  indem  es  Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas,
welches  bisher  gleichsam  als  Stiefkind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  ausgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

Htimmen  der  Presse:

Hamburzer  Nachrichten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:  Teip#iger  Jeitung  Nr.  277  vom  28.  November  1895:
„..  Da  kommt  nun  ein  ganz  vortreffliches  Buch  „  Wir  1  der  Ansicht,  daß  der  Eindruck,  welchen
zur  rechten  Zeit,  in  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungs=  die  Steppe  auf  den  Beobachter  macht,  nirgends
gabe,  praktischem  Sinn  und  gesundem  Humor  begabte  besser  als  von  Bülow  geschildert  worden  ist,  es  sind
Verfasser,  der  sich  drei  Jahre  in  dem  Schutzgebiete  auf--  kleine  Kabinetsstücke,  welche  sehr  hübsch  abgetönt
gehalten  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  Resultat  seiner  sind.“
Wahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schildert.“  Sänigsberger  Algemeine  Jeilung  Nr.  545  vom  20.  No-Weser-Zeitung
  Nr.  17591  v.  15.  November  1895:  „Die  vember  1895:  „..  Das  Werk  wird  vermöge  seiner
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,  tefxtlichen  und  inhaltlichen  Vorzüge  dauernd  eines  der
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  bisher  erfahren  gelesensten  unserer  Koloniallitteratur  bleiben.“

hat,  giebt  Premierlieutenant  a.  D.  F.  J.  v.  Bülow  ..  ..“  Ertra-Fesseisen  des  Wärzburzer  Itaht,  und  Hendbeen

Militär,iteratur-Jeitung  Nr.  16,  1895:  „Er  (Verfasser))  Nr.  149  vom  12.  Dezember  1895:  „..  Allen  Kolonialwill
  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  oder  fachmännisches  freunden,  Allen,  welche  sich  für  fremde  Länder  und  das
Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  anschauliches  Leben  und  Treiben  in  diesen  interessiren,  wird  das
Bild  von  der  geographischen,  politischen  und  wirthschaft=  gut  geschriebene  und  viel  umfassende  Buch  inslichen
  Lage  des  Schutzgebietes  geben  zu  können.  Diesen  besondere  eine  empfehlenswerthe  und  willkom-=Zweck
  erfüllt  das  Buch  vollständig.“  mene  BWeihnachtszebe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhandlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es
die  unterzeichnete  Verlagsbuchhandlung  gegen  Einsendung  des  Betrages  überallhin  postfrei.

Berlin  SW.,  E.  H.  Mittler  &amp;amp;  Hohn,

 

Kochstraße  68—  71.  Königliche  Hofbuchhandlung.
V  —  5  *  6  5  i  S  *"  %  –beuk-  *  S  3  –57½  Wsse  ö  2  #  1  -  n  .  2  "“  *[nxf.phii  *  1  7
—nê’W“  .nI  —W——LIL  M  KNx.————.  Ei  —u-  —  —.—  1  —  ——N..—  "  *êç#13-  mm„

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Its-.

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        <pb n="113" />
        73

Enrique  Augener,  La##  Palmas,  Cran  Canaria.

Billigste  Bezugs#nelle  für  in  Westafrika  mit  gutem  Erlolge  eingeführte

Cenarische  Hausthiere:

Plerde  ca.  E  15,—  bis  25.—,  Maulthiere  ca.  25,—  bis  40,—,
ksel.  5—  „  7,—,  ullen.  ..  „15,  —  ,  20.—
Küne.  15,—  „  20,—,  Ziegen  ,„  „  1,—  „,  2.—.

für  Südwest-  Afrika:

Dromedane.  Ersatz  für  Ochsen,  ca.  15,—.
Kartolleln,  Zwiebeln,  Tropfsteine,  Madelra-Möbel,  Wein  ete.
Nähere  Angaben  und  Referenzen  stehen  zu  Diensten.

Emique  Augener,  I#  Penis,  Crm  Cun

4  Kochworr  #o#a

(i)

 

 

   

 
   

Hervorragende  Neuheit
auf  dem  Gebiete  der  Conserr.-Industtie.

(m)

Unembehrlich  für  Militairs,  lager,  Touristen,
  Radfahrer,  Segler,  Junggesclien
etc.  —  Erwärmung  des  Dosen  Inhalts
zu  jed.  Zeit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterungsverhältn.  in  wenigen  Minut.
Fabrikate  in  allen  Preislagen  einpfichlt.

Conserv.  Fabr.  Albert  Rehse  Sohn,
Wulfel  vor  Hannover.
—  PFatente  in  10  Staaten.  —

 

Asen
ii#ungd.Cons.Bücke

 

 

lelteste  deutsche

Sschaumwein-Kellerei
Gegründet  1826.

 
 

Hamburg,
Verbindungsbahn  4.

Ervort  von  Cigarren  und
Tabak,  Nahrungsmittein
und  Getränken  aller  Mr#

unter  Garantie  der  Haltbarkeit
in  den  Tropen.

Lieierant  #fur  die  Kalserliche  Marine
und  Schutztruppe.  (us)

-luxæführliche  Preislisten  und  zadllreiche
  Atteste  ꝛ2ur  Versũüqung.

xVO  I

(Gegr.  185
%  Saalfeld  a.  S.  (Germany),  (Cesr.  1854.)

prämürt  mi  .
mit  eer  Sildernen  Medaille  anf  der  Ausstellung  im
mielt  mr  gen  n  esspalast  zu  Berlin  1896,
Sport  nach  allen  Ländern  ihre  anerkannt  vorzüglichen

bei-,  Mosel-  und  Pfälzer  Weine

n  Preisen.  Man  verlange  Preisverzeichniss.  (152)

    

Kegier  Cahinet

    

4½  4  ertra  dry

 
       

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.

k.  W.  Hoflieferanten
Esslingen.

           
  

 

 

Min  Kolonlalfreunden  unentbehrlich:

Deutsches  Kolonial-Handbuch.

Nach  amtlichen  Ouellen  bearbeitet  von
Rudolf  Fitzner.  (uo)

80.  462  Seiten,  5  Karten.  Elegant
geb.  6  Mk.,  brochirt  5  Mk.  Enthält
ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offziere,  Beamten,  Missionare,
  Kaufleute  u.  Pflanzer.  Zu  beziehen
  durch  jede  Buchhandlung
sowiegegen  Einsendung  desBetrages
durch  Hermann  Paetel,  Berlin  W.30.

Briefmarken

deutscher  und  anderer  Kolonien
werden  zu  kaufen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.

Ansichtssendungen  erbeten.
Auswahlen,  länderweise  geordnet,
  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
  Sammler  gemacht.  Referenzen
  oder  Standesangabe  erforderlich.
Briefmarkenhandlung  A.  Beddig,
Hannover.  (175)

 

 

 

    
 
  
  

 

Musikinstrumente

*Plvß

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jnl.  Heinr.  Zimmermann,
Fabrik  u.  Exhort  von  Musikinstrumenten,
Leipzig.  St.  P’etersburg.  Moskau.

Neue  illustrirte  Preisliste  gratis.  (8)

 

  

 

opt-Stahlkarren
Pport  x  ENGL.  FORM  *
Fabriciren

HKörwens  Co.

B.  Gladbache  köln
Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,

Hofbuchbändler  Sr.  Königlichen  obeit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preußen.
Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello-Format.

  A.  1,50.

v.  Holleben,  Korvett.  Cptn.  Sieben

Louzes  Seekadett.  1882.  268  S.

mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.

80.  .  5.—,  eleg.  geb.  K.  6.—.

v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884.

.  1,60,  geb.  K.  2,25.

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

Feeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf
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Die  deutsche

Kolouial-Gesetzgebung.
Sammlüung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Bereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.

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Gerichts-Assessor.
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Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
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Handbuch  für  Pflanzer  u.  Kaufleute.
I.  Bd.  2.  Aufl.  (bearb.  v.  Dr.  Hindork  u.
A.)  XVIu.  776  S.,  94  Abbild.,  geh.  15.K
II.  Bd.  704  S.  u.  39  Abbild.,  geh.  15.4
III.  Bd.818  S.  u.  155-  Abbild.,  geb.  15.4
IV.Bd.  1.  Abtb.400.  u.  135  Abb.,  gh.9.4
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RKfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Anfeuthalt
nnd  den  Dienst  in  den  Schußgebieten.

Von

Dr.  v.  Wissmann,
Major.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann

  beobachtete  während  seines  Aufenthalts

  in  Afrika,
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  ch
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika-See,
  hat  er  daher  diese  „Rathschläge  und
6  Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
1BUÜGrute  kommen  sollen,  die  sich  in  die

wie  unvorbereitet

***22  deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen

KReichsdienst  begeben.

 

 

Eupfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.  #

Die  Hohenzollern  u.  das  derctsche
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Stillfried-Alcántara  und  Prof.  Dr.
Bernh.  Kugler.  Fünste,  von  Prof.
Kugler  neubearbeitete  und  bis  auf
die  Gegenwart  ergänzte  Auflage.
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zahlreichen  Vollbildern  und  Textillustrationen
  in  Holzschnitt,  Brieffacsimiles,
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gebunden  mit  Goldschnitt  .  12,50.
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Königstrasse  13  I.  (us)

 

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u.  span.  Sprache  sowie  Postkarten-Albums
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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  et  Angeren  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre

haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
eisrichend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen

Schutztruppe  empfohlen.
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Verlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.  *41r

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

Export  „-Bier

Steingut

der  Deutschen  Steingutfabrik,  AMstien-VLesellschaft,
  vormals  Gebrüder  HMubbe,
Wenhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  1145)

Deutschen  im  Auslande

kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

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R.  Peter,  Goslar,  Kombrennerei,  gegr.  1785.
Export  -Vertret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

 

 

 

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„Die  Evangel.  Missionen“
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An  10.  Februar:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
-  ·oaoliMadeira,Lome,LS-gos,xa.merununddenHükeudersüdwestküsw
-  Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Februar:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Martens,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,  Sierra  Leone
und  Sherbro.
Am  20.  Februar:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“.  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncou.

Am  28.  Februar:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Schade,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senégal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

NJachste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  März  und  ferner  am
25.  jedes  Zweiten  Monats.
4t##e  G#lter  müfssen  am  Tapge  vor  chkem  45gangsdattm  bis  12  Uhr  mittags  Ednsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Wocrmann-  Linie
7  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

  

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Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Regelmässige  Posrdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 

„HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorlllll  2.  Februar,
,ApMIRAL“,  Capt.  Wsstttt  ...  2.  Februnr,  16.  Februar,
„KANZLER“,  Capt.  Elassn  6.  Februsr,  2.  März,
„REICHSTAG,  Capt.  Weisskeaaa  2.  März,  16.  März,

nach  Nombassa,  Tanga,  Pangani-,  Saadani,  Bagamoyo,  Dar-es-Saläm  ,  Sansibar-,  Külwa,  Lindi,
Mirindani,  lbo,  Mozambique  ",  Luelimane  ,  Chindez,  Beira“,  Inhambane,  Delagonbal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  verschenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  OC  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nuch  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dumpfer  haben  vorzügliche  Etinrichtungen  Ur  Enssagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
·  (Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  E

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfthrt-Aktien-Gesellschaft,
"„owie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Oest-  Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

 

–.  —

Verantkwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12.  Kochstraße  46—71.
Ausgegeben  am  1.  Febrwar  1808  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="117" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Deransgegeben  in  der  Aeolenial  ·  Ablheilung  des  Ausnãtligen  Auls.

.

K  I##

 

—  .....—.————

3  Herlin,  15.  Februar  1898.

———.  —  —

—  —  —  —  ——  —

;Nummer  4.

.———  ô“  —  —  —  —  .

—..

 

—...—.  —  —

 

Din#e  Zeincchrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteliährlich

Wienenben:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelebrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

uDeb#keln  o.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Hratondlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk  3,50  für  Deuichland  und  Oesterreich  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Lander  des  Weltvostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungo-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

XILT  Amtlicher  Theil:  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die  Abschließung
von  Arbeitsverträgen  mit  Farbigen  S.  77.  —  Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Lstafrika,

  betrefsend  Sammlungen  rc.  S.  79.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für
Deutsch-Ostafrika  im  Monat  November  1897  S.  80.  —  Personalien  S.  80.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  80.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Bezirkoamtmanns
  v.  Elpons  über  seine  Reise  zum  Rickwa-See  S.  81.  —  Kamerun:  Stand  des  Kaffees  in  Kamerun
ö.  82.  —  Togo:  Ueber  die  Lage  im  Togohinterlande  S.  82.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung  S.  84.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Technischer  Unterricht  zur  Vorbereitung
ziu  den  Aufenthalt  in  den  Kolonien  in  England  S.  87.  —  Jahresbericht  von  Lagos  für  1896  S.  89.  —  Britisch=Keu-Guinea
  S.  91.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Seminar  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin  S.  92.  —
Prüfung  und  Werthbestimmung  einer  Probe  Sesamsaat  aus  Togo  S.  92.  —  Ueber  Kolakultur  S.  93.  —.  Westarü#anische
  Vflanzungsgesellschaft  Victoria  S.  96.  —  Schiffsverkehr  der  vom  Reiche  subventionirten  Dampferlinien
im  Jahre  1896  S.  96.  —  Thätigkeit  der  botanischen  Centralstelle  S.  98.  —  Litteratur  S.  98.  —  Litteraturderzeichniß
  S.  98.  —  Schiffsbewegungen  S.  99.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  99.  —  Veränderter  Fahrplan  der

Soermann-Linie  für  das  erste  Vierteljahr  1898  S.  100.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Berordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieten.

—–——..

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen  im  Innern.

Nachfolgend  lasse  ich  den  2c.  die  mit  Runderlaß  vom  9.  August  1897  zur  Publikation  übersandte
Verordnung,  betreffend  die  Abschließung  von  Arbeitsverträgen  mit  Farbigen,  in  etwas  veränderter  Fassung
an  Tratum  von  heute  zugehen.  Die  Verordnung  vom  9.  August  d.  Is.  wird  hiermit  formell  aufgehoben.
„  Der  Passus  über  den  Maximal-Arbeitslohn,  früher  §  6c,  ist  gestrichen  worden,  da  in  ihm  ein
Eigrif  in  Privatrechte  erblickt  werden  könnte,  und  der  §  3  hat  eine  etwas  andere  Form  erhalten.  Die
unter  Verücksichtigung  dieser  Punkte  gedruckten  Formulare  werden  in  nächster  Zeit  übersendet  werden.

Dar-es-Saläm,  den  12.  November  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

——MI  —  —

verordnung  des  Naiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die
Abschließzung  von  Arbeitsverträgen  mit  Farbigen.

1.
*  All  Verträge  zwischen  Europäern  und  Farbigen  über  ländliche  und  gewerbliche  Arbeitsleistungen
alserben  als  einmonatiger  Dauer  —  außer  den  Verträgen  von  Gesinde  und  Karawanenbegleitern  —

ei  bei  Vermeidung  der  Nichtigkeit  vor  einer  zur  Abschließung  von  Verträgen  zuständigen  Kaiserlichen
dehĩtde  schriftlich  abgeschlossen  werden.  9
        <pb n="118" />
        —  78  —

8  2.
Der  Vertrag  muß  bei  Vermeidung  der  Nichtigkeit  Bestimmungen  treffen  mindestens  über  folgende
Punkte:

a)  Ort  und  Art  der  Arbeit,

b)  Dauer  des  Vertrages,

c)  Dauer  der  durchschnittlichen  täglichen  Arbeitszeit,

d)  Höhe  und  Zahlungsweise  des  Lohnes  und  der  Verpflegung,

e)  bei  Arbeitern,  welche  außerhalb  des  Schutzgebietes  engagirt  werden,  Bestimmungen  über

Hin=  und  Rücktransport  im  Falle  der  Erkrankung  oder  Beendigung  des  Vertrages.
/

83.

Der  Arbeitgeber  ist  berechtigt,  dem  Arbeitnehmer  bis  zu  vier  Feiertagen  im  Monat  —  bezw.
innerhalb  des  Zeitraums  von  30  Tagen  —  mit  der  Maßgabe  zu  gewähren,  daß  diese  Tage  bei  der  Lohnzahlung
  nicht  in  Anrechnung  kommen.  Unter  gleicher  Maßgabe  ist  auf  Wunsch  des  Arbeitnehmers  der
Arbeitgeber  zur  Gewährung  von  Feiertagen  bis  zu  der  vorgedachten  Anzahl  von  vier  im  Monat  verpflichtet.

§  4.

Der  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  dem  Arbeiter  im  Falle  von  Krankheit  —  einschließlich  geschlechtlicher
  —  kostenlos  mit  Arznei,  Verbandmitteln  und  der  üblichen  Verpflegung  zu  versehen.  Bei  Krankheiten,
welche  nicht  im  Arbeitsdienste  zugezogen  sind,  wie  bei  solchen  infolge  geschlechtlicher  Ausschweifungen,
Schlägerei,  Trunksucht,  gilt  das  zu  zahlende  Poscho  als  Vorschuß.

§  5.
Der  Arbeitgeber  hat  Lohn=  und  Arbeitsbücher  zu  führen,  aus  denen  für  jeden  Arbeiter  zu
ersehen  sein  muß:
a)  Name  und  Herkunft,

b)  Tag  des  Dienstantritts,  Dauer  der  vereinbarten  Dienstzeit,  eventuell  Tag  der  Vertragsverlängerung,


c)  Lohnsatz  pro  Lohnperiode,

d)  die  in  jeder  Lohnperiode  gearbeiteten  Tage,

e)  Krankheitstage,

s)  Art  und  Betrag  etwaiger  Abzüge  in  jeder  Lohnperiode,  '

g)  Höhe  des  am  Schluß  jeder  Lohnperiode  gezahlten  Lohnes,

h)  etwaige  Vorschüsse,

i)  Strafen.

§  6.
Unzulässig  sind:
a)  Strafabzüge  von  mehr  als  einem  Viertel  des  für  eine  Lohnperiode  fälligen  Lohnes,
b)  Vorschüsse,  welche  die  Hälfte  des  Gesammtlohnes  für  die  Dauer  der  Vertragzzeit  übersteigen,
  falls  dieselben  dem  Arbeiter  nicht  geleistet  werden,  damit  er  sich  als  Sklave  freikauft.

87.
Der  Arbeitgeber  ist  berechtigt,  den  Vertrag  ohne  Kündigung  sofort  aufzuheben:
a)  bei  Vertragsbruch  seitens  des  Arbeiters,
b)  bei  länger  als  vierzehn  Tage  hintereinander  dauernder  Krankheit  des  Arbeiters,
c)  wenn  sich  der  Arbeiter  durch  eigenes  Verschulden  arbeitsunfähig  macht,
d)  in  allen  Fällen,  wo  nach  der  Gesindeordnung  vom  8.  November  1810  SS  117,  118,

121,  122,  128,  129,  130,  131,  132  eine  Herrschaft  das  Gesinde  ohne  Aufkündigung
sofort  entlassen  kann.
88.

Der  Arbeiter  ist  berechtigt,  ohne  Aufkündigung  den  Dienst  sofort  zu  verlassen:
a)  bei  Vertragsbruch  seitens  des  Arbeitgebers,
b)  wenn  er  durch  Mißhandlungen  seitens  des  Arbeitgebers  oder  eines  anderen  ihm  vorgesetzten

Europäers  oder  farbigen  Aufsehers  in  Lebensgefahr  kommt  oder  Schaden  an  seiner
Gesundheit  nimmt,

c)  wenn  er  auch  ohne  Schaden  für  seine  Gesundheit,  jedoch  mit  ungewöhnlicher  Härte  behandelt
  wird,  falls  auf  seinen  Vortrag  das  zuständige  Bezirksamt  diese  Härte  festgestellt  hat.
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        —  79  —

809.
Als  Vertragsbruch  gilt:

a)  seitens  des  Arbeitgebers:

1.  wenn  der  Arbeiter  gegen  seinen  Willen  zu  anderer  Arbeit,  als  im  Vertrage  vereinbart,
verwendet  wird,  oder  zu  solcher  Arbeit  einem  anderen  Dienstherrn  zur  Verfügung
gestellt  wird,

2.  wenn  der  Arbeiter  über  die  Dauer  des  Vertrages  zurückgehalten  wird,

3.  wenn  Arbeitslohn  und  Verpflegung  nicht  so,  wie  vereinbart,  gezahlt,  oder  höhere  Abzüge
als  zulässig  gemacht  werden;

b)  seitens  des  Arbeiters:

1.  wenn  er  ohne  Erlaubniß  des  Arbeitgebers  und  ohne  krank  zu  sein,  trotz  erfolgter
Verwarnung,  häufiger  die  Arbeit  versäumt,
2.  wenn  er  die  Arbeit  ohne  gesetzliche  Ursache  gänzlich  verläßt.

8  10.

Ein  Arbeitgeber,  der  aus  anderen  als  gesetzmäßigen  Ursachen  einen  Arbeiter  vor  Ablauf  der
Dienstzeit  entläßt,  muß  nach  erfolgter  Klage  den  Arbeiter  wieder  annehmen  und  den  Arbeitsvertrag  fortsezen.
  Ein  Arbeiter,  der  vor  Ablauf  der  Dienstzeit  ohne  gesetzmäßige  Ursache  die  Arbeit  verläßt,  muß
auf  Antrag  des  Arbeitgebers  durch  Zwangsmittel  zur  Fortsetzung  des  Arbeitsvertrages  angehalten  werden.

811.
Vertragsbruch  seitens  Farbiger  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  100  Rupien  allein  oder  in  Verbindung
mit  Freiheitsstrafe  bis  zu  sechs  Monaten  bestraft.

8182.
Ein  Arbeitgeber,  welcher  wissentlich  fremde  kontraktbrüchige  Arbeiter  in  Dienst  nimmt  oder  gegen
5  handelt,  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  500  Rupien  bestraft.

8  13.

Der  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  Arbeiter,  die  nicht  in  Deutsch-Ostafrika  engagirt  sind,  auf  seine
hesten  nach  Beendigung  des  Vertrages  an  ihren  früheren  Wohnsitz  zurückzubefördern.  Das  Bezirksamt
konn  von  dieser  Verpflichtung  dispensiren.  In  Deutsch-Ostafrika  engagirte  Arbeiter  sind  dann  auf  Kosten
der  Mbeitgeber  an  ihren  früheren  Wohnsitz  zurückzubefördern,  wenn  das  Bezirksamt  solches  aus  polizeilichen
bder  sonstigen  Gründen  für  nöthig  erachtet  und  seit  der  Beendigung  des  Arbeitsvertrages  nicht  mehr  wie
acht  Wochen  verstrichen  sind.
ban  Die  Kosten  des  Vertragsschlusses  trägt  der  Arbeitgeber.  Dieselben  werden  auf  vier  Anna
estgesetzt.

8  14.

Die  mit  dieser  Verordnung  abgeänderte  Verordnung  vom  27.  Dezember  1896  wird  hierdurch

außer  Kraft  gesetzt.

Dar-es-Saläm,  den  12.  November  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

—  —  —  —

Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.

Es  ist  von  Seiten  des  Gouvernements  bereits  verschiedentlich  darauf  hingewiesen  worden,  wie
wünschenswerth  es  ist,  die  Eigenheiten  der  hiesigen  Völker  zu  sammeln,  ehe  sie  der  alles  ausgleichenden
Kultur  zum  Opfer  fallen.  Je  weiter  der  Machtbereich  der  Stationen  sich  ausdehnt,  desto  mehr  geht  verberen,
  und  es  ist  allerhöchste  Zeit,  zu  retten,  was  noch  zu  retten  ist.  Der  geeignetste  Platz  für  die  Aufbewahrung
  und  wissenschaftliche  Verwendung  der  Sammlungen  und  Notizen  ist  eine  Centralstelle  und
war  dos  Königliche  Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin,  wie  bereits  durch  den  Bundesrathsbeschluß  vom
2.  Februar  1889  hervorgehoben  ist.

Das  Museum  hat  dem  Gouvernement  einen  Fonds  zur  Bestreitung  von  Anschaffungs=  und
Transportlosten  der  Sammlungen  zur  Verfügung  gestellt.  Ich  bitte  die  Herren,  die  Sammlungen  einsenden,
eentuell  Erstattung  ihrer  Unkosten  aus  diesem  Fonds  zu  beantragen.  Sammlungen  aus  dem  Süden  der
#limie,  aus  dem  Gebiete  um  den  Manyara-See,  aus  dem  OÖsten  des  Nyanza  und  dem  Norden  des
        <pb n="120" />
        Tanganyika  sind  vor  Allem  erwünscht.

80

Sorgfältige  Bezeichnung  der  Gegenstände  erhöht  ihren  Werth

bedeutend,  besonders  wenn  auch  Notizen  nach  den  Instruktionen  des  Museums  beigefügt  sind.
Gegenstände  des  täglichen  Gebrauches,  der  Kultur  ꝛc.  sind  bedeutend  wichtiger  als  Speere  und

Schilde,  besonderer  Werth  muß  auch  auf  Ornamentsammlungen  gelegt  werden.
Die  Abtheilung  für  Landeskultur  ist  beauftragt,  alle  Sammlungen  für  das  Königliche  Museum

in  Empfang  zu  nehmen,  zu  verpacken  und  zu  versenden.

Dar-es-Saläm,  den  28.  Dezember  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(gez.)  Liebert.

(L.  S.)

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  November  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,36  Mk.)

 

Zölle  für

Schifffahrts.Holzschlag.

–—.

Neben- 



 

 

 

 

 

 

Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt

————.————————————  VPf.

n  -  «  «
Tanga  ..  628  251  ris4  33%  15  10785|12
Pangani  4688  2043  322  15  +8  4322  4810856  18  14764  54
Bagamoooo  8766  4|  0  5  2612577032
Dar-#es=  Salam  2515  114100256  44  32  17655  18
—————  8669  28  —551  18  38119247  15
Mikindani  1905  40  1  65  —  18  515  4%  26  —  13188  47
Zusammen30168  1148  46%  2  —  57  56  4  101410·78

—  —  —  —  —  —  —  —

41028  Mr.  Mr.04  Mr.222  Mr.1042  Mt.  6

81  Pf.  86  Pf.  64  Pf.  —  pf.  I  .

 

DerWerthderAusfuhrbeiiämmtlichenStationenimNovember1897betrugs41794Rup.-464839Mk.84Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  November  1897  betrug  437  350  Rup.  —  594  796  Mk.  —  Pf.

 

 

—  —  —

Personalien.

Dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann  von  Togo  Köhler  ist  von  der  Regierung  der  Republik
Liberia  das  Exequatur  als  Konsul  für  die  Republik  ertheilt  worden.

Kaiserliche  Schuntruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.

A.  K.  O.  vom  25.  Jonuar  1898.

ÔÛ  ßÛ

 

v.  Estorff,  bisher  Sekondlieutenant  vom  Kaiser  Alexander  Garde-Grenadier-Regiment  Nr.  1,  mit  dem
4.  Februar  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  5.  Februar  d.  Is.  in  der  Schutztruppe
  als  Sekondlieutenant  mit  seinem  bisherigen  Patent  angestellt.

Dr.  Kuhn,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zum  überzähligen  Assistenzarzt  1.  Klasse  befördert.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

A.  K.  O.  vom  25.  Januar  1898.

Dr.  Schreber,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zum  überzähligen  Assistenzarzt  1.  Klasse  befördert.
—  —  —  —  «-.«.—.·

Perwnal-Machrichten.

Deutsch  -Ostafrika.

Regierungsrath  Ir.  Stuhlmann  ist  Anfang

Nichtamtlicher  Theil.

gereist.  Seine  Vertretung  als  Chef  der  Abtheilung
für  Landeskultur  hat  Forstassessor  v.  Bruchhausen

übernommen.

Januar  mit  Heimathsurlaub  nach  Deutschland  ab-
        <pb n="121" />
        —  81

Der  Königlich  preußische  Landrichter  Ebermaier
hat  behufs  kommissarischer  Wahrnehmung  der  Funktionen
  des  Oberrichters  die  Ausreise  nach  dem  Schutzgebiete
  angetreten.

Der  Bezirksamtmann  v.  Eberstein  ist  zu  kommissorischer
  Beschäftigung  in  die  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts  einberufen  worden.

Bautechniker  Goetze  ist  im  Dezember  v.  Is.  aus
dem  Gouvernementsdienst  ausgeschieden.

Der  Vermessungsgehülfe  Wolffhauer  ist  Anfang
Dezember  in  Kerenge  am  Herzschlag  verstorben.

 

 

 

 

—.

Ramerun.

Der  Landrentmeister  Schumacher,  Kassenverwalter
  bei  dem  Gouvernement,  ist  in  die  Geheime
Kalkulatur  der  Kolonial-Abtheilung  übernommen
worden.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretene  Ingenieur  Klein  ist  nach  Kamerun  abgereist.


Cogo.
Oberstabsarzt  Wicke  ist  Ende  Dezember  vom

Urlaub  in  Klein-Popo  wieder  eingetroffen.

 

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebiekten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch  -Pftafrika.

kinen  Berichte  des  Bezirksamtmanns  v.  lpons  über

seine  Reise  zum  RNickwa-Lee
entnehmen  wir  Folgendes:

Am  27.  September  1897  traf  ich  mit  dem  Stahlboot
  bei  Mirambo  am  Songwe  ein.  Hier  wartete
bereits  der  vorausgeschickte  Theil  meiner  Expedition:
Feldwebel  Benkewitz,  Lazarethgehülfe  Schmauß
und  55  Askaris.

Am  28.  September  trat  ich  den  Marsch  über
Vundali  und  Njembere  an.  Bundali  gehört  geographisch
  zum  Kondeland,  ist  auch  von  einem  den
Bokonde  verwandten  Stamm  bewohnt,  doch  von  dem
Kondelande  durch  hohe  Gebirgszüge  vollständig  abgeschlossen.
  Die  Fruchtbarkeit  dieses  Landes  ist  überraschend
  und  übertrifft  sogar  die  des  Kondelandes
bei  Weitem.  Die  Bevölkerung  ist  sehr  dicht,  das
Land  gut  angebaut  und  bewässert,  daß  es  den  Eindrud
  eines  großen  Rittergutes  macht.  Der  Boden
ist  roth,  lehmig  und  locker.  Hauptsächlich  werden  angebaut
  die  Banane,  Bohnen,  süße  Kartoffeln,  Mais
und  Mtama.  Der  Viehreichthum  ist  ganz  außerordentlich.
  Durch  seine  Höhenlage,  welche  1200  bis
1400  m  beträgt,  sowie  durch  schützende  Höhenzüge
hat  es  den  Vortheil  vor  dem  Kondelande  voraus,
doß  die  scharfen,  fiebergeschwängerten  Winde  hier
ihren  Einfluß  verlieren.

Die  Landschaft  Unyka,  welche  sich  nach  Westen
an  Bundali  anschließt,  ist  ein  trockenes,  doch  leidlich
zut  bevöllertes  Land.  Der  Viehstand  ist  gering.

Die  Einwohner  suchen  theils  im  englischen,  theils  im

 

Land  ist  leidlich  fruchtbar,  hat  dunkelbraunen  lockeren

Boden  und  ist  gut  bevölkert,  Vieh  ist  jedoch  nur
wenig  vorhanden.  Auch  hier  wird  das  Bezirksamt
mit  der  Zeit  nachhelfen.

Am  11.  Oktober  gelangte  ich  in  die  Hauptstadt
der  Landschaft  Inyamwanga,  Häuptling  Ngoma.
Das  Dorf  besitzt  ungefähr  600  Hütten  und  zählt
ungefähr  1000  Einwohner.  Das  Land  ist  außerordentlich
  gut  bebaut  und  sehr  gut  bevölkert.  Der
alte  Häuptling  Ngoma  ist  ein  energischer,  intelligenter
  Mann.  Seine  Leute  arbeiten  viel  auf  der
Stevenson  Road  als  Träger.

In  Inyamwanga  fand  ich  vereinzelt  Schmelzöfen
für  Eisenerz,  leider  konnte  ich  keinen  im  Betrieb
sehen.  Das  Eisen  wird  zu  Hacken  verarbeitet.  Dasselbe
  wird  gewonnen  aus  einem  eisenhaltigen  Lehm,
welcher  an  den  Bach=  und  Wasserrissen  zu  Tage  tritt.
Die  Metallbestandtheile  müssen  außerordentlich  leicht
schmelzbar  sein,  da  die  Oefen  mit  Gras  und  Holzkohle
  geheizt  werden.  Auch  sah  ich  in  Inyamwanga
und  später  in  Wuanda  und  Wungu  zahlreiche  Baumwollenschamben.
  Die  Baumwolle  wird  sehr  mühsam
in  Fäden  gesponnen  und  dann  auf  sehr  primitiven
Webstühlen  zu  Stoffen  verwebt.

Von  Inyamwanga  kam  ich  in  die  Landschaft
Mkurue,  Häuptling  Tatjimba.  Auch  hier  zeigte  sich
die  Bevölkerung  sehr  entgegenkommend  und  gefällig.
Man  brachte  sehr  viel  Lebensmittel  und  versprach,
im  Bedarfsfalle  in  Langenburg  zu  arbeiten.  Auch
diese  Landschaft  ist  sehr  dicht  und  gut  bevölkert.

Von  hier  gelangte  ich  am  15.  in  die  Landschaft
Wuanda  und  lagerte  in  der  Hauptstadt  Jumbadeutschen

  Gebiet  Arbeit.  Dem  Häuptling  von  Nyrega  Wuanda  beim  Häuptling  Kassonze.  Von  hier  aus

wurden  15  Stück  Rindvieh  zur  Aufbesserung  seines
Lihhstandes  verabfolgt.

besteht  ein  reger  Handelsverkehr  nach  Unyirujembe,

nach  Kiweri  und  nach  der  Küste;  zum  Theil  mag

An  8.  Oktober  setzte  ich  meine  Reise  fort,  durch  dieses  wohl  auch  bloß  Durchgangsverkehr  von  und
die  Lndschaft  Litampa,  Häuptling  Mwembe.  Dies  nach  Uwemba  sein.
        <pb n="122" />
        —  82

Von  hier  aus  setzte  ich  meine  Reise  am  Seissi
entlang  fort  und  traf  am  17.  bei  dem  Dorfe  Samaangombe
  am  Rickwa-See  ein.

Der  Seissi  ist  hier  fast  vertrocknet,  er  erreicht  den
Rickwa-See  nicht  mehr.  Vom  See  selber  war  hier
nichts  zu  sehen.  Das  Land  in  der  unmittelbaren
Nähe  des  Sees  ist  eine  große,  trockene  Graswüste,
doch  trifft  man  außerordentlich  starke  Rudel  Antilopen
verschiedener  Arten,  vor  Allem  aber  Zebras  in  unzählbarer
  Menge.

Während  meines  Marsches  vom  Seissi  bis  zu
dem  Dorfe  des  Muniwungu,  wo  ich  am  20.  eintraf,
wurden  wir  stets  von  Rudeln  Zebras  in  der  Stärke
von  30  bis  40  Stück  begleitet,  die  so  vertraut  waren,
daß  sic  einzelne  Leute  bis  auf  80  m  herankommen
ließen,  ehe  sie  flüchtig  wurden.  Bei  den  Zebras
bemerkte  man  häufig  Antilopen,  immer  aber  waren
die  Zebras  von  einer  Art  Möven  begleitet,  welche,
auf  den  Rücken  der  Zebras  sitzend,  anscheinend  von
diesen  geduldet  werden.

Ein  geschossenes  Zebra  zeigte  für  ein  Reitthier
wenig  geeignete  Formen;  schwerer  Kopf,  kurzer  sehr
starker  Schwanenhals,  breite  Brust,  schräge  Schulter,
Senkrücken,  schwere  Kruppe,  kurze,  doch  stämmige
Beine,  klobiges  Fußgelenk,  sehr  schräg  gestelltes  Fesselgelenk,
  stark  gespaltener  großer  Huf  dürften  nicht  die
Eigenschaften  sein,  welche  man  von  vornherein  an
ein  Reitthier  stellt.  Die  Größe  am  Widerrist  wird
auch  bei  den  größten  Hengsten  1,50  m  nicht  überschreiten.
  Ich  werde  versuchen,  einzelne  Zebras
einfangen  zu  lassen.

Der  Nickwa-See  ist  an  seiner  Südseite  sehr  seicht,
das  Wasser  war  hier  bis  auf  150  m  kaum  knietief,
sehr  schmutzig,  leicht  salzig  und  wird  daher  von  den
Anwohnern  nicht  genossen.

Sehr  zahlreich  sind  die  Arten  der  Wasservögel,
die  an  den  Usern  des  Sees  zu  Tausenden  nisten,
u.  A.  Flamingos,  Kronenkraniche,  schwarze  Gänse  2c.

Am  20.  traf  ich  bei  Muniwungu  ein,  der  einen
lebhaften  Karawanenhandel  über  Utengule  nach  der
Küste  betreibt.  Das  Land  ist  vorzüglich  bebaut  und
gut  bevölkert.  Auch  hier  aber  herrscht  Viehmangel,
da  die  letzte  Viehseuche  hier  alles  Vieh  vernichtete.

Ueber  Utengule  traf  ich  am  30.  Oktober  in
Langenburg  wieder  ein.

Kamerun.

Stand  des  Raffees  in  Kamerun.

Einem  Bericht  aus  Kamerun  zufolge  gedeiht  der
bei  der  Station  Buéba  versuchsweise  angepflanzte
Kaffee  in  jeder  Hinsicht  ausgezeichnet.  Die  Sträucher
haben  bereits  im  Jahre  1897  einige  Blüthen  gezeigt,
und  es  steht  zu  erwarten,  daß  sie  in  diesem  Jahre,
also  2½  Jahre  nach  dem  Auspflanzen,  zum  ersten
Mal  Früchte  tragen  werden.

 

Togo.
Ueber  die  Lage  im  Togohinterlande
berichtet  Stationsvorsteher  Dr.  Kersting  unter  dem

3.  Dezember  1897  aus  Kirikiri  Folgendes:

Das  Einvernehmen  mit  den  Eingeborenen  ist  zur
Zeit  fast  durchgängig  ein  gutes.

Der  mohammedanische  Theil  der  Bevölkerung  hat
mir  in  manchen  schwierigen  Situationen  zur  Seite
gestanden.  Er  ist  numerisch  kleiner  als  der  der
„Gott  nicht  kennenden“,  wie  man  hier  sagt,  aber
sehr  einflußreich  und  wirthschaftlich  sehr  bedeutend.
Ich  habe  drei  große  Limame  in  meinem  Gebiet,  den
von  Dadaure,  den  von  Bafilo  und  den  von  Adyé
(Kirikiri).  Letzterer  ist  am  16.  November  1897  gestorben
  (Darmverschluß).  Wir  sind  seit  einem  Monat
in  der  Wahl  eines  Nachfolgers  für  Kirikiri.  Die
Spitzen  von  ganz  Kotokoli  (Tschayo  und  die  Kotobkoli
sprechenden  Grenzländer)  waren  hier  zur  Todtenfeier.

Der  Limam  von  Tshamba  scheint  in  den  Augen
der  Mohammedaner  nicht  so  bedeutend,  ist  aber  der
leitende  und  entscheidende  Mann  dieser  Stadt,  die
Bafilo,  wie  ich  schätze,  an  Größe  übertrifft  (vielleicht
40  000  bis  50  000  Einwohner).

Der  Rechtsschutz  durch  die  Station  wird  mit
jedem  Tage  mehr  in  Anspruch  genommen.

Auf  der  großen  Veranda  eines  kürzlich  hier  gebauten
  Hauses  regele  ich  täglich  fünf  bis  zehn  Palaver,
  wobei  gewöhnlich  einige  Große  der  Stadt  und
eine  hundertköpfige  Korona  mithelfen.  Die  meisten
sind  verständig  und  haben  ein  gesundes,  dem  unserigen
gar  nicht  sehr  fernstehendes  Rechtsbewußtsein,  so  daß
sich  bisher  alle  Fälle  ohne  Schwierigkeiten  und  zur
Zufriedenheit  schlichten  ließen.  Folgendes  Palaver
ist  99  pCt.  von  allen  anderen.  Es  charakterisirt  den
sozialen  Grundfehler  des  Landes,  und  es  ist  das,  gegen
welches  vorsichtig,  aber  energisch  aufzutreten  ich  für
meine  nächste  Aufgabe  halte:

Ein  Mann  erhält  eine  ausstehende  Schuld  nicht
zurückbezahlt.  Der  Schuldner  ist  zahlungsunfähig
oder  zu  stark,  um  gezwungen  zu  werden.  Der  Gläubiger
  geht  daher  an  eine  belebte  Straße  des  Handels
oder  auf  einen  beliebigen  Markt  oder  irgend  eine
Farm  und  hält  sich  durch  den  Raub  einiger  ganz
unbetheiligter  Menschen  schadlos,  die  er  verkauft  oder
zu  eigenen  Sklaven  macht.  Er  empfindet  das  Unrecht
  nicht;  er  hat  ja  ein  Anrecht  auf  einen  gleichen
Werth.  Der  Beraubte  hält  sich  bei  einem  dritten
ganz  Unbetheiligten  schadlos,  und  so  geht  es  oft
über  Generationen  fort.

Ich  habe  nun  überall  erklärt,  daß  zur  Sicherung
von  Eigenthum,  Handel  und  Verkehr  von  nun  ab
jede  Schuld  vom  Schuldigen  gefühnt  werden  müsse.
Diese  Auffassung  ist  der  Bevölkerung  keineswegs  neu,
und  die  Gerichte  der  Häuptlinge  haben  sie  oft  zur
Geltung  gebracht.  Die  alte  egoistische  Gewohnheit
ist  aber  trotzdem  weit  verbreitet  geblieben.  Der
Egoismus  ist  im  gegebenen  Falle  immer  größer  als
Rechtssinn  und  Gemeinsinn.
        <pb n="123" />
        Sklavenraub  ohne  vorausgegangenen  Anlaß  ist
im  Ganzen  selten.  Ich  habe  erklärt,  daß  ich  gegen
ihn  auftreten  werde,  wo  sich  Gelegenheit  bietet.

Gefahren  für  die  Station  und  kriegerische  Zwischenfälle
  sind  für  die  Zukunft  in  diesen  Theilen  des
Hinterlandes  nur  dann  zu  befürchten,  wenn  die  Landeshauptmannschaft
  nicht  in  der  Lage  ist,  der  Station
die  nöthigen  Machtmittel  zu  belassen.  Ich  habe  in
Sugu-Wangara  43  Soldaten  zur  Verfügung  gehabt.
Ich  glaube,  daß  es  unvermeidlich  sein  wird,  diese
(von  denen  zwei  nach  Einziehung  unserer  Fahnen
desertirt  sind)  der  Station  dauernd  zu  belassen.  Es
handelt  sich  hier  um  sehr  bedeutende  Menschenmassen,
die  zwar  keineswegs  kriegerisch  sind,  wenn  richtig
behandelt,  die  aber  nur  gehorchen,  wenn  sie  eine
gewisse  Macht  sehen.

Außer  in  Kirikiri  habe  ich  bereits  durch  die  Eingeborenen
  kleine  feste  Stationen  bauen  lassen:  in
Dako,  Bafilo,  Tschamba  und  Dadaure.  An  letzterem
Orte  werde  ich  in  nächster  Zeit  mit  dem  Bau  der
Hauptstation  beginnen.  Posten  habe  ich  zur  Zeit  in
Dako,  Bafilo,  Sudu,  Dadaure,  Paratau,  Tschamba
und  Kushunti.  Wenn  in  Basari  geordnete  Verhältnisse
  herrschen  werden,  wird  der  Posten  in  Dalo
eingezogen  werden  können.

Ueber  drei  Reisen,  die  ich  neuerdings  unternommen
  habe,  möchte  ich  hier  noch  einige  Worte
anschließen.

Die  erste  galt  einem  Zusammentreffen  mit  Herrn
d.  Massow,  welches  wir  beide  im  Interesse  unserer
Aufgabe  für  wünschenswerth  hielten.  Ich  wählte,
um  einen  anderen  Theil  meines  Gebietes  kennen  zu
lernen,  eine  neue  Route.  Von  Kirikiri  ging  ich  über
Pasa  (eigentlich  Panyanga,  Pasa  heißt  der  Fluß),
wo  die  Ebene  in  stark  gewelltes  Terrain  übergeht,
nach  Kumene.  Ueberall  die  leidige  Buschsavanne,  um
die  Dörser  wohlgepflegte,  ausgedehnte  Farmen:
Guineakorn  in  mehreren  Varietäten,  Nams,  Okro,
Lohnen,  Baumwolle,  Kürbisse;  kein  Maniok,  selten
ein  wenig  Reis.  Das  Gras  ist  zu  Beginn  der
trocenen  Zeit,  etwa  Mitte  Oktober,  so  hoch  und
dict,  daß  es  das  Reisen  in  dieser  Trockenzeit  sehr
unbequem  macht.  Ich  empfinde  es  aber  täglich  als
einen  Segen,  daß  die  kleine,  rothe  Zecke  (Buschmucker),
die  in  Gras  und  Busch  Neu-Guineas  so  sehr  belästigt,
  hier  fehlt.  Auch  der  Sandfloh  kommt  hier
meines  Wissens  nicht  vor.  Kumene,  etwa  500  Hütten,
hübsch  an  einem  kleinen  Höhenzuge  gelegen,  schließt
mit  Trogode,  das  ein  paar  Stunden  weiter  westlich
liegt,  die  Kotpkolissiedelungen  nach  Westen  ab.  In
den  Winkel,  den  die  von  Basari  nach  Süden  und
Osten  abgehenden  Gebirgszüge  bilden,  giebt  es  nur
vereinzelte  Fullanigehöfte  und  eine  größere  Fullaniniederlassung,
  einen  Tagemarsch  von  Basari,  wo  man
auf  dem  Wege  von  Dadaure  nach  Basari  übernachtet.
Tabalo  liegt  auf  einem  Berggrat  weithin  sichtbar,
veel  nördlicher  als  auf  der  Karte  angegeben,  einen
kleinen  Tagemarsch  von  Dako.

Jon  Trogode,  das  etwa  200  Hütten  zählt  und

83

 

an  der  großen  Straße  von  Bafilo  über  Aledjo-Kataranach
  Dadaure  liegt,  ging  ich  nach  Dako  auf  steinigem,
unbequemem  Wege,  die  letzten  drei  Stunden  (von
sieben  Stunden)  im  Gebirge,  mit  guter  Umsicht  über
das  Ganze  nach  Norden  und  Süden.  In  Dako  erhielt
  ich  Herrn  v.  Massows  briefliche  Bitte,  die
Zusammenkunft  nach  Basari  zu  verlegen,  da  Herr
Winkler  todkrank  an  Schwarzwasserfieber  darniederliege.
  Ich  marschirte  daher  weiter  nach  Basari,  zuerst
  am  Nordhang  des  Gebirges  von  Dako  hin,  mit
dem  schönen  Fernblick  auf  die  Bergzüge  von  Kabure
(Kapre),  dann  durch  anmuthiges  Hügelland,  auf
steinigem  Wege,  bis  an  die  charakteristische,  flache
Kuppe  von  Basari.

In  Basari  genoß  ich  zwei  Tage  lang  die  liebenswürdigste
  Gastfreundschaft  und  konnte  alles  Wünschenswerthe
  mit  Herrn  v.  Massow  besprechen.  Herr
Dr.  Gruner  war  bereits  Rekonvaleszent  und  Herr
Winkler  über  die  Hauptgefahr  glücklich  hinüber.
Die  Stationsanlage  ist  ungünstig  am  Berghang  auf
feuchtem  Grunde  gelegen.  Herr  v.  Massow  plante
ihre  Verlegung.  Basari  liefert  dem  Osten  Eisen  und
Tabak  und  ist  deshalb  geschätzt,  dabei  wegen  der
Raublust  seiner  Bewohner  gefürchtet.  Auf  dem
Rückwege  ging  ich  über  Dako,  Tabale,  Nyamazile,
Dadaure.  Dako  ist  Kautschukmarkt.  Der  Kautschuk
kommt  aus  der  Umgegend  von  Tabolo.  Ich  begab
mich  dorthin,  um  selbst  zu  sehen.  Es  handelt  sich
um  ganz  schmale  Linien  Galeriewald,  die  den  Bachläufen
  entlang  ziehen  und  Kautschuklianen  (Landolphia)
in  geringer  Menge  enthalten.  Ich  fürchte,  daß  sich
große  Hoffnungen  für  die  Zukunft  an  diese  Gebiete
nicht  knüpfen  lassen.  Die  Gewinnung  ist  die  rohe,
allgemein  bekannte.  Ein  Ball  Kautschuk  wird  in
Dako  bei  einer  Größe  von  5  cm  Durchmesser  mit
100  bis  200  Kauris  bezahlt.

Sonst  wird  in  meinem  Gebiete,  soviel  mir  bisher
bekannt,  kein  Kautschuk  gewonnen.  Es  giebt  im
ganzen  Lande  keinen  Wald,  die  kleinen  Galerien  an
den  Bächen  abgerechnet.  Ehe  es  vielleicht  gelingt,
durch  Hintertreibung  der  Grasbrände  größere  Theile
der  Savanne  aufzuforsten,  wird  Kotokoli  kein  Kautschukland
  werden.  Das  Vorkommen  von  Gummipflanzen
  im  Graslande  ist  mir  bisher  nicht  bekannt
geworden.

Außer  einer  reichlichen  und  guten  Ernährung
seiner  Bewohner  produzirt  dieser  Theil  unserer  Kolonie
  zur  Zeit  kaum  etwas,  was  zum  Export  aus
so  fernen  Gebieten  reizen  könnte.

Der  Reichthum,  den  der  Wohlhabende  an  Landerzeugnissen
  besitzt,  besteht  in  Pferden,  Rindern,
Kleinvich,  werthvollen  einheimischen  Baumwollstoffen,
Kaurimuscheln  und  Farmen.  Dieses  sind  auch  Zahlungsmittel
  für  die  Importe.  An  Pferden  sind  nur
die  kleinen  einheimisch.  Die  großen  werden  von
Norden  importirt.

Das  größte  Interesse  beanspruchen  zuerst  die  Rinder,
mehrere  Rassen,  alle  groß  und  werthvoll  wie  das
beste  norddeutsche  Rassevieh.  Viel  von  demselben
        <pb n="124" />
        geht  nach  auswärts,  auch  bis  an  die  Küste,  besonders
die  englische  Goldküste.

Die  Fullani  sind  vorzügliche  und  fleißige  Viehzüchter,
  die,  wenn  sie  wie  jetzt  den  Schutz  der  Regierung
  genießen,  voraussichtlich  in  kurzer  Zeit  ihre
Viehbestände  wesentlich  erweitern  werden.  Ich  protegire
  sie  nach  Möglichkeit.  Sie  sind  die  Landbevölkerung
  dieser  Gegenden.  Sie  hängen  den  größeren
Centren  an,  denen  sie  Fleisch,  Milch  und  Butter  für
den  Markt  liefern.  Ihre  Zahl  im  Lande  ist  nicht
unbeträchtlich  und  sie  sind  wirthschaftlich  zur  Zeit
wohl  der  werthvollste  Bestandtheil  desselben.

Um  Dadaure  und  die  nahe  gelegenen  Dörfer
sind  die  Farmen  von  bedeutender  Ausdehnung.  In
Dadaure  besprach  ich  mit  Yabo  die  Stationsgründung.
Er  ritt  mit  mir  auf  die  fünf  Minuten  nördlich  gelegene
  Anhöhe,  die  das  ganze  Land  rundum  beherrscht,
von  einem  Bach  umflossen  wird,  und  die  ich  für  die
Stationsanlage  gewählt  hatte.  Ich  habe  bei  dieser
Gelegenheit  zum  ersten  Mal  Yabo  gegenüber  von
einigen  kleinen  Ansprüchen,  die  die  Station  von  ihm
erwartet,  gesprochen  und  ihm  sein  Verhältniß  zur
Station  und  der  Regierung  beleuchtet.  Er  that  sehr
erfreut  und  war  mit  Allem  einverstanden.

Von  Dadaure  bin  ich  dem  alten  direkten  Weg
gefolgt,  der  die  Hauptstraße  ins  Innere  war,  als
Dadaure  noch  Residenz  war.  Ich  habe  gefunden,
daß  er  genau  so  gut  ist  wie  der  neue  über  Paratau
und  vielleicht  etwas  kürzer.  Er  führt  über  eine
niedere  Paßhöhe  direkt  nach  Pasua  und  kommt  hier
mit  der  neuen  Straße  zusammen.

Diese  Reise  dauerte  vom  6.  bis  19.  Oktober.
Herr  Schroeder  hatte  unterdessen  an  dem  Ausbau
der  Station  Kirikiri  weitergearbeitet.

Am  30.  Oktober  mußte  ich  nach  Tshamba.  Ein
Stadttheil  hatte  meine  Soldaten,  die  ich  zur  Einbringung
  eines  Uebelthäters  hingeschickt  hatte,  angegriffen
  und  einen  durch  einen  Gistpfeil  verwundet.
Durch  die  kluge  und  thatkräftige  Hülfe  des  Limams
von  Tshamba  gelang  es  mir,  die  Sache  an  Ort  und
Stelle  gut  und  friedlich  beizulegen.

Der  Limam  bereitete  mir  den  stattlichsten  Empfang,
den  ich  hier  im  Lande  erlebt  habe.  Er  kam  mit
30  Reitern  zwei  Stunden  weit  entgegen  und  geleitete
mich  mit  Konzert  und  Reiterspielen  bis  auf  den
Königsplatz,  wo  wir  das  Palaver  vor  einer  großen
Versammlung  regelten.  Tshamba  ist  ein  Komplex
von  einer  großen  Anzahl  von  Dörfern,  größer  als
Bafilo,  drei  große  Märkte,  ein  werthvoller  Besitz
für  uns.  Bei  Basida  hatten  die  Franzosen,  nach  dem
Schießen  zu  urtheilen,  ein  kleines  Gefecht.  Ich  ließ
im  Süden  der  Stadt  zwischen  den  Wegen  nach  Paratau
  und  Alibi  eine  Station  von  sechs  großen  Hütten
bauen,  die  jetzt  bereits  fertig  sind.  Dann  besuchte
ich  die  Häuptlinge  von  Alibi  und  Kutjoni,  welch
Letzteres  sehr  hübsch  und  in  einem  kleinen  Walde  von
mehreren  Kilometern  Durchmesser  liegt.  Alibi  hat
über  1000,  Kutjoni  über  etwa  500  Hütten.  Das

Land  ist  hier  in  der  Ebene  fruchtbarer  als  in  den

84

 

westlichen  Theilen,  die  ich  eben  bereist  hatte.  Es
wird  besonders  viel  Baumwolle  gepflanzt.  Man
spricht  in  Tshamba  eine  andere  Sprache  als  Kotokoli.
Wie  einige  sagen,  soll  Tshamba  eine  Basariniederlassung
  sein.  Am  3.  November  war  ich  wieder  in
Kirikiri.  Am  8.  mußte  ich  nach  Paratau  (ein  starker
Tagemarsch  von  Kirikiri),  um  ein  Palaver  mit  Jambo
zu  erledigen,  das  sich  durch  einen  Clerk  nicht  machen
ließ.  Von  Paratau  marschirte  ich  nach  Kushunti  und
Kambole,  Letzteres  liegt  nach  meinen  Wegaufnahmen
noch  mindestens  5  km  von  der  französischen  Grenze,
beide  südöstlich  von  Alibi.  Es  sind  die  schlimmsten
Raubnester  meines  Gebietes  zusammen  mit  den  in
der  Nähe  liegenden  Gobi  und  Bugu.  Der  ganze
Handel  zwischen  Tshamba  und  Blitta,  Pessi  r2c.  wird
durch  sie  beständig  gestört,  und  untereinander  liegen
sie  beständig  im  Kampf.

Ich  habe  in  einer  großen  Versammlung  in
Kushunti  den  Frieden  unter  ihnen  vereinbart  und  das
Versprechen  erhalten,  daß  das  Wegelagern  an  der
Straße  nach  Pessi  und  überhaupt  eingestellt  werden
solle.  In  Kughunti  habe  ich  zwei  Soldaten  stationirt.
Kambole  leistete  meinem  Rufe  nicht  Folge  und  erklärte,
  daß  es  mit  mir  fechten  wolle,  wenn  ich  käme.
Ich  kam  am  12.  November.  In  der  Nacht  vorher
hatte  mir  Alibi  etwa  100  Bogenschützen  und  Tshambaeinige
  Reiter  mit  Speer  und  Fanghaken  zu.  Hülfe
geschict.  Ganz  Kushunti,  wohl  600  Krieger,  war
auf  den  Beinen.  Wir  wurden  in  Kambole,  das  wie
Kushunti  von  einem  Waldsaum  umgeben  ist,  sofort
angegriffen.  Da  wir  wenig  Patronen  hatten,  stürmten
  wir  nach  einigen  Salven  mit  Erfolg.  Außer
einem  Kushuntimann  waren  auf  unserer  Seite  keine
Verluste.

Ich  habe  dem  Häuptling  sagen  lassen,  daß  er
kommen  müsse  und  Frieden  versprechen.  Das  wird
wohl  mit  der  Zeit  geschehen.  Am  14.  November
kehrte  ich  nach  Kmikiri  zurück.  Zu  wissenschaftlichen
Arbeiten  habe  ich  zur  Zeit  noch  wenig  Muße.  Meine
Sammlungen  stehen  noch  in  sehr  bescheidener  Ausdehnung.
  Gesundheitlich  geht  es  uns  Allen  gut.

Ueber  die  Aussichten,  die  sich  an  die  Verwaltung
dieses  Theiles  der  Kolonie  knüpfen,  werde  ich  der
Landeshauptmannschaft  meine  Ansicht  vorlegen,  sobald
ich  in  alle  Verhältnisse  genügend  eingeweiht  sein
werde.

 

Aus  dem  BPBrreiche  der  Wiss#onen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Ueber  die  Sklaverei  im  Protektoratsgebiete  von
Sansibar  verbreitet  sich  ein  von  der  englischen  Regierung
  veröffentlichter  Bericht  des  Vizekonsuls
O'Sullivan  auf  Pemba  (Parlamentarische  Drucksache
  Afrika  Nr.  1,  1898).  Der  Bericht  sagt,  die
Sklaveneinfuhr  habe  so  gut  wie  aufgehört,  während
hingegen  insgeheim  noch  sehr  viele  Sklaven  aus  der
Insel  nach  der  Benadirküste  oder  nach  dem  persischen
        <pb n="125" />
        —  85

Golf  ausgeführt  würden.  Was  die  Haussklaverei
betriftt,  sei  keine  große  Veränderung  vor  sich  gegangen.
  Während  der  sechs  Monate  zwischen  dem
Inkrafttreten  des  Abschaffungsdekrets  und  der  Abfassung
  des  Berichtes  hätten  etwas  über  ein  Dutzend
Sklaven  die  Freiheit  erlangt.  Die  Ursache  hiervon
liege  in  der  Unwissenheit  und  in  der  Indolenz  der
dortigen  Sklaven.  Uebrigens  habe  das  Abschaffungsdekret
  in  Bezug  auf  die  Behandlung  der  Sklaven
günstig  gewirkt.

Der  kürzlich  verstorbene  englische  Philanthrop
John  Thomas  Morton  hat  in  seinem  Testamente
den  größten  Theil  seines  gewaltigen  Vermögens
der  Mission  vermacht.  Um  wie  große  Summen
ch  sich  dabei  handelt,  läßt  sich  noch  nicht  übersehen.
  Von  Sachverständigen  wird  die  Erbschaftsmasse
  auf  14  bis  15  Millionen  Mark  geschätzt,
wovon  für  die  Mission  acht  bis  zehn  Millionen  übrig
bleiben  dürften.  Den  Löwenantheil  dieser  Summe,
sost  zwei  Drittel  dovon,  erhält  die  Brüdergemeinde.
Dieser  Mission,  der  er  von  Geburt  ganz  fern  stand,
näherte  er  sich  zuerst  im  Jahre  1894,  und  in  den
dier  Jahren  seither  hat  er  ihr  nicht  weniger  als
271  300  Mark  geschenkt,  ohne  das  anfangs  erwähnte
Vermächtniß.

Ueber  die  Thätigkeit  der  Pallotiner-Mission  in
Kamerun  während  des  Jahres  1897  berichtet  der
opostolische  Präfekt  P.  Vieter  in  Kribi  (gleichfalls
in  Kreuz  und  Schwert“):

Aus  Kribi  ist  vor  Allem  die  erfreuliche  Thatsache
zu  bemerken,  daß  dort  36  Yaundekinder  seit  einem
Johr  zur  Erziehung  sich  befinden,  ferner  26  Knaben
aus  den  Mabea=  und  Ngumbastämmen  und  13  von
der  Batangaküste,  also  im  Ganzen  75  Knaben.  Außer
diesen  75,  von  der  Mission  gänzlich  unterhaltenen
Knaben  wird  unsere  Schule  in  Kribi  von  30  Knaben
aus  Kribi  besucht.  Mehrere  der  älteren  Knaben

 

erlernen  dann  die  Schreinerei,  Schusterei  oder  Schneiberei,

  während  andere  als  Hülfslehrer  sich  ausbilden,
um  in  den  Nebenschulen  ihre  Kräfte  der  Mission  zu
widmen.  Zehn  solche  Hülfslehrer  leisten  der  Mission
Kiii  bereits  gute  Dienste  in  den  zehn  zu  Kribi  gehörenden
  Nebenschulen.  Der  größte  Theil  der  Knaben
wird  außer  der  Schulzeit  mit  Feldarbeit  beschäftigt.
Unsere  drei  Schwestern  in  Kribi  haben  15  Mädchen,
denen  sie  vollständigen  Unterhalt  und  angemessene
Eriehung  geben.  Außerdem  wird  die  Schwesternshule
  hier  von  etwa  25  Mädchen  aus  Kribt  besucht.
Die  Zahl  der  Getauften  in  Kribi  beträgt  jetzt  600.

In  Marienberg  wird  die  Schule  von  70  Kindern
besucht,  die  alle  von  der  Mission  völlig  unterhalten
werden.  Die  Zahl  der  Taufen  ist  dort  auf  1050
gestiegen,  gewiß  eine  schöne  Zahl.  Marienberg  ist
di  älteste  Station.  Die  zu  Marienberg  gehörenden
Nebenschulen,  etwa  19  bis  20,  zählen  eine  sehr  große
Anzahl  Schüler.  Wenn  sich  alle  täglich  einfinden,
àerfte  die  Zahl  derselben  wohl  750  bis  800  bekagen.
  Leider  ist  das  bei  den  Marienberger  Neben- 



schulen  ebenso  wenig  der  Fall  als  bei  den  Nebenschulen
  Kribis,  Edeas  und  Engelbergs.  Die  Schwestern
in  Marienberg,  drei,  widmen  sich  der  Erziehung  der
weiblichen  Jugend  in  derselben  Weise  wie  die
Schwestern  in  Kribi.  Die  Zahl  ihrer  Zöglinge  ist
17  bis  18,  die  alle  ihren  Unterhalt  von  der  Mission
erhalten.  Die  Schwestern  haben  in  mancher  Hinsicht
mehr  Schwierigkeiten  mit  den  Mädchen  als  die
Patres  mit  den  Knaben,  auch  ist  es  für  dieselben  viel
schwieriger,  Mädchen  zur  Erziehung  zu  erhalten,  als
es  für  die  Patres  ist,  Knaben  zu  bekommen.

In  Edea  wurde  im  Mai  d.  Is.  durch  P.  Müller
und  zwei  Brüder  die  dem  heiligen  Herzen  Jesu  geweihte
  Station  wieder  eröffnet;  wegen  Priestermangels
  war  sie  über  zwei  Jahre  verwaist.  Die
Schule  in  der  Station  selbst  zählt  zwar  nur  30
Schüler,  aber  17  bis  18  Nebenschulen,  die  P.  Müller
errichtete,  arbeiten  mit  und  sichern  der  Mission  eine
gute  Zukunft.  Die  Zahl  der  Getauften  in  Edea
beträgt  zwar  zur  Zeit  nur  225,  wird  aber  im  nächsten
  Jahre  eine  erfreuliche  Zunahme  auszuweisen  haben.

Engelberg,  unsere  Erholungsstation  im  Kamerungebirge,
  wurde  im  letzten  Jahre  sehr  stark  in  Anspruch
genommen,  dafür  fanden  aber  in  diesem  Jahre  gar
keine  Heimreisen  nach  Europa  statt.  Die  Station
erweist  sich  als  eine  wahre  Wohlthat  für  uns.  Die
Schülerzahl  beträgt  30,  getauft  wurden  etwa  110.

In  Mapanja,  /4  Stunden  von  Engelberg,  700  m
hoch,  wurde  in  diesem  Monat  von  drei  Schwestern
eine  Station  eröffnet.  Auf  Engelberg  befindet  sich
auch  eine  Erholungsstation  für  Schwestern.  Nebenschulen
  wurden  im  Gebirge  acht  errichtet.

Die  Kaffeefarm  Engelbergs  gedeiht  sehr  gut,  doch
hat  sich  ein  großer  Feind  der  Pflanzungen  gefunden,
nämlich  die  Kühe  der  Eingeborenen,  die  die  Zweige,
Blätter  und  Früchte  abreißen  und  verschlingen.

In  Victoria  kaufte  ich  von  einem  Schwarzen  ein
passend  gelegenes,  noch  gut  erhaltenes  Wellblechhaus
zu  1000  Mark,  das  unseren  erholungsbedürftigen
Mitbrüdern  und  Schwestern  als  Absteigequartier
dienen  soll.  Der  Platz,  auf  dem  das  Haus  steht,
war  von  der  Regierung  gepachtet,  wurde  aber  auf
eine  Eingabe  meinerseits  der  Mission  vom  Kaiserlichen
  Gounverneur  v.  Puttkamer  als  Eigenthum
zugesprochen.

Im  Juni  starb  in  Marienberg  Schwester  Christine
  am  Schwarzwasserfieber  nach  etwa  15  Monaten
aufopfernder  Thätigkeit  in  unserer  Mission.  Alle
Patres,  vielleicht  mit  Ausnahme  eines  einzigen,  litten
im  letzten  Jahre  weniger  am  Fieber,  als  es  früher
der  Fall  war.

Großen  Vortheil  bringt  uns  die  in  diesem  Jahre
erfolgte  Drucklegung  des  Duallakatechismus  und  der
biblischen  Geschichte  in  derselben  Sprache.  (Vergl.
den  Bericht  desselben  Verfassers  auf  S.  58  ff.  des
als  Beilage  zur  vor.  Nr.  des  Kol.  Bl.  erschienenen
„Jahresberichts  über  die  Entwickelung  der  deutschen
Schutzgebiete  im  Jahre  1896/97“.)
        <pb n="126" />
        86

.

Die  „Allgemeine  Missions=  Zeitschrift-  veröffentlicht  folgende  Uebersicht  über  den  Stand  der  deutschen  evangelischen  Missionen  Ende  1896:

 

 

 

 

 

 

 

 

#u.  2  3.  4.  5.  69.  7.  8.  —t—
Missionsgesellschaften  1  2  .  8  Eingeborene  "  "  Einnahme  *nt
.  «  .  .  z  Z  S  5  Gehülsen  Z  a  b  ½2—
mit  Angabe  der  betreffenden  Missionsgebiete.  p  2  S.  S  .  .  E.
i8  S  #  —2.  b.  —  „  Irn  ader  2  Aufbringun-  A  b  .ê
NB.  Die  gesperrt  gedruckten  Namen  bezeichnen  die  hauptsäch.  S  S  5  "„  S  S  Abug  des  gen  in  den  Ausgabe  #*2
lichsten  Gebiete  der  betreffenden  Gesellschaft.  8.  —  3  "l  —  S  8  8  B  vorjährigen  betreffenden  Ses
-  2  2  8  z  9  .  HLassen=  Missions.  S
it  #  #·#  8  2#  ccJ  M  55  bestandes  gebieten  55  35
1.  Mission  der  Brüdergemeinde:  Grönland,  La-  s  IMakt  MarkE  Mark
brador,  Alaska,  Indianergebiet  von  Nordamerika,  6  i
westindische  Inseln,  Moskitoküste,  Demarara,  3  i  I
Suriname,  Kapkolonie,  Deutsch-Ostafrika  (Konde=  1  #  1  I
land),  Australien  (Victoria,  Nord-Queensland),  Himalayua  1732135  94812  18419  1110  414  262  24  *i  522  288  989  289  627  841  24
2.  Basler  Missionsgesellschaft:  Südindien  (Ma-  #  I
laben-I,Chtna(Kanton),GoldküsteKamerun..1815533374017036;427I523I406I  15049I  100258813777731087076112
3.  Berl.  Missionsgesellschaft  (Berlin  I):  Südafrika  1  14  I  ,
(Kapkolonie,  Kafferland,  Oranje,  Transvaal,  Natal),  «  l
China  (Kanton),  Deutsch-Ostafrika  (  (Kondeland)  1823  57  29999  83—  ca.  410  ca.  204  ca.  160  5867  391  494  212  780  379219  4
4.  Rhein.  Missionsgesellschaft  (Barmen):  Deutsch-  I  ·

Südwestafrika  (Nama-,  Herero-  und  Ovamboland),

Kapkolonie,  Borneo,  Sumatra,  Nias,  China  (Kan-  "  #

tondistrikt),  Neu-Guinen  182879  1  64  317  #  109  23
5.  Nerdd.  Missionsgeselos  aft  (Fremen)  Sklaven-  49  .

küste(Engl.-undeutschthesoderTogoland)..1836  4I1814e191ca.18ica.31-34i  873  130  000  ca.  6130
6.  Goßnersche  Missionsgesellschaft  (Berlin  Il#:  -  l  I

I
I

--—

844  256

230  10982  497920  79525  540  028  60

136  000  5(46)

 

Nordindien  (Kols-  und  Gangesmission)  .  .  .  183619  37221  37  19  384  210  ca.  60c.  2800  167  647  ca.  11  000  207437  14
7.  Leipziger  Missionsgesellschaft:  Südindien  #  "„  I

(Tamulen),  Rangun;  Englisch-Ostafrika  (Wakamba)  1  #  I

Deutsch-Ostafrika  (Kilimandjaro)  .....  .1836361607840.22W53(52«217  632340500115098041275525

 

8.FtauenveremfürchrtstlBrldungdes  weibl.  f  .
Geschlechts  im  Morgenlande=  Nordindien  (Gan-  1
gesgebiet),  Jerusalen  .  .  ...«1842—  —  —  —  —  6  8  ca.  200  17  366  —  15  453  —
9.  Hermannsburger  Missionsgesellschaft.  Süd=  "  402  I  I

—- 



 

 

 

 

afrika  (Natal,  Sululand,  Vetschuana),  Ostindien  I  i

(Telugu)j..  ....  .  .  18489  35250  56  —  ca.  282  ca.  120  108  79  242330  74954  242  302  32
10.  Berliner  Frauenverein  für  China-  Findel-  und  I  I  I  I  -  I  I  I

Erziehungshaus  in  Hongkong  .  ..  I1I1850  1  (co.  200)  1  —  —  3  1  98  14779  751  15250  I  —
11.  Jerusalemverein:  Bethlehem,  Becdjala,  Hebron  1852  3  ca.  300  I  2  1  5  6  3  ca.  350)  50  111  —  365170  1—
12.  Schleswig-Holsteinische  evang.-luth.  Missions-  "  #

gesellschaft  zu  Breklum:  Ostindien  (Lelug  und  1  6  s  «  I

rija-Jeypur)  .  ...  .  .  .  1877  6  458  12  —  17  32  ca.  6  360  81526  :  80  174  ca.  8
13.  Neukirchner  Nissionsgesellschaft.  Java;  enn.  I  I  l  I  I  I  ·

Ostafrika  (Tanafluß,  Insel  Lemzz))  1388119  7844  9  —  23  8  8  267  52650  :  47925  28
14.  Allgemeiner  evang.  protestantischer  missions=  I  "„  I  :  «  «  «

verein:  Japan;  Chna  .  .51884  2  266  5  —  ca.  6  1  ca.  4  ca.  200  47  761  ?  I  4  661  —
15.  Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-  I  -  I  I  I  I

Ostafrika  (Berlin  III):  Deutsch-Ostafrika  (Usam=  I  «  I  I  «

baraUsaramoundRuste........  ..1885  7  68  13  —  5  —  6  164  54849  415  88  507  —
16.  Neuendettelsauer  Missionsgesellschaft:  Neu-  1  —  I  I  I

Guinea,  Queensland  (ausschließlich  der  Stationen  der  I  I  k  I  I  I

austracischenJmmanuelsynodeji........11886  4  7  9  —  —  4  ca.  9000  59987  —  60424  ca.  4

 

Zusammen  471  315064  751  121  3766  2176  1517  73961  3738292  1  567901  4024222  316
        <pb n="127" />
        „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet  die  Ankunft

der  Pflegeschwestern  Hermine  Seiff  und  Martha
Selig  in  Dar-es-Saläm.

 

In  „Kreuz  und  Schwert"  lesen  wir:  Eine  traurige
  Nachricht  kommt  aus  Uschirombo  (Bezirk  Tabora,
apostolisches  Vikariat  Unyanyembe,  Bischof  Gerboin).
Im  Monat  September  ist  —  aus  welchem  Grunde
wissen  wir  noch  nicht  —  die  neue  große  Mariahilfkirche
  eingestürzt  und  hat  sieben  Missionszöglinge
unter  ihren  Trümmern  begraben.  In  Uschirombo
haben  die  Weißen  Väter  ein  großes  Knaben-Waisenhaus
  und  die  Weißen  Schwestern  (die  ersten  nach
Centralafrika  ausgezogenen  Schwestern)  ebendort  auch
ein  großes  Mädchen-Waisenhaus  mit  Rettungsanstalt
und  Versorgungshaus.

Die  „Rheinischen  Missionsberichte“  schreiben  über
ihre  Thätigkeit  in  Neu-Guinea:  Wir  haben  schon  in
früheren  Heften  darauf  hingewiesen,  daß  unsere  Missionare
  in  der  Schularbeit  verhältnißmäßig  am  ehesten
noch  von  Erfolgen  reden  können.  Sie  wenden  deshalb
  derselben  begreiflicherweise  ihr  besonderes  Interesse
  zu.  So  theilt  Missionar  Helmich  in  Siar  über
seine  Schule  auf  Ragetta  (Insel  bei  Siar)  mit,  daß
der  Besuch  derselben  im  Ganzen  recht  regelmäßig  sei.
Die  Zahl  der  Schüler  schwanke  zwischen  20  und  25.
Missionar  Hoffmann  in  Bogadjim  berichtet,  daß
es  den  Kindern  anfange,  geradezu  ein  Bedürfniß  zu
sein,  in  die  Schule  zu  gehen.  Welch  ein  Segen  in
der  Schularbeit  liegt,  das  könne  er  so  recht  an  den
früheren  Schülern  von  Simbang  (Neuendettelsauer
Missionsstation),  die  jetzt  als  Arbeiter  in  der  Nähe
von  Bogadjim  thätig  sind,  sehen.  Einige  derselben
kamen  vor  längerer  Zeit  zu  ihm  und  baten,  er  möchte
doch  Sonntags  mit  ihnen  Gottesdienst  halten.  Diesem
Wunsche  kam  Missionar  Hoffmann  natürlich  mit
Freuden  nach,  und  jetzt  versammeln  sich  Sonntags
morgens  ziemlich  regelmäßig  40  bis  50  Jungen  in
der  Schule.  So  ist  eine  Art  Arbeitergottesdienst
entstanden.  „Dieser  Gottesdienst“,  schreibt  Missionar
Hoffmann,  „ist  nun  bis  jetzt  etwas  wunderlicher  Art.
Do  ich  keine  der  Sprachen  verstehe,  welche  die  Jungen
sprechen,  so  muß  ich  mich  des  verdorbenen  Englisch,
das  die  Arbeitersprache  hier  bildet,  bedienen.  Damit
komme  ich  aber  nicht  weit,  und  weil  einige  Jungen
etwas  von  der  Bogadjimsprache  verstehen,  so  nehme
ich  Bogadjimbrocken  zu  Hülfe.  Manchmal  kann  ich
auch,  weil  der  eine  und  andere  Junge  bei  seinem
Herrn  etwas  Deutsch  aufgeschnappt  hat,  ein  deutsches
oder  malaiisches  Wort  zu  Hülfe  nehmen;  wenn  aber
nichts  sich  finden  will,  dann  muß  die  Zeichensprache
herhalten,  in  welcher  die  Eingeborenen  sprachverschiedener
  Dörfer  sich  zu  unterhalten  pflegen  und  in
welcher  auch  der  Missionar  hier  mit  der  Zeit  eine
gewisse  Fertigkeit  bekommt.  Den  Gottesdienst  beschließen
  wir  dann  mit  Gebet  und  Gesang.“

Eine  große  Schwierigkeit  in  der  Neu-Guinea=87



 

zersplitterung.  Dafür  ein  neuer  Beleg.  Missionar
Hanke  in  Bongu  hat  im  Sommer  eine  Reihe  von
Dörfern  besucht,  die  mit  Bongu  in  Verkehr  stehen
und  in  denen  die  Bongusprache  ganz  oder  theilweise
verstanden  wird.  Wie  groß  die  Seelenzahl  in  diesen,
also  mit  einer  Sprache  zu  erreichenden  Dörfern  ist,
war  etwas  schwierig  festzustellen.  Denn  einmal  waren
die  Leute  nicht  alle  zu  Hause,  und  sodann  witterten
sie,  wenn  Missionar  Hanke  so  genau  nach  ihren
Namen  fragte  und  wissen  wollte,  wie  viel  Kinder
und  Frauen  sie  hätten,  und  gar  sein  Notizbuch  herauszog
  und  zu  schreiben  anfing,  Zauberei  und  machten
  ungenaue  Angaben.  Er  war  deshalb  wesentlich
auf  Schätzung  angewiesen  und  glaubt  nicht  mehr  als
600  Seelen  zählen  zu  können.  Nur  diese  also  —
sie  wohnen  in  einer  Entfernung  von  zwei  bis  vier
Wegstunden  —  sind  mit  der  Bongusprache  erreichbar.
Ein  neues  Beispiel  für  die  Sprachenzersplitterung,
zumal  selbst  diese  Dörfer  zum  Theil  noch  in  einzelnen
Worten  oder  in  einzelnen  Lauten  abweichen.

Den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“
  zufolge  sind  der  Missionar  Kunze  und  Dr.
med.  Frobenius  mit  ihren  Frauen  nach  Neu-Guinea
abgereist.

Demselben  Blatt  wird  aus  Deutsch-Südwestafrika
berichtet,  daß  Missionar  Judt  in  Hoachanas  eine
Dammanlage  jetzt  im  Wesentlichen  fertiggestellt  hat.
Er  hat  viel  Fleiß  und  Mühe  darauf  verwandt,  den
ganzen  „Platz  zu  einer  Oase  zu  machen".  Dafür
kann  er  jetzt  auf  ein  wohlgelungenes  Werk  zurückblicken.
  Der  Damm  ist  138  Schritt  lang  und  18
bis  20  Fuß  hoch;  er  soll  aber  noch  erweitert  werden.
Die  durch  denselben  aufgefangene  Wassermasse  reicht
dann,  um  mehrere  Jahre  die  ganze  Oase  zu  berieseln.

—  —  —  –9

Aus  fremden  Rolonien.

Technischer  Unterricht  zur  Vorbereitung  für  den
Aufenthalt  in  den  Rolonien  in  England.

Bei  der  bedeutenden  kolonialen  Besitzmacht  Englands
  hat  sich  das  Bedürfniß  herausgestellt,  besondere
Vorrichtungen  für  eine  entsprechende  Vorbildung  derjenigen
  zu  treffen,  welche  das  Mutterland  verlassen,
um  in  den  Kolonien  ihren  Unterhalt  zu  suchen.
Die  Nothwendigkeit  der  Ausbildung  eines  geeigneten
Beamtenstandes  für  die  Verwaltung  Indiens  hat
ferner  nicht  nur  zur  programmmäßigen  Ausstellung
der  für  den  indischen  Dienst  nothwendigen  Erfordernisse
  und  zur  Einrichtung  von  Prüfungen  geführt,
sondern  auch  Schulen  entstehen  lassen,  welche  für
diesen  Dienst  unmittelbar  vorbereiten.  Auf  dem
Gebiet  der  Technik  ist  in  dieser  Beziehung  die  unter
dem  Namen  The  Royal  Indian  Engineering
College,  Cooperis  Hill  bekannte  Schule  zu  nennen.

Diese  Anstalt  wurde  im  Jahre  1872  gegründet,

mission  liegt  bekanntlich  in  der  großen  Sprachen=  um  die  im  indischen  Staatsdienst  nöthigen  Ingenieure,
        <pb n="128" />
        Telegraphenbeamten,  Forstbeamten  und  Verkehrsbeamten
  auszubilden.  Sie  ist  Staatsanstalt  und
wird  vom  India  Oltice  unterhalten.  Da  der
englische  Staat  im  Allgemeinen  sich  nicht  für  verpflichtet
  hält,  für  die  Ausbildung  seiner  Beamten
zu  sorgen,  so  verdient  dieser  Umstand  besonders
hervorgehoben  zu  werden,  weil  er  zeigt,  welchen
Werth  man  gerade  der  geeigneten  Vorbildung  für
den  Kolonialdienst  beilegt.  Die  Schule  deckte  früher
den  größten  Theil  des  Bedarfs  an  technischem
Beamten  für  Indien  und  sandte  jährlich  zwischen
40  und  50  Bewerber  aus.  Jetzt  ist  der  Besuch
der  Anstalt  nur  noch  für  die  Forstbeamten  obligatorisch,
  welche  nur  aus  ihr  hervorgehen  können.
Der  Bestand  der  übrigen  Beamten  ergänzt  sich  aus
verschiedenen  Quellen,  das  India  Oflice  entnimmt
aber  jährlich  eine  bestimmte  Anzahl  Techniker  aus
den  Reihen  der  Schüler,  welche  sich  zu  diesem
Zwecke  einer  Wettbewerbsprüfung  unterwersen.  Ein
bedeutender  Bruchtheil  der  Schüler  verfolgt  später
inländische  Laufbahnen.

Die  Anstalt  ist  im  Allgemeinen  auf  der  Grundlage
  der  Colleges  an  den  Universitäten  Orford
und  Cambridge  aufgebaut.  Hier  wie  dort  wohnen
die  Schüler  in  der  Anstalt,  stehen  gruppenweise
unter  der  Aussicht  von  Lehrern  und  widmen  einen
für  unsere  Begriffe  ungemein  großen  Theil  ihrer
Zeit  dem  Sport.  Die  Aufnahme  wird  von  einer

Prüfung  abhängig  gemacht,  welche  sich  auf  Elementarfächer,

  besonders  aber  elementare  Mathematik,  erstreckt.
Der  Kursus  ist  für  alle  Fächer,  mit  Ausnahme  des
Telegraphenfaches,  dreijährig,  für  das  letztere  zweijährig.
  Am  Ende  desselben  werden  Prüfungen  abgehalten
  auf  Grund  deren  Diplome  ertheilt  werden.
An  die  für  den  indischen  Staatsdienst  auszuwählenden
Bewerber  werden  außer  dem  Bestehen  dieser  Prüfungen
  vor  Allem  auch  sehr  strenge  gesundheitliche
Forderungen  gestellt.  Ferner  dürfen  sie  eine  bestimmte
  Altersgrenze  nicht  überschritten  haben  (sie
dürsen  beim  Eintritt  in  die  Anstalt  nicht  unter
17  Jahre  und  nicht  über  21  Jahre  sein)  und
müssen  einige  körperliche  Fertigkeiten  (Reiten,  Gebrauch
  von  Waffen,  Turnen,  militärisches  Exerziren  2c.)
nachweisen.

Was  das  Lehrprogramm  der  Anstalt  anbetrifft,
so  übernimmt  sie  es,  ihre  Schüler,  welche  ohne  fachliche
  Vorkenntnisse  eintreten,  von  Grund  auf  auszubilden,
  legt  jedoch  weniger  Gewicht  auf  theoretische
als  auf  angewandte  Wissenschaft.

Beim  Vortrag  des  Lehrstoffses  werden  immer
die  für  Indien  vorliegenden  besonderen  Verhältnisse
in  Betracht  gezogen.  So  in  der  Baumaterialienlehre,
  der  Baukonstruktion  2c.  Einzelne  Abtheilungen
beziehen  sich  ganz  auf  Indien,  wie  z.  B.  die  Vorlesungen
  über  indische  Bewässerungswerke,  die  über
Geschäftsführung  in  der  indischen  Bauverwaltung  2c.
Mit  der  Anstalt  sind  Werlstätten  verknüpft,  in
welchen  an  einem  oder  mehreren  Nachmittagen  in
der  Woche  dem  Schüler  Gelegenheit  gegeben  wird,

88

 

sich  einige  Uebung  in  der  Handhabung  der  Werkzeuge
  des  Schmiedes,  Mechanikers  2c.  anzueignen;
zwei  Stunden  in  jeder  zweiten  Woche  sind  obligatorisch.
  Chemische  und  physikalische  Laboratorien
sind  gleichfalls  vorhanden  und  mit  2¾  Stunden  in
der  Woche  obligatorisch.  In  einem  mechanischen
Laboratorium  werden  im  dritten  Ausbildungsjahre
die  Schüler  im  Prüfen  von  Baumaterialien,  ganz
besonders  in  Festigkeitsuntersuchungen  von  Metallen,
unterrichtet.

Gerade  in  Bezug  auf  den  letzteren  Punkt,  die
praktische  Beschäftigung  der  Schüler,  bleibt  die  Anstalt
  indessen  hinter  dem  zurück,  was  man  in  England
  von  ihr  voraussetzen  sollte  und  was  thatsächlich
andere  Ingenieurschulen  bieten.  Denn  gerade  der
Beschäftigung  in  den  Werkstätten  wird  in  England
durchgehend  große  Aufmerksamkeit  zugewendet.

Wie  in  Deutschland  die  Ingenieurwissenschaften
sich  mehr  aus  den  rein  wissenschaftlichen  Fächern
heraus  entwickelt  haben,  so  ist  die  englische  Ingenieurwissenschaft
  durchaus  aus  der  Praxis  hervorgegangen,
und  dieser  Umstand  prägt  sich  heute  noch  darin  aus,
daß  in  England  die  Werkstätten  einen  wesentlichen
Bestandtheil  der  Ingenieurschulen  ausmachen,  wie
der  Unterricht  in  denselben  als  für  den  Ingenieur
unerläßlich  betrachtet  wird.  Eine  der  ältesten
Ingenieurschulen  in  England,  Kings  College,  hat
mit  ihren  ausgedehnten  Werkstätten  das  Beispiel  für
alle  in  der  Folge  gegründeten  Anstalten  gegeben.
Kings  College  hat  nicht  nur  Werkstätten  für
Ingenieure,  wo  Tischlerei,  Schmiede=  und  Mechanikerarbeit,
  ferner  Maschinenbau  und  die  Arbeit  an
allerhand  Holz=  und  Metallbearbeitungsmaschinen
gelehrt  wird,  sordern  sogar  Werkstätten  für  Archtekten,
in  welchen  die  Zöglinge  im  Mauern,  in  Steinmetzund
  Klempnerarbeit  unterrichtet  werden.  Lehrversuchsanstalten
  für  Baumaterialienprüfung  fehlen
nicht.

Im  Lehrplan  dieser  Anstalt  nimmt  der  Werkstättenunterricht
  in  den  ersten  beiden  Unterrichtsjahren
  für  alle  Schüler  wöchentlich  3½  Stunden
ein,  im  dritten  Jahr,  wo  sich  der  Unterricht  in
Sonderkurse  für  Maschinenbauer,  Bauingenieure,
Elektriker  und  Architekten  scheidet,  sind  sogar  acht
bis  zehn  Stunden  für  die  praktische  Beschäftigung
in  den  Werkstätten,  Laboratorien  und  Versuchsanstalten
  angesetzt.  Aehnlich  liegen  die  Verhältnisse  in
der  unter  Leitung  des  Professors  W.  C.  Unwin
stehenden  Ingenieurabtheilung  des  Central  Technical
College  des  Cit  and  Guild  of  London  Institute
in  Sonth  Kensington.  Diese  Anstalt  hat  im  Untergeschoß
  geräumige  und  vorzüglich  ausgestattete  Werkstätten
  und  Versuchsanstalten  für  den  praktischen
Unterricht,  an  welchem  alle  Schüler  obligatorisch
Theil  zu  nehmen  haben.

Auch  die  aus  den  gewöhnlichen  Ingenieurschulen
hervorgehenden  Ingenieure  sind  somit  für  einen
Aufenthalt  in  den  Kolonien,  der  bhatsächlich  das
Ziel  eines  großen  Theils  derselben  bildet,  ziemlich
        <pb n="129" />
        gut  vorbereitet.  Bekanntlich  wächst  aber  ein  großer
Bruchtheil  der  Ingenieurwelt  Englands  auch  heute
noch  aus  der  Praxis  heraus  auf,  ohne  jeden  Besuch
einer  Fachschule,  und  es  fehlt  diesen  natürlich  am
allerwenigsten  an  denjenigen  Eigenschaften,  welche  in
den  Kolonien  in  erster  Linie  von  ihnen  vorausgesetzt
werden:  der  Fähigkeit,  sich  selbst  zu  helfen,  die
rohen  Arbeitskräfte  anzuleiten,  über  die  gegebenen
Hülfsmittel  mit  Benutzung  der  gerade  obwaltenden
Umstände  in  der  richtigen  Weise  verfügen  zu  können.

Für  den  Aufenthalt  in  den  Kolonien  ganz  besonders
  auszubilden,  hat  sich  eine  Privatschule  zum
Ziele  gesetzt,  welche  im  Jahre  1872  in  Verbindung
mit  dem  Crystal  Palace-Unternehmen  in  Sydenham
gegründet  wurde  und  von  der  Crystal  Palace-Aktiengesellschaft
  unterhalten  wird.  Die  Schule  ist  eine
Elementar-Ingenieurschule,  welche  ihren  Unterricht
ganz  und  gar  auf  die  praktische  Arbeit  in  den  Werkstätten
  begründet.  Die  Vorbereitung  für  die  Kolonien
  bildet  nur  einen  Theil  ihres  Programms,
und  sie  hat  mit  diesem  ganz  besonders  das  Ziel  im
Auge,  solchen,  welche  in  unwirthliche  Gegenden  als
Forscher,  Pfadfinder,  Ansiedler  2c.  auswandern,  zu
einem  gewissen  Maße  praktischer  und  theoretischer
Kenntnisse  zu  verhelfen,  welches  sie  in  den  Stand
setzt,  sich  bei  vollständiger  Abgeschlossenheit  von  den
Hülfsmitteln  des  Mutterlandes  durch  Selbstherstellung
  der  nothwendigen  Ausrüstung,  Unterkunftsstätten
  2c.  an  Ort  und  Stelle  selbst  zu  helfen.  Sie
bringt  für  die  Aneignung  dieser  Fertigkeiten  ein
Jahr  in  Ansatz.  Ihr  sonstiger  Kursus  ist  zweijährig
  und  bezweckt  hauptsächlich,  einen  auf  rationeller
Grundlage  aufgebauten  Ersatz  für  die  Lehrzeit  des
jungen  Mannes,  wie  sie  sich  in  der  Regel  im
Bureau  eines  Ingenieurs  abspielt,  zu  schaffen.  Die
Schule  wird  vorwiegend  von  jungen  Leuten  zwischen
16  und  18  Jahren  besucht  und  ist  ganz  besonders
beliebt  bei  Ausländern  (Afrikanern,  Asiaten),  welche
nach  England  kommen,  um  sich  einige  Kenntnisse  im
Ingenieurwesen  anzueignen  und  dazu  die  mehr
wissenschaftlichen  Kurse  auf  den  Colleges  zu  weitgehend
  oder  für  sie  zu  schwierig  finden.  Jeder
Jahreskursus  ist  in  drei  Abschnitte  getheilt  (Winterkursus,
  Osterkursus  und  Sommerkursus).
Jahre  wird  nur  Schlosserei  und  Maschinenbau  gelehrt,

  und  zwar  derart,  daß  im  Winterkursus  die

Elemente  des  Zeichnens,  im  Osterkursus  die  Anfertigung
  von  Holzmodellen  für  Gußtheile  sowie
Metallguß  und  im  Sommerkursus  Schmieden,  Metallbearbeitung
  und  Montieren  praktisch  gelehrt  wird.
Zweimal  wöchentlich  finden  Vorlesungen  (über  die
Dampfmaschine,  über  Eisenbahnbau,  Metallbearbeitung
  cc.)  statt.  Das  zweite  Jahr  ist  dem  Baumgenieurfach
  in  ähnlicher  Weise  gewidmet,  wobei
praktische  Vermessungen  gemacht  und  aufgetragen
werden,  eine  Eisenbahn,  eine  Dockanlage  und  Aehnliches
  entworfen,  ausgearbeitet  und  veranschlagt  wird.
Die  Erledigung  des  Maschinenbaukursus  wird  dabei
zur  Vorbedingung  gemacht.  Die  Aufgaben,  welche
die  Schüler  zu  bearbeiten  haben,  halten  sich  durch-Im

  ersten

 

89  —

aus  an  praktische  Beispiele,  so  ist  der  zweite  Jahreskursus
  z.  B.  augenblicklich  mit  dem  Entwurf  einer
Verbindungsbahn  zwischen  der  Low  level  und  Higb
level  Station  am  Crystal  Palace  beschäftigt.

Das  Hauptgewicht  der  Schule  ruht  auf  dem
praktischen  Unterricht,  der  hier  zwei  Drittel  des
ersten  Jahreskursus  ganz  ausfüllt.  Die  Schüler
lernen  unter  Anleitung  von  Fachwerkleuten  die  Handhabung
  aller  Wertzeuge  des  Tischler-,  Schlosser-,
Metallgießer=  und  Maschinenbaugewerbes.  Sie  stellen
dabei  keine  beliebigen  Uebungsstücke  oder  zusammenhanglosen
  Maschinentheile  her,  sondern  halten  sich
an  ganz  bestimmte  Aufgaben;  in  der  Regel  wird  in
jedem  Kursus  eine  kleinere  Dampfmaschine  fix  und
fertig  von  Anfang  bis  zu  Ende  ausgeführt.  Auch
die  Zeichenübungen  beziehen  sich  auf  solche  gerade
vorliegenden  Aufgaben.  «

Auf  die  Betheiligung  an  diesen  praktischen
Arbeiten  sind  auch  hauptsächlich  die  Kolonialschüler
angewiesen,  und  es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß
sie  in  dieser  Beziehung  eine  ausgezeichnete  Schulung
auf  der  Anstalt  genießen.  Die  geringe  Schülerzahl

(augenblicklich  etwa  90,  welche  sich  auf  sechs  Kurse

vertheilen)  ermöglicht  eine  ganz  individuelle  Behandlung
  jedes  Einzelnen,  welche  nach  Aussage  des  Direktors
  sich  ganz  besonders  auch  auf  die  Kolonialschüler
  erstreckt.  Diese  werden  immer  nach  ihren
Einzelwünschen  und  in  Anbetracht  der  für  sie  gerade
vorliegenden  besonderen  Bedingungen  unterrichtet.

Obgleich  nicht  eigentlich  in  das  Ingenieurgebiet
gehörend,  verdient  doch  noch  eine  Anstalt  in  diesem
Zusammenhange  erwähnt  zu  werden,  welche  lediglich
die  Vorbereitung  von  Kolonisten  im  Auge  hat  und
ausschließlich  für  diese  Zwecke  gegründet  ist.  Es  ist
das  Colonial  College  in  Hollesley  Bay,  Suffolk,
zur  Ausbildung  von  Landwirthen  für  die  Kolonien
bestimmt.  Auch  dieses  Institut  ertheilt  vorwiegend
praktischen  Unterricht,  welcher  den  Umständen  entsprechend
  auch  Fächer  des  Ingenieurwesens,  wie
Vermessen,  Nivelliren,  Bewässerung  2c.  einschließt
und  ihm  verwandte  Gewerbe,  wie  Schlosserei,
Schmieden,  Tischlerei  2c.  mit  umfaßt.  Aehrliche
Ackerbauschulen  für  Kolonisten  bestehen,  wie  mir  mitgetheilt
  wird,  in  England  noch  zwei  oder  drei,  doch
reicht  ihre  Bedeutung  nicht  an  die  des  Colonial
College  in  Hollesley  Bay  heran.

—

Jabresbericht  von  Lagos  für  1890.

Der  als  Parlamentsbericht  im  November  1897
gedruckte  Jahresbericht  von  Lagos  für  1896  enthält
folgende  statistische  Uebersicht  über  die  Einkünfte  der
Kolonie  aus  den  letzten  zehn  Jahren:

Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.

1887  51  344  1892  68  421
1888  57057  1893.  115  317
1889  57  633  1894.  137  017
1890  56340  1895.  142  019
1891  .  .  78624  1896.  179745
        <pb n="130" />
        —  90

Dabei  muß  berücksichtigt  werden,  daß  der  Spirituszoll
  bis  März  1891  6  d  für  die  Gallone  betrug,
von  da  bis  zum  22.  Juni  1892  8  d,  dann  bis  zum
Dezember  1895  auf  1  8  und  für  1896  auf  2  8  erhöht
  wurde.  Der  Transitzoll  auf  Spirituosen  nach
Porto  Novo,  welcher  im  Oktober  1895  auf  2  8  für
die  Gallone  erhöht  war,  wurde  im  Berichtsjahre
wieder  auf  1¼  d  pro  Gallone  herabgesetzt.

Die  Gesammtaktiva  der  Kolonie  betrugen  am
31.  Dezember  1895  54  146  Pfd.  Sterl.  Die  Einnahmen
  betrugen  für  das  Berichtsjahr  179  745  Pfd.
Sterl.  9  8  9  d  und  die  Ausgaben  168  444  Pfd.  Sterl.
17  8  74,  so  daß  sich  am  31.  Dezember  1896  die
Gesammtaktiva  auf  65  447  Pfd.  Sterl.  erhöhten.
Die  wirklichen  Einnahmen  haben  nur  um  ein  Geringes
den  auf  178  135  Pfd.  Sterl.  veranschlagten  Betrag
überstiegen;  hierzu  hat  nicht  unwesentlich  die  im
Oktober  1895  von  1  8  auf  2  8s  erfolgte  Erhöhung
des  Spirituszolles  beigetragen;  es  sind  infolgedessen
im  Jahre  1896  486  572  Gallonen  weniger  als  in
dem  Vorjahre  eingeführt  worden.

Die  Ausgaben  waren  auf  200  439  Pfd.  Sterl.
veranschlagt  worden,  beliefen  sich  jedoch  eigentlich
nur  auf  160  439  Pfd.  Sterl.,  da  der  Betrag  von
40  000  Pfd.  Sterl.  durch  eine  besondere  Anleihe  für
den  Bau  der  Brücken  und  der  Eisenbahn  aufgebracht
wurde.  Die  wirklichen  Ausgaben  überstiegen  diesen
Betrag  um  8000  Pfd.  Sterl.

Einem  Bedürfniß  entsprechend,  ist  am  1.  Januar
des  Berichtsjahres  die  Trennung  der  Civilpolizei  von
der  Haussatruppe  durchgeführt  worden  und  die  erstere
nunmehr  unter  einem  besonderem  Commissioner  dem
Gouverneur  direkt  unterstellt.  Der  weiteren  Ausbildung
  derselben  wird  eine  ganz  besondere  Fürsorge
gewidmet.

Für  öffentliche  Bauten  waren  in  dem  Etat
78  739  Pfd.  Sterl.  angesetzt,  doch  wurden  bloß
38  758  Pfd.  Sterl.  thatsächlich  verwandt,  da  der  für
die  Brücken  und  die  Eisenbahn  mit  40  000  Pfd.
Sterl.  angesetzte  Betrag  in  der  Gesammtsumme  einbegrifsen
  ist.  Es  wurden  ein  neues  Schatzhaus,
Wohnungen  für  die  europäischen  Krankenschwestern,
ein  neues  Hospital  und  Ziegeleien  in  Ebute  Metta
angelegt.  Die  Ueberbrückung  von  Lagos-Insel  und
dem  Festland  geht  nur  langsam  vorwärts;  die  Länge
der  Strecke  zwischen  Lagos-Insel  und  Iddo-Insel
beträgt  2104  Fuß,  von  letzterem  Platz  bis  nach
Ebute  Metta  917  Fuß.  Von  Iddo-Insel  an
soll  die  Brücke  gleichzeitig  zu  einer  Eisenbahnbrücke
erweitert  werden,  da  bei  Iddo-Insel  die  Eisenbahn
beginnen  soll.  Erst  im  Dezember  1896  langten  zwei
Kontraktor-Lokomotiven  für  den  Bahnbau  an,  und
Ende  Dezember  waren  erst  einige  Hundert  englische
Yards  Schienen  gelegt.  Jetzt  hat  der  Bau  schon
den  Ilofluß  überschritten,  und  mit  der  Strecke  zwischen
Ota  und  Abeokuta  wird  schon  begonnen.  Die  Ausgaben
  für  den  Brückenbau  betrugen  während  des
Jahres  37  546  Pfd.  Sterl.,  für  die  Eisenbahn
31  626  Pfd.  Sterl.

 

Ein  statistischer  Nachweis  der  Bevölkerungszahl
der  ganzen  Kolonie  läßt  sich  noch  nicht  geben;  für
die  Insel  Lagos  und  den  bisher  unter  Verwaltung
genommenen  Theil  des  Festlandes  beträgt  die  Zahl
33  500,  darunter  150  Europäer.  Geburten  sind  im
Ganzen  1545  registrirt,  davon  entfallen  348  auf  die
christliche,  1012  auf  die  mohammedanische  Religion,
185  auf  Heiden.

In  gesundheitlicher  Beziehung  war  das  Berichtsjahr
  ein  recht  ungünstiges,  obwohl  die  Zahl  der
Todesfälle,  1702  gegen  1775  im  Jahre  1895,
abgenommen  hat.  Das  ergiebt  einen  Prozentsatz  von
52  auf  1000,  während  in  England  das  gleiche  Verhältniß
  bloß  19,42  auf  1000  beträgt.  Besonders
beträchtlich  ist  die  Sterblichkeit  der  Kinder,  623  Todesfälle
  von  Kindern  unter  einem  Jahre  sind
registrirt.  Von  den  150  Europäern  starben  28,
darunter  sechs  Gouvernementsbeamte,  die  namentlich
aufgeführt  sind;  es  wird  besonders  hervorgehoben,
daß  sich  diese  sämmtlichen  Personen  im  besten  Mannesalter
  befanden  und  vor  ihrer  Anstellung  auf  ihre
Tropendiensttauglichkeit  ärztlich  untersucht  waren.
Von  den  16  Todesfällen  des  Jahres  1895  stand
nur  einer  in  persönlicher  Beziehung  zu  dem  Gouvernement,
  derjenige  der  Gemahlin  des  Gouverneurs,
Lady  Carter.  1894  betrug  die  Gesammtzahl  der
Todesfälle  unter  den  Enropäern  23,  darunter  nur
zwei  Gouvernementsbeamte;  in  der  Zeit  vom  17.
November  1888  bis  zum  1.  Jannar  1894  traten
dagegen  unter  den  Gouvernementsbeamten  nur  im
Ganzen  zwei  Todesfälle  im  Jahre  1892  ein.  Wenngleich
  der  Berichterstatter  das  Jahr  1896  ein  ausnahmsweise
  schlechtes  Jahr  nennt,  so  bedauert  er,
auch  für  das  Jahr  1897  bis  zum  10.  September
schon  18  Todesfälle  unter  den  Europäern,  darunter
sechs  Gouvernementsbeamte,  konstatiren  zu  müssen.

Die  einzige  selbständige  Bankfirma  der  Kolonie
ist  die  Bank  of  British  West  Africa,  welche  sich  als
sehr  wohlthätig  und  nützlich  erweist.  Sie  hat  namentlich
  dem  kleinen  Handelsmann  geholfen,  da  sie  Geld
gegen  Produkte  vorschießt.  In  der  Gouvernementssparbank
  waren  9248  Pfd.  Sterl.  deponirt  gegen
7157  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895.

Für  mohammedanische  Kinder  ist  durch  den  Einfluß
  Dr.  Blydens  eine  Schule  gegründet,  die  80
Schüler  zählte;  sie  steht  jetzt  unter  der  Leitung  des
englischen  Schulinspektors  Mr.  Henry  Caß.  Die
achte  jährliche  Konkurrenzausstellung  für  Schülerarbeiten
  war  größer  als  die  früheren,  da  fünf  neue
Gegenstände  in  den  Lehrplan  mit  aufgenommen  waren:
Stenogrophie,  Holzschnitzen,  Weben,  Strohflechten,
Tischlerei  und  Schmiedearbeiten.  Von  454  ausgestellten
  Arbeiten  gegen  329  im  Jahre  1895,  an
welchen  18  Schulen  gegen  14  im  Jahre  1895  betheiligt
  waren,  wurden  fünf  durch  Preise  ausgezeichnet.
In  dem  Etat  von  Lagos  waren  für  Schulzwecke  im
Ganzen  1196  Pfd.  Sterl.  19  8  ausgesetzt,  neben
eimem  von  dem  Gouvernement  für  das  Rebecca  Hussey
        <pb n="131" />
        91

Charity  Institut  besonders  ausgeworfenen  Betrage
von  500  Pfd.  Sterl.  zu  seiner  Vergrößerung.

Die  Einfuhr  des  Jahres  1896  betrug  881  696
Pfd.  Sterl.  gegen  771  843  im  Jahre  1895.  Haupteinfuhrartikel
  waren  gewöhnliche  Baumwollenstoffe,
im  Ganzen  im  Werthe  von  350  000  Pfd.  Sterl.
An  Spirituosen  wurden  1  224  041  Gallonen  im
Werthe  von  58  059  Pfd.  Sterl.  eingeführt;  der
Werth  der  eingeführten  Tabake  und  Cigarren  wird
dagegen  auf  16  922  Pfd.  Sterl.  und  der  der  Weine
auf  nur  2939  Pfd.  Sterl.  geschätzt.

Im  Jahre  1888  betrug  der  Werth  der  Einfuhr
bloß  416  329  Pid.  Sterl.,  auf  welche  Summe  die
Spirituosen  allein  mit  65  689  Pfd.  Sterling  in  Anrechnung
  kommen.  Abzüglich  der  Spirituosen  ergiebt
sich  also  von  dem  Jahre  1888  bis  1896  eine  Zunahme
  der  Einfuhr  im  Werthe  von  350  641  Pfd.
Sterl.  auf  823  037  Pfd.  Sterl.

Die  Ausfuhr  betrug  975  263  Pfd.  Sterl.  gegen
985  595  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895.  Hiervon  entfallen
  auf  Palmöl  159  150  Pfd.  Sterl.  und  auf
Palmkerne  343  206  Pfd.  Sterl.,  während  die  verhältnißmäößig
  noch  junge  Rubberindustrie  347  721
Pfd.  Sterl.  einbrachte.  Im  Uebrigen  enthält  eine  in
dem  Bericht  befindliche  Tabelle  eine  statistische  Uebersicht
  über  den  Umfang  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  in
den  letzten  zehn  Jahren.  Danach  ist  der  Gesammthandel
  der  Kolonie  seit  dem  Jahre  1887  von
880  941  Pfd.  Sterl.  auf  1  856  959  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1896  gestiegen.

Die  botanische  Station  in  Ebute  Metta,  welche
ein  Stück  ihres  Terrains  zur  Eisenbahn  hat  hergeben
müssen,  wird  in  die  Nähe  von  Ibadan  verlegt  werden.
  Dort  wird  sodann  ein  europälischer  Leiter  eingesetzt
  werden,  während  der  alte  Garten  einem
Assistenten  unterstellt  bleibt.

Um  der  ziemlich  beträchtlichen  Konkurrenz  von
Porto  Novo  und  Kotonou  zu  begegnen,  wird  geplant,
die  im  Hafen  von  Lagos  befindliche  Sandbank  fortzuschaffen
  und  sodann  den  Hafen  durch  einen  Kanal
mit  der  See  zu  verbinden.  Gegenwärtig  befindet
sich  bereits  ein  Sachverständiger  in  Lagos,  der  an
diesem  Projekt  arbeitet;  der  Berichterstatter  spricht
die  Hoffnung  aus,  daß  die  hierzu  erforderlichen  beträchtlichen
  Auslagen  die  Mittel  der  Kolonie  nicht
übersteigen  werden.

 

Britisch-Neu-Guinea.
(Vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.  7.)

Dem  Parlament  in  Queensland  ist  ein  Jahresbericht

  über  Britisch-Neu-Guinea  für  die  Zeit  vom
1.  Juli  1895  bis  30.  Juni  1896  vorgelegt  worden,
dem  wir  Folgendes  entnehmen:
Die  Berichte  der  einzelnen  Bezirksbeamten  lauten
im  Allgemeinen  günstig;  namentlich  loben  einzelne
die  größere  Bereitwilligkeit  der  Eingeborenen,  die
Beamten  in  der  Verfolgung  und  Bestrafung  von
Verbrechen  und  Vergehen  zu  unterstützen.

 

Der  Administrator,  Sir  William  Mac  Gregor,
berichtet  von  seinen  Dienstreisen,  daß  er  an  einigen
Plätzen  Strafzüge  gegen  unbotmäßige  Stämme  unternehmen
  mußte;  jedoch  hebt  er  hervor,  daß  sich  die
Eingeborenen  theilweise  schon  einem  mehr  civilisirten
Leben  nähern,  indem  sie  bekleidet  gehen,  sich  als
Arbeiter  anwerben  lassen  rc.

Als  Eingeborenen-Polizeitruppe  hat  jeder
Bezirksbeamte  eine  ständige  Abtheilung  von  6  bis
11  Mann  zu  seiner  Versügung.  Im  Ganzen  war
die  Truppe  etwa  80  Mann  stark,  wovon  etwa  60
auf  8  Stellen  vertheilt  waren,  während  der  Rest
eine  Patrouillenabtheilung  bildete,  die  alle  Bezirke
besuchte.  Die  Truppe  erfreut  sich  eines  guten  Gesundheitszustandes
  und  gewinnt  ständig  an  Ansehen,
Selbstvertrauen  und  Thatkraft.

Goldfunde:  An  der  Nordostküste  (Gegend  des
Clyde=  oder  Mambareflusses)  waren  während  des
Jahres  etwa  8  Goldsucher  thätig.  Die  Insel  Murna
(Woodlark  Island)  im  Südostbezirk  wurde  zum
öffentlichen  Goldfeld  erklärt.  20  bis  30  Goldsucher
arbeiteten  daselbst  mit  befriedigendem  Erfolg,  desgleichen
  18  auf  der  Insel  Misima,  auf  Tagula
(Südost  Island)  nur  etwa  10,  da  die  Eingeborenen
dort  schon  selbst  Goldwäscherei  betreiben  und  den
Fremden  Konkurrenz  machen.  Auf  derselben  Insel
hat  indessen  eine  Gesellschaft  mit  den  Vorarbeiten
für  bergmännischen  Abbau  des  Goldes  begonnen.
Aus  dem  Gefängnisse  von  Port  Moresby  wurden
etwa  50  Gefangene  dieser  Gesellschaft  zur  Verfügung
gestellt,  um  zunächst  einen  Weg  von  der  Küste  nach
dem  Bergwerk  zu  bauen.  Die  Gesellschaft  war  für
die  Bewachung  und  den  Unterhalt  der  Gefangenen
verantwortlich.

Vom  Missionswesen  bespricht  der  Bericht
namentlich  die  Wichtigkeit  der  Ein=  und  Durchführung
  der  englischen  Sprachlehre  in  der  Kolonie;
die  Wesleyanische  Mission  soll  in  dieser  Beziehung
thätiger  sein  als  die  London  Missionary  Society;
es  wird  geklagt,  daß  letztere  meist  mit  Lehrern  unterrichtet,
  die  selbst  nicht  die  englische  Sprache  verstehen.
Bezüglich  der  Eingeborenen  -Sprachen  wird  die
Herausgabe  eines  Werkes  des  Dr.  Lawes  über  den
Motudialekt  (Papuanische  Sprache)  erwähnt,  welches
eine  Grammatik  und  ein  Wörterbuch  umfaßt.  Besonders
  hervorgehoben  wird  ein  originelles  Lehrsystem
  eines  Mr.  Abel  auf  der  Station  Kwato,
welcher  seine  Schüler  einen  englischen  Auszug  aus
den  in  ihrem  Bezirk  geltenden  22  Gesetzen  auswendig
  lernen  läßt,  indem  sie  auf  die  nothwendigsten
  Verhaltungsmaßregeln  unter  einander  und  gegen
andere,  die  Regierung  r2c.  aufmerksam  gemacht  werden.
Sie  lernen,  daß  der  Meineid  verboten  ist,  daß  Verträge
  nicht  gebrochen  werden  dürfen,  daß  Wege  anzulegen,
  Kokosnüsse  anzupflanzen  sind  2c.  Geklagt
wird  über  den  unregelmäßigen  Besuch  der  Schulen.
Hiergegen  wird  eine  Verordnung  vorbereitet,  die
zunächst  den  Missionaren  zur  Begutachtung  vorgelegt
  ist.  Im  Uebrigen  beschränkt  sich  die  Missions-
        <pb n="132" />
        thätigkeit  fast  noch  ganz  auf  die  Küste;  nur  die
Heilige-Herz-Jesu-Mission  ist  etwa  20  Meilen  weit
ins  Innere  eingedrungen.

Jür  die  Eingeborenen  sind  drei  Verordnungen
erlassen,  betreffend  die  Offenhaltung  der  Wasserläufe
und  Wege  sowie  den  Schutz  der  Bäume,  von  denen
Gummi  und  Guttapercha  gewonnen  wird.

Ein=  und  Ausfuhr:  Die  Einfuhrstatistik  zeigt
insgesammt  eine  weitere  Zunahme  von  über  6000  Pfd.
Sterl.  Der  Gesammtwerth  der  Einfuhr  in  den  drei
Häsen  Samarai  (Ostbezirk),  Port  Moresby  (Centralbezirk)
  und  Daru  (Westbezirk)  beträgt  34  521  Pfd.
Sterl.  gegen  28  367  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894/95.
Im  Einzelnen  ist  zu  ersehen,  daß  nur  die  Einfuhr
von  Samarai  bedeutend  gestiegen  ist,  von  12  079  Pfd.
Sterl.  im  Jahre  1894.95  auf  20f912  Pfd.  Sterl.
im  Berichtsjahr,  so  daß  die  Abnahme  der  Einfuhr
in  den  beiden  anderen  Häsen  noch  bei  Weitem  gedeckt
  ist.  Auch  die  Ausfuhr  ist  um  über  3000  Pfd.
Sterl.  gestiegen,  von  16  215  Pfd.  Sterl.  im  Jahre
1894/95  auf  19  401  Pfd.  Sterl.  im  Berichtsjahre.
Die  Goldausfuhr,  soweit  deklarirt,  betrug  4735  Pfd.
Sterl.  (mehr  als  das  Doppelte  des  Vorjahres).  An
Perlmuscheln  wurden  für  2371  Pfd.  Sterl.  (gegen
3005  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahr)  ausgeführt,  an
Sandelholz  524  Tonnen  im  Werthe  von  4035  Pfd.
Sterl.  ausgeführt,  an  Trepang  929  Pid.  Sterl.

Auch  Gummi  verspricht  eine  Zunahme  der  Ausfuhr;
  für  das  Berichtsjahr  belief  dieselbe  sich  bereits
auf  609  Pfd.  Sterl.

Dagegen  hat  die  Ausfuhr  von  Kopra  eine
weitere  Abnahme  erfahren,  während  die  Ausfuhr  im
Jahre  1893/94  450  Tonnen  im  Werthe  von
2885  Pfd.  Sterl.  betragen  hatte,  verringerte  sie  sich
im  Jahre  1894/95  bereits  auf  427  Tonnen  im
Werthe  von  2830  Pfd.  Sterl.  und  im  Berichtsjahre
auf  381  Tonnen  im  Werthe  von  2748  Pfd.  Sterl.
Mit  24  Pfd.  Sterl.  erscheinen  Schwämme  in  der
Liste  der  Ausfuhrgegenstände.  Dieselben  werden
hauptsächlich  in  den  Lagunen  der  bisher  unbewohnten,
neuerdings  verpachteten  „Conflict  Gronp“  (Südostoder
  Louisiadenbezirk)  gewonnen.

Einnahmen  und  Ausgaben  der  Kolonie.
Die  Einnahmen  beliefen  sich  im  Berichtsjahre  auf
6547  Pfd.  Sterl.  gegen  5109  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1894/95;  die  ordentlichen  Ausgaben  balanzirten
  mit  dem  von  den  drei  beitragepflichtigen  Kolonien
  Ausstraliens  ausgeworfenen  Betrage  von
15  000  Pfd.  Sterl.  wie  seit  dem  Jahre  1890,/91.
Die  Kosten  für  die  Unterhaltung  des  Dampfers
„Merrie  England“  betrugen  wie  im  Vorjahre  nach
Abzug  der  Einnahmen  von  ca.  300  Pfd.  Sterl.
rund  7000  Pfd.  Sterl.,  wovon  die  Kais.  Regierung
in  England  3000  Pfd.  Sterl.  beiträgt,  der  Rest
aus  dem  vorerwähnten  Beitrag  der  Australischen
Kolonien  gedeckt  wird.  Bei  einem  Kohlenverbrauch
von  714  Tonnen  auf  15  708  engl.  Meilen,  die  der
Dampfer  zurücklegte,  entfallen  22  Meilen  auf  eine
Tonne  Kohlen.

 

Verschiedenes:  Auf  S.  86  befindet  sich  ein
genauer  Bericht  über  ein  Eingeborenenbegräbniß  und
die  dabei  üblichen  Gebräuche.  Der  Leichnam  wird
als  Krieger  bemalt  und  mit  Eingeborenenschmuck  belegt.
  Auch  wird  geschildert,  in  welcher  Weise  ferner
die  Eingeborenen  von  Neu-Guinea  dem  Todtenkultus
huldigen.

Ein  ehrender  Nachruf  wird  dem  verstorbenen
bekannten  Botaniker  Baron  Ferdinand  von  Müller
zu  Theil.  Auf  S.  92  haben  die  letzten  Aufzeichnungen
  von  ihm  Platz  gefunden,  welche  sich  auf  die
von  ihm  besonders  gründlich  erforschte  Flora  von
Neu-Guinea  beziehen.

Zum  Schlusse  wird  der  Ankunft  der  Ueberreste
der  Ehlersschen  Expedition  gedacht.  Der  Berichterstatter
  hat  seine  Angaben  dem  im  Kolonialblatt
veröffentlichten  Berichte  des  früheren  Landeshauptmanns
  Rüdiger  entnommen.

Perschiedene  Mittheilungen.

Leminar  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin.

Im  Seminar  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin
werden  im  Sommersemester  1898  neben  Euaheli
auch  die  Herero=  und  Haussasprache  gelehrt  werden.
Das  soeben  erschienene  Verzeichniß  der  Vorlesungen
und  Uebungen  zählt  außer  den  Kursen  in  Suaheli
einen  wöchentlich  zweistündigen  Anfängerkursus  in
der  Hererosprache  (Südwestafrika)  und  einen  wöchentlich
  fünfstündigen  Kursus  in  der  für  unsere  anderen
westasrikanischen  Kolonien  wichtigen  Haussasprache  auf.
Von  den  sonstigen  Sprachen,  welche  auf  dem  Seminar
gelehrt  werden,  kommen  für  unsere  Kolonien  noch
Arabisch  und  Guzerati  —  beides  für  Ostafrika  —
in  Betracht.  An  nicht  sprachlichen  Vorlesungen  und
Uebungen  sind  besonders  hervorzuheben:  Praxis  der
geographisch-astronomischen  Ortsbestimmungen,  Tropenhygiene,
  Vegetation  Ostafrikas,  Landeslunde  der
deutschen  Kolonien.

prüfung  und  Werthbestimmung  einer  probe  Fesamsaat
aus  Togo.

Der  „Tropenpflanzer“  Nr.  2  bringt  von  Prof.
Dr.  H.  Thoms  Folgendes:

Ein  Export  von  Sesamsaat  aus  Togo  hat  bisher
nicht  stattgefunden.  Es  war  daher  von  Interesse,
zu  untersuchen,  welches  der  Oelgehalt  von  in  Togo
produzirter  Sesamsaat  war,  und  ob  die  Qualität
dieses  Oeles  den  guten  Handelsmarken  Sesamöl
gleichkommt.

Diese  Frage  ist  auf  Grund  meiner  Untersuchung
  zu  bejahen.

Nach  Shinn  läßt  sich  aus  den  Samen  durch
Pressung  48  pCt.  Oel  gewinnen.  Flückiger  sand
durch  Extraktion  von  Sesamsaat  mit  Aether  56,33
pCt.  Oel.
        <pb n="133" />
        —  93

Die  mir  übersandte  Probe  Samen  aus  Togo
lieferte  bei  der  Extraktion  mit  Aether  und  nachfolgender
  Reinigung  mit  Petroleumbenzin
53,27  pCt.  Oel.

Für  die  Qualität  eines  Sesamöles  sprechen  die
Säure=  und  Esterzahl,  bezw.  Verseifungszahl,  sowie
die  Hüblsche  Jodzahl  und  das  spezifische  Gewicht.
Diese  sämmtlichen  Zahlen  bewegen  sich  in  den  Grenzen,
wie  man  sie  für  ein  gutes  Sesamöl  festgestellt  hat.
Die  nachfolgende  Zusammenstellung  erläutert  dies:

 

 

 

 

 

*  Sesamöl

Gutes  Sesamöl  aus  Togo

Spez.  Gewicht  0,921—0,924  (Benedikt  0,)918  bei

bei  15%  und  Wolfbauer)  20%.
Säurezahl.  —  2,92
Esterzahl  ...  —  189,84
Verseifungszahl  192—193  (Thörner)  192.76

106  (Hübl)

Jodzahl  106  4—109  (Filsinger)  106,9

Auch  die  Baudouinsche  Reaktion,  welche  als
charakteristisch  für  das  Sesamöl  angeführt  wird,  giebt
das  Sesamöl  aus  Togo  ausgezeichnet.  Diese  Reaktion
  wird,  wie  folgt,  ausgeführt:  Man  übergießt
0,05  g  Zucker  mit  Salzsäure  von  23°%  Bé  (D=  118)
und  schüttelt  mit  dem  doppelten  Volumen  Oel.  Es
tritt  nach  Kurzem  eine  schöne  rothe  Färbung  ein.

Aus  der  vorstehenden  Untersuchung  geht  zur
Genüge  hervor,  daß  die  Sesamsaat  aus  Togo  als
Material  für  die  Gewinnung  von  gutem  Sesamöl
mit  Vortheil  benutzt  werden  kann.

—  .  —  —

Ueber  Rolakultur

schreibt  Dr.  O.  Warburg  im  „Tropenpflanzer":

Die  als  Anhalt  für  die  Kultur  des  Kolabaumes
dienenden  Materialien  waren  bisher  nur  spärlich  in
der  Litteratur  vertreten,  um  so  erfreulicher  ist  es,
daß  wir  jetzt  in  der  Lage  sind,  mit  Erlaubniß  des
Auswärtigen  Amtes  einen  von  Herrn  Lieutenant
R.  Plehn  erstatteten  Bericht  über  die  in  den  Jahren
1896/97  bei  der  Station  Misahöhe  gemachten  Anbauversuche
  der  Kolanuß  hier  veröffentlichen  zu  können.
Wenngleich  sich  der  Bericht  natürlich  nur  mit  den
Ansängen  der  Kolakultur  beschäftigen  kann,  so  unterliegt
  es  doch  keinem  Zweifel,  daß  hier  die  Grundlogen
  geschaffen  werden  für  einen  rationellen  Kola-Plantagenbau,
  und  die  einzige  Befürchtung,  die  ich
nicht  unterdrücken  kann,  ist  die,  daß  die  Station
Misahöhe  vielleicht  zu  südlich  liegt  für  nutzbare
Kolakultur.  In  dem  Hinterland  der  Goldküste  fand
der  französische  Reisende  Binger  die  ersten  sterilen
Kolabäume  bei  Koransa  (8°  5)  in  Nord-Aschanti
und  bei  Grumania  (8°5)  im  Annogebiet,  die  ersten
tragenden  ebendaselbst  bei  Kamelinso  (7°  50°)  und
die  letzten  schon  bei  Attakru  (7°);  Misahöhe  liegt

 

aber  noch  etwas  südlich  vom  siebenten  Grad.“")  Daß
die  klimatischen  Verhältnisse  ähnlich  sind  wie  in  den
westlicheren  englischen  Gegenden,  beweist  die  Kultur
der  Kolanuß  in  der  Landschaft  Tapa  unter  7°  307,
also  genau  dem  Hauptcentrum  der  Kolakultur  in
Aschanti  entsprechend.  Ich  möchte  deshalb  glauben,
daß  gerade  diese  Gegend  vor  Allem  ins  Auge  gefaßt
werden  sollte,  zumal  da  die  geringe  Entfernung  vom
Volta  einen  billigen  Transport  des  Produktes  gewährleistet.


Erfreulich  ist  die  geringe  Empfindlichkeit  des
Baumes  gegen  Belichtung  und  Bodenverschiedenheiten,
auch  die  durch  das  Aufgehen  der  auf  dem  Markte
in  Kete  Kratji  gekauften  Kolanüsse  erwiesene  lange
Keimungsfähigkeit  dürfte  der  Kultur  zu  gute  kommen;
im  hohen  Grade  auffallend  ist  aber  die  von  mir
konstatirte  Thatsache,  daß  sogar  die  in  dem  gewöhnlichen
  Prozeß  der  Erntebereitung  ihrer  dünnen  Samenhaut
  beraubten  und  dann  einen  monatelangen  Transport
  nach  Europa  und  Lagerung  in  Hamburg
durchmachenden  Kolanüsse  ihre  Keimkraft  nicht  verlieren,
  wie  die  dem  botanischen  Garten  in  Berlin
von  mir  im  vorigen  Jahre  übergebenen  frischen  Nüsse
deutlich  gezeigt  haben.  Es  ist  also  eine  leichte  Sache,
sich  gute  Kolanuß--Qualitäten  zur  Anzucht  zu  verschaffen,
  man  kauft  eben  einfach  das  beste  Marktprodukt
  in  den  ersten  afrikanischen  Exportplätzen  für
frische  Kola;  zur  Weiterführung  der  Plantage  dürfte
sich,  um  Degeneration  in  weniger  geeigneten  Gegenden
  zu  verhüten,  Stecklingszucht  bewähren,  mit  gelegentlicher
  Wiedereinführung  neuen  Saatgutes.  Dies
bezieht  sich  natürlich  nur  auf  die  fürs  Erste  hauptsächlich
  in  Aussicht  zu  nehmende  Kolakultur  für  den
Konsum  der  Afrikaner.  Will  man  hingegen,  was
ich  aber  nicht  unbedingt  befürworten  möchte,  für  den
Export  nach  Europa  Kola  kultiviren,  so  kommt  es
nicht  sowohl  auf  die  bei  den  Eingeborenen  als  Kaumittel
  beliebten  Sorten  an,  sondern  auf  möglichst
coffeinreiche  Sorten.  Während  die  Kolanüsse  für  den
afrikanischen  Konsum  frisch  auf  den  Markt  gebracht
werden,  am  besten  wohl  stets  in  der  landesüblichen
Verpackung,  dürfte  es  für  den  Kolaexport  nach  Europa
vortheilhaft  sein,  die  in  die  einzelnen  Keimlappen
zerlegten  Nüsse  an  der  Sonne  zu  trocknen,  hingegen
nicht  über  Feuer  zu  dörren,  da  durch  den  Röstprozeß
nachweislich  viel  Coffein  verloren  geht.

Die  Bedeutung  der  Kolanuß  für  Europa  besteht
darin,  daß  die  Kolanuß  der  billigste  bisher  bekannte
Coffeinlieferant  ist  und  event.  noch  billiger  werden
kann;  sie  wird  deshalb  vor  Allem  als  Kaffeesurrogat
oder  als  Verbesserungsmittel  anderer  Kaffeesurrogate
in  Betracht  kommen.  Augenblicklich  ist  die  Verwendung
  noch  eine  mehr  medizinische,  die  wichtigsten
bisher  gebräuchlichen  Präparate  sind:  Kolatinktur,
Kolapillen,  Kolawein,  Kolaextrakt,  Kolafluidextrakt,

*)  Andererseits  geben  aber  Baseler  Missionare  und
Dr.  Mähly  an,  daß  die  Kola  im  unteren  Voltagebiet  in
den  Gegenden  Akam  und  Akuawu  vorkomme,  also  zwischen
6230“  und  7°  301.
        <pb n="134" />
        —  94  —

Kolalikör,  Kolaessenz,  Kolaliköressenz,  Kolaschokolade,
Kolabitter,  Kolakakao,  Kolamalzkaffee,  Kolamalzextrakt,
Kolasuppenwürze,  Kolahafermehl,  Kolaeigelbereme,
Kolalimonadebonbons,  Kolasomatosetabletten,  Kolazucker,
  Koladurststiller,  die  englischen  Präparate  Kolakolo,
  Kolaphosphat  2c.,  sowie  als  Futtermittel  Kolafutterstoff.


Die  vermehrte  Bedeutung  der  Kolanuß  für  Europa
spricht  sich  namentlich  deutlich  in  den  exportirten
Kolanußquantitäten  von  Kamerun  aus;  aus  diesem
Schutzgebiete  wurden  exportirt:

1894  2  075  kg  Kolanüsse  im  Werthe  von  2013  Mk.
1895  11947  -  -  é  11319
1896  42087  OD  OD  é*  23597

Dabei  giebt  es  noch  keinerlei  Kolaplantagen  in
Kamerun,  und  bei  den  schlechten  Kommunikationsverhältnissen
  kommen  für  den  Export  nur  küstennahe
Gebiete  in  Betracht,  während  sehr  kolareiche,  im
Innern  liegende  Gebiete,  wie  z.  B.  Yaunde,  erst
später  dem  Kolahandel  erschlossen  werden  dürften.
Wenn  trotz  des  Sinkens  der  Preise  von  97  Pf.  per
Kilo  im  Jahre  1894  auf  56  Pf.  im  Jahre  1896
der  Export  um  das  Zwanzigsache  gestiegen  ist,  so  ist
damit  bewiesen,  daß  die  Produktions-,  d.  h.  Pflückund
  Transportkosten  gering  sind;  ob  freilich  Europäer
bei  Plantagenkultur  bei  so  niedrigen  Preisen  werden
auf  die  Kosten  kommen  können,  erscheint  noch  fraglich,
obgleich  der  reiche  Ertrag  der  einzelnen  Kolabäume
sowie  die  geringen  Erntebereitungskosten  Preise,  bei
denen  die  Kaffeekultur  unrentabel  wird,  noch  erträglich
erscheinen  lassen.  Immerhin  sollten,  bei  der  Unsicherheit
  der  Preislage  und  des  europäischen  Marktes,
eventuell  anzulegende  Plantagen  sich  vorerst  ausschließlich
  auf  die  Gewinnung  frischer  Kolanüsse  für
den  Konsum  in  Afrika  werfen,  da  diese  zweifellos
einen  gleichmäßigen  Absatz  haben  und  bedeutend
bessere  Preise  erzielen;  kostet  doch  z.  B.  in  Kete  Kratji,
also  ziemlich  nahe  dem  Hauptproduktionsgebiet,  eine
Last,  d.  h.  25  kg  (2000  bis  2500  frische  Kolanüsse),
etwa  25  Mark,')  so  daß  das  Kilo  immerhin  auf
1  Mark,  die  Nuß  also  auf  1  bis  11/  Pf.  zu  stehen
kommt,  und  dies  für  frische,  also  ziemlich  wasserreiche
Nüsse,  wahrend  die  obigen  Preise  für  die  Exportkola
Kameruns  sich  auf  getrocknete  und  also  bedeutend
leichtere  Nüsse  beziehen.

Zum  Schluß  mag  noch  erwähnt  werden,  daß
man  bei  Anlage  einer  Kolaplantage  nicht  vergessen
sollte,  durch  rechtzeitige  Anpflanzung  für  die  Beschaffung
  der  für  die  Verpackung  gebräuchlichen  Blätter
zu  sorgen;  es  scheinen  im  Allgemeinen  die  großen
Blätter  der  Sterculia  cordifolia  hierzu  benutzt  zu
werden,  eines  in  Westafrika  weit  verbreiteten  und
häufigen  Baumes.

——..%

*)  Die  Baseler  Missionare  geben  an,  daß  in  Salaga
eine  Last  Kolanüsse  etwa  30  Mk.  koste,  was  Binger  als
irrthümlich  ansieht,  indem  er  den  Preis  einer  Last  von
2500  Nüssen  auf  nicht  weniger  als  96  Mk.  berechnet,  so“
daß  jede  Nuß  auf  nicht  weniger  als  4  Pf.  zu  stehen  käme;
wahrscheinlich  finden  je  nach  der  Saison  und  dem  Ernteausfall
  große  Preisschwankungen  statt.

 

Der  erwähnte  Bericht  des  Lieutenants  Plehn
lautet  folgendermaßen:

Die  ersten  Anfänge  eines  rationellen  Anbaues
der  Kolanuß  wurden  in  Misahöhe  im  Frühjahr  1896
gemacht.

Erfahrungen  über  die  Art  des  Anbaues  lagen
nicht  vor.  Die  einzige  Landschaft  des  Misahöher
Bezirks,  in  der  die  edle  Kola  vorkommt,  ist  die  Landschaft
  Tapa,  die  in  bergiger  Gegend  unter  7°  307
n.  Br.  etwa  400  m  hoch  und  etwa  einen  Tagemarsch
vom  Volta  entfernt  liegt.  Der  Boden  ist  fast  ziegelrother
  reiner  Laterit.  .

Der  Anbau  der  Kola  geschieht  dort  durch  Steck—
linge,  die  regellos  meist  in  den  neuangelegten  Farmen
ausgesteckt  werden.  Die  Behandlung  der  Pflanzungen
ist  eine  sehr  rohe,  man  überläßt  die  Stecklinge  einfach
  sich  selbst,  und  die  bereits  fruchttragenden  Bäume
werden  durch  rücksichtsloses  Herunterreißen  ganzer
Aeste  bei  der  Ernte  vielfach  geschädigt.

Die  Gesammterträge  sämmtlicher  Bäume  sind
unbedeutend  und  übersteigen  im  günstigsten  Falle
kaum  20  Lasten  à  25  kg  pro  Jahr.  Die  Qualität
der  Nüsse  ist  eine  gute,  sie  werden  auf  dem  Markt
in  Kete  den  aus  Aschanti  kommenden  gleichgeschätzt.

Ein  der  Kola  überaus  ähnlicher  Baum,  der  auch
genau  geradeso  aussehende  Früchte  trägt,  kommt  in
der  Landschaft  Avatime,  etwa  einen  Tagemarsch  SW.
von  Misahöhe  (siehe  neue  Togokarte)  häufig  vor,
doch  werden  die  Früchte  desselben  von  den  Eingeborenen
  für  ungenießbar  erklärt.  Die  Haussa  nennen
sie  Goro  n’rua  (Wasserkola).

Im  Mai  1896  nun  wurden  in  Misahöhe  durch
den  Wanderlehrer  Wöckel  3500  Nüsse  gelegt.  Das
Saatgut  hatte  ich  auf  dem  Markt  von  Kete  kaufen
assen.

Die  Saatbeete  wurden  am  Fuße  des  Stationsberges
  etwa  320  m  hoch  in  der  unmittelbaren  Nähe
eines  kleinen,  beständig  fließenden  Baches  in  dessen
Alluvium  angelegt.  Es  wurden  der  Nässe  des  Bodens
halber  Dämme  von  etwa  30  cm  Höhe  und  50  cm
Breite  aufgeschüttet,  auf  ihnen  Rillen  gezogen  und  in
dieselben  die  Nüsse  dicht  aneinander  gelegt.  Sie
wurden  darauf  etwa  3  cm  hoch  mut  lockerer  Erde
bedeckt.  Für  sorgfältige  Reinhaltung  der  Beete  von
Gras  und  Unkraut  wurde  gesorgt.

Die  ersten  Keime  erschienen  nach  etwa  sechs  Wochen,
doch  keimte  das  Gros  der  Nüsse  erst  nach  etwa  drei
Monaten  und  viele  gingen  erst  nach  sechs  Monaten
auf.  Diese  so  sehr  verschiedene  Keimdauer  erklärt
sich  wohl  durch  die  größere  oder  geringere  Austrocknung
  der  Nüsse  während  des  langdauernden
Transportes  von  Aschanti  nach  Kete  und  von  dort
nach  Mifahöhe.  ç

Die  jungen  Pflänzchen  wuchsen  ungemein  üppig
und  hatten  im  Frühjahr  zum  Theil  bereits  eine  Höhe
von  etwa  30  cm  erreicht.  Die  sehr  stark  entwickelte
Pfahlwurzel  wurde  bis  40  cm  lang.  ê½

Erst  im  Februar  und  März  1897  begann  ich  mit
dem  Auspflanzen,  das  Keimresultat  war  ein  so  gün-
        <pb n="135" />
        fliges  daß  die  3500  Nüsse  2850  zum  Verpflanzen
geeignete  Pflänzchen  lieferten.

Für  die  Plantage  wählte  ich  das  der  Station
gehörige  rechte  Ufer  des  erwähnten  Baches,  der  die
Grenze  des  Stationsterrains  nach  dem  Dorse  Yo
bin  bildet.

Der  größte  Theil  des  für  die  Plantage  ausgewählten
  Landes  fällt  in  die  schmale  Niederung  des
Boches,  in  dessen  Schwemmland,  doch  wurde  auch
noch  ein  Theil  der  Höhe,  die  von  hier  aus  zur
Station  ansteigt,  mit  dazugenommen.

So  wurde  erreicht,  daß  in  der  Pflanzung,  die
ja  vornehmlich  Versuchszwecken  dienen  soll,  Boden  in
allen  Graden  von  Feuchtigkeit,  von  Nässe  bis  zur
Toockenheit,  vertreten  ist.  Auch  die  Beschattung  des
Bodens  wurde  durch  theilweises  Fortschlagen  der
Bäume  möglichst  verschiedenartig  gestaltet,  so  daß  von
dolliger  Besonnung  bis  zum  tiefen  Baumschatten  alle
Grade  der  Belichtung  vorkommen.  Der  Boden  ist
bis  auf  einige  wenige  Sandstellen  reich,  was  aus
der  Ueppigkeit  der  vorhandenen  Vegetation  hervorging.

Die  Bodenvorbereitung  geschah  zunächst  durch
Vegschaffen  des  Schilfgrases,  das  dicht  über  der  Erde
obgesichelt,  n  Haufen  zusammengeharkt  und  verbrannt
wurde.  Auf  der  freien  Fläche  wurden  in  5  bis  6  m
Verband  Plätze  von  30  bis  40  cm  im  Quadrat  umgegraben
  und  in  30  cm  Tiefe  rojolt.  In  diese  Plätze
wurde  mit  einem  spitzen  Holz  ein  trichterförmiges,
teeses  Loch  gestoßen  und  hier  hinein  die  Pflanze  gesenkt.

Als  erschwerend  für  die  Anlage  muß  hier  erwähnt
werden,  daß  ich  mit  völlig  rohen,  ungeschulten  Leuten
arbeitete,  die  ich  erst  mühsam  anlernen  mußte,  und
dah  mir  keinerlei  europäisches  Personal  zur  Verfügung
sind.  Gerade  diese  ersten  Pflanzen  sind  daher  nicht
besonders  sorgsältig  behandelt  worden.  Als  weiterer
unginstiger  Umstand  kam  hinzu,  daß  nach  dem  Aus-Panzen
  der  Regen  über  14  Tage  lang  völlig
aussetzte.

Die  Folge  war,  daß  bei  einem  großen  Theil  der
Planzen  die  Blätter  vertrockneten,  so  daß  ich  die
Anlage  bereits  verloren  gab.  Zu  meiner  Freude
tieben  sie  jedoch  nach  dem  ersten  Regen  an  den
Vlonwinkeln  neue  Knospen  und  begrünten  sich  bald
wieder  völlig,  so  daß  kaum  eine  Pflanze  zu  Grunde
ng,  wenn  auch  ihr  Wachsthum  erheblich  verlangsamt
wurde.  Es  mag  dies  als  Beweis  gelten  für  die
Koße  Vegetationskraft  und  Zähigkeit  der  Kola.

Ic  legte  nun  im  Frühjahr  1897  noch  zwei
Soatbeete  mit  zusammen  3630  Nüssen  in  derselben
äie  an  wie  das  erste  Saatbeet,  nur  wurden  die
Msse  in  den  Rillen  etwas  weiter  (etwa  8  bis  10  cm)
doneinander  entfernt  gelegt,  da  bei  zu  dichtem  Stande
de  Pflänzlinge  beim  späteren  Ausheben  sehr  leicht

letungen  der  Wurzeln  vorkommen.

Es  wurden  außerdem  noch  1400  Nüfsse  direkt  in
der  Plantage  ausgelegt  und  zwar  in  Rajollöchern

don  30  em  im  Quadrat.  Von  diesen  Nüssen  war

am  18.  Juni  bereits  ein  Theil  gut  aufgegangen.
Es  siecten  somit  zur  Zeit  meines  Fortganges  von

95

 

Misahöhe  7380  Stück  Kola  als  Nüsse  und  Pflanzen
in  der  Erde.

Hierzu  kamen  1000  Nüsse  in  Ametshove  und
1500  in  Worawora,  die  ich  den  dortigen  Missionsstationen
  zum  Ausstecken  übersandte  und  die,  wie  ich
hörte,  gut  ausgegangen  sind.  Der  Misahöhe-Bezirk
wies  somit  am  18.  Juni  1897  in  Summa  9880
Stück  ausgepflanzte  Kola  auf.

Eine  Vergrößerung  der  Misahöher  Plantage  wurde
von  meinem  Nachfolger  in  der  Stationsleitung,  Herrn
Premierlieutenant  Wegner,  eifrig  in  Angriff  genommen.


Was  die  geringen  Erfahrungen  betrifft,  die  ich
in  der  kurzen  Zeit  in  Bezug  auf  die  Kolakultur
machen  konnte,  so  scheint  mir  die  Kola  einerseits  eine
ausgesprochene  Lichtpflanze  zu  sein  und  andererseits
einen  reichen,  frischen  bis  feuchten  Boden  zu  bevorzugen.
  Fortzukommen  scheint  sie  auf  fast  allen  Bodenarten,
  doch  gedeiht  sie  schlecht  im  dichten  Schatten.

Den  weiteren  Betrieb  der  Plantage  hatte  ich  mir
folgendermaßen  gedacht:

Um  den  Betrieb  durch  Vermeidung  des  kostspieligen
  Umpflanzens  möglichst  billig  zu  gestalten  und
um  der  Pflanze  die  Strapazen  zu  ersparen,  die  das
Umpflanzen  durch  Verletzung  der  Wurzel  2c.  bei  dem
ungeschickten  Negerpersonal  unvermeidlich  mit  sich

bringt,  sollen  die  Nüsse  direkt  in  der  Plantage  gelegt

werden.  Es  sollen  in  5  bis  6  m  Verband  Plätze
von  30  cm  im  Quadrat  rajolt  und  auf  jeden  Platz
zwei  Nüsse  gelegt  werden.  Pflanzbeete  sind  nur  anzulegen,
  um  ein  älteres  Material  zum  Auspflanzen
etwa  entsprechender  Lücken  parat  zu  haben.

Die  Plätze,  auf  denen  die  Nüsse  liegen,  sind  sorgfältig
  rein  zu  halten,  in  den  Zwischenräumen  dürfte
es  genügen,  wenn  das  aufschießende  Gras  von  Zeit
zu  Zeit  kurz  gesichelt  wird.

Bei  weiterem  Heranwachsen  der  Bäume  ist  darauf
zu  halten,  daß  die  Kronen  behufs  reicher  Fruchterzeugung
  stets  von  einem  breiten  Lichtgürtel  umgeben
  sind.  Es  läßt  sich  dies  durch  ein  allmähliches
vorsichtiges  Lichten  leicht  bewirken.

Alle  weiteren  Kulturmaßregeln  sowie  etwaige
Modifikationen  der  von  mir  vorgeschlagenen  werden
sich  wäter  durch  die  an  Ort  und  Stelle  gemachten
Erfahrungen  von  selbst  ergeben.

Grund  und  Boden  zur  Vergrößerung  der  Plantage
  ist  in  der  nächsten  Umgebung  von  Misahöhe
reichlich  vorhanden.

Diesem  interessanten  Bericht  ist  nur  wenig  hinzuzusügen.
  Aelteren  Angaben  entnehmen  wir,  daß
frische  Samen  schon  nach  drei  Wochen  keimen,  daß  der
Baum  im  Allgemeinen  erst  im  vierten  oder  fünften
Jahr  zum  ersten  Mal  blüht,  wenngleich  in  Kamerun
schon  1  bis  1½  m  hohe  Bäume  zur  Fruktifikation
gelangt  sind;  es  wird  also  wahrscheinlich,  wie  beim
Kaffee,  die  erste  Blüthezeit  vom  Boden  und  vom  Klima
abhängig  sein,  Vollernten  sollen  erst  vom  achten  oder
zehnten  Jahre  an  zu  erwarten  sein.  Wie  beim  Kaffee
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        kann  man  zwar  eine  Haubpterntezeit  unterscheiden,
doch  giebt  es  daneben  noch  eine  bis  zwei,  häufig
kaum  weniger  bedeutende  Nebenernten;  in  Jamaika
rechnet  man  500  bis  600  Früchte  bei  jeder  Ernte,
das  würde  also,  da  jede  Frucht  im  Durchschnitt
mindestens  vier  Nüsse  enthält,  bei  den  dortigen  zwei
jährlichen  Ernten  4000  bis  5000  Nüsse,  also  etwa
40  bis  50  kg,  geben.  Natürlich  geben  einzelne  Bäume
häufig  noch  größere  Erträge,  z.  B.  bis  zu  100  kg,
doch  ist  ein  Plantagenbetrieb  auf  solche  Ausnahmefälle
nicht  zu  basiren.  Rechnet  man  bei  5  m  Abstand  der
Bäume  auf  jährliche  Durchschnittsernten  von  etwa
10  kg  per  Baum,  so  würde  der  Hektar  4000  kg
frische  Nüsse,  also  bei  einem  Preis  von  nur  1  Mark
für  100  Nüsse  mindestens  einen  Ertrag  von  4000  Mark
bringen.  Wenngleich  diese  Berechnungen  erst  durch
die  Praxis  zu  erproben  sind,  so  glaube  ich  nicht,  daß
die  Erträge  und  Preise  zu  hoch  angesetzt  sind;  dies
geht  neben  den  viel  höhere  Zahlen  gebenden  Berichten
aus  Jamaika  auch  aus  einem  in  der  „Revue  des
Cultures  Coloniales“  veröffentlichten  Brief  eines
Kaffee=  und  Kolapflanzers  in  Koyah  (Franz.  Guinea)
hervor,  jedoch  liegen  bisher  keine  Durchschnittswerthe
von  Plantagen  vor,  und  diese  sind  stets  um  ein
Mehrfaches  geringer  als  die  von  einzelnen  alleinstehenden,
  genau  kontrolirten  Bäumen  erzielten  Resultate;
  dennoch  glauben  wir,  indem  wir  nur  den  vierten
bis  fünften  Theil  einer  Einzelernte  in  Rechnung  gestellt
  haben,  genügende  Vorsicht  angewendet  zu  haben;
höchstens  wäre  es  möglich,  daß  der  Abstand  der
Bäume  voneinander  mit  5  m  zu  gering  angesetzt  ist.
Es  hängt  davon  ab,  ob  der  Baum  häufige  Beschneidung
  verträgt,  und  wie  sich  hierbei  der  Fruchtansatz
gestaltet.  So  lange  wir  hierüber  nichts  wissen,  dürfte
es  rathsamer  sein,  die  Kolabäume  in  größeren  Abständen,
  etwa  8  m  voneinander,  zu  kultiviren,  da
späteres  Ausdünnen  auch  seine  Schattenseiten  hat.
Aus  dem  eben  erwähnten  Brief  aus  Französisch-Guinea
  mögen  einige  Auszüge  der  für  etwaige  Kolapflanzer
  bemerkenswertheren  Stellen  hier  folgen:
Man  kann  vor  acht  Jahren  nicht  auf  größere
Ernten  rechnen,  dann  vermag  der  Baum  aber  3000
bis  5000  Nüsse  zu  geben;  da  der  Minimalpreis  am
Platze  1  Mk.  für  100  Nüsse  beträgt,  so  würde  der
jährliche  Minimalertrag  30  Mk.  pro  Baum  sein,
wenn  man  noch  6  Mk.  (gewiß  übertrieben  viel)  für
die  Pflege  und  Ernte  rechnet,  so  bliebe  doch  noch
ein  Reingewinn  von  24  Mk.  Bis  zum  vierten  oder
fünften  Jahre  ersordert  der  Baum  etwas  Pflege,  von
dann  an  hat  man  nur  nöthig,  die  Schlinggewächse
und  parasitischen  Pflanzen  zu  entfernen.  Die  Eingeborenen
  überlassen  die  Pflanzungen  nach  dem  Auspflanzen
  der  Bäume  durchaus  sich  selbst  und  ernten
aus  Furcht  vor  Diebstahl  zu  frühzeifig,  obgleich  die
ausgewachsenen  großen  Nüsse  viel  bessere  Preise  erzielen;
  in  Bathurst  wurden  solche  ausgesuchten  Nüsse
im  vorigen  Jahre  z.  B.  für  8  Pf.  das  Stück  verkauft.
Für  die  Kolakultur  ist  es  von  großer  Wichtigkeit,
beim  Auspflanzen  sehr  behutsam  zu  sein,  da  die

96

 

Pfahlwurzel  im  Verhältniß  zu  dem  Stamm  der  jungen
Pflanze  besonders  lang  ist  und  nicht  verletzt  werden
darf;  einjährige  Pflanzen  waren  z.  B.  nur  60  bis
70  cm  hoch  und  hatten  dabei  eine  Wurzel  von  1
bis  1½  m.  Die  Eingeborenen  pflanzen  deshalb
auch  die  Pflänzchen  schon  zwei  bis  drei  Monate  nach
der  Aussaat  um,  d.  h.,  wenn  sie  etwa  10  cm  hoch
sind;  vielleicht  dürfte  sich  dies  auch  für  die  Europäer
empfehlen,  nur  muß  man  dazu  natürlich  die  Aussaat
in  den  Beginn  der  Regenzeit  verlegen.

Außer  dieser  aus  5000  Bäumen  bestehenden  Plantage
  besitzt  ein  Advokat  in  Sierra  Leone  eine  Pflanzung
  von  6000  Bäumen,  die  schon  zu  tragen  beginnen,
  ferner  hat  noch  der  Minister  des  Königs  von
Rio-Pongo,  ein  Mulatte  Namens  Thomas  Khatir,
vor  drei  Jahren  eine  Pflanzung  von  ungefähr  5000
Kolabäumchen  angelegt.

Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  victoria.

Die  Arbeiterverhältnisse  haben  sich  dem  „Tropenpflanzer“
  zufolge  sehr  erfreulich  gestaltet.  An  Ort
und  Stelle  befanden  sich  am  10.  Dezember  1150  Leute
und  zwar  431  Bali-,  151  Kru-,  317  Mainde-,
15  Banyang-,  8  Bakunduleute,  nebst  den  erforderlichen
  Maurern  und  Zimmerleuten.  Gepflanzt  waren
bis  1.  Dezember  v.  Is.  75  539  Kaffee=  und  Kakaopflanzen.


Schiffsverkehr  der  vom  Reiche  subventionirten  Dampferlinien
  im  Jahre  1390.

Der  Verkehr  auf  den  vom  Reiche  subventionirten
Dampferlinien  zeigte  auch  im  Jahre  1896  auf  sämmtlichen
  Linien  eine  erfreuliche  Zunahme;  er  gestaltete
sich  nach  der  amtlichen  Statistik,  welche  für  die  Linien
nach  Ostasien  und  Australien  der  kürzlich  dem  Reichstage
  zugegangenen  Gesetzesvorlage  beigegeben  ist,
wie  folgt:

I.  Linien  des  Norddeutschen  Lloyd  nach
Ostasien  und  Australien.

Der  Gesammtverkehr  der  beiden  Linien  auf  der
Ausreise  und  Heimreise  zusammengenommen  belief
sich  auf  166  575  t  im  Werthe  von  160  430000  Mk.
gegen  152  415  t  im  Werthe  von  139507  000  Mk.
im  Jahre  1895.  Hierin  sind  nicht  mit  eingerechnet
Edelmetalle  und  Kontanten  im  Betrage  von  23524000
Mk.  im  Jahre  1896,  17910000  Mk.  im  Jahre  1895.

Es  entfielen  auf  die  Ausreise  89148  t  im
Werthe  von  74433000  Mk.  (gegen  78210  t  im
Werthe  von  52933000  Mk.  im  Johre  1895),  auf
die  Heimreise  77  427  t  im  Werthe  von  85997  000
Mk.  (gegen  74205  t  im  Werthe  von  86  574000  Mk.
im  Jahre  1895).

Danach  hat  sich  von  1895  zu  1896  die  Ausfuhr
mittelst  der  Reichspostdampfer  nach  Gewicht  und  Werth
ganz  bedeutend,  nämlich  um  10  938  t  und  21½  Mill.
Mark  vermehrt,  während  die  Einfuhr  dem  Gewichte
        <pb n="137" />
        nach  um  3222  t  gestiegen,  im  Werth  um  ein  Geringes,
  nämlich  um  rund  ½  Mill.  Mark  hinter  dem
Vorjahre  zurückgeblieben  ist.

Von  den  ausgehenden  Gütern  wurden  63,6  pCt.
des  Gesammtwerthes  der  in  den  europäischen  Häfen
und  Port  Said  ausgenommenen  Mengen  in  Bremerhaven,
  26,3  pCt.  in  Antwerpen,  9  pCt.  in  Genua
und  1,1  pCt.  in  Neapel  geladen.  Gelöscht  wurden
auf  der  Heimreise  in  Neapel  2,3  pCt.,  in  Genua
32,5  pCt.,  in  Antwerpen  23,0  pCt.,  in  Bremerhaven
40,9  pCt.  vom  Gesammtwerth.

Die  hauptsächlichsten  Frachtgegenstände  bildeten

auf  der  Ausreise:  Drogen  und  Farbwaaren,
Mannufakturwaaren,  insbesondere  Wollen-,  Tuch=  und
Baumwollenwaaren,  Wollen=  und  Baumwollengarn,
Posamenten,  Leder,  Lederwaaren  und  Schuhe,  Eisenund
  Stahlwaaren,  namentlich  Drahtwaaren  und  Nadeln,
  Waffen  und  Munition,  Maschinen,  Fahrräder,
Instrumente  und  Apparate,  Pianos,  Uhren,  Kurzund
  Spielwaaren,  Glas  und  Glaswaaren,  Verzehrungsgegenstände,
  besonders  Bier,  Wein  und  kondensirte
  Milch,  Tabak,  Cigarren  und  Cigaretten,  Kerzen
und  Lichte,  Papierwaaren,  Marmor  und  Marmorwaaren,


auf  der  Heimreise:  Seide  aller  Art,  Wolle  und
Wollenabfälle,  Baumwolle,  Talg,  Häute,  Felle,  Pelzwerk,
  Borsten,  Bettfedern,  Verzehrungsgegenstände,
namentlich  Thee,  Kaffee  und  Gewürze,  Tabak,  Gallä#pfel,
  Gummi,  Baumrinde,  Graphit,  Zinn,  Kupfer,
Erze,  Stuhlrohr,  Strohgeflechte  und  Matten,  Blumenzwiebeln,
  Kuriositäten  und  Fächer.

Deutscher  Herkunft  waren  von  den  auf  der
Ausreise  beförderten  Gütern  59552  t  im  Werthe
von  43134000  Mk.,  d.  h.  66.8  pCt.  des  Gesammtgewichts
  und  58,0  pCt.  des  Gesammtwerths  der  ausgehenden
  Waaren  (gegen  53166  t  im  Werthe  von
33848  000  Mk.  im  Jahre  1895).  Die  Zunahme  der
deutschen  Ausfuhr  mit  den  Reichspostdampfern  betrug
  also  dem  Gewicht  nach  6386  t,  dem  Werthe
nach  rund  9½  Mill.  Mark.  Von  den  auf  der  Heimreise
  beförderten  Gütern  waren  45  018  t  im  Werthe
von  34432000  Mk.,  d.  h.  58.1  pCt.  des  Gesammtgewichts
  und  40,0  pCt.  des  Gesammtwerths  (gegen
35062  t  im  Werthe  von  30  647  000  Mk.  im  Jahre
1895),  für  Deutschland  bestimmt.

Die  ostasiatische  Linie  nahm  an  der  Beförderung
  auf  der  Ausreise  und  Heimreise  zusammengenommen
  mit  78986  t  im  Werthe  von  100  898000
Mk.  (gegen  77  028  t  im  Werthe  von  86706000  Mk.
im  Jahre  1895)  theil.  Auf  die  Ausreise  entfielen
hiervon  45  364  t  im  Werthe  von  45  565000  Mk.
(gegen  41647  t  im  Werthe  von  29  873000  Mk.
im  Jahre  1895);  darunter  deutscher  Herkunft
31984  t  im  Werthe  von  25943.000  Mk.,
das  heißt  70,5  pCt.  des  Gesammtgewichts
und  56.9  pCt.  des  Gesammtwerths  (gegen  28680  t
im  Werthe  von  19798000  Mk.  im  Jahre  1895).
Die  Zunahme  nach  dem  Werthe  beträgt  somit
6145  000  Mk.  Von  den  auf  der  Heimreise  be- 



97  —

förderten  33622  t  im  Werthe  von  55  333000  Mk.
(gegen  35  381  t  im  Werthe  von  56833000  Mk.
im  Jahre  1895)  waren  17728  t  im  Werthe  von
18111000  Mk.  d.  h.  52,7  pCt.  des  Gesammtgewichts
und  32,7  pCt.  des  Gesammtwerths  für  Deutschland
bestimmt  (gegen  15912  t  im  Werthe  von  15  358000
Mk.  im  Jahre  1895).  Hier  ist  also  trotz  eines  geringen
  Rückganges  der  Gesammtbeförderung  auf  der
Heimreise  der  für  Deutschland  bestimmte  Waarenantheil
  um  1816  t  und  um  2  3/4  Mill.  Mark  gewachsen.

Der  Antheil  der  australischen  Linie  an  der
Gesammtbeförderung  betrug  87  589  t  im  Werthe  von
59532000  Mk.  (gegen  75387  t  im  Werthe  von
52801.000  Mk.  im  Jahre  1895).  Hiervon  entfielen
auf  die  Ausreise  43784  t  im  Werthe  von
28868000  Mk.  (gegen  36563  t  im  Werthe  von
23060  000  Mk.  im  Jahre  1895);  darunter  deutscher
Herkunft  27568  t  im  Werthe  von  17  191000  Mk.
d.  h.  63  pCt.  des  Gesammtgewichts  und  59,6  PCt.
des  Gesammtwerths  (gegen  24  486  t  im  Werthe  von
14050  000  Mk.  im  Jahre  1895).  Die  Steigerung
der  deutschen  Ausfuhr  betrug  danach  auf  dieser  Linie
3082  t  und  3141000  Mk.  Von  den  auf  der  Heimreise
  beförderten  43  805  t  im  Werthe  von  30664000
Mk.  (gegen  38  824  t  im  Werthe  von  29741,.000  Mk.
im  Jahre  1895)  waren  27290  t  im  Werthe  von
16  321.  000  Mk.,  d.  h.  62,3  pCt.  des  Gesammtgewichts
und  53.2  pCt.  des  Gesammtwerths  (gegen  19  150  t
im  Werthe  von  15  289  000  Mk.  im  Jahre  1895),
also  ein  Mehr  gegen  das  Vorjahr  von  8140  t  und
1  032000  Mk.  für  Deutschland  bestimmt.

Der  Personenverkehr  gestaltete  sich,  wie  folgt:

 

 

 

—..

1896

 

 

1895
Klasse  Zuf  Klasse  Zuß.
«  Klasse  l  Klasse
IEXEIIIIE

 

Ostasiatische  Linie:
Ausreise  1035,  941/|4332  6308  1106  773  5462  7341
Heimreise!  865  800  1807  3472750  736  1763  3249
Zus.91900,  1741/  6139.  9780  |1856,  1509  7225  10590
Australische  Linie:
Ausreise.  759,  660  2064  3483)  678  521  1800  2999
Heimreise  6111  697  1908  3216456  579  2544  3579

Zus.  11370  1357  3972,  6699  /1134.  1100.  4344  6578

II.  Deutsch-Ostafrikanische  Linie.

Auf  der  Linie  nach  Ostafrika  belief  sich  der  Gesammtverkehr,
  Ausreise  und  Heimreise  zusammengenommen,
  auf  43098  t  im  Werthe  von  25  608000
Mk.  lgegen  43275  t  im  Werthe  von  18993000  Mk.
im  Jahre  1895).

Es  entfielen  auf  die  Ausreise  22931  t  im
Werthe  von  14577000  Mk.  (gegen  20  227  t  im
Werthe  von  9191000  Mk.  im  Jahre  1895),  auf  die
Heimreise  20  167  t  im  Werthe  von  11.031000  Mk.
(gegen  25048  t  im  Werthe  von  9802000  Mk.  im
Jahre  1895).  Danach  hat  sich  die  Ausfuhr  nach
        <pb n="138" />
        Gewicht  und  Werth  (um  2704  t  und  5386000  Mk.)
vermehrt,  während  bei  der  Einfuhr  eine  Abnahme  der
Gewichtsmenge  um  2881  t,  dagegen  eine  Zunahme
des  Werths  um  1229000  Mk.  eingetreten  ist.

Mehr  als  die  Hälfte  der  ausgehenden  Güter,
nämlich  53,3  pCt.  vom  Gesammtwerth  der  Einladungen
  in  den  europälschen  Häfen,  wurde  in  Hamburg
geladen,  19,7  pCt.  wurden  in  Amsterdam,  22,1  pCt.
in  Lissabon  und  4,9  pCt.  in  Neapel  aufgenommen.
Gelöscht  wurden  auf  der  Heimreise  in  Neapel  11,5
p#Ct.,  in  Marseille  12,2  pCt.,  in  Lissabon  2.7  pCt.,
in  Rotterdam  12,4  pCt.,  in  Hamburg  61,1  péCt.
vom  Gesammtwerth.

Die  hauptsächlichsten  Beförderungsgegenstände  bildeten
  auf  der  Ausreise  Verzehrungsgegenstände,
namentlich  Mehl  und  Mehlwaaren,  Konserven,  Wein
und  Bier,  Spirituosen,  Manufakturwaaren,  namentlich
Baumwollenwaaren,  Drogen  und  Chemikalien,  Eisenund
  Stahlwaaren,  Waffen  und  Munition.

Auf  der  Heimreise  wurden  hauptsächlich  Kaffee,
Kautschuk,  Erdnüsse,  Nelken,  Kakao,  Wachs,  Oel,
Kopra,  Pfeffer,  Elfenbein,  Wolle,  Häute  und  Felle
befördert.

Von  den  ausgehenden  Gütern  waren  deutscher
Herkunft  12825  t  im  Werthe  von  6904000  Mk.
(gegen  12  371  t  im  Werthe  von  3611000  Mk.  im
Jahre  1895),  d.  i.  55,9  pCt.  des  Gesammtgewichts
und  47,4  pCt.  des  Gesammtwerths.

Die  deutsche  Ausfuhr  nach  Ostafrika  mittelst  der
Reichspostdampfer  hat  demnach  im  Jahre  1896  um
rund  3⅛  Millionen  Mark  zugenommen.

Von  den  einkommenden  Gütern  waren  für  Deutschland
  bestimmt  9773  t  im  Werthe  von  5  322000  Mk.
(gegen  11276  t  im  Werihe  von  4404000  Mk.  im
Jahre  1895),  d.  h.  48,5  pCt.  des  Gesammtgewichts
und  48,2  pCt.  des  Gesammtwerths.

Der  Personenverkehr  gestaltete  sich,  wie  folgt:

1896
1  Zus.

Klasse
„Klasse
1  fu  ur  P

 

 

1895
Zus.

Klasse
Klasse
r  sirnr

 

 

 

 

Ausreise  1124  835  2040  3999714  522  976  2212
Heimreise982  666  1808  3456738  449  905  2092
Zus.  /2106  1501  3848,7455|1452  971.1881  4304

Die  Ostafrika-Linie  hat  hiernach  eine  ganz  ungewöhnliche
  Zunahme  des  Reiseverkehrs  zu  verzeichnen.

Thätigkeit  der  botanischen  Centralstelle.

Seitens  der  botanischen  Centralstelle  sind  an  die
Station  Buca  zu  Anbanversuchen  Sämereien  von
172  verschiedenen  Gewächsen  gesandt  worden.  Andere
derartige  Sendungen  sind  nach  der  Station  Johann
Albrechtshöhe  in  Kamerun,  ferner  nach  Kete-Kratschi
in  Togo  und  Moschi  in  Ostafrika  abgegangen.

98

 

 

Titterkur.

Von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-Amts
  sind  drei  weitere,  die  Schutzgebiete
Ostafrika,  Südwestafrika  und  Kamerun  betreffende
Karten  herausgegeben  worden:  1.  Nr.  1312:  Lindi-Bucht
  bis  Kap  Delgado,  im  Maßstabe  1:150  000,
nach  den  britischen  Admiralitäts-Karten  (Lindi-Bucht
nach  den  Vermessungen  S.  M.  S.  „Möwe“  1894).
Preis  2  Mk.  2.  Nr.  132:  Rhede  von  Swakopmund
im  Maßstabe  von  1:15.000,  nach  einer  vorläufigen
Aufnahme  S.  M.  S.  „Hyäne“  Juni  1896,  unter
Benutzung  einer  Skizze  S.  M.  S.  „Seeadler“  1896.
Preis  0,50  Mk.  3.  Nr.  134:  Die  Küste  von  Kamerun
  von  der  Kamerun=  bis  zur  Nyongmündung  im
Maßstabe  von  1:100  000,  nach  den  Aufnahmen  des
Vermessungsdetachements  1896/97  mit  einer  Spezialaufnahme
  als  Fortsetzung  der  Hauptkarte:  Der  Sanaga
bis  zu  den  Edea-Fällen  in  demselben  Maßstabe.
Preis  2,50  Mk.

Alle  drei  Karten  sind  in  Kommission  bei  Dietrich
Reimer,  Berlin  S8W.,  Wilhelmstraße  29,  erschienen
und  daselbst  zu  den  angegebenen  Preisen  zu  beziehen.

O.  Seidel:  Deutschlands  erste  Kolonie.  1898.
Zu  beziehen  von  O.  W.  C.  Busch,  Hamburg,
Luisenhof.

In  der  vorliegenden,  mit  dem  Bild  Witboois
geschmückten  Schrift  hat  der  Verfasser,  Theilhaber  der
Firma  Seidel  &amp;amp;  Mühle,  die  in  Keetmanshoop,  Gibeon,
Bethanien  und  Lüderitzbucht  Niederlassungen  unterhält,
  seine  Erfahrungen  während  eines  mehr  als
neunjährigen  Aufenthalts  in  Deutsch-Südwestafrika
niedergelegt.  Was  seine  Darstellung  besonders  interessant
  macht,  ist  der  Umstand,  daß  Serdel  hauptsächlich
  sich  mit  dem  wenig  gekannten  südlichen  Theile
der  Kolonie,  dem  Namalande,  beschäftigt  und  als
Farmer  und  Kaufmann  Vieles  gesehen  und  erfahren

hat,  was  der  Reisende  oder  Beamte  gewöhnlich  nicht
kennen  lernt.

    

„V  V7TVVNYTVTVY0]PFGyVTVYTVYVYNYVYY7  TTYT  TV  VV  VV0

Tikterakur-Verzeichniß.

Dinckelberg,  H.:  Nordlandfahrt.  Eine  Reise  auf
dem  Hamburger  Doppelschrauben  =  Schnelldampfer
„Auguste  Victoria“  nach  Norwegen  bis  zum  Nordcap
und  nach  der  Insel  Spitzbergen  und  zwei  Kaisertage  in
Bergen.  gr.  87.  (III,  129  S.)  Mk.  2,50.

Verlageanstalt  und  Druckerei,  Hamburg.

Reichard,  Paul:  Deutsch-Ostafrika.  Das  Land  und
seine  Bewohner,  seine  politische  und  wirthschaftliche  Entwickelung
  dargestellt.  Mit  36  Vollbildern,  sämmtlich
nach  Original-Photographien.  Wohlfeile  Ausgabe.
Mk.  5,—,  geb.  Mk.  6,—.  Otto  Spamer,  Leipzig.

Voeltkow,  A.:  Wissenschaftliche  Ergebnisse  der
Reisen  in  Madagaskar  und  Ostafrika  in  den
Jahren  1889  bis  1895.  Einleitung  von  A.  Voelczkow.
(Aus  „Abhandlungen  der  Senckenberg.  naturforschenden
Gesellschaft",  21.  Bd.)  gr.  40.  76  S.  mit  acht  Tafeln
und  drei  Karlen.  Mk.  10,—.

In  Kommission  bei  Moritz  Diesterweg,  Frankfurt  a.  M.
        <pb n="139" />
        S.
S.
.S.
S.
.S.

#  E  S###
S  sss#s

„Condor“  8/1.  Sansibar.
„Cormoran“  13/11.  Kiaotschaubucht.
„Falke“  21/12.  Auckland  21/1.  —  27/1.  Sydney.
„Habicht"  10/1.  Kapstadt.
Vermessungsschiff  „Möwe“
S.  „Nixe“  15/1.  St.  Thome  15/1.  —  Monrovia.
S.  „Seeadler“  13/1.  Mozambique  15/1.  —  24/1.  Kapstadt.
S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.

99

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

12/1

(Poststation:

1.  Hongkong.

„Bussard“  26/11.  Jaluit  13/12.  —  Bismarck-Archipel.  Goststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  Hongkong.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

Swakopmund.)
(Poststation:  Matupi.)

(Poststation:  Fayal  [Azorenl.)

(Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:

Fahmwlanm.  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.
S.  „Möwe“  (halbe  Besatzung)  und  einige  Köpfe  für  S.  M.  S.  „Cormoran":
Ausreise:  Transportführer:  a)  von  Bremerhaven  —  Genua:  Lieutenant  zur  See  v.  Manteuffel,

b)  von  Genua—  Hongkong:  Kapitänlieutenant  Gotzhein:
Bremerhaven  1/12.  —  3/12.  Antwerpen  5/12.  —  13/12.  Genna  14/12.  —  15/12.  Neapel  15/12.  —
19/12.  Port  Said  19/12.  —  24/12.  Aden  25/12.  —  1/1.  Colombo  1/1.  —  6/1.  Singapore  7/1.—

13/1.  Hongkong.

(Poststation:  Kapstadt.)

Heimreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Schaumann:  von  Hongkong—Syhanghai:
Hongkong  17/1.  —  20/1.  Shanghai  28/1.  —  Hongkong.  —  Singapore.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Perkehrs-Machrichten.
—  Vostdensschisfverbindungen  nach  der  deutschen  Schutzgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  16.  Febr.,  2.,  166.,  Tanga  18—19  Tage  sam  25.,  28.  Febr.,
eui  ν  50  Mz  E*  3  Sal.  19—20  Tg.  T  14.,  25.,  28.  März
1.  .  ,  Brindist  am  ebr  rz/  Sansibar  20  Tage  10  abds.
dentih  ·  Otasrita  (englische  Schiffe)  abds.
Aorseil#  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  icdes  Monats
anzöstsche  Schiffe)  40  m  lIou  abds.
2.  deutsch-  Southampton  am  12.  März  Luderihbucht  22  Tageam  11.  Mär
a  n  SKbnesafrike.  engl.  nt  Kaptms.  Swakopmund  25  Tage  15  s.
ectmanshoop,  Gibeon.  8  dann  deutscher
icnnh,  und  ha  Dampfer  „Leutwein“)
von  dort  weiter  alle  4Tagähamburg  am  25.  März,  25.  Mais  Swakopmund  30  Tageam  25.  März,  25.  Mai
anf  den  bandwege)  (beutsches  Schislt)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage,  799  ab

 

 

 

 

 

|q  eoohn

Liverpool
Ha=  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  16.  Febr.,  16.  März

 

 

%%  Gchiet
gecher  Liverpool  oder
Narseilleoder  Bordeaux
nut  auf  Verlangen  des
Absenders)

—.z——

5  Naffch  NenGuinea.

—  —

 

Hambu

r
—*  —
Liverpool
(englische  Schisfe)

Marseille
(nen  s*

 

.

7

Bordea
(kransöfische  #%

—  Schiffe)
Brindisi
(Nachversand)

 

6.  Mershal,  Juseln.

 

Brindi

1  am  10.  jedes  Ms.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  23.  Februar,
9.,  23.  März

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  März,  10.  Mai
110  oms.

am  9.  Marz,  4.  Mai

abds
am  13.  Srarz,  8.  Mai
abds.

am  13.  März,  8.  Mai

 

fi
(über  Manila)

abds.

—  —  —

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

Ú

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  14.  März
15  ums.

 

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  "6  Tage
Quittah  36  Tage
von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Stephansort  45  Tage
41  Tage

Jaluit  etwa  70  Tage

1.

 

 

 

#

 

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  21.  Februar,
7.,  21.  März  15  Ums.

am  23.  jedes  Monats
10%  abds.

am  8.  März,  8.  Mai
104  abds.

am  7.,  11.  März,
2.,  6.  Mai
103  abdbe.

n  I.  M  6.  Mai
103  abd  «
        <pb n="140" />
        100

WobERNAJNNN-LINIE.  1
Regelmäßige  NVolst.  Dampflchifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

—  —  —

Veränderter  Fahrplau  für  das  erste  Vierteljahr  1898.
Beschleunigter  Dienfst  für  Host  und  Hassagiere.

Linie  I.  Nach  Madeira,  Lagos,  Lome,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Loango.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausre  isee.  Heimre  ise.
#  3  -  April  3.  Mai
Hamburg  .  .  Jan.  10.  Febr.  10.  Marz  10.  Gabun.X  März  3.  April  3.  Mai  2.
Madeirnn  19.  19...  19.ElobrB.  4.  4.4
Monrovia“.  —2A.  27.  27.  Bata  6  6  6.
Accra"  .  :  29.  März  1.  29.  Groß-  Balanga  *  T  v
Lome  .  -30.I-  2.«-30.  Kribb.  7.  7.  7.
Lagos  .  ZFebr.  1.  -3.  April  1.  Plantation  #
Kamerrn  4  6.  4.Longii.l  #
Rio  del  Ney  "l.  14.  .  4  14  AHNlein-Batanga-  8.  8.  8.
Victoria  .  15.  15.  15.alimba  29  9.  9.
Fernando  Ko.  :  17.  17.  7.  Kamerun  *10.  10.  1  0.
Malimba  .  18.  18.  18.  Lagsss-  :  18.  18—4  #  13.
Klein-Batanga  20..  20.  20.  Whydoaad  2260  26.  26.
Longji  *#  I  Grand-Popo  27.  27.  27.
lantation  21.  =  21.  21.  Klein-Popon  238.  28.  28.
ribi  ..  l  "  Lomem  29.  29.  "*  2)9.
Wrli1  Valanga  :  22.  22.  22.  Kwitto  29.  2)9.  *  29.
Bata  2.  23..  23.  Addah  30.  30  30.
Siue  24.  24%.  24.ccra  Anpril  1.  Mai  1.  Juni  1.
Gabun  4  25.—  25.  25.  Kamerun?.  =  4..  :  4  =  4.
Kap  Lopez  „„806.  26.  206.  Lagoss.  :  6.  6.  1  —6.
Sette  Cama  E  27.  27.  27.  Klein-Popo*  .  .  I  ·-Nyanga..
  -28.  28.  238.  Lome  ..  7.  7.  7.
Mayumba  März  1.  29.  29.  Quitta  *.  ·
Loango....  2.  30.  30.  Accras.  8  8.  8.
Kap  Palmas".  10.  Q  10.  10.
I  Yonrvaiak.  zur  *  12.  12.  12.
ran  Canaria  „
I  Teneriffa".  --l  18.  -18  #  13.
l  ;  Madeira"  .  -20  I  -20.».-20.
Plymouth.  425.  1  25.  25.
i  Hamburg  «Apttl27..Ma127.IJun29.
Linie  II.  Nach  Gibraltar,  Marokte,  Canar.  Juselr  und  der  Zestrüste  bis  Sherbro.  Autwerpen  aulaufer.
–  Heimreise.
s  i
Hamburg-f  Jan  18.  F  Febr.  18.  März  18.  Sherbro  März  1.  März  30.  April  30
Antwerden  22.  22)  22.  Sierra  Leone  ar  2.  *  2.  7  2.
Gibraltetor  "„  "  28.  #:  28.  *  28.  Conakry.  I  -  3.  -  3.  I  -  3.
Larache  29.  März  1...  29.  Zufisque  10.  10.  .10.
Rabat  .  300  2.  30.Dakar  —  11.  11.  11.
Tanger  Febr.  1  3.  April  1.  Gran  Canaria  6  17.  17.  J7.
Casablancak  -3.  4.  3.ogabor.  I  19.  19.I19.
Saffi  *  ..  -  4.  2  5.  I  -  4.  Saffi  20.  20.  290.
Mogador  =  5.  6.  5.  Mazagan  22.  22.  22.
Mazagngngngga  7.  7.  7.Casablancar  23.  23.  23.
Lean  anaria  ..  3  I  3  3  Tanger  6  =  24.  "  24.  24.
.  .  .  ambur...  il  2.  i  2.  Juni  2.
Gorée  14.  "-  14.  14.  v  s  April  2.  2  Ju
Dakar  14.  14.  "  14.  I  i
Rufisque  16.  15.  15.
Bathurst.  16.  16.  16.
Bissao  18.  —  18.
Bolama  21.  #  —  21.
Sierra  Leone  23.  20.  23.  I
Chekbro  25.  !ê  22.  25.  "  1

 

9  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.

*)  Nur  für  Passagiere.

jiedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
        <pb n="141" />
        101

Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreisee.  Heimre  ise.
Hamburg  !  .  Jan.  0  Febr.  20.  März  20.  Kotonou.  Febr.  28.  *  28.  April  28.
Conarr.  Febr.  6.  März  6.  April  6.  Whydah  März  1.  *2  29.
Nonrorrra  8—  :  8.  :  8.  Grand-Popo  2,.  1  April  2.  Mai  2,
·.....I-  Klein-Popo  3.  3.  3.
Tirroe  12.  "  12.  12.  Bagida  5.  1  5.  :  5.
gue  Komer  ....  -  z  -  1  -  7.
ap  Coast.  ..  witta.  ..  *  .  -  .  -  9.
Selpnnd  14  14  14.  B  1r1  u1.  11.
—————  4  ccra  ..  -  .  -l.  -13.
Winnebah...  #15.  15.  15.  Kap  Palmas  ..  -16."-16.  ils
Iccta.....  -16.  =  16.  16.  Monrovia  -138.  13.  -138.
D#dah  18.  168.  18.  Gran  Canaria=  26.  26.  2386.
Kwitto  19.  19.  19.  Teneriffa.  27.  27.  27.
Lome  21.  21.  21.  Madeira.  .  ..  28.  28.  28.
Bagida.  22.  22.  22.  Hamburg  April  9.  Mai  9.  Juni  9.
Alen-Pooo  33.  *  23.  23.
Grand-  Jepo  ..  25.  *  25.  25.  |
M#ch.  .  2.  26  35.
Kotonou.  l  27.  1  :  27.  27.  1  "„

1  "  6  I

kinie  —  %  den  —  ——.  Liberia  und  den  2—  der  Sudtuste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

—  —  —  —

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.
damburg.  Jan.  31.  Febr.  28.  März  31.  Landana  .  .  .  März  21.  April  21.  Mai  21.
Anerfe  ZFebr.  1d.  März  10.  Apru  10.  DODid  Calabar  24.  24.  2t(.
Erun  Canaria.  11.  11.  -11.  Bonny....  ..  -28.  -28.  28.
Gore  1  .  ·  Lagos  .2390.  30.  30.
——2ö  #  :  16.  16.  é  16.  Addah  .  April  7.  Mai  7.  Juni  7.
wmise  #  1  Accera  l  S8.  8·  8.
###  Nomt  20.  20.  =  20.  Winnebah  .9  .9
Ronroria  —  21.  -21.  -21.  Appam  .  .  ..  «  «  «  9.
—*  28323.  23.  5  —J  *W*1„  111..  .  11.  11.
§½  "  24.  24.  24.  ap  Coast  .  ·  -
Lap  Palmas.  925.  25.  25.  Elmina  J  12.  =  12.  .  12.
Accta  ·  r  28.  28.Chama  .  13.  13.  13.
Lagez  März  u.  30.  30.]  Dixcoe  14.  14.  144.
Lendana  4.  April  4.  Mai  4.  Arim  A„  é.  15.  15.  15.
—  "  5.  5.  Kap  Palmas  18.  18.  18.
danana.  ..,  -7.  -7.  =  7.  Sine  é  19.  19.  19.
doma  ..»  -9.  9.  9.  Gran  Bassa  i  -20.s  -20.I-20,
NM»,«·-11.!  11.  11.—  Monrovia  21.  #  -Ê21.  -21.
n  12.  1232.  12.  Conakry.  #  23.  323.  2
Wanda  14  14.  14.  Gran  Canaria  .  30  .  30.  30.
Inbrg  .  15.  15.  15.ogador  Mai  2.  Juni  2.]  Juli  2.
W—  .nD7  16.  16.  "  16.  Safi.  3.  3.3
Musere.  17..  7.  17.  WMazagan  .  .  .  4  4.46
zutriztte  #-  18  „  18.  18.Casablanca-  =  5..  5.  5.
Rucula.  19  19.  19.  Hamburg  15.  15.  "  15.
Landana.  ..  220.  20.  20.  "  1  .
I  i  ;

Nit  dem  am  18.  Februar  abgehenden  Dampfer  kommt  kein  Schießpulver  zur  Verladung.
Eyeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  März  und  ferner  am  25.  jedes
zweiten  Monats.  Fahrtdauer  Hamburg—  Swakopmund  etwa  30  Tage.
W#n
Einschi  iere:  Li  I  11.  jedes  Monats,  Linie  II  19.  jedes
Linie  IIl  am  21  Fchif#e  der  Wessan  nel.  einse  Monate.  inie  am  jebes  Monats,

*)  Aur  fur  Passagiere.
        <pb n="142" />
        102

Eintreffen  der  Post  ans  den  dentschen  Schntzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Don  it-  fällig  ç  Landungs=  Die  Past  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  I  Von  hafen  in  Berlin  8
Neapel  .  .  .  am  24.  *  Februar,
Deutsch-Ostafrika  Brindisi.  am  Mrz.  Togogebiet  ..  ...  damburs  «  anfiedlångtkaatgw
MarieilleuammFebm  Mars  Marseille  am  16.  jedes  Ronats
Deutsch  ·  Sũdwestajrita  Southampton]  am  15.  März  I  DentichsllensGuinea.Neapet....  am  5.  *März,  1.*  Mai
·  bur  am  25.  jed.  Monats  .  .
Kamepnu.......  Zum  S  I  Imavihallssnietn...Marsetlle..MitteFek-tuar
tverpoocam24Februak  ·  .  .-I
  24.  März  Mitte  April

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

Postdampfer

Reise

Letzte  Nachrichten

 

 

 

 

 

 

von  nach  bis  12.  Februar  1898
„Adolph  Woermann“  .  Hamburg  Loango  am  12.  Februar  von  Hamburg  abgeg.
„Aline  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  8.  Februar  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  .J.  Zt.  in  Hamburg.

„Antonina“.  .  Antwerpen  Kongo  am  26.  Januar  in  Banana.

„Carl  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  6.  Februar  Dover  passirt.
„Spuand  Bohlen“  Kongo  Hamburg  am  8.  Februar  in  Las  Palmas.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  7.  Februar  in  Tanger.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  9.  Februar  in  Conakry.
„Gretchen  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Hedwig  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  8.  Februar  ab  Sierra  Leone.
ih  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  8.  Februar  in  Tanger.

urt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  28.  Januar  in  Accra.

„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loango  am  3.  Februar  in  Accra.

„Lulu  Bohlen“  Loango  #  Hamburg  am  5.  Februar  ab  Gabun.
„Marie  Woermann“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  11.  Februar  in  Accra.
„Melita  Bohlen  4  Hamburg  Lüderitzbucht  am  4.  Februar  in  Las  Palmas.
„Trofessor  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  Februar  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“.  Swakopmund  1  Hamburg  am  9.  Februar  in  Bonny.

—.

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—0Ostafrika).

 

—.

 

—

 

 

 

 

 

 

.  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichsposidampfer  von  nach  bis  13.  Januar  1898
„König“  amburg  Durban  am  12.  Januar  an  Dar-es-Saläm.

„Herzog"“  5.  Zt.  in  Hamburg.

„Kaiser"“  Durban  I  Hamburg  am  12.  Januar  ab  Mozambique.
„Kanzler“  ..  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Bundesrath“.  Hamburg  Durban  am  9.  Januar  an  Durban.
„Reichstag“.  Durban  Hamburg  am  6.  Januar  ab  Sansibar.
„Admiral"  .  Durban  Hamburg  am  13.  Januar  ab  Neapel.
„General“  .  Hamburg  Durban  am  13.  Januar  ab  Neapel.
        <pb n="143" />
        103

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Suche,  da  ich  meine  Stellung  als
Administrator  der  Plantage  Perrot,
Lindi,  aufzugeben  gezwungen  bin,  neues
Engagement.  War  lange  Jahre  auf
Java  thätig,  bin  durchaus  bekannt  mit
Java=  und  Liberiakaffeekultur  und  Bereitung
  und  allen  ins  Fach  einschlägigen
Arbeiten;  sowie  auch  der  Kapokkultur.
Spreche  sechs  Sprachen.  (184)

Gefl.  Anerbieten  wolle  man  mir  zukommen
  lassen  unter  Adresse,  D.  O.  A.  G.“

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        ——ie

Der  bekannte  Weltreisende  Otto  E.  Ehlers  scureibt  in  der  Taglichen  Rundschau  1895
auf  Seite  413  in  seinem  Artikel:  „Aus  dem  faften  Weltteile  Australien  -  Neuseeland":

Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

 

Redaktion:  Hugo  Herold.  Geschälftsleltung:  Max  Pochateoin.  17.  Jahrgang.

ecker  lese  HDas  *9#5kt—mt—

Der  fern  der,
ande  sucht  —

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dem  Gange  der  Weltbegebenbeiten  unterrichten  will  —

Der
Zeitung  zu  lesen  —

blatte  einer  ergänzenden  Zeitungslektüre  bedarf.

D  4s  L  à  0  bringt  allivöchentlich  in  unterkaltender  Form  Berickte  politischen,
wirtschastlichen,  wisssenschastlichen  u.  gesellschastl.  Inhalts  iiber
alle  Vorgũünge,  welche  sickh  in  Deulsckland  u.  ini  Auslande  abspielen.
ist  kein  Parteiblatt,  sondern  es  lãsst  die  interessantesten  Stimmen

D  24#  Echo  aller  Porteien  ꝛu  Worte  konimen.

D  *5  Tc  ho  oringt  in  jeder  Nunimer  ein  bis  2wei  abgescklossene  Novelletten,
Eraũuklungen  etc.  aus  der  Feder  bewũlirt.,  acilgenss.  Schriftsteller.
oringt  in  der  Rubrik  Hlandel  eine  Gesamt-  Wochenüibersickt  des

D  a8  1  eso  internationalen  Geld-  und  Waarenmarktes  und  interessante
Fragen  vont  Weltmarkie.
oͤringt  ein  sackntünnisck  redigiertes  u.  illustriertes,  Industrielles

D  44  Echn  20  Echo“,  welches  über  alle  aeuen  ut.  interessanten  Vorgàange  und
Neuerungen  aus  dem  Gebiete  der  Tecknik  u.  Inducstrie  unterrichtet.
Organ  der  Deutschen  im  Auslande,  betrachtet  es  Insbesondere

D  2s  Echo  als  seine  Aufgabe,  dem  Leben  und  Treiben  der  Deutschen  im
Auslande  die  liebevollste  Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  Es  vird

 

daher  jeder
Deutfsche  im  4teslande  gebeten,  seine  4ckresse

der  Verlagsbochhandlang  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.  in  Berlio  SW.,  Wllnelmstr.  29,
F  hvoroseber.  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,  elne  Probe-  Nummer  umsonst  und  portofrel  zu
ruenden.

Bestellungen  nehmen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalten  und  Zeitungs-Spediteure  in  Deutschland
  zum  Preise  von  3  Mark  viorteljährlich  entgegen;  in  den  öbrigon  Landern  zu  den  landesüblichen
  Preisen.  Dlrokt  von  der  Vorlagshandlung  J.  .  Schorer  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,
Willelmstrasse  29,  unter  Krenzband  bezogen,  kastet  „Das  Echo“  vierteljäbrlich  4  Mark  50  Pf.,
halbjährlich  9  Mark,  ganzjübrig  18  Mark.  Bei  Versendung  unter  Streifband  empflehlt  es  sich,
möglichst  ganzjährige  Abonnements  aufzugeben.

kann  jederzeit  eingetreten  werden,  und  wird
In  das  Abonnement  „Das  Echo“  vom  Tage  der  Bestellung  ab
gegen  Einsendung  des  entfallenden  Betruges  auf  beliebig  lange  Zeit  direkt
vom  Verlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  gelielert.

Diese  Aeusserung  bestäligt  auch  der  nicht  minder  bekannte  Afriksreisende  Eugen  Wolf,

indem  er,  den  französischen  Feldzug  durch  ganz  Madagaskar  mitmacheod,  in  seinem  Berichte  aus
dem  Kriegalager  an  das  Berliner  Tageblatt  schreibt:

„Aus  dem  „Echo  ersehe  ich  stets,  was  in  der  Welt  Vorgeht.“
        <pb n="145" />
        —  105  —

444  44.  #.  4  4  4.  4  4  4  4  4  4  4  4  4.  4  4  4.  44
X

Arthur  Kopp  e1.  Berlin  NW.7,  αα  —  8
¾  Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  #
Telegrarm-  Adresse:  kerpewau- 



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Transport  des  Zuckerrohre  durch.  SughisrerrC  in  Java.  .
Feldbabnen  für  die  Kolonieen.  —  (153)

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Sökeland.  Export  Pumpernickel

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siund
  Schwarzbrot.  4  —2  ndon  ons  4
buerrschte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbe-  |  6  2  retnbrot
  ung  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarz-  DI-  Ner  carie  in
Ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hatten.  eine  rben
1  iele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeanusstellung  1896.  k4  1  lesen,“  en.
——  erbitten  an  Harder  d  de  Foss,  Hamberg;  für  Mondt2  u  (er7
lbland  E.  Sökeland  &amp;amp;  Söhne,  Beri#n  N7.,  oder  Mandsbek.  5  prechen  1  9rv
.  «  »  1#  bun  vt.  7  ½  “
’ttutlnnrernrsnrni“is  *  n4

s  e
ö5spbdbtsrs  ttts-  —————r
ds"n.—  1.0  .1  —  gc  5%4  4  373  0  bP

oens  6  4°  ·
e  4  %%  —

       

r
2
(169)

Hôöchste  Auszelchnung
Chicago  1893.
Höchste  Auszeichn.  (Diplöme
d’lionneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik
Lochmann’'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft

Leipzig-  Gohlis.  57  .  .
AtjssclilivIssljstipFabrjliankjndksr  :i:,  Schmiedeeiserne  Fenster
Smphonions  333
"  und  Oberliehte  jeder  Art,  (1#,)

schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

    
      
 
    

  

1
m

 

 

 

 

mit  auswechselbaren  Noten-##heiben.

  (5(5“)
Die  Fabuk  1i  in  ihrer  Art  che  „
alteste  uml  grösste  der  Welt.  *#t

**  155  ss
1Foe  EKF
        <pb n="146" />
        106

«  .  Fabrik  haltbarer  Speisen

 

 

 

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3  von  r
ö2  L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  *
2
Conseruen  auer  Mr#  für  die  Cropen  zubereltet.
2  Goldene  Medaille:  Mamburg  1880  u.  1889.  2
Wien  1873.  4  Paris  1655.  &amp;amp;  London  1662.  2
Munchen  1854.  æ,  Hoelbourne  1880.  —i+
7  Migemelne  Gartenbau-Ausstellung  in  Mamburg  1897  Goldene  Medalle.
7  *  Wir  garantiren  die  HaltbarkeitPreislisten  stchen  auf  Wunsch
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empfehlen  sich  insbesondere  zur  Beschaffung  perfsönlicher  Ansrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthalt  in  übereeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und

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Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauet  er

«  52

 

 

 

Reise  erbeten.

 

 

 

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        107

4

J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,

UHI  il.  Thür.  —
Nechanische  Jagdgewehr-Fabrik,

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upübertroffenen  S#  Krupp’'schen  Spezlal-Gewehrlanfttabl.  G#dem  hbesten  aller
existirenden  L#aufmaterialien.  Gesetzlich  geschltzt.  (179)

 

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I#h  !:½  *  „  5,.—  7  7.—,  Bullen  -*½m—  „:  „  15.—  ?:  20,—,
15,—  „  20.—,  LZiegen.  .  ,„  1.—  „  2,—.

für  Südwest-  Afrika:

Dromedare,  FErsatz  für  Ochsen,  ca.  ##  15,.—.
Lartoslen,  Zyiebeln,  Tropfsteine,  Madeira-Möbel,  Wein  ete.
Näahere  Angaben  und  Relerenzen  stehen  zu  Diensten.

Enrique  Augener,  L#s  Palmas  Cran  Canarie.

(un)

(Ionserven  mit

Kochworridlen

Hervorragende  Neuheit  S
gende  Neu  ai  S  -

 
     
  

        
 

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Unembehrlich  für  Militairs,  Jager.  Touristen,
  Radfahrer,  Segiler.  Junggesellen
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zu  jed.  Zeit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterungsverhältn.  in  wenigen  Minnt.
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D
Liche.  Walfel  vor  Hannover.
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(u)

 

1
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mit  beschränkter  Haltung
Meanderstrasse  i4  LEIPZIG  Teleph.  Amt  1,  464.

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absolut  ruhiges  Licht.

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eentsich  einfachere  Bedlenung.  Seit  Jahren  erprobt

und  bewährt.  Vorzigliche  Referenzen.

Wiederverklufer  werden  gesucht.  (120)

 

⁊  —

 

 

9

 

 

 

 

 

 

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Herings-  Export.
Export  deutscher  Heringe

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Erscheint  gleichzeltig  in  deutscher  und
französischer  Sprache.

 

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  und  besuchtesten  Winteraulenthalte
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der  Mittelmeerländer  versandt,  auf
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und  jeder  europälschen  Sprache  auf-
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8WI12,  K
Kochstraße  68—71.

 

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Soeben  ist  erschienen:  Die

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ihrer  Entstehung,  Entwickelung,  Grfolge  und  Aussichten

Dr.  Mlfred  Zimmermann.

–—e··

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Zweiter  Band:
Die  Kolonialpolitik  Großbrifanniens.  Erster  Theil.

Von  den  Anfängen  bis  zum  Abfall  der  Vereinigten  Staaten.

Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.
——Preis  geheftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,  50.  ——

Bisher  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme  die
Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte

schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die  verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  Politik  in  den  einzelnen
Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird  in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.

4  Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatte,  will  in  seinem  Werke  allen
Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der
Hand  der  Geschichte,  bieten.  Die  Darstellung  ist  so  gewählt,  daß  das  Werk  zugleich  ein  Lese=  und  Lehrbuch
ist,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer  nuhbringenden  Weltpolitik  zu
geben  vermag.  Das  Werk  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  dar.
Ein  Hauptgewicht  ist  auf  die  übersichtliche  Darstellung  der  je  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielepunkten
  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen  Verwaltung  und  Gesetzgebung  gelegt.

BWeährend  der  im  Vorjahre  veröffentlichte  erste  Band  die  Kolonialpolitik  Portugals  und
Spaniens,  also  derjenigen  Staaten,  welche  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  und  deren
Erfahrungen  bei  allem  Wechsel  der  wreiten,  Anschauungen  und  Kenntnisse  seit  dem  Anfange  dieses  Jahrhunderts
  in  hohem  Maße  lehrreich  sind,  ausführlich  behandelt,  macht  uns  der  soeben  zur  Ausgabe  gelangte

zweite  Band  mit  der
Kolonialpolitik  Großbritannien--—-=und

  zwar  zunächst  mit  deren  erstem  Theil:  Von  den  Anfängen  bis  zum  Abfall  der  Vereinigten
Staaten  bekannt.  Dieser  Band  zeigt  uns,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bedingungen  eine
Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein  muß,  welches
wirklich  lebensfähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will,  er  schildert  die  Maßnahmen,  die  England
getroffen,  die  Fehler,  die  es  begangen,  die  Ersolge,  die  es  erzielt  hat.  Gerade  über  das  Wesen  der  englischen
Kolonialpolitik,  über  die  Männer,  denen  es  seine  Erfolge  verdankt,  herrschen  sehr  häufig  noch  irrige  Auf-  l
fassungen;  der  vorliegende  Band  wird  daher  das  weiteste  Interesse  verdienen.  In  einem  dritten  Bande  wird  »
die  Kolonialpolitik  Großbritanniens  bis  zur  Gegenwart,  im  vierten  Bande  die  holländische  Ü
Kolonialpolitik  behandelt  werden.  Die  ebenfalls  ins  Auge  gefaßte  Geschichte  der  französischen  Kolonialpolitik
  wird  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,  welchen  gute  Gedanken  bei  der
Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der  Selbstaufopferung  entbehrenden  Naton
begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen  kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes

 

 

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":

 

 
  

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Funsportfähigkeit,  da  sehr  wenig  Raum  einnehmend.  Ebensolche  Seitenwandbekleidung.

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den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anban  in  den  Tropen
et  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse.
awer  liefer,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12.—  franco  aller  deutschen

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Eneyklop.  Wörterbuch

der  franz.  und  deutschen  Sprache.

 

M#

Muret-  Sanders

Encyklop.  Wörterbuch
der  engl.  und  deutschen  Sprache.

   

 

 

 

 

 

 

  
  

 

 

 

A.  Grosse  B.  Hand-  und  A.  Grosse  B.  Unnd-  und
Ausgabe.  Schul-Ausunbe.  Ausuabe.  Schul-Ausgube.
9  fl  97.  -101.  Tausend  leil!  liei
Auflage.  *i  ""·  (cnglisch—(1eutsch)  lelll
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bst  S  (frauz.-  leile=  in  2  Banden  geb.  45  Sei
ne  rcen  deiusen)  zia  A-K  und  1.—2  815n  Seiten.  *êç
1959  eiten  n)  einen  21  Aark.  gebunden  7.50  NMlk
gebunden  12  Klk.  75*%  S  Dand.
gebunden  Teil  11  ,..
,  „  13.00  Alk.,  (deiuseh  -en#lisch  Teil  II
Teil  I1  1%r  jeder  Teil  llxbrz  Pens)zeb,  (deutsch-englisch)
2132  Seiten  (demsch-  !67  1897  in  LI#n.  à  liegt  ude  1898
2  Alk.  franz.)den  10  Ak.  und  liegt  in  ig  vor.
gebunden  4  All  3  S  hl  1#ahren  kompl.  vor-  sertis  vor

 

Suchs-Villatte  und  Muret-Sunders  sind  unter  allen  ähnlichen
Werken  die  nenesten.  reichhaltigsten  und  vollstündigsten.  Sie  sind
die  einzigen.  velche  bei  jedem  Worte  ungeben:  1.  Ausspruche,
2Z.  Gross-  und  Kleinsehreibhnng.  3.  Konjugation  und  Deklination,
I.  Stellung  der  Adjektikn,  5.  Et#mologie  etc.

„„Sachs-Villatte  ist  die  Krone  der  in  Deutschland  erschienenen
  Worterbücher.  Selten  hat  ein  Werk  eine  806  ullgemeinec,
vielseitige  und  wohlrerdiente  Anerkennung  gelunden,  vie  dieses,
Lexikon.-  Wendt,  lEncyklopadic.  S.  179.,

„Nuret-Snnder  ist  jedenfalls  das  hervorragendste  Werk  der
heutigen  anglo-rzermanischen  leikozraphiec  Ueher  Land
und  Nlcer,  Stuttgart.  llett  12.  1802.  (uin

Langenscheidt'sche  Verlagsbuchhdlg.,  Gerlin  SW.  46,  Halleschestr.  7.

—
J

 

    

 

Semler,  Hr.,  Trop.49####ettier,
Handbuch  für  Pflanzer  u.  Kaulleute.
I.  Bd.  2.  Aufl  (bearb.  v.  Dr.  Hindork  u.
A.)  XVIu.776S.,  94  Abbild.,  geh.  15..
II.  Bd.  704  S.  u.  39  Abbild.,  geh.  15.4
III.  Bd.  818  S.  u.  155  Abbild.,  geh.  154
IV.Bd.  1.  Abth.400S.  u.  135  Abb.,  gh.9.
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Durch  jede  Buchhandlung  —  Aus-THhrliche

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Teder  Band  einzeln  käuflich.  (#5)
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Pmpfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

Die  Hohenzollern  u.  das  derstsche
  Faterlnd  von  Dr.  R.  Graf
Stillfried-Alcüntara  und  Prof.  Dr.
Bernh.  Kugler.  Fünfte.  von  Profk.
Kugler  neubearbeitete  und  bis  auf
die  Gegenwart  ergänzte  Auflage.
Iistorisches  Prachtwerk  mit
zahlreichen  Vollbildern  und  Textillustrationen
  in  Holzschnitt,  Briesfacsimiles,
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gebunden  mit  Goldschnitt  .K  12.50.
Verlag  von  F.  A.  Berger  in  Leipzig.
Königstrasse  13  I.  (1115)

 

 

Allen  Kolonialfreunden  unentbehriich:

Deutsches  Kolonial-andbuecb.

Nach  amtlichen  Ouellen  bearbeitet  von
Rudolf  Fitzner.  (1o)

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geb.  6  Mk.,  brochirt  5  Mk.  Enthält
ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offiziere,  Beamten,  Missionare,
  Kaufleute  u.  Pflanzer.  Zu  beziehen
  durch  jede  Buchhandlung
sowiegegen  Einsendung  desBetrages
durch  Hermann  Paetel,  Berlin  W.  30.

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deutscher  und  anderer  Kolonien
werden  zu  kaufen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.
Ansichtssendungen  erbeten.
Auswahhlen,  länderweise  geordnet.
  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
  Sammler  gemacht.  Referenzen
  oder  Standesangabe  erforderlich.
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".Hannover.  (ud)

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
Hofbuchhändler  SEr.  bornigichen  Kedein  des
Prinzen  Heinrich  von  Preuben.
Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello-=Format.

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v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884

4.  1,50,  geb.  .(é.  2.25.

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstr.  68—71.

Handbuch
zur
Kufnahmefremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mk.

 

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Unsere  Schutztruppe  in  Oserikxa.
  Von  Georg  Maercker,
Pr.  Lt.  im  Inf.  Regt.  No.  23,  ehemal.
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Siegismund,  Berlin  W.  41.

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Leipzig.  (Prosp.  grat.)  (m)
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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

m  den  Tropen  mit  Erfolg  ein  i
folg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
rim  erensch  Kolonien  nes  Längerem  ständig  5  ben.  n  beliebt,  Ichre
end  rer  aus.  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
Euptrup  nusihrsbrkoh,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Mit  uns  in  Kisten  zu  50  11  und  100  ½  Exportflaschen.
nüheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten

Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier  ½

Fir  Deutsch  di  *x  3—6.  Vegrändet  1792.  (W

"  a,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikan
Z  Gesellschaft  den  etnr  hat  d  u  sce

Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:

Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

Export-HBier

der
Kalser-Brauerei  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelnguttabrik,  A#iengesellschaft,

  vormals  Gebrüder  Huhbe,
Neuhaldensileben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (165)

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

Steinberger  Korn

in  Kisten  à  12  Literflaschen  billigst.  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennerei,  gegr.  1785.
BExport-Vertret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

 

 

 

Wer  d  reich  illustr.  Familienblatt
„Die  Evangel.  Missionen“
noch  nicht  kennt,  versäume  nicht,
sich  ein  Probeheft  kommen  zu
lassen  von  C.  Bertelsmann  in
Gütersloh.  (ur)

  

 

 

 

 

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Schritten
Kolonial-Hitteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völterkunde

aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
steht  Interessenten  Kostenxfret  zu

fTnst  nd
Hamburs,

Ferdinandutrasse  48.

 

&amp;amp;

 

übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Arrika

zu  den  billigsten  Bedingungen.
        <pb n="152" />
        —  112  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Februar:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncu.

Am  28.  Februar:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Schade,
nach  Teneriffe,  Las.  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Hüfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hüafen  der  Südwestküste  Afrikas
bis  Loango.

Am  18.  März:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Carstens,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marococo,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

KNachste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  März  und  ferner  am
25.  jedes  zweiten  Monats.
le  Güfer  müssen  cm  Tage  vor  dem  4b5bganpsdoatum  dis  12  Uhr  mittags  I#nossette  sen.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-  Linie
(13)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Veerzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fabrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 

ADNIERALI“  Capt.  Wst  16.  Februar,
*#KANZLER““,  Capt.  Rlo  ..  .  16.  Februasr,  2.  Märxz,
„  „REICHSTAG“,  Capt.  Weiskannn  ...  2.  März,  16.  März,

nach  Mombassa,  Tanga’k,  Pangani?,  Saadani,  Bagamoyo,  Dar-es-Salüm?",  Sansibarek,  Kilwa,  Lindi,
Milindani,  Ibo,  Moramblque“,  Quellmane  ,  Chinde  ,  Beira'“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  verscehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “"  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorziuoliche  Einrichtungen  Ur  Pussagtere  #n  allen  Klaussen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufbälen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabai.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näbheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#0)

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
"owie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Dieser  Nummer  liegt  das  1.  Heft  des  XI.  Baudes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“  bei.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Februar  1898  um  6  Uhr  nachmittags.

—  —„  — —  ——  —
        <pb n="153" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszegeben  in  der  KHoloenial-Iblyeilung  des  Auswirtigen  Amts.

———  ———.

;Nummer  5.

———–—.  J———.  —..———.———

Berlin,  1.  März  1398.

..  —  8

L.  Jahrgang.
Dieie  Zeitchrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
ue#nschtinenden:  „Mittbeilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deotschen  Schutzgebieten",  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
r.  Dagekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für
die  Lander  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfried  Mittler

und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-  Preioliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

——  —

––  .  —„—  —  –—  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  —!  —  ——  —  ——  —

Inhe#lt:  Amtlicher  Theil:  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  113.  —  Personalien  S.  113.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  114.  —  Deutsch-Ostafrika:  Reise  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  Liebert  S.  115.  —  Lieutenant  Kielmeyer  und  Unteroffizier  Carsjens  F#  S.  115.  —  Anbauversuche  mit
Fvrcalypptos  rostrata  S.  115.  —  Handel  in  Ostafrika  S.  115.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Erfolgreiches
Gesecht  der  Schutztruppe  und  Gefangennahme  zweier  Anführer  S.  115.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen
und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  115.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Reis=  und  Getreidezoll  in  Sansibar
  S.  116.  —  Britisch-Ostafrika  S.  116.  —  Statistik  der  gesammten  Kolonien  Englands  S.  116.  —  Handel  in
Tonga  im  Jahre  1896  S.  118.  —  Handel  Swasilands  im  Jahre  1896  S.  118.  —  Neue  Verordnung,  betreffend
den  Getränkehandel  auf  den  Gilbert-Inseln  S.  119.  —  Erhöhung  der  Lizenzgebühr  auf  den  Gilbert-Inseln  S.  119.
Zritisch-Nen-Guinea  S.  119.  —  Zuckerindustrie  Queenslands  1896.97  S.  120.  —  Landwirthschaftliche  Ausstellung
zu  Malang  S.  120.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Nachtigal-Gesellschaft  für  vaterländische  Afrikaforschung
S.  120.  —  Jahresbericht  über  Kolonialwolle  im  Jahre  1897  von  Gustav  Ebell  &amp;amp;  Co.  in  Berlin  S.  121.—
Litteratur  S.  122.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  122.  —  Schiffsbewegungen  S.  123.  —  Verkehrs-Nachrichten

S.  123.  —  Anzeigen.

–  —  —  —   —  ...  —  —  —ä  —  —  —  —  —  —  —  —  -

Amtlicher  Theil.

berordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

—

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  Februar  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,39  Mark  —  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

-  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

 

——
—  —--—
  ——...-—.JJöJ—.

 

—  —  —  —  —„  —  —  —

Personalien.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-vOstafrika.
A.  K.  O.  vom  17.  Februar  1898.
reue,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Merker,  Premierlieutenant,  Dr.  Eggel,  Stabsarzt,  und
Dr.  Drewes,  überzähliger  Stabsarzt,  auf  weitere  drei  Jahre  der  Schutztruppe  zugetheilt.
Dr.  Schreber,  überzähliger  Assistenzarzt  1.  Klasse,  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
*  A.  K.  O.  vom  17.  Februar  1898.
Richter,  Stabsarzt,  mit  dem  28.  Februar  1898  als  Halbinvalide  mit  der  gesetzlichen  Pension  nebst
Aussicht  auf  Anstellung  im  Civildienst  ausgeschieden  und  gleichzeitig  mit  seinem  bisherigen  Patent
bei  den  Sanitätsoffizieren  der  Landwehr  2.  Aufgebots  wiederangestellt.
Lübbert,  bisher  Königlich  Sächsischer  Stabsarzt  von  der  Landwehr  2.  Aufgebots,  mit  dem  1.  März
1898  als  Stabsarzt  mit  einem  Patent  vom  1.  April  1889  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Dr.

Dr.
        <pb n="154" />
        114

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.

Am  Sonntag,  den  13.  Februar  d.  Is.,  ist  der
Senatspräsident  beim  Reichsgericht,  Dr.  Paul  Kayser,
von  langem  Leiden  in  seinem  53.  Lebensjahre  durch
einen  sanften  Tod  erlöst  worden.

Dr.  Kayser  übernahm  am  1.  Juli  1890  die
Leitung  der  wenige  Monate  vorher  neu  gebildeten
Kolonial-Abtheilung.  Vermöge  seiner  umfssenden
Kenntnisse,  die  er  sich  auf  dem  Gebiete  der  Justiz
und  der  Verwaltung  in  einer  vielseitigen  Laufbahn
erworben,  und  seiner  reichen  Begabung  erschien  er  für
diese  schwierige  Aufgabe  besonders  geeignet.  Seit
seiner  Einberufung  in  das  Auswärtige  Amt  Anfang  1885
hatte  er  bereits  an  der  Ausgestaltung  der  Rechtsverhältnisse
  der  Schutzgebiete  lebhaften  Antheil  genommen.
Mit  dem  größten  Eifer  und  einer  außergewöhnlichen
Arbeitskraft  ging  er  nun  an  die  sich  ihm  bietenden
neuen  Aufgaben,  wobei  er  von  Anbeginn  an  das  Ziel
verfolgte,  dem  Handel  und  Verkehr  sowie  der  Missionsthätigkeit
  unter  Vermeidung  büreaukratischer  Engherzigkeit
  freie  Bahn  zu  schaffen.  Auf  seine  Anregung
erging  unter  dem  10.  Oktober  1890  das  Dekret,
betreffend  die  Errichtung  des  Kolonialrathes,  dessen
Zusammensetzung  aus  den  sachverständigsten  Vertretern
der  verschiedenen  kolonialen  Interessen  dieser  Körperschaft
  von  vornherein  die  Bedeutung  sicherte,  die  sie
sich  in  stets  wachsendem  Maße  erworben  hat.  Seine
Bemühungen,  mit  sachverständiger  Unterstützung  die
Entwickelung  der  Kolonien  zu  fördern,  sind  nicht
vergeblich  gewesen;  denn  während  der  sechs  Jahre
seiner  Amtsführung  sind  auf  allen  Gebieten  überraschende
  Fortschritte  zu  verzeichnen.  Nachdem  —
bis  auf  Togo  —  überall  die  Abgrenzung  gegen  die
Nachbarkolonien  bewirkt  worden  war,  wurde  in  den
Schutzgebieten  eine  geordnete  staatliche  Verwaltung
eingeführt,  welche  die  befriedigende  Entwickelung  derselben
  sichergestellt  und  den  Raubzügen  einzelner
Stämme  ein  Ende  gesetzt  hat.  Die  Anzahl  der
Stationen  mehrte  sich,  die  weiße  Bevölkerung
wuchs.  Die  Zahl  der  deutschen  Handelsfirmen
vergrößerte  sich,  und  es  erwuchsen  Plantagenunternehmungen,
  von  denen  im  Jahre  1890  noch  nirgends
die  Rede  war.  Die  sanitären  Verhältnisse  verbesserten
sich  in  außerordentlicher  Weise.  Der  wissenschaftlichen

  Forschung  wurde  besondere  Aufmerksamkeit  gewidmet,

  das  Missionswesen  nahm  einen  ungeahnten
Ausschwung.  Noch  im  letzten  Jahre  seiner  Amtsführung
  gelang  es  ihm,  die  Organisation  der  Schutztruppen
  zum  Abschluß  und  damit  die  Einheitlichkeit
in  der  Kolonialverwaltung  zur  Durchführung  zu
bringen.

Infolge  seiner  erschütterten  Gesundheit  war  es

 

 

ihm  nicht  beschieden,  in  seiner  neuen  Stellung  als
Senatspräsident  beim  Reichsgericht  lange  zu  wirken.

Mit  der  Geschichte  der  kolonialen  Entwickelung,
für  die  er  in  aufopferndster  Weise  gewirkt  hat,  wird
sein  Name  dauernd  verbunden  bleiben.

Deutsch  -Ostafrika.

Der  ständige  Hülfsarbeiter  im  Auswärtigen  Amt
Legationsrath  v.  der  Decken  tritt  demnächst  die
Ausreise  nach  dem  Schutzgebiet  an,  um  die  Vertretung
  des  voraussichtlich  im  Mai  einen  Heimathsurlaub
  antretenden  Chefs  der  Centralverwaltung,
v.  Bennigsen,  zu  übernehmen.

Mit  ihm  zugleich  wird  der  Gerichtsassessor  Dr.
Solf  sich  nach  Ostafrika  begeben,  um  die  Funktionen
eines  Bezirksrichters  wahrzunehmen.

Der  Gerichtsaktuar  Gadski  und  der  Zollpraktikant
  Billib  sind  dem  Gouvernement  zugetheilt  worden,

  nachdem  sie  auf  dem  Seminar  für  orientalische

Sprachen  das  Suaheli  erlernt  haben.

Der  Regierungslandmesser  Bertram  und  der
Vermessungsgehülfe  Schleicher  treten  demnächst  die
Reise  nach  Ostafrika  an.

Der  Büreauassisteut  V.  Otto  ist  im  Januar

d.  Is.  auf  der  Reise  nach  der  Station  Langenburg
verstorben.

—..  .  —  ÚÛ

Ramernn.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer  hat
Kamerun  mit  Urlaub  verlassen  und  ist  am  8.  Februar
in  Madeira  eingetroffen.

Der  Techniker  Küpp  tritt  demnächst  zum  Ersatz
des  ausscheidenden  Technikers  Malinowski  die
Reise  nach  Kamerun  an.

Der  für  die  Polizeimeisterstelle  angenommene
frühere  Sergeant  Olbrich  ist  nach  Kamerun  abgereist.

Togo.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  von  Togo,
Köhler,  ist  in  Lome  eingetroffen  und  hat  die  Geschäfte
  der  Landeshauptmannschaft  übernommen.

Büreandiätar  Ebel  reist  im  März  nach  Lome  ab.

Der  für  den  Zolldienst  angenommene  Grenzaufseher
Pittroff  tritt  im  März  die  Reise  nach  Lome  an.
        <pb n="155" />
        115

Nachrichten  aus  den  deukschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Pllafrika.

-eise  des  Raiserlichen  Gouverneurs  TLiebert.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika,
Generalmajor  Liebert,  beabsichtigte,  am  18.  Januar
eine  größere  Reise  durch  Nguru,  Usegua,  alsdann
den  Pangani  aufwärts  zum  Kilimandjaro  anzutreten
mud  auf  dem  Rückwege  noch  Westusambara  zu  besichtigen.
  Der  Hauptzweck  der  Reise  ist,  die  Kulturdehhältnisse
  des  Hinterlandes  von  Bagamoyo  und
Saadani  kennen  zu  lernen,  in  Usegua  auf  die  moralice
  Hebung  der  Bevölkerung  (Kindesmord)  einzuwirken,
  endlich  die  kulturelle  Entwickelung  der  Gebirgzlandschaften
  an  der  Kilimandjarostraße  zu  studiren.
Ende  März  gedenkt  der  Herr  Gouverneur  wieder  an
de  Küste  zu  sein.  Es  begleiten  ihn  Referendar
Zache  und  Dr.  Maurer,  letzterer  für  kartographische,
limatologische  und  Grenzbestimmungen.

——.....

lieutenant  Kielmeyer  und  Unteroffi  zier  Carsjens  .

Nachrichten  des  Kaiserlichen  Gouvernements  für
deutsch-Ostafrila  zufolge  ist  der  Premierlieutenant
Kielmeyer  von  der  Schutztruppe  am  1.  Februar
d.  B.  in  einem  Kampfe  gegen  meuterische  Waseguha
bei  Nuhenne,  der  Unteroffizier  Carsjens  am  17.
Imur  d.  Js.  bei  einem  nächtlichen  Ueberfall  durch
Vahehe  gefallen.

—

Tnbauversuche  mit  Eucalyptus  rostratz.

Nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
sud  Anpflanzungsversuche  mit  Eucalyptus  rostrata
in  der  Versuchsstation  Kwai  gut  ausgefallen.  Uebertupt
  gedeihen  die  Eucalyptusarten  sehr  gut  im
Ectugcbiee.  Besonders  Eucalyptus  globulus
zegt  ein  auffallend  starkes  Wachsthum.  Es  sollen
m  dieser  Baumart  Aufforstungen  in  Westusambara
dargenommen  werden.

 

Dandel  in  Ostafrika.
Ler  Handel  von  Deutsch-Ostafrika  repräsentirte
!7  1892  (die  amtlichen  statistischen  Angaben
uen  mur  für  den  das  zweite  bis  vierte  Vierteljahr
WMassenden  Zeitraum  vor)  einen  Gesammtwerth  von

5504  385,86  Mark  bei  der  Einfuhr,
3153  32951  =  Ausfuhr,
W  10  657  715,37  Mark;
%  im  Jahre  1893:
7712  822,57  Mark  bei  der  Einfuhr,
3580  73,8  =  ..  Ausfpuhr,
W.  13293  562,15  Mark;

 

im  Jahre  1894:
7167  689,59  Mark  bei  der  Einfuhr,
4  877  021,76  =  =  Ausfuhr,
zus.  12  044  711.35  Mark;
im  Jahre  1895:
7  608  466,52  Mark  bei  der  Einfuhr,
3257  384.20  =  Ausfuhr,
zus.  10  865  851,02  Mark.
Das  Material  für  1896  liegt  noch  nicht  vor.
In  demselben  hat  wieder  eine  Zunahme  stattgefunden.
Die  Zolleinnahmen  haben  in  Deutsch-Ostafrika
betragen:

Im  Jahre  1891  (vom  1.  April  bis  31.  Januar)
1  021  447,47  Mark,

1892  1  209  926,07„
1893  10094  610,.82
.  1894  .1222  860,40
1895  1  153  586,415

Für  das  Jahr  1896  liegen  die  Angaben  noch
nicht  vollständig  vor.
Im  November  1893  wurden  die  Tarissätze  auf

ihren  jetzigen  Stand  erhöht.

–

Deufsch-Züdweltafrika.

Erfolgreiches  Gefecht  der  Schutztruppe.

Nachrichten  aus  Südwestafrika  zufolge  hat  am
23.  Dezember  v.  Is.  ein  erfolgreiches  Gefecht  von
Theilen  der  Schutztruppe  unter  Hauptmann  v.  Estorff
gegen  Aufständische  im  Nordbezirk  des  Schutzgebietes
bei  Zaub  unweit  Franzfontein  stattgefunden.

Die  Truppe  hat  hierbei  folgende  Verluste  erlitten:
Todt:  Reiter  Mauß  und  Geißler.

Schwer  verwundet:  Sekondlieutenant  Bensen.

 

Nachrichten  aus  Keetmanshoop  zufolge  hat  die
kapländische  Polizei  zwei  der  Anführer  der  Afrikaner
im  letzten  Aufstande,  Piet  Kooi  und  Piet  Kock,  festgenommen.


Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Die  Angaben  über  die  Church  Missionary
Society  in  der  als  Beilage  zum  Kolonialblatt  vom
15.  August  1896  erschienenen  „Uebersicht  über  die
Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten“
und  in  der  „Denkschrift  über  die  Entwickelung  der
deutschen  Schutzgebiete  im  Jahre  1895/96“  —  Beilage
  zum  Kolonialblatt  vom  15.  Februar  v.  Js.  —
        <pb n="156" />
        können  auf  Grund  neuerer  Mittheilungen  des  „Church
Missionary  Intelligencer“,  wie  folgt,  ergänzt
werden.

Die  Gesellschaft  (eine  hochkirchliche,  nicht,  wie  es
in  der  Denkschrift  hieß,  eine  Baptistenmission  —  gegründet
  1799)  besitzt  in  Deutsch-Ostafrika  folgende
Stationen:

1.  In  der  Landschaft  Usagara:  Mamboia  (mit
56  Christen  und  155  Schülern),  Mpwapwa  (mit
50  Christen  und  30  Schülern),  Kisokwe  (mit  130
Christen  und  135  Schülern);

2.  Am  Nyanza-See  (Speke-Golf)  Nasa  (mit
32  Christen  und  600  Schülern).  An  Stelle  des
1896  verstorbenen  Missionars  Nickisson  ist  hier
Missionar  A.  Whitehouse  getreten.

Alle  diese  Niederlassungen  gehörten  bisher  zu
der  unter  Bischof  A.  R.  Tucker  stehenden  Diözese
„Aequatorial-Ostafrika".  In  Zukunft  wird  Bischof
Tucker  nur  den  Nyanzabezirk  als  Diözese  behalten,
während  ein  Bezirk  für  die  Küste  und  Usagara  als
besondere  Diözese  einem  (vom  Erzbischof  von  Canterbury)
  nen  zu  ernennenden  Bischof  unterstellt  werden
soll.

 

Der  Vorstand  der  Evangelischen  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  hat  beschlossen,  den  Pfarramtskandidaten
  Trittelvitz  zu  Greifswald  in  die
Leitung  der  Mission  zu  berufen.  Herr  Trittelvitz
wird  Anfang  Mai  in  sein  Amt  eintreten.  Bis  dahin
wird  der  auf  Urlaub  befindliche  Missionar  Döring
die  Geschäfte  führen  (vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.  723).
Der  Letztere  wird  demnächst  bis  auf  Weiteres  ebenfalls
  in  der  heimathlichen  Missionsarbeit  verbleiben
und  sich  insbesondere  der  Pflege  der  Missionsgemeinden
  (bei  Missionsfesten  2c.)  widmen.

–—4

 

Die  Mission  der  Weißen  Väter  hat  bekanntlich
seit  etwa  1  ½  Jahren  ihre  Thätigkeit  auf  das  Land
Urundi  (Nordostecke  des  Tanganyikasees)  ausgedehnt.
Ueber  die  im  nördlichen  Theil  dieses  Landes  belegene
Antoniusstation  in  Usigi,  Bezirk  Usumbura,  ist  auf
S.  663  f.  des  Kol.  Bl.  Jahrg.  1897  berichtet.  Auch
im  Süden  in  Misuyi  hat  Bischof  Gerboin  aus
Ushirombo  neuerdings  eine  Station  gegründet  und
Franz  Taverstation  benannt.

 

—

In  „Gott  will  es“  lesen  wir:  Sechs  Missionare
vom  heiligen  Herzen  Jesu,  die  Patres  J.  Eberlein,
J.  Schmitz,  J.  Viegen  und  H.  Nollen  sowie  die
Brüder  J.  Robel  und  A.  van  Russel,  aus  den
Missionshäusern  zu  Hiltrup  und  zu  Salzburg,  schifften
sich  am  16.  November  v.  Is.  in  Genua  an  Bord

des  Lloyddampsers  „Prinz  Heinrich“"  nach  Herbertshöhe
  ein.  m„„

Für  die  katholische  Mission  in  Deutsch-Südwestafrika,
  welche  den  PP.  Oblaten  übertragen  ist,  haben
sich  am  15.  September  P.  Rieger  und  zwei  Laien-116



 

brüder  in  Hamburg  eingeschifft.  Die  junge  Mission
zählt  jetzt  drei  Patres  und  drei  Brüder.  Der  Bau
eines  Missionskirchleins  in  der  Hauptstation  Windhoek
ist  vollendet.  Dicht  an  dasselbe  stößt  das  aus  starkem
Segeltuch  hergestellte  Haus  der  Missionare.

——.  —

Rus  fremden  Rolonien.
Reis-  und  Getreide  zoll  in  Sansibar.

Nach  einer  Veröffentlichung  der  „Zanzibar  Gazette“
  wird  am  1.  April  d.  Is.  in  Sansibar  ein
Werthzoll  für  zum  Verbrauch  dorthin  eingeführtes
Getreide  und  Reis  in  Kraft  treten.

Britisch=  Ostafrika.

Nach  einer  Verfügung  des  Königlich  Großbritannischen
  Kommissioners  und  Generalkonsuls  Hardinge
  wird  jede  Person  in  Stadt  und  Distrikt
Mombas,  welche  sich  nicht  über  genügende  Mittel
zum  Lebensunterhalt  ausweisen  kann,  verhaftet  und
ausgewiesen  werden.

Statistik  der  gesammten  Kolonien  Cnglands.

Den  „Statistical  tables  relating  to  the
Colonial  and  other  possessions  of  tbe  United
Kingdom,  part  XXI“  1891  bis  1893,  entnehmen
wir,  daß  der  Schätzung  im  Jahre  1891  nach  die
Gesammtbevölkerung  in  den  außereuropäischen  Kolonien
  Englands:  Singapore,  Penang,  Malakka,  Ceylon,
Mauritius,  Labuan,  Hongkong,  Australien,  Fiji,  Falkland-Inseln,
  Natal,  Kapland,  St.  Helena,  Lagos,
Goldküste,  Sierra  Leone,  Gambia,  Nordamerika,
Bermuda,  Honduras,  Westindien,  Britisch-Guiana,
18  504  554  Köpfe  betrug.

Die  Gesammteinnahmen  und  zausgaben  der  obigen
Kolonien  beziffern  sich,  wie  folgt:

1891

1892  1893

Pfund  Sterling

Gesammteinnahmen  48  874  635  48929  915  47  017  598
Gesammtausgaben  49499787  48  712  843  48  123  632

 

Bilanz.  —  625  152  +  217072  —  1  106  C1

Mithin  ergiebt  nur  das  Jahr  1892  einen  Ueberschuß,
  wobei  freilich  erwogen  werden  muß,  daß  Ostindien
  in  den  Statistical  tables  nicht  berücksichtigt
worden  ist.

Was  die  Zahl  der  europäischen  Bewohner  der
uns  am  meisten  interessirenden  afrikanischen  Kolonien
  betrifft,  so  sind  die  Angaben  leider  lückenhaft,
sie  stellt  sich  folgendermaßen  dar:

1881  1891  1892  1893
Natal  .  1—  46788  42759  43742
Kapland  —  376  987  –  —
Lagos.  .  —  150  —  —
Goldküste  (keine  Angabe),
Sierra  Leone  261  224  —  —

Gambe—  64
        <pb n="157" />
        117

die  Einnahmen  und  Ausgaben  der  einzelnen  afrilanischen  Kolonien  ergiebt  die  folgende  Aufstellung:

Einnahmen:

Ausgaben:

 

 

1891  1892  1893  1891  1892  1893
Pfund  Sterling  Pfund  Sterling
Natall  1392455  1  069  678  1  011  017  1  267  063  1  085  959  1  068  492
Kapland  4055  419  4398  673  4878  561  4075  292  4219  312  4575023
Lagngs-  78625  68  421  115  317  66  388  86  513  101  251
Goldküste  186  022  183  075  201  783  133  407  158  104  178  935
Sierra  Leone.  89  869  86  866  92  769  67  501  81  842  82  681
Gambia  31  038  30  978  31  899  27  697  28  740  38  143
Zusammen  5833  428  5837691  6331  346  5637348  5660  470  6044525
DeN  wesentlichsten  Theil  der  Einnahmen  dieser  1891  1892  1893
Holonien  bildeten  die  Zölle,  außerdem  fallen  in  Natal  Pfund  Sterling
ud  Kopland  die  Einnahmen  aus  den  Eisenbahnen  Lagos  67  308  58  476  14  203
abehlich  ins  Gewicht.  Goldküste  165  9966  161  771  177  719
«  .  Sierra  Leone.  70000  69  410  72  231
Bolteinnahn-  1699:  Gambia  18  931  19  099  138  876
1591  pfantl  n  Einnahmen  aus  Eisenbahnen.
Jatal.  .  301180  216  041  191  235  Natal  665  336  479  410  4469989
##plud  .1  154  935  1  232  170  1  315  523  Kapland  1772751  2  002  040  2  382  267
Die  Handelsbewegung  in  den  afrikanischen  Kolonien  gestaltete  sich  folgendermaßen:
Import:  Export:
1891  1892  1893  1891  1892  1893
Pfund  Sterling  Pfund  Sterling
90734  2482228  2239165  1  184  118  1  337  516  1  118  895
sann  ..  8  776  9571  670  115539  987  11  131  024  12206  493  13  156  589
Lagos  650192  522  041  7490027  717  643  577  083  836  295
Goldfüste.  665  781  597  095  718  353  684  305  665  064  722  107
Sierra  Leone.  433  378  418  865  45  614  47  656  420  451  398  664
Gambia  161  130  169973  1566  509  180  0ö2  172197  204  721
Deutschland  ist  daran  betheiligt  mit  folgenden  Ziffern:
Natal  69  547  55  442  50  355  28267  57247  71  399
Kapland  123  690  212  596  244  576  96  453  59  887  108  434
Lagsss  166  998  149  002  176  187  305  669  213  968  358  518
Goldküste  72  137  73  773  77  305  76  507  96  733  96  785
Sierra  Leone  35  425  27071  28379  41  584  685452  53  610
Gambia  4682  nicht  festgestellt  2308  22516  nicht  festgestellt  5423
Unter  den  Landesprodukten  der  afrikanischen
holonien,  die  einen  Gegenstand  der  Ausfuhr  bilden,  1891  1882  «  1893
rehmen  die  Diamanten  der  Kapkolonie  den  ersten  Pfund  Sterling
dn  es  wurden  Diamanten  exportirt  im  2  5r-n  gbn  4  4195  255  6338  613
Ichhe  don:  och  liefert  das  erste  bei  Weitem  den  ar  t
1891  1  Theil.  wä  —  größ  en
6  plunt  m—  1893  6  Then  ährend  Sierra  Leone  nur  wenig  in  Betracht
1/4208  3  906  992  3  .·  «».
821  443  Eine  Uebersicht  über  die  Werthe  der  Ausfuhr  der

„  Gold  exportirten  Kapland  Goldkü
aeein  Benshe  un  pland,  Goldküste  und  Sierra

Schafwolle:
1891  1892  1893
Pfund  Sterli
Natal  612  ins
604  582  219  5
Kopland  2264408  2029093  1  2  8
veial  2#traußenfedern:
Kapland  207
468  221  517  009  *
**  461  552

—..

Fleischschafe:
1891  1892  1893
Pfund  Sterling
287  121  271  689  285  983
Felle  und  Häute:
2338  50  303  50  125
5%%  200  690  211  116
304  8  felle:

46  814

wichtigsten  übri  «  -
beålä  sähen-U  rigen  Artikel  soll  die  nachstehende  Ta—
        <pb n="158" />
        118

Palmöl  und  Kerne:  Gummin:
1891  1892  1893  1891  1892  1893
Lagos  594307  397  852  688  107  —  —  —
Goldküste  282  441  282249  264  631  198  901  166  660  218  162
Sierra  Leone.  171  827  154  081  162  476  77  737  61  440  51  630
Gambia  —  —  —  15  451  2920  2619
1891  1892  1893
Pfund  Sterling
Erdnüsse:  Gambia  1«2  933  150  207  172  765
Holz:  Goldküste  22  069  36  393  50  428
Kola:  Lagos  984  702  1434
Sierra  Leoone  43004  48  422  40  106
Goldküstt  2224  1328  25  716

Von  speziellem  Interesse  für  uns  dürfte  die  rapide
Steigerung  der  Kolaausfuhr  aus  der  Goldküstenkolonie
  sein,  da  dem  Anbau  dieser  Frucht  ja  gerade
neuerdings  in  Togo  und  Kamerun  eine  besondere
Aufmerksamkeit  gewidmet  wird.  Von  den  exportirten
Nüssen  gelangt  nur  ein  verschwindend  kleiner  Theil
nach  Europa,  bei  Weitem  die  meisten  werden  nach
anderen  Theilen  Afrikas,  die  ihren  Bedarf  nicht  selbst
decken,  gebracht.  Nach  Europa  gelangten  aus  den
englischen  Kolonien  Nüsse  im  Werthe  von

1891  1892  1893
Pfund  Sterling
5570  4293  1286

—.  —  ——  Ñ  u

Bandel  in  Tonga  im  Jahre  1896.

Die  Einfuhr  nach  Tonga  betrug  insgesammt
90  915  Pfd.  Sterl.  gegen  87  240  Pfd.  Sterl.  im
Vorjahre;  die  Ausfuhr  94  398  Pfd.  Sterl.  gegen
113  240  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre.  Ueber  zwei
Drittel  der  gesammten  Importen  kommen  aus  Englaud
  und  englischen  Kolonien,  ein  Viertel  aus
Deutschland.

Importirt  wurden  hauptsächlich  Zeuge,  Proviant
und  Eisenwaaren.  Aus  Deutschland  wurden  besonders
einige  Zeugarten,  Schirme,  Cigarren,  Glaslampen
und  Lagerbier  eingeführt.  Ausgeführt  wurden  Kopra
und  verschiedene  Früchte.

Es  wurden  eingeführt  auf

englischen  Schiffen.  85  475  Pfd.  Sterl.,
deutschen  -  .  1003  -
norwegischen=  3  396  -

während  ausgeführt  wurden  durch
englische  Schiffe  13  508  Pfd.  Sterl.,

deutsche  -  13782  -
norwegische  -  50  891  -
schwedische  -  13  153  -
sonstige  -  2181  -

Dandel  Swastlands  im  Jahre  1390.*)

Einem  britischen  Konsulatsberichte  entnehmen  wir,
was  folgt:

Die  Verhältnisse  Swasilands  sind  für  den  Acker-*)

  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archio“  1898,  S.  5  f.

#  bau  günstige,  die  einzelnen  Gebiete  liegen  1500  bis

4500  Fuß  über  dem  Meeresspiegel  und  würden  sich
daher  für  den  Anbau  verschiedenartiger  Bodenerzeugnisse
  eignen.  Es  wird  indeß  wenig  Ackerbau  getrieben,
  woran  zum  Theil  der  Mangel  geeigneten
Absatzes  für  die  Erzeugnisse  die  Schuld  trägt.  Die
Eingeborenen  bauen  nur  Mais,  Mabele,  Imfi  und
Kürbis  sowie  vereinzelt  süße  Kartoffeln,  die  sehr  gut
gedeihen.  Auch  etwas  Tabak  wird  gebaut.  Auf
einigen  höher  gelegenen  Stellen  bauen  einige  europäische
  Ansiedler  Hafer  als  Futter,  und  am  Lebombo
ist  eine  kleine  junge  Kaffeepflanzung.  Die  Erfahrungen,
  die  mit  dieser  gemacht  worden  sind,  berechtigen
  zu  den  besten  Hoffnungen.

Großen  Schaden  richteten  die  Heuschrecken  an,  so
daß  die  Regierung  zu  eigenem  Gebrauch  und  zum
Verkauf  Mehl  und  Mais  einführen  mußte.

Die  Rinderpest  ist  in  Swasiland  nicht  ausgebrochen,
  indeß  ist  der  Handel  mit  Rin  dvieh  durch
die  Vorschriften  zum  Schutz  gegen  diese  Krankheit
beeinträchtigt  worden.  Delagoabai,  Barberton,  Johannesburg
  und  Pretoria  sind  sonst  für  das  Rmdvieh
  Swasilands  vorzügliche  Absatzmärkte.  Swasiland
eignet  sich  sehr  gut  für  die  Aufzucht  von  Rindvieh,
von  dem  auch  eine  große  Menge  gezüchtet  wird.
Am  Lebombogebirge  hat  die  Tsetsefliege  innerhalb
eines  halben  Jahres  einige  Hundert  Stück  Rindvieh
vernichtet.  Gewöhnlich  bleibt  der  westliche  Theil  des
Lebombogebirges  von  der  Fliege  verschont,  manchmal,
besonders  zu  Zeiten  großer  Trockenheit,  kommt  die
Fliege  von  dem  Tieflande  östlich  des  Gebirges  auf
die  Höhen  und  westlichen  Abhänge.

Die  meisten  Bergwerksgesellschaften  haben,
abgesehen  von  einigen  Schürfarbeiten,  wenig  oder  gar
nicht  arbeiten  lassen;  nur  die  „Forbes  Reef  Company“
hat  eine  nennenswerthe  Förderung,  es  sind  im  Jahre
1896  von  ihr  21913  Tonnen  Erz  verarbeitet  worden,
die  1288  Unzen  Gold  im  Werthe  von  4344  Pfd.
Sterl.  ergeben  haben.  Infolge  billiger  Wasserkreft
scheinen  die  Betriebskosten  dieser  Gesellschaft  niedrig
zu  sein.  Die  „Piggs  Peak  Company  ist  mit  dem
Aufbau  der  Werke  beschäftigt  gewesen;  das  zu  verarbeitende
  Erz  war  so  hart,  daß  das  Pochwerk  durch
ein  Cyanidwerk  ersetzt  werden  mußte.

DDie  „Ryan  Tin  Company“"  hat  im  Jahre  1896
tuchtig  arbeiten  lassen;  dem  Werke  mangelt  es  an
Wasser  nicht.  Während  in  den  ersten  sechs  Monaten

 

 

—  —.  —  —
        <pb n="159" />
        des  Jahres  260  Tonnen  im  Werthe  von  etwa  45  Pfd.
Sterl.  pro  Tonne  gewonnen  wurden,  steigerte  sich
die  Förderung  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  auf
etwa  20  000  Tonnen  zinnhaltigen  Kies.

Am  Umbeloosi  sind  Schürfarbeiten  auf  Kohle

vorgenommen  worden,  die  anscheinend  auf  Anthracitlager
  geführt  haben.

Die  Schwierigkeiten  der  Beförderung  sind  ein
Hemmniß  für  die  gewinnbringende  Förderung  von
Zinn  und  Kohle,  denn  mit  Wegen  und  Brücken  ist
es  in  Swasiland  schlecht  bestellt.  Trotz  der  schlechten
Straßen  besteht  eine  regelmäßige  Postverbindung
zweimal  in  der  Woche  zwischen  Bremersdorp  und
der  Südafrikanischen  Republik,  auch  einige  Zweigposten
  sind  eingerichtet.

Mit  der  Südafrikanischen  Republik  besteht  auch
telegraphische  Verbindung.

Die  Einnahmen  der  Regierung,  die  sich  aus
Lizenzgebühren,  Taxen  2c.  zusammensetzen,  betragen
jährlich  etwa  2000  bis  3000  Pfd.  Sterl.  Zur  Bestreitung
  der  Ausgaben  ist  ein  jährlicher  Zuschuß
der  Südafrikanischen  Republik  in  Höhe  von  45  000
bis  48  000  Pfd.  Sterl.  erforderlich.

Die  europäische  Bevölkerung  wird  auf  etwa  1000,
die  eingeborene  auf  40  000  Einwohner  geschätzt.

Das  Klima  ist  gesund,  nur  im  Sommer  kommt
eine  Art  Malariafieber  vor,  das  aber  selten  gefährlich
  wird.  Erkrankungen  der  Pferde  sind  in  der
Zeit  vom  November  bis  März  oder  April  häufig,
auch  kommen  gelegentlich  Lungenerkrankungen  unter
dem  Rindvieh  vor.

Eine  amtliche  Statistik  über  den  Handel  liegt
nicht  vor.  Die  meisten  Waaren  werden  über  die
Delagoabai  eingeführt,  die  Einfuhr  über  Natal—
Transvaal  im  Jahre  1896  wird  auf  nur  3000  Pfd.
Sterl.  geschätzt.  Diese  Einfuhr  hat  fast  aufgehört,
weil  die  Südafrikanische  Republik  jetzt  auf  Durchfuhrguter
  den  vollen  Eingangsgoll  erhebt.

Die  Kaufleute  klagen  sehr  über  Verzögerungen
und  Verluste,  denen  die  Waaren  auf  dem  Wege  über
Delagoabai  ausgesetzt  sind.  Die  Dampfschiffsgesellschaften
  sollen  die  Fracht  von  Durban  nach  Delagoabai
  von  12  Schill.  6  Pence  auf  1  Pfd.  Sterl.
10  Schill.  pro  englische  Tonne  erhöht  haben  wegen
ger.Verstumniß,  die  ihre  Schiffe  in  letzterem  Hafen

Die  folgenden  Zahlen  geben  ein  ungefähres  Bild
des  Einfuhrhandels  von  Swasiland,  über  aih  Einfuhr
in  den  Piggs-Peakbezirk  fehlen  die  Angaben.  Es
wurden  im  Jahre  1896  eingeführt:

Werth:  Pfd.  Sterl.

Wein,  Spirituosen  und  Bier  19  294
Kaffernhacken  und  Perlen  2  033
Metallwaaren  und  Pflüge  7  495

uche  6  886
Decken  (Blankets)  4  017
Zucker  2228
Mais.  4  785

 

 

119  —

Werth:  Pfd.  Sterl.

Materialwaaren  2c.  13  631
Bergwerksmaschinen  2c.  7  000
Zusammen  67  369

Die  Frachtkosten  für  die  Beförderung  von  Waaren
von  Delagoabai  bis  Swasiland  sind  von  12  Schill.
6  Pence  auf  3  Schill.  6  Pence  pro  engl.  Centner
zurückgegangen.  Der  Winter  ist  die  beste  Zeit  für
die  Beförderung  mittelst  Ochsenwagen  zwischen  Bremersdorp
  und  Pisini,  einer  Eisenbahnstation,  25  Meilen
  von  Delagoabai  entfernt.

Der  Handel  hat  sich  seit  dem  Jahre  1889  nur
sehr  wenig  entwickelt.  Seit  jener  Zeit  haben  verschiedene
  Bergwerke  den  Betrieb  eingestellt,  weil  er
sich  nicht  gewinnbringend  erwies.

eue  Verordnung,  betreßend  den  Getränkehandel  auf
den  Gilbert=  Inseln.

Im  Anschluß  an  die  unter  dem  4.  Oktober  1893
ergangene  englische  Verordnung  („The  Gilbert
Regulation  18937),  durch  welche  u.  A.  der  Ausschank
  von  Spirituosen  auf  den  Gilbert-Jnseln  verboten
  wurde  (vergl.  Kol.  Bl.  1894,  S.  150  u.  411),
ist  unter  dem  2.  November  v.  Is.  von  dem  britischen
Oberkommissar  für  den  westlichen  Stillen  Ocean  eine
neue,  den  Getränkehandel  betreffende  Verordnung
(„The  Gilbert  and  Ellice  liquor  Prohibition
Regulation  18975)  erlassen  worden,  wonach  der
Resident  Commissioner  ermächtigt  ist,  allen  unzuverlässigen
  Personen  den  Genuß  und  Besitz  von  Spirituosen
  bei  Strafe  von  höchstens  10  Pfd.  Sterl.  oder
einem  Monat  Haft  zu  untersagen.  Desgleichen  wird
diesen  Personen,  gleichviel  ob  sie  sich  an  Bord  eines
Seeschiffes  oder  an  einem  anderen  Platze  befinden,
der  Handel  oder  das  Abgeben  von  Spirituosen  oder
ihre  Betheiligung  hierbei  bei  gleicher  Strafe  verboten.
Ausgenommen  ist  nur  die  Abgabe  von  Spirituosen
zu  medizinischen  Zwecken;  jedoch  fällt  die  Beweislast
für  diese  Fälle  dem  Abgebenden  zu.

—  —  —

Gilbert.  Inseln.

Durch  Verordnung  des  englischen  Oberkommissars
für  den  westlichen  Stillen  Zaush  vom  3.  nsers
d.  Is.  (Nr.  9  für  1897)  ist  die  in  den  Gilbert-Inseln
  erhobene  Lizenzgebühr  für  den  Handel  (trading
  licensc)  von  6  auf  12  Pfd.  Sterl.  erhöht
worden.

Britisch=  Keu.  Guinca  im  Jabre  z890.

Der  Werth  der  Einfuhr  betru  :
er  Ei  9  34  521  Pfd
Sterl.  gegen  28  367  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre;  r*rdl)
der  Ausfuhr  19  401  Pfd.  Sterl.  gegen  16  215  Pfd.
Sterl.  im  Vorjahre.  Eingeführt  wurden  hauptsächlich
Proviant,  Zeuge,  Tabak  und  Cigarren.  Die  Stei-
        <pb n="160" />
        120

gerung  der  Einfuhr  ist  zum  Theil  auf  das  Zuströmen
von  Europäern  nach  dem  Woodlark  Goldfeld  und
der  goldhaltigen  Gegend  am  Mambarefluß  zurückzuführen.
  Von  den  3000  Pfd.  Sterl.,  um  welche
die  Ausfuhr  angewachsen  ist,  entfallen  2000  Pfd.
Sterl.  auf  die  Mehrausfuhr  von  Gold.  Thatsächlich
dürfte  noch  erheblich  mehr  Gold  exportirt  sein,  welches
der  Verzollung  entzogen  worden  ist.  Nächst  Gold
wurde  Sandelholz  am  meisten  ausgeführt,  524  t  im
Werthe  von  4035  Pfd.  Sterl.  Die  Ausfuhr  von
Perlen  und  Perlmuscheln  ist  gesunken.

An  Schiffen  liefen  89  mit  10  387  Tonnengehalt
in  die  Häfen  der  Insel  ein,  während  60  Fahrzeuge

mit  9472  Tonnengehalt  aus  denselben  ausliefen.  Es!

waren  dies  ausnahmslos  englische  Schiffe.  „

Der  vostalische  Verkehr  ist  gegen  das  Vorjahr
etwas  angewachsen.

Die  Einnahmen  der  Kolonie  beliefen  sich  auf
6547  Pfd.  Sterl.  gegen  5109  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre;
  die  Ausgaben  auf  15  000  Pffd.  Sterl.  wie
im  Vorjahre.

Von  den  europäischen  Pflanzungen  hat  sich  noch
keine  zu  einiger  Bedentung  emporgeschwungen.

Auf  dem  Gebiete  der  Missionen  waren  erhebliche
Fortschritte  zu  verzeichnen,  sowohl  seitens  der  Wesleyanischen
  Mission,  wie  der  London  Missionary
Society.

An  öffentlichen  Arbeiten  wurden  besonders  Wegeanlagen
  ausgeführt.  Ferner  wurde  eine  Reihe  von
Häusern  gebaut.

–

Suckerindustrie  Queenslands  1890/97.7)

Das  vergangene  Betriebsjahr  zeigt  wiederum
einen  Fortschritt,  was  die  Ausdehnung  der  mit  Zuckerrohr
  bepflanzten  Fläche  sowie  den  Gesammtertrag  an
Zucker  betrifft.  Der  Durchschnittsertrag  auf  den
Acker  ist  dagegen  etwas  geringer  ausgefallen.

Zur  Ernte  kamen  66  640  Acker,  welche  100  774
engl.  Tonnen  Zucker  lieferten,  8320  Acker  und  14  549
Tonnen  gegen  das  vorjährige  Betriebsjahr  mehr.
Der  Durchschnittsertrag  belief  sich  auf  1,51  gegen
1,55  Tonnen  im  Jahre  1895,96.

Um  dem  befürchteten  Wettbewerb  des  Rübenzuckers
  die  Spitze  bieten  zu  können,  bemüht  man  sich
sehr,  die  Herstellungskosten  des  Zuckers  zu  verringern.

Dies  ist  auch  schon  mit  Erfolg  in  der  Fabrikation
  geschehen,  die  Methoden  der  Zuckerrohrerzeugung
  lassen  dagegen  noch  Manches  zu  wünschen  übrig,
wenn  auch  die  Landwirthe  allmählich  den  Nutzen
besserer  Kultur,  Düngung,  Bewässerung  r2c.  einzusehen
beginnen.

Die  Centralmühlen  haben  sich  wiederum  bewährt;
mehrere  neuerbaute  werden  im  nächsten  Jahre  in
Betrieb  gestellt  werden.

Die  Gesammtzahl  der  in  Betrieb  befindlichen
Zuckerwerke  zeigt  eine  Abnahme,  kleinere  Mühlen

*,  Aus  dem  Deutschen  Handelo-Archiv  1898,  S.  85.

 

können  nicht  mehr  konkurriren  und  sind  gezwungen,
die  Arbeit  einzustellen.

Die  Aussichten  für  das  Betriebsjahr  1897/98
sind  nicht  als  besonders  befriedigende  zu  bezeichnen,
da  das  Rohr  im  Süden  der  Kolonie  sehr  durch  Frost
gelitten  hat.  Man  schätzt,  daß  77  232  Acker  zur
Ernte  gelangen  und  1,25  Tonnen  Durchschnittsertrag
liefern  werden,  was  etwa  96  000  Tonnen  ergeben
würde.

Die  folgende  Tabelle  giebt  einen  allgemeinen  Ueberblick
  über  die  Verhältnisse  in  den  beiden  letzten  Jahren:

1896.97  1895/96

Bebaut  mit  Zuckerrohr  Acker  93  2511/2  84  8830½,2

Rohr  zur  Mühle  gebracht  66  648  58  320¼

Es  wurde  gewonnen:

Zucker  Tonnen  102774  86  255
Melassee  -  14461  9794
Rum  ....  .  ..  ...  Gallonen  102803  106190
Einfuhr  von  Rum  .  .  .  .  -  26  866  25  725
Ausfuhr  von  Rum  .  .  ..  22  560  22158
Einfuhr  von  Zuckher  .  Tonne###  —  41
Ausfuhr  von  Zucker  O  73  866  62  604
Zuckerwerke  in  Betrieb.  —  80  91
Brennereien  in  Betrieb  —  5  6

Die  Destillation  von  Rum  scheint  nicht  mehr
lohnend  zu  sein  und  macht  keine  Fortschritte.  Der
Inspector  of  Distilleries  schätzt  in  seinem  Jahresberichte,
  daß  von  den  im  Jahre  1896  gewonnenen
etwa  3  Mill.  Gallonen  Melasse  etwa  5000000  Gallonen
destillirt  und  der  Rest  von  etwa  2½2  Mill.  Gallonen
unbenutzt  bleiben  würde.

Die  Zuckerausfuhr  Queenslands  betrug  73  866
Tonnen  im  Werthe  von  886  392  Pfd.  Sterl.  Die
Mehrausfuhr  gegen  1895/96  belief  sich  auf  11  262
Tonnen.  A

Die  Ausfuhr  erfolgte  fast  ausschließlich  nach  den
anderen  britischen  Kolonien  Australiens.

Die  Preise  stellten  sich  für:

Pfd.  Psd.
Sterl.  Schill.  Sterl.  Schill.

Retined  wliite  erystals.  auf  16  10  bis  17  10
Plantution  errstaas  15  10  16  10
Vellov  errstaas.  14  15  —
Browns  :  8  10  =  12  —

Landwirthschaftliche  Ausstellung  zu  Malang.

Die  geplante  landwirthschaftliche  Ausstellung)
zu  Malang  (Ost-Java)  wird  dies  Jahr  nicht  stattfinden.


Perschiedene  Wittheilungen.

Nachtigal-  Gesellschaft  für  vaterländische  Afrikaforschung.

Die  Nachtigal-Gesellschaft  für  vaterländische
Afrikasorschung  veranstaltete  am  Mittwoch  den  23.
Februar  im  Hotel  „Zu  den  vier  Jahreszeiten“  einen

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1897,  S.  .0.
        <pb n="161" />
        —  121  —

öffentlichen  Vortragsabend  über  „Land  und  Leute  Zaollgebäude  ꝛc.  wurden  gezeigt  und  deren  Thätigkeit
in  Togo“.  Der  Redner  des  Abends,  Herr  Seidel,  beschrieben.  Es  folgten  dann  Vorführungen  der  eingab
  zuerst  einen  Ueberblick  über  die  allgemeinen  Ver=  heimischen  Industrie,  Weberei,  Töpferei,  landschafthältnisse
  und  den  Charakter  des  Landes  und  dann  liche  Bilder  mit  den  Dörfern  im  Innern  des  Landes,
unter  Vorführung  einer  großen  Anzahl  Lichtbilder  der  Stationen  und  des  Voltaflusses.  Zum  Schluß
eine  eingehende  Beschreibung  der  Hauptplätze:  Klein=  wurde  die  durch  die  kürzliche  Grenzregulirung  ge-Popo,
  Sebbe,  Lome  2c.  Das  Nachtigalkrankenhaus,  schaffene  Lage  erörtert.

das  Gouverneurgebäude,  die  Missionen,  Schulen,

—.v——.—

 

Dem  Jahresbericht  über  Rolonialwolle  im  Jabre  1397  von  Gustar  Ebell  &amp;amp;  Co.  in  Berlin
entnehmen  wir  Folgendes:

Deutschlands  Ein=  und  Ausfuhr  von  roher  Wolle  und  Kunstwolle  betrug  nach  den
Ermittelungen  des  Kaiserlichen  Statistischen  Amts:

—  —  —  —  —  —  —

Durchschnitt
der  18  Jahre
1872/89

I  !
Einfuhr:  1897  1896  1895  18944  1893  1892  1891  1890
Z  #  e  .

Rohe  Eafwolle.  Ctr.  z  266  000  3  405  00  3  664  000  3222  000  2  981  000  3  181  000  2  842  0002  572  *r#ö  1  710000

Shodyyo  .,,  23300096000026600025700024700()""247  000  231  000  245.000  104  000

Zus.  Ctr.  5460000  5  65000  3  890000  34700  2  000  3  z  000  5  rs  00  2slr.  oo  1814  000

 

Verglichen  mit  dem  Vorjahr  —45  —67  7  d  +  —  5,8  ½  +11%  —  —%

 

Ausfuhr:
Rohe  Schafwolle  Ctr.09  000  182  000  225  000  195  000  186  000  153  000  189000  180  000.  328  000
Shoddy  ..  „  8200000  366  000  307  000  310  000  311000  250  000  299  000  293  000  222  000

—  —

 

Zus.  Ctr.  529000  bas  000  532000  505  000,  497000  403000  488  000  rs  ooo  550  000

 

—  —  —

Verglichen  mit  dem  Vorjahr—  3,5%  3  r%  553  64%  +  1  6  %  —  29,  3  —  17,4%  +  3.  2  —  10,9  3.

 

Mehr  Ein=  als  Ausfuhr  Ctr.  970  000  3117  00.  3398  S  974  000  2731  000  3  0250000  2  585  000  2  344000  1  1264000

Verglichen  mit  dem  Vorjahr—4,  7  %  —  8,3  ½6  +  14,3  6  +  8,  9  —  9,7  5%  +  17½%  E—  10,3  5„  —  8.5  ½
Einheim.  Produktion.  Ctr.  450  000  450  000  450  000  450000  451  ooo  452  000  453  000  454  000  523  000
Zur  Verarbeitung  im  Deut-  ——  –  22

schen  Reich  verblieben  Ctr.3  420  ooo,  8  567  ooo  3848  000  3  424  000  3  18  i82  000  3  47  000  3  Gs  00  2  798  ooo  1  1  78vocc  00

 

Der  Vorrath  von  dentscher  Wolle  am  hiesigen  Platze  betrug:

ult.  1897  1896  1895  1894  1893  1892  1891
ea.  Ctr.  13  500  20  000  17  500  15  500  23  500  32  000  27  000

Der  direkte  Import  von  Kapwollen  nach  Deutschland  betrug:

 

1897  1896  1895  1894  1893  1802  1891  18900  1889  1569

Salens  ooo  129000  104000  97000  103000  85000  99000  78000  "3000  87  000

 

Vergleichende  nebersicht  der  Wollpreise  von  einigen  Hauptgattungen  am  hiesigen  Platze
am  Jahresschluße

 

 

 

 

 

 

&amp;amp;  Prm.  Durc#schn.
1897  1890.1800  1894  1899  1892  1891  1890  18891806  vie  uneie  a  n
-  ««cksts  «

(  Pf.  p.  Ko.  ·  «  l  .  10  JInbe,  1886  „  1880
40  extra  super  Snow  ul  O%  5.  *□
%½%  F  w  white  200  20  300  290  310  300  310  340  390  33020  2900  480

zech  ige  Durchschnittsgrene:  105  105  110,  100  115  115  120  135  150  1#2120  10  1

gnern-  Cap,  Durchschn.  Quall.  270  270  280  270  wapnfindh  300  340  380  320305
e  Stoff-  und  Kammwollle.30  225  235  215  .  —56
ikmee#  5  235  215  235  240  255  2385  310  210055  215  00
        <pb n="162" />
        Titteratur.

Nauticus:  Altes  und  Neues  zur  Flottenfrage.
  Erläuterungen  zum  Flottengesetz.  Berlin.
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königl.  Hofbuchhandlung.

Die  Erörterungen  über  die  Flottenfrage  werden

in  allen  Kreisen  der  Bevölkerung  Deutschlands  so
lebhaft  gepflogen,  das  Bestreben,  Licht  und  Wahrheit
über  alle  wichtigen  Punkte  der  Flottenfrage  zu  verbreiten,
  ist  so  allgemein,  daß  kaum  Jemand,  dem  die
Wohlfahrt  des  Landes  am  Herzen  liegt,  über  die
einschlägigen  Fragen  sich  nicht  ein  eigenes  Urtheil
bilden  möchte.  Hierzu  verhilft  in  sehr  praktischer
Weise  eine  soeben  in  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  erschienene
Schrift  „Altes  und  Neues  zur  Flottenfrage.  Erläuterungen
  zum  Flottengesetz  von  Nauticus"“.  Sie
bringt,  unter  alphabetische  Stichworte  geordnet,  eine
reichliche  Menge  genau  informirender  und  sachkundig
verfaßter  Aufsätze  über  alle  hier  einschlagenden  Fragen
und  Interessen,  so  daß  in  der  Schrift  nicht  nur
Parlamentarier  und  Publizisten,  sondern  namentlich
auch  weitere  Kreise  des  deutschen  Volkes  über  jedwede
  Frage,  die  für  unsere  Seemacht  von  Belang
ist,  schnell  und  zweckdienlich  Auskunft  finden  werden.
Es  seien  nur  die  nachfolgenden  Aufsätze  als  Beispiele
hervorgehoben:  Aeternat  —  Aufgaben  der  Kriegsflotte
  —  Aufwendungen  für  die  Marine  —  Blockadegefahr
  für  die  Volkswirthschaft  —  Budgetrecht  und
Flottengesetz  —  Deckung  der  Kosten  für  die  Flotte  —
Englisches  Flottengesetz  —  Entwickelung  des  Flottenmaterials
  —  Flottengesetz  —  Flottenpläne  —  Fremde
Kriegsflotten  —  Italienisches  Flottengesetz  —  Kreuzer
—  Küstenvertheidigung  —  Kulturaufgaben  der  Kriegsflotte
  —  Linienschiffe  —  Militärische  Ansichten  über
den  Küstenkrieg  —  Offensivkrast  —  Politische  Macht
und  Flotte  —  Rhederei,  deutsche  —  Schädigung
Hamburgs  infolge  fehlenden  Flottenschutzes  —  Schiffsbestand
  —  Schlachtflotte  —  Schutz  der  Deutschen
im  Ausland  —  Seefischerei  —  Seehandel  —  Seeinteressen
  —  Seerecht  —  Septennat  —  Uebersicht
der  Ausgaben  für  die  Flotte  in  den  wichtigsten  Großstaaten
  —  Volksvermehrung  —  Welthandel  —  Welthandelsflotte.
  —  Die  Schrift  ist  daher  ein  Nachschlagebuch
  von  dauerndem  Werth.

Koloniales  Jahrbuch.  Beiträge  und  Mittheilungen
aus  dem  Gebiete  der  Kolonialwissenschaft  und
Kolonialpraxis.  Herausgegeben  von  G.  Meinecke.
X.  Jahrgang,  Heft  III.  Deutscher  Kolonial-Verlag.
Berlin  W.  10.  (Pro  Jahrg.  4  Hefte,  Preis  6  Mk.)

Das  vorliegende  Heft  der  bekannten  kolonialen

Zeitschrift  enthält  außer  der  Fortsetzung  einer  Studie

von  O.  Beta  über  „Koloniale  Geld=  und  Landfragen“

eine  werthvolle  Arbeit  des  Prof.  Dr.  Fesca  „Ueber

Kaffeekultur",  welche  bei  unseren  Bemühungen,  die

tropische  Agrarkultur  zu  fördern,  Beachtung  finden

dürfte.  Stabsarzt  Dr.  Sander,  der  Vertreter  der

Siedelungsgesellschaft  für  Südwestafrika,  macht  in

122

 

einer  längeren  Arbeit  „Vorschläge  zur  Errichtung

einer  Musterfarm  im  Gebiete  der  Siedelungsgesellschaft

  Deutsch-Südwestafrika".  Daran  schließen  sich
die  üblichen  ausführlichen  Berichte  über  die  deutsche

Kolonialpolitik  auf  Grund  der  stenographischen  Reichstagsverhandlungen.



R.  Bleicken:  Der  Handel  auf  altruistischer
Grundlage.  Herausgegeben  von  M.  Riecck.
Leipzig  1898.  Freund  &amp;amp;  Wittig.

Die  Schrift  giebt  die  vielfach  eigenartigen  Ansichten
  des  vor  zwei  Jahren  in  Altona  verstorbenen
Kaufmanns  Bleicken  wieder.  Dürften  auch  die  meisten
Leser  ihm  in  vielen  Punkten  nicht  beistimmen,  so
enthält  die  Schrift  doch  sehr  viel  Anrcgendes.

Erwin  Knipping:  Seeschifffahrt  für  Jedermann.
Hamburg  1898.  G.  W.  Niemeyer  Nachfolger.
Das  kleine  Handbuch  ist  nicht  allein  für  Anfänger
  der  Steuermannskunst,  sondern  auch  für  Laien
bestimmt,  welche  sich  auf  Reisen  etwas  tiefere  Aufklärung
  über  Technik  der  Schifffahrt  und  die  ihnen
täglich  vor  Augen  tretenden  Erscheinungen  verschaffen
wollen.  Eine  außerordentliche  Fülle  interessanter
und  schwieriger  Gegenstände  ist  vom  Verfasser  in
klarer,  leicht  faßlicher  Form  hier  dargestellt  und  ein
Werkchen  geschaffen  worden,  das  voraussichtlich  sehr
vielen  Anklang  finden  wird,  da  es  einem  wirklichen
Bedürfniß  entspricht.
Professor  v.  Stengel  hat  in  Nr.  5  der  deutschen
Juristen-Zeitung  vom  15.  Februar  d.  Is.  einen
Aufsatz,  betreffend  die  Strafrechtspflege  über  die
Eingeborenen  in  den  deutschen  Schutzgebieten,  veröffentlicht.

—  —  —  —

Titteratur-Verzeichniß.

Glauning  (Pr.  Ll.  d.  Kaiserl.  Schutztruppe):  Uhehe.  Mit
Karte.  Vortrag,  gehalten  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg
  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.
2  Bog.  gr.  80.  Mk.  1,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Nachrichten  über  Kaiser  Wilhelmsland  und  den
Bismarck-Archipel.  Herausgegeben  von  der  Neu-Guinca-Kompagnie
  zu  Berlin.  1897.  gr.  80.  (102  S.)
Mk.  1,50.

In  Kommission  bei  A.  Asher  &amp;amp;  Co.  in  Berlin.

Rehbock,  Th.  (Regierungsbaumeister!:  Reisebilder  aus
Deutsch-Südwestafrika.  Mit  RKarte.  Vortrag,  gehalten
  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg  der
Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.  2  3/8  Bog.  gr.  80.  Mk.  1.

Dietrich  Reimer  Ernst  Vohsen),  Berlin.

Zimmermann,  A.:  Die  Europäischen  Kolonien.
Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,  Ersolge
und  Auosichten.  Zweiter  Band:  Die  Kolonialpolitik
Großbritanniens.  Erster  Theil.  Von  den  Anfängen
bis  zum  Abfall  der  Vereinigten  Staaten.  Mit  drei
farbigen  Karten  in  Steindruck.  gr.  80.#XV.  49  S.)
Mk.  10,—;  geb.  Mk.  11,50.  ç

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.
        <pb n="163" />
        —  123  —

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  26/11.  Jaluit  13/12.  —  Bismarck-Archipel.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt).
S.  M.  S.  „Condor“  8/1.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran“"  13/11.  Kiaotschaubucht.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Falke“  27/1.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  10/1.  Kapstadt  4,2.  —  Kamerun.  (Poststation:  Loanda.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  12/11.  Hongkong.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  24/1.  Kapstadt.  (Poststation:  East  London  Kaplandl.)

S.  M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:

Fahmlanm,  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.
S.„Möwe“  (halbe  Besatzung)  und  einige  Köpfe  für  S.  M.  S.  „Cormoran":

Heimreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Schaumann:
Hongkong  17/1.  —  20/1.  Shanghai  28/1.  —  Hongkong.

—  –  –  –  –—  —  —  —„.  —  —  —.  —

Ç  ———  —  —   —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkehrs-  Nachrichten.
14(  ..  nach  den  besscher  —  —
Die  Absahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriefe  mufsen  aus
Kach  vom  Ein-  laenden  T  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  sam  16.,  30.  März,  Tanga  18—19  Tage  sam  14.,  25.,  28.  März,
(deutsche  Schiffe)  13.  April  120  abbs.  Dar-es-Sal.  19—20  Tg.  11.,  22.  April
I.  denisch-  Ogafrika.  Brindisi  am  27.  Märs,  24.  Aprill  Sansibar  20  Tage  119  abds.
(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8,  jedes  Monats
—  S  sche  Schisfe))  40  nmns.  J10d108  abds.  —..
2  dalsch-  Säbwestafrik  Southampton  am  12.  Mä,  9.  April  Lüderitzbucht  22  Tagem  11.  Man  8.  April
6#  ihb  Kaute  aud.  Schiffe  dis  Kap,  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  15  ms.l  v
erntad  und  Uhabisstadt,  dann  deutscher
nöchenllich  bis  Kopstadt,  Dampfer  „Leutwein")  Z
don  don  weiter  alle  1424age  2  mb  urg  am  25.  März,  25.  Mais  Swakopmund  30  Tage  am  25.  Mä),  25.  Maie
—  ——  (c##utsches  Schis))  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  720  abds.
Hamhurg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
Alwoern.  (deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
Liverpool  am  16.  März,  13.  April'  Kamerun  22  Tage  am  14.  März,  11.  April
—  —  aig.  Schiffe)  15  ums.
Hamburg  am  10.jedes  Wts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
XX  (beutsche  Schiste).)]  am  20.  jedes  Mts.  Lome  Tage  Monats  720  abds.
Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  9.,  23.  März,  Quittah  36  Tage  8  am  7.,  21.  März,
Vatjeile  odet  Vordeaur  (englische  Schine)  6.  April  von  da  ab  v  o  ge  ung  4.  April  16  ums.
zu  auf  Lerlangen  des  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Msenderz  3)  (französische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10½  abds.
Bordeaux  am  10.  März,  10.  Mais  Cotonou  22  Tage  am  8.  März,  8.  Mai
—.  1—/mW3  Schiffe)  1  110  vms.  von  da  ab  t  Landverbindung  6  10½  r  abds.
el  am  9.  Maz,  4.  Mai  Stephansort  45  Tage)  am  7.,  11.  März,
aaian-Cainen  hneh  Schiffe)  abds.  2.,  6.  Mai
Brindisi  am  13.  März,  8.  Mai  -  41  Tage  lles  abds.
—  (Nachversand)  abbs.
—  Brindisi  #am  13.  3.  März,  8.  Mai  Jaluit  etwa  70  Tage  am  11.  März,  6.  Mai
nseln.  (über  Manila)  abds.  11“  abds.
        <pb n="164" />
        124

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist.  fälig
Ven  hafen  in  Berlin  #  Von  hafen  in  Berlin
Z  Neapel.  an  #  %  6  Hamburg  .  .  am  jed.  Monats.
Deutsch-Ostafrika  Brindisi  am  20.-r.  ogogebiet  Plymouth.  .  am  jed.  Monats
..s  zl7Apr  .
Marseille..an119912(1r3,1691pr-  Marseille  am  16.  jedes  Monats
Deutsch  Lüdwestafrika  —  am  15.  März,  12.  Apr.  s  Deutsch-Neu-Gninea.  Neapel...am5.«Marz,1.-Mm
s
Kamepnn.......  Plymoutham  AledMonM  Marshall-Inseln.  Marseille  .!  Mitte  April,
Liverpool.  *lri  März,  Mitte  Juni
#  21.  April
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schissbeweguneern  der  Weoermann-Linie.
Reise  dehte  Nachrichten
ostdampfer
Vostdamf  von  nach  bis  25.  Februar  1898
„Adolph  Woermann“  Hamburg  6%  Loango  am  18.  Februar  in  Madeira.
„Aline  Woermann“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  «  Sherbro  am  22.  Februar  Vlissingen  passirt.
„Antonina“.  Antwerpen  Kongo  am  26.  Januar  in  Banana.
„Carl  Woermann“  Hamburg  "„  Loanda  am  14.  Februar  in  Teneriffe.
„Eduard  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.  1
„Ella  Woermann“  Hamburg  6  Sherbro  am  18.  Februar  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  "  Kotonou  am  18.  Februar  in  Arim.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  1  Kotonou  am  23.  Februar  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Sherbro  "„  Hamburg  am  18.  Februar  in  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Swakopmund  am  28.  Februar  ab  Hamburg.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  #  Loanda  am  22.  Februar  in  Loanda.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  1  Loango  am  14.  Februar  in  Kamerun.
„Lulu  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  16.  Februar  in  Kamerun.
„Marie  Woermann“.  Lüderiybucht  #  Hamburg  am  24.  Februar  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  Hamburg  1  Lüderitzbucht  am  19.  Februar  in  Benguella.
„Professor  Woermann“  Kotonou  T  Hamburg  am  11.  Februar  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“  Swakopmund  .  Hamburg  am  21.  Februar  in  Accra.

 

 

 

—  der  —.  Ostafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).

 

—  —  —  —
—  —  —  —  –.  —

 

 

 

 

 

 

Reise  Lehte  Nachrichten

Reichsposidampfer  von  I  nach  bis  28.  Februar  1898
„König“.  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Aden.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  26.  Februar  an  Mozambigque.
„Kaiser“.  z.  Zt.  in  Hamburg.  *
„Kanzlerv"“.  Hamburg  Durban  am  25.  Februar  ab  Lissabon.
„Bundesrath“  Durban  Hamburg  am  27.  Februar  ab  Marseille.
„Reichstag  ..  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Admiral"“  Hamburg  Delagoabai  am  24.  Februar  ab  Suez.
„General“  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Durban.

 

 

——

éx6  Dieser  Nummer  liegt  eine  Beilage  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
in  Berlin  bei

,  betreffend  den  soeben  erschienenen  zweiten  Band  des
KLolonien“  von  Dr.  Alfred  Zimmermann,

—.—

von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn

Werkes:  „Die  Europäüschen

worauf  die  geehrten  Leser  ergebenst  aufmerksam  gemacht  werden.

Die  Erpedition.
        <pb n="165" />
        —  125  —

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25.  Piehin  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  sw  12,  Kochstraße  —  *v*
éeeinzusfenden.  .  ,  ·,.

 

 

 

 
 
 
   

VenklehvonErzeugnissensekckeutsclsenlcolonleen
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesellschaft.

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann

Grossberzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflleferant.

    
 
 
 

    
 
    
 

5½  —
—2
i  ie

 

Eingetragene  Schutzmarke.

 

Haupt-  u.  Versandgeschüft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  26.  Fernspr.:  Amt  I.  No.  937.
Zweiggeschütst:  Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.  Fernspr.:  Amt  IX.  No.  7244.

In  über  200  Städten  Deutschlands  Verkaufsstellen.  —  Wiederverküäufer  überall  gesucht.

Kalao,  Schokoladen,  Kaffees,
Zigarren,  Vanille,  Lilöre,
Ethnologica,  Photographieen.

—6  Der  reichhaltige  illustrierte  Lager-  Katalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  9—

 

 

 

 

 

Be

.  kanntmachung.  Bekanntmachung.  Kaffeepfflanzer.
„Im  hiesigen  Firmenregister  ist  heute  .  .  Suche,  da  ich  meine  Stellung  als
eingetragen  worden:  In  das  Firmenregister  des  Kaiser-Adminiftrator  der  Plantage  Perrot,
unter  Nr.  5  die  Firma  lichen  Gerichtes  zu  Windhoek  ist  heute!  Lindi,  aufzugeben  gezwungen  bin,  neues
J  Stefano  unter  Nr.  7  die  Firma  Engagement.  War  lange  Jahre,  auf
4  Java  thätig,  bin  durchaus  bekannt  mit
mit  dem  Sitze  in  Dar-es-Saläm  G.  Mertens  zu  Rehoboth  Java-  botig,  ain  duproanl  und  Beund

  als  deren  Inhaber  der  Tabak=  und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann  reitung  und  allen  ins  Fach  einschlägigen

und  Cigarrenhändler  JohannGuilleomo  Mertens  zu  Windhoek  Arbeiten;  sowie  auch  der  Kapokkultur.
Stefanogrrenh  Joh  uilleomo  Mertens  zu  h  s  ch

 

eingetragen  worden.  (106)  Spreche  sechs  Sprachen.  (1s4)
unter  Nr.  6  die  Firma  Windhoek,  den  9.  Dezbr.  1892.  eft  Anerbieten  wolle  mean-mairu-A.
  Weißmaun  Ver  Kaiserliche  Richter  für  den  Nordbesirb.  Lindie-  n  Carl  Ettling.

mit  dem  Sitze  in  Dar-es-Saläm
und  als  deren  Inhaber  der  Restaurateur
  und  Kaufmann  Adolf
Weißmann  daselbst.

 

             

–Wjl—

 

 

 

Darzes-Salam,  den  20.  Januar  1898.  r
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.  am  u  8
(gez.)  Ziegler.  (##)
Bekanntmachung.  bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
In  das  Gesellschaftsregister  des  Mk.  28,000  all.

Kaiserlichen  Gerichts  in  Windhoek  ist  v3.

heute  unter  Nr.  5  die  unter  der  Firma  Strassenlocomotiven  und  8

„Wecke  &amp;amp;  Voigts“  (195)

:Dampf-Strassenwalzen

pmund  errichtete  offene

uu-  deren  Gesellschafter  bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Swakopm  Friedrich  Wecke  in  Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.
vi  pmund,  Gustav  Voigts  in

indhoek  und

A  -  2
d  uls  sns:pä  lohn  fovwler  &amp;amp;  Co.  in  Magdehurg.

Windhoek,  den  15.  Dezbr.  1897.

e  Kaisergz  Aigier  für  den  Nerdbezirb.  —  —  —————JJ—JJ——JJ——3
        <pb n="166" />
        1*#——  .  n#e  r  4  4.  4  4  4  .  .  4  K.  4  "ht
Arthur  Koppel,  Berlin  NW.7,  ν—,
Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.

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Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.
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ansport  des.  Zuckerrohrs  durch  Zugthiere  in  Java.  2

Feldbahnen  für  die  Kolonieen.  3
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VV'yTYYYYYT°  FTTTftt

Sökeland-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  G

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung

  von  1896  waren  11.2  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwurzbrote

  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.

Exportauftrüge  erbitten  an  Harder  c  de  Foss,  Hamburg;  für  Alonat
das  Inland  E.  Sörelund  &amp;amp;2  Söhne,  Beritn  NIF.,  oder  Mandsbel.  sech

 

 

 

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Höchste  Auszelchnun
Chicago  1893.
Höchste  Auszeichn.  (Diplöme
d’donneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik
Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft

Leipzig-Gohlis.  7  «
Symphoniones  Schmiedooierne  Penster

mit  auswechselbaren  Noet  and  Oberlichte  jeder  Art,  (181)

4  scheiben.  57)  —  «  ,
«Disk-hkiH-tiuihksk«tai0  Hss  schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren

ultesto  und  grösste  der  Welt.  und  Thore  kertigt  als  Spezialität

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«  «««-:z  is  ,
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        —  127  —

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Wies
6  —m

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  wirksamen  Bestandieile  (Alkaloide)  in  möglichst

 

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.  ers  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit,
A  enen  und  Schwächezustände.  8  gen,  Appetitlosigkeit
ungsmittel  nach  heftigen  fiebern,  besonders  nach  Influenza.

„  Ruhr  u.  S.  w.  bewährt  es  si#  ·  ·
—  sich  aus  h  ir  ·-Aluothnbosz
  www-ihm  gezeichnet  und  wird  es

In#  höte  -
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in  den  Tropen.

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und  Schutztruppe.  (117)

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80.  462  Seiten,  5  Karten.  Elegant
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ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offziere,  Beamten,  Missionare,
  Kaufleute  u.  Pflanzer.  Zu  beziehen
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sowiegegen  Einsendung  desBetrages
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deutscher  und  anderer  Kolonien
werden  zu  kanfen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.

Ansichtssendungen  erbeten.
Answahlen,  länderweise  geordnet,
  werden  hereitwilliget  an  kauflustige
  Sammler  gemacht.  Referenzenuoder
  Standesangabe  erforderlich.
Briefmarkenhandlung  A.  Beddig,
Hannover.  (nd)

von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
önigliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SWu,  Kochstr.  68—71.

  
 

128)

Verlag

 

Landes-Aufnahme

und

Generalstabs  Karten,
die  Arbeilen  der  Königlich  Preußischen
Sandes=  Aufnahme,
dargestellt  von

Kahle.

Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.

Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Arbeiten
  der  Königlich  Preußischen  Landes-Aufnahme
  einer  eingehenden  Würdigung
unterzogen  und  die  Entwickelung  und
Technik,  Art  und  Werth  derselben  allgemeinverständlich
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Vermessungsbeamten
  ein  Hülfsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landesvermessung  zu  verschaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  derselben
geben.  Das  Buch  eignet  sich  ganz
besonders  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schutztruppe,  um  sich  für  die
Kartographie  vorzubereiten.

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Cs0)

KLOSS  &amp;amp;  FOERSTER

FRETBURG  s.  U.
Rotkippchen  Sokt

 

 

Cabinet

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Spchoöller  &amp;amp;  Reinshagen

in  Schleiden  i.  Eifel,,  Roeinprowinz,
eempfehlen

Weriute  M.tahldachglatten

D.  R.  P.,  als  für  die  Tropen  sehr  geeig.-  «

V  netes  Brüschungematertel.  «
orzüge:  Dichtigkeit.  ubsolute  Sturm-Sicherheit,

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häufige  Verwendbarkeit,  geringes  Gewicht  —  11m  =  7½  Ko.  —,  grosse

Transportfähigkeit,  da  sehr  wenig  Raum  einnehmend.  Ebensolche  Seitenwandbekleidung.

  —  Nähere  Auskunft  auf  Wunsch  kostenlos.
Grosse  Posten  für  staatliche  sowie  für  Mlssionsbauten  seit  Jahren
regelmlissig  nach  den  Kolonien  geliefert.  Gs)

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (corm.  E.  Schering)  zu  Berlin

LMmaln  Iiunen

(salzsaures  Phenocoll)
zine  grosse  Reibe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Prolessor

Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio,  Prokessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  im
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nuch  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und
Sicheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenkenannten
  Firma,  nämlich:

Uamburg:  Gebrüder  Oldenburg:
Bareelona:  J.  Espiell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermam,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  ak.  Mill
Moskau:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.;  57  "

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fiank,  126  Mullam  Sireet;
Faris:  Ma#  Fed#e,  31  rue  des  petites  Lcuries;
Ro  de  Janelro:  Maçgalhues,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelmoeler  3  Co.

      

Vorderansicht.

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        <pb n="169" />
        —  129  —
Deutsche  Militairdienst-Versieberungs-Anstalt

in  Hannover.

 

 

 

 

 

Vermögensbesland.  86  Mittionen  Marlie.

Abtheilung  I:  Militairdienst-Versicherung.
Zweck:  Deckung  der  Kosten  des  Militalrdienstes,  Unterstützung  von  Berufs--soldaten,

  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  Knaben  unter  12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aufnahme.

Abtheilung  II:  Kapital-  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgeklrzte  Lebensverslcherung.)
.  Zweck:  Versorgung  von  Hinterbliebenen  und  Alters  -  Versorgung.  Siche-«,
  ranvonKapitalienzukBescbaEuugvonAttssteuensandfür
Studienzwecke.
Personen  beiderlel  Geschlechts  fnden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
dieser  Abtheilung  Aulnahme.  (16)

    
   
  

2  Die  Auszahlungen  an  Versicherungssumme,  Prämienrückgewähr  etc.
«  —  -Yij«ankedes.Ja-hresl97betrugen.-f6312000,—,dieG-esammtanszahlunen
——2““—um-!-u-!::  seit  Bestehen  der  Anstalt  M  13  495  000,  -.  Von  1878  bis  Ende  1897  wurden
—  erledigt  317  174  Anträge  über  M  394  317  530.—  Versicherungskapital.

J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,  Cänseleber

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Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Unentbehrlich  für  Militairs.  Jager.  Touleutz
  Grürkt
valwerbsiste  (#
—2  —  —

risten,  Radlahrer,  Segler.  Jungaeschien
|  k  ——
E  n  1½  r.
Ouellisten  ##  bilhaten  Fre.##en

 

 

 

 

 

  
 
   
   
    
  
  
 

  
 

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etc.  —  Erwärmung  des  Dosen  In  alits
zu  jed.  Zeit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterungsverhältn.  in  wenigen  Minnut.
Fabrikate  in  allen  Preislagen  emplichlt

Conserv  Fabr.  Albert  Behse  Sohn,
Wuülfel  vor  Hannover.
Patente  in  10  Staaten.  —  ·  kknng

Dä-  GLMJJAWJPJEILMIQMIB
—  mm———————————

**  Mordor  s-  2————
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#  Glüs  ——ssi27

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

Aelteste  deutsche

Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

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Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  ertra  dry

tini.p
1

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G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(3)  Esslingen.

  

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        —  GJN—  —  32

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Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,

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Lager  in  Hamburg:

S—

  
 

——

 
     

(#a)

 
 

E——

 

Soseph  Klar,  Samenhan
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

 

 

—.——1
Glung,

 

—  MNorffttefrant  Sr.  Majestät  des  Kaiasers,  —
offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.  l  *l7“

Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:

Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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Kalser-Brauerel  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steinguttabrik,  Antien-VLesellschaft,
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Neuhaldensieben,  empf.  der  Vertreter

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WOERMANN-LINIE.

—  —  —

 

Am  10.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.  "
Am  18.  Mürz:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Carstens,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Goree,  Dakar,  Ruffsque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  März:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncou.

Am  25.  März:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  März:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Seénegal,  Liberia  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

MAMrachste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  Mai  und  ferner  am
25.  jedes  zweiten  Monats.

4lie  Güter  müssen  cm  Tage  vor  dem  4b59anpsdaftm  bis  12  Uhr  mittaos  I#ngsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Paesake  ertheilt  die  Woermann-  Linie
(13)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

—ö  —  —  —  —  ——  —  —

Deutsche  Ost.  Afrllia  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
ter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmissigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:

 

 

 

von  Hamburg:  von  Neapel:
„REILCHSTAG,  Capt.  Weisskan  2.  Märxz,  16.  Märr,
*KAISER“,  Capt.  Stahlll  ....  16.  März,  30.  März,
S„BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  30.  März.  13.  April,
*  „KOENIG“,  Capt,  Doher  3  April,  27.  April,

nach  Mombassa,  Tanga,  Panganix,  Sandanl,  Bagamoyo  F,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Kllwa,  Lindi,
Milindani,  Ibo,  Mozambique  7,  Quellmane?,  Chinde  ,  Belira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorrüoltiche  Enrichtungen  für  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhälen  sowie  nach  Transvaal
(Jobannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabai.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Damplfers  längsseite  sein.
Näberes  ertheilt  in  Hamburg:

(ag
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Altien-Gesellschaft.
"  owie  wegen  Fracht  und  Pasenge  die

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
—  Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbnchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  à  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrahe  68—71.
Ausgegeben  am  1.  März  1896  um  6  Uhr  nachmittage.
        <pb n="173" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beranagegeben  in  der  Reolenial-Abiheilung  des  Anonãtligen  Amis.

.—.  Ê  ——..————.**“..————

IX.  Johrgang.  6  terrlin,  15.  März  1693.  —

–·  –.  —  —  2  —––—  +A§—–—  —  —  —  —

 

–  —  24

Dieie  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  ohrtelsäheelich

erschenenden:  „Nittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  iherr

r.  Danckelm#a#v.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Voft  und  die

buchbandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk  3.,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  66—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs=  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

–—  ..——  —  —  —

 

—.2

In#alt:  Amtlicher  Theil:  Nachtrag  zur  Dienstanweisung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in  Deutsch-Ostafrila
  S.  133.  —  Ernennung  von  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
für  das  Jahr  1898  S.  133;  desgleichen  der  Neu-Guinea-Kompagnie  S.  134.  —  Personalien  S.  135.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  136.  —  Deutsch-Ostafrika:  Verstärkung  der  Besatzung
von  Muansa  und  Bukoba  S.  136.  —  Gutachten  über  die  Bedeutung  der  Schwefelthermen  von  Amboni  und  Nyongoni
  als  Heilmittel  S.  136.  —  Kamerun:  Forschungsreise  in  Kamerun  S.  138.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
Nachrichten  über  Kaiser  Wilhelmsland  und  den  Vismarck-Archipel  S.  138.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen
und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  17.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Hüttensteuer  für  die  ländlichen
Bezirke  auf  der  Insel  Sansibar  S.  143.  —  9,  Eisenbahnprojekre  im  Kongostaat  S.  143.  —  Telegraphenlinie  in
Westafrika  S.  144.  —  Entwickelung  einiger  er  #cher  Kolonien  in  Afrika  im  letzten  Jahre  S.  144.  —  Die  Goldküste
im  Jahre  1896  S.  145.  —  Ueber  den  Zustauls  der  französischen  Strafkolonien  Guyana  und  Neu-Kaledonien  während
  des  Jahres  1896  S.  146.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Ausstellung  von  Neuheiten  und  Erfindungen
in  Berlin  S.  146.  —  Internationale  und  koloniale  Ausstellung  in  Frankreich  S.  146.  —  Ueber  die  Kautschukfrage
S.  147.  —  Ueber  Kautschukpflanzen  von  Süd-Angola  S.  147.  —  Zur  Geschichte  der  Maria  Theresien-(Levantiner)
Thaler  S.  148.  —  Litteratur  S.  149.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  149.  —  Schiffsbewegungen  S.  150.  —
Verkehrs-Nachrichten  S.  150.  —  Fahrplan  der  Oceanic  Steamship  Company  S.  151.  —  Anzeigen.

 

—  –  ——4

 

—....  —

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verkräge.

—  ·  —  —

Nochtrag  zur  Dienstanweisung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  in
«  Deutsch-Ostafrika.
·  Auf  Grund  des  8  11  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(Reichs-Gesetblatt  1888  S.  75),  wird  Folgendes  bestimmt:
Zu  §  2  Ziffer  3  der  Dienstanweisung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkelt  in  Deutsch-Sirt
  e  12.  Januar  1891  (Centralblatt  für  das  Deutsche  Reich  Seite  14)  erhält  der  erste  Satz
e  Fassung:
*  Zub  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz  ist  der  Oberrichter  ermächtigt.
Verlin,  den  19.  Februar  1898.
Der  Reichskanzler.
Fürst  zu  Hohenlohe.

a—  —
—  —  .  —  —  —

—
—.  —  —

 

—  —  —  —

 

verordnungen  und  Mittheilungen  der  Behürden  in  den  Schuhgebieten.

 

Eruennuug  von  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  füdwestafrikanischen
Schutzgebietes  für  das  Jahr  1898.
u  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  wurden  für
da  Zuhr  1898  folgende  Herren  ernannt:
        <pb n="174" />
        —  134  —

J.  Raiserliches  Gericht  zu  Windhoet.
a)  Als  Beisitzer:
Karl  Hoepfner  sen.,  Ansiedler,  Klein-Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger.
Gustav  Voigts,  Kaufmann,  Windhoek,  braunschweigischer  -
Guillermo  Mertens,  Kaufmann,  Windhoek,  mexikanischer
Karl  Wulff,  Kaufmann,  Windhoek,  bremischer  Staatsangehöriger.
b)  Als  Stellvertreter:
Heinrich  Gathemann,  Malermeister,  Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger.
Ernst  Rusch,  Kaufmann,  Windhoek,  -
Otto  Hoepfner  jun.,  Ansiedler,  Klein-Windhoek,
Ernst  Heyn,  Kaufmann,  Windheek,
Eduard  Stumpp,  Ansiedler,  Klein-Windhoek,
10.  Paul  Hoepfner  jun.,  Ansiedler,  Klein-Windhoek,
.  Richard  Liebscher,  Schlossermeister,  Windhoek,  sächsischer
12.  Gustav  Wilke,  Maurermeister,  Windhock,  preußischer

II.  Kaiserliches  Obergericht.
a)  Als  Beisitzer:

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1.  Oswald  Schultze,  Postkassirer,  Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger.
2.  August  Schmerenbeck,  Kaufmann,  Windhoek,  -
3.  Gustav  Tünschel,  Maurermeister,  -  -  -
4.  Otto  Nitzsche,  Kaufmann,  -  sächsischer  -
b)  Als  Stellv“streter:
5.  Hermann  Denker,  Kaufmann,  Windhoek,  bremischer  Staatsangehöriger.
6.  Wilhelm  Henker,  Schmiedemeister,  Windhoek,  sächsischer  s
7.  Gustav  Gaertner,  Landmesser,  -  preußischer  -
8.  -

Franz  Diebler,  Maurer,  Windhoek,  sachsen=  weimarischer

 

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes  der

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Neu-Gninea-Kompagnie.  )
Für  das  Jahr  1898  werden  ernannt:

I.  bei  dem  Kaiserlichen  Obergericht  in  Stephansort:
a)  als  Beisitzer:

der  Stations=  und  Pflanzungsvorsteher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Friedrich  Wandres  in  Stephansort,

Badenser,

p  der  Vorsteher  der  Rheinischen  Mission,  Missionar  Gustav  Bergmann  in  Siar,  Preuße,
der  Stations=  und  Pflanzungsvorsteher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Oscar  Baumüller  in  Friedrich

Wilhelmshafen,  Badenser,
der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  Ernst  Diesing,  Preuße;
b)  als  stellvertretende  Beisitzer:

der  Missionar  der  Rheinischen  Mission  Albert  Hoffmann  zu  Bogadjim,  Preuße,  6
der  Stationsvorsteher  und  Lagerverwalter  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Oscar  Haesner  in  Erimahafen,

Preuße,
der  Pflanzungsvorsteher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Joseph  Loag  in  Stephansort,  Preuße,

der  Pflanzungsassistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Hans  Blum  in  Stephansort,  Preuße;

II.  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  in  Stephansort  (Westlicher  Jurisdiktionsbezirk):
'  a)  als  Beisitzer:
der  obere  Rechnungsbeamte  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Richard  Hoffschlaeger  in  Stephansort,
Mecklenburg-Schweriner,

der  Missionar  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft  August  Hanke  in  Bongu,  Preuße,
der  Pflanzungsassistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Albrecht  Marggraf  in  Stephansort,  Preuße,

der  Pflanzungsassistent  der  Neu-Guinca-Kompagnie  August  Kleinschmidt  in  Stephansort,  Preuße;

b)  als  stellvertretende  Beisitzer:

der  Pflanzungsassistent  und  Heilgehülfe  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Carl  Boschat  in  Friedrich  Wilhelmshafen,

  Preuße,

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1897,  S.  127.
        <pb n="175" />
        —  135  —

2.  der  kaufmännische  Beamte  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Jony  Knudsen  in  Stephansort,  Preuße,
3  der  Pflanzungsassistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Hans  Rodatz  in  Stephansort,  Preuße,
4  der  Missionar  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft  Heinrich  Helmich  in  Siar,  Preuße;

III.  bei  dem  Naiserlichen  Gericht  in  Berbertshöh  (Oestlicher  Jurisdiktionsbezirk):

a)  als  Beisitzer:
I.  der  Missionar  der  Wesleyanischen  Mission  Heinrich  Tellmann  in  Raluana,  Deutscher,
2.  der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  Curt  Danneil  in  Herbertshöh,  Deutscher,
3.  der  e,  der  katholischen  Mission  vom  heiligen  Herzen  Jesu  Pater  Johann  Dicks  in  Vunapope,
Deutscher,
4.  der  Stations=  und  Pflanzungsvorsteher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Hubert  Geisler  in  Herbertshöh;
b)  als  stellvertretende  Beisitzer:

I.  der  Kaufmann  Hugo  Thiel  in  Matupi,  Deutscher,
2.  der  Kaufmann  Adolf  Schulz  in  Mioko,  Deutscher,
3.  der  Kaufnmann  Cos  Forsayth  in  Ralum,  Engländer,
#.  der  Kaufmann  Octave  Mouton  in  Kinigunan,  Belgier.

 

 

 

—  ——  —  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Hauptmann  a.  D.  und  Bezirksamtmann

  in  Deutsch=  Ostafrika  Fr.  A.  Freiherrn  v.  Eberstein  zum  Ehrenritter  des  Johanniter=  Ordens
zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ständigen  Hülfsarbeiter

  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  Konsul  Dr.  A.  Zimmermann  und  dem
Mitglied  des  Kolonialraths  Konsul  a.  D.  E.  Vohsen  den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  zu  verleihen.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Professor  Dr.  Freiherm
  A.  v.  Danckelman  den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.

—  —  —  ——

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-vOstafrika.
ç  A.  K.  O.  vom  24.  Februar  1898.

Vischoff,  Sekondlieutenant,  bisher  vom  Infanterie-Regiment  Keith  (1.  Oberschlesischen)  Nr.  22,  mit  dem
8.  März  1898  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  9.  März  1898  als  Sekondlieutenant
mit  seinem  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  5.  März  1898.

Lott,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  bisher  vom  Infanterie-Regiment  von  Borcke  (4.  Pommerschen)  Nr.  21,  mit
dem  8.  März  1898  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  9.  März  1898  als  Assistenzarzt
2.  Klasse  mit  seinem  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Sekondlieutenant  Nolte;

das  Militär-Verdienstkreuz:  dem  Unterbüchsenmacher  Zimmermann;

das  Militär  -Ehrenzeichen  2.  Klasse:  dem  Sergeanten  Liebert.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  und  Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  Major  Leutwein  die  Genehmigung  zur
Anlegung  des  ihm  von  Seiner  Majestät  dem  Könige  von  Sachsen  verliehenen  Offizierkreuzes  des  Albrechtsordens
  mit  Schwertern  zu  ertheilen.

Seine  Mojestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
W  Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,
und  zwar:
die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Gold:  dem  Feldwebel  Musa;
die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Silber:  dem  Sergeanten  James  Pama,  dem  Unteroffzier
  Krantz,  dem  Gefreiten  Massadu,  den  Soldaten  Saia,  Jossem,  Jakson  und  Tommi.
        <pb n="176" />
        —  136  —
Nichtamtlicher  Theil.

Persbnal-Machrichten.  in  Königsberg  und  dem  Landrathsamt  in  Deutsch-Krone

  thätig  gewesen,  Anfang  v.  Is.  in  die  Kolonial-Deutsch-Ostafrika.
  Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  ein,  wo  er  durch
Zur  Verrretung  des  beurlaubten  Regierungsarztes  seine  dienstliche  Tüchtigkeit  und  seine  anspruchslose
Dr.  Plehn'  in  Tanga  ist  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  Liebenswürdigkeit  sich  bald  volle  Anerkennung  erwarb.
Dr.  Panse  dorthin  entsandt  worden.  Er  war  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann  von  Togo
zugetheilt  worden,  mit  dem  zusammen  er  erst  vor
Zollpraktikant  Billib  ist  nach  Dar-es-Saläm  Kurzem  die  Ausreise  nach  dem  Schuzgebiete  angeabgereist.
  treten  hatte.  Sein  früher  Tod  ist  ein  schmerzlicher
—  Verlust  für  die  Kolonialverwaltung.
Der  geheime  revidirende  Kalkulator  Weiß  und  —  —

der  Techniker  Gräfe  treten  am  16.  d.  Mts.  die  Zollassistent  Klein  ist  Anfang  Februar  in  Togo

 

Reise  nach  Dar-es-Saläm  an.  eingetroffen.  .
Der  Mechaniker  G.  Koch  ist  nach  Dar-es-Saläm  Premierlieutenant  v.  Döring  und  Landrentabgereist.


meister  Mann  sind  in  Lome  angekommen.

——.□□  .

Ramerun.  Lehrer  Walter  ist  vom  Urlaub  in  Togo  wieder

Der  Königlich  bayerische  Wirkliche  Rath  Dr.  eingetroffen.
Martin  ist  zwecks  Wahrnehmung  bezirksamtlicher
Geschäfte  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-———

  ee

Lehrer  Lederbogen  ist  zur  Vertretung  des

 

r  .

ments  getreten  und  nach  Kamerun  abgereist.  Lehrers  Betz  Anfang  Februar  nach  Kamerun  abgereist.
Finanzassistent  Kundt  und  Regierungssuper-  Lüdwestafrika.

mumerar  Kiem  sind  im  Januar  in  Kamerun  ein-  Sergeant  Fügner  und  Unteroffizier  Zäusler

getroffen.

sind  für  den  Dienst  beim  Kaiserlichen  Feldbahnbau-Kommando
  in  Deutsch-Südwestafrika  angenommen

Cogo.  worden  und  haben  die  Reise  nach  Swakopmund
Stationschef  Dr.  Gruner  ist  mit  Urlaub  in  angetreten.

Deutschland  eingetroffen  und  hat  sich  zunächst  nach  —

Jena  begeben.  Unteroffizier  der  Eisenbahnbrigade  Drawert  ist

zum  Feldbahnbau-Kommando  nach  Swakopmund
Nach  einer  telegraphischen  Meldung  aus  Lome  abgereist.

ist  dort  der  Regierungsassessor  Böcking  nach  kurzer
Krankheit  einem  Schwarzwasserfieber  erlegen.  Adolf  Am  25.  d.  Mts.  werden  der  Feldmesser  Görgens

Böcking,  1867  geboren,  seit  1889  Referendar,  seit  und  der  Vermessungstechniker  Thomas  die  Ausreise
1895  Assessor,  trat,  nachdem  er  bei  der  Regierung  nach  dem  Schutzgebiet  antreten.

—.

 

—

Zachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Pltafrika.  Gutachten  über  die  Bedeutung  der  deutsch  ostafrikanischen
  Schwefelthermen  von  Amboni  und  Uvongoni
Verstärkung  der  Besatzung  von  Muansa  und  Zukoda.  als  Deilmittel.

Auf  Grund  der  Nachrichten  über  Unruhen  un  Dr.  Erich  Harnack,  o.  ö.  Professor  der  Medizin
Uganda  hat  der  Kaiserliche  Gouverneur  den  Lieute-  und  Direktor  des  Königlich  pharmakologischen  Instituts
nant  Richter  mit  60  Mann  (Nichtsudanesen)  aus  der  Universität  Halle-Wittenberg,  hat  folgende  Gut-Pangant
  nach  Muansa  entsendet.  Durch  diese  Ver-  achten  über  diese  Schwefelthermen  abgegeben:
stärkung  ist  die  Besatzung  von  Muansa  und  Bukoba

ungefähr  auf  den  etatsmäßigen  Stand  von  zwei
Kompagnien  gebracht.  #
#

 

 

J.

Nach  der  vorliegenden  Analyse  des  Wassers  aus
der  Quelle  von  Amboni  stimmt  die  Zusammensetzung
des  Wassers  in  auffallender  Weise  (qualitativ  und
quantitativ)  mit  den  weltberühmten  kochsalzhaltigen

—
        <pb n="177" />
        Zu:  „Beutsches  Kolonialblatt“  Er.  6,  1898.

Regierungsdampfer  „Nachtigal“

auf  dem  Slip  in  Kamerun.

 

 

 

 

Nach  einer  Aufnahme  von  Lutterodt-Brothers,  Photographers.  Cameroons  etc.
        <pb n="178" />
        <pb n="179" />
        Schwefelthermen  von  Aachen  (besonders  der  Kaiserquelle
  zu  Aachen)  überein,  so  daß  man  jene  Quellen
geradezu  als  ein  deutsch-afrikanisches  Aachen
bezeichnen  darf.  Die  Mengenverhältnisse  der  Chloride,
Sulfate  und  Carbonate,  die  (auch  für  Aachen  charakteristische,
  im  Allgemeinen  sehr  selten  vorkommende)
bedeutende  Menge  des  Kaliums  im  Verhältniß  zum
Natrium,  das  Quantum  des  (als  Schwefelalkali)  gebundenen
  Schwefelwasserstoffs  —  nach  allen  diesen
Rhtungen  hin  stellt  sich  die  afrikanische  Quelle  den
Nachener  Wässern  in  auffallender  Uebereinstimmung
an  die  Seite.  Auch  die  Temperatur  der  Amboniquelle
  ist  eine  für  die  Anwendung  des  Wassers  zu
Bädern  überaus  geeignete,  da  sie  der  Körpertemperatur
nahe  kommt  und  daher  keiner  künstlichen  Veränderung,
weder  der  Erwärmung  noch  der  Abkühlung,  bedarf.

Nur  die  bedeutende  Menge  des  frei  im  Wasser
absorbirten  Schwefelwasserstoffs  unterscheidet  die
afrikanische  Quelle  von  den  Aachener  Wässern,  und
cs  würde  auf  die  Frage  Bedacht  zu  nehmen  sein,  ob
nicht  etwa  bei  zu  langem  Aufenthalt  im  Bade  und
ungenügender  Ventilation  der  Baderäume  gesundheitsschädliche
  Mengen  von  dem  überaus  giftigen  Gase
eingeathmet  werden  könnten.  Indessen  dürfte  bei
einiger  Vorsicht  eine  wirkliche  Gefahr  wohl  nicht
vorhanden  sein.

Die  Anwendung  des  Wassers  zu  Trinkkuren  ist
wohl  kaum  rathsam;  es  würden  vorzugsweise  Bäder
verschiedener  Anwendung  in  Betracht  kommen,  und
cs  wäre  zugleich  die  Frage  aufzuwerfen,  ob  sich  in
dem  Quellgebiet  nicht  genügende  Mengen  von  Schwefelmoor
  oder  -schlamm  finden,  die  mit  Erfolg  zur  Anwendung
  von  Schlammbädern  neben  den  Wasserbädern
  dienen  könnten.

Alle  durch  die  Erfahrung  festgestellten,  für  die
Anwendung  der  kochsalzreichen  Schwefelthermen
maßgebenden  therapeutischen  Indikationen  würden
  auch  für  den  Gebrauch  der  Amboniquellen  in
Frage  kommen:  vor  Allem  veraltete  Syphilis,  Hautund
  Drüsenleiden,  chronische  Metallvergiftungen
(besonders  Quecksilbervergistung),  Magen=  und  Darmaffektionen
  in  Zusammenhang  mit  Leber=  und  Gallenleiden,
  chronische  Rückenmarksleiden,  Lähmungen,
Neurosen,  chronischer  Rheumatismus,  Residuen  traumatischer
  Entzündungen  und  traumatische  Neurosen,
chronische  Gelenkleiden,  Ankylosen  und  Verkrümmungen,
chronische  Katarrhe,  Blasenkatarrh  und  dergl.
Unzweifelhaft  besitzt  die  ostafrikanische  Kolonie  in
diesen  verhältnißmäßig  leicht  und  bequem  zugänglichen
Quellen  einen  werthvollen  arzneilichen  Schatz,  dessen
Musbeutung  entschieden  wünschenswerth  und  erfolgrecch
  sein  dürfte.

II.

Die  nach  den  vorliegenden  Mittheilungen  weit
schwerer  zugänglichen  Schwefelthermen  von  Nyon—
goni  im  Ruhoiflusse  zeigen  zwar  eine  ähnliche  Zusommensetzung
  wie  die  ersteren,  sind  aber  (/  abgesehen
von  dem  hier  fehlendem  Kalium)  in  jeder  Hinsicht

 

137  —

gehaltreicher.  Unter  den  bisher  bekannten  Schwefelthermen
  können  sie  ihrer  ganzen  Beschaffenheit  nach,
namentlich  was  den  Reichthum  an  Chloriden  und  an
Schwefelwasserstoff  anlangt,  am  ehesten  den  bekannten
Herkulesbädern  zu  Mehadia  in  Ungarn  sowie  den
Quellen  von  Héluan  in  Mittelägypten  an  die  Seite
gestellt  werden.  Sie  übertreffen  aber  diese  durch  ihre
sehr  hohe  Temperatur  und  reihen  sich  in  dieser  Hinsicht
  unmittelbar  den  heißesten  unter  den  Mineral-=quellen
  Europas  (Karlsbad,  Plombiêres,  Baden-Baden,
  Wiesbaden  2c.)  an.  An  sich  könnte  das
Wasser  der  Nyongoniquellen  ebenso  erfolgreich  zu
Heilzwecken  verwerthet  werden,  wie  es  mit  den  ägyptischen
  Quellen  von  Héluan  geschieht,  das  bereits
seit  25  Jahren  als  Badeort  dient,  aber  freilich  an
der  Bahn  unweit  des  Nils  und  nicht  allzu  weit  von
Kairo  gelegen  ist.  ·

Da  aber  die  Emanation  des  Schwefelwasserstoffgases
  in  der  Nähe  des  Quellursprungs  von  Nyongoni
so  bedeutend  ist,  daß  das  Verweilen  an  diesem  Orte
mit  Lebensgefahr  verbunden  ist,  so  müßten  die  Quellen
an  einen  entfernteren  Ort  geleitet  werden,  was  erhebliche
  Kosten  und  technische  Schwierigkeiten  (schon
wegen  des  starken  Schlammakbsatzes  aus  solchen
Wässern)  verursachen  würde;  außerdem  wäre  selbstverständlich
  eine  bedeutende  Abkühlung  des  Wassers
behufs  des  Gebrauches  erforderlich.

Aus  diesen  Gründen  wird  wohl  auf  den  Gedanken
  einer  arzneilichen  Ausbeutung  der  Nyongoniquellen
  zur  Zeit  verzichtet  werden  müssen.

Analyse  einer  Schwefelquelle  von  Amboni
im  Sigigebiet.
100  000  Theile  des  Mineralwassers  enthielten:

Chlen  145,00  Theile,
Schwefelsäure  SO  8,10  =
Kohlensäure  CO2  32,9
Kalk  CaO.  ..  28,20  —
Magnesia  Mg0  10,22
Kalium  K  #  .  28,62-Natrium
  N  70,32  -
Ammonicccck  0,1  2  =
Schwefelwasserstoff  frei  0,792.
Schwefelwasserstoff  gebunden  0.466

 

Zusammen  325,628  Theile.
Rückstand  betrug  bei  120°  getrocknet  328,2  Theile,
Spezifisches  Gewicht  bei  27°  C  1,0011,
Gesammthärte  nach  BB  39,80  deutsche  Grade,
Temperatur  des  Quellwassers  35,7°  C.

Analyse  einer  Schwefeltherme  von  Nyongoni
im  Ruhotgebiet.
100  000  Theile  des  Mineralwassers  enthielten:

Chter  326.00  Theile,
Schwefelsäure  (803)  .  29,30
Salpetersäure  (NeOd)  Spuren,
Kohlensäure,  gesammte  (CO##)  64,.20
Eisenoxyd  +  Thonerde  0,32
Kalk  (Cab)  11,35
        <pb n="180" />
        Magnesia  (Age  2,86  Theile,

Lithium  Spuren,
Natrium  (Na)  211,80
Ammoniak  0,12

r  U

Schweselwasserstof  frei  s,  865e  i.  Lit.  —  1,35
Schwefelwasserstoff  gebunden  .  0,78
Zusammen  648,08  Theile.
Rüchtand  betrug  662,00  Theile  bei  120°%  getr.0  41100
"„  6:  50.  60  -  180=  *  Theilen
Spezifisches  Gewicht  bei  27°  C  1,0024,
Gesammthärte  nach  BiB  14,56  deutsche  Grade.

V

 

———

Kamerun.

Kesultate  einer  Forschungsreise  in  Ramerun.

Der  Ornithologe  Dr.  Dngve  Siöstedt  zu  Stockholm
  hatte  im  Jahre  1890  im  Auftrage  der  Königlich
schwedischen  Akademie  der  Wissenschaften,  des  Reichsmuseums
  zu  Stockholm  und  der  zoologischen  Anstalt
der  Universität  zu  Upsala  eine  zoologische  Forschungsreise
  nach  dem  nordwestlichen  Kamerungebiet  unternommen
  (vergl.  Kol.  Bl.  1890,  S.  113).  Diese  Reise,
die  15  Monate  dauerte,  galt  hauptsächlich  der  Erforschung
  des  Gebietes  zwischen  dem  Kamerungebirge
im  Süden  nordwärts  bis  Itoki  na  N’'Golo,  vom
Rio  del  Rey  im  Westen  bis  an  den  Kottasee  im
Osten.  Das  wissenschaftliche  Ergebniß  dieser  Reise
liegt  jetzt  in  achtzehn  von  Herrn  Sjöstedt  herausgegebenen
  Schriften  vor,  zu  welchen  das  mitgebrachte
Material  von  ihm  und  anderen  hervorragenden  Fachgelehrten
  verarbeitet  ist.  Sämmtliche  Arbeiten  sind
auch  in  deutscher  Sprache  herausgegeben.  Sie  umfassen
  nicht  weniger  als  über  tausend  Thierarten,
von  denen  220  für  die  Wissenschaft  neu  sind.  Das
erforschte  Gebiet  kann  demnach  nunmehr  zoologisch
in  mehreren  Hinsichten  als  eins  der  bestbekannten  in
ganz  Westafrika  angesehen  werden.

Deutsch-Reu-Guinra.

Nachrichten  über  Raiser  wWilhelmsland  und  den
Bismarck=  Archipel.

Den  „Nachrichten  über  Kaiser  Wilhelmsland  und
den  Bismarck-Archipel“,  1896  bis  1897,  entnehmen
wir  Folgendes  (vergl.  Kol.  Bl.  1895,  S.  13  ff.)

1896.

Die  Direktionen  der  Neu-Guinea-Kompagnie  und
der  Astrolabe-Kompagnie  haben  sich  im  August  d.  Is
dahin  verständigt,  daß  die  gesammte  übersceische  Verwaltung
  der  letzteren  für  deren  Rechnung  von  der
Neu-Guinca-Kompagnic  derart  übernommen  werden
sollte,  daß  der  obere  Leiter  der  Neu-Guinea-Kompagnie
im  Schutzgebiet  auch  die  Hauptadministration  der
Astrolabe-Kompagnie  zu  führen  hätte  und  deren  Ver-138



 

waltung  einschließlich  der  Büreau-,  Kassen=  und  Rechnungsgeschäfte
  sowie  der  Lagerverwaltung  mit  derjenigen
  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vereinigt  würde.
Die  obere  Leitung  der  vereinigten  Verwaltung  sollte
einem  Oberbeamten  als  „Generaldirektor“  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  übertragen  werden.  Dieses  Abkommen
  ist  mit  dem  1.  November  1896  in  Kraft
getreten.  Inzwischen  ist  eine  weitere  Uebereinkunft
zu  Stande  gekommen,  nach  welcher  auch  eine  Vereinigung
  der  Gesellschaften  in  ihrem  gesammten  Rechtsbestande
  vorgenommen  werden  soll,  so  daß  das  gesammte
  Vermögen  der  Astrolabe-Kompagnie  und  deren
Schulden  mit  Wirkung  vom  1.  Oktober  1895  ab  auf
die  Neu-Guinea-Kompagnie  übergehen.  Seitdem  hat
der  Generaldirektor  der  Neu-Guinea-Kompagnie  seinen
Sitz  in  Stephansort,  wo  er  bisher  seines  Amtes  als
Hauptadministrator  der  Astrolabe-Kompagnie  waltete,
genommen,  und  ist  dorthin  auch  die  Leitung  der
Landesverwaltung,  welche  der  Generaldirektor  kommissarisch
  führt,  übertragen  worden.

Dadurch  ist  Stephansort  in  den  Mittelpunkt  der
gesammten  Verwaltung  gerückt,  wie  es  bisher  derjenige
  der  Tabakkultur  war.  Leider  hat  die  letztere
nicht  die  weitere  glänzende  Entwickelung  genommen,
welche  nach  den  Erfolgen  der  ersten  Jahre  gehofft
werden  durfte.

Die  in  den  Jahren  1894  und  1895  gemachte
Erfahrung  hat  herausgestellt,  daß  die  Pflanzzeit  von
der  Periode  der  abnehmenden  Regenfälle  bis  zur
trockenen  Zeit  in  dem  Gebiet  von  Stephansort  kürzer
ist  als  in  anderen  Tabakländern,  namentlich  in  Sumatra.
  Hier  findet  die  Anlegung  von  Saatbeeten
statt  vom  Februar  bis  Ende  Juni,  das  Auspflanzen
von  März  bis  Ende  Juli.  In  Neu-Guinea  werden
Saatbeete  angelegt  von  Ende  Januar  bis  April,  ausgepflanzt
  wird  von  Februar  bis  Mai.  Um  in  dieser
kürzeren  Zeit  größere  Mengen  auszupflanzen,  bedarf
es  zahlreicher  Hände,  mehr  als  mit  der  Rentabilität
sich  vertragen  würde.  Jedenfalls  entsteht  für  längere
Zeit  ein  Ueberschuß  an  Arbeitskräften,  der  im  Tabak
nicht  Verwendung  finden  kann.

Angesichts  dieser  Sachlage  wurde  in  Uebereinstimmung
  mit  dem  Generaldirektor  beschlossen,  den
Tabakbau  auf  120  bis  150  Felder  zu  beschränken
und  so  zu  ordnen,  daß  das  Auspflanzen  im  Januar
begonnen  und  im  Mai  vollendet  wird.  Des  Weiteren
soll  bereits  bebauter  Boden  zum  zweiten  Male  mit
Tabak  in  größerem  Umfange  als  bisher  bepflanzt  und
abgesehen  von  Lehrmeistern  und  Vorarbeitern  in  Zukunft
  der  Betrieb  nur  mit  eingeborenen  melanesischen
Arbeitern  geführt,  der  entstehende  Ausfall  in  der
Tabakpflanzung  aber  durch  andere  Kulturen,  namentlich
  durch  Anbau  von  Kafsce,  die  Anpflanzung  von
Baumwolle  nach  dem  im  Bismarck-Archipel  bewährten
Vorbilde  und  die  erweiterte  Anpflanzung  von  Kokospalmen
  ersetzt  werden.  In  diesem  Sinne  ist  auch
bereits  vorgegangen,  indem  eine  Versuchsstation  angelegt
  und  eine  Pflanzschule  (Botanischer  Garten)
eingerichtet  worden  ist.
        <pb n="181" />
        Mit  der  Pflanzungsstation  Stephansort  ist  als
Nebenstation  Erimahafen  verbunden,  wo  der  Schiffsverkehr
  stattfindet  und  eine  Feldbahn  mündet.  Letztere
  hat  jetzt  eine  Ausdehnung  von  etwa  10  km.

Die  Station  Konstantinhafen,  welche  als  Nebenstation
  von  Friedrich  Wilhelmshafen  behufs  der  Erhaltung
  der  Kokosbestände  und  als  Versuchspflanzung
verwaltet  wurde,  wird  von  Stephansort  aus  bearbeitet
und  geleitet.

Die  Gesammtanlage  in  Herbertshöhe  (Bismarck-Archipel)
  zerfällt  in  drei  Komplexe,  von  denen  der
eine,  Kokopo,  an  der  Küste  liegt,  die  anderen,  Vunatali
  und  Kaliwuwur,  auf  der  dahinter  ansteigenden
Höhe.

Produktion,  Handel  und  Verkehr  in  Kaiser

Wilhelmsland.

Der  Waarenverkehr  von  und  nach  dem  Ausland
beschränkt  sich  in  Kaiser  Wilhelmsland  in  der  Hauptsache
  auf  die  Neu-Guinea-Kompagnie  und  Astrolabe-Lompagnie
  und  die  daselbst  bestehenden  Missionen.
Bezüglich  der  Ausfuhr  und  Einfuhr  fehlt  es  an  einer
genauen  Statistik,  da  außer  von  alkoholhaltigen  Getränken
  Einfuhrzölle  nicht  erhoben  werden,  eine  Kontole
  also  nicht  stattfindet.  Soweit  es  sich  um  Güter
handelt,  welche  von  den  beiden  Gesellschaften  eingeführt
  werden,  so  hat  deren  Werth,  einschließlich  der
nach  Herbertshöhe  eingeführten,  betragen:  für  die

abgesandten  Güter  von
aus  Europa  anderswo
in  der  Zeit  vom  1.  April  Mark  Mark
1895  bis  31.  März
18996  161  637,00  276  681,12
in  der  Zeit  vom  1.  April
1896  bis  30.  September
  19906  1071  046,40  86  258,37

Bismarck-Archipel.  Zur  Ausfuhr  gelangten:
2437,2  Tons  Kopra,  145,3  Tons  Trepang,  13  400
Pfund  Perlschalen,  1074  Pfund  Schildpatt,  99  954
Pfund  Lintbaumwolle,  75  Tons  Elfenbeinnüsse  und
104  000  Stück  Green  Snail  shells.

Der  Werth  der  von  den  vier  Hauptfirmen  außer
der  Neu-Guineg-Kompagnie  und  den  Missionen  bewirkten
  Einfuhr  wird  auf  605  000  Mark  angegeben.

1897.

Die  Einschränkung  der  Station  Friedrich  Wilhelmshasen
  ist  im  Jahre  1897  zu  Gunsten  von  Stephansort
  durch  den  Generaldirektor  v.  Hagen  fortgesetzt
worden.  Dieser  Betrieb  wird  sich  zunächst  außer
auf  die  weitere  Anpflanzung  von  Kokospalmen  an
der  Küste  des  Hafens  und  seinen  Buchten,  auf  perennirende
  anspruchslose  Kulturen  auf  Terrain,  das
der  Bearbeitung  wenig  Schwierigkeiten  bietet,  beshränken;
  er  soll  jedoch  nach  Maßgabe  der  verfügboren
  Arbeitskräfte  auf  den  Anbau  von  Tabak  und
zwar  auf  dem  schon  früher  abgepflanzt  gewesenen
Terrain  des  benachbarten  Jomba  ausgedehnt  werden.

139

 

In  Stephansort  waren  die  Aussichten  auf  die
Tabakernte  des  Jahres  1896  wegen  der  schweren
Dürre,  die  von  Juni  bis  Oktober  geherrscht  hatte,
sehr  trübe.  Es  wurde  besorgt,  daß  der  im  Wachsthum
  behinderte  Tabak  keine  willige  Aufnahme  finden
werde.  Der  Markt  entschied  anders.  Er  befand  das
Produkt  viel  besser,  als  der  vorausgegangene  Ruf
hatte  erwarten  lassen.  Zum  Versandt  kamen  606
Ballen  =  96  960  Pfund  brutto.  Von  der  Ernte
von  1897  wird  berichtet,  daß  79  300  Pfund  geerntet
wurden.  Von  der  ersten  Ernte  sind  etwa  8000  Pfund
bereits  zum  Versandt  gebracht.

Der  Bestand  an  Kokospalmen  betrug  Ende  Mai
27  000.  Bereits  tragfähig  sind  50.

Mit  Kapokbäumen  sind  alle  Wege  der  Pflanzung
in  Entfernung  von  5  zu  5  m  bepflanzt  worden.

Die  mit  der  Kultur  der  Ramiêfaserpflanze  (Boebmeria)
  begonnenen  Versuche  sind  fortgesetzt  worden.
Die  Schwierigkeit  der  Entrindung  der  Pflanze,  die
am  Orte  der  Erzeugung  vorgenommen  werden  muß,
wenn  der  Transport  nicht  unverhältnißmäßig  vertheuert
  werden  soll,  scheint  neuerdings  durch  eine  in
Frankreich  erfundene  Maschine  behoben  zu  sein,  und
es  ist  deshalb  eine  solche  Maschine  behufs  Prüfung
ihrer  Brauchbarkeit  nach  dem  Schutzgebiet  auf  den
Weg  gebracht.  Auf  der  Pflanzung  waren  Ende  Mai
2  ha  mit  Ramiéê  bestellt,  über  deren  Fortkommen
abschließende  Berichte  noch  ausstehen.

Von  Nährpflanzen  werden  vorzüglich  Mais  (30  ha)
und  Paddy  angebaut;  außerdem  Taro,  in  großer
Menge  Bananen,  Bataten  und  Ananas  als  gesunde
und  gewohnte  Zukost  der  Arbeiter.

In  der  Baumwollpflanzung  standen  240  ha
unter  Kultur.

Auf  der  Kaffeepflanzung  standen  im  Oktober
33  401  Bäumchen  im  Felde;  der  Bestand  an  Pflanzbeeten
  betrug  81  mit  etwa  11  340  Pflänzlingen,  der
der  Keimbeete  60  mit  etwa  9731  Keimlingen.  An
den  Wegen  der  Kaffeepflanzung  waren  1860  Kapokbäume
  ausgesetzt.  Außerdem  werden  darin  Kokospalmen
  (3245),  5770  zum  Keimen  ausgelegte  Pflanznüsse,
  Pisang  (2127  St.),  Kautschukpflanzen  (Castillea
elastica  580  und  Hevea  hbrasiliensis  450)  und
Kassiabäume  (362)  aufgezogen  sowie  Versuche  mit
Isonandra  gutta,  Pfeffer  und  Kakao  gemacht.  Die
Letzteren  gedeihen  gut;  mit  Isonandra,  die  ebenfalls
gut  aufkommt,  ist  1  ha  bepflanzt.  In  der  mit
Stephansort  verbundenen  Nebenstation  Erimahafen
ist  ein  Bestand  von  2401  Kokospalmen,  von  denen
191  tragen.

Auf  der  Nebenstation  Constantinhafen,  auf  der
nur  Rekonvaleszenten  beschäftigt  werden,  belief  sich
der  Bestand  an  Kokospalmen  Ende  Juli  auf  6801
Stück.  Im  Oktober  wurden  300  Palmen  neu  ausgepflanzt.


Nutzhölzer.  Der  Export  von  Nutzhölzern  aus
dem  Schutzgebiet  hat  sich  in  der  Berichtszeit  auf  eine
Holzart,  Alzelia  bijuga,  beschränkt.  Verschifft
wurden  149  Stämme  Alzelia  bisjuga  mit  etwa
        <pb n="182" />
        80  chm  Frachtmaß  und  etwa  60  chm  Nettoverkaufsmaß.


Die  Gesammtzahl  der  in  Stephansort  und  auf
den  Nebenstationen  Erima,  Friedrich  Wilhelmshafen
und  Constantinhafen  beschäftigten,  im  längeren  Vertragsverhältniß
  stehenden  farbigen  Arbeiter  betrug  am
31.  Juli  926  und  zwar  Chinesen  167,  Javanen  159,
javanische  Frauen  105,  Melanesen  495.

Dagegen  ist  den  Arbeitskräften  ein  willkommener
und  möglicherweise  bedeutungsvoller  Zuwachs  dadurch
entstanden,  daß  Melanefen  nach  Beendigung  ihrer
Dienstverträge  sich  mit  ihren  Familien  in  der  Nähe
der  Pflanzungen,  insbesondere  von  Erimahafen,
wohnlich  niedergelassen  haben  und  gegen  einen  mäßigen
  Tagelohn  auf  den  Stationen  und  Pflanzungen
arbeiten.  Hütten  und  Nahrungsmittel  beschaffen  sie
sich  selbst.  Es  waren  ihrer  im  März  d.  Is.  23
Männer  und  21  Weiber.  Von  Interesse  ist  auch
der  Personenstand  der  an  der  Astrolabebai  ansässig
gewordenen  Chinesen  und  Javanen.  Von  den  ersteren
waren  im  Januar  d.  Is.  5  selbständige  Unternehmer,
welche  47  Chinesen  beschäftigten  und  von  denen  2  die
Kadehs  führten,  während  die  übrigen  Gärtnerei,
Schweine=  und  Geflügelzucht  betrieben.  Daneben
waren  noch  31  freie  Chinesen  als  Handwerker  und
Diener  beschästigt.  Von  Javanen  ohne  Dienstvertrag
waren  20  männlichen  und  27  weiblichen  Geschlechts,
darunter  22  Kinder  unter  14  Jahren,  vorhanden.
Die  Erwachsenen  sind  Diener,  Waschleute  oder  arbeiten
gegen  Tagelohn  in  der  Pflanzung.

Der  Viehstand  betrug  im  Juli  1897:  in  Stephansort
  an  Rindvieh  140,  in  Friedrich  Wilhelmshafen
26  Stück.

In  Berlinhafen  ließ  die  Kompagnie  den  Unternehmungen
  des  Ansiedlers  L.  Kärnbach,  ihres  früheren
  Beamten,  welcher  im  Jahre  1894  auf  Seleo,
Insel  Sainson  des  Berlinhafens,  seinen  Wohnsitz  als
Händler  genommen  hatte,  volle  Unterstützung  zu  Theil
werden,  in  dem  Bestreben,  einer  in  diesem  günstig
gelegenen  Theil  des  Schutgebietes  begründeten  Ansiedelung
  zum  Aufblühen  zu  verhelfen.  Leider  starb
Herr  L.  Kärnbach  am  1.  Februar  1897.  Mtt  seinen
Erben  ist  ein  Abkommen  getroffen  worden,  kraft
dessen  die  Niederlassung  in  den  Besitz  der  Neu-Gumea-Kompagnie
  übergegangen  ist.  (Stationsvorsteher
  Lücker.)

Im  Lemiengdistrikt  wurden  bereits  zu  Lalliep
und  Wokau  zwei  Handelsstationen  eingerichtet.  Weitere
Handelsniederlassungen  sind  für  den  Platz  Cham  und
auf  den  Inseln  Tarawai  und  Valies  in  Aussicht
genommen.  Der  Stationsvorsteher  hofft,  Arbeiter
aus  diesen  Distrikten  für  die  Kompagnie  zu  gewinnen.

Im  Bismarck-Archipel  ist  die  Verwaltung  der
Station  Herbertshöhe  und  die  Leitung  der  Pflanzung
(unter  Herrn  Geißler)  vereinigt;  Station  und
Pflanzung  bilden  eine  selbständige  Niederlassung  unter
der  Benennung  „Administration  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  in  Herbertshöhe"“.  Um  die  Geschäftsführung
  zu  vereinfachen  und  zu  beschleunigen,  ist  die

140

 

Administration  in  einer  Reihe  von  Beziehungen  in
unmittelbare  Verbindung  zur  Direktion  gesetzt.  Die
von  der  Landeshoheit  abhängige  staatliche  Verwaltung
wird  von  dem  Kaiserlichen  Richter  Dr.  Hahl  mit  den
von  der  Kompagnie  gestellten  Hülfsbeamten  geführt.

Stand  der  Pflanzung.  Ende  Oktober  1897
waren  50  2½  ha  bepflanzt.  Davon  waren:

Kokospalmenpflanzung  ohne  Baumwolle
altes  Baumwolleland,  ausgerodet  bis
zum  1.  August..  .  .  .  .  34
Liberiakaffeepflanzung...  .  12
Kapokpflanzuiug  20
Baumwollpflanzung.  .  431
Außerdem  wurden  Mais,  Yams  und  Taro  gezogen.

Die  erstaufgeführten  5  1/  ha  haben  bereits  tragende
  Palmen,  von  denen  am  1.  November  3532  kg
Kopra  versandtsertig  waren.  Der  Bestand  an  Kokospalmen
  ist  von  37  100  auf  46  200  gestiegen.

Viehbestand:  5  Pferde,  35  Häupter  Zuchtvieh
und  8  Zugochsen,  16  Stück  Schwarzvieh.

Ernte.  Die  erste  Ernte  (Mai  bis  Juli  1897)
hat  den  Erwartungen  nicht  entsprochen.  Das  Wetter
war  monatelang  trübe,  stürmisch  und  regnerisch.  Der
Ertrag  der  ersten  Ernte  war  dementsprechend  klein
und  auch  die  Qualität  hatte  unter  dem  Einfluß  des
Regens  gelitten.  Die  gesammte  erste  Ernte  ist  nach
Liverpool  verschifft  und  beträgt  42  Ballen  oder
14  780  Pfund.  Ueber  den  Ausfall  der  zweiten  Ernte
lauten  die  Nachrichten  etwas  günstiger.

Arbeiter.  An  Arbeitern  waren  Ende  Oktober
1897  vorhanden:  1  Chinese,  1  Javane,  556  Melanesen;
  außerdem  wurden  von  der  Administration
55  Farbige  beschäftigt,  welche  in  keinem  festen  Vertragsverhältniß
  zur  Kompagnie  standen.

Schifffahrt.

Der  Dampfer  „Stettin“  des  Norddeutschen  Lloyd
versieht  fortgesetzt  in  achtwöchigem  Turnus  den  Dienst
in  der  Neu-Guinea.-Linie  zwischen  Singapore  und
dem  Schutzgebiet.  Auf  der  Ausreise  sowohl  wie  auf
der  Rückreise  wird  neuerdings  auch  Makassar  angelaufen
  und  zwar  in  der  Reihenfolge  zwischen  Batavia
und  Berlinhafen  bezw.  umgekehrt.

An  Stelle  des  in  Sydney  im  Oktober  1896  verkausten
  Dampfers  „Mabel“  hat  die  Kompagnie  einen
neuen  Dampfer  „Johann  Albrecht“  auf  der  Werst
des  „Bremer  Vulkan“,  Schiffbau  und  Maschinenfabrik
  zu  Vegesack,  erbauen  lassen.

Nach  einem  vom  Kapitän  des  Dampfers  „Stettin"
eingegangenen  Telegramm  ist  der  „Johann  Albrecht"
am  21.  November  bei  Kap  Croisilles  (nur  30  Seemeilen
  von  Friedrich  Wilhelmshafen)  gesehen  worden;
es  ist  daher  anzunehmen,  daß  er  wenige  Stun
darauf  in  Friedrich  Wilhelmshafen  eingelaufen  ist.

Produktion,  Handel  und  Verkehr.
Der  Jahresbericht  über  Kaiser  Wilhelmsland  für
1896  ist  nicht  eingegangen.  Der  kommissarische
Landeshauptmann  C.  v.  Hagen  berichtete  im  Laufe

5  ha,

Er  #  V

V
        <pb n="183" />
        des  Sonmers,  daß  er  zwar  Material  dazu  gesammelt
habe,  aber  durch  Krankheit  und  dringende  Geschäfte
an  der  Zusammenstellung  und  Verarbeitung  gehindert
worden  sei.  Nach  seinem  am  14.  August  erfolgten
Tode,  der  begreiflicherweise  in  die  gesammte  Verwaltung
  eine  gewisse  Stockung  gebracht  hat,  ist  es
nicht  möglich  gewesen,  das  Versäumte  nachzuholen.
Ueber  die  Verhältnisse  im  Bismarck-Archipel  dagegen
hat  der  Kaiserliche  Richter  Dr.  Hahl  in  gewohnter
Beie  Bericht  erstattet.  Demselben  sind  die  nachstehenden
  Mittheilungen  entnommen.

Bismarck-Archipel.  Trotz  der  das  Ergebniß
der  Baumwollpflanzungen  erheblich  beeinträchtigenden
seuchten  Witterung  während  der  Erntemonate  im
Jahre  1896  haben  die  vorhandenen  Pflanzungen  eine
erhehliche  Vergrößerung  erfahren.  Die  Firma  Forsoyth
  hat  das  zur  Verfügung  stehende  Küstengebiet
um  Ralum  völlig  bepflanzt  und  6  km  landeinwärts
enne  Zweigplantage  angelegt.

Die  katholische  Mission  hat  auf  einem  ihr  gehörigen,
  an  der  Nordküste  der  Gazelle-Halbinsel  gelegenen
  Grundstücke  und  der  Pflanzer  Octav  Mouton
in  Kinigunan  Kokosplantagen  in  der  Weise  angelegt,
deß  in  dem  offenen  Grasland  nur  jeweils  der  für
ene  Palme  nöthige  Raum  gerodet  und  für  die  emporwachsende
  Pflanze  freigehalten  wurde,  wodurch  an
zet  und  Arbeitskräften  gespart  wird,  da  es  auf  diese
Beise  vermieden  wird,  die  ganze  Fläche  zu  roden
mrd  rein  zu  halten.  Den  Eingeborenen  hat  dieses
Vorgehen  eine  Anregung  zur  Nachahmung  noch  nicht
gegeben,  dagegen  ist  eine  Zunahme  der  Bams-,  Taround
  Bananenpflanzungen  unverkennbar.

Die  mit  Baumwolle  und  Kokospalmen  oder  letzleren
  allein  bestandenen  Flächen  umfassen:

In  Kalum  700  ha  gegen  530  ha  im  Vorjahr

mit  etwa  600  Arbeitern,

Herbertshöhe  383  ha')  gegen  260  ha  im

Vorjahr  mit  etwa  557  Arbeitern,

*  Kmigunan  92  ha  gegen  68  ha  im  Vorjahr

mit  etwa  70  Arbeitern.

Geerntet  wurden  in  Ralum  16  600  kg,  in

Hertenshöhe  11200  kg,  in  Kinigunan  1230  kg
Vaumwolle.
VDie  dirma  Forsayth  besitzt  außerdem  auf  den
von  ihr  gegründeten  Handelsstationen  auf  der  Fead-Insel,
  der  Charles  Hardh-Insel,  auf  Kabakaul  und
babanga  noch  etwa  70  ha  Baumwollpflanzungen.
die  affeepflanzung  in  Herbertshöhe  umfaßt  12  ha
mi  4800  Bäumen,  die  Kapokpflanzung  3½  ha-.

zu  Ausfuhr  gelangten  an  Kopra  2367  Tonnen
uge  2437  im  Vorjahr.  Ferner

——-—.  gegen  145  i.  Vorj.
Kalshoen#.2172  Pfund  -  13400
Satt  65533  .  1047
Esabeimäsee  30  Tons-  75  —
Grimichneskenschalen  9900  Stück  =  104000
.

*)  #ergl.  wegen  der  späteren  Zunahme  oben  S.  139.

141

 

Es  hat  sonach  nur  die  Fischerei  von  Trepang  im
Bismarck-Archipel  einen  weiteren,  schon  im  Vorjahre
bemerkbaren  Ausschwung  genommen;  es  wurden  als
neues  Feld  der  Ausbeute  die  Riffe  um  Sandwich-Insel
  in  Angriff  genommen.  Im  Koprahandel  machten
sich  die  andauernden  Unruhen  im  Norden  Neumecklenburgs
  störend  bemerkbar.  Hier  wurden  drei  Handelsniederlassungen
  von  den  Eingeborenen  zerstört.

Im  Ganzen  bestehen  in  dem  Gebiet  außer  jenen
soeben  genannten  drei  Stationen  51  größere  und
kleinere  Handelsniederlassungen.

Die  meisten  dieser  Stationen  sind  mit  ein  bis
zwei  Weißen,  sonst  durch  Chinesen  besetzt.  Die  verschiedenen
  Versuche,  die  Admiralitäts  =  Inseln  durch
Handel  zu  erschließen,  sind  bisher  an  der  Wildheit
der  Eingeborenen  gescheitert.  Die  reichen  Bestände
an  Kopra  und  Trepang  daselbst  haben  aber  veranlaßt,
daß  sich  neuerdings  zwei  kleinere  Unternehmungen
zur  Erneuerung  eines  diesbezüglichen  Versuches  gebildet
  haben.  Bougainville  und  auch  Choiseul  werden
durch  Handel  von  Bord  der  Schiffe  aus  bearbeitet.
Die  in  der  Neulauenburggruppe  gewonnene  Kopra
wird  durch  Boote  eingesammelt,  welches  Verfahren
die  Einrichtung  weiterer  Stationen  überflüssig  macht.

Der  Absatz  europäischer  Waaren  leidet  auf  der
Gazelle-Halbinsel  dadurch  erheblichen  Schaden,  daß
von  den  Eingeborenen  das  Muschelgeld  als  Zahlungsmittel
  der  Waare  oder  den  Münzen  ganz  erheblich
vorgezogen  wird,  so  daß  die  Händler  in  gegenseitiger
Konkurrenz  gezwungen  sind,  sich  dieses  Muschelgeld
durch  direkten  Kauf  im  Süden  Neupommerns  zu
verschaffen.

Der  Werth  der  während  der  Periode  April  1896
bis  März  1897  eingeführten  Güter  beziffert  sich,
soweit  Erhebungen  möglich  waren,  auf  569  064  Mk.
gegen  605  000  Mk.  im  Vorjahr.  Hierzu  tritt  ein
ziffernmäßig  genau  nicht  festzustellender,  durch  das
Lager  der  Neu-Guinea-Kompagnie  in  Herbertshöhe
gegangener  Theilbetrag  der  von  der  Kompagnie  in
das  Schutzgebiet  überhaupt  eingeführten  Waaren  im
Gesammtwerth  von  403  545  Mk.  Da  der  nach  dem
Bismarck-Archipel  gegangene  Theilbetrag  dieser  Einfuhr
  auf  etwa  ein  Drittel  des  Gesammtimportes  der
Kompagnie  in  das  Schutzgebiet  zu  schätzen  sein  dürfte,
so  kann  der  Werth  der  Gesammteinfuhr  in  den
Archipel  auf  mehr  als  700  000  Mk.  angesetzt  werden.

Der  mit  der  Landesverwaltung  betraute  kaiserliche
Richter  Herr  Dr.  Hahl  läßt  sich  die  Wegbarmachung
auf  der  Gazelle-Halbinsel  mit  Erfolg  angelegen  sein.
Er  hat  nach  einem  Bericht  vom  17.  Mai  1897  mit
Hülfe  der  Polizeischutztruppe,  der  Eingeborenen  und
der  Wesleyanischen  Mission  eine  fahrbare  Straße
vom  Westende  der  Ralumpflanzung  bis  Baravon
(Schulze  Huk)  herstellen  lassen.  Die  Unterhaltung
des  Weges  ist  den  Leuten  von  Raluana  und  Tolom
auferlegt.  Als  Beisteuer  zum  Wegebau  wurden
33  Faden  Muschelgeld  bezahlt  und  an  die  Familienhäupter
  Tokinkin  und  Togorop  als  einmalige  Hülfe  für
die  dauernde  Wegeunterhaltung  eiserne  Geräthe  gegeben-
        <pb n="184" />
        Die  Unterhaltung  des  im  vorigen  Jahre  von  dem
Bischof  Couppé  nach  Villa  Maria  (Takabur)  gebauten
  Weges  ist  ebenfalls  vorläufig  den  Eingeborenen
auferlegt.  Inzwischen  ist  mit  den  Leuten  von  Tingenawuddu
  die  Fortsetzung  der  genannten  Straße  nach
dem  Varzin  begonnen.  Jeder  Mann  erhält  monatlich
einen  Faden  Tabu  und  einmal  am  Tage  Essen.

Der  Bau  der  Straße  nach  Baravon  war  dringend
nöthig,  um  die  Missionsstation  Raluana  in  den  Wegeverkehr
  zu  ziehen;  bisher  konnte  man  nur  mittelst
Boot  dahin  gelangen.  Die  Straße  soll  allmählich
um  das  Rund  der  Blanchebucht  geführt  werden.  Es
sind  hier  nicht  einmal  Eingeborenenpfade  vorhanden,
da  früher  die  Landschaften  im  Kampfe  standen.  Eine
Abzweigung  nach  der  Nordküste  ist  gleichfalls  erforderlich.


Die  Herstellung  der  Wege  hebt  den  Verkehr  und
den  Handel,  sichert  den  Frieden,  ermöglicht  den  Zugang
  zum  Lande,  die  Durchführung  aller  künftigen
Aufgaben  der  Verwaltung,  im  Besonderen  die  Besteuerung
  der  Eingeborenen.

 

Die  „Nachrichten  über  Kaiser  Wilhelmsland“  enthalten
  noch  vieles  weitere  Material  von  Interesse,
besonders  über  die  Gesundheitsverhältnisse  (die  sich
in  den  letzten  Jahren  gebessert  zu  haben  scheinen),
über  Klimatologisches,  Geographisches,  Reisen  der
Kriegsschiffe  durch  das  Schutzgebiet,  Missionswesen,
Rechtsanschauungen  der  Eingeborenen  2c.  Für  den
Preis  von  1,.50  Mk.  sind  diese  jährlich  einmal  erscheinenden
  Hefte  im  Buchhandel  zu  beziehen.

 

RAus  dem  Bereiche  der  Wisstonen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.

Wie  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet,  ist  die
soeben  hinausgesandte  Schwester  Martha  Seelig  in
Dar-es-Saläm  verstorben.  Ein  Kopfrosenleiden  hat
ihrem  Leben  ein,  wie  es  scheint,  schnelles  Ende
gemacht.  Die  Schwester  Anna  Jacobus  hat  sich
mit  dem  Bezirksamtmann  von  Dar-es-Saläm,  Herrn
v.  Strantz,  verlobt.

 

Von  dem  Vorstande  der  Brüdergemeinde  geht
uns  mit  Bezug  auf  die  der  Zeitschrift  „Evangelische
Missionen“  entnommene  Notiz  in  Nr.  4  S.  85  eine
Mittheilung  zu,  der  wir  Folgendes  entnehmen:

Zur  Verwendung  auf  den  Arbeitsgebieten  der
Brüdergemeinde  sind  in  dem  Testament  des  Herrn
Morton  sieben  Sechzehntel  der  ganzen  für  Legate
ausgeworfenen  Summe  von  12  bis  15  Millionen
Mark  bestimmt,  während  neun  Sechzehntel  anderen
Gesellschaften  zufallen.  Der  Vollstreckung  des  Testamentes
  stehen  aber  noch  große  Schwierigkeiten  entgegen.
  Auf  alle  Fälle  ist  eine  bedeutende  Reduktion
des  auf  uns  entfallenden  Theils  sehr  wahrscheinlich.

142

 

Das  der  Brüdergemeinde  etwa  zufallende  Geld
ist  zu  ganz  bestimmten  Zwecken,  namentlich  auf  dem
Gebiete  der  Heidenmission,  zu  verwenden.  Das
Legat,  so  dankenswerth  es  ist,  bedeutet  daher  nach
Auffassung  der  Brüdergemeinde  weniger  eine  Hülfe,
als  vielmehr  die  Uebernahme  neuer,  großer  Aufgaben,
die  an  ihre  Kraft  nicht  geringe  Ansprüche  stellen
werden.  Ganz  verhängnißvoll  wäre  es  daher  für
sie,  wenn  ihre  Freunde  die  irrige  Meinung  faßten,
es  bedürften  die  mannigfachen  Werke  der  Brüdergemeinde
  —  so  namentlich  auch  das  Missionswerk  —
künftig  nicht  mehr  der  ihnen  bisher  so  reichlich  gewährten
  Unterstützung.

—...—

In  der  ersten  diesjährigen  Nummer  des  Basler
Heidenboten  sieht  sich  der  leitende  Missionsinspektor
Oehler  genöthigt,  der  Missionsgemeinde  mitzutheilen,
daß  die  Basler  Mission  vor  einem  Defizit  von
240  000  Mark  stehe.  Fehljahre  an  Korn  und  Wein,
im  letzten  Jahre  der  große  Hagel=  und  Wetterschlag,
im  Jahre  vorher  die  großen  Sammlungen  für  Armenien
  und  andere  Ursachen  haben  zusammengewirkt,
um  in  den  letzten  Jahren  schon  die  Einnahme  um
90  000  Mark  zu  verringern.  Dabei  stellt  das  Wachsthum
  des  Werkes  immer  größere  Anforderungen.
Es  wäre  gar  nicht  zu  verantworten,  jetzt  stehen  zu
bleiben  oder  gar  das  Werk  einzuschränken.  Es  wird
daher  an  die  Opferwilligkeit  aller  Freunde  der
Basler  Mission  appellirt.

 

Uebersicht  über  den  Stand  der  evangelischen  Misstonsschulen
  in  Togo.

1.  Norddeutsche  Mission.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —

ELIEBIIE—

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1.Lome.....  —  lkjsKUY  —!—-34
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zo......  —!1(5.Kl.);—  —  135
4.  Kpengoe  .  ..  I1(3Kl.)  —  —  —  114.
5.Akoviewmbe  1  —  —  —  6
6.  Matse  .....  1  —  —  —  4
7.  Abutia--Kloe  .  1  —  —  —  116
8.  Wakln.  Waya  1  O  6  —  —  —  1
9.  Agu-Nyögbo.  O  —  —  —

10.  Amedjchowhe.  —  11s3fl.)  1083Kl.)1-11.Wodbde
  13L)  —  —  —  26
12.  LLeklb  1  —  1  —  —  18
13.]  Angsoe  –  1.  Q  —  —  —  7
Im  Ganzen!  10  3  1  1  180
2.  Wesleyanische  Mission.

Schulen  Schülerzahl

Knabenschule  Klein-Povdo  155

Mädchenschule  Klein-Poovo  20

Gri::  #  1342

Porto  Seguro  .  41

Im  Ganzen  240
        <pb n="185" />
        —  148  —

3.  Baseler  Mission.

Insgesammt  sind  von  der  Baseler  Missionsgesellschaft
  zwölf  Schulen  gegründet  worden,  und
zwar  an  folgenden  Orten:

 

 

 

 

 

 

 

Ort  Jahr  der  Schüler-Gründung

  zahl

1.  Potohnn  1896  8
2abbbbornr  1890  21
3.AAnsse  1895  22
4"  e  iy  .....  ägszä  1

.  to(ando.....  9

6.N#tschumen  1890  17
7.ÜIavranooon  1896  15
8.  Worawora..  ..  ..  1891  21
9.  Guamangnnng  1895  12
0  8Gyeasekaouag  1893  18
1l.  Borda  1896  13
12.]  Bismarckburg  (Katschenke)  1896  30
Zusammen  215

Die  Gründung  der  Stationen  ist  soweit  gediehen,
als  die  angestellten  Arbeiter  auf  ihrem  Posten  stehen;
ie  wohnen  vielfach  noch  in  provisorischen  Hütten
und  halten  Schule  in  provisorischen  Schulhäusern
oder  in  Schuppen,  die  auf  Pfählen  errichtet,  mit
enem  Grasdach  geschützt  und  von  Geflechten  aus
Polmzweigen  und  Buschholz  umschlossen  sind.  Die
uuere  Einrichtung  der  Schule  besteht  aus  den  nöthigsten
  Bänken  und  Schreibtischen.  Man  hat  im  Anfang
Noth,  Schüler  zu  bekommen  —  besonders  an  Orten,
wo  nur  Heiden  wohnen,  weil  dieselben  den  Nutzen
der  Schule  noch  nicht  kennen  und  aus  Aberglauben
und  Furcht  vor  der  Macht  des  Fetisches  oft  ihre
Kinder  zurückhalten.  Manche  Familie  hält  die  Kinder
zum  Arbeiten  beim  Pflanzen  an,  oder  sie  müssen
ihr  jüngeren  Geschwister  bewachen,  so  lange  die
Autter  auf  der  Pflanzung  sich  befindet.  Die  meisten
Schüler  sind  von  den  Eltern  an  die  Lehrer  oder
Nissonsarbeiter  abgegeben  worden,  und  dieselben
baben  sie  in  Pflege,  geben  ihnen  Kost  und  Kleidung,
ergen  auch  für  Schulbücher  und  Schreibmaterialien.
Sie  lehen  mit  den  Familien  der  Lehrer  wie  eine
Familie  zusammen  und  werden  außerhalb  der  Schulket
  zu  Handarbeit  und  besonders  Plantagenbau  anehalten,
  um  den  Bedarf  an  Lebensmitteln  zu  gewumen.
  Es  geht  nicht  wohl  an,  daß  eine  große
Mzahl  Schüler  von  den  Familien  der  Lehrer  verplegt
  und  aufgenommen  wird;  deshalb  ist  der  Zuwachs
  der  Schulen  noch  gering.  Es  giebt  auch  noch
ucht  viele  christliche  Familien  in  diesen  Gegenden.
Sobald  das  der  Fall  ist,  wird  die  Schülerzahl  sich
nehren.  Die  Heiden  betrachten  die  Schule  als  den
Ansang  zum  Christwerden;  sie  wollen  aber  diejenigen

inder,  welche  sie  dem  Christenthum  geweiht  haben,
nicht  mehr  bei  sich  behalten,  weil  fie  die  Ueberzeugung
ben,  daß  ihr  heidnisches  Leben  und  Treiben  dem

Chriftenthum  entgegen  ist;  deshalb  werden  die  Schüler
hbaaall  den  Lehrern  eingehändigt.  Dabei  dürfen  die
behrer  auf  kein  Kostgeld  oder  Geschenk  rechnen;  im
entheil,  die  Eltern  erwarten  eine  Anerkennung

 

von  Seiten  der  Lehrer  dafür,  daß  sie  ihnen  ihren
Sohn  oder  ihre  Tochter  anvertraut  haben,  daß  sie  dieselben
  erziehen  lassen  und  nicht  für  sich  selber  behalten.

 

Uebersicht  über  den  Stand  der  katholischen  Missionsschulen
  in  Togo.

 

—  —  ———  —  —  —  —  —

 

Knaben-  Mädchen- 



 

 

 

 

 

Schüler=Ort
  schule  schule  zahl
1.2omzmen  1  —  138
2.  -.....  —  1  52
3.OQuadjovihope.  1  —  31
4.4quenipe  1  —  21
5.  Akrdbhe  1  —  19
6.  Bagidda  1.  —  33
7.Amutio  1  —  18
8.  Doooo  1  —  17
9.  Seva  ..  ....  1  —  12
10.  Horto  Seguro  1  —  41
11.  bumkope  1  —  34
12.  Klein-Popo  1  —  92
13.  -  —  1  27
14.]  Dekbenn  1  —  26
15.  Adindo  11  —  51
16.  -.....  —  1  22
17.  Gridi  1  —  2
Im  Ganzen!)  14  3  657

 

In  der  Leipziger  Mission  hat  an  Stelle  des  im
vorigen  Jahre  verstorbenen  D.  v.  Stühlin  der  bekannte
  Professor  D.  Luthardt  den  Vorsitz  im
Missionskollegium  übernommen.

 

RAus  fremden  MRolonien.

Düttenstener  für  die  ländlichen  Bezirke  auf  der
Insel  Sansibar.

Auf  der  Insel  Sansibar  ist  durch  Sultansdekret
vom  7.  Dezember  1897  für  die  ländlichen  Bezirke
eine  Hüttensteuer  von  1  Dollar  pro  Hütte  eingeführt
worden.  Die  Steuer  wird  von  allen  freien  Negern,
den  kleineren  Arabern  und  den  indischen  Händlern
eingetrieben.  Von  einer  Besteuerung  der  vornehmen
Araber  ist  abgesehen  worden;  auch  für  die  auf  den
Schamben  gelegenen  Hütten  der  Sklaven  wird  keine
Steuer  erhoben.

üeue  Eisenbahnprolekte  im  Kongostaat.

Während  die  Bahn  von  Matadi  nach  Stanley
Pool  ihrer  Vollendung  entgegengeht,  werden  in  den
belgischen  Kolonialkreisen  schon  Pläne  für  neue  Eisenbahnlinien
  im  oberen  Kongogebiet  erörtert.  Hatte
die  Bahn  nach  dem  Pool  den  Zweck,  den  am  unteren
Kongo  gelegenen,  großen  Seedampfern  zugänglichen
Hafen  Matadi  durch  Umgehung  der  gewaltigen
Livingstone-Katarakte  mit  dem  schiffbaren  und  bereits
von  gegen  40  Dampfern  befahrenen  Flußnetz  des
oberen  Kongo  zu  verbinden,  das  dem  Schiffsverkehr
        <pb n="186" />
        —  144  —

15  000  bis  17  000  km  nutzbare  Stromlänge  bietet,
so  handelt  es  sich  bei  den  neuen  Projekten  theils  um
Schaffung  weiterer  Verkehrsmittel  von  den  natürlichen
Endpunkten  der  Schiffbarkeit  dieses  Stromsystems  aus
zum  Nil  und  zum  Tanganyika,  theils  um  die  Ueberwindung
  einzelner  Stromschnellen  und  Fälle  im  Laufe
des  Ubangi.

Das  Januarheft  des  „Bulletin  officiel“  des  Kongostaates
  veröffentlichte  ein  Königliches  Dekret  vom
6.  Januar,  das  den  Bau  einer  Eisenbahn  zur  Verbindung
  des  mittleren  Kongogebietes  mit  dem  oberen
Nil  verfügt.  Die  Bahn  soll  ihren  Ausgangspunkt
an  einer  noch  näher  zu  bestimmenden  Stelle  des  bis
Akustana  etwa  schiffbaren  Itimbiri,  eines  auf  den
Karten  meist  Rubi  genannten  rechten  Nebenflusses
des  Kongo,  nehmen,  von  dort  aus  in  nordöstlicher
und  östlicher  Richtung  das  Thal  des  Uölle  aufschließen
  und  endlich  einen  Punkt  südlich  von  5°%  307
nördl.  Br.  in  der  Nähe  von  Redjaf  am  Nil  erreichen.
Die  Gesammtstrecke  würde  eine  Länge  von  1200  bis
1400  km  haben.  Für  die  Vorstudien  ist  eine  Summe
von  300  000  Frcs.  ausgeworfen.

Ein  zweites  Projekt  will  den  Osten  und  Südosten
  des  Kongostaates,  den  durch  Stromschnellen
und  die  Stanley-Fälle  vom  Schiffsverkehr  mit  dem
mittleren  Kongo  abgeschnittenen  oberen  Kongo  (Lualaba)
  durch  Bahnen  zugänglich  machen,  die  Landschaften
  Manyema,  Urua  und  Katanga  erschließen
und  eine  Verbindung  mit  dem  Tanganyikasee  durch
eine  Bahn  längs  des  Lukuga  herstellen.  Die  Vorarbeiten
  für  diese  Bahnstrecken  sollen  angeblich  der
„Compagnie  du  Katanga“  übertragen  werden,  die
nach  ihren  ersten  kostspieligen,  aber  geschäftlich  ohne
Nutzen  gebliebenen  Expeditionen  und  nach  dem  Zusammenbruch
  des  von  ihr  in  Gemeinschaft  mit  der
Sociétéc  du  Haut  Congo  begründeten  Syndicat
commercial  du  Katanga  seit  Jahren  kaum  ein
Lebenszeichen  von  sich  gegeben  hatte.

Endlich  hat  sich  die  COompagnie  du  Chemin
de  fer  du  Congo  in  Ueberemstimmung  mit  den
Behörden  des  Kongo-Freistaats  und  des  Congo
francais  entschlossen,  zur  Erleichterung  des  Verkehrs
auf  dem  zwischen  Mokoanghai  und  Zongo  mit  gefährlichen
  Stromschnellen  durchsetzten  Ubangi  auf  der
etwa  80  km  langen  Strecke  zwischen  den  genannten
beiden  Orten  zur  Umgehung  der  Schnellen  eine
elektrische  Schwebebahn  anzulegen.  Lettteres  Projekt
dürste  aus  naheliegenden  Gründen  am  schnellsten
Verwirklichung  finden.

 

Welegraphenlinie  in  Westafrika.

Nachrichten  französischer  Zeitungen  zufolge  ist  die
Telegraphenlinie  von  St.  Louis  (Senegal)  über  Kayes,
Segu-Sikoro,  Sansono,  Yoko  bis  Wagadugu  (Mossi)
jetzt  vollendet.  Das  Telegraphenbüreau  in  Wagadugu
ist  am  12.  Februar  dem  Verkehr  eröffnet  worden.
Die  Linie  soll  bis  Fada  N'Gurma  fortgesetzt  werden.

 

Von  Dahomey  aus  ist  die  Telegraphenkinie  von  der
Küste  über  Carnotville,  Kuandi  bis  Pamo  fast  fertig.
Von  Pama  wird  sie  ebenfalls  bis  Fada  N'Gurma
fortgeführt.  Die  direkte  Verbindung  zwischen  Senegal,
  Cote  d'IJvoire  und  Dahomey  wird  damit  hergestellt
  sein.

—

Entwickelung  einiger  englischer  Rolonien  in  Afrika
im  letzten  Jahre.

Dem  „Statistical  abstract  for  the  several
colonial  and  other  possessions  of  the  United
Kingdom  in  each  year  from  1882  to  1896.
entnehmen  wir  im  Anschluß  an  die  im  Jahrg.  1897
des  Kolonialblattes,  S.  138,  veröffentlichte  Mittheilung
  die  folgenden  sich  auf  die  Entwickelung  einiger
englischer  Kolonien  in  Afrika  im  letzten  Jahre  beziehenden
  Notizen:

Es  betrugen

die  Einnahmen  die  Ausgaben

von  1895  1896  1895  1896
Pfund  Sterling
Natal  .  1169  780  1457  338  1148  093  1282484
Kapland  5  282000  6  680  423  5047  936  5551  161
Lagos  142049  179745  144  484  168445
Goldküste  2380  076  237  4600  265289  2282278
Sierra  Leone  97  852  104993  96  690  116  183
Gambia  20  561  26  172  28867  25  30
An  Zöllen  vereinnahmten:
1895  1890
Pfund  Sterling
Natal  .  189  929  265  369
Kapland  1  356  403  1797  972
Lagos  128  377  162  515
Goldküste  197  743  204  975
Sierra  Leone  80  453  79  328
Gambia  14  357  20  029
Der  Handel  gestaltete  sich  folgendermaßen:
Import:  Export:
1895  1896  1895  1896
Pfund  Sterling
Natal  .  2466  415  3  550  125  1  140  930  1378  380
Kapland  19  094  880  18  771  371  16  8  756  16  970  168
Lagos.  815  815  0901  475  85  595  975263
Goldküste  931  537  910  211  877  804  722111
Sierra  Leone  427  338  494  688  452  604  44933
Gambia  97399  110324  93537  116  981
Deutschland  betheiligte  sich  mit  folgenden  Ziffern  am
Import:  Export:
1895  1396  1895  1896
Pfund  Sterling
Kapland  772940  1  102  088  55  475  38  422
Lagos  I75669  184  488  360  193  383  541
Goldküste  88  166  97  677  110  549  112  898
Sierra  Leone  33  426  26366  106555  103  209
        <pb n="187" />
        Die  Goldküste  im  Jahre  1390.

Die  Kolonie  hat  keine  öffentliche  Schuld.  Am
3I.  Dezember  1896  ergab  sich  bei  Aufstellung  der
Generalrechnung  ein  Ueberschuß  von  30  908  Pfd.
Sterl.,  während  im  Vorjahr  zu  derselben  Zeit  ein
Ueberschuß  von  63  164  Pfd.  Sterl.  vorhanden  gewesen
  war.  Der  Unterschied  von  32  256  Pfd.  Sterl.
ist  durch  die  großen  Ausgaben  verursacht,  welche  infolge
  der  Ashantiexpedition  nöthig  wurden.
Ausgaben  für  die  Expedition  betrugen  während  des
Jahres  1896  31  095  Pfd.  Sterl.,  und  verschiedene
mit  der  Besetzung  und  Verwaltung  von  Ashanti  in
Zusammenhang  stehende  Aufwendungen  verursachten
eine  weitere  Ausgabe  von  13  816  Pfd.  Sterl.

Die  Reineinnahme  betrug  1896  237  460  Pfdh.
Sterl.,  um  7384  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Vorjahr.
Die  auf  Wein,  Spirituosen  und  Tabak  gelegten  Abgaben
  brachten  allein  162  849  Pfd.  Sterl.  ein.

Die  Ausgaben  beliefen  sich  insgesammt  auf
282  277  Pfd.  Sterl.,  um  16  988  Pfd.  Sterl.  mehr

Die

 

als  im  Vorjahr.  Davon  entfielen  auf
die  Ashantiexpedition  31  095  Pfd.  Sterl.,

öfentliche  Arbeiten.  52  459  -  ;
Polizei  35  561  -
Unterkicht.......6765  -
Pensionen  und  Remunerationen  4770  -
Justiz  16  802

Die  Depositen  der  Goverument  Savings  Bank
sind  im  Vergleich  zum  Vorjahr  um  2701  Pfd.  Sterl.
gestiegen  und  betrugen  während  des  Jahres  1896
7249  Pfd.  Sterl.,  welche  von  411  Personen  herrührten.
  Das  Savings  Bank-System  ist  von  Werth
für  eine  kleine  Minorität  der  Bevölkerung,  namentlich
die  in  den  Schulen  unterrichteten  Eingeborenen,  welche
in  den  Handelscentren  an  der  Küste  wohnen.  Die
große  Masse  der  ungebildeten  Bevölkerung  berührt
es  nur  wenig,  da  diese  lieber  ihr  Geld  vergräbt  oder
es  zum  Ankauf  von  Schmuckgegenständen  verwendet,
als  es  irgend  wohin  zur  Aufbewahrung  giebt.  Die
Mehrzahl  derer,  welche  von  der  Einrichtung  Gebrauch
machten,  waren  Angestellte  des  Gouvernements  und
.Arbeiter,  welche  letzteren  ebenfalls  zum  größten  Theil
im  Dienst  des  Gouvernements  standen.

Von  den  1896  bezw.  früher  bei  der  Bank  hinterlegten
  Eummen  wurden  während  des  Jahres  1896
zurückgezogen  7286  Pfd.  Sterl.  (einschl.  der  Zinsen).
Es  rechtfertigt  dies  den  Schluß,  daß  eine  Anzahl  von
Tepositoren  die  Bank  einfach  dazu  benutzen,  um  für
kurze  Zeit  Geld  zur  Aufbewahrung  hinzugeben.  Es
ist  zu  befürchten,  daß  nur  wenige  derselben  begreifen,
wie  wichtig  es  ist,  allmählich  sich  eine  Summe  für
Zeiten  der  Noth  zusammen  zu  sparen  und  daß  die
Bank  demnach  ihren  eigentlichen  Zweck  nur  in  geringem
  Maße  erfüllen  wird.

Der  Werth  der  Einfuhr  betrug  1896  910  210
Pfd.  Sterl.,  der  der  Ausfuhr  792  111.  Der  Ge- 



sammthandel  belief  sich  demnach  auf  1702321  Pfd.
Sterl.  gegen  1809  340  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahr.  Die

Abnahme  dürfte  sich  durch  das  zeitweilige  Verbot
des  Verkaufs  von  Schießpulver  sowie  dadurch  erklären,
  daß  infolge  der  Ashantiexpedition  eine  große
Zahl  von  Personen  ins  Innere  geführt  und  von
ihrer  gewöhnlichen  Beschäftigung  in  den  Küstenprovinzen
  abgehalten  wurden.

Eingeführt  wurden  besonders  Baumwollen-,
Wollen=  und  Seidenwaaren,  Spirituosen,  Eisenwaaren,
Reis,  Nahrungsmittel,  Tabak,  Baumaterialien  und
Kleider.  Die  Hauptausfuhrartikel  waren  Palmöl,
Palmkerne,  Gummi,  Goldstaub,  Affenfelle  und  Kolanüsse.

Es  wurden  eingeführt  aus

dem  Vereinigten  Königreich  659  561  Pfd.  Sterl.,
den  englischen  Kolonien.  31  483  OD
anderen  Ländern.  219  210  -

Exportirt  wurden  nach

dem  Vereinigten  Königreich  536  106  Pfd.  Sterl.,
den  englischen  Kolonien.  37  471  -
anderen  Ländern.  .  .  .218533  -

Der  Werth  des  Gesammthandels  betrug:

Import
Pfd.  Sterl.
Lebendes  Vieh,  Nahrungsmittel,

Export
Pfd.  Sterl.

Getränke  und  Narkotika.  .  240  840  1  493
Rohmaterialien  37  149  718  041
Manufakturwaaren  528  728  5  988
Münzen  und  Barren  103  492  66  586

Die  Ausfuhr  von  Gummi  hat  sich  gegen  das
Vorjahr  etwas  vermindert.  Der  Anbau  von  Kaffee
und  Kakao  liegt  noch  in  den  ersten  Anfängen.  Die
Plantagen  in  der  Nähe  der  Küste  haben  an  Mangel
von  frischem  Wasser  zu  leiden,  während  bei  weiter
Entfernung  der  Pflanzung  von  den  Häfen  die  Transportkosten
  erhebliche  werden.  Nichtsdestoweniger  zeigt
der  Export  von  Kaffee  und  Kakao  ein  beständiges
Anwachsen  und  zwar  Kaffee  von  1753  Pfd.  Sterl.
1895  auf  4035  Pfd.  Sterl.  1896,  Kakao  von  470
Pfd.  Sterl.  im  Vorjahr  auf  2275  Pfd.  Sterl.  1896.
Die  Ausfuhr  an  Affenfellen  ist  bedeutend  gesunken.
Während  1894  noch  168  405  Felle  im  Werthe  von
41  001  Pfd.  Sterl.  ausgeführt  wurden,  betrug  der
Export  1896  nur  noch  67  660  Felle  im  Werthe
von  8662  Pfd.  Sterl.

Die  Ausfuhr  von  Gold  ist  gegen  das  Vorjahr,
in  welchem  sie  91  497  Pfd.  Sterl.  betrug,  etwas  gesunken
  und  zwar  auf  86  186  Pfd.  Sterl.

Der  Schiffsverkehr  war  der  Anzahl  der  Schiffe
nach  derselbe  wie  im  Vorjahr,  wogegen  der  Tonnengehalt
  größer  war.  Die  Anzahl  und  Nationalität
der  Schiffe  ergiebt  sich  aus  folgender  Zusammenstellung:


Verein.  Königreich  1  Segelschiff  mit  105  Tons,
-  -  254  Dampsschiffe  =  366  857
Deutschland  4  Segelschiffe:  1540  =
-  87  Dampfschiffe-  108  168  —
Frankreich  50  -  -65870  -
Vereinigte  Staaten  9  Segelschiffe  =  4670=Andere
  Nationen  2  -  -  559  -
-  -  9  Dampsschiffe=  19  199
        <pb n="188" />
        Die  Verbindung  zwischen  Europa  und  den  englischen
  westafrikanischen  Kolonien  liegt  andauernd  fast
ausschließlich  in  der  Hand  der  African  Steamship
Company  und  der  African  Steam  Navigation  Company,
  deren  Dampfer  in  der  großen  Mehrzahl  weniger
als  300  Pferdekräfte  besitzen  und  für  den  Küstenhandel
  gebaut  sind.

Eine  telegraphische  Verbindung  mit  Kumasi  wurde
während  der  Ashhantiexpedition  aus  millitärischen
Mitteln  hergestellt.  Während  des  Jahres  1896
wurde  sie  durch  eine  permanente  Linie  ersetzt,  welche
von  dem  Colonial  Telegraph  Department  errichtet
wurde.  Im  März  1897  hatie  die  Linie  Kumasi
erreicht.

Der  Gesundheitszustand  war  kein  guter.  Es
starben  von  Europäern  insgesammt  41  gegen  38  im
Vorjahre.  Eine  bösartige  Fieberepidemie  herrschte
während  der  ersten  vier  Monate  des  Jahres,  in
welcher  Zeit  auch  die  meisten  Todesfälle  vorkamen.

Eine  Entwässerungsanlage  wurde  in  Accra  in
Angriff  genommen.  Versuche,  welche  in  der  Nähe
von  Accra  mit  Wasserbohrungen  gemacht  wurden,
hatten  keinen  befriedigenden  Erfolg.  Es  wurde  bis
zu  einer  Tiese  von  206  Fuß  gebohrt.  Das  dabei
gefundene  Wasser  war  brackig  und  zum  Trinken
ungeeignet.

Vorarbeiten  für  zwei  Eisenbahnen  wurden  begonnen,
  von  denen  die  cine  von  Accra  nach  Kumasi
via  Insuaim,  die  andere  von  Takoradibai  nach  Tarkwa
führen  soll.

Der  Unterricht  war  in  guter  Entwickelung  begrissen.
  Während  des  Jahres  1896  wurden  15
neue  Schulen  in  die  Liste  der  eine  Unterstützung
erhaltenden  Schulen  eingereiht,  so  daß  die  Zahl  der
von  Staats  wegen  inspizirten  Schulen  auf  115  gestiegen
  ist.  Daneben  bestehen  noch  etwa  70  andere
Schulen,  welche  zu  den  verschiedenen  Missionen  gehören.
  In  Verbindung  mit  den  Schulen  wird  systematischer
  Unterricht  in  Plantagenbau  und  industrieller
Thätigkeit  ertheilt.

Bei  Beginn  des  Jahres  1896  war  die  Ashantiexpedition
  bereits  unterwegs.  Am  17.  Januar  drangen
die  Truppen  in  Kumasi,  der  Hauptstadt  von  Ashanti,
ein.  Am  20.  Januar  unterwarf  sich  Prempeh,  der
König  von  Ashanti,  dem  Gouverneur.  In  Kumasi
wurde  ein  Resident  eingesetzt,  eine  Truppe  von  300
Haussas  stationirt  und  mit  dem  Bau  eines  Forts
begonnen.  Die  Expedition  kostete  der  Kolonie
120  000  Pfd.  Sterl.  Die  Baseler  Mission  hat  in
Kumasi  eine  Station  errichtet  und  eine  Schule  eingerichtet,
  welche  bereits  15  Ashantikinder  besuchen.

Ueber  den  Sustand  der  fran  zösischen  Strafkolonien
Gupvana  und  leu-Raledonien  während  des  Jahres  1890

hat  der  französische  Kolonialminister  im  „Journal
officiel“  unter  dem  25.  Februar  d.  Is.  folgenden
Bericht  veröffentlicht:

146

 

Guyana.  Die  Zahl  der  Deportirten  betrug  hier
am  31.  Dezember  1895  1813  (davon  179  Frauen),
am  31.  Dezember  1896  2037  (davon  155  Frauen).
Während  des  Jahres  haben  130  Todesfälle  unter
den  Gefangenen  stattgefunden,  121  durch  Krankheit,
7  durch  Unfälle,  2  durch  Selbstmord.  Es  haben
1871  Bestrafungen  stattgefunden,  darunter  229  wegen
Trunkenheit  und  Spirituosenhandel,  107  wegen  Fluchtversuchen.
  Das  für  Zwecke  der  Deportation  benutzte
Gebiet  umfaßt  150  000  ha.  Davon  sind  etwa  5  ha
nur  abgeholzt,  87/  dienen  als  Felder,  2  als  Gärten,
34½⅛  zum  Maisbau,  34  als  Weiden.  Der  Rest  des
Gebiets  ist  mit  Urwald  bedeckt.  126  Deportirte
werden  mit  Waldarbeiten  am  oberen  Maroni  beschäftigt;
  der  Rest  baut  Straßen,  Häuser,  bewirthschaftet
  die  Aecker,  stellt  die  Bekleidungsgegenstände
her  2c.  An  Beamten  sind  außer  dem  Oberkommandanten
  12,  dazu  3  Aerzte  und  Apotheker,  7  Pflegeschwestern,
  50  männliche  und  10  weibliche  Ausseher
nöthig.

Neu-Kaledonien.  Die  Zahl  der  Deportirten
betrug  am  31.  Dezember  1895  3078  (darunter
339  Frauen),  am  31.  Dezember  1896  3080  (darunter
355  Frauen).  Es  starben  in  dem  Jahre  101;  94
an  Krankheit,  3  durch  Unfall.  4  durch  Selbstmord.
Es  wurden  3428  Strafen  verhängt  (262  wegen
Trunkenheit,  596  wegen  Fluchtversuch).  In  der
Kolonie  haben  337  Verurtheilungen  wegen  dort  begangener
  Verbrechen  stattgefunden.  Die  Beschäftigung
der  Gefangenen  ist  ähnlich  wie  in  Guyana.  Das
Personal  umfaßt  15  Beamte,  1  Arzt,  67  männliche,
12  weibliche  Aufseher.

Die  Kosten  der  beiden  Strafkolonien  beliefen  sich
im  Jahre  1896  für  Guyana  auf  1  569  248  Frcs.,
für  Neu-Kaledonien  auf  1774  615  Frcs.  Jeder  Deportirte
  kommt  in  Guyana  auf  712,  in  Neu-Kaledonien
  auf  543  Frcs.  dem  Staat  zu  stehen!

Perschiedene  Wikkheilungen.

Ausstellung  von  Keuheiten  und  Eofündungen.

Donnerstag  Vormittag  10  Uhr  wurde  die  Allgemeine
  Ausstellung  von  Neuheiten  und  Erfindungen
im  Meßpalast  zu  Berlin,  Alexandrinenstraße  110,
eröffnet.  Der  Vorsitzende  des  Deutschen  Export-Vereins,
  Herr  Fabrikbesitzer  Moritz  Rosenow,  be
grüßte  die  zur  Eröffnung  geladenen  Vertreter  der
Presse  und  erläuterte  den  Zweck  der  Ausstellung,
welche  vom  Deutschen  Export-Verein  veranlaßt,  die
Pflege  und  Förderung  der  deutschen  Industrie  zum
Ziele  hat.

Internationale  und  koloniale  Ausstellung  in  Frankreich.

Zeitungsnachrichten  zufolge  findet  in  Nochefortsur-Mer
  (Frankreich)  vom  1.  Juni  bis  1.  Oltober
dieses  Jahres  eine  internationale  und  koloniale  Ausstellung
  statt.
        <pb n="189" />
        -

—  147

Leber  die  Rautschukfrage
veröffentlicht  Dr.  Warburg  im  „Tropenpflanzer“
Nr.  3  Folgendes:

Neuerdings  macht  sich  im  Auslande,  namentlich
in  England  und  seinen  Kolonien,  aber  auch  in  Nordamerika,
  Frankreich,  Deutschland  und  Centralamerika,
in  wachsendem  Maße  das  Bestreben  geltend,  Kautschulpflanzungen
  anzulegen.  Große  Gesellschaften  sind
im  vorigen  Jahre  zu  diesem  Zwecke  gegründet  worden,
  so  z.  B.  in  England  die  India-Rubber  Co.  of
Mexico  mit  einem  eingezahlten  Kapital  von  406  000
Pfd.  Sterl.  und  200  000  Pfd.  Sterl.  Obligationen,
die  Colonial  Rubber  Estates  (Limited)  mit  100  000
Pfd.  Sterl.  Kapital,  die  ihren  Wirkungskreis  in  Westafrika
  sucht,  die  Columbian  India  Rubber  Exploration
Company  (Limited)  mit  einem  Kapital  von  1½/  Mill.
Dollars  für  Bolivien,  dagegen  ist  die  British  India
Rubber  and  Exploration  Company  (Limited)  mit
200  000  Pfd.  Sterl.  Kapital,  die  nördlich  von  Cape
Coast  Castle  500  engl.  Quadratmeilen  für  Kautschukkultur
  erwerben  wollte,  anscheinend  nicht  zu  Stande
gekommen.  Ferner  wirft  sich  die  ursprünglich  zum
Zweck  der  Kaffeekultur  am  Isthmus  von  Tehuantepec
gegründete  nordamerikanische  Mexican  Gulf  Agricultural
  Co.  (Kansas  City)  mit  einem  Kapital  von
100000  Dollars  jetzt  auch  auf  die  Kultur  von  Kautschuk,
  und  endlich  ist  auch  in  Hamburg  eine  Kautschukplantagengesellschaft
  im  letzten  Jahre  zu  Stande  gelommen,
  wie  denn  auch  mehrere  Liberiakaffeepflanzungen
in  Togo  und  Deutsch-Ostafrika  sowie  in  englischen
und  französischen  Kolonien  Kautschuk  als  Schattenbäume
  pflanzen.  Die  Regierungen  beginnen  ernstlich
sich  mit  der  Kautschukkultur  zu  befassen,  die  mexikanische
  Regierung  bezahlt  den  Eigenthümern  des
Kautschukdistriktes  Llano  de  Juarez  3  Cts.  für  jeden
gepflanzten  und  eine  gewisse  Höhe  erreichenden  Kautschukbaum
  als  Prämie  (mit  einer  Grenze  erst  bei
15  Mill.  Bäumen);  Nicaragua  hat  im  letzten  Jahre
(wie  Costa-Rica,  freilich  erfolglos,  schon  früher)  Verbote
  der  Ausfuhr  wilden  Kautschuks  erlassen  und
ermuthigt  die  Kultur,  so  daß  viele  Kaffeepflanzer  der
Pacifischen  Küste  beabsichtigen,  demnächst  zur  Kautschukkultur
  überzugehen;  auch  die  englische  Regierung
von  Ceylon  und  Queensland  läßt  jetzt  durch  ihre
landwirthschaftlichen  Berather  ernstlich  die  Frage  der
Kautschukkultur  untersuchen,  kurz  in  der  ganzen  Welt
sieht  die  Kautschukfrage  jetzt  im  Vordergrunde  des
Interesses.  Die  Schwierigkeit  des  Bezuges  guter
Saat  steht  freilich  augenblicklich  noch  der  allzuschnellen
Ausbreitung  der  Kultur  hindernd  im  Wege;  hat  doch
der  Saatmangel  (namentlich  von  Parakautschuk)
sogar  dahin  geführt,  daß  ein  französischer  Handelsgörtner
  Godefroy-Lebeuf  (Paris:  4,  Impasse
Girardon)  in  diesem  Monat  einen  speziellen  Sammler
nach  dem  Amazonasgebiet  zu  schicken  beabsichtigt,  nur
um  Heveasamen  und  pflänzlinge  für  die  Subskribenten
zu  erlangen.

Bed  dieser  Sachlage  ist  es  natürlich  auch  die  Pflicht
unserer  Zeitschrift,  sich  eingehend  mit  der  Frage  zu

 

—

beschäftigen,  damit  nicht  das  deutsche  Kapital,  wie  so
häufig,  wieder  das  Nachsehen  hat,  indem  es  erst  dann
ordentlich  in  die  Bewegung  eintritt,  wenn  es  entweder
überhaupt  zu  spät  ist,  oder  doch  die  große  Konjunktur
vorbei  und  so  zu  sagen  der  Rahm  abgeschöpft  ist.
Klar  ist  die  Frage  der  Rentabilität  von  Kautschukpflanzungen
  noch  keineswegs,  und  wir  haben  uns  deshalb
  bemüht,  über  die  einzelnen  in  Betracht  kommenden
  Punkte  von  speziellen  Sachverständigen  Auskunft
zu  erhalten.  In  dieser  Nummer  werden  wir  Einiges
davon  zum  Abdruck  bringen;  die  Urtheile  von  anderen
Sachverständigen,  die  Stimmen  der  kolonialen  und
technischen  Presse  des  Auslandes  sowie  genaue  Angaben
  über  die  einzelnen  für  die  Kultur  in  Betracht
kommenden  Kautschukpflanzen  (nebst  Abbildungen)
müssen  wir  auf  spätere  Nummern  dieser  Zeitschrift
verschieben.  Hoffentlich  gelingt  es  uns,  durch  diese
Erörterungen  zur  Klärung  der  Kautschukfrage  beizutragen
  und  den  Lesern  ein  anschauliches  und  zutreffendes
  Bild  des  augerblicklichen  Standes  der
Angelegenheit  zu  verschaffen.

 

Ueber  Rautschukpflanzen  von  Süd-Angola

meldet  A.  F.  Moller  (Coimbra)  im  „Tropenpflanzer“
Folgendes:

Kürzlich  habe  ich  aus  Handha  in  Süd-Angola
(Distrikt  Benguella)  von  Herrn  Theodoro  Jos
da  Cruz  einige  interessante  Notizen  über  Kautschuk
erhalten:

.  Carpodinus  lanceolatus  (Otaramba)  finbet
sich  in  großen  Quantitäten  in  den  weiten,  wenig  ersorschten
  und  gering  bevölkerten  Gegenden  von  Chipollo.
zwischen  dem  Fluß  Cubango')  und  dem  Gebiet  von
Cahima  (Quanhama).

2.  Eine  vielleicht  zur  Gattung  Landolphia  gehörige
  noch  unbekannte  Schlingpflanze  liefert  den
Bewohnern  von  Quitengues,  Hanha,  Ganda,  Quissange
und  Sellis  einen  sehr  guten  Handelskautschuk,  der  in
Kugeln  von  100  bis  400  g  nach  Catumbella  und
Benguella  gebracht  und  von  dort  nach  Lissabon  importirt
  wird.  Es  ist  eine  Schlingpflanze,  die  an  den
Flüssen  Cubal,  Lutira,  Coporolo,  Bongo  2c.  wächst;
sie  findet  sich  auch  in  den  feuchten  und  humusreichen
Wäldern  der  Gebirgsabhänge;  die  älteren  Pflanzen
haben  in  der  Regel  einen  Stamm  von  3  m  Höhe
und  40  cm  Umfang;  die  Zweige  sind  etwa  5m  lang.

)Es  ist  dies  eine  für  uns  sehr  wichtige  Mittheilung;
der  Cubango  ist  der  Oberlauf  des  Deutsch-Südwestafrika
nordöstlich  begrenzenden  Okuvango,  und  es  dürfte  sich  daher
die  von  uns  im  „Tropenpflanzer“  1897  S.  135  ausgesprochene
  Vermuthung,  daß  diese  daselbst  auch  abgebildete
Pflanze  noch  im  Ovamboland  vorkomme,  wahrscheinlich
zutreffen.  Namentlich  bei  Ombongo  müßte  man  suchen,
vielleicht  dürfte  sie  aber  auch  noch  bei  Olukonda,  Omandonga,
  Omulonga  2c.  zu  finden  sein.  Es  ist  wichtig,  die
dortigen  Missionare  darauf  aufmerksam  zu  machen,  da  die
Pflanze  möglicherweise  für  die  durch  die  Rinderpest  augenblicklich
  bedrängte  Bevölkerung  eine  wünschenswerthe  Erwerbsquelle
  werden  könnte.  Wg.
        <pb n="190" />
        Früher  machten  die  Neger  von  Hanha  zur  Kautschukgewinnung
  mit  dem  Messer  nur  Schnitte  in  den
Stamm,  wobei  der  Milchsaft  on  der  Luft  coagulirte,
jetzt  aber  haben  sie  das  vandalische  System  der
Quibocus,  Lutchages  und  Gungullas  angenommen
und  schneiden  die  Pflanzen  ganz  ab,  um  allen  Milchsaft
  zu  gewinnen;  selbst  die  Wurzeln  reißen  sie  aus.
Holz  und  Wurzeln  werden  in  kleine  Stücke  geschnitten
und  dann  stark  gestampft,  worauf  die  Masse  auf  ein
Drahtsieb  gelegt  und  mit  Wasser  begossen  wird,  wobei
die  Holztheile  fortgeschwemmt  werden,  während  der
Kautschuk  liegen  bleibt.

Eine  natürliche  Folge  ist  die,  daß  in  den  bevölkerten
  Gegenden  von  Hanha  diese  Pflanze  schon  recht
selten  ist,  man  trifft  fast  nur  noch  rhachitische  Wurzelschößlinge.
  Zweifellos  werden  überhaupt  die  Landolphias
  in  einigen  Jahren  in  vielen  Gegenden
der  Distrikte  Benguella  und  Mossamedes  seltene
Pflanzen  sein.

—.

Sur  Geschichte  der  Maria  Cheresien-(Levantiner)  Thaler.

Unter  vorstehendem  Titel  ist  ein  Aufsatz  in  den
Mittheilungen  des  K.  K.  Finanzministeriums,  3.  Jahrgang,
  Wien  1897,  erschienen,  welchem  wir  Folgendes
entnehmen:

Die  sogenannten  Maria  Theresien=  oder  Levantiner
Thaler  sind  auf  Grund  der  zwischen  der  Kaiserin
Maria  Theresia  und  dem  Kurfürsten  von  Bayern
am  21.  September  1753  geschlossenen  Münzkonvention
nach  dem  20  fl.  Fuße  ausgeprägte  Thaler.  Da  die
Kaiserin  Maria  Theresia  darauf  hielt,  daß  die  Münzen
des  Konventions-Münzfußes  möglichst  genau  und  den
gesetzlichen  Bestimmungen  gemäß  ausgeprägt  wurden,
so  bahnten  sich  die  Thaler  bald  einen  Weg  über  die
Gemarkungen  der  Erblande  hinaus  und  waren  bei
den  östlichen  Nachbarn  Oesterreichs,  mit  welchen  seit
jeher  ein  bedeutender  Handelsverkehr  bestand,  besonders
  beliebt.  Es  flossen,  da  die  Levante  jährlich
mehr  exportirte,  als  sie  von  Oesterreich  importirte,
jahraus,  jahrein  bedentende  Beträge  an  Thalern  in
die  Levante  ab  und  gingen  über  Venedig  oder  Triest
theils  in  die  Türkei,  theils  nach  Afrika  und  selbst
nach  Asien.  Später,  als  die  französischen  Kaufleme
die  Beliebtheit  dieser  Thaler  merkten,  lam  es  wohl
auch  vor,  daß  dieselben  an  verschiedenen  Orten  aufgekauft
  und  über  Marseille  oder  Genua  in  die  Levante
  gebracht  wurden.  Diese  Thaler,  welche  in  den
Ländern  des  Konventions-Münzsußes  2  fl.  (.  Al.
galten,  erhielten  insolge  ihrer  Beliebtheit  in  der  Levante
  bald  ein  Agio,  welches  zeitweilig  bis  auf  15  kr.
per  Stück  stieg.

Anfänglich  wurde  das  Thaler-Verschleißgeschäft
durch  die  mit  der  Levante  in  Handelsbeziehungen
stehenden  Kaufleute  betrieben,  später  nahm  es  das
Aerar  selbst  in  die  Hand  und  ließ  es  durch  zwei
voneinander  in  jeder  Beziehung  unabhängige  Kompagnien
  betreiben.  Die  eine  war  die  „K.  k.  privile-148



 

girte  ausländische  Silberhandlung“  mit  dem  Sitze  in
Augsburg,  die  andere  die  von  der  Firma  „Fries  &amp;amp;
Co.“  bekriebene  sogenannte  „Baron  Friessche  Thaler=Handlungskompagnie“.
  Der  Thalerhandel  war  ein
sehr  bedeutender;  so  setzte  die  letztgenannte  Kompagnie
in  den  Jahren  1763  bis  1766  insgesammt  über
vier  Millionen  Thaler  ab.  Gerade  in  dieser  Zeit
trat  jedoch  ein  Rückgang  im  Thalerhandel  ein.  Bis
ungefähr  zum  Jahre  1764  hatten  die  türkischen  und
griechischen  Kaufleute  das  Vorurtheil,  daß  die  in  den
Erblanden  geschlagenen  Thaler  alle  übrigen  an  Güte
überträfen,  und  nahmen  bloß  diese  in  Zahlung  an.
Später,  als  die  Reichsstädte  Nürnberg  und  Augsburg
Konventionsthaler  und  zwar  mit  dem  Kaiserlichen
Brustbilde  prägen  ließen,  wurden  die  türkischen  und
griechischen  Kaufleute  gewahr,  daß  sämmtliche  Konventionsthaler
  in  Schrot  und  Korn  gleich  seien.  Dies
that  dem  österreichischen  Thalerhandel  einen  bedeutenden
  Abbruch  und  führte  schließlich  zu  dem  Verbot
der  Ausprägung  solcher  Reichsstädtischer  Thaler  mit
dem  Bildnisse  der  Kaiserin.  Später  traten  Thaler
anderer  Länder  in  der  Levante  auf  und  wurden  um
solche  Preise  hingegeben,  daß  weder  die  Augsburger
Silberhandlung,  noch  Baron  Fries,  welcher  durch
einen  mit  der  k.  k.  Kommerzienhaupkkasse  geschlossenen
Vertrag  an  das  fixe  Agio  von  10  kr.  gebunden  war,
mit  denselben  konkurriren  konnte.  Weitere  Ursachen
des  Niederganges  des  Thalerhandels  waren  die  1769
ausgebrochenen  Kriegsunruhen,  vor  Allem  der  Umstand,
daß  die  k.  k.  Thaler,  wie  alle  ausländischen  Münzen
in  der  Türkei  —  einige  Handelsplätze  ausgenommen  —
nicht  als  Münzen  galten,  sondern  nur  als  Tiegelgut
und  als  zum  Einschmelzen  tangliches  Material  angesehen
  wurden.  Solange  vor  Einführung  des  Konventons-Münzfußes
  in  Deutschland  die  deutschen
Münzen  keinen  sicheren  inneren  Werth  hatten,  war
es  kein  Wunder,  daß  die  Türken  nur  Kaiserliche
(österreichische)  Thaler  an  Zahlungsstatt  annahmen
und  nach  Konstantinopel  in  die  Münzstätte  licferten,
um  geringhaltige  türkische  Silbermünzen  daraus  prägen
zu  lassen.  Nach  Einführung  des  Konventions-Münzfußes
  in  Deutschland  sahen  die  türkischen  Kaufleute
jedoch  bald  ein,  daß  die  deutschen  Thaler  ebensogut
wie  die  Kaiserlichen  waren,  und  zogen  sie,  da  sie
dieselben  jederzeit  und  ohne  Aufgeld  erhalten  konnten,
den  letzteren  vor.

Verschiedene  Maßregeln  wurden  zur  Hebung  des
Thalerhandels  ergriffen,  wie  z.  B.  Herabsetzung  des
Agios  für  die  Friessche  Kompagnie  von  10  kr.  auf
8  kr.,  hatten  indeß  nur  einen  theilweisen  Erfolg.

Die  mit  den  beiden  Kompagnien  geschlossenen
Verträge  wurden  schließlich  aufgehoben  bezw.  nicht
wieder  erneuert.  Durch  Verordnung  von  1776
wurde  angeordnet,  „daß  der  prwative  Thalerhandel
aufgehoben  sei,  mithin  Jedermann  ohne  Unterschied
die  Liefcrung  des  ausländischen  Silbers  zur  Thalerausmünzung
  in  die  k.  k.  Münzämter  frei  sei“.  Diese
Maßregel  scheint  auf  das  Thalerexportgeschäft  einen
günstigen  Einfluß  ausgeübt  zu  haden.
        <pb n="191" />
        Nach  dem  1780  erfolgten  Tode  der  Kaiserin
Maria  Theresia  machte  sich  infolge  günstiger  Silber—
preise  und  gebesserter  Handelsbeziehungen  mit  der
Levante  eine  erhöhte  Nachfrage  nach  Thalern  be—
merkbar.  Besonders  wurden  von  Augsburgischen
Wechselhäusern  größere  Quantitäten  Silber  zur  Ausprägung
  an  die  Münzämter  in  Günsburg  und  Hall
eingeliefert,  wobei  immer  mit  Rücksicht  auf  die  Gangbarkeit
  der  Maria  Theresien-Thaler  in  der  Levante
das  Ansuchen  gestellt  wurde,  die  Thaler  mit  dem
Bildniß  der  Kaiserin  auszuprägen.  Durch  Hofkammer-Verordnung
  vom  Jahre  1783  wurde  dem  Münzamt
zu  Günsburg  die  Ermächtigung  ertheilt,  auch  fernerhin,
  wenn  es  die  Silber  liefernden  Parteien  ausdrücklich
  verlangten,  die  Thaler  mit  dem  Gepräge  der
Kaiserin  und  der  Jahreszahl  1780  auszumünzen.

Seit  dieser  Ermächtigung  wurden  jahraus,  jahrein
  beträchtliche  Mengen  von  Thalern  mit  dem  Bildniß
  der  Kaiserin  Maria  Theresia  und  der  Jahreszahl
17/80  in  den  verschiedenen  österreichischen  Münzstätten
geprägt  und  nahmen  ihren  Weg  meist  von  Triest  und
Venedig  aus  über  Korfu  und  Kreta  auf  die  Inseln
des  Aegäischen  Meeres,  von  da  über  Kleinasien  nach
Syrien  und  Mesopotamien  und  Arabien,  wo  sie  auch
heute  noch  die  allein  gangbare  Münze  bilden.

Nach  Afrika  nahmen  die  Levantiner  Thaler  ihren
Weg  meist  über  Cypern  und  Malta  und  zwar  nach
Algerien  und  Tripolis;  ferner  über  Alexandrien  und
Kairo  theils  nilaufwärts,  theils  an  der  Küste  des
Rothen  Meeres  entlang  in  das  Innere  von  Abessynien.

Die  Nachfrage  war  zum  Theil  eine  sehr  bedeutende.
  So  wurden  1785  bis  1890  im  Ganzen  über
19  Millionen  Thaler  ausgeprägt.  Während  der
Napoleonischen  Kriege  ging  die  Thalerausfuhr  erheblich
  zurück.

Später  wurden  besonders  für  die  Marineverwaltung
  Levantiner  Thaler  ausgeprägt,  mit  welchen  die
k.  k.  Eskadres  der  Kriegsschiffe  dotirt  wurden,  welche
Oesterreich  in  den  levantinischen  Gewässern  hielt.
Von  1827  bis  1848  wurden  zu  diesem  Zweck  über
zwei  Millionen  Thaler  ausgeprägt.

Trohdem  in  der  zweiten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts
  mannigfache  Konkurrenz  für  die  Levantiner
Tholer  entstand  —  so  ließen  Frankreich,  England,
Italien  sowie  die  Deutsch  -ostafrikanische  Gesellschaft
für  ihre  afrikanischen  Besitzungen  eigene  Münzen
prägen  —  haben  die  Maria  Theresien-Thaler  noch
immer  ziemlich  große  Gebiete,  in  welchen  sie  unbeschränkt
  herrschen.  Insbesondere  die  Araber  hängen
mit  großer  Liebe  an  diesen  Münzen  und  weigern  sich
vielfach  auch  gegenwärtig  noch,  andere  Münzen  anzunehmen.
  Seitens  der  türkischen  Regierung  wurden
seit  dem  Jahre  1883  verschiedene  Maßregeln  getroffen,
  um  den  Levantiner  Thaler  aus  den  türkischen
Gebieten  zu  verdrängen,  welche  indeß  nur  theilweise
Erfolg  hatten.  Wirksamer  waren  die  von  der  ägyptischen
  Regierung  seit  dem  Jahre  1884  zum  gleichen
Zweck  erlassenen  Verordnungen.

Gegenwärtig  hat  der  Levantiner  Thaler  zwar

149

 

Theile  seines  früheren  großen  Absatzgebietes,  so  insbesondere
  Ostasien  (China,  Singapore),  Ostindien
(Bombay,  Kalkutta),  Persien,  Innerasien,  ferner
Aegypten  (Alexandrien  und  Kairo)  verloren,  bildet
jedoch  noch  in  einzelnen  Theilen  Afrikas,  speziell  in
Massaua,  Iddah,  Sansibar,  Perim  und  Hodeidah  das
fast  einzige,  unbedingte  und  ausschließliche  Zahlungsmittel.


Es  wurden  in  den  Jahren  1868  bis  1896  insgesammt
  über  43½  Millionen  Stück  Maria  Theresien-Thaler
  ausgeprägt,  im  Jahre  1896  beinahe  6⅛
Millionen,  im  Jahre  1897  bis  Ende  November  nicht
ganz  5  1/2  Millionen  Stück.  Die  erhebliche  Steigerung
während  der  beiden  letzten  Jahre  ist  muthmaßlich
darauf  zurückzuführen,  daß  anläßlich  des  Krieges,
den  Italien  mit  Negus  Menelik  führte,  zur  Bestreitung
  der  Kriegskosten  sowie  zur  Auslösung  der  Gefangenen
  nach  Abschluß  des  Krieges  beträchtliche
Quantitäten  von  Maria  Theresien-Thalern  seitens  der
italienischen  Regierung  verwendet  worden  sind.

FFyFyFFyFFVVYV  VVVWTVDVVWTTTyF  F’'  FWory
Tikterakur.

Dr.  Max  Bär:  Die  deutsche  Flotte  von  1848
bis  1852.  Nach  den  Akten  der  Staatsarchive  zu
Berlin  und  Hannover.  Leipzig  1898.  S.  Hirzel.

Die  traurige  Geschichte  der  deutschen  Flotte  von
1848,  welche  so  oft  besprochen  wird  und  doch  so
wenig  in  ihrem  wahren  Zusammenhang  bekannt  ist,
bildet  den  Gegenstand  dieser  umfangreichen  Veröffentlichung.
  Der  Verfasser  hat  das  gesammte  bisher
geheimgehaltene  Aktenmaterial  benutzt  und  war  in
der  Lage,  die  Entstehung  und  Ausgestaltung  der
kleinen  Flotte,  die  Zwistigkeiten  der  verschiedenen

Staaten  um  ihren  Besitz  und  ihre  endliche  Auflösung

aus  den  Quellen  zu  schildern.  Es  ist  dem  Verfasser

indessen  entgangen,  daß  das  gesammte  von  ihm  benutzte

  preußische  Aktenmaterial  schon  im  Jahre  1892

von  Dr.  A.  Zimmermann  in  einer  Anlage  der  Geschichte

  der  preußisch-deutschen  Handelspoluik  (Olden-=burg
  und  Lewzig)  eingehend  verwerthet  worden  ist.

Die  jetzt  vorliegende  Arbeit  erfährt  durch  die  erstere

noch  verschiedene  Ergänzungen.  Insbesondere  erfährt

der  Leser  in  der  Zimmermannschen  Darstellung
mancherlei  über  den  Antheil  Bismarcks  an  der  Flottensache,
  was  Bär  übergangen  hat.

—  ——  —  ———
Titterakur-Verxeichnißk.

Dehn,  Paul:  Kommende  Weltwirthschaftspolitik.
80.  140  S.  Mk.  1,—.
Trowitzsch  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.
Jorissen,  Dr.  E.  J.  PL.:  Erinnerungen  an  Transvaal
  1876  bis  1896.  Aus  dem  Holländischen  übersetzt
von  A.  Seidel.  gr.  80.  (9  Bgan.)  Mk.  4.—,  ged.
Mk.  5.—.  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen!,  Berlin.
Nauticus:  Altes  und  Neues  zur  Flottenfrage.
Erläuterungen  zum  Flottengesetz.  S.  (XVIII.  239  S.)
Mk.  1,.80.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.
        <pb n="192" />
        Franzius,  Geh.  Marine-Baurath:  Ein  Ausflug  nach
Kiautschön.  Vortrag,  gehalten  am  18.  Februar  1898  i
in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg  der  Deutschen

Mit  an  denselben  n  anlnüpfenden

Kolonial-Gesellschaft.

—  150  —

 

Ausführungen  von  dem  früheren  deutschen  Gesandten
in  China,  Wirklichem  Geheimen  Rat
einer  Uebersichtskarte  in  dreifachem

v.  Brandt.  Mit
arbendruck.  Mk.  1.

—.  Reimer  Ewst  Vohsen,  Berlin.

 

 

 

„Falke"“

KKKEKKKKK

S.  „Möwe“

Heimreise:
Hongkong  17/1.  —

—  —

M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

12/11.  Hongkong.

(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  Hofpostamt.)
„Habicht“  10/1.  Kapstadt  4/2.  —  Kamerun.
Vermessungsschif  „Möwe“
M.  S.  „Seeadler“  24/1.  Kapstadt.

(Poststation:  Loanda.)
(Poststation:  Matupi.)

(Poststation:  East  London  (Kaplandl.)

(Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:
Fahrplanm.  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.

20/1.

(halbe  Besatzung)  und  einige  Köpfe  für  S.  M.  S.  „Cormoran":

Transportführer:  Kapitänlieutenant  Schaumann:
Shanghai  28/1.  —  Hongkong.

„Bussard“  26/11.  Jaluit  13/12.  —  Bismarck-Archipel.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt).
„Condor"“  8/1.  Sansibar.
„Cormoran“  13/11.  Kiaotschaubucht.
27/1.  Sydney.

 

 

 

 

 

Nach

Perkehrs-Machrichten.

Die  Abfahrt  ersolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

——  hach  den  deutschen  Schussehieren.

 

bUusschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

.  Deutsch-Ostafrika.

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindist
(englische  Schiffe)
Marseille
anzösische  Schiffe)

am  30.  März,  13.  und
27.  April  120  abds.

am  27.  März,  24.  April
100  abds.

am  10.  jedes  Mts.

 

40  nms.  J

 

2.  Deutsch-Züdwestafrika.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Warmbod  und  Ukamaos
wochentlich  bis  Kapstadt.
von  dort  weiter  alle  14  Tage

 

auf  dem  Landwege.)

—  —  —  —  ——  "——.  —  —

 

8.  Ramernn.

#r

Southampton
engl.  Schiffe  dis  Kap.
ladt.  dann  deuticher
Dampser  „Leutwein“)

Hamburg
(deutsches  Schiff)

zaburg

#lnane  chiffe)
Liverpool

(englische  Schiffe)

 

am  9.  April,  7.:  Mai
40  ums.

Tanga  18—19  Tage
Dar-es-Sal.  19—20  Tg.
Sansibar  20  Tage

Sansibar  18  Tage

11.,  22.,  25.  April
118  abds.

am  8.  jedes  Monats

1  25.,  28.  März,

 

109  abds.

Laderizucht  22  Tage

Swakopmund  25  Tage

am  8.  April,  6.  Mai
185  ums.

am  25.  März,  25.  Mai  Swakopmund  30  Tageam  25.  März,  25.  Mai

nachts

Lüderitzbucht  40  Tage

am  10.  g5½  Wonats!  Kamerun  24  Tage

nachts
am  13.  April,  11.  Mai

 

4.  Togo  ·  Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

—  —  ——  ——  —  —  —  —

5.  Deutsch-Uen-Gninea.

 

1

(deutsche

Liverpool
çengusiche  Schiffe)
Marseille

(franzofische  Schiffe)

Bordeaux

(rranzösische  Schiffe)

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(Nachversand)

 

6.  .  marspan.  Jnseln.

 

Brindisi
(über  Manila)

ambur
2  2%,

 

—  —  —  —

am  10.  jedes  Mts.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  23.  März,
6.,  20.  April

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Mai,  10.  Juli
110  oms.

am  4.  Mai,  29.  Jum
abds.
am  3  8  3.  Juli

am  u  3.  Juli
abds.

Kamerun  22  Tage

79  abds.

am  10,  jedes  Monats
720  abds.  ç

am  11.  April,  9.  Mai
15  Ums.

—

 

 

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quitlah  36  Tage

von  da  ab  Landverbdindung
Cotonou  20  Tage
von  da  ab  Landverdindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Stephansort  45  Tage
-  41  Tage

Jaluit  etwa  70  Tage

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  21.  März,
4.,  18.  April  16  ums.
am  23.  jedes  Monats
10%  abds.
am  8.  Mai,  8.  Juli
10#7  abds.

am  2.,  6.  Mai,
27.  Juni,  1.  Juli
116  addes.

am,  6.  Mai,  i.  Juli
16  abds.
        <pb n="193" />
        —  151  —
Eintreffen  der  Post  ans  den  deutschen  Schngebieten.

 

 

 

 

 

 

2  #  Die  Post  ist  fäli  Landungs,  Die  Post  ist  faut

Von  hafen  in  Berlin  Von  hafeng  r.  erlin  2
Neapel.  am  7.5,  15.  orik.  .

is-  Hamburg..am10.«1eb.Monots

Mo-oxaikik«..orindzsi«  JYZMHHXJ  Togogeoiet«...  A#pmouth.am  27.  jed.  Monats

Marseille  .Z  am  19.  „März,  16.  Apr.  Marseille  .am  16.  jedes  Monats

 

 

 

Deussch-Zübwestafeika  autenn  am  12.  April,  10.  Mais

Deutsch-Keu.  Guinea.  Neapel..  am  1I.'Mai,  .Juni

 

 

—  —  —  —  ——4

Plymouth..  am  27.  *jed.  Monats  qb
Ki#erpook  Tem  24.  März,
21.  April  ·

Fauigreitstage  für  die  mit  Sualte  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

 

 

 

———  —  —  —

Marsball  -  Inseln...  Marseille  Mitte  April,
Mitte  Juni

Fahrplau  der  Oceanie  Steamship  Co.  (Spreckels  Line)  zwischen  San  Francisco,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

usseht4  Honoll,  Apia,  Auckland  und  Sydney.  Rucfahrt
San  s  San
——  donolulu  Apia  Audland  Sydney  eset  Auckland  pia  Honolulu  graneic,  Dampfer
ab  an  an  an  an  ab  ab  ab  I  a  an

il.  nachm.  «  6
Tustralig—1  Jan.  4.  —  —  —  —  SJan.  Jan.  13.  Alameda
Moana  Jan.  6.=  12.  Jan  21.  dan  nar.  Febr.  1.  -  19.Australia
Astraliaott  25.  Febr.  —  Jan  17.  Jan.  )n  r2  Jan.  *  Feör.  3.  debr.  10.  Mariposa
*Alameda  Febr.  3.  #.  debr  18.  debr  24.  März  1.  9.  16.]  Australia
Australia  22.  März  1.  —  Febr.  14.  debr  19.  debr  24.  Viar  3.  Marzid.  Moana
Mariposa  Nrz  3.=  2  Mac  18.  Mar  24.  März  29.  9.  16.]  Australia
—..53  Murng.  Marzis.  *  .  3lI.  Wor  7.  Alameda
Voana  31.  epril  7.  wril  15.  Aprilul.  aprs.  Apri  13.Australia
Mstolia  ##prillg.26.  Apritui.  Aprũils.  mi  2.  Mai  5.]  Mariposa
Amedas.  Mai  5.  Ma  13.  nol-  19.  naa  24.  Mai  4.].  .  11.Auustralia
Astralia  Rai  -24.  Mai  9.  Mai  14.  Mai  zu  19.  „26.,  Juni  2.]  Moana
HMordoosa  W.  Jum  2.  Juni  10.  vuni  16.  daul  21.  Juni  1..-8.  Australia
Mstralia  dini  14.  21.  Juni  6.  duni  11.  Juni  16.  23.).  30.Alameda
Moana  2.  30.  Zulil  8.  .r  14.  Nalt  19.  29.  Juli  6.)  Australia
Msstralia  Juli  12.  Juͤli  19.  —  Juli  4.  Jult  9.  Juũ  14.  Juli  *“ëq?  ·  -  28.  Mariposa
[Alameda  21...  We.  Aug.  5.  Aug  11.  Aus  16.  Au  .  3.Australia
Australia  Aug.  9.  Aug.  16.  —  Aug  1.  Aug  6.  Aus  11.  Aus.  25.]  Moana
Marposc1  25.  Sept.  2.  Sepi  8.  Ser.  13.  24.  31.stralia
Auftralia  Sept.  6.  Sept.13.  —  Aug.  g  29.  Soyt  3.  e  8.  serti  16.  Sept.  22.  Alameda
Moana  16.  „22.  Sept.  30.  cu.  6.  **  11.  21.  28.]  Australia
fralie  Dit.  1.  oit.  11.  —  Sept  pt.26.  *  1.  'e  6.  n  13.  dit  20.|Mariposa
r———2  Nod  3.  No  8.  —  26.  Australia
Australia  Nov.  1.  Nopv.  8.  —  —  Dtt.  24.  #u-!  29.  Nov.  3.)  Nov.  4  Nov.  17.  Moana
Variposa  #  I./  v.  25,  24.  1.  D%%  z.  6  —  16.  23.Australia
Anstralia  2.  D  Ge.  —  —  3  —  —  —  —

Deese  doanpfer  erwarten  die  Ankunft  der  englischen  Post.
Saissebewennngent  der  tOentger  Ostafrila-Linie  ———

Kei  Reise  Lehte  Nachrichten

ichsposidampfer  von  nach  bis  28.  Februar  1898
it  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Aden.
ebenog  ambur  Durban  am  26.  Februar  an  Mozambique.
iser...  F.  Zt.  m  Hamburg.
—.—WI  Hamburg  1  Durban  am  25.  Februar  ab  Lissabon.
——  Durban  -  Hamburg  am  27.  Februar  ab  Marseille.
#eihüüg  .  .  Zt.  in  Hambur.
„Mumialllk  Hamburg  Delagoabai  am  24.  Februar  ab  Suez.
..7–27r727yR  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Durban.

—
        <pb n="194" />
        152

Schiffsbewegungen  der  Woermann  Linie.

 

——  —4  ––  —...—  —

—  ——  ——G.“

Lgezte  Nachrichten

 

 

 

Reise
Vostdanchfer  oon  6  nach  bis  12.  März  1898
„Adolph  Woermann“  ..  Hamburg  Loango  am  9.  März  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  .  ..  Hamburg  Loango  am  11.  März  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“.  Hamburg  Sherbro  am  10.  März  in  Tanger.
„Antoninaa  .  Kongo  Hamburg  am  7.  März  in  Lagos.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  8.  März  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Sherbro  ·  Hamburg  am  11.  März  in  Conakry.
„Gertrud  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  3.  März  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“  amburg  Kotonon  am  11.  März  in  Conakry.
„Hedwig  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  .  Loanda  am  11.  März  in  Tenerisse.
„Kurt  Woermann“  Loanda  ·  Hamburg  am  8.  März  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“  Hamburg  -  Loango  am  26.  Februar  in  Gabun.
„Lulu  Bohlen“"“  .  Loango  Hamburg  am  28.  Februar  in  Accra.
„Marie  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  |  Lüderitzbucht  am  9.  März  in  Kapstadt.
„Professor  Woermann“.  Kotonou  Hamhurs  am  1.  März  in  Madeira.
Swakopmund  amburg  am  10.  März  in  Lad  Palmas.

„Thekla  Bohlen“

 

Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Verlagsbuchhandlung  von  Hermann  Costenoble  in
Jena  bei,  betreffend  Preisherabsetzung  gediegener  Reisewerke  2c.  erster  Antoren,  den  wir
gef.  Beachtung  bestens  empfehlen.

Die  Expedition.

 

 

Anzeigen.

 

——.

 

Bekannimachung.

In  das  bei  diesem  Konsulate  ge—
führte  Handelsregister  ist  für  die  Firma
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,
Niederlassung  Zanzibar,

folgende  Eintragung  erfolgt:

Zu  laufender  Nr.  1,  Spalte  4,  des
Gesellschaftsregisters  ist  eingetragen  am
25.  Januar  1898:

Die  Firma  ist  erloschen  am  18.  Januar
  1898.  -

Zanzibar,  den  25.  Januar  1898.

Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.
J.  V.:
Freiherr  v.  Rechenberg.

Beschluß.

Die  gemäß  Artikel  13  des  Handelsgesetzbuches
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  des  Kaiserlichen  Gerichts
hierselbst  für  das  Jahr  1898  werden  im

Deutschen  Reichsanzeiger  und
Königl.  Preußischen  Staats-Anzeiger
  sowie  im

Deutschen  Kolonialblatt,  Amtsblatt
  für  die  Schutgebiete  des
Deutschen  Reiches,

erfolgen.

Gleichzeitig  wird  bekannt  gemacht,
daß  die  auf  die  Führung  des  Handelsregisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  für
die  obengenannte  Zeit  von  dem  Kaiser- 



(77!

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an

 

eieiinzusenden.

lichen  Richter  Dr.  Hahl  und  dem
Gerichtsaktuar  Steusloff  bearbeitet
werden.  (212)
Herbertshöhe,  den  11.  Nov.  1897.
Der  Kaiserliche  Richter  des  Schutzgebietes
  der  Neu-Guinea-Kompagnie.

(I.S.)  (gez.)  Hahl.

Beschluß.

Die  gemäß  Artikel  13  des  Handelgsgesetzbuches
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  des  Kaiserlichen  Gerichts
zu  Stephansort  für  das  Jahr  1898
werden  im

Deutschen  Reichsanzeiger  und

Königl.  Preußischen  Staats-Anzeiger
  sowie  im
Deutschen  Kolonialblatt,  Amtsblatt
  für  die  Schutzgebiete  des
Deutschen  Reiches,
erfolgen.  ·

Gleichzeitig  wird  bekannt  gemacht,
daß  die  auf  die  Führung  des  Handelsregisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  für
die  obengenannte  Zeit  von  dem  Kaiserlichen
  Richter  Dr.  Hahl  in  Herbertshöhe
  in  Stellvertretung  und  von  dem
Bureaubeamten  Lewerentz  als  Gerichtsschreiber
  werden  bearbeitet  werden.

Herbertshöhe,  den  5.  Jan.  1898.

Der  Kaiserliche  Richter  des  Schutzgebietes
  der  Neu-Guinea-Kompagnie.

J.  V.:
(L.  S.)  (gez.)  Hahl.

 

(213)

die  Vertriebsleitung,  Berlin  sW  i2,  Kochstraße  68—71,

6
Nachruf.

Am  1.  Februar  d.  JIs.  fiel  in
siegreich  durchgeführtem  Gesfecht
gegen  meuterische  Wasegua  bei  Muhenne
  (Nord-N'guru)  der  Premierlieutenant
  und  Adjutant  der  Kaiserlichen
  Schutztruppe  für  Ostafrika,
Ritter  des  Kronen-Ordens  4.  Klasse
mit  Schwertern  und  des  Ritterkreuzes
  1.  Klasse  des  Württemberg.
Friedrichsordens  mit  Schwertern

herr  franz  RKielmeyer.

Sein  stark  ausgebildeter  Rechtssinn
  und  sein  Bestreben,  Blutvergießen
  zu  verhindern,  haben  ihn
zum  Opfer  afrikanischer  Wildheit
gemacht.  Mit  ihm  scheidet  wiederum

glänzende  Befähigung  und  hiesige
Leistungen  eine  schöne  Zukunft  versprachen.

  .
Ich  verliere  an  ihm  einen  zuver“
lässigen  Freund  und  Nathgeber.

Ehre  seinem  Andenken!
Im  Namen  deo  Offizierkorps:

Liebert,
Generalmajor.
        <pb n="195" />
        —  153  —

 

Vertrieb  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonleen
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesehschaft.

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann

Grossherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflieferant.

Haupt-  u.  Versandgeschüäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernapr.:  Amt  I.  No.  987.
Zweiggeschüft:  Berlin  W.  62,  Schlllstr.  16.  Fernspr.:  Amt  IX.  No.  7244.

    

Eingetragene  Schutzmarke.

 

 

 

In  über  200  Städten  Deutschlands  Verkaufsstellen.  —  Wiederverkäufer  überall  gesucht.

 

Kakao,  Scholkoladen,  Kaffees,
Zigarren,  Vanille,  Liköre,
Ethnologlea,  Photographieen.

Der  reichhalilge  iliustrierte  Lager-Katnlog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  2—

 

 

 

Dampipflüge
banen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
Mk.  28,000  an.

Krassenlocomotiven  1,
Dampf-Strassenwalzen

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

lohn  fowler  &amp;amp;  Co.  in  —

ben-16

  mechẽ  5#½  (an  undsmittel

EE—  Chinapräparat,  aus  bester  China-Calisaya-Rinde  be-#
  milche  wirksamen  Bestandteile  (Alkaloide)  in  möglichst

 
   
     
  

....  -ksnückl·’ormundmi(linallonFällen,wochsnarsndcsndscsrt

Was-McbesondersgegenVerdauungsstörungemAppetstlosigkett
,  und  Schwachezustande.

A  Mrlungamlttel  nach  heftigen  Flebern,  besonders  nach  Influenza.
u.  #k.  w.  bewllirt  es  sich  ausgezeichnet  und  wird  von  medi-,

  bestens  empfohlen.  (un)
miss  vor  Nachahmangen  und  nehle  auf  die  Schutzmurke  der  irmu.

10.Dung—reiburg  l.B.

 

Kaffeepflanzer.

Suche,  da  ich  meine  Stellung  als
Administrator  der  Plantage  Perrot,
Lindi,  aufzugeben  gezwungen  bin,  neues
Engagement.  War  lange  Jahre  auf
Java  thätig,  bin  durchaus  bekannt  mit
Java=  und  Liberiakaffeekultur  und  Bereitung
  und  allen  ins  Fach  einschlägigen
Arbeiten;  sowie  auch  der  Kapokkultur.
Spreche  sechs  Sprachen.  (184)

Gefl.  Anerbieten  wolle  man  mir  zukommen
  lassen  unereldrese,  .  O.  A.G.“

Lindi.  Carl  Ettling.

 

 

 

Gebrüder  Elkan.  Chemnitz.

Alleinige  Fuabrikanten  von
Dr.  Thomalla's  Gesundheits-Socken
  und  Strümpfe,

Sonstige  Spezialitäten:  (208)
Radlahrer-Strompie,  Sweaters,
Schotten,  Knopf-Handschuhbe.

C.  Maquet,

14  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

Räderbahren,

Tragobahren,  Tragsen###e.

 

 

 

 

——  2
Mun

 

Schmmktche  Möbet  ze#er

Krankenpflege,
Krankenseühle  Jjeder  Arec.
Badeapparate.  (7.)
        <pb n="196" />
        —  164  —

  
  

       
         
   
   
  
    

—.  —  ..—.—  —.  —  —  «  E—  ——.—————..—.————..——

Arthur  Koppel,  Berlin  NW.  7,",5
Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  «
amm  -Adresse:  „Koppelrail“.

 
 

*
—

——  232*

    

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  àii  *

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——————————————————————
is  -  ,  -

.A.A

De-;

.- 


 

—Akel(lhuhtsoukükålelcoloaloon.sk——

X  ——  F**  J———————#-—————*—-;  —

 
  

—  —

 

Sôkeland-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  “

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportaufträge  erbitten  an  Harder4&amp;amp;  de  Foss,  Hamburg;  für
das  Inland  E.  Sökelund  &amp;amp;T  Söhne,  Berlin  NI.,  oder  Mandsber.

 

 
 
     
  

 
   
  
 
 
 
 
   
  
  

 

 

 

 

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ihrer  Entstehung,  Gntwickelung,  Erfolge  und  Aussichten

Dr.  Alfred  Zimmermann.

0

Zweiter  Band:  1
Die  Kolonialpolitik  Großbrifanniens.  Erster  V  heil.

Von  den  Anfängen  bis  zum  Abfall  der  Vereinigten  Staaten.

Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.
—  Breis  gehestet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.—

Bisher  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme  die
Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte

 

 

schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die  verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  Politik  in  den  einzelnen

Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird  in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.

Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatte,  will  in  seinem  Werke  allen
Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der
Hand  der  Geschichte,  bieten.  Die  Darstellung  ist  so  gewählt,  daß  das  Werk  zugleich  ein  Lese=  und  Lehrbuch
ist,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer  nuybringenden  Weltpolitik  zu
geben  vermag.  Das  Werk  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  dar.
Ein  Hauptgewicht  ist  auf  die  übersichtliche  Darstellung  der  je  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten
  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen  Verwaltung  und  Gesetzgebung  gelegt.

Während  der  im  Vorjahre  veröffentlichte  erste  Band  die  Kolonialpolitik  Portugals  und
Spaniens,  also  derjenigen  Staaten,  welche  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  und  deren
Erfahrungen  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,  Anschauungen  und  Kenntnisse  seit  dem  Anfange  dieses  Jahrhunderts
  in  hohem  Maße  lehrreich  sind,  ausführlich  behandelt,  macht  uns  der  soeben  zur  Ausgabe  gelangte

zweite  Band  mit  der
Kolonialpolitik  Großbritanniens

und  zwar  zunächst  mit  deren  erstem  Theil:  Von  den  Anfängen  bis  zum  Abfall  der  Vereinigten
Staaten  bekannt.  Dieser  Band  zeigt  uns,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bedingungen  eine
Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein  muß,  welches
wirklich  lebensfähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will,  er  schildert  die  Maßnahmen,  die  England
getroffen,  die  Fehler,  die  es  begangen,  die  Erfolge,  die  es  erzielt  hat.  Gerade  über  das  Wesen  der  englischen
Kolonialpolitik,  über  die  Männer,  denen  es  seine  Erfolge  verdankt,  herrschen  sehr  häufig  noch  irrige  Auffassungen;
  der  vorliegende  Band  wird  daher  das  weiteste  Interesse  verdienen.  In  einem  dritten  Bande  wird
die  Kolonialpolitik  Großbritanniens  bis  zur  Gegenwart,  im  vierten  Bande  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelt  werden.  Die  ebenfalls  ins  Auge  gefaßte  Geschichte  der  französischen  Kolonialpolitik
  wird  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,  welchen  gute  Gedanken  bei  der

 

 

Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der  Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation
begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen  kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden-Das

  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
Tuu  beziehen,  gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der
erlagsbuchhandlung.

 

 

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Schutgebiete  bezüglichen  Gesetze,
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für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
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anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.
Ansichtssendungen  erbeten.

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  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
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Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika-See,
  hat  er  daher  diese  „Rathschläge  und
Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.
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nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonocou.

Am  25.  März:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  März:  F.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénéegal,  Liberia  und  den  Hüfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Benguella.
Am  10.  April:  P.  D.  „Eduard  Boblen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  April:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Henneberg,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,  Sierra  Leone
und  Sherbro.

Extradampfer  „Lulu  Bohlen“  wird  am  25.  April  nach  Deutsch-Südwestafrika
  expedirt.  Fernere  Expeditionen  am  25.  Mai,  25.  Juli  und  ferner  am  25.  jedes
Zweiten  Monats.

Alle  Gdeier  miüssen  um  Tage  vor  dem  45pangsdattem  bis  12  Uhr  mittags  Iänosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
(12)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrila-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

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Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Veerzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 

*KAISER“,  Capt.  Ssahahlii  ....  16.  März,  30.  März,
„BUNDESRATH“,  Capt.  Astbausen  30.  März,  3.  April,
„KoOENIG“,  Capt.  Doher  13.  April,  27.  April,

nach  Mombassa,  Tanga,  Panganiz,  Saadani",  Bagamoyo?",  Dar-es-Saltmmu,  Sansibar",  Kllwa,  Lindi,
Milindani,  Ibo,  Mozambique  ?,  Quellmanex,  Chinde  ,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban?.
Die  mit  einem  &amp;amp;  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  verschenen  Häfen  auch  Ladong.  «
Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  Raben  vorziloliche  Einricheungen  IUrPussatere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Jobannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.  ·  «
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  E
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Oet-Afrika-  Linie,
Dieser  Nummer  liegt  als  Beiheft  das  „Inhaltsverzeichniß  zu  den  Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten,  Band  I  bis  X  G##SS—1897)“  bei.  ·

Ists-WsssEisbiisxiiLissinxp;nixxxzxizmskikst«2.;-;."s-sp«
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  März  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heransgegebes  in  der  Kolonial-Ihtheilung  des  Auswärtigen  Amis.

 

 

 

n.  Jahrgang.

—

Diae  Zeitschrit  ericheint  in  der  Re

ercheinenden:  „Mittheilungen

—  ——

gerlin,  1.  April  1398.

—

——  —  —  ———  —  —  -

—  ———.  ——  ——  -

Nummer  7.

herausgegeb

 

——.

 

––4

gel  am  1.  und  15.  iedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

von  Forschungsreinenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  en  von  Dr.  Freihe

1.  Danekelman.  Der  vieneljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  deträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  ir

Bochhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlu
bie  dänder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu

sr

st  Sie

Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3,75  für
nigliche  Hofbuchhandlung  von  Ern  i  i

»  «  fried  Mittler
chten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter

r.  2017.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zouverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im
Monat  Dezember  1897  S.  165.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  März  S.  166.  —

Personalien  S.  166.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  166.  —  Deutsch-Ostafrika:  Berichte  über  die  Ergebnisse
der  Expedition  des  Geheimen  Medizinalraths  Dr  Koch  S.  167.  —  Ueber  die  Ausdehnung  des  Rukwa-Sees  S.  169.
—  Kamerun:  Bericht  des  Direktors  des  botanischen  Gartens  in  Victoria  Dr.  Preuß  S.  170.  —  Unterdrückung  der
Unruhen  S.  173.  —  Reise  des  Stationsvorstehers  von  Yaünde  S.  173.  —  Berichte  über  die  Bane-Buly-Expedition

S.  173.—  Togo:  Uebersicht  de
Schutzgebiete  Togo  thätigen  Firm.
Zu  den  Unruhen  in  Südwestafrika  S.
(Neu-Hannover)  S.  17
—  Aus  fremden  K

7.  —  Aus  dem  C  .
olonien:  Ueber  den  Stand  der  Arbeiten  an  der  Kongo-Eisenbahn  S.  179.  —  Missenschaft-80.
  —  Die  Ausgaben  Englands  für  seine  Kolonien  während  des  Etatsjahres

liche  Expedition  im  Kongostaat  S.  1

1898/99  S  180.—  Eröffnung  eines  Thei
Afrika  S.  181.  —
an  der  Goldküste  S.  181.  —  Niederländisch-portugiesische  Grenzre
Neu-Guinea  S.  182.  —  Verschie

Telegraphenlinie  in

—  Gouverneur  von  Kiautschou  S.  1
in  Berlin  S.  182.  —  Museum  des

Entdeckung  des  Seeweges  nach  Indien  S.  183.
Deutsche  Ostafrika  Linie  S.  183.  —  Litteratur  S.  1
S.  184.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  184.  —  F.

 

r  im  Schutzgebiete  ansässigen  Deutschen  und  Fremden  S.  175.  —  Verzeichniß  der  im
en  und  Erwerbsgesellschaften  am  1.  Jan.  1898  S.  176.  —  Deutsch-Südwestafrika:

175.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Ueber  einen  Besuch  bei  den  Kabienleuten.
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  178.

ahrplän

dene  Mittheilungen:  Internatio  t
82.  —  Geschenk  ethnographischer  Gegenstände  an  das  Museum  für  Völk.
Vereins  für  Handelsgeographie  in  Stuttgart  S.  183.  —  Gedächtnißfeier  der
—  Geplante  Afrikadurchquerung  von  Süd  nach  Nord  S.  183.  —
83.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  184.  —  Schiffsbewegungen
e.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

 

ls  der  Ugandabahn  S.  181.  —  Jagdverordnung  in  Britisch-Ostafrika  S.  181.  —
Italienische  Benadir-Konvention  S.  181.  —  Ueber  die  Sprache  der  Jeer

gulirung  S.  182.  —  Verwaltungskosten  für  Englisch
nales  maritimes  Büreau  in  Sansihar  S.  182.

t

—  —  —  —  —  —

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Oftafrika
  im  Monat  Dezember  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,325  Mk.)

 

 

 

 

.

——“

—  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.Holzschlag.  Reben-  Insgesammt
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  s  Einfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen

——xhe  —.  ————————————3
——  341301001  22  3  22  as  14034  os  =  1850522
Pangani  5546  6  6·  29  —  740723  4015697
Lagamono  504862  51  22  —0)11  30|  056  22  =  21274
Dar-es-Saläm.  1458  534429  45  16.—%  ——  20292  83
Kilw  9414  36  18065
Milindaai  5145  0  8—  7  46|“  28|10405  61  13767  88
6&amp;amp;#.  —  4#%  F
Zusammen7711.  6353194  41291  —.——————

36718  M..3  Mr.  Mk.1  Mk.283  Mük.  #

38  Pil.  02  #f.s  f.  19  .  20  -f.  D

 

 

*)  In  Bagamoyo  sind  für  Holzschlaggebühren  36  Mk.  09  Pf.  zurückgezahlt  worden.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1897  betrug  282  556  Rup.  =  374  386  Mkl.  70  Pi.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1897  betrug  539  440  Rup.  =  714  758  Mk.  —  egf.
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        —  166  —

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  März  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,3775  Mark  =  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

—  —  —  —  —  —  ——  .  —  —  —  —  —  —  -  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —

 

Personalien.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmaun  für  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln  Dr.  Irmer  ist  zum
ständigen  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  ernannt  worden.

Dem  bisherigen  Bezirksamtssekretär  Meyer  ist  die  Stelle  eines  Bezirksamtmanns  bei  dem
Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika  übertragen  worden.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  8.  März  1898.

Kannenberg,  Premierlicutenant,  bisher  vom  Thüringischen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  19,  mit  dem
22.  März  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  23.  März  d.  Is.  als  Premierlieutenant
mit  seinem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Dr.  Brückner,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  bisher  vom  Feldartillerie-Regiment  Prinz  August  von  Preußen
(Ostpreußischen)  Nr.  1,  mit  dem  22.  März  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem
23.  Lus  d.  Is.  als  Assistenzarzt  2.  Klasse  mit  seinem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe
angestellt.

A.  K.  O.  vom  15.  März  1898.
Albinus,  Sekondlieutenant,  Antrag  um  Belassung  auf  weitere  drei  Jahre  bei  der  Schutztruppe  genehmigt.

A.  K.  O.  vom  22.  März  1898.
Kollmann,  Premierlieutenant,  mit  dem  31.  März  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  17.  März  1898.
v.  Winkler,  Sekondlieutenant,  bisher  vom  Königlich  Sächsischen  3.  Infanterie-Regiment  Nr.  102  Prinz-Regent
  Luitpold  von  Bayern,  kommandirt  zur  Korps-Intendantur,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus

dem  Königlich  Sächsischen  Heere  mit  dem  21.  März  d.  Is.  als  Sekondlicutenant  mit  einem  Patent
vom  22.  September  1890  in  der  Schutztruppe  angestellt.

.  ,  A.  K.  O.  vom  22.  März  1898.
Helm,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenont  besördert.
v.  Bonin,  Sekondlientenant  à  la  Suite  der  Schutztruppe,  den  Charakter  als  Premierlieutenant  erhalten.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  24.  März  1898.
Buddeberg,  Sekondlieutenant  vom  Pionier-Bataillon  Nr.  16,  scheidet  mit  dem  6.  April  d.  Is.  aus  dem

Heere  aus  und  wird  mit  dem  7.  April  d.  Is.  als  Sekondlieutenant  mit  seinem  bisherigen  Patent
in  der  Schutztruppe  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlieutenant
Kollmann  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  ihm  verliehenen
Ritterkreuzes  1.  Klasse  des  Königlich  Württembergischen  Friedrichs-Ordens  zu  ertheilen.

       

—  —  —  —
Nichtamtlicher  Theil.
Personal  Nachrichten.  Der  Astronom  Dr.  Kohlschütter  und  der

Mechaniker  Lucas  treten  demnächst  die  Ausreise  an.

Deutsch=  Ostafrika.  Eechan  der  unter  Leitung  des  Hauptmanns  Herr-Der
  kommissarische  Kaiserliche  Oberrichter  Lande  mann  stehenden  Kommission  für  die  Festsetzung  der
richter  Ebermaier  ist  Ende  Februar  in  Dar-es-  Grenze  zwischen  dem  Nyassa=  und  dem  Tanganyika-Saläm
  eingetroffen.  See  zugetheilt.
        <pb n="209" />
        dar-es-Saläm  ab.

——  —

Der  Gerichtsakltuar  Donecker  wird  demnächst
die  Reise  nach  Dar-es-Saläm  antreten.

Ramerun.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer  ist
mit  Urlaud  in  Deutschland  eingetroffen.

—  —  —  —  —

Als  Ersatz  für  den  ausgeschiedenen  Materialien—

verwalter  Bittner  ist  der  Eisenbahnbauassistent
Vergner  nach  Kamerun  abgereist.

Polizeimeister  Biernatzky  hat  einen  Heimathsmlaub
  angetreten.  Seine  Vertretung  hat  Sergeant
VBeerbaum  übernommen.

Lehrer  Lederbogen  ist  im  Februar  in  Kamerun
engemoffen.  Lehrer  Betz  tritt  im  April  einen
Heimatsurlaub  an.

167

Der  Bergmann  Niepmann  reist  demnächst  nach

Togo.  ·
Gerichtsassessor  Dr.  Gleim  hat  Ende  Februar
Togo  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Gerichtsaktuar  Dobbert  ist  Anfang  Januar  in
Lome  eingetroffen.

An  Stelle  des  heimkehrenden  Telegraphenassistenten

Marx  reist  der  Oberpostassistent  Weyland  nach  Lome.

—

Züdwestafrika.
An  Stelle  des  zurücktretenden  Assessors  Fischer

ist  der  Gerichtsassessor  a.  D.  Dr.  Köhler  der  Kaiserlichen

  Landeshauptmannschaft  zugetheilt  worden.  Dr.
Köhler  hat  die  Reise  nach  Swakopmund  angetreten.

Als  Ersatz  für  den  verstorbenen  Postassistenten

Breitwieser  begiebt  sich  der  Postassistent  Schneider

nach  Swakopmund.

An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Oberlandmessers

Dürrling  ist  der  Landmesser  Görgens  nach
Spwakopmund  abgereist.

—

Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Dltafrika.

Berichte  über  die  Ergebnisse  der  Expedition  des  Geheimen
Medizinalrathes  Dr.  Roch.

Ueber  die  Ergebnisse  seiner  Untersuchungen  gelegentlich
  einer  Expedition  nach  Westusambara  hat
Geheimer  Medizinalrath  Dr.  Koch  unter  dem  15.  Februar
  d.  Is.  solgende  Berichte  erstattet:

Dar-es-Saläm,  den  10.  Februar  1898.
Beiterer  Bericht  über  die  Surrakrankheit.

In  einem  früheren  Berichte  war  mitgetheilt,  daß
ein  Surra-Infektionsherd  auf  dem  Wege  von  Uhehe
zur  Küste  existiren  müsse,  und  zugleich  die  Vermuthung
ausgesprochen,  daß  noch  weitere  Herde  in  anderen
Theilen  der  Kolonie  anzutreffen  sein  würden.  Diese
Vermuthung  hat  sich  insofern  bestätigt,  als  ich  inwischen
  noch  zwei  andere  Richtungen  gefunden  habe,
in  welchen  Surra-Infektion  vorgekommen  ist,  also
auch  entsprechende  Infektionsherde  liegen  müssen.

Bei  meinem  Aufenthalt  auf  der  Station  Masinde
thelte  mir  der  Stationschef  Herr  Lieutenant  v.  Stümer
  mit,  daß  in  Kisuane,  welches  am  östlichen  Fuße
des  Paregebirges  liegt,  unter  den  dorthin  gebrachten
Rindern  eine  Krankheit  ausgebrochen  sei,  deren  Bechreibung
  in  mir  den  Verdacht  auf  Surra  erweckte.
Auf  melne  Veranlassung  ließ  Herr  v.  Stümer  zwei

hiere  aus  dieser  Herde  kommen  und  schickte  sie  mir
dach  Kwai.  Das  eine  Rind  war  unterwegs  verendet,
des  zweite  kam  indessen  bis  Kwai,  wo  ich  es  unteruchte

  und  in  seinem  Blute  die  Surraparasiten  nachweisen
  konnte.

gehörten,  war  vom  Kilimandjaro  nach  Kisuane  gebracht.
  Es  muß  also  der  Surraherd  auf  diesem  Wege
oder  in  Kisuane  selbst,  in  dessen  Nähe  sich  sumpfige
Niederungen  befinden,  zu  suchen  sein.

Nach  Mittheilungen,  welche  mir  von  Eingeborenen
des  Usambaragebirges  gemacht  wurden,  zu  urtheilen,
schemen  sich  überhaupt  am  Fuße  dieses  sowie  des
Paregebirges  nicht  nur  ein  vereinzelter,  sondern  mehrere
  solcher  Surraherde  zu  befinden.

Ein  zweiter  Surrabefund,  der  sich  in  Kikokwe
bei  Pangani  zeigte,  betraf  Vieh,  welches  vom  Süduser
  des  Victoria-Sees  durch  die  Massaisteppe  zur
Küste  gebracht  war.  Derselbe  läßt  auf  einen  oder
mehrere  Infektionsherde  in  den  sumpfigen  Niederungen
am  See  schließen.

Auch  im  Ruahagebiet  scheint  es  sich  nicht  nur
um  einen  engbegrenzten  Herd  zu  handeln,  sondern
um  eine  lange  Strecke  des  Flußlaufes,  da  Dr.  Stierling
  in  Iringa  in  einem  kürzlich  erstatteten  Bericht
Mittheilungen  über  eine  Rinderkrankheit  macht,  die
unzweifelhaft  Surra  ist  und  am  oberen  Lauf  des
Ruaha  in  der  Nähe  von  Bueni  vorkommt.

 

Der  früher  erwähnte  Versuch,  die  Surra  künstlich
auf  Esel  zu  übertragen,  hat  folgendes  Ergebniß  gehabt:

Es  wurden  zwei  einheimische  Esel,  sogenannte
Massai-Esel,  und  zwei  Bastarde  von  Massai=  und
Maskat-Eseln  zugleich  mit  einem  Rind,  zwei  Kälbern,
zwei  Hunden  und  einigen  Ratten  geimpft,  und  zwar
in  der  Weise,  daß  Surrablut  in  eine  kleine  Haut-Die

  Herde,  zu  welcher  diese  Thiere  wunde  am  Ohr  gebracht  wurde.  Bei  sämmtlichen
        <pb n="210" />
        zuletzt  aufgezählten  Thieren  erschienen  nach  12  bis
14  Tagen  die  Surraparasiten  im  Blute,  es  zeigten
sich  in  der  Folge  die  bekannten  Krankheitserscheinungen
der  Surra,  unter  welchen  alle  bis  auf  das  Rind  und
ein  Kalb,  welche  beide  noch  krank  sind,  starben.
Von  den  vier  Eseln  ist  bis  jetzt,  das  heißt  3½
Monat  nach  der  Impfung,  keiner  krank  geworden,
und  bei  keinem  wurden  trotz  vielfach  wiederholter
Blutuntersuchungen  Surraparasiten  aufgefunden.
Hiernach  scheinen  Massai=  und  Bastard-Esel,  welche
für  Transportzwecke  hierzulande  wohl  ausschließlich
in  Betracht  kommen,  in  der  That  gegen  Surra  immun
zu  sein.  Um  volle  Gewißheit  hierüber  zu  erlangen,
müßten  diese  Thiere  allerdings  noch  in  Surrabezirken
längere  Zeit  der  natürlichen  Infektion  ausgesetzt  werden.
Davon,  doß  Maulthiere  gegen  eine  derartige
natürliche  Infektion  nicht  geschützt  sind,  konnte  ich
mich  in  den  letzten  Tagen  an  einem  Thier  überzeugen,
welches  längere  Zeit  in  Uhehe  und  zwar  ausschließlich
im  Gelände  des  Ulangaflusses  als  Reitthier  gedient
hatte.  Dasselbe  war  krank  zur  Küste  zurückgebracht,
es  war  gänzlich  abgemagert,  hatte  geschwollene  Hinterbeine
  und  stark  anämische  Beschaffenheit  des  Blutes,
in  welchem  bei  wiederholten  Untersuchungen  Surraparasiten
  in  reichlicher  Zahl  gefunden  wurden.

 

Dar-es-Saläm,  den  12.  Februar  1898.
Weiterer  Bericht  über  das  Texasfieber.

Die  in  meinem  letzten  Berichte  in  Aussicht  gestellten
  Versuche  über  die  Beziehungen  der  Rinderzecken
  zum  Texasfieber  sind  gelegentlich  meiner  Exkursion
  nach  dem  Usambaragebirge  zur  Ausführung
gekommen  und  haben  in  mehrfacher  Beziehung  ein
sehr  befriedigendes  Resultat  ergeben.  Der  Verlauf
der  Seuche  war  folgender:

Es  wurden  in  Dar-es-Saläm  kurz  vor  Beginn
der  Expedition  Rinderzecken  von  Thieren  entnommen,
welche  einer  mit  Texasfieber  infizirten  Herde  angehörten
  und  scheinbar  gesund  waren.  Die  Zecken
wurden  in  ein  Glas  gesetzt  und  unter  Watteverschluß
aufbewahrt.

Ganz  in  derselben  Weise  wurde  mit  Zecken  verfahren,
  welche  von  einem  texasfieberkranken  Kalbe
abgenommen  waren  (das  Kalb  hatte  in  seinem  Blute
die  Texasfieberparasiten  in  sehr  großer  Zahl,  aber
nur  in  der  Jugendform;  es  starb  schon  am  nächsten

age).

Als  ich  Dar-zes-Saläm  wenige  Tage  später  verließ,
  hatten  die  Zecken  schon  in  beiden  Gläsern  begonnen,
  ihre  Eier  abzulegen.  Während  des  Transportes
  hatten  sich  dann  die  jungen  Zecken  entwickelt,
waren  aber,  da  es  beim  Marsch  durch  die  Steppe
nicht  immer  möglich  gewesen  war,  sie  gegen  die  Gluth
der  afrikansschen  Sonne  hinreichend  zu  schützen,  bei
der  Ankunft  im  Gebirge  zum  großen  Theil  wieder
abgesiorben.  Immerhin  brachte  ich  noch  Hunderte
von  jungen  Zecken  lebend  nach  Kwai.  Der  Transport
hatte  zwei  Wochen  in  Anspruch  genommen.

168

 

—

Sofort  nach  der  Ankunft  in  Kwai  wurden  die
jungen  Zecken  auf  Rinder  gesetzt,  welche  aus  dem
Innern  des  Landes  stammten  und  vorher  niemals
mit  Texasfieber  in  Berührung  gekommen  waren.
Zwei  gesunde  Rinder  erhielten  die  Zecken  von  den
scheinbar  gesunden  Thieren  und  zwei  andere  Rinder
die  jungen  Zecken  von  dem  texasfieberkranken  Kalbe.
Selbstverständlich  wurden  die  Versuchsrinder  untereinander
  und  von  anderen  Thieren  streng  getrennt
gehalten.

Die  Entwickelung  der  Zecken  war  eine  ungleichmäßige.
  Im  Verlauf  von  drei  Wochen  waren  einige
schon  zur  vollen  Größe  herangewachsen,  während  die
übrigen  alle  Abstufungen  bis  zur  Größe  eines  Mohnkorns
  herab  zeigten.  An  jedem  der  Versuchsthiere
konnten  bis  100  und  mehr  Zecken  gezählt  werden.

Auffallende  Krankheitserscheinungen  traten  bei  den
Versuchsthieren  nicht  ein,  aber  am  22.  Tage,  nachdem
  die  Zecken  angesetzt  waren,  fanden  sich  bei  der
Blutuntersuchung  zum  ersten  Male  in  den  rothen
Blutkörperchen  Exemplare  von  Pyrosoma  bigeminum
in  der  so  außerordentlich  charakteristischen  birnförmigen
Gestalt  des  erwachsenen  Parasiten.  Sehr  interessant
und  bedeutsam  gestaltete  sich  das  Experiment  weiterhin
dadurch,  daß  nur  die  beiden  Rinder  Texasfieberparasiten
  bekamen,  welche  mit  den  jungen  Zecken  vom
texasfieberkranken  Kalbe  infizirt  wurden.  Die  beiden
anderen  Rinder  (mit  jungen  Zecken  von  gesunden
Thieren  besetzt)  blieben  dauernd  frei  von  den  Parasiten
  und  lieserten  somit  ein  sehr  werthvolles  Kontrolexperiment.


Die  Parasiten  hielten  sich  10  bis  12  Tage  im
Blute  der  beiden  Rinder,  dann  verschwanden  sie.
Sie  hatten  stets  die  Birnenform,  auch  waren  sie
verhältnißmäßig  wenig  zahlreich.

Dieser  Verlauf  der  Infektion  entsprach  also  der
leichten  Form  des  Texasfiebers,  obwohl  das  Ausgangsmaterial
  von  einem  sehr  schweren  und  akuten  Fall
abstammte.

Es  fragte  sich  nun,  wie  sich  die  Infektion  bei
fortgesetzten  Uebertragungen  gestalten  würde,  ob  dieselbe
  dauernd  den  leichten  Charakter  bewahren  oder
zu  einer  schweren  Form  übergehen  würde.  Zu  diesem
Zwecke  wurden  mit  dem  Blute  des  einen  der  durch
Zecken  infizirten  Thiere  vier  neue  gesunde  Rinder
geimpft,  und  zwar  erhielten  sie  je  20  cem  defibrinirtes
  Blut  unter  die  Haut  gespritzt.

In  diesem  Falle  trat  die  Wirkung  sehr  viel
schneller  ein  und  war  erheblich  stärker.  Sämmtliche
Thiere  bekamen  am  fünften  Tage  nach  der  Blutinjektion
  Temperatursteigerungen,  sie  fraßen  wenig
oder  gar  nicht,  hatten  Muskelzittern,  waren  matt  und
erschienen  zum  Theil  schwer  krank.  Im  Blute  fanden
sich  gleichfalls  vom  fünften  Tage  ab  Pyrosomen,  sie
waren  viel  zahlreicher  als  die  in  der  ersten  Generation,
  hielten  sich  aber  auch  nur  etwa  zehn  Tage
im  Blute  und  zeigten  sich  nur  in  der  Birnenform.

Genau  ebenso  verhielt  sich  ein  dritter  Infektionsversuch,
  welcher  noch  insofern  bemerkenswerth  ist,  als
        <pb n="211" />
        außer  zwei  frischen  Thieren  die  vier  Thiere  vom
ersten  Versuche,  welche  die  jungen  Zecken  erhalten
hatten,  ebenfalls  20  cem  Blut  subkutan  eingespritzt
erhielten.

Die  beiden  frischen  Thiere  und  die  beiden  im
ersten  Versuche  gesund  gebliebenen  Rinder  erkrankten
danach  an  Texasfieber  in  der  vorher  geschilderten
Beise  und  hatten  Pyrosomen  im  Blute.  Die  beiden
Rinder  dagegen,  welche  durch  Zecken  infizirt  gewesen
woren  und  die  Krankheit  in  einer  sehr  leichten  Weise
dorher  überstanden  hatten,  blieben  diesmal  vollkommen
gesund,  sie  zeigten  weder  Temperatursteigerung,  noch
lonnten  in  ihrem  Blute  bei  vielfach  wiederholten
Untersuchungen  die  Parasiten  aufgefunden  werden.
Sie  waren  also  durch  das  einmalige  Ueberstehen  der
Krankheit  in  leichtester  Form  vollkommen  immun
gegen  die  Wirkung  einer  Injektion  von  20  cem  Texasfieberblut
  geworden.

Die  bisherigen  Versuche  berechtigen  zu  folgenden
Schlüssen:

1.  Es  ist  der  ganz  einwandfreie  Beweis  gelungen,
daß  junge  Zecken,  welche  mit  kranken  Thieren  überhaupt
  nicht  in  Berührung  gekommen  sind,  das  Texasfieber
  erzeugen  können.  Dieselben  müssen  jedoch  von
Zecken  abstammen,  welche  auf  kranken  Thieren  gesessen
  haben.

2.  Das  Ueberstehen  des  Texasfiebers  in  der
leictesten  Form  verleiht  vollkommene  Immnnität
gegen  eine  Infektion  mit  erheblichen  Mengen  von
Texasfieberblut.

Es  würde  zu  weit  führen,  wenn  ich  hier  die
große  Tragweite,  welche  die  Resultate  für  die  Wissenschaft
  und  hoffentlich  auch  für  die  Praxis  besitzen,
erörtern  wollte.

Da  es  auch  in  der  dritten  Generation  nicht  gelungen
  war,  die  schwere  und  schnell  tödliche  Form
des  Texasfiebers,  wie  ich  sie  an  der  Küste  so  oft  zu
sehen  Gelegenheit  gehabt  hatte,  zu  erzielen,  so  brach
ich  die  Versuche  im  Usambaragebirge  ab  und  gedenke
diselben  an  der  Küste,  soweit  meine  Zeit  dazu  noch
ausreicht,  fortzusetzen.

Zmächst  sollen  die  in  Kwai  immunisirten  Thiere
noch  daraufhin  geprüft  werden,  ob  sie  auch  gegen
die  natürliche  Insektion  im  verseuchten  Gebiet  immun
sind,  und  wie  sich  dieselben  gegen  Einspritzung  von
Blut  verhalten,  welches  die  Jugendformen  des  Texasfeeberparasiten
  enthält.  Zu  diesem  Zwecke  sind  die
sechs  kröftigsten  Versuchsthiere  von  Kwai  nach  Dar-Es-Saläm
  geschafft  und  zugleich  mit  einigen  aus  Pugu
bezogenen  frischen,  das  heißt  nicht  immunen  Rindern
auf  die  verseuchten  Weiden  geschickt.

—  —

Die  Expedition  nach  dem  Usambaragebirge  ging
auf  dem  Hinwege  über  Tanga  und  zurück  über  Pangan.
  Es  bot  sich  mir  hierbei  vielfach  Gelegenheit,
weiteres  Material  über  die  Ausbreitung  des  Texasfiebers
  an  der  Küste  im  nördlichen  Gebiete  der
Kolonie  zu  sammeln.

169

 

Ueberall,  wo  ich  in  den  Küstenorten  und  in  der
Nähe  der  Küste  Erkundigungen  einzog,  wurde  mir
bestätigt,  daß  frisch  aus  dem  Innern  bezogenes  Vieh
sehr  bald  vom  Texasfieber  ergriffen  wird  und  große
Verluste  erleidet.  Aber  schon  wenige  Tagereisen  nach
dem  Innern  zu,  so  namentlich  in  den  Inseldörfern
des  Panganiflusses,  trifft  man  ganz  gesunde  Viehherden,
  welche  vollkommen  frei  von  Zecken  sind.

Geheimer  Medizinalrath  Dr.  Koch  nimmt  an,  daß
Stabsarzt  Zupitza,  der  sich  seit  Ende  Oktober  am
Victoria-Nyanza  aufhielt,  sich  bereits  auf  dem  Rückmarsche
  befindet  und  gegen  Mitte  März  die  Küste
erreichen  wird.  Unter  dieser  Voraussicht  hofft  er,
die  ihm  gestellte  Aufgabe  bis  April  erledigen  zu
können,  und  gedenkt,  sofern  er  keine  anderen  Weisungen
erhält,  dann  von  Afrika  abzureisen  und  im  Mai
wieder  in  Berlin  zu  sein.

 

Ueber  die  Ausdehnung  des  Rukwa-s#es.

Die  bisher  noch  offene  Frage  über  die  Ausdehnung
  des  Rukwa-Sees  ist  nunmehr  durch  die  Reese
des  Engländers  Wallace  in  erfolgreicher  Weise  gelöst
  worden.  Mr.  Wallace  hat  das  Resultat  seiner
Forschungsexpedition  in  einem  ausführlichen  Schreiben
der  Station  Udjidji  mitgetheilt,  aus  welchem  wir
das  Folgende  entnehmen:

Ich  habe  meine  Reise  um  den  Rukwa  beendet
und  bin  seit  dem  14.  September  hierher  zurück.
Ich  war  nicht  so  lange  unterwegs  als  beabsichtigt,
da  der  See  nicht  so  groß  war,  wie  er  auf  den  Karten
aussieht.  Ich  ging  den  Saisifluß  abwärts  bis  dahin,
wo  er  in  den  See  stürzt,  und  von  dort  um  das
Südende,  dann  aufwärts  an  der  Nordostseite;  kreuzte
dann  die  Ebene  nach  der  Südwestseite  in  der  Breite
von  7°  40/  südlich  und  dann  wieder  abwärts  auf
dieser  Seite  bis  zurück  zum  Saisifluß.  Dann  kam
ich  nach  Kapufi,  hierauf  den  Kalamafluß  abwärts
nach  Abercorn  am  Chitoberg  zurück.

Ich  fand  das  offene  Wasser  nur  in  einer  Ausdehnung
  von  25  geographischen  Meilen  von  Nordwesten
  nach  Südosten,  mit  einer  größten  Breite  von
12  geographischen  Meilen.  Er  liegt  in  der  Südostecke
  einer  weiten  Ebene,  die  zwischen  20  und  30  geographischen
  Meilen  in  der  Breite  schwankt.  In
nordwestlicher  Richtung  gehend,  folgt  auf  das  offene
Wasser  ein  schmaler,  nicht  tieser  Sumpf,  der  an  dem
Nordostrande  der  Ebene  liegt  in  einer  Ausdehnung
von  30  Meilen  und  an  den  sich  eine  zur  Zeit  trockene,
etwa  20  Meilen  lange,  kahle  schlammige  Ebene  anschließt.
  An  deren  Ende  ging  ich  quer  hinüber  nach
Fipa.  An  dem  Südende  fließen  die  Flüsse  Saisi
und  Songwe,  etwa  von  gleicher  Größe,  in  das  offene
Wasser;  entlang  dem  Nordostrande  sind  wenige  Flußbetten,
  alle  zur  Zeit  trocken.  Da,  wo  ich  den  See
durchquerte,  sah  ich  kein  Zeichen  von  den  Flüssen
Kafna  und  Lunga,  so  daß  sie  also  austrocknen  müssen,
        <pb n="212" />
        bevor  sie  soweit  herabkommen.  Im  Südwesten
kommen  einige  kleine  Flüsse  von  dem  hohen  Plateau
herab,  verschwinden  jedoch,  bevor  sie  in  die  offene
Ebene  gelangen.  Der  See  ist  auf  beiden  Seiten
gut  bevölkert  (a  fair  population),  aber  Wasser  giebt
es  nur  wenig  und  schlecht.  Alle  Leute  scheinen  gesittet
  (civil)  und  zufrieden  zu  sein;  es  gab  viel  Lebensmittel.
  Chimaraunga  ist  ihr  großer  Popanz  (bugbear),
doch  scheint  er  hinreichend  ruhig,  seit  er  von  Sakaliro
vertrieben  worden  ist.  Er  hat  eine  gute,  aber  nicht
starke  Boma  und  zwei  oder  drei  außerhalb  liegende
Dörfer.

Wild  war  überall  in  großer  Menge,  doch  nur
zwei  oder  drei  Arten:  Zebra,  Hartebeest  und  einige
kleine  Antilopen.  Keine  Spur  von  Elefanten  oder
Rhinozerossen;  doch  Löwen  in  großer  Zahl  zwischen
dem  Saisi  und  Songwe.

Im  Sommer  glaube  ich,  daß  das  offene  Wasser
im  Rukwa  sich  75  bis  80  geogrophische  Meilen  in
nordwestlicher  bis  südöstlicher  Richtung  erstreckt,  mit
einer  durchschnittlichen  Breite  von  15  oder  16  Meilen
und  3  bis  5  Fuß  Tiefe.  Die  Tiefe  da,  wo  das
Wasser  sich  zur  Zeit  befindet,  ist  meiner  Ansicht  nach
nicht  viel  mehr.

Ich  habe  nirgends  Unannehmlichkeiten  gehabt  und
bin  mit  allen  meinen  Trägern  zurückgekommen.

———□—  —

Kamerun.

Bericht  des  Direktors  des  botanischen  Gartens  in
Dictoria  Dr.  Preuß.

Der  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Victoria
Dr.  Preuß  hat  über  einen  Besuch  des  Pflanzgartens
in  Monte  Cafe  auf  Sab  Thomé  sowie  des  staatlichen
  botanischen  Gartens  in  Gabun  und  einer
Kakaopflanzung  in  Campo  unter  dem  2.  Februar
d.  Is.  folgenden  Bericht  erstattet:

Der  Zweck  meiner  Reise  war,  aus  dem  Versuchsgarten
  von  Monte  Cafe  auf  Saö  Thom  noch
einige  Pflanzen  für  den  botanischen  Garten  in
Victoria  zu  erwerben,  ferner  den  botanischen  Garten
und  die  Gartenanlagen  der  katholischen  Mission  in
Gabun  zu  dem  gleichen  Zwecke  zu  besuchen  und
außerdem  die  Kakaopflanzung  des  Herrn  Küderling
in  Campo,  welcher  mit  mir  die  Reise  über  Saö
Thomé  machte,  einer  Besichtigung  zu  unterwerfen.
Diese  Kakaopflanzung  ist  die  älteste  und  größte  im
südlichen  Theile  des  Schutzgebietes,  und  es  war  mir
daher  von  großem  Interesse,  das  Gedeihen  derselben
auf  dem  Lateritboden  von  Campo  zu  beobachten,
zumal  als  Saatgut  die  verschiedensten  Kakaovarietäten
aus  der  Versuchsplantage  in  Victoria  gedient  hatten.

Am  23.  November  verließ  ich  auf  dem  Dampfer
„Loanda“  Lissabon  und  traf  bereits  am  6.  Dezember
in  Sa5b  Thomé  ein,  wohin  Herr  Gouverneur
v.  Puttkamer  den  Regierungsdampfer  „Nachtigal“
gesandt  hatte,  um  mir  die  Weiterreise  zu  ermöglichen.

170

 

Ich  erfuhr  zu  meiner  großen  Freude,  daß  Herr
Konsul  Spengler  mit  „,Nachtigal“  von  Victoria
gekommen  sei,  und  benachrichtigte  ihn  sofort  von
meiner  Absicht,  ihn  zu  besuchen.  Am  7.  begab  ich
mich  hinauf  nach  Monte  Café.

Wenn  man  Sas  Thomé  auch  schon  kennt,  so  ist
man  doch  immer  wieder  von  Neuem  erstaunt  über
die  großartige  Fruchtbarkeit  des  Bodens,  die  sich
überall  offenbart.  Wer  aber  glaubt,  nun  gleich  beim
Betreten  der  Insel  vom  Strande  an  sorgfältig  gepflegte
  und  regelmäßig  angelegte  Kaffee=  und  Kakaopflanzungen
  zu  sehen,  der  wird  über  die  meist  sehr
dicht  und  unregelmäßig  bepflanzten  und  mangelhaft
gepflegten  Kaffee=  und  Kakaogärten,  die  größtentheils
Schwarzen  angehören,  sehr  enttäuscht  sein.  Will
man  die  berühmten  Plantagen  von  Sas  Thomé
sehen,  so  muß  man  sich  erst  ziemlich  weit  von  der
—  gleichnamigen  —  Stadt  entfernen,  bis  dahin,  wo
die  Besitzthümer  der  großen  Pflanzer  anfangen.
Dann  bekommt  man  überhaupt  erst  einen  Begriff
von  der  Großartigkeit  dieser  Pflanzungen.  Die  von
Herrn  Konsul  Spengler  eingerichtete  und  bisher
geleitete  Pflanzung  Monte  Cafée  gilt  auf  der  ganzen
Insel  als  Musterplantage;  leider  erlaubte  es  meine
Zeit  nicht,  dieselbe,  welche  ich  auch  schon  von  früher
her  kannte,  einer  nochmaligen  Besichtigung  zu  unterwerfen.


Ich  wandte  meine  Aufmerksamkeit  dem  Versuchsgarten
  zu,  welcher  neben  einer  großen  Anzahl  von
Rosen,  buntblätterigen  Coleus,  ferner  Begonia.,
Gardenia-,  Tabernaemontana-,  Clerodendron-Arten
  und  anderen  Zierpflanzen  eine  noch  bedeutendere
Anzahl  von  Nutzpflanzen  enthält.  Die  verschiedensten
Kakao=  und  Kaffeevarietäten  sind  hier  vertreten,
ferner  Vanille,  Thee,  Pfeffer,  Kardamom,  Kampher
und  Zimmet.  Von  Palmen  sind  vertreten  Thrinax
argentea,  Cocos-,  Corypha-,  Areca-,  Latania-Arten
  und,  durch  Größe  und  Schönheit  hervorragend,
  zwei  herrliche  Livistona  australis.  Von
Fruchtarten  sind  zu  nennen  Orangen,  Citronen,
Mandarinen,  Pompelmus,  Cajamanga-Spondias
Cytherea,  Avocabdo-Persea  gratissima,  Gnayaven=Psidium
  aromaticum,  P.  gnayava,  P.  Aracga,
Eriobotrya  japonica,  Passiflora  quadrangularis,
Ardisia  cochinchinensis,  Mangifera  indica,
Siargium  jembolanum,  Musa  cbinensis  und
mehrere  Varietäten  der  Musa  sapientium  sowie
zwei  Varietäten  der  Musa  paradisiaca  und  andere
Arten  mehr.  Von  Kautschukpflanzen  giebt  es  Manihot
  Glaziowii,  Urostigma  Vogelli,  Ficus
elastica  und  einige  Landolphia-Spczies,  darunter
die  Landolphia  llorica  vom  Kamerungebirge.
Erwähnenswerth  sind  noch  Musa  textilis,  Manilahanf,
  welche  auch  auf  Fernando  Po  in  ausgedehnterem
  Maße  kultivirt  wird  und  deren  Fasern
dort  praktisch  verwendet  werden,  ferner  Eritbroxylon
Coca,  Paullinia  sorbilis,  Crescentia  Ccucurbitana,
  die  einzige  in  Westafrika  und  zwar  nur  auf
Saöb  Thomé  vorkommende  Konifere  Podocarpus
        <pb n="213" />
        Mannii,  Smilax  officinalis,  Phormium  tenax
und  einige  interessante  Vertreter  der  Familie  der
Bambuseae.  Auch  alle  europäischen  Gemüse  gedeihen
  gut,  desgleichen  die  Erdbeere.  Sogar  der
Apfelbaum  bringt  hier  Früchte;  allerdings  macht  es
einen  merkwürdigen  Eindruck,  wenn  ein  Baum  an
seinen  langen,  ruthenförmigen,  überhängenden  Aesten
fast  am  Ende  je  eine  Frucht  trägt.  Die  Ananas
wird  nicht  so  groß  und  schön  wie  in  Victoria,  indessen
  gedeiht  sie  immerhin  leidlich  gut.

Das  Klima  von  Monte  Café  ist  jedensalls  sehr
merkwürdig,  da  der  Kaffee  hier,  bei  fast  700  m  Höhe,
seine  denkbar  besten  Wachsthumsbedingungen  alle
erfült  sieht,  während  auch  Kakao,  Muskatnuß,
Zimmet  und  alle  Bananen,  desgleichen  die  Vanille
vortrefflich  gedeihen  und  die  Ananas  neben  dem
Apfelbaum  und  der  Erdbeere  Frucht  bringt.  Einen
traurigen  Eindruck  machen  die  Bäume  von  Manihot
Glaziowü.  Weder  der  gute  Boden  noch  das
Klima  von  Monte  Café  scheint  dieser  Art  zu  behagen.
  In  dem  schlechten  Lateritboden  des  botanischen
  Gartens  von  Gabun  dagegen  wird  aus
diesem  Baume  ein  guter  Kautschuk  gewonnen,  wovon
ich  mich  selbst  einige  Tage  später  überzeugen  konnte.
Auch  sah  ich  dort  Präparate,  welche  aus  diesem
Kautschuk  in  Paris  angefertigt  waren  und  welche
an  Qualität  nichts  zu  wünschen  übrig  ließen.  Jedoch
stimmte  Herr  Chalot,  der  Direktor  des  Gartens,
mit  mir  darin  überein,  daß  die  Menge  des  Kautschuls
  doch  zu  gering  sei,  als  daß  an  eine  durch
Europäer  betriebene  lohnende  Kultur  des  Baumes
zu  denken  sei.  Er  wird  wohl  nur  bei  einer  Anpflanzung
  durch  Eingeborene,  welche  ganz  mühelos
ist,  vielleicht  einige  Wichtigkeit  erlangen,  da  er  sehr
schnell  wächst  und  durch  das  Anzapfen  wenig  Schaden
leidet.  Ich  war  in  Victoria  erstaunt,  zu  sehen,  wie
vollständig  sich  die  Narben  der  vor  etwa  dreiviertel
Jahren  angezapften  Bäume  geschlossen  hatten.  Auch
schienen  die  Bäume  durch  das  Anzapfen  nicht  im
Geringten  in  ihrer  Entwickelung  beeinträchtigt
worden  zu  sein.

Ficus  elastica,  welche  im  Jahre  1894  aus
Vctoria  nach  Monte  Casé  übergeführt  worden  war,
hatte  sich  sehr  gut  entwickelt.  Diese  Art  soll  gerade
einer  gewissen  Höhenlage  bedürfen,  um  wirklich
lohnende  Erträge  von  Kautschuk  liefern  zu  können.

Sehr  interessant  war  mir  die  Entwickelung  von
Uandolphia  florica.  Von  dieser  Kautschukliane
hatte  ich  im  Dezember  1893  einige  von  Buca
stammende,  etwa  30  cm  hohe  Pflanzen,  welche  in
dem  heißen  Küstenklima  von  Victoria  schlecht  fortlamen,
  nach  Monte  Café  gebracht.  Ich  war  nicht
wenig  erstaunt,  als  ich  jetzt  die  Pflanzen  bis  25  m
hoch  an  Bäumen  sich  emporschlingen  sah,  denn  ich
habe  noch  nie  bei  einer  Landolphia  ein  ähnlich
scnelles  Wachsthum  beobachtet.

Da  in  Monte  Café  früher  mit  der  Kultur
don  Landolphia-Arten  angestellte  Versuche  entweder
ganz  negative  oder  doch  nur  sehr  wenig  befriedi- 



 

171  —

gende  Resultate  ergeben  haben,  so  scheint  mir  gerade
die  Landolphia  florida  wegen  der  verhältnißmäßig
günstigen  Ergebnisse  besondere  Beachtung  zu  verdienen,
  zumal  sie  von  allen  mir  bekannten  Kautschuklianen
  den  besten  Kautschuk  liefert.  Ich  kann  daher
für  die  in  höheren  Lagen  des  Kamerungebirges  anzulegenden
  Pflanzungen  nur  empfehlen,  diese  Art  an

Schattenbäumen  und  in  stehenbleibenden  Waldparzellen,

  Schluchten  2c.  zu  züchten.  Vor  Jahresfrift
wurden  in  Buga  eine  Anzahl  Samen  der  Gattung
ausgesät  und  haben  gut  gekeimt.

Als  sehr  merkwürdig  muß  ich  hier  erwähnen,
daß  das  Kanthosoma  violaceum  Schott  erst  im
Jahre  1894  durch  Herrn  Konsul  Spengler  von
Victoria  aus  nach  Monte  Café  und  Sas  Thomé

übergeführt  wurde,  wo  diese  Art  bisher  nicht  existirt

hatte.  Ich  habe  keinen  Grund,  die  letztere  Angabe
des  Herrn  Spengler,  der  Saö  Thomé  gut  kennt
und  ein  sehr  aufmerksamer  Beobachter  ist,  anzuzweifeln;
  ihm  fiel  die  Pflanze  bei  seiner  ersten  Anwesenheit
  in  Victoria  sofort  auf.  —  Merkwürdig  ist
dieses  um  so  mehr,  als  das  Kanthosoma  riolaceum
in  ganz  Westafrika  überall  und  meiner  Meinung
nach  in  weit  ausgedehnterem  Maße  kultivirt  wird
als  die  Colocasia  esculenta,  weil  es  weit  größere
und  schmackhaftere  Knollen  liefert.  In  Sierra  Leone
wird  es  „Jamaica-Koko“  genannt.  Die  Knollen
beider  Arten  gehen  unter  dem  Namen  „Koko“  oder
„Makabo“,  und  ich  bin  überzeugt,  daß  sie  von  vielen
Europäern  nicht  unterschieden  werden,  obgleich  die
großen,  pfeilförmigen  Blätter  und  die  auffallende
weißliche,  purpurn  geäderte  Spatha  des  Kanthosoma
  sich  sofort  von  der  Colocasia  mit  dem  schildförmigen
  Blatt  und  der  schlanken,  gelben  Spatha
unterscheiden  lassen.  Es  wäre  sehr  interessant,  das
Verbreitungsgebiet  der  Kanthosoma  violaceum
Schott  festzustellen.

Ein  großblumiger  Strophantus,  welcher  sich  an
einer  Spondias  cytherea  emporwindet,  blühte  jetzt
in  Menge.  Er  ist  mit  S.  hispidus  bezeichnet,  aber
jedenfalls  mit  Unrecht,  da  er  weder  behaart  ist,  noch
die  langen  Blüthenzipfel  dieser  Art  hat.  Ich  halte
ihn  für  S.  gratus,  den  ich  einige  Tage  später  in
Gabun  in  Menge  sah.  In  Monte  Café  setzt  er
nie  Früchte  an,  in  Gabun  dagegen  sehr  reichlich.
Ich  nahm  von  Monte  Casé  und  auch  von  Gabun
Stecklinge  und  Früchte  mit,  welche  in  Victoria
bereits  angegangen  sind  bezw.  zahlreich  gekeimt  haben.

Unter  anderen  Arten  erhielt  ich  von  Herrn
Konsul  Spengler  einige  Pflänzchen  von  Urostigma
  Vogelii,  welcher  Kautschukkaum  in  Monte
Casc  vorzüglich  gedeiht.  Ich  halte  dieses  für  eine
sehr  werthvolle  Erwerbung  für  die  Versuchsplantage
in  Victoria,  da  die  Art  sich  eventuell  zu  einer
regelrechten  Kultur  eignet.

Außerdem  erhielt  ich  Früchte  der  länglichen  und
der  runden  Muskatnuß,  eine  angeblich  aus  Neu-Granada
  stammende  Kakaoart  mit  sehr  vollen,  runden
Bohnen  und  Pflänzlinge  einer  Bambusart,  Phpyllo-
        <pb n="214" />
        stachys  bambusoides  (2),  welche  ausgezeichnete
Gehstöcke  liefert.  Eine  andere  Art,  welche  zu  Regenschirmstöcken
  und  Geflecht  von  Rohrstühlen  2c.  Verwendung
  findet,  ist  bereits  früher  nach  Kamerun
übergeführt  worden  und  gedeiht  in  Busa  sehr  gut.

Die  Eingeborenen  im  Kamerungebiet  haben  leider
noch  wenig  Verständniß  für  den  Nutzen  des  Bambusrohres.
  Sie  sind  an  die  sogenannte  Bambupalme,
Raphia  vinisera,  gewöhnt,  welche  aber  auf  die
Dauer  kaum  im  Stande  sein  dürfte,  den  ganzen
Bedarf  an  Material  zum  Hausbau  zu  decken,  da  sie
zu  langsam  wächst.  Ich  hoffe,  daß  das  Bambusrohr
allmählich  eine  größere  Verbreitung  finden  und,  wie
in  Indien,  eine  Wohlthat  für  die  ganze  Bevölkerung
werden  wird.  In  Sas  Thom,  wo  zum  Theil
Chinesen  als  Arbeiter  verwendet  werden,  sah  ich
letztere  aus  der  Bambusa  arundinacea  z.  B.  sehr
gute  Körbe  herstellen,  indem  die  Stämme  der  Länge
nach  in  Streifen  gespalten  wurden,  welchen  man
durch  Abschaben  des  Innengewebes  die  erforderliche
Geschmeidigkeit  gab,  so  daß  sie  sich  leicht  zu  Flechtwerk
  verwenden  ließen.

Am  9.  Dezember  begab  ich  mich  an  Bord  der
„Nachtigal“  und  langte  am  10.  in  Gabun  an.
Herr  Konsul  Gebauer  empfing  mich  aufs  Freundlichste.
  Ich  machte  dem  Gouverneur  meinen  Besuch,
welcher  meine  Wünsche  in  Betreff  des  botanischen
Gartens  zu  erfüllen  versprach,  und  lernte  dann  den
Direktor  des  letzteren,  Herrn  Chalot,  kennen.  Ein
Tornado  mit  lange  andauerndem  Regen  hinderte
leider  jede  Unternehmung.

Am  10.  Dezember  besichtigte  ich  unter  Führung
des  Herrn  Chalot  den  botanischen  Garten.  Dieser
umfaßt  einen  Flächenraum  von  6  ha.  Er  ist  durch
Wege  in  eine  Anzahl  regelmäßiger  Felder  eingetheilt,
welche  durch  schöne  Palmen  (Latania  borbonica,
Hyphaene  thebaica,  Thrinax  argentea  etc.)
oder  hohe  Gräser,  wie  Andropogon  citratus  und
A.  muricatus,  oder  durch  Hecken  von  Strophantus
gratus  2c.  eingefaßt  sind.  Sehr  eigenartig  ist  eine
prachtvolle  Allee  von  Raphia  taedigera.

Das  Gelände  ist  wellig  und  an  den  tieferen
Stellen  etwas  sumpfig.  Der  Boden  ist  minderwerthig
  —,  ein  stark  verwitterter  Laterit  mit  zahlreichen
  Knöllchen  von  Raseneisenstein.  Was  Schönheit
  der  Lage,  Fruchtbarkeit  des  Bodens,  Ueppigkeit
des  Pflanzenwuchses  und  Gunst  der  Wasserverhältnisse
  anbetrifft,  läßt  er  sich  allerdings  nicht  mit  dem
Versuchsgarten  in  Victoria  vergleichen,  jedoch  ist  er
sehr  sauber  gehalten,  und  man  sieht,  daß  dort  fleißig
gearbeitet  und  viel  für  denselben  gethan  wird.

Der  Garten  enthält  eine  verhältnißmäßig  hohe
Anzahl  von  Nutz=  und  Zierpflanzen,  im  Ganzen
326  Arten,  von  denen  73  im  französischen  Kongogebiete
  wild  vorkommen.  Besondere  Aufmerksamkeit
wird  den  Obstarten  geschenkt.  Von  Mangikera
indica  finden  sich  allein  13  veredelte  Varietäten
vor,  welche  sich  durch  Größe  und  Wohlgeschmack  bei
sehr  lleinem  Kern  auszeichnen,  außerdem  giebt  es

 

172  —

Anonen,  Avocadobirnen,  Orangen,  Mandarinen,
Pompelmus,  Citronen,  Ananas,  Spondias  cxtherea;,
Monstera  deliciosa  und  Andere  mehr.  Sehr
reichhaltig  ist  die  Sammlung  von  Palmen.  Sie
enthält  32  Arten  in  meist  sehr  schönen  Exemplaren,
welche  die  größte  Zierde  des  Gartens  sind.

Von  Vanilla  planifolia  ist  eine  kleine  Versuchspflanzung
  eingerichtet,  welche  stark  mit  faulenden
Pflanzentheilen,  Bananendetritus  2c.  gedüngt  wird
und  gut  gedeiht.  Als  Stützpflanze  dient  Curcas
purgans.  Meine  Hoffnung,  hier  eine  andere  Varietät
vorzufinden  als  in  Sas  Thomé,  erfüllte  sich  nicht,
indessen  nahm  ich  eine  Anzahl  Stecklinge  mit  mir.

Interessant  war  es  mir,  hier  die  richtige  Fourcroya
  gigantea  (Mauritiushanf)  zu  sehen,  deren
Blätter  am  Rande  glatt  sind,  während  diejenigen
der  in  Victoria  kultivirten  Varietät  mit  starken
Stacheln  besetzt  sind.

Eine  wildwachsende  Alstonia  wird  in  großer  Anzahl
  kultivirt.  Man  hofft,  ein  guttaperchaähnliches
Produkt  daraus  zu  gewinnen.

Den  Manihot  Glaziowii  erwähnte  ich  schon
an  anderer  Stelle.  Auch  der  Parakautschukbaum,
Hevea  brasiliensis,  wird  kultivirt,  ist  aber  nur
in  noch  sehr  jungen  Exemplaren  vorhanden.  In
Victoria  haben  in  diesem  Januar  die  ältesten  Bäume
von  Herea  zum  ersten  Male  reichlich  geblüht.  Es
ist  dieses  sehr  beachtenswerth,  da  diese  Art,  nach  den
bisherigen  Erfahrungen  zu  urtheilen,  für  Kamerun
eventuell  eine  große  Zukunft  hat  und  demnächst  sich
Gelegenheit  bieten  dürfte,  sie  in  größerem  Maßstabe
durch  Samen  fortzupflanzen.

Von  Strophantus  sind  sechs  Arten  in  Kultur,
darunter  zwei  wilde,  noch  unbestimmte.  Von
S.  gratus  konnte  ich  zwei  Pflanzen  und  eine  reife
Frucht,  welche  etwa  einen  halben  Meter  lang  ist,
mit  mir  nehmen.  Stecklinge  von  S.  hispicus  hoffe
ich  in  kurzer  Zeit  zu  erhalten.

Eine  Anzahl  Bäume  von  Khaya  senegalensis
gedeihen  sehr  gut.  Uragoga  Ipecacuanha  versagt
hier  ebenso  vollständig  wie  in  Victoria.

Der  Kakao  entwickelt  sich  nicht  besonders  gut,
es  waren  nur  einige  mittelmäßige  Bäume  vorhanden.
Dagegen  überraschte  mich  der  üppige  Wuchs  einiger
Nelkenbäume,  Caryophyllus  aromaticus.  Der
sandige  und  lehmige  Boden  von  Gabun  scheint  ihnen
besser  zu  behagen  als  der  humusreiche  Basaltboden
des  Kamerungebirges.  Dieses  wird  für  den  südlichen
  Theil  des  Schutzgebietes  in  Zukunft  zu  beachten
  sein.

Die  Arten,  welche  ich  für  den  botanischen  Garten
in  Victoria  erhielt,  sind  folgende:  Andropogon
muricatus,  A.  citratus,  Bambusa  viridi-glaucescens,
  B.  pigra,  Cicca  disticha  (Samen),  Citrus
deliciosa,  C.  lumia,  zwei  schöne  Codiaeum-Varietäten,
  Crescentia  Cujete  var.  wicrocarpa,  Curcuma
  aromatica,  Cycas  revoluta,  Eupatorium
aapana,  Landolphia  Klainii,  Lagerstroemia
reginae,  Lavigeria  salutaris.  Mammea  amerl-
        <pb n="215" />
        ana.  Pachyra  macrocarpa,  Passiflora  laurifolia,
Parmentiera  cereifera,  Psidium  Araca,  Rare-Mmlamadagascariensis,
  Raphia  taedigera#(Früchte),
Saaforthia  elegans,  Spondiascytherea,  Strophantus
  gratus,  Tradescantia  discolor,  CQuassia
mara.  Alle  Pflanzen  langten  in  Victoria  in  guter
Seichaffenheit  an,  dank  der  vortrefflichen  Verpackung,
in  welcher  Herr  Direktor  Chalot  sie  mir  überzeben
  hatte.

Am  12.  Dezember  stattete  ich  der  katholischen
Mission  in  Gabun  einen  Besuch  ab,  da  ich  viel  von
den  Gartenanlagen  derselben  hatte  erzählen  hören.
Her  Pater  Klein,  der  bereits  eine  mehr  als  dreißigührige
  Wirksamkeit  in  Afrika  hinter  sich  und  die
Gartenanlagen  geschaffen  hat,  übernahm  die  Führung
durch  dieselben  in  freundlichster  Weise.  Auch  hier
konte  ich  noch  einiges  Interessante  und  Neue  theils
an  Zier-,  theils  an  Nutzpflanzen  für  den  botanischen
Garten  in  Victoria  erlangen,  z.  B.  Tereskia  aculeata,
  Tecoma  stans,  Jasminum  Ssambac,
Codiacum  Andraeanum,  eine  Acacia,  welche  sich
dorüglich  zu  Hecken  eignet  und  wegen  ihrer  eigenthümlichen
  Stacheln  von  den  Franzosen  Acacia
-corne  de  boeuft  genannt  wird,  serner  Mandarinendäumchen,
  Sapotillen,  die  dunkelviolette  Eierfrucht
(Solanum  melongena),  Saffran,  eine  gute  Varietät
von  Persea  gratissima  und  die  kleinfrüchtige  Feigenbonane
  von  Cayenne.

Vanille  wird  in  größerem  Maßstabe  kaultivirt,
fermer  Kaffee,  Spondias  cytherea,  bie  veredelten
Mangos  und  Anderes  mehr.  Die  Mission  macht
mit  ihren  zahlreichen,  gut  gehaltenen  Gebäuden  und
den  ausgedehnten  Anlagen  einen  sehr  guten  Eindruck;
man  sieht  viel  Arbeit  und  —  Erfolg.

Am  Nachmittage  des  12.  verließen  wir  Gabun
und  langten  am  13.  nach  einer  schwierigen  Fahrt  bei
mehreren  Tornados  und  furchtbaren  Regengüssen  am
Vormittage  in  Campo  an.  Die  Landung  ist  schwierig
und  sehr  zeitraubend.  Am  Nachmittage  besichtigte
ich  mit  Herrn  Küderling  dessen  Kakaopflanzung.
Dieselbe  lehnt  sich  an  den  Campofluß  an  und  ist  die
lteste  und  wohl  einzige  größere  Pflanzung  im  südlhen
  Schutzgebiet.  Sie  ist  musterhaft  sanber  geballen
  und  gut  angelegt.  Sie  enthält  etwa  18000
Fiune,  von  denen  die  ältesten  bereits  Früchte  tragen.
de  Bäume  sind  gut  gewachsen  und  entwickeln  sich
Remlich  schnell.  Der  Boden  ist  Laterit,  lehmig  und
zemlich  leicht.  Die  großartige  Urwaldvegetation
Reutet  allerdings  darauf  hin,  daß  der  Boden  leistungssühig
  ist,  jedoch  dürfte  dem  Kakao  nach  einiger  Zeit
Tunger  zuzuführen  sein.  Ein  Raubbau  wie  im
Kamerungedirge  wird  sich  hier  nicht  durchführen  lassen,
jedoch  sind  die  Arbeitskräfte  so  viel  billiger,  daß  man
auf  eine  gute  Rentabilität  rechnen  kann.

Als  Schattenbäume  werden  unter  anderen  die
zahlreichen  Coula  edulis  geschont,  mit  deren  Export
nach  Europa  demnächst  ein  Versuch  gemacht  werden  soll.

In  Campo  werden  wir  jedenfalls  zuerst  sehen,  ob
der  Lateritboden  des  südlichen  Schutzgebietes  im  Stande

173

 

ist,  eine  erfolgreiche  Kakaokultur  zu  ermöglichen.  In
Kribi  war  es  ja  nicht  der  Fall,  indessen  wächst  in
Kribi  nicht  einmal  die  Banane,  und  die  Bodenverhältnisse
  sind  ungleich  viel  schlechter  als  in  Campo.

Am  14.  Dezember  verließen  wir  Campo  und  mußten
noch  Kribi  anlaufen,  um  bei  dem  dortigen  Bezirksamt
Nachrichten  über  die  Schutztruppe  einzuholen.  Am
Wasserfall  des  Kribiflusses  fand  ich  eine  wilde
Strophantusart,  welche  ich  mit  mir  nahm  und  die
jetzt  im  botanischen  Garten  in  Victoria  kultivirt  wird.

Am  Nachmittage  des  15.  Dezember  traf  ich  in
Victoria  ein  und  übernahm  die  Leitung  des  botanischen
  Gartens.

Unterdrückung  der  Unruhen.

Aus  Kamerun  ist  die  Nachricht  eingegangen,  daß
die  in  letzter  Zeit  im  Banelande  ausgebrochenen  Unruhen
  durch  das  energische  Eingreifen  eines  Theiles
der  Schutztruppe  unter  Premierlieutenant  v.  Stein
unterdrückt  worden  sind.  Die  Schutztruppe  unter
Hauptmann  v.  Kamptz  hat  sich  darauf  gegen  die
Bulss,  die  die  Straße  nach  Lolodorf  beunruhigt  hatten,
gewandt,  um  auch  dort  Frieden  zu  schaffen.  Aller
Voraussicht  nach  wird  es  dabei  zu  größeren  kriegerischen
  Unternehmungen  nicht  kommen.

—.....—

Reise  des  Stationsvorstehers  von  Faünde.

Der  Stationsvorsteher  von  Yaunde,  Premierlieutenant
  v.  Carnap,  hat  nach  Meldungen  aus
Kamerun  eine  Reise  durch  das  südöstliche  Hinterland
der  Kolonie  bis  zum  Kongo  glücklich  beendigt.  Der
Reisende  ist  bis  nach  Ngaundere  und  von  dort  zum
Sangha  vorgedrungen,  wo  er  den  Ort  Zimu  Weihnachten
  v.  Is.  erreichte,  hat  die  belgischen  Faktoreien
im  deutschen  Gebiete  besucht  und  sich  dann  nach  der
Kongomündung  und  von  dort  zurück  nach  Kamerun
begeben.  Die  Expedition  ist  durchaus  friedlich  verlaufen.
  Das  durchzogene  Gebiet  soll  sich  durch  große
Fruchtbarkeit  und  Wohlstand  der  Bewohner  auszeichnen.
  Das  Nouvement  géographique  erwartet
von  der  Reise  wichtige  Ergebnisse.

—  —  —

Berichte  über  die  Bane-Bulv#.  Expedition.
Ueber  die  Bane-Buly-Expedition  liegen  folgende
Berichte  vor:
Tunga,  den  14.  Januar  1898.

Am  3.  Januar  d.  Is.  übernahm  ich  in  Okalansama
  das  Kommando  über  die  im  Rückmarsch  nach
Lolodorf  begriffene  Bane-Expedition.  Premierlieutenant
  Freiherr  v.  Stein  zu  Lausniß  hat  nach
meiner  persönlichen  Wahrnehmung  seine  Aufgabe  gut
gelöst.  Das  Banegebiet  ist  nunmehr  unterworsfen
und  ruhig.  Die  nach  Okalansama  bestellten  Genoahäuptlinge
  erschienen  zwar  nicht,  doch  ist  meiner
        <pb n="216" />
        Ueberzeugung  nach  nur  Furcht  die  Veranlassung.
Ich  habe  ihnen  einen  längeren  Termin  stellen  lassen.

Am  7.  Januar  traf  die  gesammte  Expedition  in
Lolodorf  ein,  und  nöthigte  hier  die  Neubeschaffung
von  Trägern  und  Erledigung  von  Stationsangelegenheiten
  zu  mehrtögigem  Aufenthalt.

Am  12.  d.  Mts.  ist  die  Expedition  in  der  Stärke
von  3  Offizieren,  1  Arzt,  3  weißen  Unteroffizieren,
1  Lazarethgehülfen,  162  farbigen  Chargen  und  Soldaten,
  in  zwei  Kompagnien  formirt,  und  145  Trägern
  aufgebrochen,  um  über  Tungadorf  in  das  Bulygebiet
  zu  gehen.

Ich  beabsichtige  zuerst  den  großen  Sakoistamm
für  seine  in  kurzer  Zeit  erfolgten  vielfachen  Räubereien
am  Gouvernementsweg  zu  bestrasen  und  dann  im
Hinterlande  von  Groß-Batanga  und  Campo  Ordnung
zu  schaffen.

Aus  dem  Widerstande,  den  die  Truppe  im  Banegebiet
  gefunden  hat,  läßt  sich  erkennen,  daß  auch  hier
der  Widerstand  ein  erheblicher  sein  wird.

Nur  die  Bulys  unmittelbar  südlich  des  Banegebietes
  (Mfong)  haben  sich  friedlich  gezeigt.  Desgleichen
  soll  auch  die  unmittelbare  Umgebung  der
Missionsstation  ruhig  geblieben  sein.  Morgen,  am
15.  d.  Mts.,  will  ich  von  hier  aufbrechen.

(gez.)  v.  Kamptz,
Hauptmann  und  Kommandeur.

Ngulemakong,  den  19.  Dezember  1897.

Dem  Kaiserlichen  Gouvernement  berichte  ich  ganz
gehorsamst,  daß  gestern  die  West-Wogamug,  etwa
400  bis  500  Mann  stark,  unter  Führung  von  Amogubane,
  denen  ich  freies  Geleit  hatte  versprechen  lassen,
zu  Friedensverhandlungen  hier  eingetroffen  sind,  und
es  ist  mir  gelungen,  einen  Friedensvertrag  mit  ihnen
abzuschließen.  1

Die  Aussichten  auf  Beendigung  der  Expedition
im  Banegebiet  sind  im  Uebrigen  derartige,  daß  ich
in  etwa  14  Tagen  hoffe,  den  Ost-Wogamugfrieden
ebenfalls  in  entsprechender  Form  schließen  zu  können.
Kleine  militärische  Aktionen  zu  diesem  Zweck  sind
vorher  jedenfalls  aber  noch  erforderlich.  Vorläufig
erwarte  ich  die  Rückkehr  von  Unterhändlern  Balinkorres
  aus  Sambongsa  (Jamböng).  Die  Expedition
wird  jedenfalls  bei  ihrer  Rückkehr  noch  eine  Verzögerung
  erleiden,  da  dem  Vernehmen  nach  Genaas,
also  zwischen  hier  und  Lolodorf,  auf  dem  Gouvernementsweg
  und  der  Baneroute,  neuerdings  bedeutende
Uebergriffe  sich  haben  zu  Schulden  kommen  lassen.
Ich  habe  alle  Genoahäuptlinge  auf  dem  Rückwege
zu  mir  bestellt  und  werde  gegen  nichterscheinende,
eine  hohe  Genehmigung  vorausgesetzt,  zur  endlichen
gründlichen  Sicherung  der  Straßen  rücksichtslos  vorgehen.
  Eventuell  werde  ich  einen  Theil  der  Lolodorfbesatzung
  an  den  Gouvernementsweg,  eltwa  10  Stunden
östlich  Lolodorfs,  vorläufig  ständig  Quartier  beziehen
lassen,  und  bitte  ich  deshalb  gehorsamst  um  Genehmigung,
  vorläufig  die  mir  von  Yaunde  zur  Verfü-174



 

gung  gestellten  zehn  Soldaten  in  Lolodorf  behalten
zu  dürfen,  zumal  iederzeit  eine  stärkere  Patrouille
nach  Bane—Genoa  oder  Buli  dort  verfügbar  sein  muß.

(gez.)  Freiherr  v.  Stein,
Premierlieutenant  und  Expeditionsführer.

Ngulemakong,  den  27.  Dezember  1897.

Dem  Kaiserlichen  Gouvernement  berichte  ich  ganz
gehorsamst,  daß  am  25.  d.  Mts.  sich  die  Ost-Wogamugs
unter  Führung  des  Häuptlings  Balansäna,  Sohnes
des  Sambosä  (Jamböng),  hier  eingefunden  haben,
um  Frieden  zu  erbitten.  Politisch  wichtiger,  weil
bedeutend  intelligenter  und  energischer,  ist  der  jüngere
Bruder  des  Erwähnten,  Ndi,  der  noch  weiter  östlich
sitzt  und  sehr  großen  Anhang  hat.  Es  ist  derselbe,
der  seinerzeit  den  Ueberfall  in  Yanda,  im  Ataganebusch,
  in  Scene  setzte.  Gerade  diesen  glaube  ich  im
Anschluß  an  die  Friedensverhandlungen  völlig  davon
überzeugt  zu  haben,  daß  sein  Vortheil  auf  Seiten
der  Europäer  liegt,  und  hat  er  ebenso  wie  der  intelligenteste
  Sohn  des  alten  Balinkorre,  Balingtsche,
mir  bereits  den  Wunsch  geäußert,  zur  Erweiterung
seines  Gesichtskreises  einen  Besuch  in  Kamerun  abzustatten,
  der  ihm  ein  noch  erhöhtes  Ansehen  bei
seinen  Landsleuten  eintragen,  der  Kaiserlichen  Regierung
  aber  für  die  Zukunft  wohl  auch  bedeutend
von  Nutzen  sein  würde.  Balansäna  und  ein  großer
Theil  der  übrigen  Ost-Wogamughäuptlinge  haben
übrigens  nachweislich  sich  am  Kriege  nicht  betheiligt,
im  Gegentheil  stets  zum  Frieden  geredet.  Doch  ist
ein  Theil  ihrer  Leute  ohne  ihre  Genehmigung  den
West-Wogamugs  zugelaufen.  Ich  glaubte,  die  Friedensbedingungen
  auch  dementsprechend  niedriger  ansetzen
  zu  können,  zumal  Kund  seinerzeit  lange  Zeit
in  Sambosa  (Jamböng)  vorzügliche  Aufnahme  und
jede  Unterstützung  fand.  Verschiedene  Zeitungen  aus
dem  Jahre  1886,  eine  große  deutsche  Flagge,  Zeuge  rc.
wurden  mir  als  Erinnerung  an  Kund  mitgebracht.
Der  Weg  über  Sambosaä  (Jamböng)  hinaus  an  den
Nyong,  2½  Tagemärsche  ostnordöstlich  von  hier,
dürfte  also  in  zwei  Monaten  in  seiner  ganzen  Länge
von  Lolodorf  aus  sicher  und  gut  wie  die  Gouvernementsroute
  sein.  Die  östlich  der  Ost-Wogamugs
sitzenden,  sehr  bedeutenden  Jengone,  die  zu  passiren
Kund  seinerzeit  nicht  glückte,  würden  unter  dem  Druck
der  Ereignisse  jetzt  ebenfalls  friedlich  sein,  und  dürfte
in  Rücksicht  auf  die  mir  allerseits  bestätigte  Schifsbarkeit
  des  oberen  Nyong  auf  große  Strecken  in
Verbindung  mit  der  neugeschaffenen  Wegeverbindung
Lolodorf—  Bambam  —  Kubana—Amogubane—Jeneballa—Ngulemakong—Sambosä
  zu  genanntem  Flusse
(zusammen  etwa  70  Stunden)  ein  bedeutender  Aufschwung
  des  Handels  von  Lolodorf  aus  direkt  nach
Osten  zu  erwarten  sein.  So  liegen  allein  in  der
hiesigen  Faktorei  700  Pfund  Jengone-Elfenbein  und
sind  jetzt  150  eingeborene  Träger  zur  Küste  gegangen,
ohne  40  Eingeborene,  die  für  mich  ohne  Soldaten
nach  Lolodorf  marschirt  sind.  Wenn  irgend  möglich,
        <pb n="217" />
        ——

möchte  ich  daher  die  Trockenzeit  nicht  vorübergehen
lassen,  ohne  einen  weiteren  Vorstoß  nach  Osten  zu
machen.  Ich  würde,  um  eine  außerordentlich  günstige
Gelegenheit  nicht  unausgenutzt  zu  lassen,  unter  Jengonegeleit
  und  in  Begleitung  Balingkorres  von  hier
sieben  Tagemärsche  weiter  östlich  zu  kommen,  dazu
den  Landweg  in  Aussicht  nehmen,  um  auf  dem
Wasserwege  mit  gleichzeitiger  genauer  Routenaufnahme
zurückzukehren.  Eine  hohe  Genehmigung  vorausgesetzt,
würde  ich  Anfang  Februar  von  hier  aufbrechen  und
habe  ich  Dispositionen  dazu  theilweise  schon  getroffen.
Sehr  zu  Gunsten  würde  mir  noch  der  Umstand
kommen,  daß  der  Kaufmann  Dunkhorst,  der  die
Sprache  absolut  beherrscht,  mich  dann  —  ausschließlich
zu  Explorationszwecken  —  eventuell  begleiten  würde.
Die  Dauer  der  Expedition  schätze  ich  auf  1  bis
1½  Monate.

Der  Abmarsch  der  Truppe  wird  in  den  nächsten
Tagen  stattfinden.  Morgen  gehen  20  Mann  unter
Führung  des  Sergeanten  Rückert  zur  Bedeckung  des
Akztes  und  der  Lazarethkranken  in  kleinen  Tagemärschen
  über  Essumbambombo  über  den  Gouvernementsweg
  nach  Lolodorf,  um  dann  in  Tunga  weitere
Besehle  bezw.  meine  Ankunft  zu  erwarten.  Ich  selbst
werde  mit  dem  Rest  der  Truppe  dann  nach  Essumbambombo
  marschiren  und  die  Kamajaunde  zur  Wegereinigung
  von  Elama  bis  durch  den  Mbengasumpf
zwingen,  wie  ich  schon  gehorsamst  berichtete,  und
werde  ich  im  Anschluß  daran  in  Genoa  endgültig
Ordnung  stiften,  wie  ich  ebenfalls  schon  erwähnte.
am  10.  Jannar  1898  spätestens  hoffe  ich  von  Tunga
oder  wahrscheinlicher  von  Bipindi  aus,  die  Bu-eangelegenheit
  in  Angriff  nehmen  zu  können.

(gez.)  Freiherr  v.  Stein,
Premierlieutenant  und  Expeditionsführer.

—

Togo.

libericht  üder  die  im  deutschen  Schutzgebiete  von  Togo
ensissügen  Deutschen  und  Fremden  am  3).  Dezember  1897.

#ch  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.

 

—  —  .  —  —  —  —  —  —

 

 

 

 

 

—Sktatzungehöriglit.  Stand  oder  Gewerbe
..  #
—.
J
#  "  .
Dautscce  1|1  22  25  3
holander  s  31½  1.—
Panzosen  2  —  2  —  —
Englinder  .13  —
zet.  .  1  —  —  1  —
Zusammen  94331  271  27  3
derner  weibliche  Personen:  16  *(  kummen  Deutsche:
Forstassessor,
Zusammen  110  2  Forschungsreisende,
2  Assistenten,  1  Photograph.

175

 

b.  Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.

 

—...G  —  —  —  —.  —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl
8  S  S2-  .  7
Kueuele  2.s3
-s⅜éäCo"2  *5P5s5%34E
S  L  S  m—
m3

I  l  !
Lome...38.lx—2'2;-43:84)

Klein-Popo  u.  .-Sebbe..

  Los-I—  —  1—  21  2
Kpeme  3  —  +——  —  +3  1
Porto  Seguro  2  —  —  —  —  —  2.  —
Tooo  1  —  —  1  2—
r—-  2  —  ——  —  —22
Palime  4  —  —  —  —  —  4—
Atakpvame  1  ———  —  —  —  1—
Kpandu  1  —.—  —  ——  —
Kratschi  3  —  ——  ——  —
Mangu.  2  —  —  —  +2
Basari.  4  —  ——  —  #  —  4—
Kirikri.  2  —  —  —  —
Amedsovhe  6  —  1—  —  —  71422
Wora  Wora  1  —  —  —  11—
Ketschenke  2  —  #  —  —  ——  2—
Dako  4  —  —  —  —  —  4  —
Ho  *  6  –.  —  6  1

Zusammen  1102;  11  1233  1111014

 

 

*)  Von  diesen  8  weiblichen  Personen  halten  sich  2  nur
vorübergehend  hier  auf.

(Siehe  auch  umstehende  Tabelle.)

——  ———  —  —

Deutsch-Südweltafrika.
Zu  den  Unruhen  in  SBüdwestafrika.

Im  Anschluß  an  die  in  Nr.  2  des  Deutschen
Kolonialblattes  vom  15.  Januar  d.  Is.  veröffentlichte
Mittheilung  über  die  in  Südwestafrika  unter  den
Zwartboi-Hottentotten  ausgebrochenen  Unruhen  wird
nunmehr  berichtet,  daß  es  nach  dem  Gefecht  vom
5.  Dezember  v.  Is.  zwischen  Theilen  der  Schutztruppe
und  den  Aufständischen  noch  mehrfach  zu  kleineren
Zusammenstößen  gekommen  ist,  bei  denen  ein  Unteroffizier
  und  zwei  Mann  der  Truppe  gefallen  sind.

Ein  größeres  Gefecht  hatte  Hauptmann  v.  Estorff
am  4.  Januar  d.  Is.  zu  bestehen.  Diesseitiger  Verlust:
  Sekondlieutenant  Bensen  schwer  verwundet,
zwei  Reiter  todt.

Wenngleich  auch  dieser  Kampf  mit  der  Niederlage
  der  Zwartbois  endete,  so  hat  er  doch  einen
Abschluß  des  Aufstandes  nicht  herbeizuführen  vermocht.
  Zur  endgültigen  Niederwerfung  des  Letzteren
hat  die  Landeshauptmannschaft  Verstärkungen  in  den
Nordbezirk  des  Schutzgebietes  dirigirt,  wohin  sich
auch  der  stellvertretende  Truppenkommandeur,  Major
Müller,  begeben  hat.

–
        <pb n="218" />
        176

Derzeichniß  der  im  Schuhgebiete  0  tbätigen  Firmen  und  Erwerbogesellschasten  nach  dem  Stande  am  31.  Januar  Py1098.

 

 

 

—  Ôn'  —  —  —  .  —  —  —  —  —  —  .———

 

 

Namen  der  Firma  we  Farbiges  Farbiges
ißes  Weißes
2  auptsi  ersonal  Niederlassungen  l
oder  v  sit  Per-  ½  oder  uansenngen  Per-  ““Y[Y  Verkaufsläden
Handelsgesellschaft  sonal  Clerks  Arbei-  ¾  sonal  Clerks  Arbei-Et
  T  ter  ter
1.  Bremer  Faktoernn  Lome  3  7  7  in  Bagida  —  1  —
in  Agome  Palime  1  2  18
«  in  Kpandu  —  2  —  1
2.  Boedecker  &amp;amp;K  Meyher  -  3  8  42  in  Agome  Palime  —  1  ?  5  eigene  Läden
CEroo.  in  Kpandu  (im  Entstehen  1  2  2  Kommissionsläden
1  vboys  begriffen)  .  ..
3.C.Goedelt..........  -  3  5  20  in  Agome  Palime  —  2  1  53  eigene  Läden
in  Kpandu  1  1  1
4.J.  &amp;amp;  A.  Swanzz  2  10  5  8  keine  im  Schuzgebiete  —  —  —  eigene,  1  Kommissionsladen
«  bezgw  "
5.LiebauZxWitt........  -  1  2  7  —  —-  —  —  11
6.  IF.  Oloff  &amp;amp;  Co.  —  —  —  —  —  —  —  —
7.UArmerding  &amp;amp;  Feit  "  1  5  7  —  —  —  ?  13
38.Wölber  &amp;amp;  Zimmerman  -  1  4  3  in  Porto  Seguro  2  1  41
in  Palime  —  1  11
#  in  Lome  –  —  —  13
9.O.  Walbreht  "]  1  5  —  —  —  —  2
10.Wölber  &amp;amp;  Zimmermann  ..  Klein-VPopo  1  4  5  —  —  —  —  1  Laden  in  Klein-Popo
#  1  :  Porto-Seguro
11.J.  Ferd.  Sthaern  -  1  3  2  —  —  —  —  11  —  *  Klein-Popo
12.  1E.  Kentzler...  2  3  5  —  —  —  —  1  "
1  Porto-Seguro
.  6  1  :  Inakopi
i  1-Sohoto
13.C.Goedect..........  -  —  4  1  4  —  —  —  —  1  Klein-Popo
14.L.  M.  Lawmsddddoo  O  —  1  1  2  —  —  —  —  –
15..  K.  Vietrtr  -  2  4  11  –  —  —  ——1  "  Gridji
16.  do.  Kaffeeplantage.  .  ..  Sebbe  1—  10  —  —  —  —  —
17.]Plantagengesellschaft  Plantage
Kpeme,  Ges.  m.  b.  90  .  Kpeme  2  2  90  —  —  —  —  —
18.  d'Almeida  Brothers  &amp;amp;K  Co.  .  .  .  Klein-Popo  —  8  12  Kaffeeplantage  in  Sebbe  1  1  12  OD  Ktein-  Vapo“
s  -  -Adj
i  1-Vadji
1  *  Degbenu
        <pb n="219" />
        Deufsch-Neu-Guinra.

Ueber  einen  Zesuch  bei  den  Rabienleuten  (Neu-Pannover)


entnehmen  wir  dem  Dezemberheft  der  Marine-Rundschau
  folgende  interessante  Schilderung:

Unter  den  zahlreichen  Requisitionen,  die  beim
Eintreffen  S.  M.  S.  „Falke“  in  Matupi  für  die
bevorstehende  Rundreise  durch  das  Schutzgebiet  vorlagen,
  war  auch  der  Wunsch  ausgesprochen,  Frieden
zu  stiften  zwischen  den  verfeindeten  Stämmen,  die
im  nördlichen  Neu-Mecklenburg,  auf  Neu-Hannover
ud  den  umliegenden  Inseln  sitzen.  Die  hier  ausgebrochenen
  Streitigkeiten  waren  für  den  Handel  in
jenen  Gegenden  sowie  für  die  Anwerbung  von
Plantagenarbeitern  von  nachtheiligen  Folgen  gewesen.

Der  Kaiserliche  Richter  hatte  bereits  durch  Plantagenarbeiter,
  die  nach  dem  Ablaufen  ihres  Vertrages
in  ihre  Dörfer  zurückkehrten,  dorthin  die  Botschaft
ergehen  lassen,  daß  er  kommen  wolle,  um  Frieden
zu  machen.

Als  S.  M.  S.  „Falke“  die  Rundreise  antrat,
war  in  Herbertshöhe  die  aus  24  Eingeborenen  bestehende
  Schutztruppe  an  Bord  genommen  worden;
in  Stephansort  hatte  sich  dann  der  Kaiserliche  Richter
eingeschifft,  um  unter  dem  moralischen  Druck,  den
die  Anwesenheit  des  Kriegsschiffes  auf  die  Kanaken
jederzeit  ausübt,  seines  Amtes  zu  walten.

Nachdem  an  der  Küste  von  Neu-Guinea  die  vorliegenden
  Aufgaben  erledigt  waren,  ging  S.  M.  S.
„Jalke“"  nördlich  der  Admiralitätsinseln  nach  Neu-Hannover
  und  ankerte  am  27.  August  in  der  Höhe
don  Nusa.  Von  hier  aus  sollte  die  Friedens-Apedition
  unternommen  werden.  Als  Vorbereitung
waren  am  Tage  vorher  einige  ortskundige  Eingeborene
  aus  der  Umgegend  an  Bord  genommen
und  die  umwohnenden  deutschen  Händler  benach—
rictigt  worden.  Der  Expedition  schlossen  sich  der
Kommandant  und  einige  Offiziere  an.

Am  28.  mit  Sonnenaufgang  wurde  aufgebrochen.
Ei  geschlepptes  Boot  nahm  die  schwarze  Schutzkuuppe
  auf,  ein  zweites  Boot  mit  einigen  deutschen
Händlern  wurde  unterwegs  in  Schlepp  genommen.
Nach  dreistündiger  Fahrt  durch  den  Albatroß-Kanal
kamen  wir  an  den  Ort  unserer  Bestimmung;  die
Landschaft  Kabien  mit  gleichnamigem  Dorf,  dem  Sitz
der  Hauptunruhestifter.  Mit  Hülfe  der  Führer
wurde  die  Landung  trotz  der  der  Küste  vorgelagerten
Korallenriffe  ermöglicht,  und  auf  dem  Rücken  unserer
Schwarzen  gelangten  wir  trockenen  Fußes  an  Land.

Da  ein  gemeinsamer  Vormarsch  die  Eingeborenen
wahrscheinlich  verscheucht  haben  würde,  rückte  der

ichter  mit  den  eingeborenen  Führern  voraus,  um
das  Gelände  aufzuklären.

Nach  kurzem  Marsch  an  der  Küste  traf  er
an  der  Mündung  eines  Baches  mit  den  Kabienleurn
  zusammen,  die  beim  Sichten  der  fremden
Boote  durch  Trommelruf  ihre  streitbaren  Männer
gesammelt  hatten.  Da  der  Vortrupp  keinerlei  Waffen

177

 

mit  sich  führte,  konnte  den  Leuten  durch  Vermittelung
der  Führer  bald  verständlich  gemacht  werden,  daß
der  weiße  Mann  in  friedlicher  Absicht  gekommen  sei.
Beruhigt  legten  die  Eingeborenen  ihre  Speere  hin
und  wateten  durch  den  Bach  den  Ankömmlingen
entgegen;  einer  der  Männer  kam  auf  den  Richter
zu  und  begrüßte  ihn  hocherfrent  als  einen  alten
Bekannten,  indem  er  ihn  wiederholt  versicherte,  seine
Stammesgenossen  warteten  schon  seit  Wochen  auf
ihn;  sie  hätten  die  Kunde  erhalten,  daß  er  kommen
wolle,  um  die  Ruhe  im  Lande  wieder  herzustellen.
Dann  wurde  der  weiße  Mann  zu  den  Häuptlingen
geführt,  die  am  Strande  seiner  harrten.  Ganz  war
jedoch  der  Argwohn  der  Eingeborenen  noch  nicht
beseitigt,  denn  als  nach  der  ersten  Begrüßung  der
Kaiserliche  Richter  erklärte,  er  müsse  zu  den  weiteren
Verhandlungen  seine  Truppe  und  die  Häuptlinge
vom  Kriegsschiff  haben,  behielt  man  seine  Begleiter
als  Geiseln  zurück  und  ließ  ihn  mit  einigen  Eingeborenen
  gehen,  um  uns  abzuholen.

Der  Marsch  am  Ufer  über  Korallen  bei  glühender
  Hitze  war  nur  kurz.  Am  Versammlungsort  angelangt,
  stellte  uns  der  Kaiserliche  Richter  den  anwesenden
  beiden  großen  Kriegern  in  aller  Form
vor.  Durch  Händedruck  wurde  die  Bekanntschaft
geschlossen,  dann  nahmen  wir,  der  Kommandant  in
der  Mitte,  in  bunter  Reihe  auf  einem  umgefallenen
Baum  Platz.  Vor  uns  wurde  ein  von  Bord  mitgebrachter
  Friedensspeer  in  die  Erde  gestoßen,  um
ihn  lagerten  sich  einige  Krieger,  während  das  Gros
sich  in  ehrerbietiger  Entfernung  seitwärts  auf  den
Boden  kauerte  und  schweigend  der  kommenden  Dinge
harrte.  -

Nachdem  so  Alles  nach  Rang  und  Würden
Platz  genommen  hatte,  trat  der  Kaiserliche  Richter
vor  und  hielt  eine  längere  Ansprache  an  das  Volk.

Die  Rede  wurde  den  Kriegern  verdolmetscht  und
von  diesen  mit  beifälligem  Gemurmel  aufgenommen;
daun  nahm  der  Richter  den  Friedensspeer,  zerbrach
ihn  und  warf  die  Stücke  vor  den  Häuptlingen  auf
die  Erde,  indem  er  dabei  die  Namen  aller  Dörfer
aufzählte,  die  in  diesen  Frieden  eingeschlossen  sein
sollten,  gab  jedem  der  Häuptlinge  zur  Bekräftigung
seiner  aufrichtigen  Gesinnung  einen  Faden  Aapsoka
(einheimisches  Muschelgeld)  und  vertheilte  unter  die
Krieger  Tabak  und  rothe  Lawa-lawa.

Im  Namen  der  Leute  von  Sandwich  und  Lamusmus
  mußten  von  dort  stammende  Schutztruppen-Soldaten,
  für  Kabotteron  zwei  dort  ansässige  Leute,
die  mit  einem  der  weißen  Händler  gekommen  waren,
ebenfalls  Aapsoka  und  Tabak  an  die  Häuptlinge  und
die  Krieger  vertheilen.

Damit  war  die  Zeremonie  beendigt,  und  wir
folgten  nun  der  Aufforderung  der  Häuptlinge,  ihrem
Dorf  einen  Besuch  abzustatten.  Eine  halbstündige
Wanderung  auf  steilen  Buschpfaden  führte  uns  zu
einer  Zahl  von  Hütten,  die  unter  hohen  Palmen
um  einen  sauber  gehaltenen  freien  Platz  gruppirt
lagen.  Durch  lauten  Zuruf  wurden  die  Weiber  und
        <pb n="220" />
        Kinder  herbeigeholt,  die,  im  Busch  versteckt,  den
Ausgang  der  Verhandlungen  erwartet  hatten,  und
dann  lagerten  wir  uns  Alle  in  bester  Eintracht  auf
schnell  herbeigeholten  Bastmatten,  um  des  Weiteren
den  Freundschaftsbund  zu  besiegeln.  Die  beiden
Häuptlinge  überreichten  als  Gegengabe  dem  Richter
je  einen  Faden  Aapsoka  und  ließen  sich  in  stolzer
Ruhe,  die  sie  während  der  ganzen  Zeremonie  be—
wahrt  hatten,  in  unserer  Mitte  nieder.  Auch  als
unser  Kommandant  zum  Zeichen  der  Freundschaft
jedem  der  großen  Krieger  ein  riesiges  Buschmesser
überreichte,  verrieth  keine  Miene,  daß  sie  über  diese
Gabe,  die  bei  den  Kanaken  in  hohem  Werth  steht,
auch  nur  zum  Mindesten  erstannt  oder  erfreut  seien.
Mit  vornehmer  Ruhe  gaben  sie  das  Messer  an  junge
Krieger  ab,  die  dann  auf  ein  kaum  merkliches  Kopfnicken
  verschwanden,  um  nach  kurzer  Zeit  mit  einem
sauber  verschnürten  Bündel  Speere  wieder  zu  erscheinen,
  das  der  Häuptling  stumm  seinem  weißen
Freunde  in  den  Schooß  legte.

Inzwischen  war  unser  Frühstückskorb  erschienen,
aus  dessen  vielverheißendem  Innern  sich  eine  Flasche
Champagner  und  andere  gute  Dinge  entwickelten.
In  silbernen  Bechern  wurde  der  schäumende  Trank
den  weißen  und  den  schwarzen  Häuptlingen  kredenzt,
und  unsere  neuen  Freunde  ließen  mit  stummer  Würde
aber  sichtlichem  Behagen  diese  Ehrung  über  sich  ergehen.
  Auch  den  später  erscheinenden  Rothwein
nahmen  sie,  nachdem  sie  auf  den  Geschmack  gekommen
waren,  nicht  nur  gnädig  hin,  sondern  zeigten  durch
Mienenspiel  ein  sichtliches  Verlangen  danach.

Aber  noch  war  die  Zeremonie  nicht  ganz  beendigt,
  die  übliche  Rede  fehlte  noch,  und  schon  hatte
der  Richter  Bedenken  geäußert  über  die  Offenheit
der  friedlichen  Gesinnung,  als  plötzlich  in  athemlosem
Lauf  ein  alter  Mann  aus  dem  Busch  erschien.  Nur
mit  einem  schellenbehangenen  Bastkörbchen  bekleidet,
das  er  unter  dem  Arm  trug,  lief  er  um  uns  herum
und  erzählte,  keuchend  vor  Anstrengung,  aber  mit
bewundernswerther  Zungenfertigkeit,  er  sei  herumgelaufen
  und  habe  allen  betheiligten  Dörfern  die
frohe  Botschaft  vom  großen  Frieden  überbracht,  nun
sei  allenthalben  Freude  im  Lande.  Obgleich  der  Erzählung
  des  alten  Herrn  mit  Rücksicht  auf  die  verflossene
  kurze  Spanne  Zeit  keine  allzu  große  Glaubwürdigkeit
  beigemessen  werden  konnte,  wurde  sein
Auftreten  symbolisch  als  Besiegelung  des  Friedensbundes
  angenommen  und  er  selber  durch  Geschenke
in  entsprechender  Weise  geehrt.

Damit  war  unsere  Aufgabe  erfüllt,  und  wir
kehrten  nach  kurzem  Besuch  in  den  einzelnen  Hütten
zu  den  Booten  zurück,  begleitet  von  den  Eingeborenen,
deren  Häuptlinge  es  sich  nicht  nehmen  ließen,  unseren
Frühstückskorb  zu  tragen;  wohl  ein  Zeichen  der  Anerkennung
  für  die  gehabten  Genüsse.  Nach  herzlichem
  Abschied  kehrte  man  an  Bord  zurück.

178

 

—  —

 

RAus  dem  PBereiche  der  Missionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Von  der  Kongregation  der  Pallottiner  reisen  mit
der  „Aline  Woermann"“  nach  Kamerun  der  Missionspriester
  Schöller  und  die  Hülfsmissionare  Freienstein,
  Müller  und  Büning.  Mit  demselben
Dampfer  gehen  für  die  Baseler  Mission  nach  Kamerun
die  Missionare  Schmid,  Maier  und  Gutekunst,
denen  sich  für  die  Baptistenmission  die  nach  Kamerun
gehende  Diakonissin  Fräulein  Emilie  Buchmann

anschließt.

Die  Missionare  Bernsmann  und  Teuchel  mit
ihren  Frauen  reisen  am  25.  März  mit  Dampfer
„Marie  Woermann“  nach  Walfischbai;  sie  gehören
zur  Rheinischen  Mission  in  Barmen.  (Afrikapost.)

—  —  ———

In  der  „Allgemeinen  Missionszeitschrift“  wird
über  die  Schulen  der  Baseler  und  der  Norddeutschen
Mission  im  englischen  Evhelande,  wie  folgt,  berichtet:

Die  Kolonialregierung  (der  Goldküste)  hat  in
früheren  Jahren,  ohne  Forderungen  zu  erheben,  Schulgelder
  verwilligt.  Später  hat  sie  einen  Regierungsinspektor
  angestellt  und  einen  School-Board  gebildet
und  dann  angefangen,  ihre  Verwilligungen  an  Bedingungen
  zu  knüpfen,  die  alle  aus  dem  Prinzip
heraus  gedacht  waren,  daß  die  Bildung  des  Volkes
eine  englische  sein  muß.  Die  Norddeutsche  Missionsgesellschaft
  glaubte  bei  diesem  System,  das  sich  in
allen  Schulen,  in  den  Schulzielen,  in  der  Lehrerbildung
  geltend  machte  und  noch  mehr  in  der  Zukunft
  als  schon  jetzt,  ihr  Prinzip  einer  nationalen
Erziehung,  die  ohne  Bildung  in  der  eigenen  Muttersprache
  unmöglich  ist,  nicht  aufrecht  erhalten  zu  können,
und  hat  darum  auf  den  Schulgrant  verzichtet.  Ging
man  auf  das  englische  System  nicht  ein,  so  wurde
der  Grant  ohnehin  ganz  unbedeutend,  während  allerdings
  die  Summe,  wenn  man  sich  akkommodiren  wollte,
sehr  ansehnlich  wurde.  So  führt  die  Baseler  Rechnung
  von  1896  22  000  Mark  auf,  d.  i.  für  jeden
Schüler  fast  6  Mark.  Es  wäre  lehrreich,  zu  hören,
ob  dabei  das  Prinzip  nationaler  Erziehung,  das  die
Baseler  Mission  auch  hat,  nicht  doch  leidet.  Wenn
die  englische  Regierung  nicht  von  dem  Wahn  beseelt
ist,  daß  einmal  die  Ga  und  Tshi  redenden  Völker
englisch  reden  werden,  und  wenn  sie  erkennt,  daß  es
doch  besser  ist,  daß  die  Eingeborenen  eine  gesunde,
einfache  Bildung  in  ihrer  Sprache  empfangen,  als
wenn  sie  ein  klein  wenig  Englisch  lernen,  so  sollte
sie  doch  bestimmt  werden  können,  die  zu  unterstützen,
die  ihre  Schutzbefohlenen  lehren,  in  ihrer  Sprache  zu
lesen  und  zu  schreiben.  Die  Baseler  Mission  sendet
doch  jährlich  gewiß  600  bis  700  Afrikaner,  die  lesen
können,  unter  das  Volk  zurück.  Die  wollen  dann
auch  etwas  lesen.  Die  Zeiten  sind  auch  für  Afrika
vorüber,  wo  Bibel  und  Gesangbuch  genug  waren  für
den  einfachen  Leser.  Die  Baseler  Mission  trifft  denn
auch  Anstalten,  um  dem  Lesebedürfniß  entgegenzu-
        <pb n="221" />
        kommen.  Sie  hat  in  Accra  eine  Missionsbuchhandlung
  gegründet.  Wie  es  scheint,  ist  auch  der  „Christian
Reporter“  ein  solches  Missionsunternehmen  für  neuoder
  wißbegierige  Afrikaner.  Wenn  es  ginge,  dem
Blatt  einen  afrikanischen  Titel  zu  geben  und  den
Gaern  und  Tshiern  in  ihrer  Sprache  „immer  etwas
Neueres“  zu  melden,  so  wäre  das  gewiß  höchst  erfreulich.


Ueber  die  von  den  Vätern  vom  hl.  Geiste  in
Tanga  im  November  1896  errichtete  Missionsstation
wird  in  „Kreuz  und  Schwert“  geschrieben:  Schon
seit  längerer  Zeit  verlangten  die  dort  ansässigen,  aus
Goa  stammenden  Portugiesen  sehr  dringend  einen
Priester.  Sie  schickten  damals  an  den  apostolischen
Vikar  vom  nördlichen  Sansibar  eine  Bittschrift,  er
möge  ihnen  doch  einen  Missionar  senden,  und  erboten
sich  gleichzeitig,  auf  eigene  Kosten  eine  Kapelle  zu
erbauen.  Eine  zu  dem  Zwecke  veranstaltete  Lotterie
erhielt  die  Genehmigung  der  Regierung.  Um  dem
Wunsche  einer  frommen  Wohlthäterin  sowie  auch  der

Benediktinerinnen  von  Solesmes,  die  sich  für  die

Mission  sehr  freigebig  gezeigt  haben,  zu  entsprechen,
wurde  die  neugegründete  Niederlassung  unter  den
besonderen  Schutz  des  heiligen  Benediktus  gestellt.
P.  Haberkorn  wurde  bestimmt,  die  Station  zu
eröffnen.

In  Limburg  wurde  am  7.  Februar  das  neue
Missionshaus  der  PP.  Pallotiner  feierlich  eingeweiht.


F.  Bernward  Baule  von  der  St.  Benediktus-Genossenschaft
  ist  in  Dar-es-Saläm  gestorben.  Auch
de  Trappisten,  welche  bekanntlich  in  Westusambara
(Gale)  eine  Niederlassung  einrichten  (vergl.  Kol.  Bl.
vom  1.  Januar  d.  Is.,  S.  6),  haben  bereits  den
zweiten  Todesfall  zu  beklagen.  P.  Emanuel,
welcher  die  Stelle  des  gestorbenen  Paters  Leonhard
einnehmen  sollte,  ist  in  Galc  (jetzt  Station  Köln
benannt)  verstorben.

Den  „Berichten  der  Nheinischen  Missionsgesellcheft“
  entnehmen  wir:  Missionar  Kremer  ist  sehr
darauf  aus,  in  Gaub  allerhand  kulturelle  Arbeiten
auszuführen,  um  dadurch  seine  Bergdamara  auf  dem
Plat  zu  halten.  Aus  Walfischbai  macht  Missionar
Böhm  die  erfreuliche  Mittheilung,  daß  er  75  aus
den  Heiden  hat  taufen  können.  Auch  sind  bereits
8000  Mark  zur  Gründung  einer  deutschen  Gemeinde
in  Swakopmund  gesammelt  worden.  Es  ist  beabschtigt,
  eine  Kirche  und  ein  Pfarrhaus  zu  bauen
und  einen  Pastor  zu  berufen.  —  Bei  den  Missionaren
im  Ovamboland  herrschte  große  Freude,  daß  am
2.  Oktober  v.  Is.  Missionar  Ickler  anlangte.  Mit
dem  Bruder  Ickler  kam  nun  auch  ein  Theil  der
längst  erwarteten  Fracht  an,  war  wenigstens  in  Sicht.
Tie  Missionarsfamilien  waren  schon  recht  ins  Gedmlänge
  gerathen;  Mehl,  Petroleum,  Alles  ging  auf

179

 

——...——

—  .—  -  .  .

—.

die  Neige,  beide  Familien,  Wulfhorsts  und  Stahlhuts,
  halfen  sich  gegenseitig  aus,  so  gut  es  ging.
Auch  im  Ovambolande  ist  nun  die  Rinderpest
ausgebrochen.  Das  mußte  man  ja  erwarten.  Missionar
Wulfhorst  hat  viel  zu  thun  gehabt  mit  Impfen;  er
ist  tagelang  unterwegs  gewesen.  Uejulu,  der  Oberhäuptling,
  war  sehr  eifrig  dabei.  —  Missionar
Stahlhut  in  Ondjiva  schreibt:  „Wir  wohnen  jetzt
schon  einige  Monate  in  unserem  neuen  Haus  (die
Station  Ondjiva  ist  verlegt  worden);  es  wohnt  sich
gut  so  hoch  vom  Boden,  und  es  scheint  auch  viel
gesünder  zu  sein.  Die  Kirche  wird  hier  (auf  dem
neuen  Stationsplatz  Onanjama)  besser  besucht  als  in
Ondjiva;  besonders  viel  Frauen  und  Kinder  kommen,
was  früher  nicht  der  Fall  war.  Auch  die  Häuptlingsfrauen
  kommen,  wenn  sie  von  meiner  Frau  oder
von  unseren  Mädchen  abgeholt  werden.  Auch  die
Rinderpest  scheint  dazu  beigetragen  zu  haben,  daß
die  Leute  mehr  auf  Gottes  Wort  merken.  Dem
Impfen  standen  viele  erst  sehr  mißtrauisch  gegenüber.“

RAus  fremden  MKolonien.
Ueber  den  Stand  der  Arbeiten  an  der  Kongo-Eisenbahn

geben  nachfolgende  Daten  näheren  Aufschluß;  dieselben
  sind  dem  Reisebericht  des  Generaldirektors  der
Kongo-Eisenbahngesellschaft,  Major  Thys,  welcher
sich  vor  einigen  Wochen  an  Ort  und  Stelle  von  dem
Fortgang  der  Arbeiten  überzeugt  hat,  entnommen:

Nach  demselben  war  das  Geleise  am  15.  Dezember
  v.  Is.  bis  zum  Kilometer  348  gelegt,  die  Erdarbeiten
  waren  in  Angriff  genommen  bis  zum  Kilometer
  368.  Von  Matadi  bis  zum  Kilometer  210
war  die  Linie  in  gutem  Zustande,  dagegen  hat  die
Regenzeit  in  den  Bergen  von  Sona  Gungu  (Kilometer
  210  bis  236)  viel  Schaden  angerichtet,  besonders
  durch  Erdrutschungen  in  den  Einschnitten;
hier  bleibt  noch  viel  Arbeit  zu  thun,  da  die  Beschaffenheit
  des  Bodens  —  leicht  verwitternder  Thonschiefer
  —  ungünstig  ist.  Von  Kilometer  236  bis
zum  Uebergang  über  den  Inkissi  ist  die  Strecke  in
gutem  Zustande,  ebenso  von  dort  bis  Kilometer  336
mit  geringfügigen  Ausnahmestellen.  Alsdann  folgt
schlechtes  Terrain  (Thonschiefer)  bis  Kilometer  368;
die  Reststrecke  (Sand)  bietet  wieder  gute  Baubedingungen.
  Bei  Beginn  der  Trockenzeit  wird  sich  die
ganze  Linie  in  gutem  Zustande  befinden;  jedoch
werden  die  nächsten  Regenperioden  wieder  größerc
Reparaturarbeiten  erfordern,  bis  sich  der  Unterbau
endgültig  gesetzt  hat.  Das  Geleise  entspricht  allen
billigen  Anforderungen.  Die  Linie  wird  bei  Dolo
den  Pvol  erreichen  und  damit  eine  Länge  von
388  km  haben.  Von  dort  wird  die  Bahn,  dem
Ufer  des  Stanley  Pool  westwärts  folgend,  über
rinshassa  nach  Leopoldville  (10  km)  verlängert
werden,  so  daß  alle  Faktoreien  und  Missionen,  die
Station  des  Kongostaates  und  der  Slip  durch  Geleise
  angeschlossen  sind.
        <pb n="222" />
        —

Die  definitiven  eisernen  Brücken  sind  vollendet
bis  Kilometer  160  (Kimpesse),  dahinter  noch  im  Bau
begriffen  die  große  Brücke  über  den  Inkissi  von
100  m  Jochweite  geht  ihrer  Vollendung  entgegen.

Das  rollende  Material  dürfte  für  die  nächste
Zeit  allen  Anforderungen  genügen.  Die  Direktion
hofft,  die  bisher  auf  zwei  Tage  —  mit  Nachtrast  in
Tumba  —  berechnete  Dauer  der  Reise  von  Matadi
zum  Pool  durch  Betriebsverbesserungen  und  theilweise
Beleuchtung  der  Strecke  auf  16  bis  17  ⅛  Stunden
vermindern  zu  können.

Die  Eröffnung  des  vorläusigen  Betriebes  ist  auf
den  1.  Mai  festgesetzt;  die  feierliche  Einweihung  wird
voraussichtlich  Anfang  Juli  stattfinden.  ·

Die  Direktion  hat  sich  bereits  mit  dem  Gedanken
der  Nutzbarmachung  der  an  der  Strecke  vielfach  vorhandenen
  Wasserläufe  von  starkem  Gefälle  behufs
Gewinnung  elektrischer  Kraftquellen  beschäftigt.  Wenn
es  sich  auch  zunächst  nicht  um  die  Einführung  des
elektrischen  Betriebes  auf  der  Strecke  handelt,  so  wird
doch  jetzt  schon  die  Einführung  der  elektrischen  Beleuchtung
  in  Matadi  und  elektrischer  Triebkraft  an
Stelle  der  jetzigen  Motoren  in  den  dortigen  Werkstätten
  erwogen;  später  soll  in  Dolo  und  an  der
Strecke  selbst  in  gleicher  Weise  vorgegangen  werden.

——

Wissenschaftliche  Expedition  im  Rongostaat.

Eine  von  der  Regierung  des  Kongostaates  ausgerüstete
  wissenschaftliche  Expedition,  deren  Führung
Lieutenant  Lemaire  übertragen  ist,  wird  demnächst
die  südlichen  und  östlichen  Gebiete  des  Kongostaates
erforschen.  Die  Expedition  wird  Zeitungsnachrichten
zufolge  auf  dem  Wege  über  den  Sambesi  und  Schire
sich  erst  nach  Katanga  begeben  und  ihre  Forschungen
bis  zum  Mocrosee  im  Norden  fortsetzen.

Die  Ausgaben  Englands  für  seine  Rolonien  während
des  Etatsjabres  3898/90.

Aus  dem  englischen  Etat  für  „Foreign  and
Colonial  Services“  1898  99  erscheinen  folgende,  die
Kolonien  betreffenden  Positionen  bemerkenswerth:

Der  von  England  zu  zahlende  Zuschuß  beträgt  für

Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.

Uganda  142  000  gegen  49  000  im  Vorjahre,
Britisch-Central-Afrika  23.000  30  000  =  -
Britisch-Ostafrika  90000  75000.

die  Uganda-Eisenbahn  7  463  7  103

(jährl.  Zahlung  b.  1925)
zusammen  267  463  gegen  161  463  im  Vorjahre.
Die  erhebliche  Steigerung  der  Zuschüsse  um
106  000  Pfd.  Sterl.  entfällt  hauptsächlich  auf  Uganda,
für  welches  93  000  Pfd.  Sterl.  mehr  eingesetzt  sind,
als  im  Vorjahre.
Der  Zuschuß  für  die  Goldküste  beträgt  25  000
Pfd.  Sterl.,  während  im  Vorjahre  em  solcher  überhaupt
  nicht  erforderlich  war.  Die  Summe  soll  für

1
s
I

 

 

 

 

 

 

180  —

die  Verwaltung  und  Vertheidigung  der  nördlichen
Distrikte  des  Gold  Coast  Protektorate  verwandt
werden,  da  die  Einkünfte  der  Kolonie  hierzu  nicht
ausreichend  erscheinen.

Für  eine  westafrikanische  Grenzmacht  (West
African  Frontier  Force)  sind  250  000  Pfd.  Sterl.
eingesetzt,  während  der  vorjährige  Etat  hierfür  keine
Beträge  vorgesehen  hatte.  Die  Summe  soll  zur
Unterhaltung  einer  Eingeborenen  =  Militärmacht  von
2600  Mann  dienen.  Außerdem  sollen  mit  derselben
die  Kosten  für  die  Herstellung  einer  telegraphischen
Verbindung  in  den  Nigergegenden  bestritten  werden.

Der  Zuschuß  für  Betschuanaland  beträgt  40  000
Pfd.  Sterl.  gegen  70  000  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre.
Die  Einnahmen  von  Betschuanaland  sind  auf  15  330
Pfd.  Sterl.,  die  Ausgaben  auf  89  231  Pföd.  Sterl.
veranschlagt.  Es  bleibt  mithin  ein  Defizit  von  rund
74  000  Pfd.  Sterl.  Zur  Deckung  desselben  sollen
die  Beträge,  welche  sich  am  31.  März  1898  noch  in
der  Hand  der  Kronagenten  für  die  Kolonien  befinden
—  dieselben  sind  auf  rund  38  000  Pfd.  Sterl.  veranschlagt
  —  und  die  als  Zuschuß  eingesetzten  40  000
Pfd.  Sterl.  verwandt  werden,

Für  Rhodesia  waren  im  Vorjahre  keine  Beträge
eingestellt.  Für  1898/99  sind  3700  Pfd.  Sterl.  an
Gehältern  2c.  vorgesehen.

Für  Neu-Guinea  sind  zur  Erhaltung  des  dortigen
Dampfers  1500  Pfd.  Sterl.  gegen  3000  Pfd.  Sterl.
im  Vorjahre  eingesetzt.  Es  ist  dazu  bemerkt,  daß
die  Periode  von  zehn  Jahren,  für  welche  im  Jahre
1888  die  Vereinbarung  über  die  Verwaltung  dieser
Besitzung  unter  der  Garantie  von  drei  australischen
Kolonien  getroffen  war,  nächsten  September  abläuft.
Während  der  Verhandlungen  über  eine  neue  Vereinbarung,
  welche  den  Gegenstand  einer  internationalen
Konferenz  bilden,  soll  der  Beitrag  für  die  Unterhaltung
  des  Dampfers  für  die  erste  Hälfte  des
Rechnungsjahres  1898/99  in  gleicher  Höhe,  wie
bisher,  weiter  gezahlt  werden.

Für  die  übrigen  Kolonien  sind  gar  keine  oder
nur  ganz  geringe  Beträge  eingesetzt.

Zur  Unterdrückung  des  Sklavenhandels  sind
1112  Pfd.  Sterl.  eingesetzt  gegen  2628  Pfd.  Sterl.
im  Vorsjahre.

An  Subsidien
gezahlt:

An  die  Eastern  and  Sonth  African
Telegraph  Company  63  000  Pfd.  Sterl.
African  Direct  Telegraph

für  Telegraphenlinien  werden

=  "“

Companynynyn  .  ..  19000
=  -Halifax  and  Bermudas
Company  8  100  "
=  Direct  West  India  Cable
Companyy  8  00  0

 

Zusammen  98  100  Pfd.  Sterl.

Von  diesem  Betrag  werden  insgesammt  23  000

Pfd.  Sterl.  seitens  der  betheiligten  Kolonien  erstattet

und  zwar  auf  die  an  die  erstgenannte  Gesellschaft
gezahlten  Subsidien:
        <pb n="223" />
        —

von  Indien
.=  Mauriticns  7  000  =  -
é5  den  Seychellen  100  „
zusammen  18  000  Pfd.  Sterl.
Außerdem  erhält  die  Gesellschaft  direkt  von  der
Regierung  von  Kapland,  Natal  und  Portugal  bezw.
15  000,  5000  und  5000  Pfd.  Sterl.
Auf  die  der  African  Direct  Telegraph  Company
gezahlten  Subsidien  werden  erstattet  von
Gambia  500  Pfd.  Sterl.,

10  000  Pffd.  Sterl.,

 

Sierra  Leone  1300  =  -
Gold  Coast.  2200  -
Lagos  1000  "  -

 

zusammen  5000  Pfsd.  Sterl.

Von  Einzelheiten  sei  nur  noch  hervorgehoben,
daß  der  Commissioner  von  Britisch-Ostafrika  als
solcher  kein  besonderes  Gehalt  bekommt,  sondern
lediglich  als  Agent  and  Consul  General  für  Sansibar
besoldet  wird  (mit  1800  Pfd.  Sterl.).  Bei  der
Position  „Ostafrika  Commissioner  and  Consul  General“
ist  auf  die  Etatsposition  Sansibar  verwiesen.  An
letzterer  Stelle  sind  auch  die  Gehälter  für  den  Gerichtshof
  in  Sansibar  ausgeworfen,  welcher  neben
seiner  dortigen  richterlichen  Thätigkeit  auch  noch  die
Funktionen  eines  Obergerichts  für  Britisch-Ostafrika
wahrnimmt.  «

Insgesammt  sind  in  den  Etat  für  koloniale

Zwecke  folgende  Summen  eingesetzt:
Uganda,  Central  and  East  Africa  Protecto=  Pfd.  Sterl.

rates  and  Uganda  Railway  267  463
Colonial  Services  353  681
Zuschuß  an  Cypern  33  000
Slave  Trade  Services  .....  1  112
Subsidies  to  Telegraph  Companies  (nach

Abzug  der  von  den  Kolonien  erstatteten

Beträge)  75  100

 

Zusammen  730  356

Eröffnung  eines  Theils  der  Ugandabahn.

Die  Ugandabahn  ist  nach  vorheriger  Besichtigung
des  Baues  bis  Voi  (100  englische  Meilen  von
Mombassa)  dem  Verkehr  für  Passagiere,  zunächst
nur  in  der  dritten  Wagenklasse,  übergeben  worden.

Jagdverordnung  in  Britisch-Ostafrika.

Unter  dem  26.  Januar  1898  hat  der  Königlich
großbritannische  Commissioner  und  Consul  General
zu  Sansibar  eine  Jagdverordnung  für  Britisch-Ostofrila
  erlassen.  Der  Keniadistrikt  der  Provinz
U#emba  ist  darin  zu  einem  Reservatgebiet  erklärt,
in  dem  Jagd  nur  Beamten  erlaubt  ist.  Jagd  in
anderen  Gebieten  ist  Nichteingeborenen  und  Nichtbeamten
  nur  gegen  Lösung  eines  Jagdscheins  gestattet,
der  jährlich  25  Pfd.  Sterl.  kostet.  Ueber  Jagd  von
Elesanien,  Rhinozeros  und  Giraffen  sind  noch  be—

 

181  —

sondere  Bestimmungen  getroffen,  welche  möglichste
Schonung  dieser  Thiere  bezwecken.

Telegraphenlinie  in  Afrika.

Nachrichten  der  Britisch  Central  Africa  Gazette
zufolge  ist  die  Telegraphenlinie  vom  Kap  aus  jetzt
bis  Mirini-Miranda  (9°  45“  südl.  Br.  und  33°  207
östl.  Länge),  d.  h.  etwa  50  Meilen  nordwestlich  von
Karonga,  im  Bau  begriffen.  Fertig  ist  die  Leitung
schon  bis  60  Meilen  nördlich  von  Kota-Kota.
Zwischen  Blantyre  und  Zomba  wird  ein  Telephon
gelegt.

Italienische  Benadir-Ronvention.

Der  italienischen  Kammer  liegt  die  Benadir-Konvention,
  durch  welche  die  Verwaltung  der  Benadirküste
  und  des  Hinterlandes  derselben  an  die  „Anonyme
Handelsgesellschaft  der  Benadirküste“  mit  dem  Sitze
in  Mailand  übertragen  wird,  zur  Genehmigung  vor.

Nach  dem  Entwurf  wird  der  Vertrag  zwischen
der  italienischen  Regierung  und  der  genannten  Gesellschaft
  auf  48  Jahre  geschlossen  und  hört  dann
ohne  gegenseitige  Kündigung  auf;  die  Regierung  behält
  sich  indeß  das  Recht  vor,  nach  23  Jahren  die
Verwaltung  des  Landes  unter  Kündigung  des  Vertrages
  selbst  zu  übernehmen.

Im  Uebrigen  setzt  die  Konvention  im  Wesentlichen
die  von  der  italienischen  Regierung  zu  zahlenden
Jahreszuschüsse,  die  Uebertragung  sämmtlicher  Minenrechte
  sowie  des  Rechtes  der  Besitzergreifung  von
Kronland  auf  die  Gesellschaft  fest;  auch  steht  der
Gesellschaft  die  Erhebung  von  Zöllen  und  sonstigen
Auflagen  zu.

Die  hauptsächlichsten  Verpflichtungen  der  Benadirgesellschaft
  bestehen  in  der  Führung  der  italienischen
Nationalflagge,  der  Zahlung  von  120  000  Rupien
jährlich  an  den  Sultan  von  Sansibar,  der  Erhaltung
der  Stationen,  der  Unterhaltung  einer  Schutztruppe
von  600  Mann  sowie  der  Ausführung  der  Verträge
von  Berlin  und  Brüssel,  betreffend  den  Sklavenhandel
und  die  Einführung  von  Feuerwafsfen  und  von  alkoholischen
  Getränken.

—  —

Ueber  die  Sprache  der  Keger  an  der  Goldküste

lesen  wir  in  „Kreuz  und  Schwert“  Folgendes:
Wie  fast  alle  afrikanischen  Völkerschaften  haben  auch
sie  ein  großartiges  Rednertalent.  Das  Studium  der
Neger-Idiome  ist  wissenschaftlich  höchst  interessant  und
praktisch  nutzbringend.  Es  führt  zu  dem  Schluß,  daß
alle  diese  Völker  verwandt  sind,  oder  doch  vor  Zeiten
in  Verkehr  miteinander  waren,  und  bringt  uns  Aufschlüsse
  in  den  schwierigen  Untersuchungen  über  die
Wege  der  VBölkerwanderungen.  Doch  sind  die  bis
jetzt  gemachten  Entdeckungen,  besonders  hinsichtlich  der
Fantis  und  Aschantis,  noch  sehr  unsicher.  Spezielle
        <pb n="224" />
        —  182  —

Nachforschungen  über  die  Ethnographie  der  afrikanischen
  Völker  haben  einige  Gelehrte  zu  der  Ueberzeugung
  gebracht,  daß  alle  in  Afrika  gesprochenen
Sprachen,  einschließlich  der  Sprachen  der  alten  Aegypter,
  miteinander  verwandt  sind,  jedoch  nicht  in  dem
Maße,  wie  die  semitischen  Idiome  sich  gleichen,  die
alle  auf  einen  gemeinsamen  Ursprung  zurückgeführt
werden  können.  Gewisse  Sprachforscher  theilen  die
afrikanischen  Jdiome  in  zehn  Klassen.  An  der  Goldküste
  werden  allein  sieben  Idiome  gesprochen,  von
denen  nur  zwei  große  Aehnlichkeit  miteinander  haben.

Diese  einheimischen  Sprachen  vertheilen  sich,
wie  folgt:

1.  Die  Akansprache  auf  Aschanti,  Akyim,  Assin,
Dankyira,  Iwifur,  Akuamu  und  Okwawu.  Ein
verdorbener  Dialekt  dieser  Sprache  heißt  Potokau
und  findet  sich  hauptsächlich  in  Akuapim  und
Wassaw.

Die  Fantisprache  ist  ein  Zweig  der  Akansprache

und  am  meisten  an  der  Küste  verbreitet.

3.  Die  Iwisprache  findet  sich  vorzüglich  in  den
Gebirgen  von  Akuapim.

4.  Die  Ga,  Inhransprache,  wird  in  Accra  gesprochen.

5.  Die  Adanmesprache  ist  der  bei  den  Stämmen
von  Prampram,  Ningo,  Shai,  Osodoku,  Ada
und  Krobo  gebräuchliche  Dialekt.

6.  Die  Afutusprache  ist  ein  Kauderwelsch,  das

bei  den  Eingeborenen  von  Winnebah,  Berakn

und  anderen  Dörfern  im  Gebrauche  ist.

Die  Insima-,  Aschanta-,  Schwi-,  Aiwinsprachen

  sind  eine  Familie  von  verschiedenartigen

Dialekten,  die  bei  den  einzelnen  Stämmen  ihre

Sitze  haben,  deren  Namen  sie  tragen.  Insima

ist  eine  andere  Benennung  für  Amanahia

(Apollonia).

to

J.

Niederländisch-portugiesische  Grenzregulirung.

Die  niederländische  und  portugiesische  Regierung
haben  in  Ausführung  des  Vertrages  vom  10.  Juni
1893  weitere  Abmachungen,  betreffend  Feststellung
der  Grenzen  ihrer  Gebiete  auf  Timor  und  zur  Regelung
  der  dortigen  Handelsbeziehungen,  getroffen.
Die  Uebereinkunft  ist  im  niederländischen  Staatsblad
Nr.  52  zum  Abdruck  gebracht.

verwaltungskosten  für  Englisch-Neu-Guinea.

Mit  dem  4.  September  d.  Is.  geht  die  zehnjährige
Periode  zu  Ende,  für  welche  die  Kolonie  Oueensland,
Neusüdwales  und  Victoria  sich  verpflichtet  hatten,
jährlich  je  5000  Pfd.  Sterl.,  im  Ganzen  also  15  000
Pfd.  Sterl.,  zur  Bestreitung  der  Verwaltungskosten
von  Neu-Guinea  aufzubringen.

Vor  einigen  Tagen  nun  hat  der  Premierminister
von  Queensland,  Sir  Hugh  Nelson,  im  dortigen
Unterhause  die  Erklärung  abgegeben,  die  drei  Kolonien
  seien  übereingekommen,  die  Verwaltungskosten
für  Neu-Gninea  in  der  bisherigen  Höhe  noch  für

 

weitere  drei  oder  vier  Jahre  zu  bestreiten;  nach
Ablauf  dieser  Zeit  werde  Letzteres  voraussichtlich  im
Stande  sein,  sich  selbst  zu  erhalten.

Die  Einnahmen  von  Neu-Guinea  haben  jetzt  die
jährliche  Höhe  von  10  000  Pfd.  Sterl.  erreicht.

Nach  den  letzten  Nachrichten  aus  Englisch-Neu-Guinea
  ist  die  Goldgewinnung  eine  mäßige,  doch
wird  ein  Andrang  von  Goldsuchern  in  dem  östlichsten
Theile  der  Insel  erwartet.  Neu-Guinea  wird  übrigens
  auch  für  Plantagenbau  als  sehr  geeignet  bezeichnet;
  besonders  empfohlen  werden  das  Anpflanzen
von  Gummibäumen  und  die  Baumwollekultur.

Perschiedene  Mittheilungen.
Internationales  maritimes  Büreau  in  Sansibar.

Das  durch  die  Brüsseler  Akte  geschaffene  „Bureau
international  maritime“"  in  Sansibar  hat  für  das
Jahr  1898  den  Kaiserlichen  Konsul  a.  i.  Freiherrn
v.  Rechenberg  zum  Vorsitzenden,  den  portugiesischen
Generalkonsul  Ferreira  de  Castro  zum  stellvertretenden
  Vorsitzenden  gewählt.  Das  Bireau  ist
bekanntlich  eine  Auskunftsbehörde  und  Sammesstelle
aller  zur  Förderung  der  Unterdrückung  des  Sklavenhandels
  in  der  durch  die  Akte  festgelegten  Meereszone
  geeigneten  Urkunden  und  Anskünfte.

Von  allgemeinerem  Interesse  dürfte  ein  Beschluß
sein,  der  in  einer  der  letzten  Sitzungen  des  Büreaus
gefaßt  wurde.  Es  handelte  sich  um  die  Frage  der
Verleihung  der  Flagge  an  Dhaueigenthümer,  welche
einem  in  Ostafrika  amtlich  nicht  vertretenen  Staat
angehören.

Die  Mitglieder  des  Büreaus  haben  sich  übereinstimmend
  zu  der  Ansicht  bekannt,  daß  solche  Dhaubesitzer
  die  Flagge  derjenigen  Macht  erhalten  können,
in  deren  Gebiet  sie  ansässig  sind,  daß  sie  somit  in
dieser  Beziehung  als  Schutzbefohlene  der  Regierung
ihres  Wohnsitzes  angesehen  werden  können.

Gouverneur  von  Kiautschou.

Durch  Kabinetsordre  vom  7.  März  d.  Is.  ist  der
Kapitän  zur  See  Rosendahl  zum  Gouverneur  von
Kiantschon  ernannt  worden.

Geschenk  ethnographischer  Gegenstände  an  das  Museum
für  Völkerkunde  in  Berlin.

Der  deutsche  Konsul  Schmidt  in  Lagos  hat
dem  Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin  eine  Reihe
sehr  interessanter  elhnographischer  Gegenstände  aus
dem  Hinterlande  von  Lagos  überwiesen.  Eine
Sammlung  Bronzebüsten,  -figuren  und  Fpplatten,
welche  aus  Benin  stammt,  hat  Herr  Schmidt  vor
Kurzem  persönlich  mit  nach  Deutschland  gebracht  und
zur  Zeit  im  Hamburger  Gewerbemuseum  ausgestellt.
        <pb n="225" />
        Auseum  des  Vereins  für  Dandelsgeographie  in  Stuttgart.

Wie  die  „Schwäbische  Kronik“  meldet,  sind  dem
Museum  des  Vereins  für  Handelsgeographie  zu
Stuttgart  in  letzter  Zeit  mehrere  ethnographische
Sammlungen  geschenkweise  zugegangen,  so  daß  das
Museum  neben  seiner  Produkten  =  Sammlung  jetzt
auch  eine  große  Reihe  ethnographischer  Gegenstände
aufzuweisen  hat.  Aus  Deutsch-Afrika  stammt  die
Sammlung  des  Premierlieutenants  Kollmann,
welche  Seine  Majestät  der  König  dem  Museum
überwiesen  hat.  Das  Leben  der  Bewohner  der
Südseegebiete  erläutern  Sammlungen,  welche  der
Landeshauptmann  Dr.  Irmer,  der  Schiffsarzt  Dr.
Kelber  und  der  Inhaber  des  bibliographischen  Instituts
  Dr.  Hans  Meyer  geschenkt  haben.  Auch
Dr.  Kronecker  hat  dem  Museum  einige  interessante
Stücke  zum  Geschenk  gemacht.

Gedächtnißfeier  der  Entdeckung  des  Keeweges  nach  Indien.

Zur  Feier  des  Gedächtnisses  der  Entdeckung  des
Seeweges  nach  Indien  im  Jahre  1498  wird  in
Portugal  eine  Reihe  festlicher  Veranstaltungen  vorbereitet.
  Es  werden  besondere  Gedächtnißmünzen
geschlagen,  Briefmarken  ausgegeben,  Prachtausgaben
der  Lusiaden  gedruckt  2c.  Außerdem  findet  eine  internationale
  Ausstellung  kolonialer  und  gewerblicher
Erzeugnisse  zu  Lissabon  statt,  mit  der  eine  große
Anzahl  Feste  aller  Art  verknüpft  sein  werden.  Der
17.  bis  20.  Mai  werden  als  Nationalfesttage  begangen
  werden.  Am  8.  Juli  wird  das  neue  Gebäude
der  Geographischen  Gesellschaft  und  des  Kolonialmuseums
  eingeweiht.

Geplante  Afrikadurchauerung  von  Büd  nach  Nord.

Ueber  eine  geplante  Afrika-Durchquerung  von
Süd  nach  Nord  wird  in  englischen  Zeitungen  berichtet:
  Der  bekannte  englische  Afrikareisende  Major
Gibbons  trifft  Vorbereitungen  zu  einer  Reise  durch
Afrika  vom  Süden  bis  zum  Norden,  vom  Kap  der
guten  Hoffnung  bis  Kairo.  Gibbons  wird  im  April
in  Begleitung  des  Mineralogen  Montagu  Sweet,
welcher  große  Erfahrungen  in  der  Struktur  der  südlichen
  Erdhälfte  besitzt,  von  England  abreisen;  auch
mehrere  britische  Offiziere  werden  an  dem  Zuge  theilnehmen.
  Das  Gefolge  werden  wahrscheinlich  Zulus
blden.  Soweit  als  möglich,  wird  der  Zug  die
afrikanischen  Wasserstraßen  benutzen.  Es  wird  ein
Doot  gegenwärtig  in  England  gebaut,  welches  auseinandergenommen
  werden  kann.  Die  einzelnen  Theile
werden  nicht  mehr  als  je  120  Pfund  wiegen,  so  daß
das  Boot  leicht  getragen  werden  kann.  Der  Zweck
des  Zuges  ist,  wie  es  heißt,  ein  geographischer.
Major  Gibbons  hat  früher  das  Basutoland  erforscht.
Irzt  will  er  das  Zambesithal,  die  Wasserscheide  des
Kongo,  Kwando  und  Kafukwe  in  den  Kreis  seiner
Beobachtungen  ziehen.  Er  wird  den  Lualabefluß  bis

183

 

zum  See  Bangwelo  hinabfahren.  Darauf  wird  er
nach  dem  Tanganyika  zurückkehren  und  sich  von  da
nach  dem  Victoria-Nyanza  begeben.  Dort  gedenkt
Gibbons  im  Juli  einzutreffen  und,  falls  die  Macht
der  Derwische  bis  dahin  gebrochen  sein  sollte,  den
Nil  abwärts  zu  fahren.  Die  ganze  Reise  soll  etwa
18  Monate  dauern.

Deutsche  Ostafrika-Linie.

Die  Gesellschaft  erzielte  Zeitungsnachrichten  zufolge
einen  Gewinn  an  Reisen  im  Jahre  1897  von  922602
Mk.  gegen  1077  139  Mk.  im  Jahre  1896.  Der  Betriebsüberschuß
  stellt  sich  auf  848.056  Mk.  Es  wurden
22  Reisen  mit  eigenen  Schifsen  gegen  19  im  Vorjahre
gemacht.  Der  Jahresüberschuß  ist  trotz  größerer  Bruttoeinnahme
  hinter  dem  Resultat  des  Vorjahres  zurückgeblieben,
  und  zwar  nicht  nur  infolge  vermehrter  Betriebskosten,
  die  117  234  Mk.  gegen  107  421  Mk.  im  Vorjahre
erforderten,  hervorgerusen  durch  die  größere  Anzahl
der  Reisen  und  die  Einstellung  größerer  Schiffe,
sondern  vor  Allem  durch  das  stetige  Fallen  des
Milreiskurses,  wodurch  das  Lissaboner  Geschäft  außerordentlich
  nachtheilig  beeinflußt  wurde,  durch  die
kommerziellen  Folgen  der  noch  immer  in  Bombay
herrschenden  Pest,  durch  den  Streik  der  Hafenarbeiter
in  Hamburg  sowie  nicht  zum  geringen  Theil  auch
durch  die  außerordentlich  flaue  Geschäftsstimmung  in
dem  Minenbetriebe  Südafrikas.  Von  dem  Betriebsüberschuß
  sollen  672  220  Mk.  zu  Abschreibungen
auf  die  Schiffe,  Leichter  und  Inventar  verwendet
werden,  so  daß  nach  Dotirung  des  gesetzmäßigen
Reservefonds  mit  8555  Mk.  sowie  nach  Abzug  der
Tantieme  des  Aufsichtsrathes  und  des  Vorstandes
mit  17  110  Mk.  eine  Summe  von  150  169  Mk.
zur  Verfügung  bleibt,  wovon  die  Aktionäre  3  pCt.
Dividende  mit  150  000  Mk.  (im  Vorjahre  6  péCt.)
erhalten.  Der  dann  noch  verbleibende  Saldo  von
169  Mk.  ist  auf  das  nächste  Jahr  vorzutragen.
Die  Gesellschaft  hofft,  daß  mit  der  ferneren  Entwickelung
  der  Ostküste  Afrikas  und  der  Wiederbelebung
des  Geschäfts  in  Transvaal  auch  die  Resultate  der
Linie  für  die  Zukunft  wieder  bessere  werden.

 

—  —  —

Litteratur.

Nauticus:  Neue  Beiträge  zur  Flottenfrage.
Berlin  1898.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Die  lehrreiche  Schrift  bildet  eine  Fortsetzung

zu  der  erst  kürzlich  herausgegebenen  Broschüre  „Altes

und  Neues  zur  Flottenfrage"  und  erläutert  wie
diese  die  für  unsere  Interessen  zur  See  wichtigen
Gesichtspunkte  durch  zahlreiche  Aufsätze,  die  sachkundige
Freunde  unserer  Seemacht  dem  Verfasser  beigesteuert
haben  und  die  weiteste  Beachtung  wohl  verdienen.  Es
seien  nur  z.  B.  die  folgenden  Aussätze  genannt:
Arbeiterinteressen  und  Kriegsmarine  —  Aufgaben  der
        <pb n="226" />
        Kriegsflotte  —  Deckung  der  Kosten  für  die  Flotte  —
Deutschland  zur  See  —  Flottengründungsbestrebungen

bis  1848  —  Englische  Ansichten  über  Seeherrschaft

und  Marinefragen  —  Japanische  Marinepolitik  —
Kreuzermangel  und  Kreuzernutzen  —  Seeschifffahrtsverkehr
  in  deutschen  Häsen  —  Sollbestand  der  Flotte
und  Beschaffungsfrist  —  Ueberseeische  Interessenpolitit
—  Volkswirthschaft,  Flagge  und  Flotte  —  Warum
unsere  Schlachtflotte  zu  schwach  ist!  —  Weltwirthschaftspolitik
  und  Flotte.  —  Ein  Anhang  veröffentlicht
den  Entwurf  des  Flottengesetzes  in  der  Fassung,  wie

er  in  der  zweiten  Lesung  der  Budgetkommission  am

17.  März  1898  angenommen  worden  ist.

Kleiner  deutscher  Kolonialatlas,  herausgegeben
von  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.
1898.  Dietrich  Reimer.

Das  kleine  Kartenwerk,  welches  seine  Entstehung

der  1896er  Kolonial-Ausstellung  verdankt,  liegt  in
neuer  durchgesehener  und  vermehrter  Auflage  vor.
Zu  den  früheren  Karten  ist  noch  eine  solche  mit  Ost-Der
  Atlas,  welcher

China  und  Kiautschou  getreten.
dank  seiner  Handlichkeit  und  seinem  billigen  Preis
(60  Pf.)  bereits  in  80  000  Exemplaren  vorliegt,
wird  von  jedem  Kolonialfreund  in  seiner  neuen  Auflage
  mit  warmem  Beifall  begrüßt  werden.

–2  –  –

—.  14  —  —  —  —  —  —  —  —

S.  „Condor“  8/1.  Sansibar.
S.  „Cormoran“  13/11.  Kiautschoubucht.
S.  „Falke"  27/1.  Sydney.

Sss

(Poststation:  Matupi.)
S.
station:  Sansibar.)
S.

„Wolf“  25/12.  Kamerun.

&amp;amp;

184

Berlin

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  „Bussard“  21/12.  Herbertshöhe-Matupi.  —  24/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt).
(Poststation:

„Seeadler“  24/1.  Kapstadt  9,3.  —  Port  Elisabeth.  —  East  London.  —  Natal.
(Poststation:

Berlin  und  seine  Arbeit.  Amtlicher  Bericht  der
Berliner  Gewerbe-Ausstellung  1896,  zugleich  eine
Darstellung  des  gegenwärtigen  Standes  unserer
gewerblichen  Entwickelung.  Mit  einem  Plan  und
357  Abbildungen.  Berlin  1898.  Dietrich  Reimer.
Dem  Prachtwerk  über  die  Ausstellung  der
deutschen  Kolonien  ist  nun  ein  mächtiger  Band  gefolgt,
  welcher  Rechenschaft  von  der  Gewerbe-Ausstellung
  ablegt,  an  welche  sich  die  Kolonial-Ausstellung
angegliedert  hatte.  Die  Würdigung  dieses  hervorragenden
  Buches  muß  fachkundigen  Federn  überlassen

bleiben.  Hier  sei  nur  erwähnts  daß  das  Werk  durchweg
  von  hervorragenden  Sachverständigen  verfaßt  ist
und  neben  seiner  Gründlichkeit  und  seinem  belehrenden

Inhalt  noch  durch  eine  vorzügliche  Ausstattung  fesselt.

 

FV

    

yV7YT'yY7yTy  yFTV  TVYTVY  VYVY  Y°  YWWTFV

Titterakur--Verzeichnik.

Kolonial-Gesetzgebung,  die  deutsche.  Sammlung  der
ausf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,  Verordnungen,
  Erlasse  und  internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  und  Sachregister.  Zweiter  Theil.
1893  bis  1897.  Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben  von  Dr.  Alfred
Zimmermann.  gr.  80.  (XVII,  377  S.)  Mk.  8.—,
gebunden  Mk.  9,50.

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

Sansibar.)

(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  Hofpostamt.)
S.  „Habicht“  10/1.  Kapstadt  42.  —  8/2.  Swakopmund.  —  Kamerun.

.Vermessungsschiff  „Möwe“  12/11.  Hongkong  28/2.—  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu--Guinea.

Poststation:  (Kamerun.)

Post-Loanda.)


Ablösungstransporte:
Fahrplanm.  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.
S.  „Möwe“  (lhalbe  Besatzung)  und  einige  Köpfe  für  S.  M.  S.  „Cormoran":
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Schaumann  (Karl):
Hongkong  17/1.  —  20/1.  Shanghai  28/1.  —  31/1.  Hongkong  1/2.  —  5/2.  Singapore  7/2.  —  11/2.
Colombo  12/2.  —  18/2.  Aden  18/2.  —  23/2.  Port  Said  23/2.  —  Neapel.  —  Genua.  —  8/3.  Antwerpen
  9/3.  —  10/3.  Bremerhaven.

—  —

Derkehrs-Nachrichten.

——

—  —  ——
—
—  —  4  —  —  —  ——  —  —

Die  Postagentur  in  Uhabis  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  1.  Oktober  1897  aufgehoben  worden.

–  —.  —

Bei  Postpacketen  nach  der  Südafrikanischen  Republik  ist  auf  dem  Wege  über  England  jeht
eine  Länge  bis  1  m  zulässig.  Höhe  und  Breite  dürfen  dann  20  cm  nicht  iüberschreiten.
        <pb n="227" />
        —  185  —

Bostdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

 

Nach

vom  Einschiffungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Oftafrika.

Neapel
(deutsche  Schiffe)

Brindisi
(englische  Schiffe)

Marseille

s

25.  Mat  120  abds.
am  24.  April,  22.  Mai
100  abds.
am  10.  jedes  Mts.

 

ranaofische  Schiffe)

40  ums.

am  13.,  27.  April,  11.  u.

Tanga  18—19  Tage
Sansibar  20  Tage
Sansibar  18  Tage

Dar-es-Sal.  19—20  Tg.

#

am  11.,  22.,  25.  April,
9.,  20.,  23.  Mai
118  abds.

am  8.  jedes  Monats
10%  abds.

 

2.  Deutsch-Züdwestafrika.

Gach  Kerimanshoor,  Klbeen,
armbad  und  Ukamas
wöchentlich  bis  Kapstadt.

Southampton
Hengl.  Schiffe  die  Kap-Dampfer

  „Leutwein“)

 

 

adt.  dann  deutscher

am  9.  April,  7.  Mai
40  ums.

 

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  25  Tage

am  8.  April,  6.  Mai
15  Ums.

 

 

 

 

 

von  dort  weiter  alle  14Tage  ambur  am  25.  April,  25.  Mai  Swakopmund  30  Tage'  am  25.  April,  25.  Maie
auf  dem  Londwege.)  (deursches  Schiffl)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  720  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3,  Namerun  (deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
"  "  Liverpool  am  13.  April,  11.  Mais  Kamerun  21  Tage  am  11.  April,  9.  Mai
cnausscke  Schiffe)  15  Uums.
1  Lamburg  am  10.  jedes  Mis  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
Loo.  Gebiet  (deutsche  Schiffe))]  am  20.jedes  M  ts.  Lome  31  Tage  Monats  729  abds.
"  .  Klein-Popo  33  Tage
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  6.,  20.  April,  Quittah  36  Tage  am  4.,  18.  April,
Morseille  oder  Bordeaux  (englische  Schisfe)  1.,  18.  Mai  von  da  ab  gindn  2.,  16.  Mai  15  ms.
nur  auf  Verlangen  des,  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Ta  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (franzöfische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  —W—.——  10½7  abds.
Bordeaux  am  10.  Mai,  10.  Julif  Cotonou  22  Tage  am  8.  Mai,  8.  Juli
((franzöfliche  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  1021  abds.

—  —
—„  —  —  —  —  —  —

5.  Deutsch·  Ueu-Guinea.

 

 

6.  Marshall·  Inseln.

Neapel

(deutsche  Schiffe)

Brindisi
(Nachversand)

Brindisi

 

 

(über  Manila)

am  4.  Mai,  29.  Juni
abds.
am  3  3.  Juli

am  8.  Mai,  3.  Juli
abds.

—  —  ——  —

—  —  —  —  —  —  —  —

—  —  —  —  ——  ÒÛ

Stephansort  45  Tage
41  Tage

#

am  2.,  6.  Mal,
27.  Juni,  1.  Juli
11°5  abds.

 

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

Jaluit  etwa  70  Tage

 

am  6.  Mai,  1.  Juli
11  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fälli
von  bosen.  in  Berlin  1  Von  hafen  in  Berlin  8
—  —  —  ——
..  jed.  Monats
deutsch.Ostafeira  Brindisi  anl-  t  lrn  Togogebiet  ..  ...  Plymouth.  E—  27.*  jed.  Monats
Merseile  am  16.April,  11.  viai  Marseileam  16.jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrita  Southampton'am  12.  April,  10.  Mai]  Deutsch-  -Neu-Guinea  Neapel.  am  m  1."Mai,  27.  Juni
–-.  —  —  ]  .
Plymouth.  am  27.  jed.  Monats  6  WMarsein  .  .
Kamun.......  Boh:am  21.  Wei-  D  Marsball-Inseln  rseille  Aie  #as
19.  Mai

 

 

 

 

*  Falligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

––—.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Camburg—Ostafrika).

—n
..

 

—  —  —  ——

 

 

 

 

 

;  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichsposidampfer  von  nach  bis  28.  Februar  1898
1  —

„König"“.  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Aden.
Therog“  amburg  Durban  am  26.  Februar  an  Mozambigque.
„Kuser  mbur  »
2  12  L  in  9.  l  Durban  am  25.  Februar  ab  Lissabon.
„Vundesrath“  Durban  I  Hamburg  am  27.  Februar  ab  Marseille.
„Reichstag“  bur  «
Austrag-  «»·  Zt  stangasg  g  Delagoabai  am  24.  Februar  ab  Suez.
„Generaltbé  Durban  1  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Durban.
        <pb n="228" />
        Beschleunigter  Dienst  für

186

WoOERNANN-LINIE.
Regelmäßige  Volkl-Dampflschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

Jahrplan  für  das  zweite  Vierteljahr  1898.

 

—  —  —

Post  und  Passagiere.
Linie  I.  Nach  Madeira,  Lagos,  Lome,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Loango.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.
Hamburg  .  .  April  10.  Mai  10.  Juni  10.  Loango  Mai  30.  Dun-  30.  Juli  30.
Madeira  „  1  19.  -139.  Gabun  Juni  3.  uli  3.  Aug.  3.
Monroviavo  27.  :  27..  27.  Eloby.  :  4.  42  :  4.
Kap  Palmas“.  :  268  238.  :  28.  Bata  2  6.2  6.  -  6.
Accra"#.  ..  "  29.  =  29.  :  29.  Groß-=  Batonga-Lome
  .  :  30.  =  30.  30.  Kribi  7  4  7  7
Lagos  Mai  1.  Juni  1.  Juli  1.  Plantation  «  ·  '  «
Kamerun  =  4..  4.  :  4.  Longii
Rio  del  Key  .  -14.sp-14.  =  14.  Klein-  Batanga-  -  8.  -  8.  -  8.
Victoria  ..  -15.I-15.i-15·  Malimba  -  9.  9.9  9.
Fernando  9go  .  1171..  17.  1Kamerun  .  10.  10.  10
Malimba  188.  18..  .  18.,.Lagos  l  18..  .  18.  183½
Klein-Batangg  :  20  20  20.  Whydah  ..  :  26.  26.  é  96.
Longji  #  Grand-Popo  "  27.  .  27.  27.
lantation  21  l-  21.„  21.  Klein-Popor  "  24.  23.  233
ribtmt  Ü  "  Lome  29.  x  29.  29.
Groß-  Batanga  ..  -22.  -22.  -22.  Kwitta  "  29.  29.  :  29.
Bato  1  233.  23.  "  23.Addah  .  -30.j-30.  30.
Eloby  .  24.  24.  24.  Accra.  .  Juli  1.  Aug.  1.  Sept.  1.
Gabun  25.  :  825.  25.  Kamerun.  .  -  4.!-  4.  =  4.
Kap  Lope  260  26.  26.L690082  6.  6  6.
Sette  Cama  l.  27.  2.  27.Klein-Popo##  1  «
Nyanga  :  23.  28.  28.  Lome  -  7.  7.  7.
Mayumba  :  209.  :  291  .  29.  Quitta.  )
Loango  30.  :  30.  309.  Acera*  ..  8.  8.  8.
Kap  Palmas“.  .  -10.  10.  -10.
Gonrovia  *  .  -12«,-12.  *  12.
r  ran  Canaria“  .  s  .-,
.  Tenetcssa«.  Es  «18'  18.  18.
Madeira“  20.  :  20.  20.
I  Plymouth“.  P  .  25.  25.  25.
1  1  Hamburg  27.  27.  27.
Linie  II.  Nach  Gibraltar,  Marokko,  Canar.  Inseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.
Ausreise  Heimreise.
U
Hamburg.  April  18.  Mai  18.  1  Juni  18.  Sherbro  Juni  2.  Juli  2.  Aug.  2.
Antwerpen  "  23.  23.  23.  Sierra  Leone  =  4.  "  4.  1„  4.6
Gibraltar  =  300.  30.300.Conakry  „5.  5.  5
Larache  Mai  1.  Juni  1.  Juli  1.  Rufisque  #  10.  10.  10.
Rabat  -  2.  —  2.  2.  Dakar  11.  11.  "l  11.
Tanger  -  3.  -  3.  3.  Gran  Canaria.  ·  -17.s  17.  "  I7.
Casablanca  :  5.  5.  5.  Mogador  "  19.  19.  "l  19.
Saffi.  6.  56-Saff.  200.  2  2
Mogador  -  7.  7.=  7.  Mazagan  22.  22.  22.
Mazagan  *  9.  99  9.Casablancak  )  23.  23.  .  23
Gran  Eanaria-  "⅞  11.  1  427*“  11.  Tanger  24.  24  Ser.  24.
Teneriffa  -  -  iN  ambur  Juli  2.  Aug.  2.  ept.  2.
Gorée  *  17.  „  17171  7.  v  s  ER  «  g
Dakar  17.  -M17.  I17.  I  .
Rufisque  18.  18.  213.
Baihurst.  15.  18.  13.  s
Bissao  l  —  -  21.  -  —
Bolama  #  —  :  24.  —
Sierra  Leone  :  22.  :  260.  .  22,  l
s-24.!-27.«-24.

Sherbro

)  Einschiffung  der  Pa
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie

¾l“

*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.

 

 

1

iere:  Linie  1  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
am  1.  jedes  Monats
        <pb n="229" />
        187

 

 

 

 

 

 

 

 

Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldkiüste  und  Togo.
Ausreisee.  Heimre  ise.
6  6

Hamburg  April  20.  Mai  20.  1  Juni  20.  Kotonou.  .  ..  Mai  28.  Juni  28.  Juli  28.
Conalrzy....  Mai  6.  Juni  6.  Juli  6.  Whyda  *  29.  29.  *  29.
Monro.iaa  :  8.  8.  .  8.  Grand-PLopo  Juni  2.  Juli  2.  Aug.  2.
Ai.  Klein-Popo  :  3.  =  3.  3.
Dixcobe  -  12.  12.  12.  Bagida  :  5.  5.  5.
Eimina-  ....  «  Lome  .....  -  2  #  -  1  -  7.

Coast4  .  wittaoa  -  „  9.)
Shtan  =  114%  14.  14  m  11.  II.
Aprppan  4  I»  cera.....  =  13.  13.  ".  13.
WinnebaH  16.  15.  15.  Kap  Palmas  :  16.  "  16.  "*16
—  *  16.  16.  =  16.  Monroria  -  18.  1  1238.
Addah  18.  18.  18.  Gran  Canaria..  286.  236.  26.
Kwitta  19.  19.  19.  Teneriffa.  =  27.  27.  27.
Lome  21.  21.  21.  Madeira  .  28.  28.  2828.
Bagidda  22.  22.  22.  Hamburg  Juli  9.  Aug.  9.  Sept.  9.
Kein-Povpo  233).  23.  23.
Grand-Popo  25.  "  25.  25.
Vhydah.  ...  -  é!  6.  é  826.
Kotonoo  27.  1  *  27.  27.

|
1  1

binie  IV.  Nach  den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Liberi

 

 

 

 

Wa  und  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

Ausre  isee.

Heimre  ise.

 

Hamburg
Tenenssa
Gran  Canarig
Goree

Dakar
Rufisaue
Kap  Mount  .
Montovia...
Grand  Bassa
Sinoo
Kap  Lalmas
Accra#
Lagos
Landana
Cabinadadad
Vanana
voma
Roqui
Ratadi.
Loand
Ambriz)
Kinsemnbo
Russere
Anbrizette
Nuculln
Landana

 

April  30.
Mai  10.
"  11.

16.

 

I
l
i
l
l
I
l
!
i

Mai  31.
Juni  10.
-Ê11.

16.

Juli

 

Juni  30.
10.
11.

16.

 

Landana
Old  Calabar
Bonny
Lagos
Addah
Accra
Winnebah
Appam.
Saltpoond.
Kap  Coast=Elmina

Chama
Dixcove
Axim  .  ..
Kap  Palmas
Sinoe

..  Juni

Grand  Bassar

Monrovia
Conakry.

Gran  Canaria

Mogador
Sasst
Mazagan
Casablanca
Hamburg

l
.

l

I

Juli

15.

21.
24.
28.
30.

7.

8.

9.
11.

Juli  21.
24

28.

*  30.

15.

 

"
.T
1I
1

Okt.

Mit  den  am  18.  April  und  18.  Juni  abgehenden  Dampfern  kommt  kein  Schießpulver  zur  Verladung.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  April,  25.  Mai  und

)

Linie  IIl  am

)  Rur  fuͤr  Post  und  Passagiere.

am  1.  jedes  Monats.

25.  Juli.  Fahrtdauer  Hamburg  —  Swakopmund  etwa  30  Tage.

Einschiffung  der  Passspiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
21.  jedes  Monats,  Linie  1
        <pb n="230" />
        —  188  —

Fahrplan  der  Oceanic  Steamship  Co.  (Spreckels  Line)  zwischen  San  Francisco,
Honolulu,  Apia,  Auckland  und  Spydney.

Nach  Mittheilung  aus  San  Francisco  ist  der  in  Nr.  6  des  Kolonialblatts,  S.  151,  abgedruckte  Fahrplan
Ausfahrt.  der  Oceanic  Steamship  Company  in  folgender  Weise  abgeändert  worden.

 

 

 

 

 

Nückfahrt.

San  «  s«  .  «-  -  San
Dampfer  hreeeco  Honolulu  Apia  Aucland  SydneySydney  Aucland  Apia  onolulu  Lraneitco  Dampfer

at  an  an  an  an  ab  ab]  ab  .  abb  an

2l.  nachm.)  1  i  «  Ulnachm

Australias  Jan.  25.  Febr.  1.  —  —  —  Jan.  17.]  Jan.  22.  Jan.  27.  For  3  dett.  10.  Mariposa
*Alameda  Febr.  3.  .  10.  Febr.18.  Febr.24.  März  1.  —  —  —  k  12.  Australia
Australia,n-  17.1  #:"  24———  —  —  —  —  —  nur  1  Mär  8.)Australia
*  Mariposa,  23.  „März  2.  Mär3  10.  Näru6.  März21.  Febr.  14.  Febr.  19.  Febr.2  3  10.|Moana
Australias  März  12  19.,  –  —  —  24.  -  31.  Australia
*Moana  23.  30.  Apri  7.  Avriiis.  Aprũiis.  März14.  März1l9.  März24.  3l.  April  7.  Alameda
Australia  April.  6.  April1.,  T  —  —  —  Aprilis.  .  26.|Australia
Alameda  20.  27.  Mai  5.  Mai  11.  ur-  16.Aprill  1.  April16.  April21.1  =  28.  Mai  5.  Mariposa
Australia  Mai  4.  Mai  11.  —.  —  —  —  —  —  Mai  17.  -  24.  Australia
*Mariposash=  18.  25.  Juni  2.  duni  8.  Zuni  13.  Mai  9.  Mai  14.  Mai  19.  .  26.  Juni  2.|  Moana
Australia  duni  1.  1.  Jui.  8.  1  —  —  —  Juni  i4  -21.Australia
*Moana  22.  Juni  30.  du  6.  dui  11.  Juni  6.  Juni  11.  Juni  16.  23.  30.  Aloameda
Australias  8  Juli

6  I  —  J  r  12  Juli  19.  Australia
*Alameda  Juli  13.  -  20.  LQ  28.  Aug  3.  Aug  8.Juli  4.  Juii  9.  Juli  14.  ..  28.  Mariposa
Australioan-  27.  Aug.  17.  —  lug.  23.  Aug.  16.Australia
*Mariposa  Aug.  1%  -.  Auq  25.  Aus  31.  Seht  5.  Aug.  1.  2  6.  Aug.  11.  18..  25.|Moana
Australia  n  "  |  —  —  Sept.  6.  Sept.13,Australia
*  Moana  Sept.  7.  Sept.  14.  Sept  22.  2%  28.  O.  3.Aug.  29.  Sept  3.  Sept  8.  15.  =  22.  Alameda
Australia  21.  28;  #  —  öOkt.  4.  Ott.  11.]Australia
*Alameda  Okt.  5.  Olt.  12.  oti  20.  *  26.  oi-  31.Sept.26.  L#t.  1.  O#n.  6.  é  13.O  20.]  Mariposa
Australians  1926.  —  Nov.  1.  Nov.  i-  Australia
*  Mariposa  Nov.  2.  Nov.  9.  Noo.  17.  E  23.  Nov.  28.Okt.  24.  Ot.  29.  Nor.  3.  10.  6  =  17.Moana
Australias  16..  23.—

—  —  —  .29.  Dez.  16  Australia
Diese  Dampfer  erwarten  die  Ankunft  der  englischen  Post.

 

 

 

 

—  —  —  —  —

Schisfsdewegunges  der  Woermann  ·  Linie·

—  —   —  —  —  —..

 

 

 

 

Postdampfer  Re  ise  Lezte  Nachrichten
von  |  nach  bis  28.  März  1898

„Adolph  Woermann  ..  Hamburg  1  Loango  am  28.  März  in  Gabun.
„Alme  Woermann  .  ..  Hamburg  D  Loango  am  25.  März  in  Conakry.
„Anna  Woermann“  .  ..  Hamburg  Sherbro  am  26.  März  in  Sierra  Leone.
„Antonina“.  .  ..  Kongo  ·  Hamburg  am  22.  März  in  Accra.
„Carl  Woermann  .  ..  Hamburg  Loanda  am  24.  März  in  Loanda.
„Eduard  Bohlen"“  JF.  Zt.  in  Hamburg.
„Ella  Woermann  .  ..  Sherbro  Hamburg  am  26.  März  in  Dakar.
„Gertrud  Woermann“  Kotonon  1  Hamburg  am  14.  März  von  Lome  abgegangen.
„Gretchen  Bohlen“  .  ..  Hamburg  Kotonon  am  27.  März  in  Kotonou.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  6  Kotonon  am  23.  März  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“..  Hamburg  !  Loanda  am  27  März  in  Nccra.
„Kurt  Woermann“  .  ..  Loanda  Hamburg  am  23.  Marz  in  Conakry.
„Lothar  Bohlen“  .  .  ..  Soango  !  Hamburg  am  25.  Mätrz  in  Lagos.
„Lulu  Bohlen  44  Loango  Hamburg  am  28.  März  an  der  Stadt.
„Marie  Woermanne  Hamburg  Lüderitzbucht  am  26.  März  ab  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  9.  März  in  Kapstadt.
„Prosessor  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  24.  Februar  Alissingen  passirt.
Thetla  Bohlen“  .  .  .  .  z.  Zt.  in  Hamburg.
        <pb n="231" />
        —  189  —

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,

einzusenden.

 

 

 

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Vertriebvon  Erzeuguissen  der  deutschen  Kolonieen
unter  Aufsicht  bervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesellschat.

»  7  m  ·
Deutsches  Kolonialbaus
-T  BrunoAntelmann.-.

crecslsenogsiclssecklenhnkgssclmekinschekKometen-Itssinkowonoschmmkhs

 

llsuptsmvokscaåxesehskuBekllac.19,äemalomotstk.V.Pompk.:4mtI.No.ss7.
Kreis-entwu-Botsluss.62,sohlllstk.16.kenspmkmtlxumwdkk

In  über  200  Städten  Deutschlands  Verkaufsstellen.  —  Wiederverkäufer  überall  gesucht.

Kakao,  Schokoladen,  Kaffees,
Zigarren,  Vanille,  Liköre,
Ethnologica,  Photographieen.

—0  Der  velchhaliige  Illustrierte  Lager-Katalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  6—

 

 

 

 

 

 

Beschluß.

.  II
Die  im  Artikel  13  des  Handelsgesezbuches
  vorgeschriebenen  Bekanntmachungen
  von  Eintragungen  in  das

ndelsregi  «  '  «-  «  i
—  *  kneeh.  bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von

in  Jahre  1898  Mx.  28,000  an.
im  Deutschen  Kolonialblatt  und

·#
wviuiStrassenlocomotiven  unn
v  216
Dampi  ·  Strassenwalzen

Windhoek,  den  20.  Dezbr.  1897.
ber  Keiserliche  Kichler  für  den  Nordbezirk.

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

O.-  gohnfowier  &amp;amp;  Co.i  Magdeburg.

Owort-Stahlkafren  .
DeUyScht  ENet.  fond  #.  Schöller  &amp;amp;  Reinshagen
in  Schleiden  i.  Eifel,  Kaeinprovinz,

fabriciren
HKörlg  l  W  empfehlen
—3ledbscheöln  Werrutte  Mltanlanchglatten

«  -  D.R.P.,ulstllktlloTkopeasehkgeelgs
Kowitsch  Orgel  netes  Brdnchungemsterel  t  —414
"«·  Vorzüge:  Dichtigkeit,  ubsolute  Sturm-  Rauckansicht.
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Fabrik  u.  Luger.  Billige  Reparaturen,  sehr  einfache  Eindeckung  auf  Latten  ohne  jede  Nagelung.
Preise,  von  200  Mk.  un.,  bänfige  Verwendbarkeit,  geringes  Gewicht  —  1•  1  l.  -
speziell  für  tropisches!ransportfähigkeit,  da  sehr  wenig  Raum  einnehmend.  ensolche'
lima  konstruirt,  empl.  wandbekleidung.  —  Nähere  Auskunft  auf  Wunsch  kos  -

it  Jahren
«  rosse  Posten  für  staatliche  sowie  für  Missionsbauten  se
aiahe  aanss  odaisch?  6  regelmilssig  nach  den  Kolonien  geliefert.  (iss)
..

 

(190)

 

  

 

          

--.  '»  4
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J
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I  .  «-  »
«  —

m—e  *
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        Arthur  Koppel,  Berlin  N  2

Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.
Telegramm  -  Adresse:  „  oppelrail“.

 

 

–  —

 

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ui  *n.Pt-  i  srAdeh  #1n%.
"  5  ·’I«  .  "«.--,-«.ss·si"

 
  

 
 
  

 
 
  
 

 
  

 
  
       
    

   

  
 

 
 
   

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4
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as

pb-—


G  B
"“  2
1  6rvd

 

 

"  Transport  des  —  durch  Zugthiere  in  Java.
&amp;amp;  FelIdbahnen  für  die  Kolonieen.  (19)

FFF  S  —  —  —  #“#  J  %  S——  S  c  V  d

Sökeland’Export-Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  4%

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung

  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwaurzbrote

  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbenusstellung  1896.

Exportaufträge  erbitten  an  Harder  &amp;amp;c  de  Foss,  Hamburg:  für
das  Inland  E.  Sörxeland  &amp;amp;  Söhne,  Berliin  NINr.,  oder  Wandsber.

 

 

 

 

 

crch.  G.  ECarkie  4  esdw  -
HOUPCHOEDMMUPLZ
Its-DI«  Jst-Its  Sec-«  lpsaskFPJJ

  
  

vkbdosw  den  4  Fhlarb  70  P.
Fr  .  Crbart.  1  453  ps.

 
 
  
  
 
  
  
 
  

 
 
 
  
 
 
  

anis-  daz##)  nden  Rfa-z-  Chleago  1893.
tzelk.  5/0012—  «  Wes-sieAuszeichn.(vlpl0ass-·«»—
talien  4  u  ·  ctr  *  A  .6  en  1884  1
E—..  Hand  d'Honneur)  Antworp  *8

   

Fabrik  —
Lochmann'scher
Musikwerke
Aktiengesellschalt
Leipzig-Gohlis.

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Symphonions

und  Oberllichte  jeder  Art,  (u#)  mit  auswechselbaren  **#D
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren  ·».  —  Die  Fadri##  Whalben.  .  Art  dien
und  Thore  fertigt  als  Spezialität  •5m  HAIAUAleeste  und  gFrösste  der  Weit.

EF

*
v  2
H  .H  l  1

*
sNN-xp.

 

  

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        <pb n="233" />
        —  191  —
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thätigen  Offiziere,  Beamten,  Missionare,
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durch  erl  Berlin  W.30.

 

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E.  S.  Mittler  KSohn,  Berlin  SWe2.
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Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
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des  Reics-Marine-Ants.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,50.

 

 

 

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  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1,60.

A.  T.  Mahan,  Der  Einfluß  der
Seemacht  auf  die  Geschichte.
Erster  Band.  1660  —  1783.  In
Uebersetzung  herausgegeben  auf  Veranlassung
  der  Redaktion  der  Marine-Rundschau.
  Zweite  Auflage.  Mk.  10,
geb.  Mk.  11,50.

—.—  Der  Einfluß  der  Seemacht
auf  die  Geschichte.  1783—1812.
Die  Zeit  der  französischen  Revo-Intion
  und  des  Kaiserreichs.  Auf
Veranlassung  des  Kaiserlichen  Oberkommandos
  der  Marine  übersetzt
von  Vize-Admiral  Batsch.  Lieferung
  1—4.  Erscheint  in  12  Leeferungen
  zum  Preise  von  insgesammt
Mark  10,—.

Die  Seeinteressen  des  Deutschen

Reichs.  Zusammengestellt  auf  VeranlasZs
  ung  des  PReichs-Marine-Amts.
ark  1,—.

““3“3“

 

 

 

—  192  —

Gutgepflegte  Kkhein-  u.  Moselweine.

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auf  dem  Gebiete  der  Gonserv.-Industtire.
Unembehrlich  für  Mrlitairs.  Juger,  Touristen,
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etc.  —  Erwärmung  des  Deosen  lu  alts
zu  jed.  Zeit.  an  d.  Orte  u.  unter  allen
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Conserv  Pabr.  Albert  Rehse  Sohn,
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Pratente  in  10  Staaten.  —

(ur)

 

Aussen
besd4.  Cons.Buckse.

 

 

 

 

*  1245  .

A
1  MG  *–.  9

ein  wohlschmeckendes  Chinapräparat,  aus  bester  China  -  Calisaya-  -Rinde  bereitet,
  enthält  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkalolde)  in  möglichst
vohlschmeckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chinarinde  indicirt
ist.  ungewundt,  besonders  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit,
Wagenbeschwerden  und  Schwächezustände.

Als  Stärkungsmittel  nach  heftigen  Flebern,  besonders  nach  Influenza,
Typhus,  Ruhr,  Malaria  u.  s.  W.  bewährt  es  sich  ausgezelchnet  und  wird  von
medizinischen  Autoritäten  bestens  empfohlen.  (183)

Aan  hüte  ich  vor  Juchahmungen  und  achte  anf  die  Schutzmarke  der  Fimns.

Mbert  C.  Dunglopb[Freiburg  i.B.

 

 

 

 

 

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en##narie#nen

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Aruurandone  Lantnen  liacil.

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–  ——n—  Eersmiel-  #nrn.
9  —.  ———  ILorein

I—  m—tt  Wls“ie  —Mi  “  m

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n.nt.*ie
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"  —-  FJVMA  „Isc.  *  ê
        <pb n="235" />
        193

Drahftseile

jeder  Konstruktion  und  Qualität  für  Bergwerke  etc.

Schiffstauwerk

für  stehendes  und  laufendes  Gut

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in  Kempttal  (Schweiz).

 

 

 
 
 

 

(160)

 

 

 

 

 

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Tragbahkren,  Tragsechhlz.  7

 

 

 

 

 

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PVrnzen  Hemrich  von  Preuben.

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Berlin  SW##,  Kochstraße  68—71.

 

—  —  ——“  —  ——

Soeben  erschien:

#rutsche  Kolonial  Gesezchung.

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Sammlung
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—  ——  —  —  —  —  ——

 

der  auf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetzt,
Derordnungen,  Erlasse  und  internationalen  Vereinbarungen,
mit  Aumerkungen  und  Sachregister.
Zweiter  Theil.
1893  bis  1897.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum  dienstlichen  Gebrauch
herausgegeben  von
Dr.  Alfred  ZBimmermann.

Geheftet  Mk.  8,—  ord.,  in  Halblederband  Mk.  9,50  ord.

Die  deutschen  Schutzgebiete  haben  seit  ihrem  jetzt  vierzehnjährigen
  Bestehen  eine  gewaltige  Entwickelung  gewonnen  und  bedeuten
einen  wichtigen  Faktor  unseres  Staatslebens.  Immer  allgemeinere
Beachtung  wird  daher  der  Gesetzgebung  unserer  Kolonien  geschenkt.
Zahlreich  sind  die  Bestimmungen  und  Erlasse,  welche  für  die
deutschen  Kolonien  besonders  gegeben  sind  und  die  Verwaltung,  die
Rechtsverhältnisse  der  Beamten  und  Militärpersonen,  die  Rechtspflege,
Handel,  Gewerbe  und  Verkehr,  Zoll=  und  Steuerwesen,  die  Rechtsverhältnisse
  der  Eingeborenen  u.  a.  m.  in  den  einzelnen  Schutzgebieten
cregeln,  sodaß  eine  einheitlich  bearbeitete  Kolonialgesetzsammlung  unentbehrlich
  ist.  Nachdem  bereits  im  Jahre  1893  der  erste,  die  Zeit  bis
zum  Jahre  1892  umfassende  Theil  des  obigen  Werkes  erschienen  ist.
gelangte  nunmehr  die  obige  Fortsetzung  zur  Ausgabe,  die  von  dem  durch
eine  wirthschafts=  und  kolomalhistorischen  Arbeiten  bekannten  Konsul

——  —  —  1  —  ——

 

—  —
–·  14  ½

!-—–—*  .—.—.——

Dr.  Alfred  Zimmermann,  Mitglied  der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen

  Amtes,  bearbeitet  worden  ist.  Auch  dieser  zweite  Theil
enthält  alle  Bestimmungen  auf  Grund  amtlicher  Quellen  gesammelt;
er  umfaßt  die  Zeit  von  1893  bis  1897  mit  allein  287  Nummern,
während  der  bis  zum  Jahre  1892  reichende  erste  Theil  256  Nummern
aufführt.  Der  bequemeren  Handhabung  wegen  ist  die  chronologische
Anordnung  der  Gesetze  2c.  gewählt  worden;  ein  nach  sachlichen  Gesichtspunkten
  geordnetes  Verzeichniß  der  wiedergegebenen  Gesetze,
Erlasse  und  Bestimmungen,  sowie  ein  alphabetisches  Sachregister
ermöglichen  schnellste  Auffindung  und  leichtesten  Gebrauch.  Das  Gesammtwerk
  ist  zum  Preise  von  Mk.  22,—,  der  zweite  Theil  allein  für
Mk.  8,—  zu  beziehen.  .

 

  

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werden  in  Woblgeschmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher

Güte  billiger  als  ausländische  Fabrikate.
Unser  Bestreben,  stets  das  Beste  zu  leisten.  ist  anerkannt  durch
unsere  stetig  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  im  Durchschnitt
täglich  50  Centner  Rohkakuo,  eine  Leistung.  die  uns  mit  un  die
Spitze  der  deutschen  Schokoladefabriken  stellt.  (#)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.

 

 

C.  Günther  &amp;amp;  Söhne,

Plianoforte-Fabrik
(gegründet  1819),

Kirchheim-Stuttgart  (Wurttemdg.),

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jedes  Klima  gebant.
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Export  nach  allen  Welttheilen.

 

 

 

 

 

Cänseleber--Pasteten-Fabrik


VOon
Aug.  Michel
Hollleferant
Strassburg  1.  Els.
Spezialität  für  den

Export

besonders  für  foinere  Fleischkonserven.
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Alelnige  Agpenten  füur  den  Export:

Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Fawrikatun  und  Euncros-Laper

Emmenthaler-,
Schweizer-,  Weisslacker.,
Romadoox-,  Limburger.,

und  Kräuter  Käse.

C.  F.  Schecer,  Inmenstadt,

im  bayer.  Allgäu.  (#0)

Musikinstrumente

 

 

           
  

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Heinr.  Zi  umermann,
Fabrik  u.  Export  von  Monikinstinmenten.

Leipzig,  St.  Petersburg.  Moskau.
Neue  IlIustrirte  Prelsiiste  gratis.  (58
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        Aelteate  deulsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  erxtra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten

(#)  Esslingen.

 

 

  
  

#

Systom

Nordincherherzefel.

ist  als  das

beste  Wasserfister

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.des

1

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Königl.  Preussischen
r

iegsministeriums.
Persesod-Fiter  Geselischat

CE  LLE.  15.

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  Moflteyerank  Sr.  Majesede  des  Katsers,

offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
FGeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
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Am  10.  April:  P.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas
bis  Loango.
Am  18.  April:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Henneberg,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Sierra  Lecne
und  Sherbro.

Am  20.  April:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncu.

Am  25.  April:  F.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  30.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénegal,  Liberia  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
MTächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Mai,  25.  Juli  und  ferner
am  25.  jedes  zweiten  Monats.

4e  Gutfer  müssen  om  Tagpe  vor  dem  4Abgpangsdaftm  bie  12  Uhr  mittags  ILangssetife  sets.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passatze  ertheilt  die

Woermann-Linie
(##r  .  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmäüssige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

#4  wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:

 

 

 

 

von  Hamburg:  von  Neapel:
·  „BUNpESRATH“,  Capt.  Asthausen  ......  20.  März,  13.  April,
„KOENIG“,  Capt.  Dohleeerr  13.  April,  27.  April,

nnch  Mombassa,  Tangam,  Panganl?,  Saadani?,  Bagamoyors,  Dar-es-Saldm?",  Sansibar,  Kllwa,  Lindi,
Mmindani,  lbo,  Mozambique  ,  Quellmane  ,  Chinde  „,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  —  versehenen  Duampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häsen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  verschenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzdoliche  Einrichtungen  für  Eussagtere  in  allen  Klassen.

Inrekter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlanfhälen  sowie  nuch  Transvanl
(Johnnnesburg  und  Pretoria)  via  Delagonbai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:

G#
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Paseage  die

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  6#—
Ausgegeben  am  1.  April  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="241" />
        eutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  her  Solenial-Ibihellung  des  Anonãrligen  Anis.

——  —

—  ———  —  ————  ———  ——  —  ——  —  —  —

 

-—....—–.

L.  Jahrgang.  Perlin,  15.  April  1898.  Nummer  3.

——.  -  —  —  ——  —  —  —  pEs———J——  ————  —.  —.O—.—————  —————  —  —  —

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiher

#.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  önigliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

Inhelt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Schaffung  von  Eingeborenen-Reservaten  in  dem
südwestafrikanischen  Schutzgebiete  S.  199.  —  Zusätze  zu  dem  in  der  Kolonial-Gesetzgebung  Theil  II  veröffentlichten
ostafrikanischen  Zolltarif  S.  200.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Dienststellen,  betreffend  Besetzung  der  Stelle  des  Oberrichters  S.  200.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landesbauptmanns
  von  Togo,  betreffend  den  Impfzwang  S.  201.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der
Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Januar  1898  S.  201.  —  Personalien  S.  202.  —  Schiffsbewegungen
  S.  202.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  206.  —  Deutsch-Ostafrika:  Wissenschaftliche  Sammlungen
  S.  203.  —  Kamerun:  Ausbau  der  Station  Busa  S.  203.  —  Togo:  Schilderung  einer  Reise  nach
Atakvame  S.  204.  —  Ergänzung  zum  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Togo  thätigen  Firmen  S.  208.  —  Deutsch-Südwestafrika:
  Zu  den  Unruhen  in  Südwestafrika  S.  208.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der
Antisklaverei-Bewegung  S.  208.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Anwerbung  von  Arbeitern  für  Cayenne
S.  212.  —  Handel  von  Dahomey  S.  212.  —  Einverleibung  in  den  französischen  Kolonialbesitz  S.  212.  —  Neueres
über  die  Gewürznelkenkultur  in  Sansibar  S.  213.  —  Ueber  den  Handel  von  Lagos  S.  213.  —  Ueber  die
Kämpfe  im  Beninreiche  S.  216.  —  Litteratur  S.  217.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  218.  —  Verkehrs=Nachrichten
  S.  218.  —  Anzeigen.

——

#

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perträge,.

Allerhöchste  Verordunng,  betreffend  die  Schaffung  von  Eingeborenen-Reservaten
in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete.

W  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  #2#c.,  verordnen  auf
Grund  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.-G.-Bl.  1888,  S.  75),
fir  Südwestafrika  in  Ausführung  des  §  16  Unserer  Verordnung  vom  10.  August  1890  (R.-G.-Bl.  S.  171)
im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

1.
·  Der  Reichskanzler  und  mit  seiner  Genehmigung  der  Landeshauptmann  sind  ermächtigt,  bestimmte,
innerhalb  des  südwestafrilanischen  Schutzgebietes  gelegene,  Eingeborenen  gehörige  oder  der  Regierung  zur
Verügqung  stehende  Ländereien  für  das  unveräußerliche  Eigenthum  eines  Eingeborenenstammes  oder  Verndch
  von  Stämmen  zu  erklären  und  zu  Wohnplätzen  für  die  zu  dem  Stamm  oder  Verbande  gehörigen
Personen  vorzubehalten  (Reservate).  Die  hiernach  geschaffenen  Reservate  sind  alsbald  unter  möglichst
Ernauer  Bezeichnung  der  Grenzen  öffentlich  bekannt  zu  machen.

§  2.
Die  innerhalb  eines  Reservats  belegenen  Grundstücke  können,  unbeschadet  bereits  erworbener  Rechte
W#tter,  nur  mit  Genehmigung  des  Landeshauptmanns  Gegenstand  von  Rechtsgeschäften  zu  Gunsten  Fremder
Z  Aus  anderen  Rechtsgeschüften  finden  Zwangsvollstreckungen  zu  Gunsten  Fremder  weder  in  die
W  "elbst,  noch  in  deren  räumlich  davon  noch  nicht  getrennte  Zubehörstücke  statt.
        <pb n="242" />
        —  200  —

§  3.
Kein  Fremder  darf  ohne  Erlaubniß  des  Landeshauptmanns  in  dem  Reservat  wohnen,  Land  in

Benutzung  nehmen  oder  Handel  oder  Gewerbe  dortselbst  treiben.

X

Fremde  im  Sinne  dieser  Verordnung  sind  alle  nicht  zu  demjenigen  Stamme  oder  Verbande

gehörigen  Personen,  für  welche  das  Reservat  nach  §  1  dieser  Verordnung  geschaffen  worden  ist.

85.
Zuwiderhaudlungen  gegen  §  3  dieser  Verordnung  werden  mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten

oder  Geldstrase  bis  zu  3000  Mark,  allein  oder  in  Verbindung  miteinander,  bestraft.

getroffenen  Anordnungen  aufzuheben  und  abzuändern.

B.  Einfuhrzölle:  Von  allen  Tauschwaaren  und

Ausfuhrzölle:  1.  von  Elfenbein.
2.

§  6.
Der  Reichskanzler  ist  befugt,  die  von  dem  Landeshauptmann  auf  Grund  dieser  Verordnung

Gegeben  Homburg  vor  der  Höhe,  den  10.  April  1898.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.

 

Zusätze  zu  dem  in  der  Kolonial-Gesetzgebung  Theil  II.  S.  42  ff.
veröffentlichten  ostafrikanischen  Zolltarif,  Anlage  C:  Liste  der  vom
Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände.

S.  46  bei  Ziffer  4  muß  es  „Kohlen“  statt,  wie  irrthümlich  gedruckt,  „Kosten“  heißen.
bei  Ziffer  9  ist  hinzugekommen:

„Auch  neue  Kleidungsstücke  und  Wäsche,  Hausgeräth  und  Effekten,  insofern  biese  Effekten  nach
obrigkeitlicher  Bescheinigung  von  einwandernden  Personen  als  Heirathsgut  eingeführt  werden.“
Es  treten  zur  Liste  der  zollbefreiten  Sachen  hinzu:

„15.  Leere  Verpackungen,  wie  Fässer,  Kisten,  Säcke  rc.,  die  mit  der  Bestimmung  der
Wiederausfuhr  eingeführt  werden,  unter  der  Festhaltung  der  Identität,  Kontrole  der  Wiederausfuhr
und  Sicherstellung  der  Eingangsabgaben  (1  Jahr  lang)  für  den  Fall,  daß  die  bezeichneten  Verpackungen
  im  Zollinlande  verbleiben.  Bei  gebrauchten  alten  Verpackungen  ist  von  einer  Kontrole
abzusehen,  falls  kein  Zweifel  besteht,  daß  sie  zur  Ausfuhr  von  Landeserzeugnissen  bestimmt  sind.

16.  Grabsteine  und  Grabschmuck,  wenn  sie  nicht  zu  Handelszwecken  eingeführt  werden,
sondern  unmittelbar  dem  Andenken  und  der  Verehrung  in  der  Kolonie  Verstorbener  dienen.“

„An  der  durch  den  Tanganyika  berührten  Binnengrenze  werden  folgende  Zölle  erhoben:

10  pECt.  vom  Werth,
*  Salz  2  -  2  *

europäischen  Bedarfsartikeln,  soweit  dieselben  in
Deutsch-Ostafrika  noch  nicht  verzollt  waren,  10  pCt.  vom  Werth.“

 

 

Perordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche

Dienfststellen.
Auf  Grund  des  Erlasses  des  Auswärtigen  Amts  vom  15.  Januar  1898,  durch  welchen  die

Stelle  des  Oberrichters  für  Deutsch-Ostafrika  dem  Königlichen  Landrichter  Herrn  Ebermaier  kommissarisch

übertragen  worden  ist,  ist  derselbe  für  den  hiesigen  Dienst  vereidigt  und  mit  dem  heutigen  Tage  in  seine
Dienstgeschäfte  eingeführt  worden.

In  Gemäßbheit  des  Nachtrags  zur  Dienstanweisung,  betreffend  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit

in  Deutsch-Ostafrila  vom  25.  Oktober  1891  wird  hiermit  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz
        <pb n="243" />
        201

dem  kommissarischen  Oberrichter  Herrn  Ebermaier  übertragen.  Gleichzeitig  wird  derselbe  mit  der  Wahrnehmung
  der  Geschäfte  des  Auditeurs  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  beauftragt  und  Herr  Bezirksrichter
Ziegler  von  denselben  entbunden.

Dar-es--Saläm,  den  24.  Februar  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(gez.)  v.  Bennigsen.

(I.  8S.)

 

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo,  betr.  den  Impfzwang.
Unter  Aufhebung  der  Verordnung  vom  8.  März  1889  wird  hiermit  bestimmt,  was  folgt:
§  1.
Dem  Impfzwang  im  Schutzgebiete  unterliegen  ohne  Unterschied  des  Alters:
1.  die  ansässige  eingeborene  Bevölkerung,
2.  die  bei  den  Behörden,  Missionen,  Faktoreien,  Plantagen  und  sonstigen  Unternehmungen  mit  größerer
Personenzahl  dauernd  oder  vorübergehend  beschäftigten  Farbigen.
§  2.
Der  Impfzwang  umfaßt  die  Pflicht  zur  erstmaligen  Stellung  an  den  vorher  bekannt  gegebenen
Inpfterminen,  und  die  Wiederholung  der  Stellung  zur  Wiederimpfung  nach  gewissen,  vom  Impfarzte  zu
bemessenden  Zeiträumen.

§  3.
Für  Erfüllung  der  Impfpflicht  sind  neben  dem  Impfpflichtigen  verantwortlich:  im  Falle  des  §  1
Nr.  1  der  Dorfhäuptling,  das  Familienoberhaupt  und  der  Lehrer,  im  Falle  des  §  1  Nr.  2  die  Vorstände
der  Missionen,  Faktoreien,  Plantagen  und  sonstigen  Unternehmungen.
84.
Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  an  dem  Impfpflichtigen  mit  Geldstrafe  bis
zu  150  Mark  geahndet.  Auch  kann  im  Weigerungsfalle  zwangsweise  Vorführung  erfolgen.
Geldstrafe  in  gleicher  Höhe  kann  daneben  gegen  die  im  §  3  aufgeführten  verantwortlichen  Personen
  verhängt  werden.  «

§5.
E  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  für  die  Stadtbezirke  von  Lome  und  Klein-Popo
in  Kraft.
Das  spätere  Inkrafttreten  in  anderen  Bezirken  des  Schutzgebietes  erfolgt  durch  Verfügung  des
Landeshauptmanns.
Lome,  den  21.  Januar  1898.

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.

(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Gleim.

 

Nachweifung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Januar  1898.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3325  Mk.)

 

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Zölle  für  Schifffahrts.Holzschlag.)Nedben-  ·
Haupt-ZolcamtAusfahrEinfuhrAbgabeGebührenEtnuuhmen  Insgesammt
—  Rp.  P.]  Np.  P.]  p.  P.]  Np.  P.]  Rp.  P.  Rp.  P.  —  Mk.  Pf.
·  I
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09  P  82  Pf.  )  44  Pf.]  46  Pf.  32  Pf.
        <pb n="244" />
        —  202  —

Personalien.

Seine  Maiestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Unter-Staatssekretär  im  Auswärtigen
  Amt,  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath  Dr.  Freiherrn  v.  Richthofen,  von  der  Leitung  der
Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  zu  entbinden  und  den  bisherigen  Großherzoglich  mecklenburgischen

  Ober-Landesgerichtsrath  Dr.  v.  Buchka,  unter  Beilegung  des  Charakters  als  Wirklicher  Geheimer
Legationsrath,  zum  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath
  Dr.  v.  Buchka,  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts,  im  Falle  der  Behinderung
des  Reichskanzlers  mit  dessen  Vertretung  in  den  Kommando-Angelegenheiten  der  Kaiserlichen  Schutztruppen

in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  an  Stelle  des  bisher  damit  betraut  gewesenen  Unterstaatssekretärs
Freiherrn  v.  Richthofen  zu  beauftragen.

Der  bisherige  Hülfsarbeiter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika,  Regierungsrath

  Dr.  Bumiller,  ist  zum  Hülfsarbeiter  und  der  Hofrath  Krüger  ist  zum  ständigen  Hülfsarbeiter  in
der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  ernannt  worden.

Kaiserliche  Schutztruppen.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  30.  März  1898.

Schloifer,  Premierlieutenant,  bisher  à  la  suite  des  Feldartillerie-Regiments  Nr.  31,  aus  dem  Heere
ausgeschieden  und,  unter  Kommandirung  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  bis  auf
Weiteres,  als  Premierlieutenant  mit  seinem  Patent  in  der  Schutztruppe,  à  la  suite  derselben,
angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  30.  März  1898.

Dr.  Kohlstock,  Stabsarzt,  bisher  à  la  suite  des  Sanitätskorps,  unter  Verleihung  des  Charakters  als
Oberstabsarzt  2.  Klasse,  aus  dem  Heere  ausgeschieden,  à  la  suite  der  Schutztruppe  gestellt  und
zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  kommandirt.

A.  K.  O.  vom  5.  April  1898.
Woerner,  Sekondlieutenant,  bisher  vom  Infanterie-Regiment  von  Horn  (3.  Rheinischen)  Nr.  29,  scheidet

mit  dem  20.  April  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  21.  April  d.  Is.  als  Sekondlieutenant
  mit  seinem  Patent  in  der  Schutztruppe  wieder  angestellt.

Der  mit  dem  31.  v.  Mts.  aus  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ausgeschiedene  Premierlieutenant
  Kollmann  ist  mit  dem  1.  April  d.  Is.  im  Königlich  Sächsischen  Kontingent  und  zwar  beim
12.  Infanterie-Regiment  Nr.  177  mit  seinem  bisherigen  Patent  wieder  angestellt  worden.

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.  S.  „Bussard“  24/2.  Sydney  6/3.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).
M.  S.  „Condor"“  8/1.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
M.  S.

„Cormoran“  13/11.  Kiautschoubucht  16/3.  —  16/3.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)
M.  S.  „Falke“  27/1.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
M.  S.  „Habicht“  8/2.  Swakopmund.  —  18/3.  Angra  Pequena  19/3.—  Kamerunn.  (Poststation:  Kamerun.)
.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
.M.  S.  „Seeadler“  24/1.  Kapstadt  9/3.  —  12/3.  Port  Elisabeth  18/3.  —  19/3.  East  London  24/8.
—  26,3.  Natal  4/4.  —  Lourenzo  Marques.  (Poststation:  Sansibar.)  ·
M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.  (Poststation:  Angra  Pequena.)

&amp;amp;  CeCOCSQ##SSgr
        <pb n="245" />
        203

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.
Der  Vermessungsgehülfe  Sarnowski  ist  nach
Dar-es-Saläm  abgereist.

—.  —  —

Ramernn.

Der  für  die  Stelle  des  Bootsmanns  angenommene
  Steuermann  Wendt  ist  nach  Kamerun  abgereist.

 

Der  Gärtner  Deistel  ist  nach  Kamerun  abgereist.


 

 

Der  Geometergehülfe  Scholze  ist  nach  Kamerun
abgereist.

 

Cogo.
Der  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  zu
kommissarischer  Verwendung  überwiesene  Dr.  phil.
Rigler  reist  Ende  des  Monats  nach  Lome  ab.

 

Der  Techniker  Tönnies  ist  Mitte  März  in  Togo
verstorben.

 

Premierlieutenant  v.  Doering  ist  Anfang  Februar
  in  Togo  eingetroffen.

 

Nachrichten  aus  den  deukschen  Schungrbieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutfsch-Sftafrika.

Wisfenschaftliche  Lammlungen.

Der  in  Langenburg  in  Deutsch-Ostafrika  als
Regierungsarzt  thätige  Dr.  med.  Fülleborn  hat
der  zoologischen  Sammlung  des  Museums  für  Naturkunde
  in  Berlin  zwei  kleine  Sendungen  zoologischer
Gegenstände  zugehen  lassen,  und  zwar:

12  Säugethierbälge  zum  Theil  mit  Schädeln,

6  Säugethiere  in  Alkohol,

8  Vogelbälge,

1  Panzer  und  ekelett  einer  Schildkröte.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  recht  gut.  Die
Sendungen  sind  bemerkenswerthe  Beiträge  zur  Fauna
des  Südens  von  Deutsch-Ostafrika.  Besonders  interessant
  sind  der  Schädel  eines  jungen  Stachelschweines
und  ein  junges  Zügelstreif-Eichhörnchen,  sowie  eine
Spitzmaus,  durch  welche  das  Vorkommen  von  Crocicura
  gracilipes  weit  nach  Süden  nachgewiesen
wird.  Ebenso  sind  zwei  Ginsterkatzen,  Genetta
lelina  Thunb.,  und  ein  Halbaffe  Otogale  kirhi
Cray  werthvoll,  weil  dadurch  das  Vorkommen  der
ersteren  Art  im  Süden  des  Schutzgebietes  nachgewiesen
  wird  und  weil  der  Halbaffe  ein  bisher  unbekunntes
  Jugendkleid  trägt.  Unter  den  Vögeln
befinden  sich  zwei  Kuckucke,  die  wegen  ungewöhnlicher
Färbung  von  besonderem  Interesse  sind.

 

Ramerun.

Ausbau  der  Station  Buba.

Der  Ausbau  der  Station  Busa  ist  Ende  v.  Is.
nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
rstig  vorgeschritten  und  wird  mit  Schluß  der  diesmaligen
  Trockenzeit,  also  etwa  im  April,  soweit
vollendet  sein,  daß  die  vorhandenen  Gebäude  für  die

 

nächsten  zehn  Jahre  genügen,  wenn  nicht  an  die
Station  bezüglich  der  Unterbringung  von  Rekonvaleszenten
  noch  sehr  viel  höhere  Ansprüche  gestellt
werden  sollten,  als  dies  vor  der  Hand  der  Fall  ist.

Letzteres  ist  aber  kaum  anzunehmen  im  Hinblick
auf  das  auf  Suellaba  zu  errichtende  Seesanatorium,
auf  dessen  Herstellung  im  Interesse  stark  geschwächter
Rekonvaleszenten  Dr.  Plehn  mit  Recht  hohen
Werth  legt.

Sämmtliche  Gebäude  der  Station  sind  auf
massiven  Sockeln  oder  gemauerten  Pfeilern  aus  Holz
und  Wellblech  verfertigt,  ein  für  hiesige  Verhältnisse
bewährtes  Verfahren.

Das  neue  Logirhaus  liegt  an  der  Busastraße  in
der  Verlängerung  der  Front  des  Wirthschaftsgebäudes,
gesund  und  luftig  mit  sehr  schöner  Aussicht;  es  hat
vier  geräumige  Zimmer  und  breite  Veranda.  Durch
diesen  soeben  fertig  gewordenen  Neubau  ist  jedem
bisher  mitunter  recht  fühlbaren  Platzmangel  auf  lange
Zeit  hinaus  abgeholfen.

Die  im  nächsten  Etat  über  den  regelrechten
Stationsbetrieb  hinaus  zur  Verfügung  stehenden
Mittel  werden  zweckmäßigerweise  für  weitere  technische
Verbesserungen,  wie  Anlage  einer  einfachen  Wasserleitung
  durch  Röhren,  für  die  so  sehr  nothwendige
Anschaffung  von  gutem  Zuchtvieh,  für  Wege-,  Brückenund
  Gartenanlagen  zu  verwenden  sein.

Geradezu  überraschend  ist  das  Gedeihen  der
Kulturen  von  Rosen,  Veilchen,  Erdbeeren,  Spargel,
Kartoffeln,  amerikanischem  Mais,  arabischem  Kaffee,
Thee,  Feigen,  Mispeln,  sämmtlicher  Gemüse,  des
Rasens,  edler  Bananensorten  und  dergleichen  in  dem
Garten  der  neuen  Station.

Palmen  und  Ananas  kommen  nicht  mehr  fort,
die  Lage  ist  zu  hoch  und  die  Nächte  zu  kühl.  Unterhalb
  der  Station  finden  sich  wohl  vereinzelte  Palmen,
die  jedoch  keine  Früchte  tragen.
        <pb n="246" />
        Die  Erforschung  des  Gebirges  macht  seit  Hiersein
des  Dr.  Esch  erhebliche  Fortschritte.  Auf  Wunsch
des  Letzteren  sind  zwei  Unterkunftshütten  auf  dem
Berge  gebaut,  welche  Dr.  Esch  in  der  nächsten  Regenzeit
  zu  bewohnen  gedenkt,  um  wissenschaftliche  Beobachtungen
  zu  machen.

Die  niedriger  gelegene  Hütte  steht  auf  dem  ersten
Gebirgskamm  und  bietet  nach  dem  sehr  steilen  und
beschwerlichen  Anstieg  einen  vollkommenen  Ruhepunkt
und  Nachtquartier.  Sie  ist,  ebenso  wie  die  obere
Hütte,  aus  Holz  und  Wellblech  besonders  fest  gebaut,
auf  Steinfundament.  Der  dort  oben  fast  ständige,
recht  heftige  Nordostwind  hat  schon  in  dieser  Hütte
die  Anbringung  eines  Ofens  erforderlich  gemacht,
auf  dem  auch  gekocht  werden  kann.  Die  Hütte  ist
3B8m  groß,  mit  zwei  getrennten  Räumen  von  je
324m;  in  dem  einen  Raum  befindet  sich  ein  Glasfenster,
  so  daß  es  möglich  ist,  auch  bei  schlechtem
Wetter  in  demselben  zu  arbeiten.  Die  Temperatur
war  morgens  bei  Sonnenaufgang  +  7°  C.  Um
die  Hütte  herum  stehen  schwachbelaubte,  mit  Moos
und  langen  Flechten  behangene,  vom  Nordostwind
sämmtlich  nach  Südosten  verbogene  höchst  bizarre
Formen  aufweisende  Krüppelbäume,  die  trefklliches
Brennholz  liefern.  Wasser  muß  in  der  Trockenzeit
von  Busa  mitgenommen  werden,  während  in  der
Tornado=  und  Regenzeit  in  der  Nähe  sich  Wasserrinnen
  bilden.  Blühende  Erika  and  Ginster,  gelbe
Butterblumen  und  ein  sehr  herbes,  hartes  Gras  bedecken
  die  weit  sich  hinstreckenden  Berghänge.  Lavageröll
  und  scharfkantige,  überall  verstreute  Lavablöcke
erschweren  das  Gehen.  Die  hauptsächlichste  Jagdbeute
der  eingeborenen  Jäger  aus  Buga,  die  bis  hier
heraufkommen,  ist  das  wohlschmeckende  Erdferkel.  Zu
Beginn  der  Regenzeit,  wenn  das  junge  Gras  zu
sprießen  anfängt,  treten  auch  Antilopen  zur  Aesung
aus  dem  Walde  heraus  und  unternehmen  weite
Wanderungen  in  hohe  Regionen.

Die  zweite  Hütte  —  3—7  m  mit  zwei  Räumen,
3—#  3  und  3—m,  letzterer  mit  Glasfenster  —
liegt  auf  der  Gipfelkuppe  des  Berges  selbst,  unmittelbar
  unter  der  Spitze  (Pil)  in  Höhe  von  3900  m.
Hier  wurden  bei  Sonnenaufgang  Eiszapfen  und
starker  Reif  beobachtet.  Die  Hütte  ist  durch  eine
steile  Felswand  gegen  den  Nordost  geschützt,  der
daher  nicht  so  empfindlich  wirkt  wie  bei  der  niedriger
gelegenen  Hütte,  wenn  auch  die  Temperatur  bis  auf
0  Grad  sinkt.  Jede  Vegetation  hat  hier  aufgehört;
Felsen,  Aschegeröll,  bizarre  Kraterformen  gewähren
ein  überaus  großartiges,  ganz  eigenartiges  Bild.
In  der  dunstgeschwängerten  Trockenzeit  ist  der
Fernblick  verschleiert.  Bei  klarem  Wetter,  so  besonders
  nach  Gewittern,  hat  man  ein  wunderbares
Panorama,  daos  gesammte  Kamerunästuarium  mit  der
Ambasbucht,  Victoria  und  Fernando  Po  umpassend,
unter  sich.

Auch  das  Privatinteresse  wendet  sich  neuerdings
lebhaft  dem  Kamerungebirge  zu.  So  hat  sich  unter
dem  Vorsitz  des  Gouverneurs  ein  „Kameruner  Alpen-204



 

klub“  gebildet,  der  bereits  eine  große  Anzahl  von
Eingesessenen  der  Kolonie  zu  seinen  Mitgliedern  zählt
und  auch  auf  rege  Betheiligung  in  der  Heimath  hofft.
Die  Zwecke  des  Vereins  sind  wissenschaftliche  Erforschung
  des  Gebirges,  Anlage  von  Wegen  nach
interessanten  Punkten  und  Spitzen,  Errichtung  von
Schutzhütten  nach  dem  Muster  der  jetzt  hergestellten,
Ausbildung  und  Anstellung  von  Führern  und  Trägern
  und  dergleichen.

Das  Ehrenpräsidium  des  Vereins  hat  der  kürzlich
in  Busa  zum  Besuch  weilende  Kaiserliche  Gouverneur
a.  D.  Freiherr  v.  Soden  übernommen.

 

 

Togo.
Schilderung  einer  Reise  nach  Atakpame.

Einer  Schilderung  des  Kaufmanns  JI.  K.  Vietor
über  eine  Reise  von  Klein-Popo  nach  Atakpame
entnehmen  wir  Folgendes:  «

AmTAugustmorgenö272Uhrbtacheuwirmit
einem  Boot  nach  Woga  auf  und  erreichten  dasselbe
bei  ziemlich  hohem  Wasserstand  um  7  Uhr.  Dort
trafen  wir  unsere  am  Tage  vorher  abgesandten
Träger  und  nahmen  die  Vertheilung  der  Lasten  vor.
Unsere  Karawane  bestand  außer  mir  aus  dem  Landwirth
  Waldemar  Stolle,  welcher  den  Boden  auf
seine  Fruchtbarkeit  untersuchen  sollte,  den  Dolmetscher
Robert  Samwee,  sechs  Hängemattleuten,  15  Trägern,
einem  Führer,  Koch  und  zwei  Pferden,  welche  sich
unterwegs  vortrefflich  bewährten.

Der  Abmarsch  fand  um  7  ⅛/  Uhr  statt,  und  wir
erreichten  Kumape-Markt  um  11¼  Uhr.  Der  Weg
führte  durch  allmählich  ansteigendes  Terrain,  fast
ununterbrochen  durch  Mais-,  Erdnuß=  und  Cassadafelder.
  Der  Boden  bestand  aus  rothem  Lehm.

Auf  dem  Markt  wurden  fast  ausschließlich  Mais
und  Fische  gehandelt  und  Wasser  und  Palmwein
verkauft.  Etwa  40  kg  Mais  konnte  man  dort  für
25  Pf.  kaufen.  Ein  Topf  Wasser  kostete  5  Pf.
Auffallend  war  es,  wie  wenig  europäisches  Zeug
unterwegs  gefunden  wurde.  Die  Bekleidung  bestand
fast  ausschließlich  aus  dort  gewebten  Stoffen  aus
einheimischer  Baumwolle.

Am  Nachmittag  hörten  die  Farmen  allmählich
auf.  Wir  hatten  einen  sanften  Abhang  zu  passiren
und  gelangten,  indem  wir  verschiedene  Dörfer  und
den  Markt  Kowesi  berührten,  um  ¼  vor  6  Uhr
nach  Tschegbo.  Der  Charakter  der  Gegend  war
unverändert  geblieben,  rother  Thon  bedeckt  mit  etwas
höherem  Waldrand  und  ziemlich  reichlichen  Palmenbeständen.
  Bemerkenswerth  sind  die  förmlichen
Ananaswälder,  welche  sich  am  Wege  hinziehen.
Nicht  weniger  wie  100  reifende  Früchte  konnte  man
auf  einige  hundert  Schritt  zählen.  Der  Preis  auf
dem  Markt  war  5  Pf.  für  drei  Stück.

Das  Nachtquartier  in  dem  wasserarmen  Dorf  —
ein  Eimer  kostete  10  Pf.  —  bei  den  vielfach  mit
        <pb n="247" />
        Ausschlag  behafteten  Leuten  war  in  den  engen
Negerhütten  sehr  unerquicklich.  Die  Tschegboleute
hatten  unsere  vorausgeschickten  Lasten  gestohlen,  sie
aber  freigegeben,  wie  sie  hörten,  daß  ich  der  Eigenthümer
  sei.

In  vierstündigem  Marsche  erreichten  wir  anderen
Tages  Esse,  wo  wir  einen  längeren  Halt  machten,
um  unseren  an  das  Gehen  nicht  so  gewöhnten  Arbeitern
  Ruhe  zu  gönnen.  Der  Weg  führte  zunächst
durch  ziemlich  hohen  Urwald,  in  dem  wir  viel
Ebenholz  sahen,  nachher  durch  eine  recht  heiße
Savanne.

Bis  dahin  war  der  Boden  unverändert  rother
Thon,  welcher  bei  häufigen  Niederschlägen  sehr
fruchtbar  ist  und  große  Ernten  von  Mais,  Erdnüssen,
Yams  2c.  liefert,  in  dürren  Jahren  aber  wegen
Trockenheit  die  Früchte  leicht  leiden  läßt.  Die
Kunst,  10  bis  20  m  tiefe  Brunnen,  wie  an  der
Küste  zu  graben,  scheint  dort  unbekannt  zu  sein.

Esse,  eine  ziemlich  große  Stadt,  hatte  den  Gamme-Bewohnern
  vier  Leute  geraubt,  und  unsere  Träger
hatten  Mühe,  sich  wieder  Leute  zu  engagiren,  wie
sie  es  sonst  immer  thaten,  welche  die  Lasten  für
einige  Meter  des  billigsten  Kattuns  von  einer  Stadt
zur  anderen  trugen.

Nach  zwei  Stunden  erreichten  wir  den  Haho-Fluß,
  welcher  ungefähr  fünf  Fuß  Wasser  führte.
Der  Uebergang  war  aber  nicht  beschwerlich.  Dort
trat  statt  des  rothen  Thones  schwarzer,  nach  den
Sämpfen  zu  urtheilen,  ziemlich  undurchlässiger  Boden
auf.  Er  war  mit  Wald,  Palmen  und  hohem  Gras
bestanden,  so  daß  man,  auch  zu  Pferde  sitzend,  nicht
über  dasselbe  hinwegsehen  konnte.  Der  Weg  war
nicht  annähernd  so  schwierig,  wie  ich  ihn  mir  nach
der  Beschreibung  gedacht  hatte,  obgleich  es  noch  vor
kurzer  Zeit  dort  tüchtig  geregnet  hatte  und  in  den
Senkungen  des  Weges  Wasser  stand,  auch  sämmtliche
Nebenflüßchen  des  Haho,  die  theilweise  allerdings
mur  so  breit  waren,  daß  man  mit  dem  Pferd  hinüberspringen
  konnte,  Wasser  führten.

Das  Land  zeigte  sich  leicht  hügelig  ohne  steile
Anstiege  oder  Abhänge,  und  die  sumpfigen  Stellen
waren  bald  überschritten.  In  Gamme,  welchen  Platz
wir  um  4½  Uhr  erreichten,  fanden  wir  eine  sehr
freundliche  Aufnahme,  und  zum  letzten  Mal  ein
Haus,  welches  groß  genug  war,  unsere  Betten  mit
Mosquitonetz  darin  aufzustellen.  Unterwegs  wächst
der  Pfeffer  in  großen  Mengen  wild,  so  daß  die
Eingeborenen  die  Sträucher  mit  der  Frucht  abbrechen,
  um  sich  die  Mühe  des  Pflückens  zu  sparen.

Den  nächsten  Morgen  (6.  August)  um  5  ½  Uhr
verließen  wir  Gamme  und  marschirten  durch  eine
Rehhe  Dörfer,  in  denen  die  Leute  uns  überall  zu
bleben  baten,  durch  Wald  und  hohe  Savanne,  über
Amakpodhe  Kpelle,  wo  wir  von  12  bis  2  Uhr
rsteten,  über  Muatsche  nach  Pedome,  das  wir  um
6  Uhr  abends  erreichten.  Die  Gegend  ist  außerordentlich
  bevölkert.  Der  Weg  führte  durch  ein  sehr
fruchtbares  und  angeblich  wildreiches  Land.  Aber,

 

305  —

obgleich  wir  einmal  in  der  Nähe  von  Muatsche  vom
Wege  abbogen  und  eine  Stunde  etwa,  durch  den
Busch  und  über  die  Farmen  ritten,  wo  nach  Aussage
der  Eingeborenen  die  meisten  Thiere  sich  aufhalten
sollten,  sahen  wir  doch  nichts.  Der  Preis  der
Lebensmittel  war  auffallend  billig.  Für  drei  Stück
Bams,  die  an  der  Küste  eine  Mark  werth  waren,
bezahlten  wir  zwei  Blätter  Tabak,  und  die  Leute
brachten  soviel,  daß  wir  es  nicht  mitnehmen  konnten.

Am  7.  August  morgens  marschirten  wir  drei
Stunden,  indem  wir  den  Ayorto-Fluß  passirten,  nach
Batikovhe  (Devhekophe  der  Karte),  auf  einem
hübschen  Wege,  theilweise  über  Felsblöcke,  die  durch
den  Regen  geglättet  waren,  durch  die  fruchtbarste
Gegend  des  Gebietes,  wo  die  Leute  auf  den  sorgfältig
  bearbeiteten  Farmen  Mais  von  einer  Höhe
und  Größe  der  Kolben  zogen,  wie  ich  sie  niemals
gesehen  hatte.  Batikophe  ist  der  letzte  bewohnte
Platz,  der  vor  der  großen  Buschsavanne  liegt,  welche
Atakpame  von  den  vorliegenden  Plätzen  trennt.
Dort  wurde  abgekocht,  und  um  11  Uhr  ging  es  in
die  Savanne  hinein,  welche  in  einer  Ausdehnung
von  8½  Marschstunden  ein  undurchdringliches
Dickicht  von  Wald  und  10  bis  12  Fuß  hohem  Gras
bildet,  durchkreuzt  von  einer  großen  Menge
Bächen  und  Wasserlachen,  welche  aber  sämmtlich
nicht  mehr  wie  ein  bis  zwei  Fuß  Wasser  hielten.
Theilweise  stand  von  dem  letzten  Regen  noch  etwas
Wasser  in  den  Versenkungen.  Diese  Savanne  soll
von  großen  Büffel=  und  Antilopenherden  bevölkert
sein,  und  wir  fanden  an  einigen  Stellen  das  hohe
Gras  dermaßen  zerstampft  und  niedergetreten,  daß
nur  sehr  große  Herden  so  etwas  zu  Stande  bringen
konnten.

Um  3  Uhr  erreichten  wir  in  der  Nähe  des  Kra
einige  von  den  Eingeborenen  erbaute  Hüttchen,  die
verspäteten  Wanderern  als  Obdach  dienen  sollten.  Da
es  aber  erst  3  Uhr  war,  beschlossen  wir,  weiter  zu
gehen,  und  erreichten  um  5  Uhr  einen  anderen
Lager=  und  den  letzten  Wasserplatz.  Er  war  indessen
vollständig  sumpfig,  und  unsere  Leute  bestanden  auf
dem  Weitermarsch,  da  an  Schlafen  dort  doch  kein
Gedanke  war,  zumal  uns  ein  Regenschauer  bis  auf
die  Haut  durchnäßt  hatte.  So  gingen  wir  daun
durch  die  allmählich  mit  kleinerem  Gras  bestandene
Savanne,  welche  von  6  Uhr  an  keine  Schwierigkeit
mehr  bot,  bis  nach  Gley,  dem  ersten  Atakpame-Dorf,
wo  wir  die  Nacht  verblieben.  Am  nächsten  Morgen
um  9½  Uhr  trafen  wir  in  Mutschi  oder  Do  Koffee
unserem  nächsten  Bestimmungsorte,  ein.

Da  meine  alte  Faktorei  verfallen  ist,  wohnten
wir  in  Do  Koffee  in  einem  Hause  des  Häuptlings
Boni,  für  dortige  Verhältnisse  ein  sehr  hübsches
Haus,  welches  von  der  ersten  Etage  einen  weiten
Blick  über  die  Gegend  und  auf  die  gummireichen
Akposso-Berge  gestattet.

Atakpame  ist  ein  weites  Grasland  mit  vielen
Bäumen  oder  leichtem  Wald,  wie  man  es  ausdrücken
will,  beginnend  etwas  nördlich  vom  7.  Breitegrad,

7
        <pb n="248" />
        —  206  —

im  Norden  begrenzt  von  den  hohen,  gummireichen
Akposso=  und  den  niedrigeren  Atakpame-Bergen,  im
Osten  von  dem  Fluß  Mono  und  im  Süden  durch
eine  etwa  acht  Stunden  breite,  von  vielem  Wild  bewohnte
  Prärie,  durch  welche  nur  ein  einziger  Weg
führt.

Die  Hauptstadt,  ebenfalls  Atakpame  genannt,
liegt  ungefähr  in  der  Mitte  des  Gebietes,  bereits  in
den  Bergen,  in  einem  ziemlich  hohen  Thalkessel.
Sie  zählt  etwa  970  Hütten  und  mindestens  ebenso
viele  verfallene  Häuser,  denn  nachdem  die  Franzosen
das  Dahomeyreich  gebrochen  und  die  Eingeborenen
keinen  Einbruch  des  Königs  mehr  zu  fürchten  haben,
sind  sehr  viele  Leute  auf  ihre  im  ganzen  Lande  zerstreuten
  Farmen  gezogen,  so  daß  das  Land  über  und
über  mit  Dörfern  von  20  bis  400  Hütten  besät
  ist.

Die  Regenzeit  dauert  infolge  der  nahen  Berge
hier  von  Februar  bis  November  und  die  Trockenzeit
nur  etwa  drei  bis  vier  Monate,  also  umgekehrt  wie
an  der  Küste,  wo  der  Regen  sich  auf  die  Monate
April  bis  Juli  und  September,  Oktober  beschränkt.
Im  August  war  das  ganze  Land  mit  hohem  Graswuchs
  bestanden,  welches  nur  bei  steinigem  Untergrund
  niedriger  ist  und  dann  eine  weite  Aussicht
über  das  Land  gestattet.  Im  November  dagegen
werden  die  Ländereien  abgebrannt  und  das  Land
liegt  kahl  da,  bis  die  neuen  Regen  im  Februar
wieder  den  neuen  Graswuchs  zeitigen.  Dieses  Abbrennen
  des  Bodens  ist  auch  wohl  die  Veranlassung,
daß  so  viele  Bäume  so  knorrig  aussehen  und  fast
krüppelhaft  gewachsen  sind.  Fast  an  jedem  Baum
findet  man  bei  genauerer  Beobachtung  noch  die
Spuren  des  Brandes.

Die  dichteste  Bevölkerung  findet  man  im  Norden
am  Südabhang  der  Berge,  wo  sich  fast  ununterbrochen
  eine  Farm  an  die  andere  reicht.  Das  Gebiet

  wird  von  vielen  Flüssen  und  Flüßchen  durchzogen,

  und  die  Eingeborenen  verstehen  es  anscheinend
vortrefflich,  sich  die  besten  Plätze  auszusuchen.  Sie  behaupteten,
  daß  die  von  uns  besuchten  38  Dörfer  noch
nicht  ein  Viertel  der  gesammten  Wohnpplätze  bildeten.

Die  Bewohner  sind  ausschließlich  Ackerbauer  und
Viehzüchter.  Man  findet  infolgedessen  bei  den  wohlhabenderen
  Dörfern  eine  mehr  oder  weniger  große
Kuhherde  von  20  bis  80,  in  einzelnen  Fällen  auch
von  100  bis  120  Stück,  ebenso  viele  Ziegen,  Schafe
und  Schweine,  welche  von  herumziehenden  Salagaleuten
  aufgekauft  und  in  Herden  nach  der  Küste  zum
Schlachten  getrieben  werden.  Der  Preis  für  ein
Huhn  ist  25  Pf.,  für  ein  nicht  allzu  großes  Schaf
2  Mk.  in  Waaren.

Das  Haupterzeugniß  der  hiesigen  Plantagen  ist
das  Yams,  die  tägliche  Nahrung  der  Leute,  welche
ihn  allen  anderen  Erzeugnissen  vorziehen.  Yams
wächst  an  der  Küste  nur  auf  dem  besten  Boden,  und
die  vielen  Plantagen  hier  lassen  also  auf  eine  große
Fruchtbarkeit  des  Landes  schließen.  Obwohl  die  Yamsernte
  erst  angefangen  hatte  und  nach  Aussage  der  Leute

 

das  Essen  theuer  war,  kaufte  man  drei  gewöhnliche
Stücke  für  5  Pf.,  welche  an  der  Küste  eine  Mark
kosten.  Trotzdem  ist  ein  gewinnbringender  Transport
  nach  Klein-Popo  nicht  möglich,  weil  der
Trägerlohn  sechs  Mark  beträgt,  den  ganzen  Gewinn
also  wieder  aufzehren  würde.

Die  Leute  ernten  ferner  viel  Mais,  und  zwar
so,  daß  sie  gleich  wieder  neues  Korn  säen,  wenn  das
alte  geerntet  ist.  Dazwischen  wird  dann  noch  Guineakorn
  gesät,  welches  wieder  später  reift,  wie  die
zweite  Maisernte.  Das  sind  die  drei  Haupterzeugnisse
  des  Landes.  Es  werden  aber  weiter  gezogen:

weiße  und  rothe  Bohnen,  eine  Kürbissaat,  aus  der

seines  Oel  gepreßt  werden  kann,  drei  Sorten  Pfeffer,
Erdnüsse,  Reis,  Kassada,  Erbsen  und  die  gewöhnlichen
  tropischen  Früchte,  auf  die  die  Leute  aber
keinen  Werth  zu  legen  scheinen.  Baumwolle  wird
im  Lande  genug  gebaut,  um  den  Bedarf  der  Leute
an  Zeug  zu  befriedigen,  welches  in  einfachen  blau
und  weißen  Mustern  gewebt  wird.  Die  Leute  behaupteten,
  daß  sie  im  Stande  seien,  Baumwolle  in
großem  Maße  zu  ziehen,  wenn  sie  nur  Käufer  dafür
hätten.

Atakpame  steht  unter  der  Herrschaft  des  Königs
Atschrim  Toigbe,  eines  vielleicht  ganz  gutmüthigen,
aber  jedenfalls  ganz  energielosen  Mannes,  welcher
weder  Macht  noch  Geld  besitzt.  Die  einzelnen
Dörfer  stehen  wieder  unter  Häuptlingen,  welche
aber  auch  nicht  viel  Macht  über  ihre  Leute  zu
haben  scheinen.

Die  Atakpameleute  sind  ganz  entschieden  sehr  feige
und  im  Umgang  mit  den  Weißen  nach  meinen  Erfahrungen
  bedeutend  besser  wie  ihr  Ruf.  Wir  haben
überall  eine  sehr  freundliche  Aufnahme  gesunden,
und  auch  dort,  wo  die  Eingeborenen  große  Furcht
zeigten,  sind  wir  nicht  unbeschenkt  abgezogen,  nachdem
  wir  den  friedlichen  Grund  unseres  Kommens
auseinandergesetzt  hatten.

Der  Handel  ist  bis  jetzt  hauptsächlich  durch  die
Unsicherheit  der  Wege  minimal.  Alles,  was  die
Leute  für  das  tägliche  Leben  brauchen,  liefern  ihnen
die  Farmen  und  der  Busch,  denn  im  Jagen  und
Fallenstellen  sind  die  Leute  sehr  gewandt.  Ihre
Wohnungen  bestehen  aus  kleinen  Hütten  mit  Strohbedeckung,
  und  die  Kleidung  ist  auch  bei  den  Erwachsenen
  für  gewöhnlich  sehr  mangelhaft.  Die
Leute  lieben  jedoch  hübsche  Kleidung  und  alle  verschiedenen
  Arten  europäischer  Waaren,  aber  immer
wieder  sind  es  die  leidigen  Transportverhältnisse,
welche  den  Leuten  die  Verwerthung  ihrer  Erzeugnisse
selbst  bei  billigsten  Verkaufspreisen  unmöglich  machen.
Wenn  man  in  ein  Dorf  kommt  und  das  mitgebrachte

Zeug  zeigt,  bringen  die  Leute  gleich  alle  gewünschten

Provisionen,  Felle,  Hörner  und  Alles  das,  was  ein
Europäer,  wie  sie  glauben,  verwenden  kann.

Von  in  der  Prärie  wildwachsenden  Bäumen
sind  als  nützlich  vor  allen  Dingen  die  Sheabutterbäume
  zu  nennen,  welche  in  dem  ganzen  Gebiet
sehr  zahlreich  vorkommen  und  vom  Mai  bis  Juli
        <pb n="249" />
        eine  riesige  Ernte  geben.  Die  Eingeborenen  verwenden
  die  daraus  gewonnene  Butter  zum  Essen
und  Einreiben.  In  den  Niederungen  und  den
Flußläufen  entlang  stehen  große  Bestände  Oelpalmen,
welche  aber  nur  zur  Bereitung  von  Palmwein  abgehauen
  werden,  da  das  Oel  die  Transportkosten
nach  der  Küste  nicht  vertragen  kann.  Die  vielfach
vorkommenden  rothholz=  und  mahagoniartigen  Hölzer
werden  wegen  der  großen  Entfernung  von  der  Küste
auch  später  wohl  kaum  mit  Vortheil  zu  exportiren
sein.  Außerdem  liefert  der  Busch  natürlich  viel
Fleisch  und  die  Häute  und  Hörner  der  Antilopen
und  Büffel.  Bis  jetzt  ist  der  einzige  Exportartikel
von  einiger  Bedeutung,  das  Vieh,  vor  allen  Dingen
Ochsen,  welche  von  vielen  Händlern  aufgekauft  und
nach  der  Küste  gebracht  werden.  An  eine  wirkliche
Ausbeutung  des  Landes  ist  nur  zu  denken,  wenn
eine  gute  Verbindung  von  der  Küste  nach  Atakpame
geschaffen  wird.

An  den  dreiwöchentlichen  Aufenthalt  in  Atakpame
schloß  sich  eine  viertägige  Tour  ins  Akpossogebiet.
Sie  fiel  allerdings  nicht  ganz  nach  Wunsch  aus,  da
ein  fast  ununterbrochener,  starker  Regenfall  den  Marsch

hinderte  und  ein  Besteigen  der  steilen  Berge  bei  der  Z„

Schlüpfrigkeit  des  Bodens  unmöglich  war.

Akposso  ist  ein  nördlich  an  das  Atakpamegebiet
unstoßendes  Gebirgsland  in  einer  Breite  von  etwa
sieben  bis  zwölf  Tagereisen.  Die  Eingeborenen  sind
Rrinem  Herrscher  unterworfen,  sondern  bilden  Dorfgemeinschaften.
  Bei  den  Berathungen  führt  ein  alter
angesehener  Mann  den  Vorsitz,  welcher  aber  anscheinend
  nicht  über  weitere  Machtmittel  verfügt.
Die  Leute  sollten  angeblich  sehr  wild  sein.  Ich
fand  sie  aber  mehr  scheu  und  ängstlich.  Auch  sah
ich  wenig  Gewehre  dort.

Das  Gebirge  sieht  ganz  anders  aus,  als  ich
nach  den  Berichten  angenommen  hatte.  Hinter  den
dorgelagerten  ersten  Bergen  zieht  sich  eine  vielfach
bewaldete  Savanne  noch  ungefähr  1  ½  Tagereisen
hi,  bis  man  an  den  Fuß  des  dort  mindestens  500  m
hohen  wirklichen  Gebirges  kommt.

Ueber  die  Fruchtbarkeit  dieses  Landes,  soweit  ich
ch  sehen  konnte,  war  ich  ganz  erstaunt.  Das  Land
wird  durch  viele  Gebirgsbäche  bewässert,  und
man  passirt  stundenlang  die  üppigsten  Oelpalmenwölder,
  welche  aber  nur,  abgesehen  von  dem  wenigen
Lel  zum  eigenen  Gebrauch,  zur  Gewinnung  des
Palmweins  Verwendung  finden.  Im  Grase  findet
man  überall  den  Sheabutterbaum,  an  besonders
seuchten  Stellen  die  Raffiapalme,  welche  das  geschätzte
Fiossaa  giebt,  sowie  die  Dattelpalme.

Der  einzige  Handelsartikel,  der  in  den  letzten
dahren  eine  sehr  große  Bedeutung  gewonnen  hat,
ist  der  Gummi,  die  einzige  Waare,  welche  ihres
Verthes  wegen  die  Transportkosten  wohl  vertragen
m.  Obgleich  wir  unangemeldet  kamen,  konnten
vir  doch  in  jedem  Dorfe  so  und  so  viele  Kilos

lafen,  wenn  wir  unsere  Waaren  zeigten.

Zur  Ausbeutung  dieses  ganzen  fruchtbaren  und

207

 

gut  bevölkerten  Gebietes  und  des  Gebirges  ist  bisher
fast  noch  nichts  geschehen.  Englische  Accrahändler
von  der  Goldküste  kamen  vor  etwa  zehn  Jahren
zuerst  dorthin  und  zeigten  den  Leuten  die  Gummibereitung.
  Seit  etwas  kürzerer  Zeit  findet  auch  ein
lebhafter  Gummihandel,  besonders  von  dem  westlichen
  Theile  des  Gebirges  nach  Lome  statt,  der
theilweise  über  Agome  Palime  geht,  wo  die  Bremer
Faktorei  eine  Niederlassung  errichtet  hat.

Im  Jahre  1889  sandte  ich,  um  das  Gebiet
dem  Klein-Popo-Handel  zu  erschließen,  eine  Expedition
  unter  Führung  eines  Weißen  ins  Innere,
leider  kam  dieser  nach  kurzer  Zeit  krank  zurück,  ohneirgend
welchen  Erfolg.  Dann  sandte  ich  noch  einmal  eine  Expedition
  unter  Leitung  eines  Schwarzen  während  des
Dahomeykrieges  nach  Atakpame,  um  Ochsen  für  die
französische  Regierung  zu  kaufen.  Aber  auch  diese
hatte  keinen  nennenswerthen  Erfolg,  und  meine
Zeit  wurde  durch  anderweitige  Unternehmungen  in
Anspruch  genommen,  so  daß  mehrere  Jahre  nichts
weiter  geschah.

Während  meines  jetzigen  Aufenthaltes  in  Atakpame
  begründete  ich  einen  Markt,  der  den  Namen
„Vietor-Markt“  erhielt  und  der  auch  ganz  befriedigend
besucht  wurde,  nachdem  wir  die  Hauptplätze  des
Landes  besucht,  und  Boten  ins  Gebirge  gesandt
hatten,  um  den  Leuten  mitzutheilen,  daß  der  Weg
zu  unserem  Markte  frei  sei  und  wir  eintreten  würden,
  wenn  Jemand  auf  dem  Wege  dahin  gefangen
würde.  In  der  kurzen  Zeit  meines  Aufenthaltes
konnte  ich  natürlich  nur  die  Verhandlungen  beginnen
und  den  Leuten  auseinandersetzen,  was  wir  wollten.

Jetzt  hat  einer  meiner  Herren  den  Auftrag  bekommen,
  sich  ins  Innere  zu  begeben  und  einige
Monate  im  Gebirge  sich  aufzuhalten,  um  Verbindungen
  mit  den  verschiedenen  Leuten  anzuknüpfen
und  das  Geschäft  in  die  richtigen  Bahnen  zu  leiten.

Das  ist  bis  jetzt  Alles,  was  geschehen  ist,  um
den  Handel  dort  zu  erschließen.  Ich  hoffe  und
glaube,  daß  sich  der  Handel  mit  diesen  Gebieten  in
den  nächsten  Jahren  bedeutend  heben  wird,  aber  so
lange  noch  keine  Wege  und  Eisenbahnen  existiren,
wird  es  sich  allerdings  für  die  deutsche  Togokolonie
wohl  nur  um  das  Gummigeschäft  handeln  können.
Die  sämmtlichen,  anderen  dort  zu  kaufenden  Produkte
  sind  zu  werthlos,  um  auch  nur  den  billigsten
Trägerlohn  von  6  Mk.  für  25  kg  vertragen  zu
können.

Eine  Tonne  Naturerzeugnisse  im  Innern  gekauft
  würde  sich  somit  nach  Klein-Popo  geliefert
heute  auf  240  Mk.,  nach  Grand-Popo  auf  110  Mk.
stellen.

Jetzt  ist  also  keine  Möglichkeit,  diesen  Handel
der  deutschen  Togokolonie  zu  erhalten,  sondern  er
wird,  wie  bisher  nur  der  französischen  Kolonie
Dahomey  zu  Gute  kommen.

Ein  gut  gangbarer,  sicherer  direkter  Weg  von
Sebbe  nach  Atakpame  würde  den  Marsch,  zu  dem
die  Eingeborenen  7  bis  9  Tage  gebrauchen,  wohl
        <pb n="250" />
        um  eine  Tagereise  abkürzen  können,  aber  ein  solcher
Weg  würde  der  Konkurrenz  des  Mono  nicht  genügenden
  Eintrag  thun.

Deshalb  erscheint  mir  der  Bau  einer  kleinen
Bahn  von  Sebbe  nach  Atakpame,  das  einzige  Mittel,

diese  Verhältnisse  zu  ändern  und  den  Handel  dort
der  deutschen  Kolonie  zu  sichern.

Der  Import  und  Export  der  Togokolonie  ist
jetzt  schon  ein  sehr  bedeutender  und  wird  unfehlbar
in  den  nächsten  Jahren  noch  gewaltig  zunehmen,
wenn  das  Innere  in  größerem  Maße  erschlossen  wird.

Die  Einfuhr  betrug:  Die  Ausfuhr  betrug:
1892  2  135  945  Mk.  2  411  542  Mk.

1893  2  414  8900=  3  413  920  -
1894  2240  642  =  2  894  393  =
1895  2  353  322  3  048  466

Da  die  Bahn  keine  Konkurrenz  als  die  des  Mono
zu  fürchten  hätte,  würde  es  möglich  sein,  die  Transportkosten
  für  die  europäischen  Erzeugnisse  sehr  theuer
zu  stellen,  etwa  80  Mk.  für  1000  kg  bei  werthlosen
Gütern,  Salz  2c.  und  90  bis  100  Mk.  bei  feineren
Waaren,  als  Manufakturen  2c.,  da  die  Eingeborenen
  einstweilen  noch  an  sehr  hohe  Verkaufspreise
  gewöhnt  sind.  Es  dürfte  sich  dagegen  aber
empfehlen,  die  Fracht  der  einheimischen  Produkte  so
billig  zu  stellen,  wie  es  die  Rentabilitätsberechnung
gestattet,  eiwa  40  bis  50  Mk.  per  Tonne.  Dies
würde  nicht  nur  dazu  dienen,  daß  die  Eingeborenen
angespornt  würden,  möglichst  viele  Produkte  zu
schaffen,  wenn  sie  einen  möglichst  hohen  Gegenwerth
dafür  erhalten,  sondern  zugleich  würde  es  den  entfernter
  wohnenden  Leuten  möglich  sein,  ihre  Produkte
  an  den  verschiedenen  Stationen  mit  einem  genügenden
  Gewinn  abzusetzen.

Eine  solche  Bahn  würde  damit  aber  nicht  nur
das  fruchtbare  Atakpamegebiet  und  den  Handel  des
Gebirges  erschließen,  sondern  auch  den  Handel  weit
ins  Innere  hinein  beleben.

—.  —

Crgänzung  zum  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Cogo
thätigen  Firmen.
Ergänzung  zum  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete
Togo  thätigen  Firmen  (siehe  Kolonialblatt  Nr.  7,
S.  170);

6.  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.,  Hauptsitz  Lome:
weißes  Personal:  Niemand,
farbiges  Personal:  3  Clerks,  6  Arbeiter.
Niederlassungen  oder  Faktoreien:  in  Bagida:

weißes  Personal:  Niemand,
farbiges  Personal:  1  Clerk,  1  Arbeiter.
Verkaufsläden:  3.

—  5  ——  —

208

 

Deutfsch-Südwerltafrika.

In  den  Unruhen  in  Südwestafrika.

Nach  einem  Telegramm  des  stellvertretenden
Landeshauptmanns  für  Deutsch-Südwestafrika  hat
die  Kaiserliche  Schutztruppe  unter  Major  Müller
am  26.  Februar  am  Grootberge  über  die  aufständischen
  Hottentotten  im  Norden  des  Schutzgebietes
einen  entscheidenden  Erfolg  davongetragen.  Der
Feind  floh  in  der  Richtung  auf  Zeßfontein  zu.

Demnächst  haben  sich  die  Zwartbooi-Hottentotten
am  20.  März  ergeben.  Ihr  Führer  sowie  90  waffenfähige
  Mann  nebst  den  Gewehren  fielen  in  die  Hände
der  Sieger.  Die  Gefangenen  sind  nach  Windhoek
gebracht  worden.

—  —  ———  —

Aus  dem  Pereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Dr.  Frobenius  wird  voraussichtlich  nach  seiner
Rückkehr  seinen  Wohnsitz  auf  dem  Inselchen  Bilibili
(Neu-Guinea)  aufschlagen.  Es  eignet  sich  deshalb

besonders  gut  zur  Station,  weil  die  Eingeborenen

gewandte  Seefahrer  sind,  so  daß  Dr.  Frobenius  von
dort  schnell  überall  hinkommen  kann.
(Berichte  der  Rhein.  Missionsgesellschaft.)

Missionar  Meyer  von  der  Kondemission  der
Brüdergemeinde  (Deutsch-Ostafrika,  Nyassasee)  hat
Ende  Dezember  dem  Missionar  Richard  die  Leitung
von  Ipiana  überlassen,  um  den  erholungsbedürftigen
Missionar  Kretschmer  in  Rutenganio  zu  vertreten.

Dem  Jahresbericht  der  Evangelischen  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  für
das  Jahr  1897  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  Einnahmen  unserer  Mission  sind  im  vergangenen
  Jahre  etwas  hinter  den  vorjährigen  zurückgeblieben,
  und  die  Ausgaben  sind  trotz  großer  Sparsamkeit
  gewachsen,  so  daß  wir  etwa  6000  Mk.
Schulden  mehr  haben  als  beim  vorjährigen  Kassenabschluß
  (33  227  Mk.  34  Pf.).  6

Im  letzten  Jahre  haben  wir  keinen  Missionar
neu  aussenden  können;  nur  ein  Handwerkerbruder,
Diakon  Meyer  aus  Bethel  bei  Bielefeld,  ist  zu  den
Brüdern  in  Hohenfriedeberg  hinausgesandt  worden,
um  ihnen  beim  Bau  der  Kapelle  zu  helfen  und  ihre
christlichen  Jünglinge  in  allen  Künsten  des  Bauens
anzuleiten.  Dagegen  mußte  Br.  Hosbach  Dares-Saläm
  verlassen,  weil  seine  Lunge  angegriffen
war,  und  in  die  Heimath  zurückkehren.  Sollen
unsere  Missionare  draußen  aber  nicht  zusammenbrechen
  unter  dem  Einfluß  des  Klimas  und  der
Ueberfülle  der  Arbeit,  so  müssen  ihnen  neue  Missionare
  zu  Hülfe  gesandt  werden.  Kandidat  Ruccius
  ist  gegenwärtig  bereit,  hinausgesandt  zu  wer-
        <pb n="251" />
        den;  wir  brauchen  aber  mehr,  wenn  wir  die
angefangene  Arbeit  kräftig  fortführen  wollen.

In  Bethel  bei  Mtai  haben  wir  im  Frühjahr
1893  die  Arbeit  begonnen,  doch  hat  sie  noch  nicht
zur  Blüthe  gelangen  können.  Was  die  Arbeit  in
Bethel  so  schwierig  macht,  ist  der  Umstand,  daß  sich
die  Station  nicht  reinlich  als  eine  Missionsstation
unter  den  Waschambaa  hat  entwickeln  können,  soudern
daß  sie  zugleich  Erziehungsstätte  für  befreite  Sklavenkinder
  gewesen  ist.  Beides  zu  vereinigen,  ist  sehr
schwer,  und  sind  wir  deshalb  dem  Envangelischem
Afrika-Verein  besonders  dankbar,  daß  er  uns  die
letztere  Ausgabe  abgenommen  hat,  und  so  unsere
Missionsstationen  nicht  mehr  durch  Dinge  gestört
werden,  die  zunächst  nicht  in  ihrem  Berufe  liegen.

Auf  den  Außenstationen  Mbalu  und  Mbaramu
herrschte  immer  große  Bereitwilligkeit,  Gottes  Wort
zu  hören.  Mbaramu  ist  später  von  den  Brüdern  in
Hohenfriedeberg  übernommen  worden.

Am  Anfang  des  Jahres  1897  war  Br.  Roehl
allein  auf  der  Station  Bethel,  da  Br.  Döring
zur  Erholung  nach  Hohenfriedeberg  gegangen  war.
Er  hoffte,  im  Februar  die  Arbeit  in  Bethel  wieder
aufnehmen  zu  können,  erkannte  jedoch  bald,  daß  seine
Kräfte  erschöpft  waren,  und  trat  deshalb  den  ihm
gewährten  Heimathsurlaub  im  März  an.  Ende
Mai  kam  der  im  Dienst  des  Enangelischen  Afrikavereins
  in  Litundi  stehende  Diakon  Liebusch  Br.
Roehl  zu  Hürlfe.

Vom  14.  September  bis  13.  Oktober  hat  Br.
Roehl  den  größten  Theil  von  Südpare  bereist  und
ist  an  allen  Orten,  die  er  besuchte,  freundlich  aufgenommen
  worden,  hat  auch  bei  Tanda  eine  kleine
Kopelle  gebaut.  Der  Zweck  dieser  Reise,  unserer
Nission  den  Eingang  in  Pare  für  später  offen  zu  halten,
it  erreicht,  indem  der  Herr  Gouverneur  die  Freundlickeit
  hatte,  uns  ganz  Südpare  als  Arbeitsgebiet
zuzusprechen.

In  Hohenfriedeberg  bei  Mlalo  haben  die
Brüder  Wohlrab  und  Johanssen  im  Jahre  1891
be  Arbeit  begonnen.  Im  Ganzen  ist  die  Zahl  der
u  Hohenfriedeberg  seit  Beginn  der  Arbeit  Getauften
dan  48  auf  74  gestiegen.

Mit  dem  Wachsthum  der  Gemeinde  ist  den
Brüdern  auch  manche  neue  Aufgabe  gestellt  worden.
So  war  es  geboten,  für  die  immer  größer  werdende
Zahl  der  Kinder  im  Alter  von  vier  bis  sechs  Jahren
eine  Kleinkinderschule  einzurichten,  die  von  Schwester
Vohlrab  seit  Anfang  des  Jahres  geleitet  wird.

Die  Beschäftigung  der  jungen  Burschen  und  deren
Rehung  zi  regelmäßiger  nutzbringender  Arbeit
var  den  Brüdern  schon  lange  eine  wichtige  Frage
Edesen.  Darum  ging  Br.  Wohlrab  mit  einer
*  von  Jungen  im  Januar  nach  Lutindi,  der
8  murdtessäte  des  Evangelischen  Afrikavereins,  um
*  bei  den  Neubauten  im  selbständigen  Ziegeln  zu
s  ten.  Im  Juni  traf  aus  Bethel  bei  Biele—
der  Tischlerbruder  Meyer  in  Hoͤhenfriedeberg
ein.  Unt  «

er  seiner  Leitung  wurde  eine  Anzahl  von

209

 

Jünglingen  beim  Beginn  des  Kapellenbaues  im
Mauern  und  später  im  Zimmern  und  in  Tischlerarbeiten
  angelernt.

Um  die  Gemeindeglieder  zur  Opferwilligkeit  zu
erziehen,  ift  von  den  Brüdern  angeregt  worden,  daß
monatlich  irgend  etwas  von  ihnen  für  Kirche  und
Schule  dargebracht  wird.  So  bringen  die  Frauen
eine  Anzahl  Körbe  getrockneter  Bananen  im  Werthe
von  1½  Rupien  (2  Mark)  und  arbeiten  die  Männer
und  Jünglinge  an  jedem  Montage  umsonst  an  dem
Kapellenbau.

Auch  die  Arbeit  der  Außenverkündigung  ist  gewachsen.
  Zu  Beginn  des  Jahres  hatten  die  Brüder
nur  eine  Außenstation  zu  versorgen,  Tewe,  und  am
Schluß  des  Jahres  drei,  Tewe,  Mbaramu  und
Bumbuli.

In  Wuga,  unserer  jüngsten  Station  unter  den
Waschambaa  (gegründet  im  Jahre  1895),  wohnen
die  Missionare  Lang  Heinrich  und  Gleifß.

Der  Verkündigung  und  den  Arbeiten  auf  der
Station  konnten  sie  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres
fast  ungestört  nachgehen.  Sieben  Dörfer,  die  ringsherum
  auf  den  Bergen  liegen,  wurden  fast  wöchentlich
  besucht.  Der  Unterricht  der  Knaben  auf  der
Station  und  ihre  Anleitung  zu  praktischen  Arbeiten
lag  ihnen  gleichmäßig  ob.  In  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres  konnte  jedoch  regelmäßig  nur  einer  der
Brüder  auf  der  Station  sein.

Die  Schule  wurde  regelmäßig  von  10  bis  15
auswärtigen  Schülern  besucht.

Auf  der  Station  wohnten  fünf,  zeitweilig  acht
Knaben,  welche  außer  in  den  Elementarfächern  in
Gottes  Wort  unterwiesen  wurden.

Die  sprachlichen  Arbeiten  der  Brüder  haben  eine
Zeit  lang  geruht.  Doch  konnten  auf  den  Konferenzen
in  Hohenfriedeberg  und  Wuga  einige  Texte  festgelegt
werden.  Br.  Gleiß  vollendete  die  Uebersetzung  des
Matthäus-Evangeliums  und  Br.  LangHeinrich
brachte  das  Deutsch-Kischambaa-Lexikon  der  Vollendung
  nahe.

Die  eigentliche  Missionsarbeit  litt  etwas  durch
die  Menge  der  äußeren  Arbeiten,  insbesondere  durch
die  Einrichtung  der  Außenstationen.  Die  Morgenandachten
  waren,  weil  die  Brüder  viele  Arbeiter  beschäftigten,
  gut  besucht,  ebenso  die  Gottesdienste  an
den  Sonntagen.

In  Tanga  sind  Geschwister  Ostwald  stationirt.
Sie  haben  eine  mannigfache  Arbeit.  Nicht  bloß
die  Missionsarbeit  an  den  Suaheli  und  Wadigo  und
die  kirchliche  Versorgung  der  evangelischen  Deutschen,
sondern  auch  all  die  Verwaltungs=  und  Packarbeiten
für  unsere  drei  Usambarastationen  gehören  zu  ihren
Verpflichtungen.  Im  Juli  reisten  Geschwister  Ostwald
  nach  Dar-zes-Saläm,  um  an  einer  Konferenz
theilzunehmen  und  um  für  einen  Monat  auszuruhen.
In  der  Zeit  seiner  Abwesenheit  wurde  Br.  Ostwald
von  Br.  Johanssen  aus  Hohenfriedeberg  vertreten.

Die  deutsche  Gemeinde  bethätigte  ihr  Interesse
für  die  Missionsarbeit  durch  Sammlungen,  welche
        <pb n="252" />
        —

einen  Gesammtertrag  von  1260  Rupien  =  1560  Mk.
ergaben.

Die  Missionsarbeit  in  Tanga  bestand  in  Heidenpredigt,
  Leitung  der  Missionsschule  und  im  Katechumenenunterricht.
  Zu  den  sonntäglichen  Gottesdiensten,
an  denen  auch  die  Christen  der  Station  theilnahmen,
kamen  etwa  35  bis  40  Personen.  In  Muensange,
der  einzigen  Außenstation,  predigte  der  schwarze
Lehrer,  während  Br.  Ostwald  selten  Zeit  erübrigte,
in  das  Digoland  zur  Verkündigung  zu  gehen.

Die  kleine  Christengemeinde  bestand  zu  Anfang
des  Jahres  aus  sieben  Seelen,  am  Schluß  zählte  sie
17  Seelen.  Die  Schule  wurde  im  März  mit
15  Schülern  begonnen  und  stieg  auf  einen  Bestand
von  23  Schülern,  20  Knaben  und  3  Mädchen.  Br.
Ostwald  hebt  hervor,  daß  der  Schulbesuch  der  auswärtigen
  Kinder  trotz  des  weiten  Weges,  den  sie
zurückzulegen  haben,  ein  regelmäßiger  gewesen  ist.

In  Dar-es-Saläm  haben  wir  ein  großes,
massives  Haus,  das  als  Krankenhaus  gebaut  war
und  infolgedessen  für  eine  Mission  viel  zu  geräumig
ist,  das  auch  als  Krankenhaus  wunderschön  gelegen
ist,  auf  dem  Immanuelskap,  dicht  an  der  Einfahrt
in  den  Hafen.  Für  die  Mission  liegt  es  jedoch  nicht
günstig,  da  sich  die  Europäerstadt  zwischen  das  Haus
und  die  Eingeborenen  geschoben  hat.  So  wird  die
Mission  durch  diesen  großen  Besitz  eher  gehemmt  als
gefördert.  Außerdem  hatte  der  dort  stationirte
Missionar  Holst  so  viele  andere  Aufgaben,  daß  er
an  die  Missionsarbeit  gar  nicht  kommen  konnte.  Daher
ist  es  nicht  zu  verwundern,  wenn  unsere  Mission  in
Dar-es-Saläm  noch  so  wenig  festen  Fuß  gefaßt  hat.

Gott  Lob,  sind  wir  im  verflossenen  Jahre  einen
guten  Schritt  vorwärts  gekommen  in  der  Klärung
der  dortigen  Situation.  Das  von  der  Regierung
neuerbaute  Krankenhaus  wurde  am  1.  Oktober  bezogen,
  so  daß  wir  nun  gar  nichts  mehr  mit  der
Krankenpflege  zu  thun  und  unsere  ganze  Bewegungsfreiheit
  wieder  erlangt  haben.  Auch  hat  der  evangelische
  Oberkirchenrath  einen  Geistlichen  nach  Dares-
  Saläm  hinausgesandt,  und  ist  uns  somit  auch  die
Aufgabe  der  kirchlichen  Versorgung  unserer  Landsleute
in  Dar-es-Saläm  abgenommen.  Erst  jetzt  können
wir  uns  wirklich  der  Heidenmission  zuwenden.

Im  verflossenen  Jahre  hatte  die  Station  schwer
zu  leiden  unter  dem  häufigen  Wechsel  in  ihrer  Besetzung.
  Nach  der  Ende  1896  erfolgten  Rückkehr
der  Geschwister  Holst  hatte  Br.  Holst  die  Seelsorge
an  den  Deutschen,  Br.  Cleve  die  Heidenmission  und
Br.  Hosbach  die  Oekonomie  übernommen.  Leider
erfuhr  die  Heidenmission  wieder  eine  Unterbrechung,
als  zu  Anfang  des  Jahres  Br.  Cleve  zur  Unterstützung
  von  Br.  Peters  nach  Maneromango  gehen
mußte;  Br.  Maaß  hatte  zu  seiner  Erholung  nach
Usambara  ziehen  müssen.  Im  Laufe  des  Jahres
war  Br.  Cleve  auch  einige  Male  in  Kisserawe,  um
Br.  Liebau  zu  vertreten  bezw.  zu  helfen.  Von
Oktober  bis  Ende  des  Jahres  konnte  er  wieder
ständig  in  Dar-es-Saläm  sein.  Zu  Ende  des  Jahres

210

 

waren  seine  Kräfte  so  erschöpft,  daß  er  eines  Erholungsurlaubs
  nach  Usambara  dringend  bedurfte.
Geschwister  Holst  waren  bis  Ende  Oktober  ständig
auf  der  Station  und  erfreuten  sich  stets  guter  Gesundheit.
  Br.  Hosbach  mußte  im  Juni  in  die
Heimath  reisen.

Trotz  dieses  mannigfachen  Wechsels  und  trotz
aller  Schwierigkeiten  hat  die  Mission  im  vergangenen
Jahre  nicht  ohne  Erfolg  zu  arbeiten  brauchen.  Es
haben  sich  im  Ganzen  fünf  Erwachsene  zum  Taufunterricht
  gemeldet.  Die  von  Br.  Cleve  eingerichtete
Schule  wurde  von  acht  Knaben  besucht.

Die  Seelsorge  an  den  Deutschen  wurde  von
Br.  Holst  in  gewohnter  Weise  versehen.

Am  Schluß  des  Jahres  stand  in  der  Arbeit  in
Dar-es-Saläm  nur  Br.  Cleve.  Geschwister  Holst
verließen  ihn  Ende  Oktober,  um  Br.  Liebau  in  Kisserawe
  zu  Hülfe  zu  kommen.  Sie  gelangten  dorthin
auf  einem  mit  Eseln  bespannten  Wagen.  Solch  eine
Fahrt  war  vor  Kurzem  in  Ostafrika  ein  noch  unbekannter
  Genuß.  Die  schmalen  Fußpfade  der  Neger
erlaubten  sie  ja  nicht;  man  konnte  nur  zu  Fuß  gehen
Mann  hinter  Mann  oder  auf  dem  Rücken  eines
Esels  langsam  dahintrotten.

Kisserawe,  die  erste  Missionsstation  unter  den
verschüchterten  und  verarmten  Wasaramo,  die  einer
zerstreuten  Herde  ohne  Hirten  gleichen,  wurde  im
vergangenen  Jahre  von  Br.  Liebau  geleitet.  Die
Geschwister  Worms  waren  schon  im  Vorjahre  und
zu  Anfang  des  Berichtsjahres  so  sehr  vom  Fieber
heimgesucht,  daß  ein  Urlaub  in  die  Heimath  für  sie
nothwendig  wurde.

Der  Elementarunterricht  in  der  Stationsschule
(mit  fünf  Abtheilungen)  und  in  den  Schulen  in
Minaki,  Gogo  und  Sungwi  mußte  den  eingeborenen
Gehülfen  überlassen  bleiben  und  konnte  von  Br.  Liebau
  nur  beaufsichtigt  werden.  Die  Schule  bei  Pasisimia
  wurde  nach  dem  Weggang  des  Lehrers  Ceril
aufgehoben,  und  besuchten  die  Schüler  von  da  ab
die  Stationsschule.

Der  Katechumenenunterricht  und  die  sonntäglichen
Heidengottesdienste  wurden  von  Br.  Liebau,  auch
während  er  allein  auf  der  Station  war,  weitergeführt.
In  Gogo  und  Minaki  fanden  sich  immer  20  bis  30
Zuhörer,  meist  jüngeren  Alters,  ein.

Sehr  erfreulich  ist  die  Zunahme  der  Katechumenen
im  Laufe  des  letzten  Jahres.  19  Kinder  und  Erwachsene,
  meist  Wasaramo,  meldeten  sich  zum  Taufunterricht,
  unter  ihnen  auch  der  Jumbe  Muiniwasiri
mit  zweien  seiner  Kinder.  Getauft  wurden  im
Ganzen  13,  darunter  drei  Kinder  von  christlichen
Ehepaaren.

Am  Schluß  des  Jahres  war  die  Station  Hoffzensah
  von  Br.  Holst  und  Frau  und  Br.  Liebau

esetzt.

In  Maneromango  haben  sich  Br.  Maaß  und
Br.  Peters  ihre  Station  gebaut  und  nach  Kräften
missionirt.

Dort  hat  besonders  der  Schulbesuch  in  erfreu-
        <pb n="253" />
        licher  Weise  zugenommen  (über  30  Schüler),  wenn
auch  die  Regelmäßigkeit  sehr  zu  wünschen  übrig  läßt.

Geschwister  Worms  sind  wohlbehalten  in  Dares-Saläm
  angekommen,  kehrten  aber  nicht  in  ihre
alte  Arbeit  nach  Kisserawe  zurück,  sondern  wurden
sich  in  einer  Konferenz  mit  den  Brüdern  Holst  und
Liebau  eins,  daß  sie  den  Auftrag  des  Vorstandes,
Bumbuli  in  Usambara  zu  besetzen,  auf  sich  nehmen
wollten,  während  Geschwister  Holst  mit  ihren  beiden
Kindern  in  Kisserawe  bleiben  sollten.  Bei  seiner
großen  Sprachbegabung  wird  es  Br.  Worms  leicht
werden,  sich  unter  den  Waschambaa  einzuleben,  und
haben  wir  dann  wohl  manchen  Gewinn  für  die  Ersorschung
  der  ostafrikanischen  Sprachen  aus  seiner
reichen  Kenntniß  derselben  zu  erwarten.

Die  evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  hielt  am  30.  März  im  Hospiz
Behrenstraße  in  Berlin  ihre  diesjährige  Hauptversommlung.
  Der  auf  Urlaub  hier  weilende  Missionar,
Pastor  Döring,  der  die  Geschäfte  des  Inspektors
führt,  erstattete,  wie  Zeitungen  melden,  den  Jahresbericht.
  Danach  geht  das  Werk  der  Gesellschaft  in
Deutsch-Ostafrika  zwar  langsam,  aber  stetig  vorwärts.
Auf  sieben  Stationen  (Bethel  in  Usambara,  Hohenfriedeberg,
  Wuga,  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Kisserawe
und  Maneromango),  zu  denen  jetzt  noch  eine  achte
trit  (Bumbuli),  sowie  auf  50  Predigtplätzen  wirken
zehn  Missionare  (darunter  vier  verheirathete),  ein
Diakon  und  acht  eingeborene  Gehülfen.  Sie  haben
im  vergangenen  Jahre  54  Katechumenen  getauft,  so
doß  die  Zahl  der  Christen  auf  154  gestiegen  ist.
50  Katechumenen  befinden  sich  noch  im  Taufunterricht,
  die  Katechumenen-Missionsschulen  haben  150
Schüler.  Unter  den  Missionaren  herrschte  viel  Krankheit.
  Missionar  Greiner,  der  bereits  im  Frühjahr
1896  aus  Gesundheitsrücksichten  zurückgekehrt  ist,  ist
mumehr  in  den  Ruhestand  getreten.  Der  frühere
Inspektor,  Pastor  Winkelmann,  ist  als  Pfarrer
nach  Gusow  i.  d.  Mark  berufen  worden.  —  Dem
Kossenbericht,  erstattet  vom  Kaufmann  Francke,  ist
zu  entnehmen,  daß  einer  Einnahme  von  78  621  Mk.
eine  Ausgabe  von  86  197  Mk.  gegenübersteht,  so  daß
zu  dem  bereits  in  das  Jahr  herübergenommenen
Fehlbetrage  von  25  650  Mk.  noch  ein  solcher  von
7576  Mk.  getreten  ist.  Einen  kleinen  Theil  der
Kosten  bringen  die  Missionsstationen  selber  auf.  Der
Voranschlag  sieht  außer  Deckung  des  Fehlbetrages
von  33  000  Mk.  rund  54  000  Mk.  Ausgaben  für
die  Stationen  vor.  Aus  dem  Vorstande  sind  ausgeschieden
  Pfarrer  Werkenthin  und  Generallieutenant
  a.  D.  v.  Eutmann.  Der  nach  Tübingen  benifene
  Professor  D.  Schlatter  verbleibt  im  Vorstande.
Bei  der  Neuwahl  wurden  die  Pastoren  Diestelkamp-Berlin
  und  D.  v.  Bodelschwingh-Bielefeld  wiedergewählt,
  Pastor  Wolff-Köpenick  neugewählt.  Der
Vorsitzende  Pastor  Diestelkamp  hob  gegenüber  der
Ueberschätzung  der  Erfolge  der  katholischen  Mission

 

211

 

die  weniger  in  die  Augen  fallende,  aber  um  so  tiefer
gehende  Arbeit  der  evangelischen  Missionare  hervor
und  betonte  das  lebendige  Glaubensleben  in  den
evangelischen  Missionsgemeinden.  Die  anfänglich  von
der  Gesellschaft  auch  betriebene  Krankenpflege  in  der
Kolonie  tritt  immer  mehr  in  den  Hintergrund,  weil
sie  zum  Theil  vom  Reich,  zum  Theil  von  anderen
Gesellschaften  übernommen  worden  ist,  so  daß  sich
die  Missionsgesellschaft  immer  mehr  ihrem  eigentlichen
Zwecke  widmen  kann.  Auch  die  schwer  hiermit  zu
vereinende  Erziehung  der  befreiten  Sklavenkinder  geht
mehr  und  mehr  in  andere  Hände  über,  namentlich
in  die  des  Evangelischen  Afrikavereins.

ZBruder  Oskar.)

Am  26.  Januar  hat  in  Deutsch-Ostafrika  ein  Mann
die  Augen  geschlossen,  der  dort  zu  den  bekanntesten
und  beliebtesten,  ja  man  kann  sagen  wirklich  populären
Persönlichkeiten  daselbst  gehörte:  Bruder  Oskar.

Bruder  Oskar  war  ein  Düsseldorfer  Kind.  Vor
mehr  als  einem  Vierteljahrhundert  war  er  als  Bruder
der  Missionsgesellschaft  der  Väter  vom  heiligen  Geist
nach  Ostafrika  hinausgegangen  und  hatte  das  Glück,
lange  Zeit  hindurch  einen  Lehrmeister  zu  finden,  wie
er  besser  gar  nicht  gedacht  werden  kann:  den  Pater
Baur,  oder,  wie  er  draußen  in  Ostafrika  allgemein
genannt  wird:  Pere  Etienne.  Unter  solcher  Leitung
wurden  Bruder  Oskars  Eigenschaften  voll  entwickelt.
Vielleicht  zeigt  sich  das  am  besten,  wenn  Schreiber
dieser  Zeilen,  der  selbst  längere  Zeit  in  Ostafrika
thätig  war  und  viel  mit  Bruder  Oskar  zusammenkam,
einige  Beispiele  anführt.  1

Eines  Tages  ging  ich  mit  Bruder  Oskar  in  der
Umgegend  von  Bagamoyo  herum;  er  zeigte  mir  dies
und  jenes,  bis  er  plötzlich  sagte:  „Ja,  ja,  vor  Kurzem
sah's  hier  anders  aus.  Als  ich  vor  einiger  Zeit
hier  ging,  da  richteten  sich  auf  ein  Mal  aus  dem
hohen  Gras  eine  ganze  Anzahl  Flinten  auf  mich.“  —

„Da  werden  Sie  wohl  nett  kehrtgemacht  haben?“

„Nein,  lieber  Herr,  ich  hab'  nur  mein  Stöckchen
—  er  trug  meist  ein  solches  —  in  die  Höhe  gehoben
und  gesagt:  „Ihr  Esel,  kennt  ihr  den  Bruder  Oskar
nicht?  Nehmt  mal  die  alten  Schießeisen  weg,  sonst
macht  ihr  womöglich  noch  ’ne  Dummheit.“  Seh'n
Sie,  das  brachte  die  Leute  zur  Vernunft.“  Eines
Tages  sprachen  wir  über  Schießen,  Jagd  und  dergleichen,
  und  Bruder  Oskar,  der  Jahre  lang  im
Innern  zu  thun  gehabt  und  auf  dessen  Schußliste
auch  mehr  denn  ein  Löwe  stand,  konnte  hübsch  mitreden
  und  erzählen,  bis  einer  von  uns  ihm  lachend
sagte:  „Bruder  Oskar,  Sie  kennen  die  Büchse  genauer
  als  Ihr  Gebetbuch,“  aber  schlagfertig  und
treffend  klang  es  zurück:  „Lieber  Herr,  wie  ich  die
Büchse  kenne,  das  wissen  Sie,  aber  wie  ich  mein
Gebetbuch  kenne,  das  wissen  Sie  nicht."

*)  Erinnerungen  eines  Afrikaners  in  der  „Kölnischen
Volkszeitung“  Nr.  216  entnommen.
        <pb n="254" />
        —  212

Bruder  Oskar  kannte  die  Eingeborenen  gründlich
und  wußte  mit  ihnen  umzugehen.  So  erfuhr  er
denn  auch  manches,  was  wir  durch  Kundschafter  nicht
herauszubringen  vermochten.  Eines  Tages  kam  ich
zur  Mission,  deren  Mitglieder  sämmtlich  noch  bei
ihrer  Arbeit  waren.  Bruder  Oskar  packte  in  seinem
Zimmer  Kisten,  ihn  störte  ich  daher  nicht.  In  jenem
Zimmer  sah  es  wunderbar  genug  aus,  alles  Mögliche
und  Unmögliche  stand,  hing  oder  lag  umher.  Die
wenigen  Habseligkeiten  des  Missionars  und  sein  einfaches
  Lager  nahmen  den  geringsten  Raum  ein,  dafür
zogen  ethnographische  und  zoologische  Gegenstände
afrikanischen  Ursprungs  die  Aufmerksamkeit  auf  sich.
Mitten  zwischen  diesen  Schätzen  packte  Bruder  Oskar
eifrigst  Kisten  für  eine  Missionsstation  im  Innern.
Am  meisten  erstaunte  ich  jedoch  über  einen  grauköpfigen
  Neger,  der,  ich  weiß  nicht  mehr  mit  welcher
einfachen  Arbeit  beschäftigt,  in  einer  Zimmerecke  hockte.

„Nun  sagen  Sie  mir,  Bruder  Oskar,  was  macht
der  schwarze  Onkel  dort?“

„Der  wartet.  Der  Kerl  weiß  nämlich  offenbar
irgend  was  Besonderes,  und  das  möchte  ich  erfahren.“

„Warum  fragen  Sie  ihn  denn  nicht  aus?  Sie
sprechen  ja  das  Kisuaheli  fast  besser  als  die  Schwarzen
  selbst."

„Lieber  Herr  —  und  dabei  machte  Bruder  Oskar
eine  Pause  in  seiner  Arbeit  —  ich  mache  das  nicht
so  wie  Sie  und  die  anderen  Herren,  sonst  lügt  mir
der  Kerl  nur  die  Hucke  voll,  und  ich  weiß  nicht,
was  wahr  und  falsch  ist.  Jetzt  sitzt  er  aber  schon
zwei  Stunden  hier  und  darf  nicht  raus;  das  wird
ihm  bald  langweilig  werden,  und  wenn  ich  ihn  so
weit  hab',  dann  bringt  er  mir  seine  Wissenschaft  auf
dem  Präsentirteller.  Sehen  Sie,  man  muß  mit  den
Leuten  Geduld  haben,  dann  noch  'mal  Geduld  und
immer  wieder  Geduld,  dann  geht's.“

Und  in  der  That,  es  ging,  denn  folgenden  Tags
sagte  mir  Bruder  Oskar  schmunzelnd:  „Gestern  die
Geschichte  war  nicht  umsonst,  ich  habe  Sachen  gehört,
die  für  den  Vormarsch  gegen  den  Feind  wichtig  genug
  sind.“

Doch  nun  genug  von  diesen  Dingen,  die  Einem
das  Herz  warm  und  die  Augen  feucht  machen,  wenn
man  an  den  wackeren  Missionsbruder  denkt.  Da  steht
die  hohe  Gestalt  wieder  doppelt  lebhaft  vor  dem  geistigen
Auge,  und  man  hört  ihn  in  seiner  oft  drastisch  kernigen
  Weise  sprechen.  Aber  diese  Derbheit,  sie  diente
ihm  meist  dazu,  sein  warmes  Gefühlsleben  zu  verbergen.
  Er  sprach  auch  nicht  gern  von  seinen  eigenen
Thaten,  es  sei  denn,  daß  er  etwas  halb  und  halb
mit  seinem  frischen  Humor  würzen  konnte.  Von  den
zahlreichen  Werken  edelster  Menschenliebe,  welche  er
im  Dienste  der  Mission  mit  Einsetzung  seiner  ganzen
Kraft  verrichten  half,  von  der  hingebenden  Pflege
der  Kranken  und  Elenden,  von  dem  Schutze  der
Schwachen,  davon  —  schwieg  er.  Und  so  wie  er,
so  machen  es  auch  die  anderen  Missionare,  Bruder
Adelin,  Alexander  und  wie  sic  alle  heißen.  Der
edle  Pere  Etienne  aber  dient  ihnen  als  leuchtendes

 

Vorbild.  Möge  Gott  diese  braven  Männer  noch  lange
zum  Wohle  unserer  schwarzen  Landsleute  erhalten.

Bruder  Oskar,  der  für  seine  Schwarzen,  wenn
er  auch  manches  kräftige  Wörtchen  einfließen  ließ,
ein  warmes  Herz  und  tiefes  Verständniß  besaß,  ist
nun  ein  stiller  Mann.  Das  Herz,  welches  so  warm
für  das  Missionswerk  und  auch  —  ich  muß  das  noch
ganz  besonders  hervorheben  —  für  sein  Vaterland
schlug,  dieses  brave,  unverzagte  Herz,  es  schlägt  nicht
mehr.  Nach  langjähriger,  mühevoller  Arbeit  ruht
er  nun  auf  dem  Friedhofe  der  Mission  in  Bagamoyo,
unter  den  Kokospalmen,  die  er  einst  mit  pflanzte.
Jeder  aber,  der  ihn  gekannt  hat,  der  wird  ihn
nimmermehr  vergessen  und  ihm  immer  das  nachrühmen:
  Er  war  ein  ganzer  Mann!  Ueberall,  zu
jeder  Zeit,  treu,  furchtlos,  hülfsbereit!

Aus  fremden  Holodnien.

Anwerbung  von  Arbeitern  für  Cavenne.

Dem  „Moniteur  de  la  Guyane  Frangaise“
zufolge  ist  einem  Herrn  Jean  in  Cayenne  von  der
niederländisch-indischen  Regierung  die  Erlaubniß  zur
Anwerbung  von  15  000  Javanen  ertheilt  worden.
Der  Unternehmer  will  die  Arbeiter  im  Thale  von
Kourou  (Cayenne)  mit  Gewinnung  von  Kautschuk
und  anderen  Harzsorten  beschäftigen.  Die  Genehmigung
  ist  unter  der  ausdrücklichen  Bedingung  erfolgt,
daß  die  Arbeitsübereinkommen  keine  versteckte  Sklaverei
  sein  dürfen  und  die  Verträge  unter  Verantwortlichkeit
  der  „Internationalen  Kommission  zur
Beschützung  von  Auswanderern  zu  Bern“  geschlossen
sein  müssen.  Für  ihre  Ueberfahrt  soll  auf  jeden
Kopf  120  Gulden  bezahlt  werden.  Ihr  Mindestlohn
beträgt  zwei  Gulden  wöchentlich.

dandel  von  Dahomey.

Die  Einfuhr  nach  Dahomey  hat  1896  eine  Höhe
von  14  122  000  Frcs.,  die  Ausfuhr  eine  solche  von
12  215  000  Frcs.  erreicht.  60  Prozent  des  Handels
der  Kolonie  liegen  jetzt  in  den  Händen  französischer
Firmen.

Einverleibung  in  den  französischen  Rolonialbesitz.

Die  zur  Tahiti-Gruppe  gehörigen  Inseln  unter
dem  Winde,  welche  bereits  seit  dem  Monat  März
des  Jahres  1888  thatsächlich  im  französischen  Besitz
standen,  sind  durch  Gesetz  vom  19.  März  d.  Is.  für
einen  integrirenden  Theil  des  französischen  Kolonialbesitzes
  erklärt  worden.
        <pb n="255" />
        —  213

Neueres  über  die  Gewürznelkenkultur  in  Sansibar.“)

Wie  der  „Chem.  and  Drugg.“  erfährt,  stellt
eine  leitende  Nelkenfirma  in  Sansibar  augenblicklich
Versuche  an,  die  Nelken  künstlich  zu  trocknen.  Der
hierzu  dienende  Apparat  war  ursprünglich  zum  Ausbrüten
  von  Seidenraupenkokons  bestimmt  und  besteht
aus  einem  oblongen  Ofen,  welcher  mit  einem  Mantel
für  Wasserheizung  umgeben  und  mit  geeigneten  Fächern
versehen  ist.  Man  hofft  durch  Erwärmen  des  Wassers
auf  180°%  F.  in  zwei  Stunden  dasselbe  erreichen  zu
können,  was  man  bei  natürlichem  Trocknen  an  der
Somne  in  drei  bis  vier  Tagen  erreicht.  Gegenwärtig
erfordert  das  Trocknen  der  Nelken  diese  Zeit;  sie
werden  des  Morgens  in  der  Sonne  ausgebreitet  und
des  Abends  unter  Dach  gebracht  und  erfordern  die
sofortige  Bereitschaft  vieler  Hände,  sobald  Regen  droht.
Man  verhehlt  sich  übrigens  nicht,  daß  die  Qualität
der  Nelken  ebenso  von  der  Art  des  Pflückens  wie
von  der  des  Trocknens  abhängt.

Laut  offiziellen  Angaben  kosteten  in  Sansibar
am  24.  Dezember  v.  Is.:  Sansibar-Nelken  2,50  bis
2,87  Dollar  per  Frasilah  von  35  Pfund,  Pemba=Nelken
  2,5  bis  2,75,  Nelkenstiele  0,39  bis  0,42.
Es  ist  sehr  wahrscheinlich,  daß  die  Pemba-Ernten  in
den  nächsten  Jahren  die  reichen  Ernten  der  letzten
Jahre  nicht  übertreffen  werden.  Viele  Bäume  sind
alt  und  zeigen  nur  noch  schwache  Beblätterung;
manche  Schambas  gleichen  mehr  Wäldern  als  Pflanzungen,
  und  zahlreiche  Bäume  müssen  gefällt  und  als
Bauholz  verwendet  werden.  Dr.

–  |#□

Ueber  den  Pandel  von  Lagos
wird  von  gut  unterrichteter  Seite  berichtet:

Der  Werth  des  Einfuhrhandels  der  Kolonie  Lagos
im  Jahre  1896  betrug  901  474  Pfd.  Sterl.  17  Schill.
1  Pce.  Für  19  777  Pfd.  Sterl.  17  Schill.  10  Pre.
dadon  waren  Transitwaaren,  die  nach  Porto  Novo  2c.
weitergingen.

Der  Werth  des  Exports  belief  sich  auf
975  263  Pfd.  Sterl.  5  Schill.,  doch  ist  diese  Summe
nicht  genau,  da  in  ihr  die  von  Porto  Novo  in
Durchsracht  kommenden  Produkte  einbegriffen  sind.
Unbegreiflicher  Weise  führt  die  Statistik  den  Werth
dieser  Durchfrachten  nicht  besonders  auf.

An  Zoll  wurden  insgesammt  162  514  Pfd.  Sterl.
16  Shhil.  11  Pce.  eingenommen.  Hierin  sind  637
Pfd.  Sterl.  6  Schill.  9  Pce.  Transitzoll  eingeschlossen.

Die  Haupt-Zolleinnahmen  lieferte  der  deutsche
Handel.

#u#bdir  Spirituosen  wurden  insgesammt  121  581

2  Sterl.  19  Schill.  3  Pce.  an  Zoll  eingenommen.
ie  Spiritnosen-Licenzen  trugen  der  Kolonie  5010
d.  Sterl.  ein.

benil  der  Salzeinfuhr,  die  insgesammt  5251  Tons

betrug  und  1312  Pfd.  Sterl.  19  Schill.  2  Pce.

—  —
—  —

1.
)Aus  dem  „Tropenpflanzer“  Nr.  4  1898.

 

Zolleinnahmen  brachte,  war  Deutschland  mit  1198
Tons  betheiligt.

Tabak  wurden  749  350¼  lbs.  eingeführt,  wofür
  15  127  Pfd.  Sterl.  5  Schill.  7  Pce.  Werth
deklarirt  waren.  Der  Zoll  darauf  lieferte  9366  Pfd.
Sterl.  17  Schill.  7  Pce.  Einnahme.

Von  England  kamen  632  375  lbs.
Aus  Deutschland=  60  559  =
Aus  Brasilien  =  55  973  -

In  Cigarren  behauptete  Deutschland  mit  einer  Einfuhr
  von  640  092  Stück  im  Werthe  von  1628  Pfd.
Sterl.  11  Schill.  8  Pce.  das  Feld.  Von  England
kamen  59  100  Stück  und  von  Gran  Canaria
19  100  Stück.

An  Baumwollwaaren  lieferte  England  16  561
Parcels  im  Werthe  von  300  565  Pfd.  Sterl.,
Deutschland  2966  Parcels  im  Werthe  von  49  038
Pfd.  Sterl.  Insgesammt  wurden  für  350  063  Pfd.
Sterl.  2  Schill.  3  Pce.  Baumwollwaaren  eingeführt
und  17  503  Pfd.  Sterl.  3  Schill.  1  Pce.  Zoll
darauf  gezahlt.

Für  5891  Pfd.  Sterl.  7  Schill.  10  Pce.  Werth
an  Pulver  kam  in  Lagos  an,  davon  aus  Deutsch-Tland

  für  5389  Pfd.  Sterl.  15  Schill.  2  Pre.

In  Mineralwasser  hat  Deutschland  England
überflügelt.  Aus  Deutschland  kamen  2426  Kisten,
aus  England  dagegen  nur  2163  Kisten.

An  Bier  führte  Deutschland  4579¼  Dothd.
Flaschen  ein,  England  dagegen  nur  3254  Dtzd.

Perlen  im  Werthe  von  11  617  Pfd.  Sterl.
11  Schill.  1  Pce.  wurden  importirt.  England  ist
daran  mit  7795  Pfd.  Sterl.  12  Schill.  10  Pre.,
Deutschland  mit  nur  543  Pfd.  Sterl.  11  Schill.
betheiligt.  Gran  Canaria  figurirt  mit  2565  Pfd.
Sterl.  indirekter  Einfuhr  von  Korallen,  die  von
Genua  nach  Gran  Canaria  gesandt  werden.

Schuhwerk  wurde  für  1018  Pfd.  Sterl.  5  Schill.
importirt.  Deutschland  nahm  nur  mit  30  Schill.
Theil  daran.

Brot  und  Biskuits  wurden  insgesammt  178  6211b8.
eingeführt,  davon  von  England  allein  177  927  lbs.
im  Werthe  von  2224  Pfd.  Sterl.  1  Schill.  8  Pre.

Butter  lieferte  England  6259  lbs.  für  521  Pfd.
Sterl.  11  Schill.  4  Pce.,  Deutschland  2616¾¼  lbS.
für  218  Pfd.  Sterl.  1  Schill.  3  Pre.

Mehl  wurden  3289  Faß  eingeführt,  davon  aus
England  3238  Faß  im  Werthe  von  3171  Pfd.
Sterl.  3  Schill.  7  Pre.

Auch  in  Provisionen  trug  England  den  Löwenantheil
  davon.  Die  Gesammteinfuhr  betrug  5653
Kolli  im  Werthe  von  7923  Pfd.  Sterl.  11  Schill.
9  Pce.  Deutschland  nahm  nur  mit  144  Kolli  im
Werthe  von  385  Pfd.  Sterl.  8  Schill.  10  Pre.
daran  Theil,  während  Großbritannien  4638  Kolli
im  Werthe  von  6590  Pfd.  Sterl.  6  Schill.  8  Pre.
einführte.

Cement  führte  Deutschland  nur  801  Barrels
ein,  England  dagegen  4572  Barrels.
        <pb n="256" />
        Kohlen  kamen  im  Ganzen  2432  Tons  hier  an.
Deutschland  brachte  1109½⅛  Tons.

z]rdenes  Geschirr  wurde  hauptsächlich  aus  England
  bezogen.  Deutschland  lieferte  nur  für  261  Pfd.
Sterl.  5  Schill.  2  Pce.,  England  für  9336  Pfd.
Sterl.  17  Schill.  2  Proe.

Möbel  lieferte  England  247  Kolli  im  Werthe
von  1459  Pfd.  Sterl.,  Deutschland  vermochte  es

nur,  21  Kolli,  mit  123  Pfd.  Sterl.  15  Schill.  bewerthet,
  zu  importiren.

Glaswaaren  kamen  199  Kisten  im  Werthe  von

771  Pfd.  Sterl.  18  Schill.  8  Pce.  aus  Deutschland,

England  importirte  318  Kisten  im  Werthe  von  1

1134  Pfd.  Sterl.  3  Schill.  1  Pre.

Kurzwaaren  wurden  für  18  454  Pfd.  Sterl.
6  Schill.  8  Pce.  importirt,  hiervon  entfielen  auf
Deutschland  nur  499  Pfd.  Sterl.  12  Schill.  5  Pre.

In  Eisenwaaren  wurden  für  11  513  Pfd.  Sterl.
2  Schill.  importirt,
1013  Pfd.  Sterl.  3  Schill.  9  Pre.

Von  Hüten  kamen  für  2649  Pfd.  Sterl.
5  Schill.  1  Pce.  zur  Einfuhr,  Deutschlands  Antheil
betrug  nur  67  Pfd.  Sterl.  11  Schill.  6  Pce.

Die  früher  bedeutende  Einfuhr  deutscher  Lampen
hat  einen  bedeutenden  Rückgang  erfahren,  von  1732
Pfd.  Sterl.  8  Schill.  6  Pce.  Gesammteinfuhr  ent- 



fielen  auf  Deutschland  nur  145  Pfd.  Sterl.  10  Schill.  #

4  Pre.

Nähmaschinen  importirte  Lagos  für  1180  Pfd.
Sterl.  17  Schill.,  wovon  Deutschland  für  291  Pfd.
Sterl.  19  Schill.  1  Pce.  einführte.

Streichhölzer  wurden  für  1013  Pfd.  Sterl.  importirt,

  Deutschland  stand  an  der  Spitze  mit  411
Kisten  im  Werthe  von  699  Pfd.  Sterl.  14  Schill.
7  Pre.

Musikinstrumente  konnte  England  nur  für  335
Pfd.  Sterl.  16  Schill.  8  Pce.  importiren,  Deutschland
  lieferte  für  etwa  400  Pfd.  Sterl.

In  Parfümerien  rivalisirten  England  mit  294
Pfd.  Sterl.  18  Schill.  4  Pce.,  Deutschland  mit
273  Pfd.  Sterl.  4  Schill.  11  Proe.

Eisenbahnmaterial  einschl.  Brückenkonstruktionen
kam  nur  von  England  und  zwar  im  Werthe  von
zusammen  25  651  Pfd.  Sterl.  2  Schill.  10  Proe.

Schrot  lieferte  England  für  1007  Pfd.  Sterl.
11  Schill.  3  Prce.,  Deutschland  für  884  Pfd.  Sterl.
16  Schill.

Seife  wurde  von  England  für  1184  Pfd.  Sterl.
10  Schill.  2  Pce.,  von  Deutschland  nur  für  20  Pfd.
Sterl.  1  Schi-ll.  10  Prce.  bezogen.

Von  rasfinirtem  Zucker  brachte  England  für
den  Konsum  in  Lagos  188  745  lbs.  im  Werthe
von  2359  Pfd.  Sterl.  6  Schill.  2  Pce.  in  den
Handel,  Deutschlands  Antheil  war  10  290  108.  im
Werthe  von  128  Pfd.  Sterl.  12  Schill.  6  Pre.

Garn  für  Netze,  sogenannter  Tevine,  kamen
99  Ballen  von  England  im  Werthe  von  1742  Pfd.
Sterl.  15  Schill.  Deutschland  lieferte  103  Ballen
im  Werthe  von  1650  Pfd.  Sterl.  10  Schill.  4  Pce.

214

Deutschland  lieferte  davon

 

Von  Weinen  lieferte  der  englische  Handel  3718½⅛
Gallonen  im  Werthe  von  1734  Pfd.  Sterl.  7  Schill.
7  Pce.,  Deutschland  2317½  Gallonen  im  Werthe
von  651  Pfd.  Sterl.  5  Schill.  5  Pre.

Der  Export  aus  Lagos  war  dem  Werthe  nach
hauptsächlich  Rohgummi,  von  dem  6  484  363  lbs.

im  Werthe  von  347  721  Pfd.  Sterl.  2  Schill.  11  Pce.
ausgeführt  wurden.  Die  übrigen  Haupt-Export-Artikel
  waren:
Palmkerne  nach  Deutschland  35  764  Tons  im  Werthe

von  261  430  Pfd.  Sterl.  19  Schill.1  Pce.,

nach  England  11  885  Tons  im  Werthe

·  von  81776  Pfd.  Sterl.  4  Schill.  2  Pce.
Palmöl  nach  Deutschland  817  021  Gallonen  im  Werthe
von  39  577  Pfd.  Sterl.  15  Schill.  4  Pre.,

nach  England  2  321  682  Gallonen  im  Werthe

von  118719  Pfd.  Sterl.  17  Schill.  5  Pce.,

nach  Brasilien  15  630  Gallonen  im  Werthe

von  853  Pfd.  Sterl.  3  Schill.  9  Pre.

Von  der  bedeutenden  Einfuhr  neugeprägten  englischen
  Silbers  im  Betrage  von  119  864  Pfd.  Sterl.
18  Schill.  wurden  wieder  nach  anderen  westafrikanischen
  Kolonien  40  552  Pfd.  Sterl.  16  Schill.  1  Pce.
ausgeführt.

Porto  Novo  entnahm  16  282  Pfd.  Sterl.  8  Schill.,
Cape  Coast  =  12  800  -
Von  Manufalturwaaren  kamen  für  15  835  Pfd.
rl.  4  Schill.  wieder  zur  Ausfuhr.
Sonst  wurden  noch  exportirt:
7  Tons  Benisaat,
12  329  1bs.  Kolanüsse  (bittere),
27  968  =  Kakao,

5  235  ½  =  Kassee,

11½  Tons  Kopra,

581  Puncheons  Mais,

1  326  lbs.  rohe  Baumwolle,

161  Kolli  im  Inlande  gearbeitetes  Zeug  im

Werthe  von  2534  Pfd.  Sterl.  18  Schill.,
12  Kolli  Indigo  im  Werthe  von  57  Pfd.
Sterl.  16  Schill.  2  Pre.,
534  Stück  Ebenholz  im  Werthe  von  52  Pffd.
Sterl.  10  Schill.,
4  436  lbs.  Faserstoffe,
5  Tons  Ingber,
1  190  lbs.  Grundnüsse  (Erdnüsse),
15  643  Gummi  copal,
4561  Elsenbein,
41  566  getrocknete  Kolanüsse,
22  Blöcke  Mahagoni,
17½  Tons  Potasche,
101.225  lbs.  Sheabutter.
Die  Zölle  wurden  im  Jahre  1896  nur  insoweit
verändert,  als  die  Transitzölle  in  Frage  kommen.

Diese  wurden  ermäßigt.

In  Lagos  befinden  sich  8  Postbureaus.  Die
Lagospost  beförderte  im  Jahre  1896  im  Ganzen:

108  225  Briefe,  3596  Postkarten,
86  260  Zeitungen,  Circulare  2c.,
l  3061Packete,

 

 

 

 

 

 

Ste

 

n

#  M

––.  —  —  —

—
        <pb n="257" />
        —  215  —

Postanweisungen  im  Betrage  von  10  281  Pffd.
Sterl.  1  Schill.  7  Pce.  wurden  abgesandt  und
5241  Pfd.  Sterl.  16  Schill.  10  Pce.  in  Lagos  ausbezahlt.


Die  Einahmen  der  Kolonie  waren:

Pfd.  Sterl.  Schill.  Pce.

Zollhaus  16  2  514  17  8
Leuchtfeeer  634  14  —
Spirituosen-Markt=  und  andere
Licenzen  6951  5  6
Einnahmen  aus  dem  Gericht  3271  17  4
Posteinnahhen  2  640  15  10
Miethseinnahhzen  425  8  3
Zinseinnahmen  ...  2237  1  3
Kleine  Einnahhzhzen  913  10  7
Landverkäufe  156  1  4

 

Zusammen  179745  9  9

Die  Ausgaben  beliefen  sich  auf  168  444  Pfd.
Sterl.  17  Schill.  7  Pce.  und  vertheilen  sich  in  folgender
  Weise:

Gouverneur  5032  Pfd.  Sterl.  14  Schill.  5  Pce.,

Kolonialsekretariat  2971  Pfd.  Sterl.  7  Schill.  4  Pce.,

Queens  Advocate  and  Office  863  Pfd.  Sterl.
3  Schill.  10  Pre.,

Treasury  1712  Pfd.  Sterl.  12  Schill.  3  Pre.,

Zollhaus  r2c.  5856  Pfd.  Sterl.  1  Schill.  9  Pre.,

Post  1439  Pfd.  Sterl.  15  Schill.  6  Pre.,

Duckerei  1206  Pfd.  Sterl.  14  Schill.  9  Pce.,

Hafenmeisterei  1873  Pfd.  Sterl.  4  Schill.  1  Pce.,

Gorvernementsfahrzeuge  2c.  6377  Pfd.  Sterl.
9  Schill.  4  Pre.,

Gerichtshof  rc.  5007  Pfd.  Sterl.  9  Schill.  8  Pre.,

Kirchenabgaben  116  Pfd.  Sterl.  3  Schill.  4  Pce.,

Armerbeihülfe  125  Pfd.  Sterl.  13  Schill.  3  Prce.,

Erziehungsgelder,  Schulbeiträge  2210  Pfd.  Sterl.
12  Schill.  9  Pre.,

Hausfamacht  29  106  Pfd.  Sterl.  16  Schill.  8  Pre.,

Polizei  9574  Pfd.  Sterl.  11  Schill.  11  Pce.,

Gefängniß  2233  Pfd.  Sterl.  15  Schill.  6  Pre.,

Hospital  incl.  Doktoren-Gehälter  2c.  8304  Pfd.  Sterl.
13  Schill.  9  Pre.,

itinpeor  ꝛc.  1742  Pfd.  Sterl.  15  Schill.

ce.,

Regitratur  308  Pfd.  Sterl.  7  Schill.  5  Pce.,

Kosten  für  Ausfrachten  und  Transport  im  Allge-Aeinen

  9420  Pfd.  Sterl.  1  Schill.  6  Pre.,

eisen  des  Gouverneurs  in  das  Innere  und  Kosten
v/o  Abrus  Departement  7335  Pfd.  Sterl.
.  ce.,

Exgloswn  des  Forts  Ode  Otin,  Verlust  an  Pulver
urch  Sinken  von  Leichtern  in  Lagos  4862  Pfd.
Sterl.  4  Schill,  3  Pce.

z#nfone  2c.  3181  Pfd.  Sterl.  14  Schill.  7  Pre.,
zuchen  08  Pfod.  Sterl.  9  Schill.  5  Pee
eitor  der  öffentlichen  Arbeiten  7223  Pfd.  Sterl.,

fientliche  Arbeiten  in  der  Kolonie  1
0  208  d.
Sterl.  2  Schill  8  Prce.,  "  vi

Außerordentliche  Ausgaben  für  Bauten  und  Wege
38  758  Pfd.  Sterl.  1  Schill.  8  Pce.  (einschl.
Eismaschine).

Die  Haussamacht  besteht  aus  1  Inspektor  General,
3  Inspektors,  11  Assistant  Inspektors,  1  Zahlmeister,
1  Quarter  Master,  1  Native  Offizier,  1  Rekruten
engagirenden  Offizier,  1  Drum  Major,  3  Drummer
Korporals,  1  Drummer  Lance  Korporal,  20  Drummers,
  5  desgl.  Boys,  1  Gunner  Sergeantmaior,
4  Gunner  Sergeants,  1  desgl.  Korporal,  4  desgl.
Lance  Korporals,  44  Privates,  4  Sergeantmajors,
20  Sergeants,  1  Orderly  Sergeant,  26  Korporals,
45  Lance  Korporals,  636  Haussasoldaten,  1  Armourer,
  2  Schulmeister,  1  Priester,  1  Paymasters
Clerk,  1  desgl.  Assistant,  1  Olderly  Room  Clerk,
2  Kommis  in  Inlandstationen.

Die  Polizeitruppe  besteht  nur  aus  Jorubaleuten.

Werthbetrag  der  Einfuhr  in  Lagos
in  den  Jahren:

 

 

1895  1896  1897
Pfund  Sterling

Januar  59  099  108  130  70  352
Februar  58  432  82  564  62  023
März.  41  532  79  444  70  848
April.  63  238  62  644  59  016
Mai  81  154  80  319  69  707
Juni  71296  48  562  86  593
Juli  85  470  69  885  54  707
August  56  134  83  066  63  622
September  61  666  61  550  60  285
Oktober  63  584  76  291  52  881
November  102  728  73  138  50  803
Dezember  89777  78  141  65  799

Zusammen  834  110  903704  766  636

Werthbetrag  der  Ausfuhr  von  Lagos
in  den  Jahren:

 

1895  1896  1897
Pfund  Sterling

Januar  63  474  125  064  89  647
Februar  40  818  64  800  46  404
März  93  824  75  975  83  713
April  45  799  89  442  64  312
Mai  109  434  76549  74  907
Juni  64  117  80  234  67  508
Juli  110  079  60  478  65  897
August  64  026  93  848  55  759
September  77  672  95  984  67  633
Oktober  120  783  60  287  36  281
November  100  284  82226  56  400
Dezember  95  580  57  873  83  985

Zusammen  985  895  962  760  792433
        <pb n="258" />
        Werth  der  Haupt-Export-Produkte  der  Kolonie  Lagos  in

216

 

 

 

 

 

 

 

 

1895  1896  1897
Monat  Palmöl  Palmkernef  Gummi'Pualmöl  Palmkerne  Gummi'Palmöl  Palmkerne)  Gummi
Pfund  Sterling  Pfund  Sterling  Pfund  Sterling
7  C.  s
Januar  141991  32  568  121313985  39063  57452  5078  .  29  8833  34946
Februar  12029  4423  777  14  213  13  628  24858  6188  11  853  16098
März  32  415  39027  119  19  392  22  422  J  17  427  14  6E03  36220  #  19203
April  15690  14583  2078  29936  33  848  11079  20  293  26  151  10649
Mai.  40  518  33  966  11  700  17173  31  468  18944  20  614  24242  12  173
Juni  19  102  24749  12577  16  694  36110  19  807  9022  36  903  16492
Juli  ..  24  402  35  137.  22593  7239  25989  20“486  3  933  38  911  19  960
August  8315  22  410  199569  39091  38923  2131  22611  256810
September.  7  787  24  738  36  172  7338  39666  39  413  3770  27931  32505
——  12523  43294  57  117  6296  12  546  37264  2092  8534  20444
November  6  829  27  820  52  802  9784  41  860  20  817  3  665  16  926  19972
Dezember  10  9592  40719  59  488  8914  7514  41242  4546  12289  18  501
Zusammen.  2055536  345429  269  8922  |159  970  343205  347730|25941  292  461  283260
Werth  der  Produkte  in  Europa:
Palmöl  Palmkerne  Gummi
1896  etwa  20  Pfd.  Sterl.  10  Schill.  per  Tons  9  Pfd.  Sterl.  12  Schill.  6  Pce,  per  Tons  1,55  Mk.  per  Ids.
1897.  22  10  9„  55H  .  13885  ,-Zoll-2c.EinnahmeninLagosindenJahreni



 

1895  1896  1897
Pfund  Sterling

Januar  10  146  8  204  10  913
Februar.  14591  15  100  16  431
März.  6  627  17  244  14  377
April.  11  545  9982  13  200
Mai  14  199  13  780  19  375
Juni  7  280  6  154  10  714
Juli  10  430  17  634  17  129
August  10  932  15  985  14546
September  14  660  14  836  12  554
Oktober  7276  16  129  10  090
November  10  587  19  838  13  951
Dezember  21  300  22  277  18  501

Zusammen  139  573  177  163  174786

Ueber  die  Rämpfe  in  dem  Beninreiche,
aus  welchem  die  neuerdings  durch  Konsul  E.  Schmidt

D  land  gelangten  eigenartiger  .
nach  Deutsch  geins  igen  Bronzen  um  den  Transport  durch  die  Creeks  zu  bewerkstelligen.

stammen,  entnehmen  wir  einem  Berichte  aus  Lagos
Folgendes:

beordert.

'  inneger  am  unteren  Niger  haben  nie
Die  Beminneg  ger  h  me  noch  100  eingeborenen  Spähern  und  1700  Trägern.

einem  Europäer  den  Eintritt  in  ihre  Hauptstadt  gestattet,
  und,  als  im  Anfang  vorigen  Jahres  von  Seiten
des  englischen  Nigerküsten-Gouvernements  eine  friedliche
  Expedition,  bestehend  aus  dem  aktiven  Konsul
General  Philipp,  den  Vizekonsuln  Cranford,
Locke  und  Campbell,  verschiedenen  Offizieren  und
etwa  200  friedlichen  Trägern,  der  Grenze  der  Fetischstadt
  Benin  sich  näherte,  überfielen  des  Königs  Horden
sie.  Nur  zwei  Theilnehmer  entkamen,  auch  sie  schwer
verwundet;  sämmtliche  Neger  fielen.

1

Vizekonsul  Locke  und  Kapitän  Boisragon  erreichten
  nach  unendlichen  Mühsalen  eine  europäische
Faktorei  und  kehrten  von  da  schließlich  an  die  Küste
zurück,  den  schrecklichen  Thatbestand  zu  verkünden.

Die  englische  Regierung  sah  sich  infolge  dieses
Ueberfalls  genöthigt,  eine  Strafexpedition  gegen  die
Beninleute  auszurüsten.  Es  wurden  zu  dem  Zwecke
die  Schlachtschiffe  „Theseus“  und  „Forte“  vom  Mittelmeergeschwader
  zusammen  mit  dem  Westafrika-Geschwader,
  bestehend  aus  den  Schiffen  „Philomel“,
„St.  George“,  „Phoebe“,  „Widgeon“,  „Magpie“,
„Barossa“  und  „Alecto“,  nach  der  Nigermündung
Von  England  sandte  man  ferner  ein
Marinebataillon  mit  dem  P.&amp;amp;  O.  Dampfer  „Malacca“,
unter  dem  Kommando  von  Kapitän  Bryne  —
120  Mann  und  3  Offiziere  —  20  Mann  und
1  Offizier  von  der  Royal  Marine  -Artillerie.  Der
Dampfer  war  zum  Hospitalschiff  eingerichtet.

In  Lagos  wurde  Proviant  aufgekauft  und  Träger
angeworben.  Außerdem  wurden  noch  der  englische
Dampfer  „Lagune“  und  die  „Jlorin“  sowie  die
deutschen  Dampfer  „Eko“  und  „Eloby“  gemiethet,

Die  gesammte  aufgebotene  Macht  bestand  aus  etwa
1200  Mann  einschl.  fünf  Kompagnien  Haussas  sowie

Am  11.  Februar  landete  diese  Macht  in  Warrigi,
der  Basis  der  Operationen.  Am  selbigen  Tage  begann
  der  Vormarsch.  Die  Mannschaften  hatten  sehr
unter  der  hohen  Temperatur  zu  leiden,  und  einige
europäische  Soldaten  blieben  am  Wege  liegen.  Fortwährend
  wurde  die  Kolonne  vom  Feinde  beunruhigt.

Bis  zum  18.  Februar  dauerte  der  von  einigen
Kämpfen  unterbrochene  Vormarsch.  Um  3  Uhr  nachmittags
  war  man  an  diesem  Tage  vor  Benin  City
        <pb n="259" />
        nach  scharfem  Gefecht  angelangt.  Die  Stadt  wurde
gestürmt  und  eingenommen.  Die  Sieger  überzeugten
sich,  daß  Benin  den  Namen  Blutstadt  mit  Recht
führte.  In  jedem  Haus  fast  lagen  die  Körper  von
todten  oder  sterbenden  Opfern  des  Fetischglaubens.
Die  Bewohner  hatten  geglaubt,  durch  ein  großes
Blutbad  den  Geist  der  Bronzefetische  wieder  zu  versöhnen
  und  das  Glück  der  Waffen  für  sich  gewinnen
zu  können.  So  groß  war  das  Blutbad  der  Fetischpriester,
  daß  an  einer  Stelle  links  und  rechts  je
60  Menschenleichen  lagen.  Alles  in  Benin  war
blutübergossen,  und  Blut  floß  in  Mengen  aus  dem
in  der  Mitte  der  Stadt  befindlichen  Tempel.  Auf
sämmtlichen  Kruzifixbäumen  befanden  sich  menschliche
Opfer.  Die  ganze  Stadt  bot  einen  schaurigen  Anblick.

Im  Tempel  fand  man  nun  die  so  ängstlich  gehüteten
  Heiligthümer  vor.  Es  waren  meist  Bronzen,
Köpfe  darstellend,  in  denen  Korallen  und  werthvolle
Perlen  lagerten.  Theilweise  war  in  der  Kopföffnung

geschnitztes  Elfenbein  eingetrieben.  Auch  ein  Paar
aus  Elfenbein  geschnitzte  Leoparden  fand  man  und
dier  aus  Bronze  sehr  künstlich  gegossene  große
Leoparden.

Die  Lehmwände  des  Tempels  waren  mit  Bronzeplatten
  bedeckt,  auf  denen  allerlei  Personen  und  Thiere
in  hübschen  Reliefs  dargestellt  waren.  Alle  diese
höchst  eigenartigen  und  bisher  unbekannten  Werke
längst  vergessener  Kunstfertigkeit  wurden  gesammelt
und  für  den  Transport  zur  Küste  von  den  Siegern
auf  einen  Haufen  gelegt.

Inzwischen  war  in  einem  großen  mit  Matten
hedecten  Hause  ein  provisorisches  Hospital  für  die
ahlreichen  Verwundeten  hergerichtet  worden.  Kaum
hate  man  aber  alle  Leidenden  hineingeschafft,  als
eme  fanatische  Beninleute  die  dem  Hospital  naheligende
  Häuptlingshütte,  vor  der  die  Bronzen  2c.
T  in  Brand  steckten.  Auch  das  Hospital  fing
deuer,  und  während  Alles  an  das  Retten  der  Vervundeten
  dachte  und  vollauf  damit  beschäftigt  war,
Lunen  weitere  Fetischleute  aus  dem  Busch  und  retteten
hrerseits  so  viel  von  den  Bronzeheiligthümern,  als
se  tragen  konnten.  Mit  ihren  Gütern  und  dem
könige  slüchteten  die  Fetischpriester  nach  dem  Innern,

6  AMdb,  während  die  Führer  der  Expedition  anwahnen,
  daß  die  Sachen  meist  bei  dem  Brande  zu
Gunde  gegangen  seien.

As  der  in  Lagos  sehr  bekannte  und  beliebte
Rutsche  Konsul  Eduard  Schmidt  von  dem  wahren
Sabperhalt  zufällig  hörte,  sandte  er  einige  zuver-Lssige
  Eingeborene  nach  Ado,  um  zu  versuchen,
euiges  von  den  Bronzesachen  den  Flüchtlingen  abiluufen.
  Erst  nach  Verlauf  mehrerer  Monate  kamen
die  volen  zurück.  Sie  hatten,  solange  der  König
sih  auf  freiem  Fuße  befand,  erfolglos  versucht,  den
W  die  Bronzen  abzukaufen.  Erst  als  der
T  mit  den  Fetischleuten,  des  ewigen  Jagens  durch
¾  Iuppen  des  Nigerküstengebietes  und  der  Royal-Company

  müde,  sich  ergab,  verkaufte  der  zweite

inhäuplling  die  außerordentlich  kunstvoll  gearbeiteten

217

 

Bronzefetische,  welche  demnächst  im  Berliner  Museum
für  Völkerkunde  zur  allgemeinen  Besichtigung  ausgestellt
werden,  an  die  Leute  des  deutschen  Konsuls.

—  —  —  —

Tikter  atur.

Koloniales  Jahrbuch.  Herausgegeben  von  Gustav
Meinecke.  X.  Jahrgang  1897.  IV.  Heft.
Berlin  W.  10.  Deutscher  Kolonial-Verlag.

Im  vorliegenden  Schlußtheile  des  Jahrgangs
1897  behandelt  ein  ungenannter  Autor  aus  Anlaß
des  Togovertrages  die  Frage  extensiver  und  wirthschaftlicher
  Kolonialpolitik.  Ein  Aufsatz  von  Mende
spricht  sich  für  Uebernahme  der  Landeshoheit  in  Neu-Guinea
  durch  das  Deutsche  Reich  aus.  Zum  Schluß
wird  eine  Uebersicht  der  Koloniallitteratur  des  Jahres
  1896  geboten.

Dr.  Karl  Fricker:  Bibliothek  der  Länderkunde,
  herausgegeben  von  Professor  Dr.  A.  Kirchhoff
  und  Rudolf  Fitzuer.  1.  Band:  Antarktis.
8°  230  Seiten  mit  8  Tafeln,  3  Vollbildern,
37  Illustrationen  und  12  Karten  im  Text  und
1  gr.  Karte  des  Südpolargebietes  in  Farbendruck.
Berlin  1898.  Verlag  von  Schall  &amp;amp;  Grund,  Hofbuchhändler.
  Preis  5  Mark.

Die  „Bibliothek  der  Länderkunde“,  deren  erster
Band  hier  vorliegt,  soll  nach  einheitlichem  Plane  in
einer  Reihe  von  Bänden  sämmtliche  Ländergebiete
der  Erde  zur  Darstellung  bringen.  Der  erste  Band
„Antarktis“  leitet  das  große  Unternehmen  ein.
Er  kommt  gerade  zur  rechten  Zeit,  da  nicht  allein
für  die  geographische  Welt  die  Südpolarforschung  im
Vordergrund  des  Interesses  steht,  sondern  das  Publikum
  dem  Auslaufen  einer  deutschen  Expedition  in
die  Antarktis  entgegenblickt.  Dr.  Fricker  giebt  in
dem  vorliegenden  Bande  zunächst  eine  eingehende
Darstellung  der  Entdeckungsgeschichte  und  behandelt
dann  die  Topographie  und  Geologie  der  bisher  bekannt
  gewordenen  Südpolarländer,  weiterhin  die
klimatischen  Elemente  wie  die  Eisverhältnisse,  endlich
die  Thier=  und  Pflanzenwelt  und  schließt  mit  einem
Ausblick  auf  die  Zukunft  der  Südpolarforschung.

—  —  —  —

Dr.  Ch.  G.  Barth:  Die  von  1865  bis  1895  erzielten
  Fortschritte  der  Kenntniß  fremder  Erdtheile
in  ihren  Einwirkungen  auf  das  staatliche  und
wirthschaftliche  Leben  des  Deutschen  Reichs.  I.Theil.
Stuttgart  1898.  Hobbing  &amp;amp;  Büchle.

Die  Schrift  verdankt  ihr  Entstehen  anscheinend
der  von  der  Breslauer  Universität  gestellten  Preisaufgabe,
  welche  damals  eine  genügende  Lösung  nach
dem  Urtheil  der  Preisrichter  nicht  gefunden  hat.
Es  ist  nicht  zu  ersehen,  ob  die  Schrift  ebenfalls  dem
Preisgericht  vorgelegen  hat.  Der  hier  gedruckte  erste
Theil  der  Arbeit  giebt  eine  sehr  fleißige  und  mühsame
  Schilderung  der  Fortschritte  unserer  geographi-
        <pb n="260" />
        218

schen  Kenntnisse  im  genannten  Zeitraume.  Ob  der
Verfasser  seiner  Aufgabe  voll  gewachsen  war,  wird
aber  erst  der  zweite  Theil  lehren  können.

Tikteratur-Verxeichnik.
Nauticus:  Neue  Beiträge  zur  Flottenfrage.  80.
(XIV,  218  S.)  Mk.  1.25.
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin.

Stuhlmann,  Dr.  Franz  (Regierungsrath):  Die  wirthschaftliche
  Entwickelung  Deutsch  Östafrikas.
Vortrag,  gehalten  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg
  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.  Mit  3  Karten
und  6  Abbildungen  im  Text.  Mk.  1,50.

1  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen)  in  Berlin.

Grönland-Expedition  der  Gesellschaft  für  Erdkunde

  zu  Berlin  1891  bis  1893.  Unter  Leitung  von

Erich  v.  Drygalski.  2  Bde.  Mit  85  Abbildungen  im

Text,  53  Tafeln  und  10  Karten.  gr.  Lex.  80.  (XIX,

556  und  X,  571  S.)  Mk.  45,—.

W.  H.  Kühl  in  Berlin.

  
 

 
 

 

—  —  —

  
 

..............

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkehrs-Katlxritlxien.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.
Die  Abkahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiftungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
i
Neapel  am  27.  April,  11.  und  Tanga  19—20  Tage  am  22.,  25.  April,
Guce  &amp;amp;½%  23  Ma  *  gde  Dar-es-Sal.  20—21  *  ,  20.,  23.  Mai
1.  .  rin  am  24.  April,  22.  Mai  Sansibar  20—22  Tage  116  abds.
deutsch-Ofafrika  bErsssche  nrnsn  100  abds.  s
eille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  e  am  8.  jedes  Monats
J  anzösische  Schiffe)  40  ums.  sb  Tas  10  98
2.  Deutsch-Hüdwestafrika.  Southampton  am  7.  Mai,  4.  Juni  Lüderitzbucht  22  Tage  am  6.  Mai,  3.  Juni
Chach  Aretmanshoob,  ibenn.  gengl-.  Scise  bis  der.  40  nms.  Swakopmund  25  Tage,  15  ums.
Tearmted  und  nacosae.  Dampfer  .beukwen
ochentlie  i  apstadt.
*“  a  —.x2  a  *  am  20  Frii,  25.  Mais  Swakopmund  30  Tage  am  25.  April,  25.  Mai

.  d  ##

 

—  —  —  —  —  —

Lüderitzbucht  40  Tage

720  abds.

 

 

 

am  10.  jedes  Monats
8

 

 

Kamerun  24  Tage  am  10.  des  Monats
3.  Ramerun.  na  »  «  720  abds.
Liverpool  am  11.  Mai,  8.  Juni  Kamerun  21  Tage  am  9.  Mai,  6.  Juni
Censuiche  Sai#h  3  1eums.
Hambur  sçm  10  jedes  Mts.  nachtes  Lome  20  Tage  am  10.  und  20  jedes
4.  Logo=  Gebiet  *  am  20.desms.  Lome  21  Tage  Monats  77  abbs.
(neber  Liverpool  oder,verpooll  am  20.  April  ein  Gopo  38  Tage  18.  Mpril
.  ngchezchm4  e  Quittah  36  Tage  am  18.  Apri#,
e  Lodeer  Vordeaur  Roarseile  1  an,  ——  6  n  aͤb  rdind  2.,  16.  Mai  16  unt
nur  auf  Verlan  .  na  «
Abimdew  angen  de  (karsosiche  Scih)  910  nachne  otonou  age  am  23.  jedes  Mona

 

Bordeaux
Urangsische  Schiffe)  )]  110  vms.

 

am  10.  Mai,  10.  Julie

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

——  ——  ——

 

10%  abds.
am  8.  Mai,  8.  Juli
10#  abb.

 

 

Neapel  am  4.  Mai,  29.  Juni  St  s  ..«
5.veutichiaeuiøuiuea.  limgichedsfchmy  abds.  duni  ehansort  40  Tage  vtn
rindisi  am  8.  Mai,  3.  Juli  .  1  r-*
(hochverlend)  wWte  3d  41  Tage  11  abds
.  «  Brindisi  am  8.  Mai,  3.  Juli  i,  1.  Juli
S.  Marsban,  Ien.  #e  Mnh  #Wai,  3.  Juli  am  6.  Mai,  1.  Juli

 

 

 

 

 

 

#  Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11,#  abds.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs-  Die  Post  ist  fäuig  mmin  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Beriin  Von  hafend  in  Berlin
Neapek  .  .  .am  15.*  April,
1.,  13.“  29.-Mai.  #  Hamburg  ..  am  10.0  jed.  Monats
Deutsch.Ostafrita  Leindis.  son  Lli  .  Mai  Cogogebiet  ....  1  Plymouth.am  27.jed.  Monatz
Marseille  .  am  16.April,  1.  Mii  Marseille  am  16.  jedes  Ronats
Deutsch-Lüdwestafrita  Southampton  am  10.Mai,  7.  Juni  Deutsch-leu--Guinea..Neapel.  n  am  1.-Mai,  N.  Juni
*  .  —  —  —  —  ——.  —.  .  —  —  —
Namern  m—]]im.—————————
#19.Mai  ]  Mitte  Juni

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deuif

 

 

chen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
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        219

Schiffsbewegungen  der  Weoermann-Linie.

 

...———  ——

—  .————

 

–—6

Letzte  Nachrichten

 

 

 

 

Reise

„Adolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  6.  April  in  Gabun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  April  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  8.  April  in  Dakar.
u  Kongo  Hamburg  am  12.  April  Ouessant  passirt.
„Carl  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  7.  April  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  12.  April  ab  Hamburg.
„Ella  Woermann“  ..  Sherbro  Hamburg  am  9.  April  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  9.  April  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  9.  April  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  8.  April  in  Conakry.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  12.  April  in  Loanda.

it  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  12.  April  Dover  passirt.
„Lothar  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  9.  April  in  Accra.
„ulu  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  5.  April  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen  "  Lüderitzbucht  Hamburg  am  30.  März  in  Lagos.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  12.  April  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  Loanda  am  10.  April  in  Teneriffe.

—  —

 

Hamburg

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (CGamburg—0Ostafrika).

 

—  ———

 

 

 

Neichspo  Reise  Letzte  Nachrichten
*  heposidampfer  von  6  nach  bis  28.  Februar  1898
„König"  ..  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Aden.
„Herzog“  amburg  Durban  am  26.  Februar  an  Mozambigque.
„Kaiser“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„anzleré  Hamburg  Durban  am  25.  Februar  ab  Lissabon.
„Bundesrath“  Durban  Hamburg  am  27.  Februar  ab  Marseille.
„eichstag“  z.  Zt.  in  Hamburg.
WMmiral"  Hamburg  Delagoabai  am  24.  Februar  ab  Suez.
„Ceneral“  Durban  Hamburg  am  26.  Februar  ab  Durban.

 

 

 

–  —  —  –  G  .

Dieser  Nummer  liegt  eine  Beilage  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn

.  Berlin  bei,  betreffend  den  soeben  erschienenen  ersten  Theil  des  Werkes:  „Aus  dem  Leben
des  Königs  Albert  von  Sachsen“  von  Dr.  Paul  Hassel,  worauf  die  geehrten  Leser  ganz  ergebenst  aufmerksam
Die  Expedition.

gemacht  werden.

 

 

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Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petstzeile  oder  deren  Naum  25  piennih  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  sw  12,  Kochstraße  6—
einsusenden.

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len  —  AHoflieserant  Sr.  Majestiét  des  Kaisers,
Meritt  nebet  tropisehen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemusen,  soweit  sich  dieselben
weh  dm  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Reignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsez4e
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Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.

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Nachruf.

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Am  28.  Februar  d.  Is.  starb  am  u  6
nach  kurzem  Krankenlager  infolge

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amten  und  wird  demselben  ein  bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen

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der  Kaiserl.  Landeshauptmannschaft:
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Kaiserlicher  Landeshauptmann
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sgreland-ExportPumpernickel
und  Schwarzbrot.  4½

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung

  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote

  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.

Exportaufträge  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  HMamb'rg;  für
das  las  Inland  E.  Söxeland  &amp;amp;á&amp;amp;  Söhne,  Berlin  VIFKr.,  oder  Mandsber.

·  ’—R«·-.S«Isss’ks.ss.,sss  -’I.--.-.
  *9  ·7•7  :  7½%  *

 
  
  

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Höchste  Auszeichnung  277
Chicago  1893.  33

Höchste  Auszeichn.  (Diplôme  :

d'Honneur)  Antwerpen  1894.  23

Fabrik  ertr

1  **-Lochmann'scher

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Musikwerke  22

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—  Leipzig-Gohlis.  §•5h
Aurschlic#lich,  Puhrikantin  der  *qr.
Symphonions  ##:

mit  auswechselburen  Noten-  ½

se  heiben.  (6“  2r8

Die  Fabrik  int  in  ihrer  Art  ile  „½
ältste  und  grösste  der  Welt.  *  6
14.  7.  l  *t..g  -  7

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W.  .  ·-,-««l-«·"-O«  ·-0·’·ZO
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sll  «-A  *  rmbnrr.*  #.

 

Transpert  K  des  Zuckerrohs  durch  Zugthiere  in  Java.
—  *  Keldna#n  fün  %  Kolonigen.

        

annainn  Kunster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (161)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
uand  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

    

Export-Stahl  kerren
DEUTScCRN  ENGL.  FOBRNHN

Fabriciren
HKön

(156)

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Kewitsch  orge--I


 

 

armonium.

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Freisc.  von  200  MAk.  an,
Speziell  für  tropisches
Klima  koustruirt,  empf.

Johannes  Kewitsch,
Berlin  W.,  Potsdamerstr.  —

 

 

 

(128)
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        —  222  —

 

 

 

 

 

 

 

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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  H.  Mittler  &amp;amp;  Hohn,  Berlin  8W12,  t

 

 

 

Kochstraße  68—71.

 

Das  Werk:

ELuropäis  chen  Rolonien.

Schilderung  ihrer  Eutstehung,  Entwickelung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Mlfred  Zimmermann.

 

—..—

Erster  Band:  Zweiter  Band:  Z  ç
Pie  Kolonislpolitik  Pertugals  und  Spaniens  TLie  Kolsnislpolitik  Großtritanniens.

in  ihrer  Eutwichelung  van  den  Anfäunzen  his  zur  Gegeswart.  #  Erster  cheil.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  deo  portugiesischen  Ven  der  A#fängen  bis  um  Ibfall  der  Verrinigten  Staaten.
und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte  des  16.  Jahrhunderts.  Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.

Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,00.  Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.
hat  in  den  betheiligten  Kreisen  eine  überaus  rege  Beachtung  und  günstige  Aufnahme  gefunden.  Das  Werk
kann  als  ein  Lese=  und  Lehrbuch  gelten,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer
nutzbringenden  Weltpolitik  zu  geben  vermag.  Es  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen

Kolonialpolitik  dar  und  ermöglicht  allen  Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die
Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte.  Die  nachstehenden  "

Stimmen  der  Presse
kennzeichnen  den  Werth  und  die  Eigenart  des  Werkes:

 

t  ·  .  tischen  Werthe,  verdient  von  allen  Kolonial-Bei
  Erscheinen  des  ersten  Bandes:  freunden  gelesen  zu  werden.
Militär-  Litteratur=  Zeitung  Nr.  14  vom  Nov.  1896:  Glebn-  Nr.  20  vom  Nov.  1896:.  hier  sind  all-Wir

  haben  in  diesem  Bande  den  Beginn  einer  für  gemeine  Kapitel  eingeschaltet,  die  uns  jedesmal  die
die  Kolonialpolitik  der  Gegenwart  hochwichtigen  Fruerna  der  Ditel  eingescha  Finanz-  und  Zollwirthund
  bedeutungsvollen  Arbeit.  Wir  stehen  nicht  schaft,  die  Handelsbeziehungen  zur  Heimath  und  Fremde
an,  es  geradezu  als  ein  Lehrbuch  der  Kolonialpolitik  2c.  besser  erkennen  lehren.  Wir  halten  diese  Abschnitte
zu  bezeichnen  mit  seiner  reichhaltigen,  gewissen=  in  mehr  als  einer  Hinsicht  für  die  wichtigsten  und
haften  Forscherarbeit.  für  den  Kolonialfreund  nützlichsten.

Kälnische  Polkszeitung  Nr.  833  vom  7.  Dez.  1896:

Tüüd  ses  die  weiteste  VBerbreitung  in  allen  Bei  Erscheinen  des  zweiten  Bandes:
Dentshe  Rernt,  XXII.  Jahrg.,  Februarheft:  Die  Snteligenzblatt,  Fraukfurt  a.  M.,  Nr.  59  vom

Darstel  i  F  s—  11.  März  1898:  Es  ist  in  hohem  Maße  erfreulich,  daß
ift  Ennz  gus  a  Fs  Dr.  Zimmermann  es  verstanden  hat,  seine  auf  breiter
Beachtung  der  weitesten  Kreise  werth,  da  es  nicht  wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Untersuchungen
nur  den  Interessenten  unserer  Kolonialpolitik  einen  zu  ein  so  angenehmes  Gewand  hu  kleiden.  daß
nicht  zu  übersehenden  Spiegel  vorhält,  sondern  auch  die  Darstellung  sich  zuweilen  liest  wie  8  de
die  erste  Zusammenfassung  der  gesammten  daher  auch  Demjenigen,  den  nicht  gerade  sein  ern
Kolonialgeschichte  bietet  und  somit  auch  dem  zur  Antheilnahme  an  kolonialpolitischen  Fragen  aus  er.
Historiker  und  Geographen  von  großem  Nugen  ist.  Gegenwart  oder  Vergangenheit  nöthigt,  Interesse  ab-Stierari

  3.  verlangt.
A  L#e  ersd  880d  3.  MNatisnal-Jeitunz  Nr.  168  vom  12.  März  1898:

als  belehrende  oder  unterhaltende  Lektüre  empfohlen.  Luses  aes  8  i  *  9  B  u  8  #s

Beuische  Aolonialjeitung  Nr.  51  vom  19.Dez.  1896:  noch  angekündigten  vier  Bänden  des  Werkes  mit  dem
...Aus  der  Geschichte  können  und  müssen  wir  lernen,  lebhaftesten  Interesse  entgegensehen.
dehalt  sei  die  Lektüre  des  vorliegeuden  Buches  Allenser  Machricten  Nr.  45  vom  23.  Febr.  1898:
esonders  empfohlen.  ...  Alfred  Zmmermann  begnügt  sich  nicht  damit,  über

Seiplizger  Innrirle  Zeitung  Nr.  2792  v.  2,  Jan.  1897:  die  Ereignisse  selbst  zu  berichten;  es  reizt  ihn,  nach
Dem  Freund  wie  dem  Gegner  der  Kolonial=  dem  witthhschaftspolitischen  Warum  des  Warum  zu
politik  sei  das  Studium  des  Zimmermannschen  fragen,  und  so  grupptren  sich  die  bedeutsameren  ge-Werkes
  angelegentlich  empfohlen.  schichtlichen  Vorgänge,  welche  er  behandelt,  ganz  von

Vetermanus  Mittheilungen,  1897,  Heft  5:  Zimmer=  selbst  zu  Weltbildern,  aus  denen  man  ganz  andere  Dinge
manns  vorliegendes  Buch  ist  von  hohem  prak=  erfährt  als  nur  die  Buntheit  der  geschilderten  Thatsachen.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Anslandes  zu  beziehen,
gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der  Verlagsbuchhandlung.

 

 

 

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Am  18.  April:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissac,
Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  April:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.

Am  25.  April:  P.  D.  „Lullu  Bohblen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  30.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
·  von  Landana  bis  Loanda.  «

Am  10.  Mai:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarek,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.
Machste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Mai,  25.  Juli  und  ferner
am  25.  jedes  zweiten  Monats.
Atte  Guter  müssen  am  Tuge  vor  dem  450oangedaftem  bis  12  Uhr  mitsaps  Iançcossette  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Pasenge  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
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zwischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,
Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächften  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 

 

*„KOENIG,  Capt,  Doher  27.  April,
GENERAL“,  Capt.  Gauhe  -.........  «..·.27.Aptil,  11.  Mai,
*  t,tHERZOG“,  Capt.  v.  Issendorff  ...  11.  Mai,  25.  Mai,
,  AplRAL“,  Capt.  West  25.  Mai,  S.  Juni,

nach  Mombassa,  Tanga?c,  Pangani:,  Saadanl?#,  Bagamoyo?#,  Dar-es-Salimez,  Sansibar?  Klwa,  Lindl,
Mllindani,  Ibo,  Mozamblaue  7,  Quellmane?,  Chindez,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.
Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “  versehenen  Häfen  auch  Ladung.
Z  Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Pltzen
mit  Ausnahme  von  Durban-.
Die  Dampfer  haben  vorzlliche  Einztchrungpen  Fur  Fussagtere  in  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  ((0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

rowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  à  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrahe  68—11.
Ausgegeben  am  15.  April  1898  um  6  Uhr  nachmittags.

—  —
        <pb n="273" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszesebens  in  der  Volonial-Ablheilung  des  Auswärtigen  Amis.

————-—  Ê  —  —  —  —  ——  —  —„  —  —  —.  —  —  —  —.“———————————————

HX.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Mai  1898.

—  —  —  ————J—äJ-——————  —.

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UAummer  9.

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Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

nsceinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  denutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  voo  Dr.  Freiher

r.  Danekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

#uchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-=  Ungarn,  Mk.  3075  für

die  Lzander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfraogen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

Ahalt:  Amtlicher  Theil:  Verleihung  des  Titels  Kaiserlicher  Gouverneur  an  die  obersten  Verwaltungsbeamten  in
Deutsch-Südwestafrika  und  Togo  S.  231.  —  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Personenstandes
an  den  Beamten  Richard  Hoffschläger  in  Stephansort  S.  231.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  S.  231.
Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  in  Keetmanshoop  (Deutsch-Südwestafrika)  S.  232;  desgleichen
bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  der  Marshall-Inseln  S.  232.  —  Personalien  S.  232.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  233.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  über  die  Ergebnisse
  der  Forschungen  des  Geheimen  Medizinalrathes  Dr.  Koch  S.  234.  —  Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirkshauptmanns
  Johannes  nach  Kiboscho  S.  237.  —  Bericht  des  Premierlieutenants  Schlobach  über  seine  Expedition
nach  Usindja  S.  238.  —  Reisebericht  des  Finanzdirektors  v.  Bennigsen  S.  239.  —  Kartographische  Aufnahmen  in
Deutsch-Ostafrika  S.  241.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Missenschaftliche  Untersuchungsstation  für  Viehseuchen
Gammams  bei  Windhoek  #mit  Abbildungen)  S.  242.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Bericht  über  die  Thätigkeit  des
Kreuzers  „Bussard“  im  Bismarck-Archipel  S.  244.  —  Marshall-Inseln:  Wissenschaftliche  Studien  S.  245.  —
Schiffsverkehr  in  den  Marshall-Inseln  S.  245.  —  Uebersicht  der  Schulen  und  Schüler  der  Boston-Mission  in  den
Marshall-Inseln  im  Jahre  1897  S.  246.  —  Uebersicht  der  im  Schutgebiete  der  Marshall-Inseln  ansässigen  Deutschen
und  Fremden  S.  246.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  246.
—  Verschiedene  Mittheilungen:  Pflanzensendungen  nach  den  Kolonien  S.  247.  —  Litteratur  S.  247.  —
Litteratur-Verzeichniß  S.  248.  —  Schiffsbewegungen  S.  248.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  249.  —  Anzeigen.

——

 

—  —  —

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbhörden;  Verträge.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  durch  Allerhöchste  Ordre  vom  18.  April  d.  Is.  zu  bestmmen
  geruht,  daß  die  obersten  Verwaltungsbeamten  in  Deutsch-Südwestafrika  und  Togo  an  Stelle  des
Tieels  „Kaiserlicher  Landeshauptmann“  fortan  den  Titel  „Kaiserlicher  Gouverneur“  führen.  Auch  ist
diesen  Beamten  der  Rang  der  Räthe  zweiter  Klasse  mit  der  Maßgabe  beigelegt  worden,  daß  ihnen  diese
Rangklasse  nur  außerhalb  Europas  und  für  ihre  Amtsdauer  zusteht.

 

Auf  Grund  des  §  4  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(K.  G.  Bl.  1888  S.  75)  und  des  §  1  des  Reichsgesetzes  vom  4.  Mai  1870,  betreffend  die  Eheschließung
und  die  Beurkundung  des  Personenstandes  von  Reichsangehörigen  im  Auslande  (B.  G.  Bl.  S.  599),  ist
dem  laufmännischen  Beamten  Richard  Hoffschläger  in  Stephansort  für  seine  Person  und  für  die  Dauer
sener  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-Kompagnie  die  allgemeine  Ermächtigung  ertheilt  worden,
in  Kaiser  Wilhelmsland  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige  Eheschleßungen
  vorzunehmen  und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  zu  beurkunden.

 

-·#.–  9  –  —  9  —  —  —
—..  —  —  —  —  —  .  —  —  —  Ü  —  —  —  —  ——  —  —

Verordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieten.

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  April  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
don  Deutsch-Ostafrika  auf  1,375  Mark  =  eine  Rupie  festgesetzt  worden.
        <pb n="274" />
        —  232  —

Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  in  Keetmanshoop
(Deutsch-Südwestafrika).
Zu  Beisitzern  sind  für  das  Jahr  1898  ernannt  worden:
der  preußische  Staatsangehörige  Postassistent  Ulrich  Doms,
der  Hamburger  Staatsangehörige  Kaufmann  Conrad  Wiering,
der  preußische  Staatsangehörige  Ansiedler  Ernst  Klüber,
der  preußische  Staatsangehörige  Ansiedler  Reinhold  Müller;
zu  stellvertretenden  Beisitzern:
der  preußische  Staatsangehörige  Kaufmann  Adolf  Busch,
der  preußische  Staatsangehörige  Ansiedler  Wilhelm  Grundmann.

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Ernennung  von  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  der  Marshall-Juseln.

Auf  Grund  der  88  7  ff.  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  vom  10.  Juli  1879  sind
für  das  Jahr  1898  ernannt  worden:

I.  Zu  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  erster  und  zweiter  Instanz  zu  Jaluit:
Hauptagenturvorsteher  Emil  Hütter,  sächsischer  Staatsangehöriger,

Regierungsarzt  Dr.  Bartels,  preußischer  -
Kaufmann  Adolf  Capelle,  -
der  frühere  Schiffskapitän  Felix  Becker,  sächsischer
Verkäufer  Theodor  Dreyer,  Hamburger
Schiffskapitän  Karl  Domnick,  preußischer

-  Julius  Krümling,  preußischer

-  Ubbo  Warners,  -

II.  Zu  stellvertretenden  Beisitzern:
Hauptagenturvorsteher  Rudolf  Wolfhagen,  preußischer  Staatsangchöriger,
Steuermann  August  Düvel,  preußischer  Staatsangehöriger,

Handlungsgehülfe  Henry  Müttel,  Hamburger  Staatsangehöriger,
-  Gustav  Jensch,  preußischer  -
Mit  der  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Gerichtsschreibers  bei  dem  Kaiserlichen  Gerichte  erster

Instanz  und  dem  Gericht  für  Eingeborene  sowie  mit  dem  Dienste  des  Gerichtsvollziehers  bleibt  der
Polizei=  und  Hafenmeister  Alfred  Knoth  betraut.

Die  Bestellung  eines  Gerichtsschreibers  für  das  Kaiserliche  Obergericht  bleibt  für  jeden  einzelnen
Fall  vorbehalten.

Jaluit,  den  20.  Dezember  1897.

Die  Kaiserliche  Landeshauptmannschaft.
(L.  S.)  In  Vertretung:  (gez.)  Senfft.

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2  â

V##  V  L  V  u

PFerspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Unter-Staatssckretär
im  Auswärtigen  Amt,  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath  Dr.  Freiherrn  v.  Richthofen,  den  Rothen
Adler-Orden  2.  Klasse  mit  Eichenlaub  zu  verleihen  und  ihm  die  Erlaubniß  zur  Annahme  und  Anlegung  des
Großkomthurkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Hausordens  der  Wendischen  Krone  zu  ertheilen.

Den  nachbenannten  Beamten  im  Berciche  des  Auswärtigen  Amts  ist  die  Erlaubniß  zur  Anlegung
folgender  Ordensauszeichnungen  ertheilt  worden:

dem  Kaiserlichen  Gouverneur  für  Südwestafrika  Major  Leutwein  des  Ehrenkreuzes  der  Württembergischen
  Krone  mit  den  Schwertern;

dem  Kaiserlichen  Gouverneur  für  Togo  Dr.  Köhler  des  Offizierkreuzes  der  französischen  Ehrenlegion.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Arzte  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  Dr.  Danneil  in  Herbertshöhe  den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  zu  verleihen.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  den  nachbenannten  farbigen  Angehörigen  der
Polizeitruppe  des  Togogebietes  die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  zu  verleihen  geruht,  und  zwar:
den  Unteroffizieren  Comla  und  Batierma,  dem  Gefreiten  Nubia  und  dem  Soldaten  Koffi.
        <pb n="275" />
        —  233  —
Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  14.  April  1898.

Voertner,  Stabsarzt,  Gesuch  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt.
Dr.  Hildebrandt,  Assistenzarzt,  bisher  vom  Landwehr-Bezirk  Hildesheim,  mit  dem  19.  April  d.  Is.  aus

dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  20.  April  d.  Is.  als  Assistenzarzt  mit  seinem  bisherigen

Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  14.  April  1898.
Dr.  Lübbert,  Stabsarzt,  zum  Oberstabsarzt  2.  Klasse  befördert.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlientenant
Lannenberg  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  die  Genehmigung  zur  Anlegung  des  ihm  von
Leiner  Majestät  dem  Sultan  verliehenen  Osmanie-Ordens  4.  Klasse  zu  ertheilten.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  zu  bestimmen  geruht,  daß
die  solgenden  von  Theilen  der  Schutztruppe  für  Kamerun  in  den  Jahren  1895  und  1896  ausgeführten
Kiegszüge  im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung  und  Versorgung  der  Militärversonen
  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine  vom  27.  Juni  1871  als  ein  Feldzug  gelten  sollen,
für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr  mit  der  Maßgabe  zur  Anrechnung  zu
bringen  ist,  daß  hinsichtlich  der  Theilnehmer  an  der  unter  1.  aufgeführten  Expedition  das  Oberkommando
der  Schutztruppen  Bestimmung  trifft,  welches  der  beiden  in  Frage  kommenden  Kalenderjahre  für  die

Betreffenden  als  ein  Kriegsjahr  zu  gelten  hat:

1.  Expedition  gegen  die  Jaundés  vom  16.  Dezember  1895  bis  7.  Januar  1896,
2.  Expedition  gegen  die  Jaundes  vom  7.  Februar  bis  27.  Februar  1896  und  vom  7.  März  bis

14.  März  1896.

—  XI  yy'I  -

Nichtamtlicher  Theil.

Personal·  Nachrichten.
Nachruf.

Am  6.  April  verschied  zu  Karlsruhe  das  Mitglied
des  Kolonialraths,  Ministerialdirektor  Dr.  Karl
v.  Grimm.  Der  Entschlafene  gehörte  mit  zu  den
ersten  und  entschiedensten  Vorfechtern  für  praktische
deutsche  Kolonialpolitik.  Neben  dem  verstorbenen
Missionsdirektor  Professor  Dr.  Fabri  war  er  in  der
#ungen  agitatorischen  Kolonialbewegung  mit  die  populärste
  und  am  meisten  vertrauenerweckende  Erscheinung.
Al#  Vorsitzender  der  Abtheilung  Karlsruhe,  einer  der
größten  Deutschlands,  und  als  Mitglied  des  Vorstondes
  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  hat  er  an
fast  allen  Vorgängen  der  kolonialen  Entwickelung  in
der  Oeffentlichkeit  theilgenommen.  Daneben  suchte  er
durh  zahlreiche  kleinere  wissenschaftliche  Abhandlungen
über  Kolonialpolitik  und  Kolonialgeschichte  die  junge
noch  sich  überhostende  Kolontalbewegung  zu  vertiefen
und  ihr  auch  in  kühleren  gelehrten  Kreisen  Anhänger
zu  verschaffen.  Unsere  muthigen  Pioniere  draußen
mnseits  der  Weltmeere  fanden  in  ihm  stets  einen
warmen  Förderer  ihrer  Pläne  und  einen  beredten
Vertheidiger,  wenn  ihnen  daheim  aus  gegnerischen

 

Kreisen  Angrisse  drohten.  Sein  Glaube  an  die
koloniale  Zukunft  Deutschlands  hat  ihn  nicht  betrogen,
und  er  hat  die  Genugthuung  gehabt,  noch  die  aus  so
überaus  bescheidenen  Anfängen  erwachsene  hoffnungsvolle
  Entwickelung  des  deutschen  Kolonialbesitzes  selbst
zu  erleben.

Im  letzten  Jahre  seines  Lebens  war  es  ihm  infolge
  seiner  zunehmenden  körperlichen  Gebrechlichkeit
nicht  mehr  vergönnt,  an  den  Arbeiten  des  Kolonialraths
  und  des  Vorstandes  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  theilzunehmen;  er  mußte  damit  zufrieden
sein,  sein  reges  Interesse  und  seine  geistige  Kraft  der
kolonialpolitischen  Thätigkeit  in  seiner  Heimath  schenken
zu  können.  Sein  Name  aber  wird  in  Ehren  bleiben
bei  allen  denen,  die  in  einer  kraftvollen  deutschen
Kolonialpolitik  eine  nationale  Sache  erblicken.

Ramernn.
Ingenieur  Klein,  Steuermann  Witt,  Polizeimeister
  Olbrich  und  Zollassistent  Küas  sind  in
Kamerun  eingetroffen.

–
        <pb n="276" />
        Cogo.
Der  Lazarethgehülfe  Franke  ist  nach  Lome
abgereist.

 

sen  ·Guinea.

Der  Gerichtsassessor  Boether  reist  demnächst
nach  Stephansort  ab.

234

 

Marshall  ·  Inseln.

Der  zum  Vorsteher  des  Bezirksamtes  der  Insel
Nauru  ernannte,  bisher  beim  Kaiserlichen  Generalkonsulat
  in  Sydney  beschäftigt  gewesene  Ludwig
Kaiser  ist  am  17.  Dezember  v.  Is.  in  Jaluit
eingetroffen  und  wird  demnächst  die  Reise  nach
der  genannten  Insel  fortsetzen.

 

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Hltafrika.

Bericht  über  die  Ergebnisse  der  Forschungen  des
Gebeimen  Medizinalrathes  Dr.  Roch.

Ueber  die  Ergebnisse  seiner  Untersuchungen  über
Malaria,  Schwarzwasserfieber,  sowie  über  Westusambara
  in  sanitärer  Beziehung  hat  Geheimer
Medizinalrath  Dr.  Koch  unter  dem  11.  März  d.  Is.
eingehende  Berichte  erstattet.  Dieselben  gelangen  in
nächster  Zeit  in  den  gelesensten  medizinischen  Zeitschriften
  zum  Abdruck.  Von  besonderem  allgemeinen
Interesse  ist  der  folgende  Bericht:

Ueber  Westusambara  in  sanitärer  Beziehung.

Zwei  für  Deutsch-Ostafrika  nicht  unwichtige
Fragen  hat  man  in  neuerer  Zeit  mit  dem  westlichen
Theil  des  Usambaragebirges  in  Verbindung  gebracht.
Die  Besiedelungsfähigkeit  für  deutsche  Einwanderer
und  die  Begründung  eines  Sanatoriums.  Beide
Fragen  stehen  in  einem  gewissen  Zusammenhang
miteinander.  Wenn  eine  Gegend  geeignet  sein  soll,
deutsche  Einwanderer  aufzunehmen,  welche  daselbst
als  Ackerbauer  und  Viehzüchter  sich  eine  neue
Existenz  gründen  sollen,  dann  muß  sie,  abgesehen
von  der  Ertragsfähigkeit  des  Bodens,  vor  Allem
gesund  sein  und  ein  solches  Klima  besitzen,  daß  es
dem  Europäer  noch  möglich  ist,  die  für  die  Bewirthschaftung
  des  Bodens  erforderlichen  Arbeiten  selbst
zu  leisten.  Eine  derartige  Gegend  würde  sich  aber
auch  ohne  Weiteres  zur  Anlage  eines  Sanatoriums
eignen.

Nach  Allem,  was  darüber  berichtet  wurde,  schien
Westusambara  für  diese  Zwecke  besonders  günstig  zu
sein.  Das  Klima  nähert  sich  dort  dem  europäischen,
es  ist  erheblich  kuhler  wie  an  der  Küste  oder  gar  in
der  benachbarten  glühendheißen  Steppe;  zeitweilig
kann  es  geradezu  kalt  werden,  ohne  daß  jedoch  die
Temperatur  jemals  bis  zum  Gefrierpunkt  sinkt.

Andererseits  wurde  aber  gegen  die  Verwendung
des  Usambaragebirges  geltend  gemacht,  daß  die  Gesundheitsverhältnisse
  dort  nicht  unbedenklich  seien.
Der  Europäer,  welcher  dorthin  komme  und  sich
längere  Zeit  aufhalte,  müsse  eine  ein  bis  zwei
Monate  lang  dauernde  fieberhafte  Krankheit,  eine
Art  von  Akklimatisationsfieber  durchmachen,  welches
unter  Umständen  recht  gefährlich  werden  könne.

 

i

 

 

Auch  sei  im  Gebirge  die  Wirkung  der  Sonnenstrahlen
  eine  so  intensive,  daß  sehr  oft  Gesundheitsschädigungen
  durch  Insolation  veranlaßt  würden.

Um  über  diese  Verhältnisse  Klarheit  zu  gewinnen,
begab  ich  mich  selbst  nach  Westusambara  und  blieb
dort,  durch  die  Versuche  über  das  Texasfieber  zurückgehalten,
  etwa  anderthalb  Monate,  lange  genug,  um
einen  Einblick  in  die  sanitären  Zustände  des  Gebirges
  gewinnen  zu  können.

Westusambara  bildet  einen  Gebirgsstock  für  sich.
Es  ist  durch  das  tiefe  und  breite  Luengerathal  von
Ostusambara  vollkommen  getrennt.  An  allen  Seiten
steigt  es  aus  der  flachen  Steppe  mit  schroffen  Felswänden
  festungsartig  auf  und  bildet  oben  eine
zwischen  1200  und  1600  m  hoch  gelegene  hügelige
Fläche,  welche  in  ihrer  Gestaltung  an  die  mitteldeutschen
  Gebirge  erinnert,  gerundete  Bergkuppen,
welche  auf  den  Höhen  bewaldet  sind,  kesselartige  und
flache  Thäler,  in  deren  Grunde  Bäche  fließen.  Die
Gewässer  sammeln  sich  zu  kleinen  Flüssen  und  stürzen,
am  Rande  des  Gebirges  angekommen,  in  mächtigen
Wasserfällen  zur  Steppe  herab.

Der  am  meisten  benutzte  Weg  nach  Westusambara
führt  von  der  Küstenstation  Tanga  durch  das  Bondeiland
  zum  Pangani=  oder  Rufufluß,  welcher  vom
Kilimandjaro  kommt  und  am  westlichen  Rande  des
Gebirges  den  Mkomasifluß  aufnimmt.  Die  Karawanenstraße
  verläßt  den  Rufu  sehr  bald  wieder  und  geht
am  Mkomasi  bis  Mombo,  von  wo  der  Aufstieg  ins
Gebirge  erfolgt.  Auf  der  ganzen  Strecke  bis  Bondei,
am  Rufu=  und  am  Mlomasifluß  sind  häufig  sumpfige
Niederungen  zu  passiren,  von  denen  die  gefürchtetste
der  mit  Papyrusdickichten  bestandene  Tarawandasumpf
  ist;  in  der  nassen  Jahreszeit  braucht  man
fast  eine  halbe  Stunde,  um  ihn  zu  durchwaten.

Um  von  der  Küste  ins  Gebirge  zu  kommen,  ist
ein  Marsch  von  sieben  bis  acht  Tagen  erforderlich.

In  Westusambara  leben  zur  Zeit  zwei  bis  drei
Dutzend  Europäer,  welche  sich  auf  mehrere  Missionsstationen,
  die  vom  Gouvernement  fast  in  der  Mitte
des  Gebirges  angelegte  Kultur=  und  Versuchsstation
Kwai  und  eine  Plantage  vertheilen.

Der  Eindruck,  welchen  ich  bei  meiner  Ankunft  in
Kwai,  meinem  Reiseziel,  von  dem  Gesundheitszustande
der  Europäer  im  Gebirge  erhielt,  war  zunächst  ein
höchst  ungünstiger.
        <pb n="277" />
        Ein  von  der  Missionsstation  Gare  nach  Kwai
zur  Pflege  gebrachter  Missionar  lag  daselbst  schwer
krank.  Zwei  von  den  Beamten  der  Station  erkrankten
  in  den  ersten  Tagen,  ebenso  einer  von
meinen  Begleitern.  Am  traurigsten  sah  es  auf  der
Missionsstation  Gare  aus,  die  ich  so  bald  als  möglich
  besuchte.

Diese  Station  ist  von  Trappisten  im  August  1897
an  einer  in  jeder  Beziehung  günstigen  Stelle  begründet;
aber  die  kurze  Zeit  ihres  Daseins  besteht  aus  einer
sortlaufenden  Kette  von  Krankheit  und  Tod.

Die  Trappisten,  welche  die  Station  anlegten,
waren  zwei  Patres.  Sie  kamen  von  Natal,  also
aus  klimatischen  Verhältnissen,  welche  denjenigen  von
Usombara  nicht  unähnlich  sind.  Aber  schon  kurze
Zeit  nach  ihrem  Eintreffen  waren  beide  schwer  krank,
der  Eine  starb,  und  der  Andere  wurde  zur  Küste
und  von  da  in  seine  Heimath  geschafft,  wo  er  sich
erholt  haben  soll.

Gegen  Ende  Oktober  kamen  in  Gare  drei  Laienbrüder
  an,  um  die  Station  wieder  zu  eröffnen.
Kaum  waren  sie  in  Gare,  als  sich  auch  bei  ihnen
die  Krankheit  zeigte.  Da  es  ihnen  an  Pflege  fehlte,
mußten  sie  nach  Kwai  gebracht  werden.  Zwei  hatten
sich  bereits  etwas  erholt,  sahen  aber  bei  meinem
Besuch  in  Gare,  wohin  sie  zurückgekehrt  waren,  noch
recht  schwach  und  elend  aus.  Der  Dritte  lag  in
Kwa  in  sehr  bedenklichem  Zustande.  Er  war  leichenblaß,
  sein  Bewußtsein  war  fast  erloschen,  der  Puls
kaum  sühlbar  und  sehr  frequent,  die  Temperatur
subnormal.  Er  befand  sich  also  in  einem  Kollaps,
der  jeden  Augenblick  das  Schlimmste  befürchten  lassen
mußte.  Glücklicherweise  gelang  es,  ihn  durch  kräftige
Excitantia  über  diesen  gefährlichen  Zustand  hinwegzubringen.
  Am  11.  Dezember  trafen  in  Gare  zwei
weitere  Patres  ein.  Von  diesen  wurde  der  Eine
acht  Tage  später  sterbend  nach  Kwai  gebracht,  der
Andere  litt  wiederholt  an  Anfällen  derselben  Krankheit,
  ud  auch  ihn  soll,  wie  ich  später  erfahren  habe,
sein  Schicksal  einige  Zeit  darauf  ereilt  haben.

Ich  lernte  somit  das  Akklimatisationsfieber  des
Usambaragebirges  von  vornherein  in  seiner  schlimmsten
Gestalt  kennen.  Von  den  wenigen  Europäern  in
Kwai  waren  drei  krank.  Auf  der  Missionsstation
Gare  war  von  sieben  Ansiedlern  kein  einziger  von
der  Krankheit  verschont  geblieben,  und  drei  von  ihnen
mußten  sogar  ihr  Leben  lassen.

Wenn  dasselbe  Loos  allen  weiteren  Ansiedlern
bevorstand,  oder  auch  nur  ein  annähernd  ährliches,
dann  konnte  selbstverständlich  von  Besiedelung  des
Gebirges  und  Anlage  eines  Sanatoriums  überhaupt
leine  Rede  mehr  sein.

Glücklicherweise  ließen  meine  Untersuchungen  diese
twistlosen  Verhältnisse  sehr  bald  in  einem  ganz  anderen
Lihte  erscheinen.

Zunächst  stellte  sich  heraus,  daß  das  sogenannte
Akklimatisationsfieber  keine  besondere  Krankheit.
sondern  nichts  weiter  als  die  tropische  Malaria  ist.
Fereer  ließ  sich,  wenn  man  die  Inkubationszeit  der

235

 

tropischen  Malaria  in  Betracht  zog,  sofort  erkennen,
daß  die  Kranken  ihre  Krankheit  von  der  Küste  oder
aus  der  Ebene  ins  Gebirge  mitgebracht  hatten.  Bei
einem  der  verstorbenen  Patres  ließ  sich  sogar  mit
Bestimmtheit  nachweisen,  daß  er  bereits  in  Tanga
infizirt  sein  mußte,  da  die  ersten  Krankheitssymptome
schon  unterwegs  in  Korogwe  sich  bemerklich  gemacht
hatten.  Bei  einigen  von  den  Kranken,  welche  trotz
längeren  Aufenthaltes  im  Gebirge  wieder  von  Neuem
erkrankt  waren,  konnte  ich  nachweisen,  daß  dies  nur
Recidive  der  anfänglich  ins  Gebirge  mitgebrachten
Malaria  waren.  Ich  habe  nicht  einen  einzigen  Fall
von  tropischer  Malaria  auf  der  Höhe  des  Usambaragebirges
  gefunden,  welcher  nicht  mit  Sicherheit  auf
die  Küste  oder  auf  die  Zeit  des  Marsches  von  der
Küste  bis  zum  Gebirge  hätte  zurückgeführt  werden
können.

Ich  glaube  deswegen  mit  Bestimmtheit  versichern
  zu  können,  daß  das  Gebirge  selbst  frei  von
Malaria  ist.  Doch  gilt  dies  nur  für  die  Höhe  von
1200  m  und  darüber.  Weiter  abwärts,  bestimmt
schon  bei  800  m,  kommen  Malariainfektionen  vor,
und  zwar  scheint  von  der  Höhe  nach  der  Ebene  zu
zuerst  die  Tertiana  vorzukommen  und  dann  erst  die
tropische  Malaria  zu  folgen.  Ich  glaube  dies  daraus
schließen  zu  dürfen,  daß  ich  zwei  Fälle  von  Tertiana,
einen  bei  einem  Europäer  und  einen  bei  einem  Eingeborenen
  gefunden  habe,  welche  in  der  Höhe  von
etwa  800  m  entstanden  sein  mußten.

Für  die  Behauptung,  daß  das  Usambaragebirge
auf  seiner  Höhe  malariafrei  ist,  kann  ich  noch  folgende
Thatsachen  geltend  machen.

Die  Gebirgsbewohner  sind  nicht  wie  die  Küstenneger
  immun  gegen  die  tropische  Malaria,  sondern  im
Gegentheil  sehr  empfänglich  dafür.  Wenn  ein  Mensch
aus  dem  Gebirge  zum  ersten  Male  in  die  Steppe
hinunter  oder  gar  zur  Küste  geht,  dann  bekommt  er
eine  fieberhafte  Krankheit,  welche  mit  Unterbrechungen
zwei  bis  drei  Monate  dauert.  Der  Schilderung
nach  zu  urtheilen,  welche  mir  von  dieser,  mitunter
tödlich  endenden  Krankheit  gemacht  wurde,  kann  es
nur  Malaria  sein.  Ist  die  Krankheit  überwunden,
dann  kann  der  Betreffende  in  Zukunft  ungestraft  an
die  Küste  gehen,  er  ist  nun  immun  geworden.  Nur
ausnahmsweise  soll  es  vorkommen,  daß  die  Krankheit
zum  zweiten  oder  gar  zum  dritten  Male,  dann  aber
in  abnehmender  Stärke,  denselben  Menschen  befällt.
Die  Eingeborenen  sagen,  daß  sie  die  Krankheit  dadurch
  bekommen,  daß  sie  in  der  Ebene  von  Mosquitos
  gestochen  werden,  welche  es  im  Gebirge  nicht
giebt.

Die  Bezeichnung  der  Eingeborenen  für  Mosquito
ist  „Mbu“",  und  auch  die  Krankheit  wird  von  ihnen
„Mbu“  genannt.

Das,  was  ich  hier  über  die  Mbukrankheit  berichte,
  wurde  mir  von  verschiedenen  Seiten,  von  den
Missionaren,  von  anderen  Europäern  und  von  den
Eingeborenen  selbst  in  völlig  übereinstimmender  Weise
mitgetheilt,  so  daß  ich  keinen  Grund  habe,  an  der
        <pb n="278" />
        Richtigkeit  dieser  Angaben  zu  zweifeln.  Aber  ich
sollte  noch  Gelegenheit  finden,  mich  selbst  an  einem
recht  eklatanten  Falle  davon  zu  überzeugen.

Ein  Mann  aus  dem  Gebirge  begleitete  mich  auf
einer  Expedition  nach  Kitiwo,  welches  am  nordöstlichen
  Fuße  des  Gebirges  liegt  und  den  Eingeborenen
als  ein  Herd  der  Mbukrankheit  bekannt  ist.  Nach
einer  Inkubationsfrist  von  zwölf  Tagen  erkrankte  er
an  echter  tropischer  Malaria,  er  hatte  zahlreiche
ringförmige  Parasiten  in  seinem  Blute,  und  der  Verlauf
  seiner  Krankheit  war  ein  ziemlich  schwerer.
Von  den  Trägern,  welche  die  Expedition  mitmachten,
etwa  30  an  der  Zahl,  erkrankte  nicht  ein  einziger.
Es  waren  aber  auch  sämmtlich  Leute,  welche  von
der  Küste  stammten  oder  schon  lange  Zeit  dort  gelebt
hatten.

Wenn  die  Gebirgsbewohner,  was  ich  für  erwiesen
halte,  gegen  die  Malaria  nicht  immun  sind,  dann
folgt  daraus,  daß  sie  im  Gebirge  keine  Gelegenheit
finden,  die  Immunität  auf  natürlichem  Wege  zu  erwerben,
  d.  h.,  daß  es  im  Gebirge  keine  Malaria
giebt.

Damit  im  Einklang  steht  die  weitere  Thatsache,
daß  es  im  Gebirge  keine  Mosquitos  giebt.  Durch
die  Trägerkarawanen  werden  nicht  selten  einzelne
Mosquitos  nach  oben  verschleppt,  sie  müssen  aber
dort  nicht  die  Bedingungen  für  ihre  Fortexistenz
finden,  da  sie  immer  bald  wieder  verschwinden  ohne
sich  vermehrt  zu  haben.

Als  fernerer  Beweis  für  das  Fehlen  der  Malaria
im  Usambaragebirge  möchte  ich  schließlich  noch  anführen,
  daß  ich  auf  der  Missionsstation  Mlalo  vier
dort  geborene  deutsche  Kinder  gesehen  habe,  welche
von  Gesundheit  strotzten  und  niemals  Fieber  gehabt
hatten,  obwohl  das  älteste  bereits  drei  und  ein  halbes
Jahr  alt  war.  Kinder  sind  aber  besonders  empfänglich
  für  Malaria,  denn  in  Dar-es-Saläm  habe  ich
unter  einem  Dutzend  europäischer  Kinder  während
meines  Hierseins  bereits  vier  Fälle  von  tropischer
Malaria  konstatiren  können.

Aehnlich  wie  mit  der  Malaria  ist  es  mir  auch
mit  der  zweiten  Gesundheitsschädlichkeit,  welche  im
Usambaragebirge  dem  Europäer  den  Aufenthalt  erschweren
  soll,  nämlich  mit  der  Gefahr  der  Insolation,
gegangen.  Ich  fand  sie  erheblich  geringer,  als  ich
nach  den  Schilderungen,  welche  mir  an  der  Küste
davon  gemacht  waren,  erwartet  hatte.

Um  einen  Maßstab  für  die  Wirkungen  der
Sonne  zu  erhalten,  kann  man  das  Vakuumthermometer
  benutzen,  welches  zwar  keine  vollständigen
Angaben  über  alle  Wirkungen  der  Sonnenstrahlen
zu  geben  vermag,  aber  doch  wenigstens  über  die
strahlende  Wärme  der  Sonne  Werthe  liefert,  die,
wenn  sie  an  verschiedenen  Orten  gemacht  wurden,
unter  sich  vergleichbar  sind.  1

Ich  habe  deswegen  ein  derartiges  Instrument
mit  ins  Usambaragebirge  genommen  und  dort  an
geeigneter  Stelle  mehrere  Wochen  lang  regelmäßig
beobachten  lassen,  während  zu  gleicher  Zeit  ein

236

 

ebensolches  Thermometer  in  Dar-es-Saläm  abgelesen
wurde.  In  Usambara  erreichte  das  Thermometer
während  der  Mittagszeit  seinen  höchsten  Stand  mit
52  bis  54  Grad.  Nur  ausnahmsweise  stieg  die
Temperatur  bis  57  Grad.

Dagegen  wurden  in  Dar-es-Saläm  als  höchste
Temperaturen  regelmäßig  62  bis  66  Grad  angegeben.

Die  Sonnentemperatur  hielt  sich  also  nicht,  wie
angenommen  war,  im  Gebirge  höher  als  an  der
Küste,  sondern  um  etwa  10  Grad  niedriger.

Zum  weiteren  Vergleich  mögen  noch  die  Temperaturen
  dienen,  welche  mit  Hülfe  eines  ebensolchen
Vakuumthermometers  in  Kenilworth  bei  Kimberley,
Südafrika,  ermittelt  wurden,  zwar  ein  Jahr  vorher,
aber  um  dieselbe  Jahreszeit.  Dort  bewegten  sich
die  Maximaltemperaturen  im  Dezember  und  Januar,
von  einigen  bewölkten  Tagen  abgesehen,  zwischen  60
und  70  Grad,  gingen  an  einzelnen  Tagen  aber  auch
über  70  Grad,  an  einem  Tage  sogar  bis  75  Grad.
Trotzdem  haben  die  dort  lebenden  Europäer  von
Insolation  kaum  etwas  zu  befürchten.  Niemand
schützt  in  ängstlicher  Weise  seinen  Kopf  durch  einen
Sonnenhut,  auch  bei  angestrengter  Arbeit  in  der
Mittagshitze  nicht,  und  doch  habe  ich  niemals  etwas
von  Gesundheitsschädigungen  durch  Insolation  gehört.
  Ich  bin  deswegen  davon  überzeugt,  daß  die
Insolationsgefahr  im  Usambaragebirge  mindestens
stark  übertrieben  ist.  Was  mir  davon  im  Gebirge
selbst  mitgetheilt  wurde,  fand  regelmäßig  durch
Malaria  und  Malariarecidive  anderweitige  Erklärung.

Was  das  Klima  von  Usambara  im  Uebrigen
betrifft,  so  muß  man  dasselbe  als  ein  sehr  angenehmes
und  der  Gesundheit  zuträgliches  bezeichnen.  Die  Lufttemperatur
  ging  während  meines  Aufenthaltes,  also
in  der  heißesten  Jahreszeit,  nicht  über  25  Grad.
Nachts  fiel  sie  auf  12  und  selbst  10  Grad.  Die
Morgen  und  Abende  sind  kühl,  für  das  Gefühl  der
Tropenbewohner  fast  zu  kühl.  Aber  gerade  diese
Temperaturdifferenzen  wirken  sehr  erfrischend  und
bewahren  den  Europäer  vor  der  Erschlaffung,  welche
sich  infolge  der  ewig  gleichmäßigen  Wärme  in  den
tropischen  Küstenländern  so  leicht  einstellt.  In  der
kalten  Jahreszeit  liegt  die  Gesammttemperatur  um
einige  Grade  niedriger,  und  die  Tagesdifferenz  ist
etwas  geringer.  Das  Minimum  der  Lufttemperatur
geht  dann  auf  6  bis  8  Grad  herab.  Unter  6  Grad
ist  die  Temperatur,  solange  meteorologische  Beobachtungen
  gemacht  werden,  noch  nicht  gesunken.  Bei
der  starken  Abkühlung  in  der  Nacht  ist  der  Feuchtigkeitsgehalt
  der  Luft  zur  Abend=  und  Nachtzeit  ein
erheblicher.  Aber  sobald  die  Sonne  erscheint,  wird
die  Luftfeuchtigkeit  geringer  und  geht  gegen  Mittag
bis  50  und  selbst  40  pCt.  herunter;  es  sind  dies
dieselben  Verhältnisse,  wie  sie  uns  überall  im
Gebirgsklima  begegnen.

Anhaltende  Nebelbildungen,  welche  in  tropischen
Gebirgen  so  oft  vorkommen  und  den  dauernden
Aufenthalt  daselbst  verleiden,  unter  Umständen  sogar
unmöglich  machen  können,  kommen  im  Innern  des
        <pb n="279" />
        Usambaragebirges  nicht  vor,  nur  an  einzelnen  Randbergen
  sollen  die  Nebel  gelegentlich  lästig  werden.
In  gesundheitlicher  Beziehung  möchte  ich  noch
besonderen  Werth  darauf  legen,  daß  das  Gebirge
reich  an  guten  Quellen  ist.  Ueberall  im  Gebirge
habe  ich  den  in  den  Tropen  so  überaus  seltenen
Genuß  gehabt,  aus  Quellen  oder  Bächen  geschöpftes
kryftallllares,  kühles  Wasser  trinken  zu  können.

Aus  allen  diesen  Wahrnehmungen  habe  ich  die
Ueberzeugung  gewonnen,  daß  das  Usambaragebirge
in  der  Höhe  von  1200  m  und  darüber  für  die
Besiedelung  durch  Europäer  in  gesundheitlicher  Beziehung
  vorzüglich  geeignet  ist.

Auch  gegen  die  Begründung  eines  Sanatoriums
in  Westusambara  lassen  sich  Bedenken  vom  gesundheitliceen
  Standpunkte  nicht  geltend  machen,  sofern
nicht  andere  Gründe,  wie  Entfernung  von  der  Küste

und  deswegen  schwere  Erreichbarkeit  dagegen  sprechen.

Nur  möchte  ich  noch  darauf  aufmerksam  machen,
daß  man  bezüglich  des  Sanatoriums  eine  Illusion,
welche  bisher  allgemein  und  auch  von  mir  selbst
gehegt  wurde,  ausgeben  muß.  Man  nimmt  nänmlich
an,  daß  in  einem  hoch=  und  noch  dazu  in  malariafreier
  Gegend  gelegenen  Sanatorium  die  Malaria
einen  milderen  Verlauf  nehme,  sehr  hartnäckige
Fälle  leicht  geheilt  werden,  Recidive  nicht  erfolgen
sollen.  Leider  ist  dies  nicht  der  Fall.  Meine  Untersuchungen
  über  Malaria  in  Westusambara  haben
gezeigt,  daß  sich  die  Malaria  im  Hochgebirge  in
Bezug  auf  ihren  Charakter  nicht  im  Mindesten
ändert,  die  Anfälle  sind  ebenso  intensiv  wie  an  der
Küste  und  können  im  Gebirge  ebenso  tödlich  werden
wie  dort.  Recidive  sind  im  Hochgebirgsklima  gerade
so  häufig  wie  in  der  Ebene.  Auch  die  Rekonvaleszenz
geht  im  Gebirge  nicht  schneller  vor  sich  als  an  der
Küste.  Mit  Rücksicht  auf  Malaria  hat  es  demnach
keinen  Vortheil,  ein  Sanatorium  im  Hochgebirgsklima
zu  begründen.

Wenn  die  Besiedelung  des  Gebirges  unter  den
jetigen  Verhältnissen  gelingen  soll,  dann  müssen  allerdings
  noch  gewisse  Bedingungen  erfüllt  werden.
Vuor  allen  Dingen  müssen  die  Einwanderer  so
ins  Gebirge  befördert  werden,  daß  sie  weder  beim
nothwendigen  Aufenthalt  an  der  Küste,  noch  auf  dem
Wege  zum  Gebirge  mit  Malaria  infizirt  werden.
Deß  dies  möglich  ist,  beweist  meine  eigene  Expedition.
Bei  derselben  befanden  sich  vier  Europäer,  und  nur
einer  erkrankte,  aber  auch  dieser  höchstwahrscheinlich
an  einem  Rezidiv  und  nicht  an  frischer  Malaria.
Kur  vorher  und  gleich  nachher  waren  dagegen  fünf
Trappisten  denselben  Weg  gegangen  und  sämmtlich
erkrankt.

Ferner  muß  den  Ansiedlern  im  Gebirge  ausreichende
  ärztliche  Hülfe  zur  Verfügung  gestellt
werden,  damit,  wenn  trotz  aller  Vorsicht  Jemand  nach
seiner  Ankunft  an  Malaria  erkrankt,  die  Krankheit
schnell  und  sicher  beseitigt  wird.

Sollte  man  diese  Vorsichtsmaßregeln  unterlassen
und  die  Einwanderung  auf  gut  Glück  hin  vor  sich

237

 

gehen  lassen,  dann  könnte  man  Zustände  und  Katastrophen
  erleben,  wie  ich  sie  von  der  Missionsstation
Gare  mitgetheilt  habe.

Allem  Anscheine  nach  giebt  es  in  Deutsch-Ostafrika
noch  ausgedehnte  Gebiete,  welche  dem  Usambaragebirge
  analoge  Verhältnisse  darbieten  und  geeignet
sein  dürften,  einen  Theil  des  Auswanderungsstromes,
welcher  alljährlich  von  Deutschland  ins  Ausland  abfließt
  und  für  das  Mutterland  jetzt  dauernd  verloren
geht,  aufzunehmen.  Es  wäre  sehr  zweckmäßig,  wenn
bei  Zeiten  diese  Landstriche  auf  ihre  gesundheitlichen
Verhältnisse  ähnlich  wie  Westusambara  untersucht
würden.

Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirkshauptmanns
Jobannes  nach  Kiboscho.

Bezirkshauptmann  Johannes  berichtet  aus  Moschi
unter  dem  15.  Februar  d.  Is.  über  eine  Reise  nach
der  katholischen  Missionsstation  Kiboscho  (südlich  des
Kilimandjaro,  vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.659),  wie  folgt:

Am  12.  d.  Mts.  marschirte  ich  mit  Premierlieutenant
  Merker  nach  Kiboscho,  einer  Einladung  des
zur  Zeit  dort  weilenden  Bischofs  Herrn  Allgeyer
folgend.  Unterwegs  traf  ich  eine  Gesandtschaft  aus
Groß-Aruscha  mit  den  Häuptlingen  Ndessekoi  und
Merai,  die  zur  Bezeugung  ihrer  Unterwürfigkeit  mit
Geschenken  kamen.  Aus  demselben  Grunde  kam  mit
ihnen  eine  Gesandtschaft  derjenigen  Massais  aus
Ngorongoro,  die,  meinen  Anordnungen  gehorchend,
sich  im  Weidegebiet  von  Ngare  Moton  und  Kisbugo
niedergelassen  hatten  (der  Ngare  Motonbach  liegt
eine  Stunde,  der  Kisbugobach  sechs  bis  sieben  Stunden
  westlich  von  Groß-Aruscha).  Bis  vor  Kurzem
befanden  sich  bereits  gegen  60  Massaikraale  dort;
nun  aber  ist  in  den  letzten  Tagen  noch  eine  große
Anzahl  der  unter  dem  Häuptling  Tolito  stehenden
Massais  dahin  gezogen.  Ein  Neffe  desselben,  Cendeo,
  sitzt  noch  auf  der  Hochebene  in  der  Gegend  von
Serengeti.  Eine  Horde  seiner  Krieger  hat  vor
Kurzem  ohne  sein  Wissen  und  Willen  einen  Raubzug
gegen  die  bei  Groß-Aruscha  sitzenden  Massais  unternommen
  und  dabei  etwas  Vieh  erbeutet.  Als  Cendeo
davon  erfuhr,  ließ  er  sofort  das  Vieh  zurückgeben,
da  er  sonst  eine  Bestrafung  fürchtete.

Am  13.  wohnten  wir  dem  Gottesdienst  auf  der
Mission  bei,  während  welchem  der  Herr  Bischof  etwa
100  schwarzen  Christen  die  Firmung  ertheilte.  Der
Erfolg  der  Mission  ist  in  den  letzten  Monaten  ein
außerordentlich  günstiger  gewesen.  Die  Kirche  ist
immer  voll  (so  waren  z.  B.  heute  400  bis  500
Menschen  da),  und  die  von  Pater  Luxg  geleitete
Schule  in  der  Boma  des  Häuptlings  Mlelia  ist  sowohl
  vor=  wie  nachmittags  sehr  gut  besucht.  Auch
die  andere  Arbeit  schreitet  schnell  vorwärts.  P.
Rohmer  hat  die  zum  Bau  einer  neuen  Kirche
nöthigen  Steine  gebrochen  und  das  erforderliche  Bauholz
  geschlagen,  so  daß  voraussichtlich  noch  vor  Ende
        <pb n="280" />
        dieses  Jahres  in  Kiboscho  eine  schöne,  große  Kirche
stehen  wird.

Als  der  Herr  Bischof  beim  gemeinsamen  Mittagsmahl
  auf  das  Wohl  Seiner  Majestät  getrunken  hatte,
sangen  die  Zöglinge  der  Mission,  die  P.  Lux  unbemerkt
  außerhalb  in  der  Nähe  der  offenen  Thür  des
Refektoriums  aufgestellt  hatte,  in  deutscher  Sprache:
„Heil  dir  im  Siegerkranz“  und  darauf  „Ich  hab'
mich  ergeben  mit  Herz  und  mit  Hand“.

—

Bericht  des  Premierlieutenants  Schlobach  über  seine
Expedition  nach  Usindia.

Premierlieutenant  Schlobach,  welcher  mit  dem
Kommando  am  Victoria-Nyanza  betraut  ist,  hat

vor  Kurzem  die  Landschaft  Usindja  bereist  und  berichtet

  über  diese  Expedition,  wie  folgt:
Muanza,  den  1.  Januar  1898.

Zweck  der  Expedition  war  die  Bereisung  des
Usindjagebietes  und  der  übrigen  west=  und  südwestlich
des  Smithsundes  gelegenen  Landschaften.

Da  der  Muanzabezirk  überhaupt  noch  wenig
bereist  worden  ist,  so  hatte  ich  von  vornherein  beschlossen,
  allmählich  eine  systematische  Bereisung  von
Westen  über  Süden  und  Osten  nach  Norden  vorzunehmen.


Am  9.  November  marschirte  ich  mit  Unteroffizier
Sabadke  und  50  Askaris  von  Muanza  ab,  bis
nahe  der  Mission  Bukumbi  auf  dem  im  Bau  begriffenen
  6  m  breiten  Fahrwege  für  Ochsenwagenverkehr.
  Am  nächsten  Tage  wurde  bei  der  Missionsstation
  über  den  Stuhlmannsund  übergesetzt  und  in
Busissi,  dem  Sitze  des  Manangwa  Mutatembwa,
Sohnes  des  Sultans  Rwotakwa  von  Mweri,  gelagert.
Mutatembwa  ist  ein  Neger  mit  feinen,  fast  europäischen
  Gesichtszügen  und  aufgeklärt  wie  sein  Vater.
Letzterer  kam  zur  Begrüßung  auf  seinem  Reitesel  mit
großem  Gefolge,  zugleich  bat  er  mich,  die  ihm  gehörige
  Landschaft  Bukole  mit  mir  bereisen  zu  dürsen.

Bis  zum  15.  November  führte  der  Marsch  durch
Moweri,  einer  Porilandschaft,  die  durchweg  mit
schönem,  reichlich  harte  Hölzer  enthaltendem  Hochwald
  bestanden  ist.  Die  Geländeformation  ist  eine  leicht
wellige  und  erinnert  an  Usaramo;  die  Höhenzüge  von
etwa  50  bis  80  m  relativer  Höhe  streichen  ungefähr
von  Südosten  nach  Nordwesten.  Bewohnt  ist  Mweri
spärlich  von  Wasindija,  deren  Beschäftigung  meist  in
der  Verarbeitung  der  durchweg  vorkommenden  Raseneisensteine
  besteht.  Bei  dem  kleinsten  Hüttenkomplexe
befinden  sich  stets  einige  offene  Hütten,  deren  Inneres
eine  afrikanische  Schmiede  darstellt,  mit  kleinem  Amboß
und  primitiv  aus  Ziegenfellen  hergestelltem  Blasebalg.
Der  Besitzer  einer  solchen  Hütte  wird  Balongo,
Schmied,  genannt.  Ein  solcher  ist  im  Stande,  an
einem  Tage  zehn  Hackenblätter  anzufertigen,  wie  sie
zum  Feldbau  benutzt  werden,  wenn  er  den  nöthigen
Vorrath  an  Erz  besitzt.  Diese  Negerhacken  (mayembe)

238

 

sind  ein  wichtiger  Handelsartikel,  drei  Stück  repräsentiren
  den  Werth  von  1  Rupie.  Ein  großer  beschnittener
  Ochse  kostet  20  Mayembe,  also  etwa
7  Rupien;  mit  Zeug  bezahlt,  kostet  derselbe  10  Doti
weißes  Zeug  (10  Rupien)  ein  buntes  Tuch  (etwa
2  Rupien).

Will  sich  ein  Mann  aus  Usindja  verheirathen,
so  bezahlt  er  an  den  Vater  der  Auserwählten
30  Mayembe.  Das  Schmiedehandwerk  wird  in  ganz
Usindja,  welches  reich  an  Raseneisensteinen  ist,  ausgeübt.
  Viehzucht  wird  kaum  getrieben,  die  Wasindja
kaufen  für  ihre  Mayembe  nur  Schlachtvieh.

Am  16.  November  wurde  die  Landschaft  Bugüurura
erreicht.  Dieselbe  ist  reichlich  bebaut,  besonders  mit
Mohogo.  Das  Land  ist  wellig,  der  südliche  bergige
Theil  erinnert  an  die  Kisserawe-Landschaft,  was
Formation  und  Vegetation  betrifft.

Am  17.  November  lagerte  ich  in  der  Landschaft
Butundwe.  Weit  in  das  Land  hinein  erstrecken  sich
die  sumpfigen  Ausläufer  der  Buchten  des  Nyanza.
Diese  Ausläufer  bezw.  Einmündungen  von  Wasserläufen,
  in  der  heißen  Jahreszeit  ausgetrocknet,  waren
jetzt  schwer  zu  passirende,  stellenweise  bis  etwa  2  km
breite  Sümpfe,  in  die  die  Träger  bis  an  die  Schultern
  einsanken.  Die  Jahreszeit,  Beginn  der  kleinen
Regenzeit,  war  überhaupt  ungünstig  für  die  Ausführung
  einer  Expedition  in  der  Nähe  des  Sees.
Es  zeigte  sich  hierbei  wieder,  daß  der  Neger  unter
ungünstigen  Witterungsverhältnissen  und  bei  großen
Strapazen  mehr  an  Malariafieber  leidet  als  der
Europäer.  Es  ist  zu  bemerken,  daß  die  Träger
nachts  stets  in  Hütten  schliefen,  die  Askaris  in  ihren
kleinen  Zelten.  Meist  genügen  allerdings  ein  bis
zwei  Pillen  Chinin,  um  den  Patienten  über  Nacht
marschfähig  zu  machen,  doch  treten  auch  hartnäckigere
Fälle  auf.  So  mußten  gegen  Ende  dieser  Regenexpedition
  vier  Askaris  mehrere  Tage  lang  getragen
werden.

Von  Butundwe  ging  der  Marsch  über  Nserugurura
  nach  Murunasi,  dem  Wohnsitze  des  Sultans
Manangwa.  Der  Ort  ist  auf  der  Karte  noch  nicht
verzeichnet,  er  liegt  dicht  am  Wasser,  jedenfalls  westlich
  von  dem  auf  der  Karte  genannten  Ssuwa  kwa
Manangwa.

Masenka,  ein  Verwandter  des  Manangwa,  dessen
Schwester  und  zehn  Leute  erschienen  im  Auftrage  des
Sultans  zur  Begrüßung  der  Expedition  und  brachten
die  üblichen  Geschenke.

Auf  meinen  Wunsch,  einen  Nyampara  (Vertreter)
für  Butundwe  in  Muanza  zu  haben,  erklärte  sich
Masenka  hierzu  freiwillig  bereit  und  begleitete  die
Expedition  mit  fünf  seiner  Leute  nach  Muanza,  wo
er  sich  angesiedelt  und  einiges  Vieh  erhalten  hat.
Während  des  Aufenthalts  in  Murunasi  kam  der
Sultan  Rwoga  von  Bukome  mit  etwa  400  Mann
Gefolge  zur  seierlichen  Begrüßung,  ferner  der  Sultan
Magalla  von  Bwina,  einer  nahe  gelegenen  Insel.
Auf  die  Butundweleute  machten  diese  Ovationen
großen  Eindruck.
        <pb n="281" />
        Der  Besuch  der  Landschaft  Bugando  wurde  wegen
der  zeitlichen  Unwegbarkeit  aufgegeben.

Auf  dem  Wege  nach  Bukole  wurde  die  kleine
südlich  von  Nserugurura,  durch  eine  etwa  30  km
breite  Hochwaldpori  von  diesem  getrennt  liegende
Landschaft  Nyakawengwe  durchquert,  von  der  auf  der
Karte  nur  der  Ort  Nyakamaga  verzeichnet  ist.  Die
Hüttenkomplexe  sind  hier  stets,  wie  auch  in  Bukole,
mit  einem  starken  Pfahlzaun  umgeben  zum  Schutze
gegen  die  Löwen.

Der  Sultan  Mkata  erhielt  Schutzbrief  und  Flagge.
Die  Landschaft  Bukole  ist  besser  bevölkert  als  Mweri,
Viehzucht  wird  wenig  getrieben,  die  Bewohner  sind
meist  Balongo.  Die  Männer  waren  meist  in  den
Dörfern  geblieben,  während  man  die  Weiber,  Kinder
un  das  Vieh  versteckt  hatte.  Der  Nyampara
Mukwaia  des  Sultans  Msanze  kam  zur  Begrüßung
und  begleitete  die  Expedition  mit  einigen  seiner  Leute
nach  Muanza,  wo  er  jetzt  angesiedelt  worden  ist.
Der  Marsch  führte  weiter  durch  wenig  besiedelte
Hochwaldporilandschaft,  die  ihr  Ende  ziemlich  plötzlich
an  der  Grenze  von  Muingirro  findet.  Diese  Landschaft
  erinnert  mit  ihren  sanften  Formationen,  dem
niedrigen  Graswuchs  und  den  niedrigen  steinigen
Hügelketten  an  das  Viehland  Nera.  Muingirro  ist
sehr  bevölkert  und  sehr  reich  an  Vieh.

Von  Bukole  aus  marschirte  ich  nach  Mgaramo,
dem  befestigten  Dorfe  des  Sultans  Ndaro,  heraus.
Auf  meinen  Wunsch  begleitete  mich  Ndaro  mit  großem
Gefolge  nach  Muanza,  wo  er  noch  nie  gewesen  war.
Nach  mehrtägigem  Aufenthalte  kehrte  er  nach  seiner
Landschaft  zurück,  versprach  aber,  nach  Beendigung
der  Saatzeit  seine  Leute  als  Tributarbeiter  nach
Muanza  zu  schicken.

In  Msalalla  mdogo  war  die  Bevölkerung  im
Algemeinen  recht  zutraulich.  Der  Nyampara  Manayera
  kam  mit  großem  Gefolge  zur  Begrüßung.
Der  von  mir  bereiste  nördliche  Theil  der  großen
Landschaft  Msalalla  wird  Msalalla  mdogo  genannt
und  gehört  zum  Bezirk  Muanza,  da  die  Leute  stets
nach  dort  zum  Schauri  kommen.  Msalalla  mdogo
ist  eine  sanft  gewellte,  gut  bebaute  Hügellandschaft
und  recht  wildreich;  das  afrikanische  Rebhuhn  kommt
hier  in  Völkern  vor.

In  Msalalla  hat  früher  ein  reger  Elfenbeinhandel
  geherrscht,  der  sich  aber  infolge  von  Uebergrifen
  der  Msalallaleute  gegen  die  farbigen  Händler
setzt  nach  der  Landschaft  Usambiro  gezogen  hat.  Die
am  Westufer  des  Smithgolfes  gelegene  gleichnamige
Landschaft  ist  ein  von  Balongos  bewohntes  kleines
Hügelland.  Hart  südlich  des  Denhangeberges  wurde
der  Mkono  Manyansa  überschritten,  der  sich  zur  Zeit
als  ein  etwa  1  km  breiter  hüfttiefer  Sumpf  darstellte.

Dos  Land  Urima  zerfällt  in  zwei  Haupttheile.
Der  westliche  liegt  zwischen  dem  Smith=  und  dem
Stuhlmannsund  und  wird  nach  Osten  und  Süden
durch  Nera  begrenzt.  Der  östliche  Theil,  Urima
Tinga  genannt,  wird  nach  Süden  durch  den  Magokofluß,
  nach  Osten  durch  Uduha,  nach  Norden  durch

 

239  —

Usmao  und  Bukumbi  begrenzt.
sind  sehr  bevölkert.

Urima  Tinga  befindet  sich  unter  der  Botmäßigkeit
  der  Station,  es  wird  von  Manangwa  Gumilla
beherrscht,  der  dem  Sultan  Lunyalullu  untersteht.
Gumilla  führt  die  Befehle  der  Station  aus,  so  hat
er  kürzlich  400  Mann  zum  Wegebau  gestellt.

Beide  Landschaften

Reisebericht  des  Finan  zdirektors  v.  Bennigsen.

Der  Kaiserliche  Finanzdirektor  beim  Gouvernement
für  Deutsch-Ostafrika  berichtet  über  seine  Inspektionsreise
  nach  Kilossa,  Mpapua  und  Kisaki  unter  dem
1.  Februar  d.  Is.,  wie  folgt:

Infolge  der  Verfügung  des  Herrn  Gouverneurs
trat  ich  zum  Zwecke  der  Revision  der  Innenstationen
Kilossa,  Mpapua,  Kisaki  am  22.  November  1897  von
Dar-es-Saläm  aus  den  Marsch  in  das  Innere  an.

In  Pugu  fand  ich  den  Viehstapel  des  Gouvernements
  durchweg  gesund  und  kräftig  vor,  insbesondere
giebt  der  zahlreiche  schöne  Nachwuchs  an  Kälbern
gute  Hoffnungen  für  die  Zukunft.  Der  in  Pugu
stationirte  Landwirth  Hierl  scheint  in  jeder  Richtung
seine  Aufgabe  gut  aufzufassen  und  mit  der  größten
Pflichttreue  die  Interessen  des  Gouvernements  wahrzunehmen.
  Die  Karawanenstraße  bedarf,  um  als
eigentliche  Fahrstraße  dienen  zu  können,  innerhalb  der
Puguberge  noch  erheblicher  Verbesserungen.  Von
den  Ausläufern  der  Puguberge  ab  bis  zu  den
Urugurnbergen  kann  sie  in  ihrem  jetzigen  Zustande
als  fahrbar  bezeichnet  werden,  während  innerhalb
der  Uruguruberge  noch  Manches  zu  ihrer  Herstellung
zu  thun  ist.  Von  den  Ausläufern  der  Uruguruberge
bis  nach  Kilossa  ist  die  Station  Kilossa  zur  Zeit
noch  mit  Herstellung  breiter  und  aus  Eisenholz
(Acacia  nigrescens),  welches  ameisensicher  ist,  gefügter
  Brücken  beschäftigt.  Nach  Herstellung  dieser
wird  in  der  durchweg  ebenen,  weit  mit  Bäumen
bestandenen  Steppe  das  Ausschlagen  eines  fahrbaren
Weges  keine  großen  Schwierigkeiten  mehr  bieten.

Damit  der  Lebensmittelmangel  auf  der  Strecke
von  Dar-es-Saläm  bis  Kilossa  nicht  durch  die
Gouvernementskarawanen  erheblich  vermehrt  werde,
ist  das  Hauptmagazin  von  mir  nach  meiner  Rückkehr
angewiesen  worden,  volle  Verpflegung  in  natura
(Reis)  den  Gouvernementsträgern  bis  Kilossa  mitzugeben.


Am  6.  Dezember  wurde  Kilossa  erreicht.  An
dem  Mkata  wurde,  da  die  Träger  unter  der  entsetzlichen
  Hitze  und  dem  Wassermangel  stark  litten  und
häufiger  an  fieber=  und  dysenterieähnlichen  Erscheinungen
  erkrankten,  ein  Ruhetag  eingeschoben.  Hier
war  ein  Theil  der  Kilossa-Kompagnie  mit  Errichtung
einer  sehr  starken  hohen  Brücke  über  den  Mkata
beschäftigt.  Die  Brücke  sollte  noch  vor  Beginn  der
Regenzeit  fertiggestellt  werden.  Sie  scheint  so  fest
und  sicher  zu  werden,  daß  nach  ihrer  Vollendung
die  Karawanen  jedenfalls  nicht  mehr  wie  früher
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        wochenlang  an  dem  Mkata  liegen  bleiben  müssen.
Die  Station  wird  den  Versuch  machen,  an  der  Brücke
eine  Neuansiedelung  zu  begründen.  Der  Boden  in
der  unmittelbaren  Nähe  des  Mükata  ist  fruchtbar.

Auf  der  Station  ward  an  der  Fertigstellung  des
sogenannten  Griechenhauses  gearbeitet.  In  der
unteren  Etage  ist  die  Wohnung  und  der  Laden  eines
griechischen  Händlers,  der  für  dieselben  eine  monatliche
  Miethe  an  die  Stationskasse  entrichtet.  In  der
oberen  Etage  sind  zwei  einstweilen  von  Unteroffizieren
bezogene  Europäerwohnungen.  Das  Griechenhaus
ist  sehr  praktisch  und  luftig  aus  gutem  Material
erbaut  worden.

Die  Viehwirthschaft  der  Station  ist  als  geradezu
ausgezeichnet  zu  bezeichnen.  Krankheiten  scheinen  gar
nicht  unter  dem  Rindvieh  zu  herrschen.  Jedenfalls
sind  Erscheinungen,  welche  auf  Texasfieber  oder  Surra
(Tsetse-Krankheit)  schließen  lassen  könnten,  bisher
nicht  beobachtet.  Nur  die  Schweinezucht  will  nicht
recht  gedeihen.  Die  Schweine  sterben  häufig  an
einer  Krankheit,  über  deren  Natur  man  sich  völlig
unklar  ist.

Am  9.  trat  ich  mit  dem  Stationschef  Brosig
gemeinsam  die  Reise  nach  Mpapua  an.  Brosig
wollte  wegen  Grenzfragen  und  Wegebau  in  Mpapuapersönlich
  Rücksprache  nehmen.  Der  zweitägige  Marsch
von  Kilossa  bis  zum  Gombo-See  führt  bergauf,
bergab  durch  steppenartig  bewachsenes  Hügelland.
Zu  umgehen  sind  die  hier  quer  vorgelagerten  Usagaraberge,
  die  äußerst  steinig  sind,  nicht.  Diese  Strecke
wird  daher  nur  mit  erheblichen  Kosten  in  eine  Fahrstraße
  verwandelt  werden  können.  Zur  Zeit  ist  hier
das  Fahren  durchweg  ausgeschlossen  und  der  Weg
zum  Theil  selbst  für  Träger  kaum  passirbar.  Das
Gebiet  ist  vollständig  verödet,  da  es  fortwährenden
Berwüstungen  durch  die  Wahehe  jahrelang  ausgesetzt
war.  Bei  Muini  Sagara  besuchte  ich  die  Trümmer
der  ersten  Ansiedelung  der  Deutsch-ostafrikanischen
Gesellschaft  (Peters)  und  ließ  mir  von  den  Eingeborenen
  den  Platz  zeigen,  an  welchem  seinerzeit  der
Arzt  Arning  nach  dem  Tode  des  Lieutenants
Brüning  mit  wenigen  Askaris  Tausende  von  Wahehe
geschlagen  hat.

Zwischen  Muini  Sagara  und  dem  Gombo-See
liegt  auf  dieser  Strecke  in  der  fruchtbaren  Umgebung
des  Kidetebaches,  der  einer  großen  festen  Brücke  bedarf,
  die  nach  Verabredung  der  beiden  Stationen
die  Station  Mpapua  über  diesen  Grenzfluß  schlagen
wird,  die  einzige  größere  geschlossene  Negersiedelung.
Der  Gombo-See  liegt  wildromantisch  am  Fuß
steiniger  mit  Sansivieren,  Kandelaber-Euphorbien
und  Akazien  bewachsenen  Berge.  Seine  Umgebung  ist
der  Tummelplatz  von  Elefanten,  Nilpferden,  Nashörnern
  und  kleinerem  Wilde  aller  Art.

Vom  Gombo-See  ab  wurde  Mpapua  mit  elfstündigem
  Marsche  am  11.  Dezember  erreicht.  Der
Weg  führt  durch  ziemlich  ebene  unbewohnte,  wasserleere
  Baumsteppe.  Diese  Strecke  würde  ohne  besondere
  Schwierigkeiten  in  fahrbaren  Zustand  gebracht

240

 

werden  können.  Der  Weg  war  durch  Askaris  unter
Hülfe  von  Eingeborenen  reichlich  breit  ausgeschlagen.
Die  Strecke  vom  Gombo-See  bis  Mpapua  muß
durch  Anlegung  eines  Halteplatzes  mit  Brunnen  in
zwei  Tagemärsche  getheilt  werden.  Es  sind  in  der
Steppe  Punkte  zu  finden,  deren  etwas  fruchtbarerer
Boden  die  Begründung  einer  Ansiedelung  von  Farbigen
  ermöglicht  und  die  ihrem  Aussehen  nach  das
leichte  Auffinden  von  Wasser  durch  Bohrung  vermuthen
  lassen.

Die  in  weiter,  wenn  auch  wenig  fruchtbarer  Ebene
auf  sanfter  Höhe  gelegene  Station  Mpapua  macht
äußerlich  einen  sehr  stattlichen  Eindruck.  Der  Innenbau
  ist  anscheinend  gut  und  haltbar.  Der  augenblickliche
  Stationschef.,  Hauptmann  Matting,  hat
durch  einen  kleinen  Umbau  eine  hübsche  geräumige
Messe  geschaffen.  Die  fünf  Europäer  der  Station
waren  gesund,  wie  denn  auch  die  ganze  Umgebung
von  Mpapua  vermuthen  läßt,  daß  dieselbe  für  parasitische
  Krankheiten  kein  guter  Nährboden  sein  wird.

Auch  Mpapua  besitzt  eine  große  Viehherde.  Für
Gartenbau  und  Anlage  von  Getreidefeldern  für  die
Stationsbesatzung  geschieht  in  Mpapua  sehr  viel.
Auch  besitzt  die  Station  einen  guten  Getreidespeicher,
welcher  namhafte  Vorräthe  von  Mtama,  Uwele  und
Erdnüssen  zur  Zeit  aufweist.  Der  Verkehr  der  Station
mit  den  umwohnenden  Farbigen,  meistens  Wagogo
und  Massai,  ist  ein  sehr  lebhafter.  Seitens  der
Station  wird  täglich  Schauri  abgehalten  und  dieses
von  Dutzenden  von  Leuten  besucht.  Als  ein  Denkmal
der  ersten  Entwickelungsgeschichte  Deutsch-Ostafrikas
ragen  eine  Viertelstunde  von  der  Station  an  steilem
Bergabhange  die  Trümmer  der  Niederlassung  der
Deutsch-ostafrikanischen  Gesellschaft  empor,  auf  welcher
in  der  Aufstandszeit  der  Kaufmann  Nielsen  im
Kampf  gegen  die  Eingeborenen  fiel.

Am  17.  ward  auf  dem  Rückmarsch  Kilossa  wiederum
  über  den  Gombo-See  und  Muini  Sagara
gegen  9  Uhr  morgens  erreicht.

Am  19.  Dezember  ward  die  Weiterreise  nach
Kisaki  angetreten  über  Kwa  Ngombo,  den  Mkatafluß,
Some,  Mgota,  Kwa  Mgunda,  Kirengwe.  Am  26.
morgens  ward  Kisaki  erreicht.  Soweit  dieser  Weg
durch  Steppe  führte,  waren  vielfach  sehr  schöne  Bestände
  an  Eisenholz  (Acacia  nigrescens)  festzustellen.
Im  fruchtbaren  Flußgebiete  des  Sonne,  welches  bis

vor  kurzer  Zeit  durch  die  ewigen  Einfälle  der  Mafiti

und  Wahehe  vollkommen  verödet  war,  stößt  man  hier
und  da  auf  Neuansiedelungen.  Um  Kwa  Mgunda
scheint  der  Boden  zum  Theil  außerordentlich  fruchtbar
zu  sein,  ebenso  wie  rechts  und  links  von  dem  als
Fußpfad  dienenden  alten  Flußbett  des  Kikundi.  Hier
in  diesem  Gebiete  werden  unzweifelhaft  zur  Anlage
von  größeren  Kaffee=  oder  auch  Tabakplantagen  geeignete
  Bodenstrecken  zu  finden  sein.  Hingegen  sind
die  Rufutoberge  zum  großen  Theil  steinig  und  unfruchtbar.
  Früher  sollen  dieselben  von  großen  Herden
von  Büffeln,  Elenantilopen,  Elefanten  belebt  gewesen
sein.  Büffel  und  Elenantilopen  fielen  der  großen
        <pb n="283" />
        Rinderpest  zum  Opfer,  und  der  Elefant  ward  auch
hier,  wie  schon  in  so  vielen  Gegenden  Ostafrikas,
durch  einen  sinnlosen  Jagdbetrieb  fast  ausgerottet.
Von  großen  Thieren  spürt  man  nur  noch  die  Giraffe
häufig  in  diesen  Bergen.

Die  alte  Station  Kisaki  ist  nur  noch  ein  Trümmerhaufen.
  Aber  der  jetzige  Stationsleiter,  Feldwebel
Jaenke,  baut  aus  gebrannten  Steinen,  die  ein  sehr
gutes  Material  zu  liefern  scheinen,  ein  geräumiges,
neues  Stationshaus,  das,  obwohl  mit  sehr  geringem
Kostenaufwand  errichtet,  ein  schmucker,  allen  praktischen
  Anforderungen  für  die  Stationszwecke  genügender
Bau  zu  werden  verspricht.

Den  Weitermarsch,  wie  beabsichtigt,  über  Kungulio
anzutreten  war  nicht  möglich,  da  zur  Zeit  auf  der
zwei  gute  Tagereisen  bildenden  Strecke  wegen  der
-enormen  Trockenheit  absoluter  Wassermangel  war.

Die  am  2.  Januar  angetretene  Rückreise  nach  Dares-Saläm
  führte,  der  alten  Karawanenstraße  folgend,
über  Duthuni,  Kulo,  Viduale,  Kidunda,  Kigema,
Konde,  Banda,  Gombeka,  Pugu.  Am  13.  morgens
wurde  mit  2½  stündigem  Ritte  von  Pugu  ab  Dares-Saläm
  erreicht.

Die  zwischen  Kidunda  und  Banda  von  Hauptmann
  Bethe  angelegte  Straße  kann  als  Muster  für
das  Durchschlagen  von  Fahrstraßen  in  ebener  Baumsteppe
  angesehen  werden.  Diese  Straße  ist,  ohne  sich
irgendwie  an  die  schon  bestehenden  Niederlassungen.
zu  kehren,  in  der  kürzesten  Linie  in  nicht  übermäßiger
Breite  durchgelegt.  Gegen  den  alten  Negerpfad  bedeutet
  sie  eine  bedeutende  Abkürzung.  Von  der
neuen  Straße  ab  führt  dieser  Pfad  nun  als  Fußpfad
zu  den  alten  Negeransiedelungen,  welche  zum  Theil
durch  Wegweiser  mit  lateinischen  Buchstaben  angezeigt
sind.  Wenn  an  eine  so  durchgeführte  Straße  noch
in  den  richtigen  Abständen  von  30  zu  30  Kilometern
Brunnen  für  Karawanenlager  angelegt  werden,  so
werden  sich  an  diesen  Punkten  bald  neue  Siedelungen
bilden,  so  daß  ein  Abgehen  von  der  Straße,  um  in
der  Nähe  einer  Ortschaft  Lager  zu  schlagen  für  die
Karawanen  nicht  mehr  erforderlich  ist.

Bei  Anlage  von  Straßen  ist  das  erste  Erforderniß,
daß  man  nie  die  Eingeborenen  allein  ohne  Europäeraufsicht
  oder  wenigstens  nicht  ohne  Anleitung  durch
einen  im  Wegebau  vorgebildeten  Askari  arbeiten  läßt.

Die  Terrain=  und  Bodenverhältnisse,  wie  ich  sie
auf  dieser  Reise  gefunden  habe,  haben  mich  davon
überzeugt,  daß  man  sowohl  bis  Kisaki  wie  auch  bis
Kilossa  eine  fahrbare  Straße  mit  nicht  zu  großen
Kosten  wird  anlegen  und  erhalten  können.  Diese
Straße  würde,  wenn  die  Eingeborenen  erst  nach
Durchführung  der  Häuser=  und  Hüttensteuer  gezwungen
sind,  zur  Erlegung  der  Steuer  werthvollere  Früchte
anzupflanzen,  Frachtwerkehr  erlangen  können.  Der
Voden  an  der  Straße  nach  Kisaki  ist  an  beiden
Seiten  auf  weite  Strecken  hin  durchweg  für  den
Apban  durch  Eingeborene  sehr  gut  geeignet.  Die  hier
anzutreffende  verhältnißmäßig  geringe  Fläche  an  unfruchtbarer
  Steppe  ist  zur  Viehweide  und  auch  zur

241

 

Holznutzung  brauchbar.  Das  Land  nach  Kilossa  zu
ist  von  dem  Punkte  ab,  wo  sich  die  Straßen  Dares-Saläm—
  Kilossa  und  Dar-es-Saläm  —  Kisaki
trennen  —  d.  i.  dicht  hinter  Kola  —  im  Allgemeinen,
abgesehen  von  den  Urugurubergen  und  dem  Thale
des  Mukondokwa  bei  Kilossa,  als  viel  weniger  fruchtbar
  zu  bezeichnen.  Von  Kilossa  ab  weiter  nach
Mpapua  und  darüber  hinaus  nach  Kilimatinde,  Tabora
  eine  Fahrstraße  zu  bauen,  möchte  ich,  nachdem
was  ich  gehört  und  gesehen,  vorläufig  widerrathen.
Die  Baukosten  für  diese  vielfach  schwierige  Strecke
sowie  deren  Unterhaltung  sind  zu  groß  und  stehen
in  keinem  Verhältniß  zu  dem  Frachtverkehr,  der  sich
unter  gewöhnlichen  Verhältnissen  auch  bei  gänzlicher
Abschaffung  des  Trägerverkehrs  entwickeln  könnte.
Die  Unterhaltung  der  Straße  würde  hier  auch  noch
ganz  besondere  Schwierigkeiten  haben,  da  dieselbe  viele
Tagereisen  durch  absolut  unfruchtbare  und  auch  mit
Eingeborenen  nicht  zu  besiedelnde  Landstriche  führt.

—....

KRartographische  Aufnahmen  in  Deutsch  -COstafrika.

Unter  den  Aufnahmen,  die  in  letzter  Zeit  bei  der
Kolonial-Abtheilung  aus  Ostafrika  eingegangen  sind,
verdienen  einige  wegen  ihres  Umfanges  oder  ihrer
Genauigkeit  oder  aus  beiden  Gründen  besondere
Erwähnung.

Unter  denen,  welche  unsere  Kenntniß  der  ostafrikanischen
  Kolonie  vermehrt  haben,  nimmt  Bergassessor
Bornhardt  eine  der  ersten  Stellen  ein.  Seine
Aufnahmen  aus  den  Jahren  1896  und  1897  zeichnen
sich  durch  große  Sorgfalt  und  minutiöse  Genauigkeit,
dabei  durch  vortreffliche  Auffassung  des  Geländes  aus
und  umfassen  nicht  weniger  als  24  größere  und
kleinere  Routen,  welche  die  ganze  Küste  südlich  von
Dar-es-Saläm  bis  zum  Ruvuma  in  einer  Breite
von  200  km  und  mehr,  die  Route  Lindi—Nyassa-See
  und  die  Länder  im  Norden  des  letzteren  betreffen.
  Zahlreiche  gute  astronomische  Breitenbestimmungen
  unterstützen  die  Festlegung  der  Routen.
In  dieselben  Jahre  fallen  die  Arbeiten  des  Obersten
v.  Trotha,  welche  sich  auf  die  nordöstlichen  Grenzgebiete,
  die  Ufer  des  Victoria-Nyansa,  Urundi,
das  Malagarassithal  2c.  beziehen  und  in  73  großen
Blättern  von  dem  Reisenden  selbst  mit  hingebendem
Fleiße  ausgearbeitet  worden  sind.  Sie  bringen  überaus
  viel  neues,  nicht  nur  stellenweise,  sondern  fast
in  jedem  Theile  des  weit  durch  den  ganzen  Norden
Deutsch-Ostafrikas  sich  erstreckenden  Itinerars.

Von  Hauptmann  Ramsay  sind  im  November
vorigen  und  im  April  dieses  Jahres  die  Aufnahmen
(11  Routenbücher,  334  Peilungsblätter  und  zahlreiche
Originalkonstruktionen),  Breiten=  und  Höhenbestimmungen
  von  seinen  letzten  drei  Reisen  im  Westen
Deutsch-Ostafrikas  eingegangen,  welche  unsere  Kenntniß
  dieser  noch  wenig  erforschten  Gebiete  um  ein
Bedeutendes  fördern  werden.  Die  erste  umfaßt  die
Zeit  vom  16.  März  bis  zum  14.  Dezember  1896,
        <pb n="284" />
        beginnt  in  Ussandaui  und  führt  über  Ussure,  Uyhui,
Tabora  und  Uvinsa  zunächst  nach  Udjidji  am  Tanganyika-See.
  Daran  schließen  sich  Aufnahmen  der
Umgebung  von  Udjidji,  in  der  Landschaft  Uha  im
Nordosten  der  Kaiserlichen  Station,  der  Ostküste  des
Tanganyika-Sees  von  Udjidji  bis  zur  Nordspitze  und
von  Routen  im  Thale  des  Lussissi,  der  von  Norden
in  den  See  strömt.

Die  zweite  Reise  (29.  Januar  bis  12.  April  1897)
betrifft  die  großen  Landschaften  Urundi  und  Ruanda;
sie  führte  von  Udjidji  in  nordnordwestlicher  Richtung
zur  Mündung  des  Ruvuvu  in  den  Kagera,  dann  in
dessen  Tale  und  dem  des  Nyavarongo  aufwärts  bis
zu  Juhis  Dorf,  unweit  der  Stelle  gelegen,  wo  Graf
Götzen  den  Fluß  überschritt,  und  schließlich  in  südwestlicher
  Richtung  nach  der  Nordspitze  des  Tanganyika-Sees.
  Sie  füllt  ganz  wesentliche  Lücken
unserer  Karten  des  Nordwestens  aus.

Die  letzte  Expedition  (8.  Juli  1897  bis  13.  Januar
  1898)  betrifft  den  Südwesten  der  Kolonie,
und  zwar  zuvörderst  die  große  Landschaft  Kawende,
aus  welcher  uns  bisher  nur  die  dürftigen  Routen
Livingstones  und  Stanleys  vorlagen,  und  welche
Hauptmann  Ramsay  auf  mehrfachen  parallelen
Wegen  durchzog.  Von  Karema,  der  einst  vielgenannten
belgischen  Station,  aus  nahm  er  dann  die  Ostküste
des  Tanganyika  südwärts  fast  bis  zum  8.  Breitengrade
  auf,  zog  durch  Fipa  nach  Ukia  am  früheren
Nordende  des  Rikwa=  oder  Rukiia-Sees,  wo  er
Dr.  Kaisers  Grab  besuchte,  südlich  vom  See  entlang
zum  oberen  Thale  des  Ruaha  und  so  in  östlicher
Richtung  nach  Ubena  und  Uhehe,  wo  er  bereits  vielsach
  erforschtes  Gebiet  erreichte.  Das  ganze  Ostufer
des  Tanganyika-Sees  bis  nahe  an  die  deutschenglische
  Grenze  ist  nunmehr  durch  Ramsays  unermüdliche
  Thätigkeit  viel  sicherer,  als  es  durch  die
Umfahrungen  des  Sees  möglich  war,  festgelegt.

Die  astronomischen  Breitenbestimmungen  sind
äußerst  reichhaltig  und  mit  derselben  Sorgfalt  angestellt,
  durch  die  sich  der  Beobachter  auch  schon
früher  ausgezeichnet  hat.  Abgesehen  von  zahlreichen
Aneroidablesungen  hat  Hauptmann  Ramsay  von
diesen  letzten  Reisen  auch  die  sehr  stattliche  Zahl  von
233  Siedepunktbestimmungen  zurückgebracht.  In
diesem  Umfang  sind  noch  von  keinem  anderen  Reisenden
  in  Deutsch=  Ostafrika  —  mit  Ausnahme  der
Emin-Stuhlmannschen  Expedition  —  derartige
Messungen,  welche  allein  den  Aneroidbestimmungen
eine  feste  Basis  geben,  angestellt  worden.

Theilweise  ganz  unerforschte  oder  wenig  bekannte
Gebiete  hat  Premierlieutenant  Engelhardt  von
Dezember  1896  bis  zum  Februar  1898  meist  auf
Kriegszügen  und  deshalb  nicht  immer  mit  der  ihm
erwünschten  Muße  im  Süden  des  Landes  uns  erschlossen.
  Seine  noch  nicht  vollständig  eingetroffenen
Aufzeichnungen  betreffen  den  Lauf  des  Ruvuma  bis
zur  Quelle  hinauf,  das  Ostufer  des  Nyassa,  das
Wangoniland  und  das  südliche  Uhehe.

Endlich  ist  von  Dr.  med.  R.  Kandt  u.  a.  eine

242

 

sorgfältige  Aufnahme  des  Ugalla=  oder  Ssindiflusses
etwa  von  32¼60  östl.  Greenw.  an  bis  zu  seiner  Einmündung
  in  den  Malagarassi  eingetroffen.

Ueberall  ein  so  rüstiges,  frisches  Schaffen,  daß
das  zeitraubende  Konstruiren  mit  dem  Zuströmen
neuen  Materials  kaum  Schritt  zu  halten  vermag.

Deutsch-SZüdweltafrika.

Wissenschaftliche  Untersuchungsstation  für  Liebseuchen
Gammams  bei  Windheek.

Ueber  die  wissenschaftliche  Untersuchungsstation
für  Viehseuchen  Gammams  bei  Windheoek  liegt  folgender
  Bericht  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  vor:

Schon  lange  war  die  Errichtung  einer  wissenschaftlichen
  Untersuchungsstation  für  Viehseuchen  im
südwestafrikanischen  Schutzgebiete  von  der  Kaiserlichen
Landeshauptmannschaft  geplant  worden.  Zuerst  jedoch
waren  es  die  kriegerischen  Ereignisse,  welche  diesen
Plan  wieder  in  den  Hintergrund  drängten,  später
forderten  nothwendige  Bauten  für  die  Schutztruppe
alles  verfügbare  Baupersonal  und  -material  für  sich.
Da  gab  der  Ausbruch  der  Rinderpest  einen  neuen
Anstoß  zur  Errichtung  einer  solchen  Station.

Bei  seinem  ersten  Vortrag  vor  dem  Kaiserlichen
Landeshauptmann  am  16.  Juni  v.  Js.  betonte  der
mit  der  Leitung  der  Maßnahmen  gegen  die  Rinderpest
beanftragte  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock  die  unbedingte
Nothwendigkeit,  im  Anschluß  an  das  in  Gammams,
6  km  westlich  von  Windhoek,  gelegene  und  für  den
beregten  Zweck  in  Aussicht  genommene  kleine  Gebäude
sofort  eine  Station  zu  weiteren  praktisch  wissenschaftlichen
  Untersuchungen  über  Rinderpest,  wie  über
Viehseuchen  überhaupt  zu  erbauen.  Der  von
Dr.  Kohlstock  gestellte  dringende  Antrag  wurde  sofort
  genehmigt.  Bereits  am  20.  Juni  begaben  sich
der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Herr  Major  Leutwein,
  der  stellvertretende  Landeshauptmann  Herr
Regierungsrath  v.  Lindequist,  der  Stabsarzt  Dr.
Kohlstock  und  der  Baumeister  Ludwig  nach
Gammams.  Nach  Besichtigung  des  vorhandenen
Gebäudes  wie  seiner  Umgebung  einschließlich  Wasserstelle
  bestimmten  Dr.  Kohlstock  und  Baumeister  Ludwig
auf  Veranlassung  des  Landeshauptmanns  genau  den
Bauplan  —  Erweiterung  des  vorhandenen  kleinen
Hauses,  Platz  und  Anlage  des  Kraals  und  Stalles
für  die  Versuchsthiere  und  Begräbnißplatz  für  die
gefallenen  Thiere.  Für  die  Wasserentnahmestelle
wurde  die  Anlage  eines  Abessinierbrunnens  in  Aussicht
  genommen.  Der  angegebene  Plan  fand  die
Genehmigung  der  Landeshauptmannschaft,  seine  Ausführung
  wurde  vom  Baumeister  Ludwig  in  baldige
Aussicht  gestellt.

Thatsächlich  ist  der  Bau  der  Station  trotz  großer
Schwierigkeiten  infolge  häufigeren  Mangels  an  Personal
  und  Material  so  frühzeitig  vollendet  worden,
        <pb n="285" />
        —  243  —

ü  i  ü  lche  die  reich  mit

daß  dieselbe  für  Dr.  Kohlstock,  als  derselbe  an  kleinen  hügeligen  Erhebung,  we  6
ä  ·  «  -Gras  bestandene  Umgebung  beherrscht,  an  einem
—  in  Windhoet  denlen  lonnte,  be  kleinen  Fun-  Das  Haus  enthält  ein  gut  belichtetes
Nach  Abreise  des  Genannten  soll  Stabsarzt  mit  Holzdecke  verschaltes  und  auf  dem  dußboden  wit
Dr.  Lübbert,  Privatdozent  der  Hygiene,  baldmög=  Linoleum  belegtes  Untersuchungshimmer.  sn  —  er
lichst  wissenschaftliche  Arbeiten  und  Versuche  auf  der  Nord-  und  Ostwand  des  letterensiP  feste  Tische
Station  vornehmen.  Neben  ihm  soll  der  bewährte  mit  Unterfächern  zu  mikroskopischen  naheifishnen
und  besonders  in  Viehseuchen  erfahrene  Roßarzt  angebracht;  an  den  übrigen  Wän  *  befin  en  ih
Rickmann  daselbst  arbeiten,  sobald  er  sein  Impf=  Wandschränke  und  Tische  für  Unterbringung  von

 

 

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Wohnhaus.
I.  Untersuchungszimmer.
«  II.  Verbindungsraum.
III.  Wohnzimmer.
IV.  Kochraum.
V.  Gehülfenstube.

 

 

 

 

 

 

 

Krankenstall  für  10  Rinder.

Skige  2.  Impfstation  Gammams.

 

 

Skipze  1.  Tageplan  der  Umpfstation  in  Gammams.

geschäft  gegen  die  Rinderpest  im  Süden  des  Schutz=  Instrumenten,  Apparaten  (Sterilisatoren,  Brutebietes

  v  schränken  rc.)  und  Chemikalien.  Ein  kleiner  Ver-"
  kuioltneé  *.  der  Station  Gammams  ist  bindungsraum,  in  dem  gleichfalls  Gegenstände  zu
aus  den  obenstehenden  Skizzen  ersichtlich.  wissenschaftlicher  Untersuchung  (auch  Käfige  für  kleinere

das  ldsteinen  (Klippen)  gebaute  Versuchsthiere)  untergebracht  werden  können,  führt
und  mit  sinsein  sd  Deneshe  liegt  in  zu  dem  wie  das  Untersuchungszimmer  ausgebauten
—  wie  Windhoek  —  am  Abhang  einer  Wohnzimmer  des  einen  für  die  Station  bestimmten
        <pb n="286" />
        —

Arztes  (zunächst  Roßarzt  Rickmann  in  Aussicht

genommen).  Die  beiden  übrigen  Räume  dienen,  wie
die  Skizze  besagt,  als  Küche  bezw.  Wohnraum  für
den  europäischen  Stationsgehülfen.  Das  eingeborene
Diener=  und  Wärter=  bezw.  Wächterpersonal  wird
in  nördlich  der  Station  belegenen  Pontoks  untergebracht.
  30  m  westlich  vom  Hause  und  mehr  bergab
gelegen  befindet  sich  der  mit  fester,  über  mannshoher
Mauer  umgebene  Steinkraal  (Versuchskraal).  Derselbe
  giebt  Raum  für  50  bis  60  große  Versuchsthiere
(Pferde,  Rinder,  Esel).  Im  Kraal  befinden  sich  zehn
Holzpfosten  für  Thiere,  die  zu  Versuchszwecken  angepfostet
  werden  sollen.  An  den  Kraal  lehnt  sich
direkt  der  „Krankenstall“  für  solche  Thiere,  die  im
Versuch  erkranken,  an.  Sowohl  im  Kraal  wie  im
Stall  können  einzelne  Abtheilungen  für  verschiedene
Gattungen  von  Versuchsthieren,  die  sich  nicht  berühren
  sollen,  eingerichtet  werden.  Der  Krankenstall
kann  10  große  angepfostete  Versuchsthiere  aufnehmen.
Kraal  und  Stall  liegen,  wie  erwähnt,  auf  leichtem
Abhang  und  haben  durch  Rinnen  bequemen  Wasserabfluß.


200  m  südlich  vom  Krankenstall,  durch  umkraalten
Weg  mit  demselben  verbunden,  liegt  der  oben  erwähnte
  Begräbnißplatz;  60  m  westlich  des  Krankenkraals
  der  zur  Wasserentnahme  gebohrte  Brunnen
und  150  m  nördlich  des  Versuchskraals  ein  Kraal
für  gesunde,  zu  Versuchszwecken  bestimmte  Thiere.

Stationshaus,  Kraale  und  Stallung,  auf  großem
freien  Platze  gelegen,  sind  so  gebaut,  daß  sie  jederzeit,
  wenn  sich  das  Bedürfniß  herausstellen  sollte,
durch  Anbauten  erweitert  werden  können.

Für  die  Station  Gammams  liegt  eine  reich  mit
den  besten  und  neuesten  wissenschaftlichen  Instrumenten
  und  Apparaten  ausgestattete  Laboratoriumseinrichtung
  im  Garnisonlazareth  zu  Windhoek  bereit.
Dieselbe  weist  u.  a.  auch  zwei  neue  Mikroskope  bester
Konstruktion  von  Zeiß-Jena  auf.

Es  ist  beabsichtigt,  daß  sobald  als  möglich  auf
der  Station  Gammams  zuerst  wissenschaftliche  Untersuchungen
  und  Versuche  zur  Erreichung  einer  verbesserten
  Impfmethode  gegen  die  Lungenseuche  des
Rindviehs,  sodann  zur  Bekämpfung  der  Pferdesterbe
vorgenommen  werden.

 

—  ———  —

Deutsch·  Neu-  Guinea.

Bericht  über  die  Thätigkeit  des  Kreuzers  „Bussard“
im  Bismarck-Archipel.

Der  Kommandant  S.  M.  Kreuzer  „Bussard“
berichtet  über  die  Thätigkeit  des  Kreuzers  im  Bismarck-Archipel
  Folgendes:

Am  13.  Jannar,  dem  auf  den  Abgang  des  Postdampfers
  folgenden  Tage,  wurde  Matupi  verlassen
und  vor  Herbertshöhe  zur  Aufnahme  des  Richters
und  der  Polizeitruppe  nebst  Boot  gestoppt.  Um

konnten.

 

244  —

4  Uhr  nachmittags  wurde  die  Reise  nach  Jesu  Maria,
Admiralitäts-Inseln,  angetreten.  Als  Ortskundigen
hatte  ich  den  Führer  des  Hernsheimschen  Schooners
„Else“,  Seyffert,  mitgenommen.  Am  15.  Januar
9½  Uhr  stoppte  ich  bei  jener  Insel  vor  dem  ehemaligen
Sitz  eines  Händlers,  welcher  vor  einiger  Zeit  von  den
Eingeborenen  einer  Nachbarinsel  erschlagen  worden
war,  nachdem  er  sich  von  den  Bewohnern  seines
Platzes  hatte  bereden  lassen,  auf  jene  Leute  beim
Besuch  der  Insel  zu  schießen.  Von  seinen  Leuten
waren  drei  Salomons-Insulaner  bei  dem  Ueberfall
weggeschleppt  worden.  Einer  derselben  flüchtete  im
Dezember  1897  auf  einen  Schooner  und  brachte  die
Nachricht  nach  Herbertshöhe,  daß  auch  die  beiden
anderen  Leute  noch  am  Leben  seien  und  in  Sklaverei
gehalten  würden.  Es  lag  in  der  Absicht  des  Richters,
  in  Jesu  Maria  den  Sachverhalt  nochmals  festzustellen
  und  die  Eingeborenen  auf  die  demnächstige
Wiedereröffnung  der  Handelsstation  vorzubereiten.
Eine  Landung  mußte  unterbleiben,  weil  das  Bool
nicht  die  Strömung  auf  dem  Riff  vor  dem  kleinen
Hafen  bewältigen  konnte.  Dagegen  befand  sich
ein  großer  Theil  der  Bevölkerung  in  Kanus  auf  dem
Wasser,  so  daß  die  Verhandlungen  hier  stattfinden
Es  bestätigte  sich,  daß  die  ansässigen  Lenute
von  jeder  Schuld  frei  waren.  Als  Wohnplatz  der
Angreifer  und  Aufenthalt  der  Gefangenen  bezeichneten
sie  die  etwa  15  Seemeilen  westlich  liegende  Hauptinsel
der  Fedarbgruppe.  Zugleich  baten  sie  dringend  um
Wiedereröffnung  der  Station.

In  der  Fedarbgruppe  angekommen,  begab  sich
Dr.  Hahl  mit  der  Schutztruppe  an  den  Strand,  um
unter  Vorsichtsmaßregeln  mit  den  Eingeborenen  zu
verhandeln.

Auf  friedlichem  Wege  wurde  die  Auslieferung
der  Gefangenen  erreicht.  Unerwartet  tauchte  dabei
noch  ein  dritter  Salomons-Insulaner  auf,  der  von
einer  ebenfalls  vor  Jahren  zerstörten  Station  der
Firma  Forsayth,  Ralum,  auf  St.  Gabriel  stammte.

Die  Befreiung  der  Salomons-Insulaner  wird
nicht  verfehlen,  in  deren  Heimath,  dem  Hauptarbeiterdepot
  für  das  Schutzgebiet,  den  günstigsten  Eindruck
zu  machen  und  die  Anwerbung  zu  fördern.

Ueber  St.  Gabriel  wurde  die  Reise  nach  den
Anachoreten-Inseln  fortgesetzt  und  dort  nach  Tagesanbruch
  am  17.  Jannar  gestoppt.

Der  Händler  Lemöle,  ein  Franzose  und  einer
der  wenigen  Ueberlebenden  der  Marquis  de  Rayschen
  Expedition  nach  Neu-Mecklenburg,  kam  an
Bord  und  berichtete,  daß  an  Land  Alles  in  Ordnung
sei.  Die  Bevölkerung,  die  im  Aussterben  begriffen
scheint,  ist  friedlich.  Das  letzte  Kriegsschiff,  welches
mit  der  Insel  in  Verbindung  getreten  ist,  war  S.
M.  S.  „Adler“  1886.  Um  8  Uhr  40  Min.  morgens
wurde  Kurs  nach  den  Hermit-Inseln  genommen.
Nachmittags  an  demselben  Tage  wurde  das  Riff  der
Hermitgruppe  passirt  und  kurz  nach  4  Uhr  bei  der
Hauptinsel  Luv  goeankert.
        <pb n="287" />
        Auch  die  Bevölkerung  dieser  Inselgruppe,  welche
Tausende  ernähren  kann,  geht  einem  schnellen  Untergange
  entgegen.  Zur  Zeit  sollen  nicht  mehr  als  30
einheimische  Männer  vorhanden  sein,  dazu  sechs  bis
sieben  fremde  von  den  Anachorcten  und  den  Echiquiers.
Entsprechend  ihrem  heruntergekommenen  Zustand  ist
die  Bevölkerung  friedlich,  der  auf  einer  kleinen  Riffinsel
  im  Osten  der  Gruppe  ansässige  Händler  hatte
aur  über  Faulheit  der  Leute  im  Gewinnen  und  Verhandeln
  der  Landesprodukte,  Kopra  und  Trepang,
zu  klagen.  Nachdem  die  Dorfältesten  ermahnt,
Frieden  zu  halten  und  namentlich  Züge  nach  den
Anachoreten,  wie  sie  früher  zur  Bennruhigung  der
dortigen  Einwohner  unternommen  worden  sind,  künftig
zu  lassen,  ging  ich  am  18.  früh  wieder  in  See  und
ankerte  am  19.  gegen  3  Uhr  nachmittags  in  Berlinhafen
  bei  der  Insel  Tamara.  Hier  wurde  die  katholisce
  Mission  vom  göttlichen  Worte  besucht  und  der
Hafen  nach  Einbruch  der  Dunkelheit  um  7  Uhr
wieder  verlassen.

Am  21.  nachmittags  wurde  bei  günstigem  Wetter
vor  Stephansort  geankert  und  Aufenthalt  bis  zum
22.  genommen,  während  dessen  ein  reger  Verkehr
mit  dem  stellvertretenden  Landeshauptmann  und  den
Herren  der  Neu-Guinea-Kompagnie  stattfand.  Unter
Anderem  wurde  eine  interessante  Rundfahrt  durch  die
Pflanzungen  unternommen.  Am  24.  nachts  traf  S.
M.  S.  „Bussard“  wieder  vor  Herbertshöhe  ein.
Während  sonst  die  Rhede  von  Herbertshöhe  in  der
Periode  des  Nordwestmonsuns  sich  keines  guten  Rufes
erfreut,  lagen  in  diesem  Jahre,  welches  ausnahmsweise
gutes  Wetter  zu  verzeichnen  hat,  keine  Bedenken  vor,
einige  Tage  hier  zu  bleiben.  Unter  ausgiebiger  Betbeiligung
  der  Kolonie  wurde  der  Geburtstag  Seiner
Majestät  des  Kaisers  gefeiert.

Am  1.  Februar  vormittags  wurde  nach  Herbertshöhe
  gedampft,  um  den  Kaiserlichen  Richter  mit
Polizeitruppe  für  den  zweiten  Theil  der  Rundreise
an  Bord  zu  nehmen.

Am  2.  Februar  früh  wurde  bei  der  Sandwich-Jusel
  gestoppt,  um  dem  Richter  zu  einem  Besuch  an
Land  Gelegenheit  zu  geben.  Nach  einigen  Stunden
wurde  die  Fahrt  fortgesetzt,  indem  die  Küste  in  guter
Sichtweite  abgelaufen  wurde,  um  die  Flagge  zu
zeigen  und  die  Karte  zu  kontroliren.  In  der  Frühe
des  3.  Februar  wurde  nach  dem  Ankerplatz  zwischen
der  Insel  Kung  und  dem  Festlande  gesteuert.  Hierzu
war  von  Matupi  der  Händler  Gangloff  als  Ortskundiger
  mitgenommen  worden.

Nach  Erledigung  einiger  Geschäfte  des  Nichters
wurde  noch  am  Abend  des  3.  Nusa  erreicht.  Durch
Vahl  der  äußeren  Route,  wozu  Gangloff  als  Lootse
angenommen  war,  wurde  dies  ermöglicht  und  gegen
5½⅛  Uhr  nachmittags  südlich  der  Niederlassungen
hinter  der  Insel  Nago  geankert.  Der  Aufenthalt
auf  dieser  wichtigsten  Station  Neu-Mecklenburgs  und
Neu-Hannovers  wurde  bis  zum  Nachmittag  des  4.
ausgedehnt  und  um  4  Uhr  die  Fahrt  nach  Vischer-Ineel
  fortgesetzt,  wo  gegen  7  Uhr  morgens  am  5.

245

 

geankert  wurde,  um  richterliche  Geschäfte  mit  den
Eingeborenen  zu  erledigen.  Von  einer  Ausschiffung
auf  der  gegenüberliegenden  Gardner-Jnsel  nahm  ich
Abstand,  weil  die  Brandung  an  der  in  Betracht
kommenden  Nordseite  zu  stark  war  und  überdies
Leute  von  dort  bei  den  Verhandlungen  auf  der
Vischer-Insel  zugegen  gewesen  waren.  Ich  dampfte
gleich  nach  Leineru,  wo  nachmittags  in  Ermangelung
eines  Ankerplatzes  gestoppt  wurde.  Durch  Verhandlungen
  wurde  die  Wiedereröffnung  einer  Handelsstation
  sichergestellt.

Am  6.  lief  ich  die  Insel  St.  John  in  der  Hauptsache
  zur  Bestimmung  ihrer  Lage  an.

Am  7.  Febrnar  früh  mit  Tagesanbruch  wurden
der  Richter  und  die  Polizeitruppe  in  Herbertshöhe
ausgeschifft  und  dann  nach  Matupi  gedampft,  um  die
Vorbereitungen  für  die  Reise  nach  Sydney  zu  treffen.
Am  15.  wurde  Matupi  verlassen  und  nach  kurzem
Aufenthalt  auf  der  Rhede  von  Herbertshöhe  für
wenige  Stunden  im  Hafen  von  Mioko  geankert,  um
auch  in  Neu-Lauenburg  die  Flagge  gezeigt  zu  haben.
Um  4  Uhr  nachmittags  wurde  die  Reise  nach  Sydney
angetreten.

Marshall-IUnseln.
wissenschaftliche  Studien.

Der  Marinestabsarzt  à  la  suite  Dr.  Konradin
Kraemer  aus  Stuttgart  —  der  Komponist  des  als
samoanische  Nationalhymne  geltenden  Liedes  —  ist
am  26.  November  1897  angekommen,  um  sich  Rifsund
  Korallenstudien  zu  widmen.  Am  12.  Dezember
1897  hat  er  sich  mit  dem  deutschen  Schuner
„Neptun“"  nach  den  Gilbert-Inseln  begeben,  um
dort  seine  Studien  fortzusetzen.  Er  wird  voraussichtlich
  Anfang  Februar  nach  Jaluit  zurückkehren
und  in  den  Marshall-Inseln  weitere  Untersuchungen
anstellen.  Mit  seinem  bisherigen  Erfolg  ist  er  sehr
zufrieden.

–  —

Schifsverkehr  in  den  Marshall-Inseln.

Unter  den  79  Schiffen,  welche  Jaluit  im  Jahre
1897  besucht  haben,  befand  sich  das  deutsche  Kriegsschiff#„Bussard“
  mit  einer  und  das  amerikanische
Missionsschiff  „Morning  Star“  mit  zwei  Einklarirungen.


Die  Zahl  der  denutschen  Kauffahrteischiffe  betrug
neun  mit  59  Einklarirungen  und  4007  Registertonnen
  gegen  elf  mit  50  Einklarirungen  und  4114
Registertonnen  im  Vorjahr.

Von  diesen  Schiffen  haben  einklarirt:

3  Schiffe  je  zweimal,  1  Schiff  zehnmal,

1  Schiff  dreimal,  1  Schiff  zwölfmal,
1  Schiff  viermal,  1  Schiff  fünfzehnmal.
1  Schiff  neunmal,
        <pb n="288" />
        Unter  diesen  Fahrzeugen  befinden  sich  vier  Eingeborenen
  gehörige  Schuner  mit  26  Einklarirungen
und  605,8  Registertonnen.

Den  deutschen  Kauffahrteischiffen  stehen  sieben
nichtdeutsche  mit  17  Einklarirungen  und  6809  Registertonnen
  gegen  neun  nichtdeutsche  mit  16  Einklarirungen

  und  6842  Registertonnen  im  Vorjahre
gegenüber.

Dem  deutschen  Handel  dienten

9  deutsche  Schiffe  mit  59  Einklarirungen  u.  4007  Reg.-Tonn.

4  dänische  9  -  -3145
1  norweg.  Schiff  1  Einklarirung  629  -
1  franzöfs.  1  395

 

zus.  15  Schisse  mit  70  Einklarirungen  u.  8176  Reg.-Tonn.
gegen  1  Schiff  =  6  2640
welches  dem  englischen  Handel  diente.

Im  Vorjahre  hatten  gedient  dem
a)  deutschen  Handel:  19  Schiffe  mit  60  Einklarirungen

  und  7188  Registertonnen,

b)  englischen  Handel:  1  Schiff  mit  6  Einklarirungen
und  2640  Registertonnen.

Dabei  ist  aber  zu  bemerken,  daß  dieses  letztere
Schiff  (der  Dampfer  „Archer")  eine  Anzahl  Inselgruppen
  der  Südsee  anläuft,  während  die  dem  deutschen
Handel  dienenden  Schiffe  fast  ausschließlich  in  den
Marshall-Inseln  thätig  sind.

Der  Gehalt  sämmtlicher  Kauffahrteischiffe  betrug
10  716  Registertonnen.

Uebersicht  der  Fchulen  und  Schüler  der  Boston-Mission
in  den  Marsball  Inseln  für  1897.

Anzahl  der

 

 

 

 

 

□—  9
Inseln  Begonnen  Lehrer  Schulen  Schüler
1.  Jaluit  1867  3  4  130
2.  Ebon  1857  1  5  327
3.  Namerik.  1868  1.  1  106
4.  Ailinglablab  1884  2  1  70
5.  Namo  1888  1  1  40
6.  Kwajelein  1892  2  1  13
7.  Lai  1893  1  1  37
8.  Wotto  1896  1  1  10
9.  Ujae  1888  1  1  45
10.  Mille.  1870  2  1  51
11.  Arno  1886  3  2  145
12.  Majuro.  1888  3  2  145
13.  AUAr  1893  1  1  4
14.  Maloenlap.  1878  1  1  30
15.  Mejid  1893  1  1  135
16.  Wolje  1896  1  1  14
Zusammen  25  3  25  #  1345

246

S  8  S
z3Zz  8  2
Staats-  #½ßii  *  „  .
—  3  5  ·#
angehörigkeit  5un  72  2  2  9  2  z
—IIIIE
Deutsche  5  12  6  7  4—93
Amerikaner  —  51S
Chinesen  —  2  7——  9
Dänen  —  —  —  1  24
Engländer.  —  11—  11
Norweger  —  3—  1——  ——  —4
Schweden.  —  2  —  —i—  —  —  —2
Schweizer  —  —  —  1—  —  —  —1
Ohne  Staats-  ·
angehörigkeit  —  4  ——  ——  —

 

Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  der  Marshall-Jnseln
am  1.  Januar  1898  ansässigen  Deutschen  und  Fremden.

a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.

 

1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammen  5  37|/6917|/7  1  uI8
b.  Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"«"  2  «  ";":5
S  z  S
Staats-  3  1  2  S.
ehörigkeite  EEEIIE
angehörigleit  =  v  nu
!  ss  ...!  !
Deutsche..27  —  1.  tn  43
r  l  ½#
Amerikanen!—2  —2  1  1  8
Chinesen  9.—  –  I=  –  9
Dänen  1———  —  2  23  1
Engländer  1  12  1
Norweger  –—  1·—  1—  1———  1
Schweden——  1————  144
Schweizer.  1  ——  ——
Ohne  Staats-  #  D  *  #  v
angehörigkeit!  —  —  2  1—————  ——  —.  1  4
Zusammen40  1,  3  4  1  3  6  6  2  8  1.1.  783

 

4)  7  Frauen.  "“)  1  Frau.  "“#)  3  Frauen.  1)  Nur  Frauen.

RAus  dem  PBereiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Anfang  Januar  sind  den  Marienmonatsheften
zufolge  die  in  der  Nummer  des  Kolonialblatts  vom
1.  März  d.  Is.,  S.  116,  genannten  sechs  Bäter  der
Mission  vom  heiligen  Herzen  Jesu  in  Herbertshöhe
eingetroffen.

Bruder  Ludger  Scheipers  von  der  Benediktusgenossenschaft,
  Leiter  des  Baues  der  katholischen  Kirche
in  Kollasini  bei  Dar-es-Salám,  ist  am  22.  Februar
und  Bruder  Columban  Klewecke  von  derselben
Mission  in  Dar-es-Saläm  am  4.  März  gestorben.

Am  21.  November  wurde  Bischof  Gerboin  von
Msgr.  Hirth  konsekrirt.  Drei  Tage  nach  der  Weihe
erkrankte  der  neugeweihte  Bischof  am  Schwarzwasser-
        <pb n="289" />
        —  247  —

fieber,  erholte  sich  jedoch  bald  wieder.  Als  schlimmes
Gratulationsgeschenk  erhielt  er  aus  seiner  Residenz
Mariahilf  (Uschirombo)  die  Nachricht,  daß  ein  Theil
des  Wohnhauses  der  Patres  und  die  Schreinerei
abgebrannt  seien.  (Kreuz  und  Schwert.)

Perschiedene  Wittheilungen.

Pftanzensendungen  nach  den  Rolonien.

Nach  einer  Mittheilung  der  botanischen  Centralstelle
  für  die  Kolonien  am  Königlich  botanischen
Garten  zu  Berlin  sind  neuerdings  sehr  umfassende
Sendungen  von  Sämereien  und  lebenden  Nutzpflanzen
an  die  nachstehend  aufgeführten  west=  und  ostafrikanischen

  Stationen  expedirt  worden.  Die  Sämereien

und  Pflanzen  stammen  aus  den  hervorragenderen
botanischen  Gärten  Europas,  insbesondere  der  Mittelmeerländer,
  aus  denen  die  Centralstelle  das  keimkröftigste
  Material  erhalten  zu  haben  hofft.

Es  haben  empfangen:

I.  An  Sämereien:

1.  die  Gärten  von  Victoria  und  Buca  89  Arten,
insbesondere  Palmen,  Nutzhölzer  und  Zierpflanzen;

2.  Johann  Albrechtshöhe  19  Arten  von  Bäumen,
Sträuchern  und  Baumwollsorten;

3.  Kete-Kratji  36  Arten,  insbesondere  tropische  Obstarten,
  Nutzhölzer,  Zier=  und  Schattenpflanzen;

4.  Kuirenga  20  Arten,  Obstarten  und  Nutzhölzer;

5.  Dar-es-Saläm  66  Arten,  Palmen,  Nutzhölzer,
Gerbakazien  und  Zierpflanzen;

6.  Kwai  56  Arten,  Palmen,  Koniferen,  Laubbäume
und  Medizinalpflanzen;

7.  Moschi  52  Arten,  Citronen,  Orangen,  tropische
Obstarten,  Koniferen,  Nutzhölzer,  Küchengewächse;

8.  Kilema  20  Arten,  Palmen,  Obstarten  und  Laubbäume;


9.  die  Friedrich  Hoffmann-Pflanzung  26  diverse
Nutzpflanzen.

II.  An  lebenden  Pflanzen  im  Wardschen  Kasten:

1.  der  Garten  von  Victoria  etwa  30  von  Herrn
Dr.  Preuß  brieflich  erbetene  Arten;

2.  die  Friedrich  Hoffmann-Pflanzung  20  Arten,
insbesondere  Nutzhölzer,  Obstarten  und  Gespinnstpflanzen.


Unm  einen  Austausch  zwischen  ost=  und  westafrikanischen

  Sämereien  von  Nutzgewächsen  in  die  Wege

zu  leiten,  werden  die  Leiter  der  Versuchsgärten  von

Victoria  und  Kwai  der  Centralstelle  Aufstellungen

solcher  wilden,  technisch  oder  sonstwie  zu  verwendenden

  Pflanzen  ihres  Gebietes  einsenden,  von  denen
lie  frisches  Saatgut  zu  beschaffen  in  der  Lage  sind.

—

 

Tikkerakur.

Karte  von  Deutsch-Ostafrika  im  Maßstab  von
1:  300  000.  Konstruirt  und  gezeichnet  unter
Leitung  von  Dr.  Richard  Kiepert  im  Auftrage
und  mit  Unterstützung  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts.  Berlin.  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen).

Zwei  neu  erschienene  Blätter,  das  14.  und  15.
der  ganzen  Reihe  D  3  (Kalula)  und  E4  (Iringa),
haben  die  Karte  so  weit  gefördert,  daß  sie  jetzt,  nach
31¼  Jahren,  zur  Hälfte  vorliegt.  D  3,  obwohl  im
Süden  noch  ziemlich  inhaltleer,  bringt  einige  neue
Routen  oder  Routenstücke,  so  einen  Theil  der  wichtigen
  Princeschen  Reise  nach  dem  bisher  nie  betretenen
  Kiwere,  welche  uns  auch  das  Land  Itumba
kennen  gelehrt  hat,  und  '  ein  Stück  der  Route  des
Lieutenants  Fonck  II  (1897)  von  Karema  nach
Kilimatinde,  welche  Gegenden  durchschneidet,  die  seit
Anfang  der  80er  Jahre  nie  wieder  betreten  worden
sind.  Auch  die  Route  des  Steuermanns  Blatt  (1892)
sei  genannt,  weil  sie  die  18  Jahre  ältere  des  unzuverlässigen
  Cameron  genauer  festlegt.

Fast  durchweg  Neues  bietet  aber  das  inhaltreiche
Blatt  E  4  (Jringa);  was  es  noch  in  Ermangelung
von  besserem  an  älteren  Routen  enthält  (Elton  und
Cotterill,  Thomson,  Guyot)  ist  mehr  als  dürftig.
Aber  von  1894  bis  1897  haben  deutsche  Offiziere
das  ganze  große  und  früher  so  schwer  zugängliche
Wahehegebiet,  Ubena  und  Ussangu  so  vielfach  durchzogen
  und  ausgenommen,  daß  es  uns  in  seinen
Grundzügen  jetzt  gut  bekannt  ist.  Der  Dank  dafür
gebührt  den  Hauptleuten  Prince  und  Fromm,  den
Lieutenants  Maaß  (gefallen  beim  Sturm  auf  Iringa),
Engelhardt,  Glauning  und  Stadlbaur,  dessen
vorzeitiger  Tod  auch  für  die  Kartographie  Deutsch-Ostafrikas
  aufs  Lebhafteste  zu  bedauern  ist.

Die  deutsche  Kolonial-Gesetzgebung.  Sammlung
  der  auf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen
Gesetze,  Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen
Vereinbarungen,  mit  Anmerkungen  und  Sachregister.
Zweiter  Theil.  1893  bis  1897.  Auf  Grund
amtlicher  Quellen  und  zum  dienstlichen  Gebrauch
herausgegeben  von  Dr.  Alfred  Zimmermann.
Berlin  1898.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Königliche
Hofbuchhandlung.

Die  deutschen  Schutzgebiete  haben  seit  ihrem
jetzt  vierzehnjährigen  Bestehen  eine  gewaltige  Entwickelung
  gewonnen  und  bedeuten  einen  wichtigen
Faktor  unseres  Staatslebens.  Zahlreich  sind  daher
die  Bestimmungen  und  Erlasse,  welche  für  die  deutschen
  Kolonien  besonders  gegeben  sind  und  die  Verwaltung,
  die  Rechtsverhältnisse  der  Beamten  und
Militärpersonen,  die  Rechtspflege,  Handel,  Gewerbe
und  Verkehr,  Zoll=  und  Steuerwesen,  die  Rechtsverhältnisse
  der  Eingeborenen  u.  a.  m.  in  den  einzelnen
Schutzgebieten  regeln.  Nachdem  bereits  im  Jahre
1893  im  Verlage  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
        <pb n="290" />
        von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  auf  Grund  amtlicher
Quellen  „Die  deutsche  Kolonial-Gesetzgebung“,
herausgegeben  von  Riebow,  erschienen  war,  ein  Werk,
welches  die  gesammte  Kolonial-Gesetzgebung  von  Beginn
  bis  zum  Jahre  1892  umfaßte,  ist  in  dem  gleichen
Verlage  nunmehr  eine  Fortsetzung  jenes  Werkes,  bearbeitet
  von  Dr.  Zimmermann,  zur  Ausgabe  gelangt,
die  unter  den  gleichen  Gesichtspunkten  wie  der  erste
Theil  bearbeitet  worden  ist  und  die  bisher  veröffentlichte
  Gesetzgebung  viclfach  aus  den  Akten  ergänzt.
Er  umfaßt  die  Zeit  von  1893  bis  1897  mit  allein
287  Nummern,  während  der  bis  zum  Jahre  1892
reichende  erste  Theil  256  Nummern  aufführt.  Der
bequemeren  Handhabung  wegen  ist  die  chronologische
Anordnung  der  Gesetze  2c.  gewählt  worden;  ein  nach
sachlichen  Gesichtspunkten  geordnetes  Verzeichniß  der
wiedergegebenen  Gesetze,  Erlasse  und  Bestimmungen
sowie  ein  alphabetisches  Sachregister  ermöglichen
schnellste  Auffindung  und  leichtesten  Gebrauch.

Supplementband  zu  Nansen:  In  Nacht
und  Eis.  Mit  dem  vorliegenden  Supplementbande
erhält  Nansens  „In  Nacht  und  Eis“  (Verlag  von
F.  A.  Brockhaus  in  Leipzig)  eine  würdige  Fortsetzung.
Es  ist  der  Verlagshandlung  gelungen,  die  Berichte
zweier  Theilnehmer  an  der  Expedition  Nansens  zu
erwerben,  eine  willkommene  Ergänzung  der  Mittheilungen
  des  Leiters  der  Expedition.

Der  Eine,  Bernhard  Nordahl,  der  seine  Erzählung
  der  ganzen  Drift  der  „Fram“  unter  dem
Titel  „Wir  Framleute“  zusammenfaßt,  war  der
Elektrotechniker  an  Bord  der  „Fram“  und  vertritt
den  Standpunkt  der  „Mannschaft“  mit  ebenso  viel
Geschick  als  Freimuth.

Der  Zweite,  Lieutenant  Hjalmar  Johansen,
gehörte  zunächst  auch  zur  „Mannschaft“,  da  er  sich
als  Heizer  hatte  anwerben  lassen,  um  überhaupt  mitgenommen
  zu  werden.  In  aller  Munde  ist  jedoch
sein  Name,  seit  er  Nansen  auf  der  einzig  dastehenden
Schlittenreise  begleitet  hat.  Was  er  auf  dieser  kühnen

248

 

Fahrt  erlebt  hat,  berichtet  er  getreulich  in  „Nansen
und  ich  auf  86°  14““  (86  Grad  14  Minuten  ist
der  höchste  jemals  erreichte  Punkt  auf  dem  Wege
zum  Nordpol,  kaum  400  km  von  dem  ersehnten
Ziele  entfernt).

Beide  Berichte  bilden  eine  nothwendige  Vervollständigung
  der  Erzählung  Nansens.  Da  Jeder,  Johansen
  wie  Nordahl,  in  packender  Darstellung  zu
schildern  und  dabei  sich  doch  eine  besondere  Färbung
zu  erhalten  weiß,  wird  der  dritte  Band  von  „In
Nacht  und  Eis“  jedem  Leser  von  Nansens  Werk
erwünscht  sein.  Die  äußere  Ausstattung  schließt  sich
aufs  engste  den  ersten  beiden  Bänden  an.  Iusbesondere
  ist  auch  dieser  Band  reich  mit  Abbildungen
geschmückt;  einen  besonderen  Schmuck  bilden  vier
Chromotafeln  nach  Nansens  Aquarellen.  Auch  dieser
Band,  elegant  gebunden,  kostet  10  Mark  und  ist  auch
in  18  Lieferungen  zu  50  Pf.  erhältlich.

i'  ’ê  ?  '7'  '  V  7
Tikterakur-Perzeichnik.

Deutsch-Ostafrika.  Wissenschaftliche  Forschungsresultate
über  Land  und  Leute  unsjeres  ostafrikanischen  Schutzgebietes
  und  der  angrenzenden  Länder.  4.  Band:  Die
Thierwelt  Ostafrikas  und  der  Nachbargebiete.  Herausgegeben
  unter  Redaktion  von  K.  Möbius.  Wirbellose
Thiere.  Mit  Abbildungen  und  29  Tafeln.  Lex.  80.
Mk.  90,—,  geb.  Mk.  100,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Justus  Perthes'  deutscher  Marine-Atlas.  Bearbeitet
  von  Paul  Langhans.  Mit  Begleitworten  von
Kapitänlieutenant  a.  D.  Bruno  Weyer.  Mk.  1.—.

Justus  Perthes,  Gotha.

Muller,  Waldemar:  Cuba.  Seine  Geschichte,  wirthschaftliche
  und  handelspolitische  Entwickelung.  gr.  80.
7  Bog.  Mit  einer  Karte.  Mik.  2,50.

Richard  Schröder,  Berlin.

Schumacher,  N.:  Kigotschau  und  die  Östasiatische
Frage.  Erfahrungen  und  Erlebnisse  aus  China  und
der  japanischen  Gesechtsfront.  Ca.  20  Bog.  Mk.  2,—.

Jussingers  Buchhandlung,  Berlin.

 

.  —  —  —  —„—  ——  —  —  —  ßA—

—  —  ——  ——  —  ——  —  d  —  —

—  —  — —„  ——  —

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.
M.
M.
M.
M.
M.

„Condor“  8/1.  Sansibar.

#GS!

„Falke“  27/1.  Sydney.

&amp;amp;  &amp;amp;CeGE#GOEGOGGG
K

M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamernn.

„Bussard“  24/2.  Sydney  6/3.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).
(Poststation:  Sansibar.)

„Cormoran“  13/11.  Kiautschoubucht  16/3.  —  16/3.  Shanghai.
(Poststation:  Hofpostamt.)

„Habicht“  8/2.  Swakopmund.—  18/3.  Angra  Pequena  19/3.—  Kamernn.  (Poststation:  Kamerun.)
Vermessungsschiff  „Möwe"“  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu-Guinea.
M.  S.  „Seeadler“  24/1.  Kapstadt  9,3.  —  12/3.  Port  Elisabeth  18/3.  —  19)//3.  East  London  24/3.
—  26,3.  Natal  4/41.  —  Lourenzo  Marqucs.

(Poststation:  Hongkong.)

(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Angra  Pequena.)
        <pb n="291" />
        249

Verkehrs-Nachrichten.

Vostdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  —- 



 

 

Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

am  11.,  25.  Mai,
S.,  22.  Juni  120  abds.
am  22.  Mai,  19.  Juni
100  abds.
am  10.  jedes  Mts.
40  ums.

 

 

 

 

 

 

Nach  vom  Einschiffungshafen

II
Neapel
(deutsche  Schiffe)
1.  en  Brindisi
Deutsch-Ostafrika  (englische  Schiffe)
Marseille
(uronzo  sche  Schiffe
2.  Deutsch-Lüdwestafrika,Southampton
(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,  sagt  Schiffe  bis  Kapp
ent
von  dort  weiter  alle  14  Tage  Hamburg
auf  dem  Landwege.)  vCdeutsches  Schiff)
1  Lamburg
3.  Ramerun.  Ceutsche  Ochifeh
E  Liverpool
(englische  Schiffe)

 

 

4.  Sogo-  Gebiet

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des

Absenders)

 

5.  Deutsch-Ueu-Guinea.

 

Hamburg
(deutsche  Schiffe)

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille
(franzosische  Schiffe)

Bordeaux

(französische  Schiffe)

 

am  7.  Moi,  4.  Juni
40  nums.

am  25.  Mai,  25.  Juli
nachts  4#

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  11.  Mai,  8.  Juni

am  10).jedes  Mts.  nachts

am  20.jedes  Mts.

am  4.,  18.  Mai,
1.,  15.,  29.  Juni

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Mai,  10.  Juli
110  vms.

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi

 

6.  Marshall·  Inseln.

Brindisi
(über  Manila)

 

 

(achversand)

am  4.  Mai,  29.  Juni
abds.

am  8.  Mai,  3.  Juli
abds.

am  8.  Mai,  3.  Juli
abds.

Küderitzbucht  40  Tage.

 

Jaluit  etwa  70  Tage  ar

 

 

Tanga  19—20  Tage
Dar-es-Sal.  20—21  Tg.
Sansibar  22  Tage

Sansibar  18  Tage

Lüderipbucht  22  Tage
Swakopmund  25  Tage

Swakopmund  30  Tage

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quittah  36  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Stephansort  45  Tage
41  Tage

1

am  9.,  20.,  23.  Mai,
6.,  17.,  20.  Juni
116  abds.

am  8.  jedes  Monats
10  abds.

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schusgebieten.

790  abds.

am  6.  Mai,  3.  Juni
15  Ums.

am  25.  Mai,  25.  Julie

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  9.  Mai,  6.  Juni
5  ms.

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  2.,  16.,  30.  Mai,
13.,  27.  Juni  15  Uums.

am  23.  jedes  Monats
107  abds.

am  8.  Mai,  8.  Juli
10’x  abds.

 

27.  Juni,  1.  Juli
11°  abds.

am  2.,  6.  Mai,

am  6.  Mai,  1.  Juli
1145  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von  Landungs=  Die  Post  ist  famig  1  Landungs.  Die  ost  ist  falli
hafen  in  Berlin  «  Von  hafeng  I  lBersltuI  s
Neapel.  ..am  —52
Deutich.  10.5,  26.-Juni  «  Hamburg..am10.«jed.Monats
MicOstafpika..  Brindisi.  .  .  am  16.  M  â  Togogebiet  .  ...  Plymouth.  .  am  27.*  jed.  Wonats
Marseille  .  am  17.  Nai,  16.Juni  Marseille  .  am  16.  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrika  Southampton,  am  10.  Mai,  7.  Juni  Deutsch-Neu-Guinea  Neaqopel..  1  am  1I..  Mai,  27.  Juni
La—  v  lymouth..  am  27.jed  M
nern  #hmonh  am  15.  Mai,  onatsmuarshal-Inseln..Morseille  Mitte  Juni
16.  Juni  .  Mitte  August
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
—  —  Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Oamburg  Oftafrila
Reichspostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten  —
—  von  nach  bis  14.  April  1898
„Köni  “
*mo  Hamburg  Durban  am  14.  April  an  DOmuiden.
„Raiser  urban  Hamburg  am  14.  April  an  Neapel.
„Kanzler"#  L###burg  Durban  am  11.  April  ab  Aden.
angesratk.  urban  Hamburg  am  11.  April  ab  Delagoabai.
„8eichsta  Hamburg  Delagoabai  am  14.  April  ab  Neapel.
„Admiral!  Hamburg  Delagoabai  am  12.  April  an  Mozambigque.
„General"  Delagoabai  Hamburg  am  11.  April  ab  Mombassa.
Durban  Hamburg  am  12.  April  ab  Lisselo#
        <pb n="292" />
        250

Fahrplan  des  inkerinsularen  Dienstes  im  Golfe  von  Guinea.

—

Reisen  in  den  Monaten  Januar,  April,  Juli  und  Oktober.
Fahrtgeschwindigkeit  7  Meilen  per  Stunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NI  —=  manann  —  Vormittags.  T  =  tarde  —  Nachmittags.
Abfahrten  Datum  „  Stunde  Ankünfte  Datum  Stunde  Bemerkungen
1
Santa  Isabel  20.  2  M  San  Carlos  20.  7  M
(liegt  auf  Fernando  Bo)
San  Carlos.  20.  6  7T  San  Thomé“)  22.  6  *)  Empfang  der  Post
San  Thomé.  24.  4  Eloben.  25.  6  T  aus  Europa  am  24.
Elobey  .  29.  8  MCabo  San  Juan  29.  10  M
Cabo  San  Juan  29.  #  6  T  Batas“)  30.  6G6G)  Das  Anlaufen  von
Bata  30.  12  M  La  Concepeion  ..  31.  6=  Bata  unterbleibt
(liegt  auf  Fernando  *  vorläufig.
La  Concepcion.  1.  4  Kamern  1.  2  T
Kamerun.  2.  oder  3  6  =  Santa  Isabel  2.oder  3  2  =
Reisen  in  den  Monaten  Februar,  Mai,  August  und  November.
Fahrtgeschwindigkeit  7  7  Meilen  der  Stunde.

Abfahrten  Datum  Stunde  Ankünfte  Datum  Stunde  Bemerkungen
Santa  Isabel  17.  6  M  Kamerun  17.  3  T
Kamerun  18.  6-  Santa  Isabel  18.  3  —
Santa  Isabel  19.  6  San  Carlos=  19.  11  WMH0  Verdindung  awit  der  Vos4,
San  Carlos.  19.  6  San  Thoms  9  21.  6=  belche  am  #.  von,  Fan
San  Thomé  24.  4  Annobon  25.  12  -  Empfang  der  Post,  welche
Annobon  26.  12  M  Elobey  .  28.  6=  aus  Curopa  am  24.  an-Elobey.
  .  30.  6  DLibreville-Gabun-“)  30.  2  T  /.)  Ubergiebt  in  Libreville  die
Libreville-Gabun  31.  od.  1  18  -  Stobey#  9  .  31.0d.1.»4-  späte  Zondeuzmkvåekth
Elobe  5.  -  abo  San  Junn  5.2  nach  Europa  am

;  „  „„ü  nir  lofen  6  —
Cabo  San  Juan  .  —  —
Bata  .  —  —  La  Concepcion  7.  15
La  Concepcion.  8.  6  AMSanta  JIsabel  8.  1  -

 

 

 

 

 

 

Reisen  in  den  Monaten  März,  Zuni,  September  und  Dezember.
Fahrtgeschwindigkeit  7  Meilen  per  Stunde.

 

 

l
Abfahrten  Damm  Stunde  Ankünfte  Datum  »  Stunde  Bemerkungen

Santa  Isabel  17.  6  M.  Kamerun  17.  3  .T.  *)  Verbindung  mit  dem
Kamerun.  18.  6  Santa  Isabel  18.3  Postdampfer,  ab  San
Santa  Isabel  19.  6  San  Carlos  19.  11  N.  Thomée  am  21.;
San  Carlook  19.  6  7.  San  Thomes  21.  6  Empfang  der  euro-San
  Thome.  24.  4  Eloben  25.  6  T.  päischen  Post  am  24.
Elobey  .  27.  6  A.  Libreville-Gabun  27.  2  Uebergabe  der  Korre-Libreville
  Gabun  28.  6  Elobey.  28.  2  spondenz  in  Libreville
Elobey  29.  12  Cabo  San  Juan  290.  2  für  die  Post  zum  6.;
Gabo  San  Juan  20.  8  La  Concepcion  1.  9  di.  Empfang  der  angekom:
La  Concepcion  .  12  Santa  Isabel  2.  6  menen  am  24.
        <pb n="293" />
        —  251  —

Schiffsbewegnngen  der  Woermann-  Linie.

—  —  —T  T‘  —  —  —  —  —  —

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  28.  April  1898
„Adolph  Woermann"  Loango  Hamburg  am  22.  April  in  Lagos.
„Aline  Woermann"“  Hamburg  Loango  am  10.  April  in  Kamerun.
„Anna  Woermann  ..  Sherbro  Hamburg  am  23.  April  in  Tanger.
„Antonina"  3.  Zt.  in  Hamburg.  ·
,,Brnxellesville«....  Hamburg  Kongo  am  26.  April  Vlissingen  passirt.
„Carl  Woermann“  ..  Loanda  Hamburg  am  25.  April  in  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen"  Hamburg  Loango  am  19.  April  in  Madeira.
„Ella  Woermonn“"  Hamburg  Loango  am  25.  April  Ouessant  passirt.
„Gertrud  Woermann“#.  Hamburg  Kotonon  am  24.  April  Ouessant  passirt.
„Gretchen  Bohlen"  Kotonou  Hamburg  am  9.  April  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  27.  April  in  Kotonou.
eannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  12.  April  in  Loanda.
rt  Woermann“  ..  Hamburg  Loanda  am  30.  April  ab  Hamburg.
„Lothar  Bohlen  “  ..  Loango  Hamburg  am  28.  April  in  Hamburg.
„Lulu  Bohlen  “.  ..  Hamburg  ;  Lüderitzbucht  am  26.  April  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann"  Hamburg  1  Lüderitzbucht  am  5.  April  in  Las  Palmas.
„Nelita  Bohlen"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  28.  April  in  Madeira.
„Vrofessor  Woermann“  Hamburg  I  Sherbro  am  26.  April  in  Sierra  Leone.
„Thekla  Bohlen".  Hamburg  1  Loanda  am  28.  April  in  Accra.

—  ———.—————.  —  —  —  —  —  ÔÊ  —  —  —  —  —  ——  —  —  —

3½  Dieser  Nummer  liegen  zwei  Beilagen  bei:  1.  der  Hofbuchhandlung  von  Schall  &amp;amp;  Grund  in  Berlin,
betreffend  den  ersten  Band  des  Werkes:  „Fricker  Antarktis“;  2.  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin,  betreffend  den  soeben  erschienenen  zweiten  Theil  des  Werkes:
„Die  dentsche  Kolonial-Gesetzgebung“  von  Dr.  Alfred  Zimmermann,  worauf  die  geehrten  Leser  ganz
ergebenst  aufmerksam  gemacht  werden.  Die  Expedition.

 

 

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Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Verlin  SW  i2,  nochstraße  68—71,

 

 

einzusenden.

 

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unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kosonial-Gesellschaft.

Deutsches  Kolonialhbaus-Bruno
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Grossherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflieferant  Eingetragene  Schntrmarke.

 
   
  
 
  
  

   
 
 

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az#  s
HMass.

     

     

 

Haupt-  u.  Versandgeschaft;  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernspr.:  Amt  1.  No.  937.
Zweiggeschüft:  Berlin  W.  62,  Schlllstr.  16.  Fernepr.:  Amt  IX.  No.  7244.

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        <pb n="294" />
        Beschluß.

Die  nach  Artikel  13  des  Handelsgesetzbuches
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  und  Eintragungen  in  das
Handelsregister  des  unterzeichneten
Kaiserlichen  Gerichts  werden  im
Jahre  1898

im  Deutschen  Kolonialblatt,
im  Reichsanzeiger  und
in  der  zu  Johannesburg  erscheinenden
  Südafrikanischen  Zeitung
erfolgen.  (209)
Keetmanshoop,  den  12.  Januar  1898.
Ber  Koiserliche  Richter  für  den  Sädbezirk
bes  deuisch=  füdwestafrikan.  Schuhgebietes.

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zu  Diensten.  (27)

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Fabrik  und  Export:  Leipzig.
Geschäftshäuser:  St.  Petersburg,
Moskau,  London.  (226)
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  Systemen  gebaut  und
vollstindig  eingerichtet.  —  Blllgster
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Prima-  Fabrlkate.  —  Prospekte,
Patenturkunden,  Atteste.  —  Eigene

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Ü

252

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumfpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (omm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Aanam  Nunin

(salzsaures  Phenocoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cer  vello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelonn  zur  sehnellen  und
Sicheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,

wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebruder  Oldenburg;
Barcelona:  J.  Espiell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  SKl.  Mary-  at-  Hill;

Moskau:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Flnk,  126  Willlam  Street;

Paris:  Max  Fsres,  31  rue  des  petites  Ecuries;

Blo  de  Janeiro:  Magalmies,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelbhoeler  &amp;amp;  Co.

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bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
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Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

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Drahtseile

jeder  Konstruktion  und  Qualität  für  Bergwerke  etc.

Schiffstauwerk

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Westfälische  Drahtindustrie,

Hamm  in  Westfalen.

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        —  253  —

  
  
 
   

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Arthur  Koppel,  Berlin  NW.7,  Lorcethesnetr.  —
*  Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.

.  Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.

1  in  !5“  ni  .z  "  --:

X.

.  *  *  *  *
§—.—.————  —  —  n'm

 

 

    

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WIZT  D—*  à  à  N

*&amp;amp;

 

Sökeland-Export  PumpernickelFchmigdeeiserne  Penster
und  Schwar  Zbrot.  (63)  und  Oberliehte  jeder  Art,  (161)

Unerraichte  Haltberkeit  in  #jedem  Klime.  rut  der  Berliner  Gewerbe3schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
au  ung  von  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarz-  d  Thore  fertigt  als  Spezialität
brote  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hatten.  n.  Zi  ersn  HButxer
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.  ·  Imim  ann.  Bautzen.
Exportaufträge  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Hamburg;  für
das  Inland  E.  Söxeland  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NIT§.,  oder  Mandsber.

 

 

 

   

  

 

  
 

 

 

 

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und  Heilmittel  bel  Seekrankhelt!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrackungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  -.  Ich  bin  so  zufrieden.
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem
Verthe  für  die  tägliche  Praxis  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden
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Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michaelis'sches  Referat).  —  Proben  und
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Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.  I  Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.

hat  in  den  betheiligten  Kreisen  eine  überaus  rege  Beachtung  und  günstige  Aufnahme  gefunden.  Das  Werk
kann  als  ein  Lese=  und  Lehrbuch  gelten,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer
nutzbringenden  Weltpolitik  zu  geben  vermag.  Es  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  eur  opäischen
Kolonialpolitik  dar  und  ermöglicht  allen  Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die
Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte.  Die  nachstehenden

Stimmen  der  Presse
kennzeichnen  den  Werth  und  die  Eigenart  des  Werkes:

Bei  Erscheinen  des  ersten  Bandes:  freunden  gelesen  zu  werden.

tischen  Werthe,  verdient  von  allen  Kolonial=1


gi  ititär  ·  Hittrrahtr,  geikung  Nr.  14  vom  Nov.  1896:.  Glehne,  Nr.  20  vom  Nov.  1896...  hier  sind  all-Wir
  haben  in  diesem  Bande  den  Beginn  einer  für  gemeine  Kapitel  eingeschaltet,  die  uns  jedesmal  die
die  Kolonialpolitik  der  Gegenwart  hochwichtigen  Interna  der  Verwaltung,  die  Finanz=  und  Zollwirthund
  hedeutungsvollen  Arbeit.  Air  stehen  nicht  schaft,  die  Handelsbeziehungen  zur  Heimath  und  Fremde
an,  es  geradezu  als  ein  Lehrbuch  der  Kolonialpolitik  2c.  besser  erkennen  lehren.  Wir  halten  diese  Abschnitte
zu  bezeichnen  mit  seiner  reichhaltigen,  gewissen=  in  mehr  als  einer  Hinsicht  für  die  wichtigsten  und
haften  Forscherarbeit.  für  den  Kolouialfreund  nützlichsten.

Köluische  Bolkszeitunz  Nr.  833  vom  7.  Dez.  1896:
Das  Buch  verdient  die  weiteste  Verbreitung  in  allen  Bei  Erscheinen  des  zweiten  Bandes:
Inteligemblatt,  Fraukfurt  a.  M.,  Nr.  59  vom

gebildeten  Kreisen.
Heutsche  Rerne,  XXII.  Jabrg.:  Februarheft:  Die  11.  Marz  1898:  Es  ist  in  hohem  Maze  erfreulich,  daß
Dr.  Zimmermann  es  verstanden  hat,  seine  auf  breiter

l
I
s
Darstellung  ist  klar  und  flussig,  das  Wichtigste  1
ist  mit  Geschick  hervorgehoben,  und  das  Werk  ist  der  wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Untersuchungen
in  ein  so  angenehmes  Gewand  zu  kleiden,  daß

nur  den  Interessenten  unserer  Kolonialpolitik  einen
nicht  zu  übersehenden  Spiegel  vorhält,  sondern  auch
die  erste  Zusammenfassung  der  gesammten
Kolonialgeschichte  bietet  und  somit  auch  dem
Historiker  und  Geographen  von  großem  Nutzen  ist.

Tilterarisches  Gentralblatt  für  Pentschland.  1897,  Nr.  3:
...  Dem  Fachmann  sowie  dem  Laien  sei  das  Buch
als  belehrende  oder  unterhaltende  Lektüre  empfohlen.

Beusche  Kolonialzeitung  Nr.  51  vom  19.  Dez.  1896:
..  Aus  der  Geschichte  können  und  mussen  wir  lernen,
deshalb  sei  die  Lektüre  des  vorliegenden  Buches
besonders  empfohlen.

Teipziger  B#nfrirle  Zeitung  Nr.  2792  v.  2.  Jan.1897:
Dem  Treund  in  dem  Gegner  der  Kolonialpolitik
  sei  das  Studium  des  Zimmermannschen  fragen,  und  so  gruppiren  sich  die  bedeutsameren  ge-Werkes
  angelegentlich  empfohlen.  schchtlichen  Vorgne,  welche  er  behandelt,  ganz  von

Pet#anns  Mittheilnugen,  1897,  Heft  5:  Zimmer-  selbst  zu  Weltbildern,  aus  denen  man  ganz  andere  Dinge
manno  vorliegendes  Buch  ist  von  hohem  prak=  erfährt  als  nur  die  Buntheit  der  geschilderten  Thatsachen.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes  zu  beziehen,
cgegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der  Verlagsbuchhandlung.

Beachtung  der  weitesten  Kreise  werth,  da  es  nicht
die  Darstellung  sich  zuweilen  liest  wie  ein  Roman  und

daher  auch  Demjenigen,  den  nicht  gerade  sein  Beruf
zur  Antheilnahme  an  kolonialpolitischen  Fragen  aus  der
Gegenwart  oder  Vergangenheit  nöthigt,  Interesse  abverlangt.


Malissal-  Veitunz  Nr.  168  vom  12.  März  1898:;
...  Das  Buch  ist  eine  werthvolle  Bereicherung
unserer  geschichtlichen  Litteratur  und  läßt  den
noch  angekündigten  vier  Bänden  des  Werkes  mit  dem
lebhaftesten  Interesse  entgegensehen.

Allsnser  Nachrichten  Nr.  45  vom  23.  Febr.  1898:
...  Alfred  Zimmermann  begnigt  sich  nicht  damit,  über
die  Ereignisse  selbst  zu  berichten;  es  reizt  ihn,  nach
dem  wirthschaftspolitischen  Warum  des  Warum  zu
        <pb n="301" />
        259  —

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Gegründet  1852.

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Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondenz  erbeten.  (223)
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(183)

 

 

 

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  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Amis.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
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  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
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A.  T.  Mahan,  Der  Einfluß  der

Seemacht  auf  die  Geschichte.
Erster  Band.  1660  —  1783.  In
Uebersetzung  herausgegeben  auf  Veranlassung
  der  Redaktion  der  Marine=Rundschau.
  Zweite  Auflage.  Mk.  10,
geb.  Mk.  11,50.

 

 

—.—  Der  Einfluß  der  Seemacht
auf  die  Geschichte.  1783—1812.
Die  Zeit  der  franbischen  Revolution
  und  des  Kaiserreichs.  Auf
Veranlassung  des  Kaiserlichen  Oberkommandos
  der  Marine  übersetzt
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Die  Seeinteressen  des  Deutschen

Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veranlassung
  des  Reichs-Marine-Iuts.
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  der  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
altbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr

erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.  o

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Albert  Bier,  (7)
Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.
F#  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

    

 

Export  „Bier

r
Kalser-Brauerei  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Sremen,

Steingut

der  Deutschen  Steinguttabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (165

Deutschen  im  Auslande

kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

Steinberger  Korn

in  Kisten  à  12  Literflaschen  billigst.  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennerei,  gegr.  1785.
Export-Vertret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

 

    
  
  
 

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„Die  Evangel.  Missionen“
noch  nicht  kennt,  versäume  nicht,
sich  ein  Probeheft  kommen  zu
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Gütersloh.  (ur)

 

 

 

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Länder-  und  Völkerkunde

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WOERMANN-LINIE.

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Am  10.  Mai:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Mai:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Martens,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Mai:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.

Am  25.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,

nach  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  Mai:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.
MAachste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Mai,  25.  Juli  und  ferner
am  25.  jedes  ZzZweiten  Monats.
4  Güter  müssen  aum  Tage  vor  dem  4bgangsdattum  blis  12  Uhr  mittags  M#nsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie

(v)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  ost.  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

    

 

 

 

0  „GENERAL“,  Capt.  Gauen  11.  Mai,
HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorllll  11.  Mai,  25.  Mai,
o,  ADMIRAL,  Capt.  West  ..  ...  .  .  ..  .  .  .  ..  ..  ..  25.  Mai,  8.  Juni,

nach  Mombassa,  Tanga?,  Pangani?,  Saadani-,  Bagamoyo",  Dar-es-Saläm,  Sansibar?,  Kllwa,  Lindi,
Mllindani,  Ibo,  Mozambique  ,  Quelimane,  Chinde  ,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  verschenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzuoliche  Einrichtungen  Fur  Eussagtere  en  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Pasenge  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Denutsche  Ost-Afrika-LTinie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  30.  April  1898  um  6§  Uhr  nachmittags.
        <pb n="305" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

HKeraunsgegeben  in  der  Kolsenisl-Abtheilung  des  Auswärtigen  Awmis.

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I.  Jahrgang.

—  —  —  —

 

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Berlin,  16.  Mai  1898.

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lunmer  10.

.———————————––

 

—

 

–

Oiese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

#scheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

##.  Danekelmen.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beihesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

wuchtondlangen  Mk.  8,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich  =  Ungarn,  Mk.  3,75  für

bie  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  gind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kechltraße  66—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  ZangPreiölsste.  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

Mhlt:  Amtlicher  Theil:  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
im  Monat  Februar  1898  S.  263.  —  Personalien  S.  263.  —  Schiffsbewegungen  S.  264.

"  Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  265.  —  Deutsch-Ostafrika:  Reisebericht  des  Kaiserlichen
  Gouverneurs  Liebert  S.  265.  —  Ueberführung  des  Dampfers  „Ulanga“  S.  268.  —  Die  Schweselquellen
von  Amboni  (mit  Skizze)  S.  268.  —  Kamerun:  Expedition  v.  Carnap  S.  272.  —  Pflanzung  „Günther  Soppo“,
G.  m.  b.  H.  S.  274.  —  Bericht  über  die  Regierungsschule  in  Kamerun  S.  274.  —  Deutsch-Südwestafrika:
Farmengründung  S.  274.  —  Gewinnung  von  Trinkwasser  in  Lüderitzbucht  S.  275.  —  Aus  dem  Bereiche

der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  275.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Die  Ein-#Achorenen
  Unruhen  in  Betschuanaland  S.  277.  —  Zululand  S.  278.  —  Verschiedene  Mittheilungen:

rsammlung  deutscher  Forstmänner  zu  Stuttgart  S.  278.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  280.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  280.  —  Anzeigen.  "

 

Amtlicher  Theil.

Berordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Februar  1898.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,39  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.  Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.  Neben-  *-r•'
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt

–  ###.  P.]Ap.  P.]  #.  P.  Rh.  (P.]  .  (P.  #.  P.  —  Mk.  f.
Tanaa  312  0812266  in  81—  77  22  Z5  5%  1276040  =  17137/27
Panggnn  1465  36735  50  5—  8  249  51  12891  58
Saadddn  1513  144  09  5—  *  7  36154  59  =  4385  34
Bagamono  6894144919  31  8  —  10  414168  401  %1  =  22380  41
Dar-es-Saläm.  723  16  64  16163  68
Klvoa  3148  37  6157—131  CCE3159199
dun.  956  0533  8  —  2  35  163301638  =  5579|76
Rilindani  981  267  2  820  326620  9432·97
zusammen  15994  31|1|6504  4110  4943  —

—  —  —  —  ——  —  —„—  —

22232  Mrk.541  Mk.  430  Mk.|1  Mk.  579  Mk.

33  Pf.  58  Pfo.  90  Pf.  54  pf.  65  Ppf.  I

.  Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Geheimen  Admiralitätsrath
  und  vortragenden  Rath  im  Reichs-Marine-Amt  Dr.  Herz  die  Genehmigung  zur  Anlegung  des

Komthurkrenzes  des  Großherzoglich  Mecklenburg-Schwerinschen  Greifenordens  zu  ertheilen.
        <pb n="306" />
        —  264  —

Kaiserliche  Schutgtruppen.
A.  K.  O.  vom  30.  April  1898.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Dr.  Gallus,  Dr.  Drewes,  überzählige  Stabsärzte,
Dr.  Stierling,  Dr.  Fülleborn,  überzählige  Oberärzte,
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
Dr.  Schöppwinkel,  Dr.  Langheld,  überzählige  Stabsärzte,  und
Dr.  Kuhn,  überzähliger  Oberarzt,  —  in  etatsmäßige  Stellen  eingerückt.
A.  K.  O.  vom  5.  Mai  1898.
Schutztruppe  für  Kamerun.

Kerksieck,  bisher  Assistenzarzt  vom  Infanterie-Regiment  Graf  Dönhoff  (7.  Ostpreußischen)  Nr.  44,  mit
dem  6.  Mai  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  7.  Mai  d.  Js.  als  Assistenzarzt
mit  seinem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  in  Ergänzung  der  Bekleidungs-Vorschrift  für
die  Schutztruppen  vom  19.  November  1896  Allergnädigst  zu  bestimmen  geruht,  daß

1.  die  Sanitätsoffiziere  den  für  die  Offiziere  vorgeschriebenen  Degen  mit  einer  1  cm  hohen  Kaiserkronc
  an  Stelle  des  glatten  Knopfes  am  oberen  Theil  des  Korbes  und  zur  Heimaths-Uniform
Anschnallsporen  mit  Spornriemen  aus  naturfarbenem  Leder  anzulegen  haben,

2.  die  in  Deutschland  kommandirten  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere  zum  kleinen  Dienstanzuge  und
zum  Gesellschaftsanzuge  lange  graue  Beinkleider  mit  den  Vorstößen  der  Stiefelhose  und  schwarze
Fußbekleidung  mit  Sporen  mit  geradem  Hals  tragen  dürfen.

 

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

M.  S.  „Bussard“  24/2.  Sydney  6/5.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).

M.  S.  „Condor"  8/1.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Cormoran“  16/3.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)

.  M.  S.  „Falke“  27/1.  Sydney  13/4.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  „Habicht"  5/4.  Mossamedes  12/4.  —  15/4.  Loanda  17/4.  —  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
M.  S.  „Seeadler“  26/4.  Lourenzo  Marques  16/4.  —  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)

ne#ens

Truppentransporte:

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  des  Norddeutschen  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Transport  für
das  Vermessungsdetachement  in  Kiautschou.

Transportführer:  n)  von  Bremerhaven—Genua:  Unterlieutenant  zur  See  Windmiller,
b)  von  Genua—  Kiautschon:  Kapitänlicutenant  Deimling:
Bremerhaven  22/3.  —  24/3.  Antwerpen  27,/3.  —  28/3.  Southampton  28/3.  —
3,4.  Genua  5/4.  —  6/4.  Ncapel  6/4.  —  10/4.  Port  Said  10/4.  —  111/4.  Suez
11/4.  —  15/4.  Aden  15/4.  —  Colombo.
        <pb n="307" />
        265

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Geometer  Geist,  der  im  Seminar  für
orientalische  Sprachen  vorgebildet  ist,  ist  als  Meßgehülfe
  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deuts  ch-Ostafrika
  angenommen  worden  und  hat  am  11.  d.
Mts.  seine  Ausreise  nach  Dar-es-Saläm  angetreten.

 

Der  Brunnenmacher  Rudolph  Hanskopeit  in
Milindani  ist  am  Fieber  gestorben.

 

Ramernn.
Der  Lehrer  Betz  aus  Kamerun  hat  einen  ihm
bewilligten  Heimathsurlaub  angetreten.

 

Togo.
Gerichtsassessor  Dr.  Heim,  der  seit  Dezember
v.  Is.  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Amts  beschäftigt  worden  ist,  ist  dem  Gouvernement
von  Togo  zur  Dienstleistung  überwiesen  worden.
Derselbe  wird  mit  dem  am  10.  Juni  von  Hamburg
abgehenden  Dampfer  die  Ausreise  dorthin  antreten.

Für  die  Stelle  eines  Maschinenschlossers  in  Togo
ist  der  Maschinenschlosser  Küntzen  angenommen
worden.  Derselbe  ist  mit  dem  am  10.  d.  Mts.  von
Hamburg  abgehenden  Dampfer  nach  Lome  abgereist.

 

Rachrichten  aus  den  deuklschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-ltafrika.
RNeisebericht  des  Raiserlichen  Souverneurs  Ciebert.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  General  Liebert
berichtet  über  seine  Anfang  April  d.  Is.  beendete
größere  Reise  durch  die  Bezirke  Bagamoyo,  Pangani,
Masinde  und  Kilimandjaro  Folgendes:

Die  Reise  wurde  zu  meiner  persönlichen  Belehlung
  über  Land  und  Leute  unternommen.  Die
durchzogenen  Landschaften  sind  bereits  häufig  beschrieben
  worden.  Ich  beschränke  mich  daher  darauf,
einige  Bemerkungen  über  die  wirthschaftliche  Entwickelung
  der  bereisten  Landschaften  und  über  die
zahlreichen  von  mir  besuchten  Missionsanstalten  zu
machen.

Das  Land  von  der  Küste  bis  zu  den  Ngurubergen
  ist  im  großen  Ganzen  nur  Steppengebiet,
dünn  bevölkert,  besitzt  keinen  wirthschaftlichen  Werth
und  bietet  keine  Aussicht  auf  höhere  Entwickelung.

Die  Aguruberge,  zwischen  1200  und  2600  m
Höhe  wechselnd,  bilden  eine  schöne  und  reiche  tropische
Gebirgslandschaft  mit  gutem  Boden,  dichtem  Waldbestand
  und  genügender,  zum  Theil  reichlicher  Bewässerung.
  Sie  können,  zumal  in  ihrem  südlichen
Theile  um  Mhonda  herum,  als  ein  Plantagenland
wie  Usambara  bezeichnet  werden,  dessen  Bebauung
aber  nur  in  Frage  kommen  kann,  wenn  für  Bahnverbindung
  mit  der  Küste  gesorgt  ist.

Usegua,  ein  weitgestrecktes  Hügelland  von  durchschnittlich
  700  bis  800  m  Meereshöhe,  ist  erheblich
stärker  angebaut  und  dichter  bevölkert,  als  ich  erwartet
hatte.  Für  den  europäischen  Markt  wird  hier  schwerlich
  Boden  zu  finden  sein,  dagegen  ist  und  bleibt  die

 

D!

s
l

Landschaft  eine  Kornkämmer  für  die  Eingeborenen
(Mtama  und  Mais)  und  das  einzige  Gebiet  in  der
Nähe  der  Küste,  wo  noch  zahlreiches  Kleinvieh  und
einiges  Rindvieh  gehalten  wird,  und  man  von  größerer
Viehwirthschaft  sprechen  kann.

Der  Kilimandjaro  bildet  mit  seinen  prachtvollen,
wasserreichen  Berglandschaften,  mitten  aus  weitgestrecktem
  dürren  Steppengebiet  aufragend,  eine
Welt  für  sich.  Unter  dem  von  den  Wadschagga
freigelassenen  Lande  finden  sich  einige  geräumige
Landschaften,  wie  Kindi  und  Uru,  die  zur  Aufnahme
deutscher  Ansiedler  in  größerer  Zahl  geeignet  und
vom  Bezirkschef  hierzu  in  Aussicht  genommen  sind.
Daß  hier  deutsche  Bauern  in  einer  Höhenlage  von
1200  bis  2000  m  gut  leben  und  von  ihrer  Hände
Arbeit  existiren  können,  beweisen  die  hier  seit  langen
Jahren  blühenden  Missionsanstalten  mit  ihren  Gärten
und  Versuchsfeldern.  Von  einer  Garantie  für  höheren
Wohlstand  durch  Absatz  nach  der  Küste,  Viehhandel  rc.
muß  so  lange  Abstand  genommen  werden,  bis  eine
Bahnverbindung  von  Tanga  zum  Kilimandjaro  hergestellt
  ist.

Der  Bezirkschef  Hauptmann  Johannes  hat  es
verstanden,  die  früher  gefürchteten  Kriegsfürsten  der
Wadschagga  zu  sehr  fügsamen  und  loyalen  Unterthanen
zu  machen.  Die  günstige  Lage  der  Station  Moschi
unmittelbar  vor  der  Boma  des  Meli  und  in  der
Mitte  zwischen  den  Landschaften  der  mächtigsten
Häuptlinge  Mareale  (Marangu)  und  Mleali,  Sinas
Sohn  (Kiboscho),  trägt  viel  zur  Aufrechterhaltung
des  Friedens  bei.  Ein  ausgezeichnetes  Wegenetz  verbindet
  sämmtliche  bebauten  Landschaften  des  großen
Berges  untereinander  und  mit  Moschi.  Bis  nach
        <pb n="308" />
        Aruscha  ju  (jenseits  des  Meruberges),  Aruscha  tschini
(in  der  südlichen  Steppe),  nach  Umbugwe  und  den
zahlreichen  in  der  Steppe  zerstreut  liegenden  Wandorobbokraals
  erstreckt  sich  der  unmittelbare  Einfluß  der
deutschen  Station.  Die  Oberhäuptlinge  aller  dieser
früher  feindseligen  Stämme  erschienen  zu  meiner  Begrüßung
  auf  fünf,  sogar  acht  Tagemärsche  weit  und
brachten  Elfenbein  und  andere  Geschenke  als  Tribut.

Südpare  und  Westusambara  sind  diejenigen  Gebiete
  der  Kolonie,  die  gegenwärtig  zumeist  gefördert
und  in  ihrer  wirthschaftlichen  Entwickelung  begünstigt
werden  müssen.  Beide  Gebirgsländer  zeigen  etwa
die  gleiche  Erhebung  (1500  bis  2000  m),  werthvolle
Waldbestände  und  schöne  Wiesenmatten,  reiche  Bewässerung,
  Klima  und  Boden  für  deutsche  Besiedelung
  geeignet.  Ihre  Küstennähe  und  die  Hoffnung,
daß  beide  bald  durch  Verlängerung  der  Tangabahn
mit  der  Küste  in  direkte  Verbindung  treten,  lassen
hier  eine  schnelle  und  günstige  Entwickelung  wenigstens
in  Aussicht  stellen.

Den  Gebirgsklotz  von  Südpare  habe  ich  von

Kisuani  aus  erstiegen,  auf  der  Höhe  des  Gebirges

die  Landschaften  Wudeh,  Tschomme,  Gonjansa  und

Kansa  durchzogen  und  bin  bei  Gondja  in  die  Steppe
hinabgestiegen.

Das  Land  Wudeh,  das  sich  Dr.  Beerwald  für
die  Afrikanische  Landwirthschafts-Gesellschaft  gesichert
hat,  besteht  aus  schönen  Hochweiden,  die  von  den
Bananen-,  Mais=  und  Zuckerrohrschamben  der  Eingeborenen
  unterbrochen  sind.  Es  eignet  sich  entschieden
zur  Viehzucht  in  größerem  Stil.  Verschweigen  läßt
sich  aber  nicht,  daß  die  Zugangspunkte  zum  Gebirge,
nach  Kisuani  und  Gondja  für  Vieh  gefährlich  zu  sein
scheinen.  Ein  Maulthier  meiner  Expedition,  das  den
Ausstieg  nicht  mitmachte,  sondern  vier  Tage  am  Fuße
des  Gebirges  an  den  beiden  genannten  Punkten  verblieb,
  ging  wenige  Tage  darauf  an  den  Krankheitserscheinungen
  des  Tsetsestiches  (Blut  aus  Augen  und
Nüstern,  Blutharn  2c.)  ein,  während  die  anderen
Thiere,  die  die  schwere  Kletterpartie  mitgemacht
hatten,  gesund  blieben.  Die  Afrikanische  Landwirthschafts-Gesellschaft
  wird  also  mit  diesem  Faktor  rechnen
müssen,  wenn  sie  größere  Viehstapel  an  oder  auf
dem  Paregebirge  aufstellen  will.

Die  Landschaft  Tschomme,  die  von  Seiten  eines
Pflanzers  für  Plantagenzwecke  in  Aussicht  genommen
ist,  hat  meinen  Erwartungen  nicht  entsprochen.  Sie
hat  keinen  Waldbestand,  keinen  tkefgründigen  Humus,
sondern  zeigt  dasselbe  Aeußere  wie  Wudeh  und  wird
für  bäuerliche  Landwirthschaft  und  Viehzucht  recht
gut  sich  eignen.  Oestlich  Tschomme  breitet  sich  auf
der  Höhe  des  Gebirges  —  auf  1800  bis  2000  m
—  ein  prachtvoller  Urwald  aus,  dessen  nordsüdliche
Ausdehnung  ich  nicht  feststellen  konnte,  den  ich  von
Westen  nach  Osten  in  drei  vollen  Stunden  mühsam
durchquerte.  Mächtige  Baumriesen,  dichtes  Unterholz,
Lianengehänge,  Farnkräuter  und  malerische  Baumfarne
  sind  das  Charakteristische  dieses  Waldbestandes.
Em  Boden,  der  solchen  Pflanzenwuchs  trägt  und

266

 

trotz  der  trockenen  Jahreszcit  solche  Feuchtigkeit  birgt,
ist  für  jeden  Anbau  geeignet  und  kann  je  nach  der
Höhenlage  für  die  verschiedenen  Tropenkulturen  verwendet
  werden.

Von  Gondja  führte  mich  ein  starker  Marsch  durch
die  sonnendurchglühte  Dornensteppe  nach  Schemahombe
am  Nordwestsuße  des  Usambara-Gebirgsstockes,  von
wo  der  fast  senkrechte  Aufstieg  zu  den  Missionen
Mtai  und  Mlalo  gemacht  ward.  Ich  habe  sodann
Westusambara  in  nordsüdlicher  Richtung  durchzogen
und  Abstecher  in  das  Schummeland  und  nach  der
Plantage  Sakarre  gemacht.  Die  ganze  Gebirgslandschaft
  weist  durch  ihren  immergrünen  Anstrich,
durch  ihre  starke  Bewaldung  und  ihre  saftigen  Wiesenmatten
  selbst  dem  Laien  das  Bild  eines  Landes,  das
sich  für  deutsche  Besiedelung  eignet.  Die  vom  Gouvernement
  bei  Kwai  angelegte  Musterwirthschaft,  die
unter  der  kundigen  und  praktischen  Leitung  des  Herrn
Eick  in  kaum  zwei  Jahren  eine  staunenswerthe  Entwickelung
  genommen  hat,  wird  den  Mittelpunkt  einer
Bauernansiedelung  in  hoffentlich  kurzer  Zeit  bilden.
Jeder  Kolonist  kann  sich  hier  mit  eigenen  Augen
überzeugen,  welch  fabelhafte  Fruchtbarkeit  in  diesem
Boden  steckt,  wie  die  Kartoffeln,  Roggen,  Gerste,
Lupinen,  Weizen,  Mais,  Futterrüben,  alle  Gemüsearten
  und  daneben  Wein,  Kaffee,  Thee  2c.  gedeihen,
welche  Erfahrungen  bei  dem  Anbau  der  einzelnen
Früchte  gesammelt,  welche  Fehler  zu  vermeiden  sind.
Ich  stehe  nicht  an,  diesen  Punkt  als  die  Perle  der
ganzen  Kolonie  und  als  den  Brennpunkt  aller  hier
im  Lande  geleisteten  Arbeit  zu  bezeichnen.  Es  darf
die  Hoffnung  auf  eine  glänzende  Zukunft  dieses
schönen  Landstriches  ausgesprochen  werden.

Von  Kwai  aus  durchzog  ich  in  mehreren  Tagemärschen
  die  Landschaften  Magamba  und  Schumme.
In  der  ersteren,  die  theils  aus  Wiesenmatten,  theils
aus  Hochwald  besteht,  ist  ein  Abschnitt  für  Plantagenzwecke
  verkauft  worden.  Das  Land  ist  sicher  günstig
für  derartigen  Betrieb,  mit  der  Arbeit  ist  bis  jetzt
jedoch  noch  nicht  begonnen.  Das  Schummeland,  auf
1800  bis  2000  m  Höhe  gelegen,  ist  ein  Gebirgsstock,
dessen  Berge  mit  werthvollem  hochstämmigen  Cedernholze
  (Juniperus  procera)  bedeckt  sind,  während
die  Thaleinschnitte  auf  wagerechter  Sohle  grüne
Wiesenmatten  zeigen.  Die  Landschaft  ist  auf  vier
Quadratmeilen  Flächenraum  zu  schätzen,  wovon  etwa
die  Hälfte  mit  Cedernholz  bewachsen  sein  mag.  Hundertjährige
  Stämme  sind  in  großer  Zahl  vorhanden
und  repräsentiren  bedeutende  Werthe.  Gegenwärtig
ruiniren  die  Eingeborenen  diese  Bestände,  indem  sie
die  Rinde  der  großen  Bäume  abschälen  und  ihre
Hütten  damit  decken,  andererseits  durch  Waldbrände
ruchlosester  Art.  Selbstverständlich  kann  dies  für
Bleistiftfabrikation  verwendbare  Holz  erst  nutzbar
werden,  wenn  die  Eisenbahn  bis  Mombo  unmittelbar
an  die  Berge  herangeführt  ist.  Schon  jetzt  aber
handelt  es  sich  dringend  um  sofortigen  Forstschuz,
der  durch  deutsche  Beamte  mit  Strenge  durchzuführen
  ist.
        <pb n="309" />
        —  267  —

Von  Kwai  ist  ein  schöner,  bis  auf  wenige  schwierige
  Stellen  fahrbarer  Weg  (40  km  lang)  bis  Mombo
in  die  Ebene  geführt.  An  diesem  liegt  der  neue
Hauptort  des  Bezirks  Westusambara,  das  spätere
Bezirksamt  in  der  Landschaft  Rusotto.  Der  Bezirkschef
  hat  seinen  Sitz  von  Masinde  hierher  verlegt,  da
hier  oben  in  den  Bergen  und  nicht  unten  in  der
unfruchtbaren  Steppe  der  Mittelpunkt  der  Geschäfte
liegt.  Die  Station  ist  sehr  geschickt  und  zweckmäßig
angelegt,  der  Hausbau  ist  noch  im  Stadium  der  Vorbereitung,
  hat  aber  an  den  gleichen  Anlagen  in  Kwai
ein  vortreffliches  Muster.  Der  Bezirk  wird  fortan
nicht  mehr  den  Namen  Masinde,  sondern  Westusambara
  führen.

Als  letzter  interessanter  Punkt  dieser  Landschaft
wurde  noch  die  von  Herrn  Illich  angelegte  Plantage
Sakarre  besucht.  Der  Platz,  auf  etwa  1300  m
Meereshöhe,  ist  ganz  vortrefflich  gewählt,  ein  sehr
großer  Komplex  besten  Kaffeebodens  mit  mehreren
durch  die  Pflanzung  fließenden  Gebirgsbächen  ist  mit
verhältnißmäßig  geringen  Geldmitteln  gerodet,  bepflanzt
  und  mit  bequemem  Wegenetz  versehen.  Gegenwärtig
  standen  160  000  einjährige  Bänme  im  Felde,
die  trotz  der  Dürre  ein  gutes,  gesundes  Aussehen
zeigen.  Aus  den  Samenbeeten  werden  in  der  Regenzeit
  weitere  150  000  verpflanzt,  wozu  alle  Vorbereitungen
  getroffen  sind.  Die  ganze  Anlage  macht
einen  sehr  vertrauenerweckenden  Eindruck.

Im  Luengerathale  besichtigte  ich  die  Vermessungsarbeiten
  des  Premierlieutenants  Ganßer,  der  dort
unter  den  größten  Schwierigkeiten  und  unter  hartem
Kampfe  mit  dem  Sumpfklima  einen  3100  m  langen
Erddamm  aufführt,  um  eine  Basis  für  die  Vermessung
  von  Ost=  und  Westusambara  zu  schaffen.
Zwei  Europäer  sind  ihm  gestorben,  mehrere  mußten
abgelöst,  andere  ins  Lazareth  nach  Tanga  geschickt
werden.  Die  sehr  bedeutenden  Erdarbeiten  —  der
Damm  ist  am  Südende  5  m  hoch  aufgeschüttet  —
werden  auch  während  der  Regenzeit  fortgesetzt;  Ende
Mai  soll  die  Basis  fertig  vermessen  sein.  Ich  habe
angeordnet,  daß  bis  zum  1.  Oktober  d.  Is.  das
Dreiecksnetz  von  Handei  mit  den  Punkten  1.  bis
4.  Ordnung  vermessen  sein  soll.  Alsdann  wird  die
Herstellung  der  so  dringend  nöthigen  Karte  des
Plantagengebietes  eifrigst  gefördert  werden.

An  Missionsanstalten  habe  ich  zu  sehen  bekommen:

1.  Die  Missionen  der  schwarzen  Väter  in  Bagamoyo,
Mandera,  Mhonda,  Kilema  und  Kiboscho;

2.  die  lutherischen  Leipziger  Missionen  in  Moschi,
Mamba  und  Madschame;

3.  die  evongelischen  (unirten)  Berliner  Missionen
in  Bethel  und  Hohenfriedeberg  in  Westusambara.

I1.  Die  katholischen  Missionsanstalten  im  nördlichen
Theil  der  Kolonie  (kirchlicher  Sprengel  Nordsansibar)
slehen  jetzt  unter  dem  thätigen  Einfluß  des  Bischofs
Allgeier.  Derselbe  ist  geborener  Elsässer,  sein  Bestreben
  ist,  olle  im  deutschen  Gebiet  gelegenen  Missionsanstalten
  mit  Missionaren  deutscher  Abkunft  zu  be- 



setzen.  Der  Bischof  weist  seine  Missionare  an,  die
ihrer  Obhut  anvertrauten  Kinder  neben  der  Christenlehre
  auch  streng  zur  Arbeit  zu  erziehen  und  anzuhalten.
  Um  jede  katholische  Missionsanstalt  dehnen
sich  Frucht-,  Gemüse=  und  Versuchsgärten  aus,  in
denen  außer  den  für  den  Tisch  nothwendigen  Kartosseln
  und  Gemüsen  auch  Kaffee  und  andere  wichtige
Kulturpflanzen  gezogen  werden.  In  Kilema  trinken
die  Missionare  selbstgezogenen  (Bourbon-)  Kaffee;  in
Kiboscho  hat  Pater  Rohmer  ein  wahres  Kunstwerk
von  terrassirten  Gartenanlagen  geschaffen,  deren  Erzeugnisse
  die  höchste  Anerkennung  verdienen.

Mandera  und  Mhonda  sind  durch  dorthin  entsandte
  Zöglinge  des  Mutterhauses  Bagamoyo  gegründet
  worden.  Am  Kilimandjaro  scheint  sich  für
die  Mission  ein  dankbares  Feld  zu  eröffnen,  da  die
Wadschagga  sich  der  neuen  Lehre  gern  zuwenden
und  zahlreich  zum  Gottesdienst  und  zur  Schule
erscheinen.

2.  Neben  der  katholischen  Mission  wirkt  am
Kilimandjaro  die  lutherische  Leipziger  Missionsgesellschaft
  in  drei  Stationen:  Moschi,  Mamba  und  Madschame.
  Bislang  hat  jede  der  hiesigen  Anstalten  eine
ganze  Landschaft  für  sich,  und  eine  gegenseitige  Störung
  der  beiden  Konfessionen  hat  nicht  stattgefunden.

Auch  die  Herren  dieser  drei  Stationen,  die  ich
besucht  habe,  sind  recht  zufrieden  mit  ihren  Erfolgen
in  kurzer  Zeit.  Die  Frauen,  die  in  keiner  Anstalt
fehlen,  geben  letzteren  den  Anstrich  des  behaglichen
deutschen  Pfarrhauses.  Sie  sorgen  für  die  Pflege
der  Gärten  und  Kartoffelselder,  während  die  Männer
ihrem  Missionsberufe  als  Verbreiter  der  christlichen
Lehre  obliegen.

3.  Von  den  Missionsstationen  in  Westusambara
konnte  ich  nur  Mtai  (Bethel)  und  Mlalo  (Hohenfriedeberg)
  besuchen.  In  ersterer  ist  es  noch  nicht
gelungen,  eine  feste  Gemeinde  zu  begründen,  bei
Hohenfriedeberg  dagegen  sind  bereits  zwei  Christendörfer
  in  der  Nähe  der  Mission  angesiedelt.  Hier
sind  die  Missionare  mit  dem  Bau  einer  Kirche  aus
Luftziegeln  beschäftigt.  Dem  Herrn  Pastor  Roehl
in  Mtai  gebührt  das  Verdienst,  durch  den  über  sechs
Stunden  breiten  Urwald  zwischen  Mtai  und  Mlalo
einen  guten  Weg  tracirt  und  durchgeschlagen  zu  haben.

Ueber  die  Trappisten,  die  sich  neuerdings  in
Gale  im  südlichen  Usambara  niedergelassen  haben,
ist  noch  nichts  zu  berichten,  da  sie  bis  jetzt  dauernd
mit  schwerer  Erkrankung  zu  kämpfen  hatten  und  cine
Thätigkeit  noch  nicht  zu  entwickeln  vermochten.

Die  auf  dieser  Reise  gesammelten  Erfahrungen
möchte  ich  folgendermaßen  zusammenfassen:

1.  Die  Entwickelung  des  ganzen  Nordens  der
Kolonie  hängt  von  der  Fortführung  der  Tanga-Eisenbahn
  ins  Innere  ab.  Erfolgt  diese,  so  werden
Westusambara,  Südpare  und  das  weitere  Hinterland
sofort  sich  der  Kultur  erschließen.

2.  Die  Entwickelung  Westusambaras  ist  so  weit
fortgeschritten,  daß  die  dortigen  Interessen  die  Einrichtung
  eines  Bezirksamts  dringend  erfordern.
        <pb n="310" />
        3.  Der  Forstschutz  in  den  Waldungen  Westusambaras
  und  Südpares  sowie  die  nothwendige
Aufforstung  anderer  Gebiete  erfordern  die  Anstellung
von  Forstbeamten.

4.  Der  Wegebau  ist  in  dem  nördlichen  Theile
der  Kolonie  erfreulich  gefördert.  Die  Straße  von
der  Küste  bis  zum  Kilimandjaro  ist  bis  auf  einzelne
schwierige  Stellen  durchweg  fahrbar.  Die  Einrichtung
  der  Rasthäuser  bewährt  sich,  es  soll  in  der
Anlage  solcher  einfachen  Unterkunftsräume  fortgefahren
  werden.

5.  Die  Eingeborenen  zeigen  sich  überall  willig
und  fügsam.  Sie  werden  in  einzelnen  Bezirken  zum
Wege=  und  Stationsbau,  zu  Kulturarbeiten  rc.  herangezogen
  und  lernen  auf  diese  Weise  andauernd
arbeiten.

—  —  —  —  —

Ueberführung  des  Dampfers  „Ulanga“.

Nach  telegraphischer  Meldung  des  Keiserlichen
Gouverneurs  für  Deutsch-Ostafrika  ist  der  Flußdampfer
  „Ulanga“  unversehrt  nach  der  Rufddjimündung
  überführt  worden.

Die  Schwefelquellen  von  Amboni.

1.  Allgemeine  geologische  Verhältnisse.

Der  Sigi  durchfließt  ähnlich  wie  sein  Nachbarfluß
Mkulumusi  bis  wenige  Kilometer  vor  seiner  Einmündung
  in  die  Tangabucht  ein  enges  Erosionsthal,
dessen  20  bis  40  m  hoch  ansteigende,  ziemlich  steile
Hänge  von  unten  bis  oben  aus  horizontal  oder  fast
horizontal  gelagerten  dicken  Bänken  eines  weißlichgrauen
  spröden  Kalksteins  von  theils  dichter,  theils
großpisolithischer  Beschaffenheit  bestehen.  Der  Kalk,
der  nach  Jäckel?)  zur  Oxfordstufe  des  Jura  gehört,
endigt  östlich,  dicht  oberhalb  des  Dorfes  Amboni,  in
einer  quer  gegen  die  Flußrichtung  verlausenden  Geländestufe,
  jenseits  deren  nur  sandige  Lehme  und
lehmige  Sande  mit  leicht  welliger  Oberfläche  lagern.
Der  Sigi  hat  in  diesen  losen  Bodenarten  bei  Amboni
eine  Thalweitung  ausgearbeitet,  in  der  zu  beobachten
ist,  wie  die  Randstufe  des  Kalkes,  von  Trümmerblöcken
überrollt,  noch  tief,  bis  unterhalb  der  heutigen  Thalsohle,
  unter  die  vorgelagerten  Lehme  2c.  hinabreicht.
Aus  der  geneigten  Lage  der  Trennungsfläche  von
Kalk  und  Lehm  und  dem  reichlichen  Vorkommen  von
Trümmerblöcken  auf  ihr  läßt  sich  mit  großer  Wahrscheinlichkeit
  entnehmen,  daß  die  Randstufe  des  Kalkes
nicht  durch  einen  tektonischen  Abbruch  erzeugt  ist,
sondern  einen  alten  Abrasionsrand  aus  der  Zeit  vor
der  Ablagerung  der  Lehme  darstellt.

Die  Lehme  müssen,  nach  anderen  Aufschlüssen
innerhalb  ihres  Verbreitungsgebietes  längs  der  Küste
und  auf  den  vorgelagerten  Inselu  zu  urtheilen,  in
jungtertiärer  Zeit  zur  Ablagerung  gekommen  sein.

–—  —

")  Zeitschr.  d.  deutsch.  geol.  Ges.  1893,  S.  507.

268

 

Das  Liegende  des  jurassischen  Kalkes  hat  in  dem
Sigithale,  soweit  die  Untersuchung  ausgedehnt  wurde,
das  ist  bis  etwa  3  km  oberhalb  Amboni,  nirgends
beobachtet  werden  können.  Dagegen  finden  sich  auf
dem  Strandwege  von  Tanga  nach  Amboni  am
Mkulumusi  und  einige  hundert  Meter  südlich  von
ihm,  in  der  von  der  Springfluth  bespülten  Strandzone
  und  an  den  angrenzenden  Hängen  des  niedrigen
Hügellandes  Schichten,  die  ihrer  Lage  nach  als
Liegendes  des  Kalkes  angesehen  werden  müssen.  Sie
bestehen  aus  petrographisch  stark  wechselnden  Ablagerungen.
  Vorherrschend  sind  mehr  oder  weniger
mergelige,  graue  bis  gelbbraune  Schieferthone,  die
einerseits  in  plastischen  Thon,  andererseits  in  festen,
unreinen  Kalk  übergehen.  Mehr  untergeordnet  finden
sich  Lagen  von  großen,  an  der  Luft  schalig  zerfallenden
  Septarien.  Die  Schichten  liegen  im  Allgemeinen
  horizontal.  Nur  am  rechten  Ufer  des
Mkulumusi  ist  auf  kürzerer  Strecke  ein  Einfallen
unter  10  bis  15°  nach  Osten  wahrnehmbar.

Lieder')  will  in  den  Schieferthonen  „zahlreiche
  Schwefelkies  -Konkretionen“  gesehen  haben.
Wenn  ich  selbst  jetzt  auch  nichts  von  solchen  habe
bemerken  können,  so  will  ich  nach  der  Beschaffenheit
der  Schichten,  dem  Vorkommen  eisenschüssiger  Nester
in  manchen  Lagen,  doch  nicht  daran  zweifeln,  daß
Lieder  richtig  beobachtet  hat.  Die  in  den  Schichten
enthaltenen  Schweselkiese  werden  eben  nur  in  frischen
Aufschlüssen  sichtbar  sein,  in  der  Berührung  mit  dem
Sauerstoff  der  Luft  (und  mit  Wasser)  aber  bald  zu
oxydischen  Eisenverbindungen  zerfallen.  Die  von
Lieder  aus  den  Schichten  gesammelten  Petrefakten
sollen  nach  Futterer##)  erweisen,  daß  es  sich  auch
hier  um  Ablagerungen  des  Oxford  handelt.

Etwa  6  km  nördlich  von  Amboni  treten  im
Thale  des  Msimbasibaches  alte,  zur  Karooformation
gehörige  Sandsteine  und  Schieferthone  auf,  die  von
hier  an  nordwärts  das  ganze  Küstengebiet  einnehmen,
ohne  daß  von  Juraschichten  weiter  etwas  zu  finden
wäre.  Die  Grenze  zwischen  dem  Jurakalk  und  den
Sandsteinen  ist  oberflächlich  nicht  sichtbar.  Sie  wird
von  den  jungtertiären  Lehmen  und  Sanden  überdeckt,
welche  bald  nördlich  vom  Sigi  auch  die  Randstufe
des  Kalkes  völlig  verhüllen.  Nach  Lage  der  Verhältnisse
  ist  es  kaum  anders  möglich,  als  daß  die
Grenze  durch  eine  Verwerfung  gebildet  wird.
Da  sich  zudem  am  rechten  Ufer  des  Mkulumusi  in
den  Schichten,  die  als  Liegendes  des  Kalks  gedeutet
wurden,  örtlich  ein  plötzlicher  Uebergang  aus  horizontaler
  zu  geneigter  Lagerung  findet,  ist  anzunehmen,
daß  die  jurassischen  Schichten  hier  wie  anderwärts
in  Ostafrika  von  tektonischen  Störungen  betroffen
worden  sind,  wobei  es  selbstverständlich  nichts  verschlägt,
  wenn  im  Besonderen  das  Vorhandensein  der

 

*)  Vergl.  Futterer,  Zeitschr.  d.  deutsch.  geol.  Ges.

1894,  S.  17.

*y)  Ebenda  S.  17.
        <pb n="311" />
        —  269  —

Randstufe  des  Kalls  auf  Abrasionswirkung  zurück-  gerade  dort  zusammen,  wo  der  Kallhang  in  scharfer
geführt  wird.  Wendung  aus  der  Flußrichtung  nach  Norden  zu

Mit  der  Annahme  tektonischer  Störungen  stimmt  umbiegt.  Im  Flußbette  ist  der  Quellwasseraustritt
die  starke  Zerklüftung  überein,  die  der  Kalk  in  den  an  dem  weit  verbreiteten  Auftreten  von  Gasbläschen,
Kaiser  Wilhelm-Höhlen  am  Mkulumusi  und  in  ähn=  dem  Geruch  nach  Schwefelwasserstoff  und  der  Billichen
  westlich  und  nordwestlich  von  Kiemoni  be=  dung  von  Schwefelhäufchen  an  der  Wasseroberfläche
kannten  Höhlen  zeigt.  Die  am  Sigi  vorhandenen  zu  erkennen.  Die  Erscheinungen  sind  um  so  deut-Ausschlüsse
  zeigen,  daß  die  Kalkbänke  auch  hier,  weiter  licher  wahrzunehmen,  je  tiefer  die  jeweilige  Lage  des
nördlich,  vielfach  gebrochen  und  von  Klüften  durchsetzt  Wasserspiegels  ist.  Am  Fuße  des  linksseitigen  Hanges
sind.  Mit  solcher  Zertrümmerung  gewinnt  treten  die  Quellen  nicht  aus  horizontal  anstehenden

Magnetioc  4  Dorf

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das  Kalkgebirge  in  hervorragender  Weise  Kalkbänken  hervor  wie  am  rechten  User,  sondern  aus
die  Fähigkeit,  Regenwasser  schnell  und  mit  einem  Haufwerk  von  großen  Trümmerblöcken,  das
geringen  Verdunstungsverlusten  in  die  Tiefe  den  ganzen  Hang  bis  zu  der  etwa  32  m  über  dem
eindringen  und  an  geeigneten,  tief  gelegenen  Flußspiegel  gelegenen  oberen  Abhangskante  hinauf
Punkten  der  Erdoberfläche  in  Form  starker  bedeckt.  Nach  den  Erfahrungen  bei  den  bisher  aus-Quellen
  wieder  zu  Tage  treten  zu  lassen.  geführten  Erdarbeiten  setzt  das  Trümmergebirge  sich
#  auch  in  die  Tiefe,  unter  den  Flußwasserspiegel,  sort.

2.  Lage,  Eigenschaften  und  Ursprung  der  Es  wird  infolgedessen  nicht  möglich  sein,  eine  Fassung
Schwefelquellen.  des  Quellwassers  in  anstehendem  Gebirge  zu  be-An

  der  Stelle,  wo  der  Sigi  die  in  den  Kalk=  wirken.  Die  Trümmernatur  des  Gebirges  bringt  es
schichten  ausgearbeitete  Thalenge  verläßt,  um  in  die  mit  sich,  daß  sich  die  Quellaustrittsstellen  leicht  vervor
  der  Randstufe  des  Kalkes  gelegene  Weitung  ein=  legen,  indem  das  fließende  Wasser  durch  allmähliches

 

zutreten,  finden  sich,  theils  im  Flußbette,  theils  am  #  Fortspülen  der  mergelig=  lehmigen  Ausfüllungsmasse
Juße  der  Kalkhänge,  die  Schwefelquellen,  deren  neue  Wege  zwischen  den  Kalkblöcken  eröffnet,  sobald
Ausnuzung  zu  Badezwecken  gegenwärtig  in  Frage  steht.  sich  auf  den  bisherigen  Wegen  irgend  ein  künstlicher
Eine  einzelne  Quelle  (a  der  obenstehenden  Skizze)  oder  natürlicher  Widerstand  bietet.
tritt  am  rechten  Ufer,  etwa  150  m  oberhalb  der  Rand-  Die  stärkste  Quelle  auf  der  linken  Flußseite  ist
stufe  aus  einer  dicht  über  Mittelwasser  gelegenen  die  zu  unterst  gelegene  bei  b  der  Skizze.  An  ihrer
Schichtfuge  hervor.  Alle  übrigen  Quellen,  und  hierunter  Austrittsstelle  schiebt  sich  bereits  ein  etwa  25  m
die  weitaus  bedeutendsten,  drängen  sich  am  linken  breiter  Zwickel  niedrigen,  2  bis  4  m  hohen  Vorlandes
Flußufer  in  einer  50  bis  100  m  langen  Strecke  zwischen  das  Flußbett  und  den  Hang.  Da  die  Quelle
        <pb n="312" />
        nicht  nur  die  stärkste,  sondern  auch  die  am  leichtesten
zugängliche  ist,  kommt  sie  für  die  medizinische  Ausnutzung
  allein  in  Betracht.

Die  Quelle  entspringt  jetzt,  nachdem  man  ihrem
Ursprunge  durch  Aufdecken  der  Wasserwege  nachzugehen
  versucht  hat,  hart  am  Fuße  des  an  dieser
Stelle  recht  steilen  Hanges.  Das  Wasser,  dessen
Menge  am  25.  November  d.  Is.  auf  etwa  2  chm
in  der  Minute  geschätzt  wurde,  fließt  von  der  Austrittsstelle
  in  tief  eingeschnittener  Rinne,  mit  etwa
1,5  m  Fall  bei  Mittelwasser,  diagonal  zum  Flusse  ab.

Der  Mittelwasserstand  des  Flusses  ist  nie  auf
längere  Zeit  beständig.  Er  steht  unter  dem  Einflusse
  der  Gezeiten  und  schwankt  daher  zweimal
täglich  auf  und  nieder,  wobei  jedoch  kein  Seewasser
bis  zu  dem  Quellengebiete  hinaufdringt,  sondern
nur  der  auch  in  der  Truockenzeit  ziemlich  kräftig
bleibende  Süßwasserstrom  des  Sigi  durch  Stau  gehoben
  wird.  Zur  Zeit  der  Mondwechsel  beträgt  die
Hebung  etwa  2  m  über  Mittelwasser.  Die  Quellaustrittsstellen
  werden  dann  alle  völlig  unter
Wasser  gesetzt.  Zu  erheblich  größeren  Höhen  soll
der  Fluß  in  der  Regenzeit  anschwellen.  Nach  den
Angaben  der  Eingeborenen  müßte  die  Hebung  dann
4  bis  5m  betragen,  und  es  würde  damit  ein  großer
Theil  der  bei  Amboni  gelegenen  Thalsohle  überfluthet
  werden.

Ueber  die  chemischen  und  physikalischen  Eigenschaften
  des  Quellwassers  hat  Gouvernementsopotheker
Giemsa  Ende  September  d.  Is.,  zum  Theil  an
Ort  und  Stelle,  Untersuchungen  angestellt,  deren
Ergebnisse  hier  folgen:

100  000  Theile  des  Mineralwassers  enthielten

Chlor  145,00  Theile
Schwefelsäure  S8#s#  8,10
Kohlensäure  CO2.  32,79
Kalk  Cal!).  29,20
Magnesium  Ilgl!.  10,22  =
Kalium  K  28,62  =
Natrium  Na  70,.32
Ammoniak  —
Schweselwasserstoff,  frei  0,792  —
-  gebunden  0.466

 

325,628  Theile.
Rückstand  betrug  bei  120°  C.  getrocknet  328,2
Theile.
Spez.  Gewicht  bei  27°"  C.  1,0011.
Gesammthärte  nach  B.  u.  B.  39,80  deutsche  Grade.
Temperatur  des  Quellwassers  35,7°  C.

Dr.  Plehn  hat  die  Quellentemperatur  zu  37°  C.
bestimmt.  Ich  selbst  hatte  bei  meinem  Besuche  kein
Thermometer  zur  Hand.

Es  würde  erwünscht  und  für  die  Beurtheilung
des  Ursprungs  der  Quellen  wichtig  sein,  wenn  die
Temperatur  der  einzelnen  Quellen  durch  längere
Zeit  (Trocken=  und  Regenzeit)  fortlaufend  beobachtet
und  daneben  etwa  eine  wiederholte  Ermittelung  des

 

270  —

bei  bestimmter  Temperatur  zu  trocknenden  Rückstandes
  vorgenommen  werden  könnte.  Eine  große
Beständigkeit  in  der  Beschaffenheit  des  Quellwassers
würde  auf  einen  Ursprung  desselben  in  erheblicher
Tiefe  und  die  Zurücklegung  weiter  Wege  unter  Tage
hinweisen.  Starker  Wechsel  in  der  Beschaffenheit
müßte  zu  den  entgegengesetzten  Schlüssen  führen.

Nach  Lage  der  Verhältnisse  erwarte  ich  nicht,
daß  die  Eigenschaften  des  Quellwassers  besonders
beständig  sein  werden.  Aller  Voraussicht  nach  werden
sie  sich  vielmehr  als  in  hohem  Grade  vom  Wechsel
der  Trocken=  und  Regenzeit  abhängig  erweisen.  Diese
Erwartung  gründet  sich  auf  die  Annahme,  daß  die
Quellen  von  Amboni  den  unmittelbaren  Abfluß
  der  in  dem  Gebiete  des  jurassischen
Kalkes  in  weiter  Ausdehnung  niedergehenden
Regenwassermengen  darstellen.

Der  Kalk  ist,  wie  oben  ausgeführt  wurde,  für
atmosphärische  Niederschläge  sehr  aufnahmefähig.  In
den  zahllosen  Klüften,  die  ihn  durchsetzen,  können
auch  große  Mengen  von  Wasser  aufgespeichert  werden,
die  bei  schwachem  Gefälle  des  Grundwasserspiegels
in  der  Trockenzeit  nur  allmählich  zum  Abflusse
kommen.  Zudem  wird  der  Kalk  da,  wo  er  nicht  zu
Tage  liegt,  von  einem  ebenfalls  gut  wasserdurchlässigen
Gebirge,  den  sandigen  Lehmen  und  lehmigen  Sanden
jungtertiäären  Alters  überdeckt.  Diese  Schichten
dehnen  sich  landeinwärts  weit  über  die  Grenzen  des
Kalkes  aus  und  mögen  dem  letzteren  noch  manche
Wassermengen  zuführen,  die  außerhalb  seines  eigenen
Verbreitungsgebietes  gefallen  sind.

Die  in  den  Spaltenzügen  des  Kalkes  gesammelten
Wassermengen  müssen  das  Bestreben  haben,  da  in
Form  von  Quellen  zu  Tage  zu  treten,  wo  die  Einschnitte
  der  Erdoberfläche  den  Kalk  an  besonders
tief  gelegenen  Stellen  treffen.  Diese  Forderung  ist
gerade  für  das  Quellengebiet  von  Amboni  erfüllt,
wo  der  Kalk  durch  den  Sigi  bis  zu  so  tiesem
Niveau  angeschnitten  ist,  wie  dies  in  der  weiten
Umgebung  sonst  nirgends  wieder  vorkommt.

Wollte  man  nach  einem  anderen  Ursprunge  des
Quellwassers  suchen,  so  müßte  man  annehmen,  daß
im  Liegenden  des  Kalkes  noch  eine  zweite  Schichtensolge
  von  einem  Wasserdurchlässigkeitsgrade  ähnlich
demjenigen  des  Sigikalkes  vorhanden  sei  (die  dann
ihre  regelmäßigen  Zuflüsse  aber  auch  wieder  irgendwo
  von  der  Oberfläche  her  erhalten  würde).  Ich
sehe  keinen  Grund  ein,  der  irgendwie  für  diese  Annahme
  spräche.  Die  hypothetische  zweite  wasserdurchlässige
  Schichtenfolge  ist  bisher  nirgends  beobachtet
  worden.  Ganz  ungeeignet  für  die  Aufnahme
großer  Wassermengen  und  die  Bildung  starker
OQuellen  sind  aber  jedenfalls  die  Schichten  aus  dem
Liegenden  des  Jurakalkes,  die  am  Mkulumusi  anstehen.


So  wenig  gerade  die  letzteren  Schichten  aber
als  Sammelbehälter  für  die  Quellen  zu  betrachten
sind,  so  wichtig  dürften  sie  für  die  Herausbildung
der  Eigenschaften  sein,  die  an  den  Amboniquellen
        <pb n="313" />
        geschätzt  werden.  Wenn  die  fraglichen  Schichten,
wie  oben  erwähnt  wurde,  in  frischem  Zustande  in
manchen  Lagen  einen  Gehalt  an  Schwefelkies  besiten,
  so  braucht  es  nur  eines  Aufrührens  dieser
Lagen  durch  das  an  Sauerstoff  reiche  Wasser  der
Kalkschichten,  damit  durch  die  alsdann  eintretende
Zersetzung  des  Schwefelkieses  sowohl  die  Temperatur
des  Wassers  erhöht,  als  auch  Gehalt  an  Schwefelwasserstoff
  erzeugt  wird.  Ich  stelle  mir  vor,  daß
sich  das  Schwefelkies  führende  Liegende  des  Kalkes
abseits  vom  Sigi  in  hinreichend  hoher  Lage  befindet,
um  von  den  in  den  Spalten  des  Kalkes  fließenden
Wassern  gefurcht  und  aufgewühlt  zu  werden.  Da
die  Schichten  des  Liegenden  großentheils  plastische
Beschaffenheit  haben,  kann  man  sich  weiter  vorstellen,
daß  die  von  dem  Wasser  gerissenen  Furchen  unter
der  Last  des  überlagernden  Kalkes  häufig  wieder  zugepreßt
  werden  und  daß  damit  immer  wieder  neue,
noch  schwefelkieshaltige  Theile  des  Gebirges  zur  Aufarbeitung
  durch  das  Wasser  gelangen.

3.  Technische  Maßnahmen  zur  Autzbarmachung

  der  Quellen.

Es  wurde  oben  hervorgehoben,  daß  sich  die
Austrittsstellen  der  auf  der  linken  Flußseite  aus
einem  Trümmergebirge  entspringenden  Quellen  leicht
verlegen  müssen,  sobald  der  Abfluß  auf  den  bisher
benutzten  Wasserwegen  durch  ein  natürliches  oder
kinstliches  Hinderniß  erschwert  wird.  Diese  Sachlage
  macht  es  unmöglich,  das  Quellwasser  durch
ortliches  Abfangen  zu  größerer  Höhe  aufzuspannen.
Bei  Ueberschreitung  einer  gewissen  Druckhöhe  würde
sich  das  Wasser  unfehlbar  einen  anderen  Ausweg
suchen.  Die  Aufspannung  würde  aber  auch  durch
weit  ausgedehnte  Arbeiten  nicht  zu  ermöglichen  sein.
Da  das  Ursprungsgebirge  der  Quellen,  der  Kalk,
dem  Wasser  nach  allen  Richtungen  freie  Bahn  giebt
und  in  der  langen  gefällsschwachen  Thalenge  des
Sigi  zahllose  Klüfte  zum  Flusse  entsendet,  würden
die  Arbeiten  keinen  —  oder  doch  keinen  nennenswerthen
  —  Erfolg  haben  können,  wenn  sie  sich  nicht
durch  die  ganze  Thalenge  des  Flusses  erstreckten.

Wenn  hiernach  aber  eine  erhebliche  Aufspannung
  des  Quellwassers  unmöglich  ist,  so  sollte
auch  der  Versuch,  das  Wasser  zu  einer  geringen
Höhe,  etwa  zu  2  bis  Zm,  aufzuspannen,  unterlassen
werden.  Bei  anfänglichem  Erfolge  würde  die  Gefahr,
  daß  sich  das  Wasser  endlich  doch  einmal  einen
anderen  Weg  bahnte,  sei  es  durch  plötzlichen  seitlichen
Ausbruch  oder  durch  allmähliche  Verstärkung  der
Seitenquellen,  stets  bestehen  bleiben.  Es  würden
dann  nicht  allein  die  zur  Fassung  der  Quelle  aufgewandten
  Kosten  verloren  sein,  sondern  es  könnte
sich  der  neue  Quellaustritt  auch  so  ungünstig  gestalten,
  daß  eine  wiederholte  Fassung  der  Ouelle
ungleich  größere  Schwierigkeiten  als  unter  den  jetzigen
Verhältnissen  darbieten  würde.

Für  die  Benutzung  der  Quelle  zu  Badezwecken
wäre  es  unter  diesen  Umständen  das  Einfachste,

271

nicht  zu  groß  zu  wählen  sein.

 

wenn  unmittelbar  vor  der  jetzigen  Austrittsstelle  der
Hauptquelle  ein  Bassin  ausgehoben  würde,  dessen
Spiegel  mit  dem  natürlichen  Austrittsniveau  des
Wassers  zusammenzufallen  hätte.  Bei  Mittel=  und
Niedrigwasser  des  Flusses  würde  dieses  Bassin  stets
benutzbar  sein.  Die  gewöhnliche  (Nipp-)  Fluth  würde
seine  Benutzung  ebenfalls  nicht  beeinträchtigen.  Nur
die  Hochfluthen  zur  Zeit  der  Mondwechsel  und  die
Schwellungen  des  Flusses  in  der  Regenzeit  würden,
erstere  vorübergehend,  letztere  für  längere  Zeit,  eine
Benutzung  unmöglich  machen.

Ich  möchte  glauben,  daß  das  Bassin  trotz  dieser
Uebelstände  ausreichen  würde,  um  zunächst  der  Anstellung
  von  Versuchen  über  die  Heilkraft  der
Quellen  zu  dienen.  Durch  Herstellung  eines  Flügeldammes
  oberhalb  des  Bassins  würde  dasselbe  gegen
eine  Ueberströmung  durch  das  Flußwasser  und  bis
zu  gewissem  Grade  gegen  Versandung  zu  schützen  sein.

Sollten  die  Versuche  den  erwarteten  Erfolg
haben  (oder  sollte  es  nach  ärztlichem  Gutachten  von
vornherein  feststehen,  daß  dieser  Erfolg  nicht  ausbleiben
  könnte),  so  würde  eine  vollkommenere  hochwasserfreie
  Anlage  unter  künstlicher  Hebung
des  Quellwassers  zu  schaffen  sein.

Die  Entnahme  des  zu  hebenden  Wassers  würde
zweckmäßig  an  der  natürlichen  Austrittsstelle  der
Hauptquelle,  die  zum  Schutze  gegen  die  Einwirkungen
des  Hochwassers  überwölbt  werden  könnte,  erfolgen.
Eine  Entnahme  aus  irgend  welchen  Stollen=  oder
Schachtanlagen  würde  nicht  nur  kostspielig,  sondern
im  Erfolge  auch  weniger  sicher  sein.

Die  Hebung  des  Wassers  würde  zweckmäßig
durch  eine  mit  der  Hand  zu  bewegende  Pumpe  (Saugund
  Hub=  oder  vielleicht  auch  Centrifugalpumpe)
geschehen.  Nicht  zu  empfehlen  wäre  ein  Windmotor,
  der  nur  dann  von  Vortheil  ist,  wenn  er
jeden  Windhauch  ausnutzen  kann,  um  „auf  Vorrathzu
  arbeiten,  was  sich  hier  behufs  Vermeidung  von
Temperatur=  und  Schwefelwasserstoffverlusten  verbietet.
  Die  Saughöhe  der  Pumpe  wird  zweckmäßig
Mit  Vergrößerung
der  Saughöhe  würde  sich  der  auf  dem  Wasser
lastende  Atmosphärendruck  vermindern.  Dies  könnte
zu  unerwünschten  Verlusten  an  den  gelösten  Gasen
führen  und,  infolge  des  Gasaustritts,  auch  den  Nutzeffekt
  der  Pumpen  beeinträchtigen.

Die  Höhe  der  Badeanlage  über  dem  Flusse
würde  nicht  übermäßig  hoch  zu  wählen  sein.  Jede
Vergrößerung  dieser  Höhe  würde  sowohl  einen
größeren  Arbeitsaufwand  bei  Hebung  des  Wassers
als  auch  Temperaturverluste  im  Gefolge  haben.  Eine
Höhe  von  6  bis  8  m  über  Mittelwasser  würde  jedenfalls
  ausreichen,  um  die  Anlage  gegen  Ueberschwemmungsgefahren
  sicherzustellen.

Ein  Maßstab  für  die  bei  der  Hebung  zu  leistende
Arbeit  mag  aus  der  Angabe  gewonnen  werden,  daß
eine  Pferdekraft,  die  gleich  sechs  Menschenkräften  gerechnet
  zu  werden  pflegt,  theoretisch  im  Stande  ist,
in  der  Sekunde  10  Liter  Wasser  auf  7,5  m  Höhe  zu
        <pb n="314" />
        —  272  —

heben.  Thatsächlich  wird  man  danach  annehmen
können,  daß  sechs  Arbeiter  ausreichen  werden,  um
die  Hälfte  jener  Wassermenge,  also  5  Liter  in  der
Sekunde,  300  Liter  in  der  Minute  oder  18  chm  in
der  Stunde,  auf  die  angegebene  Höhe  zu  befördern.

Temperaturverluste  des  Wassers  werden  bei  der
Hebung  nicht  völlig  zu  vermeiden  sein.  Durch  Isolirung
  der  Druckröhren  und  anhaltendes  Durchpumpen
  von  Wasser  durch  die  Badeanlage  vor  der
jedesmaligen  Benutzung  werden  sie  sich  aber  auf  ein
Mindestmaß  bringen  lassen.  An  der  Zusammensetzung
  des  Wassers  kann  durch  eine  mäßige  Verminderung
  der  Temperatur  übrigens  nichts  geändert
werden,  da  das  Wasser  weder  den  Schwefelwasserstoff
  noch  eines  der  medizinisch  wichtigen  Salze  bis
zur  Sättigung  gelöst  enthält.

Zum  Vergleiche  hinsichtlich  der  Höhe  der  Temperatur
  diene  noch,  daß  die  als  heilkräftig  geschätzten
Schwefelquellen  von  Heluan,  die  ich  von  hier)  aus
besucht  habe,  eine  mittlere  Austrittstemperatur  von
nur  31°  C.  besitzen.“7)

gez.  Bornhardt,  Bergassessor.

—  —  ÛDn7  —

Ramerun.
Expedition  v.  Carnap.

Ueber  seine  Reise  nach  der  Ostgrenze  des  Schutzgebietes
  Kamerun  berichtet  Premierlieutenant  v.  Carnap
  nach  seiner  Rückkehr  über  den  Kongo  nach
Kamerun,  wie  folgt:

Den  fortwährenden  Bitten  der  durch  den  Häuptling
  Ngila  beunruhigten,  diesseits  des  Sanaga  woh-*)

  Der  Bericht  ist  während  der  Heimreise  von  Aegypten
aus  erstattet.

*)  Eine  Analyse  des  Quellwassers  von  Heluan  ist  in
F.  Engel:  Die  klimatischen  Verhältnisse  des  Schwefelbades
  und  Kurortes  Heluan,  Wien  1881,  Sonderabdruck
aus  der  österreichischen  Badezeitung,  wie  folgt,  wiedergegeben:


Analyse  von  Professor  Gastinal  Bey,  1879  (zum
zweiten  Male)  an  Ort  und  Stelle  ausgeführt.

In  1  Liter  Wasser  sind  enthalten:

 

2  Schwefelwasserstoff.  .  cem  47  89  0,0731
Kohlensäue  61  0,1200
Stickstofe  é".10  00126
g  0,2057

Chlorcaleimm  00,1880
Chlormagnesinn  1,8105
Chlornatri  3292

Calciumcarbonat  0,8050
Calciumsullast  0,2100
ESilichn  00150
Organische  Bestandtheile  000015

 

6,2300
Einem  Gehalt  an  Schwefelwasserstoff  von  4  cem  in
Heluan  steht  nach  derselben  Quelle  ein  solcher  von  42,6  cem
in  Herkuleobad,  von  27,2  in  Aix-les-Bains,  von  3,90  cem
in  Aachen  und  von  2,56  cem  in  Baden  bei  Wien  gegenüber.
  Dem  Gesammtgewichtsgehalt  der  Amboniquellen  an

Schwefelwasserstoff  von  7,92  +  4,66  =  12,58  mg  im  Liter
würde  nach  dem  hier  für  Heluan  mitgetheilten  Verhältniß

von  Gewichts=  zu  Volumengehalt  ein  solcher  von  8,1  cem
entsprechen.

 

nenden,  regierungsfreundlich  gesinnten  Stämme
nachgebend,  verließ  ich  am  4.  September  1897  die
Station  Yaunde.  Ich  war  nach  bereits  gemachten
Erfahrungen  überzeugt,  daß  ein  wachsames  Auge
meinerseits  Ngila  von  weiteren  räuberischen  Einfällen
abhalten  würde.

Meine  Anwesenheit  war  umsomehr  angebracht,
als  es  die  Zeit  der  Farmarbeit  war,  bei  der  die
Eingeborenen  jede  kriegerische  Störung  besonders
empfinden.

Am  oberen  Sanaga  trafen  von  glaubwürdiger
Seite  Nachrichten  ein,  die,  anscheinend  durch  Verschiebungen
  der  nördlichen  Völkerstämme  veranlaßt,
mich  bewogen,  nach  Norden  weiter  zu  gehen,  um
Zuverlässiges  melden  zu  können.

Nach  Feststellung  des  Sachverhaltes  in  Yoko
marschirte  ich  in  südöstlicher  Richtung,  um  nach
Maunde  zurückzukehren.  Ich  wählte  einen  neuen
Weg,  um  einerseits  unerforschtes  Gebiet  kennen  zu
lernen,  andererseits  den  größten  Kolamarkt  Wutschaba
zu  besuchen.  Es  war  mir  ferner  mitgetheilt  worden,
daß  im  Südosten  ein  Fluß  vorhanden  sei,  dessen
eventuelle  Schiffbarkeit  festzustellen  für  mich  von
Interesse  sein  mußte.

Als  mir  in  der  Gegend  Wutschabas,  vier  Tage
südlich  von  Yoko,  der  Unteroffizier  Staadt  mit
22  Soldaten,  von  Yaunde  kommend,  am  14.  Oktober
die  Verfügung  des  Herrn  Gouverneurs  überbrachte,
laut  welcher  ich  versuchen  sollte,  „auf  friedlichem
Wege  die  Verbindung  mit  den  Handelsfaktoreien
in  der  Südostecke  des  deutschen  Kamerungebietes
herzustellen“,  hielt  ich  mich  für  verpflichtet  und  berechtigt,
  sofort  an  die  Lösung  dieser  Aufgabe  heranzugehen.
  Wohl  hatte  ich  die  Absicht,  eine  direkte
Meldung  von  meinem  Weitermarsch  nach  Yaunde  zu
senden,  doch  stand  ich  nach  reiflicher  Ueberlegung
davon  ab,  da  mir  die  von  mir  besuchten  Volksstämme
die  genügende  Sicherheit  für  eine  Patrouille  nicht
zu  geben  vermochten.

Von-Yaunde  an  war  die  Reise  eine  ungemein
anstrengende,  bis  November  täglich  Regen,  schlechte
Wege,  Urwald,  Sumpfs,  besonders  die  letzten  Wochen
durch  das  deutsche  Südadamaua  haben  die  Leute  zu
Gerippen  werden  lassen,  und  zwar  trotz  der  vorzüglichsten
  Verpflegung.  Die  Schuld  hieran  trägt  die
Kälte,  die  selbst  uns  Europäer  veranlaßte,  Feuer
während  der  ganzen  Nacht  und  morgens  bis  8  und
9  Uhr  in  unseren  Hütten  zu  unterhalten.  Ich  hatte
immerhin  aber  noch  einen  günstigen  Moment  zur
Ausführung  der  Reise  getroffen.  Wäre  ich  später
marschirt,  so  wären  die  letzten  Strecken,  namentlich
in  dem  wasserreichen  Adamaua,  einfach  unpassirbar
gewesen.  Ich  gestatte  mir  zu  bemerken,  daß  ich  nur
durch  unerforschtes  deutsches  Gebiet  marschirt  bin,
um  durch  diese,  endlich  ins  Werk  gesetzte  Reise  einen
möglichst  ergiebigen  Nutzen  für  die  Kolonie  zu  erzielen.

Daß  mich  das  Geschick  von  Yoko  nach  Südost  und
dann  den  Sanaga  aufwärts  bis  dicht  nach  Ngaundere
geführt  hat,  lag  in  den  hiesigen  politischen  Verhält-
        <pb n="315" />
        ——

nissen  und  in  meinem  Auftrag,  die  Verbindung  möglichst
  auf  friedlichem  Wege  herzustellen.  Ein  direkter
Weg  Maunde  —  Dandungu  nach  Südosten  ist  mit
solchen  Schwierigkeiten  verknüpft,  daß  ihre  Ueberwindung
  größere  Vorbereitungen  bedürfen  wird.  An
das  Mwellegebiet  schließt  sich  nach  meinen  Erkundigungen
  nach  Osten  ein  ausgedehnter  Urwald,  der  das
Reservoir  für  den  schwunghaften  Elfenbeinhandel
bildet,  den  die  belgischen  und  holländischen  Faktoreien
am  Sanga  betreiben  und  in  dem  jagende  Haussa
und  Fulla  eifrig  der  Elefantenjagd  nachgehen.

Die  Haussa-Handelskarawanen  kommen  von  Norden
über  Yola  und  Ibi  nach  Tibati—  Yoko  —Wutschaba
—MWenke,  und  von  Osten  aus  CarnotGaza—  Bertua,
Delele,  Wutschaba—Wenke,  oder  aus  Bania  und
Bajanga—Bertua—Wutschaba.

Nach  82  Tagen  angestrengtester  Zeit  traf  die
Expedition  am  25.  November  in  Carnot  am  Mambere
  ein,  die  Leute  durch  die  Kälte  abgemagert  und
durch  den  Busch  abgerissen.  Nur  die  außerordentlich
freundliche  Aufnahme,  welche  der  französische  Administrator
  G.  A.  Blom  in  Carnot  der  Expedition
zu  Theil  werden  ließ,  bewirkte  es,  daß  die  Expedition
nach  einer  vierwöchentlichen  Ruhe  wieder  leistungssähig
  war.  Ich  sandte  die  Unteroffiziere  Staadt
und  Zampa  mit  dem  größten  Theil  der  Leute  von
Carnot  über  Wutschaba—Wenke  nach  Yaunde  zurück,
wo  sie  ohne  Zwischenfall  eingetroffen  sind.  Herr
Blom  gab  von  seiner  Truppe  einen  Sergeanten  und
20  Mann  zur  sicheren  Begleitung  der  Expedition  bis
zur  Grenze  (Bertua)  mit.  Sowohl  auf  französischem
wie  später  auf  belgischem  Gebiete  bin  ich  mit  größtem
Takt  und  kameradschaftlicher  Liebenswürdigkeit  von
allen  Seiten  aufgenommen  worden  und  habe  ich
Gelegenheit  gefunden,  mich  bei  den  Herren  Gouverneuren
  des  Congo  belge  und  Congo  frangais  vorzustellen
  und  zu  bedanken.

Am  22.  Dezember  in  Simu  am  Sanga,  der
Kameruner  Südostecke,  eingetroffen,  habe  ich  den
Häuptling  Malengo  über  seine  Stellung  zum  Kaiserlichen
  Gouvernement  aufgeklärt,  ihm  auf  sein  Gesuch
hin  einen  Schutzbrief  ausgestellt  sowie  eine  Abschrift
dieses  dem  französischen  Agenten  übergeben.  In
Gegenwart  zweier  weißer,  der  Landessprache  mächtigen
Zeugen  hat  der  Häuptling  Weisung  erhalten,  fremden
Unternehmungen  keinerlei  Schwierigkeiten  zu  bereiten,“
ihnen  vielmehr  Hülfe  und  Nahrung  gegen  landesübliche
  Zahlung  zu  gewähren,  was  er  auch  zusagte.
Ich  habe  ihm  auch  mitgetheilt,  daß  Landesverkäufe
ohne  Bestätigung  des  Kaiserlichen  Gouvernements
ungültig  find;  im  Uebrigen  sollte  er  seine  Leute  zum
Plantagenbau  heranziehen,  damit  den  geradezu  jämmerlichen
  Verpflegungsverhältnissen  möglichst  vorgebeugt
wird.  Ich  schalte  hier  ein,  daß  seitens  meiner  Expedition
auf  französischem  Gebiet  ohne  ausdrückliche  Genehmigung
  des  Administrators  weder  zum  Zweck  des
Sammelns,  noch  aus  einem  anderen  Grunde  ein
Schuß  abgegeben  worden  ist,  auch  habe  ich  beim
Generalgouverneur  des  Kongostaates  die  Genehmigung

273

 

nachgesucht,  das  Gebiet  mit  sechs  bewaffneten  Soldaten
  passiren  zu  dürfen.

Daß  von  hiesigen  Faktoreien  Tauschartikel  bis
ins  Yaundegebiet  kommen,  scheint  mir  daraus  hervorzugehen,
  daß  ich  hier  wie  dort  dieselben  Waarenetiketten
  gefunden  habe,  und  nicht  dringend  genug  ist
den  deutschen  Firmen  zu  rathen,  sich  für  den  Hinterlandhandel
  mit  guten  Stoffen  zu  versehen,  wie  sie
hier  gewünscht  werden.

Schnaps  wird  nicht  verkauft,  hingegen  Gewehre
und  Pulver  in  ungeheueren  Quantitäten,  und  trotzdem
klagen  die  Faktoreien  über  Waarenmangel,  ein  Beweis,
  welche  Massen  Elfenbein  ausgeführt  werden.
In  Richtung  Ost  und  Nordost  ist  „Wute“,  Süd
und  Südost  „Bonga“  die  Handelssprache.  Die
Firmen  beschäftigen  Accraleute  als  Handwerker,  Kruboys
  als  Arbeiter.

Ueber  Uesso,  am  Zusammenfluß  des  Ngoko  und
Sanga,  begab  ich  mich  mittelst  holländischen  Dampfers
nach  Ngoko,  die  Kanufahrt  war  zu  Ende.

In  Uesso  selbst  sind  zwei  Faktoreien  und  nicht
weit  davon  war  früher  ein  französischer  Posten.  Die
Verpflegungsverhältnisse  sind  jämmerlich,  auch  strotzen
die  Dörfer  im  ganzen  Gebiet  vor  Schmutz.

In  Ngoko  verhält  sich  unser  Interesse,  wie  folgt:
Die  Faktoreien  lagen  in  früheren  Jahren  auf  dem
linken  Ufer,  verlegten  jedoch  ihre  Waarenlager  auf
das  rechte,  gezwungen  durch  die  alle  drei  bis  vier
Jahre  wiederkehrenden  ganz  bedeutenden  Ueberschwemmungen.
  Das  Hauoptarbeitsfeld  liegt  augenscheinlich
  auf  deutschem  Gebiet,  was  sich  durch  den
zwischen  dem  2.  und  4.  Breitengrad  liegenden  Urwald
erklärt.  Die  Agenten  begeben  sich  zu  Handelszwecken
in  das  deutsche  Gebiet,  Unterkunftsräume  an  dem
von  Norden  in  den  Ngoko  einfließenden  Mbumba
und  dem  von  Westen  kommenden  Mschama  befinden
sich  auf  unzweifelhaft  deutschem  Gebiet.

Die  Socicté  anonyme  belge  pour  le  Commerce
  du  Haut  Congo  hat  in  Ngoko  nur  ein
größeres  Waarenlager  aus  Bambus  errichtet,  während
  die  holländische  Faktorei  Wilhelmina  aus  zahlreichen,
  massiven  Gebäuden,  eigenem  Pulverhaus  2c.
bestehen,  die  insgesammt  einen  sauberen,  wohlhabenden
  Eindruck  machen.

Der  Flecken  Ngoko  liegt  auf  einer  Insel,  die
Pflanzungen  desselben  aber  auf  dem  linken  Ufer.
Der  Fluß  hat  einen  Tag  stromauf  Stromschnellen
ist  oberhalb  dieser  wiederum  schiffbar.  Für  die  an
der  Kamerunküste  ansässigen  Kaufleute  wäre  der
Handel  über  Land  nach  hier  zu  weit,  was  den
Kautschuk  anbetrifft  und  wie  weit  sie  den  Elfenbeinhandel
  an  sich  ziehen,  hängt  von  ihnen  selbst  ab.
Die  Preise  der  Waaren  sind  enorm,  Elfenbein  ist
dagegen  sehr  billig,  6  bis  7  Mk.  pro  Kilo.

Die  Erzeugung  von  Kautschuk,  den  ich  in  zwei
Arten  Bäumen  und  drei  Sorten  Lianen  überall  und
in  Mengen  angetroffen  habe,  dürfte  einen  wesentlichen
Ausschwung  nehmen,  sobald  sich  die  Arbeiterverhältnisse
  mehr  klären.  Der  Transport  dieses  Artikels

7’
        <pb n="316" />
        durch  Träger,  50  bis  60  Pfund  pro  Last,  ist  im
Verhältniß  zur  Masse  zu  theuer  und  für  diesen  Fall
wäre  eine  Verbindung  Ngoko—Sanga—Leopoldville—
Matadi  zu  empfehlen  und  will  sich  nicht  eine  neue
Gesellschaft  bilden,  was  ein  größeres  Anlagekapital
erfordert,  so  sollte  deutsches  Kapital  entschieden  Anschluß
  an  eine  bereits  hier  eingeführte  Gesellschaft
suchen.

Wenn  auch  Elfenbein  noch  für  Jahrzehnte  hinaus
in  reicher  Menge  in  den  zwischen  dem  2.  und  4.  Grad
liegenden  Waldungen  vorhanden  ist,  so  sollte  man
den  Export  des  Kautschuk,  der  jetzt  einen  so  guten
Markt  hat,  nicht  vernachlässigen.

Konnte  während  der  ganzen  Expedition  der  Gesundheitszustand
  des  Gesammtpersonals  als  nicht
ungünstig  bezeichnet  werden,  so  war  dieses  am  Schluß
der  Reise  umsomehr  der  Fall.  Trotz  bester  Verpflegung
  streikte  mein  ganzes  Personal,  und  leider
verlangten  Fieber  und  Dysenterie  noch  mehrere  Opfer.

Planzung  „Günther  Soppo“,  G.  m.  b.  B.

Unter  diesem  Namen  ist  die  bisher  seit  Anfang
1897  von  Herrn  Günther  in  Soppo  am  Kamerungebirge
  betriebene  Pflanzung  in  ein  Gesellschaftsunternehmen
  verwandelt.

Die  Pflanzung  umfaßt  2000  ha  Land,  welches
nach  Prof.  Dr.  F.  Wohltmann  einen  der  besten
Böden  des  Kamerungebietes  enthält.

Das  Kapital  beträgt  300  000  Mk.  Gesellschafter
sind  die  Herren  Seine  Durchlaucht  Prinz  Alfred
zu  Loewenstein,  Dr.  jur.  M.  Esser  und  M.
Günther;  der  Letztere  führt  die  Leitung  wie  bisher
weiter.

Es  sollen  250  000  Kaffeebäume,  wozu  die  höheren
Hänge  in  Aussicht  genommen  sind,  und  200  000
Kakaobäume  an  den  niederen  Hängen  gepflanzt  werden.

Bisher  sind  ungefähr  150  ha  Land  urbar  gemacht
  und  bereits  zum  Theil  mit  Kaffee  bepflanzt,
mit  der  Aussaat  von  Kakaosamen  ist  ebenfalls  bereits
begonnen.  (Tropenpflanzer.)

Bericht  über  die  Regierungsschule  in  Ramerun.

Die  Regierungsschule  in  Kamerun  hat  sich  unter
der  Leitung  des  Lehrers  Betz  in  erfreulicher  Weise
entwickelt.

Nach  einem  Berichte  des  stellvertretenden  Gouverneurs,
  der  am  18.  März  d.  Is.  eine  eingehende
Schulprüfung  abhielt,  waren  die  Leistungen,  insbesondere
  in  der  deutschen  Sprache,  außerordentlich
befriedigend.

Ueber  den  Besuch  der  Schule  und  den  Lehrplan
berichtet  Lehrer  Betz  unter  dem  17.  März  d.  Is.
aus  Belldorf  Folgendes:

Die  Zahl  der  Schüler  beträgt  98.  In  der
ersten  Klasse  sind  13  Knaben.  Deutschen  Unterricht

 

274  —

erhielt  diese  Abtheilung  feit  drei  Jahren,  täglich  zwei
Stunden.  Im  verflossenen  Jahre  kam  zur  Behandlung:

in  der  deutschen  Sprache:  §  68  bis  zum  Schluß  des
Christallerschen  Handbuches  der  deutschen  Sprache.
Umfangreiche  Uebungen  in  der  indirelten  Rede.
Zahlreiche  Sätze  aus  der  Umgangssprache.  Mündliche
  Wiedergabe  von  leichteren  Erzählungen;

im  Rechnen:  die  Schlußrechnung;

in  der  Geographie:  alle  Erdtheile;  im  Besonderen
Europa  und  Deutschland;

im  Singen:  zwei=  und  dreistimmige  Lieder.

In  der  zweiten  Klasse  sind  20  Schüler,  die  seit
1¼  Jahren  deutschen  Unterricht  genießen.  Der  tägliche
  Unterricht  beträgt  zwei  Stunden.  Zur  Behandlung
  kam:

in  der  deutschen  Sprache:  §§  1  bis  46  der  Sprachlehre
  von  Christaller.  Sätze  aus  der  Umgangssprache.
  Etwas  Anschauungsunterricht  (Thiere);

im  Lesen:  deutsche  Fibel  bis  Nr.  26;

im  Rechnen:  die  vier  Spezies;

im  Singen:  dasselbe  wie  bei  Klasse  1.

Die  dritte  Klasse  hat  21  Schüler.  Diese  haben
seit  drei  Monaten  deutschen  Unterricht,  täglich  1½
Stunden.  Im  Deutschen  wurden  durchgenommen:

§8  1  bis  11  des  „Handbuches“.  Mit  dem  Anschauungsunterricht
  (in  deutscher  Sprache)  wurde
vor  einigen  Tagen  begonnen;

im  Lesen:  deutsche  Fibel  bis  Nr.  4;

im  Rechnen:  Zusammenzählen,  Abziehen;  das  kleine

Einmaleins.

In  der  vierten  Klasse  sind  44  Schüler,  welche
seit  3/4  Jahren  die  Schule  besuchen.  Der  tägliche
Unterricht  beträgt  1½  Stunden.  Unterricht  wird
dem  Lehrplan  gemäß  in  der  Dualasprache  ertheilt.

Behandelt  wurde  die  Duala-Fibel  bis  Nr.  20.
Rechnen  im  Zahlenraum  1  bis  20  ist  seit  einigen
Tagen  in  deutscher  Sprache  begonnen  worden.

—

Deutsch-Südwellkafrika.

Farmengründung.

Diie  Barmer  Mission  steht  in  Unterhandlungen,
um  eine  größere  Strecke  Landes  in  Deutsch-Südwestafrika
  zu  pachten  oder  zu  kaufen,  die  in  kleine  Farmen
eingetheilt  werden  soll.  Auf  diesen  Farmen  sollen
Brunnen  gebohrt  und  kleine  Bewässerungsanlagen
geschaffen  werden  und  damit  sollen  Ansiedlerkolonien
speziell  aus  Eingeborenen  begründet  werden.  Geplant
sind  diese  Anlagen  zunächst  in  dem  Bezirke  Gibeon.
Die  Barmer  Mission  sendet  für  diese  Eingeborenen-Ansiedelungen
  den  Missionsingenicur  W.  Borchardt-Ott,
  einen  kenntnißreichen  und  vielgereisten  Mann,
hinaus.  Sein  Name  dürfte  Manchem  erinnerlich
sein,  der  an  die  Expeditionen  nach  Somaliland  (in
Nordostafrika)  zurückdenkt.  An  einer  italienischen
        <pb n="317" />
        Expedition  in  das  Land  der  Somali  betheiligte
sich  auch  Borchardt  =  Ott.  Sie  scheiterte,  denn
wegen  Krankheiten  und  infolge  von  Ueberfällen
der  Wilden  mußte  die  Karawane,  die  mit
140  Mann  und  70  Kameelen  ausgezogen  war,  unverrichteter
  Sache  nach  der  Küste  zurückkehren,  nachdem
  105  Mann  und  fast  sämmtliche  Lastthiere  in
Verlust  gerathen  waren.  Gelegentlich  eines  Uebersolles
  der  Somali  gerieth  Borchardt  in  Gefangenschaft
und  schmachtete  bei  den  Wilden,  die  selten  einen
Weißen  am  Leben  lassen,  gegen  sieben  Wochen  in
steter  Todesgefahr.  Da  traf  durch  eine  ganz  wunderbar
  Fügung  in  entgegengesetzter  Richtung  eine  Expedition
  ein  und  befreite  Borchardt,  der  sich,  und
den  andererseits  seine  Freunde  schon  längst  aufgegeben
  hatten.

Herr  Missionsingenieur  W.  Borchardt-Ott  wird
sich  noch  im  April  auf  die  Reise  nach  Kapstadt  begeben.
  Dort  wird  er  etwa  einen  Monat  verweilen
und  die  Anlagen  der  Kapkoloniefarmen  besichtigen,
dann  nach  Walfischbai  fahren,  von  da  ins  Innere
bis  Otyimbingue  zu  reisen.  In  Otyimbingue  wird
er  sich  einstweilen  niederlassen,  um  bis  zur  Erledigung
  der  vorerwähnten  Landerwerbsverhandlungen
die  Farmpläne  vorzubereiten  und  entsprechende  Versuche
  dort  anzustellen.  Herr  Borchardt  wird  daneben
an  seiner  neuen  Wirkungsstätte  auch  meteorologische
Beobachtungen  im  amtlichen  Auftrage  machen.

(Afrika-Post.)

Gewinnung  von  Crinkwasser  in  Lüderitzbucht.

Der  „Afrika-Post“  wird  aus  Lüderitzbucht  Folgendes
  geschrieben:

Um  dem  Trinkwassermangel  in  Lüderitzbucht  abzuhelfen,
  hat  bekanntlich  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft
  für  Südwestafrika  einen  Condenser  aufgestellt.
Dieser  bewältigt  die  bisher  ungenügende  Gewinnung
von  Trinkwasser  aus  Seewasser  für  Mensch  und
Vieh  ziemlich  ausgiebig,  indem  er  jede  Stunde  einen
Kubikmeter  trinkbares  Wasser  liesert.  Ein  Kubikmeter
Wasser  genügt,  um  das  Gespann  eines  Ochsenwagens,
das  heißt  20  Ochsen,  zu  tränken;  die  Vergütung  für
eine  solche  Ochsentränke  beträgt  20  Mk.  Dem  Nutzen
entprechend  ist  das  für  hiesige  Verhältnisse  kein  übermößiger
  Preis,  denn  mit  dieser  Trinkwasserlieferung
ist  in  Lüderitzbucht  einem  von  Anbeginn  schwer
empfundenen  Uebelstande  Abhülfe  geschaffen  worden.
Früher  mußten  die  Ochsen,  die  von  Kubub  kamen,
meist  ungetränkt  den  Rückweg  von  Lüderitzbucht  antreten,
  und  viele  der  armen  Thiere  krepirten  infolgedessen
  auf  diesem  Rückwege.  Die  Leistungsfähigkeit
des  Condensers  hat  schon  ein  Ereigniß  hervorgebracht,
das  vordem  beinahe  zu  den  Unmöglichkeiten  gehörte:
Kürzlich  ist  die  erste  Pferdekarre  aus  dem  Innern
hier  angelangt.  Wer  früher  nicht  seine  Pferde  riskiren
  wollte  —  bei  längerem  Dursten  gehen  diese
unfehlbar  ein  —,  der  wagte  keine  Fahrt  mit  Pferden
über  den  wasserlosen  Gürtel.

275

 

RAus  dem  Berriche  der  Wisstonen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.

„Documents  relatifs  à  la  répression  de  la
traité  des  eschaves  publiés  en  exé]cution  des
articles  LXXXI  et  suivants  de  l’acte  général
de  Bruxelles“  (1897).  (Vergleiche  Kolonialblatt
1897,.  S.  573.)

Die  vorliegende  Sammlung  enthält  folgende
Mittheilungen:

1.  In  Bezug  auf  Waffen  und  Schießbedarf:

Deutschland.  Kamerun.  Die  Verordnung
vom  30.  September  1897  ist  abgedruckt  (vergl.  Kol.
Blatt  1897,  S.  687);  desgleichen  für  Südwestafrika
  die  Verordnung  vom  29.  März  1897  (vergl.
Kol.  Blatt  1897,  S.  566).

Der  Kongostaat  giebt  eine  statistische  Nachweisung
  über  im  Jahre  1897  eingeführte  Feuerwaffen
und  Munition.

England.  Statistische  Nachweisungen  über  den
Handel  mit  Waffen  und  Munition  in  den  Gebieten
Gambia,  Sierra  Leone,  Goldküste,  Niger-Protektorat.

2.  Betreffend  die  Frage  der  Aufhebung  der
Sklaverei:

England.  Auf  Seite  174  bis  199  wird  im
Anschluß  an  die  vorjährigen  Veröffentlichungen  die
Weiterentwickelung  der  Sklavenfrage  auf  Sansibar
und  Pemba  mitgetheilt,  abschließend  mit  dem  diesbezüglichen
  Erlaß  des  Sultans  vom  3.  April  1897
(vergl.  Kol.  Blatt  1897,  S.  492).  Eine  entsprechende
Verordnung  ist  für  Britisch-Ostafrika  ergangen.
Von  Interesse  dürfte  die  vom  Foreign  Office  dem
Generalkonsul  Hardinge  vor  Erlaß  dieser  Verordnung
  ertheilte  Instruktion  sein  (S.  174).

3.  Betreffend  Sklavenbefreiungen  und  Sklavenhandel
  zur  Sec  und  zu  Lande:

Deutschland.  Ostafrika.  Fortsetzung  des
statistischen  Nachweises  der  seit  1895  ertheilten  Freibriefe.
  Die  Zahl  ist  seit  dem  Vorjahre  von  1887
auf  2766  gestiegen.  Außerdem  werden  weitere  acht
Bestrafungen  wegen  Sklavenraubes  oder  Verschiffung
von  Sklaven  über  See  mitgetheilt.

England.  Ein  Bericht  des  Oberstkommandirenden
  der  Flottenstation  des  Kaps  der  guten  Hoffnung
theilt  mit,  daß  im  Jahre  1896  mehrere  Dhaus  an
der  ostafrikanischen  Küste  von  der  englischen  Marine
beschlagnahmt  und  eine  große  Zahl  von  Sklaven
befreit  wurden  (Zahlen  sind  nicht  angegeben).  Aus
dem  Jahre  1897  ist  eine  Entscheidung  des  Konsulargerichts
  über  Beschlagnahme  einer  Dhau  und  Befreiung
  eines  Sklaven  abgedruckt.  Schließlich  findet
sich  noch  eine  Zusammenstellung  der  in  der  zeit  vom
14.  Februar  1895  bis  23.  Juli  1897  wegen  Sklavenhandels

  in  Sansibar  ergangenen  Entscheidungen
(S.  174).  6
Kongostaat.  Ein  Erlaß  ordnet  schärferes  Vorgehen

  gegen  die  Laster  der  Menschenfresserei,  Menschenopfer
  und  der  sogenannten  Giftprobe  an.
        <pb n="318" />
        —  276  —

Die  Türkei  theilt  die  Befreiung  von  14  Sklaven
in  Konstantinopel  und  71  in  Hodeida  mit.

4.  Betreffend  Einschränkung  des  Spirituosenhandels:


Deutschland  giebt  eine  Zusammenstellung  der
in  Ostafrika  ertheilten  Schankkonzessionen  (1895  30,
1896  27)  und  der  wegen  Schankkontraventionen  erfolgten
  Bestrafungen  (1895  6,  1896  1).

Im  Kongostaat  ist  eine  Verordnung  über  Einfuhr
  von  Spirituosen  in  die  Verbotszone  ergangen.
Die  statistische  Nachweisung  über  die  Gesammteinfuhr
ergiebt  für  1897  1  133  241  Liter.

England  veröffentlicht  auf  Seiten  32  bis  168
ein  umfangreiches  Material  über  die  Spirituoseneinfuhr
  in  Westafrika,  unter  Berücksichtigung  der
eigenen  wie  der  benachbarten  fremden  Kolonien.  Aus
den  statistischen  Zusammenstellungen  ergiebt  sich  für
die  letzten  Jahre  die  Menge  und  der  Werth  der
eingeführten  Spirituosen,  ihr  Verhältniß  zum  Gesammthandel,
  ihre  Herkunft  und  der  in  den  einzelnen
Kolonien  zu  entrichtende  Eingangszoll.

Durch  Verordnung  für  das  Protektorat  Sansibar
  ist  die  Einfuhr  von  Spirituosen  mit  Ausnahme
der  für  die  nichteingeborene  Bevölkerung  bestimmten
Getränke  verboten  worden.  Die  gleiche  Berordnung
ist  für  Britisch-Ostafrika  erlassen.

5.  In  Betreff  des  internationalen  maritimen
  Büreaus  zu  Sansibar  ist  zu  erwähnen,  daß
zum  Vorsitzenden  für  1897  der  deutsche  Konsul
Freiherr  v.  Rechenberg  gewählt  worden  ist.  Im
Uebrigen  enthält  der  Jahresbericht  Mittheilungen
bezüglich  der  Ueberwachung  des  Dharwverkehrs,  der
Bestrafung  von  Sklavenhandel  und  der  Befreiung
von  Sklaven.

Von  Interesse  dürfte  noch  eine  von  dem  Vorsitzenden
  abgegebene  Erklärung  bezüglich  der  in
Deutsch-Ostafrika  geltenden  Grundsätze,  betreffend
die  Sklaverei,  sein  (S.  217).  Danach  darf:

1.  Der  Herr  Ehegatten  voneinander  und  Kinder
von  ihren  Eltern  nicht  trennen.

2.  Wer  seinen  Sklaven  mißhandelt,  geht  desselben
verlustig.

3.  Der  Herr  muß  im  Alter  oder  bei  Krankheit
seinen  Sklaven  unterhalten  und  pflegen.

1.  Ein  Verkauf  des  Sklaven  ohne  seine  Zustimmung
ist  verboten.

5.  Der  Sklave  kann  sich  freikaufen.

6.  Der  Sklave  kann  an  bestimmten  Tagen  für  sich
selbst  arbeiten,  erwirbt  den  Ertrag  dieser  Arbeit
für  sich  selbst  und  kann  ihn  dazu  verwenden,
sich  freizukaufen.

I.  J.  van  der  Burgt,  Superior  von  St.  Antonius
  in  Urundi,  Usumbura-Usige  (Tanganyikasee),
schreibt  an  die  Leitung  von  „Kreuz  und  Schwert“
unter  dem  7.  Dezember  v.  Js.  Folgendes:

Abermals  hat  unsere  St.  Antoniusmission  cine
Reihe  stürmischer  Tage  zu  bestehen  gehabt.  Wie  Sie

—  —

 

wissen,  hat  unter  den  Soldaten  der  Kongo-Expedition
des  belgischen  Majors  Dhanis  ein  Aufstand  stattgefunden.
  Die  Menterer  hatten  bekanntlich  etwa  30
ihrer  Offiziere  ermordet  und  fast  sämmtliche  Gewehre,
6000  an  der  Zahl,  nebst  einer  Million  Patronen  in
ihre  Gewalt  gebracht.  Schon  seit  geraumer  Zeit
hatte  man  nichts  mehr  von  dieser  Empörerhorde
gehört.

Anfang  November  wollten  nun  die  Belgier  ihre
verlassenen  Stationen  am  Kiwusee  in  Ruanda  wieder
besetzen.  Auf  dem  Wege  aber  dorthin,  drei  Tagereisen
  von  hier  entfernt,  stießen  sic  plötzlich  auf  die
Rebellen,  die  im  Begriff  waren,  nach  Süden  zu
marschiren.  Um  das  Unglück  der  Belgier  voll  zu
machen,  empörten  sich  bei  ihrem  Anblicke  auch  die
100  Soldaten  der  neuen,  zweiten  Expedition,  sticßen
zu  den  ersteren,  nicht  ohne  den  Hauptmann  Dubois
getödtet  zu  haben,  während  Hauptmann  Jelemont
und  der  Unteroffizier  Sandrart  sich  nur  mit  Mühe
nach  Unira  retten  konnten;  von  hier  mußten  dann
die  beiden  mit  dem  Lieutenant  Esch  auf  einer  Piroge
weiter  flüchten  und  landeten  in  Mtowa.  Die  Aufrührer,
  deren  Zahl  auf  mehrere  Tausend  geschätzt
wird,  verfolgten  sie  lebhaft  und  lagerten  am  19.  November
  schon  bei  Kinani,  einem  Warundihäuptling
jenseits  des  Russissiflusses,  drei  Tagereisen  von  hier.

Am  23.  sandte  der  Anführer  der  Bande,  ein
schwarzer  Sergeant,  einen  Elefantenzahn  an  Sergeant
Ullmann  in  Usige,  damit  dieser  ihn  gegen  Stoff
eintausche.  Natürlich  war  er  gezwungen,  ihn  zurückzuweisen,
  und  auch  wir  mußten  antworten,  daß
Missionare  keinen  Handel  treiben.  Andererseits  aber
konnte  es  Herrn  Ullmann  und  uns  nicht  verhohlen
bleiben,  daß,  sobald  wir  den  Zahn  zurücksandten,  die
Aufrührer  erbittert  würden  und  mit  Gewalt  sich  das
zu  verschaffen  suchten,  wos  sie  in  Güte  nicht  hatten
erlangen  können.  Da  kam  mir  ein  guter  Gedanke,
der  zugleich  einen  Ausweg  bot:  Ich  schlug  vor,
Sklaven  gegen  Stoffe  auszutauschen,  da  es  ja  eine
That  hoher  Nächstenliebe  war,  armen  Gefangenen  dic
Freiheit  wiederzugeben.  Wir  hatten  nämlich  in  Erfahrung
  gebracht,  daß  sie  von  Ruanda  her  eine  Unmasse
  Sklaven  mit  sich  führten.  Wir  übersandten
ihnen  zwei  Ballen  Stoffe,  und  jenc  Schurken  waren
überaus  froh,  sich  für  einige  Meter  Tuch  einer  Anzahl
  Kinder  entledigen  zu  können,  die  ohnedies  auf
dem  Weitermarsche  gestorben  wären.  So  kam  am
30.  November  eine  erste  Sendung  von  17  kleinen
Kindern  bei  uns  an,  und  am  3.  Dezember  ein  zweiter
Zug  von  21,  so  daß  wir  im  Ganzen  38  erhielten,
sämmtlich  aus  Ruanda.  Ihr  Alter  ging  nicht  über
fünf  Jahre  hinaus;  von  den  38  sind  11  Knaben
und  27  Mädchen.

Die  Empörer  sind  seitdem  südlich  nach  Mtowa
weitergezogen.  In  fünf  Banden  getheilt,  marschiren
die  einen  längs  des  Tanganyika,  die  anderen  halten
sich  in  den  Bergen  und  haben  ihre  Richtung  nach
Kobambao,  Kassongo  und  Nyangwe  genommen.
        <pb n="319" />
        Dhanis  und  Lothaire  konnten  mit  den  Arabern
und  ihren  Flinten  fertig  werden,  aber  jetzt  haben  sie
es  mit  Tausenden  von  Hinterladern  zu  thun.  Die
Station  der  Belgier  haben  die  Aufrührer  nicht  verbrannt,
  wohl  aber  geplündert  und  zerstört.  Vielleicht
  haben  sie  vor,  dahin  zurückzukehren  und  sich
dort  festzusetzen.  Sie  haben  erklärt,  nichts  gegen
das  deutsche  Gebiet  zu  unternehmen;  ihr  Häuptling
hat  sogar  acht  Elefantenzähne  geschickt,  um  sie  gegen
Stoff  auszutauschen.

Sie  werden  es  nur  zu  begreiflich  finden,  daß

Herr  Ullmann  und  wir  sofort  den  Führer  der  Station
  von  Udjidfi,  Herrn  Premierlientenant  v.  Grauert,
von  dem  Vorgefallenen  in  Kenntniß  gesetzt  hatten.
Volle  Anerkennung  und  Bewunderung  verdient  dessen
thatkräftiges,  schnelles  Eingreifen,  seine  wackere  Hülfeleistung
  uns  gegenüber  sowie  sein  wirksamer  Schutz
der  deutschen  Grenze.  Am  Sonntag,  den  28.,  waren
unsere  Briese  in  Udjidji  um  12  Uhr  mittags  angekommen.
  Sogleich  ward  die  Station  alarmirt,  die
Patronen  wurden  vertheilt,  und  am  29.  in  aller
Frühe  brach  die  ganze  Kompagnie  auf.  Heute
Morgen,  am  7.  Dezember,  ist  sie  hier  in  Usumbura
angekommen.  In  nur  acht  Tagen  haben  die  tapferen
Krieger  den  weiten  Weg  zurückgelegt,  trotz  des  durch
den  langen  Regen  aufgeweichten  schlechten  Bodens,
oder  der  unwegsamen  Gebirge,  die  sich  an  manchen
Stellen  am  Tanganyika  hinziehen.  So  haben  wir
denn  jetzt  100  Soldaten  nebst  mehreren  Schnellfeuerkononen.
  So  können  wir  uns  nun  auch  wieder
nachts  ruhig  zu  Bette  legen  —  dank  der  Thatkraft
dieser  tapferen  deutschen  Offiziere.
Herr  Lieutenant  v.  Grauert  hat  sich  entschlossen,
so  lange  hier  zu  bleiben,  bis  Genaueres  über  die
Rebellen  bekannt  ist.  Herr  Sergeant  Ullmann  ist
krankheitshalber  durch  den  Lieutenant  Kramer  ersetzt
  worden.  Usumbura  ist  also  Offiziersstation  geworden
  und  ihre  Besatzung  beläuft  sich  nunmehr
auf  25  Mann.

Unsere  Gesundheit  war  bisher  stets  ausgezcichnet,
und  unsere  Mission  zeitigt  immer  herrlichere  Früchte.
Wir  haben  zur  Zeit  mit  den  Dienern  93  Kinder.

Wie  der  Church  Missionary  Intelligencer  berichtet,
  sind  der  Rev.  D.  J.  Rees  nebst  Gattin  und
Fräulein  S.  R.  Spriggs  von  der  Church  Missionary
Society  auf  der  Station  Mamboia  und  Rev.  E.  H.
Fincher  auf  der  Station  Kisokwe  eingetroffen.
Beide  Orte  liegen  in  der  Landschaft  Usagara.  (Vergl.
Kol.  Bl.  vom  1.  März  S.  115  f.)

—

Dem  „Afrika-Boten“  zufolge  ist  F.  Thuet  von
der  Gesellschaft  der  Weißen  Väter  in  seiner  Missionsstotion
  zu  Ururi  am  29.  November  v.  Is.  am  Fieber
derstorben.

Wie  das  „Evangelische  Missionsmagazin“  berichtet,
  hat  die  Rheinische  Mission  im  Ovambolande

 

277  —

(Deutsch-Südwestafrika)  die  vier  Evangelien  und  ein
Wörterbuch  in  die  Landessprache  (Oschikuanjama)
übersetzt  und  im  Druck  verbreitet.  Jetzt  soll  die
biblische  Geschichte  an  die  Neihe  kommen.

 

Aus  fremden  MKolonien.

Die  Eingeborenen-Unruhen  in  Betschnanaland.

Von  Seiten  der  englischen  Regierung  ist  im  März
dem  Parlament  eine  Korrespondenz  über  die  Eingeborenen-Unruhen
  in  Betschuanaland  vorgelegt  worden.
Die  Unruhen  selbst  werden  darin  nur  gelegentlich
gestreift,  dagegen  die  durch  die  Unruhen  erforderlich
gewordenen  Maßnahmen  aktenmäßig  klargelegt.

Zum  leichteren  Verständniß  mag  kurz  erwähnt
werden,  daß  in  den  letzten  Tagen  des  Jahres  1896
in  Betschuanaland  im  Anschluß  an  die  Maßregeln
zur  Unterdrückung  der  Rinderpest  ein  kleinerer  Aufstand
  ausbrach,  der  sich  bis  zum  August  1897  hinzog
und  mit  der  Ergebung  der  in  den  sogenannten
Langbergen  belagerten  Eingeborenen  —  etwa  3800
—  endigte.

Zur  Bestrafung  der  Aufständischen  wurde  von
Seiten  des  Kapministeriums  zunächst  die  Einziehung
der  denselben  durch  die  „Bechuanaland  Annexation
Act“  von  1895  zugetheilten  Landreserven  als  Kronland
  ins  Auge  gefaßt.  Das  Colonial  Office  erklärte
sich  damit  einverstanden,  in  der  Annahme,  daß  die
Eingeborenen  durch  den  Aufstand  ihrer  Rechte  verlustig
  gegangen  seien,  und  daß  die  Einziehung  den
heilsamsten  Eindruck  auf  die  übrigen  Betschuanas
machen  werde.  Diese  Einziehung  wurde  durch  die
„Bechuanaland  Native  Reserves  Bill  1897“  unter
namentlicher  Aufführung  der  betreffenden  Reserven
ausgesprochen.

Den  weiteren  Plänen  des  Kapministeriums,  bei
dieser  Gelegenheit  auch  die  zerstreut  liegenden  kleineren
  Reserven  der  ruhig  gebliebenen  Eingeborenen
zur  besseren  Beaufsichtigung  zusammenzulegen  und
gleichzeitig  den  Häuptlingen  die  ihnen  belassenen
Machtbefugnisse  über  ihre  Stammesangehörigen  zu
entziehen,  trat  das  Colonial  Office  nicht  bei,  da
kein  Grund  vorliege,  allgemein  die  den  Eingeborenen
durch  die  Annexation  Act  zugebilligten  Rechte  aufzuheben
  oder  zu  kürzen.

Die  weitere  Frage  war,  was  mit  den  nach  Kuruman
  gebrachten  3800  Gefangenen  —  Männer,  Frauen
und  Kinder  —  zu  geschehen  habe.  Den  Führern
des  Aufstandes  und  den  sonst  besonders  Belasteten
wurde  der  Prozeß  gemacht.  Ein  Theil,  etwa  die
Hälfte,  Frauen,  Kinder,  alte  Leute  und  einzelne  jüngere
  Leute,  welche  sich  nachweislich  nicht  aktiv  am
Aufstand  betheiligt  hatten,  wurden  freigelassen,  der
Rest,  einschließlich  der  zugehörigen  Frauen  und  Kinder,
gegen  1900,  mußte  sich  zu  fünfjähriger  Zwangsarbeit
in  den  westlichen  Theilen  der  Kapkolonie  verpflichten.
        <pb n="320" />
        —

Gegen  letztere  Maßregel  wandte  sich  die  Aborigines
  Protection  Society  sowie  ein  Frauenkomitee  in
Kapstadt  mit  dem  Vorwurf,  daß  dies  die  Einführung
einer  versteckten  Sklaverei  bedeute.  Das  Colonial
Office  lehnte  jedoch  ein  Eingehen  auf  die  Frage  unter
Verweisung  auf  den  Rechtsweg  ab.  Die  diesbezüglichen
  Verhandlungen  dürften  wenig  Interesse  bieten,
umsomehr  die  Durchführung  der  fraglichen  Maßregel
  selbst.

Die  nachweisbar  am  Ausstand  aktiv  betheiligten
Gefangenen  ganz  ohne  Strafe  zu  lassen,  erschien  nicht
angezeigt,  eine  gerichtliche  Verfolgung  und  Verurthei!
lung  aber  zu  umständlich.  Es  wurde  deshalb  jedem
Erwachsenen  die  Frage  vorgelegt,  ob  er  damit  einverstanden
  sei,  anstatt  sich  dem  gerichtlichen  Verfahren
zu  unterziehen,  sich  zu  einer  fünfjährigen  Arbeit  bei
Kolonisten  im  westlichen  Theil  der  Kolonie  bei  Kapstadt
  zu  verpflichten.  Dabei  wurde  freie  Kost  und
Wohnung  sowie  ein  Monatslohn  von  10  Schilling
versprochen.  Die  Eingeborenen  erklärten  sich  mit
wenigen  Ausnahmen  dazu  bereit,  umsomehr,  da  sie
durch  den  Aufstand,  die  Einziehung  des  Landes  und
die  Rinderpest  ihre  sämmtlichen  Existenzmittel  verloren
hatten.  Aus  demselben  Grunde  waren  auch  fast  alle
Angehörigen  der  Schuldigen  bereit,  sich  in  das  gleiche
Dienstverhältniß  zu  begeben.  Es  baten  sogar  Einzelne,
deren  Freilassung  gar  nichts  im  Wege  stand,  darum,
gleichfalls  sich  anschließen  zu  dürfen.

Demgemäß  wurden  die  Eingeborenen  nach  Kavpstadt
  gebracht  und  unter  Berücksichtigung  der  Familienzusammengehörigkeit
  an  Farmer  auf  fünf  Jahre  vermiethet.
  Der  Kontrakt  wurde  dreifach  ausgefertigt,
einer  für  den  Farmer,  einer  für  den  Eingeborenen
und  einer  für  die  Obrigkeit.  Der  Erwachsene  hatte
zu  bekommen  10  Schilling,  die  Frau  7  Schilling
6  Pence  und  arbeitsfähige  Kinder  5  Schilling  im
Monat,  außerdem  Kost  und  Unterkunst.  Im  Falle
von  Beschwerden  stand  es  jedem  Theil  frei,  sich  an
das  Gericht  zu  wenden.

In  einzelnen  Fällen  kom  es  auch  thatsächlich  zu
einem  Anrufen  der  Gerichte,  und  wurden  einzelne
Farmer  bestraft,  während  die  Eingeborenen  anderweitig
  untergebracht  wurden.  In  weitaus  den  meisten
Fällen  herrschte  jedoch  zwischen  beiden  Theilen  das
beste  Verhältniß,  und  ergab  auch  eine  amtliche  Visitation
  nach  drei  Monaten  nur  ganz  geringe  Anstände.
Die  Eingeborenen  schienen  mit  ihrem  Loos  sehr  zufrieden,
  und  es  wurde  allgemein  angenommen,  daß
die  wenigsten  nach  Ablauf  der  fünf  Jahre  in  ihre
frühere  Heimath  zurückkehren  würden,  umsomehr,  da
die  Lage  der  in  der  Heimath  Verbliebenen  infolge
des  Aufstandes  und  der  Rinderpest  eine  äußerst  harte
geworden  war.

Soweit  sich  daher  bis  jetzt  übersehen  läßt,  scheint
das  etwas  gewaltsame  und  formell  auch  vielleicht
nicht  ganz  einwandfreie  Experiment  völlig  geglückt,
und  dürften  die  Einwendungen  der  Aborigines  Protection
  Society  durch  die  thatsächlich  günstige  Lage
der  Eingeborenen  entkräftet  werden.

278

 

FSunluland.

Von  Seiten  der  englischen  Regierung  ist  dem
Parlament  im  März  ein  Blaubuch,  betreffend  das
Zululand,  vorgelegt  worden.  In  demselben  werden
zwei  Fragen  behandelt:  Die  Rückkehr  Dinizulus
und  die  Einverleibung  von  Zululand  und  Amatongaland
  in  die  Kolonie  Natal.

Schon  im  Jahre  1895  hatte  die  englische  Regierung
  sich  entschlossen,  Dinizulu  und  seinen  beiden
Onkeln,  die  bis  dahin  auf  St.  Helena  internirt  waren,
die  Rückkehr  in  die  Heimath  zu  gestatten.  Sie  stieß
jedoch  dabei  auf  den  Widerspruch  Natals,  da  es  dort
für  nicht  angezeigt  gehalten  wurde,  vor  einer  definitiven
  Regelung  der  Verhältnisse,  das  heißt  Einverleibung
  von  Zululand  in  Natal,  die  Rückkehr  zu
gestatten.

Die  Verhandlungen  über  Letzteres  zogen  sich  noch
länger  hin,  so  daß  auch  die  Rückkehr  Dinizulus  von
Termin  zu  Termin  aufgeschoben  wurde.  Schließlich
war  aber  eine  Einigung  erzielt  über  die  Bedingungen,
unter  denen  Zululand  seine  Eigenschaft  als  Kronkolonie
  verlieren  sollte,  und  mit  dem  30.  Dezember
1897  auf  Grund  der  „Zululand  Annexation  Act
1897“  gingen  Zululand  und  Amatongaland  in  Natal
auf.  Dementsprechend  erfolgte  am  5.  Januar  d.  Is.
die  Rückkehr  Dinizulus.

Dinizulu  wurde  jedoch  keineswegs  als  oberster
Häuptling  der  Zulus  wiedereingesetzt,  er  erhielt  vielmehr
  einen  bestimmten  Wohnsitz  in  Eshowe,  500  Pfd.
Sterl.  Jahresrente  als  Angestellter  des  Gouvernements
  und  mit  den  Aufgaben  eines  Sachverständigen
in  Eingeborenen-Angelegenheiten.  Außerdem  wurde
er  Häuptling  der  Usutureserve.

Ein  besonderes  weiteres  Interesse  bieten  die  Akten
nicht.  Erwähnt  mag  noch  werden,  daß  Dinizulu,
der  als  Wilder  Zululand  verließ,  bei  seiner  Rückkehr
für  sich  und  seine  Gefährten  ein  Gepäck  von  40  t
mitführte,  außerdem  sechs  Truthühner,  zehn  Hunde,
einige  Kaninchen,  Hühner,  einen  Kanarienvogel,  einen
Papagei,  einen  Affen.  Nach  seinen  jetzigen  Passionen
dürste  er  also  kaum  mehr  den  Engländern  gefährlich
werden.

Perschiedene  Wittheilungen.

versammlung  deutscher  Forstmänner  zu  Stuttgart.

Einem  von  Herrn  Dr.  Brandis  in  der  25.  Versammlung
  deutscher  Forstmänner  zu  Stuttgart  1897
gehaltenen  Vortrage  über  die  von  ihm  begonnene
und  durchgeführte  Regelung  der  Wirthschaft  in  den
hinterindischen  Teakholzwäldern  entnehmen  wir
Folgendes:

Der  Teakbaum  (Tectona  grandis),  welcher  ein
schweres,  äußerst  hochwerthiges  Nutzholz  liefert,  kommt
in  Java  südlich  vom  Aequator  in  reinen  Beständen,
in  Vorder=  und  Hinterindien  dagegen  nur  eingesprengt
in  Beständen  von  anderen  Holzarten  vor,  in  denen
        <pb n="321" />
        er  nie  mehr  als  etwa  10  Prozent  der  Gesammtholzmasse
  ausmacht.  Die  wenigen  reinen  Bestände
nördlich  vom  Aequator  zeigen  einen  geringen  Wuchs.
Das  Bild,  das  die  Mischwälder  mit  einem  30  bis
50  m  hohen  Oberstand  von  Teakholz  und  einem  10
bis  20  m  hohen  Unterstand  von  Bambusen  darbieten,
erinnert  in  vieler  Hinsicht  an  die  Eichen=  und  Buchenbestände
  im  Spessart.

Der  Einschlag  des  Teakholzes  erfolgt,  nachdem
man  den  Baum  durch  einen  den  Splint  durchschneidenden
  ringförmigen  Schnitt  um  den  ganzen  Stamm
herum,  das  sogenannte  „Gürteln“,  hat  absterben  und
zwei  bis  drei  Jahre  auf  dem  Stamm  austrocknen
lassen.  Auf  diese  Weise  wird  das  werthvollste  Holz
gewonnen.

Eine  Regelung  der  Nutzung  der  Teakwälder
begann  Dr.  Brandis  im  Jahre  1856  in  der  Provinz
  Pegu,  indem  er  zunächst  die  Masse  des  vorhandenen
  Holzes  und  das  Altersklassenverhältniß
durch  streifenweises  Auszählen  (Linear  valuation
surveys)  feststellte.  Die  haubaren  Stämme  theilte
er  der  Praxis  der  birmesischen  Holzhändler  entsprechend
  in  zwei  Klassen,  deren  erste  einen  Stammdurchmesser
  von  nicht  unter  58  cm,  die  zweite  einen
solchen  von  nicht  unter  43  cm  haben  mußte.  Nach
Messungen  und  Erkundungen  nahm  Dr.  Brandis
an,  daß  die  Stämme  im  Durchschnitt  mit  38  Jahren
die  Stärke  der  zweiten,  mit  62  Jahren  die  Stärke
der  ersten  Klasse  erreichten.  Der  Vorrath  an  haubarem
  Holz  mußte  demnach  auf  24  Jahre  vertheilt
werden,  um  die  Wirthschaft  nachhaltig  zu  gestalten.
Daß  ein  genügender  Nachwuchs  vorhanden  war,  war
festgestellt  worden.

Die  Gesammtfläche  wurde  demnach  in  sechs  Bezirke
  getheilt  und  in  einem  dieser  Bezirke  wurde
jährlich  der  vierte  Theil  des  haubaren  Holzes  behufs
späteren  Einschlages  „gegürtelt“.  Diese  Wirthschaftsart
  wurde  1858  auch  auf  die  Wälder  der  Provinzen
Tenasserim  und  Martaban  ausgedehnt.

Eine  genauere  Zuwachsberechnung  durch  Jahrringuntersuchung
  im  Jahre  1868  führte  zu  weniger
günstigen  Ergebnissen  als  die  Schätzungen  und
Messungen  im  Jahre  1856,  und  dementsprechend
wurde  die  Zahl  der  jährlich  zu  gürtelnden  Stämme
herabgesetzt  und  elf  Jahre  lang  danach  gewirthschaftet.
Als  später  die  Ausscheidung  der  Staatswaldungen
ruschere  Fortschritte  machte,  wurden  eine  Reihe  von
Jahren  hindurch  nur  solche  Bäume  gegürtelt,  welche
außerhalb  des  Staatswaldes  standen.  In  den  letzten
Jahren  von  1889  bis  1895  konnte  bereits  nach
npeziellen,  für  die  einzelnen  Reviere  aufgestellten  Betriebsplänen
  gewirthschaftet  werden,  während  zuvor
zun  ein  Betriebsplan  für  das  gesammte  Areal  bestand.

Was  die  Holzerträge  der  Teakwaldungen  betrifft,
so  berrugen  dieselben  in  der  ersten  Zeit  pro  Jahr
und  Hektar  im  Durchschnitt  0,05  Festmeter;  doch
meint  der  Berichterstatter,  daß  sich  dieser  Ertrag  nach

279

 

Einführung  spezieller  Betriebspläne  für  alle  Staatsforsten
  auf  0,1  Festmeter  wird  steigern  lassen.

Es  ist  zu  bemerken,  daß  es  sich  hier  zunächst
nur  um  den  Ertrag  der  natürlichen  Waldungen
handelt.  Die  Kulturmaßregeln  konnten  sich  in  der
ersten  Zeit  aus  Mangel  an  Mitteln  und  an  geschultem
  Personal  nur  auf  ein  Heraushauen  der  den
Baumwuchs  hemmenden  Klettersträucher  und  ein
Wegräumen  von  Laub,  Reisig  und  Holzstücken  aus
den  Jungwuchsgruppen  erstrecken.  Seit  1868  sind
jedoch  Kulturmaßregeln  in  großem  Maßstabe  begonnen
worden,  und  zwar  werden  dieselben  in  Verbindung
mit  dem  Brandfeldbau  der  Karenen  und  Birmanen
ausgeführt.  Unter  die  in  die  durch  Verbrennen  der
trockenen  Reiser  und  dürren  Bambushalme  gewonnene
Asche  gesäte  Baumwolle  und  Reis  wird  Teakholz
gepflanzt.  Die  so  erzogenen  Bestände  wurden  in
den  ersten  zwölf  Jahren  16  bis  18  m  hoch.  Von
den  bis  zum  Jahre  1895  angelegten  17.520  ha
Teakkulturen  waren  14  385  ha  in  Verbindung  mit
dieser  Brandwirthschaft  entstanden.  Seit  den  siebziger
Jahren  wird  außerdem  noch  durch  Auspflanzen  der
durch  das  auf  großen  Strecken  gleichzeitige  Blühen,
Samentragen  und  Absterben  der  Bainbusen  entstehenden
  Lücken  mit  Teak  in  großem  Maßstabe  kultivirt.

Zwischen  diesen  Teakkulturen  schießen  nun  Bambusen
  und  andere  Holzarten  auf,  so  daß  Mischbestände
entstehen,  in  denen  Teak  vorherrscht,  dem  die  anderen
Holzarten  als  Treibholz  dienen  und  das  in  denselben
langschäftige,  astreine  Stämme  bildet,  die  in  reinen
Beständen  nur  in  Java  südlich  vom  Aequator  zu
erziehen  sind.  Man  hofft  aus  den  neugegründeten
Teakwäldern,  wenn  sie  ein  Alter  von  100  Jahren
erreicht  haben  werden,  einen  Ertrag  von  3  Festmetern
pro  Jahr  und  Hektar  zu  erzielen.

Was  die  Reinerträge  aus  den  Staatswaldungen
betrifft,  so  betrugen  dieselben  in  den  Jahren  von
1893/94  bis  1895/96  durchschnittlich  jährlich:

1  900  000  Rupien,
1  835  000

Die  Preise  für  1  Festmeter  Teakholz  stiegen  in
der  Zeit  von  1856  bis  1895  von  40  bis  75  Rup.

Wenn  nun  schon  die  Reinerträge  aus  den  Wäldern,
  die  sich  in  Zukunft  noch  erheblich  steigern
werden,  durch  die  Einführung  einer  geordneten  Waldwirthschaft
  recht  bedeutend  geworden  sind,  so  betont
Dr.  Brandis  zum  Schluß  noch  als  ganz  besonders
erfreuliche  Wirkung  der  letzteren  die  erzieherische
Wirkung  auf  die  Eingeborenen,  denen  durch  die  Arbeit
im  Walde  Gelegenheit  zu  reichlichem  Verdienst  gegeben
  und  deren  Vertrauen  zum  Europäer  durch
dieselbe  gewonnen  und  befestigt  worden  ist.

in  Unterbirma
in  Oberbirma
        <pb n="322" />
        —  280  —

.  i  ni  Voskamp,  C.  J.  (Nissionar):  Jerstörende  und  auf-Tifterakur
  Bere  ch  k.  ½  bauende  Mächte  in  China.  gr.  80.  mit
Lachambre,  H.,  und  Machuron,  A.:  Andrée  im  11  Bildern.  80  Pf.
Ballon  zum  Nordpol.  Deutsch  von  H.  Jahn.  Buchhandlung  der  Berliner  evangelischen
Mit  50  Illustrationen  nach  Photographien  und  einer  Missionsgesellschaft,  Berlin.

Karte.  Mk.  4,—,  geb.  Mk.  5,—.
Paul  List  in  Leipzig.

 

Perkehrs-Rachrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
6  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  25.  Mai,  Tanga  19—20  Tage  am  20.,  23.  Mai,
Geutsche  Schise)  .,  22.Juni  120  abds.  Dar-es-Sal.  20—21  Tg..,  17.,  20.  Juni
1.  Deutsch.  Ostafrika.  Brindst,  ene.  am  Ma,  19.  Juni  Sansibar  22  Tage  116  abds.
(englische  à  abds.
"  Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
m„  französische  Schiffe)  40  nms.  6  10%  abbs.  ·
I  *  .  .  *
2.  deutsc.  südwettafritg.  Southampton  am  4.  Juni,  2.,  320.  Juli  Lüderitzbucht  22  Tage  am  3.  Juni,  1.,  29.  Juli
(14  eetmanshp,  (biveon.  gngt-  Schiffe  vie  *  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  15  ums.
wöchentlich  dis  Kopstadt.  Dampfer  „Leutwein")  #  #  v
von  dort  weiter  alle  14  Lage  Hamburg  am  25.  Mai,  25.  Juli#  Swakopmund  30  Tage  am  25.  Mai,  25.  Juli
auf  dem  Landwege.)  cdeutsches  Schiff)  nachts  —  Lüderitzbucht  40  Tage!  7%  abbs.
5(4%  mburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10,  jedes  Monats
3.  Namerun.  cwm  clfe)  nachts  7#  abbs.  .
Liverpool  am  8.  Juni,  6.  Juli  Kamerun  22  Tage  am  6.  Juni,  4.  Juli
(englische  Schiffe)  #lôms.
Hamburg  am  10,.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  iedes
4.  Cogo-  Gebiet  Oeursche  Schiste,)20.jedes  Mts.  *  deg  Tage  Monats  72  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  18.  Mai,  «  Quittah  36  am  16.,  30.  Mai,
Marseille  oder  Bordeaux  (englische  Schiffe)  1.,  15.,  20.  Juni  Lutah,  P6,  TagenulPV  13.,  27.  Juni  15  ums.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (franzöfische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10  abds.
Bordeaux  1  am  10.  Juli,  10.  Sept.]  Cotonou  22  Tage  am  8.  Juli,  8.  Sept.
—————  “  ranzoͤsische  Schiffe)  110  vms  von  da  ab  Landverdindung  107  abbs.
Neapel  am  29.  Juni,  24.  Aug.  Stephansort  45  Tage  sam  27.  Juni,  1.  Juli,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (beutsche  Schiffe)  abds.  8  yb  8  22.,  August
(#eriwdist  y  am  32½1,  28.  Aug.  -  41  Tage  1146  abds.
versan  a
»  Brindisi  am  3.  Juli,  28.  Aug.  Jaluit  etwa  70  Tage  am  1.  Juli,  26.  Aug.
6.  Marsphall-  Inseln.  (aber  Meni.  abd.  9  Lal.  ul- 



Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

——

 

 

·  Landungs-  1  Die  Post  ist  fäuig  Landun  gs  I  Die  Po  ist  fallig
Von  hafen  n  Berlin  J  Von  *  in  1#
Neapel.  am  95.  Mas  l
-  ambur  am  10.*  jed.  Monats
Deutsch-Ostafrika  indi  10.—.  20.  Juni.  gogebiet  d  moulh.  am  27.7  ko.  Monats
Brindisi.  ..  am  15.  Mai,  13.  Juni  gog  «  y·)  Monats
—  Marseille  ..  am  17.  Mai.  16.  Juni  Marseille“  sam6.  6htn  “#5.
deutsh-üdwestufri  Southampton  am  7.  Juni,  5.  Juli  deutsch  eu-Guinen.  Neapel.  I  «Y)a7g;zsss«xn«
lmoutl..l  .I«  .—  ats  .
Ramerun.  .  .  .  ...  Vncn  .  .  Mnais  Marshall  ·  Inseln...  Marseille  *1  Mitte  Juni  Z„
10.  Juni  1  Mitte  Augus

 

 

 

*  Fülligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="323" />
        281

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

–.

 

 

Letzte  Nachrichten

 

Reise

er

dpostdampf  von  nach  bis  12.  Mai  1898
l

,,AdolphWoetmann«..  Loango  Hamburg  am  8.  Mai  in  Accra.

„Aline  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  11.  Mai  ab  Gabun.

„Anna  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.  1

„Brurellesville"  Antwerpen  Kongo  am  12.  Mai  in  Madeira.

„Carl  Woermann“  Loanda  .  Hamburg  am  12.  Mai  in  Hamburg.

„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  2.  Mai  in  Accra.

„Ella  Woermann"  Hamburg  Sherbro  am  9.  Mai  in  Las  Palmas.

„Gertrud  Woermann“  Hamburg  1  Notonon  am  8.  Mai  in  Conakry.

„Gretchen  Bohlen“  z.  Zt.  in  Hamburg.  *

„Hedwig  Woermann“  Kotonon  "„  Hamburg  am  9.  Mai  in  Accra.

„Jeannette  Woermann“.  Loanda  -  Hamburg  am  11.  Mai  in  Bonny.

„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  11.  Mai  Teneriffe  passirt.

„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Loango  am  11.  Mai  ab  Hamburg.

„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  7.  Mai  Madeira  passirt.

„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderigbucht  am  9.  Mai  in  Kapstadt.

„Melita  Bohlen“.  .  z.  Zt.  in  Hamburg.

„Professor  Woermann“.  Sherbro  Hamburg  am  7.  Mai  ab  Sierra  Leone.

„Thekla  Bohlen“.  Hamburg  Loanda  am  28.  April  in  Accra.

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (HGamburg—Ostafrika).

 

—  —¡—  —  —  —

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten

Aeicsposidanpser  von  i  nach  bis  12.  Mai  1898
„König“  ..  Hamburg  Durban  am  8.  Mai  ab  Aden.
„Herzog“".  Hamburg  Durban  am  13.  Mai  an  Mmuiden.
„Kaiser"“.  Durban  Hamburg  am  10.  Mai  ab  Delagoabai.
„Kanzler"#  Durban  Hamburg  am  10.  Mai  ab  Neapel.
„Bundesrath".  Hamburg  Delagoabai  am  8.  Mai  ab  Sansibar.
„Reichstag“.  Delagoabai  Hamburg  am  9.  Mai  ab  Mombassa.
„Admiral“.  Delagoabai  Hamburg  am  12.  Mai  ab  Alissingen.
„General“  Hamburg  Delagoabai  am  12.  Mai  ab  Neapel.

 

H.....-—  —  S

–4

Als  eine  Neuheit  der  Produktion,  welche  die  Förderung  der  deutschen  Kolonialsache  unentwegt  im
Auge  hat,  darf  die  von  dem  Deutschen  Kolonialhause  Bruno  Antelmann,  Berlin  C.,  Jerusalemerstraße
  28,  eingeführte  „Kiautschon-Zigarette"“  bezeichnet  werden.  Die  Bedeutung  dieses  Erzeugnisses
in  Zukunft  ist  unverkennbar,  denn  unsere  älteren  Schutzgebiete  in  Afrika  und  Neu-Guinea  liefern  zwar
qualitativ  ausgezeichnete  Tabake  zur  Zigarren-Fabrikation;  es  ist  aber  bei  der  Bodenbeschaffenheit  so  gut
wie  ausgeschlossen,  daß  dem  Tabak  für  Zigaretten  dort  ein  fruchtbarer  Boden  entstehen  könnte.  Die
„Kiautschou-Zigarette"  hat  aber  auch  ihre  historische  Bedeutung,  denn  sie  ist  das  erste  Ausfuhrgut  unserer
neuesten  deutschen  Besitzung,  welches  unter  Entfaltung  der  deutschen  Reichsflagge  über  Kiautschon  nach
hier  in  See  ging.

 

 

!  —  —  —
EIIIIIIILII  rehrhneiinhbnnpubesphihnbhhhhnnnhhhhhnnnRsRNNNNNNNTNTNTN!
..—  —–w...—

 

—.....
—.HJ......  —  —Tee—d

    

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  S8W12,  Kochstraße  63  W
einZzuienden.

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  *  %

Werkstätten  für  mathematische  und  optische  Iastrumente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman.  Aufnahme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

—  —4
—.—  ——!  —  —  —
—  —  —  —  —  –2

Kaufmann,

2½  Jahre  alt,  völlig  militärfrei
wänscht  Anstellung  im  Kolonial-*
  (237

ejl.  Osserten  unter  „Kolonie“
postlagernd  Cöthen  (Anh.)erbeten.
        <pb n="324" />
        In  das  hiesige  Gesellschaftsregister
ist  heute  unter  Nr.  4  die  Firma
N.  Nanos  &amp;amp;  G.  Papayoglakis
mit  dem  Sitze  in  Bagamoyo  und
einer  Zweigniederlassung  in  Mpapua
eingetragen.

Die  Gesellschafter  sind:
1.  der  Kaufmann  Nicolas  Nanos

un
2.  der  Kaufmann  Georges  Papayvoglakis,

  Beide  in  Bagamoyo.

Die  Gesellschaft  ist  eine  offene  Handelsgesellschaft,
  hat  am  13.  November
1897  begonnen  und  wird  von  jedem
der  Gesellschafter  allein  vertreten.

Tanga,  den  13.  April  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

J.  A.:
Sperling.  (228)

In  das  hiesige  Firmenregister  wurde

heute  unter  Nr.  5  die  Firma
S.  Michalaridis

mit  dem  Sitze  in  Ujiji  und  als
deren  Inhaber  der  Kaufmann  Stavros
Michalaridis  in  Bagamoyo  eingetragen.


Tanga,  den  13.  April  1888.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

J.  A.:
Sperling.  (7#)

Gekanntmachung.

In  das  bei  diesem  Konsulat  geführte
  Prokurenregister  sind  für  die
offene  Handelsgesellschaft

Wim.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,
Hauptniederlassung  Hamburg,  Zweigniederlassung
  Zanzibar,  folgende  Eintragungen
  erfolgt:

Zu  laufende  Nummer  8,  Prokurist
Kaufmann  Otto  Max  Johannes
Oehlerking  hierselbst,  ist  eingetragen
am  22.  März  1898:

Die  Prokura  ist  erloschen  am  1.  Februar
  1898."

Unter  laufende  Nummer  10  ist  am
22.  März  1898  eingetragen,  daß  dem
Kaufmann  Heinrich  A.  J.  Schivmann
  hierselbst  Prokura  für  die  hiesige
Zweigniederlafsung  mit  Wirkung  vom
1.  Februar  1898  ab  ertheilt  worden  ist.

Zanzibar,  den  22.  März  1898.
Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.

gez.  Freiherr  v.  Rechenberg.  (241)

August  Jasper,  Emden,

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und  Sardellen

nach  allen  Ländern  in  besonderer

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mach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
Seelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse--semen
  liefert,  s0  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12.—  franco  aller  deutschen
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Kochstraße  68—71.

 

 

 

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Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Rlfred  Zimmermann.

 

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Erster  Band:  Zweiter  Band:

Pie  Kalanialpolitib  Portugals  und  Spaniens.  Tie  Kolsnislpolitik  Großtritannirus.

in  ürer  Entwidhelsns  von  ben  Aufäugen  his  jur  Gegenwert.  Erster  cheil.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  #  Den  den  Anfãngen  bis  zum  Abfall  der  Fereisizten  Stsater.
und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte  des  16.  Jahrhunderts.  Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.

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hat  in  den  betheiligten  Kreisen  eine  überaus  rege  Beachtung  und  günstige  Aufnahme  gefunden.  Das  Werk

kann  als  ein  Lese=  und  Lehrbuch  gelten,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer
nutzbringenden  Weltpolitik  zu  geben  vermag.  Es  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen
Kolonialpolitik  dar  und  ermöglicht  allen  Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die
Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte.  Die  nachstehenden

 

Stimmen  der  Presse
kennzeichnen  den  Werth  und  die  Eigenart  des  Werkes:

Bei  Erscheinen  des  ersten  Bandes:  tischen  Werthe,  verdient  von  allen  Kolonialfreunden

  gelesen  zu  werden.  1

 

 

Müktär=  Kitteratur=  Jeitung  Nr.  14  vom  Nov.  1896:  Elohns  Nr.  20  vom  Nov.  1896:.  hier  sind  all-Wir

  haben  in  diesem  Bande  den  Beginn  einer  für  gemeine  Kapitel  eingeschaltet,  die  uns  jedesmal  die

die  Kolonialpolitik  der  Gegenwart  hochwichtigen  Interna  der  Verwaltung,  die  Finanz=  und  Zollwirthund

  bedeutungsvollen  Arbeit.  Wir  stehen  nicht  schaft,  die  Handelsbeziehungen  zur  Heimath  und  Fremde

an,  es  geradezu  als  ein  Lehrbuch  der  Kolonialpolitik  c.  besser  erkennen  lehren.  Wir  halten  diese  Abschnitte

zu  bezeichnen  mit  seiner  reichhaltigen,  gewissen=  in  mehr  als  einer  Hinsicht  für  die  wichtigsten  und
haften  Forscherarbeit.  für  den  Kolonialfreund  nützlichsten.

1  Köluische  Volkszeitung  Nr.  833  vom  7.  Dez.  1896:  #

Das  Buch  verdient  die  weiteste  Verbreitung  in  allen  Bei  Erscheinen  des  zweiten  Bandes:
gebildeten  Kreisen.  —  —

«  ..,Nk.59vom

Veuische  Ner#se,  XXII.  Jahrg.,  Februarheft:  Die  11  aiteersglett:  3—  Nt.  erfreulich,  daß
Darstellung  ist  klar  und  flüss  ig  das  Wichtigste  Dr  Zimmermann  es  verstanden  hat,  seine  auf  breiter
ist  mit  Geschick  hervorgehoben,  und  das  Werk  ist  der  wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Untersuchungen
Beachtung  der  weitesten  Kreise  werth,  da  es  nicht  in  ein  so  angenehmes  Gewand  zu  kleiden,  daß
nur  den  Interessenten  unserer  Kolonialpolitik  einen  pie  D  arstellung  sich  zuweilen  liest  wie  ein  Roman  und
nicht  Aaberleßenden  Spigel  vorfall  Lsern  auch  daher  auch  Demjenigen,  den  nicht  gerade  sein  Beruf  1
er  gesammten  -.  ..  ek-E
  ens  auch  dem  zur  Antheilnahme  an  kolonialpolitischen  Fragen  aus  .

«  «  -  b-Historiker
  und  Geographen  von  großem  Nutzen  ist.  Gegenwart  oder  Vergangenheit  nöthigt,  Interesse  a  1

.  .  langt.

äarsristes  Geutrelblatt  für  Peutslend.  1897,  Nr.3:  er  ang  .  .Meik1898:
·emFachmauufowied-m  Lakeu  sei  das  Buch  Tir  geite  —n  en.  eich-zung
als  belehrende  oder  unterhaltende  Lektüre  empfohlen.  uns  erer  geschichtlichen  Litteratur  und  läßt  den
Veische  Kolsnialzeitung  Nr.  51  vom  19.  Dez.  1896:  noch  angekündigten  vier  Bänden  des  Werkes  mit  demn
..Aus  der  Geschichte  können  und  müssen  wir  lernen,  lebhastesten  Interesse  entgegensehen.  .
deshalb  sei  die  Lektüre  des  vorliegenden  Buches  Alenser  Macritten  Nr.  45  vom  23.  Febr.  1898:
besonders  empfohlen.  ..  Alfred  Zimmermann  begnügt  sich  nicht  damit,  über
Neipliger  #Ausrirte  Feitung  Nr.  2792  v.  2.  Jan.  1897:  die  Ereignisse  selbst  zu  berichten;  es  reizt  ihn,  nach
Dem  Freund  wie  dem  Gegner  der  Kolonial-=  dem  wirthschaftspolitischen  Warum  des  Warum  zu
politik  sei  das  Studium  des  Zimmermannschen  fragen,  und  so  gruppiren  sich  die  bedeutsameren  ge
WVWVerkes  angelegentlich  empfohlen.  schichtlichen  Vorgänge,  welche  er  behandelt,  ganz  von
«  Vetermanns  Mittheilungen,  1897,  Heft  5:  Zimmer-seibst  zu  Weltbildern,  aus  denen  man  ganz  andere  Dinge

manns  vorliegendes  Buch  ist  von  hohem  prak=  erfährt  als  nur  die  Buntheit  der  geschilderten  Thatsachen.

6  Dal  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes  zu  beziehen.
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1893.

  
  

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allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

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Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco.  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzen  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Neheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Benannten
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Barcelona:  J.  Espiell;  25)
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  kII

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Paris:  Na#  Fes,  31  rue  des  petites  Ecurles;

Kle  de  Janelro:  Magalbles,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoefer  4  Co.

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Koloninl-Wirtschaftlich.  Komitees.
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von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  bestes  Präventivund
  Heilmittel  bei  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normali-Sirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrunkungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem
Werthe  für  die  tägliche  Praxis  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden  “
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Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Dervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genanen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michnelis'sches  Relerat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorlsirter  Fabrikant:  (2)

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(2)

 

 

 

n*-t
  *  O575

Ee  tã  15

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  ##nfünt  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkalolde)  in  möglichst
meckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Cbinarinde  indicirt
8  angewandt,  besonders  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit
erden  und  Schwäichezustände.
#  urkungemittel  nach  heftigen  Flebern,  besonders  nach  Iafluenza,
#ez  Huhr,  Malaria  u.  s.  w.  bewährt  es  sich  ausgezelchnet  und  wird  von
en  Autoritdten  bestens  empfohlen.  (##n)
AHin  Allio  aleh  vor  Nachahmungen  und  achle  auf  die  Schutzmarke  der  Flrma.

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Mörterbicch.  6.  Aufl.,  vollst.  umsearbeitet
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Verlag  von  Carl  Graeser  in  Wien.

 

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Leipzig.  (Prosp.  grat.)  (i77)
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in  den  Tropen  mit  Erfolg  ein

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in  den  deutschen  Kolonien  seit  zei  ständig  5  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lung  balthor,  nur  aus  bestem  Malz  und  Lorfen  hergerelt.  Das  Hier  if  serr

ertischend  und
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Tersand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  ½  Exportslaschen.
Ait  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Verliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
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Verlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.

zür  Dausch,Ostofrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Onaafrilauische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.

Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Ha#der  &amp;amp;  de  Bôß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

    

 

 

Export-Bier

der
Kalser-Brauerel  Beck  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steinguttabeis,  Alctlengesellschaft,
  vormals  Gebrüder  HNubbe,
Neuhaldensieben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (165

Briefmarken

deutscher  und  anderer  Kolonien
werden  zu  kaufen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.
Ansichtssendungen  erbeten.

Auswahlen,  länderweise  geordnet,
  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
  Sammler  gemacht.  Referenzenoder
  Standesangabe  erforderlich.
Briefmarkenhandlung  A.  Beddig,

Hannover.  (231)

 

 

 
          

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Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

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Amt  I1.  4257.

(ez)
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        —  294  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Mai:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  Mai:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Liberia  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Benguella.
Am  10.  Juni:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hufen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.
Am  18.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Carstens,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Sierra  Leone
und  Sherbro.

MANächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Mai,  25.  Juli  und  ferner
am  25.  jedes  zZweiten  Monats.

4#e  Güter  mussen  am  Tage  vor  dem  4350ansdatsem  OSls  12  Uhr  mietags  Ianpsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
(n)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabeon  und  Neapel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fabrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 

*,„HERZOG“,  Capt.  v.  Issendor  ...  D  25.  Mai,
„/ApMIRAL““,  Capt.  Wiist4  ....  25.  Mai,  8.  Juni,
*„KANZLER“,  Capt.  Rlaoaoaaoaaoann  .  .  ...  8.  Juni,  22.  Juni,
0,EEICHSTAG“,  Capt.  Weisskenn  22.  Juni,  6.  Juli,

nach  Nombassa,  Tanga?,  Pangani-“,  Saadani:,  Bagamoyo,  Dar-es-Saldm,  Sansibar:,  Kllwa,  Lindi,
Milindani,  lbo,  Mozambique  ,  Quellmane  ,  Chinde,  Beirn“,  Inhumbane,  Delagoabal“,  Durban“.
Die  mit  einem  verschenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  versehenen  Häfen  auch  Ladung.
Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Darban.
Die  Dampfer  Raben  vorzüpliche  Einzicheungen  Für  Pussagiere  tn  allen  Klaseen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvanl
(Jobanhesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.
Alle  Gäter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  („I)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfnhrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-  Afrika-LTinie,
Gr.  Reichenstrasee  27.  •

Dieser  Nummer  liegt  das  2.  Heft  des  Xl.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schunzgebieten“  bei.

—  —  —  —

 

——  —„  —
·  —-..—-———-..-.-—

.  Verantwokuicherstedattenkfärbennichtautuicheu  Tbeil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  vbon  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—I1.
Ausgegeben  am  16.  Mai  lae#  um  6  Uhr  nachmitlags.
        <pb n="337" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgeseben  in  der  HKolsnial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amis.

 

————

IX.  Johrgunz.

—  —  —  A  —  —  —

Berlin,  1.  Juni  1898.  Nummer  11.

-

 

————..  —.—————————————————————————————

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheste  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beihesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Lander  des  Weltpostvereins.  —.  Einjendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungo-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

Inhalt:  Autlicher  Theil:  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Mai  1898  S.  295.  —  Perso-=nalien
  S.  295.  "
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  296.  —  Deutsch-Ostafrika:  Suaheli-Fibel  und
Lesebuch  S.  206.  —  Kamerun:  Bericht  über  die  Erpedition  des  Unteroffiziers  Staadt  von  Carnotville  nach
Maünde  S.  297.—  Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirksamtmanns  Boeder  von  Rio  del  Rey  nach  Bibundi  S.  297.
—  Unterwerfung  der  Bane  und  Buli  S.  299.  —  Togo  Wissenschaftliche  Sendungen  S.  299.  —  Deutsch-Südwestafrika:
  Südwestafrikanische  Baiwegeisenbahn  S.  299.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Kaiser  Wilhelmsland
  S.  299.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  299.  —
Aus  fremden  Kolonien:  Handelsstatistik  des  Kongostaates  S.  300.  —  Wirthschaftsverhältnisse  Madagaskars
S.  300.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Kolonial-Wirthschaftliches  Komitee  S.  302.  —  Ueber  den  Maria
Theresienthaler  S.  302.  —  Litteratur  S.  303.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  305.  —  Schiffsbewegungen  S.  305.
—  Verkehrs-Nachrichten  S.  305.  —  Anzeigen.

—  —  —  —  —

 

 

 

 

Amtlicher  Theil.
Perordnungen  und  Wilkheilungen  der  Behörden  in  den  Schukgebieken.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupic  für  den  Monat  Mai  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,40  Mark  —=  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

 

 

—  —  —

Perlpnalien.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  24.  Mai  1898.

Prince,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  ein  Patent  seiner  Chargce  erhalten.
Schlobach,  Premierlieutenant,  zum  Hauptmann  und  Kompagniechef  befördert.

Schutztruppe  für  Südwestafrika:
A.  K.  O.  vom  10.-Mai  1898.
v.  Heydebreck,  Premierlicutenant,  zum  Hauptmann  und  Kompagniechef,  vorläufig  ohne  Patent,  befördert.
A.  K.  O.  vom  24.  Mai  1898.
v.  Heydebreck,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  ein  Patent  seiner  Charge  erhalten.

 

—..  T.
        <pb n="338" />
        —  296  —

Nichtamtlicher  Theil.

al-Machrichten.  Die  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  von
Ferson  1.  ch  Kamerun  angenommenen  Materialienverwalter
Deutsch  -Ostafrika.

.,  Bergner  und  Schmied  Kupp  sind  am  7.  April
Der  als  Bezirksrichter  nach  Deutsch-Ostafrika  d.  Is.  in  Kamerun  eingetrosfen  und  haben  ihren

entsandte  Assessor  Dr.  Solf  ist  in  Dar-es-Saläm  Dienst  angetreten.
eingetroffen.  1

Der  Bezirksamtssekretär  Graf  Baudissin  ist  Cogo.
ausz  Deuuch  Ostafrika  mit  Heimathsurlaub  hier  Der  erst  vor  Kurzem  im  Schnzgebiete  einge
9  «  -—---  «  troffene  Zollassistent  Pittroff  ist  am  12.  Mai  und
Der  Landmesser  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  der  Kassen=  und  Rechnungsbeamte  Seulen  am

für  Deutsch-Ostafrika  Röpke  hat  die  Ausreise  am  21.  Mai  in  Lome  verstorben.
27.  April  angetreten.

——..  —

Der  beim  Gouvernement  in  Lome  angestellte
Maschinenschlosser  Küntgen  hat  die  Ausreise  angetreten.


Der  Leiter  der  landwirthschaftlichen  Versuchsstation
  zu  Kwai  (Ostafrila),  Herr  Eick,  und  der
Landwirth  Bauer  sowie  der  Bezirksamtssekretär
Keudel  aus  Milindani  und  der  Architekt  Hofft  »  .
aus  Tanga  sind  mit  Urlaub  in  Deutschland  ein-  ,,  Sũdwestasrita.  2  »
getroffen.  Der  Kaiserliche  Gouverneur  Major  Leutwein

—  —  hat  die  Ausreise  nach  Windhoek  angetreten.  Eben-Der

  Beamte  des  Kaiserlichen  Gouvernements  dahin  ist  der  Zollassistent  1.  Klasse  Schleiffer  ab—

Kühnendahl  ist  an  Gehirnentzündung  verstorben.  geresst.

Der  als  Kalkulator  bei  dem  Kaiserlichen  Gou-Ramerun.

  vernement  angenommene  Eisenbahnbetriebssekretär
Der  Königlich  bayerische  Wirkliche  Rath  Dr.  Woite  ist  nach  Swakopmund  abgereist.

Martin  ist  in  Kamerun  eingetroffen.

Der  kommissarische  Intendant  für  die  Schutztruppe

Der  Bezirksamtmann  von  Edea,  Premierlieute=  und  Chef  der  Finanzverwaltung  des  südwestafrikanischen

nant  v.  Brauchitsch,  der  Bezirksamtmann  aus  Schutzgebietes  Waßmannsdorf  ist  in  Deutschland
Kribi  v.  Oertzen  und  der  Stationsvorsteher  von  eingetroffen.

Mande,  v.  Carnap-Quernheimb,  sind  mit  Urlaub  —
in  Deutschland  eingetroffen.  An  Stelle  des  ausgeschiedenen  Lieutenants

-  v.  Ziethen  ist  der  Lieutenant  a.  D.  v.  Clavé-Der
  Lehrer  Sembritzki  in  Kamerun  ist  krank=  Bonhaben  nach  Swakopmund  abgereist,  um  die  Stelle

heitshalber  nach  Deutschland  zurückgekehrt.  des  Vorstandes  des  Pferdedepots  zu  übernehmen.

—  —  ——

 

 

 

Zachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hltafrika.  1  Ulant  übernahm  hierbei  die  Ausarbeitung  der  Fibel,
*  während  die  beiden  Herren  sich  in  die  Arbeit  be-Snabeli

  Sibel.  und  Lesebuch.  züglich  des  Lesebuchs  theilten.
Die  bisher  in  Ostafrika  im  Gebrauch  befindliche  Nachdem  die  beiden  Werke  die  allseitige  Aner-Suaheli-Fibel
  von  Dr.  Barth  bedurfte  einer  Neu—  lennung  der  Sachverständigen  gefunden  hatten,  ist
auflage.  Es  erschien  jedoch  angezeigt,  eine  Trennung  nunmehr  die  Drucklegung  erfolgt,  und  sind  bereits

des  Werkes  unter  gleichzeitiger  Umarbeitung  in  eine  1  je  400  Exemplare  nach  Ostafrika  zur  Versendung
Fibel  und  ein  Lesebuch  vorzunehmen.  Im  Einver=  gelangt.

ständniß  des  Herrn  Dr.  Barth  wurde  diese  Arbeit  Die  beiden  verdienstvollen  Werke  werden  demdurch

  die  beiden  in  Ostafrika  angestellten  Lehrer  nächst  auch  durch  den  Buchhandel  zu  beziehen  sein.
Herrn  Blank  und  Herrn  Rutz  ausgeführt.  Herr  ·
        <pb n="339" />
        RKamerun.

Bericht  über  die  Erpedition  des  Unteroffiziers  Staadt
von  Carnotville  nach  Vaunde.

Ueber  seinen  Rückmarsch  von  Carnotville  nach
Maunde  hat  Unteroffizier  Staadt  einen  Bericht  erstattet,
  dem  wir  Folgendes  entnehmen:

Am  10.  Dezember  1897  marschirte  ich  von  der
französischen  Station  Carmotville  ab.  Da  der  Rückweg
  ein  möglichst  direkter  sein  sollte,  so  schlug  ich
einen  direkt  nach  Westen  führenden  Weg  ein,  um
ungefähr  bei  Dandunku  den  Sanaga  zu  erreichen.
Von  Carnotville  bis  Bertua  ist  das  Land  (französisches
  Gebiet)  fast  nur  Grasland,  mit  sehr  viel
kleinen  Gewässern  durchzogen  und  wenig  bevölkert.
Bei  Bertua,  einem  Orte  von  etwa  1500  sehr  schön
gebauten  runden  Hütten,  betritt  man  das  Gebiet  des
bis  zum  Sanaga  sich  ausdehnenden  Mackastammes.
Da  dieser  große  Stamm  kein  allgemein  anerkanntes
Oberhaupt  hat,  wird  er  von  allen  Seiten  stets  bekämpft
  und  dürfte  wohl  seinem  Untergange  entgegengehen.
  Als  ich  bei  Mekunda,  zwei  Tage  südlich
Wutschaba,  eintraf,  sagten  mir  Boten  des  Häuptlings
Loa,  Wemke  sei  fünf  Tage  südlich  mit  dem  Mackastamm
  wieder  in  Krieg  verwickelt.  Die  Sache  hat
solgenden  Grund:  Tibati  hat  Wemke  den  Befehl
zugehen  lassen,  ihm  umgehend  100  Sklaven  zu
schicen,  welche  Wemke  auch  sofort  bei  dem  Mackastamm
  geholt  hat.  Da  Wenke  schon  wieder  das
rechte  Ufer  des  Sanaga  erreicht  hatte,  konnte  ich
diesen  Menschenraub  leider  nicht  mehr  verhindern.

Der  Mackastamm  soll  Menschenfleisch  allen  anderen
Speisen  vorziehen,  welcher  Umstand  auch  einem  meiner
schwarzen  Soldaten  das  Leben  kostete.  Am  11.  Januar
1898,  auf  dem  Marsche  von  Ngollo  nach  einem
Lagerplatz,  blieb  der  Betreffende  trotz  wiederholter
Ermahnung  am  Ende  der  Marschkolonne  fast  hundert
Schritte  zurück.  Als  gegen  Mittag  ein  kleiner  Wald
passirt  wurde,  wurde  der  Soldat  von  Eingeborenen
von  rückwärts  mit  einem  Speer  erstochen.  Als
Zampa  hierauf  schoß,  eilte  ich  zurück,  verfolgte  die
Eingeborenen,  wodurch  es  mir  gelang,  dieselbe  zu
vertreiben  und  wenigstens  die  Leiche  zu  retten.

Zwei  weitere  Soldaten  erhielten  je  einen  Pfeilschuß
  in  die  Oberlippe,  doch  waren  es  leichte  Verwundungen.
  Der  Gefallene  wurde  an  demselben  Tage
im  Lager  beerdigt.  Um  auf  meinem  Weitermarsche
nicht  mehr  gestört  zu  werden,  marschirte  ich  zwei
Tage  nach  Norden,  bis  zum  Häuptling  Mekunda,
halb  Wutte,  halb  Macka,  unter  Herrschaft  der  Wutte
stehend,  worauf  der  Marsch  bis  Yainde,  welches
ich  am  27.  Januar  ohne  jegliche  Störung  erreichte,
fortgesetzt  wurde.

297

 

Bericht  über  eine  Reise  des  Bezirksamtmanns  Boedber
von  KRio  del  Rey  nach  Bibundi.

Der  Bezirksamtmann  Boeder  berichtet  über  eine
Reise  über  Land  von  Rio  del  Rey  nach  Bibundi,
wie  folgt:

Da  ich  es  für  wünschenswerth  hielt,  wenn  sich
der  Bezirksamtmann  einmal  auf  dem  festen  Lande
zeige,  entschloß  ich  mich,  nicht  mit  dem  „Nachtigal“
nach  Bibundi  zu  fahren,  sondern  zu  versuchen,  über
Land  diesen  Platz  zu  erreichen.  Nachdem  es  nothdürftig
  gelungen  war,  die  Lasten  für  diese  nicht  vorhergesehene
  Reise  herzustellen,  fuhr  ich  am  22.  März
1898,  mittags  12⅛  Uhr,  in  Begleitung  des  Stationsleiters
  Romberg  mit  günstigem  Wasser  nach  Ndobe
ab.  Nachts  11⅛  Uhr  erreichten  wir  Ekundu,  den
früheren  Stapelplatz  der  schwedischen  Faktorei,  setzten
um  3⅛  Uhr  die  Fahrt  fort  und  kamen  Mittwoch
den  23.,  morgens  7  Uhr,  in  Ndobe  an.  Fast  während
  der  ganzen  Fahrt  war  der  Kriek  (Massakke-Kriek)
  von  Mangroven  eingesäumt,  erst  kurz  vor
Ndobe  wurde  die  Vegetation  üppiger;  besonders  die
große  Menge  von  Bambus  fiel  auf.  Nach  Romberg
ist  derselbe  von  Calabarhändlern  angepflanzt,  die
früher  unter  dem  dichten,  Regen  und  Sonne  abhaltenden
  Bambusdach  ihr  Oel  preßten.

Von  dem  Kriek  nach  der  Station,  die  neben  der
Faktorei  der  Deutsch-Westafrikanischen  Handelsgesellschaft
  liegt,  führt  ein  sehr  sauber  gehaltener
breiter  Weg.

Um  1  Uhr  40  Minuten  nachmittags  setzten  wir
die  Reise  zu  Fuß  fort,  kamen  um  2  Uhr  20  Min.
in  Ndobe,  3  Uhr  40  Min.  in  Kumbe  und  nachmittags
  5  Uhr  40  Min.  in  Bongé  an,  die  letzte
Stunde  von  einem  schweren  Gewitter  überrascht,  das
uns  mit  einem  wolkenbruchartigen  Regen  beglückte.
In  der  Faktorei  der  Deutsch-Westafrikanischen  Handelsgesellschaft
  fanden  wir  gastfreundliche  Aufnahme.

Da  mir  in  Bongc  die  Schönheit  der  Düvenfälle
gerühmt  wurde,  beschloß  ich,  einen  Tag  dazu  zu
verwenden,  um  diese  zu  sehen.

Am  24.  morgens  7  Uhr  marschirten  wir  ab,
passirten  um  9  Uhr  20  Min.  Bawo,  erreichten  auf
allmählich  ansteigendem  Wege  um  103¾/4  Uhr  Ekumbe
Ndene  und  waren  nach  einstündiger  Wanderung  um
11/¾  Uhr  an  den  Fällen.

Der  Arblick  ist  überwältigend  schön.  Das  Wasser
fällt  von  etwa  40  m  Höhe  senkrecht  herunter  in
einem  Halbkreis  von  etwa  250  bis  300  m.

Um  1"  Uhr  traten  wir  den  Rückmarsch  über
Bai  Bakotta  an,  waren  um  3  Uhr  20  Min.  in  der
Barrofaktorei  der  Deutsch-Westafrikanischen  Handelsgesellschaft,
  fuhren  von  dort  per  Kanu  den  Meme
hinab  und  erreichten  um  5  Uhr  Bongé.

Man  hat  hier  Versuche  mit  Kakaopflanzungen
gemacht.  Die  eine  Pflanzung  soll  15  000  Bäume
enthalten;  jedoch  geht  nach  Aussage  der  Besitzer
ungefähr  der  dritte  Theil  der  ausgepflanzten  Bäume
im  dritten  bis  fünften  Jahre  ein.  Ursache  soll  der
        <pb n="340" />
        harte  Boden  sein,  der  nach  Abholzung  infolge  der
Hitze  aufspringt.

Der  größte  Theil  der  Memeniederung  scheint
jedoch  zur  Anlage  von  Pflanzungen  geeignet  zu  sein.

Am  25.  morgens  7  Uhr  marschirten  wir  von
Bongé  ab  und  erreichten  um  10⅛  Uhr  das  verhältnißmäßig
  große  Iloani,  Häuptling  Nasseri,  welches
durch  eine  Rinderherde  mit  theilweise  großen  und
in  ausgezeichnetem  Zustande  befindlichen  Stücken
neben  Prachtexemplaren  von  Ziegen  und  Schafen
auffiel.  Auch  das  oben  erwähnte  Ekumbe  Nene
erfreute  sich  dieses  Vorzuges.

Um  12  Uhr  35  Min.  verließen  wir  das  gastfreundliche
  Iloani,  passirten  um  1  Uhr  20  Min.  das
durch  die  Pocken  hart  mitgenommene  Dikomi,  Häuptling
  Amadia,  erreichten  Bongo  um  3½⅛  Uhr,  überschritten
  den  Dibambafluß,  in  dessen  Bett  wir  längere
Zeit  entlang  marschirten,  und  kamen  um  5  Uhr
50  Min.  in  Böa  an,  welches  von  seinen  Bewohnern
verlassen  war,  weil  dieselben  von  unserem  Anmarsch
gehört  hatten,  und  glaubten,  wir  seien  auf  Veranlassung
  ihres  in  Victoria  wegen  Mordes  in  Untersuchungshaft
  befindlichen  Häuptlings  Nemba  gekommen,
um  das  Dorf  zu  zerstören.  Erst  spät  am  Abend
gelang  es  unseren  in  Bongé  angenommenen  Trägern,
einige  Leute  zusammenzubringen;  in  der  Nacht  fand
sich  allmählich  das  ganze  Dorf  ein.  Dasselbe  stellte
mir  am  anderen  Morgen  bereitwilligst  Träger  nach
Bibundi,  welches  nach  Aussage  einiger  Leute  vier
Tage  entfernt  liegen  sollte,  während  man  mir  in
Bongé  von  zwei  Tagen  gesprochen  hatte.  Der
Stationsleiter  Romberg  verabschiedete  sich  hier  von
mir,  um  per  Kanu  nach  Rio  del  Rey  zurückzukehren.

Ich  setzte  am  26.  morgens  7  Uhr  die  Reise  fort;
nach  außerordentlich  steilem  und  starkem  Anstieg  kam
ich  in  Barombi  ba  Mokundane,  Häuptling  Matia
Molambe,  um  10  Uhr  an.  Der  Berg,  auf  dem
wir  marschirten,  wurde  von  den  Barombileuten  Mukurri
  ma  muto,  von  den  Bambukos  später  Mukurri
Mokke  genannt.  Um  11  ½  Uhr  überschritt  ich  den
etwa  30  m  breiten  Uonge  (zwischen  Sanje  und
Bibundi  in  die  See  mündend)  und  betrat  damit
das  Bambukogebiet,  dessen  ersten  Ort  Dikingi,  Häuptling
  Meme,  ich  um  12  Uhr  20  Min.  erreichte.  Der
Weg  von  Barombi  nach  Dikingi  war  verhältnißmäßig
gut  gereinigt.  In  Dilkingi  fiel  mir  auf,  daß  alle
Leute  stark  schnupften.  Um  1¼  Uhr  marschirte  ich
von  Dikingi  ab.  Um  2  Uhr  10  Min.  überschritt
ich  nach  steilem  Anstieg  den  in  den  Monge  mündenden
  Kossefluß,  den  ich  während  des  Marsches  noch
fechsmal  zu  kreuzen  hatte,  und  kam  in  Kosse,  Häuptling
  Binde,  um  4  Uhr  an.  Der  letzte  Theil  des
Weges  stieg  ununterbrochen  steil  an.  In  Kosse  fand
ich  Kokosnüsse,  deren  es  in  Dikindi  sehr  viele  gab,
nicht  mehr  vor.  Ohne  Aufenthalt  setzte  ich  trotz  der
Ermüdung  meiner  Leute  den  Marsch  fort,  um  noch
vor  Einbruch  der  Dunkelheit  Mongonge  zu  erreichen.
Leider  war  der  Weg  mehr  wie  schlecht.  Fortwährend

298

 

Anstieg  auf  spitzem  Gestein,  der  Weg  nur  eine  Elefantenfährte,
  vielfach  gesperrt  durch  umgefallene
Baumstämme.

Müde  und  matt  kamen  wir  um  6  ¼  Uhr  in
Mongonge,  Häuptling  Gumbe,  an,  wo  eine  geschenkte
und  schnell  geschlachtete  Ziege  die  Lebensgeister  meiner
vollständig  ermatteten  und  schlappen  Träger  wieder
erweckte.  In  Kosse  fiel  mir  die  große  Zahl  grauer
Papageien  auf,  die  gar  nicht  scheu  waren  und  den
Schützen  auf  50  Schritte  herankommen  ließen,  auf
dem  Marsche  dorthin  die  große  Zahl  Elefantenfährten.
Sämmtliche  Bambukodörfer  zeichneten  sich  durch  Reichthum
  an  auffallend  großen  und  schönen  Schafen  und
Ziegen  aus.

Den  Bitten  meiner  Träger,  einen  Ruhetag  zu
machen,  konnte  ich  nicht  Folge  geben,  da  ich  in  Bibundi
  erwartet  wurde,  und  marschirte  am  27.  früh
6⅛¼  Uhr  von  Mongonge  ab.  Bei  der  Wahl  zwischen
dem  längeren,  aber  besseren  Weg  über  Bumana  und
dem  kürzeren,  aber  beschwerlicheren  über  Sanje  entschied
  ich  mich  leider  für  den  letzteren;  denn  zum
Theil  mußte  der  Weg  erst  mit  Buschmessern  freigeschlagen
  werden,  abgesehen  davon,  daß  er  fortwährend
steil  absiel  und  derartig  steinig  war,  daß  uns  Allen
das  Marschiren  recht  beschwerlich  wurde.

Um  7  Uhr  passirten  wir  den  Fluß  Besse  mit
wenig  Wasser,  nach  Angabe  der  Leute  bei  Sanje  in
die  See  mündend,  um  7½⅛  Uhr  den  Mussombefluß
ohne  Wasser,  ebenfalls  bei  Sanje  in  die  See  mündend.
  Um  7¼  Uhr  kamen  wir  an  einen  sehr  hohen
und  steilen  Anstieg,  an  dem  einer  unserer  Träger
beinahe  durch  Abstürzen  verunglückt  wäre.  Er  kam
mit  einer  ziemlich  tiefen  Fleischwunde  und  einigen
Hautabschürfungen  davon.  Um  7  Uhr  50  Min.
überschritten  wir  den  Mussingelefluß,  auf  dessen  anderer
  Seite  sich  ein  wunderbar  schöner  Wasserfall
befand,  der  etwa  100  m  steil  herabfiel  in  einen
kleinen  Gebirgssee  mit  auffallend  klarem  blauen  Wasser.

Ich  will  hier  schon  bemerken,  daß  der  Weg  von
Mongonge  nach  Bibundi  bei  nur  wenig  Regen  unpassirbar
  wird,  da  zum  Theil  in  den  Flußbetten
marschirt  werden  muß.  Nachdem  wir  um  8¼  Uhr
nochmals  sehr  steil  und  hoch  abgestiegen  waren,  um
8  Uhr  10  Min.  den  Divitutefluß  passirt  hatten,
kamen  wir  um  12  Uhr  in  Sanje  und  um  2  Uhr
in  Bibundi  an.  Zwischen  Sanje  und  Bibundi
trafen  wir  nur  den  Uonge=  und  den  Bibundifluß,  die
beide  überschritten  werden  mußten.  Nach  eingezogenen
Erkundigungen  münden  die  obengenannten  Flüsse
nicht  bei  Sanjc,  sondern  bei  Diongo  in  eine  seeartige
Lagune.

Gezeigt  hat  mir  die  Reise,  daß  das  Balundu-,
Barombi=  und  Bambukoland  zu  den  fruchtbarsten
Plantagenländern  gehört  und  der  Boden  zum  großen
Theil  an  Güte  dem  zwischen  Boniadikombo  und
Mbnige  nicht  nachsteht.
        <pb n="341" />
        Unterwerfung  der  Bane  und  Buli.

Nach  einer  telegraphischen  Meldung  des  stellvertretenden
  Gouverneurs  von  Kamerun  hat  der
Aufstand  der  Bane  und  Buli  im  südlichen  Theile
des  Schutzgebietes  mit  der  völligen  Unterwerfung
dieser  Eingeborenenstämme  geendet.  Der  Komman-=deur
  der  Kaiserlichen  Schutztruppe,  Hauptmann
v.  Kamptz,  ist  mit  derselben  bereits  nach  Kamerun
zurückgekehrt.

—  —  —

Togo.

Wissenschaftliche  Sammlungen.

Der  Stationsleiter  von  Misahöhe  in  Togo,
Premierlieutenant  Wegner,  hat  der  zoologischen
Sammlung  des  Berliner  Königlichen  Museums  für
Naturkunde  44  Vogelbälge  übersandt,  unter  denen
sich  fünf  Arten  befinden,  welche  für  das  Togogebiet
neu  sind.  Von  besonderem  Werthe  sind  auch  die
Bälge  im  Jugendkleid  des  Kronenkranichs,  des
Doppelsporn-Frankolins  und  des  Schlangensperbers.

Deutsch-SZüdwelkafrika.

Südwestafrikanische  Baiwegeisenbabn.

Die  Einnahmen  haben  seit  Eröffnung  der  Bahn
betragen:

Frachtverkehr  7825,68  Mk.,
Personenverkehr  1216,45  —-Telegraphenverkehr
  227,60
Besondere  Gebühren  14,656  .

 

Zusammen  9284,38  Mk.

Deutsch-Neu-Guinea.

Raiser  Wilbelmsland.

Nach  einem  der  Direktion  der  Neu-Guinca=Kompagnie
  zugegangenen  Telegramm  ist  bei  der
zur  Erforschung  des  im  Sommer  1896  durch  Dr.
Lauterbach  entdeckten  Ramuflusses  (siehe  Kol.  Bl.
1877,  S.  4)  ausgesandten  Expedition  festgestellt
worden,  daß  der  Ramu  identisch  mit  dem  Ottilienfluß
  ist.  Der  Dampfer  „Johann  Albrecht“  hat  den
Ramu  auf  einer  Strecke  von  110  Seemeilen  ungehindert
  befahren.

—..  —

Aus  dem  Bereiche  der  Missivnen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Der  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den
Kolonien  hat  die  Schwestern  Auguste  Fenner  und
Quse  Grüneberg  nach  Togo  entsandt.  Dieselben
werden  im  Krankenhause  in  Klein-Popo  thätig  sein.

299

 

Als  Ersatz  für  die  nach  Deutschland  zurückkehrende
Schwester  Antonie  v.  Held  reist  die  Schwester
Klara  Wagener  nach  Tanga.

 

Die  Missionare  Lang-Heinrich  und  Maaß
von  der  evangelischen  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika
  werden  einen  Erholungsurlaub  nach  Deutschland
  antreten.  Auf  der  Station  Wuga,  wo  Herr
Lang-Heinrich  thätig  war,  ist  jetzt  Missionar  Gleiß
allein  zurückgeblieben.  Missionar  Maaß,  der  in
Maneromango  stationirt  war,  wird  durch  Missionar
Worms  aus  Kisserawe  vertreten.

Missionar  Eich  ist  von  Otjozondjupa  zur  Erholung
  nach  dem  Kap  gereist.

Missionar  Wulfhorst  hat  zu  einer  Erholungs--reise
  nach  dem  Hererolande  Omupanda  Anfang
des  Jahres  verlassen.  Missionar  Ickler  wird  ihn
vertreten.

–

Den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft"
  entnehmen  wir  Folgendes:

In  diesen  Tagen  wird  der  Ingenieur  Herr
Walter  Borchardt  aus  Berlin,  der  uns  seine  Dienste
anbot,  seine  Reise  nach  Deutsch-Südwestafrika  antreten.
Die  neuen  Verhältnisse,  die  sich  in  dem  Lande  in
den  letzten  Jahren  infolge  der  deutschen  Besitzergreifung
  angebahnt  haben,  insonderheit  die  schweren
Heimsuchungen  der  letzten  beiden  Jahre,  die  Dürre
und  die  Rinderpest  und  ihre  Folgen,  legen  es  uns
aufs  Herz,  auch  unsererseits  Alles  aufzubieten,  die
wirthschaftliche  Lage  und  die  Existenzbedingungen  des
Volkes,  unter  dem  unsere  Missionare  arbeiten,  möglichst
  zu  fördern  und  zu  heben.  Auch  die  Sorge  für
das  leibliche  Wohl  und  Wehe  der  unserer  Pflege
befohlenen  Eingeborenen  dürfen  wir  ja  nicht  einfach
von  der  Hand  weisen.  Die  endgültige  Regelung  der
Landverhältnisse  steht  bevor.  Wie  sie  nun  im  Einzelnen
  ausfallen  wird,  ob  so,  daß  wir  selbst  Eigenthümer
  gewisser  Plätze  werden  und  so  auf  diesen
dann  sogenannte  Institute  einrichten  können,  wie
z.  B.  auf  Wupperthal  und  Saron  im  Kapland,  oder,
was  wahrscheinlicher  ist,  so,  daß  die  Plätze  den
Farbigen  als  sogenannte  Reservate  zum  unveräußerlichen
  Eigenthum  übergeben  werden  —  es  handelt
sich  im  Namaland  besonders  um  Gibeon  bezüglich
Rietmond,  Gochas  und  Hoachanas,  im  Hereroland
um  Otyimbingue  und  Gaub  —  die  Aufgabe  bleibt
dieselbe,  nämlich,  diese  Plätze  für  die  Eingeborenen
kulturell  möglichst  zu  erschließen  und  dadurch  nutzbar
zu  machen,  das  heißt,  die  Wasserverhältnisse  zu  regeln,
Brunnen  zu  bohren,  Stauanlagen  zu  machen,  den
Garten=  und  Ackerbau  zu  sördern  2c.  Hier  wird
also  Herr  Borchardt  unter  Mitberathung  einer
Kommission  von  in  dieser  Hinsicht  erprobten  Missionaren
  mit  seiner  Arbeit  einzusetzen  haben  und  zwar
zunächst  im  Namaland.
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        Inzwischen  wissen  unsere  Leser,  daß  bereits  einige
unserer  Brüder  auf  hierzu  besonders  geeigneten  Plätzen
die  Sorge  für  die  wirthschaftliche  Erschließung  des
Grund  und  Bodens  selbst  in  die  Hand  genommen
haben.  Wir  haben  schon  öfter  davon  gesprochen.
Neben  den  Bemühnngen,  die  Missionar  Heinrichs
in  Bethanien  auswendet,  die  Leute  zum  Körnerbau
und  zur  Obstzucht  anzutreiben,  verweisen  wir  da  vor
allen  Dingen  auf  die  wiederholt  erwähnte  Stauanlage
des  Missionars  Judt  in  Hoachanas.  Missionar
Albath  von  Gochas,  der  letzthin  in  Hoachanas  war,
war  ganz  erstaunt  über  „die  großartige  Leistung,  die
Missionar  Judt  mit  verhältnißmäßig  geringen  Mitteln
fertiggebracht  hat“".  Dieser  imponirende  Bau  gebe
der  ganzen  Station  ein  anderes  Aussehen,  und  wenn
vielleicht  auch  das  Auge  des  geschulten  Technikers  noch
manche  Mängel  entdecken  würde,  so  erfülle  er  doch
seinen  Zweck.  Es  ist  das  ein  Zeichen,  daß  sich
wirklich  etwas  machen  läßt,  wenigstens  da,  wo  die
äußeren  Vorbedingungen  vorhanden  sind,  was  leider
nicht  auf  allen  Stationen,  z.  B.  auf  Warmbad,  der
Fall  ist.  Aber  selbst  da,  wo  günstige  Verhältnisse
dergleichen  Anlagen  gestatten,  ist  mit  einer  Schwierigkeit
  zu  kämpfen,  die  oft  muthlos  und  verzagt
machen  könnte:  das  ist  die  bekannte,  aber  fast  unglaubliche
  Schlaffheit  und  Trägheit  der  Namas  und
ihre  Gleichgültigkeit,  mit  der  sie  an  die  Zukunft
denken.  #

RKus  fremden  Rolonien.

Dandelsstatistik  des  Rongostaates.

Die  kürzlich  erschienene  Nummer  3  des  Bulletin
officiel  de  I’Etat  Indépendant  du  Congo  giebt
in  der  Handelsstatistik  des  Kongostaates  für  das  Jahr
1897  ein  glänzendes  Bild  des  wirthschaftlichen  Aufschwunges.


Der  Generalhandel  erreichte  im  Jahre  1897
nahezu  41  Millionen  Francs,  wovon

auf  die  Gesammtausfuhr  17  457  090,85  Fres.,
Gesammteinfuhr  23  427  197,85  =

entfielen.  Dies  bedeutet  eine  Vermehrung  um  31
Prozent  im  Verhältniß  zum  Vorjahre,  in  dem  der
Generalhandel  etwa  31  Millionen  betrug.  Der
Handel  in  Waaren,  die  aus  dem  Gebiete  des  Kongostaates
  selbst  stammen  oder  zum  Verkauf  daselbst
bestimmt  sind,  weist  sogar  eine  Zunahme  von  mehr
als  35  Prozent  auf.

Die  Entwickelung  des  Ausfuhrhandels  ist  vor
Allem  auf  die  stetig  wachsende  Kautschukgewinnung
zurückzuführen.  Die  Ausfuhr  dieses  Haupthandelsartikels
  bezifferte  sich  im  Berichtsjahre  auf  1662
Tonnen,  im  Jahre  1893  auf  241  Tonnen.  Die
Einfuhr  von  Spirituosen  ist  weiter  zurückgegangen
und  beträgt  nur  noch  0,94  Prozent  des  Gesammthandelswerths.


2
2  r

300

 

Unter  den  Herkunftsländern  nimmt,  wie  bisher,
Belgien  die  erste  Stelle  ein;  demnächst  folgt  England
und  an  dritter  Stelle  Deutschland.  Letzteres  steht
als  Bestimmungsland  an  achter  Stelle.

Die  eigenen  Einnahmen  des  Kongostaates  sind
seit  dem  Jahre  1886  von  74  261  Frcs.  auf
9  183  360  Frcs.  gestiegen;  dazu  treten  die  Zuschüsse
des  König-Souveräns  und  des  Belgischen  Staates.

Wirthschaftliche  Verbältnisse  Madagaskars.“)

Madagaskars  Bevölkerung  besteht,  abgesehen  von
einer  beschränkten  Anzahl  europäischer  Kolonisten  und
Beamten,  aus  Negern,  die  den  hauptsächlichsten  Bestandtheil
  der  Küstenbevölkerung  bilden,  und  aus
Hovas  malatischer  Rasse,  die  unter  der  Bevölkerung
im  Innern  der  Insel  vorherrschend  sind.  Die  Neger,
welchem  Stamme  sie  auch  angehören,  haben  nur
wenig  Bedürfnisse,  mit  baumwollenen  Geweben  und
Rum  sind  diese  in  der  Hauptsache  befriedigt.  Die
Hovas  sind  civilisirter  als  die  Neger.  Die  Europäer
sind  zumeist  Kolonisten  von  den  Inseln  Mauritius
und  Runion.  Trotzdem  hat  Großbritannien  seit
einer  Reihe  von  Jahren  einen  lebhafteren  Handel  mit
Madagaskar  unterhalten  als  Frankreich.

Bei  den  Hovas  ist  neben  baumwollenen  Geweben,
den  einzigen  Stoffen  zu  der  Kleidung  der  niederen
Klassen,  auch  Nachfrage  nach  Seide  und  Seidenwaaren,
serner  bei  den  reicheren  Hovas  auch  nach  anderen
europäischen  Artikeln.  Da  die  reiche  Klasse  aber  sehr
in  der  Minderheit  ist,  so  bilden  gewöhnliche  Baumwollengewebe,
  aus  welchen  die  Eingeborenen  ihre
Lamba  (Kleid)  fertigen,  den  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel.
  Im  Jahre  1896  wurden  von  diesen
Geweben  für  etwa  6252  000  Franken  eingeführt.
Großbritannien  und  Britisch-Indien  lieferten  den
größten  Theil  hiervon,  nämlich  für  etwa  3  777  000
Franken,  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  für
etwa  2  150  000  Franken.  Letzteres  Land  führt  seit
Langem  Gewebe  ohne  Appretur  ein,  die  von  den
Madegassen  sehr  geschätzt  werden.  Sie  sind  von
überlegener  Güte  und  haben  vom  Markt  nicht  verdrängt
  werden  können,  obgleich  ihr  Preis  infolge
der  großen  Beförderungskosten  höher  ist  als  der  für
baumwollene  Gewebe  aus  anderen  Ländern.  Frankreich
  hat  im  Jahre  1896  für  etwa  552  000  Franken
baumwollene  Gewebe  nach  Madagaskar  eingeführt;
die  französischen  ungebleichten  Gewebe  sind  20  pCt.,
die  bedruckten  25  bis  30  pCt.  theurer  als  die  Gewebe
  aus  anderen  Ländern.  Auch  Deutschland  steht
seit  langer  Zeit  mit  Madagaskar  in  Handelsverkehr,
es  führte  im  Jahre  1896  an  baumwollenen  Geweben
für  etwa  315  000  Franken  ein.

Getränke  nehmen  unter  den  madegassischen  Einfuhrartikeln
  die  zweite  Stelle  ein.  Für  diese  ist
Frankreich  der  hauptsächlichste  Lieferant,  die  guten

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  202  ff.
        <pb n="343" />
        301

Weinsorten,  welche  nur  Europäer  und  einige  madegassische
  Würdenträger  verbrauchen,  kommen  vormhmlich
  von  dort.  Gewöhnliche  Weine  gehen  über
französische  Häsen  und  Zollniederlagen  auch  aus
anderen  Ländern  ein.  Von  Rum,  der  in  schlechter
aber  billiger  Sorte  von  Mauritius  kommt,  sind  die
Madegassen  große  Verehrer.  Die  Verbrauchsabgabe
von  120  Franken  für  das  Hektoliter  hat  die  gesetzliche
  Einfuhr  merklich  beeinträchtigt,  dagegen  den
Schmuggelhandel  gefördert.

Branntwein,  Absinth,  Wermuth  und  andere  Lilöre
kommen  von  Frankreich,  Bier  liefern  Deutschland  und
Großbritannien.  In  Tananariva  haben  die  Jesuiten
eine  Brauerei  errichtet,  in  welcher  ein  leichtes  Bier
gebraut  wird,  wovon  die  Flasche  mit  40  Centimes
verkauft  wird.  Gegen  den  Wettbewerb  ausländischen

Bieres  ist  es  durch  die  hohen  Beförderungskosten,
die  auf  diesem  lasten,  sehr  geschützt.

Die  Einfuhr  von  Metallwaaren  betrug  im
Jahre  1896  etwa  1142  000  Franken,  wovon  auf
die  Einfuhr  aus  Großbritannien  642  000,  auf  die
aus  Frankreich  475  000  und  auf  die  aus  Deutschland
  25  000  Franken  entfallen.  Hamburg  liefert
Artikel  für  den  madegassischen  Haushalt,  insbesondere
Kochtöpfe.  Verzinktes  Eisenblech  und  Weifblech
kommen  aus  Großbritannien.

Im  Einzelnen  stellte  sich  die  Einfuhr  der  hauptsächlichsten
  Artikel  nach  Madagaskar  ohne  die  älteren
französischen  Besitzungen  Nossi-Bé,  Diego-Suarez
und  Sainte  Marie  im  Jahre  1896  und  der  Antheil
der  wichtigsten  Länder  daran,  wie  folgt:?)

 

Aus:  Zus.  einschl.
der  Einfuhr

Ver.  Staaten  nach  anderen

 

Frankreich  Großbritannien  Deutschland  von  Amerika  Ländern
Franken

Gewmebe  551628  3  776  802  315  393  2  150  473  6  802  945
Getnänke  .  .  .  ...  980  206  256  208  145  906  —  1  391  403
Keider  und  Putzwaaren  57  324  11.059  2  868  —  71251
MehHl  104874  527  420  119  36  455  668  868
Kolonlalwaarrererernn  .  .  ...  210  936  106  876  3349  —  321  475
Ficchereierzeugnisee  150  204  21  584  5  922  —  180  419
PstanzensästUnnn  ...  30  025  23  965  400  —  54  390
Waaren  aus  verschiedenen  Stossen  183  557  61  913  5932  23  170  274  572
MNetallwannrnren  475  113  642  306  24  660  1142  079
Kurzwaaren  und  Haushaltungsgegenstände.  90  765  86  338  50  826  —  227929
Messerschmiedewaaren  569  1299  31  599  —  33  467
nstrumente  ............  .....  .  .  .  ...  4537  1  425  2  858  —  8  820
Amneien  s——————————————————  20  569  9228  —  —  29  797
Papirr  .....................  35  039  28  725  1  850  —  65  614
Maschieen  ..  ...  ..  .  ..  286  999  857  1  46  46  1  *  33  231
Cbemische  Erzeugnisee  55245  17  63  ;  26  69
Wfer-  *1  uii7  ...............  58  483  41  960  11  123  —  111566
bat....  .................  269  317  8212  21253  —  298  72
——————.—  25  911  20  037  84  —  137  620
--..  .  ..  48101  13  055  1  800  650  63  606
Spielsahen  .  .  ..  39  667  33  834  10  988  —  84  578
Lebende  Thitrer  —  1  000  —  269  000  270  000
Zus.  einschl.  anderer  Waaren.  3  280  699  5  749  816  687  859  2  486  761  12  787  678

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Ausfuhr  aus  Madagaskar  (ohne  die  vorher  erwähnten  älteren
französischen  Besitzungen)*)  im  Jahre  1896  waren:

Nach:  Zus.  einschl.

der  Ausfuhr

Groß-  nach  anderen

Maßstab  Frankreich  Mauritius  Réunion  britannien  Deutschland  Ländern

Kineiernn  ..  Stück  —  6  770  —  —  —  11837
Bachs..................  ..  .  .  ..  kg  11645  2244  —  162  388  5750  171  978
Thierhörweer  Stück  3695  —  —  19  397  5.035  28  127
PflanzenharKrr  ..  Kka  24  40  —  —  4  869  7665  75  004
————  Stück  2040  322  —  3259  4041  10748
Ebenholzzz..  ..  Franken  3  870  —  —  95  650  255  99  796
Gummi  Kopal.....  ..  kg  1374  —  —  6556  —  7390
H##senfrücht  »  —  694  194  380  575  5874  —  980  643

chaffelllleenn  Stück  6230  —1  769  24  118  5  035  36  152
Rindshäute  .  L.  .  »  8  720  —  —  26  677  9352  39722
Goldstaubb  ...  .  Franken  60  195  —  —  20  584  —  80  779
Nophünnnnn  .  .  ..  .  kg  625  955  100  —  556  271  65  748  1272047

eis  .  ...  *  23  1020  37  393  —  —  38  436
Lanillelell  ..  »  —  —  232  1815  1  560  3  607
Kautschuik...  .......  ....  »  49  879  425  —  380  547  105931  536  783

 

Die  angeführten  Ziffern  enthalten  die  Einfuhr  der  Häsen  Vohemar,  Mananjary  und  Fort  Dauphin  nur
für  die  Zeit  vom  1.  März  o  ab;  desgleichen  auch  für  die  Ausfuhrziffern.
        <pb n="344" />
        Rindshäute  bilden  einen  wichtigen  Ausfuhrartikel,
  sie  würden  einen  höheren  Preis  als  gegenwärtig
  erzielen,  wenn  auf  ihre  Zubereitung  größere
Sorgsamkeit  verwendet  würde.  Ihr  Preis  schwankt
zwischen  110  und  125  Franken  für  100  Stück.
Sie  werden  hauptsächlich  nach  Amerika  und  Großbritannien,
  einige  auch  nach  Frankreich  und  Deutschland
  ausgeführt.

Schaffelle  werden  mit  40  bis  60  Franken  für
100  Stück  verkauft.

Den  Handel  mit  Thierhörnern  haben  vornehmlich
  deutsche  Geschäftsleute  in  Händen,  die  Hörner
werden  hauptsächlich  von  Tamatave,  Mananjary,
Majunga  und  Diego-Suarez  aus  versandt.  Im
Innern  der  Inseln  stellen  die  Hovas  aus  Horn
Gegenstände  für  den  Haushalt  her,  die  in  Tananariva
  billig  verkauft  werden.

Ein  wichtiger  Ausfuhrartikel  ist  serner  Raphia,
d.  h.  der  Bast  der  Raphiapalme,  deren  Blattrippen
die  Eingeborenen  zum  Bau  ihrer  Hütten  verwenden.
Dieser  Bast  ist  seiner  Haltbarkeit  wegen  ein  wichtiger
Handelsartikel  geworden.  Er  wird  in  erheblichen
Mengen  nach  Europa  ausgeführt,  wo  er  von  Gärtnern
  und  Weinbauern  zum  Anbinden  von  Pflanzen,
Bäumen  und  Reben  gebraucht  wird.  Die  Raphiapalme
  ist  an  der  Westküste  von  Madagaskar  sehr
häufig.  Für  Majunga  bildet  das  Erzeugniß  den
hauptsächlichsten  Ausfuhrart#kel,  es  werden  monatlich
etwa  150  Ballen  von  je  1  dz  ausgeführt.  In  Tamatave
  kauft  man  Raphia  zu  45  bis  50  Franken
für  1  dz,  der  Ausfuhrzoll  beträgt  3,50  Franken
für  1  dz.

Kautschuk  war  vor  fünf  oder  sechs  Jahren  ein
noch  wichtigerer  Ausfuhrartikel  als  jetzt;  um  möglichst
viel  Kautschuk  zu  gewinnen,  haben  indeß  die  Eingeborenen
  die  Pflanzen  nahe  am  Stengel  abgeschnitten,
was  zur  Folge  gehabt  hat,  daß  die  Pflanzen  in
einzelnen  Gegenden  fast  verschwunden  sind.  An  der
Westküste,  wo  der  Handel  weniger  lebhaft  und  die
Bevölkerung  spärlicher  ist,  giebt  es  noch  Kautschukpflanzen
  im  Ueberfluß,  und  die  Ausfuhr  nimmt  zu.

In  Tamatave  wurden  für  1  dz  Kautschuk  500,
in  Mananjary  und  Maroantsetra  450  und  in  Fort
Dauphin  und  Nossi-Be  350  Franken  gezahlt.  Dieser
Preis  schwankt  je  nach  Reinheit  und  Biegsamkeit
des  Erzeugnisses.

—....

Perschiedene  Milkheilungen.

Rolonial--Wirthschaftliches  Nomitee.

Aus  dem  eben  erschienenen  Jahresbericht  1897/98
des  Kolonial  =  Wirthschaftlichen  Komitees,  Berlin,
Unter  den  Linden  47,  ist  von  Interesse:

Die  Ausfuhr  aus  den  Kolonien  (1896  Mk.
11  019  544),  die  Einfuhr  in  die  Kolonien  (1896
Mk.  18694  414)  wurden  gefördert  durch  31  Wanderausstellungen
  deutscher  Kolonial-Erzeugnisse  und  in

30

 

—

den  Kolonien  gangbarer  ausländischer  Exportartikel
in  allen  Theilen  des  Reiches  in  Verbindung  mit  den
Handelskammern,  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,
naturwissenschaftlichen,  kaufmännischen  und  gewerblichen
  Vereinen.  44  Ausstellungen  sind  vorgemerkt.

Ueber  1000  Firmen  befassen  sich  heute  mit  dem
Verkauf  der  Erzeugnisse  aus  den  Kolonien.

Auf  die  Hebung  der  europäischen  und  Eingeborenen-Kulturen
  in  den  Kolonien  wirkte  das  Komitee
durch  die  chemische  Prüfung  in  dem  pharmazeutischchemischen
  Laboratorium  der  Universität  Berlin  und
durch  praktische  Prüfungen  in  der  Industrie  von

„Gummi  arabikum  aus  Deutsch-Südwestafrika“.

Resultat  ungünstig,

„Sesamsaat  aus  Togo“.  Resultat  sehr  gönstig,

„Kopra  aus  Togo  durch  Seifenfabriken“.  Resultat

  sehr  günstig,

„Gummi  arabikum  aus  Deutsch-Südwestafrika  durch

die  Reichsdruckerei“.  Resultat  nicht  günstig,
„Tapioka  (Stärke)  aus  Togo,  taxirt  am  Hamburger
Markt“.  Resultat  ungünstig;

durch  Einsendung  von  Sesamsaat  an  das  Gouvernement
  in  Deutsch  -Südwestafrika  zu  Anbauversuchen;


durch  Vorstellungen  bei  den  Gouvernements  in
Südwestafrika,  Kamerun  und  Togo  bezüglich
Maßnahmen  zur  Verbesserung  der  Eingeborenen-Kulturen:
  Gummi  arabikum  bezw.  Palmöl;

durch  Agitation  und  Auskunftsertheilung  über  in
Bildung  begriffene  koloniale  Erwerbsgesellschaften.

Die  Hülfsmittel  des  Komitees:  Die  Zeitschrift
für  tropische  Landwirthschaft  „Der  Tropenpftanzer“
—  das  „Kolonial-Handels-Adreßbuch“  —  die  Schrift
„Die  Kulturen  der  Kolonien“  unterstützten  die  gemeinnützigen
  Arbeiten  des  Komitees  auf  das  Wirksamste.
Auch  das  Ausschreiben  der  Preisaufgabe  zur  „Hebung
des  Weinbaues  und  der  Gartenkulturen  in  Deutsch-Südwestafrika“
  war  von  Erfolg  begleitet.  Ein  Landwirth
  in  Windhoek  beantragt  die  Zuerkennung  des
Preises  auf:  selbstgekelterten  Wein  —  Rosinen  aus
selbstgezogenen  Weintrauben  —  selbstgezogene  und
hergerichtete  Feigen.

Das  Komitee  besteht  heute  aus  über  1800  Mitgliedern,
  die  ihren  Sitz  zum  Theil  in  den  Kolonien
selbst  haben.

Die  Hauptversammlung  findet  am  6.  Juni  d.  Js.,
vormittags  10  Uhr,  zu  Berlin,  Unter  den  Linden
Nr.  47  1,  statt.

 

Ueber  den  Maria  Theresienthaler

geht  uns  mit  Bezug  auf  den  Aufsatz  in  Nr.  6  des
Kolonialblattes,  S.  148,  von  sachkundiger  Seite  die
folgende  Mittheilung  zu:

Der  Maria  Theresienthaler  verliert  in  Maskat
an  Boden  zu  Gunsten  der  indischen  Rupie;  in  Aden
herrscht  bereits  Rupienkurs.  In  Sansibar  ist  der
Maria  Theresienthaler  nicht  mehr  im  Umlauf.  Zah-
        <pb n="345" />
        lungen  werden  seit  Jahren  nur  in  Rupien  geleistet.
Der  Irrthum  des  Verfassers  des  Aufsatzes  mag  dadurch
  veranlaßt  sein,  daß  hier  bei  Berechnungen  im
Großhandel  der  Dollar  zu  100  Cents  seiner  bequemeren
  Eintheilung  wegen  angewandt  wird.  Dieser
Dollar  ist  aber  ausschließlich  Rechnungsmünze  und
wird  mit  2  Rupien  2  Anna  berechnet.  In  Deutsch-Ostafrika
  und  in  Britisch-Ostafrka  ist  der  Maria
Therefienthaler  ebenfalls  durch  die  Rupie  verdrängt
worden.  Nur  in  den  Somaliländern  hat  er  sich
noch  behauptet  und  ist  dort  das  beliebteste,  häufig
das  ausschließliche  Zahlungsmittel.  Allmählich,  wenn
auch  langsam,  beginnt  jedoch  die  Rupie  auch  hier
einzudringen,  wozu  der  niedrige  Kurs  des  Thalers
beiträgt.  Der  Werth  desselben  ist  soweit  gesunken,
daß  100  Thaler  nur  mehr  128  bis  132  Rupien
kosten  und  daß  die  Händler  an  der  Benadirküste,
welche  ihr  Baargeld  in  Thalern  angelegt  hatten,
große  Verluste  erlitten  haben.

W77Isd7'’''''09077W7777V9

Tilterakur.

Dr.  Alfred  Zimmermann:  Die  Europischen
Kolonien.  Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,
  Erfolge  und  Aussichten.  Zweiter  Band.
Erster  Theil:  Die  Kolonialpolitik  Großbritanniens.
  Von  den  Ansängen  bis  zum  Abfall
der  Vereinigten  Staaten.  Mit  drei  farbigen  Karten.
Berlin  1898.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.

Der  vorliegende  zweite  Band  des  großangelegten
  Werkes  behandelt  Dinge,  die  dem  deutschen
Interesse  im  Allgemeinen  näher  liegen  wie  die
spanische  und  portugiesische  Kolonialgeschichte.  Gilt
doch  in  vielen  Kreisen  die  englische  Kolonialpolitik
als  Muster,  dem  unbedingt  nachzueifern  ist,  wenn
man  auf  Erfolge  rechnen  will.  Bei  dem  Studium
der  sachlich  und  rein  reserirend  gehaltenen  Schilderung
  der  Entwickelung,  welche  die  englische
Kolonialpolitik  seit  ihren  Anfängen  bis  zum  Ende
des  vorigen  Jahrhunderts  genommen  hat,  wird
man  aber  den  Eindruck  gewinnen,  daß  auch  in
England  in  dieser  Richtung  vielfach  nur  mit  Wasser
gekocht  worden  ist,  daß  von  Seiten  englischer  Staatsmänner
  mannigfache  und  solgenschwere  Fehler  begangen
  worden  sind,  daß  vielfache  Schwankungen  in
den  Zielen  stattgefunden  haben,  daß  die  Kolonialpolitik
  mehrfach  sehr  bedenkliche,  das  Allgemeinwohl
schwer  schädigende  Auswüchse  gezeitigt  hat  und  daß
in  den  kritischsten  Momenten  nicht  selten  mehr  das
Ungeschick  der  Feinde  Englands  zu  einem  schließlichen
Erfolge  dieses  Landes  auf  kolonialem  Gebiete  beigetragen
  hat  als  die  eigene  Kraft  oder  größere  Befähigung
  für  koloniale  Ausgaben.  Was  würde  z.  B.
aus  dem  wichtigsten  englischen  Kolonialbesitz,  aus
Ostindien,  geworden  sein,  wenn  Frankreich  Dupleix,
den  erfolgreichsten  Gegner  der  englischen  Bestrebungen
daselbst,  thatkräftiger  unterstützt  und  in  dem  entschei- 



303  —1

denden  Augenblick  nicht  sallen  gelassen  hätte?  Die
ersten  Kapitel  behandeln  die  Anfänge  der  englischen
klolonialen  Unternehmungen,  das  Vordringen  englischer
Fischer  als  der  ersten  Pioniere  der  kolonialen  Thätigkeit
  Englands  über  den  Atlantischen  Ocean,  John
Cabots  und  Raleighs  Fahrten,  den  Beginn  der  Kolonisation
  Nordamerikas,  Akadiens  und  Westindiens
sowie  die  Entstehung  der  East  India  Company.  In
dem  zweiten  Abschnitt  verfolgen  wir  die  Entwickelung
und  Erweiterung  des  englischen  Besitzes  in  Nordamerika,
  Westindien  und  Ostindien  unter  den  Stuarts
zur  Zeit  des  Kampfes  mit  Holland  um  die  Seeherrschaft.
  Wie  ein  rother  Faden  zieht  sich  durch
die  Geschichte  der  nordamerikanischen  Kolonien  der
stille,  aber  unnnterbrochene  Kampf  zwischen  dem
Mutterland  und  den  auf  ihre  Freibriefe  sich  steifenden
Kolonien  um  die  in  diesen  Charters  gewährten  Freiheiten
  und  Rechte,  die  Parlament  und  Krone  mit
wechselndem,  aber  bei  der  allmählichen  Erstarkung
der  Niederlassungen  immer  geringer  werdenden  Erfolge
  einzuschränken  bestrebt  waren.  Die  Gegensätze
entsprangen  hauptsächlich  dem  Umstande,  daß  England
die  Kolonien  durch  Schifffahrtsakte  und  Ausfuhrbeschränkungen
  handelspolitisch  auszunutzen  bestrebt
war,  während  diese,  vor  äußeren  Feinden  sich  sicher
fühlend,  für  den  ohnehin  kaum  jemals  geleisteten
Schutz  des  Mutterlandes  keine  Opfer  zu  bringen  geneigt
  waren  und,  den  Ausfuhrbeschränkungen  trotzend,
wirthschaftliche  Unabhängigkeit  anstrebten.  Der  englischen
  Regierung  waren  durch  den  Umstand,  daß  sie
zwar  die  Gouverneure  und  Richter  ernennen  konnte,
die  Kolonien  aber  deren  Gehälter  zu  bewilligen
hatten,  was  bei  Streitfällen  vielfach  nicht  geschah,
ziemlich  die  Hände  gebunden.

Die  Lage  der  englischen  Unternehmungen  in  Indien
  war  in  jener  Zeit  im  Allgemeinen  keine  glückliche.
  Nicht  nur  bekämpften  sich  die  verschiedenen
Gesellschaften  unter  sich,  bis  es  endlich  gelang,  sie
zu  verschmelzen,  sondern  sie  litten  auch  schwer  unter
den  fortgesetzten  Kämpfen  mit  den  Portugiesen  und
Holländern.  Die  Gehälter  der  Beamten  waren
llägliche,  so  daß  dieselben  geradezu  auf  Durchstechereien
  und  heimlichen  Handel  angewiesen  waren.  Dabei
fehlte  es  vielfach  an  einer  einheitlichen,  kundigen,
zielbewußten  Leitung,  die  Macht  der  einheimischen
Fürsten  war  noch  ungebrochen,  die  Handelsfaktoreien
eben  nur  geduldet.

Der  dritte  Theil  behandelt  die  Kämpfe  mit  Spanien
  und  Frankreich  um  die  Weltherrschaft.  Hier  ist
eines  der  interessantesten  Kapitel  dasjenige,  welches
die  im  Zusammenhang  mit  dem  Krieg  gegen  Spanien
vor  sich  gehende  Entstehung  der  Südsee-Gesellschaft
behandelt,  welche  sich  auf  die  Hoffnung  der  Oeffnung
der  spanischen  Besitzungen  in  Amerika  für  den  englischen
  Handel  gründete.  Die  höchst  lesenswerthe
Schilderung  dieser  Unternehmungen,  welche  ein  maßloses
  Spekulationsfieber  in  England  (1720)  entfachten,
bildet  im  Hinblick  auf  die  Bestechungen  und  Geldzuwendungen,
  mit  welchen  die  Company  die  Förde-
        <pb n="346" />
        rung  ihrer  Pläne  bei  den  höchsten  Würdenträgern
des  Staates  unterstützte,  eine  der  dunkelsten  Seiten
der  Geschichte  der  englischen  Kolonialentwickelung.
Solchen  wilden  Auswüchsen  gegenüber  macht  sich  die
in  einem  folgenden  Kapitel  gegebene  Darstellung  der
fast  ungestörten  ruhigen  Thätigkeit  der  Hudsonsbay
Company,  welche  von  1690  bis  1800  ihren  glücklichen
  Antheilhabern  eine  jährliche  Durchschnittsdividende
  von  60  bis  70  péCt.  auszahlte,  beinahe  wie
ein  Idyll.

Die  Kämpfe  Englands  mit  Frankreich  um  Canada,
welche  schließlich  nur  durch  die  Siege  Friedrichs  des
Großen  für  England  einen  günstigen  Ausgang  nahmen,
  trugen  nicht  unwesentlich  dazu  bei,  die  Spannung
zwischen  den  nordamerikanischen  Kolonien  und  dem
Mutterlande  zu  vermehren,  da  erstere  während  dieses
Krieges  die  Franzosen  in  Canada  durch  Zufuhr  von
Vorräthen  mit  der  Entschuldigung,  es  sei  verdienstlich,
dem  Feinde  so  viel  Geld  wie  möglich  abzunehmen,
unterstützt  hatten.  Hätte  nicht  Pitt  eine  so  maßvolle
und  versöhnliche  Haltung  den  Kolonien  gegenüber
verfolgt,  so  wäre  wohl  damals  schon  der  definitive
Bruch  eingetreten.  Dieser  erfolgte  erst,  wie  im
vierten  Theile  dargelegt  wird,  nach  dem  Sturze  Pitts,
als  Georg  III.  und  sein  der  Verhältnisse  in  Nordamerika
  völlig  unkundiger  Minister  Grenville  alle
widerstrebenden  Einflüsse  brechen  und  für  den  damals
sehr  geldbedürftigen  Staat  möglichst  viel  Geld  aus
den  Kolonien  ziehen  wollten.  In  dem  nunmehr
entbrennenden  Unabhängigkeitskampfe,  aus  dem  die
Kolonien  ohne  die  reichliche  materielle  Unterstützung,
die  sie  bei  Frankreich  fanden  —  wofür  dieses  aber
schließhlich  wenig  Dank  erntete  —,  wohl  schwerlich
siegreich  hervorgegangen  wären,  zeigt  sich  die  Unfähigkeit
  der  damaligen  englischen  Regierung  und
ihr  gänzlicher  Mangel  an  Verständniß  für  die
Sachlage.  Bei  dem  jämmerlichen  Zustand  des  amerikanischen
  Milizheeres  würde  es  bei  einer  energischeren
  Führung  den  englischen  Streitkräften  wohl
leicht  geworden  sein,  den  Aufstand  zu  überwinden.
Aber  auch  das  Bild,  welches  man  von  einem  der
hervorragendsten  Männer  in  diesem  Kampfe,  von
Benjamin  Franklin,  gewinnt,  ist  kein  ganz  ungetrübtes.
Dieser  bei  uns  fast  nur  als  Erfinder  des  Blitzableiters
  bekannte  englische  Generalpostmeister  für  Amerika
und  Agent  von  Pennsylvanien  und  anderen  Kolonlen
in  London  ist  von  gewissen  Zweideutigkeiten  nicht
freizusprechen  (S.  395,  428).  Die  in  unseren  Tagen
oft  bemerkte  Rücksichtslosigkeit  der  amerikanischen
Staatsmänner  trat  schon  beim  endlichen  Friedensschluß
Frankreich  gegenüber  sehr  zu  Tage.

Die  Kolonisationsversuche  in  Westafrika  waren
im  Allgemeinen  in  jener  Periode  der  englischen  Kolonialgeschichte
  nicht  von  Erfolg  begleitet;  die  verschiedenen
  nacheinander  gegründeten  Companyen  arbeiteten
  meist  mit  Verlust.  Das  Hauptobjekt  des
Handels  bildeten  stets  die  Negersklaven.  In  dem
berüchtigten  mit  Spanien  17  13  geschlossenen  Assiento-Vertrag
  erwarb  England  das  Recht,  im  Laufe  von

304

–

 

30  Jahren  144  000  Sklaven  nach  den  spanischen
Besitzungen  zu  liefern.  Seit  1750  begann  die  Bewegung
  gegen  den  Sklavenhandel,  der  1776  zuerst
im  britischen  Parlament  zur  Sprache  kam.

Die  Fortschritte  der  englischen  Herrschaft  in  Ostindien
  waren  langsame.  Zunächst  hatte  die  ostindische
Company  weitere  langwierige  Kämpfe  um  ihr  Monopol
  zu  bestehen,  dann  gewannen  die  Franzosen  in
Südindien  das  Uebergewicht  und  erst  der  Pariser
Friede  machte  dem  lange  unentschiedenen  Kampfe  um
Indien  zu  Gunsten  Englands  ein  Ende.  Der  Geschichte
  der  Gründung  des  indischen  Reiches  unter  der
ebenso  energischen  wie  rücksichtslosen  Führung  von
Clive  und  Warren  Hastings  sind  die  letzten  Kapitel
des  Buches  gewidmet.  Die  allgemeine  Lage  der
Company  und  des  Landes  am  Schlusse  dieser  Periode
charakterisirt  sich  am  besten  durch  die  Schlußworte
des  Buches:  „1785  erreichten  die  Erträgnisse  des
Reiches  am  Ganges  die  Höhe  von  5  315  000  Ffd.
Sterl.,  die  Ausgaben  die  von  4  312  000  Pfd.  Sterl.
Diesem  Ueberschuß  im  Vergleich  zu  1771  stand  aber
ein  Anwachsen  der  Schuldenlast  in  Eugland  um
15  Millionen,  in  Indien  um  10  Mill.  Pfd.  Sterl.
gegenüber.  Im  Ganzen  sind  während  Hastings“
Thätigkeit  die  Schulden  der  Gesellschaft  um  12½
Mill.  Pfd.  Sterl.  gewachsen.  Die  Bevölkerung  weiter
Gebiete  Indiens  war  in  tiesstem  Elend,  den  Vortheil
zog  eine  Anzahl  überaus  hoch  bezahlter,  gut  protegirter
  Angestellter  der  Company.  Die  sechs  Leiter
des  Salzamtes  in  Bengalen  bezogen  z.  B.  jährlich
zusammen  72  800  Pfd.  Sterl.  Der  Vorsteher  erhielt
außerdem  noch  18  400  Pfd.  Sterl.  Gehalt.  Beim
Zollamt  in  Kalkutta  hatten  drei  Beamte  eine  gemeinsame
  Einnahme  von  23  000  Pfd.  Sterl.“

 

Paul  Langhans:  Justus  Perthes'  Deutscher
Marine-Atlas.  Gotha.  Justus  Perthes.

Der  hübsche  handliche  Atlas  ist  in  der  Art  des
kleinen  deutschen  Kolonial-Atlas,  den  die  Kolonialgesellschaft
  ins  Leben  gerufen  hat,  gearbeitet.  Außer
einer  Darstellung  aller  Marine=  und  Kohlenstationen,
der  Reisen  und  des  Wirkens  deutscher  Schiffe  enthält
der  Atlas  sehr  lehrreiche  Darstellungen  der  Besestigungen
  der  deutschen  Küsten  sowie  Karten  aller
deutschen  Schutzgebiete.

 

Rudolf  Zabel:  Cuba.  Die  wirthschaftliche,  soziale
und  politische  Entwickelung  der  Insel.  Zweite
Auflage.  Berlin  und  Leipzig  1898.  F.  Luckhardt.

Waldemar  Miller:  Cuba.  Seine  Geschichte,
wirthschaftliche  und  handelspolitische  Entwickelung.
Mit  einer  Karte.  Berlin  1898.  Richard  Schröder.

Die  beiden  vorliegenden,  mit  Rücksicht  auf  den
gegenwärtigen  Krieg  um  Cuba  verfaßten  Schriften
bringen  vielerlei  lehrreiches  und  interessantes  Material
  zur  Beleuchtung  der  Zustände  der  großen  Antilleninsel
  und  der  spanischen  kolonialen  Mißwirthschaft
  bei.
        <pb n="347" />
        —  305  —

Tilkerakur-Perxeichniß.  “

Nachtrag  zur  Kangliste  der  Kaiserlich  Deutschen  th,  Dr.  Albrecht:  G  te  Formosas  bis  1898.
Marine  für  das  Jahr  1898.  (Abgeschlossen  am  Wirth  188  S.  ken  596e  chich  ed

25.  Mai  1898.)  Auf  Befehl  Seiner  Majestät  des  Kaisers  «  Carl  Georgi,  Bonn.

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  24/2.  Sydney  6,5.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).

S.  M.  S.  „Condor“  8/1.  Senstan.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  16/3.  Shanghai  23/4.  —  24/4.  Kiautschon  1/5.  —  8/5.  Manila.  (Poststation:
  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Falke“  27/1.  Sydney  13/4.  —  25/4.  Apia  20/5.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  15/4.  Loanda  17,4.  —  28/4.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  Kiel  20/4.  —  29/4.  Gibraltar  3/5.  —  11/5.  Port  Said  16/5.  —  Aden.
(Poststation:  Sansibar.)  *

S.  M.  S.  „Seeadler“  6/4.  Lourenzo  Marques  16/4.  —  24/4.  Majunga  (Madagaskar)  27/4.  —  3/5.
Dar-es-Saläm  6/5.  —  Sansibar  14/5.  Heimreise.  (Poststation:  Port  Said.)

S.  M.  S.  „Wolf“  25/12.  Kamerun  30,4.  —  8/5.  Loanda  14/5.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

Ablösungstransporte:
1.  Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstrarsport  für  S.  M.  S.  „Cormoran“
W—
Ausreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  Reincke:  Wilhelmshaven  4  0.  —  nach  Kiautschou.
2.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Herzog“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport
für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:  Hamburg  11/5.—  nach  Sansibar.
1.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  des  Nordd.  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Transport  für  das  Vermessungsdetachement
  in  Kiautschon.
Transportführer:  a)  von  Bremerhaven—Genua:  Unterlieutenant  zur  See  Wind  müller,
b)  von  Genua—Kiantschou:  Kapitänlieutenant  Deimling:
Bremerhaven  22/3.  —  24/3.  Antwerpen  27/3.  —  28/3.  Southampton  28/3.  —  3/4.  Genua  6  —
6/4.  Neapel  6/4.  —  10/4.  Port  Said  10/4.  —  11/4.  Suez  11/4.  —  15/4.  Aden  15/4.  —  22/4.
Colombo  22/4.  —  16/5.  Tsintau.

—  —

 

 

—  —  T  I
–—.

Verkehrs-Zachrichten.

Kaiserliche  Postagenturen  sind  am  20.  Februar  in  Outjo  und  am  12.  März  in  Groß-Barmen
  in  Deutsch-Südwestafrika  eröffnet  worden.

 

Die  nächste  Beförderungsgelegenheit  nach  Jaluit  bietet  ein  Segelschuner,  der  am  1.  August  von
San  Francisco  durch  die  Jaluitgesellschaft  abgefertigt  wird.

 

1

 

 

——..  nach  den  .  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  usschiflungshafen.  Briefe  müssen  aus
Aach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  —  werden
Neapel  am  8.,  22.  Juni,  Tanga  19—20  Tage  sam  6.,  u#  20.  Juni,
(beutsche  Schiffe)  6.  Juli  120  abds.  Dar-es-Sal.  20—21  Tg.4.,  15.  Juli
1.  Deutsch=  Ostafrika.  Brindisi  am  18.  Juni,  17.  Juli#  Sansibar  22  Tage  11%  abds.
(englische  Schiffe)  100  adbs.  Zl  ..
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzösische  Schiffe)  40  nms.  10KxF  abds.
2.  Deutsch-üm  Southampton  am  4.  Juni,  2.,  30.  Juli#  Lüderitzbucht  22  Tage  am  3.  Juni,  1.,  29.  Juli
(KNach  a  estasrita  engl.  knh  15  Kap  40  ums.  Swakopmund  25  Tagelsnms.  7
Wamb  nshoo,  Gibeon,hadt,  dam  deutscher  "
aichhan,  nd  28  Dampser  „Leutwein“")
R  dortweiter  olle  4  Tag  Hamburg  am  25.  Juli,  25.  Sept.  Swakopmund  30  Tage  a#m  25.  Juli  25.  Sept.
us  dem  Landwege.)  (deutsches  Schis)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  720  a
        <pb n="348" />
        —  306

—

 

—  —  —   —

—

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
|A  Lambur  am  10.  jedes  Monats,Kamerun  24  Tage  am  10.  1e  des  Monats
3.  Namerun  (deutsche  Schiffe)  nachts  s  ·  7½  abds.
«  «  Liverpool  am  8.  Juni,  6.  Juli  Kamerun  22  Tage  am  6.  Juni,  4.  Juli
(englische  Schiffe)  18  ums.
DHambu  Wam  10.jedes  Mts.  nacht  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  iedes

4.  Cogo-Gebiet.
(Ueber  Liverpool  oder

Marseille  oder  Bordeaup  1
mur  auf  Verlangen  des  Marseille
Absenders)  (französische  Schiffe)

 

E—

Liverp
(englische  Schiffe)

Bordeaux
(Eranzösische  Schiffe)

2½
ool

 

am  20.  jedes  Mts.
am  15.,  29.  Juni

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Juli,  10.  Sept.
110  oms.

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quitlah  36  Tage

von  da  ab  v  n
Cotonou  20  Tage

von  do  ab  Landverbindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Monats  799  abds.

am  13.,  27.  Juni
16  ums.

am  23.  jedes  Monats
107  abds.

am  8.  Juli,  8.  Sept.
101x  abds.

 

Neapel  am  3  JIumi  24.  Aug.  Stephansort  45  Tage  am  27.  Juni,  1.  Juli,
5.  Deutsch-Ueu-Gninea.  1A  (beutsche  Schissee  abd  6  22.,  26.  August
.  Brindisi  1  am  3:  .  28.  Aug.  -  41  Tage  11°  adds.
(Nachversand)  abd
6.  Marshall-  Inseln.  Cuxhaven  am  14.  In  Jaluit  etwa  70  Tage  am  13.  Juli  1138  abds.

(Hemeg—  aier  —  Linie  bis

New  ·  Jort,  von  New-Vork  dis
S.  Froncieco  Eisenbahn,  dann
denisches  Segelschiff.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Eintreffen  der  Bost  a  aus  den  deutschen  Schussebieten.

 

 

 

 

 

 

 

Von  suunns-  Die  Penih  leu  .  Von  a  Die  e  5#
deu#sch-oernk  S##n  e  2  —m—  #enea  en  1  7—
Merfeile  am  16  Juni  17.Jal.  Marseille  .am  16.  jedes  Monatz
Deutsch-ZüdwestafrikaSouthampton  am  7.  Juni,  5.  Sunr  Deutsch-Uen-Guinea.Neaopel.  ———
————-  lser  D  Marshal  ·  Inseln...  Narseille  .  Mitite  Juni
14.  Juli

 

 

 

*  Farigkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schissbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

nese  e  Letzte  Nachrichten
o
siwampfer  von  nach  bis  28.  Mai  1898  .
„Adolph  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  28.  Mai  in  Hamburg.
„Aline  Woermann“.  .  Loango  Hamburg  am  21.  Mai  in  Kamerun.
a„Anna  Woermann“  .  Hamburg  Loanda  am  31.  Mai  ab  Hamburg.
„Bruxellesville"  .  Antwerpen  Kongo  am  12.  Mai  in  Madeira.
Tari  Woermann“  .  Hamburg  Lagos  am  23.  Mai  Dover  passirt.
„Eduard  Bohlen“  .  Hamburg  Loango  am  4.  Mai  in  Kamerun.
„Ella  Woermann".  Hamburg  1  Sherbro  am  23.  Mai  in  Sierra  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  l  Kotonou  am  17.  Mai  in  Acera.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  24.  Mai  Ouessant  passirt.
EW  Woermann“  Kotonou  CQ  Hamburg  am  26.  Mai  in  Las  Palmas.
ette  Woermann“.  Loanda  x„  Hamburg  am  24  Mai  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  .  Zambukg  Loanda  am  16.  Mai  in  Gorce.
Füothor  Bohlen“.  .  amburg  Loango  am  19.  Mai  in  Madeira.
lu  Bohlen“  Hamburg  n  am  7.  Mai  Madeira  passirt.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbu  am  9.  Mai  in  Kapstadt.
„Melita  Bohlen"  Hamburg  Lüderikhucht  am  27.  Mai  ab  Hamburg.
„Professor  Woermann“.  Sherbro  Q  Hamburg  am  27.  Mai  in  Tanger.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  C  Loanda  am  16.  Mai  in  Loanda.
        <pb n="349" />
        —  307  —

 

 

 

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrila-Linie  (Camburg—Ostafrika).  t
ss  Reise  Letzte  Nachrichten

eichtpesw  anpfer  von  I  nach  bis  28.  Mai  1898
„Köni  ...  Hamburg  Durban  am  27.  Mai  an  Delagoabai.
„Derzoé  Hamburg  Durban  am  26.  Mai  an  Neapel.
„Kaiser  Durban  Hamburg  am  23.  Mai  ab  Sansibar.

ler  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Bundesrattt  Delagoabai  Hamburg  am  24.  Mai  ab  Delagoabai.
„Reichstag  “  ...  Delagoabai  Hamburg  am  27.  Mai  ab  Neapel.
„Admirall  Hamburg  Delagoabai  am  28.  Mai  ab  Antwerpen.
„Generall  Hamburg  Delagoabai  am  23.  Mai  an  Aden.

 

 

 

 

 

 

3  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  des  Deutschen  Kolonialhauses  Bruno  Antelmann
in  Berlin  bei,  betreffend  Preisverzeichniß  über  Usambara-Kaffee  der  Deutsch-Ostafrikanischen
Gesellschaft,  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.  Die  Expedition.

 

 

Anzeigen.

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Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  —  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Verlin  sW  12,  Kochstraße  68—71.
einzufsenden.  —  -».,-.

 

 

 

 

 

 

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Bekanntmachung.  .
zun  it  Lanereiser  veeses  Ko-  Verkauf  von  Erzeugnissen
:::  %  6
tragung  bosmen  Wrardedhg  eifolgt:  aus  den  deutschen  Kolonien
Eesellschaftsregister  laufende  Nr.  6  unt.  Aufsicht  hervorragend.  Mitglieder  der  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

die  offene  Handelsgesellschaft
E.  Müller  &amp;amp;  Devers

mit  dem  Sise  in  Zanzibar  und
Dar-zes-Sal#m  betreffend:

Seit  dem  1.  Januar  1898  ist  Sitz
der  Gesellschat  Zanzibar  mit  Zweigniederlassung
  in  Dar-es=  Sal#m.

Die  Gesellschafter  sind  von  diesem
Zeitunkte  ab:

1.  der  Kaufmann  Ernesto  Maller
in  Zanzibar,
2.  der  Kaufmann  Paul  Devers
in  Zanzibar,
3.  der  Kaufmann  Ary  Prins  in
mburg,  ·
4.  der  Kaufmann  Alfred  Stürken

.  #
in  Hamburg.
Sanzibar,  den  22.  April  1898.  Dam  f  KKu  8
Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.

Freiherr  v.  Rechenberg.  (24)

6,

KX  7d.

###  anc#n  .
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1  Euges
FNeuheiten:  Gag
.  Deutsehes
Kiautschou-Prdnuss-Falel-Oel.

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Arthur  Koppel,  Berlin  NW.  7,  n

Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  —
Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.

6  51#  7#½

      
      
   

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Transport  des  Zuckerrohrs  durch  Zugthiere  in  Java
&amp;amp;  FelIdbahnen  für  die  Kolonieen.  *  —

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
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Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondenz  erbeten.

 

(23)

 

 

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In  Criginalflaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  bestes  Prlwentiv
und  Heilmittel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkruokungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell  Es  ist  von  höchstem
Werthe  für  die  tägliche  Praxis  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich

Wunder  gewirkt  —  numentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
Pilul.  nurango  ferro-conchinini.  In  Originalflaschen.  Mit

Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  best-Verträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veraplassen  (vide  Gebhard-  Michaelis'sches  Referat,).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikunt:  (z)

Apotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

 

 

·.
-e  -  5

—ree

6

 

—2—

E

eln  wohlschmeckendes  Chinapräparat,  aus  bester  Chlna-Calisaya-Rinde  bereitet,

  enthält  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkaloide)  in  möglichst

wohlschmeckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chinarinde  indicirt

ist,  angewandt,  besonders  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit,
werden  und  Schwächezustände.

Als  Stärkungsmittel  nach  beftigen  Fiebern,  besonders  nach  Influenza,
Ims,  Ruhr,  Malaria  u.  s.  W.  bewährt  es  sich  ausgezeichnet  und  wird  von
Me#dislalachen  Autoritäten  bestens  emplfohlen.  ((Girh
Hlan  Ante  alch  vor  Nachahmungen  und  achte  anf  die  Schutzmarke  der  Firmu.

l——N

 

 
 

 

 

Vortreflliche,  Faturreine
Obstweine

=  r  Erporr.—.-C.

  Wesche,
Quedlinburg.

Probeaufträge  empfohlen  auf
ass#ortirte  Kisten,  enthaltend  zwölf
Flaschen  im  Werthe  von  ca.  M.  12,—
franco  Hamburg.
Johannisbeerwein,  welss  und  roth,
Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerweln,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstweinperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger
Schloss-Champagner.
Export-Vertreter:

Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (#u#)

 

 

Deutsche,  kolonlale  u.  Iinternationale
Transporte  jeder  Art.  (#u)

A.  Warmuth,
Hofpediteur  Sr.  Könlgl.  Hohelt  des
Iinzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.
Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.  Garnisonkirchela.

 

 

 

 

Lindner  &amp;amp;  Oftercinger,
Frankfürt  a.  M.

empfehlen  ihre  leichten,  reinwollenen,
  elastischen,  nicht  eingehenden
crémefarbenen  (116)

Cräpe-Flanelle  u.  Vuterkleider.

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkauf.
Muster  u.  illustr.  Preisliste  franco.

 

    
  

Musikinstrumente

 
  
 
        

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Alle  mech.  Muikwerke,  Symphonions  etc.

Jul.  Heinr.  Zimmermann,
Fabrik  und  Export:  Leipzig.
Geschäftshäuser:  St.  Petersburg,

Moskau,  London.  226)
Neuc  Hlustrirte  Prelsliste  Fratls.
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  u.  Käfern  suche  mit  SLammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kämmerer,
Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

 

Meuigkeiten
aus  dem

Verlage  der  Kgl.  Hofbuchhandlung  von
EC.  S.  Mittler  K  Sohn,  Berlin  SW.
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Rauticus,  Altes  und  Neues  zur

Flottenfrage.  Erläuterungen  zum
Flottengesetz.  Mark  1,80.

—.—  Neue  Beiträge  zur  Flottenfrage.
  Mark  1-25.

 

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Amts.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,60.

 

 

perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitälsrath
  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1,,60.

A.  C.  Mahan,  Der  Einfluß  der
Seemacht  auf  die  Geschichte.
Erster  Band.  1660  —  1783.  In
Uebersetzung  herausgegeben  auf  Veranlassung
  der  Redaktion  der  Marine-Rundschau.
  Zweite  Auflage.  Mk.  10,
geb.  Mk.  11,50.

 

—.—  Der  Einfluß  der  Seemacht
auf  die  Geschichte.  1783—1812.
Die  Zeit  der  französischen  Revolution
  und  des  Kaiserreichs.  Auf
Veranlassung  des  Kaiserlichen  Oberkommandos
  der  Marine  übersetzt
von  Vize-Admiral  Batsch.  Lieferung
  1—4.  Erscheint  in  12  Lieferungen
  zum  Preise  von  insgesammt
Mark  10,—.

Die  Seeinteressen  des  Deutschen
Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veralassung
  des  Reichs-Mearine-Amis.

 

 

    

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im  Export  bewäbrt,  liekern  billigst
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
1  Berlin  SWu#,  Kochstraße  68—71.

 

—————————.——————..———.———————————..——

Soeben  erschien:

deutsche  Kolonial  Gesetgebung.

#  Sammlung
der  auf  die  deutschen  Schutzgebiete  bezüglichen  Gesezt,
Perordunungen,  Erlasse  und  internstionalen  Pereinbarungen,  1
mit  Aumerkungen  und  Sachregister.  .

Zweiter  Theil.

1893  bis  1897.  «

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum  dienstlichen  Gebrauch
herausgegeben  von  1
Dr.  Alfred  Bimmermann.

 

 

1  Die  deutschen  Schutzgebiete  haben  seit  ihrem  jetzt  vierzehnjährigen
  Bestehen  eine  gewaltige  Entwickelung  gewonnen  und  bedeuten
einen  wichtigen  Faktor  unseres  Staatslebens.  Immer  allgemeinere
Beachtung  wird  daher  der  Gesetzgebung  unserer  Kolonien  geschenkt.
1  Zahlreich  sind  die  Bestimmungen  und  Erlasse,  welche  für  die
deutschen  Kolonien  besonders  gegeben  sind  und  die  Verwaltung,  die
Rechtsverhältnisse  der  Beamten  und  Militärpersonen,  die  Rechtepflege,
Handel,  Gewerbe  und  Verkehr,  Zoll=  und  Steuerwesen,  die  Rechtsverhältnisse
  der  Eingeborenen  u.  a.  m.  in  den  einzelnen  Schutzgebieten
regeln,  so  daß  eine  einheitlich  bearbeitete  Loonialgesegsommung  unentbehrlich
  ist.  Nachdem  bereits  im  Jahre  1893  der  erste,  die  Zeit  bis
zum  Jahre  1892  umfassende  Theil  des  obigen  Werkes  erschienen  ist.
gelangte  nunmehr  die  obige  Fortsetzung  zur  Ausgabe,  die  von  dem  durch
eine  wirthschafts=  und  Wn  Arbeiten  bekannten  Konsul
Dr.  Alfred  Zimmermann,  Mitglied  der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen
  Amtes,  bearbeitet  worden  ist.  Auch  dieser  zweite  Theil
enthält  alle  Bestimmungen  auf  Grund  amtlicher  Quellen  gesammelt;
er  umfaßt  die  Zeit  von  1893  bis  1897  mit  allein  287  Nummern,
während  der  bis  zum  Jahre  1892  reichende  erste  Theil  256  Nummern
naufführt.  Der  bequemeren  Handhabung  wegen  ist  die  chronologische
Anordnung  der  Gesetze  2c.  gewählt  worden;  ein  nach  sachlichen  Gesichtspunkten
  geordnetes  Verzeichniß  der  wiedergegebenen  Gesetze,
Erlasse  und  Bestimmungen,  sowie  ein  alphabetisches  Sachregister
ermöglichen  schnellste  Auffindung  und  leichtesten  Gebrauch.  Das  Gesammtwerk
  ist  zum  Preise  von  Mk.  22,—,  der  zweite  Theil  allein  für
Mk.  8,  —  zu  beziehen.

 

 

——.  —..———.—————————
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        313

Zur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vom.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

erhum  Lriroepkerteun

CGalzsaures  Phenoeoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Prokessor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Alfeer)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nuch  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Keheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,

wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenzenannten
  Firma,  nämlich:

Kamburg:  Gebrüder  Oidenburg;

Barcelona:  J.  Espiell;  (225)
Londen:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary  ·  at  ·  Hill;

Noskau:  M.  Sü#r#age  &amp;amp;  Co.;

New-  Tork:  Lehn  &amp;amp;  Flak,  126  Willlam  Street;

PFaris:  Max  Fr###es,  31  rue  des  petlies  Ecuries;  "

Blo  de  Janeliro:  Magaliies,  Luchus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoefer  &amp;amp;  Co.

—  ie
W
"  IJI- 



 

 

 

(180)

KLOSS  &amp;amp;  FOERSTER

FBETBLRG  a.  U.

i45  Sekt

Drahtseile

jeder  Konstruktion  und  GQualität  für  Bergwerke  etc.

Schiffstauwerk

für  stehendes  und  laufendes  Gut

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Westfälische  Drahtindustrie,

Hamm  in  Westfanlen.

 

Cabinet

 

(219)

 

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Blattgold-Fabrik

von

Gebrüder  Rosenbaum,
Fürth  (Bayern).
Spezialitliten:
Hochglanz-Bronzen.

Muster  auf  Wunsch  gerne  grutis
zu  Diensten.  (dzr

E  KLEMM

unzkmksmne  2

 

  
 
 
 

 

——
L

nue  B  —
4%  Lello  r.  2c

   

 

 

 

 

 

Einzige  deutsche  Zeitung  Nord-AMrikas!

AGVPTISCRER
KURIER

Briefadresse:  Telegr.-Adresse:
Igyptischer  Kurler,  Kalro.  Kurier,  Kalro.

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französischer  Sprache.

 

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allen  bessceren  Hotels  des  Orients  uus.

 

 

 

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  und  besuchtesten  Winteranfenthalte
  des  Orients,  wird  regelmässig
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der  Mittelmeerländer  versandt,  auf

 

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deutscher,  sondern  auch  in  arabischer
und  jeder  europlischen  Sprache  aufgenommen.
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Für  Deutsch-Ofafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:

Harder  §  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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der  Deutschen  Steingutfabrik,  Aktien-HPesellschaft,
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Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

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Gr.  Reichenstr.  45.  (1466)

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werden  zu  kaufen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.
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  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
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Am  10.  Juni:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Carstens,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Sierra  Leone
und  Sherbro.

AMashste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Juli  und  ferner  am
25.  jedes  zweiten  Monats.
4t#  Guter  müssen  am  Tage  vor  dem  4b59oansdatftem  bis  12  Uhr  mittags  Tänçcsseite  gein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

–—

 

 

Ô

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Vrerzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:

—.

 

von  Hamburg:  von  Neapel:

o  ,ApUIRAL“,  Capt.  Wett  ...  8.  Juni,
,KANZLER“,  Capt.  Eleononana  ...p  8.  Juni,  22.  Juni,
REICHSTAG“,  Capt.  Weisskan  22.  Juni,  6.  Juli,
*KAISER“,  Capt.  Saal  6.  Juli,  20.  Juli,

nach  Mombassa,  Tanga#,  Pangani?",  Saadanl,  Bagamoyo-“,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Kllwa,  Lindi,
Milindani,  Ibo,  Mozambique  7,  Quellmane7,  Chinde?,  Belra“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorzüoliche  Einrichtungen  JUr  Eussagtere  #n  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sümmtlichen  Anlaufhälen  sowie  nach  Transvanl
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Damplers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  S.
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
gowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

 

 

–—  —  —

 

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  19,  Kochstraße  68—71.
Auegegeben  am  1.  Juni  1898  um  6  Uhr  nachmittage.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heranegegeben  in  der  Kol  Abtheilnng  bes  Auswirligen  Amis.

 

 

—.....————————.—.  —  ——  ——  —  «  skwvvv—«

1X.Iqhkgqug.  qkktiu,15.»;puiIgääs  Uummer  12.

.  –———[—.———  —––  —  —§.  –  ————  —  —  s  -----x-Vx-·----«M-».

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  16.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittbeilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr

v.  Dipekelmen.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Vost  und  die

Luchbandlungen  Mk.  2.—,  direkt  unter  Streisband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preioliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

 

I.IJ..—.....—

 

 

 

—.  —..  —

Inlalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  in  der  Schutztruppe
für  Südwestafrika  S.  317.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betr.  die  Schonung
des  Wildstandes  S.  318;  desgleichen  betreffend  die  Stellung  der  Negierungsschulen  unter  die  Bezirksämter  S.  319;
desgleichen  betreffend  die  Gründung  des  Hauptortes  Wilhelmsthal  S.  320;  deogleichen  betressend  Theilung  des
Bezirkes  Dar-es-Salaäm  S.  320.  —  Ernennung  von  Beisitzern  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  und  Uebersicht  der
gerichtlichen  Geschäfte  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  S.  320;  deogleichen  von  Kamerun  S.  322;  desgleichen
von  Togo  S.  323  und  für  Südwestafrika  S.  324.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für
Deutsch-Ostafrika  im  Monat  März  1898  S.  325.  —  Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-ostafrikanischen
Scuheebiete  für  das  Kalenderjahr  1897  S.  326.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Raiserlichen  Gerichten
der  Marshall-Inseln  S.  348.  —  Personalien  S.  348.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  348.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  über  die  Reise
des  Hauptmanns  v.  Kleist  im  Bezirk  Songea  S.  349.  —  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Ostafrika
thätigen  Firmen  und  Erwerbsgesellschaften  S.  350.  —  Kamerun:  Bericht  des  Premierlientenants  v.  Carnap  über
seine  Thätigkeit  vor  seinem  Zug  nach  dem  Kongo  S.  354.  —  Ueber  die  Schiffbarkeit  des  Mungoflusses  S.  355.  —
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  356.  —  Aus  fremden
Kolonien:  Organisations-Aenderung  in  den  französischen  Kolonien  S.  356.  —  Statistik  englischer  Strafkolonien
  S.  356.  —  Abänderung  des  Spirituosenzolles  in  Sansibar  S.  357.  —  Ueber  die  Lage  der  Volkswirthschaft
  in  Surinam  (Niederländisch-Guyana)  S.  357.  —  Handel  von  Mozambique  im  Jahre  1897  S.  359.  —  Verschiedene
  Mittheilungen:  Unterricht  in  der  Haussasprache  S.  361.  —  Versendung  von  Sämereien  tropischer
und  subtropischer  Nutz=  und  Ziergewächse  S.  361.  —  Aufhebung  des  Konsulats  in  Ouittah  S.  361.  —  Deutsche
pondets-  und  Plantagengesellschaft  der  Südsee-Inseln  zu  Hamburg  S.  361.—  Deutsche  Militärdienst-Versicherungonstalt

  in  Hannover  S.  362.  —  Litteratur  S.  362.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  364.  —  Schiffsbewegungen

S.  364.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  364.  —  Fahrplan  des  Dampfers  „Leutwein“  S.  366.  —  Anzeigen.

————

——
—  —  —  —  —  —„  —  —  —  —  —  —  -

Amtlicher  Theil.
Geseite;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verkräge.

In  Verfolg  des  §  2  der  Verordnung  vom  30.  März  1897,  betreffend  die  Erfüllung  der
Dienstpflicht  bei  Meiner  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  bestimme  Ich,  was  folgt:

Die  zur  Ableistung  ihrer  aktiven  Dienstpflicht  in  Meine  Schutztruppe  für  Südwestafrika  eingestellten
Vehrpflichtigen  erhalten,  solange  sie  noch  in  Ausübung  ihrer  gesetzlichen  Dienstpflicht  begriffen  sind,  eine
Löhnung  von  monatlich  50  Mark,  für  die  Dauer  ihrer  Theilnahme  an  kriegerischen  Unternehmungen
dogegen  die  bei  der  Schutztruppe  übliche  volle  Reiterlöhnung.  Hinsichtlich  aller  sonstigen  Gebührnisse  sind
sie  den  der  Schutztruppe  zugetheilten  übrigen  deutschen  Mannschaften  —  siehe  §  3  des  Gesetzes  vom
7.  Juli  1896  —  gleichgestellt.  .

Die  Einjährig-Freiwilligen  erhalten  freie  Unterkunft  nach  Maßgabe  der  örtlichen  Verhältnisse.
Abgesehen  von  kriegerischen  Unternehmungen,  für  deren  Dauer  die  Fürsorge  in  dieser  Beziehung  vom
Kommando  auf  Rechnung  der  Landesverwaltung  übernommen  wird,  haben  sie  sich  selbst  zu  verpflegen,  zu
bekleiden  und  auszurüsten  sowie  auch  beritten  zu  machen.  Sie  sind  berechtigt,  gegen  eine  Vergütung  von
täglich2  Mark  sich  in  die  Naturalverpflegung  der  Truppe  aufnehmen,  gegen  Erstattung  der  Selbstkosten
aus  Truppenbeständen  bekleiden  und  ausrüsten  sowie  gegen  eine  Entschädigung  von  210  Mark  von  der
Tuuppe  beritten  machen  zu  lassen.  Neben  dem  letzteren  Betrage  ist  für  die  Unterhaltung  des  Pferdes,
einschlieklich  Hufbeschiag  und  sonstigen  Aufwendungen,  eine  besondere  Vergütung  nicht  zu  entrichten.

Ich  ermächtige  Sie,  zu  der  gegenwärtigen  Ordre  Erläuterungen  zu  ertheilen  und  Abänderungen
zu  treffen,  soweit  solche  nicht  von  grundsätzlicher  Bedeutung  sind.

Gegeben  Berlin,  den  25.  Mai  1898.

(L.  S.)  (gez)  Wilhelm  I.  R.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt;  Kolonial-Abtheilung).  (ggez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.
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        —  318  —

Perordnungen  und  Mittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Nunderlaß  an  die  Bezirks=  oder  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen
im  Innern.

Durch  anliegende,  auf  Grund  der  praktischen  Erfahrungen  abgeänderte  Jagdverordnung  wird  die
Verordnung  vom  7.  Mai  1896,  betreffend  die  Schonung  des  Wildstandes  in  Deutsch-Ostafrika,  mit  ihren
Nachträgen  aufgehoben.  Dies  erfolgt  mit  dem  Tage  der  Verkündigung  im  dortigen  Bezirk.

Ich  stelle  den  lokalen  Verwaltungsbehörden,  insbesondere  der  Grenzbezirke,  anheim,  bei  eintretender
Nothwendigkeit  selbständig  abändernde  Bestimmungen  vorläufig  zu  erlassen;  doch  wird  umgehend  Genehmigung
  seitens  des  Gouvernements  einzuholen  sein.  Für  Jagdreservate  ist  vor  ihrer  Errichtung  die
Genehmigung  des  Gouvernements  einzuholen.  Die  vorhandenen  bleiben  bestehen.

Es  kann  auch  Grund  vorliegen,  an  Eingeborene  zeitweise  Jagdscheine  überhaupt  nicht  auszugeben
oder  den  Abschuß  einzelner  Wildarten  ganz  zu  verbieten.  Bei  der  Verschiedenartigkeit  und  bisher  so
geringen  Kenntniß  der  Lebensbedingungen  des  Wildes  in  den  einzelnen  Gegenden  des  Schutzgebietes  ist  die
Einführung  einer  allgemeinen  Schonzeit  nicht  möglich.

Sodann  sehe  ich  einem  baldgefälligen  Berichte  entgegen  über  die  Durchführbarkeit  und  Zweckmäßigkeit
  folgender  Maßregel:

Eingeborenen  werden  Elefantenjagdscheine  nicht  mehr  verabfolgt.

Die  Station  ermächtigt  einen  oder  mehrere  vertrauenswürdige  Fundi  zur  alleinigen  Ausübung
der  Elefantenjagd  im  Bezirk.

Dieselben  erhalten  für  sich  und  ihre  Leute  Gewehre  und  Munition  von  der  Station,  wofür  sie

als  Wald=  und  Jagdhüter  in  deren  Dienst  treten.

4.  Sie  liefern  von  jedem  Elefanten  einen  Zahn  —  nach  Wahl  der  Station  —  ab.

Ihr  eigenes  Interesse  wird  diese  privilegirten  Jäger  veranlassen,  jedes  unrechtmäßige  Strecken
eines  Elefanten  zur  Anzeige  zu  bringen;  vor  allen  Dingen  werden  sie  angelernt  werden  können,  waidgerecht
  zu  jagen.

Dar-es-Saläm,  den  17.  Januar  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

Verordnung,  betreffend  die  Schonung  des  Wildstandes  in  Deutsch-Ostafrika.

*“

§  1.

Ein  Jeder,  der  die  Jagd  ausüben  will,  bedarf  eines  Jagdscheines,  welcher  von  einem  Bezirksamt,
  Bezirksnebenamt  oder  einer  Station  auf  die  Person  und  die  Dauer  eines  Jahres  vom  Tage  der
Ausstellung  ab  ausgestellt  wird  und  für  das  ganze  Schutzgebiet  Gültigkeit  hat.

8  2.

Die  Jagdscheingebühr  beträgt  für  Europäer  10  Rupien.  Wenn  dieselben  die  Jagd  berufsmäßig
betreiben,  so  beträgt  die  Gebühr  500,  und  wenn  sie  mit  einer  eigens  zur  Ausübung  des  Jagdsportes  ausgerüsteten
  Expedition  ins  Innere  gehen,  800  Rupien  für  jeden  nichteingeborenen  Theilnehmer.  Für  eingeborene
  Jagdmitglieder  ist  der  kleine  Jagdschein  des  §  3  zu  lösen.

§  3.
Für  Eingeborene  beträgt  die  Jagdscheingebühr  5  Rupien.  Betreiben  dieselben  die  Jagd  auf
Elefanten  oder  Nashorne  berufsmäßig,  so  haben  sie  für  die  Ertheilung  des  Jagdscheines  500  Rupien
zu  entrichten.  Diese  Gebühr  kann  bei  sicheren  Leuten  gestundet  werden.

84.

Für  Jagdgenossenschaften  hat  der  eingeborene  Führer  oder  Unternehmer  (Fundi)  nur  einmal  den
großen  Jagdschein  des  §  3,  außerdem  aber  für  jeden  eingeborenen  Jagdgenossen  den  kleinen  Jagdschein
des  §  3  zu  lösen.  Diese  Gehülfen,  deren  Zahl  bei  Ausstellung  des  großen  Jagdscheines  im  Voraus  und
auf  höchstens  dreißig  zu  begrenzen  ist,  unterliegen  den  Bestimmungen  des  §  10.

8  6

Eines  Jagdscheines  bedarf  es  nicht,  wenn  die  Jagd  lediglich  zu  dem  Zwecke  ausgeübt  wird,  bei
Nahrungsmangel  auf  dem  Durchmarsche  Fleisch  zu  gewinnen.

6

§  6.
Ferner  können  ohne  Jagdschein  abgeschossen  werden:  Affen,  alles  Raubzeug,  Wildschweine,
Amphibien,  Reptilien.
        <pb n="361" />
        —  319  —

Für  den  Abschuß  von  ausgewachsenen  Löwen  wird  eine  Prämie  von  30  Rupien,  für  ausgewachsene
Leoparden  eine  Prämie  von  20  Rupien  auf  Antrag  von  der  zuständigen  Lokalbehörde  gezahlt.  Zur
Begründung  sind  abzuliefern  die  Klauen  und  das  frische  Fell  des  erlegten  Thieres.

87.
Verboten  ist  die  Jagd  auf  noch  säugende  Elefanten.

88B.

Der  Einfang  junger  Thiere  zum  Zweck  der  Zucht  oder  der  Einlieferung  an  zoologische  Gärten
und  wissenschaftliche  Anstalten  ist  gestattet.  Wird  der  Thierfang  gewerbsmäßig  betrieben,  so  bedarf  es  der
Lösung  eines  großen  Jagdscheines.  Die  Erlaubniß  kann  jederzeit  rückgängig  gemacht  werden,  wenn  die
Ausübung  eine  erhebliche  Schädigung  des  Wildstandes  zur  Folge  hat.

§9.

Verboten  sind  ohne  ausdrückliche  Genehmigung:  Netz-,  Feuer=  und  größere  Treibjagden.  In

Fällen  erheblichen  Wildschadens  im  Verzuge  kann  die  Erlaubniß  auch  von  den  Lokalbehörden  ertheilt  werden.

8  10.
An  Schußgeldern  werden  erhoben:  100  Rupien  für  jeden  zur  Strecke  gebrachten  Elefanten.  Der
Jäger  kann  sich  von  der  Bezahlung  des  Schußgeldes  durch  Abgabe  des  einen  Zahnes  befreien.  Auch  soll
der  Gesammtwerth  der  während  des  Jahres  von  demselben  Jäger  geleisteten  Abgaben  die  große  Jagdscheingebühr
  nicht  überschreiten.
8  11.
In  Gebieten,  wo  großen  Häuptlingen  gewohnheitsmäßig  ein  Zahn  von  der  Beute  eingeborener
Jäger  zusteht,  fällt  der  Abgabezahn  abwechselnd  an  die  Station  und  den  Häuptling,  so  daß  von  zwei
geschossenen  Elefanten  der  Jäger  zwei,  Station  und  Häuptling  je  einen  Zahn  erhalten.

8  12.

Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu
500  Rupien,  an  deren  Stelle  im  Falle  der  Unvermögendheit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  tritt,
bestraft.  Im  Falle  einer  Abgabenhinterziehung  ist  außerdem  auf  den  zwei-  bis  28  fachen  Betrag  der
hinterzogenen  Gebühr  als  Strafe  zu  erlennen.

Sämmtliche  auf  Grund  dieser  Verordnung  eingehenden  Gelder  fließen  zur  Hälfte  dem  Gouverne—
ment  zu,  zur  Hälfte  werden  sie  von  dem  Bezirksamt  oder  der  Station,  wo  der  Jagdschein  ausgestellt  oder
die  Bestrafung  erfolgt  ist,  im  öffentlichen  Interesse  des  Bezirks  verwandt.  Zu  Unrecht  angeeignetes  Wild
oder  Theile  von  solchem  sind  zugleich  zu  beschlagnahmen.

Auch  kann  im  Wiederholungsfalle  die  Jagdberechtigung  auf  Zeit  oder  dauernd  entzogen  werden.

Dar-es-Saläm,  den  17.  Januar  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

 

Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter  sowie  die  Negierungsschulen  in  Tanga,  Bagamoyo  und
Dar-es-Salam.

Es  wird  hierdurch  bestimmt,  daß  die  in  Tanga,  Bagamoyo  und  Dar-es-Saläm  bestehenden
Regierungsschulen  direkt  dem  betreffenden  Bezirksamt  unterstellt  werden,  und  daß  bezüglich  der  Schulen  die
Bezirksämter  nicht  mehr  von  der  Kulturabtheilung,  sondern  nur  durch  das  Gouvernement  Weisungen  zu
empfangen  haben.

Der  Anlaß  zu  dieser  Verfügung  ist  in  erster  Linie  der,  daß  gerade  die  betreffenden  Bezirksämter
an  der  Entwickelung  der  Schulen  und  der  Lehrthätigkeit  aus  dem  Grunde  das  allergrößte  Interesse  nehmen
mussen,  weil  sie  Gelegenheit  haben,  in  diesen  Schulen  in  jüngeren  Jahren  Farbige  so  weit  heranbilden  zu
lassen,  daß  dieselben  später  als  Wali,  Akiden,  Jumben,  Dolmetscher,  Lehrer  verwendet  und  auch  zu  schriftlichem
  Verkehr  brauchbar  gemacht  werden  können.  Es  muß  daher  erwartet  werden,  daß  die  Bezirksämter
es  sich  dringend  angelegen  sein  lassen,  die  Söhne  angesehener  Farbiger,  die  bereits  durch  ihre  Geburt  zu
den  vorerwähnten  Stellungen  nach  hiesiger  Sitte  prädestinirt  erscheinen,  zum  Schulbesuch  zu  veranlassen
und  den  Schulbesuch  insbesondere  auch  dadurch  zu  heben,  daß  aus  kommunalen  Mitteln  für  die  Unterbringung
  auswärtiger  Schüler,  für  Schulprämien,  Schulfeste  Ausgaben  geleistet  werden.  Da  die  Thätigkeit
der  einzelnen  Schulen  zunächst  nur  der  betreffenden  Bezirksverwaltung  bezw.  den  Bezirkseingesessenen  zu
guue  vonnt,  so  darf  angenommen  werden,  daß  zu  Schulzwecken  auch  gern  die  Kommunen  Ausgaben
eisten  werden.
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        —  320  —

Vom  1.  April  d.  Is.  ab  sind  sämmtliche  sächliche  und  persönliche  Ausgaben  für  die  Schulen,
soweit  die  Gehälter  nicht  besonders  im  Etat  ausgeworfen  sind,  bei  Titel  5  k  des  Etats  zu  verrechnen.
Ich  sehe  einem  eingehenden  Berichte  der  Bezirksämter  über  ihre  Schule  bis  zum  1.  April  1899

entgegen.  Diesem  Berichte  ist  auch  eine  Schülerliste  anzufügen,  aus  welcher  zu  ersehen  ist,  wer  der  Vater
und  wo  der  Wohnort  der  betreffenden  Schüler  ist.

Dar-cs-Saläm,  den  26.  März  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  alle  Dienftstellen.

Der  neuangelegte  Hauptort  des  bisherigen  Bezirks  Masinde  in  der  Landschaft  Rusotto  —  vier
Stunden  von  Mombo,  drei  Stunden  von  Kwai  —  erhält  den  Namen  „Wilhelmsthal“.  Der  bisherige
Bezirk  Masinde  wird  von  jetzt  ab  den  Namen  „Westusambara“  führen.

Wilhelmsthal  in  Westusambara,  den  25.  März  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  Gez.  Liebert.

Nunderlaß  an  sämmtliche  Vedirts.  und  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen
im  Innern.
Im  Anschluß  an  den  Runderlaß  vom  24.  Oktober  1897  wird  hierdurch  bestimmt:
Der  frühere  Bezirk  Kisaki  wird  vom  Bezirksamt  Dar-es-Saläm  wieder  getrennt  und  wird  selbstständig
  verwaltet.  Seine  Grenzen  gegen  Kilwa.  Iringa  und  Kilossa  bleiben  die  bisherigen.  Die  Grenze

gegen  Dar-es-Saläm  bildet  eine  gerade  Linie  von  der  Mündung  des  Ngerengere  in  den  Kingani  bis
Mtansa  am  Ruffdji.

Dar-es-Saläm,  den  12.  April  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

—  —

Ernennung  von  Beisitzern  bei  den  Kaiferlichen  Gerichten  des  deutschostafrikanischen
  Schutzgebietes.

Bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  deutsch  z  ostafrikanischen  Schutzgebietes  sind  für  das  laufende
Jahr  ernannt  worden:

Kaiserliches  Gericht  für  den  südlichen  Bezirk  (Dar-es-Saläm).
a)  als  Beisitzer:
Forstassessor  v.  Bruchhausen,  preußischer  Staatsangehöriger,
Bierbrauereibesitzer  Wilhelm  Schultz,  mecklenburg-schwerinscher  Staatsangehöriger,
Gouvernementssekretär  Otto  Seidlitz,  preußischer  Staatsangehöriger,
Kaufmann  Paul  Devers,  preußischer  Staatsangehöriger;
b)  als  Stellvertreter:

Hauptzollamtsvorsteher  Hugo  Heller,  preußischer  Staatsangehöriger,
Oberpostsekretär  Emil  Eichhorst,

Bezirkssekretär  Heinrich  Michels,  —
Bauunternehmer  Franz  Günter,  -
Werkstättenvorsteher  Friedrich  Feddern,  —
Kaufmann  Felix  Dieckmann,  hamburgischer
Photograph  Karl  Vincenti,  bahyerischer

Landmesser  Karl  Lammert,  preußischer

Kaiserliches  Gericht  für  den  nördlichen  Bezirk  (Tanga).
a)  Beisitzer:
der  Postsekretär  Max  Bannitz  in  Tanga,  preußischer  Staatsangehöriger,
der  Kaufmann  Wilhelm  Joost  in  Tanga,
der  Gastwirth  Theodor  Förster  in  Tanga,  anhaltischer
der  Hauptzollamtsvorsteher  Broschell  in  Tanga,  preußischer

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        Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  deutschostafrikanischen
  Schutzgebietes  während  des  Geschäftsjahres  1897.

I.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksrichters  und  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts.

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6.

—  321  —

b)  Stellvertreter:
der  Kaufmann  August  Schiele  in  Tanga,  preußischer  Staatsangehöriger,
der  Plantagenleiter  Otto  Weber  in  Magrotto,=Regierungsarzt
  Dr.  med.  Friedrich  Plehn  in  Tanga,  preußiccher  Staatsangehöriger,
der  Kaufmann  Otto  Fuchs  in  Tanga,  preußjscher  Stantsangehöriger,
der  Bauverwalter  Karl  Jünger  in  Tangg.
der  Plantagendirektor  Georg  Sander  in  Lewa,  hamburgischer  Staatsangehöriger,
der  Plautagenleiter  Karl  Feilke  in  Moa,  preußischer  Staatsangehöriger,
der  Kaufmann  Albert  Nagel  in  Pangani,  hamburgischer
der  Kaufmann  Franz  Hötte  in  Tanga,  preußischer
Kaiserliches  Obergericht.
a)  Beisitzer:
Oberstabsarzt  Dr.  Alexander  Becker,  preußischer  Staatsangehöriger,
Rcgierungsrath  Dr.  Franz  Stuhlmann,  hamburgischer
Kaufmann  Friedrich  Vörtmann,  preußischer
Postinspektor  Karl  Fleischer,  -
b)  Stellvertreter:
Kaufmann  Karl  Brettschneider,  sächsischer  Staatsangehöriger,
Baudirektor  Friedrich  Gurlitt,  hamburgischer
Referendar  Hans  Zache,  preußischer
Hauptzollamtsvorsteher  Richard  Pitsch,  preußischer
Büreauvorsteher  Arnold  Lambrecht,  -
Landrentmeister  Reinhold  Reich,  -

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V  U#.

Kaiserliches  Gericht  für  den  südlichen  Bezirk  (Dar-es-Saläm).

 

 

Aus  Davon
-  .  gi-—"s";:;-»
Es  waren  anhängig:  2s  E  2  2222
——  S  z*  238
—  v  —  28  —2  -
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungssachen  7  31  38  37  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  und  zwar:
Arreste  und  einstweilige  Versugungen  —  5  5  5  —
Rechtshülfesachen  5  36  11  40  1
Zwangsvollstreckungen  –  15  15  12  3
Mahnsachen.  .  —  43  43  43  —
Suhnesachen  .  .  —  27  27  27  —
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  anhängigen  Nechtsstreites  .  —  —  —  —  E
Von  den  Sachen  zu  1  gehörten  zur  Zuständigkett
a)  des  Richters.  ...  ...  «  16  21  20  1
b)  des  Gerichts=  2  15  17  17  —
Die  Sachen  unter  2  eeberten  sirnic  zur  ustendigleit  des  dichters.
B.  Konkurssachen  —  —  —  —  —
C.  Sttassachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  2  5  7  7  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war.  4  20  24  23  1
Davon  Privatklagesachen  2  3  5  5  ---3.
  Einzelne  richterliche  Anordnungen,  Ermittelungssachen  —  35  35  34  1
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  —  2  2  2  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt
a)  ohne  Beisitzer  4  9  133  —
b)  mit  Beisitzern  —  8  8  8  —
(Eine  Privatklage  zurückgenommen  und  eine  durch  Beschluß  zurückgewiesen.
b0.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar—
1.  Vormundschaften  und  Vlegschaften  .  .  —  —  —  —  —
2.  Erbtheilungen  —  —  —  –4  —
v3.  Eintragungmn  und  Lojchüngen  im  Grundbich  —  3  3  3  —
4.  Testamente  .  —  2  2  2  —
5.  Nachlaßregulirungen  ..  11  11  22  15  7
6.  Eintragungen  in  das  Handelsregister  .  .  —  8  8  8  —
7.  Sonstige  andlungen  der  freiwilligen.  Gerichtsbarkeit  —  46  46  46  ...
b-  Verfahren  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  17.  Februar  1393  —  —  —.
        <pb n="364" />
        —  322  —

Kailerliches  Gericht  für  den  nördlichen  Bezirk  (Tanga).

 

–  .  —  —.  —

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
Es  waren  anhängig:  z5  *  m#ßs
a  23  #ßß½ß"m:7s
.  —  #.
*(s  59s
.  -
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Che=  und  Entmündigungsprozesse  10  23  33  21  12
2.  Sonstige  Sachen,  und  zwar:  "„  "
a)  Arreste  und  einstweilige  Verfügungen  —  4  4  4  —
b)  Rechtshülfesachen  .  —  33  33  3112
e)  Zwan  bvolsstreckungen  —  12  12  10  2
4  Rahnsachen  .  —-30  30  30  —
e)  Sühnesachen  —  1  1  1  —
)Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  anbingigen  ziechtjireites  —  —  —  —  —
u)  Anträge  auf  Sicherung  des  Beweises  .  —  1  1  1  —
Von  ben  Sachen  zu  1  und  2  gehorten  zur  Justündigleit
)des  Richters  .  2s87  89  80  9
5  des  Gerichts  .  8  17  25  18  7
B.  Konkurssachen  .  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  "
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  —  —  —  —  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren.  einzuleiten  war.  3  8  11  8  3
Davon  Privatklagen  —  2  2  11
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen  —  Ermittelungssachen  .  12«22  34  25  9
4.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  nicht  zu  eroffnen  war  (einsteuing.
Zurückweisung,  Zurücknahme  r2c.)  .  9l17  26  26.  —
5.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Nichters.  .  ..  —  —  —  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Lauptverhandlungen  sort  4  5  9  9  —
Davon:  a)  ohne  Beisitzer  .  .  .  312  5  5.—
b)  mit  Beisitzern  1  3  4  4  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Oercchtsbarkeit,  und  wor-  #  1
1.  Vormund=  bezw.  Miegschaften.  —  —  —  —  —
2.  Erbtheilungen  ..  —  —  —  —
3  Resttngente  .  —  ——1  —  —4
Nachlaßregulirungen  .  s9i2
5.  Erbbescheinigungen  I  17  .  i
6.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtobarkeit  —  80  80  80  —
E.  Standesamtliche  Sachen,  und  zwar:  1
Eingetragene  Geburten  —  6  —  —
Eheschließungen,  —  2.—  —
Sterbesälle  3—  —
F.  Konsularische  Angelegenheiten  (Verordnung  des  Reichskanzlero  vom  v
1.  Jannar  1891):  Schiffer-Musterungen  —  3  —  —
II.  Gerichtsbarkeit  des  Oberrichters  und  des  Obergerichts
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  d  zwar:
a)  Berufungen  3  3  1  2
b)  Beschwerden.  —  —  —  —  —
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen.  .  i-k....  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  I
a)  Berufungen  2  3  5  5  —
b)  Beschwerden  *  2  2  2  —
D.  Beschwerden  in  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit.  —  —  —  —  —
E.  Beriifungen  gegen  Erkenntnisse  der  Bezirksamtmänner.  1.  45  2  3

 

 

Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  von  Kamernn.
Bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  von  Kamerun  sind  für  das  laufende  Jahr  ernannt  worden:
a)  zu  Beisitzern  des  Gerichts  erster  Instanz:

Wertz,  stellvertretender  Kassenverwalter,  preußischer

Göhring,  Missionar,  38  Staatsangehöriger
Gredin,  Kaufmann,  schwedischer

und  als  deren  Stellvertreter-—



—

2.  Diedrichs,  Missionar,  württembergischer  Staatsangehöriger,

Süvern,  Vorstand  der  Baptistenmission,  amerikanischer  Staatsangehöriger,

Dr.  Schaufler,  Arzt  der  Baptistenmission,  württembergischer  Staatsangehöriger,
        <pb n="365" />
        —  323  —

Betz,  Lehrer,  württembergischer  Staatsangehöriger,
Kaack,  Kaufmann,  hamburgischer  -
b)  zu  Beisitzern  des  Gerichts  zweiter  Instanz:
Bohner,  Vorsteher  der  hiesigen  Basler  Mission,  württembergischer  Staatsangehöriger,
Vieter,  apostolischer  Präfelt,  preußischer  Staatsangehöriger,
Geyger,  Gouvernementssekretär,  -
Großberger,  Kaufmann,  bahyerischer  -
und  als  deren  Stellvertreter:
Dr.  Plehn,  Regierungsarzt,  preußischer  Staatsangehöriger,
Scholten,  Missionar,  -  -
Drees,  Gouvernementsbaumeister,  preußischer
Hies,  Kaufmann,  württembergischer

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Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  von  Togo.

Für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo  sind  im  laufenden  Jahre  zu  Beisitzern
ernannt  worden:

1.  Hauptagent  Schmidt  aus  Preußen,  zu  Lome,

2.  Hauptagent  Schneider  aus  Württemberg,  zu  Lome,

3.  Administraior  Müller  aus  Preußen,  zu  Adjido,

4.  Oberstabsarzt  Wicke  aus  Preußen,  zu  Klein-Popo;

und  zu  Stellvertretern  die  Herren:

I.  Stellvertretender  Generalpräses  der  Norddeutschen  Mission  Däuble  zu  Lomc,  aus  Würtlemberg,
2.  Kaufmann  Kentzler  zu  Klein-Popo,  aus  Preußen,
3.  Hauptagent  Diehl  zu  Lome,  aus  Preußen,
4.  Kaufmann  Witt  zu  Lome,  aus  Hamburg.

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  Togo  während  des
Geschäftsjahres  1897.  5
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  avon
.  Eglcslg  gss
*  8  S  1  S  8.S  —
Es  waren  anhängig  2  -  33  72
5  7
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  1
1.  Civilprozesse:  s
c)zwtschenWeißen.................  112  3.  —
b)  zwischen  Weißen  und  Eingeboeen  3  20  23  20  3
c)  zwischen  Eingeborren  —-  17  17  13  4
2.  Sonstge  civilrechtliche  Sachen,  wie  Arreste,  Mahnsachen,  Zwangsvollstreckungen,
  Aufgebote  rc.
a)  betressend  Weißee  —  3  3  1  2
b)  betressend  Weiße  und  Eingeboten  —  5  5  5  —
Von  den  Sachen  zu  1  a  bezw.  2  a  gehören  zur  Zuständigkeit:  1T
a)  der  Ricter  .  —  5  5  3  2
-Dd  der  Gerichte  1  1  1.  —
B.  Strafsachen  gegen  Weiße:  6  i
I.Strafbefele..............  —  1  1  1  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Vesehren  einzuleiten  war  2  —  2  2.  —
C.  Privatklagesachen  zwischen  Weißen  —  —.  —  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichisbarkeit:  »
Davon  waren  nur  Gegenstand  der  Bearbeitung:  l
1.Beglaubigungen.................  —!.«l«:51  51  —
2.  Ausstellung  von  Attesten  und  Aufnahme  von  Verhandlungen  —  5  5  5  —
3.  Auf=  und  Annahme  von  Testamenten  ......  —  11  1  1  —
4.  Nachlabregulirungen  ....  —  4  4f  4  —
E.  Civilprozeß·  und  Strafsachen  zusanimen.  ...  11  335  346  332  14
bei  welchen  nur  Eingeborene  betheiligt  waren,  wurden  im  summarischen
Verfahren  an  den  allwöchentlich  abgehaltenen  Verhandlungsterminen  «
(Palavern)etledigt.
        <pb n="366" />
        —  324  —

Ernennung  von  Beisitzern  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  zu  Otyimbingwe
(Deutsch-Südwestafrika).

Als  Beisitzer  des  Kaiserlichen  Gerichts  für  den  Westbezirk  zu  Otyimbingwe  für  das  Jahr  1898
sind  ernannt  worden:

a)  für  Otyimbingwe:
Hauber,  Ansiedler  in  Otyimbingwe,  bayerischer  Staatsangehöriger,

1
2.  Lorenz,  Schmied  -  sächsischer
Stellvertreter:

—

—

Denecke,  -  -  -  Oh
Stellvertreter:

1.  Muthmann,  Kaufmann  in  Omaruru,  preußischer  Staatsangehöriger,

c)  für  Swakopmund:
1.  Wecke,  Kaufmann  in  Swakopmund,  braunschweigischer  Staatsangehöriger,

2.  Erhardt,  -  -

preußischer
Stellvertreter:

2

##
W—

2
—2

1.  Kayser,  Kaufmann  in  Swakopmund,  preußischer  Staatsangehöriger,
2.  Dr.  Rhode,  Generalvertreter  der  Kolonialgesellschaft  in  Swakopmund,  preuß.  Staatsangeh.

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäft-  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  südwestafrikanischen
  Schutzgebietes  während  des  Geschäftsjahres  1897.

Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

Kindt,  Ansiedler  in  Otyimbingwe,  oldenburgischer  Staatsangehöriger,

Rösemann,  Bauunternehmer  in  Otyimbingwe,  preußischer
b)  für  Omaruru:

Schultz,  Kaufmann  in  Omaruru,  preußischer  Staatsangehöriger,

 

 

Es  waren  anhängig:

l

früheren
Jahren

###
—
wv

richtsjahre

dem  Bewurden


erledigt

blieben
t.
-3

unerledigt.

an  andere
Behörden
1  abgegeben

 

F.

G.

Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Gewöhnliche  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und
Entmündigungsprozeseee
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvollstreckungen,
  Mahn-,  Protest-,  Sühne=  und  Mfgebhorz  Schen  ꝛc.
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  des  RichteeKr
b)  des  Gericts
Konkurssachen.  .
Strafsachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  erlassen  ist
2.  Sachen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  eröffnet  wuirde
3.  Sohen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  noch  nicht  eröffnet  wurde
4  Sachen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  nach  Eröffnung  eingestelltwurde

5.  Sachen,  in  welchen  Ermittelungen  stattfanden
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt
a)  mit  Beisizen
b)  ohne  Beisitzer.  .........
Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:
1.  Vormund=  und  Pflegschaften  .....
2.  Nachlaßregulirungen
3
4.
5

.  Aufnahme  von  Verträgen  und  Vollmachten

Oeffentliche  Verkäufe
.  Aufnahme  letztwilliger  Terfügungen  ...........
6.SonstigeHandlungen,BeginnigungemAusstellungvonAtteftenzc.
Verhandlungen  und  Entscheidungen  auf  Grund  der  Kaiserlichen
Verordnung  vom  2.  April  1893,  betreffend  das  Aufgebot  von  Landansprüchen
  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiette  ..
Bei  Streitigkeiten  zwischen  Weißen  und  Eingeborenen  wurde  verhandelt
  bezw.  die  Vermittelung  des  Gerichts  angerufen

Auswärtige  Gerichtstage  fanden  statt:  in  Rehoboth  2.

—o———————

1111——

 

*

S———

31

 

G  Ge

Sto  eo  -

 

59
231

*⁊8

——

G  □OG  I-—#

Somt#u

 

S1  ·□  —

1—

Illln—

 

*½  11  11

111111

N
        <pb n="367" />
        325

 

 

Kaiserliches  Gericht  für  den  Südbezirk  (Keetmanshoop).

 

Aus  davon
22  s—————
Es  waren  anhängig:  "o5öm  *  B9  2*#t.  s
—  s
%  28  L  #  S
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  1  T
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  —  10  10  9  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvoll-  "
streckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  2c.  .....  2  28  30  27  3
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  des  Richters  ...........  —  —  39  —  —
b)  des  Gerichts  —  —  1  —  —
B.  Konkurssachen  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  "%
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  —  11  11  11  —
.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  3  11  14  13  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt
a)  ohne  Beisitzer  ..........  —  —  12  —  —
b)  mit  Beisitzern..  .....  —  —  2  —  —
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  2  6  8  4  4
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  .
1.  Vormundschaften  und  Pflegschaften  —  —  —  —  —
2.  Erbtheilunggen  ........  —  -  —  —  —
3.  Nachlaßregülirungen..  3  6  2  4
4.  sonsiige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Ausstellungen  von  Attesten  und  Bescheinigungen,  Aufnahme  von  Verträgen)  —  6  6  6  –
Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz.
Obergericht  in  Windhoek.  ·
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  6
1.  Berufungen  lv  ......  2  2  4  3  1
2.  Beschwerden:
a)  betreffend  Prozeß=  und  Sachleitung.  —  6  6  6  —
b)  in  Zwangsvollstreckungs=  und  Arrestsachen  2c.  —  5  5  5  –
e)  in  Kostensachen.  .........  —  3  3  3  —
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen.  —  —  —  —  —
C.  Snrrafsachen,  und  zwar:  "
1.  Verufungen.  1  5  6  5  1
2.  Beschwerden.  ...........  ..  1  3  4  4—
D.  Beschwerden  in  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarleit...  .  .  ..  —  —  —  —  —
Beschwerden  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  9.  April  1893,  .
betreffend  Aufgebot  von  Landansprüchen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  2  1  3  3

 

 

 

 

 

Nachweifung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  März  1898.

—  —
.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3775  Mk.)

 

Holzschlag.

Neben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts-  nsgesammt
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insges

—  Rp.  P.  /  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  B.  V.  2
Tanga  .  "  —  198  56

774  00  3  179  —  44  11  S  1  =  18198
angn  336  r  2  5  —  8  45%  86  283  1304  ↄ8
#mm.  2953  6020566  25—¼½  18  =  69  2
gemovn  15406  5313  84+A  40313  49
Ü#rts.  Saläm.  1620  491314  133  11)  4  31808  67
Ass  .  5641547302738252.—6694.3374512026548-27916»q7
MIs-.s....  194952397410214i—  8  36  4  —5950  26  =  819668
eein  #ua4039  5530|—/  5  411S
Zusommen  32448  33|  70675  331727  6502  57|64  —  11317  59  —15334043

44697  Mt.  Mk.1001  M.8957  Mk.1327  Mk.  .

83  P-f.  52  Pf.  4  Pf.  73  Pf.  91  Pf.  .
        <pb n="368" />
        —

326

Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-ostafrikanischen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Linfuhr.
—  1.  2.  3.
Nr.  des  5.  trei
ren  Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  -
engl.  Pfd.  Rupien  J  enal.  Pfd.  Rupien  Jengl.  Pid.  Rupien
s  I
14  Baumwolle  und  Watte  4%1¼  17091  18  111
1B  Baumwollengarn  ..  ..  .1  1262  13952496  2855  4  74
101  Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  Tücher,  appr.  u.
unappr.  jedoch  ungef.:  amerik.  Fabrikat  180  204  336  219  —  —
102  Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  Tücher,  appr.  u.  .  r
unappr.  jedoch  ungef.:  indisches  u.  europ.  Fabrikatt35  292  22  452  213  629  125  699  15  16
L  Gebl.  appr.  ungef.  baumw.  dichte  Gewebe:  amerik.
u.  europ.  Fabrikat  13335  120878  186  90  804  66355320
1  K  1  Baumw.  Tücher  ohne  Seide  von  Maskat  cc.  und  ;
europ.  Imitationen  75966388  37431  43003  —  —
1  2  Baumw.  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold-  und
Silberfäden  durchzogen,  nur  Maskat.  .  ...  79  258  1029  3297  —  —
1  K  3  Europ.  baumw.  Decken,  Teppiche,  Dochte  rc.,  dichle  s
Gewebe,  einfarbig  in  versch.  Farben,  auch  Bänder  3252  2  751  440  873  —  —
1  F1  Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbig;  auch  Bänder;  «
indisches  und  europäisches  Fabrikat  8341  113  16836  528  39666  30  43
1  „  2  Maskat-Fabrikat,  meist  braun  gefärbt  3  434  5  508  1774  2737  —  —
16  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  ganze  Stücke  und  1  »
Tücher;  indischen  und  europäischen  Ursprungs  165  035  272236161  19  473  1870  3278
1H  Undichte  baumw.  Gewebe,  gefärbt  u.  ungef.,  appr.  .
u.  unappr.,  wie  Spitzen,  Moskitonegstoffe  ꝛc.  853  1336  752  2203  21  37
1.  Fertig  genähte  Kleider  aus  baumw.  Stoffen  jeder
Art,  Bett=  und  Tischzeug,  Wäsche,  auch  Hüte,
Regenschirme,  Mützen.  (Ferner  Trikotagen  aller  rt.)50390  093  2  34428  6090  6550
2A  Zwirn,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Flache,  vanf
oder  Jute  .  9162  4988  30566  1  411  125  196
2B  Gewebe  aus  Flachs,  Hanf  und  Inte  aller  Art  4633  2  601  526  366  —  —
20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus
Flacho,  Hanf  oder  Jute  36  563  78774167  649  —  —
3  A  Nohe  Seide  (Cocong),  gesponnene  u.  gezwirnte  Seide  8  42  11  46  —  —
3B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  21  255  23  156  7  1
3  C  Halbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  15  68  26  130  1.  9
44A  Wollgarnn  1046  2  901  260  716  10  30
481  Wollene  Gewebe  aller  Art,  peisischen  und  indischen  s  «  ;
Jahrtkats  12  15  88  70  —.  —
482  Wollene  Gewebe  aller  Art,  europäischen  Fabrikats  3144  6310|4587  5785  331  320
40  Genähte  wollene  Kleider,  auch  Mützen  (Fez)  u.  Filzhüte  17034  34676  860  2592  2432  I  5320
5  A  Kokosnußfasern,  Stricke,  Matten  5  7  1  000;  500  —  —
5  Alle  sonstigen  Waaren  aus  Grad,  Bast  u.  dergl.  i
wie  Matten,  Körbe,  Bastsäcke  773  643  285  312  —
6  A  Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und  "  !
Kontobücher  26  898  15  700  16158  4677  334  28235
68  Gedruckte  u.  geschrieb.  Bücher,  Karten,  Photographien,  1
Gemalde  u.  ähnliche  Litteratur=  u.  Kunsterzeugnisse  6572  10  5383147  1  838  10  20
7A  Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  Utt  3  17  48  27  —  —
7B  Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leder  aller  Art  821  1  109  674  717  —  —
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsterwaaren
(Kissen  und  Matratzey),  letztere  ohne  Růchsicht  auf
das  dazu  verwendete  Material  4244  9893  1329  506021  1243  1807
70  1  Federn  und  Haare,  roh  —  —  —  —  —
7D2  Federn  und  Haare,  gereinigt  und  sonst  weiter  ver-  1!
arbeitet,  auch  Bürstenbinderwaaren  ...  912  1668  350  521  3  13
8  A2.  Schildpau,  verarbeitet,  auch  in  Verbindung  mit  l
anderen  Materialien  .  3  I  13  —  —  —  —
88  1  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarbeitung  ge"  I  l
eignete  Muscheln,  auch  Edelkorallen,  roh  —  —  —  —  —  —
82  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarbeitung  ge:  .
eignete  Muscheln,  auch  Edelkorallen  verarbeitet,  l  -
auchmVerbindung-netanderenMatekmlten  43  175  154  647  80  114
9A  Gold,  Silber,  —  2  I  58  —  —..  —
93  Schmucksachen  u.  sonstige  Waaren,  ganz  od.  theilweise  1  ·  I
aus  Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren  77)31  64  795  1  37
        <pb n="369" />
        Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1897.

327  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Einfuhr.
4  HH.  6.  .  S,,  9).  10.
Hesterreich-  .  1  Schweden=  Belgien,  .  .
Jngam  Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika
engl.  Pid.  Ruvien  senal.  visd.  Rupien  sengl.  vid.  Rupien  sengl.  Vid.  Rupien  engl.  Vid.  Rupien  sengl.  Vifd.  Rupien  Jengl.  Pfd.  Rupien
I  i
I  l
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
4  JJ  —  —  —  —  —  28  108—  —  —  —
l
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  298415  178943
I  i  ’
—  —  —  —  —  "  —  —  —  280  227—  —  1395  820
—  —  0  386  5414  —+  lU14
l
—  —  —  —  —  —  —  —460  501271  3973  4245  1  2
l  ;
—  —  –  —  —  —  –  –—  –  –  —  –  –
3  6
—  —  —  —  —  —  —  —  1  956  174  —  17  39
1  11  124  128.  —  —  29  422  36  300|  5100  5934  —  —
—  6  —  —  —  —  —  —  —.  —  48  55
„  —z23828222  44%%%  177  185  441
INDII
3
6920  74246  119  .  —  —  1  —  Sio  5198111L  —  3  8
1  7  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—-—————-———!——J——-—«
—  —  1  10  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  7R  □57*75  —  —  1  3
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
25  79  22  67  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  i  !  —  —
13  85  8  —  —  —  —  40  12  2  12  15  66
5857  10970  1  2  —  —  —  —  42  94  18  112  6  12
-  —  122  11  —  —  —  —
—  —  585  2000—  —  —  —  —  —  —  18  10
i  .  i
355  5817  157  78  —  —  —  —2330  12120  12  —  —
|
—  —  —  —  —  —  80  661/  —  —  —
—  —  —  5  33  —  —  —  —
1  6  335——  ——  —  669  14781  —  —  —  —
—  —  —  —  *  —
8H  4  155
—  —  —  —  —  —  —.  —  –  —  :3  107  4  12
1
        <pb n="370" />
        —  328

Statiftik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-oftafrikanischen
a.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

—  ———  —  11.  12.  13.
Nr.  des  andi  ien,  Persien  China
Waaren=  Waarengattung  Indien  Arabien,  Persi  h
Verzeich-  «
nisses  engl.  Pid.  Muvien  el.  Pid.]  Kupien  enal.  Pjd.  Nupien
1  i
14  Baumwolle  und  Watte  24232  2  82  —.  —  —  —
1B  Baumwollengen  20881  12  877—  —  —  —
101  Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  Tücher,  appr.  u.  *i  «
unappr.jcdochumcf.:amerik.Fabrikat.  .  1245  766  —  —  —
«  Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  Tücher,  appr.  u.
102  unappr.  jedoch  ungef.-  indisches  u.  europ.  Fabrikat  2224  798  1  197  758  162  140  —  —
1D  Gebl.  appr.  ungef.  baumw.  dichte  Gewebe:  amerik.  *  1—
u.  europ.  Fabrikat  é  ...."  .k.t  ..  d  3405·3343-  —  —  —
Baumw.  Tücher  ohne  Seide  von  Maskat  rc.  un  4  .
1B1  europ.  Imttationen  .......  d.  74  614  101  066  20  458  53  857  15  71
E2  Baumw.  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  un  .  „
n  Siloerfeden  durchzogen,  nur  Maskat.  .  .  .  ..  755  16731  10031  39973  —  —
1  K  3  Europ.  baumw.  Decken,  Teppiche,  Dochte  2c.,  dichte  «
Gewebe,  einfarbig  in  versch.  Farben,  auch  Bänder  349  180  10  14  —  —
1  Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bänder;  «  ·
iädisches  und  europäisches  Fabrikat  715589  562  3700  118  209  —  —
1  F2  Maskat-Fabrikat,  meist  braun  gefärbt  .  .  .  ..  103  112  789  1448  —  —
16  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  ganze  Stücke  und  15
Tücher:  indischen  und  europäischen  Ursprungs  6  801  10  112  41  80  5
1  H  Undichte  baumw.  Gewebe,  gefärbt  u.  ungef.,  appr.  1  U
u.  unappr.,  wie  Spitzen,  Moskitonetzstosse  2c.  679  9861  —  —  —  —
L  Fertig  genähte  eide  ae  baumn,  Fia  seber  l
Art.  Bett=  un  ischjeug,  Wäsche,  auch  Hute,  »  .  ·«.
Regenschirme,  Mützen.  (Ferner  Trikotagen  aller  Art.)  75009  66515  553  1  664  4389  3428
2  A  Zwirn,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Flachs,  Hanf
oder  Jut....  ....  ...  13  794  5300  S.  —  —.  —
2B  Gewebe  aus  Flachs,  Hanf  und  Jute  aller  Art  725  67—  —  —  —
20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus
Flachs,  Hanf  oder  Jute  1447875  14601  4  19  —  2
34  Nohe  Seide  (Cocons),  gesponnene  u.  gezwirnte  Seide  57  484  28  2501  257  27  36
3  B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  384  4049  20  188  419  53.0
30  Halbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  215  1066  8  52  45  2
44  WollaaarrrnnnNNKK  33  98  4  12  —  —
48  1  Wollene  Gewebe  aller  Art,  persischen  und  indischen  l
Fabrikltss  1350  1  610½0  19  —  —
4B2  Wollene  Gewebe  aller  Art,  europäischen  Fabrikats  —  —  —  —  —  —
40  Genähte  wollene  Kleider,  auch  Mützen  (Fez)  u.  Filzhüte  594  1185  799  1  859  —  –  10
5A  Kokosnußfasern,  Stricke,  Matten  ..  11270  11666—  —  10
5  B  Alle  sonstigen  Waaren  aus  Gras,  Vast  u.  dergl.  I  772
wie  Matten,  Körbe,  Bastsäcke  ......  238  195  44  98  2319  1#
6  A  Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels=  und  1  13
Kontobücher...  10703  2077  —  11
6B  Gedruckte  u.  geschrieb.  Bücher,  Karten,  Photographien,  "  #
Gemalde  u.  ähnliche  Litteratur=  u.  Kunsterzeugnisse  3  336  1244  107  102  —  —
74  Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  A0üt  —  —  —  —  —  —
7B  Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leder  aller  Art  1545  1492  —  —  —  —
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsierwaaren
(Kissen  und  Matratzen),  letztere  ohne  Rücksicht  auf  6
das  dazu  verwendete  Material  .....  6  2744  76069  26  55  —  —
701  Federn  und  Haare,  roh  ........  4  2.—  —  —  *
702  Federn  und  Haare,  gereinigt  und  sonst  weiter  ver-  I
arbeitet,  auch  Bürstenbinderwaaren  ....  35  351  —  —  —  —
842  Schildpatt,  verarbeitet,  auch  in  Verbindung  mit  I
anderen  Materialien  ........  1  3—  —  —  —
881  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarbeitung  geeignete
  Muscheln,  auch  Edelkorallen,  roh  —  —  —  —  —  —
8B2  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarbeitung  geeignete
  Muscheln,  auch  Edelkorallen  verarbeilet,  I
auch  in  Verbindung  mit  anderen  Materialien.  5  181  —  —  —  7
94  Gold,  Silber,  roh  ..........  —l--  —  —-  —  —
9B  Schmucksachen  u.  sonstige  Waaren,  ganz  od.  theilweise
aus  Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren  5#  1  640  3  64  —  —
        <pb n="371" />
        —  329

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1897.
a.  CEinfuhr.

 

 

—  —  —  .  —

–  –

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  17.  18.  19  20.
Mauritius,  Uebriges  „SGesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  Seych.  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Einfuhr
s  Gewicht
—  epien  i  Nupien  8  Rupien  r*  Rupien  vsn  Nupien  Var  Rupien  V##  Nuien  engl.  Rupien
I
E
—  —O  —  111  210——  —  29232  4595
—y  1  —  S  —  —  ———  2675  17229
"
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  800  176  180  132
—  —5  29  —4N—%  „„„  36c  477  661  1348194
1.  1!
½  §###A#"§§##.24  114553  115  123
UI
WD  62  11112  1829  340  874
I  s
-—-.-.—--;..--—  5·24——11899145225
«
—  —  ——  —  —  —  —  —  —  66  44  —  —  6090  5635
.  -  :  !  1
—  ————  —29  423  36  85|872  588  7538  327
—  —  u  |J  6150  99005
—  ——  20  52  1189  1545|11  345.  531  455
—  —1  31  —  —SHFH
i  ·
.
4749  T  18  705  2403965JM  —  2092.  6955  613  692|191  893  234219
—  —T.  -MBi  UL  BDS  11992
—  —  —H  —  1  5884  3034
—  Se  94112½%é%  1  21
–  52  ——  —  —  —  —  —  —  140  81l  —  —  502  3  578
25  30020.  29  B—  |1UI  -HH  2  55  922  10  726
6  16  6  341—  —  —  —  —  —  —  —.  —  322  1  655
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  400  3  903
Ü  «  I  .
--  —  —  7  —  —+  3878
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  8140  12  750
—  —  782  3950—  —  —  —  —  —  3  22  5227950  60  853
—  —  552365250|18  221  1272  6  70  3  5S50]  15535  14448
(  I  «  :
—  —  10551394  78  1  3  —460  1607  —  30  497  4973
—  —  100  G&amp;amp;G&amp;amp;&amp;amp;&amp;amp;ä&amp;amp;ä  —  ——  16  66  123  29  966
—  63  51  —  —  —  3  43  21332  13867
—  g  —  —  —  —  —  42  10|  —  101  173
—  82·  6  —  —  24  69—  —  3077.  3422
|  1
s  .  !  :
HEILEIIIEIIEIIIIIIIIIEIEIIEII  234,
—  —  ––  —  —  —  —  —  —  —  —
«  i  I  4
W  6  —  ——  —  —  15  75—  —  1315  2212
—.ämURR1FR  -„„2  3
#  -  4A  16
—  2  80  *  1  —  ——  —  —  438  11744  —  —  70743  1646
I  .
—  2—  —1—  —  7  11  Yçhh=  —  2  205
–  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  6
—  —168  60577  —  —  —  —  —  —  —  —1—  590  16  443
        <pb n="372" />
        330

—

a.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

——  1.  2.  3.
Nr.  des  *|5  rs  *  ·
—3  Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  «
engl.va.  Rupien  Jengl.  Pfd.  Nupien  Jengl.  vid.  Rupien
10  A  l  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand,  Stutz-,  Schiffs-  —„
und  Weckeruhren  ........  5129  10595  1  682  3  066  —  —
10  A1  2  Chirurgische,  astronomische,  optische  u.  dergl.  In-  .
strumente  5016  12  794  46  417  402  3013
10  B  1  Landwirthschaftliche  und  gewerbliche  Maschinen  und
Maschinentheile  26  752  21.060  3  00!  2979  2  4
10  B2  Eisenbahn-,  Tramway-=  und  sonstige  Wagen,  sowie  249“)  6  666  501  129  —  —
Zubehör.  Stück  71/%  Stuck  4
10  B3  See=  und  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Zubehör;  (  «
auch  diese  allein,  wie  Masten,  Nuder  2c.  Stück  18  2031Sück  3  11234  —  —
11  A  Eisen  u.  Stahl  in  Blöcken,  Schienen,  Stangen  u.  Kohrer  283  037  25  95836  3311  3285  —  —
11B1  Eisendraht  8779.  812  698.  179  —  —
11B2  Galvanisirter  Stacheldraht  1  408  335  3  503  40  —.  —
11B3  Eisenblech  und  Eisenblechwaaren  16  906  1  780  6  782.  770  —  —
11B4  Galvanisirtes  Wellblech  326  588  4578793196  9200  5  3
1101  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  s
Pfannen  2c.  145156  50  666  4  11  4  6  765)  3462
11  C2  Eiserne  Handwerks-u.  landwirthschaftl  Geräthe  alleArt  3838  968  82  8e14½427  30  13  09  1030  7
11  D  Wassen  aller  Art  aus  Eisen  und  Stahl,  Schuß-,
Stoß=  und  Hiebwassen  13  708  24262  977|  2206  —.  —
12  A  Rohkupfer  und  Nohmessing,  Kupfer  und  Nessing  in  I  l
Blöcken,  Stangen  und  Platten.  39  22  455  252  350  #  194
12  B  1  Kupfer=  und  Messingdraht,  sowie  kupferne  und  I
messingne  Schrauben.  .  J14576  41  892  1549  1798  55:  3  360
12  0  Kupfer=  und  Messinggeräthe  aller  ARrt.  8910  12379  1295  1  2756  4  #  72
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  roh  in  Blöcken,  Platten,  Stangen  r
und  Röhren,  Bleikugeln  und  Bileischrote  27848  5438  6  371  2060  —i  —
13  B  Geräthe,  Geschirre  u.  Gesaße  aus  m,  Iink!  u.  viei  22  120,  10  995  5272  2741  —.  —
14  A  Kalk,  Kreide,  Gips  2306  2)#)  2045  171  —  —
14  42  Cement  1095177  31  967  8  481  279  —  —
14  18  au-.,  Ziegel-,  Backsteine,  Mühlsteine,  Schteisseeie,  ·  ·
Granit  (Grabsteine)  174  248,  15  000  450  152  48  20
1482  Schiefer,  Schieferplatten,  Feuersteine  3264  #  424  176  30
14  B  3  Marmor,  roh  und  bearbeitet  1  252  331  —  —  —
14  C  Erze  aller  Art  2  3  —  —  .
140  Soda,  Natron,  Alaun,  .  Shwee,  bosphor.  I
Arsemk  ..  .  .  ...50529-567724507  2913  341.  72
141  Steinkohlen  54275  748  155  20  —  —
15  A  Mineralöl  (Petroleum)  ..  —  —  —  —  —
15  B  Erdharze  (Erdwachs,  Pech,  Theer)  6  171  734  3756  351  —  —
15  C  Farben  aller  Art,  trockene  und  mit  Wasser  und  Oel  i
angesetzt,  auch  Tmnten,  Terpentin,  Leinol  2c.  155  884  41  0628336|  2527  115  68
15  Seifen  aller  Äü.lt  312  334  46  848  38F455990  801  395
15  Thierische  Feite,  nicht  zum  Speisegebrauch  dienend,
wie  Wachs,  Lalg,  Leim,  Lchtt  2  3922.2%  68445100  23
15  FlI  Räucherharz,  Benzoin,  Katechn  terra  ĩaponieni  44  7  452  37  —  —
15  F2  Gummi  arabicum.  ...  7  10  8  9  —  i  —
15FRaHRHKautschuk,  roh.  2  9  —  —  —  —
15  F30  Waaren  aus  Kautschuk  198  861  180.  7971—  —
15F4b  Waaren  aus  Kopal  7  17  —  —  —  —
16  A  Schießpulver,  Feuerwerkokörper,  Patronen  5449  7050  189  229  10  8
16  B  Zundhutchen.  8  28  —  —  —  —
16  C  Sonstige  Sprengstoffe  (Iamit,  Nitroglycerin,  "
Schiebbaumwolle:  auch  Streichhölzer)  .  6951  2381  6  15  38  13
1741  Spiegel=  und  Fensterglas,  fertige  Spiegel.  9929  2127  1  868.  488  —  —
17  42  Glaswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Flaschen  2c.).  31  854  15060  0  6490  378  274
17  B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art  21  308  76492014  801  —  —
17  C  1  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,  "  #
Z  auch  grune  u.  schwarze,  japanische  u.  chinesische  150  39  –  —  —  —
17  C2  Perlen,  böhmische,  italienische  rc.  in  Kisten  u.  Fassern  533  14070  146  201  56  55
171)  Thon=  u.  Töpferwaaren,  terra  cotta  u.  Steingnt4212  5965  209  145  —  —
r18A  Clefantenzahne,  roh  und  unbearbeitet  —  –—  —  —  —  —
15  2  Waaren  aus  Zähnen  von  Elefanten,  Flußpferden  ꝛc.  —  —  1  3  —  —

 

Wild-,  Rhinozeros-  und  alle  e  sonstigen  vorner,  unverarbeitet.
  .  .
        <pb n="373" />
        331

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Einfuhr.
4  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich-  :  Schweden=  Belgien,  .  .
Ungarn  Italien  Rußland  ren  Holaand  Schweiz  Amerika
engl.  psd.  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  engl.  Pfd.]  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  engl.  Pfsd.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien
6  —  2  1010  —  88  1911—  —  6  83  188  43
10  2011—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  110  104
—  —  *  *  —  —  —  —  —  —  —  617  430
Stück  1  10—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
§§§G8oC#&amp;amp;--§##.C#.0  —
—  —  —  —  —  —39  1  1160  5070,  65ö08  —  —  —
—  —  —  —  —  —  1  2  1  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  2004  29—  —  —  —-—
  —  –  —  –  —  —  —  –  –—  —  —
208  3027  1.  11  —  375.  133/538,  2218  60  89  158
685  556  511  11—  —  1049  129  9571.  2513—  —  127  243
—  —  —  —  —  —  —  310  206—  —  1  20
——  s  54  100  H—  —
—  —  —  —  —  701  715765  8  47H  —  —
13  333  ——  —  —  61  11371—  —  6  15
l
—»—  -·.-  —  —  —  —  2516  603  —  —  2767  1573
nut  1u111—  —  —  —  —  2291434  —  4  64642
—  3—  —  —  —  —  —  —  28  44Z  —  —  —
150  4  —  —  —  —  —  49365  166831  —  —  —  —
—  —  is  381  —  —  1600  41—  —  —
—  —  —  —  —  —  –  *—  —  —  —  —
—  *  40  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
«  —z«—  —  —  —  —  —  —
138  1811  —  —  —  —  —  —  436  3
—  5  /540|0111  1a8  6
u  5—  —  5606509  964  —  301  59
523  418  362  157  —  —  —  —  5  1  —  —  155  616  26  111
———  3  3188  659992  11  —
—  —  –—  —  —  —  –—  —  —  –—  —  –  —  —
—  —  —  —  —  l  —  **  —  —  '  —  —  —  —  —
———  22
:—-——————i-———-——
—-——-—  30  —  —
4  „—1456214%  D  —
2968  33  310105.  4  —  —  —  4741  754—  —  —  —
1  1661  570  307  —  —  —2787  624460  13  —  —
2441  770  196  —  —  —  5506  14940  24  —  —
2  3  10  39  —  —  —  —  ——  —  —  —  —
3531  *  134  522  49  360  —  —  —  —  770  308—  —  —  —
–  282  50  7271—  —  —  —  10  419  30566—  —  —  —
        <pb n="374" />
        332

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Einfuhr.
11.  12.  13.
Nr.  des
Waaren-  Indien  Arabien,  Persien  China
Verzeich  Waarengattung
nisses  enal.  Vid.  Rupien  enal.  Psd.  Rupien  Jenal.  Pit.  Rupien
·  l
10  A  1  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stut-  Schiffsund
  Weckeruhren  23  28  —  —  —  —
10  A2  Chirurgische,  astronomische,  optische#  u.  dergl.  Instrumente
  1  99  .  —  —  —
10  B1  Landwirthschaftliche  und  gewerbliche  Naschinen  und
Maschinentheile  274  68  —  —  —
10  B2  Eisenbahn-,  Tramway-=  und  sonstige  Wagen,  sowie  500  915  —  —  —
ubehör  .Stück  3
10  B3  See=  und  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Zubehör;
auch  diese  allein,  wie  Masten,  Ruder  2c.  Stück  5  13—  —  —  —
11  A  Eisen  u.  Stahl  in  Blöcken,  Schienen,  Stangen!  u.  Köhten  19966  1490  —  —  —  —
11  B  1  Eisendraht  .  8913  7991  —  —  —  —
11B2  Galvanisirter  Siacheldraht  ..  —  —  —  –  –  —
11  B3  Eisenblech  und  Eisenblechwaaren.  710  1266  —  —  —  —
1184  Galvanisirtes  Wellblech  ..  600  50  —  —i  —
11  C1  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  I
Pfannen2c..  17885  3866—I—  —
1102  Eiserne  Handwerks-u.  landwirthschaftl.  Geräthealler  Art  23  082  4327  4.—  9  —
11D  Waffen  aller  Art  aus  Eisen  und  Stahl,  Schuß-,  —
Stoß=  und  Hiebwassen  79  99  2.  10  —
124  Rohkupfer  und  Rohmessing,  Kupfer  und  Messing  in
Blöcken,  Stangen  und  Platter  —  —  —  —  —  —
12  B1  Kupfer-  und  Messingdraht,  sowie  tüpferne  und
messingne  Schraubeen  .  ...  539  3  —  —i  —
12  C  Kupfer=  und  Messingeräthe  aller  A.-it  2766  217  —  —  —  —
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  roh  in  Blöcken,  Platten,  Stangen  .
und  Röhren,  Bleitugen  und  Bleisch  rote  1  186  8999—  —  228  171
138  Geräthe,  Geschirre  u.  Gesäße  aus  n  Zinku  u.  Blei  8010  3234—  —  1  10
1441  Kalk,  Kreide,  Gips.  2151  95  —  —  —  —
14A2  Cement  —  —  —  —  —
14B1  Bau-,  Ziegel-,  Backsteine,  Mühlsteine,  Schteisteine
Grantt  (Grabsteine)  .  39  454  320  —  —  —  —
14B2  Schiefer,  Schieferplatten,  Rerstene  64  14  —  —  —
14B3  Marmor,  roh  und  bearbeitet  ....  I—  —  —  -t-140
  Erze  aller  Art  ..  ..  ....  128  291  —  —  —  —
14  D  Soda,  Natron,  Alaun,  Sois  Sqhwefel  Phosphor,
Arsenik.  ..  18051317  20  722|237  036  18321—  —
14  E  Steinkohlen  *2#  —  —  —  —  ·  —  —
15..  W—  ..  .,  —  —  280  11—  —
15  rdharze  (Erdwachs,  Pech,  Theer)  .  1875.  1521  —  —  —  —
150  Farben  aller  Art,  trockene  und  2  Wasser  und  Dei  55.  5
angesetzt,  auch  Tinten,  Terpentin,  Leinöl  2c.  3887  932  35  5.—  –
15  D  Seifen  aller  A  6695  6731  —  —  —  —
16  B  Thierische  Feit  nicht  zum  Speisegebrauch  dienend,
wie  Wachs,  Talg,  Leim,  Lichte.  .  1670  3M02  13125  590  —  —
15  Fll  Näucherharz,  Benzoin,  *m25  erna  iaponies  20  928  4378j  3208  486  17  4
15  F2  Gummi  arabicum.  545  116  716  181—  —
15  P3a  Kautschuk,  roh  ..  —  —  —  —  —  —
15  F3hWaaren  aus  Kautschuk  1  2  —  —  —  —
15  FbWaaren  aus  Kopal  138  13—  —  20  8
164  ½  Feuerwerkskörper,  palronen  30  22  —  —  29  11
16  B  dhütchen  —1  —  —  —  —  —
16  C  Zanyhüth  Sprengstoffe  (Dynamit,  Ritrogsherrin,
Schießbaumwolle;  auch  Streichhölzer)  .  .  6  4  —  —  13
17  41  Spiegel=  und  Fensterglas,  fertige  Spiegel.  6675  2620  —.  —  –
17  A2  5laswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Flaschen  rc.).  503.  469  8  15  443,  190
17  -B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  A.it  891  2991  —  —  31  891  9441
170  1  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,
.  auch  grüne  und  schwarze,  japanische  u.  chinesische  2703.  1125  160  116  u  121  20  408
1702  Perlen,  böhmische,  italienische  rc.  in  Kisten  u.  Fässern  —i  —  —  —
17  D  Thon=  u.  Töpferwaaren,  terra  cotta  u.  Steingut  188  498,  6266  4461  212  -*  25“8
83  gesnteneahns  doh  und  unbearbeitet  —.  —  —
garen  aus  Zähnen  von  Elefanten,  Flußpferden  2c.  «  28—.—  —  —
18  E  1  Wild-,  zcchinozeros=  un  und  alle  t  un-  6  #
verarbe  .  —  —  —  —  —  —
        <pb n="375" />
        333

 

 

 

 

 

A.  Einfuhr.
14.  5.  16.  17.  18.  19.  20  Gesanme  —
itius,  Uebri  esammtsumme
Japan  SansiboarMadagaskar  N  Kapland  Fsiihes  Andere  Ländero#o  Einfuhr
"„  1  Gewicht!
KRupien  Igt  Rupien  9  Rupien  r*-l  Rupien  lr  NRupien  #-  Rupien  W#|  Rupien  engl.  F  Rupien
1  3
—  —  ———  —  7038  14392
1  -
—  ——15—  —  —  —  —  —  5  645  16  658
I  ;  ,
—3—————  -Z——-—-——  —«-30646-24541
-—Siück34250—————«—  60  6  —  —  0  4  9096
1  I  .  Ste  se
—2  W  *  2  25  —  —  S  18  22
—  ———-—183  172
—  ——————  —  —  —  —  —  ——  —  69151  1004
—  —  430  63—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  24828  2739
——1  B-MTT  6ẽ
—.  —  5510  10—  4  86  —  207765  76166
7072  1#  —  —  —  —  —  —1  —  —  148  5—  —  1454975  107092
—  —  8  881  —  —  —  2  3  —  von  26957
1
—  —  —  —  —  ——  —  —  ——  ——  —  103  572
.  l
—  —  1  129  —  ——  ——  -  T  52  928
l  .
—  —  vo  821  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  is  168  17779
i  «
—  —  ————ie..  18  1110982,  10792
—  —  33263  45699  —  —11  I  —  40.17-—113005225646
--12  964i  2821  —  —  —  —  —  —  1250  291  —  —  20  744  820
—  —  –  —  —  —  —  —  —  —  —  —  115460  33  844
—  6  —  oe  381111  65  6  —  217  566  ###1
————n  7  122  371
—  ——-—1E  —.  —  130  32
T  4  .  U!  1
—  —  24#  394.  —  —1  —  —  —  718287  5064  —  26278  53364
—  —  5  —  —  —  —  —  —  167200.  20821  —  —.121  684  2852
2  —  ——  —  —  —  -  .  565077,  149045
—  —  32  —  —  —  —  —  —  —  —  —  12282  1269
—  —380  1291  ——  46  1466  —  17807'  4  2
5144  EEEEEIIEEE  519354  81  286
3  34
11%  ä
—  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —  —
*  ————————  za  164
—  11.—  —  —Un  —  —  256.  336
—s  5733  7355
.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  i
——-...--  Co  24  13170
—  —  «  --.....—2370516.
4  1  15  40  —  T  1011—  —61148  25629
..QQEI]  5—  3833  J  —  iĩ  6,  22354
478  2799  ll  6565ils54  24514
–  —  is=  2  —  65  65  —277973  87174
2382  562781/19%NTI  f  1  L  S  213  —  *)m
2  1T  4  —  –%  44  —  10.  81
—  4  1W—  —  —  2  —
——  —  öAGA+AAAA„—0  ems,  101  —  —  39188  103
        <pb n="376" />
        334

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Einfuhr.
1.  2.  3.
Nr.  des  .
Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nifses
engl.  Pfld  Rupien  Jengl.  Pfd.  Rupien  Jengl.  Pfod.  Rupien
l
1832Stöcke,KnopseKctmmeuandWaarenausHörnern  157  268  70  169  3  18
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen.  7026  457  13  28  —  —
18  G1a  Bauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  hergerichtet:
europäischen  Ursprungs  Stck.18517  29  770|St.  2214  4621  Stück  20  6
18  Glbl  Bauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  hergerichet.
indischen  Ursprunss  —  —  —  —  —  —
18  Gue  Bauhölzer,  roh  u.  behauen  ober  sonst  hergerichtet:  l
einheimische  (Boritis  2c.  auch  Feuerholz)  —  —  —  —  —  —
18  62  echorhe  (Ebenhol,  Grenadille  u.  *  #
ölzer)  –  —  —  —  —  —
18  63a  Zimmermanns-  u.  Zorbjlehter-  ꝛc.  Arbeiten:  euros  ·
pdischen  Ursprungs  43520  28827|12407  2540  619  335
18  630b0F  Zimmermanns=  u.  *)  zc.  Arbeiten:  indischen  »
Ursprungs  —  —  25  13  —  —
18  6338  ;mmermanns-  u.  orbslechter-  2c.  Arbeiten:  ein-  '
heimische  —  —  —  —  —  —
19  A  Gemüse  u.  Obst,  eingemacht  u.  getrocnet.  srijch  112  602  38  360  13  665  60812V56  19597
19B  1a  Reis  mit  Schalen  —  —  —  —-ISBleetsohneSchalen
  —  —  309  40  —  —
19  B2  Mais  und  Dari  —  —  —  —  —  —
198B3  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Mawele  —  —  —  —  —  —
19  B4  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  546  1855  193  *——  —
1901  Mehl  aller  Art.  69  630  I  11037686311645  428  55
19  C2  Backwaaren  ***’  Jwiebock  #  Bianũis,
Kuchen)  16  344  83611  10384  713997957  2699
190  1  Chiroko  –  —  —  —.  —
1952  Vohnen  und  Erbsen  3  633  55220  173  731  131
1903  Nicht  besonders  genannte  bulfenfruchte  170  24—  —  100  13
19  E  1  Erdnüsse,  Pistazien  ..  320  16  —  —  —  —
19E2  Kokosnusse  —  —  —  —  —  —
19  E3  Kopra  —  —  —  —  —  —
19E4%  Sesam.  ...  —  —  —  —  —.  —
19E5  Kokosnuß-  und  Sesamöl  65  6  35  16  —  s—
19  F  Zuckerrohr  u.  Fabrikate  daraus,  a  Zuder  ShemRelass  173  411  22  562  13739  265777  14
1961  feffer  aller  Art  349  30647  202  3  3
1962  Nelken  und  Nelkenstengel  —  —  —  —  —  —
1963  AlMl  sonstigen  Gewürze  1737  12081  1007  7351200  154
1964afsee,  Thee,  Kakao  und  Schokolade  6674  808  946  1657  186  146
1965  oabak,  Cigarren  und  Cigaretten  26  250  42  8963  848  5535  9  4
1966  Mohn,  Opium,  Hanf,  Haschisch,  Betelnüsse  und  blätter  2  31  —  —  —  —
19  H1  Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,
Fett  57  774%  2211
3  n  2  Schinken,  Speck,  Wurst,  Fleisc.  Geflügel  (nicht  lebend)  78  971  417113184102  402  320
Honig  —  —  6  —  —
197J1  Nicht  moussirende  Weine  in  dassern  und  diaschen.
auch  Cider  214  522  747797736  1577  16077
19J2  Schaumweine  15  691  123858085  4877|5  8343
19J3  Essig  5081  2216  2165,  599  160  37
19J4  Malzgebraute  Getränke  (Vier)  in  Fässern  und  Flaschen  579  138  101  1855  5769  18262256  489
1935  Spirituosen  mit  u.  ohne  Zucker  in  Flaschenn  u.  Fassern  91  101  43434  505  21450  426%  03
19J6  Mineral=  und  Sodawasser  .  ..  48  074  6  4301653  816  100  3
19  K  Droguen,  Arzneien.  Parfumerien  13227  134191  2464  2708  618  1248
19  L  1  Orseille  .  —  -  —  —  —  —
19  L2  J  Indigo  ..  .  32018  7962  2441  650  —  —
19L  3  Alle  sonstigen  noch  nicht  genannten  Farbstofse  .  192  57  12  1  —  —
19M  Sämereien,  Pflanzlingen  und  Seblinge  .  ..  3447  1  658  100  213  392  260
20  A  Nundvieh“  .  .  —  —  —  —  —  —
20  B  —  —  —  —  —  —
20  C  Eiel,  MNaulthiere,  Naulefel  —  —  —  —  —  —
2n  Lmell-  d  —  —  —  —  —
afe  und  Ziegen  —  —  —  —  —  —
20  F  Schweine  3  s  —  —  —  —  —  —
20  G  Vögel  und  Geslügel,  Papageien  Stuck  23  64  —  —  —  —
20  H  Sonstiges  Gethier  Stück  4  3—  —  —  —
21  Nicht  Fsonder  s  lenamne  und  vorsiehend  niht  unterzubringende
  Waaren  56002  9935  641  #  862  67  45
Gesammteinfuhr  1  66  S  5f1l  104670
        <pb n="377" />
        —  335  —

a.  Einfuhr.

4  5.  6.  7.  ·  8.  9.  10.

Desterreich-  ».  Schweden-  Belgien,  «
ngarn  Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika

 

 

 

 

engl.  pfd.  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  sengl.  #Pfo.  Rupien  engl.  W  Rupien  J  engl.  Pfod.  Rupien

I  I
1a  18  79  63  —  —  —  —  110  —  —
5  6

Stck  99  160|—  —  —  —  Et.  3220  1044%t.  22  21- 



 

 

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..  ——  —  —
1001  5506  795—  —  —  62600  653  3—  —  —

8  655  200  BS..H  —  —1—  1430  697
EEIEII  —  —  —
225  29  —  —  —  —  —  —  —  —  —
–  ——  —  —  —  —  —  —  —  —
9026  1130  —  —  —  —  78544  1068
—  —  .—  ¾ßn  .  —  —  —  4  "„  —  —  „  16  11
—  —  66  51nL  2600  s51  —  —  —
—  14  25  44  884  1  44  —  —
120  10"  8  —..3  "824  30  626  39184
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4326.117277876414——  —  —  —  —
1  10  —.—  —  —  —  30200  39—  —  —
94  267J  2268  4161  —  —  —  13856  401—  —  —
56  111  10638  3521  —  —  —  30  308.  603414  72  106  317
—  —  —  —  —  —  —  ——1  —  —  —  —
2  61  1099  5521  —  —  —  —  —  —  —  347  214
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  784  210
229  6  —  —  4604  1080  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  33.  100  —  —  —
—  3  12  —  —  —  30  30  —  —  —
—  *  *  —  —  0  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
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—-..s::::  ::::..-—
  —  —  –  –  –  —  —  —  —  —  —  —
10  is  —  —  —  —
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5  ——  988?“6  16/A˙  3657  r
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        336

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesammirs#br  l

 

 

 

a.  Einfuhr.
5  ·  ·  11.  12.  13
Nr.  des  »  »  «
Waaren-  Waarengattung  Indien  Arabien,  Persien  China
Verzeichnisses
  «  ..  .
kllglind.IRm-ieuengl.Pfd.Rupteueugl.PId.  Rupien
18  Er  2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  u.  and.  Waaren  aus  Hörnern  14  39  —  —  —
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen.  3  3  —  —  —
18  G  1  Bauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  hergerichtet:
europäischen  Ursprunss  —  —  —  —
18  Glb|  Bauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  hergerichtet:  St.  1641  20673  —  —  —  –
indischen  Ursprungs  .  7712
1861cBauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  hergerichtet:
einheimische  (Boritis  2c.  auch  Feuerholz)  —  —  —  —  —  —
1862  Edelhölzer  (Ebenhol),  Grenadille  u.  wehlriechene  -
Hölzer)  1529  580  77  999—  —
18  63a  Zimmermanns-=  u.  Korsicchte-  .  Arbeiten:  euro-  .
päischen  Ursprungs  18  20  —.  6  —  —
1863b  Zimmermanns-m  u.  Korfechter  ꝛc.  Arbeiten:  indischen
Ursprungs  73985  20834  —  —
186  3eFZimmermanns=  u.  Korbflechter-  2c.  Arbeiten:  ein
heimische  1  2  —  —  —  —
19  A  Gemüse  u.  Obst,  eingemachi  u.  getrocnet  srijch  326082  24782  195270  11865  71  48
19B  1a  Reis  mit  Schalen  793  30  s  —  —
19  B  1b|  Reis  ohne  Schalen  6562240  465464  —  —.  —
19B2  Mais  und  Dari  7874  219  —  —  —  —
19B3  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Mawele  71680,  5299  —  —  —  —
19  B4  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  114982  9703  —  —  —  —
19  C  1  Mehl  aller  Art.  726928  42534  —i  —4  —  —
1902  Backwaaren  *i  gwiebaẽ,  Brot.  Bisbuits  s
Kuchen)  9131  1696  421  145  278  89
190  1  Chiroko  .  7289  556  —  —  —
19  D2  Bohnen  und  Erbsen  .  18425  1378  —  —  —  —
190  3  Nicht  besonders  genannte  bülsenfruche.  56279,  4397  —  —  —  —
i###mshrnasse,  Pifabien  51416.  523752  1  199—  —
19  2  Kokosnüsse  72  30  —  —  —
19Ek  3Kopra  —  —  —  —  —  —
19  R4  Sesam  .  ..  —k——  —  —  —  —
19  R5  Kokosnuß-  und  Sesamöl  .  6448  1385  —.  1  —  —  —
19  F.  Zuckerrohr  u.  Cabrikatedaraus,  T  Svru-,  T  80354  11390  72  34  1084  179
19861  Pfeffer  aller  Art  ..  36457,  8323  —  —  —  —
1962  Nelken  und  Nelkenstengel  92  23  53  666  JT  —
1963  Alle  sonstigen  Gewürze  134417  30741  69.  141  7  5
1964  Kaffee,  Thee,  Kakao  und  Schokolade  14822  10839  17665  116361  1675  1445
1965  TTabak,  Cigarren  und  Cigaretten  1498  1431  1539.  120  —  —
1966  Mohn,  Opium,  Hans,  Haschisch,  Betelnusse  und  blätter  6720  3490  509.  311  J  —
19  I1  fVuutter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,  i
Fett.  128402  67911  2149  66  +
19  2  5chinken,  Speck,  Wurst,  Fleisch,  Geslugel  (nicht  lebend)  28463,  2541  1374191  101813  —  411.
19  3  Honi  .  —I—  30  —
19  1  Nicht  moussirende  Weine  in  dahern  und  diascen.
auch  Cider  —  —0  8101  13611  1  —
19.2  Schaumweine  —  —  —  —  n  —
197J3  Essig  50  18  —  —  —  5—
i5  Malzgebraute  Getränke  (Vier)  in  Fässern  und  Flaschen  —  —  —  —  —
19J5  Spirituosen  mit  u.  ohne  Zucker  in  Flaschen!.  *  ern  —  4  —  —  —  —
19J6  Mineral=  und  Sodawasser  192  21  —  —  —.  —9.
19  K  Droguen,  Arzneien,  Verfümerien  238800  8101  11527  4043  125  33
15L1  Orseille  ....  168  92  —  —  —  —
19  L2  Indigo.  147  40  —.  —  —  —
191.3  Are  sonstigen  noch  nicht  genannten  Jarbsiofs  13239  2350  64  151  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzlinge  1060  720  4922  63681  —  —
I
WARmdvieh  Sick.10889Sick7"  252—»—·«
WBPierd  Stck·61272Sicki31418—  —
20  C  Esel,  Maulthiere,  lesel  Std.  1  40  Stck.  56  85499—  –
20  D  Kamele  —  —  —  —  —
20  BM  Schafe  und  Ziegen  Stck.  3  s6  Jetd.  120  1311  —
20  F  Schweine  .  —  —.  —  —  —  —
20  G  Vögel  und  Geflügel,  Papageien  .  —  —  —  —  —
20  PM.onstiges  Gethier.  E—  —  —
21  Nicht  besonders  genannte  und  vorsiehend  nicht  unter=  6
zubringende  Waaren  4263  869  215  56  14  20

55  155G]  J73197  47270
        <pb n="379" />
        —  337

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

u.  Einfuhr.
14  16  16.  117.  18.  19.  20
-  Mauritius,  Uebriges  ·  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  Sepch.  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Einfuhr
.  .  ,  ;  .  Gewicht
#nwien  #e-  NRupien  r  Rupien  r*0  [Rupien  eg  Ruvpien  Ai.  Nupien  *  #  Nuplen  en  .  Rupien
s  -  ·  s  ·  I  I
—  —  30  m  —  —  —  —  366  689
—  ——  —  —  —  —  —  —  —  7047  194
I  «  I
—-—-————  —z——l  -I—St.2434239723
—s---—  —-————3—-I—--—  16420673
I  ·  St.  7712
I  8  7011811  68941  7672
—  —4.  968  6E0  —  —  —  —  46  I  St.  36672
—  ——  137  1  ———  6  181  —  —  1749  725
—  —  23  ——  I  —  3  5  33532
1|
2  22  r[U[R–  74278  209289
.  —  I
——5157I1132  6715—-——1523I302I——  6748  1461
—  —  98847  2466  40  11  ——  —  29680  898  448,  101|0150649
—  —  —  1131  46  —  —  —  9382.  465  —  11306  544
—  —  1680  19826.  223—  ———  —  745%  41  —  8565300  465787
—  —  130  99——  ——  —  ——5—  126374  sol  —  —  34378  1033
1900,  1  M  ———4%  %%N92  6020
—  ———115721  954
—  —  990  100  M  6  —  —B38iso2  G67u8
1!  -
88»104100z1519-————-720,14512-6I5742124513
—«:-  55  3  ————  ———  —  154  7—  —  8893  636
—  —  1936  11  L  —1OST  14111—.  —  7310%  3760
—  —  276  151  —  —  —  9550  30212  30|679144
—  —12774Q0  15840  70—  ———  —1  8444  —  136688  27
—  130]07  LU—  119289,  470  —  70027  19809
+  —  —  —  ——  ——  —  225  29
—  —  375  899  —  ——  —  10  5—  —  385  94
—  —  :43877.  101010  —  ——  52552  633—  —  52977  12147
—  —  18272  26496415  5042s126658  15028  —  72107  4175  14556296  627375
—  —  z  1ld  ——  —1  4  1—  —  37079  8847
—  2217  3337  -U  ———1½97  26533—  —  4159  615
1  1  36.  6  +BWB  B—  1  3  —  141141  33850
–  —  38  41  3  31  —  —  —  —  2831  1400—  —  45785  36817
—  —  500  18211  —  —  ——  —1987  r*  1402  1431½79357  91535
—  —  82282  6876  —  —  —  —  14232  239—  —136745  12797
—  1803  374  —  58283  262551|/521  435|269906,  152519
—  —  1319  891  —  —  T—  2221451  22411943  92|1730422,  208450
—  26  4—  —  —  163  6—  —  224  88
s—  —  —  115  16—  —  16871  38295347  1769350340  109937
EEEIIIEIIIEIEEIEEEIIEI—
1189  119-  —  ——  —  783  76—.  —  12528.
—  —  —n  öSôO  12959300  104715
72?:  ———24  402978.  13911885  680  208927  90870
76145  40814  —  75  8—  —  —  —  —  —  126239  11359
12  261354  396—  —  —  —  —  —  71  42  3  2.54649  30985
—  rr  UB  168.  92
—  C.QQC—  42423  10568
s—  201  3z6  T  WK—  13741  2469
[  744  16  14  18  —  —  26  72136  219410992  8592
—  —  ..6  4.  3  1593  —  —  ESt.  12  2690
st  43  5674|  U  5St.  96  826—.  —  St.  196  22590
—  ——Sit.  11  80—  —  St.  11  „01
—  et.  7  296  St.  5  31/  ——  —  St.  82  644  —  St.  237  2373
—  eéet  6  124—  B  ER|L  —Et.  6  124
—  St.130  1571—  —  —  W1113z3-B  St.  60  157  —  —  St.  213  378
—  St.  24  2—  —.  SKP—  Et.  2  —  —  St.  30  28
*  #  1
–—  soss  1858ß.  .JN.dQG.  [——  11  2  z  ¶266  13666
n’IIe#  WW  11283  "  .  r
        <pb n="380" />
        —  338  —

Statiftik  des  auswaärtigen  Handels  im  deutsch-  oftafrikanischen
b.  Ausfuhr.

 

 

 

—  —
—  D

E#.

Co  Gnusesssc#ccou  ##
b  —

–  —  —
—--—————

#S—e—  S#Ii  FJoa——

——————————...—————————  $úâ$
cS#uup######no  Gr  gr-————-——



—

 

1.  2.  3.
Groß-  ·
Waarengattung  Deutschland  britannien  Frankreich
#l.  Rupien  Is  Rupien  -  Rupien
l  i  «
BaumwolleundWalte..............  ---  —  —  —  —  —
Baumwollengarn  ..  —  —  —
Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  u.  Tücher,  *  u.  inappt.  ieboch
ungef.,  amerik.  Fabrikat  .  —  —  —
Desgl.  indisches  und  europ.  Fabrikat  ...  —  —  —
Gebl.,  appret.,  ungef.,  baumw.  dichte  Gewebe:  amerik.  u.  europ.
Fabrikat  ..  —  —  —
Baumw.  Tücher  ohne  Seide  von  Maskat  ꝛc.  u.  europ.  Imitationen  —  —  —  —  —  —
Baumwollene  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  und  Silberfäden
durchzogen,  nur  Maskat  1  100—  –  —  —
Europäische  baumwollene  Decken,  Teppiche,  Dochte  ꝛc,  dichte  Gewebe,
  einfarbig,  in  verschiedenen  Farben,  auch  Bänder  15  2  1—  —  —  —
Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bänder:  indisches  und
europ.  Fabrikat  —  —  —  —  —  —

l

«MaskatFabrckat.  —  —  —
Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  ganze  Stücke  und  Tücher:  indisch.  #  «
undeuwpukspkungs..  1  1
Fenis  genähte  1  aus  baumw.  Sossen.  jeder  L  de  und
ischzeug,  Wäsche,  auch  Hüte,  Regen  irme,  Mützen  sferner
Tritotagen  aller  Art)..  .  3333  9423

S

Zwirn,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jute  ..
Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  Flachs,  Lanf  1
oder  Jute  415  930  —  —  —  —
Rohe  Seide  (Cocons),  gesponnene  und  gezwirnte  Seide.  ...  —  —  —  —  —  —
Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Siten  und  Biinden  13  74  —  —  —
Kalseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Biunders  —  —  —  —  —
ollgarn  ..  .  —  —  —  —  —  —
Wollene  Gewebe  aller  Art:  persischen  und  indischen  Fobrikats  75  202  40  10—.  —
Desgl.:  europäischen  Fabrikats=  .  .  —  —  —  —  —  —
Genaãhte  wollene  Kleider,  auch  Mützen  (Fez)  und  Filzhüte  ...  152252—  —  —  —
Kokosnußfasern,  Stricke,  Matter  18  6  –  —  —
Alle  sonstigen  Waaren  aus  Gras,  Bast  u.  dergl.,  wie  Manen,

Körbe,  Bastsäcke  4538  900  7  2—  —
Papier,  Popierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und  Kontobücher  75  711.—  —  —  —
Gedruckte  u.  geschriebene  Bücher,  Karten,  Photographien,  Gemälde  «  «

und  ähnliche  Litteratur=  und  Kunsterzeugnise  1682  2726.—  —  —  —
Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  00t221271  4547  15  28  —
Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leder  aller  Art  218  216—  —  —
Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsterwaaren  (Kissen  und

Marratzen),  letztere  ohne  Rüchsicht  auf  das  dazu  verwendete

Material  ..  846  826—  —  —  —
Federn  und  Haare,  roh  ..............  28-100—  —  —  –
Schildpatt,  roh.  ..  2292469—  --  —  —
Schildpatt,  verarb.,  auch  in  Verb.  mit  anderen  Materialien  ..  —  —  —  —  —  —
Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch

Edelkorallen,  ro  506  113—  —  20  2
Desgl.,  Edelkorallen  verarb.,  auch  in  Verbind.  m.  and.  Materialien  23  115.  —  —  —  —

Schmuckachen  und  sonstige-  Waaren,  ganz  oder  theilweise  aus

Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren.  ...  ..  1993059—  —  —  —
Gold,  Silber,  gemuntt  .  129  3030  —  —  —  —
Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stutz-,  Schiffs-  u.  Weckeruhren  1716  26908—  —  —  —
Chirurgische,  astronomische,  optische  u.  dergl.  Instrumente  166  994  —  —  —
Landwirihsch.  u.  gewerbl.  Maschinen  u.  Maschinentheile  50  3505,—  —  —  —
Eisenbahn-,  Tramway=  u.  sonst.  Wagen,  sowie  Zubehör  —  —  —  —  —  —
See-  und  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Zubehör  —  —  —  —  —  —
Eisen  und  Stahl  in  Blöden,  Schienen,  Stungen!  und  —  —  —  —  —  —
Eisendraht  .  ..  —  —  —  —  —  —
Galvanisirtes  Weliblech.  *  —  —  —  —  —
Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  2c.  ..  1065  478  —  —  —  –
Eiserne  Handwerks=  und  landwirthschaftl.  Geräthe  aller  Äärt  5)03  715—  —

Waffen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwassen  5676  6631
Kupfer=  u.  Messingdraht,  sowie  kupferne  u.  messingne  Schrauben.  —  —
        <pb n="381" />
        339

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1897.

b.  Ausfuhr.

 

 

 

4.

Oesterreich-Ungarn


engl.  vid.  Rupien

5.

Italien

engl.  Pfd.  Nupien

6.
Rußland

engl.  Pid.  Rupien

7.

Schweden=Norwegen


8.
Belgien,
Holland

engl.  Pid.  Rupien

9.
Schweiz

10.

Amerika

engl.  Pfo.

Rupien

 

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engl.  Pid.  Rupien

 

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engl.  Pid.  Rupien

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111
        <pb n="382" />
        340

Statistik  des  answärtigen  Handels  im  deutsch--ostafrikanischen
b.  Auefuhr.

——  —

 

—  –  —  —  —  —  —....  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

·  —  *  11.  12.  13.
Nr.  des  “  Arabien
Vaaren-  7  Indien  ersien  China

Verzeich=  Waarengattung  Pers
nisses  mien]  lliudiens  .  nwiie
l

1  A  Baumwolle  und  Watte  —  —  —  —  —  —
1B  BaumwollengaDnn  —  —  –  —  —  —
1C1  |Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  u.  cucher.  appr.  u.  unappr,  jedoch

ungef.,  amerik.  Fabrikat.  .  —  —  —  —  —  —
102  Desgl.  indisches  und  europ.  Fabrikat  —  —  —  —  —
10  Gebl.,  appret.,  unges.,  baumw.  dichte  Gewebe:  amerit.  u.  europ.

Fabrikat  .  —  —  —  —  —
1E  1/¼  Baumw.  Tücher  ohne  Seide  von  Maakat  K.  u.  europ.  2  Zmitationen  —-  —  —-  —  —  —
1  E2  Vaumwollene  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  und  Hilbersäden

durchzogen,  nur  Maokat.  .  —  —  —  —  —  —
1  E3Europätsche  baumwollene  Decken,  Teppiche,  Dochte  ꝛc.,  dichte  Gewebe,

  einfarbig,  in  verschiedenen  Farben,  auch  Bänder  .  —  —  —  —  —  —
1  Fl.C  Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bänder:  indischesn  und

europ.  Fabrikat  .  9  21  16  30  —
1  F  Maskat-Fabrikat  —  —  —  —  —  —
1  G  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  T  Stucke  und  Tüucher:  indisch.

und  europ.  Ursprungo  7  25—  —  —  —
1  Fertig  genähte  Kleider  aus  baumw.  Stoffen  jeder  Art,  Bett=  und

Tischzeug,  Wäsche,  auch  Hüte,  Negenschirme,  Mutzen  (ferner  .

Trikotagen  aller  Art).  —  —  —  —  —  —
24  Zwirn,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Fachs,  Hauf  oder  Jute  ..  —  —  —  —  —

20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  Flachs,  Lanf

oder  Jute  .  .  —  —  —  -s—
3  A  Rohe  Seide  (Coconot,  gesponnene  und  gezwirnte  Seide  —  —  —  —  —  —
3  B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  —  —  —  —  —  —
30  Halbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  —  —  —  —  —  —
44  Wollgarn  –  —  —  —  —  —
43  1/Wollene  Gewebe  auer  Art:  persüschen  und  indischen  Fabritts  —  —  —  —|  —
482  Desgl.:  europäischen  Fabrikato#  —  —  —  —  —  —
4  0  Genähte  wollene  Kleider,  auch  Mützen  (Fez)  und  us  hüte  —  —  —  —  —  —
5A  Kokoonußfasern,  Stricke,  Matten  .  35  3—1  —  —
5B  Alle  sonstigen  Waaren“  aus  Gras,  Bast.  u.  dergl.  wie  Matten,  „

Körbe,  Bastsäcke  .  2135  318  548  81  —

6  A  Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und  Kontobücher  .  —  —  —  —  —  —
6:B  Gedruckte  u.  geschriebene  Bücher,  Karten,  Photographien,  Gemälde

und  ähnliche  Litteratur=  und  Kunsterzeugnisse  .  .  —  —  —  —  —

7  A  Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  Art  19  8  14  11—  –
7B  Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leder  aller  Art  1  11—  —  —  –
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsterwaaren  (eissen  und

Manatzen:,  lehtere  ohne  Ruͤcksicht  auf  das  dazu  verwendete

Material  .  .......  —  —  12  15—  –
7D  1  FJedern  und  Haare,  roh  ............  —  —  —  —  —.
8A1  Schildpatt,  rog  ..  22  1421  —  —  ——
8  A2  Schudpatt,  verarb.,  auch  in  Verb.  mit  anderen.  Materialien  —  —  —  —  —
8  B  1  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch  «

Edelkorallen,  roh  .  .  —  —  —  —
8B2  Desgl.,  Edelkorallen  verarb.,  auch  in  Verbind.  m.  and.  Materialien  1—  —  —  ——
9B  Schmucksachen  und  sonstige  Waaren,  ganz  oder  bheilweisee  aus

Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  T  ceschemuhren.  .  —  —  —  —
90  Gold,  Silber,  gemüänt  —  1—  —  —

10  A  l  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stutz.,  Schiffo=  u  u.  Weckeruhren  —  —  11—  —  —
1042  Chirurgische,  astronomusche,  optische  u.  dergl.  Instrumente  —  —  —
10  B1  Landwirthsch.  u.  gewerbl.  Maschinen  u.  Maschinentheile.  —  —  —  —  –  —
10B2  Eisenbahn-,  Tramway-  u.  sonst.  Wagen,  sowie  Zubehör  —  —  —  —  —  —
10  B3  See=  und  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Zubehör.  —  —  —  —  —  —
11  A  Eisen  und  Stahl  in  Blöcken,  Scheenen,  Stangen!  und  diohren  —  —  —  —  —  7T
11  B  1  Eisendraht  .  —  —  —  —  —  —
11B4  JGalvanisirtes  Wellblech.  .  —  —  —  —  —  —
1101  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  ꝛc.  180  10  —  ——
11  C2  Eiserne  Handwerks=  und  landwirthschafil.  Geräthe  aller  Art  —  —  —  —  —  —
11  D  Wassen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwaffen  18  12  25  10  —  *
12  B1  Kupfer=  u.  Messingdraht,  sowie  kupferne  u.  messingne  Schrauben.  —  —  —  —  —
        <pb n="383" />
        341

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1897.
b.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14  15.  16.  17.  18.  19.  20.
dapan  Sansibar  Madagaskar]  Mauritius,  uebriges  --  Gwmmspww
si  gaska  Soych.  Kapland  frika  Andere  Länder  der  Ausfuhr
engl.  nal.  .  I.  .  .  Z  ·  I  i
Bid.  Rupien  V  Rupien  #  Rupien  8  Rupien  e  Runpien  l.  NRupien  ol  Nupien  Gewicht  Rupien
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—  —  130  701  —  —  —  —  —
—  =  -  ——l——-—  130  70
1  3  40  B  563  307J  ß  601,  317
—  —  1  u  —  ——  1240  1325  5
.  ,  —  132—  1256  1339
—  795  490  336114  5334  3184  6619,  3967
—  —  „
–  —  «  .  —  —  —  —  1188  1170
*  666  4  8  —8Sul45991  —  1113,  1115
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—  9999  324  203147  3962,  3311
1  .————  26  3—  —  26  32
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#  1  20%10  20  —s.#1110  —  "10  1366
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—  1152  156  111—  —  655  104  —  6128,  12103
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Q[  596  202  —  —  —NJ  1113,  1182
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——  2%  10107  5212  11  4121816  23608
5  —  1  —  —  288  222
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–  TD  —  —  —  —  4  36—  —  2810  25495
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  140.  20
—  i
-—  --.--....I--k.--—-55664-2178
-l..—-..,—.---  —  115
——  —#gC#.  214  441
—-  —  —  ——L—  159),  4030
—  —  ———  —  18411  2968
–  —  —  —nL  I.  ODDDL—  2011  1024
–  ——  166  110
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  983
——  —  ———  —Eu  1071
[  —  —.NInBii  Cll  —  —  21010  1699
—  —  —  1221727  22  ——  —  169140  639
—  —4  —  —  —  —  —  —  —.—  —  —  850  112
58  —s--;———12«8——5»
—i-  —  —  —  nU  100  550  —  8512  7909
—  —  —  —  105  80  —  —  1633  801
        <pb n="384" />
        342

b.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des  ·
Waaren-  W  tt  Deutschland  b  Groß  Frankreich
Verzeich-  aarenga  ung  ritanni
nisses
S#  -*!r  Rupien  nal-  Rupien  gat  Rupien
120  Kupfer-  und  Messinggeräthe  aller  Art  ..  .  24!  30  —  —  —
13  B  Geräthe,  Geschirre  und  Gefäße  aus  zinn.  Zink  und  Blei  1  44  —  —  2  1
14  Allalk,  Kreide,  Givps  ..  —  —  —  —  —
14  B  1  Bau-,  Ziegel-,  Bachsteine,  Muͤhlsteine  Schteistene,  öranit
(Grabsteine)  .  .  ..  1920  2200—  —  —  —
14B2  Schiefer,  Schieferplatten,  Feuersteine  .  I  —  —  —  —  —
140  Soda,  Natron,  Alaun,  Salz,  Schwefel,  horphor,  Acsenit  31  —  —  —  —
14  B  Steinkohlen.  +  —  —  —  —  —
15  A  Mineralöl  (Petroleum)  —  —  —  —  —
150  Farben  aller  Art,  trockene  u.  mit  asser  u.  Bel  engefett,  cuch  —  I
Tinten,  Terpentin,  Leinöl  2c.  .  —  —  —  —
15  D  Seifen  aller  Art  ..  —  —  —  —  —
15  E  Thierische  Fette,  nicht  zum  Speisegebrauch  dienend,  wie  e  Wats,  l
Talg,  Leim,  Lichte  85259  57673  53—  —
15  Flll  Rüucherharz,  Benzoin,  liatechi  llerrs  iaponies)  —  —  —  —  —
15  F2  Gummi  arabicum.  76  14  —  —
ILEXIEIIII,E  216562  306705  42782  554933—  —
15  P  3bWaaren  aus  Kautschuk  6  12  —  —  —  —
15  FP  4a  Kopal,  roh,  fossiles  und  Baumglas  863  264491444—  —
16  0C  Sonstige  Sprengstoffen  —  —  —  —  —  —
17A15Spiegel=  und  Fensterglas,  fertige  Spiegel  70,  100  —  —  —  —
17  A2  IFGlaswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Flaschen  2c.)  31.  88  —  —  2  2
17  B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art.  35  261  —  —  —  —
1701  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,  auch  grüne  und  I
schwarze,  japanische  und  chinesische  .  —  —  —  —  —
1702  Perlen,  böhmische,  italienische  2c.  in  Kisten  und  Fässern  1  11  —  —
170  Thon=  und  Töpferwaaren,  terra  cotta  und  Steingut  ..  326.  700  —  —  —  —
18  A  Elefantenzähne,  roh  und  unbearbeitet,  hart  und  weich,  ohne  i
Rücksicht  auf  die  Großen  und  Schwere  d  der  einzelnen  W  56655/292041  15  80—  —
18B  Flußpferdzähne.  .  15411456-———
180  Wildschweinzähne  28  19  .—  —1  —  —
18  D  Waaren  aus  Zähnen  von  Elefanten.  Flußpferden  2.  .  3738().-  —  —  —
18  K  1  Wild-,  Nhinozeros=  und  alle  sonstigen  Hörner,  unverarbeitet  4060  27231  —  —  —  —
18  E  2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  und  andere  Waaren  aus  Hörnern.  111  —  —  —  —
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen.  ....  813  3481  —  —  —  —
18  GlbBauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonsthergerichtet:  indischen  Ursprungs  —  —  —  —  —  —
18G1e  Desgl.:  einheimische  (Boritis  ꝛc.,  auch  Feuerholz).  St.  665  173—  —  Stck.  1  1
18  62  Edelhölzer  (Ebenholz,  Grenadille  und  wohlriechende  Hölzer)  717950  32688—  —.12183  828
18  63aZimmermanns=  und  Loröflechter-:  2c.  Arbeiten,  europäschen  Ur—
sprungs  .  ..  28  31—  –  —
18  Gäb  Desgl.  indischen  Ursprungs  35  80—  —  —  —
18636  Desgl.  einheimische  4124  1876“  —  —  1  1
19  (A  Gemüse  und  Obst,  eingenacht  und  **  frish  630  s86  —  —  —  —
19B  1aReis  mit  Schalen  C  —  —  —  —  —
19Blb|IKeis  ohne  Schalen  —  —  —
1982  Mais  und  Dari  .  —  —  —  —  —  —
193  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Mawele  108000  2400  —  —  —  —
19B4  s  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  —  —  —  —  —  —
1901  Mehl  aller  Art  ........  —  —  —  —  —  —
19  C2  Backwaaren  (Malkaron,,  Zwiebo  Broi.  Biskuits,  Kuchen)  —  —  —  —  —  —
190  1  Chiroko  .  .......  3454«127—————
1992  Bohnen  und  Erbsen.  .  848  151  —  —  —  —
19  D3  Nicht  besonders  genannte  dulsenjruchte  —  —  —  —  —
19  K  1  Erdnüsse,  Pistazen  ..  90  7-·  —  —  —
19  E2  HKokosnüsse  8  11—  —  —
19  KF  3  Kopra  —  *i7  —  —  52220  3731
19E4  Sesam  ——  —  —  —  —
105  Polenge  und  Sesamöl  Z  —  —  —  —
uckerrohr  und  Fabrilate  daraus,  ucker,  Soru  ,  Mela  c.  2  2  —  –  ——
19  6  1  Pfesser  aller  Art  z  -  p  laß  —  —  —  —  —  —
1963  ll  sonstigen  Gewürze  305,  425  —  —
l
        <pb n="385" />
        343

 

 

 

 

 

 

 

 

b.  Ausfuhr.

4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich-  ·  Schweden-  Belgien,
Ungarn  Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika

engl.  pid.  Rupien  lengl.  Pfd.  Rupien  senal.  pid.  Rupien  senal.  Pid.  Rupien  jeugl.  vid.  Rupien  engl.  vid.  Rupien  Jenagl.  vid.  Rupien

l  x  s  «
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
–  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  –  #  –
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
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—  127  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
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—  —  —  —  —  *  —  —  —  —  +  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  212  —  —  —  —

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—  —  *  *.  *  *  *  —-—

  —  13769  63  —  —  —  —  —  —  —
—  69  6  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—
#  *  —  —  —  "  —  ——  —  —  I  —  —  I  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  –  –  —  —  —
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        <pb n="386" />
        344

—  —  —

b.  Ausfuhr.

 

—  —  —  —  —

——  —  ——  —  — S

 

 

 

 

 

 

 

 

11.  12.  13.
Nr.  des  Arabien  ;
«  China
datig  Waarengattung  Indien  Persien  h
mnisses  r*  Rupien  #  HMupien  ll  Rupien
12  C  Kupfer=  und  Messinggeräthe  aller  Art.  .  —  —  —  —  —  —
13  B  Geräthe,  Geschirre  und  Gefäße  aus  Zinn,  Zink  und  Blei  —  —  —  —  —  —
14A1  Kalk,  Kreide,  Gips  —  —  —  —
14  B81  Bau-,  Ziegel-,  Bacssteine,  Muhisteine  Schleissteine  Granit

(Grabsteine)  .  ..  —  —  —  —  —  —
1482  Schiefer,  Schieferplatten,  Feuersteine  —  —  —  —  —  —
140  Soda,  Natron,  Alaun,  Salz,  Schwefel,  #bonhher.  Arsenit  —  —  —  —  —  —
14  E  Steinkohlen.  —  1  —  –  —  —
15  A  Mineralöl  (Petroleum)  —  35  3  —.  —

15  0  Farben  aller  Art,  trockene  u.  mit  W  u.  Vel  angeseti.  auch  s
TintenTetpentmLemölxc..  —l——;———  —

16  D  Seifen  aller  Art  —  —  156  2

15  1  Thierische  Fette,  nicht  zum  Speisegebrauch  dienend,  wie  Wache  r
Talg,  Leim,  Lichte  17  1  —
15  F1  Räucherharz,  Benzoin,  Katecht  lerra  sponien).  —  —  —  —  —  —
15Kx2  Gummi  arabicum  .  ——————l-IZFZSKautfchukroh
  .  .  1  11—  —  —  —
15  F3b  Waaren  aus  Kautschuk  .  —  —  —  —  —  —
15  F  4a  Kopal,  roh,  fossiles  und  Baumglas  —.  —  —  —  —  —
16  0  Sonstige  Sprengstofse  –  —  —  —  —  —
174  Spiegel-  und  Fenstelgtas,  fertige  Spiegel  —  —  —  —  —  —

l
17  à42m|  GElaswaaren  (E#Ainder,  Gläser,  Flaschen  re.)  —  —  —  —  —  —
17  B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art  —  —  —  —

1701  HPerlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,  auch  grier  und  l  s
schwarze,  japanische  und  chinesische  —  —  —  I  —
1702  Perlen,  böhmische,  italienische  r2c.  in  Kisten  und  Fässe  ern  —  —  —  —  ——

17  D  Thon  und  Töpferwaaren,  torra  eotta  und  Steingut.  s--18

  A  Elefantenzähne,  roh  und  unbearbeitet,  hart  und  weich,  ohne
Rücksicht  auf  die  Größe!  und  Ecwere  d  der  einzelnen  Zähne  66  121029  ziss  —  —
18B  Flußpferdzähne  .  .  2424——-—.—
180  Wildschweinzähne  —  —  —  —  —
18D  Waaren  aus  Zähnen  von  Elefanten,  Flußpferden  2c.  —  —  —  —  —-ISBI
  Wild-,  Rhinozeros=  und  alle  sonstigen  Hörner,  unverarbeitet  35  58—  —  —  —–
18  E2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  und  andere  Waaren  aus  vornern.  —  —  —  —  —
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen.  —  —  —  —n  1  —
18  6  10Bauhölzer,  rohn.  behauen  oder  sonst  hergerichtet:  indischen  Ursprungs  21½%  —  —  —  —  —

1  20000  s
ISGICDesglecnheumschewormsecauchFeuerholz).  6415  e%  —  —
18  62  Cdel,hölzer  (Ebenholz,  Grenadille  und  wohlriechende  völzer)  209726  6661  —  —  5

18634  Zummermangs,  und  Korbflechter=  2c.  Arbeiten,  europaischen  Ur-P  I  I  -
lsGZbDesgl  gndtschen  Ursprungs  —  —  I  —  —  I  —

Z  l
18930Desgletnhetmtsche——  .  75296I277s8—-I—
19  A  Gemüse  und  Obst,  eingemacht  und  hetrocherl  T  —  —  5  5½
19B  1a|Reis  mit  Schalen  .  —l.—  —  —  —  —
19B  1b  Reis  ohne  Schalen  125  10  342  33—  —
19  B2  Mais  und  Dari  ..  .  .  419  96538  1681  —
1933  NMtama  fafrik.  Korn)  und  Maweie  861885  90  88r  9  25%165ä111
198  4  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  136  13  —
1901  Mehl  aller  Äärtt  8072  256  —  —  —  —
1902Backwaaren  (Malluron,  zwiebo,  Brot.  Viskuits,  ahe  —  —  23.  10—  —
190  1  hiroko  .  835s36—s—  —  —
1902  Bohnen  und  Erbsen  75.  2  45  2  —
190  3  Nicht  besonders  genannte  busenfrüchte  —  —  —  —  —  —
19E  1Erdnüsse,  Pistazien  ..  50123169571—«s—
192  Kokosnusse  529188  11639  16665  28#  —  —
19  K3Kopra  #  —
1382  Sesam  ..  ....  8630  80s14266  Sdo-  —  —
19  S5  HKokosnuß=  und  Sesaml  —  —  —
19  K  Aeerroin  und  Fabrilate  daraus,  Zuder,  Sorud-  Melasse  —  —  4123  T  —  —
1961  feffer  aller  Art  ..  —  —  —  —
19663  All  sonstigen  Gewürze.  —  —  —  —  —  —
        <pb n="387" />
        —  345  —

b.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.  17.  18.  19.  20.
-  Mauritius,  Uebriges  Gesammtsumme
Madagaskar  Seych.  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Ausfuhr
Gewicht
8  Ruvien  #t  Rupien  r17  Nupien  AMl  Rupien  l.  KRupien  ungl.  Rupien
6  #
—  552  55  44—  —  —  11  9  —  52  279
—  —  240  64  16  11——  259  68
——½  –0|  3  22114  61
—  G6389  6  -—m  —  880d9  2265
—  1500  911  J  —  4WnW  —  .  1500  19
—1  %  ——  1110%  129  —  4  266
—  —920688  865—  T  ——  —  40  11—  70678866
—  —  70  5——  ——  —  1330  89
—  ul  F  UnUH  67  311  231
—  —926  o  —  —  329590
—————□O  —  ——  —  s  2  —  —222141  160339
—  —  101  *  —  “  +  —  6  3—  —  120  233
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  81  16
—  32689144890811ñ  —  5  5—  —  619264
—  HH  —-—————-——————  12
——54%  N3788/137505
—  —  6  7  —  —  —  —  —.  —  40  221  —  —  46  25
—  —  11801  —  —  —  —  88  10
—  44235  329  —-2
—  1175  597  —!  —  —  1210  623
—  —  23  41  —  27  50
—  —  830  425  ——  100  681  —  —  931189
—  10211  —  1  —  2  134%  153
—  154  W  1  3|215408/1107445
—  833585  31844  5  5—  —  35155  333827
—  —  619529777  ——  —  —  —  —  —  6223  270
—  —  5—  —  —  38
—  —  0661  6886  —  —  —  —  —  —  5  8—  —  3476“  60654
—  —  161  29090905P5  s-6  157128
—  t  00.  4000  —  3—  —  —  ——  —  ——
—  2419:

Et9.  W)  4300  12—  —  —  30  1—  —  JEt.  20)  74341
10615  596  —  —  —  1186773423
—  85010|  —  1700  450—  26781  686
55  —  —  ——  —1—  —1—57  3  80
—N02  %  3  16  —40  7306
—  ——½0142  „S0|O  —  Sroo  1050  —  2200362  54020
——2%  L  2  —  —  25932  1167
——  67999  40U00  80  55—  —  7346  508
-  720460I  —  —  711  18  1335  20656
—  —  1668524  293391951  —„LL  649415524
1209  5  —T  —  ——  —  —  —  2233  63
.————..  FGFeiFJ-J[.öW..  2168
——4  360  M  U.  1494  390
—  825626·13371  22  12#!IU03
——452  K626484  15230
——  1129  9  2½2  —  —-———  —  1129  32
—-  —  ——211280  8251
—434%  121  0  sss——  8#  14—  —1427302  32783
—  1208045%%  TT.  2364300  151590
——58091601  165199ßö  —  186650  12008|3429565  185740
—1189906  404  +A  1260  2431  —441166  70647
1284186  —  ————  —62400  23261—  —  0618  böss-—
  15  5  T  2505  13180
        <pb n="388" />
        346

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b.  Ausfuhr.
1.  2.  3.
*  Waarengattun  Deutschland  br  pro  Frankreich
Verzeich-  9  9
nisses
na  Fufl.  Rupien  #  Rupien  il  1  Rupien
1964  Kafsfee,  Thee,  Kakao  und  Schokolade  162952  81823  —  1  —  —  —
1965  Koabak,  Cigarren  und  Cigaretten  10729  30095—  —  —  —
1966  Mohn,  Opium,  Hanf,  Haschisch,  Betelnüsse  und  öblätter  —  —  —  —  —
I19  H1Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,  Fett  .  —  —-  —  —  —  —
1912  Schinken,  Speck,  Wurst,  Fleisch,  Geflügel  (nicht  lebend),  Fische  ꝛe.  —  —  —.  —  —  —
19113,  Honig  .  5215-!—-—
IZJI  Nicht  moussirende  Weine  in  dassern  und  dlaschen,  auch  Cider  12  91  —  —  —  —
1912  Schaumweine  —  —  —  —  —  —
1533  Essig  ——  —1,.  —  —
1914  Malzgebraute  Getränke  (Vier)  in  Fässern  und  Flaschen“  6  3  —  —.  —
19  5.5spuirituosen  mit  und  ohne  Zucker  in  Flaschen!  und  Fassern  7  5—  —  —
19J6  Mineral=  und  Sodawasser  .  18.  1—  —  —  —
19  K  Droguen,  Arzneien,  Parfümerien  3  1—  —  —  —
19  LI  Orseille  ..  —  —  —  —  —  —
19  L3  Alle  sonstigen  noch  nicht  genannten  Farbstoffe  .  1285  161  —  —  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setlinge:  57.—  151  —  —  —  —
20  A  Rindvieh.  .  St1740—  —  —  —
20  C  Esel,  Maulthiere,  Maulesel  —  —  —  —  —  —
20h  Schafe  und  Ziegen  St.  6  461  —  —  —  —
20  F  Schweine  —.  —4  —  —  —  —
20  G  Vögel  und  Geflügel,  Papageien  St.  59  674—  —  —  —
20  H  Sonstizes  Gethier  .  .  ISt.  43  122—  —  —  —
21  Nicht  besonders  genannte  und  4  vorstehend  nich  unterzubringende  I
Waaren  .  3488  42221  —  —  144  341
1.
Gesammtausfuhr  1  —4  1  55946  4928
11.  12.  13.
Ninc  W  tt  Indien  Arabien,  China
Verzeich-  aarengattung  Persien
nisses
s  eug  l  Rupien  «  Rupien  Fhnl.  Rupien
1964  Kassee,  Thee,  Kakao  und  Schokolade  —  —  —  —  —
1965  Tabak,  Cigarren  und  Cigaretten  250  26  —  —  —  —
1966  Mohn,  Opium,  Hanf,  Haschisch,  Betelnüsse  und  blätier  —  —  —  —  —  —
19  H1  Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,  Fett.  —  —  —  —  —  —
19  H2  Schinken,  Speck,  Wurst,  Fleisch,  Geflügel  (nicht  lebend),  Fische  ꝛc.  36  14  283  73  —  —
19  H1  3  Honig  .  42  7.—  —  —  —
1931  Nicht  moussirende  Weine  in  dessern  und  Nasen  aich  Cider  —  —  —  —  —  —
1912  Schaumweine  .  .  —  —  —  —  —  —
1533  ẽssig.  ——miIi.  —
19J4  Malzgebraute  Getränke  (Bier)  in  Fässern  und  Flaschen  –  —  —.  —  —  —
1915  Spirituosen  mit  und  ohne  Zucker  in  Flaschen  u  und  Faͤssern  —  —  ——  —  —
1916  Mineral=  und  Sodawasser.  .  .  120  4—  —  —  —
19  K  Droguen,  Arzneien,  Parfümerien  —  —  —  —  —  —
19  LI  Orseille  .  .  —  —  —  —  —  —
19  L3  Alle  sonstigen  noch  nicht  genannten  Farbstoffe  —  —  —  —  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Sehlinge:  —  —  —  —  —  —
20  A  Rindvieh  .  .  —;—Sk«  4  320  —  —
20  C  Esel,  Maulthiere,  Maulesel  —  —  —  —  —  —
20  E  Schafe  und  Ziegen.  —  —  —  —  —  —
20  F  Schweine  .  —  —  —  —1  —  —
20  G  Vögel  und  Geslügel,  Papageien  St.  71  22st.  11,  4—  —
20  H  Sonstiges  Gethier  .  —  —  —  —  —  —
21  Nicht  besonders  genanme  und  vorfehen  man  unterzubringende
Waaren  .  ,  ·»  »  s  1  #  —  —  —
—ss.  8
Gesammtausfuhr  29581  65420  —
        <pb n="389" />
        347

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b.  Ausfuhr.

4.  6.  6.  7.  8.  9.  1.
Oesterreich-  Schweden=  Belgien,
üngarn  Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika

engl.  —.  engl.  Bid.  Rupien  engl.  vid.  Rupien  sengl.  pid.  Rupien  jengl.  ##.  Rupien  engl.  W  Rupien  d,Rupie##
#
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  —  —  —
—————
—  TWn  L  —  —  —B  —  —  —
«  I
—  —  –  –  –  —  –—  n%  –  –—  r  –  –  —  —  —
E  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

J  J  J  J  J  J
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

—  160  —  —  —  —  —

14.  1.  6.  .  1.  17  *  —
..  .  esammtsumme
.  Mauritius,  Uebriges
Japan  Sansibar  Madagaskar  Sepch.  Kapland  Afrila  Andere  Länder  #  Ausfuhr
engl.  .  engl.  engl.  engl  engl  engl  engl  Gewicht
M.  Kupien!  Pfh.  .  Nupien  Pie-  Rupien]Pfd.  Nupien  Pit-  Nupien  Pfo  Nupien  Pfd.  Rupien  engl.  Mo.  Rupien
!
l
"-  92  690  —  —  —  —  —  *  4%  —  —  *  82679
—  834482  4950)7  MW  5DL  14%  —  6  75770
—  —  800  27  —  —  —  —  —  2130  60—  —  2930.  87
—  —#  1444  3  5  3  —  3317  1184
—  —  1973  3415—  —  —  —  —  942  641275.  75|16909,  4218
—668.  368  —  —3D  1800  149000  —  2480,  1867
—  —13%  400  4900.  —  1740  1916
—  —  75  11  —  ——  —  —  —  —  75  10
—  1  32PTP  SKOO  1680+  +2158  51s3
—  1397,  632  —  —  —  —  —  —  2074  2440  —  —  3478  3078
—#4  196  -I912  201
„—  147  590  —  —  —  —  —  —  2  3—  —  152  594
—395  13699  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  13952  1369
—  —  3  31  —  —  —  —  —  —  —  —1  —  —  1288  15
—  312  19—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  369  212
—  —  St.  3091  166781  —  —  —  —  —  —  St.  4.  130—  —  St.  318,  17168
54  1880—  —  —  —  —  —  19.  320—  —73  2200
—  —  19  184—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  25  230
255  193  —  ——  ——  ——  ———  —255  192
2130  9196  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —2207  9896
291  493  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —334  615
—  5158441½  —  —  —  —  —  —  —  —  —  55219)  6076
*2  26713800  1465  —  —  #43403  32988.  330197
        <pb n="390" />
        —  348  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  der  Marshall-Inseln
während  des  Geschäftsjahres  1897.  sal-Inf

Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

Aus  Davon
5#53  S  —  .
Es  waren  anhängig:  53  42  .
—  #  S  S
-—  EE  E.  S  8
Se#n  28  S  —
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  —  —  —  —  —
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvoll-  «
streckungen,Mahnsachcn,Sühncfachcn,Aufgcboteu.s.w......  —  2  2  2  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit:  I
a)derRichtcr..............  —!2  2  2  —
b)  der  Gerichte  —  —  —-—
B.  Konkurssachen  ...................  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  «
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  .....  —  4  4  4  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  arrr  ...  —  3  3  2  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt:  «
a)ohneBeisitzer.................  —  1  1  1
b)  mit  Beisitzern  .......  —-  1  1  1  —
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters.  ......  —  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  I
l.VormundschaftenundPflcgschaften.........  ...  4  3  7  1  6
2.  Erbtheilunggen  .  —  1  1  1  —
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch..  ..  .  ..  —  8  8  8  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  u.  s.  m)  ..  —  124  12414  —.
E.  Eingedorenen-Gericht:
1.  In  Jaluit:  .
Strafsachen  (einschließlich  der  im  Verwaltungswege  verhängten  Strafen)  "
a)  ohne  Beisitzer  ...............  —  23  23  23  —
b)  mit  Beisitzen:  —  —  —  —  —
2.  In  Nauru:
Im  Verwaltungswege  verhängte  Strafen  (im  Jahre  1890)  2.  —  2  2  —

 

 

 

 

*)  In  Nauru  im  Jahre  1896  zwei  Strafverfügungen.  6  l

—--—««  -——-—-———-————-———-- 



 

 

Personalien.
Der  Selondlieutenant  Freiherr  v.  Seefried  auf  Buttenheim  vom  Königlich  bayerischen  8.  Infanterie-Regiment
  ist  unter  Stellung  à  la  suite  des  gedachten  Regiments  bis  auf  Weiteres  zur  Dienstleistung
bei  dem  Auswärtigen  Amt  kommandirt  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
A.  K.  O.  vom  28.  Mai  1898.
Schutztruppe  für  Südwestafrika:
Dr.  Langheld,  Stabsarzt,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  gleichzeitig  in  der  Armee  und  zwar  als
Stabsarzt  bei  der  Kaiser  Wilhelms-Akademie  für  das  militärärztliche  Bildungswesen  mit  seinem
bisherigen  Patent  wiederangestellt.

Der  Sek.  Lt.  Schulz  von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika  ist  an  Malaria  verstorben.
VyVTyTVYTVYV7TVNTVTVyYVNVYVYVNVYNYTTFyTFyVY  TTVYYVY?TTYTyY  F"TN  i'77½??7777

       

Perspnal-Machrichten.  «  DerRegiernngsarztbeimKaiierlichenGouvcrnement

  Dr.  Plehn  aus  Tanga,  der  Gouvernements-Deutsch--

  Ostafrika.  ..  ..  .  der

selretär  Seidlitz,  der  Zeichner  Landwehr  und  de

Der  zur  Vertretung  des  Chefs  der  Central=  Schlosser  Schlief  sind  auf  Urlaub  hier  eingetroffen.
verwaltung  v.  Bennigsen  bestimmte  Legationsrath  —  —

v.  der  Decken  ist  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.  Der  Hauptzollamtsvorsteher  Ewerbeck,  der

Zollamtsassistent  Firnstein,  der  Bauassistent  Kramm,

Der  Referendar  Zache  ist  mit  Urlaub  in  Deutsch=  der  Bootsmann  Schaubacher,  der  im  Dienste  des

land  eingetroffen.  Kaiserl.  Gouvernements  stehende  Landwirth  Bauer,
        <pb n="391" />
        der  Leuchtthurmwärter  Lohmann,  der  Kalkulator
Bürkardt,  der  Bootsmann  Hockel,  der  Zimmermann
  Einfeld  und  der  Brunnenbohrer  Wichmann
sind  mit  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

Der  Steuersupermumerar  Mall  ist  nach  Dar=  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  getreten  und

es-Salm  abgereist.

Die  Hülssjäger  Dankert  und  Steuck  haben  die
Reise  nach  Ostafrika  angetreten,  um  als  Förster  in
den  Dienst  des  Gouvernements  zu  treten.

Der  für  den  Zolldienst  des  Gouvernements  angenommene
  Grenzausseher  Hellwich  in  Lorry-Mardigny
  wird  die  Ausreise  nach  Dar-zes-Saläm
demnächst  antreten.

Der  Schiffszimmermann  Leßmann  ist  Ende
Mai  verstorben.

 

—

Ramerun.
Der  Slipmeister  Millack  ist  mit  Urlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

Der  Hafenmeister  Klein  hat  einen  Heimathsurlaub
  angetreten  und  ist  aus  Kamerun  hier  eingetroffen.


Der  Gärtner  Deistel  ist  im  Mai  in  Kamerun
angekommen.

 

gebiete  abgereist.

349

 

 

Cogo.

Assessor  Dr.  Gleim  und  Stabsarzt  Dr.  Doering
  sind  mit  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

—–—  .  —

Der  frühere  Missionar  Mischlich  ist  in  den

der  Station  Kete-Kratschi  als  Assistent  überwiesen
worden.

—..  ——  e  —

Büreaudiätar  Ebel  ist  in  Lome  eingetroffen.

 

Der  Sekondlieutenant  Freiherr  v.  Seefried  hat
die  Reise  nach  dem  Schutzgebiete  angetreten.

 

Der  Zimmermann  Glahn  ist  nach  dem  Schutz—

Lüdwestafrika.

Der  Regierungsbaumeister  Born,  der  die  Hafenbauten
  in  Swakopmund  leiten  soll,  ist  zunächst  zur
kommissarischen  Beschäftigung  bei  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amts  eingetreten.

 

Marshall-  Inseln.
Der  kommissarische  Landeshauptmann  Brandeis

hat  seine  Reise  nach  Jaluit  über  Sydney  angetreten.

 

Zachrichten  aus  den  deukschen  Schutgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

–.

Deulsch  ·  Bstafrika.

Bericht  über  die  Reise  des  Pauptmanns  v.  Rleist  im
Bezirk  Songea.

Der  Stationschef  von  Songea,  Hauptmann
v.  Kleist,  berichtet  über  eine  in  seinem  Bezirk
unternommene  Reise,  wie  folgt:

Die  Matengo-Berge,  auf  der  Karte  Livingstone-Gebirge
  genannt,  sind  nach  Wissmann  von  den
Wampoto  bewohnt.  Die  Wampoto  sind  ein  kleiner
Stamm,  der  südlich  der  Liederschen  Route  bis  etwa
an  die  portugiesische  Grenze  reicht.  Das  Gebiet  ist
wirthschaftlich  von  Bedeutung,  da  es  einen  großen
Reichthum  an  Gummilianen  aufzuweisen  hat.  Der
Beg  bis  zu  Amakitas  Dorf  steigt  ganz  allmählich,
da  die  Berge  alle  größere  Plateaus  haben.  Bis
zum  Ngaka  und  noch  etwas  darüber  hinaus  sind
die  Verge  gut  bewaldet;  dann  wird  der  Baumwuchs
spärlicher  und  hört  etwa  drei  Stunden  vor  Amakita
gänzlich  auf.  Unzählige  Wasserrinnsale,  die  ganz
sloch  laufen  und  mit  denen  eine  Berieselung  großer
Flächen  möglich  ist,  machen  das  Land  für  alle  möglicrn
  tropischen  Kulturen  geeignct.  Der  Boden  ist
en  tiefgründiger  Laterit,  welcher,  nach  dem  Stande
der  Felder  zu  urtheilen,  von  großer  Fruchtbarkeit
sem  muß.  Da  die  Plateaus  fast  alle  an  1400  m

 

 

—

hoch,  zum  großen  Theil  aber  noch  höher  sind,  so
ist  dies  Land  vielleicht  für  europäische  Ansiedler
von  Bedeutung.  Ich  glaube,  daß  hier  neben  Kaffee
Kartoffeln  und  Weizen  gedeihen  würden.

Rindvieh  ist  vorhanden,  jedoch  nicht  in  allzugroßer
  Menge.  Die  Seuche  hat  auch  hier  argen
Schaden  angerichtet.  Das  Klima  ist  kühl,  doch
sehlen  die  rauhen  Winde  Uhehes.  Ein  Vergleich
Matengos  mit  den  Utschungwe-Bergen  würde  entschieden
  zu  Gunsten  des  Ersteren  ausfallen;  namentlich
  ist  als  günstig  hervorzuheben,  daß  seine  Gebirgszüge
  nicht  zu  schroff  und  seine  Abhänge  plateauartig
verlaufen,  so  daß  ein  Abspülen  durch  Regengüsse  nicht
zu  befürchten  ist  und  eine  europäische  Feldbestellung
erleichtert  wird.  Die  Bevölkerung,  die  Matengo,  ist
nicht  allzu  dicht  und  versammelt  sich  in  einzelnen
großen  Ortschaften.  Mandaras  Dorf  schätze  ich  auf
1000  Häuser.  Ihre  Felder,  welche  häufig  ziemlich
weit  abliegen,  sind  gut  bestellt  und  ausgedehnt.
Politisch  sind  sie  abhängig  von  den  Wangoni.  So
haben  die  Mangonihäuptlinge  Mlamiro,  Songea,
Magaguru  r2c.  große  Gebiete  daselbst.  Die  Matengo
bewohnen  die  Berge,  unten  am  Nyassa,  am  flachen
Strand,  wohnen  die  Wanyassa,  mit  denen  die
Matengo  häufig  in  Streit  gerathen.  Die  Matengo
sind  ein  kräftiges  Gebirgsvolk,  die  ohne  Schen  ent-
        <pb n="392" />
        —  350

gegenkommen.  Sie  brachten  Verpflegung  in  ausgiebigster
  Weise  und  bewiesen  sich  überhaupt  sehr
zutraulich.  Ich  glaube,  daß  sich  hier  ein  guter
Trägerstamm  mit  der  Zeit  herausbilden  wird.  Ich
schärfste  den  Matengo,  die  aus  vielen  Ortschaften
über  1000  Köpfe  stark  versammelt  waren,  dringend
ein,  keine  Gummilianen  zu  fällen  oder  die  Wurzeln
auszugraben,  und  wies  auf  den  Vortheil  hin,  den
sie  durch  eine  rationelle  Gummibereitung  dauernd
haben  könnten.  Die  Häuptlinge  versprachen,  sämmtlich
darauf  zu  achten  und  etwaige  Schuldige  auf  die
Station  zur  Bestrafung  zu  bringen.

Das  Vertrauen  der  Wangoni  zur  Station  ist
bedeutend  gestiegen  und  hat  dem  arabischen  Einfluß
Abbruch  gethan.  Täglich  kommen  Häuptlinge  auf
die  Station,  um  ihre  Angelegenheiten  zu  erledigen.
Die  Wangoni  haben  sich  dazu  verstanden,  einen
fahrbaren,  4  m  breiten  Weg  mit  Gräben  an  beiden
Seiten  von  Songea  bis  zum  Ruhuhu  zu  bauen.  Die
Strecke  Songea  bis  Maposeni  ist  bereits  bis  auf

 

einige  Brücken  vollendet.  Letztere  werden  von  der
Station  gebaut.  Der  Handel  entwickelt  sich  hier  im
Mharuligebiet  nur  langsam,  da  hier  früher  ausschließlich
  Kilwahändler  und  erst  in  neuerer  Zeit
auch  Lindihändler  thätig  sind.  Dieselben  sind  aber
nicht  kaufkräftig  genug,  um  den  Handel  in  diesem
gummireichen  Gebiet  vollständig  zur  Entwickelung  zu
bringen.  Die  Dar-es-Salämer  und  Bagamoyoer
Händler  bekommen  im  Ulanga-,  Sakkamaganga-,
Sabruma=  und  Mahengegebiet  bereits  genug  Gummi,
bleiben  daher  in  diesen  Gebieten  sitzen  und  kommen
nicht  bis  hierher.  Ich  glaube,  daß  es  hauptsächlich
daran  liegt,  daß  kein  geeigneter  Weg  von  Kungulio
nach  Donde  führt;  es  hat  früher  ein  Weg  bestanden,
derselbe  soll  aber  gänzlich  verwachsen  sein.  Ich
bitte,  den  Weg  Kungulio—Donde  möglichst  bald
wieder  herstellen  zu  lassen,  der  noch  an  Bedeutung
gewinnt,  sobald  ein  Dampsschiffbetrieb  am  Rufidji
eingerichtet  ist.

 

Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Deutsch-Ostafrika  thätigen  Firmen  und  Erwerdsgesellschaften
nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1898.

 

 

 

 

 

 

 

*  Beschäftigte  Personen
„  Name  der  Erwerbsgesellschaft  Plantage,  Ort  der  Farbige
2  »  Handelsniederlassung  —
i  bezw.  Firma  1c.  Niederlassuns  2  s-  s
½
Bezirk  Tanga.
ln.  [Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  Handelsniederlassung  Tanga  3  1  ——
b  O•’  3  Oö  ç  Kasseeplantage  Derema  1|  —  —  c(a.  500
#  *  -  Lunguza  —  1  —  wechselnd
4.  "  -  Ngwelo  3  —  12  ça.  400
u  "  -  Herue  —  I  1  —  wechselnd
f.  -  Msituni  1  —  15  ca.  300
.  OD  Kokosnußplantage  Moa  1  —  —  160
h.  OD  Totohovu  2  —  —  225
i.  -  :  -  ...  -  Massin  1.  —  —  150
2a.]  Westdeutsche  Handels=  u.  Plantagengesellsch.  Handelsniederlassung  Tanga  3  1  —  —
b.  -  -  -  Kasseeplantage  Mwa  Goroto  mit  5  —  14  ca.  750
Magila  l
C.  -  Scholler  (SPare)  2  —  —  300
d.  Kiomoni  2  —  —  180
3Zu.  2  aaffeebau-  Geseuschan.  -  Bulwa  3  —  ca.  200
b.  Gonja  110  —  1  ca.  25)0)
4.  Iheinische  Handei-  Plantagengeseilschesi  Mgambo  4  —  E  ça.  500
5.  Prinz  Albrecht-Plantage  "  Kwa  Mkoro  4  —  36  512
6.Sigi-Plantagengesellschaft.  Segoma  3  —  —  4
7.  Tanga-  Gesellschaft  ...  .zwcc  Vamlles  te  PlantagenbeiTanga  II—  —  wechselnd
8.  .  Mismahl.  Kasseeplantage  Ngua  3  —  —  65
9.W.  Schlunke  Kokosnußplantage  Putinie  —  2  —  wechselnd
10.  Aug.  Schiele  Import.  v.  deutschen  Eisenwaaren,  Tanga  2  —  —  —
Fi  Schul  L—  2.  —  ——
11.  JFörster  &amp;amp;  Schul-  "6  in  Konserven  und  Getränken  "
12.Ed.  Stadelmann.  RKommissionsgeschöft  u.  Handlung  1  —  —  —
pbotographischer  Artikel
13.  Gebrüder  Kroussos  Gastwirthschaft,  Handel  mit  Kon-  1  —  —  —
serven  und  Getränken  2c.  I
14.Marino  Macri  wie  vorstehend  -  1  —  —
15.  Wichard  Schlunke  iehe  Ar.  9%  Hotel  und  Gastwirthschaft  2  —  —  —
        <pb n="393" />
        351

 

 

 

 

*  Beschäftigte  Personen
v  Name  der  Erwerbsgesellschaft  Plantage,  Ort  der  2  Farbige
2  Handeloniederlassung  »  -g!—«s·s  k--·»
bezw.  Fir  ma  ꝛc  Niederlassun  225
S  «  .EEZ"IZD«IPZ
IT  J«7«O,H,«U-D
Bezirk  Pangani.

1.  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  .a)  Handelsniederlassung  Pangani  1  1  —  —
b)  Kaffee=  u.  Azagenplantage  Kikogwe  1  3  —  —

e)  Kaffeeplantage  Muera
2.Deutsch-Ostafrikanische  Plantagengesellschaft  Kaffeeplantage  Lewa  2  —  —  —
b  Kaffee-  und  Koloonußplantage  Mundu  —  —  1  —

—.nm  (Auschirihor)  !
3.Friedrich  Hoffmann-Plantage  Kaffeeplantage  Makinjumbi  2  —  —  —
4.  Pires,  Pereira  &amp;amp;  Co.  (Goancsen)  dandelzniererla  und  Hotel  und  Pangani  —  3  —.  —
5.  John  Peter  de  Sonza  (Goanese)  desgleichen  -  —  3  —  —
6.  JHaji  Kako  &amp;amp;  Co.  (Inder).  Handelsniederlassung  -  —  4  —  —
7.  Remu  Megdji  (Inder).  desgleichen  u)  Pangani  —  2  —  —
b)  Kipumbwe  —  1  —  —
c)  Muera  —  1  —  —
8.Hari  Jeram  (Baniane)  Handeleniederlassung  Pangani  —  1  —  1  —
9.  Kerim  Moledina  (Inder)  .  ..  Elfenbein-Großhandlung  -  —  3  —  —
10.]  Jasser  Abdalla  &amp;amp;  Co.  (Inder)  desgleichen  -  —  2  —  —
Bezirk  Bagamoyo.
1.Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  Handelsniederlassung  Bagamoyo  3  4  —  —
2.  Mrima-Land=  und  Plantagengesellschaft  Vanille-Plantage  Kitopeni  2  1.  —  —
(L.  &amp;amp;  O.  Hansing)

3.  IN.  Nanos  &amp;amp;  G.  Papasoglakis  (Griechen)  Handelsniederlassungen  u)  Bagamo  —  —
(Gastwirthe)  b)  Mpapua  1  —  —  —
4.Sonza  jun.  Dias  &amp;amp;  Co.  (Goanesen)  Handelsniederlassung  Bagamoyo  —  10  —  —

(Scqhneider,  Tiĩchler,  Gastwirth)
5.  Bauda  Remtalla  (Inder)  ..  ...  Elfenbeinhändler  -  —  4  —  —
6.  Jan  Mohamed  Hansiradj  &amp;amp;  Co.  Inder)  desgl.  OD  —  4  —  —
7.  Ibrahim  Lila  (Inder)  ...  desgl.  -  —  3  —  –
8.  Kanji  Hansiradj  (ZInder)  deogl.  -  —  5  —  —
9.  JAbdalla  Alarkia  (Inder).  desal.  -  —  2  —  —
10..  Ali  Dina  Wisram  (Inder)  deogl.  a)  Bagamondooo  —  6  —  —
I.)  Saadani  —  2  —  —
11.  Nasr  Wirji  &amp;amp;  Co.  (Inder)  desgl.  (Gummi,  Kopal)  Bagamoyo  —  3  —  —
12.  Nur  Mohamed  Harji  (Inder)  Elfenbeinhändler  a)  Bagamopdoo-  2.  —  —
b)  Saadani  —]  1  —  —
13.  Ismael  Renmal  (Inder)  .  Händler  in  Fellen,  Gummi,  Kopal  Bagamoyo  —.  1  —  —

Bezirk  Dar-es-Saläm.

1.  Deutsch-  Gst#frikanische  Gesellschaft“  Handelsniederlassung  Dar-zes-Salam  2  —  —  16
2.Hansing  &amp;amp;  ..  -  -  2  —  —80
3.  r  Müller  c  Devers  -  4  —  —  21
4..  Richter  &amp;amp;  Co.  .  Apothekcs  4  —  —  11
5.F.  Günther  Bauunternehmer  (Tischlerei"  6  —  —  175
6..  Schulz  Bierbrauerei  2  —  —  1  4
7.L.  Hajdu  Hotel  und  Gastwirthschaft  1  —  —  12
8.  M.  Lober  i  -  -  1  —  —  12
9..  Hauck  :  -  1  —  —  6
10..  Michelsen  .  .  -  -  1  —  —4  4
11.A.  Weißmann  Gastwirthschaft.  (NKaufmann!  1  —  —  9
12.  Stefano  (  (Grieche)  -  Tabakhändler)  1  —  —  7
13.J.  Mastrokosta  (Grieche)  -  (Kaufmann)  2  —  —  5
14.C.  Loucas  (Grieche).  Kaufmann  1  —  —  4
15.  Andrades  (Goanese).  .  Gastwirth  —  1  —  2
16.  de  Silva  4  Co.  (Goanese)  Gastwirth  (Kaufmann,  Schneider)  —  6  —  —
I1I.de  Sonza  jun.  Dias  &amp;amp;  Co.  (Goanese)  OD  -  -  —  12  —  3
18.  Aliboy  Mussani  &amp;amp;  Co.  ...  Handelsniederlassung  —  1  —  2
19.  Adamji  Babooji  Sons.  3#  —  1  —  2
20.Miralji  Murji  &amp;amp;  Co.  -  —  1  —  —
21.hulam  Hussein  Selimanii  &amp;amp;  Co.  O  —1  1  —  3
22.|  Satschu  Pira  "  —  1  —  4
23.  Pirday  Adamji  Q  —  1  —  2
24.|  Pirbay  Nur  Mohamed.  —  1  —  2
25.]  Mirally  Muray  —  1  —  3
        <pb n="394" />
        —  352  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  Beschäftigte  Personen
Name  der  Erwerbsgesellschaft  Plantage,  Ort  der  8  Farbige
2  Handelsniederlassung  "l
2.  bezw.  Firma  c  Niederlassung  2  #2  22#
5
Bezirk  Saadani.
1.  Jaffer  Sumar  (Inder).  .  .  .  .  .  Handelsniederlassungen  see)  Saadani  —  6  —  —
(Kautschuk,  Elfenbein,,)  Puna  bei
Zeuge,  Träger)  Dar-es-Sal.  |
7)  Njanjembe  .
bei  Tabora  1  T
b)  Kokosnußplantagen  a)  Bujuni  T
8)  Winde  Z
7)  Mkwadja  !
Haschim  Nurmohamed  (Inder)  .  .  ..  Handelsniederlassung  Saadani  —  3  —
Lalji  Corji  &amp;amp;  Co.  (Inder)  .  .  .  ..  desgleichen  -  —  2.  —  —
Abdulla  Dewsi  (Inder).  .  .  .  ...  desgleichen  -  —  2—
(Schlachtvieh-Export)  .!
Bezirk  Kilwa.
Deutsch-  Ostafrikanische  Gesellschaft“  Handelsniederlafsung  Kilwa  2  21——28
Hansing  &amp;amp;  Q¾  2  1—  18
Paul  Ehuchn,  .  .....  Gummihãndler  Donde-  Barikiwa  2  —  —  5
Sägewerk  Simba  Uranga.  .  ..HandellnholzeknuudBkemkn  Simba  Uranga  1  —  1  ra.  150
Sonza  jun.  Dias  &amp;amp;  Go.  Goanese)  ..OÖandel  in  Konserven  u.  Getränken  Kilwa  —  3—  4
Mohamud  Vissu  .  Handelsniederlassung  —  2  —1
Jan  Mohamed  Ranji  O%  —1  33—  6
Sajen  Ahmed.  OD-  —  40  2
Ahba  Nersi.  -  —  I-—  1
Ismael  Balll  -  —  3  —  —
Nur  Mohamed  Mulii  -  —  4  —  1
Nassor  Nensi  Lekmidas.  -  —  2—  1
Rancholdas  Lekmidas  -  —  2  —  1
Khimji  Valabdas.  O#  —  11—  1
Kissu  Kanji.  ..  -  —  2  —  2
Machsud  Babombos  Sesampresserei  —  2—  3
Machfud  Ganzel.  -  —  2  —  3
Awad  Ganzel  .......  -  —  1I  —  3
Karimji  Tajibbyaaaa  Handelsniederlassung  Kilwa--Kisiwanaon—  2—  20
Jafferji  Mussait  .....  -  -  —«1-·  7
Kasso  Dalla  .......  -  Mohorro  —  1  —  2
Mohamed  Abdaboy.  .......  -  -  —  2.—  2
Sanji  Lekmidas  .......  -  -  —  2-—  2
Khimji  Tulsidas..  .  .  .  ....  OD  Schole  —  1  —  1
Bezirk  Lindi.
1.  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellshaft  .  Handelsniederlassung  Lindi  1  2  —
2.Karl  Perrot  (Wieobaden)  .  .NFaktorei  und  Kasseeplantage  -  3  —  —
3.  Sirkis  Johamwasika  (Armenier)  Handelsniederlassung  und  O-  —  1  —
Schankwirthschaft
4.Miranda  (Goanese)  .....  -  —  1  —  —
5.  Damodar  Megji  (Baniane)  .....  Handelsniederlassung  —  1  5—
6.  Visonji  Mawj##  (Baniane)  -  —  1
7.  Dewfi  Nanji  (Baniane)  .  —  1—  —
8.  Jaffer  Nurmohamed  (Inder).  —  11—  —
9.  Jan  Mohamed  Premji  (Inder)  —  1  —  —
10.  Hirji  Morali  (Inderr)  —  1  —  —
Bezirk  Mikindani.
1.  ]  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  Handelsniederlassung  Mikindani  —  1  —  —
2.Gopal  Runtschurdas  (Baniane)  .  -  -  —  2  —
3.Dayar  Katau  (Banianegz  -  1.Mikindani-  2—  —
2.  Kionga  —  i  —  —
4.  A  Alarkia  Meralji  (Inder)  Mikindani  —  2  —  —
5.ERemtula  Hamir  Gnder  ..  -  -  —I3·—-—
6.v..»uas..........  Plantage  bei  Mikindanil  1  2—26
7.Signorella  .........  -  —  —  —  wechielnd
l
        <pb n="395" />
        —  353  —

 

 

 

Beschäftigte  Personen

—
r

:„Name  der  Erwerbsgesellschaft  Plantage,  Ort  der  8  Farbige

2  #  Handelsniederlassung  i*.ibezw.
  Firma  x.  Niederlassung  W—i*-iss.  2  *
El  E  S

 

#—

 

,—

Sr-  —

#.—

 

W—

n—.

Paul  Kroussos

Plantage  Sakarre
Kroussos  (Grieche)

Mohamed  Mbuni  (Araber  in  Tanga).

Dossa  (Inder).
Scheich  bin  Nur  &amp;amp;  Lali  (Araber).

Kilimandjaro-Straußenzucht-Gesellschaft

Köther  &amp;amp;  Sixdorf
Meimaridis  &amp;amp;  Perros

Juma,  Jiva  &amp;amp;  Co.  (Inder  aus  Pangani)

1  Antonio  Michalarides  (Grieche)

Nanos  &amp;amp;  Papasoglakis  Grieche)
Meimaridis  &amp;amp;  Perro

Spiro  Psomaki  (Grieche)
Halfan  Mohamed  (Araber)

Weinberger  &amp;amp;  Schumann
Sef  bin  Sad  (Araber)
Seliman  bin  Seher  (Araber)
Sef  bin  Hamiß

Thun  bin  Raschid

Köther  &amp;amp;  Sixdorf

çichalaridis  Stavros

i  bin  Raschid  (Araber).  .
Rassud  bin  Hamed  (Araber).

Msaba  bin  Yem  (Araber)

Christo  Tsavalos  (Grieche)

Bezirk  Langenburg.
Handelsniederlassung

Bezirk  Masinde.
Kaffeeplantage

 

Bezirk  Moschi.

Straußenzucht-Gesellschaft

Elfenbeinhändler
Handelsniederlassung

Bezirk  Kilossa.

.]  Handelsniederlassung

Bezirk  Mpapua.

1  Handelsniederlassung

Bezirk  Kilimatinde.

Handelsniederlassung

2
rE—

Bezirk  Tabora.

Handelsniederlassung

 

Bezirk  Muanza.
Handelsniederlassung
(Elfenbeinhändler)

Bezirk  Udjidji.

Handelsniederlassung
Elfenbeinhändler

Bezirk  FIringa.

]  Handelsniederlassung

Handelsniederlassung

 

nbeer  ansr

 

1.  Langenburg
2.  Wiedhafen

Sakarre
.  Masinde
.  Rusotto
.  Masinde

.  Kwai
Kisuani
Korogwe
Masinde
Kihuiro
Kisuani
Sakarre

.  Mbuguni
.  Kibohöh
Ufiomi
Moschi

Marangu
Kilossa

Mpapua

Kondoa  (Frangi)

Kilimalinde

*

Tabora
1.  Tabora
2.  Kisiwa

(Bez.  Muanza)

1.  Tabora

2.  Kisiwa

1.  Tabora

2.  Kisiwa

Tabora

1.  Muanza
2.  Njegezi

Udjidji

2

Iringa

.  Makujuni

 

Umbugwe

1I

1—

H

 

O  D

 

 

*
1  11111

wechselnd

 

25

(''·(  ie  SJeore  Se

r!
        <pb n="396" />
        Kamerun.

Einem  Bericht  des  Premierlieutenants  v.  Carnap  über
seine  Thätigkeit  vor  seinem  Sug  nach  dem  Rongo

ist  noch  Folgendcs  zu  entnehmen:

Einen  Befehl  des  Kaiserlichen  Gouvernements,
freundschaftliche  Beziehungen  mit  dem  Wutehäuptling
Ngute,  dem  älteren,  deutschfreundlich  gesinnten
Bruder  des  Näubers  Ngila,  anzuknüpfen,  führte
ich  mit  vollem  Erfolge  durch.  Auf  dem  Rückmarsch
durch  den  Urwald  bei  Borlinga  wurde  die  Expedition
von  Ngilas  Leuten  überfallen.  Dank  dem  energischen
Vorwärtsdringen  der  disziplinirten  Soldaten  gelang
es  mir,  nach  mehrstündigem  Gefecht  dem  Feinde  eine
lang  andauernde  Schlappe  beizubringen;  der  Häuptling
  Mebolong,  welcher  die  Hauptschuld  an  der  Ermordung
  des  Premierlientenants  v.  Volckamer  trägt,
fiel.

In  der  Zeit  vom  März  bis  Juli  1897  unternahm
  ich  von  der  Station  aus  Orientirungsreisen
in  das  Witugebiet  bis  nach  Wenke  sowie  in  das
Gebirge  der  Mwelle.  Kein  Schuß  ist  auf  diesem
Zug  gefallen,  und  wenn  die  Verhandlungen  mit
den  Häuptlingen  auch  langwierig,  langweilig  und
strapaziös  waren,  so  hatte  meine  Geduld  doch  in
allen  Fällen  den  erwünschten  Erfolg:  Anknüpfung
freundschaftlicher  und  Handelsbeziehungen  nach  dem
Stationsgebiet  hin.  Die  Stellung  von  Arbeitern,
Trägern,  Wegebauten  machten  nicht  große  Schwierigkeiten,
  natürlich  mußten  kleine  Geschenke  nicht  vergessen
  werden.

Leider  ließ  jedoch  der  Störenfried  Ngila  den
diesseits  des  Panaga  wohnenden,  der  Station  ergebenen
  Stämmen  —  Benjaaa,  Batschenga,  Wute,
Moelle  —  keine  Ruhe.

Fast  täglich  liefen  Nachrichten  ein  von  bekannten
Häuptlingen  mit  der  Meldung  dieser  oder  jener
Schandthat  Ngilas.  Lauteten  nun  auch  die  Instruktionen
  des  Kaiserlichen  Gonvernements  dahin,
nicht  über  die  Sanagalinie  hinauszugehen,  so  glaubte
ich  doch,  meine  Stellung  in  Richtung  Nordost-Sanaga
  vorschieben  zu  müssen,  den  Bitten  und
Drängen  der  deutschen  Bevölkerung  zu  willfahren,
ihr  Schutz  und  vor  Allem  Ruhe  bei  der  so  ungemein
wichtigen  Farmarbeit  zu  gewähren.  In  meinem
Stationsgebiet  herrschte  Ruhe  und  Ordnung,  und  so
durfte  ich  die  Station  am  4.  September  1897  mit
nur  12  Mann  verlassen,  um  mich  zu  obengenanntem
Zweck  in  das  Sanagagebiet  zu  begeben.  In  allen
Plätzen  fand  ich  nach  meiner  früheren  Angabe  hergerichtete
  Unterkunftsräume,  und  die  Häuptlinge
Na-Tinati,  Wemba,  Dandungu,  Wenke  lieferten
Nahrungsmittel  in  reichem  Maße.  Um  den  Wegebau
  zu  fördern,  die  Festlegung  von  möglichst  geraden
Straßen  selbst  zu  bewachen,  hatte  ich  nur  von  einem
Maundehäuptling  60  Arbeiter  stellen  lassen;  es  waren
zwar  Strafarbeiter,  für  eine  Unbotmäßigkeit  verlangt,
die  sich  der  Häuptling  hatte  zu  Schulden  kommen
lassen,  doch  mit  Rücksicht  auf  ihr  Verhalten  wurden

354

 

diese  Leute  mit  den  freiwillig  Engagirten  gleichmäßig
bezahlt.

Ende  September  1897  trafen  bei  den  Häuptlingen
  Dandungu  von  Manga  und  Wenke  mich  sehr
beunruhigende  Nachrichten  aus  dem  nördlichen  Gebiet
ein.  Man  schien  energische  Vorbereitungen  zu  einem
gemeinsamen  Vorgehen  gegen  die  deutschgesinnten
Stämme  zu  treffen.  .

Nach  langen  Verhandlungen  mit  den  Häuptlingen
und  ihrer  Unterstützung  versichert,  enischloß  ich  mich
kurz,  den  Hauptzufuhrplatz  der  Ruhestörer,  Jolo,
(Morgens  Reise)  zu  besetzen  und  die  weitere
Waffen  zu=  und  Sklaven  aus  fuhr  zu  verhindern.
Von  Wienke,  durch  vorzügliche  Führer  geleitet,  auf
bisher  unbekannten  Pfaden,  durch  Urwald  und
Sumpf,  traf  ich  nach  zehn  angestrengten  Marschtagen
im  Bestimmungsort  ein  und  erreichte  meine  Absicht.

Während  meines  Aufenthaltes  in  Joko  hatte  ich
Erkundigungen  nach  Richtung  Südost  eingezogen.
Man  erzählte  von  einem  schiffbaren  Fluß,  von
einem  Kolamarkt,  der  von  großen  Karawanen  aus
Nord  und  Ost  besucht  würde,  von  mächtigen  Häuptlingen
  2c.,  kurz,  mein  Entschluß  stand  fest,  auf  neuen
Wegen  nach  Yaunde  zurückzukehren.

Von  Joko  ging  es  einige  Tage  durch  freundliche
Dörfer.  War  auch  überall,  wie  überhaupt  während
der  ganzen  mehrmonatlichen  Expedition,  Essen  in
reichlichstem  Maße  vorhanden,  so  hatten  wir  alle
doch  durch  die  starken  Regengüsse,  die  die  Wege  fast
unpassirbar  machten,  zu  leiden.  Zeitweise  im  stinkenden
  Sumpf  bis  an  den  Hals  und  die  Brust,  Durchschleichen
  durch  stacheliges  Gestrüpp,  mehrtägiges
Lagerleben  im  Urwald  ließ  uns  doch  daran  erinnern,
daß  wir  nicht  mehr  im  Stationsgebiet  waren.  Der
Humor  und  der  eiserne  Wille,  etwas  für  die  Kolonie
zu  schaffen,  half  jetzt  wie  auch  später  zum  Ziel.

Nach  zweitägigem  Marsch  durch  einen  sich  von
Westen  nach  Osten  hinziehenden  Urwald,  in  dem  der
Gorilla  haust,  erreichte  ich  am  10.  Oktober  1897  den
Ort  Wutschaba  mit  gleichnamigem  Häuptling.  Nach
wenigen  Stunden  war  mit  dem  jungen,  intelligenten
Wutschaba  ein  freundschaftliches  Verhältniß  hergestellt.
Auch  als  Kolamarkt  hat  sich  Wutschaba  bestätigt.
Der  mir  als  schiffbar  angegebene  Fluß  sollte  der
Sannaga  sein;  dieses  zu  erfahren,  war  meine  zweite
Aufgabe.

Selbstverständlich  erklärte  sich  Wutschaba  bereit,
mir  nach  einigen  Rasttagen  behülflich  sein  zu  wollen.
Am  13.  Oktober  erreichte  ich  den  an  dieser  Stelle
400  m  breiten,  stark  fließenden  Sannaga.  Weitere
Nachforschungen  haben  jedoch  seine  Schiffbarkeit  nur
auf  ganz  unbedeutende  Strecken  ergeben.

Leider  wurde  die  Expedition  am  14.  Oktober
noch  einmal  zum  Gesecht  herausgefordert.  Die  Bevölkerung
  des  südlichen  Ufers  versuchte  mein  Landen
durch  Schießen  mit  Gewehren  und  Pfeilen  auf  das
einzige  mir  zur  Verfügung  stehende  Kanu  zu  verhindern.


Zu  beiden  Seiten  des  Sannaga  sitzt  hier  ein
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        den  Wutes  verwandter  Riperestamm.  Ihre  Häuptlinge,
  Wutschaba  auf  dem  rechten,  Dumba  auf  dem
linken  Ufer,  sind  feindliche  Brüder.  Nun  hat  Freund
Wutschaba  mich  gegen  Dumba  losgeschickt,  und  da
mich  Leute  Wutschabas  begleiteten,  so  glaubte  Dumba,
ich  wolle  ihn  bekriegen.  Da  ich  nicht  die  geringste
Absicht  hatte,  etwas  gegen  Dumba  vorzunehmen,  zog
ich  die  Expedition  auf  das  rechte  Ufer  zurück.

Am  16.  Oktober  traf  Unteroffizier  Staadt  mit
22  Soldaten  ohne  jeglichen  Unfall  bei  mir  ein.  Er
hatte  dieselbe  Route  eingeschlagen  und  war  allerwegs
in  friedliebender  Weise  ausgenommen.

Um  die  Bevölkerung  des  südlichen  Flußufers  nicht
noch  mehr  zu  beunruhigen,  und  da  ich  zudem  hörte,
daß  sich  auch  im  Nordosten  Händler  befinden  sollten,
so  schlug  ich  die  Richtung  Nordost  ein;  deutsches
Gebiet  zu  erforschen  gab  es  überall.

Durch  vorausgeschickte  Boten  wurde  ich  in  den
Ortschaften  angemeldet,  und  nirgends  hatte  ich  mit
politischen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen.  Die  Wege
waren  zugewachsen;  stundenlang  durch  Sumpf,  tagelang
  durch  ununterbrochenen  Urwald  zog  die  kleine
Schaar,  begleitet  von  den  verschiedenen  großen  und
lleineren  Häuptlingen  und  ihrem  Troß  in  Richtung
Nordost.

Der  Grenzplatz  Kunde  war  mir  als  französische
Station  angegeben  worden  und  dieser  daher  mein  Ziel.

Bis  nach  Adamaua  hinein  ist  die  Wutesprache
die  Landes-,  die  Haussa  die  Handelssprache.

Am  23.  erreichten  wir  den  Häuptling  Mge-Wegire,
  setzten  nach  zwei  Ruhetagen  über  den  Pannaga
und  erreichten  am  28.  Oktober  den  in  jenen  Gebieten
angesehensten  Häuptling  Zenkbe.

Zenkbe,  ein  etwa  2  m  großer,  starker  Mann,
empfing  die  Expedition  mit  besonderer  Aufmerksamleit,
  Tanz,  Gesang,  Essen  und  Trinken  erheiterten
v0  durch  den  nicht  enden  wollenden  Regen  ermatteten

eute.

Aber  die  Strapazen  sollten  erst  kommen.

Unser  liebenswürdiger  Gastgeber  hatte  mir  seine
Begleilung  und  Unterstützung  fest  zugesagt  und  sein
Wort  redlich  gehalten.  Hatte  ich  auch  die  feste
Ueberzeugung,  daß  man  mich  nicht  immer  den
direktesten  Weg  geführt  hat,  so  konnte  es  mir  eingedenk
  des  Befehls  „auf  friedlichem  Wege“  auf
etwas  mehr  oder  weniger  Zeit  nicht  ankommen,
zudem  war  Verpflegung  für  die  Karawane  vollauf
vorhanden.

Mober  selbst  die  beste  Pflege  konnte  den  Trägern
über  die  Strapazen  im  herrlichen  Adamauagebiet
nicht  hinweghelfen.  Bergauf,  bergab  ging  es  täglich,
steiniger  Boden  verursachte  Wunden  und  Schmerzen,
und  zum  Schluß  die  grimmige  Kälte,  die  selbst  uns
Beiße  veranlaßte,  Feuer  nachts  und  morgens  in
unseren  Hütten  zu  unterhalten.  Während  der  ersten
Stunden  des  Morgenmarsches  glich  die  Karawane
einem  Fackelzuge,  ein  jeder  Schwarze  trug  ein
Linene  Stück  Holz  in  der  Hand,  um  sich  zu
amen.

 

355

—

 

Der  südliche  Theil  der  durchwanderten  Landschaft
war  ungemein  wildreich,  der  nördliche  hingegen,  ganz
besonders  was  die  Elephanten  anbetrifft,  hat  sehr
unter  den  jagenden  Haussas  und  Fullanis  zu  leiden;
fast  täglich  fand  ich  verlassene  Lagerplätze  dieser
unsere  Kolonie  schädigenden  Jäger  an.

Am  15.  November,  nach  manchen  Tagen  Umherirrens,
  erreichte  ich  eine  Farm  des  Sultans  von
Ngaundere.  Nun  hieß  es,  eingedenk  der  Morgenund
  v.  Stettenschen  Erfahrungen:  „Bis  hierher
und  nicht  weiter,  sonst  sehe  ich  zum  zweiten  Male
den  Niger  und  nicht  den  Kongo".

Marsch  Südost  hieß  der  Befehl;  irgendwo  mußte
der  Weg  Ngaundere—  Kunde  getroffen  werden.  Die
Führer  hatten  längst  versagt.  Leider  thaten  dies
auch  meine  Leute,  die  abgemagert  und  am  ganzen
Körper  zerschunden  waren;  auch  meiner  Stütze,  dem
jungen  Unteroffizier  Staadt,  der  sich  während
der  ganzen  Expedition,  sowohl  was  die  Disziplin
der  ihm  unterstellten  Soldaten  anbetraf,  wie  im
Verkehr  mit  den  Eingeborenen,  tadellos  benommen
hat,  waren  diese  Anstrengungen  an  die  Leber  gegangen.
  Kurz  vor  dem  erhofften  Ziel  gebot  der
Zustand  der  Expedition  ein  Halt!

Leider  aber  fand  ich  die  Station  Kunde  verlassen,
  und  erst  nach  10  anstrengenden  Marschtagen  gelang
  es  mir,  Carnotville  am  Membere  zu  erreichen.

Ueber  die  Schiffbarkeit  des  Mungoflusses

hat  der  Hafenbaumeister  Klein  unter  dem  23.  April
d.  Is.  folgenden  Bericht  erstattet:

In  der  Zeit  vom  14.  bis  21.  d.  Mts.  bin  ich
in  einem  Kanu  den  Mungofluß  aufwärts  und  wieder
abwärts  gefahren,  um  ihn  in  Bezug  auf  seine  Schiffbarkeit,
  unter  besonderer  Berücksichtigung  des  Flußdampfers
  „Mungo“,  zu  untersuchen.  Ich  bin  zu
der  Ueberzeugung  gekommen,  daß  Dampfer  „Mungo“
den  gleichnamigen  Fluß  bis  Mundame  befahren  kann,
wenn  folgende  Vorbedingungen  erfüllt  sind:

Der  Dampfer  muß  mindestens  so  gut  steuern
wie  Dampfer  „Soden“,  was  noch  nicht  festgestellt,
aber  sehr  wahrscheinlich  ist.  —  Der  Steuerer  muß
die  Steuereigenschaften  des  Schiffes  genau  kennen
und  auszunutzen  verstehen;  er  muß  das  Schiff  in
der  Hand  haben,  wie  z.  B.  Njea  den  Dampfer
„Soden"  in  der  Hand  hat.  —  Der  Steuerer  muß
mit  den  lokalen  Verhältnissen  auf  dem  Fluß  genau
  vertraut  sein.  Er  muß  namentlich  beim
Abwärtsfahren  von  jeder  einzelnen  Biegung  genau
wissen,  welche  es  ist  und  wie  der  Flußlauf  sich
unterhalb  derselben  gestaltet,  um  rechtzeitig  die
richtige  Ruderlage  vornehmen  zu  können.  Die
Steinbarre  und  die  einzelnen  Steine  in  der  Mitte
des  Flusses  bieten  keine  Gefahr,  weil  sie  auf  gerader
Strecke  liegen.

Die  Krümmungen  sind  freilich  theilweise  kurz,
haben  aber  alle  nur  an  einer  Seite,  und  zwar  stets
        <pb n="398" />
        3

an  der  gleichen,  steiniges  Ufer.  Der  Dampfer  kann
stets  hart  an  die  Sandspitze  der  Biegung  fahren
und  so  die  Steine  vermeiden.  Es  wird  sich  dies,
falls  der  Steuerer  genügend  geübt  ist,  auch  bei
starkem  Strom  ausführen  lassen.  Bei  einer  Biegung
kurz  oberhalb  Kitti  ist  das  Fahrwasser  durch  vorliegende
  Steine  auf  etwa  25  m  verengt.  Dieses  ist
die  einzige  Stelle,  welche  eine  Gefahr  für  das  Schiff
näher  liegend  erscheinen  läßt,  als  sie  der  Flußschifffahrt
  beständig  droht.  Diese  Schwierigkeit  läßt  sich
jedoch  auch  überwinden,  sobald  der  Steuerer  die
nöthige  Uebung  hat.  Eine  weitere  Gefahr  für  die
Schifffahrt  bilden  die  festliegenden  Baumstämme;
dieselbe  läßt  sich  aber  ohne  erhebliche  Schwierigkeit
dadurch  beseitigen,  daß  die  Stämme  bei  ganz  niedrigem
Wasserstande  etwas  unter  oder  in  der  Wasserlinie  abgehauen
  werden.

Die  Einfahrt  vom  Modeakakriek  in  den  Mungo
ist  die  engste  Passage  mit  den  kürzesten  Biegungen;
weil  daselbst  aber  Ebbe  und  Fluth  wirken,  kann
man  sich  so  einrichten,  daß  das  Schiff  beim  Passiren
stets  den  Strom  von  vorne  hat.  Es  werden  dort
vielleicht  einige  überhängende  Bäume  zu  entfernen
sein.  Diese  Strecke  ist  übrigens  ein  geeignetes  Feld
sür  den  Steuerer,  sich  im  Nehmen  scharfer  Ecken  zu
üben.

An  dem  Reinigen  des  Mungokriek  ist  gut  gearbeitet.
  Zur  Hochwasserzeit  kann  das  Motorboot
den  Kriek  passiren.  Es  ist  jedoch  wünschenswerth,
daß  das  Boot  eine  Probefahrt  durch  den  Kriek  macht.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antiskhlaverei-Bewegung.

In  „Kreuz  und  Schwert“  lesen  wir  Folgendes:

Bischof  Allgeyer  hat  sich  auf  einer  Reise  in
das  Kilimandjarogebiet  das  Land  Rombo  auserkoren,
um  dort  eine  neue  Mission  anzulegen.  Dieselbe  soll
Fischerstadt  heißen,  nach  dem  Namen  des  hochwürdigen
Weihbischofs  Fischer  in  Köln,  welcher  dem  apostolischen
  Vikar  die  bischöfliche  Weihe  ertheilte.  Rombo
liegt  südöstlich  vom  großen  Schneeberg  Kilimandiaro
(6000  m).  Leider  hat  sich  der  Bischof  auf  dieser
Reise  heftige  Fieber  zugezogen.  Mit  Fischerstadt
werden  die  Väter  vom  hl.  Geist  drei  Stationen  am
Kilimandjaro  haben;  Kilema  und  Kiboscho  bestehen
bereits.

Schwesternmissionshaus  der  Pallotinerinnen
  zu  Limburg  a.  d.  L.  Nachdem  die  Mitglieder
  der  Niederlassung  der  Pallotiner-Kongregation
zu  Anfang  d.  Is.  in  das  neu  erbaute,  vor  Kurzem  eingeweihte
  Missionshaus  eingezogen  sind,  wird  in  den
Räumen  des  gräflich  Walderdorffschen  Hofes  dahier,
welcher  seit  1892  als  provisorisches  Missionshaus
gedient  hatte,  eifrig  daran  gearbeitet,  denselben  recht
bald  für  die  Aufnahme  der  seit  1895  in  unserer  Stadt

l

 

6

ansässigen  Missionsschwestern  in  Stand  zu  setzen.
Hiermit  wird  auch  für  die  Genossenschaft  die  Möglichkeit
  einer  freieren  und  volleren  Entfaltung  ihrer
berufsmäßigen  Wirksamkeit  geschaffen.  Die  bisher
von  den  Schwestern  innegehabte  Wohnung  bot  nur
für  eine  beschränkte  Zahl  Raum,  weshalb  manche
Aufnahmegesuche  trotz  des  großen  Bedarfs  an  neuen
Kräften  unberücksichtigt  bleiben  mußten.  Das  Hauptarbeitsfeld
  der  Kongregation  ist  bekanntlich  Deutsch-Kamerun
  in  Afrika.

–

RAus  fremden  Rolonien.
Organisations-Aenderung  in  den  französischen  Rolonien.

Nach  der  bisherigen  Organisation  der  französischen
  Kolonien  war  die  innere  Verwaltung  derselben
einem  besonderen  directeur  de  ’intérieur  mit
eigener  Machtvollkommenheit  und  Verantwortung,
allerdings  unter  Oberhoheit  des  Gouverneurs,  anvertraut.
  Wie  ein  dem  Präsidenten  der  Republik
erstatteter  Bericht  des  Kolonialministers  ausführt,
hat  sich  diese  Einrichtung  neuerdings,  nachdem  nicht
mehr,  wie  früher,  Militärs  zu  Gouverneuren  ernannt
wurden,  sondern  Civilpersonen,  als  überflüssig  oder
sogar  schädlich  herausgestellt,  da  thatsächlich  nunmehr
der  Gouverneur  auch  für  die  gesammte  innere  Verwaltung
  verantwortlich  gemacht  wurde.

Es  wird  deshalb  durch  Dekret  vom  21.  Mai
d.  Is.  die  Stellung  des  directeur  de  FPintérieur
und  des  ihm  beigegebenen  Generalsekretärs  aufgehoben.
Die  Funktionen  desselben  übernimmt  der  Gouverneur
selbst,  und  es  wird  ihm  ein  Generalsekretär  als  Stütze
und  Vertreter  beigegeben.

Die  Aenderung  gilt  jedoch  nicht  für  Indo-China,
den  Kongo,  Madagaskar,  St.  Pierre  und  Migquelon.

Statistik  englischer  Strafkolonien.

In  dem  Report  on  the  administration  of  the
Andaman  and  Nicobar  Islapds  and  the  penal
settlements  of  Port  Blair  and  the  Nicobars
for  1894/95  (Calcutta  1895)  ist  ein  umfangreiches
statistisches  Material  über  die  Verwaltung  und  die
wirthschaftlichen  Verhältnisse  dieser  englischen  Strafkolonie
  übersichtlich  zusammengestellt.  Aus  den  Angaben
  über  die  dorthin  verschickten  Sträflinge  ist
Folgendes  hervorzuheben:  Am  Schlusse  des  Berichtsjahres
  befanden  sich  in  der  Kolonie  10  427  Gefangene,
  von  denen  8842  (84,80  pCt.)  zu  lebenslänglicher,
  1585  (15,20  pCt.)  zu  zeitiger  Haft  verurtheilt
waren;  nur  31  (0,30  péCt.)  gehörten  der  christlichen
Religion  an.  Die  tägliche  Durchschnittsziffer  betrug
10  368  gegen  10  856  im  Vorjahre.  Die  Mänmer
waren  zu  89,73  pEt.,  die  Frauen  mit  einer  einzigen
Ausnahme  sämmtlich  Analphabeten.  Der  Werth  der
in  den  Gefängnissen  hergestellten  Erzeugnisse  (meist
Woll=  und  Baumwollwaaren)  belief  sich  auf  342  206
        <pb n="399" />
        Rupien  gegen  367  180  Rupien  im  Vorjahre.  40  Entweichungen
  kamen  im  Berichtsjahre  vor;  in  25  Fällen
wurden  die  Flüchtlinge  wieder  eingefangen.  Ein
großes  Zellengefängniß  mit  radialer  Anlage  und
600  Zellen  ist  im  Bau  begriffen.  Die  Nettokosten
für  jeden  Sträfling  sind  von  68  Rup.  2  A.  1  P.
(1890/91)  auf  95  Rup.  10  A.  11  P.  gestiegen.

Als  wichtigste  Erzeugnisse  der  Landwirthschaft
werden  erwähnt:  Thee  (Ernte  72  000  Pfund)  und
Kokosnüsse  (Ernte  247  038),  außerdem  Liberiakaffee,
Musa  textilis,  Zuckerrohr,  Arrowroot,  Tamarinden,
Betel  2c.  Die  Wälder  lieferten  260  965  Kubikfuß
5219  Tons  Bauholz  (Teak  und  Padouk).

Für  die  Aufrechterhaltung  der  öffentlichen  Sicherheit
  sorgt  eine  aus  Indern  bestehende  Polizeitruppe
von  640  Mann,  ferner  eine  Militärmacht  von
430  Mann  (europäisches  Detachement  140,  eingeborene
  Infanterie  290  Mann).  «

Die  Gesammteinnahmen  der  Kolonie  betrugen
417389  Rupien  gegen  778387  Rupien  im  Vorjahre,
die  Gesammtausgaben  1  409  442  Rupien  gegen
1557  132  Rupien  im  Vorjahre,  die  Nettokosten
demnach  992  053  Rupien  gegen  778745  Rupien
im  Vorjahre.

Die  Witterungsverhältnisse  des  Jahres  1894
ergeben  sich  aus  nachstehenden  Zahlen:

Regenmenege  117,,79  Zoll
(burchschnittl.  Regenmenge  der  fünf  vorhergehenden
Jahre  110,04  Zoll),

mittlere  Temperatur  833,7  Grad,
mittleres  Maximum  90,4
-  Minimuim  70,9  =

heißester  Monat:  April  (96,8  Grad),

kältester  =  Dezbr.  (66,9  =  ),
niedrigster  Barometerstand:  29,720  (19.  Juni),
höchster  -  30,186  (15.  Novbr.).

Abänderung  des  Spirituosenzolles  in  Lansibar.

Durch  eine  Regulation  vom  8.  Mai  1898  ist  in
Sansibar  in  Abänderung  einer  Verordnung  vom
15.  Juni  1897  bestimmt  worden,  daß  Spirituosen
nur  zu  folgenden  Minimalpreisen  eingeführt  werden
dürfen:

Gin,  Rum,  Mastica

Whisky,  Absinthe  5  sh,

Brandy,  Liköre  25  sh.

Der  Minimumpreis  für  Spirituosen  in  Fässern

darf  sich  25  pCt.  billiger  stellen.
»  Ketne  Firma  oder  sonstige  Person  darf  innerhalb
eines  Zeitraumes  von  je  sechs  Monaten  ohne  besondere
  Erlaubniß  mehr  als  1000  Kisten  oder
2000  Gallonen  Spirituosen  in  Fässern  aus  dem
Bollhaus  entnehmen.

Niemand  darf  mehr  als  50  Kisten  innerhalb
24  Hinden  dn  gollamt  entnehmen.

e  Verordnung  bezieht  si  "ei
Zier  und  Vübem  6  bezieht  sich  nicht  auf  Wein,

10  sh  für  die  Kiste,

357

 

Niemand  darf  innerhalb  eines  Jahres  mehr  als
200  Gallonen  Rohspiritus,  Alcohol  Ethylicum,
Spiritus  rectificatus  und  dergleichen  einführen.

(Zanzibar  Gazette  Nr.  328.)

—  —

Ueber  die  Lage  der  volkswirthschaft  in  Surinam
(Dolländisch-Guvana)

wird  Folgendes  berichtet:

Die  Kolonie  Surinam  zeigte  im  Jahre  1897
weder  auf  ökonomischem  noch  auf  industriellem  Gebiete
  eine  nennenswerthe  Veränderung.  Die  Kolonie
lenkt  jedoch  mehr  und  mehr  die  Aufmerksamkeit  des
Auslandes  auf  sich,  was  hauptsächlich  daraus  zu
erkennen  ist,  daß  dieselbe  in  letzter  Zeit  durch  zahlreiche
  Fremde  —  meist  Industrielle  —  besucht  wurde.

Die  Hoffnungen  auf  eine  reiche  Ernte  der  hauptsächlichsten
  Ausfuhrerzeugnisse,  welche  man  bei  Beginn
des  Jahres  1897  hegte,  haben  sich  zwar  nicht  verwirklicht,
  doch  ist  die  Ernte  im  Allgemeinen  nicht
schlecht  gewesen.

Die  Marktpreise  für  Kakao  zeigten  zu  Anfang
des  Jahres  eine  sinkende  Haltung;  das  Fallen  der
Preise  hielt  bis  etwa  Mitte  Juni  an.  Von  da
ab  stiegen  wegen  Mißernten  in  anderen  Kakaoländern
der  Welt  die  Preise  wieder.  Die  Preise  für  Kakao
betrugen  im  Juni  48  Cents  für  1  kg  und  im  Dezember
  82  Cents  für  1  kg.

An  Kakao  wurden  im  Jahre  1897  ausgeführt:

nach  den  Niederlanden  426  677  kg,
.  Großbritannien.  200  071
é"  den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  2  892  379.
Frankreich  36  637  —- 



zus.  einschl.  nach  anderen  Ländern  3  582  200  kg
gegen  im  Jahre  1896  3  302  568  =

Die  Aussichten  für  Liberiakaffee  sind  schlecht.
Obwohl  die  Pflanzungen  sehr  günstige  Ergebnisse
geliefert  haben,  sind  die  sehr  niedrigen  Preise  (gegen
Ende  des  Jahres  nicht  mehr  als  0,50  Gulden;  früher
1  Gulden  für  1  kg)  die  Ursache,  daß  kleinere  Pflanzungen
  mit  großen  Verlusten  arbeiten.

Da  alle  Kaffeepflanzungen  auf  alluvialem  Boden
angelegt  sind,  werden  kostspielige  Abwässerungswerke
benöthigt,  die  mit  dazu  beitragen,  die  Arbeitskosten
zu  vermehren;  infolgedessen  ist  es  nur  möglich,  bei
hohen  Preisen  einen  Vortheil  zu  erringen.

Eine  der  bedeutendsten  Plantagen  mit  großer
Maschinenanlage  und  ausgedehnter  Kultivation  wird.
falls  in  den  Marktpreisen  nicht  binnen  Kurzem  eine
bedeutende  Verbesserung  zustande  kommt,  ihre  Arbeiten
einstellen  müssen;  dieselbe  produzirte  im  Jahre  1897
etwa  136  000  kg  Liberiakaffee.

Mit  Aufmerksamkeit  folgen  die  Zuckerpflanzer  den
Berichten  aus  Europa,  bezüglich  der  Aufforderung
von  Belgien  zum  Zusammentritt  einer  internationalen
Konferenz,  auf  welcher  die  Abschaffung  der  Zuckerprämie
  in  Europa  besprochen  werden  soll.
        <pb n="400" />
        Auch  den  Schritten,  welche  England  nach  Empfang
des  Rapports  der  ausgesandten  Kommission  zur  Begutachtung
  eines  Wiederaufblühens  der  aussterbenden
Zuckerindustrie  in  Britisch-Westindien  eventuell  nehmen
wird,  wird  mit  Aufmerksamkeit  entgegengesehen.

Die  Preise  sind,  wahrscheinlich  infolge  der  geringeren
  Zuckerernte  auf  Cuba,  etwas  gestiegen.

Im  Bezirk  Coronie  hat  ein  holländisches  Syndikat
  mit  einem  Kapital  von  25  000  Gulden  eine
kleine  Fabrik  zur  Bereitung  von  Kokosöl  und  zur
Verwerthung  der  Fasern  der  Kokosschalen  errichtet;
dieselbe  ist  jedoch  noch  nicht  fertiggestellt.

Die  junge  Balataindustrie,  welche  vor  einigen
Jahren  so  viel  für  die  Zulunft  versprach,  wird  jetzt
nicht  mehr  in  so  großem  Umfange  betrieben.  Eine
der  größten  Unternehmungen  The  American  Ex.
ploitation  Comp.“  stellte  im  Jahre  1897  ihre
Arbeiten  ein.  Niedrige  Marktpreise  in  Verbindung
mit  größeren  Anfuhren  von  derartigen  Gummisorten
aus  Afrika  sind  hiervon  die  Ursache;  ebenso  auch  die
Unzuverlässigkeit  der  Aufseher  und  Arbeiter,  die  große
Vorschüsse  fordern  und  bekommen  und  dann  ihren
Verpflichtungen  nicht  nachkommen.

Im  Jahre  1896  wurden  846  467,2  g  Gold  im
Werthe  von  1  159  521  Gulden  gefördert.  Hiervon
wurden  698  477  g  nach  den  Niederlanden  ausgeführt.
  Die  gesammte  Goldausfuhr  seit  Beginn  der
Industrie  bis  Ende  1896  hatte  einen  Werth  von
20  694  380  Gulden.

Die  Goldausbeute  im  Jahre  1897  betrug:

 

im  Bezirk  Suriname  434  660  g,
-Saramacca  135  492.
Marowyne  76  410.
-  -Lawa  46  059  .

Zusammen  692  621  g.

Im  Laufe  des  Jahres  1896  bildete  sich  in  den
Niederlanden  ein  Komitee  zur  Sammlung  von  Beiträgen
  für  eine  wissenschaftliche  geologische  und  ökonomische
  Untersuchung  des  Landstriches  zwischen  den
Flüssen  Suriname  und  Marowyne,  dem  reichsten
Theile  der  Kolonie  Surinam.

Bei  günstigem  Erfolge  dieser  Untersuchung,  welche
ctwa  vier  Jahre  dauern  sollte,  wollte  man  zur  Ausbeute
  dieses  Landstrichs  übergehen.  Später  wandelte
sich  das  Komitee  in  eine  „Gesellschaft  Suriname“
um,  und  es  erhielt  diese  vom  Gouverneur  die  Erlaubniß,
  die  Untersuchung  vorzunehmen,  und  zugleich
das  Vorrecht,  die  untersuchten  Länderstrecken  auszubeuten.
  Ferner  erhielt  die  Gesellschaft  das  ausschließliche
  Recht,  in  diesem  Gebiete  eine  Eisenbahn
anzulegen.

Die  Regierung  in  den  Niederlanden  unterstützte
die  Unternehmung  mit  100  000  Gulden  und  stellte
einige  Ingenieure  aus  Ostindien  zur  Verfügung.

Ende  des  Jahres  1897  kam  die  Erforschungskommission
  in  Paramaribo  an,  bestehend  aus  drei
ostindischen  Ingenieuren  der  Wasserwerke,  einem
Mineralogen,  einem  Geologen  und  zwei  Feldmessern;

 

358  —

das  fernere  Personal  wurde  dort  angeworben.  Mit
einem  Oekonomen  und  noch  einem  Geologen  ist  die
Gesellschaft  in  Unterhandlung.

Das  nöthige  Kapital,  auf  500  000  Gulden  geschätzt,
  ist,  wie  man  sagt,  zum  Theil  aus  Deutschland
  zusammengebracht.

Von  dieser  Untersuchung  hegt  man  für  die  Zukunft
  die  größten  Erwartungen.  Und  nicht  mit
Unrecht!  Der  Reichthum  des  Bodens  der  Koleonie,
sowohl  auf  mineralem  als  ökonomischem  Gebiete  wird
dann  im  Auslande  bekannt  werden,  wodurch  Kapital
und  Arbeitskräfte,  zwei  Faktoren,  die  hier  so  nothwendig
  sind,  ihren  Weg  wohl  nach  Surinam  finden
werden.

Die  Erforschungskommission  beginnt  ihre  Arbeiten
mit  der  Bestimmung  der  Linie  für  die  anzulegende
Eisenbahn,  da  die  Landkonzession  von  dem  Zustandekommen
  der  Eisenbahn  abhängig  gemacht  worden  ist.

Ein  englisches  Syndikat,  dessen  Repräsentant  ein
Herr  J.  B.  Robertson  ist,  untersuchte  im  Jahre  1897
ausgedehnte  Länderstrecken  am  Saramaccafluß.  An
Konzessionsgeldern  allein  wurde  in  diesem  Jahre  die
nicht  geringe  Summe  von  19  945  Gulden  bezahlt,
da  die  Ländereien  besonderer  Umstände  wegen  nicht
für  eine  kostenfreie  Untersuchung  verfügbar  waren.
Zufriedenstellende  Resultate,  welche  die  jährlich  wiederkehrende
  Ausgabe  von  +  20  000  Gulden  begründen
konnten,  lieserte  die  Untersuchung  im  ersten  Jahre
nicht.  Das  Syndikat  wünschte  sich  daraufhin  zurückzuziehen,
  als  der  Herr  Robertson  dem  Gouvernement
  den  Vorschlag  machte,  ihm  während  fünf  Jahren
die  Erlaubniß  zu  verleihen,  die  Untersuchung  einiger
Länderstriche  am  Saramaccafluß,  zusammen  332  000
Hektar  groß,  gegen  eine  jährliche  Abgabe  von  2000
Gulden  vorzunehmen.

Für  jeden  Theil,  der  alsdann  zur  Ausbeute  geeignet
  befunden  werden  sollte,  sollten,  bevor  mit
Exploitation  begonnen  würde,  die  gewöhnlichen  Konzessionsabgaben
  bezahlt  werden.

Dos  Gonvernement,  welches  in  einem  Zurücktreten
des  Syndikats  Robertson  einen  großen  Nachtheil  für
die  Kolonie  erblickte,  reichte  darauf  bei  den  kolonialen
Staaten  ein  Ausnahmegesetz  ein,  welches  hauptsächlich
dem  Gounverneur  das  Recht  einräumen  sollte,  Syndikaten
  und  Gesellschaften  unter  durch  ihn  zu  stellenden
Bedingungen  für  eine  gewisse  Zeit  größere  Oberflächen
  Domänenland  abzustehen,  als  bis  jetzt  nach
den  Bestimmungen  des  Gesetzes  geschehen  konnte.

Die  kolonialen  Staaten  nahmen  dies  Gesetz  mit
großer  Stimmenmehrheit  an.  Es  erhielt  jedoch  nicht
die  Zustimmung  der  niederländischen  Regierung,  da
man  wahrscheinlich  nicht  so  ausgedehnte  Länderstrecken
und  noch  dazu  an  Nichtholländer  verleihen  wollte.
        <pb n="401" />
        Dandel  von  Mo  zambique  im  Jahre  1897.

An  statistischem  Material  liegen  lediglich  die  im
„Boletim  Ofkcial“  veröffentlichten  Werthe  der
Ein=  und  Ausfuhr  vor:

1897.  ·
Ausfuhr:
Réis  722  570  011
Mk.  2  408  590,00
1896.

Réis  526  591  542  Réis  356  511  061
Mk.  1  755  305,14  Mk.  1  188  370,20
1895.

Réis  571  805  401  Réis  222  735  322

Mk.  1  906  018,00  Mk.  742  451,07

Die  Zahlen  für  1897  lassen  einen  bedeutenden
Aufschwung  der  Ein=  und  Ausfuhr  vermuthen,  welcher
aber  den  Thatsachen  nicht  entspricht.  In  beiden
Werthen  sind  bedeutende  Geldbeträge  eingeschlossen,
die  anläßlich  der  Münzumwandlung  zu  Anfang
des  Jahres  1897  von  der  portugiesischen  Bank
ein=  und  ausgeführt  worden  sind.  Auf  die  Einfuhr
sind  aus  diesem  Grunde  etwa  150  Kontos  in  Abschlag
  zu  bringen,  auf  die  Ausfuhr  400  Kontos,
welche  in  gestempelten  Rupien  in  der  Bank  gelegen
hatten  und  zwecks  Einschmelzung  nach  Lissabon  gesandt
  wurden.  Danach  stellen  sich  die  Werthe,
wie  folgt:

Einfuhr:

Einfuhr:
Réis  683  204  110
Mk.  2  277  347,03

Ausfuhr:
Réis  533  204  110  Réis  322  570  011
Mk.  1  177  347,03  Mk.  1  075  233,33

Diese  Summen  repräsentiren  die  Handelsbewegungen
  in  Mozambique  und  Parapat.  Einfuhrwaaren
  für  letzteren  Platz  werden  in  Mozambique
verzollt;  die  ausgeführten  Produkte  werden  aber
größtentheils  in  Parapat  selbst  verzollt,  und  muß
man,  um  ein  richtiges  Bild  der  Handelsverhältnisse
in  beiden  Plätzen  zu  erhalten,  noch  etwa  100  Kontos
auf  die  Ausfuhrwerthe  schlagen.  Folgende  Zahlen
geben  dann  endgültig  die  richtigen  Werthe:

Einfuhr:  Ausfuhr:

Reis  533  204  110  Réis  422  570  011

Mk.  1  177  347,03  Mk.  1  408  566.70

Diese  Zahlen  stehen  auch  im  richtigen  Verhältniß
zu  der  vorjährigen  Produktenernte,  durch  welche  der
Umsatz  fast  ausschließlich  bedingt  wird.

Die  Erdnußernte  war  in  Parapat  reichlicher  als
im  Jahre  1896.  Es  wurden  etwa  50  000  Sack
angebracht  gegen  30  000  im  Jahre  1896,  dagegen
blieb  die  Anfuhr  in  Mozambique  mit  10  000  Sack
gegen  das  Vorjahr  zurück  und  erreichte  nur  etwa
20  000  Sack.  Letzterer  Ausfall  ist  hauptsachlich
kriegerischen  Expeditionen  der  Regierung  im  März
und  April  1897  zuzuschreiben.  Nach  Beendigung
dieser  in  der  Hauptsache  für  die  Regierung  günstig
derlaufenen  Operationen  wurden  verschiedene  kleinere
Militärstationen  einige  Meilen  ins  Innere  vorgeschoben,
  in  deren  Weichbild  sich  die  handeltreiben-359



 

den  Inder  ansiedeln  müssen,  während  sie  früher  sich
unbehindert  in  den  günstigsten  Handelscentren  niederlassen
  durften.  Diese  Neuerung  hat  dem  Handel
sehr  geschadet,  da  die  Neger  kein  Vertrauen  zu  der
Protektoratsregierung  fassen  wollen  und  jedem  Vordringen
  derselben  ins  Innere  feindlich  begegnen.

Die  Ausfuhr  von  Sesamsaat  ist  beträchtlich  zurückgegangen.
  Im  Jahre  1896  betrug  dieselbe  noch
15  000  Sack,  im  Vorjahre  sind  nur  3000  Sack  angebracht.
  Diese  Pflanze  wird  vorzugsweise  im
Norden  des  Distrikts  kultivirt.  Die  indischen  Händler,
welche  in  den  kleinen  nördlichen  Küstenplätzen  Handel
treiben,  mußten  sich  auf  Regierungsbefehl  aus  denselben
  zurückziehen,  da  man  keinen  Verkehr  dulden
wollte  an  Plätzen,  wo  die  Regierung  keine  Behörden
besaß.  Inzwischen  hat  man  nur  einen  weniger
wichtigen  Platz  an  der  Membabay  wieder  freigegeben,
  während  alle  übrigen  in  früheren  Jahren
einen  regen  Handel  bekundenden  Plätze  dem  Verkehr
verloren  gegangen  sind.  Theilweise  werden  die
Neger  des  Hinterlandes  den  Anbau  von  Saat  aufgegeben
  haben,  theilweise  mögen  die  nahe  am  Lurifluß
  wohnenden  Stämme  ihre  Produkte  ins  benachbarte
  Gebiet  der  Nyassa-Kompagnie,  welches  mit
seinen  geringeren  Zollsätzen  dem  Handel  ein  günstigeres
  Feld  bietet,  gebracht  haben.

Die  Ausfuhr  von  Gummi  elasticum  ist  fast  um
50  pCt.  zurückgegangen.  Dieser  Ausfall  ist  neben
wirthschaftlich-politischen  Einflüssen  auch  mit  dem
rücksichtslosen  Ausbeutungssystem  der  Neger  in  Zusammenhang
  zu  bringen.  Fast  75  pCt.  der  Gummiausfuhr
  besteht  aus  sogenanntem  gekochten  Gummi,
dessen  Qnalität  sich  von  Jahr  zu  Jahr  verschlechtert
hat,  so  daß  derselbe  kaum  noch  einen  Werth  für  den
europäischen  Markt  besitzt.  Durch  einmüthiges  Vorgehen
  der  Inder  und  der  europäischen  Kaufleute
hofft  man,  in  diesem  Jahre  wenigstens  eine  gute
Qualität  zu  erhalten,  indem  Jeder  nur  Gummi  in
einer  gewissen  Güte  kauft.

Grenadilleholz,  Schildpatt  und  Wachs  wurden
in  gewohnten  kleineren  Quantitäten  verschifft,  ohne
daß  sich  ein  Aufschwung  in  der  Ausfuhr  dieser  Produkte
  bemerkbar  machte.

Mtama  und  Mais  wurden  reichlich  geerntet.
Mit  40  000  Sack  mag  dieselbe  annähernd  richtig
geschätzt  sein,  von  denen  die  Hälfte  im  Lande  konsumirt
  und  die  andere  Hälfte  nach  Delagoabay,
Sansibar  und  Bombay  zur  Ausfuhr  gelangte.

Ueber  den  Handel  des  Küstenplatzes  Ibo  mit
seinem  der  Nyassa-Kompagnie  gehörenden  Hinterlande
  fehlen  statistische  Zahlen.  Die  einzigen  in
Betracht  kommenden  Artikel  sind  Sesamsaat,  Gummi
und  Wachs.  Die  Ausfuhr  der  ersteren  schätze  ich
auf  10  000  Sack,  von  denen,  wie  schon  angedeutet,
ein  größerer  Theil  jedenfalls  aus  dem  nördlichen
Mozambique-Distrikt  diesseits  des  Luriflusses  stammt.

Die  Ausfuhr  von  Gummi  elasticum  ist  zurückgegangen,
  augenscheinlich  zu  Gunsten  der  Südplätze
im  deutschen  Gebiet  Lindi  und  Milindani.
        <pb n="402" />
        Im  Gebiet  der  Nyassa-Kompagnie  ist  die  Ausfuhr
  gekochten  Gummis  verboten,  so  daß  in  dieser
Beziehung  der  Gummihandel  in  Jbo  und  Lindi
bezw.  Mikindani  auf  gleiche  Bedingungen  gestellt  ist.
Der  Ausfuhrzoll  in  den  deutschen  Plätzen  ist  aber
doppelt  so  hoch.  Wenn  trotzdem  die  Ausfuhr  in
Ibo  zu  Gunsten  der  anderen  Plätze  sinkt,  so  dürfte
dieser  Erfolg  den  besseren  Verkehrswegen  im  deutschen
Hinterlande  zuzuschreiben  sein.

Die  Ausfuhr  von  Wachs  in  Ibo  war  im  Jahre
1897  sehr  beträchtlich  und  erreichte  die  Höhe  von
2000  dz,  bildete  damit  über  die  Hälfte  der  ausgeführten
  Werthe.

Deutsche  Interessen  hatten  an  dem  Handel  in
Mozambique  bezw.  Parapat  im  Jahre  1897,  wie
folgt,  Theil:

Einfuhr:  Ausfuhr:
Mk.  461  643  Mk.  698  167

Obige  Zahlen  umfassen  etwa  25  PCt.  der  gesammten
  Einfuhr  und  50  pCt,  der  Ausfuhr,  dagegen
mindestens  75  pCt.  des  Geschäfts,  welches  europäischen
  Interessen  unterliegt.  In  der  Ausfuhr  bezeigten
  französische  Häuser  besonderen  Eifer  und  vermochten
  auch  einen  Theil  des  Geschäfts  sich  zu
sichern.  Die  Einfuhr,  soweit  sie  deutschen  Interessen
unterliegt,  hat  mit  461  643  Mk.  einen  besonders
hohen  Stand  erreicht  und  erklärt  sich  durch  größere
Bezüge  der  hiesigen  Regierung,  welche  in  Deutschland
  gedeckt  wurden,  namentlich  in  Medikamenten,
Wafsen,  kleineren  Dampfbooten  2c.

Die  allgemeine  Geschäftslage  hat  sich  nicht  gebessert.
  Durch  die  hohen  Zollsätze  des  seit  1893
bestehenden  Tarifs  sind  dem  Handel  schwere  Ketten
angelegt  und  die  europäischen  Kaufleute  den  indischen
gegenüber  in  Nachtheil  gestellt.  Der  Neger  kauft
sast  ausschließlich  die  spottbilligen  schlechten  Fabrikate,
die  der  indische  Kaufmann  in  seiner  Bedürfnißlosigkeit
  mit  einem  minimalen  Nuten  abgiebt.  In  nicht
allzu  langer  Zeit  wird  der  Lettere  das  Geschäft  vollkommen
  monopolisiren,  zumal  er  sich  die  wenigen
Artikel,  für  deren  Bezug  er  auf  Europa  angewiesen
ist,  direkt  kommen  lassen  kann.  Lediglich  die  finanziellen
  Verhältnisse  ermächtigen  den  Europäer,  sich
noch  einen  gewissen  Platz  im  geschäftlichen  Verkehr
zu  wahren,  bittere  Enttäuschungen  bleiben  ihm  aber
gewöhnlich  auch  nicht  erspart.  Die  Erfahrungen,  die
sich  aus  der  Handelsentwickelung  dieses  Distrikts
ziehen  lassen,  lehren  mit  aller  Bestimmtheit,  daß  sich
das  europäische  Element  nicht  neben  dem  indischen
zu  halten  vermag,  wenigstens  nicht  in  solchen
Distrikten,  wo  der  Handel  sich  meistens  durch  Austausch
  von  Negerartikeln  gegen  Landesprodukte  vollzieht.
  Der  Inder  arbeitet  mit  derselben  Intelligenz
bei  den  minimalsten  Lebensbedürfnissen  und  einer
größeren  Widerstandskraft  gegen  klimatische  Unbilden.

Der  Stillstand,  wenn  nicht  Rückgang  im  Handel
des  Distrikts  von  Mozambique  muß  hauptsächlich  den
sortwährenden  Unruhen  zwischen  den  Küstenstämmen
zugeschrieben  werden,  wodurch  die  friedlichen  Neger

360

 

im  Innern  zeitweise  verhindert  werden,  ihre  Produkte
an  die  Handelsniederlassungen  an  der  Küste  zu
bringen.

Die  Geldverhältnisse  der  Provinz  haben  sich  insofern
  gebessert,  als  ein  einheitliches  Münzsystem,
das  portugiesische,  geschaffen  worden  ist.  Der  Kurs
folgt  jetzt  den  Lissaboner  Notirungen,  während  in
früheren  Jahren,  als  noch  ein  gemischtes  System
von  Rupien  und  portugiesischem  Silber  bestand,  der
indische  Kurs  mehr  oder  weniger  maßgebend  war.
Seit  Einführung  der  portugiesischen  Münzwährung
haben  sich  für  den  Kaufmann  die  Schwierigkeiten,
Rimessen  anzuschaffen,  sehr  gesteigert,  die  hiesige
portugiesische  Bank  giebt  nur  Wechsel  auf  Lissabon
ab,  die  der  curopäische  Kaufmann  ungern  nimmt,
die  für  den  indischen  Händler  aber  ganz  unbrauchbar
sind.  Für  Wechsel  auf  Bombay  werden  unter  den
heutigen  Kursverhältnissen  bis  15  pCt.  Agio  bezahlt,
wodurch  der  Handel  natürlich  keine  Belebung  erfährt.
Die  den  Bedürfnissen  am  besten  entsprechende  Münze
ist  jedenfalls  die  Rupie,  welche  ja  auch  von  allen
übrigen  ostafrikanischen  Kolonien  als  Landesmünze
adoptirt  worden  ist.

Die  Nyassa-Kompagnie  besitzt  das  Verwaltungsrecht
  über  den  Cap  Delgado-Distrikt.  Während
Ibo,  der  Hafenplatz  des  Distriktes,  früher  noch
unter  direkter  portugiesischer  Verwaltung  stand,  ist
dasselbe  jetzt  der  Kompagnie  überlassen  worden.  Die
Thätigleit  der  Gesellschaft  beschränkt  sich  lediglich
auf  die  Erhebung  der  Zölle  und  eine  oberflächliche
Verwaltung  des  umfangreichen  Gebietes  durch  wenige
Beamte.  Mit  dem  Bau  der  geplanten  Eisenbahn
nach  dem  Nyassasee,  für  deren  Ausgangspunkt  die
als  Hasen  vorzüglich  geeignete  Pembabay  in  Aussicht
  genommen  war,  hat  man  noch  immer  nicht  angesangen.
  Die  Kompagnie  bestand  bisher  aus  drei
verschiedenen  Finanzgruppen,  einer  englischen,  einer
französischen  und  einer  portugiesischen.  Die  erstere
hat  jetzt  die  französischen  Ansprüche  aufgekauft,  so  daß
die  englische  Gruppe,  abgesehen  von  einer  unbedeutenden
  portugiesischen  Partei,  als  alleinige  Interessentin
  auftreten  kann.

Der  Schiffsverkehr  hat  fast  ausschließlich  in  den
Händen  der  Deutschen  Ostafrika-Liniegelegen.  58  deutsche
Dampfer  mit  151.035  t  liefen  hier  im  Jahre  1897  an,
dagegen  nur  31  französische  mit  35  842  t  und
16  englische  mit  26916  t.  Die  Konkurrenz  vermochte
  nur  einen  ganz  geringen  Theil  des  Frachtund
  Passagierverkehrs  an  sich  zu  ziehen,  mindestens
58  desselben  fielen  den  deutschen  Dampfern  zu.
Durch  Vermehrung  ihrer  Flotte  um  zwei  große
5000  t-Dampfer  hat  die  Deutsche  Ostafrika-Linie
noch  mehr  festen  Fuß  gefaßt,  so  daß  sie  in  diesem
Jahre  schon  einen  vierzehntägigen  Betrieb  durchführen
  kann  und  damit  jeder  Konkurrenz  gewachsen
ist.  Die  Linie  ist  noch  im  Besitz  des  Kontraktes  mit
der  portugiesischen  Regierung  behufs  Beförderung
ihrer  Beamten.
        <pb n="403" />
        Perschiedene  MWittlzeilungen.

Unterricht  in  der  Dauf#asprache.

Durch  die  Staatshaushaltsetats  des  Reiches  und
Preußens  des  Rechnungsjahres  1897/98  wurden  dem
Seminar  für  orientalische  Sprachen  die  Mittel  zur
Verfügung  gestellt,  eine  afrikanische  Sprache,  die  bis
dahin  im  Seminar  nicht  vertreten  war,  das  Haussa,
in  seinen  Lehrplan  aufzunehmen.  Von  Wichtigkeit
ist  diese  Sprache  für  uns  in  zwiefacher  Hinsicht,
einmal  für  die  Ausbeutung  unserer  kolonialen  Interessen,
  insofern  sie  im  Hinterlande  von  Togo  und
Kamerun  gesprochen  wird,  ganz  besonders  aber  für
die  Interessen  des  Handels,  da  die  Haussa  das
Handelsvolk  par  excellence  sind,  welches  den
ungeheuern  Westen  von  Afrika,  speziell  den  ganzen
Sudan,  den  Tschadsee,  kommerziell  und  finanziell
beherrscht.

Um  nun  zu  einer  effektiven  Vertretung  dieser
Sprache,  welche  allen  Anforderungen  des  Unterrichts
wie  der  Praxis  gewachsen  ist,  zu  gelangen,  wurde
Herr  Dr.  Julius  Lippert,  der  sich  bereits  als
Kenner  der  arabischen  Sprache  durch  mehrere
Poblikationen  vortheilhaft  belannt  gemacht  hatte,
vom  Seminar  für  orientalische  Sprachen  nach  Tunis
und  Tripolis  geschickt,  wo  er  dank  gütiger  Unterstützung
  seitens  des  Herrn  Generalkonsuls  v.  Bany
in  Tunis  und  des  italienischen  Konsulats  in  Tripolis
Gelegenheit  hatte,  sich  im  Verkehr  mit  gebildeten
Mitgliedern  der  dort  zahlreichen  Haussakolonien
sowohl  mit  dem  Wesen  ihrer  Sprache  als  auch  mit
den  handelsgeographischen  und  geschichtlichen  Verhältnissen
  des  Sudan  vertraut  zu  machen.  Für  den  praktischen
  Unterricht,  der  nach  Analogie  der  übrigen  beim
Seminar  vertretenen  Sprachen  durch  einen  Eingeborenen
  ertheilt  werden  soll,  hat  Dr.  Lippert,
nachdem  ein  Versuch,  einen  solchen  aus  dem  Hinterlande
  von  Togo  zu  finden,  mißlungen  war,  im  Auftrage
  des  Seminars  den  Fakih  Muhammed  Beschir
ben  Abd-es-Saläm  al-Ghati,  aus  Kano  (Sultanat
Sokoto)  gebürtig,  engagirt,  der  am  17.  d.  Mts.  in
Berlin  angelangt  ist  und  sein  Amt  als  Lektor  der
Haussasprache  angetreten  hat.

Versendung  von  Zämereien  tvopischer  und  subtropischer
utz=  und  Siergewächse.

Eine  Anzahl  Sämereien  tropischer  und  subtropischer
Nutz=  und  Ziergewächse,  die  aus  dem  botanischen
Garten  zu  Baeoda  in  Indien  stammen,  sind  neuerdings
  durch  die  botanische  Zentralstelle  in  Berlin  an
eine  Reihe  von  Stationen  der  Schutgebiete  zur  Vertheilung
  gelangt.  Es  haben  erhalten:  Windhoek
27  Arten,  darunter  besonders  raschwüchsige  Bäume,
wie  Casuarinen,  Albizzien  und  Sykomoren,  ferner
Dattelpalmen,  Seisenbäume,  Erythrinen  und  Caesalpinien;
  Victoria  39  Arten,  von  denen  Livistonapalmen,
  das  echte  indische  Sandelholz,  Kinobaum

361

 

und  Bassia  latifolia  erwähnenswerth  sind;  Kete-Kraschi
  19  Arten  verschiedener  Nutzhölzer;  Dar-es-Saläm
  37;  Kuirenga  10;  Moschi  9  und  Kwai
11  Arten,  hauptsächlich  werthvolle  Bäume,  Medizinalund
  Zierpflanzen.

Eingegangen  sind:

1.  220  Nummern  Herbarpflanzen  aus  Yaunde  und
Bijinde  in  Kamerun,  von  Herrn  Zenker  für
das  Botanische  Museum  gesammelt  und  sehr
werthvoll,

2.  47  Nummern  Herbarpflanzen  und  20  Nummern
Sämereien  vom  Landwirth  Eick  aus  Kwai  in
Usambara  und

3.  Saatgut  der  in  den  Haussaländern  zur  Verwendung
  kommenden  Indigopflanzen  vom  Stationsvorsteher
  Grafen  Zech  in  Kete-Kraschi.

Aufbebung  des  Ronsulats  in  Cuittah#.
Das  Kaiserliche  Konsulat  in  Quittah  (Goldküste)
ist  eingezogen  worden.  Die  dortigen  Konsulatsgeschäfte

  werden  fortan  vom  Kaiserlichen  Gouvernement
  in  Lome  wahrgenommen.

—

 

Deutsche  Pandels-  und  Plantagengesellschaft  der
Züdsee-Inseln  zu  Damburg.

Der  Bericht  über  das  Geschäftsjahr  1897  äußert
sich  über  die  erzielten  Resultate  günstig.  Im  Kopramarkt
  begann  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  eine
aufsteigende  Bewegung,  die  Pflanzungen  lieferten  eine
größere  Ernte,  während  andererseits  weitere  Ersparungen
  in  den  Betriebskosten  der  Unternehmung
durchgeführt  werden  konnten  und  auf  den  Besitz  der
Gesellschaft  an  Aktien  der  Jaluit-Gesellschaft  eine
Dividende  von  23  000  Mk.  entfsiel.  Das  Gewinnund
  Verlustkonto  weist  einen  Gewinn  von  324679  Mk.
gegen  163072  Mk.  im  Jahre  1896  auf.  In  der  politischen
  Lage  der  Samoa-Inseln  war  keine  Veränderung
hervorgetreten.  Die  Frage  der  Rückberufung  des
nach  den  Marschall-Inseln  verbannten  Kronprätendenten
  Mataafa  und  seiner  Häuptlinge  hat  zwar
eine  Erregung  unter  den  Parteien  der  Samoaner
wachgerufen,  welche  aber  im  vorigen  Jahre  zu  keinem
Ausbruche  von  Feindseligkeiten  unter  ihnen  führte,
und  auch  die  Beraubungen  der  Pflanzungen  gingen
nicht  über  das  seit  Langem  leider  gewohnte  Maß
hinaus,  wozu  allerdings  hauptsächlich  eine  gute  Ernte
der  eigenen  Kulturen  der  Samoaner  beigetragen  hat.
Mit  der  Konkurrenz  im  Import=  und  Exportgeschäfte
seitens  der  englischen  Kolonien  hatte  die  Gesellschaft
auch  ferner  einen  ernsten  Kampf  zu  bestehen,  wohingegen
  ihr  Verhältniß  zu  den  Repräsentanten  dieser
und  auch  der  weniger  hervortretenden  amerikanischen
Konkurrenz  nach  wie  vor  ein  durchaus  gutes  und
freundschaftliches  verblieb.  Von  der  Vorrechtsanleihe
wurden  am  1.  Oktober  v.  Is.  wiederum  die  am
1.  April  ausgeloosten  25  000  Mk.  ausbezahlt,  wo-—

  —
        <pb n="404" />
        durch  seither  im  Ganzen  224  000  Mk.  von  dieser
Anleihe  amortisirt  sind.  Auf  den  Samoa-Inseln  ist
auch  in  diesem  Frühjahr  die  Orkanzeit  glücklich  vorübergegangen,
  jedoch  wurde  die  Haabaigruppe  der
Tonga-Inseln  durch  ein  Unwetter  geschädigt.  Die
Regenzeit  hat,  nachdem  die  Gesellschaft  zwei  Jahre
lang  unter  nie  gekannter  Trockenheit  zu  leiden  hatte,
endlich  wieder  reichlichen  Regen  gebracht,  und  die
Aussichten  für  die  Kopraernte  dieses  Jahres  können
als  gute  bezeichnet  werden.  Auch  der  Kopramarkt
hat  im  Zusammenhange  mit  dem  für  andere  Oelfrüchte
  und  Fette  eine  feste  Stimmung  bewahrt,
und  wenn  die  Konkurrenz  auf  den  Inseln  nicht  die
Einkaufspreise  gar  zu  sehr  in  die  Höhe  treibt  und
die  drohende  Mataafafrage  auf  Samoa  eine  befriedigende
  Lösung  findet,  so  darf  für  das  laufende
Jahr  wieder  ein  guter  Erfolg  der  Unternehmung
erwartet  werden.  Durch  die  Einbehaltung  der  seit
der  Reorganisation  der  Unternehmung  erzielten
Betriebsgewinne  ist  es  gelungen,  die  finanzielle  Lage
wesentlich  zu  heben.  Die  Reserven  betragen  zusammen
  1  023776  Mk.  Aus  dem  Reingewinn  von
324  679  Mk.  sind  die  gewohnten  Abschreibungen
mit  120  218  Mk.  vorzunehmen,  und  der  nach
Dotirung  des  Reservekontos  und  nach  Abzug  der
Tantieme  an  den  Aussichtsrath  verbleibende  Gewinnsaldo
  von  184525  Mk.  soll  dem  Extra-Abschreibungskonto
  zugeführt  werden.

Deutsche  Militärdienst=  Versicherungs  =  Anstalt
in  Dannover.

Der  jüngste  Geschäftsbericht  weist  folgende  Resultate
  auf:  Der  Gesammtzugang  im  Jahre  1897
betrug  18  083  Anträge  über  Mk.  33  218  728,80
Versicherungssumme;  zum  Abschluß  gelangten  16  379
Versicherungen  über  Mk.  27  889  028,80  Kapital.
Bestand  Ende  1897  216  190  Versicherungen  über
Mk.  275  716  445,52  Kapital.  Der  reine  Zuwachs
in  1897  beträgt  7338  Versicherungen  über  Mk.
17  215  964,80  Versicherungssumme.

Es  betrugen  insgesammt:

1897  1896
Mark  Mark
1.  die  Prämieneinnahme  11  481  432,68  11  044  199,96
2.  die  Prämien-Reserve  und
Prämien-Ueberträge  833  378  287,81  76  155  928.92
3.  die  Hypotheken  79  609  850,—  71  851  850.—
4,  die  Werthpapiere  3927687.  50  3  741  137.50
5.  die  Zinseneinnahme  3  237  246,28  2962  024.16
6.  der  Üeberschuß  ..  ...  369  853,49  417  735,36
7.  der  Sicherheitofonds  und
der  Garantiesonds  1215  804,07  1230  683,35
8.  der  Invalidenfonds-.  3283  340,82  313  616,29
9.  der  Dividendenfonds  1993941,28  1  847  991,41
10.  der  Hupotheken=  und

Effekten-Reservesonds  40  000,—  —

Der  Zweck  der  Anstalt  ist:  1.  Deckung  der  Kosten
des  Militärdienstes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten,
Versorgung  von  Invaliden.  Nur  Knaben  unter
12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aufnahme.

362

 

2.  Versorgung  von  Hinterbliebenen  und  Altersversorgung.
  Sicherung  von  Kapitalien  zur  Beschaffung
von  Aussteuern  und  für  Studienzwecke.  Personen
beiderlei  Geschlechts  finden  vom  zehnten  Lebensjahre
ab  in  dieser  Abtheilung  Aufnahme.

-

    

7V7V7V7VVTyTVTYTTyYV7TyY7TTyT7yTy7TYyyVVY  yy

Tikter  atur.

Georg  Franzius,  Geh.  und  Ober-Baurath,  Marine-Hafenbaudirektor
  in  Kiel:  Kiau-Tschou,  Deutschlands
  Erwerbung  in  Ostasien.  Mit  über  100  Illustrationen.
  Original-Prachteinband  in  5  Farben.
Berlin  1898,  Verlag  von  Schall  &amp;amp;  Grund.

Als  die  Besetzung  der  Bucht  von  Kiau-Tschou
bekannt  wurde,  begrüßte  man  diese  Nachricht  im
ganzen  Deutschen  Reich  mit  großer  Genugthuung  als
ein  Zeichen,  daß  unsere  Regierung  gewillt  sei,  rasch
und  energisch  für  die  Ermordung  deutscher  Missionare
eine  angemessene  Sühne  zu  erwirken  und  der  Wiederholung
  solcher  Vorgänge  möglichst  vorzubeugen.  Nur
Wenige  ahnten,  daß  die  Erwerbung  dieser  Bucht
schon  seit  langer  Zeit  angeregt  war  und  auch  bereits
den  Gegenstand  von  Verhandlungen  mit  der  chinesischen
  Regierung  bildete,  seitdem  nämlich  alle  maßgebenden
  Faktoren  unserer  Regierung  an  der  Hand
eines  von  dem  Geheimen  Marine-Baurath  Franzius
erstatteten  Gutachtens  über  den  Werth  verschiedener,
für  einen  deutschen  Stützpunkt  in  Ostasien  in  Frage
kommenden  Häfen  sich  für  die  Bucht  von  Kian-Tschou
  entschieden  hatten.  Der  Staatssekretär  des
Auswärtigen  Amts  gab  zuerst  im  Reichstage  Aufschluß
  über  die  Sachlage,  und  der  Geheimrath
Franzius  theilte  dann  in  den  Kolonialvereinen
Berlin,  Schwerin  und  Nürnberg  sowie  im  Feutilleton
der  „Kölnischen  Zeitung“  mancherlei  über  die  Vorgeschichte
  der  Erwerbung  und  über  die  von  ihm  auf
seiner  Studienreise  nach  Ostasien  gemachten  Beobachtungen
  mit.  Auf  Anregung  Sr.  Maojestät  ist  nun
das  bis  jetzt  über  diesen  Gegenstand  bekannte  Material
in  einem  für  die  weitesten  Kreise  bestimmten,  mit
vielen  Illustrationen  versehenen  Buch  gesammelt,  das
unter  dem  Titel  „Kiau-Tschou,  unsere  Erwerbung  in
Ostasien“  soeben  erschienen  ist.  Dasselbe  ist  von  dem
Geheimrath  Franzius  geschrieben,  während  die
Illustration  von  dem  auf  diesem  Gebiete  sehr  erfahrenen
  Vorsteher  des  chalkographischen  Instituts
der  Reichsdruckerei,  Herrn  Professor  Roese,  geleitet
wurde.  Der  Inhalt  zerfällt  in  folgende  Kapitel:
1.  An  Bord  des  Dampfers  des  Norddeutschen  Lloyd,
2.  Hongkong  und  Canton,  3.  Auf  deutschen  Kriegsschiffen,
  4.  Die  chinesische  Küste,  5.  Die  Bevölkerung,
6.  Die  Verkehrsmittel,  7.  Handel  und  Industrie,
8.  Amoy  und  die  Samsah-Bucht,  9.  Die  Provinz
Schantung,  10.  Die  Bucht  von  Kian-Tschou,
11.  Deutsche  Missionare  in  Schantung,  12.  Die
Besitzergreifung.  Se.  Majestät  der  Kaiser  hat  das
Werk  mit  verschiedenen  Allerhöchsten  Bildern  bezw.
        <pb n="405" />
        —  6868

seitrbaen  ausgezeichnet,  und  wir
iese  erk  ein  echt  national

ec  es  Prachtwerk  z
n  eine  vorzügliche  Darstellung  in  Worr  und
ild  von  deutschem  Unternehmungsgeis

.  tunddetl
Machtentwickelung  auf  kolonialem  Gebiete.  uischer

uoß  Oppert:  Ostasiatische  Wanderungen,
#zen  und  Erinnerungen  aus  Indien,  China,
Japan  und  Korea.  Stuttgart,  Strecker  &amp;amp;  Moser.
8“.  VIII  und  221  Seiten.
C.  Oppert,  der  Verfasser  des  ersten  ausführlichen
  deutschen  Werkes  über  Korea  „Ein  verschlossenes
  Land“,  veröffentlicht  in  diesem  neuen
Buch  eine  Sammlung  von  Skizzen  und  Erinnerungen
aus  seinem  fast  20  jährigen  Aufenthalt  in  Ostasien,
die  bei  der  Kenntniß  desselben  von  den  einschlägigen
Verhältnissen  gerade  jetzt,  wo  die  Aufmerksamkeit  der
hanzen  zivilisirten  Welt  auf  die  Entwickelung  der
oftosiatischen  Frage“  gerichtet  ist,  von  Werth  für
alle  jene  Kreise  sein  dürften,  die  sich  für  frühere
und  zukünftige  Vorgänge  im  fernen  Osten  interessiren.

stehen  nicht  an,

J  Heco  (Tokio):  Erinnerungen  eines  Japaners.
Schilderung  der  Entwickelung  Japans  vor  und  seit
der  Eröffnung  bis  auf  die  Neuzeit.  Nach  den
Originalaufzeichnungen  übersetzt,  bearbeitet  und  mit
einer  Einleitung  von  Ernst  Oppert.  Stuttgart,
Strecker  &amp;amp;  Moser.  80.  XVI  und  364  Seiten.

Diese  Erinnerungen  eines  Japaners,  das  erste
derartige  auf  dem  deutschen  Büchermarkte  erscheinende
Werk,  sind  nicht  allein  dadurch  sehr  werthvoll,  daß
sie  an  der  Hand  eines  Eingeborenen  in  das  Familienund
  geistige  Leben  des  alten  Japan  einführen,  sie
entwerfen  auch  zum  ersten  Mal  aus  authentischen
Quellen  Schilderungen  der  spannenden  politischen
Entwickelung  des  Inselreichs  bis  auf  die  Neuzeit.

Fr.  Harrwitz:  Adreßbuch  für  die  deutsche  Mechanik
und  Optik  und  verwandte  Berufszweige  Band  J.
Berlin  1898.  Im  Verlage  der  Administration
der  Fachzeitschrift  „Der  Mechaniker"“  F.  und
M.  Harrwigz.  .

Dieses  in  zweiter,  völlig  neu  bearbeiteter  Ausgabe
  erscheinende  Adreßbuch  enthält  ein  für  den
Export  sehr  nützliches  und  beachtenswerthes  Verzeichniß
  der  zahlreichen  deutschen  Mechaniker,  Optiker
und  Glasinstrumentenmacher  und  verwandter  Berufszweige
  nach  Firmen  und  Städten  geordnet  und  zugleich
  ein  Verzeichniß  der  von  einzelnen  Firmen  gepflogenen
  Spezialitäten.  Namentlich  dieser  Abschnitt
ist  besonders  geeignet,  die  Aufmerksamkeit  der  Interessenten
  im  In=  und  Ausland  auf  die  Erzeugnsse
der  deutschen  Feinmechanik  ständig  zu  lenken,  und
hat  derselbe  einen  großen  kaufmännischen  Werth.

 

Meyers  Sprachführer:  Englisch,  von  E.  G.
Ravenstein,  London.  —  Französisch,  von  Prof.
E.  Pollak,  Paris.  —  Italienisch,  von

 

—.

Dr.  R.  Kleinpe  1—  ;-DWQ
  RuppcxktmlEVecthpklj  —  Penich,  von
von  NS  Le  .  rid.  Portugiesisch,
on  Prof.  C.  G.  Kordien  und  Dr.  Michaelis
de  Vasconcellos,  Porto.  —  Sch  wedisch  d
Irn.  E.  Sellin,  Stockholm.  —  2  4uh  und
Norwegisch,  von  Heinr.  Nissen,  Kopenhagen.  —
Russisch,  von  K.  v.  Jürgens,  St.  Petersburg.
—Neugriechisch,  von  Prof.  J.  K.  Mitsotakis,
Athen.  —  Türkisch,  von  Dir.  W.  Heintze,
Smyrna.  —  Arabisch,  von  Prof.  M.  Hartmann,
Beirut.  —  Verlag  des  Bibliographischen  Instituts
in  Leipzig  und  Wien.
Ueber  diese  bekannten  und  beliebten  Reisehülfsbücher
  schreibt  E.  Thomas  im  „Export“:

Diese  kleinen  Bücher,  die  einander  im  Aeußern
wie  Brüder  gleichen,  und  von  denen  doch  jedes  eine
Welt  für  sich  einschließt,  bieten  zur  Kenntniß  der
Umgangssprache  das  schätzenswertheste  Material,  und
ihr  Studium  ist  nicht  dringend  genug  denen  anzurathen,
  die  sich  im  fremden  Lande  verständlich  machen
wollen,  ohne  selbst  Sprachkenntnisse  zu  besitzen.  Sie
überragen  Alles,  was  sich  in  der  sprachwissenschaftlichen
  Literatur  unter  dem  Titel  Konversationsbüchlein,
  Führer,  Reisebegleiter  2c.  herumtreibt.  Sie
geben  nicht  bloß  das  nackte  Wort,  sondern  zeigen
zugleich  die  Anwendung  desselben.  Was  nützt  es
beispielsweise  dem  Lernenden,  wenn  er  in  dem
Wörterbuch  für  groß:  great,  large,  big,  hugze,
tall  2c.  findet,  ohne  jede  Belehrung  über  den  Gebrauch
  dieser  Wörter?  Der  Uneingeweihte  ahnt
wohl  nicht,  welche  Summc  von  Arbeit  und  Fleiß
diese  kleinen  schlanken  und  eleganten  Büchelchen  einschließen,
  die,  so  verschieden  auch  ihr  Inhalt  ist,  nach
einem  einheitlichen  gemeinsamen  Plane  bearbeitet  sind,
dem  sich  der  spröde  und  oft  so  verschieden  geartete
Stoff  scheinbar  mühelos  anschmiegt.  *

Was  ist  nun  aber  eben  das  Charakteristische  an
diesem  Plane?  Es  ist  vor  Allem  die  auch  für  ganze
Gruppen  (Hotel,  fahren,  Bahnho#f,  baden  2c.)  durchgeführte
  alphabetische  Anordnung,  die  im  Gegensatz
zur  sogenannten  systematischen  Anordnung  ein  sosortiges
  Auffinden  jedes  Wortes,  jeder  Wendung
ermöglicht,  und  dazu  kommt  ferner  noch  Folgendes:
Jeder  Meyersche  Sprachführer  zersfällt  in  drei  Theile.
Der  erste  geht  vom  Deutschen  aus  und  übersetzt  die
deutschen  Wörter  und  Wendungen  in  die  betreffende
fremde  Umgangssprache.  Er  dient  dazu,  sich  verständlich
  zu  machen.  Der  zweite  enthält  die  wichtigsten
Vokabeln  der  fremden  Sprache  mit  Uebersetzung  ins
Deutsche.  Er  ermöglicht  das  Verstehen.  Und  der
dritte  Abschnitt,  der  eine  knappe,  gemeinverständlich
abgefaßte  Grammatik  der  betreffenden  fremden  Sprache
enthält,  hat  die  Ausgabe,  zur  Bildung  selbständiger
Sätze  aus  den  in  den  beiden  ersten  Theilen  aufgeführten
  Vokabeln  anzuleiten.  Die  zahlreichen  Fußnoten
  aber,  die  den  Text  begleiten,  werfen  interessante
Streiflichter  auf  Land  und  Leute,  mit  deren  Sitten
und  Gebräuchen  sie  den  Reisenden  vertraut  machen
wollen,  und  erheben  das  Buch  zu  einer  interessanten
        <pb n="406" />
        —  364  —

kulturgeschichtlichen  Lektüre,  die  uns  vollständig  ver-  Said  Ruete,  Premierlieutenant:  Meine  Reisen  in
gessen  läßt,  daß  wir  eigentlich  ein  Wörterbuch  vor  Syrien  und  Palästina  mit  besonderer  Berücksichti-8
  haben  -  gung  der  dortigen  deutschen  Tempelgemeinden.  Mit
un  ·  einer  Karte.  Vortrag,  gehalten  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg
  der  deutschen  Kolonialgesellschaft,  mit
daran  anknüpfenden  Ausführungen  des  Herrn  Konsuls
Freiherrn  v.  Münchhausen.  gr.  89.  Mk.  —

I  80
Iillerakursverxeichnik.  Dietrich  dieimer  (Ernsi  Vohsen),  Verlin.

Scherff,  Julius:  Nord-Amerika.  Reisebilder,  sozial-Boshart,

  August  (Capitaine:  Zehn  Jahre  afrika-  #  politische  und  wirthschaftliche  Studien  aus  den  Vernischen
  Lebens.  gr.  80.  Mk.  4,—.  1T  einigten  Staaten.  gr.  80.  Mk.  4,50.

Otto  Wigand,  Leipzig.  1  Otto  Wigand
l
i

    

WkswfdffIns-VPOWPFFFTFFWPPFFF

 

,  Leipzig.

Verzeichniß  der  Kaiserlich  deutschen  Konsulate.
Mai  1898.  Auswärtiges  Amt  des  Deutschen  Reiches.
gr.  40.  (61  S.)  Mk.  1.25.

—.—  der  Konsoin  im  Deutschen  Reich.  1898.  40.
(34  S.)  Mk.  —,80.

Helm  (Hauptmann):  Die  deutsche  Marine  nach  dem
Flottenges  etz  von  1898  mit  Berücksichtigung  der  bis
zum  Jahre  1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.
In  TDabellenform  übersichtlich  zusammengestellt.  40.
16  S.)  Mk.  —.060.

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Schöller,  Dr.  Max:  Meine  Aequatorial-,  OÖstafrika-  Zabel,  Rudolf:  Cuba.  Die  wirthschaftliche,  soziale  und

und  Uganda-  Expedition  1896/97.  Mit  einer  Karte.  politische  Entwickelung  der  Insel  unter  besonderer  Be-Vortrag,

  gehalten  in  der  Abtheilung  Berlin-Charlotten-  rüdsichtigung  der  deutschen  Handelsinteressen  dargestellt.
burg  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.  gr.  80.  Mk.  1,20.

5  Bogen  80.  Mk.  1,50.
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.  Friedrich  Luckhardt,  Leipzig.

 

—

 

—

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  24/2.  Sydney  6,5.  —  Apia.  (Poststation:  Hospostamt).

„Condor“  8/1.  Sanusibar.  (Poststation:  Sansibar.)

.  „Cormoran“  16/3.  Shanghai  23/4.  —  24/4.  Kiautschon  1/5.  —  8/5.  Manila.  (Poststation:
  Hongkong.)

4.„Falke“  27/1.  Sydney  13/4.  —  25/4.  Apia  20/5.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)
.„Habicht“  15/4.  Loanda  17/4.  —  28/4.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

ermessungsschiff  „Möwe“  5/3.  Manila  9/3.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
„Schwalbe“  Kiel  20/1.  —  29/4.  Gibraltar  3/5.  —  11/5.  Port  Said  16/5.  —  Aden.
(Poststation:  Sansibar.)

„Seeadler“  6/4.  Lourenzo  Marques  16/4.  —  24/4.  Majunga  (Madagaskar)  27/4.  —  35.
Dar-es-Saläm  6/5.  —  Sansibar  14/5.  Heimreise.  (Poststation:  Port  Said.)

„Wolf“  25/12.  Kamerun  30/4.  —  8/5.  Loanda  14/5.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

Ablösungstransporte:

M.
.M.

.  M.
.  M.

&amp;amp;  &amp;amp;  &amp;amp;CGed  Kas
ESSS  ES:
&amp;amp;  &amp;amp;  Gere  Hog

1.  Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Cormoran“
(ganze  Besatzung):
Ausreise:  Trausportführer:  Korvettenkapitän  Reincke:  Wilhelmshaven  4/5.  —  nach  Kiautschou.
2.

Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Herzog"  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstrausport
für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatung):

Ausreise:  Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:  Hamburg  11/5.—  nach  Sansibar.
1.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  des  Nordd.  Lloyd  „Preußen“  mit  dem  Transport  für  das  Vermessungsdetachement
  in  Kiautschou.

Transportführer:  a)  von  Bremerhaven—Genna:  Unterlieutenant  zur  See  Windmüller,

b)  von  Genua—  Kiautschou:  Kapitänlieutenant  Deimling:
Bremerhaven  22/3.  —  24/3.  Antwerpen  27/3.  —  28/3.  Southampton  28/3.  —  3/4.  Genua  5/4.—
6/.  Neapel  6/4.  —  10/4.  Port  Said  10/4.  —  11/4.  Suez  11/4.  —  15/4.  Aden  15/4.  —  22/4.
Colombo  22/4.  —  16/5.  Tsintau.

 

—  —     —  —..

Verkehre  Nacheichten.

Die  Hamburger  Firma  Flügge,  Johannsen  &amp;amp;  Lubinus  wird  von  Anfang  Juli  an  in
Zwischenräumen  von  acht  bis  zehn  Wochen  erstklassige  Segler  von  Hamburg  nach  Kapstadt  expediren.  Die
eiserne  Bark  „Oldenburg“  wird  die  erste  Fahrt  ausführen.  Reisedauer  60  bis  70  Tage.  Das  Schiff

wird  voraussichtlich  den  Anschluß  an  den  Postdampfer  „Leutwein“,  der  am  15.  September  von  Kapstadt
nach  Swakopmund  fährt,  erreichen.
        <pb n="407" />
        —  365

Vostdampffchiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abs  rrntqäecnnn
Nach  vom  Ei  shrt  eroigt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
schifun  *  an  folgenden  Tagen  Dauer  Berlin  spätestens
gshafen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  22.  Juni,  —  -
2eeutsche  Schiste,  6.  S  abts.  Danga  19—20  Tage  am  17.,  20.  Juni,
I.  veufsch.  Obofrika  Prindist  ant  8n  “  1  Der  ess  Sal.  20—21  Tg  4.,  15.  Juli
.  *7-  —i  100  rd.  uli  ansibar  22  Tage  11%  abds.
arseille  am  10.  jedes  Mts.  ansibar  18  jed
Uerentosssche  ainh,  40  Und.  —  ———2*eeD
2.  Deutsch-üdwestafrika.  1  Southampton  am  2,  30.  Juli  Lüderitzbucht  22  Tage  am  1.,  29.  Juli
engl.  Schiffe  bis  Kap  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  15  ums

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Warmbad  und  Ukamas
wöchentlich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  4  Woch.
auf  dem  Landwege.)

3.  Ramerun.

4.  Logo-Gebiet.
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

ambur
#ht

|  Lamburg

(deutsche  Schtffe)
Liverpool

(englische  Schiffe)

 

ambur
e  Cat#e,

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(französische  Schisse)

Bordeaux
(französische  Schiffe)

ladt,  daun  deutscher
Dampfer  „Leutwein")

 

nachts

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  6.  Juli,  3.  August

am  25.  Juli,  25.  Sept.

Swakopmund  30  Tage

Lüderigbucht  40  Tage

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  25.  Juli,  25.  Sept.
720  abds.

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  4.  Juli,  1.  August
15  Ums.

 

am  10.jedes  Ws.  nachts
am  20.jedes  Mts.

m  29.  Juni,  13.  Juli

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Juli,  10.  Sept.
110  vms.

 

 

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quittah  36  Tage

von  da  ab  vade  gei
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  handorrgndung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverbindung

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  27.  Juni,  11.  Juli
16  ums.

am  23.  jedes  Monats
10½  abds.

am  8.  Juli,  8.  Sept.
107  abds.  *#

 

 

 

 

 

!
Neapel  oam  29.  Juni,  24.  Aug.
5.  Deutsch-Ueu-Gninea.  6  (beutsche  Schiffe)  #cabds.
W  Brindisi  am  3  ull,  28.  Aug.
(Nachversand)  abds.
6.  Marshall·  Inseln.  Cuxhaven  am  14.  Juli

Homnburg—Amerifa-=  Linie  bis

w.  Vork,  von  New--Vork  bis
2  Francicco  Eisenbahn,  dann
deulsches  Segelschiff.)

 

 

I

Stephansort  45  Tage
-  41  Tage

am  27.  Juni,  1.  Juli,
22.,  26.  August
11°5  abds.

l

 

Jaluit  etwa  70  Tage

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutgebieten.

am  13.  Juli  1138  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fäli  -  Landungs--  Die  Post  !  sauig
Von  hafen  in  Berlin  G  Von  hafen  in  Berlin
Neapell  am  20.  Juni,  8.-Juli  Hamburg  !•.  10.  jed.  Monats
Deutsch.Ostafrita  Brindisi.  «  amu  Juli,  8.  Aug.  VLogogebiet  Plymouth  .  am  27.*  jed.  Monats
Marseille  am  16.  v..Juni,  17.  Juli  Marseille  am  16.  jedes  Monats
Deutsch-SLüdwestafrika  eee  am  5.  Juli,  2.  Aug.  Deutsch-Neu.  Guinea.  Neaqpel.  6  uu  in  u,
ymouth..  am  27.jed.  im7  .
WIM.......  Bpmouthé  im  10.  *e  Marshall-Inseln..  .  Marseille  Mitte  Juni
'Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
—  —  Schissbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  e  (Oamburg  Oftafrika)
Reichspostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten  ——
–  von  1  nach  bis  13.  Juni  1898
„König“.
4  Durban
een  Hamburg  Lamburg  an  3  Juni  ab  Delagoabai.
-Kangler-  Durban  Hamburg  am  11.  Lum  an  Aden.
-#nhetrauf,.  LHamburg,  Dauran  aem  11.  Jun  an  Marseilt,
g“  b  »X  erdam.
iden  .  z.  Zt.  hokenn  6  Hamburg  am  8.  Juni  ab  Mombassa.
„General  Hamburg  Delagoabai
ç  ambur  am  13.  Juni  an  Port  Said.
bamburs  Delaoabeiam  dun  an  Mozambigue.
        <pb n="408" />
        —  366  —

Fahrplan  des  deutschen  Reichs-Postdampsers  „Leutwein“  von  Kapstadt  nach  Deutsch-Südwestafrika
für  das  Jahr  1398.
Abfahrtstage  nach  Deutsch-  Züdwestafrika:

—  ——

 

 

                

Abfahrtszeiten  der  Post

 

 

 

 

 

#  ·
ab  an  an  an  an  an
ab  '  ab  in  Kapstadt  vüderitzbucht  Swator,  Walfisch—  Swalgp-  Cape  Croß
Hamburg  Southampton  Kap  stadt  (Anata  Pequena)  mund“)  "„  ay  mun
Trei  E  s
FF  I  Sonnabends  Donnerst.  Donnerst.  Sonntags  Mit'wochs  Mittwochs  Donnerst.  Montags
Sqchlni  betam,  nachmittags  morgens  nachm.  vorm.  morgens  mittags  nachm.  morgens
rr  l  1899  1878  1898  18998  188908  1898  1898  1898
3.  4.  Juni  23.  Juni  23.  Juni  26.  Juni  2  29.  Juni  29.  Juni  30.  Juni  4.  Julie
1.  Juli  2.  Juli  21.  Jult  21.  Juli  24.  Juli  27.  Juli  27.  Juli  28.  Juli  1.  Aug.
29.  Juli  20.  Juli  18  Anug.  18.  Aug.  21.  Aug.  3  Aug.  24.  Aug.  25.  Aug.  29.  Aug.
26.  August  27.  Anaust  15.  Sept.,  Sept.  18.  Sept.  W  Sept.  21.  Sept.  22.  Sept.  26  Sopt.
3.  Seplbr.  21.  Septbr.  3  13.  Oktbor.Oktor.  16.  Oktbr.  1½  .  Oklibr.  19.  Oktbr.  20.  Oktbr.  24.  Oktbr.
21.  Obklober  22.  Oktober  10.  Noov.10.  Nov.  13.  Nov.  6.  Nov.  16.  Nov.  7.  Nov.  21.  Nov.
18.  Novbr.  190.  Novbr.  8.  Dez.  8.  Dez.  11.  Dez.  1#r.  Dez.  14.  Dez.  15.  Dez.  (19.  Dez.

 

*)  Swakopmund  wird  zuerst  vor  Walfischbay  angelausen,  nur  um  Post  und  Passagiere  zu  landen.
Etwaige  Abänderungen  der  obigen  Daten  unterliegen  der  Bestimmung  des  Deutschen  Reichs-Postamtes.
Abfahrtstage  aus  der  Kolonie  zurück  nach  Kapstadt:

 

—  —  —  —  .  —-  —  —  —

 

 

 

 

 

T
7  6  ab  Abfahrtszeiten  der  Post
Cape  Croß  Swalop-  Walfisch-  Liden  bucht  gusenn  —
mund  bay  I  ab  in  in
I  Kapstadt  Southampton  Hamburg
Montags  l  Dienstags  Dienstags  Donnerstags  l  Montags  Mittwochs  Montags  Dienstags
abends  mittags  mittags  nachmittags  morgens  nachmittags  morgens
1898  1898  #  1898  1898  1898  1898  3  1898  1898
6.  Juni  7.  Juni  7.  Juni  9.  Juni  13.  Juni  15.  Juni  4.  Juli  6.  Juli
4.  Juli  5.  Juli  5.  Juli  7.  Juli  11.  Juli  13.  Julie  1.  August  2.  August
1.  August  2.  August  2.  August  4.  August  8.  August.10.  August  29.  August  30.  August
20.  August  30.  August  30.  August  1.  Seplbr.  5.  Sepibr.7.  Septbr.  26.  Septbr.  27.  Seplbr.
26.  Septbr.  27.  Septbr.  27.  Septbr.  209.  Sepibr.  3.  OktoberPb.  Oktober  24.  Oktober  25.  Oktober
24.  Oktober  25.  Oktober  25.  Oktober  27.  Oklober  31.  Okltober,  November  21.  November  22.  Noobr.
21.  Novbr.  22.  Novbr.  22.  Novbr.  24.  November  28.  Novbr.  30.  November  19.  Dezember  20.  Dezbr.
19.  Dezbr.  20.  Dezbr.  20.  Dezbr.  22.  Dezember  26.  Dezbr.28.  Dezember  16.  Jan.  1899  17.  Jan.  1899

Agenten  in  Kapstadt:  Wm.  Spilhaus  &amp;amp;  Co.  Agenten  in  Walsischbay  und  Swakopmund:  Mertens  &amp;amp;  Sichel.

Die  Post  von  Kapstadt  nach  dem  Süden  der  Kolonie,  Marmbad,  Keetmanshoop  2c.  wird,  wie  folgt,  über
Land  befördert,  augenblicklich  mit  P#ierden  nach  folgender  geittabelle:

Keeimansnoop  Warmbad:

—  —  —  —  —  —  —

—  —  —
—  *—  —  —

223.  1944.  176.  146.  ab  Keetmansboop  an  94.  7/65.  46.  27.

209,3.  264.  21/5.  216.  an  Warmbad  ab  24.  30  4.|]  285.  256

Warmbad—Mamoanêèdrift= 



–——  —  —  —  —  –  —  —

29/3.  26  4.  6  24/5.  21/6.  ab  Warmbad  an  2/4.  30/4.  28  5.  25/6

!v.

313.  28/4.  265.  23/6.  an  Namansdrift.  ab  31/3.  28/4.  256/5.  23.6.
Namausdrift  —Steinkopf:

 

—  —  —  —  —  —  —  —  —  ——  ———

31  3  29214.  26  5.  23  6.  ab  Ramanodrift  an  313.  28.4.  26/5.  236.
2•4.  30  4.  2.5  25  6.  an  Steinkopf  ab  29  3.  26/4.  24  5.  21/6.
444.  255.  30  5.  276.  ab  Steinkopf  an  293.  26  4.  L  24  5.  21/6.

Postverbindung  von  Kapstadt:
Steinkopf-  Kapstadt:  aus  Steinlopf  jed.  Montan  15  nachm.  Steinkopf  Port  Nolloth:  aus  Steinkopf  jed.  Dienstag  mittags

in  Kavstadt  jeden  Freuag  6  vorm.  in  Port  Nolloth  jed.  Dienstag  ichm.

Kapstadt-  Steinkopf:  aus  Kapstadt  jeden  Freitag  9  abendo  Port  Nolloth  —Steinkopf:  aus  Port  Nollot  jed.  Dienstag  6  pm.

in  Steinsopf  jed.  Dienstag  11  vorm.  in  Steinkopf  jed.  Montag  mittags

Posten  gehen  auch  mittelst  Dampier  von  Kapstadt  nach  Nort  Nolloth  vice  versn  an  unbestimmten  Daten.
Depeschen  gehen  in  der  Regel  von  Kapstabt  vin  Vort  Nolloth  wener  per  Post.

Die  seden  Sonnabend  Mittag  ab  Southaupton  sahrenden  Postdampfer  treffen  Donnerstags  in  Kapstadt  ein
und  salren  Mittwocho  ab  Kapstadt  nach  England.
        <pb n="409" />
        —  367  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linle.

 

—
.
–  —4

 

 

 

Postdampfer  Reise  Lette  Nachrichten
–  von  I  nach  bis  28.  Mai  1898
„WMolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  28.  Mai  in  Hamburg.
„Aline  Woermann  “  Loango  Hamburg  am  21.  Mai  in  Kamerun.
„Anna  Woermann  ··  Hamburg  Loanda  am  31.  Mai  ab  Hamburg.
„rupe#lesvilee  Antwerpen  Kongo  am  12.  Nai  in  Nabeita
„Carl  Woermann"“  Hamburg  1  Lagos  am  23.  Mai  Dover  passirt.
„Eduard  Vohlen"  Hamburg  Loango  am  4.  Mai  in  Kamerun.
„Ella  Woermann"  Hamburg  "  Sherbro  am  23.  Mai  in  Sierra  Leone.
„  Woermann“  Hamburg  6  Kotonon  am  17.  Mai  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen"  Hamburg  Sherbro  am  24.  Mai  Ouessant  passirt.
„Hedwig  Woermann“.  Kotonon  "  amburg  am  26.  Mai  in  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  "„  —#  am  24.  Mai  in  Accra.
„Kurt  Woermann"“  amburg  1  Loanda  am  16.  Mai  in  Gorse.
„Lothar  Bohlen"  Hünhurs  1  Loango  am  19.  Mai  in  Madeira.
„Lulu  Bohle“  Hamburg  4  Lüderitzbucht  am  7.  Mai  Madeira  passirt.
„Narie  Woermann“  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  9.  Mai  in  Kapstadt.
„Melita  Bohlen"  Hamburg  Lüderitzbucht  am  27.  Mai  ab  Hamburg.
„Professor  Woermann“.  Sherbro  -  Hamburg  am  27.  Mai  in  Tanger.
„Thekla  Bohlen".  17  Hamburg  Loanda  am  16.  Mai  in  Loanda.

 

13  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Königl.  Hofbuchhaudlung  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
in  Berlin  bei,  betreffend  Gedenkwerke  (Lebensbeschreibungen,  Memoiren,  Briefe,  Tagebücher,
Erinmerungen),  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.  Die  Expedition.

 

 

Anzeigen.

Inserate  Oür  die  dreigespallene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  25  Vieimig  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,
einzusenden.  *  -

 

 

 

Bekanntmachung.
aienebiigen  Landelsregiser  is  heute  Verkauf  von  Erzeugnissen
aus  den  deutschen  Kolonien
inialle  #  Depers  u  Tanhibar  unt.  Aufsicht  bervorragend.  Miglleder  der  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

in  Dar-es-Sal#m  errichtete  Zweig-=niederlassung
  eingetragen  worden.
Dar-es-Saläm,  den  5.  Mai  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
(gez.)  Solf.  (216)

 

 

Bin  illustrirtes  Verzeichniss  von  ———  ——
4
Eingetragene  Schutzmarke.
Schriften  Neu  heiten:  (240)

Deutsches

"  zur  #  Ki  t  E
—t.J*—J[#n[  JI0I

.  Cutgepffegtekhein-  Moselweine.

I#nder-  und  Völkerkunde
im  Export  bewährt,  liefern  billigst

aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co.,  oa

Hofbuch  andlung  von
London  E.  C.,  2  Royal  Exehunge  Buildings.  (159)

C.Jerusalemer.

 

       

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SWu,
steht  lnteressenten  Kostenprei  zu

—.  Diensten.
        <pb n="410" />
        Heute  früh  5½  Uhr  entschlief
sanft  infolge  von  Malariafieber  im
hiesigen  Garnisonlazareth  der  Kaiserliche
  Sekondlieutenant  in  der  Schutztruppe
  für  Deutsch-Südwestafrika.

Wilhelm  Ednard  Schulzt.

Als  Soldat  und  Mensch  ein
Vorbild  treuer  Hingabe  an  seinen
schwierigen  Beruf  im  Schutzgebiet
und  von  edelster  Denkungsweise  hat
der  Verewigte  die  Liebe  und  Achtung
seiner  Vorgesetzten,  Kameraden  und
Untergebenen  sich  in  hervorragendem
  Maße  erworben.

Das  Offizierkorps  wird  dem
Verschiedenen  ein  treues  Andenken
bewahren.

Windhoek,  den  5.  Mai  1898.
Im  Namen  des  Offizierkorps
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für
Deutsch-Südwestafrika.

Hauptmann  und  Kompagniechef.

Die  Beamten  der  Kaiserlichen
Landeshauptmannschaft  trauern  aufrichtig
  mit  dem  Offizierkorps  um
den  so  frühzeitig  verstorbenen,  allgemein
  beliebten  und  ritterlichen
Offizier.

Windhoek,  den  5.  Mai  1898.
Im  Namen  der  Beamten.
Der  stellvertretende  Kaiserliche
Landeshauptmann
v.  Lindequist,
Regierungsrath.

 

 

 

Kunstwerke  allerersten  Ranges
2goldene  Medaillen  und  l.  Preise.
Von  Liszt,  Bülow,  d’Albert  #:

Warmste  empfolien.  Anerkennung  schreil  en
aus  allen  Teilen  der  Welt.  In  vielen
Nagazinen  des  In-  und  Auslandes  vorratig,
gonst  dlirekter  Versandt  al.  Falerik.
Illustr.  Preisllste  umsonst.

Wer  mir  versch.  gebr.  Brieimarken  u.
Postkarten  send.,  retournire  gleichen
Werth  Oesterr.  K.  Fürst,  St.  Salvator,
Kürnten,  Oesterreich.  24)

 

—  368  —

Dampipflüge
bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
Mk.  28,000  an.

Strassenlocomotiven  und
Dampf-Strassenwalzen

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

John  Fowier  &amp;amp;  Co.  in  Magdeburg.

 

G#s)

  
         

    

Naur  en  gros!  Nur  en  gros!

F.  Jungnickel,
Optische  Industrie-Anstalt,

Rathenow  i.  Pr.
Illustrirte  Katuloge  gratis  und  franko.  (165)

     

 

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpfflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (Lorm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Phnorolun  burorblorum

(salzsaures  Phenoecoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letz
terer  hat  die  offirielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Nicheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  bydrochloricum,

wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenkenannten
  Firma,  nämlich:

Iamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Barcelona:  J.  Esplell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-Mull;
Nosknau:  W.  Kürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willllam  Street:
Paris:  Max  Fr###s,  31  rue  des  petites  Ecuries;
Rio  de  Janeiro:  Magall#es,  Luckus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelnoeler  4  Co.

(#
        <pb n="411" />
        —  369  —

Arthur  Koppel,  Berlin  NW.  7,
Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.

„Koppelrail“.

*

 

—.

i

'*  —  —

*
–

——

.—————

 

——

 

n  bFelIdbahnen  für  die  Kolonieen.  (1##)

3
——

WWTFTFTTyFyT’ir’iin'  yoF  y  ä  —
—  ———

 
  

  
          
  
    
      
       
        

Kelleste  deutsche  Syste  m
sehnumweln  Kelleret  Jorchmeyerperlefeld
Gegründet  1826.  ist  als  das
beste  Wasserfilter
bezeichnet  von  der

  
  

kessler  (abinet

d##y  &amp;amp;  entra  dry

(182

Medicinal-Abt.des
Königl.  Preussischen

*r  Wiegsministeriums
erkefesd-Flter  Gesellschot

uLe  CE  LL#E.  15.

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
Kk.  W.  Hoflieferanten

#  Esslingen.

   

 

 

80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

Morlcbnt  S.  Miesttdes  Kalsers.  —
gin  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
erin  en  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbun  in  den  Tropen
gee  Shet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüseamen
  liefert,  30  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  *—  fr.  Einsendung  von  Murk  12.—  franco  aller  deutseben
o

afrikanischen  Kolonien  Fut  verpackt  1  ektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratie.  v7)
        <pb n="412" />
        C.  Maquet,

Heldelberg  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

Räderbahren,

Tragdahren,  Tragstuhle.

  

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Krankenpflege,

Krankensehle  Jecker  4re,
Badeapparate.  (.)

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Mehrere  Hundert  Ziegel-,  Thonwaaren-,
  Kalk-,  Cement-  und  Gyps-Fabriken
  nach  seinen  längst  bewährten
  Systemen  gebnut  und
vollstindig  eingerichtet.  —  Bllligster
  Bau  und  Betrieb.  Nur
Prima-  Fabrlkate.  —  Prospekte,
Patenturkunden,  Atteste.  —  Eigene
Fabriken.  —  30jähr.  Prazis.

 

Gebrüder  Elkan,  Chemnitz.
Alleinige  Fabrikanten  von
Dr.  Thomalla'’s  Gesundheits-Socken
  und  Strümpfen,

sonstige  Spezialitäten:  (2085)
Radfahrer-Strümpfe,  Sweanters,
Schotten,  knopf-Handschuhe.

 

 

 

 

Schmisdoriserne  Fensur

Und  Oberlichte  jeder  Art,  (1#1)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

Fabrikation  UI  LEawos-kager

Emmenthaler-,
Schweizer-,  Weisslacker-,
Romadoux-,  Limburger-,

und  Kräuter-Käse.

C.  F.  Scheer,  Immenstadt,
im  bayer.  Allgäu.  (20)

 

1

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Präzisionsmaschinen  hergestellten  Jarxdgewehre,  ale:  Doppel-K##ten,
  Buüchsinten,  Birschblchsen,  Doppeibüchsen,  DOreitufer,  Repeil#rbuchsen,
  laut  kostenfrei  zu  sendender  illustr.  Preisliste.
Spesialität:  Alleinige  Fabrikation  von  Jagdgewehrläufen  aus  dem  bis  jetst

unubertroffenen  S#  Krupp'’schen  Spezilal-Gewehrilaufwmtahl,  #dem  besten  aller
existirenden  Laufmateriallen.  Gesetslich  geschütst.  (179)

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auf  dem  Gebiete  der  Conserv.-Industrie.  —–  9
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risten,  Radfahrer,  Segler.  Junggesellen  "  "«
etc.  —  Erwärmung  des  Dosen  Inhalts
zu  jed.  Zeit,  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterungsverhältn.  in  wenigen  Minnt.
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gFratis  und  franko.

2  w  Tropen  -Anzüge,  Tropen-Wüsche,

 

 

1  Tropen-Kopfbedecekungen,
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Tippotip,  Berlin.
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L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserben  auer  Hr  Für  die  Cropen  kubereket.

Goldene  Medaille:  Hamburg  1880  u.  1889.
Wien  1873.  &amp;amp;  Paris  1655.  &amp;amp;  TLondon  1862.
München  1854.  &amp;amp;  Melbourne  1880.  (uunl
Allgemelne  Gartenbau-Ausstellung  in  Hamburg  1897  Goldene  Medallle.

Wir  garantiren  die  Ualtbarkeit  Preislisten  stechen  auf  Wunsch
unscrer  eigenen  Fabrikate.  gratis  u.  franco  zur  Verfügung.

Comptolr:  Ellernthorsberuücke  10.
6  dmunsuljaim  :  1AV  dꝗ

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Schneider  &amp;amp;  Pfeiffer.:

Weinbergsbesitzer

Schierstein  1.  Rheingau.

Versand  naturreiner  Weine  des  Rheingaus,  Rheinhessens,  der  Plalz  sowie
von  der  Mosel  und  Saar.

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Sortrte  P’obenktsten  gegen  gen.  Berechnung.

      
 

      
       
      

 

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"  .  frei  gegen  L
S  *W  W  —

 

 

(um)
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        2#rmstrt
Gegründet  1852.

NM.  OTTO  W.  MÖOLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
%  lelegramm-  Adresse:  Mottoller  e

 

Spedition  und  Commission,

Exwedion  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondenz  erbeten.

(#3)

 

 

NEUL  NE  U!

Eir.  Condurango  peptonat.  mmermann.

In  Originalllaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  bestes  Präventiv.
und  Hellmilttel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubisdungen  und  zur  Normali-Hain
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrunkungen.
#r  Geheimaath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
Bessemgelheen,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem
d  J  de  tägliche  Praris  und  hut  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmilich
Et  5  Genirut  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden..
Iumern:  ond’crango  Jerro-conchinini.  In  Originulflaschen.  Mit
*  8  schem  Extrukt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestdervcn
  l  Mittel  bei  mit  MAugenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
A  otkeik!  en,  Marusmus,  Mularia  und  Tropenleiden.  —  Zu  huben  in  den
*sr7  G*  Wo  noch  nicht  vorräthig.  bitte,  event.  unliebsumer  Irrthü  mer
deen  F  unter  gleiehzeitiger  Mittheilung  der  gennuen  Fabrikudresse
**  “&amp;amp;]  (vide  Gebhar  d-  Michnelis'sches  Relerat).  —  Proben  und
Sachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fnbrikunt;  (22)

Abotheker  F.  Walther,  Strassburg.  Els.,  Kheinziegelstrasse.

 

 

*.

*"

a  "j  »  Zezsebcsj,p
QWFJØJJMXWÆSngtzzzstiitth

ein  wohlschmeckendes

reitet,  enthalt
wohlse  sämtlic

  

Chinaprlparat,  aus  bester  China-Calisa)a-Rinde  bebhmeck
  be  wirksamen  Bestandteile  (aAlkaloide)  in  möglichst
cKkender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chlnarinde  indicirt

an  V#  «  s  -
runnennt,  hesondler  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit:

#a  und  Schwächezustände.

I##n,  k  ——.  nach  heftigen  Flebern,  besonders  hach  Inlluenza.
meckzinischen  —  dewährt  es  sich  ausgezeichnet  und  wirc  von
Nan  hüte  sich  ror  X  ens  empfohlen.  »»  «  (W)

'"h«hm""80-IIsmlnislstcsusskslnssclmtzmnkliotliskfis-mu-Abert

  C.  Dung.reiburg  l.B.

 

 

 

 

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Obstweine

-Erporf
C.  Wesehe,
Quedlinburg.

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Johannisbeerweln,  weiss  und  roth,
Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerwein,  Erdbeer-  und
Limbeerwein,  Obstwelnuperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger
Schloss-Champagner.
Export-Vertreter:

Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (218)

 

 

 

 

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Hofpodltcur,  Sr.  Könlgl.  Hohelt  des
Prinzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.

Friedrichstr.  94  u.  Hint.  d.  Garnisonkirchela.

 

 

 

 

 

 

 

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(Hannover),
Breitenstein  bei  Stolberg  am  Hanrz.
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und  farbiger  Flaschen,  Parfümerie-,
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Pillenzuhler  D.  R.  P.  No.  78  996.

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untchlbares  Schutz-  u.  Heilmittel
aller  klimatischen  Affectionen  (cfr.
Dentsche  Koloninl  -  Zeitung  1878.
Heft  20),  tausendfach  bewährt,  liefert
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Deutsches  Kolonial-Handbuch.

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geb.  6  Mk.,  brochirt  5  Mk.  Enthält
ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offiziere,  Beamten,  Missionare,
  Kaufleute  u.  Pflanzer.  Zu  beziehen
  durch  jede  Buchhandlung
sowiegegen  Einsendung  desBetrages
durch  flermann  Paetel,  Berlin  W.30.

 

 

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Verlag  von  Panl  Toeche  in  Kiel,

Hofbuchhandler  St.  Koniellchen  Keeit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preußen.
Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello=Format.

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ahre  Seekadett.  1882.  268  S.

mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
80.  K.  5,—,  eleg.  geb.  .K.  6.—.

v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884.

A.  1,50,  geb.  .  2,25.

Ka##ä####ucG##

 

 

 

 

   

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KLOSS  &amp;amp;  FOERSTER

FRETBURG  a.  U.
Rotlippchen  Sekt

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Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.
Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von

Rirbow,
Gerichts-Assessor.

Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

 

Sveben  ist  erschienen

der  zweite  Band,
enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
  2c.

 

 

Ticsche,  po’lries.  —  deittsches
II  O’Te  #’P%CR.  C□.  Auti.,  vollat.  um—-###urteitet
  u.  sturk  vermehrt  von  A.
Dummann,.  2  Bände  Droch.  14  Ak.
LZecl  16  JIlk.  HR.  Kittlers  Verlag

Osk.  Virch  leiprig.  #

 

 

 

Das  deutsche  Volkstum  und  .
(li(s(l(-IIls(«lu-s(«lnllcsinsiitllimi.i"d««"tmä"e"91·’f«"«z"’Ml«
Von  Dr.  Wilhelm  Bohmeder.
Er.  S8°.  10  Bogen.  Alk  2.—.  21  lage  fabrizirt  C.  F.  Lücke,
Verlag  von  Carl  ((racrer  in  Wien.  Leipzig.  (Prosp.  grat.)  Om)

RKfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Anfenthalt
und  den  Dieust  in  den  Schutzgebirten.
Von

Dr.  v.  Wissmann,
Mojor.
Preis  1,20,  elegant  gehunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortige
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expediiion,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tangand#t  55
See,  hat  er  daher  diese  „Nathschl  ige  un
Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.

—  —

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Briefmarken-  Albums

u.  sbuan.  Sprache  sowiePostkarten-Albums
  i.  jeder  Preis-
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in  den  Tropen  mit  —  von  den  r  erchrlichen  Messeverwaltungen

ezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  sst  sehr
erfrischend  und  fer,  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schuzztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

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Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Negrändet  1792.
Für  Deuisch-Ostafrika,  Sansihar  und  Mad  abker  Ahet  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  erkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonsigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

mden  deutschen  Kolonien

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altbar,  nur  aus  5  06—

 

 

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Steingut

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  vormals  Gebraider  Hube,
Neuhaldonsleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Kambury,
Gr.  Reichenstr.  45

Briefmarken

deutscher  und  anderer  Kolonien
werden  zu  kaufen  oder  gegen  Marken
anderer  Länder  zu  tauschen  gesucht.
Ansichtssendungen  erbeten.

Anuswahlen,  länderweise  geordnet,
  werden  bereitwilligst  an  kauflustige
  Sammler  gemacht.  Referenzen
  oder  Standesangabe  *
Briefmarkenhandlung  A.  Bed

Hannover.  8

 

 

 

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WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Juni:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,

nach  Bissao,  Bolama,  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldkuüste,  Whydah

und  Kotonou.
Am  30.  Juni:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Schade,

nach  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,  Liberia  und  den  Hüälen  der  Südwestküste  Afrikas  von

Landana  bis  Loanda.
Am  10.  Juli:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Juli:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Loop,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

AMAaächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Juli,  25.  September
and  ferner  am  25.  jedes  zweiten  Monats.

lle  Güter  müssen  dm  Tage  vor  dem  459anbedafum  bie  12  Uhr  miteags  I#nçsseitfe  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Pasente  ertheilt  die  Woermann-Linie

Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

r  Deutsche  Ost-  Afrika-Linle.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
#z  iechen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neunpel  anlaufend.
Vierzenntägiger  Betrieb.

Die  nichsten  fahrplanmissigen  Fxpeditionen  finden  etatt  per  Reichspostdampfer:

 

(u)

—  —  —  —  —

 

von  Hamburg:  von  Neapel:
*„KANZLER“,  Capt.  Elsoaan  .  ..  22.  Juni,
O,„REICHSTAG,  Capt.  Weisska  .  ...  22.  Juni,  6.  Juli,
„KAISER“,  Capt.  Staaalll  .  ...  6.  Juli,  20.  Juli,
„„BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen

............  20.  Juli,  3.  August,
nach  Nombassa,  Tanga’s,  Panganl#,  Saadanl,  Bagamoyo,  Dar-es-Saldm?“,  Sansibar,  Lwa,  Linds,

Milindani,  Ibo,  Mozamblue  “,  Quellmane  ,  Chinde  7,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “"  versehenen  Hifen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  verscehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätsen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  Raben  vorzrdoliche  Enrichtungen  Für  Eussagtere  in  allen  Klussen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendenutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvanl
(Johannesburg  und  Pretorin)  via  Delagoabal.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:

(#
wegen  Passage  de  Hamburg-Amerfkanische  Packetfahrt-Altien-Gesellschaft,
"owie  wegen  Fracht  und  Pasenge  die

Deutsche  Oet-Afrika-Linie,

—  —  Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.

Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  4  □——————
#uögegeben  am  15.  Juni  1896  um  §  Uhr  nachmittags.
        <pb n="419" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

brrausgegeben  in  der  Kolonlal,  Ibtbellung  bes  Auewirfigen  Auts.

.—..—  --V.-)/.....——  —  —  —  —  ....—..—  ..  ——

II.  Juhrgung.  gerlin,  1.  Zuli  1898.  Hummer  13.

——————————————————————————  ..  .——  —  —  —..-  –

 

 

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“,  berausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v.  Danekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchtandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich  Ungarn,  Mk.  3.75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchbandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn.  Berlin  8W/  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs=  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

—  —  —

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verfügung  des  Reichskanzlers  zur  Ausführung  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend
das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom  6.  September  1892  S.  377.  —  Gouvernementskurs  in
Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Juni  S.  377.  —  Statistik  der  im  Kalenderjahre  1897  in  das  Schutzgebiet  Togo
eingeführten  bezw.  von  dort  ausgeführten  Waarenmengen  S.  378.  —  Personalien  S.  379.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  879.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Lage  und

Entwickelung  der  neuen  Versuchsstation  Dabaga  in  Uhehe  S.  379.  —  Analysen  von  Trinkwässern  der  Küstenplätze
in  Deutsch-Ostafrika  S.  380.  —  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  382.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen
und  der  Anlisklaverei-Bewegung  S.  382.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Beschränkmg  der  Einwanderung

  nach  Britisch-Westaustralien  S.  3833.  —  Erneute  Unruhen  in  Uganda  S.  383.  —  Strafgewalt  der  Bahnbeamten
in  Britisch-Ostafrika  S.  383.  —  Entwickelung  des  Betschuanaland-Protektorats  S.  383.  —  Budget  der  portugiesischen
Kolonien  S.  384.  —  Handel  Senegambiens  im  Jahre  1897  S.  385.  —  Handel  Gabuns  im  Jahre  1897  S.  385.
—  Verschiedene  Mittheilungen:  Deutscher  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  S.  386.  —  Neu-Guinea-Tabak
  S.  386.  —  Englische  Urthcile  über  die  Aussichten  der  Kautschukkultur  S.  386.  —  Deutsch  Ostafrikanische
  Gesellschaft  zu  Berlin  S.  387.  —  Sechzehnter  Jahresbericht  des  Export-Musterlagers  in  Stuttgart  S.  388.  —
Bericht  des  belgischen  Lieutenants  Hecq  über  einen  Besuch  in  Dar-es-Saläm  S.  388.  —  Litteratur  S.  389.  —
Litteratur-Verzeichniß  S.  390.  —  Schiffsbewegungen  S.  390.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  390.  —  Fahrplan  der
Woermann-Linie  für  das  dritte  Vierteljahr  1898  S.  392.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Gesetze;  Perordnungen  der  Reichsbehürden;  Verkräge.

 

–

Verfügung  des  Neichskanzlers  zur  Ausführung  der  Allerhöchsten  Verordnung,
betreffend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,
vom  6.  September  1892.

Auf  Grund  des  §  11  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete,  vom  6.  September  1892  (R.-G.-Blatt  S.  789)  wird  hierdurch  bestimmt:

Die  Abschnitte  I  bis  VI  und  VIII  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im
südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom  15.  August  1889  (R.-G.-Bl.  S.  179)  treten  im  Gebiete  von  Gokhas
und  in  den  zum  Schutzgebiete  gehörigen  Gebietstheilen  der  Bastards  von  Rietfontein  mit  dem  15.  Juni
d.  Is.  in  Krast.

Berlin,  den  9.  Juni  1898.

Der  Reichskanzler.
Fürst  zu  Hohenlohe.

—  —

—
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —

Perordnungen  und  Mittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhzgebieten.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  Juni  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gonvernement
don  Deutsch-Ostaf#ka  auf  1,405  Mark  =  eine  Nupie  festgesetzt  worden.
        <pb n="420" />
        378

Statistik  der  im  Kalenderjahre  1897  in  das  Schutzgebiet  Togo  eingeführten
bezw.  von  dort  ausgeführten  Waarenmengen.

A.  Einfuhr  nach  Togo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benennung  der  Waaren  Kilogramm  iter  Meter  tück  Werth
s  e  s  Mart  pf
Baumwolle  und  Baumwollwaaren  184  805,77  —  —  —  465  76186
Bier  .  ...  —  36725,90—  —  25  604  41
Blei  und  Bleiwaaren  4268,82  —  —  —  5944  79
Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaaren  158,28  —  —  —  858  70
Drogerie-,  Apotheker=  und  Farbwaaren  —  52  898,46  —  —  —  49772  48
Eisen  und  Eisenwaaren  ..  102617,50  —  —  —  65  447  37
Feuerwassen  .  —  —  —  3121  41570  95
eld.  590.17  —  —  —  35  318  33
Getreide  und  andere  Erzeugnisse  des  Landbaues  3  846,21  —  —  —  1398  82
Glas  und  Glaswaaren  .  15  154,05  —  —  —  16  696  03
olz  und  Holzwaaren  (Bau-  und  Nuͤtboln.  286  702,58  —  —  —  56  403  45
nstrumente  und  Maschinen  2085,86  —  —  —  9  956  60
Kalk,  Kreide  und  Cement  .  210  090,48  —  —  —  17764  43
Kautschuk  und  Guttapercha  sowie  Waaren  daraus  108.77  —  —  —  692  37
Kleider,  Leibwäsche  und  Pelzwaaren.  5225,  69  —  —  —  35  635/06
Kupfer  und  andere  nicht  besonders  genamie  unedie

Metalle  sowie  Waarent  daraus  .  25  501,87  —  —  —  29  481  26
Kurzwaaren  ..  4236,16  —  —  —  18  494420
Leder  und  Lederwaaren  4321,78  —  —  —  14  380  81
Leinengarn  und  Leinenwaaren  (Säcke)  56  186.84  —  —  —  90871  05
Lichte,  Oele  und  Fette  5609,99  —  —  —  5095  89
Litterarische  und  Psige  enstände  .  1  879.72  —  —  —  613643
Materialwaaren  und  sonstige  ãonsunitibilien  .  216  128,16  –  —  —  175  189  63
Lapier  und  Pappwaaren  27  679,24  —  —  —  12644  28
Petroleum  ..  58  694.—  —  —  —  14004  40
Pulver.  63  392,63  —  —  —  92  662  46
Salz.  766  696,50  —  —  —  3444370
Seide  und  Seidenwaaren  788,16  –  —  —  12256  17
Seife  und  Parfümerien.  25230,47  —  —  —  20  348  73
Spirituosen  —  674  606,87"—  —  870  362  34
Sleine  und  Steinwaaren.  6357,87  —  —  —  2  995  63
Stroh-  und  Bastwaaren  400560  —  —  —  2497—
Tabak  .  115052,83  —  —  —  162755|  22
Theer  und  Pe  ech  16  859,75  —  —  —  277077
Thiere  und  tbierische  Vrodutie  (dedervieh,  Eier,

Schwämme  2c.)  75,45  —  —  +  106  3124  26
Thonwaaren  17  725,35  —  —  —  1123746
Wein  .  —  30  625,1—  –  43  17749
Wolle  und  Wollwaaren  953,87  —  —  4425  54
Wellblech  .  .  16  863.—  –  —  —  4542  66
Wasserfahrzeuge  —  —  —  8  13  418  78

Zusammen  Mk.  1976  941  78
b.  Ausfuhr  aus  Togo.

Benennung  der  Waaren  Kilogramm  Liter  Stück  VWerth
Mark  I.
Palmkerne  24498  270,—  —  —  47  681  44
Palmöl  —  345  809,—  —  84676  62
Gummi  66  156,25  –  —-  245369—
Islklkssiisse  2150  —  .  s  -
n  —1  —  3„  —
Palmblätter  100.—  —  *  ssss  8  6o
Kaffee  ..  3  899.—  —  —  3168—
Elfenbein  597.50  —  6078  50
Kopra  .  550,—  —  —  132
Schibgeötenschidder.  —  —  5  1  25
Erdnüsse  7  863.—  —  1605  94
Ebenholz  ..  —  20  72  (70
FSoffetbaumstscke  bier  Vurdel  —  .-  20  —
auits  4  —  75
Kuriositäten  (eine  —  "  1906,  —  —  1  120  1—
Zusammen  Mk.  771  026
        <pb n="421" />
        —  379  —

Personalien.
Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  15.  Juni  1898.

Helm,  Premierlieutenant,  mit  dem  15.  Juni  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden  und  mit  dem
16.  Juni  d.  Is.  in  der  Armee  und  zwar  bei  dem  2.  Brandenburgischen  Ulanen-Regiment  Nr.  11

mit  seinem  bisherigen  Patent  wiederangestellt.

 

—  —  —  8———  –

—  ——  —————.  —  —  ——¡—  —  —  s—.
—.FJ  ».-..  .  .  .  ..-.  --.,«  «-.,,.-(  ,.,....  .  .  .  .

---,

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Baron  v.  Reden-Franzburg,  Kaiserlicher
Bezirksrichter  aus  Tanga,  der  Bauleiter  E.  Hentrich
und  der  Zollkalkulator  Reimer  sind  mit  Urlaub
in  Deutschland  eingetroffen.

Der  Baudirektor  Gurlitt,  Sekretär  Sperling,
Werkstättenvorsteher  Spenker,  die  Techniker  Nehlsen,
  Bürger  und  Hasenjäger  sind  mit  Urlaub
nach  Deutschland  abgereist.

Der  Grenzaufseher  Hellwich,  der  Gerichtsschreiberanwärter
  Fischer  und  der  Bootsunteroffzier
  Piehl  sind  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

Der  Geologengehülfe  Niepmann  und  die  Steuerleute
  Stampff,  Dickert  und  Stahlmann  sind  in
Dar-es-Salam  eingeiroffen.

 

 

 

Ramerun.

Der  Geometergehülfe  Scholze  ist  in  Kamerun
eingetroffen.

 

Togo.

Der  Gerichtsassessor  Dr.  Heim  ist  nach  Lome
abgereist.

 

Südwestafrita.
Der  Thierarzt  bei  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  für  Deutsch-Südwestafrika  Borchmann
ist  auf  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

—

 

Ueu--Guinea.

Der  Gerichtsschreiber  Warnecke  ist  Ende  April
in  Stephansort  eingetroffen.

 

Bachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pftafrika.

Leber  die  rage  und  Entwickelung  der  neuen  versuchsstation
  Dabaga  in  Uhehe#

theilt  der  Kaiserliche  Gouverneur  Generalmajor
Liebert  aus  Berichten  des  Hauptmanns  Prince
und  des  Försters  Ockel  mit:

Dabaga,  etwa  zehn  Stunden  südlich  von  der
Station  Iringa  belegen,  ist  eine  schußsichere,  für  Eingeborene
  uneinnehmbare  Palissadenboma,  in  der  sich
ein  großes  zweizimmeriges  Lehmhaus  mit  Strohdach
als  Europäerwohnung  und  Temben  für  Besatzung,
Vieh  (geliefert  durch  Station  Iringa)  2c.  befinden.
An  der  Westseite  der  Boma  im  nahen  Urdickicht
sind  die  Träger  in  Bienenkorbhütten  eingenistet,
während  auf  der  Südwestseite  in  einiger  Entfernung
die  nettgebauten  Dörfer  der  Wahehejumben  Msatima
und  Manamsangu  liegen.

 

Das  Ganze  liegt  auf  einer,  wahrscheinlich  über
1800  m  hoch  liegenden  Bodenwelle,  unweit  Manamsangus,
  deren  oberer  Theil  kurzes  saftiges  Gras
zeigt,  außer  bei  der  Boma  selbst,  wo  ein  größerer
Fleck  unter  Dickicht  und  Wald  steht.  Die  Hänge
der  Welle  sind  mit  Farnen  und  Dickicht  großentheils
bestanden.

Der  Boden  zeigt  in  den  offenen  Grasflächen
keinen  Humus,  aber  eine  etwa  30  cm  starke  Schicht
schwarzer  Muttererde,  die  auf  rothem  Lehm  lagert.
An  den  bedeckten  Strichen  ist  die  Schicht  Muttererde
stärker  und  liegt  unter  einer  etwa  drei  Hand  breiten
Humusdecke.  Oben  in  der  Grasfläche  sind  Getreidearten
  gesät;  unter  dem  südlichen  Hang  in  schmalem,
bachdurchflossenem  Thale  sind  auf  Farnfeld  Baumund
  Gartensamen  gepflanzt.  Die  Stelle,  welche  der
Förster  gewählt,  vereinigt  alle  hauptsächlichen  Bodenarten
  (mit  Gras-,  Farn-,  Dickicht-,  Wald=  und
Bambusbestand).
        <pb n="422" />
        —  880  —

Es  wurde  zunächst  ein  Pflanzgarten  rechtwinkelig
70  zu  50  m  angelegt,  dreimal  bis  40  cm  tief  umgegraben,
  einmal  gehackt,  zweimal  geharkt  und  von
Unkraut  nach  Möglichkeit  gereinigt,  ebenso  eine  größere
Fläche  für  die  Aussaat  von  Körnerfrüchten  gerodet
und  pflugfertig  gemacht.

Von  den  ausgesäten  Waldsämereien  gingen  bald
Pieca  ecl.,  Spartium  scarp.,  Robina  pseudoacacia,
  Acacia  lophanta  vorzüglich  auf,  sowie
sämmtliche  Gartensämereien  mit  Ausnahme  von  Runkelrüben,
  Senegalhirse,  Salat  und  Herbstrüben,  welcher
Samen  beim  Transport  augenscheinlich  gelitten  hatte.
Weiterhin  wurden  ausgesät:  Eucalyptus  marginata
und  diversicolor,  Dacrydium  cupressum,  Podocarpus
  falcata,  Dammara  australis,  Eucalyptus
salmonophlois,  E.  amygdalina,  Vitis  vinifera
var.  Monte  Procida,  Moskatella  di  Siracusa,
Moskatella  bianca,  Eucalyptus  globulus,  von
welchen  1.  Eucalyptus  diversicolor  und  2.  E.
amygdalina  in  erfreulichster  Weise  bereits  gekommen
sind;  Acacia  pycnantha,  A.  Melanoxylon.  Vitis

vinilera  var.  de  Naplis  en  Melange,  Cedrus
libani.

Von  landwirthschaftlichen  Sämereien  wurden  zur
Aussaat  gebracht:  sämmliche  Roggensorten,  alle  Kleesorten,
  und  zwar  letztere  in  der  Weise,  daß,  nachdem
Roggen  und  Haser,  welch  letzterer  ebenfalls  zur
Aussaat  gebracht  wurde,  einen  Vorsprung  von  zehn

Tagen  hatten,  Klee  unter  diese  Hauptsamen  gestreut
wurde.  «

DiebeidcmEintreffenderGerftesofoktansk
geführte  Saat  steht  ausgezeichnet;  es  hätte  indessen
eine  größere  Fläche  mit  derselben  bestanden  sein
lönnen,  wenn  beim  Säen  nicht  auf  viele  zerstörte
Körner  Rücksicht  zu  nehmen  gewesen  wäre.  Die  in
sich  gewundenen  Blätter,  welche  nahezu  „russisch  grün"
sind,  zeugen  von  einer  außerordentlichen  Mächtigkeit
des  Bodens  in  günstiger  Nährstoffvertheilung.  Der
Usambara-Hafer  steht  gut,  der  weiße  Abruzzen-Haser
ist  nur  zu  etwa  20  pCt.  gekommen.  Die  ausgesäten
Erbsen  berechtigen  zu  den  schönsten  Hoffnungen,  denn

sie  haben  außergewöhnlich  kräftige  Keimblätter  getrieben.


Raps  (holländischer  Sommerraps)  gab  in  Nichts
den  vorgenannten  Saaten  nach,  er  ist  aber  allmählich
gelb  geworden  und  ist  zur  Zeit  —  der  Grund  ist
noch  unbekannt  —  vollständig  vernichtet.

Sodann  sind  kürzlich,  abgesehen  von  verschiedenen
anderen  Obstsorten,  Aprikosen-,  Mandel=  (bittere  und
süße)  und  Pfirsichkerne  in  die  Erde  gebracht  worden.

Bezüglich  der  Arbeiterfrage  hat  Hauptmann
Prince  die  Heranziehung  der  Wahehe  zur  bezahlten
Arbeit,  welche  bislang  von  Leuten  anderer  Stämme

besorgt  wurde,  eingcleitet,  und  bleibt  der  Erfolg
abzuwarten.

werden  konnten.

 

Unalosen  von  Trinkwässern  der  Rüstenplätze
in  Deutsch-Ostafrika.

Der  frühere  Apotheker  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  Giemsa  hat  die

nachstehenden  Analysen  von  Trinkwässern  der  Küstenplätze
  ausgearbeitet.  -.

Die  Analysen  sind  nach  den  Direktiven  des  Kaiserlichen
  Reichsgesundheitsamts  angefertigt,  soweit  diesen
in  Anbetracht  der  dortigen  Verhältnisse  Rechnung
getragen  werden  konnte.  Die  für  die  Analysen  bestimmten
  Proben  sind  sämmtlich  von  ihm  selbst  entnommen,

  so  daß  auch  alle  an  den  Entnahmestellen

vorzunehmenden  Untersuchungen  daselbst  ausgeführt

Die  bakteriologischen  Prüfungen
mußten  vorläufig  ausbleiben  und  werden  erst  vorgenommen
  werden  können,  sobald  das  neue  Gouvernementslazareth
  zu  Dar-es-Saläm  bezw.  das  darin
vorgesehene  bakteriologische  Laboratorium  im  Betrieb
sein  wird.  Während  nun  die  chemischen  Analysen
erschöpfend  bearbeitet  wurden,  scheiterte  die  Prüfung
der  örtlichen  Verhältnisse  meist  an  dem  Mangel  an
Zeit,  durchweg  aber  daran,  daß  man  es  bisher  in
der  Kolonie  beim  Brunnenbau  unterlassen  hatte,
irgend  welche  Aufzeichnungen  über  Tiefenverhältnisse,
verschiedene  Wasserstände  bei  Trocken=  bezw.  Regenperiode,
  über  die  Art  der  zu  Tage  geförderten  Erdschichten
  und  viele  andere  zur  Orientirung  nothwendige
  Punkte  zu  machen.  Im  Allgemeinen  weist
der  Berichterstatter  darauf  hin,  daß  die  meisten  Privatbrunnen
  an  den  Küstenplätzen  Ostafrikas  an  dem
Uebelstande  leiden,  daß  sie  zum  Schöpfen  bestimmt
und  daher  offen  sind.  Unter  ihnen  sind  es  die
Brunnen  der  indischen  Mineralwasserfabrikanten,
welche  ausnahmslos  diese  Unvollkommenheit  aufweisen,
in  erster  Linie  aber  in  Betracht  kommen,  weil  sie
das  Hauptgenußmittel  der  europäischen  Bevölkerung,
das  Sodawasser,  liefern.

Diese  Art  von  Brunnen  liesert  bei  dem  nicht
allzugroßen  Reinlichkeitssinn  der  Neger  keinerlei  Garautie
  für  dauernd  trinkbares  Wasser.  In  Saadani
und  Bagamoyo  sind  durch  die  zur  Karawanenzeit  zu
Tausenden  mit  allerhand  Schöpfinstrumenten  über  das
Wasser  herfallenden  Träger  die  Brunnen  sogar  so
verschmutzt,  daß  der  Genuß  des  Wassers,  selbst  für
Eingeborene,  bedenklich  erscheint.  Hingegen  sind  die
Pumpbrunnen,  welche  in  letzter  Zeit  das  Gouvemement
  in  der  Nähe  der  fiskalischen  Häuser  baut,  in
jeder  Weise  mustergültig  zu  nennen.  Man  hofft,
daß  sich  auch  die  dortigen  meist  sehr  wohlhabenden
Mineralwasserfabrikanten  dazu  verstehen,  gleiche
Brunnen  bauen  zu  lassen.

Wie  nothwendig  in  jedem  Falle  für  das  Wohlbefinden
  der  gesammten  Bevölkerung  das  Ausfindigmachen
  guter  Trinkwässer,  eine  von  Zeit  zu  Zeit
vorzunehmende  systematische  Untersuchung  derselben
sowie  eine  häufige  und  scharfe  Kontrole  der  dortigen

Mineralwasserfabriken  ist,  hat  die  Erfahrung  wiederholt
  gelehrt.
        <pb n="423" />
        I.  I.  1lII.  s!1WW.  V.  Vi1.  VII.  VI11.4  IXx.  ZA.  XI.
Tangg  Pangani  Saadani  Bagamoyo)  Dar  es--  Kilwa  eoktilwa  1  Lindi  Lindi  „Mirinvant  Kionga
Schöpf-  loff.  öpfb  lbera#sein  Schöpfb  alam  nellwasser  offener  pl  ·  off.  Schöpför.

Sft.  ch  bes  Lerienl.  2.  —5  fechpbe  Pumpbr.  im  Pumpbr.  —aus  den  ver.  off.  Schöpfbr.,off.  Schöpför.]  brunnen  in

dlich  vom

..  leg  einigtOuelleuunvsartcadetltmneucneiner  wmtaur.k  sp

indischen  am  linken  1.  aasa  :Sodawasser-  Haus  1  der  Boma  en  eingino-  D.  O.  A.  G.Gouv.  Garten  westl.  v.  dg.  Stat.]  Zollgebäude
Sodafabrik  Flußuser  hen  r  ½87  sabrik  au  Hügels  1  "  gaeleg.  Schlucht  (neu)

I.  Aufzeichnungen  bei  der  Probeentnahmee.
1.  Temperatur  der  Lufst  (oee)  27  27  29  29,2  28  28  27,5  27  ichtgemessen  27,5  25,8
2.  Temperatur  des  Wassers  (  CP6  .  26  27  28  251  30,2  27.5  29  28,2  nuichtgemessen  27  27,4,
3.  Sichtbare  Beschaffenheit  des  Wassers  über  «

a)  etw.  Art  der  Trübung  (allg.  od.  d.  susp.
Theilchen  ver  ursacht)  ..  ...  .  .  lungetruübt  ungetrübt  d.  ĩ.  Th.  getr.  Spurv.  Trũb.  d.  s.  Th.  getr.d.  s.  Th.  getr,  ungetrübt  ungetrübt  ungetrübt  „v.  f.  Tö.  getr.  ungetrübt
bhi  Farbe  .  ..  ..  .  .  .  .  l  farblos  farblos  gelblich  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos  gelblich  farblos

c)  Geschmaack  gut  gut  modrig  gut  schw.  brackig  schw.  brackig  L#ieitweilig  zut  gut  sschw.  brackig  schw.  modrig  gut

heitw.  u.  Nes  6
4)  Geruuih  KgpLLeruchlos  geruchlos  modrig  geruchlos  geruchlos  #  geruchlos  (tettv.  geruchl  geruchlos  geruchlos  schw.  modrig  geruchlos
e)  Reaktion.  ..  .  mneutralneutral  neutral  neutral  neutral  neutral  neutral  neutral  neutral  neutral  neutral

Loeitw.  u.  H28  «
II.  Untersuchung  des  Wassers.

A.  Wr  Prüfung.

1.  Farbe  nach  Sedimentirung  der  susp.  hheilchen  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos  farblos'  farblos  farblos  farblos  farblos  1
2.  Geruch  bei  50°%  C.  .  .wteobenwteobenwteobenhchw.  modrig  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben

3.  Geschmack  bei  30°  C  und  darüber  .  Hwie  oben  wie  oben  sehr  weich  fsade  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben  wie  oben  1  wie  oben  weichlich

B.  Chemische  Prüfung:
a)  qualitative:

Schwefelwasserstofff  .  ..  .  kkeiner  keiner  keiner  #
Schwefelsureer  vorhanden  vorhanden,  Spuren

Salpetrige  Säuerer  keine  keine;  keine  keine  keine  -  keine  keine  OD
Salpctersaurers  vorhanden  vorhanden  keine  vorhanden  -  -  -  Spuren  -  vorhanden
vorhanden  -  vorhanden  -

Kalksks-  -  -  -  -  -  -  -j-«-J-  -
I

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

381

#  ·#  4  1  #
keiner  keiner  keiner  s##eits  Eeinens  keiner

Spuren  wvorhanden  vorhanden  vorhanden  vorhanden  vorhanden  vorhanden  Spuren
i  keine  keine

keiner  keiner  (einer  1

A

 

 

keiner  keiner

Ammoicckkk
Spuren  keins

Eisen

 

 

keiner  keiner  keiner  keiner  keiner  keiner!  keiner  keiner

Spuren  keins  vorhanden  Spuren  Spuren  wvorhanden  vorhanden  keins
1  1  I

s

 

Magnesia..............  -  -  -  -  -  -  -

 

 

 

b)  quantitative:
3460  6240  98,80.  259.00  17900  188,00  226.0
230  023  537  1,115  00  S81  07
232  920  13,98  68.36  62,20  2062  42830
Schwefelsäure  80  ..........  5,44  Spuren  Spuren  8.p42  18,.39  9..10  12,10  23,.90
Kalk  Claaed  565660  4  1399  13  32660  25660  1348  4500

2
8

Rückstand  bei  120°%  C  getrochkhket.  4,00
Orydirbarkeit  (KMnO  Verbrauch)  0,407
Chlor  ..........  16,40

8
—
10

S

—
1—
Ges
——

□

Se###
WY

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—
Ki

—

□

5

—

——
N#U
—

—
G

S##

S
83

19,09

b(00  7.10

Magnesia  CC00  2413  0992  4,02  8.87
Ammoniak  ........  —  —  —-Salpetrige
  Säure  N.  20  ........  —  —
Salpetersäure  N20ʒ..  ..  .  .  .  ...  3,35  —  1,52
Eisenoryd  —  Thonerde  .....  094  ,62  0,38  700
Gesammthärte  in  deutschen  Graden  .....  7.84  18,00  17,00

 

5,72  Spuren  0.72
0.96  72  0,20  0,61
57,00  33,00  20,00  58,20

r
6#
S

7

2
ss

XE
Sen
S
MuI
3
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i
0,02-—  —  019
7n!
        <pb n="424" />
        382

Tabelle,  welche  die  Grenzzahlüberschreitungen  angiebt.
(Grenzzahlen  nach  Tiemann-Gärtner.)

 

 

 

 

 

Grenzzahlen.  II.  III.  IV.  V.  VI.  Vit.  VIII.i  IX.  X.  II.
-  .  d  !  l
i  «.
Rückstaddaga  50,00  64,00  57.00  –  62,40  96,80  259,00  179,00  186,00  226,00  730)  —
Magnesia  bezw.  Kalk  MgO,  CaO  18,00-20,000  —  3530  —  —  —  5569  32,60  20,58  57,87  24,62.  —
Chlon  200300  1,  40  3,25  —  9,20  13,98  68,36  62,20,  20,62  42,30  8,50.  —
Schweselsäure  SO#9  800—1000U  —MA  —  —  —  18,.39  —  1,10  23.900  —  —
Salpetersäure  (N205).  0.5  —  1550  —  —  1,52  —-—  572  —  —  —  ——
4  4  Kar  keine  oder  .  1.  "  !  "  1  !  DT
Salpetrige  Säure  (JN203)  .  äusktxtlzistcgi  tslttukt  -..  —  —  —  —  0,.02  —  —  0,19  —  —
eringe  Spure  „
Orydirbarkeit  (KMO4  Verbr.)  „"8  —  1100  —  —  2,3  —  —  |  1.15  —  1  —  —  —  —

Hissenschaftliche  Kammlungen.

Der  Stabsarzt  Dr.  Hösemann  in  Udiidji  hat
dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  in  Berlin

eine  von  ihm  hergestellte  Naturaliensammlung  übermittelt.
  Dieselbe  enthielt:

7  Säugethiere  in  Alkohol,.

1  Vogel  in  Alkohol,

12  Reptilien,

2  Fische,

71  Schmetterlinge,

98  Käfer,

50  Orthopteren  und  Hemipteren,
einige  Oesteridenlarven,

5  Hymenopteren,

1  Krabbe,

4  Würmer,

eine  besonders  an  Süßwasserformen  sehr  reichhaltige
  Sammlung  von  Konchylien.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  durchgängig  gut.
Ihr  wissenschaftlicher  Werth  wird  dadurch  erhöht,
daß  sie  aus  einer  Gegend  stammen,  deren  Fauna
noch  wenig  erforscht  ist.

Unter  den  Säugethieren  befanden  sich  zwei  Nicti-#nomus,
  ein  Mus  natalensis  und  ein  Gliomys  sowie
ein  ELpomopborus  minor,  bie  in  zoogeographischer

ein  naher  Verwandter  von  Vesperus  tennipinnis,
ist  wahrscheinlich  neu.  Unter  den  Reptilien  ist  eine
seltene  Amphisbaena  besonders  bemerkenswerth.

Die  Insekten,  besonders  die  Käfer,  enthalten  verschiedene
  für  die  zoologische  Sammlung  und  für  die
Wissenschaft  neue  Arten.

Sehr  willkommen  sind  die  Mollusken,  da  unter
ihnen  mehrere  Gattungen  der  interessanten  Tanganyika-Konchylien
  sich  befinden,  welche  dem  Museum  bisher
sehlten  und  einzelne  ganz  neue  Formen  zeigen.  Die
eigenthümliche  Gattung  Tiphobin,  deren  systematische
Stellung  bis  jetzt  noch  zweifelhaft  war,  kann  durch
die  eingesandten  Weichtheile  des  Thieres  näher  bestimmt
  werden.

 

 

 

 

 

 

–..  —„  ——
–.
–

1.
1
I
I

Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.

Den  „Berichten  der  Rhein.  Missionsgesellschaft"
entnehmen  wir,  daß  diese  Mission  für  ihre  Schulen
in  Kaiser  Wilhelmsland  bereits  eine  Fibel  hat  drucken

lassen  und  demnächst  auch  eine  biblische  Geschichte
veröffentlichen  wird.

–

Der  Missionar  Flierl  voh  der  Neuendettelsauer
lutherischen  Missionsgesellschaft  hat  seinen  Posten  auf
dem  Sattelberg  verlassen,  um  sich  zu  seiner  Erholung
eine  Zeit  lang  nach  Australien  zu  begeben.

—  —  —  —

Wie  die  Wesleyanische  „Australasian  Methodist
Missionary  Review“  berichtet,  haben  die  von  dieser
Mission  bekehrten  Eingeborenen  des  Bismarck-Archipels,
  insbesondere  von  Neupommern,  im  vergangenen
Jahre  an  kirchlichen  Beiträgen  gegen  9000  Mark
ausgebracht.

Der  „Missionsfreund“  berichtet  Folgendes:  Am
28.  Februar  starb  in  Ikombe  (Kondeland,  Ostafrika)
die  junge  Frau  des  Missionars  Bunk.  Sie  war

zerst  im  vorigen  Jahre  angekommen,  hatte  aber  schon
auf  der  Reise  und  bald  nach  ihrer  Ankunft  viel  vom
Beziehung  von  großem  Interesse  sind.  Eine  Art,

Fieber  zu  leiden.  Zum  Fieber  gesellte  sich  eine  andere
  Krankheit,  und  auch  die  treue  Hülfe  des  Regierungsarztes
  Dr.  Fülleborn  kounte  den  Tod  nicht
abwenden.

Auch  Manow  wurde  von  einem  Unfall  heimgesucht.
Als  am  19.  Februar  die  Geschwister  Jauer  beim
Mittagsmahl  saßen,  zog  ein  Gewitter  herauf,  und
der  erste  Schlag  fuhr  am  Schornstein  ins  Haus,
zertrümmerte  die  Balken  und  seeckte  sie  in  Brand.
Der  Brand  konnte  mit  Hülfe  der  zahlreich  herbeikommenden
  Eingeborenen  gelöscht  und  die  Sachen
konnten  gerettet  werden.  Die  Leute  benahmen  sich
dabei  ausgezeichnet,  und  am  Tage  nach  dem  Unfall
kamen  aus  der  ganzen  Umgegend  Männer  und  Frauen,
hoch  und  niedrig,  und  sprachen  den  Geschädigten  ihr

Beileid  aus.  Das  Haus  aber  mußte  abgetragen

werden,  denn  seine  vier  Mauern  waren  auseinandekgerissen.
        <pb n="425" />
        Am  2.  Januar  d.  Is.  sind  die  jungen  Missionare
Gröschel,  Neuberg  und  Priebusch  sowie  die
Braut  des  Missionars  Källner,  Fräulein  Bode,
glücklich  in  Ikombe  angelangt.  Missionar  Källner  ist
von  der  Konferenz  wegen  seiner  Gesundheit,  die  auf
Ikombe  bei  schwerer  Arbeit  ernstlich  gelitten  hat,
nach  Muakaleli  versetzt  worden.

 

—

Die  Missionare  Meier  und  Dahl  von  der
Brüdergemeinde  sind  am  2.  Januar  1896  glücklich
in  Urambo  im  Innern  Deutsch-Ostafrikas  angelangt.
Urambo  ist  die  Hauptstadt  des  betriebsamen  Stammes
der  Wa-Nyamwesi.  Seit  zwanzig  Jahren  haben
hier  Londoner  Missionare  gearbeitet;  da  die  Arbeit
aber  wenig  nachhaltig  betrieben  wurde,  ist  eine  Gemeinde
  von  ihnen  nicht  gesammelt  worden.  Jetzt  ist
die  Brüdergemeinde  dort  eingetreten,  und  wir  begrüßen
  es  mit  Freuden,  daß  auch  an  diesem  Punkt
Deutsch-Ostafrikas  deutsche  Missionare  eingezogen  sind.
Daß  die  Arbeit  der  englischen  Missionare  Gutes  geschafft
  hat,  kann  man  aus  dem  freudigen  Empfange
sehen,  der  den  Brüdern  zu  Theil  wurde.

Rus  fremden  MRolonien.

Beschränkung  der  Einwanderung  nach  Britisch-Westaustralien.


In  der  britischen  Kolonie  Westaustralien  ist  unter
dem  23.  Dezember  v.  Is.  ein  Gesetz,  betreffend  Beschänkung
  der  Einwanderung  (Immigration  Restriction
  Act),  erlassen  worden.  Dasselbe  verbietet
u.  A,  die  Einwanderung  von  Armen,  Idioten,  Geisteskranken,
  von  Personen,  die  mit  ansteckender  oder
gefährlicher  Krankheit  behaftet  sind,  und  von  solchen,
die  innerhalb  eines  gewissen  Zeitraumes  wegen  gemeiner
  Verbrechen  oder  Vergehen  bestraft  worden
sind.  Außerdem  ist  Jeder  von  der  Einwanderung
ausgeschlossen,  der  nicht  eine  aus  einem  englischen
Buche  ausgewählte  Stelle  von  50  Worten  in  den
Schriftzeichen  einer  europäischen  Sprache  niederschreiben
  und  mit  seinem  Namen  in  der  eigenen
Sprache  unterzeichnen  kann.  Personen,  die  gegen
die  Bestimmungen  des  Gesetzes  eingewandert  sind,
unterliegen  der  Ausweisung  und  können  überdies  mit
Gesängniß  bestraft  werden.  Auch  der  Kapitän  und
die  Eigenthümer  des  Schiffes,  das  ausgeschlossene
Personen  gelandet  hat,  werden  mit  hohen  Geldstrafen
  bedroht.

—  —  ——  —

Erneute  Unruhen  in  Uganda.

Einer  Meldung  von  Reuters  Agentur  zufolge
sollen  erneute  Unruhen  in  Unyoro  ausgebrochen  sein.
Ferner  soll  Muanga,  der  bisherige  König  von
Uganda,  die  Offensive  wieder  aufgenommen  haben
iud  in  der  westlichen  Hälfte  von  Uganda  Plündekungszüge
  unternehmen.

 

383

 

Strafgewalt  der  Babnbeamten  in  Britisch-Ostafrika.

Eine  Verordnung  des  britischen  Commissioners
sor  the  East  Africa  Protectorate  vom  16.  Mai
d.  Is.  dehnt  die  den  Führern  von  Karawanen
unter  dem  13.  Mai  1896  übertragene  Strafgewalt
über  die  Eingeborenen  auf  die  Angestellten  der  Uganda-Eisenbahn
  aus.  Es  kann  danach  jeder  Bahnangestellte
ermächtigt  werden,  über  eingeborene  Arbeiter  Gefängniß
  bis  zu  einem  Monat,  30  Stock=  oder  12  Nilpferdpeitschen-Hiebe
  oder  Geldstrafe  bis  50  Rupien
oder  zwei  dieser  genannten  Strafen  nach  gebührender
Untersuchung  zu  verhängen.  Er  muß  nur  derartige
Fälle  umgehend  dem  nächsten  Verwaltungsbeamten
melden  und  monatlich  ein  Register  der  Strafen  einreichen.
  In  Civilsachen  kann  der  Lohn  eines  Arbeiters
ganz  oder  theilweise  unter  denselben  Bedingungen
eingehalten  werden.

—.  —

Entwickelung  des  Betschuanaland-Proteklorats.

Dem  im  April  d.  Is.  als  Parlamentsvorlage
veröffentlichten  Bericht  des  Gouverneurs  des  Betschuanaland-Protektorats
  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  letzten  beiden  Jahre  waren  für  die  Entwickelung
  des  Landes  keine  günstigen.  Das  wichtigste
Ereigniß  war  die  schwere  Heimsuchung  durch  die
Rinderpest.  Die  Krankheit  trat  Anfang  1896,  wahrscheinlich
  von  Matabeleland  aus  eingeschleppt,  zuerst
in  den  nördlichen  Gegenden  auf  und  nahm  reißend
schnell  ihren  Lauf  durch  das  ganze  Land.  Ueber
90  pCt.  der  Viehbestände,  die  den  Lebensunterhalt
und  den  Reichthum  der  Eingeborenen  bilden,  fielen
ihr  zum  Opfer.  Man  versuchte  anfangs  die  Krankheit
  durch  Absperren  der  infizirten  Gegenden  und
Tödten  der  verseuchten  Herden  einzuschränken,  aber
zu  einem  wirksamen  Bekämpfen  reichten  die  Mittel
nicht  aus,  und  so  beschränkte  man  sich  bald  darauf,
die  Zufuhr  von  nicht  „gesalzenem“  Vieh  (Vieh,  das
die  Krankheit  bereits  überstanden  hat)  zu  verhindern,
um  der  Pest  keine  neue  Nahrung  zu  geben.

Zum  Unglück  folgte  auf  die  Rinderpest  infolge
von  Dürre  und  Heuschrecken  eine  vollständige  Mißernte.
  Der  Nothstand  im  Lande  gestaltete  sich  jedoch
trotz  alledem  nicht  so  schlimm,  als  man  anfangs  annehmen
  mußte.  Die  Eingeborenen  hatten  sich  von
dem  getödteten  und  selbst  von  dem  gefallenen  Vieh
durch  Dörren  Fleischkonserven  bereitet,  von  denen  sie
sich  während  der  Zeit  des  Mangels  nährten,  und
außerdem  stellte  sich  heraus,  daß  der  Besitz  an  barem
Gelde  bei  den  Eingeborenen  größer  war,  als  man
zuvor  angenommen  hatte.  So  war  es,  abgesehen
von  vereinzelten  Fällen,  nicht  nöthig,  von  dem  zur
Linderung  der  Noth  vom  Gouvernement  herbeigeschafften
  Getreide  etwas  unentgeltlich  abzugeben,
dasselbe  konnte  vielmehr  zum  Selbstkostenpreise  verkauft
werden.  Von  den  zur  Unterstützung  der  Bevölkerung
aufgewendeten  24  000  Pfd.  Sterl.  konnten  somit
11  180  Pfd.  Sterl.  durch  Getreideverkäufe  gedeckt
        <pb n="426" />
        werden.  Es  wird  viele  Jahre  dauern,  bis  das  Land
sich  von  den  schweren  Verlusten  wieder  erholt  haben
wird.  Ein  wesentlicher  Faltor  zur  Wiederherstellung
des  Wohlstandes  wird  jedoch  die  Eisenbahn  sein,
deren  Bau  seit  dem  Beginn  des  Jahres  1896  mit
kleinen  Unterbrechungen  vom  Ramathlabana-Spruit
bis  zum  Ramaqueban-River  fortgeschritten  ist.  Dieselbe

  erleichterte  einmal  die  Vertheilung  des  Getreides

in  die  Nothstandsgegenden  und  beugte  so  einer  Hungersnoth
  und  Hungerpreisen  vor  und  gab  dann  der
beim  Bau  beschäftigten  Bevölkerung  Gelegenheit  zu
lohnendem  Verdienst,  indem  dieselbe  hierdurch  gleichzeitig
  zur  Arbeit  erzogen  wurde.

Ausstände  und  Zwistigkeiten  sind,  abgesehen  von
einigen  unbedeutenden  Ereignissen  infolge  des  Nothstandes,
  bei  den  Eingeborenen  nicht  vorgekommen.

Der  Gesundheitszustand  im  Lande  ließ  viel  zu
wünschen  übrig.  Die  skorbutartigen  Krankheiten,  die
wahrscheinlich  als  Folge  des  ausschließlichen  Genusses
von  gedörrtem  Fleisch  während  der  Mißernte  auftraten,
  verschwanden,  nachdem  mit  der  Vertheilung
  von  Getreide  begonnen  war,  doch  traten  bald
darauf  schwere  Malariafieber  auf,  denen  viele  Menschen
zum  Opfer  fielen.  Im  Juni  1896  wurde  außerdem
durch  einen  Europäer  Typhus  eingeschleppt,  doch  gewann
  die  Krankheit  keine  große  Ausdehnung.

Die  Einnahmen  und  Ausgaben  des  Protektorates
während  der  Zeit  vom  1.  April  1896  bis  zum
31.  März  1897  gestalteten  sich  folgendermaßen:

—.

384

Einnahmen.

 

 

 

 

U  Zölll  8  693  Pfd.  Sterl.,
Erlaubnißscheine  1  438  -
Stempel  463  -
Post  ——
Verkauf  von  Gouvernementseigenthum
  17  441  -
Diverse.  11  917  -
Zusammen  47  510  Pfd.  Sterl.
Ausgaben.
Pensionen  351  Pfd.  Sterl,,
Gehalt  des  Gouverneurs  2  122  -
Legal  ......  952  -
Lokalverwaltug  2416  -
Post.  ..  7571  -
Zölle  .  .  .  .  297
Polizeiverwaltung  40  102  -
Diverse.  ......1587  -
Ausgabenfürössent-laufende  749  -
liche  Arbeiten  außerord.  2  903  -
Medizinalwesen  155  -
Grenzkommission  339  -
zur  Bekämpfung  der  Rinderpest  4  707  -
Unterstützung  der  Eingeborenen  24  152
Zusammen  88  448  Pfd.  Sterl.
l

 

 

 

—

Budget  der  portugiesischen  Rolonien.
Nach  dem  „Diario  do  Governo“  haben  die  Finanzen  der  portugiesischen  Kolonien  in  den  letzten

Jahren  sich  folgendermaßen  gestaltet:

Einnahmen.

1894/95

Cabo  Verde  281  450  918
Gunnkck  .  ...  56  744  303
S.  Thomé  und  Principé  291  226  365
Angocsa  15520  473  500
Estado  da  Indi  844  913  445
23  is

Cabo  Verde  320  513718

Guin  .....  306  648  421
S.  Thom  und  Principé  .  229  709  036
Angola  .....  .1595709196
Estado  da  India  929  054  212
Macau  391  628  639
Timor

Wie  die  obigen  Tabellen  ergeben,  übersteigen  nur

in  Cabo  Verde,  S.  Thomé  und  Macau  die  Einnahmen
  die  Ausgaben,  und  zwar  zusammen  im  Betrage
  von  151  706  844  Réis.  Die  anderen  Kolonien
ersordern  selbst  nach  den  im  neuen  Budget  vorgenommenen
  starken  Herabsetzungen  der  Ausgaben  einen

Ausgaben.

(Reis.)  (Voranschlag)
1895/96  1896/97  1898/99
353  282  548  362  395  908  336  400  000
52  393  834  55  304  463  72  280  000
344  244  408  348  665  435  356  372  000
1  433  865  315  1  451  472  488  1  651797  000
823  852  044  906  016  315  924  394  000
3  (433  575  360
390  798  815  409  511  965  146  726  245
431  628  997  395  041  358  292  769  557
188  530  012  210  480  927  180  864  149
251  860  592  289  417  286  292  971  093
2  326  007  604  2  048  059  336  1  846  469  003
924  767  857  1  047  069  337  1  070  584  436
343  074  856  372249  356  388  929  866
—  —  176  965  530

Zuschuß  des  Mutterlandes  von  479  685  583  Réis.
Wie  das  genannte  amtliche  Blatt  mittheilt,  hat  di
portugiesische  Regierung  seit  1870/71  im  Ganzen
37  000  000  000  Rcis  für  die  Kolonialverwaltung
zugeschossen!
        <pb n="427" />
        Dandel  Senegambiens  im  Jahre  1897.*)

Der  Schiffsverkehr  (Ein-  und  Ausgang)  in
der  Kolonie  Senegambien  war  im  Jahre  1897
folgender:

 

Schiffe  Reg.-Tons

Dakrr.  275  417  000
Rufisque  .  125  105  000
Gorse  00  113  000
Saint  Louus  35  27  000
zusammen  505  662  000

dagegen  1896  455  580  000

An  diesem  Schiffsverkehr  war  Frankreich  mit
550  000,  Großbritannien  mit  72  000,  Deutschland
mit  30  000  Reg.-Tons  betheiligt.

Ackerbau.  Die  Kolonie,  die  im  Jahre  1896
unter  Regenmangel  zu  leiden  hatte,  hat  im  letzten
Winter  durch  Heuschrecken  großen  Schaden  gehabt.
Ungezählte  Schwärme  ließen  sich  auf  die  jungen
Saaten  nieder  und  zerstörten  sie  vollständig.  Die
Erdnüsse  allein  sind  verschont  geblieben,  ihr  Ertrag
wird  wenigstens  etwas  die  Pflanzer  entschädigen.

Die  Regierung  ist  unablässig  bemüht,  die  Landwirthschoft
  durch  Schaffung  von  Mustergärten,  durch
Einführung  von  Pflügen  und  Verbesserung  der  heimischen
  Ackergeräthe  zu  fördern.  Ein  Kulturingenieur
hat  Versuche  angestellt,  bei  denen  dieselbe  Fläche,  die,
von  den  Eingeborenen  bestellt,  1000  bis  2500  kg
Fruchtertrag  gegeben  hatte,  mit  dem  Pflug  bestellt,
einen  Ertrag  von  6000  bis  10  000  kg  gehabt  hat.

In  Casamanca  hat  die  Regierung  Versuche  mit
Ceara-Kautschuk  gemacht.  Diese  Sorte  gedeiht  dort  gut.

Erdnüsse.  Die  Ausfuhr  im  Jahre  1897  betrug
  73  866  Tonnen  gegen  76  000  im  Jahre  1896,
der  Preis  schwankte  zwischen  17,50  und  19  Franken
für  1  dz.  Später  ist  er  auf  16  Franken  heruntergegangen,
  entsprechend  dem  Preise  von  22  bis  23
Franken  auf  den  europäischen  Märkten.  Ueberhaupt
ist  der  Preis  im  Abnehmen  begriffen  infolge  der
starken  Konkurrenz,  die  das  Baumwollensaatöl  dem
Erdnußöl  macht.  Letzteres  ist  selbst  in  Senegambien,
wo  es  bis  vor  wenigen  Jahren  ausschließlich  verbraucht
  wurde,  jetzt  durch  Baumwollensaatöl  ersetzt
worden.

Kautschuk.  Von  Rufisque  ist  im  Jahre  1897
eine  neue  Sorte  Kautschuk  von  einem  Baum  der
Familie  Ficus  ausgeführt  worden,  dessen  Saft  die
Eigenthümlichkeit  hat,  bei  der  Berührung  mit  der  Luft
auf  natürlichem  Wege  ohne  Anwendung  von  Salzwasser
  oder  Säure  zu  erstarren.  Dieser  Kautschuk
ist  weniger  elastisch  als  der  von  anderen  Pflanzen,
sein  Werth  nähert  sich  dem  des  Kautschuks  von  Para.
Im  Jahre  1897  sind  etwa  32  000  kg  im  Werthe
von  100  000  Franken  nach  Liverpool  ausgeführt
worden.

Bentamaré.  Diese  Frucht  stammt  von  einem
Strauch,  der  in  mehreren  Theilen  Senegambiens  in

 

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  281.

385

 

großer  Menge  wild  wächst.  Die  Ausfuhr  dieser
Frucht  könnte  beträchtlich  sein,  wenn  man  für  sie
eine  Verwendung  fände.  Bisher  wird  sie  nur  zur
Vermischung  mit  Kaffee  oder  Schokolade  benutzt,  und
zwar,  da  sie  für  die  Gesundheit  nachtheilig  sein  soll,
in  sehr  geringer  Menge.  50  000  kg  sind  von  Rufisque
  und  Dakar  nach  Marseille  und  Hamburg  zum
Preise  von  16  Franken  (frei  Bord)  für  1  dz  versendet
  worden.

Die  Gesammtausfuhr  aller  Erzeugnisse
(Erdnüsse,  Kautschuk  rc.)  betrug  im  Jahre  1897  etwa
150  000  Tonnen  im  Werthe  von  12  Mill.  Franken.

Die  Einfuhr  (Wein,  Alkohol,  Biskuits,  Mehl,
Kurzwaaren,  Gewebe  2c.)  hatte  einen  Werth  von
etwa  25  Mill.  Franken,  wovon  auf  Rufisque
12  Mill.,  auf  Saint  Louis  10  Mill.  und  auf  Dakar-Gorêe
  3  Mill.  Franken  entfielen.

Dandel  Gabuns  im  Jahre  1897.)

Das  Jahr  1897  war  für  den  Handel  nicht
günstig.  In  dem  ersten  Halbjahr  erzielte  Mahagoni
noch  recht  gute  Preise,  so  daß  man  auf  eine  Besserung
  rechnen  konnte,  doch  hörte  dies  infolge  der
Ueberfüllung  der  europäischen  Märkte  mit  afrikanischem
  Mahagoni  bald  auf.

Die  Einführung  einiger  deutscher  Waaren,  wie
Rum,  Genever,  Kümmel,  Zucker,  Parfümerien  mit
Alkoholgehalt  und  blanke  Hauer  (matchettes),  ist
durch  den  Differenzialzoll  ganz  unmöglich  geworden.
Zu  verkaufen  sind  trotz  des  hohen  Zolles  deutsches
Bier,  Zündhölzer,  Petroleum,  Steinschloßgewehre,
eiserne  Grapen  (eine  mit  Füßen  versehene  Art  von
Töpfen),  Lampen,  Laternen,  Schuhe  und  Stiefel,
Steingut,  Messingwaaren,  Eisen=  und  Stahl-Kurzwaaren,
  Drahtstifte,  Handwerkszeuge,  einige  Provisionen,
  Cigarren,  Farben  und  Farbenöl,  Kalk,  Cement,
Nähmaschinen,  Holz  in  Balken  und  Brettern.  Verboten
  ist  die  Einfuhr  von  fremdem  Pulver,  gefüllten
Patronen,  Spielkarten,  Saccharin  und  Geld,  das  in
Frankreich  nicht  gesetzlichen  Kurs  hat.

Im  Ogowe  leidet  das  Geschäft  sehr  durch  die
Ertheilung  eines  Handelsmonopols  an  die  Socité
du  Haut  Ogowé.  Die  Gesellschaft  hat  sogar  noch
50  pCt.  Zollermäßigung  für  ihr  Monopolgebiet,
wogegen  ihr  einige  öffentliche  Arbeiten  aufsgelegt
werden.

Im  Congo  frangais  ist  im  Allgemeinen  der
Handel  schon  seit  mehreren  Jahren  stetig  zurückgegangen.
  Theilweise  hat  dies  seinen  Grund  in  den
hohen  Einfuhrzöllen,  welche  durch  entsprechende  Verkaufspreise
  nicht  gedeckt  werden  konnten,  theilweise
auch  in  den  niedrigen  Marktpreisen  der  dortigen  Erzeugnisse
  in  Europa.  Schwer  wurde  es  auch,  die
Erzeugnisse  in  großen  Mengen  anzuschaffen,  da  Vorschuß
  nicht  mehr  so  wie  früher  ausgegeben  werden

 

—  —

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  293.
        <pb n="428" />
        konnte,  weil  die  Preise  der  Erzeugnisse  die  durch
Vorschußgeben  stets  entstehenden  Verluste  nicht  mehr
deckten.  Hierdurch  verlor  auch  ein  Theil  der  schwarzen
Händler  ihren  Verdienst.

Die  Einkaufspreise  für  die  Bodenerzeugnisse  bleiben
sich  stets  gleich,  und  es  ist  unmöglich,  den  Preisschwankungen
  in  Europa  durch  entsprechende  Einkaufspreise
  folgen  zu  können.

Ausgeführt  wurden  von  hauptsächlichsten  Artikeln
aus  dem  französischen  Kongo  im  Jahre  1897:

Gummi  elastikum  518  270  kg,
Elefantenzähne  105  244
Palmöl.  139  810  =
Palmkerne  806  4599  =
Kolanüsse  7  802  =
Owalanüsse  3  820  =
Piassava  22  512  45
Kaffee  30  094  „
Kakaog  8  097  =
Ebenholz  .  1747996-Mahagoni...
  3421047-andere
  Nutzhölzer  125  104  „
Gelbholz  56  607  „
Rothholz  172  612  =

Der  Schiffsverkehr  im  Hafen  von  Gabun  im
Jahre  1897  war  folgender:
Dampfschiffe:

25  deutsche  63  237  Reg.-Tons,

26  britische  595500  -

48  französische  128  900  -
Segelschiffe:

1  französisches  379  -

1  portugiesisches  144  -

–—–  —  —

Verschiedene  Mittheilungen.

Deutscher  Frauenverein  für  Rrankenpflege  in  den
Kolonien.

Dem  Jahresbericht  des  Frauenvereins  für  Krankenpflege
  in  den  Kolonien  zufolge  waren  in  dem
vorigen  Jahre  folgende  Schwestern  in  den  Krankenhäusern
  der  Kolonien  thätig:

in  Dar-es-Saläm  unter  Herrn  Dr.  Becker  die
Schwestern  Anna  Jakobus,  Bertha  Bauschlicher,
  Hermine  Seif;

in  Tanga  unter  Herrn  Dr.  Plehn  die  Schwestern
Theodore  Struckmeier,  Toni  v.  Held,  Georgia
v.  Issendorff;

in  Klein-Popo  (Togo)  unter  Herrn  Dr.  Wicke
die  Schwestern  Elise  Heidner,  Johanna
Wittum;

in  Kamerun  unter  Herrn  Dr.  Plehn  die  Schwestern
  Elise  Franke,  Ernestine  Drews,  Johannd
  Bachmann;

386

Bremen  ist  sehr  günstig  verlaufen.

 

in  Windhoek  unter  Herrn  Dr.  Sobotta  die
Schwestern  Anna  Bäßler,  Helene  Kliewer;

in  Stephansort  die  Schwester  Auguste  Hertzer.

Ke-  Guinea-Tabak.

Die  am  22.  Juni  d.  Is.  vollzogene  Einschreibung
über  123  Packen  (etwa  20  000  Pfund)  Neu-Guinea-Tabak
  bei  den  Herren  Joh.  Achelis  &amp;amp;  Söhne  in
Die  Tabake,
welche  ein  schönes,  zartes  Gewächs  mit  guten  Farben
und  guter  Qualität  zeigten,  wurden  ganz  erheblich
über  Taxe  bezahlt.  Es  wurden  verkauft:  W.  C.
Stephansort  69  Packen  zu  235  Pf.  an  die  Herren
Fritz  Strauch  &amp;amp;  Sohn  und  A.  C.  Stephansort
54  Packen  zu  155  Pf.  an  einen  geheimen  Käufer.
Der  Neu-Guinea-Tabak  gewinnt  immer  mehr  an
Beliebtheit  bei  den  Käufern,  es  ist  deshalb  sehr  zu
bedauern,  daß  die  Anpflanzungen  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  noch  keine  größeren  Dimensionen  angenommen
  haben.

—  —  —

Englische  Urtheile  über  die  Aussichten  der  Rautschukkultur.“)

Von  Dr.  Warburg.

Ueber  die  Aussichten  der  Kautschukkultur  sind
augenblicklich  die  Ansichten  noch  recht  getheilt,  die
Ursache  ist  die,  daß  man  sich  einerseits  von  den  in
den  Wäldern  noch  vorhandenen  Vorräthen  keine  rechte
Vorstellung  machen  kann,  andererseits  nicht  weiß,  wie
hoch  sich  die  Erzeugungskosten  im  Verhältniß  zur
Quantität  des  erlangten  Produktes  bei  einer  Großkultur
  stellen  werden.  In  dem  „Queensland  Agricultural
  Journal“,  das  sich  sehr  intensiv  mit  der
Kautschukkultur  beschäftigt,  ist  aus  englisch-kolonialen
und  technischen  Zeitungen  eine  Auslese  von  Artikeln
abgedruckt,  aus  denen  wir  einige  besonders  charakteristische
  Stellen  entnehmen  wollen.  So  sagt  die
„India-rubber  World“:  „Nichts  scheint  sicherer,  als
daß  die  große  Industrie  theilweise  durch  Erschöpfung
der  gegenwärtigen  Versorgungsquellen  gelähmt  werden
wird,  und  daß  die  glücklichen  Besitzer  von  Kautschukplantagen,
  seien  es  wenige  oder  viele,  große  Vermögen
ernten  werden.  Diese  durch  Kautschuk  -Statistiker
erwiesene  Thatsache  liegt  den  großen  Anstrengungen

zu  Grunde,  die  jetzt  gemacht  werden,  um  Pflanzungen,

vor  Allem  in  Mexiko,  zu  erlangen.  Die  Prospekte
der  Kautschukpflanzer  in  Mexiko  sind,  selbst  in  gegenwärtigen
  Werthen,  rosiger  als  die  irgend  einer  anderen
landwirthschaftlichen  Industrie,  und  das  bezieht  sich
mehr  oder  weniger  auf  jedes  Land,  in  dem  Castilloa
elastica  gedeiht.  Ein  Profit  von  300  pCt.  im
achten  Jahre  ist  das,  was  Sachverständige  versprechen,
und  die  Zahlen  sind  basirt  in  einer  Berechnung  auf
einen  Verkaufspreis  von  1  sh  per  lb.  und  in  einer

 

 

*)  Aus  dem  „Tropenpflanzer“  Nr.  6,  1898.
        <pb n="429" />
        anderen  auf  2  sh;  die  erste  Zahl  ist  um  mehr  als
die  Hälfte  geringer  als  der  jetzige  Preis  für  Castilloakautschuk
  in  London,  der  andere  steht  noch  immer
4  4  unter  ihm.  Daß  Kautschuk  billiger  kultivirt
werden  kann,  als  man  es  von  eingeborenen  Sammlern
kauft,  ist  ein  absolutes  Faktum,  und  es  ist  klar,  daß
die  Qualität  jedem  wilden  Produkt  sehr  überlegen
sein  muß,  mit  Ausnahme  vielleicht  von  dem  Parakautschuk,
  dessen  Bereitungsmethode  keiner  Verbesserung
mehr  fähig  zu  sein  scheint.  Für  Gesellschaftsunternehmungen
  bietet  die  Kautschukkultur  in  Mexiko  ein
vorzügliches  Feld,  da  es  kein  der  Rede  werthes  Substitut
  für  Kautschuk  giebt  und  ein  solches  auch  kaum
gesunden  werden  dürfte.“.

Der  „Tropical  Agriculturist“  giebt  den  von  einer
Kautschukpflanzung  von  100  000  Bäumen  nach  acht
Jahren  zu  erwartenden  Profit  an  auf  44  337  Pffd.
Sterl.  10  sh,  nach  neun  Jahren  auf  47  620  Pfd.
Sterl.  bei  einer  ursprünglichen  Nettokapitalsanlage
von  3625  Pfd.  Sterl.;  die  Regierungsprämie  ist  3  d.
Nach  der  „Rangoon-Gazette“  geben  bei  niedriger
Berechnung  100  000  Bäume  nach  Abzug  der  Kosten
eine  jährliche  Revenue  von  25  000  bis  30  000
Pfd.  Sterl.

Dr.  Morris,  der  Sachverständige  des  Kew
Gardens  für  tropische  Landwirthschaft,  sagt:  „Wenn
in  nur  wenigen  Jahren  Kautschuk  im  Werth  einer
halben  Million  an  zwei  kleinen  Stellen  Afrikas  gewonnen
  werden  konnte,  so  denke  ich,  daß  die  Leute,
die  für  Kautschukpflanzungen  in  der  ganzen  Welt
eintreten,  etwas  tiefer  in  die  Sachlage  eindringen
sollten.  Wir  wissen,  daß  in  Brasilien  das  Amazonosthal
  und  beide  Seiten  der  Anden  sich  stark.  der
Kautschukindustrie  hingeben.  In  Centralamerika,
Mexiko  und  in  anderen  Theilen  der  Welt  wird
Kautschuk  gleichfalls  als  Waldprodukt  in  großen

engen  erzeugt.  Bevor  wir  zum  Kautschukpflanzen
in  unseren  eigenen  Kolonien  und  speziell  auf  Land,
welches  werthvollere  Dinge  erzeugen  kann,  übergehen,
sollten  wir  uns  überzeugen,  daß  die  Kautschukindustrie
nicht  möglicherweise  der  Cinchonaindustrie  folge,  die
den  Pflanzern  Westindiens,  Indiens  und  Ceylons  so
große  Verluste  beigebracht  hat.“  "

Die  Redaktion  des  „Tropical  Agriculturist“  glaubt
nicht,  daß  ein  Grund  zur  Besorgniß  ist,  daß  die
Pflanzer  sich  kopflos  in  die  Kautschukkultur  stürzen
werden;  dazu  ist  die  Kultur  zu  mühsam  und  der
Ertrag  zu  spät.  Andererseits  ist  Kautschuk  ein  Produkt,
  welches,  einer  bestehenden  Thee-,  Kaffee=  oder
Kakaopflanzung  hinzugefügt,  nach  der  Aupflanzung
längs  der  Wege,  Grenzen  oder  in  den  Feldern  bis
zur  Ernte  nur  sehr  wenig  Mühe  macht,  so  daß  die
Gesammtkosten  sehr  mäßig  sein  dürften.  „Zwar
unterliegt  es  kaum  einem  Zweifel,  daß  Westafrika
mit  dem  Amazonasthal  als  Heimath  für  Kautschuk
wetteifere;  aber  Jahr  für  Jahr  wird  die  Gans,
welche  die  goldenen  Eier  legt,  mehr  aufgebraucht,
und  wenn  der  Bedarf  an  Kautschuk,  wie  es  scheint,
weiter  zunimmt,  so  sehen  wir  keinen  Grund,  daß  sich

387

 

Pflanzer  entmuthigen  lassen  sollen,  Kautschukbäume
einzusetzen,  speziell  als  Nebenprodukt,  wo  schon  Pflanzungen
  von  Thee,  Kaffee,  Kakao  oder  selbst  Kokos
als  Stapelprodukte  existiren.“

Thatsache  ist  jedenfalls,  daß  augenblicklich  die
Kautschukkultur  überall  noch  im  Kindheitsstadium  ist,
daß  ihre  Rentabilität  immerhin  zweifelhaft  ist,  und
daß  es  erst  der  praktischen  Durchführung  der  Kultur
vorbehalten  bleibt,  zu  definitiven  Ergebnissen  zu
gelangen.

Deutsch  -Ostafrikanische  Gesellschaft  zu  Berlin.

Im  Jahre  1897  haben  die  Unternehmungen  der
Gesellschaft,  wie  wir  dem  Geschäftsberichte  entnehmen,
befriedigende  Fortschritte  gemacht.  Nach  wie  vor  ist
die  Entwickelung  der  Gesellschaft  in  erster  Linie  von
den  Erfolgen  der  Plantagenthätigkeit  abhängig.  Die
Ausdehnung  der  landwirthschaftlichen  Betriebe  Deutsch-Ostafrikas
  ist  die  Grundlage  für  die  Erhöhung  der
Fähigkeit  des  Landes  zur  Waarenaufnahme  und  für
die  Steigerung  seines  Wirthschaftslebens  im  Allgemeinen.
  Die  auf  dem  Handei-Hochlande  befindlichen,
mit  dem  Gesammtnamen  Union  belegten  Pflanzungen
von  Coffea  arabica  sind  weiter  ausgestaltet  worden.
Auf  der  Kokosnußplantage  Muoa  ist  das  Wachsthum
der  Palmen  nach  Wunsch  gewesen,  indessen  ist  ein
Theil  der  Kulturen  von  der  ganz  außergewöhnlich
langen  Dürre  mitgenommen  worden.  In  Kikogwe
hat  die  Sisalkultur  eine  stattliche  Ausdehnung  gewonnen.
  Auch  die  Entwickelung  der  Liberiakaffee-Plantage
  Mwera  hat  den  Erwartungen  bisher  voll
entsprochen.  Der  Waarenbedarf  Deutsch-Ostafrikas
ist  im  Berichtsjahre,  da  die  Eingeborenen  dank  gutem
Ausfall  ihrer  Ernten  kaufkräftiger  waren,  ein  größerer
gewesen.  Auf  der  anderen  Seite  war  für  die  von
den  Eingeborenen  gelieferten  Produkte,  insbesondere
Kautschuk  und  Wachs,  auf  dem  europäischen  Markt
recht  befriedigende  Nachfrage  vorhanden.  Auch  auf
dem  Sansibarmarkte  hat  die  Gesellschaft  mit  höherem
Nutzen  gearbeitet.  Die  Bilanz  der  Anstalten  auf
Madagaskar  weist  einen  bescheidenen  Gewinn  auf.
Die  Festigkeit  der  englischen  Regierungspolitik  hinsichtlich
  des  indischen  Währungswesens,  insbesondere
in  dem  Grundsatz,  die  indischen  Münzstätten  geschlossen
zu  halten,  hat  den  Kurs  der  indischen  Rupie  während
des  Berichtsjahres  in  langsamer  Steigerung  gehalten.
Der  Preis  von  1  Schill.  4  Pce.  ist  nunmehr  erreicht,
und  die  Aufwärtsbewegung  darf  damit  nach  dem
Programm  der  englischen  Regierung  einstweilen  als
abgeschlossen  gelten.  In  Deutsch-Ostafrika  hat  die
deutsche  Rupie  mit  der  indischen  gleichen  Schritt  gehalten.
  Zu  Ende  des  Jahres  1897  war  der  Kurs
1,38;  nichtsdestoweniger  hat  die  Gesellschaft  den
Debet-Saldo  der  Generalvertretung  nicht  höher  als
zum  Kurse  von  1,10  bewerthet.

Dem  Bedürfnisse  des  Verkehrs  dienend,  hat  die
Gesellschaft  in  1897  244  030  Ganzrupienstücke  und
        <pb n="430" />
        50  000  Halbrupienstücke  ausprägen  lassen.  In  den
Verhältnissen  der  Usambara-Eisenbahn  (Tanga—
Muhesa)  ist  eine  Aenderung  nicht  eingetreten.  Nachdem
  die  Fähigkeit  der  Gesellschaft  zur  Vorschußleistung
erschöpft  war,  ist  die  deutsche  Regierung  helfend  eingetreten;
  ihre  Monatssubvention  von  6000  Mark
hält  das  Unternehmen  aufrecht.  Inzwischen  macht
sich  die  Nothwendigkeit  der  Verlängerung  der  Strecke
über  Muhesa  nach  Korogwe,  dank  dem  Voranschreiten
der  landwirthschaftlichen  Inangriffnahme  von  Westusambara,
  von  Tag  zu  Tag  fühlbarer.  Es  stehe  zu
hoffen,  daß  die  Regierung  dieserhalb  dem  Reichstage
alsbald  durchgreifende  Vorschläge  machen  werde.  Der
Betrieb  des  Dampfers  „Safari“  ist  infolge  der  durch
die  Pest  in  Bombay  herbeigeführten  Verkehrslähmung
sowie  infolge  des  durch  Konkurrenzunterbietungen
geförderten  Rückganges  der  Frachtsätze  zwischen
Bombay  und  Ostafrika  abermals  nicht  lohnend  gewesen;
  selbst  normale  Abschreibungen  sind  nicht  verdient
  worden.  Seit  Ende  Oktober  1897  geht  bis
auf  Weiteres  der  Betrieb  der  „Safari“  für  alleinige
Rechnung  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,  welche  der
Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  wegen  ihres  Antheils
  15  000  Mark  per  Jahr  vergütet.

Der  Reingewinn  der  Gesellschaft  beträgt  201  698
Mark  und  wird,  wie  folgt,  verwendet:  Zur  ordentlichen
  Rücklage  14  858  Mk.,  zum  Delcredere-Konto  J
20  000  Mk.,  zur  Brandschaden-Rücklage  50  000  Mk.,
5  pCt.  Dividende  auf  3  000  000  Vorzugsantheile
mit  25  pCt.  Einzahlung  im  ersten  Halbjahr  1897
und  50  péCt.  Einzahlung  im  zweiten  Halbjahr  1897
56  250  Mk.,  als  Vortrag  auf  neue  Rechnung  bleiben
60  589  Mk.

Lechzebnter  Jahresbericht  des  Export-Musterlagers
in  Stuttgart.

Dem  sechzehnten  Jahresbericht  des  Export-Musterlagers
  in  Stuttgart  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  ungünstige  Geschäftslage  in  verschiedenen  für
die  deutsche  Ausfuhr  besonders  in  Betracht  kommenden
  Ländern  hat  sich  leider  im  Jahre  1897  nicht
gebessert  und  hatte  einen  Rückgang  sowohl  in  der
Zahl  der  Aufträge  als  im  Umsatz  zur  Folge.  Insbesondere
  machte  sich  der  fortwährende  Rückgang  der
brasilianischen  Valuta,  welcher  die  Kaufkraft  des
Landes  immer  mehr  reduzirte,  fühlbar;  viele  unserer
alten  treuen  Kunden  waren  gezwungen,  ihre  Einkäufe
auf  das  Aeußerste  zu  beschränken,  und  bestellten  in
der  Hoffnung  der  leider  immer  noch  nicht  eingetretenen
  Besserung  des  Kurses  nur  die  für  den  augenblicklichen
  Bedarf  nöthigen  Waaren.  Das  Geschäft
nach  Indien,  welches  sich  in  den  letzten  Jahren  gut
bei  uns  entwickelt  hatte,  wurde  durch  die  Pest  sehr
beeinträchtigt,  namentlich  in  Bijouterie,  Uhren  und
Luxusartikeln,  wofür  wir  sehr  gute  Verbindungen  in
Ostasien  haben,  bestellten  die  betreffenden  Kunden
nur  das  Nothwendigste,  was  allerdings  beim  Er-388



 

löschen  der  Seuche  einen  wesentlich  gesteigerten  Bedarf
erhoffen  läßt.  Der  Besuch  des  Lagers  war  so
ziemlich  der  gleiche  wie  in  früheren  Jahren,  die  Einkäufer
  bestellten  hauptsächlich  Neuheiten  und  kauften,
soweit  es  sich  um  süd=  und  centralamerikanische
Märkte  handelte,  die  alten  Stapelartikel  nur  in
mäßigen  Quantitäten.

Die  auf  unserem  Lager  ausgestellten  Muster-Kollektionen
  wurden,  soweit  es  sich  um  Saisonartikel
handelt,  stets  erneuert  und  ergänzt,  auch  werden  uns
von  den  Ausstellern  sofort  Veränderungen  in  den
Preisen  mitgetheilt,  so  daß  die  Besucher  unseres
Lagers  sich  sowohl  über  Fabrikate  als  Preise  genau
informiren  und  ihre  Aufträge  ohne  jeden  Zeitverlust
ertheilen  können.

Bericht  des  belgischen-  Lieutenants  Decq  über  einen
Besuch  in  Dar##e=  Salam.

Ueber  einen  Besuch,  den  der  belgische  Lieutenant
C.  Hecq  im  April  in  Dar-es-Saläm  abgestattet  hat,
äußert  er  sich  in  „La  Belgique  coloniale“  vom
15.  Mai  folgendermaßen:

„Die  Resultate,  welche  man  in  Dar-es-Saläm
während  der  neun  Jahre,  die  seit  seiner  Gründung
verflossen  sind,  erzielt  hat,  sind  ganz  staunenswerth,
besonders  wenn  man  das  bescheidene  Budget  der
Kolonie  von  3½  bis  4  Mill.  Mark  im  Jahre  berücksichtigt.
  Es  gab  damals  vier  Häuser,  eins  davon
die  arabische  Boma  und  die  drei  anderen  im  selben
Stil,  welche  noch  vorhanden  sind.  Heute  ist  hier
eine  Stadt  geschaffen.  Neben  und  hinter  den  Hauptgebäuden
  erstreckt  sich  ein  wahrer  Park  mit  breiten
Alleen,  Blumenbeeten  und  Versuchspflanzungen  für
die  verschiedensten  Kulturen.  Hinter  dem  Park
ist  die  landwirthschaftliche  Anlage.  Hier  stehen  schöne
Ställe,  die  eine  starke  Herde  Hornvieh,  Pferde,  Maulthiere,
  Esel  verschiedener  Rassen  zu  Zuchtzwecken  beherbergen.
  Die  Thiere  sehen  blühend  und  wohlgepflegt
  aus.  .  .  Am  Meere  steht  das  Krankenhaus,
ein  mächtiges  Gebäude  im  orientalischen  Stil,  von
einem  Komfort,  einer  Sauberkeit  und  einer  Ausstattung,
  daß  es  manche  europäischen  Anstalten  beneiden
  könnten..  In  der  Stadt  ist  ein  zweites
Hospital  für  Eingeborene.  Es  ist  weniger  luxuriös,
aber  sehr  gut  im  Stande  und  komfortabel.  Das  ganze
Personal,  Beamte  wie  Militärs,  wohnen  in  schönen,
großen  Häusern,  wo  Jeder  wenigstens  zwei  gut  möblirte
  Zimmer  hat.  Mehrere  Baderäume  mit  Douch
sind  in  jedem  Haus--An

  der  Promenade  sind  große  Blumenbeete.  In
einem  befindet  sich  die  Statue  Kaiser  Wilhelms  I.,
in  einem  anderen  ist  ein  Kiosk  für  die  schwarze
Militärmusik.  Hier  ist  auch  das  große  Postamt
  und  das  geräumige  Kasino  mit  einer  weiten
Veranda,  einem  Saal  mit  vollständiger  Theatereinrichtung
  und  Platz  für  300  Personen,  Speisesälen,  Café,
Billardsälen  2c.
        <pb n="431" />
        Was  besonders  in  der  Hauptstadt  des  deutschen
Ostafrika  überrascht,  ist  die  Vollendung  alles  Vorhandenen,
  nirgends  Anfänge  oder  Lücken,  überall
Alles  oder  Nichts!“

    

7777777VVTVTTYTVTyT7  V  VYTNYTTYYTVTWTTYFTT

Tilkerakur.

Von  der  nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-Amts
  sind  folgende  zwei  Karten  herausgegeben
  worden:

1.  Deutsch-Neu-Guinea.  Karte  von  Berlinhafen
  und  Rhede  im  Maßstab  1:25  000  (Preis
Mk.  1,60),  ausgenommen  von  S.  M.  S.  „Möwe“
1897,  Kommandant  Korvettenkapitän  Merten.

2.  Deutsch-Ostafrika.  Karte  von  der  Rufiyimündung
  bis  Ras  Kongoyura  im  Maßstab  1:  150000
Erei  Mk.  2,50)  nach  den  britischen  Admiralitätsarten.


Beide  Karten  sind  zu  beziehen  durch  Dietrich
Reimer,  Berlin,  Wilhelmstraße  29.

 

August  Boshart:  Zehn  Jahre  afrikanischen  Lebens.
Leipzig  1898.  Otto  Wigand.

Das  Buch,  in  welchem  der  seit  Langem  in
Afrika  thätige  Verfasser  seine  Erfahrungen  und  Eindrücke
  schildert,  zerfällt  in  folgende  Abschnitte:  Erster
Theil.  Im  Gebiete  des  Kongo.  Eine  Kongo-Expedition
  unter  Stanley.  Eine  zweite  Kongofahrt
sechs  Jahre  später.  Zweiter  Theil.  In  Südwestund
  Ostafrika.

 

Theodor  Christaller,  deutscher  Reichsschullehrer
in  Kamerun:  Illustrirte  Familienbibliothek  I.
Buchhandlung  für  innere  Mission  in  Schwäb.  Hall.

Das  Büchlein  enthält  aus  der  Feder  von  Christollrss
  Schwager,  Stadtpfarrer  Böckheler,  das
sesselnde  Lebensbild  des  tapferen,  kenntnißreichen,
arbeitsfrohen,  charakterfesten  Mannes  mit  der  idealen
Auffassung  seines  Berufes  und  der  hohen  Begeisterung
  für  die  ihm  gewordene  Aufgabe.  Daneben
erhalten  wir  meist  aus  Mittheilungen  Christallers
mit  ihrer  bekannten  erfrischenden  Lebendigkeit  und
Anschaulichkeit,  ein  farbenreiches  Bild  von  Land  und
Leuten  in  Kamerun,  vom  Schulehalten,  seinen  Hindermssen
  und  Mühen,  aber  auch  seinen  Freuden  und
Erfolgen;  wir  freuen  uns  seines  häuslichen  Glückes
und  sind  Zeugen  seines  frühen  Todes  im  fernen
Lande.  Das  hübsch  ausgestattete,  mit  einem  Brustbild
Christallers  und  zahlreichen  Abbildungen  nach  seinen
Photographien  gezierte  Büchlein  sei  allen  Freunden
und  Kollegen  des  Entschlafenen,  aber  auch  allen,  denen
die  Ausbreitung  deutscher  Bildung  in  unseren  Kolomen
  am  Herzen  liegt,  bestens  empfohlen.

 

389  —

Reinhold  Werner:  Drei  Monate  an  der  Sklavenküste.
  Dritte  Auflage.  München,  Richter  &amp;amp;  Kappler.

Der  bekannte,  weitgereiste  Marineschriftsteller
schildert  hier  Leben  und  Treiben  an  der  afrikanischen
Westküste,  die  er  von  eigenem  Aufenthalt  genau  kennt.
Ist  das  Buch  auch  in  erster  Reihe  für  die  reifere
Jugend  bestimmt,  so  wird  es  doch  auch  kein  Erwachsener
  ohne  Belehrung  und  Befriedigung  aus  der
Hand  legen.

 

Julius  Richter:  Evangelische  Mission  im  Nyassalande.
  Zweite  vermehrte  Auflage.  Berlin  1898.
Evangelische  Missionsgesellschaft.

Als  1892  die  erste  Auflage  dieses  Buches  erschien,
  stand  die  evangelische  Mission  im  Nyassalande
in  ihren  Anfängen.  Seitdem  hat  sie  sich  rasch  und
außerordentlich  gedeihlich  entwickelt.  Die  vorliegende
Arbeit  giebt  von  ihrem  Wirken  und  Fortschreiten  wie
von  Land  und  Leuten  ein  ebenso  erschöpfendes  wie
erfreuliches  Bild  und  kann  allen  Kolonialfreunden
warm  empfohlen  werden.  ·

 

Daffert:  Ueber  die  gegenwärtige  Lage  des  Kaffeebaues
  in  Brasilien.  Amsterdam  1898.  de  Bussy.
Die  rein  fachwissenschaftlich  gehaltene  Schrift,
welche  den  Direktor  des  Landwirthschaftsinstituts  von
Sao  Paulo  in  Campinas  (Brasilien)  zum  Verfasser
hat,  besitzt  für  alle  in  den  Tropen  thätigen  Landwirthe
  großes  Interesse.

 

Die  deutschen  Dampsschifffahrts-Gesellschaften.
  Leipzig  1898.  A.  Schumann.

In  übersichtlicher  Form  werden  hier  zuverlässige
Nachrichten  über  Verfassung,  Vermögen,  Personal  2c.
aller  deutschen  Schifffahrts-,  Docks-,  Lagerhaus=  und
Schiffsbauanstalten  geboten.

 

Lachambre  und  Machuron:  Andrée  im  Ballon
zum  Nordpol.  Deutsch  von  Jahn.  Leipzig.
Paul  List.

Die  mit  vielen  Illustrationen  ausgestattete  Schrift
giebt  eine  eingehende  Schilderung  des  Lebens  und
der  Pläne  des  kühnen  Ingenieurs,  der  mit  einem

Ballon  den  Nordpol  zu  erreichen  versucht  hat  und

nun  seit  Jahresfrist  verschollen  ist.  Da  nicht  anzunehmen

  ist,  daß  Andrée  sobald  Nachfolger  findet,  ist
die  Schrift  von  besonderem  Interesse.

 

—  —

Alb.  Wirth:  Geschichte  Formosas  bis  Anfang  1898.
Bonn  1898.  C.  Georzgi.

Die  Vergangenheit  der  wenig  bekannten,  von
Japan  eroberten  Insel  findet  in  der  Wirthschen  Arbeit
  eine  ebenso  erschöpfende  wie  interessante  Behandlung.
  Wer  von  den  Schwierigkeiten,  mit  denen
Kolonisationsarbeit  in  Ostasien  verknüpft  ist,  ein
treues  Bild  gewinnen  will,  findet  hier  reiche  Belehruna.
        <pb n="432" />
        Titteratur·  Verzeichniß.

Franzius,  Georg,  Geheimer  und  Ober-Baurath,  Marine-  »
Hafenbaudirekton  Kinn-Tfchou,DeutschlandsEr--KosthWfDt«,V-LuschmhP—Mthchte-kaf—Dk-«As
wekbunginOstasien.MitübecIOOJllustrationen.  Reichenow,  A.  Seidel.  L.  v.  Tippelskirch,  Dr.  Tornier,
In  Prachteinband  Mk.  b,—.

Im  Auftrage  der  Irangi-Gesellschaft  herausgegeben  von
l
l
l
Dr.  E.  Wagner  und  G.  Witt.  Mit  7  Vollbildern  und
Schall  &amp;amp;  Grund,  Berlin.
|
l
l

dem  Führer  der  Expedition.  Unter  Mitwirkung  der
Herren  Dr.  Bruno  Hassenstein,  Prof.  Dr.  Karsch,  H.  J.

126  Text-  Illustrationen  in  Photogravüre,  Lichtdruck,
Werther,  C.  Waldemar  (Premierlieutenant):  Die  mitt.  Lithographie  und  Autotypie  sowie  zwei  Originallarten
leren  Hochländer  des  nördlichen  Deutsch-6

  von  Dr.  B.  Hassenstein  und  Premierlieutenant  Werther.
Ostafrika.  Wissenschaftliche  Ergebnisse  der  Jrangs  Lex.  8°.  493  S.  Kart.  Mk.  18.—,  geb.  Mk.  20.—.
Expedition  1896  bis  1897  nebst  kurzer  Reisebeschreibung.  Hermann  Pactel,  Berlin.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  24/2.  Sydney  6/5.  —  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).

S.  M.  S.  „Condor“  8/1.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Falke“  25/4.  Apia  30/5.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  28/4.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  5/3.  Manila  9/3.  —  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  11/5.  Port  Said  16/(5.  —  24/5.  Aden  26/5.  —  7)/6.  Sansibar.  (Poststation:
  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  6/5.  Sansibar  14/5.  —  21/5.  Aden  23/5.  —  29/5.  Port  Said  1/6.  —  Gicbraltar.
(Poststation:  Cuxhaven.)

S.  M.  S.  „Wolf“  8/5.  Loanda  14/5.—  27/5.  Port  Nolloth  30/5.—  1/6.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

Ablösungstransporte:

.  Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Cormoran“
(ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  Reincke:
Wilhelmshaven  4/5.  —  14/5.  Port  Said  15/5.  —  26/5.  Colombo  27/5.  —  1/6.  Singapore  1/6.
—  Manila.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Bayern“  des  Nordd.  Lloyd  mit  einem  Theil  des  Ablösungstransportes
  vorstehend  zu  1:  Ausreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Persius:
Bremerhaven  18/5.  —  1/6.  Neapel  1/6.  —  5/6.  Port  Said  5/6.  —  Aden.
Fahrplanmäößiger  Reichspostdampfer  „Herzog“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport
für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:
Hamburg  11/5.  —  13/5.  Amsterdam  14/5.  —  18/5.  Leixoes  19/5.  —  20  /5.  Lissabon  21/5.—
26/5.  Neapel  26/(5.  —  30/5.  Port  Said  31/5.  —  Aden.

!———

——.

DPerkehrs-Machrichten.

In  Seeis  und  Hohewarte  (Deutsch-Südwestafrika)  sind  Ende  v.  Is.  Postanstalten  eingerichtet
  worden.

 

Der  am  26.  April  d.  Is.  von  Hamburg  nach  Deutsch-Südwestafrika  abgegangene  Dampfer  „Lulu
Bohlen“  ist  laut  Telegramm  aus  Kapstadt  am  28.  Mai  in  Swakopmund  eingetroffen.

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schugebieten.

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  muassen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schifungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
I  .
Neapell.  am  6.,  20.  Juli,  Tanga  19—20  Tage  sam  4.,  15.,  18.  Juli,
GGuste  di  3.  Aug.  120  abbs.]  Dar-es-Sal.  20—21  n,  1.,  12.  August
n  ita.  rindisi  am  17.  Juli,  14.  Aug.  Sansibar  22  T  1146  abds.
1.  Deutsch-  Ostajrita  (enbissn  Seh  Pd  el.  g  si  age
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
französische  Schiffe  ums.  10%  abds.
        <pb n="433" />
        391  —

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
2.  .  ·  Southampton  am  2.,  30.  Juli  Lüderitzbucht  22  Tage  am  1.,  29.  Juli
Densame#atç  Fergl.  Lhoiffe  bie  *  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  13  ums.

Warmbad  und

von  dort  weiter  alle  4
auf  dem  Landwege.)

3.  Ramerun.

Uklamas
wöchentlich  bis  Kapstadt,

ambur
adant  Sit

ambur
|A  g  —
Liverpool
(englische  Schiffe)

och.

 

Dampfer  „Leutwein“")

 

am  25.  Juli,  25.  Sept.
s

nacht

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  6.  Juli,  3.  August

Swakopmund  30  Tage
Luderitzbucht  40  Tage

am  25.  Juli,  25.  Sept.
720  abds.

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  jedes  Monats
790  abds.

am  4.  Juli,  1.  August

18  ms.

 

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des

Absenders)

—  —

 

 

b.  Deutsch-Uen-  Guinea.

 

6.  Marstan.  Juteln.
(Hamburg—Umerika-Linie

Kew-  Vork,  von  New--VYork

S.  Francieco  Eisendadn,  dann

deutiches  Segelschiff.)

 

 

 

 

Lamburg  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
(deutsche  Schiffeyj  am  20.jedes  Mts.  Lome  31  Tage  Monats  77  abds.
.  .  Klein-Popo  33  Tage  Q„
Liverpool  am  13.,  27.  Juli  Quittah  36  Tage  am  11.,  25.  Juli
(englische  Schisfe)  von  da  ab  Landoverbindung  16  ums.
Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
(französische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Bordeau  am  10.  Juli,  10.  Sept.  Cotonou  22  Tage  am  8.  Juli,  8.  Sept.
(anzösische  Schiffe)  110  oms.  von  da  ab  Landverdindung  10##  abds.
Neapel  am  24.  August  Stephansort  45  Tage  am  1.  Juli,
(beunsche  Schiffe)  abds.  ]  22.,  26.  August
Brindisi  am  3.  Juli,  28.  Aug.  -  41  Tage  11e5  adds.
(Nachversand)  abds.
5%  Cuxhaven  am  14.  Juli  Jaluit  etwa  70  Tage  am  13.  Juli  1138  abds.
1  1
bis  #

 

—  —

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs,  Die  Voß  it  fämm  Landungs,]  Die  Poßt  is  fauig
–  r*  hafen  in  Berlin  "#  1  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ...  am  B.“,  24.-Juli  Hamburg  ..  am  10.*  jed.  Monats
dentsch  Olafrita  Brindisi.  ..  am  11.  Juli,  8.  Aug.  Togogebiet  .....  Plymouih..  am  27.  Aonat
—  —  Marseille  ..am  17.  Juli,  16.  Aug.  Marseille  ..  am  16.  jedes  Mona
Deutsch-  S#dwestafrit  —mms———  Aen  t
—  stafritaSouthampton  am  5.  Juli,  2.  Aus.  Deutsch  ·  Aeu-Suinea.  sNeapel....am  22.*  August
Ramerun.  Plymouth..  am  27.*  jed.  Monats
'«·  L#oerpool  .  a  14.  Juli,  Mart#all-Inseln..  Marseille  unbestimmt
11.  August  3
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
—  Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Camburg—Ostafrika).
—söÜ.  garhie  Nochrchten
—  —  von  I  nach  bis  28.  Juni  1898
Durban  s  Hamburg  am  24.  Juni  an  Aden.
„Kaiser-  Hamburg  l  Durban  am  19.  Juni  an  Mozambique.
„Kanzler“  z.  Zt.  in  Hamburg.  #
„Vundedrath-  Hamburg  Durban  am  28.  Juni  ab  Suez.
„Neichstag“  Delagoabai  I  Hamburg  am  26.  Juni  an  Neapel.
„Admir  Hamburg  Delagoabai  am  25.  Juni  ab  Antwerpen.
„General"  Hamburg  i  Delagoabai  am  19.  Juni  an  Aden.
Delagoabai  Hamburg  am  20.  Juni  ab  Delagoabai.
        <pb n="434" />
        —  392  —

WobEE  RNANN-LINIE
Riegelmäßige  Vost.  Dampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

 

Fahrplan  für  das  dritte  Vierteljahr  1898.
Beschleunigter  Dienft  für  Holt  und  pPallagiere.

Linie  I.  Nach  Madeira,  Lagos,  Lome,  Kamernu  und  den  Häfen  bis  Loango.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreisee.  Heimre  isee.

i  Loango  Aug.  30.  Sept.  30.  Oktbr.30.
BortJali  19.au9.  120  en-  10.  Gabunt  ..  Sepl.  3.  Skr.  3.  N.  3
Monrovia“.  =  27.  =  27.  #  =  27.  Eloby.  -  4.  -  4  -  *
Kap  Palmas“  :  28.  -  28.  -28.  Bato  -  6.  2  -
Accra.  .  "  29.  =  29.  29.  Groß-Batanga-  #

Lomemm  "  30.  "  30.  30.Kribi.  ""  7  7.  ""  7
Lagsss  Aug.  1.  Sept.  1.  Oktbr.  1.  Plantation  .
Kamerrnn  -  4.  -  4.  -4.  Longlliit  s
Rio  del  Rey  "  14.  "  14.  =  1.  Klein-Batanga.  2  8.  -  8
Victoria  15.  15.  15.  Malimba  252  -  3  -  3
Fernando  Por  7.  17.  21117.  s  Kamerun  10.  .  10.  "10.
Malimba  .  -18.  -18.  -18.Lugvs——  .-18—  -  18.  15
Klein-Batangga  #:  20.  :  20.  20.  Whydah  #  "  26.  -  2.  -  3
Lonii  Grand-Popo“  .  i27.  -  7.  -  3
lantatio  21  21.  21  Klein-Popo  115  28.  =  28.  -  3
Krbi  ..»..  .  2  ...  -  3—  -  2.  -  3
roß-Batanga.  -  .  -22.  -  -  «  -  -
—  *.  3.  B.  „23..#dd#o  k  89.  20.50
Elobhbyn  "  24.  =  24.  24.  AccraH  „  Oktbr.  1.  Nov.  1.  ez.  1
Gabun  25.  25.  25.  Kamerun  .  .  4.  4.  -
Kap  Lopez  é  26.  =  26.  é  26.  Lagos.  „  =  6.  "*  6.  -  s
Sette  Ctma  27.  27.  A.Klein-Popvo  i
Nyangga  28.  238.  28.  Lome  172  7.  Jt
Mayumba  „  22.  :  29.  :  29.  Quitta  .  ..  8
Loango  „  30.  :  30.  30.  Accrac  -  8.  -  8.
Kap  Palmass  10.  =  10.  10.
NMo  "  „  9  1232.  132.  "  12.
a  ran  Canario“!  "„
Teneriffa"  6  *  18  18.  18
i  Madeira“  20  2  20.
#  „  Plymouth“.  3  *:  25.  25.  é  25.
Ü  I  Hamburg  -217.  27.  M27.
Linie  II.  Nach  Gibraltar,  Marokko,  Canar.  Inseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlanfend.
Ausreise.  Heimreisee.
1  1.  -
Hamburg-L  iJuli18.  Aug.  18.  Sept.  18.  Sherbror  Sept.  2.  Oktbr.  2.  Nor.  2.
Antwerpen  *"  2  23.  "  23.  Sierra  Leone.  -  4.  "  4.
Gibraltar  *"  30.  30  30.Conakrryy.  5.  5.  5.
Larache  Aug.  1.  Sept.  1.  Oktbr.  1.  Rufisque  10.  10.  -  10.
Rabat  2.  2.  =  2.  Dakar  =  11.  .  1s.  "  11.
Tanger  =  3.  -3.  3.  Gran  Canaria.  17.  J7.  :  IT.
Casablanca  =  5.  5.  =  5.ogabor  19.  19.  15.
Saffi  :  6.  "  6.  -  6.  Saffi  :  20.  .  20.  :  MA.
Mogadronr  7.7  -7.  Mazagan  220  .  22.  :  22.
Mazagan..  9.  9.  9.  Casablance  23.  23.  33.
Gran  Canaria  =  11.  11.  =  1s1.  Tanger  =  24  24  =  24.
Teneriffa  12  12.  *  12.  Hamburg  .nObtbr.  2.  Nov.  2.  Dez.  2.
Gorée  =  177  7.  :  17.
Dakeor  =  17.  m17.  217.
Rufisque  .  ..  18.  18  18—
Bathurfst  :  199  19  19.  1
Bissao  ....  "  —  -  —  -  21.
Bolama.  .  ..  -—  —  —  24.
Sierra  Leone  ..  22.  2  22.  "  26.
Sherbben  24..  24.  27.  D  1

 

 

#  +)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.
        <pb n="435" />
        393

Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

 

––i....  —

Ausreise.

Heimreise.

 

Hamburg  ..  Juli  20.  Aug.  20.
Conakry  Aug.  6.  Sept.  6.
Monrovio  =  8.  :  8.
Arin

Dircoovo  12.  12.
nin  ...  .

cpoat...
Saltpond  14.  14.

Appaon  4

M#uneboh  16.  15
Accra..  .  ..  =  16.  =  16.
Adda  -138.  -138.
Kwitta  ...  -19.  -19.
Lome  21.  :  21.
Bagida  =  22.  22.
Klein-Popo  *  2522.  é  23.
Grand-Popo  "  25.  25.
Whydah  „  „  *:  26.  206.
Kotonon  27.  *  27.

 

 

 

Sept.  20.
Oktbr.  6.
-  8.
-1232.
14.
-M135.
16.
18.
"  19.
21.
22.
23.
25.
26.
=  27.

 

Kotonou
Whydah
Grand-Popo
Klein-Popo
Bagida
Lome

Kwitta

Addah

Accra.  .  ..
Kap  Palmas
Monrovia
Gran  Canaria
Teneriffa.
Madeira
Hamburg

 

 

Aug.  28.  Sept.  28.
„  29.  :  2)9.
Sept.  2.  Oktbr.  2.
:  3.  =  3.
5.  "  5.
"  7.  "  7.
-  9.  -  9.
-1I1.  :  11.
13.  13.

:  16.  *  16.
-138.  18.
26.  :  26.
:  27.  :  27.
:  28.  :  28.
Oktbr.  9.  Nov.  9.

#

2
S
*

S

uasaaun  Sn

—

ssuasaan
—
·#“

Dez.  9.

 

Linie  IV.  Nach  den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

 

 

 

 

Ausreisee.

—  —

Heimreise.

 

mburg  t.  Juli  31.g.  31.
enensse...  Ag.  10.  Sext.  10.
Gran  Canaria.  :  11.  :  11.
Horte  -....

Eck....  -  .  -  .
Rufisgue  is  is
Kap  Nount  "  20.  20.
Monroric  21.  :  21.
Grand  Bassa  23.  33.
Sino  :  24.  .  24.
Kap  Palmas  25.  25
Accrae#  28  O0  28.
ansnn  30.  „  30.
andana  "  «
Cabinda..  g  Sept.  *  Olibr.  1.
Banana  7.  l  7.
Ren  ..  9.  9
——  11.  Ii.
Mataii  O„  I1.  „  11.
W  I  14.  13.
Ambriz  ..  .  ..  15  —  15.
Kusembo  10.  16.
Aussera  17.  17.
Ambrizetie  7„U„C  -  18.  -  18.
Muula  15.  *  5
Landana  6„  20.  4%  20.

 

 

Näch

—  —

 

Sept.  30.
Oktbr.10.
-11.

-Ê186.

 

Landana
Old  Calabar
Bonny

Lagos

Accra
Winnebah

Arin
Kap  Palmas
Sina
Grand  Bassa
Monrovia
Conakryg
Gran  Canaria
Mogador
Safs,
Mazagan
Casablanca
Hamburg

Adda  ..

 

 

Sept.  21.  Oktbr.  21.
24)0  .  24.
1  28.  #  28.
.  M30.  -30.
.  Oktbr.  7.  Nov.  7.
.  G.  8.
=  9.  =  9.
1  *  11.  11.
no  12.  12.
.  *.  13.  *.  13.
.14.  1.
15.  -15.
18.  18.
l  -19.  -19.
I  -20.  -20.
-21.  -21.
23.  23.
30.  30.
Nov.  2.  Dez.
3.  OY
2  4.  3
=  5.  -
15.  1

Nov.  21.
:  24.

 

I

«

Mit  den  am  18.  Juli  und  18.  August  abgehenden  Dampfern  kommt  kein  Schießpulver  zur  Berladung.
ste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Juli  und  25.  September.
Fahrtdauer  Hamburg—Swakopmund  etwa  30  Tage.

ee  III  #  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,

21.
*)  Aur  für  Post  und  Passagiere.

jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="436" />
        —  394  —

p!E—.—  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Legte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  28.  Juni  1898
„Adolph  Woermann  ·  .  Hamburg  Loango  am  25.  Juni  in  Conakry.
„Aline  Woermann"  Loango  Hamburg  am  28.  Juni  Curhaven  passirt.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Benguella  am  26.  Juni  in  Accra.
„Bruxellesville.  Kongo  Hamburg  am  28.  Juni  in  Accra.
„Carl  Woermann  Hamburg  Lagos  am  22.  Juni  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  21.  Juni  in  Lagos.
„Ella  Woermann  ...  Sherbro  Hamburg  am  27.  Juni  Sierra  Leone  passirt.
„Gertrud  Woermann“.  Kotonon  Hamburg  am  9.  Juni  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“"“  Hamburg  Sherbro  am  23.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Hedwig  Woermann“.  Hamburg  Whydah  am  24.  Juni  Ouessant  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  .ladet  in  Hamburg.
rt  Woermann“  .  ..  Hamburg  Loanda  am  22.  Juni  in  Loanda.
„Lulu  Bohlen  44  Hamburg  Lüderitzbucht  am  13.  Juni  in  Kapstadt.
„Marie  Woermann  Lüderitzbucht  Hamburg  am  22.  Juni  in  Accra.
„Melita  Bohlen"  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  Juni  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  25.  4  in  Madeira.
„Thekla  Bohlen"  Loanda  Hamburg  am  25.  i  in  Conakry.

 

631  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Tabak=  und  Cigarren-Fabrik  von  Gebrüder  Blum
in  Goch  (Rheinland)  bei,  betreffend  Cigarren  und  Nauchtabake  in  mittleren  nud  höheren  Preis-Die

  Expedition.

lagen,  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.

 

 

Anzeigen.

Inserate  (für  die  breigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  e  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Verlin  SW  i2,  cochstraße.  —
;;  einzusenden.

—

 

 

   

Consertirte

*—

aller  Art,  (251)
baltbar  ilr  die  Tropen.
Sachgensse  Hergrotenkrun

von  Stationen,  Faktoreien,
  Expeditionen,

Reisen.  —  Umfassende
Preislisten  z.  Diensten.

Gebrüder  Broemel,  Hamburg.

Vielflach  mit  ersten  Ir  aussezelchnet.

—.  m
Ki  t  hon.  n  (240)
1Iau  S8R0  Ou-  Deutsches
n  I  1  Zigaretien.  eise-Oel.

aus  Rotheeder,  sehr  sauberer

Schuitt.,  nicht  schwindend,  unverwüstlich,

  bestes  Bedachungsmaterinl
  für  Tropen,

eemplichlt  frei  Dampfer  Hanmburk

Wolqaster  Actien-Gesellschaft
für  Kolcbearbeitung

vorm.  J.  UHeinr.  Krneft,

Wolgast  i.  Pomm.  (##)

Verkauf  von  Erzeugnissen

aus  den  deutschen  Kolonien
unt.  Aufsicht  hervorragend.  Mitglieder  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.

 

9  —  an  n
"  Snunc  An##L##n.
a####

C.Jerusalemer--W.
  Schill- 



 

Qutgepiegte  Rkhein-  u.  Moselweine,

im  Export  bewährt,  liefern  billigst
Weingutsbesits###.

Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co.,  0rwi

London  E.  C.,  2  Royal  Exchunge  Buildings.
        <pb n="437" />
        Eutachste,  fagesbolle  Beleuchturg

anzer  Ortschaften,  von  Häusern,  Wohnungen,  Landstrassen,  Werften,
tablissements,  Fabriken,  Werkstätten,  Kellereien  durch  meinen  an
Zuverlässigkeit  unübertroffenen  Acetrlengas  -  Appnrat.  Das  aus
Calcium-  Carbid  und  Wasser  entwickelte  Acetylengas  überstrahlt
an  Leuchtkraft  nahezu  alle  anderen  Lichtarten  und  stellt  sich  verhältnissmässig
  bit##ger  und  gefahrfloser
als  Kohlengas  oder  Petrotenun.  Mit
Leichtigkeit  überall,  ohne  jede  Centrale,  anvwendbar.
  Tüchtige  Vertreter  gesucht.

UAch  llefere  jede  Quantität  Carbid  von  25  Lg
an  bis  zu  100  Schiffstons  und  darüber.

N.  Hesse,  Hamburg.

Telegramm  -  Adresse:  Calecarbid.

Dampipflüge
bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
Mk.  28,000  an.

Strassenlocomotiven  und
Dampf-Strassenwalzen

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

Jochn  Fowler  &amp;amp;  Co.  in  Magdeburg.
Fried.  Krupp  Grusonwerk

Magdeburg-Buckanu.
Kaffee  -  Schäl-  und

Poliermaschinen

verschiedener  Systeme.
für  Hand-,  Riemen-  u.  Göpelbetrieb.

Vollständige  Anlagen
zum  Schälen,  Polieren  und  Sortieren
von  Kaffeefrüchten.

Zuckerrohr-Walzwerke.
Maschinen  und  Einrichtungen
für  Olfabrikation.
Zerkleinerungsmaschinen  Heder  Art:
Steinbrechmaschinen  zur  Herstellung  von  Strassenschotter,
Walzenmühlen,  Kollerglnge,  Pochwerke,  Patent-Kugelmiülhlen,,
Excelsiormühlen

zum  Vermahlen  aller  Arten  Körnerfrüchte,
Chemikalien,  Gerbstoffe  u.  s.  W.

#  Vollständige  Erzaufbereitungs-  Anlagen,  namentiich  für  Golderze.
Preisbücher  in  Deutsch,  Englisch  und  Französisch  kostenfrei.

—

(248)

 

        
    
    
    
    
    
    
    
        
     
      
     

  

 

 

 

dbahnen

dreck  vonderSabrik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
  
    
   

Musikin

.—

 

*

#ur  Orchester.,  Schule  und  Haus.
UImiCcgßL  MI  b  eTRC  lhenhiond  110.
Inl.  Heinr.  Zimmermann.
Ionlnnk  und  Hxæport:  Loipais.
G.  Schitaltanrgsen:  St.  ’eterasbuns.

NIOSKULIn.  Lnvionn  ç  6□."
XNont.-  illustrirte  I’'niII“  arnt.
        <pb n="438" />
        Regierungsbaumeister
Heilmann

In
Heidenheim  a.  Er.

(Deutschland).  (220)

Mehrere  Hundert  Ziegel-,  Thonwaaren-,
  Kalk-,  Cement-  und  Gyps-Fabriken
  nach  seinen  läng--t  bewilrten
  Systemen  gebaut  und
vollstindig  eingerlchtet.  —  Billligster
  Bau  und  Betrieb.  Nur
Prima-  Fabrlkate.  —  Prospekte,
Patenturkunden,  Atteste.  —  Eigene
Fabriken.  —  30jähr.  Prazis.

 

 

Kunstwerke  allerersten  Ranges
I2  goldene  Medaillen  und  I.  Preise.
Von  Liszt,  Bülow,  d’Albert  aufs

Warmste  empfohien.  Aneri  hreiben

aus  allen  Teilen  der  Wellt.

Magazinen  des  In-  und  Auslandes  vorrätig,

zonst  direkter  Versandt  ab  Fabrik.
Ulustr.  Preisliste  umsonst.

Seimisdeniserno  uuster

and  Oberlichte  jeder  Art.  (161)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
and  Thore  fertigt  als  Spezialitit

R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

 

C.  Günther  &amp;amp;  Söhne,

Pianoforte-Fabrik
(gegründet  1819),

Kirchheim-Stuttgart  (Wurliembg.),

liefern
Pj  anos  allerersten  Ranges,  für
jedes  Klima  gebaut.
14mal  primilrt.  (u)
-Export  nach  allen  Weltthellen.

—

 

 

 

 

 

396

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpfflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (rom.E.  Schering)  zu  Berlin

Mamum  iriwahutem

(salsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Dre.  Professor

Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Nittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letz
terer  hat  *  oflzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Acheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrder  Oldenburg;

Barcelona:  J.  Esplell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zlmmerman,  E.  C.  9  und  10  Sl.  Mary-  a#-  kaIll;
Moskau:  W.  Stuürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willllam  Street;

Paris:  Man  F#es,  31  rue  des  peiltes  Ecuries;

Bio  de  Janeiro:  Magalbles,  Luckus  &amp;amp;  Co.  successores  de  Klingelhoeler  4  Co.

G#)

stem

57
Jordimeperherefel

ist  als  das

beste  Wassersilfer

bezeichnet  von  der

Wedicinal-Abt.  des
königl  Preussischen

*  Wiegsministeriums
hHuriesodk-Rler  besafgchef

CE  LLE.  15.

  
   
 

(281)

ke
J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,

—SUHL  i.  Thür.—
Mechanische  Jagdgewehr-Fabrik,.

empfiehlt  ihre  anerkannt  guten,  aus  den  besten  Materialien  auf
Präzisionsmaschinen  hergestellten  Jagdgewehre.  als:  Doppel-Hnten,
  Büchsklinten,  Birschblchsen,  Doppelblchsen,  Dreiläufer,  Repetirbüchsen,

  laut  kostenfrei  zu  sendender  illustr.  Preisliste  ut
Spezialität:  Alleinige  Fabrikation  von  Jagdgewehrlkufen  aus  dem  bis  u

unubertrofenen  6#  Krupp'schen  Spezlal-Gewehrlauf#tahl,  o  dem  besten  t  Sis'.
ßexistirenden  Laufmaterialien.  Gesetzlich  geschützt.  (1#9

 

 

aodee—————
1½%
        <pb n="439" />
        —  397  —

s2.  .o  vsnhsrrreottl  KT

Gegründet  1852.

M.  ovPO  W.  MõLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
%  lelegramm-  Adresse:  Mottoller,  #

Spedilion  und  Commission,

Expeition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.
Correspondens  erbeten.  (22)
V  q  q  â  q  q  Ê  ä  ä  —

 

 

    

 

NEU##  NErUu#

Tik.  Condurango  peptonat.  Immermam.

L  Originalffaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  besies  Prlventivund
  Keihnittel  bel  Seelrankhelt!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  lst  von  höchstem
Merihe  fr  die  I##pllche  Prauis  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidendenn.“
HMul.  Condurango  Ferro-Tonchtnint.  In  Originalflaschen.  Mit
Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestvertrigliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nerrenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michaelis'sches  Referat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  auterisirter  Funbrikant:  (uu)

Apetheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

 

 

——
6  —  l
ongchmechendes  5  nsie  utett

###nschmeckendes  Chinapräparat,  aus  bester  Chlna-Calisaya-Rinde  be-Natet,
  entint  sämiliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkalolde)  in  möglichst
vohlschmeckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chlnarinde  indlcirt
bt,  angewandt,  besonders  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitloslgkeit,
erden  und  Schwächezustände.

18½  Surkungemittel  nach  heftigen  Flebern,  besonders  nach  lafluenze,
I  lHanr,  u.  s.  W.  bewdrt  es  sich  ausgezelchnet  und  wird  von
Ma#n#chen  Auteritaen  bestens  empfohlen.  (185)
Ms  ch  ver  Nachal  ungen  und  achte  auf  dle  Schutzmarke  der  Flrma.

   

 

 

 

 

Men  .  Dung—reiburg  1.B.

 

Vortreiffliche,  naturreine

Obstveine

=  ür  ZErporr—
C.  Wesche,
Quedlinburg.

Probeaufträge  empfohlen  auf
assortirte  Kisten,  enthaltend  zwölf
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Am  20.  Juli:  P.  D.  „Hdertrud  Woermann“,  Capt.  Iversen,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.

Am  25.  Juli:  F.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  31.  Juli:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Rieck,

nach  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Benguella.
Mächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Juli,  25.  September
und  ferner  am  25.  jedes  Zweiten  Monats.
Atlle  Gucrer  mussen  am  Tuge  vor  dem  4b5pandactum  bis  12  Uhr  mittagps  Iänosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
(12)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

 

Deutsche  Ost-  Afrikae  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reilche

zwischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,
Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissnbon  und  Nenpel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

*„KAISER“,  Capt.  Stahl  .  .  .  .  ...  .  .  .  .  .  ...  6.  Juli,  20.  Juli,

BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  20.  Juli,  3.  August,
*  „„KOENIG,  Capt.  Doner  3.  August,  17.  August,
„,GENERAL“,  Capt.  GCanhee  17.  August,  31.  August,

nuch  Mombassa,  Tunga',  Panguni?“,  Saadaniz,  Bagamoyo?,  Dar-es-Salüäm,  Sansibar?",  Kilwa,  Lindl,
Milkindani,  Ibo,  Mozamblque  ,  Quellmane  ,  Chinde  F,  Beirn“,  Inhambane,  Delagonbal",  Durban“.

Die  mit  einem  verschenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  verschenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  versehenen  Häfen  auch  Ladung.  •
Z  Die  mit  einem  O  verscehenen  Dampfer  nehmen  Passugiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.  «
MepampferimdenvqusckoheEinriclxmnqenflvslvwayweinastmEma-nldirtzlcterDurchverkelskvonbinnendeutschenPlätzennachsämmtlicheuhnlaafbäfeuSowie-nach
  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delaugonbuai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Damplers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  6#)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
—  Gr.  Reichenstrasse  27.—
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  3  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—M1.
Ausgegeben  am  1.  Juli  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="445" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolouial-Abtheilung  des  Auswärligen  Amts.

En  -  IZMA  ;  ............

.»-s-s-«-Vs»-8------s.-H«AA-«--  ---  –..“.’.  —

 

–——  —

IX.  Jahrgang.  Nummer  14.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr

Dacekelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Ml.  #p,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Pönigliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs--Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Statistik  der  Waaren-Ein=  und  Ausfuhr  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  vom
1.  Januar  bis  31.  Dezember  1897  S.  403.  —  Ernennung  von  Beisitzern  in  Deutsch-Ostafrika  Südbezirk)  S.  406.  —
Nachweisung  der  Elfenbeinausfuhr  aus  dem  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebiete  S.  406.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen
  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  April  1898  S.  406.  —  Personalien  S.  407.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  407.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  mohammedanischen
Rechtsverhältnisse  in  Ostafrika  S.  407.  —  MWissenschaftliche  Sammlungen  S.  410.  —  Kamerun:  Die  Stationen
des  Schutzgebietes  Kamerun  S.  410.  —  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Kamerun  thätigen  Handels=  und  Erwerbogesellschaften
  nach  dem  Stande  am  Anfang  1898  S.  412.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Bericht  über  den  Feldzug
gegen  die  Swartbooi-Hottentotten  vom  Dezember  1897  bis  März  1898  (mit  Skizzen)  S.  414.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  429.  —  Aus  fremden  Kolonien:
Bericht  über  den  Obstbau  und  Obsthandel  in  Madeira  S.  432.  —  Sammlung  französischer  Grenzabkommen  S.  432.
—  Basutoland  im  Jahre  1896/97  S.  432.  —  Maße  und  Gewichte  in  Sansibar  S.  433.  —  Verschiedene  Nittheilungen:
  Deutscher  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  S.  433.  —  Fertigstellung  der  Aluminiumpinasse
  S.  433.  —  Litteratur  S.  433.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  433.  —  Schiffsbewegungen  S.  434.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  434.  —  Anzeigen.

—––+–.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

Amtlicher  Theil.

berordnungen  und  Mittheilungen  der  Behörden  in  den  Schukgebieten.

—

Statistik  der  Waaren-Ein=  und  Ausfuhr  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
vom  1.  Januar  bis  31.  Dezember  1897.

—  —  —  ——  —= 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausfuhr.

Nach  Nach  Nach  Nach  anderen
*  Benennung  der  Waaren  Deutschland,  Kapland  England  Ländern
*  kg  Mk.g  Mk.  kg  Mk.  kg  Mt.
1.  2  3.  1.  5.  6.

1.]  Häute  von  Ochsen,  Ziegen  und  Schaffen37011  185186100  3000  —  —  —
2.]  Wildhäute  und  Felle  sowie  Waaren  daraus  996  15  268  5  120  10  200  —  —
3.WWolelel  399  160  !—  —  —  —  —  —
4.örner  285090  296444750  1000  58  100  —  —
d.Gummi  arabiinn  79325  7125  5000  5000  –  —  —  —
6.|Straußenfeden  650  46  914  61  3600  96  10  300—  —
1.  Rindien  Stck  52  3  130  4  400  —  —  —  —
3.  Fleisch.  .  .  ..  ........  —  —  1240  1200  —  —  —  —
9.]  Gerbstofe  1360  1630Z—  —  —  —  —  —
10.]Robbensfellle  D  Stck.  8  140  2700  647  9  200—  —
II.Robbenthrrren  —  —  Zit.  162  30  —  —  —  —
12.]  G109  3331  300  46  300|5000  6300  8039  010  1052000—  —
13.|Verschiedenes  (Kuriositäten  ꝛc.  ...  5194  10  470  25  400  —  —  —  —

Gesammtwerth  der  Ausfuhr  151  140  23  800  1071  00

 

—

1246  740  Mk.
        <pb n="446" />
        404

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr.
7-  der  e  n  u  F  Privatgüter  Regierungsgüter  deutsche  Häfen
ein
geführten  Waaren  lu#  Mr  #ug  Me.  X
1.  2.  3.  4.  5.
1.]Bier  587742  245351  —  —  565  460  235911
2.  Bleiwaaren  .  979  720  —  —  979  20
3.]  Bürstenbinder=  und  Siebmacherwaaren  2083  6  131  216  150  22690  I  6251
4.Cement,  Ralk,  Kreide  11925  6  383  1  080  120  43  005  6  503
5.]Drogen,  Farben,  Apothekerwaaren  und  Tinte30200  43206  9186  1299637762  51251
6.Eisen  und  Eisenwaaren  527  013  172  510  507032  93  850  1  013013,  255  1#6
7.Getreide  und  sonstige  Korn=  und  Hullentrüche  313  947  65  968504067  92590789  419  152  550
8.]Frische  Gemüse  und  Früchte  53  796  23  532  295  47  50  345  22  492
9.  Gewuͤrze  und  andere  Moaterialwaaren  981  1  668  6260  7975  7238  9638
10.Preßheu.  ...  45  818  2325  3  000.  500  48818  2825
11.]las  und  Glaswaaren.  838223  250893121  142736788  22787
12.üte.  ..  Stück  9942  41849  712  4090  9389  410  56
13.Mützen  ...  843  1709  1  100  2300  1942.  1007
14.  Bau=  und  Nutzhol  .  .  524967,1089488096816820532061s108802
153.Hotzwqakcn..  1129957889028286  958032  868  84  170
16.|Photographische  Apparate,  wisenschaftche  ea-  «
strumente  und  Maschine  35  823  65344  6162  5500  411  624  68  484
17.]  Musikinstrumentte  16  51141750  —  —  15055%  N5
18.]Kaffee  79966/  123  50268  530107  300  136  516212369
19.]  Kalao  11999  27505U  9%  23
20.  Konserven  u.  präservirte  Verzehrungsgegen  tande  302  174  461  936340  360  425512S5229
21.|Kautschuk=  und  Gummiwaaren  1025  14751832  1  0022  2225
22.  Leder  und  Lederwaaren  8  188  7886  54987  49  325222  9
23.|Schuhwaaren  14  630|  116  490  1900  22  50015072,  125306
24.  Mehl.  ..  5316251867515719461674541042901335593
25.  Mineralwasser.  .  37390  11999  526  150  37330  11979
26.Lichte,  Schmiere,  Oele,  Fette  25900  22887  2752  261523813  213993
27.  Papier  und  Pappwaaren  43  266  223  354  6514  57004285  27  763
28.]Litterarische  und  Kunstgegenstände,  Onaäsact  730363  19991  60  240  7115  19  6/1
29.]  Patronen  Z  2901  6  498  8742  19  000  11  569  25298
30.  Shhiebpulver,  Schrot,  Zündhütchen.  259  47  119  250  375  121
31.  ..  244  235  269  400  513  65
32.  *-  und  andere  Sprengstoffe  416  1645  239  920  655  2565
33.]  Porzellan=  und  Thonwaaren.  15  476  1  13  80  —  —  10  935  10  877
34.  Petroleum  ...  21994  8130  26  242  9  895  4525  16689
35.  Reis.  378461  109743216227  65660  563  190  166  015
36.Salz  63  651  469727673  24440  5779
37.]Steine  und  Steinwaaren.  111784  7232  681  400  9673  6532
38.Seife  37.02  1464163686  23  4
39.  Spirituosen,  alkoholhaltige  Eenjen,  Parfumerien
  und  Tinkturen  CLiter450s  121  321  8271216
40.Stein=  und  Holzkohlen  70  616  44613  2377  270  1072993  148883
41.Stroh=  und  Bastwaaren  45  123  1067  2066  3  600  4398  14  016
42.Cigarren  und  Cigaretten  13  629  71676  —  —  13  487  10981
43.Plattentabak  28  608  66  474A468%  11  %o0  647
44.6eschnittener  Rauch.  Kau-  uund  Smupftaber  3326  6258  —  —  2965  564
45.  The  —  143802s75715261131320267604  54  504
46.  Theer  und  Pech  11  646  3  868  —  —  10  04  3220
47.  Lebendes  Vieh  Stack  9  25  501  100  5000  1  013  30  504
48.]  Waaren  aus  edlem  Metall  ...  137  13  190  —  —  137  13  100
49.  Waaren  aus  unedlem  Metall  1  428  15300  —  1374  11  800
50.]  Weine  und  Schaumweine  79822  9005  211282800  70
51.]  Wellblech  ...  ....  130143358505849418220170329  48  725
52.  Hinterladergewehre  St  tück  88  11  180  310  3200  396  19  120
53.]  Teschins,  Vorderlader  und  sonstige  Schuß-  und  2
Stichwassen  Stück  109  2902  120  540  229  3142
54.  Zeugwaaren  aller  Art  aus  Baumwolle,  Wolle,  aggg.
Leinen,  Seide,  Halbseide.  .  netto  131  770  615  845  17989  139  200  133061  33622
55.]  Garn  aus  Baumwolle,  Leinen,  Wole,  Seide,  –
Bindfaden  und  Seile  .  3620  5  879  2781  2089  6307  7  71
56.  Zucker  .  bkuttot197835686014698732512124058ZS7
57.  Zuündhölzer  .  ...  9  108  6742  2  563  191711177  8300
58.Fertige  Wagen  und  Karren  Stũc  64  99  650  13  8200  76  105  860
59.]  Verschiedenes  ..  27570  49732  —  —  2  356  39747
Gesammtwerth  der  Einjuhr  im  D##  1.  I  3499777I  1387548I  M

4887  325  Mark.
        <pb n="447" />
        —  405

—

Einfuhr.

 

Cingeführt  übe

er

Herkunft  der  Waaren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Walfischbay  Landgrenzen  Deutschland  Kapland  England  andere  Länder
kg  Ml.  kg  Mk.  kg  Mr.  kg  Mk.  —.***-..  kg  Mk.
6.  7.  8.  9.  I  10.  11.
W  8315013  690562  456234521  *m-  29351  4856  6000

—  —  979  72—  —  —  —  —  —
30  301  —  210  5646  197  635  11|  1  —  —

—  —  —  —  36  820  5625  6185  878#  —  —  —

1  538  4636  86  380532636  410144%  91  115  —
175415  934444511052  213  597  34  4%—
14248  299643377  3012  660  500  126  200079  4  2534333574  56153136  1400

37466  10642  100  251706991062535253  12264469  l  690—  —

35  5  —  7099338  14405•  —  —  —

—  —  —  —  000  200  5593  925  392255  200  3000  500

4500  3707  47  22  332410156  686  56524411  70|  —

1192  4737  73  3161  7503  ZÖS

1  2  1776  3637  123  232  4½  5’
½•24  1670½%%  S2  00841  380  2%
8413,  4300  —  80508509955675435985401931490-—!—
s
3611  23600—  —  353944569144445  6  1390.  —  —  —
1166,  4555  100  200|402  13  6  2  6267  204  434—  —
56%  10  200  1%  1%  /5255  1160,  2355L  —
210  524  ,  10  9702300  229  468.  —  —  —
16453.  206555903,  84978563  646  766702  63326.  97846  1560  2290|0  H  —
265  250—  —  237142110  218  115  265  2500—
337  935  26  40021267]  85  5621506  8824  402  2805  —

1291,  12250  1671  14344¼276129302  2598  652  5700541.  —

537041,  120239  60  24  011  2  O  101  50433914  11  600  —  —

500  150  86  20  300889416  56  21910170  54—  —
4546  332029  1899188  17814  1  461  533—  —
1  8  *  1241  6  5000%  2311  140  300,L1  1—
5055  —  —  6992  19322  306  629  6(5  2801  —  —

6  20  6  180114625077  155  371  25  50  —

3  s61  —  —  325  617  53  1100.  —  —  —
—  —  —  —  405  520  108  1101—  —  —  —
—  —  —  471  184  600  —  —  —
1422½  38  20  20  10  558  10  700918  31300.  —  —  —

2387  1255  217  Sl.38050  13  8297006  2916  N  180  1250..  —

217//.  716084%4  4  3955555  —  —

16769  1349  89  94101201  42632  1534223  1300  —

272  110  l  —  7607  47823738  22441  610——  —
359  13466  100H  3288  5  6  320  —
3540  711988  6214„2  1424  34011  —  —
—  —  —  —  1446377  11151  9000  60  302  —  —
12500  255  „  —  953  292005602  11  312  87  401.  —
136  565  :301  69  126  430  195.)  47  500  —
5690  12672  I  9sm251.»«587(yz8400517797947z1945——  —
46i95315409150331261ws3687  200«445-  —
2146  4235,  1370  22955  470377  5685  11  08  1001  1959512—  —
5000  206  J  062  442  1855010  1945  312  8S  —
—  —  I  -k-  94325504—1——  1005000
—  —  —  137  131901  —  51  —  —
5  3500  1  340  14  700  8  6001  —  —  —  —
5306  6148  588  600  8  8671  71  6785791  16220|  46  —
15922;  46952386  650  36734  38  76046871  13700/5632  155|—  —
1  180  1  8  389  18250  7  1010  2  ——  —
—  —  —  —  198  2827  30  590  1  254N  —

14651  98380  27  .  493  12241  15%  8701  —  —

9  250—  —  5082  6755  319  713  50  —  —
26999  37065  5552  23138431  37  570|16382  24  582265  12380|  l0  86005

440.  329  45  30  0  9%  7502103  72  389  2855—-  —

1  200!)  —  20  34000  57  73850  |1  —  —  —

4214  99855  —  —  18  312  41217|  3458,  7750  5800  7651  —  —
299  457  61  799  3  676  090  892  498  305  037  13  700

 

 

 

4887  325  Mark.

 

 

 

4887  325  Mark.
        <pb n="448" />
        —  406

——

Nachweisung  der  Elfenbeinausfuhr  aus  dem  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebiete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monat  Tanga  Pangani  Saadani  Bagamoyo
1897  Stuck  engl.  Pld.  Stuck  engl.  Po.Stück  engl.  Pid.Stück  engl.  fe.
April.  2  14%¼8  1330  229  2077  493  89477
Mai  3  10  473  400512  286  5013  610  9520%
Juni  2  293/4  232  2916  122  892¼  1578  210860/
Juli  :3  148  283  1903½  234  2425¼  531  7718½
August  23  152  255  1954%  124  1265  560  74383/
September.  13  148¾  83  1508½  89  642  1308  23517¼
Oktober  7  256  70  687½/  35  405¼  518  8870
Noveniber.  3  I  27½⅛  214  4047¼  43  1148½⅛  348  93593“
Dezember  3  69  193  3884  24  68¼  369  3401½
Zusammen  0855⅛½  1988  22261½2  1186  14536½,  6315  99800½
Monat  Dar-es-Saläm  Kilwa  Lindi  Mikindani
1897  Stud  engl.  Pid.  Stück  engl.  Pfd.NStuck  engl.  Pld.  Stück  engl.  Pfo.
April.  11  75½  40  8578/4  8  69  10  82½
Mai  14  96¼  57  848  8  2952  2  147¼
Juni  25  352  20  47  73  #  1356¼  16  635½
Juli  29  3836¼  148  1445  76  1509¼¾  1  61½
August  56  1084  20  171  92  4869¼  30  462
September  43  378¼  47  1007½  30  372  2  75
Oktober  30  319½  24  377¼  95  1011  203  2474
November  22  2757/  28  2961/1  34.  709  53  5761½
Dezember  15  173¾¼  53  1076  38  976"  23  3681/
Zusammen  1!  245  3091½  1  437  6505/  454  11163  1  340  48826  %

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  April  1898.

(Eine  Nupie  zum  Kurse  von  1,375  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Scbifffahrts-Holzschlag.  ee.
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt

Rp.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.]NNp.  PNp.P.  —  Mk.  Pl.

"%  "  |1  1  I
Tangg  446.  0  60  73  —  29  50  3  —11607  55  =  15960  8!l
Pangani  1461  08  6381  49  33  —  4  30  16  04  7896  27  =  10857  58
Saadani  2370  38  9249  02  —  —  —  —  3  1611622  56  =  15981  45
Bagamoyo  12739  644  12  —  57  49149  2325066  10  =  34465  90
Dar-es-Saläm  3520  15418610  +52  206  117  2222445  54  =  30963  0
Kilwa  4900  36  9480  32  87  —  6262  37  27  —  757  41  =  28541  76
Lindi.  2177  53  3671  14  26.—  8  15  1  32  5884  50  =  8091  5.
Mikindani.  2016  50  2124  40  13  —  185  16  —  —3339  42  =  59  63
6  1  ·
Zusammen93  14  101  222272  33109621  15  -150729  20

—  —  .—.  —  —

40745  Mé  Mk.407  MP.9  Mk.12  Ml.  D

68  Pf.  46  Pi.  —  .  22  Pf.]  83  Pf.  #

Ernennung  von  Beisitzern  in  Deutsch-Ostafrika  (Südbezirk).
Verzeichniß  der  für  das  Kaiserliche  Gericht  für  den  südlichen  Bezirk  des  Schutzgebietes  noch  ferner
für  das  Jahr  1898  durch  Verfügung  vom  19.  bezw.  22.  Mai  1898  ernannten  Beisitzer:

—

Postsekretär  Arnold  Kleine,  29  Jahre  alt,  preußischer  Staatsangehöriger;
Zahlmeisteraspirant  Max  Reich,  28  Jahre  alt,  sächsischer  Staatsangehöriger;
Kaufmann  Paul  Fuchs,  25  Jahre  alt,  hessischer  Staatsangehöriger;
Schreiber  Karl  Lichtwark,  27  Jahre  alt,  hamburgischer  Staatsangehöriger;
sämmtlich  in  Kilwa  wohnhaft.
        <pb n="449" />
        —  407  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kaiserlichen
Gouverneur  v.  Puttkamer  und  dem  Konsul  in  Lagos  Ed.  Schmidt  die  Erlaubniß  zur  Annahme  des
ihnen  von  Seiner  Hoheit  dem  Herzog-Regenten  von  Mecklenburg-Schwerin  verliehenen  Komthur=  bezw.
Ritterkreuzes  des  Greifenordens  zu  ertheilen.

Der  Sekondlieutenant  Schmidt  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  97  ist  unter  Stellung  à  la  suite
des  Regiments  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirt  worden.

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  2.  Juli  1898.

Demmler,  Sekondlieutenant,  mit  dem  20.  Juli  d.  Is.  aus  dem  Königlich  Bayerischen  Heere  ausgeschieden
und  mit  dem  21.  Juli  d.  Is.  als  Sekondlieutenant  mit  einem  Patent  vom  1.  März  1891  in  der

Schutztruppe  angestellt.
77777y7yTyYTYVVVVV7yyYVy7VyVV7yyYV7TyTVYyYyYVyT  TT  TV  ?TV  TWT0TWTV  TVT7TWVYVY?YyFVT  TTVTVTTYTVY  YVY  VYV  VVYV  YVT  VY  T7VT

Nichtamtlicher  Theil.

4  «  s  Der  Sekondlieutenant  Schmidt  vom  Infanterie-Perspnal-achrichten.
  |Regiment  Nr.  97  und  der  Kesselschmied  Klapproth
Deutsch-Ostafrika.  sind  nach  Kamerun  abgereist.

Der  Anfang  d.  Is.  als  Arzt  für  die  Pflanzungen
in  Ostusambara  entsandte  Dr.  Kummer  hat  seinen

—  —  —  —

 

Wohnsitz  in  Nguelo  (Handei)  genommen.  Cogo.
Der  Landmesser  Bertram  und  der  Vermessungs-  Der  Techniker  Küntgen  und  der  Grenzwächter
gehülse  Geist  sind  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.  Rapp  sind  in  Lome  eingetroffen.
Ramernn.  Der  Lazarethgehülfe  Winkler  hat  einen  Hei-Der
  Steuermann  Wendt  ist  in  Kamerun  ein=  mathsurlaub  angetreten.

 

getroffen.

 

achrichten  aus  den  deukschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Plftafrika.  der  aktuellen  Verhältnisse  des  neuen  Reichslandes
.  »,,  gewidmet  war,  das  Bedürfniß  nach  zuverlässiger
Ueber  die  mohammedanischen  Rechtsverhältnisse  in  und  eingehender  Information  über  die  dortigen
Ostafrika  Rechtsverhältnisse.  Daß  die  Fürsten  von  Sansibar

hat  der  angesehenste  Kadi  von  Sansibar  ein  Gut=  und  ihre  Beamten  ihr  sektirerisches  Recht  dorthin
achten  abgegeben,  welches  der  Direktor  des  Orien=  verpflanzt  hatten,  war  anzunehmen,  dagegen  gänzlich
talischen  Seminars,  Geh.  Regierungsrath  Prof.  Dr.  unbekannt,  ob  der  orthodoxe  Islam  mit  irgend  einem
Sachau,  mit  solgenden  einleitenden  Worten  in  den  seiner  kanonischen  Rechtssysteme  dort  vertreten  war,
„Mittheilungen  aus  dem  Seminar  für  Orientalische  und  mit  welchem.  Man  mußte  außerdem  mit  der
Sprachen  zu  Berlin“#)  soeben  veröffentlicht  hat:  Möglichkeit  rechnen,  daß  z.  B.  Zaiditisches  Recht  aus
Als  das  Deutsche  Reich  1892  die  Verwaltung  irgend  einem  Lande  Südwestarabiens  dorthin  übervon
  Ostafrika  übernahm,  erwuchs  für  das  Seminar  tragen  worden  sein  konnte.  Nachdem  alsdann  bekannt
mit  Rücksicht  auf  denjenigen  Theil  seines  Unterrichts=  geworden,  daß  Schafüttisches  Recht  gelte,  ergab  sich  die
items,  welcher  der  Einführung  in  das  Studium  weitere  Frage,  wie  das  numerische  Verhältniß  zwischen
s*sF**d*dd*  Ibaditen  und  Schafiiten  war  und  ob  die  Rechts-—



)  Berlin  1898.  systeme  geographisch  gesonderte  Verbreitungsgebiete
        <pb n="450" />
        hatten,  wie  z.  B.  in  Aegypten  das  Schafiitische  und
bas  Malikitische  Recht,  oder  ob  sie  überall  im  Lande
ohne  lokale  Sonderung  nebeneinander  existirten.
Schließlich  welche  Rechtskommentare  aus  der  großen
arabischen  Rechtslitteratur  waren  bis  dahin  in  Ost—
afrika  als  kanonisch  angesehen  und  der  Rechtsprechung
zu  Grunde  gelegt  worden?  Ostafrika  ist  von  den
berühmten  Universitäten  und  Lehrzentren  der  islamischen
  Welt  weit  entfernt,  und  arabische  Rechtscodices
  waren  damals  noch  nicht  nach  Deutschland
gekommen,  so  daß  man  nicht  wissen  konnte,  welcher
von  den  berühmten  Rechtslehrern  des  Islams  in
dem  Privatstudium  der  mohammedanischen  Gelehrten
sowie  in  den  Gerichtshösen  des  Landes  das  größte
Ansehen  genoß.

Nachdem  die  Bitte  um  Auskunft  über  diese
Dinge  unter  dem  22.  Januar  1893  der  Kolonial=Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amtes  unterbreitet
worden  war,  wurde  durch  gütige  Vermittelung  der
genannten  Behörde  in  Sansibar  und  Ostafrika  eine
Untersuchung  angestellt  und  das  Ergebniß  derselben
dem  Seminar  durch  Schreiben  vom  16.  Dezember
1893  und  17.  Juni  1895  mitgetheilt.  Der  Kolonial=Abtheilung
  gebührt  der  Dank  des  Seminars  für
diese  Vermittelung;  in  dieser  wie  in  jeder  anderen
Angelegenheit  haben  die  Bestrebungen  des  Seminars
bei  ihr  stets  das  freundlichste  Entgegenkommen  und
die  bereitwilligste  Unterstützung  gefunden.

Die  meisten  Muslims  empfinden  eine  gewisse
Scheu,  sich  vor  Nicht-Muslims  über  die  intimsten
Fragen  ihrer  Religion  zu  äußern.  In  Sansibar
konnte  außerdem  der  Umstand  eine  gewisse  Empfindlichkeit
  erregen,  daß  die  zu  beantwortenden  Fragen  von
Seiten  der  Vertreter  einer  Nation  gestellt  wurden,
welche  kurz  vorher  die  Herrschaft  der  Oman-Araber
und  ihrer  Fürsten,  der  Sajsids,  auf  dem  afrikanischen
Festlande  an  sich  gerissen  hatte.  Und  schließlich  lag
eine  gewisse  Schwierigkeit  bei  der  Beantwortung
dieser  Fragen  auch  in  dem  Gegensatz  zwischen  Ibaditen
  und  Schafiiten,  namentlich  für  die  Juristen
am  Hofe  des  Fürsten  von  Sansibar,  denn  sie  mußten
zugeben,  daß  die  Sajjids  auch  Schafittische  Richter
angestellt  hatten,  mißbilligten  dies  aber  nach  meiner
Ansicht  in  ihrem  Innern  sicherlich  auf  das  Entschiedenste,
  durften  jedoch  unter  der  autokratischen
Regierung  des  Fürsten  ihre  Ueberzeugung  nicht
äußern,  waren  also  genöthigt,  entweder  zu  schweigen
oder  in  schönen  Phrasen  zu  lügen.  Wenn  troz
alledem  der  angesehenste  Kadi  von  Soansibar,  der
hochbejahrte  Schaich  Jahjä  Bin  Khalfan,  die  von
mir  gestellten  Fragen  in  voller  Offenheit  und  Ausführlichkeit
  beantwortet  hat,  so  fühle  ich  mich  dafür
ihm  wie  auch  Herrn  Referendar  Rößler,  der  die
Verhandlung  mit  ihm  geführt  hat,  zu  herzlichem
Danke  verpflichtet.  Bei  der  großen  Autorität  des
Schaich  Jahjä  schien  es  mir  angezeigt,  sein  Responsum
  in  deutscher  Wiedergabe  hier  zu  veröffentlichen.


408

 

Das  Gutachten  lautet  in  Uebersetzung:

„Im  Namen  Gottes,  mit  dessen  Erwähnung
jedes  Schriftwerk  eingeleitet  wird  und  durch  dessen
Lobpreis  man  Hülfe  zur  Erreichung  alles  dessen,
was  Recht  und  Wahrheit  ist,  zu  erlangen  strebt  rc.

Ein  Mann  von  den  Deutschen,  denen  Gott  große
Macht  verliehen  hat,  hat  mich  gebeten,  ihm  darzulegen,
  ob  in  diesem  Theil  von  Afrika  Schafitisches
Recht  gelte  oder  Ibaditisches,  oder  ob  an  einem
Orte  das  eine  gelte,  an  einem  anderen  das  andere,
und  drittens,  welches  die  bei  Schafiiten  und  Ibaditen
  angesehensten  Rechtsbücher  seien,  welche  der
Rechtsprechung  zu  Grunde  gelegt  werden.

Ich  erwidere  ihm  darauf  zunächst  einleitungsweise
  das  Folgende:  Nachdem  der  Islam  sich  in
Sekten  gespalten  hat,  deren  Aufzählung  uns  zu  weit
führen  würde,  die  aber  aus  der  Litteratur  wohl  bekannt
  sind,  vertreten  sie  alle  die  Ansicht,  sofern  in
einer  Sekte  ein  Oberhaupt  gesetzmäßig  schaltet  und
unter  den  Bewohnern  des  betreffenden  Landes  das
Gesetz  zur  Anwendung  bringt,  daß  es  ihm  nicht  zusteht,
  andere  Personen  zu  Beamten  und  Richtern  zu
machen,  als  solche  Muslims,  die  den  Anforderungen
des  Gesetzes  entsprechen,  und  nicht  andere  anzustellen,
als  solche  Leute  seiner  Sekte,  welche  sein  Vertrauen
genießen.  Diese  Regel  gilt  bei  allen  Sekten  des
Islams,  denn  Jedermann  behauptet,  daß  seine  Ansicht
  die  allein  richtige  sei.  Daher  wird  man  nie
finden,  daß  ein  sektirerischer  (mu  tazilitischer)  Beamter
oder  Richter  nach  einer  der  vier  orthodoxen  Rechtslehren
  entscheidet,  noch  auch  das  Gegentheil.  Ebenso
perhorresziren  es  die  Schiiten,  einem  orthodoxen
oder  ibaditischen  Befehlshaber  zu  unterstehen.  Das
Gleiche  gilt  von  den  Ibaditen.  Und  dieser  Grundsatz
  gilt  auch  für  die  Dynastien,  denn  der  Fürst
regiert  seine  Unterthanen  (nach  der  Gesetzesauffassung
der  Sekte,  der  er  angehört),  einerlei,  ob  ihnen  dies
genehm  ist  oder  nicht.  So  machen  es  auch  die
Orthodoxen.  Ihr  Sultan  (der  türkische  Sultan)
setzt  über  keinen  Bruchtheil  seiner  Unterthanen  irgend
einen  anderen  Beamten  als  einen  Mann  seiner
eigenen  Partei,  d.  i.  einen  Hanefiten,  von  seltenen
Ausnahmen  abgesehen.  So  hat  man  uns  berichtet,
daß  seine  sämmtlichen  Beamten  in  Syrien,  Aegypten,
Babylonien  und  im  Hignz  wie  er  selbst  Hanefiten
sind.  Dasselbe  ist  die  Praxis  in  Oman  bis  auf
diesen  Tag;  man  nimmt  dort  die  Beamten  und
Richter  nur  aus  der  eigenen  Sekte  (der  Ibaditen).
So  ist  es  unter  den  Muslims  althergebrachte  Sitte.

Der  Grund  dieser  Erscheinung  ist  folgender:
Die  Spaltung  des  Islams  beruht  auf  Meinungsverschiedenheiten
  über  die  Prinzipien  der  Rechtsbildung
  wie  über  einzelne  Rechtssätze.  Nun  kann
man  sich  zwar  über  Meinungsverschiedenheiten  über
einzelne  Rechtssätze  hinwegsetzen,  nicht  aber  über
Meinungssverschiedenheiten,  betreffend  die  Prinzipien
der  Rechtsbildung,  denn  in  diesen  Dingen  kann  nur
Einer  Recht  haben,  nicht  Alle.  Gott  wird  am  jüngsten
Tage  zwischen  den  verschiedenen  Sekten  entscheiden!
        <pb n="451" />
        Die  Bewohner  der  Küste  von  Ostafrika  waren
Unterthanen  der  Dynastie  Ja  rub.  Soweit  wir
wissen,  haben  sie  nie  andere  Muslims  als  Ibaditen,
ihre  Glaubensgenossen,  zu  Beamten  oder  Richtern

gemacht,  denn  das  entgegengesetzte  Verfahren  wäre  1

ein  Verstoß  gegen  die  Grundlehren  ihrer  Sekte,  sowie
  jeder  anderen  Sekte  des  Islams  gewesen,  wie
wir  oben  ausgeführt  haben.  Nachdem  dann  die
Herrschaft  von  den  Jarrub  auf  unsere  jetzigen  Fürsten,
die  Sajjids,  übergegangen  war,  handelten  sie  vermuthlich
  aus  politischen  Rücksichten  für  ihre  Unterthanen,
  indem  sie?)  ihnen  schafltische  Richter  gaben,
da  die  Zahl  der  in  Ostafrika  wohnenden  Schafiiten
größer  ist  als  diejenige  der  Ibaditen.  Dabei  ist
aber  zu  beachten,  daß  die  Herrschaft  der  Sajjids
von  Anfang  an  eine  unbestrittene  war  (soll  wohl
heißen:  daß  sie  die  Macht  gehabt  hätten,  ihr  ibaditisches
  Recht  ihren  Unterthanen  zu  octroyiren)  und
daß  sie,  indem  sie  ihren  Unterthanen  eine  Konzession
machten,  dies  lediglich  aus  Rücksicht,  Milde  und
Edelmuth  thaten.

Die  angesehensten  ibaditischen  Religions=  und
Rechtsbücher,  nach  denen  Du  gefragt  hast,  sind  sehr
zahlreich,  ja  unzählbar.  Ich  will  Dir  nur  die  bekanntesten
  nennen:

1.  Bajan-alsar,  mehr  als  70  Bände,  verfaßt
von  Muhammed  Ibn  Ibrahim  Ibn  Sulaimänk?).

2.  Almusannaf,  mehr  als  40  Bände,  von  Ahmad
Ibn  Müsa'").  Diese  beiden  Verfasser  sind  Kinda-Araber,
  und  ihre  beiden  Werke  genießen  unter  den
Ibaditen  in  Oman  wie  anderswo  unbedingtes  Vertrauen.


,3.  Kitäb-alistikama  und  Almu  'tabar  von  Abu-Said
  Muhammed  Ibn  Sa'id.  Diese  beiden  Werke
handeln  von  den  Prinzipien  der  Rechtsbildung  und
sind  in  ihrer  Art  ohne  gleichen.

Die  späteren  Gelehrtengenerationen  haben  viele
weitere  Werke  verfaßt.  Um  1240  oder  1260  d.  Fl.
erstand  dann  ein  kenntnißreicher  Mann,  der  den
Inhalt  des  Bajän-alsar  und  des  Almusannaf  sowie
der  späteren  Litteratur  zu  einem  großen  Bande
unter  dem  Titel

4.  Kämüs-alsar##a  vereinigte.  Es  ist  ein  gewaltiges
  Werk  von  90  Bänden,  das  in  der  Gegenwart
  allgemeines  Vertrauen  genießt.

5.  Lubäb-aläthär  an-al'ulama’'  al'akhjär,  vier
storle  Theile,  dessen  Inhalt  zum  größten  Theil  der
späteren  Litteratur  entnommen  ist.

6.  Kitab  gawäbät  (—  Liber  responsorum)
von  Alkhalili,  ein  Werk,  dessen  Inhalt  (d.  i.  die  von
dem  Verfasser  ertheilten  Rechtsgutachten)  von  ver-Hüdenen
  Seiten  her  zusammengebracht  wurde,  vier
e.

—

 

Siehe  weiter  unten.
Lne  )  Gestorben  A.  H.  508  nach  dem  Kasf-alghumma,
izneine  Abhandlung  über  eine  arabische  Chronik  aus  Sansi
  vv.  Studien  1898,  S.  15).
*)  Gestorben  557.

409

 

Dies  sind  die  Rechtsbücher  der  östlichen  Ibaditen.
  Die  Bücher  unserer  westlichen  Glaubensgenossen
  (in  Nordafrika),  die  ebenfalls  zahlreich  sind,
führen  wir  nicht  an.

Was  die  angesehene  schafütische  Rechtslitteratur
betrifft,  so  sind  die  folgenden  Werke  zu  neunen:

1.  Alminhäg,  von  geringem  Umfang,  aber  sehr
gefeiert,  von  Alnawawi,  dem  Kommentator  des
großen  Traditionswerkes  von  Muslim.

Kommentare  dieses  Werkes  sind:

2.  Altuhfa  von  Ibn  Hagar  in  zwei  oder  mehr
Bänden,  sehr  angesehen  im  Higäz,  in  Hadramaut
und  in  Ostafrika;  und

3.  Alnihäja,  8  Theile  in  6  Bänden,  von
Alramli,  sehr  angesehen  bei  den  Schafiiten  Aegyptens.

Es  giebt  außerdem  viele  andere  Werke,  von  deren
Aufzählung  ich  absehe,  damit  dies  Schreiben  nicht  zu
lang  wird.  Dies  ist  die  Antwort,  die  ich  Dir  auf
Deine  Fragen  zu  geben  hatte,  die  ich  Dir  präsentire
in  der  Hoffnung,  daß  sie  Dir  wenigstens  für  den
Anfang  nütze.  Ist  Dir  darin  etwas  unklar,  so  gieb
mir  Nachricht,  und  ich  werde  Dir  in  deutlichen
Worten  antworten.

Eigenhändig  von  dem  gottesbedürftigen

Jahjä  Ibn  Khalfän
Ibn  Abi  Nabhän  Alkharüft.“

Geheimer  Rath  Sachau  bemerkt  hierzu:

Diese  Darlegung  des  Schaichs  Jahjä  bedarf
keines  Kommentars.  Sein  Hinweis  auf  den  Sultan
der  Türkei  ist  materiell  richtig;  der  Satz  aber,  den
dies  Beispiel  beweisen  soll,  daß  nämlich  das  mohammedanische
  Staatsoberhaupt  secundum  regulam
nur  Mitglieder  seiner  Sekte  zu  Richtern  ernennen
kann,  gilt  zwar  für  die  Ibaditen,  indessen  für  die
Orthodoxen  oder  Sunniten  nur  in  beschränktem
Maße.  Es  entspricht  dem  intransigenten  Charakter
des  ibaditischen  Islams,  daß  für  ihn  ein  jeder
Richter,  der  über  die  Grundprinzipien  des  Rechts
(und  des  ganzen  Islams)  andere  als  ibaditische
UAnsichten  hat.  eine  absolute  Unmöglichkeit  ist.  Anders
innerhalb  des  orthodoxen  oder  sunnitischen  Islams.
Er  hat  kein  Gesetz,  das  einen  hanefitischen  Landesherrn
  verhindert,  z.  B.  einen  malikitischen  Richter
anzustellen,  wie  thatsächlich  die  Khedive  von  Aegypten,
die  als  Türken  dem  Ursprunge  nach  der  Lehre  Abü
Hanifas  folgen,  stets  sowohl  schafiitische  wie  malikitische
  Richter  angestellt  haben.  Insofern  aber  sind
die  Sunniten  nicht  minder  rigoros  als  die  Ibaditen,
als  die  Ernennung  eines  Richters,  der  außerhalb  des
orthodoxen  Islams  steht,  z.  B.  eines  Schiiten,  auch
für  sie  eine  gesetzliche  Unmöglichkeit  ist.

Für  eine  etwas  ausführlichere  Mittheilung  über
die  schafiitische  Rechtslitteratur,  auch  diejenige,  die
besonders  in  Ostafrika  verbreitet  ist,  verweise  ich  auf
das  Vorwort  zu  meinem  „Mohammedanischen  Recht“
(Lehrbücher  des  Seminars,  Band  XVII)  S.  XIX  ff.

Die  Angaben  des  Schaichs  Jahsä  sind  durch  die
Antworten  der  auf  dem  deutsch-ostafrikanischen  Fest-
        <pb n="452" />
        lande  befindlichen  arabischen  Rechtsgelehrten,  die  unbehindert
  und  ohne  irgend  welche  Rücksicht  auf  einen
arabischen  Gebieter  ihre  Ansicht  äußern  konnten,
völlig  bestätigt  worden.  Es  ist  aus  dem  Bericht  des
Sulaimän  Ibn  Näsir  in  Dar-es-Saläm,  speziell  aus
einem  an  ihn  gerichteten  Briefe  des  Schaichs  Jahjä
nachzutragen,  daß  es  der  größte  der  Fürsten  von
Oman  aus  dem  Geschlechte  der  Sajiids  (Al  Bü-Saiid),
Sa'id  Jbn  Sultän  (1804  bis  1856)  war,  der  einigen
schafütischen  Kadis  gestattete,  Recht  zu  sprechen  über
Schafiiten  wie  auch  über  andere  Muslims,  die  sich
freiwillig  seinem  Urtheile  unterwarfen.

Ein  weiterer,  von  dem  Bezirkshauptmann  von
Tanga,  Herrn  W.  v.  St.  Paul,  erstatteter  Bericht
über  die  von  mir  vorgelegten  Fragen  ist  in  den
„Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten
  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben
  von  Dr.  A.  v.  Danckelman,  1895,
Band  8,  S.  192  bis  195,  veröffentlicht.

–.  ——  —  —

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Nach  einer  Mittheilung  des  Berliner  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  hat  der  Oberarzt  in  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  Dr.  med.  Stierling  der
zoologischen  Sammlung  des  Museums  folgende  von
ihm  in  Uhehe  erbeutete  Naturalien  überwiesen.  Am
22.  März  d.  Is.  trafen  hier  ein:

38  Säugethierschädel,

31  Säugethierfelle  und  Fellstücke,
151  Vogelbälge,

und  am  18.  Mai  d.  IJs.:

21  Säugethierfelle,

5  Säugcthierschädel.

30  Vogelbälge,

1  Varanschädel.

Die  Konservirung  der  Gegenstände  war  gut.  Der
wissenschaftliche  Werth  der  Sammlungen  ist  ein  sehr
großer.  Die  Säugethiere  enthielten  u.  A.  eine  instruktive
  Entwickelungsreihe  von  Schädeln  des  Riedbocks
  und  Felle  von  Klippschiefern  aus  der  Regenzeit
und  aus  der  trockenen  Jahreszeit,  an  denen  die  verschiedenen
  Saisonkleider  studirt  werden  können.  In
zoogeographischer  Beziehung  wird  durch  diese  Thiere
bewiesen,  daß  das  Uhehegebiet  zur  Fauna  des  Küstenstriches
  gehört.

Die  Vogelsammlungen  waren  die  ersten,  die  aus
dem  Uhehegebiet  hierher  gelangt  sind.  Ihr  wissenschaftlicher
  Werth  wird  durch  die  Thatsache  erhöht,
daß  durch  diese  Sammlungen  das  Vorkommen  westafrikanischer
  Vogelarten  in  Uhehe  nachgewiesen  wird.
Aus  diesem  Umstande  ist  auf  einen  faunistischen  Zusammenhang
  des  Uhehehochlandes  mit  dem  Nyikahochlande
  im  Westen  des  Nyassasees  zu  schließen.
Diese  auffallenden  Verhältnisse  machen  die  Fortsetzung
der  faunistischen  Erforschung  jenes  Gebictes  wünschenswerth.


40

 

Die  Sammlung  enthielt  zwei  neu  entdeckte  Vogelarten,
  von  welchen  die  eine  nach  dem  Entdecker
Turdinus  Stierlingi  und  die  andere  Columba
uhehensis  von  Professor  Reichenow  benannt
worden  ist.

—  —

Die  Stationen  des  Schutzgebietes  Ramerun.

Der  stellvertretende  Gouverneur  Regierungsrath
Dr.  Seitz  meldet  in  einem  vom  23.  Mai  d.  Js.
datirten  Bericht  über  die  Lage  auf  den  Stationen
des  Schutzgebietes  Folgendes:

1.  Station  Rio  del  Rey.

Der  früher  von  Old  Kalabar  aus  schwunghaft
betriebene  Schmuggel  ist  seit  Anlegung  der  Station
allmählich  eingeschränkt  worden.  Infolgedessen  ist
der  Handel  in  Oel  und  Kernen,  besonders  in  den
Monaten  Januar  bis  Mai,  bedeutend  gestiegen  und
kommen  sogar  Händler  aus  den  englischen  Distrikten
Creektowm  und  Obioko  zu  diesem  Zwecke  nach  Rio
del  Rey.

Im  Hinterlande  zieht  sich  der  Handel  mit  Gummi
und  Elfenbein  jedoch  noch  stets  nach  englischem
Gebiete.  Die  Kalabarhändler  gehen  den  Akwa  Yafe
hinauf  bis  Esu-Ororop  und  rüsten  von  da  Karawanen
  in  deutschem  Gebiete  aus,  die  über  Okobo
oder  Nkuri  gehen.  Es  ist  daher  die  Errichtung  von
Zollstationen  an  diesen  beiden  Orten  im  Interesse
des  Handels  dringend  geboten.

Die  Konkurrenz  mit  Kamerun  zwingt  die  Händler
im  Rio  del  Rey,  kleinere  Faktoreien  ins  Innere  vorzuschieben,
  die  jetzt  schon  bis  Mundame,  Ekilinwindi
und  Bola  (diese  drei  Orte  gehören  in  den  Stationsbezirk
  Johann  Albrechtshöh)  gehen.  Auch  werden
Faktoreien  in  Okobo  und  Kunda-Kunda  errichtet,  und
ist  deren  Weiterführung  bis  zum  Croß  River,  der
Grenze  folgend,  geplant.

2.  Station  Buêa.

Das  ganze  Jahr  ist  zum  Ausbau  der  Station
benutzt  worden.  So  wurden  das  Wohnhaus  des
Stationsleiters,  das  Assistentenhaus  und  der  Schuppen
ganz  fertiggestellt.  Im  Januar  1897  wurde  mit
dem  Gouvernementshause  begonnen.  Hierzu  gehören
außer  dem  Haupthause  ein  Wirthschaftshaus,  ei
Haus  für  die  Dienerschaft  und  ein  Hühner=  und
Taubenhaus.  "  4%

Nach  Ankunft  des  Herrn  Dr.  Esch  wurde  für
diesen  ein  Laboratorium  nach  eigener  Angabe  errichtet.

Außerdem  wurde  errichtet:  Eine  Kaserne,  ein
Gefängniß  und  ein  Werkzeugschuppen.  Um  ferner
die  in  der  Regenzeit  gemachten  Ernten  an  Kartoffeln
und  Mais  vor  Verderbniß  durch  Nässe  zu  schützen,
wurde  ein  Trockenhaus  mit  Feuerungsanlage  erbaut.
Diese  Anlage  hat  sich  bereits  in  der  letzten  Regenzeit
sehr  gut  bewährt;  ferner  wurden  ein  Arbeitshaus  und
ein  Amtshaus  mit  Palaverhalle  gebaut.
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        Auch  das  Assistentenhaus  erhielt  in  diesem  Jahre
einen  Anbau.

Der  Pferdestall  ist  vollendet.  Dem  Viehstall
fehlt  die  innere  Einrichtung,  die  nach  der  Angabe
des  zu  erwartenden  Viehwärters  hergestellt  werden
soll.  Vor  dem  Gouvernementshaus  hat  Gärtner
Lehmbach  einen  Park  (hauptsächlich  Grasplätze  mit
Blumen)  angelegt.  Es  sind  weitere  Strecken  urbar
gemacht  und  mit  Mais  und  Kartoffeln  bepflanzt  worden.

Der  Kaffee  steht  gut  und  dürfte  im  nächsten  Jahre
tragen.  Er  hat  heuer  schon  die  ersten  Blüthen.

Ebenso  gedeihen  die  durch  Herrn  Konsul  Spengler
übersandten  Gewächse,  besonders  Rosen,  Veilchen  und
Erdbeeren.

Zum  Zwecke  wissenschaftlicher  Beobachtungen  wurde
von  Dr.  Esch  eine  Hütte  an  der  Kante  des  ersten
Gebirgsplateaus  errichtet  und  eine  weitere  auf  dem
Pik  selbst.

Die  Arbeitslöhne  wurden  im  Laufe  des  Jahres
bedeutend  herabgesetzt.

Die  Station  hat  auch  den  Wegebau  bis  auf  der
Strecke  Victoria  —  Busa  eifrig  gefördert.  Diese  ist
jetzt  durchgehends  mit  Reitpferden  passirbar,  und  gelangt
  man  in  3½  Stunden  von  Victoria  nach  Bucsa.
Auch  die  Wege  nach  den  nächsten  Dörfern  sind  zu
Pferde  gut  passirbar.  Die  Bevölkerung  ist  völlig
ruhig  und  friedlich.

Zu  der  Anlage  der  Plantage  „Soppo“  verhielt
sich  die  Bevölkerung  anfänglich  etwas  ablehnend,  und
war  es  schwer,  Arbeiter  für  dieselbe  zu  bekommen.
Jetzt  hat  sich  dies  geändert.

Der  Gesundheitszustand  der  hier  dauernd  sich
aufhaltenden  Weißen  war  durchaus  günstig.  Es  gab
weder  Malaria  noch  eine  andere  Tropenkrankheit.

Die  Regenzeit  war  günstig,  so  daß  während  derselben
  andauernd  gearbeitet  werden  konnte.

3.  Station  Johann  Albrechtshöh.

Im  Bezirke  sind  zur  Zeit  vier  Weiße,  der
Stationsleiter,  Herrn  Conradts  Frau  und  Mutter
und  in  Mundame  ein  Faktorist  der  Firma  Jantzen  &amp;amp;
Thormählen.  Der  Gesundheitszustand  der  Station
war  ziemlich  gut.

Die  Eingeborenen  des  Bezirks  waren  bis  vor
Kurzem  fanatische  Fetischanbeter,  doch  hat  dies  seit
Gefangennahme  Makias  sehr  nachgelassen.  Der
Häuptling  Makia  ist  inzwischen  in  Campo  gestorben.

In  Mundame  sind  in  der  Faktorei  meist  Balileute
  als  Arbeiter  thätig.  Handelsobjekte  waren:
Kautschuk,  Palmöl  und  Kerne,  etwas  Elfenbein  und
Ebenholz.

Die  Eingeborenen  wurden  angehalten,  ihre  Wege
zu  verbessern.  Der  Hauptweg  von  Mundame  nach
der  Station  ist  jetzt  selbst  für  Pferde  passirbar.  Nur
muß  der  Kumbafluß  eine  ordentliche  Brücke  erhalten.
Die  Firma  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  hat  bei
Mundame  eine  Kakaopflanzung  begonnen,  und  sollen
bereits  etwa  1000  Bäume  angepflanzt  sein.

411

 

Die  Basler  Mission  beabsichtigt,  in  Mokonje  einen
schwarzen  Lehrer  zu  stationiren.

Es  kommen  wenig  Palaververhandlungen  der
Eingeborenen  vor  die  Station.

Die  Station  hat  an  Arbeitern  außer  einem  kleinen
Stamme  von  elf  Wayjungen  theils  Bali-,  theils
Kumbaleute.  Es  ist  daher  nie  Mangel  an  Arbeitern.
Angepflanzt  sind  etwa  3000  Bananen,  deren  Früchte
zur  Verpflegung  der  Arbeiter  dienen,  dazwischen
stehen  etwa  200  1¼  jährige  Kaffee=  und  Kakaobäumchen.
  Zu  Beginn  der  letzten  Regenzeit  wurden
noch  etwa  1000  Kaffeebäumchen  angepflanzt,  die
allerdings  noch  sehr  schwach  waren.  Der  erst  gepflanzte
  Kaffee  hat  sich  sehr  schön  entwickelt,  sogar
schon  stellenweise  geblüht,  und  hofft  der  Stationsleiter,
Ende  der  nächsten  Trockenzeit  eine  kleine  Erstlingsernte
  als  Probe  nach  Deutschland  senden  zu  können.
Augenpblicklich  ist  noch  ein  Sack  Saatkaffee  in  Beeten
ausgepflanzt.  Auch  sind  größere  Felder  klar  gemacht,
um  Mitte  der  Regenzeit  Mais,  Bergreis  und  Erdnüsse
  zu  pflanzen.

Von  der  Station  nach  dem  See  zu  befinden  sich
Viehweiden.  Die  vier  Stück  Rindvieh,  welche  augenblicklich
  auf  der  Station  sind,  sollen  in  gutem  Zustande
  sein.  Ein  Stall  für  dieselben  ist  gebaut.
Daneben  ist  ein  Schweinehof  mit  Stall.  Die  Gemüse
im  Stationsgarten  gedeihen  zufriedenstellend.  Im
Garten  sind  etwa  100  Kautschukkerne  eingepflanzt.
Der  Stationsleiter  glaubt  mit  der  Zeit  sowohl  Milchals
  auch  Zugvieh  züchten  zu  können.

Am  Ausfluß  des  Sees  ist  ein  kleiner  Wasserfall,
dessen  Kraft  leicht  nutzbar  gemacht  werden  könnte.

4.  Station  Yaunde.

Ueber  die  Verhältnisse  auf  der  Station  Ya#nde
und  Umgebung  giebt  der  Bericht  des  Premierlieutenants
  Dominik  vom  16.  April  d.  Is.,  der  mit
nächster  Post  eintreffen  wird,  nach  allen  Richtungen
hin  Aufschluß.

5.  Station  Lolodorf.

Das  Verhältniß  zu  den  umliegenden  Stämmen
ist  nach  Niederwerfung  der  Bane  und  Buli  durchaus
friedlich.  Die  Entwickelung  der  Station  hat  infolge
des  Aufstandes  der  Bane  und  der  damit  verbundenen
Kämpfe  einen  gewissen  Stillstand  erfahren.  Zur  Zeit
werden  alle  Mittel  darauf  verwandt,  die  eingestürzten
Lehmbauten  der  Station  durch  Ziegelbauten  zu  ersetzen.

6.  Station  Campo.

Die  politischen  Verhältnisse  sind  gute,  und  ist
daher  der  Handel  im  Aufschwung  begrissen.  Es
sind  während  des  Berichtsjahres  sowohl  die  bestehenden
  Faktoreien  vergrößert,  als  auch  neue  errichtet
worden.

Da  die  meisten  Waaren  vom  Norden  eingeführt
werden,  legen  Dampfer  hier  selten  an.  Dies  dürfte
sich  ändern,  sobald  die  geplante  Faktorei  der  Firma
Woermann  ins  Leben  tritt.
        <pb n="454" />
        412

Die  Plantage  des  Herrn  Küderling  zählt  be=  beabsichtigt,  Ziegelsteine  von  Campo  nach  Kamerun

reits  18  000  bis  20  000  Kakaobäume  und  verspricht

günstige  Resultate.  -

Die  Versuche,  Ziegelsteine  zu  brennen,  sind  gelungen,
  so  daß  in  den  nächsten  Jahren  sämmtliche
Stationsgebäude,  die  bisher  nur  aus  Bambus  und
Matten  hergestellt  wurden,  ohne  nennenswerthe  Kosten
durch  solide  Bauten  ersetzt  werden  können.  Auch  ist

einzuführen.

 

 

 

 

Von  der  Güte  der  Proben,  welche
demnächst  nach  Kamerun  geliefert  werden  sollen,  der
Höhe  der  Herstellungs=  und  Transportkosten  wird
es  abhängen,  ob  die  Fabrikation  von  Ziegelsteinen
in  Campo  für  Lieferung  von  Baumaterial  im  Großen
in  Betracht  kommen  kann.

Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  Ramerun  thätigen  Dandels-  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande
am  Anfang  18398.

 

 

 

 

 

 

 

*  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Europäisches  Farbiges
.  g  Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Personal  Personal
Bezirk  Kamerun.
1.  s  Rider  Son  &amp;amp;  Andrew,  4  Queen  Sauare,  Kamerun  S.  Smith,  J.  Austice,  —
Bristol,  England  H.  Bengston
Jebare  —  R.  Ankrah,  Kommis
Bonandale  —  J.  J.  Addo,
Mungo  —  Joe  Bell,  OD
Malimba  —  J.  J.  Thompson,-Wuri,
  Jabassi,  —  Cauhook  Mulloby,
151  Nedeliff  Parade,  Brisol  Bonangando  —  J.  Mukuri,  Kommis
"  W.  King,  Redclisf  Paradc,  Bristo  Kamerun  Buchau,  H.C.  Powel  —
Mungo  F  .  "  J.  Mulloby
..  Malimba  —  M.  Songo
3.John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Old  Castle  Building,  Kamerun  N.  H.  Dravett  Joe  Garner
26  Preesons  Row,  Liverpool  A.  E.  Daniels  A.  Almeida
D##bobor  7*9|  Loward  —
4.  Adolph  Herschell,  20  Redcroß  Street,  (kor  J.  W.  e  O.  George
Liverpool  Belldorf,  Hickory  KR.  Harrison  A.  Pregh
Alv  BVonambant  H.  Aslaksen  J.  K.  Black
5.]  David  Jones  &amp;amp;  Co.,  43  Slater  Street,  a  bert.  Bonukan  W.E.Evans,  H.Busch,  —
Liverpool  "  aheeinn,
.  Stramger  »  «
Jebare,  Bonandale  —  8  Mam  Gonsch
6.  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  Hamburg,  Gras-  gnuri.  G.  Kaack,  —
keller  21  Mund  t  W.  R.  Nielsen  d.  Munchow
7.Deutsch-Westafeikanische  Handelsgesell,  Nundame,  Mkome  K.  Gredin  *  s(
schaft  m.  b.  H.,  Hamburg,  Bergstraße  9  Akwadorf  Th.  Dinse  —
idod  „M.Fri  —
8.C.  Woermann,  Hamburg,  Reichenstraße  23/27  Düdobor  A  r—“  —
Kamerungeschäft  Belldorf  F.  Graff,  J.  Rolef  —
ae  A.  zmmann  –
odo  .  Jun  –
Bonendale  G.  V.  Ar#s  Mona  N'dumbe,  is
Sanagageschäft  Edea  H.  E.  Hirsch  Kommi
Mangale  —  Milhelm
Malimba  Lütge,  C.  Oswaldd  Sierra  Leone-Mann
Mongo  Marjo  —  Essoli
.  Ndokobuare  —  Codioe  „
9..  H.  Westphal,  Hamburg,  Deichstraße  13.  .  Kamerun  (Didodorff)  A.  Wegener  Ficdeic,  Esala
10.  Baseler  Missionsagentur,  Basel,  Schweiz  Kamerun  W.  Hies  LanmWillams
Eyan
11..  Baptisten-Missionsagentur,  Berlin  O  Kamerun  C.  H.  Schwarz  Sone  Kuo
12.  Kamerun-Hinterland-Gesellschaft,  Berlin  Malimba  R.  Bause  James  Exre
W.,  Potsdamerstraße  66  R.  Meckelmann  William  Tateo
Edea  G.  Mathieu  John  Menanga
        <pb n="455" />
        413  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

□—
*  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Europäisches  Farbiges
Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Personal  Personal
Bezirk  Victoria.
13.  C.  Woermann,  Hamburg,  Reichenstraße  23/27,  Victoria  Ch.  Janßen,  R.  Voß  —
Victoriageschäft  Bimbia,  Bwinga,  —  —
Teeko,  Ngeme  —  —
14.  The  Ambas  Bay  Trading  Co.  Ltd.,  Victoria  R.Lange,  R.Creutzige  —
Liverpool-Manchester  uSchmidt
N'Binga  W.  Booth,  Ch.  Higgius  —
Teeko,  Ngeme  H.  Bradschaw  —
15.  Kamerun=  Land=  und  Plantagengesell=  imbiapflanzung,  E.  Friederici  Nur  Plantagenschaft
  in  Hamburg  bestehend  aus  den  L.  O.  Köthe  arbeiter  und
Farmen  zu  Kriegs-  Willy  Schubert  Handwerker
schiffohafen  und
Z  Mbamba  H.  Rehbein,  F.  Mörsche  –
16.|Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Bibundi  H.  Rackow,  O.  Matzat,c  Nur  Plantagen-„Bibundi“
  in  Hamburg  W.  Heim,  M.  Wenke  arbeiter
Isongo  W.  Kundler
%  ç  Mokundange  H.  Refior,  K.  H.  Vietze
I..  Linnell  &amp;amp;  Co.  Debundja  G.  Linnell,  A.  Ackerur  Plantagenmann,
  K.  G.  Schütt  arbeiter
18.]  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Victoriapflanzung  A.  Bornmüller  Nur  Plantagen-„Victoria“,
  Berlin  W.,  Potsdamerstr.  121e  F.  Ehrlicher  arbeiter
K.  Kionka,  J.  Eckert
Limbepflanzung  J.Netz,  A.  v.  Gerhardt,  —
M.  Borm,  E.  Kionka
Buanapflanzung  F.  G.  Kretschmar  —
A.  Böcklen,  W.  Wiese
M.  de  Silva,
E.  Feldhahn
H.  E.  Stolzenburg
K.  Müllauer,  L.  Hügel
19.Günther  4&amp;amp;  Rausch,  Berlin  Soppo  Günther,  J.  F.  Strauß  Nur  Plantagen-Fürholzer
  arbeiter
20.  Ambas  Bay  Dev.  Association  Ltd.  Rio  del  Rey  R.  Formann  —1
Liverpool  H.  L.  Jouet  —
R.  W.  Boucher  —
Moko  J.  Eck  —
Macombi  F.  Cohn  —
Boa  F.  N.  Lowe  —
Mokove  —  J.  C.  Larty
Bonge  —  E.  W.  Aule
Baihee  —  J.  Hollest,  E.  London
Krebenm  aisrn  J.  Engmann
21.Deutsch-Westafrikanische  Handelsgesell-  Rio  del  Rey  Liander  —
.  b.  H.  urg,  Bergstraße  9  N.Johansson,  E.Krull
schaft  m.  b.  H.,  Hamburg,  Bergstraß  Ndobe  E.  Wetterhall  —
Bonge  K.  Ahrens  —
N'dian  G.  Zetterström  —
Bavo  —  Th.  Andomy
Bolo  E.  Andrade  —
Matutin  —  G.  Johnson
Bezirk  Kribi.
22.A.  &amp;amp;  L.  Lubcke,  Hamburg  Klein-Batanga  H.  Lubcke,  A.  Hobitz  —
feauch  *  Etima  —  Kaka,  Gabunmann
Nr.30  Jassuku  –  Elesa,  Malimbamann
Ebea  —  sch  Amba,  Gabunmann
233.  «  Longii  H.  Taylor,  Paaschen  —
andad  &amp;amp;  Stein,  Hamburg  Paucde  A.  Jaasch
Dehane  —  Bonny
Kribi  —  Ndehude
Groß-Batanga  —  Elobi
Campo,  Lolodorf  —  —
Luambo  —  Nakatje
Mekani  —  Elissala
24.  .  Woermann,  Hamburg,  Batangageschäft.  Alein  Iatang  G.  Zieriacks  Simon
Ebea,  Lolodorf  K.  Baer  —
Mande,  Londji  —  Lobango
        <pb n="456" />
        414

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Europäisches  Farbiges
Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Personal  Personal
Se
25..C.  Woermann  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  Plantation  Hadeler  —
Groß-Batanga  —  Marschah
Campo  Laackmann  —
Lolodorf  —  Bery
Maünde  —  Walker
26.  Karl  Maaß,  Hamburg.  Kribi  C.  Wilke,  Herrendor*  —
Buambe  —  Roberts
Bane  O.  Dunkhorst  —
Ihlenfeldt
Yaunde  Reinhardt  –
Lolodorf,  Buley,  —
Mabealand,  Madona  —
27.  Küderling  &amp;amp;  Co.,  Campo  (Bata)  Campo  Becker  —
Groß-Batanaa  —  Boballa
28.  Hatton  &amp;amp;  Cookson,  Liverpool  Wasserfall  L.  Johnson  —
Buambe  —  Ecoi
Kribi  —  Daniel
Londji  —  Ecoi
.  Bocombe  —  Davis
29.  John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Liverpool  Groß-Batanga  E.  Boothby  —
Plantation  —  Bopali
Kribi  —  Elika
Bapuke  —  Mepinda
Nbungatown  —  Mango
«  Campo  —  Etuga
30.A.  &amp;amp;  L.  Lubcke,  Hamburg  Plantation  A-Dacqué,  Goldmann  —
s.  auch  Longji  —  Robinson
Nr.22  Kribi  —  Wimbo
Groß-Batanga  —  Nitta
Campo  —  Fa  Quashi
Mande  e  ich.  Quashi
Pap  Jos.  Ngumbe.“)

 

 

 

 

 

Deuksch-Züdwellkafrika.

Ueber  den  Feldzug  gegen  die  Swartbooi-ottentotten
vom  Dezember  1397  bis  März  1898
liegen  folgende  Berichte  vor:
Im  Jahre  1895  hatte  der  Kapitän  David
Swartbooi  in  Otjitambi  der  Landeshauptmannschaft
einen  Vertrag  angeboten,  in  dem  er  sich  unter

deutschen  Schutz  stellte  und  sich  der  deutschen  Regierung

  verpflichtete,  gegen  ihre  Feinde  mit  seinem
Stamme  zu  Hülfe  zu  kommen,  wenn  sie  dessen  bedürfte.
  Der  Vertrag  wurde  in  diesem  Sinne  abgeschlossen,
  obwohl  bekannt  war,  daß  die  Kapitänschaft
  David  Swartboois  nur  von  einem  Theile
seines  Stammes  anerkannt  wurde,  und  daß  der
andere  Theil  desselben  sich  zu  dem  Lazarus  Swartbooi
  in  Franzfontein  hielt.  Das  regierungsfreundliche
  Verholten  des  David  veranlaßte  die  Landeshauptmannschaft,
  durchzusetzen,  daß  er  auch  von  dem
ihm  abgeneigten  Theil  seines  Stammes  als  Kapitän
anerkannt  wurde.  Es  geschah  dies  im  September
des  Jahres  1896.  Als  jedoch  die  Maßregeln  gegen
die  Rinderpest  dem  Stamme  einige  geringe  Verpflichtungen
  auferlegte,  fanden  diese  die  Mißbilligung
hauptsächlich  der  alten  Anhänger  des  David,  da  sie
eine  Beeinträchtigung  ihres  ungebundenen  Lebens

)pFAußerdem  sind  in  dem  Hinterlande
und  die  holländische  Firma  Gebr.  Bakels  thätig.

 

befürchteten.  Die  Unzufriedenen  gingen  so  weit,  zum
Bruch  mit  der  deutschen  Regierung  zu  drängen.
Dagegen  verhinderten  die  Anhänger  des  Lazarus
Swartbooi  im  April  1897  den  Ausbruch  von
offenen  Feindseligleiten.  Die  inzwischen  im  Norden
eingerichtete  Bezirkshauptmannschaft  in  Otjio  war
von  mehreren  Seiten  über  die  Anschläge  der  Swartboois
  unterrichtet  worden.  Im  Mai  1897  erschien
daher  der  Hauptmann  v.  Estorsf  mit  20  Reitern
in  Otjitambi,  verhaftete  einen  der  Hauptauswiegler
und  bestätigte  hier  wie  in  Franzfontein  die  Richtigleit
  der  ihm  gemachten  Angaben.  Der  Kapitän  gab
dem  Hauptmann  v.  Estorff  gegenüber  selber  zu,
daß  er  den  Vertrag  habe  brechen  wollen,  und  dat
um  Verzeihung.  Er  wurde  jedoch  abgesetzt  und
Lazarus  Swartbooi  an  seiner  Stelle  zum  Kapitän
erwählt.  Als  dann  David  versuchte,  einen  Theil
des  Stammes  zur  Auswanderung  nach  dem  Grootberge
  zu  veranlassen,  und  der  frühere  Unterkapitän
Keisib  in  Otjitambi  dies  thatsächlich  vollführte,  wurde
David  verhaftet  und  nach  Windhoek  gebracht.  Vier
seiner  Anhänger  wurden  in  Otjo  zu  zwei  Monaten
Zwangsarbeit  verurtheilt.  Die  Swartboois  verhielten
  sich,  während  die  Kräfte  der  Bezirkshauptmannschaft
  durch  die  Bekämpfung  der  Rinderpest

 

außerordentlich  in  Anspruch  genommen  wurden,  im

(in  der  Südostecke  des  Schutzgebietes)  die  belgische  Firma  Leclaire
        <pb n="457" />
        Uebrigen  ruhig.  Als  das  Fortschreiten  der  Impfungen
dies  nöthig  machte,  wurde  im  August  1897  das
Distriktskommando  Franzfontein  eingerichtet,  bestehend
aus  dem  Lieutenant  Grafen  v.  Bethusy-Huc  als
Distriktschef,  1  Unteroffizier,  4  deutschen  Reitern  und
6  Namareitern.  Die  Besatzung  des  Distrikts  nahm
die  Bekämpfung  der  Rinderpest  in  der  Gegend  von
Franzfontein  auf  und  stellte  fest,  daß  die  Swartboois
sich  noch  immer  ruhig  verhielten.

Anfang  Oktober  war  die  4.  Feldkompagnie  am
Waterberg  im  Hereroland  gewesen  und  Mitte  Oktober
wieder  in  Otio  eingetroffen.  Nach  Zurücklassung
eines  Kommandos  am  Waterberg  unter  Lieutenant
Eggers  verfügte  sie  jetzt  in  Otjo  über  etwa
70  Reiter,  aber  nur  etwa  30  Pferde,  welche  sich  in
einem  äußerst  mangelhaften  Zustande  befanden,  da
ihre  Kräfte  bei  Bekämpfung  der  Rinderpest  übermäßig
  in  Anspruch  genommen  waren.  Zwar  waren
Ende  September  60  argentinische  Maulesel  nach
Otio  überwiesen,  allein  in  einem  solchen  Zustande,
daß  nur  ein  ganz  geringer  Bruchtheil  verwendet
werden  konnte,  und  diese  Zuweisung  somit  keine
Abhülfe  schaffte.  Die  Frühregenzeit  blieb  aus,  die
Weide  wurde  immer  mangelhafter,  so  daß  sich  die
Pferde  durchaus  nicht  erholen  konnten.

Im  November  kamen  Nachrichten  aus  Franzsontein,
  daß  sich  dort  etwa  50  Hereros  aus  der
Gegend  von  Omburo  eingefunden  hätten  und  sich
übermüthig  aufführten.  Die  Bezirkshauptmannschaft
war  sich  der  Nothwendigkeit  bewußt,  wieder  eine
stärkere  Macht  im  Gebiet  der  Swartbooi-Hottentotten
auftreten  zu  lassen,  allein  der  Mangel  an  Pferden
und  der  Zustand  der  vorhandenen  Pferde  erlaubte
zur  Zeit  keine  Unternehmung.  Am  24.  November
traf  aus  Franzsontein  die  Meldung  ein,  daß  daselbst
Unruhen  ausgebrochen  seien  und  sich  einige  der
dortigen  Hottentotten  im  Aufruhr  gegen  ihren  Kapitän
Lazarus  Swartbooi  befänden.  Noch  an  demselben
Tage  brach  Hauptmann  v.  Estorff  mit  50  Reitern
und  einem  Geschütz  nach  Franzfontein  auf,  aber  schon
an  dem  ersten  Tage  versagten  viele  Pferde,  und  nur
mit  20  Reitern  auf  gänzlich  ermatteten  Pferden  vermochte
  er  am  28.  November  Franzfontein  zu  erreichen.
  Ein  großer  Theil  der  dortigen  Hottentotten
hatte  den  Platz  verlassen  und  bezeugte  seine  Feindseligkeit
  durch  Viehdiebstähle  an  dem  Eigenthum  der
Anhänger  des  Kapitäns.

Diesem  waren  etwa  30  waffenfähige  Männer
teugeblieben.  Im  Laufe  der  nächsten  Woche  traf
der  Rest  der  Kompagnie  mit  Fußmarsch  und  in
Begleitung  des  Geschützes  und  eines  Proviantwagens
in  Franzsontein  ein.  In  Otjo  verblieb  mit  Kranken
eine  Besatzung  von  etwa  20  Köpfen  unter  dem
Zahlmeisteraspiranten  Nürnberger.  Es  wurden
nun  mit  den  Häuptern  der  aufrührerischen  Hottentotten
  Verhandlungen  angeknüpft,  um  womöglich  den
Ausbruch  eines  Krieges  noch  zu  verhindern.  Die
Häupter  der  Aufrührer  waren  Samuel  Swartboot
und  Joel  Swartbooi.  In  die  Nähe  von  Keium,

415

 

wo  der  Händler  Sabatta  zahlreiches  Vieh  stehen
hatte,  wurde  eine  Besatzung  von  10  Reitern  gelegt.
Zeit  und  Umstände  waren  äußerst  ungünstig  für  die
Kriegführung,  welche  auch  im  Gelände  die  größten
Schwierigkeiten  finden  mußte.  Franzfontein  liegt  an
einem  Gebirgszuge,  welcher,  anfangs  aus  einer  Kette
bestehend,  dann  sich  aber  immer  mehr  ausbreitend
nach  Westen  zu  fortsetzt  und  mit  der  großen  Gebirgslandschaft
  des  mittleren  Kaokofeldes  in  Verbindung
steht.  Auch  die  Gegend  nordwestlich  Franzfontein
ist  gebirgig,  während  sich  östlich  der  Linie  Franzfontein—Otjitambi
  und  nördlich  der  Gebirgskette
Franzfontein—Otjo  eine  weite  Fläche  ausbreitet,
über  welche  die  Wege  von  Otjo  nach  Franzfontein
und  von  Otjo  nach  Otjitambi  heranführen.  Den
Aufrührern  war  die  mangelhafte  Ausrüstung  der
Kompagnie  mit  Pferden  wohl  bekannt  und  sie  waren
sich  der  Vortheile  wohl  bewußt,  die  ihnen  das  Gelände
  bot.  Deswegen  hatten  die  Vorstellungen  und
Warnungen  auf  sie  keiuen  Einfluß  mehr,  und  in  der
Nacht  zum  3.  Dezember  stahlen  sie  die  Pferde  und
Esel  der  Kompagnie,  welche  eine  Stunde  von  Franzfontein
  im  Felde  weideten.

Hauptmann  v.  Estorff  betrachtete  dies  als  den
Ausbruch  des  Krieges  und  brach  am  Nachmittage
des  3.  Dezember  mit  der  Kompagnie  (40  Köpfe)
und  etwa  20  Hottentotten  unter  Führung  des
Kapitäns  Lazarus  auf,  um  im  Fußmarsch  Aub  zu
erreichen,  wo  sich  die  Hauptwerft  der  Aufrührer  befinden
  sollte  und  wohin  man  glaubte,  daß  die  Pferde
abgetrieben  seien.  Das  Geschütz  folgte,  mit  Ochsen
bespannt.  In  Franzfontein  verblieb  eine  kleine  Besatzung.
  Eine  Patrouille  unter  Unteroffizier  Wesch,
bestehend  aus  2  deutschen  Reitern  und  6  Hottentotten,
  sollte  der  Spur  der  abgetriebenen  Pferde
folgen  und  sich  dann  nach  Aub  an  die  Kompagnie
heranziehen.

Der  erste  Zusammenstoß  mit  dem  Gegner  führte
zur  Erstürmung  von  Ehobib  in  der  Nacht  vom
4.  zum  5.  Dezember  1897,  über  welche  Hauptmann
v.  Estorff,  wie  folgt,  berichtet:

„Nach  26  stündigem  Gewaltmarsch  erreichte  die
Kompagnie  am  4.  Dezember  abends  die  Wasserstelle
Aub.  Die  dortige  Werft  war  soeben  verlassen
worden,  eine  Staubwolke  zeigte  den  Rückzug  des
Feindes  an,  in  der  Richtung  auf  Ehobib.  Nach
kurzer  Rast  brach  die  Kompagnie  wieder  auf;  das
Geschütz,  dessen  Bespannung  ganz  erschöpft  war,
blieb  zurück.  Nach  vierstündigem  Marsch  wurde  ein
Wasser  dicht  bei  Ehobib  etwas  vor  Mitternacht  erreicht.
  Die  Spitzc,  von  Lieutenant  Graf  v.  Bethus  y-Huc
  geführt,  hatte  festgestellt,  daß  die  eine  Viertelstunde
  weit  entfernte  Werft  noch  besetzt  sei.  Ich
befahl,  auf  die  Werft  vorzugehen,  um  dieselbe  zu
stürmen.  Die  Spitze  unter  Graf  v.  Bethus  y-Huc
ging  in  dem  trockenen  Flußbett  vor,  die  Kompagnie
folgte  in  Kolonne  auf  20  Schritt;  dahinter  die
Hottentotten,  das  Seitengewehr  war  aufgepflanzt.
        <pb n="458" />
        Der  Vormarsch  erfolgte  vorsichtig  und  langsam,  und
in  der  Nähe  der  Werft  wurde  der  Untergang  des
Mondes  abgewartet.  Der  Feind  hatte  zahlreiche
Wachtposten  mit  Hunden  aufgestellt,  deren  Gebell
uns  aber  die  Lage  der  Werft  anzeigte.  Die  Kompagnie
  erreichte  endlich  am  Fuß  einer  Bergkette
entlang,  die  Werft  links  umgehend,  eine  Gruppe  von
Felsblöcken.  Hinter  diesen  jedoch  hatte  sich  der  Feind
aufgestellt,  die  Kompagnie  war  links  neben  die  Spitze
gerückt,  als  uns  auf  8  bis  10  Schritt  Entfernung
das  Feuer  des  Feindes  entgegenschlug;  die  Gruppe
Felsblöcke  wurde  durch  die  Schüsse  wie  durch  ein
Feuerwerk  erleuchtet;  aber  ehe  der  Feind  zum  zweiten
Male  laden  konnte,  hatte  sich  die  Mannschaft  über
die  Felsblöcke  weg  mit  Hurrah  auf  ihn  gestürzt.

 

Erläuterungen:
Kompagnie.

Spitze.

Feind.

118

416

 

 

Ich  ließ  die  Berge  besetzen,  welche  die  Werft  und
das  Wasser  daselbst  beherrschten.  Lieutenant  Graf
v.  Bethusy-Huc  ging  mit  einer  starken  Patrouille
durch  die  Werft  umd  stellte  fest,  daß  dieselbe  vom
Feinde  verlassen  war.  Bei  Tagesgrauen  wurde  die
Beute  zusammengetrieben.  Fast  alle  Pferde  und  Esel
befanden  sich  nunmehr  wieder  in  unseren  Händen.
An  Vieh  wurden  100  Rinder  und  an  600  Stück
Kleinvieh  erbeutet.  Mehrere  Gewehre  und  Munition
waren  von  dem  flüchtenden  Feinde  zurückgelassen
worden.  —

Lieutenant  Graf  v.  Bethusy-Huc  stellte  durch
einen  Patrouillenritt  fest,  daß  jener  in  großer  Hast
in  nordwestlicher  Richtung  geflohen  war.  Sein  durch
Blutspuren  bezeichneter  Weg  führte  durch  enge  Fels-Kroki

  des  Gefechts  bei  Ehobib  am  5.  Januar  1897.

Der  Feind  ließ  es  nicht  zum  Handgemenge  kommen,
sondern  verschwand  in  großer  Eile  in  der  Dunkelheit.
  So  gelang  es,  nur  einen  Gefangenen  zu
machen,  welchen  ich  an  der  Kehle  ergriffen  hatte,  ehe
er  sich  aus  seiner  Deckung  erheben  konnte.  Trotz
der  nahen  Entfernung  hatte  der  Feind  in  der
Dunkelheit  und  bei  seiner  Aufregung  meistens  vorbeigeschossen.
  Jedoch  fiel  der  Reiter  Ludwig,  durch  die
Brust  geschossen,  und  der  Gefreite  Schwibbe  und  ich
wurden  durch  Streifschüsse  leicht  verwundet.  Beim
weiteren  Vorgehen  fielen  noch  einige  Schüsse  auf
uns,  welche  stets  mit  einem  Anlauf  unter  Hurrah
beantwortet  wurden.  Bald  aber  schwieg  das  Gefecht,
welches  kaum  zehn  Minuten  gedauert  hatte;  von
unserer  Seite  waren  nur  einige  Schüsse  gesallen.

 

schluchten  in  der  Richtung  auf  die  Wasserstelle  Anabis.
Ich  versprach  mir  von  einer  direkten  Verfolgung  des
leichtfüßigen  Gegners  keinen  Erfolg.  Die  Kompagnie
blieb  daher  am  5.  Dezember  in  Ehobib  stehen  und
ging  am  6.  nach  Aub  zurück;  von  hier  wurde  das
Beutevieh  nach  Franzfontein  abgetrieben,  die  Kompagnie
  aber  setzte  sich  am  8.  Dezember  in  der
Richtung  auf  Otjitambi  in  Marsch.

Weniger  glücklich  war  der  Patrouillengang  des
Unteroffiziers  Wesch  verlaufen.  Seine  Patrouille
bestand  aus  dem  Gefreiten  Kunadt,  dem  Gefreiten
Bönsch,  zwei  Namasoldaten  und  vier  Hottentotten.
An  der  Wasserstelle  Narachaams  hatte  der  Unteroffizier
  Wesch  die  Spuren  der  gestohlenen  Pferde
gefunden  und  war  ihnen  in  der  Richtung  auf  Aub
        <pb n="459" />
        —  417  —

liche  Schaar  vom  Vorgehen  ab.  Die  ihm  beigegebenen

gefolgt.  In  der  Nähe  von  Klein-Aub  angelangt,
sechs  Hottentotten  waren  währenddessen  verschwunden

war  die  Patrouille  am  Vormittage  des  4.  Dezember,

 

durch  Anstrengung  und  Durst  erschöpft,  in  einen  nund  sind  wahrscheinlich  zum  Feinde  übergegangen.
Hinterhalt  der  feindlichen  Hottentotten  gerathen,  als  Unteroffizier  Wesch  hatte  sich  auf  einen  Berg  zurück-W


7.

     

&amp;amp;  K  -Z
1

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9.  —
##
&amp;amp;  62

 

 

 

die  Kompagni  icht  erreicht  hatt.  Der,  gezogen,  dann  den  ganzen  Nachmittag  die  Hotten-———
  8  totten  von  sich  abgehalten  und  einen  von  ihnen

Cefrite  Kunadt  und  der  Gefreite  Bönsch  fielen
in  seindlichen  Feuer;  Unteroffizier  Wesch,  obwohl
zweimal  verwundet,  hielt  durch  sein  Feuer  die  feinderschossen.

  Am  Abend  ging  er  wieder  vor,  um  nach
dem  Gefreiten  Kunadt  zu  sehen,  welcher  neben  ihm
        <pb n="460" />
        —  418

erschossen  worden  war;  er  fand  ihn  aber  nicht  mehr,
da  die  Feinde  seine  Leiche  ein  Stück  weit  mitgenommen
  hatten.  Wesch,  welcher  die  Gegend  nicht
kannte  und  nicht  wußte,  daß  die  Kompagnie  inzwischen
  in  Groß-Aub  angelangt  war,  kehrte  nach
Franzfontein  zurück,  wo  er  vollständig  erschöpft  anlangte.“


An  8.  Dezember  hatte  die  Kompagnie  Tsaub
erreicht  und  verblieb  dort  bis  zum  11.  Dezember.
Während  dieser  Zeit  traf  das  nach  Gaus  entsendete
Kommando  wieder  ein,  sowie  der  Lieutenant  Eggers,
welcher  am  Waterberg  im  Hererolande  abkommandirt
gewesen  war.  Sehr  unangenehm  wurde  der  Umstand
empfunden,  daß  weder  in  Ehobib,  noch  Aub,  noch
jetzt  in  Tsaub  genügend  Wasser  vorhanden  war,  um
Pferde  und  Ochsen  der  Kompagnie  satt  zu  tränken.
Am  12.  Dezember  marschirte  diese  daher  nach  Otjitambi,
  und  nachdem  sie  sich  aus  zwei  von  Otio
kommenden  Wagen  verproviantirt  hatte,  brach  sie  am
17.  Dezember  nach  Khauas-Okara  auf.  Es  geschah
dies  in  der  Absicht,  unter  Umgehung  des  Gebirges
nach  dem  Grootberge  zu  gelangen,  wo  man  die
Hauptwerft  der  Aufrührer  vermuthete.  Der  kürzere
Marsch  durch  das  Gebirge  war  der  Kompagnie  verschlossen,
  welche  eine  Proviantkolonne  mit  sich  führen
mußte.  Die  Kompagnie,  70  Köpfe  stark,  war  begleitet
  von  29  Hottentotten.  Sie  führte  ein  Geschütz,
einen  Wagen  und  eine  Karre  mit  sich.  Da  sie  nur
über  16  Pferde  und  25  Esel  verfügte,  mußte  ein
Theil  der  Mannschaft  zu  Fuß  marschiren.  Drei
Wagen  mit  denjenigen  Sachen,  welche  die  Kompagnie
nicht  mit  sich  führen  wollte,  und  nur  schwach  beladen,
  gingen  nach  Franzfontein.

Ueber  die  weiteren  Ereignisse  giebt  der  vom
Hauptmann  v.  Estorff  unter  dem  23.  Dezember  1897
aus  Franzfontein  erstattete  Bericht,  welcher  im  Wortlaut
  folgt,  Aufschluß.

„Am  17.  Dezember  abends  wurden  die  beiden
aus  Otjo  gekommenen  Wagen  unter  Bedeckung  des
Unteroffiziers  Weigt,  Gefreiten  Stock  und  Reiters
Nosper  über  Tsaub  (Simons-Werft)  zurück  nach
Franzfontein  geschickt.  Der  Feind  war  durch  seine
Kundschafter  (in  den  Bergen  sitzende  Klippkaffern)
genau  von  meinen  Bewegungen  unterrichtet  worden.
Eine  feindliche  Abtheilung  unter  Führung  von  Joel
Swartbooi  hatte  in  meinem  Rücken  Tsaub  erreicht,
und  es  gelang  ihr  am  18.  Dezember,  die  beiden
Wagen  zu  überfallen.  Unteroffizier  Weigt  und
Gefreiter  Stock  fielen,  Reiter  Nosper  wurde  durch
mehrere  Schüsse  schwer  verwundet.  Ein  Theil  des
Proviants,  acht  Gewehre  NM/88  und  eine  Kiste  Patronen
  3/71  ward  von  ihm  fortgeschafft,  24  Treckochsen
  abgetrieben.  Dem  Boeren  Mac  Douval  und
der  Wwe.  Smith  wurde  mit  einem  Wagen  gestattet,
nach  Franzfontein  weiterzugehen;  diese  retteten  auch
den  Reiter  Nosper.

Inzwischen  war  die  Kompagnie  am  19.  Dezember
  nach  Gaus  gelangt.  Hier  wurde  eine
Hottentottenwerft  ansgehoben  und  in  Erfahrung

 

.m—-—-—·—

gebracht,  daß  ein  Hottentotten  =  Kommando  in
der  Richtung  auf  Franzfontein  an  der  Kompagnie
vorbeigezogen  sei.  Da  dieser  Platz  nur  sehr  schwach
besetzt  war  und  auch  von  den  Herero  von  Omburo
aus  Gefahr  zu  drohen  schien,  ging  ich  auf  sehr
schwierigem  Gebirgsmarsch  sofort  auf  Groß-Omarurn
zurück  und  erreichte  am  22.  Dezember  Tsanb,  am
23.  Franzfontein.

Während  die  Kompagnie  noch  in  Otjitambi  gestanden
  hatte,  war  am  14.  Dezember  Lieutenant
Bensen  mit  20  Reitern  aus  Omaruru  in  Franz-=fontein
  eingetroffen;  er  erfuhr  hier  am  16.  Dezember,
daß  Tsaub  vom  Feinde  stark  besetzt  sei,  und  brach
am  17.  Dezember  auf,  um  auf  einem  Umwege
westlich  durch  das  Gebirge  die  Kompagnie  zu  erreichen.
  Dieser  kühne  Ritt  wurde  durch  einen  vollen
Erfolg  belohnt.

Am  19.  Dezember  erreichte  er  bei  der  Wasserstelle
  Anabis  das  mit  seiner  Beute  zurückgekehrte
Kommando  des  Joel  Swartbooi.  In  einem  kurzen
Gesecht  am  20.  Dezember  brachte  er  dem  Feinde
einen  empfindlichen  Verlust  bei,  zerstörte  dessen  erbeuteten
  Proviant  und  trieb  15  Treckochsen  nach
Franzfontein  ab.  Der  Umklammerung  durch  die
feindliche  Uebermacht  entzog  er  sich  durch  einen  geschickten
  Rückzug.  Gefreiter  Milde  wurde  leicht
verwundet.

In  Franzfontein  sind  jetzt  vereinigt  16  Unteroffizieret,
  72  Mannschaften,  12  eingeborene  Reiter,
20  Hottentotten  des  Kapitäns  Lazarus,  76  Pferde
und  Esel.  Pferde  und  Esel  befinden  sich  bis  auf
einen  geringen  Bruchtheil  in  unbrauchbarem  Zustande.“

Ueber  den  erwähnten  Ritt  von  Franzfontein  nach
Anabis  und  zurück  vom  17.  bis  21.  Dezember  1897
berichtet  Lieutenant  Bensen,  wie  folgt:

„Am  16.  d.  Mts.  nachmittags  wurde  von
Eingeborenen  gemeldet,  daß  Tsaub  von  den  Hottentotten
  unter  Joel  Swartbooi  stark  besetzt  sei,  ferner
die  Hottentotten  einen  Ueberfall  auf  die  Truppenwagen
  bei  Otjitambi  planten.  Da  ich  annahm,  daß
Hauptmann  v.  Estorff  hiervon  nichts  wußte,  ein
Bote  nicht  zu  bekommen  war,  so  ritt  ich  am  17.
nachmittags  mit  14  Unteroffizieren  und  Reitem,
3  eingeborenen  Soldaten  und  einem  sicheren  Führer
von  hier  ab.  Ich  nahm  den  Weg  westlich  von
Tsaub  und  Aub  über  Klein=  und  Groß-Achas,  Anabis,
um  von  dort  nach  Otjitambi  zu  kommen  und  Hauptmann
  v.  Estorff  aufzusuchen.

Am  19.  mit  Sonnenuntergang,  als  ich  mich  der
Wasserstelle  Anabis  näherte,  sah  ich  in  der  Schlucht
Ochsen  stehen.  Ich  ritt  mit  meinen  Leuten  bis  auf
etwa  1000  m  an  die  Wasserstelle  heran  und  sah
ungefähr  25  bis  30  Hottentotten  mit  Pferden,  welche
eine  Schlucht  herunter  ans  Wasser  kamen.  Da  es
mittlerweile  dunkel  geworden  war,  zog  ich  mich  ungefähr
  3000  m  zurück  und  sattelte  dort  ab.

Die  Hottentotten  mußten  uns  nicht  bemerkt
haben,  denn  abends  um  10  Uhr  versuchten  sie,  das
Vieh  im  Revier  an  unserer  Stellung  vorbeizutreiben.
        <pb n="461" />
        Zwei  Viehtreiber  waren  beim  Anrufen  des  Postens
weggelaufen,  andere  Leute  in  der  Dunlelheit  nicht  zu
sehen.  Am  anderen  Morgen  5  Uhr  sahen  wir  in
der  Nähe  unseres  Lagers  große  Bündel  mit  Proviant
aller  Art,  Schuhe  2c.  herumliegen.  Diese  Sachen,
darunter  zwei  Gewehre,  ließ  ich  sammeln  und  schickte
eine  Patrouille  vor,  um  die  Stellung  des  Feindes
zu  erkunden.  Die  Patrouille  meldete,  daß  die
Kuppen  700  m  vor  ihnen  von  den  Feinden  stark
besetzt  seien.  Inzwischen  waren  drei  Hottentotten
von  der  einen  Kuppe  heruntergekommen,
  um  die  .
im  Revierliegenden  Bündel  ?
zu  holen.

Die  Patrouille  eröffnete
  das  Feuer  auf  etwa
300  m,  wobei  zwei  Hottentotten
  fielen.  Sobald  ich
das  Schießen  gehört  hatte,
ging  ich  mit  dem  Rest
der  Leute  vor.  Bis  auf
eine  Entfernung  von  500m
an  die  beiden  Kuppen
herangekommen,  sah  auch
ich,  daß  dieselben  vom
Feinde  stark  besetzt  waren;
es  müssen  mindestens  30
bis  10  Mann  gewesen
sein.  Nach  etwa  einstündigem
  Feuergefecht  hielt
ich  es  mit  den  wenigen
Leutennicht  fürangebracht,.
die  Kuppen  zu  stürmen,  N
und  befahl  daher,  zurückzugehen;
  auch  hatte  ich
bemerkt,  daß  das  Feuer
von  den  Kuppen  immer
schwächer  wurde,  und  vermuthete
  ich,  der  Feind
beabsichtige,  uns  den  Rückweg
  abzuschneiden;  hierin
sollte  ich  mich  nicht  getäuscht
  haben.  Als  wir
ungefähr  500  m  zurückgegangen
  waren,  erhielten
wir  von  der  linken  Flanke
von  der  Höhe  herab  heftiges
  Feuer,  welches  ich
sofort  aufnehmen  ließ.
Hierbei  wurde  der  Gefreite
Milde  durch  einen  Schuß
im  rechten  Oberarm  leicht
verwundet.  Nachdem  ich  .
kurze  Zeit  aus  allen  Gewehren  Schnellfeuer  auf
den  Feind  hatte  abgeben  lassen,  besahl  ich  unter  dem
Schutze  des  Feuers  der  Nachspitze  den  Rückzug,

Do  10%

 

49

 

Too  u

zurückgegangen  war.  Die  Abtheilung  sammelte  sich
bei  den  Pferden,  welche  mit  Bedeckung  von  drei
Mann  bei  den  ersten  Schüssen  etwa  3000  m  zurückgezogen
  waren.  Hier  standen  auch  die  15  erbeuteten
Treckochsen.  Diese  Ochsen  und  die  beiden  Gewehre
nahm  ich  mit,  während  ich  den  vielen  Proviant,  den
ich  nicht  mitnehmen  konnte,  vernichten  ließ.  Nach
meiner  Ansicht  waren  die  Hottentotten  mit  dem  geraubten
  Vieh  und  Proviant  im  Rückzuge  auf  Olifantskup
  begriffen.

  
  
   

 
 

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Kroki  des  Gesechto  bei  Anabis  am  20.  Dezember  1897.

Am  21.  mittags  bin  ich  mit  meinen  Leuten  hier

I
wieder  eingetroffen.

Das  Verhalten  der  Unteroffiziere  und  Reiter

welcher  trotz  des  heftigen  Feuers  des  Feindes  ohne  sowie  der  eingeborenen  Bergdamarasoldaten  war  in

jeden  Verlust  für  uns  stattfand.

Das  Feuer  des  jeder  Beziehung  tadellos."
Feindes  schwieg  erst,  als  die  Nachspitze  etwa  1000m
        <pb n="462" />
        Am  25.  Dezember  trafen  der  von  Osten  des  Nordbezirks
  aus  Grootfontein  herangezogene  Feldwebel
Froede  mit  20  Reitern  und  Assistenzarzt  Dr.  Kuhn
ein.  Die  Kompagnie  verfügte  jetzt  über  eine  genügende
  Kopfzahl,  war  aber  immer  noch  schwer
beweglich,  weil  die  vorhandenen  Pferde  sich  bei  der
schlechten  Weide  nicht  erholen  konnten,  sondern  im
Gegentheil  immer  schwächer  wurden.

Eine  eingehende  Darstellung  der  Ereignisse  vom
23.  Dezember  1897  ab  giebt  der  nachstehende  Bericht
des  Hauptmanns  v.  Estorff,  d.  d.  Franzfontein,
den  6.  Januar  1898:

„Am  1.  Januar  1898  ging  Lieutenant  Eggers
mit  25  Reitern  und  15  Eingeborenen  nach  Groß-Tsaub,
  um  von  dort  aufzuklären.  Auf  seine  Meldung
vom  2.  Januar  abends,  daß  die  Spuren  eines  starken
Kommandos  Hottentotten  in  seiner  Nähe,  namentlich
bei  Klein-Tsaub,  gefunden  seien,  traf  ich  mit  den
berittenen  Mannschaften  der  Kompagnie  am  3.  Januar
früh  in  Groß-Tsaub  ein  und  vereinigte  dort  70  Köpfe.
Der  Marsch  hatte  jedoch  im  Schritt  ausgeführt
werden  müssen,  wobei  die  sehr  schwachen  Pferde  abwechselnd
  geführt  wurden.

Klein-Tsaub  wurde  durch  einen  Unteroffizierposten
  besetzt,  vom  Feinde  wurde  nichts  weiter  bemerkt.
  In  Groß=  und  Klein-Tsaub  war  nicht  genügend
Wasser,  die  Pferde  satt  zu  tränken.

Am  4.  Januar  nachmittags  meldete  der  Posten
in  Klein-Tsanb,  daß  eine  Abtheilung  Hottentotten
von  Groß-Omaruru  her  in  Anmarsch  sei.  Der
Posten  wurde  daraufhin  verstärkt.  Am  Nachmittage
fielen  in  Klein-Tsaub  Schüsse,  und  die  Kompagnie,
welche  nach  einer  Stunde  eintraf,  erfuhr,  daß  die
feindliche  Abtheilung,  aus  Reitern  und  Fußmannschaften
  bestehend,  in  weit  ausgedehnter  Schützenlinie
etwa  40  Mann  stark  gegen  den  Berg  vorgegangen
war,  auf  welchem  sich  der  Posten  befand.

Nach  wenigen  Schüssen  jedoch  war  sie  in  nordwestlicher
  Richtung  in  das  dichte  Buschwerk  zurückgewichen.
  Ich  ging  nun  mit  der  Kompagnie  in  der
angegebenen  Richtung  auf  eine  Gebirgspforte  zu,
welche  sich  3/4  Stunden  nordwestlich  von  Klein-Tsaub
befand.  Groß=  und  Klein-Tsaub  blieben  besetzt,  die
Kompagnie  war  daher  nur  noch  40  Köpse  stark.
Die  Pforte  war  auf  beiden  Seiten  von  Bergen  eingefaßt,
  der  westlich  gelegene  Berg  war  etwa  250  m
hoch,  ziemlich  spitz  und  sehr  steil.  Etwa  1  km  vor
der  Pforte  wurden  einige  Hottentotten  auf  dem
Berge  westlich  bemerkt;  daraufhin  wurde  abgesessen.
Die  Züge  der  Lieutenants  Eggers  und  Bensen
bildeten  eine  Schützenlinie,  welcher  die  Richtung  auf
die  Pforte  gegeben  wurde,  die  Pferde  folgten  300  m
hinter  dem  linken  Flügel,  eine  kleine  Abtheilung  unter
Feldwebel  Koczy  ging  links  rückwärts  hinter  der
Schützenlinie  gestaffelt,  links  neben  den  Pferden  vor.
Die  Kompagnie  benutzte  zu  ihrem  Vorgehen  eine
flache  Geländesenkung,  welche  jedoch  in  der  Nähe
der  Pferde  aufhörte.  Etwa  600  m  voar  dieser  wurde
der  Schützenlinie  die  Richtung  auf  den  hohen  Spitz-420



 

berg  gegeben.  Sie  erhielt  jetzt  Feuer  aus  einer
Stellung,  welche  sich  an  dem  hohen  Spitzberg  über
die  Pforte  bis  zu  dem  Berge  westlich  derselben  erstreckte,
  etwa  900  m  lang,  vom  Feinde  war  jedoch
nichts  zu  sehen.  Die  Schützenlinie  blieb  im  langsamen
  stetigen  Vorgehen  mit  vorgenommenem  linken
Flügel.  Nach  ¾  stündigem  Feuergefecht  erreichte  der
Lieutenant  Eggers  die  Spitze  des  Berges  und  vertrieb
  die  Hottentotten  von  dort.  Diese  hatten  den
Angriff  bis  auf  10  Schritt  ertragen,  wandten  sich
dann  aber  zur  Flucht,  unter  den  Klippen  verschwindend.
  Es  wurde  hier  ein  Mann  vom  Feinde
getödtet  und  zwei  Pferde  erbeutet,  welche  der  Feind
mit  auf  den  Berg  heraufgenommen  hatte.  Der  Zug
des  Lieutenants  Bensen  war  ebenso  in  stetigem
Vorgehen  geblieben,  indem  er  sich  links  nach  dem
Berg  heranzog.  Lieutenant  Bensen  wurde  jedoch
hierbei  schwer  verwundet.

Die  Abtheilung  des  Feldwebels  Koczy  schob
sich  in  eine  Lücke  zwischen  beiden  Zügen.  Die
Schützenlinie  stand  auf  diese  Weise  so,  daß  sie  den
linken  Flügel  der  feindlichen  Stellung  der  Länge
nach  beschießen  konnte,  indessen  ohne  sichtbaren  Erfolg,
  weil  der  Feind  sich  in  dem  Geröll  des  Berges
ausgezeichnet  gedeckt  hatte  und  nichts  von  ihm  zu
sehen  war.  Das  Feuergefecht  dauerte  noch  etwa
eine  halbe  Stunde,  bis  die  Dämmerung  sich  sehr
stark  bemerklich  machte.  Dann  verließ  der  Feind
erst  auf  dem  linken  Flügel  und  zuletzt  von  dem
rechten  Flügel  in  raschem  Lause  das  Gesechtsfeld.
Bei  dieser  Flucht  war  er  nur  für  geringe  Theile
der  Schützenlinie  sichtbar,  verschwand  sehr  schnell  in
den  Büschen  oder  legte  sich  hinter  dem  Geröll  nieder,
um  von  dort  gedeckt  wegzukriechen.  So  hatte  auch
dieses  Feuer,  welches  mit  Visir  450  abgegeben
wurde,  keinen  sichtbaren  Erfolg.  Einzelne  Feinde
schossen  noch  von  verschiedenen  Stellen  aus  den
Felsen  heraus.  Nachdem  die  Dunkelheit  völlig  hereingebrochen
  war,  verstummte  das  Gefecht.

Assistenzarzt  Dr.  Kuhn  hatte  den  Verbandplatz
bei  den  Pferden,  hinter  dem  rechten  Flügel  der  Kompagnie,
  eingerichtet;  diese  verblieb  in  der  Nacht  in
ihrer  Stellung.

Verluste:

Todt:  Reiter  Mauß,
-Geißler.
Schwer  verwundet:  Lieutenant  Bensen.

Am  5.  Januar  früh  wurde  das  Gefechtsfeld  abgesucht,
  todte  Feinde  wurden  nicht  mehr  gefunden,
die  Fußspuren  ließen  seine  eilige  Flucht  nach  Klein-Omaruru
  erkennen.  Die  Zahl  des  Feindes  schätzte
ich  auf  ca.  60  Mann.  Kurz  vor  Mittag  ging  die
Kompagnie  zum  Wasser  nach  Klein-Tsaub  zurück.
Die  Pferde  waren  nur  noch  im  Schritt  zu  reiten,
sie  waren  seit  drei  Tagen  nicht  satt  getränkt.  Eine
Verfolgung  des  flüchtigen  Feindes  hätte  unter  diesen
Umständen  nicht  weit  gereicht  und  die  Kompagnie
in  einen  fast  bewegungslosen  Zustand  gebracht.  Obwohl
  ich  daher  das  Geschütz  und  Graf  v.  Bethusy-
        <pb n="463" />
        —  421  —

Huc  mit  aller  entbehrlichen  Mannschaft  aus  Franzsontein
  durch  Fußmarsch  hatte  nachkommen  lassen,
so  mußte  ich  mich  doch  unter  diesen  Umständen  zum
Rückzug  nach  Franzfontein  entschließen.  Am  6.  Januar
  früh  langte  die  Kompagnie  dort  an.

Weitere  Maßnahmen.

Am  6.  Januar  brach  Lieutenant  Eggers  mit
40  Köpfen,  als  Bedeckung  für  drei  Wagen  kommandirt,
  welche  neuen  Proviant  von  Otjo  nach
Franzfontein  bringen  sollen,  auf.

Der  Rest  der  Kompagnie  verbleibt  in  Franzsontein.“


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Inzwischen  war  Major  Mueller  mit  20  Reitern
60  Pferden  und  der  Feldbatterie,  sowie  einer  Proviantkolonne
  von  10  Wagen  in  Franzfontein  eingetroffen.
  Die  Pferde  waren  durch  den  langen
Marsch  bei  den  schlechten  Wasser=  und  Weideverhältnissen
  aber  derartig  heruntergekommen,  daß  man
davon  absehen  mußte,  der  bei  Tutara  festgestellten
Spur  des  Feindes  zu  solgen.  Die  Kompagnie  des
Hauptmann  v.  Estorff  zog  sich  deshalb  mit  ihrer
Beute  und  den  Proviantwagen  nach  Franzfontein
heran.  Nach  einer  kurzen  Erholungspause  wurde
am  28.  Januar  ein  Kommando  unter  Premierlieute-X

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Kroki  des  Gefechts  bei  Klein-Tsaub  am  4.  Januar  1898.

Am  8.  Januar  hatte  der  Lieutenant  Eggers
Tsumamas  passirt  und  ging  mit  seiner  Wagenkolonne
  südlich  des  Gebirges  weiter  nach  Otio.  Am
10.  Januar  war  der  Orlog'")  des  Samuel  Swartbooi,
  welcher  nach  dem  Gefecht  von  Tsaub  bis
Klein-Omaruru  zurückgelaufen  war,  über  Tutara  in
Tsumamas  eingelroffen  und  hatte  dort  einige  Ochsen
gestohlen,  sich  aber  dann  wieder  in  der  Richtung
auf  Tutara  zurückgezogen.  Am  15.  marschirte  Hauptmann
  v.  Estorff  mit  dem  Rest  seiner  Kompagnie
nach  Tutara  und  vereinigte  sich  am  18.  mit  dem
Lieutenant  Eggers,  welcher  drei  Proviantwagen
aus  Otjo  herangeführt  hatte.  In  Tutara  und
Keirob  wurden  mehrere  Hererowerften  abgefangen,
welche  aus  der  Gegend  von  Omburo  nach  Norden
gezogen  waren,  um  sich  mit  den  Hottentotten  zu
vereinigen,  bei  welchen  sich  bereits  der  Herero-Häuptling
  Kambatta  mit  einem  Theil  seines  Anhanges
  besand.  Auch  bei  dem  Wagenüberfall  in
Tsaub  sowie  an  dem  Gefecht  in  Klein-Tsaub  hatten
sich  einzelne  Herero-Leute,  Leute  des  Kambatta,  betheiligt.
  In  Tutara  war  an  Spuren  festgestellt
worden,  daß  der  Orlog  des  Samuel  in  der  Richtung
nach  Klein-Omaruru  und  in  der  Richtung  nach  Otjikondo
  zurückgegangen  war.

1  2  —
)  Orlog  bedeutet  „Feldzug“  und  „die  kriegführende
Mocht-  9  „Feldzug  gfüh

 

nant  v.  Heydebreck,  bestehend  aus  einem  Zug  der
Feldbatterie  und  einem  Zug  der  4.  Feldkompagnie,
unter  Lieutenant  Eggers  nach  Otjitambi  entsendet,
um  Genaueres  über  den  Rückzug  des  Feindes  festzustellen
  und  die  Gegend  östlich  der  Linie  Franzfontein—Otjitambi
  von  feindlichen  Streifereien  freizuhalten.


Inzwischen  hatte  sich  jedoch  ein  Theil  der
Hottentotten  über  Otjikondo  und  Aimab  nach  Otjo
gezogen  und  am  23.  Januar  einen  Ueberfall  des
Postens  Khauas  östlich  Otjo  versucht;  dieser  Posten,
welcher  drei  Reiter  stark  war,  hatte  dort  das  Vieh
der  Truppe  zu  bewachen.  Es  gelang  ihnen,  das
Vieh,  ca.  220  Rinder,  von  der  Weide  abzutreiben
und  den  Reiter  Kurzweg  schwer  zu  verwunden.
Alsbald  aber  eilte  der  Zahlmeister-Aspirant  Nürnberger
  mit  fünf  Reitern  aus  Otjo  herbei,  griff  den
Feind  mit  Ungestüm  an,  jagte  ihn  in  die  Flucht
und  nahm  ihm  alles  Vieh  wieder  ab.  Ein  todter
Hottentott  blieb  auf  dem  Platze.  Die  Meldung  von
diesem  Vorfall  erreichte  den  im  Anmarsch  befindlichen
Hauptmann  Kaiser  am  23.  Januar  4  Uhr  nachmittags
auf  dem  Vormarsch  von  Omaruru,  drei  Reitstunden
südlich  von  Otjo.  Er  ritt  sofort  mit  einem  Zuge  von
Pallafontein  direkt  nach  Khauas  und  stellte  am  24.  Jan.
den  Rückzug  des  feindlichen  Kommandos  über  Aimab
fest.  Sodann  marschirte  er  über  diesen  Platz  und
        <pb n="464" />
        Otjikondo  nach  Otjitambi,  woselbst  er  am  9.  Februar
mit  6  Proviantwagen  eintraf  und  sich  dort  mit  der
Abtheilung  des  Premierlieutenants  v.  Heydebreck
vereinigte.  Am  7.  Februar  war  von  Namatanga
aus  von  der  Kompagnie  Kaiser  eine  Patrouille
von  20  Reitern  unter  Lieutenant  v.  Schönau—
Wehr  nach  Kautamap  zur  Aufklärung  abgeschickt
worden.  Dieselbe  war  unweit  dieses  Platzes  auf
zehn  bewaffnete  Herero  gestoßen  und  hatte  fünf  von
diesen  erschossen.  Die  Patrouille  verlor  ein  Pferd
(todt).  In  Kautamab  erbeutete  Lieutenant  Frhr.
v.  Schönau-Wehr  eine  Herde  Vieh.

Inzwischen  hatte  auch  eine  Patrouille  des  Premierlieutenants
  v.  Heydebreck  unter  dem  Bastard
Jacob  Wimmer  eine  Viehherde  von  flüchtenden
bewaffneten  Hereros  unweit  Kautamap  erbeutet.

Die  4.  Feldkompagnie  hatte  von  Franzfontein
aus  einen  starken  Posten  ins  Gebirge  nach  Aub  unter
Lieutenant  Graf  v.  Kageneck  und  einen  Unterosfizierposten
  nach  Narachaams  vorgeschoben.  Am
6.  Februar  hatten  sich  zehn  Herero-Kundschafter  dem
Posten  des  Lieutenants  Graf  v.  Kageneck  zu  nähern
versucht;  hierbei  waren  jedoch  fünf  von  ihnen  getödtet
  worden,  während  die  übrigen  entkamen.

Ein  Gefangener  sagte  aus,  daß  der  ganze
feindliche  Ordrlog  am  Grootberge  versammelt  sei  und
zwar  unter  den  Führern  Samuel  und  Joel  Swartbooi
  sowie  unter  dem  Seßsonteiner  Häuptling
Jan  Uichamab,  desgleichen  die  Hereros  unter  Kambatta.


Die  weiteren  Ereignisse  schildert  der  von  Major
Mueller  unter  dem  22.  März  1898  erstattete  Bericht
  folgendermaßen:

„Nach  meinem  Eintreffen  in  Franzfontein  am
18.  Jannar  stellte  ich  durch  Boten  fest,  daß  der  vor
dem  Hauptmann  v.  Estorff  zurückgewichene  Gegner
und  zwar  die  Swartbooi-Hottentotten  unter  ihren
Führern  Samuel  und  Joel  Swartbooi,  die  Toop
nar-Hottentotten  unter  Jan  Uichamab  und  die  Hereros
  unter  Kambatta  in  der  Stärke  von  200  bis
300  Mann  am  Grootberg  südlich  des  Etendecka-Gebirges
  säßen.  Ich  beschloß  nach  Heranziehung
der  Kompagnie  Kaiser  und  des  nothwendigen
Proviants  und  einer  Abtheilung  unter  Premierlieutenant
  Franke,  nach  Einsetzen  stärkeren  Regens,
ohne  den  die  Durststrecken  zwischen  Otjitambi—  Grootberg
  und  Sorris-Sorris—Grootberg  mit  größeren
Truppenabtheilungen  nicht  zu  passiren  sind,  den  Vormarsch
  gegen  den  Grootberg  anzutreten.

Ich  befahl  dazu:

Franzfontein,  den  11.  Februar  1898.
Detachementsbefehl.
Truppen-Eintheilung:

Rechte  Flügelkolonne.
Kommdr.  Hptm.  Kaiser.  Konwp.5  Kaiser.

4  Off#,  40  Rtr.,  20  Bastards,  5  ein
1  f#.,  40  Rtr.,  27  „  geb.  Soldt.
Pr.  Lt.  v.  Heydebreck.  1.  Zug  der  Feldbatterie.

1  Offz.,  23  Ntr.,  7  CEingeb.  Soldaten.

422

 

Mittlere  Kolonne.
Kommdr.  Hptm.  v.  Estorff.  Komp.  v.  Estorff.
5  Off.,  67  Rtr.,  5  Bastards,  9  Eingeb.  Soldaten,
20  befrdt.  Hottentotten.
Sek.  Lt.  Schulz.  2.  Zug  der  Feldbatterie.
1  Offz.,  19  Rtr.,  3  Eingeb.  Soldaten.
Linke  Flügelkolonne.
Kommdr.  Pr.  Lt.  Franke.  Komp.  Franke.
2  Offz.,  36  Rtr.,  2  Eingeb.  Führer.

1.  Durch  Boten  ist  festgestellt,  daß  der  Feind  in
der  Stärke  von  200  bis  300  Mann  am  Gau-Wasser
  in  der  Nähe  des  Grootberges  sitzt.

2.  Das  Detachement  soll  am  16.  ds.  Mts  in  drei
Kolonnen  in  nebenstehender  Truppen-Eintheilung
  auf  den  Grootberg  vorgehen.  Und
zwar  die  rechte  Flügelkolonne  über  Otjitambi,
Kamaniab,  Kakatswa,  die  mittlere  Kolonne
über  Gr.  Achas,  Kl.  Achas,  Olifantskup,  Bau-Wasser,
  die  linke  Flügelkolonne  über  Keium,
Bethanis-,  Nugas-Wasser.  Die  drei  Kolonnen
haben  bei  ihrem  Eintreffen  in  Kakatswa,  Olifantskup
  und  NRugas-Wasser  unter  einander
Verbindung  zu  suchen.  Ich  rechne  darauf,  daß
dieselben  mit  ihren  Spitzen  am  22.  ds.  Mits.
an  den  genannten  Plätzen  eintreffen.

3.  Ich  marschire  mit  der  Kolonne  Kaiser.

Am  16.  Februar  trat  ich  mit  der  Kolonne
Kaiser  den  Vormarsch  von  Otjitambi  an.  Am
19.  Februar  in  Kamaniab  traf  mich  die  in  der  Anlage
  beigesügte  Meldung  des  Hauptm.  v.  Estorff.

Da  ich  inzwischen  durch  Gefangene  festgestellt
hatte,  daß  der  Feind  noch  am  Grootberg  stand,  und
da  ich  fürchtete,  daß  die  Nachricht  von  dem  die
Kolonne  v.  Estorff  betroffenen  Unglück  und  von
einem  auch  nur  zeitweisen  Zurückgehen  der  Truppe
den  schon  an  und  für  sich  dreisten  Gegner  noch
übermüthiger  machen  würde,  beschloß  ich,  mit  der
Kolonne  Kaiser  allein  denselben  anzugreifen.  Nach
Aussage  unserer  Führer  betrug  die  Entfernung  bis
zum  Gau-Wasser  nur  noch  zwei  Tagemärsche.  Um
mir  den  Vortheil  der  Ueberraschung  zu  wahren,
ließ  ich  den  größten  Theil  der  Ochsenwagen  unter
entsprechender  Bedeckung  in  Kamaniab  zurück  und
trat  am  23.  Februar  den  Weitermarsch  in  Eilmärschen
  an.

Bericht  über  die  Gefechte  am  Grootberge
am  26.  und  27.  Februar  1898.

Am  25.  Februar  4½  Uhr  nachmittags  traf  ich

an  dem  Wege  Kamaniab—Gau-Water  in  Höhe  des

Grootberges  unvermuthet  mit  der  Abtheilung  des

Premierlieutenants  Franke,  in  der  Stärke  von

38  Köpfen  zusammen.

Premierlieutenant  Franke  meldete,  daß  er  am
21.  Februar  auf  einem  Erkundungsritt  in  der
Nähe  des  Grootberges  auf  ca.  30  feindliche  Hottentotten
  resp.  Hereros  gestoßen  sei,  die  vor  ihm
geflüchtet  seien.  Bei  dem  z.  Zt.  herrschenden  wolkenbruchartigen
  Negen  und  dem  bedeckten  Gelände  sei
eine  Verfolgung  unmöglich  gewesen.
        <pb n="465" />
        —  423  —

Einer  Patrouille  des  Feldwebels  Herz  gelang  es
am  Morgen  des  25.  Februar,  zwei  feindliche  Spione
aufzugreifen,  von  denen  der  eine  (ein  älterer  Hottentotl)
  bei  einem  Fluchtversuch  erschossen,  der  andere
nur  verwundet  wurde.  Dieser  sagte  aus,  daß  die
sämmtlichen  Hottentottenführer  und  Kambatta  mit
ihren  Leuten  zwischen  den  Bergen  stark  verschanzt
säßen.

Daraufhin  befahl  ich:

Lager  am  Grootberg,  den  25.  Februar  1898,

7  Uhr  nachmittags.
Detachementsbefehl.
Truppen-Eintheilung:

Avantgarde.
Kommdr.  Pr.  Lt.  Franke.  Komp.  Franke.
2  Offz.,  36  Nltr.,  2  Eingeb.  Fuhrer.
Gros  #gleichzeitig  Marschordnung).
1  Zug  der  Feldbatterie.  1  Offz.,  23  Ntr.,  7  Eingeb.
Soldaten.

Komp.  Kaiser.  3  Ofsfz.,  31  Rtr.,  10  Bastards,  5  Eingeb.
  Soldaten.

1.  Die  vereinigten  Swartbooi=  und  Toop  nar-Hottentotten
  unter  ihren  Führern  Samuel  und
Joel  Swartbooi  und  Jan  Uichamab  wie  die
Hereros  unter  Kambatta  stehen  in  der  ungefähren
  Stärke  von  200  bis  300  Mann  am
Gau-Wasser  am  Grootberge.

2.  Das  Detachement  marschirt  morgen  in  vorstehender
  Truppen-Eintheilung  auf  Gau-Wasser.

3.  Die  Avantgarde  tritt  um  71.2  Uhr  morgens
aus  dem  Lager  den  Vormarsch  an.  Das  Gros
folgt  mit  500  m  Abstand.

4.  Die  Eselkarren  mit  Proviant  für  vier  Tage
solgen  ihren  Abtheilungen.  Die  Ochsenwagen
und  das  Schlachtvieh  bleiben  unter  Bedeckung
eines  Unteroffiziers  und  sieben  Reiter  der
Komp.  Kaiser  im  Lager.  Der  Unteroffiier
richtet  das  Lager  zur  nachdrücklichen  Vertheidigung
  ein.

5.  Ich  befinde  mich  während  des  Marsches  beim
Haupttrupp  der  Avantgarde.

Um  10½  Uhr  vormittags  meldete  die  Spitze
auf  den  Höhen  in  westlicher  Richtung  einzelne  feindliche
  Hottentotten.  Gleich  darauf  konnte  ich  selbst
von  einer  Höhe  aus  sowohl  südwestlich  wie  westlich
und  nordwestilich  Wersten  wahrnehmen,  in  denen
reges  Leben  herrschte.  Die  Werften  lagen  so  entsernt
  von  einander  und  das  ganze  Gelände  war
durch  Bedeckung  mit  dichtem  Busch  und  niedrigen
und  höheren  Erhebungen  so  unübersichtlich,  daß  eine
vollständige  Ueberraschung  bezw.  Umfassung  des
Feindes  ausgeschlossen  war.  Ich  suchte  deshalb
durch  ein  weites  Ausholen  nach  Norden  den  Feind
von  der  Straße  nach  Seßfontein  abzuschneiden.

Kompagnie  Kaiser  erhielt  den  Auftrag,  gegen
die  Höhe  westlich  vorzugehen  und  die  südwestlich
und  westlich  gelegenen  Werften  abzusuchen.  Hauptmann
  Kaiser  meldete  um  10  /1  Uhr  vormittags,
daß  die  Werften  soeben  vollständig  verlassen  seien,

 

aber  zahlreiches  Vieh  und  Maonschen  sich  auf  den
Sattel  X  in  nordwestlicher  Richtung  zurückzögen.
Ich  hatte  bereits  dies  selbst  wahrgenommen  und
daraufhin  dem  Hauptmann  Kaiser  folgenden  Befehl
geschickt:  -Beeilen  Sie  sich  mit  dem  Absuchen  der
Werften  und  gehen  Sie  dann,  südlich  ansholend,  gegen
den  über  den  Sattel  zurückgehenden  Feind  vor.k

Der  Zug  der  Feldbatterie  fuhr  auf  der  Höhe  Aauf
  und  nahm  um  10  Uhr  vormittags  das  Feuer
auf  gegen  Hottentotten,  die  aus  der  westlich  gelegenen
  Werft  gegen  eine  durch  die  Kompagnie
Franke  inzwischen  besetzte  Höhe  B  vorgingen,
dann  aber  in  den  Klippen  verschwanden.

Um  ein  weiteres  Zurückgehen  des  Feindes  über
den  Sattel  zu  verhindern,  richtete  der  Zug  der  Feldbatterie
  sein  Feuer  gegen  die  auf  den  Sattel  zustrebenden
  Vieh=  resp.  Menschenkolonne,  was  diese
zum  Halten  veranlaßte.

Kompagnie  Franke  schoß  von  der  Höhe  B
auf  einzelne  in  den  vorliegenden  Klippen  ab  und  zu
sichtbare  Hottentotten.  Da  das  Feuer  nicht  erwidert
  wurde,  erhielt  Premierlieutenant  Franke
solgenden  Befehl:  „Gehen  Sie  in  der  Richtung  auf
den  Sattel  X  gegen  die  Rückzugslinic  des  Feindes
  vor,  die  Kompagnie  Kaiser  ist  mit  demselben
Befehl  auf  meinem  linken  Flügel  vorgegangen.  Da
von  der  Kompagnie  Kaiser  in  dem  vollständig
unübersichtlichen  Gelände  nichts  mehr  zu  sehen  war,
schloß  sich  Premierlientenant  v.  Heydebreck  mit
mir  dem  Vorgehen  der  beiden  Kompagnien  an.
150  m  von  dem  Steinrücken  entfernt  erhielt  der
Zug  der  Feldbatterie  heftiges  Feuer  aus  den  Klippen
mit  Gewehr  88.

Premierlieutenant  v.  Heydebreck  ließ  sosort
abprotzen  und  schoß  anfänglich  mit  Kartätschen,  dann
mit  Granaten  in  die  dicht  vor  ihm  liegenden  besetzten
  Klippen.

Ich  selbst  ritt  zur  Kompagnie  Franke  und
führte  dieselbe  in  die  linke  Flanke  des  Feindes.
Premierlieutenant  Franke  nahm  drei  hartnäckig  vertheidigte
  Schanzen;  es  fiel  dabei  Lazarethgehülfe
Lehnberg  (Schuß  durch  den  Kopf).

Der  Hauptmann  Kaiser  bemerkte  zunächst  bei
seinem  Vorgehen  auf  weitere  Entfernung  in  nordwestlicher
  Richtung  Menschen  und  Vieh.  Beim
weiteren  Vorgehen  stieß  er  auf  eine  Abtheilung
bewaffneter  Hottentotten,  die  er,  da  sie  vollständig
in  Truppencordanzüge  gelleidet  waren,  und  aus  der
Gegend,  in  der  Premierlieutenant  Franke  zu  vermuthen
  war,  kamen,  erst  als  Feinde  erkannte,  als
sie  flüchteten.  Hauptmann  Kaiser  verfolgte,  konnte
aber  in  dem  vollständig  mit  Busch  und  Klippen
bedeckten  Gelände  nur  auf  Augenblicke  einzelne  derselben
  zu  Gesicht  beklommen.

Der  Feind  setzte  sich  in  ciner  sehr  starken  überhöhenden
  Stellung  fest  und  gelang  es  der  Kompagnie
  Kaiser,  denselben  aus  dieser  durch  eine
Umgehung  herauszutreiben,  bei  welcher  Gelegenheit

ein  feindlicher  Hottentott  fiel.
        <pb n="466" />
        Der  Feind  zog  sich  dicht  vor  der  verfolgenden
Kompagnie  weiter  in  nordwestlicher  Richtung  zurück.
Von  der  Bedeckung  der  rückwärts  befindlichen  Pferde
wurde  dem  Hauptmann  Kaiser  gemeldet,  daß  sich
ein  stärkerer  Trupp  Hottentotten  hinter  der  Kompagnie
  befände.  Daraufhin  und  weil  Hauptmann
Kaiser  halbrechts  rückwärts  in  der  Stellung  der
Artillerie  heftiges  Feuergefecht  hörte,  zog  er  sich  auf
meinen  linken  Flügel  heran.  Ich  ließ  nunmehr  beide
Kompagnien  die  Verfolgung  aufnehmen,  es  konnte
aber  nur  die  Kompagnie  „Kaiser“  noch  einmal  auf
800  m  auf  den  zurückgehenden  Feind,  der  bereits
den  Hang  erreicht  hatte,  zum  Schuß  kommen.

Der  Zug  der  Feldbatterie,  der  inzwischen  herangekommen
  war,  beschoß  gleichfalls  noch  den  Rückzug
des  Feindes.  Der  letzte  Schuß  fiel  um  2  Uhr  nachmittags.


Eine  sofortige  weitere  Verfolgung  des  Feindes
war  mit  Rücksicht  auf  die  Schwierigkeit  des  Geländes,
  auf  die  Ermüdung  von  Mannschaften  und
Pferden  und  auf  die  Unmöglichkeit,  die  Geschütze  in
dem  klippigen  und  durch  den  ewigen  Regen  ausgeweichten
  Boden  vorzubringen,  nicht  ausführbar.

Verluste:
Todt:  Lazarethgehülfe  Lehnberg  (Schuß  durch  den

Kopf).
Führer  (Witbooi-Hottentott)  Berndt
Schwer  D  Pinner,
verwundet:  I  Eingeb.  Vormann  Lazarus,
Diener  Hacku.
Reit=  und  Zugthiere:
1  Handpferd  des  Majors  Mueller,
1  Pferd  der  Kompagnie  Kaiser
2  Pferde  und
2  Esel  der  Feldbatterie
Vom  Feinde  (in  unsere  Hände  gefallen):
2  Hottentotten
1  Herero  todt.

todt.

Der  Gesammtverlust  des  Feindes  ist  bei  der  Unübersichtlichkeit

  des  Geländes  nicht  festzustellen.

Am  27.  Februar  habe  ich  den  Sattel  X  und
das  dahinter  liegende  Gelände  durch  die  Kompagnie
Kaiser  erkunden  lassen.  Zur  Beurtheilung  des
Geländes  sei  angeführt,  daß  die  Kompagnie  Kaiser
zum  Aufstieg  nach  dem  Sattel,  einer  Entfernung
von  2¼  km,  drei  Stunden  brauchte.  Es  wurde
festgestellt,  daß  der  Feind  in  nordwestlicher  Richtung
geflüchtet  war.  Die  Kompagnie  stieß  auf  eine  feindliche
  Patrouille  von  etwa  sieben  Mann,  von  denen
zwei  erschossen  wurden.  Hierbei  wurde  der  Sekondlieutenant
  v.  Zülow  durch  einen  Geschoßsplitter
leicht  an  der  Stirn  verwundet,  konnte  aber  weiter
Dienst  thun.

Am  28.  Februar  hatte  Premierlieutenant  Franke
bei  Gelegenheit  einer  Erkundung  einen  verwundeten
Gefangenen  eingebracht.

Bei  der  am  1.  März  aufgenommenen  Verfolgung
des  Gegners  führte  uns  dieser  einen  Fußweg,  der

 

424  —

über  Gowarib  auf  Seßfontein  gehen  sollte  und  auf
dem  die  Hottentotten  nach  seiner  Angabe  ihren
Rückzug  nach  Seßfontein  bewerkstelligen  mußten.
Eine  Erkundung  der  von  dem  Gefangenen  bezeichneten
  Wasserstellen  Gorab  und  Gam-Onia  ergab,
daß  der  Feind  noch  im  Gebirge  saß.  Am  3.  März
ging  ich  bis  an  den  Grootberg  zurück  und  vereinigte
  mich  am  5.  mit  der  inzwischen  nachgezogenen
Kolonne  „von  Estorff“  (4.  Feldkompagnie,  zwei
Geschütze),  welche  den  Proviant  aus  Kamaniab
heranführte.

Durch  einen  Boten  mit  Briefen  an  den  Führer
Samuel  wurde  nun  der  genauere  Aufenthalt  des
Feindes  im  Gebirge  festgestellt.

Die  Hottentotten  baten  jedoch  jetzt  um  Frieden.
Der  bezügliche  Brief  des  Samuel  Swartbooi  foldt
in  Uebersetzung  weiter  unten.  Die  Unterhandlungen,
bei  welchen  der  Missionar  Riechmann  aus  Franzfontein
  sehr  gute  Dienste  leistete,  führten  dazu,  daß
Samuel  und  Joel  Swartbooi  am  17.  März  mit
120  Kriegern  im  Lager  erschienen  und  dort  die
Waffen  niederlegten.

Der  ganze  Stamm,  150  Männer  und  an  400
Weiber  und  Kinder  mit  etwa  1000  Stück  Vieh,
wurde  dann  dem  z.  Zt.  hier  anwesenden  stellvertretenden
  Landeshauptmann,  Herrn  Regierungsrath
v.  Lindequist,  übergeben  und  auf  dessen  Anordnung
  nach  Windhoek  in  die  Gefangenschaft  abgeführt.


Der  Feind  (Hottentotten  und  Hereros)  hat  im
Laufe  des  Feldzuges  bis  zum  Gefecht  am  Grootberg

16  Todte
im  Gefecht  am  Grootbetre  100

in  Summa  26  Todte
verloren.“
Der  erwähnte  Brief  des  Samuel  Swartbooi  lautet:

„Grootberg,  13.  März  1898.
An  den  Herrn  Major  Mueller  der  Kaiserlichen
Schutztruppe,  Hochwohlgeboren.

Unterzeichneter  sendet  diesen  Brief,  und  giebt
Kenntniß  damit,  daß  es  unser  Aller  herzlicher  Wunsch
ist,  Frieden  zu  machen  und  wir  danken  dem  Herrn
dafür,  der  Solches,  was  unmöglich  zu  sein  schien
für  die  Menschen,  möglich  machen  kann,  nach  den
Gebeten  der  vielen  Christen  hier  im  Gebirge.

Und  ich  hoffe,  daß  dies  wahrer  Friede  sein
wird,  den  Gott  in  uns  allen  auf  einmal  hat  zu
Stande  bringen  wollen  und  ich  bitte  den  Herrn,
daß  er  wird  mit  uns  vollbringen.

Also  bitte  ich  Ew.  Hochwohlgeboren  um  wahren
Frieden  und  sende  als  Beweis  von  demselben  zwei
Männer  voraus  mit  Boab  Davids,  mit  Namen
Sem  Swaartbooi  und  Paul  Hendriks.  Ich  werde
Montag  Nachmittag  von  hier  laufen  (gehen)  und
Herr  Riechmann  kann  (soll)  Dienstag  von  dort
aus  gehen,  daß  wir  vormittags  bei  der  Pforte
untereinander  unterhandeln  können.

Mit  Gruß  von  mir
(gez.)  Samuel  Swartboy.“
        <pb n="467" />
        Beschreibung  des  Geländes  am  Grootberge,
auf  dem  das  Gefecht  am  26.  Februar  1898  stattgefunden
  hat.

Das  Gefecht  fand  in  einer  von  hohen  steilen
Bergen  eingeschlossenen  Niederung  statt.  Die  Niederung
  selbst  zeigt  ein  außerordentlich  kupirtes  Terrain
und  entbehrt,  abgesehen  von  einzelnen  kahlen  Flecken,
gänzlich  der  Uebersichtlichkeit.  Besonders  charakteristisch
  sind  dicht  mit  über  mannshohem  Gebüsch  bestandene,
  niedere,  lang  gestreckte  Erhebungen,  die

 

0
2
2  X
0
0
2
9  2
0
“  0
0
0
"
0  0
0  0

—  Eigene  Truppe.  K  Komp.  Kaiser.

durch  Mulden  von  einander  getrennt  sind.  Loses
Geröll  bedeckt  das  ganze  Terrain;  die  Erhebungen
bestehen  aus  aufeinander  geschichteten  Klippenmassen.
Letztere  waren  zum  Theil  in  vorzüglicher  Weise  zu
Schanzen  und  Schützenlöchern  ausgebaut,  so  geschickt
und  versteckt  angelegt,  daß  ihr  Vorhandensein  erst  nach
Wegnahme  der  Stellungen  konstatirt  werden  konnte.

Die  Bewegungen  der  Schützenlinien,  vor  Allem
aber  der  Artillerie,  sind  außerordentlich  erschwert,
nicht  zum  Wenigsten  auch  durch  die  zahlreich  vor-425



 

 

HKomp.  Franke.
X  starke  feindliche  Schanzen.  A  erste  Stellung  von  Komp.  Kaiser  und  Zug  v.  Hepdebreck.
Stellung  der  Komp.  Franke.  X  Sattel;  Rückzugspunkt  des  Feindes.  1I)  Rückzugslmie  des  Feindes.

 

handenen  Durchschläge,  die  durch  den  seit  Wochen

ununterbrochen  niedergehenden  Regen  zu  ganzen
Sumpfsstrecken  aufgeweicht  waren.

Die  hohen  Randgebirge  und  deren  Uebergänge
sind  den  feindlichen  Eingeborenen  natürlich  durchaus
bekannt,  so  daß  sie  für  dieselben  beim  Rückzuge  keine
besondere  Schwierigkeit,  wohl  aber  eine  vorzügliche
Rückendeckung,  für  die  vorgehenden  Schützen  dagegen
schwere,  für  die  Artillerie  unüberwindliche  Hindernisse
  bieten.

 

 

feindl.  Pontock.
B  ersie

Zug  v.  Heidebreck.  :

Naturgemäß  ist  unter  solchen  Verhältnissen  auch
die  Oberleitung  außerordentlich  schwierig.  Zur  Illustration
  diene,  daß  hundert  und  weniger  Meter  entfernte
  Abtheilungen  dem  Auge  des  Leitenden  gänzlich
entschwinden,  so  daß  dieser  nur  auf  Meldungen  angewiesen
  ist,  die  ihrerseits  wieder  verhältnißmäßig
lange  Zeit  brauchen,  um  an  Ort  und  Stelle  zu  gelangen.


Es  ist  somit  festzustellen,  daß  das  Gelände  in
jeder  Beziehung  ein  überaus  schwieriges  ist,  das  in

Maßsootab  1:25  000.
        <pb n="468" />
        —  4

erster  Linie  das  Vorhandensein  von  Gebirgsgeschützen
zur  dringenden  Nothwendigkeit  macht.

Es  sei  hier  eines  in  der  Nacht  vom  17.  zum
18.  Februar  stattgehabten  Zwischenfalles  Erwähnung
gethan,  über  den  Hauptmann  v.  Estorff,  wie  folgt,
meldet:

Gr.  Achas,  18.  Februar  1898.
Meldung.

In  der  Nacht  vom  17.  zum  18.  Februar  kam
das  Revier  bei  Gr.  Achas,  welches  bis  dahin  trocken
war  und  in  welchem  ein  großer  Theil  des  Vormarsches
  erfolgen  mußte,  so  schnell  und  gewaltig  ab,
daß  es  die  Pferdewache  und  die  Psferde,  welche  im
Revier  weidcten,  ergriff  und  fortführte.  Ertrunken
Reiter  Bergmeier  und  drei  Namareiter,  ebenso
ein  Theil  der  Pferde  und  Esel.

Der  Weitermarsch  ist  unter  diesen  Umständen
ganz  unmöglich.

Ich  werde  mit  den  Geschützen  nach  Franzfontein
zurückgchen.  Ich  nehme  an,  daß  Herr  Major
Mueller  auf  diese  Nachricht  hin  umkehren  wird
und  daß  es  seiner  Absicht  entsprechen  wird,  daß  die
Kolonne  des  Lienutenants  Franke  (Gaitzsch)  nach
Sorris-Sorris  zurückkehrt.

Anbei  drei  Meldungen  aus  Swakopmund,  enthaltend
  ein  Telegramm  des  Auswärtigen  Amts,
welche  gestern  Mittag  an  mich  gelangten.

Bitte  den  Empfang  nach  Franzfontein  bestätigen.

Inhalt  des  Telegramms:

„Feldzug  im  Norden  beschränken.  Auf  Defensive
  beschränken.  Windhoek  sofort  zu
benachrichtigen.“

 

Die  Thätigkeit  der  einzelnen  Kompagnien  und
der  Feldbatterie  in  den  Kämpfen  am  Grootberge
schildern  die  Berichte  der  resp.  Führer  solgendermaßen:

Bericht  des  Hauptmanns  Kaiser  über  die
Thätigkeit  seiner  Kompagnie  im  Gefecht  bei
Gauwater-Grootberg  am  26.  Februar  1898.

„Am  26.  Februar  1898  erhielt  ich  gegen  101,5  Uhr
vormittags  von  Herrn  Major  Mueller  den  Besehl,
mit  meiner  Kompagnie  gegen  die  südwestlich  des
zeitigen  Haltepumktes  des  Detachements  gelegene
Höhe  vorzugehen  und  die  westlich  und  südwestlich
derselben  befindlichen  Werften  abzusuchen.

Ich  ging  mit  der  Kompagnie,  etwas  westlich
ansholend,  im  Busch  gedeckt,  gegen  die  bezeichnete
Höhe  vor,  der  erste  Zug  unter  Sekondlieutenant
v.  Schoenau  zum  Feuergefecht  abgesessen  und  ausgeschwärmt,
  der  zweite  Zug  gleichfalls  abgesessen,
aber  geschlossen,  solgte  mit  den  Pferden  hinter  dem
rechten  Flügel.

So  wurde  die  Höhe  erreicht.  Feuer  brannten
dortselbst  noch,  an  denselben  lag  halbgebratenes
Ileisch.  Inzwischen  hatte  auch  meine  linke  Scitenpatrouille

  die  südlich  liegende  Werft  erreicht  und  todten  Winkel,  ermöglichten.

 

6  —

gemeldct,  daß  dieselbe  verlassen  sei.  Während  meines
Vorgehens  hatte  der  Zug  der  Feldbatterie  sein  Feuer
auf  eine  nördlich  gelegene  Werft  eröffnet,  auch  hörte
man  nahe  bei  den  Geschützen  schwaches  Kleingewehrfeuer.


Von  meinem  gute  Uebersicht  gewährenden  Standpunkte
  bemerkte  ich,  wie  Menschen  mit  Vieh  in  nordwestlicher
  Richtung  eilig  nach  den  hohen  Bergen
flüchteten,  und  meldete  dies  Herrn  Major  Mueller,
worauf  bald  von  diesem  der  Befehl  eintraf,  daß  ich
nach  Absuchen  der  südwestlich  gelegenen  Werft  diesen
Gegner  verfolgen  solle.  Jetzt  ließ  ich  den  ersten
Zug  (Lieutenant  v.  Schoenau)  zu  Pferde  ausgeschwärmt
  die  südwestlich  gelegene  sehr  große  Werft
(am  Gauwater)  absuchen,  während  ich  mit  dem  anderen
  Zuge  nach  dem  Nordwestausgange  der  Werft
ritt,  woselbst  der  erste  Zug,  wie  befohlen,  sich  wieder
bei  mir  sammelte.  Die  Werft  war  vom  Feinde
frisch  verlassen.

Die  Kompagnie  ritt  nun  in  nordwestlicher  Nichtung
  im  Trabe  vor,  nach  links  durch  eine  Patrouille
gesichert.  Das  anfangs  ziemlich  freie  Gelände  wurde
bald  durch  größere  und  kleinere  Erhebungen,  Wasserrisse,
  Klippen  und  stellenweise  dichten  Busch  sehr
schwierig  und  unübersichtlich.  Beim  Vorgehen  siel
ein  Trupp  Rindvieh  in  meine  Hände,  welches  ich
durch  zwei  Reiter  (einen  Bastard  und  einen  eingeborenen
  Soldaten)  zu  dem  Ausenthaltsplatz  des
Herrn  Majors  Mueller  mit  Meldung  über  mein
bisheriges  Vorgehen  schickte.  Die  Begleiter  des  Vichs
kamen  auf  dem  Wege  dorthin  in  ein  heftiges  feindliches
  Feuer,  so  daß  sie  für  den  Augenblick  das  Vieh
im  Stiche  lassen  mußten.  Dasselbe  gelangte  aber
später  wieder  in  ihren  Besitz.  Bei  meinem  weiteren
Vorgehen  wurde  auf  etwa  250  m  eine  mit  Gewehren
bewaffnete  und  vollständig  in  Truppenuniform  gekleidete
  Abtheilung  von  etwa  20  Mann  sichtbar.
Dieselben  konnten,  zumal  sie  aus  der  Gegend  zu
kommen  schienen,  in  der  die  Kompagnie  Franke  und
die  Geschütze  standen,  erst  bestimmt  als  Hottentotten
erkannt  werden,  als  sie  mit  außerordentlicher  Geschicklichkeit
  und  Geschwindigkeit  unter  Benutzung
deckender  Terraingegenstände  sich  in  nordwestlicher
Richtung  nach  den  hohen  Bergen  zurückzogen.  Ich
ließ  jetzt  absitzen  und  nahm  die  Verfolgung  auf,  doch
waren  hierbei  nur  einzelne  Gegner  auf  Augerblicke
sichtbar,  so  daß  ein  regelrechtes  Feuer  auf  dieselben
nicht  eröffnet  werden  konnte.

Während  des  Vorgehens  bemerkte  ich,  wie  die
zerstreut  flüchtenden  Geguer  sich  in  ciner  äußerst
starken,  das  Vorgelände  beherrschenden  Klippenstellung,
  die  nach  meiner  Anmarschrichtung  hin  auf
100  m  ganz  freies  Schußfeld  hatte,  festsetzten,  ohne
jedoch  das  Feuer  auf  mich  zu  eröffnen.  Diese  feindliche
  Stellung,  mit  einer  Frontausdehnung  von  ctwa
100  m,  lehnte  sich  auf  beiden  Flügeln  an  Erhöhungen
  an,  die,  dicht  bewachsen,  dieselbe  fast  überhöhten
  und  eine  gedeckte  Annäherung,  meist  im
Unter  Benutung  dieser
        <pb n="469" />
        Terrainvortheile  ließ  ich  den  zweiten  Zug  (Lieutenant
v.  Zülow)  gegen  den  feindlichen  linken,  den  ersten
Zug  (Lieutenant  v.  Schoenau),  bei  dem  ich  mich
selbst  befand,  gegen  den  feindlichen  rechten  Flügel
vorgehen.  Die  Züge  waren  so  räumlich  etwa  120  m
getrennt,  hatten  aber  stets  Augenverbindung.  Beim
Vormarsch  erschoß  der  zweite  Zug  einen  Hottentotten-Orlogsmann
  und  erbeutete  dessen  Gewehr.
Feind  wartete  meinen  Angriff  nicht  ab  und  flüchtete
in  der  alten  Richtung  weiter,  von  mir  mit  dem

 

Erläuterungen:
i  lersteStellung:
·I"I’  Zug  der  Feldbatterie.  #  II  zweite
*  III  dritte
7%  Ponocks.  IV  vierte
–  UVyfünfte

Schanzen.

2

Zuge  v.  Schoenau  mit  etwa  50  m  Abstand  verfolgt.
Aber  auch  hier  waren  in  dem  dichten  Gebüsch  nur
einzelne  Schüsse  anzubringen.  Dem  zweiten  Zuge
(Lieutenant  v.  Zülow)  gab  ich  Befehl,  mit  den
Pferden  so  schnell  wie  möglich  zu  folgen.

In  dieser  Zeit  gelangte  vom  zweiten  Zuge  an
mich  durch  Zuruf  die  Meldung,  daß  eine  größere
seindliche  Abtheilung  (Hottentotten  und  Kaffern)  sich
hinter  der  Kompagnie  befände,  und  gleichzeitig  wurde
heftiges  Geschütz=  und  Kleingewehrfeuer  aus  der

 

47

 

Der

 

Gegend  gehört,  wo  die  Geschütze  bisher  gestanden
hatten.  Hierauf  befahl  ich  den  Rückmarsch  der
Kompagnie  nach  der  Gegend,  wo  das  Gefecht  gebört
  wurde  (rechts  rückwärts).  Mit  der  Meldung
über  diesen  Entschluß  schickte  ich  zwei  berittene
Ordonnanzen  an  Herrn  Major  Mueller  ab.  Obgleich
  dieselben  von  mir  um  den  vermeintlichen  Gefechtsplatz
  der  übrigen  Theile  des  Detachements
herum  dirigirt  waren,  kamen  sie  doch  unweit  der
Stellung  der  Geschütze  in  feindliches  Feuer,  und

   

a
#.
21  2  a
————————.  B
*  2
#  a  *  1.
r  "

Ziel  1  900  m.
:  X  2900  /-î-=
  2  u.  3  Kartätschen.
-  do.
X  2300m.

zwar  beschoß  der  Gegner  sie  auf  kurze  Entfernung
mit  Salven,  abgegeben  aus  etwa  zehn  Gewehren
(meist  M/88).  Hierbei  wurde  einem  Reiter  das
Pferd  erschossen.  Die  Reiter  erwiderten  zunächst
das  Feuer;  später  überbrachte  der  eine  zu  Fuß  seine
Meldung  dem  Herrn  Major  Mueller.  Die  Kompagnie,
  welche  ihren  Rückmarsch,  wie  befohlen,  fortgesetzt,
  traf  in  dem  Augenblick  auf  dem  linken  Flügel
der  Abtheilung  Franke  ein,  als  der  Gegner  seine

Stellung  geräumt  hatte.
        <pb n="470" />
        —  428

Bei  der  nun  sofort  aufgenommenen  Verfolgung
befand  sich  meine  Kompagnie  mit  einem  Zuge  auf
dem  linken  Flügel  der  vereinigt  vorgehenden  Schützen,
hierbei  etwa  denselben  Weg  zurücklegend,  den  bei
meinem  ersten  Vorgehen  mein  rechter  Flügelzug  gemacht
  hatte.  Auf  900  m  fand  ich  hierbei  Gelegenheit,
  den  auf  dem  Hange  in  der  Richtung  auf  den
Gebirgssattel  eilig  flüchtenden  Gegner  nochmals  unter
Feuer  zu  nehmen.

Das  Verhalten  der  mir  an  diesem  Tage  unterstellten
  Offiziere  und  Mannschaften  war  in  jeder
Weise  tadellos  und  verdient  vollste  Anerkennung.

(gez.)  Kaiser,
Hauptmann  und  Kompagniechef.“
Feldbatterie.

Gefechtsbericht  des  26.  Februar  1898.

„Auf  Meldung  der  Spitze,  daß  bewohnte  Werften
in  Sicht,  ritt  ich  mit  Herrn  Major  Mueller  auf
Höhe  A,  um  mich  zu  orientiren.  Der  Zug  wurde
vorbefohlen  und  fuhr  auf  Höhe  A  auf,  von  wo  er
die  Werft  1  unter  Feuer  nahm;  nach  einigen  Brennzünderschüssen
  war  der  Feind  in  den  umliegenden
Büschen  und  Klippen  verschwunden.

Hierauf  ritt  ich  behufs  weiterer  Erkundung  zum
Premierlieutenant  Franke  nach  Höhe  B,  dessen  Abtheilung
  auch  schon  feuerte.  Er  meldete  mir,  daß  er
auf  einzelne  Hottentotten  bei  2  schösse.  Da  ich  nichts
auf  den  Höhen  2  und  3  entdecken  konnte,  ließ  ich
den  Sattel  X  von  dem  herangezogenen  Zuge  unter
Feuer  nehmen,  auf  welchen  Menschen  mit  Vieh
flüchteten.  Das  Schießen  veranlaßte  zunächst  den
Feind  zur  Umkehr.

Inzwischen  waren  die  Schützen  der  Kompagnien
Kaiser  und  des  Lieutenants  Franke  so  weit  vor
und  mir  außer  Sicht  gekommen,  daß  ich  fürchten
mußte,  sie  könnten  bei  dem  jeglicher  Uebersicht  entbehrenden
  Gelände  durch  mein  Feuer  gefährdet
werden.  Ich  erhielt  demgemäß  die  nachgesuchte
Genehmigung  zu  einem  Vormarsch.  Es  galt  zunächst,
eine  kahle  Fläche  zu  überschreiten,  ungefähr  400  m
breit.  Als  ich  zur  Erkundung,  begleitet  vom  Herrn
Major  Mueller,  ungefähr  auf  100  m  an  Höhe  2
herangeritten  war,  erhielten  wir  heftiges  Feuer.  Ich
ließ  den  Zug,  der  im  Trabe  folgte,  abprotzen  und
befahl  Kartätschfeuer.  Während  der  Herr  Major
Mueller,  dem  der  eingeborene  Diener  bei  dieser
Gelegenheit  schwer  verwundet  und  ein  Pferd  erschossen
wurde,  mit  seinen  weißen  Ordonnanzen  die  Front
freigemacht  hatte,  waren  die  Namas  Lazarus  und
Berndt  abgesprungen,  um  das  Feuer  zu  (eröffnen)
erwidern,  wodurch  sie  mit  ihren  Pferden  das  Feuer
meines  rechten  Geschützes  maskirten.

Meinem  Befehle,  in  die  Feuerlinie  zurückzukommen,
  leistete  nur  Namareiter  Lazarus  Folge,
wie  ich  sah,  bereits  schwer  verwundet.  Hierauf
ging  der  Feldwebel  Lange  vor,  schleppte  erst  den
auch  schon  schwer  getroffenen  Nama  Berndt  zur
Seite  und  führte  dann  die  beiden  Pferde  zurück.

 

Unterdessen  feuerte  das  linke  Geschütz.  Da  das

Feuer  beim  Gegner  nicht  schwieg,  ließ  ich  Granaten
einsetzen  und  beschoß  die  nur  in  unmittelbarer  Nähe
erkennbaren  Schanzen  2.

Später  sah  ich  Hottentotten  von  2  nach  3
flüchten.  Abtheilung  Franke  war  aber  so  hart  auf,
daß  nur  ein  Schuß  dagegen  abgegeben  werden  konnte.
In  dieser  Stellung  verlor  der  Zug  2  Pferde  und
2  Maulthiere.  Unteroffizier  v.  Versen  ferner  erhielt
  einen  Schuß  gegen  den  rechten  Sporn.

Die  Verluste  wurden  uns  sämmtlich  beim  Vormarsch
  und  Abprotzen  beigebracht.  Später  schoß  der
Feind  unruhig  und  offenbar  zu  hoch.  Da  auch,
nachdem  Abtheilung  Franke  die  Büsche  nördlich  2
passirt  hatte,  immer  noch  auf  den  Stab,  Meldereiter
  2c.  aus  der  Gegend  gefeuert  wurde,  befahl
der  Herr  Major  Mueller  ein  Vorgehen  dagegen.
Der  abgeprotzte  Zug  erhielt  aber  kein  Feuer  mehr,
konnte  auch  kein  Ziel  finden.

Nunmehr  ritt  ich  auf  Höhe  C,  die  den  Schützen
als  Richtungspunkt  gegeben  war.  Bei  C  angelangt,
wo  gute  Uebersicht  war,  sah  man  verschiedene  Trupps
des  Feindes  langsam  auf  1500  bis  2300  m  den
Sattel  X  erklimmen,  ein  vorzügliches  Artillerieziel,
das  ungefähr  15  Minuten  sichtbar  war.

Leider  war  es  aber  dem  Zuge  unmöglich,  schnell
nachzukommen.  Es  mußte  Weg  gehauen  und  an
einzelnen  Stellen  Laffete  und  Protze  getrennt  aufgebracht
  werden,  ein  sehr  zeitraubendes  Manöver.

Als  der  Zug  abprotzte,  hatte  der  Feind  den
Sattel  x  fast  erreicht,  so  daß  nur  noch  zwei  Brennzünderschüsse
  auf  der  weiten  Gabel  2300  eventuell
Wirkung  haben  konnten.

Eine  Gebirgsbatterie,  der  es  möglich  war,  auf
den  schmalen  und  steilen  Fußwegen  vorwärts  zu
kommen,  mußte  hier  entscheidend  wirken.

Die  Leute  haben  sich  durchweg  vorzüglich  benommen,
  einzelne  thaten  sich  besonders  hervor  und
verdienen  eine  Dekoration.

(gez.)  v.  Heydebreck,  Premierlieutenant.“

Bericht  des  Premierlieutenants  Franke  vom
1.  März  1898.

„Nachdem  ich  nach  meiner  Ankunft  in  Sorris-Sorris
  festgestellt  hatte,  daß  ein  Vorgehen  mit  Wagen
nur  bis  Bethanis  möglich,  von  da  der  Weg  kaum
für  Pferde  passirbar  sei,  auch  Herr  Ertmann  es
für  unmöglich  hielt,  bis  zum  22.  v.  Mts.  noch
Nugaswater  zu  erreichen,  entschloß  ich  mich,  mich
schon  in  Sorris-Sorris  von  den  Wagen  zu  trennen,
um  schneller  vorwärts  zu  kommen.

Es  wurden  zu  diesem  Zwecke  Proviantpferde
ausgerüstet;  jedes  Pferd  erhielt  einen  Quersack.  Sehr
bald  stellte  sich  indessen  heraus,  daß  Traben  dabei
ausgeschlossen  war,  da  das  Gepäck  des  mangelnden
Sattels  wegen  sofort  rutschte.  So  traf  ich  nach
zwei  Tagen  am  19.  v.  Mts.  5  Uhr  abends  in
Bethanis  ein.  Die  Wagen  dagegen  kamen  erst  am
21.  3  Uhr  vormittags  an.
        <pb n="471" />
        Aus  dem  am  Tage  vorher  angeworbenen  Eingeborenen-Führer
  Tanisib  (Bergkaffer)  war  nichts
Genaues  über  den  bevorstehenden  Weg  herauszubekommen.
  Trotzdem  hatte  ich  immer  noch  Hoffnung,
  bis  zum  Abend  oder  im  Laufe  des  22.
Nugaswater  zu  erreichen.  Jeder  Reiter  erhielt  nun
für  10  Tage  Kost,  —  pro  Tag  einen  Veher  —  die
er  auf  seinem  Pferde  unterzubringen  hatte.  Um
6½  Uhr  vormittags  (am  21.  v.  Mts.)  stand  die
Abtheilung  in  Stärke  von  2  Offizieren,  6  Unteroffizieren,
  25  Reitern,  2  Führern,  Kriegsfreiwilligen
(Ertmann  und  Johr)  zum  Abmarsch  bereit.  Nach
fast  ununterbrochenem  Trecken  (Pferde  wurden  größtentheils
  geführt)  erreichten  wir  6  Uhr  abends,  nach
Aussage  Tanisibs,  das  Nugasrevier.  Hier  zu  bleiben
und  nun  durch  Patrouillen  Verbindung  mit  den
anderen  Kolonnen  zu  suchen,  hielt  ich  für  gänzlich
zwecklos  und  marschirte  daher  am  22.  morgens
weiter,  Tanisib  bedeutend,  er  solle  uns  nach  dem
Grootberge  bringen.  Nach  unsagbar  mühseligem
Marsch  und  schweren  Klettertouren  für  die  Pferde,
die  dabei  fast  alle  Eisen  einbüßten,  kam  das  Detachement
  am  Vormittage  des  24.  an  ein  stark  fließendes,
mit  schönem  Uferwald  bestandenes  Revier.  Tanisib
erklärte,  dasselbe  habe  seinen  Ursprung  am  Grootberge,
  und  bezeichnete  in  einer  Entfernung  von  etwa
1½  Reitstunden  einen  kegelförmigen  Berg  als  den
Sitz  des  Feindes.

Ich  schloß  daraus,  daß  ich  mich  am  Gauwater
befinde  und  unter  allen  Umständen  hier  die  Kolonnen
Mueller  und  Estorff  eintreffen  müßten.  Es  wurde
abgesattelt.  Am  Nachmittag  ritt  ich  mit  Ertmann
  und  zwei  Unteroffizieren  am  Flußbett
aufwärts.  Nach  etwa  ¾  stündigem  Ritt  in  strömendem
  Regen  erblickten  wir  plötzlich  in  einer  Entsernung
  von  etwa  60  Schritt  20  bis  30  Hottentotten,
  die  bei  unserem  Anblick  ein  großes  Geschrei
erhoben  und  alsbald  in  den  Klippen  verschwunden
waren.  Eine  Verfolgung  wäre  gänzlich  zwecklos
gewesen.  Mir  genügte  es  auch,  vollkommen,  die
Thatsache  der  Anwesenheit  des  Feindes  festgestellt
zu  haben.  Am  nächsten  Morgen  (25.  v.  Mts.)  ging
ich  mit  dem  Detachement  aus  dem  Flußthal  auf  eine
Anhöhe  etwa  800  m  zurück,  ließ  aber  Feldwebel
Herz  mit  drei  Reitern  an  unserem  alten  Lagerplatz
versteckt  liegen.  Es  gelang  ihm,  aus  einem  6  bis  8
Mann  starken  spionirenden  Trupp  einen  Hottentotten
und  einen  Kaffern  abzuschießen.  Der  Hottentott
erlag  seinen  Verwundungen  bald,  der  Kaffer  sagte
aus,  daß  alle  die  verbündeten  feindlichen  Führer
stark  verschanzt  auf  der  am  Tage  vorher  von  Tanisib
bezeichneten  Höhe  lägen.  Gegen  Abend  traf  das
Detachement  Mueller  ein.

Gefecht  am  Grootberge,  26.  Februar  1898.

Beim  Vormarsch  am  26.  hatte  das  Detachement
die  Avantgarde.  Der  Feind  wurde  zuerst  durch  den
bei  der  Spitze  befindlichen  Reiter  Fielenbach  gemeldet.
  Anfänglich  sollte  die  Abtheilung  durch  Rechts- 



429  —

abmarsch  auf  den  linken  Flügel  des  Feindes  drücken
und  ihm  beim  Zurückgehen  die  Rückzugslinie  abschneiden.
  Während  das  Detachement  stetig  ohne
Schuß  in  der  befohlenen  Richtung  vorging,  wurde
es  durch  Herrn  Major  Mueller  persönlich  an  die
Artillerie  herangeholt,  mit  der  gemeinsam  es  nun
wirken  sollte.  Es  gelang,  gänzlich  gedeckt  den
Stellungswechsel  vorzunehmen.  Sobald  jedoch  die
Abtheilung  eingenistet  war,  bekam  sie  Feuer,  das
ruhig  erwidert  wurde.  Als  das  Feuer  etwas
schwächer  wurde,  ging  die  Abtheilung  im  Lausschritt
gegen  die  vor  ihr  liegende  Höhe  vor  und  nahm
dieselbe,  desgleichen  eine  zweite,  aus  der  sehr  heftig
gefeuert  wurde.  Hier  angelangt,  erhielt  Lazarethgehülfe
  Lehnberg  einen  tödlichen  Schuß.

Schließlich  wurde  eine  dritte  Anhöhe  genommen.
Alle  Höhen  waren  mit  Schanzen  versehen,  besonders
die  letzte  war  sehr  stark  und  ausgedehnt  verschanzt.
Der  Feind  hatte  fast  ausschließlich  mit  Gewehr  88
geschossen.  Hier  auf  der  letzten  Schanze  stieß  die
Kompagnie  Kaiser  zu  uns,  und  es  wurde  nun  gemeinsam
  die  Verfolgung  ausgenommen.  Ich  bin
jedoch  nicht  mehr  zum  Schuß  gekommen.

Das  Verhalten  von  Unteroffizieren  und  Mannschaften
  muß  ich  als  vorzüglich  bezeichnen.

Bei  dem  am  28.  v.  Mts.  mit  der  Abtheilung
vorgenommenen  Patrouillenritt  wurde  ein  Gefangener
gemacht  lam  Tage  vorher  durch  die  Kompagnie
Kaiser  angeschossen)  und  mit  Sicherheit  festgestellt,
daß  der  Feind  in  nördlicher  Richtung  abgezogen  sei.
Es  wurden  drei  Vorderlader  und  ein  Henry-Martinygewehr
  gefunden.

(gez.)  Franke,  Premierlieutenant.“

 

Der  Feldzug  legte  der  Schutztruppe  zum  Theil
sehr  schwere  Anstrengungen  und  Entbehrungen  auf,
namentlich  den  Theilen  derselben,  welche  häufig  auf
Fußmärsche  angewiesen  waren;  denn  bei  dem  trockenen,
heißen  Klima  und  der  großen  Wasserarmuth  des
Landes  bedeuten  andauernde  Fußmärsche  für  den
Europäer  oft  eine  ganz  gewaltige  Anstrengung.  Die
vierte  Feldkompagnie  hatte  denn  auch  am  Schluß  des
Feldzuges  fast  die  Hälfte  ihrer  Mannschaft  als
dienstunbrauchbar  eingebüßt,  wobei  sich  allerdings
geltend  machte,  daß  sie  vor  dem  Feldzuge  eine
schwere  Fieberepidemie  überstanden  hatte.

RAus  dem  Bereiche  der  Misstonen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.  "

Für  die  Baseler  Mission  sind  mit  dem  am
10.  Juni  von  Hamburg  abgegangenen  Dampfer
„Adolph  Woermann“  der  Missionar  Graf  nebst
Frau  sowie  Fräulein  Nothwang  nach  Accra  und
Missionar  Wilhelm  Müller  nach  Kamerun  abgereist.
        <pb n="472" />
        Dem  74.  Jahresberichte  der  Gesellschaft  zur
Beförderung  der  evangelischen  Missionen
unter  den  Heiden  (Berlin  III)  entnehmen  wir
folgende  auf  die  Missionen  in  Deutsch-Ostafrika  bezügliche
  Ausführungen,  betreffend  das  Jahr  1897:

Am  Ende  des  letzten  Jahres  standen  sieben
Missionare  mit  fünf  Frauen  und  zwei  Handwerkern
in  der  Arbeit;  es  waren  aber  drei  neu  ausgesendete
Missionare,  die  Brüder  Gröschel,  Neuberg  und
Priebusch  damals  bereits  auf  der  Reise  von  der
Küste  nach  dem  Kondeland.  Mit  ihnen  und  den  in
der  Heimath  weilenden  Brüdern  ist  die  Zahl  unserer
ostafrikanischen  Missionare  auf  zwölf  gewachsen.

Die  politischen  Verhältnisse  des  Kondelandes
erscheinen  leider  getrübt.  In  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres  ist  es  mehrmals  zu  bewaffneten  Zusammenstößen
  der  Eingeborenen  mit  der  aus  Schwarzen
bestehenden  deutschen  Schutztruppe  in  Langenburg
gekommen.  Freilich  ist  das  Leben  unserer  Brüder
niemals  bedroht  worden.

In  Ikombe  wurde  nach  der  Abreise  des  Konferenzvorstehers,
  Missionars  Nauhaus,  die  Arbeit
von  Missionar  Bunk  übernommen  und  mit  Hülfe
der  jungen  Missionare  Källner  und  Maaß  fortgeführt.
  Bruder  Bunk  sowohl  als  Bruder  Källner
und  der  Zimmermann  Thiele  mußten  aber  im  Laufe
des  Jahres  zeitweilig  Erholung  auf  den  Gebirgsstationen
  suchen,  und  die  Höhenluft  bewährte  sich
aufs  Neue  als  bestes  Heilmittel  gegen  das  Fieber
und  seine  Nachwehen.  Das  Fieber  herrschte  zu
Zeiten  auch  unter  den  schwarzen  Bewohnern  der
Halbinsel.  Für  unsere  Brüder  war  es  günstig,  daß
im  März  endlich  der  Bau  des  großen  Wohnhauses
vollendet  war,  in  dem  sie  hoffen  dürfen,  weniger
von  der  Landeskrankheit  zu  leiden  als  in  dem  alten
Bambushause.  Dieses  Haus  ist  das  beste  Wohnhaus
om  ganzen  See.  Der  Hausboden  ist  gedielt  und
kann  somit  als  Lagerraum  dienen,  und  das  Dach  ist
mit  gebrannten  Dachziegeln  gedeckt,  die  an  Ort  und
Stelle  hergestellt  worden  sind.  Später  sind  die
Brüder  auch  darangegangen,  einen  gangbaren  breiten
Weg  über  die  Halbinsel  zu  führen,  was  wieder  neue
Mühe  und  Arbeit  gab.

Gepredigt  wurde  auf  der  Station  regelmäßig;
auch  Missionar  Källner  konnte  schon  vom  Januar
d.  Is.  an  sich  an  dieser  eigentlichsten  Missionsarbeit
betheiligen.  Wenn  auch  meist  nur  die  Arbeiter  regelmäßiger
  zum  Gottesdienst  kamen,  so  war  es  doch
erfreulich,  daß  von  Zeit  zu  Zeit  auch  andere  Heiden
sich  fleißiger  daran  betheiligten,  weil,  wie  sie  sagten,
sie  fürchteten,  die  Missionare  könnten  den  Platz  verlassen,
  wenn  ihnen  die  Bevölkerung  nicht  in  diesem
Stück  entgegenkäme.  Nachdem  am  Weihnachtsfest  des
Jahres  1896  die  Erstlinge  des  Volkes  getauft  worden.
waren,  empfingen  am  2.  Mai  (Misericord.  Domini)
wieder  vier  Täuflinge  das  Sakrament.  Von  der
Regierung  ist  unseren  Missionaren  ein  gewisses  Maß
von  polizeilicher  Oberhoheit  über  die  Bewohner  der
Landzunge  Ikombe  verliehen  worden.  Die  Besuche

430

 

auf  den  am  See  gelegenen  Außenplätzen  Kanda  und
Isanga  konnten  nicht  regelmäßig  ausgeführt  werden.
Der  „Paulus"“  aber  hat  den  Brüdern  beständig  die
werthvollsten  Dienste  geleistet.  Er  hat  sich  auch  beim
schlimmsten  Wetter  und  daraus  folgendem  hohen  Seegang
  trefflich  bewährt.

Statistik:  7  Getaufte,  14  Katechumenen.

Auf  der  Station  Manow  finden  wir  in  Bezug
auf  Klima  und  Gesundheit  ganz  andere  Verhältnisse
als  am  See.  Es  ist  wohlthuend,  zu  hören,  daß
hier  während  des  ganzen  Jahres  keine  Fiebererkrankung
  stattgefunden  hat.  Die  Station  war  deshalb
auch  das  Ziel  vieler  Besucher;  beim  Osterfest  hatten
Missionar  Jauer  und  Frau  sieben  Europäer  zu  Gast,
unter  ihnen  waren  drei  Beamte  der  Station  Langenburg.
  Missionar  Jauer  errichtete  deshalb  ein  17  m
langes  Bambushaus  für  Gäste.  Der  Bambus  ermöglicht,
  leicht,  schnell  und  billig  ein  reinliches  Obdach
  zu  errichten,  freilich  haben  die  Gebäude,  die
man  aus  ihm  herstellt,  keinen  langen  Bestand.

Da  die  Hügel  in  der  Umgebung  der  Gebäude
baumlos  sind,  wurden  Hunderte  von  Bäumen,  Eukalypten,
  Ukaspalmen  und  Cedern  gepflanzt.  Sehr
erfreulich  ist  es,  daß  der  Kirchenbesuch  ein  recht  guter
war.  Unter  hundert  sank  die  Zahl  der  Hörer  nie.
Schule  konnte  mit  23  Kindern  gehalten  werden.

Statistik:  13  Getaufte,  10  Katechumenen  und
23  Schulkinder.

Auch  auf  Muakareri  ist  ein  entschiedener  Fortschritt
  zu  verzeichnen.  Hier  herrscht  noch  weniger
Fieber  als  in  Manow,  da  die  fast  5000  Fuß  hoch
liegende  Station  rings  von  Gebirgen  eingeschlossen
ist.  Die  abgelegene  Gegend  ist  auch  von  Kriegsstürmen
  verschont  geblieben.  Auch  das  Erscheinen
von  Heuschrecken  wird  dort  nicht  besonders  gefürchtet;
die  Fruchtbarkeit  der  Aecker  ist  so  groß,  daß  diese
Feinde  afrikanischen  Wohlstandes  den  Reichthum  an
Feldfrüchten  nicht  aufzehren  können.  Es  muthet
einen  fremdartig  an,  wenn  hier  von  Afrika  her  berichtet
  wird,  daß  die  befürchteten  Spätregen  ausblieben,
  und  die  Leute  deshalb  auf  eine  gute  Hirseernte
  hofften.  Dem  Missionar  Schüler  kam  das
Ausbleiben  auch  zu  statten,  da  er  nun  das  Ziegelstreichen
  und  Ziegelbrennen,  mit  dem  er  beschäftigt
war,  vollenden  konnte.

Der  Besuch  der  Gottesdienste  hat  sich  auch  hier
gehoben.  Statistik:  23  Getaufte,  19  Katechumenen,
9  Schullinder.

Auch  im  benachbarten  Kingalande  ist  es  unseren
Brüdern  in  der  kurzen  Zeit,  welche  sie  dort  arbeiten,
gelungen,  das  Vertrauen  des  dort  wohnenden,  verschüchterten
  Völkleins  in  bemerkbarem  Maße  zu  erwerben.
  Als  der  in  Bulongoa  arbeitende  Bruder
Hübner  am  16.  Mai  von  der  Reise  zurückkehrte,
die  er  mit  Missionar  Bunk  nach  Iringa,  der  Hauptstadt
  des  Hehelandes,  unternommen  hatte,  bezeugten
ihm  die  Leute  ihre  lebhafte  Befriedigung  über  seine
Rückkehr,  indem  sie  ihm  allerlei  Geschenke  brachten.
Bis  zum  24.  Mai  hatten  die  Missionare  Wolff  und
        <pb n="473" />
        Hübner  auf  Bulongoa  zusammen  gearbeitet.  Am
genannten  Tage  aber  verließ  Missionar  Wolff  die
Station,  um  weiter  ostwärts  im  Gebirge  die  zweite
Kingastation  Tandala  anzulegen.

Statistik:  11  Leute  im  Unterricht.

Tandala  ist  auf  den  Karten  schon  seit  langen
Jahren  verzeichnet,  denn  einige  Reisende  waren  über
diesen  Punkt  nach  dem  Nordende  des  Nyassa  gelangt.
Anfang  August  des  Jahres  1896  waren  dann  die
Brüder  Schumann  und  Wolff  als  die  ersten  Boten
des  Evangeliums  bis  hierher  vorgedrungen,  nun
konnte  endlich  zur  Anlegung  der  geplanten  Station
geschritten  werden.  Da  Missionar  Wolff  inzwischen
die  Kingasprache  erlernt  hatte,  wurde  es  ihm  nicht
schwer,  die  Bewohner  freundlich  zu  stimmen.  Der
Kinga  hat  eine  Abneigung  gegen  alles  Fremde,  wie
sich  das  häufig  bei  Gebirgsvölkern  findet,  aber  doch
fanden  sich  die  Häuptlinge  Untandala,  Sajatikua  und
Unkuaoma  zur  Begrüßung  des  fremdartigen  Weißen
ein,  der  nun  die  Bergeinsamkeit  mit  ihnen  theilen
wollte.  Nachdem  Missionar  Wolff  die  ersten  Vorarbeiten
  beendet  hatte,  konnte  er  am  13.  Juni  seine
Frau,  die  bis  dahin  in  Bulongoa  geblieben  war,
auf  dem  neuen  Platz  einführen.  Es  zeugt  von  gutem
Vertrauen  der  lieben  Geschwister  zu  dem  Volke,  daß
Frau  Missionar  Wolff  vom  27.  September  bis  zum
7.  Oktober,  als  ihr  Mann  zur  Konferenz  nach  Manow
reisen  mußte,  hier  allein  blieb,  und  es  ist  ein  schöner
Beweis  für  die  Gutartigkeit  der  dort  wohnenden
Heiden,  daß  der  Missionar  berichtet,  während  seiner
Abwesenheit  seien  die  zunächstwohnenden  Häuptlinge
zu  seiner  Frau  gekommen  und  hätten  ihr  Geschenke
an  Nahrungsmitteln  gebracht  mit  den  Worten:  „Dein
Man  ist  fort,  da  müssen  wir  für  dich  sorgen.“

Der  Bauplatz,  den  man  fand,  befriedigte  nach
allen  Seiten,  er  liegt  mehr  als  6000  Fuß  über  dem
Meere.  Das  Klima  ist  als  regnerisch  und  kühl  zu
bezeichnen,  besonders  schlimm  sind  die  Nebel,  die  sich
hier  meist  mit  den  Regen  ablösen.  Der  Stationsplatz
selbst  ist  aber  verhältmißmäßig  nebelfrei;  das  mag
damit  zusammenhängen,  daß  berichtet  wird,  es  wehten
da  meist  starke  Winde.  In  der  Nähe  des  Platzes
finden  sich  drei  Wäldchen,  während  sonst  die  Kingahochebene
  baumlos  ist.

Missionar  Wolff  hatte  es  schwer,  denn  er  mußte
die  zur  Anlegung  nöthigen  Arbeiten  allein  verrichten.

ging  aber  munter  ans  Werk,  baute  als  erstes
Obdach  ein  Bambushaus  mit  drei  Räumen,  dann  einen
Stall  (132x4  m)  und  einen  Schuppen  (1224  m),
dann  ließ  er  Ziegel  streichen,  brannte  sie  und  baute
endlich  ein  massives  Haus  (192&amp;amp;5  m  groß),  umgab
es  auch  ringsum  mit  einer  Veranda,  wie  das  bei
dem  nassen  Klima  höchst  nöthig  war.  Am  ersten
Weihnachtstage  waren  300  Menschen,  am  zweiten
waren  200  zur  Predigt  da.  Gewöhnlich  kamen
100  Leute  am  Sonntage.

 

Einem  in  „Kreuz  und  Schwert“  veröffentlichten
Briefe  des  Superiors  Gommenginger  aus  der

431

 

l

Missionsstation  der  schwarzen  Väter  zu  Kilema  entnehmen
  wir  Folgendes:

Nach  neunjähriger  Arbeit  in  Ostafrika  habe  ich
mich  genöthigt  gesehen,  in  Europa  und  besonders  im
lieben  Elsaß  meine  erschöpften  Kräfte  wieder  zu

Außergewöhnliche  Ereignisse  sind  selten  in  unseren
Missionen,  aber  ein  solches  will  ich  doch  erwähnen.
Im  Anfange  dieses  Jahres  machte  der  Gouverneur
von  Ostafrika,  Herr  General  Liebert,  eine  Reise
ins  Kilimandjaro-Gebirge.  Auch  uns  wurde  die  Ehre
seines  Besuches  zu  Theil.  Ich  glaube  nicht  zu  irren,
wenn  ich  sage,  daß  der  Herr  Gouverneur  den  besten
Eindruck  von  unserer  Mission  gewonnen  hat.  Und
dieses  hat  er  in  Gegenwart  des  Generalkonsuls  von
England  und  anderer  Herren  offen  ausgesprochen.
Ein  solches  Zeugniß  von  so  hoher  Stelle  ist  für  uns
um  so  werthvoller,  weil  es  beweist,  daß  wir  mit  den
Almosen  unserer  Wohlthäter  wirklich  Gutes  wirken.

Zwel  katholische  Missionen  bestehen  zur  Zeit  im
Bezirk  des  Kilimandjaro,  die  eine  in  Kilema,  die
andere  in  Kiboscho.  Eine  dritte,  „Fischerstadt“,  ist
in  der  Gründung  begriffen.  Die  erstgenannte  Mission
hat  lange  mit  außerordentlichen  Schwierigkeiten  zu
kämpfen  gehabt.  Zu  Anfang  war  es  der  Krieg  mit
all  seinen  Leiden,  dann  kam  Hungersnoth  durch  die
Heuschrecken,  und  jetzt  hat  ein  Erdbeben  unsere  bisherige
  Kirche  so  sehr  beschädigt,  daß  wir  an  den
Bau  einer  neuen  denken  müssen.

Aber  trotz  aller  Prüfungen  schreitet  die  Missionsthätigkeit
  langsam  vorwärts.  Mehr  als  80  Massaikinder
  hat  unsere  Mission  losgekauft,  die  sonst  entweder
  elend  umgekommen  oder  als  Sklaven  verkauft
und  wieder  verkauft  worden  wären.  Diese  Kinder
müssen  wir  ganz  unterhalten,  was  manchmal  nicht
wenig  Sorge  verursacht,  aber  sie  sind  uns  auch  eine
Hülfe  beim  Ackerbau  wie  bei  den  Bauten,  die  wir
aufführen  müssen.  Außer  diesen  eigenen  Kindern
haben  wir  in  unseren  beiden  Schulen  noch  etwas
über  100  Kinder  der  umliegenden  Bewohner.

Ich  benutze  diese  Gelegenheit,  um  zu  sagen,  daß
wir  zu  der  deutschen  Militärstation  Moschi  im  besten
Einvernehmen  stehen.  Der  Kommandeur,  Herr  Hauptmann
  Johannes,  unterstützt  die  Missionen  ohne
Unteischied  der  Konfession  mit  Rath  und  That,  wo
sich  ihm  Gelegenheit  bietet.  Es  freut  mich  besonders,
dem  Herrn  üöffentlich  dieses  ehrende  Zeugniß  zu  geben,
sind  wir  beiden  doch  die  Veteranen  des  Kilimandjaro.

Vom  Kilimandjaro  zur  Küste  benutzte  ich  die
englische  Eisenbahn  Mombassa  —  Uganda.  Für  den
Handel  wie  für  Kriegszwecke  hat  diese  Strecke  unverkennbar
  große  Wichtigkeit.  Man  arbeitet  daran
mit  allem  Eiser;  im  April  waren  schon  200  km
im  Betriebe.  Jeden  Tag  fährt  schon  mindestens  ein
Zug  hin  und  ein  anderer  her.

 

In  „Kreuz  und  Schwert“  lesen  wir:  Der  apostolische
  Präfekt  von  Togo,  P.  Bücking,  welcher  zum
Ordenskapitel  nach  Steyl  gekommen  war,  ist  am
        <pb n="474" />
        16.  Mai  in  Begleitung  des  Bruders  Johannes
wieder  in  seine  Mission  zurückgereist.

P.  Schoch,  apostolischer  Präfekt  von  Transvaal,
aus  der  Kongregation  der  Oblaten,  ist  gestorben.
Er  befand  sich  auf  der  Rückreise  nach  Deutschland,
um  im  Missionshause  zu  Hünfeld  Wiederherstellung
seiner  Gesundheit  zu  suchen;  ein  heftiges  Fieber
raffte  ihn  auf  hoher  See  hinweg.  P.  Schoch  hatte
im  vorigen  Jahre  längere  Zeit  auch  Deutsch-Südwestafrika
  bereist.

—  —  —  —  —

Aus  fremden  Kolonien.
Bericht  über  den  Obstbau  und  Obsthandel  in  Madeira.

Einem  vom  britischen  Foreign  Office  herausgegebenen,
  für  das  Parlament  bestimmten  Bericht  über
den  Obstbau  und  Obsthandel  von  Madeira  (Nr.  408
der  Reports  on  subjects  of  general  and  commercial
  interest,  London  1896)  liegen  die  Beobachtungen
  zu  Grunde,  die  der  englische  Vizekonsul  in
Funchal  während  eines  mehr  als  zehnjährigen  Aufenthalts
  in  Madeira,  zum  Theil  mit  Unterstützung
des  Botanikers  Prof.  Rebougas  in  Rio  de  Janeiro,
gemacht  hat.  Der  Bericht  bestätigt  einerseits  die
außerordentliche  Fruchtbarkeit  der  von  der  Natur  in
so  hohem  Maße  begünstigten  Insel,  weist  aber  andererseits
  auf  eine  Reihe  von  Umständen  hin,  die  den
Ertrag  in  Bezug  auf  Quantität  und  Qualität  beeinträchtigen,
  die  Produktion  erschweren  und  eine  Betheiligung
  fremden  Kapitals  zur  Zeit  nicht  als  räthlich
erscheinen  lassen.  Zu  diesen  Umständen  gehören  der
theure  Bodenpreis,  namentlich  in  der  Nähe  Funchals,
des  einzigen  Hafens,  sowie  die  aus  der  Zersplitterung
des  Grundbesitzes  sich  ergebenden  Mißstände  und  der
Wassermangel.  Letzterer  ist  hauptsächlich  auf  die
ungenügenden  Vorkehrungen  zum  Sammeln  des
Quellwassers  und  des  während  der  Wintermonate
fallenden  Regens  zurückzuführen.  Die  Regierung
scheint  Maßnahmen  zu  erwägen,  die  zunächst  wenigsiens
  an  der  Südküste  die  Wasserfrage  in  befriedigendem
  Sinne  lösen  sollen.  Das  Betriebssystem
steht  auf  sehr  niedriger  Stufe;  Fruchtwechsel  und
Verwendung  künstlichen  Düngers  sind  unbekannt.

Das  dem  Berichte  beigefügte  Verzeichniß  der  in
Madeira  angebauten  Früchte  enthält  zahlreiche  Angaben
  von  botanischem  und  landwirthschaftlichem
Werthe.  Von  den  Fruchtarten,  die  einzeln  und  eingehend
  beschrieben  werden,  seien  hervorgehoben:
Avocadobirne  (portug.  abocate,  botan.  Persea  gratissima),
  Banane,  englische  Tomate  (bot.  Phbysalis
peruviana),  Custardapfel  (port.  anona),  Guave,
Limone  (Citrus  medica,  C.  limonum,  C.  acida),
Loquate  (bot.  Photinia  japonica),  Mango,  Melone,
Orange,  Passionsfrucht  (port.  maracuja,  bot.  Passillora
  alata),  Ananas.

Die  Regenmenge  des  Jahres  1895,  in  Funchal,
250  Fuß  Meereshöhe,  gemessen,  ist  aus  folgender  Ta-432



 

belle  ersichtlich:

 

Januar  5,75  Kubikzoll,
Februar.  9,12  -
März  2,97  -
April  4,07  -
Mai  0,57  -
Juni.  045
Juli  0,00  -
August  0,00  -
September.  5,58  -
Oktober.  18,43  -
November  7,04  -
Dezember  3,30  -
Total  57,28  Kubikzoll.

Sammlung  französischer  Grenzabkommen.

Das  französische  Auswärtige  Ministerium  hat  in
Form  eines  Gelbbuches  eine  Sammlung  aller  Abkommen
  veröffentlicht,  welche  seitens  Frankreichs  mit
anderen  Mächten  über  afrikanische  Gebiete  von  1881
bis  1898  abgeschlossen  worden  sind.  Die  größte
Zahl  Verträge  dieser  Art,  nämlich  acht,  hat  Frankreich
  mit  Großbritannien  vereinbart.  Sechs  sind
mit  dem  Kongostaat,  nur  vier  mit  Deutschland  erforderlich
  gewesen.

Basutoland  im  Jahre  189%9.

Aus  dem  als  Parlamentsvorlage  (Colonial
Reports-Annual  No.  224)  veröffentlichten  Jahresbericht
  über  Basutoland  für  1896/97  geht  hervor,
daß  die  Hemmnisse,  denen  die  Entwickelung  der  Kolonie
  infolge  der  Ninderpest  und  innerer  Unruhen
ausgesetzt  war,  noch  nicht  völlig  behoben  sind.

Die  Gesammteinnahmen  für  das  Jahr  bis  zum
30.  Juni  1897  beliefen  sich  auf  45  867  Pfd.  Sterl.
11  s.  2  d.,  darunter  22  810  Pfd.  Sterl.  5  s.  0  d.
aus  der  Hüttensteuer,  deren  Einziehung  nur  im  Bezirke
  Berea  Schwierigkeiten  begegnete.  Die  Gesammtsumme
  der  Ausgaben  ist  nicht  angeführt;  es  werden
nur  die  außerordentlichen  Aufwendungen  hervorgehoben,
  die  zur  Bekämpfung  der  Seuche  erforderlich
waren  (5478  Pfd.  Sterl.).

In  der  Zeit  vom  31.  März  1896  bis  31.  März
1897  wurden  zollpflichtige  Waaren  im  Werthe  von
135  560  Pfd.  Sterl.  eingeführt,  und  zwar  64  130
Pfd.  Sterl.  aus  der  Kapkolonie,  71  430  Pfd.  Sterl.
über  den  Oranje-Freistaat.  Im  vorangegangenen
Jahre  betrug  die  Einfuhr  104  858  Pfd.  Sterl.

Die  ziffernmäßigen  Angaben  über  die  Ausfuhr
reichen  nur  bis  zum  31.  Dezember  1896,  geben  also
noch  keinen  Aufschluß  über  die  Verwüstungen,  die
die  Rinderpest  angerichtet  hat  (März  bis  Juni  1897).
Die  Ausfuhr  bewerthete  sich  vom  31.  Dezember  1895
bis  31.  Dezember  1896  auf  160  277  Pfd.  Sterl.
0  s.  2  d.;  davon  gingen  41  605  Pfd.  Sterl.  0  S.  1  d.
nach  der  Kapkolonie,  118  672  Pfd.  Sterl.  0  s.  1  d.
nach  dem  Oranje-Freistaat.
        <pb n="475" />
        Die  Polizeimacht  in  Basutoland  besteht  aus
9  europäischen  Offizieren,

10  -  Konstablern,
6  eingeborenen  Offizieren,
16  -  Unteroffizieren,
204  -  Gemeinen,

zus.  245  Mann.

Maße  und  Gewichte  in  Sansibar.

Durch  eine  Regulation  vom  18.  Mai  1898  macht
der  Königlich  großbritannische  Agent  und  Consul
General  in  Sansibar  bekannt,  daß  mit  Zustimmung
des  Sultans  von  Sansibar  in  Sansibar  und  Pemba
sortan  dieselben  Maße  und  Gewichte  gelten  sollen.
Vom  1.  Juli  1898  ab  dürfen  nur  gestempelte  Maße
solgender  Art  gebraucht  werden:

1  Pishi  oder  Keila  =  6¼  lbs.  avoir  du  poid
frischen  Wassers,
1  Kibaba  —  26  2s8.
1  Half-Kibabb  —  13
1  Quarter-Kibaba  =  6/=Es
  sollen  entsprechen:
1  Pishi  oder  Keila  =  6⅛  lbs.  Reis,
1  Kibaba  oder  Keila  =  1½  OD
1  Half-Kibabe  —  "4
1  Quarter-Kibabe  —  3/8
Alle  anderen  Maße  werden  zerstört.  Die  neuen
Maße  müssen  jährlich  neu  gestempelt  werden  gegen
1  Rupie  Gebühren.

*  u
A

##

—

½

WM
V  U#

Perschiedene  Wittheilungen.

Deutscher  Frauenverein  für  Rrankenpflege  in  den
Rolonien.

Der  deutsche  Frauenverein  für  Krankenpflege  in
den  Kolonien  hat  beschlossen,  für  die  im  September
d.  Is.  von  Windhoek  heimreisende  Schwester  Anna
Baeßler  die  Schwester  Ida  Kaufholz,  für  die
frühere  Schwester  Anna  Jacobus  in  Dar-es-Saläm

die  Schwester  Margarethe  Wiffler  zu  entsenden.

Schwester  Anna  soll  die  Reise  am  25.  Juli  und
Schwester  Margarethe  am  14.  September  antreten.

Fertigstellung  der  Aluminiumpinasse.

Die  auf  Veranlassung  Seiner  Durchlaucht  des
Fürsten  zu  Wied  aus  den  Restgeldern  der  Antisklavereilotterte
  in  Bau  gegebene  Aluminiumpinasse
ist  von  der  Firma  Escher,  Wyß  &amp;amp;  Cie.  in  Zürich
sertiggesteltt  und  wird  voraussichtlich  Mitte  August
über  Hamburg  nach  Ostafrika  gesandt  werden.  Den
Transport  von  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  nach

433

 

Mwansa  am  Victoriasee  wird  die  Ostafrikanische
Gesellschaft  ausführen.  Die  Pinasse  wird  von  dem
Steuermann  Haasenritter  und  dem  Maschinisten
Meyer  begleitet.  «

 

—  —  —

 

Titteratur.

Dr.  R.  Hindorf:  Leitfaden  zur  Erlernung  der
malayischen  Umgangssprache.  Zweite  verbesserte
Auflage.  Berlin  1898.  Carl  Heymann.

Der  Verfasser,  welcher  gegenwärtig  an  den  Bestrebungen
  zur  wirthschaftlichen  Verwerthung  Deutsch-Ostafrikos
  hervorragenden  Antheil  nimmt  und  dem
Kolonialrath  als  Vertreter  einer  Pflanzungsgesellschaft
angehört,  legt  hier  ein  Werkchen,  das  er  1890  als
Frucht  seiner  Thätigkeit  in  Holländisch-Indien  zum
ersten  Male  hat  erscheinen  lassen,  in  erweiterter  Gestalt
  dem  Publikum  vor.  Die  Schrift  dürfte  nicht
allein  für  Reisende,  sondern  auch  für  Plantagenunternehmer,
  die  Malayen  beschäftigen,  von  Werth  sein.

von  Afrika.
Verlag  von

Gustav  Richter:
Dritte  verbesserte  Auflage.
G.  D.  Beedecker.

Die  schon  bekannte  und  geschätzte  Karte  liegt
hier  jetzt  in  neuer  Bearbeitung  vor.  Alle  Grenzverträge
  und  Entdeckungen  der  letzten  Jahre  haben
dabei  Berücksichtigung  gefunden.

Schulwandkarte
Essen.

 

yVYTVTVWVTWTTWTVVVVVV  W790T77NT

Tikterakur  -erzeichnikl.

Leutwein  (Major,  Kaiserl.  Landeshauptmann):  Deutsch-Süd-West-Afrika.
  Vortrag,  gehalten  in  der  Abtheilung
  Berlin-Charlottenburg  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.
  3  Bogen  gr.  80.  Mit  einer  Karte.  Mk.  1,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Morf-Clotten:  China  und  Japan.  Eine  Reise
durch  hbeide  Länder.  Mit  14  Illustrationen  nuch
Original-Dhotographien.  Mk.  3.—.

Wilhelm  Friedrich,  Leipzig.

Plehn,  F.:  Die  Kamerun-Küste.  Studien  zur
Klimatologie,  Phrsiologie  und  Puthologie  in  den
Tropen.  Ait  47  Abbilllungen  im  Text  und  einer
Karte  der  Kumerun-Küste.  gr.  87.  (IVI.  363  S.)
Alk.  10,—.  August  Hlirschwuld,  Berlin.

v.  Richthofen,  Ferd.  Freiherr:  Schantung  und  seine
Eingangspforte  Kiautschou.  Mit  drei  großen
Karten  außer  Tert,  drei  kleinen  Karten  im  Text  und
neun  Lichtdrucktafeln.  Geb.  Mk.  10.—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen)],  Berlin.

Schwarz,  Dr.  Bernhard:  Quer  durch  Sibirien.  30.
Mit  zahlreichen  Original-Illustrationen  und  zwei  Orientirungokarten.
  Geb.  Mk.  5.—.

Handels-Druckerei  und  Verlag,  Bamberg.
        <pb n="476" />
        S#na#

—  434  —

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).

M.  S.  „Condor“  8/1.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Cormoran"“  8/5.  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)

M.  S.  „Falke“  25/4.  Apia  20/5.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  „Habicht“  28/4.  Kamerun  20/6.  —  Gaboon.  (Poststation:  Kamerun.)

M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)

M.  S.  „Schwalbe“  7,6.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Seeadler“  29/5.  Port  Said  1/6.  —  11/6.  Gibraltar  14/6.  —  22/6.  Cuxhaven  26/6.  —
26/6.  Kiel.  (Poststation:  Kiel.)

M.  S.  „Wolf“  21/5.  Swakopmund  21/5.—  23/5.  Lüderitzbucht  24/5.  —  27/5.  Port  Nolloth  30/5.—

1/6.  Kapstadt.  (Poststation:  bis  1/77.  Angra  Pequena,  dann  Mossamedes.)

Ablösungstransporte:

Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Cormoran“
(ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  a)  Korvettenkapitän  Reincke:
Wilhelmshaven  4/5.  —  14/5.  Port  Said  15/5.  —  26/5.  Colombo  27/5.  —  1/6.  Singapore  1/6.
—  Manila.  —  13/6.  Shanghai  14/6.  —  16/6.  Kiautschou  19/6.
b)  Kapitän  zur  See  Becker:  21/6.  Shanghai  22/6.  —  Manila.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Bayern“  des  Nordd.  Lloyd  mit  einem  Theil  des  Ablösungstransportes
  vorstehend  zu  1:  Ausreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Persius:
Bremerhaven  18/5.  —  1/6.  Neapel  1/6.  —  5/6.  Port  Said  5/6.  —  10/6.  Aden  10/6.  —
17/6.  Colombo  17/6.  —  Singapore.
Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatzung):
Ausreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Herzog“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:
Hamburg  11/5.  —  13/5.  Amsterdam  14/5.  —  18/5.  Leixoes  19/5.  —  20/6.  Lissabon  21/5.—
26/5.  Neapel  26/5.  —  30/5.  Port  Said  31/5.  —  5/6.  Aden  5/6.  —  15/6.  Sansibar.
Heimreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Lieutenant  zur  See  Mommsen:  Sansibar  18/6.  —  Aden.

 

 

 

 

 

 

Perkehrs-Rachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  laenden  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  20.  Juli,  3.,  177,anga  19—20  Tage  am  15.,  18.  Juli,
(deutsche  *-  31.  Aug.  120  abbs.  Dar-es-Sal.  20—21T9g;.  T  1.,  1215  29.  Aug.
.  Brindisi  am  17.  Juli,  14.  Aug.  Sansibar  22  Tage  114  abds.
1.  Deutsch-  Ostafrita.  (engriinn  *4  g  si  g
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzosische  Schiffo)  40  nms  10r  abbs.

 

 

—  —  —

2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  Southampton  am  30.  Juli,  27.  Aug.  Lüderitzbucht  22  Tage#am  29.  Juli,  26.  Aug.

(Nach  Keetmansboop,  Gibeon,tadt,  dann  deutscher

(enal.  Schiffe  bis  Kov  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  1  .

 

 

arbt  und  ulmae  Dampser  .n  Leutwein-)

wochent  apstadt.  “"  .  ,

wucdoktweixkk  aus«  sdcm  Hamburg  am  25.  Juli,  25.  Sept.  Swakopmund  30  Tage  am  25.  Juli,  25.  Sept.

andwege.)  1  eutsches  Schis)]  nachts  Lüderitzbucht  40  Tages  77909  abbs.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10,  jedes  Monats

3.  Ramerun  Geutsche  Schife),  nachts  7%  abds.

I!  Liverpool  am  3.,  31.  August,  Kamerun  22  Tage  am  1.,  29.  August,

(englische  Schiffe)  28.  September  26.  Sept.  15  ums.
        <pb n="477" />
        435

 

 

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

Dauer
der  Ueberfahrt

#usschifungshafen.  Briefe  müssen  aus

Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

4.  Logo-Gebiet.

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

 

 

ambur
2

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(franzöftsche  Schiffe)

Bordea

 

Neape
5.  Deutsch-Aeu-Guinea.

 

6.  Marshall-  Inseln.

l

Schiffe)
Brindisi

Machversand)

 

I  Der  nächste  Postabgangstag  steht  noch  nicht  fest.

am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage

am  20.jedes  Mts.

am  27.  Juli,
10.,  24.  August

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Sept.,  10.  Nov.

(sranzösische  chiffe)  1  110  oms.

am  24.  Aug.,  19.  Okt.
abds.

am  28.  Aug.,  23.  Okt.
abds.

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quittah  36  Tage

von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Stephansort  45  Tage

 

41  Tage

 

 

 

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

#

am  10.  und  20.  jedes
Monats  7½9  abds.

am  25.  Juli,  S.,  22.  Aug.
15  ums.

am  23.  jedes  Monats
10%  abds.

am  8.  Sept.,  8.  Nov.
10½  abds.

am  22.,  26.  August,
17.,  21.  Oktober
1168  abds.

 

 

 

 

 

 

 

—  —

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fämi  Landungs=  Die  Post  ist  fanig
Bon  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
F.  Juli  «.-  .-Neapel
  ...  am  «  Hamburg  ..  am  10.*  jed.  Monats
Deutsch-Ostafrika  Brindisi.  ——N—  t.  AWgogebiet  Plymouth..  am  27.)  jed.  Monats
Marseille  1  am  17.  Juli,  16.Aug.  Marseille  .  am  16.  jedes  Monats
"  .  ·«""·z——"«"jk«-""""«"«—.-··"—·—·"—"«"XX
FinschisudipestamtaSputhqmpwuzuzszsessszideatichsneuiøumea.Neapec»..«T7JIZOZZFZJD
·  -  .-.l  —
Plymouth..  am  27.*  jed.  Monats  «  —
Ramern  #werpool  am  11.  August,  1  Warsdall-Inseln  unbestimmt
8.  September  6

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintrefsenden  Posten.

——

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linic.

 

—  —  —

Ledie  Nachrichten

 

 

 

Reise
ostda
wVo  von  1  nach  bis  12.  Juli  1898
l
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  8.  Juli  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  1  Loango  am  11.  Juli  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Benguella  am  26.  Juni  in  Accra.
„VBruxellesville“  Kongo  Antwerpen  am  7.  Juli  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Lagos  am  9.  Juli  in  Lagos.
„Eduard  Bohlen“  Loango  Hamburg  am  8.  Juli  in  Accra.
„Ella  Woermann“"“.  Sherbro  Hamburg  am  11.  Juli  Dover  passirt.
*  d  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Hamburg  am  9.  Juli  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  11.  Juli  in  Conakry.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  5.  Juli  in  Ushant.
„Kurt  Woermann“  Loanda  hus  am  7.  Juli  in  Lagos.
„Lulu  Bohlen  Lüderitzbucht  amburg  am  5.  Juli  in  Mossamedes.
„Marie  Woermann“.  Lüderitzbucht  Hamburg  am  5.  Juli  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen".  Hamburg  Lüderitzbucht  am  25.  Juni  in  Swakopmund.
„Vrofessor  Woermann“.  Hamburg  Loango  am  7.  Juli  in  Kamerun.
„Thekla  Bohlen“  Loanda  Hamburg  am  7.  Juli  in  Tanger.

——

 

 

 

 

 

 

Reichspo  Reise  Letzte  Nachrichten
ichsposidampfer  von  1  nach  bis  13.  Juli  1898

„König“  Durban  #  Hamburg  am  9.  Juli  ab  Lissabon.
„Herzog"“  Durban  Hamburg  am  11.  Juli  ab  Mozambigquec.
„Kaiser“  Hamburg  Durban  am  13.  Juli  an  Leixoes.
„Kanzler"“.  amburg  »  Durban  am  12.  Juli  ab  Dar-es-Salam.
„Bundesrath"“  z.  Zt.  in  Ham—burg  -  ·
„Reichstag“  Hamburg  Delagoabai  am  12.  Juli  ab  Suez.
„AMdmiral"  Hamburg  Delagoabai  am  6.  Juli  an  Mozambique.
„General“  Delagoabai  l  Hamburg  am  18.  Juli  ab  Aden.
        <pb n="478" />
        436

Anzeigen.

 

Inserate  (fũr  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  sw  12,  Kochstraße=  —

 

   
     

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aller  Art,  (251)

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Reisen.—  Umfassende
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M.-Gladbach  (mech.  Weberel).

 

 

 

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Dr.  Thomalla's  Gesundheits-Socken
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Schotten,  Knopf-Handschuhe.

 

 

 

 

 

Reuigkeiten
aus  dem
Verlage  der  Kgl.  Hofbuchhandlung  von
C.  S.  Mittler  KSohn,  Berlin  SW.
6—--Mauticus,
  Altes  und  Neues  zur

Flottenfrage.  Erläuterungen  zum
Flottengesetz.  Mark  1,80.

 

—.—  Neue  Beiträge  zur  Flottenfrage.
  Mark  1.25.

A.  C.  Mahan,  Der  Einfluß  der
Seemacht  auf  die  Geschichte.
Erster  Band.  1660  —  1783.  In
Uebersetzung  herausgegeben  auf  Veranlassung
  der  Redaktion  der  Marine-Rundschau.

  Zweite  Auflage.  Mk.  10,
geb.  Mk.  11,50.

VVV7VVVVVVN777yVyT7VYTYYTTT

 

 

 

er.  Siemens  &amp;amp;  Co.,  ZCharlottenburg.

einzusenden.

Verkauf  von  Erzeugnissen
aus  den  deutschen  Kolonien

unt.  Aufsicht  herworragend.-Mitglieder  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.

 

##sck  #-#e

guso  u#n#n.
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W.  Schill- 



Zweiggeschäft:

Strasse  28.

Eingetragene  Schutzmarke.
NVeuheiten:

Kiautschou-Zigaretten.



C.Jerusalemer-(2#0)


Deutsches

Salat-  u.  Speise-Oel.

 

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ochworri  Iun  ·

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Hervorragende  Neuheit
auf  dem  Gebiete  der  Conserv.-Industrie.
Unentbehrlich  für  Militairs.  Jager,  Touristen,
  Radfahrer,  Segler,  Junggesellen
elc.  —  Erwärmung  des  Dosen  Inhalts
zu  jed.  Zeit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
9n#  Witterungsverhältu.  in  wenigen  Minnt.
—  Fabrikate  in  allen  Preislagen  empflehlt

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W#ckungd.Cons-Süchse.  Patente  in  10  Staaten.  —

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Erfinder  der  Dochtkohle,  liefern  zu  den  billigsten  Preisen  in  bekannter
  bester  Qualität:  (284)

Kohlenstübe  fũr  electrische  Beleuchtung,  Specialkohlen

  für  Wechselstrom,  Schleifcontacte  aus  Kohle

von  höchster  Leitungstählgkelt  und  geringster  Abnutzung  für
Dynamos.  Mikrophonkohlen  und  Kohlen  für  Electrolyse.

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(u#

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*  *2*i.—

J  -  J  JJ(JJ3-—8*z—5

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  en  grosk!

F.  Jungnickel,

Optische  Industrie-Anstalt,
Rathenow  i.  Pr.
Illustrirte  Katuloge  gratis  und  franko.

(16)

 

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Conserven  aner  Art,  tür  aie  Tropen  zubereltet.
2  Goldene  Medaille:  Hamburg  i880  u.  1889.
r2  Wien  1873.  &amp;amp;  Paris  18655.  London  1862.  7
⁊  Munchen  1864.  æ,  Melbourne  1880.  (um
Allgemelne  Gartenbau-Ausstellung  in  Mamburg  1897  Goldene  Medallle.
8  Wir  garantiren  die  Haltharkeit  Preislisten  stechen  anf  Wunsch  □
atmarte.  unserer  eigenen  Fabrikate.  Fgratis  u.  franco  zur  Verfügung.

—  437  —

 

 

 

 

 

 

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W-.—..

Joseph  Klar,  Samenhandluns,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

17  —  Mofltegferant  Sr.  Majestdt  des  Kafsers.—  **  Z

oderirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben

nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

Nelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-4###en

  leefert,  s  offerire  ich  für  grüsseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Nark  12,—  franeo  aller  deutsehen

av#lanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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———sse--ls  ½½  *  ·
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Wolgast  i.  Pomm.  (##)

 

 

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12  goldene  Medaillen  und  I.  Preise.
Von  Liszt,  Büulow,  d’Albert  aura

Würmste  empfchien.  A  g.  eiben
aus  allen  Teilen  der  Welt.  In  viclen
Nagazinen  des  In-  und  Auslandes  vorrätig,
sonst  direkter  Versandt  ab  Fabrik.
Ulaustr.  Preisliste  umsonst.

Seimisdenserne  auster

uand  Oberlichte  jeder  Art,  (18.)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
uand  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

 

###be  4

—

*——  —

     

reo

—  «  .--7ss-s  ,
nu-  ulen
Vuo'i###  ##  rnt  Fre.  en

 

 

 

Deutsche,  kolonlale  u.  Internationale
Transporte  jeder  Art.  (2#u)

A.  Warmauth,
Mos,pedlteu  r.  Könlsl.  Hohelt  des
Prinzen  (icorg  von  Preussen,
Spedition.  Berlin,  Kommission.

Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.  Garnisonkirche  la.

 

 

 

 

438

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (Lom.  E.  Schering)  zu  Berlin

Memaunm  I#nirainorium

(salzsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Protessor

Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  d#  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Sicheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;

Barcelona:  J.  Espiell;  E
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  af-  Klll;

Moskau:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-  Lork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willlam  Street;

Paris:  Man  Feres,  31  rue  des  peiltes  Ecurles;

Rio  de  Janeiro:  Magalhäes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Sucoessores  de  Klingelnoeter  4  Co.

—

Stem

Sy
Jordimeyerhertefela

ist  als  das

beste  Wasserfllier

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt  des
Königl.  Preussischen
*r  Wiegsminisferiums
hHhertefec-Fiter  hesolbchaf

#  CELILE.  16.

ke
J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,

—SUHL  i.  Thür.
Mechanische  Jagdgewehr-Fabrik,
.

  
   

 

 

   
 
  

emplichlt  ihre  anerkannt  guten,  aus  den  besten  Materialien  auf
Präzisionsmuschinen  hergestellten  Jagdgewehre,  als:  Doppel-Hnten,
  Büchsflinten,  Birschbüchsen,  Doppelblchsen,  Oreilkufer,  Repetldüchsen,

  laut  kostenfrei  zu  sendender  illustr.  Preisliste.  ut
Spesialität:  Alleinige  Fabrikation  von  un  aus  dem  bis  J6

unübertroffenen  O  Krupp’'schen  Spezlal-Cewehrlanfstahl,  &amp;amp;  dem  besten  .

existirenden  Laufmaterislien.  Gesetzlich  geschütst.
        <pb n="481" />
        Eigene  Filiale

4—  4  General-Vertreter
in  für  Deutsch  -  Ostafrika:
Swakopmund,  E.  Müller  &amp;amp;  Devers,
Deutsch-Südwestafrika.  6  r  Dar-es-Saldm.

BERLIN  NW.  7,  Neustädtische  Kirchstr.  15.
Einziges  Spezial-Geschäft  Deutschlands  für  komplete

Iropen-Musrüstungen.

FPreislisten  —

2  gratis  und  franko.  Tropen-  Anzüge,  Tropen-Wische,

Tropen-Kopfbedeckungen,
Tropen-Fussbekleidungen,  Tropen-Koffer,
Tropen-Zelte  mit  Einrichtung,
Tropen-Jagdausrüstungen,
Tropen-Sättel,  Tropen-Menagen

U.  S.  W.  (235)

 

 

 

 

    

 

Telegramm-Adresse:

Tippotip,  Berlin.
        <pb n="482" />
        —  440  —

 

Einfachste,  tageshelle

 

Beleuchlung

ganyer  Ortschaften,  von  Häusern,  Wohnungen,  Landstrassen,  Werkten,

tablissements,  Fabriken,  Werkstätten,  Kellereien  durch  meinen  un

Zuverlässigkeit  unübertroffenen  Acetylengas  -  Appuarat.  Das  aus
Calcium-  Carbid  und  Wasser  entwickelte  Acetylengas  überstrahlt
an  Leuchtkraft  nahezu  alle  underen  Lichtarten  und  stellt  sich  verhältnissmässig

  bitltiger  tund  gefahrloser
dls  Kohlengas  oder  Fetrolet#m.  Mit
Leichtigkeit  überall,  ohne  jede  Centrale,  anwendbar.
  Tüchtige  Vertreter  gesucht.

Ich  lielere  jede  Quantität  Curbid  von  25  kg
aun  bis  zu  100  Schiffstons  und  darüber.

M.Hesse,  Hamburg.

Telegramm-  Adresse:  Calecarbid.

Dampipflüge

bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
Mk.  28,000  an.

Strassenlocomotiven  uns
Dampf-Strassenwalzen

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

John  Fowler  &amp;amp;  Co.  in  Magdeburg.
1  *

 

(218)

(188)

 

 

(19)

FREVEURG  a.  U.

Sekt

 

Rotkäppchen  Cabinet

 

J

Gutgepflegte  khein-u.  Hoselweine.

im  Export  bewährt,  liekern  billigst
Wei  3r
1—

London  E.  C.,  2  Royal  Exchunge  Buildings.  (Iss)

 

  

 
  

 

 

erlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SWae,  Kochstr.  68—71.

Anweisung
zur
regelmäßigen  ärztlichen  Rapportund
  Berichterstattung
über  die
Keiferliche  Schuhtruppe  in  Beuisch-Glefrike.
Preis  80  Pf.

Landes-Aufnahme

und

Generalstabs  ·  Karten,

die  Arbeiten  der  Käniglich  Preufistzen
Laubes-Aufnahme,
dargestellt  von
Kahle.

Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Arbeiten
  der  Königlich  Preußischen  Landes-Aufnahme
  einer  eingehenden  Würdigung
unterzogen  und  die  Entwickelung  und
Technik,  Art  und  Werth  derselben  allgemeinverständlich
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Vermessungsbeamten
  ein  Hülfsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landesvermessung  zu  verschaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  derselben
geben.  Das  Buch  eignet  sich  ganz
besonders  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schutztruppe,  um  sich  für  die
Kartographie  vorzubereiten.

Ferner  ist  erschienen:

Neunzig  Tage  im  Zelt.
Meine  Reise  nach  Ahehe

Juni  bis  September  1807.
Von

Liebert,

Generalmajor,

Kaiserlicher  Gouverneur  von  Deuisch=Ostafrika.


Mit  einer  #kizze.
Preis  Mk.  1,—.
        <pb n="483" />
        441

Gegründet  1852.

M.  OyTO  W.  MOLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
Teiegramm-  Adresse:  Mottoller,  c

 

 

Spedition  und  Commission,

Expedition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Speaialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondenz  ernbeten.

(23)

 

 

NEUIT1  NEUL1

Eikx.  Condurango  peptonat.  Immermann.

In  Originalffaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
Von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  bestes  Präventlwund
  Heillmittel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  .  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem
Werthe  für  die  tägliche  Praris  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
Hlut.  Condurango  Ferro-Tonchintint.  In  Originalflaschen.  Mit
Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
„Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genuuen  Fubrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-  Michnelis'’sches  Refernt!.  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorlsirter  Fnbrikant:  (22)

Apotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

 

 
    

*“
72.  d
Cis  a  h  rr

—n—'  “  m7

ein  wohlschmeckendes  Chinapräparat,  aus  bester  China-Ealisaya-Rinde  bereitet,
  enthält  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkaloide)  in  meglichst
Fohlschmeckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chinarinde  indicirt
ist,  angewandt,  besonders  gegen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit
Magenbeschwerden  und  Schwächezustände.

Ais  Stärkungsmittel  nach  heftigen  Fiebern,  besonders  nach  lolluenza,
T#phus,  Ruhr,  Malaria  u.  S.  W.  bewährt  es  sich  ausgezeichnet  und  wird  von
Wedizinischen  Autoritäten  bestens  empfohlen.  ½)

Nan  hüle  sich  vor  Nachahmungen  und  achie  unf  die  Schullmarke  der  Firmu.

Mb##t  C.  Dung.iFreiburg  i.B.

 

 

 

 

VortreKliche,  naturreine
Obstweine

—  grErpork
C.  Wesche,
Quedlinburg.
Drobeaufträüge  empfohlen  auf
ussortirte  Kisten,  enthultend  zwölsf
Fluschen  im  Werthe  von  ca.  M.  12,—
franco  Hamburg.
Johaunisbeerweln,  welss  und  roth,
Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerweln,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstweinperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger

Schloss-Champagner.
Export-Vertreter:
Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburnrg.  (is)

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegröndet  1826.

Kessler  Cabinet

dey  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten

(50)  Esslingen.

 

 

 

C.  Madquet,

Heidelberg  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

Räderbahren,

Tragbahren,  Tragstühle.

 

Sdmmtche  Möber  W

Krankenpflege,

Krangkenstühte  jeder  Art,
Badeapparate.  (10)
        <pb n="484" />
        -.  umseiksn
cdk
taloq  #

EL

R  ELX

 

 

Allen  Kolonlalireunden  unenthehrlieh:

Deutsches  KolonialHandbueh.

Nach  amtlichen  Ouellen  bearbeitet  von

Rudoll  Fizner.  (233)
80.  462  Seiten,  5  Karten.  Elegant
geb.  6  Mk.,  brochirt  5  Mk.  Enthält
ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offiziere,  Beamten,  Missionare,
  Kaufleute  u.  Pflanzer.  Zu  beziehen
  durch  jede  Buchhandlung
sowiegegen  Einsendung  desBetrages
durch  Hermann  Paetel,  Berlin  W.  30.

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,

Hofbuchbändler  Königlichen  oheit  des
VPrinzen  Heinrich  von  Preußen.

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello=Format.
  1,50.

v.  Holleben,  Korvett.  Cptn.  Sieben
Jahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
80.  4.  5,—,  eleg.  geb.  K.  6.—.

v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884.

K.  1.50,  geb.  47.  2,25.

 

 

—  —  —  —

  

Bösche,  portugies.  -  eutsches
Nörterbuch.  6.  Aufl.,  vollst.  um-LTearbeitet
  u.  stark  vermehrt  von  A.
Dammann.  2  Bünde  broch.  14  Mk.,

(Osk.  Virchj,  Leipzig.  (234)

 

 
 

 

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—  Papier-Fabriken.
«  Unmbakgkkorliu—l-eipsigetc-.
Paplere  und  Pappen  aller  Art.

Export-  Abtheilung:  Hamburg.

Im  Auslande  Import-Agenten  gesucht  an  den  Plätzen.

Schutzmarke.  wo  noch  kelne  Vertretungen  errichtet  sind.  (215)

 

 

 

SFEFupfeblenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

—  Gabelens*#,  Handbuch  zur  Ausnahme
  fremder  Sprachen.
trage  der  Kol.-Abth.  des  Auswärtigen.span.  Sprache  sowie  Post-Amts
  verfasst.
geb.  16  Mk.  R.  Kittler's  Verlag  Verlutg  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

 

 

   
    

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liefert  unter  Garantie:

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*  1  Internat.  Adressen-Verlagsanstalt

#o  Gegründet  1864  o  Leipzig

Katalog  über  stets  vorräthige  ca.  2900  Branchen  =  6.000.000  Klebe-  Adressen
bitte  zu  verlungen.  Lubeziehen  durch  jede  Buchhandlung.
Kennzeichen  Jeder  einzelne  Allressenbogen  trügt  emen  d  (7)

Man  hute  sich  vor  minterwemnhigen  Nachahmungen

 

 

 

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Im  Auf-deutsch.,  engl.,  franz.,  ital.
Preis  K  4.—.  karten-Albums  i.  jeder  Preislage
  fabrizirt  C.  F.  Lücke,
Leipzig.  (Prosp.  grat.)  (17)

 

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        <pb n="485" />
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AuSFÜIIRUNG  von  EXPORT-BAUTEX
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RAmWEG  PAVISTRASSE  21.
Fernsprecher  No.  2.  Fernsprecher  Amt  I.  No.  4163.

TELECRANN-ADRESSE:  #
RaINSCIinD#T,  AL#TONA.  (6)

ALTONA

 

5½%  ?  M  5%  T  2  -l2  5%%

——

————..JJJ.  J  —

BERLIN,  W.

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•n*  &amp;amp;**l.[((  (  *  %%.  —*  ——

Export  „Bier

r
Kalser-Brauerei  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Steingutfabrik,  ArtiengLesellschaft,

  vormals  Gebruder  HMubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (1606)

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  S8W.,  Kochstraße  68—71.

Das
Reichsbeamtengesetz

erläutert
von
Perels,  und  Dr.  Spilling,
Geh.  Admiralitätsrath.  Geh.  Ober--Postratb.
Preis  5  M.,  geb.  5,60  M.

 

 

 
     

EXKpor-Stahlkarren
DEUrscher  ENGL.  FORN
Fabriceiren

HKönlgen#  Co.

B.  Gladbächeköln

Kewitsch  Orgel-Armonium.


Fabrik  u.  Luger.  Billige
Preise,  von  200  Mk.  un.
speziell  für  tropisches

lima  konstruirt,  emplh.

Johannes  Kewitsch,
Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

  

 

  

 

(128)

 

 

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  1/1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,  (7)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.

Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

    

    
 

—
rust  *
Hamburz,

Ferdinandstrasse  43,

übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  O0st-Afrika

zu  den  billigsten  Bedingungen.
Z  Telegramm-Adr.:  Afrikraft.

Fernsprecher:
Amt  I.  457.
        <pb n="486" />
        —  444  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Juli:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.

Am  25.  Juli:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  31.  Juli:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Rieck,
nach  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Benguella.

Am  10.  August:  P.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt.  Helelt,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Martens,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

Meächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  Juli,  25.  September
und  ferver  am  25.  jedes  zweiten  Monats.
Alle  Cdter  müssen  am  Tage  vor  elem  4bganypsdatum  bis  12  Uhr  mittags  Ianpssette  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
(12)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#L4  wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betiieb.

Die  nächsten  fahrplanmössigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdumpler:

 

 

von  Uamburg:  von  Nenpel:

„KAISER“,  Capt.  Stahl

...............  20.  Juli,

O,  BUNDESRATH“,  Capt.  Asthansen  20.  Juli,  3.  August,
*  /KOENIG“,  Capt.  Doher  3.  August,  I7.  August,
„GENERAL“,  Capt.  Güunennnn  17.  August,  31.  August,

nach  Mombassa,  Tangn?,  Pangani-,  Sundanis,  Bagamorox,  Dar-es-Salümzz,  Sunsibar-“,  Kliwa,  Lindi,
Mikindani,  Ibo,  Mozambique  ,  Quelimane  F,  TChinde  ,  Beirn“,  Inhumbane,  Delngonbal“,  Durban“.

Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  versehenen  Ilülen  auch  Ladung.  '

DiemiteinemoveksehemsnDampfe-rnehmenkassugiereundLudnnguucliallengenannt-enPliitstls
mit  Ansnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzdpliche  Einrichtungen  fr  Pussagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendentschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhälen  sowie  nach  Trans#nal
(Johnnnesburg  und  PTretoria)  via  Delugonbal.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tuge  vor  Abgang  des  Damplers  lüngsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  ·

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
"owie  wegen  Fracht  und  Passage  die

(20)

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie,

-  Esskksspdsjsktsssss.27s.-««-«-—
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamilichen  Theil:  M.  Junge,  Verlin.

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  2  Sohn,  Berlin  8W  12.  Kochstraße  68—11.

Ausgegeben  am  15.  Juli  luo  um  6  Ubr  nachmittags.

 

—  —  —  —
        <pb n="487" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beransgegeben  in  der  Kolouial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amis.

—–.’

E.  Jhrgung.  gearlin,  1.  Angun  160.

–—–.

—  ———„  —

6  Nummer  5.

IE  –  2  22  24

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheste  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteliäbrlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deotschen  Schutzgebieten“.  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr

.  Danckelmarv.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  fjür  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-=  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einiendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sobn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche

  Kontrole  der  einen  Hafen  des  Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschiffe  und  deren  Deeinfektion  S.  445.  —
Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Juli  1898  S.  452.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen
bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Mai  1898  S.  452.  —  Personalien  S.  452.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  453.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  politische  Lage  in
Uhehe  S.  454.  —  Magnetisches  Observatorium  in  Dar-es-Saläm  S.  454.  —  Kamerun:  Bericht  über  eine  Reise
nach  dem  Sanaga  und  der  Station  Edea  S.  454.  —  Bericht  über  die  in  dem  Versuchsgarten  von  Victoria  kultivirten,
von  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  stammenden  Pflanzen  S.  459.  —  Beabsichtigte  Forschungereise  S.  464.
—  Deutsch-Südwestafrika:  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  464.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Bevölkerung
des  Bismarck-Archipels  S.  464.  —  Marshall-Inseln:  Reise  des  Dr.  Kraemer  S.  464.  —  Neuer  Schuner  der
Jaluit-Gesellschaft  S.  465.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
S.  465.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Gemeinnützige  Arbeiten  im  Kongostaate  S.  465.  —  Britische  Flaggenhissung
  S.  465.  —  Gambia  S.  465.  —  Ueber  die  portugiesischen  Kolonien  in  Westafrika  S.  466.  —  Verschiedene
Mittheilungen:  Aufruf  zum  Sammeln  von  kleinen  Säugethieren  S.  482.  —  Ueber  die  Strandung  des  Dampfers
„Lothar  Bohlen“  S.  483.  —  Litteratur  S.  484.  —  Litteratur-Verzeichnuß  S.  485.—  Schiffsbewegungen  S.  485.—
Verkehrs-Nachrichten  S.  485.  —  Anzeigen.

—  —  —  —

 

Amtlicher  Theil.

Verordnungen  und  Mittheilungen  der  Behörden  in  den  Schutgrbieken.

 

Runderlaß  an  sämmtliche  Dienststellen  in  Dar-es-Saläm,  an  die  Bezirks=  und
Bezirksnebenämter,  das  Bezirksgericht  Tanga,  die  Hauptzollämter  und  Zollämter
1.  und  2.  Klasse.

An  Stelle  der  mit  Runderlaß  vom  3.  April  1897  mitgctheilten  §  14  a  bis  14  f  der  Abänderungsund
  Ergänzungsbestimmungen  zu  den  Vorschriften,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen
Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschiffe,  treten  mit  heutigem  Tage  die  in  der
Anlage  1  enthaltenen  Bestimmungen.  Gleichzeitig  werden  die  mit  Runderlaß  vom  15.  Juni  1896  mitgetheilte
  Desinfektionsanweisung  für  Seeschiffe  und.  die  mit  Nunderlaß  vom  3.  April  1897  mitgetheilten
Ergänzungsbestimmungen  zu  der  genannten  Desinfektionsanweisung  für  Seeschiffe  durch  die  in  der  Anlage  2
gegebene  Desinfektionsanweisung  ersetzt.

Dar-es-Saläm,  den  5.  Mai  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

IAnlage  1.  Abänderungs-  und  Ergänzungsbestimmungen

zu  den  vorschriften,  betreffend  die  gesundbeitspoliteiliche  Nontrole  der  einen  Bafen
des  ostafrikanisehen  Scehungebictes  anlaufenden  Sercschiff
An  Stelle  der  §§  14  a  bis  14f  treten  nachfolgende  Bestimmungen:
§  14a.
Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord  oder  innerhalb  der  letzten  zwölf  Tage  an  Bord  gehabt,  so  ist  nach
erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  dem  Gonvernement  telegraphisch  Anzeige  zu  erstatten.

7
        <pb n="488" />
        —  446  —

8  14b.

Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord  oder  sind  auf  einem  Schiffe  innerhalb  der  letzten  zwölf  Tage  vor
seiner  Ankunft  Pestfälle  vorgekommen,  so  gilt  es  als  verseucht  und  unterliegt  folgenden  Bestimmungen:

1.  Die  an  Bord  befindlichen  Kranken  werden  ausgeschifft  und  in  einen  zur  Aufnahme  und  Behandlung
  geeigneten  abgesonderten  Raum  gebracht,  wobei  eine  Trennung  derjenigen  Personen,  bei  welchen
die  Pest  festgestellt  worden  ist,  und  der  nur  verdächtigen  Kranken  stattzufinden  hat.  Sie  verbleiben  dort
bis  zur  Genesung  oder  bis  zur  Beseitigung  des  Verdachts.

2.  An  Bord  befindliche  Leichen  sind  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  zu  bestatten.

3.  Die  übrigen  Personen  (Reisende  und  Mannschaft)  werden  in  Bezug  auf  ihren  Gesundbeitszustand
  weiterhin  einer  Beobachtung  unterworfen,  deren  Dauer  sich  nach  dem  Gesundheitsstand  des  Schiffes
und  nach  dem  Zeitpunkt  des  letzten  Erkrankungsfalles  richtet,  keinesfalls  aber  den  Zeitraum  von  zehn  Tagen
überschreiten  darf.  Zum  Zwecke  der  Beobachtung  sind  sie  entweder  am  Verlassen  des  Schiffes  zu  verhindern,
oder,  soweit  nach  dem  Ermessen  der  Hafenbehörde  ihre  Ausschiffung  thunlich  und  erforderlich  ist,  in  einem
abgesonderten  Raume  unterzubringen.  Letzteres  gilt  insbesondere  dann,  wenn  die  Mannschaft  zum  Zwecke
der  Abmusterung  das  Schiff  verläßt.

Reisende,  welche  nachweislich  mit  Pestkranken  nicht  in  Berührung  gekommen  sind,  können  aus  der
Beobachtung  entlassen  werden,  sobald  durch  den  beamteten  Arzt  festgestellt  ist,  daß  Krankheitserscheinungen,
welche  den  Ausbruch  der  Pest  befürchten  lassen,  bei  ihnen  nicht  vorliegen.  Jedoch  hat  in  solchen  Fällen
die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über
die  bevorstehende  Ankunft  der  Reisenden  zu  machen,  damit  letztere  dort  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung
  unterworfen  werden  können.  «

Findet  die  Beobachtung  der  Schiffsmannschaft  an  Bord  statt,  so  ist  das  Anlandgehen  derselben
während  der  Beobachtungszeit,  vorbehaltlich  der  Zustimmung  des  beamteten  Arztes  nur  insoweit  zu  gestatten,
als  Gründe  des  Schiffsdienstes  es  unerläßlich  machen.

4.  Alle  nach  dem  Ermessen  des  beamteten  Arztes  als  mit  dem  Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet
zu  erachtenden  Wäschestücke,  Bekleidungsgegenstände  des  täglichen  Gebrauchs  und  sonstige  Sachen  der
Schiffsmannschaft  und  der  Reisenden  sind  zu  desinfiziren.

Das  Gleiche  gilt  bezüglich  derjenigen  Schiffsräumlichkeiten  und  -Theile,  welche  als  mit  dem
Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet  anzusehen  sind.  «

Erforderlichenfalls  können  von  dem  beamteten  Arzt  noch  weitergehende  Desinfektionen  angeordnet
werden.  Kehricht  ist  zu  verbrennen.  Gegenstände,  deren  Einfuhr  verboten  ist,  dürfen  nicht  ausgeschifft
werden.  Mit  allem  Nachdruck  ist  dahin  zu  wirken,  daß  eine  Verschleppung  der  Seuche  durch  an  Bord
befindliche  Ratten  und  Mäuse  verhindert  wird.

5.  Bilgewasser,  von  welchem  nach  Lage  der  Verhältnisse  angenommen  werden  muß,  daß  es  Pestkeime
  enthält,  ist  zu  desinfiziren  und  demnächst,  wenn  thunlich,  auszupumpen.

6.  Der  in  einem  verseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  eingenommene  Wasserballast  ist,  sofern  derselbe
  im  Bestimmungshafen  ausgepumpt  werden  soll,  zuvor  zu  desinfiziren;  läßt  sich  eine  Desinfektion  nicht
ausführen,  so  hat  das  Auspumpen  des  Wasserballastes  auf  hoher  See  zu  geschehen.

7.  Das  an  Bord  befindliche  Trink=  und  Gebrauchswasser  ist,  sofern  es  nicht  völlig  unverdächtig
erscheint,  nach  erfolgter  Desinfektion  auszupumpen  und  durch  unverdächtiges  Wasser  zu  ersetzen.

In  allen  Fällen  ist  darauf  zu  achten,  daß  Absonderungen  und  Entleerungen  von  Pestkranken,
verdächtiges  Wasser  und  Absälle  irgend  welcher  Art  nicht  undesinfizirt  in  das  Hafen=  oder  Flußwasser
gelangen.

§  14c.

Sind  auf  einem  Schiffe  bei  der  Abfahrt  oder  auf  der  Fahrt  Pestfälle  vorgekommen,  jedoch  nicht
innerhalb  der  letzten  zwölf  Tage  vor  der  Ankunft,  so  gilt  dasselbe  als  verdächtig.  Nach  erfolgter  ärztlicher
  Untersuchung  (§  6)  ist  die  Mannschaft,  sofern  der  beamtete  Arzt  dies  für  nothwendig  erachtet,  hinsichtlich
  ihres  Gesundheitszustandes  einer  Ueberwachung,  jedoch  nicht  länger  als  zehn  Tage,  von  der  Stunde
der  Ankunft  des  Schiffes  an  gerechnet,  zu  unterwersen.  Das  Anlandgehen  der  Mannschaft  kann  während
der  Ueberwachungszeit  verhindert  werden,  soweit  es  nicht  zum  Zwecke  der  Abmusterung  geschieht  oder
Gründe  des  Schiffisdienstes  entgegenstechen.  Den  Reisenden  ist  die  Fortsetzung  ihrer  Reise  zu  gestatten,
jedoch  hat,  wenn  der  beamtete  Arzt  ihre  fernere  Bewachung  für  nothwendig  erachtet,  die  Hafenbehörde
unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über  die  bevorstehende
Ankunft  derselben  zu  machen,  damit  sie  dort  der  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen  werden
können.  Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den
Krankheitsstoff  der  Pest  in  sich  ausgenommen  haben,  so  können  dieselben  auf  Anordnung  des  beamteten
Arztes  wie  die  Personen  eines  verseuchten  Schiffes  (J§  14b  1  und  3)  behandelt  werden.

Im  Uebrigen  gelten  die  Vorschriften  des  §  140  Nr.  4  bis  7.
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        —  447  —

§  14d.

Hat  das  Schiff  weder  vor  der  Abfahrt,  noch  während  der  Reise,  noch  auch  bei  der  Ankunft  einen
Pest-Todes=  oder  Krankheitsfall  an  Bord  gehabt,  so  gilt  dasselbe,  auch  wenn  es  aus  einem  Hafen  kommt,
gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angeordnet  worden  ist,  als  „rein“  und  ist,  sofern  die
örztliche  Untersuchung  (8§  6)  befriedigend  ausfällt,  sofort  zum  freien  Verkehr  zuzulassen,  nachdem  die  in
*  14b  unter  Nr.  4  Absatz  1  und  3  und  Nr.  5  bis  7  bezeichneten  Maßnahmen  ausgeführt  worden  sind,
soweit  der  beamtete  Arzt  dies  für  erforderlich  erachtet.  Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung
  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den  Krankheitsstoff  der  Pest  in  sich  aufgenommen  haben,
oder  hat  die  Reise  des  Schiffes  seit  Verlassen  eines  Hafens  der  oben  bezeichneten  Art  weniger  als  zehn
Tage  gedauert,  so  können  die  Reisenden  und  die  Mannschaft  auf  Anordnung  des  beamteten  Arztes  nach
Maßgabe  der  Bestimmungen  des  §  14c  weiterhin  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung,  bis  zur
Dauer  von  zehn  Tagen,  von  dem  Tage  der  Abfahrt  des  Schiffes  an  gerechnet,  unterworfen  werden.

§  14e.

Gegenüber  sehr  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  gegenüber  solchen,  die  Auswanderer  oder
Rückwanderer  befördern,  sowie  gegenüber  Schiffen,  die  besonders  ungünstige  gesundheitliche  Verhältnisse
aufweisen,  können  weitere,  über  die  Grenzen  der  88  14b  bis  144  hinausgehende  Maßregeln  von  der
Hasenbehörde  getroffen  werden.  t

814f.

Die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Waaren  und  Gebrauchsgegenständen  aus  den  in  den  §§  14b  bis  e
bezeichneten  Schiffen  unterliegt  nur  insoweit  einer  Beschränkung,  als  seitens  der  zuständigen  Reichs=  und
Landesbehörden  besondere  Bestimmungen  getroffen  werden.  Jedoch  sind  Gegenstände,  die  nach  Ansicht  des
beamteten  Arztes  als  mit  dem  Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind,  vor  der  Ein=  oder
Durchfuhr  zu  desinfiziren.

§  148.

Will  ein  Schiff  in  den  Fällen  der  §§  14b  bis  14e  sich  den  ihm  auferlegten  Maßregeln  nicht
unterwerfen,  so  steht  ihm  frei,  wieder  in  See  zu  gehen.  Es  kann  jedoch  die  Erlaubniß  erhalten,  unter
Anwendung  der  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  (Isolirung  des  Schiffes,  der  Mannschaft  und  der  Reisenden,
Verhinderung  des  Auspumpens  des  Bilgewassers  vor  erfolgter  Desinfektion,  Ersatz  des  an  Bord  befindlichen
Wasservorraths  durch  gutes  Trink=  und  Gebrauchswasser  und  dergleichen)  seine  Waaren  zu  löschen  und  die
an  don  befindlichen  Reisenden,  sofern  sich  diese  den  von  der  Hafenbehörde  getroffenen  Anordnungen  fügen,
an  Land  zu  setzen.

Ziffer  4  des  den  Vorschriften  beigegebenen  Fragebogens  erhält  auch  für  Schiffe,  welche  aus  Anlaß
der  Pestgefahr  einer  Kontrole  unterzogen  werden,  wieder  die  vereinfachte  Fassung:

4.  Wo  hat  das  Schiff  seine  Ladung  eingenommen?

Woraus  besteht  die  Ladung?

Enthält  sie  insbesondere  Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes
Bettzeug,  Hadern  und  Lumpen?

Aulage  2.  Desinfektionsanweisung  für  Seeschiffe,
welche  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  beim  Anlaufen  eines  hafens  des  deutschftafrikanischen
  Schutzgebietes  unterliegen.

I.  Allgemeines.

1.

Bei  Cholera,  Gelbfieber  und  Pest  unterliegen  der  Desinfektion  an  Bord  in  erster  Linie  diejenigen
Gegenstände  und  Oertlichkeiten,  welche  von  Kranken  verunreinigt  oder  benutzt  worden  sind.  Insbesondere
klommen  in  Betracht:  Wäsche  und  Kleidung,  Bettzeug,  Eßgeschirr,  Kloset,  Nachtgeschirr,  Spucknapf,  Lagerstätte
und  Wohnraum  des  Kranken,  die  durch  Entleerungen  oder  Absonderungen  desselben  an  Deck  oder  in  den
Schiffsräumlichkeiten  beschmutzten  Stellen;  serner  Wischtücher,  Schwabber,  Besen  2c.,  welche  bei  der  Krankenwartung
  und  Reinigung  verwendet  sind,  endlich  die  Kleider  der  um  den  Kranken  beschäftigten  Personen.

§  2.

Ob  die  Desinfektion  sich  noch  auf  andere  als  die  im  §  1  aufgeführten  Sachen  und  Räumlichkeiten
zu  erstrecken  hat,  muß  von  Fall  zu  Fall  beurtheilt  werden  und  hängt  von  der  Ausdehnung,  welche  die
Krankheit  an  Bord  genommen  hat,  und  von  der  Art  der  Verbreitung  des  Ansteckungsstoffes  ab.

Bei  vereinzelten  Cholera-,  Gelbfieber=  und  Pestfällen  auf  Schiffen,  welche  nicht  dem  Massentransport

von  Personen  dienen,  kann  man  sich  in  der  Regel  auf  die  im  §  1  aufgeführten  Sachen  und  Räumlichkeiten
  beschränken.
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        —  448  —

Falls  auf  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  Auswandererschiffen,  eine  der  genannten  Krankheiten
unter  den  in  gemeinschaftlichen  Räumen  untergebrachten  Personen  ausgebrochen  ist,  läßt  e  die  Verbreitung
des  Ansteckungsstoffes,  namentlich  wenn  Seekrankheit  geherrscht  hat,  nicht  übersehen.  Unter  solchen  Umständen
sind  nicht  bloß  die  Krankenräume  und  die  nur  von  Kranken  innegehabten  Wohnräume,  sondern  die  gesammten
  in  Betracht  kommenden  Wohnräume  zu  desinfiziren,  ebenso  nöthigenfalls  nicht  nur  die  Kleider  der
Kranken  und  der  mit  ihnen  in  Berührung  gekommenen  Personen,  sondern  auch  die  Wäsche  und  Kleider  rc.
sämmtlicher  Mitreisenden  derselben  Abtheilung  oder  Klasse.  Das  verschlossene  Reisegepäck,  welches  während
der  Reise  nicht  benutzt  worden  ist,  wird  dagegen  nur  in  seltenen  Fällen  der  Desinfektion  unterzogen
werden  müssen.

Die  Sachen  und  Effekten  2c.,  Kabinen,  Salons  2c.  der  Reisenden  erster  und  zweiter  Kajüte  sind
in  der  Regel  nur  soweit  zu  desinfiziren,  als  sie  von  Kranken  oder  der  Infektion  ausgesetzten  Angehörigen
derselben  benutzt  worden  sind.  Auf  Schiffen,  welche  wegen  Pestgefahr  der  gesundheitlichen  Kontrole  unterliegen,
  aber  bei  der  Ankunft  als  rein  befunden  werden,  kann  nach  Ermessen  des  beamteten  Arztes  eine
Desinfektion  von  Wäschestücken,  Bekleidungsgegenständen  des  täglichen  Gebrauchs  und  sonstigen  Sachen  der
Schiffsmannschaft  und  der  Reisenden  angeordnet  werden,  sofern  diese  Gegenstände  als  mit  dem  Ansteckungsstoff
  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind.

§  3.

Die  Aborte  auf  Schiffen  sind  meist  so  eingerichtet,  daß  die  Ausleerungen  unmittelbar  ins  Wasser
gelangen.  Auf  verseuchten  oder  verdächtigen  Schiffen  sind  diese  Klosets  für  die  Dauer  des  Aufenthalts  im
Hafen  zu  schließen  und  besondere  Eimerklosets  an  Bord  zu  verwenden,  deren  Inhalt  täglich  desinfizirt
werden  muß.

84.

Das  an  Bord  befindliche  Trink-  und  Gebrauchswasser  ist  auf  Schiffen  mit  langer  Reisedauer
zu  desinfiziren  und  durch  gutes  Trink=  und  Gebrauchswasser  zu  ersetzen,  wenn  die  während  der  Reise
vorgekommenen  Krankheitsfälle  mit  Wahrscheinlichkcit  auf  den  Genuß  desselben  zurückzuführen  sind.  Bei
Schiffen  mit  kurzer  Reisedauer  muß,  auch  wenn  keine  Erkrankungsfälle  an  Bord  vorgekommen  sind,  das
aus  einem  cholera-,  gelbfieber=  oder  pestverseuchten  Hafen  stammende  Trink=  und  Gebrauchswasser  desiufizirt
werden,  sofern  nicht  etwa  zuverlässige  Nachrichten  über  die  einwandfreie  Wasserentnahme  vorliegen.

§  5.

Das  Bilgewasser  derjenigen  Schiffe,  auf  welchen  unter  dem  Heizer=  und  Maschinenpersonal  oder
unter  den  im  Zwischendeck  wohnenden  Mannschaften  und  Reisenden  Cholera-,  Gelbfieber=  oder  Pestfälle
während  der  Reise,  im  Abgangs=  oder  Ankunftshafen  vorgekommen  sind,  ist  zu  desinfiziren,  sofern  angenommen
werden  muß,  daß  etwa  in  das  Bilgewasser  hineingelangte  Krankheitskeime  noch  infizirend  wirken  können.

Das  Gleiche  gilt  von  dem  Bilgewasser  hölzerner  Schiffe,  welche  längere  Zeit  in  einem  cholera-,
gelbfieber=  oder  pestverseuchten  Hafen  gelegen  haben  und  nach  kürzerer  als  vierzehntägiger  Reise  ankommen,
auch  wenn  keine  Krankheitsfälle  an  Bord  vorgekommen  sind.

Maschinenbilgewasser  von  eisernen  Schiffen,  welche  aus  cholera=  oder  gelbfieberverseuchten  Häfen
nach  kürzerer  als  fünftägiger,  aus  pestverseuchten  Häsen  nach  kürzerer  als  zehntägiger  Reisedauer  ankommen,
ist  regelmäßig  zu  desinfiziren,  auch  wenn  keine  Krankheitsfälle  während  der  Reise  vorgekommen  sind.

Die  Desinfektion  der  Bilge  unter  den  Laderäumen  von  eisernen  Schiffen  kann  auf  reinen  Schiffen
in  der  Regel  unterbleiben.  Soll  sie  aber  erfolgen,  so  empfiehlt  sich  auch  bei  Schiffen  mit  kürzerer  als
fünftägiger  (bei  Pestgefahr  zehntägiger)  Reisedauer  damit  so  lange  zu  warten,  bis  das  Schiff  leer  ist  und
die  Bilgeräume  bequem  zugänglich  geworden  sind,  damit  die  Desinfektion  dann  recht  gründlich  vorgenommen
werden  kann.

86.

Das  Ballastwasser,  welches  im  Ankunftshafen  entleert  werden  soll,  ist  vorher  zu  desinfiziren,
wenn  es  aus  einem  cholera-,  gelbfieber=  oder  pestverseuchten  oder  verdächtigen  Hasen  stammt,  einerlei,  ob
Krankheitsfälle  an  Bord  vorgekommen  sind  oder  nicht.

1II.  Desinfektionsmittel.
87.
Als  Desinfektionsmittel  sind  zu  verwenden:
a)  Lösung  von  Karbolsäure.
Zur  Verwendung  kommt  die  sogenannte  „100prozentige  Karbolsäure“  des  Handels,  welche  sich
im  Seifenwasser  vollständig  löst.  Man  bereitet  sich  die  unter  b)  beschriebene  Lösung  von  Kaliseife.  In
20  Theile  dieser  noch  heißen  Lösung  wird  ein  Theil  Karbolsäure  unter  fortwährendem  Umrühren  gegossen.
Die  Lösung  ist  lange  Zeit  haltbar  und  wirkt  schneller  desinfizirend  als  einfache  Lösung  von  Kalrseife.
Soll  reine  Karbolsäure  (einmal  oder  wiederholt  destillirte)  verwendet  werden,  welche  erheblich
theurer,  aber  nicht  wirksamer  ist  als  die  sogenannte  „100  prozentige  Karbolsäure“,  so  ist  zur  Lösung  das
Seifenwasser  nicht  nöthig;  es  genügt  dann  einfaches  Wasser.
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        —  449  —

b)  Lösung  von  Kaliseife.

Drei  Theile  Kaliseise  (sogenannte  Schmierseise  oder  grüne  Seife  oder  schwarze  Seise)  werden  in

100  Theilen  heißem  Wasser  gelöst  (z.  B.  ½  kg  Seife  in  17  Liter  Wasser).
c)  Kalk,  und  zwar:

1.  Kalkmilch.  Zur  Herstellung  derselben  wird  ein  Theil  zerkleinerter  reiner  gebrannter  Kalk,
sogenannter  Fettkalk,  mit  vier  Theilen  Wasser  gemischt  und  zwar  in  folgender  Weise:

Es  wird  von  dem  Wasser  etwa  drei  Viertel  in  das  zum  Mischen  bestimmte  Gefäß  gegossen  und
dann  der  Kalk  hineingelegt.  Nachdem  der  Kalk  das  Wasser  aufgesogen  hat  und  dabei  zu  Pulver  zerfallen
ist,  wird  er  mit  dem  übrigen  Wasser  zu  Kalkmilch  verrührt,  oder,  falls  er  nicht  sofort  in  Gebrauch

genommen  wird,  in  luftdicht  verschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt.
2.  Kalkbrühe,  welche  durch  Verdünnung  von  einem  Theil  Kalkmilch  mit  neun  Theilen  Wasser

frisch  bereitet  wird.
d)  Chlorkalk.

Der  Chlorkalk  hat  nur  dann  eine  ausreichende  desinfizirende  Wirkung,  wenn  er  frisch  bereitet  und
in  wohlverschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt  ist;  er  muß  stark  nach  Chlor  riechen.  Er  darf  in  Mischung  von
1:100  bezw.  1000  Theilen  Wasser  an  Stelle  von  Kalkmilch  bezw.  Kalkbrühe  zur  Desinfektion  verwendet
werden.  Zur  Desinfektion  von  verdächtigem  Wasser  genügt  ein  Zusatz  von  1:10  000  bei  ½  stündiger
Einwirkung.

e)  Dampfapparate.

Als  geeignet  können  nur  solche  Apparate  und  Einrichtungen  angesehen  werden,  welche  von  Sachverständigen
  geprüft  sind.

Besonders  bei  den  improvisirten  Einrichtungen  auf  Dampfern,  wie  man  sie  häufig  sehr  zweckmäßig
durch  Benutzung  von  Badewannen  mit  Dampfzuleitung,  Badekammern,  Tanks,  Holzbottichen,  Baljen  und
dergleichen  herstellen  kann,  ist  es  nöthig,  daß  sie  von  Sachverständigen  erst  einmal  geprüft  werden  und  daß
bei  jeder  neuen  Desinfektion  genau  dieselbe  Anordnung  in  der  Dampfzuleitung  und-Ausströmung,  derselbe
Dampfdruck  und  dieselbe  Dauer  der  Dampfeinwirkung  innegehalten  wird.

1)  Siedehitze.

Auskochen  in  Wasser,  Salzwasser  oder  Lange  wirkt  desinfizirend.  Die  Flüssigkeit  muß  die  Gegenstände
  vollständig  bedecken  und  mindestens  zehn  Minuten  lang  im  Sieden  gehalten  werden.

Unter  den  angeführten  Desinfektionsmitteln  ist  die  Auswahl  nach  Lage  der  Umstände  zu  treffen;
doch  ist  es  den  beamteten  Aerzten  überlassen,  unter  Umständen,  insbesondere  zur  Desinfektion  des  Wassers,
auch  andere  in  Bezug  auf  ihre  Wirksamkeit  erprobte  Mittel  anzuwenden.

III.  Anwendung  der  Desinfektionsmittel  im  Einzelnen.
88.

1.  Alle  Absonderungen  und  Ausleerungen  der  Kranken  (Blut,  Eiter  und  andere  Wundabsonderungen,
  Erbrochenes,  Auswurf,  Nasenschleim,  Stuhlgang,  Urin)  sind  mit  Karbolsäurelösung  oder
Kalkmilch  (§  7a  und  c1)  zu  desinfiziren.  Es  empfiehlt  sich,  solche  Absonderungen  und  Auslecrungen
unmittelbar  in  Gefäßen  aufzufangen,  welche  die  Desinfektionsflüssigkeit  in  mindestens  gleicher  Menge  enthalten,
  und  sie  hierauf  mit  der  letzteren  gründlich  zu  verrühren.  Zur  Desinfektion  der  flüssigen  Abgänge
kann  auch  Chlorkalk  benutzt  werden.  Von  demselben  sind  je  einem  Liter  der  Abgänge  mindestens  vier
gehäufte  Eßlöffel  voll  in  Pulversorm  hinzuzusetzen  und  gut  damit  zu  mischen.  Die  Abgänge  dürfen  in
jedem  Falle  erst  nach  einer  mindestens  zwei  Stunden  dauernden  Einwirkung  des  Desinfektionsmittels
beseitigt  werden.

Verbandgegenstände  sind  unmittelbar  nach  dem  Gebrauch  zu  verbrennen  oder  in  solche  Gesäße  zu
legen,  welche  mit  Karbolsäure=  oder  Kaliseifenlösung  (§  7  à  und  b)  soweit  gefüllt  sind,  daß  die  Gegenstände
von  der  Lösung  vollständig  bedeckt  sind.  Die  Gemische  müssen  mindestens  eine  Stunde  stehen  bleiben,  ehe
sie  als  unschädlich  beseitigt  werden  dürfen.  Bei  Anwendung  von  Chlorkalk  genügen  20  Minuten.  Die
desinfizirten  Ausleerungen  können  in  den  Abort  oder  in  die  für  die  sonstigen  Abgänge  bestimmten  Ausgußstellen
  geschüttet  werden.

Schmutzwässer  sind  in  ähnlicher  Weise  zu  desinfiziren,  und  zwar  ist  von  der  Kalkmilch  so  viel
zuzusetzen,  daß  das  Gemisch  rothes  Lackmuspapier  stark  und  dauernd  blau  färbt.  Erst  eine  Stunde  nach
Eintritt  dieser  Reaktion  darf  das  Schmutzwasser  abgegossen  werden.

2.  Hände  und  sonstige  Körpertheile  müssen  jedesmal,  wenn  sie  mit  infizirten  Dingen  (Ausleerungen
  der  Kranken,  beschmutzter  Wäsche  2c.)  in  Berührung  gekommen  sind,  durch  gründliches  Waschen
mit  Karbolseifenlösung  desinfizirt  werden.
        <pb n="492" />
        —  450  —

89.

Bett=  und  Leibwäsche  sowie  Kleidungsstücke,  Teppiche  und  dergleichen  können  in  ein  Gefäß  mit
Karbolsäurelösung  oder  Kaliseifenlösung  (§  7a  und  b)  gesteckt  werden.  Die  Flüssigkeit  muß  in  den  Gefäßen
die  eingetauchten  Gegenstände  vollständig  bedecken.  In  diesen  Flüssigkeiten  bleiben  die  Gegenstände  zwölf
Stunden.  Dann  werden  sie  mit  Wasser  gespült  und  weiter  gereinigt,  das  dabei  ablaufende  Wasser  kann
als  unverdächtig  behandelt  werden.

8  10.

Wo  Dampfapparate  vorhanden  sind,  werden  Kleidungsstücke,  Wäsche,  Matratzen  und  Alles,  was
sich  zur  Desinfektion  in  solchen  Apparaten  eignet,  darin  desinfizirt  (8  7  e).

8  11.

Alle  diese  zu  desinfizirenden  Gegenstände  sind  beim  Zusammenpacken  und  bevor  sie  nach  den
Desinfektionsanstalten  oder  -Apparaten  geschafft  werden,  in  gut  schließenden  Gefäßen  und  Beuteln  zu  verwahren
  oder  in  Tücher,  welche  mit  einer  Desinfektionsflüssigkeit  angefeuchtet  sind,  einzuschlagen.

Wer  solche  Wäsche  r2c.  vor  der  Desinfektion  angefaßt  hat,  muß  seine  Hände  in  der  im  §  8  unter
Nr.  2  angegebenen  Weise  desinfiziren.

–  12.

Zur  Desinfektion  von  infizirten  Schiffsräumlichkeiten,  insbesondere  des  Logis  der  Mannschaft,
der  Kajüte,  des  Zwischendecks  für  Reisende  nebst  den  in  denselben  befindlichen  Lagerstellen,  Geräthschaften
und  dergleichen  ist  Karbolsäurelösung  (§  7a)  anzuwenden.  Die  Decke,  die  Wände  und  der  Fußboden  der
bezeichneten  Räumlichkeiten  sowie  infizirte  Lagerstellen,  Geräthschaften  und  dergleichen  sind  zunächst  mit
Lappen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  getränkt  sind,  gründlich  abzuwaschen.  Hierauf  sind  die  Räumlichkeiten
und  Geräthschaften  mit  einer  reichlichen  Menge  Wasser  zu  spülen  und  im  Anschluß  daran  die  Räumlichkeiten
einer  möglichst  gründlichen  Lüftung  zu  unterwersen.  Der  Krankenraum,  insbesondere  die  durch  Ausleerungen
verunreinigten  Theile  desselben,  die  von  Kranken  benutzten  Geräthschaften  und  dergleichen  sind  bei  der
Desinfektion  ganz  besonders  zu  berücksichtigen.

Räumlichkeiten,  in  welchen  durch  die  Desinfektion  mit  Karbolsäure  Beschädigungen  verursacht  oder
—  durch  den  nach  solcher  Desinfektion  noch  längere  Zeit  haftenden  Karbolgeruch  erhebliche  Unannehmlichkeiten
  entstehen  würden,  dürfen,  sofern  Kranke  darin  nicht  untergebracht  waren,  in  folgender  Weise
desinfizirt  werden:

1.  Die  nicht  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  mit  der  nach
§  ve  1  bereiteten  Kalkmilch  angetüncht;  dieser  Anstrich  muß  nach  drei  Stunden  wiederholt  werden.

Nach  dem  Trocknen  des  letzten  Anstrichs  kann  Alles  wieder  seucht  abgescheuert  werden.

2.  Die  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flüchen  der  Wände  und  Fußböden  werden  zwei=  bis  dreimal

mit  heißer  Seifenlösung  (§  7b)  abgewaschen  und  später  frisch  gestrichen.

3.  Wände  und  Fußböden,  welche  mit  polirten  Hölzern,  Tapeten,  Bildern  oder  Spiegeln  bekleidet
sind,  werden  mit  frischem  Brot  in  langen  Zügen  kräftig  abgerieben.  Die  Brotkrumen  und  Brotreste  sind
zu  verbrennen.

8  13.

Gegenstände  von  Leder,  Holz-  und  Metalltheile  von  Möbeln  sowie  ähnliche  Gegenstände
werden  sorgfältig  und  wiederholt  mit  Lappen  abgerieben,  die  mit  Karbolsäure-  oder  Kaliseifenlösung  (S  7  a
und  b)  befeuchtet  sind.  Die  gebrauchten  Lappen  sind  zu  verbrennen.  Bei  Ledertapeten  kann  auch  das  im
§  12  unter  Nr.  3  angegebene  Verfahren  angewendet  werden.

Pelzwerk  wird  auf  der  Haarseite  bis  auf  die  Haarwurzel  mit  einer  der  unter  §  7a  und  b
bezeichneten  Lösungen  durchweicht.  Nach  zwölsstündiger  Einwirkung  derselben  darf  es  ausgewaschen  und
weiter  gereinigt  werden.  Pelzbesätze  an  Kleidungsstücken  von  Tuch  werden  zuvor  abgetrennt.

Plüsch=  und  ähnliche  Möbelbezüge  werden  entweder  abgetrennt  und  nach  §  9  oder  10
desinfizirt  oder  mit  Karbolsäurelösung  (§  7  a)  eingesprengt,  feucht  gebürstet  und  mehrere  Tage  hintereinander
an  Deck  ausgetrocknet,  gelüstet  und  dem  Sonnenlicht  ausgesetzt.

Gegenstände  von  geringem  Werth  (Inhalt  von  Strohsäcken  und  dergleichen)  sind  zu  verbrennen.
Ueber  Bord  dürfen  undesinfizirte  Gegenstände  nur  in  See  geworfen  werden.

8  14.
Die  Aborte  werden  in  folgender  Weise  desinfizirt:
Etwaiger  Inhalt  der  Klosets  ist  mit  Kalkmilch  gründlich  zu  vermischen  und  darf  erst  nach  einer
Stunde,  während  welcher  Zeit  der  Abort  nicht  benutzt  worden  ist,  abgelassen  werden.  Das  Aufnahmebecken
sowie  das  Abflußrohr  werden  demnächst  mit  Kalkmilch  angestrichen.  Die  Wände  des  Klosetraums,  Sitzbrett,

  Fußboden  werden  mit  Karbolsäurelösung  gründlich  abgewaschen  und  nach  einer  Stunde  mit  Wasser
abgespült.
        <pb n="493" />
        —  451  —

Zur  Desinfektion  des  Klosctinhalts  kann  auch  Chlorkalk  (§  7d)  benutzt  werden,  indem  man  Chlorkalkpulver
  in  der  Menge  von  etwa  zwei  Prozent  der  ganzen  Mischung  nebst  so  viel  Wasser  hinzufügt,  daß
der  Chlorkalk  sich  löst  und  das  Ganze  gleichmäßig  durch  Umrühren  vertheilt  werden  kann.  So  behandelter
Klosetinhalt  kann  bereits  nach  20  Minuten  entleert  werden.

.  15.
8
Soll  sich  die  Desinfektion  auch  auf  Personen  erstrecken,  so  ist  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  dieselben
  ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife  abwaschen  und  ein  vollständiges  Bad  nehmen,  Kleider  und
Effekten  derselben  sind  nach  §  9  oder  10  zu  behandeln.

«  §16.  ,

Etwa  an  Bord  befindliche  Leichen  sind  bis  zu  der  möglichst  bald  vorzunehmenden  Bestattung
ohne  vorherige  Reinigung  in  Tücher  einzuhüllen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  (§  7  a)  getränkt  sind  und
mit  derselben  feucht  gehalten  werden.

»  §17.

Die  Desinfektion  des  Bilgeraumes  mit  seinem  Inhalt  geschieht  durch  Kalkbrühe  (§  7c  2)  in
solgender  Weise:

1.  In  diejenigen  Theile  des  Bilgeraumes,  welche  leicht  durch  Abheben  der  Garnirungen  und  der
Flurplatten  zugänglich  gemacht  werden  können  (Maschinen=  und  Kesselraum,  leere  Laderäume)  ist  Kalkbrühe
an  möglichst  vielen  Stellen  direkt  eimerweise  hineinzugießen.  Durch  Umrühren  mit  Besen  muß  die  Kalkbrühe
kräftig  mit  dem  Bilgewasser  vermischt  und  überall,  auch  an  die  Wände  des  Bilgeraumes  angetüncht  werden.

2.  Ueberall  da,  wo  der  Bilgeraum  nicht  frei  zugänglich  ist,  wird  durch  die  auf  allen  Schiffen
vorhandenen,  von  Deck  hinunterführenden  Pumpen  (Nothpumpen)  und  Peilrohre  so  viel  Kalkbrühe  eingegossen,
bis  sie  den  Bilgeraum,  ohne  die  Ladung  zu  berühren,  anfüllt.
esch  Nach  zwölf  Stunden  kann  die  Bilge  wieder  gelenzt  werden.  Im  Einzelnen  wird  folgendermaßen
verfahren:

a)  der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  gemessen.

b)  100  bis  200  Liter  Kalkbrühe  —  je  nach  der  Größe  des  Schiffes  bezw.  der  einzelnen
Abtheilungen  —  werden  eingefüllt.

c)  der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  wieder  gemessen.

Zeigt  sich  schon  jetzt  ein  erhebliches  Ansteigen  des  Wasserstandes,  so  ist  anzunehmen,  daß  sich
irgendwo  die  Verbindungslöcher  der  einzelnen  Abschnitte  des  Bilgeraumes  verstopft  haben,  so  daß  keine  freie
Cirkulation  des  Wassers  stattfindet.  In  solchen  Fällen  muß  wegen  der  Gefahr  des  Ueberlaufens  der  Kalk—
brühe  und  der  dadurch  bedingten  Beschädigung  der  Ladung  das  Einfüllen  unterbrochen  werden;  die  Desinfektion
  des  Bilgeraumes  kann  dann  erst  bei  leerem  Schiff  stattfinden.

4)  Steigt  das  Wasser  nur  langsam,  so  ist,  während  von  Zeit  zu  Zeit  der  Wasserstand  gemessen
wird,  soviel  Kalkbrühe  einzufüllen,  als  der  Bilgeraum  ohne  Schaden  für  die  Ladung  aufnehmen  kann.
Hierbei  müssen  die  Schiffszeichnungen  und  Angaben  des  Schiffers  berücksichtigt  werden.

Als  Anhaltspunkt  diene,  daß  bei  Holzschiffen  40  bis  60  Liter  Kalkbrühe  auf  1  m  Schiffslänge
ersorderlich  sind,  bei  eisernen  Schiffen  60  bis  120  Liter  auf  1  m  Schiffslänge;  bei  Schiffen  mit  Doppelboden,
  Brunnen  und  Rinnsteinen  im  Ganzen  20  bis  80  bis  100  chm.

Auf  manchen  Schiffen  sind  Rohrleitungen  vorhanden,  welche  nicht  wie  die  Pumpen  und  Peilrohre
in  die  hintersten  tiefsten  Theile  des  Schiffsbodens  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen,  sondern  in  die  vorderen,
höher  gelegenen  Theile  desselben  führen.  Diese  sind  dann  vorzugsweise  zu  benutzen,  weil  dadurch  die  Vermischung
  des  Desinfektionsmittels  mit  dem  Bilgeraum  erleichtert  und  besser  gesichert  wird.

Auf  Schiffen  mit  getrennten  Abtheilungen  muß  jede  Abtheilung  für  sich  in  der  angegebenen
Weise  behandelt  werden.

8  18.

Die  Desinfektion  des  Ballastwassers  wird  mit  Kalkmilch  (§  76  1)  ausgeführt,  welche  in  solchen
Mengen  zuzusetzen  ist,  daß  das  Ballastwasser  zwei  Theile  Kalk  in  1000  Theilen  Wasser  enthält.  Die  zugesetzte
  Kalkmilch  muß  innigst  mit  dem  Wasser  vermischt,  daher  während  einer  Stunde  umgerührt  werden.
Nach  einstündiger  derartiger  Einwirkung  der  Kalkmilch  kann  das  Ballastwasser  ausgepumpt  werden.

Sind  die  Tanks  im  Doppelboden  des  Schiffes,  so  wird  es  sich  in  der  Regel  empfehlen,  das
Ballastwasser  aus  diesen  Tanks  nach  und  nach  in  den  Maschinenbilgeraum  überpumpen  zu  lassen  und  hier
mit  Kalkmilch  zu  mischen.  Handelt  es  sich  um  stehende  Tanks  in  den  Laderäumen,  so  kann  man  unter
Umständen  die  Kalkmilch  direkt  in  die  Tanks  hineinschütten  und  kräftig  umrühren  lassen.  Zu  diesen  Maßnahmen
  ist  in  jedem  Falle  der  technische  Beirath  des  Schiffsmaschinisten  einzuholen.

19.

Trink=  und  Gebrauchswasser  an  Bord  kann  ebenfalls  durch  Versetzen  mit  Kalkmilch  in  der  Menge,

daß  auf  1000  Theile  Wasser  zwei  Theile  Kalk  kommen,  bei  einstündiger  Einwirkung  desselben  desinfizirt
        <pb n="494" />
        452

werden.  Bei  Verwendung  von  Chlorkalk  ist  dieses  Desinfektionsmittel  dem  Wasser  im  Verhältniß  von
1:10  000  zuzusetzen.  Nach  einer  halben  Stunde  können  die  Behälter  entleert  und  mit  unverdächtigem

Wasser  wieder  gefüllt  werden.

Unter  Umständen  kann  Trink=  und  Gebrauchswasser  auch  durch  Hitze  desinfizirt

  werden,  indem  man  Dampf  genügend  lange  in  die  Wassertanks  einleitet  (Klingelthermometer).
Zur  Unbrauchbarmachung  des  Wassers  lassen  sich  Säuren,  z.  B.  Essigsäure,  verwenden,  was  sich

insbesondere  bei  hölzernen  Wasserfässern  empfiehlt.

 

Gonuvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  Juli  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,3825  Mark  —  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Das  Wasser  muß  dann  deutlich  sauer  reagiren.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Mai  1898.  «
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,40  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  sabfahme.  Hoschlag.  neeben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt

Rp.  P.]  #.  [#P.#.  .  L  #.  .  p.  B.  Rp.  M  #t#
Tana  388  20  8251  47  6(—%seollllE  12338  78
Pangna  11533  4444  i61  21  —  1111  10
Saadnd  1243  57  7686  58  3  —  1  4111124  12525  54
Bagamohon  127568  4919182  23  10  —  18  52  70  018  2039  61  =  44855  93
Dar-es-Sallnn583  2319832  2119—  90  36|175  5422731|0  31823  60
Kiloaoaoaoa  2747  36  7065  51485–  217  2
Lind.  241110642157  10  5—60  3  260O  =  6491143
Mikindanai  2027/  6314%00½594799
Zusammen  2531442176  zisls  —37  3r3421%4  1399  37

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —

35440  Mk.  Mk.,6  Mr.  1923  Mrx.1880  Mk.

52  f.  10  Pf.C  60  Pf.  1  01  Pf.  13  f.

Personalien.

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Forstassessor  Sekondlieutenant  Dr.  Plehn  vom  reitenden
Feldjägerkorps  ist  zum  überzähligen  Premierlieutenant  befördert  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.

 

Schutztruppe  für  Südwestafrikoa.

A.  K.  O.  vom  9.  Juli  1898.

Graf  v.  Stilfried  und  Rattonitz,  Sekondlieutenant  vom  Infanterie-Regiment  von  Lützow  (1.  Rheinisches)
Nr.  25,  mit  dem  20.  Juli  d.  Is.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  21.  Juli  d.  Is.  bei
der  Schutztruppe  als  Sekondlientenant  mit  seinem  bisherigen  Patent  angestellt.

A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1898.

Volkmann,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.

Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  16.  Juli  1898.

Langheld,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  Ollwig,  Stabsarzt.  Das  Gesuch  um  Belassung  bei  der
Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  genehmigt.
        <pb n="495" />
        453

Frhr.  v.  Münchhausen,  Sekondlieutenant  vom  Brandenburgischen  Jäger-Bataillon  Nr.  3,  scheidet  mit
dem  9.  August  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  10.  August  d.  Is.  als  Selondlieutenant
  mit  seinem  bisherigen  Patent  bei  der  Schutztruppe  angestellt.

A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1898.
v.  Grawert,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  20.  Juli  1898.
Nolte,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Sekondlieutenant
Graf  Fugger  v.  Glött  die  Erlaubniß  zum  Anlegen  des  ihm  verliehenen  Ritterkreuzes  2.  Klasse  des
Königlich  Bayerischen  Militär-Verdienst-Ordens,  Kriegsdekoration,  zu  ertheilen.

—..  .

Dem  Unterbüchsenmacher  Zimmermann  von  der  Schutztruppe  für  Kamerun  ist  das  Militär-Verdienstkreuz

  Allerhöchst  verliehen  worden.

 

—  —  ——  —  —

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.

Am  12.  Juli  ist  der  erste  Lehrer  an  der  Regierungsschule
  zu  Kamerun,  Herr  Rudolf  Betz,  zu
Stuttgart,  wo  er  sich  während  eines  ihm  gewährten
  Urlaubs  zu  seiner  Erholung  aufhielt,  verstorben.


Rudolf  Betz,  geboren  am  26.  Juli  1867  zu
Eßlingen  in  Württemberg,  trat  im  Jahre  1887  nach
bestandener  Lehrerprüfung  in  den  württembergischen
Volksschuldienst.  Am  13.  Juni  1891  in  den  Kolonialdienst
  übernommen,  wurde  er  zunächst'  mit  der  Verwaltung
  der  zweiten  Lehrerstelle  in  Kamerun  betraut.
Später  wurde  ihm  in  Anerkennung  seiner  ersprießlichen
  Thätigkeit  die  erste  Lehrerstelle  übertragen.
Während  seiner  siebenjährigen  Thätigkeit  im  Schutzgebiete
  hat  er  sich  allseitig  Achtung  und  Liebe  erworben.
  Seine  eingehende  Kenntniß  der  Duallasprache
und  von  Land  und  Leuten  befähigte  ihn  bei  seinem
vielseitigen  regen  Interesse,  sich  auch  außer  seiner
eigentlichen  Schulthätigkeit  dem  Schutzgebiet  nützlich
zu  erweisen.  So  ist  ihm  die  Erforschung  der  eigenthümlichen
  Trommelsprache  der  Dualla  zu  verdanken.

Das  Schutzgebiet  erleidet  durch  das  Ableben  des
Herrn  Betz  einen  schweren  Verlust.

–—  —

 

Deutsch  =  Ostafrika.

Der  Finanzdirektor  v.  Bennigsen  und  der  Wegebauaufseher
  Drescher  sind  mit  Urlaub  in  Deutschland
  eingetroffen.

 

Der  Büreauassistent  Thinnes  ist  nach  Deutschland
  zurückgekehrt.  Als  Ersatz  ist  der  bisherige  Verwaltungsaktuar
  Sauer  nach  Dar-es-Salam  entsandt.

 

Ramernn.

Der  Lehrer  der  Regierungsschule  in  Kamerun
Betz  ist  während  seines  Urlaubs  in  Deutschland
verstorben.

Der  Techniker  Nickel  ist  mit  Urlaub  nach  Deutschland
  abgereist.

—.  —  —

Der  Polizeimeister  für  Edea  Beyer  ist  im  Mai
in  Kamerun  eingetroffen.

–.  —

Der  Gerichtsaktuar  Wübel  reist  Anfang  August
nach  Kamerun  ab.

Togo.

Gerichtsassessor  Dr.  Heim,  Lieutenant  Freiherr
v.  Seefried,  Dr.  phil.  Rigler  und  Techniker
Glahn  sind  in  Lome  eingetroffen.

 

Der  Lazarethgehülfe  Franke  ist  Ende  Mai  in
Lome  angekommen.

—  —

Der  Büchsenmacher  Wlodarzak  ist  nach  Deutschland
  zurückgereist.
        <pb n="496" />
        454

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deulsch  -·  Bstafrika.
Ueber  die  politische  CLage  in  Ahehe

berichtet  Hauptmann  Prince  unter  dem  31.  Mai
d.  Is.  aus  Iringa,  wie  folgt:

„Dem  Gouvernement  melde  ich  gehorsamst,  daß
die  3.  Kompagnie  auf  meinen  Wunsch  eine  Abtheilung
nach  Uhafiwa  schickte.  Vor  deren  Ankunft  dort  trafen
die  Vertreter  der  Wasagira  Uhafiwas  zur  Unterwerfung
  in  Iringa  ein,  und  am  5.  Mai  stellten  sich
mir  70  Leute  von  dort  westlich  Dabagas.  Die
3.  Kompagnie  hat  Weisung,  einen  Militärposten  dahin
zu  legen,  um  die  geringfügige  Bevölkerung  zwischen
Muhanga  und  Kalinga  zu  konzentriren.

Nach  Besichtigung  Dabagas,  wo  ein  Sohn  Quawas,
der  von  seinem  Vater  seiner  Zeit  in  Viransi  zurückgelassen
  war,  zu  mir  kam,  traf  ich  am  22.  d.  Mts.
von  der  gemeldeten  Reise  wieder  in  Iringa  ein.
Hier  hatte  sich  nebst  einer  Reihe  anderer  Leute
Mwagada,  der  seiner  Zeit  in  Likininda  einen  Askari
erschoß,  gestellt.  In  Kalinga  stellte  sich  Massalika,
der  den  Askari  in  Etappe  I  im  Februar  1897  ermordet
  hatte,  und  wurde  seitens  der  3.  Kompagnie
hierhergeschickt.  In  Mlangali  haben  sich  sämmtliche
Ngoperinjis  (direkte  Vettern  Qnawas)  sowie  Kiwanga
(Quawas  Halbbruder)  nebst  anderen  Aufständischen
gestellt.  Da  sich  die  Genannten  freiwillig  gestellt
haben,  so  habe  ich  von  einer  Bestrafung  abgesehen,
werde  sie  aber  der  Sicherheit  halber  bei  Gelegenheit
zur  Küste  schicken.  Ich  habe  in  Erfahrung  gebracht,
daß  Kola-Kola  unweit  Dwanghire  bei  Wasungwas
wohnt,  die  sich  in  Dwanghire  gestellt  haben.  Askaris
und  Wahehe  sind  heimlich  von  Iringa  ausgeschickt,
die  Gefangennahme  zu  bewerkstelligen.  Mniewara  ist
mit  zwei  Männern  in  der  Gegend  von  Rungemba
gesehen  und  der  Posten  dort  auf  ihn  scharf  gemacht
worden.  Muia-Ubena  ist  mit  zwei  Männern  bei
Madiboro  gesehen  worden;  doch  läßt  sich  noch  nichts
Bestimmtes  thun.  Jumba-Jumba  wird  verschiedentlich
erwähnt,  aber  sein  Versteck  ist  nicht  bekannt.  Kolindula,
  Quawas  Halbbruder,  Chotamalangalis,  letzter
Sohn  Magnirua  treiben  sich  bei  Ngeraiigi  herum.
Wahehe  von  hier  sind  zu  ihrer  Gefangennahme  ausgeschickt.
  Farakita  soll  bei  Uhafiwa  versteckt  sein;
Wahehe  werden  von  hier  zur  Erkundung  abgeschickt.
Gegenüber  der  Thatsache,  daß  über  alle  restirenden
nennenswerthen  Aufständischen  Nachrichten  vorhanden
sind,  dagegen  gar  nichts  über  Ouawa,  ist  die
vielfach  herrschende  Annahme  seines  Todes  viellcicht
nicht  ohne  Begründung,  zumal  seine  eigenen  Kinder
und  Verwandten  sich  innerhalb  kurzer  Zeit  aus  allen
möglichen,  weit  auseinanderliegenden  Punkten  gestellt
haben.

Die  3.  Kompagnie  hat  jetzt  Hauptsitz  in  Kalinga
mit  einem  Unteroffizierposten  in  Rungemba  und  bei

 

Mlogolo,  wo  Sultan  Kiwanga  seine  Wassagira  eingesetzt
  und  die  Bevölkerung  größtentheils  konzentrirt
hat.  Die  3.  Kompagnie  hat  einen  erfolgreichen
größeren  Zug  in  Westusungwe  gemacht.

Am  1.  Mai,  nach  Eintreffen  der  Ablösung  für
Feldwebel  Langenkemper  der  3.  Kompagnie,  geht
Lieutenant  v.  der  Marwitz  mit  30  hiesigen  Askaris
zur  Uebernahme  Mlangalis  ab,  mit  Auftrag  zur
vorschriftsmäßigen  Uebernahme  und  zur  ausführlichen
Berichterstattung.  Damit  ist  der  erste  Schritt  zur
einheitlichen  Bezirksverwaltung  gethan.“

 

Magnetisches  Observatorium  in  Dar#es-Salam.

Bei  dem  Gouvernement  in  Dar-es-Saläm  ist  ein
magnetisches  Observatorium  eingerichtet  worden,  auf
welchem  von  dem  Meteorologen  Dr.  Maurer  magnetische
  Beobachtungen  angestellt  werden.  Auch  sollen
derartige  Beobachtungen  an  anderen  Punkten  der
ostasrikanischen  Küste  ausgeführt  werden.

—–—  e  —

Ramerun.

Ueber  eine  Reise  nach  dem  Sanaga  und  der  Station  Edea

berichtet  der  Leiter  des  Botanischen  Gartens  zu
Victoria,  Dr.  Preuß,  unter  dem  19.  Mai  d.  IJs.
Folgendes:

Um  meine  geringe  Kenntniß  des  südlichen  Theiles
unseres  Schutzgebietes  zu  erweitern,  mir  ein  allgemeines
  Bild  von  der  Flora  und  Fauna  des
Sanaga-Gebietes  zu  verschaffen  und  besonders  um
die  dortigen  Bodenverhältnisse  und  die  Anbaufähigkeit
  des  Landes  kennen  zu  lernen,  unternahm  ich  am
3.  April  von  Viktoria  aus  eine  Reisc  nach  der  Station
Edea.  Der  Gouvernementsdampfer  „Nachtigal“
brachte  mich  an  demselben  Tage  nach  Kamerun,  von
wo  aus  ich  die  Reise  am  nächsten  Morgen  vermittelst
eines  Petroleummotors  fortsetzte.

Die  Fahrt  ging  den  Kamerunfluß  hinab  und
dann  durch  den  Quaqua.  Die  Wasserverhältnisse  im
OQuagqua  sind  schwierig,  und  es  bedarf  eines  kundigen
Lootsen  selbst  für  flachgehende  Fahrzeuge,  zumal  in
der  Trockenzeit.  Wir  hatten  jedoch  die  günstigste
Zeit  gewählt,  indem  wir  mit  dem  letzten  Thell  der
Ebbe  den  Kamerunfluß  hinabgefahren  waren  und
dann  während  der  ganzen  Fahrt  durch  den  Quaqua
Fluth  hatten.  So  dauerte  die  Fahrt  von  Kamerun
bis  zum  Sanaga  nur  sechs  Stunden.  Sie  bietet  im
Anfange  in  der  ausgedehnten  Mangroveregion  wenig
Interessantes.  Von  fern  sieht  man  auf  den  Sandbänken
  zahlreiche  Pelikane  stehen,  ab  und  zu  fliegt
ein  Reiher  oder  eine  kleine  Anzahl  von  Graupapageien
vorüber.
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        Nachdem  man  jedoch  die  Uebergangsregion  der
wilden  Dattelpalme  (Phoenix  spinosa),  der  Bambupalme
  (Raphia  vinifera),  des  Kandelaber-Pandamnus
  (Pandanus  Candelabrum)  und  eines  riesigen
Farnkrautes  (Chrysodium  aureum)  durchquert  hat,
werden  die  etwas  höheren  Ufer  interessanter.  Sie
sind  meist  von  den  eingeborenen  Duallas  bebaut  mit
Pisang  (Musa  paradisiaca),  Makabo  (Aanthosoma
violaceum),  Kassada  (Manihot  utilissima),  Yams,
und  zwar  wahrscheinlich  Dioscorea  dumetorum,
jedenfalls  nicht  die  in  Ostafrika  meist  kultivirte
D.  alata,  ferner  mit  Mais,  Erdnüssen  (Arachis
hypogaes  und  Voandzeia  subterranea),  der
weniger  geschätzten  Art  von  Makabo  (Colocasia
antiquorum),  der  süßen  Banane  (Musa  sapientium)
und  verschiedenen  Bohnenarten.  Die  Hütten  sind
oft  beschattet  von  riesigen  Mangobäumen.  Die
Kokos=  und  Oelpalme  sind  häufig.

Das  Gebiet  des  Quaqua  ist  verhältnißmäßig
fruchtbar.  Es  wird  in  der  Regenzeit  weithin  überschwemmt.
  Sobald  das  Wasser  zurückgetreten  ist,
werden  mit  Vorliebe  an  solchen  Stellen,  wo  sich  der
fruchtbare  Schwemmboden  abgelagert  hat,  die  Kulturen
  angelegt.  Für  Mais,  Bohnen  und  Erdnüsse
genügt  die  Trockenzeit  vollkommen  zur  Ernte.  Für
Makabo  und  Yams  aber  ist  sie  oft  zu  kurz,  denn

diese  brauchen  etwa  acht  Monate  zu  einer  guten

Entwickelung.  Sobald  das  Hochwasser  kommt,  müssen
die  Knollen  in  aller  Eile  geerntet  werden,  da  sie
unter  Wasser  gesetzt,  schnell  faulen.  Sie  werden
daher  auch  selten  oder  nie  so  groß  wie  diejenigen,
welche  auf  höher  gelegenem  Boden  wachsen.  Auch
sollen  sie  nicht  so  wohlschmeckend  sein.

Gegen  das  Südende  des  Quagqua  tritt  zum  ersten
Male  eine  mir  im  nördlichen  Theile  des  Kamerungebietes
  bisher  nicht  vorgekommene  Art  von  Raphiapalme
  auf,  welche  im  Habitus  an  die  R.  taedigera
erinnert.  Ein  eigenthümliches  loses  Geflecht  umhüllt
den  Stamm,  welcher  ziemlich  schlank  ist  und  oben
eine  Krone  trägt  von  Blättern,  die  weit  kleiner  sind
als  diejenigen  der  R.  vinifera.

Diese  Palme  ist  am  Ausgange  des  Quaqua  bei
dem  Dorfe  Ndogotunda  sehr  häufig  und  liefert  hier
den  Palmwein,  welcher  anderswo  aus  Elacis
guineensis  und  Raphia  vinifera  gewonnen  wird.
Das  Anzapfen  geschieht  ebenso  wie  bei  der  Oelpalme
an  der  Stelle,  von  welcher  ein  Blüthenschaft  sich
entwickeln  will.  Da  alle  Bäume  durch  das  Anzapfen
leiden,  so  fiel  es  mir  schwer,  Früchte  zu  erhalten.
Jedoch  fand  ich  später  bei  Edea  einige,  welche  im
Botanischen  Garten  in  Viktoria  ausgesäet  wurden.
Diese  Raphia  ist  am  ganzen  Sanaga  von  Malimba
  bis  Edea  verbreitet.  Erst  ganz  im  unteren
Laufe  des  Flusses,  wo  das  Wasser  brackisch  wird,
verschwindet  sie,  und  die  weit  stattlichere  Rapbia.
vivifera  tritt  wieder  in  großer  Menge  auf.

An  der  Einmündung  des  Quaqua  in  den  Sanaga,
welche  in  der  Trockenheit  wegen  vorgelagerter  Sandbänke
  nur  für  Kanus  und  kleine  Boote  passirbar  ist,

455

 

hielt  der  Motor.  Ich  erfuhr,  daß  der  Dampfer
„Soden“,  welcher  mich  dort  erwarten  sollte,  noch
nicht  da  war,  und  begab  mich  durch  das  Dorf
Ndogotunda  hindurch  nach  der  von  Herrn  Missionar
Scholten  geleiteten  Baseler  Missionsstation  Lobethal.

Unterwegs  fielen  mir  an  allen  Hütten  gewaltige
Haufen  von  etwa  handtellergroßen,  glatten,  hellbraunen
  mit  dunkler  radialer  Streifung  versehenen,
flachen  Muschelschalen  auf,  mit  welchen  der  Boden
stellenweise  wie  gepflastert  war.  Diese  Muscheln
werden  im  Quaqua  und  im  Sanaga  gesammelt.  Die
Thiere  werden,  nachdem  die  Schalen  vermittelst  eines
Messers  geöffnet  sind,  herausgenommen,  auf  Schnüre
gezogen,  geräuchert  und  spielen  dann  auf  dem  Markte
als  ein  von  den  Bewohnern  des  oberen  Sanaga
sehr  begehrtes  Nahrungsmittel  eine  große  Rolle.
Das  Verbreitungsgebiet  dieser  Muschel  ist  der
Sanaga  von  Malimba  bis  zur  Einmündung  des
Quaqua.  Oberhalb  Lobethal  kommen  sie  nur  noch
sehr  vereinzelt  vor.

Sie  bedürfen  offenbar  eines  wenn  auch  nur  sehr
geringen  Salzgehalts  im  Wasser.  Dieses  Brackwasser
dringt  jedenfalls  durch  den  Quaqua  ein,  denn  das
Wasser  des  Sanaga  fließt  bei  Lobethal  selbst  zur
Zeit  des  niedrigsten  Wasserstandes  stets  dem  Meere
zu.  Zur  Zeit  der  Fluth  staut  es  sich  zwar,  so  daß
der  Wasserspiegel  bei  Fluth  bis  30  cm  höher  liegt
als  bei  Ebbe.  In  der  Regenzeit  soll  dieser  Unterschied
  nicht  bemerkbar  sein.  Dann  ist  die  Wassermenge
  des  Sanaga  so  bedeutend,  daß  selbst  bei  der
Einmündung  des  Flusses  in  die  See  wohl  die
Stärke  aber  nicht  die  Richtung  der  Strömung  durch
die  Fluth  geändert  wird.

Einige  Exemplare  der  erwähnten  Muschel  nahm
ich  behufs  Bestimmung  mit  mir.

Die  Berge  von  Muschelschalen,  die  man  überall
in  den  Dörfern,  besonders  in  Malimba  aufgehäuft
sieht,  legen  den  Gedanken  nahe,  hieraus  Kalk  zu
brennen.  Auf  meine  diesbezügliche  Frage  theilte
Herr  Lütge,  Vertreter  von  Woermann  in  Malimba,
  mir  mit,  man  hätte  es  einmal  versuchen
wollen,  jedoch  hätten  dann  die  Eingeborenen  plötzlich
für  die  Schalen,  die  ihnen  sonst  sehr  lästig  sind,
einen  so  hohen  Preis  gefordert,  daß  man  den  Versuch
  hätte  ausgeben  müssen.  Ich  glaube  indessen
sicher,  daß  dieser  Sache  später  noch  einmal  nähergetreten
  werden  wird.

Auf  der  Missionsstation  in  Lobethal  erfuhr  ich,
daß  der  Dampfer  „Soden“,  mit  welchem  ich  die
Reise  nach  Edea  machen  sollte,  an  demselben  Tage
den  Sanaga  stromab  nach  Malimba  gefahren  sei.
Ich  nahm  daher  das  freundliche  Anerbieten  des
Herrn  Scholten,  in  Lobethal  bis  zum  nächsten  Tage
zu  bleiben,  mit  größtem  Danke  an.  Lobethal  ist
hübsch  gelegen  am  hohen  Ufer  des  Sanaga,  dicht
unterhalb  der  Quaquamündung.  Die  Station  macht
mit  ihren  gut  und  sauber  gehaltenen  praktischen
Gebäuden  und  der  sich  daran  anschließenden  Kakaound
  Kaffeepflanzung  einen  sehr  guten  Eindruck.  Das
        <pb n="498" />
        —  456  —

Klima  scheint  verhältnißmäßig  gut  zu  sein,  denn
Herr  und  Frau  Scholten,  welche  bereits  nahezu
vier  Jahre  ununterbrochen  dort  sind,  erfreuen  sich
Beide  einer  sehr  guten  Gesundheit,  desgleichen  auch
ihre  drei  Kinder  im  Alter  von  etwa  drei,  zwei  und
einem  Jahre.

Die  Kakaopflanzung,  welche  mehrere  Tausend
Bäume  enthält,  interessirte  mich  besonders.  Ich  sah
hier  auf  dem  sandigen  Lehmboden  Bäume  im  Alter
von  drei  Jahren,  welche  kräftig  und  üppig  gewachsen
waren  und  voller  Früchte  hingen.  In  diesem  Jahre
werden  weitere  Flächen  mit  Kakao  bestellt  und  zwar
mit  verschiedenen  Varietäten  aus  dem  Botanischen
Garten  in  Viktoria.  Die  Arbeiter  sind  ausschließlich
Eingeborene  und  zwar  zum  Theil  wohl  Missionszöglinge,
  welche  hier  in  höchst  anerkennenswerther
Weise  zur  Arbeit  erzogen  werden.  Die  ganze
Pflanzung  muß  leider  gegen  das  Vieh  der  Eingeborenen
durch  einen  starken  Zaun  geschützt  werden,  dessen
Herstellung  und  Unterhaltung  sehr  viel  Arbeit  kostet.

Der  arabische  Kaffee,  der  gleichfalls  reichlich  mit
Früchten  beladene  dreijährige  Bäumchen  aufwies,
läßt  in  dieser  niedrigen  Lage  wohl  kaum  ein  Produkt
ersten  Ranges  erwarten,  indessen  lohnt  ein  Versuch
jedenfalls.

Am  nächsten  Tage  fand  der  übliche  zehntägliche
Markt  auf  den  großen  Sandbänken  unterhalb  Lobethal
  statt,  und  es  gewährte  einen  eigenartigen  Anblick,
  als  zu  der  bestimmten  Morgenstunde  der
Sanaga,  so  weit  das  Auge  reichte,  sich  mit  einer
Unzahl  von  Kanus  bedeckte,  welche  langsam  stromab
glitten,  dem  Marktplatze  zu.  Ich  machte  einen  Ausflug
  in  den  an  die  Station  angrenzenden  Buschwald,
besuchte  den  Marktplatz  und  kehrte  dann  auf  die
Nachricht,  daß  „Soden“  in  Lobethal  angekommen
sei,  dorthin  zurück.

Nach  Verabredung  mit  dem  an  Bord  befindlichen
Herrn  Assessor  Horn,  welcher  mit  dem  Petroleummotor
  am  nächsten  Tage  nach  Kamerun  zurückkehren
wollte,  verabschiedete  ich  mich  bald  von  meinen
freundlichen  Wirthen.  Wir  waren  übereingekommen,
noch  an  demselben  Tage  einen  Ausflug  nach  einem
großen,  mit  dem  Sanaga  in  Verbindung  stehenden
See  zu  machen,  welcher  einen  Wasserweg  zwischen
diesem  Fluß  und  dem  Nijong  darstellen  soll.  Der
Eingang  zu  diesem  See  liegt  also  am  linken  Ufer
des  Sanaga  und  zwar  schräg  unterhalb  der
katholischen  Missionsstation  Mariaberg.  Einen  Namen
  für  den  See  habe  ich  nicht  in  Erfahrung
bringen  können.  Von  Lobethal  fuhren  wir  mit
„Soden“  etwa  eine  Stunde  lang  stromauf  und  ankerten
  dann  an  der  Einmündung  eines  Wasserarms
von  etwa  20  m  Breite.  In  zwei  Kanus  setzten
wir  alsdann  die  Fahrt  fort  durch  den  sehr  gewundenen,
  allmählich  breiter  werdenden  Kriek.  Der  umgebende
  Urwald  zeigte  zahlreiche  Spuren  von  Flußpferden
  an  den  schlammigen  Ufern.  Das  Wasser
scheint  tief,  jedoch  wegen  zahlreicher  hineingestürzter

 

Baumstämme  für  größere  Fahrzeuge  nicht  befahrbar.
Nashornvögel,  Pfefferfresser,  Papageien  und  zahlreiche
  andere  Arten  bevölkern  den  Urwald.

Weit  reichhaltiger  und  interessanter  jedoch  ist  die
Vogelfauna  im  Wasser  und  an  den  Ufern.  Do  sieht
man  den  Schlangenhalsvogel,  Ptotus  Levaillanti,
das  Senegal-Binsenhuhn,  Podica  senegalensis,  das
äußerst  seltene  Kamerun-Binsenhuhn,  Podica  camerunensis,
  mehrere  Eisvogel=  und  Reiherarten,
Strandläufer  u.  a.  m.

Allmählich  erweitert  sich  der  Wasserarm  zu  einem
See  mit  zunächst  ganz  niedrigen,  mit  Gräsern  und
Cyperusarten,  sowie  niedrigem  Busch  und  vereinzelten
Bäumen  bewachsenen  Ufern.  Eine  Schlingpalme
(Calamus)  ist  hier  sehr  zahlreich  und  Charakterpflanze.
  Die  Ufer  sind  sumpfig  und  in  der  Regenzeit
jedenfalls  weithin  überschwemmt.  Der  Charakter  der
ganzen  Gegend  ist  ein  höchst  interessanter  und  anziehender.
  Der  Reichthum  an  Wasservögeln  ist  hier
enorm,  desgleichen  herrscht  ein  Ueberfluß  an  Fischen.
Die  Jagd  nahm  uns  noch  einige  Stunden  in  Anspruch.
Leider  gelang  es  uns  nicht,  einen  der  großen  Silberund
  Purpurreiher,  sowie  die  Nonnenente  und  eine
andere  große  Entenart  zu  Schuß  zu  bekommen.  Auf
einer  sich  weit  in  den  See  hinein  erstreckenden  Sandbank
  machten  wir  der  vorgerückten  Tagesstunde  wegen

Halt.  Den  See  übersieht  man  von  hier  aus  nach

ungefähr  südwestlicher  Richtung  noch  mehrere  Kilometer
  weit.  Die  Ufer  sind  dort  überall  hoch,  von
Urwald  bestanden.  Die  genauere  Erforschung  des
Sees  wäre  in  jeder  Beziehung  eine  sehr  interessante
und  lohnende  Aufgabe.  Nach  einer  etwa  zweistündigen
Fahrt  langten  wir  nach  Einbruch  der  Nacht  wieder
auf  dem  Dampfer  „Soden“  an,  dessen  ganz  vorzügliche
  Einrichtung  man  erst  im  Laufe  der  Zeit
völlig  würdigen  lernt,  und  der  für  einen  Fluß  wie
der  Sanaga  wie  geschaffen  ist.  Am  nächsten  Morgen
wurde  die  Fahrt  den  Sanaga  hinauf  fortgesetzt  und
bei  der  katholischen  Missionsstation  gehalten.  Die
Station  Mariaberg  liegt  auf  einer  Anhöhe  am  rechten
Ufer  des  Flusses.  Herr  Pater  Walther  hieß  mich
freundlichst  willkommen  und  führte  mich  durch  die
den  Verhältnissen  angemessen  und  zweckmäßig  erbauten
  Anlagen.  Der  Boden  ist  hier  allerdings
minderwerthig,  und  ein  dicht  neben  der  Station  gelegener
  Sumpf  dürfte  die  sanitären  Verhältnisse
ungünstig  beeinflussen.  Nach  kurzem  Aufenthalte
wurde  wieder  der  Anker  gelichtet  zur  Weiterfahrt.
Die  Ufer  des  Sanaga  sind  durchweg  steil  und  abgerissen
  und  bei  niedrigem  Wasserstand  wenige  Meter
hoch.  In  der  Regenzeit  soll  der  Wasserspiegel  etwa
4  m  höher  liegen  als  in  der  Trockenzeit,  und  dann
tritt  der  Fluß  oft  über  die  Ufer,  das  Land  für
mehrere  Wochen  weithin  überschwemmend.  Von  den
steilen  Ufern  werden  fortwährend  Stücke  abgerissen
und  fortgeführt,  und  ungeheure  Sandbänke,  welche
überall  im  Flusse  liegen,  sind  ein  großes  Hemmniß
für  die  Schifffahrt.  Zahlreiche  Alligatoren  sonnen
sich  auf  denselben,  Reiher,  Seeadler,  Strandläufer,
        <pb n="499" />
        Enten,  Eisvögel  und  der  ebenso  schöne  wie  seltene
Lappenkibitz  bevöllern  sie.

Das  linke  Flußufer  ist  ziemlich  stark  bevölkert.
Die  Bakoko-Dörfer  sind  zahlreich.  Ueberall  sieht
man  starke  Mango=  und  Saphubäume,  Pisang  und
auch  Oelpalmen,  sowie  Yams-,  Mais=  und  Makabo-=pflanzungen.
  Das  rechte  Flußufer  dagegen  ist  oberhalb
  Mariaberg  bis  nach  Edea  hin  ganz  unbewohnt.
Die  Menge  der  Flußpferde,  Elefanten,  Leoparden  2c.
soll  die  Menschen,  bis  jetzt  von  jeder  Niederlassung
daselbst  abgeschreckt  haben.  Ueberall  sieht  man  hier
Urwald.  Die  Oelpalme  scheint  vollständig  zu  fehlen.
Häufig  dagegen  ist  der  Kopalbaum,  Trachylobium
Hornemannianum.  Denselben  habe  ich  überall  am
Sanaga  und  auch  am  Ossasee,  besonders  an  den  Ufern,
vorgefunden,  später  auch  im  Quaqua.  Er  fällt  durch
die  eigenthümlichen  Blätter  sofort  auf,  und  obgleich
ich  keine  Blüthen  und  Früchte  habe  erlangen  können,
so  werden  doch  Blattexemplare,  welche  ich  nach
Berlin  gesandt  habe,  zur  Bestimmung  genügen.  Die
Eingeborenen  kennen  den  Baum  als  denjenigen,
welcher  den  „Rubberstone“,  das  Kopal,  liefert.
Auffallend  ist  es,  daß  bei  der  großen  Anzahl  von
Kopalbäumen  das  Kopal  selbst  in  so  verhältnißmäßig
geringen  Mengen  in  den  Handel  kommt.

Am  Nachmittag  langte  ich  auf  der  Station  Edea
an,  woselbst  ich  von  dem  jetzigen  Stationsleiter,
Herrn  Gouvernementssekretär  Geyger,  als  alter
afrikanischer  Bekannter  freundlichst  willkommen  geheißen
  wurde.

Die  Station  Edea  ist  landschaftlich  sehr  schön
gelegen  am  hohen  linken  Ufer  des  Sanaga  mit  der
Aussicht  auf  die  südlichen,  d.  h.  die  Hauptfälle  des
Flusses,  deren  Brausen  laut  herüber  tönt.  Der  Fluß
theilt  sich  kurz  oberhalb  der  Fälle,  und  der  nördliche
Arm  bildet  seine  eigenen  Wasserfälle.  Einige  hundert
Meter  unterhalb  Edea  vereinigen  sich  die  beiden
Arme  wieder.  Das  der  Station  gegenüberliegende
Ufer  gehört  also  einer  großen  Insel  an,  welche  mit
starkem  Urwalde  bewachsen  ist,  aus  welchem  abends
die  Stimmen  des  Riesenturako,  zahlreicher  Meerkatzen
und  das  Pfeisen  und  Kreischen  der  hier  in  großen
Schaaren  vorkommenden  Graupapageien  herübertönen.
  Das  Gelände  um  das  schöne  und  große
Stationsgebäude  herum  ist  von  Busch  und  Wald
bis  auf  einige  wenige  Bäume  entblößt  und  mit
kurzem  Grase  bewachsen.  Dieses  giebt  eine  vortreffliche
  Weide  für  das  vorzüglich  gedeihende  und
in  großer  Anzahl  vorhandene  Vieh:  Rinder,  Schafe
und  Ziegen.  Hier  sah  ich  zum  ersten  Male  auf
einer  Station  wirkliche  Erfolge  mit  der  Viehzucht.
Sehr  interessant  ist  hier  der  stete  Begleiter  des
Rindviehs,  der  Kuhreiher,  Ardea  bubuleus,  ein
etwa  einen  Fuß  hoher,  rein  weißer  Vogel  mit  gelbem
Schnabel  und  schwarzen  Füßen.  Derselbe  ist  hier
Hausthier  geworden.  In  oft  possirlichen  Sprüngen
begleitt  er  das  Vieh  auf  Schritt  und  Tritt  und
schnappt  mit  größtem  Eifer  die  Insekten  fort,  welche
sich  einfinden.  Auf  den  Thieren  selbst  habe  ich  ihn

 

457  —

nie  sitzen  sehen,  jedoch  soll  er  dieses  auch  gelegentlich
thun.  Vor  den  Menschen  besitzt  er  gar  keine  Scheu.
Jedenfalls  ist  er  für  das  Vieh  von  größem  Nutzen.
Zur  Nacht  geht  die  ganze  Reihergesellschaft,  damals
12  an  der  Zahl,  auf  einem  in  den  Fluß  gefallenen
Baumstamme  zur  Ruhe,  um  beim  ersten  Morgengrauen
  wieder  ihren  Dienst  anzutreten.

Von  dem  Klima  von  Edea  habe  ich  keinen
günstigen  Eindruck  gewonnen,  denn  auf  dem  Sanaga
traf  ich  einen  Baseler  Missionar,  welcher  in  Edea  am
Schwarzwasserfieber  erkrankt  war  und  sich  nach
Kamerun  begab.  Ferner  hatte  Herr  Geyger,  als
ich  ankam,  lange  Zeit  an  heftigen  Fiebern  zu  leiden
gehabt,  und  dieselben  stellten  sich  auch  während
meiner  Anwesenheit  wieder  ein.  Schließlich  wurde
ich  selbst  die  ersten  drei  Tage  nach  meiner  Ankunft
durch  leichte  Fieber  belästigt.  Sehr  unangenehm
empfand  ich  besonders  die  übergroße  Hitze,  welche
nur  sehr  selten  durch  einen  leichten  Luftzug  gemildert
wird.  Da  habe  ich  oft  an  die  herrliche  Seebrise  in
Viktoria  gedacht.

Am  7.  April  machte  ich  mit  Herrn  Geyger
einen  Ausflug  nach  den  Nordfällen  des  Sanaga,
nachdem  wir  noch  am  Tage  meiner  Ankunft  den
weit  imposanteren  Südfällen  einen  Besuch  abgestattet
hatten.  Auf  den  Sandbänken  fanden  sich  wieder
Lappenlibitze,  auch  Bachstelzen  (Motacilla  vidua)
und  eine  sehr  seltene  Art  von  Strandläufer,  die  ich
überhaupt  nur  hier  beobachtet  habe.  An  den  steilen
Glimmerschieferwänden  des  Wasserfalls  klebte  eine
große  Menge  von  Nestern  einer  mir  unbekannten
kleinen  Schwalbenart.  Eine  große  Anzahl  der  Vögel
wurde  ohne  Mühe  mit  dem  Schmetterlingsnetz  gefangen.
  Zwischen  den  Felsen  blühte  eine  Impatiensart
mit  großer  prächtig  rother  Blüthe.  Ein  kleiner
Streifzug  in  das  oberhalb  der  Fälle  gelegene  Ueberschwemmungsgebiet
  bis  zu  einem  am  Rande  des
Flusses  hervorragenden  gewaltigen  Quarzblock  zeigte
an  den  sandigen  Tümpeln  zwischen  den  Glimmerschieferblöcken
  eine  eigenartige  Flora.  Milane  kreisten
zahlreich  in  der  Luft.  Verschiedenartige  Libellen
schwirrten  umher.  Eine  Süßwasserschnecke,  Melania,
sammelte  ich  in  vielen  Exemplaren.

Am  9.  April  machte  ich  einen  Ausflug  in  den
Urwald  am  rechten  User  des  Sanaga,  wo  Herr
Geyger  einen  Weg  nach  Kamerun  hin  schlägt,  der
bereits  auf  1½  Wegstunden  fertiggestellt  ist.  Es
ist  ein  sehr  leichter  Urwald,  ohne  Oelpalmen,  mit
Kopalbäumen  und  Gummilianen,  welche  letztere  hier,
wie  es  scheint,  noch  nicht  ausgebeutet  werden.  Nashornvögel
  verschiedener  Art  sind  zahlreich,  desgleichen
Graupapageien.  An  einer  Stelle  ließen  sich  Schimpansen
  hören,  jedoch  war  ihnen  nicht  beizukommen.
Die  erwähnenswertheste  Ausbeute  war  ein  gewaltiger
Batrachier,  ein  Exemplar,  wie  ich  es  in  dieser  Größe
noch  nie  vorher  gesehen  habe.

Der  Boden  ist  geringwerthig,  ein  merkwürdiger
hellgelber  Lehm  mit  sehr  geringer  darübergelagerter

Humusschicht.
        <pb n="500" />
        Vegetation  beschränkt  sich  hier  auf  niedrigen  Busch
und  Buschwald.  Das  ganze  Land  ist  schon  einmal
bebaut  gewesen.  Oelpalmen  und  Saphubäume
(Canarium  Saphu)  sind  daher  häufig,  desgleichen  die
schon  früher  erwähnte  Raphia.  Kultivirt  werden
hauptsächlich  Makabo,  Kanthosoma  violaceum,
Pisang  und  Kassada.  Da  auch  hier  der  Lateritboden
  minderwerthig  ist,  so  müssen  die  Felder  sehr
sorgfältig  bestellt  werden.  Die  Erde  wird  überall
sauber  gehäufelt,  und  in  die  hohen  Erdhaufen  werden
die  Knollen  gepflanzt.  An  der  Woermann-Faktorei
in  Edea  befinden  sich  einige  Bäume  von  Kakao  und
Kaffee  (Coffea  liberica),  welche  der  Leistungsfähigkeit
  des  Bodens  kein  gutes  Zeugniß  ausstellen.

Am  11.  April  machte  ich  noch  einmal,  nachdem
in  der  Nacht  ein  heftiger  Tornado  gewesen  war,
einen  Ausflug  nach  den  Nordfällen  des  Sanaga  und
in  den  Urwald  nordwestlich  von  Edea.  Die  zoologische
Ausbeute  war  sehr  interessant;  besonders  zwei  Perlhuhnarten,
  welche  beide  in  der  Vogelfaung  von
Kamerun  noch  nicht  aufgeführt  sind,  waren  mir  sehr
erwünscht.  Das  eine  ist  schwarzblauglänzend  mit
blauweißer  Punktirung.  Auf  dem  kahlen  blauen
Kopfe  sitzt  ein  schwarzer  Federschopf,  der  gleichfalls
kahle  Hals  ist  blau,  die  Kehle  roth.  Das  andere
ist  schwarz  mit  einem  kahlen,  rothblauen  Fleck  am
Kopfe  und  kleiner  als  die  vorige  Art.  Außerdem
erbeutete  ich  die  sogen.  Mädchentaube,  Peristera

nella,  und  ein  fliegendes  Eichhörnchen,  Anomalurus
Fraserl.  Mehrere  große  Cikaden  wurden  mit
Vogeldunst  von  den  Bäumen  heruntergeschossen.

Da  ich  schon  von  mehreren  Seiten  die  Reichhaltigkeit
  der  Vogelfaunga  des  Ossasees  und  auch  die
eigenartige  Schönheit  dieses  Binnensees  hatte  rühmen
hören,  so  verließ  ich  bereits  am  12.  April  Edea  und
fuhr  mit  dem  Dampfer  „Soden“  den  Sanaga
stromab  bis  nach  der  Mündung  des  Wasserarms,
welcher  aus  dem  Sanaga  in  den  Ossasee  führt.
Etwas  unterhalb  dieser  Mündung  ankerte  ich  gegenüber
  dem  Hügel,  auf  welchem  der  Stationsleiter  von
Edea,  Herr  v.  Brauchitsch,  eine  kleine  Kalaopflanzung
  angelegt  hat.

Der  Högel  ist  der  höchste  am  Sanaga  zwischen
Edea  und  Malimba  und  zum  Wohnort  für  Weiße
und  Ausgangspunkt  für  irgend  welche  Unternehmungen
  schon  seiner  Höhe  und  seiner  dominirenden
  Lage  wegen  sehr  geeignet.  Besonders  aber
eignet  er  sich  hierzu  wegen  einer  starken  Quelle  mit
klarem,  kühlem  Wasser,  welche  an  der  nach  dem
Ossa-Kriek  abfallenden  Seite  des  Hügels  aus  einer
verwitterten  Granit  ()wand  hervorsprudelt  und  bei
Weitem  das  beste  Trinkwasser  am  ganzen  Sanaga
liefert.  Zur  Anpflanzung  von  Kakao  ist  der  steile
Hügel  mit  dem  unfruchtbaren  Lateritboden  sehr  ungeeignet,
  wie  auch  der  Erfolg  sehr  augenfällig  beweist.

Am  Morgen  des  13.  April  brach  ich  in  aller
Frühe  in  einem  kleinen  Kanu  nach  dem  Ossa-See

458

Am  Ostertag  besuchte  ich  mit  Herrn  Geyger  :  auf.
die  Dorfgebiete  in  der  Umgegend  der  Station.  Die

 

Der  Wasserspiegel  des  Sauaga  war  in  den
letzten  Tagen  wegen  schwerer  Regengüsse  um  etwa
1  m  gestiegen,  und  die  Strömung  ging  aus  dem
Fluß  nach  dem  See  hin.  Der  See  scheint  sonst
keine  Zuflüsse  von  irgend  welcher  Bedeutung  zu
haben.  Sein  Wasserspiegel  ändert  sich  offenbar  gemäß
  des  Wasserstandes  im  Sanaga.  Der  Wasserarm,
  durch  den  ich  fuhr,  hat  nur  eine  Breite  von
20  bis  30  m.  Das  Fahrwasser  ist  an  der  Mündung
versandet,  sonst  aber  ziemlich  tief,  jedoch  hindern
viele  hineingefallene  Baumstämme  die  Fahrt.  Die
anfangs  4  bis  6  m  hohen  Ufer  sind  steil  und  unterwaschen.
  Sie  werden  allmählich  flacher,  je  mehr
man  sich  dem  See  nähert.  Dementsprechend  geht
der  anfangs  hochstämmige,  viele  Kopalbäume  enthaltende
  Urwald  allmählich  in  niederen  Busch  über
mit  einzelnen  höheren  Bäumen  und  zahlreichen
charakteristischen  Schlingpalmen.  Nach  einer  etwa
1½2  stündigen  Fahrt  zeigen  mit  Cypergras  und  Schilf
bestandene  Flächen  die  nächste  Nähe  des  Sees  an,
und  sehr  bald  darauf  öffnet  sich  vor  unsern  Blicken
der  Ausblick  auf  eine  weite  Wasserfläche.  Zur  Linken
sind  die  Ufer  überall  etwas  hoch,  der  Urwald  tritt
bis  an  den  von  hellleuchtendem  Sande  gebildeten
Seestrand  heran.  Zur  Rechten  sind  die  Ufer  ganz
flach  und  umsäumen  mit  einem  breiten  Gürtel  von
Schilfgräsern  2c.  das  Wasser.  Mitten  in  dem  See
erheben  sich  mehrere  bewaldete  Inseln.  Das  Ganze
macht  durchaus  keinen  tropischen  Eindruck,  eher  könnte
man  sich  an  einen  der  herrlichen  ostpreußischen  Seen
versetzt  glauben.

Während  die  Vogelwelt  in  dem  Kriek  selbst  nur
spärlich  vertreten  ist,  zeigt  sich  bei  der  Einmündung
in  den  See,  an  welcher  sich  eine  ausgedehnte  Fläche
von  Sumpfgräsern  befindet,  ein  ganz  erstaunlicher
Reichthum  an  Wasservögeln.  Zu  Hunderten  gehen
Nonnenenten  au#,  bald  gefolgt  von  Schaaren  anderer
Enten,  Schwärmen  von  Steißfüßen  2c.  Auf  den
Bäumen  am  Rande  des  Sees  sitzen  die  verschiedensten
  Arten  von  Reihern  (Purpur-,  Silber-,  Kappenund
  Kuh-Reiher),  auch  das  seltene  Kamerun-Binsenhuhn
  trotz  seiner  Schwimmfüße.  Auf  aus  dem
Wasser  ragenden  Baumästen  lauern  mehrere  Arten
von  Eisvögeln  auf  Beute,  darunter  auch  der  seltene
kleine  Alcedo  eyanostigma  mit  einem  zierlichen
Schopf  von  blaustreifigen  Federn  auf  der  Stirn.
An  dem  sandigen  Strande  läuft  unter  lautem  Geschrei
  der  Lappenkibitz  umher,  und  aus  dem  Uferwalde
  tönen  die  gewaltigen  Stimmen  der  Nashornvögel
  herüber.

Die  Insektenwelt  ist  durch  Tausende  von  Lbbellen
vertreten.  Der  Fischreichthum  im  See  ist  ein  ganz
außerordentlich  großer.  Leider  hatte  ich  keine  genügend
  großen  Behälter  mit  mir  nehmen  können,  so
daß  ich  nur  vier  Arten  konserviren  konnte.

Ein  Flußpferd  beobachtete  ich  längere  Zeit  aus
größter  Nähe.  Es  zeigte  keinerlei  Scheu  und  verschwand
  erst  auf  einen  Schuß,  ohne  wieder  hervorzukommen.
        <pb n="501" />
        Auch  die  Pflanzenwelt  zeigte  viele  sehr  interessante
und  mir  neue  Typen.  Für  einen  Zoologen  und
Botaniker  müßte  es  meiner  Meinung  nach  außerordentlich
  lohnend  sein,  einmal  mehrere  Wochen  sein
Standquartier  am  Ufer  des  Ossa-Sces  aufzuschlagen
und  zu  sammeln.

Meine  Zeit  war  leider  zu  beschränkt,  und  in  Anbetracht
  der  mehr  als  zwei  Stunden  dauernden  Rücksahrt
  mußle  ich  zur  Zeit  an  den  Aufbruch  denken.
Mit  dem  Einbruch  der  Dunkelheit  war  ich  wieder
an  Bord  des  „Soden".

Am  14.  April  fuhr  ich  den  Sanaga  hinunter
bis  zur  Einmündung  des  Quaqua.  Ein  Versuch,  in
den  letzteren  hineinzugelangen,  mißglückte,  und  ich
fuhr  daher  weiter  nach  Malimba.  Die  Ufer  des
unteren  Sanaga,  etwa  von  Lobethal  ab  bis  nach  der
Mündung,  machen  einen  weit  fruchtbareren  Eindruck
als  diejenigen  des  oberen  Flußlaufes  von  Mariaberg
bis  Edea.  Dort  könnte  man  meiner  Ansicht  nach
an  vielen  Stellen  mit  Erfolg  Kakaopflanzungen  anlegen,
  welche  allerdings  eventuell  einige  Wochen  im
Jahre  unter  Wasser  stehen  würden,  was  indeß  dem
Kakao  nicht  viel  ausmachen  dürfte.  In  Bonemanda
an  der  Faktorei  sah  ich  einige  sehr  große,  freilich
schlecht  gewachsene  Kakaobäume,  welche  nach  den  mir
gemachten  Erzählungen,  die  ich  hier  allerdings  mit
großem  Vorbehalt  wiedergebe,  einen  ungeheuren
Ertrag,  10  kg  und  mehr  pro  Baum,  liefern  sollen.

Nachdem  ich  in  Malimba  zur  Nacht  geblieben
war  und  Gelegenheit  genommen  hatte,  die  ungeheuren
Veränderungen  des  Strandes  und  der  Flußmündung
zu  bewundern,  welche  dort  in  wenigen  Jahren  durch
die  Gewalt  der  Brandung  und  Strömung  stattgesunden
  haben,  machte  ich  am  nächsten  Morgen
eine  Fahrt  in  den  nach  der  südlichen  Sanaga-Mündung
  führenden  Kriek.  Dort  hoffte  ich,  reife  Früchte
von  Raphia  vinifera  zu  erlangen,  welche  bei  Viktoria
  nicht  zu  finden  sind,  denn  ich  beabsichtige,  die
tiefer  gelegenen  Strecken  des  Buea-Weges  mit  Reihen
von  Bambu-Palmen  zu  bepflanzen.  Nachdem  ich
eine  genügende  Quantität  gesammelt  hatte,  kehrte  ich
nach  Malimba  zurück  und  fuhr  mit  Dampfer  „Soden“
den  Fluß  wieder  stromauf  bis  zur  Quaqua-Mündung,
wo  am  Nachmittag  der  Petroleummotor  von  Kamerun
eintraf,  welcher  die  Post  für  Edea  brachte,  und  mit
welchem  ich  nach  Kamerun  zurückfahren  sollte.  Die
Rückfahrt  nach  Kamerun  dauerte  wegen  einer  kleinen
Havarie  an  der  Maschine,  ungünstiger  Wasserstandsverhältnisse
  und  schließlich  wegen  eines  starken  Tornados,
  der  uns  an  der  offenen  Quaqua-Mündung
überraschte,  dieses  Mal  elf  Stunden.

Nachdem  ich  am  17.  April  meine  geschäftlichen
Angelegenheiten  erledigt  hatte,  brachte  mich  der  Motor
am  18.  in  sieben  Stunden  nach  der  Bamba-Pflanzung,
woselbst  ich  bei  Einbruch  der  Nacht  eintraf  und
übernachten  mußte.

Anm  19.  April  ging  ich  von  Bamba  auf  dem
jetzt  sehr  guten  Wege,  dessen  Länge  nur  zwei  Dritttheile
  der  früher  begangenen  Strecke  beträgt,  in  zwei

 

4599  —

Stunden  nach  Viktoria,  woselbst  auch  meine  Sammlungen
  in  gutem  Zustande  eintrafen.

Die  auf  meiner  Reise  gewonnenen  Eindrücke  und
die  wenn  auch  nicht  in  sehr  eingehender  Weise  angestellten
  Beobachtungen,  welche  z.  B.  zur  Zeit  des
hohen  Wasserstandes  zu  ergänzen  sein  würden,  haben
in  mir  die  Meinung  befestigt,  daß  die  Anbaufähigkeit
  von  beinahe  der  Hälfte  des  Sanaga-Gebietes
unterhalb  Edea  für  Kakao  außer  Zweifel  zu  stellen
ist,  und  daß  also  auch  das  südliche  Schutzgebiet,
wenn  auch  natürlich  nicht  in  dem  Maße  wie  das
nördliche,  für  den  Plantagenbau  allmälig  Bedeutung
gewinnen  wird.

¾rl

Ueber  die  in  dem  Versuchsgarten  von  bictoria  kultivirten,
von  der  dotanischen  Tentralstelle  in  Berlin  stammenden
Pflanzen

berichtet  Dr.  Preuß  unter  dem  5.  Meai  d.  Is.:
Im  Anschluß  an  meine  früheren  Mittheilungen

über  das  Gedeihen  der  von  der  botanischen  Centralstelle

  in  Berlin  übersandten  Pflanzen,  welche  im

„Kolonialblatt"  Nr.  14,  1897  zur  Veröffentlichung

gelangt  sind,  gebe  ich  im  Folgenden  eine  Uebersicht
über  die  Fortschritte,  welche  diese  Pflanzen  im  Laufe
des  vergangenen  Jahres  gemacht  haben.

Acrocarpus  fraxinifolius.  Das  einzige  vorhandene
  Bäumchen  hat  in  einem  Jahre  um  5  m
an  Höhe  zugenommen  und  ist  jetzt  bereits  6  m  hoch.
Die  Kronenbildung  beginnt  bei  4  m  Stammhöhe.
Der  Baum  scheint  sich  mit  dem  Kakao,  den  er  beschattet,
  vorzüglich  zu  vertragen  und  dürfte  sich  vielleicht
  als  guter  Schattenbaum  erweisen.

Albizzia  moluccana.  Die  Bäume  haben  noch
bedeutend  an  Umfang  des  Stammes  und  Breite  der
Krone  gewonnen,  jedoch  becinträchtigen  sie  durch  ihr
stets  abfallendes  Laub,  durch  die  ungemein  leicht
abbrechenden  Zweige  und  besonders  durch  die  oberflächlich
  und  weithin  verlaufenden  Wurzeln  die
Pflanzen,  welche  sie  beschatten,  zu  sehr,  als  daß  ich
sie  für  gute  Schattenbäume,  welche  sie  sein  sollen,
bezeichnen  könnte.  Sie  haben  reichlich  geblüht  und
fruktifizirt,  jedoch  wird  die  Art  nur  in  bescheidenem
Maße  vermehrt.  Einige  der  größten  Bäume  müssen
demnächst  entfernt  werden.

Albizzia  stipulata  macht  einen  mehr  versprechenden
  Eindruck.  Beschattung  bieten  die  Bäume
freilich  vorläufig  noch  zu  wenig,  jedoch  sind  sie  bereits
  bis  5’m  hoch,  und  die  infolge  des  Ueberhängens
  der  Aeste  sehr  sperrigen  Kronen  dürften  sehr
bald  voller  werden.  Einige  Bäume  tragen  zur  Zeit
die  ersten  Blüthen.  Die  Blätter  nehmen  bei  Nacht
Schlasstellung  ein.

Aleuritis  moluccana  befindet  sich  in  bester
Entwickelung,  hat  geblüht  und  Früchte  getragen,  aus
denen  27  Pflänzlinge  gezüchtet  worden  sind.  Dieselben
  sollen  als  Allcebäume  Verwendung  finden  oder
auf  den  Kaffeeberg  verpflanzt  werden.
        <pb n="502" />
        2
A

Alpinia  Galanga.  Vergl.  Kolonialblatt  Nr.  14.

Anona  cherimolia.  Die  beiden  von  der  Centralstelle
  stammenden,  sowie  andere  aus  Samen  von
Madeira  gezüchtete  Sträucher  sind  bis  zu  der  Höhe
von  2,50  m  emporgewachsen,  jedoch  ist  die  Belaubung
  stets  dürftig.  In  der  Trockenzeit  sehen  die
Blätter  stets  krank  aus,  was  ich  auch  in  Madeira
selbst  bemerkt  habe.  Einige  Pflanzen  sind  an  die
Station  Buea,  an  die  dortige  Mission  und  an  die
Mission  in  Mapanja  abgegeben  worden,  desgl.  an
den  Botanischen  Garten  in  Gabun.

Anona  squamosa  hat  fruktifizirt  und  ist  reichlich
vermehrt  worden.  Zahlreiche  Pflanzen  sind  an  die
Plantagen  und  Missionen  abgegeben  worden.  Die
Sträucher  beginnen  schon  bei  1  m  Höhe  zu  fruktifiziren.


Anona  reticulata.
zu  berichten.

Areca  Catechu  die  Betelnußpalme,  zeichnet  sich
durch  rasches  Wachsthum  und  einen  schnurgeraden
durch  die  Blattnarben  scharf  geringelten  Stamm  sehr
aus.  Die  Bäume  sind  jetzt  4  m  hoch.

Aristolochia  cymbilera.  5  Seämlinge  aus
der  eingangs  erwähnten  Samensendung  vom  Februar.

Artocarpus  integrifolia  wächst  sehr  üppig  und
hat  bereits  eine  Höhe  von  mehr  als  9#m#erreicht.
Unter  den  12  von  der  Centralstelle  in  Berlin  stammenden
  Bäumen  lassen  sich  deutlich  zwei  Varietäten
unterscheiden.  Die  eine  hat  durchgängig  größere,
eiförmige  Blätter  mit  sehr  kurzen  Spitzchen,  eine
viel  dichtere  Belaubung,  wächst  schneller  als  die  andere,
  trägt  aber  noch  keine  Früchte;  die  andere
unterscheidet  sich  durch  kleinere,  eiförmig  längliche,
länger  zugespitzte  Blätter,  ein  bedeutend  lichteres
Laub  und  vor  allem  durch  reichliches  Fruktifiziren
aus.  Diese  letztere  Varietät  ist  jedenfalls  ein  weit
besserer  Schattenbaum  als  die  erstere,  bei  welcher  die
Kronen  so  dicht  sind,  daß  die  darunter  oder  daneben
wachsenden  Kakaobäume  theilweise  abgetödtet  werden,
was  sehr  auffallend  ist,  da  doch  der  „Jackbaum“
allgemein  als  guter  Schattenbaum  gerühmt  wird.
Zu  einer  genaueren  Feststellung  der  Varietäten  ist
das  Fruktifiziren  beider  abzuwarten.

Averrhoa  carambola  hat  in  diesem  Jahre  ungemein
  reichlich  Früchte  getragen.  Einige  aus  Samen
gezüchtete  Pflanzen  wurden  nach  Buca  und  an  die
Missionen  und  Plantagen  abgegeben.  Die  Früchte
sind  in  rohem  Zustande  wohl  sauer,  geben  aber,  mit
Zucker  eingekocht,  wegen  ihrer  ausgesprochenen  angenehmen
  Fruchtsäure  ein  angenehmes  Kompot.

Bambusa  arundinacea.  Die  beiden  jungen
Pflanzen  sind  durch  Hochwasser  im  Limbefluß  fortgerissen.


Bamhbusa  regia  ist  reichlich  vermehrt  und  einige
Pflanzen  sind  an  die  Landeshauptmannschaft  in  Togo
abgegeben  worden.

Bassia  longifolia  wächst  jetzt  bedentend  schneller
als  im  Anfang,  hat  ein  gesundes  Aussehen  und  eine
Döhe  von  3,5  m.

Hierüber  ist  Neues  nicht

 

460  —

Caesalpinia  pulcherrima  war  in  Victoria
schon  reichlich  vorhanden,  wird  auch  an  der  ganzen
Westküste  Afrikas  überall  kultivirt.  Die  eingesandten
Samen  haben  gut  gekeimt.

Calophyllum  inophyllum.  Diese  das  Rosenholz
  liefernde  Art  ist  reichlich  vermehrt  worden.  Die
Sämlinge  werden  als  Alleebäume  an  den  Buea-Weg
gepflanzt  werden.  Außerdem  wird  ein  geschlossener
Bestand  dieses  aus  Neu-Guinea  reichlich  exportirten
Nutzholzes  auf  dem  Kaffeeberge  angelegt  werden.
Auch  hier  lassen  sich  nach  Form  und  Lage  der
Blätter  deutlich  zwei  Varietäten  unterscheiden.

Colotropis  gigantea  bildet  große  Büsche  von
unschöner  Form,  welche  stets  mit  Blüthen  und  auch
mit  Früchten  beladen  sind.

Canarium  ceylanicum  hat  sich  jetzt  besser
entwickelt  und  wird  anscheinend  einen  guten  Schattenbaum
  für  Muskatnuß  liefern.  Im  Anschluß  hieran
will  ich  erwähnen,  daß  das  hier  einheimische
Canarium  saphu  jetzt  in  größerer  Anzahl  gezüchtet
wird  zum  Zwecke  der  Beschattung  von  Kakao,  Kaffee,
Kardamom  u.  s.  w.

Cassia  aurea.
haben  nicht  gekeimt.

Cassia  auriculata  desgleichen.

Cassia  glauca  desgleichen.

Cinnamomum  Camphora.  Die  Kampherbäume
haben  im  Laufe  des  letzten  Jahres  sehr  zufriedenstellende
  Fortschritte  gemacht  und  eine  Höhe  von
2,50  m  erreicht.  Das  Vermehren  der  Art  durch
Stecklinge  gelingt  zwar,  aber  leider  nur  in  sehr  geringem
  Prozentsatz.  Ich  beabsichtige  auf  dem  Kaffeeberge
  einen  kleinen  geschlossenen  Bestand  von  Kampherbäumen
  anzulegen.  Einige  Pflanzen  sind  an  die
Station  Buea  abgegeben  worden.

Cinnamomum  ceylanicum,  Zimmetstrauch.  Ueber
die  mit  dieser  Art  erzielten  Erfolge  habe  ich  bereits
einen  Sonderbericht  eingeliefert,  welcher  in  der  Nr.  12,
Jahrgang  1897  des  „Tropenpflanzer“  veröffentlicht
worden  ist.  Ein  nachträglich  eingelaufenes  Gutachten
über  den  Zimmet,  von  der  Firma  Bassermann  u.
Herrschel  in  Mannheim,  lautet  weniger  günstig.
Um  ein  endgültiges  Urtheil  zu  erlangen,  wird  es
nöthig  sein,  von  jeder  der  drei  nach  den  Blättern
und  auch  dem  Geschmack  zu  unterscheidenden  Varietäten
je  ein  Fahrdehl  auf  den  Hamburger  Markt  zu
bringen.  Hierzu  bedarf  es  jedoch  nach  längerer  Zeit
zum  Heranwachsen  der  jüngeren  Sträucher  und  auch
der  Anlage  weiterer  Bestände,  so  daß  eine  Ernte
einen  Ertrag  von  mehreren  Fardehlen  liefern  kann.

Corchorus  capsularis  var.  attariga,  die
Jutepflanze,  wuchs  bei  einem  im  Laufe  des  Jahres
angestellten  Anbauversuche  meiner  Ansicht  nach  zu
sperrig  und  auch  nicht  hoch  genug.  Die  Pflanzen
erreichten  eine  Höhe  von  durchschnittlich  1,30  m.
Eine  größere  Fläche  wird  nicht  mit  dieser  Art  bestellt
  werden,  da  bei  dem  Mangel  einer  Maschine
doch  über  die  Beschaffenheit  des  Produktes  kein

Die  Samen  der  Februarsendung

Unrtheil  gefaßt  werden  kann.
        <pb n="503" />
        Colubrina  asiatica;  zwei  Sämlinge  sind  aus
der  Samensendung  vom  Februar  gezüchtet  worden.

Corpha  gebanga.  Drei  langsam  aber  gesund
wachsende  Pflanzen.  **.

Corypha  umbraculifera.  Die  drei  jungen
Pflanzen  gingen  während  der  Regenzeit  ein.  Die
nen  angekommenen  Samen  haben  noch  nicht  gekeimt.

Coulteria  tinctoria,  keinerlei  Fortschritte  im
Wachsthum.

Crataera  gynandra.  Drei  üppig  sich  entwickelnde
  Pflanzen  von  nunmehr  3  m  Höhe,  von
unschönem  Wuchs.

Crescentia  Cujete  ist  sehr  reichlich  durch  Stecklinge
  vermehrt  worden,  so  daß  in  dieser  Regenzeit
daraus  eine  große  Anpflanzung  von  Stützbäumen
für  Vanille  und  schwarzen  Pfeffer  gemacht  werden
F  Die  Vermehrung  durch  Stecklinge  ist  sehr
eicht.

Crescentia  cucurbitana  gedeiht  sehr  gut  und
zeitigt  jetzt  Früchte  von  25  cm  Durchmesser.  Eine
davon  ist  auf  Wunsch  an  die  Landeshauptmannschaft
in  Togo  gesandt  worden.

Croton  Tiglium  trägt  reichlich  Früchte  und  ist
in  bescheidenem  Maße  vermehrt  worden.  Ueber  eine
kleine  Menge  nach  Europa  gesandter  Samen  lief
von  der  Firma  Brückner,  Lampe  &amp;amp;  Cie.  in
Berlin  folgendes  Gutachten  ein:

"„Croton  Tiglium:  Der  Samen,  welchen  Sie
geschict  haben,  besteht  aus  Samen  verschiedenen
Alters,  repräsentirt  aber  sonst  eine  gute  Handelswaare,
  deren  Werth  noch  gesteigert  werden  könnte
durch  Auslesen  der  ganz  schwarzen,  theilweise  runzeligen
  Samen  ohne  Kerne.

Wir  haben  diesen  Samen  pressen  lassen,  und
entspricht  die  Ausbeute  derjenigen  einer  guten  Handelswaare,
  auch  ist  das  Oel  von  heller  Farbe  und  dürfte
in  therapeutischer  Beziehung  dem  Crotonöl  anderer
Herkunft  nicht  nachstehen.

Crotonsamen  kommt  hauptsächlich  aus  China  und
kostet  ungefähr  90  bis  100  Mk.  per  100  kg  franco
Hamburg.  Der  Markt  für  Crotonsamen  ist  ein  sehr
beschränkter,  da  die  Verwendung  des  Oeles  abnimmt
und  dürften  von  der  Waare  nicht  zu  große  Mengen
geschickt  werden,  sagen  wir  nicht  über  500  bis  1000  kg
auf  einmal,  um  mit  einiger  Sicherheit  verkäuflich  zu
sein.  Auf  den  letzten  Auktionen  in  London  war
auch  von  Shangai  Crotonsamen  eingeführt,  und  daß
man  dies  für  erwähnenswerth  betrachtet  und  einen
Artikel  in  einer  Fachzeitung  darüber  schreibt,  beweist,
daß  der  Konsum  nur  ein  beschränkter  ist,  trotzdem
der  Croton  Tiglium-Baum  in  China,  auf  den
Malayischen  Inseln  bis  Malakka,  Burma,  Bengalen,
Assam  und  Ceylon  verbreitet  ist.“

Da  das  Croton  Tiglium  gute  Hecken  liefert
und  als  Windschutz  zu  gebrauchen  ist,  da  ferner  die
Kultur  keinerlei  Schwierigkeiten  bietet,  der  Strauch
dereits  am  Ende  des  zweiten  Jahres  aufängt  zu
frultifiziren  und  die  Ernte  sehr  leicht  ist,  so  sollte
dieser  Art  mehr  Beachtung  geschenkt  werden.  Im

461

 

botanischen  Garten  werden  jetzt  einige  Saatbeete  mit
Crotonsamen  bestellt  und  der  Strauch  soll  so
vermehrt  werden,  daß  eine  Ernte  von  einigen  Centnern
  erreicht  werden  kann.  v

Curcuma  longa,  aromatica  und  leucorrhiza
gedeihen  jetzt  sehr  gut,  besonders  die  Curcuma  longa,
welche  1  m  hoch  ist.

Dendrocalamus  strictus  wächst  außerordentlich
langsam.  Die  einzelnen  Exemplare  vermehren  sich
zwar  bereits  durch  unterirdische  Ausläufer,  aber  die
Stämmchen  sind  nur  bis  60  cm  hoch.  Einige
Pflänzchen  sind  nach  Buea  abgegeben  worden,  da
dieser  Art  Hochlandklima  mehr  zusagen  soll.

Dialium  indum.  Die  Samen  haben  noch  nicht
gekeimt.

Dillenia  pentagyna.  Aus  den  im  Februar
angelangten  Samen  hat  sich  nur  ein  Pflänzchen  entwickelt.


Dorstenia  multiformis.  Die  beiden  von  Anfang
  an  kümmerlich  vegetirenden  Pflanzen  sind  eingegangen.


Erythrina  corallodendron  fängt  jetzt  an,  baumartig
  zu  werden,  hat  auch  bereits  geblüht,  ohne  jedoch
Frucht  anzusetzen.

Erythrina  lusca.  Aus  den  im  Februar  gekommenen
  Samen  haben  sich  sechs  kräftige  Pflanzen
entwickelt.

Erythrina  lithosperma  wächst  sehr  üppig,  jedoch
  für  einen  Schattenbaum  zu  buschig.

Erytbrina  umbrosa  wächst  gut  und  ist  von
den  hier  aufgeführten  Erythrina-Arten  der  beste
Schattenbaum.  In  dem  in  diesem  Jahre  neu  angelegten
  Theile  des  Gartens  fand  ich  eine  der  E.  umbrosa
  sehr  ähnliche  Art  wild  vor.  Sie  wird  demnächst
  reifse  Früchte  haben  und  vermehrt  werden.
Drei  andere  im  Gehbiete  einheimische  Erythrina-Arten
  befinden  sich  bereits  in  Kultur.  Als  Schattenbäume
  haben  sie  alle  den  großen  Fehler,  daß  sie
gerade  während  eines  großen  Theiles  der  Trockenzeit,
  wo  die  Pflanzen  den  Schatten  am  nothwendigsten
  gebrauchen,  unbeblättert  sind.

Feronia  elephantum.  Zwei  sehr
wachsende  Exemplare.

Ficus  religiosa  gedeiht  sehr  gut.

Flacourtia  inermis,  zweigut  wachsende  Sträucher.

Flacourtia  Jangomas;  aus  den  eingesandten
Samen  hat  sich  nur  ein  Pflänzchen  entwickelt.

Garcinia  cochinchinensis  (0,60  m  hoch)  und
Garcinia  ganthochymus  (über  1  m  hoch)  sehen
sehr  kräftig  aus,  wachsen  aber  nur  langsam.

Gonolobus  Condurango  schlingt  an  einer
Jacaranda  ovalilolia  in  die  Höhe,  blüht  und
fruktifizirt  reichlich  und  die  Samen  keimen  sehr  gut.
Einige  Früchte  sind  an  den  botanischen  Garten  in
Gabun  abgegeben  worden.

Guajacum  sanctum  wächst  wie  bisher  ungemein
langsam.

Hevea  brasiliensis.  In  der  Kultur  des  Parakautschukbaumes
  ist  ein  erfreulicher  Fortschritt  zu

langsam
        <pb n="504" />
        verzeichnen,  da  verschiedene  der  im  Jahre  1892  aus
Stecklingen  gezüchteten  und  als  Bäumchen  direkt  von
Para  gekommenen  Pflanzen  geblüht  haben.  Früchte
setzten  sie  freilich  noch  nicht  an.  Diese  Bäume  sind
jetzt  12  m  hoch  und  geben  dem  Kakao  guten  Schatten.
Die  aus  Berlin  im  November  1896  angekommenen
Pflanzen  sind  jetzt  bereits  bis  4,50  m  hoch.

Hura  crepitans.  Die  im  Februar  angelangten
Samen  haben  nicht  gekeimt,  jedoch  sind  von  dieser
Art  bereits  eine  ganze  Anzahl  großer  Bäume  im
Garten  vorhanden.  Sie  wachsen  ungemein  schnell,
geben  dichten  Schatten,  aber  das  Holz  ist  sehr  brüchig,
und  fast  jeder  Tornado  richtet  Schaden  in  den
Kronen  an.  Sie  eignen  sich  wohl  zu  Alleebäumen,
jedoch  nicht  zu  Schattenbäumen,  da  sie  alles  unter
ihnen  Wachsende  tödten.  ’

Ilex  paraguayensis.  Eine  große  Quantität
von  bereits  mit  Salzsäure  behandelten  Mate-Samen
langte  im  Februar  hier  an  und  wurde  sofort  ausgesäet.
  Bis  jetzt  hat  jedoch  noch  nichts  gekeimt.

IIlipe  latikolia.  Die  hübschen  Bäume  mit  sehr
runder  und  dichter,  dunkelgrüner  Krone  haben  eine
Höhe  von  3,50  m  erlangt  und  in  diesem  Jahre
reichlich  geblüht,  ohne  jedoch  bis  jetzt  Frucht  angesetzt
zu  haben.

Ingo  duleis.
gekeimt.

IKora  coccinea.  Aus  den  eingesandten  Samen
haben  sich  fünf  Pfläuzchen  entwickelt.  Alte  Sträucher
sind  bereits  im  Garten  in  großer  Anzahl  vorhanden
gewesen.

Jambosa  vulgaris  gedeiht  vorzüglich,  blüht  und
trägt  Früchte,  welche  zur  Vermehrung  der  Art  benutzt
  werden.

Jatropha  podagrica.  Fünf  Pflänzchen  von
jetzt  20  cm  Höhe  entwickelten  sich  aus  den  von
Berlin  gesandten  Samen.  Dieselben  gewähren  mit
den  schildförmigen  Blättern  am  Ende  des  keulenförmigen
  Stämmchens  einen  seltsamen  Anblick.

Kaempleria  galanga  ist  wiederum  vermehrt
worden  und  blüht  reichlich.

Kigelia  pinnata.  Die  Samen  haben  nicht
gekeimt,  desgleichen  diejenigen  von  Lantana  mixsta
und  L.  alba.  Lantana  camara  mit  rosafarbener
und  rothgelber  Blüthe  wird  als  Heckenpflanze  in
Westafrila  überall  angepflanzt.

Landolphia  Watsoni  wächst  nur  langsam.

Leca  sambucina;  aus  den  von  Berlin  gesandten
  Samen  haben  sich  zehn  Pflanzen  entwickelt.

Leucacna  glauca  war  bereits  im  Garten  vorhanden
  und  ist  reichlich  vermehrt  worden.

Mangitera  indica,  von  den  Molukken  stammend,
bildet  bereits  stattliche  Bäume,  hat  aber  noch  nicht
fruktifizirt.  Die  gleichaltrigen  Bäume  von  Ceylen,
1892  ausgesäet,  haben  in  diesem  Jahre  die  ersten
Früchte  getragen.  Dieselben  waren  größer  und  wohlschmeckender
  als  diejenigen  der  in  Kamerun  allgemein
lultivirten  Art,  jedoch  war  das  Fruchtfleisch  auch
starl  mit  Fasern  durchsetzt  und  der  Kern  verhältniß-Die

  Samen  haben  noch  nicht

462

 

mäßig  groß.  Als  eine  sehr  gute  Erwerbung  für  den
Garten  sind  fünf  Varietäten  von  veredelten  Mangos
zu  betrachten,  welche  mir  der  Direktor  des  botanischen
Gartens  von  Gabun,  Herr  Chalot,  kürzlich  gelegentlich
  eines  Besuches  in  Victoria  überbrachte  und
von  deren  Wohlgeschmack,  faserlosem  zarten  Fruchtfleisch
  und  sehr  kleinem  Kern  ich  mich  schon  in  Gabun
überzeugt  hatte.  Die  veredelten  Mangobäume  sollen
nach  Mittheilung  des  Herrn  Chalot  vegetativ  sehr
zurückbleiben,  aber  bereits  im  Alter  von  einem  Jahre
anfangen,  Früchte  zu  tragen.

Hier  möchte  ich  erwähnen,  daß  veredelte  Orangenbäumchen,
  welche  ich  vor  2½  Jahren  ganz  jung  aus
Gran  Canaria  erhielt,  jetzt  bereits  fruktifiziren,  obgleich
  sie  erst  1,30  m  bis  1,50  m  hoch  sind,  während
gewöhnliche  aus  Kernen  gezüchtete  Bäume  in  Victoria
sieben  Jahre  bis  zur  Frucht  brauchen.

Mallotus  philippinensis;  ein  üppiger  Strauch,
der  reichlich  blüht.

Melaleuca  leucadendron;  die  Samen  sind
noch  nicht  aufgegangen.

Mesua  ferrea.  Die  einzige,  von  allen  übrig
gebliebene  Pflanze  entwickelt  sich  jetzt  gut,  wächst  aber
sehr  langsam.  Jedenfalls  wird  die  Art  dem  Garten
erhalten  bleiben.

Nichelia  champaca.  Drei  herrliche,  von  unten
auf  beblätterte  Bäume  von  Pyramidenform,  15  m  hoch.

Miliusa  Bailloni  hat  noch  nicht  gekeimt.

Mimusops  Elengi.  Im  Garten  waren  bereits
einige  achtjährige  Exemplare  vorhanden,  welche  in
diesem  Jahre  durch  Samen  vermehrt  worden  sind.
Von  den  aus  Berlin  gekommenen  Samen  ist  nur
ein  Korn  aufgegangen.

Modecca  Wightiana.  Die  Samen  haben  noch
nicht  gekeimt.

Mucuna  atropurpurea.  Von  den  eingesandten
Samen  hat  sich  nur  einer  zu  einer  kräftigen  Pflanze
entwickelt.

Musa  paradisiaca.
gekeimt.

Musa  superba.  Desgleichen.

Nauclea  orientalis.  Desgleichen.

Nedhelium  Longamum.  Im  Garten  befinden
sich  Sträucher  in  einem  Alter  von  neun  Jahren,
welche  aber  noch  nie  geblüht  haben.

Ochrocarpus  siamensis;  ein  kräftiges,  langsam
wachsendes  Exemplar  von  nunmehr  0,60  m  Höhe.

Panakx  serratum  hat  noch  nicht  gekeimt.

Pandanus  javanicus  desgleichen.  *½*

Dericopsis  Moconiana.  Eine  Pflanze  ist  eingegangen,
  die  andere  hat  sich  zu  einem  etwa  1,30  m
hohen  kräftigen  Bäunchen  entwickelt.  Z

Picodendron  Juglans  wächst  fast  zu  üppig,  so
daß  sich  die  Stämmchen  zur  Erde  niederbeugen.

Piper  angustilolium,  P.  Betle,  P.  nigrum
gedeihen  sehr  gut,  von  letzterem  sind  einige  Exemplare
  nach  Gabun  gegeben  worden.  4

Piper  Cubeba.  Das  einzige  Exemplar  ist  versehentlich
  beim  Unkrautjäten  vernichtet  worden.

Die  Samen  haben  nicht
        <pb n="505" />
        —  463  —

Piper  officinale  gebieh  nur  anfangs  gut.  Jetzt
st  die  Hälfte  der  Sträucher  aus  unbekannten  Gründen
eingegangen.

Foiuciana  regia  war  bereits  reichlich  in  Victoria
orhanden.  Die  aus  Berlin  gekommenen  Samen
yaben  gut  gekeimt.

Pithecolobium  Saman.  Die  Bäume  bilden
etzt  breite  und  lichte  Kronen  und  harmoniren  mit
dem  Kakao,  den  sie  beschatten,  sehr  gut.  Leider  sind
die  Kronen  aber  zu  niedrig  für  die  Kakaobäume.
Für  Kardamom  und  andere  niedrige  Gewächse  aber
dürfte  das  Pithecolobium  ein  sehr  guter  Schattenbaum
  sein.  Die  Blätter  zeigen  Schlasstellung.

Psidium  guayava.  Die  Samen  haben  gekeimt
und  sechs  Pflanzen  ergeben.  Jedoch  ist  diese  Art  in
Victoria  überall  gemein.  Die  anderen  im  Garten
kultivirten  Psidium-Arten  wie  P.  aromaticum,
P.  pyriterum,  P.  Araca  liefern  sämmtlich  weit
wohlschmeckendere  Früchte.

Ptychosperma  elegans.
noch  nicht  gekeimt.

Schleicheria  trizuga  wird  jetzt  baumförmig  mit
voller  Krone.

Spondias  duleis  zeigt  ein  sehr  schnelles  Wachsthum.
  Die  Bäume  sind  zwei  Jahre  nach  der  Aussaat
  bereits  4  bis  5  m  hoch.  Sie  scheinen  mit
Kakao  zu  harmoniren  und  eignen  sich  eventuell  gut
zu  Schattenbäumen,  zumal  sie  niemals  die  Blätter  so
abwersen  wie  S.  lutea,  welche  Monate  lang  ohne
Blätter  dasteht.  Aus  Gabun  erhielt  ich  unter  dem
Namen  Spondias  eytherea  (Frucht  =  pomme
cythére)  eine  Pflanze,  welche  mit  S.  dulcis  und
der  „Cajamanga“  von  Saß  Thoms  identisch  zu
sein  scheint.

Spondias  Mombin  stellt  sich  jetzt  nicht,  wie  ich
gehofft  hatte,  als  die  rothe  Mombinpflaume,  S.  purburea,
  sondern  als  die  gemeine  S.  lutcea,  die  gelbe
Mombinpflaume  (in  Sierra  Leone  „hog-plum“  genannt)
  heraus,  welche  für  Menschen  nicht  gut  eßbar
ist  und  welche  in  der  Versuchsplantage  von  Victoria
(vergl.  frühere  Berichte)  als  Stützbaum  für  Vanille
und  schwarzen  Pfeffer,  sowie  als  Schattenbaum  für
Kaffee,  Kakao,  Kardamom  rc.,  sowie  zum  Bau  von
lebenden  Zäunen  Verwendung  findet.

Stadtmannia  australis  ist  jetzt  ein  mehr  als
5  m  hoher  Baum  ohne  jede  Verzweigung  und  mit
sehr  kleiner  Blätterkrone.

Strophantus  scandens  wächst  auffallend  schnell
und  hat  sich  bereits  bis  über  die  höchsten  Spitzen
der  Ficus  religiosa  emporgeschlungen.  Außer  dieser
Art  befinden  sich  jetzt  im  Garten  in  Kultur  S.  hispidus,
  S.  kombé,  S.  gratus  und  zwei  unbestimmte,
der  letztgenannten  nahe  stehende  Arten,  deren  eine

bereits  geblüht  hat  und  zur  Bestimmung  nach  Berlin
gesandt  worden  ist.

Strychnos  nux  vomica  wächst  jetzt  allmählich
shneller  als  früher  und  treibt  Stämmchen  von  mehr
als  2  m  Höhe.

Die  Samen  haben

 

Swietenia  Mahagoni.  Die  älteren  Bäume
sind  jetzt  2,50  m  hoch,  und  die  Kultur  dieses  Nutzholzes
  scheint  in  Victoria  keinerlei  Schwierigkeiten  zu
begegnen.

Tectona  grandis.  Das  einzige  im  Vorjahre
vorhandene  Pflänzchen  von  30  cm  Höhe  ist  zu  einem
5  m  hohen  Baume  mit  großen  Blättern  und  reichlicher
  Verzweigung  herangewachsen.  Der  erste  Versuch,
  die  Art  durch  Stecklinge  fortzupflanzen,  scheint
zu  gelingen.

Terminalia  Catappa.  Drei  schöne,  sehr  rasch
wachsende  und  dichten  Schatten  spendende  Bäume,
welche  der  Seebrise  erfolgreich  widerstehen  und  daher
gut  an  Uferstraßen  zu  pflanzen  sind.  Sie  haben  in
diesem  Jahre  theils  rothe,  theils  gelbe  Früchte  getragen
  und  sind  reichlich  vermehrt  worden.

Thea  chinensis  nebst  var.  assamica  gedeihen
beide  in  Victoria  nicht  gut,  obgleich  sie  in  diesem
Jahre  geblüht  haben.  In  Buea  dagegen  zeigen
einige  Sträucher  der  var.  assamica,  welche  vor
zwei  Jahren  von  mir  dorthin  verpflanzt  wurden,  ein
so  gesundes  und  üppiges  Aussehen,  daß  es  wohl
lohnen  würde,  dort  in  etwas  größerem  Maßstabe
einen  Versuch  mit  dem  Theebau  anzustellen.  Das
Kaiserliche  Gouvernement  hat  sich  mit  diesem  Vorschlage
  einverstanden  erklärt.

Toluikera  balsamum.  Die  Samen  haben  noch
nicht  gekeimt.

Toluifera  cochinchinensis.  Die  beiden  im
Garten  vorhandenen,  schon  vom  Grunde  aus  sich
verzweigenden  Sträucher  zeigen  eine  außerordentlich
große  Aehnlichkeit  mit  den  seit  Jahren  unter  dem
Namen  MFroxylon  Pereirae  kultivirten  Bäumen.
Von  den  letzteren  ist  im  vergangenen  Jahre  eine
Quantität  Rinde  behufs  chemischer  Untersuchung  an
das  Reichsgesundheitsamt  in  Berlin  gesandt  worden.
Hoffentlich  wird  sich  dort  herausstellen,  ob  diese  Art
die  den  echten  Perubalsam  liefernde  ist.

Uragoga  Ipecacuanha.  Ueber  das  Gedeihen
dieser  wichtigen  Arzneipflanze  ist  leider  ebenso  wenig
Gutes  zu  berichten  wie  im  Vorjahre.

Die  gegebene  Uebersicht  zeigt,  daß  bei  Weitem
der  größte  Theil  der  genannten  Pflanzen  mit  gutem
Erfolge  kultivirt  wird.  Wenn  Einzelnes  trotz  aller
Mühe  fehlschlägt,  so  ist  das  wohl  natürlich  und  nicht
zu  vermeiden.  «

Wirklichen  Nutzen  kann  die  Kolonie  freilich  erst
dann  von  diesen  Kulturversuchen  haben,  wenn  alle
nutzbringenden  Arten  in  ausreichendem  Maße  ver—
mehrt  werden  können  und  überall  im  Schutzgebiete
bei  Europäern  und  Eingeborenen  Verbreitung  finden.
Dieses  ist  einer  der  Hauptzwecke  der  Versuchsplantage,
welcher  freilich  nur  ganz  allmählich  erreicht  werden
kann,  aber  zum  Theil  schon  erreicht  ist  und  mit  jedem
Jahre  vollständiger  erreicht  wird.
        <pb n="506" />
        Forschungsreise.

Der  bisherige  Leiter  der  Faktorei  von  Jantzen
Thormählen  in  Mundame,  Herr  Conrau,  ein
rerkannter  Kenner  des  Kameruner  Schutzgebiets,
kabsichtigt,  sich  der  Erforschung  des  nördlichen
einterlandes  des  Schutzgebiets  zu  widmen.  Er
at  besonders  das  Baliland  mit  Umgebung  und  die
änderstrecken  zwischen  Bali  und  dem  Mbamfluß  als
ziel  seiner  Forschungen  ausersehen.  Herr  Conrau
hird  die  Reise  Anfang  August  antreten.

—  —  —  —  —

Deutsch-Züdwelkafrika.

Missenschaftliche  Lammlungen.

Der  Stabsarzt  Dr.  Langheld  hat  der  zoologichen
  Sammlung  des  Berliner  Königlichen  Museums
für  Naturkunde  feine  in  Deutsch-Südwestafrika  erbeuteten
  Thiere  überwiesen,  und  zwar:

2  Säugethierschädel,

5  Schlangen,

15  Eidechsen,

2  Frösche  und

eine  größere  Anzahl  Schmetterlinge,  Käfer,
Neuropteren,  Orthopteren,  Hymenopteren,
Spinnen  und  Tausendfüßler,  theils
trocken,  theils  in  Alkohol.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  gut.  Ihr
wissenschaftlicher  Werth  ist  in  systematischer  und
faunistischer  Beziehung  insofern  bedeutend,  als  aus
Südwestafrika  bisher  nur  wenig  Material  vorliegt.
Der  Werth  der  Arthropoden  wird  erst  nach  Durcharbeitung
  der  Sammlung  zu  übersehen  sein,  voraussichtlich

  werden  darunter  aber  manche  neue  Formen
gefunden  werden.

Deutsch-Neu-Guinea.

Ueber  die  Bevölkerung  des  Bismarck-Archipels

berichtet  der  Kaiserliche  Richter  Hahl  aus  Herbertshöhe
  Folgendes:  In  der  Bevölkerung  muß  man  folgende
  Gruppen  unterscheiden:

1.  Gruppe  Neupommern.  Der  Theil  südlich
der  Gazelle-Halbinsel  ist  noch  wenig  bekannt.  Sicher
ist  nur,  daß  im  Innern  ein  anderes  Volk  wohnt  wie
an  den  beiden  Küsten,  ebenso  wie  bereits  auf  der
Gazelle-Halbinsel.  Die  Uferstämmec  von  Kap  Liwuan
bis  Giretar  gegenüber  Massikanapuka  unterhalten
einen  überaus  lebhaften  Küstenhandel  bis  zur  Halbinsel
  Willaumez.  Die  Bewohner  der  französischen
Inseln  besuchen  die  gegenüberliegende  Küste,  mit
deren  Bewohnern  sie  offenbar  stamm=  und  sprachverwandt
  sind.

2.  Gruppe  Neumecklenburg,  Süd:  Im  Süden
einer  etwas  nördlich  bei  Kuras  gezogenen  Linie.  In
dieser  Gegend  scheiden  sich  die  Rassen  und  Sprachen;  den
Grenzpunkt  kann  ich  nicht  genau  festlegen;  es  bedürfte

464

 

 

einer  Untersuchung  an  Ort  und  Stelle;  ich  habe  bis
jetzt  nur  Labur  (Kurasbucht)  und  Bo  besucht.  Von
dieser  Linie  bis  zum  Süden  der  Landschaft  Topaia
herrscht  Einheit  der  Sprache  und  des  Stammes.
Die  Westküste  verkehrt  mit  der  Neulauenburg-Gruppe,
die  Ostküste  mit  Lihir  (Gerrard-Denys).  Auch  südlich
  der  Landschaft  Topaia  setzt  sich  der  Stamm  fort,
die  Sprache  wechselt  aber  stark  und  nähert  sich  der
im  Osten  der  Gazelle-Halbinsel  gesprochenen.  Die
Westküste  verkehrt  mit  der  Gazelle-Halbinsel-Ostküste;
die  Ostküste,  namentlich  der  Landstrich  Siar,  nördlich
Kap  St.  Georg,  mit  Wuneram  (St.  John).  Der
Süden  von  Neumecklenburg  ist  merkwürdig  wegen
der  Sprachverschiedenheit  der  Bewohner.  Der  Sage
der  Eingeborenen  nach  sollen  auf  den  hohen  Gebirgskämmen
  des  Südens  anders  geartete  Menschen  wohnen.
Es  hat  sich  bis  jetzt  noch  nicht  bestätigt,  daß  Reste
einer  autochthonen  Bevölkerung  vorhanden  sind.

3.  Neumecklenburg,  Nord,  einschl.  Sandwich-Insel
  und  der  Inseln  um  Nusa-Fahrwasser;  die
Ostküste  unterhält  Heirath  und  Handelsverkehr  mit
Vischer=  und  Gardner-Insel.  Die  herrschende  Sprache
ist  die  von  Nusa;  doch  ist  Sprachverschiedenheit  vorhanden.
  Was  die  Inseln  östlich  Neumecklenburgs
betrifft,  so  unterhält  Lihir  Verkehr  nach  diesen  sämmtlichen
  Inseln,  Wuneram,  St.  Josef,  St.  Franzisko,
St.  Antonio,  Kaan-Inseln,  Gardner  und  Vischer.
Die  Bevölkerung  der  letzteren  beiden  ist  dieselbe  wie
im  Osten  Neumecklenburgs.  Lihir  und  Wuneram
haben  die  Bevölkerung  der  gegenüberliegenden  Küste.

4.  Nissan  hat  Verkehr  mit  Buka,  Green-Insel
mit  Wuneram.

5.  Neuhannover  verkehrt  mit  den  vorliegenden
  Inseln.

6.  Die  Admiralitäts-Inseln  bilden  eine
eigene  Gruppe.

7.  Die  Echiquier-Gruppe  und  Matty-Insel
  stehen  unter  sich  und,  soviel  bekannt  ist,  auch
mit  Durvur  in  lebhaftem  Tauschverkehr.

——  —.O  22—

Marshall-Inseln.

Reise  des  Dr.  RKraemer.

Der  Marinestabsarzt  à  la  suite  Dr.  Kraemer
(vergl.  Kol.  Bl.  1898  S.  245)  ist  im  Februar  aus
den  Gilbert-Inseln  nach  Jaluit  zurückgekehrt  und
hat  von  dort  eine  reichhaltige  Sammlung  ethnologischer
  Gegenstände  für  das  Museum  für  Völkerkunde
in  Berlin  mitgebracht.  Er  hat  dann  auf  dem  Schuner
des  Häuptlings  Nelu  noch  eine  Reise  nach  Lilieb,
Kwadjelin  und  Ailinglablab  gemacht  und  ist  mit
den  Erfolgen  seiner  Studien  sehr  zufrieden.  Ende
März  ist  er  mit  dem  Dampfer  „Archer“  via  Naurun
nach  Sydney  gefahren,  von  wo  er  sich  wieder  nach
Samoa  begiebt,  um  von  da  mit  dem  nächsten  Kriegsschif
  nochmals  nach  den  Marshall-Inseln  zu  reisen.
        <pb n="507" />
        —  465  —

Neuer  Schnner  der  Jaluit-Gesellschaft.

Am  15.  März  d.  Is.  ist  in  Jaluit  ein  in  San
Francisco  gebauter  neuer  Schuner  der  Jaluit-Gesellschaft
  „Hercules“  eingetroffen.  Das  Fahrzeug  ist
etwa  150  Registertonnen  groß  und  mit  einem  Gasolinmotor
  versehen;  es  vermag  bei  ruhigem  Seegang
mit  der  Maschine  im  Durchschnitt  sechs  Meilen  zu
laufen.  Die  Kajüte  liegt  auf  Deck  und  enthält  zwei
Kabinen  für  Passagiere.  Die  Führung  ist  dem  Schiffer
I.  Krümling  übertragen.  ·

Aus  dem  Bereiche  der  Misstonen  und
der  Untisklaverei·  Bewegung.

Den  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen  Mission“
entnehmen  wir  folgende,  die  evangelische  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  betreffende  Personalnachrichten:
  Missionar  Ruccius  (s.  Kol.  Bl.  S.  208)
wird  Anfang  August  nach  Ostafrika  reisen.  Die
Missionare  Cleve  (Dar-es-Saläm)  und  Maaß
(Maneromango)  müssen  zu  ihrer  Erholung  die  Heimreise
  antreten.

Die  Krankenpflegerinnen  Auguste  Fenner  und
Louise  Grüneberg  sind  am  3.  Juni  d.  Is.  in
Klein-Popo  eingetroffen.  Sie  lösen  die  Krankenpflegerinnen
  Elise  Heidner  und  Johanna  Wittum

ab,  welche  am  7.  Juni  die  Heimreise  angetreten
haben.

Die  Gesammtsumme  der  Einnahmen  des  Afrikavereins
  deutscher  Katholiken  betrug  im  Jahre
1897  110  693  Mk.  (gegen  115  983  Mk.  im  Vorjohre,
  vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.  135).  Es  waren
eingegangen:  aus  den  Erzdiözesen  Köln  19  122  Mk.,
Freiburg  2940  Mk.,  den  Diözesen  Münster  25  913
Mk.,  Paderborn  10  036  Mk.,  Rottenburg  9194  Mk.,
Trier  4681  Mk.,  Osnabrück  2802  Mk.,  Ermeland
2320  Mk.,  Breslau  2200  Mk.,  Limburg  1284  Mk.
Fulda  1238  Mk.,  dem  apostolischen  Vikariat  in
Sachsen  3626  Mk.  2c.  .

Ungkremdrnkolvnirw
Gemeinnützige  Arbeiten  im  Rongostaat.

Das  „Bulletin  ofliciel  de  I’Etat  Indépendant
du  Congo“  für  Juni  d.  Is.  veröffentlicht  den  Wortlaut
  zweier  Königlichen  Verordnungen,  durch  welche
die  Inangriffnahme  verschiedener  gemeinnütziger  Arbeiten
  im  Bereiche  des  Kongostaates  und  die  Aufnahme
  einer  Anleihe  im  Betrage  von  12½2  Millionen
Franken  zur  Beschaffung  der  dazu  erforderlichen
Mittel  verfügt  wird.  4275.000  Fres.  sollen  zur
Anschaffung  von  Transportmaterial  zur  Bewältigung
des  Waarenverkehrs  auf  dem  oberen  Kongo  dienen.

 

1  125  000  sollen  auf  den  Ausbau  des  Hafens  von
Leopoldville  und  seine  Verbindung  mit  der  Eisenbahn
verwendet  werden;  800  000  Frcs.  für  die  Anlage
von  Telegraphenlinien  und  die  Vorarbeiten  für  die
Eisenbahn  im  Uellegebiet;  2  000  000  für  Anlage
von  neuen  Pflanzungen  und  625  000  Frcs.  für
Verbesserung  der  hygienischen  und  sanitären  Einrichtungen
  auf  den  Stationen  im  Kongostaat.

Britische  Flaggenhisfung.

Der  britische  Kreuzer  „Mohawk“  hat  auf  den
im  Stillen  Ozean  gelegenen  Inselgruppen  Santa
Cruz  und  Duff  die  britische  Flagge  gehißt.  Die
Inseln  liegen  östlich  von  den  Salomons-Inseln,  ungefähr
  auf  dem  10.  Grad  südlicher  Breite  und
167.  Grad  östlicher  Länge.

Gambia.

Wir  entnehmen  dem  „Report"“  für  1897  (vergl.
für  1896  Seite  35  dieses  Jahrgangs)  Folgendes:

Das  Jahr  wird  als  ein  vollkommen  friedliches
und  für  die  Kolonie  außerordentlich  günstiges  bezeichnet.
  Zu  dem  großen  Aufschwung  der  Kolonie
trug  zum  Wesentlichsten  die  günstige  Ernte  in  Erdnüssen
  (Export  20  000  gegen  12  000  im  Vorjahr),
verbunden  mit  höheren  Preisen,  bei.  Auch  der
Handel  in  Gummi  zeigte  eine  Steigerung,  sowohl
in  Quantität  wie  in  den  Preisen.

Der  Gesammtexport  hatte  einen  Werth  von
164  000  Pfd.  Sterl.  (im  Durchschnitt  der  Vorjahre
142  000),  der  Import  von  140  000  Pfd.  Sterl.
(115  000).  Diesem  gesteigerten  Handelsverkehr  entsprachen
  auch  die  Einnahmen  der  Kolonie,  annähernd
40  000  Pfd.  Sterl.  bei  28  000  Pfd.  Sterl.  Ausgabe,
  gegen  26  000  und  25  000  Pfd.  Sterl.  im
Vorjahr.

Die  in  dem  Protektorat  zur  Hebung  kommende
Hüttensteuer  ging  auch  in  diesem  Jahr  ohne  alle
Schwierigkeit  ein.  Sie  ergab  2540  Pfd.  Sterl.
gegen  970  im  Vorjahr  und  deckte  die  gesammten
Verwaltungskosten  des  Protektorats.  Als  wesentlich
mitbestimmend  für  diesen  Erfolg  sowie  für  die  gesammte
  Weiterentwickelung  des  Protektorats  wird  die
ersprießliche  Thätigkeit  der  sogenannten  Travelling
Commissioners  (sie  haben  in  dem  ihnen  unterstellten
  Gebiet  jede  Niederlassung  wenigstens  einmal
jährlich  zu  besuchen)  bezeichnet.

Neben  der  finanziellen  Lage  der  Kolonie  hat  sich
auch  der  Gesundheitszustand  erfreulich  gehoben.  In
Bathurst,  woselbst  eine  Gesundheitskommission  wirkt,
ist  die  Zahl  der  Sterbefälle  seit  1891  fortlaufend
von  657  auf  365  gesunken  und  im  Berichtsjahr
unter  den  Europäern  ein  Todesfall  überhaupt  nicht
vorgekommen.  Die  für  Sanirung  und  Reinhaltung
der  Stadt  sowie  für  Beleuchtung  der  Straßen  2c.
sortlausend  aufzuwendenden  Mittel  wurden  durch
        <pb n="508" />
        Erhebung  einer  kommunalen  Gebäudesteuer  mit  einem
jährlichen  Ertrag  von  650  Pfd.  Sterl.  beschafft.

Der  ganze  Bericht  läßt  deutlich  die  Befriedigung
über  die  günstige  Entwickelung  erkennen  und  bedauert
nur,  daß  nicht  mehr  Kapital  sich  der  Kolonie  zuwendet.


Ueber  die  portugiesischen  Rolonien  in  Westafrika

hat  der  portugiesische  Marineminister  die  nachstehende
Denkschrift  veröffentlicht:

Meine  Herren:  Seit  der  vor  wenigen  Monaten
erfolgten  Uebernahme  der  Geschäfte  des  Marineministeriums
  habe  ich  es  als  eine  meiner  Hauptaufgaben
  angesehen,  mit  allen  Kräften  nachhaltig  zur
Entwickelung  unserer  Kolonien  beizutragen.  Wie  ich
damals  überzeugt  war,  so  bin  ich  es  jetzt  noch  viel
mehr,  daß  die  Vereinigung  alles  guten  Willens  und
aller  Anstrengungen  von  vaterländischer  Hingebung
beseelt,  ohne  Schwierigkeit  im  Stande  ist,  die  Wiederholung
  aller  Geld=  und  Wirthschaftskrisen  durch  eine
kräftige  Entwickelung  unserer  Kolonien  von  Portugal
fern  zu  halten.

Dazu  ist  indessen  unabweislich,  daß  diese  Ueberzeugung
  sich  dem  ganzen  Lande  mittheile  und  daß
nicht  mit  jener  infolge  der  einen  oder  der  anderen
Einzelthat  entstehenden  Bewunderung  und  nicht  mit
verrauschender  Begeisterung,  sondern  mit  andauernder
Antheilnahme  und  mit  allen  des  Erfolges  sicheren
Grundlagen  gearbeitet  werde.  -

In  der  Absicht,  nach  und  nach  geeignete  Vorschläge
  zu  machen,  habe  ich  Nachrichten  und  statistische
Angaben  zu  sammeln  gesucht.  Leider  sind  die  Vorarbeiten
  dieser  Art,  die  eine  genaue  Werthung
unserer  Kolonien  bezüglich  der  Bodenkunde,  des
Ackerbaues  und  des  Klimas  ermöglichen,  bis  jetzt
nur  sehr  dürftig.

Gewiß  ist  es  nicht  leicht,  in  einem  so  ausgedehnten
  Kolonialgebiet  von  so  verschiedenem  Klima,
von  solchen  Abweichungen  der  natürlichen,  wirthschaftlichen
  und  politischen  Verhältnisse  plötzlich  zu
einer  vollkommenen  Verwaltungseinrichtung  zu  gelangen,
  die  das  erforderliche  statistische  Material  zu
liefern  vermöchte,  da  solches  zuweilen  in  viel  entwickelteren
  Ländern  fehlt.  Gleichwohl  muß  es  als
Pflicht  betrachtet  werden,  hier  und  in  den  Kolonien
Einrichtungen  zu  treffen,  durch  die  dem  Lande  genaue
  Kenntniß  über  unsern  überseeischen  Besitz  zugeführt
  wird.

Die  Dürftigkeit  der  erwähnten  statistischen  Angaben
  wäre  für  mich  eine  Entschuldigung  gewesen,
von  dem  vorliegenden  Berichte  abzusehen,  indeß
bewogen  mich  zwei  gewichtige  Gründe  zur  Vorlage.
Einmal  halte  ich  die  Aufklärungen,  so  lückenhaft
sie  sein  mögen,  nicht  für  nutzlos,  weil  sie  zeigen,
wie  groß  der  Reichthum  und  die  Ertragsfähigkeit
unseres  Kolonialbesitzes  ist  und  wie  in  verhältnißmäßig
  kurzer  Zeit,  ohne  besonders  hervorragende
Opfer  des  Mutterlandes  eine  recht  beachtenswerthe

 

466  —

Entwickelung  zu  verzeichnen  ist,  und  dann  meine  ich
auch,  daß  eine  aufrichtige  und  ehrliche  Darstellung
über  unsere  Kolonien,  die  unsere  Hoffnung  und  eine
werthvolle  Bürgschaft  unserer  künftigen  Weiterentwickelung
  sind,  der  Volksvertretung  und  dem
Lande  eine  Andeutung  geben  wird  von  dem,  was
unsere  werthvollen  Kolonien  an  Eigentrieb  und
gutem  Willen  erfordern.

Ich  erfülle  daher  eine  Pflicht,  wenn  ich  den
Volksvertretern  über  den  gegenwärtigen  Zustand
unserer  Kolonien  Aufklärung  gebe  und  alle  Kräfte
auffordere,  mitzuwirken,  damit  unser  überseeischer
Besitz  den  Grad  von  Entwickelung  und  Fortschritt
erreiche,  den  wir  von  ihm  erhoffen  dürfen  und  der
der  sicherste  und  werthvollste  Bestandtheil  unserer
wirthschaftlichen  und  finanziellen  Wiedergeburt  sein
wird  und  uns  die  Beachtung  verschaffen  soll,  auf
die  wir  unter  den  zivilisirten  Völkern  ein  Recht
haben.

Unter  den  Schriftstücken,  auf  die  für  die  vorliegende
  Arbeit  zurückgegriffen  werden  konnte,  waren
es  namentlich  die  Berichte,  die  die  Marineminister
Visconde  de  Castellöes  am  15.  März  1850
und  Antonio  Aluizio  Jervis  de  Athouguia
am  22.  Juli  1852  mit  Gesetzes=  und  Budgetvorschlägen
  den  Kammern  vorgelegt  haben,  und  die
wegen  ihrer  amtlichen  Eigenschaft  und  ihrer  Vollständigkeit
  am  meisten  Vertrauen  verdienen.

In  diesen  Schriftstücken  wurden  die  Einnahmen
der  überseeischen  Besitzungen  für  das  Wirthschaftsjahr
  1852/53  folgendermaßen  berechnet:

Cabo  Verdie  .  89  754,625  Dollar
S.  Thom  e  Principe  25  033,500

Angola  237  570,9900  -
Mozambique  82  170,731
India  275  552,680  =
Macau  35  667,800  =
Timor  e  Solor  6  683,040  =

 

Zusammen  752  433,366  Dollar.
Damals  etwa  3  384  000  Mark.
Diese  Zahlen  ermöglichen  ein  Urtheil  über  die
koloniale  Entwickelung  in  den  seit  jener  Zeit  bis
heute  verflossenen  44  Jahren.
Für  das  abgelaufene  Wirthschaftsjahr  1896/97
waren  die  Einnahmen  folgendermaßen  berechnet:

Cabo  Verde  267  530,000  Dollar
Gunkk  58  118,000
S.  ThomE  e  Principe  300  900,000  =
Angola  1  374  429,335  =
Mozambiqne  .  3594  234,342
India  873  118,8000  =

Macau  e  Timor  497  315,040

Zusammen  6  963  645,517  Dollar.
Heute  etwa  21  000  000  Mark.
Danach  haben  sich  die  Einnahmen  der  Kolonien
in  diesem  Zeitraume  mehr  als  verneunfacht.?)

*)  Wobei  aber  die  mittlerweile  eingetretene  Entwerthung
  deo  portugiesischen  Geldes  nicht  berücksichtigt  ist.
        <pb n="509" />
        ——

Die  Ausgaben  betrugen  1852/53:
Cabo  Verde  103  436,266  Dollar

S.  Thomé  e  Principe  24  569,875  =
Angola  2644  242,604  „
Mozambique  92  (29,472
India  277  731,725  =
Macau-  58  337,080  =
Timor=  9  828,743  =

 

Zusammen  830  776,565  Dollar.
Damals  etwa  3  735  000  Mark.
Es  ergab  sich  also  ein  Defizit  von  78  343,199
Dollar.
1896/97  wurden  die  Ausgaben,  wie  folgt,  berechnet:


Cabo  Verde  277  084,112  Dollar

Guiné  .  172  836,144
S.  Thomé  e  Principe  255  544,364
Angola  .1784241,830  =
Mozambique  3  216  816,430
India  935  363,502

Macau  e  Timor  474  100,049

Zusammen  7  115  986,431  Dollar.
Heute  etwa  21  350  000  Mark.

 

467

Das  Defizit  ist  sonach  152  340,514  Dollar,
etwa  456  000  Mark.
Wäre  das  Verhältniß  zwischen  Einnahmen  und
Ausgaben  unverändert  geblieben,  so  hätten  diese
letzteren  7  677  000  Dollar,  der  Fehlbetrag  also

714  000  Dollar  betragen  müssen.

Zur  besseren  Uebersicht  der  geldwirthschaftlichen
Veränderungen  unserer  Kolonien  mögen  folgende
Auszüge  dienen:

1854—1855
1856—1857
1857—1858
1860—1861
1863—1864
1864—1865
1866—1867
1867—1868
1868—1869
1870—1871
1874—1875
1875—  1876
1879—1880
1880—1881
1882—1883
1889—1890
1890  —1891
1893—1894
1894—1895

Einnahmen:
Dollar

802  833,160

830  518,930

792581,820

979  537,897
1  040  065,584
1  062  768,169
1  216  785.018
1  275  258,381
1  382  450,951
1  464  291,920
1  943  620,399
2  027  154,220
1  957  832.665
1  933  677.775
2  388  415,075
3  344  710,100
3  424  676,900
1  381  443,600
49029  314,060

Ausgaben:
Dollar
922  387,621
935  389,897
975  095,154
1  066  157.793
1  273  902,590
1  399  395,967
1  450  677.712
1  434  537.,282
1  478  350.,383
1  421  583,001
1  831  335.603
1  930  163,828
2.142  967.713
1  176  280.,134
2579  146,045
4  305  4124,698
4  545  636,352
1  614  418,201
490993544,532

Der  Kolonial  =  Haushalt  für  1896/97  hat,
ohne  Mozambique,  eine  Gesammteinnahme  von
3371  411,175  Dollar  und  eine  Gesammtausgabe
von  3728  470,001  Dollar;  mit  dem  später  ge- 



nehmigten  Haushalt  für
Einnahmen  6  963  645,5

7  320  704,343  Dollar.

Mozambique  betrugen  die
17  Dollar,  die  Ausgaben

Beim  Vergleich  dieser  Zahlen  nach  gewissen

Zeiträumen  ergiebt  sich:

Von  1852/53  bis  1860/61  erhöhten  sich  die
Einnahmen  um  ungefähr  227  000  Dollar,  die  Ausgaben
  um  236  000  Dollar.  6  #.z1

Von  1860/61  bis  1870/71  wachsen  die  Einnahmen
  um  485  000  Dollar,  die  Ausgaben  um

355  000  Dollar.

Von  1870/71  bis  1880/81  steigen  die  Einnahmen
  um  469  000  Dollar,  die  Ausgaben  um

755  000  Dollar.

Von  1880/81  bis  1890/91  steigen  die  Einnahmen
  um  1  491.000  Dollar,  die  Ausgaben  um

2  369  000  Dollar.

Von  1890/91  bis  1896/97  steigen  die  Einnahmen
  um  3775,000  Dollar,  die  Ausgaben  um

2570  000  Dollar.

In  Ländern,  wo,  wie  in  unseren  Kolonien,
Ackerbau  und  Gewerbe  noch  wenig  entwickelt  sind,
ist  die  Handelsbewegung  der  beste  Maßstab  des
wirthschaftlichen  Fortschritts.

Aus  der  Einnahme  der  Jahre  1852/53  ist

ersichtlich,

vier  Siebentel  der  Gesammteingänge  betrugen.

Im  Einzelnen  ergab:
Cabo  Verde  .
S.  Thomée  Principe
Angola  ..
Mozambique
India
Macau
Timor  e  Solor

Zusammen
Damals  etwa
während  1896/97  die
trugen  in:
Cabo  Verde
Gunk
S.  Thomée  Principe
Angola
Mozambique
Inda
Macau  e  Timor

Zusammen

daß  die  Zolleinnahmen  der  Kolonien

60  576,250  Dollar

22  500,000
173  040,000
69  634,146
71  762,128
2  386,000

2  433,600

u  VU  1

U  u  u

402  332,124  Dollar.

1  809  000  Mark,

indirekten  Abgaben

be-157

  600,000  Dollar

41  100,000
187  600,000

1  108  120,000
1  438  626,000
221  960,000
115  520,000

—.
—

U  V  V  U

*

3273  826,000  Dollar.
Heute  etwa  9  822  000  Mark.

1852/53  wurden  für  materielle  Verbesserungen
in  den  Kolonien  ausgegeben:

Cabo  Verdie
S.  Thoms  e  Principe
Angola  ...
Mozambique

India

Macau.  ..
TimorcSolor.

Zusammen

Etwa

3600,000  Dollar

280,000
21  056.325
8  940,000
4  083,520
800,000
352,000

10  011,845  Dollar.
180  000  Mark.

1#  u  u  u

—
—

S
        <pb n="510" />
        1896/97  dagegen  in

 

Cabo  Verde  38  800,000  Dollar
Guinéê  ...  9600,000-S.
  Thomée  Principe  47  860,000
Angola  204996,000  =
Mozambique  1  172  976,400  =
India  78  420,000
Macau  52  012,1600  --Zusammen
  1  555  864,560  Dollar.

Heute  etwa  4  500  000  Mark.

Sonach  sind  1852/53  weniger  als  ein  Zwanzigstel
  ausgewendet;  heute  werden  dagegen  für
öffentliche  Arbeiten  in  unserem  überseeischen  Besitz
mehr  als  ein  Fünftel  der  Gesammtausgaben  verwendet.
  Außerdem  enthält  der  Staatshaushalt  des
Mutterlandes  viele  Ausgaben,  die  zu  Gunsten  der
Kolonien  erfolgen,  was  für  diese  den  Vortheil  hat,
daß  sie  nicht  mit  eigenen  Schulden  belastet  sind,
wie  das  beim  größten  Theil  der  Kolonien  anderer
Länder  der  Fall  ist.

Dieser  Umstand  muß  hervorgehoben  werden,
wenn  Angelegenheiten  von  weitgehendem  kolonialen
Interesse  zu  entscheiden  sind.

Seit  1870/71  sind  vom  Mutterlande  für  überseeische
  Ausgaben  bezahlt  worden:?)

1870—1871  268  276,394  Dollar

1871—1872  365  040,254  =

1872—1873  5  802,1080  =

1873—184  —

1874—1875  98  386,094

1875—1876  65  398,326

1876—1877  1  169  615.734

1877—1878S  759  386,197

1878—1879  330  000,000

1879—1880  1  544  575,000

1880—1881  193  824,998

1881—1882  333  886,980

1882—1883  679  481.778

1883—1884  508  809,138

1884  —1885  733  406.9061

1885—1886  1  198  668,933

1880—1887  1  364  319,562

1887—  1888  1  300  060,642
1888—1889  2250  520,164
1889—1890  3  476  860,100

1890—1891
1891—1892
1892—1993
1893—1891

4303  281,119
3  004  667.290
2  080  308,838
1  396  151,120
189141—1895  2  183  168,615
1895—18906  3.510579.162
Zusammen  33  135  806,079  Dollar.

*  Bis  zum  Jahre  1891  betrug  1  Conto  de  Reis
(1000.000  Reio)  genau  45000  Mk;  seit  dieser  Zeit  schwankt
der  Werth:  er  ist  zur  Zeit  weniger  als  30/XX)  Mk.,  augenblicklich
  „Mitte  Juni  1898)  sogar  nur  2500  Mk.  genau.
Bei  der  annähernden  Angabe  in  Mark  nach  1891  sind
jedoch  3000  Mk.  für  1  Conto  angenommen,  weil  bei  der
Aufstellung  des  Haushalts  1800/07  dieses  Verhältniß
vorherrschte.

v  #  U  v  A  V  u  u  WV  A  MU#  V  V  V  Vu  V  V  U#  V

VM

 

468

 

Zwar  sind  von  diesen  Ausgaben  diejenigen  auszuscheiden,
  die  zu  Gunsten  der  portugiesischen  Oberhoheit
  erfolgten  und  die  sonach  als  zum  Mutterlande
gehörig  anzusehen  sind,  indeß  kommt  es  hier  mehr
darauf  an  zu  zeigen,  daß  Portugal  in  neuerer  Zeit
den  Kolonien  mehr  Aufmerksamkeit  zugewandt  hat
und  selbst  vor  recht  schweren  Opfern  nicht  zurückgeschreckt
  ist.

Schon  aus  dem  bisher  Gesagten  ist  eine  sehr
bemerkenswerthe  Umgestaltung  unserer  Kolonien  von
1852  bis  jetzt  erkennbar.  Weitere,  noch  anzuführende
Beweise  werden  das  noch  deutlicher  machen.  Da
indeß  die  statistischen  Angaben,  die  dem  Berichte  des
Visconde  de  Castellöes  beiliegen,  nur  dürftig
sind,  so  ist,  wenn  auf  die  einzelnen  Provinzen  eingegangen
  werden  soll,  bei  Cap  Verde,  Guiné  und
S.  Thomé  ein  Vergleich  nicht  ausführbar.

Ueber  Angola  liegen  als  werthvollste  Nachweise
aus  jener  Zeit  die  vom  Zollamte  Loanda  für
1847/48  aufgestellten  Verzeichnisse  der  Ein=  und
Aussuhr  vor  und  zwar:

Dollar  Dollar
1847  ..  Einfuhr  955  206  Ausfuhr  548  372
1848  O  973597  -  402  651

Dazu  von  August  1848  bis  Mai  1849:
Einfuhr  1  258  578  Ausfuhr  466  517

Dies  würde  für  das  ganze  Jahr  1848/19
ergeben:

Einfuhr  1  509  093  Dollar  936  Reis,
Ausfuhr  559  820  =  490.

Dagegen  betrug  in  Angola  ohne  den  Kongodistrikt:


1897  die  Einfuhr  5  845  321  Dollar  942  Reis,
Ausfuhr  5  626  791  244  -

Sonach  verfünffachte  sich  die  Handelsbewegung,
und  sie  ist  noch  bedeutend  höher,  wenn  der  erst  in
neuester  Zeit  für  Handel  und  Wirthschaft  von  Werth
gewordene  Kongodistrikt  hinzugerechnet  wird.

In  Mozambique  war  1845  der  Werth  der
Ein=  und  Ausfuhr  928  576,862  Dollar,
1896  ohne  Cap  Delgado  14  249  300,091  =

Ein  und  Ausfuhr
das  heißt  in  50  Jahren  fünf  Mal  so  groß.

Indien  dagegen  zeigt  keinen  bemerkenswerthen
Fortschritt  in  der  wirthschaftlichen  Entwickelung.
Ueber  Macao  und  Timor  sind  zuverlässige  Vergleiche
nicht  möglich.

Gleichwohl  läßt  sich  aus  dem  vorhandenen
Material  die  Ueberzeugung  ableiten,  daß  ein  ziemlicher
  Fortschritt  stattgefunden  hat  und  daß,  wenn
nicht  alle  Kolonien  eine  bemerkenswerthe  Entwickelung
  aufweisen,  einige  alles  das  überholt  haben,
was  im  Beginn  der  zweiten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts
  von  ihnen  vorausgesagt  werden  konnte.
Alle  Thatsachen  zusammengenommen  beweisen,  daß
die  amtliche  und  die  private  Thätigkeit  dort  Verhältnisse
  finden,  die  den  größten  Fortschritt  in  sich
bergen  und  die  sicherste  Bürgschaft  für  Portugals
Gedeihen  und  Erweiterung  sein  werden.
        <pb n="511" />
        —  469

Vor  der  Betrachtung  jeder  einzelnen  Kolonie
mögen  noch  einige  die  Gesammtheit  des  Besitzes
betreffende  Erwägungen  Platz  finden.

Läßt  sich  auch  unser  Kolonialbesitz  an  Größe
nicht  mit  den  von  unseren  heldenhaften  Vorfahren
eroberten  weiten  Gebieten  vergleichen,  so  ist  er
immer  noch  ausgedehnt  genug,  um  uns  unter  die
ersten  Kolonialmächte  einzureihen  und  uns  hervorragende
  Bestandtheile  zur  Macht  und  Größe  zu
liefern.

Wir  haben  in  Afrika,  Asien  und  Australien  mehr
als  2  Millionen  Quadratkilometer  Besitzungen  mit
einigen  Millionen  Einwohnern;  einigen  Besitzungen
führt  ihre  Lage  die  Durchfuhr  aus  ausgedehnten
Gebieten  zu,  die  auf  unsere  dort  liegenden  Häfen
angewiesen  sind.

Freilich  entsteht  uns  neben  bedeutendem  Vortheil
auch  manche  Schwierigkeit  der  Verwaltung  aus  der
geographischen  Vertheilung  unseres  Besitzes,  was
wir  nicht  vergessen  dürfen.  So  läßt  sich  ohne
Uebertreibung  sagen,  daß  nicht  zwei  unserer  Kolonien
nach  denselben  Grundsätzen  verwaltet  und  ausgebeutet
  werden  können,  so  verschieden  sind  deren
geographische,  geologische,  ethnographische  und  politische
  Verhältnisse:  Macao  läßt  sich  nicht  wie
S.  Thomé,  Timor  nicht  wie  Cap  Verde,  Angola
nicht  wie  Mozambique  verwalten,  obgleich  diese  zum
Theil  in  derselben  geographischen  Zone  liegen.

4  Daher  muß  die  Bedeutung  jeder  einzelnen  geprüfst
  und  müssen  ihre  Erfordernisse  ermittelt  werden,
um  festzustellen,  was  sich  zu  ihrer  Entwickelung  von
amtlicher  und  privater  Seite  am  besten  für  sie  eignet.

Die  Kürze  der  Zeit  hat  für  jetzt  nur  die  Bearbeitung
  der  in  Westafrika  gelegenen  Besitzungen
zugelassen,  die  übrigen  sollen  in  der  nächsten  Tagung
einer  Betrachtung  und  darauf  die  Gesammtheit  einer
Beurtheilung  unterzogen  werden.

Cap  Verde.

Diese  Provinz  unterscheidet  sich  von  den  übrigen
Besiungen  Afrikas  auffällig  durch  ihre  geographische
Lage,  die  klimatischen  Verhältnisse,  die  geologischen
Eigenheiten  und  durch  die  Umstände,  die  nach  und
nach  das  Wesen  der  Bevölkerung  geändert  haben.

Die  Nähe  vom  Mutterlande,  wodurch  sie  zur

erste  Station  der  gesammten  westafrikanischen
Kolonialbewegung  wird,  und  die  Vortheile,  die  sie
us  Anlaufhafen  der  transatlantischen  Schifffahrt

etet,  sind  ihrer  wirthschaftlichen  Entwickelung  überaus
  günstig.

Ihr  Klima,  das  gesunder  als  das  des  benachansn
  Festlandes  ist,  begünstigt  die  Kolonisirung
drh  uropuer.  Die  Dürftigkeit  des  Bodens  und
beeie  angel  an  Pflanzenwuchs  sind  dagegen  Nach-Üarwn
  Uise  Andeutungen  reichen  hin,  um  zu  erda
  "  aß  die  Entwickelung  Cap  Verdes  hinter

n  kwartungen  zurückgeblieben  ist.

ber  Es  hat  3822  dkm  Oberfläche  und  besteht  aus

gigen,  vulkanischen  Inseln,  die  wegen  des  Mangels

 

an  Bewässerung  pflanzenarm  sind.  Die  Aufgabe,
hier  durch  künstliche  Abhülfe  Wandel  zum  Besseren
zu  schaffen,  ist  zwar  nicht  leicht,  aber  wenigstens
müßten  die  regelmäßig  als  große  Landplage  so  vernichtend
  auftretenden  Folgen  der  Dürre  mit  allen
Hülfsmitteln,  die  die  Wissenschaft  bietet,  bekämpft
werden.

Im  Wirthschaftsjahr  1896/97  hatte  Cap  Verde
eine  Einnahme  von  267  530  Dollar  (etwa
801  000  Mk.),  und  zwar  20  200  Dollar  direkte,
157  600  Dollar  indirekte  und  10  700  Dollar  verschiedene
  Steuern.  Wie  in  allen  Ländern  mit  gering
entwickeltem  Ackerbau  und  wenig  Gewerbe,  wo  die
Haupteinnahme  aus  den  Zollerträgen  fließt,  überwiegen
  auch  auf  Cap  Verde  die  indirekten  Steuern.

1896/97  hatte  die  Inselgruppe  folgende  Handelsbewegung:

  Einsuh
Einfuhr:
Dollar

1  048  009,801
14  207,465

Ausfuhr:
Dollar
52  512,594
69  190,145

S.  Vincente
Santo  Antäo

Paul  540,100  —
S.  Nicolau  17  857,880  330,500
Boa  Vista  6  634,480  1  108,650

 

 

Sal.  9947,630  5  928.720
Praia  315  258,670  175  160,234
Brava  41  458,690  3  077,020
Fogo  23  056,359  8  869,330
Maia  924,580  660.710
Tarrafal  261,500  6  895,200

1508227,555  321  033,133

Zusammen  1  833  260,688  Dollar.

Ungefähr  5  500  000  Mk.

Den  bedeutendsten  Verkehr  hat  hiernach  S.  Vincente
  und  zwar  größtentheils  infolge  der  Lieferung
von  Kohlen  an  die  hier  anlaufenden  Dampfer,  denen
1897  für  718  959,958  Dollars  verkauft  wurden,
so  daß  sich  die  Gesammtausfuhr,  genau  genommen,
um  diesen  Betrag  erhöht  und  mit  etwa  1043  Contes
berechnet  werden  muß.

Aus  der  Einfuhr  hatte  S.  Vincente
eine  Einnahme  von  75  168,265  Dollrr.

Die  Entwickelung  des  Schiffsverkehrs  im  diesem
Hafen  zeigt  folgende  Uebersicht:  Es  liefen  ein  ohne

1897

Küstenfahrzenge:
1851  153  Fahrzeuge
1861.  237  OD
1871  556  -
1881  1  158  -
1891  1  282  -
1896  1564  -

Besonderen  Einfluß  auf  die  Schiffsbewegung  in
S.  Vincente  haben  von  jeher  die  Kanarischen  Inseln
gehabt,  die  wegen  ihrer  geographischen  Lage  gleichfalls
  ausgezeichnete  Anlaufhäsen  für  den  transatlantischen
  Verkehr  sind.  Dieser  wurde  in  S.
Vicente  um  so  kleiner,  je  größer  die  Bequemlichkeiten
  waren,  die  man  den  Schiffen  auf  den  Kana-
        <pb n="512" />
        rischen  Inseln  gewährte.  Auch  der  Kohlenpreis
wirkte  dabei  ein.  Da  diese  Ursachen  neuerdings  abgeschwächt
  sind,  hat  auch  der  Schiffsverkehr  in
S.  Vicente  wieder  zugenommen.  1887  betrug  er
1117  Schiffe;  er  fiel  bis  1894  auf  857  und  stieg
1895  wieder  auf  1194,  1896  auf  1518  Fahrzeuge.
Indeß  ist  dringend  zu  rathen,  auf  die  Verbesserung
von  S.  Vicente  fortgesetzt  Bedacht  zu  nehmen,  denn
so  sehr  auch  die  geographischen  Verhältnisse  diesem
Hafen  einen  wichtigen  Verkehr  verbürgen,  so  wenig
zu  bestreiten  ist  aus  der  Durchsicht  des  vorhandenen
statistischen  Materials,  daß  die  Zunahme  des  Verkehrs
  von  den  Erleichterungen  abhängt,  die  dem
Handel  und  der  Schifffahrt  gewährt  werden.

Das  Gesetz  vom  20.  April  1849  befreite  die
heimischen  und  fremden  Schiffe  von  den  Tonnengeldern
  in  den  Häfen  von  Cap  Verde,  die  Postaria
vom  7.  Dezember  1850  erklärte  S.  Vicente  zum
Zollamt  1.  Klasse,  und  sogleich  legten  hier  die  großen
transatlantischen  Dampfer  an.  Der  Verkehr  ward
um  so  größer,  je  größer  die  Kohlenniederlage  wurde
und  je  mehr  man  die  Schwierigkeiten  des  Anlaufhafens
  wie  den  Wassermangel  beseitigte.

Nach  und  nach  sind  weitere  Erleichterungen  ersolgt,
  wenngleich  nicht  immer  mit  der  wünschenswerthen
  Schnelligkeit.

Von  der  Hafenbewegung  S.  Vicentes  abgesehen,
ist  die  Handelsbewegung  auf  Cap  Verde  unbeträchtlich
  und  nicht  über  700  000  Dollars  (2100  000  Mk.)
zu  schätzen.  1896  wurden  von  dort  ausgeführt:

Branntwein  95  918  1.  11  935,223  Dollar

Lebende  Thiere  4993,300
Zucker  19  548  kg  17  224,300
Kaffee  436  443  Kkg.  175  966,300  —
Leder  ..  2  826,340
Korallen  4  829,000  =
Mais  3  208  668  1.  706  615,640
Trockener  Fisch  4  441,200
Ziegenfelle  5  646,300

Salz  3  413  750  kg  10  449,629  -
Purgueira  .  91  834.786

 

Zusammen  406  762,048  Dollar.

Die  Zunghme  der  Handelsbewegung  auf  Cap
Verde  ist  unbeträchtlich,  denn  bereits  zu  Anfang
dieses  Jahrhunderts  wird  die  Ausfuhr  dort  schon
auf  etwa  82  000  Dollar  geschätzt.  Die  Richtigkeit
dieser  Schätzung  angenommen,  ergiebt  sich  eine  vierfache
  Vergrößerung  in  so  langer  Zeit,  was  nicht
sehr  ermuthigend  ist.  Noch  ungünstiger  wird  die
Vergleichung  mit  neueren  Angaben,  die  als  zuverlässiger
  gelten  dürfen.

1869/70  war  die  Ausfuhr  von  Cap  Verde:

S.  Thiago  197  620,404  Dollar
S.  Vicente.  4  949,580
Fogo  .  46815,700-SantoAntäo.
  17589,200

S.  Nicolas  8  933,900

 

470  —

Maio
Sal

34  339,979  Dollar
30  794,834

Zusammen  341  143,597  Dollar.
Etwa  1  534  000  Mark

d.  h.  nach  26  Jahren  nur  eine  Zunahme  von
40  000  Dollar  (2)  (genau  65  000  Dollar  mehr),
was  geradezu  einen  Stillstand  bedeutet.

Zugenommen  hat  seit  1869/70  bis  1895  die
Ausfuhr  von  Branntwein,  Kaffee,  Mais  und  Salz,
abgenommen  die  von  Zucker  und  Sämereien.

Die  angeführten  Zahlen  regen  zu  einigen  Untersuchungen
  an,  so  zu  derjenigen  nach  den  Ursachen
der  geringen  Entwickelung  des  Handels  mit  Purgueirasamen,
  der  als  ein  Haupterzeugniß  der  Inselgruppe
  betrachtet  werden  kann.  Die  Anpflanzung
ist  in  der  That  Gegenstand  zahlreicher  Empfehlungen,
Ermunterungen  und  amtlicher  Unterstützungen  gewesen;
indeß  ist  die  Gesetzgebung  darüber  verschieden,  1849
wurden  zu  Gunsten  der  heimischen  Häfen  Differenzialzölle
  eingeführt,  1848/49  war  unter  gewissen
  Bedingungen  fremden  Schiffen  das  Laden
von  Purgueirasamen  in  S.  Thiago  erlaubt,  was
1873  aufgehoben  wurde.  Der  Zolltarif  von  1871
setzte  einen  einheitlichen  Ausfuhrzoll  fest,  1882  gab
es  wieder  Differenzialzölle.  Das  Dekret  vom
17.  Februar  hob  sie  auf,  1892  wurden  sie  wieder
eingeführt.

Diese  Schwankungen  deuten  an,  daß  man  in  den
Differenzialzöllen  zu  Zeiten  die  Ursache  des  Niederganges
  der  Sämereiausfuhr  erblickt  hat,  und  dieser
Zusammenhang  der  beiden  Thatsachen  scheint  in  gewissen
  Zeiten  zutreffend.  Gleichwohl  ist  nicht  erwiesen,
  daß  der  gegenwärtige  Zolltarif  den  Niedergang
  der  Ausfuhr  dieses  Erzeugnisses  bewirkt  hat.
Von  1890  bis  1896  war  die  Ausfuhr:

 

Dollar  Dollar
1890  56  040,440  1894  78443,235
1891  77  761,320  1895  91  834,786
1892  112543,908  1896  116  144,466
18093  885  419,293

Aus  dem  Vergleich  früherer  Jahre  ist  der  Schluß
zulässig,  daß  nicht  allein  die  Zollgesetzgebung,  sondern
wohl  auch  der  Mangel  an  Unterstützung  und  Anregung
  zum  Anbau  dieser  Pflanze  Gründe  des
Rückganges  sind.

Aehnlich  ist  es  mit  der  Verringerung  der  Zuckerausfuhr,
  obgleich  hier  auch  die  Vermehrung  der
Branntweinausfuhr  und  der  Handel  dieser  Flüssigkeit
auf  der  Inselgruppe  von  Einfluß  gewesen  ist.

Diese  Andeutungen  ergeben  die  Nothwendigleit,
die  kolonialen  Erfordernisse  mit  den  Bedürfnissen
des  Mutterlandes  in  Einklang  zu  bringen.

Auch  das  Salz,  viele  Jahre  ein  Haupthandelsartikel
  von  Cap  Verde,  ist  in  der  Ausfuhr  erheblich
zurückgegangen,  wenngleich  1895  mehr  als  1869/  #
ausgeführt  worden  ist.  Es  war  fast  der  einzige
Reichthum  von  Ilsa  do  Sal  (Salzinsel),  und
ebenso  wurde  es  auf  Maio  und  Boa  Vista  ge-
        <pb n="513" />
        wonnen.  Während  1884  noch  32  Millionen  Liter
zum  Werthe  von  28  Contos  (126  000  Mk.)  ausgeführt
  wurden,  fiel  die  Menge  allmählich  auf
2  082  Dollar  (9000  Mk.)  1892,  erst  neulich  ist  es
wieder  gestiegen.  Freilich  ist  hier  die  Ursache  bekannt,
  da  Brasilien  der  Hauptmarkt  für  dieses
Salz  war.

Die  direkten  Steuern  wurden  1896/97  auf
99  200  Dollar  berechnet  und  setzten  sich,  wie  folgt,
zusammen:

Miethssteuer  8  000  Dollar
Grundsteeer  51  000  =
Gewerbe=  und  Rentenstener  10  700  =
Abgaben  für  Orden=  und  Titelund

  Titelverleihungen  2  500
Stemdheel  11000  =
Register  ...  7  500
Verschiedene  Strafen.  1  700  =
Gesundheitsgebühren  2  200
Verschiedene  Gebühren  .  600
Gemeindeabgaben  zur  Erhaltung

der  Wige  4000

Ueber  die  Miethssteuer  ist  zu  bemerken,  daß  1896
Cap  Verde  141.915  Einwohner  und  29  171  Feuerstellen
  hatte,  von  denen  der  größte  Theil  auf  die
Städte  Praia  und  S.  Vicente  und  auf  die  Ortschaften
  in  den  Kreisen  von  Santa  Catharina  und
Santo  Antäo  entfällt.

1834  gab  es  55  833
18771  J96  003  Einwohner
1885  110  926

auf  Cap  Verde,  mithin  zeigt  sich  von  1834  bis
1871  eine  Zunahme  von  35  pCt.,  1871  bis  1885
eine  solche  von  80  péCt.

Die  Grundsteuer  entspricht  folgenden  Bodenerträgen,
  wie  sie  1895  angegeben  worden  sind,  und
zwar  nach  Kreisen:

Praia  131  625,109  Dollar

 

Santa  Catharin  83  110,027
Santo  Antäd.  80  616,112
Fogo  61  877,878  --S.
  Vicente.  58  347,040  .
S.  Nicolau  54  269,823
Brava  ..  31990,454  -
Boa  Vista  6  246,486
Sall  6  281,235

Summe  514  364,164  Dollar.

Etwa  1  542  000  Mark,

woraus  die  geringe  Entwickelung  des  Ackerbaues  auf
n  Inselgruppe  ersichtlich  ist.  Aus  der  Uebersicht
es  Viehbestandes  läßt  sich  schließen,  daß  dieser  zur
Zeit  den  Hauptreichthum  des  größten  Theiles  der
Inseln  bildet.  1895  waren  vorhanden:

3  Arten:  Stück:  Werth:

Enwieß  «  14  858  135  114,000  Dollar
.—  1960792850,000-ZIFSEU

  8953225214,000-serde
  2000  50370.000  —

471

 

Arten:  Stück:  Werth:
Schafe  9  441  10  665,000  Dollar
Maulthiere  387  21  560,200
Schweine.  28  545  45  575,  40%

 

Zusammen  114  370  381  318,650  Dollar
—  1  043  000  Mark.

Ein  Vergleich  ergiebt,  daß  diese  Werthe,  auf  die
verschiedenen  Kreise  vertheilt,  im  Allgemeinen  den
Beträgen  entsprechen,  die  als  Hauptsteuer  bezahlt

worden  sind.  Die  Vertheilung  war  1895  folgende:

Praia  172  666,200  Dollar
Santa  Catharina  119  139,500
Santo  Antäo  40  716,000  .
Fogo  78  923,200  =
S.  Vicente  27  594,000
S.  Nicolau  17  141,500
Bravra  21795,000
Boa  Vistar  57143.500
Sal  2  651,000  R
Genauere  Angaben  über  das  Grundeigenthum
fehlen.  Aus  einem  Berichte  des  Generalgouverneurs
von  Cap  Verde  läßt  sich  nur  Folgendes  ersehen:
Bebaute
Kreise:  Fläche,  ha:  Werth:
Praia  .  66  333  4854  917,200  Dollar
Santa  Catharina  204  000  89  814,400
Fogo  15  960  28  881,240
Brauaa  2  030  15  663,660
S.  Vicente  1  185  358,764
Santo  Antäo  8  824  49  942,120
Sal  663  18,650  -
Boa  Vista  4  155  3  721,000

 

643  317,034  Dollar.
—  1929  000  Mark.
Diese  Zahlen  bestätigen  die  Behauptung,  daß
der  Ackerban  auf  der  Inselgruppe  nicht  fortgeschritten
  ist.
Aus  der  Gewerbesteuer  ist  von  vornherein
die  geringe  Bedeutung  des  Gewerbes  auf  Cap  Verde
erkennbar.  Früher  gab  es  einige  Gewerbe,  die  entweder
  heute  dort  nicht  mehr  bestehen  oder  sehr
zurückgegangen  sind,  so  die  Gewinnung  von  Salz,
Zucker  und  Branntwein.  Ferner  kann  die  Tuchbereitung
  erwähnt  werden,  wofür  ein  Markt  auf
Guiné  vorhanden  war.  #
Die  Korallenfischerei  stellt  einen  jährlichen  Ausfuhrwerth
  von  durchschnittlich  4  bis  5  Contos  dar.
Die  Untersuchung  der  übrigen  Abgaben  auf
Cap  Verde  ändert  an  den  bisher  gewonnenen  Erebnissen
  nichts.
gee  niche  Ausgaben  ist  zu  untersuchen,  welchen
Einfluß  das  amtliche  Eingreifen  auf  die  Entwickelung
Kap  Verdes  gehabt  hat.  !4*½
Im  Wirthschaftsjahre  1896/97  wurde  für  die
verschiedenen  Verwaltungszweige  ausgegeben:
Allgemeine  Verwaltung  83  985,575  Doll.
Finanzverwaltung  49  697,400  =
Justizverwaltung  12  812,800  =

Zusammen  303  150
        <pb n="514" />
        Kultusverwaltung  13  875,000  Doll.
Militärverwaltung.  44952,870
Marineverwaltung.  9  464,000
Allgemeine  Lasten.  35  497.357  =
Frühere  Haushalte  1  600,000
Verschiedene  Ausgaben  22  699,110
Außerordentliche  Ausgaben  2  500,000  =
Zusammen  277  084,112  Doll.
=  8331  000  Mk.

Für  den  Elementarunterricht  werden  auf  Kap
Verde  11  280  Doll.  (33  000  Mk.)  ausgegeben,  für
jedes  Kirchspiel  besteht  eine  Knabenschule,  für  jede
Insel  eine  Mädchenschule.  1896/97  gab  es  2912
eingeschriebene  Schulkinder,  darunter  1261  mit  regelmäßigem
  Schulbesuch;  davon  waren  157  Weiße.
1623  Mischlinge  und  1132  Schwarze.

Außer  den  Staatsschulen  giebt  es  in  S.  Thiago,
Fogo,  Brava,  S.  Vicente,  Santo  Antzo,  S.  Nicolau
und  Boa  Vista  Gemeindeschulen  mit  1050  Besuchern
und  zwar  regelmäßigen;  94  waren  weiß,  685  mischfarbig
  und  271  schwarz.

Privatschulen  sind  in  Praia,  S.  Nicolau  und
Santo  Antäo  mit  302  Besuchern,  darunter  192
regelmäßigen.

Aus  Vorstehendem  ist  ersichtlich,  daß  für  die
sittliche  Entwickelung  auf  Kap  Verde  durch  regelmäßigen
  Schulunterricht  genug  gethan  wird.  Der
Besuch  der  Elementarschulen  ergiebt  mehr  als  2  péCt.
der  Bevölkerung,  die  Richtigkeit  der  Zahlen  vorausgesetzt.


Der  Mittelschul-Unterricht  wird  zur  Zeit  auf  dem
durch  Dekret  vom  3.  September  1866  auf  der  Insel
S.  Nicolau  errichteten  Seminar-Lyceum  ertheilt  und
zwar  ein  Vorbereitungs=  und  ein  theologischer  Kursus.
In  ersterem  wurden  1895/96  von  den  120  Besuchern
  70,  in  letzterem  6  erfolgreich  geprüft.

Für  öffentliche  Arbeiten  wurden  38  800  Doll.
(117  000  Mk.)  ausgegeben.  Sind  die  Wege  noch
weit  in  ihrer  Entwickelung  zurück,  so  darf  die  Küstenbeleuchtung
  der  Inselgruppe  als  regelmäßig  gelten.
Die  Ausdauer,  womit  seit  1883  dieser  Dienstzweig
zur  Erleichterung  der  Schifffahrt  verbessert  worden
ist,  muß  lobend  erwähnt  werden.  Damals  gab  es
einen  einzigen  Leuchthurm,  und  zwar  an  der  Einfahrt
  des  Hafens  von  Praia.  Heute  sind  Leuchtthürme
  vorhanden  auf  der  Insel  Santo  Antzo,  im
Kanal  von  S.  Vicente,  auf  der  Insel  S.  Vicente,
auf  S.  Thiago,  Boa  Vista,  Sal,  S.  Nicolau,
Maio  und  Brava,  und  Hafenlichter  giebt  es  auf
S.  Thiago,  Ilsa  do  Fogo,  Brava,  Santo  Antöüo,
S.  Nicolau  und  S.  Vicente.

Leider  läßt  sich  nicht  ebenso  Günstiges  von  den
übrigen  öffentlichen  Arbeiten  sagen,  für  die  nur
24  000  Doll.  (72  000  Mk.)  ausgeworfen  sind,  von
denen  ein  großer  Theil  zur  Ausbesserung  der  öffentlichen
  Gebäude  und  für  ähnliche  Zwecke  verwendet
wird,  so  daß  nur  ein  thatsächlich  dürftiger  Theil  für  die
wichtigsten  Arbeiten  zur  Herstellung  von  Straßen
bleibt.

472

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In  Zeiten  von  Nahrungsnoth  sind  zwar  außerordentliche
  Mittel  bewilligt  worden,  jedoch  entsprechen
aus  hier  nicht  weiter  zu  erörternden  Gründen  die
wirklichen  Arbeiten  nicht  den  ausgeworfenen  Ausgaben.
  Indeß  etwas  ist,  namentlich  auf  S.  Thiago,
für  öffentliche  Wege  doch  geschehen.

Die  Ausgaben  für  öffentliche  Arbeiten  betrugen:
1893  =  34  564,209  Doll.,  1894  =  75  672,930
Doll.,  1895  46  909,832  Doll.,  1896  =
48  104,902  Doll.

Für  die  Post  wurden  3  532  Doll.  ausgegeben.

In  14  Jahren  (seit  1881  bis  1895)  hat  sich
der  Postverkehr  in  St.  Vicente  von  202  697  auf
279  981  Stück,  d.  h.  um  38  péCt.,  erhöht.

Die  anderen  Ausgaben  haben  für  Kap  Verde
keine  besondere  Bedeutung.

Aus  den  bisherigen  Betrachtungen  geht  hervor,
daß,  wenn  Kap  Verde  wegen  seiner  natürlichen  Bedingungen
  keine  Aussicht  hat,  als  eine  unserer  reichsten
und  versprechendsten  Besitzungen  betrachtet  zu  werden,
seine  Ausbeutung  immerhin  lohnend  und  werthvoll  ist.

Es  hat  nicht  an  Versuchen  gefehlt,  die  Unfruchtbarkeit
  des  Bodens  auf  Kap  Verde  durch  Anpflanzungen
  zu  verringern,  indeß  ist  das  Erreichte  unbedeutend,
  weil  es  namentlich  an  der  nöthigen
Ausdauer  des  Unternehmens  gefehlt  hat.  Auch  darf
nicht  verschwiegen  werden,  daß,  wenn  solche  Anpflanzungsversuche
  erfolgreich  sein  sollen,  die  Ziegenzucht
verboten  werden  müßte,  weil  gerade  die  Ziegen  der
Entwickelung  der  jungen  Pflanzen  am  schädlichsten
sind.  Aber  selbst  abgesehen  von  dem  ziemlich
schwierigen  Unternehmen  der  Anpflanzungen  könnte
der  Boden  Kap  Verdes  in  seiner  jetzigen  Beschaffenheit
  ertragreicher  sein,  da,  wie  schon  angedentet,  der
Purgueira-Oelbaum  früher  eine  dort  selbst  an  den
ödesten  Stellen  wachsende  Pflanze  war.  Deren
Pflege  würde  daher  —  zum  großen  Vortheil  der
Provinz  —  nicht  schwierig  sein.  Auch  haben  Versuche
  gezeigt,  daß  es  dort  Bodenstrecken  giebt,  die
sich  durchaus  zum  Anbau  von  Baumwolle,  Zuckerrohr,
  Mais,  Tabak  eignen,  und  wenn  an  eine  Erzeugung
  im  großen  Umfange  vielleicht  nicht  zu
denken  ist,  so  unterliegt  es  keinem  Zweifel,  daß  der
auf  den  europäischen  Märkten  geschätzte  Kap  Verde-Kaffee
  in  viel  größerer  Menge  genommen  werden  könnte.

Eine  Entwickelung  Kap  Verdes  wäre  sonach  ohne
wesentliche  Erhöhung  der  Ausgaben  möglich,  wenn
die  Thätigkeit  der  Eingeborenen  angeregt  würde.
Unbedingt  erforderlich  hierbei  ist  nur,  daß  die  Anregung
  nicht  erlahmt,  die  Hülfeleistungen  nicht  unterbrochen
  werden,  wie  das  so  oft  geschehen  ist.

Militärische  Expeditionen  nach  Kap  Verde  sind
glücklicherweise  nicht  nöthig,  zur  Aufrechterhaltung
der  Ordnung  genügt  eine  Polizeitruppe.  Es  genügt
also,  die  Trägheit  der  Eingeborenen  durch  Beispiele
guter  Erfolge  aufzurütteln  und  den  an  einigen
Stellen  noch  geradezu  ursprünglichen  Ackerbau  zu
verbessern.  Das  sicherste  Mittel  zur  Entwickelung
aber  bleibt  die  Anpflanzung.

—
——
        <pb n="515" />
        Guiné.

Portugiesisch  Guiné  ist  diejenige  überseeische
Provinz,  die  wirthschaftlich  am  weitesten  zurück  und
finanziell  in  der  schwierigsten  Lage  ist.  Es  wird
nicht  leicht  sein,  den  Grund  dieses  wenig  schmeichelhaften
  Zustandes  zu  erklären,  wenn  man  nur  die
geographischen  und  geologischen  Verhältnisse  Guinés
betrachtet  und  nicht  nach  den  verschiedenen  Ursachen
sucht,  die  dem  Mutterlande  so  schwere  Opfer  auferlegt
haben  und  noch  auferlegen.

Der  Pflanzenwuchs  ist  reich  und  üppig,  die  Bewässerung
  durch  ein  wahres  Netz  von  Flüssen  hervorragend
  gut,  der  Boden  für  die  mannigfaltigsten
Tropenerzeugnisse  geeignet,  die  Bevölkerung  der  Arbeit
im  Allgemeinen  nicht  abhold;  so  könnte  Guinéê  in
gedeihlicher  Entwickelung  sein,  und  die  aufgewandten
Kapitalien  und  die  zur  Ausbeute  verwandte  Mühe
könnte  sich  lohnen.

Aber  der  Hauptnachtheil  ist  das  ungesunde
Klima,  da  der  Wasserreichthum  stellenweis  Sümpfe
entstehen  läßt.  Ein  fernerer  Nachtheil  ist  die  Verschiedenheit
  der  Bewohner,  die  fortgesetzt  in  Streit
miteinander  leben.  Durch  das  mit  mehr  oder
weniger  Recht  als  nöthig  erachtete  Eingreifen  der
Regierung  entstehen  Ausgaben,  denen  als  Entschädigung
  keinerlei  Verbesserung  der  dortigen  Verhältnisse
gegenübersteht.  «

Abgesehen  aber  von  diesen  Ursachen,  die  die
Kolonisation  und  Civilisation  Guinés  erschweren,
besteht  unter  den  Kennern  der  Gegend  keine  Meinungsverschiedenheit
  über  die  Ausbeutefähigkeit  der
Provinz  besonders  als  Handelsniederlassung.

Zwischen  Französisch-Senegambien  gelegen,  umfaßt
Guiné,  nach  dem  portugiesisch-französischen  Abkommen
vom  12.  Mai  1866,  eine  Oberfläche  von  etwa
11  384  qkm.  Zwar  bedeutend  kleiner  als  unser
dortiger  Besitz  in  früherer  Zeit,  ist  es  doch  noch
ausgedehnt  genug,  um  dem  privaten  Unternehmungsgeist
  Gelegenheit  zur  Hebung  der  dortigen  Reichthümer
  zu  geben.

Es  war  nöthig,  diese  Betrachtungen  vorauszuschiken,
  um  denen  entgegenzutreten,  die  jeden  erneuten
Versuch  zur  Entwickelung  Guinés  verdammen.

Freilich  sind  die  Zahlen  des  Haushalts  für  Guins
1897/98  nicht  ermuthigend.

Die  Einnahme  war  70  880,000  Doll.,
Ausgabe  176  105,359
mithin  der  Fehlbetrag  105  225,359=—
  315  '000  Mk.

nn  Die  Einnahme  besteht  fast  ausschließlich  in  inirekten
  Abgaben,  nämlich  45  400,000  Doll.  Diese
siiin  bilden  hier  mehr  als  in  anderen  Becathen
  die  Grundlage?  der  Schätzung  der  wirthnur
  nicen  Lage,  denn  wir  üben  dort  eine  sozusagen
wichn  elbare  Thätigkeit  aus,  haben  einige  militärisch
roner  Punkte  besetzt;  Europäer  können  sich,  als
cn  den,  domt  schwer  niederlassen  und  beschränken
3  4run  Güteraustausch,  daher  entstehen  unsere

nnahmen  eben  aus  dem  Handel.

 

 

473

 

Dieser  war  1897:

 

Einfuhr.  Ausfuhr.
Dollar  Dollar
Bolama  186  065,741  31  672,789
Bissau.  192  973,680  113  011,319
Cacheu.  4  064,300  1  121,839
333  103,721  145  805,947
etwa  999  000  Mk.  338  000  Mk.

Aus  der  Vergleichung  dieser  Zahlen  mit  denen
von  1871/72  zeigt  sich  keine  Zunahme  der  Handelsbewegung,
  denn  Ein=  und  Ausfuhr  in  Bolama  betrugen
  damals  zusammen  410  600,344  Doll.,  und
die  Zollabgaben  in  Bissau,  Bolama  und  Cacheu
41  108,508  Doll.

Durch  den  Zolltarif  vom  16.  April  1892  wurde
in  Guiné  Einfuhrfreiheit  bewilligt,  um  das  Ablenken
des  Handels  auf  andere  Wege  zu  vermeiden  und
den  Ortshandel  zu  beleben.  Das  war  schon  früher,
aber  nicht  nachhaltig  genug  versucht  worden.  Thatsächlich
  hob  sich  der  Handel  etwas,  wie  aus  dem

 

folgenden  Vergleich  zwischen  1891  und  1893
hervorgeht.
Einfuhr.  Ausfuhr.
Dollar  Dollar
1891:  Bolama  165  163,998  142  700,355
Bissau  71  619,861  48  950,503
Cacheur  30  339,755  21  301.875
267  123,614  212  952,733
Einfuhr.  Ausfuhr.
Dollar  Dollar

1893:  (schon  unter  dem
neuen  Zolltarif)

Bolama  216  468,120  125  369,289
Bissau  243  535,980  118  475,297
Cacheu  26  787,001  9534,765

 

486  591,701  253  379,351

Diese  Steigerung  hat  aber  nicht  angehalten,  und
die  Handelsbewegung  war  1897  sogar  geringer.

Dieser  Hinweis  soll  nicht  die  Abschaffung  des
Tarifs  von  1892  bezwecken,  erschien  nur  nöthig,  um
auf  die  Opfer  aufmerksam  zu  machen,  die  diese  Provinz
  dem  Mutterlande  beständig  auferlegt.

Die  Hauptausfuhrartikel  Guinés  waren  1895

folgende:
Im  Zellamte  von:
Bolama.  Bissau.  Cacheu.
Dollar  Dollar  Dollar
(mit  einer  Gesammtausfuhr

von)  83  435.258  154  055,680  1217.,749
—  249000  Mk.—  462000  Mk.—  3651Mk.
Palmkerne  44  148,025  28  479,440  350,000
Mancarra  16  175,700  —  —
Kautschuk  7  912,630  81  658,190  717,000
Wachs  9  002,440  31  141,200  —
Leder.  1273,200  83381,960  —-Oel....1010,000
  —  —
        <pb n="516" />
        Eine  regelmäßige  Pflege  der  Pflanzungen  besteht
indeß  in  Guiné  nicht.  Dem  Boden  wird  nur  ein
verhältnißmäßig  kleiner  Theil  entzogen,  der  gesteigert
werden  kann,  wenn  die  Bodenbewirthschaftung  mit
einsichtiger  und  beständiger  Thätigkeit  betrieben  wird.

Indeß  ist  die  Aufgabe,  die  Bevölkerung  Guinês
friedlich  zum  Ackerbau  zu  bewegen,  schwierig  und
verlangt  sozusagen  die  ganze  Verwaltungsthätigkeit,
indem  einerseits  Alles  beseitigt  wird,  was  den  verschiedenen
  Stämmen  Ursache  zum  Streit  giebt,  und
andererseits  die  arbeitsamsten  unter  ihnen  zur  Arbeit
angeleitet  werden,  damit  sie  durch  ihr  Beispiel  zur
Erweiterung  des  Anbaues  anregen.  Die  geringen
und  unvollkommenen  Versuche,  die  kürzlich  von  einer
Mission  unternommen  worden  sind,  beweisen,  was
von  dem  durch  Kapital  unterstützten  Ackerbau  in
Guiné  erwartet  werden  kann.

Die  übrigen  unbedeutenden  Abgaben  sind  folgende:


Dollar
Miethsteuer  640
Grundsteuer  .  1900
Gewerbe=  und  Renten  2  600
Gebühren  für  Orden  u.  |  w.  600
Stempel  ....  .3600
Registersteuer.  600
Licenzabgaben  .  2  400
Verschiedene  Geldstrafen  60
Gesundheitsgebühren  220

Diese  einfache  Aufzählung  zeigt,  wie  sehr  die
Civilisation  in  Guiné  zurück  und  wie  gering  unsere
politische  und  Verwaltungsthätigkeit  dort  noch  ist.

Es  fehlt  an  sicheren  Anhaltspunkten  zur  annähernden
  Bestimmung  der  Bevölkerung  Guinés,
indeß  werden  500  000  Einwohner  auf  dem  Festlande
und  den  Inseln  ansässig  sein.  Eine  Schätzung  aus
dem  Jahre  1888/89  auf  815  000  (mit  den  Inseln

70.000)0  scheint  übertrieben,  wenn  man  die  Nachbargebiete
  damit  vergleicht,  deren  Bevölkerungsdichtigkeit
nicht  geringer  ist.

Aus  der  Eigenart  der  Eingeborenen  und  den
Rassekämpfen  erklärt  sich  der  Rückstand  in  der  Entwickelung
  Guinés  und  die  geringe  Einnahme,  der
gegenüber  die  Ausgaben  hoch  erscheinen,  die  sich
auf  176  105  Doll.  859  Reis  =  558  000  Mk.  belaufen.
  Davon  entfallen  auf  die  Militärverwaltung
68  784  Doll.  960  Reis,  auf  die  der  Marine
14  821  Doll.  550  Reis.  Daraus  ergiebt  sich  die
Nothwendigkeit,  mit  allen  Mitteln  die  wirthschaftlichen
  Bedingungen  Guinês  zu  bessern,  da  die  Einnahmen
  nicht  einmal  ausreichen,  die  genannten  Ausgabeposten
  zu  decken.  Daß  für  andere  Dienstzweige
deshalb  nur  Dürftiges  aufgewendet  wird,  ist  erklärlich.
  So  werden  für  Unterrichtszwecke  1  500  Doll.,
für  Missionen  2  100  Doll.,  für  öffentliche  Arbeiten
9  600  Doll.  ausgegeben,  was,  selbst  wenn  es  immer
nutzbringend  angewendet  würde,  keinen  großen  Einfluß
  auf  den  sittlichen  und  wirthschaftlichen  Fortschritt
der  Provinz  auszuüben  vermag.

44

 

–—

–.–.—-l.  —Ô  “  i  ——

l

S.  Thom  und  Principe.

Die  Provinz  S.  Thomé,  aus  den  beiden  Inseln
S.  Thomé  und  Principe  bestehend,  ist  heute  eine
der  reichsten  unserer  westafrikanischen  Besitzungen.

Der  Boden  ist  überaus  fruchtbar,  der  Pflanzenwuchs
  üppig,  die  Bewässerung  gut,  ein  Theil  so
hoch  gelegen,  daß  er  vor  ungesunden  Einflüssen
schützt.  So  bietet  die  Insel  S.  Thomé  Verhältnisse
  zu  außerordentlicher  Entwickelung,  was  durch
die  Thatsachen  ja  auch  bestätigt  wird.

Ist  Principe  auch  nicht  so  günstig  bedacht  wie
S.  Thomé,  so  läßt  sich  gleichwohl  aus  alten  und
neuen  Versuchen  hoffen,  daß  auch  dort  eine  bemerkenswerthe
  Entwickelung  möglich  ist.

Von  einer  Oberfläche  von  938  qkm  entfallen
auf  S.  Thomé  ungefähr  825  qkm,  das  sich,  von
dem  Flächeninhalt  abgesehen,  den  berühmtesten  Ko-=lonien
  Amerikas  an  die  Seite  stellen  läßt.

1896/97ergabensich  300  900  Doll.—  903000  Mk.
und  zwar:

Direkte  Abgaben  .  96  400  Doll.
Indirekte  187  600  =
Verschiedene  Einnahmen  16  900

Da  der  Handel  auf  Principe  noch  sehr  beschränkt
ist,  soll  im  Folgenden  hauptsächlich  S.  Thomé  betrachtet
  werden.

1897  betrug  die  Einfuhr  1  226  960,879  Doll.
Ausfuhr  1  971  906.4471  =

zus.  3  198  867,326  Doll.
—  9  000  000  Mk.
Die  Handelsbewegung  erfolgt  fast  ganz  auf
heimischen  Schiffen  und  mit  dem  Mutterlande.
Seit  1868  hat  folgende  rasche  Zunahme  stattr

  =  =

 

 

gefunden:

Dollar  Dollar
1868  337  263,957|  1888.  899  124,873
1869  453  573,40)  188  1  0  .  213)745
1870  505  580,036188S5.  938  141,972
1871  534910,7438S6  965  450788
1872  604  743,602  1887  1254  087,440
1873  719  716,9599  1888.  1  447  011,930
1874  810  176,838  1889  1  566  189,000
1875  972  391,551  18900  1  709  746,000
1876  858  636,069  1891.  1747  958,151
1877  673  965,541  1892  1  882  380,742
1878  843  158,133  1893  2  076  691.777
1879  738  223,542  #  1894.  2507  840,845
1880  35  052,919  1895  3  325  612,510
1881  .  1  037  091,997  1896  3  285  303,  0(05
1882  835  182,052  1897  3  198  867,3

Sonach  ist  in  28  Jahren  eine  -Sos
der  Handelsbewegung  eingetreten.  Nicht  viele  Beispiele
  lassen  sich  in  der  Geschichte  anderer  Kolonien
dem  gegenüberstellen.  1895  wurden  ausgeführt:

Kakao  1  282  555,920  Doll.
Kaffee  778  196,080.
Chinarinde.  17  434,608  =
        <pb n="517" />
        Kola  1  013,980  Doll.
Kokosnüsse  1  089,122
Holz  2281,90320  -

Wie  ersichtlich,  überwiegt  zur  Zeit  der  Kakao  als
Ausfuhrwaare,  was  nicht  immer  so  war,  da  beim
Beginn  der  Kolonisirung  S.  Thomés  Zuckerrohr
gebaut  und  bis  zu  ziemlicher  Bedeutung  ausgeführt
wurde,  bis  der  brasilische  Wettbewerb  diesen  Artikel
auf  S.  Thomé  unlohnend  machte.  An  seine  Stelle
trat  Kaffee  und  später  Kakao.  1867/68  wurden
1  208,259  kg  Kaffee  im  Werthe  von  169  156  Doll.
318  Reis  =  760  500  Mk.  und  47  111  kg  Kakao
im  Werthe  von  3  769  Doll.  440  Reis  =  13  500  Mk.
ausgeführt.

An  Chinarinde  wurde  1895  für  17  434  Doll.
608  Reis  =  76  500  Mk.  ausgeführt,  was  einer
Menge  von  174  346  kg  entspricht.  Die  Anpflanzungen
  hatten  1864  begonnen,  1887  gab  es
1  600  000  Bäume,  seitdem  hat  eine  Abnahme  stattgefunden,
  weil  andere  Kolonien  in  Mitbewerb  getreten
  sind.

Holz,  was  als  einer  der  Reichthümer  S.  Thomés
bezeichnet  wird,  weist  nur  eine  Ausfuhr  von  2  281  Doll.
930  Reis  auf.  Sicher  besitzt  die  Insel  einen  reichen
Pflanzenwuchs,  und  manche  Bäume  liefern  gutes
Bauholz,  indeß  ist  die  Ausbeute  doch  nicht  so  groß,
und  die  Fracht  ist  so  bedeutend,  daß  Holz  als  Aussuhrwaare

  wenigstens  z.  Z.  nicht  in  Betracht  kommen
ann.  "k

Sind  nach  dem  Gesagten  jetzt  Kaffee  und  Kakao

die  vorherrschenden  Erzeugnisse,  so  ist  gleichwohl  die
Gewinnung  anderer  Ausfuhrwaaren  nicht  unmöglich,
weil  S.  Thomé  wegen  seiner  verschiedenen  klimatischen
  Zonen  zur  Bebauung  mit  mannigfachen  Bodenerzeugnissen
  sehr  geeignet  ist.

Dennoch  kämpft  S.  Thomé  mit  einer  ernsten
Schwierigkeit,  dem  Arbeitermangel.  Seit  der  durch
das  Gesetz  vom  29.  April  1875  angeordneten  vollständigen
  Abschaffung  der  Sklaverei  sind  dem  Ackerbau
  der  Insel  Verlegenheiten  bereitet  worden,  da
der  Freigelassene  nicht  mit  der  nöthigen  Regelmäßigkeit
  arbeitet  und  man  daher  auf  die  Einführung
freier  Arbeiter  angewiesen  ist.  Seit  1876  sind  von
Sierra  Leone  und  Liberia  solche  verpflichtet  worden,
gleicwohl  ist  das  Ergebniß  gering,  da  der  Erfolg
immer  vom  guten  Willen  der  Behörden  abhängt,  die
sch  der  Entziehung  der  Arbeitskräfte  widersetzen.
Daher  findet  neuerdings  der  Zuzug  aus  Nova  Redonda

  statt,  der  indeß  kostspieliger  ist.  1895  wurde

der  von  der  Regierung  unterstützte  Versuch  gemacht,
40  Chinesen  einzuführen;  indeß  ermuthigt  das  Ergebniß
  nicht  zur  Wiederholung.

Es  wurden  für  S  -P  «  -
pichtel  f  .  Thomse  von  außerhalb  ver

ssn  .  137911893.  2830
1880  .  1536  1894  4538
1500  .  1541  1895  4830

.-.  16  96  921
1551.  78  1896  2929

1343,  1897.  4108

475

 

—  —  —  —  —  —  —

Vom  1.  Oktober  1880  bis  31.  Dezember  1897
waren  in  S.  Thomé  28  670  Arbeitskräfte  und  zwar
16  647  männliche  und  12  023  weibliche  eingeführt.
Um  diese  Zeit  gab  es  dort  26  911  alte,  regelmäßig
verpflichtete,  13  802  neue  wieder  verpflichtete  Kolonen
und  1257  bei  den  öffentlichen  Arbeiten  thätige
Arbeiter.

Die  Lösung  der  Arbeiterfrage,  d.  h.  die  Beseitigung
  des  Arbeitermangels,  würde  eine  für  die
Entwickelung  S.  Thomés  hochbedeutsame  That  sein.
Sie  müßte  von  der  Privatunternehmung  ausgehen
und  von  der  Regierung  gesetzlich  unterstützt  werden,
wie  das  Dekret  vom  29.  April  1875  beabsichtigte.
Der  Regierung  liegen  andere  Maßregeln  zur  Entwickelung
  S.  Thomés  ob,  wozu  die  Privatunternehmung
  nicht  wohl  herangezogen  werden  kann.

Durch  Dekret  vom  20.  Oktober  1880  wurde
behufs  besserer  Einziehung  der  Grundsteuern,  die
zum  größten  Theile  in  den  Zollämtern  erhoben
wurden,  die  Anlage  von  Grundbüchern  angeordnet.
Da  diese  schwierige  Arbeit  wegen  der  Verschiedenartigkeit
  des  Bodenbesitzes  auf  S.  Thomé  nicht
vollständig  hergestellt  werden  konnte,  wurde  durch
Dekret  mit  Gesetzeskraft  vom  17.  Mai  1894  eine
Zuschlagsteuer  von  50  pCt.  auf  die  Ausfuhrzölle  gelegt,
  weil  eine  flüchtige  Berechnung  ergeben  hatte,
daß  die  Grundsteuer  mindestens  40  000  Doll.
—  120  000  Mk.  ergeben  müßte.  Die  Grundbesitzer
und  Händler  erklärten  sich  bereit,  bis  zur  vollständigen
Herstellung  der  Grundbücher  diese  Zuschlagsteuer  zu
entrichten.  Diese  Maßregel  ist  noch  in  Kraft.

Wie  groß  die  angebaute  Fläche  auf  S.  Thom
ist,  läßt  sich  aus  den  unvollkommenen  Hülfsmitteln,
deren  Sammlung  wiederholt  versucht  worden  ist,
nicht  mit  Sicherheit  feststellen;  nur  soviel  ist  ganz
sicher,  daß  sie  noch  sehr  viel  kleiner  als  die  ausnutzbare
  Fläche  der  Insel  ist.

Sehr  gering  ist  die  Miethsteuer,  die  1896/97
nur  auf  1300  Doll.  =  4000  Mk.  berechnet  wurde,
was  nicht  auffällig  ist  bei  der  geringen  Zahl  von
Bevölkerungscentren  auf  S.  Thom.  .

Auch  über  die  Zahl  der  Bewohner  giebt  es  keine
sicheren  Angaben.  Am  31.  Dezember  187  fand
eine  Zählung  statt,  wonach  auf  S.  Thomé  18  266
und  auf  Principe  2662  Einwohner  vorhanden  waren,
die  sich  auf  4750  Feuerstellen  auf  der  ersten  und
605  Feuerstellen  auf  der  zweiten  Insel  vertheilten
und  zwar  in  folgenden  Ortschaften:

Feuerstellen  Einwohner

 

Santissima  Trinidade  .  1193  4388
Sant'  Anna  T11  3064
Nossa  Senhora  da  Graga.  .  147  2726
Nossa  Senhora  da  Concei6üo##  341  1695
Santa  Maria  Magdalene  500  1898
Santo  Amare  510  1522
Nossa  Senhora  de  Guadalupe  331  1308
Nossa  Senhora  das  Neves  132  300
Santa  Cruz  dos  Angolares  582  1275

4750  18266
        <pb n="518" />
        —  476  —

In  früheren  Jahrhunderten  schätzte  man  in  Zeiten  Einfuhrfreiheit  für  heimische  Waaren,  mit  Ausnahme
großen  Handelsverkehrs  50  000,  Anfang  dieses  von  Alkohol,  destillirten  Getränken  und  Tabak,  auf
Jahrhunderts  12  000  Einwohner,  heute  darf  man!  Principe  angeordnet.

ohne  Uebertreibung  30  000  annehmen.  1  Durch  Dekret  vom  24.  August  1893  wurde  der
Die  Gewerbesteuer  ist  in  einer  Ackerbaukolonie,  „Companhia  da  llha  do  Principe“  unter  günstigen
bei  der  geringen  Entwickelung  des  Gewerbes  natür=  Bedingungen  der  Anbau  des  brachliegenden  Staatslich
  nur  klein  und  wurde  zuletzt  auf  S.  Thome  mit  eigenthums  an  Grund  und  Boden  im  Süden  der
4600  Doll.  —  13  500  Mk.  berechnet.  Insel  bewilligt,  und  die  Gesellschaft  hat  mit  portu-Die
  Registersteuer  ergab  1896/97  31  549  Doll.  giesischem  Kapital  bereits  Pflanzungen  von  Kakao,
35  Reis  =  96  000  Mk.  Kaffee,  Zuckerrohr,  Gummi  und  Vanille  angelegt.

Den  Ausgaben  1896/97  liegt  folgender  Vor-  Wird  der  Arbeitermangel  auf  S.  Thomé  und
anschlag  zu  Grunde:

 

 

Dollar  1  Frineh  befeitat  #K  frbe  "  r*m:  dersoeche
.  ·  »  ten  Inseln  des  portugiesischen  Besitzes  eine  aussichts-Allgemeine
  Verwaltung  71  665,425  volle  Zukunft  und  lassen  sich  den  —
Finanz-  -  .  25  366,750  leichstellen
Justiz=  "  12  100,750  9  «
Kultus-  -  7210,8341  Angola.
Militär=  "D  46  213,355  Von  Angola  können  wir  berechtigtermaßen  am
Marine  E  3162,000  meisten  hoffen  nicht  nur  wegen  seiner  Fruchtbarkeit,
Allgemeine  Lasten.  ..  22259,840  sondern  auch  wegen  der  engen  Beziehungen,  die  es
Frühere  Budgets  600,000  mit  dem  Mutterlande  verbinden  und  die  es  zum
Verschiedene  Ausgaben  19  365,410  Markte  einiger  unserer  werthvollsten  Gewerbeerzeug-Außerordentliche
  Ausgaben  47  600,000  nisse  gemacht  haben.  Von  der  Natur  ist  es  nicht
255  544,364  spärlich  bedacht  worden,  und  unsere  Kolonialpolitik
—–  768  000  Mk.  hat  das  zu  Gunsten  des  Mutterlandes  nach  Mög-Davon
  werden  für  Unterricht  2650  Doll.  aus- 



 

 

 

 

 

 

lichkeit  auszunutzen  gesucht.  Angola  kräftig  zu  entwickeln
  muß  daher  ganz  besondere  Pflicht  sein.  Die
1  Provinz  ist  14  Mal  größer  als  Portugal,  der  Boden

mineralreich  und  zu  verschiedenem  Anbau  geeignet,
Für  öffentliche  Arbeiten  sind  32  000  Doll.  or-  1  sie  ist  von  Flüssen  durchzogen  und  hat  ein  Klima,

dentliche  und  45  000  Doll.  außerordentliche  Aus=  das  in  verschiedenen  Gegenden  europäische  Kolonisation
gaben  angesetzt.  Was  bis  heute  geleistet  ist,  ist  indeß  zuläßt.  Die  Bevölkerung  ist  im  Allgemeinen  gelehrig
verhältnißmäßig  gering.  aund  nimmt  ohne  Schwierigkeit  unsere  Herrschaft  und
Die  Herstellung  der  Straßen  auf  S.  Thomé  unseren  Einfluß  an.  So  ist  Angola  mit  Recht  als
und  Principe,  wozu  die  Regierung  durch  Dekret  vom  eine  Besitzung  anzusehen,  die  Portugal  weitere  Be-19.
  November  1896  ermächtigt  worden  ist  und  wo=  dingungen  seines  Gedeihens  liefern  und  ihm  die  Mittel
für  50  000  Doll.  nebst  20  pCt.  des  Ueberschusses  zur  wirthschaftlichen  Wiedergeburt  und  zu  politischem
der  Einnahmen  angesetzt  sind,  wird  zur  Entwickelung  Uebergewicht  geben  kann.
der  Ausfuhr  beitragen.  i  Leider  befand  sich  bei  Aufstellung  des  Haushalts
Für  die  Post  ist  eine  Ausgabe  von  1400  Doll.  von  1896/97  Angola  aus  verschiedenen  Ursachen  in
ausgeworfen.  1885  kamen  288  Briefe  an  und  240  einer  vorübergehenden  wirthschaftlichen  Krisis  und
wurden  abgesandt.  1896  waren  die  betreffenden  hatte  in  dem  genannten  Rechnungsjahre  eine  Mehr-Zahlen
  3223  und  3028.  Eine  gleichfalls  bemerkens-  ausgabe  von  409  812  Dollar  495  Reis  (1230  000  Mk.,
1
1
l
l
i
l

gegeben.  Es  giebt  in  der  Provinz  4  Lehrer  und
3  Lehrerinnen  und  außerdem  5  Geistliche,  die  gegen
staatliche  Vergütung  Elementarunterricht  ertheilen.

werthe  Steigerung  ist  in  den  anderen  Postsendungen  indem

eingetreten.  die  Einnahmen  auf  1  374  429,335  Doll.
Was  Principe  angeht,  so  ist  es,  wie  S.  Thomé,  *  Ausgaben  1  784  241,830

vielen  Wechselfällen  ausgesetzt  gewesen.  In  früherer  berechnet  wurden,  während  1894/95  bei  der  Auf-Zeit

  blühten  dort  Zuckeranbau  und  Sklavenhandel,  stellung  des  Budgets  auf  eine  Mehreinnahme  von

später  verfiel  der  Verkehr,  und  1875,  als  die  102  162  Dollar  659  Reis  (306  000  Mk.)  gerechnet
Sklaverei  abgeschafft  wurde,  war  die  Insel  fast  ver=  werden  konnte.

lassen,  weil  die  europäischen  Einwanderer  mehr  von  Die  Einnahmen,  die  bisher  ständig  und  beden
  günstigeren  Verhältnissen  auf  S.  Thome  an=  trächtlich  gestiegen  waren,  nahmen  in  kurzer  Zeit
gezogen  wurden.  Erst  seit  1878  beginnt  dort  wieder  auffällig  ab,  eine  Folge  der  billigen  Kaffeepreise.
etwas  Ackerbau  und  Kakavanpflanzung.  1868  hatte  Die  Ausfuhr  wurde  in  der  Erwartung  günstigerer
Principe  6050  Doll.  858  Reis  =  27  000  Mk.,  Preise  zurückgehalten,  infolge  davon  auch  die  Einfuhr
1879/80  schon  10  575  Doll.  469  Reis  =  47.500  Mt.  vermindert,  die  in  Ländern  wie  Angola  stets  sehr
Zolleinnahmen.  —  von  der  Ausfuhr  abhängig  ist.  So  erklärt  sich  der

1892  wurde  Ausfuhrfreiheit  für  Waaren  nach  Fehlbetrag  im  Haushalt.  Die  Zolleinnahmen  stellen
dem  Festlande  und  den  benachbarten  Inseln,  sowie  mit  1  061  400  Dollar  (3  000  000  Mk.)  77  pCt  der
        <pb n="519" />
        Gesammteinnahmen  dar.  Da  dies  sonach  die  Haupteinnahme
  ist,  darf  die  entsprechende  Handelsbewegung
als  sicherer  Maßstab  für  die  wirthschaftliche  Lage
Angolas  angesehen  werden.  Von  1866  bis  1897
waren  die  Zolleinnahmen  in  Loanda,  Benguella,
Mossamedes  und  Ambriz  folgende:

Dollar  I  Dollar

168666.  146  611,556  1882  4391  198,570
1867.  150  212.078  18883  536  135,856
186608.  207  804,688/  1884  549774,312
1869.  266  872,489  1885.  443  302,950
18g8700.  323  3214601886.  385  066,006
1871.  324  317,231  1887.  556  603,621
18722  346  332,456  1888.  706  339,568
1873.  440  790,893  1889  346  616.790
1874  350  919,922  1890  0908  619,230
1875.  344  188718  1891.  9985  402,808
18716  430  205,204  1892  796  221,895
1377.  370  137.527  1893  .  1  361  137,700
1878.  334  428,436  1894  1287  466,824
18999  288  558.580  1895.  993  171,774
1880.  405  907.0068  1896.  716748,134
1881.  513  547,698  1897.  972  3438,043

 

6  In  diesen  Zahlen  sehlen  die  Einnahmen  des
Kongodistrikts,  die  nur  für  die  folgenden  Jahre  bekannt
  sind:

Dollar  Dollar
1888.  37  640,000  1892  105  773,000
1889  55  946,000  1893  237  712,000
18990  69  522,000  1895  216  888,804
1891.  72  955,000  1896  183  401,472

Wenn  man  für  die  Jahre  1894  und  1897  das
Mittel  aus  den  beiden  Vorjahren  annimmt,  so  er—
hält  man  171  000  und  199  000  Dollar,  und  es
ergeben  sich  von  1888  bis  heute  als  Einnahme
sämmtlicher  Zollämter  einschließlich  der  des  Kongogebiets
  folgende  Zahlen:

 

Dollar  Dollar
1888  743  979,568  1893  1  598  849706
1889  902  562,790  1894  1  458  466,824
1890  978  171,2301895  1  210  060,578
1891.1  058  357,808  1896  900  149,606
1892  900  994,895  1897  1  171  348,043

Die  jährliche  Durchschnittseinn  hme  in  Zeiträumen
  von  zehn  Jahren  ergab  von
1866—1875  —  290  000  Dollar
1876—1885  =  435  000  1  957  500  -—
1886—1895  =  979  000  =  4  405  500  =
Danach  wuchsen  im  zweiten  Jahrzehnt  die  Einnahmen
  um  50  %,  im  dritten  dagegen  um  125  %.
der  16  den  angeführten  Zahlen  ergiebt  sich  die  in
ke  bet  bedeutende  Entwicklung  Angolas,  besonders
-  ie  Ambacabahn  und  andere  Verbesserungen
hren  wohlthätigen  Einfluß  ausüben.

e#  Zur  Bestätigung  des  Gesagten  mögen  die  Zahlen
*  deg  l  in  dem  Zeitraum  von  1866  bis  1897  die
den  aäbewegung  Angolas  darstellen,  d.  h.  Ein=  und

1  305  000  Mk.

2  —  —
—
—
S

477

i
i

«

 

Dollar  Dollar
1866  1670  000  1882  3798297
1867  1  730  000  1883  4248  919
1868  2  399  000  1884  4  782  074
1869  3  090  O00  1885  783  203
1870  3  725  000  1886  3  306  208
1871  3  736  000  1887  4  785  856
1872  3  990  Oo00  1888  5  514  986
1873  5  086  000  1  889V  7  911  313
1874  4048  000  1890  9184  778
1875  3  976  000  1891  9  684  471
1876  4959  000  1892  9516  914
1877  4267  000  1893  12  455  784
1878.  3  852  000  1894  11  494  685
1879  .  3  822  000  1895  11651177
1880  3248  000  1896  .  .  10982  808
1881  4  108  490  1897  14  306  583

 

 

—  —  –——.  —  ——  —

Sie  enthalten  auch  die  auf  den  Kongodistrikt  bezüglichen
  Zahlen;  die  auf  die  Jahre  1894  und  1897
entfallenden  sind  aus  dem  Mittel  der  Vorjahre  berechnet.
  Auch  hier  zeigt  sich  bei  Betrachtung  von
Jahrzehnten  der  Handelsbewegung  im  zweiten  Jahrzehnt
  eine  Zunahme  von  20,  im  dritten  von  111  °.
Vergleicht  man  1866  und  1895,  so  ergiebt  sich,  daß
die  Handelsbewegung  Angolas  in  30  Jahren  sieben
Mal  größer  geworden  ist,  sicher  ein  gutes  Zeichen
mit  Rücksicht  darauf,  daß  noch  so  viele  Verbesserungen
fehlen,  die  sehr  zur  weiteren  Entwickelung  der  Provinz
beitragen  werden.

Die  Ausfuhr  Angolas  bestand  1896  (Kongo
ausgenommen)  aus  folgenden  Waaren  und  Werthen:

Kautschuk  2  364  679,106  Doll.

Kassee  1  482  780,0114  =
Wachs  307  568,553
Fisch  107  538,200
Branntwein  79  596,330

39  386,363
38  870.529
24  123,076
31  103,070
15  718,085
9  326,418
9  683,280
6  364,780

Elfenbein  ..
Kokosnuß
Rohe  Baumwollel
Viie
Baumbhbbbb
Leder  und  Fellel
Orseille
Kopalgmim.  6
Verschiedene  Erzeugnisse  6  066,182
Zusammen:  4  612  804,13/  Doll.
—  13  839  000  Mk.

Der  Kautschukhandel  ist,  wie  ersichtlich,  z.  3.  am
bedeutendsten;  ihn  zu  erhalten  und  zu  heben,  ist  daher
das  Bemühen  des  Mutterlandes  gewesen.  Vor  870
war  fast  kein  Kautschuk  in  Angola,  in  jenem  Jahre
wurden  nur  14  607  kg  ausgeführt,  1896  dagegen
2285  995  kg  und  zwar  über  Benguella  1  530  557  •
über  Loanda  719  442  kg,  über  Mossamedes  12  740
und  über  Ambriz  2094  Kkk

Nach  dem  Kautschuk  ist  Kaffee  der  Hauptausfuhrartikel
  Angolas,  der,  wenn  die  Entwerthung  im
Welthandel  einen  weiteren  Anbau  nicht  unmöglich

V  M  U#  K  V  U#  u  V

U  V  u  *  U
        <pb n="520" />
        macht,  wahrscheinlich  den  größten  Reichthum  Angolas

in  Zukunft  darstellen  wird.  1844  wurden  3000  kg
ausgeführt,  25  Jahre  später  1  163  103  kg  und
nach  weiteren  25  Jahren  (1895)  7  840  069  kg.
In  den  beiden  letzten  Jahren  hat  die  Ausfuhr  wegen
der  Krise  im  Kaffeehandel  bedeutend  nachgelassen.
Die  Ausfuhr  von  Wachs  hat  nachgelassen.
wird  schon  jetzt  bedeutend  ausgeführt.  Ausfuhr  und
Verbrauch  in  der  Provinz  können  gesteigert  werden,
wenn  das  Salzen  und  Konserviren  vervollkommnet
werden.  Branntwein  wird  vorzugsweise  für  den
Verbrauch  in  der  Provinz  hergestellt,  so  daß  die
Ausfuhr  nur  gering  ist.

Der  Zolltarif  von  1892  bezweckte  den  Schutz
dieses  Gewerbes;  was  erreicht  worden  ist,  wie  die
folgenden  Zahlen  ergeben:

Einfuhr.  6  Ausfuhr.
Dollor  Dollar
1891  178  807,2861891  64  526,424
1892  148  049,057  1892  46  463,750
1893  264  137,124  1893  135  125,023
1894  203  338,563  1894  83  692,543
1895  100  915.703  1805  114  996,680
1896  55  925,887  1896  79  596,336

Seit  1892  ist  viel  Kapital  auf  den  Anbau  von
Zuckerrohr  verwendet  worden,  das  fast  ausschließlich
zur  Herstellung  von  Branntwein  benutzt  wird.  Die
meisten  Pflanzungen  liegen  an  der  Küste,  da  im
Innern  der  Branntwein  aus  der  süßen  Kartoffel
hergestellt  wird.  In  Mossamedes  ist  fast  alles  verwendbare
  Land  zum  Anbau  von  Zuckerrohr  benußzt,
vorzugsweise  am  Fuße  des  Chella-Gebirges,  in  den
Thälern  des  Coroca,  Bero,  Giraul  und  von
St.  Nicolau.  Auch  in  Benguella  und  Loanda  giebt
es  Gebiete,  die  sich  zum  Anbau  von  Zuckerrohr
eignen.

Da  der  Zolltarif  den  Anbau  gefördert  hat,  ist
die  Einfuhr  geringer  geworden  und  somit  ein  Ausfall
  der  Zolleinnahmen  entstanden.  1894  betrugen
die  Einfuhrzölle  für  Branntwein  128  401,600  Doll.,
1896  nur  noch  41  686,990  Doll.  Dies  hat  auch
zur  Krisis  mit  beigetragen.

Die  Ausfuhr  von  Elfenbein  ist  nie  bedeutend
gewesen  uud  hat  nach  und  nach  abgenommen;  auf
eine  Zunahme  ist  nicht  zu  rechnen,  da  die  Gebiete
der  Elephantenjagd  immer  mehr  von  der  Küste  entfernt
  werden.

Kokosnuß  wird  vorzugsweise  über  Loanda  und

den  Kongo  ausgeführt;  das  Schwanken  der  Ausfuhr

über  Loanda  ergeben  folgende  Zahlen:

1870  816  512  kg
1875  452  899.
1880  998  261  „
1885  1  584  306  "
1890  1  598  8354
1895  1  185  873.
1896  1  161  521.

478

Fisch

 

Die  Ausfuhr  über  den  Kongodistrikt  ist  sehr  bedeutend,
  wie  aus  den  auf  die  Jahre  1888  bis  1893
bezüglichen  Zahlen  ersichtlich  ist:

1888  3  767  746  kg.,  1891.  3584  413  ka,
1889  3  818  41  1892  2  738  435
1890  3  966  020  =  1893  3  155  928.

Das  Vieh  ist  ein  wichtiger  Bestandtheil  des  Reichthums
  der  Provinz,  namentlich  im  Süden  in  den
Bezirken  Gambos  und  Humba,  von  wo  hauptsächlich
die  Ausfuhr  erfolgt,  die  indeß  seit  1893  abgenommen
hat,  wie  aus  folgenden  Zahlen  ersichtlich  ist:

1890  ..  1169  Stück,  1894  ..  860  Stück,
1891  ..  1176  --  1895  777  --1892
  1128  1896  ..  944
1893  1601  =

Leider  hat  die  im  Süden  Afrikas  aufgetretene
Rinderpest  auch  unter  den  Herden  in  Mossamedes
erheblichen  Schaden  angerichtet.

Die  Baumwolle  wird  über  Loanda  und  Mossamedes
  ausgeführt.  Die  Frage  der  Baumwollgewinnung
  hängt  mit  einigen  nicht  unwesentlichen
Fragen  sowohl  der  wirthschaftlichen  Verhältnisse  Angolas
  als  auch  des  Mutterlandes  selbst  zusammen.
Die  Aufklärungen  durch  die  folgenden  Zahlen  sind
unvollkommen,  genügen  aber  zur  Beleuchtung  dieser

 

Fragen.  Es  wurden  ausgeführt  über:
Loanda:
1870  207  746  kg,  1889  35  511  kg,
1871.  277  889  =  1890  73  137
1872.  276  503  =  1891  39  935
1873.  85  531=  1892  9  456
1874.  77798  1893  33276
1875  65  685=  1894  19  387
1880  122  0665  1895  54  783
1888  49553  =  1896  57  241
Für  1880  bis  1887  fehlt  die  Statisti.
Ueber  Benguella:
1871.  234  904  kg,  1885  26  931  kg,
1872  185  572  =  1886.  26  961
1873.  152  828  =  1887.  17  728  =
1874.  175  713  =  1888  9  087=1877.
  73522  1889  32  324
1878.  18  845  =  1890  21  910
1879.  347411891  20  015  =
1888  22  7009  18993  1587
1884  29  627
Ueber  Mossamedes:
1872  355  556  kg,  1890  106  815  kg,
1874.  350  338  1891.  118  051
1875.  143  895  1892.  49  445
1883  153  080=  1893  77983
1884.  159  694  =  1894  40  201
1885  183  694  =  1895.  52393
1886  830  733  1896  76  298
1887  69  065-—
        <pb n="521" />
        —  479  —

In  24  Jahren,  von  1872  bis  1896,  ist  die  Ausfuhr
  von  Baumwolle  von  817  631  auf  133  539  kg
heruntergegangen.

Das  Sinken  der  ausgeführten  Werthe  an  Baumwolle
  seit  1880  zeigt  sich  in  folgender  Uebersicht:

Dollar  Dollar
1880  60  447,56001889  27  149,491
1881.  46  092,252  1890  29  866,894
1882  48  763,285  1891  27  620,912
1883.  43776,  59  1892  6  936,920
1884  48  494,41251893  16  824,183
1885  47  513,756  1894  13  301700
1886  30  916,19111895.  21  381,800
1887.  24  022,3431896  24  123,076
1888  17  388,274

Ist  auch  die  Baumwollausfuhr  zurückgegangen,
so  geht  doch  aus  den  verschiedenen  Gutachten  von
zuständigen  Kennern  hervor,  daß  sie  eine  größere
Ausdehnung  haben  und  zum  Reichthum  der  Provinz
beitragen  könnte,  da  es  Gegenden  in  Angola  giebt,
wo  die  Baumwolle  überall  ohne  jede  Pflege  gedeiht,
was  durch  das  Gutachten  des  Dr.  F.  Welwitch
bezeugt  wird.  Ist  die  Lösung  der  Frage  schwierig,
da  Boden  und  Klima  allein  nicht  ausreichen  zur
Gewinnung  von  Baumwolle,  so  sind  die  Schwierigkeiten
  gleichwohl  nicht  unüberwindlich.  Namentlich
sollten  die  Eingeborenen  zur  Anpflanzung  angehalten
werden.  Es  würden  für  die  heimische  Baumwoll-2“5
  und  -weberei  große  Vortheile  daraus  entstehen.

Die  Ausfuhr  von  Pflanzenöl  hat  bedeutend  abgenommen.


Orseille  giebt  nur  Gewinn,  wenn  die  Beförderungskosten
  billig  sind.  Ausfuhr  von  einiger  Bedeutung
hat  nur  über  Loanda  und  Benguella  stattgefunden,
wie  aus  folgenden  Zahlen  hervorgeht:

Loanda:
1888  155  617  kg,  1893  173  271  kg,
1889  80  827  1894  36  684
1890  127  648  1895.  32  871
1891.  71241  1896  179  396
1892  205  079

Benguella:

1889  186  729  kg,  1893  279  639  k

1890  152  111  1894.  105  553

1891.  32  284  1895.  176  139

1892  126  043  1896.  87  837

Die  Ausfuhr  von  Leder  und  Fellen  ist  unbedeutend
  und  findet  hauptsächlich  über  die  Distrikte
von  Loanda  und  Benguella  statt.

Loanda  führte  aus:
1888.  141  414  kg,  1893.  58  384  kg,
1889  117  792  1894.  33  831
1890  87  831  1895.  42  388
1891.  50  299  18966.  45  260
1892  49  341

 

Kmuuu  n
u  n

7

#

*  u.  W  92

u

r.  #  V

A  M  M  V

Benguella:

1888.  49  263  kg.  1892  22  739  kg,
1889  57  0  11  1893  35  971

R

K

1890  46  964  =  1894  18  055  =
1891  29  998  46  1895  16527  =
Mossamedes:

1893.  9  685  kg,
1894.  13  642
1895  17  754
1896  14  464

1888.  18  623  kg,

1889  23  484

1890  17  468

18911.  7  852

1892.  14  880  I

Die  Gummiausfuhr  hat  erst  1820  begonnen;  in
den  ersten  Jahren  war  sie  gering.  1850  bis  1859
kann  die  jährliche  Ausfuhr  im  Mittel  auf  900  000  kg.
meist  über  Benguella,  berechnet  werden.  Ueber  die
Abnahmec  der  Ausfuhr  geben  die  folgenden  Zahlen

Aufschluß:
Loanda:

1871.  123  655  kg,)  1886  85  070  kg,
1872.  102  350  =  1887  70  49
1873  85  162=  1888.  60  898
1874.  70  283  1880.  25  589
1875  60  514  1890.  22341
1876.  113  360  1891.  44  486
1880.  81  145  1892  46  016
1881.  58  026  1893.  25  500
1882  97742  1894  53848
18838  58  212  1895.  37  607
1884.  35  887  1896.  40  055
1885.  63221

Benguella:
1871.  233  148  kg,  1887.  519  326  kg,
1872  192910  1888.  40  407
1873.187  359  #  1889  48  731
1874.  168  258  1890  20  099
1877.  113  989  1891.  24  355
1878  35  556  1892  3  402
1879.  236  814  1893  28  946
1883.  160  513  1894.  33  440
1884.  116  445  1895.  10  472
1885  51911  1896  74  894
1886  50  817
Aus  Vorstehendem  ist  ersichtlich,  daß  es  der
Provinz  Angola  nicht  an  Mannigfaltigkeit  der  Kolonialerzeugnisse
  fehlt,  über  deren  Werth  kein  Zweifel
bestehen  kann,  da  jahrelange  Erfahrung  darüber
vorlicgt  und  nur  Ausnahmeursachen  ihre  Entwickelung
gehemmt  haben.
Die  Einfuhr  Angolas  über  die  Zollämter  Loanda,
Benguella,  Mossamedes  und  Ambriz  war  im  Jahre
1896  folgende:

K

 

v#  *

u  U#  W  Av  U  KM  #

V  V  U  r  V  u  ##  u  U  U  U  □

 

U#  M  u#  uM  V  u  u  u  u  M
M  WM  #u#  U  #u  u  d  ##  u

 

 

Dollar

Gewebe  18659  711,273
Nahrungsmittel  366  736,935
Gegohrene  Getränkle  333  101,826
Mectalll  10910008,111
"1.  Destillirte  Getränke  .  .  .  ..  71  472,0490
        <pb n="522" />
        Dollar

Pulver  69  225,717
Feuerwassen  66  775,562
Oliven=  und  anderes  Oel  44  094,940
Zucker.  39  594,320
Arzneien  36  222,635
Schuhwerk  32  049,532
Papier  28  602,826
Tabak.  .  28  159,839
Töpferwaaren  26  889,100
Petroleum  26  757,446
Bausteine  25  637,5658
Seifer  24550.,721
Verschiedene  Gegenstände  23  461,178
Segeltuch.  ...  22  402,262
Männerhüte  15  800,158
Streichhölzer  15  416,339
Kalk  und  Cement  14950,902
Glas  14  438,463
Kerzen  .......  13  107,63

Uniformen  und  gebrauchte  Kleider.  10  897,180
Farben  ...  10  067,536

Verschiedene  Waaren  240  324,517

Zusammen  3  451  456,888
—  10  353  000  Mk.
Die  aus  Portugal  und  den  überseeischen  Provinzen
  stammenden  Waaren  sind  darin  mit  folgenden
Zahlen  vertreten:

Loanda  843  300,901  Dollar,
Benguella.  627  796,940  =
Mossamedes  168  546,712  =
Ambriz  49  442,552

 

Zusammen  1  689  087,105  Dollar
—  5  067  000  Mk.
Die  Gewebe  nehmen  den  größten  Theil  der  Gesammteinfuhr
  ein,  und  von  diesen  Geweben  fallen

auf  das  heimische  Gewerbe  folgende  Arten  und  Werthe
des  Jahres  1896:

Dollar

Gewebe  aus  Seide  2  864,680
Tuch  und  Kaschmir  15  723,000
Flanell  aus  reiner  Wolle  .  955,500
Flanell  aus  Wolle  und  Baumwolle  799.500
Shawls  und  Tücher  aus  reiner  Wolle

oder  mit  Baumwolle  1  100,244
Maschenwaaren  3  344,801

Maschenwaaren,  nicht  besond.  aufgeführt  58  199,966
Baumwollgewebe,  roh  und  gebleicht  402  662,054
Baumwollgewebe,  gefärbt  oder  bedruckt  111  151,251

Kattto  63  781,160
Gestreiftes  Baumwollzeug  ...122904,599
Leinengewebe,  nicht  besonders  aufgeführt  3  467,980

 

Zusammen  786  954,735
—  2  361  000  Mk.
Daraus  ist  das  Vorherrschen  der  heimischen
Baumwollgewebe  ersichtlich,  was  eine  Folge  des
Schutzes  ist,  den  der  Zolltarif  von  1892  diesen  Geweben
  gewährt,  weil  sie  um  80  pCt.  gegen  fremde
Erzeugnisse  dieser  Art  begünstigt  sind.

480

 

Da  im  Jahre  1896  für  700  348  Doll.  935  Reis
—  2  100  000  Mk.  heimische  Baumwollgewebe  in
Angola  eingeführt  worden  sind,  wofür  ein  Zoll  von
38  106  Doll.  242  Reis  =  114  000  Mk.  erhoben
worden  ist,  so  würden  die  Zolleingänge  für  fremde
Waaren  dieser  Art  sonach  das  Vierfache  betragen
aben.

Von  heimischen  Lebensmitteln  sind  nach  Angola
besonders  eingeführt  worden:  Käse,  Fett,  Speck,  getrocknetes
  Fleisch,  Weizenmehl,  Kartoffeln,  Zwieback
und  Zwiebeln.  Vom  Auslande  eingeführt  werden
vorzugsweise  Reis,  Stockfisch  und  Butter.

Von  den  gegohrenen  Getränken  wird  —  abgesehen
  von  Bier  und  Cider  und  Aehnlichem,  die  aus
Deutschland  und  England  kommen  —  der  größte
Theil  aus  dem  Mutterlande  eingeführt.  Obgleich
die  Weineinfuhr  aus  Portugal  zugenommen  hat,  entspricht
  sie  doch  noch  nicht  der  ihr  gewährten  Vergünstigung,
  denn  während  sie  sich  in  der  Zeit  von
1880  bis  1888  verdoppelte,  ist  die  Zunahme  von
1888  bis  1896  nur  36  pCt.  Der  Gesammtwerth
des  eingeführten  heimischen  Weines  betrug  in  den
letzten  sechs  Jahren:

1891.  302  431  Doll.  1894  319  755  Doll.
1892  304  129  4  1895  393  450  =
1893.  335.766  =  18966.  294014  =

Die  Einfuhr  der  destillirten  Getränke  hatte  von
1882  bis  1893  beträchtlich  zugenommen,  von  43913
Dollar  auf  260  739  Doll.,  ist  aber  bis  1896  wieder
auf  71  472  Doll.  =  213  000  Mk.  gefallen,  was
zum  größten  Theil  dem  Spritgewerbe  in  der  Kolonie
zuzuschreiben  ist.

Das  in  Angola  eingeführte  Oel  kommt  fast  ausschließlich
  aus  dem  Mutterlande:

1882  13  757  Doll.  1890  25  791  Doll.
1883.  14  434  1891.  414  848  =
1884  14  858  =  1892  43  018
1885.  22  256  =  1893.  78  001  =
1886  19  784  =  1894  45  570
1887.  23  484  1895.  54  668  =
1888.  24  476  4  1896  43  826  --1889
  30  689  =

 

Die  Arzneien  kommen  fast  ganz,  das  Schuhwerk
zum  größten  Theil  aus  Portugal.

Der  Tabak  kommt  aus  Portugal,  da  fremde
Waare  wegen  des  großen  Zollunterschiedes  mit  dem
heimischen  Erzeugniß  nicht  in  Mitbewerb  treten  kann.
Seit  1885  wurde  eingeführt:

1885  16  619,992  Doll.  1891  18  456,677  Doll.
1886  14  904,264  =  1892  13  714,552  =
1887  15  603.,752  =  1893  18  408,684  „
1888  10  121,187  =  1894  15  573,545
1889  9  318,190  -  1895  24  550,959  .
1890  13571,008  =  1896  28  159,839  -

 

Aus  dem  Vergleich  der  Waaren  der  Einfahrliste
ergiebt  sich  der  Schluß,  daß,  wenn  auch  die  heimischen
Erzeugnisse  schon  einen  großen  Theil  der  Einfuhr
darstellen,  immer  noch  ein  weites  Gebiet  der  vortheil-
        <pb n="523" />
        —  481  —

haften  Ausbeute  zu  erwerben  bleibt,  was  unter  dem
Schutze  des  Zolltarifs  erleichtert  wird,  sofern  mehr
Sorgfalt  auf  die  Bedürfnisse  des  Marltes  verwendet
wird.

Die  direkten  Abgaben  setzen  sich,  wie  folgt,  zusammen:


 

Dollar
Grundsteuer.  38  800
Gewerbesteuer  45  000
Stempelsteuer  41  000
Registersteuer  14  600
Miethssteuer  8  700
Rentensteeier  1  600
Abgaben  für  Titel=  u.  Ordensverleihungen  7  000
Gerichtsstra  en  7  000
Verschiedene  Gebühren  13  700
Sonstige  Abgaben.  ..  12  660
Zusammen  190  060

—  570  000  Mk.

Aus  dieser  einfachen  Aufzählung  ist  die  Geringsügigkeit
  der  unmittelbaren  Steuern  ersichtlich.  Und
diese  werden  nur  erhoben  mit  einem  großen  Kostenaufwand,
  der  zur  Erhaltung  des  Personals  der  verschiedenen
  Dienstzweige  nöthig  ist,  abgesehen  davon,
daß  sie  zu  Mißbräuchen  und  Scherereien  Anlaß  geben,
woraus  manchmal  Ruhestörungen  entstehen,  zu  deren
Beseitigung  wieder  nicht  unbedeutende  Ausgaben
erforderlich  werden.

Angesichts  dieser  Verhältnisse  ist  der  Ersatz  oder
die  Aenderung  einiger  dieser  Steuern  empfehlenswerth.

In  diesem  Sinne  wurde  schon  unter  dem  1  1.  November
  1896  vom  Königlichen  Kommissar  der  Provinz
die  Steuer  zu  3  pCt.  vom  Werth  der  ausgeführten
Waaren  eingeführt  und  dafür  Grund-,  Gewerbe--,
Mieths=  und  Rentensteuer  sowie  die  Verbrauchsabgabe
  und  die  Steuer  auf  Dienerschaft  aufgehoben.

In  Angola  giebt  es,  namentlich  in  den  Kaffcegebieten
  Loandas,  einige  bedeutende  Pflanzungen,
jedoch  ist  deren  Betrieb  noch  recht  ursprünglich,  so“
daß  der  Ackerbau  Angolas  noch  bei  Weitem  nicht
leistet,  was  er  mit  vervollkommneten  Hülfsmitteln
leisten  könnte.

Aehnliche  Beobachtungen  lassen  sich  beim  Gewerbe
der  Provinz  machen.  Erwähnenswerth  ist  der  Bergbau.
Schon  1838  glaubte,  nach  Ausweis  verschiedener
Schriftstücke,  die  Regierung  sich  großen  Vortheil  vom
Abbau  von  Kupfer-,  Eisen=  und  Schwefelminen  versprechen
  zu  können,  die  in  Angola  und  Benguella
reichlich  vorhanden  sein  sollten.

Später  wurden  Vorarbeiten  zur  Ausbeute  von
Salpeterminen  gemacht.

1854  und  1856  fanden  neue  Versuche  mit  Kupferminen
  statt,  doch  lohnte  sich  die  Arbeit  nicht,  weil
die  Beförderungskosten  zu  hoch  waren.

Ergebnisse  von  einigem  Werth  und  Arbeiten  von
gewisser  Ausdauer  findet  man  nur  bei  den  Kupferminen
  von  Bembe.

Neulich  sind  in  Mossamedes  am  Kassinga  goldhaltige
  Gebiete  entdeckt  worden,  worüber  jedoch  sichere
Nachrichten  fehlen.

 

Ebenso  vermuthet  man  Gold  und  Kupfer  in  dem
vom  Muninho  südlich,  parallel  mit  dem  Chelegebirge,
bis  zum  Cunene  liegenden  Gebiet.

Ueber  die  Bevölkerungszahl  Angolas  liegen  leider
keine  glaubwürdigen  Anhalte  vor.

Die  Ausgaben  der  Provinz  werden  folgendermaßen
  berechnet:

Unterricht  13  381,000  Doll.
Missionen  J79568,460
Arbeiten  an  der  Ambacabahn  204  996,000

M  W  VU  u  u

Post  und  Telegraphie  46  007,900
Ackerbau.  .  .  .  .  ..  2  446,000
Strafkolonie  für  Ackerbau  18  014,405

Der  Elementarunterricht  erfolgte  in  40  Knabenund
  13  (2)  Mädchenschulen,  und  zwar:
Knabenschulen  Mädchenschulen

in  Loand  22  5
.  Benguelle  4  3  Z
.Mossamedes  6  2  1200)
-Kongo  5  2

Lund  3  .

Besucht  wurden  diese  Schulen  von  352  Schwarzen,
121  Mischlingen,  183  Weißen,  von  denen  61  Europäer
  und  122  Afrikaner  waren.  Leider  ist  diese
Ziffer  geringer  als  die  vor  30  Jahren  in  den  Berichten
  angegebene  bei  einer  kleineren  Anzahl  von
Schulen.

Aus  dieser  Thatsache  darf  gleichwohl  nicht  gefolgert
  werden,  daß  heute  die  zur  sittlichen  Entwickelung
  der  Eingeborenen  getroffenen  Maßnahmen  weniger
  durchgreifend  seien.  Der  Staat  unterstützt  nicht
unbeträchtlich  die  Missionen,  von  denen  eine  große
Zahl  sich  mit  dem  Unterricht  befaßt,  in  Loanda  3,
Benguella  6,  in  Mossamedes  6,  in  Kongo  4.  Die
Erfolge  dieser  Missionen  sind  an  einigen  Stellen  sehr
bedeutend.  Die  zur  Zeit  für  den  Missionsdienst
anfgewandten  Staatsmittel  sind  ein  Beweis  für  die
Ausnutzung  eines  Mittels  zur  Befestigung  unseres
Besitzes.

Aber  auch  die  materiellen  Verbesserungen  tragen
nicht  unwesentlich  zur  Beschleunigung  der  Civilisation
in  Angola  bei.  Zu  den  bedeutendsten  dieser  Verbesserungen
  gehört  die  bereits  mit  308  km  in  Betrieb
  befindliche  Ambacaeisenbahn,  die  1886  begonnen
wurde  und  deren  Einfluß  aus  folgenden  Ein=  und
Ausfuhrzahlen  ersichtlich  ist:
Zollamt  Loanda:

Contos  de  Reis
(1  Mill.  Reis)

Einfuhr  Ausfuhr  Insgesammt
1880  1  090  838  1  928
1881  1  215  921  2149
1882  967  829  1796
1883  1212  952  1  161
1884  1  138  1  111  2510
1885.  1  084  808  1  892
1886  958  716  1  674
1887  1  319  1  115  2  1341
1888  1227  936  2163
1889  1  360  1  189  2  3858
1890  156  3  459

7  1  892
        <pb n="524" />
        Einfuhr  Ausfuhr  Insgesammt
1891  .  .  1542  16868  3  410
1892  1276  2  035  3  311
1893  2  351  2  877  5228
1894  2  876  2  769  5  645
1895  25571  2  663  5  234
1896  2  717  2  170  4  187
1897  3  090  2  595  5  686

Aber  der  Bahnbetrieb  bis  Ambaca  ist  unzureichend
  zur  Erschließung  des  weiten  reichen  Hinterlandes.
  Ihre  Weiterführung  über  Malange  hinaus
ist  ein  Erforderniß,  damit  die  Bahn  sich  als  eine
Haupthandelsader  erweise,  der  die  Kolonialerzeugnisse
reichlich  zufließen  müssen.

Zur  Herstellung  der  Bahn  bis  Ambaca  hat  das
Mutterland  keine  Opfer  gescheut.  Ohne  die  der
Gesellschaft  gemachten  Vorschüsse  zu  erwähnen,  wird
es  genügen,  an  das  Budget  des  laufenden  Jahres
zu  erinnern,  das  zur  Zahlung  der  Zinsgarantie  den
Betrag  von  512  850  Doll.  (1  539  000  Mk.)  enthält,
und  daß  der  Staat  seit  dem  Beginn  der  Bahn  bis
jetzt  die  Gesammtsumme  von  3  431091  Doll.  651  Reis
(10  293  000  Mk.)  ausgegeben  hat.

Diese  vom  Mutterlande  gemachte  Ausgabe  ist
dem  Kolonialhandel  zu  Gute  gekommen,  wovon
namentlich  Lissabon  in  der  schwierigsten  wirthschaftlichen
  und  Geldkrise  Vortheil  gehabt  hat.  Man  darf
also  nicht  sagen,  daß  sie  nutzlos  erfolgt  ist,  und  sie
darf  nicht  von  weiteren  Verbesserungen  abhalten,
obgleich  in  der  Provinz  selbst  die  Mittel  zu  ihrer
Verbesserung  zu  suchen  sind.

Weitere  Bahnbauten  werden  dringend  begehrt,  in
erster  Linie  die  von  Benguella  ins  Innere  führende,
von  der  man  sich  nicht  nur  eine  starke  Entwickelung
des  Kolonialhandels,  sondern  auch  einen  Fortschritt
in  der  europäischen  Kolonisation  des  dortigen  Besitzes
  verspricht.

Von  den  sonstigen  öffentlichen  Arbeiten  ist  die  in
einer  Ausdehnung  von  897  km  vorhandene  Telegraphenanlage
  zu  erwähnen,  die  einige  Punkte  im
Innern  mit  der  Küste  verbindet.  Indeß  bleibt  noch
sehr  viel  zu  thun  übrig,  um  die  Kolonialverwaltung
durchgreifend  auszugestalten.

Nicht  unerwähnt  darf  ferner  die  Strafkolonie
bleiben,  als  ein  von  der  Kolonialverwaltung  versuchtes
  Mittel  zur  sittlichen  und  wirthschaftlichen  Entwickelung
  der  Provinz,  das,  wie  zugegeben  werden
muß,  fast  immer  wenig  günstige  Ergebnisse  gehabt  hat.

Künftige  Ausgaben  sollten  dazu  verwandt  werden,
diejenigen  Arbeitskräfte  nach  der  Provinz  zu  leiten,
die  sich  fremden  Ländern  zuwenden.  Dazu  ist  indeß
erforderlich,  daß  die  zur  dauernden  Niederlassung
von  Europäern  geeigneten  Gegenden  bezeichnet  und

482

 

so  vorbereitet  werden,  daß  Kolonien  angelegt  werden

können  und  fortkommen,  daß  namentlich  für  gute

Verbindungen  gesorgt  wird,  die  den  Ackerbau,  das
Gewerbe  und  den  Handel  ermöglichen.  Der  Mangel  W

dieser  Erfordernisse  hat  die  bisher  in  Angola  gegrün-  Sammeln,  Konserdiren  und  Verpacken  von  Thieren“

deten  Kolonien  zu  Grunde  gehen  lassen.

Diese  Aenderungen  genügen,  um  den  Schluß  zu
rechtfertigen,  daß  diese  Provinz  hervorragende  Bedingungen
  zum  Gedeihen  vereint  und  daß  sie,  bei
gehöriger  Ausnutzung  ihrer  Reichthümer,  als  eine
wahrhaft  portugiesische  Provinz  erhalten  werden  muß.

Ihr  jetziger,  aus  vorübergehenden  Ursachen  entstandener
  Fehlbetrag  im  Haushalt  kann  in  einen
bedeutenden  Gewinn  verwandelt  werden,  wenn  die
ausgedehnten  Gebiete  des  Ostens  der  Provinz  von
Eisenbahnen  durchzogen  sind  und  eine  europäische
Kolonisation  dort  eingerichtet  ist.  Dann  können  die
dort  ruhenden,  unberechenbaren  Reichthümer  Angola
zu  einer  der  ersten  Kolonien  der  Welt  machen.

Perschiedene  Miltheilungen.

Aufruf  zum  Sammeln  von  kleinen  Lgäugethieren.

Sobald  größere  Bodenflächen  unserer  Schutgebiete
  der  Ausnutzung  durch  den  Europäer  dienstbar
gemacht  sein  werden,  wird  sich  als  eine  unabweisbare
  Forderung  das  Studium  derjenigen  Thierarten
herausstellen,  welche  der  Landwirthschaft  und  dem
Plantagenbetriebe  in  den  Tropen  Schaden  zufügen
können.  Je  früher  man  eine  genaue  Kenntniß
der  Fauna  unserer  Kolonien  erlangt,  desto
besser  wird  man  im  Stande  sein,  den
Feinden,  welchen  die  Anpflanzungen  ausgesetzt
  sind,  mit  Erfolg  zu  begegnen.  Unter
den  Kleinsäugethieren  kommen  in  erster  Linie  Nagethiere
  und  Fledermäuse  in  Betracht.  Wir  wissen
z.  B.,  daß  viele  fliegende  Hunde  sich  vorwiegend
von  Früchten  ernähren;  es  müßte  daher  der  Lebensweise
  derjenigen  Arten,  welche  in  den  Schutzgebieten
leben,  besondere  Aufmerksamkeit  gewidmet  werden.
Vor  allen  Dingen  ist  es  aber  nöthig,  die  Arten,
welche  in  Frage  kommen,  festzustellen.  Dazu  müssen
den  Spezialisten  möglichst  viele  Stücke  zur  Untersuchung
  geschickt  werden.  Herr  Matschie,  Kustos
am  Museum  für  Naturkunde  zu  Berlin,  der  Verfasser
  des  bekannten  Buches:  „Die  Säugethiere
Deutsch-Ostafrikas“,  arbeitet  jetzt  an  einer  Monvgraphie
  sämmtlicher  Fledermausarten,  für  welche  die
Beschaffung  möglichst  reichen  Materials  von  großem
Werthe  sein  würde.  Auch  andere  Säugethiere
unserer  Kolonien  sind  sehr  willkommen.  Wir  wissen
noch  sehr  wenig  über  die  Insekten  fressenden  Fledermäuse,
  die  Spitzmäuse  und  die  Nagethiere.
Damit  die  gesammelten  Thiere  unversehrt  an  das
Königliche  Museum  für  Naturkunde  zu  Berlin  gelangen
  können,  muß  man  sie  entweder  als  Bälge
oder  gereinigte  Häute  präpariren  oder  aber  gut  in
Alkohol  konserviren.  Wer  sie  trocken  versenden  will.
muß  eine  gewisse  Fertigkeit  im  Präpariren  besitzen.
Die  vom  Berliner  Musecum  für  Naturkunde  auf
unsch  gern  zugänglich  gemachte  „Anleitung  zum

giebt  darüber  Auskunft.  Viel  leichter  ist  es,  die
        <pb n="525" />
        gefangene  Maus,  Fledermaus  oder  Spitzmaus  in
Alkohol  aufzubewahren.  Entweder  man  schält  den
Rumpf  aus  der  Haut,  schneidet  am  Hinterkopfe,  an
den  Kugelgelenken  des  Oberschenkels  und  an  den
Schultergelenken  den  Körper  heraus  und  legt  die
Haut,  in  welcher  Kopf,  Beine  und  Schwanz  noch
stecken,  in  Alkohol.  Oder  man  öffnet  nur  die  Haut
auf  der  Bauchseite  durch  einen  Längsschnitt,  trennt
dieselbe  rings  an  dem  Rumpf  bis  zur  Wirbelsäule

vom  Körper  los,  durchschneidet  die  Bauchmuskulatur,

wäscht  die  Bauchhöhle  in  Wasser  gut  aus,  spritzt
vom  Maul  und  After  aus  Alkohol  von  etwa  60  pCt.
in  die  Eingeweide  und  legt  das  Präparat  in  Alkohol.
Ist  dieser  nach  einigen  Tagen  nicht  mehr  klar,  so
muß  er  gewechselt  werden.  Etwaige  Unkosten  ersetzt
das  Museum  für  Naturkunde.  Von  wesentlicher
Bedeutung  für  die  Möglichkeit  eines  nutzbringenden
Studiums  der  gesammelten  Thiere  ist  eine  gen  aue
Etikettirung,  welche  folgende  Angaben  enthält:
Geschlecht  des  Exemplares,  Datum  des  Fangtages,
Fundort  und  Beschaffenheit  des  Terrains.  Man
vermeide  es,  diese  Etiketten  mit  schlechtem  Bileistift
oder  Anilintinte  zu  schreiben,  weil  Alkohol  derartige
Schrift  unleserlich  macht.  Thiere,  die  in  den
Wohngebäuden  und  Speichern  leben,  sende
77  nicht,  da  sie  schon  genügend  bekannt
ind.

Der  Direktor  der  zoologischen  Sammlung
des  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin.

Möbius.

 

Ueder  die  Strandung  des  Dampfers  „Lothar  Bohlen“

schreibt  Schwester  Auguste  Fenner  in  „Unter  dem
rothen  Kreuz“:

„In  der  frohesten  Stimmung  langten  wir  am
Sonnabend  den  28.  Mai,  zwischen  10  und  11  Uhr,
unweit  der  Küste  von  Kap  Palmas  an.  Die  Fahrt
brachte  längs  dem  Lande  herrliche  Abwechselungen.
Die  schönen,  langen  Blätter  der  verschiedenen  Palmen
winkten  uns  immer  zu,  als  wollten  sie  Grüße  spenden.
Herr  Kapitän  Jarck  hatte  uns  eingeladen,  den  Nachmittag
  auf  dem  Lande  zu  verbringen.  Ein  Boot
wurde  für  uns  herniedergelassen,  und  war  die  Sache
bei  der  Brandung  auch  ein  bißchen  wackelig,  gelangten
  wir  doch  Alle  munter  und  vergnügt  ans  Land.

Mit  Dank  erfüllt  für  das  Gute  und  Schöne,  was
wir  genossen,  traten  wir  die  Rückfahrt  an.  Kurz
nach  10  Uhr  begab  ich  mich  in  meine  Kabine  hinunter.
  Es  mochte  wohl  11¾  Uhr  mittlerweile  geworden
  sein,  ich  saß  auf  dem  Sopha  und  war  im
Begriff,  zu  Bett  zu  gehen  —  plötzlich  ein  furchtbarer
Stoß!  Dann  in  kurzen  Zwischenpausen  ein  zweiter
und  dritter,  sodann  ein  vierter!  Ein  entsetzlicher
TDumult  entstand  in  demselben  Momente.  Ueber
meinem  Kopfe  kugelten  Flaschen  und  Gläser  bunt
durcheinander.  Ich  war  wie  gelähmt,  da  wurde  auch
schon  die  Thür  ausgerissen,  Schwester  Luise  erschien

483

 

mit  dem  Schreckensrufe:  Kleiden  Sie  sich  schnell  an,
nur  das  Nothwendigste,  es  ist  große  Gefahr,  wir
sitzen  fest.  So  gut  es  ging,  kleidete  ich  mich  schnell
an,  dabei  hin=  und  hertaumelnd.

Wild  schlugen  die  Wellen  gegen  das  Schiff;  die
Maschine  ächzte  und  stöhnte,  das  elektrische  Licht  erlosch;
  mit  großer  Mühe  gelangte  ich  auf  Deck,  woselbst
  die  anderen  Passagiere  bereits  versammelt  waren.
Die  Damen  bewahrten  eine  bewundernswerthe  Fassung
noch.  Es  war  eine  schreckliche  Ungewißheit,  in  der
wir  schwebten.  Jeder  machte  sich  wohl  vertraut  mit
dem  Gedanken  des  nahenden  Unterganges.  Der
Sturm  und  der  Wellenschlag  wurden  immer  schrecklicher,
  da  erlosch  auch  die  auf  dem  Deck  brennende
Laterne,  und  war  nun  völlige  Finsterniß.  Dazu  goß
es  vom  Himmel  in  Strömen.  Mit  großer  Mühe
gelang  es  endlich,  wieder  die  Laterne  in  Ordnung
zu  bringen.  Hoch  geht  das  Wasser  immer  über  die
Seitenwände  hinweg.  Da  steigen  auch  schon  Raketen
in  die  Luft.  Mir  war's,  als  müßte  jeden  Augenblick
die  Katastrophe  eintreten.  Nun  ein  banges  Warten,
ob  vom  Lande  keine  Antwort  käme.  In  dieser  qualvollen
  Ungewißheit  lebend,  war  es  mittlerweile  3  Uhr
morgens  geworden;  wir  waren  bis  dahin  hinten  auf
Deck,  da  hieß  es:  „Passagiere  nach  dem  hohen  Deck
hinüber.G  Von  kräftigen  Händen  geführt,  kamen  wir
glücklich  hinauf,  das  Wasser  lief  dabei  über  unsere
Füße  hinüber.  Im  Kartenzimmer  saßen  wir  Damen,
mit  den  Schwimmgürteln  um,  dicht  gedrängt  zusammen,
  den  Morgen  erwartend;  so  lang  ist  mir
noch  nie  im  Leben  eine  Nacht  geworden,  wie  jene
Unglücksnacht.

Endlich,  nach  5  Uhr,  brach  der  Morgen  an,  und
neue  Hoffnung  erfüllt  alle  Herzen.  Rettungsboote
waren  heruntergelassen,  Zeit  war  nicht  zu  verlieren;
im  Korbe  hinunterbefördert,  gelangten  wir,  wenn  auch
mit  großer  Schwierigkeit,  mit  dem  Boot  an  Land.
Ganze  Scharen  von  Schwarzen  umstanden  das  Ufer,
auf  das  zu  erhoffende  Strandgut  wartend.  Inzwischen
  hatten  auch  die  Herren  verschiedener  Faktoreien
  Boote  abgeschickt  und  nahmen  sich  dann  unser
in  sehr  herzlicher  lieber  Weise  an.  Sie  boten  Alles
auf,  um  uns  die  Zeit,  die  nun  folgte,  zu  einer
möglichst  angenehmen  zu  machen.  Ochsen  und  Schweine,
auch  Geflügel  war  gerettet,  ein  schwarzer  Koch  vorhanden,
  so  litten  wir  keine  Noth;  im  Gegentheil,  es
war  Alles  im  Ueberfluß  da,  namentlich,  da  die  Herren
in  manchen  Beziehungen  sich  auf  das  Primitivste
einrichteten,  damit  wir  nichts  entbehrten.  Kapitän
Jarck  wie  die  gesammte  Mannschaft  hatten  mit
größter  Aufopferung  bis  zur  letzten  Minute  an  der
Erhaltung  des  Schiffes  gearbeitet,  nun  mochte  es
seinem  Schicksal  entgegengehen;  fast  die  ganze  Ladung
ist  verloren.

Am  31.  Mai  kam  die  „Ella  Woermann“,  die  wir
mit  Jubel  begrüßten.  Mit  Freuden  nahm  uns  Herr
Kapitän  Loop  auf  und  suchte  auf  jede  Weise  uns
die  Unglücksnacht  vergessen  zu  machen.“
        <pb n="526" />
        Titteratur.

F.  Frhr.  v.  Richthofen:  Schantung  und  seine
Eingangspforte  Kiautschou.  Mit  3  großen
Karten  außer  Text  (1  topographische  und  1  geologische
  Karte  der  Provinz  Schantung  —  1  Karte
des  nordöstlichen  China),  3  kleinen  Karten  im  Text
und  9  Lichtdrucktafeln.  Berlin  1898.  Dietrich
Reimer  (Ernst  Vohsen).

Ueber  die  neueste  überseeische  Erwerbung  Deutschlands
  liegt  nun  vom  ältesten  und  anerkanntesten  der
deutschen  Chinakenner  ein  gediegen  geschriebenes,
erschöpfendes  Werk  vor,  welches  die  meisten  der
bereits  über  Kiautschou  erschienenen  Veröffentlichungen
in  Schatten  stellt.  Wer  sich  über  die  Beschaffenheit
und  Aussichten  des  neuerworbenen  Hafens  in  China
und  die  chinesische  Provinz,  in  der  er  liegt,  zuverlässig
  unterrichten  will,  ist  in  erster  Linie  auf  das
vorliegende  Buch  angewiesen.  Der  Verfasser,  der
die  Provinz  Schantung  durchquert  und  schon  vor
Jahrzehnten  auf  die  Zukunft  Kiautschous  als  die
Eingangspforte  zur  wirthschaftlichen  Erschließung  des
nordöstlichen  China  hingewiesen  hat,  bietet  an  der
Hand  seiner  eigenen  Erlebnisse  und  Erfahrungen  auf
Grund  seiner  Tagebücher  und  Aufzeichnungen  sowohl
vom  allgemein  wirthschaftlichen,  als  fachmännischen
Standpunkt  aus  in  anregender  Sprache  seine  Erfahrungen
  und  Ansichten  dar.  Bei  dem  allgemein  vorhandenen
  Bedürfniß  nach  gründlicher  und  gewissenhafter
  Belehrung  über  diese  Gebiete,  das  zukünftige
Thätigkeitsfeld  unserer  Forscher,  Kaufleute  und  Industriellen,
  darf  auf  ein  großes  Interesse  für  dieses
Werk  gerechnet  werden.  Das  Werk  ist  mit  werthvollem
  Kartenmaterial  und  Lichtdrucken,  die  letzteren
nach  zum  Theil  an  Ort  und  Stelle  in  allerletzter
Zeit  vorgenommenen  photographischen  Originalaufnahmen,
  reich  ausgestattet.  Aus  dem  reichen  Inhalt
seien  die  folgenden  Abschnitte  erwähnt:

I.  Von  Schanghai  bis  über  die  Grenze  von  Schantung:
  Lage  und  Bedeutung  von  Tschinkiang.  —  Der
Große  Kanal  oder  Kaiserkanal.  —  Fahrt  auf  dem
Großen  Kanal.  —  Landreise  vom  Alten  Gelben  Fluß
nach  Itschoufu.  II.  Natürliche  Beschaffenheit  von
Schantung:  Gegensatz  zwischen  Süd=  und  Nordchina.
—  Der  Hwangho  und  die  Große  Ebene.  —  Bodenfläche
  von  Schantung.  —  Grundzüge  des  inneren
Gebirgsbaues.  —  Der  äußere  Gebirgsbau.  —  Klima.
—  Vegetation.  III.  Bewohner  und  Volkswirthschaft:
Einwohnerzahl.—  Geschichtliche  Entwickelung  der  Provinz.
  —  Besonderheiten  der  Bewohner.—  Wohnhäuser
und  Dörfer.  —  Verkehrswege  und  Verkehrsmittel.  —
Landwirthschaft.  —  Arbeit  und  Tagelohn.  IV.  Von
Itschoufu  bis  Tsinanfu:  Das  Kohlenfeld  von  Itschoufu.
—  Wie  man  in  Schantung  reist.  —  Von  Itschoufu
bis  Tainganfu.  —  Der  Taischan.  —  Kaiserreisen  nach
dem  Taischan  im  Alterthum.  —  Von  Tainganfu
nach  Tsinanfu.  —  Ausflug  nach  dem  Gelben  Fluß.
V.  Von  Tsinanfu  nach  Tschifu:  Besuch  von  Poschanhsicn.
  —  Von  Poschan-hsicn  nach  Wei-hsien.  —  Von

484

 

 

 

Weéihsien  nach  Tschifu.  —  Tschifu.  VI.  Die  Missionen
  in  Schantung  und  ihr  Werk:  Die  Mission
der  italienischen  Franziskaner.  —  Die  deutsche  katholische
  Mission  in  Schantung.  —  Die  prrotestantische
Mission.  —  Die  deutsche  protestantische  Mission  in
China.  VII.  Kiautschou  als  die  maritime  Eingangspforte
  von  Schantung  und  Nordchina:  Stellung  von
Schantung  unter  den  Küstenprovinzen.  —  Die  bisherige
  Bedeutung  von  Kiantschou  und  Tschifu.  —
Die  Wahl  von  Kiautschou  als  Station  für  deutsche
Schiffe.  —  Der  Hafen  von  Kiautschon  und  die  Gründung
  einer  deutschen  Niederlassung.  —  Wirthschaftliche
Ziele.  —  Die  Verwerthung  der  Kohlenfelder  von
Schantung.  —  Das  fernere  Hinterland  von  Kiautschon.
—  Wirthschaftliche  Hebung  des  Landes.

 

Dr.  Friedrich  Plehn:  Die  Kamerun-Küste.
Berlin  1898.  A.  Hirschwald.

Der  bekannte  Tropenarzt,  welcher  jahrelang  für
die  Regierung  in  Kamerun  und  neuerdings  in  Deutsch-Obafrcla
  gewirkt  hat,  legt  in  dem  nunmehr  erschienenen
  Werke  die  Ergebnisse  seiner  Beobachtungen  an
der  Kamerunküste,  verbunden  mit  den  späteren  ostafrikanischen,
  nieder.  In  ausführlichster  und  gediegenster
  Weise  behandelt  er  die  physikalischen  und
klimatischen  Verhältnisse  Kameruns;  die  Einflüsse  des
tropischen  See=  und  Tieflandklimas  auf  einige  physiologische
  Funktionen  der  Europäer,  die  Malaria  und
die  übrigen  häufiger  auftretenden  Krankheiten.  Das
Hauptinteresse  der  Arbeit,  welche  den  Jüngern  der
medizinischen  Wissenschaft  reiche  Anregungen  bietet,
liegt  natürlich  in  den  Forschungen  Dr.  Plehns  über
die  Malaria  und  ihre  Behandlung.  Die  nähere
Würdigung  des  ausgezeichneten  Werkes  muß  den
Fachzeitschriften  vorbehalten  bleiben.

 

–—.

P.  Goetsch:  Reichsgesetz  über  das  Auswanderungswesen.
  Berlin.  Carl  Heymann.

M.  Hans  Kloessel:  Das  deutsche  Auswanderungsgesetz
  nebst  den  dazu  gehörigen  Ausführungs-Vorschriften
  und  Verordnungen.  Leipzig.  Roßbergsche
  Hofbuchhandlung.

Das  vor  Kurzem  in  Kraft  getretene  neue
Auswanderungsgesetz  vom  9.  Juni  1897  hat  hier
zwei  von  einander  unabhängige  gründliche  Bearbeiter
gefunden.  Kloessel,  der  seit  Jahren  in  Dresden
in  den  Angelegenheiten  der  deutschen  Auswanderung
thätig  ist  und  der  dortigen  Auskunftsstelle  vorsteht,
bietet  außer  einer  kurzen  geschichtlichen  Uebersicht
eine  Zusammenstellung  alles  bisher  veröffentlichten
Materials  sowie  Angaben  über  Dampferlinien,  Konsularwesen
  und  deutsche  Schutzgebiete  und  Ansiedelungen.

  Seine  Schrift  ist  in  erster  Linie  für  die
Auswandernden  und  Auswanderungsunternehmer
berechnet.

Assessor  P.  Goetsch  war  dagegen  durch  seine
Stellung  im  Auswärtigen  Amt  und  seine  Theilnahme
an  den  Berathungen  der  Kommission,  die  das  Gesetz
        <pb n="527" />
        ausgearbeitet  hat,  in  der  Lage,  einen  genauen,  für  den
Juristen  und  Verwaltungsbeamten  werthvollen  Kommentar
  zu  liefern,  dessen  Erscheinen  dankbar  zu  begrüßen
  ist.

    
     
     

 
  

Tikteratur-Berxreichnik.

Keller,  Prof.  Dr.  C.:  Die  ostafrikanischen  Inseln.

485

Osthaus:  Karl  Ernst:  Tagebuch  meiner  in  Gesellschaft
des  Herrn  Prof.  Dr.  J.  H.  H.  Schmidt  unternommenen
  Reise  durch  Algerien  und  Tunis.
Als  Beitrag  zur  Kenntniß  von  Nordafrika  veröffentlicht.
Kl.  40.  (43  S.)  Mk.  1.—.

Carl  Stracke,  Hagen  i.  W.

Phelps,  E.  J.:  Ueber  Intervention  in  Cuba.
Schreiben  an  Ex-Vizepräsident  Ex-Gouverneur  Levi
P.  Morton  und  Manifest  der  cubanischen  Kolonial=Regierung.
  Ins  Deutsche  übersetzt  von  E.  E.  Preiß.

 

 

 

 

 

Mit  42  Textbildern,  15  Textkarten,  3  farbigen  Karten  gr.  80.  (23  S.)  Mk.  1.—.
und  8  Vollbildern.  (Bibliothek  der  Länderkunde,  Bd.  II.)  G.  E.  Stechert,  New-York.
Schall  &amp;amp;  Grund,  Berlin.
Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  bis  19/7.  Mossamedes,  dann  Loanda.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hospostamt).
S.  M.  S.  „Condor“  Sansibar  7/7.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Cormoran“  8/5.  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Falke“  25/4.  Apia  20/5.  —  Rundreise.
S.  M.  S.  „Habicht“  Gaboon  28/6.—  29  /6.  St.  Thome  2/7.  —  5/7.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
S.  M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Wolf“  1/6.  Kapstadt  8/7.
Ablösungstransporte:
1.  Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Cormoran“
(ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  a)  Korvettenkapitän  Reincke:
Wilhelmshaven  4/5.  —  14/5.  Port  Said  15/5.  —  26/5.  Colombo  27/5.  —  1/6.  Singapore  1/6.
—  Manila.  —  13/6.  Shanghai  14/6.  —  16/6.  Kiautschou  19/6.
b)  Kapitän  zur  See  Becker:
21/6.  Shanghai  22/6.—  Manila  30/6.—  4/7.  Singapore  5/7.  —  11/7.  Colombo  12/7.—  Port  Said.
2.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Bayern“  des  Nordd.  Lloyd  mit  einem  Theil  des  Ablösungstransportes
  vorstehend  zu  1:  Ausreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Persius:
Bremerhaven  18/5.  —  1/6.  Neapel  1/6.  —  5/6.  Port  Said  5/6.  —  10/6.  Aden  10/6.  —
17/6.  Colombo  17/6.  —  Hongkong  29/6.  —  2/7.  Shanghai.
3.  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatzung):

 

Ausreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Herzog“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:
Hamburg  11/5.  —  13/5.  Amsterdam  14/5.  —  18/5.  Leixoes  19/5.  —  20/5.  Lissabon  21/5.  —
26/5.  Neapel  26/5.  —  30/5.  Port  Said  31/5.  —  5/6.  Aden  5/6.  —  15/6.  Sansibar.
Heimreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Lieutenant  zur  See  Mommsen:
Sansibar  18/6.  —  29/6.  Port  Said  30/6.  —  4/7.  Neapel  4/7.  —  9/7.  Lissabon  9/7.

 

 

 

 

Perkehrs-NRNachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
«—  Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  3.,  17.,  31.  Aug.  Tanga  19  —20  Tage
cheucge  Schiffe)  120  abds.  iees  0  Tg.  en  12.15%%  29.  Aug.
1.  D  „%  Brindisit  am  14.  August  ansibar  22  Tage  «
michosamu  cenoltimechMy  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzöstsche  Schiffe)  40  ums.  1047  abds.
        <pb n="528" />
        —  486  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  Southampton  am  27.  August  Lüderitzbucht  22  Tage  am  26.  August
(Nach  1  ee  iet  gen-  Shahifse=  bie  Kapti  um4  Swakopmund  25  Tage  15  ms.
Warmoad  und  v*8  hon  dann  beuten
zschenkich  die  aus  sede,  Hamburg  am  25.  September  Swakopmund  30  Tage  am  25.  September
Landwege.)  Oeutsches  Schinh  nachts  Luderitzbucht  40  Tage  720  abds.
L#e  miöurg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Namerun  #bnnsa.  chiffe)  nachts  720  abds.
Liverpool  am  3.,  31.  August,  Kamerun  22  Tage  am  1.,  29.  August,
(englische  Schisse)  28.  September  26.  Sept.  1°5  ms.
buz  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
4.  8  Gebiet  abeme  chiffeyj  am  20.  jedes  Nts.  Lome  Bl  Tage  Monats  70  abds.
ogo·  Gebiet.  Klein-Popo  33  Tage
(Ueber  Liverpool  oderLverpool  am  10.,  24.  August  Quittah  36  Tage  am  8.,  22.  August
Marseille  oder  Bordeaux  (englische  Schiffe)  «  von  da  ab  —  15  ums.
nur  aus  Verlangen  des  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (franzöfische  Schisse)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10#½  abds.
Vordeaux  am  10.  Sept.,  10.  Nov.  Cotonou  22  Tage  am  8.  Sept.,  8.  Nov.
Granzösische  Schifs)  110  vms.  lvon  dac  ab  —..—9  10½  abde.  m—
Neapel  am  24.  Aug.,  19.  Okt.Stephansort  45  Tage  sam  22.,  26.  August,
5.  Deutsch-Neu-Gninea.  Geiet  Schiffe)  abos  17.,  21.  Oktober
Brindisi  am  28.  u  23.  Okt.  -  41  Tage  114  abds.
(Nachversand)  abds.

 

 

 

 

6.  Marsbal  Inseln.  D  Der  nächste  Postabgangstag  steht  noch  nicht  fest.

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  *  8  8  Von  *  in  Berlin
Dent  Neapel  ..  .  am  S.*,  21.  *  Aug.  c  diet  #anen  am  8  N#cn
eutsch-Ostafrika  ogogebiett  mouith.  .am
sch  ·  Onasri  ud  »  V6  B  ept.  zog  Marseill  .am  16.  jedes  Monats

 

 

·  ,  4
Deutsch-üdwestafrika  Southampton  am  2.  30.  Aug.  I  DentichlleusduiueaNeapel....«m22«  August- 



 

 

 

 

 

2.  September  17.“  Oktobeer
Plymouth.  .am  27.*  jed.  Monats  «  —  ;
Ramerun.  ...  ...  #goh.,,am  3ll.  KuféMarshan.  InsenvZ  unbestimmt
8.  September

*  Füalligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Weermann-Linie.

 

-—-—
—  S  —  —  —

Vosdamofen  Reise  Letzte  Nachrichten

 

 

 

von  1  nach  bis  29.  Juli  1898

„Adolph  Woermann“  .  Hamburg  Loango  am  28.  Juli  in  Gabun.
„Aline  Woermann“  .  ..  Hamburg  Loango  am  18.  Juli  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  .  ..  Benguella  Hamburg  am  29.  Juli  in  Bonny.
„Bruxellesville-··..  .  .Jladet  in  Äntwerpen.

„Carl  Woermann“  ...  Lagos  Hamburg  am  19.  Juli  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“ladet  in  Hamburg.

„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  25.  Juli  in  Ouessant.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Kotononu  am  25.  Juli  in  Ouessant.
„Gretchen  Bohlen“  .  .  ladet  in  Hamburg.

„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Whydah  am  22.  Juli  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“..  Hamburg  Loanda  am  27.  Juli  in  Accra.
„Kurt  Woermann  .  ..  Loanda  Hamburg  am  28.  Juli  in  Conakry.
„Lulu  Bohle""#  Lüderitzbucht  amburg  am  19.  Juli  in  Kamerun.
„Marie,  Boermann“.  Hamburg  Kapstadt  am  25.  Juli  ab  Hamburg.
„  ....  Hambur  Lüderitzbu

„Professor  Woermann“  Hamburg  Gaben  *7•  n  du  4—

 

 

„Thekla  Bohlen“  .  .l  ladet  in  Hamburg.  am  28.  Juli  in  Gabun.
        <pb n="529" />
        –  487

—

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—0Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
a
«  Ruchgpostdmpfn  von  nach  bis  28.  Juli  1898
„König“  ·  ·  ·4  rx1  l  ·  z.  Zt.  in  Hamburg.  .
„Herzo“  Durban  Hamburg  am  28.  Juli  an  Suez.
aiser“..  Hamburg  Durban  am  27.  Juli  ab  Suez.
anzler".  Hamburg  Durban  am  27.  Juli  an  Durban.
„Bundesrath“".  Hamburg  Delagoabai  am  27.  Juli  an  Lissabon.
„Reichstag".  Hamburg  Delagoabai  am  26.  Juli  an  Mombassa.
„Admiral!.  Delagoabai  Hamburg  am  18.  Juli  ab  Delagoabai.
Delagoabai  Hamburg  am  26.  Juli  an  Marseille.

„Genera

 

 

—  ——  ——  —  —  ––

 

 

—  —  —  —

.  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Verlagsbuchhandlung  e  Strecker  &amp;amp;  Moser  in  Stuttgart
bei,  betreffend  zwei  gediegene  Werke  über  Ostasien,  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.

 

 

Anzeigen.

4  —.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Pctitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  sW  12,  nochstraße  68—I1,

 

Bekanntmachung.
In  das  Handelsregister  dieses  Konsulates
  ist  am  heutigen  Tage  die  Eintragung
  folgender  Veränderung  erfolgt:
Gesellschaftsregister  laufende  Nr.  3,
Sxalte  4,  die  offene  Handelsgesellschaft
W.  Hintzmann  &amp;amp;  Co.
mit  dem  Sitze  in  Zanzibar  betreffend:
Der  Kaufmann  Wilhelm  ding—
mann,  früher  in  Frankfurt  a.  M.,
jetzt  in  Freiburg,  Baden,  wohnhaft,
ist  seit  dem  1.  Januar  1898  als  Gesellschafter
  ausgetreten.  Die  Firma  wird
von  genanntem  Zeitpunkte  ab  unter
der  bisherigen  Gesellschaftsfirma  von
dem  Kaufmann  Carl  Hintzmann,
wohnhaft  zu  Zanzibar,  fortgesetzt.
Zanzibar,  den  5.  Mai  1898.
Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.

Freiherr  v.  Rechenberg.  (258)

 

Unentbebrliche  Neuhelt  für  die  Tropen!

Nesselläser-Kleidung.

Deutsches  Reichs-G.-M.  No.  71  730.
Englisches  und  belgisches  Patent.
Vo  ILtändiger  Ersatz  für  rein  wollene
u.  seidene  Ober-  und  Unterkleidung.
Schweiss  aufsangendes,  absolut  nicht
kältendes  Gewebe  von  unbegrenzter
Haltberkeit.  In  der  Wäsche  unveränderlich
  und  sehr  leicht  zu  behandeln:

  Per  Stück:
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Kiautschou-Zigaretten.



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Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittbeilungen  als  für  den  Anbau  Iin  den  Tropen
Seelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Ssamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen

afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.

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(120)

 

 

 

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Beleuchlung

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Ztablissements,  Fabriken,  Werkstätten,  Kellereien  durch  meinen  an
Zuverlässigkeit  unübertroffenen  Acetylengas  -  Apparat.  Das  aus
Calceium-Carbid  und  Wasser  entwickelte  Acetylengas  überstrauhlt
an  Leuchtkraft  nahezu  alle  anderen  Lichtarten  und  stellt  sich  verhältnissmässig
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an  bis  zu  100  Schiffstons  und  darüber.

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aller  Art,  (251)

 

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von  Stationen,  Faktoreien,
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Nagazinen  des  In-  und  Auslandes  vorratig,

sonst  direkter  Versandlt  ab  Fabrik.
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Pianoforte-Fabrik
(gegründet  1819),
Kirchheim-Stuttgart  (Würltembg.),

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allerersten  Ranges,  für
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Neuigkeiten
aus  dem  Verlage
der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

 

Die  Korprdowafe,

ihre  Geschichte,
Eigenart,  Verwendung  und  Abwehr.
Mit  einem  Anhange:
„Ueber  den  Untergang  des  Panzerschiffes
„Maine“
der  Flotte  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.“
Von
Hermann  Gercke,
Korvettenkapitän.
Mit  48  Abbildungen.
Preis  Mk.  3,—.

Die  Deutsche  Marine

nach  dem  Flottengesetz  von  1898
mit  Berücksichtigung  der  bis  zum  Jahre
1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.



In  Tabellenform  übersichtlich
zusammengestellt  von
Helm,

Hauptm.  ä  la  suite  der  II.  Ingenieur-Inspektion
  und  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt.
Einzelpreis  60  Pf.,  in  Partien  von
30  Exemplaren  und  mehr  50  Pf.
für  das  Exemplar.

Die  Seeinteressen  des  Deutschen

Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veranlassung
  des  Reichs-Marine-Aunts.
Mark  1.—.

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Amts.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,50.

Perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitätsrath
  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine-Amts],  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1,60.

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Preislisten  zur  Verlügung.

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Das  Kind  als  Modell.  2B  6  gegoben  z  Peiser  5  Hefte  à  10  Tafeln

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Komitees,  Berlin  NW.,  U.  d.  Linden  47.

Trapennkanzer.

Zebetlid  sir  sopische  Teznewi7tcchi.

Organ  des
Kolonial-Wirtschastlich.  Komitees.
Herausgegeben

O.  Warburg,  F.  Wohltmann,
Berlin.

Tonn-TPoppel-dorf.
Erschelnt  um  1.  je  d.  Mts.

Bezugspreis  hrl.  8  M.,  im  Ausland  9  M.

Lumn-Mmik-  Kresstuch

1898.

Herausgegeben
von  dem

Koloninl-Wirtschuftlichen  Komitee
Berlin,  Unter  den  Linden  47.
Mit  fünf  Kurten  in  Buntdruck.

Murk  1,60.

 

 

 

—  492  —

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vom.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

IMIIIINN

salaures  Phenocoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  stastlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellongen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und
Sicheren  Hellung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochbloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenkenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Olcenburg;

Bareelona:  J.  Espiell;  2
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermam,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  EiaIll;

oskau:  W.  Silrzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  1268  Mllllam  Street;

Paris:  Max  frères,  31  rue  des  peiltes  Ecuries;

Rlo  de  Janelro:  Magalhdes,  Luckus  4  Co.  Successores  de  Klingelbhoeser  &amp;amp;  Co.

Drahtseile

jeder  Konstruktion  und  Qualität  für  Bergwerke  etc.

Schiffstauwerk

für  stehendes  und  laufendes  Gut

fabrizirt  die

Westfälische  Drahtindustrie,

Hamm  in  Westifalen.  20
6  Wller  Branchen  und  länder
.  J—  licfert  unter  Garantie:
C.  Herm.  Serbe
Internat.  Adressen-Verlagsanstalt
—6t2  #  Gegründet  1864  0  Leipzig
Kkatalog  über  stets  vorräthige  ca.  2800  Branchen  =  6.000.000  Klehe-Adressen

 

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des  we  hr-  ele.

  

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bite  zu  verlangen.  —  ud  lbeziehen  dureh  jede  Buchhandlung.  —
Kennzeichen  k  Jeder  einzelne  Adressenbogen  träügt  ungern  Firmen-Aufdruck.  (7)
CR  Man  biite  sich  var  ininderwartbigen  Nachahbmunçanl
.

 

 

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StdbH.t“sse##.  2—–.  e—  ÊQÊ  ÊÄÊ

Gegründet  1852.

M.  OyT0  W.  MOLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
lelegramm  -  Adresse:  Mottoller  #

 

 

Spedition  und  Commission,

Expedition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondckens  erbeten.

(23)

 

 

NEVI  NEUI#

Ei.  Condurango  peptonat.  Immermamn.

In  Originalftaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
Von  Magenkrankbeit,  Indigestion,  Hrepeppe  u.  Dysenterie,  bestes  Präventivund
  Reilmittel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normali-Sirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.
Herr.  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell  Es  Ist  von  höchstem
Merme  ##r  die  ingliche  Prais  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
Plul.  O#s  ½###ngo  Ferro-conchintnt.  In  Originalflaschen.  Mit
Immermann  schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und

errenleiden.  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den

-„botheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
Vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genuuen  Fabrikadresse
Feranlassen  (vide  Gebhard-Michnelis'sches  Relerat).  —  Proben  und

rucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikant:  (22)

Abotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

 

——  7

Mt—N——  ———

 

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.  Ina«  a  2  Mu

—————.  Entr-tntbs

e  nohlachmecktendes  Chinapräparak,  aus  bester  Chlna-Lalisaya-Rinde  hewokiselonthaik
  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alka'oide)  in  moeglichst
*8  schmeckender  Form  und  wird  in  allen  Faällen,  wo  Chinarinde  indicirt
Nar  angewandt,  besonders  gegen  Verdauungsst  rungen,  Appetitlosigveit
abenbeschwerden  und  Schwächezustände.

*  Sürtungsmittel  nach  befttigen  Fiebern,  besonders  nach  lafluenza.
uochnin  uhr,  Malaria  u.  s.  V.  bewährt  es  sich  ausgezeichnet  und  wird  von
#n  rcren  Autoritäten  bestens  empfohlen.  (n)

aleh  vor  Nachahmungen  und  nehte  auf  ü#le  Schutmurke  der  Firmn.

IMbWent  C.  Dungw  Freiburg  ĩ.  B.

 

 

 

Vortrefrliche,  naturreine
Obstvwveine

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C.  Wesche,

Quedlinburg.

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Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerweln,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstwelnperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger

 

 

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Harder  &amp;amp;  de  Voss,

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Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

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K.  W.  Hoflieferanten
(30)  Esslingen.

 

 

 

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Heldelberg  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

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Tragbahren,  Trapstuh  le.

   

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Krankenpflege,

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ein  Verzeichnis  der  in  den  Kolonien
thätigen  Offiziere,  Beamten,  Missio--nare,
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  durch  jede  Buchhandlung
sowie  gegen  Einsendung  desBetrages

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152  S.  &amp;amp;.  1884

 

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Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.
Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Bereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.

Erster  Eheil:  Pis  z.  Jahre  1892.

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Gerichts-Assessor.

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Jweiter  Eheil:  1893  bis  1897.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von
Dr.  Alfred  Zimmermaun.
Preis  8  M.  Gebunden  9,50  M.

        

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Or.  O.  Dornbluth:  Gesunde  Nerven.  2,50.
Verlag  v.  W.  Werther,  Rostock  i.  M.
Von  viel.  Arzten  dringend  empfobl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schilderungen  und  Rathschläge  zur
orbereitung  für  den  Aufeuthalt
aund  der  Dieust  in  den  Schutzgebieten.
Von

Dr.  v.  Wissmann,
Mojor.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mork.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Vedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich
-·««"  L  ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  wäh=—
  rend  seiner  letzten  großen  Erxpedition,

*i  «  ,  ·  HTHL  .  9  3
–  1.  —niike  –½  819  *  -  à#  Tan  an  ila-*
  s*  zwischen  dem  Nyassa=  und  gany

6  See,  hat  er  daher  diese  „RNathschläge  und

Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schuyzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.

 

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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.  .
VersandeistenzuöclxxundlooljsExportflaschem
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,  (n)
Verlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.  #
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

Export-Bier

der
Kalser-Brauerel  Beck  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steingutfabrik,  Autien-VLesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Haubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (7145)

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Anleitung

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Glätten  der  See.
40  Pf.

 

  

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Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

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Ferdinandstrasse  43.
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WOERMANN-LINIB.

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n  10.  August:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Versen,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
bis  Loango.

Am  18.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Martens,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorce,  Dakar,  Ruflsque,

Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  August:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt  Schütt,
nach  Conakry,  Nonrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  August:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,

nach  Gorée,  Dakar,  Ruflsqdue,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.

JNüächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  September,  25.  November
  und  ferner  am  25.  jedes  Zweiten  Monats.
AGuite  GCuter  müssen  am  Tage  vor  dem  459an#s#dattm  bis  12  Uhr  mittags  längsseite  sein.
Näheres  wegen  Frache  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-TLinie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linmie.

Regelmässige  Posrdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

z  wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:

 

von  Hamburg:  von  Neapel:

,KOENIG“,  Capt.  Doher  3.  August,  17.  August,
„GENERAL“,  Capt.  Kieee  ...  17.  August,  31.  August,
„HERZOG“,  Capt.  Vv.  Issendorll  sl.  August,  14.  September,
O„ADMIRAL“,  Capt.  Westt####  14.  September,  28.  September,

nach  Mombassa,  Tanga?,  Pungani-,  Sandani,  Bagamoyo,  Dar-es-Saläm  ,  Sansibar  ,  Kilwa,  Linds,
Milkinduni,  lbo,  Mozambique  s,  Quellmane  „  Chinde,  Beira,  Inhumbane,  Delagonbal“,  Durban“.
Z  Die  mit  einem  —  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versebenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “"  versehenen  Häfen  auch  Ludung.
Die  mit  einem  O  verschenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorzigliche  Einrichfengen  #r  Pnssagtere  in  allten  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvanl
(Johannesburg  und  Pretorial  via  Delagonubai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie,
——  “  Gr.  Reichenstrasse  272.
Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—11.
Ausgegeben  am  1.  Angun  1898  um  6  Uhr  nachmittags.

––  —
        <pb n="539" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heranseeeben  in  ber  Kolonlal-Abtpellung  des  Inswäriigen  Anle.

—  —  —  ——  —  —  —  —  —„  ——-  —  —  ————  — „—  —  —

IX.  Jahrgang.  Berlin,  15.  August  1898.  Uummer  16.

—————————————————————————————————.———————————————————————————————

..  —  –—.....D...—

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v7.  Daneckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblutt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

äuchtandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-=  Ungarn,  Mk.  3.75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

 

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Inhält:  Amtlicher  Theil:  Ertheilung  des  Exequaturs  an  den  italienischen  Generalkonsul  für  Sansibar  S.  497.  —
Personalien  S.  497.  -
NichtamtlichetTheilkPersonal-NachrichtenS.498.-KamerumBerichtüberdieBane-Buce-ExpeditionSJss—UntuhenS.504.—Deutsch-Südwestafrika:UebetdieBekämpfungderNinderpestin

Deutsch-Südwestafrika  S.  504.  —  Nachrichten  aus  dem  Schutzgebiete  S.  507.  —  Die  Maulthiere  in  Südwestafrika
S.  507.  —  Rechtsanwalt  in  Windhoek  S.  507.  —  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  von  Südwestafrika  thätigen
Frmen  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande  am  1.  Januar  1898  S.  507.  —  Aus  dem  Bereiche  der
issionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  508.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Die  Budgets
der  französischen  Kolonien  S.  510.  —  Gesammtbudget  für  Indo-China  S.  510.  —  Britisch-Ostafrika  S.  510.—
Englische  Versuchsstation  in  Afrika  S.  514.  —  Eisenbahn  in  Walfischbay  S.  514.  —  Britisch-Neu-Guinea  S.  514.—
Subvention  für  Britisch-Neu-Guinea  S.  515.  —  Das  Dreadnought  Seamens  Hospital  zu  Greenwich  S.  515.  —
Anleihe  für  eine  Bahn  in  Mozambique  S.  515.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Vorlesungen  am  Seminar
für  orientalische  Sprachen  in  Berlin  S.  515.  —  Anleitung  zum  Sammeln,  Konserviren  und  Verpacken  von  Thieren
für  die  zoologische  Sammlung  des  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  S.  516.  —  Eingänge  verschiedener  Sammlungen
  bei  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  S.  519.  —  Stip  im  zu  einer  zoologisch-botanischen  Forschungsexpedition
  nach  dem  Nyassagebiete  S.  520.  —  Auszeichnung  des  !  Jve  Sjöstedt  S.  520.  —  Die  deutsche  Tiefsee-Expedition
  S.  520.  —  Berichtigung  S.  520.  —  Litteratut  S.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  521.  —  Schiffsbewegungen
  S.  522.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  522.  —  Anzeis

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perkräge.

Dem  mit  der  Ausübung  der  konsularischen  Befugnisse  für  das  Schutzgebiet  von  Deutsch-Ostafrika
betranten  italienischen  Generalkonsul  für  Sansibar,  Chevalier  Pestalozza,  ist  Namens  des  Reichs  das
Exequatur  ertheilt  worden.

—  —
—  —
—.  ——  —.  —

 

 

Personalien.

Dem  zum  Auswärtigen  Amte  kommandirten  Oberstabsarzt  2.  Klasse  Dr.  Kohlstock  ist  als  Lehrer
der  Tropenhygiene  am  orientalischen  Seminar  das  Prädikat  Professor  beigelegt  worden.

—

 

—

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  25.  Juli  1898.

Dr.  Dempwolff,  Oberarzt  der  Reserve  vom  Landwehrbezirk  Stade,  mit  dem  20.  Juli  d.  Is.  aus  dem
Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  21.  Juli  d.  Is.  als  Oberarzt  mit  seinem  bisherigen  Patent  in
der  Schutztruppe  angestellt.

·  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  6.  August  1898.

Dr.  Schellmann,  Assistenzarzt  vom  Königs-Infanterie-Regiment  Nr.  145,  mit  dem  9.  August  d.  Is.  aus
dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  10.  August  d.  Is.  als  Assistenzarzt  mit  seinem  bisherigen
Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.
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        ——

498

——

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Denisch·  Ostafrita.

Der  Kaiserliche  Baudirektor  Gurlitt  und  der
Bezirksamtmann  Berg  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Europa  eingetroffen.  #

Der  Büreauassistent  Mall  ist  Ende  Juni  in
Dar-es-Saläm  eingetroffen.

 

Der  Gouvernementssekretär  Liedtke  kehrt  demnächst
  von  seinem  Urlaub  nach  Dar-es-Salaäm
zurück.  —  —

Der  Thierarzt  Huß  ist  nach  Deutschland  zurückgekehrt.


mit  Heimathsurlaub

 

Ramerun.  4
Der  kommissarische  Bezirksamtmann  Boeder  ist
in  Deutschland  eingetroffen.

togo.

Der  Postsekretär  Rüter  in  Klein-Popo  lehrt
nach  Deutschland  zurück.  An  seiner  Stelle  reist
Oberpostsekretär  Rothe  am  20.  August  ab.

 

Sübwestafrika.
Der  Kaiserliche  Gonverneur  Leutwein  ist  am
25.  Juni  vom  Urlaub  in  Swakopmund  eingetroffen.
Der  Oberaufseher  v.  Hagen  ist  mit  Heimathsurlaub
  nach  Deutschland  abgereist.

––.).  ———  —  —  —  —

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Ramerun.
Bericht  über  die  Baue-  Bule-Expedition.

Der  Kommandeur  der  Schutztruppe  in  Kamerun,
Hauptmann  v.  Kampp,  berichtet  unter  dem  22.  Mai
d.  Is.  über  die  Bane-Bule-Expedition  Folgendes:

Am  18.  Dezember  1897  begab  ich  mich  mit  den
neu  herausgekommenen  Unteroffizieren  Klein,  Luck
und  dem  Lazarethgehülfen  Steffens  sowie  21  farbigen
  Soldaten  an  Bord  S.  M.  S.  „Habicht“,  um  mich
über  Kribi  zu  meiner  im  Banegebiet  stehenden  Truppe
zu  begeben.  Am  19.  erfolgte  die  Ausschiffung,  am
21.  der  Abmarsch  ins  Innere.  Weihnachtsabend
erreichte  ich  Tungadorf,  am  zweiten  Weihnachtsfeiertag
die  Station  Lolodorf.  Der  stellvertretende  Stationsleiter
  Sergeant  Liebert  war,  von  einer  Schlange

gebissen,  noch  Rekonvaleszent,  der  zweite  weiße  Unteroffizier

  lag  am  Fieber  darnieder.  Der  allgemein
politische  Zustand  war  nicht  günstig.  Die  Bulistämme
der  Sakois  und  Jenjoks  hatten  kurz  vorher  mehrere
große  Karawanen  bei  Bipindi  ausgeplündert,  und
allerorts  kamen  einzelne  Raubansälle  vor.

Erst  hier  in  Lolodorf  erhielt  ich  über  die  betresfsenden
  Bulis  zutreffende  Nachrichten.  Zwei  von
dem  Sakoistamm  gefangene  Yaundeleute  waren  aus
ihrer  Gefangenschaft  entwichen  und  meldeten  sich  bei
mir;  durch  sie  erhielt  ich  Aufschluß  über  die  ungefähre
  Lage  der  Räubernester,  die  Namen  und  Zahl
der  Häuptlinge  und  Stämme.  Als  Führer  erklärten
sie  aber  nicht  dienen  zu  können,  da  sie  ihre  Flucht
unter  Vermeidung  von  allen  Pfaden  quer  durch  den
Urwald  ausgeführt  hatten.

Die  Angaben  des  Bezirksamts  Kribi  und  des
Herrn  Zenker  in  Bipindi  waren  sehr  allgemein
und  ungenau.  Auch  der  Häuptling  Tunga  gab  an,
nur  über  die  allernächsten  Bulistämme  Bescheid  zu
wissen,  versprach  aber,  einen  Führer  zu  besorgen.

Wie  sich  später  herausstellte,  war  auch  dieser
unzuverlässig,  und  war  man  im  weiteren  Verlauf
meist  auf  eigene  Orientirung  angewiesen.

 

—..  —

 

—.

Die  Unterbringung  der  Weißen  auf  der  Station
Lolodorf  war  zur  Zeit  eine  schlechte.  Infolge  der
kriegerischen  Ereignisse  waren  Neubauten  nicht  möglich
gewesen,  und  war  auch  die  Ausbesserung  der  bausälligen
  Gebäude  aus  gleicher  Veranlassung  unterblieben.
  Infolgedessen  wohnte  ich,  auch  späterhin
die  Offiziere  und  die  Mehrzahl  der  weißen  Unteroffiziere,
  während  unseres  dortigen  Aufenthaltes  im  Zelt.

Die  in  der  Nähe  von  Lolodorf  wohnenden  Häuptlinge
  Bambam  und  Banjok  versahen  mich  mit  neuen
Trägern,  und  konnte  ich  am  30.  Dezember  über  Njenne
nach  dem  großen  Genoadorfe  Okalenschama  aufbrechen,
welches  ich  am  31.  mittags  erreichte.  Hier  trafen
mich  am  Neujahrstag  die  Verwundeten  und  Kranken
der  Expedition  unter  Führung  des  Oberarztes  Dr.
Lichtenberg.  Am  2.  Januar  kehrte  ich  von  dem
über  Mbenga  hinaus  unternommenen  Weitermarsch
nach  Okalenschama  wieder  zurück,  da  ich  unterwegs
die  Nachricht  vom  Anrücken  des  Premierlientenants
Freiherrn  v.  Stein  erhielt.

Am  3.  Januar  1898  traf  die  Truppe  ein,  und  ich
übernahm  das  Kommando.  Am  4.  und  5.  wurde
die  Truppe  neu  formirt  und  eingetheilt.

Nach  Meldung  des  Premierlieutenants  Freiherrn
v.  Stein  war  im  Banegebiet  Alles  ruhig  und  geordnet,
  alle  Stämme  hätten  sich  unterworfen  und
versprochen,  die  ihnen  auferlegten  Bedingungen  zu
erfüllen.  Premierlieutenant  Freiherr  v.  Stein  war
auf  die  Nachricht  meines  Anmarsches,  die  er  noch  im
Banegebiet  erhielt,  mir  entgegengeeilt,  um  mir  die
gesammte  Truppe  zur  Unterwerfung  der  Bulis  zur
Verfügung  zu  stellen.

Am  6.  erfolgte  der  Abmarsch  nach  Lolodofhf,
welches  am  7.  mittags  erreicht  wurde.  Die  Expedition
  verblieb  hier  bis  zum  12.  Es  erfolgte  das
Ordnen  und  Zusammenstellen  der  Lasten,  Nachbestellungen
  mußten  gemacht  werden,  und  innere
Truppen=  und  Stationsangelegenheiten  sanden  ihre
Erledigung.  Verhältnißmäßig  schwer  war  die  Be-
        <pb n="541" />
        ——

schaffung  der  nöthigen  Träger,  da  alle  Ngumbaleute

die  Bulis  ungemein  fürchteten.  Durch  Vermittelung

der  Ngumbahäuptlinge  Tunga,  Mabeamann,  Bo,

Banjok  und  anderer  trafen  am  11.  Januar  die  nöthigen

  Träger  ein,  so  daß  am  12.  der  Abmarsch  zur

Unternehmung  gegen  die  Bulis  erfolgen  konnte.

Die  Eintheilung  war  folgende:

Stab:  Hauptmann  v.  Kampß,  Oberarzt  Dr.  Lichtenberg,
  Lazarethgehülfe  Baumann,  5  farbige
Chargen  als  Ordonnanzen.

1.  Kompagnie:  Sekondlientenant  Nolte,.  Unteroffizier
Luck,  80  farbige  Chargen  und  Soldaten.

2.  Kompagnie:  Premierlieutenant  Freiherr  v.  Stein,
Sergeant  Bauch,  79  farbige  Chargen  und  Soldaten.
  Unteroffizier  Klein  als  Expeditionsmeister
mit  140  Trägern.

In  Lolodorf  verblieb  als  stellvertretender  Stationschef
  Sergeant  Rückert,  da  Sergeant  Liebert
zur  Wiederherstellung  seiner  sehr  angegriffenen  Gesundheit
  mit  nächster  Gelegenheit  zur  Küste  mußte;
serner  der  zur  Zeit  stark  am  Fieber  leidende  Unteroffizzier
  Laube  und  zur  Pflege  der  in  Lolodorf  zurückgelassenen
  Verwundeten  und  kranken  Soldaten
der  Lazarethgehülfe  Steffens.  Der  Expedition
schlossen  sich  fserner  an  die  oben  genannten  Gumbahäuptlinge.
  Premierlieutenant  Freiherr  v.  Stein
wurde  mit  der  Wegeaufnahme  beauftragt.  Am  12.
erreichte  die  Expedition  Epussi,  am  13.  Tungadorf.
Hierhin  kamen  die  den  Bulis  benachbarten  Mfanhäuptlinge
  Babanje  und  Goma  von  dem  linken  Lokundje-Ufer;
  dieselben  baten  um  Frieden  und  versicherten
  ihre  unbedingte  Unterwerfung.  Von  ihnen
erfuhren  wir,  daß  die  in  Frage  kommenden  Bulis,
nämlich  der  größere  Theil  der  Sakois  und  der
Jenjoks,  uns  zum  Kampf  erwarteten,  und  viele
andere  Einzelheiten.

Zum  Einmarsch  in  das  Buligebiet  standen  drei
Wege  zur  Wahl,  der  erste  führt  von  der  Regierungsstraße
  ungefähr  sechs  Stunden  südwestlich  von  Bipindi
durch  den  größeren  Wald  nach  der  am  weitesten  nach
Westen  vorgeschobenen  Niederlassung  der  Sakois.
Weg  ebenso  wie  die  Niederlassungen  sind  noch  neu.
An  der  Stelle,  wo  dieser  Weg  von  der  Regierungsstraße
  abgeht,  waren  die  großen  Ueberfälle  der  Karawanen
  in  letzter  Zeit  erfolgt.  Nach  übereinstimmenden
nochrichten  sollten  hier  stets  Bulilente  auf  der  Lauer
iegen.

Der  zweite  Weg  führt  von  Bipindi  durch  mehrere
Gumbadörfer  in  südlicher  Richtung  in  das  Buliland.
Auch  auf  diesem  Wege  erwarteten  uns  augenscheinlich
die  Bulis.

Der  dritte  Weg  geht  direkt  von  Tunga  in  südlicher
  Richtung  ab,  derselbe  ist  sehr  schlecht  und  verwachsen.
  Er  überschreitet  den  Lotundie  an  einer
Stelle,  wo  der  Fluß  eine  Menge  von  Armen  bildet,
und  geht  über  die  Dörfer  der  Mfans  direkt  nach
dem  Dorfe  des  gefürchteteten  Sakoihäuptlings  Bejong.

Am  14.  Jannar  wurde  Premierlientenant  Freiherr

v.  Stein  nach  Bipindi  entsandt,  um  dort  ein  Depot

 

499  —

für  die  weiteren  Operationen  anzulegen  und  die
Soldaten  zu  inspiziren,  welche  ich  schon  früher  auf
Ansuchen  des  Herrn  Zenker  dort  stationirt  hatte.
Der  Abmarsch  von  Tungadorf  verzögerte  sich
wegen  plötzlicher  Erkrankung  von  zwei  Weißen  um
einen  Tag.  Er  erfolgte  am  16.  früh  auf  dem  letztgenannten
  Wege.  Wir  erreichten  nach  anstrengendem
Marsch  den  kleinen  Mfanort  Mabong  auf  dem  linken
Lokundje-Ufer,  wo  Quartier  bezogen  werden  mußte.
Am  17.  führte  der  Weg  zuerst  den  Lokundje
aufwärts  und  dann  südlich  abbiegend  nach  dem  großen
Mfandorse  Minjue  des  Häuptlings  Babanje.  Die
sehr  zahlreiche  Bevölkerung  war  im  Orte  geblieben
und  brachte  viele  Lebensmittel  und  Vieh.  Auch
wurde  bercitwillig  ein  Führer  gestellt,  der  aber  ebenso
wie  der  von  Tunga  gebrachte  nach  einigen  Tagen
versagte.  Früh  morgens  am  18.  Januar  wurde  auf
schmalem  Buschwege  der  Marsch  nach  Bejong  angetreten.
  Wir  kamen  dort  sehr  überraschend  an,  die
Eingeborenen  waren  gerade  mit  Räumung  der  Häuser
beschäftigt  und  ließen  nun  Geräthe  und  Lebensmittel
im  Stich,  ohne  Widerstand  zu  leisten.  Erst  die  sosort
  in  südlicher  und  in  westlicher  Richtung  ausgesandten
  Patrouillen  erhielten  Feuer.  Auffallend  war
die  geringe  Zahl  von  Männern.  Drei  von  den
Patronillen  gefangene  Weiber,  darunter  ein  Weib  des
Häuptlings,  sagten  aus,  die  meisten  Männer  seien
vor  längerer  Zeit  ausgezogen.  Hiernach  war  eine
Versammlung  der  Bulis  bei  Bipindi  wahrscheinlich.
Da  der  Ort  nur  schwach  besetzt  war,  so  entsandte  ich
am  anderen  Morgen  den  Unteroffizier  Luck  mit
12  Soldaten  dorthin  mit  dem  Auftrage,  bis  auf
Weiteres  dort  zu  verbleiben.  Gleichzeitig  erhielt
Lieutenant  Nolte  mit  zwei  Zügen  den  Befehl,  in
südlicher  Richtung,  und  Premierlieutenant  Freiherr
v.  Stein,  mit  drei  Zügen  in  westlicher  Richtung
mindestens  bis  zum  Kiango  vorzugehen.  Lientenant
Nolte  kehrte  am  Abend  desselben  Tages  zurück.
Er  hatte  erst  am  Kiango  Widerstand  gefunden  und
denselben  gebrochen.  Der  Feind  hatte  Verluste,  sechs
Dörfer  waren  zerstört  und  Kleinvieh  erbeutet.  Premierlieutenant
  Freiherr  v.  Stein  kam  erst  am  20.
mittags  zurück.  Er  war  sechs  Stunden  in  westlicher
Richtung  marschirt.  Nach  Ueberschreitung  des  Kiangoflusses
  war  er  bei  dem  großen  Dorfe  Quamalumba
auf  heftige  Gegenwehr  gestoßen,  drei  Soldaten  waren
schwer  verwundet.  Die  Bulis  waren  nicht  gefolgt,
doch  hatten  sie  ihre  Stellung  behauptet.  Infolgedessen
  marschirte  die  gesammte  Expedition  tags  darauf
auf  dem  Wege  nach  Quamalumba  ab.  Zwei  der
gefangenen  Weiber,  die  nicht  marschfähig  waren,
wurden  in  Bejong  zurückgelassen,  die  Frau  des  Häuptlings
  diente  freiwillig  als  Führerin,  da  sie  den  benachbarten
  Stämmen  die  Schuld  an  dem  Kriege  beimaß.
Das  Herstellen  des  zerstörten  Ueberganges  über  den
Kiangofluß  und  die  vorgerückte  Stunde  nöthigte  zum
Verbleiben  in  dem  schon  vorher  zerstörten  Orte
Kangasana.  An  diesem  Tage  fielen  nur  einzelne
Schüsse.  Am  22.  wurde  bei  Tagesanbruch  der  Kiango

ßübberschritten  und  der  Vormarsch  angetreten.  Die
        <pb n="542" />
        —  500  —

Kompagnie  Nolte  hatte  die  Avantgarde.  Da  die
Trägerkolonne  auf  dem  engen  Wege  nur  langsam
vorwärts  kommen  konnte  und  der  Marsch  durch
weitere  größere  Wasserläufe  aufgehalten  wurde,  so
eilte  ich  mit  der  Avantgarden-Kompagnie  kurz  voraus.
Unweit  der  Farm  Quamalumba  erhielten  wir  heftiges
Feuer  von  der  linken  Seite,  das  erwidert  wurde.
Unmittelbar  darauf  wurde  weitermarschirt,  da  der
Feind  nach  der  Feuerabgabe  gewichen  war.  Als  wir
dann  die  umfangreichen  Farmen  der  Ortschaft  erreichten,
  entspann  sich  hier  ein  anhaltendes  Feuergefecht,
in  welchem  langsam  aber  stetig  der  Feind  zurückgedrängt
  wurde.  "

Die  großen  durcheinanderliegenden  Baumstämme
mit  ihren  Aesten  bildeten  im  Verein  mit  der  Vegetation
  ein  Hinderniß,  welches  einen  Anlauf  mit  der
blanken  Waffe  ausschloß  und  zu  dieser  Kampfart
nöthigte.  Infolge  dieses  Umstandes  ist  auch  der
Verlust  des  Feindes  nicht  festzustellen,  da  alle  Getroffenen
  fortgeschleppt  werden  konnten.  Nur  Blutspuren
  gaben  Anhalt.  Diesseits  wurden  drei  Soldaten
verwundet.  Noch  vor  Eintreffen  der  zweiten  Kompagnie
  wich  der  Feind,  von  starken  Patrouillen  verfolgt.
  In  den  beiden  folgenden  Tagen  wurde  von
hier  aus  die  ganze  Umgebung  durchstreist.  Hierfür
wurde  nunmehr  der  größere  Theil  der  Besatzung
von  Bipindi  wieder  herangezogen,  da  Quamalumba
an  die  Ngumbalandschaft  grenzt.

Am  25.  Januar  wurde  das  Lager  nach  einer  etwa
eine  Stunde  weiter  westlich  gelegenen  größeren  Ortschaft
gleichen  Namens  verlegt.  Diese  bot  durch  ihre  Lage,
Farmen  und  guten  Häuser  Vortheile.  Hier  erfolgte
von  den  Bulis  gegen  11  Uhr  vormittags  von  zwei

Seiten  ein  heftiger  Angriff  auf  das  Lager.  Obschon

nur  zwei  Züge  zur  Stelle  waren,  die  vier  anderen
befanden  sich  auf  Streifpatrouillen,  wurde  der  Feind
nach  ungefähr  ¼  stündigem  Feuergefecht  unter  Verlust
zurückgeworfen.  Die  sofort  nachdringenden  Patrouillen
beschleunigten  seine  Flucht.  Diesseits  war  ein  Soldat
verwundet.  An  demselben  Morgen  hatte  die  ostwärts
entsandte  Patrouille  Erfolg  gehabt,  sie  hatte  einen
Zufluchtsort  der  Eingeborenen  aufgestöbert,  und  waren
drei  Bulis  bei  dem  sich  entspinnenden  Kampfe  gefallen.
  Ein  Soldat  wurde  hierbei  schwer  verwundet.
Am  26.  erhielten  nur  die  Patrouillen  Feuer.

Zur  Feier  des  Geburtstages  Seiner  Majestät
des  Kaisers  wurde  von  den  im  Lager  befindlichen
drei  Zügen  unter  präsentirtem  Gewehr  das  Hurrah
auf  Seine  Majestät  den  Kaiser  ausgebracht,  und  erhielten
  alle  Soldaten  den  für  diesen  Tag  mitgeführten
Reis,  Tabak  und  etwas  Rum.  Die  an  denselben
Tage  nördlich  entsandte  Patrouille  hatte  nur  einige
Schüsse  gewechselt.  Hingegen  war  die  westnordwestlich
vorgetriebene  Patrouille  des  farbigen  Unteroffiziers
Boari  auf  heftigen  Widerstand  gestoßen.  Boari  mußte
nach  längerem  Gefecht  zurückgehen,  ohne  eine  hochgelegene
  scharf  vertheidigte  Ortschaft  nehmen  zu
können.  Daher  rückte  ich  am  28.  Jannar  frühmorgens
mit  allen  verfügbaren  Mannschaften,  zwei  Zügen  der
ersten  und  einem  Zug  der  zweiten  Kompagnie,  dazu

 

Lieutenant  Nolte  und  Oberarzt  Dr.  Lichtenberg
in  dieser  Richtung  ab.  Nach  4½  stündigem  Marsch
und  Passiren  von  drei  Ortschaften  erreichten  wir  den
auf  hohem  steilen  Berge  gelegenen  Ort.  Wir  fanden
ihn  von  den  Eingeborenen  geräumt.  Einzelne  zurückgebliebene
  Leute  wurden  durch  Feuerabgabe  schnell
verscheucht.  Wahrscheinlich  war  der  Verlust  des
gestrigen  Tages  die  Veranlassung  zur  Aufgabe  der
Gegenwehr.

Nach  Aussagen  der  Ngumbaleute  war  dies  der
frühere  Ngumbaort  Matemape.  Von  den  Burlis
wurde  er  nach  dem  Häuptling  Wellekuma  genannt.
Von  hier  aus  wurde  in  den  folgenden  Tagen  die
nächste  Umgebung  von  Feinden  gesäubert.

Am  31.  Januar  wurde  durch  eine  starke  Streifpatronille
  der  in  Westnordwest  etwa  vier  Stunden
entfernt  liegende  Ort  Missimanje  genommen.  Hierbei
wurden  mehrere  Bulis  erschossen  und  ein  Soldat
schwer  verwundet.  Der  Ort  Missimanje  liegt  schon
in  der  großen  Niederung,  welche  westlich  der  Matemapeberge
  beginnt,  und  ist  die  am  weitesten  nach
Westen  vorgeschobene  Ansiedelung.  Die  Farmen  sind
noch  neu  und  liefern  infolgedessen  wenig  Nahrungsmittel.


Die  Bulis  hatten  nach  der  Einnahme  von  Missimanje
  den  offenen  Widerstand  aufgegeben  und  hatten
sich  in  ihre  Verstecke  im  Busch  zurückgezogen.  Zur
Anlage  ihrer  Verstecke  hatten  sie  keine  Mühe  gescheut.
So  waren  namentlich  nach  der  Seite  nach  Bipindi
und  nach  dem  Regierungswege,  von  der  wir  erwartet
worden  waren,  neue  Wege  angelegt,  welche  tagelang
im  Kreise  herumführten.  Durch  das  zu  beiden  Seiten
des  neu  angelegten  Weges  aufgeschichtete  Gestrüpp
waren  die  Eingänge  der  eigentlichen  Pfade,  welche
zu  den  in  Schluchten  und  Sümpfen  versteckten  Zufluchtsorten
  führten,  sorgfältig  verborgen.  Ihre
Weiber  und  den  werthvolleren  Besitz,  wie  Vieh  und
dergleichen,  hatten  die  Eingeborenen  zu  verwandten
Stämmen  tageweit  ins  Innere  geschickt.  Unter  diesen
Verhältnissen  konnte  nur  eine  dauernde  Besetzung  der
großen  Dörfer  mit  ihren  Farmen  und  ein  reger
ununterbrochener  Patrouillengang  die  Eingeborenen
mürbe  machen.  Daher  verblieb  die  Truppe  in  ihrer
Theilung,  und  zwar:  Stab  und  erste  Kompagnie  in
Matemape,  ein  Zug  in  Missimanje.  Zweite  Kompagnie
  und  Lazareth  in  Quamalumba,  ein  Zug  in
der  zuerst  erreichten  Ortschaft  Quamalumba.  So
vertheilt,  verblieb  die  Truppe  bis  zum  15.  Februar.

In  den  ersten  Tagen  des  Februar  kamen  nur
kleinere  Zusammenstöße  vor.  Hierbei  wurden  zwei
Soldaten  verwundet.  Am  5.  wurde  von  einer  Patrouille
  der  einzige  Sohn  des  alten  Sakoihäuptlings
Ndum  gefangen  eingebracht.  Da  mir  bekannt  war,
daß  Ndum  nicht  mitgefochten  hatte,  ließ  ich  seinen
Sohn  nur  in  leichten  Gewahrsam  nehmen.  Beim
Friedensschluß  entlassen,  schloß  sich  derselbe  freiwillig
der  weiteren  Expedition  an.  Er  befindet  sich  zur
Zeit  in  Kamerun.

Inzwischen  hatte  es  sich  durch  übereinstimmende
Aussagen  von  verschiedenen  angehörigen  Stämmen
        <pb n="543" />
        —  501  —

herausgestellt,  daß  der  in  der  Nachbarschaft  von
Tunga  auf  dem  rechten  Lokundje=  Ufer  wohnende
Häuptling  Kanne  einen  sehr  thätigen  Antheil  an  den
Unruhen  genommen  hatte.  Allerseits  wurde  Kanne
als  Anstifter  und  Aufhetzer  bezeichnet.  Die  am
8.  Februar  nach  Kanne  entsandte  Patrouille,  welche
den  Häuptling  fangen  sollte,  fand  heftige  Gegenwehr.
Hierbei  fielen  acht  Eingeborene.  Auch  der  Häuptling
wurde  erschossen.  Nach  Rückkehr  dieser  Patrouille
ließen  die  Bulis  ihre  Unterwerfung  durch  die  Mfanleute
  anmelden.  Am  14.  erschien  der  Sakoihäuptling
Bejong,  zwei  Gesandte  des  Sakoihäuptlings  Ndum
und  fünf  Jenjokhäuptlinge  mit  vielen  Leuten.  Sie
versicherten  ihre  Unterwerfung  und  versprachen,  sich
allen  Bedingungen  zu  fügen.  Nicht  erschienen  waren
die  Sakoihäuptlinge  Wellekuma  und  Missimanje.
Bejong  gab  an,  daß  er  seit  dem  letzten  Gefecht  jede
Verbindung  mit  denselben  verloren  hätte.  Er  würde
sie  suchen  lassen,  doch  würden  dieselben  vor  fünf
Tagen  wohl  nicht  erscheinen  können.  Außer  diesen
beiden  fehlte  noch  der  Jenjokhäuptling  Mavu.

Als  Friedensbedingung  wurde  den  Bulis,  neben
dem  in  erster  Linie  geforderten  persönlichen  Erscheinen
aller  Häuptlinge,  die  Reinigung  des  Regierungsweges
von  Bipindi  nach  Kribi  auferlegt.  Außerdem  mußten
sie  insgesammt  70  Stück  Vieh  bezahlen.

Mit  der  Reinigung  dieses  Weges,  der  bereits
wieder  sehr  verwachsen  und  durch  umgestürzte  Baumstämme
  vielsach  versperrt  war,  mußte  in  14  Tagen
begonnen  werden.  Z

Da  es  im  Interesse  des  Gouvernements  lag,  daß
die  Bulisache  in  der  Nähe  der  großen  Straße  möglichst
bald  und  rund  zum  Abschluß  kam,  gab  ich  den  Bulis
bekannt,  daß  die  Truppe  erst  bei  vollständiger  Zahlung
ihr  Land  verlassen  würde.  Für  die  Ausführung  der
Wegearbeit  sollte  eine  von  mir  noch  zu  bestimmende
Anzahl  von  Geiseln  haften.  Vorerst  wurde  den  Bulis
nur  ein  Waffenstillstand  bis  zum  2.  März  bewilligt.
Diesen  Verhandlungen  wohnten  viele  Ngumba=  und
Mfanhäuptlinge  bei.  Alle,  auch  die  Bulihäuptlinge,
verblieben  nachts  im  Lager.

An  15.  Februar  wurde  die  zweite  Kompagnie
hierhin  herangezogen,  da  es  in  Quamalumba  anfing
an  Nahrungsmitteln  zu  fehlen.  Hier  gewährleisteten
die  verschiedenen  Farmen,  die  militärisch  bewacht
wurden,  für  längere  Zeit  ausgiebige  Verpflegung.

Der  Ort  Matemape  liegt  sehr  hoch  auf  einem
nach  Westen  steil  abfallenden  Gebirgsstock,  der  sich
im  Allgemeinen  wohl  an  200  m  über  das  westlich
liegende  Berg=  und  Hügelland  erhebt.  Nördlich  findet
dieser  Gebirgsstock  seinen  Abschluß  in  den  mächtigen
Erhebungen  der  Bakokoberge.  Nach  Süden  zu  scheint
er  in  mehreren  steilen  Gebirgsrücken  zu  verlaufen.
Von  dem  Orte  Matemape  aus  erblickt  man  bei
klarrem  Himmel  in  weiter  Ferne  zwei  auffallend  geformte
  Bergkuppen,  die  in  der  Nähe  von  Lolodorf
liegen.  Daher  eignet  sich  dieser  Platz  zu  einer  geographischen
  Aufnahme,  und  ließ  ich  den  Platz  selbst
und  eine  oberhalb  des  Dorfes  gelegene  Kuppe  durch
Träger  und  Soldaten  während  des  Wasffenstillstandes

 

freischlagen.  Premierlieutenant  Freiherr  v.  Stein
wurde  beauftragt,  Peilungen  anzustellen  und  diesen
Punkt  behufs  Ortsbestimmungen  in  Aussicht  zu  nehmen.

Am  20.  Februar  abends  erschien  der  Häuptling
Wellekuma  und  tags  darauf  der  Häuptling  Missimanje.
  Am  22.  kam  der  Häuptling  Bejong,  der
noch  nicht  erschienene  Jenjokhäuptling  Mavu  und
andere.  Sie  brachten  Anzahlungen  und  baten  um
längere  Zahlungsfrist,  da  sie  ihr  Vieh  sehr  weit
weggetrieben  hätten.  Der  Sakoihäuptling  Bejong
zeigte  an,  daß  er  bereits  morgen  mit  seinen  Leuten
zum  Reinigen  des  Regierungsweges  abmarschire,  was
sich  als  richtig  herausstellte.  Auch  Missimanje  und
Wellekuma  brachten  Theilzahlungen  in  Gummi  und
Elfenbein.  Am  2.  März  schloß  ich  mit  allen  nunmehr
  anwesenden  Häuptlingen  endgültig  Frieden,
mußte  aber  in  den  folgenden  Tagen  noch  Maßregeln
gegen  säumige  Zahler  ergreifen.  Auch  mußten  die
Jenjoks  zur  Wegearbeit  angehalten  werden.

Am  3.  März  sandte  ich  Lieutenant  Nolte  zum
Antritt  seines  Erholungsurlaubs  mit  den  Kranken
und  Verwundeten  zur  Küste.  Lazarethgehülfe  Baumann
  und  Unteroffizier  Luck  waren  dem  Transport
angeschlossen.

Den  7.  März  meldete  mir  der  auf  dem  Marsche
nach  Yauünde  befindliche  Premierlieutenant  Dominik,
daß  etwa  100  Bulis  an  dem  Regierungswege  arbeiteten.


In  den  folgenden  Tagen  liefen  die  Restzahlungen
ein.  So  wurde  trotz  verschiedener  neuer  Pockenerkrankungen
  der  Abmarsch  am  12.  März  nach  Bipindi
angetreten.  Wegen  der  zahlreichen  Kranken  konnten
nur  kleine  Märsche  gemacht  werden,  und  benutzte  ich
diesen  Umstand  zu  einem  Abstecher  in  Begleitung
von  füuf  farbigen  Soldaten  zu  dem  Bakokohäuptling
Pekim.  Pekim  wohnt  auf  dem  rechten  Lokundje-Ufer,
etwa  drei  Stunden  unterhalb  von  Bipindi.  Dieser
Häuptling  hatte  bisher,  eingedenk  älterer  Sünden,
jede  Berührung  mit  Regierungsangehörigen  zu  vermeiden
  gewußt.  Vorher  durch  seinen  Schwiegersohn,
den  Häuptling  Tunga,  verständigt,  daß  er  nichts  zu
fürchten  habe,  erwartete  mich  Pekim  in  seinem  Dorse,
versicherte  seine  Ergebenheit  und  brachte  reiche  Geschenke.
  Er  hatte  für  den  folgenden  Tag  alle  seine
Unterhäuptlinge  und  Leute  zu  meiner  Begrüßung
zusammengerufen.  Ich  fand  mehrere  hundert  Bakokos
versammelt,  die  alle  ihre  Unterwerfung  durch  Geschenke
  und  Versicherung  zum  Ausdruck  brachten.
Pekim  erhielt  neben  dem  angemessenen  Gegengeschenk
für  sich  und  seine  Leute  die  erbetene  deutsche  Flagge
und  den  Schutzschein.  Er  versprach,  nunmehr  stets
ein  treuer  Anhänger  des  Gouvernements  zu  sein.  Von
Pekim  begab  ich  mich  direkt  nach  Tungadorf.  Hier
hatte  inzwischen  die  Expedition  unter  Führung  des
ältesten  Offiziers  Quartier  bezogen.  Die  Kranken
und  der  allgemeine  Gesundheitszustand  der  Truppe,
der  durch  die  schlechte  Unterkunft  in  Matemape  gelitten
  hatte,  nöthigten  zu  mehrtägigem  Aufenthalt.

Am  19.  März  passirten  hier  zwei  weiße  Kaufleute
  von  den  Firmen  der  Küste  durch,  welche  sich
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        in  das  Hinterland  von  Bane  begeben  wollten.  An
demselben  Tage  kam  auch  die  Nachricht  von  dem
Anmarsche  des  Lieutenants  v.  Glisczinski.  Derselbe
  traf  am  31.  mittags  ein.

Während  des  Aufenthalts  in  Tunga  war  es  mir
vergönnt,  zum  ersten  Male  mehrere  Leute  des  bisher
nur  dem  Namen  nach  bekannten  Zwergvolkes  der
Bakellis  zu  sehen.  Die  Bakellis  bewohnen  den  westlichen
  Urwaldgürtel  und  kommen  hauptsächlich  im
Ngumba-,  Bakoko=  und  Buligebiet  vor.  Nach  wiederholter
  Aufforderung  brachte  mir  Tunga  einen  Häuptling
  und  sieben  Männer  dieses  Volkes.  Ich  habe
die  Körpergröße  dieser  acht  Leute  gemessen,  die  von
1,45  bis  1,60  m  varürt.  Die  Bakellis  haben  sich
augenscheinlich  schon  vielfach  mit  anderen  Stämmen
gemischt,  nur  bei  den  kleinsten  Männern  war  die
hellere,  beinahe  gelbe  Hautfarbe  und  die  eckigen,
starkknochigen  Gesichter  zu  bemerken.  Schon  während
meines  Aufenthaltes  in  Matemape  war  von  einer
Patrouille  ein  Bakelliweib  und  ein  Knabe  ergriffen
worden.  Nur  der  Knabe  schien  von  reiner  Rasse  zu
sein.  Beide  entwichen,  absichtlich  nicht  streng  bewacht.
Späterhin  kaufte  ich  in  Lolodorf  von  einem  Ngumbahäuptling
  ein  ausgewachsenes  Bakellimädchen  frei,
dasselbe  ist  1,24  m  groß;  ich  habe  es  behufs
Messungen  und  Abbildung  nach  Kamerun  gebracht.

Die  Bakellis  sollen  fleißige  Gummisammler  und
Jäger  sein,  trotzdem  werden  sie  von  den  anderen
Stämmen  verachtet  und  werden  kaum  als  Menschen
angesehen.  Die  oben  erwähnte  Bakelligesandtschaft
entließ  ich  beschenkt,  nachdem  ich  ihnen  gesagt,  daß
sie  ihre  bisherige  Scheu  vor  Weißen  ablegen  sollten.
Außer  diesen  Leuten  kamen  noch  Gesandte  von  den
Winnjoks,  einem  Yaundestamm,  welcher  nördlich  von
Tunga  zwischen  Gumbas  und  Bakokos  wohnt.

Am  23.  März  erfolgte  der  Abmarsch  von  Tungadorf
  auf  einem  von  Tunga  auf  meine  Veranlassung
neu  angelegten  Wege.  Diese  Straße  geht  nördlich
des  alten  Regierungsweges  über  Ngobaiang  und
bietet  den  Vortheil,  daß  keine  jähe  Steigungen  vorkommen.
  Am  24.  März  wurde  die  Station  Lolodorf
  erreicht.

Während  der  Abwesenheit  der  Expedition  hatte
der  Bulistamm  der  Jewols,  der  zwischen  Lolodorf
und  der  Missionsstation  Eboloa  wohnt,  seine  Unterwerfung
  angezeigt  und  hatte  den  Weg  nach  Eboloa
aus  eigenem  Antriebe  beinahe  fertig  gereinigt.  Die
Bane  und  Kame-Yaundes  hatten  dagegen  die  ihnen
vom  Premierlieutenant  Freiherrn  v.  Stein  auferlegten
Bedingungen,  namentlich  in  Bezug  auf  den  Zeitpunkt,
nicht  innegehalten,  hatten  aber  melden  lassen,  daß  sie
bei  Wiedereintreffen  der  Expedition  in  Lolodorf  sofort
zahlen  würden.  Nach  unserer  Ankunft  wurde  daher
eine  Patrouille  unter  Führung  eines  zuverlässigen
farbigen  Unteroffiziers  über  Genoa  nach  Bane  gesandt,
  um  die  Eingeborenen  zur  Erfüllung  ihrer
Verpflichtungen  anzuhalten.

Nach  Eboloa  ging  gleichzeitig  ein  Schreiben  an
die  dortige  Mission  ab  mit  der  Aufrage,  ob  die

 

502  —

Mission  irgendwie  bedroht  sei  und  ein  Eingreifen
seitens  der  Truppe  zum  Schutz  derselben  nöthig  werde.

Am  27.  März  traf  der  Büchsenmacher  Zimmer-=mann
  und  der  Unteroffizier  Staadt,  von  Yaunde
kommend,  ein  mit  der  Meldung  des  Premierlieutenants
  Dominik,  betreffs  Uebernahme  der  Yaundestation.
  Während  des  Aufenthalts  in  Lolodorf  kamen
beinahe  täglich  Häuptlinge  aus  der  weiteren  Umgebung,
  die  ihre  Unterwerfung  anzeigten  und  Geschenke
brachten.  So  erschienen  zum  ersten  Male  auf  der
Station  Häuptlinge  aus  den  Landschaften  Mapoa,
Quambo  und  Ngobaiang.  Ferner  erschienen  die
Genoahäuptlinge,  um  ihre  Friedfertigkeit  zu  versichern,
und  viele  Häuptlinge  der  Buli-Jewols.

Am  2.  April  kam  Antwort  der  Mission  Eboloa,
aus  der  hervorging,  daß  ein  Einschreiten  der  Truppe
zur  Zeit  nicht  erforderlich  sei.  Am  6.  April  kam  die
nach  Bane  entsandte  Patrouille  zurück,  begleitet  von
etwa  150  Banes  und  Kama-Yaundes,  die  Theilzahlungen
  in  Vieh  brachten.  Häuptling  Nijurre  begleitete
  sie.  Er  übergab  mir  die  Söhne  von  vielen
mächtigen  Banehäuptlingen  mit  der  Bitte,  sie  als
Diener  für  mich  und  meine  Offiziere  zu  verwenden.
Gleichzeitig  bat  er  um  weiteren  Aufschub  der  Zahlungen.
  Unter  diesen  Verhältnissen  nahm  ich  von
einem  nochmaligen  Einschreiten  im  Banegebiet  Abstand
und  übertrug  die  Regelung  der  weiteren  Zahlung
dem  Stationschef  Premierlieutenant  Frhrn.  v.  Stein.

Am  7.  April  erfolgte  die  Eintheilung  der  Truppe,
und  zwar:  Als  Expeditionstruppe  Hauptmann
v.  Kamptz,  Lieutenant  v.  Glisczinski,  Feldwebel
Bauch,  Büchsenmacher  Zimmermann,  116  farbige
Chargen  und  Soldaten,  in  vier  Zügen  rangirt.
Lieutenant  v.  Glisczinski  wurde  mit  der  Wegeaufnahme
  beauftragt.

Zur  Besetzung  von  Lolodorf  verblieben:  Premierlieutenant
  Freiherr  v.  Stein,  Sergeant  Rückert,
Unteroffiier  Hensel,  50  farbige  Chargen  und  Solaten.



Oberarzt  Dr.  Lichtenberg  begab  sich,  da  seine
Gesundheit  sehr  angegriffen  war,  mit  dem  gleichfalls
sehr  kranken  Sergeauten  Staadt  und  zwölf  farbigen
Soldaten  von  Lolodorf  direkt  zur  Küste.

Am  8.  April  verließ  die  Expeditionstruppe  Lolodorf
  und  gelangte  an  demselben  Tage  nach  Eposs.
Von  hier  aus  wurde  in  südlicher  Richtung  der
Marsch  nach  Mapoa  angetreten.  Da  die  Eingeborenen
  vorher  von  dem  Durchmarsch  verständigt  waren,
hatten  sie  überall  die  schmalen  Buschwege  auf  3  m
Breite  ausgehauen.  Sämmtliche  kleinere  Wasserläufe
waren  gut  überbrückt,  so  daß  ich  die  meisten  dieser
Uebergänge  zu  Pferde  passiren  konnte.  Das  Uebersetzen
  über  den  Lokundje  bei  dem  Dorfe  Ogan  erfolgte
durch  zwei  von  Eingeborenen  bereitgestellte  Kanus,
ersorderte  aber  bei  der  Kleinheit  der  Fahrzeuge  und
der  starken  Strömung  des  sehr  angeschwollenen  Flusses
viel  Zeit.  In  späterer  Stunde  erreichten  wir  daher
den  Ort  Mapoa  in  der  gleichnamigen  Landschaft.
Hier  erwarteten  uns  die  versammelten  Häuptliuge
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        der  Landschaft,  brachten  die  üblichen  Geschenke  und
baten  um  Entscheidung  in  inneren  Streitigkeiten.
Die  Landschaft  Mapoa  ist  vom  Ngumbastamm  bewohnt,
  sie  ist  gut  angebaut  und  stark  bevölkert.
Viele  große  Wasserläufe  durchziehen  sie,  dem  Lokundje
  zuströmend.

Am  10.  führte  uns  ein  kurzer  Marsch  nach  dem
Orte  Goma,  wo  wir  an  diesem  Tage  verblieben.
Hierhin  kamen  uns  schon  die  Häuptlinge  des  angrenzenden
  Mfanstammes  entgegen,  die  sich  zur  Zeit
der  kriegerischen  Unternehmung  gegen  die  Bulis  unterworfen
  hatten.  Am  11.  April  gelangten  wir  nach
gleichfalls  kurzem  Marsche  und  Passiren  von  mehreren
großen  Mfandörfern  nach  dem  Orte  Kum,  wo  wir
die  Nacht  verblieben.  Der  Häuptling  dieses  Dorfes
hatte  sich  schon  früher  der  Expedition  freiwillig  angeschlossen
  und  hatte  durch  seine  Vermittelung  bei
dem  Friedensabschluß  mit  den  Sakois  und  Jenjoks
Dienste  geleistet.  Auch  waren  von  ihm  Träger  gestellt.

Kum  liegt  am  Kiango.  Der  Fluß  ist  dort  etwa
40  m  breit  und  war  zur  Zeit  tief  und  sehr  reißend.
Wir  überschritten  ihn  am  12.  April  auf  einem  beinahe
  zwei  Fuß  überflutheten  Baumstamme.  Dann
führte  ein  schmaler  verwachsener  Buschweg  dem  Flußlauf
  folgend  durch  viele  tiefe  Wasserlöcher  und  todte
Arme  in  südlicher  Richtung.  Nach  abermaligem
Passiren  eines  etwa  30  m  breiten,  sehr  tiefen  Wasserlaufes
  mit  sehr  steilen  Ufern  kamen  wir  in  das  schon
früher  durchstreifte  Gebiet  der  Jenjoks  und  fanden
gegen  5  Uhr  abends  in  dem  großen  geräumigen
Jenjokdorfe  Mavu  Unterkunft.  Der  Häuptling  und
die  meisten  Männer  dieses  Dorfes  waren  zu  der
Arbeit  am  Regierungswege  fortgegangen;  es  empfing
uns  der  mir  bekannte  Sohn  des  Häuptlings.  Alle
Frauen  und  Kinder  verblieben  im  Dorfe,  und  wurden
reiche  Geschenke  gebracht.

Am  13.  April  gelangten  wir  nach  kurzem  Marsch
nach  dem  Orte  Kienge,  wo  wir  die  Nacht  verblieben.
Hier  kamen  uns  Gesandte  aus  Komaka  entgegen,  die
versicherten,  daß  der  ganze  Stamm  der  Jemejeme
sich  unterwerfe  und  keinen  Krieg  wolle.  Der  Jemelemestamm
  ist  sehr  zahlreich  und  reicht  westlich  bis
zum  Mabeagebiet.  Nach  geringem  Marsch  erreichten
wir  am  14.  April  das  große  Jemejemedorf  Komaka
des  Häuptlings  Ngummajo.  Von  hier  ist  die  Missionsstation
  der  amerikantschen  Baptisten  Efulen  zehn
Minuten  entfernt.  In  Komaka  wurde  das  Lager
aufgeschlagen.  In  der  Mission  befanden  sich  zur
Zeit  drei  Missionare  mit  zwei  Frauen  und  zwei
Kindern.  Hier  erfuhr  ich,  daß  im  Hinterlande  von
Campo  Alles  ruhig  sei.  Nur  einige  Häuptlinge  auf
dem  Wege  nach  Groß-Batanga  machten  Schwierigleiten,
  doch  seien  bis  jetzt  die  Missionskarawanen,
welche  von  Weißen  geführt,  stets  ungehindert  passirt,
andere  dagegen  geplündert  worden.  Die  von  mir
angebotene  Stationirung  einer  Schutztruppe  und
weiterer  militärischer  Schutz  wurde  von  der  Mission
danlend  abgelehnt.

503

 

In  den  folgenden  Tagen  bestellte  ich  alle  Häuptlinge
  der  Jemejeme  zum  Palaver  nach  Komaka.  Am
17.  und  am  21.  April  fanden  die  Unterwerfungen
statt,  zu  der  sämmtliche  Häuptlinge  erschienen  waren.
Ich  eröffnete  denselben,  daß  nur  ihr  jetziges  freiwilliges
  Erscheinen  mich  davon  abhalte,  die  Schuldigen
  streng  zu  bestrafen.  Alle  Häuptlinge  versicherten
nunmehr,  sich  jeder  Störung  der  Straße  in  Zukunft
zu  enthalten.  Als  sichtbares  Zeichen  der  Unterwerfung
befahl  ich  den  Häuptlingen,  die  Straße  von  Komaka
nach  Groß-Batanga  bis  zur  Mabeagrenze  auf  3  m
breit  freizuschlagen,  und  erklärte,  daß  ich  vor  Beendigung
  dieser  Arbeit  ihr  Gebiet  nicht  verlassen  würde.
Der  Lebensunterhalt  während  dieser  Zeit  für  die
ganze  Expedition  sei  unentgeltlich  zu  liefern.  Am
23.  April  erfolgte  von  Komaka  der  Abmarsch  in
westlicher  Richtung  zur  Küste.  Da  die  Bevölkerung
die  Wegearbeiten  noch  nicht  beendet  hatte,  verblieb
die  Truppe  auch  noch  den  folgenden  Tag  in  Bilobi.

Am  25.  April  erreichten  wir  nach  Ueberschreitung
des  sehr  wasserreichen  Kribiflusses  das  große  Dorf
Etanga  des  Häuptlings  Nban.  Hier  verblieben  wir
aus  gleicher  Veranlassung  bis  zum  29.  Alle  Buliansiedelungen
  westlich  Etanga  sind  neuen  Ursprungs.
Die  Hütten  sind  noch  sehr  primitiv,  die  Farmen
jung  und  liefern  daher  geringes  Erträgniß.  Große
Buschstrecken  trennen  die  neu  angelegten  Dörfer
von  den  älteren  Niederlassungen.

Am  29.  April  wurde  das  Dorf  Abessule  des
gleichnamigen  Häuptlings  nach  Passiren  einer  großen
Urwaldstrecke  erreicht.  Hier  war  die  Wegereinigung
bei  den  großen  Entfernungen  und  bei  der  geringeren
Arbeiterzahl  der  neuen  Dörfer  wenig  vorwärts  gekommen.
  Die  kleinen  Orte  und  die  für  eine  so  große
Expedition  nicht  ausreichende  Menge  von  Nahrungsmitteln
  nöthigten  zur  Theilung  der  Truppe.  Ein
Zug  wurde  unter  dem  farbigen  Feldwebel  Mussa
nach  Akok  zurückgesandt,  während  Lientenant
v.  Glisczinski  mit  Feldwebel  Bauch  und  einem
weiteren  Zug  in  Abessule  verblieb.  Ich  selbst  marschirte
  mit  der  Masse  der  Expedition  am  30.  April
nach  Nkoletanga.  Dort  ließ  ich  einen  Halbzug  unter
einem  zuverlässigen  farbigen  Unteroffizier  zurück  und
erreichte  am  2.  Mai  den  großen  Mabegort  Bionjie,
in  dem  die  ganze  Expedition  gute  Unterkunft  und
reiche  Verpflegung  vorfand.  Dies  war  um  so  nöthiger,
  als  in  den  letzten  Tagen  die  Regenzeit  voll
eingesetzt  hatte  und  die  bisherige  gedrängte  Unterkunft
nachthcilig  auf  den  Gesundheitszustand  der  Farbigen
einwirkte.  In  dieser  Vertheilung  blieb  die  Truppe,
bis  der  Weg  von  den  Bulis  fertiggestellt  war.
Zeitweilige  Festnahme  einiger  Häuptlinge  vermehrte
den  Druck  und  beschleunigte  die  Arbeit  der  Eingeborenen.


Da  ich  kurz  nach  meiner  Ankunft  im  Schutzgebiete
  am  14.  Januar  1895  persönlich  in  Groß-Batanga
  die  Klagen  der  Mabealeute  über  die  Bulis
angehört  hatte,  ersah  ich,  daß  damals  die  Mabealeute
  vielfach  ganz  falsche  Angaben  gemacht  hatten.
        <pb n="546" />
        Ich  versammelte  deswegen  die  Mabeahäuptlinge  zum
Palaver,  dem  auch  auf  meinen  Befehl  mehrere  Bulihäuptlinge
  beiwohnten.  Hier  hielt  ich  ihnen  ihre
damaligen  Lügen  vor  und  gab  ihnen  auf,  im  Anschluß
  an  die  Wegearbeit  der  Bulis  den  Weg  nach
Groß-Batanga  wie  auch  den  Weg  nach  Wasserfall
freizuschlagen.  Auf  diesem  neu  gereinigten  Wege
trat  ich  nach  Heranziehung  sämmtlicher  Detachirungen
am  9.  Mai  den  Marsch  nach  Kribi  an.  In  Kribi
fanden  sich  noch  mehrere  Bulihäuptlinge,  die  mir
nachgeeilt  waren,  ein,  um  sich  den  Schutschein  zu
holen.  Unter  Anderem  meldete  mir  der  Sakcihäuptling
  Bejong  die  Vollendung  der  Reinigungsarbeiten
  an  dem  Regierungswege  nach  Bipindi.  Er
erhielt  nunmehr  die  erbetene  deutsche  Flagge  und
den  Schutzschein.  Auch  eine  Gesandtschaft  des  Bakokohäuptlings
  Pekim  versicherte  die  Ergebenheit  ihres
Volkes.  Am  16.  wurde  die  Truppe  auf  dem  Dampfer
„Nachtigal“  eingeschifft  und  traf  am  17.  Mai  d.  Is.
wieder  in  Kamerun  ein.

 

Unruhen.

Durch  den  M'pangwestamm  der  Sassongo  und
seine  Verbündeten  sind  im  Frühling  bei  Campo  leichte
Unruhen  verursacht  worden.  Als  auf  die  Nachricht
davon  die  Kaiserliche  Schutztruppe  nach  Campo  geschickt
  wurde  und  die  Ruhestörer  angriff,  haben  diese
nach  schwachem  Widerstande  die  Flucht  ergriffen.
Man  erwartete  Anfang  Juli  Friedensverhandlungen.

 

Deutsch-Züdweltafrika.

Ueber  die  Bekämpfung  der  Rinderpest  in  Deutsch-Lüdwestafrika“)


hat  Herr  Oberstabsarzt  Professor  Dr.  Kohlstock  in
der  Berliner  militärärztlichen  Gesellschaft  am  20.  Juni
1898  folgenden  Vortrag  gehalten:

Redner  gab  als  Einleitung  eine  kurze  Charakteristik
  der  Rinderpest.  Dieselbe  befällt  alle  Rindviehgattungen
  und  großen  Antilopenarten  in  schwerer
Form  (Mortalität  95  pCt.);  Schafe  und  Ziegen
werden  gleichfalls  ergriffen,  zeigen  jedoch  leichten,
meistens  nur  durch  charakteristische  Fieberkurve  erkennbaren
  Verlauf.  Die  Infektionsträger  sind  die
Ausscheidungen  der  kranken  Thiere,  das  schleimig
eitrige  Nasensekret  und  die  Darmentleerungen  sowie
das  Blut.  Die  Uebertragung  geschieht  vorwiegend
durch  Berührung  kranker  mit  gesunden  Thieren,
durch  Vermittelung  aller  anderen  mit  diesen  in  Verkehr
  kommenden  Vierfüßler,  besonders  Schafe,  Ziegen
  und  Hunde,  durch  den  Menschen,  durch  infizirte
Weide,  infizirte  Wasserstellen.  Die  natürliche  Vernichtung
  des  Rinderpest-Virus  wird  bewirkt  durch

*)  Aus  der  „Deutschen  Militärärztlichen  Zeitschrift",
1898.

504

 

energische  Austrocknung,  Feuer,  afrikanische  Sonne.
Die  Inkubationszeit  beträgt  drei,  höchstens  vier  Tage.
Das  erste  charakteristische  Krankheitszeichen  ist  Fieber,
das,  am  vierten  Tage  einsetzend,  sechs  Tage  lang
kontinuirlich  mit  Temperaturen  bis  zu  42°  C.  oder
remittirend  verläuft;  der  Tod  erfolgt  gewöhnlich  am
Abend  des  sechsten  oder  Morgen  des  siebenten  Tages
unter  Kollapstemperatur.  Am  zweiten  Krankheitstage
  treten  äußerlich  wahrnehmbare  Krankheitserscheinungen:
  Augenthränen,  schleimig  eitriger
Nasenausfluß,  Durchfall  auf.  Der  letztere  wird  allmählich
  profus  und  steigert  sich  zu  wässerigen  oder
blutigen  und  mit  Schleimhautfetzen  vermischten  Ausleerungen.
  Gegen  Ende  der  Krankheit  thun  sich  die
Thiere  schmerzlich  stöhnend  nieder,  um  mit  seltwärts
geneigtem  Kopf  zu  verenden.  Die  Obduktion  ergiebt
in  der  Hauptsache  schwere  entzündliche  Veränderungen
im  Verdauungsapparat  vom  vierten  Magen  bis  zur
Aftermündung  sowie  auf  der  Nasenschleimhaut.  Die
Gallenblase  ist  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  erweitert
und  enthält  bis  zu  1500  cem  Galle.  Die  letztere
ist  durch  die  Kochsche  Entdeckung  zum  Rettungsmittel
  für  Millionen  von  Rindern  in  Südafrika  und
Südwestafrika  geworden.  Koch  fand,  daß  10  cem
Rinderpest-Galle,  einem  gesunden  Rinde  unter  die
Haut  (neben  dem  Sternum)  gespritzt,  eine  spätestens
am  zehnten  Tage  nach  der  Einspritzung  eintretende
Immunität  gegen  die  Rinderpest  erzeugten.  Die
geimpften  Thiere  bekamen  an  der  Injektionsstelle
eine  bis  kindskopfgroße  Anschwellung,  welche  am

zweiten  Tage  nach  der  Impfung  eintrat  und  in

spätestens  10  Tagen  zu  schwinden  pflegte.  Andere
Reaktionserscheinungen  traten  nicht  auf.  Die  erzielte
Immunität  war  so  stark,  daß  die  ersten  immunisirten
Rinder  noch  vier  Wochen  nach  ihrem  Beginn  die
Einspritzung  von  40  cem  Rinderpestblut  vertrugen,
ohne  zu  erkranken.  Dabei  ist  zu  bemerken,  daß
½/800  Ccm  Rinderpesthlut  ausnahmslos  genügt,  um
bei  einem  nicht  geimpften  Rind  stets  tödlich  verlaufende
  Rinderpest  zu  erzeugen.  Redner  beschrieb
sodann  die  Technik  der  Gallenentnahme,  der  Impfung,
der  Kontrolimpfung  mit  Rinderpestblut  zur  Feststellung
  der  Immunität;  er  erwähnte  besonders,  daß
in  ihrer  immunisirenden  Wirksamkeit  am  zuverlässigsten
sich  bakterienfreie,  geruchlose  Galle  von  dunkelgrüner
Farbe,  welche  beim  Schütteln  einen  grünlich-weißen
Schaum  gebe,  erwiesen  habe.  Solche  Galle  erhält
sich  in  sterilisirtem  Gefäß,  luftdicht  verschlossen,  vor
Sonnenlicht  geschützt  und  kühl  bis  zur  Temperatur
von  8°%  C.  aufbewahrt  drei  bis  vier  Tage,  im  Eisschrank
  bis  20  Tage  wirksam.

Geh.  Rath  Koch  gab,  sobald  das  von  ihm  entdeckte
  Impfverfahren  in  größerem  Maßstabe  erfolgreich
  Verwendung  gefunden  hatte,  der  deutschen
Reichsregierung  die  Anregung,  durch  Redner  dasselbe
  auch  für  Deutsch-Südwestafrika  nutzbar  zu
machen.  Als  Redner  den  daraufhin  ihm  gewordenen
Weisungen  zufolge  seine  Reise  nach  genanntem
Schutzgebiet  antrat,  war  die  Sachlage  in  den  süd-
        <pb n="547" />
        afrikanischen  Staaten  folgende:  Die  von  Geh.  Rath

Koch  und  nach  ihm  vom  Redner  vorgenommenen
Impfungen  hatten  durchweg  volle  Immunität  der
geimpften  Rinder,  ohne  daß  dieselben  andere  Erscheinungen
  als  die  geschilderte  Schwellung  gezeigt
hätten,  erzielt.

Dagegen  waren  aus  verschiedenen  Theilen  Südafrikas
  Mittheilungen  laut  geworden,  daß  die
Gallenimpfung  häufiger  bei  vorher  gesunden  bezw.
der  Rinderpest  unverdächtigen  Thieren  Rinderpest
erzeugt  habe.  Andererseits  war  berichtet  worden,
daß  gallengeimpfte  Thiere  ein  bis  zwei  Monate  nach
der  Impfung  sich  gegen  Rinderpestinfektion  nicht
mehr  immun  erwiesen  hätten.  Die  erstere  Erscheinung
  mußte  nach  den  eigenen  Erfahrungen  auf
mangelhafte  Sorgfalt  beim  Impfgeschäft,  besonders
bei  Trennung  der  geimpften  Thiere  vor  Eintritt  der
Immunität  von  kranken  bezw.  verdächtigen  Rindern,
geschoben  werden.  Trotzdem  beschloß  Redner,  bei
Ausführung  des  Impfgeschäftes  in  Deutsch-Südwestafrika
  alle  schwachen,  alten  und  kranken  Thiere,  von
denen  behauptet  wurde,  daß  sie  nach  der  Impfung
schwere  allgemeine  Rinderpesterscheinungen  zeigen
könnten,  von  den  übrigen  Thieren  streng  gesondert
zu  impfen.

Auf  Grund  der  zweiten  Mittheilung  infizirte
Redner  vier  Kontrolthiere  der  Herde,  welche  drei
Monate  zuvor  von  Geh.  Rath  Koch  selbst  mit  Galle
geimpft  worden  waren,  mit  tödlichen  Dosen  Rinderpestbluts;
  dieselben  sind  gesund  geblieben.  Auch
trotz  dieses  Ergebnisses  beschloß  Redner,  auf  die
Dauer  der  reinen  Gallenimmunität  bezw.  eine  Verstärkung
  der  letzteren  seine  besondere  Aufmerksamkeit
zu  richten.  Nachdem  Redner  in  Kapstadt  seine
wissenschaftlich-praktische  Ausrüstung  zusammengestellt
hatte,  fuhr  er  nach  dem  Hafenplatz  Deutsch-Südwestafrikas
  Swakopmund,  wo  er  Ende  Mai  1897
eintraf.  Hier  fand  er  folgende  Sachlage:  Gleich
nach  Bekanntwerden  des  Auftretens  der  Rinderpest
in  Südafrika  hatte  die  Regierung  Sperr=  und  Beobachtungsmaßnahmen
  an  der  gefährdeten  Grenze  getrosen.
  Trotzdem  war  die  Rinderpest  über  die
Nordostgrenze  hereingebrochen  und  war,  von  dort,
durch  einen  Frachtfahrer  verschleppt,  Anfang  April
bei  Windhoek  aufgetreten.  Zuerst  nicht  erkannt,  war
sie  nach  Eintreffen  der  ersten  Kochschen  Berichte  mit
naalknimpfung  bekämpft  worden.  Es  wurde  durch
!  düe  eine  größere  Anzahl  Rinder  gerettet,  dem
Cur  ringen  der  Seuche  nach  der  Küste  jedoch  kein

inhalt  gethan.  Dieselbe  war  Ende  Mai  1897  bis
Bwbtie,  drei  Tagemärsche  von  der  Küste,  gelangt.

ner  entwarf  für  sein  Vorgehen  folgenden  Plan:

1.  Gewinnung  eines  Platzes  an  der  Pestgrenze
wo  mit  größter  Schnelli  kei  #  ·  ig  3  /
aushubilden  sind  chnelligkeit  möglichst  viel  Impfer
6  2.  In  erster  Linic  möglichst  schnelle  Impfung
vezes  en  gesammten  Verkehr  vermittelnden  Zug-505



 

——

3.  Eintheilung  des  verseuchten  und  gefährdeten
Gebiets  im  Impfbezirke  mit  je  einer  Centralstation,
von  der  die  Leitung  und  Kontrole  des  Impfgeschäftes,
  mikroskopische  Untersuchung  von  Galle  und
Rinderpestblut  (letzteres  zu  Kontrol=  bezw.  Nachimpfungen
  bestimmt)  sowie  Versendung  des  Impfstoffes
  ausgeführt  werden.  (Für  die  Gallengewinnung
  mußte  die  große  Anzahl  rinderpestkranken
Viehes  als  ausreichend  angesehen  werden,  und  war
nach  den  Erfahrungen  in  Südafrika  anzunehmen,  daß
ein  an  Rinderpest  eingegangenes  Thier  durchschnittlich
  genügend  Impfstoff  zur  Immunisirung  von  25
anderen  Rindern  lieferte.)

4.  Neben  der  Impfung  einhergehend  möglichst
schnelle,  mit  aller  Energie  zu  betreibende  Ausrottung
des  Rinderpest-Ansteckungsstoffes  durch  geeignete
Sperr=  und  Desinfektionsmaßnahmen  (besonders
Verbrennen  der  verendeten  Thiere,  Abbrennen  verseuchter
  Weideplätze,  Desinsektion  von  Wasserstellen,
Desinfektion  von  Menschen,  Vieh  und  leblosen  Gegenständen,
  welche  mit  der  Rinderpest  in  Berührung
gekommen  waren,  Hundesperre).

5.  In  Anbetracht  der  Panik  und  hochgradigen
Erregung  der  Bevölkerung  kein  Impfzwang  auf

Grund  der  Ucberzeugung,  daß  nach  den  ersten  Er.

gebnissen  der  Impfung  und  der  sie  begleitenden
Maßnahmen  dic  Bevölkerung  allen  Anordnungen  sich
fügen  würde.

Redner  sandte  von  Swakopmund  gleich  nach
seinem  Eintreffen  Reiseplan  und  Impfinstruktion  nach
Windhvek  und  brach  selbst  zwei  Tage  später  in  Begleitung
  des  Distriktschefs  von  Swakopmund,  Hauptmann
  v.  Perbandt,  des  Regierungsarztes  Lübbert,
sowie  mehrerer  schon  hier  zum  Impfgeschäft  ausersehenen
  Personen  nach  Tsaobis  auf.  Auf  dem
Wege  dorthin  konnte  er  bereits  in  Modderfontein
den  ersten  Rinderpestfall  feststellen,  seiner  Begleitung
demonstriren  sowie  geeignete  Isolirungsmaßnahmen
für  25  am  Platze  befindliche  Ochsengespanne  (zu  je
24  Ochsen)  treffen.  Durch  diese  und  nachfolgende
Impfung  ist  der  größte  Theil  der  Ochsengespanne
in  Modderfontein  gerettet  worden.  In  Tsoobis
wurde  in  einer  ausgedehnten  Schlucht  der  erste
größte  Rinderpestherd  gesunden.  In  drei  Tagen
konnte  hier  eine  größere  Anzahl  Impfer  ausgoebildet
werden,  nachdem  bereits  am  Tage  des  Eintreffens
bei  den  zahlreichen  in  der  Umgebung  befindlichen
Gespannen  mit  dem  Impyfgeschäft  begonnen  worden
  war.  )Y

Nach  Einrichtung  der  ersten  Impfstation  in
Tsaobis  und  Uebergabe  derselben  nebst  dem  dazu
bestimmten  Impfbezirk  an  den  Regierungsarzt
Lübbert  begab  sich  Redner  weiter  mit  dem  ihm
vom  Landeshauptmann  entgegengesandten  Stellvertreter
  desselben,  Regierungsrath  v.  Lindequist,
nach  Otjimbingue.  Nachdem  hier  zuerst  die  erregten
Gemüther  der  ziemlich  zahlreich  ansässigen  Europäer
beruhigt  waren,  richtete  Redner  eine  zweite  Centralstation
  mit  dem  dazu  gehörigen  Impfbezirke  ein  und
        <pb n="548" />
        —  506

unterstellte  dieselbe  dem  Ober-Landmesser  Dürrling,
  welcher  schon  vor  seiner  Ankunft  mit  dem
Impfgeschäft  begonnen  hatte;  derselbe  war  in  der
mikroskopischen  Gallenuntersuchung  von  ärztlicher
Seite  bereits  ausgebildet.  Redner  kam  in  Otjimbingue
  zum  ersten  Mal  zur  Ueberzeugung,  daß  die
von  ihm  in  Angriff  genommene  Ausführung  des
Kochschen  Impfverfahrens  mit  sorgfältiger  Kontrole
der  Impfthiere  durch  Temperaturmessung  vor  und
nach  der  Impfung  mit  gutem  Personal  praktisch
vollkommen  durchführbar  sei.  Gerade  der  Temperaturmessung,
  durch  welche  es  ermöglicht  wird,
rinderpestkranke  Thiere  schon  im  ersten,  rein  fieberhaften
  Stadium  der  Krankheit  von  gesunden  zu
trennen,  ehe  sie  die  letzteren  durch  ihre  Ausscheidungen
infiziren  können,  mißt  Redner  einen  großen  Theil
seiner  guten  Impfergebnisse  bei.

Von  Otjimbingue  rückte  Redner  weiter  gegen
Windhoek  vor,  von  Station  zu  Station  die  Maßnahmen
  gegen  die  Rinderpest  organisirend.  In  der
Umgebung  von  Windhoek  fand  er  eine  große  Anzahl
von  Gespannen  und  Herden,  die  theils  schon  geimpft,
theils  noch  in  der  Impfung  begriffen  waren.  Nach
Regelung  des  Impfverfahrens  hier  und  Kontrole
sämmtlicher  geimpften  Bestände  begab  sich  Redner
nach  Windhoek  selbst.  Bei  seiner  letzten  Kontrole
hatte  Redner  sich  überzeugt,  daß  thatsächlich  in  verschiedenen
  mit  Galle  geimpften  Gespannen  bezw.
Herden  in  der  Umgebung  Windhoeks  Rinder  vier
Wochen  nach  der  Impfung  wieder  rinderpestkrank
geworden  waren.  Diese  Beobachtung  brachte  ihn
zu  dem  Entschluß,  die  reine,  allmählich  abnehmende
Gallenimmunität  durch  Infektion  der  gallengeimpften
Rinder  mit  Rinderpestblut  zu  erhöhen.  Der  Zeitpunkt
  für  diese  Infektion  mußte  so  gewählt  werden,
daß  die  Impflinge  auf  dieselbe  mit  abgeschwächter
Rinderpesterkrankung  reagirten  und  durch  Ueberstehen
  derselben  vermöge  des  noch  vorhandenen
Gallenimpsschutzes  die  höchstmögliche  Immunität  erwarben.


Dieses  Verfahren  ist  überall,  soweit  die  Machtbefugniß
  des  Redners  gereicht  hat,  in  Deutsch-Südwestafrika
  durchgeführt  worden,  und  zwar  ist  der
größte  Theil  der  mit  Galle  geimpften  Rinder  zwischen
dem  20.  bis  100.  Tage,  der  Durchschnitt  am
50.  Tage  nach  der  Gallenimpfung  mit  Ninderpestblut
(1  bis  10  cecm  pro  dosi)  nachgeimpft  worden.
Die  nachgeimpften  Thiere  reagirten  auf  die  Nachimpfung
  mit  Temperatursteigerung  bezw.  leichten
äußerlich  wahrnehmbaren  Krankheitserscheinungen.
Abgesehen  hiervon  ist  eine  nicht  unbeträchtliche  Anzahl
  von  Rindern  so  hoch  wie  möglich  dadurch  immunisirt
  worden,  daß  dieselben  vor  Eintritt  der
vollen  Gallenimmunität  mit  Rinderpest  infizirt,  abgeschwächte
  Rinderpest  durchmachten.  Zwei  Wege
zum  gleichen  Ziel!  In  Windhoek  angelangt,  stellte
Redner  in  Konferenz  mit  dem  Landeshauptmann  und
anderen  leitenden  Organen  den  dringenden  Antrag,
die  vorstehend  skizzirte  Doppelimpfung  zur  Durch- 



führung  zu  bringen  und  vor  allen  Dingen  zunächst
für  die  Zugochsen  obligatorisch  zu  machen.  Nach
Zustimmung  der  Regierung  ist  es  Redner  gelungen,
die  von  ihm  beantragte  Doppelimpfmethode,  wenn
auch  nach  Ueberwindung  vielseitigen  Widerstandes
seitens  der  europäischen  und  eingeborenen  Bevölkerung,
  durchzuführen.

Ein  zweites  Ergebniß  der  ersten  Konferenz  mit
dem  Landeshauptmann  war  die  Errichtung  einer
wissenschaftlichen  Station  zur  Untersuchung  von  Viehseuchen
  (besonders  Rinderpest,  Lungenseuche,  Pferdesterbe)
  in  Gammams  bei  Windhoek.  Diese  Station
ist  inzwischen  nach  den  Angaben  des  Redners  gebaut
  und,  mit  vortrefflichem  Laboratorium  ausgestattet,
  in  Betrieb  gesetzt  worden.  Von  Windhoek
begab  sich  Redner  nach  Okahandja,  dem  Hauptplatz
der  Hereros,  um  hier  hauptsächlich  die  der  Impfung
widerstrebenden  Herero-Kapitäne  gefügig  zu  machen
und  eine  neue  Impscentrale  mit  mikroskopischer
Untersuchungsstation  einzurichten.  Dies  gelang.
Redner  kehrte  darauf  nach  Swakopmund  zurück,  alle
getroffenen  Einrichtungen  revidirend  und  kontrolirend;
in  Swakopmund  verhinderte  er,  daß  die  Rinderpest
durch  Schiffsverkehr  verschleppt  wurde,  frischte  seine
durch  reichliche  Abgabe  von  Instrumenten,  Apparaten
  2c.  zusammengeschmolzene  Ausrüstung,  namentlich
  mit  Injektionsspritzen,  Thermometern  und  mehreren
  Mikroskopen  wieder  auf  und  begab  sich  dann
zu  mehrwöchentlichem  Aufenthalt  zunächst  nach  Otjimbingue.
  Hier  wurde  besonders  die  Blutnachimpfung
des  Zugviehes,  dem  sich  bald  auf  eigenen  Antrieb
der  Besitzer  auch  die  des  Herdenviehs  anschloß,
durchgeführt.  Das  Ergebniß  war,  daß  acht  Wochen
nach  Eintreffen  des  Redners  in  Deutsch-Südwestafrika
  allein  in  Otjimbingue  2000  mit  Galle  und
Rinderpestblut  geimpfte  Zugochsen  für  den  Verkehr
wieder  bereit  standen.  Von  Otjimbingue  nach  Windhoek
  zurückgekehrt,  betrieb  Redner  im  Verein  mit
Roßarzt  Rickmann  auch  hier  energisch  die  Blutnachimpfung

  und  setzte  darauf  dieselbe  in  Rehoboth,  der

Hauptstadt  des  Bastardlandes,  deren  Bewohrer  sich
auch  dagegen  sträubten,  durch.  Die  letzten  Monate
seines  Aufenthalts  in  Deutsch-Südwestafrika  füllt
Redner  damit  aus,  daß  er  das  Impfgeschäft  für  den
Süden  mit  zwei  Centralstellen  in  Gibeon  und  Keelmannshoop
  organisirte,  daß  er  die  Vernichtung  des
Rinderpestgistes  im  Lande,  besonders  —  mit  Hülfe
der  Schutztruppe  —  durch  Verbrennen  der  Rinderpestkadaver,
  Abbrennen  verseuchter  Weideplätze  und  Desinsektion
  der  Wasser=  bezw.  Tränkstellen  mit  aller
Energie  betrieb  und  endlich  einige  wissenschaftliche
Versuche  von  praktischer  Bedeutung  einleitete.  Von
den  letzteren  zu  erwähnen  ist  das  Ergebniß  eines
Versuches  über  Vererbung  der  Immunität  gegen  die
Rinderpest.  Derselbe  zeigte,  daß  Kälber  bis  zum
Alter  von  zwei  Monaten,  welche  von  nur  gallengeimpften
  Müttern  stammten,  durch  Infektion  mit
Ninderpestblut  zu  Grunde  gingen,  während  Kölber
von  Kühen,  welche  Rinderpest  überstanden  hatten,
        <pb n="549" />
        ebenso  wie  von  Kühen,  welche  mit  Galle  und  Rinderpestblut
  geimpft  waren,  auf  energische  Infektion  mit
Rinderpestblut  nur  vorübergehende  Temperaturreaktion
bei  sonstigem  völligen  Wohlbefinden  zeigten.
Nachdem  das  Impfgeschäst  im  Norden  des
Schutzgebietes  vollendet,  die  Rinderpest  zum  Stillstand
  gebracht,  namentlich  ein  Vordringen  derselben
nach  dem  Süden  verhindert  und  die  weitere  Leitung
aller  entsprechenden  Maßnahmen  in  bewährte  Hände
gelegt  worden  war,  konnte  Redner  seine  Aufgabe  als
erfüllt  ansehen.  Das  Ergebniß  seiner  Arbeit  war,
daß  in  den  am  schwersten  verseuchten  Bezirken,  bezw.
in  den  vorwiegend  von  Eingeborenen  bewohnten
Gegenden  30  pCt.  des  Rindviehbestandes,  von  dem
Europäer-Vieh  75  bis  95  pCt.,  durch  die  Kochsche
Impfmethode  und  die  mit  ihr  verbundenen  Maßnahmen
  gerettet  waren,  und  daß  5  Monate  nach
Beginn  des  Impfgeschäfts  der  Hauptfrachtverkehr  in
vollem  Umfange  wieder  ausgenommen  worden  war.
Seit  seiner  Abreise  aus  Deutsch-Südwestafrika
sind,  wie  die  bis  zum  7.  Mai  d.  Is.  aus  dem
Schutzgebiete  vorliegenden  Berichte  besagen,  keinerlei
Rückfälle  oder  Neuerkrankungen  an  Rinderpest  daselbst
  vorgekommen,  und  im  Süden  des  Schutzgebietes
ist  das  Impfgeschäft  nahezu  vollendet.  Redner
schließt  seinen  Vortrag  mit  einem  Ausdruck  des
Dankes  gegen  diejenigen,  die  ihm  bei  seiner  Arbeit
in  Deutsch-Südwestafrika  geholfen  haben,  und  mit

507

 

einem  besonderen  Dank  für  den  Mann,  der  ihn
das,  was  er  gethan,  zu  thun  gelehrt  hat,  Prosessor
R.  Koch.

 

Lachrichten  aus  dem  Schutzgebiete.

Nach  Meldungen  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  1.  Juli  d.  Is.  herrschte  damals  im  Schutzgebiete
  überall  Ruhe  und  Frieden.  Der  Feldzug
gegen  die  Aufrührer  im  Norden  war  völlig  beendet.
Die  Bahn  war  bis  zum  Khanfluß  fertig  gestellt  und
machte  einen  durchaus  befriedigenden  Eindruck.

—  —  —  —  —

Die  Maulthiere  in  Südwestafrika.

Nach  Berichten  aus  Deutsch-Südwestafrika
haben  sich  die  dorthin  im  vorigen  Jahre  ein—
geführten  Maulthiere  im  Allgemeinen  gut  bewährt.
Der  größere  Theil  hat  zum  Ziehen,  der  Rest  zum
Reiten  Verwendung  gefunden.  Von  der  Pferdesterbe
sind  sie  vor  der  Hand  nicht  berührt  worden.

—.  ——  —

Rechtsanwalt  in  Windhoel.

Der  Rechtsanwalt  Georg  Wasserfall  ist  beim
Kaiserlichen  Obergericht  und  dem  Kaiserlichen  Gericht
des  deutsch-südwestafrikanischen  Schutzgebiets  als
Rechtsanwalt  zugelassen  worden.

 

Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete  von  Lüdwestafrika  thätigen  Sirmen  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem

 

—  —

 

Stande  am  1.  Januar  1898.

 

 

 

I  ieder-*
  Namen  der  Firma  Hauptsitz  Weißes  Farbiges  Nieder=  Weißes  Fowiges
u  rder  Handelsgesellschaft  1  .  lassungen  oder  Bemerkungen
2  ndelsgesellscha  n  Personal  Filialen  Personal
I.  Seidel  4&amp;amp;  Mühle  Kectmanshoop  4  3  Bethanien  1  —  HKaufläden  in  Keetmanshoop
—  —  Gibeon  2  3  Kaufladen.  lu.  Bethanien.
—  I  —  Zes-Kamcelbaum  3  125Gartenbau-Plantage.
2.  Seidel  &amp;amp;  Mühle  Lüderitzbuchh  4  —  —  —  —  Kaufladen.
*H.  W.  Burmester  .  Kcetmanshoopf  2  2  —  —  —
1.  K.  D.  Jearrgyg  -  3  —  —  —  —
Khe  South  Alrican  Territories  L0fl.  Warmbad  3  —  —  —  —  -
5.Le  Niche  &amp;amp;  Co  ...  -  2  —  —  —  —
(D.  Groeneveedd  Bersaba  1  —  —  —  —
8.  Deutsche  Kolonial-Gesellschaft  für  #  —  —  —
Sudwestafrika..  .  .  .  .  .  Lüderitzbucht  3.  —  —  —  —
9..  W.  Krabbenhöft  Gibeon  11  1  —  —  —
50..  Rosenhauer  -  1  2  —  —  —  -
II.|  Brandt  &amp;amp;  Mühler  Marienthal  6  10  —  —  —  Plantage  Tabak  u.  Getreide)
½  #  .  und  Kaufladen.
2.]  Mertens  &amp;amp;  Sichel.  Windhoek  5  8  —  —  —  sKaufladen.
34827  Nehoboth  2  3  —  —  —
n  Wecke  &amp;amp;  Voigts  Windhoek  4  3  —  —  —  "„
.  -  -  Okahandya  2  4  —  —  —
K.A.  Schmerenbeck  Windhock  2  3  —  —
.  IG.  Mertens  1  3  Rehoboth  1  1
u.]D.  Boyosen  2  3  —  —  —
E.  Heyn..  —.  4  5  Otjiseva  1  2
*.Damara=  und  Namaqua  Handels-  Groß-Barme!  2
„  gesellschaft  m.  b.  H.  Swakopmund  5  32  Rehoboth  2  3
1.  .  v.  Brockdorf  &amp;amp;  Schuster  Hohenwarte  2  4  —  —  —
        <pb n="550" />
        508

 

 

 

 

 

*  2  -·  —
CI  amen  der  Firma  Hauptsitz  Weißes  Farbiges  esiungpder  Wcisico  Farbiges  B  t
z  oder  Hand  «  :  cmerkungen
Handelogesellschaft  in  Personal  Filialen  Personal  9
22.  C.  Ohlsen  —
3—  Erb#-  ....  Gobabis  —  —  —  Kamsladen.
24.|Carl  Wulff  &amp;amp;  Co.  Windhoek  2  2  —  —  „Q
25.E.  Hälbig  Wwe.  Otyimbingwe11  5  —  —  —  u.  Wagenbauerei.
26.  O.  Glöditzsch.  -  8  4  —  —  —  Wagenbanerei  u.  Gastwirthschaft.
27.]Jul.  Dannert.  4  1  —  —  —  Raufladen
33  .  Nedecker  -  3  —  —  –—  -  ·  ·
·.).eoatlow.  Omarur  O  «
30.AndrcasPü-ainen  :  Un  1  Olombahe  L  l  1  -
31.  Habermann  &amp;amp;  Denecke  2  —  —  —  —
32.]Bruno  Eger  Otyimbingwel  2  —  —  —  —  OD%
33.  Suntheim  &amp;amp;  Titus  -  33  —  —  —  Wagenbarerei.
4.  9  Kösem  W  7  -  bie  5  —  —  —  Bauunternehmer.
35.  —-  aobis  —  —  —  —  i  ·
36.A.Mauut.o  Salem  1.—  —  —  I  —  Kaufladen  u.Gastwirthschal.
37.R.  A.  Schröder  Uitdraai  2  —  —  —  —
38.]  Wronsky  &amp;amp;  Co.  Omaruru  2  —  —  —  —
30.]  Leo  Goeldel  Okombahe  1.  —  —  —  —
40.  Lebrecht  Mercker  -  1!——  —  —  —
41.Deutsche  Kolonial-Gesellschaft  für  Kaufläden,  außerdem  in
Südwestafrikaa  wakopmund  13  33  Spitzkoppie  6  15  Spitzloppje  Farmbetrieb.
42.Erhardt  &amp;amp;  Schultz  -  12  Omaruru  1  —  HKaufladen.
43.Wecke  &amp;amp;  Voigts.  2  2  —  —
44.Carl  Wulff  &amp;amp;  Co.  3  2  —  —  —  O"Ü
45.Mertens  &amp;amp;  Sichel  3  2  —  —  —  "
46.  v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.  1  1  —  —  —
47.  Rascher  &amp;amp;  Thielecke  3  1  —  —  —
46.L.  RKoch  3  18  —  —  —  SPareditionsgeschäft.
49  Keetz  .  .  .  4  3  —  —  —  Gastwirthschaft.
50.[Pletschacher  3  —  —  —  —  -
51.]  Heinemann  OD  2  4  —  —  —  -
52.Koestens  .·.......  Nonidas  1  3  —  —  Schlächterei.
53.]Damara-Land-Guano-Company)Cap  Croß  37  121  —  —  —  GCnanoabbau  u.  Robbenschlagere
51.]Thomas  Lambert.  *  Outyo  11  —  —  —  —  Kaufladen.
55.C.  W.  Rolfs  Franzfontein  1  —  —  —  —  -
56.X.  H.  Sabatta  --  1  —  —  —  —
57.  I  S.  Boolmann..  ..  .  .  .  bEGrootfontein  1  —  —  —  —
58.  Siedelungsgesellschaft  für  Süd-  1  #
westafrika,  Generalvertretung  in  Windhoek  3  #  —  —  —  —  brvnrnrtwus  und
Farmoctrieb.

 

 

 

 

 

Rus  dem  Bereiche  der  Missonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Im  Kongostaat  ist  die  Grenze  der  Verbotszone
für  Einfuhr  und  Verkauf  von  Spirituosen  vom  Flusse
Kwilu  (vergl.  Kol.  Bl.  1897,  S.  574,  linke  Spalte
Nr.  4)  nach  dem  Flusse  Pozo  verschoben  worden.

In  „Gott  will  es“  berichtet  der  abostolische
Präfekt  P.  Limbrok  über  die  Steyler  Mission  in
Kaiser  Wilhelmsland:

Als  wir  zu  drei  Priestern  und  drei  Brüdern  am

13.  August  1896  in  Friedrich  Wilhelmshafen  gelandet

  waren,  sahen  wir  uns  nach  einem  passenden
Orte  um,  wo  wir  unsere  erste  Station  anlegen
könnten.  Wir  wandten  uns  nach  Berlinhafen,  wo
wir  bei  günstig  sich  darbietender  Gelegenheit  unsere
erste  Niederlassung  gründeten.
Krankheiten  und  Entbehrungen  gelang  es  uns,  zu

 

 

 

 

 

 

 

 

l

—  —  —

Unter  mancherlei

Weihnachten  wenigstens  einen  Theil  unseres  Hauses
so  weit  fertig  zu  stellen,  daß  wir  zur  Noth  einziehen
lonnten.

Auch  mancherlei  Gefahren  waren  dabei  zu  bestehen.
  So  z.  B.  standen  die  Wilden  in  den  ersten
Monaten  unserer  Anwesenheit  einmal  in  großer  Anzahl
  schußbereit  vor  uns,  und  kurze  Zeit  nachher
kamen  sie,  von  anderen  Europäern  unvorsichtigerweise
aufgereizt,  bis  nahe  zu  unserer  Station  und  beschossen
uns  vor  unserem  eigenen  Hause.  Eine  Menge  Pfeile
fielen  prasselnd  auf  unser  Wellblechdach,  andere
bohrten  sich  zu  unseren  Füßen  in  den  Sand  oder  in
die  Pfosten  und  Wände  unseres  Holzhauses.

Gleich  von  Anfang  an  suchten  wir  die  Herzen
der  Eingeborenen  zu  gewinnen,  indem  wir  ihre
Wunden  verbanden  und  unentgeltlich  Arznei  verabreichten.
  Schon  bald  kamen  sie  oft  von  Weitem
her,  um  von  den  Missionaren  Hülfe  und  Belehrung
zu  empfangen.  Auch  ist  bereits  seit  einem  Jahre
        <pb n="551" />
        auf  unserer  ersten  Station  St.  Joseph  eine  Schule
errichtet,  wo  die  Kinder  der  benachbarten  Dörfer
auf  kanakisch  (Sprache  der  Eingeborenen)  in  Religion
  und  im  Lesen  und  Schreiben  unterrichtet  werden.
  Selbst  die  Erwachsenen  ahmen  recht  fleißig
das  Beispiel  der  Kinder  nach.  Während  früher  die
ganze  Tagesordnung  der  Männer  fast  aus  immerwährendem
  Müßiggange  bestand,  kommen  sie  jetzt
mit  Freuden  auch  außer  der  Zeit  des  Unterrichtes
schon  viel  häufiger  herbei,  um  in  unserem  Garten
und  in  der  kleinen  Pflanzung  helfende  Hand  mit
anzulegen.  Ferner  haben  sie  nach  Anleitung  eines
Missionars  bereits  verschiedene  Wege  von  vier  bis
acht  Meter  Breite  durch  den  Busch  geschlagen,  welche
alle  vier  Dörfer  der  Insel  miteinander  und  mit
unserer  Missionsstation  verbinden  werden.

War  es  auch  anfangs  schwer,  die  Sprache  auf
Tamara  zu  erforschen,  so  ist  doch  schon  seit  beinahe
einem  Jahre  eine  kanakische  Fibel  in  Steyl  gedruckt
und  bald  in  Gebrauch  genommen.

Am  28.  März  vorigen  Jahres  kamen  zwei  neue
Missionare,  ein  Priester  und  ein  Bruder,  in  Berlinhafen
  an.  Deshalb  konnten  wir  daran  denken,  eine
zweite  Station  zu  gründen.  Am  22.  Juli  fuhren
wir  zur  gegenüberliegenden  Lemingküste  hinüber,
wo  wir  von  den  uns  bereits  erwartenden  Eingeborenen
  aufs  Freundlichste  bewillkommnet  und
empfangen  und  beim  Hausbau  bereitwilligst  unterstützt
  wurden.

Die  neue  Station,  „Regina  Angelorum“  genannt,
liegt  nur  etwa  11½  Stunden  von  „St.  Joseph“  auf
Tamara  entfernt.

P.  Vormann,  welcher  dort  seine  Stellung  erhielt,
  hat  sich  so  weit  eingerichtet  und  eingelebt,  daß
er  schon  seit  einiger  Zeit  mit  dem  Unterrichte  der
Eingeborenen  begonnen  hat.

—  —..  —

Einem  Bericht  der  Pallotiner-Kongregation  über
die  Mission  in  Kamerun  entnehmen  wir  Folgendes:

In  unserer  Mission  in  Kamerun  geht,  Gott  sei
Dank,  Alles  gut  voran,  und  was  wir  diesmal  zu  berichten
  haben,  ist  recht  erfreulich.

Am  5.  Oktober  vorigen  Jahres  kamen  die  fünf
Missionsschwestern,  von  welchen  im  letzten  Bericht
die  Rede  war,  und  welche  am  10.  September  von
Limburg  abgereist  waren,  wohlbehalten  in  Kribi  an.
Schwester  Philippa  blieb  dort  und  die  anderen
fuhren  nach  Kamerun  (Stadt)  von  wo  aus  sie  sich
auf  die  ihnen  zugewiesenen  Stationen  vertheilten.

In  Kribi  hat  sich  die  Zahl  der  Katholiken,
deren  es  bei  Beginn  der  Mission  nur  7  gab,  auf
600  vermehrt,  und  zwar  größtentheils  Erwachsene.
Kribi  ist  bis  jetzt  der  Hauptsitz  der  katholischen
Mission  in  Kamerun  gewesen,  wie  es  auch  in  materieller
  Hinsicht  der  erste  Handelsplatz  des  Südbezirkes
ist,  infolge  seiner  günstigen  Lage.  Die  dortige  katho—
lische  Kirche  übt  eine  sehr  große  Anziehungskraft  auf
die  Eingeborenen  aus;  der  Kirchenbesuch  ist  ein  sehr

509

rasch  voran.

 

reger.  Der  Gottesdienst  wird  in  würdiger  und
höchst  erbaulicher  Weise  gehalten,  die  schwarzen
Knaben  der  Mission  können  schon  die  lateinische
Messe  singen,  das  Volk  singt  deutsche  Kirchenlieder,
so  daß  man  sich  unwillkürlich  in  eine  Kirche  der
lieben  deutschen  Heimath  versetzt  glaubt.

Die  katholische  Schule  in  Kribi  wird  von  über
100  Knaben  besucht,  wovon  gegen  80  zur  Zeit  in
der  Mission  wohnen.  Die  Missionare  sind  mit  ihrem
Fleiß  und  Betragen  sehr  zufrieden.

Auf  dem  Engelberg  geht  es  gut  voran.  Es
wird  rüstig  an  dem  Ausbau  der  Station  gearbeitet,
und  die  dortigen  Brüder  schaffen  wacker  für  die
innere  Ausstattung  der  Kirchen  der  übrigen  Stationen.
Auch  die  dortige  Kaffeeplantage  gedeiht  recht  gut.
Eine  Fläche  von  500  Hektar  wurde  für  2500  Mk.
von  der  deutschen  Regierung  angekauft,  und  darauf
werden  250  Kilogramm  Kaffeesamen  gesäet.  Daß
es  auf  dem  Engelberg  recht  geschäftig  hergeht,  wie
in  einem  Ameisenhaufen,  zeigt  der  zeitweilige  Personalbestand,
  der  z.  B.  am  6.  November  v.  Js.
26  Personen:  Patres,  Schwestern  und  Brüder  betrug.
  Schwester  Jakoba  unterrichtet  in  der  Schule
20  Knaben  und  23  Mädchen.

Die  bekannte  Schwester  Monika  hält  Schule
in  der  eine  Stunde  entfernten,  höher  gelegenen
Nebenstation  Mapanja,  wo  es  noch  sehr  primitiv
aussieht.  Es  fehlt  noch  an  Allem,  und  doch  ist  die
dortige  Station  sehr  wichtig  für  die  Bekehrung  des
Bakwiristammes.

Von  den  Stationen  Buambe  und  Edea  ist  zu
melden,  daß  an  beiden  Orten  der  Kirchenbau  glücklich
  von  statten  geht.  Die  hl.  Kreuzkirche  in  Buambe
ist  fertig,  und  die  Herz  Jesu-Kirche  in  Edea  schreitet
In  letzterer  Station  ist  der  Hochw.
P.  Müller  thätig.  Seinem  Eifer  ist  es  zu  verdanken,
  daß  bereits  18  Dorfschulen  in  der  Umgegend
von  Edea  eröffnet  werden  konnten,  die  größtentheils
von  einheimischen  Katecheten  geleitet  werden.  Edea
ist  bekanntlich  der  Ausgangspunkt  für  die  zukünftige
Missionirung  des  Hinterlandes  und  als  solcher  eine
sehr  wichtige  Station.

In  Marienberg  geht  Alles  seinen  gewohnten
Gang.

Krank  aus  Afrika  zurückgekehrt  ist  der  hochw.
P.  Pfändler,  dessen  Gesundheit  schon  durch  seine
vorhergegangene  zehnjährige  Missionsthätigkeit  in
Brasilien  etwas  geschwächt  worden  war.  Trotdem
hielt  er  auf  seinem  Posten  in  Kribi  und  Engelberg
so  lange  aus,  bis  ein  sich  stets  verschlimmerndes
Leiden  ihn  zwang,  im  Februar  d.  IJs.  die  Rückreise
nach  Deutschland  anzutreten.  Derselbe  kam  am
28.  März  in  Begleitung  des  Br.  Joseph  Höfer,
der  fünf  Jahre  als  Lehrer  in  Kribi  gewirkt,  in
Hamburg  an.

Am  28.  April  ist  der  ebenfalls  krank  aus
Kamerun  zurückkehrende  Br.  Wilhelm  Mahler
auf  der  Fahrt  nach  Limburg  in  Gießen,  nur  wenige
Stunden  von  Limburg  entfernt,  gestorben.
        <pb n="552" />
        —  510  —

Ein  hocherfreuliches  Ereigniß  war  für  uns  die
am  7.  Februar  d.  Is.  vollzogene  Einweihung  des
neuen  Missionshauses  in  Limburg.  Dasselbe  liegt
auf  einer  Anhöhe  außerhalb  der  Stadt  an  der
Frankfurter  Straße.  Es  ist  ein  solider,  stattlicher
Bau.  Das  Missionshaus  hat  Dampfheizung  und
elektrische  Beleuchtung.  Außerdem  treibt  die  Dampfund
  elektrische  Kraft  eine  Menge  Maschinen  in  den
verschiedenen  Werkstätten,  Schlosserei,  Schreinerei,
Bäckerei,  Waschküche  2c.  Hinter  den  Werkstätten
liegen  die  Oekonomiegebäude.

Das  Schwesternhaus  in  Limburg  befindet  sich
jetzt  da,  wo  früher  das  Brüderhaus  war,  im  alten
Walderdorffer  Hofe  in  der  Stadt.

Von  unserem  Missionshause  zu  Ehrenbreitstein
ist  diesmal  nichts  Neues  zu  berichten.  Die  dortigen
Zöglinge  der  niederen  Klassen  liegen  fleißig  ihren
Studien  ob  und  haben  jetzt  auch  mehr  Platz  zur
Verfügung,  da  die  Philosophen  und  Theologen  ins
neue  Haus  nach  Limburg  übergesiedelt  sind.

–—  ———  —  —

Aus  fremden  Kolonien.

Die  Budgets  der  französischen  Nolonien,

wie  sie  für  1898  votirt  worden  sind,  weisen  folgende
Einnahmen  auf:

Cöte  d'Ivoire.  .  .  1  260  000  Fr.  —  Cts.
(Zölle  u.  Verbrauchssteuern  1  140  000  Fros.)
Réuninn  52211  508  Fr.  —4
(Zölle  577  000  Frcs.,  indirekte  Steuern
1  887  000  Fres.)

Französisch-Guinea  900  000  Fr.  —
(Direkte  Steuern  170  000  Frcs.,  davon
Kopfsteuer  120  000  Frcs.,  indirekte  Steuern

690  000  Frcs.)
Senegesl..  32929  367  Fr.  18
(Zölle  2  890  995  Fr.  77  Cts.)

Französisch-Guyana  2  453  261  Fr.  4
(Zölle  und  indirekte  Steuern  1  624  000  Fr.)

Martinique.  .  .  5  096  048  Fr.  15=(Zölle

  1  243  250  Fr.)

Guadelopgpen  5774  563  Fr.  97  =

(Zölle  1  072  324  Fr.)

St.  Pierre  und  Miquelon  516  710  Fr.  —4
(Zölle  u.  Verbrauchssteuern  270  000  Fr.)
Französisch-Oceanien.  1  229  625  Fr.  —
(Zölle  und  Steuern  816  700  Fr.)
Neucaledonien.  2  807  955  Fr.  80  =
(Zölle  und  Steuern  1  325  900  Fr.)
Cochinchinnna  13940  000  Fr.—
(Einfuhrzölle  1  750  000  Fr.,
Ausfuhrzölle  1  973  000  =
Verbrauchssteuern  1  699  000  =
Opiumregie  4  010  000  -)
Französisch-Ostindien.  1  127  692  Rupien
(Direkte  Steuern  241  258  Rup.,

indirekte  Steuern  679  951  -).

V

 

Bei  allen  balanciren  die  Ausgaben  mit  den  Einnahmen,
  ausgenommen  Ostindien,  wo  die  Ausgaben
nur  auf  1  127  564  Rup.  veranschlagt  sind.

Diese  Zahlen  lassen  die  Höhe  der  vom  französischen
  Staat  gezahlten  Zuschüsse  nicht  erkennen.
Indessen  ergiebt  sich  aus  dem  Budget  des  Kolonialministeriums,
  daß  Frankreich  für  koloniale  Zwecke
ganz  erhebliche  Summen  verwendet.  Es  wurden  für
das  Finanzjahr  1897  u.  A.  bewilligt:

Zuschuß  für  Guadeloppe  520000  Fr.
-  St.  Pierre  u.  Miquelon  16  000
-  Taiti.  80  000  =
OD  die  Somaliküste  577  307  „
OD  Mayotte  ..  13000-Zum
  Eisenbahn=  und  Hafenbau:
in  Réunion  2  508  500  a

für  die  Bahnen  im  Sudan  .  .  .  768000  -
für  die  Bahn  von  Dakar  nach  St.  Louis  1  270  000  —-Die

  Okkupation  des  Sudan  kostete  im  Jahre  1897
6312000  Fr.,  die  von  Französisch-Guinea  300  000  Fr.
Für  Militär  und  Marine  waren  in  Annam  und
Tonkin  24640  000  Fr.,  in  Madagaskar  9  850  000  Fr.
erforderlich.

Insgesammt  beliefen  sich  die  für  das  Jahr  1897
geforderten  Kredite  auf  84  821  785  Fr.,  wovon

51  468  900  Fr.  auf  Ausgaben  militärischer  Natur
entfielen.

–  —

Gesammtbudget  für  Indo-Ehina.

Durch  ein  Dekret  vom  31.  Juli  d.  Is.  ist  festgesetzt
  worden,  daß  die  Kolonien  Cochinchina,  Tonkin,
Annam,  Cambodga  und  Laos,  welche  seit  1891  als
Indo-China  einem  Generalgouverneur  unterstehen
und  seit  1897  gemeinsames  Zollwesen  und  Conseil
superieur  besitzen,  fortan  auch  ein  Gesammtbudget
aufstellen  sollen.  Nur  die  lokalen  Angelegenheiten
sollen  noch  den  Budgets  der  einzelnen  Kolonien  vorbehalten
  werden.  Die  Einnahmen  aus  Zöllen,  Monopolen
  und  indirekten  Steuern  fließen  nicht  mehr  in
die  Kassen  der  einzelnen  Kolonien,  sondern  in  die
Indo-Chinas.

–

Britisch-Ostafrika.

Einem  von  dem  Generalkonsul  in  Sansibar  Sir
A.  Hardinge  dem  englischen  Parlament  vorgelegten
Bericht  über  den  Zustand  und  Fortschritt  des  OstafrikKg-Protektorats
  von  seiner  Errichtung  bis  zum
20.  Juli  1897  entnehmen  wir  Folgendes:

Das  Protektorat  in  seiner  gegenwärtigen  Form
wurde  am  1.  Juli  1895  errichtet.  Vorher  war
bereits  am  4.  November  1890  ein  Protektorat  über
die  zum  Sultanat  Sansibar  gehörigen  Theile  des
jetzigen  Britisch-Ostafrila  erklärt  worden,  ferner  am
19.  November  1890  über  Witu  und  die  Küste
zwischen  den  Flüssen  Tana  und  Juba.  Im  Sep-
        <pb n="553" />
        unabhängigen  Kommissar  über  Uganda  errichtet.
Schließlich  wurden  am  1.  Juli  1895  die  übrigen
zur  englischen  Interessensphäre  gehörigen  Gebiete
zwischen  Sansibar  und  Uganda  sowie  dem  Tana

Proteltorat  gestellt.  Gleichzeitig  wurden  alle  ge—
nannten  Territorien  bis  zur  Ostgrenze  des  Uganda-Protektorats
  unter  der  Bezeichnung  „Ostafrika-Protektorat“
  in  ein  Verwaltungsgebiet  vereinigt.

Britisch-Ostafrika  umfaßt  drei  verschiedene  Bestandtheile:


1.  Die  festländischen  Besitzungen  des  Sultans

von  Sansibar,

2.  das  Sultanat  von  Witu,

3.  den  übrigen  Theil  des  Protektorats,  bestehend

aus  dem  alten  Schartered  territory“  der
Britisch-Ostafrika-Kompagnie  und  der  weder
zu  Sansibar  noch  zu  Witu  gehörigen  Gegend
zwischen  dem  Tana  und  dem  Juba.
1.  Sansibar.  Die  festländischen  Gebiete  des
Sultans  von  Sansibar,  welche  zum  Protektorat  gehören
  (er  besitzt  noch  einige  nördlich  von  demselben
gelegene  Küstenplätze,  welche  jetzt  Italien  überlassen
sind)  bestehen:

a)  aus  einem  10  (englische)  Meilen  breiten

511

tember  1894  wurde  ein  Protektorat  unter  einem

I

2.  Witu.  Das  Sultanat  Witu  erstreckt  sich  längs
der  Küste  von  Kipini  bis  Kwyhoo.  Die  Errichtung
des  Ostafrika-Protektorats  im  Jahre  1895  bot  eine

willkommenc  Gelegenheit,  um  die  Stellung  von  Witu

–

Küstenstreifen  von  der  Mündung  des  Umba-Flusses

  ab  im  Süden  bis  Kipini  am  Ozi
im  Norden;

b)  aus  einer  Reihe  von  Inseln  längs  der  Küste
zwischen  Ozi  und  Juba  und  der  auf  dem
Festland  gelegenen  Stadt  Kismayu  mit  einem
Umkreis  von  zehn  Meilen  Nadius  um
dieselbe.

Diese  Gebiete  wurden  als  festländische  Besitzungen

–  .

–  —

des  Sultans  durch  das  deutsch-englische  Abkommen

vom  31.  Oktober  1886  anerkannt  und  wurden  von
den  verschiedenen  aufeinander  folgenden  Sultanen
durch  die  Konzessionen  von  1887,  1888  und  1890
der  Britisch-Ostafrika-Kompagnie  überlassen.  Die
Kompagnie  gab  die  Gebiete  1895  dem  verstorbenen
Sultan  Hamed-bin-Thwain  für  200  000  Pfund
Sterl.  zurück,  welcher  Betrag  der  Summe  entspricht,
die  1890  von  der  deutschen  Regierung  für  die
Souveränitätsrechte  des  Sultans  in  seinen  früheren
jetzt  zu  Deutsch-Ostafrika  gehörigen  Besitzungen
zwischen  den  Flüssen  Rovuma  und  Umba  gezahlt
war.  Durch  ein  1895  zwischen  dem  Sultan  und
dem  Generalkonful  A.  Hardinge  geschlossenes  Abkommen
  wurde  die  Verwaltung  dieser  Gebiete  unter
Beibehaltung  der  Souveränität  und  Flagge  des
Sultans  an  britische,  von  der  englischen  Regierung
zu  ernennende  Beamte  übertragen.
pflichtete  sich  die  englische  Regierung,  der  Regierung
von  Sansibar  jährlich  17  000  Pfund  Sterl.  zu
zahlen,  welche  Summe  die  alte  Rente  der  Britisch-Ostafrika-Kompagnie
  (11  000  Pfund  Sterl.)  nebst
3  pCt.  Zinsen  der  obengenannten  Summe  von
200  000  Pfund  Sterl.  darstellt.

Dagegen  ver-—

  —  —“

 

—  —  —

entsprechend  den  Bestimmungen  des  deutsch-englischen
River  und  der  deutschen  Grenze  unter  britisches

Vertrages  zu  regeln.  In  der  Person  des  früheren
Befehlshabers  der  Witutruppen  unter  den  alten
Sultauen,  Omar-bin-Hamed,  welcher  unter  der
provisorischen  Verwaltung  als  Wali  von  Witu  fungirt
  hatte,  wurde  ein  der  depossedirten  Nabhan-Dynastie
  angcehörender  Souverän  eingesetzt.  Ein
englischer  Beamter,  der  unter  Kontrole  des  englischen
Commissioner  für  Ostafrika  steht,  ist  ihm  als  Resident
zur  Seite  gestellt.

3.  Der  übrige  Theil  des  Protektorats  wird  unmittelbar
  durch  britische  Beamte  verwaltet.  Dies
Gebiet  wird  von  einer  ganzen  Reihe  von  Stämmen
bewohnt,  deren  Häuptlinge,  Sultane  oder  Scheiks,
eine  verschieden  große  Macht  besitzen.

Für  die  Verwaltung  ist  Britisch-Ostafrika  unabhängig
  von  der  erwähnten,  politisch  und  historisch
wichtigen  Dreitheilung  in  Provinzen  und  Distrikte
eingetheilt,  wobei  die  natürlichen  Grenzen,  die
Stammesgrenzen  und  die  vorhandenen  Kommunikationsmittel
  ausschlaggebend  waren.  Das  Protektorat
zerfällt  hiernach  in  vier  große  Provinzen,  welche  je  von
einem  „Sub-Commissioner“  verwaltet  werden.  Die
Provinzen  sind  wieder  in  Distrikte  getheilt,  von  denen
ein  jeder  durch  einen  Distriktsbeamten  mit  einem
Assistenten  verwaltet  wird.

Die  Provinzen  sind:

1.  Seyyidieh.  Dieselbe  reicht  von  der  deutschen
Grenze  südlich  bis  zum  Tanafluß  nördlich  und  umfaßt
  außer  Lamu,  Kismayn  und  einem  kleinen
Küstenstreifen  nördlich  des  Tana  das  ganze  Gebiet
des  Sultans  oder  „Seyyid“,  daher  der  Name  Seyyidieh
  von  Sansibar,  sowie  das  Hinterland  bis  zur
Taruwüste.  Die  Hauptstadt  der  Provinz  und  zugleich
  des  Protektorats  ist  Mombasa  auf  der  gleichnamigen
  kleinen  Insel  gelegen.  Die  Provinz  zerfällt
in  die  drei  Distrikte  Wanga,  Mombasa  und  Malindi.

2.  Tanaland.  Diese  Provinz  ist  östlich  vom
Indischen  Ozean  begrenzt,  südlich  durch  die  Provinz
Seyyidieh,  westlich  durch  eine  Linic,  welche  von  der
Nordwestecke  der  letzteren  Provinz  durch  die  die  Flußthäler
  des  Athi  und  Tana  trennende  Wüste  bis  zu
den  großen  Tanafällen  geht,  nördlich  und  nordöstlich
durch  eine  von  Port  Tula  nach  dem  Loman  Swamp
führende  Linic.  Die  Provinz  enthält  drei  Distrikte,
Tana  Niver,  Lamu  und  Port  Dunfor,  außerdem
das  Sultanat  Witu.  Das  Sultanat  ist  1200  (engl.)
Quadratmeilen  groß  und  hat  etwas  über  15  000  Scelen.
Die  Hauptstadt  Witu,  welche  nach  der  Ermordung
der  Deutschen  im  Jahre  1890  durch  die  Engländer
zerstört  worden  war,  ist  gänzlich  wieder  aufgebaut
und  hat  etwa  6000  Einwohner.

3.  Die  Provinz  Jubaland  umschließt  das  Gebiet
zwischen  der  Nordwestgrenze  von  Tanaland  und  dem

—

Jubafluß  und  ist  in  zwei  Distrikte,  den  Kismayn
        <pb n="554" />
        —  612  —

oder  Lower  Juba-Distrikt  und  den  Upper  Juba  oder  Die  eingeborenen  Walis  erhalten  Jahresgehälter
„Ogaden  and  Gosha“-Distrikt  getheilt.  Die  Stadt  in  verschiedener  Höhe,  von  1200  bis  4000  Rupies.
Kismayn  mit  etwa  1300  Einwohnern  ist  Sitz  des  Der  Sultan  von  Witu  bekommt  2400  Rupies,  der
Sub-Commissioners  der  Provinz.  Wali  von  Mombasa  im  Ganzen  etwas  über
4.  Die  Provinz  Ukamba,  so  nach  dem  bedeutend=  10  000  Rupies.  Insgesammt  betragen  die  Kosten
sten  dort  wohnenden  Stamme  genannt,  wird  östlich  der  eingeborenen  Verwaltung  rund  30  000  Rupies.
durch  die  Provinz  Seyyidieh,  südlich  durch  die  deutsche  Die  Zentralverwaltung  in  Mombasa  umfaßt
Grenze,  westlich  durch  das  Uganda-Protektorat  und  eine  Reihe  von  Departements  mit  englischen  Beamten,
nördlich  durch  die  Südwestgrenze  der  Provinz  Tana=  so  das  Judicial  Department,  Treosury,  r’  Audiland
  begrenzt.  Die  Provinz  zerfällt  in  drei  Distrikte:  toriat,  das  Zoll=  und  Schiffsdepartment,  das  Medica
Teita  und  Taveta-Distrikt,  Athi  oder  Machakos=  Department.  Die  Kosten  dieser  Departements  ein-Distrikt
  und  Kenia  oder  Kikuyu-Distrikt.  I  ichäseßlsch  der  E  Ein-..
  .  geborenen  betrag  a  Sterl.
in  ungefähr  160  000  Quadratmeilen  großer  Die  Militärmacht  des  Ostafrika-Protektorats  be-Theil
  des  gein  *3  innh  leieer  P½“  steht  aus  289  Punjab-Muhammedanern,  256  Suvinz
  zugetheilt.  Insbesondere  sind  dies  die  no  ...  «
wenig  bekannten  Gebiete  vom  Norden  des  Kenia-  Laneneneunn  20%  3  Eingeborenen  des  Proteltorats,
berges  bus  zum  Rudolphsee  und  die  östlich  von  da  Für  militärische  Angelegenheiten  ist  das  Progelegenen
  Gebiete.  Z  tektorat  in  drei  Distrikte  eingetheilt,  welche  je  von
Im-  ganzen  Protektorat  batten  sich  genen  “  einem  englischen  Offizier  befehligt  werden.  Der  erste
päer  auf,  während  die  Zahl  der  11  Militärdistrikt  (Mombasa)  umfaßt  die  beiden  Proind
  Eingeborenen  insgesommt  auf  etwo  21  Milllonen  vinzen  Seyyidieh  und  Tanaland  und  wird  beiehlt
geschätzt  wird.  #  »  «  «  «  befehlshab
Die  Civilverwaltung  wird  von  einem  Commissioner  einen  Malo  en  W  m  keee  #
und  einem  Council  von  drei  Migliedern  Hecbüet.  Der  zweite  Militärdistrikt  (Machakos)  umfaßt  die
An  der  Spitze  der  Provinz  steht  je  ein  Sub-Com-  Provinz  Ukamba,  der  dritte  (Kismayu)  die  Provinz
misssoner  (zusammen  vier),  an  der  Spitze  eines  jeden  Jubaland.
Distrikts  der  District  Officer  (11),  dem  ein  Assistent  Die  Rechtspflege  im  Protektorat  ist  durch  eine
zur  Seite  steht.  Da  in  einigen  Distrikten  das  Amt  neue  Verordnung,  die  „East  Africa  Order  in  Couneil,
des  Sub-Commissioner  und  des  District  Officer  ver-  1897-  geregelt  worden.  Unter  Aufhebung  der
einigt  ist,  besinden  sich  gegenwärtig  im  Lonzen  nur  früheren  Bestimmungen  wurde  ein  neuer  Gerichtshof
22  europäische  Verwaltungsbeamte  im  Protektorat.  für  das  Protektorat,  „Her  Majestys  Court  for  Ccst
Außer  diesen  englischen  Beamten  giebt  es  in  den

.  Africa«oderkürzer»ProtectorateCourt«genannt,
Küstenprovinzen  eine  Anzahl  von  eingeborenen  Ver=  mit  dem  gewöhnlichen  Sitz  in  Mombaso  errichtet

waltungsbeamten,  welche  den  arabischen  Titel  „Wali“  und  ein  Gerichtsbeamter,  der  „Judictal  Officer“  einführen.

  Diese  Walis  üben  jett  noch  neben  den  gesetzt.  Dem  Gerichtshof  liegt  die  Jurisdiktion  über
District  Officers  eine  begrenzte  Jurisdiktion  über  die  alle  britischen  Unterthanen  ob,  sowie  über  alle

Eingeborenen  aus.  Sie  haben  sich  als  ein  sehr  Fremden,  d.  h.  Unterthanen  eines  fremden  Nichtnützlicher
  Faktor  in  der  Verwaltungsorganisation  er-  eingeborenen-Staates,  außer  in  den  zu  Sansibar
wiesen,  indem  sie  einerseits  die  Distriktsbeamten  von  gehörigen  Theilen  des  Gebietes,  wo  die  Ausübung
vielen  unangenehmen  Sachen  entlasten,  andererseits  der  Gerichtsbarkeit  von  der  Zustimmung  der  fremden
die  Vermittler  zwischen  den  englischen  Behörden  und  Regierung,  sofern  sie  zu  den  Vertragsmächten  gehört,
der  muhammedanischen  Bevölkerung  sind,  mit  deren  abhängig  ist.  Gegen  die  Entscheidungen  des  Gerichts-Wünschen
  und  Denken  sie  ebenso  wie  mit  dem  mu-  hofs  ist  die  Berufung  an  den  High  Court  in  Sa- 



 

hammedanischen  Recht  vertraut  sind.  sibar  gegeben.  Der  High  Court  besteht  aus  dem
Die  Gehälter  der  europäischen  Beamten  sind,  wie  Generalkonsul  und  zwei  britischen  Richtern.  Zur
folgt,  bemessen:  Anwendung  gelangt,  soweit  es  die  Umstände  zulassen,

Der  Commissioner  und  Generalkonsul,  sowie  die  das  in  Britisch-Indien  geltende  Straf-  und  Civildrei
  Mitglieder  des  Council  erhalten  je  200  Pfund  recht.  Die  Verordnung  sieht  ferner  für  die  ein-Sterl.
  (Ihr  Hauptgehalt  bekommen  diese  Beamten  zelnen  Provinzen  zu  errichtende  Provincial  Courts  vor.
von  Sansibar.)  Der  Commissioner  hat  die  Befugniß,  über  die

Der  Sub-Commissioner  von  Seyyidieh  erhält  Errichtung  von  Eingeborenen-Gerichten  Anordnungen
600  Pfund  Sterl.,  der  von  Tanaland,  zugleich  Re=  zu  erlassen,  welche  der  Genehmigung  des  Staatssident
  in  Witu,  700  Pfund  Sterl.,  der  von  Juba=  sekretärs  bedürfen.  Sir  A.  Hardinge  hat  einen
land  und  Ukamba  je  500  Pfund  Sterl.  Die  District  Plan  aufgestellt,  wonach  eine  Reihe  von  solchen
Officers  haben  ein  Gehalt  von  je  400  Pfund  Sterl.,  Gerichten  eingesetzt  werden  soll,  deren  oberste  Instanz
die  Assistenten  ein  solches  von  je  250  Pfund  Sterl.  der  „Chief  Native  Court"  des  Protektorats  bilden
Die  Kosten  der  europäischen  Zivilverwaltung  betragen  soll.  Dieser  Gerichtshof  soll  in  regelmäßigen  Zwischeninsgesammt
  8650  Pfund  Sterl.  räumen  in  Mombasa  (ferner  zweimal  jährlich  in
        <pb n="555" />
        —  513

Lamu  und  je  einmal  in  Machakos  und  Kismayu)
unter  Leitung  des  Judicial  Officer  Sitzungen  abhalten.
  Gegen  seine  Entscheidungen  soll  gleichfalls
die  Berufung  an  den  High  Court  in  Sansibar  zugelassen
  werden.  Weiter  sind  Eingeborenen-Provinzial-
  und  Distriktsgerichte  in  dem  Plan  vorgesehen
unter  Leitung  des  Sub-Commissioner  bezw.  des
Distriktsbeamten.  Endlich  Eingeborenen-Gerichte  für
geringsügige  Sachen  unter  Vorsitz  des  Assistenten.
An  allen  Gerichtssitzungen  sollen  eingeborene  Beisitzer
  in  verschiedener  Zahl  mit  berathender  Stimme
theilnehmen,  um  den  europäischen  Beamten  über  die
einheimischen  Gesetze  und  Gebräuche  zu  informiren.

Neben  diesen  europäischen  Gerichtshöfen  sollen
beibehalten  werden:  die  Gerichte  der  Walis  in  dem
Muhammedanischen  Küstengebiet  mit  den  gleichen
Befugnissen,  wie  sie  für  die  Distriktsgerichte  vorgesehen
sind;  ferner  die  Gerichte  der  Kadis  oder  Muhammedanischen
  kirchlichen  Richter,  welche  in  allen  auf
den  Personenstand  der  Muhammedaner  bezüglichen
Angelegenheiten  Recht  sprechen  und  gegen  deren
Entscheidung  die  Beschwerde  an  den  Sheik-ul-Islam
in  Mombasa  gegeben  ist;  endlich  die  Jurisdiktion
von  bestimmten  eingeborenen  Häuptlingen  unter  Oberaufsicht
  der  europäischen  Beamten.

Es  sollen  bei  den  von  Europäern  geleiteten  Eingeborenen-Gerichten
  die  allgemeinen  Grundsätze  des
Indischen  (Straf=  und  Civil-)  Proceßrechts  mit  der
Moßgabe  Anwendung  finden,  daß  in  den  Muhammedanischen
  Küstengebieten  die  allgemeinen  Grundsätze
  des  Muhammedanischen  Rechts  und  im  übrigen
die  Gesetze  und  Gewohnheiten  der  Eingeborenen,
soweit  sie  nicht  der  Moral  oder  der  Humanität  zuwiderlaufen,
  beachtet  werden  sollen.  Bei  den  unter
Leitung  Eingeborener  stehenden  Gerichten  soll  lediglich
das  bei  den  Eingeborenen  geltende  Recht  mit  der
sueett  erwähnten  Beschränkung  zur  Anwendung  geangen.


Die  zu  Freiheitsstrasen  von  weniger  als  6  Monaten
derurtheilten  Personen  werden  in  den  Baracken  oder
Forts  der  Küstenstädte  bezw.  Innenstationen  untergebracht,
  wo  das  Urtheil  gefällt  ist.  Die  zu  Strafen
von  längerer  Dauer  Verurtheilten  werden  in  das
Gefängniß  nach  Mombasa  gebracht,  wobei  ihnen  die
Zeit  des  Transports  auf  die  Dauer  der  Strafe  angerechnet
  wird.  Sie  werden  hier  je  nach  der  Schwere
ihres  Vergehens  mit  leichteren  oder  härteren  Arbeiten
beschäftigt  und  können  bei  guter  Führung  schon  vor
Ablauf  der  Strafzeit  entlassen  werden.

Die  Polizei  besteht  aus  Farbigen,  Suahelis  und
Somalis  unter  Leitung  von  Europäern.

verteon  Missonen  sind  folgende  im  Protektorat

Die  Kirche  von  England  hat  eine  Mission  (  Church
Missionary  Society)  in  Freretowm  mit  mehreren
Zweigniederlassungen.  Die  Katholiken  haben  zwei
Rissionen  in  Mombasa  und  Busa,  welche  den  „Vätern
vom  heiligen  Geist“  angehören.  Die  freien  Metho- 



disten  besitzen  mehrere  Stationen.  Ferner  giebt  es
eine  Presbyterianische  Mission  in  Kibweyi,  sowie
eine  ihrem  Charakter  nach  hauptsächlich  Presbyterianische
  Mission  in  der  Nähe  von  Nzoi,  die  „East
African  Inland  Mission".  Die  fremden  Protestanten
sind  vertreten  durch  die  Leipziger  Mission  mit
mehreren  Niederlassungen,  die  Neukirchener  evangelische
  Mission  und  die  Schwedisch-Amerikanische
Mission.

Die  Einnahmen  des  Protektorats  betrugen  im
letzten  Jahr  32  670  Pfund  Sterl.,  die  Ausgaben
134  346  Pfund  Sterl.  Von  diesen  Ausgaben  entfallen
  17  000  Pfund  Sterl.  ouf  den  an  Sansibar
gezahlten  Betrag,  20  900  Pfund  Sterl.  auf  die
Kosten  der  endgültigen  Unterdrückung  des  Küstenaufstands.


An  Einfuhrzöllen  werden  allgemein  5  pCt.  vom
Werth  erhoben.  Die  Ausfuhrzölle  sind  verschieden
hoch  bemessen  und  bewegen  sich  zwischen  5  und
30  pCt.  Die  Ausfuhr  geht  hauptsächlich  nach  England,
  Indien  und  den  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika.
  Bezüglich  der  Einfuhr  ist  es,  da  viele
Güter  über  Sansibar  kommen,  schwierig,  den  genauen
Antheil  der  einzelnen  Länder  anzugeben.  Es  kommen
annähernd:

50  pCt.  der  Gesammteinfuhr  aus  Indien,

30  -  -  England,

17½½  -  -Deutschland,
2  -  =  Anmerika,

5  „  OD  Rußland.

Von  den  127  Dampfern  und  2  Segelschiffen,
welche  während  des  letzten  Jahres  Mombasa  besuchten,
  waren  95  englische,  20  deutsche,  2  norwegische
  und  12  sansibarische  Schiffe.  Dem  Tonnengehalt
  nach  waren  vertreten:

England  mit  79  500  Tons
Deutschland  --  33  400
Sansibrr  2  800
Norwegen  500

Der  Hauptweg  im  Protektorat  ist  die  große
Karawanenstraße  nach  Uganda,  welche  von  Mazeras
(15  Meilen  landeinwärts  von  Mombasa  entfernt,
erste  Station  der  Mombasa-Uganda-Eisenbahn)  nach
dem  Kedongfluß,  der  Ostgrenze  des  Uganda  Protektorats
  verläuft.  Dieser  Weg  besteht  aus  zwei
Theilen:  Der  „Mackinnon  Road“  von  Mazeras  bis
Kibwezi,  185  Meilen  lang,  und  einem  neuen  Wegvon
  Kibwezi  via  Kikuyu  bis  zum  Kedong,  130  Meilen
ang.

Im  Uebrigen  giebt  es  nur  gewundene  schmale
Pfade  im  Protektorat,  welche  bisweilen  nur  zwei  Fuß
breit  sind.

Das  Protektorat  ist  am  1.  Dezember  1895  dem
Weltpostverein  beigetreten.  Sein  Post=  und  Telegraphendienst
  wird  durch  einen  englischen  General=Postmeister,
  der  gleichzeitig  Postmeister  für  das
        <pb n="556" />
        Sansibar-Protektorat  ist,  beaussichtigt.  Es  giebt  im
Protektorat  zwölf  Postämter.  Die  Anzahl  der  beförderten
  Sendungen  betrug  im  letzten  Jahr  im
Ganzen  166  260.

Englische  Versuchsstation  in  Afrika.

Nach  Mittheilung  des  „Tropenpflanzers“  soll
auch  in  der  zu  Britisch-Ostafrika  gehörigen,  am
Victoria-Nyanza  gelegenen  Landschaft  Uganda  in  der
Hauptschaft  Mengo  eine  botanisch-landwirthschaftliche
Station  eingerichtet  werden,  und  zwar  von  Alexander
Whyte,  dem  wissenschaftlichen  Beirath  des  Administrators
  von  Uganda,  der  sich  jetzt  wieder  nach
Afrika  begiebt.  Whyte  stand  bis  vor  Kurzem  an
der  Spitze  der  wissenschaftlichen  Abtheilung  von
Britisch-Centralafrika  und  hat  schon  in  dieser  Stellung,
unterstützt  durch  den  trefflichen  Gouverneur  von
Britisch-Centralafrika,  Sir  Harry  Johnston,  eine
botanisch-wissenschaftliche  Station  in  Zomba  eingerichtet.


Eeisendahn  in  Walsischbay.

Die  von  britischer  Seite  in  Walfischbay  nach  dem
deutschen  Gebiet  gebaute  Eisenbahn  war  Ende  Mai
11½  engl.  Meilen  weit  fertig  gestellt.  Viel  Schwierigkeiten
  hat  die  Ueberwindung  der  Dünen  gemacht.
Gegen  Verwehen  der  Schienen  durch  Sand  müssen
beständig  Arbeiter  an  der  Strecke  unterhalten  werden.

 

Britisch-Neu-Guinea.")

Dem  Parlament  von  Queensland  ist  ein  Jahresbericht
  über  Britisch-Neu-Guinea  für  die  Zeit  vom
1.  Juli  1896  bis  30.  Juni  1897  vorgelegt  worden.
Wir  entnehmen  demselben  Folgendes:

Der  Lieutenant-Gouverneur  Sir  William  Mac
Gregor  änußert  sich  im  Allgemeinen  befriedigt  über
die  ruhige  Weiterentwickelung  der  Kolonie,  welche  er
auf  häufigen  Dienstreisen  in  fast  allen  Theilen  selbst
besucht  hat.  Auch  in  den  Berichten  der  einzelnen
Bezirksbeamten  wird  hervorgehoben,  daß  der  Einfluß
der  Stationen  und  der  Civilisation  sich  langsam,
aber  stetig  ausbreitete,  daß  mit  den  verschiedensten
bisher  unbekannten  Inlandstämmen  friedliche  Beziehungen
  angeknüpft  worden  seien,  und  daß  die
Ordnung  und  Achtung  vor  dem  Gesetz  überall  einen
erfreulichen  Ausschwung  zeige.  Demgemäß  war  auch
nur  eine  einzige  größere  Strafexpedition  erforderlich
aus  Anlaß  eines  mörderischen  Ueberfalls,  dem  der
Bezirksbeamte  für  den  Mambaredistrikt,  Mr.  Green,
vier  Mann  der  bewaffneten  Polizeitruppe,  drei  Gefangene
  und  ein  Privatdiener  zum  Opfer  fielen.  Die
Ermordung  erfolgte  bei  Gelegenheit  eines  neuen
Stationsbaues.

*)  Vergl.  Kolonialblatt  1898,  S.  91.

514

 

In  der  Zeit  vom  6.  August  bis  13.  September  1896
unternahm  Sir  William  eine  interessante  Durchquerung
der  Insel  von  Nordost  nach  Südwest,  beginnend  an
der  Mündung  des  Mambareflusses  an  der  deutschen
Südostgrenze  und  endigend  in  Galley  Reach  an  der
Südwestküste.  Auf  diesem  Zuge  wurde  der  12  860
Fuß  hohe  Mount  Seratshley  erstiegen  und  die  Höhe
des  Mount  Albert  Edward  im  Norden  auf  13  100,
des  Mount  Victoria  im  Süden  auf  13240  Fuß
festgestellt.

Die  Eingeborenen-Polizeitruppe  ist  gegen  das
Vorjahr  von  80  auf  108  Mann  vermehrt  und  besteht
  aus  Papuas.  Ihre  Leistungen  werden  als  zufriedenstellend
  bezeichnet;  der  Gesundheitszustand  war
gut.  Neben  der  Polizeitruppe  giebt  es  noch  Dorfkonstabler.
  Auch  diese  Einrichtung  hat  sich  weiterhin
bewährt.  Die  Zahl  der  Konstabler  und  damit  auch
die  Zahl  der  mit  der  Verwaltung  in  Beziehung
stehenden  Niederlassungen  konnte  erheblich  vergrößert
werden.

Neuere  Goldfunde  von  einiger  Erheblichkeit  sind
nicht  gemacht  worden,  und  der  Zuzug  von  Goldsuchern
  dürfte  vorläufig  seinen  Höhepunkt  überschritten
habeen.  Im  Berichtsjahre  landeten  allein  in  Port
Moresby  etwa  400  Mann.  Ein  großer  Theil  derselben
  konnte  infolge  Unkenntniß  der  Verhältnisse  und
mangelhafter  oder  unpraktischer  Ausrüstung  nur
wenige  Tagereisen  in  das  Innere  vordringen  und
mußte  dann  theils  krank,  theils  mittellos  wieder
zurückkehren.  Das  Benehmen  der  alten  erfahrenen
Goldsucher  wird  als  ein  gutes  bezeichnet,  während
unter  den  Uebrigen  sich  viele  zweifelhafte  Elemente
befanden.

Auf  den  Inseln  Tagula  (Sudest  Island),  Misima
und  Murua  (Woodlark  Island)  wurde  mit  der
Goldwäscherei  fortgefahren.  Das  Stampfwerk  zum
bergmännischen  Goldbau  auf  Tagula  war  noch  nicht
in  Thätigkeit.  Die  dort  verwendeten  Gefangenen
(etwa  50),  welche  hauptsächlich  mit  Wegebau  beschäftigt
  worden  waren,  mußten  wegen  Ausbruchs
der  Beri--Berikrankheit  entfernt  werden.  Auf  Murua
war  die  Goldgräber-Bevölkerung  bis  auf  400  gestiegen,
sank  aber  im  Laufe  des  Jahres  wieder  bis  auf
250  Mann.  In  der  ganzen  Kolonie  wurden  im
Laufe  des  Jahres  389  Goldsucherscheine  ausgefertigt.

Auch  in  diesem  Jahre  hebt  der  Bericht  über  das
Missionswesen  die  Wichtigkeit  des  Schulunterrichts
im  Englischen  hervor,  unter  Anerkennung  von  Fortschritten
  in  dieser  Beziehung.  Es  fand  sowohl  bei
der  Wesleyanischen  als  bei  der  Londoner  Missionsgesellschaft
  eine  Aussichtsreise  durch  den  betreffenden
Oberen  dieser  Gesellschaften  statt.  Als  Ergebniß
dieser  Reisen  steht  vor  Allem  die  Errichtung  von
Handwerkerschulen  durch  beide  Missionsgesellschaften
mit  regierungsseitiger  Unterstützung  bevor.

Von  den  1896/97  ergangenen  Verordnungen  sind
zu  erwähnen:  mehrere  bergrechtliche  Verordnungen,
eine  Verordnung,  durch  welche  die  bestehenden  Vorschriften
  über  Verwendung  von  Eingeborenen  als
        <pb n="557" />
        Arbeiter  erleichtert  wurden;  eine  weitere,  durch  welche
die  Eingeborenen  verpflichtet  werden,  gegen  Gewährung
  von  Tagelohn  und  Unterhalt  auf  Verlangen
einmal  im  Jahre  der  Regierung  als  Träger  Dienste
zu  leisten;  eine  weitere,  welche  die  Mindestgröße  für
die  in  den  Handel  gebrachten  Perlmuscheln  auf  fünf
Zoll  Länge  festsetzt,  und  schließlich  eine,  welche  den
Zoll  auf  Spirituosen  von  12  auf  14  Schilling  für
die  Gallone  erhöhbt.

Ein=  und  Ausfuhr:  Die  Einfuhr  der  drei
Hafenplätze  hat  sich  weiter  gehoben  von  34  521  Pfd.
Sterl.  auf  51  392  Pfd.  Sterl.  Auch  in  diesem  Jahre
steht  Samaral  (Ostbezirk)  an  der  Spitze  mit  32  813
Pfd.  Sterl.  (+  12  000  Pfd.  Sterl.  gegen  das  Vorjahr),
  Port  Moresby  (Centralbezirk)  hat  bei  17  521
ein  Mehr  von  4800  Pfd.  Sterl.,  während  Daru
(Westbezirk)  um  weitere  300  Pfd.  Sterl.  (auf  1056
Pfd.  Sterl.)  zurückgegangen  ist.  Die  Hauptsteigerung
entfällt  auf  Nahrungsmittel  und  ist  zurückzuführen
auf  den  großen  Zuzug  von  Goldsuchern.

Die  Ausfuhr  hat  sich  gehoben  von  19  401  auf
44  944  Pfd.  Sterl.  Bei  dieser  Steigerung  ist  Gold
allein  bei  einer  Steigerung  von  4735  auf  25  018
Psd.  Sterl.  mit  etwa  20  000  Pfd.  Sterl.  betheiligt.
Dabei  wird  angenommen,  daß  ein  großer  Theil  des
Goldes  überhaupt  nicht  zur  Deklaration  gekommen  ist.
An  zweiter  Stelle  kommt  Perlmutter,  dessen  Werth
sich  von  2371  auf  6004  Pfd.  Sterl.  gehoben  hat.
Ein  weiteres  Steigen  wird  erwartet.  Der  Werth
der  ausgeführten  Kopra  (3494  Pfd.  Sterl.)  hat  sich
wieder  um  700  Pfd.  Sterl.  gehoben.  In  diesem
Jahre  erscheint  Gummi  zum  ersten  Mal  mit  einem
bedeutenderen  Betrage.  Gegen  27  Pfd.  Sterl.  189  4/95
und  609  in  1895/96  beträgt  der  Werth  der  diesjährigen
  Ausfuhr  3472  Pfd.  Sterl.  Der  Bericht
bemerkt  dazu,  daß  vielleicht  in  nicht  zu  ferner  Zeit
Gummi  der  Hauptexportartikel  werden  könnte.
Trepang  hat  sich  mit  1016  Pfd.  Sterl.  auf  annähernd
  gleicher  Höhe  gehalten,  während  Sandelholz
  von  4035  Pfd.  Sterl.  auf  2323  gefallen  ist.

Der  gesammte  Ueberseeverkehr  ging  unter  englischer
Flagge.  Eingang  85  Schiffe  von  13  650  Tonnen,
Ausgang  65  mit  15  174  Tonnen.  Küstenverkehr
595  Schiffe  mit  20  676  Tonnen.

Dem  gesteigerten  Verkehr  entsprechend,  hat  sich
auch  die  Einnahme  der  Kolonie  bedeutend  gehoben.
Es  konnten  10  663  Pfd.  Sterl.  gegen  6547  Pfd.
Sterl.  im  Vorjahre  an  das  Schatzamt  von  Queensland
  abgeführt  werden.  Die  Steigerung  der  Einnahmen
  beruht  fast  ausschließlich  auf  den  Zöllen.
Die  Ausgaben  der  Verwaltung  betrugen  16  228
gegen  15  000  Pfd.  Sterl.  in  den  Vorjahren.  Die
Steigerung  der  Ausgaben  wird  zurückgeführt  auf
den  starken  Zuzug  von  Goldsuchern  und  die  Kosten
der  oben  erwähnten  Strafexpedition  im  Mambarebezirk.


–

515

 

Lubvention  für  Britisch=  K#e##Gninea.

Die  bisherige  Vereinbarung,  wonach  Neu  South
Wales,  Victoria  und  Queensland  je  5000  Pfd.  Sterl.
jährlich  für  die  Verwaltung  von  Britisch-Neu-Guinea
beitragen,  erlischt  im  September  d.  Is.  Eine  neue
Vereinbarung  wird  erwogen.

 

Das  Dreadnought  Seamens  Dospital  zu  Greenwich

hat  aus  Veranlassung  des  Colonial  Office  an  seiner
zwischen  den  Royal  Victoria  und  Albert-Docks  gelegenen
  Zweiganstalt  eine  Schule  für  das  Studium
tropischer  Krankheiten  ins  Leben  gerusen.  Es  sollen
dort  Aerzte  für  die  britischen  Kolonien  besonders  in
Westafrika  vorgebildet  werden.  Das  Colonial  Office
steuert  zu  den  Kosten  der  Anlage  der  Schule,  die
auf  13.000  Pfd.  Sterl.  veranschlagt  werden,
3550  Pfd.  Sterl.  bei.  Es  dürften  sich  außerdem
jährlich  lausende  Kosten  in  letzterer  Höhe  ergeben,
für  deren  Deckung  gegenwärtig  Schritte  geschehen.

—.  —  —  —

Anleibe  für  eine  Babn  in  Mozambigque.

Durch  ein  Gesetz  vom  30.  Juni  d.  Is.  ist  die
portugiesische  Regierung  ermächtigt  worden,  eine
Anleihe  von  450  Kontos  in  Gold  (2  025  000  Mk.)
aufzunehmen,  die  zum  Bau  einer  schmalspurigen
Bahn  von  Inhambane  (Mozambique)  nach  Inharrime
dienen  soll.

 

Verschiedene  Wittheilungen.

vorlesungen  am  ZFeminar  für  orientalische  Sprachen
in  Berlin.

Im  Seminar  für  orientalische  Sprachen  zu
Berlin  werden  im  Wintersemester  1898  folgende  Vorlesungen
  von  kolonialpolitischem  Interesse  gehalten
werden:

Guzerati.  1.  Dienstags,  Donnerstags,  6—7  Uhr,
Herr  Vacha.

2.  Praktische  Uebungen:  Montags,

Freitags,  6—7  Uhr,  Herr  Vacha.

Suaheli.  1.  Ansänger-Kursus:  täglich  8—9  Uhr-Herr
  Dr.  Neuhaus.

2.  Zweiter  Kursus:  täglich  außer  Mittwochs  und
Sonnabends,  9  —  10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

3.  Ostafrikas  Handel  und  Verkehrswesen:  Mittwochs,
  9—10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

4.  Kolloquinm  über  die  deutschen  Schutzgebiete  in
Afrika:  Sonnabends,  9—  10  Uhr,  Herr  Dr.
Neuhaus.

1.  Erklären  und  Abfassen  von  öffentlichen  und
privaten  Urkunden:  Dienstags,  11—  12  Uhr,
Herr  Velten.

Mittwochs,
        <pb n="558" />
        2.  Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,
5—7  Uhr  (5—6  Uhr  für  den  Anfänger-Kursus,
6—7  Uhr  für  den  zweiten  Kursus),  Herr
Belten.

3.  Schreibübungen:  Montags,  Mittwochs,  Freitags,
  4—5  Uhr,  Herr  Velten.

Herero.  Anfangsgründe:  Dienstags,  Freitags,  10

bis  11  Uhr,  Herr  Velten.

Haussa.  1.  Anfänger-Kursus:  täglich  außer  Sonnabends,
  8—9  Uhr,  Herr  Dr.  Lippert.

2.  Ethnographie  und  Geschichte  des  westlichen
Sudan:  Sonnabends,  8—9  Uhr,  Herr  Dr.
Lippert.

1.  Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,
5—6  Uhr,  Herr  Muhammed  Beschir.

2.  Schreibübungen:  Dienstags,  Freitags,  41—5  Uhr,
Herr  Muhammed  Beschir.

 

Praktische  Uebungen  mit  Instrumenten,  welche  den
astronomischen  Ortsbestimmungen  und  topographischen
  Messungen  auf  Reisen  dienen:  Mittwochs,
12—2  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Herr  Assistent  Schnauder  wird  auf  dem  Gebiet
des  Königlichen  Geodätischen  Instituts  bei  Potsdam
  die  praktischen  Uebungen  leiten,  soweit  die
Witterungsverhältnisse  des  Winters  dies  gestatten,
bezw.  im  Auditorium  XXIII  des  Seminars.

Ueber  Tropenhygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen
und  praktischen  Uebungen:  Mittwochs,  Freitags,
4—5  Uhr,  Herr  Oberstabsarzt  Dr.  Kohlstock.

Ueber  die  wichtigsten  tropischen  Nutzpflanzen  und  deren
Verwendung,  mit  Demonstrationen:  Montags,
Donnerstags,  10—11  Uhr,  Herr  Prosessor
Dr.  Warburg.

Landeskunde  der  deutschen  westafrikanischen  Kolonien
(Deutsch=  Südwestafrika,  Kamerun  und  Togo):
Dienstags,  Freitags,  4—5  Uhr,  Herr  Dr.  Dove.

Koloniale  Wirthschaftslehre  (Auswanderung,  Siedelung
  2c.):  Mittwochs,  3—4  Uhr,  Herr  Dr.  Dove.

Anleitung  zum  Sammeln,  Ronserviren  und  Verpacken
von  Thieren  für  die  zoologische  SLammlung  des  Museums
für  Katurkunde  in  Berlin.

1.  Säugethiere!)
von  P.  Matschie.

Das  Abbalgen.  Bei  größeren  Thieren  schneide
man  auf  der  Unterseite  des  Körpers  mit  einem  Scalpell
  oder  einem  Messer  mit  scharfer  Spitze  die  Bauchhaut
  vom  Kinn  bis  an  den  After  heran  vermittelst
eines  Längsschnittes  auf  und  führe  alsdann  diesen
Schnitt  auf  der  Innenseite  der  Beine  weiter  bis  zu
den  Zehen.  Man  vermeide  die  Verletzung  des  Afters
und  der  Geschlechtsorgane  und  hüte  sich,  die  Bauchmuskulatur
  zu  durchschneiden,  damit  die  Eingeweide

 

 

*)  Abgedruckt  aus:  P.  Matschie,  Die  Säugethiere
Deutsch-Ostafrilas.  Verlag  von  Dietrich  Reimer,  Verlin  1805.

516

 

nicht  herausquellen.  Alsdann  löst  man  die  Haut  mit
Hülfe  einer  kräftigen  Pinzette  von  der  Bauchwand
und  den  Schenkeln  los  und  schneidet  dieselbe  dicht
über  den  Krallen,  Zehen  oder  Hufen  ab.  Bei  Zehenthieren
  werden  alle  Zehen  auf  der  Unterseite  bis  vor
das  Krallenglied  aufgetrennt.  Der  Schwanz  wird
auf  der  Unterseite  der  Länge  nach  aufgeschnitten.
Hat  man  den  Rumpf  aus  der  Haut  herausgeschält,
so  löst  man,  so  weit  es  geht,  mit  dem  Griff  des
Scalpells  oder  den  Fingern  die  Haut  des  Kopfes,
wobei  man  namentlich  bei  der  Schnauze,  den  Lippen,
der  Nase  und  den  Augen  sehr  vorsichtig  sein  muß.
Die  Ohrknorpel  werden  dicht  am  Knochen  durchschnitten.
  Die  Ohren,  Lippen  und  Augenlider  müssen
taschenförmig  gespalten  werden,  damit  die  Konservirungsstoffe
  von  innen  wirken  können.

Bei  gehörnten  Thieren  löst  man  die  Haut  um
die  Hornwurzel  herum  los  und  vergrößert,  wenn
nöthig,  diese  Oeffnungen  durch  einen  verbindenden
Schnitt.

Niemals  lasse  man  den  Schädel  oder  die  Füße
unpräparirt  im  Felle!

Bei  kleineren  Thieren  genügt  gewöhnlich  ein
Längsschnitt  zwischen  Kinn  und  After,  um  den  ganzen
Körper  herausbalgen  zu  können.  Um  die  Beine  herauszuschälen,
  drücke  man  zunächst  das  Knie  heraus
und  schneide  dann  das  Hüftgelenk  durch;  die  Vordergliedmaßen
  werden  im  Schultergelenk  losgetrennt;
die  Sohlen  und  Zehen  sind  auszuschneiden.

Das  Konserviren.  Hat  man  die  Haut  abgezogen,
  so  entfernt  man  das  Fett  durch  Kratzen  mit
einem  stumpfen  Messer,  wäscht  das  Blut  aus  dem
Haar  aus  und  legt  die  Haut  für  eine  halbe  Stunde
in  Wasser.  Dann  nimmt  man  sie  wieder  heraus,
läßt  sie  gut  ablaufen  und  legt  sie  in  eine  Lösung
von  gleichen  Theilen  Alaun  und  Salz  oder  reibt  sie
stark  mit  Alaun  und  Salz  ein.  Im  Nothfalle  kann
man  auch  die  Asche  des  Lagerfeuers  hierzu  gebrauchen.

Alsdann  weicht  man  alle  trocken  gewordenen
Stellen  der  Haut  mit  Wasser  auf,  bestreicht  die  ganze
Innenseite  mit  Arsenikseife,  kämmt  und  bürstet  das
noch  nasse  Haar  möglichst  glatt  und  legt  die  Haut
zum  Trocknen  an  einen  luftigen,  nicht  von  der  Sonne
beschienenen  Ort.  Vor  dem  Verpacken  bestreut  man
die  Häute  reichlich  mit  Naphthalin.

Zarte  Häute  verpacke  man  in  Papier  und  schichte
dieselben  übereinander,  indem  man  zwischen  je  zwei
Stücke  eine  Schicht  Watte  legt.

Den  Schädel  reinige  man  von  den  Fleischtheilen
möglichst,  ohne  ihn  irgendwie  zu  verletzen,  entferne
die  Augen,  hole  durch  das  Hinterhauptsloch  das  Gehirn
  heraus,  vergifte  ihn  gut,  befestige  den  Begleitzettel
  und  lasse  das  Präparat  trocknen.

Die  Beinknochen  werden  oberflächlich  gereinigt,
gut  etikettirt  und  mit  dem  Schädel  in  Papier  zusammen
  eingewickelt.

Wenn  es  möglich  ist,  sammele  man  von  jeder
Thierart  auch  mindestens  ein  Skelett.  Skelette
werden  so  hergerichtet,  daß  man  nach  dem  Abziehen
        <pb n="559" />
        der  Haut  und  nach  der  Entfernung  der  Eingeweide
die  Muskeln  an  den  Ansatzstellen  durchschneidet  und
loslöst.  Eine  sorgfältige  Präparation  ist  nicht  nöthig,
man  kann  die  kleineren  Fleischtheile  am  Skelett  lassen.
Hierauf  lege  man  es  einen  Tag  in  Wasser,  um  das
Blut  auszuziehen,  und  trockne  es  dann.

Skelette  vergiste  man  nicht,  verpacke  sie  aber  stets
abgesondert  von  Bälgen  oder  Fellen  in  besonderen
Kisten  mit  den  Schädeln  und  Beinknochen,  welche  zu
den  in  anderen  Behältern  aufbewahrten  Fellen  gehören.

Kleinere  Thiere  kann  man  auch  in  Alkohol  konserviren.
  Entweder  man  schält  den  Rumpf  aus  der
Haut,  schneidet  am  Hinterkopf,  an  den  Kugelgelenken
des  Oberschenkels  und  den  Schultergelenken  den  Körper
heraus  und  legt  die  Haut,  in  welcher  Kopf,  Beine
und  Schwanz  noch  stecken,  in  Alkohol.  Oder  man
öffnet  nur  die  Haut  auf  der  Bauchseite,  trennt  dieselbe
rings  um  den  Rumpf  bis  zur  Wirbelsäule  vom  Körper
los,  durchschneidet  die  Bauchmuskulatur,  wäscht  die
Bauchhöhle  gut  in  Wasser  aus,  spritzt  vom  Maul  und
After  Alkohol  von  60  pCt.  in  die  Eingeweide  und
legt  das  Präparat  in  Alkohol.  Nach  einigen  Tagen
wechselt  man  denselben  und  legt  das  Präparat  mit
anderen  Fellen  oder  Alkoholobjekten  in  das  Sammelgefäß.
  Man  achte  darauf,  daß  der  Alkohol  stets
klar  bleibt.

Viele  Säugethiere  werden  von  Schmarotzern
bewohnt.  Da  diese  für  die  Wissenschaft  werthvoll
sind,  so  versäume  man  nicht,  alle  Zecken,  Milben,
Eingeweidewürmer  2c.,  sorgfältig  mit  Etiketten  versehen,
  in  Alkohol  zu  konserviren.  Im  Darm,  im
Magen,  in  der  Nasenhöhle,  den  Luftröhren  und  der
Lunge  ist  nach  Parasiten  zu  suchen.

Embryonen  von  Säugethieren  konservire  man
mit  dem  Uterus  in  Alkohol.

Alle  Gegenstände  sind  mit  Angaben  über  Ort
und  Zeit  ihres  Vorkommens  zu  versehen.  Erwünscht

sind  auch  Bemerkungen  über  das  Geschlecht,  die  Farbe

der  Augen,  die  Lebensweise  sowie  über  Verwendung
und  Benennung  bei  den  Eingeborenen.  Begleitzettel
für  Felle  und  Skelette  werden  durch  Fäden  an  diesen
besestigt.  Begleitzettel  für  Alkoholpräparate  sind  mit
Gallustinte  oder  gutem  Bleistift  zu  schreiben.

2.  Vögels)
von  A.  Reichenow.

Die  wichtigste  Arbeit  beim  ornithologischen  Sammeln
  ist  das  Abbalgen  und  Zurichten  von
Bälgen,  worin  eine  gewisse  Fertigkeit  beim  Sammler
vorausgesetzt  werden  muß.  Sorgsame  Präparation
erhöht  den  Werth  einer  Sammlung  bedeutend,  schlecht
präparirte  und  tadelhafte  Stücke  sind  oft  nur  ein
Ballast  für  die  Museen  und  fast  werthlos.  Vor  dem
Abbalgen  ist  der  erlegte  Vogel  im  Fleisch  zu  messen,
und  zwar  notire  man  die  Gesammtlänge  von  der
Schnabelspitze  bis  zum  Schwanzende  des  gerade  aus- 



*)  Abgedruckt  aus:  A.  Reichenow,

Ostafrikas.  Berlin,  Dietrich  Reimer,  1894.

517  —

gestreckten,  aber  nicht  übermäßig  ansgereckten  Vogels

nach  Millimetern  und  ferner  den  Abstand  von  Flügelspitze

  und  Schwanzende  bei  angelegten  (in  natürlicher

 

—  Ô  —

 

 

 

Die  Vögel  Deutsch-  Kopf  nicht  ausführbar.

Lage  befindlichen)  Flügeln.  Ueberragen  die  Flügelspitzen
  das  Schwanzende,  so  ist  vor  die  erhaltene  Zahl
ein  —+  Zeichen  zu  setzen.  Sodann  notire  man  die
Farbe  der  Iris  (Hornhaut  des  Auges),  des  Schnabels,
der  Füße  und  etwaiger  nackten  Hautstellen.

Hierauf  schiebt  man  einen  Baumwollen=  oder
Wergpfropf.  in  den  Schlund  des  Vogels,  damit  während
  des  Präparirens  nicht  Blut  oder  Mageninhalt
aus  dem  Halse  herauslaufen  und  die  Federn  beschmutzen
  kann,  legt  den  Vogel  auf  den  Rücken,  streicht
die  Federn  von  der  Mitte  des  Unterkörpers  nach  den
Seiten  und  öffnet  vermittelst  eines  Scalpells  oder
eines  Messers  mit  scharfer  Spitze  durch  einen  Längsschnitt
  die  Haut  des  Unterkörpers  von  der  Brust  bis
gegen  den  After  hin.  Dabei  ist  zu  beachten,  daß  die
Bauchdecke  nicht  durchschnitten  wird,  damit  die  Eingeweide
  nicht  herausquellen.  Nun  löst  man  von  dem
Schnitt  aus  mit  Hülfe  einer  Pinzette  die  Haut  von
den  Körverseiten  und  den  Schenkeln  los,  schneidet  mit
einer  Schere  die  Beine  im  Kniegelenk  (Gelenk  zwischen
Ober=  und  Unterschenkel)  durch,  so  daß  der  Oberschenkel
  am  Körper,  der  übrige  Theil  der  Beinknochen
an  der  Haut  bleibt,  schneidet  auch  den  After  und
die  Schwanzwirbel  dicht  oberhalb  des  letzten  Schwanzwirbels,
  an  welchem  die  Schwanzfedern  sitzen,  mit
der  Schere  durch,  wobei  besonders  zu  beachten  ist,

daß  die  Rückenhaut  über  dem  Schwanztheil  nicht

verletzt  wird,  löst  die  Oberarme  aus  dem  Schultergelenk,
  schält  nunmehr  den  ganzen  Rumpf  aus  der
Haut  heraus  und  schneidet  diesen  am  unteren  Halse
ab.  Während  dieses  Verfahrens  werden  der  bloßgelegte
Körper  und  die  Innenseite  der  Haut  mit  Sägespänen
oder  Gips  bestreut,  und  die  Finger  werden  häufig
gereinigt,  damit  die  Bauchfedern  nicht  durch  Blut
oder  Fett  beschmutzt  werden.  Nunmehr  streift  man
die  Haut  gleich  einem  umgestülpten  Handschuh  über
den  Hals  und  Kopf  bis  zu  den  Augen  ab,  löst  den
Hals  vom  Kopfe  los,  öffnet  das  Hinterhaupt,  um
das  Gehirn  herauszunehmen,  löst  vorsichtig  die  Augen
an  ihrem  Hinterrande  los  und  hebt  sie,  ohne  sie  zu
verletzen,  aus  den  Höhlen  heraus.  Beim  Ueberziehen
der  Kopfhaut  erfordert  auch  das  Auslösen  der  Haut
im  Gehörgang  besondere  Vorsicht.  Nachdem  die
Zunge  und  die  am  Schädel  befindlichen  Fleischtheile
durch  Kratzen  mit  dem  Sralpell  entfernt  sind,  bestreicht
  man  die  Innenseite  der  Kopf=  und  Halshaut
mit  Arsenikseife  oder  arsenigsaurem  Natron,  ebenso
den  ganzen  Schädel,  steckt  an  Stelle  der  Augen
Baumwolle  in  die  Augenhöhlen,  umwindet  auch  den
Schädel  ganz  leicht  mit  Baumwolle,  damit  nicht  die
Haut  unmittelbar  auf  den  Knochen  zu  liegen  kommt,
und  streift  Kopf=  und  Halshaut  wieder  zurück.

Bei  Vögeln  mit  sehr  dünnem  Halse,  zum  Beispiel
Spechten,  ist  das  Umstreifen  der  Halshaut  über  den
Bei  solchen  muß  die  Haut

am  Hinterkopf  durch  einen  Längsschnitt  getrennt,  von
        <pb n="560" />
        hier  aus  nach  Ablösung  des  Halses  am  letzten  Halswirbel
  der  Schädel  herauspräparirt  und  in  der  angegebenen
  Weise  gereinigt  werden.

Nachdem  man  sodann  auch  die  Körperhaut,  die
Unterschenkel,  welche  man  aus  der  bis  zum  Fußgelenk
(Tarsalgelenk)  übergestülpten  Haut  hervorzieht,  sowie
die  ebenso  bis  zum  Ellenbogengelenk  herausgezogenen
Oberarmknochen  von  allen  Fleisch=  und  Fetttheilen
gesäubert  hat,  vergistet  man  die  Innenseite  dieser
Hauttheile,  insbesondere  auch  die  Schwanzwurzel,  mit
Arsenikseisfe  oder  arsenigsaurem  Natron,  umwindet
Bein=  und  Armknochen  mit  Baumwolle  oder  Werg
und  streift  die  Haut  in  ihre  natürliche  Lage  zurück.

Es  erübrigt  noch,  nach  Aufheben  der  größeren
unteren  Flügeldeckfedern  die  Haut  auf  dem  Unterarm
  durch  einen  Längsschnitt  zu  trennen,  die  Armmuskeln
  herauszunehmen,  nach  Vergiften  auch  dieser
Theile  an  Stelle  der  entfernten  Muskeln  etwas  Baumwolle
  einzuschieben  und  die  Haut  wieder  in  die  natürliche
  Lage  zurückzubringen,  so  daß  die  unteren  Flügeldecken
  die  Schnittstelle  auf  dem  Unterarm  vollständig
verdecken.  Bei  dickbeinigen  Vögeln  oder  solchen  mit
befiederten  Läufen  muß  man  auch  die  Laufbedeckung
bezw.  Haut  längs  der  Laufsohle  aufschlitzen,  dieselbe
seitlich  vom  Knochen  loslösen,  auf  der  Innenseite  mit
Arsenik  bestreichen  und  zwischen  Laufbekleidung  und
Fußknochen  Baumwolle  einschieben,  weil  sonst  leicht
Fäulniß  entsteht,  und  die  Hornschilder  bezw.  Haut

des  Laufes  sich  loslösen.

Wo  Zerstörung  durch  Ratten  oder  Termiten  zu
befürchten  ist,  empfiehlt  es  sich,  Schnabel  und  Füße
des  Balges  äußerlich  mit  Arsenik  zu  bestreichen.  Damit
  ist  das  Abbalgen  beendet.

Sollten  Stellen  des  Gefieders  durch  Blut  verunreinigt
  sein,  so  wird  das  Blut  mit  reinem  Wasser
sorgfältig  ausgewaschen,  wobei  man  sich  am  besten
eines  kleinen  Schwammes  bedient.  Man  legt  dann  die
Haut  an  einen  luftigen  Ort,  bis  die  gewaschenen
Stellen  getrocknet  sind,  und  die  Federn  durch  Auflockern
  wieder  ihre  natürliche  Beschaffenheit  erhalten.

Nunmehr  umwickelt  man  ein  Holzstäbchen  von  der
Länge  des  Rumpfes  nebst  dem  Halse  an  dem  einen
Ende  mit  Baumwolle  oder  Werg  in  der  Stärke  des
natürlichen  Halses,  schiebt  das  umwickelte  Ende  durch
die  Halshaut  bis  in  den  Schädel,  während  das
andere  Ende  des  Stäbchens  in  den  Rumnftheil  zu
liegen  kommt,  bringt  die  Flügel  in  die  natürliche
Lage  und  bindet  diese  im  Ellenbogengelenk  mit  einem
Faden  auf  denselben  Abstand  voneinander,  welchen
sie  am  Körper  durch  die  Rückenbreite  haben,  zusammen,
  damit  durch  das  Ausfüllen  des  Körpertheils
die  Rückenhaut,  insbesondere  die  nackte  Schulterhaut
nicht  übermäßig  ausgedehnt  wird.  Die  Haut  des
Rumyftheiles  füllt  man  locker  mit  Baumwolle  oder
Werg  aus,  zieht  die  durch  den  Längsschnitt  getrennte
Bauchhaut  wieder  möglichst  zusammen  (Zusammennähen

ist  nicht  nöthig),  ordnet  und  glättet  alle  Federn  und
legt  einen  Papierstreifen  um  den  Körper,  dessen  Enden
mit  einer  Nadel  zusammengestochen  werden,  um  die

518

 

Körperhaut,  insbesondere  auch  die  Flügel,  bis  zum
Trocknen  zusammenzuhalten.  Man  schiebt  den  Balg
sodann  mit  dem  Kopf  voran  in  eine  spitzgedrehte  Tüte
und  hängt  ihn  an  einer  ausgespannten  Leine  zum
Trocknen  auf,  indem  man  den  Zipfel  des  offnen  Theils
der  Tüte  mit  einer  Nadel  an  die  Leine  ansticht.

Nach  Fertigstellung  des  Balges  ist  noch  das
Geschlecht  des  Vogels  festzustellen.  Zu  diesem
Zwecke  durchschneidet  man  die  Rippen  und  Bauchhaut
  an  der  linken  Seite  des  Rumpfes  mit  einer
Schere  und  kann  dann  nach  Aufheben  der  Eingeweide
  an  dem  Rückentheile  des  Körpers  oberhalb
der  dem  Becken  anliegenden  Nieren  alle  Geschlechtstheile
  liegen  sehen.  Die  Hoden  der  Männchen  sind
paarweise  vorhanden,  von  rundlicher  oder  ovaler  Form,
bei  kleineren  Vögeln  meistens  nur  als  zwei  kleine
Bläschen  erkennbar.  Der  Eierstock  der  Weibchen  ist
unpaar  vorhanden,  auf  der  linken  Körperseite  gelegen
und  ein  traubenförmiges,  aus  rundlichen  Körnchen
oder  Bläschen  bestehendes  Gebilde,  an  welchem  nur
zur  Fortpflanzungszeit  die  Dotter  der  Eier  deutlicher
als  solche  zu  erkennen  sind.

Jeder  Vogelbalg  wird  mit  einem  Begleitzettel
versehen,  auf  welchem  die  Nummer  des  Sammlungsobjekts,
  der  genaue  Fundort,  das  Datum,  an  welchem
der  Vogel  gesammelt  worden,  Geschlecht  (wenn  dieses
durch  anatomische  Untersuchung  unzweifelhaft
festgestellt  werden  konnte),  die  Gesammtlänge  (Lg.),
Abstand  von  Flügelspitze  und  Schwanzende  (Fl.:Schw.),
Farbe  des  Auges,  des  Schnabels  und  der  Füße  sowie
der  Name  des  Sammlers  anzugeben  ist.  In  der
nebenstehenden  Figur  ist
ein  zweckmäßiger  Begleit- 



·  dargestellt.  Man  benutzt
Fundort:  für  denselben  mäßig  starkes
...................................................  Kartonpapier.  Auf  der
Datum  leeren  Rückseite  des  Be-...........................

  gleitzettels  könnenderetwa
Geschlechti..  festgestellte  Name  sowie

Bemerkungen  über  die
Lq.  Fl.  Schit.  ...

Färbung  nackter  Körperstellen,
  Befund  des  Mageninhalts,
  Angaben  über  den
Aufenthalt  des  Vogels  und
dergl.  notirt  werden.*)
Ist  zum  Präpariren
gesammelter  Vögel  nicht
genug  Zeit  vorhanden,  so
kann  man  kleinere  Vögel
bis  zur  Drosselgröße  vermittelst
  Karbol  mumifiziren.
  Es  sollte  dieses  Verfahren
  jedoch  stets  nur  ein

Farbe  des  419es38  ..
„  „  Schnabels:

 

 

 

)Von  Werth  ist  auch  die  Feststellung  des  Gewichts
des  Vogels  im  Fleische  und  die  Spannwchte  der  Flägel.

Wer  Zeit  und  Gelegenheit  hat,  sollte  beide  Messungen  nicht
versäumen.
        <pb n="561" />
        Nothbehelf  bleiben.  Man  tränkt  zu  dem  Zwecke
Watte  mit  etwa  15  prozentiger  Karbollösung,  drückt
dieselbe  soweit  aus,  daß  sie  nicht  mehr  trieft,  und
stopft  sie  durch  den  Schlund  und  After  in  den  Vogel
ein,  wobei  darauf  zu  achten  ist,  daß  die  Federn  nicht
mit  Karbol  benetzt  werden,  da  dieses  die  Farben
zerstört.  Es  empfiehlt  sich  ferner,  die  Augen  von  außen
aus  ihren  Höhlen  vorsichtig  herauszuheben,  was  einige
Uebung  erfordert,  damit  die  Federn  der  Augengegend
nicht  durch  ausfließendes  Augenwasser  benetzt  und
verklebt  werden;  oder  man  bindet  etwas  feuchte  Karbolwatte
  auf  die  Augen,  da  hier  leicht  Fäulniß  entsteht.
  Das  so  behandelte  Objekt  hängt  man  an  einem
luftigen  Ort  am  Schnabel  auf,  streicht  das  Gefieder
glatt  und  achtet  darauf,  daß  letzteres  während  des
Trocknens  glatt  am  Körper  anliegt.  Nach  wenigen
Tagen  ist  der  Vogel  mumifizirt  und  in  diesem  Zustande
  zum  wissenschaftlichen  Bestimmen  brauchbar,
wenngleich  ein  solches  Präparat  einen  guten  Balg
nicht  ersetzt.

Neben  der  Balgsammlung  ist  eine  solche  von
Spirituspräparaten  für  anatomische  Zwecke
anzulegen.  Dazu  öffnet  man  mit  einem  kurzen  Schnitt
die  Bauchhöhle  des  Vogels,  um  das  Eindringen  des
Alkohols  in  den  Körper  zu  erleichtern,  und  legt  den
Körper  dann  in  60  proz.  Spiritus,  welcher  nach  einer
Woche  erneut  wird.  Diese  Spirituspräparate  erhalten
  die  auf  Pergamentpapier  geschriebene
Nummer  einer  Liste,  in  welcher  man  Angaben  über
Fundort,  Datum  und  sonstige  das  Objekt  betreffende
Bemerkungen  verzeichnet.

Auch  Rohskelette  von  Vögeln  sind  erwünscht.
Solche  können  aber  nur  angefertigt  werden,  wenn
der  Sammler  entweder  den  betreffenden  Vogel  sicher
bestimmen  oder  gleichzeitig  Bälge  derselben  Art
sammeln  konnte,  auf  welche  durch  den  Begleitzettel
des  Skelets  zu  verweisen  ist.  Zur  Herrichtung  von
Rohskeletten  hat  man  nur  nöthig,  die  Haut  abzuziehen
und  die  Eingeweide  sowie  stärkeren  Muskeln  zu  entfernen.
  Die  übrigen  am  Skelett  haftenden  kleineren
Fleischtheile  kann  man  antrocknen  lassen.  Ein  Vergiften
der  Skelette  vermittelst  Arsenik  zum  Schutze  gegen
Insektenfraß  ist  unzweckmäßig,  weil  dadurch  das
spätere  Maceriren  derselben  erschwert  oder  verhindert
  wird.

Sehr  wichtig  ist  das  Sammeln  von  Vogeleiern.
Zur  Entleerung  werden  dieselben  inmitten  einer  Seite
vermittelst  eines  dazu  geeigneten  Bohrers  angebohrt
und  mit  Hülfe  eines  gebogenen  Röhrchens  ausgeblasen.
Man  versieht  sodann  die  Eier  vermittelst  eines  feinen
Pinsels  und  schwarzer  oder  besser  rother  Tusche  mit
einer  Nummer,  und  zwar  die  zu  einem  Gelege  gehörigen
  (demselben  Rest  entnommenen)  mit  der  gleichen
Nummer  sowie  mit  dem  Fundort  und  Datum  des
Sammeltages.  Die  Nummern  stimmen  mit  einem
Verzeichniß  überein,  in  welchem  der  Name  der  Vogelart
  und  Näheres  über  den  Fund  (Stand  des  Nestes)
angegeben  ist.  Eier  haben  ohne  Kenntniß  der  Vogelart,
  welcher  sie  angehören,  wenig  Werth.  Daher  sollte,

519

 

wenn  die  Art  nicht  sicher  bestimmt  werden  konnte,
stets  der  zugehörende  Vogel  als  Balg  beigefügt
werden;  jedoch  muß  der  Sammler  die  Zugehörigkeit
durch  eigene  Beobachtung  feststellen  und  darf  sich
in  dieser  Hinsicht  nicht  auf  die  Angabe  von  Eingeborenen
  verlassen.  Beim  Neste  fängt  man  den  Vogel
am  besten  vermittelst  vorgehängter  Schlingen  aus
Pferdehaaren.

Nester  ersordern  keine  besondere  Zubereitung
für  die  Sammlung.  Man  hebt  sie  aus  dem  Gezweige
heraus,  noch  besser  schneidet  man  die  Zweige,  an
welche  sie  angewebt  sind,  mit  ab.  Ist  die  Bauart
sehr  locker,  so  empfiehlt  es  sich,  das  Nest  mit  dünnem
Bindfaden  zu  umbinden.

Sehr  wichtig  sind  Beobachtungen  über  die  Lebensweise
  der  Vögel,  Aufenthalt,  Nahrung,  Stimme,  Brutgeschäft,
  Brutzeit,  Flugweise,  Zugverhältnisse.  Jede
derartige  Beobachtung,  mag  dieselbe  noch  so  unbedeutend
  erscheinen,  ist  in  das  Tagebuch  unter  der
Nummer  des  zugehörenden  Balges  einzutragen.  Solche
Notizen  haben  denselben  Werth  wie  die  kurzen  Bemerkungen,
  mit  welchen  ein  Reisender  die  Eindrücke
über  Land  und  Leute  in  seinem  Tagebuche  verzeichnet.
Aus  ihnen  lassen  sich  später  ganze  Lebensbilder  zusammenstellen.
  (Fortsetzung  folgt.)

 

Eingänge  verschiedener  Lammlungen  bei  der  botanischen
Centralstelle  in  Verlin.

Der  botanischen  Centralstelle  gingen  in  letzter
Zeit  zu:

1.  Eine  Sammlung  Hölzer.  —  Sie  ist  auf  Anweisung
  des  Premierlieutenants  Brosig  durch  den
Förster  Bruchmann  in  Kilossa  zusammengebracht
worden  und  hat  darum  einen  ganz  besonderen  Werth,
weil  ihr  nicht  nur  erläuternde  Angaben,  sondern
auch  Blatt=  und  Fruchtproben  der  betreffenden  Bäume
beigegeben  waren.  Die  letzteren  konnten  auf  diese
Weise  fast  alle  bestimmt  werden,  und  haben  sich  dabei
auch  einige  neue  Arten  ergeben.  Die  Resultate
einer  eingehenderen  Untersuchung  der  Sammlung
werdem  demnächst  im  Notizblatt  des  botanischen
Gartens  und  Museums  veröffentlicht,  ebenda  später
auch  die  Ergebnisse  einer  Qualitätsprüfung  der
Hölzer  gebracht  werden.

2.  Ein  Wardscher  Kasten  mit  lebenden  Pflanzen
von  der  Kulturstation  Kwai  in  Usambara  und  ein
zweiter  desgl.  von  dem  Besitzer  der  Friedrich  Hoffmann-Pflanzung,
  Regierungsbaumeister  Kurt  Hoffmann
  in  Useguha.  Der  überwiegende  Theil  des
Inhalts  beider  Kästen  konnte  als  gesund  und  wachsthumsfähig
  in  die  Kulturhäuser  des  botanischen
Gartens  verpflanzt  werden.  Besonders  willkommen
waren  eine  Anzahl  schönblühender  Zwiebelpflanzen
und  Orchideen,  eine  Dracaena  usambarecnsis,
Secchium  edule  (Chou-chou)  und  junge  Exemplare
des  Mulabaumes,  der  nach  diesen  als  das  gewiß
sehr  werthvolle  Nutzholz  liefernde  Parinarium
Salicifolium  Engl.  erkannt  wurde.
        <pb n="562" />
        3.  Versteinerte  Hölzer
Stationsleiter  Conrau.

4.  Getrocknete  Früchte  von  Botaniker  Zenker
in  Bipindi.

5.  Sämereien  aus  Kwai  von  Stationsleiter  Eick,
darunter  solche  einer  wahrscheinlich  neuen,  wilden
Bananenart  und  solche  des  Juniperus  procera.
Beide  trafen  in  so  reichlicher  Menge  ein,  daß  davon
nicht  nur  an  viele  botanische  Gärten  des  In=  und
Auslandes,  sondern  auch  an  Private  abgegeben
werden  konnte.  Unsere  Gärten  sind  dadurch  um
zwei  neue,  schöne  Ziergewächse  bereichert  worden.

6.  Proben  der  Kulturerfolge  Kwais  mit  europäischen
  Getreide=  und  Futterpflanzen,  dargestellt
durch  in  natürlicher  Größe  getrocknete  Halmbündel
von  Weizen,  Roggen,  Hafer,  Gerste  und  Lupinen.
Sie  haben,  zu  einem  Tableau  vereinigt,  Aufstellung
im  botanischen  Museum  gefunden  und  bekunden  allen
Besuchern  desselben  die  enorme  Fruchtbarkeit  des
Bodens  in  der  Umgebung  der  Kulturstation  Kwai.

Abgegeben  wurden  von  Seiten  der  botanischen
Centralstelle  in  letzter  Zeit  Sämereien  der  verschiedensten
  Nutzpflanzen,  meist  aus  Indien  und  Australien
  stammend,  namentlich  auch  vieler  Palmen  an
die  Gärten  und  Stationen  von  Victoria,  Busa,
Johann  Albrechtshöhe,  Lome,  Kete-Kratji,  Windhoek,
Dar-es-Saläm,  Kwai,  Moschi,  Iringa,  Dabaga  und
Lewa.  —  Ein  nach  Victoria  entsandter  Wardscher
Kasten  ist  nach  einer  Mittheilung  des  Direktors
Dr.  Preuß  dort  in  vortrefflichem  Zustande  angeommen.


1

aus  Mundame  von

 

Stipendium  zu  einer  Joologisch-botanischen  Forschungsexpedition
  nach  dem  #vassagebiet.

Das  Kuratorium  der  Herrmann  und  Elise  geb.
Heckmann  Wentzel-Stiftung  hat  eine  Summe  von
26700  Mk.  zur  Durchführung  einer  zoologischbotanischen
  Forschungsexpedition  nach  dem  Nyassagebiete
  gewährt.  Der  mit  den  botanischen  Angelegenheiten
  der  Expedition  betraute  Botaniker  Götze  tritt
demnächst  seine  Reise  nach  Ostafrika  an.

 

Auszeichnung  des  Dr.  8jöstedt.

Dem  Assistenten  bei  der  Königlichen  entomologischen
  Versuchsstation  in  Stockholm  Dr.  Dugve
Siöstedt,  welcher  in  den  Jahren  1890  bis  1892
eine  ergebnißreiche  Forschungsreise  im  Nordwesten  des
Kamerungebietes  ausgeführt  hat,  ist  der  Rothe
Adler-Orden  4.  Klasse  verliehen  worden.

Die  deutsche  Tiefsee=  Expedition,

welche  am  1.  August  Hamburg  auf  dem  Dampfer
„Valdivia“  verlassen  hat,  wird  unter  Anderem  auch
die  Küste  Deutsch-Südwestafrikas  bis  Kapstadt  besuchen
  und  auf  dem  Heimwege  von  Indien  aus

520

 

Deutsch-Ostafrika  anlausen,  wo  ein  mehrtägiger  Aufenthalt
  in  Dar-es-Saläm  genommen  werden  wird.
In  den  südwestafrikanischen  Gewässern  sollen  besonders
  die  Strömungs-  und  Fischereiverhältnisse
Gegenstand  näherer  Untersuchung  bilden.

–.!..  —  —  —

Berichtigung.
In  dem  Artikel  „Die  portugiesischen  Kolonien

in  Westafrika“  in  Nr.  15,  S.  466  ff.,  des  Kolonialblattes
  ist  Dollar  irrthümlich  statt  Milreis  gesetzt

worden.  Ein  Milreis  in  Gold  hat  einen  Werth

von  4,5  Mark.

i71#  VVyVVVVTYTVYVVVyYVYVVTyT  VV  FV
Tiktter  atur.

Rudolf  Plehn:  Beiträge  zur  Völkerkunde
des  Togogebietes.  Halle  1898.

Der  Verfasser,  Forstassessor  und  Lieutenant  im
reitenden  Feldjägerkorps  Plehn,  hat  in  der  vorliegenden
  Schrift  die  Beobachtungen  und  Forschungen
verwerthet,  welche  er  während  mehrjähriger  Thätigkeit
als  Stationsvorsteher  von  Misahöhe  gesammelt  hat.
Auf  Grundlage  der  Arbeit  ist  ihm  von  der  philosophischen
  Fakultät  der  Universität  Halle  der  Doktortitel
  verliehen  worden.

—  e

Professor  Dr.  C.  Keller:  Die  ostafrikanischen
Inseln.  Mit  42  Bildern  und  15  Karten  im
Text,  3  farbigen  Karten  und  8  Vollbildern.
Berlin  1898.  Verlag  von  Schall  &amp;amp;  Grund.

Mit  diesem  Werke  ist  der  zweite  Band  der

„Bibliothek  der  Länderkunde“,  herausgegeben  von

Dr.  A.  Kirchhoff,  Professor  der  Erdkunde  an  der

Universität  Halle-Wittenberg,  und  Rudolf  Fitzner,

erschienen.  Die  heutige  Kenntniß  unseres  Erdballs

in  einer  Reihe  von  Bänden  allgemeinverständlich,
aber  auf  durchaus  wissenschaftlicher  Grundlage
darzustellen,  ist  der  Zweck  dieses  Unternehmens.

Getreu  diesen  Grundsätzen  wird  jetzt  der

zweite  Band  „Die  ostafrikanischen  Inseln“  herausgegeben.

  Seit  Jahrhunderten  ist  die  europische

Kolonisationsarbeit  mit  Ersolg  im  ostafrikanischen

Archipel  thätig  gewesen.  Die  großen  Unternehmungen

auf  dem  Festlande  Ostafrika,  die  gegenwärtig  mit

erneuter  Kraft  einsetzen,  haben  naturgemäß  die  vorgelagerten
  Inseln  den  europäischen  Interessen  wieder
näher  gerückt,  insbesondere  ist  eine  durchgreifende

Wandlung  der  madagaskischen  Verhältnisse  eingetreten.

  Das  Hovareich,  das  seit  Beginn  dieses  Jahrhunderts

  den  europäischen  Mächten  so  viel  Interesse
einflößte  und  doch  unabhängig  blieb,  ist  vor  Kurzem
in  Trümmer  gegangen.

Thierwelt  und  Pflanzenwelt  der  Inseln  besitzen
ein  alterthümliches  Gepräge,  das  stark  vom  Festlande
abweicht.  Der  Verfasser  bereiste  zum  Zwecke  naturwissenschaftlicher
  Studien  im  Jahre  1886  den  ost-
        <pb n="563" />
        afrikanischen  Archipel  und  gründet  seine  Darstellung
vorzugsweife  auf  eigene  Beobachtungen.

Etwa  die  Hälfte  der  Schrift  ist  der  Insel  Madagaskar
  gewidmet,  deren  geographische  Verhältnisse
von  dem  Franzosen  Alfred  Grandidier  zuerst  eingehender
  untersucht  wurden.

Angegliedert  erscheinen  die  nach  Australien  hin
vorgeschobenen  Eilande  wie  Amsterdam,  St.  Paul
und  die  Kerguelengruppe,  welche  sich  zum  Theil
stark  vom  afrikanischen  Charakter  entfernen.  Der
Verfasser  verwerthet  bei  deren  Schilderungen  die
Ergebnisse  der  „Challenger-Expedition“  und  der
deutschen  „Gazellen-Expedition".

Justus  Perthes'  Deutscher  Marine-Atlas.
Bearbeitet  von  Paul  Langhans.  Mit  Begleitworten
  von  Kapitänlieutenant  a.  D.  Bruno
Weyer.  Zweite  vermehrte  und  verbesserte  Auflage.
  Gotha,  Justus  Perthes.  Preis  1  Mk.

Der  kleine  praktische  Atlas  liegt  bereits  zwei

Monate  nach  seinem  erstmaligen  Erscheinen  in  zweiter

vermehrter  Auflage  vor.  Text  wie  Karten  sind  auf

den  Standpunkt  vom  1.  Juli  d.  Is.  gebracht.

Einen  Schmuck  erhält  die  neue  Auflage  durch  die

neuen  Flaggen  der  Kaiserlichen  Gouverneure  in  den

Schutzgebieten,  der  in  letzteren  thätigen  Gesellschaften,

der  Hülfskreuzer  der  Marine  im  Kriegsfalle  und  der

deutschen  nach  den  Schutzgebieten  Schifffahrt  treibenden
  Rhedereien.

 

K.  E.  Osthaus:  Tagebuch  meiner  in  Gesellschaft
des  Herrn  Prof.  Dr.  J.  H.  H.  Schmidt  unternommenen
  Reise  durch  Algerien  und  Tunis.
Hagen  i.  W.  1898.  K.  Stracke.

Das  vorliegende  Heft  bietet  eine  lebendig  und
anschaulich  geschriebene  Schilderung  der  Eindrücke
des  Verfassers  bei  einer  zu  naturwissenschaftlichen
Zwecken  ausgeführten  Reise  im  Frühling  dieses
Jahres  nach  Nordafrika.  Die  Schrift  gewährt
Touristen,  welche  Algier  und  Tumis  besuchen,
mancherlei  Interessantes.

Archiv  für  Schiffs=  und  Tropen-Hygiene.
Herausgegeben  von  Dr.  C.  Mense.  Leipzig  1898.
Das  III.  Heft  des  zweiten  Bandes  bringt
Aussätze  von
Dr.  A.  Plehn:  Die  Dysenterie  in  Kamerun,
Dr.  O.  Dempwolff:  Aerztliche  Erfahrungen
in  Neu-Guinea  und
Dr.  O.  Schellong:  Zur  Frage  des  prophylaktischen
  Chiningebrauchs.

 

Als  7.  Heft  der  Verhandlungen  der  Abtheilung
Berlin-Charlottenburg  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  ist  jetzt  der  Vortrag  des  Geh.  Medizinalraths

521

 

Prof.  Dr.  Koch:  „Aerztliche  Beobachtungen
in  den  Tropen“,  der  so  großes  Aufsehen  erregt
hat,  erschienen.

R.  W.  Dietel:  Missionsstunden.  II.  Heft.
Dritte  Auflage.  Herausgegeben  von  C.  Paul.
Leipzig  1898.  Fr.  Richter.

Die  vorliegende  Schrift  enthält  interessante
Mittheilungen  über  die  Geschichte  und  Erfolge  des
christlichen  Missionswerkes  in  Hinterindien,  Madagaskar
  und  Jamaika.

C.  J.  Voskamp:  Zerstörende  und  aufbauende
Mächte  in  China.  Berlin  1898.  Verlag  der
evangelischen  Missionsgesellschaft.

Die  reich  illustrirte  Schrift  giebt  ein  interessantes
  Bild  der  Schwierigkeiten  des  Missionswerkes
  in  China.

Das  Comité  Dupleis  hat  im  Verlage  von
Augustin  Challamel  jetzt  in  rascher  Folge  unter  dem
Titel:  „Les  hommes  d’'action“  zwei  volksthümliche
  Biographien  de  la  Salle's  und  Montcalms
von  E.  Guéênin  herausgegeben.

 

Titteratur-Perxeichnißk.

Michaelis:  Was  ist  Kiautschou  wert?  Vortrag  gr.  80.

(27  S.)  Mk.  0,50.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Verhandlungen  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.
  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg  1898/99.
Heft  1:  Leutwein,  Deutsch-Südwestafrika.  Mit  1  (farb.)
Karte.  Vortrag  gr.  8°  (48  S.)  Mk.  1,—.

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Sammlung  geographischer  und  kolonialpolitischer
  Schriften,  herausgegeben  von  Rudolf
Fitzner.

Nr.  2.  Panckow,  Hellmuth:

Die  Verbreitung  des
Deutschtums  im  Auslande.

Mk.  —,50

Nr.  3.  Kraus,  Prof.  Dr.  Alois:  Aufgabe  und  Methode
der  Wirtschaftsgeographie.  Mk.  —,50.

Nr.  4.  Hahn,  Dr.  Ed.,  Siedelungskolonien,  Plantagenkolonien
  und  Faktoreikolonien.  Mk.  —,50.

Nr.  5.  Fitzuer,  Rudolf:  Ein  deutscher  Dampfer  für
Tanganyika.  Mk.  —.50.

Nr.  7.  Lehzen,  Philipp:  Die  Stellung  der  Deutschen
und  die  Aussichten  der  deutschen  Auswanderung  in
Meriko.  Mk.  —,  50.

Nr.  10.  Fitzuer,  Rudolf:  Die  Pflanzungen  in  Deutsch-Ostafrika.
  Mk.  —,80.

Nr.  11.  Sander,  Dr.:  Die  Ninderpest  und  ihr  Einfluß

auf  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  in  Deutsch-Südwestafrika.
  Mk.  —,80
Seidel,  H.:  Lome,  die
kolonie.  Mk.  —  ,0.
Hermann  Paetel  in  Berlin.

Nr.  12.  Hauptstadt  der  Togo-
        <pb n="564" />
        —  522  —

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
„Bussard“  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).
.  »Condor«Saitsibar7x7.——14,-"7.Mah6(-Seychcllcn).(Poststation:Sanstbar.)
M.  „Cormoran"  18/7.  Hongkong  20/7.  —  23/7.  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)
M.  „Falke“  28/6.  Matupi  29/6.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  „Habicht“  5/7.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/Z3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
M.  S.  „Schwalbe“  7.,6.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

.  M.  S.  „Wolf“  1/6.  Kapstadt  8/7.  —  11/7.  Lüderitzbucht.  (Poststation:  Gaboon.)
Ablösungstransporte:

Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Cormoran=(ganze
  Besatzung):

M.
M

####
-

—

Ausreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  Reincke:
Wilhelmshaven  4/5.  —  14/5.  Port  Said  15/5.  —  26/5.  Colombo  27/5.  —  1/6.  Singapore  1/6.
—  Manila.  —  13/6.  Shanghai  14/6.  —  16/6.  Kiautschou  19)/6.
Heimreise:  Kapitän  zur  See  Becker:

Kiautschon  19,6.  —  21/6.  Shanghai  22/6.  —  Manila  30/6.  —  4/7.  Singapore  5/77.  —
11/7.  Colombo  12/7.  —  25/7.  Port  Said  25/7.  —  Wilhelmshaven.
Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Bayern“  des  Nordd.  Lloyd  mit  einem  Theil  des  Ablösungstransportes

  vorstehend  zu  1:  Ausreise:  Transportführer:  Kapitänlientenant  Persius:
Bremerhaven  18/5.  —  1/6.  Neapel  1/6.  —  5/6.  Port  Said  5/6.  —  10/6.  Aden  10/6.  —
17/6.  Colombo  17/6.  —  Hongkong  29/6.  —  2/7.  Shanghai.
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänliceutenant  Lietzmann:
Shanghai  15/7.  —  19/7.  Hongkong  20/7.  —  25/7.  Singapore  26/7.  —  31/7.  Colombo  310/7.
3.  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Condor“  (ganze  Besatzung):

Ausreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Herzog“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Unterlieutenant  zur  See  Förtsch:

Hamburg  11/5.  —  13/5.  Amsterdam  14/5.  —  18/6.  Leixoes  19/5.  —  20/5.  Lissabon  21/5.—

26/5.  Neapel  26/5.  —  30/5.  Port  Said  31/5.  —  5/6.  Aden  5/6.  —  156.  Sansibar.

Heimreise:  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,
Transportführer:  Lieutenant  zur  See  Mommsen:

Sansibar  18/6.  —  29/6.  Port  Said  30/6.  —  4/7.  Neapel  4/7.  —  9)/7.  Lissabon  9/7.  —

13/7.  Rotterdam  14/7.  —  15/7.  Hamburg  16/7.  —  16/7.  Wilhelmshaven.

—  —.  —  —  —

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—  —  —  m  —  —  —  ——  —  —  .  —  —  —„  3  —

Derkehrs-Machrichten.
Die  Postanstalt  in  Iringa  (Deutsch-Ostafrika)  ist  am  24.  Mai  eröffnet  worden.

 

Postdamysschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  ham  17.,  31.  August  Tanga  19—20  Tage  am  15.,  29.  August,
(deutsche  Schifte)  120  abds.  Dor  es  Sal.2021  Tg.  *  28  “  Septbr.
„  Berindisi  am  11.  September  Sansibar  22  Tage  (%  abds.
1.  Deutsch-  Spafrita.  eeingusche  Scife),  100  abds.  ·
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(eranzostsche  Schißh  40  nms.  11100  7#  abbs.
·  «  ·  Southampton  am  27.  August  Lüderitzbucht  22  Tage  am  26.  August
2.  Deutsch-Südwestafrika.  ]  Goner.)  40  nms.  Swakopmund  25  Tage5  us.
(Nach  Keeimanshoop,  Gibeon,  stadt,  dann  deutscher!
mrhe  und  glikcun  Lampfer  „Leutwem.)  Swak  d  30  Ta  am  25.  September
wöchen  »is  Kapfstadt.  *  S  e  25.  Se
bei  d  ambure  am  25.  September  wakopmun  g
o½  ort  weser  *  aeen  *—in*-  nachto  Lüderipbucht  40  Tage  720  abds.
        <pb n="565" />
        523

 

 

 

 

 

 

 

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-..  —.—

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Arusschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
5  schiffungshafen  l  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
amburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  1  Oeutsche  Schisfe)  nachts  72  abds.
KRamerun.  Liverpool  am  31.  August,  Kamerun  22  Tage  am  29.  August,
IU  (englische  Schiffe)  28.  September  26.  Sept.  15  ms.
Hamburg  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
4  logo-Gebiet  (beutsche  Schiffe.]  am  20.iedes  Mts.  Fn  Tags  Tane  Monats  72  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  24.  August  Quittah  z  Tage  oem  22.  August
Marseille  oder  Bordeaux  Cenglische  Schiffe)  von  da  ab  Landverbindung  15  ums.
nur  auf  Verlangen  dess  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  6  l1—  Schisse)  #  gachm.  1  %n  ab  ——  10  4bos.  "r
ordeaux  am  ep  .Nov.  Cotonou  age  am  8.  Sept.,  8.  Nov.
(französische  Schiffe)  I  110  vms.  von  da  ab  dnrrli  107  aber-Mavel-.
  n  am  24.  Aug.,  16.  Ott.  Stephansort  45  Tage  am  22.,  26.  August,
5.  „Neu.  ,  (deutsche  Schiffe)  abds.  17.,  21.  Oltober
Deutjch  Nen  ·  Guinea  a"  ny  am  n  Aug.,  23.  Okt.  -  41  Tage  1146  abds.
(Nachversan

–—d  —

ö6.  Marshall.  Inseln.

 

 

 

—

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Die  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.

 

 

—  –—.

—-.  —  —.—S  —   S

 

 

 

 

 

 

—  ——.....
Deutsch-Ostafrika  Neapet  em  21.  August  Togogebiet  ..  ...  Pumuck  e  *  3  M
#  Krinis  9  #  en  16  ban-  ,  6  Marseille  am  16.  jedes  Monats
deusch-  Zůdwellasrita  Southampion  am  Auqust-  —  Deutsch  Nen  ·  Suinea  Nefellani
Rameren  B  #  e#n  2  Each.l  MonaisB  NMarsdhall-  Inseln  —  unbestimmt

1  1  6

 

 

 

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schifsen  eintreffenden  Posten.

—  —  ——  —

Sc-hiffsbewegungen  der  Worrmann=  Linie  zwischen  Hamburg  und  West-—

  —  —

—

und  Südwestafrika.

 

 

 

Postdampfer  Reise  Leyte  Nachrichten

*1.  von  nach  bis  12.  August  1898
„Adolph  Woermann“  Hamburg  #  Loango  am  28.  Juli  in  Loango.
„Aline  Woermann“  Hamburg  C  Loango  am  Z3.  August  in  Ramerun.
„Anna  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  4.  August  in  Accra.
„Bruxellesville“  Antwerpen  Kongo  am  12.  August  in  Madeira.
„Carl  Woermann“  Lagos  Hamburg  am  5.  August  in  Las  Palmao.
„Eduard  Bohlen“  Coango  Hamburg  am  28.  Juli  in  Hamburg.
„Gla  Woermann“  Oamburg  Sherbro  am  11.  August  in  Gorce.

Gertrud  Woermann“  Hamburg  Rotonon  am  6.  August  in  Conakry.
„Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Hamburg  am  25.  Juli  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann“  Whndah  Hamburg  am  10.  August  in  Accra.
„Delene  Woermann“.  Hamburg  Futa  am  11.  August  ab  OLamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  3.  August  in  Kamerun.
„Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  10.  August  in  Tanger.
„Lulu  Bohlen“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  August  in  Accra.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Kapstadt  am  1.  August  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“  .  Hamburg  Lüderinbucht  am  17.  Juli  in  Kapstadt.
Lrofessor  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  4.  August  in  Lagos.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Benguella  am  3.  August  Dover  passirt.
        <pb n="566" />
        524

Schisssbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Lamburg—Ostefrikah.

 

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Reise  Letzte  Nachrichten

achese  von  6  nach  bis  28.  Juli  1898
„Köniiéeéeée  z.  Zt.  in  Homburg.
„Herzog“  .  .  ...  Durban  Hamburg  am  28.  Juli  an  Suez.
„Kaiserrr  Hamburg  Durban  am  27.  Juli  ab  Suez.
„Kanzlerr  Hamburg  Durban  am  27.  Juli  an  Durban.
„Bundesrath  Hamburg  Delagoabai  am  27.  Juli  an  Lissabon.
„Reichstagggg  Hamburg  Delagoabai  am  26.  Juli  an  Mombassa.
„Admiralll  Delagoabai  |  Hamburg  am  18.  Juli  ab  Delagoabai.
„General  ......  Delagoabai  Hamburg  am  26.  Juli  an  Narseille

 

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de:rtschen  Kolonien  (26)

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räzisionsmaschinen  hergestellten  Jardgewehre.  als:  Doppelflinten,
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Spesialität:  Alleinige  Fabrikation  von  Jagduewehrlluslen  aus  dem  bis  jetzt

unbertroffenen  Krupp'schen  Spezilal-Gewehrlaufttahl,  G#dem  besten  aller
existirenden  Laufmaterialien.  Gesetzlich  geschützt.  (179)

 

 

 

 

 

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in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luftschichten.
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offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  Frösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  alier  deutseber
alrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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527

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Fabrikate  hergestellten.

Import-Ersatz-Marken:

Ceres  Ganml).  Mediafaçon,  mild  das  Mille  Mk.  60

Manilla  (Manilla),  (ortadofacon,  mill  „  80
Buen  Olor  (Cuba),  kl.  Engländerfaçon,  mittelkräftig„  „  60
I2TPera  (Havana),  kl.  Engländerfacon,  voll  und  saftig  6  75
For  Fina  (Havann),  kl.  Engländerfaçon,  fein,  mil„  „  100
Arte  (Havana),  kl.  Engländerfaçon,  fein,  mittelkräftig  41100
El  Jusullo  (favana-Mexico),  gr.  Importfae.,  hochf.,  mittelkr.  „  „  „lõo

Holländer-Marken

(Leichtere  Qualitlten.)

Fastoso,  mittelgrosses  Facon,  mittelkräfti
Pelia,  Bockfacon,  mntellet.  .

das  Mille
.  Mk.  32
.„  35

Waldmanns-liell,  grosses  Bockfaçon,  mittelkräftig  „  40
Silphla,  gewöhnliches  gerades  Facon,  leicht.  ..  -45
Lulkosa,’l’kaincos  keini  lleicht  pkickelnd..........»48
,·  ollinder,  hoch  aromatische,  milde  hollän-  c

ock  di  areon.  dische  Mischung,  nur  in  Kistchen  à  200  St.  52
Ereserenela,  Regaliafagon,  milld  .  P6
Handellins.  mittelgrosses  Facon,  fein,  mittelkräftig  „  60
Leinsebmecker  III.  mittelgross,  allerleicht.  f.  holländ.  Mischung  „  60
mir,  grosses  Bockfaçon,  feine  milde  holländische  Mischung  6

560  orro,  mittel  Bockfaçon,  mittelkr.,  IIavanamischung  .#,  64
Urbhens,  mittelgrosses  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  720
1  ureles,  schlankes  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  „  95
krthts.  schlankes  Facon,  sehr  tein,  mittelkräftig  ...  „  90
n  #  Matanzas,  Trabucos  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  100
L#  gaton.  gekürzt  Mediafacon,  sehr  fein  prickelnd  110
*  agnisieos,  Media  Regaliafacçon,  sehr  fein,  krüstig  125
ubeba,  sehr  grosses  Bockfacon,  hochfein,  mild  150

Die  Firma  betreibt  den  Export  nach  den  deutschen  Kolonien
als  Specialität.

 

Besondere  Bedingungen  für  kExport-Sendungen.

Sendungen  nach  Ausland  und  den  Kolonien  erfolgen,  da  Nachnahme

nicht  überall  zulässig  ist,  nur  gegen  Vorausbezahlung  (Bar  oder  Anweisung

aal  deutschen  Bankplatz)  mit  5%  Skonto.  Zigarren  von  100  Stück  aufwürts

zum  uepreiie.  Farbenungabe  erbeten.
Jach  überseeischen  Flätzen  gehen  meine  Sendungen,  wem  nicht  be-AWimmte

  Schiflsgelegenbeiten  vorgeschrieben  sind,  in  der  Regel  mit  dem

erstabgehenden  deutschen  Dampf  i  i  i

zewi  pfer.  Die  Verpackung  geschicht,  sofern  nicht

hoerwichtebestimmungen  oder  anders  lautende  Vorkenrikten  entgegenstehen,

auch  jea¾e  er  Zinkkiste  (à  M.  1,50  pr.  Postpacket).  Auf  Wunsch  kunn  aber

Selbsüleoes  einzelne  Kistchen  in  Zink  verpackt  werden,  wofür  ich  nur  meine

ealen  derechne  (ca.  50  bis  60  Pf.  für  das  Kistchen).

9*  ostpackete  (von  5  kg)  und  grössere  Frachtsendungen  liefere  ich

zur  Grenze,  bezw.  frei  deutschem  Sechafen,  die  weiteren  Fracht-  etc.

1——1-—

   
 

—  —  —  2  1  #  .
—  —  —  —  —  —  —

 

Bitte  lesen!

 

Mit  Vergnügen  ergreife  ich
die  Gelegenbeit,  zu  bestätigen,
dass  ich  nun  seit  Cs.  15.  Jahren
meine  Zigarren  von  Ihnen  beriebe
und  in  diesem  langen  Zeitraume
nicht  einmal  einen  QOrund  zur
Klage  gehabt  habe.  Diese  lange
Bezugszeit  spricht  am  Besten  für
die  Güte  der  bezogenen  Zigarren,
für  die  Gleichmissig  keit  der  Lieferungen,
  wie  für  die  Preiswüruoigkeit
  Ihrer  Fabrikate.

Kaiserslautern.  14.  Jan.  1897.
M.,  Masjor  z.  p.

Seit  15  Jahren  beziebe  ich
meinen  ganzen  Bedarf  an  Zigarren
von  der  Firma  A.  F.  Emde  in
Dasseldorf  und  muss  die  Preiswüriigkeit
  der  gelieferten  Markon.
22,  La  Cruz  o  Venera  und  Zigarillos
  No.  40,  Hers,  sowie  die

nꝛ  reolle  und  aufmerksame  Beienung
  rühmend  anerkennen.
Ravensburg,  15.  Januar  1897.
Umgeld-Commissr  M.,  Sekretir
der  Handels-  u.  ewerbekommer.
X

Bereitls  über  20  Jahre  bezicehe
ich  meinen  Beilart  an  Zigarren
von  Ihnen  und  waren  dieselben
stets  nach  Güto  und  P.eiswürdigkeit
  zu  meiner  vollsten  Zufriedenheit;
  es  entsprach  die  Marke
Erellent  als  eine  gate  NMittel-Zigarre,
  und  Sagten  wir  die  Sorten
Ceres,  Melpomene  und  El  Morro
anz  besonders  zu;  ich  kann  deher
hre  Firma  jedem  Raucher  mit
bestem  Gewissen  empfehlen.

Wadern,  13.  Januar  1897.
R.,  Königl.  Forstmeister.

Ich  bestlitige  Ihnen  gerne,
dass  ich  schon  seit  mindestens
15  Jahren  meinen  Bedaif  an  2igarren
  nur  von  Ihnen  beriebe.
Wenn  ich  auch  dazwischen  einmal
  anderwarts  zu  einem  Versuch
mich  bewegen  liess,  s0  kehre  ich
doch  immer  wioder  zu  Emde  zurück.
  Die  von  wir  bevorzugten
Sorten  sind  Preferencia  und  Estar
Bnenc,  leicht  mild  und  sehr  aromatisch.


Thalmlssin
1897.  .

*

Die  beiliegende  Bestellung  etc.,
%2  Jan.  1698,  war  bereits  geschrieben,
  als  Ihre  erste  Sendung  2igarren
  eintraf,  dio  mich  sehr
defriedigte.  Will  darum  der
oben  erwkhnten  gieich  noch  eine
grössere  Bestell.  beifügen.  Bitte,
senden  Sie

Otjimbingue,  4.  Febr.  1898.
Deutsch-Sudwestafrika.

Pa#tor  ..,  Missionar.

i.  By.,  13.  Jan.
Dekan.

  

An  allen  deutschen  Kolonien
        <pb n="570" />
        aAa  cm.½%  e——

/#l  J  (cy

Berrsche  Pfamkete,#

und  jede  Länge  sofort  anzeigend.
Prosp.  franco  von  0.  Krautmann,
Erlbach  50  (Vogtland).  (761)

Unentbehrliche  Veuhelt  für  die  Tropen!

Nessellaser-Kleidung.

Deutsches  Reichs-G.-M.  No.  71  730.
Englisches  und  belgisches  Patent.
Vessetäodk  ger  Ersatz  für  rein  wollene
u.  seidene  Ober-  und  Unterkleidung.
Schweiss  aulsangendes,  absolut  nicht
kältendes  Gewebe  von  unbegrenzter
Haltbarkeit.  In  der  Wäsche  unveränderlich
  und  sehr  leicht  zu  behandeln:
  Per  Stück:
Nessellasser-  Tropenanzüge.  N.  15.—
Wesselfaser-Schlafanzu0oe,  12.—
Nesselfaser-  Tropenhemden..  „  3.76
Wesselfaser-Tropenjacken.  3.—
Wesselfaser-  Tropenunterbeinkleiher
  „  3.—
Musterstücke  nebst  Preisliste  gerne
zur  Verfügung.
Allein.  Fabrikant  u.  Patentinhaber:

Ferdinand  Kahn,  Kgl.  bayer.  Hoflief.,
Germersheim  a.  Rhein.  (257)

Kewitsch  Orgelarmuoenlum.


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Preise.  von  200  Mk.  an,
speziell  für  tropisches

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Johannes  Kewitsch,
Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

 

 

  
 

 

(128)

 

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und  Oberlichte  jeder  Art,  (181)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

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Transporte  jeder  Art.  (2#½)

A.  Warmauth,

Molpedlteur  Sr.  Könlsl.  Hobelt  des
rinzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berlin,  Kommission.

Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.  Garnisonkirchela.

 

 

 

Gebrüuder  Elkan.  Chemnitz.
Alleinige  Fabrikanten  von
Dr.  Thomalla's  Gesundheits-Socken
  und  Strümpfen,

sonstige  Spezialitäten:  (205)
Kadfahrer-Strümpfe,  Sweaters,
Schotten,  Knopf-Handschube.

 

 

 

 

—5  —

 

        

—1  '--  .««-.

Waffen.  Jagd

geräthe.
Man  verlange  die  reich  illustrirten  Kataloge,  welche  gratis  und  franko
versandt  werden.  Lieferungen  durch  Wiederverkäufer.  (79)

Albrecht  Kind,
Hunstig  bei  Dieringhausen  (Rheinland).

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (com.  E.  Schering)  zu  Berlin

Hanotm  Hruurun

(salzsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor

Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prosfesson
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
VNcheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum.
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenrenannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Osdenburg;

#e#relona:  J.  Esplell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Küll;
Moskau:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Willlam  Street;

Faris:  Max  Frères,  31  rue  des  peiites  Ecuries;

Rlo  de  Janelro:  Magalbhäes,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

..—.  —

—i#c.......n—n
Ferd.  Flinsch

Papier-Fabriken.
Hamburg-Berlin  —  Leipzig  etc.
Paplere  und  Pappen  aller  Art.

ECxpo##-  Mbtheilung:  Hamburg.

Im  Auslande  Import-  Agenten  gesacht  an  den  run
Wo  noch  kelne  Vertretungen  errichtet  alnd.  —

  

 

(h

Gesetzlich  eingetragene

 

 

Schutzmarke.
        <pb n="571" />
        ——'.—

—

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BERLIN  NW.  7,  Neustädtische  Kirchstr.  15.
Einziges  Spezial-Geschäft  Deutschlands  for  komplete

Tropen  -usrüs  üstungen.

 

General-Vertreter
für  Deutsch  -  Ostafrika:
E.  Müller  &amp;amp;  Devers,
Dar-es-  Salfm.

 

 

 

 
       

Preislisten

gratis  und  franko.  Tropen-  Anzüge,  Tropen-Wüsche,

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Tropen-  Kopfbedeckungen,
Tropen-Fussbekleidungen,  Tropen-Kofffer,
Tropen-Zelte  mit  Einrichtung,

 
 

Tropen-Jagdausrüstungen,
Tropen-Süttel,  Tropen-Menagen

1  □J  8  ·  W.  (235)

   

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Telegramm-Adresse:

Tippotip,  Berlin.
        <pb n="572" />
        5—  4%
%

 

Reuigkeiten
aus  dem  Verlage
der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWuo,  Kochstraße  68—71.

 

Die  Torpedowaffe,
ihre  Geschichte,
Eigenart,  Verwendung  und  Abwehr.
Mit  einem  Anhange:

„Ueber  den  Untergang  des  Panzerschiffes
„Maine“
der  Flotte  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.“

Von
Hermann  Gercke,
Korvettenkapitän.

Mit  48  Abbildungen.

Preis  Mk.  3,—.

Die  Deutsche  Marine

nach  dem  Flottengesetz  von  1898
mit  Berücksichtigung  der  bis  zum  Jahre
1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.



In  Tabellenform  übersichtlich
zusammengestellt  von
Helm,

Hauptm.  ä  la  snite  der  II.  Ingenieur-Inspektion
  und  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt.
Einzelpreis  60  Pf.,  in  Partien  von
30  Exemplaren  und  mehr  50  Pf.
für  das  Exemplar.

—..  ——  ——

Die  Seeinteressen  des  Deutschen
Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veraulassung
  des  Reicho-Marine-Amts.

ark  1,—.

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Ants.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,50.

 

 

perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitätsrath
  und  Departements-Direktor  im

Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1,60.
u—.—““.————

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GutgepfegteRhein-u.  Moselweine,

im  Export  bewährt,  liefern  billigst
Weingutsbesitzer,

Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co.,  Oberwinter  a.  Rh.

London  E.  C.,  2  Royal  Exchunge  Buildings.  (us)

  

    

 

 

 

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ist  als  das

beste  Wasserfilter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.des
Königl.Preussischen

Wiegsministeriums.
K  Nersefeld-Fiter  Cselschal

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(I#)

Soeben  erschien:

Weltgeschichte

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

 

    

 

 

 

Ein  seltenes  Buch  —  von  hohem  Interesse  für  jeden  Deutschen!
Das  Buch  bietet  geistigen  Genuß  beim  Lesen,  neue  Gesichtspunkte
und  Anregung  zu  eigenem  Nachdenken.  Mehr  als  auf  eine  reichliche
Menge  der  Thatsachen  zielt  der  Verfasser  darauf,  die  leitenden  Ideen
der  Zeiten  hervorzuheben  und  uns  Deutsche  aufzufordern,  ihre
Anwendbarkeit  auf  unsere  Geschicke  zu  prüfen.

in  Umrissen.

Federzeichnungen  eines  Deutschen,
ein  Rückblick
am  Schlufse  des  19.  Jahrbunderts.
Geheftet  Mk.  9;  in  Halbfranzband  Mk.  11.

 

 

     

 

 

    
    
       

 
  
 

(130)
        <pb n="573" />
        531

—  ————ttusrF  timt“W  lW—————————————

 

Gegründet  1852.

M.  OTTO  W.  MÖOLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
·  Lelegramm  -  Adresse:  Mottoller,  #

Spedition  und  Commission,

Exvpedition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondensz  erbeten.  (223)

 

 

 

       

 

NE  UI  NE  U1

Eik.  Condurange  peptonat.  Immermann.

I#  Originalflaschen.  Als  von  Torzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  H)ponterie,  bestes  Präwentivund
  Kellmittel  bei  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normali-Sirung
  der  Magenfunktionen  während  und  Dach  allgemeinen  Erkrankungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell  Es  ist  von  höchstem
Vertbe  für  die  ingliche  Pranls  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden
kukl.  ondurango  Ferro-CTonchinint.  In  Originalflaschen.  Mit
mmermann  schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  best-VTerträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Lorvenleiden.  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den

Potheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
Vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
3  Vveranlassen  (vide  Gebhard-  Michnelis'sches  Referat).  —  Proben  und

rucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fubrikant:  (22)

Abotheker  F.  Walther,  Strasshurg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

t

Durts  "

zJ—

ein

1
—  —  —  9

a  neoblechmeektnde  Chlnapräparat,  aus  bester  Chlna-Calisaya-Rinde  bewolire
  ben  Alt  sämtliche  wirksamen  Bestandteile  (Alkaloide)  in  möglichst
·  meckender  Form  und  wird  in  allen  Fällen,  wo  Chinarinde  indicirt

Au- 



Ust,  angewandt,  besonders  ·  itlosigkei
egen  Verdauungsstörungen,  Appetitlosigkeit,
—  und  Schmächesukänger  n  pp  —
rianns  trhgmiel  nach  heftigen  flebern,  hesonders  nach  influenza,
mediain  *  alaria  u.  s.  w.  bewährt  es  sich  ausgezelchnet  und  wird  von
schen  Autorltäten  bestens  empfohlen.  (103)

Man
hüte  sich  vor  Nachahmungen  und  achle  auf  die  Schutzmarke  der  Flimn.

Albert  C.  Dung.reiburg  i.  B.

 

 

 

 

Vortrekliche,  naturreine
Obstweine

C.  Wesche,
Quedlinburg.
Probeaufträge  empfohlen  auf
assortirte  Kisten,  enthaltend  zwölf
Flaschen  im  Werthe  von  ca.  M.  12,—
franco  Hamburg.
Jobannisbeerwein,  weiss  und  roth,
Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerweln,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstwelnperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger

Schloss-Champagner.
Export-Vertreter:
Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (Lus)

 

Aelteste  deutsche

Schaumwein--Kellerei
Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

dery  &amp;amp;  etra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten

(30)  Esslingen.

C.  Madquet,

Heidelberg  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

Räderbahren,

Tragbahren,  Tragsekhie.

 

 

    

AUmmmt
—  —  .5ä  1
6  E  #6

Sämmeliche  Möbel  zur

Krankenpflege,

Krankenstühle  Jeder  4ri,
Badeapparafe.  (u#)
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        532

 

 

—

.——
1—  —

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Witkler  &amp;amp;  Solhn,  Berlin  8W12,  1

 

 

Kochstraße  68—71.

 

 

Das  Werk:

 

 

—  ——  —

D

ie

Curopäischen  Kolonien.

 

Schilderung  ihrer.  Entstehung,  Entwickelung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Mlfred  Zimmermann.

––·

Erster  Band:
Die  Kolsnialpelitik  Portugals  und  Spaniens

 

Iin  ührer  Eutwichelung  von  ben  Aunfäugen  bis  zur  Gegeswart.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen
und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte  des  16.  Jahrhunderts.

Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalbaud  Mk.  11,50.

 

Zweiter  Band:
Die  SKolenialyelitik  Großbritanniens.

Erster  CTheil.
NVes  des  Aufäuzen  bis  zam  Absall  der  Vereinigten  Staalen.
Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.
Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.

hat  in  den  betheiligten  Kreisen  eine  überans  rege  Beachtung  und  günstige  Aufnahme  gefunden.  Das  Werk
kann  als  ein  Lese=  und  Lehrbuch  gelten,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer
nutbringenden  Weltpolitik  zu  geben  vermag.  Es  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  eur  opäischen
Kolonialpolitik  dar  und  ermöglicht  allen  Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die
Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte.  Die  nachstehenden

Stimmen  der  Presse
kennzeichnen  den  Werth  und  die  Eigenart  des  Werkes:

Bei  Erscheinen  des  ersten  Bandes:

Militär,  Litteratur-Zeitung  Nr.  14  vom  Nov.  1896:
Wir  haben  in  diesem  Bande  den  Beginn  einer  für
die  Kolonialpolitik  der  Gegenwart  hochwichtigen
und  bedeutungsvollen  Arbeit.  Wir  stehen  nicht
an,  es  geradezu  als  ein  Lehrbuch  der  Kolonialpolitik
zu  bezeichnen  mit  seiner  reichhaltigen,  gewissenhaften
  Forscherarbeit.

Kölnische  Polkszeitunz  Nr.  833  vom  7.  Dez.  1896:
Das  Buch  verdient  die  weiteste  Berbreitung  in  allen
gzebildeten  Kreisen.

Deuische  Re##e,  XXII.  Jahrg.,  Februarheft:  Die
Darstellung  ist  klar  und  flüssig,  das  Wichtigste
ist  mit  Geschick  hervorgehoben,  und  das  Werk  ist  der
Beachtung  der  weitesten  Kreise  werth,  da  es  nicht
nur  den  Interessenten  unserer  Kolonialpolitik  einen
nicht  zu  ubersehenden  Spiegel  vorhält,  sondern  auch
die  erste  Zusammenfassung  der  gesammten
Kolonialgeschichte  bietet  und  somit  auch  dem
Historiker  und  Geographen  von  großem  Nutzen  ist.

Hülterarisches  GCentralblakt  für  Penischland,  1897,  Nr.  3:
..Dem  Fachmann  sowie  dem  Laien  sei  das  Buch
als  belehrende  oder  unterhaltende  Lektüre  empfohlen.

Denische  Kolonialzeitung  Nr.  51  vom  19.  Dez.  1896:
..  Aue  der  Geschichte  konnen  und  müssen  wir  lernen,
deshalb  sei  die  Lektüre  des  vorliegenden  Buches
besonders  empfohlen.

Leipiiger  Illustririe  Jeitung  Nr.  2792  v.  2.  Jan.  1897:

Dem  Freund  wie  dem  Gegner  der  Kolonialpolitik

  sei  das  Studium  des  Zimmermannschen
Werkes  angelegentlich  empfohlen.

U#etermanns  Mittheilungen,  1897,  Heft  5:  Zimmermanns
  vorliegendes  Buch  ist  von  hohem  prak- 



 

 

 

tischen  Werthe,  verdient  von  allen  Kolonialfrenuden
  gelesen  zu  werden.

Elohns  Nr.  20  vom  Nov.  1896:  hier  sind  allgemeine
  Kapitel  eingeschaltet,  die  uns  jedesmal  die
Interna  der  Verwaltung,  die  Finanz=  und  Zollwirthschaft,
  die  Handelsbeziehungen  zur  Heimath  und  remde
2c.  besser  erkennen  lehren.  Wir  halten  diese  Ab  chnitte
in  mehr  als  einer  Hinsicht  für  die  wichtigsten  und
für  den  Kolonialfreund  nützlichsten.

Bei  Erscheinen  des  zweiten  Bandes:

SInteligemblatt,  Krankfurt  a.  M.,  Nr.  59  vom
11.  März  1898:  Es  ist  in  hohem  Maße  erfreulich,  daß
Dr.  Zimmermann  es  verstanden  hat,  seine  auf  breiter
wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Untersuchungen
in  ein  so  angenehmes  Gewand  zu  kleiden,  daß
die  Darstellung  sich  zuweilen  liest  wie  ein  Roman  und
daher  auch  Demjenigen,  den  nicht  gerade  sein  Beruf
zur  Antheilnahme  an  kolonialpolitischen  Fragen  aus  der
Gegenwart  oder  Vergangenheit  nöthigt,  Interesse  abverlangt.

Natisnal-  Jeilnag  Nr.  168  vom  12.  März  1898e:
..  Das  Buch  ist  eine  werthvolle  Bereicherung
unserer  geschichtlichen  Litteratur  und  läßt  den
noch  angekündigten  vier  Bänden  des  Werkes  mit  dem
lebhaftesten  Interesse  entgegensehen.

Allenser  Nachrichten  Nr.  45

die  Ereignisse  selbst  zu  berichten;  es  reizt  ihn,  na

dem  wirthschaftspolitischen  Warum  des  Warum  zu

fragen,  und  so  gruppiren  sich  die  bedeutsameren  g  1

schichtlichen  Vorgänge,  welche  er  behandelt,  gan

selbst  zu  Weltbildern,  aus  denen  man  ganz  andere  inge

erfährt  als  nur  die  Buntheit  der  geschilderten  Thatsachen.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes  zu  beziehen,

gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  porkofrei  von  der  Verlagsbuchhaundlung.

vom  23.  Febr.  1898:
..  Alfred  Zimmermann  begnügt  sich  nicht  damit,  über

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

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Zuverlässigkeit  unübertroffenen  Aeetylengas  -  Apparat.  Das  aus
Calcium-Carbid  und  Wasser  entwickelte  Acetylengas  überstrahlt
an  Leuchtkraft  nahezu  alle  anderen  Lichtarten  und  stellt  sich  verhältnissmässig
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München  1654.  &amp;amp;  Melbourne  1880.  (mu)
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in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
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Schutztruppe  empfohlen.
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der  Deutschen  Steinguttabrik,  AcençLesellschaft,
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Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (146)

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Gründungsjahr  1880.
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Deutschland,  Frankreich,  Russland,
England,  Amerika  u.  s.  w.  (265)

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Am  20.  August:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncu.

Am  31.  August:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Goréee,  Dakar,  Rufisque,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.
Am  10.  September:  P.  D.  „Eduard  Bohlen“,  Capt.  IJversen,

nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Södwestküste  Afrikas
bis  Loango.

Am  18.  September:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Carstens,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

MAMächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  September,  2825.  November
  und  ferner  am  25.  jedes  zweiten  Monats.
Alle  Guter  mössen  om  Tuge  vor  dem  Abgangedatum  5f4°  12  Uhr  mitcage  zänosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passae  ertheilt  die  Woermann-Linie
(n)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

1  6  (  zwischen

0  24  Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,
1  Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  näcbsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

 

 
   
  

    

'5  KOENIG“,  Capt.  Doher  17.  August,
„GENERAIL“,  Capt.  Kennn  17.  August,  31.  August,
*HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorll  ...  l.  August,  14.  September,
„ADHIRAL‘,  Capt.  Westt  14.  September,  28.  September,

nach  Mombassa,  Tanga?“,  Pangani?:,  Saadanis,  Bagamoyo,  Dar-os-Salüm?",  Sansibar?,  Kliwa,  Lindl,
MIindani,  Ibo,  Mozambique  “,  Quellmane?,  Chinde:,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban".
Die  mit  einem  *  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  verschenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  C  verscehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzdoliche  Einrichtfinpen  fUr  Pussagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhälen  sowie  nach  Transvaal
(Jobannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabui.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

"„owie  wegen  Fracht  und  Passage  die  «
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  August  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="579" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszegeben  in  der  Kolonial-Abtheiluutz  des  Auswärtigen  Amie.

 

–.  .-.  3  —  —  —  —  —  1  r—  —  —  ——  —  —  —  —  — 

I  Jahrgang.  Berlin,  1.  Zeplember  1898  Nummer  17.

––  ——  —  —  —  —  —  —.  §  .  1——  —  ——  —

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr

v.  Danokelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mkk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  Kbnigliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

 

Junhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  Schutzgebiete  Togo  S.  537.  —
Erlaß  des  Reichskanzlers  an  sämmtliche  Kaiserliche  Konsulate,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der
einen  deutschen  Hafen  anlaufenden  Seeschiffe  S.  537.  —  Ernennung  von  Mitgliedern  für  die  fünfte  Sitzungsperiode
des  Kolonialraths  S.  540.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  August  S.  541.  —  Nachweisung
  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Juni  1898  S.  541.—
Personalien  S.  542.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  542.  —  Deutsch-Ostafrika:  Reise  des  Gouverneurs
Liebert  S.  543.  —  Kamerun:  Besiegung  des  Häuptlings  Ngilla  S.  543.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Bergwerksangelegenheiten
  S.  543.  —  Brunnenbau  in  Südwestafrika  S.  545.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  545.—
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  545.  —  Aus  fremden
Kolonien:  Bericht  über  eine  Reise  von  Singapore  nach  Borneo  S.  550.  —  Ueber  den  Handel  Ostafrikas  mit
Indien  S.  557.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Anleitung  zum  Sammeln,  Konserviren  und  Verpacken  von
Thieren  für  die  zoologische  Sammlung  des  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  (Fortsetzung)  S.  563.  —  Sammlung
  der  Reiseberichte  des  Geheimen  Medizinalraths  Prof.  Dr.  Koch  S.  569.  —  Ueber  eine  neue  Fleischkonservirungsmethode
  S.  570.  —  Hamburas  Handel  mit  den  Kolonien  im  Jahre  1897  S.  570.  —  Viehzucht  in  Brasilien
S.  575.  —  Litteratur  S.  575.  —  Schiffobewegungen  S.  576.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  576.  —  Anzeigen.

Beilage:  Zur  Kolonialpolitik  des  Fürsten  v.  Bismarck.

—  –

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verkräge.

 

 

 

Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  Schutzgebiete  Togo.

ir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.  verordnen
für  das  Schutzgebiet  von  Togo  auf  Grund  des  §  1  und  des  §  3  Ziffer  2  des  Gesetzes,  betreffend  die
nenssenbältaif  der  deutschen  Schutzgebiete  (Reichs-Gesetzblatt  1888,  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,
was  folgt:

Die  nach  §  1  der  Verordnung  vom  2.  Juli  1888  für  das  Schutzgebiet  von  Togo  beziglich  der
asehücher  Verhältnisse  bisher  maßgebenden  Bestimmungen  werden  für  das  gedachte  Schutzgebiet
aufgehoben.

Der  Reichskanzler  und  mit  dessen  Genehmigung  der  Gouverneur  sind  bis  aus  Weiteres  zur
Regelung  dieser  Verhältnisse  befugt.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Wilhelmshöhe,  den  17.  August  1898.

(L.  S.)  (gez)  Wilhelm  I.  R.

(ggez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

 

Erlaß  des  Reichskanzlers  an  sämmtliche  Kaiserliche  Konfulate,  betreffend  die
gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  deutschen  Hafen  anlaufenden  Seeschiffe.
Die  mit  dem  Circular-Erlaß  vom  1.  November  1883  den  Kaiserlichen  Konsuln  an  Hafenplätzen

mitgetheilte  Verordnung,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  deutschen  Hafen  anlaufenden
Serschiffe,  ist  infolge  des  Abschlusses  der  Dresdener  Sanitätskonvention  vom  15.  April  1893  (R.  G.  Bl.  1894
        <pb n="580" />
        —  538  —

S.  343  ff.)  einer  Revision  unterzogen  worden,  die  zur  Publikation  von  im  Wesentlichen  gleichlautenden
Vorschriften  seitens  der  deutschen  Seeuferstaaten  geführt  hat,  und  diese  neuen  Vorschriften  sind  nachträglich
mit  den  Bestimmungen  der  vorjährigen  demnächst  zu  ratifizirenden  Venediger  Pestkonvention  in  Einklang
gebracht  worden.  Danach  stehen  jetzt  in  den  deutschen  Seehäfen  die  Bestimmungen  in  Kraft,  die  von  den
einzelnen  Seeuferstaaten  mit  wenigen,  meistentheils  nur  redaktionellen  Abweichungen  publicirt  worden  sind.

Durch  diese  Neuregelung  der  deutschen  seesanitätspolizeilichen  Vorschriften  wird  eine  Abänderung
der  Instruktion  vom  1.  November  1883,  die  hierdurch  ausgehoben  wird,  nothwendig,  und  ich  bestimme
daher  bezüglich  der  Ausstellung  von  Gesundheitspässen  und  der  Berichterstattung  über  ansteckende  Krankheiten
  Folgendes:

I.  Gesundheitspässe.

Während  in  den  früheren  Kontrolvorschriften  an  die  Beibringung  eines  reinen  Gesundheitspasses
besondere  Vortheile  geknüpft  waren,  sind  die  Gesundheitspässe  in  den  jetzigen  Bestimmungen  überhaupt  nicht
erwähnt.  Dies  beruht  darauf,  daß  man  im  Laufe  der  Zeit  mehr  und  mehr  davon  abgekommen  ist,  dem
Gesundheitspaß  eine  erhebliche  Bedeutung  beizulegen.  Demgemäß  werden  jetzt  in  den  deutschen  Seehäfen
  von  den  ankommenden  Schiffen  keine  Gesundheitspässe  mehr  gefordert,  sondern  der  Hafenarzt  hat
nach  Maßgabe  der  beiliegenden  Vorschriften  unter  Würdigung  aller  für  eine  eventuelle  Gefährlichkeit  des
Schiffes  in  Betracht  kommenden  Umstände  und  insbesondere  nach  Prüfung  des  Gesundheitszustandes  an
Bord  während  der  Reise  und  im  Zeitpunkt  der  Ankunft,  ohne  Rücksicht  auf  den  Wortlaut  eines  etwa  beigebrachten
  Gesundheitspasses,  über  die  erforderlichen  Sicherungsmaßregeln  Bestimmung  zu  treffen.

Es  wird  hiernach  wohl  angenommen  werden  können,  daß  für  die  Versegelung  nach  deutschen
Häfen  die  Anträge  auf  Ausstellung  von  Gesundheitspässen  bei  den  Kaiserlichen  Konsulaten  in  Zukunft
sich  vermindern  werden.  Soveit  derartige  Anträge  künftig  noch,  sei  es  von  deutschen  Schiffen,  sei  es
von  nichtdeutschen  Schiffen,  gestellt  werden  sollten,  stelle  ich  anheim,  die  Antragsteller  darauf  aufmerksam
zu  machen,  daß  für  die  deutschen  Seehäfen  kein  Gesundheitspaß  vorgeschrieben  ist,  und  daß
die  Beibringung  eines  solchen  keinerlei  Rechte  und  Erleichterungen  hinsichtlich  der  gesundheitspolizeilichen
Behandlung  der  Schiffe  gewährt.  Wenn  die  Antragsteller  indessen  die  Ausfertigung  eines  Gesundheitspasses
  wünschen,  ist  ihnen  derselbe  zu  ertheilen.

Außer  dem  Fall  der  Versegelung  nach  einem  deutschen  Hafen  kann  es  unter  Umständen  vorkommen,
  daß  von  den  Kaiserlichen  Konsulaten  die  Ausfertigung  eines  Gesundheitspasses  zum  Gebrauch
  in  einem  nichtdeutschen  Hafen  gewünscht  wird,  da  von  den  auswärtigen  Staaten  noch
verschiedene,  wie  bisher,  an  der  Einrichtung  der  Gesundheitspässe  festhalten  und  in  manchen  fremden
Häfen  die  deutschen  konsularischen  Gesundheitspässe  gewisse  Erleichterungen  gewähren.  Liegt  ein  solcher  Antrag
vor,  so  ist  der  Gesundheitspaß  von  den  Kaiserlichen  Konsulaten  deutschen  Schiffen  stets,  nichtdeutschen  Schiffen
aber  nur  dann  zu  ertheilen,  wenn  an  dem  Hafenplatze  weder  eine  zur  Ausstellung  derartiger  Pässe  befugte
Gesundheitsbehörde,  noch  ein  Vertreter  des  Landes,  dessen  Flagge  das  Schiff  führt,  sich  befindet.

Was  die  Form  der  Gesundheitspässe  betrifft,  so  wird  in  den  deutschen  Seeuferstaaten  für  die  von
deutschen  Häsen  ausgehenden  Schiffe,  die  einen  Gesundheitspaß  ausgestellt  haben  wollen,  das  anliegende
Formular  in  Anwendung  gebracht,  dessen  Wortlaut  mit  Absicht  ziemlich  weit  gefaßt  ist;  jedoch  haben  die
zur  Ausstellung  zuständigen  Behörden  die  Ermächtigung  erhalten,  den  Pässen,  weil  von  einzelnen  Hafenbehörden
  des  Auslandes  eingehendere  Gesundheitspässe  verlangt  werden,  auf  Wunsch  der  Schiffer  einen  von
dem  Formular  abweichenden  Inhalt  zu  geben,  beziehungsweise  auch  dem  Gesundheitspaß  eine  Uebersetzung
beizufügen.  Es  erscheint  erwünscht,  daß  die  Kaiserlichen  Konsularbehörden,  soweit  sie  künftig  in  die  Lage
kommen,  Gesundheitspässe  auszustellen,  möglichst  das  gleiche  Formular  benutzen,  nach  welchem  vom  Auswärtigen
  Amt  Gesundheitspässe,  wie  bisher,  gegen  Erstattung  der  Kosten  bezogen  werden  können.  Doch
gilt  die  vorher  bezüglich  der  deutschen  Hafenbehörden  erwähnte  Ermächtigung  auch  für  die  Kaiserlichen
Konsulate,  und  Letzteren  bleibt  es  daher  unbenommen,  aus  Wunsch  der  Schiffer,  oder  wenn  die  Lokalverhältnisse
  oder  sonstige  Umstände  es  erfordern,  den  Pässen  einen  anderen  Inhalt  zu  geben,  sofern  derselbe
den  thatsächlichen  Verhältnissen  entspricht,  und  sie  mit  einer  englischen  oder  anderssprachigen  Uebersetzung

u  versehen.
“  —  Gesundheitspässe  sind  von  den  Kaiserlichen  Konsuln  unter  Beisügung  ihres  Amtscharakters  zu
unterzeichnen  und  mit  Siegel  zu  versehen.

Die  Gebühren  für  Ausstellung  eines  Gesundheitspasses  berechnen  sich  nach  Position  18  des  Tarifs
vom  1.  Juli  1872.  —

II.  Berichterstattung  über  ansteckende  Krankheiten.
dach  dem  Fortfall  der  Forderung  von  Gesundheitspässen  in  den  deutschen  Seehäfen  wird  es  von
besonderer  Wichtigkeit  sein,  daß  die  diesseitigen  Behörden  über  den  Gesundheitszustand  im  Auslande  dauernd
unterrichtet  gehalten  werden,  und  daß  sie  namentlich  über  den  Ausbruch  von  ansteckenden  Krankheiten
rechtzeitig  und  mit  thunlichster  Beschleunigung  zuverlässige  Nachrichten  erhalten.  Dies  gilt  in  erster  Linie
        <pb n="581" />
        —  539  —

für  die  drei  Krankheiten,  bezüglich  deren  in  den  beiliegenden  Vorschriften  in  den  deutschen  Häfen  unter
Umständen  Kontrolmaßregeln  vorgesehen  sind,  nämlich  für  Cholera,  Pest  und  Gelbfieber.

A.  Cholera  und  Pest.

Was  zunächst  Cholera  und  Pest  anlangt,  so  ist,  sobald  der  Ausbruch  einer  dieser  Krankheiten  in
dem  Amtsbezirke  der  Kaiserlichen  Konsularbehörde  glaubwürdig  festgestellt  worden  ist,  unverzüglich  an  das
Auswärtige  Amt  telegraphische  Meldung  zu  erstatten.

Hierzu  ist  es  mit  Rücksicht  darauf,  daß  amtliche  Mittheilungen  über  das  erste  Auftreten  von
Cholera=  oder  Pestfällen  in  der  Regel  erst  verspätet  zur  Veröffentlichung  gelangen,  nicht  erforderlich,  die
offizielle  Feststellung  von  dem  Vorhandensein  der  Seuche  abzuwarten,  vielmehr  empfiehlt  es  sich,  sobald  in
der  Tagespresse  oder  sonstwie  Fälle  der  Cholera  oder  Pest  oder  des  Verdachtes  einer  dieser  Krankheiten
bekannt  werden,  auf  geeignetem  privaten  Wege  thunlichst  zuverlässige  Nachrichten  über  den  Sachverhalt
einzuziehen  und,  falls  dieselben  das  Vorhandensein  der  Cholera  oder  der  Pest  ergeben  sollten,  sofort
telegraphisch  über  den  Charakter  der  Krankheit,  die  bekannt  gewordenen  Entstehungsgründe  und  die  Ausdehnung
  der  Seuche  zu  berichten.  Die  weitere  Berichterstattung  wird  demnächst  fortlaufend  schriftlich  und
nur  dann  wieder  telegraphisch  zu  erfolgen  haben,  wenn  sich  eine  plötzliche  und  auffällige  Steigerung  in
der  Anzahl  der  Todesfälle  oder  eine  erhebliche  räumliche  Ausbreitung  der  Krankheit  bemerkbar  macht.

Von  einer  telegraphischen  Berichterstattung  über  den  Ausbruch  der  Cholera  oder  der  Pest  kann
für  solche  außereuropäischen  Länder,  die  nicht  am  Mittelmeer  oder  im  Osten  Amerikas  gelegen  sind,  unter
der  Bedingung  abgesehen  werden,  daß  von  dort  keine  direkte  Dampferverbindung  mit  einem  europäischen
Hafen  besteht.  Jedoch  setze  ich  voraus,  daß  bei  Gefahr  im  Verzuge  oder  bei  besonderem  Anlaß  zur
Besorgniß  telegraphische  Berichterstattung  erfolgt.

Herrscht  eine  der  beiden  Krankheiten  in  einem  Lande  endemisch,  d.  h.  pflegt  dieselbe  regelmäßig
in  einem  gewissen  Umfange  aufzutreten,  so  genügt  eine  schriftliche  Berichterstattung  so  lange,  als  die  Seuche
keine  ungewöhnliche  Ausdehnung  annimmt.  Sobald  indessen  der  letztere  Fall  eintritt,  insbesondere,  wenn
die  Zahl  der  Todesfälle  über  das  übliche  Maß  anwächst  oder  wenn  die  Krankheit  an  sonst  seuchenfreien
Orten  des  Landes  oder  zu  ungewohnter  Zeit  auftritt,  oder  wenn  sie  sich  von  der  bisher  allein  ergriffenen
einheimischen  Bevölkerung  auch  auf  die  Europäer  verbreitet,  ist  telegraphisch  an  das  Auswärtige  Amt

Meldung  zu  erstatten.
·  B.  Gelbfieber.

Beim  Gelbfieber  wird  nach  den  bisherigen  Erfahrungen  angenommen,  daß  eine  Gefahr  der  Verschleppung
  auf  dem  Seewege  nur  während  der  warmen  Jahreszeit  besteht,  und  es  findet  daher  in  den
deutschen  Seehäfen  nach  §  2  der  beiligenden  Vorschriften  eine  Kontrole  nur  für  die  Zeit  vom  15.  Mai
bis  zum  15.  September  statt.  Es  ist  deshalb  für  diese  Krankheit  eine  telegraphische  Meldung  nur  insoweit
  erforderlich,  als  dadurch  die  rechtzeitige  Einführung  der  Kontrole  sicherzustellen  ist,  nämlich  für  einen
entsprechenden  Zeitraum  vor  dem  15.  Mai  und  vor  dem  15.  September  jedes  Jahres.  Außerdem  ist  die
telegraphische  Meldung  an  die  Voraussetzung  geknüpft,  daß  das  gelbe  Fieber  nicht  nur  in  vereinzelten
Fällen  auftritt.  Sonst  genügt  schriftliche  Berichterstattung.  Im  Uebrigen  gilt  für  die  telegraphische  und
schristche  Meldung  das  für  Pest  und  Cholera  Gesagte.

C.  Berichterstattung  über  andere  ansteckende  Krankheiten.

Des  Weiteren  ist  es  den  diesseitigen  Gesundheitsbehörden  erwünscht,  auch  über  nachbenannte
Krankheiten,  sofern  dieselben  in  besonderer  Heftigkeit  oder  großer  Verbreitung  auftreten,  sofort  unterrichtet
zu  werden,  nämlich  über  das  Auftreten  von  Blattern  (Pocken),  Scharlachfieber,  Diphtherie  und
Croup,  Unterleibstyphus  (Darmtyphus,  typhoid  fever,  för#re  typhoide),  Fleckfieber*)  (Flecktyphus,
  Hungertyphus,  Kriegstyphus,  Exanthematischer  Typhus  ityphus),  Rückfallfieber??)  (Rückfalltyphus,

 

Z„  *)  Das  Fleckfieber  oder  der  Flecktyphus  wird  vielfach  auch  als  Hunger=  oder  Kriegstyphus  bezeichnet,  weil
die  Krankheit  in  T  euerungsjahren  unter  der  nothleidenden  Bevölkerung  oder  zu  Kriegszeiten  unter  den  durch  Entbehrungen
  und  Strapazen  geschwächten  Truppen  wiederholt  Eingang  und  Verbreitung  gefunden  hat.

Die  einzelne  Erkrankung  verläuft  unter  hohem  Fieber  und  ist  durch  einen  Ausschlag  ausgezeichnet,  welcher
4Poprh  den  ersten  Krankheitstagen  hervorbricht,  dem  der  Masern  ähnlich,  aber  weniger  verbreitet  ist  und  im  Gesicht  gewöhnlich
  vermißt  wird.  Das  Bewußtsein  der  Kranken  wird  fast  stets  getrübt,  die  Dauer  des  Fiebers  beträgt  in
günstigen  Fällen  etwa  zwei  Wochen,  doch  erliegen  ½  bis  1  der  Kranken  schon  vorher  der  Seuche;  zuweilen  führen
auch  später  hinzutretende  Krankheiten  den  Tod  herbei.

%  Das  Fleckfsieber  ist  eine  der  am  leichtesten  übertragbaren  Krankheiten;  der  Ansteckungsstoff  kann  sowohl
unmittelbar  von  den  Kranken  auf  Gesunde  übergehen  als  auch  mit  leblosen  Gegenständen  verschleppt  werden.  Am
häufigsten  wird  die  Seuche  durch  umherziehende  Personen,  namentlich  Hausirer,  Bettler  und  dergleichen  verbreitet;  ihr
Umsichgreifen  bekämpft  man  durch  Krankenabsonderung  und  Desinfektion.

3))  Mit  dem  Fleckfieber  werden  das  Rückfallfieber  und  der  Unterleibstyphus,  obwohl  die  drei  Krankheiten
“ßbr  verschieden  sind,  von  Manchen  zu  einer  gemeinsamen  Gruppe  alo  typhöse  Erkrankungen
mmengefaßt.

Das  Rückfallfieber,  auch  Rückfalltyphus  genannt,  entsteht  unter  Einwirkung  eines  schon  seit  längerer  Zeit
        <pb n="582" />
        —  540  —

Recurrens),  Ruhr  (Dysenterie),  epidemische  Genickstarre')  (Cerebrospinal-Meningitis)  und  Influen
  za  (Grippe).

Für  diese  Krankheiten  wird  im  Allgemeinen  eine  schriftliche  Anzeige  genügen,  wenn  nicht  etwa,
was  im  einzelnen  Falle  zu  ermessen  ist,  besondere  Umstände  eine  telegraphische  Meldung  angezeigt  erscheinen
lassen.  Auch  ist,  von  solchen  besonderen  Umständen  abgesehen,  eine  fortlaufende  Berichterstattung  während
des  Ganges  der  Krankheit  nicht  erforderlich,  sondern  es  ist  nur  der  Anfang  und  Schluß  der  Epidemie
hierher  mitzutheilen.  Im  Schlußbericht  ist  sodann  über  die  Entstehungsgründe  und  den  Verlauf  der  Kraukheit
  ein  Bild  zu  geben.

Die  Kaiserlichen  (General-,  Vize-)  Konsulate  ersuche  ich,  hiernach  in  Zukunft  zu  verfahren.

Berlin,  den  1.  August  1898.

Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
v.  Mühlberg.

Gelundheikspas.

Die  Polizeibehörde  (Der  Senat  der  freien  lund]  Hansestadt  ii.
bescheinigt  hiermit  auf  Ansuchen  0dvdvdvvvd.  „Kapitän  des
Schiffes,  genunt  ,  besetzt  t  Mann  (einschließlich  des  Kapitäns)
Reisenden,  beladen  it  bebestimmt  von  hier  nach

abzugehen,  daß  am  hiesigen  Platze  und  in  dem  zugehörigen  Hafen
gegenwärtig  keine  ungewöhnliche  ansteckende  Krankheit  epidemisch  herrscht.

und  mit

Die  Polizeibehörde.
(Der  Senat.)

 

Ernennung  von  Mitgliedern  für  die  fünfte  Sitzungsperiode  des  Kolonialraths.

In  Gemäßheit  des  Allerhöchsten  Erlasses  vom  10.  Oktober  1890  (R.  G.  Bl.  S.  179)  und  der
Verfügungen  des  Reichskanzlers  vom  10.  Oktober  1890  (Kol.  Bl.  1890  S.  268)  und  vom  14.  April  1895

(Kol.  Bl.  1895  S.  221)  sind  für  die  im  Herbst  d.  Is.  beginnende  neue  dreijährige  fünfte  Sitzungsperiode
des  Kolonialraths  folgende  Mitglieder  ernannt  bezw.  wieder  ernannt:

Seine  Hoheit  Johann  Albrecht  Herzog  zu  Mecklenburg,  Regent  des  Großherzogthums  Mecklenburg-Schwerin,
  Präsident  der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft,
Seine  Durchlaucht  Dr.  Wilhelm  Fürst  zu  Wied,

Sholto  Douglas,  Bergwerksbesitzer,  stellvertretender  Vorsitzender  des  Aufsichtsraths  der  Pflanzungsgesellschaft
  Victoria  (Kamerun),

A.  von  Hansemann,  Königlich  preußischer  Geheimer  Kommerzienrath,  General-Konsul,

Hernsheim,  Direktor  der  Jaluit-Gesellschaft  zu  Hamburg,

Seine  Excellenz  Dr.  Herzog,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Staatssekretär  a.  D.,

Dr.  Hespers,  Professor,  Domkapitular  zu  Köln  am  Rhein,

von  der  Heydt,  Bankier,

Dr.  Hindorf  zu  Köln  am  Rhein,

Seine  Excellenz  von  Hofmann,  Staatsminister,

Seine  Excellenz  Dr.  von  Jacobi,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Staatssekretär  a.  D.,
Kraetke,  Direktor  im  Reichspostamt,

Lucas,  Königlich  preußischer  Kommerzienrath,  Direktor  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,

—–——  ——  —  —

––  —

bekannten  Spaltvilzes  von  spiralförmiger  Gestalt;  es  ist  eine  nicht  gerade  häufige,  aber  leicht  übertragbare  Kranlheit.
welche  sich  in  wiederholten,  jedesmal  etwa  fünf  bis  sechs  Tage  dauernden  Anfällen  von  hohem  Fieber  äußert.  Die
Verbreitung  des  Ruckfallsiebero  erfolgt  ähnlich  wie  beim  Flecksieber  nicht  selten  durch  umherziehende  Personen,  namentlich
  in  unreinlichen  Herbergen;  die  Vorbeugungomaßregeln  entsprechen  denjenigen  gegen  das  Fleckfieber.

*)  Als  epidemische  Genickstarre  bezeichnet  man  eine  fieberhafte  Infektionskrankheit,  welcher  auf  einer  Entzündung
  der  das  Gehirn  und  Rückenmark  umgebenden  Haut  beruht  und  mit  Erbrechen,  heftigen  Kopf-,  Genick=  und
Gliederschmerzen,  Steifigkeit  des  Nackens  und  Lähmung  einzelner  Muskeln  verläuft.  Die  Kraniheit  tritt  zuweilen,  besonders
  während  des  Winters  und  Frühjahrs,  in  größerer  Verbreitung,  namentlich  bei  Kindern  und  jugendlichen
Personen  auf  und  endet  in  etwa  ½  der  Erkrankungen  todlich;  in  Genesungsfallen  bleiben  nicht  selten  Taubheit,  Blindheit,
  Lähmungen  oder  Geistesstörung  zuruck.
        <pb n="583" />
        541

Dr.  Mehnert,  Königlich  sächsischer  Geheimer  Hofrath,  Direktor  des  landwirthschaftlichen  Kreditvereins  im
Königreich  Sachsen  zu  Dresden,

Michels,  Königlich  preußischer  Geheimer  Kommerzienrath  zu  Köln  am  Rhein,

Dr.  Oechelhäuser,  Königlich  preußischer  Geheimer  Kommerzienrath  zu  Dessau,

S.  Alfred  Freiherr  von  Oppenheim,  Vorsitzender  des  Vorstandes  der  Rheinischen  Handei-Plantagengesellschaft
  zu  Köln  am  Rhein,

von  Palêzieux  gen.  Falconnet,  Königlich  preußischer  Generalmajor  und  General-Adjutant  Sr.  Königlichen
  Hoheit  des  Großherzogs  von  Sachsen  zu  Weimar,

Dr.  A.  Poensgen,  stellvertretender  Vorsitzender  des  Aufsichtsraths  der  Westdeutschen  Handels=  und
Plantagengesellschaft  zu  Düsseldorf,

Dr.  Porsch,  Rechtsanwalt,  fürstbischöflicher  Konsistorialrath  in  Breslau,

Dr.  Freiherr  von  Richthofen,  Königlich  preußischer  Geheimer  Regierungsrath,  ordentlicher  Professor  an
der  Universität  zu  Berlin,

Seine  Excellenz  Sachse,  Wirklicher  Geheimer  Rath,  Direktor  im  Reichspostamt  a.  D.,  ständiger  Vizepräsident
  der  deutschen  Kolonialgesellschaft,

Dr.  Scharlach,  Rechtsanwalt  zu  Hamburg,

Seine  Excellenz  Schering,  Vizeadmiral  z.  D.,

Seine  Excellenz  Graf  von  der  Schulenburg-Wolfsburg,  Hofmarschall  Seiner  Königlichen  Hoheit  des
Prinzen  Albrecht  von  Preußen,  Regenten  des  Herzogthums  Braunschweig,  Königlicher  Kammerherr,

Dr.  Schweinfurth,  Professor,

Simon,  Geheimer  Regierungsrath,

Standinger,  P.,

Strandes,  Justus,  Kaufmann  zu  Hamburg,

Thormählen,  Johannes,  Kaufmann  zu  Hamburg,

Freiherr  Tucher  von  Simmelsdorf,  Regierungsrath  a.  D.,  Königlich  bayerischer  Kämmerer,

E.  Vohsen,  Verlagsbuchhändler  zu  Berlin,

Dr.  Wiegand,  Direktor  des  Norddeutschen  Lloyd  zu  Bremen,

Ad.  Woermann,  Kaufmann  zu  Hamburg.

 

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  August  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,3775  Mark  =  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Juni  1898.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,405  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.eben=Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
—  p.  B.  Rp.  .  gp.  P.ARp.  vP  Rp.  P  Rp  [P.  —  Mk.  .
1I  "6
Tang  1388  251  10265  26  22.——%  %  5  us  16486  01
Langinn  1350.3544852  51  8  —  1004416  3523801  =  7359  41
Saadandd  1867  312050  58  –  —  1  41—  3392832  =  5519  54
Bagamooon  22979  3026338  514M  -69344  39
Dar-es-Salon  3444  42422940  41444  1444  324
Kilnoa  2594  538963  10|036  +88  55  63|12328  53  =  17322  —
Lind.  3195  614  1  25  58  4  329949  31  =  139790Z
Milindann  3015  222350  114112  +54  251  3544332  =  7618|12
–—  "  5[  —ie
Zusammen39836  463  311  3  79  5844  04|124493  11  -17491291
55970  Mk.  Mi.  214  Mt.  1236  Mt.  202  Mt.
59  Pf.  68  Pf.  97  Pf.  27  Pf.  41  Pf.
        <pb n="584" />
        —  542  —

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Gouverneur  von
Kamerun  v.  Puttkamer  und  dem  bisherigen  (Wahl-)  Konsul  in  Lagos  Ed.  Schmidt  die  Erlaubniß  zur
Anlegung  des  ihnen  verliehenen  Komthurkreuzes  bezw.  Ritterkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburg-Schwerinschen
  Greifen-Ordens  zu  ertheilen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Richter  für  den
östlichen  Bezirk  des  Schutzgebiets  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  Dr.  Hahl,  Sekondlieutenant  der  Reserve
im  Königlich  Bayerischen  7.  Infanterie-Regiment  „Prinz  Leopold“  den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse
mit  Schwertern  zu  verleihen.  .

Dem  Wegebauassistenten  Amussu  Bruce  ist  die  Kronen-Orden-Medaille  Allerhöchst  verliehen
worden.  ————

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  August  1898.
Fischer,  Hauptmann  à  la  suite  derselben,  in  seinem  Kommando  zur  Dienstleistung  von  dem  Auswärtigen
Amt  zum  Oberkommando  der  Schutztruppen  übergetreten.
Engelhardt,  Oberfeuerwerker,  zum  überzähligen  Feuerwerkslieutenant  befördert.
Dr.  Stierling,  Oberarzt,  Antrag  um  Belassung  bei  dieser  Schutztruppe  auf  weitere  2½  Jahre  genehmigt.
Dr.  Reinhard,  Oberarzt,  mit  dem  31.  August  d.  Is.  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  bewilligt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Angehörigen

  der  Schutztruppe  für  Kamerun  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:

a)  Europäisches  Personal:

den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Premierlieutenant  Nolte,

das  Militär-Ehrenzeichen  zweiter  Klasse:  den  Feldwebeln  Bauch  und  Rückert  sowie  dem  Sergeanten
Staadt.

b)  Farbiges  Personal:

die  Krieger-Verdienst-Medaille  zweiter  Klasse  in  Gold:  dem  Feldwebel  Jims  Pama,  dem  Unteroffizier
Kranz  und  dem  Gefreiten  Mastrave;

die  Krieger-Verdienst-Medaille  zweiter  Klasse  in  Silber:  den  Sergeanten  Bonari  und  Alexander,  den
Gefreiten  Jakob  II.,  Buema  I.,  Kabar  I.,  Mathias,  John  Hansen,  Woermann,  Dodo
Madessa,  Charly  I.,  sowie  den  Gemeinen  Josef,  Bundema,  Kamba,  Jakob  III.,  Serri,
Miki,  Lavani,  Georg  I.,  Monrovia  und  Dudro  I.

v’  NTNT  T]  F?]F?VV

Nichtamtlicher  Theil.

—  —  —

Persbnal-achrichten.  Der  für  die  Stelle  des  zweiten  Lehrers  der
Deutsch.  Ostafrika.  Regierungsschule  angenommene  Unterlehrer  G.  Fischer

Der  Büreauassistent  Fischer,  die  Förster  Steuck  ist  nach  Kamerun  abgereist.
6

    

vV

und  Dankert  sowie  der  Zollassistent  Hellwich  und  -
Togo.

der  Handwerker  Gräfe  sind  in  Dar-es-Saläm  »
angekommen.  *  Der  Zollpraktikant  Strach  reist  demnächst  nach
Der  Gärtner  Kaarsberg  ist  Anfang  August  in  Lome  ab.
Dar-es-Saläm  und  der  Handwerker  Wünsch  in  #
Iringa  verstorben.  I  JUNGan  »
—  —  An  Stelle  des  heimkehrenden  Kaiserlichen  Richteis
Ramernun.  #  für  den  Bismarck-Archipel  Dr.  Hahl  reist  Regierungs-Als

  Ersatz  für  den  Sekretär  Geyger  reist  der

assessor  Dr.  Schnee  demnächst  nach  Herbertshöhe  ab.
Aktuar  Wistuba  nach  Kamerun  ab.  1  —
        <pb n="585" />
        —  543  —

Der  Gerichtsassessor  Boether  ist  in  Stephans-  Marshall-  Inseln.
ort  eingetroffen  und  hat  die  Geschäfte  des  Kaiserr  Der  Landeshauptmann  Brandeis  hat  seine  Reise
lichen  Richters  für  den  westlichen  Jurisdiktionsbezirk  von  Sydney  am  16.  Juli  auf  der  norwegischen  Bark
übernommen.  „Korumo“  fortgesetzt.  Sein  Eintreffen  in  Jaluit

—  —  wurde  Mitte  August  erwartet.

â—  —  ——  —  —  —

Bachrichten  aus  den  deufschen  Schuhgebietken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  mur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

–

Deutsch-DPffafrika.  Abbau  derselben  unter  gewissen  Bedingungen  an
jeden  Bewerber  zu  verleihen.
Neise  des  Gouverneurs  Tiebert.  Die  wesentlichen  Bestimmungen  der  dem  General-Der

  Kaiserliche  Gouverneur  Liebert  beabsichtigte  bevollmächtigten  ertheilten  Instruktion,  für  welche  eine
Ende  Juli  eine  Reise  nach  Usagara  und  den  Ulugurn=  spätere  Abänderung  nach  dem  Ermessen  der  Gesellbergen
  anzutreten.  Während  seiner  Abwesenheit  sollte  schaft  mit  Rücksicht  auf  die  demnächst  zu  machenden
Legationsrath  v.  der  Decken  die  Vertretung  in  den  Erfahrungen  selbstverständlich  vorbehalten  bleibt,
Gouvernementsgeschäften  übernehmen.  lauten,  wie  folgt:

„Für  solche  Plätze  oder  Bezirke,  welche  zu  den
in  den  §§  54,  55  und  56  der  Bergverordnung  vom

Kamrrun.  15.  August  1889  erwähnten  Theilen  des  südwestafrikanischen
  Schutzgebietes  gehören  und  über  welche
Bestegung  des  Päuptlings  Heila.  **!  nicht  bereits  anderweit  verfügt  ist,  können
Nach  telegraphischer  Meldung  hat  die  Kaiserliche  .  ·
Schutztruppe  unter  Führung  des  Stationschefs  von  Schürfer  laubnisse

Mnde,  Lieutenants  Dominik,  den  Häuptling  durch  den  Generalbevollmächtigten  der  Deutschen
Naillo,  welcher  seit  Jahren  das  Hinterland  von  Kolonial-Gesellschaft  für  Südwestafrika  bis  auf  Wei-Komerun
  beunrahigt  hat,  besiegt.  Ngilla  hat  um  steres  unter  den  nachstehenden  Bedingungen  verliehen
Frieden  gebeten.  werden.

—  —  1.  Die  Schürferlaubniß  wird  in  der  Regel  auf
die  Dauer  von  sechs  Monaten  mit  dem  Vorbehalt

 

Deutfsch-Südwelkafrika.  einer  Verlängerung  von  sechs  zu  sechs  Monaten  ertheilt.

2.  Der  Betrag  der  Schürfgebühr  ist  im  ein-Vergwwexksangelegenbeiten.

  zelnen  Falle  zu  vereinbaren;  sie  soll  jedoch  min-Von

  der  Kolonial-Gesellschaft  für  Deutsch-Süd=  destens  10  Mark  für  den  Monat  betragen  und  ist
westafrika  geht  uns  folgende  Zuschrift  zu:  bei  Vermeidung  des  Erlöschens  der  Schürferlaubniß

In  einem  Theile  von  Deutsch-Südwestafrika,  jedesmal  für  sechs  Monate  im  Voraus  zu  entrichten.
welcher  insbesondere  das  ehemals  Jan  Jonkersche  Eine  höhere  Schürsfgebühr  ist  insbesondere  dann  zu
und  Piet  Haibibsche  Gebiet  sowie  das  Hereroland  vereinbaren,  wenn  das  Schürfgebiet  nach  Lage,  Umumfaßt,
  besitzt  die  Deutsche  Kolontal-Gesellschaft  für  fang  und  geologischer  Beschaffenheit  besonders  günstige
Südwestafrika  als  Eigenthümerin  des  Landes  oder  Aussichten  darbietet.
auf  Grund  besonderer  Verträge  ausschließliche  Berg-  3.  Ueber  die  Ertheilung  der  Erlaubniß  wird
werksgerechtsame.  dem  Berechtigten  ein  Schürfschein  ausgesertigt,

Nachdem  in  neuerer  Zeit  mehrfach  Bewerbungen  welcher  zu  enthalten  hat:
um  Zulassung  zum  Bergbau  seitens  einzelner  in  a)  die  Bezeichnung  des  Platzes  oder  Bezirks  sowie
Südwestafrika  wohnender  Personen  an  den  dortigen  der  Mineralien,  für  welche  die  Schürferlaubniß
Generalbevollmächtigten  der  Gesellschaft,  Herrn  ertheilt  wird;

Dr.  Rhode  in  Swakopmund,  gerichtet  worden  waren,,  p)  die  Dauer  der  Schürferlaubniß;

hat  die  Gesellschaft  beschlossen,  durch  Zulassung  des  c)  den  Namen  und  Wohnort  des  Berechtigten.
allgemeinen  Wektbewerbs  den  Bergbau  in  den  er-  Die  Uebertragung  des  Schürsscheins  auf
wähnten  Bezirken  zu  beleben  und  auf  diesem  Wege  eine  andere  Person  ist  dem  Berechtigten  gestattet,  sie
Untemehmungen  zur  Gewinnung  der  dort  ohne  muß  jedoch,  um  wirksam  zu  werden,  dem  General-Zweifel
  vorhandenen  Mineralschätze  ins  Leben  zu  bevollmächtigten  angezeigt  und  in  das  Schürfregister

—  —  —  —  ——.

rufen.  eingetragen  werden.  Für  diese  Eintragung  ist  eine
Zu  diesem  Zweck  ist  der  genannte  Generalvertreter  Gebühr  von  10  Mark  zu  entrichten.
der  Gesellschaft  ermächtigt  worden,  sowohl  die  Er-  4.  Für  die  Ausübung  des  Schürfrechts

laubniß  zum  Schürfen,  als  auch  für  den  Fall  der  gelten  die  Bestimmungen  in  S§  7,  8,  9  (Absatz  1)
Entdeckung  ergiebiger  Fundstellen  das  Recht  zum  und  10  der  Bergverordnung  vom  15.  August  1889.
        <pb n="586" />
        544

Demzufolge  hat  der  Inhaber  des  Schürfscheins  das

Recht,  Andere  von  dem  Schürfen  auszu—
schließen,  nur  hinsichtlich  des  Schürfkreises  von
2  km  Durchmesser,  welchen  er  durch  ein  von  ihm
aufzustellendes  Schürfmerkmal  bezeichnet,  also  jedesmal
nur  auf  einer  kreisförmigen  Fläche  von  rund  314  ha.
Will  sich  der  Schürfer  von  vornherein  eine  größere
Fläche  zur  ausschließlichen  Benutzung  sichern,  so
muß  dies  durch  besondere  Vereinbarung  unter  entsprechender

  Erhöhung  der  Schürfgebühr  festgestellt
Rechtecks  haben.

werden,  oder  er  muß  mehrere  Schürfscheine  auf
einmal  lösen,  um  für  jeden  derselben  gleichzeitig
einen  Schürfkreis  belegen  zu  können.

5.  Wohlerworbene  Rechte  anderer  Personen  darf

der  Schürfer  nicht  verletzen.  Thut  er  es  doch,  so
macht  er  sich  für  Ersatz  des  Schadens  verantwortlich.

6.  Der  Schürfer,  welcher  ein  Schürfmerkmal
aufgestellt  hat,  ist  verpflichtet,  dasselbe  zu  entfernen,
sobald  er  das  Schürfen  auf  der  durch  das  Merkmal
bezeichneten  Fläche  einstellt.  Unterläßt  er  die  Entfernung
  des  Merkmals,  so  ist  er  der  Gesellschaft  für
den  daraus  etwa  entstehenden  Schaden  haftbar  und
hat  außerdem  die  Schürfgebühr  weiter  zu  entrichten.

7.  Wer  von  einer  ihm  ertheilten  oder  übertragenen
  Schürferlaubniß  Gebrauch  macht  und  hierbei
ein  Mineralvorkommen  findet,  hat  das  Recht,  zu
verlangen,  doß  ihm  innerhalb  seines  Schürfgebietes
ein  Feld,  welches  den  Fundpunkt  einschließen  muß
(Finderfeld)  zum  Abbau  des  gefundenen  Minerals
verliehen  wird,  ohne  daß  er  dafür  Gebühren  oder
Abgaben  irgend  welcher  Art  an  die  Kolonial-Gesellschaft
  zu  entrichten  braucht.  Nur  die  der  Kaiserlichen
Regierung  oder  dem  eingeborenen  Häuptling  nach
bestehenden  Gesetzen  und  Verträgen  etwa  zukommenden
  Gebühren  und  Abgaben  sind  von  dem  Finderfelde
durch  den  jeweiligen  Inhaber  zu  entrichten.

8.  Um  sein  Recht  auf  Verleihung  des  Finderfeldes
  geltend  zu  machen,  hat  der  Schürfer  möglichst
bald  von  dem  gemachten  Funde,  unter  genauer  Angabe
  der  Fundstelle  und  des  gefundenen  Minerals,
bei  dem  Generalbevollmächtigten  der  Gesellschaft  Anzeige
  zu  erstatten  und  die  Verleihung  des  Finderfeldes
  zu  beantragen.
innerhalb  acht  Wochen  von  dem  Tage  des  gemachten
Fundes  an,  so  ist  das  Recht  auf  Verleihung  des
Finderfeldes  erloschen.

9.  Der  Finder  hat  ferner  das  Recht,  zu  verlangen,
  daß  ihm  neun  weitere  Felder,  welche  er  im
Zusammenhang  mit  der  Fundstelle  wählen  darf,
verliehen  werden.

Um  dieses  Recht  geltend  zu  machen,  hat  der
Finder  spätestens  innerhalb  drei  Monaten  von  dem
Tage  des  gemachten  Fundes  an  ein  Verleihungsgesuch
  unter  Beischluß  einer  Karte,  aus  welcher  Lage
und  Begrenzung  der  gewählten  Felder  genau  ersichtlich
  ist,  bei  dem  Generalbevollmächtigten  der
Kolonial-Gesellschaft  einzureichen.

10.  Sowohl  bei  dem  Finderfelde  als  auch  bei
den  übrigen  Feldern  beträgt  die  Feldesgröße:

 

Geschieht  dies  nicht  spätestens

 

a)  wenn  es  sich  um  den  Abbau  von  Gold  oder
Edelsteinen  handelt,
für  ein  alluviales  Feld  50  m  in  der  Länge
und  50  m  in  der  Breite,
für  ein  Riff-Feld  50  m  in  der  Richtung  des
Riffs  und  150  m  in  der  Breite;
b)  wenn  es  sich  um  den  Abbau  von  anderen
Mineralien  handelt,  10  ha.
Die  Felder  sollen,  soweit  nicht  örtliche  Verhältnisse
  eine  andere  Gestaltung  bedingen,  die  Form  eines

11.  Das  Abbaurecht  wird  sowohl  hirnsichtlich
des  Finderfeldes  als  auch  hinsichtlich  der  übrigen
Felder  auf  50  Jahre  verliehen.

Ueber  die  Verleihung  der  Felder  erhält  der

Feliehene  eine  Urkunde.
12.  Die  Vermessung  und  Absteckung  der  verliehenen
  Felder  erfolgt  innerhalb  drei  Monaten  vom
Tage  der  Verleihung  an  auf  Kosten  des  Beliehenen
durch  einen  von  der  Kolonial-Gesellschaft  bestellten,
vereidigten  Landmesser.

13.  Mit  dem  Abbau  muß  wenigstens  auf  einem
der  verliehenen  Felder  innerhalb  Jahresfrist  ordnungsmäßig
  begonnen  werden,  widrigenfalls  die  Verleihung
erlischt.  Die  Verleihung  erlischt  auch  hinsichtlich
jedes  einzelnen  Feldes,  auf  welchem  nicht  binnen
zehn  Jahren  vom  Tage  der  Verleihung  an  mit  dem
Abbau  ordnungsmäßig  begonnen  wird,  oder  auf
welchem  der  begonnene  Betrieb,  ohne  durch  höhere
Gewalt  verhindert  zu  sein,  länger  als  drei  Jahre
unterbrochen  wird.

14.  Für  jedes  verliehene  Feld  —  mit  Ausnahme
des  Finderfeldes  —  ist,  außer  den  etwa  an  die
Regierung  oder  den  eingeborenen  Häuptling  zu  zahlenden
  Gebühren  und  Abgaben,  jährlich  eine  Abgabe
von  240  Mark  im  Voraus  an  die  Kolonial-Gesellschaft
  und  zwar  ohne  Rücksicht  darauf  zu  entrichten,
ob  mit  dem  Abbau  bereits  begonnen  ist  oder  nicht.
Säumigkeit  in  der  Zahlung  dieser  Abgabe  hat  das
Erlöschen  der  Verleihung  zur  Folge.

15.  Für  die  in  Betrieb  genommenen  Felder  —
mit  Ausnahme  des  Finderfeldes  —  steht  der  Kolonial-Gesellschaft
  das  Recht  zu,  statt  der  jährlichen
Abgabe  von  240  Mk.  die  Zahlung  von  2½  péCt.
des  Bruttowerths  der  jährlichen  Förderung  nach  dem
durch  die  Bücher  oder  anderweit  nachgewiesenen  Betrage
  zu  verlangen.  In  diesem  Falle  ist  der  Abbauberechtigte
  bei  Vermeidung  des  Verlusts  seiner  Berechtigung
  verpflichtet,  der  Kolonial-Gesellschaft  einen
wahrheitsgetreuen  Nachweis  über  den  Bruttowerth
der  jährlichen  Förderung  zu  geben,  auch  auf  Verlangen
  der  Kolonial-Gesellschaft  zu  gestatten,  daß  ein
Bevollmächtigter  derselben  Einsicht  von  den  Büchern
nimmt.

16.  Der  Beliehene  kann  das  Abbaurecht  auf
andere  Personen  oder  Gesellschaften  übertragen.  Diese
Uebertragung  wird  jedoch  erst  wirksam,  wenn  der
neue  Erwerber  durch  eine  der  Kolonial-Gesellschaft
abzugebende  ausdrückliche  Erklärung  die  Erfüllung
        <pb n="587" />
        der  dem  Beliehenen  gegen  die  Kolonial-Gesellschaft
obliegenden  Verpflichtungen  übernommen  hat.  Die
Uebertragung  an  ausländische  Gesellschaften  bedarf
außerdem  der  Genehmigung  der  Kolonial-Gesellschaft.

17.  Streitigkeiten  zwischen  der  Kolonial-Gesellschaft
  und  den  Schürf=  oder  Abbauberechtigten  sollen
in  der  Weise  geschlichtet  werden,  daß  die  Kaiserliche
Bergbehörde,  wenn  sie  nicht  schon  nach  §  54  Abs.  2
der  Bergverordnung  vom  15.  August  1889  zur
Entscheidung  berufen  ist,  um  Fällung  eines  Schiedsspruchs
  angegangen  wird.  Sollte  die  Bergbehörde
die  Uebernahme  des  Schiedsrichteramtes  ablehnen,
so  ernennt  jeder  der  streitenden  Theile  eine  gleiche
Zahl  von  Schiedsrichtern,  jedoch  nicht  mehr  als  je
drei,  welche  mit  einem  von  ihnen  zu  wählenden
Obmann  ein  Schiedsgericht  bilden  und  den  Schiedsspruch
  fällen.“

 

Brunnenbau  in  JZüdwestafrika.

Der  Brunnentechniker  Sander,  der  erst  eben
wieder  zwei  Brunnen  in  Windhoek  und  dessen  unmittelbarer
  Umgebung  fertiggestellt  hat  und  zur  Zeit
wiederum  mit  der  Anlage  weiterer  drei  Brunnen
beschäftigt  ist,  ist  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen
Gouvernements  getreten.  Da  er  bereits  aus  der
Zeit  vor  Uebertritt  in  den  Regierungsdienst  ein  gut
eingearbeitetes  Eingeborenenpersonal  hat,  das  vom
Gouvernement  mit  übernommen  ist,  so  ist  er  in  der
Lage,  mehrere  Brunnen  zu  gleicher  Zeit  in  Angriff
zu  nehmen  und  sich  nur  die  Aussicht  vorzubehalten.
Er  wird  seinerseits  beaussichtigt  von  dem  Berginspektor
Duft,  der  auch  die  Brunnen  abnimmt,  während
die  Bestimmung  über  die  Stellen,  an  denen  gebohrt
werden  soll,  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  vorbehalten
  ist.  Die  mit  der  Anlage  von  Wasserstellen
  gemachten  Versuche  sind  bisher  in  überraschender
  Weise  geglückt,  und  hat  sich  von  Neuem
die  von  alten  Kennern  des  Landes  stets  ausgesprochene
Vermuthung,  daß  die  Kolonie  keineswegs  wasserarm
sei,  bestätigt.  Neben  diesen  Arbeiten  bei  Windhoek
gehen  Wassererschließungen  am  Baiwege,  wo  erst
kürzlich  wieder  an  zwei  Stellen  vermittelst  des  Diamantkronenbohrers
  Wasser  gebohrt  ist.  Die  Leitung
daselbst  hat  der  kommissarische  Bezirkshauptmann  von
Otyimbingwe,  Premierlieutenant  Franke,  ein  früherer
  Pionieroffizier.  Außerdem  wird  in  Gibeon
unter  der  Leitung  des  Bezirkshauptmanns  v.  Burgsdorff
  mit  Erfolg  mit  einem  weiteren  Diamantkronenbohrer
  gearbeitet.  Die  Arbeiten  sind  einem
schon  längere  Zeit  in  der  Kapkolonie  und  dann  im
südwestafrikanischen  Schutzgebiet  thätig  gewesenen  Ansiedler
  übertragen.  Zwei  weitere  Diamantkronenbohrer
  sind  für  den  Norden  und  für  die  Bezirke
Windhoek-Otyimbingwe  bestellt;  dieselben  werden
zunächst  von  Angehörigen  der  Schuttruppe  bedient
werden.

—

 

545  —

Wissnschaftliche  Lammlungen.

Nach  einer  Mittheilung  des  Berliner  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  hat  der  Regierungsthierarzt
Borchmann  am  198.  Juni  d.  Is.  eine  von  ihm  in
Deutsch-Südwestafrika  angelegte  Sammlung  zoologischer
  Gegenstände  dem  Museum  überwiesen.

Die  Sammlung  enthielt:
8  Säugethierfellea.
1  Säugethierschädel,
1  Säugethier  in  Alkohol,
2  Vogelbälge,
1  Vogel  in  Alkohol,
16  Reptilien  und  Amphibien,
18  Käfer,
5  Käferlarven,
26  Rhychoten,
11  Orthopteren,
eine  Anzahl  Fliegen  mit  Larven  und  Puppen,
23  Spinnen  und
35  Gläser  mit  Eingeweidewürmern.
Die  Konservirung  der  Thiere  ist  durchgängig  gut.
Da  aus  Deutsch-Südwestafrika  erst  wenig  Thiere  in
der  zoologischen  Sammlung  vorhanden  sind,  so  bildet
diese  Zuwendung  eine  dankenswerthe  Bereicherung
des  Museums.  Bei  genauerer  Durcharbeitung  der
Sammlungen  dürften  sich  unter  den  Insekten  einige
neue  Arten  finden.

—

Rus  dem  Pereiche  der  Misstonen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Missionar  Meisenholl  von  der  Rheinischen
Mission  aus  Keetmanshoop  begiebt  sich  zu  seiner
Erholung  nach  Kapstadt.  Missionar  Fenchel,  gleichfalls
  aus  Keetmanshoop,  von  derselben  Mission  ist
auf  seinem  Posten  wieder  eingetroffen.

 

In  der  „Allgemeinen  Missionszeitschrift“  berichtet
der  Missionsinspektor  Zahn  über  die  Verhältnisse
bei  der  amerikanischen  Presbyterianischen  Mission  im
Süden  des  Kameruner  Schutzgebietes,  zunächst  über
die  sprachlichen  Schwierigkeiten,  mit  denen  die  Mission
zu  kämpfen  hat,  Folgendes  (vergl.  Kol.  Bl.,  S.  61):

Von  der  Station  Batanga  wird  erzählt,  daß
dort  die  Eingeborenen  früher  nur  Englisch  und  seit
Deutsch  eingeführt  ist,  nur  Deutsch  lernen  wollen.
Benga,  die  von  der  Mission  gelehrte  Sprache,  wollen
sie  nun  noch  aus  einem  anderen  Grunde  nicht.  Es
ist  für  sie  eine  fremde  Sprache,  die  Mission  hat  sie
von  Corisco  mitgebracht.  Sie  wollen  aber,  wenn
überhaupt  eine  afrikanische,  nur  ihre  eigene.  Missionar
Schnatz  hat  ihnen  vergeblich  erklärt,  daß  in  Deutschland
  in  allen  Schulen  Schriftdeutsch  gelehrt  und  doch
im  Verkehr  der  Dialekt  geredet  werde.  Aber  sie
bestehen  auf  ihrem  Schein,  und  zwar  jeder  Stamm,
es  sind  dort  zwei,  die  Bapuku  und  die  Banaka,  auf
seinem.  Die  Missionare  haben  ihnen  den  salomoni-
        <pb n="588" />
        schen  Bescheid  gegeben,  sie  würden  einstweilen  beim
Benga  bleiben,  bis  die  beiden  Stämme  sich  verständigt
  hätten  untereinander,  welche  Sprache,  die  der
Bapulu  oder  die  der  Banaka,  gegebenenfalls  denn
gelehrt  werden  solle.

Die  Reverends  im  Süden  haben  Mpongwe  zu
lernen.  Den  Como  hinauf  liegt  die  Station  Angom,
auf  der  Fang  geredet  wird.  Dies  Fangvolk,  das
sich  an  die  Küste  vorgedrängt  hat,  wird  auf  drei
Millionen  geschätzt,  und  es  lohnt  sich  schon,  ihre
Sprache  zu  bearbeiten.  In  Batanga,  wie  schon  erwähnt,
  wird  Benga  geredet  und  endlich  in  Efulen,
1893  unter  den  Bule  gegründet,  als  vierte  Sprache
Bule.  Ob  die  neueste  Station  im  deutschen  Gebiet,
Elatte  in  Ntume,  nicht  noch  eine  fünfte  Sprache  fordert,
  ist  wohl  noch  nicht  ausgemacht.  Die  vier  ersten
Sprachen  haben  die  Missionare  zu  Schriftsprachen
erhoben  und  Theile  der  Schrift  sowie  andere  Schriften
darin  übersetzt,  einige  schon  in  verbesserten  Auflagen
herausgegeben.

Aus  diesem  Reichthum  an  Sprachen  erkennt  man
schon,  daß  diese  Arbeit  sich  über  ein  großes  Gebiet
erstrect.  Von  den  sechs  Europäerstationen  ist  die
südlichste,  Baraka,  schon  1842  gegründet,  aber  erst
1870  von  den  Presbyterianern  übernommen;  sie  liegt
am  Gabun,  10  englische  Meilen  von  der  Küste.  Im
Innern  liegt  Angom,  unter  den  Fang.  Es  hat  ein
reichbevölkertes  Arbeitsgebiet;  nicht  weniger  als  43
Dörfer  liegen  ringsherum,  jedes  in  einem  Tage  zu
erreichen,  jedes  mit  einer  Einwohnerzahl  von  etwa  700.
Aelter  als  Angom  sind  Benito,  schon  1864  gegründet,
92  engl.  Meilen  vom  Gabun,  im  französischen  Gebiet,
und  Batanga,  jetzt  in  deutschem  Gebiete  gelegen,  aber
schon  1875  gegründet.  Mit  Ausnahme  von  Angom
haben  alle  diese  älteren  Stationen  Außenstationen,
14  zusammen.  Zu  Baraka  gehört  als  einzige  Außenstation
  die  Insel  Corisco,  von  der  man  aber  sonst
nichts  hört.  Den  Missionaren  stehen  43  eingeborene
Gehülfen  zur  Seite,  von  denen  einer  ordinirt  ist,  er
ist  in  Benito  stationirt,  vier  Prediger  und  zwei  Licentiaten
  titulirt  werden.  Auch  der  Stock  der  Gemeinde
  ist  auf  diesen  und  um  diese  alten  Stationen.
Für  das  Jahr  1895  werden  1371  Kommunikanten
angegeben.  Der  Zuwachs  an  Kommunikanten  1893
betrug  240,  1894  337.  Die  gesammte  Kirche  wird
der  Baseler  in  Kamerun  um  einige  Hundert  voraus  sein.

Solche  Früchte  sind  noch  nicht  zu  finden  auf  den
beiden  neuen  Stationen  Esulen,  70  engl.  Meilen
südöstlich  von  Batanga  im  Hinterland,  und  der  jüngsten,
Ebolewoe,  wieder  75  engl.  Meilen  südöstlich  von
Efulen.  Die  Stationen  sind  nicht  gegründet,  weil
das  von  der  Mission  entzündete  Feuer  dort  hinübergesprungen
  war,  sondern  weil  man  neue  Gebiete  in
Angriff  zu  nehmen  wünschte.  Der  jüngsten  Station
hat  man  einen  neuen  Namen  gegeben.  Sie  soll
Elatte  heißen,  der  „Bund“.  Elatte  liegt  auf  einer
kleinen  Anhöhe.  Das  ganze  Land,  Bule  wie  Ntume,
ist  übrigens  Hochland,  2000  bis  3000  Fuß  über  dem
Meere.  Nach  der  Sommerhitze  von  Chicago,  schreibt

546

 

ein  Missionar,  fühlt  man  in  Efulen  sich  ganz  erfrischt.
Hoffentlich  ist  das  Land  relativ  gesund.

Zu  allen  diesen  afrikanischen  Stämmen  oder  Völkern
  kommt  hier  noch  eine  Spezialität.  Dr.  Good
hat  bei  Efulen  ein  Volk  oder  einen  Stamm  von
Zwergen  gefunden.  Eine  Schottin,  die  davon  gelesen,
interessirt  sich  dafür  und  hat  die  Mittel  gegeben  für
eine  besondere  Zwergmission.  Wie  überhaupt  die
inneren  Stämme  von  den  Küstenstämmen  tyranmisirt
werden,  so  sind  auch  diese  Zwerge  von  dem  Bulestamme
  abhängig.  Nur  mit  ihrer  Erlaubniß  wird
man  unter  ihnen  missioniren  können.  Einige  Begegnungen
  der  Missionare  mit  den  Zwergen  haben
stattgefunden,  und  einige  Kinder  sind  in  der  Schurle.

Das  weiße  Personal,  welches  auf  diesen  Arbeitsfeldern
  arbeitet,  besteht  aus  etwa  15  Männern  und
15  Frauen.  Unter  den  letzteren  sind  die  Frauen  der
Missionare  und  auch  Wittwen  von  Missionaren.  So
hat  sich  die  Frau  des  im  Oktober  1896  gestorbenen
Marling,  der  unter  den  Fang  arbeitete,  entschlossen,
in  der  Arbeit  zu  bleiben.  Ein  Fräulein  Nassau
hat  vorübergehend  die  theologische  Klasse  in  Batanga
unterrichtet.

Auch  Doktoren  hat  die  Mission,  weibliche  und
männliche.  Die  Aerzte  können  sich  selbst  nicht  helfen,
daß  Krankheit  und  Tod  sie  nicht  berühren.  Die
Aerztin,  Frau  des  Missionars  Roberts,  starb  im
Mai  1895.  Der  Doktor  Laffin  verlor  seine  Frau
im  November  1894.

Ein  besonders  schwerer  Verlust  ist  der  von  Missionar
  Dr.  pbil.  Good  am  13.  Dezember  1894.
Der  38  jährige  Mann  hat  zwölf  Jahre  seines  Lebens
Afrika  gedient,  am  Gabun,  am  Ogowe,  dann  im
Hinterland  von  Batanga,  wo  die  beiden  neuen  Stationen
seine  Gründung  sind.  In  Mpongwe  hat  er  litterarisch
  gearbeitet,  u.  A.  eine  neue  Auflage  des  Neuen
Testamentes  vorbereitet  und  die  Bulesprache  zur
Schriftsprache  gemacht,  die  t  Epangelien  in  sie  übersetzt.

—  —  —–.

Ueber  die  Misson  der  Oblaten  von  der  Jungfrau
  Maria  in  Südwestafrika  entnehmen  wir  einem
Bericht  in  „Kreuz  und  Schwert“  Folgendes:

Eröffnet  wurde  die  Mission  am  20.  Mai  1896
durch  den  apostolischen  Präfekten  von  Transvaal,
Pater  Aloys  Schoch.  Er  legte  den  Grund  zur
Hauptstation  Windhoek.  Am  8.  Dezember  1896
trafen  die  ersten  Missionare  ein.

Am  6.  April  1897  wurde  Pater  P.  B.  Herrmann
  zum  apostolischen  Präfekten  ernannt.  Hauptstation
  Windhoek.

Gleich  nach  seiner  Ankunft  begann  Pater  Herrmann
  mit  dem  Bau  eines  kleinen  Häuschens,  aus
Segeltuch  bestehend;  dasselbe  wurde  schon  im  Frühjahre
  fertig.  Eine  kleine  Kapelle,  ebenfalls  aus
Segeltuch,  wurde  am  ersten  Adventssonntag  1897
eröffnet.  Zugleich  wurde  auf  dem  von  der  Regierung
bewilligten  Grundstück  mit  der  Anlage  eines  Gartens
begonnen  und  ein  Brunnen  gegraben.
        <pb n="589" />
        —  547

Vom  26.  Juni  bis  26.Oktober  1897  unternahm  der
apostolische  Präfekt  seine  erste  große  Reise  durch  die
Präfektur.  Der  Weg  führte  von  Windhoek  über  Otyimbingwe,
  Tsaobis,  Swakopmund,  Omaruru,  Outjo,
Waterberg,  Okahandja.  Der  erste  Zweck  dieser  Reise
war,  den  katholischen  Soldaten  und  Kolonisten  Gelegenheit
  zur  Erfüllung  ihrer  religiösen  Pflichten  zu  geben.
Der  zweite  Zweck  war  die  Gründung  einer  neuen  Mission
nördlich  von  Grootfontein.  Leider  war  der  einzige
Führer  in  dem  noch  unbekannten  Norden,  der  als
Unterhändler  bei  den  Häuptlingen  dienende  Farmer
  Erikson,  nach  Angola  gereist,  und  so  konnte
Pater  Herrmann  die  ersehnte  Missionsgründung
noch  nicht  ins  Werk  setzen.

In  der  Hauptstation  Windhoek  beschäftigten  sich
die  Patres  hauptsächlich  mit  der  Seelsorge  der  katholischen
  Weißen  (Soldaten  und  Ansiedler).  Einer  der
Patres  bekleidet  die  Stelle  eines  Feldgeistlichen.  Pater
Filliung  begleitet  augenblicklich  die  Schutztruppe  auf
ihrem  Marsche  gegen  die  aufständischen  Zwartbois.
Auch  mit  der  Schule  ist  der  Anfang  gemacht.

Für  die  Präfektur  ist  der  plötzliche  Tod  des  hochwürdigen
  Paters  Schoch,  apostolischen  Präfelten  von
Transvaal,  der  der  Mission  noch  die  größten  Dienste

hätte  leisten  können,  ein  wahrer  Verlust.  (Vergl.
Kol.  Bl.  S.  432.)
Personal  der  Präfektur:  Missionare:  Pater

Herrmann,  Propräfekt,  Pater  Kieger,  Pater
Filliung;  Laienbrüder:  Bruder  Pawollek,  Bruder
Leuper  und  Bruder  Havenith.

St.  Bonifacius  zu  Hünfeld  bei  Fulda  ist  der  Sitz
des  Provinzials  Pater  Scharsch,  der  zugleich  Superior
  ist,  und  deutsches  Scholastikat  (Priesterseminar).

Personalien:  12  Patres,  9  Patres  Scholastiker
(die  zur  völligen  Ausbildung  noch  ein  Jahr  im
Missionshause  verbleiben),  58  Alumnen,  4  Laienbrüder-Professen,
  6  Laienbrüder-Novizen.

 

Aus  Urundi  (Missionsgebiet  der  Weißen  Bäter
im  Nordosten  des  Tanganyikasees)  wird  in  „Kreuz
*il  Sässern-  Folgendes  mitgetheilt  (vergl.  Kol.  Bl.

116):

Auf  Befehl  des  Bischofs  mußte  ich  mich  von  der
Station  in  Usige  nach  der  Mission  zum  hl.  Herzen
in  Misugi  (Ost-Urundi)  zurückziehen.  Um  aber  nicht
den  großen  Umweg  durch  den  Süden  zu  machen,
entschloß  ich  mich,  in  gerader  Richtung  durch  Mittelurundi
  auf  Misugi  zu  marschiren,  einmal  weil  dadurch
  der  Weg  um  die  Hälfte  verkürzt  wurde,  dann
aber  auch,  um  so  eine  direkte  Verbindung  mit  Uschirombo
  zu  eröffnen.

Am  1.  Februar  setzten  wir  uns  in  Marsch  und
am  22.  waren  wir  leidlich  gut  in  Misugi  angelangt.
Daß  ich  so  viel  Zeit  gebrauchte,  erklärt  sich  aus  der
Unmöglichkeit,  schnell  zu  gehen,  da  unsere  Kinder  den
Anstrengungen  nicht  gewachsen  waren.  Und  dann
sind  die  Warungi  auch  nicht  an  das  Tragen  von
Lasten  gewöhnt.  Der  Marsch  an  sich  war  ein  kühnes

 

Unternehmen,  aber  es  ist  geglückt.  Die  Bevölkerung
zeigte  sich  überall  friedlich,  sogar  freundschaftlich.

Es  fehlt  mir  an  Zeit,  um  Tag  für  Tag  eine
Reise  von  Usige  nach  Misugi  zu  beschreiben.  Die
ersten  Märsche  waren  übermäßig  anstrengend.  Wir
mußten  oft  die  mächtige  Bergkette,  welche  den  Tauganyikasee
  einsäumt  (2500  bis  3000  m  hoch),  fast
bis  zur  Spitze  erklettern,  marschirten  deshalb  auch
nur  eine  bis  zwei  Stunden  am  Tage.  Alle  diese
Gebirgsschluchten  und  Abhänge,  bewässert  von  zahlreichen
  Bächen,  beherbergen  eine  sehr  dichte  Bevölkerung.
  Fast  überall  Bananenpflanzungen  und  bebaute
Felder,  herrliche  Gegenden  für  die  Missionare.  Einmal
  über  den  Gebirgsrücken  hinweg,  beginnen  große
Hochebenen,  durchschnitten  hier  und  da  von  Bergketten
mit  ihren  Thälern.  Die  trockenen,  mit  kurzem  Gras
bewachsenen  Hochebenen  sind  fast  ausschließlich  von
den  Watussi  (Hirtenvolk)  bewohnt,  die  hier  prächtige
Weide  finden.  Da  giebt  es  keine  Bananen.  Die
Thäler  und  Berghänge  dagegen  bewohnen  die  Wahutu,
  die  Ackerbauer  (wörtlich  Sklaven).

Es  ist  kalt  auf  jenen  Hochebenen;  mehrere  Nächte
konnte  ich  nicht  schlafen.  Drei  unserer  Kinder  sind
da  gestorben,  ich  glaube  vor  Kälte.  Aber  das  Klima
ist  sicher  ausgezeichnet;  Fieber  und  Malaria  dürften
da  unbekannt  sein.  Die  Luft  ist  rein,  der  Boden
trocken,  Sümpfe  giebt  es  nicht,  überall  aber  Quellen,
die  sich  in  Flüsse  und  Bäche  ergießen.  Welch  reizendes
  Land,  welcher  Unterschied  im  Vergleich  mit  den
langweiligen  menschenleeren  Poris  (Steppenwälder)
von  Unyamwesil

Dieses  Land  Urundi  beherbergt  wirklich  eine  für
afrikanische  Verhältnisse  kolossale  Bevölkerung.  Diesen
Eindruck  haben  alle  Europäer  erhalten,  die  im  Lande
reisten,  so  der  Vizegouverneur  v.  Trotha  und  Herr
Ramsay.  Stanley  schätzte  s.  Z.  die  Bevölkerung
von  Uganda  auf  4  bis  5  Mill.  Seelen;  ich  glaube,
daß  die  Bevölkerungsziffer  von  Urundi  näher  an
5  Millionen  wie  an  3  Millionen  steht.  Die  Zukunft
wird  lehren,  ob  sie  nicht  noch  größer  ist.

—

Personal-Nachrichten  (aus  „Kreuz  und  Schwert“):
Gestorben  sind  aus  der  Kongregation  der  Weißen
Väter  Pater  Capus  und  Pater  van  der  Briesen.
Ersterer  war  mit  Pater  Loonus  aus  Afrika  zurückgekehrt
  und  starb  im  Mutterhause,  Letzterer  auf
seinem  Posten  in  der  Mission  St.  Antonius  in
Usige-Urundi.  ·

Weiße  Schwestern.  Die  ehrwürdige  Schwester
Felicia  (aus  Hülm),  Schwester  Paul  vom  hl.  Kreuz
(aus  Ruhrort)  sowie  zwei  nichtdeutsche  Ordensfrauen
sind  seit  Mai  zur  Gründung  einer  neuen  Nieder—
lassung  auf  der  Reise  zum  Tanganyika-See.  Am
10.  Juli  reisten  nach  Uschirombo  ab  die  Schwestern
Antonia  (aus  Lüchtringen),  St.  Marcus  (aus
Wülperich)  und  eine  französische  Schwester.
        <pb n="590" />
        Die  „Kirchlichen  Mittheilungen“  der  Neuendettelsauer
  Missionsgesellschaft  veröffentlichen  unter
der  Ueberschrift  „Willige  Hörer  in  Neu-Guinea“
einen  erfreulich  lautenden  Bericht  über  die  Thätigkeit
dieser  Mission  in  Kaiser  Wilhelmsland.  In  einem
dort  wiedergegebenen  Briefe  des  Missionars  Held
aus  Simbang  bei  Finschhafen  heißt  es  u.  A.:  Die
Schule  konnte  regelmäßig  gehalten  und  auch  von  den
bisherigen  Schülern  (zwischen  30  und  40)  regelmäßig
besucht  werden.  Die  Simbanger  sind  in  den  letzten
Monaten  fleißig  zum  Gottesdienst  gekommen,  einmal
zählten  wir  mit  unseren  Jungen  68  Personen.  Sie
hören  auch  ganz  aufmerksam  zu,  einige  bekräftigen
durch  ihr  Wiederholen  manches  Wort.

In  letzter  Zeit  war  ich  auch  das  erste  Mal  mit
Br.  Hoh  in  den  Gingala=  und  Jabimdörfern.  Es
war  schön  anzusehen,  wie  sich  Alt  und  Jung,  Männer
und  Frauen  vor  uns  versammelten  und  der  Rede
Br.  Hohs  lauschten.  Und  besonders  war  es  uns
eine  Freude,  daß  auch  die  anderen  Jungen,  die  noch
nicht  auf  der  Station  gewesen  sind,  die  Jabimlieder
mitsangen.  Man  sieht,  wie  sie  einander  die  Lieder
lernen.  Ein  anderes  Mal  war  ich  mit  Br.  Hoh
bei  den  Kai  gegen  Westen,  wo  wir  ebenfalls  sehr
freundlich  aufgenommen  worden  sind.  Auch  die  Leute
in  Finschhafen,  die  sich  sonst  etwas  zurückgehalten
haben  sollen,  waren  gegen  Br.  Pfalzer,  der  sie  vor
Kurzem  besuchte,  ganz  freundlich.  Es  scheint,  daß
die  Alten  jetzt  anfangen  zu  suchen.

Missionar  Pfalzer  (ebenfalls  in  Simbang)
schreibt:  Man  findet  jetzt  überall  willige  Hörer.
Die  Simbanger  besuchten  seit  Weihnachten  sehr  fleißig
den  Gottesdienst  hier  oben  und  von  den  Männern
kam  bis  jetzt  nie  einer  ohne  sein  Lendentuch,  sogar
am  Werktag  haben  es  die  meisten  um,  wenn  sie  gelegentlich
  kommen.  Sogar  die  alten  Häupter,  Jaboa,
Seboa  und  Lengo  binden  sich's  um,  sie  schämen  sich
nicht  mehr,  weder  des  Besuchs  der  oba  (d.  h.  der
Grasfläche,  so  nennen  die  Eingeborenen  die  Station),
noch  des  Besuches  der  Gottesdienste,  noch  selbst  des
Mitsingens  und  Mitbetens.  Wenn  die  Simbanger
anhalten  mit  Gottesdienstbesuch,  müssen  wir  unser
Schullokal  vergrößern  in  der  nächsten  Regenzeit,  so
daß  es  dann  ein  kirchenmäßigeres  Ansehen  erhält  als
der  gottesdienstliche  Raum  in  Tami.

In  Kwalasam,  woselbst  bekanntlich  ein  Versammlungshaus
  für  gottesdienstliche  Zwecke  gebaut  worden
ist,  hat  das  angefangene  Werk  weiteren  Bestand  gewonnen.
  Dassenige  christliche  Fest,  bei  welchem  am
meisten  Betheiligung  von  Heiden  stattfindet,  ist  das
Weihnachtsfest,  welches  ja  durch  den  Weihnachtsbaum
auf  ein  Volk,  das  noch  unentwickelt  ist,  naturgemäß
am  meisten  Eindruck  macht.  Die  Leute  erkennen
aber  auch,  daß  das  Christenthum  im  Leben  bethätigt
werden  müsse.  Zu  den  früheren  Beweisen,  die  sie
von  dem  Vorhandensein  dieser  Erkenntniß  gegeben
haben,  kann  wieder  ein  neuer  berichtet  werden.  Als
jüngst  die  ganze  Gegend  zu  einer  großen  Versammlung
  in  Suam  bei  Finschhafen  berusen  worden  war,

548

 

zeigte  ihre  Erscheinung  einen  bedeutungsvollen  Unterschied:
  alle  die  einzelnen  Dorfschaften  erschienen  bis
an  die  Zähne  bewaffnet,  ein  unfreiwilliges  Bekenntniß,
  daß  dem  Heidenthum  mit  dem  Vertrauen  auf
Gott  auch  das  Zutrauen  zu  den  Menschen  fehlt.
Die  Leute  von  Kwalasam  waren  von  ihren  Freunden
noch  ausdrücklich  ermahnt  worden,  ja  ihre  Waffen
nicht  zu  vergessen,  allein  sie  kamen  als  die  einzigen
unbewaffnet.  Die  Missionare  rühmen  es  auch,  daß
bei  ihren  gegenwärtigen  Dörferbesuchen  auch  Frauen
anfangen,  der  Predigt  zuzuhören.  Infolge  der  religiösen
  Niederhaltung,  in  der  die  Frauen  vom  N.-G.
Heidenthum  gehalten  werden,  haben  dieselben  bis
daher  nicht  viel  um  die  Missionare  sich  gekümmert,
wenigstens  nicht  auf  dem  Festland.

Auch  von  Tami  kann  Gutes  berichtet  werden.

Ueber  die  Tamiesen  ist  die  Erkenntniß  gekommen,
daß  sie  doch  dem  Missionar  recht  viel  verdanken
und  großen  Nutzen  von  ihm  haben;  sie  entschlossen
sich  daher,  den  Sonntag  zu  beobachten  und  zum
Gottesdienst  zu  kommen.  In  ihrem  Verhalten  gegen
die  Missionare  hat  sich  gegen  früher  eine  große  Veränderung
  vollzogen:  vor  Jahren  wollten  sie  die
Missionare  fort  haben;  jetzt  meinen  sie,  schreibt
Missionar  Bamler,  wenn  etwa  ein  Papier  käme,
ich  sollte  fort,  wollten  sie  meinen  Besitzern  Eberzähne
1n  sonstige  Werthsachen  geben,  daß  sie  mich  da
ießen.

Am  Schluß  des  Berichtes  heißt  es:  Am  28.  Juni
wird  Missionar  Vetter,  so  Gott  will,  nach  1¼  jährigem
  Erholungsaufenthalt  die  Rückreise  in  sein
Arbeitsfeld  von  Genua  aus  wieder  antreten.  Er
bringt  seinen  Mitarbeitern  draußen  als  erwünschte
Gabe  mehrere  Lehr=  bezw.  Erbauungsbücher  mit,
eine  Fibel,  eine  biblische  Geschichte  des  alten  und
neuen  Testaments,  eine  Liedersammlung  und  Katechismus,
  welche  er  während  seines  Urlaubs  für  den
Druck  hat  fertigstellen  können.

 

Dem  Jahresbericht  der  Norddeutschen  Missions-Gesellschaft
  (Togo)  für  das  Jahr  1897  entnehmen
wir  Folgendes:

Von  den  Zöglingen  in  Basel  war  im  letzten
Jahre  keiner  fertig  mit  seinem  Studium,  und  wir
haben  keinen  neuen  Missionar  aussenden  können.
Dagegen  dursten  wir  zwei  neue  Schwestern  den
Arbeitern  zur  Hülfe  senden;  im  Januar  d.  J.  reiste
Fräul.  A.  Hörz  und  im  April  Schwester  S.  Schmidt.
Beide  haben  freilich  nur  Lücken  ausgefüllt.  Am
25.  Juli  war  in  Ho  Margarethe  Diehl  dahingeschieden.
  Von  den  Frauenarbeiterinnen  haben  auch
die  Schwestern  A.  Reineken  und  A.  Kähler  ihren
Urlaub  in  der  Heimath  angetreten;  vor  der  Zeit
war  die  Schwester  Maud  Innes  genöthigt  heimzukehren
  und  zwar  so,  daß  sie  an  einen  Wiedereintritt
nicht  denken  darf.  Ende  April  ist  dann  auch  noch
Fräulein  M.  Tolch  heimgekehrt.  Die  fünf  Lücken

sind  also  nicht  ganz  ausgefüllt  durch  die  genannten

zwei  neuen  Schwestern  und  durch  Frau  Knüsli  und
        <pb n="591" />
        Schwester  Hedwig  Rohns,  die  im  September  letzten
Jahres  wieder  in  ihre  Arbeit  zurückkehrten.

Ein  ähnliches  Hin  und  Her  von  Kommen  und
Gehen  hat  unter  den  Missionaren  und  ihren  Frauen
stattgefunden.  Noch  kurz  vor  dem  letzten  Feste
waren  Geschwister  Spieth  zu  ihrem  Urlaub  hier
angekommen;  im  Laufe  des  Jahres  folgten  ihnen
Bruder  Müller,  Geschwister  Oßwald,  Fies,
Seeger  und  zuletzt  Bruder  Schröder.  Zu  unserem
großen  Bedauern  hat  der  Arzt  Frau  Fies  die
Weiterarbeit  in  Afrika  verboten,  so  daß  wir  auf  die
fernere  Hülfe  dieses  Paares  verzichten  müssen.  Für
die  Heimkehrenden  traten  in  Afrika  ein  Bruder  Gorr,
Bruder  Diehl  mit  seiner  jungen  Frau,  Lina  Schomann,
  Bruder  Bürgi,  Geschwister  Härtter,  und
im  letzten  Monat  ging  noch  Bruder  Müller  zurück;
er  hat  nur  10  Monate  zu  seinem  Urlaub  gebraucht.
Bruder  Beck  kehrt  zurück  und  nimmt  Rosa  Tolch
als  seine  Gehülfin  mit,  die  zweite  Tochter  unserer
Missionsgeschwister  Tolch,  die  sich  unserer  Mission
widmet.  Auch  Frl.  Wachter  hat  eine  Schwester  in
Afrika,  in  der  Basler  Mission;  sie  wird  die  unsere,
indem  sie  unserem  Bruder  Bürgi  sein  einsam  gewordenes
  Haus  wieder  freundlicher  machen  will.  Im
letzten  Jahre  haben  wir  nur  den  einen  Todesfall  zu
beklagen  gehabt,  und  es  ist  mit  Dank  zu  erwähnen,
daß  auf  der  Station  Ho,  die  einmal  einen  sehr
schlechten  Namen  hatte,  dies  nach  mehr  denn  elf
Jahren  der  erste  Todessall  war.  Einer  der  Gründe
dieser  höchst  erfreulichen  Besserung  ist  in  der  Nähe
der  Gesundheitsstation  Amedschovhe  zu  suchen.

Von  Westheim,  wo  wir  eine  Bildungsstätte  für
afrikanische  Sendboten  der  deutschen  Heimath  haben,
gingen  im  letzten  Herbst  drei  der  Eoheer  in  ihre
Heimath  zurück.  Die  Freunde  werden  sich  erinnern,
daß  wir  in  das  letzte  Jubeljahr  mit  einer  aus  vergangenen
  Jahren  aufgehäuften  Schuld  von  nahezu
72  000  Mark  eintraten,  und  daß  wir  darum  nicht,
wie  es  jubiläumsmäßig  gewesen,  die  Freunde  bitten
durften,  uns  zu  helsen,  etwas  Neues  zu  beginnen,
sondern  die  weniger  festlich  klingende  Bitte  aussprachen:
  Helft  uns,  daß  wir  unsere  Schulden  tilgen
können!  Mit  vieler  Freude  berichten  wir,  daß  dieser
Bitte  reichlich  entsprochen  ist.  Für  das  Defizit  oder
besser  gegen  dasselbe  und  als  Jubiläumsgabe  sind
uns  92  478  Mark  gegeben  worden  und  dadurch
dieser  Zweck  erreicht.  Die  Einnahme  unserer  Generalkasse
  ist  im  letzten  Jahre  um  ein  Bedeutendes
gegen  das  frühere  Jahr  zurückgeblieben;  sie  betrug
107  997,  gegen  122  909  in  1896.  Da  schon
immer  unsere  Ausgabe  über  unsere  Einnahme  hinaus
zu  gehen  pflegt,  1897  betrug  sie  143  479  —  so
haben  wir  noch  12  340  Mark  Schulden  übrig  behalten.
  Wir  sind  aber  dankbar,  daß  sich  unser
Vermögensstand  um  etwa  60  000  Mark  gehoben  hat.

Sehr  nöthig  wären  größere  Mittel,  damit  wir
die  17  Missionare,  von  denen  10  verheirathet  sind,

549

 

sie  nebst  den  einheimischen  Gehülfen.  Es  sind  ihrer
im  letzten  Jahre  56  geworden;  die  drei  von  Westheim
  erwähnten  wir  schon;  drei  andere  hat  das
Seminar  in  Anmedschophe  ausgebildet.  Auch  sechs
Frauenarbeiterinnen  helfen  den  weißen  Schwestern
unter  ihrem  Geschlechte  Gottes  Werk  treiben.  Wir
haben  vier  Europäerstationen,  Amedschovhe  am
weitesten  im  Lande  und  Ho  gleichfalls  im  Innern,
30  Stunden  von  der  Küste,  und  zwei  an  der  Küste:
Keta  und  Lome.  Keta  ist  die  älteste  Station  und
Lome  die  jüngste;  1897  ist  das  erste  Jahr,  daß
diese  vierte  Station  besteht.  Schon  wiederholt  ist
im  Jahresbericht  gesagt,  daß  es  für  unser  Werk  sehr
erfreulich  wäre,  wenn  wir  noch  eine  oder  zwei
Europäerstationen  anlegen  könnten.  Nun  ist  in  diesem
Jahre  eine  Freundin  unserer  Arbeit  heimgegangen,
die  seit  den  ersten  Zeiten  unserer  Mission  ihre  Liebe
zugewandt  hat.  Sie  hat  uns  25  000  Mark  aus
ihrem  Nachlaß  zugewandt.  Der  Vorstand  hat  erwogen,
  einen  Theil  dieser  Summe  zur  Gründung
einer  neuen  Station  zu  verwenden.  Das  würde  nur
in  geringem  Maße  eine  Vergrößerung  unserer  Ausgaben
  veranlassen;  die  neue  Station  würde  Wohnung
schaffen  für  Missionare,  denen  wir  sonst  auf  den
alten  Stationen  neue  Häuser  bauen  müßten.  Die
weiteren  Untersuchungen  und  Berathungen  müssen
zeigen,  ob  dies  möglich,  und  ob  der  Agu,  den  wir
hierfür  ins  Auge  gefaßt  haben,  der  richtige  Ort  für
eine  fünfte  Station  ist.  Dort  könnten  wir  zwar
nicht  auf,  aber  am  Berge  bauen,  in  verhältnißmäßig
gesunder  Lage  unter  einer  dichten  Bevölkerung,  die
sich  dem  Evangelium  geneigt  zeigt.  Dort  haben  wir,
in  Nyogbo,  1895  eine  Außenstation  gegründet,  die
sich  sehr  erfreulich  entwickelt.

Wir  haben  unsere  vier  Stationen  in  einer  Ecke
des  Evhelandes  angebaut;  sie  liegen  nicht  so  weit
auseinander,  und  der  weitaus  größte  Theil  des
Landes  ist  von  uns  noch  gar  nicht  besetzt,  kaum  berührt.
  Es  ist  ganz  richtig,  daß  wir  uns  so  auf  ein
kleineres  Gebiet  beschränken  und  hier  die  Eroberung
des  ganzen  Landes  vorbereiten.  So  klein  das  Gebiet
ist,  so  hat  aber  doch  jetzt  schon  jede  Station  ein
größeres  Arbeitsfeld,  als  sie  bearbeiten  kann.  Jede
Station  hat  ihre  Außenstationen;  im  letzten  Jahre
sind  wieder  zwei  hinzugekommen,  Sokode  im  Distrikt
Ho  und  Dzokpe  in  Amedschovhe.  Es  sind  jetzt
26  solcher  Außenstationen.  Die  jüngste  Station
Lome  hat  nur  eine,  Tove,  6  ½  Stunden  entfernt,
aber  ein  fast  unbegrenztes  Gebiet,  sich  auszudehnen.
Keta  hat  sechs  und  bittet,  eine  siebente  noch  weiter
entsernt  anlegen  zu  dürfen.  Die  schon  bestehenden
sind  von  einer  halben  bis  elf  Stunden  entfernt,  und
in  diesem  weiten  Gebiete  sollen  die  Missionare  Alles
beaufsichtigen  und  beleben.  Amedschovhe  zählt  fünf
Außenplätze,  der  entfernteste  liegt  10  Stunden  von
dem  Wohnort  des  leitenden  Missionars.  Doch  am
ausgedehntesten  ist  Ho  mit  seinen  14  Anßenstationen.

sammt  den  sieben  Frauenarbeiterinnen  senden  und  Ananse  liegt  nach  dem  Südwesten  15  Stunden,
die  Gesandten  zu  ihrem  Werke  ausrüsten  könnten,  Agu-Niogbo  in  entgegengesetzter  Richtung  12  Stunden
        <pb n="592" />
        —  550

von  dem  Wohnort  der  Missionare.  Von  Kpatove
im  Süden  bis  Matse  im  Norden  sind  es  auch  fast
12  Stunden.  Es  wäre  ein  guter  Fortschritt,  wenn
wir  einen  Theil  abtrennen  und  am  Agu  einen  neuen
Arbeitsmittelpunkt  anlegen  könnten.

Dreißig  Arbeitsstätten  oder  Predigtstätten  haben
wir  im  Enphelande  gegründet.  Ferner  haben  wir
jetzt  38  Schulen  für  Knaben  und  Mädchen,  niedrige
und  hohe.  Die  Schülerzahl  ist  um  96  gewachsen,
auf  969,  so  daß  wir  bald  ein  Tausend  Schüler  unterrichten.
  Im  letzten  Jahre  berichteten  wir  von
einer  neuen  Ausgabe  des  Neuen  Testaments  in  der
Erhesprache.  In  diesem  Jahre  ist  dasselbe  hinausgesandt.
  .

Auf  793  Predigtreisen  sind  einmal  und  mehr—
mals  672  Orte  des  Evhelandes  mit  dem  Worte
bedient  worden.  Kreise  von  30,  von  78,  von  110
und  672  Orten  des  Landes  werden  von  der  Predigt
mehr  oder  weniger  erreicht.

Den  Freunden  ist  bekannt,  daß  unser  Gebiet
für  die  Arbeit  sehr  ungünstig  unter  deutscher  und
englischer  Herrschaft  steht.  Besonders  für  die  Schul—
arbeit  ist  dies  lästig.  Denn  wenn  wir  natürlich
auch  die  Evheer  weder  zu  Deutschen  noch  zu  Engländern
  machen  wollen  und  sie  also  auch  in  ihrer
eigenen  Sprache  unterrichten  und  ihnen  predigen,  so
können  wir  doch  nicht  ohne  fremde  Sprache  auskommen.
  Wir  hatten  beschlossen,  wenn  die  Zahl  der
Schüler  aus  dem  deutschen  Erheland  der  aus  dem
englischen  gleich  sei,  im  deutschen  Gebiete  Deutsch
als  fremde  Sprache  zu  lehren.  Das  ist  jetzt  eingetreten,
  und  wir  haben  mit  dem  neuen  Schuljahr,
das  im  Januar  beginnt,  den  deutschen  Sprachunterricht
auf  den  deutschen  Stationen  begonnen.  Das  ist  sehr
unbequem,  zwei  fremde  Sprachen  zu  lehren,  es  vermehrt
  die  Arbeit  und  hemmt  in  der  Verwendung
der  Lehrkräfte,  aber  wir  hoffen,  es  werden  diese
Schwierigkeiten  zu  überwinden  sein,  und  die  Schule
auch  weiter  hin  sich  gedeihlich  entwickeln.

Wir  hatten  die  Freude,  daß  in  dem  Jubeljahr
1897  die  evangelische  Kirche  im  Evheland  das  zweite
Tausend  überschritten  hat.  Es  sind  45  Jahre  darüber
  verflossen,  bis  die  Gemeinde  der  lebenden  Evhechristen
  ein  Tausend  zählte.  In  fünf  Jahren  ist  das
zweite  Tausend  hinzugekommen.  Am  31.  Dezember
waren  202  Erwachsene  im  Taufunterricht,  mehr  als
jemals  am  Ende  eines  Jahres.  Auch  die  Art  des
Zuwachses  ist  hoffnungerweckend.  Fast  um  200
Seelen  ist  die  Gemeinde  gewachsen;  hauptsächlich
dadurch,  daß  Erwachsene  getauft  wurden,  162  Männer
und  Frauen.  Und  diese  sind  zum  großen  Theil  aus
den  mittleren  Lebensjahren;  112  unter  den  Erwachsenen,
  die  sich  zu  dem  ernsten  Schritt  entschlossen
haben,  Christen  zu  werden,  standen  in  dem  Alter
vom  20.  bis  zum  69.  Jahre.  Man  darf  annehmen,  daß
sie  mit  reifer  Ueberlegung  ihn  gethan  haben  und  aus
dieser  Thatsache  den  Schluß  ziehen,  daß  in  dem
Volke  eine  Bewegung  zum  Christenthum  stattfinde.

 

 

Aus  fremden  Holonien.

Borneo.

Ueber  eine  im  Herbst  v.  Is.  von  Singapore
nach  Borneo  unternommenen  Reise  berichtet  ein
deutscher  Reisender,  wie  folgt:

Bei  der  großen  Entfernung  Borneos  von  Singapore
  —  etwa  1000  Seemeilen  oder  fünf  Tagereisen
bis  Sandakan  —  und  der  großen  Ausdehnung  des
Territoriums  von  Britisch-Nordborneo  (31.000  engl.
Quadratmeilen),  das  den  Flächeninhalt  des  Königreichs
  Bayern  übertrifft  und  eine  Küstenlinie  von
900  engl.  Meilen  hat,  mußte  ich  von  vornherein
darauf  verzichten,  das  ganze  besiedelte  Gebiet  des
Staates  innerhalb  der  mir  zur  Verfügung  stehenden
vier  Wochen  kennen  zu  lernen  und  mich  vielmehr
darauf  beschränken,  die  hervorragendsten  Plätze  zu
besuchen.  Bei  der  Vertheilung  der  Zeit  war  ich
natürlich  ganz  von  den  vorhandenen  Kommunikations-=mitteln
  abhängig.

Die  hauptsächlichsten  Häsen  sind  Sandakan  an
der  Ostküste,  Kudat  im  Nordosten  und  Labuan  auf
der  gegenüber  der  Westküste  des  Territoriums  gelegenen
  Insel  gleichen  Namens.  Diese  Häfen  stehen
mit  Singapore  durch  drei  —  zwei  verschiedenen
Linien  angehörige  —  Dampfer,  welche  die  Rundfahrt
in  etwa  20  Tagen  zurücklegen,  in  regelmäßiger  Verbindung;
  Kudat  und  Sandakan  sind  außerdem  mit
Hongkong  durch  zwei  alternirende  Schiffe  ebenfalls
in  dauerndem  Verkehr.  Außer  diesen  Schiffen  lausen
gelegentlich  noch  andere,  zwischen  Singapore  und  den
niederländisch-indischen  oder  den  Sulu-Inseln  fahrende
Schiffe  einen  oder  den  anderen  dieser  Häfen  an.
Den  Verkehr  zwischen  den  Häfen  des  Territoriums
vermittelt  eine  in  Sandakan  eingetragene  Gesellschaft
(Sabah  Steamship  Co.)  mit  drei  oder  vier  kleineren
Dampfern  (von  100  bis  150  Tons)  nach  mehr  oder
weniger  festgesetztem  Plau,  der  aber  je  nach  Bedürfniß
abgeändert  wird.  Im  Ganzen  laufen  monatlich
durchschnittlich  20  Schisfse  in  den  Hafen  von  Sandakan
  und  etwa  15  in  den  Hasen  von  Kudat  ein.

Jch  trat  die  Reise  nach  Borneo  in  Singapore
am  Abend  des  28.  August  1897  mit  dem  Dampfer
„Ranee“  (378  Reg.-Tons)  der  A.  Holtschen  Dampferlinie
  an.  Dieses  Schiff  sollte  nicht,  wie  gewöhnlich,
zuerst  Labuan  anlaufen,  sondern  direkt  nach  Kudat
und  Sandakan  gehen,  und  erst  auf  der  Rückfahrt
Labnan  berühren.  Dies  war  mir  insofern  erwünscht,
als  Labnan  seinem  ganzen  Charakter  nach  von  dem
Festlande  Borneos  verschieden  ist  und  als  ein  aus
Verwaltungsrücksichten  dem  Staate  zugesügtes  Anhängsel
  anzusehen  ist.  Die  Fahrt  von  Singapore
nach  Borneo  ist  im  Allgemeinen  gefahrlos  und  ereignißlos.
  Zunächst  geht  es  bei  dem  Horsburgh-Leuchtthurm
  und  der  Insel  Pedra  Branca  vorbei  in
östlicher  Richtung  bis  Victory  Island,  dann  ein
wenig  mehr  nordöstlich  bis  zu  den  Natungs-Inseln,
die  wir  am  Morgen  des  30.  August  passirten,  und
von  da  aus  nordöstlich.  Am  Nachmittag  des  nächsten
        <pb n="593" />
        551

Tages  passirten  wir  Barram  Point,  die  Grenze  Es  ist  nur  ein  schmaler  Streifen  an  der  Küste,  auf

zwischen  Sarawak  und  Brunei,  und  danach  ging  es
an  der  Küste  Borneos  entlang.  Die  Höhe  der  Jusel
Labuan,  und  damit  die  Grenze  des  Territoriums
des  Staates  von  Nord-Borneo,  erreichten  wir  etwa
um  Mitternacht.  Von  der  Insel  Gaya  an,  die  wir
am  nächsten  Morgen  um  8  Uhr  sahen,  erblickt  man
den  Berg  Kinabalu,  der  mit  seinen  13  700  Fuß
weit  über  die  im  Allgemeinen  2000  JFuß,  in  ihren
sonstigen  Erhebungen  4000  oder  5000  Fuß  nicht
übersteigenden  Bergzüge,  in  langgestreckter,  massiver,
zu  beiden  Seiten  steil  abfallender  Gestalt  hinausragt,

tagsüber  aber  natürlich  meist  von  dichten  Wolken

umlagert  ist.  Bei  Ambongbucht  geht  demnächst  die
Fahrt  vorbei,  und  am  vierten  Tage  erreicht  das
Schiff  den  nördlichsten  Punkt  Borneos  und  wendet
sich  dann  zwischen  diesem  und  der  gegenüberliegenden
Insel  Balambangan  hindurch  in  die  große  Marudubai

  hinein,  die  sich  28  Seemeilen  weit  nach  Süden

ausdehnt,  an  der  Einfahrt  17  Meilen  und  am  südlichen
  Ende  9  Meilen  breit  ist.  Auf  der  westlichen.
Küste  dieser  Bucht,  11  Seemeilen  südlich  von  der
Einfahrt,  öffnet  sich  als  ein  etwa  1½  Meilen  langer
Einschnitt  nach  Westen  der  Hafen  von  Kudat.  Wir
bogen  abends  6  Uhr  am  1.  September  in  diesen
Hafen  ein  und  hatten  einen  herrlichen  Anblick;  rings
um  die  Bucht  von  Kudat  und  ferner  im  Osten  um
die  Marudubai  waren  die  mehr  oder  weniger  hohen
Hügel  von  dem  Lichte  der  untergehenden  Sonne  mit
einem  röthlichen  Hauche  übergossen,  während  der
Mond  gerade  vor  uns  im  Westen  sich  dem  Untergange
  näherte.  Zur  Linken,  südwestlich,  stieg  machtvoll
  Kinabalu  über  die  Landschaft  hinaus  und  rechts
—  am  nördlichen  Ufer  der  Bucht  lag,  von  schweren
schwarzen  Wolken  bedroht,  durch  die  Anlegebrücke
und  einige  Lichter  kenntlich,  die  Stadt  Kudat.  Eine
leichte  Briese  brachte  sßen  Duft  vom  Lande  zu  uns
herüber  —  vielleicht  den  Duft  von  Kaffeeblüthen.
Der  Quai  von  Kudat,  an  welchem  das  Schiff  abends
7  Uhr  am  1.  September  aulegte,  ist  ein  einfacher
hölzerner  Bau,  auf  welchem  die  ebenfalls  von  Holz
errichteten  Komptoirs  der  Schiffsagenten  stehen,
während  der  Zollschuppen  am  Landende  der  Brücke
den  Weg  zum  Lande  vermittelt.  Hinter  diesem  erheben
  sich  einige  wenige  von  Stein  erbaute  Güterschuppen,
  und  daran  schließen  sich  in  einiger  Entsernung
  eine  oder  zwei  kurze  Straßen  mit  kleinen
einstöckigen  Steinhäusern,  in  denen  chinesische  Händler
Lebensmittel  und  andere  kleine  Bedürfnisse  verkaufen.
Weiterhin  in  einiger  Entfernung  auf  der  sich  am
Strande  hinziehenden  Ebene,  durch  einen  ziemlich
großen,  ungepflegten  Platz  getrennt,  erhebt  sich  das
Hotel,  ein  zweistöckiger  Holzbau,  der  von  den  Pflauzern
  der  Plantagen  an  der  Marudubai,  wenn  sie
nach  Kudat  kommen,  regelmäßig  als  Absteigequartier
benutzt  wird.  An  das  Hotel  schließen  sich  dann,
wiederum  durch  größere  Zwischenräume  getrennt,  auf
derselben  Ebene  das  Hospital  und  das  Gefängniß
an.  Auch  dies  sind  im  Wesentlichen  Holzbauten.

 

 

–  –  —  —  —

 

—

 

dem  die  untere  Stadt  erbaut  ist.  Dahinter  erheben
sich  Hügel,  auf  welchen  die  Häuser  der  Europäer,
die  Regierungsgebäude  und  das  Wohnhaus  des  Residenten
  stehen.  Der  Ort  ist  des  schönen  Hafens
wegen  hier  angelegt,  in  der  Hoffnung,  daß  Handel
und  Verkehr  sich  dorthin  ziehen  werden,  wenn  die
umliegenden  Distrikte  angebaut  sein  werden.  Von
dem  Schicksal  der  Pflanzungen  wird  daher  auch  die
weitere  Entwickelung  von  Kudat  abhängig  sein.
Einstweilen  macht  es  noch  einen  sehr  ruhigen,  jedenfalls
  aber  freundlichen  und  anmuthigen  Eindruck.
Der  größte  Mangel  des  Platzes  ist  das  Fehlen  eines
guten  Trinkwassers;  es  muß  aus  ziemlich  großer
Entfernung  herbeigeschafft  und  sorgfältig  filtrirt
werden.  Zum  Baden  und  für  sonstige  Haushaltsbedürfnisse
  wird  in  der  Regel  in  Cisternen  aufgefangenes
  Regenwasser  benutzt,  woran  freilich  im  Allgemeinen
  kein  Mangel  ist,  denn  es  regnet  in  Borneo
allenthalben  fast  das  ganze  Jahr  hindurch  mit  großer
Regelmäßigkeit  und  Ausgiebigkeit.  Die  durchschnittliche
  Jahresmenge  des  Regens  wird  für  Kudat  auf
120  bis  130  englische  Zoll  angegeben.  Uebrigens
hofft  man  doch,  einmal  auch  auf  gutes  Grundwasser
in  der  Nähe  von  Kudat  zu  stoßen,  und  bei  zunehmender

  Bevölkerung  wird  auch  ein  brauchbares  System

der  Wasserzufuhr  aus  einiger  Entfernung  sich  durchführen
  lassen.  Ich  machte  von  der  freundlichen  Einladung
  des  Residenten  Herrn  Little,  den  ich  schon
von  Singapore  her  kannte,  Gebrauch  und  nahm
OQuartier  in  der  „Residency“",  einem  auf  einem  bis
an  das  Meer  vorspringenden  ziemlich  hohen  Hügel
errichteten,  freundlich  aussehenden,  geräumigen  und
besonders  luftigen  Hause,  aus  Holz,  und  mit  dem
üblichen  Material,  dem  Blatte  der  Nipapalme,  Attapp
genannt,  gedeckt.  Ich  traf  dort  Herrn  Walker,  den
Vorsteher  der  Landverwaltung  (Commissioner  of
Lands),  mit  dem  ich  am  nächsten  Morgen  einen  Ritt
in  die  Umgegend  unternahm.

Große  Straßenanlagen  sind  in  diesem  Bezirke
bisher  noch  nicht  gemacht.  Die  größte  Straße,  die
in  einer  Breite  von  etwa  20  Fuß  angelegt  ist,  ist
etwa  fünf  oder  sechs  Meilen  lang  und  führt  in
einen  Wald,  in  welchem  werthvolles  Bauholz  geschlagen
  wird.  Auch  diese  Straße  ist  nur  wenig
gefestigt  und  gleicht  bei  Regenwetter  stellenweise  einem
Sumpf.  Da  sie  indessen  nur  für  Ochsenfuhrwerk  zur
Beförderung  von  Lasten  und  für  Reitponys  zur  Beförderung
  von  Menschen  benutzt  wird,  erfüllt  sie
ihren  Zweck.  Für  Kunststraßen  liegt  noch  kein  Bedürfniß
  vor.  Nach  den  Pflanzungen  führen  wesentlich
schmalere  Wege,  auf  denen  zwei  in  entgegengesetzter
Richtung  fahrende  Ochsenwagen  nur  mit  Mühe  einander
  ausweichen  können.  In  der  unmittelbaren
Nähe  von  Kudat  befindet  sich  eine  größere  nach
europäischer  bezw.  javanischer  Mcthode  angelegte
Pflauzung,  nämlich  die  Kaffeeplantage  eines  Holländers
  aus  Java,  die  gut  gedeiht.  Interessant  ist  eine
nahe  dabei  gelegene  Ansiedelung  chinesischer  Bauern,
        <pb n="594" />
        die  im  Jahre  1883  auf  Kosten  der  Nordborneo—
Gesellschaft  angelegt  worden  war.  Es  hatte  die
Absicht  bestanden,  zur  Besiedelung  des  Landes  Chinesen
  in  Masse  zur  Einwanderung  zu  veranlassen
und  man  hatte  sich  mit  dem  bekannten  Missionar
Lechner  in  Hongkong  in  Verbindung  gesetzt,  welcher
in  den  Kreisen  der  christlichen,  sogenannten  Halka—
Chinesen  für  die  Auswanderung  nach  Nordborneo
wirkte.  Am  16.  Januar  1883  langten  denn  auch
50  Bauern  und  30  verheirathete  Paare  mit  Kindern,
im  Ganzen  einige  neunzig  Köpfe,  in  Kudat  an  und
erhielten  auf  dem  von  Herrn  Walker  ausgesuchten,
vielleicht  drei  englische  Meilen  von  Kudat  in  einer
Schlucht  gelegenen  Terrain  ein  Gebiet  zu  ihrer  Ansiedelung
  angewiesen;  jeder  Junggeselle  erhielt  einen
halben  Morgen  (Acre),  jede  Familie  einen  ganzen
oder  mehr  frei  zugetheilt.  Der  Urwald  war  auf
Kosten  der  Regierung  gerodet,  Material  zum  Bau
von  Hütten  und  Samen  zum  Auspflanzen  geliefert
worden.  Im  Uebrigen  waren  die  Ansiedler  sich
selbst  überlassen.  Alles  gedieh  prächtig.  Unter  den
gelieferten  Samen  war  auch  eine  beträchtliche  Menge
Kaffee,  mit  dem  die  Kolonisten  nicht  umzugehen
wußten.  Die  Bäume  wuchsen  wohl  heran,  aber
mangels  geeigneter  Pflege  ging  die  Mehrzahl  bald
wieder  ein.  Immerhin  erhielt  sich  ein  Theil  und
trug  Früchte,  für  die  den  Ansiedlern  cin  guter  Preis
gezahlt  wurde.  Das  machte  sie  auf  den  Werth  der
Bäume  aufmerksam,  und  da  gerade  zu  der  Zeit  ein
europäischer  Pflanzer  in  der  Nachbarschaft  begann,
Kaffee  anzubauen,  so  lernten  sie  von  ihm  die  Regeln
eines  ordnungsmäßigen  Kaffeebaues  kennen  und  begannen,
  sie  zu  befolgen.  Sie  benutzten  die  auf  den
ersten  Bäumen  geernteten  Früchte  zum  Weiterbau
und  jetzt  haben  sie  eine,  wenn  auch  dem  Umfang
nach  nicht  große,  so  doch  üppig  tragende  Pflanzung.
Von  den  ursprünglich  angesiedelten  93  Seelen  leben
nur  noch  36  an  dem  Ort,  die  übrigen  haben  sich
theils  als  Händler  nach  Kudat  und  anderen  Orten
verbreitet,  theils  auch  als  Bauern  in  kleinem  Maßstabe
  in  der  Nähe  von  Kudat  angekauft.  Die  Töchter
haben  sich  verheirathet  und  es  ist  ihnen  im  Allgemeinen
  gut  gegangen.  Herr  Walker  schreibt  den
Zuwachs  der  Staatseinnahmen  dieses  Bezirkes,  der
sich  von  14,000  Dollar  im  Jahre  1883  auf  100000
Dollar  im  Jahre  1893  gehoben  haben  soll,  nicht
zum  kleinsten  Theil  dem  Gedeihen  dieser  chinesischen
Einwanderer  zu.  Indessen  stellte  sich  doch  diese
Art  der  Besiedelung  des  Landes  alsbald  als  zu
kostspielig  heraus,  um  sie  fortzusetzen,  und  bereits  im
März  1883  machte  die  Regierung  bekannt,  daß  sie
zwar  auch  ferner  chinesische  Einwanderer,  besonders
Hakkas,  gern  in  ihrem  Gebiete  aufnehmen  würde,
daß  sie  indessen  freie  Passage  nach  Borneo  künftig
nicht  mehr  würde  gewähren  können.  Eine  Einwanderung
  in  größerem  Maßstabe,  von  geschlossenen
Gruppen,  ist  infolgedessen  seither  auch  nicht  mehr
erfolgt.

Europäische  Pflanzungen  giebt  es  in  der  Um-552



 

gebung  der  Marndubai  etwa  ein  halbes  Dutzend,
von  denen  ich  zwei  (wenn  auch  erst  auf  der  Rückreise
von  Sandakan)  besucht  habe.  Die  eine,  Pitas  Estate
genannt,  gehört  der  German  Borneo  Company.  Sie
liegt  an  dem  auf  der  Ostküste  (gegenüber  dem  Hafen
von  Kudat)  in  die  Bai  mündenden  Bengkokaflusse
und  ist  dem  Anbau  von  Tabak  gewidmet.  Die  europäischen
  Angestellten  dieser  Pflanzung  sind  mit  einer
Ausnahme  Deutsche.  Die  Pflanzung  hat  eine  große
Ausdehnung  und  zum  großen  Theil  recht  fruchtbaren
Boden.  Der  Tabak  wird  nach  Sumatra=  (Deli.)  Art
bestellt  und  gepflegt  und  hat  in  manchen  Jahren  eine
reichliche  Ernte  ergeben.

Die  Borneo  Coffee  Company  Limited  hat  eine
Pflanzung  Taritapan  Estate  an  einem  kleinen  Flusse,
der  in  der  Südostecke  der  Marudubai  mündet;  sie
wird  ebenfalls  von  einem  Deutschen,  Eduard  Schück,
dem  Sohne  eines  vor  20  Jahren  in  den  Gewässern
der  Sulu-Inseln  als  kühner  Seefahrer  bekannten
deutschen  Schiffskapitäns,  verwaltet.  Ich  sah  sie
leider  an  einem  sehr  regenreichen  Tage,  der  nicht
viel  Herumgehen  gestattete.  Immerhin  konnte  ich
schon  auf  dem  Wege  zu  Herrn  Schücks  Hause  sehen,
wie  üppig  die  Bäume  wuchsen,  und  welch  reiche
Ernte  sie  versprechen.  Taritipan  Estate  gilt  für  eine
sehr  werthvolle,  gut  verwaltete  Pflanzung.  Vor
nicht  langer  Zelt  waren  Sachverständige  von  Ceylon
zur  Besichtigung  des  Landes  nach  Nordbornco  gekommen
  und  hatten  sich  über  den  Boden  lobend
ausgesprochen.  Man  hofft  in  Zukunft  namentlich
auch  die  Kultur  der  Kokospalme  gefördert  und
daraus  Vortheil  für  das  Land  erwachsen  zu  sehen.

Am  3.  September  morgens  setzte  ich  die  Reise
nach  Sandakan  mit  dem  Schiffe,  auf  dem  ich  gekommen
  war,  fort.

Für  die  kleinen  Lokaldampfer  geht  ein  Weg  von
der  Marudubai  aus  südlich  der  Banguey-Insel  durch
den  Mallawalle-Kanal  hindurch  unfern  der  Küste
entlang.  Größere  Seeschiffe  aber  müssen  nördlich
der  Balambangan=  und  Banguey-Insel  herumfahren
und  sich  in  größerer  Emfernung  vom  Festlande
halten,  weil  der  stetige  Wechsel  der  Tiefenverhältnisse
und  eine  Unmenge  kleiner  Inseln  und  Riffe  die
Fahrt  in  der  Nähe  des  Landes  schwierig  und  gefährlich
  machen.  Infolge  davon  dauert  die  Fahrt
mit  den  Seeschiffen  ebenso  lange  wie  mit  den  kleinen
Küstendampfern.  Nach  ciner  ruhigen  und  erciguißlosen
  Fahrt  langten  wir  am  Morgen  des  4.  September
  in  Sandakan  an.  An  einem  schönen  Morgen,
  wie  wir  ihn  erlebten,  bietet  die  Einfahrt  in
den  Hafen  ein  malerisches,  liebliches  Bild.  Bei  der
Einfahrt  selbst  sind  die  Küsten  vielleicht  zwei  Seemeilen
  voneinander  entfernt,  und  sic  wird  durch  eine
mitten  darin  liegende  kleine,  aber  über  100  Fuß
hohe  steil  aufragende  Insel  noch  verengert,  so  daß
die  Haupteinfahrt,  die  südliche  (bezw.  östliche)  nur
etwa  1¼  Meilen  breit  ist,  während  im  Norden
(Westen)  der  Insel  eine  für  Küstendampfer  brauchbare
  Durchfahrt  von  ½  bis  /:  Seemeilen  offen
        <pb n="595" />
        e

bleibt.  Die  Insel  Balhalla  zeigt  auf  der  Südostseite
  eine  steile  rothbraune  Wand,  die  von  vielen
kleinen  Oeffnungen  durchbrochen  ist.  Dies  sollen
Höhlen  mit  eßbaren  Vogelnestern  sein.  Auf  dem
Gipfel  und  auf  der  nördlichen  Seite  ist  die  Insel
dicht  mit  dunkelgrünem  Laubholz  und  Gebüsch  bewachsen,
  wie  die  Hügel  auf  beiden  Ufern  der  Bai.
Diese  selbst  erweitert  sich  gleich  nach  der  Einfahrt
allmählich  bis  zu  einer  Breite  von  5  Seemeilen  und
bietet  domit  einen  prachtvollen  Hafen  von  mächtiger
Ausdehnung.  In  der  Mitte  der  Bai  (deren  Hauptrichtung
  nach  Südwesten  geht)  etwa  5  Meilen  südlich
  von  der  Insel  Balhalla  liegt  die  kleine  Insel
Buy.  Diese  bildet  den  Abschluß  des  eigentlichen
Hafens,  denn  wenn  die  Bai  sich  auch  noch  fast  zehn
Meilen  weiter  landeinwärts  erstreckt  und  noch  ferner
erweitert,  so  ist  sie  doch  stellenweise  seicht  und  so
mit  kleineren  und  größeren  Inseln  besetzt,  daß  sie
nur  noch  für  kleinere  Schiffe  benutzbar  ist.  Der
Theil  nordöstlich  von  Pulo  Buy  ist  daher  der
eigentliche  Hafen  von  Sandakan.  An  ihm  liegt  auf
dem  nördlichen  Ufer,  etwa  zwei  Meilen  von  der
Einfahrt  die  Stadt  Sandakan,  der  Hauptort  und
Sitz  der  Regierung  von  Britisch  Nord-Borneo.  Die
Stadt,  früher  Elopura,  die  schöne,  genannt,  erinnert
durch  ihre  Lage  an  den  sanft  ansteigenden  Abhängen
zweier  sich  nach  dem  Hintergrunde  zu  vereinigender
Hügel,  welche  bis  zu  600  Fuß  aufsteigen,  während
die  Thalsohle  zwischen  ihnen  auch  von  Hügeln  bis
zu  300  Fuß  Höhe  theilweise  ausgefüllt  wird,  an  italienische
  Orte,  etwa  in  der  Bucht  von  Neapel.  Auch
vom  Lande  aus  ist  der  Blick  über  die  weite  Wasserfläche
  mit  den  vielen  Inseln  und  den  fernen  Hügeln
sehr  anmuthig.  Natürlich  bringt  die  hügelige  Lage
mancherlei  Nachtheile  mit  sich,  so  z.  B.  daß  Fuhrwerk
  fast  gar  nicht  gebraucht  werden  kann;  indessen
entstehen  daraus  keine  ernstlichen  Schwierigkeiten.
Zur  Personenbeförderung  ist  in  ganz  Nord-Borneo
der  Gebrauch  der  Ponys  so  üblich,  daß  man  das
Bedürfniß  anderer  Mittel  (z.  B.  Tragsessel)  wenig
empfindet.  Der  kleine  Sulu-Pony  ist  trotz  seiner
Kleinheit  ein  zähes,  ausdauerndes  und  kräftiges
Thier.  In  Sandakan  besteht  ein  Rennplatz,  und
auch  in  der  Nähe  von  Kudat  haben  einige  Pflanzer
neuerdings  einen  Rennplatz  angelegt,  auf  welchem
sie  schon  mit  Erfolg  ein  oder  zwei  Rennen  dieser
kleinen  Thiere  veranstaltet  haben.  Da  diese  Ponys
in  Borneo  für  25  bis  50  Dollars  zu  haben  sind
ist  der  Besitz  eines  solchen  Thieres,  daß  sich  hauptsächlich
  von  Gras  nährt,  jedem  Europäer  möglich.
Bezüglich  der  Lage  der  Stadt  muß  übrigens  hervorgehoben
  werden,  daß  Sandakan  reichliches  und  gutes
Trinkwasser  hat.  Es  gilt  daher  auch  für  einen  für
tropische  Verhältnisse  sehr  gesunden  Ort.  Die  Landung
  erfolgt  an  einer  ziemlich  großen  in  die  See
hinausgebauten  hölzernen  Brücke,  an  welcher  ein
größerer  der  hier  verkehrenden  Dampfer  und  ein
kleiner  Küstendampfer  gleichzeitig  anlegen  und  löschen
können.  Außerdem  liegen  noch  eine  Anzahl  Segel-553



 

boote  von  Eingeborenen  zu  beiden  Seiten.  Am
Landende  der  Brücke  befindet  sich  auch  hier  das
Zollbüreau  und  gleich  dahinter  das  zum  Theil  auf
der  See  abgewonnenem  Boden,  zum  Theil  auf
Pfählen  über  dem  bei  Ebbe  trockenen,  zur  Fluthzeit
überspültem  Strande  aufgebaute  Eingeborenenwiertel
der  Hafenstadt,  das  sehr  eigenartig  und  interessant
ist.  Hier  wohnen  Chinesen,  Malaien,  Dayaks,  Du--suns,
  Suluaner  und  andere  Asiaten  zu  Tausenden
auf  einem  Raume  zusammen,  der  wenig  größer  ist
als  eine  viertel  englische  Quadratmeile,  und  haben
ihre  Waaren  zum  Trocknen,  zum  Verladen  in  Leichtern
  und  zum  Verkauf  vor  den  Häusern  auf  den  als
Straßen  dienenden  Brückengängen  ansgebreitet.  Da
sieht  man  Rotang  (Stuhlrohr),  Kokosnüsse  (Kopra),
Fische,  Obst  und  Gemüse  r2c.  und  auch  lebende  Thiere,
wie  Affen,  Bären,  junge  Rhinozerosse  und  allerhand
buntes  Federvieh,  das  aus  dem  Innern  herbeigeschafft
ist.  Für  die  Fische  ist  eine  eigene  Zubereitungsanstalt
  vor  dem  Häuserblock  angebracht,  die  aber
demnächst  eingehen  wird,  da  an  anderer  Stelle  ein
soliderer  Bau  errichtet  worden  ist.  Hinter  dem
schmalen  Küstenstreifen  beginnt  die  europäische  Stadt
auf  Hügeln  aufzusteigen.  Nach  einigen  Minuten
beginnt  man  den  aus  einem  Thongestein  bestehenden
Hügel  auf  einem  herausgeschuittenen  Wege  hinaufzusteigen
  und  ist  bald  auf  der  Höhe,  wo  das  von
einem  hübschen  Garten  mit  Tennis=  und  anderen
Spielplätzen  umgebene  Wohnhaus  des  Gorverneurs
steht.  Wie  fast  alle  Gebäude  in  Nord-Borneo  ist
auch  dieses  in  leichtester  Bauart,  anscheinend  nur  für
den  Zweck  des  Schutzes  vor  Sonne  und  Regen  und
der  Zufuhr  der  größtmöglichen  Menge  frischer  Luft
errichtet.  Auf  einem  hölzernen  Unterbau  erhebt  sich,
durch  zwei  Holztreppen  erreichbar,  das  Wohnhaus.
Der  Raum,  in  den  man  auf  einer  der  beiden  einander
  gegenüberliegenden  Treppen  zunächst  gelangt,
ist  von  sehr  großer  Dimension;  man  übersieht  die
ganze  Länge  des  Hauses.  Das  Empfangszimmer
und  die  vordere  Veranda  bilden  einen  Raum,  an
den  sich  der  Speisesaal,  nur  durch  Holzschirme  vom
Empfangssaal  getrennt,  anschließt.  Ueber  diesem
Raum  erhebt  sich  das  nach  beiden  Seiten  schräg
abfallende,  in  der  Mitte  40  Fuß  hohe  Attappdach;
zu  beiden  Seiten,  durch  Wände  von  leichtem  Fachwerk,
  das  mit  einer  Art  Palmenblätter  (Kadjang)
ausgefüllt  ist,  bis  zur  Höhe  von  20  Fuß  abgetrennt,
liegen  große  Schlafzimmer,  die  unter  sich  durch
gleichartige  Fachwerkwände  getrennt  sind.  Von  der
Vorderveranda  aus  hat  man  einen  herrlichen  Ausblick
  über  Stadt  und  Bucht  von  Sandakan,  und  es
läßt  sich  in  diesem  Hause,  wie  ich  durch  eigene  Erfahrung
  während  einer  Woche  erprobte,  sehr  angenehm
leben.  Hinter  dem  Hügel  des  Government  House
erhebt  sich  ein  anderer,  etwa  gleich  hoher  (200  bis
300  Fuß  über  dem  Meeresspiegel),  auf  dem  eine
Steinkirche  im  Bau  begriffen  ist.  Da  die  Mittel
für  diese  Kirche  durch  fre#willige  Schenkungen  ausgebracht
  werden,  so  rückt  der  Bau  nur  langsam  Schritt
        <pb n="596" />
        für  Schritt  vorwärts.  Der  Geistliche  aber  fördert
ihn  mit  Stolz  und  Liebe  und  hat  doch  schon  die
Freude  gehabt,  den  Gottesdienst  darin  abhalten  zu
können.  Weiter  landeinwärts  folgen  dann  die  alte
protestantische  Holzkirche,  die  Schule,  die  katholische
Kirche  mit  Kloster,  ferner  ein  Hospital,  das  etwa
die  Mitte  der  Thalmulde  einnimmt.  Auf  der  östlichen
  Seite  giebt  es  dann  eine  Reihe  Privathäuser
von  Europäern  auf  den  Höhen  zerstreut,  und  wieder
etwas  niedriger  und  näher  der  Hafenstadt  die  Büreaus
der  vornehmeren  europäischen  Kaufleute  und  Schiffsagenturen,
  das  Regierungsgebäude,  der  Tennisklub,
das  „Museum“  und  das  Gerichtshaus.  Das  Gefängniß
  steht  noch  ein  Stück  östlich  von  der  Hafenstadt,
  wo  auch  ein  sogenanntes  „Fort“,  d.  h.  ein
ebener,  aber  sandiger  Platz,  auf  einem  Hügel  am
Meere  sich  befindet.  Dort  halten  die  Polizeisoldaten
zuweilen  Uebungen  ab,  und  einige  kleine  Geschütze
sind  aufgestellt.  Auf  der  westlichen  Seite,  jenseits
des  Government  House  am  Strande,  befindet  sich  in
einiger  Entfernung  von  der  Stadt,  aber  durch  eine
Reihe  von  Häusern  Eingeborener  verbunden,  eine
Cutch-Fabrik  und  eine  Sägemühle.  Die  Fabrikation
von  Cutch  (einem  Farb=  und  Gerbstoff  aus  Mangrovenrinde)
  scheint  sehr  zuzunehmen  und  guten  Vortheil
  abzuwerfen.

Die  Gesammtzahl  der  Einwohner  von  Sandakan
wird  auf  etwa  5000  angegeben,  von  denen  etwa  70
Europäer  sind,  darunter  20  Damen.  Die  asiatische
Bevölkerung  besteht  zum  weitaus  größten  Theil  aus
Chinesen,  im  Uebrigen  aus  Eingeborenen  von  Borneo
(Dayaks,  Dusuns,  Bajaus  2c.)  und  der  Insel  Sulu.
Die  Chinesen  befassen  sich  mit  Handel  in  größerem
und  kleinerem  Maßstab,  Handwerk  und  Ackerbau,  die
Eingeborenen  in  geringem  Umfange  auch  mit  dem
Anbau  von  Gemüse,  sonst  mit  Fischerei  und  namentlich
  mit  Sammeln  und  Herbeischaffen  von  Produkten
der  Wälder,  von  Vogelnestern,  mit  dem  Fällen  von
Holz  und  dergleichen.  Die  Straßen  in  Sandakan
sind  gut,  was  um  so  mehr  anzuerkennen  ist,  als  sie
bei  dem  hügeligen  Charakter  des  Geländes  und  der
Menge  des  Regenfalles  natürlich  der  Zerstörung  in
hohem  Grade  ausgesetzt  sind.  Das  Straßennetz  genügt
  auch  dem  Bedürfniß,  und  an  seiner  Erweiterung
wird  beständig  gearbeitet.  Lerider  reichen  aber  die
für  Straßenbau  ausgesetzten  Mittel  nicht  aus,  um  das
Innere  des  Landes  den  größeren  Hafenorten  näher
zu  bringen.  Nur  eie  größere  Straße  ist  von  Sandakan
  aus  bis  jetzt  angelegt  aber  noch  nicht  durchgeführt.
  Sie  soll  zu  der  an  dem  einige  Mellen
nördlich  von  der  Sandakan-Bucht  ins  Meer  fließenden
Byte  Fluß  gelegenen  Regierungspflanzung  führen.
Außerdem  ist  mit  großen  Kosten  quer  durch  Nord-Borneo
  von  Sandakan  nach  Labnan  eine  Telegraphenleitung
  gelegt,  welche  Sandakan  mit  London
in  Verbindung  setzen  soll,  da  Labuan  seit  einiger
Zeit  durch  Kabel  mit  Singapore  und  Hongkong  verbunden
  ist.  Leider  ist  die  Leitung  eine  oberirdische
und  daher  im  Urwalde  vielen  Zufällen  ausgesetzt,

554

 

wie  dem  Umstürzen  hoher  Bäume,  Zerstörung  durch
Thiere  und  wohl  auch  gelegentlich  dem  Muthwillen
der  Eingeborenen.  Die  Thätigkeit  des  Telegraphen
ist  deshalb  sehr  häufig  unterbrochen.  Eine  kleinere
Linie  geht  noch  nach  Lamag,  einer  etwa  80  englische
  Meilen  von  Sandakan  entfernten  Pflanzung
am  Oberlauf  des  Kinabatangan-Flusses,  in  deren
Nähe  sich  auch  ein  Regierungsposten  (Sitz  eines
„Magistrate“)  befindet  und  von  dort  weiter  bis
nach  Darvelbai.  Der  Verkehr  zwischen  dem  Regierungssitz
  in  Sandakan  und  den  übrigen  Stationen
im  Staate  ist  wesentlich  auf  die  Verbindung  zu
Wasser  angewiesen.

Von  Sandakan  aus  beschloß  ich,  einige  in  diesem
Bezirk  belegene  Pflanzungen  zu  besuchen,  und  zwar
insbesondere  die  von  einem  deutschen  Pflanzer,  Herrn
Breitag,  geleitete  „Batu  Putch  (weißer  Stein)
Estate“  an  dem  großen  Kinabatangan-Flusse,  und
die  Regierungsplantage  am  Byte-Fluß.  Am  5.  September
  bestieg  ich  den  kleinen  Dampfer  „Sabah“,
einen  kleinen  Flußdampfer,  auf  dessen  Verdeck  im
Vorderraum  ein  Platz  von  etwa  20  Fuß  im  Quadrat
für  Europäer  reservirt  war.  Wir  waren  deren
nur  4;  der  Maschinist  und  Führer  des  Schiffes,
Mitbegründer  der  Sabas-Gesellschaft,  welcher  das
Schiff  gehörte,  dazu  ein  Advokat  aus  Singapore,
der  um  einer  Prozeßsache  willen  hergekommen  war,
und  der  junge  Wilhelm  Schück,  der  einen  Bruder
auf  einer  der  Plantagen  besuchen  wollte,  zu  denen
wir  fuhren.  Auf  dem  hinteren  Raume  des  Verdecks
drängten  sich  eine  Menge  von  Chinesen  und  Eingeborenen,
  und  auf  dem  Unterdeck  wimmelte  es  von
lebender  und  todter  Ladung,  wovon  namentlich  einige
Kühe  mit  einem  Kalbe,  Schweine,  Ziegen,  Gänse
und  Hühner  sich  recht  bemerklich  machten.  Unter
dem  Verdeck  befanden  sich  vier  kleine  Kabinen  für
die  Europäer.  Wir  fuhren  aus  der  Bucht  hinaus
nach  Südosten  bis  zur  Mündung  des  Kinabatangan-Flusses.
  Der  Fluß  hat  mehrere  Mündungen,  von
denen  wir  die  nächste  wählten,  die  wir  nach  1½  stündiger
  Fahrt  erreichten.  Der  Fluß  ist  breit  und,
nachdem  die  Barre  überschritten  ist,  tief  und  hat
sandig  gelbes  Wasser.  Die  Ufer  sind  zu  beiden
Seiten  dicht  von  Mangrovewaldungen  eingefaßt,  die
nach  einiger  Zeit  hier  und  da  von  Nirapalmen
unterbrochen  werden.  Später  werden  die  Nipapalmen
  häufiger,  und  die  Mangrovebäume  verschwinden
allmählich.  Weiter  flußaufwärts  kommen  dann  auch
andere  Bäume  dazwischen,  bis  man  endlich  in  den
eigentlichen  Urwald  kommt.  Wir  fuhren  am  ersten
Abend  bis  Dunkelwerden  —  6¼⅛  Uhr  —  und
gingen  dann  vor  Anker,  weil  in  der  Nacht  die

Weiterfahrt  zu  gefährlich  wäre,  namentlich  weil

häufig  große  Baumstämme  im  Flusse  schwmmen.
Es  läßt  sich  denken,  daß  es  unter  den  seltsamen
Umständen  nicht  ganz  leicht  war,  Schlaf  zu  finden,
besonders  das  Gethier  an  Bord  störte  die  Ruhe
vielsach.  Da  es  aber  gegen  Morgen  recht  kühl
wurde,  fühlte  man  sich  doch  gestärkt,  als  um  5¼  Uhr
        <pb n="597" />
        morgens  die  Anker  gelichtet  wurden,  namentlich  da
die  Verpflegung  überraschend  gut  war.  Die  Fahrt
ging  nun  bei  herrlichem  Wetter  durch  dichten  Urwald
auf  dem  breiten  Strome  mit  einer  Geschwindigkeit
von  8  Knoten  vorwärts.  Hochinteressante  Scenerie:
hohe  starke  Bäume  mit  dichtem  Unterholz,  Alles  miteinander
  durch  riesige  Lianen  verschlungen,  hier  und
da  Palmen  zwischen  dem  Laubholz,  Alles  mit  Moosen
Farren  und  anderen  Schmarotzern  überwachsen.
Weiter  stromaufwärts  viel  Schilf  und  Rohr  am
Ufer.  Große  und  kleine  Vögel  flogen  über  den  Fluß
oder  spielten  an  den  Ufern,  z.  B.  Nashornvögel,
Tauben,  kleine  weiße  Reiher,  die  Paddybirds  (Reiskornvögel)
  genannt  werden,  auch  ganz  kleine  Vögel,
wie  unsere  Sperlinge  und  Singvögel.  Dann  und
wann  sah  man  eine  Gruppe  rother,  brauner  oder
schwarzer  Affen  in  den  Zweigen  springen.  In  diesem
Gebiete  giebt  es  auch  Elephanten,  von  denen  wir
aber  eben  so  wenig  sahen  wie  von  den  Krokodilen,
von  denen  der  Fluß  wimmeln  soll.  Ueberhaupt
blieb  die  Büchse  unseres  Advokaten,  der  auf
etwas  Sport  gerechnet  hatte,  ohne  Beschäftigung.
Borneo  gilt  zwar  bei  Jägern  für  einen  ausgezeichneten
  Jagdgrund  und  ist  schon  manchmal  das  Ziel
großer  Sportreisen  gewesen.  Außer  Elephanten  und
Rhinozerossen  giebt  es  den  wilden  Büffel,  ein  kolossoles
  Thier,  tambadan  oder  seladang  genannt,
Rehwild,  Schweine,  Bären  und  Orang-Utangs  als
Jagdwild.  Namentlich  der  Elephant  ist  aber  so
selten,  daß  es  wünschenswerth  erschienen  ist,  ihn,  sei
es  als  Eigenthümlichkeit  des  Landes,  sei  es  für
spätere  Nutzbarmachung,  zu  erhalten.  Unter  dem
1.  August  v.  Is.  hat  der  Gouverneur  eine  Verordnung
eor  the  preservation  of  large  game"  erlassen,
wonach  das  Schießen  auf  Elephonten,  Rhinoceros,
wildes  Rindvieh,  Schweine  oder  Rehwild  ohne  Jaadschein
  (permit),  außer  im  Falle  der  Selbstwertheidigung
  oder  zur  Verhütung  schweren  Schadens,  verboten
  wird;  und  der  Beweis  für  das  Vorhandensein
soicher  Ausnahmegründe  ist  dem  Schützen  ausferlegt.
Die  Jagderlaubniß  wird  ertheilt  unter  der  Bedingung,
daß  für  jeden  männlichen  Elephanten,  der  erlegt  in,
200  Dollars  zu  zahlen  sind,  während  für  das  Tödten
einer  Elephantenkuh  eine  Strase  von  1000  Dollars
angedroht  wird.  Die  Erlaubniß  zum  Jagen  von
Rhinoceros  und  Büffeln  wud  gegen  eine  jährliche
Abgabe  von  50  Dollars  ertheilt.  Für  das  Tädten
weiblichen  Viehes  sind  10  Dolars  Strafe  zu  zahlen.
Für  die  Erlaubniß  zum  Schießen  von  Schweinen
und  Rehwild  ist  eine  Jahresabgabe  von  5  Dollars
zu  entrichten.

Um  11  Uhr  vormittags  erreichten  wir  (nach
fiebenstündigem  Dampfen  stromaufwärts)  die  erste
menschliche  Nederlassung  nahe  einer  verlassenen
Pflanzung.  Um  12  Uhr  gingen  wir  vor  einer
anderen  Ansiedelung,  einem  von  Suluinsulanern  bewohnten
  Dorfe  vor  Anker,  um  Ladung  zu  löschen
und  einige  Passagiere  abzusetzen.  Die  Häuser  waren
im  gewöhnlichen  malayischen  Stile  von  Stämmen

555

 

der  Nibongpalme  zusammengesetzt,  mit  Attapp  gedeckt,
meist  fast  ohne  jegliches  Mobiliar,  außer  etwa
einigen  Matten  zum  Schlafen,  kahl,  schmutzig  und
erbärmlich.  Um  das  Dorf  herum  war  der  Wald
etwa  in  einer  Entfernung  von  einem  Kilometer  im
Umkreise  gelichtet  und  mit  Kokosnüssen,  Bananen,
ein  wenig  Reis  und  anderen  tropischen  Früchten  bepflanzt.
  Der  eigentliche  Erwerb  der  Leute  besteht
aber  im  gelegentlichen  Einsammeln  und  Verhandeln
von  Waldprodulten.  Im  Allgemeinen  leben  sie  arbeitslos
  dahin.  Nach  anderthalb  Stunden  ging  die
Fahrt  weiter,  und  gegen  5  Uhr  nachmittags  erreichten
wir  die  erste  große  Pflanzung  „Koyah  Estate“  der
London  Amsterdam  Borneo  Tobacco  Company,  deren
Hauptverwalter,  ein  Engländer  namens  Lease,  leider
gerade  auf  einer  anderen  Pflanzung  weiter  stromauf
(Lamang)  abwesend  war.  Da  wir  hier  einigen  Aufenthalt
  mit  Löschen  hatten,  so  wurde  es  zum  Weiterfahren
  zu  spät,  und  wir  mußten  hier  übernachten.
Der  Arzt  der  Plantage,  ein  Holländer,  zeigte  uns
die  Wohnhäuser  der  Europäer  sowie  der  chinesischen
Arbeiter,  die  Fermentirscheunen  und  das  Hospital
und  bewirthete  uns  in  freundlicher  Weise.  Von  der
Plantage  selbst  konnten  wir  nichts  sehen,  weil  in  der
unmittelbaren  Umgebung  der  Wohngebäude  nicht  gepflanzt
  wird.  Ich  habe  einen  großen  Theil  der
Felder  aber  später  vom  Flusse  aus  gesehen.  Um
5¼  Uhr  am  nächsten  Morgen  (7.  September)  fuhren
wir  weiter.  Um  8  Uhr  erreichten  wir  eine  Außenstation
  der  Batu  Putch  Estate,  wo  wieder  gelöscht
wurde,  und  um  10  Uhr,  nach  weiterer  einstündiger
Fahrt,  das  Wohnhaus  des  Hauptverwalters.  Hier
verließ  ich  das  Schiff,  das  weiter  stromaufwärts
nach  Lamag  ging,  um  bis  zu  seiner  Rückkehr  hier
zu  bleiben.  Herr  Paul  Breitag,  der  Hauptverwalter,
  nahm  mich  freundlich  auf,  führte  mich  auf
der  Pflanzung  herum  und  erklärte  m##  Alles,  was
mir  neu  war.  Die  Pflanzung  gehört  einem  holländisch-englischen
  Syndikat;  neben  dem  deutschen
Hauptverwalter  sind  darauf  noch  zwei  französische
Assistenten  angestellt.  In  Borneo  ist  jeder  Europäer
gewissermaßen  Landsmann,  und  Eifersüchtelei  zwischen
den  Nattionalitäten  ist  unbekannt.  Ich  besichtigte  mit
Herrn  Breitag  zunächst  die  in  der  Nähe  seines
Wohnhauses  gelegenen  Gebäude,  von  denen  mur  die
Fermentirscheunen  das  Interessanteste  waren.  Hier
fuhrt  Herr  Breitag  selbst  die  Aussicht,  indem  er
täglich  die  Temperatur  des  Tibaks  in  den  verschiedenen
  Stapeln  von  Blättern  nußt  und  notirt,  und
danach  die  weitere  Behandlung  anordnet.  Es  war
schon  ein  Theil  der  Ernte  des  Jabres  in  der  Fermentirsohenne,
  und  Herr  Breitag  war  sehr  zufrieden
mit  der  Länge  und  Feinheit  des  Blattes;  er  hoffte
danach  auf  eine  recht  gute  Oualität  seiner  Ernte
überhaupt.  Wir  gingen  dann  auf  die  eiwa  eine
halbe  Stunde  entfernten,  auf  der  anderen  Seite  des
Flusses  liegenden  Felder  hinaus,  durch  die  wir  wohl
eine  Stunde  lang  dahinschritten.  Obwohl  schon  ein
großer  Theil  der  Ernte  geschnitten  und  in  die
        <pb n="598" />
        556

zwischen  den  Feldern  vertheilten  Trockenscheunen  ge=  stiegen  aus.  Nach  kurzem  Gange,  erst  durch  Manbracht

  worden  war,  konnte  man  die  Sorgfalt,  mit
der  die  Felder  bestellt  waren,  noch  gut  erkennen,
auch  stand  noch  eine  recht  beträchtliche  Menge  großentheils
  ausgezeichnet  aussehenden  Krautes  draußen.
Vielsach  sah  man  auch  die  chinesischen  Kulis  bei  der
Arbeit,  neue  Pflanzen  einzusetzen,  in  der  Hoffnung,
sie  noch  vor  Schluß  der  Ernte  zur  Reife  zu  bringen.
Bekanntlich  ist  es  in  Sumatra,  und  nach  dessen  Vorbild
  auch  in  Borneo  Gebrauch,  den  chinesischen  Kulis
je  ein  oder  einige  Felder  zu  selbständiger  Bepflanzung
zu  überlassen  und  ihren  Eifer  dadurch  anzuspornen,
daß  ihnen  Zahlung  je  nach  Zahl  und  Güte  der
von  ihnen  nach  dem  Schnitt  eingereichten  Pflanzen
geleistet  wird.  Auf  diese  Weise  wird  es  möglich,
die  Beaussichtigung  über  Hunderte  von  Kulis  und
über  die  Bearbeitung  weiter  Landstrecken  durch
wenige  europäische  Assistenten  zu  bewerkstelligen.  In
den  Trockenscheunen  sah  ich  sorgfältig  in  langen
Reihen  neben  und  übereinander  aufgehängt  die  abgeschnittenen
  Pflanzen  im  Zustande  des  Trocknens,
nach  dessen  Beendigung  die  Blätter  zum  Fermentiren
in  die  Fermentirscheune  gebracht  werden.  Nach  der
Beendigung  des  Fermentirprozesses  werden  die  Blätter

nach  ihrer  Güte,  d.  h.  nach  der  Länge,  Farbe,  Freiheit

  von  Löchern  2c.  sortirt,  dann  in  Ballen  verpackt
und  versandt.  Das  Sortiren  konnte  ich  nicht  sehen,
weil  noch  kein  Tabak  fertig  fermentirt  war.  Wir
gingen  am  nächsten  Morgen  nach  einem  Stück  Urwald,
  das  im  nächsten  Jahre  zur  Bebauung  gerodet
werden  sollte.  Es  waren  jetzt  Leute  mit  dem  Fällen
herrlicher  alter  Billianbäume,  deren  Holz  für  fast  so
werthvoll  wie  Teakholz  gilt,  beschäftigt.  Leider  wird
bei  den  Rodungen  ungeheuer  viel  schönes  Nutzholz
ein  Raub  der  Flammen,  lediglich,  weil  es  im  Urwald

an  Mitteln  sehlt,  es  auf  den  Markt,  zu  den  Häsen

zu  bringen.  Bei  der  Rückkehr  von  dieser  Exkursion
mußte  ich  mich  von  cinigen  Blutegeln  befreien,  die  sich
an  meinen  Beinen  festgesogen  hatten;  die  Stelle,  wo
einer  von  ihnen  gesessen  hatte,  war  noch  nach  einer
Woche  zu  erkennen.

Am  8.  September  nachmittags  1  Uhr  verließ  ich
mit  der  inzwischen  zurückgelehrten  „Sabah“  Batu
Putch  und  erreichte  am  nächsten  Vormittag  wieder
Sandakan.

Meinen  zweiten  Ausflug  von  Sandakan  aus,  den
nach  Byte  Niver  Estate,  unternahm  ich  am  13.  September
  in  Begleitung  des  Advokaten  aus  Singapore,
des  Herrn  Lease,  Verwalters  des  Koyah  Cstate,
und  eines  Kaufmanns  aus  Sandakan,  der  die  kaufmännische
  Verwaltung  von  Byte  Estate  vertretungsweise
  leitete.  Wir  fuhren  westlich  von  Balhalla  hindurch
  und  dann  nordwestlich  bis  zu  dem  auf  der
Karte  Sibuga,  sonst  Byte  genannten  Fluß,  der  mit
den  mit  Mangroven  und  Nipa  bewachsenen  Usern
den  gleichen  Charakter  zeigte,  wie  der  Kinabatangan,
aber  nur  einen  kurzen  Lauf  und  ein  schmales  Bett
hat.  Eine  halbe  Stunde  stromaufwärts  legten  wir
an  einer  etwas  primitiven  Landungsbrücke  an  und

 

grovengebüsch,  später  durch  Kaffeebusch,  gelangte  man
zu  dem  Hause  des  Verwalters  Herrn  Snell,  der
hier  mit  seiner  jungen  Frau,  einem  zweimonatigen
Söhnchen  und  einem  Assistenten,  einem  jungen  Deutschen,
  wohnt.  Er  war  auf  den  Besuch  nicht  vorbereitet,
  da  keine  Post  nach  dem  Ort  geht  und  man
ihn  nur  mit  spezieller  Gelegenheit  erreichen  kann.
Wir  hatten  aber  durch  Fürsorge  des  Gouverneurs
unsere  Lebensmittel  und  Bedienung  selbst  mitgebracht.
Die  Plantage  gehört  der  British  North  Borneo
Development  Corporation  Limited,  einer  Aktiengesellschaft,
  die  dazu  ins  Leben  gerufen  ist,  um  große
Länderstrecken  zu  erwerben  und  auf  ihnen  Versuchskulturen
  anzulegen.  Von  dem  im  Ganzen  55  000
Acres  betragenden  Areal,  ist  bis  jetzt  nur  ein  kleiner
Theil  bebaut  und  zwar  hauptsächlich  mit  Kaffee,
daneben  einige  Acker  mit  Kokosnuß,  Hanf,  Gambier
und  Pfeffer.  Als  Arbeiter  fand  ich  hier  wiederum
Hakka-Chinesen,  die  auch  eine  eigene  Ansiedelung
hatten.  Dort  sah  Alles  wohl  gepflegt  aus  und  gedieh
  vorzüglich.

Gegen  4  Uhr  nachmittags  machten  wir  uns  zur
Rückfahrt  auf  und  waren  nach  2½  Stunden  wieder
in  Sandakan.  Zu  meinem  Bedauern  war  es  mir
nicht  mehr  möglich,  noch  eine  Tour  nach  Darvelbai
zu  unternehmen,  da  ich  sonst  meine  Absicht,  die
Pflanzungen  an  der  Marudubai  zu  sehen,  hätte  aufgeben
  müssen.  Die  Möglichkeit,  auch  die  goldtragenden
  Theile  des  Landes  an  der  Darvelbai  kennen  zu
lernen,  schien  ausgeschlossen,  weil  dazu  eine  besondere
Expedition  nöthig  gewesen  wäre.

Am  16.  September  abends  verließ  ich  Sandakan
mit  einem  Lokaldampfer,  der  am  nächsten  Morgen
8  Uhr  an  einem  Dorfe  Jembongon  in  der  Schomburghbucht
  anlief,  um  einige  eingeborene  Passagiere
an  Land  zu  setzen  und  einige  Ladung  zu  löschen,
und  uns  abends,  nachdem  wir  den  Mallawallekanal
passirt  hatten,  wieder  nach  Kudat  brachte.  Hier  war
der  Resident  gerade  abwesend  und  zur  Untersuchung
eines  Mordes  nach  Pitas  Estate  gefahren.  Ich
übernachtete  im  Hause  des  Regierungsarztes  und
fuhr  den  nächsten  Morgen  ebenfalls  nach  Pitas  Estate,
wo  ich  bis  zum  20.  September  frühmorgens  blieb,
um  dann  mit  Herrn  Little  zunächst  nach  Taritipan
Estate  und  am  gleichen  Tage  abends  zurück  nach
Kudat  zu  fahren.  Am  nächsten  Tage,  21.  September,
  saß  ich  gerade  im  Regierungsgebäude  und  sprach
mit  dem  Schatzmeister  über  den  Haushaltsetat,  als
das  Haus  heftig  erschüttert  wurde,  wie  wenn  Jemand
mit  aller  Gewalt  an  den  Grundpseilern  rüttelte.  Es
war  ein  Erdbeben,  das  sich  zu  gleicher  Zeit  —  zehn
Minnten  nach  1  Uhr  —  über  den  Norden  Borneos
in  südwestlicher  und  weithin  über  das  Meer  in  östlicher
  Richtung  erstreckt  hat.  In  der  Nähe  der  Insel
Labnan  (etwa  150  englische  Meilen  südwestlich  von
Kudat)  hob  sich  zu  gleicher  Zeit  eine  Insel  aus  dem
Meere  heraus,  die  etwa  250  m  breit  und  60  Fuß
hoch  sein  sollte.  Um  5  Uhr  nachmittags  fuhr  ich
        <pb n="599" />
        —  557  —

mit  dem  Dampfer  „Hecuba“  nach  Labuan  ab,  wo
wir  am  nächsten  Tage  um  1½  Uhr  nachmittags
eintrafen.

Labuan  ist  eine  kleine  Insel  von  etwa  30  engl.
Quadratmeilen,  sechs  Meilen  von  der  Küste  von
Borneo  entfernt.  Es  wurde  im  Jahre  1846  von
dem  Sultan  von  Brunei  an  England  abgetreten  und
als  Kronkolonie  selbständig  verwaltet,  bis  die  Verwaltung
  vom  1.  Januar  1890  ab  der  Nordborneo-Kompagnie
  übertragen  wurde.  Es  blieb  jedoch
finanziell  auch  seitdem  unabhängig  von  Borneo,  wie
es  seit  1869  die  Mittel  zu  seiner  Verwaltung  selbst
aufgebracht  hat.  Natürlich  kann  auf  der  kleinen  Insel
von  einer  erheblichen  landwirthschaftlichen  Produktion
keine  Rede  sein.  Seine  kommerzielle  Bedeutung  liegt
einmal  in  seinem  Hafen,  der  es  zum  Absatz=  und
Tauschmarkt  für  die  Produkte  des  Westens  von
Nordborneo  macht,  und  besonders  in  seinen  Kohlenlagern.
  Seine  Bevölkerung  wird  auf  6000  Köpfe
angegeben,  von  denen  30  Europäer  sind.  Die  Kohlenbergwerke,
  die  ich  am  Vormittage  des  23.  September
in  Begleitung  des  stellvertretenden  Residenten  von
Labuan,  Herrn  Hewitt,  besichtigte,  liegen  an  einem
Punkte  der  Insel,  der  vom  Hafen  etwa  acht  engl.

 

Meilen  entfernt  ist.  Eine  Eisenbahn  von  einer
Spurweite  von  2½  Fuß  führt  dorthin  in  etwas  über
einer  Stunde  durch  sumpfiges,  meist  zum  Reisbau
benutztes  Land.  Die  zunehmende  Bedeutung  der
Minen  ergiebt  sich  aus  folgender  Uebersicht:
Es  wurden  von  Labuan  an  Kohlen  exportirt:
Tons  Werth:  Dollar

Im  Jahre  1892  12  004  58  681
-  1893  4112  22  616
-  -13894  14597  97  304
-  1895  39973  187572.

Die  Minen  haben  zwar  während  ihrer  ganzen
Existenz  stets  mit  großen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen
gehabt  und  erst  in  den  letzten  Monaten  noch  eine
Neuorganisation  der  Verwaltung  erforderlich  gemacht,
indem  sie  an  eine  neue  Gesellschaft,  „Labuan  and
Borneo  (Limited)“,  mit  einem  Kapital  von  250000
Pfd.  Sterl.  übergegangen  sind.  Aber  es  ist  zu  erwarten,
  daß  sie  sich  auf  die  Dauer  abbauwürdig
erweisen  werden  und  zwar  je  mehr,  je  mehr  Nordborneo
  sich  entwickelt  und  damit  mehr  Schifffahrt
in  diese  Gegenden  anzieht.  Am  23.  September
abends  verließen  wir  Labuan  und  erreichten  Singapore
  am  Morgen  des  27.  September.

 

Ueber  den  Dandel  Sstafrikas  mit  Indien.

Nach  den  von  der  indischen  Regierung  veröffentlichten  Statistiken  stellte  sich  der  Werth  des  indischen
Handels  mit  Sansibar,  Mozambique,  Natal,  Kapkolonie,  Madagaskar  und  verschiedenen  ostafrikanischen
Küstenplätzen  in  den  Jahren  1892  bis  1897,  wie  folgt:

Einfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
3  043  131  3  311  862  3  068  004  2  981  914  2  491772  Rupien.
Ausfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
14  017  576  12  761  443  14  654  978  16  923  814  19  168  093  Rupien.

Auf  die  einzelnen  indischen  Provinzen  bezw.  Häfen  vertheilte  sich  dieser  Handel  folgendermaßen:

Handel  von  1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
Kapkolonie  mit  Bengalen  2379  179  2399791  2238749  3334  806  3360  916  Rupien,
-  -Bombay  250  9138  24  105  1  890  19  .571  -
OD  Madras  3  394  2575  3  074  7  099  6  960  -
.-Sind.  —  —  5  000  —-  —  -
-  -Burmah.  1965  9  476  5  160  154545  124  581  -
Mozambique  mit  Bengalen  6  027  —  124  30  7093  —
-  Bombayn.  3619611  2541471  2685602  3073810  3079601  -
-Madras  —  —  1144  —  —  -
Sansibar  mit  Bengalen.  330  883  285  218  215  469  75  050  123  993.
-  -Bombay  8337347  8556763  9661190  9562691  9273  436  -
-Madras  890  5  119  6  973  2  436  4701  -
-  -Sind.  43  170  54  447  84  357  81  813  43  518  -
-.  -Burmah  —  1500  —  —  89  146
anderen  ostofrikanischen  Häfen
mit  Bengalen.  65  870  66  031  65  880  227  850  336  464  -
-  -Bombay  289  862  364  542  476  201  516  806  686  091  -
-Madras  ..  —  91  280  291  908  -
-  -Sind  —  2747  4312  48  321  63549  -
—  Burmah  ..  —  —  580  340  28  507
        <pb n="600" />
        558

Handel  von  1892/93  1893/94  1894/95  1895/0  1895  .
ar  mit  Bengalen  13774  2  796  8  5  upien,
Madasast  -  Bonbah  42  560  105  496  467  778  802  214  547843
-  =  Madras  443  2  670  —-  1505  —  -
-  -Sind  .  .  —  63  —  655  15  49
-  .-Burmah  —  —  3112  120  137  —
Natal  mit  Bengalen  1  466  715  141  598  1  799  370  1  903880  2  930936
-  Bombay  371350  248710  324796  752  326  1310096  -
-  -Modras  144  188  57  736  113  201  145  304  159  092  -
-  -Burmah.  —  23  102  375  73  328  =
Hiernach  entfiel  auf  den  Hafen  Bombay
Einfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
2  931  682  9  293  853  3  048  563  2  867  929  2  329  633  Rupien.
Ausfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
9728  973  8522  129  10  567  014  11  821  878  12  567  444  Rupien.
Auf  Kurrachee  entfiel
Einfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
35  306  23  530  27  213  52  188  41  206  Rupien.
Ausfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
7  664  33  664  69  656  78  601  81  300  Rupien.
Der  Rest  entfällt  der  Hauptsache  nach  auf  Kalkutta,  dann  wenig  Madras  (Natal)  und  Burmah;
zusammen  betrug  derselbe  für  diese  drei  Provinzen:
Einfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
76  143  —  6228  61797  120  933  Rupien.
Ausfuhr:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
4280  639  4  205  650  4  018  318  5  023  335  6  519  349  Rupien.
Hinsichtlich  der  ostafrikanischen  Plätzc  vertheilte  sich  Ein=  und  Ausfuhr,  wie  folgt:
Einfuhr:
von  1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97
Modambique  nach  Bombay  559  705  317  895  310  928  321  330  262  029  Rup,
and.  indischen  Häfen  105  –  —  12  —  "
Sansibar  nach  Bombayn  2247759  2810  378  2577  580  2  466  355  1  966  111  =
-  -  Kurracheen.  ..  35  306  20  783  22901  47  083  21  098
-  -  and.  indischen  Häfen  —  7  686  7  347  39  394  63  346
anderen  Häfen  d.  ostafrikanischen  Küste
nach  Bombay  92  905  96  857  93  396  25  985  69  129
-  -  Kurracheen.  —  2747  4312  5  000  10  181
-  =  and.  indischen  Häfen  780  –  3  000  959  2  628  =
Madagaskar  nach  Bombay  .  29  419  68  607  44773  26  325  19  841
-  Kurrachee  —  —  —  105  9927  —
Natal  nach  Bombay  .  1  864  116  17  886  27  934  12523  —
-  é"  anderen  indischen  Häfen  8399  27  409  12  789  31512  5  337
Kapkolonie  nach  and.  -  96  308  27991  13  983  13  360  79  390  -
Ausfuhr:
nach  1892,/93  1893/94  189  195  1895/96  1896/97
Mozambique  von  Bombay  .  3  059  906  2223  576  2374  674  2752  480  2  817  572  Rup.
é„  and.  indischen  Häfen  5922  —  2  873  6  129  7  093
        <pb n="601" />
        —  559  —

nach  1892/93  1893/94  1894/95  1895/06  1896/97
Sansibar  von  Bomboayy  60089  588  5  745  385  7  083  610  7078  296  7  307  325  Rup.,
-  .=  Kurrache  7  864  33  664  61  656  34  730  22  420  =

-  -and.iudischcu.f)iifeu43103828847021512869018164812

anderen  Häfen  an  der  ostafrikanischen
Küste  von  Bombay  196  882  267  685  378  805  490  821  616  962

-  -Kurrache  —  —  8  000  43  321  53  368  "

OD  and.  ind.  Häfen  65  165  76  053  61  410  227  833  363  301  =
Madagaskar  =  Bombay  13  111  36  889  423015  775889  528  002
-  .-Kurrachee  —  —  —  550  5512  =
Natal  von  Bombay...  369  486  248594  306910  724392  1297573
=  „:  anderen  indischen  Häsen  1  603  263  1  495  027  1  901  397  2014745  3  084  948  =
Kapkolonie  von  and.  2288  480  2  392  989  2  262  105  3  484  059  3432719  -

Die  vorstehenden  Tabellen  zeigen,  daß  sich  der  indische  Handel  mit  Mozambique  ganz.  der  mit
Sansibar  und  anderen  Häfen  an  der  ostafrikanischen  Küste  der  Hauptsache  über  Bombay,  zum  Theil  über
Kalkutta,  mit  der  Kapkolonie  ganz  und  mit  Natal  zum  größten  Theil  (etwa  drei  Viertel)  über  andere
indische  Häfen  (Bengalen,  Madras,  Burmah)  der  letztere  zum  vierten  Theil  über  Bombay  lenkt.  Der  Handel
von  Kurrachee  mit  den  obigen  Ländern  ist  unbedeutend.

Mozambique.

Der  Einfuhrhandel  nach  Indien  ist  von  559  810  Rupien  in  1892/93  in  stetiger  Weise  auf
262  029  Rupien  gesunken.  Gegen  485  227  Rupien  Elfenbein  in  1892/93  sind  in  1896/97  nur  für
187  876  Rupien  nach  Indien  gekommen.  «

Auch  im  Ausfuhrhandel  mit  Mozambique  ist  kein  Fortschritt  zu  erblicken.  Von  3  065  828  Rupien
in  1892/93  fiel  er  in  1893/94  auf  2  223  576  Rupien  und  stieg  allmählich  wieder  bis  auf  2  824  665
Rupien  in  1896/97.

Hiervon  waren  in  1896/97  1  060  714  Rupien  ausländische  Waaren,  das  sind  Reexporte  bezw.
nicht  in  Indien  erzeugte  Waaren,  darunter  Baumwollwaaren  im  Werthe  von  631  592  Rupien.  Von
sonstigen  ausländischen  Waaren  sind  Kleidungsstücke  mit  45740  Rupien,  Porzellanwaaren  21  964,  Glaswaaren:
  a)  Perlen  28  349,  b)  sonstige  Glaswaaren  11  348,  Getreide  21  484,  Messer  und  Kurzwaaren
54  729,  Streichhölzer  12  040,  Oele  28  245,  Seidenwaaren  14  167,  Zucker  71  665,  Thee  11  069  Rupien
zu  nennen.
Waaren  indischen  Ursprungs  gingen  im  Jahre  1896/97  im  Werthe  von  1763  951  Rupien  nach
Mozambique,  darunter:

Kleidungsstüke  148  798  Rupien,  Jutesäckke  92  805  Rupien,

Baumwollenwaaren.  624  697  -  Provisionen  148  243  -

Reis  433  125  -  Oell  25041  -

Getreide  und  Puls.  211  503  -  Messer  und  Kurzwaaren  10  03  =
Sansibar.

Die  indische  Einfuhr  aus  Sansibar  zeigt,  wenigstens  für  das  Jahr  1896/97,  eine  Abnahme.  Da
der  Handel  Sansibars  sich  aber  fast  ausschließlich  nach  Bombay  lenkt,  so  kann  man  aunehmen,  daß  der
für  1896/97  zu  konstatirende  Fall  in  der  Einfuhr  aus  Sansibar  temporär  und  den  damals  und  jetzt  noch
hier  herrschenden  Wirkungen  der  Pest  zuzuschreiben  ist.  Eine  diesen  Zuständen  nicht  zuzuschreibende  Abnahme
  weisen  die  folgenden  Waaren  auf:

1892/93  1896/97  1892,93  1896//97

Produkte  für  die  Färberei  Rupien  6  Nupien
und  Gerbere  17787  2•025|  Metalle.  1941  427  19  173
Kopra  77853  44  812  Parfümerien  1077668  1  926
Elfenben  814  159  794749  Saaten  328  058  3  795
Juwelen  39  688  1  002  Muschen.  82  880  39  237

Eine  Zunahme  ist  zu  konstatiren  bei  den  folgenden  Waaren:
"  1892/93  1896/97
Getreide  und  Puls  (wohl  angesichts  der  Hungersnoth  in  Indien)  11  394  89  778  Rupien,

Gummi  und  Harze  21  368  45  876  -
Hörer  29216  90  743  =
Provisionen,  fishmaddz  13349821  26  633  -
Die  Einfuhr  von  Nelken  ist  im  Steigen  begriffen,  wie  die  folgenden  Ziffern  beweisen:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/906  1896/907

840  831  1519521  1157  826  1  450  271  807  730  Rupien.
        <pb n="602" />
        —  560  —

Die  Gesammtausfuhr  nach  Sansibar  weist  in  den  letzten  fünf  Jahren  eine  stetige  Zunahme  auf,
die  besonders  den  indischen  Produkten  zu  Gute  gekommen  ist.
Gegenüber  gestellt  betrug  die  Ausfuhr  von:

1892/93  1893/94  19894/095  1895/96  1896/m7
nicht  indischen  Waaren  2  426  167  2  485  798  2  053  131  2  090  441  2  092  574  Rupien,
Waaren  indischer  Herkunft  4  002  323  3581721  5307263  5  090  603  5  401983  =

Der  Rückgang  in  der  Ausfuhr  nicht  indischer  Erzeugnisse  fand  in  den  folgenden  Waaren  besonders
  statt.

Baumwolle:  a)  Garne,  welche  von  22  587  Rupien  in  1892/93  in  stetiger  Weise  auf  2828  Rupien  sanken,

1892/93  1896/97
b)  Waaren.  1  866  761  1  412  152  Rupien,
Metalle  ...  43764  29711  -
Seidenwaaren  62  281  53  836  -

Eine  Zunahme  ist  festzustellen  bei:

Kleidungsstücken,  deren  Ausfuhr  in  1896/97  63  178  Rupien  betrug,

Waaren,  OD  -  -  23  510  -  -
Kohlen,  -  -  -  -  16  228  4  O
Droguen,  -  -  -  210056  --  -

gegen  8982  Rupien  in  1892/93.
Glaswaaren  mit  einer  Ausfuhr  von  35  171  Rupien  in  1896/97
Eisen  u.  Kurzwaaren  "4  75220  "  -

gegen  53  538  Rupien  in  1892/93.
Maschinen  mit  15  262  Rupien  in  1896/97  gegen  723  Rupien  in  1893/94,
Materialien  zum  Eisenbahnbau  mit  37  200  Rupien  in  1896/97  gegen  0  in  den  Vorjahren,
Schreibwaaren  mit  17  699  Rupien  in  1896/97  gegen  4469  Rupien  in  1892/93.

Die  Ausfuhr  von  Zucker  mit  76  872  Rupien  und  Schirmen  mit  23  534  Rupien  in  1896/97
ist  sich  gleich  geblieben.

Die  nachstchenden  Waaren  bilden  die  Hauptartikel  der  Ausfuhr  indischer  Produkte  nach  Sansibar
in  den  letzten  5  Jahren:

Klerdungsstücke
Möbel
Wagen

Kassee.

Tauwerk.  ..
Baumwolle,roh.

-  ,Gakn  und  Twist

-  Waaren
Droguen  und  Medikamente
Gerber=  und  Farbmaterialien
Früchte  und  Gemüse
Gram,  Jowari  und  Puls
Reis..  .....
Weizen  ...
Andere  Getreidearten
Eisen-  und  Kurzwaaren
Juwelen.

Jutesäcke
Metalle
Provisionen
Oele,  ätherische

:,  vegetabilische
Parfümerien
Saaten
Seidenwaaren.
Gewürze
Zucker
Talg
Thee
Holz  und  Holzwaaren
Wollenwaaren

Diese  erschöpfende  Liste  der  Ausfuhr  indischer
teuren  zeigen,  auf  welchen  Gebieten  sie  den  Wettbewerb  der  indischen  Industrie  zu  bekämpfen  haben.

1892/93
124  120
81  142
6  355
14  174
9260

8  144
18771
1  584  470
16  240
15  648
28228
52  605
1  238  615
26  973
22  865
3  131
13  414
64  191
63  201
382  623
8  255
12  161
3  184
29206
6  810
51  711
18747
1  359

2  055
59  480
4255

1893/94
121  591
45  445
3  550

12  #94

17  654

8  541
21243

1  471  462
18  433
13  595
24  280
109272
800  323
30  022
17749

6  584
219003
92  350
7  616
462  995
6  568
23  013
5752
32  685
14  032
49  333
22  007
6  504
5  607
68  854
7183

1894  95

112  477.
46  903
1  675
11  953
7653
15  649
39276
1650  9902
10  454
13  170
34  858
95  304
2346  168
33  580
65  039
10391
23  095
47  070
30  138
4041  112
7  425
22541
7u028
34  581
9  703
37  568
23.092
7  167

3  732
111  019
5  389

1895,96

168  031
43  178
5942
8982
12  797
2570
49911
1  695  450
18  293
9  wo
33  400
126  374
2160  5389
256  799
16  714
10  804
17  628
19  252
46  104
307  771
2  789
15  679
5441
37  833
4491
37  750
33779
1  312
7982
75  650
14  088

1896/97

124  793  Rupien,

50  380
9300

2  59
17  182
5709
35  637
1  983  967
30  170
7920
26  493
8913
1943  175
33775
3077
10  929
13  699
35  470
40318
572  384
4209
7256
2810
27160
2  597
37  769
28  807
5621
4022
136  724
2810

3
3

Waaren  nach  Sansibar  wird  den  deutschen  Expor-
        <pb n="603" />
        —  561  —

Andere  Häfen  an  der  ostafrikanischen  Küste:

Die  ziemlich  gleichbleibende  Einfuhr  von  dort  nach  Indien  bestand  der  Hauptsache  nach  in  Gummi
und  Harzen  mit  63  446  Rupien  in  1896/97.

Die  Ausfuhr  nicht  indischer  Waaren,  welche  eine  stetige  Zunahme  aufweist  und  in  1896/97
129  425  Rupien  betrug,  bestand  der  Hauptsache  nach  in  folgenden  Artikeln:
Ausfuhr  von  Bombay  in  1896/97

..  .42785Rupicn

 

Baumwollenwaaren.

EifenundKurzwaaren.  .  .  .17841-Provisionen.........6168-

  Ausfuhr  indischer  Artikel  aus  Indien  setzte  sich  der  Hauptsache  nach,  wie  folgt,  zusammen:
1896/97

davon  Bombays  Antheil
Kleidungsstückkl  .  Rrupien  18  935  (zugenommen)  15  596  Rupien
4  050  -

Möbel.  .....  -  -
Wagen..  .  .  .  ...  -  6  095  -
Baumwollenwaare  -28628  -  29  039  Rupien
Reis  .  498  582  (verdreifacht  in  stetiger  Zunahme)  392  422  Rupien
Andere  Getreidearten  .  13  155  22728
Jutewaaren  .  229  521  gegen  3  .319  Rupien  in  1892/93
Oele  -  8  4609  =  1  138  =  -  -
Provisionen  -  3324  =  37405  -  -
Holz  é  15  499  670  -  -
Madagaskar.

Die  anfangs  gegebenen  Zahlen  für  den  indischen  Handel  mit  dieser  Insel  beziehen  sich  fast  ausschließlich
  auf  den  Hafen  Bombay.

Die  Einfuhr  dorther  ist  gering  und,  wie  es  den  Anschein  hat,  in  stetiger  Abnahme  begriffen.

Die  Ausfuhr  von  Bombay  dagegen  hat  bedeutend  zugenommen.  Die  Zahlen  der  letzten  fünf
Jahre  stellten  sich,  wie  folgt:

1892/93  1893/04  1894/95  1895/96  1896/97
nicht  indische  Waaren  1  182  28  391  255  959  418  162  251  764  Rupien
indische  Erzeugnisse  .11929  8  498  167  056  357727  276  228

Die  Ausfuhr  nicht  indischer  Waaren  setzte  sich  in  1896/97  der  Hauptsache  nach  aus  folgenden
Waaren  zusammen:  Kleidungsstücken  (8619  Rupien),  Baumwollenwaaren  (134  182),  Eisenwaaren  (16  976),
Metallen  (11  494),  Petroleum  (32  487),  Seidenwaaren  (7594),  Schirmen  (7714).

Von  indischen  Waaren  gingen  in  1896/97  folgende  Waaren  in  größeren  Mengen  von  Bombay
dorthin:  Kleidungsstücke  (5584  Rupien),  Baumwollenwaaren  (52  772),  Reis  (158  459),  Getreide  2c.  (13  049),
Ghen  (10  414).

Natal.

Die  Einfuhr  von  diesem  Hafen  nach  Indien  ist  unbedeutend  und  bedarf  kaum  einer  Erörterung.

Die  Ausfuhr  von  Elfenbein  von  Natal  nimmt  ab,  Metalle  weisen  eine  geringe  Zunahme  auf,
3754  Rupien  in  1896/97  gegen  2532  Rupien  in  1892/93,  Rohwolle  kam  nur  gelegentlich  hierher  und
zwar  mit  20  082  Rupien  in  1893/94  und  28  240  Rupien  in  1895/96.

Die  Ausfuhr  nichtindischer  Waaren  aus  Indien  nach  Natal  geschieht  der  Hauptsache  nach  von
Bombay.  Diese  Ausfuhr  ist  im  Zunehmen  begriffen.

Von  diesem  Hafen  gingen  nach  Natal  in  1896/97

Pfere  .  .  .  im  Werthe  von  6  500  Rupien,
Kleidungsstükceee  =  -  83  96ö7
Baumwollenwaaren.  .-  -  -142922-Glaswaaren.
  ..  -  -  -  26  326
Eisen=  und  Kurzwaaren  -  -  -  24690  -
Seidenwaaren  -  120  180  -

Die  Ausfuhr  indischer  Erzeugnisse  nach  Natal,  welche  der  Hauptsache  nach  von  Madras  und
Kalkutta  stattfindet,  stellte  sich  in  den  Hauptartikeln,  wie  folgt:
1892/93  1893/94  1894/05  1895/96  1896/97
Kleidungsstücke  117710  72875  73764  170  883  248  083  Rupien,
Möbelll  3  973  4  963  1  623  6  734  11  636  -
Tauwerk  .  ..  116272  6  581  7  289  15  454  38  6ö4
        <pb n="604" />
        562

1892/93  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97

Baumwollenwaaren  ..  116  510  26  695  78  125  152  964  1098  258  Rupien,
Droguen,  Medikamente,  Opium  Tabat  28  466  12  818  29964  32  856  58  427  -
Viehfutter  .  —  —-  —  3  593  27  227  -
Puls  56926  39  038  76  408  69  456  128  957  -
Reis  674  384  825  477  1  020  062  834  920  1  638  488  -
Andere  Getreideftüchte  4390  2282  4337  11836  110781  -
Jutesäcke  435  145  286  225  303  050  586  645  601  587  -
Oele:  Kastor  40  782  28  750  50964  82  635  161  224  -

Mustard  —  —  53  407  27  822  49064

,  andere  Arten.  51  605  72  422  34  258  23  424  65  004  -
Provisionen  138  304  148  109  180  672  183  973  392  691  -
Saaten  8298  9274  12  953  42  472  98  218  -
Seidenwaaren  7  323  110  1  116  8  957  7997  OD
Gewüre  13  431  9071  26  556  15889  27  669  OD
Holz  und  Holzwaaren.  5  448  23  918  2567  28  894  12  766  -

Kapkolonie.

Der  Handel  Indiens  mit  dieser  britischen  Kolonie

Kalkutta  und  Burmah  betrieben.
Von  der  Einfuhr  aus  der  Kapkolonie  sind

wird,  wie  oben  gesagt,  ausschließlich

S

on

Eisen  und  Kurzwaaren  mit  18  419  Rupien  in  1896/97  und

Rohwolle  2
zu  nennen.

Fortfall  gerathen.

41  725  -  -
Die  Einfuhr  von  lebenden  Thieren,  welche  1892/93  86  20  Rupien  betrug,  ist  seitdem  in

Die  Ausfuhr  nicht  indischer  Waaren  dorthin  ist  unbedeutend.  Sie  betraf:  Kleidungsstücke  (in
1896/97  2017  Rupien),  Schreibmaterialien  (12  550),  Rohr  (21  794),  Seidenwaaren  (4229).
Von  indischen  Erzeugnissen  wurden  die  folgenden  exportirt:

1892/93

1893/94  1894/05  1895/96  1896/97
Kleidungsstücke  .  41749  47  367  39  485  34  123  43  965  Rupien,
Möbel  181  3  925  1  444  401  7  125  -
Koir-Tauwerk  35  211  40  558  27  869  60  385  47  594  "D
Anderes  Tauwerk  18  926  24  226  12  505  23  389  40  154  OD
Reis  710  756  549  758  895  410  911  953  960  936  -
Jutesäcke  1  267011  1  409  582  1  069  870  2  060  648  1  833  577  -
Vegetabilische  Dele  88  837  112  410  102  784  166  304  220  696  -
Provisionen  6  460  4747  6  524  5  676  10  024  -
Thee  11  803  4  154  10  098  14  457  22  330  -
Tealholz  56  280  146  119  55  539  173  983  149  581  -

Die  obigen  Zahlen  für  die  verschiedenen  Plätze

sprechen  für  sich  selbst.  Wenn  auch  manche  derselben
entweder  eine  Abnahme  oder  für  das  Jahr  1896/97
einen  Stillstand  aufweisen,  so  ist  doch  eine  Ausdehnung
  des  Gesammthandels  unverkennbar.  Daß
die  Einfuhr  von  diesen  Ländern  nach  Indien  zurückgeht,
  liegt  in  der  Entwickelung  Indiens.  Der
frühere  Haupteinfuhrartikel  aus  Afrika,  Elfenbein
ferner,  welcher  früher  zum  großen  Theil  nach  Europa
über  Bombay  verschifft  wurde,  nimmt  heutzutage
seinen  Weg  entweder  über  die  westafrikanischen
Häfen,  theils  wird  er  von  Sansibar  und  anderen
Häsen  der  ostafrikanischen  Küste  direkt  nach  Europa
verschifft.  Dasselbe  gilt  von  anderen  Produkten.
Bombay  war  in  früheren  Zeiten,  ähnlich  wie  London
früher  das  Handelscentrum  für  den  Handel  zwischen
Indien  und  Deutschland  war,  die  Vermittlerin  des
Handels  zwischen  Ostafrika  und  Europa.  Es  scheint,

fahrtsverbindungen  zwischen  Ostafrika  und  Europa
verlieren  dürfte.  Die  Einfuhr  von  Afrika  nach

Bombay  wird  mit  der  Zeit  nur  für  den  indischen
Verbrauch  bestimmt  sein.

—

1

—  —

daß  es  diese  Bedeutung,  wenigstens  für  den  Export

von  Ostafrika  infolge  der  zahlreichen  direkten  Schiff-5747

  635  4753061

In  der  Ausfuhr  nicht  indischer  Waaren  aus
Indien  ist  eine  größere  Abnahme  zwar  nicht  zu
konstatiren,  doch  ist  dieser  Handel,  für  welchen  sast
ganz  ausschließlich  nur  Bombay  in  Betracht  kommt,
auch  nicht  gewachsen.  Die  Ausfuhr  nicht  indischer
Waaren  aus  diesem  Hafen  nach  den  obigen  afrikanischen
Plätzen  betrug:
1892/93  1893/94  1894·95
"  Rupien
3981  338  3  769  068  3724514  4103272  3  988  319

Die  Ausfuhr  indischer  Produkte  dagegen  weist
überall  eine  ganz  bedeutende  Zunahme  auf.  Die  betreffenden
  Zahlen  für  Bombay  stellten  sich,  wie  folgt:
1892/93  1893/94  1894/95  1895/196  1896,97
Rupien
6842  500  7  718606  8579  125

1895/96  1896/97
        <pb n="605" />
        Diese  Zahlen  weisen  also  eine  Zunahme  von
rund  50  pCt.  auf.  Eine  gleiche  Zunahme  hat  der
Ausfuhrhandel  anderer  indischer  Häfen  (Bengalen,
Madras,  Burmah)  erfahren.  Die  diesbezüglichen
Zahlen  lassen  hinsichtlich  der  Feststellung  eines  zahlenmäßigen
  Unterschiedes  zwischen  nicht  indischen  und
indischen  Erzeugnissen  im  Stich.  Es  kann  aber  mit
Bestimmtheit  angenommen  werden,  daß  von  jenen
Plätzen  die  Ausfuhr  nicht  indischer  Waaren  sehr  unbedeutend
  ist.

Perschiedene  Wiktheilungen.

Anleitung  Zzum  Sammeln,  Ronservivren  und  Verpacken
von  Thieren  für  die  zoologische  Kammlung  des  Uuseums
für  Katurkunde  in  Berlin.

(Fortsetzung.)

3.  Reptilien  und  Amphibien
von  G.  Tornier.

Fang.  Wasserfrösche  sind  am  besten  durch  Kätscher
  zu  fangen,  indem  man,  am  Wasser  stehend,  so
lange  wartet,  bis  die  Thiere,  welche  vor  dem  nahenden

Feinde  auf  den  Grund  des  Wassers  flohen,  zum  Athemholen

  wieder  hervorkommen.

Alle  Baumthiere:  Laubfrösche,  Eidechsen,  Chamaeleons
  u.  A.  fängt  man  folgendermaßen:  Unter  den
wagerechtstehenden  Ast  oder  die  leise  seitwärts  gebogene
  Baumkrone  hält  man  einen  großen  ausgespannten
  Schirm  mit  der  Höhlung  nach  oben.  Ein
kurzer  kräftiger  Schlag  mit  einem  starken  Stock  auf
die  Baumäste  wirft  die  auf  ihnen  befindlichen  Thiere
in  den  Schirm.  —  Man  umgräbt  morsche  Baumstämme
  mit  Spaten  oder  Hacken  und  dreht  größere
Steine  um.

Größere  Eidechsen  und  Schlangen  oder  sehr  scheue
Thiere  kann  man  mit  feinem  Vogeldunst  schießen.

Sehr  schnelle  Eidechsen,  welche  Mauern  und  Felsspalten
  bewohnen,  und  die  Annäherung  des  Menschen
noch  gerade  gestatten,  fängt  man  am  besten  mit  der
bekannten  „Fliegenklatsche“.  Der  Apparat  besteht
aus  einem  mäßig  langen  drehrunden  Stock,  an  dessen
freies  Ende  eine  rundliche  Lederscheibe  so  befestigt
ist,  daß  sie  bei  jedem  Schlage  in  der  Schlagrichtung
über  das  Stockende  hinaus  eine  Art  Gelenkbewegung
ausführt.

Die  bei  vorsichtiger  Anwendung  dieser  Klatsche
nicht  zu  heftig  getroffenen  Individuen  werden  betäubt
  und  können  so  durch  schnelles  Zufassen  mühelos
  erbeutet  werden.

Konservirung:  Schlangen,  Eidechsen,  Frösche
und  Molche  werden  nach  dem  Fang  durch  Einlegen
in  eine  Sammelflasche  abgetödtet.  Die  Flasche  enthält
  75  prozentigen  Alkohol.  Frösche  und  Molche
(Thiere  mit  weicher  Haut)  sind  am  nächsten  Tage
in  Versandtiflaschen  mit  derselben  Flüssigkeitsmischung
zu  übertragen.  Erdechsen  und  Schlangen  werden  am
Bauche  nahe  dem  After  durch  einen  kurzen  Scheren-563



 

schnitt  geöffnet;  ihr  Maul  wird  aufgesperrt,  nöthigenfalls
  durch  ein  hineingestecktes  Hölzchen.  So  vorbereitet,
  kommen  sie  in  die  Versandtbüchsen.  Schlangenund
  Eidechsenhäute  haben  wenig  Werth.  Von  sehr
großen  Thieren  sendet  man  nur  die  Köpfe  und  alle
vier  Beine  (am  oberen  Gelenk  abgelöst).

Schildkröten  öffnet  man  nach  dem  Tode,  indem
man  die  Haut  zwischen  den  beiden  Schalen  eine
Strecke  weit  durchschneidet,  ehe  man  sie  in  Spiritus
legt.  Größere  Schildkröten  öffnet  man  ganz,  entfernt
  das  Fleisch,  so  weit  wie  möglich,  vorsichtig  von
den  Knochen  und  schickt  die  Schalen  und  Stelette
getrocknet  ab.  Gegen  Insektenfraß  versieht  man  sie
mit  Naphtalin  oder  Insektenpulver,  oder  man  legt
sie  einige  Stunden  in  eine  starke  Salzlösung.

Allen  Stücken  sind  Angaben  über  Zeit  und  Ort
des  Fanges,  womöglich  auch  über  Lebensweise  und
Farbe,  beizufügen.  Wenn  diese  Angaben  mit  Tinte
auf  Pergament  geschrieben  und  an  die  einzelnen
Thiere  angebunden  werden,  bleiben  sie  auch  in
Spiritus  leserlich.  Statt  des  Pergaments  kann  auch
starkes  Papier  benutzt  werden,  das  man  mit  Beleistift
  (nicht  mit  Tinte)  beschreibt.

4.  Fische
von  F.  Hilgendorf.

Beim  Sammeln  wird  man  in  erster  Linie  die
Fänge  der  Fischer  verwerthen;  diesen  sind  Gefäße
auf  ihre  Boote  mitzugeben.  Erst  nach  deren  Rückkehr
  eingelegte,  oder  Marktfische,  sind  häufig  unvollständig
  und  schlecht.  Die  Fischer  sind  auf  das  Sammeln
  kleiner  und  unschmackhafter  Fische  ausdrücklich
hinzuweisen.  Der  Magen  von  Raubfischen  und  der
Fang  durch  Fischgifte  und  Dynamitpatronen  liefern
auch  versteckter  lebende  Arten.  Da  viele  Meeresfische
  weit  verbreitet  sind,  so  gelangen  sie  reichlicher
in  die  Museen  als  echte  Süßwasserfische,  welche
daher  überall  zu  sammeln  sind.  Kleinere  Arten
fängt  man  mit  dem  Kätscher.

Damit  der  Alkohol  in  die  Bauchhöhle  der  Fische
eindringen  kann,  öffnet  man  sie  durch  einen  kurzen
Längsschnitt  neben  der  Mittellinie.  Bei  größeren
Fischen  ist  der  Magen  und  Darm  zu  entleeren  und
womöglich  mit  Alkohol  auszuspritzen.  Der  Alkohol
muß  die  einzelnen  Fische  umspülen  können.  Nach
einigen  Tagen  wird  er  ernent.  Die  Fische  dürfen
dann  erst  verpackt  werden,  wenn  der  Alkohol  alle
Theile  durchdrungen  hat.  Arten  mit  loseren  Schuppen
müssen  in  Lappen  (oder  Papier)  einzeln  eingeschlagen
werden  (schon  beim  ersten  Einlegen).  Angaben  über
Ort  und  Zeit  des  Fanges,  mit  Bleistift  auf  Papier
geschrieben,  sind  beizufügen.

Große  Fische  werden  trocken  präparirt.  Ein
Schnitt  mit  der  Schere  neben  der  Mittellinie  des
Bauches  bis  zur  Schwanzflosse  und  von  dieser  aufwärts;
  die  Flossen  bleiben  alle  an  der  Haut,  die
inneren  Gräten  aber  werden  herausgeschnitten,  desgleichen
  die  inneren  nicht  mit  der  Haut  verbundenen
Kopfknochen.  Schlundzähne  sind,  besonders  einge-
        <pb n="606" />
        —  564  —

wickelt,  beizupacken.  Fleisch  und  Eingeweide  werden
auch  entfernt.  Die  Innenfläche  wird  mit  Arsenikseife
  (oder  Arseniklösung)  bestrichen,  der  Leib  mit
Baumwolle  oder  anderen  weichen  Stoffen  ausgefüllt.
Die  Häute  von  Haien  und  Rochen  werden  in
konzentrirte  Salzlake  mit  Alaunzusatz  ein  bis  zwei
Wochen  eingelegt,  dann  getrocknet,  mit  Salz  innen
bestreut,  zusammengerollt  und  in  dichte  Fässer  verpackt.
  Allen  Häuten  sind  Maße  nach  dem  frischen
Thier  (Höhe  Dicke,  Entfernung  der  Flossen  vom
Schnauzenende)  beizugeben.  Die  Zähne  bleiben  stets
am  Thier.  Dazu  gehörige  Embryonen  und  auch
jüngere  Exemplare  werden  in  Spiritus  gelegt.

5.  Insekten.

Allgemeines

von  F.  Karsch.

Jeder  Sammler  sollte  thunlichst  darauf  bedacht
sein,  nicht  nur  vollkommen  entwickelte  Männchen  (C)
und  Weibchen  (O)  in  möglichst  gutem  Zustande  zu
erlangen,  sondern  auch  sich  bemühen,  deren  Jugendstadien:
  Ei,  Made  (Larve  oder  Raupe)  und  Puppe
(Nymphe)  aufzufinden.  Die  Wohnungen  der  Insekten
aller  Stadien:  Nester,  Fraßgänge,  Blattminen,  ihr
Parasitismus  bei  Pflanzen  und  Thieren  nebst  den
durch  ihn  hervorgerufenen  Wirkungen:  Pflanzengallen,
Dasselbeulen,  haben  wissenschaftlichen  Werth.

Während  Privatsammler  schon  mit  Rücksicht  auf
den  beschränkten  ihnen  zu  Gebote  stehenden  Raum
genöthigt  sind,  bei  dem  ungemeinen  Artenreichthum
der  Insekten  aller  Ordnungen  sich  auf  den  Erwerb
eines  Pärchens  oder  weniger  Exemplare  jeder  Art
zu  beschränken,  muß  es  Aufgabe  großer  Museen  sein,
von  möglichst  vielen  Arten  vollständige  Reihen  mit
Exemplaren  verschiedener  Fundorte  aufzustellen,  um
die  Variationsgrenze  derselben  zu  veranschaulichen
und  über  Material  zu  feineren,  auf  die  Geschlechtsorgane,
  den  Bau  der  Taster,  des  Geäders  u.  dergl.
bezüglichen  Untersuchungen  verfügen  zu  können.  Nur
durch  Massensammeln  wird  auch  gelegentlich  das  bei
vielen  Schmetterlingen  z.  B.  außerordentlich  seltene
Weibchen  mit  gesangen.  Führung  eines  Tagebuchs
ist  sehr  vortheilhaft  für  den  Sammler  und  für  die
Bearbeiter  seiner  Ausbeute.

Bei  langjährigem  Aufenthalte  auf  einer  und  derselben
  Station  empfiehlt  es  sich,  nicht  nur  zu  sammeln,
  sondern  auch  zu  züchten;  am  leichtesten  und
ergötzlichsten  ist  die  Zucht  der  Schmetterlingsraupen
und  der  Wasserjungfern  (Libellen).

Demjenigen,  welcher  für  Muscen  sammelt,  ist  die
Anlage  zweier  Insektensammlungen  anzurathen,  einer
trockenen  und  einer  in  Spiritus.  Zum  Einfangen
fliegender  und  springender  Landinsekten  genügen:

1.  Netze  aus  Seidengaze,  feste  oder  zusammenlegbare;


2.  Weithalsige,  zugleich  als  Tödtungsgläser  dienende
Fangflaschen  mit  Korkstöpselverschluß.  Diese  können
auf  ihrem  Boden  mit  eingegipstem  Cyankali  als

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tödtungsmittel  versehen  sein,  oder  die  Betäubung
und  Abtödtung  erfolgt  in  denselben  durch  Chloroform,
von  welchem  einige  Tropfen  auf  ein  im  Innern  des
Korkstöpfels  befestigtes  Wollenbäuschchen  gegossen
werden.  Um  Beschädigung  sehr  zarter  Insekten  zu
verhüten,  muß  die  Tödtungsflasche  fein  geschnittene  und
gekräuselte  Streisen  Löschpapier  oder  etwas  Holzwolle
enthalten;

3.  Flaschen  mit  Spiritus.

Für  Wasserinsekten  bedarf  man

4.  eines  Kätschers.

Soll  die  Ausbeute  ergiebig  sein,  so  ist  es  nothwendig,
  Stämme,  Blätter,  Gräser,  Steine,  Planken  2c.
abzusuchen.  Hohle  Bäume,  Lagen  seuchter  Blätter
am  Boden,  Ameisennester,  Termitenhügel  bergen  oft
werthvolle  Insekten.  Abklopfen  der  Zweige  der

Bäume  und  Sträucher  füllt  schnell  einen  ausgespannten
umgekehrten  Regenschirm.

Schmetterlinge
von  F.  Karsch.

Schmetterlinge  werden  mit  dem  Netze  gefangen
  und  am  schnellsten  dadurch  getödtet,  daß  man
ihnen  nach  Zusammenlegen  der  Flügel  von  unten
her  die  Brust  eindrückt,  ohne  dadurch  die  Beine  zu
beschädigen.

Sehr  ergiebig,  besonders  an  Nachtfaltern,  ist
der  Köderfang.  Licht,  Aas,  verschiedene  Kothsorten,
Harn  u.  dergl.  lockt  viele  Fliegen,  Käfer,  Schmetterlinge
  an.  Ein  bewährtes  Ködermittel  für  Schmetterlinge,
  besonders  für  Eulen,  liefert  eine  dickflüssige
Auflösung  von  Zucker  in  einem  nicht  bitteren  Biere,
oder  mit  Wasser  verdünnter  Honig,  dem  man  einige
Tropfen  Jamaika-Rum  zusetzt.  Mit  dieser  Flüssigkeit
  sind  vor  Sonnenuntergang  mittelst  eines  Pinsels
die  Stämme  von  Bäumen  an  Waldrändern  und  in
Gärten  zu  bestreichen.  Nach  einigen  Stunden  werden
die  bestrichenen  Stellen  mit  der  Laterne  abgesucht
und  die  angeflogenen  Insekten  in  die  Fanggläser  gebracht.
  Für  die  Tropen  wird  als  Ködermittel  auch
der  Saft  der  Banane  oder  anderer  süßer  Früchte
empfohlen.  Für  den  Köderfang,  besonders  der  Eulen,
sind  warme  Abende  mit  bedecktem  Himmel  und
schwachem  Winde,  zumal  beim  Anzuge  eines  Gewitters,
  günstig.

Zur  Zucht  von  Schmetterlingen  aus
Raupen  eignen  sich  große  Einmachegläser,  deren
Oeffnung  mit  Drahtgaze  zugebunden  wird.  Die
Futterzweige  sind  in  kleine  Gefäße  mit  Wasser  zu
stecken,  damit  sie  lange  frisch  bleiben.  Der  Boden
des  Zuchtglases  wird  mit  Holzwolle  oder  Papier
belegt,  um  dem  Wassergefäße  Halt  zu  geben.  Die
Raupen  müssen  (ohne  Berührung  mit  den  Fingern)
auf  ihre  Nahrungspflanze  gebracht  werden.  Raupen,
welche  zur  Verwandlung  in  die  Erde  gehen  und,
wenn  sie  ausgewachsen  sind,  Erde  suchend,  unruhig
umherkriechen,  sind  in  luftige  Behälter  zu  bringen,
deren  Boden  mit  Erde  bedeckt  ist,  welche  öfters  mit
Wasser  besprengt  werden  muß.
        <pb n="607" />
        Zur  späteren  Bestimmung  dieser  Raupen  und  der
Puppen,  in  welche  sie  sich  zunächst  verwandeln,  ist
es  nothwendig,  einige  Exemplare  in  Spiritus  zu
setzen  oder  auszublasen  (siehe  S.  567).

Libellen,  Termiten,  Parasiten
von  F.  Karsch.  .

Die  Zucht  der  Libellen  erfolgt  in  Wasserbehältern
mit  einigen  die  Wasserfläche  überragenden  Pflanzen
oder  Stäben,  an  denen  die  mit  Flügelansätzen  versehenen
  ausgewachsenen  Nymphen  emporkriechen,  um
an  der  Luft  aus  der  gesprengten  Nymphenhülle,
welche  aufzubewahren  ist,  ihre  noch  weiche  und  unausgefärbte,
  im  Laufe  eines  Tages  erhärtende  Imago
zu  entlassen.  Die  Nahrung  der  sehr  gefräßigen
Libellenlarven  besteht  aus  Wasserthieren  aller
Art,  selbst  aus  kleinen  Fischen.

Sehr  werthvoll  sind  Nester  von  Termiten  mit
allen  Formen  der  in  ihnen  wohnenden  Thiere.

An  erlegten  Vögeln  und  Säugethieren
sammle  man  die  an  den  Federn  und  Haaren
lebenden  Parasiten.  Man  bringe  sie  in  Spiritus
  mit  dem  Namen  oder  der  Nummer  des  Thieres,
an  dem  man  sie  gefunden  hat.

Käfer
von  H.  J.  Kolbe.

Käfer  sind  zu  suchen  auf  Blättern,  Blüthen,
an  ausfließenden  Säften  verletzter  Bäume,  unter
Baumrinden,  in  gefällten  Baumstämmen,  in  morschem
Holz,  in  Dünger,  unter  Steinen,  auf  Wegen  und
Feldern,  unter  trockenem  Laub,  in  faulendem  Aas,
in  Pilzen,  in  Ameisen=  und  Termitennestern,  in
Wasseransammlungen,  mit  Kätschern.  Um  sie  in
lockeren  Laubmassen  und  den  Bestandtheilen  der
Insektennester  zu  finden,  breitet  man  diese  Massen
auf  Papierbogen  aus  oder  schüttet  sie  durch  feine
Drahtsiebe.

Aasläfer  lassen  sich  in  Gläsern,  Töpfen  oder
Blechkasten  fangen,  die  man  in  Erdgruben  setzt  und
mit  etwas  faulem  Fleisch,  einem  todten  Vogel,  einer
todten  Schnecke  oder  anderem  Köder  versieht.

Nicht  bloß  große,  schönfarbige  Käfer  sind  zu
sammeln,  sondern  auch  kleine,  unscheinbare  Arten,
auch  Käferlarven  und  Puppen,  sowie  die  von  ihnen
angefressenen  Pflanzentheile.  Um  Larven  und  Puppen
gut  zu  konserviren,  kocht  man  sie  in  Alkohol,  ehe
man  sie  in  diesen  dauernd  einsetzt.

Zum  Täödten  der  Käfer  verwendet  man  kleine
weithalsige  Flaschen  mit  Korkstöpsel,  deren  Boden
mit  Cyankali  enthaltendem  Gips  übergossen  ist.)
Ueber  dem  Gipsboden  befinden  sich  Papierschnitzel,
damit  sich  die  eingesetzten  Käser  nicht  gegenseitig
verletzen,  und  die  von  ihnen  abgegebene  Feuchtigkeit
aufgesogen  wird.

*)  Zu  kaufen  bei  Kricheldorff  in  Berlin  S.,  Oranien-Kee
  55  und  bei  W.  Schlüter  in  Halle  a.  S.,  Wuchererraße
  8.

565

 

Große,  dunkle,  hartschalige  unbehaarte  Käfer
können  in  Spiritus  getödtet  werden.

Die  gesammelten  Käfer  werden  nach  einigen
Stunden  aus  den  Tödtungsgläsern  herausgenommen
und  einzeln  in  kleine  Rollen  aus  Schreibpapier  gebracht,
  deren  Enden  zugefaltet  werden.  In  diesen
Rollen  müssen  sie  an  warmen  Stellen  völlig  ausgetrocknet
  werden,  damit  sie  in  den  Verpackungskisten
nicht  verschimmeln.  Sehr  erwünscht  sind  Angaben
über  die  Lebensweise  der  Käfer,  über  Art  und  Zeit
ihres  Fanges.

Zweiflügler
von  B.  Wandolleck.

Ueber  Fang  und  Tädten  siehe  „Allgemeines“.
Für  die  Konservirung  giebt  es  zwei  Hauptmethoden,
entweder  werden  die  Thiere  an  feine  schwarze  Stahlnadeln
  oder  Platinstifte  gespießt  und  in  trockenen,
möglichst  dicht  schließenden  Kästen,  die  mit  Torf
oder  Kork  ausgelegt  sind,  nebeneinander  aufgereiht
und  versendet,  oder  ungenadelt  auf  dünne,  glatte
Watteplatten  gelegt;  auf  eine  Lage  Insekten  kommt
dann  wieder  eine  Watteplatte  und  so  fort.  Um  die
Raubinsekten  abzuhalten,  streut  man  zwischen  die
Watteplatten  etwas  Naphtalin.  Viele  solche  Watteplatten
  lassen  sich  leicht  in  Blechkasten  einlöthen.
Vor  dem  Verpacken  und  Versenden  müssen  die  Insekten
  stets  vollkommen  trocken  sein.

Hat  man  viele  Exemplare  einer  Art  gefangen,
so  empfiehlt  es  sich,  nicht  alle  zu  nadeln,  sondern
einige  Exemplare  in  sehr  starken  Alkohol  oder  in
heiße  konzentrirte  Sublimatlösung  zu  werfen.  Der
Alkohol  muß  vor  der  Versendung  mehrere  Male
erneuert  werden.  Die  in  Sublimat  getödteten
Thiere  werden  am  nächsten  Tage  gut  mit  Wasser
ausgewaschen,  dann  zuerst  in  50  proz.,  darauf  in
75  pCt.  und  zuletzt  in  96  proz.  Alkohol  gebracht.
Durch  diese  Methode  werden  die  Weichtheile  so  konservirt,
  daß  sie  zu  genauen  mikroskopischen  Untersuchungen
  dienen  können.

Neben  dem  Fang  ist  auch  die  Zucht  der  Zweiflügler
  von  der  größten  Bedeutung.  Fliegenlarven
sind  zu  finden  in  Stengeln,  unter  Blattoberflächen
(minirend),  in  der  Erde,  im  Mulm,  im  Mist.
Pflanzentheile,  worin  Larven  gefunden  wurden,  sind
in  Spiritus  oder  getrocknet  mitzunehmen.  Auch
Fliegeneier  sind  zu  sammeln.  Bei  der  Zucht  von
Schmetterlingen  erhält  man  häufig  eine  bestimmte
Gattung  von  Fliegen,  die  parasitisch  in  Raupen
leben  (Tachinen).  Man  gebe  an,  aus  welcher  Raupenart
  die  Fliege  gekommen  ist.

Bei  Hufthieren  finden  sich  in  der  Haut  (in
Dasselbeulen),  in  der  Mund=  und  Rachenhöhle,  im
Darm  große  Larven,  deren  Fliegen  schwer  zu  erlangen
  sind.  Der  Sammler  lasse  sich  besonders  die
Zucht  dieser  Fliegen  angelegen  sem.  In  den  Morgenstunden
  pflegen  die  zur  Verpuppung  reifen  Larven
(durch  dunkle  Färbung  ausgezeichnet)  ihre  Wurthe  zu
verlassen,  um  sich  in  der  Erde  oder  frei  an  einem
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        geschũtzten  Orte  zu  verpuppen.  Dort  kann  man  die
Puppen  sammeln.  Auch  die  Käsige  und  Wechselstellen
  des  Wildes  sind  auf  solche  Puppen  zu  untersuchen.
  Leere  Puppenhäute  sind  auch  aufzubewahren.
In  Gegenden,  wo  die  Sandflöhe  vorkommen,  ist
auch  auf  diese  zu  achten  und  womöglich  U  und  #
in  Spiritus  zu  setzen.  Auch  ganze  Zehen  von
Thieren  und  Menschen,  die  mit  Sandflöhen  behaftet
find,  sind  zu  konserviren.  Menschliche  Zehen  sind
von  frischen  Leichen  zu  erhalten.

Hautflügler
von  H.  Stadelmann.

Ueber  das  Fangen  und  Verpacken  der  Hautflügler
  (Hymenopteren)  gelten  dieselben  Vorschriften
wie  bei  Schmetterlingen  und  Käfern,  nur  ist  es
zweckmäßig,  zum  Tödten  statt  des  Cyankalis  womöglich
  Chloroform  oder  Aether  zu  verwenden.  Die
meisten  Hymenopteren  lieben  Sonnenschein.  Sie
suchen  dann  Blumen  auf  oder  laufen  auf  dem  Sande
herum,  um  Nester  zu  bauen.  Schlupfwespen  erhält
man  auch  beim  Schmetterlingszüchten.  Die  Raupen
oder  die  Schmetterlingsart,  aus  der  sie  hervorkamen,
ist  anzugeben.

Die  meisten  Hautflügler  sind  trocken  aufzubewahren;
  in  Alkohol  werden  nur  Ameisen  und  kleine
Schlupfwespenformen  gebracht.  Besonderer  Werth
ist  auf  das  Sammeln  von  Nestern,  Gallen  und
Fraßstücken  zu  legen.  Man  sucht  sie  in  der  Erde,
auf  Bäumen,  Kräutern,  in  hohlen  Bäumen,  Stengeln
und  Halmen.  Sie  werden  mit  ihrer  Unterlage  abgenommen.
  x

Die  freien  Nester  der  Faltenwespen  oder  Papierwespen
  (so  genannt,  weil  sie  in  der  Ruhe  die  Flügel
der  Länge  nach  zusammenfalten  und  Nester  aus
papierähnlicher  Masse  bauen),  werden  an  den  Innenseiten
  einer  Kiste  so  befestigt,  daß  sie  auch  beim  Umstürzen
  dieser  keinen  Schaden  leiden  können.  Getrocknete
  Gallen  können  in  Papier  gelegt  werden.
Für  Insekten,  deren  Bau  aus  trockenen  lockeren
erdigen  Bestandtheilen  besteht,  empfiehlt  sich  das
Ausgießen  mit  Wasserglas.  Dieses  ist  in  einer
Konzentration  von  10  pCt.  zu  verwenden.  Die
Flüssigkeit  wird  auf  und  in  das  trockene  Nest  gegossen.
  Nach  einigen  Stunden  ist  es  so  fest  geworden,
  daß  es  als  zusammenhängende  Masse  weggenommen
  werden  kann.  Diese  wird  dann  so
beschnitten,  wie  man  sie  aufheben  will.  Sobald  das
Nest  vollständig  hart  ist,  wird  es  in  einen  Blechkasten
  eingelöthet,  denn  es  darf  keine  Feuchtigkeit
hinzukommen,  weil  sich  darin  das  Wasserglas  weeder
lösen  würde.  Den  Nestern  sind  die  zugehörenden
Insekten  beizugeben.  Hymenopterenlarven  aus  Nestern
und  Gallen  werden  wie  Schmetterlingsraupen  behandelt,
  d.  h.  in  Spiritus  einmal  aufgekocht  und
dann  in  Alkohol  von  70  péCt.  verwahrt.

Gallen
von  E.  H.  Rübsaamen.

Gallen  nennt  man  abnorme  Zellbildungen,  die
durch  Insekten,  Milben  oder  kleine  Fadenwürmer  an

 

l

Glas  zu  setzen.

566  —

Pflanzen  hervorgebracht  werden.  Man  unterscheidet
Wurzel-,  Stengel-,  Zweig-,  Knospen-,  Blatt-,  Blüthenund
  Fruchtgallen.  Wurzel-,  Zweig=  und  Blattgallen
treten  meist  als  knotige  Verdickungen  auf.

Welcher  Thierfamilie  ein  Gallenerzeuger  angehört,
  kann  man  leicht  erfahren,  wenn  man  die  Galle
öffnet  und  hinsichtlich  der  Insassen  untersucht.  Wurmund
  Milbengallen  erscheinen  dem  unbewaffneten  Auge
leer.  Mit  einer  guten  Lupe  kann  man  jedoch  die
sehr  kleinen  Bewohner  meist  auffinden.  In  Insektengallen
  leben  Larven  oder  Puppen,  seltener  voll  entwickelte
  Insekten:  Wanzen,  Blattflöhe,  Käfer  oder
Gallwespen.

Wenn  möglich,  sollen  die  Gallen  nicht  zu  jung
eingesammelt  werden.

Von  ein  und  derselben  Gallenart  sind,  wenn
möglich,  eine  größere  Anzahl  Exemplare  (10  bis
12  Stück)  zu  sammeln.  Sind  die  Blätter  der
Pflanze  nicht  gar  zu  groß,  so  soll  man  nicht  nur
ein  Blattstück  oder  ein  einzelnes  Blatt,  an  welchem
sich  Gallen  befinden,  sondern  kleine  Zweige  sammeln.
Zweigschwellungen  ohne  Blätter  2c.  haben  gar  keinen
Werth.  Womöglich  müssen  der  Galle  außerdem
Blüthen  oder  Früchte  der  betreffenden  Pflanze  beigefügt
  werden,  damit  es  dem  späteren  Bearbeiter
der  Gallensammlung  möglich  ist,  die  Pflanzenarten
zu  bestimmen.

Die  gesammelten  Gallen  werden  leicht  zwischen
Papier  gepreßt  und  auch  zwischen  Papier  trocken
aufbewahrt.  Sehr  zu  empfehlen  ist  es,  die  Gallen
vorher  in  eine  Sublimatlösung  zu  tauchen,  um  sie
vor  Insektenfraß  zu  schützen.  Auf  einem  beigefügten
Zettel  muß  alsdann  aber  angegeben  werden,  daß  die
Galle  vergiftet  ist.  Auf  denselben  Zettel  schreibt
man  auch  Datum  und  Ort,  an  welchem  die  Galle
gesammelt  wurde  und  den  Namen  der  Pflanze.
Wünschenswerth  ist  es,  daß  außer  den  getrockneten
Gallen  auch  einige  Exemplare  in  Alkohohl  aufbewahrt
werden.  Aus  Gallen,  welche  Puppen  enthalten,
kann  man  leicht  die  Insekten  ziehen.  Man  braucht
diese  Gallen  nur  abzuschneiden  und  in  ein  trockenes
Larven,  die  zur  Verwandlung  in
die  Erde  gehen,  legt  man,  nachdem  sie  die  Galle
verlassen  haben,!)  in  ein  Gläschen  von  10  bis
15  mm  Durchmesser  und  5  bis  8  cm  Länge.  Diese
Gläschen  hat  man  vorher  mit  schwach  angefeuchtetem
Sande  bis  zur  Hälfte  angefüllt.  Um  zu  verhindern,
daß  mit  dem  Sande  auch  fremde  Insektenlarven
eingetragen  werden  und  zur  Verhütung  zu  schneller
Pilzbildung,  muß  der  Sand  vorher  auf  100°  C.
erhitzt  werden.  Mit  einer  Nadel  macht  man  in
den  Sand  feine  Rinnen,  in  welche  die  Larven  hineinzukriechen
  vermögen.

In  ein  Glas  darf  nur  eine  Larvenart
gesetzt  werden.  Auf  den  Korkpfropsen  oder  auf  ein

*)  Die  erwachsenen  oder  doch  beinahe  reifen  Larven
kann  man  aus  den  geöffneten  Gallen  holen,  doch  ohne  sie
zu  drücken  oder  zu  verletzen.  Bringt  man  dieselben  auch
nicht  immer  zur  Verwandlung,  so  kann  man  sie  auf  diese
Weise  doch  wochen=  oder  sogar  monatelang  frisch  erhalten.
        <pb n="609" />
        —

aufgeklebtes  Papier  schreibt  man  Ort  und  Datum
und  die  Nummer  der  zugehörigen  trockenen  Galle.

Die  gezogenen  Insekten  bewahrt  man  in  75  proz.
Alkohol,  den  man  zur  Hälfte  mit  Glycerin  (und
etwas  Thymol)  versetzt.  Kurze  Notizen  in  Bezug
auf  die  Farbe  der  Thiere,  die  man  auf  dem  Zelttel
am  Glase  anbringt,  sind  empfehlenswerth  (z.  B.  Larven
citrongelb.  Imago:  Abdomen  blüutroth,  Thorax
honiggelb  2c.).

In  jedes  Gläschen  mit  Glycerinalkohol  muß
man,  nachdem  die  Insekten  hineingesetzt  wurden,
etwas  gezupfte  Baumwolle  einschieben,  damit  die
zarten  Insekten  durch  den  beim  Rütteln  entstehenden
Wellenschlag  nicht  beschädigt  werden.

Präparation,  Konservirung  und  Verpackung
von  F.  Karsch.

Schmetterlinge,  Libellen,  Netzflügler,
langfühlerige  Heuschrecken,  Schaben  und  die
meisten  wanzenartigen  Insekten  bringt  man  in
dreieckige  flache  Düten  aus  festem  Papier,  die
Schmetterlinge  und  Libellen  mit  auf  dem  Rücken  zusammengeklappten
  Flügeln.

Drehrunde  Insekten,  z.  B.  Heuschrecken  mit  kurzen
Fühlern,  Cicaden,  Käfer,  Wanzen  u.  dergl.  werden
in  chlinderförmig  gedrehte  Papierröllchen  gelegt,
deren  Enden  durch  Umlegen  des  Papiers  zu  schließen
sind.  In  eine  Düte  oder  ein  Röllchen  darf  nur  ein
Insekt  kommen.

Die  Raupen  der  Schmetterlinge  und  die
raupenähnlichen  Afterraupen  der  Blattwespen
können  außer  in  Spiritus  nur  durch  Aufblasen  konservirt
  werden.  Zu  dem  Behufe  drückt  man  die
lebende  Raupe  von  vorn  nach  hinten  aus,  schiebt  ein
Glasröhrchen  oder  einen  Gras=  oder  Strohhalm  in
ihren  After  und  befestigt  das  Hinterende  der  Raupe
durch  eine  kurze  seine  Nadel  an  den  Halm.  In
einem  durch  Spiritus  erhitzten  Trockenöschen  oder
über  glühenden  Kohlen  erfolgt  durch  Einblasen  von
Luft  in  den  Raupenkörper  durch  das  Glasröhrchen
oder  den  Strohhalm  allmählich  das  völlige  Erhärten
der  Raupenhaut.  Die  so  präparirten  Raupen  können,
durch  Watite  getrennt,  zu  mehreren  in  kleinen
Schachteln  aufbewahrt  werden.

Bei  der  Verpackung  der  Insekten  für  Versendungen
  legt  man  die  Düten  und  Röllchen  so  fest
zusammen,  daß  sie  weder  geschüttelt  noch  gedrückt
werden,  in  Blechkasten,  die  wasserdicht  verlöthet
werden,  nachdem  etwas  Naphtalin  auf  die  obersten
Lagen  der  Düten  und  Röllchen  gestreut  worden  ist.

6.  Spinnen  und  Tauscndfüßler

von  H.  Stadelmann.

Spinnen  und  Tausendfüßler  sind  meist  lichtscheue
Thiere,  die  sich  den  Tag  über  verstecken.  Sie  sind
hauptsächlich  zu  finden  in  Häusern,  unter  Steinen,
Baumstämmen,  unter  Blättern  und  im  Mulm  der
Wälder.  Die  gefangenen  Thiere  werden  in  eiwa
50  proz.  Spiritus  gethan  und  erst  später  in  60  bis

567

 

70  proz.  umgesetzt.  Es  empfiehlt  sich,  das  Tödten
in  einem  besonderen  Glase  vorzunehmen,  aus  dem
vorher  die  anderen  Thiere  entfernt  sind,  da  Spinnen
in  ihrem  Todeskampfe  mit  den  Mandibeln  leicht  die
etwa  schon  darin  befindlichen  verletzen.  Da  der
Spiritus  die  Farben  zerstört,  so  sind  Angaben  über
die  Färbung  des  lebenden  Thieres  erwünscht.  Die
Eierhaufen,  Cocons  der  Spinnen,  werden  am  besten
in  Spiritus  ausbewahrt  und  die  betreffende  Spinnenart
  hinzugethan.  Man  findet  solche  Eiercocons  an
Gräsern,  Kräutern,  unter  Steinen,  unter  Rinde  und
an  Bäumen.  Viele  Milben  schmarotzen  an  anderen
Thieren,  so  finden  sich  z.  B.  auf  Säugethieren,  Reptilien
  und  Amphibien  Zecken,  an  Käfern  und  anderen
Insekten  kleine  Milben.

7.  Krebse
von  F.  Hilgendorf.

Land=  und  Süßwasserkrebse  sind  wissenschaftlich
werthvoller  als  die  schon  häufig  gesammelten  Krebse
der  Meeresküsten.  Besonders  werthwoll  sind  erwachsene
  Männchen  und  Jugendstadien.

Im  Meere  leben  viele  Krebse  auf  hoher  See
flottirend,  besonders  Larven,  andere  zwischen  Algen,
Muscheln,  in  Höhlungen  der  Korallen,  in  Schwämmen;
auch  am  Strande  unter  feuchtem  Tang,  in  Schlamm
und  auch  in  Holzröhren.

Schmarotzerkrebse  findet  man  an  Kiemen
größerer  Krustaceen  (durch  Beulen  erkennbar),  an
den  Kiemen,  im  Maul,  auf  der  Haut  und  den
Flossen  von  Fischen.  Man  schneidet  sie  mit  der  angebohrten
  Stelle  aus.  Kleine  Muschelkrebse  und
andere  Formen  auf  und  in  dem  Schlamme  lebender
Krebse  werden  sichtbar,  wenn  man  Bodenmassen  in
Schüsseln  bringt,  etwas  Wasser  darüber  gießt  und
einige  Stunden  stehen  läßt.  Trockener  Schlamm  aus
eingetrockneten  Gewässern  enthält  oft  Dauereier,  aus
denen  nach  Monaten  und  Jahren  Thiere  gezogen
werden  können.  Man  schicke  solchen  in  kleinen
Säcken  oder  Kisten.  Kleine  Krustenthiere  werden
mit  Kätschern  aus  feinem  Mull  an  der  Oberfläche,
besonders  zwischen  Pflanzen,  gefangen.  —  Auf  dem
Lande  sind  Kellerasseln  und  dergl.  unter  Steinen
und  Rinde  zu  finden,  Flohkrebse  in  der  Nähe  von
Wasser.

Die  meisten  Krebse  sind  in  Alkohol  zu  konserviren.
  Bei  größeren  Stücken  ist  das  Schild  hinten
etwas  abzulösen,  damit  der  Alkohol  ins  Innere
dringen  kann.  Den  zum  Tödten  angewendeten  Alkohol
  ersetzt  man  nach  ein  bis  zwei  Tagen  durch
neuen  70  proz.  Alkohol.  Trockene  Krebse  bewahren
oft  die  Farbe  besser;  man  entsernt  nach  Abheben
des  Schildes  das  Fleisch  und  die  Eingeweide,  pinselt
den  Panzer  mit  Arsenikseise  und  betupft  auch  die
Fußgelenke  außen  damit.

8.  Mollusken

von  E.  v.  Martens.
Landschnecken  lieben  kalkhaltigen  Boden,  feuchte,
schattige  Orte,  Schluchten,  die  Nähe  von  Gewässern.
        <pb n="610" />
        In  den  heißen  Ländern  leben  Landschnecken  besonders
da,  wo  ihnen  bleibende  Feuchtigkeit  gesichert  ist,  so
z.  B.  in  den  Blattachseln  von  lilienartigen  Pflanzen
und  Bananen  (Pisang),  an  und  unter  faulenden
Baumstämmen.  Man  findet  sie  lebend  am  leichtesten
nach  einem  warmen  Regen  oder  in  der  Morgenfrische,
  auch  bei  Nacht  mit  einer  Laterne.  Bei
trockenem  Wetter  verkriechen  sie  sich  oft  tief  unter
abgestorbenes  Laub  oder  Rindenstücke,  lose  aufliegende
  Bretter  und  Steine.  Die  ganz  kleinen
Arten  findet  man,  wenn  man  Humuserde,  moderndes
Laub,  trockenes  Heu  in  einem  Haarsieb  schüttelt.

Süßwasserschnecken  und  Süßwassermuscheln
  findet  man  am  Boden  der  Gewässer,  an
Wasserpflanzen  und  Steinen;  schwimmende  oder  an
Pflanzen  sitzende  fängt  man  mit  Kätschern.

An  den  Mündungen  größerer  Flüsse  und  in
stehenden  Gewässern  sehr  nahe  dem  Meere,  in
den  Tropenländern,  namentlich  aber  in  den
Mangledickichten  (Mangroven),  finden  sich  oft  eigenthümliche
  Formen  von  Schrnecken  und  Muscheln.
Hier  achte  man  besonders  darauf,  ob  die  lebenden
Thiere  über  oder  unter  Wasser  herumkriechen  und
ihre  Fühler  hervorstrecken,  ob  sie  an  Stellen  leben,
die  regelmäßig  bei  Fluth  unter,  bei  Ebbe  über  Wasser
sind  oder  höher  oder  tiefer,  ob  das  Wasser  da,  wo
sie  leben,  je  nach  Fluth  und  Ebbe  (oder  nach  sehr
hohem  oder  niedrigem  Wasserstand  der  Flüsse)  mehr
oder  weniger  salzig  ist,  ob  dieselben  Arten  auch  noch
weiter  aufwärts  in  immer  süßem,  oder  weiter  abwärts
nur  in  reinem  Meerwasser  leben,  und  mache  darüber
Aufzeichnungen.

Im  Meere  selbst  findet  man  die  meisten  Mollusken
  an  Felsenküsten  und  steinigen  Stellen,  in  den
Tropen  auf  den  Korallenriffen.  Die  Aehnlichkeit  der
äußeren  Schalenform  und  Färbung  mit  derjenigen
der  umgebenden  Steine  und  Korallen  tritt  hier  oft
auffallend  hervor,  und  passende  Beispiele  davon  sind
erwünscht.  Für  das  Umherwaten  auf  Korallenriffen
versehe  man  sich  mit  alten  werthlosen  Schuhen  oder
Sandalen.

Flache  Sand=  oder  Schlammstrecken  des  Meeresufers
  bieten  in  der  Regel  auf  den  ersten  Anblick
nichts  Anderes  als  eine  Reihe  an  den  Strand  geworfener
  Schalen,  viele  zerbrochen  und  verbleicht,
manche  aber  auch  noch  gut  erhalten.  Oefters  findet
sich  dicht  am  Wasserrande  ein  schmaler  Streifen
ganz  kleiner  Schälchen  von  Mollusken  und  Rhizopoden,
  worunter  manches  Seltene  sein  kann,  besonders
an  ruhigen  geschützten  Stellen.  Von  lebenden
Mollusken  findet  man  in  flachen  Sand=  und  Schlammstrecken
  eingebohrte  Muscheln,  die  sich  zuweilen  durch
ein  kleines  Loch  und  daraus  aufspritzendes  Wasser
verrathen;  man  gräbt  sie  aus.  Manche  Schnecken
und  Muscheln  verbergen  sich  im  Schlamme  und
Sande,  hinterlassen  in  diesem  aber  ihre  Kriechlinien.

Meerpflanzen  sind  oft  von  kleinen
Schnecken  besetzt,  die  man  am  bequemsten  erhält,
wenn  man  die  Pflanzen  in  eine  Schüssel  mit  süßem

568

 

Wasser  legt;  dann  fallen  die  Schnecken  ab  und  bleiben
am  Boden  der  Schüssel  liegen.

Schalenlose  Cephalopoden  (LTintenfische,
Cuttlefishes)  findet  man  oft  auf  den  Fischmärkten.
Sie  sind  aus  außereuropäischen  Gegenden  sehr  willkommen
  und  werden  in  Spiritus  von  70  PCt.  aufbewahrt,
  der  einige  Male  zu  ersetzen  ist.  Da  ihre
weiche  Haut  sich  leicht  abreibt,  so  umwickelt  man  sie
mit  dünnem  Zeug  oder  festem  Papier.  Wenn  riesengroße
  Tintenfische  an  den  Strand  geworfen  werden,
so  nehme  man  genaue  Maße  von  ihnen  und  setze
Theile  ihrer  Arme  mit  großen  Saugnäpfen,  die
Augen,  das  Gebiß  u.  A.  in  Spiritus.  Von  Cephalopoden
  mit  Schale  trifft  man  Argonauta  in  allen
wärmeren  Meeren  frei  schwimmend;  das  Thier  mit
der  Schale  in  Spiritus  ist  immer  willkommen,  die
Schale  aller  ist  sehr  zerbrechlich  und  muß  deshalb
vorsichtig  verpackt  werden.  Nautilus  lebt  im  Indischen
  und  Stillen  Ocean.  Thiere  in  Spiritus  und
Angaben  über  Aufenthalt  und  Lebensweise  sind  erwünscht;
  von  leeren  Schalen  nur  diejenigen  Arten,
welche  in  der  Mitte  eine  Vertiefung  (Nabel)h  zeigen.
Von  Spirula  (wie  ein  kleiner  Tintenfisch,  mit  einer
Schale,  deren  Windungen  sich  nicht  berühren),  ist
das  ganze  Thier  äußerst  selten,  daher  ist  jedes  auch
unvollständige  Exemplar  in  Spiritus  willkommen,
Schalen  allein  haben  keinen  Werth,  da  sie  schon  oft
gesammelt  sind.

Eingeborene  kann  man  zum  Suchen  anleiten,
  indem  man  ihnen  ein  schon  gefundenes  Objekt
  oder  auch  eine  Abbildung  zeigt.

Gereinigte  Conchylien,  welche  Reisenden  zum
Verkauf  angeboten  werden,  sind  meistens  in  den
europäischen  Sammlungen  schon  vorhanden.

Die  meisten  Landschnecken  legen  Eier  mit  Kallschalen,
  viele  Meerschnecken  derbhäutige  Eikapseln  in
Form  von  Kelchen,  Fläschchen,  Taschen  und  dergl.,
oft  von  lebhafter  Farbe  und  nicht  selten  in  bestimmter
  Weise  zu  einem  Haufen  gruppirt;  solche
mitzunehmen  ist  immer  von  Interesse,  namentlich
wenn  man  mit  Wahrscheinlichkeit  oder  Sicherheit
angeben  kann,  von  welcher  Art  sie  stammen,  und
womöglich  ist  dann  die  Schale  des  erwachsenen
Thieres  hinzuzusügen.

Um  Schnecken  mit  einer  Nadel  aus  ihren  Schalen
herausziehen  zu  können,  kocht  man  sie  einige  Minuten.
Bei  zarten  Schalen  hüte  man  sich,  die  Schale  mit
der  Nadel  zu  durchstechen  oder  mit  den  sie  festhaltenden
  Fingern  zu  zerdrücken.  Wenn  die  Weichtheile
  während  des  Herausziehens  abreißen,  was  sehr
leicht  geschieht,  wenn  die  Windungen  der  Schale
zahlreich  und  eng  sind,  so  verstopt  man  die  Mündung
  mit  etwas  Baumwolle,  um  Beschmutzung  der
Schale  durch  die  innen  bleibenden  faulenden  Weichtheile
  zu  verhüten.  Kleinere  Conchylien,  unter  5  bis
10  mm  im  Durchmesser,  und  solche  mit  sehr  enger
Mündung  trocknet  man  einfach  nach  dem  Täödten  in
kochendem  Wasser,  da  die  Weichtheile  doch  nicht  ohne
Verletzung  der  Schale  herauszubringen  sind.  Bei
        <pb n="611" />
        —  569

denjenigen  Schnecken,  welche  ihre  Schalen  mit  einem
hornigen  oder  kalkigen  Deckel  verschließen,  steche
man  mit  einer  spitzen  dünnen  Nadel  vorsichtig
zwischen  Deckel  und  Mündungsrand  ein;  der  Deckel
bleibt  beim  Herausziehen  an  den  Weichtheilen  (dem
Fuße)  sitzen;  man  löse  ihn  ab,  ohne  ihn  zu  zerbrechen,
  und  bringe  ihn  in  die  Mündung  zurück,  wo#
er  mit  Baumwolle  oder  Papier  festgemacht  wird.
Zweischalige  Muscheln  öffnen  sich  in  der  Regel  beim
Absterben,  und  die  Weichtheile  sind  dann  leicht  zu
entfernen,  nur  die  Schließmuskeln  haften  fester  an
der  Innenfläche  der  Schale,  sind  aber  auch  oft  schon
mit  dem  Daumennagel,  sonst  mit  dem  Messer  abzulösen.
  Beim  Trocknen  bleiben  die  Muscheln  von
selbst  geöffnet,  wodurch  sie  mehr  Naum  einnehmen
und  leichter  zerbrechen;  man  schneidet  daher  das
beide  Hälften  verbindende  Band  durch  oder  man
bindet  sie,  so  lange  dieses  noch  feucht  ist,  mit  einem
Faden  fest  zusammen.  Die  aus  acht  Schalenstücken
bestehenden  Käferschnecken  (Chiton)  legen  sich  lebend
flach  an  fremde  Gegenstände  an,  rollen  sich  aber
beim  Absterben  wie  Kellerasseln  zusammen;  es  ist
daher  gut,  sie  lebend  auf  glatte  Stückchen  Holz,
Steinchen,  Pappstücke  oder  dergleichen  kriechen  zu
lassen,  sie  so  mit  einem  Faden  festzubinden  und  dann
erst  in  kochendes  Wasser  oder  Spiritus  zu  werfen,
um  sie  in  natürlicher  Stellung  zu  erhalten.  Landschnecken,
  die  man  in  der  trockenen  Jahreszeit
sammelt  und  von  denen  man  nicht  weiß,  ob  sie  noch
leben  oder  nicht,  kann  man  wie  trockene  Schalen
ohne  weitere  Behandlung  verpacken,  ebenso  gedeckelte
Süßwasserschnecken  aus  eingetrockneten  Sümpfen  oder
lleinere  gedeckelte  Meerschnecken;  sie  kriechen  nur  bei
Befeuchtung  wieder  hervor,  sterben  entweder  und
trocknen  ein,  oder  halten  sich  unter  Umständen  selbst
mehrere  Jahre  eingezogen  lebendig,  so  daß  im  Ausland
  gesammelte  Schnecken  in  Europa  wieder  kriechen,
wenn  sie  in  Wasser  gebracht  werden.  Alle  in  Salzwasser
  gesammelten  Conchylien  müssen,  ehe  sie  trocken
verpackt  werden,  einige  Stunden  in  süßem  Wasser
liegen,  damit  das  anhängende  Salz  später  nicht
Feuchtigkeit  anzieht.  Wenn  man  viele  Exemplare
von  einer  Art  bekommen  kann,  so  bewahre  man  einen
Theil  mit  den  Thieren  in  Spiritus,  die  von  den
Thieren  gereinigten  Schalen  trocken  auf.  In  gutem
Spiritus  ausbewahrte  Exemplare,  deren  Weichtheile
noch  zergliederungsfähig  sind,  haben  größeren  wissenschaftlichen
  Werth  als  trockene,  dagegen  leidet  die
Oberfläche  der  Schale  stets  bei  längerem  Verweilen
in  Spiritus,  namentlich  bei  glänzenden  Conchylien.
Die  gute  Erhaltung  der  Weichtheile  größerer  Schnecken
kann  man  dadurch  befördern,  daß  man  die  Schale
mit  einem  Schraubstock  oder  Hammer  sprengt,  ehe
man  sie  in  Spiritus  setzt.  Sehr  große  Weichthiere
trennt  man  möglichst  schonend  von  ihren  Schalen,  um
sie  in  Spiritusgläsern  besonders  konserviren  zu  können.

Kleine  Conchylien  versendet  man  in  kleinen  Röhrengläsern
  oder  Zündholzschachteln  mit  Angaben  über
Fundorte,  Farbe  und  Lebensweise.

 

9.  Brachiopoden
von  E.  v.  Martens.

Brachiopoden  oder  Armfüßler  finden  sich  im
Meere  meist  nur  in  größeren  Tiefen,  so  daß  sie  nur
durch  das  Schleppnetz  zu  erhalten  sind,  doch  einzelne
Arten  in  der  südlichen  gemäßigten  Zone  (Australien,
Chile)  auch  in  der  Nähe  der  Küste  an  Steinen  festgeheftet.
  Wenn  die  eine  Schale  an  einem  Steine
festsitzt  (Crania,  Discina),  nimmt  man  den  Stein
mit;  wenn  sie  durch  einen  kurzen  Stiel  befestigt  ist
(Terebratula).  so  löst  man  diesen  vorsichtig  von  dem
Ansatzkörper  ab.  Nur  die  grüne  Lingula  mit  wurmförmigem
  langen  Stiel  lebt  frei  auf  Sand=  und
Schlammboden,  wo  sie  sich  wie  ein  Wurm  einbohrt.

Alle  Brachiopoden  sind  in  Spiritus  aufzubewahren.
Vor  dem  Einsetzen  sind  die  Schalen  womöglich  vorsichtig
  zu  öffnen  und  durch  ein  zwischengestecktes
Holz=  oder  Korkstückchen  offen  zu  erhalten,  um  dem
Spiritus  Zutritt  in  den  Innenraum  zu  gestatten,  wo
auch  das  zarte,  leicht  verletzliche  aber  für  die  Systematik
  wichtige  Armgerüst  sich  befindet.

(Schluß  folgt.)

—  —  —  ——

Zammlung  der  Reiseberichte  des  Geh.  Medizinalraths
Drofessor  Dr.  Roch.

Im  Verlage  von  Julius  Springer  ist  eine
Sammlung  der  Reiseberichte  des  Geh.  Medizinalraths
  Professor  Dr.  R.  Koch  über  Rinderpest,
Bubonenpest  in  Indien  und  Afrika,  Tsetse=  oder
Surrakrankheit,  Texasfieber,  tropische  Malaria,
Schwarzwasserfieber,  erschienen.

Von  besonderem  wirthschaftlichen  Interesse  sind
die  Berichte  über  Tsetse=  oder  Surrakrankheit,  Texasfieber
  und  Rinderpest.  Welchen  Erfolg  die  von
Professor  Koch  entdeckte  Gallenimpfung  auch  in
Südafrika  gehabt  hat,  geht  aus  dem  Nachtrag  zu
den  Berichten  über  Rinderpest,  welcher  folgenden
Wortlaut  hat,  hervor:

Ueber  die  weitere  Entwickelung  der  von  mir
entdeckten  beiden  Immunisirungsverfahren  gegen
Rinderpest  habe  ich  noch  Folgendes  mitzutheilen.

In  Bezug  auf  die  Immunisirung  mit  Galle  hat
sich  später  herausgestellt,  daß  der  Impfschutz  nur
drei  bis  fünf  Monate  dauert.  Für  eine  planmäßige
Bekämpfung  der  Rinderpest  würde  dies  vollkommen
ausreichend  sein,  da  der  Infektionsstoff  der  Rinderpest
sehr  schnell  abstirbt,  wie  die  Austrocknungsversuche
gezeigt  haben.  Eine  Dauerform  des  Rinderpestvirus
giebt  es  nicht.  Wo  aber  die  Gallenimpfung  zeitlich
und  örtlich  ungleichmäßig  ausgeführt  wird,  da  kann
es  nicht  ausbleiben,  daß  die  geimpften  Thiere  theilweise
  wieder  iufizirt  werden,  nachdem  der  Impfschutz
erloschen  ist.  Letzterer  verschwindet  aber  nicht  plötlich,
  sondern  nur  allmählich,  und  so  kommt  es,  daß
die  mit  Galle  vorgeimpften  und  später  infizirten
Thiere  mehr  oder  weniger  leicht  erkranken  und
meistens  mit  dem  Leben  davon  kommen,  dann  aber

auch  däuernd  geschützt  sind.
        <pb n="612" />
        Will  man  diese  spätere  Infektion  nicht  vom  Zufall
  abhängig  machen,  sondern  zu  einer  Zeit  eintreten

lassen,  wenn  noch  ein  genügender  Impfschutz  vorhanden

  ist,  dann  muß  man  etwa  drei  Monate  nach
der  Galleninjektion  eine  Impfung  mit  virulentem
Rinderpestblut  folgen  lassen.

hat

Nach  diesen  Grundsätzen  Oberstabsarzt
Deutsch-Südwestafrika  durchgeführt  und  zwar  mit
dem  Erfolg,  daß,  nachdem  man  im  Juni  1897  mit
der  planmäßigen  Galleninjektion  begonnen  hat,  die
Rinderpest  im  November  1897  in  der  Kolonie  vollständig
  ausgetilgt  war.  In  manchen  Herden  betrugen
  die  Verluste  nur  wenige  Prozente,  in  anderen
ging  es  nicht  so  glücklich;  es  hing  dies  natürlich  davon
ab,  in  welchem  Umfange  die  betreffenden  Herden
bereits  infizirt  waren.

Im  Großen  und  Ganzen  kann  man  rechnen,  daß
75  PCt.  des  Viehstandes  der  Kolonie  gerettet  sind.

Im  Freistaat  haben  sich  die  Verhältnisse  ähnlich
gestaltet;  es  sollen  nach  brieflichen  Mittheilungen,
welche  ich  von  zuverlässiger  Seite  erhalten  habe,
ebenfalls  ungefähr  75  PCt.  der  Thiere  gerettet  sein.

In  der  Kapkolonie  ist  man  etwas  zögernd  und
weniger  planmäßig  mit  der  Gallenimpfung  vorgegangen.
  Trotzdem  sollen  nach  einer  Mittheilung
von  Theiler,  welcher  sich  auf  Hutcheon  beruft,
anderthalb  Millionen  (nach  Kolle  zwei  Millionen)
Thiere  durch  Gallenimpfung  gerettet  sein.

Nach  diesen  Erfolgen  kann  man  wohl  sagen,  daß
sich  die  Gallenimpfung  glänzend  bewährt  hat,  nament-570



1

*
!

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I

-·---—.--—.-.-——-...

lich,  wenn  man  bedenkt,  daß  das  Verfahren  unter
den  schwierigsten  Verhältnissen  und  fast  nur  in  Herden

  zur  Ausführung  gekommen  ist,  welche  bereits
infizirt  waren.

Das  zweite  Verfahren  der  Immunisirung  durch
die  Kombination  von  Serum  und  virulentem  Blut
ist  später  von  Kolle  und  Turner  noch  dahin  verbessert,
  daß  es  ihnen  gelungen  ist,  die  Thiere  höher
zu  immunisiren.  Infolgedessen  kann  man  mit  erheblich
  geringeren  Mengen  von  Serum  auskommen
und  kann  ein  derartiges  Serum  auch  zur  Behandlung
bereits  erkrankter  Thiere  verwenden.

Die  Resultate,  welche  mit  dem  so  verbesserten
Verfahren  erzielt  sind,  sollen  sehr  günstige  gewesen
sein.  Zahlenangaben  darüber  habe  ich  bislang  nicht
erhalten.

Die  Rinderpest  ist  überall  da,  wo  mit  dem  einen
oder  dem  anderen  der  beiden  Verfahren  energisch
vorgegangen  ist,  bald  geschwunden,  und  sie  soll  nach
den  letzten  Nachrichten  schon  fast  erloschen  sein.

#

1

I

I

—

Auf  jeden  Fall  hat  der  Entschluß  der  Regierung

des  Kaplandes,  im  Kampfe  gegen  die  Rinderpest  die
Wissenschaft  zu  Hülfe  zu  rufen,  sür  Südafrika  die
segensreichsten  Folgen  gehabt.

J

UebeveineneueFleiichkonievvipuugsimethode
berichtet  der  Konsul  Oliver  J.  D.  Hughes,  wie  folgt:

Eine  neue  Methode,  frisch  geschlachtetes  Fleisch
aufzubewahren,  ist  von  dem  dänischen  Zoologen
August  Fjelstrup,  bekannt  durch  sein  Verfahren,
Milch  ohne  Zuckerzusatz  zu  kondensiren,  entdeckt

worden.
Dr.  Kohlstock  die  Bekämpfung  der  Rinderpest  in

Diese  Methode  hat  eine  dreimonatige  Probe  in
den  Schlachthäusern  der  Odense-Kompagnie  in  sehr
befriedigender  Weise  bestanden.

Nach  Ansicht  des  Verfassers,  welcher  wichtige
Erfahrungen  in  Fleischkonservirung  in  Kuba  gesammelt
hat,  ist  die  Methode  sehr  empfehlenswerth  für
Kolonialtruppen;  sie  beruht  auf  folgendem  Verfahren:
Zunächst  wird  das  Thier,  dessen  Fleisch  zur  Konservirung
  bestimmt  ist,  durch  einen  Schuß  in  die
Stirn  aus  kleinkalibrigem  Revolver  betäubt.  Wenn
das  Thier  bewußtlos  niedergestürzt  ist,  wird  nach
Eröffnung  einer  Herzkammer  alles  Blut  abgelassen,
um  Fäulniß  durch  Blutzersetzung  zu  verhindern.
Darauf  wird  mit  möglichster  Schnelligkeit  eine  mehr
oder  weniger  starke  Kochsalzlösung  vermittelst  einer
starken  Spritze  durch  die  andere  Herzkammer  in  die
Blutgefäße  des  Körpers  eingespritzt.  (Die  Stärke  der
Lösung  richtet  sich  nach  der  Länge  der  Zeit,  für
welche  das  Fleisch  konservirt  werden  soll.)  Das
ganze  Verfahren  dauert  nur  wenige  Minuten;  das
Fleisch  ist  gleich  nach  der  Einspritzung  fertig  zum
Gebrauch  und  kann  sofort  zertheilt  werden.

Die  vorbeschriebene  Methode  ist  von  den  Stadträthen
  von  Odense  und  Aarhuus  und  anderen  Sachverständigen

  geprüst  worden.  Die  Berichte  derselben
lauten  sehr  günstig.

Hamburgs  Dandel  mit  den  Rolonien  im  Jahre  1897.#

Die  „Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburgischen
  Handels  im  Jahre  1897“  geben  über  den
Handel  Hamburgs  mit  den  deutschen  Kolonien  solgende
  Zahlen:

Die  Einfuhr  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  in
Hamburg  betrug  7  484  800  kg  im  Werthe  von
4  295  610  Mk.  gegen  13  359  500  kg  im  Werthe
von  5244  970  Mk.  im  Jahre  1896;  die  Ausfuhr
aus  Hamburg  nach  den  deutschen  Schutzgebieten
23  548  000  kr.  im  Werthe  von  9  687  380  Mk.
gegen  21027  800  kg  im  Werthe  von  7  365  250  Mk.
im  Jahre  1896.  Die  Einfuhr  ist  somit  der  Menge
nach  um  5874700  kg,  dem  Werthe  nach  um  919  360
Mt.  gesunken.  Die  Ausfuhr  hat  sich  der  Menge  nach
um  2520  200  Kkr  und  dem  Werthe  nach  um
2  322  130  Mk.  gehoben.  Der  Gesammthandel  hat
sich  somit  dem  Werthe  nach  um  etwa  1500000  Mk.
gehoben.

Für  die  einzelnen  Kolonien  geben  die  „Tabellarischen

  Uebersichten  des  Hamburgischen  Handels“
folgende  Zahlen:

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1897,  S.  521  ff.
        <pb n="613" />
        A.  Einfuhr  im  Jahre  1897.
Aus  Deutsch-Westafrika

(Togogebiet  und  Kamerun).

#  100  kg  Werth:  Mk.
Kaffee.  50  3  650
Kakao  2198  296  870
Roher  Tabak  23  3  000
Kolanüsse  67  2930
Gummi  Kopal  54  7  820

=  (lastikum  .  2940  1026700
Elefantenzähne  und  Elfenbein  355  503  440
Palmdbtz  .  7262  265  860
Ebenholz.  2  329  28  200
Palmkerne  ..  ..47363914740
Naturalien,  Kuriositäten  2c.  61  13  820
Andere  Waaren.  —  9510
Passagiergut  52  11510

 

Zusammen  63321  3088050

Im  Jahre  1896  betrug  die  Einfuhr  aus  Deutsch-Westafrika
  96  861  (100  kg)  im  Werthe  von
3  378  940  Mk.  Im  Jahre  1897  ist  dieselbe  also
gegen  das  Vorjahr  im  Gewicht  um  33540  (100  kg),
im  Werthe  um  290  890  Mk.  gesunken.  Der  Grund
für  das  weitere  Sinken  ist  auch  in  diesem  Jahre
in  der  erheblichen  Verminderung  der  Einfuhr
von  Palmkernen  47  363  (100  kg)  im  Werthe  von
914740  Mk.  gegen  81  751  (100  kg)  im  Werthe
von  1  488  060  Mk.  zu  suchen.  Die  Einfuhr  von
Palmöl  hat  sich  auf  der  gleichen  Höhe  gehalten,  dagegen
  zeigt  Kakao  eine  Steigerung  von  1406  (100  kg)
im  Werthe  von  147  780  Mk.  auf  2198  (100  kg)
im  Werthe  296  870  Mk.  —  zweifellos  ein  sehr  erfreuliches

  Zeichen  des  zunehmenden  Ertrages  der

Plantagenwirthschaft.  —  Die  Zahlen  der  Elfenbein-Einfuhr
  sind  355  (100  kg)  im  Werthe  von

503  4410  Mk.  gegen  289  (100  kg)  im  Werthe  von

391250  Mk.
Aus  Deutsch-Südwestafrika.
100  kg  Werth:  Mk.

 

Gummi  arabikum  ..  79  7  900
Trockene  Rindshäute  451  31  350
Schaf=  und  Ziegenfelle  .  93  9  340
Hirschhörner  kg  870  1  950
Ammoniakhaltiger  Guano  Pv29  11  050
Straußfedern  kg  200  4  340
Naturalien,  Kuriositäten  24.  36  7  170
Andere  Waaren  –  7110
Passagiergut.  13  3  100

Zusammen  1663  83  610

Im  Vorjahre  betrug  die  Einfuhr  3827  (100  kg)
im  Werthe  von  94  600  Mk.  Eine  bedeutende
Steigerung  ist  eigetreten  bei  dem  Posten  „Trockene
Rindshäute“  451  (100  kg)  im  Werthe  von  31  350  Mk.
gegen  173  (100  kg)  und  14  5090  Mk.  Eine  Abnahme

  bei  Guano  929  (100  kg)  im  Werthe  von  (100  kg)  mit  einem
11  050  Mk.  gegen  3418  (100  kg)  und  43380  Mk.

 

 

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Aus  Deutsch-Ostafrika.
100  kg  Werth:  Mk.

 

Kaffee  459  52  970
Roher  Tabak  ..  46  4000
Vanille  .akg  100  3340
Gummi  elastikun  1424  711  790
Gesalzene  Rindshäute.  82  4  490
Pelzfellee  12  5110
Schildpat  0  106  3  580
Wahs  425  90  440
Fremde  Nutzhölzer  2510  26  110
Bast  und  andere  Flechtstoffe  472  19  780
Kopra  ...,.  142  3  050
Naturalien,  Kuriositäten  2c.  142  33  350
Andere  Waaren  —  8530
Passagiergut.  .  119  31  180

Zusammen  5917  997  720

Die  Einfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika,  welche  im  Vorjahre
  4200  (100  kg)  im  Werthe  von  1  048  080  Mk.
betrug,  ist  somit  dem  Gewicht  nach  weiter  gestiegen,
dem  Werthe  nach  etwas  gesunken.  Die  Steigerung
der  Einfuhr  dem  Gewichte  nach  beruht  zum  Wesentlichsten
  auf  der  Einfuhr  von  „Fremde  Nutzhölzer“
2510  statt  173  (100  kg)  bei  einem  Werthe  von
26  110  gegen  4350  Mk.,  während  das  Sinken  des
Gesammtwerthes  der  Einfuhr  durch  das  Sinken  der
Einfuhr  von  Gummi  1424  statt  2040  (100  kg)
mit  einem  Werthe  von  711  700  statt  817  540  Mk.
bedingt  wird.  Die  Einfuhr  von  Kassce  hat  sich
wieder  annähernd  auf  die  Höhe  des  Jahres  1895
gehoben,  dagegen  ist  Tabak  wieder  sehr  zurückgegangen.
  «

Aus  Neu-Guinca.
Eine  Einfuhr  aus  Neu-Guinea  hat  im  Berichtsjahre
  überhaupt  nicht  stattgefunden.

Aus  dem  Bismarck-Archipel.
100  kg  Werth:  Mk.

 

Perlmnutterschalen  .  17  3  440
Schildpatt  kg  930  21  180
Steinnüsse  410  6  540
Naturalien,  Kuriositäten  2c.  kg  540  2  500
Andere  Waaren  .  —  300

Zusammen  502  34260

Im  Vorjahre  betrug  die  Einfuhr  9988  (100  kg)

mit  einem  Werthe  von  278240  Mk.

Aus  den  Marshall-Inseln.

 

1010)  kg  Werth:  Mk.

Kopra  3204  86  500
Steinnüsse.  235  3  150
Andere  Waaren.  ..  —  2320
Zusammen  3  445  91970

Die  Einfuhr  des  Jahres  1896  betrug  18  666

Werthe  von  455  300  Mk.
        <pb n="614" />
        B.  Ausfuhr  im  Jahre  1897.

Nach  Deutsch-Westafrika
(Togogebiet  und  Kamerun).

Thee  100  kg  25
Raffinaden  -  501
Roher  Tabak  .  -2262
Cigarren  Mille  318
Reis..  100  kg  59002
Wen  bIl  526
Champagner.  .  Flaschen  6560
Rum  ....  ......  hl  17399
Cognak  42
Korn-,  Kartoffelspiritus  u.  Sprit  766
Genever  1497
Likör  und  anderer  Branntwein  378
Bier  -  1383
Mineralwasser  .  F.  u.  Krüge  55912
Kartoffeln.  .  .  100kg  581
And.  Erzeugnisse  des  Landbaues  -  116
Weizenmehl  -  415
Andere  Viehlsorien  -  101
Brot.  1350
Sardinen  -  41
Andere  zubereitete  Fische  107
Getrocknete  Fische  1904
Gesalz.  und  geräuch.  Fleisch  -2366
Würste  -  72
Anderes  zibereitetes  zleisch  -  317
Butter  .  -  126
Schmalz  ....  -  46
Käse  ....  -  31
Kondensirte  Milch  .  ..  -  90
See-,  Koch=  und  Steinsalz  16356
Konserven  .  -  470
Schokolade  und  Juckerwaaren  -  53
Gebrannter  Kassee  -  25
Andere  Verzehringogegenstande

Bauholz  ..  7040
Cement  13461
Kalk  .  742
Steinkohlen  11102
Anderes  Vau=  u.  Brennmaterial

Firnisse  ....  -  53
Zubereitete  Farben  ..  315
Andere  Farbewaaren  -  50
Medizinische  Salze.  ..  -  51
Andere  Drogen  u.  Chemikalien  OD-  80
Schleissteine  ...  -  34
Eisen  in  Stangen  und  Platten  507

Kupfer=  u.  andere  Scheidemünzen
Andere  Metalle  .

—  —
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7
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Gewalzte  Eisenbleche  135
Messingdraht.  134
Steinkohlentheer  .  343
Raffinirtes  Petroleum  781
Mineralschmieröle  127
Steinkohlentheeröle  :  127
Leinmr  O-7  80
Rüböl.  .  .  .  -  65
Olein  und  andere  fette  Oele  -  15
Nutzhölzer  ....  .  :  204
Baumwollabsalll.  "  36
Baumwollengan  -  377
And.  Nohstosfe  u.  Halbfabrikate

Seiden=  und  Halbseidenwaaren  ka  502
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  100  kg  46
Baumwollenwaaren  .  -  2248
Leinene  u.  baumw.  Leibwasche  70
Segelleinen  .  -  36
Säcken.  771
Andere  Leinenwaaren  aller  Art  49

Wertih:  Mk.

4410
16  760
200  320
14  450
178210
65710
23  850
313  970
11730
27360
40  090
17880
7310
36  830
7310
2990
11  390
1  930
37250
4070

5  620
53  470
99610
12  860

36  350

27  360
5010
4750
9480

47  920

65  860
5400
3  880

27  850

87  010

56  100
2850

14  980
225.)
2980

23  780
2180
2540

17  070
2230

10  450
4250
3  380
3230

14  100
2730

16920
7  730
3  830
4300
4030
1  930
2280
2660

76550
59060

11  360

25200

903  860

27910
8100

25  230

12  720

E
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yetrewundDamenhute
Herrenkleider

And  fertige  Kleider  u.  uware
Strumpfwaaren.  .  .
Andere  Manufakturwaaren  .
Neues  Tauwerk.

Segelgarnn.

Hüte  aus  Stroh,  Bast  ꝛe.  .
Andere  Bast=  und  d  Strohgeflechte
Mobilien

Fässer  .

Andere  volzwaaten

Schirme  .

Ledernes  Fußzeug

Andere  Lederwaaren
Papier

Dach--  und  Asphaltpappe
Gedruckte  Bücher
Kupferstiche  2c.
Hohlglaswaaren.

Tafelglao

Spiegel  u.  belegtes  Spiedelzas
Glasperlen

Andere  Glaswaaren  .
Thonrohren.

Pomllan

Steinzeug  u.  feine  Thonwaaren
Eisenbahnschienen  .
Ankerundkxtten.  .
Andere  grobe  Eisenwaaren.
Eiserne  Nägel
Andere  feine  Eisenwaaren  .
Bleiwaaren

Waaren  aus  edlen  Metallen
Kupfer=  und  Messingwaaren
Andere  Metallwaaren.
Nähmaschinen

Andere  Maschinen.
Musikinstrumente

Mathemat.  u.  and.  Instrumente
Feldeisenbahnen

Hölzerne  Wasserfahrzeuge
Eiserne  Wasserfahrzeuge
Gewehre

Geschütze  und  Geschuttheile
Dynamit  u.  andere  Sprengstoffe
Schießpulver  .
Messingvatronen  u.  Zurhuche
Zündhölzer  .

Andere  Zündwaaren  .
Pfeifenwaaren

Andere  Kurzwaaren

Lichte
Seife
Parfümerien
Andere  Industricerieuanisse
Passagiergut.

100  kg

134

Werth:  Mk.

16  340
33250
27  510
16  490
11  130
5460
2160
6050
2000
37  330
16  680
40  290
11  560
10  320
16  070
8050
3  690
24  180
2130
6810

17  640
60  250
101  930
7  470
7190
199140
34  800
6120
2200

6  180
20  080
3260
14  800
22  680
16  160
23  560

 

 

Zusammen  100  Kg  116  833  4267  750

Im  Jahre  1896  betrug  die  Ausfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch-Westafrika  99  406  (100  kg)  im

Werthe  von  3294780  Mark.

Die  erfreuliche  Zunahme

  der  Ausfuhr  hat  somit  auch  in  diesem  Jahre

sich  fortgesetzt.

Namentlich  der  Werth  der  ausgeführ—

ten  Wollenwaaren  ist  bedeutend,  von  595  340  Mk.

auf  903  860  Mk.  gestiegen.

Die  höchsten  Ziffern  zeigen  folgende  Artikel:

Roher  Tabak  (200  320  Mk.  —  197  610  Mk.,
Reis  (178210  Mk.  —  120  270  Mk.),  Rum  (313970
Mk.  —  315770  Mk.),  Bier  (97  310  Mk.  —  109450
        <pb n="615" />
        Mk.),  Baumwollenwaaren  (903  860  Mk.  —  595340
Mk.),  Glasperlen  (86990  Mk.  —  74470  Mk.),  grobe
Eisenwaaren  (86  110  Mk.  —  60  690  Mk.),  feine
Eisenwaaren  (196740  Mk.—  124740  Mk.),  Gewehre

(101  9330  Mk.  —  44  690  Mk.),

(199  140  Mk.  —  77  700  Mk..

Nach  Deutsch-Südwestafrika
Werth:  Mk.

einschließtich  Walfischbai).

Kaffeen.  ..  ...100k31046
Thee..  -  251
Raffinaden  -  789
Farin  3  384
süoder“  Tabak  51
Fabrizirter  Tabak  229
Cigarren  Mile  1894
Cigaretten  100  g  11
Reis  4579
Gewürze  -  32
Rosinen  .  -  29
Getrocknete  Pflaumen  ..  -  23
Anderes  getrodnetes  Obst  87
Wein  .  hl  253
Spamwagner  Flaschen  7220
...  L  139
W  OD  162
Genever  -  291
Likör  und  anderer  Branntwein  193
Bier  .....  3043
Eisiee  "7  15
Mineroivasser  SSl.  u.  Krüge  20144
Hafer  100  kg  4311
Bohnen  247
Erbsen  137
Linsen.  120
Kartoffeln.  .......  142
And.  Er  rhegnisse  de  des  Landbaues  189
Weizenmeh  ..  3671
Roggenmeh  2334
Graupen,  Grite,  *  -  177
Hen.  6292
Brot  ..  .  -  569
Nudeln  und  Makkaroni  OD  164
Sardinen  ..  -  23
Andere  zubereitete  Fische  126
Gesalzenes  u.  geräuchertes  Fleisch  -  492
Würste.  -  120
*s—  köereietes  Fleisch  143
Swah  188
-  81
Kondensirte  Milch.  120
See=  und  Kochsalz.  608
Suppentafeln  59
Konserven  -  561
Schokolade  und  Zuckerwaaren.  .  470

Andere  Verzehrungsgegenstände  ·
Bauholz  6861
Cement!  ..  -1172
Mauersteine  555
Steinkohlen  5579

Anderes  Brennmoterial

Firnise  .  -  80
Zubereitete  Farben  43
Andere  Farbewaaren.  49
rogen  und  Chemikalien  -  135
Liien  in  Stangen  und  Platternr  492
Kupfer=  u.  andere  Scheidemünzen  kg  110
Andere  Metalll  100  kg  194
*.  Eisenbiege  .  -  103
Leder  ·  -  45

Schießpulver

142  610
42  810
22  710

8950
13  090
68  160
67  580

6970
89510

3640

2070

2240

8230
46  020
20  910
14220
25  440
23210
26  690

206  920

2  000
15  160
75  100

7640

3  130

4  070

2280

2820
96  420
59  840

5370

4550
22  960

8440

2970
16920
74220
25  100

129990

19  900
16  760

11600.

13  360
2140
5550

71  610

35520

16270

68  250
4590
2320
7770
3  720
4440
2890
3760

11  530

10  340
2000
4970
3  400

17  910

 

 

573  —

Werth:  Mk.

Raffinirtes  Petroleum  .  .  .  100kg  292  7  540
Speiseöle.  ..  ...  -  18  3200
Wagenschmiere  -  63  2280
Nutzhölzer  .  -  409  6830
Baumwollengann  -  11  2960
Andere  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  8850
Seiden=  und  Halbseidenwaaren  kg  155  3  .U70
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  100  kg  110  42  870
Baumwollenwaaren  -  333  124  220
Leinene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  -  107  39  540
Segelleinen  -  70  13  480
Andere  Leinenwaaren  aller  Art  OD  53  12  780
Wachstuch  ....  -  41  10  840
Herrenhüte  -  22  16  220
Herrenkleider.  .  -  310  116  700
And.  fert.  Kleider  u.  Pubwaaren  -  85  40  890
Posamentierwaaren  .  kg  390  2210
Strumpfwaaren  100  kg  51  20220
Andere  Manufakturwaaren  10  470
Hüte  aus  Stroh,  Vvast  2c.  5.  690  8  110
Mobilien  100  kg  330  42  880
Parquetbodentheile.  -  38  3400
Andere  Holzwaaren  6979  126  460
Ledernes  Fußzeug  "  207  88  780
Andere  Lederwaaren.  -  180  80  550
Paopier  -  101  17  820
Papier-  und  Pappwaaren  -  35  6  400
Decken  aus  Boulinikon  -  51  3  090
Gedruckte  Bücher  -  23  8  070
Hohlglaswaaren  -  37  2  800
Tafelglas.  .  -  149  3360
Glasperlen  -  13  2270
Andere  Glaswaaren  aller  Art  -  48  8  020
Steinzeug  u.  feine  Thonwaaren  -  56  3230
Eisenbahnschienen  und  Leschen-  .  21905  422  300
Eiserne  RKöhtren  -  106  3  680
Geschützmunition  -  128  10  620
Andere  grobe  Eisenwaaren  "  6526  114  860
Eiserne  Nägel.  -  139  3790
Andere  *  Eisenwaaren  ..  ·1313  158  410
Andere  Metallwaaren.  -  30  5  420
Nähmaschinen  .  -  25  5  700
Andere  Maschinen.  -  392  26  030
Klaviere  ꝛe.  und  Kiaviaturen  r  900  2300
Andere  Musikinstrumente  100  kg  55  18  490
Telegraphenapparate  2c.  kg  420  3  860
Mathemat.  u.  and.  Instrumente.  -  770  6740
Wagen  und  Wagentheile.  100  kg  688  60  600
Hölzerne  Wasserfahrzeuge  -  75  4890
Siserne  Wasserfahrzeuge  -  170  7  450
Gewehre  -  53  12920
Dynamit  u.  andere  Sporengstoffe  -  68  14  470
Messingpatronen  u.  Zündhüschen  -  104  11220
Papierpatronen  -  45  4080
Zündhölzer  ....  -  152  10  240
Bürstenbinderwaaren  -  18  3  630
Pfeifenwaaren  -  14  12  870
Andere  Kurzwaaren  -  51  17  510
Stearin=  und  Veoraffinlichte.  -  4  3  530
Seife  -  383  12  020
Parfümerien.  .  .  -  88  13  800
Andere  In  dustrieerjeugnisse  .  15  620
Pafsagiergut.  ..  -  138  16  360

 

Zusammen  100  kg  91347  3  635  370

Im  Jahre  1896  betrug  die  Ausfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch-Südwestafrika  31719  (100  kg)
im  Werthe  von  2405  160  Mk.  Die  Ausfuhr  ist
also  auch  in  diesem  Jahre  weiter  gestiegen.  Eine
Vergleichung  der  wichtigsten  Einfuhrartikel  ergiebt
folgendes  Bild:
        <pb n="616" />
        574

Kaffee  (142  610  Mk.  —  124  170  Mk.),  Bier!

(206920  Mk.  —  161300  Mk.),  Baumwollenwaaren

(124  220  Mk.  119  980  Mk.),  zubereitetes
Fleisch  (129  990  Mk.  —  30  240  Mk.),  Herrenkleider
(116700  Mk.  —  153690  Mk.),  andere  fertige  Kleider

und  Putzwaaren  (40  830  Mk.  —  71  530  Mk.),
Holzwaaren  126  160  Mk.  —  49.770  Mk.),  ledernes

Fußzeug  (88  780  Mk.  —  63650  Mk.),  andere  Lederwaaren
  (80  550  Mk.  —  60  580  Mk.),  Eisenbahnschienen
  und  Laschen  (422  300  Mk.  —  7960  Mk.),
grobe  Eisenwaaren  (114  860  Mk.  —  51  710  Mk.),
feine  Eisenwaaren  (158  410  Mk.  —  130  450  Mk.).

Nach  Deutsch-Cstafrika.
Werth:  Mk.

Kafsee.  100  kg  18  2320
Raffinaden  -  421  10  700
Cigarren  Mille  408  22  090
Getroctnetes  X  100  kg  38  2850
Wein  .  hl  384  48  870
Champagner.  .  Flaschen  2810  6  010
Cognak  L  202  34  110
Likör  und  anderer  Branntwein  78  11  370
Fruchtsaft  ....  -  16  2280
Bier  .  :  1390  91  900
Mineralwass  er  .  vlv  Krüge  6952  4910
Malz  100  kg  134  4210
Roggenmehl.  -  90  2740
Sardien  -  25  2900
Andere  Zubereitete  Fische  -  51  7170
Gesalzenes  u.  geräuchertes  Fleisch  -  116  18  820
Würste  -  95  16  540
Anderes  zwereitete  Rieisch  -  75  10770
Butter  -  104  22  660
Schmalz  -  51  4360
Käase  -  31  4  400
Kondensirte  uch  -  29  3240
Konserven.  404  56  400
Schokolade  und  zuckerwaaren  -  46  8  050
Andere  Verzehrungsgegenstande  17  530
Bauholz  .  s2992  24  660
Cement  -  5515  19990
Firnisse  -  40  2280
Ultramarin  -  99  5260
Zubereitete  Farben  -  216  13  600
Medizinische  Salze.  -  88  3  650
Andere  Drogen  u.  C  hemikalien  -  144  21540
Eisen  in  Stangen  und  Platten  -  946  11780
Andere  Metalle  -  108  4450
Messingdraht.  -  207  32  640
Ruböl  .  .  -  91  4250
Olein  und  andere  fette  Oele  -  129  13  560
Baumwollabfall.  -  50  3  770
And.  Nohstoffe  u.  Halbfabrikate  13  970
Seiden=  und  Halbseidenwaaren  kg  30  2310
Wollen=  u.  Halbwollenwaaren.  100  kg  29  11250
Baumwollenwaaren  383  118  580
Leinene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  -  11  5  840
Segelleinen  OD  27  6  130
Andere  Leinenwaaren  aller  Art  -  37  6  870
Herrenhüte  ...  -  15  6  160
Herrenkleider  -  74  50  220
And.  fert.  Kleider  u.  Putzwaaren  OD  27  17  000
Strumpfwaaren.  ..  -  24  13  400
Andere  Manufakturwaaren  4260
Seilerwaaren  .  -  25  2500
Mobilien  -  234  32140
Andere  Holzwaaren  -  86  10  970
Ledernes  FJußzeug  -  77  51  120

 

zerth:  Mk.

Andere  Lederwaaren.  .  100kg  24  10  440
Papier  -  139  35  850
Papier=  und  Pappwaaren  -  111  8790
Schreibmaterialien.  ...  -  29  5010
Gedruckte  Buchernr  -  31  12  900
Hohlglaswaaren  ...  -  67  5200
Tafelglas  .....  -  18  2110
Glasperlen  kg  820  2260
Andere  Glaswaaren  aller  Art.  100  kg  63  9660
Thonröhgen  -  427  2320
Thonfliesen  -  160  3  860
Porzellan  -  44  3670
Steinzeug  u.  feine  Thonwaaren  -  60  5  780
Marmor=  und  Alabasterwaaren  -  57  3  700
Andere  Steinwaaren  -  19  2720
Eiserne  Röhren.  -  374  21950
Geschützmunition  .  -  18  6  500
Andere  grobe  Eisenwaaren.  3480  1293690
Eiserne  Nägel  .  -  105  2660
Fahrräder  und  Fahrradtheile  .  kg  480  3  080
Andere  feine  Eisenwaaren  100  kg  1170  103  910
Telegraphenkabel  39  2  58)
Zinkwaaren  .  -  16  2530
Kupfer=  und  Messingwaaren  -  23  6440
Andere  Metallwaaren.  -  39  16  330
Maschinen  -  181  17940
Klaviere  2c.  und  Klaviaturen  -  17  4380
Andere  Musikinstrumente.  -  16  6  760
Telegraphenapparate  2c.  -  36  26  300
Mathemat.  u.  andere  Instrumente  OD-  43  22240
Wagen  und  Wagentheilel  -  66  5680
Hôölzerne  Wasserfahrzeuge  O  27  3810
Gewehre  -  40  17  480
Geschuge  und  Geschütztheile  kg  350  3950
Patronen  und  Zünohutchen.  100  kg  107  24140
Zündhölzzer  ..  i  81  4390
Kurzwaaren.  -  29  8990
Seife  .......  -  540  15  890
Parfümerien.  kg  810  2440
Andere  Indusriieerzeugniss  12420
Passagiergut  .  100  kg  57  19310

 

Zusammen  100  kg  24553  1  537290

Im  Vorjahr  betrug  die  Ausfuhr  aus  Hamburg
59  558  (100  kg)  im  Werthe  von  1  331  460  Mk.
Der  Werth  der  Einfuhr  ist  somit  in  diesem  Jahre
um  200  000  Mk.  gestiegen.  Der  bedeutende  Rückgang
  der  Ausfuhr  dem  Gewichte  nach  erklärt  sich
dadurch,  daß  im  Vorjahre  25  000  (100  kg)  Steinkohlen
  ausgeführt  wurden,  während  in  diesem  Jahre
dieser  Posten  fehlte.  Eine  bedeutendere  S  Steigerung  zeigen
Baumwollenwaaren  (118  580  Mk.  —  21  510  Mk.)
und  grobe  Eisenwaaren  (129390  Mk.  —  52900  Mk..

Nach  Neu-Guinea.

 

Werth:  Mk.

Bier  ul  30  2320
Andere  Verzehrungsgegenstände  3  530
Rohstosse  u.  Halbfabrikate  2210
Industrieerzeugnisse  .  V
Zusammen  100  kg  232  96#!

Im  Jahre  1896  betrug  die  Ausfuhr  351  (100  kg)
im  Werthe  von  22  470  Mk.  Dieselbe  4  also  so
gut  wie  ganz  aufgehört.
        <pb n="617" />
        Nach  dem  Bismarck-Archipel.

 

»  Werth:  Mk.
Fabrizirter  Tkabkk  100  tg  17  2940
Cigarren  .  .Millo  52  2500
Bir  hl  272  20  470
Zubereitete  Fische  100  kg  19  2290
Gesalzenes  u.  geräuch,  Fleisch  -  17  2210
Würstt  ....  -  18  3  280
Anderes  zubereitetes  Fleisch  -  23  2  000
Buttter  -  30  6  260
Konsergwen  -  54  5800
Andere  Verzehrungsgegenstände  9350
Rohstoffe  und  Halbfabrikate  6  110
Buumwollenwaaren  -  17  5070
Segelleiien  -  17  3  330
Fertige  Kleider  und  Putzwaaren  is  10  5920
Andere  Manufakturwaaren  3  990
Eisenwaartrtren  -  100  11  140
Pfeifenwaaren.  ..  ....  -  63  2610
Andere  Industrieerzeugnisse.  17  840

Zusammen  100  kg  1242  113  110

Im  Jahre  1896  betrug  die  Ausfuhr  8843
(100  kg)  im  Werthe  von  158  900  Mk.  Die  Ausfuhr
  hat  somit  bedeutend  abgenommen.

Nach  den  Marshall-Inseln.

Werth:  Mk.

RNaffindden  100  kg  167  4830
Fabrizirter  Tabak  .--  27  3  390
Cognakk  11  23  3  020
Bier  OD  196  11  010
Zubereitetes  Fleisch  100  kg  34  4040
onsergwen  -  83  7  130
Andere  Verzehrungsgegenstände  13  180
Zubereitete  Farben  47  2  180
Droguen  und  Chemikalien  g  830  2580
aumwollenwaaren  .  100  kg  92  25  780
Leinene  u.  baumwoll.  Leibwäsche  -  14  4940
Andere  Leinenwaaren  aller  Art  -  12  2  660
Fertige  Kleider  und  Putzwaaren  kg  360  2200
Andere  Manufakturwaaren  2330
Holzwaaren  100  kg  20  2  060
Grobe  Eisenwaaren  -  103  3  020
Feine  Eisenwaaren  -  61  7890
Andere  Metallwaaren  „  kg  655  2  820
Zündhölzer  100  kg  41  2120
Seife  .».....  ...  -  102  2470
Parfümerien  -  12  2460
Andere  Waaren  8220
Passagiergnt.  .  .  kg  620  3  890

 

Zusammen  100  kg  1273  124220

Im  Jahre  1896  betrug  die  Ausfuhr  10  401
100  kg)  im  Werthe  von  152  480  Mk.  Auch  hier
ist  somit  reine  Verminderung  der  Ausfuhr  zu  konwien
  Der  große  Unterschied  in  der  Ausfuhr  dem
7  gunchte  nach  ist  hier  wie  bei  dem  Bismarck-Archipel
uf  ie  im  Vorjahr  erfolgte  Anfuhr  einer  größeren

uantität  Steinkohlen  zurückzuführen.
Me  mag  schließlich,  wie  schon  in  früheren  Jahren,
Zah  uf  bingewiesen  werden,  daß  die  angeführten
dar  g—  ein  Bild  vom  Gesammthandel  Deutschlands
ki  einen  Kolonien  bieten,  da  sie  sich  uur  auf  Hama
  *  mit  den  Schutzgebieten  beziehen.  Die
glecan  ene  Bremer  Statistik  ermöglicht  leider  eine
n  6  Zusammenstellung  hinsichtlich  des  Handels
remen  mit  den  Schutzgebieten  nicht.

57

 

m—

0  –

Diebzucht  in  Brasilien.

Ueber  die  im  Staat  Minas  Geraes  (Brasilien)
belegene,  durch  ihre  Viehzucht  berühmte  Fazenda
Lordello  in  Porto  Novo  do  Cunha  wird  Folgendes
berichtet:

Die  seit  vielen  Jahren  im  Besitz  der  Familie
befindliche  Fazenda  ist  ursprünglich  als  eine  Kaffeefazenda
  angelegt,  doch  hat  schon  der  Vater  des  jetzigen
Besitzers  begonnen,  diejenigen  Theile  seiner  weiten
Domäne,  die  durch  anhaltenden  Kaffeebau  erschöpft
waren,  in  Triften  zu  verwandeln  und  auf  denselben
Viehzucht  in  großem  Maßstabe  zu  betreiben.  Der
Sohn  hat  die  Bestrebungen  des  Vaters  fortgesetzt
und  neben  der  Züchtung  reiner  Viehrassen,  womit
er  sich  bedeutende,  wiederholt  auf  den  landwirthschaftlichen
  Ausstellungen  in  Rio  de  Janeiro  durch
Preise  anerkannte  Verdienste  um  die  Hebung  der
Viehzucht  in  Brasilien  erworben  hat,  Kreuzungsversuche
  zwischen  indischen  Zebus  und  inländischen
Rindern  sowie  zwischen  dem  afrikanischen  Zebra  und
dem  inländischen  Pferde  angestellt.  Der  Besitzer
setzt  besonders  auf  die  Kreuzung  zwischen  Zebra  und
dem  brasilianischen  Pferde  große  Hoffnungen  und
erblickt  in  seinen  „Zebroiden“  bereits  die  Maulthiere
des  kommenden  Jahrhunderts.

—  —  —

Titteratur.

Mittheilungen  des  Seminars  für  orienta—
lische  Sprachen  an  der  Königlichen  Friedrich
Wilhelms-Universität  zu  Berlin.  Herausgegeben
von  dem  Direktor  Professor  Dr.  E.  Sachau.
Berlin  und  Stuttgart  1898.  Erster  Jahrgang.
Dritte  Abtheilung.

Das  vorliegende  stattliche  Heft  der  Zeitschrift
des  orientalischen  Seminars  ist  den  afrikanischen
Völkern  gewidmet.  Aus  dem  reichen  Inhalt  er—
wähnen  wir  nur  neben  der  an  dieser  Stelle  seiner
Zeit  wiedergegebenen  Arbeit  des  Herausgebers  über
die  mohammedanischen  Rechtsverhältnisse  in  Ostafrika,
Arbeiten  von  Welten  über  Sitten  und  Bräuche  der
Suaheli  und  ostafrikanische  Ortsnamen;  von  Brincker
über  Rechtsbegriffe  und  Zahlwörter  der  Bantu;  von
Zache:  Das  Makunganya-Lied;  von  Neuhaus  über
den  Obstreichthum  Sansibars  und  Herrmann  über
Kissukuma.

Dr.  med.  Franz  Kronecker:  Wanderungen  in  den
südlichen  Alpen  Neu-Seelands.  Berlin  1898.
Max  Pasch.

Lualunm  Schrift  ist  eine  neue  Frucht  der
interessanten  Weltreise  des  Verfassers,  die  hier  schon
früher  erwähnt  wurde.  Der  Autor  führt  jetzt  den
Leser  in  ein  entlegenes,  den  Deutschen  nur  wenig
bekanntes  Gebiet  im  fernen  Süden  unseres  Planeten,
welches  auf  beschränktem  Naume  eine  Fülle  eigenartiger
  Reize  der  Natur  in  sich  vereinigt.  Der

—–—.
        <pb n="618" />
        —  576  —

Reisende  findet  hier  tief  einschneidende  Fjorde,  deren  Das  Werkchen  ist  mit  einer  reichen  Fülle  von
steile  Wände  nicht  wie  in  Norwegen  kahl,  sondern  Illustrationen  ausgestattet  und  mit  zwei  Kartenmit
  einer  überreichen  Urwald-Vegetation  bekleidet  skizzen,  die  eine  leichte  Orientirung  in  Neu-Seelands
sind,  Alpenseen,  den  schönen  vielgepriesenen  Seen  des  Alpenwelt  ermöglichen,  versehen.
Schweizerlandes  kaum  nachstehend,  und  weite  Eis-  —  —

und  Firnfelder,  aus  denen  sich  scharflantige  Grate,  Unsere  Handelsflotte,  zwölf  Künstler-Postkarten
Spitzen  und  Hörner  trotzig  erheben,  zum  größten  nach  Original-Aquarellen  von  Professor  Hans
Theil  noch  ihres  ersten  Bezwingers  harrend.  Bohrdt.  Leipzig.  Meißner  &amp;amp;  Buch.

 

 

 

—
—  —.

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
„Bussard“  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).
„Condor“  14/7.  Mahé  (Seychellen).  —  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
„Cormoran“  23/7.  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)
„Falke-  28/6.  Matupi  29/6.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Habicht“  5/7.  Kamerun  11/8.  (Poststation:  Kamerun.)
Vermessungsschif  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Hongkong.)
M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar.  (Poststation:  Kapstadt.)
M.  S.  „Wolf“  11/7.  Lüderitzbucht.  (Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:
Dampfer  „Darmstadt“  des  Nordd.  Lloyd  mit  dem  Ablösungstrausport  für  S.  M.  S.  „Cormoran"“
(ganze  Besatzung):
Ausreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  Reincke:
Wilhelmshaven  4/5.  —  14/5.  Port  Said  15/5.  —  26/5.  Colombo  27/5.  —  1/6.  Singapore  1/6.
—  Manila.  —  13/6.  Shanghai  14/6.  —  16/6.  Kiautschou  19/6.
Heimreise:  Transportführer:  Kapitän  zur  See  Becker:
Kiautschon  19,6.  —  21/6.  Shanghai  22/6.  —  Manila  30/6.  —  4/7.  Singapore  5/7.  —
11/7.  Colombo  12/7.  —  25/7.  Port  Said  25/7.  —  4/8.  Wilhelmshaven.
2.  Fahrplanmäßiger  Reichspostdampfer  „Bayern“  des  Nordd.  Lloyd  mit  einem  Theil  des  Ablösungstransportes
  vorstehend  zu  1:  Ausreise:  Transportführer:  Kapitänlieutenant  Persius:
Bremerhaven  18/5.  —  1/6.  Neapel  16.  —  5/6.  Port  Said  5/6.  —  10//6.  Aden  10/6.  —
17/6.  Colombo  17/6.  —  Hongkong  29/6.  —  2/7.  Shanghai.
Heimreise:  Transportführer:  Kapitänlicutenant  Lietzmann:
Shanghai  15/7.  —  19/7.  Hongkong  20/7.  —  25/7.  Singapore  26/7.  —  31/7.  Colombo  31/7.—
8/8.  Aden  8/8.  —  12/8.  Suez  12/8.  —  13/8.  Port  Said  13/8.  —  16/8.  Neapel  17/8.  —
18/8.  Genua  19/8.

 

&amp;amp;&amp;amp;  &amp;amp;  &amp;amp;#rK
SNESE
S#s

—

——4
—  —  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —  —

—  —  —
—.  —  —

Verkehrs-Nachrichten.

In  Berlinhafen,  im  Schutzgebiet  von  Deutsch-Neu-Guinea,  ist  eine  Postanstalt  eingerichtet
worden.  Dieselbe  nimmt  an  dem  Austausch  von  gewöhnlichen  und  eingeschriebenen  Briefsendungen,  am
Zeitungsdienst  und  am  Postpacketdienst  theil.

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  ——  Schutzgebieten.

 

—

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  wam  14.,  28.  Septbr.,  Tanga  19—20  Tage  gam  9.,  12.,  26.  Septbr.,
Gemesan  wne  I  26.  Okt.  120aübds.Dar-es-Sal.  20—:  212g.  Ü  .,  10.,  24.  Oktober
«  -  rindisi  jam  11.  Sept.,  9.  Okt.  22
1.  Deutsch.  Ostafrika.  1d  Seiteh  10#  t  9.  Okt  Sansibar  22  Tage  110  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  jedes  Monats
antsscheeschio  ##u0  nler  Sansibar  18  Tage  am  G.  1  9“
        <pb n="619" />
        577

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
2.  Deutsch-Züdwestafrika.  Southampton  am  24.  Sept.,  22.  Okt.]  Lüderitzbucht  22  Tage  am  23.  Sept.,  21.  Okt.
#nr  FSreimeensheen,  Ebteen,.  sgen  Sifse  bie  83.  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  10°  us.
ahrnd  ¾  und  an  88  Dampfer  „Leutwein“)
von  dort  weiter  auft  dem  Hamburg  am  25.  Sept.,  25.  Nov.  Swakopmund  30  Tage  am  25.  Sept.,  25.  Nov.
Landwege.)  (deutsches  Schiss)  nachts  L#deritzbucht  40  Tage  7y  abds.  1
1a  Lemburz  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  gerdes  Monats  -
8.  Ramerun  (deutsche  Schiffe)  nachts  720  abds.
«  «  Liverpool  am  28.  September,  Kamerun  22  Tage  am  26.  Sept.,  24.  Okt.
(englische  Schiffe)  26.  Oktober  15  ms.
!  Hamburg  EN  jedes  Mits.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20.  jedes
4  Logo-Gebiet.  (deutsche  Schiffe))20.  jedes  Mts.  Lome  n  *5  Tan  Monats  725°  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  7.,  21.  September,  Quittah  36  Tage  8  am  5,  19.  September,
Marseille  oder  Bordeaux  englische  Schiffe)5  19.  Oktober  von  da  ab  —  3.,  17.  Okt.  15  ums.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (französische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
Bordeau  am  10.  Sept.,  10.  Nov.  Cotonou  22  Tage  am  8.  Sept.,  8.  Nov.
Granzöfische  cbiffe)  110  vrmmis.  von  da  ab  Landverdindung  102  abds.
Neapel  am  19.  Okt.,  14.  Nov.  Stephansort  45  Tage  am  17.,  21.  Oktober,
5.  Deutsch--Neu-Gninea.  (deutsche  Schiffe)  abds.  12.,  16.  Dehember
Brindisi  am  23.  Okt.,  18.  Dez.  -  41  Tage  114  abds.
(Nachversand)  abds.
6.  Marshall-  Jusein.  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.

 

—

Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schntgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fänig  Landungs-  Die  Post  ist  fallig
Von  hafen  4  Berlin  8  Von  hafen  in  Berlin
am  2.#,18.  ,  J0.  Spt.  1  9
Neapel  am  c  1  z  HamburgamlojedMonats
Deutsch-Ostafrikao  Brindisi  W  *  9E.  ——252  Togogebieit  1  Plymouth.  am  27.7  jed.  Monats
Massee  .  amlSVåept  l«Okt.  Marseille  am  16.  jedes  Monats
—  —
Deutsqh  ·  zůdwestasrita  Southampton  bntk  wpaut.  -  Guinea  Neapel.  1  *  e  *
Ram  «  PlymouthamNIIed  Monats  ·  ..
Mut«....  Liverpool  am  8.  September,  Marshall·  Inseln  .  ..  unbestimmt
6.  Oktober  .
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deusschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
—  Schiffsbewezungen  der  Deutschen  Ostafrila-Linie  (Camburg—Ostafrika).
Reichspo  Reise  Letzte  Nachrichten
–  4  v  von  1  nach  bis  29.  August  1898  *
oris  .  amburg  Durban  am  28.  August  an  Aden.
g  z.  Zt.  in  Hamburg
TZatler  amburg  !  Durban  am  21.  August  an  Delagoabai.
anle  ··  Turban  Hamburg  am  28.  August  ab  Suez.
E——  Hambur  Delagoabai  am  28.  August  ab  Sansibar.
·  Delagoabai  Hamburg  am  26.  August  ab  Mozambique.
—  *  Delagoabai  Hamburg  am  26.  August  ab  Marseille.
„General·  ·.  Hamburg  Delagoabai  am  26.  August  ab  Lissabon.
        <pb n="620" />
        578

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West-  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Leyte  Nachrichten
o
V.  sthampfer  von  .  nach  bis  29.  August  1898
l

„Adolph  Woermann“  .  Loango  I  Hamburg  am  25.  August  in  Lagos.
„Aline  Woermann“  .  Hamburg  I  Loango  am  8.  August  in  Kamerun.
„Anna  Woermannt  Benguella  Hamburg  am  22.  August  in  Conakry.
„Bruxellesville“  ½y  Antwerpen  .  Kongo  am  12.  August  in  Madeira.
2  3#.  hae  #  Lagos  am  27.  August  Ouessant  passirt.
„Ella  Woermann  ..  Hamburg  I  Sherbro  am  23.  August  in  Sierra  Leone.
2  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  26.  August  in  Kotonou.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  29.  August  Ouessant  passirt.
„Hedwig  Woermann“  hydah  Hamburg  am  10.  August  in  Accra.
„Helene  Woermann“.  „  Hamburg  Futa  am  18.  August  in  Madeira.

nnette  Wormann  ladet  one  Hamburg  am  27.  August  in  Bonny.
.
,,Lu1usohlen«...  Lüderiybucht  Hamburg  am  23.  August  in  Madeira.
Marie  Woermann“  ..  Hamburg  Kapstadt  am  4.  August  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“"“  Lüderiybucht  Hamburg  am  27.  August  in  Lagos.
„Professor  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  28.  August  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen  "#  Hamburg  Benguella  am  28  August  in  Accra.

 

 

 

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Mädchens  zeigen  an
Schweidnitz,  den  18.  Aug.  1898
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Iins  von  Tettenborn,
geb.  von  Raczeck.

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Aufladen  von  Zuckerrohr  am  Vil.  (153)

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Albrecht  Kind,
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Zur  Heilung  der  Malaria

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allen  Bethbeiligten  bestens  empfohlen.
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Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor

  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in

Arzew  (Alkier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzi


terer  hat  die  oflizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen

von  Professor  Martiner  A.  Voargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und
Ni#heren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obenkgenannten
  Firma,  nämlich:

Uamburg:  Gebrüder  Oldenbury;
Barcelona:  J.  Esplell;

London:  A.  &amp;amp;  M.  Zlmmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Hary  ·  at  ·  Hill;
Moskau:  W.  SNürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fluk,  1268  William  Street;
Paris:  Max  Frè##es,  31  rue  des  petites  Ecuries;

Blo  de  Janelro:  Magalmues,  Lucjus  &amp;amp;  Co.  Successeres  de  Klingelhosfer  4  Ce.

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Beleuchlung

anzer  Ortschaften,  von  Häusern,  Wohnungen,  Landstrassen,  Werften,
#tablissements,  Fabriken,  Werkstätten,  Kellereien  durch  meinen  an
Zuverlässigkeit  unübertroffenen  Acetylengas  -  Apparat.  Das  aus
Calcium  -Carbid  und  Wasser  entwickelte  Acetylengas  überstrahlt
an  Leuchtkraft  nahezu  alle  anderen  Lichtarten  und  stellt  sich  verhältnissmässig

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutseben
a#lrikanischen  Kolonlen  Fut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  8  KMlo  incl.  Emballage.
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Correspondenz  erbeten  (23)

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von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.
und  Rellmittel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung

  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkraokungen.

Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  „..  Ich  bin  so  zufrieden

mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem

Werte  ##ur  die  täpliche  Praris  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
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Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
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Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michaelis'sches  Referat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikant:  (72)

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Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.)

Hamburg,
Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Spedition  -  Kommission  —  Export  -  Import.
Snecitaluerkehr  nach  Kia#utschoue  2ind  den  dörtigen
–  deu#tschen  Kokonten.  (56)

.  .K  .  .  ————2

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be-  T
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ODrnamos.  MNrophonkohlen  und  Mohlen  für  Electrolyse.

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aller  Art,  (Bi)
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Sachgenäese  Aeprunmrung
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Vielfch  mli  ersten  Prelsen  ausgezelchnet.

 

 

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Zusammengestellt  auf  Veranlassung
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  und  Departements-Direktor  im

Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
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(S##)

 

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Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

 

 

&amp;amp;  Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

’-"  Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
7  unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmissigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

„HERZOG“,  Capt.  v.  Issendor  ..  .  ..  .  .  ...  31.  August,  14.  September,
„ADHIRAL“,  Capt.  Wst:  14.  September,  28.  September,
*„KANZLER“,  Capt.  Elsgoao  ....  28.  September,  12.  Oktober,
„REICHSTAG“,  Capt.  Weisskcaaaa  12.  Oktober,  26.  Oktober,

nach-  Mombassa,  Tanga',  Panganiz,  Saadaniz,  Bagamoyo",  Dar-es-Saläm?,  Sansibar?,  Kllwa,  Lind,
Millndani,  lbo,  Mozambique  ,  Quellmane  ",  Chinde,,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  —  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  "  versehenen  Häfen  auch  Ladung.
Z  Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorzüyliche  Einrichftenpen  xur  Eussatere  in  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretorin)  via  Delagoabai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näberes  ertheilt  in  Hamburg:  G#h
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfnuhrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Tinie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Berlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabe  66—11.
Ausgegeben  am  1.  Seplember  18986  um  6§  Uhr  nachmittags.  Hierzu  eine  Beil  age.

4—.—
        <pb n="629" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  IX.  Jahrgang.
Berlin,  den  1.  September  1898.

 

 

Zur  Rolonialpvlitik  des  Jürsten  v.  Biomarch.

—

Die  unsterblichen  Verdienste,  welche  der  verewigte  Reichskanzler  Fürst  v.  Bismarck  um  Entstehung
und  Ausgestaltung  der  kolonialen  Politik  des  Deutschen  Reiches  sich  erworben  hat,  glaubt  die  Deutsche
Kolonialverwaltung  nicht  besser  ehren  zu  können,  als  indem  sie  das  nachfolgende  Aktenstück  aus  dem
Anfang  des  Jahres  1884  der  Oeffentlichkeit  überliefert.  Die  Denkschrift  gewährt  einen  klaren  Einblick  in
die  Erwägungen  und  Beweggründe,  welche  für  die  Behandlung  kolonialer  Fragen  seitens  des  Fürsten
Bismarck  von  Anfang  bis  zu  Ende  maßgebend  gewesen  sind.

Berlin,  den  8.  April  1884.
Promemoria,

betreffend  Angra  Pequena.

Unter  dem  27.  Dezember  v.  Is.  ist  dem  Grafen  Münster  der  von  dem  Herrn
Reichskanzler  genehmigte  Entwurf  einer  Note  übersandt  worden,  in  der  an  das  Londoner
Kabinet  die  Frage  gerichtet  war,  auf  welche  Titel  sich  die  in  der  Note  Lord  Granvilles
vom  21.  November  v.  Is.  in  Widerspruch  mit  früheren  Kundgebungen  vertretene  Auffassung
stütze,  daß  die  Ausübung  von  Hoheitsrechten  durch  eine  andere  Macht  in  dem  Gebiete
zwischen  der  nordwestlichen  Grenze  der  Kapkolonie  und  der  südlichen  Grenze  der  portugiesischen
  Besitzungen  in  die  legitimen  Rechte  der  englischen  Regierung  eingreifen  würde,
obwohl  die  letztere  dort  bisher  selbst  keine  Hoheitsrechte  ausgeübt,  vielmehr  in  amtlichen
Depeschen  den  Orangefluß,  mit  alleiniger  Ausnahme  der  von  der  Kapkolonie  in  Besitz
genommenen  Walfischbai,  als  die  festzuhaltende  Nordwestgrenze  dieser  Kolonie  bezeichnet
und  ausdrücklich  erklärt  habe,  auf  kein  Projekt  zur  Ausdehnung  der  britischen  Jurisdiktion
über  Groß-Namaqua  und  Damaraland  sich  einlassen  zu  wollen.

Eine  Antwort  hierauf  haben  wir  bis  heute  nicht  erhalten.

Dagegen  liegen  vor:

1.  ein  durch  Karten  illustrirter  Bericht  des  Kommandanten  S.  M.  Kanonenboot
„Nautilus“  vom  27.  Januar  d.  Is.,  in  welchem  sich  derselbe  über  die  Rechtstitel
  des  Herrn  Lüderitz  und  die  Bedeutung  seines  Unternehmens  sehr  günstig
ausspricht,  und

2.  eine  Eingabe  des  kürzlich  von  Angra  Pequena  zurückgekehrten  Herrn  Lüderitz
vom  21.  v.  Mts.,  in  welcher  er,  unter  Einreichung  beweiskräftiger  Urkunden,
für  sein  Recht  auf  das  volle  Eigenthum  an  einem  900  Quadratmeilen  betragenden,
  zwischen  dem  26.  Grad  südlicher  Breite  und  dem  Orangeflusse
gelegenen  und  20  geographische  Meilen  landeinwärts  sich  erstreckenden  Gebiete,
um  den  Schutz  des  Reiches  für  sein  Unternehmen  bittet.

Die  vorgelegten  Originalurkunden  beweisen,  daß  dem  Engländer  Spence  im  Jahre
1863  von  dem  damaligen  Vormund  des  jetzigen  Häuptlings  von  Bethanien  nur  das  Recht
zum  Betriebe  von  Minen,  aber  kein  Grundeigenthum  zugestanden  („vergund“,  eine  „vergunning“
  hat  die  Bedeutung  eines  „grant,  revocable  at  anr  times)  worden  war,  daß
dagegen  der  im  Jahre  1881  zur  Herrschaft  gelangte  Häuptling  Joseph  Frederiks  von
Bethanien  das  fragliche  Gebiet,  welches  etwa  den  fünften  Theil  seiner  Herrschaft  ausmacht,
im  Sommer  1883  Herrn  Lüderitz  mit  allen  Rechten  verkauft  hat.

Das  Gebiet,  für  welches  Spence  jenes  Nutzungsrecht  erworben,  erstreckt  sich  nicht
auf  die  Bai  von  Angra  Pequena,  und  ist  dieses  Recht  selbst  zufolge  einer  vorliegenden
Erklärung  des  Häuptlings  und  seines  Rathes  durch  den  Verkauf  an  Lüderitz  erloschen.

Lüderitz  ist  nur  verpflichtet,  Spence  den  Durchgang  durch  sein  Gebiet  und  die
Benutzung  des  Hafens  von  Angra  Pequena  für  die  Verschiffung  der  in  einer  außerhalb  der
        <pb n="630" />
        Randbemerkungen
des  Reichskanzlers:

also  auch  von  uns.

Dazu  mußten  wir
entweder  Besitz  ergreisen
  oder  Lüderitz
als  Souverän
anerkennen.

—  2  —

Lüderitzschen  Besitzung  im  Innern  gelegenen  Mine  zu  gestatten,  deren  Exploitirung  in
dem  Kontrakt  vom  Jahre  1864  für  eine  Zeit  von  40  Jahren  (bis  1.  Januar  1904)  dem
2c.  Spence  zugestanden  worden  ist.

Herr  Lüderitz  nimmt,  solange  ihm  die  rechtmäßige  Erwerbung  der  an  der  Küste
seines  Gebietes  innerhalb  der  drei  Seemeilen-Zone  gelegenen  Inseln  durch  die  Engländer
nicht  nachgewiesen  wird,  auch  für  diese  Inseln  das  volle  Eigenthumsrecht  in  Anspruch.

Das  Kap-Gouvernement  hat  elf  solcher  Inseln,  von  denen  zwei  in  der  Angra
Pequena-Bucht  liegen,  vor  Jahren  der  Firma  Spence  verpachtet.  Das  Recht  zur  Verpachtung
  hat  der  Kolonialsekretär  in  Kapstadt  Herrn  Lüderitz  gegenüber  auf  eine  Besitzergreifungsakte
  des  Kommandanten  eines  Britischen  Kriegsschiffes  vom  Jahre  1866  gestützt.
Derselbe  versuchte  aus  der  bezüglichen  Proklamation  das  Recht  Englands  auch  auf  den
Hafen  von  Angra  Pequena  herzuleiten,  obwohl,  wie  der  Kaiserliche  Konsul  in  Kapstadt  unter
dem  22.  Januar  d.  J.  berichtete,  die  Inbesitzuahme  dieses  Hafens  schon  damals  ausdrücklich
als  Kompetenz-Ueberschreitung  des  hierzu  nicht  angewiesenen  Kommandanten  annullirt  wurde,
und  die  Einverleibungsakte  der  Kapkolonie  vom  Jahre  1873  sich  auf  keinen  Punkt  an  der
Küste,  sondern  nur  auf  jene  elf  Inseln  erstreckte.

Auf  die  Frage  des  Herrn  Lüderitz,  ob  England  oder  die  Kapkolonie  die  Inseln
gekauft  habe,  antwortete  der  Kolonial-Sekretär,  dies  sei  nicht  nöthig  gewesen,  denn  die
Hottentotten  seien  „Savages“,  deren  Land  von  irgend  einer  zivilisirten  Macht  annektirt
werden  könne.

Diesen  neuesten  Behauptungen  der  Kolonialbehörden  gegenüber,  welche  wegen  ihres
posthumen  Charakters  mindestens  auffällig  sind,  können  wir  uns  auf  die,  in  unserer  noch
unbeantworteten  Note  schon  benutzte  Erklärung  der  Großbritannischen  Regierung  vom
30.  Dezember  1880  beziehen,  welche  eine  Ausdehnung  der  Britischen  Jurisdiktion  jenseits
des  Orangeflusses  nur  für  die  Walfisch-Bai  zuläßt.  ·

Während  Herr  Lüderitz  sonach  auf  Grund  seines  Kaufvertrages  zugleich  mit  dem
Gebiete  auf  dem  Festlande  auch  die  fraglichen  Inseln  mit  allen  Privat-  und  Hoheitsrechten
für  sich  reklamirt,  erklärt  er  sich  bereit,  Herrn  Spence,  da  dieser  s.  Z.  bona  fide  Pächter
der  Inseln  geworden  zu  sein  scheine,  die  aus  dem  angeblichen  Pachtvertrage  (ein  solcher  ist
englischerseits  bisher  nicht  produzirt  worden)  fließenden  Rechte  bis  zum  Ablaufe  der  Pachtzeit
  nicht  streitig  zu  machen,  falls  von  Seiten  der  Engländer  im  Uebrigen  seine  Rechte
respektirt  werden.

Was  nun  den  erbetenen  Schutz  des  Reiches  anbelangt,  so  hat  Herr  Lüderitz
vor  Allem  daran  erinnert,  daß  er  s.  Z.  ausdrücklich  erklärt  habe,  es  komme  ihm  darauf  an,
außerhalb  der  Machtsphäre  einer  dritten  Nation  sein  Unternehmen  zu  begründen.  Er  glaubt
den  Beweis  geliefert  zu  haben,  daß  das  von  ihm  erworbene  Gebiet  dieser  Voraussetzung
vollkommen  entspreche.

Eines  schriftlichen  Antrages  über  die  Form  des  zu  gewährenden  Schutzes  hat  er
sich  enthalten  zu  sollen  geglaubt,  weil  er  nach  den  ihm  gemachten  Andeutungen  besorgt,  daß
sein  Wunsch  wegen  Inbesitznahme  seines  Gebietes  oder  Uebernahme  eines  Protektorats  über
dasselbe  durch  das  Reich  sich  nicht  ersüllen  werde.  Er  hofft  aber,  daß  die  Kaiserliche
Regierung  irgend  eine  Form  finden  werde,  um  die  Annexion  des  fraglichen  Gebietes  durch
eine  andere  Macht  zu  verhüten.

Der  großbritannischen  Regierung  gegenüber  können  wir,  außer  auf  das  in  Angelegenheiten
  der  Karolinen=  und  Pelew-Inseln  von  England  gemeinsam  mit  uns  vertretene  und  in
der  unbeantwortet  gebliebenen  Note  in  Erinnerung  gebrachte  Prinzip,  daß  nur  die  effektive
Okkupation  und  faktisch  ausgeübte  Souveränität  Anspruch  auf  Anerkennung  begründe,  uns
auch  auf  den  jüngsten  Schriftwechsel  zwischen  den  Kabineten  von  London  und  Lissabon  über
die  Kongofrage  berufen.

In  dem  englischen  Blaubuch  Afrika  Nr.  2  1884  findet  sich  Seite  34  unter  Nr.  21
eine  Depesche  Lord  Granvilles  vom  7.  Januar  d.  J.,  worin  die  englische  Regierung  die
Anerkennung  der  Souveränität  Portugals  über  die  Kongo-Mündung  u.  A.  an  die  Begrenzung
der  Souveränität  Portugals  über  den  oberen  Schire-Fluß  (Nebenfluß  des  Zambesi)  knüpft.
Diese  Forderung  wird  einfach  durch  den  Hinweis  begründet,  daß  sich  an  den  Seen  Nyassa
und  Schirwa,  wo  Portugal  bisher  keine  Hoheitsrechte  ausgeübt  habe,  seit  einiger  Zeit  englische
  Handels=  und  Missionsniederlassungen  befänden,  mit  deren  Interessen  die  portugiesische
Herrschaft  nicht  verträglich  sein  würde.  Z  .

In  Groß-Namaqua  und  Damara  (Herrero)  giebt  es  aber  so  gut  wie  leine  englischen
Interessen,  dagegen  befinden  sich  daselbst  seit  mehr  als  40  Jahren  viele  deutsche  Handels-
        <pb n="631" />
        also  deutsches  Schutzland?
  *!

Vom  Nam.  Lande
nach  dem  Congo?s

—  3  —

und  Missionsniederlassungen,  für  welche  wir  vor  einigen  Jahren  vergeblich  den  Schutz  der
englischen  Regierung  in  Anspruch  nahmen,  weil  wir  damals  noch  glaubten,  daß  England  ein
Protektorat  über  diese  Gebiete  prätendire  und  faktisch  ausübe.

Besäße  England  in  diesen  Gebieten  Interessen  von  gleicher  Ausdehnung,  so  würde
deren  Annexion  sich  ganz  von  selbst  verstehen.

Will  nun  das  Reich  weder  Besitz  ergreifen,  noch  ein  Protektorat  übernehmen,  so
berechtigt  doch  die  in  der  Südsee  (Tonga  und  Samoa)  gemachte  Erfahrung  zu  der  Hoffnung,
daß  eine  klare  Betonung  des  Werthes,  den  wir  auf  die  Unabhängigkeit  dieses  Gebietes  von
einer  dritten  Macht  legen,  genügen  werde,  um  eine  uns  so  befreundete  und  vielfach  verpflichtete
  Regierung  wie  die  großbritannische  zu  verhindern,  dieses  unser  Interesse  zu
ignoriren.

Bei  Bestimmung  der  Form  für  den  Schutz,  welchen  wir  der  deutschen  Unternehmung
  von  Angra-Pequena  selbst  gewähren  wollen,  könnte  in  Betracht  kommen,  Herrn
Lüderitz  nach  Analogie  der  von  der  englischen  Regierung  in  Fällen,  wo  die  staatliche  Besitzergreifung
  eines  staatlich  nicht  organisirten  Gebietes  nicht  beliebt  wird,  an  Privatpersonen
oder  Gesellschaften,  wie  z.  B.  noch  im  Jahre  1881  an  die  „North  Borneo  Company“  für
die  Exploitirung  der  mit  allen  Hoheitsrechten  von  den  Sultanen  von  Sulu  und  Bruni
käuflich  erworbenen  Gebiete  verliehenen  „Royal  Charter"  —  so  Herrn  Lüderitz  eine,  seinen
Anspruch  auf  den  Schutz  des  Reichs  unter  gewissen  Voraussetzungen  bestätigende  und  seine
Rechte  bestimmende  Urkunde  zu  gewähren  und  hiervon  den  Mächten  Kenntniß  zu  geben.

Die  der  „North  Borneo  Company“  verliehene  Royal  Charter  giebt  derselben  das
Recht  zur  Führung  einer  besonderen  Flagge,  welche  ihren  britischen  Charakter  anzeigt,  und
dieser  ist  durch  die  Bestimmung  gewahrt,  daß  die  Leitung  der  Gesellschaft  in  Händen  geborener
  Engländer  liegen  muß.  Die  Charter  berechtigt  die  Gesellschaft  zur  freien  Verfügung
über  das  von  ihr  erworbene  Grundeigenthum  und  zur  Ausübung  aller  staatlichen  Funktionen,
mit  nur  solchen  Einschränkungen,  welche  das  Interesse  der  Eingeborenen  und  die  Beziehungen
zum  Auslande  bedingen.  In  letzterer  Hinsicht  behält  die  Charter  die  Entscheidung  bezw.
Zustimmung  eines  der  großbritannischen  Staatssekretäre  vor.  Für  die  Jurisdiktion  über
die  britischen  Unterthanen  und  in  gemischten  Fällen  sind  die  englischen  Gesetze  und  Regulative
maßgebend.  Von  besonderer  Bedeutung  ist  die  Bestimmung  unter  Nr.  17  der  Charter,
welche  zwar  den  Handel  mit  den  Territorien  der  Company  für  frei  erklärt,  dieser  aber
das  Recht  zur  Erhebung  von  Zöllen  verleiht.

Da  in  letzter  Zeit  außer  Herrn  Lüderitz  noch  andere  Deutsche  an  der  Westküste
von  Afrika  (die  Häuser  Woermann  und  Jantzen  &amp;amp;  Thormälen  in  Hamburg)  an  der
Cameroons-Küste,  gegenüber  von  Fernando-Po  und  am  Benita-Fluß,  und  ferner  ein
Konsortium  Frankfurter  und  Stuttgarter  Finanziers  auf  und  gegenüber  den  Los-Inseln
(9°  25  nördlicher  Breite)  größere  Privaterwerbungen  in  unabhängigen  Gebieten  theils  gemacht
  haben,  theils  beabsichtigen,  dem  Vernehmen  nach  auch  in  der  Südsee  vertagte  Projekte
dieser  Art  bald  in  Angriff  genommen  werden  sollen,  so  dürfte  es  ohnehin  angezeigt  sein,
die  Form  des  Schutzes  zu  bestimmen,  den  wir  in  unabhängigen,  aber  staatlich  nicht
organisirten  Gebieten,  deren  Absorbirung  durch  dritte  Mächte  gegen  unser  Interesse  wäre,
den  deutschen  Unternehmungen  von  Reichswegen  gewähren  wollen.  Die  Verleihung  einer
der  englischen  Royal  Charter  entsprechenden  Berechtigung  würde  für  das  Reich  keine  größeren
Pflichten  und  Kosten  involviren,  als  dasselbe  durch  dauernde  Stationirung  von  Kriegsschiffen
  und  Einrichtung  von  Berufskonsulaten  bisher  in  der  Südsee  auf  sich  genommen  hat
und  nunmehr  auch  in  Afrika  übernehmen  will.  Die  von  deutschen  Missionaren  seit  lange
zum  Christenthum  bekehrte  Bevölkerung  von  Namaqua  ist  zudem  den  Deutschen  freundlich
gesinnt,  so  daß  Gewaltthätigkeiten  der  Eingeborenen  gegen  dieselbe  kaum  zu  besorgen  sind.

Zugleich  mit  Verleihung  einer  solchen  Konzession  an  Herrn  Lüderitz,  sowie  auch
in  dem  Falle,  daß  hiervon  abgesehen  werden  sollte,  würde  durch  den  Abschluß  eines  Vertrages
  zwischen  dem  Reich  und  dem  Häuptling  von  Bethanien,  womit  wohl  Generalkonsul
Dr.  Nachtigal  betraut  werden  könnte,  sowohl  den  Eingeborenen  wie  dritten  Nationen
gegenüber  zu  bekunden  sein,  daß  wir  jenes  Gebiet  als  ein  unabhängiges  ansehen.

Ein  solcher  Vertrag  würde  in  erster  Linie  die  Uebertragung  des  fraglichen  Gebietes
auf  Herrn  Lüderitz  sanktioniren.  Außerdem  aber  würde  derselbe  die  Rechte  der  Deutschen
auch  in  den  unter  der  Herrschaft  des  Häuptlings  von  Bethanien  verbliebenen,  3000  bis  4000
Quadratmeilen  umfassenden  Gebieten  zu  regeln  haben,  da  die  Zukunft  der  deutschen  Unternehmung
  auf  einem  geregelten  Handelsverkehr  mit  dem  Innern  des  Landes  beruht.  Es
handelt  sich  hier  um  eine  gesicherte  Straße  nach  dem  oberen  Kongo  und  Zambesi.
        <pb n="632" />
        Ist  m.  E.  nicht
möglich.

nomine  Lüderitz?
„  Heuptling?
„  Deutschland?

unter  deutschem
Schutz?

ja.
Besser  vielleicht  noch

Vertrag  mit  dem
Häuptling.

ja.

—  4  —-Bis

  etwa  ein  besonderes  Berufskonsulat  für  dieses  und  die  sonst  von  uns  als
unabhängig  angesehenen  Gebiete  in  Südwestafrika  eingerichtet  wäre,  könnte  vielleicht  der
Vertreter  des  Herrn  Lüderitz,  Herr  Vogelsang,  durch  Dr.  Nachtigal  mit  konsularischen
Funktionen  für  jene  Gebiete  betraut  werden.

Herrn  Lüderitz  kommt  es  vom  nationalen  Standpunkt  auf  die  Unabhängigkeit
seines  Gebietes  von  dritten  Mächten  und  vom  kommerziellen  wesentlichen  darauf  an,  daß
die  Zollhoheit  in  demselben  auf  eine  auch  von  Angehörigen  dritter  Mächte  anzuerkennende
Weise  ausgeübt  werde.  Andernfalls  würde  er  die  Kosten  der  Unternehmung  und  der
Hafenanlagen  u.  s.  w.  tragen,  während  ihm  die  benachbarten  Engländer  mit  Hülfe  ihrer  zollfreien
  Niederlagen  in  Kapstadt  mit  den  ohnehin  billigeren,  wenn  auch  schlechteren  Waaren
(es  giebt  einstweilen  keine  deutschen  Fabriken,  welche  mit  den  Engländern  in  der  Herstellung
der  für  die  Eingeborenen  benöthigten  Stoffe  konkurriren  könnten)  eine  erdrückende  Konkurrenz
machen  würden.

Sein  Versuch,  nach  dem  Maßstab  der  in  Kapstadt  von  deutschen  Waaren  erhobenen
Zölle,  seinerseits  in  Angra  Pequena  Werthzölle  von  den  englischen  Importeuren  zu  erheben,
  ist  mißglückt.  Der  Kommandant  des  englischen  Kriegsschiffes  „Boadicea“  hat  ihm
bedeutet,  er  sei  kein  deutsches  Zollhaus  und  sei  zur  Ausübung  von  Sovuveränitätsrechten,  so
lange  die  Kaiserliche  Regierung  ihm  dieses  Recht  nicht  ausdrücklich  verleihe,  nicht  befugt.
Auf  die  Bemerkung,  daß  man  ihm  in  Kapstadt  für  eine  nach  Angra  Pequena  bestimmte
Flinte  und  einen  Revolver  nicht  weniger  als  2  Pfd.  Sterl.  18  Schilling  als  Zoll  abgenommen
habe,  hätte  der  englische  Kommandant  nur  die  Antwort  gehabt:  „that  is  quite  aà
diflerent  thing“.

Falls  nicht  beliebt  werden  sollte,  Herrn  Lüderitz  bezw.  einer  Handelsgesellschaft,
welche  er  im  Falle  der  Gewährung  des  Reichsschutzes  zur  Exploitirung  seines  Gebietes
bilden  würde,  ein  nach  dem  Muster  der  erwähnten  „Royal  Charter“  zur  Erhebung  von
Zöllen  ermächtigendes  Privilegium  zu  verleihen,  so  würde  das  hier  vorliegende  deutsche
Interesse  nur  im  Wege  des  abzuschließenden  Vertrages  mit  dem  Häuptlinge  von  Bethanien
gewahrt  werden  können.

Der  Vertrag  müßte  aussprechen,  daß  auch  für  das  an  Lüderithz  verkaufte  Gebiet
die  Landeshoheit  bei  dem  Häuptlinge  von  Bethanien  verbleibt,  und  dieser  müßte  die  Ausübung
  der  Zollhoheit  dort  selbst  übernehmen,  oder  Herrn  Lüderitz  hierzu  ermächtigen;  das
Nähere  würde  gleichfalls  im  Vertrage  festzusetzen  sein.

Herr  Lüderitz  fühlt  sich  in  dem  Genuß  seines  Eigenthums,  auf  dessen  Erwerbung
und  für  dessen  erste  Benutzung  er  bisher  schon  über  eine  halbe  Million  Mark  aufgewandt
hat,  solange  nicht  frei  und  sicher,  als  er  Beeinträchtigungen  von  Seiten  der  Engländer  in
Kapstadt  besorgen  muß.

1.  Es  dürfte  hiernach  vor  Allem  darauf  ankommen,  die  großbritannische  Regierung,
  welche  uns  jede  Antwort  auf  die  Frage  nach  der  Berechtigung  ihrer  Ansprüche
schuldig  geblieben  ist,  unter  Mittheilung  beglaubigter  Abschristen  von  den  die  Rechte  des
p.  Lüderitz  nachweisenden  Urkunden,  durch  den  kaiserlichen  Botschafter  davon  in  Kenntniß
zu  setzen,  daß  wir  die  Voraussetzungen,  unter  welchen  seiner  Zeit  Herrn  Lüderißt  der
Schutz  des  Reichs  für  ein  außerhalb  der  Jurisdiktion  irgend  einer  anderen  Macht  zu  begründendes
  Unternehmen  zugesagt  wurde,  als  erfüllt  erachten.

2.  Sollten  Ew.  Durchlaucht  geneigt  sein,  dem  Gedanken,  wegen  Verleihung  einer
der  Form  der  Englischen  „Royal  Charter“  nachzubildenden  Konzession  näher  zu  treten,  so
könnte  hierüber  vielleicht  zunächst  vertraulich  mit  dem  Reichs-Justizamt  konferirt  werden?

3.  Um  bei  der  ersten  sich  bietenden  Gelegenheit  unser  Interesse  für  das  Gedeihen
dieser  Deutschen  Unternehmung  an  Ort  und  Stelle  erneut  zu  bekunden,  könnte  die  Korvette
„Leipzig“,  welche  demnächst  auf  der  Heimreise  von  Ostasien  in  Capstadt  anlegt,  beauftragt
werden,  in  Angra  Pequena  zu  kurzem  Besuch  vorzulaufen.

Darf  die  Kaiserliche  Admiralität  ersucht  werden,  dics  zu  veranlassen?

Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerci  von  E.  S.  Mitller  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W,  Kochstraße  68—71.
        <pb n="633" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heraussegeben  in  der  Selenisl.  Abthellung  bdes  Auswirtigen  Amts.

 

—.–—————————————————  1  —  —  —  1  —  —  —  -2.  —  —  2  —  —

———..———222—

––  —  2  22  2  —  —52

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  16.  jedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beihelte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forsehungsreisenden  und  Gelebrten  aus  den  deutsehen  Sehutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  fur  Dentichland  und  Oesterreich=  Ungarn.  Ml.  375  für

die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preicoliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Ertheilung  des  Erequatur  an  den  britischen  Vizekonsul  Mr.  Dundas  in  Dar-es-Saläm
S.  587.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneuro  von  Togo,  betreffend  die  Bildung  von  Bezirksämtern
S.  587.  —  Personalien  S.  587.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  588.  —  Deutsch-Ostafrika:  Tod  des  Quawa  S.  588.
—  VBegetationsverhältnisse  —S.  580.  —  Togo:  Auo  Tschautscho  S.  591.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Wissenschaftliche
  Sammlungen  S.  591.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
S.  5901.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Handel  zwischen  Frankreich  und  seinen  Kolonien  S.  503.  —  Sanatorium
auf  der  Goldküste  S.  593.  —  Verbot  von  Erpeditionen  S.  503.  —  Handel  des  Kongostaats  im  Jahre  1897  S.  593.
—  Verschiedene  Mittheilungen:  Errichtung  einer  deunschen  Kolonialschule  S.  594.  —  Anleitung  zum
Sammeln,  Konserviren  und  Verpacken  von  Thieren  für  die  zoologische  Sammlung  des  Museums  für  Naturkunde
in  Berlin  (Schluß)  S.  594.  —  Ueber  Parakantschuk  S.  600.  —  Ueber  Cassada=  oder  Manihotstärke  aus  Deutsch-Westafrika
  S.  600.  —  Litteratur  S.  601.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  602.  —  Schiffobewegungen  S.  602.  —
Verkehrs-Nachrichten  S.  602.  —  Anzeigen.

 

—  —  —  —  —  —  .  —  —

Amtlicher  Theil.

—–—.  —  —

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Verträge.

—  —  —

Dem  zum  britischen  Vizekonsul  für  Deutsch-Ostafrika  mit  dem  Amtssitz  in  Dar-es-Saläm
ernannten  Mr.  Dundas  ist  das  Exequatur  ertheilt  worden.

Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Togo,  betreffend  die  Bildung
von  Bezirksämtern.

Das  Küstengebiet  des  Schutzgebietes  von  Togo  wird  in  zwei  Bezirksämter  eingetheilt,  welche  die
Bezeichnung  „Bezirksamt  Lome'  und  „Bezirksamt  Klein-Popo“  führen  und  deren  Grenzscheide  gebildet
wird  von  dem  Hahofluß,  dem  Westrande  des  Togosees  bis  zur  Siomündung  und  von  dort  von  dem
Meridian  der  letzteren  bis  zu  seinem  Schnittpunkte  mit  der  Küste.

Die  Abgrenzung  der  Bezirksämter  nach  dem  Innern  bleibt  vorbehalten.

Lome,  den  1.  August  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  (gez.)  Köhler.

—  —

–
——  —  —  —  —  —  —  ——  v  .

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlieutenant
à  la  suite  des  Grenadier-Regiments  König  Friedrich  Wilhelm  I.  (1.  Schlesisches)  Nr.  10  und  derzeitigem
Leiter  der  Station  Sansanne  Mangu  Thierry  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse  mit
Schwertern  zu  verleihen.
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        —  588  —

Der  bisherige  kommissarische  Bezirksamtmann  in  Victoria  Boeder  ist  zum  Bezirksamtmann
ernannt  worden.

——

Kaiserliche  Schutztruppen.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  30.  August  1898.

v.  Carnap-Quernheimb,  Premierlieutenant  von  der  Reserve  Schleswigschen  Feldartillerie-Regiments
Nr.  9,  mit  dem  31.  August  d.  Is.  aus  der  Armee  ausgeschieden  und  mit  dem  1.  September  d.  Js.
unter  gleichzeitiger  Kommandirung  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt  als  Premierlieutenant,
  vorläufig  ohne  Patent,  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Kamerun  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  10.  September  1898.
Kepler,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.
Prosper  Prinz  von  Arenberg,  Sekondlieutenant  vom  Kürassier-Regiment  von  Driesen  (Westfälischen)
Nr.  4,  scheidet  mit  dem  30.  September  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  1.  Oktober
d.  Is.  als  Sekondlieutenant  mit  seinem  bisherigen  Patent  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika
  angestellt.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  10.  September  1898.
Cramer,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlientenant  befördert.

     

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Nichtamtlicher  Theil.

7VYVV7V'V7V77V

Perspvnal-Machrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

An  Stelle  des  verstorbenen  Technikers  Leßmann

  ist  der  Techniker  Gottschalk  nach  Ostafrika

Togo.

D|

l

--.
abgereist.  I  Der  Zollassistent  Rapp  ist  Ende  Juli  in  Togo

|

#

Der  Stationsassistent  Rosenhagen  ist  mit  Urlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.

angekommen.

Ramerun.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer,  der
Forstassessor  Dr.  Plehn,  der  Premierlieutenant  Der  neu  angenommene  Vorstand  des  Pferdedepots
v.  Carnap,  der  Sergeant  Gruschka,  der  Lazareth=  Lieutenant  a.  D.  v.  Clavc-Bonhaben  und  Kalkugehülse

  Peter  und  der  Maschinist  Traulsen  sind  lator  Woite  sind  in  Swakopmund  angekommen.
nach  Kamerun  abgereist.

1

SHüdwestafrika.

Rachrichten  aus  den  deutlschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dftafrika.  Gouvernement  aus  Iringa  unter  dem  20.  Juli  1898,
wie  folgt:

„Dem  Gorvernement  melde  ich,  daß  Quawa  sich
berichtet  Hauptmann  Prince,  dem  wohl  in  erster  während  seiner  Verschollenheit  in  Uzungwe  versteckt
Linie  das  Verdienst  gebührt,  die  endliche  Ruhe  in  gehalten  hatte.  In  Bereich  der  zweiten  Kompagnie
Uhehe  herbeigeführt  zu  haben,  an  das  Kaiserliche  kommend,  wurde  er  alsbald  verrathen.  Premier= 



Ueber  den  Tod  des  Lultans  Duawa
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        lieutenant  Kuhlmann  schickte  während  meiner  Revision
  Likinindas  sofort  den  Feldwebel  Merkl  los,
dessen  Geschicklichkeit  und  Ausdauer  es  gelungen  ist,
Quawa  derart  in  die  Enge  zu  treiben,  daß  er  dicht
vor  Ankunft  des  Feldwebels  seinen  letzten  Anhänger
und  sich  selbst  erschoß.“

Dies  Ergebniß  ist  mit  großer  Genugthuung  zu
begrüßen.  Denn  wenn  auch  der  Quawa  bereits  seit
Monaten  über  keine  Machtmittel  mehr  verfügte,  so
bedeutete  doch  seine  Existenz  an  sich  eine  fortgesetzte
Beunruhigung  des  Uhehelandes,  und  bei  dem  räthselhaften
  Einflusse  des  Mannes  auf  seine  Stammesgenossen
  mußte  stets  damit  gerechnet  werden,  daß
bei  einer  Verringerung  unserer  militärischen  Machtentfaltung
  ein  Theil  seiner  Anhänger  ihm  wieder
zufallen  würde.  Mit  dem  Tode  des  Quawa  darf
wohl  jede  Gefahr  eines  Wiederaufflackerns  des  Aufstandes
  für  beseitigt  betrachtet  werden.

begetationsverhältnisse.

Forstassessor  v.  Bruchhausen  hat  unter  dem
11.  Juli  d.  Is.  über  seine  Besichtigung  der  Mangroven=
  2c.  Palmenbestände  an  der  nördlichen  Küste
des  ostafrikanischen  Schutzgebietes  an  das  Kaiserliche
Gouvernement  in  Dar-es-Saläm,  wie  folgt,  berichtet:

Nach  zweitägiger  Fahrt  mit  dem  Zollkreuzer
„Wami“"  am  11.  Juni  in  Tanga  eingetroffen,  besichtigte
  ich  zunächst  die  Mangrovenbestände  in  der  Umgebung
  der  Stadt.  Die  in  nächster  Nähe  befindlichen
Ausflüsse  des  Mkulumusi  und  Sigi  bilden  ein  kleines
Delta,  das  mit  Mangroven  besetzt  ist.  Die  Mkulumusimündung
  verschwindet  hierbei  vollständig  unter
den  niedrigen  Stämmen,  der  Sigi  ist  jedoch  mit
einem  Boot  eine  große  Strecke  stromaufwärts  zu
befahren.  Zunächst  wechseln  hier  in  kleineren  Partien
  niedrige,  krumme  Mkaka=  oder  Mkokostämmchen
(Rbizophora  mucronata)  mit  der  weidenähnlichen
Mchu  (Avicennia  officinalis)  ab,  nur  ab  und  zu
tritt  auch  die  Mpya  (Sonneratia  acida)  auf.  Das
ganze  Bild  macht  den  Eindruck,  als  wenn  früher
stärkere  Stämme  dort  vorhanden  gewesen  und  abgeholzt
  wären,  einige  übrig  gebliebene  stärkere  Baumstümpfe
  scheinen  das  auch  zu  bestätigen.

Weiter  oberhalb  indeß  finden  sich  etwas  bessere
Mkakabestände,  aus  denen,  wie  ein  Holzlagerplatz
beim  Dorfe  Mahengo  zeigte,  neben  Boriti  für  Hausbauten
  auch  Eisenbahnschwellen  geschlagen  werden.
Etwa  ½  Stunde  hinter  diesem  Dorfe  hört  jedoch
die  Mangrovenvegetation  schon  wieder  auf,  so  daß

die  Ausdehnung  dieser  Waldungen  nicht  allzu  groß  ist.

Die  der  Mündung  des  Sigi  benachbarte  Tschongolianibucht
  ist  ebenfalls  nur  mit  niedrigen  Gebüschen
von  Mkaka  und  Mpya  umgeben.
welchen  dieselben  bilden,  ist  ziemlich  schmal,  etwa
100  m  breit,  worauf  alsdann  die  gewöhnliche  Inselvegetation,
  dichtes  Gestrüpp,  folgt.  Die  Westgrenze

589

Der  Gürtel,

 

der  Bucht  bildet  das  Festland  mit  nur  wenigen
Mangroven.  Nur  an  der  Nord=  und  Ostseite  der
Leuchtthurminsel  Ulenge,  nicht  allzuweit  von  dem
Wohnhause  des  Leuchtthurmwärters  entfernt,  finden
sich  stärkere  und  schlank  gewachsene  Mkakastämme  mit
einer  Höhe  bis  zu  22  m  und  einem  Durchmesser  bis
zu  40  cm,  welche  zu  Bauzwecken  verwendet  werden
könnten.

Am  14.  besuchte  ich  die  Insel  Jambe,  welche
wie  fast  alle  der  dem  Festlande  vorgelagerten  Inseln
mit  einem  dichten  Mangrovennetze  umgeben  ist.  Nur
die  Nordseite  der  Insel  weist  einige  stärkere  Mkakastämme
  auf,  alles  Uebrige  ist  von  keinem  besonderen
Werthe,  der  Gürtel  wird  auch  selten  breiter  wie  100
bis  150  m.

Am  15.  fuhren  wir  nach  Aufnahme  des  Hauptzollamtsvorstehers
  Proschell  von  Tanga  nach  der
Mansabucht.  Diese  Bucht  dürfte  wohl  die  schönste
und  größte  unserer  ganzen  Nordküste  sein.  Mit
einem  vorzüglichen  Eingange  zwischen  der  Insel
Kwale  und  der  Halbinsel  Gomani  zieht  sie  sich  über
drei  Stunden  nach  Norden  hin,  um  schließlich  noch
etwas  nach  Westen  hin  auszubiegen.  Am  Ende  der
Bucht  liegt  das  Dorf  Mansa.

Die  Hauptmangrovenbestände  des  Nordens  fangen
hier  an.  Der  größte  Theil  der  holzholenden  Dhaus
fährt  in  diese  Bucht,  legt  sich  hier,  vor  Unwetter
geschützt,  fest,  sucht  und  schlägt  in  Ruhe  die  gewünschte
  Art  und  Anzahl  Stämme,  um  alsdann  bei
günstigem  Winde  wieder  in  See  zu  stechen.

Der  Aufbau  der  Mangrovenbestände  geschieht
ganz  etagenförmig.  Zuerst  kommt  die  noch  mitten
im  Seewasser  stehende,  niedrige  Mpya  und  Mchu,
dann  die  etwas  stärkere  Mkandaa  (Ceriops  candolleana)
  und  schließlich  die  Mkaka.  Bei  dieser
letzteren  fallen  die  vielen  zopftrockenen  Stämme  in
die  Augen.  Die  Mkaka  wird  hier  scheinbar  im
Gegensatz  zum  Rufiyidelta  nicht  sehr  alt,  mit  etwa
40  Jahren  fängt  sie  eben  schon  an  abzusterben.
Eine  Nutzung  des  Holzes  muß  daher  hier  früher
eintreten.  Schuld  an  dem  frühzeitigen  Eingehen
dürfte  dem  geringen  Schutz  der  Stämme  vor  den
heftigen  Seewinden  beizumessen  sein,  viel  aber,  und
wohl  hauptsächlich,  wird  der  Umstand  mitsprechen,
daß  der  wirkliche  Schwemmboden,  wie  er  sich  im
Rufiyidelta  befindet,  in  dem  die  starken  Stämme
reichliche  Nahrung  und  auch  gewissen  Halt  finden
können,  hier  fehlt,  Seewasser  und  Festlandsboden
gehen  zu  schnell  ineinander  über.  Nur  bei  dem
Orte  Boma  auf  der  Halbinsel  Gomani  führt  ein
Kriek  weit  ins  Land  hinein,  den  man  schließlich  nur
noch  mit  einem  Einbaum  und  bei  Hochwasser  befahren
kann.  Hier  befindet  sich  denn  auch  die  eigentliche
Holzvorrathskammer  der  Dhaus.  Fast  jede  Dhau,
die  uns  begegnete,  gab  auf  Befragen,  woher  sie  käme
oder  wohin  sie  führe,  diesen  Platz  an.  Infolge  des
schwierigen  Transportweges  ist  man  jedoch  gezwungen,
        <pb n="636" />
        —  590  —

das  Holz  zu  zerkleinern  und  in  den  Einbäumen  den
großen  Dhaus  zuzuführen.  Größere  Stämme  werden
nur  mit  Mühe  herauszuschaffen  sein.  Dort  sah  ich
auch  in  Gesellschaft  der  Mkaka  zum  ersten  Male  die
im  Rufiyidelta  so  große  Bestände  bildende  Msimsi
(Bruguiera  gymnorrhiza).  Die  allgemeine  Ausbildung
  der  Stämme  in  der  Bucht  ist  nicht  sehr  gut.
Die  Bäume  setzen  sehr  früh  eine  leichte  Krone  an
und  wachsen  knorrig,  so  daß  sie  als  Schneideholz
wenig  brauchbar  sind.  Nur  als  Bau-,  Gruben=  und
eventuell  Schwellenhölzer  werden  sie  zu  verwenden
sein.  Die  vielen  vorkommenden,  knüppelwüchsigen
Stämme  erklären  sich  leicht  dadurch,  daß  schon  seit
langer  Zeit  jedes  nur  einigermaßen  gewachsene  junge
Stämmchen  als  „Fitos“,  „Mohambamoyos"“  oder
„Mapaos“  für  den  Bau  der  Schenzihütten  herausgehauen
  und  alles  Unbrauchbare  stehen  gelassen  wird.
Daß  die  Altbestände  nun  größtentheils  nur  verkrüppelte
  Hölzer  ergeben,  liegt  auf  der  Hand.  Der
Jungwuchs  an  und  für  sich  ist,  besonders  bei  der
Mkaka,  durchweg  ein  sehr  erfreulicher.  Derselbe  steht
sogar  vielfach  zu  dicht  und  bedrängt  sich  gegenseitig.
Bei  ganz  geringer  Pflege  und  Aufsicht  müßten  sich
leicht  gute  Stangenorte,  welche  man  alsdann  auch
als  solche  zum  Verkauf  bringen  könnte,  erziehen
lassen.

Neben  dieser  Bomaseite  zeigte  sich  im  Norden
der  Bucht  bei  den  Mkakastämmen  noch  etwas  besserer
Wuchs,  an  der  Festlandsseite  sind  ständig  nur  wenige
und  minderwerthige  Mangroven  vorhanden.  Das,
wie  alle  Dörfer  der  dortigen  Gegend,  gegen  die
Massaieinfälle  mi!  Mauern  geschütt  gewesene  Dorf
Manza  scheint  nach  der  Anzahl  der  dort  ansässigen
Inder  ein  lebhafter  Handelsplatz  zu  sein.  Unter
Anderem  wurde  uns  Gummi,  das  Pfund  zu  1  Rupie
bis  1  Rupie  20  Pesa,  gezeigt,  welches  von  der  zahlreich
  vorkommenden  Gummiliane  (Landolphia  commorcnsis)
  stammte.  Auch  die  früher  in  der  Farbenindustrie
  eine  Rolle  spielende  Baumflechte  Orseille
(Kocella  Montagnei)  wurde  hier  von  den  Eingeborenen
  noch  gesammelt  und  an  den  Inder  verkauft,
der  allerdings  nur  2  Pesa  für  das  Pfund  gab.  Die
Ausfuhr  geht  lediglich  nach  Sansibar.  In  den
solgenden  Tagen  wurde  die  Moa=  und  Jassinbucht
besichtigt,  wobei  sich  überall  dieselben  Bilder  zeigten
—  starke  Abholzungen,  aber  noch  das  Vorhandensein
eines  Theiles  mehr  oder  weniger  gut  ausgebildeter
Stämme  mit  Ausschluß  von  Schneideholz,  und  viele
zopftrockene  ältere  Stämme.  Ein  schmaler,  nur  bei
Hochwasser  zu  passirender  Kanal  führt  von  Moamitten
  durch  die  sich  hier  sehr  erweiternden  Bestände
nach  Jassin  und  gewährt  einen  guten  Einblick  in  das
vorhandene  Material  Mchu,  Mkandaa,  Mkaka  und
Mfsimsi  wechseln  miteinander  ab  bezw.  kommen  durcheinander
  vor.  Die  beiden  letzten  Holzarten  bilden
jedoch  stets  die  eigentlichen  Holzbestände.  Bei  der
Insel  Kirui  scheinen  die  Hauptschlageplätze  für  die
Eisenbahnschwellen  der  Bahn  Tanga—Muhesa  gewesen
  zu  sein.

 

Bei  dem  Weitermarsche,  von  Moa  zurück  nach
der  Mansabucht,  wurde  die  Halbinsel  Gomani  der
Länge  nach  durchschritten.  Im  Dorfe  Gomani
herrscht  noch  ein  reger  Handel  mit  Kaurimuscheln,
ein  Inder  aus  Moa  hatte  dortselbst  ein  ganzes  Haus
mit  denselben  vollgepackt.  Für  acht  volle  Petroleumtins
  bezahlte  derselbe  den  Einsammelnden  2  Rupien
8  Pesa.  Große  Weideplätze  befinden  sich  im  Innern
der  Halbinsel  nach  Boma  zu;  der  dunkelgefärbte  Boden
ist  sehr  humös  und  kräftig,  wie  große  noch  gut
stehende  Mtama=  und  Maisfelder  bewiesen,  viele
Kokosschamben  sind  vorhanden,  es  macht  Alles  einen
wohlhabenden  Eindruck.

Südlich  von  Tanga  existiren  verhältnißmäßig  nur
kleinere  Buchten,  welche  auch,  wie  die  Mündungen
der  Flüsse  Wami  und  Kingani,  fast  nur  mit  niedrigen
Mangroven  besetzt  sind.  Bei  der  Rindennutzung
könnten  dieselben  einmal  eine  Rolle  spielen,  sonst  aber
kaum.  Eine  ganze  Mangroveninsel,  Karange,  liegt
der  Bucht  Tangata  vorgelagert.  Die  Fluth  spilt
darüber  hinweg  und  ermöglicht  dadurch  den  Mangrovenanwuchs,
  der  aber  bis  jetzt  lediglich  Brennholz
aufweist.  Besser  ist  schon  ein  Kriek  in  der  Nordostseite
  der  Tangatabucht,  in  dem  sich  noch  eine  größere
Menge  Grubenholz  befindet.

Ein  etwas  größerer  Mkakastangenort  befindet  sich
schließlich  noch  südlich  von  Bagamoyo  zmwischen
Thanghaera  und  Bueni.  Derselbe  könnte  für  die
Schensibauten  in  Dar-es-Saläm  in  Frage  kommen.
Leider  sind  aber  Korallenriffe  vorgelagert,  die  den
Dhaus  das  Aulegen  erschweren.

Wenn  man  nun  davon  absieht,  daß  auch  die  geringeren
  und  minderwerthigen  Mangrovenbestände
vielleicht  einmal  zu  einer  Rindennutzung  herangezogen
werden  könnten,  so  sind  im  Verhältniß  zu  der  Länge
der  Küste  doch  recht  wenig  wirklich  brauchbare  Mangrovenbestände
  vorhanden.  Der  Schwerpunkt  für
den  Holzbedarf  des  Nordens  liegt  lediglich  in  der
Mansabucht  bei  Moa  und  Jassin;  diese  Bestände
sollte  man  wenigstens  zur  Deckung  des  Lokalbedarfs
halten.  Sie  werden  aber  nicht  lange  mehr  dazu
imstande  sein,  für  gewisse  Zwecke  erforderliche,  besser
gewachsene  Stämme  werden  jetzt  schon  aus  dem
Rufiyidelta  geholt,  obgleich  das  Moadelta  gerade  so
gut  die  nicht  allzustarken  Hölzer  zu  liefern  imstande
wäre.  Bei  einiger  Pflege  der  Waldungen  würde
aber  noch  über  den  lokalen  Bedarf,  der  sich  bis
Saadani  erstreckt,  hinaus  Holz  produzirt  werden
können  und  ein  guter  Verdienst  zu  erzielen  sein.

Zusammenstellung  der  im  Etatsjahre  1897/98
in  Tanga  erhobenen  Holzschlaggebühr:

Aprii..  28  Nup.  33N  Pesa,
Mai  ..  ..  .  174  52
Juni.  .  .  70  07
Juli  153  =  46  =
August  71  34
Septemberrn  122  25
Oktobbernr  64  -42
        <pb n="637" />
        November  72  Rup.  28  Pesa,

Dezembben  79  33
Januar  151  =  55  =
Februrr  77  -  20  =
März  50  =  63

 

Zusammen  1117  Rup.  54  Pesa.
Der  Berechnung  lagen  folgende  Preise  für  die
einzelnen  Holzklassen  (von  den  schwächsten  zu  den
stärkeren)  zu  Grunde:

1.  1000  Stück  Fitoes.  8—10  Rup.,
2.  1  Korja  Makambamoyoo  3
3.  1  =  Guzo  2—2⅛½
4.  1.=  Boritis  5—  10  =
5.  1  Stück  Himili  5—15

6.  1  Korja  Bretter.  12—20
7.  100  Stück  Eisenbahnschwellen  66—70

—  —

Togo.

Aus  Cschautscho.

Der  König  von  Tschautscho,  Jabo  Bukari,  welcher
  seit  Jahren  unter  deutschem  Schutze  steht  und
den  deutschen  Behörden  bei  Kämpfen  gegen  räuberische
Stämme  wiederholt  freiwillig  Heeresfolge  geleistet
hat,  ist  verstorben.  Da  zwölf  Personen  vorhanden
waren,  die  das  Recht  auf  seine  Nachfolge  beanspruchen,
wäre  es  leicht  zu  Streitigkeiten  gekommen,  wenn
nicht  der  Chef  der  deutschen  Station  in  Basari,
Dr.  Kersting,  die  Häuptlinge  bewogen  hätte,  sich
dem  Wahlspruch  des  Shallohäuptlings,  der  nach  alter
Sitte  dazu  berufen  ist,  zu  sügen.  Es  wurde  durch
ihn  ein  Bruder  des  verstorbenen  Königs  gewählt,
ein  Mann  von  etwa  40  Jahren,  der  sich  Jabo  IV.
nennt.  Gegen  300  Häuptlinge  des  Gebiets  haben
nach  der  Wahl  dem  neuen  König  gehuldigt.

—.....—

Deutsch-Züdwelkafrika.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Vertreter  der  South  West  Africa  Company,
Premierlieutenant  à  la  suite  Dr.  Hartmann,  hat
dem  Königlichen  Museum  für  Völkerkunde  zu  Berlin
eine  aus  etwa  300  Nummern  bestehende  Sammlung,
aus  dem  Gebiete  der  Ovambo-Buschmänner,  Kung-Buschmänner,
  Zwartbooi-Hottentotten,  Herero  2c.,
Ovamboland,  Südwestafrika,  stammend,  als  Geschenk
überreicht.  Die  Sammlung  ist  im  Auftrage  der
South  West  Africe  Company  in  London  von  den
Missionaren  Rautanen  in  Olukonda  und  Wulfhorst
  in  Ompanda  mit  großem  Fleiß  und  großer
Umsicht  zusammengestellt,  sehr  sorgfältig  ctikettirt  und
bildet  so  eine  wichtige  Ergänzung  des  Bestandes
des  Museums.  ·

-.------.-----—

 

591  —

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Nach  einem  Berichte  des  hochw.  Bischofs  Msgr.
Couppé  in  den  „Marien-Monatsheften“  war  der
Stand  der  Mission  vom  hl.  Herzen  Jesu  Ende  1897
folgender:

1.  Allgemeine  Uebersicht.

Europäisches  Personal:  der  apostolische  Vikar,
7  Rriester,  16  Brüder,  14  Schwestern,  Gesammtsumme
  38.  Das  Jahr  hindurch  waren  wir  40  Missionare,
  jedoch  gegen  Ende  desselben  starben  ein
Bruder  und  eine  Schwester.?)

Einheimisches  Personal:  3  Katechisten.

Stationen:  8,  nämlich  Wlawolo,  von  Anfang  an
gegründet;  Vuna-Pope,  seit  1891  bestehend;  Malaguna,
  im  November  1893  errichtet;  Villa-Maria,
im  September  1895  entstanden;  Takubar,  seit  Februar
1896  eine  Missionsstation;  Vunatoro,  seit  Juni  1896
besetzt;  Vuna-Märita,  seit  November  1896,  und
Ramandu,  seit  Juni  1897  in  Angriff  genommen.

Kirchen  oder  Kapellen:  23,  wovon  wir  9  selbst
erbauten  in  dem  uns  von  der  Regierung  zugewiesenen
Theile,  während  die  übrigen  14  von  den  Eingeborenen
im  wesleyanischen  Bezirke  aufgeführt  werden.  Es
ist  uns  nicht  gestattet,  in  denselben  Funktionen  auszuüben,
  aber  die  Eingeborenen  versammeln  sich  dort
aus  freiem  Antriebe  zum  katholischen  Gebete  und
Unterrichte.

Waisenhäuser:  3,  nämlich  1  für  die  Knaben  und
2  für  die  Mädchen;  seit  deren  Bestehen  sanden  304
losgekaufte  Kinder  Aufnahme,  und  204  werden  gegenwärtig
  auf  Kosten  der  Mission  erzogen.

Elementarschulen:  7,  d.  i.  4  von  Knaben  und  3
von  Mädchen  besucht,  im  Ganzen  gegenwärtig  427
Kinder  zählend.

Pensionat  für  weiße  Kinder  und  Mestizen:  1.
Im  Augenblick  befinden  sich  darin  9  Kinder,  worunter
8  protestantischen  Eltern  angehören,  welche  uns  zur
katholischen  Erziehung  ihrer  Kleinen  ermächtigt  haben.

Arbeitsschule:  1,  von  15  Mädchen  besucht.

Katechistenschule:  1.  Einige  Eingeborene  werden
soeben  dortselbst  geprüft.

Schwesterklöster:  3.

Taufen  seit  Beginn  der  Mission:  4942.

Eingewanderte  Katholiken,  welche  augenblicklich

im  Vikariate  wohnen:  62.

Gegenwärtig  lebende  Katholiken:  4803.

Protestanten,  eingeborene  und  weiße,  wohnhaft
im  Vikariat:  ungefähr  1200.

Heiden  des  Vikariats:  ihre  Zahl  läßt  sich  nicht
einmal  annähernd  schätzen,  beläuft  sich  jedoch  immerhin
  auf  über  500  000.

–—

 

*)  Im  Herbste  des  Jahres  1897  reisten  4  Priester
und  2  Brüder  nach  Neupommern;  die  Gesammtzahl  der
Missionare  beträgt  augenblicklich  44.
        <pb n="638" />
        2.  Stand  jeder  einzelnen  Station.

Vuna-Pope  (Blankabucht,  Gazelle-Halbinsel).
Centralstation  und  Residenz  des  apostol.  Vikars;  sie
zählt  2  Priester,  12  Brüder  und  10  Schwestern,
219  Getaufte  und  30  Katechumenen.  Sie  hat  aufzuweisen:
  1  Haus  für  die  Missionare,  1  Kloster  für
die  Schwestern,  2  Kapellen,  1  Mädchenwaisenhaus
mit  Schule,  1  Knabenwaisenhaus  mit  Schule,  1  Arbeitsschule,
  1  Schule  zur  Heranbildung  schwarzer
Katechisten,  2  Vorrathsschuppen,  1  großen  Schuppen
für  Bauholz  und  Boote,  1  Wohnhaus  für  die  Arbeiter,
  1  Meierei  mit  34  Stück  Vieh.

Diese  Station  wird  von  200  Waisen  beiderlei
Geschlechts  und  35  Arbeitern  bewohnt.  Sonntags
finden  sich  ungefähr  100  noch  heidnische  Eingeborene
und  10  katholische  Weiße  ein.

Takubar  (Blankabucht).  Station  zweiten  Ranges,
  bewohnt  von  einem  in  unseren  Waisenhäusern
erzogenen  Schwarzen  und  von  Vuna-Pope  aus  missionirt
  durch  einen  Priester  und  einen  Katechistenbruder,
43  Getauste  und  20  Katechumenen  zählend.

1  Wohnhaus  für  den  Katechisten,  1  Kirche.
Villa-Maria  (im  Innern  der  Gazelle-Halbinsel).
  Hauptstation  mit  1  Priester  und  1  Bruder,
736  Getauften  und  100  Katechumenen.

1  Wohnhaus  aus  Holz  und  Eisen  für  die
Missionare,  1  Kirche.

Buntaro  (im  Innern  der  Gazelle-Halbinsel).
Station  zweiten  Ranges  mit  einem  eingeborenen
Katechisten,  missionirt  durch  den  Pater  von  Villa-Maria.
  Die  Neophyten  und  Katechumenen  sind  schon
weiter  oben  bei  Villa-Maria  miteingerechnet.

Malaguna  (Blankabucht).  Hauptstation  mit
1  Pater,  1  Bruder  und  2  Schwestern;  2153  Getaufsten
  und  233  Katechumenen.

1  Haus  für  die  Missionare,  1  Kloster  für  die
Schwestern,  1  Kirche  aus  einheimischem  Material,
1  Knaben=  und  1  Mädchenschule.

Wlawolo  (Tälelebucht).  Hauptstation  mit
1  Priester,  1  Bruder  und  2  Schwestern,  1646  Getausten
  und  100  Katechumenen.

1  Wohnhaus  für  die  Missionare,  1  Schwesternkloster,
  1  Mädchenwaisenhaus,  1  Kirche  aus  Eisen,
1  Knaben=  und  1  Mädchenschule.

Wuna-Märita  (Gebiet  von  Baining).  Hauptstation
  (gegründet  am  28.  November  1896)  mit
1  Pater  und  1  Bruder,  135  Neophyten  und  50
Katechumenen.

1  Haus  nach  europäischer  Bauart  für  die  Missionare,
  1  Kirche  aus  einheimischem  Material.  Schule
wird  vorläufig  im  Hause  der  Missionare  gehalten.

Ramandu  (Küste  von  Baining).  Hauptstation,
am  31.  Mai  1897  errichtet,  Sitz  1  Paters  und
1  Bruders.  Nur  10  Getaufte,  schon  mitinbegriffen
bei  Vuna-Märita;  30  Katechumenen.

1  Haus  nach  europäischer  Bauart,  1  Kirche  aus
einheimischem  Material.

592

 

——

Außer  diesen  acht  von  der  Regierung  bestätigten
Stationen  besitzen  wir  noch  14  Kirchen  aus  einheimischem
  Material,  erbaut  aus  eigenem  Antriebe
von  den  Eingeborenen  des  wesleyanischen  Distrikts,
worin  wir  aber  keine  geistlichen  Funktionen  vornehmen
  dürfen.  Zahlreiche  Schwarze  versammeln
sich  dort  jeden  Sonntag  zum  Gebete  und  Unterrichte,
welchem  ein  in  unseren  Stationen  unterwiesener  Eingeborener
  vorsteht.  Ueber  6000  dieser  Schwarzen
sehnen  die  Stunde  herbei,  in  der  wir  die  Befugniß

erhalten,  bei  ihnen  unsere  Missionsthätigkeit  auszuüben.


Uebersichtstabelle  sämmtlicher  Taufen  seit
Beginn  der  Mission.

Seit  Beginn  bis  Kinder  Erwachsene

 

zum  1.  August  1891  135  —  135
Missionsjahr  1891/92  103  7  =  110
-  1892/93  26  49  =  75

O  1893/94  71  79  -  150

-  1894/95  117  383  =  500

-  1895/96  417  1231  —  1648

-  1896/97  815  1504  =  2319
Zusammen  1684  3253  =  4937

Tausen  in  der  Sterbestuden  5
4942

Fortschritte  der  Mission  vom  1.  August  1896
bis  1.  August  1897.

Zahl  der  Zunahme  des  Personals:  8,  nämlich
6  Schwestern  und  2  Brüder  (s.  Fußnote  auf  S.  591).

Kirchen.  Es  wurden  10  neue  Kirchen  eröffnet,
2  in  unserem  und  8  im  wesleyanischen  Bezirke.

Stationen:  2  neugegründete:  in  Vuna-Märita
und  1  zu  Ramandu,  beide  im  Baininger  Gebiete.

Taufen:  2319,  Kindern  gespendet  815  und  Erwachsenen
  1504.

Schulen:  4  neue,  Zunahme  der  Schülerzahl:  251.

Osterkommunionen:  2202.

Kommunionen  unterm  Jahre:  15  627.

Firmungen:  1012.

Gegenwärtige  Zahl  der  Katechumenen:  573.

Zahl  der  gegeuwärtig  in  unseren  Waisenhäusern
unterhaltenen  Kuder:  204.

Zahl  der  Kinder  des  Pensionats:  9.

Gegenwärtige  Zahl  der  Katholiken:  4803.

In  betreff  materieller  Arbeiten  haben  wir  im
letzten  Missionsjahre  eine  Fahrstraße  nach  Villa-Maria
vollendet,  die  drei  Wohnhäuser  zu  Villa-Mario,
Vuna-Märita  und  Ramandu  aus  Holz  und  Eisen
erbaut,  verschiedene  Kirchen  und  Schulen,  theils  aus
australischem,  theils  aus  einheimischem  Material  errichtct,
  einen  großen  Schuppen  für  Bauholz  und
Boote  vollendet,  eine  Küche  in  Vuna-Pope  gebaut

und  in  derselben  Station  den  Bau  einer  Kirche  aus
Eisen  und  Holz  begonnen.
        <pb n="639" />
        KAus  fremden  Rolonien.

Dandel  zwischen  Frankreich  und  seinen  Rolonien.

Nach  dem  Tableau  général  du  commerce  de  la
France  hat  sich  der  Umfang  des  Handels  zwischen
Frankreich  und  seinen  Kolonien  im  Jahre  1897
gegenüber  den  beiden  vorhergehenden  Jahren  ansehnlich
  gesteigert.  Der  gesammte  Aus=  und  Einfuhrverkehr
  Frankreichs  mit  seinen  Kolonien  hatte
folgenden  Werth:

 

1895  1896  1897
Millionen  Francs
Algerien  475,9  448,3  481,3
Tunis  71,6  67,1  76.3
Französisch=  Indo=  China  86,9  54,5  6107
Senegal  u.  and.  französische
Besitzungen  in  Westafrika  50,6  57,4  52,2
Réunion  .  27,0  37,5  40,2
St.  Pierre  und  W  .  37,0  37,3  34,5
Martinique  .32,8  32,3  32,0
Guadelouape  24,0  29,5  24,4
Französische  Besitzungen  in
Oceanien  15,5  19,4  23,2
Madagaskar,  Mayvotte,  Nossi-Bé,
  St.  Marie  .  16,7  12,1  22,5
Französisch-  Guyana  .  12,7  12,5  12,4
Französische  Bestungen  in
Indien  Z  7.1  5,6  4,0
Zufammen  857,8  813,5  864,.7

Dieser  Verkehr  war  sonach  1897  um  51200000
Francs  größer  als  im  Vorjahre.

Es  belief  sich  die  Einfuhr  nach  Frankreich  aus

 

1895  1896  1897
Millionen  Francs
Algerien  253,3  203,8  246,0
Tunis  35,  26,1  29,3
Französisch-Indo-  China  22,3  17,8  23,2
St.  Pierre  und  Miguelon  .  29,8  30,5  27,0
Réunion  .  .18,320,920,7
cenegalzc  19,923,620,4
Martinique  18,4  18,8  190,0
Guadeloupe  12,  16,3  13,1
Französische  Vesibungen  in
Oceanien  9,1  11,9  12,2
Madagaskar  ꝛc.  ..  4,2  4,2  4,7
Französische  Vesibungen  in
Indien  .  6.7  4,9  3,0
Französisch=  -Guyana.  0,6  2,1  1,6
Zusammen  430,0  380,9  420,2

Die  Ausfuhr  Frankreichs  hatte  folgenden  Werth
in  den  einzelnen  Kolonien:

1895  1896  1897

Millionen  Francs
Algerien  222,6  244,5  235,3
Tuis  36,5  41,0  47,0
Franzöfisch-Indo-  China  644  36,7  38,5
enegal  c.  30,7  33,8  31,8

593

 

 

 

 

1895  1896  1897
Millionen  Francs
Réunion  8,7  16,6  19,5
Madagaskar  12,5  7,9  17,8
Martinique  14,.4  13,5  1300
Guadeloupe  ..  11,9  13,2  11,3
Französische  Vesibungen  in
Oceanien  6,4  7,5  119,0
Französisch=  Guyana  .  12,1  10,4  10,  S
St.  Pierre  und  Miquelon  7,2  6.8  7,5
Französische  Beshungen  in
Indien  .  0,4  0.7  1,0
gusammen  427,8  432,6  444,5

Die  Einfuhr  hat  um  39  300  000,  die  Ausfuhr
um  11  900  000  Francs  zugenommen.
Unter  der  Ausfuhr  Frankreichs  nach  den  Kolonien
befanden  sich  1897
Verzehrungsgegenstände  für
Fabrikate
Gegenstände  für  die  Industrie

106  200  000  Frcs.
301  600  O0O0  =
36  500  0O000  =

—  —ÔÔ  Ô“Ó—  —

Lanatorium  auf  der  Goloküste.

Das  Gouvernement  der  Goldküste  hat  in  Aburi,
einem  etwa  30  bis  40  km  von  Accra  entfernten
Orte  im  Akuapimgebirge,  ein  Sanatorium  errichtet,
worin  rekonvalescente  Offiziere  und  Beamte  sich  erholen
  sollen.  Reise  und  Aufenthalt  sind  für  Beamte
frei,  es  wird  nur  für  Wäsche  eine  tägliche  Gebühr
von  5  Pence  erhoben.  Der  Aufenthalt  soll  aber
immer  nur  eine  bis  zwei  Wochen  dauern.  Es  ist
für  eine  Bibliothek,  Billard  und  andere  Gesellschaftsspiele
  sowie  ärztliche  Pflege  im  Sanatorium  gesorgt.

——.  —

Verbot  von  Expeditionen.

Durch  eine  Proklamation  des  High  Commissioners
vom  10.  August  1898  ist  die  Ausführung  von  Expeditionen
  in  das  Gebiet  der  Maschukulumbwe,
Batoko  und  Nachbarstämme  auf  Grund  von  dort
erworbenen,  amtlich  aber  nicht  anerkannten  Konzessionen
  verboten  worden.

7

Dandel  des  Kongostaats  im  Jahre  1897.

Der  Kongostaat  hat  im  Jahre  1897  einen
Handel  im  Umfange  von  7  913  000  Dollars  zu
verzeichnen  gehabt.  3  377  000  entficlen  auf  die
Aus=  und  4  535  500  Dollars  auf  die  Einfuhr.
Im  Vergleich  zum  Jahre  1896  ist  eine  Steigerung
um  etwa  31  PCt.  eingetreten.
        <pb n="640" />
        —  594  —

VBerschiedene  Mittheilungen.

Errichtung  einer  deutschen  Rolonialschule.

Zu  Witzenhausen  an  der  Werra  ist  eine  deutsche
Kolonialschule  errichtet  worden.

Die  deutsche  Kolonialschule  will  in  erster  Linie
praktische  Wirthschafts=  und  Plantagenbeamte,
Pflanzer,  Landwirthe,  Viehzüchter  und  Kaufleute
  für  die  deutschen  Kolonien  und  überseeischen
Ansiedelungsgebiete  tüchtig  und  vielseitig  vorbereiten,
damit  sie  möglichst  in  allen  Sätteln  gerecht  werden.

Die  Schule  soll  mit  dieser  praktischen  Vorbereitung
  für  überseeische  Arbeit  neben  den  Landwirthen,
Gärtnern  und  Kaufleuten  (ohne  Unterschied  der  Konfession)
  auch  evangelischen  Missionsanwärtern,  Missionaren
  und  Beamten  dienen.

Die  Anstalt  umfaßt  die  eigens  zu  diesem  Zweck
hergerichtete  Domäne  Witzenhausen  a.  d.  Werra.  Ihre
Gebäude  grenzen  unmittelbar  an  den  Fluß.  Das
Hauptgebäude  wird  hergerichtet  als  Lehr=  und  Verpflegungsanstalt
  für  zunächst  40  Schüler.  Die
Domänen=  und  hinzugekommenen  Pachtländereien
ermöglichen  den  Betrieb  vielseitiger  Land=  und  Viehwirthschaft.
  Handwerkstätten  mit  Wasserkraftsbetrieb,
Gärtnerei,  Obstplantagen,  Weinberge  und  die  umliegenden
  Staatsforsten  bieten  weitere  Bildungsmittel,
und  durch  Einrichtung  eines  eigenen  naturwissenschaftlichen
  Instituts  innerhalb  der  Anstalt  wird  auch
weitgehenden  Ansprüchen  an  den  theoretischen  landwirthschaftlichen
  Unterricht  Genüge  geleistet.  Tabakund
  Konservenfabriken  in  Witzenhausen,  die  Forstakademie
  Münden,  die  Bildungsstätten  Kassels  und
das  landwirthschaftliche  Institut  in  Göttingen  sowie
die  Universität  ermöglichen  in  leicht  erreichbarer  Weise

jede  wünschenswerthe  Ergänzung  der  Bildungsmittel
der  Anstalt.

Schüler  im  Alter  von  17  bis  25  Jahren  finden
zu  Beginn  jedes  Halbjahres  Aufnahme  zu  einem
jährlichen  Lehr=  und  Pensionspreis  von  800  bis
1200  Mark.  Die  Anstalt  bietet  Wohnung,  Kost,
Feuerung  und  Licht,  Bettstelle  und  Matratze.  Für
Wäsche  haben  die  Schüler  selbst  zu  sorgen  oder  besondere
  Vergütung  zu  zahlen.

Gäste,  die  nur  abgekürzte  Kurse  durchmachen
wollen,  finden  Privatwohnung  außerhalb  der  Anstalt
und  haben  für  Unterricht  und  Uebungen  200  bis
400  Mark  jährlich  zu  zahlen.

Bei  Anmeldungen  zur  Aufnahme  sind  vorzulegen:
1.  Geburts=  und  Taufschein;  2.  Impfschein:  3.  Schulentlassungszeugniß;
  4.  Kurzer  Lebenslauf;  5.  Zeugnisse
  der  Lehr=  oder  Dienstherren,  falls  der  Aufzunehmende
  schon  eine  Lehr=  oder  Berufsstelle  innegehabt
hat;  6.  Nachweis  über  etwaigen  Militärdienst  oder
Angabe,  ob  Berechtigung  zum  einjährigen  Dienst
vorhanden;  7.  polizeiliches  Führungszeugniß.

—

 

Anleitung  zum  Lammeln,  Nonserviren  und  Derpacken
von  Thieren  für  die  zoologische  Lammlung  des  Museums
für  Katurkunde  in  Berlin.

(Schluß.)

10.  Mantelthiere  (Tunikaten)
von  Ant.  Collin.

Die  im  Ozean  freischwimmenden,  oft  schön  leuchtenden,
  glashellen  oder  lebhaft  gefärbten  Mantelthiere
  (Salpen  und  Pyrosomen)  müssen  mit  einem
Oberflächennetz  gefischt  werden.

Die  festsitzenden  Mantelthiere  leben  entweder  als
Einzelthiere  oder  als  Thierkolonien  in  allen  Meerestiefen
  und  in  der  Strandregion;  sie  sitzen  an  Holz,
Steinen  2c.  auf  sandigem,  steinigem  oder  schlammigem
Boden.  Oft  bilden  sie  farbige  Ueberzüge  auf  ihrer
Unterlage.  Um  die  Thiere  nicht  zu  verletzen,  konservirt
  man  sie  am  zweckmäßigsten  zugleich  mit  dieser.
Man  sammelt  die  Thiere  entweder  bei  Ebbe  am
Strande  oder  im  tieferen  Wasser  mit  dem  Schleppnetz.
  Zur  Konservirung  ist  starker  Alkohol  zu
empfehlen,  welcher  gleich  von  Anfang  in  Anwendung
gebracht  werden  muß,  da  der  Körper  der  Mantelthiere
  sehr  viel  Wasser  enthält.  Auch  muß  der  Alkohol
  später  erneuert  werden.

11.  Moosthiere  (Bryozoen)
von  M.  Meißner.

1.  Meeres-Bryozoen.

Die  Kolonien  der  marinen  Moosthierchen  zeigen
mannigfache  Gestaltung.  Sie  bilden  bald  rindenoder
  moosförmige  Ueberzüge  über  allerlei  Unterlagen
oder  erheben  sich  mit  einem  Stiele  baums=  oder  strauchartig
  auf  fremden  Gegenständen.  Letztere  Formen
haben  eine  äußerliche  Aehnlichkeit  mit  kleinen  Korallenstöcken,
  die  durch  ihre  meist  sehr  lebhafte  Färbung
noch  erhöht  wird.  "

Die  Stöckchen  kann  man  sowohl  trocken  als  in
Spiritus  konserviren,  doch  empfiehlt  es  sich,  den
Theil  der  Unterlage,  auf  dem  sie  festgewachsen  sind,
oder  den  sie  überziehen,  mit  zu  konserviren.  Bei
großen  Stücken  muß  der  Alkohol,  der  nicht  sauer
(wegen  des  Kalkgerüstes)  sein  darf,  öfter  gewechselt

werden.  Die  Verpackung  erfolgt  wie  bei  den

Korallenstöcken.  Genaue  Angabe  des  Fundorts,  der
Temperatur,  Tiefe,  Bodenbeschaffenheit  der  Fundstelle,
Farbe  des  lebenden  Thieres,  Name  bei  den  Engeborenen,

  biologische  Notizen  sind  wichtig  und
dankenswerth.

2.  Süßwasser-Bryozoen.“)
Die  Süßwasser-Bryozoen  findet  man  an  schattigen

  Stellen,  in  dem  klaren,  seichten  Wasser  der

Seen  und  Teiche.  Sie  kommen  auch,  jedoch  relativ
selten,  in  fließenden  Bächen  und  Strömen  und  selbst

—  G  —  —

“)  Mit  einigen  Veränderungen  abgedruckt  aus:  „Die
Thierwelt  Ostafrikas“.  Mooothiere  von  M.  Meißner,
Berlin,  Dietrich  Reimer  1895.
        <pb n="641" />
        —  595

in  brackigem  Wasser  vor.  Die  Hauptfundstellen
jedoch,  an  denen  man  sie  besonders  suchen  muß,  sind
die  Seen,  Teiche,  Tümpel,  Cisternen  und  Bäche.
Die  Kolonien  —  die  bisher  bekannten  Süßwasser-Bryozoen
  sind  alle  koloniebildend  —  bilden  dort
entweder  massige  Klumpen,  welche  Schilfrohr,
Pflanzenzweige,  abgestorbene  Holzäste  und  ähnliche
vom  Wasser  umspülte  Gegenstände,  sogar  lebende
Sumpfschnecken  (Paludina)  umwachsen,  oder  sie
sitzen  in  Form  von  hirschgeweihartig  verzweigten
Verästelungen  auf  der  dem  Lichte  abewandten  Seite
von  Wasserpflanzenblättern,  besonders  großen  Seerosenblätter
  (Nymphaeaceae),  Steinen,  todten
Muschelschalen  und  dergleichen.  Andere  bilden  rasenartige
  Bedeckungen  auf  mancherlei  Unterlage  oder
erheben  sich  aufrecht,  baumartig  verästelt  von  ihrem
Ansatzkörper.  Die  Kolonien  einer  besonderen  Gattung
bilden  sogar  längliche,  raupenartig  aussehende  Polster
auf  Rohrstengeln  und  anderen  Gegenständen.

Beim  Suchen  nach  Bryozoen  kommt  es  also
hauptsächlich  darauf  an,  die  im  Wasser  liegenden
Gegenstände  auf  etwaigen  Bewuchs  zu  untersuchen,
ebenso  versäume  man  nicht,  einige  Stengel  herausgerissenen
  Schilfrohrs  daraufhin  zu  prüsen.  Ob  nun
der  Bewuchs  eine  Bryozoe  ist,  läßt  sich  nur  feststellen,
  wenn  man  den  Fund  mit  Unterlage  in  ein
flaches  Gefäß  mit  Wasser  bringt  und  ihn  nach
einiger  Zeit  mit  einer  schwachen  Lupenvergrößerung
besichtigt.  Dann  haben  sich  nämlich  die  kleinen
Einzelthiere,  die  durch  das  Herausnehmen  aus  dem
Wasser  beunruhigt  wurden  und  sich  in  ihre  röhrenförmigen
  Gehäuse  zurückgezogen  hatten,  wieder  ausgestreckt,
  und  man  sieht  das  muntere  Wimperspiel
ihrer  Tentakel.  Zur  Konservirung  genügt  ein  einsaches
  Einsetzen  des  Stückes  in  Alkohol,  der  jedoch
besonders  bei  den  massigen  Formen  öfters  erneuert
werden  muß.  Man  versäume  jedoch  nie,  den  Theil
der  Unterlage,  auf  dem  die  Thiere  festgewachsen  sind,
mit  zu  konserviren.  Auch  ist  eine  ausführliche  Angabe
  des  Fundortes  mit  Datum,  der  Temperatur
und  Tiefe  des  Wassers  wichtig,  sowie  jede  biologische
Notiz  hoch  willkommen.

Ein  in  Alkohol  aufbewahrter  Bryozoenstock  genügt
  allen  Ansprüchen  der  wissenschaftlichen  Untersuchung,
  aber  auch  trockene  Kolonien,  die  man  in
etwa  eingetrockneten  Pfützen,  Lachen,  Bachrinnen  2c.
als  Ueberzüge  auf  Steinen,  Muscheln  und  dergleichen
findet,  lassen  sich  oft  noch  determiniren,  und  ist  deshalb
  das  Sammeln  solcher  Stücke  zu  empfehlen.

Da  für  die  Bestimmung  vieler  Bryozoen,  neben
anderen  Charakteren,  auch  die  Form  der  für  einen
Theil  dieser  Gruppe  charakteristischen  Fortpflanzungskörper,
  der  sogenannten  Statoblasten,  wichtig  ist,  so
empfiehlt  es  sich,  daß  der  Sammler  auch  auf  diese
Statoblasten  sein  Augenmerk  richtet,  da  oftmals  ein
erbeuteter  Statoblast  schon  gestattet,  auf  das  Vorkommen
  einer  betreffenden  Gattung,  wenn  nicht  Art
zu  schließen.  Diese  Fortpflanzungskörperchen  sind
lleine,  stecknadelknopfgroße,  linsenförmige,  meist  dunkel- 



braungefärbte  Körnchen,  die  im  Wasser  flottirend
getroffen  oder  am  Rande  der  Gewässer  angeschwemmt
gefunden  werden.  Manchmal  treten  diese  Körper
so  zahlreich  auf,  daß  der  ganze  Rand  des  betreffenden
Teiches  rc.  damit  bedeckt  ist.  Oft  sind  sie  auch  auf
Konchylienschalen  festgeklebt.  In  diesem  Falle  nimmt
man  die  Schale  trocken  oder  in  Spiritus  mit.  Die
freischwimmenden  Statoblasten  werden  in  kleinen
Gläschen  in  Spiritus  konservirt.

12.  Würmer
von  Ant.  Collin.

1.  Land=  und  Süßwasserwürmer.

a)  Regen  würmer  leben  in  feuchtem  Boden,
an  Bachufern,  in  Wiesen=  und  Gartenerde,  unter
modernden  Blättern,  in  hohlen  Baumstämmen,  an
diesen  auch  zwischen  den  Rissen  der  Rinde.  Sie
müssen  durch  Umgraben  der  Erde  gesammelt  werden.
Wichtig  ist  es,  solche  Thiere  zu  sammeln,  welche
einen  möglichst  entwickelten  Gürtel  (Clitellum)
besitzen,  d.  h.  eine  auffallend  gefärbte  angeschwollene
Körperpartie  in  der  Nähe  des  Vorderendes;  denn
oft  ist  es  nur  in  diesem  Falle  möglich,  das  Thier
zu  bestimmen  oder  zu  beschreiben.

b)  Blutegel.  Sie  leben  in  Bächen  und  Teichen,
bisweilen  auch  (in  den  Tropen  und  gemäßigten
Zonen)  auf  dem  Lande  in  feuchtem  Laub  und  unter
Holz.  Oft  sitzen  sie  als  Schmarotzer  an  Fischen  oder
in  den  Schalen  und  an  den  Kiemen  von  Muscheln
und  Schnecken.

c)  Landplanarien.  Langgestreckte  Würmer,
oft  schön  und  auffallend  gefärbt,  1  bis  20  cm  lang,
sind  besonders  in  der  heißen  Zone  weit  verbreitet.  Sie
leben  in  Wäldern  an  feuchten  Stellen,  in  abgefallenem
Laub,  unter  moderndem  Holz,  auch  auf  Sträuchern
an  der  Unterseite  der  Blätter,  in  Blüthen  und  an
Pilzen;  besonders  nachts  kommen  sie  aus  ihren  Schlupfwinkeln
  hervor.  Sie  sind  sehr  empfindlich,  zerbrechen
leicht  und  müssen  daher  vorsichtig  behandelt  werden.

4)  Kleine  Würmer  des  Süßwassers.  Man
entnimmt  einem  Teich,  Bach  oder  Sumpf  eine  Schlammprobe
  mit  Algen,  Blättern  und  faulen  Holzstücken  und
bringt  sie  in  eine  Schüssel  oder  Glasschale.  Nach
einiger  Zeit  kommen  dunkle  Süßwasserplanarien,  hell
oder  rosa  gefärbte  kleine  Borstenwürmer  u.  dergl.  zum
Vorschein.  Wenn  man  die  Glasschale  auf  eine  weiße
oder  schwarze  Unterlage  stellt,  werden  die  kleinen
dunklen  oder  hellen  Thiere  besser  sichtbar.  Auch  der
Bodensatz  ist  nach  Würmern  zu  untersuchen,  welche
oft  nur  einen  Theil  ihres  Körpers  aus  dem  Schlamm
herausstrecken  oder  sich  ganz  darin  verbergen.

e)  Eingeweidewürmer.  Es  ist  eine  genaue
Angabe  erforderlich,  in  welchem  Thier  und  in  welchem
Organ  desselben  die  Würmer  gefunden  sind.  Bandwürmer
  müssen  besonders  vorsichtig  herausgenommen
werden,  damit  der  oft  sehr  kleine,  an  der  Darmschleimhaut
  festsitzende  Kopf  nicht  abgerissen  wird.
Eingeweidewürmer  (also  Spul=  und  Fadenwürmer,
        <pb n="642" />
        Blasenwürmer,  Bandwürmer  und  Saugwürmer  2c.)
können  sich  bei  allen  Thieren  und  in  allen  Organen
finden.  Zu  achten  wäre  namentlich  auch  auf  menschliche
  Eingeweidewürmer.

2.  Meereswürmer.

Hier  sind  zu  unterscheiden  die  prächtig  gefärbten,
oft  seltsam  gestalteten  borstentragenden  Anncliden,  die
Sternwürmer,  die  Blutegel,  die  langgestreckten  bunten
Schnurwürmer  (Nemertinen),  und  die  Meeres-Plattwürmer.
  Man  findet  die  Würmer  in  geringen  Tiefen
am  Strande,  aber  auch  hinab  bis  zu  den  größten  gemessenen
  Meerestiefen.  Manche  Strandwürmer  leben
im  Sande,  wo,  sie  sich  durch  die  Anwesenheit  von
schnurförmigen  Kothhaufen  und  kleinen  Löchern  verrathen,
  sie  müssen  durch  schnelles  Aufgraben  des  Bodens
gefangen  werden.  Andere  Würmer  sitzen  an  Schneckenund
  Muschelschalen,  zum  Theil  in  dieselben  eingebohrt,
auf  Seesternen,  in  Spalten  des  Pfahlwerks  der  Hafenanlagen,
  auf  und  unter  Steinen.  Reiche  Ausbeute
geben  auch  die  Korallenriffc,  welche  zahlreiche  eigenthümliche
  Würmer  aufweisen.  Manche  Würmer  bewohnen
  Riffe  von  Steinen  und  poröse  Klippen,  in
welche  sie  sich  hineinbohren.  Blutegel  hat  man  an
der  Haut  der  Fische  und  Schildkröten  zu  suchen.
Viele  Würmer  bauen  sich  eine  eigene  kalkige  Röhre
oder  verkitten  Muschelfragmente,  Pflanzenreste,  Schlamm
und  Sandkörner  zu  einer  Röhre.  In  diesen  Fällen
müssen  sowohl  die  Thiere  wie  die  Röhren  aufbewahrt
werden.  Meereswürmer  aus  größeren  Tiefen  müssen
mit  dem  Schleppnetz  gefischt  werden.  Eine  Anzahl
von  Würmern  lebt  pelagisch  an  der  Oberfläche  des
Meeres;  sie  können  mit  Kätschern  und  Oberflächennetzen
  gefangen  werden.  Schwimmenden  Scetang  und
Algen  lasse  man  einige  Zeit  in  einer  Schale  mit  Seewasser
  stehen;  es  werden  sich  dann  zahlrciche  Würmer
an  der  Oberfläche  des  Wassers  und  an  den  Wänden
der  Schale  zeigen.

Konservirung  und  Versendung.

Falls  es  angeht,  fertige  man  vor  der  Abtödtung
namentlich  von  schön  und  auffallend  gefärbten  Würmern
  eine  farbige  Skizze  an  oder  gebe  wenigstens
eine  Notiz  über  die  Färbung  der  lebenden  Thiere,
da  die  Farben  später  in  Spiritus  meist  verschwinden.
Die  Landplanarien,  kleine  Süßwasserturbellarien,  Eingeweidewürmer
  aller  Art,  ferner  die  Meeresplattwürmer
  und  Schnurwürmer  bedürfen  der  Konservirung
mit  (dem  sehr  giftigen)  Sublimat,  wenn  sie  für  die
spätere  Untersuchung  geeignet  sein  sollen.  Man  setze
die  Thiere  in  eine  Glasschale,  in  welcher  sie  bald  zu
kriechen  beginnen;  sobald  sie  vollständig  ausgestreckt
sind,  übergieße  man  sie  schnell  mit  kochender  konzentrirter
  wässriger  Sublimatlösung  oder  mit  einer
Mischung  von  Sublimatlösung  und  50°  Alkohol  zu
gleichen  Theilen.  Nachdem  die  Thiere  zwei  bis  zehn
Minuten  in  der  Flüssigkeit  verweilt  haben,  gieße  man
die  letztere  ab  und  spüle  die  Thiere  in  destillirtem

596

 

—  —  —

Wasser  je  nach  ihrer  Größe  mehrere  Stunden  unter
öfterem  Wechsel  des  Wassers  aus,  man  bediene  sich
bei  Sublimatbehandlung  nicht  metallener,  sondern  nur
hölzerner  oder  gläserner  Instrumente  und  Gefäße.
Nach  der  Auswaschung  kommen  die  Thiere  erst  in
50  prozentigen  Alkohol,  dann  bald  darauf  in  70-bis
80  prozentigen  Alkohol,  welcher  später  öfter  gewechselt
werden  muß.

Falls  man  Sublimat  nicht  zur  Verfügung  hat,
konservire  man  die  eben  genannten  Würmer,  ebenso
wie  die  Regenwürmer,  Blutegel,  Sternwürmer  und
Meeres-Borstenwürmer  mit  Alkohol,  und  zwar  setze
man  sie  zunächst  in  50  proz.  Alkohol;  nachdem  sie
darin  etwa  eine  Stunde  gelegen,  muß  der  Alkohol
durch  neuen  stärkeren  ersetzt  werden.  So  steigert
man  den  Alkoholgehalt  unter  stetem  Wechsel  in  einigen
Tagen  bis  auf  etwa  80  pCt.  Während  der  späteren
Aufbewahrung  der  Würmer  muß  der  Alkohol  von
Zeit  zu  Zeit  noch  immer  gewechselt  und  namentlich
auch  vor  der  endgültigen  Verpackung  noch  erneuert
werden.  Es  ist  dieses  nicht  dringend  genug  zu
empfehlen,  da  oft  vieles  Material  wegen  ungenügender
Stärke  des  Alkohols  durch  Maceration  auf  dem
Transport  zu  Grunde  geht.  Zur  Verpackung  eignen
sich  am  besten  lange  Röhrengläser  mit  Korkverschluß
oder  geräumige  Gläser  mit  Glasstöpsel,  welche  im
letzteren  Falle  mit  Schweinsblase  zugebunden  werden
müssen.  Man  versäume  niemals,  jedem  Thiere  einen
mit  Bleiseder  geschriebenen  Zettel  mit  dem  Fundort
und  Datum  und  etwaigen  weiteren  Angaben  beizulegen.
Es  empfiehlt  sich,  Würmer  niemals  mit  harten  Gegenständen,
  etwa  Seeigeln  oder  stacheligen  Insekten,  zusammen
  in  einem  Glas  zu  versenden;  auch  wird  man
gut  thun,  von  Röhrenwürmern  die  Röhren  und  die
weichhäutigen  Thiere  selbst  stets  gesondert  zu  verpacken.

13.  Stachelhäuter  (Echinodermen)

von  M.  Meißner.

Die  Echinodermen  kommen  nur  im  Meere  vor.
Man  unterscheidet  fünf  große  Gruppen:  die  nach  ihrer
Gestalt  als  Seewalzen  oder  Seegurken  (Holothurien),
Seeigel,  Seesterne,  Schlangen=  und  Liliensterne  bezeichnet
  werden.  Man  findet  die  Echinodermen  auf
Pfählen,  in  Felsritzen,  zwischen  Korallenstöcken  (die
Korallenriffe  sind  überhaupt  sehr  ergiebig),  an  Pflanzen
  2c.  oft  dicht  an  der  Oberfläche  des  Wassers,  so
daß  man  sie  leicht  fangen  kann.  Bei  tiefem  Wasser
muß  die  Dredsche  angewendet  werden.

Die  Stachelhäuter  kann  man  mit  Ausnahme
der  weichhäutigen  Holothurien  sowohl  trocken  als  in
Spiritus  konserviren,  für  die  Holothurien  jedoch  ist
ein  Einlegen  in  guten,  nicht  saueren  Alkohol  durchaus

  nothwendig.

Bei  dem  Konserviren  in  Spiritus  berücksichtige
  man  stets,  daß  die  Echinodermen  infolge  des
ihnen  eigenthümlichen  Wassergefäßsystems  sehr  wasserhaltig
  sind,  und  daß  der  Spiritus  deshalb  öfter  gewechselt
  werden  muß.  Holothurien  sind  möglichst
        <pb n="643" />
        schnell  in  Spiritus  zu  werfen.“)  Um  den  Seeigeln
und  Holothurien  einen  größeren  Prozentsatz  Wasser
zu  entziehen,  empfiehlt  es  sich,  nach  der  Abtödtung
bei  den  kugeligen  Seeigeln  zwei  Einschnitte  in  die
Mundhaut,  bei  den  herz-  oder  schildförmigen  zwei
kleine  Löcher  in  die  Seiten  der  Schale  und  bei  den
Seegurken  einen  Schnitt  in  die  Haut  zu  machen,
um  das  Wasser  ablaufen  lassen  zu  können.  See,
Schlangen=  und  Liliensterne  werden  nach  der  Abtödtung
in  Spiritus  geworfen,  der  öfter  durch  frischen  ersetzt
wird.  Eine  Verfärbung  des  Spiritus  ist  ohne  Belang,
  da  fast  alle  Echinodermen  in  ihrem  Körper
Pigmente  haben,  die  sich  in  Alkohol  lösen.  Zum
Verpacken  empfiehlt  es  sich,  die  in  Spiritus  konservirten
  Thiere  einzeln  in  Mull=  oder  Leinwandlappen
einzunähen  und  sie  fest  verpackt,  so  daß  sie  sich  gegenseitig
  nicht  abreiben  können,  zu  verschicken.

Um  Sceigel,  See=  und  Schlangensterne  und  die

Liliensterne  zu  trocknen,  werden  die  gefangenen
Thiere  in  Süßwasser  abgetödtet  und  ausgelaugt,  bis
alles  Salz  entfernt  ist,  da  sonst  das  Salz  immer
wieder  Wasser  aus  der  Luft  anzieht  und  das  Trocknen
unmöglich  macht,  einige  Stunden  in  Alkohol  entwässert
und  dann  erst  auf  einem  Brette  im  Schatten  getrocknet.
(Durch  Trocknen  in  einem  luftigen,  dunklen  Raum
lassen  sich  manchmal  die  Farben  erhalten!)  Um  das
Wasser  aus  der  Leibeshöhle  der  Seeigel  zu  entfernen,
mache  man  nach  dem  Abtödten,  wie  oben  beschrieben,
zwei  Einschnitte  in  die  Mundhaut  oder  zwei  Löcher
in  die  Schale.  Sind  die  Thiere  vollständig  trocken,
so  werden  sie  fest  in  Sägespäne,  Spreu  2c.,  wobei
man  auf  möglichste  Schonung  der  Stacheln  achte,
verpackt.  Die  Schlangensterne,  deren  lange  Arme
sehr  leicht  abbrechen,  legt  man  zwischen  zwei  Pappscheiben,
  um  die  man  kreuzweis  einen  Bindfaden
schlingt.  Die  seltenen  Liliensterne  werden,  wenn
man  nicht  überhaupt  für  sie  die  Konservirung  in
Alkohol  vorzieht,  nach  dem  Trocknen  in  passende
Papp=  oder  Glasröhren,  die  man  oben  und  unten
mit  Watte  verschließt,  verpackt.

Angaben  über  die  Färbung  der  lebenden  Thiere,
bei  Holothurien  auch  der  Größe  (Länge  und  Breite)
im  Leben,  die  Namen  der  Thiere  bei  den  Eingeborenen,
  die  Temperatur,  Tiefe  und  Bodenbeschaffenheit
des  Fundortes  sowie  Notizen  über  die  Lebensweise
sind  werthvoll.  Es  empfiehlt  sich,  alle  diese  Bemerkungen
  mit  weichem  Bleistift  auf  Pergamentstückchen
zu  schreiben,  da  Papier  durch  die  Stacheln  und
Hautrauhigkeiten  oft  ganz  zerrieben  wird.

14.  Anthozoen
(Stein=  und  Weichkorallen,  Seefedern  und  Aktinien)
von  W.  Weltner.

Man  bringt  die  erbeuteten  Anthozoen  in  eine
Schale  mit  Seewasser,  damit  sich  die  eingezogenen

 

*)  Das  bequemste  Mittel  zum  Abtödten  der  übrigen
Echinodermen  (ausschl.  Holothurien)  ist  das  Einsetzen  derselben
  in  Süßwasser.

 

597  —

Poloypen  wieder  ausstrecken.  Bei  Steinkorallen  dauert
dies  meist  eine  Nacht.  Haben  sich  die  Thiere  wieder
ausgestreckt,  so  zieht  man  vorsichtig  möglichst  viel
Wasser  ab  und  übergießt  nun  die  Thiere  schnell  mit
90  proz,  oder  mit  absolutem  Alkohol.  Bei  Seerosen
injicirt  man  auch  noch  Alkohol  durch  die  Mundöffnung.
Größere  Korallenthiere  setzt  man  direkt  in  70  proz.
Alkohol.  Hat  man  eine  konzentrirte  wässerige  Lösung
von  Sublimat  zur  Verfügung,  so  übergießt  man  die
in  einem  kleinen  Gefäße  wieder  ausgestreckten  Thiere
hiermit,  wäscht  nach  einer  Viertelstunde  dieses  gut
mit  süßem  Wasser  aus,  bringt  sie  in  35-,  50=  und
endlich  in  70  proz.  Alkohol.

In  den  Tropen  ist  das  Konserviren  mit  ausgestreckten
  Polypen  schwierig,  da  das  stehende  Wasser
in  den  Aquarien  sehr  schnell  zu  warm  wird  und  die
Thiere  dann  absterben.

Am  Strande  ausgeworfene  Korallen  sind  fast
immer  abgerieben  und  daher  unbrauchbar.

Um  Steinkorallen  trocken  zu  konserviren,  bringt
man  die  dem  Meere  entnommenen  Stücke  in  süßes
Wasser,  bis  sich  die  Weichtheile  vollständig  ablösen,
und  trocknet  sie  dann  an  der  Luft.  In  Gegenden  mit
andauerndem  starken  Regen  kann  man  die  aus  dem
Meere  gezogenen  Stücke  mehrere  Tage  dem  Regen
aussetzen,  um  sie  zu  reinigen.

Das  Verpacken  der  Steinkorallen  erfordert  besondere
  Sorgfalt.  Sehr  zerbrechliche,  z.  B.  baumförmige,
  Korallen  müssen  einzeln  in  Kisten  gebracht
werden.  Man  umgiebt  sie  mit  Papier  und  stopft
elastische  Bausche,  die  man  aus  Papier  oder  Holzwolle
  macht,  zwischen  die  Koralle  und  die  Kistenwand.
  Massige,  wenig  zerbrechliche  Formen  umgiebt
man  zunächst  mit  Papier,  dann  mit  Heu  oder  Holzwolle
  und  wickelt  Bindfaden  herum.  Man  erhält
so  viele  einzelne  Korallenpackete,  die  man  zusammen
in  eine  starke  Kiste  verpackt,  die  schwereren  nach
unten.  Zwischen  die  einzelnen  Packete  stopft  man
trockenes  Papier  oder  Heu,  damit  sie  sich  nicht  verschieben
  können.

15.  Quallen
von  W.  Weltner.

Quallen  werden  zweckmäßigerweise  vom  Boote
aus  mit  einem  ausreichend  großen  Gefäße  (womöglich
Glasgefäße)  geschöpft,  dann  in  eine  zehnfach  mit
Wasser  verdünnte  Formollösung  gebracht  und  hierin
aufbewahrt.

Ein  anderes  Verfahren  besteht  darin,  daß  man
die  Thiere  in  eine  Schale  mit  Seewasser  setzt,  von
diesem  nach  einiger  Zeit  soviel  abzieht,  daß  die  Quallen
noch  unter  Wasser  bleiben,  und  sie  nun  mit  30  proz.
Alkohol  übergießt.  Man  bewahrt  sie  in  70proz.
Alkohol  auf.

Nach  Angabe  von  Prof.  F.  E.  Schulze  lassen
sich  Quallen  bis  zu  3  cm  Durchmesser  haltbar  und
durchscheinend  in  folgender  Weise  konserviren.  Man
übergieße  die  in  möglichst  wenig  Seewasser  ruhig
ausgestreckten  Thiere  plötzlich  mit  verhältnißmäßig  viel
        <pb n="644" />
        —

½  proz.  Ueberosmiumsäurelösung.  In  dieser  bleiben
kleine  Quallen  zwei  bis  fünf  Minuten,  größere  bis
zehn  Minuten.  Um  Schwärzung  zu  verhindern,  bringt
man  nun  die  Quallen  für  ein  bis  zwei  Stunden  in
Pikrokarminlösung,  spült  sie  dann  mit  Seewasser  ab,
setzt  sie  zunächst  in  30roz.  und  darauf  in  60  proz.
Alkohol.

 

16.  Hydroidpolypen
von  W.  Weltner.

Die  erbeuteten  Polypenstöcke  bringt  man  in  ein
Gefäß  mit  Meerwasser  und  wartet,  bis  sich  die  Einzelthiere
  wieder  ausgestreckt  haben.  Dann  werden  sie
schnell  mit  starkem  Alkohol  übergossen  und  zuletzt  in
70  proz.  Alkohol  konservirt.  Bessere  Erfolge  erzielt
man  durch  Uebergießen  einer  konzentrirten  heißen
Lösung  von  Sublimat  in  Wasser;  nachher  müssen
die  Thiere  in  süßem  Wasser  behutsam  ausgewaschen
werden;  sie  kommen  dann  in  50  proz.  und  schließlich
in  70  proz.  Alkohol.

Den  Süßwasserpolypen  (Hydra)  tödtet  man  am
besten  mit  0,5=  bis  1  proz.  Ueberosmiumsäure.  Man
bringt  die  Polypen  in  ein  kleines  Gefäß  mit  wenig
Wasser  und  wartet,  bis  sie  sich  ausgestreckt  haben.
Nun  werden  sie  schnell  mit  der  Säurelösung  übergossen,
  nach  ein  bis  zwei  Minuten  mit  Wasser  ausgewaschen,
  zuerst  in  50  proz.,  dann  in  70  proz.  Alkohol
gebracht  und  schließlich  in  80  proz.  Alkohol  aufbewahrt.

—  —  ——  ———  —

—  —  — „  —  ——-.

—  —  —  .

–.

17.  Schwämme  (Spongien)
von  W.  Weltner.

Kleine  bis  10  cm  große  Schwämme  werden  in
90  proz.  Alkohol  abgetödtet,  der  nach  12  bis  24  Stunden
  erneuert  wird.  Größere  Exemplare  setzt  man  in
Alkohol  von  70  pCt.,  nachdem  man  sie  von  dem
anhaftenden  Wasser  durch  behutsames  Ausschwenken
befreit  hat.  Der  Alkohol  muß  nach  12  Stunden
durch  neuen  von  70  PéCt.  ersetzt  werden.  Es  ist
wünschenswerth,  von  den  größeren  Exemplaren  einige
kleinere,  d.  h.  mehrere  Centimeter  große  Stücke  mit
der  natürlichen  Oberfläche  abzuschneiden  und  diese
schnell  in  90  proz.  Alkohol  zu  setzen.

Will  man  Meeresschwämme  trocken  konserviren,
so  müssen  sie  je  nach  der  Größe  2  bis  24  Stunden
in  sußem  Wasser  liegen.  Nachdem  das  in  ihnen
enthaltene  Wasser  abgeschwenkt  ist,  werden  sie  24
Stunden  lang  in  70  proz.  Alkohol  gebracht  und  dann
an  der  Luft  getrocknet.  Werden  Schwämme  und
andere  Meeresthiere,  die  man  trocknen  will,  nicht
zuvor  von  dem  Salzwasser  durch  Einlegen  in  süßes
Wasser  befreit,  so  bleiben  sie  feucht  und  verderben
allmählich.

Getrocknete  Spongien  sind  sehr  zerbrechlich  und
müssen  sorgfältig  verpackt  werden.  Dies  geschieht  am
besten  in  Holzwolle,  Sägespänen,  Reisspelzen  oder
auch  zwischen  locker  geknittertem  Seidenpapier.  Jedes
Exemplar  ist  für  sich  in  Papier  oder  Zeug  einzuwickeln.
  Auch  die  in  Alkohol  konservirten  Schwämme
müssen  durch  Papier  oder  andere  Stoffe  abgesondert

 

–—

598  —

werden,  damit  die  für  die  Bestimmung  wichtigen
Skeletnadeln  des  einen  Exemplars  nicht  durch  Reibung
in  das  andere  gelangen.

Schwämme,  die  man  am  Meeresstrande  ausgeworfen
  findet,  sind  meist  ihrer  Weichtheile  beraubt
und  deshalb  wenig  werth.

Auch  im  süßen  Wasser  leben  Schwämme.
Sie  sitzen  an  Steinen,  Wurzeln,  Schilfrohr,  Muscheln
und  Schneckenschalen  als  krustenförmige  Ueberzige,
klumpige  Massen  oder  verzweigte  Bäumchen.  Ihre
Farbe  ist  grün,  braun,  grau  oder  schmutzigweiß.  Auf
ihrer  Oberfläche  sieht  man  einige  große  Löcher  und
viele  kleine  Poren.  Zu  gewissen  Zeiten  treten  in
den  Süßwasserschwämmen  kleine  ½%  mm  große  gelbe
oder  braune  Kügelchen  auf,  die  sogenannten  Gemmuloe.
Diese  sind  zur  Bestimmung  des  Schwammes  nothwendig.
  Man  findet  gemmulahaltige  Schwämme  in
der  gemäßigten  Zone  im  Herbst,  in  den  Tropen  bei
und  nach  dem  Eintritt  der  Trockenperiode.  Die
Süßwasserschwämme  werden  wie  die  Meeresspongien
abgetödtet  und  konservirt.

Man  achte  darauf,  einen  Theil  der  Unterlage,
auf  der  der  Schwamm  sitzt,  mit  zu  konserviren,  weil
die  Gemmulae  sehr  oft  in  den  tiefsten  Schichten  des
Schwammes  stecken.  Hat  sich  der  Schwamm  auf
einem  Felsblock  angesiedelt,  so  löse  man  ihn  mit  dem
Messer  dicht  an  dem  Steine  los.

18.  Hauptregeln  für  die  Verpackung.

Schwere  Gegenstände  (Gläser  mit  Thieren  in
Spiritus,  Korallen  u.  a.)  müssen  von  zarten,  leicht
verletzbaren  Thieren  so  abgesondert  werden,  daß  sie
auf  diese  keinen  Druck  ausüben  können,  wenn  die
Kisten  gestürzt  werden.

Säugethierhäute,  Vogelbälge  und  trockene  Insekten
dürfen  erst  dann  in  Blechkasten  eingelöthet  werden,
wenn  sie  gänzlich  ausgetrocknet  sind.  Können  sie  bei
andauernder  tropischer  Luftfeuchtigkeit  nicht  gut  getrocknet
  werden,  so  schimmeln  sie  in  Holzkästen  weniger
als  in  zugelötheten  Blechkästen.

Das  Museum  für  Naturkunde  in  Berlin
braucht  afrikanische  Laubfrösche.  Da  dieselben
bisher  noch  gar  nicht  eingehend  untersucht  worden
sind,  so  bitten  wir,  möglichst  viele  zu  sammeln,  und
zwar  alle  Arten  und  alle  Farbenspielarten  derselben
in  recht  vielen  Stücken,  was  um  so  leichter  sein  wird,
da  diese  Thiere  keine  bedeutende  Größe  haben.  Die
meisten  Arten  sind  klein.

Das  Museum  wird  gern  alle  Auslagen  für
Gesäße,  Spiritus  u.  dgl.  ersetzen.  Auf  Wunsch  sind
wir  auch  bereit,  Sammelgefäße  zu  schicken.  In  dem
Kolonialblatt  und  in  den  wissenschaftlichen  Veröffentlichungen
  des  Museums  wird  über  die  Zusendungen
berichtet  werden.

Die  Laubfrösche,  welche  wir  meinen,  haben  Saugscheiben
  an  den  Zehen.  Sie  leben  auf  Bäumen,
Sträuchern  und  Gebüschen,  besonders  in  der
        <pb n="645" />
        Nähe  des  Wassers.  Zur  Laichzeit  sind  sie  auch
im  Wasser  zu  finden.  Sie  haben  eine  sehr  laute
Stimme.  Am  leichtesten  zu  erlangen  sind  sie  in  der
Regenzeit.

Die  gefangenen  Thiere  werden  in  einer  Sammelflasche,
  welche  50=  bis  75  proz.  Spiritus  enthält,  getödtet.
  Nach  einiger  Zeit  bringt  man  sie  in  noch  nicht
gebrauchten  75  proz.  Spiritus.  Sie  dürfen  darin
aber  nicht  zu  fest  gepackt  werden.  Nun  sind  sie  versandfähig.
  Die  eingesammelten  Frösche  dürfen  nicht
zu  lange  stehen  bleiben,  damit  sie  nicht  faul  werden.
Es  ist  daher  besser,  mehrere  kleine  Sendungen  zu
machen,  als  eine  große.

—..

Köderfänge  mit  Leichen  kleiner  Thiere.

Eine  reiche  Ausbeute  an  kleinen,  aber  interessanten
Thieren  kann  man  mit  einer  Glasfliegenfalle
fangen.  Wenn  solche  Fänge  sorgfältig  gemacht  werden,
  gestatten  sie  außerdem,  verschiedene  Gegenden
und  Thiergebiete  in  Bezug  auf  ihren  Thierreichthum
genau  zu  vergleichen.  Die  Fänge  sind  in  folgender
Weise  zu  machen:  Ein  gewöhnliches  Trinkglas  mit
senkrechten  Wänden  wird  bis  an  den  Rand  in  den
Boden  eingegraben  und  ein  Köder  hineingelegt.  Dann
wird  die  Glasfliegenfalle  mit  Spiritus  möglichst  bis
an  den  inneren  Rand  gefüllt  und  mit  einem  dichtschließenden
  Kork  (nicht  Glasdeckel)  verschlossen  darüber
gestellt.  Vortheilhaft  ist  es,  daß  man  einen  kleinen
Stock  als  Kletterstange  in  das  Trinkglas  stellt,  welcher
in  das  Innere  der  Falle  hineinragt,  doch  ist  dies
nicht  unbedingt  nöthig.  Nothwendig  aber  ist  es,  daß

599

 

man  rings  um  die  Falle  herum  einen  kleinen  Wall
aus  Erde,  kleinen  Steinchen,  Laub  2c.  anlegt,  weil
sonst  die  Insekten  häufig  wieder  den  Ausgang  finden.
Als  Köder  benutze  man  einen  todten  Vogel,  der  etwa
die  Größe  unseres  Spatzes  besitzt,  nicht  kleiner,  und
der  so  häufig  ist,  daß  man  ihn  jederzeit  bekommen
kam,  am  liebsten  Körner=  oder  Früchtefresser.  Es
ist  nämlich  für  die  wissenschaftliche  Verwerthung
wichtig,  daß  in  derselben  Gegend  immer  dieselbe
Vogelart  genommen  werde.  Um  die  Vogelleiche  besser
auf  den  Boden  des  Glases  drücken  zu  können,  schneidet
man  zuvor  Füße,  Flügel,  Kopf  und  Schwanzfedern
ab.  Nur  darf  man  diese  Theile  nicht  in  der  Nähe
der  Falle  liegen  lassen.  Die  Federn  müssen  an  der
Leiche  bleiben.  Die  Falle  muß  je  nach  dem  Insektenreichthum
  früher  oder  später  geleert  werden.  Es
giebt  Orte,  an  denen  dieses  täglich  zweimal  geschehen

 

muß.  In  den  allermeisten  Fällen  aber  kann  man
sie  mindestens  einen,  meist  sogar  zwei  bis  drei  Tage,
in  kälteren  Gegenden  bis  sieben  Tage  stehen  lassen.
An  sonnigen  Orten  sollte  man  in  den  Tropen  nie
zwei  Tage  überschreiten.  Im  schattigen  Urwald  dagegen,
  wo  der  Insektenreichthum  außerdem  geringer
zu  sein  pflegt,  darf  die  Falle  meistens  drei  bis
fünf  Tage  stehen.  Dann  gießt  man  zunächst  den

flüssigen  Inhalt  der  Falle  in  ein  weithalsiges  Stöpselglas

  und  spült  mit  neuem  Spiritus  gut  nach,  so  daß

—.—

nichts  im  Glase  bleibt.  Hierauf  nimmt  man  das
Trinkglas  aus  dem  Boden,  hebt  die  Leiche  heraus,
sammelt  die  theils  in  den  Federn  versteckten  Thiere
ab.  Alles  wird  in  dasselbe  Stöpselglas  geworfen.
Endlich  spült  man  das  Trinkglas  mit  Spiritus  gut
aus,  und  zwar  in  ein  zweites  Stöpselglas,  da  meist
viel  Erde  und  Schmutz  den  kleinen  Thierchen  beigemengt
  ist,  so  daß  es  nur  Schmutz  zu  sein  scheint.
Zu  Hause  ersetzt  man  in  dem  ersten  Glase  den  Spiritus
  durch  neuen,  doch  gieße  man  sorgfältig  den
alten  ab,  womöglich  in  eine  Schale,  um  sich  zu  überzeugen,
  daß  nicht  winzig  kleine  Thierchen  verloren
gehen.  Beide  Gläser  versehe  man  mit  derselben
Etikette,  auf  welche  möglichst  genaue  Angaben  über
Ort,  Zeit  (3.  B.  6.  12.—8.  12.  98)  event.  Wetter
und  Temperatur  gemacht  werden.  Alles  wird  mit
Bleistift  auf  Papier  geschrieben  und  dieses  ins  Glas
geworfen.

Die  Fänge  sind  an  den  verschiedenartigsten  Orten
zu  machen  und  immer  wenigstens  noch  einmal  an
demselben  Ort  mit  derselben  Vogelleiche  zu  wiederholen.
  Die  verschiedenen  Jahreszeiten  geben  verschiedene
  Thiere.  Fängt  man  gelegentlich  nur  wenige
Stücke,  so  sind  diese  vielleicht  besonders  interessant.
Wichtig  sind  namentlich  folgende  Oertlichkeiten:
1.  schattiger  Wald,  2.  sonniges,  trockenes  Grasfeld,
3.  Sumpf,  4.  Fluß=  oder  Seeufer,  5.  Meeresstrand
und  6.  menschliche  Wohnung.  Im  Hause  kann  man
natürlich  das  Trinkglas  nicht  verwenden.  Man  legt
hier  die  Vogelleiche  auf  den  Fußboden,  setzt  die  Falle
darüber  und  verwendet  als  Ringwall  alte  Reissäcke
oder  Aehnliches.  Beim  Leeren  der  Falle  aber  sammelt
  man  alle  Thiere  dazu,  die  sich  an  und  unter
der  Leiche  befinden.  Sehr  wünschenswerth  ist,  daß
in  derselben  Gegend  Fänge  wenigstens  zur  Regenzeit
und  in  der  trockenen  Jahreszeit  gemacht  werden,  in
kalten  Gegenden  auch  im  Herbst  und  Frühling  und
an  warmen  Tagen  auch  mitten  im  Winter.  Geht
ein  Fang  theilweise  verloren,  so  bemerke  man  dies
stets  auf  der  Etikette,  selbst  wenn  es  sich  nur  um
wenige  Thiere  handelt.  Ging  viel  verloren  und  kann
man  den  Fang  genügend  wiederholen,  so  schütte  man
den  Rest  lieber  fort.

Es  mag  noch  erwähnt  werden,  daß  man  unbeschadet
  dichte  Pflanzen  um  die  Falle  herum  stecken
kann,  damit  diese  nicht  gefunden  und  gestohlen  werde.

Zur  Nachricht.

Alle  wissenschaftlichen  Sendungen  aus  den
deutschen  Schutzgebieten  sind,  wenn  irgend  möglich,
  entweder  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,  der
Woermann-Linie  oder  dem  Norddeutschen
Lloyd  zur  Beförderung  zu  übergeben,  weil  diese  eine
Frachtermäßigung  eintreten  lassen.  Der  Nachweis,
daß  die  Gegenstände  für  wissenschaftliche  Anstalten
bestimmt  sind,  ist  dadurch  zu  erbringen,  daß  sie  nach
Hamburg  bezw.  Bremen  auf  Konnossements  zu
verladen  sind.
        <pb n="646" />
        Wenn  die  Sendungen  Gegenstände  für  verschiedene
  Museen  enthalten,  so  ist  auf  diesen  zu  vermerken,
  daß  sie  direkt  an  das  Museum  für
Völkerkunde,  Berlin  SW.,  Königgrätzerstr.  120,
gegen  Nachnahme  der  ermäßigten  Seefracht  und  der
Kosten  bis  zum  Bestimmungsort  zu  richten  sind.
Kisten,  welche  nur  zoologische,  paläontologische
und  mineralogische  Gegenstände  enthalten,  sind
mit  gleichem  Vermerk  an  die  zoologische  Sammlung
  des  Museums  für  Naturkunde,  Berlin  N.,
Invalidenstraße  43,  und  Kisten,  die  nur  botanische
Gegenstände  enthalten,  an  das  botanische  Museum,
Berlin  W.,  Grunewaldstraße  6/7,  zu  richten.

Die  Direktoren  der  Museen  für  Völkerkunde,
Naturkunde  und  Botanik.

 

Ueber  Parakantschuk

schreibt  Professor  Dr.  O.  Warburg  im  „Tropenpflanzer“
  Folgendes:

Unter  den  vielen  Kautschuksorten  des  Handels  ist
der  Parakautschuk  bei  Weitem  die  wichtigste,  betrugen
doch  die  lediglich  aus  dieser  Sorte  bestehenden  Zufuhren
in  Para  im  Jahre  1896),97  nicht  weniger  als  22290
Tons,  d.  h.  über  60  pCt.  der  gesammten  Kautschukproduktion
  der  Welt.

Es  ist  nicht  eine  einzelne  Baumart,  welche  diesen
Kautschuk  liefert,  sondern  eine  ganze  Gruppe  von
Arten,  die  zur  Gattung  Hevea  (Siphonia),  Familie
der  Euphorbiaceae,  gehören.  Die  wichtigsten  sind
Hevea  brasiliensis  Mäll.  Arg.  aus  der  Provinz
Para  im  unteren  Amazonasgebiet,  Hevea  Spruceana
Müll.  Arg.,  höher  am  Amazonas  hinauf,  in  der
Gegend  der  Mündung  des  Tapajos,  Hevea  guyanensis
  Aubl.  in  Guyana,  aber  auch  bis  zum  Rio
Negro  vorkommend;  ferner  sind  noch  vom  Rio  Negro,
Uaupes  und  Casiquiari  bekannt  die  Arten  Hevea
discolor,  rigidifolia,  lutea,  paucifolia,  apiculata;
auch  von  der  nahe  verwandten  Gattung  Micrandra,
speziell  von  M.  siphonioides  Benth.  am  Rio  Negro
wird  ein  guter,  ebenso  elastischer  Kautschuk  gewonnen.
Von  welchen  Arten  der  Gattung  Hevea  der  Venezuela-Kautschuk
  vom  Orinoco,  derjenige  von  Ost-Peru,
Ecuador,  Bolivien,  sowie  der  Kautschuk  der  oberen
südlichen  Zuflüsse  des  Amazonas,  Purus,  Madeiras  2c.
stammt,  wissen  wir  bisher  noch  nicht.

Es  ist  im  hohen  Grade  auffallend,  daß  trotz  der
enormen  Bedeutung  des  Kautschuks  für  das  Amazonasgebiet,
  welches  wirthschaftlich  eigentlich  mit  diesem
Artikel  steht  und  fällt,  der  Parakautschukbaum  wohl
kaum  irgendwo  in  seiner  Heimath  in  größerem  Maßstabe
  kultivirt  wird;  alle  Angaben,  die  solches  behaupten,
  beruhen  auf  Irrthum.  Nicht  einmal  von
einer  systematischen  Schonung  der  Bäume  scheint  die
Rede  zu  sein,  wenngleich  jetzt  die  Kautschuksammler
des  unteren  Amazonasgebietes  weit  mehr  Acht  darauf
geben  als  früher,  die  Cambiumlage  der  Bäume  beim
Anschneiden  nicht  zu  verletzen.

600

 

Nach  anderen  Gegenden  übergeführt  wurde  der
Baum  zuerst  1876  durch  H.  A.  Wickham,  einen  am
Amazonas  lebenden  Engländer,  der  im  Auftrag  des
India  Office  Samen  von  Hevea  brasiliensis  am
Rio  Tapajos  gesammelt  hatte  und  mit  70000  Samen
am  14.  Juni  nach  Kew  kam,  wo  die  Samen  wegen
ihrer  geringen  Keimkraft  schon  am  folgenden  Tage
sämmtlich  ausgesät  wurden.  Etwa  3¾  pCt.  keimten,
einige  schon  am  vierten  Tage  nach  der  Aussaat,  und
viele  waren  in  wenigen  Tagen  schon  45  cm  hoch.
Am  12.  August  wurden  über  1900  Pflanzen  in  38
Wardschen  Kästen  unter  Aussicht  eines  Gärtners  nach
Ceylon  gesandt;  nicht  weniger  als  90  pCt.  der
Pflänzlinge  erreichten  jene  Insel.  Außerdem  wurden
kleinere  Mengen  Heveapflänzlinge  nach  der  Westküste
von  Afrika,  Burma,  Java,  Queensland,  Singapore,
Dominica,  Jamaica  und  Trinidad  gesandt.

Im  Jahre  1892  kamen  die  Heveas  als  Stecklinge
  und  Bäumchen  von  Para  nach  Kamerun,  wo
sie  vorzüglich  gediehen,  ebenso  werden  sie  seit  vorigem
Jahre  in  Sansibar  versucht,  und  auch  auf  Pemba
sind  kürzlich  die  ersten  150  Bäume  ausgepflanzt.

Zu  größeren  Kulturen  ist  es  aber  bisher  nirgends
gekommen,  nicht  einmal  in  Java  und  in  Ceylon,  da
wegen  der  ungenügenden  Ernteergebnisse  bis  vor
einigen  Jahren  von  den  Direktoren  der  botanischen
Gärten  davon  abgerathen  wurde.  Erst  die  besseren
Ergebnisse  der  allerletzten  Jahre  haben  im  Verein
mit  den  hohen  Kautschukpreisen  wieder  in  höherem
Maße  die  Aufmerksamkeit  auf  diese  Pflanze  gelenkt,
so  daß  es  jetzt  sogar  an  Saatgut  fehlt,  um  die  vielen
Anfragen  seitens  der  Pflanzer  zu  befriedigen.  Die
letzten  Saatverkäufe  des  450  Heveabäume  besitzenden
botanischen  Gartens  in  Ceylon  erzielten  infolgedessen
gute  Preise.  Im  letzten  Jahre  wurden  z.  B.  dort
von  100  000  geernteten  Samen  88  500  an  die
Pflanzer  verkauft  für  Preise  von  25  bis  29  Rupien
für  1000  Samen.  Schon  200  000  Bäume  im  Alter
von  ein  bis  zwölf  Jahren  sollen  auf  Privatpflanzungen
in  Ceylon  siehen  und  etwa  300  ha  umfassen.  Selbst
in  Britisch-Borneo  beabsichtigt  man  im  Hinblick  auf
die  schlechten  Preise  für  Liberiakaffee  jetzt  Parakautschuk
  im  Großen  zu  bauen.  Vor  Allem  aber
scheint  die  Kautschukkultur  für  dle  malayische  Halbinsel
  von  großer  Bedeutung  zu  werden.  Nach  dem
Bericht  von  Derry,  Direktor  des  Regierungsgartens
in  Kuala  Kangsar,  wurden  im  vorigen  Jahre  70000
Samen  angefragt,  es  konnten  aber  nur  250000  geliefert
  werden,  100  000  wurden  schon  für  dieses
Jahr  vorgemerkt.

 

Ueder  Caffada=  oder  Manihotstärke  aus  Deutsch-Westafrika

berichtet  Professor  Dr.  H.  Thoms  im  „Tropenpflanzer“
  Folgendes:
Mit  dem  Namen  Cafsada,  Cassave,  Tapioco,
Manihot=  oder  Maniokstärke  wird  ein  von  Manihotarten
  gewonnenes  Stärkemehl  bezeichnet.  Diese
        <pb n="647" />
        in  Südamerika  einheimischen  und  kultivirten  Sträucher,
welche  auch  an  der  afrikanischen  Westküste  in  steigendem
  Maße  angebaut  werden,  gehören  zu  der  Familie
der  Euphorbiaceen.  Besonders  folgende  Arten  kommen
für  die  Maniokgewinnung  in  Betracht:  Manihot

utilissima  Pohl,  Manihot  palmata  Müll.  Arg.

und  Manihot  carthagensis  Müll.  Arg.

Eine  mir  zur  chemischen  Prüfung  übergebene,
als  Cassadastärke  bezeichnete  Probe  aus  unserem
westafrikanischen  Togo-Schutzgebiet  bestand  aus  einem
rein  weißen,  geruchlosen,  völlig  unverkleisterten,  stückigen
Pulver.  Das  mikroskopische  Bild  bot  Stärkekörner
dar,  wie  sie  läufliche  Manihotstärke  zeigt.  Beim
Verkochen  mit  Wasser  ließ  sich  ein  ausgezeichneter
Stärkekleister  bilden,  mit  Hülfe  von  schwacher  Oxalsäurelösung
  konnte  mit  Leichtigkeit  eine  Ueberführung
der  Stärke  in  Dextrin  bewirkt  werden.

Ich  habe  diese  Cassadastärke  in  meinem  Laboratorium
  von  Herrn  C.  Glaser  einer  eingehenden
chemischen  Analyse  unterwerfen  lassen.  Dabei  haben
sich  Zahlen  ergeben,  welche  mit  denen  C.  Krauchs
für  Tapiocastärke  erhaltenen  gute  Uebereinstimmung
zeigen.  Es  seien  daher  die  Zahlen  Krauchs  unter
die  von  uns  ermittelten  Werthe  gestellt.

Cassadastärke  aus  Deutsch-Südwestafrika.

Durch  Aether

Wasser  Stickstoff=  ausziehbare  Stärke  Holzfaser  Asche
substanz  Substang  (Fett7!)

pCt.  PCt.  PCt.

pCt.  W  pCt.
15,310  0,175  0,460  83,710  0,150  0,195

Tapiocastärke  nach  C.  Krauch.
15,56  0,35  84,05  –  0,39
Die  Cassadastärke  erweist  sich  als  ein  für  Zwecke
des  Haushalts  und  für  die  Pharmacie  brauchbares
Produkt.

VVVVVVVVVTYVVVYNYTWVFT  NTNV

Tikterakur.

Die  mittleren  Hochländer  des  nördlichen
Deutsch-Ostafrika.  Wissenschaftliche  Ergebnisse
der  Irangi-Expedition  1896  bis  1897  nebst
kurzer  Reisebeschreibung.  Im  Auftrage  der  Irangi-Gesellschaft
  herausgegeben  von  dem  Führer  der  Expedition
  C.  W.  Werther  unter  gütiger  Mitwirkung
der  Herren  Dr.  Bruno  Hassenstein,  Professor
Dr.  Karsch,  H.  J.  Kolbe,  Prof.  Dr.  v.  Luschan,
P.  Matschie,  Prof.  Dr.  A.  Reichenow,  A.  Seidel,
  L.  v.  Tippelskirch,  Dr.  Tornier,  Dr.  E.
Wagner  und  G.  Witt.  Mit  7  Vollbildern  und
126  Text-Illustrationen  in  Photogravüre,  Lichtdruck,
  Lithographie  und  Autotypie  sowie  2  Originalkarten
  von  Dr.  B.  Hassenstein  und  Pr.-Lieut.
Werther.  Berlin  1898.  Hermann  Paetel.  .

Die  Irangi-Gesellschaft  legt  in  dem  vorliegenden
schön  ausgestatteten  Werke  die  Ergebnisse  ihrer  in
den  Jahren  1896  und  1897  veranstalteten  Forschungs-601



 

expedition  dar.  Während  die  eigentliche  Reisebeschreibung
  nur  80  Seiten  füllt  und  in  den  Hintergrund
  tritt,  bieten  fünf  Sechstel  des  starken  Bandes
interessante  Bearbeitungen  der  verschiedenen  auf  der
Expedition  ausgeführten  wissenschaftlichen  Beobachtungen
  von  sachkundiger  Seite.  Es  werden  ein
geographischer,  geologischer,  zoologischer,  ethnographischer
  und  linguistischer  Theil  geboten.  Sämmtliche
Theile  bringen  eine  Anzahl  von  Neuheiten  auf  ihren
speziellen  wissenschaftlichen  Gebieten.

Dem  geographischen  Theile,  an  welchem  sich  außer
dem  Herausgeber  und  Dr.  Hassenstein  der  Astronom
Witt  und  der  Meteorologe  Wagner  betheiligt  haben,
sind  zwei  größere  Karten  über  das  nordöstliche
Deutsch-Ostafrika  beigefügt,  von  denen  die  eine  gleichzeitig
  mit  diesem  Werke  in  Dr.  A.  Petermanns  Mittheilungen
  bei  J.  Perthes  in  Gotha  erschienen  ist.

In  dem  geologischen  Theile  sind  im  Wesentlichen
die  mineralogischen  Untersuchungen  der  auf  der  Expedition
  von  dem  Geologen  L.  v.  Tippelskirch  gesammelten
  Gesteine  aufgezeichnet.

An  dem  zoologischen  Theile  haben  sich  Dr.
Reichenow,  P.  Matschie,  Tornier,  Kolbe  und  Karsch
betheiligt.

Den  ethnographischen  Theil  des  Werkes  hat
Prof.  Dr.  v.  Luschan  vom  Königl.  Museum  für  Völkerkunde
  in  Berlin  bearbeitet  und  darin  eine  eingehende
Darstellung  einiger  der  von  der  Irangi-Erpedition
besuchten  Völkerschaften  gegeben,  welche  mit  zahlreichen,
  vorzüglichen  Illustrationen  ausgestattet  ist.

In  dem  linguistischen  Theile  bringt  A.  Seidel
auf  Grund  der  Aufzeichnungen  und  Forschungen
Premierlieutenant  Werthers  die  Grammatiken  nebst
Vokabularien  der  Sprachen  von  Irangi,  Unyamwezi
und  den  Ulugurubergen.  Diesen  Grammatiken  folgt
noch  ein  Wörterverzeichniß  aus  der  Sprache  der
Tatöga  (Wataturu)  vom  Herausgeber.

 

Dr.  Gerhard  v.  Buchka:  Vergleichende  Darstellung
des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  für  das  Deutsche  Reich
und  des  Gemeinen  Rechts.  Zweite  verbesserte
Auflage.  Berlin  1898.  O.  Liebmann.

Das  vorliegende  Werk  bildet  den  ersten  Band
einer  von  G.  v.  Buchka,  R.  Förtsch  und  F.  Leske
herausgegebenen  vergleichenden  Darstellung  des  Bürgerlichen
  Gesetzbuchs  für  das  Deutsche  Reich  und  der
Landesrechte.  Gegenwärtig,  wo  die  Einführung  des
neuen  Bürgerlichen  Gesetzbuchs  bevorsteht,  füllt  ein
solches  Werk  eine  sehr  fühlbare  Lücke  aus  und  entspricht
  einem  in  allen  mit  Rechtsfragen  befaßten
Kreisen  bestehenden  dringenden  Bedürfniß.  In  wie
vollendeter  Weise  der  Verfasser  des  ersten  Bandes
bereits  seiner  Aufgabe  gerecht  geworden  ist,  beweist
die  Thatsache,  daß  nach  Ablauf  nur  weniger  Monate
seit  seinem  ersten  Erscheinen  die  jetzt  vorliegende
neue  vermehrte  Auflage  nothwendig  geworden  ist.
        <pb n="648" />
        602

Lassar-Cohn:  Die  Chemie  im  täglichen  Leben.
Gemeinverständliche  Vorträge.  Dritte  Auflage.

Geistesleben  der  Chinesen.  Die  Schriften  sind,  wie
üblich,  sehr  hübsch  ausgestatiet  und  die  Preise  über-Hamburg
  und  Leipzig  1898.  L.  Voß.  aus  niedris  bemessen.

Das  an  dieser  Stelle  schon  früher  gewürdigte  yy###  —-sehr

  brauchbare  und  lehrreiche  Handbuch  liegt  jetzt
bereits  in  dritter  Auslage  vor.

Im  Verlage  der  rührigen  Baseler  Missionsbuchhandlung
  sind  soeben  neu  erschienen:  P.  Steiner:
Afrikanische  Wanderbilder  II;  W.  Schmolck:  Von

 

 

Tikterakur-erxeichnik.

ard  (Eisenbahnbau=  und  Betriebs-Inspektor):  Der
Eisenbahnbau  in  Deutsch-Ostafrika  mit  besonderer
  Berücksichtigung  des  Baues  der  Linie  Tanga—
Muhesa.  41  Bogen  40  mit  16  lühographischen  Tafeln

Beu

 

 

 

 

und  32  Text-Abbildungen.  Geb.  —.

Heiligthum  zu  Heiligthum;  W.  Schaub:  Das  3  Un  nhet  Sbalion  Berlin.
Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).
S.  M.  S.  „Condor“  14/7.  Mahé  (Seychellen).  —  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Cormoran“  23/7.  Manila.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Falke“  28/6.  Matupi  29/6.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Habicht“  5/7.  Kamerun  11/8.  (Poststation:  Kamerun.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar.  (Poststation:  Kapstadt.)
S

.  M.  S.  „Wolf“  11/7.  Lüderitzbucht.  (Poststation:  Kamerun.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Perkehrs-Machrichten.
———  —  —  den  deutschen  Schutzgebieten.
½*·  ·  [  ÖGAAM  Die  Absahrt  erfolgt.  Anusschiffungshafen.  Friese  massen  aut
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
6  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
l
apel  am  28.  September,  Tanga  19  —20  Tage  ham  26.  September,
a  Schiffe)  13.  56.Lk  g##bb.  2.  Sal-  20—21  Tg.  7.,  10.,  24.  8
Brindisi  am  9.  Oktbr.,  6.  Nov.  ansibar  20  Tage  4.  Nov.  116  abds.
1.  Deutsch=  Oftafrika.  Enelische  Schl)100  abds.  6
“Por  eille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monatt
ranzösische  Schistef)  40  ums.  1  109#  abbs.
2.  O  k.
2.  Deutsch-üdwestafrira.  Southampton  am  24.  Sept.,  22.  Okt.W#deritzbucht  22  Tage  am  23.  Sept.,  21.0
(#e  #½  zan  gr  8  gateon.  senl.  Shaise  9  30  40  us.  Swakopmund  25  Tage  Us5

wöchentlich  bis  Ka
von  dort  weiter  au
Landwege.)

—  ———

38.  Ramerun.

–

4.  Cogo-Gebiet.

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des

Absenders)

b  dem

—  Hamburg

H6.  Sbench-  zuurane

Liverpool

Cnalsche  Schiste)

|

Liverpool

Marseille

 

Bordeaux

 

5.  Marshall  „nseln.

—.  —

Die  Sendungen

(utsches  Schift)  «

Lamburg
(deutsche  Schiste)

(englische  Saineh
(nensöhiiche  Saiße)
Canzösiiche  Schiffe)  I

DampietsentwenU

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
nachts

am  10.  jedes  Monats
nachts

am  28.  September,
26.  Oltober

am  10.  jedes  Mis.  nachts
am  20.  jedes  Mts.

am  21.  September,
5.,  19.  Oktober
am  25.  jedes  Monats
40  nachm.
am  10.  Nov.,  10.  Jan.

 

110  oms.

Swakopmund  30  Tage

Lüderitzbucht  40  Tage
Kamerun  24  Tage

Kamerun  22  Tage

Lome  20  Tage

Lome  31  Tage
Klein-Popo  95  Tage
Quitlah  36  Tage

von  da  ab  vanein  nn
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landoerdindung
Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Landverdindung

T

 

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
7%  abbs.

am  10.  152  Monats
720  abds.

am  26.  Sept.,  24.  Okt.
1°56  Ums.

am  10.  und  20  iedes
Monats  7#  abds.

am  19.  September,
3.,  17.  Okt.  18  ums.

am  23.  jedes  Monats
10x  abds.

am  8.  Nov.,  8.  Jan.
10#  abos.

werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  0  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.
        <pb n="649" />
        —  603  —

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
n  —  am  83  Okt.,  14.  Dez.  Stephansort  45  Tage  am  a  21.Oktober,
6.  „Keu--Guinea.  (deutsche  Schisfe)  abds.  12.,  16.  Dezember
beutsch-Ueu-Gninen  Brindisi  am  23.  Okt.,  18.  Dez.  -  41  Tage  1146  abe.
(Nachversand)  abds.

 

Eintrefsen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

Die  Post  ist  fällig

Landungs-Von
  in  Berlin

Landungs=  Die  Post  ist  fälig
hafen

Von  hafen  in  Berlin

Neapel  am  12  ——#u
«·  6.*,  28.  ROktober
Deutsch  ·  Ostafrita  ..  Brindisi..  am  3.,  30  Olt.,  27.  Nv.
Marseille  ..  am  16.  Sept.,  17.  Olt.  —

Deutsch  ·  8Sũdwestafrika  Southampton  an  2#  eember,  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel.  an  1.Oltoter,

 

 

Plymouth  am  27./  jed.  Monats
Togogebiet  1  Marseille  ..  am  16.  jedes  Monats

 

 

 

 

Marshall-  Inseln  ...  —  unbestimmt

Ramern  Liverpool  am  6.  Oktober,  :

Plymouth..  am  27.#/jed.  Monats
3.  November

 

 

 

1

*  Fällgkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.
Vom  25.  September  ab  erfolgen  die  Abfahrten  der  Dampfer  der  Woermann-Linie  nach  Deutsch-Südwestafrika  monatlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
Posidampfer  von  nach  bis  13.  September  1898
„Adolph  Woermann“  ..  Loango  Hamburg  am  8.  September  in  Accra.
„Aline  Woermann“  Loango  Hamburg  am  10.  September  in  Gabun.
„Anna  Woermann  .  ..  Benguella  Hamburg  am  12.  September  in  Hamburg.
„Biuxellesville  Antwerpen  Kongo  am  23.  August  in  Banana.
„Carl  Woermann  .  ..  Hamburg  Lagos  am  2.  September  in  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen  "  Hamburg  Loango  am  13.  September  Dover  passirt.
„Ella  Woermann"  Sherbro  Hamburg  am  10.  September  in  Dakar.
„Gertrud  Woermann“#  Kotonon  Hamburg  am  11.  September  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen"  Hamburg  Sherbro  am  13.  September  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“.  Whydah  Hamburg  am  10.  September  in  Hamburg.
„Helene  Woermann“  Hamburg  Futa  am  7.  September  in  Kamerun.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  8.  September  in  Accra.
„Kurt  Woermann"  Hamburg  Loango  am  10.  September  in  Las  Palmas.
„Lulu  Bohle  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  1.  September  in  Hamburg.
„Marie  Woermann"“#  Hamburg  Kapstadt  am  4.  August  in  Madeira.
„Melita  Bohlen4  Lüderitzbucht  Oamburg  am  7.  September  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“  Gabun  Hamburg  am  8.  September  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen  Hamburg  Benguella  am  1.  September  in  San  Thoméc.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Samburg—Ostafrika).
"-  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichsposidampfer  von  nach  bis  29.  August  1898
den  .......  Hamburg  Durban  am  28.  August  an  Aden.
„Herzog...  3.  8t.  in  Hamburg.  4  #
„ala  .......  zZ  Hameurg  g  Durban  am  21.  August  an  Delagoabai.
„Kanzlree  Durban  Hamburg  am  28.  August  ab  Suez.
„Bundesratht  Hamburg  Delagoabai  am  28.  August  ab  Sansibar.
„Reichstag“..  .  ..  Delagoabai  Hamburg  am  26.  August  ab  Mozambigque.
„Admiral  Delagoabai  Hamburg  am  26.  August  ab  Marseille.
„Generab  Hamburg  Delagoabai  am  26.  August  ab  Lissabon.

 

 

—  —  —

 

 

—.  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Verlagsbuchhandlung  von  Schall  &amp;amp;  Grund  in  Berlin

bei,  betreffend  Bibliothek  ver  Länderkunde,  zweiter  Band:  „Die  ostafrikanischen  Inseln“,  den  wir
geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.  Die  Expedition.
        <pb n="650" />
        604  —

Anzeigen.

 

 

 

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25

einzusenden.

 

Pfennig)  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  S8W  12,  Kochstraße  66—71,

 

 

Bekanntmachung.
Im  hiesigen  Firmenregister  ist  heute
unter  Nr.  7  die  Firma

Karl  Perrot

mit  dem  Sitze  in  Lindi  und  als
deren  Inhaber  der  Faktorei=  und  Plantagenbesitzer
  Karl  Perrot  zu  Wiesbaden
  eingetragen  worden.
Dar-es-Salam,  den  29.  Juli  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
(gez.)  Solf.  (2#6)

Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des
Kaiserlichen  Gerichtes  in  Windhoek  ist
heute  unter  Nr.  6  die  am  15.  Mai  1898
unter  der  Firma

Alexander  Lübbert  &amp;amp;  Co.
mit  dem  Sitze  in  Hatzamas  errichtete
offene  Handelsgesellschaft,  deren  Geselschafter
  die  Kaufleute  Alexander
Lübbert  und  William  Abraham
in  Hatzamas  sind,  eingetragen  worden.

Windhoek,  den  2.  Juli  1898.
VDer  Kaiserliche  Kichter  des  sühwelstfrikanischen
  Wt  für  den  Nordbezlr.

J.  V.:

(gez.)  Richter.

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Gesellschaftsregister  ist
heute  laut  Anmeldung  vom  17.  Juni
1898  unter  Nr.  5  die  unter  der  Firma

Rascher  &amp;amp;  Thielecke
mit  dem  Sitze  in  Swakopmund
errichtete  offene  Handelsgesellschaft  eingetragen
  worden.
GEeschsster  sind  die  Kaufleute:

1.  Ernst  Louis  Rascher  und

2.  Heinrich  Thielecke,
wohnhaft  in  Swakopmund.  (979)

Swakopmund,  den  18.  Juni  1898.
Der  Kaiserliche  Kichter  des  südwesafriksnischen

  S###utzzebietes  zu  Iwakepnun.

(L.  S.)  (gez.)  Dr.  L.  Koehler.

Bekanntmachung.

In  das  Prokurenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichts  für  den  Südbezirk  des
deutsch  =  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
  ist  heute  unter  Nr.  3  als
Prokurist  der  unter  Nr.  1  des  Gesellschaftsregisters
  vermerkten  offenen  Handlungsgesellschaft
  Seidel  &amp;amp;  Mühle
zu  Keetmanshoop  der  Handlungsgehülfe
  Adolf  Busch  von  Keetmanshoop
  eingetragen  worden.  (281)
Keetmanshoop,  den  3.  Juni  1898.
Ver  Haiserliche  Richter  für  den  Lädbezirt.
(gez.)  Golinelli.

 

(s

 

 

 

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Gesellschaftsregister  ist
heute  laut  Anmeldung  vom  9.  März
1896  und  13.  Dezember  1897  unter
Nr.  4  die  unter  der  Firma

Wecke  &amp;amp;  Boigts

mit  dem  Sitze  in  Windhoek  und
Zweigniederlaffungen  in  Swakop-=mund
  und  Okahandya  errichtete
offene  Handelsgesellschaft  eingetragen
worden.  (20)

Gesellschafter  sind  die  Kaufleute:
1.  Friedrich  Wecke  in  Swakopmund,
2.  Gustav  Voigts  in  Windheoek,
3.  Albert  Voigts  in  Okahandya.

Swakopmund,  den  18.  Juni  1898.
Ver  Koiserliche  Richter  des  füdwestafrilsnischen
  Schutzzebietes  zu  JIwakoypnund.

(L.  S.)  (gez.)  Dr.  L.  Koehler.

 

Bekanntmachung.

Der  Rechtsanwalt  Wasserfall  in
Windhoek  ist  zur  Ausübung  der
Rechtsanwaltschaft  bei  dem  Kaiserlichen
  Gericht  zu  Windhoek  zugelassen
  worden.  (z)

Windhoek,  den  16.  Juli  1898.
Der  Kaiserliche  Richter.
J.  V.:
(gez.)  Richter.

Gesunder,  kräftiger

Raufmann,

26  Jahre  alt,  mit  Gymnasialbildung,
sucht  Stellung  in  einer  deutschen
Kolonie  oder  Schutzgebiet.

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□Dg  Eingetragene  Schutzmarke.
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Chocoladen-  und
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Königs  von  Italien,

BERLLN  W.  S.,  Charlottenstrasse  39,

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Beschuss  von  .K  175  an.

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von  ∆&amp;amp;  140  an.

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mit  gasdichten  Hülsen  4&amp;amp;  1  mehr  pro  100  Stück.  —  Ferner
empfehle  zur  Hühnerjagd  Patronen  mit  Schrotstreuern.

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Lu#rsanl

9  u———mmr“r  —  *
JJ  —  mPnt  *#

!—––—e  —  n  —–-
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        EE—

     

Waffen.  J  agdgeräthe.

Man  verlange  die  reich  illustrirten  Kataloge,  welche  gratis  und  franko
versandt  werden.  Lieferungen  durch  Wiederverkäufer.  (269)

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Hunstig  bei  Dieringhausen  (Rheinland,).

 

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

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dargestellte

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(salzsaures  Phenocoll)

allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Altzer)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat,  ie  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  V  argas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
N#cheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Bgenannten
  Firma,  nämlich:
Uamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Bareelona:  J.  Espiell;

London:  A.  4  UM.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  HIll;

Noskau:  M.  Srzwage  &amp;amp;  Co.;

New-  Tork:  Lehn  4  Fink,  126  Willllam  Street;

Paris:  Man  Fedes,  31  rus  des  petltes  Ecuries;

Re  de  Janeiro:  Magallles,  Luckus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Mlngelboeler  &amp;amp;  Co.

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Im  Auslande  Import-Agenten  gesucht  an  den  Pläitzen,
wo  noch  kelne  Vertretungen  errichtet  sind.  (215)

(225)

        

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in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luftschichten.
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Von  vielen  Messen  und  Kantinen  der  Kaiserlichen  Marine  und  Schutz
truppe  bezogen  und  nachbestellt.  «
«-«  Aufträge  erbeten  durch  den  alleinigen  Vertreter  für  die  Kaiserbiehe
)  „Marine  und  Schutztruppe  4

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nach  den  der  botanischen  Oentralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemäse-Samen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutseben
afrfkanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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existirondeèn  Laufmatorialion.  Gosetzlich  geschutat.  (179)  «

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  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.
Ierr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittel!  Es  ist  von  höchstem
Werthe  dur  die  tägliche  Praris  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
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Immermann'’schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard  -Michnelis'sches  Referat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikant:  (222)

Apotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

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DD#nancos.  Mkrophonkohlen  und  Nohlen  für  Electrolye.

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aus  allen  Teilen  der  Welkt.  ·
Magazinen  des  In-  und  Auslandes  vorrutig,
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Möünchen  18564.  NWMelbourne  1880.  (u)
Müigemeine  Gartenbau-Ausstellung  in  Hamburg  1897  Goldene  Medallle.

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Berliner  Erport-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  ½2  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,  (70)
Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.

Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

Export.  „Bier

er
Kaiser-Brauerei  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steingutfabrik,  MilençLesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,

Gr.  Reichenstr.  45.  (1495)

 

 

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Länder-  und  Völkerkunde

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Hofbuchhändler  Sr.  Königlichen  Keveit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preußen.

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello= 



 

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ahre  Seekadett.  1882.  268  S.

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v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884.
.K.  1,50,  geb.  .E.  2,25.

Eus  Eran
Hamburzg,

Ferdinandstrasse  43,

übernimmt  jede  Commission  und
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West-  und  Ost-Afrika

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WOoERMANN-LINTE.

5  —  ««—’  Am18.sept.:P.D.,,Pr0kessorwoermanu«,capt.()arstcas,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,
Ruffsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  September:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,

nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Französisch-Bénin.

Am  25.  September:  P.  D.  „Melita  Bohblen“,  Capt.  Nissen,
nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  30.  September:  P.  D.  „Paul  Woermann“,  Capnt....  "„
nach  den  Canarischen  Inseln,  dem  Sénégal,  Liberia,  Lagos,  dem  Kongo,  Angola
und  Benguela.

Am  10.  Oktober:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt  Jensen,
nach  Madeira,  Fernando  Po,  dem  Kamerungebiet  und  Französisch-Kongo.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jeden  Monats.
Alle  Güter  mulssen  am  Tage  vor  dem  4bgpangsdarum  bis  12  Uhr  mittags  Ingsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passae  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

rwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

   

 

  

„ADMIRAL“,  Capt.  WWWtt  ...  14.  September,  28.  September,
*KANZLER“,  Capt.  Elsssson  28.  September,  12.  Oktober,
„  REICHSTAG,  Capt.  Weisskannn  .  ...  2  Oktober,  26.  Oktober,

nach  Mombassna,  Tanga,  Pangani:,  Saadania,  Bagamoyo?,  Dar-es-Salüm?",  Sanslbar:,  Kllwa,  Lindi,
Milindani,  Ibo,  Mozamblaque  7,  Quelimane  7,  Chinde?,  Beira“,  lnhambane,  Delagoabal“,  Durdan".
Die  mit  einem  F  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  "  verschenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genaunten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  huaben  vorsloliche  Einricheu#nen  Fur  Eussagtere  e#n  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufbäfen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretorin)  via  Delagoabai.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
"  Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.  seisse2

Dieser  Aummer  liegt  das  3.  Deft  des  XI.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“  bei.  —

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  –
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW.  12,  Kochstraße
Ausgegeben  am  15.  September  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Hersusgegebes  in  ber  Noloenial-Ibtbellung  des  Auswärtigen  Imis.

—

#  UAummer  19.

–

—  —-  ——  —„  —

 

 

—..——.————————————————..  ——  —  —v  —

K.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Ektober  1698.

.  –..————---’.#.....  ——.—"

 

 

.  —.—

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mitthellungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutrgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelmen.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Vost  und  die
uchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3.75  für
die  Lönder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchbandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

——  —  —

 

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Einberufung  des  Kolonialraths  S.  615.  —  Ertheilung  der  Befugnisse  eines  Generalkonsuls
für  den  Kongostaat  an  den  Gouverneur  v.  Puttkamer  S.  618#.  —  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des
Personenstandes  an  den  Gerichtsassessor  Dr.  Heim  für  Togo  S.  615.  —  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Ausübung
der  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz  an  den  Gerichtsassessor  Boether  in  Stephansort  S.  616.  —  Zollordnung  für  die
Binnengrenze  in  Deutsch-Ostafrika  S.  616.  —  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  September

S.  617.  —  Personalien  S.  617.  ·
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  618.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  Generalmajors  Liebert  über  seine  Reise  nach  Usagara  und  Uluguru  S.  618.  —  Neue  kartographische
Aufnahmen  in  Deutsch-Ostafrika  S.  621.  —  Ueber  die  Benutzbarkeit  der  Nebenflüsse  des  Ulanga  S.  621.  —
Kamerun:  Bericht  des  Premierlieutenants  Dominik  über  seinen  Zug  gegen  den  Häuptling  Ngila  S.  622.  —
Deutsch-Südwestafrika:  Tod  des  Kapitäns  Manasse  von  Omaruru  S.  624.  —  Aus  fremden  Kolonien:
Aufwendungen  für  die  englischen  Kolonien  seitens  des  Staates  S.  624.  —  Die  Verwaltung  des  Protektorats  der
Somaliküste  S.  624.  —  Gerichtsbarkeit  auf  der  Insel  Pitcairn  S.  624.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Die
Agyptische  Zuckerindustrie  S.  624.  —  Schiffsbewegungen  S.  627.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  627.  —  Anzeigen.

—

Amtlicher  Theil.
Geseße;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Verkräge.

Einbernfung  des  Kolonialraths.
Der  Kolonialrath  wird  berufen,  am  24.  Oktober  d.  Is.,  vormittags  10  Uhr,  im  Reichstagsgebäude
  zur  Berathung  zusammenzutreten.
Berlin,  den  21.  September  1898.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
v.  Buchka.

 

Dem  Kaiserlichen  Gouverneur  v.  Puttkamer  sind  die  Befugnisse  eines  Generalkonsuls  für  das
Gebiet  des  unabhängigen  Kongostaates  ertheilt  worden.  Die  Regierung  des  Kongostaates  hat  die  Lokalbchörden
  angewiesen,  den  Kaiserlichen  Gouverneur  in  seiner  kommissarischen  Eigenschaft  als  Generalkonsul
anzuerkennen.

 

Auf  Grund  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,  vom
15.  März  1888  (N.  G.  Bl.  S.  71),  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  die  Beurkundung  des
Personenstandes  von  Bundesangehörigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599)  und  der
Kaiserlichen  Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  Gerichtsassessor  Dr.  Heim  in
Lome  für  seine  Person  und  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  Togo  die  allgemeine
Ermächtigung  ertheilt  worden,  im  Falle  der  Behinderung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  bürgerlich  gültige
Cheschließungen  bezüglich  aller  Personen,  die  nicht  Eingeboxene  sind,  vorzunehmen  und  die  Geburten  und
Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.
        <pb n="662" />
        —  616  —

Auf  Grund  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deuff  en  Schutzgebiete  (R.  G.
Bl.  1888,  S.  75),  ist  dem  Beamten  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  Gerichtsassessor  ben  Pr  9a#  Serhlntar.
die  Ermächtigung  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz  im  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  für  den  westlichen  Jurisdiktionsbezirk  ertheilt  worden.

 

 

 

Perordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Zollordnung  für  die  Binnengrenze  in  Deutsch-Ostafrika.

Die  nachfolgenden  Bestimmungen  treten  mit  dem  Tage  der  Bekanntmachung  in  den  betreffenden
Grenzbezirken  in  Kraft.  Von  demselben  Zeitpunkt  ab  sind  alle  entgegenstehenden  Bestimmungen  ausgehoben.
81.
An  Einfuhrzoll  werden  erhoben:
a)  von  Spirituosen  aller  #.0t
b)  von  Schußwaffen  und  Schießbedarf..  ..  .  ...
c)  von  allen  Tauschwaaren  und  europäischen  Bedarfsartiken  5  -

82.

20  Prozent,
10  -

An  Ausfuhrzoll  werden  erhoben:

a)  von  Elfenbein,  Kopal  und  Gummi..  15
b)  von  Hölzern  aller  Art,  Negertabak,  Häuten  und  Fellen,  Rhinoceroshörnern,
Flußpferdzähnen,  Schildpatt,  Pfeffer,  Salz,  Oel  und  Fett  .  .  .  10
c)  von  Rindvieh.  ..  .  .......  pro  Stück  5  Rupien,
d)  von  Kleinvieh  (Schafen  und  Ziegenenn  =  32  Pesa,
e)  von  Maskateseln.  .............-  -15Rupien,
f)vonanderenEieln..............--  5  „

83.
Von  dem  im  §  1  festgesetzten  Einfuhrzoll  sind  befreit:  Alle  Maschinen  und  Instrumente,  welche
für  den  Ackerbau  bestimmt  sind,  sowie  alle  Materialien  für  den  Bau  und  die  Unterhaltung  der  Wege,
Pferdebahnen,  Eisenbahnen  und  im  Allgemeinen  alle  Transportmittel.

84.
Die  in  den  88  1  und  2  festgesetzten  Zölle  werden  vom  Werthe  der  Waaren  an  dem  betreffenden
Ort  erhoben  und  sind  in  barem  Geld  oder  in  natura  zu  entrichten.  Kleinere  Waarenmengen,  von  welchen
der  Zoll  weniger  als  eine  halbe  Rupie  beträgt,  können  sowohl  bei  der  Einfuhr  wie  bei  der  Ausfuhr
zollfrei  gelassen  werden.
86.
gur  Entrichtung  des  Zolls  ist  Derjenige  verpflichtet,  welcher  in  dem  Augenblick,  in  dem  die  Zoll
—  Inhaber  des  zollpflichtigen  Gegenstandes  ist.  Ueber  den  gezahlten  Zoll  ist  eine  Quittung
zu  ertheilen.

§  6.

Alle  ein=  und  ausgeführten  Waaren  sind  innerhalb  von  vier  Wochen  einer  Zollstation  zur  Verzollung
  anzumelden.  Die  Orte,  wo  sich  Zollstationen  befinden,  sind  in  den  betreffenden  Bezirken  öffentlich
bekannt  zu  machen.

87.

Die  Ein=  und  Ausfuhr  von  Schußwaffen  und  Schießbedarf  richtet  sich  nach  den  hierüber  erlassenen
besonderen  Bestimmungen.

838.

Zollhinterziehung  (Schmuggel)  wird  bestraft  mit  Einziehung  der  geschmuggelten  Waaren  und  einer
Geldstrase,  welche  dem  vierfachen  Betrage  der  vorenthaltenen  Abgabe  gleichkommt.  Der  Zoll  ist  neben  der
Strafe  zu  entrichten.

In  allen  Fällen,  in  denen  der  Werth  des  geschmuggelten  Gegenstandes  nicht  mehr  zu  ermitteln
ist  und  infolgedessen  die  obige  Berechnung  der  Strafe  und  die  Einziehung  der  Waaren  nicht  mehr  erfolgen
kann,  ist  auf  Zahlung  einer  Geldstrafe  von  20  bis  2000  Rupien  zu  erkennen.

§  9.
Wer  es  unternimmt,  Gegenstände,  deren  Ein=  oder  Ausfuhr  für  das  Schutzgebiet  oder  für  einen
Theil  desselben  durch  öffentliche  Bekanntmachung  verboten  ist,  diesem  Verbote  zuwider  ein-  oder  auszuführen,
        <pb n="663" />
        —  617  —

wird  neben  Einziehung  der  betreffenden  Gegenstände  mit  einer  Geldstrafe  bestraft,  welche  dem  doppelten
Werth  der  Gegenstände,  und  wenn  dieser  nicht  20  Rupien  beträgt,  dieser  Summe  gleichkommt.

8  10.

Wenn  Geldstrafen  im  Falle  des  Unvermögens  nicht  beigetrieben  werden  können,  wird  auf  Freiheitsstrafe
  erkannt,  deren  Dauer  drei  Monate  nicht  übersteigen  darf.  Bei  der  Umwandlung  von  Vermögensstrafen
  in  Freiheitsstrafen  wird  ein  Tag  gleich  1  bis  3  Rupien  gerechnet.  Zur  Festsetzung  von  Freiheitsstrafen
  ist  nur  der  betreffende  Bezirkschef  zuständig.

§  11.

Alle  sonstigen  Uebertretungen  dieser  Verordnung  und  der  zu  ihrer  Ausführung  öffentlich  bekannt

gemachten  Bestimmungen  werden  mit  einer  Ordnungsstrafe  von  1  bis  50  Rupien  belegt.

–  12.
Die  erforderlich  werdenden  Ausführungsbestimmungen  und  Dienstvorschriften  werden  von  der
Finanzabtheilung  erlassen.

Dar-es-Saläm,  den  1.  August  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  der  Decken.

 

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  September  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,3675  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Perl#nalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  baben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hülfsarbeiter  in
der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts,  Regierungsrath  Dr.  Bumiller,  den  Charakter  als
,Legationsrath“  zu  verleihen.

—

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Professor  und
Dirigenten  des  Versuchsfeldes  der  landwirthschaftlichen  Akademie  zu  Poppelsdorf,  Dr.  Wohltmann,  den
Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.  «

 

Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  13.  September  1898.

Dr.  Feldmann,  Assistenzarzt  vom  Kadettenhaus  in  Cöslin,  mit  dem  20.  September  d.  Is.  aus  dem  Heere
ausgeschieden  und  mit  dem  21.  September  d.  Is.  als  Assistenzarzt  mit  seinem  bisherigen  Patent
in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  16.  September  1898.

Fischer,  Hauptmann  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  kommandirt  zur  Dienstleistung
beim  Oberkommando  der  Schutztruppen,

Dr.  Becker,  Oberstabsarzt  1.  Klasse,  —  Antrag  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf  weitere
2½  Jahre  genehmigt.

Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  13.  September  1898.

Dr.  Hummel,  Königlich  württembergischer  Stabsarzt  a.  D.,  bisher  vom  Feldartillerie-Regiment  König
Karl  (1.  Württembergischen)  Nr.  13,  mit  dem  4.  September  d.  Is.  als  Stabsarzt  mit  einem
Patent  vom  28.  Mai  d.  IJs.  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  angestellt.
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        —  618  —

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Der  als  Rechnungsbeamter  für  den  Gouvernementsdienst
  angenommene  Finanzaspirant  Lergen
wird  die  Ausreise  nach  Dar-es-Saläm  am  12.  Oktober
  d.  Is.  von  Neapel  aus  antreten.

Der  Assistenzarzt  Dr.  Feldmann  und  der  Unteroffizier
  Baumann  haben  die  Ausreise,  der  Sergeant
Lachenmair  die  Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet
angetreten.

Für  die  durch  den  Tod  des  Gärtners  Kaarsberg
  frei  gewordene  Stelle  ist  Christian  Hedde,

 

die  deutschen  Schutzgebiete,  als  Gärtner  angenommen
worden.  Derselbe  hat  die  Reise  nach  Dar-es-Saläm
am  28.  September  d.  Is.  von  Hamburg  aus  angetreten.
  *#

Der  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  als  Bauleiter
  beschäftigte  Alois  Bürger  ist  während  eines
Heimathsurlaubes  am  11.  September  d.  Is.  in  dem
Hospitale  der  Schwestern  vom  „Rothen  Kreuz“  in
München  gestorben.

 

Lüdwestafrika.

Der  Stabsarzt  Dr.  Hummel  ist  nach  dem
Schutzgebiet  abgereist.

Der  Zollbeamte  Schleiffer  ist  in  Swakopmund

bisher  Volontär  an  der  botanischen  Centralstelle  für  eingetroffen.

 

Rachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pftafrika.

Bericht  des  Raiserlichen  Gouverneurs  für  Deutsch-Ostafrika
  Generalmajors  Liebert  über  seine  Reise  nach
Usagara  und  Ulugurn.
Dar-es-Saläm,  den  26.  August  1898.

1.  Reise  nach  Kilossa.

Am  30.  Juli  verließ  ich  Dar-zes-Saläm  zu  Pferde
und  erreichte  die  vorausgesandte  Karawane  an  der
Mafisifähre  des  Kingani  am  31.  Juli  nachmittags.

In  acht  Marschtagen  —  einer  sehr  befriedigenden
Marschleistung  —  erreichte  ich  Kilossa.  Wenn  der
jetzt  angeordnete  Bau  von  Rasthäusern  und  die  Anlage
  von  Brunnen  ausgeführt  sein  wird,  kann  Kilossa
zu  Maulthier  in  sechs  bis  sieben  Tagen  erreicht
werden.  Die  Straße  ist  durchweg  vortrefflich  und
entspricht  allen  Anforderungen  für  den  Verkehr  mit
Ausnahme  der  drei  Monate  Regenzeit.  Der  große
Verkehr  wird  für  diese  Zeit  unterbrochen.  Die
Straße  ist  auch  auf  der  ganzen  300  km  betragenden
Strecke  für  Wagen  fahrbar.  Die  einzigen  Hindernisse
sind  der  Kingani,  dessen  Fährboot  nur  nacheinander
größere  Transporte  bewältigen  kann,  und  eine  Anzahl
Steigungen  östlich  Kikundi  (in  den  Vorbergen  Ulugurus),
  die  noch  abgeflacht  oder  durch  Wegekehren
gemildert  werden  müssen.  Ganz  Außerordentliches  hat
Premierlieutenant  Brosig,  als  Bezirkschef  von
Kilossa,  in  der  Herstellung  guter  Brücken  geleistet.
Von  Mrogoro  bis  Kilossa  passirt  man  neun  große
und  viele  kleinere  Brücken  aus  dem  soliden  und
ameisenfesten  Eisenholz  (Kambala-Acacia  nigrescens),
eine  Arbeit,  die  der  12.  Kompagnie  der  Schutztruppe
hohe  Ehre  macht.

 

Das  durchrittene  Land  machte  gegenwärtig,  nachdem

  seit  1  1¼  Jahren  kein  nennenswerther  Regen  gefallen,

  einen  öden  Eindruck.  Mit  Ausnahme  ganz
kleiner  Striche  (Kikundi,  Kiroka,  Kingo-Mrogoro)
besteht  die  große  Fläche  zwischen  den  Pugubergen
und  Usagara  aus  trockenem,  unfruchtbarem  Pori.
Gegenwärtig  waren  nicht  nur  die  geringen,  um  die
wenigen  Ortschaften  gelagerten  Felder  ohne  Ernte
geblieben  und  reckten  nur  dürre  Halme  empor,  sondern
  auch  alle  Wasserläufe  waren  völlig  ausgetrochet.
Selbst  der  Ngerengere,  der  bedeutendste  und  entwickeltste
  Nebenfluß  des  Kingani,  enthielt  keinen
Tropfen  Wasser.  Wie  in  Südwestafrika  mufte
mühsam  nach  Trinkwasser  in  seinem  sandigen  Bert
gegraben  werden.

Hinter  Matuli  tauchen  in  der  Ferne  die  Uluguruberge
  auf,  ein  stattliches  Bergmassiv  mit  theilweise
Waldbedeckung.  Oestlich  Kikundi  durchzieht  di
Straße  die  nördlichen  Vorberge  Ulugurus,  die  etwar
Feuchtigkeit  festgehalten  haben  und  in  den  langgestreckten
  Thälern  von  Kikundi  und  Kiroka  eine
Ernte  von  Mtama  und  Mais  ausweisen.

Die  Landschaft  Mrogoro  (Simbamweni  und  Kingo)
erstreckt  sich  direkt  am  Nordfuße  des  steilabfallenden
Ulugurumassivs.  Sie  wird  von  mehreren  Bächen
gespeist,  die  aus  bedeutender  Höhe  herabkommen  und
daher  nicht  versiegen.  Auch  hier  war  daher,  wem
auch  knapper  als  sonst,  eine  Ernte  vorhanden.

Nach  zwei  weiteren  sehr  großen  Tagereisen  erreicht
  man  endlich  das  grüne  und  sehr  fruchtbar-Thal
  des  Mukondokwa,  der  mit  dem  Mkata  zusammen
  den  Wami  bildet.  Das  Mukondokwothal
ist  der  Mittelpunkt  und  das  Herz  von  Usagara,  de
        <pb n="665" />
        Kornkammer  für  die  tausende  auf  der  großen  Karawanenstraße
  verkehrenden  Träger.  Hier  rasten  alle
Karawanen,  ob  sie  von  der  Küste  oder  zur  Küste
gehen,  mehrere  Tage,  um  ihren  Mundvorrath  zu
ergänzen  und  sich  für  die  bevorstehenden  Entbehrungen
im  Pori  zu  stärken.  Ich  habe  das  Thal  bis  oberhalb
  Muinisagara  #)  abgeritten  und  überall  die  gleiche
Fruchtbarkeit  und  auch  ziemlich  reichlichen  Anbau
gefunden.  Leider  ist  noch  kein  Versuch  gemacht,  ob
in  dem  schweren,  immer  feuchten  Thalboden  edlere
Produkte,  wie  z.  B.  Kakao,  gedeihen  und  lohnen.
Im  Garten  der  Station  Kilossa  (500  m  Höhe)
tragen  die  hier  angepflanzten  arabischen  Kaffeebäume
sehr  reichlich;  die  europäischen  Gemüse  versorgen  den
Tisch  aufs  Beste.  nur  Kartoffeln  wollen  nicht  fortkommen.
  Die  hier  stattlich  wachsenden  jungen  Kokospalmen
  erweisen  die  Unrichtigkeit  des  alten  Satzes,
daß  diese  Palmen  nur  an  der  Küste  gedeihen.

In  der  unmittelbaren  Umgegend  von  Kilossa
zeigt  sich  ein  seltsames  Völkergemisch.  In  Kondoa
leben  zahlreiche  Araber  und  Inder,  die  hier  durch
die  Verpflegung  der  Karawanen  gute  Geschäfte
machen.  Ganz  in  der  Nähe  befinden  sich  starke
Kolonien  von  Wanyamwesi  und  Wassangu,  die  neben
ihrer  Beschäftigung  mit  Ackerbau  und  Viehzucht  stets
bereit  sind,  als  Träger  auszuhelfen.  Beide  Stämme
geben  den  weichen  Wasagara,  der  Grundbevölkerung
des  Landes,  ein  gutes  Beispiel  regsamer  Thätigkeit.
Hoffentlich  gelingt  es,  mehr  Leute  der  betriebsamen
Stämme  des  Innern  an  der  Karawanenstraße  anzusiedeln.


Sehr  erfreulich  ist  der  Anblick  des  Viehstandes
der  Station  Kilossa.  150  Stück  Großvieh  zeigen  sich
in  bester  Beschaffenheit  und  gutem  Gedeihen.  Dasselbe
ist  von  dem  Vieh  der  Eingeborenen  in  Kondoa,  bei
Kingo  und  an  der  Mafisifähre  zu  sagen.  Es  sticht
sehr  vortheilhaft  ab  gegen  das  Aussehen  des  Viehes
in  der  mit  so  großer  Sorgfalt  gepflegten  Viehstation
Pugu,  wo  das  Eingehen  zahlreicher  Thiere  ohne
auffallende  Krankheitserscheinungen  noch  immer  an
der  Tagesordnung  ist.  Vielleicht  ist  diese  Station
Krankheitseinflüssen  der  Küste  noch  zu  stark  ausgesetzt
und  wird  weiter  ins  Innere  verlegt  werden  müssen.

In  dem  Pori  zwischen  Mkata  und  Mukondokwa,
in  der  Landschaft  Matwiga,  gedeiht  der  oben  erwähnte
  Eisenholzbaum  besonders  gut  und  häufig.
Um  diesen  für  alle  Bauten  unersetzlichen  und  werthvollen
  Baum  zu  erhalten  und  zu  kultiviren,  ist  die
Einrichtung  eines  kleinen  Forsthauses  an  der  großen
Straße  angeordnet.  Dort  soll  ein  nach  Kilossa  versetzter
  Oberjäger  stationirt  werden  und  die  Pflege
und  Aufforstung  jener  wichtigen  Bestände  übernehmen.
Später  wird  diese  Aufsicht  über  den  Forst  durch
einen  Eingeborenen  oder  einen  Inder  ausgeübt
werden  können.

*)  Die  alte  Station  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,
  die  längst  in  Trümmern  liegt.  Hier  wurde
seiner  Zeil  der  Usagara-Vertrag  abgeschlossen.  D!

619

 

2.  Das  Ulugurugebirge.

Von  Kilossa  aus  erreichte  ich  in  vier  Märschen
in  südöstlicher  Richtung  das  Ulugurugebirge  auf  seiner
Westseite,  und  zwar  in  der  Gegend,  wo  der  Mkuyuund
  der  Mhansabach  die  Berge  verlassen.  Ich  habe
darauf  den  Ssongaberg  (auf  1100  m  Sattelhöhe)
und  den  Mgetafluß  (auf  1060  m)  überschritten  und
bin  das  Msingathal  aufwärts  gegangen.  Von  hier
wurde  mit  unglaublich  steilem  Anstieg  das  mächtige
Bergmassiv  des  Lukwangula  auf  2400  m  Höhe  erreicht
  und  an  der  Quelle  des  Mgeta  gelagert.  Meine
Absicht,  oben  auf  dem  Plateau  des  Lukwangula  dem
Laufe  des  Mgeta  entlang  zu  marschiren,  wurde  durch
die  niedrige  Temperatur  und  den  scharfen  Wind  vereitelt.
  Ich  stieg  deshalb  zum  Fisigothale  (Ningwa)
herab,  marschirte  dies  abwärts  und  ging  über  Taua
und  Lolo  in  nördlicher  Richtung  nach  Kinole  zum
Jumben  Kingaro.  Von  hier  ward  der  Abstieg  zum
Ruvu  nach  der  Missionsstation  Tununguo  vollzogen.
Die  eigentliche  Gebirgsreise  nahm  sechs  Tage  in
Anspruch.  «

Das  Ulugurugebirge  ist  ein  Massengebirge  mit
aufgesetzten  Ketten,  das  ungefähr  dreieckigen  Umriß
und  einen  Flächeninhalt  von  340  qkm  hat  und  mit
seinem  Wasserreichthum  ausschließlich  das  Flußsystem
des  Ruvu-Kingani  speist,  der  selbst  hier  entspringt
und  dessen  bedeutende  Nebenflüsse,  der  Ngerengere,
Mgeta,  Fisigo,  sowie  zahllose  kleinere  Zuflüsse  sämmtlich
  hier  ihren  Ursprung  haben.  Seine  Grundformation
  ist  Gneis  und  Glimmer,  doch  findet  sich  auch
viel  Quarz  und  thonhaltige  Schichten.

Es  ist  erstaunlich,  daß  dies  schöne,  allerdings
sehr  schwer  ersteigbare  Gebirgsland  trotz  seiner
Küstennähe  (etwa  200  km)  noch  so  wenig  erschlossen
und  bekannt  geworden  ist.  Einem  zweimonatlichen
Aufenthalt  und  fleißigen  Forschen  Dr.  Stuhlmanns
  verdanken  wir  die  Karte  in  1:  150  000.  Im
Uebrigen  haben  nur  wenige  Reisende  (Ramsay,
Schlobach)  die  Außenseite  des  Gebirges  berührt.

Das  Gebirge  ist  jedenfalls  das  schönste  und
mannigfaltigste  der  ostafrikanischen  Bergkomplexe,  da
es  neben  seiner  bedeutenden  Höhe  vielgestaltige  Gipfel
und  zahlreiche  Bergketten  aufweist,  die  untereinander
durch  tiefeingeschnittene  Flußthäler  getrennt  sind.
Fast  auf  jedem  hohen  Punkte  hat  der  Beschauer  eine
ganze  Anzahl  von  Bergreihen  vor  sich,  die  sich
malcrisch  aufbauen  und  in  der  Ferne  in  dunklem
Blau  verschwinden.  Charakteristisch  ist  die  Steilheit
seiner  Hänge,  die  wohl  den  Grund  für  den  bisher
so  geringen  Besuch  seiner  Höhen  bildete.

Vor  Usambara  voraus  hat  das  Ulugurugebirge
den  großen  Wasserreichthum.  Da  die  Wolken
hier  in  ungefährer  Höhe  von  1500  m  streichen,  so
sind  die  darüber  liegenden  Höhenrücken  und  Gipfel
beständig  in  Nebel  und  Wolken  gehüllt  und  erfreuen
sich  reichlicher  Befeuchtung.  Demzufolge  reicht  auch
hochstämmiger  Wald  bis  auf  die  Bergrücken  herauf
und  hält  seinerseits  wieder  die  Niederschläge  fest.
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        Aus  jeder  Schlucht  und  Bergfalte  rinnt  ein  Wasserlauf
  zu  Thal  und  befruchtet  seine  Umgebung.  Allerdings
  erschweren  diese  unaufhörlich  sich  folgenden
großen  und  kleinen  Wasserläufe  das  Fortkommen  außerordentlich.
  Meine  Karawane  hat  an  einem  Marschtage
  24  solcher  Gebirgsbäche  über  Felsgeröll  und
Steinplatten  hinweg  überschreiten  müssen.  Erstaunlich
aber  ist  infolge  dieses  Wasserreichthums  die  Fruchtbarkeit
  der  Thäler;  nicht  nur  sind  diese  deshalb
dicht  bevölkert  und  vortrefflich  angebaut,  sondern
auch  die  Berghänge  sind  mit  Hütten  der  Eingeborenen
und  deren  Feldern  bedeckt,  wie  dies  in  keinem  anderen
Mittelgebirge  Ostafrikas  der  Fall  ist.  Allerdings
besteht  ein  Unterschied  zwischen  dem  West=  und  Ostabhang
  des  Gebirges.  Da  die  Wollken  an  letzterem
ihren  Feuchtigkeitsgehalt  ablagern,  so  ist  dieser  viel
quellen=  und  wasserreicher  als  die  steppenartigen
Hänge  der  Westseite.  Der  der  Küste  zu  gelegene
Hang  ist  somit  der  bevorzugte.

Der  Waldbestand  des  Gebirges  ist  noch  ziemlich
  bedeutend  und  zeigt  zum  Theil  schöne  werthvolle
Stämme,  ferner  ausgezeichneten  Bambus  und  gute
Bauhölzer.  Leider  sind  die  Bewohner  die  schlimmsten
Feinde  ihrer  schönen  Wälder.  Sie  brennen  den
Wald  nieder,  um  den  Boden  zu  bewirthschaften.
Nach  wenigen  Jahren  lassen  sie  das  Feld  wieder
liegen  und  nehmen  durch  Feuer  eine  neue  Fläche  in
Besitz.  So  zieht  sich  der  gute  Waldbestand  immer
mehr  auf  die  Höhen  zurück  und,  falls  nicht  eingegriffen
  wird,  sind  seine  Tage  gezählt,  und  damit
müssen  die  schönen,  segenbringenden  Quellen  versiegen.
Das  Schmerzliche  ist,  daß  schon  jetzt  die  Eingeborenen
bis  in  das  prachtvolle  Dickicht  der  Hochwälder  eindringen
  und  dort  ohne  Auswahl  die  besten  Stämme
als  Bau=  und  Brennholz  herausschlagen.  Auch  der
Bambus  wird  als  das  bequemste  Baumaterial  für
die  Hütten  rücksichtslos  verwüstet.  Herr  Forstassessor
v.  Bruchhausen  wird  über  diesen  Gegenstand  einen
besonderen  Bericht  einreichen.

Die  Bevölkerung  der  Berge  theilt  sich  streng
in  zwei  Stämme,  die  miteinander  wenig  oder  kaum
Verbindung  haben,  verschiedene  Sprachen  sprechen
und  in  ihrer  Lebensweise  und  ihrem  Bildungsgrade
große  Unterschiede  aufweisen.  Die  Hochberge  und
Hochthäler  sind  von  den  Waluguru  bewohnt,  die
meist  in  Gruppen  von  drei  bis  zehn  Hütten  auf
schwer  erreichboren  Punkten  wohnen,  äußerst  schen
und  furchtsam  sind  und  vorläufig  die  Berührung  mit
dem  Europäer  noch  ängstlich  vermeiden.  Sie  sprechen
einen  eigenen,  unverständlichen  Dialekt,  empfangen  die
Karawanen  nicht  in  ihrem  Dorfe,  sondern  laufen
sämmtlich  mit  Frauen,  Kindern  und  Vieh  weg  und
verbleiben  in  den  Bergen,  bis  die  Karawane  wieder
abgezogen  ist.  Wenn  es  mir  gelang,  durch  Aussendung
  von  Boten  und  Anbieten  von  Geschenken  in
den  Abendstunden  einige  Beherzte  zur  Rückkehr,  zum
Schauri  und  zum  Führerdienst  zu  bewegen,  so  habe
ich  doch  nicht  Gelegenheit  gesunden,  ein  Weib  oder
Kind  der  Waluguru  zu  sehen.  Sie  saßen  meist  auf

 

620  —

den  höchsten  Anhöhen  und  beobachteten  von  dort
furchtsam  und  scheu  den  Marsch  der  Karawane.
Dr.  Stuhlmann  glaubt,  daß  die  Waluguru  aus  den
verschiedensten  Stämmen  der  Ebene  zusammengesetzt
sind,  von  denen  sich  Theile  und  Trümmer  vor  den
Raubzügen  früherer  Zeiten  in  die  sicheren  Berge
geflüchtet  und  hier  eine  zweite  Heimath  gefunden
haben.  Jedenfalls  wird  es  noch  geraumer  Zeit  und
unausgesetzter  geschickter  Bemühung  bedürfen,  bevor
diese  „wilden“  Bergbewohner  den  deutschen  Beamten
mit  Vertrauen  sich  nähern.

Rund  herum  um  die  Waluguru  in  den  offenen
Thälern  und  auf  den  der  Ebene  zugewandten  Vorbergen
  wohnen  Wakami.  Diese  zeichnen  sich  durch
Intelligenz  und  Arbeitsamkeit  aus  und  wissen  ihrem
fruchtbaren  Boden  so  viel  abzugewinnen,  daß  sie  sich
behaglichen  Wohlstandes  erfreuen.  Sie  leben  in
größeren  Ortsgemeinschaften  und  unter  meist  ziemlich
bedeutenden  Jumben  und  sehen  auf  die  Waluguru
als  auf  „Waschensi“  verächtlich  herab.  Das  schöne
Thal  „Taua“  des  Mangabaches  erscheint  dem  Reisenden
  wie  ein  grüner  Garten.  Es  ist  durch  künstlich
gezogene  Gräben  reichlich  bewässert  und  liefert  zu
jeder  Jahreszeit  Ernteerträge.

Der  Boden  ist  in  dem  gesammten  Gebirgslande
durchweg  rother  Laterit,  zum  Theil  von  schwarzem
Humus  bedeckt  und  infolge  der  reichlichen  Bewässerung
  sehr  fruchtbar.  Wie  kein  anderer  der  ostafrikanischen
  Gebirgsstöcke  eignet  sich  das  Ulugurugebirge
zur  Verbindung  von  europäischem  Ackerbau  und
Weidewirthschaft  mit  der  Anlage  tropischer  Kulturen
je  nach  der  gewählten  Höhenlage.  Auf  den  weitgestreckten
  grünen  Hochweiden  muß  ein  schöner  Viehstand
  gedeihen.  Leider  ist  gegenwärtig  Rindvieh
nur  spärlich  vertreten  und  muß  erst  gewissermaßen
neu  eingeführt  werden.

Für  alle  tropischen  Erzeugnisse  aber  finden  sich
hier  nach  sachgemäßer  Auswahl  die  betreffenden
Oertlichkeiten  und  Böden  für  Kaffee,  Thee,  Kakoo,
Kardamom,  Zimmt  2c.  Zu  meiner  Freude  kounte
ich  die  erste  kleine  deutsche  Plantage  in  ihren  Anfängen
  hier  sehen.  Ein  früherer  Angestellter  der
Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,  Herr  Moritz
von  Derema,  hat  sich  bei  Kinole  (Jumbe  Kingaro)
im  Nordosten  des  Gebirges  niedergelassen,  zunächst
um  Sammlüungen  aller  Art  zu  betreiben.  Die  außerordentlich
  günstige  Lage  (1000  m  Höhe),  der  vortreffliche
  Boden,  der  starke  Urwaldbestand,  die  reichlichen
  Niederschläge  haben  ihn  veranlaßt,  eine
Kaffeepflanzung  anzulegen,  die  er  mit  bescheidenem
eigenen  Kapital  betreiben  will.  Er  hat  das  Gouvernement
  um  lUleberlassung  von  200  ha  gebeten.
Die  Anfänge  der  mit  langjähriger  Erfahrung  äußerst
sachgemäß  angelegten  Pflanzung  machen  einen  recht
viel  versprechenden  Eindruck.  Das  Gelingen  dieses
Unternehmens  wäre  um  so  erfreulicher,  als  es  den
Beweis  liefern  würde,  daß  ein  erfahrener  und  landeslundiger
  Mann,  auch  ohne  Millionen  zu  besihen,
Kassce  auf  den  Markt  liefern  kann.
        <pb n="667" />
        Ich  nahm  Veranlassung,  auch  den  Missionsstationen
  einen  Besuch  abzustatten.  Mrogoro  macht
einen  sehr  guten  Eindruck,  sowohl  nach  seiner  schönen
Lage,  seinen  Bauten,  seinen  gut  gepflegten  Gärten
und  der  nicht  unbedeutenden  Kaffeepflanzung,  als
auch  nach  seinem  Einfluß  auf  die  Bevölkerung  und
die  gute  Erziehung  der  Missionskinder.  Lettere
sangen  sehr  hübsch  zum  Harmonium  deutsche,  Suaheliund
  lateinische  Kirchen=  und  patriotische  Lieder.

Neue  kartographische  Aufnahmen  in  Deutsch-Ostafrika.")

Im  Laufe  des  Sommers  sind  bei  der  Kolonial=Abtheilung
  etwa  20  neue  Routenausnahmen,  besonders
aus  Ostafrika,  aber  auch  4  aus  Kamernn,  eingegangen,
unter  welchen  zwei  wegen  ihrer  Wichtigkeit  besondere
Hervorhebung  verdienen.

Die  erste  rührt  von  dem  bereits  durch  Forschungen
in  Kleinasien  bekannten  Hauptmann  v.  Prittwitz
und  Gaffron  her  und  betrifft  den  Ulanga  und
seine  Nebenflüsse  Kihansi  und  Ruipa,  welche  von
Perondo  an  bis  etwas  unterhalb  der  früheren  Ulangastation
  befahren,  ausgenommen  und  ausgelothet  worden
  sind.  Es  hat  sich  herausgestellt,  daß  der  Kihansi
und  der  Ruipa  zwar  nicht  schiffbar,  der  Ulanga  aber
auf  der  untersuchten  Strecke  überall  für  flachgehende
Heckdampfer  selbst  während  des  niedrigsten  Wasserstandes
  befahrbar  ist.  Ein  etwa  100  km  langer
Weg  trennt  diesen  Theil  des  Flusses  von  dem  gleichfalls
  schiffbaren  unteren  Rufiyi,  auf  welchem  bereits
ein  Dampfer  verkehrt.  Von  der  oberen  Grenze  der
Schiffbarkeit  führt  ein  mit  leichter  Mühe  fahrbar  zu
machender  Weg  in  zwei  kurzen  Tagemärschen  über
die  Ulanga-Ebene  an  den  Fuß  des  Uhehe-Hochlandes.
Ein  weiterer  halber  Tag  bringt  den  Reisenden  in
das  gesunde  und  erfrischende  Höhenklima  des  Gebirges.
Eine  schnelle  Verbindung  desselben  mit  der  Küste
scheint  demnach  ohne  bedeutende  Kosten  hergestellt
werden  zu  können.  Hauptmann  v.  Prittwiz,  dessen
ausführlicher  Bericht  nebst  Karte  im  nächsten  Heft
der  „Mittheilungen  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“
erscheinen  wird,  ist  übrigens  der  Ansicht,  daß  der
Ulanga  noch  weit  oberhalb  der  Kihansieinmündung
bis  in  das  Gebiet  von  Sakkamaganga  und  vielleicht
noch  weiter  sich  als  befahrbar  herausstellen  wird.

Hauptmann  v.  Prittwitz  hat  außerdem  das
ganze  Gebirgsland  zwischen  Iringa  und  dem  Ulangathale
  (Strecke  Perongo—Dwangire)  auf  zahlreichen
sich  kreuzenden  Routen  durchzogen  und  ausgenommen;
doch  sind  diese  Arbeiten  bisher  noch  nicht  in  Berlin
eingetroffen.

Eine  ganze  Reihe  von  Einsendungen  des  Premierlieutenants
  Engelhardt  haben  dessen  frühere  Arbeiten
  (vergl.  Kol.  Bl.  Nr.  9  1898,  S.  242)  in  erwünschter
  Weise  vervollständigt.  Seine  Aufnahmen,
zum  größten  Theile  gleich  von  ihm  selbst  in  Karten-—

  —  —

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1898,  S.  241.

 

621  —

form  gebracht,  umfassen  jetzt  seine  Märsche  vom
Dezember  1896  bis  zum  Mai  1898,  von  Lindi  an
durch  das  ganze  Ruvumathal  bis  zum  Nyassa-See,
die  Gebiete  des  Tshabruma  und  Sakkamaganga,
Lupembe  und  namentlich  Uhehe,  das  nach  Fertigstellung
  der  Kartenkonstruktionen  zu  den  bekanntesten
Theilen  Deutsch-Ostafrikas  gehören  wird.

Interessantes  neues  Material  für  Uhehe  und  das
Gebiet  zwischen  den  Stationen  Songea  und  Barikiwa
saudte  duch  Pater  Alfons  Adams  ein,  ferner  für
letzteres  Lientenant  Glauning,  der  sich  auf  dem
Londwege  nach  der  Nordspitze  des  Nyassa  begeben
hat,  um  dort  mit  Hauptmann  Herrmann  zusammenzutreffen
  und  an  der  Feststellung  der  deutsch-britischen
Grenze  theilzunehmen.  Stabsarzt  Hösemann  hat
seinen  Marsch  vom  Kivu-See  nach  Bukoba  und  von
der  Station  Mwansa  nach  Moschi  kartographisch
verzeichnet,  und  weite  unbekannte  Strecken  im  Norden
und  Nordwesten  von  Tabora  hat  vom  Juni  bis
September  1897  und  im  Februar  und  März  1898
Hauptmann  Langheld  erforscht.

Üeber  die  Benutzbarkeit  der  Nebenflüsse  des  Ulanga.

Um  den  vielsach  verbreiteten  irrigen  Ansichten
über  die  Beschaffenheit  und  Benupbarkeit  der  Ulanga-Nebenflüsse
  für  den  Verkehr  nach  dem  Uheheplateau
entgegenzutreten,  entnehmen  wir  einem  diesbezüglichen
Berichte  des  Hauptmanns  v.  Prittwitz  aus  Station
Dwangire  unter  dem  13.  Juli  1898  an  das  Kaiserliche
  Gouvernement  das  Folgende:  "

„In  den  letzten  Wochen  habe  ich  mehrere  kleine
Expeditionen  unternommen,  um  die  Zugangsstraßen
vem  Ulanga  zum  Gebirgsfuße  sowie  den  besten  Aufstieg
  auf  das  Gebirge  zu  erkunden.  Ich  habe  hierbei
erneut  festgestellt,  daß  sowohl  der  Kihansi  wie  der
Ruipa  nur  etwa  eine  Stunde  weit  von  der  Mündung
flußaufwärts  für  größere  Fahrzeuge  befahrbar  ist.
Weiter  stromauf  sind  dagegen  beide  Flüsse  nur  für
Boote  benutzbar.  Der  Mgeta,  den  ich  fast  von  seiner
Quelle  an  bis  zu  seiner  Mündung  erkundet  habe,  ist
überhaupt  nur  für  Boote  —  allerdings  von  seiner
Mündung  bis  nahe  an  den  Fuß  der  Berge  heran  in
jetziger  Zeit,  wenn  auch  stellenweise  mit  großen
Schwierigkeiten  —  befahrbar.  Etwa  halbwegs  auf  der
Strecke  zwischen  dem  Ulanga  und  Gebirgsfuß  theilt
er  sich  in  zwei  Arme.  Der  rechte  Arm  mündet  als
Mamba  in  den  Kihansi  oberhalb  von  dessen  unterster
Flußenge  und  ist  für  Boote  passirbar.  Der  linke
unbefahrbare  Arm  mündet  als  Kvali  in  den  Ruipa.
Die  Mündung  des  Mamba  ist  fast  ganz  zugewachsen
und  als  Flußmündung  unkenntlich.  Die  unterste
Flußenge  des  Kihansi  könnte  nach  meiner  Meinung
mit  sehr  viel  Arbeit  durch  Ausschneiden  der  Wasserpflanzen
  2c.  etwas  befahrbarer  gemacht  werden,  doch
auch  dann  würde  schwerlich  ein  kleiner  Dampfer
hindurchkommen  können.  Die  Frage  ist  im  Uebrigen
ohne  praktische  Bedeutung,  da  der  Kihansi  weiter
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        oberhalb  noch  mehrere  andere  Flußengen  hat.  Sicher
ist,  daß  weder  der  Kihansi,  noch  der  Ruipa,  noch  der
Mgeta  in  ihrem  jetzigen  Zustande  für  irgend  ein
größeres  Fahrzeug,  welches  mit  Dampf  fortbewegt
wird,  befahrbar  ist  —  sei  es  ein  Heckrad=  oder  ein
anderer  Dampfer.

Kamerun.

Sug  gegen  den  Päuptling  Ugila.

Einem  Berichte  des  Premierlieutenants  Dominik
vom  10.  Juli  d.  Is.  über  seinen  Zug  gegen  den
Häuptling  Ngila  entnehmen  wir  Folgendes:

Am  8.  Juni  abends  erschien  auf  der  Station  der
Batihäuptling  Tungele,  jenseits  des  Sanaga  wohnhaft,
  in  dessen  Dorf  im  Januar  1897  der  Herr
Gouverneur  v.  Puttkamer  Quartier  hatte,  während
ich  von  Ngila  angefallen  wurde;  ebenso  kamen  die
Bathchengahäuptlinge  Olweme  und  Bea  mit  der
Bitte,  ihnen  gegen  Ngila  zu  helfen,  der  bei  Zamba,
jenseits  des  Sanaga,  ein  festes  Lager  aufgeschlagen
und  sich  vieler  Kanus  bemächtigt  hatte,  um  in  das
Bathchengaland  einzufallen.  Näheres  über  Stärke
und  Führung  der  Ngilaleute  wußten  die  Häuptlinge
nicht  anzugeben,  da  sie  sich  sofort  nach  Ankunft  der
ersten  Wutes  in  dem  seit  Januar  1897  zerstörten
und  bislang  unbewohnten  Zambadorf  nach  der  Station
aufgemacht  hatten.

Am  10.  Juni  früh  marschirte  ich  mit  dem  Unteroffizier
  Klein,  51  Mann  der  Kreiserlichen  Schutztruppe,
  100  Yaundes  und  einem  Maximgewehr  nach
dem  Sanaga  ab,  traf  bereits  am  11.  Juni  mittags
in  Kule  im  Bathchengagebiet  ein,  wo  mich  außer
den  Häuptlingen  des  Landes  auch  Boten  des  Wutehäuptlings
  Dandugu  erwarteten,  um  mir  die  Heercsfolge
  der  diesseitigen  Wutes  anzubieten.  Ich  erfuhr
in  Kule  am  11.  Juni  mittags  Folgendes:  "

Ngila  wird  von  Tibati  auf  das  Heftigste  bedrängt,
  den  seit  längerer  Zeit  ausstehenden  Tribut
an  Sklaven  zu  zahlen.  Um  dieser  Forderung  nachzukommen,
  hat  er,  wie  seinerzeit  gemeldet,  im  April
versucht,  Balinga  anzufallen,  ist  aber  abgewiesen
worden.  Die  ihm  unterstehenden  Batis  sind  zum
großen  Theil  auf  die  diesseitige  Sanagaseite  gezogen
und  haben  sich  Dandugu  unterstellt.  Im  Westen
sitzt  Ngutte,  im  Osten  Wenke,  der  sich  mit  Hülfe  der
v.  Carnapschen  Gewehre  Ngila  vom  Halse  hält,
dafür  aber  seinerseits,  trotz  fortwährender  Botschaften
der  Station,  das  umliegende  Jangassugebiet  geradezu
entvölkert.  Ngila  muß  also  nach  der  Stationsseite
hin  versuchen,  sein  Menschenmaterial  zur  Zahlung
aufzutreiben.  Bislang  war  noch  kein  Wute  über  den
Sanaga  gekommen,  und  Leute  von  Tungele  meinten,
daß  nicht  viel  über  100  Wutekrieger  in  Zamba  seien.
Als  nun  am  11.  Juni  nachts  Mangissaleute  mit  der
Meldung  in  Kule  eintrafen,  daß  Ngila  bei  Menage

622

 

über  den  Sanaga  gesetzt  sei  und  in  Ebishimbi  auf
dem  diesseitigen  Ufer  sitze,  wußte  ich,  daß  der  Posten
bei  Zamba  nur  eine  Maske  seiner  wahren  Stellung
sein  sollte.

Am  12.  mittags  traf  ich  in  Abanda  ein.  Ngila
hatte  morgens  Ebishimbi  verlassen,  als  er  hörte,  daß
ich  in  Kule  sei,  und  war  über  den  Fluß  nach  Menage

-urückgegangen,  hatte  jedoch  bereits  am  10.  und  11.
viele  Mangissadörfer  abgebrannt  und  zahlreiche  Ge-Sffangene
  gemacht,  da  er  den  Mangissas  ganz  über-Bericht

  des  Ppremierlieutenants  Dominik  über  seinen

raschend  gekommen  war  und  an  dem  ihm  ergebenen
Häuptling  Ebishimbi  einen  trefflichen  Führer  gefunden

  hatte.

Am  13.  Juni  kamen  Boten  von  Ebishimbi  nach
Abanda,  um  zu  fragen,  ob  ich  dort  sei.  Gleichzeitig
ließ  Ngila  mir  sagen,  ich  würde  ebenso  wie  mein
alter  getreuer  Zampa  von  seinen  Leuten  erschossen
werden.  Als  nämlich  der  Premierlieutenant  d.  N.
v.  Carnap  Anfang  Oktober  1897  bei  der  Wutestadt
Wutschaba  über  den  oberen  Sanaga  setzen  wollte,
verhinderten  ihn  die  auf  dem  anderen  Ufer  wohnenden
Leute  des  Dorses  Ndeng-Ndeug  und  verwundeten
Zampa  mit  einem  Pfeil.  Als  nun  die  Expedition
v.  Carnap  damals  abzog  und  bei  Ngedde  über  den
Sanaga  setzte,  ohne  die  Ndeng-Ndeng-Wutes  zu  bestrafen,
  da  legten  letztere  sich  das  Gefecht  als  großen
Sieg  aus  und  behaupteten  Ngila  gegenüber,  auch
Zampa  getödtet  zu  haben.

Da  ich  nun  wußte,  daß  Ngila  sich  mir  in  freiem
Felde  nicht  stellen  würde,  ich  auch  gar  nicht  im
Stande  war,  angesichts  der  Wutes  mit  meiner  kleinen
Macht  über  den  Sanaga  zu  gehen,  so  beschloß  ich,
dem  wieder  großgewordenen  Selbstbewußtsein  Ngilas
und  seiner  Wutes  einen  schweren  Stoß  zu  versetzen
und  ihm  Raubzüge  in  das  Stationsgebiet  für  immer
zu  verleiden,  indem  ich  an  ihm  vorbeimarschirte  und
mich  auf  seine  größte  Bundesstadt,  Watavé,  warf,
ehe  Jemand  irgend  etwas  davon  ahnen  konnte.  Ich
hielt  meinen  Plan  auch  vor  meinen  Leuten  geheim,
denn  Watavé,  das  ich  früher  besucht  habe  und  das
auch  einige  meiner  Soldaten  und  MYaundes  daher
kannten,  ist  wenig  kleiner  als  Ngila  selbst,  und  langes
Vorausbedenken  hätte  vielleicht  einen  oder  den  anderen
  stutzig  gemacht.  Ich  aber  sagte  mir,  geschehen
muß  etwas,  um  das  Land  bis  zum  Eintreffen  der
endgültigen  Expedition  gegen  die  Sklavenjäger  zu
schützen,  unsere  Waffen  müssen  den  Wutes  einmal

wieder  unsere  Ueberlegenheit  zeigen,  an  die  Ngila

nicht  mehr  zu  glauben  scheint;  Watavs  ist  der
schwächste  Punkt  Ngilas,  denn  erstens  liegt  es  so,
daß  wir  auf  dieser  Seite  des  Sanaga,  also  unbemerkt,
dicht  heranmarschiren  können,  und  zweitens  sind  viele
der  Watavekrieger  zur  Zeit  bei  Ngila  im  Felde.
Am  14.  Juni  marschirte  ich  scharf  durch  das
verwüstete  Mangissaland  nach  Eluka  am  Sanaga.
Alles  war  menschenleer;  abends  noch  sezte  ich  über
den  Sanaga  und  lagerte  am  Mbam.  Zu  meiner
größten  Verwunderung  kamen  die  Balingas,  obwohl
sie  uns  sahen,  nicht,  wie  früher  stets,  mit  ihren
        <pb n="669" />
        —  623

Kanus,  uns  abzuholen,  und  auch  am  15.  Juni  morgens
  brachten  sie  nur  zwei  Kanus,  mit  denen  wir
über  den  hier  700  m  breiten  Mbam  nach  Balingasenn
  setzten,  wo  denn  auch  der  Balingahäuptling
selbst  erschien  und  mir  sofort  Führer  nach  Watavé
besorgen  wollte,  denn  die  Balingas  haben  ja  bis
zur  Zerstörung  der  Barongostadt  im  vorigen  Jahre
durch  den  Sergeanten  Staadt  eine  Wutebesatzung
im  Lande  gehabt  und  Ngilas  Hand  schwer  genug
fühlen  müssen.

Um  11  Uhr  vormittags  trafen  wir  in  Balinga
ein;  hier  ließ  ich  sofort  abkochen,  machte  meine  Leute
mit  meiner  Absicht  bekannt,  ließ  das  gesammte  Gepäck
mit  vier  Soldaten  zurück  und  marschirte  mittags  um
2  Uhr  mit  von  Balinga  gestellten  Führern  in  der
Richtung  auf  Watavs  an  den  Mbam,  wo  das
Detachement  um  6  Uhr  abends  eintraf.  Da  zwei
Watavedörfer  auf  der  anderen  Mbanseite  liegen,
wurde  bis  zum  Eintritt  der  völligen  Dunkelheit  mit
Uebersetzen  gewartet.  Um  9  Uhr  war  Alles  auf  der
Watavoseite  des  Mbam,  und  der  Vormarsch  begann.

Watavé  liegt  ungefähr  vier  Stunden  vom  Mbam
auf  einer  riesigen  Bergkuppe,  wohl  800  m  über  dem
Meere,  mitten  in  dichtem  Walde.  Es  war  so  dunkel,
daß  Niemand  seinen  Vordermann  sah.  Mann  an
Mann  sich  haltend,  ging  es  fallend  und  kriechend
Schritt  um  Schritt  vorwärts,  bis  wir  uns  um
3  Uhr  nach  Angabe  der  Führer  vor  der  Stadt  besanden,
  von  der  wir  nichts  sahen.  Lautlos  lagen
wir  bis  5  Uhr,  dann  ging  Unteroffizier  Klein  mit
einigen  Soldaten  vor  und  stand  nach  wenigen  Schritten
vor  einer  zwelmannshohen  doppelten  Reihe  Baumstämme,
  die,  mit  einem  halben  Schritt  Abstand  gestellt,
eng  verflochten  waren.  Von  einer  Thür  war  nichts
zu  sehen,  ein  breiter  Weg  lief  außen  an  der  Pallisadirung
  entlang.  Auf  diesem  ging  um  5½  Uhr
der  Unteroffizier  Klein  nach  links,  der  Haussaunteroffizier
  Massadu  mit  15  Haussas  nach  rechts
vor,  um  das  Thor  zu  suchen.  Ich  selbst  begann
mit  den  bei  mir  gebliebenen  Leuten  zu  versuchen,
einen  Balken  loszuschneiden  und  in  der  Erde  zu
lockern.  Noch  damit  beschäftigt,  hörte  ich  plötzlich
von  links  lautes  Leuten  einer  Glocke,  dann  einen
Schuß,  wildes  Hurrahrufen  und  Schreien.  Als  wir
einen  Balken  aus  der  Erde  gerissen  hatten  und  uns
durch  die  enge  Oeffnung  zwängten,  war  die  Verwirrung
  in  der  Stadt  schon  eine  allgemeine.

Watave  besteht  aus  ungefähr  800  großen  runden
Hütten,  die  eng  aneinander  gebaut  rings  um  einen
wohl  100  m  breiten  und  langen  Marktplatz  liegen.
Die  Stadt  ist  ringsum  von  einer  ganz  neu  angelegten
Pallisadirung  umgeben  und  hat  vier  Thore.  Ueber
jedem  waren  mehrere  große  Glocken  angebracht,  die,
sobald  nachts  das  geschlossene  Thor  aufgestoßen
wurde,  läuteten.  An  jedem  Thor  lag  eine  Wache.
Der  farbige  Feldwebel  Zampa,  der  mit  Unteroffizier

lein  zuerst  an  ein  Thor  kam,  hatte  den  sich  ihm
mit  Schild  und  Speer  entgegenstellenden  Wachmann
erschossen.  Mit  mir  zugleich  drangen  von  der  anderen

 

Seite  die  Haussasoldaten  in  die  Stadt.  Die  Ueberraschung
  war  völlig  gelungen.  Die  Wutes  flohen
kopflos  und  setzten  sich  nirgends  geschlossen  zur  Wehr,
sondern  feuerten  nur  vereinzelt  und  versuchten,  die
scharf  nachdrängenden  Soldaten  und  MYaundes  mit

dem  Speer  abzuweisen.

Ihre  mühsam  angelegte  Befestigung  wurde  ihnen
nun  selbst  zum  Verderben.  In  den  dicht  gedrängten
Massen  an  den  engen  Thoren  fielen  viele  und  noch
mehr  wurden  wohl  verwundet.  Um  6½⅛  Uhr  war
bis  auf  die  freiwillig  in  den  Häusern  gebliebenen
Weiber,  meist  Sklaven,  die  Stadt  von  Wutes  leer.
Watavé  selbst  war  zu  Pferde  entkommen.

Zwei  Pferde,  51  Gewehre,  viele  Hundert  Speere,
Schilde  und  Bogen  wurden  vernichtet,  reiche  Beute
an  Haussagewändern,  Pauken  und  sonstigen  Gebrauchsgegenständen
  von  Soldaten  und  Yaundes  gemacht.

Der  Feind  ließ  113  gezählte  Todte  in  der  Stadt.

Die  Expedition  verlor  einen  Yaunde  —  Schuß
in  die  Brust  —  und  hatte  zwei  verwundete  Soldaten
(Andu  Kano,  Stich  durch  den  Hals;  Gowa,  Schuß
in  die  rechte  Schulter).

Von  den  Gefangenen  wurden  die  meisten  in  ihre
Heimath  entlassen,  elf  elternlose  Mädchen  überweise
ich  der  Mission  in  Kribi.

Um  8  Uhr  ließ  ich  den  Rückmarsch  antreten.

Am  16.  Juni  um  3  Uhr  nachmittags  war  das
Detachement  wieder  in  Balinga,  wo  es  von  der
Bevölkerung  jubelnd  begrüßt  wurde.  Der  17.  Junie
war  Ruhetag.  Am  18.  Juni  morgens  ging  das
Detachement  noch  einmal  über  den  Mbam  und  rekognoszirte
  das  abgebrannte  Matav#,  um  zu  sehen,
ob  sich  die  Wutes  bereits  wieder  gesetzt  hätten.  Die
Gefallenen  waren  begraben,  aber  die  Gegend  ringsum
verlassen.  Am  19.  Juni  lagerte  das  Detachement
wieder  in  Balinga.  Auf  dem  Rückmarsch  wurde  der
Mangissahäuptling  Ebishimbi  vertrieben,  die  Wutestadt
  Menage,  aus  der  Ngila  auf  die  Kunde  von
der  Erstürmung  Watavés  eiligst  abmarschirt  war,
völlig  zerstört.  Da  auch  die  Ngilabesatzung  aus
Zamba  geflohen  ist,  hat  Ngila  nunmehr  keinerlei
Stützpunkte  mehr  nach  Süden.

——

Inzwischen  ist  noch  ein  weiterer  Bericht  des
Premierlieutenants  Dominik  d.  d.  Yaünde,  den
8.  August  d.  Is.,  hier  eingetrofsen,  wonach  drei  der
einflußreichsten  Großen  aus  der  Umgebung  Ngilas
als  Gesandtschaft  mit  drei  großen  Elfenbeinzähnen
als  Geschenk  in  Yaunde  eingetrossen  sind.  Sie
haben  in  Ngilas  Namen,  um  Frieden  gebeten  und
völlige  Unterwerfung  desselben  versprochen.  Ngila
sei  bereit,  sich  von  Tibati  loszusagen  und  selbst  mit
Dominik  zusammenzukommen.  Der  Erfolg  der
Erstürmung  Watavés  ist  demnach  ein  vollkommener
gewesen  und  wird  einen  weiteren  früher  beabsichtigten
Feldzug  gegen  Ngila.  unnöthig  machen.

—  —
        <pb n="670" />
        Deuksch-Südwelkafrika.
Tod  des  Rapitäns  Manasse  von  Omaruru.

Wie  der  Keiserliche  Gouverneur  aus  Windhoek
meldet  ist  der  Kapitän  Manasse  Tjiseseta  von  Omaruru
  am  29.  Juli  d.  Is.  an  Herzschwäche,  hervorgerufen
  durch  Malaria,  gestorben,  nachdem  er  noch

am  13.  und  14.  des  gleichen  Monats  in  voller.

Rüstigkeit  mit  dem  Gouverneur  verhandelt  hatte.

Welche  politischen  Folgen  dieser  Todesfall  haben
wird,  läßt  sich  noch  nicht  übersehen.  Vorläufig  ist
in  Omaruru  die  Ruhe  nicht  gestört,  und  führt  der
Unterkapitän  Mutate  die  Geschäfte  weiter.  Der
Distriktschef,  Sekondlieutenant  Steinhausen,  ist  mit
der  nöthigen  Instruktion  versehen  worden.

Der  Verstorbene  war,  nachdem  sein  anfängliches
Mißtrauen  überwunden  war,  wozu  namentlich  die
richtige  Behandlung  seitens  seines  ersten  Distriktschefs,
  Sekondlieutenants  Volkmann,  beigetragen  hat,
ein  warmer  Freund  unserer  Sache  geworden,  als
welcher  er  sich  auch  im  letzten  Zwartbooi-Kriege,
der  sich  dicht  an  den  Grenzen  seines  Landes  abspielte,
  bewährt  hatte.  Ueber  seinen  Nachfolger
lassen  sich  bei  der  eigenthümlichen  Erbfolge  der
Hereros  vorläufig  keine  Vermuthungen  anstellen.

RAus  fremden  Rolonien.

Aufwendungen  für  die  englischen  Rolonien  seitens
des  Staates.

Nach  dem  Gesetz,  betreffend  den  großbritannischen
Staatshaushaltsetat  für  1898/99,  sind  für  dieses
Jahr  an  direkten  Aufwendungen  für  die  Kolonien
vorgesehen:  «

1.  For  grants  in  aid  ol  the  expen-Ses
  of  the  british  Protectorates
in  Uganda  and  in  Central  and
East  Africa  and  under  the
Uganda  Railway  Act  1896.

2.  for  sundry  colonial  services,
including  certain  grants  in  aid  395  181  2,

3.  for  a  grant  in  aid  of  the  revenue
of  the  island  of  Cypras

4.  for  the  expenses  in  connection
with  the  suppression  of  the
slave  traadaeaa

5.  for  salaries  and  expenses  ol
the  department  of  H.M.’'s  secretary
  of  state  for  the  colonies,
including  a  grant  in  aid  of
certain  expenses  conneected
with  emigratin

6.  for  the  sulsidies  to  certuin
Telegraph  Companies

267  463  ,

33  000  K,

1  112  eæ,

43  250  f,

75  100  E.

624

 

Dazu  treten  als  nachträgliche  Bewilligungen  für
das  Jahr  1897/98:

für  Uganda,  Central=  und  Ostafrika

und  für  verschiedene  koloniale  Zwecke

85  000  E
281  500  .

Die  verwaltung  des  Protektorats  der  Somaliküste.

Das  Pariser  „Journal  officiel“  vom  1.  September
  d.  Is.  veröffentlicht  das  Dekret  vom  28.  August
d.  Is.,  betreffend  die  Ausgestaltung  der  Verwaltung
des  Protektorates  der  Somaliküste,  nebst  dem  dazu
gehörigen  Bericht  an  den  Präsidenten  der  Republik.

Danach  werden  dem  Gesandten  für  Aethiopien,
welcher  die  Leitung  des  Protektorats  behält,  ein
Administrateur  en  chek  und  ein  zweiter  Beamter
mit  den  Obliegenheiten  eines  Secretaire  général
beigegeben.  Ferner  wird  ein  Verwaltungsrath  wie
in  den  übrigen  afrikanischen  Kolonien  eingesetzt.
Endlich  soll  von  nun  an  das  für  die  Finanzverwaltung
  der  Kolonien  maßgebende  Dekret  vom  20.  November
  1882  auch  auf  das  Protektorat  der  Somaliküste
  Anwendung  finden.

Gerichtebarkeit  auf  der  Insel  Pitcairn.

Durch  Verfügung  des  englischen  Staatssekretärs
für  die  Kolonien  ist  bestimmt  worden,  daß  auf  der
im  Stillen  Ocean  unter  130°%  67  westl.  Länge  und
25°%  3  südl.  Breite  gelegenen,  unter  englischer  Schutzherrschaft
  stehenden  Insel  Pitcairn  die  Gerichtsbarkeit
  in  Gemäßheit  der  Pacific  Order  in  Council,
1893,  ausgeübt  werden  kann.

—  —  —

Perschiedene  Mittheilungen.

Die  ägpptische  Suckerindustrie.")

Die  bedeutendste  Industrie  Ober-Aegyptens  und
bisher  die  einzige  von  einiger  Bedeutung  ist  die  der
Zuckergewinnung.  Sie  verarbeitet  nur  Zuckerrohr,
die  hauptsächlichste  Kulturpflanze  Ober=  Aegyptens,
und  beschäftigt  zur  Zeit  17  Rohzuckerfabriken  und
eine  Raffinerie.  Die  Fabriken  liegen  zum  größten
Theil  an  der  Eisenbahnstrecke  Kairo—Luxor,  einige
wenige  von  ihnen  noch  südlich  von  Luxor  am  Nill.
Die  nächste  ist  27,5,  die  entlegenste  880  km  von
Kairo  entfernt.  s

Der  größte  Zuckerproduzent  ist  die  unter  staatlicher
  Verwaltung  stehende  Daira  Sanieh.  Sie  besitzt
9  Zuckerfabriken,  von  denen  die  kleinste  1000,  die
größte  1800  Tonnen  Zuckerrohr  innerhalb  24  Stunden
  zu  verarbeiten  imstande  ist.

Nach  dem  offiziellen  Bericht  der  Daira-  Sanieh
für  1896,  dem  neuesten,  welcher  bisher  vorliegt,
schwankte  die  Dauer  der  Betriebszeit  1895/96  bei

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  526  f.
        <pb n="671" />
        ihren  Fabrilen  zwischen  97  und  121  Tagen.  Der
Durchschnitt  wird  auf  110  Tage  angenommen  werden
  dürfen.

Sie  begann  bei  den  meisten  Fabriken  kurz  vor
Weihnachten,  bei  einigen  zu  Beginn  des  Januar,  und
hörte  Mitte  April  auf.  Es  wurden  während  derselben
  von  allen  9  Fabriken  insgesammt  815  439
Tonnen  Zuckerrohr  verarbeitet;  das  sind  33  000
Tonnen  mehr  als  im  Jahre  1895,  welches  bis  dahin

625

 

die  stärkste  Menge  aufzuweisen  hatte.

Gewonnen  wurde  daraus:

an  Zucker  Nummer  1  75248  Tonnen,

 

„  -  2  6597
--  -  3  1529  =

überhaupt  83  375  Tonnen,
an  Melasse.  18  793

In  Gewichtsprozenten  des  Rohmaterials  ausgedrückt,
  betrug  der  Durchschnittsertrag:

 

—  —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

18896  /  1895  1894  1  1899.
Prozent
der  ersten  Verarbeitung  (1.  Produkt)  9,23  8,56  8,96  8,18
der  zweiten  Verarbeitung  (2.  Produkt)  0,81  0,84  0,05  1,18
der  dritten  Verarbeitung  (3.  Produkt)  0,19  0,20  0,28  0,27
überhaupt  10,23  9,60  10,19  9,63
der  Melasse.  .......  2,30  2,59  2,37  2,49
Die  Gesammterzeugung  der  Daira  Sanieh  hat  in  den  Jahren  1880  bis  1896  die  folgende
Steigerung  erfahren:  «
1880  1885  1890  1892  1894  1896
Kantarss)
1.  Produkt.  564  892  743  329  676  796  1  256  913  1  479  034  1  672  035
2.  Produkt.  161  004  204  145  141  656  231  649  156  323  146  608
3.  Produkt.  47  219  58  512  38  654  63  302  4  790  33  988
überhaupt  773  115  1  005  986  857  106  1551  864  1  683  147  1  852  631
Melasse  116  299  220  234  222  893  336  103  391  335  417  631

Die  Preise  haben  dagegen  eine  fallende  Richtung
beobachtet.  Die  erste  Qualität  Zucker  wurde  beispielsweise
  im  Jahre  1881  mit  111,  1885  mit  64,
1890  mit  62½,  1895  mit  nur  43¾  und  1896
mit  51½  Tarifpiaster  per  Kantar  bezahlt,  und  Melasse
  fiel  von  5½  Tarifpiaster  im  Jahre  1892  auf
1  Tarifpiaster  im  Jahre  1895  und  stand  im  Jahre
1896  auf  1½  Tarifpiaster.

Im  Jahre  1897  wurden  von  der  Daira  ungefähr
703000  Tonnen  Zurckerrohr  verarbeitet  gegen
815  439  im  Jahre  1896  und  daraus  im  Ganzen
70  680  Tonnen  Zucker  erzeugt  gegen  83  375  im
Jahre  1896.

In  der  1898er  Betriebszeit,  für  welche  das
amtliche  Material  noch  nicht  vorliegt,  wurden  nach  der
Veröffentlichung  der  österreichisch-ungarischen  Handelskammer
  in  Alexandrien  von  den  neun  Fabriken  der
Daira  Sanieh  rund  54  700  Tonnen  Zucker  erster
Verarbeitung  erzeugt,  gegen  die  früheren  Jahre  also
ein  erheblicher  Ausfall.  Ein  ähnlicher  Ausfall  soll  bei
dem  zweiten  und  dritten  Produkt  zu  verzeichnen  sein.

Die  Preise,  welche  die  Daira  Sanieh  für  ihr
erstes  Produkt  erzielte,  schwankten  in  den  Monaten
März  und  April  d.  Is.  zwischen  46  und  47  Tarifpiaster
  für  das  Kantar.  Seitdem  sind  sie  bis  auf

—
——  —  —  —

*)  Ein  Kantar  wiegt  rund  45  kg.

 

nahezu  49  Tarifpiaster  gestiegen.  Vom  zweiten
Produkt  verkaufte  die  Daira  Sanieh  Ende  Februar
36  000  Kantar  zum  Preise  von  29  Tarifpiaster.

Nächst  der  Daira  Sanieh  ist  der  größte  Zuckerproduzent
  Aegyptens  die  als  Rechtsnachfolgerin  der
Société  de  la  Raffinerie  d'Egypte  im  Jahre  1896
mit  einem  Aktienkapital  von  15  Mill.  Franken  gegründete,
  jetzt  ganz  in  französischen  Händen  befindliche
Aktiengesellschaft  Sucrerie-Raffinerie  d'’Egypte.

Sie  verfügt  über  eine  Rohzuckerfabrik  in  Cheich
Fadl  (198  km  südlich  von  Kairo)  mit  einer  Verarbeitungsfähigkeit
  von  1200  Tonnen  in  24  Stunden,
eine  zweite  Rohzuckerfabrik  in  Nag-Hamadi  (556  km
von  Kairo)  mit  einer  Leistungsfähigkeit  von  3000
Tonnen  und  eine  mit  Rohzuckerfabrik  verbundene
Raffinerie  in  Hawamdieh  (27,5  km  von  Kairo  entfernt).
  Der  Betrieb  der  letzteren  wurde  im  Jahre
1883  eröffnet.  Ihre  Erzeugungsfähigkeit  war  zunächst
  auf  ein  Höchstmaß  von  12  000  kg  raffinirter
Waare  per  Tag  bemessen.  Sie  erfuhr  jedoch  im
Jahre  1887  eine  Ausdehnung  auf  25  000  kg,  und
im  Jahre  1889  eine  weitere  Ausdehnung  auf
38  000  kg  täglicher  Erzeugung.

Die  mit  ihr  verbundene  Rohzuckerfabrik  verarbeitet
bis  zu  800  Tonnen  Zuckerrohr  pro  Tag.
        <pb n="672" />
        —  626

Während  die  Fabriken  der  Daira  Sanieh  mit  dem
verbesserten  Zweimühlensystem  ausgerüstet  sind,  arbeiten
die  Fabriken  der  Sucrerie-Raffinerie  d’Egypte  mit
Schnitzelmaschinen  und  Diffusion.  Mit  demselben
System  sind  verschiedene  in  neuerer  oder  neuester  Zeit
erst  errichtete  oder  umgebaute  Zuckerfabriken  versehen;
so  die  Einheimischen  gehörigen  Fabriken  in  Beni
Korrah  bei  Assiut  und  in  Baliana,  beide  mit  einer
Verarbeitungskraft  von  400  Tonnen  Zuckerrohr  in
24  Stunden,  sowie  die  erst  während  des  letzten  Betriebsjahres
  eröffnete  Zuckerfabrik  der  Sugar  and
Land  Co.  Lid.  in  Baliana  mit  600  Tonnen  Arbeitsleistung.


Die  beiden  in  Minich  und  in  Farschut  belegenen
ältesten  Zuckerfabriken  Aegyptens,  die  beide  noch  mit
dem  Einmühlensystem  arbeiten,  kommen  für  die  ägyptische
  Zuckerindustrie  jetzt  kaum  noch  in  Betracht.
Die  Fabrik  in  Farschut  soll  während  der  diesjährigen
Betriebszeit  nicht  gearbeitet  haben.

Nach  den  Angaben  der  österreichisch--ungarischen
Handelskammer  in  Alexandrien  wurde  die  Erzeugung
der  sämmtlichen  Zuckerfabriken  Aegyptens  während
der  jetzt  verflossenen  Arbeitsperiode  im  Vergleich  zum
Vorjahre,  wie  folgt,  geschätzt:

 

1898  1897
Kantar

Daira  Sanieh  (9  Fabriken)  1  800  000  1  735.000
Sucrerie-Raffinerie

d'’Egypte  (3  Fabriken)  550  000  400  000

Fabrik  Sultan  Pascha  65  000  65  000

Fabrik  Beni-Korrah  60  000  55  000

die  übrigen  Fabrikeen  10  000  35  000

zusammen  2  485  000  2290  000

Die  Handelskammer  hält  die  Schätzung  für  das
Jahr  1898  jedoch  für  zu  hoch.  Sie  glaubt  nicht,
daß  der  vorjährige  Ertrag  übertroffen  werden  wird.

Wie  in  den  letzten  Jahren  an  der  Vermehrung
der  industriellen  Anlagen  zum  Zweck  der  Zuckergewinnung
  stark  gearbeitet  worden  ist,  so  war  gleichzeitig
  das  Bestreben  auf  möglichste  technische  Vervollkommnung
  derselben  gerichtet.

Die  Sucrerie-Raffinerie  d’Egypte  hat  in  ihrer
Fabrik  in  Hawamdieh  die  Elektrolyse  Say-Gramm
(elektrolytisches  Verfahren  zur  Reinigung  des  Zuckerrohrsafts)
  eingeführt.  Dasselbe  soll  sich  aber  bisher
ziemlich  schlecht  bewährt  haben.  Der  Apparat  soll
stets  nur  kurze  Zeit  arbeiten  können  und  dann  zum
Zweck  gründlicher  Reinigung  einige  Zeit  außer  Betrieb
  gesetzt  werden  müssen.  Durch  diese  häufige
Arbeitsunterbrechung  und  die  Kosten  der  Reinigung
werde  der  Vortheil  des  Verfahrens  völlig  hinfällig
gemacht.

Die  Gesellschaft  Sucrerie-Raffinerie  d’Enypte
wendet  ferner  von  neueren  Vervolltommnungen  u.  a.
das  Steffensche  Auswaschverfahren  der  Füllmasse  an.

Für  die  Trocknung  der  Rohrückstände,  die  bisher
auf  freiem  Felde  der  Sonne  ausgesetzt  wurden,  um
sodann  verfeuert  zu  werden,  soll  demnächst  die  Ein- 



führung  eines  besseren  Verfahrens  nach  einem  deutschen
  Patent  bei  verschiedenen  Fabriken  zu  erwarten
sein.

Weiterhin  hat  die  Daira  Sanieh  in  ihrer  Fabril
in  Rodah  im  letzten  Betriebsjahr  ein  neues  Verfahren
zur  vollständigen  Auslaugung  des  Zuckerrohrs  erprobt.
Das  Verfahren  besteht  darin,  daß  man  die  Bagasse
(ausgelaugten  Zuckerrohrrückstände)  mittelst  heißen
Wassers  entlaugt,  das  sieben=  bis  achtmal  unter  stets
erneuter  Erhitzung  jedesmal  über  neue  Rückstände
gegossen  wird.  Das  Wasser  soll  alsdann  7  kg  Zucker
auf  1  hl  enthalten  und  die  Rückstände  sollen  gänzlich
entzuckert  sein.

Das  Ergebniß  war  recht  günstig.  Während  in
den  acht  übrigen  Fabriken  von  558  000  Tonnen
Zuckerrohr  46  710  Tonnen  oder  8,38  péCt.  Zucker
1.  Produkt  erzielt  wurden,  betrug  der  Ertrag  in
Rodah  nach  dem  obigen  Verfahren  7972  Tonnen  Zucker
1.  Produkt  von  90  000  Tonnen  Rohr  oder  9,04  p#.
Der  Mehrertrag  betrug  mithin  1500  Pfund  auf  je
100  Tonnen  und  würde  also  für  die  Erzeugung  von
46  710  Tonnen  3733  Tonnen  betragen  haben.  Statt
46  710  Tonnen  würden  die  acht  Fabriken  demnach
nach  dem  verbesserten  Verfahren  50  443  Tonnen
Zucker  1.  Produkt  erzeugt  haben.  Zeitungsnachrichten
zufolge  sollen  bereits  Versuche  mit  dem  Anbau  von
Zuckerrüben  in  Oberägypten  gemacht  worden  sein,  um
die  Zuckerfabriken  womöglich  das  ganze  Jahr  hindurch
in  Betrieb  erhalten  zu  können,  indem  abwechselnd
Rüben  und  Rohr  verarbeitet  werden.

An  mäöglichster  Verbesserung  der  Kultur  des
Zuckerrohrs  in  quantitativer  wie  in  qualitativer  Hinsicht
  wird  gleichfalls  mit  Eifer  gearbeitet.  Eine  große
Unternehmerfirma  in  Kairo  hat  in  Cheich  Fadl  zu
diesem  Zweck  eine  unter  der  Leitung  eines  wissenschaftlich
  gebildeten  Fachmannes  stehende  Versuchsstation
eingerichtet.  Sie  liefert  der  Fabrik  der  Sucrerie-Raffinerie
  d'’Egypte  dort  das  Rohmaterial.

Die  Daira  Sanieh,  welche  früher  den  größten
Theil  ihres  Rohmaterials  selbst  baute,  hat  den  Anbau
mehr  und  mehr  eingeschränkt,  wie  sich  aus  nachstehender
  Tabelle  ergiebt,  aus  der  auch  der  Durchschnittsertrag
  eines  Feddan  an  Zuckerrohr  während  der
einzelnen  Jahre  zu  ersehen  ist:

Durchschnitts-Anbau-
  ertrag  per

fläche  Ertrag  Feddan

Feddan")  Kantar  Rantar

1891  ..  8044  2614744  325
1892  ..  7692  2534091  329½
1893  5995  1  996  798  333,07
18944  3320  1  42  781  434,56

1895  2560  1  074  366  40
1896  3477  1  352  501  388,94

Was  die  Verwendung  der  ägyptischen  Zuckererzeugung
  betrifft,  so  wird  ein  großer  Theil  davon
im  Lande  verbraucht.  Von  dem  raffinirten  Zucker,

—  —  —

*)  1  Feddan  gleich  4200  qm.
        <pb n="673" />
        dessen  Erzeugung  auf  etwa  13  000  Tonnen  pro  Jahr
zu  veranschlagen  sein  dürfte,  gelangen  höchstens  20
bis  25  pCt.  zur  Ausfuhr  nach  der  Türkei  und  Persien
und  neuerdings  anscheinend  auch  nach  Indien.
Unter  den  Ausfuhrartikeln  der  amtlichen  Zollstatistik
  findet  sich  raffinirter  Zucker  überhaupt  nicht,?)
dagegen  findet  immer  noch  eine  starke  Einfuhr  raffinirten
  Zuckers  statt.  Sie  betrug  während  des  Jahres
1897  2899  Tonnen  im  Werthe  von  33  135  ägyptischen

  Pfund.  Unter  den  Lieferanten  steht  nach  der

amtlichen  Statistik  bei  Weitem  in  erster  Reihe
Oesterreich=  Ungarn.  Von  den  oben  angegebenen
2899  Tonnen  sind  allein  2750  Tonnen  aus  Oesterreich-Ungarn
  zugeführt  worden.

Der  in  den  ägyptischen  Fabriken  erzeugte  Rohzucker
  aller  drei  Sorten  gelangt  zum  überwiegenden
Theil  zur  Ausfuhr,  und  zwar  theils  zu  Raffinerie-,
theils  zu  technischen  Zwecken,  wie  zur  Schokoladen-,
Porter-,  Champagnerfabrikation  u.  dergl.

627

 

Hauptabnehmer  sind  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  und  Großbritannien  nebst  Besitzungen.

Markt  und  Ausfuhrplatz  für  den  Zuckerhandel  ist
Alexandrien.  Nach  den  wöchentlichen  Veröffentlichungen
  der  Alexandria  General  Prodnce  Association
sowie  den  Mittheilungen  der  österreichisch=  ungarischen
Handelskammer  in  Alexandrien  wurden  ausgeführt:

1897  1896
Säcke  zu  100  kg
im  Gunen  698  597  718  476
davon

nach  den  Ver.  St.  von  Amerika  523  400  389  081
nach  Großbritannien  90  060  184  962

Im  Zucker=  wie  in  dem  sonstigen  Ausfuhrgeschäft
wird  stark  über  die  Unzulänglichkeit  der  vorhandenen
Beförderungsmittel  der  Eisenbahnen  geklagt,  wodurch
die  Heranschaffung  der  Waare  aus  dem  Innern  oft
eine  erhebliche  Verzögerung  erleidet.

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

Loanda  15/9.  (Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Hofpostamt).
—  27/8.  Manila  29/8.  —  3//9.  Kiautschou.

(Post-(Poststation:

  Hongkong.)
(Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  —  29  /8.  Jaluit.

S.  M.  S.  „Condor“  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran=  23/7.  Manila  2/8.  —  Jloilo.
(Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Falke“  28/6.  Matupi  29/6.  —  Karolinen-Inseln.  —  1/9.  Sydney  1/10.  —  Apia.
station:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  29/8.  Kamerun  19/9.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.

S  M.  S.  „Schwalbe“  7,6.  Sansibar  17/9.  —  Kapstadt.

M.  S.  „Wolf“  11/7.  Lüderitzbucht.  —  31/8.  Mossamedes  5/90.  —  6/9.  Basquella  11/9.  —  12/9.

 

«

 

Perkehrs-Machrichten.
Die  Postanstalt  in  Ujiji  (Deutsch-Ostafrika)  ist  am  8.  Juli  d.  Is.  eröffnet  worden.

—  —  —  ——  —

 

r—m..  ——  nach  den  deutschen  Schusgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  laend  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
—  i
Neapel  am12.,26.0ktober,Tanga18—19Tageam710240ktobcr
(deutsche  Schiffe)  9.,  23.  Nov.  120  abds.  1.  7.,  8  November
1.  Deutsch-  ·  Brindisi  am  9.  Oktbr.,  6.  Nev.  Sansibar  age  Ga
sch·  Otasrita  (englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzoͤfische  Schiffe)  40  nms.  1108  abds.
2.  Deut  Southampton  am  22.  Okt.,  19.  Nov.  Lüderitzbucht  22  Tage  am  21.  Okt.,  18.  Nov.
Sübweslafrika.  engl.  h  Kap4  ums.  Swakopmund  25  Tage  15  ms.
(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,  Fengl.  dann  deutscher
—n  und  K  Dampfer  „Leutwein“)
von  dort  weiier  #an  leht.  amburg  am  25.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage'  am  25.  jedes  Monats
Landwege.)  (deutsches  Schiff)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  70  abds.

.  —  —

*)  Es  is  in  der

allgemeinen  Position  „sucre  de  canne“  mit  enthalten.
        <pb n="674" />
        —  628  —

 

Nach

 

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Ein-  I

«  an  folgenden  Tagen
schiffungshafen

—  —  —  —  ———  —  —

nusschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

Dauer

Berlin  spätestens

der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

3.  Ramerun.

4.  Cogo--Gebiet.

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des

Absenders,)

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Mmarstan.  Inseln.  e  Sendunge

7.  Riautschon.

l

 

 

(französische  Schiffe)

Schiffe)

Hamburg
(deutsche  Schiffe)

Liverpool
(englische  Schiffe,)

amburg
(deutsche  Schiffe)

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(franzöfische  Schiffe)

Bordeaux

 

Neapel

Brindisi
(Nachversand)

 

(englische  bezw.
französische  Schiffe)

 

am  10.  jedes  Monats

nachts

t
am  26.  Okt.,  23.  Nov.

am  10.jedes  Mts.  nachts
am  20.jedes  MtoS.
am  5.,  19.  Oktober,

2.,  16.  November
am  25.  jedes  Monats

40  nachm.

am  10.  Nov.,  10.  Jan.

110  ums.

am  19.  Okt.,  14.  Dez.
abds.

am  23.  Okt.,  18.  Dez.
8.

abd

100  abends

Eintreffen  der  Post  ans  den  deutschen  Schutzgebieten.

Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats

720  abds.

Kamerun  22  Tage  am  24.  Okt.,  21.  Noo.

lems.

 

 

—  —

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quitlah  36  Tage

(  am  10.  und  20  jedes
Monats  790  abds.

am  3.,  17.,  31.  Okt.,

von  da  ab  Landverbindung  14.  Nov.  18  ums.
Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
von  da  ab  Laudverdindung  10  abds.

Cotonou  22  Tage  am  8.  Nov.,  8.  Jan.

von  da  ab  Landverdindung  10N  abds.

 

Stephansort  45  Tage
-  41  Tage

12.,  16.  Dezember

pe  17.,  21.  Oktober,
11°5  abds.

—  —  —  —

n  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.

Neapell  am  19.  Okt.,  16.  Nov.  sntau  37  Tage  am  17.  Okl.,  14.  Nor.
(arutsche  Schiffes),  99abends  1145  abends
rindisi  jeden  Sonntag  Tsintau  40  Tage  jeden  Freitag

114  abends.

 

—  ———  IAI

l

 

Landungs=  Die  Post  ist  sällig

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berrin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ...  sam  16.*,  28.  Ott.  ·  lmout..am27.«jed.Monats
13.  15.  Nov.  Togogebiet  .  #  am  16.  jedes  Monats

Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Südwenaafrika

 

Brindisi.  ..  3.,  .

Narseille-  sam  17.Okt.,  16  No“
am  25.  Oktober,
22.  Norember

 

 

Okt.,  27.  Nv.

!
1

Southampton
Plymouth.  6
Ramenn  1  Liverpool  am  6.  Oktober,  I

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

Postdampfer

6  3.  November  !
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

am  27.“jed.  Monats

v.k  —  —  ——  —  —  —

N  Deutsch-Neu-Guinea.

am  17.  Oklober,

Neapel..  11.-Dezember

 

Marshall  ·  Inseln  ...

 

—  unbestimmt

Neapel.  .  sam  17.  Ooober,  13.  Nor.
Riantschon.  Brindisi.  .  8.,  16.,  80.  Ott.,  13.  N.  Rov.
Marseille  .  am  9.,  .Okt.,  6.  22.  Vov.

 

Letzte  Nachrichten
bis  13.  September  1898

 

 

 

 

von  l  nach

„Adolph  Woermann“  Loango  1  Hamburg  am  8.  September  in  Accra.
„Aline  Woermann“.  Loango  T  Hamburg  am  10.  September  in  Gabun.
„Anna  Woermann“  Benguella  Hamburg  am  12.  September  in  Hamburg.
„Bruxellesville“  Antwerpen  Kongo  am  23.  August  in  Banana.

„Carl  Woermann“  Hamburg  Lagos  am  2.  September  in  Las  Palmas.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  13.  September  Dover  passirt.
„Ella  Woermann“  Sherbro“  Hamburg  am  10.  September  in  Dakar.
„Gertrud  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  September  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Sherbro  am  13.  September  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Whydah  Hamburg  am  10.  September  in  Humburg
„Helene  Woermann“.  Hamburg  Futa  am  7.  September  in  Kamerun.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  8.  September  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  September  in  Las  Palmas.
„Lulu  Bohlen“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  1.  September  in  Hamburg.
„Tarie  Woermann“.  Hamburg  Kapstadt  am  4.  August  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“.  Lüderitzbucht  »  Hamburg  am  7.  September  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“.  Gabun  Hamburg  am  8.  September  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Benguella  am  1.  September  in  San  Thomé.
        <pb n="675" />
        —  629  —

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

«  Reise  Letzte  Nachrichten-  *
er
Neichspostdampf  von  4  nach  beis  28.  September  1898
„Köne  Durban  Hamburg  am  26.  September  ab  Delagoabai.
„Herzoé  Hamburg  Durban  am  28.  September  an  Aden.
„Kaiser  Durban  «  Hamburg  am  27.  September  ab  Port  Said.
„Kanzlre  Hamburg  Durban  am  28.  September  ab  Hamburg.
„Bundesrat###  Delagoabaie  1  Hamburg  am  28.  September  ab  Sansibar.
„Reichstgag"  Delagoabai  6  Hamburg  am  27.  September  ab  Lissabon.
„Admiral  Hamburg  «  Delagoabai  am  28.  September  an  Neapel.
„General  Hamburg  i  Delagoabai  am  28.  September  an  Mozambigque.

 

 
    

G  ..ßG  .  ..v.....—=  ........  —

Nach  der  letzten  Statistik  hat  das  Deutsche  Reich  jährlich  nicht  weniger  als  800  Millionen  Mark
allein  für  Kolonialprodukte  an  das  Ausland  zu  zahlen,  eine  Summe,  die  wohl  die  Meisten  nicht  wenig
überraschen  wird.  Möge  dieser  enorme  jährliche  Tribut  an  das  Ausland  allen  denen,  die  bisher  ohne
Verständniß  oder  auch  ohne  Interesse  dem  wirthschaftlichen  Kampf  unseres  deutschen  Volkes  auf  dem  Weltmarkte
  zusahen,  nachdrücklichst  die  Augen  öffnen.  War  Deutschland  bis  vor  wenigen  Jahren  in  dem
Bezuge  seiner  Kolonial-Konsumartikel  rein  auf  das  Ausland  angewiesen,  so  kann  es  heute  schon  einen
ansehnlichen  Theil  dieses  Bedarfes  aus  seinen  eigenen  Kolonien  selbst  decken.  Kaffee,  Kakao,  Thee,  Cigarren,
Oel  und  andere  Speisefette,  Seisen  2c.  werden  von  den  deutschen  Kolonien  in  besten  Qualitäten  und  zu
billigsten  Preisen  geliesert;  möge  diese  Thatsache  jeden  deutschen  Mann  und  jede  deutsche  Frau  veranlassen,
nur  deutsche  Kolonial-Erzeugnisse  zu  konsumiren,  wenn  sie  nicht  durch  den  Verbrauch  fremdländischer
Produkte  ihr  eigenes  Land  schädigen  wollen.  Das  Deutsche  Kolonialhaus,  Berlin  C.,  Jerusalemerstraße
  28,  mit  seinen  über  ganz  Deutschland  vertheilten  etwa  300  Verkaufsstellen  kann  allen  Ansprüchen
durch  eine  reichhaltige  Ausmahl  aller  Kolonialprodulte  in  den  verschiedensten  Preislagen  genügen  und  bietet
infolge  seiner  Unterstellung  unter  Beaufsichtigung  hervorragender  Mitglieder  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
die  unbedingte  Garantie,  daß  in  den  von  uns  vertriebenen  Produkten  nur  beste,  preiswürdige  Waare  aus
unseren  deutschen  Kolonien  geboten  wird.  Eine  ausführliche  illustrirte  General-Preisliste  mit  den  neuesten.
billigen  Notirungen  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postfrei  versandt.  «  ·

 

 

  
 

 

 

—-------..  —  -—--  —--.-—-——--.-—--  -—-——--—-  .  .--.  -------·-  —  —  —  —  —  —  —  ——  ·  —

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Wer  OHExpokksssh
baldmöglichst  einzusenden.  (288)  aberkann  allen  Welt-Wird
  nur  dies  eine  Mal  inserlrt.  bester  natürlicher  theilen.
Josef  Zadra,  Salzburg,  Austris.  S  aue  Fohru  nn
H——  BrunnenUnmss#uneKrondorf  bei  Karlsbad.  Wre- 



Vertreter:  Haus  Liebel  in  Tanga  (Deutseh-  Ostafrika).  (250)

C.  Günther  &amp;amp;  Söhne,

Pianoforte-Fabrik
Z  (gegründet  1819),
Kirchheim-Stuttgart  (Wurlemog.),
liefern
Pj  anos  allerersten  Ranges,  für
jedes  Klima  gebaut.
limal  prämirt.  (187)
Export  nach  allen  Welttheilen.
—##en  Were  L

VV77v'??7770  7*0*.

 

 

Gutgeplegtekhein-#  Moselweine.
Peter  Eckertz  &amp;amp;  Co.,  wm

London  E.  C.,  2  Royul  Exchunge  Buildings.  Cus)
        <pb n="676" />
        Nachruf.

In  weniger  als  drei  Monaten
hat  das  Tropenklima  vier  Beamte
der  Kolonie  zum  Opfer  gefordert.

Dem  am  28.  Februar  d.  Js.  in
Lome  nach  achttägiger  Anwesenheit
in  der.  Kolonie  verstorbenen  Regierungsassessor
  Böcking  (siehe  Kol.
Blatt  1898,  Nr.  8)  sind  im  Tode
gefolgt:

am  18.  März  d.  Is.  der  Wegebauer
und  Stationsassistent  Alwin
Tönnies  im  Aller  von
28  Jahren,

am  11.  Mai  d.  Is.  der  Zollassistent
2.  Klasse  Matthäus  Pittroff
im  Alter  von  34  Jahren,

am  25  Mai  d.  Js.  der  Büreauassistent
  Franz  Seulen  im
Alter  von  28  Jahren.

Der  Wegebauer  und  Stations-=assistent
  Tönnies,  seit  dem
31.  März  1896  im  Schutzgebiete
thätig,  stand  im  Begriff,  eine  Urlaubsreise
  nach  der  Heimath  anzutreten,
  als  er  von  einem  Schwarzwasserfieber
  jäh  dahingerafft  wurde.
Durch  rastloses  Wirken  und  unermüdliche
  Hingabe  an  seinen  Beruf
pgleich  ausgezeichnet,  hat  er  sich
insbesondere  durch  die  weitere  Ausestaltung

  des  Wegenetzes  nach  dem

Ernern  er  Kolonie  hervorragend
um  die  Entwickelung  des  Handels
verdient  gemacht.

Zollassistent  Pittroff  wurde
schon  wenige  Wochen  nach  seiner
Ankunft  im  Schutzgebiete  von  perniziöser
  Malaria  befallen,  der  er
binnen  kurzer  Zeit  erlag,  ohne  daß
es  ihm  vergönnt  war,  seine  Berufsthätigkeit
  dahier  zu  entfalten.  Zahlreiche
  Freunde,  die  er  sich  hier  erworben,
  trauern  um  ihn,  als  um
einen  lieben,  theueren  Kameraden.

Büreauassistent  Seulen  stand
seit  11.  Januar  1897  im  Dienste  des
Schutzgebietes.  Durch  seltene  Herzensgute,
  Sstostaret.  und  gewinnendes
  Wesen  hat  er  sich  in
gleich  hohem  Maße  die  Liebe  und
Achtung  Aller,  die  mit  ihm  in  Berührung
  kamen,  als  durch  ungewöhnlichen
  Eifer,  schätzenswerthe
Fähigkeiten  und  musterhafte  Pflichterfüllung
  das  Vertrauen  seiner
Vorgesetzten  erworben.

Ein  ehrenvolles  Andenken  wird
den  Verstorbenen  in  der  Kolonie
dauernd  gesichert  bleiben.

Lome,  den  20.  Juli  1898.
Im  Namen  der  Beamten  und
Offiziere  des  Schutzgebietes:
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
Köhler.

 

  

 

 

—  630  —

Pangani-Gesellschaft.

Wir  laden  hiermit  unsere  Antheilseigner  zu  einer

Außerordentlichen  Hauptversammlung

am  Sonnabend,  den  22.  Oktober  1808,  vorm.  1I  Uhr  präcisfe,
in  Saale  C  bes  Trchitektenhanses,  Verlin  W.,  Wülelmstraße  92/93,

Tagesordnung:

1.  Bericht  des  Verwaltungsrathes  über  die  bisherige  Entwickelung  des
Unternehmens  seit  der  Gründung.  4

2.  Abänderung  des  §  4  der  Satzungen.  Erhöhung  des  Grundkapitals  von
Mk.  550  000  auf  Mk.  1.000  000.

3.  Wahl  eines  Mitgliedes  für  den  Verwaltungsrath.

Berlin,  den  29.  September  1898.

Der  Verwaltungsrath  der  Pangani-Gesellschaft.

Franz  Hallström.  Reimann.

Anmerkung.  Diejenigen  Antheilseigner,  welche  an  der  Versammlung
theilzunehmen  beabsichtigen,  wollen  gefl.  ihre  Zwischenscheine  bis  spätestens
zum  Mittwoch,  den  19.  Oktober  a.  c.,  an  unser  Büreau,  Königin  Augustastraße
  14  I,  einsenden  oder  dieselben  dem  am  Tage  der  Hauptversammlung
im  Architektenhause  von  9  bis  10  Uhr  morgens  tagenden  Ausschuß  des  Verwaltungsrathes
  aushändigen.  (Siehe  8  30  der  Satzungen.)  (2ss)

—

ein.

Verkauf  von  Erzeugnissen

aus  den  deutschen  Kolonien
unt.  Aufsicht  hervorragend.  Mitglleder  der  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

b
Wi
—

strasso  16.

—  ————  —

(Eingetragene  Schutzmarke.
Neuheiten:  (100)

LCamsseche  TheeSE##3

S
□
#
E—
2
S

Hauptgeschäft:
C.  Jerusalemer

Kolonien  und  63  Ansichten  und
17  Portralts.  Jede  Karte  10  P.

 

 

Dampipflüge
bauchm  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  Vvon
KNk.  28,000  an.

Strassenlocomotiven  u
Dampf-Strassenwalzen

bauen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen
Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

John  Fowier  &amp;amp;  Co.  in  Magdeburg.

*#)

C#u
        <pb n="677" />
        —  631  —

Suppe.  Pleisch  uud  (eulte

bilden  die  Hauptnahrong  des  Europäers,  an  die  er  von  Jugend  auf  gewohnt  ist  und  bei  der  er

sich  am  Besten  befndet.  Aber  gerade  Suppen  und  Gemüse  sind  in  überseeischen  Ländern  nicht

überall  zu  haben,  er  muss  sie  ulso,  will  er  seine  Gesundheit  nicht  vernachlässigen,  von  Europa
konmen  lassen.  Selbstverständlich  wird  er  danach  trachten,  möglichst  un

Fracht  und  Zoll  zu  sparen,

eer  kaufe  daher  anstatt  der  sogenunnten  Konserven,  das  beisst  auf  dem  nussen  Wege  halthur
gemachten  Speisen,  nur

Knorr'sche  Suppen  und  Gemüse,

denn  sie  sind  eingetrockuet,  infolgedessen  sehr  leicht  und  in  einem  kleinen  Ruume  unterzubringen.
Am  Besten  ist  diese  Thatsache  wohl  dadurch  veranschaulicht,  dass  man  aus  ihnen

mit  1  Kilo  50  bis  80  Portionen  bereiten

und,  wenn  es  noth  thut,  Rationen  für  mehrere  Monate  ohne  Anstrengung  bei  sich  tragen  kaunn.

Knorr's  Dörrgemüse,

wie  Schnittbohnen,  Spinat,  Wirsing,  Weisskohl,  Rothkohl,
Sellerie,  Zwiebeln,  Kartoffeln

und  viele  Andere  sind  in  Cuulität  unerreicht  und  im  Aussehen  und  Geschmack  wie  krische
Gemüse.  Einfach  in  Wasser  aufzuweichen  und  dann  zu  kochen  wie  frische.

Ferpackung  in  Buchsen  mit  Je  10  oder  20  Tublercen  4  100  Graumm.

Knorr's  Suppentafeln

in  ca.  30  Sorten,  enthalten  alle  nothwendigen  Zusütze,  wie  Fleischextrukt,  Gewürze  etc  und
brauchen  nur  mit  Wasser  einige  Minuten  gekocht  zu  werden.

In  Buchsen  mit  je  10  oder  20  Taubletten  &amp;amp;  100  Oramz.

Knorr's  Erbswurst

mit  Speck,  mit  Gemüse,  mit  Schinken  und  mit  Schweinsohren
Zur  raschen  und  beqnemen  Bereitung  kräftiger  Suppen  nach  Ilausmacherurt.

In  Büchsen  mit  Je  6  ocder  12  Seuch  4  Kg.
Ebenso  Einsen-  und  Bohnenwurst.

Knorr'e  Fabrikate  sind  nur  aus  garantirt  ullerbesten  Rohprodukten  bergestellt  und  halten
sich  in  ihrer  Originalpackung  jahrelang  in  jedem  Klima,  was  wiederholt  glänzend  bewiesen  wurde.

Sor#menfskiseen  1##  Betrape  von  Myx.  50,  oder  Mkx.  100,—  zu  haben
bvon  etropadtischen  Erportr#nen.

Preislisten  von  den  Exportvertretern  Herren  Harder  &amp;amp;  de  Voss
in  Hamburg.  (0)

C.  H.Knorr's  Nahrungsmittelfabriken,  Heilbronn  a#n.

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        —  632  —

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Arthur  Koppel,  Berlin  NW.7,1  ννανν

Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.  »

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2#.  2#  2#  2  2  2  2

—

Feldbahnen  für  die  Kolonien.

—

4  4  4  4

r—

Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.

 

 

 

 

 

 

 

Goldminen-Cyanide-Werke  in  Tr

 

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⅝uelnolonl  oen  an  uounndplo.

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ansvaal.  □-  



(12,)

Kewitsch  Orgelarmonlum.


Fuabrik  u.  Luger.  Billige
Preise,  von  200  Mk.  an.
speziel!  für  tropisches

lima  konstruirt,  empf.

Johannes  Kewitsch,
Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

 

 

        
  
  
       

Jul.

Neue

Musikinst

 

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Alle  mech.  Musikwerke,  Sympkonlous  eic.

Fabrik  und  Export:  Leipsig.
Geschäftehäuser:  St.  Petersbürg,

 
  

 

rumente

 

   
   

Stem

Sy
Jordhmeyerhertefele

ist  als  das

beste  Wasserfiter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abtgdes
Königl.  Preussischen

*r  Wiegsministeriums.

K&amp;amp;  Hertefelo-iter  Gesalsrta

C  ELLE.  W.

 

Heinr.  Zimmermann,

bchsen,  laut  kostenfrei

Moskau,  London.  (226)
Iustrirte  Frelsliste  Fratlse.

 

 

 

J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,

SUHLi.  Thür.  —
Mechanische  Jagdgewehr-Fabrik,

empliehlt  ihre  anerkunnt  guten,  aus  den  besten  Materialien  au  1
Präzisionsmuschinen  hergestellten  Jaxdgewehre.  als:  Doppe
flinten,  Büchsflinten,  Birschbllchsen,  Doppelblichsen,  Dreiläuier,  Re  1

Spesialität:  Alleinige  Fabrikation  von  Jagdrewehrlliulen  aus  "
unübertroffenen  S  Krupp'schen  Spezlal-Gewehriaufttahl,  #dem  beriet  ·-exiscikspasnhsusmmkistismGmtxtichwehuuh
  («s-   


  
  
 

-  ·  te.  4.
zu  sendender  illustr.  Preisiete  143  9
        <pb n="679" />
        —  633  —

 

 

 

Ein  Naturschatz
von  Weltruf.

 

EGaxlehner=Bilterwasser

„Hunyadi  Jänos“
„Das  beste  Abführmittel'.

Zuverlässig  und  angenehm.

 

 

 

 

 

Vollkommen  unschädlich.
Von  der  ärztlichen  Welt

mit  Vorliebe  und  in  mehr  als

1000  Gutachten  empfohlen.

Man  wolle  beachten,  dass  jede  Etiquette  die  Firma  trägt:

„Andreas  Sazlehner“.

 

  
  
 

 

—  —  —  —  —  —  —  SF##  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —G  —
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u  #  x

x
        <pb n="680" />
        —————————————

Hammelrath  Aschwenzer,  Dusseldorl.

Prosbette  frei.  7.  Niederverkäufer  gesucelit.

 

Einzige  u.  billigste  Verkaufsstelle

Neuelland-Saugpumpe.  )Beste  Hand-Saugg.für  Deutsch-Südwestafrika:

Leistung  bis  18  000  Liter  und  Druckpumpe,  E.  Mälbich  Wwe.,  Otlimbingue.
per  Stande  auch  Abortpumpe.

Leistung  ca.  8000  Liter

 

 

Durch  binen  Hann  zu  bedienen,
  unempfindlich  gegen

sandiges,  schlammiges
6  Wasser.  ¾  ,  Leicht  zu  bedienen,

unempfindlich  gegen  unreines  *7*5
ohne  Abnutzung,  leicht!Wasser  und  sensiige  #icke.
·.-  zu  trausportiren.  Flüssigkeiten.  .

per  Stunde.

Gleichzeitig  vorzügliche  —
Feuerlösch-  und  Gertenapritte.

 

Beste  Baupampe  Ser.  degenwart,  auch  geeignet
für  Viehtränken  an  den  Transportwegen.

 

 

 

SJoseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  Morftiersrank  Sr.  Majestcc  des  Katsers.—

ollerirt  nebet  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemfsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropens
Fgeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemäsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  Frösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonleu  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  r

——-—  —

 

 

Deutsche,  kolonlale  u.  Internatiooale
Transporte  jeder  Art.  (2#u)

A.  Warmuthe,
Hofpediteur  Sr.  Königl.  Hohelt  des
rinzen  Georg  von  Preussen,
Spedition.  Berlin,  Xommissioo.
Friedrichstr.  94  u.  Hint.  d.  Garnisonkirchela.

I  onserven  mift
«  Koc  Worrichten

Gne
Hervorragende  Neuheit  —

auf  dem  Gebicte  der  Conserv-Industric.
Unentbehrlich  für  Militairs.  Jager,  Touristen,
  Radtlahrer,  Segler.  Jungaesschlen
etc.  —  Ergürmung  des  Dosen  Inalts
Zu  Jjed.  eit.  an  jed.  Orte  u.  unter  allen
Witterunzsverhaltn.  in  wenigen  Minut.
Falwmikate  in  ullen  Preislagen  emptiehlt

Conserv  Pabr.  Albert  Rehse  Sohn,

Ausse  Woe
Ölfel  vor  Hannover.
E  Cons.  Buchse.  Patente  in  10  Staaten.  —

    

   

  

  

(m)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

besExp  orltbier  Oellu.  dunkeh

der  Elbschloss-Brauerel,  Nienstedten-Hamburg

ist  vorzüglich  im  deschmnek  und  garantirt  haltbar  in  allen  Klimatev
Von  vielen  Messen  und  Kantinen  der  Kalserlichen  Marine  und  Schutstrupp-
  bezogen  und  nachbestellt.  4  .  n

Aufträge  erbeten  durch  den  alleinigen  Vertreter  für  die  Kaiserliche
Marine  und  Schutztruppe

Heinr.  Dirks,  Hamburg,  Verbindungsbahn  4.
Telegramm-Adresse:  Dirks,  Mamburg,  Verdindungsbahn.  Gu)

i  ——□—  —
        <pb n="681" />
        Helwingsche  Verlagsbuchhandlung,  Hannover.

Vie  Rolonialgesetzgebung
des  Deutschen  Reichs
mit  dem  Gesetze  über  die  Konfulargerichtsbarkeit

 

Amtsgerichtsrat  Kolisch,  Mitgl.  d.  H.  d.  Abg.
Preis  15  Mk.,  gebunden  17  Mkr.

„Der  Wert  der  Sammlung  liegt  in  der  absolut  vollständigen  und  zuverlässigen

  Zusammentragung  des  weit  zerstreuten  utwost,  in  einem  Bande.“
(Das  Recht  1897,  Nr.  1.)

„Das  Buch  dürfte  ein  unentbehrliches  Requisit  für  JZeden  werden,  der
unsere  Kolonien  aufsucht.“  (Leipz.  N.  Nachrichten  v.  13.  Dez.  1896.)  (287)

 

[  S

———  mI

8

     

Waffen.  J  agdgerät

Man  verlange  die  reich  illustrirten  Kataloge,  welche  gratis  und  franko
versandt  werden.  Lieferungen  durch  Wiederverkäufer.  (76s)

Albrecht  Kind,
Hunstig  bei  Dieringhausen  (Rheinland).

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (orm.  E.  Scheriny)  zu  Berlin
dargestellte

Fcnrerum  Lrirechurtenn

(salxsaures  Phenocoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfoblen.

Eine  grosse  Reibe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Neheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
vegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Ekehannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Barcelona:  J.  Esplell;  (225)
Lendon:  A.  4  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-at-Nill;
Moskau:  .  Stlrzwage  4  Co.;
Nen-Torn:  Lehn  &amp;amp;  Flak,  126  Willllam  Street;
aris:  Max  frèros,  al  rue  des  poetltes  Ecuries;
Rle  de  Janelro:  Magalbles,  Lucius  4&amp;amp;  Co.  Successores  de  NMlingelhoefer  4  Co.

 

 

 

Vegen  litzeundässe

bekleide  man  auf  billige,  rationelle,
einfache  Weise  die  Wände  u.  Decken
der  Wohnräume  mit  den

Falz-Baupappen  „Kosmos“
nach  Patent  Flacher.  (267)
Schlechte  Wärmeleiter  infolge  der
in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luftschichten.
  Wasserdicht,  dunstdicht,
schalldämpfend,  stabil  und  leicht.
Schutz  gegen  Hausschwamm  u.  Ungezieler.
  Muster  u.  Prosp.  postfrei.
A.  W.  Andernach  in  Beuel  am  Rhein.

 

 

4———  16  en-2.  4%  %

–

 
  

2
II—
und  jede  Länge  sofort  anzeigend.

Prosp.  franco  von  0.  Krautmann,
Erlbach  50  (Vogtland).  (261)

 

Unentbehrilche  Neuhelt  für  dle  Tropen!

Nessellaser-Kleidung.

Deutsches  Reichs-G.-M.  No.  71  730.
Englisches  und  belgisches  Patent.
Vossetändt  er  Ersatz  für  rein  wollene
u.  seidene  Ober-  und  Unterkleidung.
Schweiss  aufsaugendes,  absolutnicht.
kältendes  Gewebe  von  unbegrenzter
Haltbarkeit.  In  der  Wäsche  unveränderlich
  und  sehr  leicht  zu  be- 



handeln:  Per  Stück:
Nessellaser-Tropenanzuge.  M.  15.—
Nesselfaser-Schlafanzlge  „  12.—
Nesselfaser-  Tropenbemden.  „  3.75
Nessellaser-Tropenlacken  .  ..  3.—
Nesselfaser  -  Tropenunterbeinklelddseer
  „  23.—

Musterstücke  nebst  Preisliste  gerne
zur  Verfügung.
Allein.  Fabrikant  u.  Patentinhaber:

Ferdinand  Kahn,  Kgl.  bayer.  Hoflief.,
Germersheim  a.  Rheln.  (727)

Letmisdetserne  oustr

und  Oberllehte  jeder  Art,  (161)

 

schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren

and  Thore  kfertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Kif#r  u.  Setmetterlinge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Käfern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kämmerer,
Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.
        <pb n="682" />
        Vortreflliche,  naturreine
Obstveine

-gur  Ernhort  —
C.  Wesche,
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Hamburg-.  (218)

 

 
 

   

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Gegrũndet  1826.  (o)

      

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Badeapparate.  (u.)

Geset2zlich
Heschutze.

  
 

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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Wittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

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Rufnahme  fremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
—Freis  geb.  4  Marh.  —=—
        <pb n="683" />
        637

le  ————hWW  Se  Wtt

Gegründet  1852.

M.  OyTO  W.  MOLLER

Hamburg,  Bremen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
·  lelegramm  -  Adresse:  Mottoller,  #

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Expeition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

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von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  besies  Präventiwund
  Mellmittel  bel  Seekrankheit!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ...  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell!  Es  ist  von  höchstem
Werthe  für  die  tägliche  Praris  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden.
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Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
vegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michaelis'sches  Referat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fnbrikant:  (222)

Apotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.)

Hamburg,
Spedfteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.
gechtion  -  Kommission  —  Export-luport.

Snpectalverkehr  nach  Ktfautschote  ###nd  den  übrigen
de#cschen  Kolonten.  (256)
m————I□Wm—#  —

—  ————.  —  —822

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Erfinder  der  Dochtkohle,  liefern  zu  den  billigsten  Preisen  in  be- 



 

 

 

    

 

 

   

    
          
      

  

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Koloninl-Wirtschafstlich.  Komitees.

Herausgegeben
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O.  Warburg,  F.  Wohltmann,

 

 

 

 

 

 

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1.  Juniiber.  —  2.  agemene.  —  3.  Ver’#s  Salaam.  —  4.  Ven  der  Thätigkeit  unserer  Priesssschiffe.
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2L  —

(217)

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Bn-  *mde  *

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in  den  Tropen  mit  Gelolz  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
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lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  fär-a  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  emp  fohlen.
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Kalser-Brauerel  Ses  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

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der  Deutschen  Sieinguttabrik,  Alcen-VLesellschaft,
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nach  Madeira,  Bissao,  Bolama,  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah,
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Am22.0kt0ber:P.D.,,Nqutilt«,0apt........,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Senegal  und
Sierra  Lecne.  ""
Am  25.  Oktober:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walflschbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Schade,

nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  Lagos  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Alrikas  bis  Loanda.  ·
-ExpeditionennaohDOUtsoh-sijdestamkaam25..jedenuouats.«-JstoqmermmsenamIaqovokchmdbqanqswmdwlLWmiWsUns-Misseta-


  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27  ·

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwieschen  -

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  aulaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nichsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

  

 

„KANZLER“,  Capt.  RElEsoaon  12.  Oktober,
„REICHST’AG“,  Capt.  Weisskam  ..  .  .  .  ..  .  .  .  ..  2.  Oktober,  26.  Oktober,
*  KAISER“,  Capt.  Stal  .  ..  26.  Oktober,  9.  November,
BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  9.  November,  23.  Novemben

nach  Mombassa,  Tangaz,  Panganl?,  Saadani",  Bagamoyo?7,  Dar.es-Saldm?",  Sansfbar?",  Kliwa,  114#
Mindani,  Ibo,  Mozamblue,  Quelimane  ,  Chinde,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“=Die
  mit  eibem  7*  verscehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  "  versehenen  Häfen  auch  Ladung.  4
Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer-  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Die  Dampfer  haben  vorrüpliche  Enricheungen  Jur  EFxssagtere  in  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Jobannesburg  und  Pretorin)  via  Delagoabaj.  OZ
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertbeilt  in  Hamburg:  (0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerfkanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-Afrika-TLinie,

Gr.  Reichenstrasse  27.4
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  -
PMCSUUDVwckdkkköviglschmHofbuchbandlunqundhosbuchdkucketeivonE.S.Mittleks  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  1.
Ausgegeben  am  1.  Oktober  1896  um  6  Uhr  nachmitltags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

H##rauszegeden  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Aule.

 

–  —  ——  —  —  —  F.  -  .«.  —„  — „  —

H.  Jahrgang--  cterlin,  15.  Oktober  1696.  Uunmer  20.

—  2  ——  ô  —  1Ê  —  ——  .  ————.————————  “  ——.–—  —  —  —  —  —  —

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten".  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v.  Dane  kelmn.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialdlatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchbhandlungen  Mk.  3,—,  direlt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsduchhandlung  Mk.  3.50  fur  Deutichland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für

die  Lander  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Aufragen  sind  an  die  Konigliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Jeitunge-  Preisliste  fur  1898  unter  Nr.  201

 

—  —  —  —  —.  — —   —-  —  —  —  —

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von-  Kamerun,  betresfend  die  Meldepflicht
der  Eingeborenen  S.  641.  —  Bekanntmachung,  betreffend  Abänderung  des  Zolltarifo  in  Deutsch-Südwestafrika
S.  641.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  Juli  1898
S.  643.  —  Personalien  S.  644.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  644.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  über  den  Tod
des  Sultans  Quawa  S.  645.  —  Bericht  des  Lieutenants  Kannenberg  über  seine  Reise  nach  Konghonda  und
Matambulu  S.  646.  —  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  647.  —  Usambara-Eisenbahn  S.  648.  —  Kamerun:
Bericht  des  stellvertretenden  Gouverneurs  Dr.  Seitz  über  eine  Erpedition  in  das  Batangaland  S.  648.  —  Bericht
des  Premierlieutenants  Dominik  von  der  Station  YNaünde  S.  651.  Viehzucht  in  Kamerun  S.  652.  —  Trauerfeier
  S.  662.  —  Togo:  Grenzbereisung  S.  653.  —  Deutsch-  „Sudwestafrika:  Gesundheits#zustand  S.  653.  —
Jahresbericht  der  deutschen  Kolonialgesellschaft  für  Südwestafrika  für  1897/98  S.  653.  —  Aus  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklaverei-=  Bewegung  S.  654.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Jahresbericht
des  Niger  Coast  Protectorats  für  1896/97  S.  656.  —  Bahnbau  auf  der  Goldküste  S.  656.  —  Aus  Dahomey
S.  656.  —  Handelobericht  von  Chinde  für  das  Jahr  1897  S.  657.  —  Ausfuhr  von  Britisch-  Neu-  Guinea  S.  658.
–  Verschiedene  Mittheilungen:  Organisatorische  Bestimmungen  für  die  Schutztruppen  S.  658.  —  Baersche
Pflanzkette  S.  658.  —  Litteratur  S.  658.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  659.  —  Schiffobewegungen  S.  659.  —
Terkehrs:  Nachrichten  S.  659.  —  —Fahrplan  der  Woermann-Linie  S.  661.  —  Anzeigen.

––——.—  —  — „  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

Amtlicher  Theil.
Geseke;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Derträge.

Bekauntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamernn.

Zur  Ausführung  der  Verordnung  vom  4.  Februar  1891,  betreffend  die  Meldepflicht  der  Eingeborenen,
  und  in  Ergänzung  der  Bekanntmachung  hierzu  vom  1.  Juni  1895  gilt  noch  Folgendes:

1.  Die  An=  und  Abmeldungen  bei  Ankunft  im  Schutzgebiete  bezw.  bei  Verlassen  desselben  sowie
die  Anzeigen  von  Geburten  und  Sterbefällen  haben  von  nun  ab  bei  dem  Bezirksamt  oder  der  Station  zu
erfolgen,  in  deren  Bezirk  die  betreffenden  Personen  ihren  Wohnsitz  genommen  bezw.  zuletzt  gehabt  haben.

So  haben  z.  B.  die  im  Bezirke  der  Station  Rio  del  Rey  befindlichen  Personen  bei  dieser,  die  in
unmittelbarem  Bezirke  des  Bezirksamts  Victoria  befindlichen  Personen  beim  Bezirksamte  daselbst  ihre  Anund
  Abmeldungen  zu  bewirken.

2.  Diese  Bekanntmachung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  Veröfsentlichung  in  Kraft.

Kamerun,  den  13.  August  1898.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Seitz.

—––.  —

 

 

 

Bekanntmachung.
Nachdem  der  Zolltarif  für  Deutsch-Südwestafrika  (Beilage  zum  Deutschen  Kolonialblatt  vom
1.  Januar  1897)  in  einzelnen  Tarifnummern  abgeändert  worden  ist,  wird  der  Zolltarif  in  der  Fassung,
wie  er  seit  dem  1.  Juni  d.  Is.  in  Deutsch-Südwestafrika  in  Kraft  ist,  nachstehend  zur  allgemeinen
Kenntniß  gebracht.
Berlin,  den  15.  Oktober  1898.

Auswärtiges  Amt.  Kolonial-Abtheilung.
(gez.)  v.  Buchka.
        <pb n="688" />
        642

A.  Einfuhrzölle.

 

 

 

[Amtliche
Mrrr
Tarif-  gü  Z„
ari  Waarengattung  Zolltarissatz  —  Bemerkungen
.  in  Kisten
Flaschen
1.  Bier  aller  Art  ...  brutto  1  kg  0,06  M.
2.  Hüte  und  Mützen:
o)  Herrenhüte  aus  Stoff  und  garnirte  Frauenhüte  pro  Stück  1,000.
b  Kinder-,  Stroh=  und  ungarnirte  Frauenhüte,  Mützen  0.50
3.  Kassee  und  Kakao  ...  brutto  1  ig  0,20
4.  Konserven  und  Verzehrungsgegenstände:
à)  Schiffszwieback  und  Hartbrot,  Nudeln  und  Makkaroni  gollfrei
b)  Eingesalzenes  oder  gerauchertes  Fleisch;  Wurst  aller  Art;
unvermischt  eingekochtes  Rind-  und  Hammelfleisch  in
Dosen  (Corned  Beef,  Mutton),  nur  getrocknetes  oder
unvermischt  eingekochtes  Gemüse,  nur  getrocknete
Früchte  (Backobst),  Butter,  Speisefette  und  Speiseöle
sowie  eingesalzene  Fische  in  Fässern  oder  Körben  rutto  1  kg  0,10
Jp#r  alle  übrigen  Konserven  und  Verzehrungsgegenstände  in
Dosen,  Flaschen  oder  Kruken;  mit  Zucker  oder  Fett
Krreitete  Siskutts“  Konditor=  und  Zuckerwaaren  =  1.0,20
.  e  stliches  ...  «

Miperalwass=  ü  8  zafix  iches  wie  natürliches  gollfrei  Die  Eisen.  und  Vlechins
a)  Petroleum  und  andere  Brennöle  netto  1  kg  0,05  10  5%  Flaschen  2c.,  in  denense
b  Wachs=  und  Stearinlichte  1.  0.10  Mtroleum  u.  Oele  eingehen

7.  Schießbedarf  und  Sprengstoffe:  sind  mit  zum  Nettogewichte
a  Patronen  aller  Art.  brutto  1=  0,.20  zu  rechnen.

b.  Schießpulver  und  Zündhütchen.  1.100

c  Schrot  und  Blei  .  -  1-0,10

d)  Dynamit  und  sonstige  Sprengstoffe  .  gollfrei

8.  Leder=  und  Sattlerwaaren:

*  Kinderschuhe  und  Pantoffeln  pro  Paar  0.50

b  Lange  Schaftstiefel  OD-  -  2,00

e)  alle  übrigen  Schuhe  und  Stiefel  .  -  -  1,00

d  alle  übrigen  Leder=  und  Sattlerwaaren.  netto  1  kg  1,00  20%|gie  Kartons,  Popier,

9.  Seifen  und  Parfümerien:  umyullungen  k.  und
*  gemeine  Waschseife  1“  0,05  10  ⅝%  Flaschen,  z  denen  r
bi  parfümirte  Seife  1  0)110  Ml
r'  wohlriechende  Fette  u.  Oele  sowie  Parfumerten  aller  Art  1  -‘  0.20  20  %  (bm  Nettogewichte  zu

10.  Spirituosen:  rechurn.
*  Trinkbranntweinc  aller  Art  unter  8  pt.  Alkoholgehalt
nach  Tralles  sowie  alkoholhaltige  Essenzen  zur  es
Schnapsbereitung  pHro  Liter  2,00  Bei  der  Ermirtelung  àe
bi  Spiritus  über  80)  pCt.  Alkoholgehalt  -  O%  2,50  angesangene  Zebnntelluter
·)  Brennspiritus  und  Spiritus  zu  gewerblichen  (lur  Tisch=  einer  Flas  woe.  Arule  “
lereien,  Mobeljabriken  2c.)  und  wessenschaftlichen  volles  Behmelln  #  Ge
Zwecken  unter  Nachweis  der  eigenen  Verwendung  sammtinhalt  einer  Ki#te:
auf  Antrag  bei  dem  Gouvernement.  .  zollfrei  festgestellt.
4#  alkoholhaltige  Tinkturen  zum  Medininalgebrauoh  -
11.  Zündhölzer  aller  Art  ...  bruttollch,50
12.  Tabake  und  Cigarren:  d
*  Cigarren  und  Cigaretten.  neito  1=  2,00  20  %  nn—ieese  —8
bi  Plattentabaf.  PPpörutto  1=  2,00  Eigarren  und  Eigaretterc
  rohe  Tabakblätter,  roher  und  geschnittener  Rauchtabak  vervackt“  sind  und  neitsowie
  Rau=  und  Schnupftabak  jeder  Art  netto  1-1550  20  00  mit  in  die  dan,  sind  zum
13.  Sal;z.  ..........  .  brutto  1=  0.,02  Ncettogewichte  zu  rechnen.
14.  Thee:
ar  -  ..........  -1·040
b«  medizinischerTheeWurst-,damiucuthccch  zollfrei
c)  aller  andere  hee  brutto  1  kg  0,75
15.  Waffen:
u)  ein=  oder  doppelläufige  Hinterladergewehre  aller  Art  mit
Ausnahme  der  Teschino  ......  pro  Stück  20,00
bl  Drillinge  .  -2500
H  Teschins,  Vorderlader  u.  sonstige  Schuß-  u.  Siichwaffen  -  -  5,00
d)  Einzel-  und  Doppelgewehrlaufe  .....-  -20,00
e)  Drillinggewehrläufe  -  "  25,00
16.  Weine:
u)  Roth=  u.  Weißweine  sowie  andere  nicht  mussirende  Weine

 

mussirende  Weine  aller  Art  (Schaumweine,  Champagner)

 

brutto  1  kg  0,15
-  0,30

2
*

-
        <pb n="689" />
        643

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Amtliche
-—  Essig-;
Tarif-  4  a
Waarengattung  Zolltarifsaz,  Bemerkungen
r.  in  Kisten
oder
Flaschen
17.  Zeuge  und  Zeugwaaren:
a)  Seiden=  und  halbseidene  Stoffe  und  Waaren  netto  1  kg  3,00  M.
b)  fertige'  Kleidungsstücke  mit  Ausnahme  von  solchen  aus
eide,  Halbseide  und  Cordstoff  :=  1.  10,50
e)  Cordstoff  und  Kleider  aus  Cord  sowie  fertige  Hemden,
Leibwäsche  und  Unterzeug  aus  gewebten,  gewirlten
oder  gestrickten  Stoffen  ..  1-1,00
d)  Segelleinwand  zu  Wagendecen  und  Zelten  zollfrei
e)  alle  anderen  Zeugstoffe  und  Zeugwaaren  netto  1  kg  0,8.)
18.  Zucker,  roher  und  raffinirter  .  brutto  1-0,10
Alle  übrigen  vorstehend  nicht  genannten  Waaren  aus  -
Eisen,  Holz,  Glas,  Thon,  Porzellan,  Gummi,  Kautschuk,
Papier,  Pappe,  Stroh,  Bast,  Kupfer,  Zinn,  Zink  und  edlen
Metallen  2c.  2c.  sind  nach  §  3  der  Zollverordnung  .  zollsrei
B.21u5fuhrkölle.
Ists-·  Waarengattung  Zolltarifsatz  Bemerkungen
1.  Guano  aller  Art:
u)  bei  der  Ausfuhr  in  Schiffen,  welche  mit  Guano  vollbeladen
  oder  mit  mehr  als  drei  Viertel  ihres  Registertonnengehalts
  beladen  sind,  für  jede  auch  nur
angefangene  Registertonne  laut  Meßbrief  Registertonne  22,50  M.
b)  bei  der  Ausfuhr  in  Schiffen,  welche  nur  bis  zu  drei
Viertel  ihres  Registertonnengehalts  mit  Guano  beladen
  sind,  sowie  bei  der  Ausfuhr  über  Land  100  kg  1,50  M.  Bem.  1.
2.  Robben-  und  Seehundfelle  1  Stück  1,00  =
3.  Straußenfedern,  rohe  und  gereinigte  netto  1  kg  2,00

 

 

——  —  —

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Juli  1898.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3825  Mk.)

 

—  —  -  —  —  —  —  —  —  .
—  —  —  —  —  —  —  —  Ó  —

 

 

Zolte  für  Schisffahrts.Holzschlag.Weben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhri  bgade  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Rp.  .ARp..  #.  B.  Rp.  P.  Rp.  P.  Ryp.  P.  —  Mt.  Pf.
«  .

Tanga  960  30  14300  o6  27  —  11  4  11  15300  17  =  21152  62
Pangani  1157211296  3826  —  2  16  7  11409  23  =  5722  66
Saadani  2115  36  4021  46  5  —  —  05  6142  23  =  8491  81
Bagamoyoo  11900  21121082  91  6  —  34  13  15  21  33038  25  =  45675  58
Dar-es-  Salam  2468  20|7372  22  5427  +  52807  66
Kilgona  4960  4445962  03  46—  17  1183  10  11469  08  =  15856  07
Limi.  3440  556964  21  5  2  3  7  31110439  50  =  14433  01
Mikindani  446%  184122  05  2  12232  84
I  ie  l’  p  –
Zusammen  31492  5414444  431  26596  14  109555  17  —151612  25

43538  Mr.106427  MUK,  Mk.f  MU.4Z

86  Pf.  34  Pf.  35  Pf.  43  Pf.  ]  27  Pf.  s
        <pb n="690" />
        —  644  —

Personalien.

Kaiserliche  Schungtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  27.  September  1898.

Foerster,  Sekondlieutenant  vom  Posenschen  Feldartillerie-Regiment  Nr.  20,  unter  Entbindung  von  dem
Kommando  zur  Dienstleistung  bei  der  trigonometrischen  Abtheilung  der  Landesaufnahme,  aus  dem
Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  unter  Kommandirung  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen
Amt  bei  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  à  la  suite  derfelben,  mit  seinem  bisherigen
Patent  wiederangestellt.

Dr.  Panse,  Königlich  sächsischer  Oberarzt  der  Reserve,  nach  erfolgtem  Ausscheiden  aus  Königlich  sächsischen
Diensten  mit  dem  1.  Oktober  d.  Is.  als  Oberarzt  mit  einem  Patent  vom  25.  Januar  1895  in
der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  angestellt.

A.  K.  O.  vom  6.  Oktober  1898.

Albinus,  Sekondlieutenant,  zum  überzähligen  Premierlieutenant  befördert.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  27.  September  1898.

Schmidt,  Sekondlieutenant  à  la  suite  des  Infanterie-Regiments  Nr.  97,  kommandirt  zur  Dienstleistung
bei  dem  Auswärtigen  Amt,  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  unter  Belassung  in  dem
Kommando  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt  bei  der  Schutztruppe  für  Kamerun,
à  la  suite  derselben,  mit  seinem  bisherigen  Patent  wieder  angestellt.

—□.  ——

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  auf  Grund  des  §  19  des  Gesetzes  vom
18.  Juli  1896  die  von  dem  Gouverneur  für  Südwestafrika  aus  Anlaß  des  Feldzuges  gegen  die  vereinigten
Swartbooi=  und  Topnar-Hottentotten  vom  3.  Dezember  1897  bis  30.  April  1898  zur  nothwendigen  Verstärkung
  der  Schutztruppe  vorläufig  angeordnet  gewesene  Heranziehung  von  Angehörigen  des  Beurlaubtenstandes
  des  Reichsheeres  bezw.  der  Kaiserlichen  Marine  nachträglich  Allergnädigst  zu  genehmigen  geruht.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  zu  bestimmen  geruht,  daß  die
folgenden  von  Theilen  der  Schutztruppen  für  Deutsch-Ostafrika,  Südwestafrika  und  Kamerun  im  Jahre  1897
gelieferten  Gesechte  und  ausgeführten  Kriegszüge  im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung
  und  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine,  vom  27.  Juni
1871  als  ein  Feldzug  gelten  sollen,  für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr
zur  Anrechnung  zu  bringen  ist:
I.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
1.  Wahumba-Expedition  vom  13.  Januar  bis  23.  Februar  1897,
2.  Gefechte  bei  Kwa  Towera  am  1.,  4.  und  5.  Juni  1897.

II.  Schutztruppe  für  Südwestafrika:
Feldzug  gegen  die  Afrikaner-Hottentotten  vom  5.  Juli  bis  10.  Oktober  1897.

III.  Schutztruppe  für  Kamerun:
Gesecht  gegen  Ngila  am  25.  Jannar  1897,
Expedition  gegen  Koy  vom  18.  März  bis  12.  April  1897,
Gefechte  gegen  Ntoni  am  16.  Juli  und  gegen  Barongo  am  1.  August  1897,

1
2
3
4.  Expedition  gegen  die  Bane  vom  21.  August  bis  6.  Dezember  1897.

    

VVITYTVyTTyyTYV  YVVY  YVY7yTT  TYT  YTFN  YTTSTWYTTTVYT7TVNYTYVYY7VYNYWTTY]TY  YT  NYTWTWyYT

Nichtamtlicher  Theil.

—  ——  ———

ersonal-Ra  richt  en.  “  Der  Oberarzt  Dr.  Stierling  und  der  Sergeant
p  t  balTakris  1  Nos  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostofrika
Der  Oberarzt  Dr.  Bludau  von  der  Schutztruppe  haben  die  Wiederausreise  angetreten.

für  Deutsch-Ostafrika  ist  mit  Heimathsurlaub  in  Der  Zollamtsassistent  Schnell  und  der  Gärtner
Ncapel  eingetroffen.

Leiby  sind  mit  Urlaub  nach  Deutschland  abgereist.
        <pb n="691" />
        —  645  —

Der  zu  Vermessungszwecken  dem  Kaiserlichen
Gouvernement  überwiesene  Sekondlieutenant  Förster
ist  nach  Dar-zes-Saläm  abgereist.

Die  Hauptzollamtsvorsteher  Ewerbeck  und
Reimer  und  der  Techniker  Nehlsen  kehren  demnächst
  nach  Dar-es-Saläm  zurück.

RLamernn.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer  ist
vom  Urlaub  hier  wieder  eingetroffen.

Der  Maschinist  Bärmann  ist  mit  Heimathsurlaub
  nach  Deutschland  abgereist.

 

Der  Kaiserliche  Hafenmeister  Klein  ist  vom
Urlaub  nach  Kamerun  abgereist.

Der  Premierlieutenant  Nolte  von  der  Schutztruppe
  für  Kamerun  hat  die  Wiederausreise  nach
dem  Schutzgebiete  angetreten.

Cogo.

Der  für  die  Stelle  des  zweiten  Regierungsarztes
angenommene  Dr.  Wendland  und  der  Zollassistent
Strack  sind  nach  Lome  abgereist.

Der  Zollassistent  Weikusat  ist  mit  Urlaub  in
Deutschland  angekommen.

Bachrichten  aus  den  deutschen  Schungebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

eutfsch-Pflafrika.

Bericht  über  den  Tod  des  Lultaus  DQuawa.

Ueber  die  näheren  Umstände  des  kürzlich  gemeldeten
  Todes  des  Sultans  Quawa  berichtet  der  Feldwebel
  Merkl  an  das  Kaiserliche  Gouvernement,
wie  folgt:

Iringa,  den  22.  Juli  1898.

Am  14.  d.  Mts.  brachte  ein  Neger  aus  Pawaga
die  Nachricht,  daß  Quawa  sich  seit  einigen  Tagen
dort  aufhalte.  Herr  Premierlieutenant  Kuhlmann
gab  mir  hierauf  den  Befehl,  mit  15  Askaris  und
einigen  Wahehe  im  Eilmarsch  dahin  zu  gehen  und
Quawa  womöglich  zu  fangen.  Nächsten  Mittag
waren  wir  nach  13  stündigem  Marsche  unbemerkt  in
Pawaga,  wo  wir  uns  im  Busche  versteckten  und  als
Waschensi  verkleideten.  Vom  nächsten  Jumben  Nguzo,
den  ich  heimlich  holen  ließ,  erfuhr  ich,  daß  der  Jumbe
Kisogonso  tags  zuvor  mit  seinen  Leuten  versucht  hatte,
Quawa,  der  am  nördlichen  Ufer  des  Ruaha  bei
Nyangai  gewesen  war,  zu  fangen,  aus  Angst,  daß
die  Station  zu  spät  kommen  könnte.  Quawa  hätten
sie  zwar  nicht  gefunden,  wohl  aber  seine  vier  Boys,
von  denen  allerdings  einer  wieder  entkommen  sei.

Quawas  Spur  führte  über  den  Ruaha  südlich
ins  Pori  der  Landschaft  Pawaga.

Am  15.  d.  Mts.  kam  Kisogonso  mit  den  drei
Boys  bei  mir  an,  welche  aussagten,  Quawa  sei  vor  zwei
bis  drei  Wochen  mit  vier  Boys  und  einem  Mzungwe,
Mussigambo,  und  dessen  Weib,  unterwegs  sich  von
Porifrüchten  nährend,  heimlich  nach  Norden  bis
Nyangai  am  nördlichen  Ufer  des  Ruaha  gezogen.
Vor  fünf  Tagen  seien  sie  dort  angekommen,  seien
heimlich  in  die  Hütte  eines  gewissen  Kanalire  gegangen,
  mit  dem  Quawa  Blutsfreundschaft  trank.
Quawa  habe  sich  den  Namen  Fundi  Maludi  beigelegt
  und  wollte  in  den  nächsten  Tagen  zu  einem

gewissen  Makibuta,  zu  dem  er  Kanalire  vorausgeschickt

 

hatte.  Quawa  führe  einen  Karabiner  M/71,  dessen
Lauf  kürzlich  an  der  Mündung  geplatzt  sei;  sein  Begleiter
  habe  eine  Jägerbüchse.

Ich  nahm  die  Verfolgung  sofort  auf,  indem  ich
die  Askaris  nach  verschiedenen  Richtungen  dirigirte,
um  die  Spur  Quawas  sestzustellen.  Trotz  fast  ununterbrochenen
  Herumstreifens  konnte  ich  meinerseits
nichts  finden  und  kehrte  daher  am  17.  abends  nach
Nguzo  zurück.  Am  nächsten  Tage  kam  auch  der
Ombascha  Adam  Ibrahim  zurück,  ohne  einen  Fang
gemacht  zu  haben.  Am  19.  marschirte  ich  weiter
auf  Humbwe  zu.

Im  Pori  bei  Humbwe  machte  ich  Halt  und
wollte  dort  auf  den  Rest  der  ausgesandten  Askaris
warten,  als  ich  einen  Knaben  den  Bergabhang  herunterkommen
  sah.  Der  Knabe  floh  sofort,  als  er
uns  wahrnahm.  Dies  fiel  mir  aufm,  ich  ließ  ihn  einfangen
  und  stellte  ihn  sehr  energisch  zur  Rede,  worauf

er  sich  als  Quawas  Boy  zu  erkennen  gab.  Quawa

liege  drei  Stunden  ab  krank  im  Pori,  wo  er  gestern
Abend  seinen  Begleiter  Mussigombo,  aus  Angst  vor
Verrath,  erschossen  habe.  Er  (der  Knabe)  sei  heute
Morgen  weggelaufen.

Ohne  auf  meine  Karawane  zu  warten,  ging  ich
gleich  mit  1  Ombascha,  2  Askaris  und  1  Mhehe
unter  Führung  des  Boys  los.  Nach  einer  halben
Stunde  hörten  wir  in  südwestlicher  Richtung  einen
Schuß.  Der  Boy  meinte,  Quawoa  schösse  sich  Wild.
Endlich  sagte  der  Boy,  wir  seien  dem  Lagerplatze
nahe.  Wir  zogen  Stiefel  und  Gepäck  ab  und
rutschten  auf  dem  Leibe  vor  zu  einem  Baobab,  den
ich  erkletterte,  um  Ausschau  zu  halten,  konnte  aber
nichts  sehen.  Wir  rutschten  über  sehr  geröllreiches
Land  weiter  bis  zu  einer  trockenen  Wasserrinne,  in
welcher  wir  100  m  weit  weg  das  Lager  sahen,  und
rutschten  bis  auf  30  m  heran.  Zwei  Gestalten  sahen
wir  jetzt,  anscheinend  schlafend,  davor  liegen.  Die
eine  bezeichnete  der  Boy  als  Quawa  selbst.  Da  wir
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        —  646

auf  dem  Geröll  nicht  unbemerkt  weiter  konnten,  legten
wir  an,  schossen  und  rannten  vor.

Beide  Gestalten  waren  todt,  die  vom  Boy  als
Quawa  bezeichnete  seit  etwa  1½  Stunden,  aber
ohne  Todtenstarre.  Der  Msagira  Muia  Urambo
bezeichnete  diese  Leiche  sofort  als  Quawa  seldst.
Augenscheinlich  hatte  sich  dieser,  als  wir  den  erwähnten
  Schuß  höärten,  selbst  erschossen.  Um  den
Leib  trug  er  neben  verschiedenen  „Dauas“  einen
halbvollen  Patronengürtel  zu  70  Patronen.  Sein
Karabiner  war  an  der  Mündung  bedeutend  geplatzt
und  war  im  Feuer  neben  ihm  stellenweise  stark  verkohlt.
  Die  Leiche  des  Mussigombo  war  schon  ganz
starr,  neben  ihm  lag  eine  Jägerbüchse.  Zusammen
trugen  die  beiden  Leichen  117  Patronen.  Bald  kam
meine  Karawane  nach;  die  Wahehe  2c.  erkannten
Quawa  sofort  und  blieben  längere  Zeit  in  gedrückter
Stille.  Am  20.  d.  Mts.  traf  ich  nach  Mittag  in
Iringa  wieder  ein.

Bericht  des  Lieutenants  RKannenberg  über  seine  Neise
nach  Rongbonda  und  Matambulu.

Aus  dem  Berichte  des  Lieutenants  Kannenberg
an  das  Kaiserliche  Gouvernement  für  Deutsch-Ostafrika
aus  Mpapua  vom  20.  Juli  d.  Is.  über  seine  Reise
nach  Konghonda  und  Matambulu  entnehmen  wir
folgende  Schilderungen:

Der  Zweck  meiner  Reise  war  die  Erkundung  der
neu  anzulegenden,  gegenüber  der  alten  um  fast  zwei
Tagemärsche  verkürzten  großen  Karawanenstraße,  als
deren  Endpunkt  im  hiesigen  Bezirk  zufolge  Verabredung
  mit  Kilimatinde  die  Ortschaften  Singe-Dodoma
ausersehen  sind.  Die  Anlage  der  Straße  bietet  nach
dieser  Erkundung  auf  der  ganzen  Strecke  keine
nennenswerthen  Schwierigkeiten,  letztere  verläuft  vielmehr
  nahezu  gerade  und  fast  meist  eben.  Indessen
muß  ihr  Bau  wegen  des  Wassermangels  mit  der
ebenfalls  in  den  nächsten  Monaten  erfolgenden  Neuanlage
  der  Brunnen  Hand  in  Hand  gehen  oder  ihr
folgen.  Der  Brunnenmeister  Klinder  arbeitet  zur
Zeit  noch  an  dem  Brunnen  von  Godegode  östlich
Mpapua.

Das  Gebiet,  durch  das  die  neue  Straße  führen
wird,  zwischen  Mpapua  und  Dodona,  ist  eine  schöne
von  vielen  Bergketten  und  Berggruppen  durchzogene
Waldgebirgslandschaft,  deren  Wälder,  wic  überall
hier,  größtentheils  aus  Akazienarten  bestehen;  sie  wird
durch  das  Dazwischentreten  der  nördlichen  Marenga-Makalisteppe
  in  drei  Abschnitte  getheilt.  Allen  dreien
aber  ist  das  gemeinsam,  daß  in  ihnen  Flüsse  mit
perennirendem  Wasser  vollkommen  fehlen,  letzteres
wird  vielmehr  nur  in  einzelnen  großen  Flußbetten  in
Wasserlöchern  gegraben  und  ist  so  trübe,  faulig  und
brackig,  daß  es  sehr  leicht  Dysenterie  erzeugt.  Solche
Wasserlöcher  finden  sich  bei  allen  Ortschaften  zwischen
Mpopua  und  Dodona  und  ermöglichen  überhaupt
erst  deren  Existenz.

 

Von  Mpapua  kommend,  gelangt  man  zunächst
durch  eine  vertrocknete  Pori  hindurch  zu  dem  Dorfe
Kissokwe  und  hier  durch  prächtige  grüne  Akazienhaine,
welche  von  vielen  Antilopenarten  und  Hühnervögeln
belebt  sind,  während  rechts  in  einem  entzückenden
Seitenthal  die  englische  Missionsstation  (Ch.  M.  S.)
versteckt  liegen  bleibt;  dann  steigt  man  durch  ein
schmales  Gebirgsthal  in  das  Dorf  Tschunio  hinab,
das  wegen  seiner  reichen  Kalklager  bemerkenswerth
ist,  dann  folgt  eine  zehn  Stunden  lange  trockene  und
dornige  Pori,  in  welcher  nur  ab  und  zu  eine  Akazie
spärlichen  Schatten  bietet  oder  ein  Zahnbürstenbaum
(Mswaki)  durch  das  in  der  übrigen  Dürre  überraschend
  frische  und  saftige  Grün  seiner  Blätter  das
Auge  erfreut,  seine  Beeren  werden  in  Zeiten  der
Hungersnoth  von  den  Eingeborenen  gegessen.  3½
Stunden  hinter  Tschunjo  bietet  endlich  ein  riesiger
Affenbrotbaum  (16  m  Umfang),  bei  dem  stets  ein
erfrischender  Wind  weht,  einen  erwünschten  Rastplatz.
Nach  weiteren  zwei  Stunden  gelangt  man  an  den
Yamegoafelsen,  bei  dem  der  erste  Brunnen  auf  dieser
Strecke  gebaut  werden  soll.  Von  hier  bis  einige
Stunden  hinter  Tschikombo  wird  die  Pori  jetzt  durch
einzelne  große,  freie  Steppen  unterbrochen,  welche  die
Nordausläufer  der  Marenga=  makali  bilden  und  von
großen  Trupps  von  Straußen,  Zebras,  Wildschweinen
und  den  verschiedensten  Antilopenarten  belebt  sind.
Hinter  Tschikombo  fallen  die  kolossalen,  frei  in  der
Steppe  liegenden  erratischen  Blöcke  ins  Auge.  Bei
Itumbi  ist  dann  der  zweite  Brunnen  geplant.  Auf
der  weiteren  Strecke  folgen  jetzt  mehrere  durch  ihre
Karawanenräubercien  und  Askariermordungen  berüchtigte
  Ortschaften,  deren  Sultane  früher  Hongo  (Zol)
von  den  Karawanen  erpreßten,  einzelne  sind  aus  den
Reisen  Stanleys  und  Emin  Paschas  bekannt;
auf  der  Station  heißt  jene  Gegend  nur  noch  die
„Wetterecke“.  Gegen  Konghonda  und  Ihume,  die
beiden  übelsten  Orte  dieser  Gegend  richtete  sich  meine
Expedition.  Der  Brunnen  soll  etwas  über  diese
Orte  hinaus,  nach  Dodoma  zu,  angelegt  werden;  es
ist  der  dritte  und  letzte  im  Bezirk  auf  der  genannten
Strecke.  Die  ganze  Gegend  hierselbst  ist  reich  bebaut
und  stark  bevölkert,  es  giebt  hier  mehrere  Ortschaften
von  über  2000  Einwohnern.  Die  Felder  sind  weithm
mit  Mtama  bepflanzt,  und  die  mächtigen  Tennen  in
den  Temben  sind  meist  hoch  mit  Korn  angefüllt.
Bei  Konghonda  wachsen  auf  den  Feldern  einheimische
Weintrauben,  große  dunkle  Trauben  und  sehr  wohlschmeckend.
  Auf  den  Bäumen  sieht  man  hier  vielfach
ausgehöhlte  Baumstämme  liegen,  die  zum  Sammeln
des  Honigs  der  wilden  Bienen  diencn.  An  den
Berghängen  weiden  zahlreiche,  kleine  Viehherden.
Die  Wagogo  bereiten  hier  eine  erfrischende  saure
Milch,  die  aber  in  den  Buju  (Kürbisflaschen)  einen
dumpfigen  fauligen  Beigeschmack  erhält.  Viel  besser
ist  die  saure  Milch  der  Massai  dieser  Gegend,  weil
diese  sie  in  schönen,  mit  Kaurimuscheln  verzierten
Lederflaschen  aufbewahren.

Die  Wagogo  sind,  wie  viele  andere  wilde  Völker-
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        schaften,  leidenschaftlich  dem  Alkoholgenuß  (in  Gestalt
von  Pombe)  und  narlotischen  Genüssen  (Tabak)  ergeben.
  Tabak  erhalten  sie  von  den  Karawanen  und
machen  daraus  durch  Beimengung  von  feingeriebenen
Mtamastengeln  und  Schensisalz  auch  einen  beißenden
Schnupftabak.  Seine  kunstvoll  aus  Holz  geschnitzte
Schnupftabaksdose  trägt  fast  ein  Jeder  an  einer  Schnur
um  den  Hals,  die  Tabakpfeife  geht  am  Lagerfeuer
im  Kreise  herum  und  wird,  trotzdem  ihr  Qualm
furchtbar  auf  der  Zunge  und  in  die  Augen  beizt,  mit
sichtlichem  Wohlbehagen  geraucht.  Bei  den  Wagogo
möchte  ich  noch  erwähnen,  daß,  wie  sie  überhaupt
manche  von  den  übrigen  Wilden  verschmähte  Fleischsorten
  essen,  sie  vor  Allem  Ratten,  die  es  hier  zahllos
giebt,  für  einen  großen  Leckerbissen  halten  und  sie  in
kunstvoll  geflochtenen,  langen  engen  Röhren,  an  deren
Ende  Hirse  gestreut  ist,  fangen.  Im  Flechten  sind
sie  überhaupt  Meister;  ihre  verschiedenartigen,  schön
gemusterten  geflochtenen  Körbe  und  Gefäße  verdienen
alle  Anerkennung.  Auch  sonst  zeigen  sie  in  diesen
wohlhabenderen  Gegenden  Kunstsinn,  bemalen  ihre
Zimmerwände  mit  Figuren  (Menschen,  Leoparden,
Vögeln  2c.)  und  schnitzen  in  Holz  auch  ganz  kunstvolle
  Fignren  und  Arabesken  und  auch  die  bekannten
niedrigen  Holzschemel.

Meine  Bewunderung  aber  erregten  die  ausgezeichneten
  Waffen,  die  die  hiesigen  Wagogo  in  der
Gegend  von  Konghonda  verfertigen.  Dieses  besitzt,
wie  viele  andere  große  Orte  dieser  Gegend,  einen
eigenen  Schmiedfundi,  und  ihre  Speere  stehen  an
Größe  und  Schönheit  kaum  den  berühmten  Massaispeeren
  nach,  sie  haben  jedoch  gewöhnlich  ein  kürzeres
und  breiteres  Blatt,  während  die  Massailanzen
eine  lange  schmale  Klinge  haben;  ihre  Pfeile  besiten
  eine  Durchschlagskraft,  daß  sie  noch  durch
mein  Zelt  hindurch  einen  Menschen  tödlich  verwunden
können,  und  haben  eiserne,  sorgfältig  und  kunstvoll
gearbeitete  Eisenspitzen  mit  vielartigen  scharfen
und  spitzigen  Widerhaken,  welche  ganz  unangenehme
Wunden  erzeugen  müssen,  sie  werden  in  schönen
ledernen  Köchern  über  der  Schulter  getragen.  Nicht
wenig  verwundert  war  ich,  als  meine  schönen,  baumlangen
  Massaikrieger,  die  ich  auf  meinem  Zuge  mit
hatte,  in  ihrem  ganzen,  stolzen  Kriegsschmuck  —  dem
riesigen  Speer,  Büffelschild  und  hochwehender  weißer
Pfauenfeder  auf  dem  Haupte  —  in  Matambulu  vor
den  Wagogo  Reißaus  nahmen  und  sich  zu  mir  hin
flüchteten;  ich  drückte  ihnen  meinen  Spott  auch  ziemlich
deutlich  aus,  was  sie  aber  weder  sichtlich  beschämte,  noch
zur  Umkehr  bewog.  Als  ich  am  Abend  in  Matambulu
mir  eine  Ngoma  mit  Kriegstänzen  vorführen  ließ,
verfiel  der  eine  Massaihäuptling,  wie  es  oft  zu  geschehen
  pflegt  und  was  als  besonderes  Zeichen  von
Tapferkeit  bewundert  wird,  in  Raserei,  so  daß  ihm
der  Schaum  vor  dem  Munde  stand,  er  wie  ein
wildes  Thier  brüllte  und  von  seinen  Genossen  nur
mit  Mühe  gehalten  werden  konnte.  Als  ich  herantrat,
warnten  mich  die  Askari  und  sagten  „anataka  vita“
(er  verlangt  nach  Krieg),  worauf  ich  spottend  meinte:

 

647  —

„Heute  morgen  war  ja  Krieg,  da  ist  er  aber  ausgerissen!“
  Und  jetzt  kam  auch  ihnen  das  Komödienhafte
  der  Scene  zum  Bewußtsein,  und  sie  lachten  über
die  Raserei,  während  sonst  solche  Dinge  auf  alle
Schwarzen  großen  Eindruck  machen,  worauf  sie  ja
auch  berechnet  sind.  Aehnlich  schien  mir  auch  eine
andere  Scene  in  Tschikombo,  wo  beim  Schlachten
eines  Ochsen  die  Massai  mich  baten,  das  Blut  trinken
zu  dürfen,  und  sich  dann  der  Länge  nach  auf  den
Boden  legten  und  das  frische  dampfende  Blut  in
langen  Zügen  aus  dem  Leibe  des  Thieres  tranken
oder  es  in  beiden  hohlen  Händen  herausschöpften,
mehr  darauf  berechnet,  den  Eindruck  der  Wildheit
und  dadurch  Entsetzen  und  Furcht  bei  den  Zuschauern
hervorzurufen,  als  selbst  ein  wirkliches  Zeichen  derselben
  zu  sein.  Einen  größeren  Gegensatz  wie  zwischen
Massai  und  Wagogo  kann  man  sich  kaum  denken,
erstere  sind  baumlang,  hoch  aufgeschossen  und  schmal
in  Schulter  und  Gesicht  und  mit  schmaler,  oft  fast
jüdisch  gebogener  Nase,  letztere  sind  untersetzt,  muskulös
  und  breitschulterig,  fast  stiernackig,  auch  haben
sie  meist  eine  platte  Nase.  Nach  den  hier  vorliegenden
  Erfahrungen  sind  die  Wagogo  im  langsamen
stetigen  Vordringen  gegen  das  Land  der  Massai  begriffen
und  verdrängen  sie,  da  sie  feste  Temben  vorschieben,
während  die  Massai  ohne  feste  Wohnsitze  auch  keinen
sesten  Widerstand  leisten  können.  In  den  Grenzgebieten
  findet  auch  eine  Vermischung  beider  Stämme
statt,  man  sieht  schon  viele  Wahumba-Massai,  die  viel
untersetzter  und  breitschultriger  sind  als  ihre  nördlichen
  langen  Vettern.  Im  Allgemeinen  vertragen
sich  beide  Stämme  trotz  ihrer  Verschiedenartigkeit
auffallend  gut,  und  Kämpfe  und  Streitigkeiten  kommen
kaum  vor,  vielleicht  ist  es  gegenseitige  Angst.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  in
Berlin  hat  der  Premierlieutenant  v.  der  Marwitz
am  16.  Mai  d.  Is.  eine  von  ihm  an  den  Panganisällen
  zusammengebrachte  Sammlung  zgoologischer
Objekte  überwiesen.  Die  Sammlung  enthielt:

4  Säugethiere  in  Alkohol,

5  Schlangen,

8  Fische,  4  Krebse  und
Bandwürmer  aus  einer  Ziege.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  durchweg  gut,
ihr  wissenschaftlicher  Werth  bedeutend.  Namentlich
war  das  Vorkommen  einiger  Säugethiere,  Epomophorus
  minor  in  einem  männlichen  Exemplar  mit
Schultertaschen,  noch  nicht  bekannt  und  sein  Vorkommen
  in  Uhehe  überraschend;  ebenso  ist  Hipposideros
  commersoni  Geoffr.  in  Ostafrika  so  weit
südlich  noch  nicht  nachgewiesen  worden.

Die  Krebse  bildeten  gleichfalls  eine  willkommene
Bereicherung  unserer  Sammlung,  weil  aus  Ostafrika
bisher  nur  wenig  Stücke  von  Pagurus  und  Palaemon
vorhanden  sind.
        <pb n="694" />
        Usambara  -  Cisenbahn.

Aus  Dar-es-Saläm  wird  berichtet,  daß  der  Verkehr
  auf  der  Usambarabahn  in  letzter  Zeit  wesentlich
zugenommen  hat.  Jeden  Dienstag  und  Sonnabend
fährt  ein  Zug  Tanga-—Muhesa  und  zurück  und  nach
Erforderniß  auch  zweimal  an  den  genannten  Tagen.

Ramerun.

Bericht  des  stellvertretenden  Gouverneurs  Dr.  Feitz
über  eine  Expedition  in  das  Batangaland.

Dem  Berichte  des  stellvertretenden  Kaiserlichen
Gouverneurs  von  Kamerun  vom  16.  August  d.  Js.
über  eine  Expedition  in  das  Batangaland  wird  Folgendes
  entnommen:

Eine  Reihe  Beschwerden,  welche  der  stellvertretende
Generalkonsul  in  Old-Calabar  wegen  angeblicher
Uebergriffe  der  Station  Rio  del  Rey  und  der  seit
kurzer  Zeit  weiter  in  das  Innere  vorgeschobenen,
mit  einem  schwarzen  Zollgehülfen  besetzten  Zollstation
Okobo  geführt  hatte,  veranlaßten  mich,  die  Untersuchung
über  die  fraglichen  Vorfälle  selbst  an  Ort  und  Stelle
zu  führen,  um  zu  gleicher  Zeit  den  Vorschlag  des
Stationsleiters  Romberg,  eine  weitere  Zollstation
nach  dem  Innern  vorzuschieben,  einer  Prüfung  zu
unterziehen.

Da  die  ganze  Reise  nur  eine  Orientirungsreise
sein  sollte,  und  mir  von  allen  Seiten  die  Verhältnisse
in  den  Gegenden,  die  ich  besuchen  wollte,  als  ruhig
geschildert  und  besonders  betont  worden  war,  daß
an  der  Nordgrenze  und  im  Gebirge  überall  Träger
von  den  Eingeborenen  leicht  zu  bekommen  seien,  so
nahm  ich  außer  einem  Detachement  von  30  Mann
der  Schutztruppe  unter  dem  Befehl  des  Lieutenants
v.  Arnim  von  Kamerun  nur  32  Träger  mit,  neben
sechs  Aboleuten  lauter  Duallas.

Am  14.  Juni  verließ  die  Expedition  mit  dem
Dampfer  „Nachtigal“  Kamerun  und  traf  am  15.
vormittags  11  Uhr  auf  der  Station  Rio  del  Rey  ein.
Dort  schloß  sich  derselben  der  mit  den  Verhältnissen
an  der  Grenze  und  im  Binnenlande  vertraute  Stationsleiter
  RKomberg  an.  Die  Station  Rio  del  Rey
wurde  einstweilen  dem  Zollgehülsen  Akovi  übergeben.
Am  nächsten  Morgen  6  Uhr  20  Min.  wurde  auf  dem
neu  geschlagenen  Wege  nach  der  Zollstation  Okobo
aufgebrochen,  welche  am  19.  Juni  vormittags  10  Uhr
erreicht  wurde,  nachdem  vom  18.  auf  den  19.  Juni
im  Urwald  im  Lager  übernachtet  worden  war.  In
Okobo,  wo  sich  der  von  Rio  del  Rey  aus  vorgeschobene,
  mit  einem  farbigen  Zollgehülfen  besetzte  Zollposten
  befindet,  hat  der  Häuptling  Amoêfiem  zwei
neue  Lehmhäuser  der  Regierung  zur  Verfügung  gestellt.
  Das  Dorf  selbst,  welches  etwa  1  1½8  Tagereisen
von  der  deutsch-englischen  Grenze  liegt,  hat  lediglich
Bedeutung  durch  den  Handelsweg,  welcher  von  hier
aus  nach  dem  englischen  Gebiet  führt.  Noch  vor

648

 

ganz  kurzer  Zeit  waren  die  Calabarhändler  die  unbestrittenen
  Herren  der  Gegend.  Wie  sehr  sie  sich
als  solche  betrachteten,  zeigt  eine  neuerdings  bei  dem
Generalkonsul  in  Old-Calabar  von  Calabarhändlern
eingereichte  Beschwerde,  deren  Thatbestand  ich,  wie
folgt,  feststellte:  Der  Stationsleiter  Romberg  nahm
gelegentlich  seiner  Anwesenheit  in  Okobo  einen  Calabar--stlaven,
  Mfam  Idigbe,  fest,  welcher  in  das  deutsche
Gebiet  Waaren  einschmuggelte.  Der  Herr  dieses
Sklaven,  Ndomo  Eijo,  griff  mit  mehreren  anderen
Calabarleuten  den  deutschen  Zollgehülfen  Brohm
gelegentlich  eines  Patrouillenganges  thätlich  an,  entriß
ihm  seinen  Hirschfänger,  wurde  jedoch,  da  die  Eingeborenen
  dem  Brohm  zu  Hülfe  kamen,  in  die  Flucht
geschlagen.  Diesen  Vorfall  benutzten  die  Calabarhändler
  zu  einer  Beschwerde  wegen  Vergewaltigung
durch  den  deutschen  Zollposten.  Dabei  stellte  sich  bei
näherer  Untersuchung  heraus,  daß  der  Sklave  Mfsam
Idigbe  aus  deutschem  Gebiet  geraubt  war.  Er  wurde
für  frei  erklärt.  Die  sämmtlichen  von  mir  vernommenen
  Leute,  darunter  die  Häuptlinge  Amoéfiem  von
Okobo,  Arong  Njo  von  Kunda-Kunda,  Akama  Odgum
von  Okpohobet,  Otu  Epuenam  von  Rkuru,  sagten
übereinstimmend  aus,  daß  die  Calabarleute  früher
ganze  Züge  von  Sklaven,  eskortirt  durch  Bewaffnete,
aus  dem  Lande  ausführten.  Auch  wurden  mir  eine
Reihe  Leute  namentlich  bezeichnet,  die  noch  in  letzter
Zeit  von  den  Calabarhändlern  mit  Gewalt  oder  List
entführt  wurden  und  in  Calabar  festgehalten  werden.
In  allen  diesen  Händeln  spielt  der  jetzt  verstorbene
fromme  King  Ekanemessin  eine  für  einen  Christen
recht  bedenkliche  Rolle.  Ich  werde  in  meiner  Antwort
  auf  die  Beschwerden  der  Calabarhändler
dem  Generalkonsul  in  Old-Calabar  diese  Thatsachen
  mittheilen  und  insonderheit  um  Nachforschung
über  den  Verbleib  der  aus  deutschem  Gebiet  entführten
Personen  ersuchen.

Ich  bemerke,  daß  Okobo,  Kunda-Kunda  und  die
übrigen  genannten  Ortschaften  zweifellos  zum  deutschen
Gebiet  gehören.  Sie  liegen  weit  diesseits  der  seiner
Zeit  von  Hauptmann  v.  Besser  vorgeschlagenen
Grenzlinie.

Dem  Handel  der  Calabarleute,  die  bisher  gegen
Rum,  Capguns  und  Caps  Sklaven  und  Gummi  nach
dem  Akwa  Jasé  und  Calabar  hinüberführten,  ist
durch  die  Anlage  des  Zollpostens  in  Okobo  ein
schwerer  Schlag  versetzt,  dessen  Folgen  sich  schon  jetzt
für  den  deutschen  Handel  im  Rio  del  Rey  fühlbar
machen.  Im  Interesse  des  Handels  aus  dem  Hinterlande
  der  Rombiberge  bedarf  es  indessen  noch  von
deutscher  Seite  der  Anlage  einer  weiteren  Zollstation
  und  zwar  an  den  Croßfällen  selbst,  wo  sich
zur  Zeit  schon  englische  Faktoreien  befinden.  Im
Verlauf  meiner  Reise  bin  ich  zu  der  Ueberzeugung
gekommen,  daß  nicht  nur  die  Calabarleute  ihre  Handelswege
  weiter  landeinwärts,  nach  den  Croßfällen
zu,  verlegt  haben,  sondern  auch  die  im  Banjanglande
in  Menge  sich  herumtreibenden  Weyjungen  —  ihre
Zahl  wurde  mir  von  200  bis  400,  letztere  zweifellos
        <pb n="695" />
        —  649

übertrieben,  angegeben  —  direlt  nach  den  Croßfällen
handeln.  Jetzt  haben  sie  sich  nach  Banjang  zurückgezogen
  und  sollen  einen  schwunghaften  Gummi=  und
Elfenbeinhandel  treiben.  Auf  meinem  ganzen  Wege,
der  mich  durch  das  Batanga-,  Bakong=  und  Bakunduland
  führte,  bin  ich  nirgends  auf  die  Spuren  dieser
Landstreicher  gestoßen,  so  daß  ich  die  Angaben  der
Eingeborenen,  sie  hätten  sich  nach  Banjang  zurückgezogen,
  für  richtig  halten  muß.

Eine  endliche  definitive  Festlegung  der  deutschenglischen
  Grenze  ist  absolut  nöthig,  wenn  es  gelingen
soll,  den  Gummi=  und  Elfenbeinhandel  aus  unserem
nördlichen  Hinterlande,  der  immer  noch  über  den
Akwa  Jafé  und  den  Croß-River  nach  Calabar  seinen
Weg  nimmt,  nach  der  deutschen  Seite  und  zwar  nach
dem  Rio  del  Rey  und  nach  Mundame  herunter  zu
leiten.  Wurde  mir  doch  im  Norden  der  Rombiberge,
in  dem  Dorfe  Baro,  versichert,  daß  von  dort  aus
mit  Calabarleuten,  die  von  Norden  her,  also  wahrscheinlich
  von  Croß-River  kommen,  gehandelt  wird.
Dabei  sind  gerade  jene  Gebiete  für  den  Gummihandel
von  größter  Bedeutung,  da  auf  dem  ganzen  von  mir
zurückgelegten  Wege  von  Ndian  bis  Kiliwindi  der
Kautschukbaum  vorkommt.

Am  Montag  den  20.  Juni  marschirte  die  Expedition
  in  achtstündigem  überaus  anstrengenden  Marsche
von  Okobo  nach  Fave  an  der  Grenze  des  Ngololandes.
Das  Uebersetzen  über  den  Ndian  und  seinen  reißenden,
hochangeschwollenen  Nebenfluß  Mana,  die  durchwatet
werden  mußten,  ging  nur  langsam  und  nicht  ohne

Der  Weg  führte  auf  ungebahnten  Gebirgspfaden
durch  dichten  Busch,  zum  Theil  auch  in  kleinen  Wasserläufen
  entlang.  In  Fave  wurden  wir  von  dem
Häuptling  und  den  Eingeborenen  freundlich  empfangen.
Die  Leute  handeln  nach  dem  Rio  del  Rey,  auch  sind
bereits  einige  20  Mann  als  Arbeiter  nach  der  Küste
gegangen.  Am  nächsten  Tage  erreichte  ich  Meta,
das  erste  Ngolodorf.  Das  Dorf  war  gänzlich  verlassen,
  die  Hütten  leer,  das  Vieh  weggetrieben.  Bald
nach  meiner  Ankunft  in  Meta  kam  ein  Bote,  den
mir  der  Häuptling  von  Fave  mit  seinem  Stab  nachsandte.
  Der  Häuptling  ließ  mir  sagen,  ich  solle  nach
Fave  zurückkommen,  gleich  nach  meinem  Abmarsch
seien  Boten  der  Ngololeute  zu  ihm  gekommen  und
hätten  ihn  aufgefordert,  sich  ihnen  anzuschließen,  um
die  Expedition  zu  bekämpfen.  Die  sämmtlichen  Ngololeute
  seien  in  Waffen  und  erwarteten  mich  im  Busch.
Ich  konnte  nun  entweder  jede  Berührung  mit  den

Ngolos  vermeiden,  mußte  dann  aber  meinen  ursprünglichen

  Plan,  über  die  Rombiberge  nach  Johann
Albrechts-Höh  zu  marschiren,  aufgeben.  Damit  wäre
natürlich  die  Möglichkeit,  weitere  Informationen  über
die  Verhältnisse  im  Norden  der  Rombiberge  einzuziehen,
  abgeschnitten  gewesen,  denn  ich  mußte  dann
den  von  Meta  aus  auf  dem  linken  Ndian-Ufer  nach
dem  Rio  del  Rey  führenden,  schon  oft  von  Kaufleuten
begangenen  Handelsweg  für  meinen  Rückmarsch  wählen.

 

Oder  aber  ich  mußte  es,  um  den  Weg  über  das  Gebirge
  zu  gewinnen,  auf  einen  feindlichen  Zusammenstoß
  mit  den  Ngolos  ankommen  lassen.  Ich  entschloß
mich  zu  der  letzteren  Alternative  und  marschirte  deshalb
  am  22.  Juni  nach  Vevoka,  nachdem  ich  noch
am  Abend  vorher  durch  den  von  Fave  gekommenen
Boten  die  Mgolos  hatte  auffordern  lassen,  sich  zu
friedlichem  Palaver  in  Vevoka  zu  stellen.  Kurz  vor
Vevoka  kamen  mir  Boten  entgegen,  die  mir  erklärten,
die  Ngolo=  und  die  mit  ihnen  verbündeten  Batangaleute
  seien  in  Vevoka.  Wenn  ich  das  Versprechen
gäbe,  nicht  auf  sie  schießen  zu  lassen,  würden  sie  mich
in  Vevoka  erwarten.  Ich  gab  ihnen  das  Versprechen
unter  der  Bedingung,  daß  sie  sich  jeder  Feindseligkeit
gegen  die  Expedition  enthielten  und  mir  für  den
Weitermarsch  Führer  und  Träger  stellen.  Um  10  Uhr
vormittags  marschirte  ich  an  der  Spitze  der  Karawane
mit  dem  Stationsleiter  Romberg  und  fünf  Soldaten
in  Vevoka  ein  und  befand  mich  plötzlich  etwa  300
Ngolos  und  200  Batangas  gegenüber,  die  sämmtlich
mit  neuen  Gewehren  bewaffnet  die  Dorfgasse  entlang
saßen.  Ich  ließ  durch  den  Dolmetscher  die  Häuptlinge
  kommen  und  begann  mit  ihnen  zu  verhandeln.
Die  Batangaleute  erklärten  sofort,  sie  seien  nur  gezwungen
  in  Waffen  erschienen  und  wollten  vom
Kampfe  nichts  wissen.  Sie  zogen  nach  kurzer  Zeit
in  ihre  Dörfer  zurück.  Die  Ngolos  meinten,  es  sei,
nachdem  die  Schutztruppe  gegen  sie  gekämpft,  überhaupt
  kein  gültiger  Friede  abgeschlossen,  die  ihnen
auferlegte  Lieferung  von  Vieh,  mit  der  sie  schon

einmal  begonnen  hatten,  würden  sie  nicht  fortsetzen,
Gefährdung  von  Trägern  und  Lasten  von  statten.

da  der  Häuptling  von  Ikoi,  namens  Nakéri  oder
Nakéli,  den  Friedensschluß  überhaupt  nicht  anerkenne.
Ich  solle  ihnen  jede  Lieferung  von  Vieh  nachlassen
und  Ziegenblut  mit  ihnen  trinken,  dann  würden  sie
Frieden  schließen.

Da  ich  feststellte,  daß  kein  einziger  bedeutender

Häuptling  anwesend  war,  so  befahl  ich  den  Leuten,

nachdem  sich  nach  Negerart  die  Verhandlungen  in
nebensächliche  Kleinlichkeiten  zu  verlieren  dachten,  Vevoka
  zu  räumen,  in  ihre  Dörfer  zurückzugehen  und
den  Häuptlingen  mitzutheilen,  daß  ich  am  nächsten
Tage  nach  Itoki  kommen  würde,  um  dort  im  Mittelpunkt
  ihres  Landes  die  Verhandlungen  fortzusetzen.
Auf  dem  Wege  nach  Itoki  wurden  kurz  vor  dem

Dorse  Betika  die  Führer  angerufen.  Der  Dolmetscher

Otto,  ein  zuverlässiger  Mann  aus  dem  Rio  del  Rey,
meldete  mir,  daß  am  Eingang  von  Betika  die  Ngolos
kampfbereit  ständen  und  den  Führern  zugerufen  hätten,
wenn  sie  weitergingen,  würde  auch  auf  sie  und  die
Träger  aus  Vevoka,  die  ich  mithatte,  geschossen  werden.
Ich  ließ  deshalb  die  Karawane  halten  und  schickte
zurück  zu  Lieutenant  v.  Arnim,  der  mit  25  Soldaten
am  Schlusse  der  Karawane  marschirte,  um  Betika
mit  Gewalt  zu  nehmen.  Der  Anlauf  gegen  das
Dorf  war  außerordentlich  anstrengend.  In  strömendem
  Regen  mußten  auf  schlüpfrigen  Wegen  die  Anhöhen
  im  Sturmschritt  genommen  werden.  Lieutenant
v.  Arnim  brachte  es  fertig,  immer  an  der  Spitze
        <pb n="696" />
        zu  bleiben,  mich  selbst  tröstete  darüber,  daß  ich  mehrfach
  zu  Fall  kam,  nur  der  Umstand,  daß  es  auch  dem
Stationsleiter  Romberg  nicht  besser  erging  und
selbst  die  farbigen  Soldaten  ein  über  das  andere  Mal
stürzten.  Schon  nach  der  Einnahme  von  Betika  war
es  mir  klar,  daß  ich  mit  den  Ngolohäuptlingen  nur
dann  zu  erfolgreichen  Verhandlungen  kommen  könnte,
wenn  ich  längere  Zeit  im  Lande  selbst  bliebe;  dazu
fehlte  es  mir  aber  vor  Allem  an  Zeit,  dann  aber
auch  an  der  nothwendigen  Ausrüstung.  Da  inzwischen
auch  einer  der  Führer  dem  Dolmetscher  Otto  im
Gespräch  erzählt  hatte,  wenn  ich  über  das  Gebirge
hinüber  wollte,  so  müsse  ich  über  das  Dorf  Dibendja
in  das  Batangaland  gehen,  dorthin  führe  der  Handelsweg,
  so  entschloß  ich  mich,  auf  weitere  Verhandlungen
  mit  den  Ngolos  zu  verzichten,  dagegen  vor  dem
Marsch  nach  Dibendja  noch  einen  Vorstoß  nach  Itoki
zu  machen,  um  den  Ngolos  jeden  Grund  zu  der
Annahme  zu  entziehen,  daß  ihre  Drohungen  mich  am
weiteren  Vordringen  in  ihr  Land  gehindert  hätten.
Nachdem  Itoki  genommen,  wurde  in  Betika  Lager
geschlagen  und  am  nächsten  Tage,  24.  Juni,  unter
Mitnahme  von  drei  Ngololeuten,  von  welchen  zwei
mit  dem  Gewehr  in  der  Hand  gefangen  worden
waren,  der  dritte  als  Führer  mehrfach  falsche  Angaben
  gemacht  hatte,  nach  Dibendja  marschirt  und
von  dort  auf  dem  durch  das  Batangaland  nach
Norden  führenden  Handelsweg  in  anstrengendem  Marsch
nach  Ueberschreiten  des  reißenden  Bergbaches  Maidi,
eines  Nebenflusses  des  Mana,  noch  am  gleichen  Tage
das  Dorf  Itadi  (auch  Itali,  Metadi  genannt)  erreicht.

Am  nächsten  Tage,  25.  Juni,  wurde  von  Itadi
aus  über  Massaka  und  Bombonge  nach  Ndove  marschirt,
  wo  die  Expedition  von  dem  Häuptling  Maroka,
einem  alten  jovialen  Herrn,  freundlich  empfangen
wurde.  Das  kleine  Dorf  Mokuri,  welches  am  26.
Juni  nach  einem  äußerst  anstrengenden  Marsch  durch
zerklüstetes  Bergland  erreicht  wurde,  war  von  dem
größten  Theil  seiner  Einwohner  verlassen,  da  sich
dieselben  gegen  den  bisherigen  Häuptling  aufgelehnt
und  ein  neues  Dorf  zu  bauen  beschlossen  hatten.
Mit  Hülfe  eines  in  Mokuri  angesessenen  Accramannes,
der  eine  kleine  Buschfaktorei  der  Ambas  Bay  Trading
Company  verwoltet,  gelang  es,  die  Leute  mit  ihrem
Häuptling  wieder  auszusöhnen,  so  daß  abends  ein
Friedeusfest  gefeiert  wurde.  Mokuri  ist  das  letzte
Batangadorf,  das  die  Expedition  berührte,  der  Marsch
führte,  nachdem  wir  eine  weitere  Einsenkung,  welche
durch  das  Thal  des  Tsoa  gebildet  wird,  durchschritten,
  in  nordöstlicher  Richtung  nach  dem  Bakongdorfe
  Baro,  von  wo  der  Weg  nach  Süden  abbiegt.
Während  von  Mokuri  aus  die  Handelsprodukte  auf
dem  Wege  Ndore—-Itali—Vevoka—Ituka—Ndian

nach  dem  Rio  del  Rey  gebracht  werden,  handelt  die

Bevölkerung  von  Baro  theils  nach  Norden  mit
Calabarleuten,  die  vom  Croß-River  kommen,  theils
auch  über  Likam  nach  Süden  mit  den  bei  Mundame
befindlichen  Faktoreien.  Der  Handel  ist  im  Wesentlichen
  auf  Gummi  und  Elfenbein  beschränkt.

650

 

Am  28.  Juni  wurde,  nachdem  der  Tsoa  zum
zweiten  Male,  diesmal  in  südlicher  Richtung,  auf
einer  Hängebrücke  überschritten  war,  Likam  erreicht.
Auf  dem  Wege  wurden  Kolanüsse  in  Menge,  Kautschukbäume
  und  zum  ersten  Male  auch  Palmkerne
angetroffen.  Die  Kerne  waren  geerntet,  zum  Theil
zu  Oel  verarbeitet,  große  Mengen  aber  lagen  verfault
bei  den  Oelmühlen,  ein  Zeichen  ebensosehr  für  die
Faulheit  der  Eingeborenen  wie  dafür,  daß  selbst  weit
im  Innern  schon  die  Preise  für  die  Landesprodukte
so  hoch  sind,  daß  die  Eingeborenen  es  nicht  für
nöthig  halten,  ihren  ganzen  Vorrath  von  Körnern
auszubeuten.  Am  nächsten  Tage  erreichte  die  Expedition
  Tatanien,  wo  die  ersten  handelnden  Balileute
angetroffen  wurden.  In  Tatanien  wurde  am
30.  Juni  ein  Ruhetag  gehalten.

Der  Marsch  am  1.  Juli,  der  bis  Kumbane  führen
sollte,  mußte  leider  frühzeitig  unterbrochen  werden.
Die  in  Tatanien  engagirten  25  Träger,  die  für  den
Weg  bis  Kumbane  im  Voraus  bezahlt  waren,  warfen
in  dem  Dorfe  Ekokoboma  plötzlich  die  sämmtlichen
Lasten  weg  und  liefen  mit  lautem  Geschrei  in  den
Busch.  An  ein  Weiterkommen  ohne  Träger  war  nicht
zu  denken,  da  ein  großer  Theil  der  Duallaträger
fußkrank  war  und  höchstens  15  Mann  derselben  ganze
Lasten  zu  tragen  vermochten.  Nachdem  vergebens
versucht  war,  die  Leute  durch  den  Dolmetscher  zurückrufen
  zu  lassen,  auch  die  ganze  Bevölkerung  von
Ekokoboma  davongelaufen  war,  so  beauftragte  ich
Lieutenant  v.  Arnim,  mit  20  Mann  nach  Tatanien
zurückzugehen  und  die  Träger  zurückzuholen  oder  aber
den  Häuptling,  der  ein  größeres  Geschenk  bekommen
hatte,  zur  Rechenschaft  zu  ziehen.  Den  Stationsleiter
Romberg  schickte  ich,  während  ich  selbst  mit  zehn
Soldaten  und  den  fußkranken  Trägern  in  Ekokoboma
blieb,  mit  einem  Theil  der  Lasten  und  Träger  zum
nächsten  Dorfe  Bona  weiter,  mit  dem  Auftrag,  womöglich
  dort  Träger  anzuwerben.  Romberg  fand
auch  dieses  Dorf  verlassen,  schickte  jedoch  die  meisten
Träger  noch  einmal  zurück,  so  daß  am  Abend,  nachdem
  auch  Lieutenant  v.  Arnim  wieder  bei  mir  eingetroffen
  war,  die  ganze  Expedition  in  Bona  wieder
zusammentraf.

Der  Weitermarsch  nach  Johann  Albrechts-Höh
führte  über  die  Dörfer  Kumbane,  Bakundu-ba-Konje
(am  2.  Juli),  Mbolo,  Baduma,  Ekiliwindi  (3.  Juli
nach  Kumba,  wo  am  4.  Juli  mittags  1  Uhr  Lager
geschlagen  wurde.  In  Mbolo  und  Ekiliwindi  besinden
  sich  Faktoreien  der  Deutsch-Westafrikanischen
Handelsgesellschaft  und  der  Ambas  Bay  Trading  Co,
welche  mit  Weißen  besetzt  sind.  Die  Faktoreien  sind
merkwürdigerweise  nicht  von  Kamerun  und  Victoria
aus,  sondern  von  Rio  del  Rey  aus  gegründet,  auch
werden  die  Produkte  auf  dem  weiten  Weg  iber
Kumba--Bajt  nach  dem  Meme  und  von  da  nach  dem
Rio  del  Rey  gebracht,  obgleich  von  Mbolo  aus  in
2  /,  von  Ekiliwindi  aus  in  einem  Tage  der  Mungo
bei  Mundame  zu  erreichen  ist.
        <pb n="697" />
        Da  gegen  die  Dörfer  Bakundu-ba-Kake  und
Ekumbe  schwere  Anschuldigungen  wegen  Erpressungen
der  dort  noch  im  Vollbesitz  ihres  Einflusses  und  ihrer
Macht  befindlichen  Fetischpriester  erhoben  wurden,
so  ließ  ich  die  Gefangenen  mit  acht  Soldaten  in
Johann  Albrechts-Höh  mit  der  Weisung  zurück,  dieselben
  mit  dem  in  den  nächsten  Tagen  in  Mundame
eintreffenden  Motorboot  auf  dem  Mungo  nach  Kamerun
  zu  schicken,  während  das  Gros  der  Expedition
am  6.  Juli  den  Marsch  nach  dem  Recardsee  antrat.
In  Bakundu-ba-Kake,  wo  der  alte  Häuptling  von
seinen  Unterthanen  geschlachtet  und  aufgegessen  sein
sollte,  wurde  zunächst  Halt  gemacht.  Em  Beweis
für  die  Schuld  der  Einwohner  konnte  indeß  nicht
erbracht  werden,  die  Leute  behaupteten  einstimmig,
der  Häuptling  sei  eines  natürlichen  Todes  an  Altersschwäche
  gestorben  und  zeigten  sein  Grab.  Von
einer  Bestrofung  des  Dorfes  wurde  deshalb  Abstand
genommen.  Dagegen  ließ  ich  den  Häuptling  von
Ekombe,  den  letzten  großen  Fetischmann  in  der  Umgebung
  von  Johann  Albrechts-Höh,  gefangen  nehmen,
weil  er  sich  weigerte,  den  Fetischbund  in  seinem
Dorfe  zu  unterdrücken  und  seine  Fetischbilder  herauszugeben.


Auf  dem  Weitermarsch  trennte  sich  in  Marombäá
der  Stationsleiter  Romberg,  der  sich  auf  der  ganzen
Tour  als  trefflicher  Expeditionsmeister  bewährt  hat,
von  der  Expedition,  um  über  Bonge  nach  seiner
Stotion  Rio  del  Rey  zurückzukehren.

Am  7.  Juli  wurde  dem  malerisch  auf  einer  Insel
im  Ricardsee  gelegenen  Dorf  Balombe  ein  Besuch
abgestattet  und  dann  auf  dem  schon  von  Dr.  Zintgraff
  begangenen  Wege  über  Bakundu=  ba-Foe,
Bomba,  Mesambe,  Diewo,  Bawea  (Boffia),  Bawenka,
Massimo  und  Lisoka  nach  Buga  marschirt.  Bei  dem
Dorfe  Bombe  befindet  sich  eine  weite  Grasfläche,  auf
der  eine  große  Anzahl  hoher  Fächerpalmen  steht,
ein  eigenartiger  Anblick  in  der  sonst  mit  dichtem
Busch  bestandenen  Waldgegend.

Das  Dorf  Bawea  (auch  Baffia,  Bakwenka)  ist
die  erste  Bakwiriniederlassung,  welche  wir  antrafen,
nachdem  seit  Tatanien  der  Weg  nur  durch  die  Dörfer
des  großen  Bakundustammes  geführt  hatte.  Kurz
vor  Bawea  zeigt  das  Land  auch  insofern  einen  anderen
  Charakter,  als  auf  einmal,  und  zwar  bis  Lisoka,
  kein  einziger  Bach  mehr  zu  finden  ist,  während
vorher  gerade  das  Ueberschreiten  der  vielen  wasserreichen
  Gebirgsbäche  manchen  unwillkommenen  Aufenthalt
  gebracht  hatte.  Von  Buga  aus  wurde  über
Victoria  am  13.  Juli  mit  „Nachtigal“  Kamerun
erreicht.

Obgleich  das  Wetter  verhältnißmäßig  ungünstig
gewesen  war  —  hatte  es  doch  die  meiste  Zeit  recht
stark  geregnet  —,  war  der  Gesundheitszustand  der
Exvedition  mit  Ausnahme  der  vielen  Fußerkrankungen
der  Träger  und  einiger  Fälle  von  Rheumatismus
bei  den  Soldaten  ein  guter  gewesen.  Ernstere  Erkrankungen
  kamen  nicht  vor.  Fasse  ich  das  Ergebniß

 

651  —

der  Reise  nach  den  verschiedenen  Richtungen  hin  zusammen,
  so  kann  ich  zunächst  betonen,  daß  die  Beschwerden
  der  Calabarhändler  gegen  die  Station
Rio  del  Rey  und  den  Zollposten  in  Okobo  sich  als
gänzlich  unbegründet  erwiesen.  Im  Gegentheil  nimmt
der  Schmuggel,  der  seit  Jahren  von  Old-Calabar
aus  auf  verschiedenen  Wegen  in  unser  Schutzgebiet
betrieben  wird,  nach  wie  vor  seinen  Fortgang.  Soll
ihm  mit  Erfolg  gesteuert  und  der  Handel  des  nördlichen
  Schutzgebietes  nach  den  deutschen  Küstenplätzen
gelenkt  werden,  so  ist  die  Errichtung  einer  weiteren
Zollstation  an  den  Croßfällen  geboten.

Für  den  Handel  im  Norden  des  Schutzgebietes
wird  für  die  nächste  Zeit  zweifellos  den  wichtigsten
Artikel  Gummi  abgeben,  das  theils  von  Kautschukbäumen,
  theils  von  der  Gummiliane  (letzteres  besonders
  in  Ngolo)  gewonnen  wird.  Dabei  ist  die  Art
der  Ausbeutung  des  Kautschukbaumes  der  schlimmste
Raubbau:  die  Bäume  werden  einfach  gesällt  und
damit  jeder  fernere  Ertrag  unmöglich  gemacht.  Weiterhin
  kann  auch  die  Kolanuß  für  die  Ausfuhr  von
Bedeutung  werden.  Nachdem  ich  dem  Keiserlichen
Gouvernement  in  Togo  bereits  Proben  der  um  Yaunde
vorkommenden  Kolanuß  übersandt  habe,  die  übrigens
nicht  der  von  den  Haussas  gesuchten  Art  angehören
soll,  habe  ich  den  Stationsleiter  im  Rio  del  Rey
beauftragt,  eine  Probe  der  im  Hinterlande  der  Station
vorkommenden  Kolanuß,  die  von  den  Soldaten  als
die  echte  bezeichnet  wurde,  dem  Gouvernement  Togo
zu  übersenden.

Ob  der  Elfenbeinexport  im  Rio  del  Rey  einer
bedeutenden  Steigerung  fähig  sei,  muß  ich  nach  den
gemachten  Erfahrungen  bezweifeln.

Auch  für  Anwerbung  von  Arbeitern  für  die
Plantagen  an  der  Küste  wird  das  Gebiet  der  Rombiberge
  sammt  den  umliegenden  Landschaften  wenigstens
für  die  nächste  Zeit  keine  große  Bedeutung  gewinnen.
Die  Dörfer  sind,  besonders  im  Batanga-,  Bakongund
  oberen  Bakundulande,  meist  klein  und  stundenja
  tageweit  voneinander  entsernt,  so  daß  das  ganze
Land  nur  als  spärlich  bevölkert  bezeichnet  werden
kann  und  Arbeiteranwerbungen  in  größerem  Umfange,
ganz  abgesehen  von  der  ablehnenden  Haltung  einzelner
Stämme,  wie  der  Ngolos,  ausgeschlossen  sind.  Eine
dichtere  Bevölkerung  beginnt  erst  in  der  Nähe  von
Johann  Albrechts  Höh.  In  manchen  Dörfern  waren
auch  an  den  verlassenen  Hütten  die  Folgen  der  Pocken
wahrzunehmen,  die  im  vergangenen  Jahre  den  ganzen
Norden  unseres  Schutzgebietes  heimsuchten,  jetzt  aber
überall  verschwunden  sind.

 

Bericht  des  Premierlieutenants  Dominik  von  der
Station  Vaünde.

Einem  Berichte  des  Premierlieutenants  Dominik

vom  10.  Juli  d.  Is.  entnehmen  wir  folgende  Mittheilungen
  über  die  Station  Yaunde  und  einige  Vor-
        <pb n="698" />
        gänge,  die  in  engem  Zusammenhange  mit  dem  schon
früher  berichteten  siegreichen  Zuge  gegen  Ngila  stehen:

Die  politische  und  wirthschaftliche  Lage  des
Yaundegebietes  ist  die  denkbar  beste.  Ruhe  und
Ordnung  herrschen  im  Lande,  das  ausschließlich  dem
Handel  lebt.  Fast  die  ganze  männliche  Bevölkerung
des  Yaundelandes  handelt  für  die  hiesigen  Faktoreien
im  Ntoni-,  Mwelle-,  Batschenga-,  Bati=  und  Mangidhagebiet,
  oft  sechs  bis  acht  Tage  von  der  Station
entfernt,  dank  der  Achtung,  deren  die  starke  Station
sich  ringsum  bei  genannten  Völkerstämmen  erfreut,
oder  steht  als  Träger  im  Dienst  der  Regierung  und
Kaufmannschaft.

Besondere  Aufmerksamkeit  widmet  die  Station
dem  Wegebau,  der  Hauptweg  im  Gebiet  der  Station
ist  in  gutem  Zustand.  Große  Straßen  sind  von
der  Station  zum  Sanaga  (Kule-Batschenga),  nach
Osten  zu  Dandugu  Anschluß  an  die  Sanagastraße
bei  Kule  und  Simekoa  im  Mwellegebiet  —  Anschluß
an  die  Sanagastraße  kurz  vor  Elandi  —,  nach
Westen  in  der  Richtung  auf  Ngutte  bis  mitten  in
das  Mangidhagebiet  hinein  geschlagen.

Die  dem  Häuptling  Nna,  den  Bemiata=  und
Ntumleuten  auferlegten  Strafen  sind  bis  auf  die  der
Letzteren  gezahlt.  Die  Ntumleute,  ein  sehr  armes
Bergvolk,  werden,  anstatt  zwei  Elfenbeinzähne  zu
zahlen,  30  Arbeiter  stellen,  welche  ich  nach  Victoria
gelangen  lassen  werde,  da  hier  nach  wie  vor  Arbeiter
kaum  noch  zu  haben  sind.

Als  ich  am  15.  Juni  das  Balingagebiet  betrat,
fiel  mir  sofort  die  Unsicherheit  sämmtlicher  mit  der
Expedition  in  Verkehr  tretenden  Eingeborenen  auf,
namentlich  wußte  der  Häuptling  selbst  kaum  etwas
zu  sagen.  Auffallend  bestürzt  aber  war  er,  als  er
erfuhr,  daß  ich  auch  den  Wutehäuptling  Ngutte
wieder  aufsuchen  wollte.  Als  ich  an  demselben  Tage
auf  Watavé  marschirte,  sandte  ich  den  kleinen  Sohn
Nguttes  und  zwei  Haussas  zu  Ngutte,  um  diesen
über  mein  Vorgehen  gegen  Watavé  aufzuklären.  Am
19.  Juni  kamen  meine  Boten  mit  mehreren  Großen
Nguttes  und  dem  Haussaältesten  der  dortigen  Handelsniederlassung
  im  Lager  der  Expedition  wieder  an
und  meldeten,  daß  drei  Haussahändler  und  drei  Leute
Aguttes,  die  im  Mai  in  Yaunde  gewesen  waren  und
große  Posten  Elfenbein  in  den  Faktoreien  verkauft
hatten,  von  dem  Balingahäuptling,  bis  zu  dem  ich
sie  von  sechs  Soldaten  hatte  geleiten  lassen,  weil  es
die  erste  große  Karawane  Nguttes  war,  und  ich  den
Mangissas  an  der  Straße  noch  nicht  recht  traute,
gefangen,  all  ihrer  Habe  beraubt,  geschlachtet  und
verzehrt  worden  wären.  Balinga  war  seit  dem  Eintreffen
  der  Ngutteleute  unsichtbar.  Durch  einen
Sklaven  erfuhr  ich  sein  Versteck,  eine  Insel  im  Mbam,
und  es  gelang  mir  noch  in  derselben  Nacht,  seiner
habhaft  zu  werden.  Balinga  war  geständig,  er  und
sein  Bruder  Edange  hätten  die  Leute  schlachten  lassen,
ein  großes  Volksfest  veranstaltet,  bei  dem  sämmtliche
sechs  Mann  bis  auf  die  Knochen  verzehrt  worden

652

 

wären.  Dieser  Fall  von  Kannibalismus  ist  um  so
auffallender,  weil  Balinga  selbst,  wie  alle  seine  Angehörigen,
  englisch  spricht  und  durch  den  langen
Verkehr  mit  der  ehemaligen  Station  recht  kultivirt
erschien.  Auf  dem  Schauplatz  des  grausigen  Mahles
ließen  sich  noch  fast  sämmliche  Knochen  der  unglücklichen
  Opfer,  die  weithin  verstreut  lagen,  zusammenfinden,
  und  die  Haussas  hielten  eine  große  Begräbnißfeier
  ab,  bei  der  ich  Balinga  sein  Todesurtheil
verkündete.  Ich  sandte  ihn  am  21.  Juni  mit  zwölf
Soldaten  über  Ndemwe  zu  Ngutte,  damit  dieser  und
die  Haussas  sähen,  wie  Händler,  die  unter  dem
Schutze  der  Regierung  reisen,  nicht  ungestraft  ermordet
  werden  dürften.

Am  26.  Juni  traf  ich  in  der  Wutestadt  Ndemwe
die  vorausgesandten  zwölf  Soldaten  mit  vielen
Ngutteleuten  wieder.  Balinga  war  unterwegs  von
einem  Soldaten  erschossen  worden,  da  er  einen  Fluchtversuch
  gemacht  hatte;  sein  Kopf  war  zu  Ngutte  gebracht
  worden,  der  mich  bat,  nicht  in  seine  Stadt  zu
kommen,  da  die  ganze  große  Haussaniederlassung
gedroht  hatte,  beim  Eintreffen  der  Expedition  sofort
das  Wutegebiet  zu  verlassen.  Der  Sultan  von
Tibati  hätte  sämmtlichen  Haussas  bei  Todesstrafe
verboten,  mit  den  Deutschen  in  Verbindung  zu  treten,
so  daß  jedem  Haussa,  der  dennoch  mit  nach  Süden
ginge,  die  Heimkehr  zu  Lande  über  Tibatt  verschlossen
sei.  So  marschirte  ich  am  28.  Juni  ab,  ordnete  die
Balinga-Angelegenheit  und  traf  am  8.  Juli  wieder
in  Yaünde  ein.

 

Diebzucht  in  Ramerun.

Mit  dem  Dampfer  am  11.  September  wurden
zwei  Bullen  und  acht  Kühe  Allgäuer  Schlages  nach
Kamerun  verschifft,  um  dort  am  Gebirge  in  Busa
eine  Vieh=  und  milchwirthschaftliche  Station  zu  begründen.
  Zur  Wartung  der  Thiere  sind  zwei
Schweizer  mit  ausgefahren,  und  Grassämereien  sowie
Kraftfuttermittel  sind  zur  Sicherung  des  Viehstandes
mit  nach  Kamerun  ausgesandt.  Hoffentlich  gelingt
der  Versuch,  welcher  für  die  ganze  Kolonie  von  der
höchsten  Bedeutung  ist.  (Tropenpflanzer.)

Trauerfeier.

Auf  die  am  2.  August  in  Kamerun  eingetroffene
amtliche  Nachricht  vom  Tode  des  Reichskanzlers
Fürsten  v.  Bismarck  wurde  von  S.  M.  S.  „Habicht“
ein  Trauersalut  gefeuert,  und  die  Regierungsgebäude
und  alle  im  Hafen  liegenden  Schiffe  flaggten  hollmast.
  Am  folgenden  Sonntag  fand  auf  Anordnung
des  Kaiserlichen  Gouvernements  in  der  Kapelle  der
Baseler  Mission  eine  Trauerfeier  statt.
        <pb n="699" />
        Togo.
Grenzbereifung.

Die  mit  Festlegung  der  Grenze  zwischen  Togo
und  Dahomey  beauftragte  deutsch-französische  Kommission
  hatte  Anfang  August  d.  Is.  ihre  Arbeiten
an  der  Küste  und  dem  Monuflusse  bis  zum  siebenten
Breitengrade  vollendet  und  hoffte  bis  Ende  jenes
Monats  den  achten  Grad  zu  erreichen.

–

Deutsch-SZüdwelkafrika.

Gesundheits  zustand.

Ueber  den  allgemeinen  Gesundheitszustand  in
Deutsch-Südwestafrika  während  der  Monate  Juni
und  Juli  berichtet  Oberstabsarzt  Dr.  Lübbert  aus
Windhoek  unter  dem  3.  August,  daß  sich  derselbe
entschieden  gebessert  hat.  Zwar  steht  noch  immer
im  Vordergrunde  die  Malaria,  welche  bei  ihrer  bösartigen
  Form  zu  Anfang  des  Jahres  viele  Opfer
gefordert  hat,  aber  der  Verlauf  der  jetzt  vorkommenden
  Erkrankungen  ist  ein  milderer,  und  handelt  es
sich  vorwiegend  um  ein  Wiederaufleben  der  Krankheit
bei  solchen,  welche  durch  frühere  Anfälle  in  ihrem
Gesundheitszustande  heruntergekommen  waren.  Unterstützend
  für  diese  Erscheinung  dürfte  vor  Allem  wirken,
daß  die  Bevölkerung  nunmehr  gelernt  hat,  Rücksicht
zu  nehmen  auf  ihren  Gesundheitszustand  und  überzeugt
  ist,  daß  man  sich  in  einem  afrikanischen  Klima
nicht  so  ungestraft  Verstöße  gegen  allgemeine  Gesundheitsregeln
  gestatten  darf,  wie  daheim,  wo  sanitäre
Einrichtungen  als  ein  Denkmal  höchster  Kultur  alle
Infektionskrankheiten  möglichst  in  Schach  halten,  daß
vielmehr  auch  hier  in  Deutsch-Südwestafrika  dieselben
Gesichtspunkte  für  die  Lebensführung  maßgebend  sein
müssen  wie  in  jeder  anderen  Tropenkolonie.  Diese
Forderung  stellt  sich  mehr  und  mehr  dringend,  je
öster  mit  der  Zunahme  der  weißen  Bevölkerung  sich
ein  gegentheiliges  Verhalten  bestraft  und  in  seinen
üblen  Folgen  bekannt  wird.

E.  dürfte  nicht  unangebracht  erscheinen,  um  die
in  Deutschland  umlaufenden  Gerüchte  in  die  gehörigen
Schranken  zu  weisen,  erneut  darauf  aufmerksam  zu
machen,  daß  die  Sorglosigkeit  der  Weißen  wesentlich
dazu  beigetragen  hat,  die  Krankheitserscheinungen  zu
verschärfen.  Anstrengende  Arbeit  ohne  Schutz  vor
den  Unbilden  der  Witterung  bei  mangelhafter  Ernährung,
  wie  sie  namentlich  zur  Zeit  der  Rinderpest
geleistet  worden  ist,  hat  sich  in  ihren  Folgen  um  so
verhängnißvoller  gezeigt,  je  mehr  mit  der  Zunahme
der  Erkrankung  im  ganzen  Land  sich  das  Mißverhältniß
  der  räumlichen  Ausdehnung  des  Arbeitsgebietes
  zur  geringen  Anzahl  der  Aerzte  und  den
unzureichenden  sanitären  Einrichtungen  bemerkbar
machte.  Wird  aber  nach  den  Intentionen  des  Karserlichen
  Gouvernements  durch  Anlage  von  Lazarethen
eine  geregelte  Krankenpflege  ermöglicht  und  durch
allgemeine  sanitäre  Maßnahmen  sowie  Belehrung  der

 

653

 

Ansiedler  krankmachenden  Einflüssen  wirksam  entgegengetreten,
  so  wird  es  dem  Sanitätsdienst  mit  Sicherheit
  gelingen,  die  Ansiedlung  gegen  ihren  gefährlichsten
Feind,  die  Malaria,  wirksam  zu  schützen,  auch  wenn
zeitweilig  ungünstige  klimatologische  Verhältnisse  dem
Auftreten  schwerer  Krankheitsformen  günstig  sind.

 

Dem  Jahresbericht  der  Deutschen  Rolonialgesellschaft
für  Lüdwestafrika  für  1897/98

entnehmen  wir  Folgendes:

In  dem  abgelaufenen  Geschäftsjahre  hat  die  Gesellschaft
  einen  schweren  Verlust  durch  den  Tod  von
zwei  Männern  erlitten,  welche  dem  Verwaltungsrath
seit  dessen  Bestehen  angehört  und  an  den  Arbeiten
desselben  immer  mit  regem  Interesse  theilgenommen
hatten:  am  23.  August  1897  starb  in  Slawenzzitz
Fürst  Hugo  zu  Hohenlohe-Oehringen,  Herzog
von  Ujest,  und  am  31.  Dezember  1897  folgte  ihm
sein  Schwiegersohn,  Graf  Fred  v.  Frankenberg
und  Ludwigsdorff  auf  Tillowitz,  im  Tode  nach.
Zum  Vorsitzenden  des  Verwaltungsraths  ist  an  Stelle
des  Herzogs  von  Ujest  der  bisherige  erste  stellvertretende
  Vorsitzende,  Dr.  jur.  Hammacher,  erwählt
worden.  Zum  ersten  Stellvertreter  des  Vorsitzenden
wurde  der  bisherige  zweite  Stellvertreter,  Geheimer
Regierungsrath  a.  D.  Simon,  zum  zweiten  Stellvertreter
  Senator  Teichen  ernannt.  Als  neues
Mitglied  ist  der  Konsul  a.  D.  E.  Vohsen  in  den
Verwaltungsrath  durch  Zuwahl  für  den  Rest  der
laufenden  Amtsperiode  eingetreten.  «

Die  im  vorigen  Geschäftsberichte  ausgesprochene
Hoffnung,  daß  es  gelingen  werde,  einen  beträchtlichen
Theil  des  Rindviehbestandes  durch  die  ausgeführten
Impfungen  vor  der  Rinderpest  zu  retten,  ist  in  Erfüllung
  gegangen.  Die  eigenen  Verluste  der  Gesellschaft
  sind  gering  gewesen.  Von  160  Stück  Rindvieh
in  Spitzkoppjes  sind  nur  13  Stück  eingegangen.  Von
34  Zugochsen,  welche  in  Otyimbingwe  waren,  gingen
drei  verloren.  Ihren  vollen  Werth  für  den  Verkehr
des  Schutzgebietes  wird  die  im  Verfolg  der  Rinderpest
in  Angriff  genommene  Bahn  von  Swakopmund  nach
dem  Innern  nach  ihrer  demnächstigen  Vollendung  erst
dann  gewinnen,  wenn  an  die  Stelle  des  jetzt  noch
stattfindenden  Betriebes  mit  Thierkraft  der  Betrieb
mit  Dampfkraft  eingeführt  und  wenn  ferner  die
Hafenanlage  in  Swakopmund  verbessert  wird.  Es
liegt  die  Gefahr  nahe,  daß  der  Aufschwung,  welchen
Swakopmund  gegenüber  der  englischen  Walfischbai
gewonnen  hat,  trotz  des  deutschen  Eisenbahnbaues,
wieder  verloren  geht  und  der  Schiffsverkehr  sich  vollständig
  oder  doch  zum  größten  Theil  wieder  der
Walfischbai  zuwendet,  wenn  nicht  neben  dem  Bahnbau
rechtzeitig  für  eine  Einrichtung  gesorgt  wird,  welche
das  Heranziehen  von  Krunegern  für  das  ohne  Hafenanlage
  sehr  beschwerliche  Landen  von  Gütern  unnöthig
macht.  Bekanntlich  hat  der  Reichstag  in  seiner  letzten
Session  250  000  Mark  „zur  Vervollständigung  der
        <pb n="700" />
        —  654  —

Vorarbeiten  und  zur  Inangriffnahme  des  Baues
einer  Hafenanlage  in  Swakopmund“  bewilligt.  Längs
der  Eisenbahn  soll  eine  Telegraphenleitung  von
Swakopmund  nach  dem  Innern  geführt  werden.
Sehr  zu  wünschen  sei,  daß  demnächst  auch  von  Windhoek
  aus  nach  dem  Süden  eine  Telegraphenlinie  zu
Stande  kommt,  damit  nicht  nur  der  Sitz  des  Gouverneurs
  mit  den  südlichen  Stationen  verbunden,
sondern  auch  durch  Verlängerung  der  Linie  über  den
Orangefluß  der  Anschluß  an  das  Telegraphennetz  der
Kapkolonie  bezw.  das  atlantische  Kabel  erreicht  und
damit  ein  durchgehender  telegraphischer  Verkehr
zwischen  Kolonie  und  Mutterland  ermöglicht  wird.

Trotz  des  eine  Zeit  lang  herrschenden  schlechten
Gesundheitszustandes  und  trotz  der  durch  die  Rinderpest
  verursachten  Verkehrsstockung  hat  sich  die  Thätigkeit
  der  Zweigniederlassung  Swakopmund  auch  im
abgelaufenen  Geschäftsjahre  befriedigend  entwickelt.
Em  durch  die  Beamten  der  Gesellschaft  ausgearbeiteter
  Bebauungsplan  für  Swakopmund  erhielt  die
Genehmigung  der  Regierung.  Bei  dem  Fortschreiten
der  Bauthätigkeit  in  Swakopmund  sowie  auch  an
anderen  Plätzen  des  Schutzgebletes,  und  da  die  Wohnhäuser
  meistens  aus  Holzbauten  bestehen,  ist  die  Versicherung
  gegen  Brandschaden  von  großer  Wichtigkeit.
Die  Hanseatische  Feuerversicherungs-Gesellschaft  in
Hamburg,  deren  Vertretung  in  Deutsch-Südwestafrika
von  der  Kolonialgesellschaft  übernommen  ist,  hat  bereits
  durch  deren  Vermittelung  eine  Reihe  von  Verträgen
  mit  Hauseigenthümern  im  Schutzgebiete  abgeschlossen,
  und  als  im  März  d.  Is.  das  Gasthaus  zur
Stadt  Hamburg  in  Swakopmund  gänzlich  durch  Feuer
vernichtet  war,  ist  der  Schaden  durch  die  genannte
Gesellschaft  ersetzt  worden.

In  Lüderitzbucht  arbeitet  der  schon  im  vorigen
Geschäfstsbericht  erwähnte  Dampfkondenser  in  vollkommen
  zufriedenstellender  Weise.  Er  kann  in  der
Stunde  150  bis  200  Liter  Trinkwasser  liefern.  Zwei
Bassins,  welche  zusammen  75  000  Lilter  fassen,  sind
in  seiner  Nähe  hergestellt.  Hierdurch  ist  dem  großen
Uebelstand  abgeholfen,  welcher  für  den  Frachtverkehr
zwischen  Lüderitzbucht  und  dem  Innern  bisher  daraus
entsprang,  daß  es  an  der  genügenden  Menge  Wasser
zum  Tränken  der  Zugochsen  fehlte.  Auch  die  Landungsvorrichtungen
  in  Lüderitzbucht  bewähren  sich.
Dazu  hat  die  South  African  Territories  Limited
bekanntlich  im  Dezember  v.  Is.  die  Erklärung  abgegeben,
  daß  sie  zum  Bau  einer  Bahn  von  Lüderitzbucht
  nach  Aus  entschlossen  sei.  Nach  den  Bestimmungen
des  betreffenden  Vertrages  muß  mit  dem  Bahnban
spätestens  binnen  drei  Jahren  vom  10.  Januar  1898
an  begonnen  werden  und  der  Betrieb  nach  Ablauf
von  weiteren  zwei  Jahren  mindestens  bis  Aus  oder
Kubub  eröffnet  sein,  widrigenfalls  der  Vertrag  erlischt.
„Unsererseits  kann  nur  dringend  gewünscht  werden,
daß  es  der  South  African  Territories  gelmmgen  möge,
ihren  Verpflichtungen  rechtzeitig  nachzukommen,  weil
andererseits  die  Hoffnung  auf  eine  wesentliche  Verbesserung
  der  Verbindung  zwischen  Lüderitzbucht  und

 

dem  Innern  unter  den  hier  vorliegenden  besonders
schwierigen  Verhältnissen  auf  unabsehbare  Zeit  gänzlich
  zerstört  wäre.“

Mit  der  Zunahme  der  weißen  Bevölkerung  des
Schutzgebietes  hat  sich  die  Unternehmungslust  in
neuerer  Zeit  wieder  mehr  dem  Bergbau  zugewandt.
Verschiedene  Gesuche  um  die  Ertheilung  der  Schürferlaubniß
  sind  erfüllt  worden.  Für  den  Schürsschein
ist  eine  mäßige  Gebühr  zu  entrichten.  Dem  Inhaber
wird  für  den  Fall,  daß  er  einen  Fund  macht,  das
Recht  auf  Abbau  eines  Feldes  von  bestimmter  Größe
gewährt,  ohne  daß  er  dafür  Gebühren  oder  Abgaben
irgend  welcher  Art  an  die  Gesellschaft  zu  entrichten
braucht.  Außer  diesem  Felde  kann  sich  der  Finder
noch  neun  weitere  Felder  von  gleicher  Größe  im  Zusammenhange
  mit  der  Fundstelle  auswählen,  für  deren
Abbau  er  gewisse  Abgaben  zu  zahlen  hat.

–—  –

 

Rus  dem  PBereiche  der  Wisstonen  und
der  Ankisklavrrei-Bewegung.

Dem  83.  Jahresbericht  der  Baseler  Missionsgesellschaft
  (für  1897)  entnehmen  wir  Folgendes:

In  Kameruns)  hatten  wir  den  Tod  eines
wackeren  Bruders,  D.  Hermann,  zu  beklagen,  der
den  Anfang  auf  der  neuen  Station  Edie  hätte
machen  sollen.  Dazu  kamen  schwere  Krankheitsstürme
  über  manche  unserer  Brüder  und  Schwestern.
Dabei  aber  dürfen  wir  uns  über  einen  schönen  Fortgang
  der  Mission  freuen.  Derselbe  stellt  sich  nicht
nur  dar  in  den  über  400  Heidentaufen,  durch  welche
sich  die  Zahl  unserer  Christen  fast  um  ein  Drittel
vermehrt  hat,  sondern  auch  in  einer  Reihe  von
Siegen  über  den  Götendienst.  In  zwölf  Orten  des
Stationsgebietes  Bombo  lieferten  die  Leute  die
Götzen  und  den  ganzen  zur  Ausübung  des  Götzendienstes
  dienenden  Kram  aus  und  gestatteten,  daß
Alles  dem  Feuer  übergeben  würde,  soweit  es  nicht
als  Siegestrophäe  nach  Basel  geschickt  wurde.  Auch
an  mehreren  Orten  des  Abolaondes  geschah  die  Auslieferung
  des  Götzenkrams  unter  großer  Erregung
der  Bevölkerung.  Mit  solchen  rasch  und  unter
Ausnützung  günstiger  Umstände  errungenen  Siegen
ist  freilich  das  Heidenthum  nicht  überwunden.  In
dieser  Beziehung  hat  man  in  Lobethal  schmerzliche
Erfahrungen  gemacht.  Dort  waren  schon  vor  Jahren
heidnische  Gebräuche  abgestellt  worden.  Jetzt  wird
von  einem  Wiederaufblühen  des  Fetischdienstes  berichtet,
  besonders  durch  erschreckliche  Zunahme  der
sogenannten  Nyandos,  das  sind  Tänze  von  Weibern.

——  .

*)  Personalveränderungen:  Gestorben  ist  Br.  Hermann.
  Heimgekehrt  sind  Geschw.  Scholten,  Br.  N.  Lauffer,
  Walker,  Basedow,  Frau  Stolz.  Ausgesandt
Geschw.  Dietrich  (früher  auf  der  Goldoküstel,  Keller
(Br.  Kekler  hat  sich  wieder  verheirathet  mit  Frl.  Lydia
Schnetzer),  Schuler  (wieder  verheirathet  mit  Frl.  Klara
Riehm),  Stolz  und  die  Brüder  Lorch,  Schwarz,
Schmid,  Maier,  Gutekunst.
        <pb n="701" />
        Die  Hauptaufgabe  der  Mission  in  den  nächsten

Jahren  muß  die  innere  Bertiefung  sein,  vor  Allem
durch  reifliche  Unterweisung  im  Worte  Gottes,  dann
aber  auch  durch  Hebung  des  Schulwesens,  Heranziehung
  gründlich  gebildeter  eingeborener  Mitarbeiter,
Erziehung  auch  des  weiblichen  Geschlechts.  Bei  der
Bevölkerung  ist  viel  Verlangen  nach  Schulen;
die  Kostschulen  in  Lobethal  und  Bonaberi  gedeihen,
und  über  die  Schüler  beider  erhalten  wir  günstige
Berichte.  Lobethal  hat  eine  schöne  Kakaopflanzung
mit  3000  Bäumen  und  durfte  eine  Erstlingsernte
von  130  Pfund  Kakaobohnen  einsammeln.  In  Bonaberi
  ist  im  Anschluß  an  die  Mittelschule  ein  kleines
Seminar  für  künftige  Missionsgehülfen  eingerichtet
worden,  in  dem  eine  eingehendere  Unterweisung,  als
sie  in  der  Mittelschule  möglich  war,  gegeben  werden
soll.  Der  im  Dienst  stehenden  Gehülfen  nahmen  sich
unsere  Brüder  durch  Fortbildungsunterricht  an.  Die
dritte  Erziehungsanstalt  in  Buea  ist  noch  klein.  Zur
Heranbildung  von  Handwerkern  wirkt  unsere
Schreinerei  in  Bonaku  mit  10  Lehrlingen,  die  den
verschiedenen  Stationsgebieten  angehören.

Es  mögen  noch  einige  Mittheilungen  über  einzelne
  Stationsgebiete  solgen.  Im  Gebiet  von  Mangamba
  verdanken  wir  dem  Eifer  des  Christen  Simeon
Ebele  von  Susa  einen  schönen  Anfang  in  drei
Dörfern  von  Susa.  Gottesdienst  und  Schule
werden  dort  eifrig  besucht.  Durch  Vermittelung  der
Missionen  und  des  Lehrers  Koto  konnten  Streitigkeiten
  zwischen  einigen  Ortschaften  wenigstens  theilweise
  beigelegt  und  19  widerrechtlich  weggefangene

Weiber,  dazu  einige  Kinder,  befreit  werden.  Diese
Vermittelungsversuche  wurden  im  Eirnverständniß
  mit  dem  Herrn  Kanzler  gemacht.  Die

Außenstationen  haben  sich  im  Aboland  vermehrt.
Das  freiwillige  Missionswerk  der  vereinigten  Abogemeinden
  gedeiht.  Von  den  durch  sie  eingerichteten
Außenstationen  Mpobo  und  Nkan  konnten  einige  Leute
bei  Einweihung  der  Kapelle  in  Mpobo  getauft
werden.  Die  Gemeinden  haben  über  1000  Mk.  zusammengebracht,
  von  denen  sie  drei  Lehrer  besolden,
dagegen  geht  es  in  Bodiman  und  im  Wurigebiet
nicht  voran;  manche  Gemeinden  kommen  zurück,
manche  verschwinden.  Der  leidige  Handel,  heißt  es
mit  Beziehung  auf  sie,  besonders  der  Schnaps  verdirbt
  Alles.  Die  im  Bau  begriffene  Station  Bombe
am  Mungo  zählt  schon  130  Gemeindeglieder  und
9  Außenstationen  und  eine  große  Schaar  Taufbewerber.
  Sie  hat  besonders  unter  den  ackerbautreibenden
  Balong  ein  empfängliches  Arbeitsfeld.

Die  Arbeit  in  Viktoria  entwickelt  sich  langsam,
doch  konnten  einige  junge  Leute  getauft  werden,
darunter  ein  Erstling  aus  dem  Stamme  der  Balundas.
Während  es  in  Boana  betrübt  steht,  haben  sich  die
Außenstationen  Bwenga  und  Bonabile  gehoben.
Im  Stationsgebiet  Buea  unter  den  Bakwiri  des
Gebirges  ist  an  einigen  Orten  der  Wunsch  nach
einem  Lehrer  erwacht  und  die  Bereitwilligkeit,  am
Bau  einer  Kapelle  mitzuhelfen.

655

 

Die  neue  Station  Edie,  auf  der  Jürshöhe  an
den  Wasserfällen  des  Sannaga  prachtvoll  gelegen,
hat  gleich  zu  Anfang  10  Außenstationen  bekommen,
die  noch  von  Lobethal  aus  gegründet  wurden.  Ihr
Arbeitsgebiet  umfaßt  die  Stämme  der  Edie,  der
Ndokok,  der  Mangala,  der  Yabi  und  der  Ndogobesol.
  Der  letztgenannte  sei  der  bedeutendste.  Durch
einen  friedlichen  Charakter  zeichnen  sich  die  Yabi  aus,
unter  denen  auch  die  Weiber  einen  besseren  Eindruck
machen  und  die  sich  durch  größere  Ordnung  und
Reinlichkeit  empfehlen.  Der  von  der  Regierung  verbotene
  Götzendienst  des  Mungi,  der  manches  Menschenopfer
  fordert,  steht  noch  in  Blüthe.  Die  Wahrsager
und  Zauberer  üben  noch  ihre  Tyrannei  uneingeschränkt,
  und  ihr  Spruch  entscheidet  manchmal
über  Leben  und  Tod  eines  Menschen.  Christen
giebt  es  in  diesem  Stationsgebiet  noch  wenig,  aber
eine  ziemliche  Zahl  Schüler  und  einige  Taufbewerber,
lauter  junge  Leute.  Mitunter  kommen  von  entfernten
  Orten  Bitten  um  Lehrer.  -

Was  endlich  noch  die  am  tiefsten  ins  Innere
eingeschobene,  gleich  Bombe  erst  im  Bau  begriffene
Station  Nyasoso  im  Rkosiland  betrifft,  so  bietet  sie
ein  von  dem  aller  anderen  Stationen  verschiedenes
Arbeitsfeld  dar.  Die  von  der  Küste  ausgehende
Kulturbewegung  ist  noch  nicht  dorthin  gekommen  sie
beginnt  erst  seit  der  Niederlassung  der  Mission  dorthin
  zu  dringen.  Dazu  befindet  man  sich  dort  in
einem  Sprachgebiet,  auf  dem  mit  Duala  nicht  viel
auszurichten  ist.  Mission  und  Kultur  sind  dort
noch  etwas  ganz  Neues.  Deswegen  schreitet  die
Arbeit  noch  langsam  voran.  Die  Kraft  der
Missionare  ist  noch  sehr  durch  das  Bauen  und  durch
Erlernung  der  RNkosisprache  in  Anspruch  genommen.
Die  Missionare  leiden  unter  den  Diebereien  der
Wilden,  welche  die  Missionare  möglichst  auszunutzen
suchen.  Ausgedehnt  konnte  die  Mission  noch  nicht
werden.  Die  Stadt  Sundam  hat  sich  ihr  aus  Eifersucht
  auf  Nyasso  verschlossen.

Es  mögen  noch  die  Mittheilungen  der  Gesellschaft
  über  ihre  bekanntlich  von  der  englischen  Goldküste
  aus  geleitete  Mission  im  hinteren  Togoland
folgen:

Blicken  wir  auf  das  Land  jenseits  des  Volta
mit  der  Hauptstation  Anum,  das  in  weiter  Ausdehnung
  von  Akwamu  im  Süden  bis  nach  Kratschi
einerseits  und  Ketschenke  in  Adele  andererseits  im
Bereich  unserer  Mission  liegt,  so  ist  bier  der
wachsende  Einfluß  des  Christenthums  unverkennbar.
Weist  doch  das  Voltagebiet  178  Heidentaufen  auf.
In  Kpando  im  deutschen  Gebiet  wirkt  der  in  einem
früheren  Jahresbericht  (1896)  schon  erwähnte  wackere
Aelteste  Georg  Amuna  mit  seinem  Herzen  voll
Liebe  für  seine  Volksgenossen  in  Segen.  Auch  in
der  nördlichen  Landschaft  Boem,  wo  Br.  Clerk  von
Worawora  aus  arbeitet,  zeigen  sich  kräftigere  Wirkungen
  des  Christenthums.  Br.  Clerk  schreibt:
Das  Volk  ist  vom  Worte  Gottes  erfaßt;  der  Glaube
an  die  Fetischpriester  wankt,  die  Fetischtänze  werden
        <pb n="702" />
        immer  seltener,  Kinder  von  Fetischpriesterinnen
werden  mit  Zustimmung  der  Eltern  r  Es
hat  ein  Unmschwung  beim  Volke  stattgefunden,  seit
das  Christenthum  eingedrungen  ist;  auch  die  Kultur
bricht  sich  Bahn,  und  die  Leute  fangen  an,  sich  ihrer
Nacktheit  zu  schämen.  Die  Zahl  der  Christen  in
Boem  ist  von  84  auf  145  gewachsen;  dazu  kommen
88  Taufbewerber.  Dagegen  haben  sich  die  Hoffnungen,
  die  an  das  am  weitesten  vorgeschobene
Ketschenke  in  Adele  geknüpft  wurden,  nicht  erfüllt,
und  wir  werden  diesen  Punkt,  wenigstens  als  Sitz
eines  europäischen  Missionars,  aufgeben  müssen.

——.  —

Aus  fremden  Molonien.

Dem  Jahresbericht  des  Niger  Coast  Pprotektorats
für  das  Jahr  1890/7

entnehmen  wir  Folgendes:

1.  Handel  und  Verkehr.

Was  den  Handel  in  dem  Schutzgebiete  anlangt,
so  wird  der  allgemein  verbreiteten  Annahme  entgegengetreten,
  daß  nur  Tauschhandel  getrieben  werde;
diese  Art  des  Verkehrs  ist  nur  zwischen  den  europäischen
  Kaufleuten  und  den  Vermittlern  üblich.

In  Alt-Calabar  gilt  Messing=  und  Kupferdraht
als  Zahlungsmittel.

In  Kwo  Ibo,  Opobo,  Bonny  und  Neu-Calabar
zahlen  die  Eingeborenen  im  Verkehr  untereinander
mit  Manilahanf.  Zahlung  in  Geld  findet  zur  Zeit
nur  wenig  statt,  nimmt  aber  zu;  deren  baldige  Einführung
  in  dem  ganzen  Schutzgebiet  wird  als  wünschenswerth
  bezeichnet.  Ferner  macht  sich  der  Mangel
an  einheitlichem  Maß  und  Gewicht  sehr  bemerkbar.

Wechselgeschäfte  sind  zur  Zeit  nicht  vorhanden,
auch  entbehrlich,  werden  aber  nach  der  zwangsweisen
Einführung  der  englischen  Währung  errichtet  werden
müssen.

2.  Zusammenstellung  der  Ein=  und  Ausfuhr
für  das  Jahr  1896/97.
Werth  der  verzollbaren  Einfuhrartikel:

 

s  d

Aus  dem  Vereinigten  Königreich  84  003  8  0
Aus  anderen  Länden  49  802  13  0
Insgesammt  133  806  1  7

Werth  der  eingeführten  unverzollten
Waaren:

 

Aus  dem  Vereinigten  Königreich  479  197  16  3
Aus  anderen  Länden  42  884  0  6
Insgesammt  522  081  16  9

Gesammteinfuhr:

Aus  dem  Vereinigten  Königreich  563  294  4  3
Aus  anderen  Ländern  92  686  14  1

Insgesammt  655  977  18  4

656

 

Ausfuhr:  e  s  d
Nach  dem  Vereinigten  Königreich  546  466  14  10
Nach  anderen  Länden  239  138  10  5

Insgesammt  785  605  5  5

Die  Einfuhr  von  steuerpflichtigen  Waaren  hat
gegen  das  Vorjahr  abgenommen.  «

DieDiffcrenzvon109027Letllättsichjedoch
aus  der  Erhöhung  des  Zolles  für  Spirituosen  im
November  1895  und  der  damit  verbundenen  Mehreinnahme
  aus  den  Zöllen  zu  jener  Zeit.  Dagegen
hat  die  Einfuhr  von  unverzollbaren  Waaren  gegen  das
Vorjahr  zugenommen.  Die  Mehreinnahme  beträgt
14  029  K,  welche  sich  hauptsächlich  auf  Eisen-,  Kurz-,
Woll=  und  Töpferwaaren  sowie  auf  Drogen  und
Medikamente  erstreckt.

Eine  größere  Mannigfaltigkeit  der  einzuführenden
Gegenstände  erscheint  nothwendig.  '

Der  Export  hat  eine  Mindereinnahme
58  728  2  ergeben.

von

Eröffnung  neuer  Gebiete  im  Innern.

Major  Leonard  und  Mr.  James  schlossen  mit
einigen  Arofamilien  Freundschaft,  mit  deren  Hülfe
sie  nach  Bendi  gelangten,  ihre  Aufnahme  war  jedoch
infolge  der  Haltung  einiger  Aroführer  keine  sonderlich
  freundliche.

In  den  nächsten  Jahren  soll  versucht  werden,
mit  den  sämmtlichen  Arohäuptlingen  in  Verkehr  zu
treten,  da  die  Aro  den  Handel  auf  dem  rechten  Ufer
des  Croß  River  von  Itu  und  Eupon  bis  nach
Aikpo  sowie  im  Hinterlande  von  Opobo,  Okika  und
Neu-Calabar  beherrschen.  Ferner  wurde  eine  größere
Expedition  in  das  Kwaleland  unternommen  und
freundschaftliche  Beziehungen  mit  den  Einwohnem
angeknüpft.  "

Durch  die  Strafexpedition  nach  Benin  ist  ein
Gebiet  von  mindestens  3000  Quadratmeilen  unter
englischen  Schutz  gestellt.  „

Es  wird  eine  zunehmende  Entwickelung  des
Schutzgebietes  erhofft.

—.  —  —  —  ·

Bahnbau  auf  der  Goldküste.

Nachrichten  von  der  Goldküste  zufolge  sind  don
verschiedene  Ingenieure  und  Beamte  im  Sommer
d.  Is.  eingetroffen,  um  den  Bau  einer  Bahn  von
Sekondi  nach  Tarkwa  in  Angriff  zu  nehmen.

Aus  Dabomey.

Durch  Verfügung  vom  11.  August  d.  Is.  u
„Haut  Dahomey“  eingetheilt  worden  in  folgende
Cercles:  Gourma,  Djougon-Kuande,  Borgou  und
Moyen  Niger.

In  Kuande  ist  im  August  ein  Post=  und  Telegraphenbüreau
  eröffnet  worden.
        <pb n="703" />
        Dem  „Journal  officiel  du  Dahomey“  zufolge
besteht  die  Truppenmacht  im  „Haut  Dahomey“,  dem
Hinterland  der  Kolonie,  aus  einer  Kompagnie  Senegalesen
  und  zwei  Kompagnien  Eingeborener.

Die  Trägerlöhne  in  Dahomey  sind  durch  eine
Verfügung  vom  31.  Juli  d.  Is.  in  der  Art  geregelt
worden,  daß  gezahlt  wird:

von  Cotonon  nach  Ouidah  1.—  Froes.,
Grand-Popo=  Ague  1.—
:  Ouidah  -Allada  1.—
-Abomey  Allada  1.—  =
*.  Sagon  *  Zaguanado  0,25  =
.=  Zaguanado  =  Abomey  1.—
=  Zaguanado  =  Savalon  2,50  —-Abomey
  -Savalon  2„
.-Abomey  -Allada  1.600
Savalon  Carnotville  3,50

Von  den  Löhnen  werden  10  PCt.  für  die  Anwerber
  einbehalten.  Jeder  Träger  erhält  für  seinen
Unterhalt  täglich  0,15  Francs.

Dandelsbericht  von  Ehinde  für  das  Jahr  71397.

Dem  Handelsberichte  des  englischen  Konsuls  in
Chinde  für  das  Jahr  1897  entnehmen  wir  Folgendes:

1.  Handel  und  Verkehr.

Der  Ein=  und  Ausfuhrhandel  des  Hafens  hat
sich  merklich  gehoben.

Im  Lande  selbst  sind  Hülfsquellen  erschlossen,
die  für  die  Entwickelung  des  Landes  selbst  sowie  für
seine  Handelsbeziehungen  von  größter  Bedeutung  sind.

In  erster  Linie  ist  das  Auffinden  von  ausgedehnten
  und  ergiebigen  Kohlenfeldern  am  Oberlauf
des  Zambesi  zu  erwähnen.  Insbesondere  wird  hieraus
die  Dampfschifffahrt  auf  dem  Zambesi  und  Schiresluß
  Vortheil  ziehen.  Bisher  bestand  die  Feuerung
auf  den  dort  laufenden  Dampfern  mit  Ausnahme
auf  den  Königlichen  Kanonenbooten,  welche  Preßkohlen
verwandten,  aus  Holz.  Die  dort  gefundene  Kohle
soll  an  Heizkraft  und  Aschgehalt  der  besten  englischen
gleichstehen,  aber  bedeutend  billiger  sein.  Während
der  Preis  bei  der  eingeführten  englischen  Kohle  sich
auf  55  bis  60  s,  und  bei  der  geringwerthigen  aus
Natal  herrührenden  auf  35  bis  40  s  für  die  Tonne
stellt,  glaubt  die  Oceana  Company,  welche  die  Kohlenselder
  erworben  hat,  die  Tonne  für  35  bis  40  s
liefern  zu  können.  Die  genannte  Company  ist  im
Begriffe,  am  Zambesi  und  Schire  Kohlenstationen
für  die  Dampfer  anzulegen,  und  zwar  an  jenem  in
Banga,  Bandar,  Nkwazi,  Singal,  Mutarara,  Lacedonia,
  Vicente  und  Marameio,  an  diesem  in  Inhangwengwe,
  Pinda,  Ntumba  und  Chiromo.  Aehnliche
Stationen  sollen  später  von  dem  oberen  Flußlauf
des  Schire  bis  an  das  Südende  des  Nyassasees
errichtet  werden.  «.

Ein  zweiter  wichtiger  Exportartikel,  der  in  absehbarer
  Zeit  eine  weit  über  die  Grenzen  des  Landes
reichende  Bedeutung  haben  wird,  ist  der  Zucker.
Eine  portugiesische  Kompagnie  hat  mit  dem  Anbau

657

—

desselben  ausgezeichnete  Resultate  erzielt.  Eine  zweite
Gesellschaft  ist  gegründet  und  wird  voraussichtlich
dieselben  Erfolge  haben,  wie  die  erste.  Das  Thal
des  unteren  Zambesi  wird  als  außerordentlich  geeignet
für  den  Anbau  von  Zucker  bezeichnet,  das  Land  soll
billig  und  ohne  große  Schwierigkeiten  zu  erwerben

sein.

In  Chinde  selbst  wird  der  Handel  fast  vollständig
von  den  indischen  Kaufleuten,  dort  Banyan  genannt,
beherrscht;  ihre  Waaren  sollen  minderwerthig,  der
Preis  hoch  sein.

Die  Niederlassung  von  europäischen  Kaufleuten,
die  gute  und  preiswerthe  Waaren  führen,  wird  im
Interesse  der  Europäer  und  Eingeborenen  als  äußerst
wünschenswerth  bezeichnet.

Die  Güter,  welche  im  Jahre  1897  das  portugiesische
  Zollhaus  in  Chinde  passirt  haben,  läßt  die
folgende  Tabelle  erkennen:

 

Import

 

 

 

-„  Küstenhandel
aus  saus  anderen  Export
Portugall  Ländern  Import  Erport
Neis  Reis  sgeis  sReis  Feis
54  269  698.171  620  735/|72  161  735|228  806  246.443  257  026

 

Insgesammt  970  115  436  Reis  =  161  685  18  s  1  d
vorletztes  Jahr  38  642  802=  -—  6273=  16=  0.=Zunahme
  1897  931  472634  155  42  2=  1=2.

  Schifffahrt.

Der  Hafen  von  Chinde  wird  von  der  Aberdeen-Linie
  alle  drei  Wochen,  von  der  deutschen  Ostafrika-Linie
  alle  14  Tage  angelaufen.  Häufig  treten  bedeutende
  Verzögerungen  ein,  so  daß  ein  häufigeres
Anlaufen  des  Hafens  empfohlen  wird;  vielleicht
werden  die  Schiffe  der  Castle=  oder  Union-Linien
die  Fahrt  nach  Chinde  aufnehmen.

Die  Zahl  der  Dampfer  auf  dem  Zambesi  und
Schire  ist  vermehrt;  insbesondere  ist  ein  neuangeschaffter
  Doppelschraubendampfer  dazu  bestimmt,  den
Personenverkehr  auf  dem  Nyassasee  zu  fördern.

Der  Berichterstatter  glaubt,  daß  ein  regelmäßiger
Verkehr  zwischen  Chinde  und  Britisch-Centralafrika
stattfinden  werde,  sobald  erst  die  sämmtlichen  neu
eingestellten  Dampfer  in  Thätigkeit  sein  werden.

Aus  der  folgenden  Tabelle  läßt  sich  ersehen,  wieviel
  britische  und  fremde  Schiffe  im  Jahre  1897
Chinde  angelaufen  haben:

 

 

 

 

 

 

 

Nationalität  Segelschiffe  Dampfschiffe  Insgesammt
An--Tonnen-An=  Tonnen-An-Tonnenzahl
  gehalt  zahl]  gehalt  zahl!  gehalt

britishe  —22  21  810  22  21  810
britisch-indische  15600  —  —26  1560
deutsche  —  —  21194802110
Insgesammt6  156043  31  29069  32  850
Insgesammt  für  ·
das  vorhergehende
Jahs  30  171053  56246|  83  579656
        <pb n="704" />
        Aussuhr  von  Britisch  ·  Aeu  ·  Guinea.*)

Die  Verschiedenheit  des  englischen  und  deutschen
Theiles  Neu-Guineas  spricht  sich  recht  deutlich  in
den  Ausfuhrartikeln  aus.  Folgende  Zusammenstellung
auf  Grund  der  drei  letzten  dem  Parlament  von
Queensland  vorgelegten  Jahresberichte  zeigt  die  eigenthümliche
  Entwickelung  des  Exports  des  englischen
Schutzgebietes:

1894/95  1895/6  1896/97
Pfund  Sterling

 

Goldl  K  2000  4735  25018
Perlmuscheln.  3005  2371  6004
Trepang  —-  929  1016
Kopora  2830  2748  3494
Sandelhoz.  —  4035  2323
Kautschauk  27  609  3472
Gesammtausfuhr  16  215  19  401  44  944

Während  1888/89  der  Gesammtwerth  der  Ausfuhr
  erst  5943  4  betrug,  hat  die  englische  Kolonie
in  Bezug  auf  den  Export  jetzt  schon  Deutsch-Neu-Guinea
  sammt  dem  Bismarck-Archipel  überholt.
Wenn  auch  die  Goldfunde,  von  denen  übrigens  angeblich
  ein  großer  Theil  nicht  zur  Deklaration  gelangt,
  vor  Allem  hierbei  in  Frage  kommen,  so  ist
doch  auch  eine  Steigerung  in  der  Kopraausfuhr  bemerkbar,
  vor  Allem  aber  scheint  die  Kautschukgewinnung
stark  zuzunehmen,  und  der  Bericht  bemerkt,  daß  derselbe
  vielleicht  in  nicht  zu  ferner  Zeit  der  Hauptexportartikel
  werden  könnte.

Dem  „Queensland  Agricultural  Journal“  zufolge
stammt  dieser  Kautschuk  hauptsächlich  von  dem  östlichen
  Theil  des  englischen  Schutzgebies,  und  zwar
von  einem  Ficusbaum.  Der  Regierungssekretär
Musgrave  sandte  Herbarmaterial  und  Samen
dieses  von  den  Eingeborenen  „Maki“  genannten
Baumes  von  dem  Rigodistrikt,  30  bis  40  englische
Meilen  östlich  von  Port  Moresby,  nach  Brisbane,
wo  der  Kolonialbotaniker  Bailey  die  Art  als  Ficus
Rigo  beschrieb.  Nach  der  leider  nur  kurzen  Beschreibung
  scheint  es  eine  der  Ficus  retusa  nahestehende
  Art  zu  sein;  es  ist  nicht  unwahrscheinlich,
daß  diese  Art  auch  in  Deutsch-Neu-Guinea  vorkommt,
oder  wenigstens,  daß  die  dort  im  Walde  sehr  häufigen,
damit  nahe  verwandten  Ficusarten  einen  ebenso  guten
Kautschuk  liefern.  Wenn  schon  jetzt,  im  zweiten  Jahre
nach  der  Entdeckung,  für  70  000  Mark  Kautschuk
exportirt  wird,  so  sollte  dies  jedenfalls  die  Aufmerksamkeit
  aller  in  Deutsch  -Neu-Guinea  interessirten
Kreise  auf  sich  ziehen  und  zu  umfangreichen  Versuchen
mit  dem  dort  disponiblen  Material  führen.

*)  Aus  dem  „Tropenpflanzer“  Nr.  10  1898.

—  ——“““"“

658

 

Perschiedene  Wittlreilungen.

Organisatorische  Bestimmungen  für  die  Schutztruppen.

Die  Organisatorischen  Bestimmungen  für  die
Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Afrika  (Schutztruppen-Ordnung)
  vom  25.  Juli  1895  erscheinen  im  Verlage
der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler
und  Sohn  in  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,
und  kosten,  bei  unmittelbarer  Bestellung  aus  den
Schutztruppen,  geheftet  85  Pfennig,  gebunden  1  Mk.
pro  Exemplar.

—  —  —

Bcaersche  Pflanzkette.

Die  Firma  O.  Krautmann  in  Erlbach  (Bezirk
Zwickau  in  Sachsen)  hat  eine  Kette  für  Plantagen,
Gärtnereien,  Forste  und  dergleichen  hergestellt,  die
unter  dem  Namen  Beoersche  Pflanzkette  zu  beziehen
ist.  Es  wird  ihr  vom  Erfinder  eine  besonders  vielseitige
  Verwendbarkeit  und  dabei  einfache  Handhabung
  nachgerühmt.

VVVVVVVVYVYYTYTVYVYPVVY  VYVVTY  7'  y

Titteratur.

Bernhard:  Der  Eisenbahnbau  in  Deutsch-Ostafrika
mit  besonderer  Berücksichtigung  des  Baues  der
Linie  Tanga—Muhesa.  Berlin  1898.  L.  Simion.

Der  hier  vorliegende  stattliche,  mit  zahlreichen

Abbildungen  ausgestattete  Band  faßt  eine  Reihe  von
Aufsätzen  zusammen,  die  der  Verfasser  seit  Ende  1896
in  den  Verhandlungen  des  Vereins  zur  Beförderung
des  Gewerbefleißes  veröffentlicht  hat.  Wenngleich  bekanntlich
  die  erste  und  vor  der  Hand  einzige  in
Deutsch-Ostafrika  angelegte  Eisenbahn,  deren  Entstehung
  und  Bau  hier  eingehend  vorgeführt  werden,
den  darauf  gesetzten  Erwartungen  bisher  in  keiner
Weise  entsprochen  hat,  bietet  das  Buch  doch  viel
Lehrreiches  und  wird  bei  jedem  späteren  Bahnbau
in  deutschen  Kolonien  beachtet  werden  müssen.  Der
Verfasser  hat  bei  seiner  Arbeit  auch  die  von  den
Engländern  an  der  Mambas-Eisenbahn  und  die  von
Belgien  bei  der  Kongobahn  gemachten  Erfahrungen
berücksichtigt  und  war  nach  seiner  eigenen  Versicherung
  bemüht,  die  in  jedem  einzelnen  Baustadium  don
deutscher  Seite  gemachten  Fehler  festzustellen  und  für
die  Zukunft  die  richtigen  Wege  zu  weisen.  Hoffentlich
  wird  das  Werk  dazu  beitragen,  daß  in  Zukunft
bei  einem  neuen  Bahnbau  in  Deutsch-Afrika  die  Versehen
  und  Irrthümer,  welche  bei  der  Tangabahn
vorgekommen  sein  mögen,  vermieden  werden.

 

Unter  dem  Titel  „General  Directory  of
German  Machine  Manufacturers“"  giebt  die  Verlagshandlung
  Max  Nößler  in  Bremen  in  etwa
30  Bänden  ein  Verzeichniß  der  Erzeugnisse  deutscher
Maschinenfabrikanten  für  Exportzwecke  in  englischer

!  Sprache  heraus.
        <pb n="705" />
        Veranlaßt  durch  den  Erfolg  der  vor  einigen
Monaten  erschienenen  ersten  Serie  illustrirter  Kolonialpostkarten
  hat  das  „Deutsche  Kolonialhaus,  Bruno
Antelmann“,  jetzt  drei  neue  Reihen  solcher  Karten
erscheinen  lassen.  Sie  bieten  sehr  hübsche  kolorirte
Ansichten  von  Landschaften,  Menschen,  Thieren  2c.
aus  den  verschiedenen  Schutzgebieten.  Die  Zeichnungen
  rühren  von  Th.  v.  Eckenbrecher  und
Kuhnert  her.

 

Titterakur  -Perxeichniz.

v.  Blomberg,  P.  Dl.:

Allerlei  aus  Südafrika.
ca.  10  Bog.  gr.  80.

Mk.  2,—,  geb.  Mk.  2,80.

C.  Bertelsmann,  Gütersloh.

Dalton,  D.  Hermann:  Reisebilder  aus  Indien.
ca.  24  Bog.  80.  Mk.  4,40,  geb.  Mk.  5

C.  Bertelsmann,  Gütersloh.

 

659

 

Kolonisations-Gebiete  im  Süden  der  Argentinischen
Republik.  Zwei  Theile.  80.  4  Mk.  2,50;  in  1  Band
gebunden  Mk.  4,—.

1.  Alemann,  M.:  Die  große  Neuquen-Bahn  als
Erschließerin  des  Südens  der  Argentinischen  Republik.
Nach  den  neuesten  Daten  und  eigener  Anschauung
bearbeitet.  (IV,  91  S.  mit  1  farbigen  Karte.)

2.  Alemann,  Th.:  Ein  Ausflug  nach  dem  Chubut-Territorium.
  Allerlei  über  Land  und  Leute  im
Chubut.  (80  S.  mit  1  farbigen  Karte.)

Expedition  des  Argentinischen  Wochenblattes
in  Buenos  Aires.

Därtens,  Dr.  P.:  Süd-Amerika  mit  besonderer  Berücksichtigung
  von  Argentinien.  Nach  den  neuesten
amtlichen  Quellen  und  auf  Grund  eigener  Anschauung.
Mit  vielen  Illustrationen  und  einer  Karte  in  Farbendruck.
  15  Bogen.  80.  Mk.  4,—.

Johannes  Räde  (Stuhrsche  Buchhandlung),  Berlin.

Mayne-Reid,  Kapitän:  Im  afrikanischen  Busch.
Jagden  und  Abenteuer.  Für  die  Jugend  bearbeitet
von  Heinrich  Schwerdt.  Mit  22  Illustrationen.  17  Bog.

 

 

Dove,  Dr.  Karl:  Vom  Kap  zum  Nil.  Reiseerinnerungen  gr.  80.  Geb.  Mk.  3,50.
aus  Süd-,  Ost=  und  Nordafrika.  Mit  30  Illustrationen.  Muthsche  Verlagshandlung,  Stuttgart.
8°.  319  S.  Mk.  5,—,  geb.  Mk.  6,50.
Allgem.  Verein  für  deutsche  Litteratur,  Berlin.
Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

Loanda  15/9.  (Poststation:  Kamerun.)

ongkong.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  —  29/8.  Jaluit.  (Poststation:  Hospostamt).

S.  M.  S.  „Condor“  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran“  23/7.  Manila  2/8.  —  Iloilo.  —  27/8.  Manila  29/8.  —  3/9.  Kiautschou.
(Poststation:  Hongkong.)  .  .

S.  M.  S.  „Falke“  28/6.  Matupi  29/6.  —  Karolinen-Inseln.  —  1/9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:
  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  29/8.  Kamerun  19/9.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/8.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Pofststation:

S.  M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar  17/9.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Wolf“  11/7.  Lüderitzbucht.  —  31/8.  Mossamedes  5/9.  —  6/9.  Basquella  11/9.  —  12/9.

 

——.
—......

DPerkehrs-BMachrichten.
In  den  Orten  Wilhelmsthal  und  Songea  (Deutsch-Ostafrika)  werden  Postanstalten  errichtet.

 

Postdampfschiffperbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  26.  Oktober,  Tanga  18—19  Tage  am  24.  Oktober,  4.,  7.,
(deutsche  Schiffe)  9.,  23.  Nov.  120abds..  Dar-zes-Sal.  19—20Tg  21.  Nov.,  2.  Dez.
1.  Deutsch-Ostafrita.  Brindisi  am  6.  Nov.,  4.  Dez.  Sansibar  20  Tage  116  abds.
(englische  Schisses  100  abds.  ·
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
anzösische  Schiffe)  40  ums.  10½  abds.
2.  Deutsch-Sü#westafrirg.  Southampton  am  22.  Okt.,  19.  Nov.  Lüderitzbucht  22  Tageem  21.  Okt.,  18.  Nov.
(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon  Fengl-.  Schiffe  bis  Kap  40  ums.  Swakopmund  25  Tage  15  ums.
——  und  Ukamas  sst  dann  deutscher
nilich  bis  Kapstadt,  ampfer  „Leutwein“)  #
don  dort  weiter  auf  demnmburg  am  25.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  25.  jedes  Monats
tae)  I—  Lüderitzbucht  40  Tage  790  abds.
        <pb n="706" />
        vom  ·  EinsGiffungehasen



660

Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

—  —  —

Auss  biffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

–—  —  —  —

—  .  —

Priefe.  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

3.  Ramerun.

4.  Cogo-Gebiet.

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des

Absenders)

1
1  Liverp

Lamburg
(deutsche  chiffe)y
ool
anid.  Schiffe)

ambur
E  Eaine

Liverpool
ani  Schiffe)
Marseille
**0“  Schiffe)

Bordeaux  3

(jranzösische  *

 

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  26.  Okt.,  23.  Nov.

am  10.  jedes  Auts.  nachts

am  20.jedes  Mts.

am  19.  Oktober,

2.,  16.  November

am  25.  jedes  Monats

40  nachm.
am  10.  Nov.,  10.  Jan.
110  oms.

Kamerun  24  Tage

Kamerun  22  Tage

Lome  20  Tage

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quittah  36  Tage

von  da  ab  vandesgei  dung
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Cotonou  22  Tage

 

von  da  ab  Landverdindung

 

am  10.  jedes  Monats

720  abds.

am  24.  Okt.,  21.  Nov.
15  Ums.

am  10.  und  20,  iedes
Monats  7290  abds.

am  17.,  31.  Okt.,
14.  Nov.  18  Ums.

am  23.  jedes  Monats
10%  abds.

am  8.  Nov.,  8.  Jan.
107’  abds.

 

 

 

 

Nea  4#rn  am  8  Okt.,  14.  Dez.  Stephansort  45  Tage  am  17.,  21.  Oktober,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (deutsche  e)  abds.  12.,  16.  Dezember
deutsch=  Brindisi  am  23.  Okt.,  18.  Dez.  -  41  Tage  116  abds,
-7UJ7777  (Nachversand)  abds.  m—
6.  Marshall=  Insein.  #ie  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.  *#
Oea  pel  1  am  8  Ott-  16.  Nov.  Tsintau  37  Tage  am  17.  Okl.,  .,  14.  No.
.  deutsche  Schiffe  0  abends  116  abends
7.  Riautschon.  Vrindift  bezw  jeden  Sonntag  Tsintau  40  Tage  jeden  Freitag
französische  Schiffe)  100  abends  116  abends.
Siutressen  der  Post  a  aus  den  Leutschen  Schutgebieten.
—  —  —  —
Landungs-  Die  Post  ist  fäuig  ank  Die  Post  in  fanig
Von  hasen  in  Berlin  J  Von  hafen  Berlin
am  16.“,  28.7Okt.  1  l
Neapel...  am  X  0K  *  (8#  Plymouth.  .  am  —5i1  Nonats
Deutsch-Ostafrika  1  Brindisi.  *¾lP  30  el  300.v  Logogediet  Marseille  am  16.  jedes  Monats

 

Marseille  .

 

.am1tOkt16Nov

 

 

 

 

 

 

"«—s17«Oktobet
Deutsch.  er-Satnen.  Neapel.  am  "

Deutsch-üdwestafrir-  Southampton.  b05  11  De  —

—  —  —  —  —  5„  Narsdau  ·  Inseln.  —  5  unbestimmt

Ramern  Plymouth  am  27.  jed.  Monats  (MBeael.  ..  1.  Olooder,  13.  Nov.

Liverpool  a  3.  Movember,  nRiautschou.  ..  ...  Brindisi.  (54  .,  1E.  27.  e%
1.,  29.  Dezember  Marseille.  5.f##  6,  .Nor.
*  Falligkeitstage  für  die  mit  deuihen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Wornn:  Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrile.
Reis.  e  Lehte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  12.  Oltober  1898

„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  Oktober  ab  Hamburg.

„Aline  Woermann“  .  Loango  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Accra.

„Anna  Woermann“  Benguella.  Hamburg  am  12.  September  in  Hamburg.
„Bruxellesville“  Kongo  Antwerpen  am  12.  Oktober  Dover  passirt.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Lagos  am  5.  Oktober  in  Lagos.

„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  4.  Oktober  in  Kamerun.

„Ella  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  10.  Oktober  ab  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  9.  Oktober  in  Hamburg.

„Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Dakar.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sierra  Leone  am  10.  Oktober  in  Las  Palmas.

„Helene  Woermann“.  Hamburg  Futa  am  5.  Oktober  in  Gabun.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  12.  Oktober  Dover  passirt.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  4.  Oktober  in  Kamerun.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Kamerun  am  5.  Oktober  Dover  passirt.
„Marie  Woermann“  Kapstadt  Oamburg  am  11.  Oktober  in  Lagos.

„Melita  Bohlen“  Hamburg  Port  Nolloth  am  3.  Oktober  in  Las  Palmos.

„Paul  Woermann“  .  Hamburg  Swalopmund  am  10.  Oktober  in  Teneriffe.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  9.  Oktober  in  Conakry.
„Thekla  Bohlen“  Benguella  #  Hamburg  am  11.  Oktober  in  Lagos.
        <pb n="707" />
        —  661  —

WoERMANN-LINIE.
Regelmäßige  Vest-  Dampfscifffahrt  zwilchen  amburg  und  Westafrikla.

—  —  —

Fahrplan  für  das  vierte  Vierteljahr  1898.
Belchleunigter  L  für  Post  und  Passagiere.

 

Linie  I.  Nach  Madeira,  Lagos,  Lome,  Kemerun  und  den  Häfen  bis  Loango#

 

 

 

 

—  —  —  —  —Ô  –.
nusreise  ..  Heimreise.
Komburg  .  Okt.  10.  Nov.  10.  Dez.  10.  Loango  .  .  .  .  Dez.  3.  Jan.  3.  Febr.  3.
—  :"  19.  19.  19.  Gabbnn  :  6.  6.  6.
Monrovia#  =  27.  :  27.  27.  Elobn.  -  7.  7.  —  7.
Kap  Palmas  *.  28..  268  23  Bato  -9.  9.  9
Aecra"  ....  -29.--29.«-29»  grpbßkBatangm  .  J
ome  é  30.  :  320.  .  30.  ribt  4  ·  I-«
Lagos  Nov.  1.  Dez.  1.  Jan.  1.  Plantation  10.  10.  10.
Kamerun  :  4.  42  =  4.  Loni  ..
Nio  del  Rey  "  14.  =  14.  1  Klein-Batanga  -11.  11.  211.
Bictoria  .  -15.k-15·--15«  Malimoa  12.  12.  12.
Fernando  Po  "  17.  17.  17.  Kamern  "  13.  13  .13.
Malimba  "  19.  "  19.  19.  Lagos  —  -20-:-20—-«20—
KletnBatanga  "  21..  21..  21.]Whydah  .  26.  26.  =  26.
Lonii  Grand-Popo  .  -27.·-27.  26.
Plantatioo  23.  23.  233.  Klein-Vopo  23.  28.  =  27.
Kribtf  .  !  Lome.....  -29.  -29.  -28.
Groß-Batanga  x-24.  24.  24.  Kwitto  "  29.  29.  28.
Bat  .  25.  25.  25.  AddaH  30...  30.  März  1.
Elobg  27.  27.  27.  .Accra  SJan.  1.  Febr.  1.  -1.
Gabun..  28.  28.  28.  Kamerun?.  =  4  =  4.  4.
Kap  Lope  2979.  29..  29.  Lagoss  *  66.  6.
Seite  Ctemia  30.  320.  30.  Klen  Poopos
Nyangga  Dez.  1.  Jan.  1.  Febr.  1.  Lome  7.  7  7
Mayumba  22  2...  2.  Outtta“.  -
Loango  3.  3.3.  Accra"  8.  8.  8.
1  Kap  Palmas".  10.  =  10.  10.
"„  Monroa.  nur  =  12.  =  12.  12.
ran  Canariao“.  „
Teneriffab  18.  18.  18.
Madeira*  .  ..  20.  --  20  20.
Plymouths.  "  25.  25.  235.
Hamburg  27.  =  27.  27.

 

Linie  u.  Nach  Gibraltar,  Marokke,  Canar.  Inselu  u  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  aulaufend.
—  —  —  —  —  —

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.

Lamburg  !  .  .  Ott.  18.  Nov.  18.  Dez.  18.Sherbro  .  Dez.  2.  Jan.  2.  JFebr.  2.
Entwerpen  ..  23..  23..  23.Sierra  Leneeen  4  4  4
Gibraltat  =  30.  30.  .  30  Conakry.  5.  *  5.  *5.
Larache  .  Nov.  1.  Dez.  1.  Jan.  1  Rufisgue  10.  l'10.  190.
—  22  2.  Dakrorrr.  11.  11  11-Tanzer
  ..  ..  =  3.  3.  3  Gran  Canaria  17  17.  I7.
ru  ..  =  5.  5.  5  Mogador  19  19.  19
———————————————————.————  3
Zeiabet  7.  7.Mazagan  1  22  22.  22
Grcßn  7*7„  ..  *  99.  99.  9.  Casablanca  D  :  23.  :  230  23.
Tern-  Canaria.  ..  -11.  :  11  #:  11.  Tanger  ...  .  .  -24.  24.  2
Eereriffe  2  -  -12  12  Hamburg  Jan.  2.  Febr.  2.  Marz

-  .  2127  17  «
Dakar....  -17.!-17.  17
Rufisque  :„:  :  18.  -  18.  18
Bathurst.  19  19  19
Bissao  .  2321.  —  21  —
volama..  24.  24.  ——
Sierra  Leone  ..  1238386.  -  36.  -22.
Sherbro  27.  1  :  27.  24.  1

 

5  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats.
)  Nur  für  Post  und  ahe  -
        <pb n="708" />
        ——

662

Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

Ausre  ise.

Heimre  ise.

 

 

 

l
bamburgf.  .  Olt.  20.  Nopv
Conakry.=  .  Nov.  6.  Der
Monrovia  .  .  ·8
Axim.  .l
Dixcove  4  12.  -
Eimina  3  ...
apoat.  .

Saltpond  14.  «
Appam  .  ZU
Winnebah  .
Acera.  .  2  16.  -
Addah  213.
Kwitta  212359.
Lome  l21.  -
Bagida  F7  22.
Klein-Popo  1.23  O"
Grand-  Popo“  25.  -
Whydah  96.  -
Kotonou.  227.  -

l

I

 

 

 

 

 

 

...-—-—.--·-—-—
–  —  9l
9  "

Dez.
Jan.
4

Kotonou.
Whydah
Grand-Bopo
Klein-Popo
Bagida
Lome
Kwittao
Addah
Acccra

Monrovia
Teneriffa.

Madeira
Hamburg

 

Kap  Palmas  v

Gran  Canaria

 

Nov.  28.  Dez.
*  29.  -
Dez.  2.  Jan.
"  8.  -
-  5.  "
-  7.  2
-  9.  -
"  11.  -
:  13.  -
„  16.  -
"  18.  "Z
:  26.  -
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„:  28.  -
Jan.  9.  Febr.
i
l

 

 

 

 

 

 

TPAØPNZX

13.
16.
18.
26.
27.

28.

9.

2

3

 

B.*

a#sz####ßn#nseerse

Linie  IV.  Nach  den  Canar.  Inselu,  Senegal,  Liberia,  Lagos  und  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bi#t
St.  Eeaul  de  #o#nten

 

—  —  —  —  —  —

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.

I  l  l
amburgf.  Okt.  31.  Nov.  30.  1  Dez.  31.  Landana  Dez.  21.  1  Jan.  21.  Febr.#.
eneriffa  .Nov.  10.  der.  10..  Jan.  10.Ocl  Calabar  24.  244  2
Gran  Canari  "  11.  11.  11.]0  UU#  28  28.  WB.
Goroͤe  Lagos  l  830.j  30.  März  2.
Dakar  16.  16.  10.  Addah  Jan.  7.  Febr.  7.  #  .
Rufisque  )  1T  1  Accra  :  8.  :  8.  8.
Low  Mounnt2020|  20  Bimebah  V  9
Monrovia  -21.  211  „21.  Appam.  4  ô#
Grand  Bassa  234.  23.  .23  Salond  f□11.  é  111.  11.
Sino  224.  2  24.  224.  Kap  Coast.  12  12  12.
Kap  Palmas  25.  25.  25.  Elmina  1“  ·
Atem-.  2-28.!-28.I-28.Chama  -13.  "  13.  13.
Lagos  =  320.  30.  30  B  .  -14.  124.  14.
Landana  Dez.  4.  Jan.  4.  Febr.  4.  16.  16.  16.
Cabinda.  5.  5.  5.  *  Palmas  138.  18.  18
Banana  7.  .  7.|8.ino  19.  é  190.  193.
Boma  „„  9.  9.  9.Grand  Bass  .  -20.  "  20.  "  2.
Noqui  11.  -11  211.  Wonrovia  21.  "  21.  ..
Matadi  212.  12.  12.Conatry  B.  .B.  3
Loanda  144  14.  14-6Sran  Canaria  30.  ".  24.  30.
Ambriz.  15..  15.  15.Mogador  Febr.  2.  März  2.  April
Kinsembo  16.  2186.  16.  Sa  :  3.  3.  3
#ffab  ..  -17.s-17.I-17.  Mazagan  4.  4.  -
Ambrizette  188.  188.  186  Casablanca  *—  "  5.  1  ¾
Muculla  19.  18.  2158.  Hamburg  16.  1.  #  21
Landana.  20.  20.  220.  l

«

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit  den  am  18.  Oktober  und  n.  Dezemder  abgehenden  Dampfsern  kommt  kein  ——-  zur  Ferledns.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  ab  Hamburg  am  25.  jedes  Monats.
Fahrtdauer  Hamburg—Swakopmund  etwa  30  Tage.

9.  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  iedes  Monats.
*)  Nur  für  Post  und  Passagiere.
        <pb n="709" />
        663  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Oktafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

 

«  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspo  er

deposidempser  von  l  nach  bis  28.  September  1898
„König“  .  ..  Durban  Hamburg  am  26.  September  ab  Delagoabai.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  28.  September  an  Aden.
„Kaiser“  Durban  Hamburg  am  27.  September  ab  Port  Said.
„Kanzler"“  Hamburg  Durban  am  28.  September  ab  Hamburg.
„Bundesrath“.  Delagoabai  Hamburg  am  28.  September  ab  Sansibar.
„Reichstag“..  ..  Delagoabai  Hamburg  am  27.  September  ab  Lissabon.
„Admiral  Hamburg  Delagoabai  am  28.  September  an  Neapel.
„General“  Hamburg  1  Delagoabaie  am  28.  September  an  Mozambique.

 

 

—  —.  —   —  ———  A—  —

Der  heutigen  Nummer  liegt  eine  Export-Preisliste  über  Conserven  von  Heiur.  Dirks  in
Hamburg,  Lieferant  für  die  Kaiserliche  Marine  und  Schutztruppe,  bei,  die  wir  geneigter  Beachtung  bestens
Die  Expedition.

empfehlen.

 

 

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfennig)

In  das  hiesige  Gesellschaftsregister
wurden  heute  eingetragen:

unter  Nr.  5  die  offene“  Handelsgesellschaft

  in  Firma
„Weinberger  &amp;amp;#  Schumann“
mit  dem  Sitze  in  Tabora.
Die  Gesellschafter  sind:
1.  der  Kaufmann  Nikolaus  Weinberger,

2  der  Kaufmann  Albert  Schumann,
beide  wohnhaft  in  Tabora.

Die  Gesellschaft  hat  im  Oktober  1896

begonnen  und  wird  von  jedem  Gesellschafter
  allein  vertreten.
Unter  Nr.  6  die  Kommanditgesellschaft
„W.  Müller  &amp;amp;  Co.“
mit  dem  Sitze  in  Tanga  (Deutsch-Ostafrika).
  "—  8a  56
Alleiniger  persönlich  haftender  Gesellschafter
  ist  der  Apotheker  und  Kaufmann
  Willibald  Muüller  in  Tanga.
Als  Prokurist  der  Gesellschaft  wurde
gesbetg  Hermann  Theodor  Karl
Leser,  Inhaber  der  Firma  C.  Th.

Herm.  Leser  in  Hamburg  im  Prokurenregister

  unter  Nr.  2  eingetragen.
Tan  ga,  den  6.  September  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
Ziegler.  (2#5)
Flaschen-Kapsein,
FEinnfolien-Staniol,
Kollereimaschmen
liefern  billigst  (29,)

A  L  r

«  0aeumhmusiu.
thckqefewketer  Fee-wish

  

   

 

Anzeigen.

 

einzusenden.

In  das  hiesige  Firmenregister  wurden

  heute  eingetragen:
unter  Nr.  6  die  Firma

„W.  Schlunke“

mit  dem  Sitze  in  Wilhelmsthal
(Westusambara)  und  als  deren  Inhaber
Hotelbesitzer  und  Kaufmann  Wichard
Schlunke  in  Tanga,

unter  Nr.  7  die  Firma-„Hans
  Liebel“
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als
deren  Inhaber  Kaufmann  Hans  Liebel
hierselbst.  6
Tanga,  den  8.  September  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Ziegler.  (296)

KRONPTNNZESSIN-STEFANIE  dUELLE

  
 

   
  
  

 

—Sauerbrunn

Bnumskulm#ncunaie  Krondorf  vui  Kerisbad.

 

sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  swW12,  Kochstraße  68—71,

——  —  —  —  —  ——

Bekanntmachung.
In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Gesellschaftsregister  ist
zufolge  Anmeldung  vom  7.  Juli  1898
bei  der  unter  Nr.  2  eingetragenen  Firma

Erhard  &amp;amp;  Schultz,

eingetragen  worden:  (##2)
Der  Gesellschafter,  Kaufmann  Caesar
Schuls,  früher  wohnhaft  in  Omaruru,
scheidet  am  heutigen  Tage  aus  dem
Handelsgeschäft  aus.  Das  Geschäft
wird  unter  der  bieherigen  Firma  von
dem  Kaufmann  Otto  Erhard,  wohnhaft
  in  Swakopmund,  fortgeführt.
Swakopmund,  den  7.  Juli  1898.

Der  Kaiferliche  Richter  für  den  Westbejirk.

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Gebr.  Stollwerck

Chocoladen-  und
Zuckerwaren-Fabriken

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Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerwein,  Erdbeer-  und
Himbeerweln,  Obstweinperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger
Schloss-  Champagner.

 

 

Export-Vertreter:

Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (218)

 

Gegrũndet  1826.  (So)

Kessier  Cabinet

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K.  W.  Hoflieferanen.

 

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Tracobahren,  Tragset#hle

 

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1  München  16854.  &amp;amp;  Melbourne  1880.  n
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  Frösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franeo  aller  deutseben
alrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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auf  dem  Gebiete  der  Conserv.-Industtrie.
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  Radfahrer,  Segler.  Junggesellen
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Witterungsverhältn.  in  wenigen  Minut.
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(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (corm.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Autullum  Hurukierkenn

(Calzsaures  Phenoecoll)

allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.
Al  Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
6  bertoni,  Protessor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Protirsor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
*  erraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
een  (Alzier)  uand  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzrer
  hat.  Whie  offzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
erschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.
Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Prof  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und

 

 

 
  

   

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Neheren  Hellung  des  Keuchhustens.

e  Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
egen  Litteratur  und-  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Behannten
  Firma,  nämlich:
Uamburs:  Gebrüder  Oldenburg:
S#  ".  Sre-:
  Zimmermann,  E.  C.  d  10  St.  Mary  ·  at  ·  Hill;
Nkan:  W.  Strzwage  &amp;amp;  Co.;  Ee  1  Sl.  E
F  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Mlliam  Street;
*  ¾6(„  *  krores,  al  rus  des  peiiies  Ecuries;
anelro:  Magall#es,  Luckus  4  Co.  Sucoessores  de  Mlingelosser  4  Co.

(226)

 

Gegenllitre  undkässe

bekleide  man  auf  billige,  rationelle,
einfache  Weise  die  Wände  u.  Decken
der  Wohnräume  mit  den

Falz-Baupappen  „Kosmos“
nach  Patent  Flecher.  (1267)

Schlechte  Wärmeleiter  infolge  der
in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luftschichten.
  Wasserdicht,  dunstdicht,
schalldämpfend,  stabil  und  leicht.
Schutz  gegen  Hausschwamm  u.  Ungeziefer.
  Muster  u.  Prosp.  postfrei.

A.  W.  Andernach  in  Beuel  am  Rhein.

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10—  ———

 

  
 

     

Bäcrsche  bnene  Ve

und  jede  Länge  sofort  anzeigend.
Prosp.  franco  von  O.  Krautmann,
Erlbach  50  (Vogtland).  (261)

 

Unentbehrliche  Neuhelt  füUr  die  Tropen!

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Deutsches  Reichs-G.-M.  No.  71  730.
Faglische:  und  belgisches  Patent.
Vollständiger  Ersatz  für  rein  wollene
u.  seidene  Ober-  und  Unterkleidung.
Schweiss  aufsaugendes,  absolut  nicht.
kältendes  Gewebe  von  unbegrenzter
Haltbarkeit.  In  der  Wäsche  unveränderlich
  und  sehr  leicht  zu  behandeln:

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Nessellaser-Schlafanzüge  „  12.—

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Germersheim  ua.  Rhein.  (057)

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und  Oberliehte  jeder  Art,  (181)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
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Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27b.

 

  

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1  i1—  ...  i  —
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„LEmde.  u#lun

Holländische  Zigarren-  und  Rauchtabak-Fabrik

eempfehlt  Z
RKaucbern  von  InportenMitte  lesen!
tierten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hoben  Zöllen  belegten  überseeischen
Fabrikate  hergestellten

 

 

Mit  Vergnügen  ergreise  ich
die  Gelegenbeit,  zu  beststigen,
dass  ich  nun  seit  ca.  15  Jahun
1  Import  -  Ersatz-  Ma  rken  meine  Zigarren  von  Ihnen  beriehe
ant.  an  W  kangen  Zeltzncme
Ceres  (Manilla).  Mediafagon,  milld.  .  .  .  .  .  .  .  das  Mille  Mi.  60  e’#  en  Djese  .age
NHanslla  (Manilla),  Cortadofagon,  mic  ..,  „  80  Herugszeit  spricht  am  Besten  für
Bhauen  Clor  (Cuba),  kl.  Engländerfaçgon,  mittelkräftig  —.  ———
I  Perla  (Havana),  kl.  Engländerfaçon,  voll  und  saftig  75  kferungen,  vie  für  die  Preiswüraig-  #

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.Florklus(llamun),kl.Engländerkuc;o-1,keia,mild..  100  èteoit  Ihrer  Febrikate.

 

100  Kaiserslautern.  14.  Jan.1897.

1  El  Arte  (Havana),  kl.  Engländerfacon,  fein,  mittelkräfti
„  150  M.,  Major  2.  D.

El  Justillo  Gavana-Nexico),  gr.  Importfag.,  hochf.,  mittelkr.

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Seit  15  Jahren  beriebe  ich
meinen  ganzen  Bedarf  an  Zigr##
von  der  Firma  A.  F.  EBmde

(Leichtere  Qualituten.)  das  Mille  Dseeldorf  uod  muss  die  Freis

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Pastoso,  mittelgrosses  Fagon,  mittelkräftit  Anur.  32  T⅝⅝?
#  Pella,  Bockfaçgon,  mittelleicht  ...........  »sc)kinosNoJmllomioviockio
ssaläsmmasslleihgrossesBoelckayommittelkräftig.  40  zanellgdd  palmerkeane  Be-Silphia,

  gewöhnliches  gerades  Facon,  leicht  45  Ravensburg.  15.  Januar  1697.

8?„  #

La  Rosa,  Trabucos  fein,  leicht  prickelnd  18

.  .  U  1d-C  IAr  M.,  Sekretir
Dock  Si  aren  Hollunder,  hoeh  aromatisehe,  milde  hollän-  52  der  #andes  ###  Gewerbelemmer,
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!  dische  Mischung,  nur  in  Kistchen  4  200  St.  „  7
Eresorenela,  Regaliafacon,  mild.  ....  2  Bereits  über  20  Jahre,  beriedbe
Nandolina,  mittelgrosees  Facon,  fein,  mittelkräfig  „  60  ch  meiten  Bedurf  an  r.—3
bPreinsehmecker  III,  mittelgross,  allerleicht.  f.  holländ.  Mischung  „  60  cun  ue  sl

Emir,  grosses  Bockfacon,  leine  milde  holländische  Mischung  „  63  Teit  zo  meiner  vollsten  Zufriedeo,#
El  Morro,  mittel  Bockfaçon,  mittelkr.,  Havanamischung  „  64  brit:  es  eatsprach  die  Aue
Orpheus,  mittelgrosses  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  „  70  Er  eiten  2—  Sorto  "
Luureles,  schlankes  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  85  CGer.  Aelpomene  und  El  Morro
PFrthia,  schlankes  Fapon,  sehr  fein,  mittelkräft  90  n-  bes  o  ders  en  ich  en  66  -

Flor  de  Matanzas,  Trabucos  Fagçon,  sehr  fein,  mittelkräftig  „100  Hrnek  anseblen.
Esqulsitos,  gekürzt  Mediafacon,  sehr  fein  prickelnd  ....  110  1897.
Los  1.  &amp;amp;  -  D.  12  J  v  v  Wadern,  18.  Januar
Magulneos,  Nedia  Regaliafaçon,  sehr  fein,  krästig.  "%%  3  ER.,  Königl.  Forstmeister.
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ss  .  leh  beststige  Ihnen  gerne,
:  —  it  mindeste
Die  Firma  betreibt  den  Export  nach  den  deutschen  Kolonien  et  e  ννν

als  Specialität.  5  enen  Msene  Ihnen  bersiebee.

enn  ich  d  471  i

·  cel  .  -
Besondere  Bedingungen  für  Export-Sendungen.  Felnnn  135  2kae  10
Sondn#en  nach  Ausland  und  den  Kolonien  erfolgen,  da  Nachnahme  4%  ln—  4

 

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1  El  Cubeba,  sehr  grosses  Bocklacon,  hochfein,  milts  „
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nicht  überall  zulässig  ist,  nur  gegen  Vorausbezahlung  (Bar  oder  Anweisun  Sorten  vind  Preferencin  und
auf  deutschen  Bankplatz)  mit  5%  Fronto.  2  Karrenbob  100  Stück  Sufwärt  Bhueno,  leicht  mild  uo  bebt  ate
zum  Millepreis.  Farbenangabe  erbeten.  n,  in  6  1.  Br.  14  Ja  J
Nach  überseeischen  Plätzen  gehen  meine  Sendungen,  wenn  nicht  be-  16  1  1½  *##.  —
Estimmte  Schiffsgelegenheiten  vorgeschrieben  sind,  in  der  Regel  mit  dem  «
erstabgebeudendeutschenDampfe-:Dievekackunggescbjoht,aokernnicht  uisbsiliegkuasoests
»(1’-ewicn»tsbostimmungenqderanderslautenevokschkiftenentgegenstehen,A..I-a.1898.vak  wiegst-Istle  .
in  verlöteter  Zinkkiste  (à  M.  1,50  pr.  Postpacket).  Auf  Wunsch  kann  aber  ben.  21  Hrzw  mich  35d

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auch  jedes  einzelne  Kistehen  in  Zink  verpackt  werden,  wofür  ich  nur  meines  F#riedigte-  Will  daram  dor
SBelbstkosten  berechne  (ca.  50  bis  60  Pl  für  das  Kistchen).  ueon  veweben  deicn  voeh  *
VvVolle  Postpackete  (von  5  kg)  und  grössere  Frachtaendungen  liefere  ieh  ——  deirocen
(rei  bis  zur  Grenze,  bezw.  froi  deutschem  Soohasen,  die  weiteren  Fracht-  etc.  Ootjimbin  guoe,  4  Febr.  n#

r  Kosten  sind  zu  Lasten  des  Empfängers.  Rücksendungen  aus  dem  Auslande  Deutsch-Südwestafrik.

 
 
 
 
  

 

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u.  8.  w.  (235)

 

 

671

 

 

 

    

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.

*
2

„  Telegramm-Adresse:

Dippotip,  Berlin.

«-----.
"«7«FW1.---L..x-.,·  5
II
        <pb n="718" />
        Reuigkeiten
aus  dem  Verlage
der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#,  Kochstraße  68—71.

Die  buradonuf.

ihre  Geschichte,
Eigenart,  Verwendung  und  Abwehr.
Mut  einem  Anhange:
„Ueber  den  Untergang  des  Panzerschiffes
„Maine“

der  Flotte  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.“

Von

Hermann  Gercke,
Korvettenkapitän.

Mit  48  Abbildungen.
Preis  Mk.  3.—.

Dit  M  Marine

nach  dem  Flottengesetz  von  1898
mit  Berücksichtigung  der  bis  zum  Jahre
1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.


In  Tabellenform  übersichtlich
zusammengestellt  von
Helm,

Hauptm.  ä  la  suite  der  II.  Ingenieur-Inspektion

  und  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt.
Einzelpreis  60  Pf.,  in  Partien  von
30  Exemplaren  und  mehr  50  Pf.
für  das  Exemplar.

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Ants.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,50.

 

Die  Seeinteressen  des  Deutschen
Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veranlassung
  des  Reics-Marine-Ants.
Mark  1,—.

Perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitätsrath
  und  Departements-Direktor  im

Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1860.

WS  eeDF½

      
      
        
        
          
         
        

   

Gegründet

1859.

„Bazar“  Nürnbers

Berlin  W.J  ,  Französischestrasse  20.
TIöchste  Auszeichnung  1895.  Silberne  Medaille  1898.
Sanitäüts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

Spesiolitän  Tropenwäsche.
Sanitäre  Unterzeuge  für  Kolonien,  Expeditionen
in  Aucco-Baumwolle,  Neseellinenkeser.
Leichte  Maschen  -  Zellen-Gewebe.

Poröse  Merino-,  Leinen-,  Wollen-,  Seidenunterzeuge.
Indin  Guuse  Jacken  von  1,50  Mk.  un.
Pajama-Nacht-  und  Schlafanzüge  von  5  Mk.  an.

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  istlich"  von'S/K  ’an,  dien  n  Kaxcheydreil  6  Mr.
Ponchos-Caban  mit  Caputze,  Wettermäntel  in  Loden  u.  Gumm  v.  6,  50  Mk.  an.

Reitbeinkleider  ohne  Naht.  Leibbinden  in  Wolle  und  Seide.
Cataloge  frei.  Eigene  Filialen  in  Antwerpen,  Lüttich,  Gent,
Brüssel  (Lieferant  des  Congo).  6#
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Echt  Kurkürstlichen  Magenbitter

(chemisch  untersucht  und  Arztlich  empiohlen)

 

 

 

 

 

 

 

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Ludwig  Köhlmann,  Elbing,  Königsberperstrasse  No.  Il

 

 

  

 

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“  Königs  von  ltalien,

BERLIN  wW.  S.,  Charlottenstrasse  39,

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Beschuss  von  4  175  an.

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von  4  140  an.

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eempfehle  zur  Hühnerjugd  Patronen  mit  Schrotstreuern.

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BuchstabenJlarken,  Spundbleche,  Schablonen  etc.  lertigt

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Gravir-  und  Münzanstalt,  Wiesbaden.  (*
        <pb n="719" />
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Hamburg,
Alte  Gröningerstrasse  6.

Bremen,
Wachtstrasse  34.
lLelegramm  -  Adresse:  Mottoller,  #

 

 

Spedition  und  Commission,

Expedition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.
Corwiespondens  erbeten.

(23)

 

 

 

FEFMärr
Faikun.

 

 

 

 

 

 

 

MUTZENFABRIK  *
Kurfür  Wieder  verkäufer  .

 

 

 

 

 

 

 

 

Vstem

bhmihnsene

ist  als  das

beste  Wasserfilter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.  des
Königl.  Preussischen
*ir  Wiegsministerjums.

herkefed-Eiter  Ceselschas

ke#  CE  LLE.  15.

————-—————.————————

behr  Siemens  &amp;amp;  Co.,  Charkottenurg,  8.
n

   
 

(681)

 

Erfinder  der  Dochtkohle,  liekern  zu  den  Dilliz  gsten  Preisen  in  bekunnter
  bester  Qualität:  (254)

HRKohlenstube  für  electrische  Beleuchtung,  Spec  hal-——



—  —

ohlen  für  Wechselstrom,  Schleilronincte  aus  Kohle
Von  höchster  Leitungsfähigkeit  und  geringster  Abnutzung  für  T

17
.
,B

E——
—  —

0O0onynamos.  Mikrophonkohlen  und  Kohlen  für  Electrolyse.
——-=———-—T1



(298).

 

   

Conseruirte  .
ahrungsmittel
aller  4re,  (30)

haltbar  für  die  Tropen.
Gesemässe  Vorgrösntrung

von  Stationen,  Faktoreien,
  Expeditionen,
Reisen.  —  Umfassende
Preislisten  z.  Diensten.

Gebrüder  Broemel,  Hamburg.
Vlellhch  mit  ersten  Preisen  ausgezeichnet.

 

 

 

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12  goldene  Medaillen  und  I.  Preise.
Von  Liszt,  Bulow.  d'  Albert  auss

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aus  allen  Teilen  der  Welt.  In  vielen
Magnzinen  des  In-  und  Auslandes  vorra#tig,
sonst  direkter  Vensandt  ab  Fabrik.
Ilhustr.  Preisliste  umsonst.

 

ETien

 

 

Exporf-Stahlkarren
*eneh  res.  FOoRM  —

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B.  MSGINH

 

 

 

 

 

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eexistirenden  Laufmateriulien.  Gesetzlich  geschützt.  (179)

 

 

 

 

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Die  deutsche

Kolouial-Gesetzgebung.
Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.

Erster  Theil:  His  z.  Jahre  1892.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von
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Gerichts-Assessor.

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Jreiter  Eheil:  1893  bis  1897.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von
Dr.  Alfred  Zimmermann.
Preis  8  M.  Gebunden  9,50  M.

Rfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
FVorbereitung  für  den  Anfenthall
and  den  Dienst  in  den  Schußzebieles.
Von
Dr.  v.  Wissmann,
Major.
Preis  1,20,  elegant  gehu#den  2  Mnli,

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  —  wãhrend  seines  Auf
enthalts  in  Afrika,  wie  unvor
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wit
wenig  sie  die  Bedingungen  d
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch
rend  seiner  letzten  großen
zwischen  dem  Nyassa=  und  ?:  ,
See,haterdaheriese.»M,-SchilderungeMniedsssch

zuGutekommenfopbkg  s
deutschenSchutzgebngonzhs
Reichsdienst  begeben.

  
   
  
     
 
  

 

5  *
ss*W[*.p.löM(
        <pb n="721" />
        675

F.  H.  SCHMIDT
g-AUUNTTERNEZxxSTER.

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–  —.  —

—.....—

 

 

!*#9  2  2——

NNle

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(ppeiete  —————————

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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.

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Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,
Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.

Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

(nu)

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische

 

 

Export  -„Bior

or
Kalser-Brauerel  Beck  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Stelnguttabrik,  Mckien-Vesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubse,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Kambung,
Gr.  Reichenstr.  45.  (165

 

ßGßlsl("14#4444#t  —
Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolonial-Litteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völtkerkunde

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Hofbuchhandlung  von

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Verlag  von  Paul  Toecche  in  Kiel,

Hofbuchhändler  Sr.  Königlichen  Kobeit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preußen.
Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello=Format.

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o.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80.  1884.
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Amt  IL.  4257.
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        —  676  —

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—ö-#V  ..  —

   

Am  20.  Oktober:  P.  D.  „Anna  Weoermann“,  Capt.  Carstens,

êh  nach  Madeira,  Bissac,  Bolama,  Conakry,  Monrovia,  der  Goldkuste,
-.-,  Togo,  Whydah,  Kotonou  und  Lagos.

Am  22.  Oktober:  P.  D.  „Nautik“,  Capt.  Meinertz,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Senegal  und
·  sierraLoone.  «
Am  25.  Oktober:  F.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Schade,
nach  Teneriffb,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  Lagos  und  den  Hälen  der  Südwestküste
Aflrikas  bis  Loanda.

Lnm  10.  November:  F.  D.  „Aline  Woermann“.  Capt.  Nissen,
nach  Madeira,  Lagos,  Fernando  Po,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Westküste  Afrikas
bis  Loango.
Am  18.  November:  P.  D.  „Gertrud  Bohlen“,  Capt.  Martens,

ria  Antverpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriflb,  Bissao,  Bolalna,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jeden  Monats.
Alle  Güter  müssen  am  Tage  vor  dem  4bgangsdaftm  bie  12  Uhr  mirttaos  Idnosseite  sein.

Näberes  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Weoermann-Linie
Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche  «
Moos-ev

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Vierzenntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:

(u)

 

 

von  Hamburg:  von  Neapel:
„REICHSTAG“,  Capt.  Weisskannn  12.  Oktober,  26.  Oktober,
„KAISER“,  Capt.  Sal  ....  26.  Oktober,  9.  November,

BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  9.  November,  23.  November,

nach  Nombassa,  Tanga'  Pangani?,  Saadanl,  Bagamoyo?",  Dar-es-Saläm  x,  Sansibarzz,  Kliwa,  Lndi,
Mikxindani,  Ibo,  Mozambique,  Quelimane,  Chinde,  Beira*,  Inhambane,  Delagoabai*,  Durban.

Die  mit  einem  *  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  "  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  verschenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorzüoliche  Einrtcheungen  Fur  Tussagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  PTransvaal

(Johannesburg  und  Pretorin)  via  Delagonbuai.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Damplers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (o)
wegen  Pasesage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft.
"%owie  wegen  Fracht  und  Psesage  die  Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,

Gr.  Reichensrraasse  27.—
—  Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrate  xNBQ
Ausgegeben  am  15.  Oltober  1898  um  6&amp;amp;  Uhr  nachmittags.

Oierzu  eine  Beilage:  „Organisatorische  Bestimmungen  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Afrika“
        <pb n="723" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“  1898,  Nr.  20.

 

Organisatorische  Bestimmungen

für  die

Kaiserlichen  vchutztruppen

in  Rfrika.

(Schutztruppen-Ordnung.)
(Sch.  O.)

 

 

Berlin  1898.
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn

Kbniatiame  HSotduchhaudlung
Kochstraße  68  71
        <pb n="724" />
        <pb n="725" />
        Nach  eingeholter  Allerhöchster  Genehmigung  Seiner  Majestät
des  Kaisers  erlasse  ich  in  Gemäßheit  des  Artikels  VI  des
Gesetzes  vom  7.  Juli  1896  (Reichs-Gesetz-Blatt  Seite  187
und  folgende)  unter  Aufhebung  aller  entgegenstehenden  Bestimmungen
  die  anliegenden  Organisatorischen  Bestimmungen
für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Afrika.

Berlin,  den  25.  Juli  1898.

gez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="726" />
        <pb n="727" />
        ME

/  /K  7T  7  ½

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#

r  #  o  7  7  0  7
———12“

v  5  u  5
—

Jnhalt-s-Verzeichniß.

Erster  Theil.
Kommando-Kugelegenheiten.

Abschnitt  I.
Allgemeines.
Zweck  der  Schutztruppen
Ressortverhältnisse
Gliederung  .
Zusammensetzung

Vertheilung  und  unterbringung

Abschnitt  II.
Ergänzung.
Anmeldungen

Anforderungen  an  die  Einzustellenden
Anwärterlisten

Abschnitt  III.
Dienstbetrieb.

Pr  P  —  —

Stellenbesetzung,  Beförderung,  Uebungen  bei  den  Schustruppen

Verlängerung  der  Dienstverpflichtung

Besondere  Obliegenheiten  der  Sanitätsoffiziere
Ausbildung

Strafsgesetze,  Strafgerichtsordnung,  einfoosreun  .

Disciplinarstrafordnung

Beschwerden.

Ehrengerichte

Dienstauszeichnungen  und  Heirathen
Urlaub

Stammrollen  .  .
Personal-  und  Qualifikations-  Berichte
Krankenbücher  .....
        <pb n="728" />
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Seite

Abschnitt  IV.

Ausscheiden.
Ausscheidungsgründe..  149
Entlassungsmodns  15
Wiedereintritt  in  das  Hcer  oder  die  Marine  15

Zweiter  Theil.
Verwaltungs-Angelegenheiten.

Abschnitt  V.
Allgemeines.
Intendantur  16
Verwaltungsgeschäfte  beim  Stabe  der  Shnb-%  und  au
·  den  Stationen  .  17

Abschnitt  VI.
Deimatbhs-  und  Familien  zahlungen.

Vermittelung  der  Heimaths=  und  Familienzahlungen  17
Einstellung  der  Heimaths=  und  Familienzahlungen  17
Abschnitt  VII.
Gebührnise.
Gehalt  und  Löhnngg  133
Ausrüstaung  129
Reise=  und  Umzugs-  Gebühmisse  (d21s
Sonstige  Gebührnisee  22

Dritter  Theil.
Farbige.
Abschnitt  VIII.

Ergänzung,  Dienstverhältnisee  33
Bekleidung,  Ausrüstung  und  Bewaffnunn  2414
        <pb n="729" />
        Anlagen.
Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  die
Unterstellung  der  Schutztrupdkden.  27
23  l  §  6.  Bedingungen  und  Nachrichten,  betreffend  den
Uebertritt  von  Unteroffizieren  und  Mannschaften
  in  die  Schutztruppe  für  Südwestafrika
(Muster  zur  Kapitulations-Verhandlung).  29
Verordnung,  betreffend  die  Erfüllung  der
Dienstpflicht  bei  der  Schutztruppe  für  Südwestafrica
  33
3  §§  V.  Anforderungen  an  die  förperlichen  Eigenschaften
  der  in  den  afrikanischen  Dienst  einzustellenden
  Militärpersonen  37
4  =  §  9.  Allerhöchste  Kabinets-  Ordre,  betreffend  Stellenbesetzung
  und  Chargenbezeichnungen  39
13.  Verordnung,  betreffend  die  Einführung  der
deutschen  Militär-Strafgesetze  in  den  afrikanischen
  Schutzgebietten  4
5b..  &amp;amp;  13.  Verordnung,  betreffend  das  strafgerichtliche
Verfahren  gegen  Militärpersonen  der  Kaiser-Seite



w

Anlage  1  zu  8

½7
S

2b.

Kl

5alichen

  Schutztruppen  43
d5e  =  &amp;amp;  13.  Bestimmungen  zur  Einführung  der  Militar—
Strafvollstreckungs-Vorschrift  für  die  Kaiserlichen
  Schutztruppen  53
6  8  16.  Verordnung  über  die  Ehrengerichie  der
Offiziere  der  Kaiserlichen  Schutztrupppen  67
7  §  19.  Muster  zur  Stammrolle  71
8  8  22.  Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  Auflösung
  der  Kapitulation  für  Südwestafrika  75
9  *  20.  Besoldungssätze  77
81

Wilitärische  Ausführungs-Bestimmungen
        <pb n="730" />
        <pb n="731" />
        Erster  Theil.

Kommando-Angelegenbeiten.

Abschnitt  I.
Allgemeines.

§  1.  Zweck  der  Schutztruppen.

Die  Schutztruppen  dienen  zur  Aufrechterhaltung  der  öffentlichen
  Ordnung  und  Sicherheit  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten,
  insbesondere  zur  Bekämpfung  des  Sklavenhandels.
Ihr  oberster  Kriegsherr  ist  Seine  Majestät  der  Kaiser.

§  2.  Ressortverhältnisse.

a.  Reichskanzler  (Oberkommando  der  Schutztruppen).

Nächst  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  sind  die  Schutztruppen
dem  Reichskanzler  unterstellt  —  s.  Anlage  1  —.  Letzterer
bildet  mit  der  erforderlichen  Anzahl  von  Offizieren,  Sanitätsoffizieren
  und  Beamten  das  Oberkommando  der  Schutztruppen.

Dieses  führt  seine  Geschäfte  entsprechend  den  für  die
Generalkommandos  des  Landheeres  erlassenen  Bestimmungen
unter  Berücksichtigung  der  besonderen  Verhältnisse  bei  den
Schutztruppen.

Der  älteste  zum  Oberkommando  der  Schutztruppen  gehörige
  Offizier  (Stabsoffizier)  hat  für  die  Geschäftsführung
die  Befugnisse  des  Chefs  des  Generalstabes  eines  Armeekorps.
1

Organisatorische  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.

m
        <pb n="732" />
        b.  Gouverneur.

Dem  Gouverneur  steht  die  oberste  militärische  Gewalt  im
Schutzgebiete  zu.  Er  kann  die  Schutztruppe  nach  eigenem  Ermessen,
  sowohl  im  Ganzen  wie  in  ihren  einzelnen  Theilen,  zu
militärischen  Unternehmungen  verwenden.  Von  ihm  wird  das
Verhältniß  der  obersten  Verwaltungs-Chefs  zu  den  in  ihren
Bezirken  befindlichen  Theilen  der  Schutztruppe  mit  der  Maßgabe
  geregelt,  daß  alle  militärischen  Anordnungen  lediglich  von
dem  Führer  der  Schutztruppe  verantwortlich  getroffen  werden.
Er  darf  zu  Zwecken  der  Civilverwaltung  Theile  der  Schutztruppe
  soweit  verwenden,  als  die  militärischen  Rücksichten  nicht
entgegenstehen.  Ueber  diese  hat  er  vorher  den  Kommandeur
zu  hören.

Er  erläßt  seine  Weisungen  für  die  Schutztruppe  an  den
Kommandeur.  Sollte  er  sich  ausnahmsweise  veranlaßt  sehen,
einzelnen  Personen  oder  Unterabtheilungen  Befehle  unmittelbar
zugehen  zu  lassen,  so  hat  er  hiervon  alsbald  dem  Kommandeur
Mittheilung  zu  machen.  Ob  und  inwieweit  die  Befugnisse  des
Gouverneurs  eintretendenfalls  auf  dessen  Stellvertreter  überzugehen
  haben,  bestimmt  der  Reichskanzler.

c.  Rommandeur.

Der  Kommandeur  ist  verantwortlich  für  die  Leistungsfähigkeit
  der  Schutztruppe  zur  Erfüllung  der  ihr  zugewiesenen
Aufgaben  (siehe  §  1),  für  die  Disziplin,  Ausbildung,  den
inneren  Dienst  und  die  Verwaltung.

Hat  der  Kommandeur  in  militärischer  Beziehung  gegen
Anordnungen  des  Gouverneurs  Bedenken,  so  ist  er  verpflichtet,
dieselben  zur  Sprache  zu  bringen.  Beharrt  der  Gouverneur
auf  seinen  Anordnungen,  so  hat  der  Kommandeur  sie  auszuführen,
  kann  aber  unter  Mittheilung  an  den  Gouverneur
an  das  Oberkommando  der  Schutztruppen  berichten,  welches
hierüber  entscheidet.  Gegen  diese  Entscheidung  steht  sowohl  dem
Gouverneur  als  auch  dem  Kommandeur  der  Rekurs  an  Seine
Majestät  den  Kaiser  zu.
        <pb n="733" />
        3

In  allen  Angelegenheiten  der  Truppe,  welche  eine  höhere
Entscheidung  als  die  des  Gouverneurs  erfordern,  ist  durch
Vermittelung  und  unter  Aeußerung  des  Letzteren  an  das  Oberkommando

  der  Schutztruppen  zu  berichten.

d.  Konstige  Vorgesetzte.

Die  Obliegenheiten  der  übrigen  Dienststellen  sind  im
Allgemeinen  dieselben,  wie  die  der  entsprechenden  Dienststellen
beim  Reichsheere.  Im  Einzelnen  richten  sie  sich  nach  den
vorliegenden  Bestimmungen  und  den  besonderen  Anordnungen
des  Kommandeurs.

Sofern  Angehörige  der  Schutztruppe  zu  Zwecken  der
Civilverwaltung  verwendet  werden,  haben  sie  für  diese  Zwecke
den  Anordnungen  des  Chefs  der  betreffenden  Civilverwaltung
Folge  zu  leisten.  In  militärischer  Hinsicht  bleiben  sie  dem
militärischen  Vorgesetzten  unterstellt,  welcher  die  militärischen
Chargen  nach  Bedarf  und  ihrer  Stellung  entsprechend  als
Aussichtspersonal  hierbei  verwendet.

§  3.  Gliederung.
Die  Angehörigen  der  Schutztruppen  gliedern  sich  nach
Maßgabe  der  Etats  in:
Offiziere,
Sanitätsoffiziere,
Deckoffiziere  (dazu  gehören:  Zahlmeister-Aspiranten,  Oberfeuerwerker),

Unteroffiziere  (Feldwebel,  Sergeanten,  Unteroffiziere),
Lazarethgehülfen  (Ober-Lazarethgehülfen,  Lazarethgehülfen),
Gemeine  (Gefreite,  Gemeine,  Unter-Lazarethgehülfen),
Obere  Militärbeamte  (mit  Offizier-Rang),
Untere  Militärbeamte  (mit  Deckoffizier-Rang  —  Ober-Büchsenmacher
  —  und  mit  Unteroffizier-Rang).
Die  Chargen=  und  Rangverhältnisse  entsprechen  denen  des
Reichsheeres.
Die  Deckoffiziere  bilden  eine  Klasse  für  sich;  ihre  Versorgung

  erfolgt  jedoch  gemäß  §  5  ff.  des  Gesetzes,  betreffend
17
        <pb n="734" />
        4

die  Kaiserlichen  Schutztruppen  vom  7./18.  Juli  1896  nach
ihrer  in  der  Heimath  (Armee  oder  Marine)  bekleideten  Charge.

Deutsche  Militärpersonen  gehen  den  „Farbigen“  ohne
Rücksicht  auf  die  Charge  stets  vor.  Die  deutschen  Deckoffiziere,
Unteroffiziere,  Mannschaften  und  unteren  Militärbeamten  stehen
zu  den  farbigen  Offizieren  in  keinerlei  Unterordnungsverhältniß.
  Ebensowenig  sind  die  farbigen  Offiziere  „als  im
Dienstrange  Höhere“  zu  betrachten.  Auch  farbige  Posten  sind
nicht  Vorgesetzte  der  weißen  Angehörigen  der  Schutztruppen.
Letztere  sind  jedoch  gehalten,  den  von  diesen  Posten  in  Bezug
auf  ihren  Dienst  ertheilten  Weisungen  Folge  zu  geben.“)

§  4.  Zusammensetzung.

Die  Stärke  der  Schutztruppen,  die  Gliederung  in  Unterabtheilungen
  und  die  Art  und  Anzahl  der  Chargen  richtet
sich  nach  den  Etats  der  einzelnen  Schutzgebiete.

Der  Gouverneur  bestimmt  nach  Anhörung  des  Komman-=deurs
  den  Führer  und  die  Stärke  der  für  eine  militärische
Unternehmung  nothwendigen  Abtheilung.

Ihre  Zusammensetzung  ordnet  der  Kommandeur  an.

§  5.  Vertheilung  und  Unterbringung.
Die  Vertheilung  der  Schutztruppe  und  deren  Unterbringung
  auf  den  Stationen  ordnet  der  Kommandeur  nach
den  Bestimmungen  des  Gouverneurs  an.

Abschnitt  II.

Ergänzung.
§  6.  Anmeldungen.
2.  Die  Ergänzung  der  Schutztruppen**)  erfolgt  auf  Grund
freiwilliger  Meldungen  und  mehrjähriger  Verpflichtungen  bezw.
Nnd.  2-  Kapitulationen  (siehe  Anlage  2a).  Diese  haben  für  die  ost- 



*)  Verstöße  gegen  diesen  von  dem  Reichskanzler  erlassenen  Befehl
in  Dienstsachen  unterliegen  der  Strafe  des  §  92  M.  St.  G.  B.  und  folg-*“)
  Wegen  der  Farbigen  siehe  Abschnitt  VIII.
        <pb n="735" />
        5

afrikanische  und  die  Schutztruppen  für  Kamerun  und  Togo  den
Zeitraum  von  2½⅛,  für  die  südwestafrikanische  Schutztruppe
den  Zeitraum  von  3  Jahren  zu  umfassen;  in  diese  Zeit  ist
der  Rest  einer  mit  dem  bisherigen  Truppentheil  bezw.  der
Marine  noch  vorhandenen  Kapitulation  oder  der  noch  nicht
abgeleisteten  aktiven  Dienstzeit  (bei  Südwestafrika)  eingeschlossen.
Die  Kapitulationen  sind  unabhängig  von  der  Dauer  der  bereits
zurückgelegten  Gesammt-Dienstzeit  der  Betreffenden  jedesmal
nach  Ablauf  zu  erneuern,  und  zwar  bei  der  erstmaligen  Verlängerung
  für  Ostafrika,  Togo  und  Kamerun  um  2½  Jahre
und  für  Südwestafrika  um  3  Jahre,  bei  allen  späteren  Verlängerungen
  für  Kamerun  auf  2  Jahre,  für  die  anderen
Schutzgebiete  wie  vorher.?)

Hierdurch  werden  die  Bestimmungen  über  Ableistung  der
Wehrpflicht  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiet  nicht  berührt
(siehe  Anlage  2b).  Au  2

Die  Anmeldungen  zu  den  Schutztruppen  erfolgen  auf  dem  «
von  der  Heeres=  bezw.  Marine-Verwaltung  angeordneten
Instanzenwege.

Die  Ergänzung  des  Unteroffizierkorps  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika  hat  —  soweit  angängig  —  in  erster  Linie  durch
Beförderung  aus  ihrem  eigenen  Mannschaftsstande  zu  erfolgen.

Diejenigen  Leute,  welche  sich  gemäß  Anlage  2b  zur  Ableistung
  ihrer  gesetzlichen  Dienstpflicht  zum  Eintritt  bei  der
Schutztruppe  für  Südwestafrika  melden,  aber  zur  Einstellung
in  dieselbe  körperlich  nicht  für  tauglich  befunden  werden,  sind,
sofern  sie  sich  im  militärpflichtigen  Alter  befinden,  an  die
heimathlichen  Ersatzbehörden  behufs  Regelung  ihrer  Militärverhältnisse
  zu  verweisen.  Die  noch  nicht  militärpflichtigen
Leute  sind  darauf  aufmerksam  zu  machen,  daß  sie  die  Regelung
ihrer  Militärverhältnisse  noch  zu  bewirken  haben,  sobald  sie
militärpflichtig  werden.

—  —

 

*)  Aenderungen  auf  Grund  später  zu  machender  Erfahrungen
bleiben  vorbehallen.
        <pb n="736" />
        §  7.  Anforderungen  an  die  Einzustellenden.

Neben  den  erforderlichen  körperlichen  Eigenschaften  (vergl.
u.  3.  Anlage  3)  sind  gute  dienstliche  und  außerdienstliche  Führung,
absolute  Zuverlässigkeit,  solider  Lebenswandel,  gute  militärische
Ausbildung,  vor  Allem  im  Felddienst  und  im  Schießen,  Fähigkeit
zu  selbstständigem  Handeln  für  alle  Chargen  unbedingtes  Erforderniß.


Die  dem  Heere  und  der  Marine  entnommenen  Offiziere
müssen  nach  einer  wenigstens  dreijährigen  Dienstzeit  als  Offizier
eine  gute  dienstliche  Qualifikation  besitzen.  Ruhiger,  fester
Charakter,  klares  Urtheil,  Sicherheit  und  Festigkeit  im  Entschluß,
  Verständniß  in  der  Behandlung  Untergebener,  taktvolles
Verhalten  gegen  Vorgesetzte,  kameradschaftlicher  Sinn,  Schuldenfreiheit
  und  geordnete  ökonomische  Verhältnisse  sind  weitere  unbedingte
  Erfordernisse.

Bei  Sanitätsoffizieren  greifen  die  vorstehend  erwähnten
Bedingungen  gleichfalls  Platz  mit  der  Maßgabe  jedoch,  daß
Sanitätsoffiziere  jeden  Dienstalters  in  Vorschlag  gebracht
werden  können.

Unteroffiziere  müssen  wenigstens  drei  Jahre  aktiv  gedient
haben  und  sich  ein  Jahr  lang  in  der  Unteroffizier-Charge  befinden.
  Im  Uebrigen  siehe  Bedingungen  für  Offiziere  2c.

Wegen  der  Unteroffiziere  und  Mannschaften,  welche  zur
Einstellung  in  die  südwestafrikanische  Schutztruppe  gelangen
sollen,  vergl.  außerdem  Anlage  Za.

§  8.  Anwärterlisten.

Auf  Grund  der  erfolgten  periodischen  Anmeldungen  werden
von  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen  Anwärterlisten
geführt.

Am  1.  Januar  und  1.  Juli  jeden  Jahres  melden  die
Schutztruppen-Kommandeure  beim  Oberkommando  den  im  kommenden
  Halbjahre  voraussichtlich  erforderlichen  Ersatz  an.
Hiermit  sind  etwaige  Anträge  auf  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung
  —  siehe  §  10  —  zu  verbinden.
        <pb n="737" />
        Abschnitt  III.
Dienstbetrieb.

89.  Stellenbesetzung,  Beförderung,  Uebungen  bei
den  Schutztruppen.

a.  COfftziere.

5.  Ueber  die  Zutheilung  und  Stellenbesetzung  der  Offiziere,
Sanitätsoffiziere  und  oberen  Militärbeamten  befinden  Seine
Majestät  der  Kaiser  auf  Grund  von  Vorschlägen  des  Reichskanzlers.
  Diesen  Vorschlägen  ist  als  Regel  die  heimische  Anciennetät
  zu  Grunde  zu  legen.  Sie  erfolgen  nach  Maßgabe
der  Etats.

Betreffs  der  Beförderung  der  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere
verfügen  Seine  Majestät  der  Kaiser.  (Siehe  Anlage  4).  N#u  n
—  1*.

b.  Deckoffiziere,  Unteroffiziere  u.  s.  w.

6.  Die  Anträge  auf  Einberufung  der  Deckoffiziere,  Unteroffiziere,
  Lazarethgehülfen,  Mannschaften  und  Unterbeamten
werden  von  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen  an  die
Truppentheile  gerichtet.  Dasselbe  macht  periodisch  den  betheiligten
  Kriegsministerien  bezw.  dem  Reichs-Marineamt  von
den  geschehenen  Einberufungen  Mittheilung.  Die  Zutheilung
der  Einberufenen  zu  den  Schutztruppen  erfolgt  durch  den
Reichskanzler  und  die  Stellenbesetzung  innerhalb  der  Truppe
durch  den  Kommandeur.

Die  Stellenbesetzung  richtet  sich  nach  der  Anciennetät  in
der  Schutztruppe.  Jeder  Unteroffizier  (Sergeant)  und
Lazarethgehülfe  (Ober-Lazarethgehülfe)  beginnt,  falls  bei  seiner
Uebernahme  nichts  Anderes  bestimmt  ist,  mit  der  Stellung
eines  Unteroffiziers  oder  Lazarethgehülfen.

Den  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  neu  zugetheilten
Gefreiten  bleibt  zwar  diese  Charge,  sie  erhalten  aber  die  Gefreiten-Löhnung
  erst,  wenn  von  dem  Kommando  der  Schutz-
        <pb n="738" />
        8

truppe  ihr  Aufrücken  in  eine  etatsmäßige  Stelle  verfügt
worden  ist.

Die  Verwendung  der  einzelnen  Persönlichkeiten  nach
Maßgabe  ihrer  Charge  innerhalb  des  Schutzgebietes  ist  Aufgabe
  des  Kommandeurs,  der,  soweit  selbstständige  Stationschefs
in  Frage  kommen,  die  vorherige  Genehmigung  des  Gouverneurs
einzuholen  hat.

Die  Beförderung  von  Unteroffizieren,  Gefreiten  und
Gemeinen  nach  Maßgabe  des  Etats  geschieht  durch  den
Kommandeur.

Zahlmeister-Aspiranten  können  nach  Einvernehmen  mit  den
zuständigen  Kriegsministerien  bezw.  dem  Reichs-Marineamt  zu
überzähligen  Zahlmeistern  befördert  werden,  wenn  dies  ihrem
Avancement  in  ihrem  heimischen  Armeekorps  bezw.  der  Marine
entspricht.

e.  Uebungen  bei  den  Schutztruppen.

Für  die  bei  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  ihrer
aktiven  Dienstpflicht  genügenden  Einjährig  =  Freiwilligen  gelten
betreffs  Ausbildung  und  Weiterbeförderung  zum  Gefreiten  und
Unteroffizier  sinngemäß  die  bezüglichen  Vorschriften  der  Heer-Ordnung.


Offizier-Aspiranten  des  Beurlaubtenstandes  der  Armee
können  auf  ihren  Antrag  die  Uebungen  A  und  B  —  §46,
der  Heer-Ordnung  —  bei  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe
ableisten,  sofern  sie  ihren  dauernden  Wohnsitz  im  Schutzgebiete
haben.  Derartige  Anträge  unterliegen  der  Genehmigung  des
betreffenden  Kriegsministeriums  unter  Zustimmung  des  Oberkommandos
  der  Schutztruppen.

Anträge  von  Offizieren  des  Beurlaubtenstandes  der  Armee,
welche  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  wohnhaft  sind,
Uebungen  bei  der  Schutztruppe  abzuleisten,  unterliegen  der
Entscheidung  des  betreffenden  Kriegsministeriums  im  Einverständniß
  mit  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen.  Das
Zeugniß  über  die  Befähigung  zur  Weiterbeförderung  wird  in
solchem  Falle  durch  den  Kommandeur  der  Schutztruppe  ausgestellt.
        <pb n="739" />
        §  10.  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung.

Ist  die  bei  dem  Eintritt  seitens  der  Offiziere,  Sanitätsoffiziere
  und  oberen  Militärbeamten  übernommene  Zeit  der
Dienstverpflichtung  abgelaufen,  so  kann  auf  diesbezüglichen
Antrag  der  Reichskanzler  eine  Verlängerung  Allerhöchsten  Orts
beantragen.

Bei  Deckoffizieren,  Unteroffizieren  2c.  und  Mannschaften
ist  eintretenden  Falls  zur  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung
der  Kommandeur  befugt.  Von  jeder  eingetretenen  erneuten
Dienstverpflichtung  der  Deckoffiziere  2c.  ist  dem  Oberkommando
der  Schutztruppen  Meldung  zu  erstatten.  Dieses  macht  hiervon
der  Heeres=  bezw.  Marine-Verwaltung  Mittheilung.

§  11.  Besondere  Obliegenheiten  der  Sanitätsoffiziere.

Die  den  Schutztruppen  zugetheilten  Sanitätsoffiziere  sind
verpflichtet,  die  Beamten,  welche  sich  an  ihren  Standorten  aufhalten,
  unentgeltlich  zu  behandeln.

§  12.  Ausbildung.

Für  die  Ausbildung  der  Schutztruppen  sind  neben  den
militärischen  Gesichtspunkten  die  Zwecke  des  Kolonialdienstes
maßgebend.

§  13.  Strafgesetze.  Strafgerichtsordnung.

Strafvollstreckungsordnung.
Siehe  Anlage  b5a—c.  aucg
%½.
*  14.  Verhängung  von  Disciplinarstrafen.
Auf  die  Angehörigen  der  Schutztruppen  finden  die  Vorschristen
  der  Disciplinar-Strafordnung  für  das  Heer  mit
folgenden  Abweichungen  Anwendung:
Es  steht  zu:
1.  dem  Reichskanzler  die  Disciplinar-Strafgewalt,  welche
derjenigen  eines  kommandirenden  Generals  in  der
Armee  entspricht;

2.  dem  Gouverneur  diejenige,  welche  einem  Diovisions-Kommandeur
  in  der  Armee  zusteht;
        <pb n="740" />
        10

3.  dem  Kommandeur  diejenige  eines  heimischen  Regiments-Kommandeurs;


4.  dem  detachirten  Befehlshaber  einer  aus  mindestens
einer  Kompagnie  gebildeten  Abtheilung  diejenige  eines
detachirten  Stabsoffiziers  der  Armee;

5.  einem  Kompagnieführer  oder  sonstigen  Befehlshaber
einer  kleineren  als  der  unter  Ziffer  4  bezeichneten
Abtheilung  diejenige  eines  detachirten  Hauptmanns  der
Armee.

Dem  Stabsoffizier  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen
ist  über  sämmtliche  Angehörigen  der  Schutztruppen,  sofern  sie
sich  in  Deutschland  aufhalten  und  im  Dienstalter  jünger  sind
als  der  bezeichnete  Offizier,  die  Disciplinar-Strafgewalt  eines
Regiments-Kommandeurs  übertragen,  die  er  nach  den  näheren
Anweisungen  des  Reichskanzlers  auszuüben  hat.  (A.  K.  O.  v.
26.  7.  96).

§  15.  Beschwerden.

Die  Bestimmungen  über  die  Beschwerdeführung  der  Personen
  des  Soldatenstandes  des  Heeres  vom  Feldwebel  abwärts  —
Allerhöchste  Ordre  vom  14.  Juni  1894  —  sowie  die  Bestimmungen
  über  die  Beschwerdeführung  der  Offiziere,  Sanitätsoffiziere
  und  Beamten  des  Heeres  —  Allerhöchste  Ordre  vom
30.  März  1895  —  haben  bei  den  afrikanischen  Schutztruppen
sinngemäße  Anwendung  zu  finden.

Auch  ist  der  Reichskanzler  ermächtigt,  die  hierbei  durch
die  afrikanischen  Verhältnisse  gebotenen  Abweichungen  zu  bestimmen
  und  etwa  nothwendig  werdende  Erläuterungen  zu  geben.
(A.  K.  O.  v.  1.  8.  96).

§  16.  Ehrengerichte.
Siehe  Anlage  6.

§  17.  Dienstauszeichnungen  und  Heirathen.

Die  für  das  Heer  gegebenen  Bestimmungen,  betreffend
die  Verleihung  des  Dienstauszeichnungskreuzes  und  der  Dienst-
        <pb n="741" />
        11

auszeichnungen,  sowie  das  Heirathen  der  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere
  finden  auch  auf  die  Schutztruppen  in  den  afrikanischen
Schutzgebieten  Anwendung.  (A.  K.  O.  v.  27.  9.  96).

§  18.  Urlaub.

a.  Deimathsurlanb.

Die  Angehörigen  der  Schutztruppen  haben  innerhalb  der
2½⅛¼  jährigen  bezw.  3jährigen  Dauer  ihrer  Dienstverpflichtung
Anspruch  auf  einen  Heimathsurlaub  von  vier  Monaten  unter
Belassung  der  vollen  Geldbezüge.

In  den  Urlaub  wird  die  zur  Hin=  und  Rückreise  von

bezw.  nach  dem  nächsten  europäischen  Hafen  im  Durchschnitt
erforderliche,  vom  Reichskanzler  festzusetzende  Zeit  nicht  eingerechnet.

Wird  die  Dienstverpflichtung  verlängert,  so  hat  als  Regel
zu  gelten,  daß  der  Urlaub  nach  einem  Aufenthalt  im  Schutzgebiet
  von  2  Jahren  bezw.  2  Jahren  6  Monaten  ertheilt
wird.  In  kriegerischen  Zeiten,  bei  Mangel  an  geeigneter  Vertretung
  oder  wenn  die  Dampferverbindungen  es  bedingen,  ist
der  Urlaubsantritt  zu  verschieben.

Bei  jeder  weiteren  Verlängerung  der  Dienstverpflichtung
erwächst  erneuter  Anspruch  auf  viermonatlichen  Heimathsurlaub
  unter  den  gleichen  Bedingungen,  wie  vorstehend  bezeichnet,
  jedoch  mit  der  Maßgabe,  daß  für  die  Angehörigen  der
Schutztruppe  für  Kamerun  der  Urlaub  schon  nach  einem  Aufenthalt
  von  1  Jahr  6  Monaten  zuständig  wird.

Der  Urlaub  ist,  falls  nach  Ablauf  der  Dienstverpflichtung
das  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  erfolgen  soll,  so  anzutreten,
  daß  er  mit  Ablauf  der  Dienstverpflichtung  sein  Ende
erreicht.
Zur  Ertheilung  des  Urlaubs  ist  bezüglich  der  Stabsoffiziere
  der  Reichskanzler,  betreffs  der  übrigen  Militärpersonen
der  Kommandeur  der  Schutztruppe  befugt.

Der  zuständige  Urlaub  kann  zur  Wiederherstellung  der
Gesundheit  oder  ausnahmsweise  aus  anderen  wichtigen  Gründen
durch  den  Reichskanzler  bis  auf  neun  Monate  verlängert  werden.
        <pb n="742" />
        12

Werden  weitergehende  Beurlaubungen  erforderlich,  so  hat
der  Reichskanzler  die  Allerhöchste  Entscheidung  einzuholen.

Bei  einem  Urlaube  von  mehr  als  sechs  Monaten  ermäßigen
sich  die  Gebührnisse  für  den  sechs  Monate  übersteigenden  Zeitraum
  auf  den  Betrag  des  pensionsfähigen  Gehalts.  Unteroffiziere
  und  Mannschaften  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe
verbleiben  im  Genuß  der  chargenmäßigen  Löhnung.

Jedem  nach  der  Heimath  Beurlaubten  wird  sowohl  für
die  Heim=  als  auch  für  die  Wiederausreise  je  eine  Reisebeihülfe
  im  ungefähren  Betrage  der  Kosten  einer  einmaligen
Reise  zwischen  Berlin  und  dem  betreffenden  Schutzgebiet  gewährt.
  Die  Bestimmung  dieses  Pauschquantums  erfolgt  nach
den  im  §  31  festgesetzten  Grundsätzen.

Die  Zahlung  erfolgt  für  die  Heimreise  bei  Antritt  des
Urlaubes  aus  der  Hauptkasse  des  Gouvernements  und  für  die
Wiederausreise  bei  Antritt  derselben  aus  der  Legations-Kasse.

Für  die  Mamschaften  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe
  wird  an  Stelle  einer  Reisebeihülfe  freie  Passage  für
die  Hin=  und  Rückreise  gewährt.

Während  schwebender  Untersuchung  oder  Strafverbüßung
finden  Beurlaubungen  des  Angeschuldigten  nicht  statt.

Mit  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  vor  Ablauf
der  Dienstverpflichtung  (vergl.  §  22)  fällt  jeder  etwa  nach  vorstehenden
  Bestimmungen  erworbene  Anspruch  auf  Urlaub  fort.

b.  Urlaub  in  Afrika.

Es  dürfen  Urlaub  ertheilen  an  alle  Schutztruppen-Angehörigen:


1.  der  Gouverneur  bis  zu  45  Tagen,

2.  der  Kommandeur  bis  zu  30  Tagen,

3.  der  Kompagnie-Chef  bezw.  Befehlshaber  einer  selbstständigen
  Abtheilung,  soweit  Letzterem  nicht  die  Befugniß  einer
höheren  Urlaubsertheilung  zusteht,  bis  zu  14  Tagen.

c.  Der  Stabsofftzier  des  Oberkommandos
hat  in  Betreff  der  bei  Letzterem  beschäftigten  Schutztruppen-Angehörigen
  die  Befugniß,  Urlaub  bis  zu  30  Tagen  zu  ertheilen.
        <pb n="743" />
        13

8  19.  Stammrollen.

Bei  den  Stäben  der  Schutztruppen  werden  über  die  ihnen
angehörigen  deutschen  Militärpersonen  Stammrollen  —  vergl.

Anlage  7  —  geführt.  Sie  dienen  als  Grundlage  für  alle

ihre  Person  betreffenden  Angelegenheiten,  sowie  für  die  Beurtheilung
  etwaiger  späterer  Versorgungsansprüche  und  sind
dauernd  auf  dem  Laufenden  zu  erhalten.

Eine  Abschrift  der  Stammrollen  befindet  sich  bei  jeder
Kompagnie  und  Station  betreffs  der  diesen  zugetheilten
Militärpersonen.  Diese  Abschriften  sind  von  den  Betreffenden
alljährlich  sowie  bei  Antritt  eines  Heimathsurlaubes  oder  einer
größeren  Expedition  und  vor  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe
  durch  Namensunterschrift  anzuerkennen.

Die  bei  den  Stäben  befindlichen  Originale  sind  durch
Eintragung  der  Anerkennungsvermerke  auf  Grund  bezüglicher
Angaben  der  Kompagnien  und  Stationen  alljährlich  zu  vervollständigen.
  Die  abgeschlossenen  Stammrollen  der  aus  dem
Dienst  bei  den  Schutztruppen  entlassenen  deutschen  Militärpersonen
  sind  von  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen  aufzubewahren.



§  20.  Personal=  und  Qualifikations-Berichte.

Ueber  sämmtliche  der  betreffenden  Schutztruppe  angehörenden
Offiziere,  Sanitätsoffiziere  und  oberen  Beamten  sind  seitens
des  Kommandeurs  alljährlich  Qualifikationsberichte  für  den
1.  Januar  des  folgenden  Jahres  durch  Vermittelung  des  Gouverneurs
  an  den  Reichskanzler  zum  1.  Dezember  jedes  Jahres
behufs  Vorlage  bei  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  einzureichen.

Alle  4  Jahre  —  mit  dem  1.  Januar  1898  beginnend  —
sind  Personal=  und  Qualifikationsberichte  einzureichen.

Sofern  der  Gouverneur  nicht  aktiver  Offizier  ist,  hat  er
etwaige  Bemerkungen  zu  den  Qualifikationsberichten  nicht  diesen
hinzuzusetzen,  sondern  mittelst  Sondervorlage  zur  Kenntniß  des
Reichskanzlers  zu  bringen.

Am.  7
        <pb n="744" />
        14

§  21.  Krankenbücher.

Bei  jedem  Lazareth  ist  ein  Krankenbuch  und  bei  jeder
Kompagnie  und  detachirten  Abtheilung  ein  Revierkrankenbuch
zu  führen,  welches  außer  den  zur  Feststellung  des  Kranken  erforderlichen
  Angaben  enthalten  muß:

Tag  und  Ort  der  Erkrankung,

Datum  des  Zuganges  im  Lazareth  bezw.  Revier,

Entstehungsursache,

Krankheitsbefund  bei  der  Aufnahme,

Verlauf  der  Krankkheit,

angebliche  Dienstbeschädigung,

Datum  und  Art  des  Ausscheidens  aus  dem  Lazareth
bezw.  Revier,

Zahl  der  Behandlungstage.

In  den  Lazarethen  sind  über  die  darin  behandelten  Personen
  Krankenblätter  zu  führen.

Abschnitt  IV.

RAusscheiden.

§  22.  Ausscheidungsgründe.

Das  Ausscheiden  aus  den  Schutztruppen  erfolgt:

1.  Nach  Ablauf  der  bei  dem  Eintritt  übernommenen  Dienstverpflichtung.

2.  Vor  diesem  Zeitpunkte:

a)  wegen  körperlicher  Unbrauchbarkeit,  wenn  die  Wiederherstellung
  für  den  afrikanischen  Dienst  durch  eine
Beurlaubung  nach  Europa  nicht  erfolgt  ist,  bezw.  nicht
in  Aussicht  steht;

b)  sobald  Verurtheilung  zu  einer  Ehrenstrafe  stattgefunden
  hat;

J%)  hinsichtlich  der  Offiziere,  wenn  ein  ehrengerichtliches
Erkenntniß  gegen  sie  vorliegt,  das  auf  eine  höhere
Strafe  als  eine  Warnung  lautet;
        <pb n="745" />
        15

d)  wenn  der  Kommandeur  das  Ausscheiden  beantragt,
weil  er  den  Betreffenden  aus  ganz  besonderen  und
erheblichen  Gründen  zur  Verwendung  in  der  Schutztruppe
  für  ungeeignet  hält  und  der  Gouverneur  sowie
der  Reichskanzler  diesen  Gründen  zustimmt;

e)  falls  einem  Angehörigen  der  Schutztruppen  aus  ganz
besonderen  Gründen  der  ihm  gemäß  8  18a  zustehende
Heimathsurlaub  früher  bewilligt  werden  mußte,  als
dies  nach  den  dort  angeführten  Bestimmungen  üblich
ist.  In  diesem  Falle  erlischt  das  bestehende  Dienstverhältniß
  mit  dem  letzten  Tage  des  Urlaubs;

f)Ausscheiden  auf  Grund  gegenseitiger  Einwilligung  ist
nur  in  Südwestafrika  statthaft.  (Siehe  Anlage  8.)  In  4

8  23.  Entlassungsmodus.

Das  Ausscheiden  aus  den  Schutztruppen  wird  von  derjenigen
  Stelle,  welche  die  Zutheilung  angeordnet  hat,  zu  einem
im  Voraus  zu  bestimmenden  Zeitpunkte  verfügt.  In  der  Regel
geschieht  dies  so  rechtzeitig,  daß  die  Ausscheidenden  an  dem
betreffenden  Tage  in  Deutschland  wieder  eingetroffen  sein  können.

§  24.  Wiedereintritt  in  das  Heer  oder  die  Marine.

9.  Soll  in  Gemäßheit  des  §  3  des  Gesetzes,  betreffend  die
Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  2c.,
der  Wiedereintritt  in  das  Reichsheer  bezw.  die  Marine  erfolgen,
so  sind  die  erforderlichen  Vereinbarungen  mit  dem  Militärbezw.
  Marine-Kabinet  Seiner  Majestät  des  Kaisers  oder  mit
dem  betreffenden  Kriegsministerum  bezw.  dem  Reichs-Marineamt
vorher  herbeizuführen.  Insofern  die  Uebernahme  erfolgt,  ohne
daß  eine  etatsmäßige  Stelle  frei  ist,  werden  die  Gebührnisse
der  neuen  Stelle  —  einschließlich  Bekleidungsentschädigung,
Unterkunft  u.  s.  w.  —  aus  Mitteln  des  Schutzgebiets  bis  zum
Freiwerden  einer  solchen  vergütet.  Im  Uebrigen  finden  die
Entlassungen  aus  den  Schutztruppen  nach  den  für  die  Entlassungen
  aus  dem  Heere  bestehenden  Festsetzungen  statt.
Insoweit  die  Betreffenden  noch  dienstpflichtig  sind,  treten  sie
zum  Beurlaubtenstande  des  Heeres  oder  der  Marine  über.
        <pb n="746" />
        16

Zweiter  Theil.
Verwaltungs-Angelegenheiten.

 

Abschnitt  v.

Allgemeines.

§  25.  Inten  dantur.

Die  auf  die  öSkonomischen  Angelegenheiten  der  Schutztruppen
  bezüglichen  örtlichen  Geschäfte  werden  von  der  „Intendantur“
  erledigt,  deren  Funktionen,  falls  eine  besondere
Dienststelle  im  Etat  nicht  vorgesehen  ist,  nach  Bestimmung  des
Gouverneurs  im  Nebenamt  übertragen  werden.  Diese  ökonomischen
  Angelegenheiten  sind  insbesondere:

Die  Besoldung  und  Verpflegung,  Unterbringung,
Bekleidung,  Beschaffung  von  Waffen  und  Munition,
das  Magazinwesen,  ferner  die  Etatskontrole,  sowie
überhaupt  das  gesammte  Kassen=  und  Rechnungswesen
der  Schutztruppe.

Die  Intendantur  steht,  für  die  Angelegenheiten  der  Schutztruppe,
  unter  der  Oberleitung  des  Kommandeurs  mit  den  sich
aus  dessen  Unterstellung  unter  den  Gouverneur  ergebenden
Einschränkungen.  In  den  ökonomischen  Angelegenheiten  werden
die  Schutztruppen  nach  außen  hin  durch  den  Kommandeur  vertreten.
  Derselbe  kann  diese  Befugniß  unter  eigener  Verantwortung
  auf  ihm  nachgeordnete  Organe  übertragen.

Zur  Uebernahme  finanzieller  Verbindlichkeiten  ist  überall
die  Mitzeichnung  des  Intendanten  erforderlich.

Wenn  der  Intendantur  Anordnungen  des  Kommandeurs
der  gesetzlichen  oder  reglementarischen  Begründung  zu  entbehren
oder  aus  ökonomischen  Rücksichten  bedenklich  scheinen,  so  hat  sie
        <pb n="747" />
        17

dem  Kommandeur  hiervon  Kenntniß  zu  geben,  welcher  im  Falle
der  Ablehnung  des  Antrages  der  Intendantur  die  Entscheidung

des  Gouverneurs  einzuholen  hat.

§  26.  Verwaltungsgeschäfte  beim  Stabe  der  Schutztruppen
  und  auf  den  Stationen.

Die  Kassengeschäfte  werden  beim  Stabe  von  der  Hauptkasse
  des  Gouvernements,  bei  den  Stationen  von  der  betreffenden
  Bezirks=  oder  Stations-Kasse  erledigt.

Bezüglich  der  ökonomischen  Angelegenheiten  ressortiren  die
Stationen  der  Schutztruppe  von  der  Intendantur.

Für  die  ordnungsmäßige  Verwaltung  der  Station  ist  der
Stationschef  und  mit  ihm  der  Rechnungsführer  verantwortlich,
wenn  ein  solcher  der  Station  zugetheilt  ist.

Für  das  Kassen=  und  Rechnungswesen  gelten  die  für  die
Hauptkasse  sowie  für  die  Bezirks=  und  Stations-Kassen  erlassenen
  Vorschriften.

Abschnitt  VI.
Beimaths-  und  Jamilienzahlungen.

§  27.  Vermittelung  der  Heimaths=  und  Familienzahlungen.


Die  deutschen  Militärpersonen  der  Schutztruppen  können
durch  Vermittelung  der  Hauptkasse  des  Gouvernements  für
eigene  Rechnung  Zahlungen  in  die  Heimath  einmalig  (Heimathszahlungen)
  und  zur  Unterstützung  von  Angehörigen  fortlaufend
(Familienzahlungen)  leisten.  Der  Kommandeur  bleibt  dafür
verantwortlich,  daß  die  Höhe  der  Familienzahlungen  so  bemessen
wird,  daß  den  betreffenden  Personen  die  erforderlichen  Mittel
für  ihre  dienstliche  Stellung  verbleiben.

§  28.  Einstellung  der  Heimaths=  und  Familienzahlungen.


Zur  Vermeidung  von  Ueberhebungen  bei  Familienzahlungen
ist  jede  Veränderung  in  der  Zahlung,  welche  in  dolge  des

Organisatorische  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.
        <pb n="748" />
        W

18

Ablebens  oder  der  Entlassung  des  Anweisenden  stattfinden  muß,
unverzüglich  dem  Auswärtigen  Amt,  Kolonial-Abtheilung,  anzuzeigen.


Kann  bei  Todesfällen  2c.  die  Einstellung  der  Zahlung  nicht
rechtzeitig  veranlaßt  werden,  so  werden  die  durch  Einzahlung
bei  der  Kasse  des  Gouvernements  nicht  gedeckten  Beträge  als
Unterstützung  angesehen  und  von  dem  Auswärtigen  Amt,
Kolonial-Abtheilung,  besonders  angewiesen.  Die  Ansprüche  der
Hinterbliebenen  auf  die  gesetzlichen  Gnadengebührnisse  werden
hierdurch  nicht  beeinträchtigt.

Stirbt  der  Empfangsberechtigte,  so  sind  die  Familienzahlungen
  einzustellen,  und  ist  der  Kommandeur  der  Schutztruppe
hiervon  in  Kenntniß  zu  setzen.  War  dieser  Empfangsberechtigte
die  Ehegattin  des  Anweisenden  und  hinterläßt  dieselbe  minderjährige
  Kinder,  so  wird  zu  deren  Unterhalt  die  Familienzahlung
so  lange  an  die  durch  Bescheinigung  der  Ortsbehörde  anerkannten
  Versorger  der  Kinder  fortgezahlt,  bis  seitens  des
Zahlungsanweisers  anderweitig  darüber  verfügt  wird.

Abschnitt  VII.
Gebührnisse.

§  29.  Gehalt  und  Löhnung.

(Siehe  Anlage  9.)

Jede  einer  Schutztruppe  zugetheilte  deutsche  Militärperson
erhält  vom  Tage  ihrer  Uebernahmes)  auf  den  Etat  der  Schutztruppe
  bis  einschließlich  des  Tages  ihres  Ausscheidens?)  das
Gehalt,  welches  für  die  von  ihr  eingenommene  Dienststellung
nach  dem  Etat  ausgeworfen  ist.  Dasselbe  wird,  wenn  die
Uebernahme  nicht  am  ersten  bezw.  das  Ausscheiden  nicht  am

*)  Sofern  im  Einzelfalle  besondere  Bestimmung  nicht  getroffen
wird,  gilt  als  Tag  der  Uebernahme  der  Tag  der  Abreise  vom  Truppentheil,
  als  Tag  des  Ausscheidens  der  Entlassungstag  in  Deutschland.
        <pb n="749" />
        19

letzten  Tage  eines  Monats  erfolgt,  tageweise,  sonst  monatlich
im  Voraus  gezahlt.

Betreffs  der  Gehaltsabzüge  ꝛc.  siehe  Anlage  5c.

Wegen  der  Gebührnisse  bei  einem  Urlaube  nach  Europa
siehe  §  18  der  Sch.  O.  und  wegen  des  im  Pensionsfalle  bis
zum  Eintritt  der  Pensionszahlung  zuständigen  Gehaltes  §  13
des  Gesetzes  vom  7./18.  Juli  1896.

Bei  einem  die  Gebührnisse  beeinflussenden  Wechsel  der
Dienststellung  sind  die  höheren  Gebührnisse  der  neuen  Stelle
im  Falle  ihrer  Verfügbarkeit  mit  Beginn  desjenigen  Monats,
in  dem  die  betreffende  Veränderung  erfolgt,  andernfalls  sind
die  Gebührnisse  der  neuen  Stelle  erst  mit  dem  Zeitpunkt  ihrer

Verfügbarkeit  zuständig.

§  30.  Ausrüstung.

(Siehe  auch  Anlage  10.)

Die  Uniformirung  und  Bewaffnung  der  den  Schuttruppen
  zugetheilten  deutschen  Militärpersonen  erfolgt  nach
den  Bestimmungen  Seiner  Majestät  des  Kaisers.  Die  im
Offizier-Range  stehenden  deutschen  Militärpersonen  erhalten  bei
ihrer  Uebernahme  ein  einmaliges  Ausrüstungsgeld  von  je
1200  M,  die  im  Deckoffizier-Range  stehenden  ein  solches  von
je  1000  M.

Dafür  sind  die  Betreffenden  verpflichtet,  nach  Maßgabe
  der  Bekleidungs=  2c.  Etats  Bekleidung,  Ausrüstung
und  Bewaffnung,  letztere  soweit  es  sich  um  blanke  Waffen
handelt,  zu  persönlichem  Eigenthum  zu  beschaffen,  in  brauchbarem
  Zustande  zu  erhalten  und  zu  ergänzen.  Während  des
Aufenthalts  in  Afrika  ist  die  Beschaffung  aus  den  Magazinen
der  Schutztruppe  gegen  Bezahlung  des  Selbstkostenpreises
gestattet.

Inwieweit  den  vorgedachten  Personen  Inventariengegenstände,
  Schußwaffen  und  Munition  aus  den  Magazinen  der
Schutztruppen  unentgeltlich  zu  liefern  sind,  bestimmt  bis  zur
Feststellung  der  Bekleidungs=  2c.  Etats  der  Kommandeur.

–.
—
        <pb n="750" />
        20

Beim  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  haben  sie  die  in
solcher  Weise  empfangenen  Inventariengegenstände,  Schußwaffen
bezw.  nicht  verbrauchte  Munition  an  die  Magazine  zurückzugeben.


Nach  Ablauf  einer  dreijährigen  Zugehörigkeit  zur  Schutztruppe
  erhalten  diese  Personen  beim  Beginn  jedes  weiteren
Dienstjahres,  sosern  für  dasselbe  eine  ausdrücklich  genehmigte
Dienstverpflichtung  bezw.  Kapitulation  vorliegt,  ein  Drittel  des
beim  Eintritt  in  die  Schutztruppe  zuständigen  Ausrüstungsgeldes.
Erscheint  bei  außergewöhnlichen  Verlusten  oder  Beschädigungen
der  Ausrüstung  und  Bekleidung  eine  frühere  oder  reichlichere
Beihülfe  billig,  so  entscheidet  hierüber  der  Reichskanzler.

Vorstehende  Bestimmungen  finden  auch  auf  die  beim  Oberkommando
  verwendeten,  Schutztruppenuniform  tragenden  Offiziere
und  Sanitätsoffiziere  entsprechende  Anwendung.

Den  im  Unteroffizier=  oder  Gemeinen-Rang  stehenden
deutschen  Militärpersonen  werden  bei  ihrer  Uebernahme  Bekleidung
  und  Ausrüstung,  Waffen  und  Munition  nach  Maßgabe
  des  Bekleidungs=  r2c.  Etats,  zunächst  unentgeltlich,
geliefert.  Sie  erhalten  davon  eine  völlige  Reiseausrüstung  alsbald
  in  Berlin,  die  übrigen  Sachen  bei  ihrem  Eintreffen  in
Afrika  aus  den  dortigen  Magazinbeständen.

Eigenthumsrechte  stehen  diesen  Militärpersonen  an  den  ihnen
von  der  Truppe  gelieferten  und  für  deren  Rechnung  auch  zu
unterhaltenden  Bekleidungs=  2c.  Gegenständen  —  abgesehen
von  der  weiter  unten  erwähnten  Einschränkung  —  nicht  zu.

Ob  und  inwieweit  im  Falle  vorsätzlicher  Beschädigungen
der  Betreffende  zur  Erstattung  der  Wiederherstellungs=  oder
Neubeschaffungskosten  heranzuziehen  ist,  entscheidet  der  nächstzuständige
  mit  Disciplinarstrafgewalt  versehene  Befehlshaber.

Beim  Ausscheiden  aus  der  Truppe  werden  diesen  Militärpersonen
  die  zur  Rückreise  nach  Deutschland  erforderlichen  Bekleidungsgegenstände
  von  der  Truppe  mitgegeben  und  zur  freien
Verfügung  belassen.

Außer  den  in  Natura  zu  liefernden  Gegenständen  erhält
jede  im  Unteroffizier=  oder  Gemeinen-Rang  stehende  deutsche
        <pb n="751" />
        21

Militärperson  der  Schutztruppen  zur  Beschaffung  von  kleineren
Bedarfsgegenständen  eine  Vergütung.  Dieselbe  wird  vor  Antritt
der  Ausreise  mit  50  M  gezahlt.  Nach  Ablauf  einer  erstmaligen
Dienstperiode  —  siehe  §  6  —  werden  den  im  Unteroffizierrange
  stehenden  deutschen  Militärpersonen  beim  Beginn  jedes
weiteren  Dienstjahres  je  25  J4  gewährt.  Neben  diesen  einmaligen
  Beträgen  erhalten  die  Letzteren  fortlaufend  vom  Tage
der  Uebernahme  auf  den  Etat  der  Schutztruppe  bis  einschließlich
des  Tages  des  Ausscheidens  monatlich  5  Xx  nach  demselben
Modus  wie  das  Gehalt.7)

§  31.  Reise=  und  Umzugsgebührnisse.

Beim  Eintritt  in  eine  Schutztruppe  und  beim  Ausscheiden
aus  derselben  werden  die  deutschen  Militärpersonen  auf  Kosten
des  betreffenden  Schutzgebiets  von  Berlin  ab=  bezw.  nach
Berlin  oder  dem  sonstigen  Entlassungsort  in  Deutschland  zurückbefördert.


An  Stelle  der  freien  Beförderung  kann  eine  Pauschsumme
gezahlt  werden,  aus  welcher  auch  die  Kosten  für  den  Transport
der  Effekten  zu  bestreiten  sind  und  welche  unter  Berücksichtigung
der  jeweiligen  Fahrpreise  vom  Auswärtigen  Amt,  Kolonial=Abtheilung,
  festgesetzt  wird.

Hierbei  ist  für  den  im  Passagepreis  mit  einbegriffenen
Anspruch  auf  freie  Schiffsverpflegung  ein  Abzug  zu  machen,
welcher  für  die  im  Offizier=  und  im  Deckoffizier-Rang  stehenden
Militärpersonen  3  J,  für  die  im  Unteroffizier-Rang  stehenden
Militärpersonen  2  ¾  pro  Tag  der  durchschnittlichen  Dauer
der  Seereise  beträgt.  Ausgenommen  hiervon  sind  diejenigen
Schutztruppen-Angehörigen,  welche  im  Schutzgebiet  freie  Verpflegung
  erhalten.

Aus  Anlaß  der  Zutheilung  zur  Schutztruppe  oder  des
Ausscheidens  aus  derselben  etwa  nothwendig  werdende  besondere
Umzugskosten  können  den  Militärpersonen  unter  sinngemäßer

*)  Für  die  Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  sind
unter  Ausschluß  von  Nachzahlungen  die  vom  Tage  des  Inkrafttretens
dieser  Bestimmungen  ab  fällig  werdenden  Bezüge  zuständig.
        <pb n="752" />
        10.

L

22

Anwendung  der  für  die  Beamten  des  auswärtigen  Dienstes
bestehenden  Vorschriften  vergütet  werden.

Die  deutschen  Militärpersonen  haben  bei  ihrem  Eintritt
für  die  Reise  von  dem  letzten  Wohnort  nach  Berlin  und  bei
ihrem  Ausscheiden  für  die  Reise  von  Berlin  oder  dem  sonstigen
Entlassungsort  in  Deutschland  nach  ihrem  künftigen  Wohnorte
Anspruch  auf  diejenigen  Gebührnisse,  welche  Angehörigen  des
Reichsheeres  bezw.  der  Marine  bei  Einziehungen  und  Entlassungen
  zustehen.

§  32.  Sonstige  Gehührnisse.

Die  zu  einer  Schutztruppe  verpflichteten  deutschen  Militärpersonen
  haben  bis  zur  Beendigung  der  Dienstantritts=  oder
Dienstaustrittsreise  für  ihren  Unterhalt  selbst  zu  sorgen.  Nur
die  Unteroffiziere  und  Gemeinen  der  südwestafrikanischen
Schutztruppe  erhalten  für  diejenigen  Reisetage,  an  welchen  sie
nach  Obigem  nicht  frei  verpflegt  werden,  einen  Verpflegungszuschuß,
  und  zwar  die  Unteroffiziere  je  4  X,  die  Gemeinen
je  3  IX  täglich.

In  Afrika  erhalten  die  deutschen  Militärpersonen  freie
Unterkunft  nach  Maßgabe  der  örtlichen  Verhältnisse,  freie
ärztliche  Behandlung  und  Arzneimittel,  sowie  freie  Verpflegung
in  einem  Lazareth  und  an  Bord  bei  dienstlichen  Einschiffungen.
Die  nicht  im  Offizier=  oder  im  Deckoffizier-Range  stehenden
Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  erhalten
im  Schutzgebiete  grundsätzlich  freie  Verpflegung.  Letztere  wird
auch  den  im  Offizier=  und  im  Deckoffizier-Range  stehenden
Angehörigen  dieser  Schutztruppe  bei  Expeditionen  gewährt.  Ob
und  inwieweit  in  Ostafrika,  Kamerun  und  Togo  bei  Expeditionen
freie  Verpflegung  und  Tagegelder  zuständig  sind,  wird  durch
die  Verpflegungs-Vorschriften  für  die  betreffenden  Schutzgebiete
bestimmt.  Art  und  Umfang  der  freien  Verpflegung  wird  im
Verwaltungswege  festgesetzt.

Die  Lieferung  von  Verpflegungsmitteln  an  nach  Vorstehendem
  zum  unentgeltlichen  Empfange  nicht  Berechtigte  kann
erforderlichenfalls  auch  aus  den  Magazinen  der  Schutztruppen
        <pb n="753" />
        23

gegen  Bezahlung  stattfinden.  Die  Preise  richten  sich  nach  den
Selbstkosten  unter  Erhöhung  um  einen  angemessenen  Prozentsatz
zur  antheiligen  Deckung  der  Verwaltungsausgaben.

Insoweit  in  den  Schutzgebieten  Speiseanstalten  eingerichtet
werden,  sind  die  unverheiratheten  Militärpersonen  zu  deren  Benutzung
  nach  Maßgabe  der  vom  Kommandeur  der  Schutztruppe
zu  treffenden  Bestimmungen  verpflichtet.

Dritter  Theil.
Farbige.

Abschnitt  VIll.

§  33.  Ergänzung.

Die  Ergänzung  der  Farbigen  findet  durch  Werbung  in
den  Schutzgebieten  statt.  Werbungen  in  anderen  Ländern  unterliegen
  der  Genehmigung  des  Reichskanzlers.

Die  Regelung  der  Dienstverhältnisse*)  der  Farbigen  erfolgt
durch  Werbekontrakte  mit  dem  Stabe  der  Schutztruppe.

Die  Grundsätze  für  die  Aufstellung  der  Werbekontrakte
bedürfen  der  Genehmigung  des  Gouverneurs.  Der  Kommandeur
der  Schutztruppe  ist  die  höchste  Instanz  für  die  Farbigen.  In
den  sie  betreffenden  Angelegenheiten  ist  die  Genehmigung  des
Gouverneurs  nur  erforderlich,  wenn  Maßnahmen  von  politischer
Bedeutung  oder  von  besonderem  öffentlichen  Interesse  in  Frage
stehen.

Die  Verhängung  der  Todesstrafe  bedarf  der  Genehmigung
des  Gouverneurs.  Läßt  sich  auf  einer  im  Innern  befindlichen

*)  Dienstverpflichtung,  Gebührnisse  (Löhnung,  Verpflegung,  Bekleidung),
  Versorgung.
        <pb n="754" />
        24

Station  oder  militärischen  Expedition  aus  zwingenden  Gründen
die  sofortige  Vollstreckung  eines  Todesurtheils  nicht  vermeiden,
so  hat  der  betreffende  Befehlshaber  das  mit  Gründen  zu  versehende
  Todesurtheil  nachträglich  durch  Vermittelung  des  Kommandeurs
  an  den  Gouverneur  einzureichen.“

Bei  Regelung  und  Handhabung  der  Disciplin  und  der
strafrechtlichen  Verhältnisse  der  Farbigen  sind  die  Gewohnheiten
der  betreffenden  Volksstämme  in  Betracht  zu  ziehen.  Die
hierbei  zu  befolgenden  Grundsätze  bedürfen  der  Genehmigung
des  Gouverneurs.

Die  Beförderung  der  Farbigen  zu  Chargen  und  zum
Offizier  geschieht  nach  Maßgabe  des  Etats  durch  den  Kommandeur;
  der  Kommandeur  verfügt,  wenn  erforderlich,  die  Entfernung
  aus  ihrer  Charge.

§  34.  Bekleidung,  Ausrüstung  und  Bewaffnung.

Die  Festsetzung  der  Proben  für  Uniforms=  und  Ausrüstungsgegenstände
  sowie  für  die  Waffen  der  Farbigen  trifft
der  Reichskanzler  nach  Anhörung  des  Kommandeurs  und
Gouverneurs.
        <pb n="755" />
        Anlagen.
        <pb n="756" />
        <pb n="757" />
        27
Aulage  1  zu  8  2.

G□
Ich  bestimme  auf  Ihren  Vortrag  Folgendes:

Die  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  zur  Verwendung
gelangenden  Schutztruppen  werden  dem  Reichskanzler  unterstellt.
In  weiterer  Folge  unterstehen  sie  dem  betreffenden  Gouverneur
oder  Landeshauptmann  und  demnächst  dem  Kommandeur.  Ob
und  inwieweit  diese  Unterstellung  unter  den  Gouverneur  bezw.
Landeshauptmann  eintretenden  Falles  auf  deren  Stellvertreter
überzugehen  hat,  bestimmt  der  Reichskanzler.  Sie  haben  hiernach
  die  weiteren  Vorschriften  über  Neuorganisation  der  Schutztruppen
  zu  erlassen.

An  Bord  M.  w.  „Hohenzollern“  den  16.  Juli  1896.

gez.  Wilhelm  I.  R.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.

An  den  Reichskanzler.
        <pb n="758" />
        <pb n="759" />
        12.

29
Aulage  La  zu  §  6.

Gedingungen  und  Nachrichten,
betreffend  den  Uebertritt  von  Unteroffizieren  2c.  und
Mannschaften  in  die  Kaiserliche  Schutztruppe  für
Südwestafrika.

 

1.  Die  Unteroffiziere  2c.  und  Mannschaften  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Südwestafrika  werden  auf  Grund  freiwilliger
  Meldungen  dem  aktiven  Dienststande  des  Reichsheeres
  bezw.  der  Kaiserlichen  Marine  und,  soweit  Mannschaften
  in  Frage  kommen,  dem  2.  Jahrgange  entnommen.

2.  Vollkommene  Feld=  und  Tropendienstfähigkeit  —  vergleiche
Anlage  3  —,  gute  dienstliche  und  außerdienstliche  Führung,
absolute  Zuverlässigkeit,  solider  Lebenswandel,  gute  militärische
  Ausbildung,  vor  Allem  im  Felddienst  und  im
Schießen,  Fähigkeit  zu  selbstständigem  Handeln  sind  unerläßliche
  Bedingungen.

3.  Die  in  die  Schutztruppe  Uebertretenden  scheiden  aus  dem
Etat  ihres  bisherigen  Truppentheils  aus  und  treten  in
den  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe  über.  Sie  kapituliren
  mit  dem  Kaiserlichen  Kommando  der  Schutztruppe
für  Südwestafrika  vorher  für  den  Zeitraum  von  3  Jahren.

4.  Die  Fechtweise  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe  ist
im  Allgemeinen  die  der  Infanterie.  Wegen  der  ausgedehnten
  Entfernungen  werden  jedoch  die  Märsche  zu
Pferde  ausgeführt.  Es  ist  daher  nothwendig,  daß  die  sich
Meldenden,  soweit  sie  den  Fußtruppen  entnommen  werden,
Neigung  und  einiges  Geschick  zum  Reiten,  Körpergewicht
nicht  über  70  kg,  sowie  Kenntniß  in  der  Behandlung  und
Wartung  von  Pferden  haben.  Bei  Kavalleristen  ist  besonderer
  Werth  auf  gute  Ausbildung  im  Schießen  zu  legen.
        <pb n="760" />
        30
13.  5.

14.  6.
7.
15.  8.

Der  Zeitpunkt  des  Zusammentritts  von  Ablösungs=  oder
Verstärkungs-Transporten  wird  vom  Oberkommando  der
Schutztruppen  festgesetzt.  Die  Transporte  werden  durch
dasselbe  in  Berlin  zusammengestellt,  eingekleidet  und  über
Hamburg  nach  Südwestafrika  instradirt.

Für  Unterbringung  in  Berlin  bis  zur  Abfahrt  nach  Hamburg
  sorgt  das  Oberkommando  der  Schutztruppen.  Die
Unterbringung  erfolgt  ohne  Verpflegung.  Für  die  Dauer
des  Aufenthalts  in  Berlin  bis  einschließlich  des  Abfahrtstages
  von  Hamburg  erhalten  die  Unteroffiziere  2c.  je  4,
die  Gemeinen  je  3  &amp;amp;  pro  Tag  außer  ihrer  Löhnung.
Nach  beendeter  Dienstzeit  bei  der  Truppe  haben  Unteroffiziere
  2c.  und  Mannschaften  Anspruch  auf  freie  Rückbeförderung
  in  ihre  Heimath.  Vom  Entlassungs=  bis  zum
selbstgewählten  Aufenthaltsorte  sind  die  Gebührnisse  für
Entlassene  nach  den  Vorschriften  für  die  Armee  und  Marine
zuständig.

Die  den  Einberufenen  mitgegebenen  Bekleidungs=  und
Ausrüstungsstücke  gelangen  durch  das  Oberkommando  der
Schutztruppen  an  den  Truppentheil  zurück.
        <pb n="761" />
        den  189

tfapitulations-Verhandlung.

 

Der  (Charge,  Vor=  und  Familienname),  geboren  am

.·....  zu  (Ort,  Verwaltungsbezirk,  Bundesstaat)

welcher  (ovrv.  bkbis  bei
(genaue  Bezeichnung  des  Truppentheils)

gedient  hat,  will  eine  Kapitulation  eingehen.

Der  Genannte  erklärt:

Ich  kapitulire  vom")  bis
mit  dem  Keiserlichen  Kommando  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika
  und  erkläre,  daß  ich  diesen  Entschluß  selbstständig
und  (bei  Minorennen  mit  Genehmigung  des  Vaters  oder  Vormundes)
nach  reiflicher  Ueberlegung  gefaßt  habe.

Mir  ist  bekannt,  daß  diese  Kapitulation  aufgehoben  werden
kann,  sobald  meine  Versetzung  in  die  zweite  Klasse  des  Soldatenstandes
  oder  meine  Degradation  erfolgt,  oder  sobald  ich
zu  einer  Freiheitsstrafe  von  sechs  Wochen  oder  zu  einer  höheren
Strafe  gerichtlich  verurtheilt  werde.  Auch  weiß  ich,  daß  bei
einer  Mobilmachung  oder  bei  einer  von  Seiner  Mojestät  dem
Kaiser  angeordneten  Verstärkung  meines  Truppentheils  ich  erst
nach  der  Demobilmachung,  bezw.  nachdem  die  Umstände,  welche
Veranlassung  zu  der  Verstärkung  waren,  beseitigt  sind,  meine
Entlassung  aus  dem  Dienste  fordern  darf,  sowie  daß  ich  wie
alle  übrigen  Mannschaften  des  aktiven  Dienststandes  versetzt
werden  kann.

 

*)  Tag  der  Uebernahme  in  die  Schutztruppe.
        <pb n="762" />
        32

Es  ist  mir  ferner  eröffnet  worden,  daß  vorzeitig  mein  Ausscheiden
  aus  der  Schutztruppe  verfügt  werden  kann,  wenn  mich
deren  Kommandeur  zur  Verwendung  in  der  Schutztruppe  für
ungeeignet  hält  und  der  Gouverneur  sowie  der  Reichskanzler
den  hierfür  vom  Kommandeur  geltend  gemachten  Gründen
zustimmt.

Auch  ist  mir  bekannt,  daß  mein  Dienstverhältniß  mit  dem
letzten  Tage  eines  mir  vor  Ablauf  der  vorgeschriebenen  Aufenthaltsdauer
  im  Schutzgebiet  gewährten  Heimathsurlaubs
erlischt.

Indem  ich  mich  diesen  Bedingungen  ausdrücklich  unterwerfe,
  bitte  ich,  zu  meiner  Kapitulation  die  Bestätigung  des
Kaiserlichen  Oberkommandos  der  Schutztruppen  7)  einzuholen.

v.  g.  u.
(Vor=  und  Zuname  des  Kapitulanten.)
g.  w.  o.
(Name.)
(Hauptmann  und  Kompagnie-Chef.)

 

*)  Gilt  nur  für  die  erste  Kapitulation  (siehe  Sch.  O.  8§  10).
        <pb n="763" />
        33
Aulage  Sb  zu  6.

Verordnung,

betreffend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  bei  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,
König  von  Preußen  2c.

verordnen  auf  Grund  des  Artikels  III  des  Gesetzes,  betreffend
die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
und  die  Wehrpflicht  daselbst  (R.  G.  B.  1896  S.  187),  im
Namen  des  Reichs,  was  folgt:

§  1.

Angehörigen  des  Reichsheeres  oder  der  Kaiserlichen  Marine,
welche  auf  Grund  freiwilliger  Meldung  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika  zugetheilt  werden,  wird  die  Zeit,  während
welcher  sie  bei  der  Schutztruppe  dienen,  auf  die  aktive  Dienstzeit
im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marine  angerechnet.

82.

Wehrpflichtige  Reichsangehörige,  welche  in  dem  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete  ihren  Wohnsitz  haben,  werden  zur
Ableistung  ihrer  aktiven  Dienstpflicht  auf  ihren  Wunsch  in  die
Schutztruppe  für  Südwestafrika  eingestellt.  Der  Beibringung
eines  Meldescheins  zum  freiwilligen  Eintritt  bedarf  es  für
diesen  Fall  nicht.  Die  Regelung  der  ihnen  zu  gewährenden
Löhnung  und  ihrer  sonstigen  Gebührnisse  bleibt  Unserer
weiteren  Verordnung  vorbehalten.

83.

Mit  dem  Berechtigungsschein  zum  einjährig-freiwilligen
Dienst  versehene  Wehrpflichtige,  welche  in  dem  südwestafrikanischen
Schutzgebiet  ihren  Wohnsitz  haben,  dürfen  zum  einjährig-frei-Organisatorische

  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.  3
        <pb n="764" />
        34

willigen  Dienst  in  die  Schutztruppe  für  Südwestafrika  eingestellt
  werden.
§  4.

Die  Einstellung  der  in  den  §§  2  und  3  gedachten  Personen
  erfolgt  durch  den  Kommandeur  der  Schutztruppe,  welcher
im  Einverständniß  mit  dem  Landeshauptmann  die  Einstellungstermine
  bestimmt.  Von  jeder  Einstellung  eines  Wehrpflichtigen
ist  unter  Angabe  des  Geburtsortes  und  -Tages  der  Civilvorsitzende
der  zuständigen  heimathlichen  Ersatzkommission  zu  benachrichtigen.

§5.
Die  in  den  §§  2  und  3  gedachten  Personen  können  von
dem  Landeshauptmann  nach  Anhörung  des  Kommandeurs  vor
Ablauf  der  gesetzlichen  aktiven  Dienstzeit  beurlaubt  werden.

86.

Nach  beendeter  aktiver  Dienstzeit  in  der  Schutztruppe
treten  sämmtliche  Mannschaften  zum  Beurlaubtenstande  des
Heeres  oder  der  Kaiserlichen  Marine  über.

Kehren  sie  nach  Deutschland  zurück,  so  sind  sie  den
heimathlichen  Bezirkskommandos,  behalten  sie  ihren  Wohnsitz
im  Schutzgebiet  oder  verlegen  denselben  ins  Ausland,  demjenigen
Bezirkskommando  (I—IV)  Berlin,  welchem  sie  ihrer  Waffengattung
  rc.  nach  angehören,  durch  den  Kommandeur  der
Schutztruppe  zu  überweisen.

§  7.

Diejenigen  Mannschaften  des  Beurlaubtenstandes,  welche
der  aktiven  Dienstpflicht  ganz  oder  theilweise  in  der  Schutztruppe
  für  Südwestafrika  genügt  haben,  sind,  so  lange  sie
ihren  dauernden  Aufenthalt  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
haben,  vom  Dienste  im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marine
zurückgestellt,  können  aber  innerhalb  der  für  das  Heer  bestimmten
  Grenzen  zu  Uebungen  in  der  Schutztruppe  eingezogen
werden.

8  8.

Das  Kommando  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  hat

über  sämmtliche  im  Schutzgebiete  sich  dauernd  aufhaltende  Per-
        <pb n="765" />
        35

sonen  des  Beurlaubtenstandes  Kontrole  zu  führen  und  zum
1.  Januar  jedes  Jahres  dem  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,
Kolonial-Abtheilung)  die  namentliche  Liste  einzureichen.  Diese
Liste  ist  dem  Königlich  Preußischen  Kriegsministerium  behufs
Mittheilung  an  die  kontrolirenden  Bezirkskommandos  zuzustellen.

89.

Von  jeder  Heranziehung  der  Personen  des  Beurlaubtenstandes
  zur  nothwendigen  Verstärkung  der  Schutztruppe  sowie
von  jeder  Einziehung  zur  Uebung  ist  durch  den  Kommandeur
der  Schutztruppe  das  kontrolirende  Bezirkskommando  unter
Angabe  der  Dauer  der  Dienstleistung  zu  benachrichtigen.

Der  Militärpaß  ist  entsprechend  zu  vervollständigen.

§  10.
Diese  Verordnung  hat  auch  für  die  der  Schutztruppe  für
Südwestafrika  mit  dem  26.,  27.  und  28.  Mai  1896  zugetheilten
deutschen  Militärpersonen  Geltung.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift
und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin  im  Schloß,  den  30.  März  1897.

(L.  S.)  gez.  Wilhelm  I.  R.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="766" />
        36
Zu  Aulage  2b  zu  §  6.

In  Verfolg  des  82  der  Verordnung  vom  30.  März  1805,
betreffend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  bei  Meiner  Schutztruppe
  für  Südwestafrika,  bestimme  Ich,  was  folgt:

Die  zur  Ableistung  ihrer  aktiven  Dienstpflicht  in  Meine
Schutztruppe  für  Südwestafrika  eingestellten  Wehrpflichtigen  erhalten,
  solange  sie  noch  in  Ausübung  ihrer  gesetzlichen  Dienstpflicht
  begriffen  sind,  eine  Löhnung  von  monatlich  50  Mark,
für  die  Dauer  ihrer  Theilnahme  an  kriegerischen  Unternehmungen
dagegen  die  bei  der  Schutztruppe  übliche  volle  Reiterlöhnung.
Hinsichtlich  aller  sonstigen  Gebührnisse  sind  sie  den  der  Schutztruppe
  zugetheilten  übrigen  deutschen  Mannschaften  —  siehe  §  3
des  Gesetzes  vom  7.  Juli  1896  —  gleichgestellt.

Die  Einjährig-Freiwilligen  erhalten  freie  Unterkunft  nach
Maßgabe  der  örtlichen  Verhältnisse.  Abgesehen  von  kriegerischen
Unternehmungen,  für  deren  Dauer  die  Fürsorge  in  dieser  Beziehung
  vom  Kommando  auf  Rechnung  der  Landesverwaltung
übernommen  wird,  haben  sie  sich  selbst  zu  verpflegen,  zu  bekleiden
  und  auszurüsten  sowie  auch  beritten  zu  machen.  Sie
sind  berechtigt,  gegen  eine  Vergütung  von  täglich  2  Mark  sich
in  die  Naturalverpflegung  der  Truppe  aufnehmen,  gegen  Erstattung
  der  Selbstkosten  aus  Truppenbeständen  bekleiden  und
ausrüsten  sowie  gegen  eine  Entschädigung  von  210  Mark  von
der  Truppe  beritten  machen  zu  lassen.  Neben  dem  letzteren
Betrage  ist  für  die  Unterhaltung  des  Pferdes,  einschließlich
Hufbeschlag  und  sonstigen  Aufwendungen,  eine  besondere  Vergütung
  nicht  zu  entrichten.

Ich  ermächtige  Sie,  zu  der  gegenwärtigen  Ordre  Erläuterungen
  zu  ertheilen  und  Abänderungen  zu  treffen,  soweit  solche
nicht  von  grundsätzlicher  Bedeutung  sind.

Gegeben  Berlin,  den  25.  Mai  1898.

(L.  8.)  gez.  Wilhelm  I.  R.
gqgez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt;
Kolonial-Abtheilung).
        <pb n="767" />
        Aulage  3  zu  97.

Anforderungen

an  die  körperlichen  Eigenschaften  der  in  den  afrika-1.



2.

nischen  Dienst  einzustellenden  Militärpersonen.

 

Die  in  den  afrikanischen  Dienst  einzustellenden  Militärpersonen
  sollen  in  Bezug  auf  körperliche  Brauchbarkeit  zu
diesem  besonderen  Dienst  militärärztlich  untersucht  werden.
Die  Untersuchung  ist  mit  aller  Gründlichkeit  vorzunehmen
und  über  den  Befund  ein  militärärztliches  Zeugniß  unter
Berücksichtigung  des  §  90  der  D.  A.  vom  1.  2.  94  auszustellen.


a)  Die  bezeichneten  Militärpersonen  sollen  frei  sein  von
denjenigen  Fehlern  und  Gebrechen,  wodurch  die  Felddienstfähigkeit
  aufgehoben  wird,  und  sollen,  um  die  mit
dem  afrikanischen  Dienst  verbundenen  bedeutenden  Anstrengungen
  und  klimatischen  Schädlichkeiten  ertragen
zu  können,  besonders  auch  einen  kräftigen  Körperbau
und  völlige  Gesundheit,  namentlich  ein  gesundes,  kräftiges
  Herz  und  gesunde  Athmungs=  und  Verdauungswerkzeuge
  besitzen.  Dazu  gehört  auch  das  Fehlen
jeglicher  durch  Erblichkeit  bedingten  Krankheitsanlage
dieser  Organe.  Personen,  welche  früher  an  Magenund
  Darmkatarrhen,  an  Gelbsucht,  Ruhr  oder  vor
Kurzem  an  konstitutioneller  Syphilis  gelitten  haben,
ferner  Personen,  bei  welchen  Neigung  oder  Anlagen
zu  Geschwüren  und  Hautkrankheiten  oder  chronischen,
sich  leicht  verschlimmernden  inneren  Leiden  (Rheumatismus
  rc.),  zu  Blutstockungen  und  Kongestionen  nach
        <pb n="768" />
        dem  Gehirn,  den  Lungen,  dem  Herzen  oder  anderen
wichtigen  Organen  sich  finden,  sind  nicht  für  brauchbar
für  den  afrikanischen  Dienst  zu  erachten.

b)  Von  einer  Verwendung  bezw.  Wiederverwendung  in
dem  afrikanischen  Dienst  sind  auszuschließen  diejenigen
Militärpersonen,  welche  sich  nachweislich  dem  chronischen
Morphium-,  Kokain=  und  Alkoholgenuß  hingegeben  haben
oder  noch  hingeben.

c)  Von  einer  Verwendung  bezw.  Wiederverwendung  in
dem  afrikanischen  Dienst  sind  auszuschließen  diejenigen
Militärpersonen,  deren  Sehschärfe  (auf  jedem  Auge
besonders  gemessen)  auf  einem  Auge  weniger  als  ½
der  normalen  beträgt,  ferner  Kurzsichtige  und  Fernsichtige,
  deren  Refraktionsstörungen  nicht  mehr  durch
ein  Konkav-Glas  Nr.  12  bezw.  durch  ein  Konvex-Glas
Nr.  20  ausgeglichen  werden  können,  und  welche  nach
Ausgleich  der  Refraktionsfehler  auf  einem  Auge  weniger
als  2/3  der  gewöhnlichen  Sehschärfe  besitzen.

Volle  Sehschärfe  ist  dann  vorhanden,  wenn  Reihe  6
nach  Snellen  in  6  Meter  Entfernung  mit  jedem  Auge
einzeln  gelesen  wird.

3.  Die  von  den  betreffenden  Militärpersonen  früher  überstandenen
  Krankheiten,  wie  auch  etwaige  in  den  Familien
derselben  erbliche  oder  verbreitete  Erkrankungen  sind  bei
Feststellung  des  ärztlichen  Urtheils  in  Betracht  zu  ziehen
und  in  dem  militärärztlichen  Zeugniß  anzugeben.

4.  Die  bezeichneten  Militärpersonen  müssen  bei  Gelegenheit
der  ärztlichen  Untersuchung  —  Absatz  1  —  geimpft  werden,
was  in  dem  militärärztlichen  Zeugniß  zu  bescheinigen  ist;
vermögen  sie  einen  Impfschein  beizubringen,  welcher  nachweist,
  daß  ihre  Impfung  innerhalb  der  der  Untersuchung
voraufgegangenen  sechs  Wochen  stattgefunden  hat,  so  ist
von  einer  erneuten  Impfung  abzusehen  und  der  gedachte
Impfschein  dem  militärärztlichen  Zeugniß  beizufügen.
        <pb n="769" />
        39
Aulage  4  zu  88.

Auf  Ihren  Vortrag  bestimme  Ich  für  die  afrikanischen
Schutztruppen:

Die  Stellenbesetzung  der  Offiziere,  Sanitätsoffiziere  und
oberen  Militärbeamten  und  die  eintretendenfalls  erforderlich
werdenden  Beförderungen  zu  den  Chargen  bleiben  Meiner
Entscheidung  vorbehalten.  Die  Chargenbezeichnungen  haben
denen  Meines  Heeres  zu  entsprechen.  Die  Offiziere  und
Sanitätsoffiziere  erhalten  Patente  ihrer  Chargen,  die  oberen
Militärbeamten  Bestallungen.  Den  von  Ihnen  hiernach  zu
stellenden  Anträgen  auf  Zutheilungen  und  Beförderungen  ist
im  Allgemeinen  die  heimische  Anciennetät  zu  Grunde  zu  legen.

Neues  Palais,  den  10.  November  1896.

gez.  Wilhelm  I.  R.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.

An  den  Reichskanzler.
        <pb n="770" />
        <pb n="771" />
        41
Aulage  Fa  zu  §  13.

I.  Verordnung,

betreffend  die  Einführung  der  deutschen  Militär-=Strafgesetze
  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten.
Vom  26.  Juli  1896.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,
König  von  Preußen  2c.

verordnen  auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die
Rechtsverhältnisse  der  Deutschen  Schutzgebiete  (Reichs-Gesetzbl.
1888  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

Einziger  Paragraph.

Die  Militär-Strafgesetze  des  Deutschen  Reichs  treten  in
den  afrikanischen  Schutzgebieten  gleichzeitig  mit  dem  Gesetze,
betreffend  die  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
und  die  Ableistung  der  Wehrpflicht  daselbst  vom  7.  Juli  1896
mit  der  Maßgabe  in  Kraft,  daß  im  Sinne  des  Militär-Strafgesetzbuchs
  vom  26.  Juni  1872  (Reichs-Gesetzbl.  S.  173)  unter
Heer  auch  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  zu  verstehen  sind.

Urkundlich  unter  Unserer  Hoöchsteigenhändigen  Unterschrift
und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Merok,  an  Bord  M.  w.  „Hohenzollern“,  den
26.  Juli  1896.
(L.  S.)  gez.  Wilhelm.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="772" />
        <pb n="773" />
        43
Anlage  Sb  zu  8  18.

II.  Verordnung,
betreffend  das  strafgerichtliche  Verfahren  gegen
Militärpersonen  der  Kaiserlichen  Schutztruppen.
Vom  26.  Juli  1896.

 

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,
König  von  Preußen  2c.
verordnen  auf  Grund  des  Artikels  II  §  4  des  Gesetzes  vom
7.  Juli  1896  wegen  Abänderung  des  Gesetzes  vom  22.  März
1891  (Reichs-Gesetzbl.  S.  53),  betreffend  die  Kaiserliche  Schutztruppe
  für  Deutsch-Ostafrika,  und  des  Gesetzes  vom  9.  Juni
1895  (Reichs-Gesetzbl.  S.  258),  betreffend  die  Kaiserlichen
Schutztruppen  für  Südwestafrika  und  für  Kamerun,  im  Namen
des  Reichs,  was  folgt:
§  1.

Das  strafgerichtliche  Verfahren  gegen  die  Angehörigen  der
Schutztruppen  richtet  sich  nach  den  Vorschriften  der  Preußischen
Militär-Strafgerichtsordnung  vom  3.  April  1845,  soweit  nicht
in  Nachstehendem  abweichende  Bestimmungen  getroffen  sind.

§  2.

Die  Militär-Strafgerichtsbarkeit  bei  der  Truppe  wird
verwaltet

1.  durch  das  Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen,



2.  durch  Gouvernementsgerichte,

3.  durch  Abtheilungsgerichte.

83.

Das  Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  besteht
  aus  dem  Reichskanzler  als  Gerichtsherrn  und  einem  mit
Richterqualität  versehenen  vortragenden  Rath  als  Auditeur.
        <pb n="774" />
        44

Dem  Reichskanzler  steht  die  höhere  Gerichtsbarkeit  und  die
niedere  Gerichtsbarkeit  über  alle  Angehörigen  der  Kaiserlichen
Schutztruppen  zu,  soweit  dieselben  nicht  der  Gerichtsbarkeit  der
Gouvernementsgerichte  oder  Abtheilungsgerichte  unterstehen.
In  Deutschland  befindliche  Angehörige  der  Schutztruppen  treten
während  ihres  Aufenthalts  daselbst  unter  die  Gerichtsbarkeit
des  Oberkommandos  der  Schutztruppen.

84.

Das  Gouvernementsgericht  besteht  aus  dem  Gouverneur
oder  Landeshauptmann  als  Gerichtsherrn  und  einem  Auditeur.
Dasselbe  hat  die  höhere  und  niedere  Gerichtsbarkeit  über  sämmtliche
  Angehörige  der  ihm  unterstellten  Schutztruppe.

§  5.

Ein  Abtheilungsgericht  wird  gebildet  bei  jeder  von  dem
zuständigen  Gouverneur  bezw.  Landeshauptmann  bestimmten
Abtheilung.  Dasselbe  besteht  aus  dem  Befehlshaber  dieser
Abtheilung  als  Gerichtsherrn  und  einem  untersuchungsführenden
  Offizier.

Die  Abtheilungsgerichte  haben  die  niedere  Gerichtsbarkeit
über  die  zur  Abtheilung  gehörigen,  sowie  über  die  derselben
vorübergehend  überwiesenen  Militärpersonen.

Treten  mehrere  derartige  Abtheilungen  örtlich  unter  einen
gemeinsamen  Befehl,  so  übt  der  rangälteste  Offizier  die  Befugnisse
  des  Gerichtsherrn  über  sie  aus.

§  6.

Zur  Bildung  eines  Untersuchungsgerichts  genügt  in  allen
Fällen  die  Zuziehung  eines  Offiziers  oder  Sanitätsoffiziers
als  Beisitzer.

Der  Beisitzer  hat  in  den  Straffällen  der  Offiziere  thunlichst
  dem  Dienstgrade  des  Angeschuldigten  zu  entsprechen.  Bei
solchen  Verhandlungen,  welche  unter  Zuziehung  eines  Aktuars
oder  eines  durch  Handschlag  an  Eidesstatt  verpflichteten  Protokollführers
  aufgenommen  werden,  kann  von  Zuziehung  eines
Beisitzers  abgesehen  werden.
        <pb n="775" />
        45

87.

In  Ermangelung  eines  Auditeurs  können  seine  Obliegenheiten
  durch  einen  zum  Richteramte  befähigten  Beamten  oder
Offizier  und,  falls  ein  solcher  nicht  verfügbar  ist,  durch  einen
untersuchungsführenden  Offizier  oder  einen  anderen  Offizier
wahrgenommen  werden.

Die  Vereidigung  eines  solchen  Offiziers  erfolgt  nach  8  80
der  Militär-Strafgerichtsordnung.  Jedoch  bedarf  es  der  Zuziehung
  eines  weiteren  Offiziers  zur  Vereidigung  nicht.

88.

Spruchgerichte  hinsichtlich  sämmtlicher  Angehörigen  der
Schutztruppen  sind  Kriegs-  und  Standgerichte.

Die  besonderen  Bestimmungen  der  Militär-Strafgerichtsordnung
  über  das  Verfahren  gegen  Militärbeamte  finden  auf
die  Beamten  bei  den  Schutztruppen  keine  Anwendung.  Die
oberen  Militärbeamten  werden  hinsichtlich  der  Kostenfreiheit
den  Offizieren  gleichgestellt  (Militär-Strafgerichtsordnung
8  274).

89.

Vor  der  Einleitung  der  förmlichen  Untersuchung  gegen
den  Kommandeur  einer  Schutztruppe  ist  stets  Meine  Entscheidung
  einzuholen.

8  10.

Zu  einem  Kriegsgericht  sind  als  Richter  zu  berufen:

a)  über  einen  Offizier:  ein  älterer  Kompagnieführer  als
Präses,  zwei  Kompagnieführer,  zwei  Lieutenants;

b)  über  einen  Unteroffizier:  ein  älterer  Kompagnieführer
als  Präses,  zwei  Offiziere,  zwei  Unteroffiziere;

I)  über  einen  Gefreiten  oder  Gemeinen:  ein  älterer  Kompagnieführer
  als  Präses,  zwei  Offiziere,  zwei  Gefreite
oder  Gemeine:

d)  über  einen  Militärbeamten:  ein  älterer  Kompagnieführer
  als  Präses,  zwei  Offiziere,  zwei  obere  Militärbeamte,
  thunlichst  vom  Dienstzweige  des  Angeschuldigten.

Die  aktiven  Offiziere  und  die  oberen  Militärbeamten
können  im  Bedarfsfalle  durch  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes,
        <pb n="776" />
        46

durch  Sanitätsoffiziere,  oder  durch  Ingenieure  des  Soldatenstandes,
  bei  Kriegsgerichten  über  Mannschaften  (h  und  e)  auch
durch  andere  geeignete  Militärpersonen  ersetzt  werden.

11.

Zu  einem  Standgericht  sind  als  Richter  zu  berufen:

a)  über  einen  Unteroffizier:  ein  Kompagnieführer  als
Präses,  ein  Lieutenant,  ein  Unteroffizier;

b)  über  einen  Gefreiten  oder  Gemeinen:  ein  Kompagnieführer
  als  Präses,  ein  Lieutenant,  ein  Gefreiter  oder
Gemeiner;

Z)  über  einen  unteren  Militärbeamten:  ein  Kompagnieführer
  als  Präses,  ein  Lieutenant,  ein  unterer  Militärbeamter.


Im  Bedarfsfalle  können  die  aktiven  Offiziere  durch  Offiziere
  des  Beurlaubtenstandes,  durch  Sanitätsoffiziere  oder
Ingenicure  des  Soldatenstandes,  sowie  durch  andere  geeignete
Militärpersonen  —  die  unteren  Militärbeamten  durch  Unteroffiziere
  —  ersetzt  werden.

8  12.

Die  Gerichte  des  Heeres,  der  Marine  und  der  Schutz—
truppen  haben  einander  Rechtshülfe  zu  leisten.

Den  gegenseitigen  Requisitionen  auf  Führung  von  Untersuchungen,
  Fällung  von  Erkenntnissen,  Gestellung  von  Beisitzern
zu  Kriegsgerichten,  Standgerichten  und  Untersuchungsgerichten
ist  Folge  zu  geben.

8  13.

Fallen  dem  Angeschuldigten  nach  dem  Ergebniß  der  Er—
mittelungen  mehrere  strafbare  Handlungen  zur  Last  und  erscheint
für  die  Strafzumessung  die  Feststellung  des  einen  oder  anderen
Straffalles  unwesentlich,  so  ist  die  Untersuchung  nur  wegen  der
schweren  Straffälle  einzuleiten.

Die  nachträgliche  Verfolgung  der  leichteren  Straffälle  ist
nur  innerhalb  zweier  Monate  nach  Rechtskraft  des  Erkenntnisses
  zulässig.
        <pb n="777" />
        8  14.

Wird  unter  Betheiligung  von  Personen  verhandelt,  welche
der  deutschen  Sprache  nicht  mächtig  sind,  so  ist  ein  Dolmetscher
zuzuziehen.  Die  Führung  eines  Nebenprotokolls  in  der  fremden
Sprache  findet  nicht  statt;  jedoch  sollen  Aussagen  und  Erklärungen
  in  fremder  Sprache,  wenn  und  soweit  dies  mit
Rücksicht  auf  die  Wichtigkeit  der  Sache  erforderlich  erscheint,
auch  in  der  fremden  Sprache  in  das  Protokoll  oder  in  eine
Anlage  niedergeschrieben  werden.  In  den  dazu  geeigneten.
Fällen  soll  dem  Protokoll  eine  durch  den  Dolmetscher  zu  beglaubigende
  Uebersetzung  beigefügt  werden.  Die  Zuziehung
eines  Dolmetschers  kann  unterbleiben,  wenn  die  betheiligten
Personen  sämmtlich  der  fremden  Sprache  mächtig  sind.

§  15.

Dem  Angeschuldigten  steht  in  jedem  Falle  das  Recht  zu,
sich  zu  vertheidigen  oder  durch  eine  andere  Militärperson  vertheidigen
  zu  lassen.  Ist  die  Handlung  mit  dem  Tode  oder
lebenslänglicher  Freiheitsstrafe  bedroht,  so  muß  ein  Vertheidiger
zugezogen  werden.  Die  Vertheidigung  darf  nur  zum  gerichtlichen
  Protokoll  oder  mündlich  vor  dem  Spruchgericht  erfolgen.

§  16.

Bietet  die  Führung  der  Untersuchung  voraussichtlich  keine
Schwierigkeiten,  und  sind  sowohl  der  Angeschuldigte  als  auch
die  Beweismittel  und  gegebenenfalls  der  Vertheidiger  zur  Hand,
so  kann  der  Gerichtsherr  mit  der  Einleitung  der  förmlichen
Untersuchung  die  Anordnung  des  Spruchgerichts  verbinden.

§  17.

In  den  Fällen  des  §  16  findet  mündliche  Verhandlung
vor  dem  Spruchgericht  statt.  Der  Angeschuldigte  wird  zunächst
durch  den  Auditeur  oder  untersuchungsführenden  Offizier  vernommen
  und,  sofern  dies  nicht  schon  geschehen  ist,  über  seine
Vertheidigungsbefugnisse  belehrt.  Darauf  folgen:  die  Beweiserhebung,
  der  Vortrag  des  Auditeurs  oder  untersuchungsführenden
  Offiziers  und  die  Vertheidigung.  Dem  Angeschuldigten
  gebührt  das  letzte  Wort.  Die  Aburtheilung  schließt  sich
        <pb n="778" />
        48

unmittelbar  an.  Sie  erfolgt  in  Abwesenheit  des  Angeschuldigten
  und  des  Vertheidigers.  Als  Protokollführer  wird  eine
durch  Handschlag  an  Eidesstatt  zu  verpflichtende  Militärperson
zugezogen.  Ueber  die  Verhandlung  ist  ein  Protokoll  aufzunehmen,
  welches  von  dem  Vorsitzenden,  von  dem  die  Verhandlung
führenden  Auditeur  oder  Offizier  und  von  dem  Protokollführer
zu  unterschreiben  ist.  Dasselbe  muß  enthalten:

1.  den  Ort  und  den  Tag  der  Verhandlung;

2.  die  Namen  der  Mitglieder  des  Gerichts,  des  Auditeurs
oder  untersuchungsführenden  Offiziers,  des  Protokollführers
  und  des  etwa  zugezogenen  Dolmetschers,  sowie
den  Vermerk  der  Beeidigungen;

3.  die  Namen  der  Angeschuldigten  und  ihrer  Vertheidiger;

4.  die  Namen  der  vernommenen  Zeugen  und  Sachverständigen
  und  den  Vermerk  und  die  stattgehabten
Beeidigungen.

Das  Protokoll  muß  den  Gang  und  die  Ergebnisse  der
Spruchsitzung  im  Wesentlichen  wiedergeben  und  die  Beobachtung
aller  wesentlichen  Förmlichkeiten  ersichtlich  machen,  auch  die
Bezeichnung  der  verlesenen  Schriftstücke,  sowie  die  im  Laufe  der
Verhandlung  gestellten  Anträge,  die  ergangenen  Entscheidungen
unter  Angabe  der  Abstimmung  der  einzelnen  Richterklassen  und
die  Urtheilsformel  enthalten.  Von  dem  Inhalt  der  Erklärungen
des  Auditeurs  oder  untersuchungsführenden  Offiziers,  des  Angeschuldigten
  und  des  Vertheidigers,  der  Zeugen  und  der  Sachverständigen
  wird  nur  das  Wesentliche  in  das  Protokoll
aufgenommen.  Insoweit  diese  Personen  bereits  im  Ermittelungsverfahren
  vernommen  waren,  ist  in  dem  Protokoll  nur  zu  vermerken,
ob  und  inwiefern  ihre  Erklärungen  etwa  von  den  früheren
Aussagen  in  erheblichem  Punkte  abweichen.

Kommt  es  auf  die  Feststellung  eines  Vorgangs  in  der
Spruchsitzung  oder  des  Wortlautes  einer  Aussage  oder  einer
Aeußerung  an,  so  hat  der  Präses  die  vollständige  Niederschreibung
und  Verlesung  anzuordnen.  In  dem  Protokoll  ist  zu  vermerken,
  daß  die  Verlesung  geschehen  und  die  Genehmigung
erfolgt  ist  oder  welche  Einwendungen  erhoben  sind.  Im
        <pb n="779" />
        49

Uebrigen  bedarf  es  der  Verlesung  des  Protokolls  nicht.  Hat
ausnahmsweise  schon  vor  der  Spruchsitzung  die  eidliche  Vernehmung
  von  Zeugen  stattgefunden,  so  kann,  wenn  die  Lage  der
Sache  dies  gestattet,  von  der  nochmaligen  Vernehmung  abgesehen
  werden.  In  diesem  Falle  genügt  die  Verlesung  des
früher  ausgenommenen  Protokolls.

8  18.

Ueber  das  Ergebniß  der  Beweisaufnahme  entscheiden  die
Spruchgerichte  nach  ihrer  freien,  aus  dem  Inbegriff  der  Verhandlungen
  geschöpften  Ueberzeugung.  Aus  den  Erkenntnißgründen
  muß  stets  genau  hervorgehen,  welche  Thatsachen  vom
Spruchgericht  für  festgestellt  erachtet  sind.

8  19.

Kein  Richter  darf  die  Abstimmung  über  eine  Frage  verweigern,
  weil  er  über  eine  vorhergegangene  Frage  in  der  Minderheit
  geblieben  ist.

§  20.

Die  Ausfertigungen  der  Erkenntnisse  werden  nur  von  dem
Präses  und  dem  Referenten  unterzeichnet.  Einer  Untersiegelung
bedarf  es  nicht.

§  21.

Der  Reichskanzler  hat  das  Bestätigungsrecht  eines  kommandirenden
  Generals,  der  Gouverneur  beziehungsweise  Landeshauptmann
  das  Bestätigungsrecht  eines  Divisions-Kommandeurs,
der  Kommandeur  einer  oder  mehrerer,  mit  Gerichtsbarkeit
versehener  Abtheilungen  das  Bestätigungsrecht  eines  Regiments-Kommandeurs.


Im  Uebrigen  behalte  Ich  Mir  das  Bestätigungsrecht  vor.
Auch  bedürfen  die  Erkenntnisse  wider  obere  Militärbeamte,  wie
die  Erkenntnisse  wider  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere  Meiner
Bestätigung.

8  22.

Die  Begutachtung  eines  kriegsgerichtlichen  Erkenntnisses

erfolgt  durch  einen  Auditeur  oder  durch  einen  zur  Ausübung

Organisatorische  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.  4
        <pb n="780" />
        50

des  Richteramts  befähigten  deutschen  Beamten  oder  Offizier.
Die  Begutachtung  soll  nicht  durch  einen  Beamten  oder  Offizier
geschehen,  welcher  Referent  in  dem  Spruchgericht  war.

Der  Befehlshaber,  welchem  die  Bestätigung  zusteht,  hat
eine  Begutachtung  nur  dann  anzuordnen,  wenn  die  Entscheidung
des  Kriegsgerichts  von  dem  Antrage  des  Referenten  wesentlich
abweicht,  oder  wenn  ihm  die  Entscheidung  aus  sonstigen  Gründen
bedenklich  erscheint.  Eine  Begutachtung  ist  stets  erforderlich,
wenn  auf  mehr  als  einjährige  Freiheitsstrafe  erkannt  ist.

§  23.

Eine  Begutachtung  der  Erkenntnisse  der  Abtheilungsgerichte
findet  nicht  statt.

Glaubt  der  Gerichtsherr  die  Bestätigung  versagen  zu
müssen,  so  hat  er  unter  Begründung  der  Versagung  das  Erkenntniß
  nebst  den  Akten  dem  mit  der  höheren  Gerichtsbarkeit
versehenen  Vorgesetzten  vorzulegen.  Dieser  muß  das  Erkenntniß
  durch  einen  Auditeur  (§  22)  begutachten  lassen  und
kann  dasselbe  aufheben,  wenn  er  es  in  Uebereinstimmung  mit
dem  Gutachten  für  nichtig,  gesetzwidrig  oder  aktenwidrig  erachtet.

Unter  den  gleichen  Voraussetzungen  dürfen  die  bei  dem
Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  bezw.  den
Gouvernementsgerichten  ergangenen  noch  nicht  rechtskräftigen
standgerichtlichen  Erkenntnisse  von  dem  an  sich  zur  Bestätigung
zuständigen  Gerichtsherrn  aufgehoben  werden.

§  24.

Erfolgt  die  Aufhebung  eines  Erkenntnisses,  so  darf  zu
dem  neuen  Spruchgericht  der  frühere  Referent  als  solcher  wieder
zugezogen  werden.  Das  neue  Spruchgericht  hat  die  rechtliche
und  militärdienstliche  Beurtheilung,  welche  der  Aufhebung  des
Erkenntnisses  zu  Grunde  gelegt  ist,  auch  seiner  Entscheidung  zu
Grunde  zu  legen.

g  26.

Die  Vollstreckung  einer  Freiheitsstrafe  bis  zu  einem  Jahre
einschließlich  erfolgt,  soweit  dies  angängig,  an  Ort  und  Stelle;
        <pb n="781" />
        51

die  Vollstreckung  einer  Freiheitsstrafe  von  längerer  Dauer  erfolgt
  in  der  Heimath  und  ist  vom  Gerichtsherrn  —  §  180
Militär-Strafgerichtsordnung  —  in  sinngemäßer  Anwendung
der  für  die  Angehörigen  Meiner  Armee  bestehenden  Vorschriften
zu  veranlassen.
8  26.

Die  Geschäfte  des  Generalauditoriats  und  des  Generalauditeurs
  werden  von  dem  Generalauditoriat  und  dem  Generalauditeur
  der  Armee  und  Marine  wahrgenommen.

§  27.

Die  ergangenen  kriegs=  und  standgerichtlichen  Erkenntnisse
sind  nach  Erledigung  der  Sache  mit  den  Akten  von  dem  Gerichtsherrn
  dem  Generalauditoriat  zur  Prüfung  vorzulegen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift
und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Merok,  an  Bord  M.  Y.  „Hohenzollern“,  den
26.  Juli  1896.

(I.  S.)  gez.  Wilhelm.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="782" />
        <pb n="783" />
        53
Aulage  de  zu  §  13.

Bestimmungen
zur  Einführung  der  Militär-Strafvollstreckungs-Vorschrift
  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen.

 

1.  Diein  der  Militär-Strafvollstreckungs-Vorschriftdem  Kriegsministerium
  bezw.  den  Generalkommandos  übertragenen
Befugnisse  werden  von  dem  Reichskanzler  wahrgenommen,
sofern  sich  die  Zuständigkeit  der  gedachten  Militärbehörden
nicht  aus  dem  Vorgesetzten-Verhältnisse  derselben  den
betreffenden  militärischen  Strafanstalten  gegenüber  ergiebt.
2.  An  Stelle  der  in  der  Vorschrift  angezogenen  Armee-Reglements
  rc.  treten  für  die  Schutztruppen  die  entsprechenden
  Vorschriften  für  die  Schutztruppen.
3.  Die  in  der  Vorschrift  vorkommenden,  auf  die  Armee  bezüglichen
  Bezeichnungen  und  Benennungen  von  Behörden,
Chargen,  Verwaltungen  2c.,  Hinweise  auf  Etats,  Fonds,
Rechnungsstellen  2c.  sind  durch  die  entsprechenden,  für  die
Schutztruppen  gültigen  Bezeichnungen  bezw.  Hinweise  zu
ersetzen.
4.  Auf  die  Deckoffiziere  finden  die  für  Unteroffiziere  erlassenen
  Vorschriften  sinngemäße  Anwendung  mit  der
Maßgabe,  daß
a)  die  in  Untersuchungshaft  befindlichen  Deckoffiziere  die
unter  9  Aa  vorgesehenen  Abzüge  zu  erleiden  haben;

b)  bezüglich  der  Gehaltsabzüge  zur  Deckung  von  Geldstrafen,
  bei  Verpflegung  in  Festungsstuben-Gefangenanstalten,
  Festungs-Gefangenanstalten  und  in  Festungsgefängnissen,
  sowie  hinsichtlich  der  Bekleidung  die
Deckoffiziere  nach  den  für  Offiziere  geltenden  Grundsätzen
  zu  behandeln  sind.

5.  Die  Uebersicht  der  Festungsgefangen-Anstalten  2c.,  denen
Angehörige  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  zu  überweisen
sind,  befindet  sich  in  Unteranlage  I.
        <pb n="784" />
        54

Die  Vollstreckung  der  gegen  Angehörige  der  Schutztruppen
erkannten  Freiheitsstrafen  durch  die  bürgerlichen  Behörden
geschieht  unter  Beachtung  des  §  5  der  M.  St.  V.  in  der
in  der  Unteranlage  II  ersichtlichen  Weise.

Alle  im  Bereiche  der  Schutztruppenverwaltung  aufkommenden

Geldstrafen,  ohne  Unterschied,  ob  sie  gerichtlich  erkannt

oder  im  Disciplinarwege  verhängt  sind,  fließen  den  Einnahmen
  des  Schutzgebietes  zu.

Wegen  des  rechnungsmäßigen  Nachweises  ergehen  besondere
  Bestimmungen.
Die  in  der  Vorschrift  bei  Vollstreckung  der  Geldstrafen
der  Korpsintendantur  und  der  Korpszahlungsstelle  zugewiesene
  Thätigkeit  fällt  im  Bereiche  der  Schutztruppenverwaltung
  der  Intendantur  der  Schutztruppe  bezw.  der
mit  den  entsprechenden  Funktionen  betrauten  Dienststelle
und  der  Hauptkasse  des  Gouvernements  bezw.  der  Landeshauptmannschaft
  des  Schutzgebietes  zu.  Erfolgt  die  Strafvollstreckung
  in  Deutschland,  so  wird  die  Vereinnahmung
der  Geldstrafen  seitens  der  Legations-Kasse  auf  Anweisung
des  Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abtheilung,  bewirkt.

9.  Es  erhalten:

A.  Wenn  in  Folge  gerichtlicher  Untersuchung  Suspension

  oder  Verhaftung  eintritt:

a)  Offiziere,  Aerzte,  Deckoffiziere:  1
außerhalb  Deutschlands  für  die
ersten  1/  Monate  unverkürzte  Ge-In
  dem  Seellen-  bührnisse,  für  die  folgende  Zeit
einkommen  etwa  ¾.  der  afrikani  chen  Bezige;

enthaltene  »  ·
Repräsentations-  in  Deutschland  ½  der  Urlaubsgelder
  kommen  bezüge  mit  der  Maßgabe,  daß  der

gämzlich  in  Fortfall  der  Lokalzulage  in  der

Wegfall  und  war  Regel  nach  4  Monaten  (Aufenthalts
vom  Tage  der  Z  ...-  it  be---.
  in  Europa)  spätestens  mi

Sus  .  ab.  ·  «-pmswmca

  sonderer  Genehmigung  des  Reichskanzlers
  nach  6  Monaten  erfolgt.
        <pb n="785" />
        b)  Mannschaften:
außerhalb  Deutschlands  underkurgte  Bezüge;

in  Deutschland  ½  der  Urlaubsbezüge  und  zwar
die  Mannschaften  2c.  aus  Deutsch-Ostafrika,  Kamerun
(und  Togo)  mit  der  bei  den  Offizieren  2c.  angegebenen
  Maßgabe.

Die  während  der  Untersuchungshaft  entstehenden  Verpflegungskosten
  haben  die  Inhaftirten  —  abgesehen  von
den  in  Südwestafrika  in  Haft  genommenen  Mannschaften
  der  dortigen  Schutztruppe,  welche  dort  frei  verpflegt
  werden  —  aus  den  ihnen  belassenen  Bezügen  zu
zahlen  bezw.  zu  erstatten.  Die  vorgeschriebenen  Abzüge
beginnen  mit  dem  Tage  der  Suspension  oder  Verhaftung.

Im  Falle  der  Freisprechung  werden  die  einbehaltenen
Bezüge  nachgezahlt.

B.  Für  die  Dauer  der  Strafverbüßung:

I.  Bei  Haft  oder  Arrest  sämmtlicher  Personen  des
Soldatenstandes  unverkürzte  Bezüge.
II.  Bei  Festungshaft  oder  Gefän  gnißstrafe:
a)  Offiziere  2c.  die  Sätze  unter  A.  a.
b)  Mannschaften:
außerhalb  Deutschlands  freie  Arrestaten-Verpflegung
  und  einen  Baarzuschuß  in  Höhe  von
⅛  der  etatsmäßigen  Löhnung.
innerhalb  Deutschlands:
bei  Verbüßung  der  Strafe
1.  in  einem  Festungsgefängniß:
freie  Verpflegung;
2.  in  einer  Festungs-Gefangenanstalt  oder
Festungsstuben-Gefangenanstalt:
ein  Verpflegungsgeld  von  täglich  75  Pfennig
zur  Bestreitung  der  im  §  131  M.  St.  V.
bezeichneten  Bedürfnisse;
        <pb n="786" />
        10.

3.  in  einem  Garnison-Gefängniß:
neben  der  täglichen  Brodportion  von  750  g
eine  tägliche  Löhnung  von  30  Pfennig,  aus
der  die  Verpflegung  und  die  sonstigen  Bedürfnisse
  zu  bestreiten  sind.

Außerdem  wird  in  allen  unter  1  bis  3  gedachten  Fällen
ein  Baarzuschuß  in  Höhe  von  ⅛  der  etatsmäßigen
Löhnung  gewährt.  Dieser  Baarzuschuß  wird  indeß  erst
nach  der  Entlassung  der  Bestraften  aus  der  Strafanstalt
ausgezahlt,  und  zwar  durch  die  Legations-Kasse.

Zu  den  allgemeinen  Verwaltungs=  und  Unterhaltungskosten
  der  Strafanstalt  haben  die  Inhaftirten  nicht  beizutragen.
  Bekleidung  und  Wäsche  werden  den  Mannschaften
  frei  gewährt,  während  sie  ebenso  wie  die  Verpflegung
  von  den  Offizieren  rc.  aus  den  ihnen  belassenen
Gebührnissen  zu  bestreiten  sind.

Bei  Strafvollstreckung  in  Deutschland  sind  die  Kostenliquidationen
  seitens  der  Strafanstalten  zu  den  üblichen
Terminen  aufzustellen  und  dem  Auswärtigen  Amt,  Kolonial=Abtheilung,
  zur  Herbeiführung  der  Berichtigung  einzureichen.
  Ausgenommen  sind  die  den  Schutztruppengefangenen
  zugebilligten  Baarzuschüsse,  deren  Zahlung  und
Liquidirung  nicht  durch  die  Strafanstalt  erfolgen  darf.
Hinsichtlich  der  Militärbeamten  gelten  die  Bestimmungen
des  Reichsbeamten-Gesetzes.
        <pb n="787" />
        57

Unteranlage  I
zu  Anlage  be.

 

Uebersicht
für  die
Ueberweisung  der  durch  Schutztruppengerichte
Verurtheilten  an  die  Festungsgefangen  =  Anstalten,
Festungsgefängnisse  und  Festungsstuben-Gefangenanstalten.


A.  Uebersicht
für  die

Ueberweisung  verurtheilter  Offiziere,  Militärbeamten.  Unteroffiziere
  und  Mannschaften  an  die  Festungsgefangen-Anstalten
und  Festungsstuben-Gefangenanstalten.

 

 

 

Bezeichnung
der
Anstalt.

 

Offiziere  der  Kaiserlichen  Schutztruppen,  Sanitäts=  In  I.  Linie  Festungsoffiziere
  und  obere  Militärbeamte.  )  stuben-Gefangenanstalt

a  »  in  Magdeburg,
Bemerkung.  An  Unteroffizieren  und  Gemeinen  in  II.  Linie  in  Wesel.

dürfen  Gefängnißstrafen  von  über
6  Wochen,  wenn  dem  Befehlshaber,
  welchem  die  Veranlassung
der  Strafvollstreckung  obliegt,  es
nach  der  Persönlichkeit  des  Verurtheilten,
  sowie  nach  der  Art
und  Beschaffenheit  der  begangenen
strafbaren  Handlung  angemessen
erscheint,  in  der  Festungsgefangen-Anstalt
  Ehrenbreitstein  vollstreckt
werden  (efr.  §  11,  6.  Abs.  1.  Mil.
Str.  V.).

 

 

*)  Vergl.  Deckbl.  66  d.  M.  St.  V.
        <pb n="788" />
        B.  Uebersicht

für  die

Ueberweisung  der  verurtheilten  Unteroffiziere  und  Mannschaften
an  die  Festungsgefängnisse.

 

 

 

Bezeidnung  Angabe  Bezeichnung
Truppe  Gerichts,  der  des  Bemerkungen.
welches  Strasdauer  Festungsverurtheilt
  hat  gefängnisses
Kaiserliche  Sämmtliche  OhneCöln  a.  Rh.
Schutztruppen  Schutztruppen=  Rücksicht  auf
gerichte  die  Strafdauer
        <pb n="789" />
        Verzeichniß

59

Unteranlage  II
zu  Anlage  be.

 

der  Civil-Strafanstalten,  an  welche  die  von  den  Schutztruppengerichten
  in  den  Deutschen  Schutzgebieten  Verurtheilten  zu
überweisen  sind,  wenn  die  Strafvollstreckung  an  die  bürgerlichen

  Behörden  übergeht.

Benennung  der  Anstalten,

 

—..

 

3  an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
F  behufs  Verbüßung  der  Bemerkungen.
ẽ  Zuchthausstrafe  Gefängnißstrafe
J.  Anhalt.
Herzogliche  Strafanstalt  in  Coswig.
2.  Baden.

Männernuchthaus  in  Landesgefängniß  in  Frei-Bruchsal.

  vbourg.
3.  Bayern.

Zuchthaus  in  Plassenburg  a.  Gefangenanstalt  in
bei  Kulmbach  in  Ober-  Amberg,  Ocberpfalz,
franken.  wenn  Aberkennung  der

büürgerlichen  Ehrenrechte
  oder  Strafen

aus  8S8  244,  245,  261,

254  N.  St.  G.  V.  erkfannt

  ist.

b.  Zellengefängniß  in

Nürnberg,  wenn  nur
auf  Gefängniß  erkannt

  ist.

4.  Braunschweig.

 

Strafanstalt  zu  Wolfenbüttel.
        <pb n="790" />
        60

 

Benennung  der  Anstalten,
an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind

 

—  behufs  Verbüßung  der  Bemerkungen.
ã*  Zuchthausstrafe  Gefängnißstrafe
2  Bremen.
Strafanstalt  in  Oslebs=  1.  Strafanstalt  in  Oolebo-Die  Requisition
hausen  bei  Bremen.  4  hausen,  wenn  auf  mine.wegen  Volldestens
  3  Monate  Ge-sreckung  der
ßfängnißstrafe  erkanntafen  ist  an
ist.  die  Staa##anund



6.  Elsaß-Lothringen.

Strafanstalt
heim.

 

1

Hamburg.

 

2.  Gefängnisse  in  Bremen

Bremerhaven,

I

wenn  auf  weniger  alo

3  Monate  Gefängniß
erkannt  ist.

in  Ensis=  Bezirkogefängnisse  in
Mulhausen  und  Straßburg
  i.  E.“

*)  je

 

waltschaft  Bremen
  zu  richten.

nach  der
größeren  oder
geringeren  Emfernung
  des
Aufenthaltoorts
der  Verurtheilten
  zur  Zeit  der
Ueberweisung.

Die  Einlieferung

der  Verurtheilten
  hat  in  das
Untersuchungsgefängniß
  in
HLamburg  zu  erfolgen,
  von  wo
aus  sie,  je  nach
Art  und  Dauer
derzuverbüßenden
  Strafe  in
die  theilo  m
der  Stadt  Hamburg,
  theils  in
deren  Nähe  im
Fuhlöbürtel  gelegenen
  Gefängnisse
  überführt
werden.
        <pb n="791" />
        61

 

Nummer

Benennung  der  Anstalten,
an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
behufs  Verbüßung  der

Zuchthausstrafe  Gefängnißstrafe

Bemerkungen.

 

2

L

 

Hessen.
Zellenstrafanstalt  in  Butzbach.

Lippe.

1.  Strafanstalt  zu  Wehl-Fürstliche  Strafanstalt  zu
heiden,  soweit  die  Ver-  Detmold.
urtheilten  christlicher
Religion  und  18  bis
25  Jahre  alt  sind,  sowie
  auch  diejenigen,
welche  über  25  Jahre
bis  vollendet  39  Jahre
alt  und  noch  nicht  mit
Zuchthaus  oder  2  Gefängnißstrafen
  von  3
Monaten  und  darüber
hinaus  bestraft  sind.

2.  Strafanstalt  Ziegenhain
diejenigen  Verurtheilten,
  welche  mit  Zuchthausodermit
  2  Gefängnißstrafen
  von  bezw.
über  3  Monaten  vor-  i
bestraft  und  über  25
bis  vollendet  39  3
alt  sind,  sowie  alle  Verurtheilten
  vom  40.  i
Lebensjahre  ab.

3.  Strafanstalt  zu  Cöln
jüdische  Verurtheilte.

 

        

 

Lübeck.

 

Die  Verurtheilten
sind  durch  Vermittelung
  der
Staatoanwaltschaft
  Lübeck  den
dortigen  Strafanstalten
  zur
Vollstreckung  zu
überweisen.
        <pb n="792" />
        Nummer

 

Benennung  der  Anstalten,
an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
behufs  Verbüßung  der

Zuchthausstrafe  Gefängnißstrafe

 

—  —  ——  —  —

Bemerkungen.

 

12.

13.

14.

15.

16.

Mecklenburg-Schweriu.

Mecklenburg-Strelitz.

Strafanstalt  zu  Strelitz
Zuchthausabtheilung.]Gefängnißabtheilung.
Oldenburg.

Strafanstalt  zu  Vechta.  [1.  Gefängnißstrafe  bis  zu

4  Monaten:  Gefängnißanstalt
  in  Oldenurg.

2.  Strafanstalt  zu  Vechta
beilängeren  Gefängnißstrafen.

Preußen.

Strafanstalt  in  Lüneburg,  Amtsgerichtliches  Gefängevangelische
  und  jüdi-;  niß  in  Harburg  bei

sche  Verurtheilte,  Straf[w  Hamburg.

anstalt  in  Celle,  katholische
  Verurtheilte.  !

Reuß  ältere  Linie.

Zuchthäuser  in  Gräfen=  Gefängnißanstalten  zu
tonna  und  Maßfeldt.  Ichterohausen.

Reuß  jüngere  Linie.
Zuchthaus  in  Gräfen=  Gefängnißanstalten  zu

 

tonna.  Ichtershausen.

 

Ein  bezüglicher
Vollstreckungsantrag
  ist  an
das  Justiz-Ministerium
  zu
Schwerin  zu
richten,  welches
weitere  Bestimmung
  riifft.
        <pb n="793" />
        63

 

 

 

Benennung  der  Anstalten,
an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
behufs  Verbüßung  der

Zurchthausstrafe  Gefängnißstrafe

Bemerkungen.

 

18.

19.

 

Sachsen.

Strafanstaltin  Waldheim.  1.  Strafanstalt  in  Zwickau,
weoenn  die  Strafe  3  Monate
  übersteigt  und  die
Verurtheilten  das  18.
Lebensjahr  vollendet
haben.

2.  Strafanstalt  in  Sachsenburg
  bei  Frankenberg,
wenn  eine  mehr  als
einmonatige  Strafe  zu
verbüßen  ist  und  die
Verurtheilten  das  18.
Lebensjahr  noch  nicht
vollendet  haben.

3.  Gefangenanstalt  zu
Leipzig  bei  Tollstreckung
von  Gefängnißstrafen
bis  zu  3  Monaten  an
Personen,  die  das  18.
Lebenojahr  vollendet
haben,  und  bei  Gefängnißstrafe
  bis  zu
1  Monat,  die  das  18.
Lebensiahr  noch  nicht
vollendet  haben.

 

Sachsen-Altenburg.

Zuchthäuser  in  Gräfen=  1.  Gefängnißanstalten  zu
tonna  und  Maffeldt.  Ichterohausen,  wenn
auf  3  Monate  und

Hänger  erkannt  ist.
2.  Landgerichtogefangenhaus
  in  Altenburg  bei
Strasen  von  kürzerer

Dauer.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Männerzuchthaus  zu  Gefängnißanstalten  zu
Gräfentonna.  Ichteröhausen.
        <pb n="794" />
        Benennung  der  Anstalten,

 

an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
—  behufs  Verbüßung  der  Bemerkungen.
Ö  Zuchthausstrafe  —  Gefängnißstrafe
20.  Sachsen-Meiningen.
Zuchthaus  zu  Maßfeldt.  1.  Gefängnißanstalten  zu
Ichterohausen,  wenn
auf  mindestene  3  Monate
  erkannt  ist.
2.  Die  betreffenden  Amtsgerichts-Gefängnisse,

wenn  auf  weniger  als
3  Monate  erkannt  ist.
21.  Sachsen-Weimar.
Zuchthäuser  zu  Gräfen=  Gefängnißanstalten  zu
tonna  und  Untermaß=  JIchterohausen.
feldt.
22.  Schaumburg-Lippe.
Strafanstalt  zu  Vechta.  Gefangenhäuser  zu  Bücke=  Die  Vollstreckung
burg  und  Stadthagen  übernimm  die
(ie  nach  Höhe  2c.  der  Fürstliche
Strafek.  Staatsanwaltschaft
  in  Bückeburg.

23.  Schwarzburg-Rudolstadt.
Preußisches  Zuchthaus  in  1.  Sächsische  Strafanstalt
Halle  a.  S.  in  Zwickau  bei  einer
Strafdauer  von  mehr
alo  4  Monaten.
2.  Landgerichtogefängniß
in  Rudolstadt  bei  Gefängnißstrafen
  unter
4  Monaten.
24.

Schwarzburg-Sondershausen.

Zuchthaus  zu  Gräfen=  Gefängnißanstalten  zu

 

 

tonna.  Ichterohausen.
        <pb n="795" />
        Nummer

 

Zuchthausstrafe

Benennung  der  Anstalten,
an  welche  die  Verurtheilten  zu  überweisen  sind
behufs  Verbüßung  der

Gefängnißstrafe

 

n

26.

Strafanstalt  in  Lüneburg.

 

gart,  wenn  auf  eine
Strafe  von  über  7
Jahren  erkannt  ist.

2.  Zuchthaus  in  Ludwigsburg
  oder  Filialanstalt
auf  Hohenasperg,  wenn
auf  eine  Strafe  bis  zu
7  Jahren  erkannt  ist.

Waldeck.

Württemberg.
1.  Zuchthaus  zu  Stutt=  1.

 

 

1.  Amtsgerichtsgefängnisse

  zu  Arolsen,  Corbach,

  Wildungen  und

Pyrmont  bei  Strafen

bis  zu  4  Wochen.

2.  Amtzsgerichtogefängniß
zu  Harburg  bei  Hamburg
  bei  längerer
Dauer.

Landesgefängniß  in
RNottenburg,  wenn  der
Verurtheilte  sich  im
Besitze  der  bürgerlichen
Ehrenrechte  befindet.

Landesgefängniß  in
Hall,  wenn  sich  die
Verurtheilten  nicht  im
Besitze  der  bürgerlichen
Ehrenrechte  befinden
oder  wegen  Rückfalls
in  Verbrechen  wider
fremdes  Eigenthum  im
Sinne  der  8§8  244,  245,
261,  264  d.  Str.  G.  B.
bestraft  sind.

Zellengefängniß  zu
Heilbronn  bei  Strasen
  von  mindestens
viermonatlicher  und
höchstens  3  jähriger
Dauer,  wenn  der  Verurtheilte
  zur  Zeit  der
Begehung  der  That
das  30.  Lebenojahr
noch  nicht  zurückgelegt
hatte.

Civilfestungostrafanstalt
  auf  Hohenasperg
bei  Vollstreckung  von

2.

 

Festungohaft.

Organisatorische  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.
        <pb n="796" />
        <pb n="797" />
        67
Anulage  6  zu  §  16.

Verordnung

über  die  Ehrengerichte  der  Offiziere  der  Kaiserlichen
Schutztruppen.

 

Auf  den  Mir  gehaltenen  Vortrag  befehle  Ich  hiermit,
unter  Aufhebung  aller  entgegenstehenden  Bestimmungen,  insbesondere
  der  Verordnung  vom  16.  Juni  1891  (Marine-Verordnungsblatt
  Nr.  14  vom  3.  Juli  1891,  S.  133),  daß
die  Verordnung  über  die  Ehrengerichte  der  Offiziere  im
Preußischen  Heere  vom  2.  Mai  1874  sowie  Meine  Ordre  vom
1.  Januar  1897  auf  die  Offiziere  Meiner  Schutztruppen  mit
folgenden  Maßgaben  Anwendung  zu  finden  hat:

1.  Mitglieder  des  Offizierkorps  im  Sinne  der  Verordnung
vom  2.  Mai  1874  sind  die  deutschen  Offiziere,  welche
als  solche  im  Etat  einer  Schutztruppe  stehen  oder  die
Uniform  einer  solchen  tragen.

2.  Ehrengerichte  über  Hauptleute  und  Subalternoffiziere
bestehen  bei  denjenigen  Schutztruppen,  zu  welchen  außer
dem  Kommandeur  mindestens  sechs  stimmberechtigte
Mitglieder  gehören.

3.  Die  in  Deutschland  sich  aufhaltenden  Schutztruppenoffiziere
  werden  durch  den  kommandirenden  General
des  Gardekorps  (vergl.  Nr.  9)  einem  Ehrengerichte
seines  Befehlsbereichs  unterstellt.

4.  Kommandeure  im  Sinne  des  §  12  der  Verordnung
vom  2.  Mai  1874  sind  bei  den  Schutztruppen  für
Ost=  beziehungsweise  Südwestafrika,  falls  Ich  nicht
anders  bestimme,  die  Kommandeure  dieser  Schutztruppen.
        <pb n="798" />
        10.

11.

Die  Stabsoffiziere  der  Schutztruppen  unterstehen  dem

Ehrengerichte  der  Stabsoffiziere  des  Gardekorps.
Die  Wahl  des  Ehrenraths  hat  bei  den  Schutztruppen
am  1.  November  jeden  Jahres  oder  an  einem  der
nachfolgenden  Tage,  im  Uebrigen  thunlichst  nach  Maßgabe
  des  §  17  der  Verordnung  vom  2.  Mai  1874
zu  erfolgen.

Der  neue  Ehrenrath  tritt  in  Thätigkeit,  sobald
die  Wahl  durch  den  Kommandeur  festgestellt  ist.
Bei  Schutztruppen,  die  ein  eigenes  Ehrengericht  nicht
bilden  können,  kann  ein  aus  zwei  Offizieren  —
möglichst  aus  einem  Hauptmann  und  einem  Sekondlieutenant
  bestehender  —  Ehrenrath  gebildet  werden,
welcher  zu  dem  Kommandeur  der  Schutztruppe  in
dasselbe  Verhältniß  tritt,  wie  der  Ehrenrath  eines
Ehrengerichts  zu  dem  Kommandeur.
Auch  wenn  bei  einer  Schutztruppe  ein  Ehrengericht
nicht  besteht,  hat  der  Kommandeur  die  erforderlich
werdenden  Ermittelungen  durch  den  Ehrenrath  (vergl.
Nr.  7)  oder,  falls  auch  ein  solcher  nicht  besteht,  in
geeigneter  Weise  (vergl.  insbesondere  Nr.  11)  soweit
zu  bewirken,  daß  er  in  der  Lage  ist,  nach  Maßgabe
des  §.  27  der  Verordnung  vom  2.  Mai  1874  Bericht
zu  erstatten.
Sofern  Ich  nicht  einem  Gouverneur  oder  Landeshauptmann
  die  Funktionen  des  zur  Anordnung  des  ehrengerichtlichen
  Verfahrens  berechtigten  Befehlshabers  übertrage,
übt  dieselben  der  kommandirende  General  des  Gardekorps
  aus.  Mit  dieser  Einschränkung  sind  dem  Letzteren
in  ehrengerichtlichen  Angelegenheiten  die  Kommandeure
der  Schutztruppen  unmittelbar  unterstellt.
Vor  Anordnung  eines  ehrengerichtlichen  Verfahrens
über  den  Kommandeur  einer  Schutztruppe  ist  Meine
Entscheidung  einzuholen.
Die  Kommandeure  und  Ehrenräthe  sowie  die  Gerichte
des  Heeres,  der  Marine  und  der  Schutztruppen  haben
        <pb n="799" />
        69

den  gegenseitigen  Ersuchen  um  Vernehmungen  und  um
sonftige  Gewährung  von  Rechtshülfe  Folge  zu  geben.

12.  Zur  Spruchsitzung  eines  Ehrengerichts  über  Hauptleute
  und  Subalternoffiziere  genügt  die  Anwesenheit
des  Kommandeurs  und  sechs  stimmberechtigter  Mitglieder,
  falls  die  Heranziehung  einer  größeren  Zahl  von
Mitgliedern  wesentlichen  Zeitaufwand  erfordern  würde.

13.  Von  der  Anordnung  der  förmlichen  ehrengerichtlichen
Untersuchung  gegen  einen  Offizier  der  Schutztruppe
ist  dem  Reichskanzler  durch  den  zuständigen  Befehlshaber
  (Nr.  9)  ungesäumt  Kenntniß  zu  geben.

Neues  Palais,  den  15.  Juni  1897.

gez.  Wilhelm.
        <pb n="800" />
        <pb n="801" />
        71
Aulage  7  zu  919.

Stammrolle

der

Kaiserlichen  Schutztruppe  fr
(Offiziere)

Angefangen:  .
Geschlossen

Vermerk:
Die  Stammrollen  sind  getrennt
anzulegen:
nach  Alfizieren.  für  diese  bleiben  Rubrik  6,  7  und  13  unausgefüllt.
Deckoffizieren,
Unteroffizieren,
Mannschaften,
Beamten.

Innerhalb  jeder  dieser  Kategorien
sind  die  Betreffenden  nach  dem  Datum
des  Eintritts  in  die  Schutztruppe  hintereinander
  aufzuführen.
        <pb n="802" />
        72

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

staat

 

 

 

 

 

1  2.  3.  4.  5.  6.  .
Stand,  Vor.  Datun
*  Lnamre,  Reli-  Stand  —
sowie  Wohnort  oder  —
der  Eltern  gion
Familien=  Datum  soder  deranchsten  Gewerbe  d
und  und  5.  Personal-Vornamen,
  Ort  Aufenthaltsort  a.  Beschreibung  du
Charge  dder  Geburt  des  Soldoten  A-dann  frsuhen
2  vden  Je.  vor  dem  Ber  ·
*  ")  en  nm  Lie  Dienst-  eibié
  Teir  eintritt  an
Frau
:  Größe:
Luuer  Lase.
Mutter:  rz.
in  #u  en.
als
nächste  Post-  ähne:
2s  .  *
zu
Kreis  ###nn  Kennzeichen:

Kreis
Bundes-=  Kreis
staat
Vater:  Größe:  m
Gestalt:
Mutter:  Dbe.
.  Augen
in  Nase:
Be  als
!Ne
zu  nächste  Post-  unst,
station  Hart-Kreis
  güe  Kenn-Kreis

Bundes-  Kreis.
        <pb n="803" />
        73

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9.  10.  11.12.  13.  14.  15.
Datum  des  Dienst-  ührung  Datum
Eintritts  in  die  verhältnisse  Orden  Fosn  und  Bemerkungen
.  .’  und  in  die  Art  gen,
Schuttruppe  (Dienstzeit  vor  Ehren=  I.  Klosse,,  des  Q„
und  DatumEintritt  in  die  hren-  Ver-  Rebabili.  Ab.  welche  in  den
der  Ausreise  Schutztruppe  zeichen  wundungen,  tirung)  ganges  Militärpaß
unter  Angabe  des  Dienst.
Datum  derTruppentheils  Milltäri  beicha  aufzunehmen
Ankunft  in  dem  und  der  u  Kiische  eschä-  *  ç  sind  und
1  europäischen  Kompagnie,  nehmungen  digungen,  Strasfen,  Wohin
en  un  ·
äqtuqk  ber,  JBeforderungen,  ½m  Krankbeiten.  Strafbuch  ent-  Personalehezuereiles
  Schießlase,  sechnen  sind  Nr.  ))  lassen  notizen
laubungen  Schützen.  und  Gefsechte
abzeichen)
Beim  Stiefelmaß:
früheren  Länge:  Em
Troppen-  Sohlenbreite:
Ausreiĩ  theil:  Weite:
usreise  Regelwidrig:
emB  Besondere  mili-In
  der  tärische  Ausvon
  chutz-  bildung:
truppe:
aus
—  —  ..-  Hatt  das.  Be.
igungszeug-Ankunft
  niß  zum:
am
.  Kreis
in
Wiederausreise
am  Be
Komdo.
von
aus
Beim  Stiefelmaß:
füberen  Länge:  em
ruppen  i.
them  OLoghelietteikkeith
.  Regelwidrig:
Ausreise  Besondere  mil.
om  In  der  tärische  Aur.
Schutz-  bildung:
von  truppe:
aus
—  bat,  das  Be-—)
  ähigunggzeug-Ankunft
  "55  hung  :
*  Kreis
Niederausreise
m  Bez.
von
aus  Komdo.

 

 

 

 

 

 

 

)  Sofern  diese  Rubril  nicht  mit  „Keine=  ausgefüllt  werden  kann,  ist  stets  auf  Seite  4  deo  Stammvollenauszuges
  ein  Verzeichniß  der  Strasen  unter  Angabe  des  Strafgrundes  aufzuführen.
        <pb n="804" />
        <pb n="805" />
        75
Aulage  8  zu  §  22.

Jch  bestimme  hierdurch:  Der  Kommandeur  Meiner  Schuttruppe
  für  Südwestafrika  wird  ermächtigt,  bis  auf  Weiteres
Kapitulationen  mit  Unteroffizieren  2c.  und  Gemeinen  der  Schutztruppe
  auf  Grund  gegenseitigen  Einverständnisses  aufzulösen  unter
der  Bedingung,  daß  die  Leute  sich  verpflichten,  sich  an  Ort  und
Stelle  anzusiedeln.

Das  Aufhören  dieser  Ausnahme-Bestimmung  hat  der
Reichskanzler  anzuordnen,  sobald  die  Verhältnisse  der  Schutztruppe
  dies  gestatten.

Berlin,  den  12.  März  1897.

gez.  Wilhelm.
ggez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="806" />
        <pb n="807" />
        77
—

Wesoldungen.

Anmerkung.  Die  Besoldungen  richten  sich  nach  dem  jeweiligen  Etat.
        <pb n="808" />
        a.  Ostafrika.

 

 

 

 

b.  Kamernn.
*
E  Charge  Gehalt  Charge  Gehalt
S.
S  M.  M
1.  Kommandeur  Kommandeur  12000
2.Stabcooffizier  12000
3.Hauptmann  9600
4.  Premierlieutenant  7200|  Premierlieutenant  7200
5.  Secondlieutenant  6000  Sccondlieutenant  6000
6.]  Zahlmeister-Aspirant  4800—5400|  Zahlmeister-Aspirant  4800—5400
7.]Oberfeuerwerker  4800—5400
8.]  Feldwebel  3600|  Feldwebel  4000
9.  Sergeant  2760|  Sergeant  3300—3600
10.  Unteroffizier  2400|  Unteroffizier  3000
11.Oberstabsarzt  12000
12.  Stabsarzt  9600
13.  Oberarzt  7200|  Oberarzt  7200
14.  Assistenzarzt  6000|ssistenzarzt  6000
15.  Ober-Lazarethgehülfe  2760|Ober-Lazarethgehülfe  3300—3600
16.  Lazarcthgehülfe  2400|azarethgehülfe  3000
17.]  Zahlmeister  6000—7500
18.|  Ober-Büchsenmacher  4800
19.  Unter-  3000|  Unter-Büchsenmacher  3600
        <pb n="809" />
        e.  Togo  (zur  Zeit  noch  Polizeitruppe.)

79

d.  Südwestafrika.

 

—  —  —

 

 

Charge  Gehalt  Charge  Gehalt
MA  MA

Kommandeur
Stabsoffizier  12000
Hauptmann  8500
Premierlieutenant  6000
Secondlieutenant  5000
Zahlmeister-Aspirant  4000—4500
Oberfeuerwerker  4000—4500
Feldwebel  1500
Sergeant  Außerdem  1300
Unteroffizier  freie  1200
Gefreiter  Verpflegung  1100
Reiter  1000
Oberstabsarzt  10000
Stabsarzt  8500

.  Oberarzt  6000
Assistenzarzt  5000
Ober-Lazareth=  )  Außerdem  130.

gehülfe  freie

Lazarethgehülfe)  Verpflegung  1200
Roßarzt  50000
Unter-Roßarzt  450
Ober-Büchsenmacher  4000  —4500
        <pb n="810" />
        Anlage  10,

enthaltend  die  Bekleidungsvorschrift  für  die  Kaiserlichen
  Schutztruppen  in  Afrika,  ist  in  dieser  Beilage  zum
„Deutschen  Kolonialblatt“  nicht  mit  abgedruckt,  wohl  aber

in  den  im  Buchhandel  käuflichen  Exemplaren  der  Schutztruppen-Ordnung
  enthalten.
        <pb n="811" />
        81

Militärische  Ausführungs-Bestimmungen
zu  den
Organisatorischen  Bestimmungen
für  die
Raiserlichen  Schutztruppen  in  Rfrika.
(Schutztruppen-Ordnung).

Mit  Genehmigung  Seiner  Majestät  des  Kaisers  und
Königs  wird  das  Nachstehende  bestimmt:

Zu  §  2a,  Abf.  2.

Nach  Vereinbarung  des  Herrn  Reichskanzlers  mit  dem
Kriegsministerium  vermittelt  Letzteres  den  Verkehr  des  Oberkommandos
  der  Schutztruppen  mit  der  Armee.

Ein  direkter  Verkehr  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen
  mit  den  Kommandostellen  und  Behörden  der  Armee
findet  jedoch  statt:

(1.)  Im  Interesse  der  Beschleunigung  bei  Benachrichtigung
über  die  beabsichtigte  Uebernahme  von  Offizieren,  Sanitätsoffizieren
  und  oberen  Militärbeamten  in  die  Schutztruppen
bezw.  beim  Ausscheiden  genannter  Persönlichkeiten  aus  den
Schutztruppen.

(2.)  Bei  der  Entlassung  von  Unteroffizieren  2c.  und
Mannschaften  der  Schutztruppen  zur  Reserve  bezw.  Landwehr.  —
Betreffs  der  Einberufung  der  Unteroffiziere  rc.  siehe  Militärische
Ausführungs-Bestimmung  6.

(3.)  In  Invaliden-Sachen.

(4.)  Bei  Regquisitionen  des  Oberkommandos  behufs  Vornahme
  militärärztlicher  Untersuchungen,  Strafvollstreckungen
und  Benutzung  von  Garnisoneinrichtungen  —  ausschließlich  der
Kureinrichtungen.

Organisatorische  Bestimmungen  f.  d.  Kaiserl.  Schutztruppen.  6
        <pb n="812" />
        (5.)  Bei  Bestellungen  von  Armee-Material  —  ausschließlich
  Geschützrohre,  Laffeten,  Protzen,  Wagen  und  Geschützmunition
  —,  sowie  bei  Ankäufen  von  Handwaffen-Munition,
Bekleidungs=  und  Ausrüstungsstücken  —  ausschließlich  Sanitätsausrüstungs-Gegenständen
  —  aus  vorhandenen  Beständen.

(6.)  Bei  Regquisitionen  des  Gerichts  des  Oberkommandos
der  Schutztruppen.

(7.)  In  Angelegenheiten  der  als  Burschen  zu  den

Offizieren  2c.  des  Oberkommandos  kommandirten  Mannschaften
  der  Armee.

Zu  8  6,  Abf.  1.

Angehörige  des  Beurlaubtenstandes  des  Heeres  und
der  Marine  können  in  etatsmäßigen  Stellen  der  Schutztruppen
  Verwendung  finden,  erwerben  aber  dadurch  keinen
Anspruch  auf  Aktivirung  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe.


Bei  Offizieren,  Sanitätsoffizieren  und  oberen  Militärbeamten
  wird  die  Anciennetät  durch  Allerhöchste  Ordre  geregelt.

Offiziere  des  Beurlaubtenstandes  haben,  falls  es  für
erforderlich  gehalten  wird,  eine  sechsmonatliche  Dienstleistung
bei  einem  heimischen  Truppentheil  abzuleisten,  bevor  auf  Grund
der  erlangten  Qualifikation  die  Ueberweisung  zur  Schutztruppe
bei  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  und  König  beantragt  werden

kann.  Die  Kosten  der  Dienstleistung  erstattet  die  Kolonial=Abtheilung.


Zu  8  6,  Abf.  3.

(I.)  Seiner  Moajestät  dem  Kaiser  und  König  sind  alljährlich
  zum  1.  Januar  und  1.  Juli  von  den  Generalkommandos
  und  sonstigen  obersten  Waffenbehörden,  sowie  zum
10.  Januar  und  10.  Juli  von  dem  Generalstabsarzt  der
Armee  diejenigen  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere  namhaft  zu
machen,  welche  sich  zum  Eintritt  in  eine  der  Schutztruppen
gemeldet  haben,  unter  Angabe,  in  welchem  Schutzgebiet  dieselben
nach  ihrem  Antrage  Verwendung  zu  finden  wünschen.  Die
Meldungen  der  Sanitätsoffiziere  sind  seitens  des  General-
        <pb n="813" />
        83

kommandos  u.s.  w.  zum  1.  Januar  und  1.  Juli  an  den  Generalstabsarzt
  der  Armee  einzusenden.  Diese  Eingaben  (Listen)
haben  zu  enthalten:

a)  den  Antrag  des  Betreffenden,  in  welchem  die  Verpflichtung
  zum  2½⅛½  bezw.  3jährigen  Dienste  in  der
zu  bezeichnenden  Schutztruppe  (§  6  der  Sch.  O.)  ausgesprochen
  ist.,

b)  Personal=  und  Oualifikationsbericht,  welcher  sich  über
die  Person  des  Antragstellers  entsprechend  §  7  der
Sch.  O.  eingehend  äußert,

()  Abschrift  des  Personalbogens,

d)  Ranglistenauszug,

e)  Militärärztliches  Zeugniß  über  vollkommene  Tropendienstfähigkeit,
  entsprechend  Anlage  3  der  Sch.  O.
(2.)  Terminmäßige  Meldungen  von  oberen  Beamten

finden  nicht  statt.

(3.)  Die  Meldungen  der  Unteroffiziere,  Lazarethgehülfen
und  Unterbeamten  (Büchsenmacher)  für  die  Schutztruppen  in
Deutsch-Ostafrika,  Kamerun  und  Togo  —  ebenfalls  mit
Angabe,  in  welchem  Schutzgebiet  die  Verwendung  gewünscht
wird  —  sind  alljährlich  zum  1.  Januar  und  1.  Juli  von  den
Generalkommandos  rc.  mittelst  besonderer  Listen  dem  Allgemeinen
Kriegs-Departement  einzusenden.

Die  Meldungen  haben  zu  enthalten:

a)  eine  Verhandlung,  durch  welche  der  Betreffende  sich
zu  einer  2½  jährigen  Dienstzeit  in  einer  der  genannten
Schutztruppen  verpflichtet,

b)  Führungszeugniß,  mit  eingehender  Aeußerung  über
die  Person  des  Betreffenden  entsprechend  §  7  der  Sch.  O,

c)  Stammrollenauszug,

)  militärärztliches  Zeugniß  wie  le,

e)  vom  Regiments-Kommandeur  bezw.  dem  sonst  zuständigen
  Vorgesetzten  (selbstständigen  Bataillons-Kommandeur
  2c.)  zu  bestätigende  Zusicherung  der  Wiederaufnahme
  in  den  Truppentheil  2c.,  nach  Beendigung

67
        <pb n="814" />
        84

einer  etwaigen  Dienstzeit  in  der  Schutztruppe,  sofern
alsdann  Bedenken  gegen  die  Würdigkeit  und  körperliche
Brauchbarkeit  nicht  bestehen.

(4.)  Einer  wiederholten  Namhaftmachung  der  in  der  Anwärterliste
  Notirten  (§  8  der  Sch.  O.)  bedarf  es  in  den  folgenden
Terminen  nicht.  Dagegen  sind  Veränderungen  in  ihren  persönlichen
  Verhältnissen  (Versetzung,  Verabschiedung,  Entlassung,
Qualifikation,  Bestrafung,  Verheirathung,  Todesfall  u.  s.  w.)
Seitens  der  betreffenden  Kommandobehörden  r2c.  zum  5.  jeden
Monats  betreffs  der  Offiziere  dem  Chef  des  Militär-Kabinets,
betreffs  der  Sanitätsoffiziere  dem  Generalstabsarzt  der  Armee
und  der  übrigen  Personen  dem  Allgemeinen  Kriegs-Departement
mitzutheilen.

(5.)  Beurlaubungen  zum  Zwecke  der  Ausbildung  für  den
Dienst  in  den  Kaiserlichen  Schutztruppen  dürfen  nur  nach  erfolgter

  Vereinbarung  mit  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen
beantragt  werden.

Zu  §  6,  Abf.  4.

Für  die  südwestafrikanische  Schutztruppe  erfolgen,
soweit  Unteroffiziere  2c.  und  Mannschaften  in  Frage  kommen,
keine  terminmäßigen  Anmeldungen.  Im  Falle  des  Ersatzbedarfs
ergeht  unter  Angabe  etwaiger  Zusätze  oder  Abweichungen  von
den  in  der  Anlage  2a.  der  Sch.  O.  bezw.  der  militärischen  Ausführungsbestimmungen
  12—15  festgelegten  Vorschriften  Seitens
des  Allgemeinen  Kriegs  -Departements  an  die  Kommandobehörden
  2c.  das  Ersuchen,  Militärpersonen,  welche  zum  Uebertritt

  bereit  und  geeignet  sind,  in  den  Grenzen  des  vorhandenen
Bedarfs  zu  bezeichnen.

Zu  §  Ha,  Abfs.  1.

Seiner  Majestät  dem  Kaiser  und  König  werden  bei  eintretendem
  Bedarf  an  Offizieren  und  Sanitätsoffizieren  vom
Reichskanzler  durch  das  Militär-Kabinet  entsprechende  Anträge
unterbreitet.  Von  der  Allerhöchsten  Entschließung  erhalten  im
Fall  der  Genehmigung  des  Antrags  die  betheiligten  Generalkommandos
  2c.  behufs  der  weiteren  Veranlassung  Mittheilung
        <pb n="815" />
        85

durch  den  Chef  des  Militär-Kabinets  unter  Angabe  des  Zeitpunktes,
  von  welchem  ab  die  Uebernahme  in  die  Schutztruppe
stattfinden  soll.

Die  Einberufenen  beantragen  ihr  Ausscheiden  aus  dem
Heere  auf  dem  dafür  vorgeschriebenen  Dienstwege.

Nach  dem  Bekanntwerden  der  Allerhöchsten  Ordre  haben
die  Truppentheile  2c.  dafür  zu  sorgen,  daß  die  Betreffenden  sich
zu  dem  angegebenen  Zeitpunkt  bezw.  mit  thunlichster  Beschleunigung
  beim  Oberkommando  der  Schutztruppen  in  Berlin
melden.

Die  Personal=  und  Qualifikationsberichte  gehen  hierbei  auf
dem  Dienstwege  durch  das  Generalkommando  2c.,  die  Personalbogen
  unter  Vermittelung  der  Geheimen  Kriegskanzlei  an  den
Chef  des  Militär-Kabinets  behufs  Uebermittelung  an  das  Oberkommando
  der  Schutztruppen.

Zu  §8  9b,  Abf.  1.

Wegen  Einberufung  der  in  der  Anwärterliste  vorgemerkten
Unteroffiziere  rc.  setzt  sich  das  Oberkommando  der  Schutztruppen
mit  den  Regiments-Kommandos  2c.  unmittelbar  in  Verbindung.

Zu  8  9b,  Abf.  6.

Die  zur  Schutztruppe  übertretenden  Zahlmeister-Aspiranten
werden  in  der  Liste  der  Zahlmeister-Aspiranten  des  Armeekorps,
dem  sie  früher  angehört  haben,  mit  ihrem  bisherigen  Dienstalter
  weiter  geführt.  Bei  Einreichung  eines  Vorschlags  zur
Beförderung  des  Hintermannes  eines  zur  Schutztruppe
übergetretenen  Zahlmeister-Aspiranten  zum  Zahlmeister  ist  letzterer
unter  Beifügung  seines  Nationals  dem  Militär-Oekonomie-Departement
  namhaft  zu  machen.

Nach  dem  Rücktritt  eines  überzähligen  Zahlmeisters  in  die
Armee  hängt  die  Uebertragung  einer  etatsmäßigen  Stelle  von
der  nachträglichen  Ableistung  der  vorgeschriebenen  Probedienstleistung
  ab.

Zu  §  17.
.  Bei  der  Feststellung  des  Anspruchs  auf  das  Dienstauszeichnungskreuz
  und  die  Dienstauszeichnung  erfolgt  die  Doppel-=
        <pb n="816" />
        10.

11.

86

rechnung  der  Dienstzeit  in  allen  Fällen,  in  welchen  gemäß
§  11  des  vom  Herrn  Reichskanzler  unterm  18.  Juli  1896
veröffentlichten  Textes  des  Gesetzes,  betreffend  die  Kaiserlichen
Schutztruppen  2c.  (A.  V.  Bl.  S.  209)  die  Dienstzeit  bei  der
Pensionirung  doppelt  in  Anrechnung  gebracht  werden  darf.

Zu  8  24.

(1.)  Ueber  den  Wiedereintritt  von  Offizieren  und
Sanitätsoffizieren  in  das  Heer  bestimmen  Seine  Majestät  der
Kaiser  und  König.

(2.)  Unteroffiziere  2c.,  denen  gemäß  militärischer  Ausführungs-Bestimmung
  3  (3)e  die  Wiederaufnahme  in  den
Truppentheil  rc.  zugesichert  worden  ist,  werden  innerhalb
desselben  —  Zahlmeister-Aspiranten  innerhalb  des  Armeekorps,
dem  sie  vor  dem  Uebertritt  zur  Schutztruppe  angehörten  —
nach  Maßgabe  ihres  früheren  Dienstalters  eingereiht  ohne
Rücksicht  darauf,  welchen  Rang  sie  in  der  Schutztruppe  eingenommen
  haben.

(3.)  Ist  eine  etatsmäßige  Stelle  nicht  frei,  so  haben  die
Truppentheile  2c.  die  zuständigen  Gebührnisse  2c.  vorschußweise
zu  zahlen  und  am  Schluß  eines  jeden  Monats  bei  der  Kolonial=Abtheilung
  zu  liquidiren.

Findet  zunächst  nur  die  Einstellung  in  eine  Stelle  mit

geringerem,  als  dem  chargenmäßigen  Einkommen  statt,  so
kommt  nur  der  Unterschied  zur  Liquidation.

Zu  §8  31,  Abs.  5.

Die  bei  der  Einberufung  zuständigen  Gebührnisse  für  die
Reise  vom  Wohn-(Stand-horte  nach  Berlin  —  im  Fall
einer  vorhergehenden  nochmaligen  ärztlichen  Untersuchung  auch
für  die  etwaige  Rückreise  —  sind  von  den  Truppentheilen  2c.
vorschußweise  zu  zahlen  und  bei  der  Kolonial-Abtheilung  zu
liquidiren.

Zu  §8  32,  Abs.  2.

Die  Garnisoneinrichtungen  der  Heeresverwaltung  (Kasernen,
Arrestanstalten,  Garnisonlazarethe,  Badekurorte  2c.)  können,
        <pb n="817" />
        87

soweit  sie  verfügbar  sind,  von  den  in  Europa  anwesenden
Deutschen  Militärpersonen  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  ebenfalls
  benutzt  werden.  Etwa  dadurch  entstehende  Kosten  erstattet
die  Kolonial-Abtheilung.

Zu  Aulage  Za,  Ziffer  3.

12.  (1.)  Wegen  der  Anmeldungen  siehe  militärische  Ausführungs-Bestimmung
  4.

(2.)  Die  Kapitulations-Verhandlungen  sind  in  Vertretung
des  Kaiserlichen  Kommandos  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika
  von  dem  betreffenden  Kompagnie=  2c.  Chef  abzuschließen.
Diese  Verhandlung  gelangt  mit  dem  zweifach  auszufertigenden
Stammrollenauszug  auf  dem  Dienstwege  an  das  Allgemeine
Kriegs-Departement.

Im  Stammrollenauszug  sind  zu  bescheinigen:

a)  Seitens  des  Kompagnie=  2c.  Chefs:  das  Vorhandensein
der  gemäß  Ziffer  2  und  4  der  Anlage  2  geforderten
Eigenschaften,  jedoch

b)  Seitens  des  Truppenarztes  nach  voraufgegangener
Untersuchung:  die  Feld=  und  Tropendienstfähigkeit  des
Kapitulanten.

Zu  Anlage  ZLn,  Ziffer  5.

13.  (1.)  Nach  getroffener  Auswahl  setzt  sich  das  Oberkommando
  der  Schutztruppen  wegen  Einberufung  der  nöthigen
Mannschaften  mit  den  Truppentheilen  unmittelbar  in  Benehmen.


(2.)  Den  einberufenen  Mannschaften  sind  Verpflegungsbescheinigungen
  und  Bekleidungs-Nachweisungen  mitzugeben,  die
diese  an  das  Oberkommando  der  Schutztruppen  abzugeben  haben.

Zu  Anlage  La,  Ziffer  6.

14.  Vom  Truppentheil  sind  die  Mannschaften  mit  Gebührnissen
  bis  einschließlich  des  Tages  vor  dem  Abmarsch  nach
Berlin  abzufinden.
        <pb n="818" />
        *

Die  Einberufenen  haben  für  die  Reise  nach  Berlin  Anspruch
  auf  diejenigen  Gebührnisse,  welche  Angehörigen  des
Reichsheeres  bei  Einberufungen  zustehen.

Für  die  Zahlung  und  Liquidirung  gilt  die  Vorschrift  der
militärischen  Ausführungs-Bestimmung  10.

Zu  Anlage  2a,  Ziffer  8.

Den  Einberufenen  sind  nur  die  nothwendigsten  Bekleidungsstücke
  mitzugeben.  Besonderer  Meldeanzug  (Helm,  Waffen)  ist
nicht  erforderlich.  Eigene  Uniformstücke  sind  erlaubt.

Berlin,  den  30.  August  1898.

Kriegsministerinm.

gez.  von  Goßler.

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —

 

Gedruckt  in  der  Koniglichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  SZ.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Verlin  8W12,  Kochitraße  68—71.
        <pb n="819" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Ausmãrligen  Amls.

 

§§§§V—  —

Nummer  21.

–  E

—––––.  .

I.  Jahrgans.  gerlin,  1.  Uovenber  1999.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  iedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mlttheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“.  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchbandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchbandlung  von  Ernst  Siegfried  Mitiler
und  Sohn,  Berlin  8W12,  Rochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  an  unbeweglichen  Sachen  in
Deutsch-Südwestafrika  S.  677.  —  Vereinbarung  zwischen  dem  Auswärtigen  Amt  (Kolonial-Abtheilung)  und  der
South  West  Africa  Co.  S.  685.  —  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Personenstandes  an  den
jedesmaligen  Bezirksamtmann  in  Wilhelmsthal  S.  688.  —  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von
Togo,  betreffend  die  weitere  Abgrenzung  der  Bezirkoämter  Lome  und  Klein-Popo  S.  688.  —  Nachweisung  der
Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  August  1898  S.  688.  —  Gouvernements-=kurs
  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Oktober  S.  688.  —  Personalien  S.  688.

Nichtamtlicher  Theil:  Zur  Aufklärung  S.  689.  —  Kolonialrath  S.  689.  —  Personal-Nachrichten  S.  691.
—  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  über  die  Revision  der  Schulen  im  Bezirk  Tanga  S.  691.  —  Ueber  die  Kulturstation
  Dabagga  S.  692.  —  Bericht  über  die  Reise  des  Regierungsraths  Dr.  Stuhlmann  nach  Mohorro  S.  693.  —.
Bericht  des  Forstassessors  v.  Bruchhausen  über  die  Waldbestände  bei  Kilossa  und  in  den  Ulugurubergen  S.  696.—.
Bericht  des  Bezirksamtssekretärs  Zenke  über  seine  Bereisung  des  Kohlendistrikts  im  nördlichen  Nyassagebiet  S.  697.  —
Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Ostafrika  ansässige  weiße  Bevölkerung  S.  690.  —  Aus  fremden
Kolonien:  Handel  Ostindieno  im  Jahre  1896/97  S.  700.  —  Goldexport  von  der  englischen  Goldküste  S.  709.  —
Flottenstützpunkte  in  den  Küstenplätzen  französischer  Kolonien  S.  709.  —  Aus  Gurma  S.  709.—  Transafrikanische
Telegraphenlinie  S.  710.  —  Ueber  den  Handel  Frankreichs  mit  seinen  Kolonien  S.  710.  —  Verschiedene
Nittheilungen:  Untersch##ug  des  Kilimandjaro  S.  710.  —  Litteratur  S.  711.  —  Litteratur-Verzeichniß
S.  711.  —  Schiffsbewegungen  S.  712.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  712.

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perkräge.

 

—..v

Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  an  nnbeweglichen
Sachen  in  Deutsch-Südwestafrika.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  Köni

"„  er,  König  von  Preußen
auf  Grund  der  §§  1  und  3  Nummer  2  des  Gesetzes,  betreffend  die  mchsobeußen.  eo  verordnen
Schußgebiete  (Reichs-Gesetzblatt  1888,  S.  75),  für  das  südwestafrikanische  Schutzgebiet  zur  E  eutschen

Verordnung  vom  10.  August  1890  (Reichs-Gesetzblatt  S.  171)  im  Namen  des  Reichs,  was  8  der

I.  Allgemeine  Bestimmungen.
–  1.
Die  Rechtsverhältnisse  an  Grundstücken  regeln  sich,  soweit  sich  nicht
Anderes  ergiebt,  nach  den  im  Geltungsbereich  des  Preußischen  allgeneinh  erns  dieser  —*  en
mmungen,

insbesondere  nach  dem  Gesetze  über  den  Eigenthumserwerb  und  die  dingli
Bergwerken  und  selbständigen  Gerechtigkeiten  vom  5.  Mai  1872.  gliche  Belastung  von  Grundstücken,

2.

In  Ansehung  von  Grundstücken,  für  welche  ein  Grundbuchblatt  (58  50o  ff
finden  die  im  §  1  bezeichneten  Bestimmungen  nur  Anwendung,  wenn  das  Gru  v!1uno
Nichteingeborenen  steht.  ndstü

Inwieweit  Eingeborene  zur  Eintragung  ihres  Eigenthums  im
hierzu  angehalten  werden  können  (8  27,  3  50),  bestimmt  in  7  eindeiner  udbuche  berechtigt  sind  oder
bleiben  Grundstücke,  welche  in  das  Grundbuch  eingetragen  sind,  den  Besti  eder  Gouverneur.  Jedo
utterworfen,  auch  wenn  sie  in  das  Eigenthum  eines  Eingeborenen  übergehen  mmungen  dieser  Verordnung

ch  nicht  an  «
.  ·  gelegt  ist
ck  im  Eigentzumee  it
        <pb n="820" />
        —  678  —

88.  »
Die  auf  die  Grundschuld  und  auf  das  Bergwerkseigenthum  bezüglichen  Vorschriften  des  Gesetzes
über  den  Eigenthumserwerb  rc.  vom  5.  Mai  1872,  das  Berggesetz  vom  24.  Juni  1865  und  die  Gunmdbuchordnung
  vom  5.  Mai  1872  bleiben  außer  Anwendung.  «

§4.  .

Der  Gouverneur  ist  ermächtigt,  wem  und  soweit  es  im  öffentlichen  Interesse  nothwendig  ist,  den
Erwerb  von  Grundstücken  oder  von  dinglichen  Rechten  an  solchen  an  besondere  Bedingungen  oder  an  eine
obrigkeitliche  Genehmigung  zu  knüpfen.  Er  bestimmt  die  Voraussetzungen  für  den  Eigenthumserwerb  durch
Besihergreifung  von  herrenlosem  Lande.  Die  bisherigen  Bestimmungen,  wonach  der  Abschluß  von  Verträgen
mit  den  Eingeborenen  über  den  Erwerb  von  Eigenthum  oder  von  Pachtrechten  an  Grundstücken  ohne
Genehmigung  des  Gonverneurs  nicht  rechtsbeständig  und  unter  Strafe  gestellt  ist,  bleiben  in  Kraft.

Der  Reichskanzler  ist  befugt,  die  von  dem  Gouverneur  getroffenen  Anordnungen  aufzuheben.

II.  Einrichtung  der  Grundbücher.
2  1  E  §  b.
Der  Gouverneur  bestimmt  diejenigen  Bezirke,  für  welche  ein  Grundbuch  anzulegen  ist.

Die  Orundböcher  werden  nach  dem  den  98cd

e,  Grundbücher  werden  nach  dem  von  dem  Gouverneur  zu  bestimmend  —

Jedes  Grundstück  erhält  ein  eigenes  Gramdbuchblatt.  Es  kann  seboh  sruenden  Bormuler-  —2
bezirke  liegende  Grundstücke  desselben  Eigenthümers  ein  gemeinschaftliches  Grundbuchblatt  angelegt  werden,
wenn  daraus  nach  dem  Ermessen  der  Grundbuchbehörde  keine  Verwirrung  zu  besorgen  ist.

Die  Grundbuchblätter  eines  Grundbuchs  erhalten  fortlouf  -
der  Anlegung.  dhuchs  erhalten  fortlaufende  ¶  Nummern  nach  dem  Zeitpunkte

87.
Jedes  Grundbuchblatt  besteht  aus  einem  Titel  und  drei  ·.
DekTiteIgieotiudekeksteuHauptspqueamMAWUWM

LE§»Hu-TMchskchcksåZZxZEåTgEEFxTEEHTDTW’MWW
2.viedeßede·g»quvsiückg.  ach  Kultur  und  Art  der  Venuhung;
nech  osenn  s  die  Bezeichnung  des  Grundstücks  nach  dem  Steuerbuche  bestimmte  Unterspalte  ist  vorläufig
-•  zeruagsuce  tn  ——  vereinigt,  so  sind  sie  unter  fortlaufenden

Die  zweite  Hauptspalte  ist  zu  Abschreibungen  bestimmt.

„  .  8.
In  die  erste  Spalte  der  ersten  Abtheilung  ist  einzutragen
der  Eigenthümer  nach  Namen,  nach  Stand,  Gewerbe  oder  n-Z
  .  -—  ...et-ansz  ..

Wohnort  oeer  eufenthalsort;  eine  juristische  Person  nach  ihrer  —  8

un  0  renthal  tenn  —*  8  eine  Handelzgeselschaft  Mütiengesellschaft  und  ——-in
  die  Fwiie  Spalte:  wo  sie  ihren  Sit  hat;  ·

das  Datum  der  Eintragung,  der  Rechisgrund  derselb

und  dergleichen  mehr)  sowie  die  Vermerk  —  -  en
in  die  dritte  Spalte:  le  über  Zuschreib

auf  Antrag  des  Eigenthümers  der  -  ·  -

öffentlichen  Taxe.  Erwerbopreis  oder  die  Schätzung  des  Werthes  nach  einer

ulse  sde  Testament,  Erbbescheinigung

.  §9.
In  die  erste  Hauptspalte  der  zweiten  Abtheilun
w
1.  dauernde  Lasten  und  wiederkehrende  Geld=  und  Nabemelkan  ngetrauen·
Titel  beruhen;  ngen,  welche  auf  einem  privatrechilichen
2.  die  Beschränkungen  des  Eigenthums  und  bes  Verfügungsrechts  d
In  die  zweite  Hauptspalte  „Veränderungen“  werden  al  es  Eigenthümers.

in  der  ks  Hauptpalle  —  wachte  und  Beschränkungen  gaspttründerunge  eingetragen,  welche  die
Ist  ein  in  der  ersten  Hauptspalte  eingetragenes  N  eden.  .....
Hauptspalte  „Löschungen“;  die  Löschu  '  echt  aufgehoben,  so  N
Nebenspalte  „Löschungen“  bewirkt.  chung  einer  Veränderung  wird  unter  Ae  ziege  ueaul  ds
        <pb n="821" />
        —  679  —

810.
In  die  erste  Hauptspalte  der  dritten  Abtheilung  werden  die  Hypotheken  eingetragen.
·  In  die  zweite  Hauptspalte  „Veränderungen“  sind  alle  Veränderungen  (Uebertragungen,  Verpfändungen
  2c.)  der  in  der  ersten  Hauptspalte  eingetragenen  Posten  sowie  etwaige  Beschränkungen  des
Verfügungsrechts  über  dieselben  zu  vermerken.
Die  Nebenspalte  „Löschungen“  in  der  zweiten  Hauptspalte  ist  für  die  Löschung  der  Veränderungen,
die  Hauptspalte  „Löschungen“  zur  Löschung  der  in  der  ersten  Hauptspalte  eingetragenen  Posten  bestimmt.

8  11.
Für  jedes  Grundbuchblatt  werden  besondere  Akten  angelegt,  in  denen  die  darauf  bezüglichen
Schriftstücke  und  Verhandlungen  gesammelt  werden.

–  12.
Die  Einsicht  der  Grundbücher  ist  Jedem,  die  Einsicht  der  Grundakten  nur  Demjenigen  gestattet,
welcher  nach  dem  Ermessen  der  Grundbuchbehörde  ein  rechtliches  Interesse  dabei  hat.

III.  Zuständigkeit  der  Grundbuchbehörde  und  Verfahren.

8  13.

Die  Bearbeitung  der  Grundbuchsachen  gehört  zur  Zuständigkeit  der  zur  Ausübung  der  Gerichts—
barkeit  erster  Instanz  ermächtigten  Beamten,  welche  den  Bezirkshauptleuten  bezw.  Stationschefs  die  Be—
arbeitung  übertragen  können.  «

§14.

Die  Grundbuchbehörde  verfährt,  soweit  nicht  etwas  Anderes  vorgeschrieben  ist,  nur  auf  Antrag.

Die  Anträge  werden  mündlich  bei  der  Grundbuchbehörde  angebracht  oder  schriftlich  eingereicht.
Mündliche  Anträge  auf  Eintragungen  oder  Löschungen  sind  von  der  Grundbuchbehörde  aufzunehmen.

8  18.

Schriftliche,  zu  einer  Eintragung  oder  Löschung  erforderliche  Anträge  und  Urkunden  sowie  die
Vollmachten  von  Personen,  welche  als  Bevollmächtigte  Anträge  stellen  oder  Erklärungen  abgeben,  müssen
gerichtlich  oder  notariell  aufgenommen  oder  beglaubigt  sein.  Jedoch  bedürfen  schriftliche  Anträge,  welchen
die  beglaubigten  Urkunden  beiliegen,  in  denen  die  Betheiligten  die  beantragte  Eintragung  oder  Löschung
schon  bewilligt  haben,  keiner  besonderen  Beglaubigung.

Der  Aufnahme  eines  besonderen  Protokolls  über  die  Beglaubigung  oder  der  Zuziehung  von
Zeugen  bedarf  es  nicht.

8  16.
Anträge  auf  Eintragungen  oder  Löschungen  in  der  zweiten  oder  dritten  Abtheilung  bedürfen,
sofern  sie  auf  Grund  gerichtlicher  Entscheidungen  gestellt  werden,  keiner  Beglaubigung.

Ingleichen  bedürfen  keiner  Beglaubigung  Urkunden  und  Anträge  der  öffentlichen  Behörden  der
Schutzgebiete,  des  Reichs,  oder  eines  Bundesstaats.

§  17.

Sind  die  zur  Eintragung  oder  Löschung  erforderlichen  Urkunden  oder  Vollmachten  von  einer
ausländischen  Behörde  ausgestellt  oder  beglaubigt,  und  ist  die  Befugniß  dieser  Behörde  zur  Ausstellung
öffentlicher  Urkunden  nicht  durch  Staatsverträge  des  Deutschen  Reichs  verbürgt,  oder  sonst  der  Grundbuchbehörde
  bekannt,  so  muß  die  Befugniß  der  ausländischen  Behörde  zur  Aufnahme  des  Aktes  und  deren
Unterschrift  auf  gesandtschaftlichem  oder  konsularischem  Wege  festgestellt  werden.

8  18.
Auf  den  Anträgen  sowohl  als  auf  den  Urkunden  ist  der  Zeitpunkt  des  Einganges  genau  anzugeben.
Dieselben  bleiben  in  Urschrift  oder  in  beglaubigter  Abschrift  bei  den  Grundakten.

19.

Die  Verfügungen  auf  die  Anträge  sind  von  der  Grundbuchbehörde  zu  erlassen.

Die  auf  Grund  der  Verfügungen  vorzunehmenden  Eintragungen  können  von  einem  Beamten  der
Grundbuchbehörde  (Grundbuchführer)  ausgeführt  werden.  In  diesem  Falle  soll  die  Verfügung  den  Inhalt
der  Eintragung  wörtlich  angeben.

Bei  allen  Einschreibungen  in  das  Grundbuch  ist  der  Tag  der  Einschreibung  anzugeben,  die  in
die  zweite  und  dritte  Abtheilung  einzutragenden  Posten  sind  in  jeder  Abtheilung  mit  fortlaufenden  Nummern
zu  versehen.  Die  Einschreibungen  sind  im  Grundbuch  von  der  Grundbuchbehörde  und,  sofern  sie  von  dem
Grundbuchführer  vorgenommen  sind,  auch  von  diesem  zu  unterzeichnen.

8  20.
Die  Grundbuchbehörde  hat  die  Rechtsgültigkeit  der  Eintragungs=  oder  Löschungsbewilligung  nach
Form  und  Inhalt  zu  prüfen.  «
        <pb n="822" />
        —  680  —

Ergiebt  die  Prüfung  für  die  beantragte  Eintragung  oder  Löschung  ein  Hinderniß,  so  hat  die
Grundbuchbehörde  dasselbe  dem  Antragsteller  bekannt  zu  machen.

8  21.

Werden  mehrere,  zwar  an  sich  begründete,  aber  einander  widersprechende  Anträge  auf  Eintragung
des  Eigenthums  vorgelegt,  bevor  auf  einen  der  Anträge  die  Eintragung  bewirkt  ist,  so  ist  diese  bis  zur
Erledigung  des  Widerspruchs  auszusetzen.

8  22.

Sind  außer  dem  Falle  des  §  21  aus  mehreren  Eintragungsgesuchen  für  dasselbe  Grundstück
Eintragungen  zu  bewirken,  so  erfolgen  sie  in  der  durch  den  Zeitpunkt  der  Vorlegung  der  Gesuche  bestimmten
Rangordnung,  und  aus  gleichzeitig  vorgelegten  Gesuchen  zu  gleichem  Rechte,  wenn  in  denselben  nicht  eine
andere  Rangordnung  bestimmt  ist.

Wird  durch  das  früher  vorgelegte  Gesuch  dem  später  vorgelegten  die  Begründung  entzogen,  so
ist  dieses  zurückzuweisen.

8  28.

Die  Rangordnung  (§  22  Abs.  1)  wird  bei  Belastungen  derselben  Abtheilung  des  Grundbuchs
durch  die  Reihenfolge  der  Eintragungen  ersichtlich  gemacht;  sollen  die  Belastungen  zu  gleichen  Rechten
nebeneinander  stehen,  so  ist  dies  bei  den  Eintragungen  besonders  zu  bemerken.  Zwischen  Belastungen  der
zweiten  und  der  dritten  Abtheilung  ergiebt  sich  die  Rangordnung  aus  dem  Datum  der  Eintragung.  Soll
von  Eintragungen  unter  demselben  Datum  die  eine  der  anderen  nachstehen,  so  ist  dies  besonders  zu  bemerken.

Die  endgültige  Eintragung  einer  Belastung  an  der  Stelle  einer  Vormerkung  erlangt  den  Rang
der  Letzteren,  ohne  daß  dies  eines  besonderen  Vermerks  bedarf.

·  §24.  ·

Eine  aus  Versehen  der  Grundbuchbehörde  gelöschte  oder  bei  Ab-  und  Umschreibungen  nicht  übertragene
  Post  ist  auf  Verlangen  des  Gläubigers  oder  von  Amts  wegen  mit  ihrem  früheren  Vorrecht  wieder
einzutragen.  Diese  Wiedereintragung  wirkt  jedoch  nicht  zum  Nachtheil  derjenigen,  die  nach  der  Löschung
Rechte  an  dem  Grundstücke  oder  auf  eine  der  gelöschten  gleich=  oder  nachstehende  Post  in  redlichem  Glauben
erworben  haben.

IV.  Eintragung  des  Eigenthums.  Eintragungen  und  Löschungen  in  der  zweiten  Abtheilung.

8  26.
Eine  Auflassung  findet  nicht  statt.  .  .
Zum  Uebergange  des  Eigenthums  im  Falle  der  freiwilligen  Veräußerung  eines  Grundstücks,  für
welches  ein  Grundbuchblatt  bereits  angelegt  ist  oder  welches  im  Eigenthum  eines  Nichteingeborenen  steht,
büktieren  *  der  Beobachtung  der  durch  den  Gouverneur  getroffenen  besonderen  Anordnungen  (8  4)
erforderlich,  da
1.  der  eingetragene  Eigenthümer  die  Eintragung  des  Erwerbers  bewilligt  hat  oder  zur  Bewilligung
der  Eintragung  rechtskräftig  verurtheilt  ist,  und
2.  der  Erwerber  als  Eigenthümer  eingetragen  wird.
Steht  das  Grundstück  im  Eigenthum  von  Miterben,  so  genügt  deren  Bewilligung  oder  rechtskräftige
  Verurtheilung,  auch  wenn  sie  nicht  als  Eigenthümer  eingetragen  sind.
b  6  b  4en  Eintragung  des  Erwerbers  erfolgt  auf  dessen  Antrag,  sofern  die  erforderlichen  Nachweise
eigebra
Sie  soll  außer  dem  Falle  der  rechtskräftigen  Verurtheilung  des  Eigenthümers  zur  Bewilligung
der  Eintragung  nur  stattfinden,  wenn  eine  in  gerichtlicher  oder  notarieller  Form  ausgenommene  Urkunde
über  das  der  Veräußerung  zu  Grunde  liegende  Rechtsgeschäft  beigebracht  wird.

§  26.

Ist  das  Eigenthum  an  einem  Grundsiücke,  für  welches  bereits  ein  Grundbuchblatt  angelegt  ist,
in  anderer  Weise  als  durch  freiwillige  Veräußerung  übergegangen,  so  wird  der  Erwerber  auf  seinen  Antrag
als  Eigenthümer  eingetragen,  sofern  der  Eigenthumsübergang  nachgewiesen  ist.  Z„

Die  Eintragung  des  Eigenthums  von  Erben  erfolgt  auf  Grund  einer  amtlichen  Erbbescheinigung
oder  auf  Grund  eines  sonstigen  glaubhaften  Nachweises.

§  27.  d

In  den  Fällen,  in  denen  der  Erwerb  des  Eigenthums  ohne  freiwillige  Veräußerung  stattgefun  *
hat,  kann  der  Eigenthümer  von  der  Grundbuchbehörde  durch  Geldstrasen  bis  zu  je  Einhundertfünfzig  Mar
zur  Eintragung  seines  Eigenthums  angehalten  werden,  wenn  ein  dinglich  oder  zu  einer  Eintragung
Berechtigter  dieselbe  beantragt.  d

Bestreitet  der  angebliche  Eigenthümer  die  Thatsachen,  welche  zur  Begründung  des  Antrages  gelten
gemacht  sind,  so  ist  der  Antragsteller  auf  den  Prozeßweg  zu  verweisen
        <pb n="823" />
        —  681  —

8  28.

Wenn  ein  Grundstück,  welches  von  einem  eingetragenen  Grundstück  abgezweigt  werden  soll,  auf
ein  anderes  Blatt  zu  übertragen  ist,  so  muß  das  einzutragende  Grundstück  nach  den  im  §  7  bestimmten
Merkmalen  unter  Beifügung  einer  die  Lage  und  Größe  des  Grundstücks  in  beglaubigter  Form  ergebenden
Karte  bezeichnet  werden.

29.  .

Die  Eintragung  von  dinglichen  Rechten  außer  den  Hypotheken,  von  Beschränkung  des  Verfügungsrechts
  des  Eigenthümers,  von  Vormerkungen  zur  Erhaltung  des  Rechts  auf  Eintragung  des  Eigenthums
oder  auf  Eintragung  eines  dinglichen  Rechts  erfolgt  in  der  ersten  Hauptspalte  der  zweiten  Abtheilung,
wenn  die  Bewilligung  des  eingetragenen  oder  seine  Eintragung  gleichzeitig  erlangenden  Eigenthümers
beigebracht  wird  oder  eine  zuständige  Behörde  darum  ersucht.

Die  Einwilligung  des  Eigenthümers  wird  durch  ein  rechtskräftiges  Urtheil  auf  Eintragung  ersetzt.

*  8  80.

Beschränkungen  des  Verfügungsrechts  über  ein  in  der  zweiten  Abtheilung  eingetragenes  Recht

werden  neben  demselben  in  der  zweiten  Hauptspalte  vermerkt.

8  31.
Die  Löschung  der  Eintragungen  in  der  zweiten  Abkheilung  erfolgt  auf  Antrag  des  eingetragenen
oder  seine  Eintragung  gleichzeitig  erlangenden  Eigenthümers.
Zur  Begründung  des  Antrages  ist  die  Löschungsbewilligung  des  Berechtigten  oder  dessen  rechtskräftige
  Verurtheilung  zur  Löschung  erforderlich.
Eine  durch  einstweilige  Verfügung  angeordnete  Eintragung  ist  auch  dann  zu  löschen,  wenn  eine
vollstreckkare  Entscheidung  vorgelegt  wird,  durch  welche  die  einstweilige  Verfügung  aufgehoben  wird.

V.  Eintragungen  und  Löschungen  in  der  dritten  Abtheilung.
..  §32.
Die  Eintragung  einer  Hypothek  erfolgt:

1.  wenn  der  eingetragene  oder  seine  Eintragung  gleichzeitig  erlangende  Eigenthümer  sie  bewilligt  oder
wenn  ein  Urtheil  beigebracht  wird,  durch  welches  er  zur  Bestellung  der  Hypothek  rechtskräftig
verurtheilt  ist;

2.  wenn  der  Gläubiger  auf  Grund  eines  Urtheils,  durch  welches  der  Eigenthümer  (Nr.  1)  zur  Zahlung
eines  bestimmten  Geldbetrages  an  ihn  rechtskräftig  verurtheilt  ist,  die  Eintragung  seiner  Forderung
beantragt;  1

3.  wenn  eine  zuständige  Behörde  um  die  Eintragung  ersucht.

§  33.

Die  Eintragungsbewilligung  muß  auf  den  Namen  eines  bestimmten  Gläubigers  lauten,  den
Schuldgrund  erwähnen,  das  verpfändete  Grundstück  bezeichnen,  eine  bestimmte  Summe  in  der  Landeswährung,
  den  Zinssatz  oder  die  Bemerkung  der  Zinslosigkeit,  den  Anfangstag  der  Verzinsung  und  die
Bedingungen  der  Rückzahlung  angeben.

Wenn  die  Größe  eines  Anspruchs  zur  Zeit  der  Eintragung  noch  unbestimmt  ist  (Kautionshypotheken),
  so  muß  der  höchste  Betrag  eingetragen  werden,  bis  zu  welchem  das  Grundstück  haften  soll.

34.
.  In  die  erste  Hauptspalte  der  dritten  Abtheilung  werden  auch  die  Vormerkungen  zur  Erhaltung
des  Rechts  auf  eine  Hypothek  eingetragen.  «
Die  Eintragung  wird  bewirkt:

1.  wenn  der  eingetragene  oder  seine  Eintragung  gleichzeitig  erlangende  Eigenthümer  sie  bewilligt;

2.  wenn  der  Gläubiger  auf  Grund  eines  Arrestbefehls,  eines  für  vorläufig  vollftreckbar  erklärten  Urtheils
oder  eines  sonstigen  Schuldtitels,  aus  welchem  die  Zwangsvollstreckung  stattfindet,  die  Eintragung
seiner  darin  bezeichneten  Forderung  beantragt;

3.  wenn  eine  zuständige  Behörde  um  die  Eintragung  ersucht.

.  35.
Die  endgültige  Eintragung  einer  Hypothek  an  der  Stelle  einer  Vormerkung  erfolgt,  wenn  eine
der  in  §  32  Nr.  1  bis  3  bezeichneten  Voraussetzungen  vorliegt.

§  36.
Die  Abtretung  einer  Hypothek  wird  auf  Grund  der  Bewilligung  des  Gläubigers  oder  seiner
rechtskräftigen  Verurtheilung  zur  Bewilligung  oder  auf  Grund  des  Ersuchens  einer  zuständigen  Behörde
eingetragen.  Ist  eine  Hypothekenurkunde  gebildet,  so  bedarf  es  der  Beibringung  derselben.
        <pb n="824" />
        —  682  —

Die  Abtretungserklärung  muß  den  Namen  des  einzutragenden  Erwerbers  enthalten.  Der  Annahmeerklärung

  des  Letzteren  bedarf  es  nicht.
§  37.

Die  Vorschriften  des  §  36  finden  auch  Anwendung,  wenn  eine  Hypothek  auf  eine  andere  Weise
erworben  oder  verpfändet,  oder  wenn  von  einem  voreingetragenen  Gläubiger  das  Vorrecht  einem  nachstehenden
  eingeräumt  wird.

Die  Eintragung  der  Verpfändung  hat  den  Gläubiger  sowie  die  Forderung,  zu  deren  Sicherheit
die  Verpfändung  erfolgt,  zu  bezeichnen.

§  38.

Die  Pfändung  einer  Hypothek  im  Wege  der  Zwangsvollstreckung  ersetzt  die  Bewilligung  des
Schuldners  zur  Eintragung  des  entstandenen  Pfandrechts,  die  Ueberweisung  an  Zahlungsstatt  ersetzt  die
Bewilligung  zur  Eintragung  der  Abtretung.

Zum  Nachweise  der  Pfändung  ist  der  Nachweis  der  Zustellung  des  Pfändungsbeschlusses  an  den
Eigenthümer  des  Grundstücks  erforderlich  und  ausreichend.

8339.
Beschränkungen  des  Verfügungsrechts  über  eine  Hypothek  werden  neben  derselben  in  der  zweiten
Hauptspalte  vermerkt,  wenn  der  Gläubiger  die  Eintragung  bewilligt  oder  eine  zuständige  Behörde  darum  ersucht.
Ist  eine  Hypothekenurkunde  gebildet,  so  bedarf  es  der  Beibringung  derselben.

8  40.
Die  Löschung  einer  Hypothek  darf  nur  auf  Antrag  des  eingetragenen  Eigenthümers  oder  auf
Ersuchen  einer  zuständigen  Behörde  erfolgen.  Zur  Begründung  des  Antrages  gehört  entweder
1.  die  von  dem  Gläubiger  ertheilte  Quittung  oder  Löschungsbewilligung,  oder
2.  der  Nachweis  der  rechtskräftigen  Verurtheilung  des  Gläubigers,  die  Löschung  zu  bewilligen,  oder
3.  der  Aichnint  daß  der  Gläubiger  das  Eigenthum  des  Grundstücks  oder  der  Eigenthümer  die  Hypothek
erworben  hat.

Ist  eine  Hypothekenurkunde  gebildet,  so  bedarf  es  der  Beibringung  derselben.

8  41.
An  die  Stelle  einer  gelöschten  Hypothek  darf  eine  andere  nicht  eingetragen  werden.  Vielmehr
rücken  die  nachstehenden  Posten  vor.
Auf  Antrag  des  eingetragenen  Eigenthümers  ist  eine  Hypothek,  deren  Löschung  er  gemäß  8  40
zu  verlangen  berechtigt  ist,  auf  seinen  Namen  und,  sofern  er  sie  an  einen  anderen  abtritt,  auf  diesen  umzuschreiben.
  Auf  Kautionshypotheken  findet  diese  Bestimmung  keine  Anwendung.

8  42.
Die  Löschung  einer  Vormerkung  erfolgt  auf  Ersuchen  derjenigen  Behörde,  auf  deren  Antrag  die
Vormerkung  eingetragen  worden  ist,  oder  auf  Bewilligung  dessen,  für  den  die  Eintragung  stattgefunden  hat.

8  43.

Soll  eine  gemäß  §  32  Nr.  2,  8  34  Nr.  2  eingetragene  Hypothek  oder  Vormerkung  gelöscht
werden,  so  wird  die  Einwilligung  des  Berechtigten  in  die  Löschung  durch  eine  Urkunde  ersetzt,  auf  Grund
deren  nach  den  Vorschriften  der  Civilprozeßordnung  die  Zwangsvollstreckung  mit  der  Wirkung  einzustellen
ist,  daß  die  bereits  erfolgten  Vollstreckungsmaßregeln  aufgehoben  werden.

§  44.
Eine  durch  einstweilige  Verfügung  angeordnete  Eintragung  ist  auch  dann  zu  löschen,  wenn  eine
vollstreckkare  Entscheidung  vorgelegt  wird,  durch  welche  die  einstweilige  Verfügung  aufgehoben  wird.

VI.  Bildung  der  Urkunden  über  Eintragungen  im  Grundbuch.
45.

-  Der  Eigenthümer  kann  jederzeit  eine  beglaubigte  Abschrift  des  vollständigen  Grundbuchblattes
seines  Grundstücks  oder  des  Titels  und  der  ersten  Abtheilung  verlangen.

§  46.

Ueber  die  Eintragung  erhalten  die  Betheiligten  und  die  Behörde,  welche  die  Eintragung  nachgesucht
hat,  von  der  Grundbuchbehörde  eine  Benachrichtigung,  welche  die  Eintragungsformel  wörtlich  enthält.  Zu
den  Betheiligten  gehört  immer  der  eingetragene  Eigenthümer.

8  47.
Ueber  die  Eintragung  einer  Hypothek  wird  eine  Hypothekenurkunde  in  der  Art  gebildet,  daß  auf

der  Schuldurkunde  oder  einem  mit  Schnur  und  Stempel  damit  zu  verbindenden  Blatte  die  Eintragung
nach  dem  von  dem  Gouverneur  zu  bestimmenden  Formulare  vermerkt  wird.  «

Auf  die  Bildung  der  Hypothekenurkunde  kann  verzichtet  werden.
        <pb n="825" />
        —  683  —

8  48.

Ist  eine  Hypothelenurkunde  gebildet,  so  wird  jede  bei  der  Hypothek  eingetragene  Veränderung
(Abtretung,  Verpfändung,  Beschränkung  des  Verfügungsrechts  ꝛc.)  sowie  die  bewirkte  gänzliche  oder  theilweise
  Löschung  auf  der  Urkunde  von  der  Grundbuchbehörde  unter  Beifügung  ihrer  Unterschrift  und  ihres
Siegels  vermerkt.

Bei  Löschung  der  ganzen  Hypothek  wird  außerdem  der  Eintragungsvermerk  durchstrichen.

§  49.

Erfolgt  eine  Theilabtretung,  so  ist  von  der  Hypothekenurkunde  eine  gerichtlich  oder  notariell
beglaubigte  Abschrift  anzufertigen  und  zugleich  auf  die  Haupturkunde  der  Vermerk,  welcher  Theil  der
Hypothek  abgetreten  ist,  und  auf  die  beglaubigte  Abschrift  der  Vermerk  zu  setzen,  für  wen  und  über  welchen
Theil  der  Hypothek  die  Abschrift  gefertigt  ist.

Soll  die  Theilabtretung  eingetragen  werden,  so  sind  die  Haupturkunde  und  die  beglaubigte  Abschrift
der  Grundbuchbehörde  vorzulegen;  die  Eintragung  der  Abtretung  ist  gemäß  §  48  auf  beiden  Urkunden

zu  vermerken.
VII.  Erste  Anlegung  des  Grundbuchblattes.
50.
Die  erste  Anlegung  des  Grundbuchblattes  erfolgt  auf  Antrag  des  Eigenthümers.  Derselbe  kann
zur  Stellung  des  Antrages  nur  in  den  Fällen  des  §  27  angehalten  werden.

l  51.

Mit  dem  Antrage  hat  der  Antragsteller  durch  Urkunden,  Bescheinigungen  öffentlicher  Behörden
oder  auf  andere  Weise  glaubhaft  zu  machen,  daß  er  das  Grundstück  als  Eigenthümer  erworben  oder  im
ungestörten  Besitz  hat.

In  dem  Antrag  ist  das  einzutragende  Grundstück  nach  den  im  §  7  bestimmten  Merkmalen
zu  bezeichnen.

Dem  Antrage  ist  eine  aus  der  Flurkarte  entnommene,  das  Grundstück  veranschaulichende  Karte
sowie  ein  Auszug  aus  der  Mutterrolle  beizufügen.

8  632.

Insoweit  Flurbücher  und  Mutterrollen  noch  nicht  angelegt  sind  oder  die  Vermessung  des  Grundstücks
  und  die  Aufnahme  einer  Karte  zur  Zeit  unausführbar  oder  mit  Kosten  verbunden  sind,  welche  zu
dem  Werthe  des  Grundstücks  in  keinem  Verhältniß  stehen,  genügt  eine  so  genaue  Bezeichnung  des  Grundstücks,
  daß  über  die  Lage  und  die  Grenzen  desselben  kein  Zweifel  besteht.

Die  näheren  Bestimmungen  hierüber  erläßt  der  Gouverneur.

§  53.
Der  Anlegung  des  Grundbuchblattes  muß  ein  Aufgebot  vorhergehen.

g  54.
Das  Aufgebot  wird  von  der  Grundbuchbehörde  erlassen.  In  das  Aufgebot  ist  aufzunehmen:

1.  die  Bezeichnung  des  Antragstellers;

2.  die  Bezeichnung  des  aufgebotenen  Grundstücks  (88  51,  52);

3.  die  Aufforderung  an  alle  Diejenigen,  die  das  Eigenthum  oder  ein  zur  Eintragung  in  die  zweite  und
dritte  Abtheilung  des  Grundbuchs  geeignetes  Recht  an  dem  Grundstück  in  Anspruch  nehmen,  ihre
Rechte  und  Ansprüche  bis  zu  einem  bestimmten  Termine  anzumelden  und  glaubhaft  zu  machen,
widrigenfalls  die  Anlegung  des  Grundbuchblattes  ohne  Rücksicht  auf  ihre  Rechte  und  Ansprüche
erfolgen  werde.

#  Das  Aufgebot  ist  durch  Aushang  an  der  für  öffentliche  Bekanntmachungen  bestimmten  Stelle  und
in  sonst  geeigneter  Weise  bekannt  zu  machen.

Zwischen  der  ersten  öffentlichen  Bekanntmachung  und  dem  Termine  muß  eine  Frist  von  mindestens
drei  Monaten  liegen.
8  65.

Ist  bis  zum  Ablaufe  des  Termins  ein  anderweitiger  Eigenthumsanspruch  nicht  angemeldet  oder
nicht  glaubhaft  gemacht,  so  erfolgt  die  Anlegung  des  Grundbuchblattes.  Die  Grundbuchbehörde  ist  auch
befugt,  ihr  bekannt  und  glaubhaft  gewordene  Ansprüche  Dritter  von  Amts  wegen  zu  berücksichtigen.  Bei
widerstreitenden  Ansprüchen  kann  die  Anlegung  erst  erfolgen,  nachdem  die  Betheiligten  ihre  Ansprüche  zum
Austrage  gebracht  haben.  «

§56.
Die  bis  zum  Ablaufe  des  Termins  angemeldeten  Rechte  (8  54  Ziffer  3)  werden  bei  der  Anlegung
des  Grundbuchblattes  eingetragen,  wenn  der  Antragsteller  den  Anspruch  anerkennt  oder  wenn  die  Voraussetzungen
  der  Eintragung  gemäß  den  Bestimmungen  dieser  Verordnung  vorliegen.
        <pb n="826" />
        —  684  —

Anderenfalls  wird,  sofern  das  beanspruchte  Recht  glaubhaft  gemacht  ist,  zur  Sicherung  desselben
eine  Vorbemerkung  eingetragen.  «

Die  Festsetzung  der  Rangordnung  der  bis  zum  Ablaufe  des  Termins  angemeldeten  Rechte  erfolgt,
falls  sich  die  Betheiligten  nicht  einigen,  im  Rechtswege.

857.

Sind  in  Gemäßheit  der  Verordnung,  betreffend  das  Aufgebot  von  Landansprüchen  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete,  vom  2.  April  1893  (Reichs-Gesetzblatt  S.  143)  Landansprüche  als  rechtsgültig
anerkannt  worden  und  wird  mit  Rücksicht  hierauf  die  Eigenthumseintragung  beantragt,  so  kann  das  Grundbuchblatt
  ohne  Erlaß  eines  Aufgebots  angelegt  werden,  falls  nach  dem  Ermessen  der  Grundbuchbehörde
keine  Bedenken  obwalten.  Das  Gleiche  gilt,  wenn  dem  Antrag  auf  Eintragung  des  Grundstücks  eine
Ueberwelsung  von  früher  herrenlosem  Lande  zu  Grunde  liegt  und  die  Ueberweisung  nach  Maßgabe  eines
mit  der  Regierung  abgeschlossenen  Vertrages  oder  einer  von  dieser  ertheilten  Berechtigung  erfolgt  ist.

In  beiden  Fällen  erfolgt  nach  Anlegung  des  Grundbuchblattes  eine  Aufforderung  an  alle  Diejenigen,
  welche  ein  zur  Eintragung  in  die  zweite  und  dritte  Abtheilung  des  Grundbuches  geeignetes  Recht
an  dem  Grundstück  in  Anspruch  nehmen,  ihre  Rechte  und  Ansprüche  bis  zu  einem  bestimmten  Termine
anzumelden  und  glaubhaft  zu  machen,  widrigenfalls  auf  ihre  Rechte  und  Ansprüche  bei  etwaigen  anderweitigen
  Anträgen  auf  Eintragungen  in  die  genannten  Grundbuchsabtheilungen  nicht  gerücksichtigt  werde.
Hierbei  finden  die  Bestimmungen  der  §8§  54  bis  56  sinngemäße  Anwendung.  Die  Bestimmungen  dieses
Paragraphen  finden  auch  Anwendung,  wenn  die  als  rechtsgültig  anerkannten  Landansprüche  oder  die  Ansprüche
  aus  Ueberweisungen  von  früher  herrenlosem  Lande  (Absatz  1  dieses  Paragraphen)  im  Wege  der
Rechtsnachfolge  auf  den  Antragsteller  übergegangen  sind.

VIII.  Schlußbestimmungen.
8  68.

Der  Gouverneur  hat  die  zur  Ausführung  dieser  Verordnung  erforderlichen  Bestimmungen  zu

erlassen  und  den  Zeitpunkt  festzusetzen,  mit  welchem  diese  Verordn#ung  in  den  einzelnen  Bezirken  (§  5)  in
Kraft  tritt.

§  59.
Die  Kosten  für  die  Bearbeitung  der  Grundbuchsachen  werden  nach  dem  beigefügten  Tarif  erhoben.
Gegeben  Marmor-Palais,  den  5.  Oktober  1898.

(  S  (ez)  Wilhelm  1.  R.
E  (ggez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

l##stentarif  für  Grundbuchfsachen.
81.
Für  die  Eintragungen  des  Eigenthums  einschließlich  der  voraufgehenden  Verhandlungen  sowie  für
Eintragung  des  Erwerbspreises  oder  der  Werthschätzung:

bei  Grundstücken  von  1  ha  Flähee  5  Mark,
von  mehr  als  1  ha  bis  100  ha  Fläbhe  10

-  -  =  100  ha  500  B  20

-  -  =  500  ha  =  000  .hha  30

-  "  =  1000  ha  =  5000  B.ml  40

-  -  5000  ha  =  10000  Brm  80

—  -Ê  10000  ha  Fläche  100

Für  die  Eintragung  des  Eigenthümers  bei  Anlegung  des  Grundbuchblattes,  einschließlich  des  vorgängigen
  Verfahrens,  wird  die  Hälfte  der  vorstehenden  Kosten  als  Zuschlag  erhoben.

Bei  Abschreibung  eines  Theilstücks  und  Uebertragung  desselben  auf  ein  anderes  Grundbuchblatt
werden  Kosten  nach  §  1  nur  für  die  Eintragung  auf  Letzteres  berechnet.

Im  Falle  des  §  52  der  Verordnung,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  an  unbeweglichen  Sachen
in  Deutsch  -Südwestafrika,  wird  behufs  der  Berechnung  der  Kosten  die  Größe  des  Grundstücks  von  der
Grundbuchbehörde  abgeschätzt.

§  2.

Für  jede  endgültige  Eintragung  in  der  zweiten  und  dritten  Abtheilung  und  alle  dabel  vorkommenden
  Nebengeschäfte:  1

a)  von  dem  Betrage  bis  zu  500  Mark:  von  je  100  Mark  09560  Mark,

b)  -Mehrbetrage  bis  6000  Mark:  von  je  100  Mark  0,20

e)  -—  -  Mehnrbetrage:  von  je  100  Mark  0,.0
        <pb n="827" />
        83.
Für  die  Eintragung  von  Veränderungen  aller  Art,  Vormerkungen  und  Verfügungsbeschränkungen
die  Hälfte  der  Sätze  des  §  2.  ..

Für  jede  Löschung  und  alle  dabei  vorkommenden  Nebengeschäfte  die  Hälfte  der  zu  §§  2  und  3
für  die  Eintragung  bestimmten  Sältze.  —-§5.


Für  die  Aufnahme  von  mündlichen  Anträgen,  welche  den  Eintragungen  oder  Löschungen  im
Grundbuch  als  Grundlage  dienen,  oder  für  die  gerichtliche  Beglaubigung  solcher  Anträge  sowie  für  die.
vorgeschriebenen  Benachrichtigungen  der  Betheiligten  werden  besondere  Gebühren  nicht  erhoben.

86.
Für  a)  die  Ausfertigung  einer  beglaubigten  Abschrift  des  vollständigen  Grundbuchblattes  drei  Fünftel
der  Sätze  zu  §  1,  jedoch  nicht  über  10  Mark;
b)  die  Ausfertigung  einer  beglaubigten  Abschrift  des  Titels  und  der  ersten  Abtheilung  des  Grundbuchblattes
  die  Hälfte  der  Sätze  zu  §  1,  jedoch  nicht  über  5  Mark.  -

·  87.
Ergiebt  sich  bei  Berechnung  der  Kosten  in  den  Fällen  der  §§  2,  4  und  6  ein  geringerer  Betrag
als  1  Mark,.  so  wird  letzterer  Betrag  in  Ansatz  gebracht.

§  8.

Für  die  Einsicht  des  Grundbuchs  und  der  Grundakten  ist  jedesmal  der  Betrag  von  0,50  Mark

zu  entrichten.
§  9.

Werden  Urkunden,  deren  Vorlegung  zur  Erwirkung  von  Eintragungen  nothwendig  war,  von  den.
Betheiligten  ohne  Uebergabe  einer  für  die  Grundakten  bestimmten  Abschrift  zurückgefordert,  so  sind  für  jede
angefangene  Seite  der  auf  Anordnung  der  Grundbuchbehörde  zu  fertigenden  Abschrift  0,20  Mark  zu
entrichten.  Die  Beglaubigung  der  von  den  Betheiligten  überreichten  Abschriften  erfolgt  kostenfrei.

8  10.  .
Wird  der  Antrag  auf  Eintragung  des  Eigenthümers  als  unbegründet  zurückgewiesen,  so  hat  der
Antragsteller  ein  Viertel  der  im  8  1  bestimmten  Kosten  zu  zahlen.  «

8  11.
Außer  den  in  den  vorstehenden  Paragraphen  bezeichneten  Kosten  werden  die  baaren  Auslagen
erhoben,  welche  durch  das  Verfahren  verursacht  sind.  «
8  12.
Die  Grundbuchbehörde  kann  die  Einleitung  des  Verfahrens  von  der  Zahlung  eines  Vorschusses
der  voraussichtlich  entstehenden  Kosten  abhängig  machen.
8  13.  *2
Der  Gouverneur  ist  befugt,  für  bestimmte  Zwecke  oder  für  einzelne  Fälle  die  Gebühren  ganz
oder  zum  Theil  außer  Ansatz  zu  lassen.

 

Vereinbarung  zwischen  dem  Auswärtigen  Amt  (Kolonial-Abtheilung)  und  der
South  West  Africa  Co.

Zwischen  dem  Auswärtigen  Amt  (Kolonial-Abtheilung),  vertreten  durch  den  Direktor  der  Kolonial=Abtheilung,
  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath  Dr.  v.  Buchka,  und  der  South  West  Africa  Co.,  vertreten
durch  die  Mitglieder  ihres  Verwaltungsraths,  Rechtsanwalt  Dr.  Scharlach  und  Freiherrn  v.  Nordenflycht,
  ist  heute  folgende  Vereinbarung  geschlossen  worden.

Die  South  West  Africa  Co.  verzichtet  auf  alle  ihr  nach  der  Konzession  vom  12.  September  1892
im  Theil  III  Artikel  12  bis  18  und  aus  dem  Protokolle,  betreffend  die  Ausführung  dieser  Konzession,
vom  14.  November  dess.  Is.  zustehenden  Befugnisse  und  von  der  Regierung  gemachten  Zugeständnisse,  welche
den  Bau  und  den  Betrieb  von  Schienenverbindungen  betreffen  oder  damit  in  Verbindung  stehen,  vorbehaltlich
der  in  den  folgenden  Paragraphen  ausdrücklich  gemachten  Ausnahmen,  so  daß  fernerhin  der  Gesellschaft  nur
diejenigen  Rechte  in  Bezug  auf  den  Bau  und  Betrieb  von  Schienenverbindungen  verbleiben,  welche  ihr  in
dieser  gegenwärtigen  Vereinbarung  ausdrücklich  gewährleistet  sind.  «
        <pb n="828" />
        —  686  —

8  2.

Der  Gesellschaft  verbleibt  das  Recht,  innerhalb  des  ihr  auf  Grund  der  Konzession  überwiesenen
Land-  und  Minengebietes,  des  Kaokofeldes,  des  Gebietes  der  Bastarde  von.  Rehoboth  und  des  Ovambolandes,
  wie  es  nach  §  6  dieser  Vereinbarung  begrenzt  ist,  sowie  von  irgend  einem  Punkte  der  Küste  des
Schutzgebietes  nördlich  von  Walfischbai  aus  nach  beliebigen  Punkten  innerhalb  der  vier  bezeichneten  Gebiete
Schienenverbindungen  jeder  Art  nebst  allen  Zweiglinien,  Hafen=  und  sonstigen  zugehörigen  Anlagen,  und
zwar  Hafenanlagen,  soweit  solche  an  den  von  der  Gesellschaft  hierfür  gewählten  Plätzen  noch  nicht  bestehen,
anzulegen  und  sowohl  für  ihre  eigenen  als  für  öffentliche  Verkehrszwecke  zu  betreiben.  Die  Gesellschaft
wird  indessen  keine  für  öffentliche  Verkehrszwecke  bestimmten  Schienenverbindungen  anlegen  und  betreiben,
welche  mit  Schienenverbindungen,  die  von  der  Regierung  oder  von  Dritten  bereits  angelegt  oder  in  Angriff
genommen,  oder  von  der  Regierung  ernstlich  in  Aussicht  genommen  worden  sind,  konkurriren.  Als
konkurrirende  Schienenverbindung  gilt  hierbei  eine  solche,  die  dieselben  Gegenden,  welche  durch  eine  bestehende,
in  Angriff  oder  von  der  Regierung  ermstlich  in  Aussicht  genommene  Schienenverbindung  bereits  verbunden
sind  oder  verbunden  werden  sollen,  ohne  Berührung  neuer  kommerziell  wichtiger  Zwischenpunkte  in  Verbindung
  bringen  würde.  ,  —  «

Die  Regierung  behält  sich  das  Recht  vor,  jederzeit  verlangen  zu  können,  daß  eine  von  der  Gesellschaft
  projektirte  oder  von  der  Gesellschaft  bereits  ausgeführte  und  bis  dahin  nur  für  ihre  eigenen  Zwecke
benutzte  Schienenverbindung  dem  öffentlichen  Verkehr  übergeben  werde.  Durch  die  Ausführung  dieses  Verlangens
  der  Regierung  darf  die  Gesellschaft  aber  nicht  zu  einer  anderen  Art  des  Baues  oder  des  Betriebes
der  Schienenverbindung  verpflichtet  werden,  als  sie  dies  bei  einer  projektirten  Linie  beabsichtigt  oder  bei
einer  bereits  betriebenen  Linte  bis  dahin  gethan  hatte.  Vielmehr  hat  die  Gesellschoft  die  Schienenverbindungen
  nach  erfolgter  Anweisung  der  Regierung  dem  öffentlichen  Verkehr  nur  in  der  Art  zur  Versügung
zu  stellen,  wie  dieselben  bisher  bereits  betrieben  oder  wie  deren  Bau  beabsichtigt  worden  war.  Soweit  es
sich  hiernach  um  noch  im  Bau  begriffene  Schienenverbindungen  handelt,  wird  die  Gesellschaft  dieselben  auf
Verlangen  der  Regierung  alsbald  nach  ihrer  Fertigstellung  und  soweit  thunlich  streckenweise  dem  öffentlichen
Verkehr  übergeben.

3

§  3.

1.  Die  Gesellschaft  hat  die  Pläne  für  die  von  ihr  projektirten  Schienenverbindungen  und  Hafenarbeiten
  den  Kaiserlichen  Behörden  im  Schutzgebiet  zur  landespolizeilichen  Genehmigung  vorzulegen.

2.  Bezüglich  der  Spurweite,  der  Zahl  der  Züge  und  der  Tarife  gelten  die  Bestimmungen  des
Artikels  18  Ziffer  d  der  Konzession  sowie  des  Absatzes  3  dieses  Artikels  in  der  Fassung  des  Ausführungsprotokolls
  vom  14.  November  1892.

3.  Doch  verpflichtet  sich  die  Gesellschaft  für  den  Transport  von  Personen  und  Gütern,  welche
für  Rechnung  der  Regierung  oder  von  solchen  Unternehmern,  welche  andere  Schienenverbindungen  in  dem
südwestafrikanischen  Schutzgebiete  anlegen  oder  betreiben  werden,  auf  den  Linien  der  Gesellschaft  befördert
werden  sollen,  keine  höheren  Frachtsätze  zu  berechnen,  als  sie  von  der  Gesellschaft  irgend  einem  Dritten  für
den  Transport  von  Personen  oder  Gütern  der  entsprechenden  Klasse  werden  zugestanden  werden.

4.  Die  Gesellschaft  hat  ferner  der  Regierung  sowohl  als  auch  dritten  Unternehmern  zu  gestatten,
die  von  der  einen  oder  den  anderen  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  angelegten  oder  betriebenen
Schienenverbindungen  an  ihre  eigenen  Linien  unter  den  in  Absatz  2  des  Artikels  18  der  Konzession  in  der
Fassung  des  genannten  Protokolls  festgesetzten  Bedingungen  anzuschließen.

5.  Auch  die  nach  Maßgabe  des  §  2  Absatz  1  dieser  Vereinbarung  von  der  Gesellschaft  angelegten
Hafen=  und  sonstigen  Anlagen  müssen  auf  Verlangen  der  Regierung  dem  öffentlichen  Verkehr  übergeben
werden.  Die  Bedingungen,  unter  welchen  dies  zu  geschehen  hat,  sollen  im  Wege  einer  besonderen  Vereinbarung
  zwischen  der  Regierung  und  der  Gesellschaft  festgesetzt  werden.  «  ·

 

§4—  .

Die  Regierung  wird  der  Gesellschaft  die  für  Zwecke  der  von  ihr  nach  Maßgabe  dieser  Vereinbarung
  anzulegenden  Schienenverbindungen  erforderlichen  Wassergerechtsame  sowie  das  Eigenthum  an  dem
zum  Bau  und  Betriebe  der  Linien,  der  Stationen  und  Seitengeleise  ersorderlichen  Grund  und  Boden
unentgeltlich  verleihen,  insoweit  beides  ihrer  Versügungsgewalt  unterliegt  und  für  behördliche  Zwecke
entbehrlich  ist.  Insoweit  wegen  Abtretung  der  Wassergerechtsame  und  des  Grund  und  Bodens  Verhandlungen
  mit  dritten  Eigenthümern  erforderlich  sind,  wird  die  Regierung  der  Gesellschaft  thunlichste  Unterstützung
  behufs  Erlangung  billiger  Bedingungen  gewähren.

Handelt  es  sich  um  die  Herstellung  eines  Schienenweges,  welcher  das  Knokofeld  mit  dem  der
Gesellschaft  auf  Grund  der  Konzession  überwiesenen  Landgebiete  in  Verbindung  bringen  soll,  so  wird  die
Regierung  dafür  Sorge  tragen,  daß  die  hierzu  erforderlichen  Wassergerechtsame  und  der  Grund  und  Boden
der  Gesellschaft  auch  für  den  Fall  unentgeltlich  werden  abgetreten  werden,  daß  beides  zwar  bei  Abschluß
dieser  Vereinbarung  der  Verfügungsgewalt  der  Regierung  unterlag,  zu  dem  Zeitpunkt  aber,  zu  welchem
eine  hiernach  in  Betracht  kommende  Schienenverbindung  wird  in  Angriff  genommen  werden,  von  der
Regierung  bereits  an  Dritte  veräußert  worden  sein  sollte.
        <pb n="829" />
        —  687  —

Sollte  die  Gesellschaft  in  der  Folge  den  Betrieb  auf  der  einen  oder  anderen  der  von  ihr  angelegten
Schienenverbindungen  einstellen,  so  fallen  das  Eigenthum  an  dem  Grund  und  Boden  und  die  Wassergerechtsame,
  die  die  Regierung  der  Gesellschaft  nach  Maßgabe  dieses  Paragraphen  unentgeltlich  verliehen
haben  wird,  an  die  Regierung  zurück.  Im  Uebrigen  bleiben  die  Bestimmungen  der  Artikel  14  und  15  der
Konzession  sowie  der  Zusatz  zu  Artikel  15  in  dem  erwähnten  Ausführungsprotokolle  mit  der  Maßgabe  in
Kraft,  daß  der  in  den  genannten  beiden  Artikeln  erwähnte  Zeitraum  von  50  Jahren  auf  25  Jahre
herabgesetzt  wird.

·  §5-  .

Für  die  Benutzung  derjenigen  Schienenverbindungen,  welche  die  Regierung  in  dem  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete  anlegen  oder  betreiben  wird,  gewährt  sie  der  Gesellschaft  die  nämlichen  Vortheile,
welche  diese  der  Regierung  bezüglich  der  Benutzung  der  Linien  der  Gesellschaft  nach  Maßgabe  des  dritten
und  vierten  Satzes  des  §  3  dieser  Vereinbarung  zugestanden  hat.  Die  Regierung  verpflichtet  sich  ferner,
in  allen  Fällen,  in  denen  sie  dritten  Unternehmern  eine  Konzession  zur  Anlage  oder  zum  Betriebe  von
Schienenverbindungen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  ertheilen  wird,  den  Unternehmern  entsprechende
Verpflichtungen  gegen  die  Gesellschaft  aufzuerlegen,  wie  sie  die  letztere  gleichfalls  nach  Maßgabe  des  dritten
annse  Satzes  des  §  3  dieser  Vereinbarung  gegen  den  in  Betracht  kommenden  Unternehmer  zu
erfüllen  hat.

86.

Als  Entschädigung  für  den  Verzicht  auf  die  in  8  1  dieser  Vereinbarung  bezeichneten  Berechtigungen
verleiht  die  Regierung  der  Gesellschaft  in  demjenigen  Theile  von  Ovamboland,  welches  begrenzt  wird:
im  Westen  durch  die  Ostgrenze  des  Kaokofeldes,  im  Süden  durch  die  Nordgrenze  des  der  Gesellschaft  auf
Grund  ihrer  Konzession  überwiesenen  Minengebietes,  im  Norden  durch  die  Inlandgrenze  der  deutschen
Interessensphäre  und  im  Osten  durch  den  19.  Grad  östlicher  Länge  von  Greenwich,  das  ausschließliche
Recht  zur  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Mineralien,  insoweit  dieses  Recht  der  Regierung  zur  Zeit
zusteht  oder  von  ihr  durch  Erklärung  der  Schutzherrschaft  über  den  bezeichneten  Theil  des  Ovambolandes
wird  erworben  werden.

§  7.

Die  Regierung  hat  indessen  das  Recht,  das  im  §  6  dieser  Vereinbarung  bezeichnete  Gebiet,  sobald
dasselbe  unter  den  Schutz  des  Reiches  gestellt  sein  wird,  ganz  oder  theilweise,  mit  der  Maßgabe  zum
öffentlichen  Schürfgebiet  zu  erklären,  daß  die  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Mineralien  unter  Ausschließung
von  Edelsteinen  und  von  Kupfer,  gediegen  oder  als  Erz,  den  Vorschriften  der  Verordnung,  betreffend  das
Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom  15.  August  1889,  bezw.  den  Vorschriften,  welche  an
die  Stelle  dieser  Verordnung  treten  werden,  unterliegt.  Die  hiernach  an  die  Regierung  zu  zahlenden
Gebühren  wird  dieselbe  zur  Hälfte  an  die  Gesellschaft  abführen.

88.  6"

Die  Gesellschaft  hat  ferner  das  Recht,  von  jedem  bergmännischen  Unternehmen,  das  in  dem  in  §  6
dieser  Vereinbarung  bezeichneten  Gebiete  auf  Grund  des  8§  7  eingerichtet  wird,  eine  von  ihr  festzusetzende,
nach  der  Höhe  des  jährlichen  Reingewinns  zu  berechnende  jährliche  Abgabe,  welche  sich  jedoch  auf  nicht
mehr  als  25  pCt.  des  Reingewinns  belaufen  darf,  zu  beanspruchen.  Die  Hälfte  der  hiernach  an  die
Gesellschaft  gezahlten  Abgaben  wird  die  letztere  an  die  Regierung  abführen.  Zwecks  Kontrole  der  Abrechnungen
  der  Gesellschaft  ist  die  Regierung  berechtigt,  die  betreffenden  Bücher  der  Gesellschaft  durch  einen
Bücherrevisor  prüfen  zu  lassen.

89.

Das  ausschließliche  Recht  zur  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Edelsteinen  und  von  Kupfer,  gediegen
oder  als  Erz,  in  dem  in  §  6  bezeichneten  Gebiete  verbleibt  der  Gesellschaft,  welche  dasselbe  nach  Maßgabe
der  Bedingungen,  wie  sie  in  der  Konzession  vom  12.  September  1892  unter  Berücksichtigung  der  nach  §  10
dieser  Vereinbarung  sich  ergebenden  Abänderung  bezüglich  der  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Mineralien
festgesetzt  worden  sind,  ausüben  wird.  ß

10.

Mit  Rücksicht  darauf,  daß  die  in  Artikel  1  der  Konzession  vom  12.  September  1892  festgesetzte
Frist  von  drei  Jahren,  innerhalb  welcher  die  Gesellschaft  den  ihr  nach  der  Konzession  zugesagten  Minenbezirk
  auszuwählen  hatte,  ohne  Verschulden  der  Gesellschaft  nicht  hat  eingehalten  werden  können,  wird  der
letzteren  zugestanden,  daß  die  Frist,  innerhalb  welcher  sie  nach  Artikel  5  der  Konzession  den  Beginn  eines
ordnungsmäßigen  bergmännischen  Betriebes  nachzuweisen  hat,  anstatt  vom  Tage  der  Konzession  am  12.  September
  1896  an  beginnt  und  mithin  bis  zum  12.  September  1904  läuft.

Berlin,  den  11.  Oktober  1898.  «

AuswärtigesAmt;Koloniql-Abtheilung.  Für  die  South  West  Africa  Company,  Limited,  London.

gez.  v.  Buchka.  gez.  Scharlach.
-  gez.  Ferdinand  Frhr.  v.  Nordenflycht.
        <pb n="830" />
        —  688  —

Auf  Grund  des  §  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.
G.  Bl.  1888,  S.  76),  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  die  Beurkundung  des  Personenstandes
von  Reichsangehörigen  im  Auslande  (B.  G.  Bl.  1870,  S.  599)  und  des  §  18  der  Allerhöchsten  Verordnung
  vom  1.  Januar  1891,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  Deutsch  -Ostafrika  (R.  G.  Bl.  S.  1),
sowie  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  2.  Mai  1894  (R.  G.  Bl.  S.  461)  ist  dem  jedesmaligen  Bezirksamtmann
  in  Wilhelmsthal  (West-Usambara)  für  seine  Person  die  allgemeine  Ermächtigung  ertheilt,
innerhalb  seines  Amtbezirks  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  bezüglich  aller  Personen,  die  nicht  Eingeborene
sind,  vorzunehmen  und  deren  Geburten  und  Sterbefälle  zu  beurkunden.

 

Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Togo,  betreffend  die  weitere
Abgrenzung  der  Bezirksämter  Lome  und  Klein-Popo
unter  Zugrundelegung  der  Sprigadeschen  Karte  (vergl.  Bekanntmachung  vom  1.  August  d.  Is.  in  Nr.  18).

Die  Nordgrenze  des  Bezirksamtes  Lome  verläuft  von  dem  Schnittpunkt  der  Westgrenze  des  Schutzgebietes
  mit  dem  Breitengrad  6°  30“  nördlich  über  Abutiä  nördlich  vom  Adaklugebirge  vorbei,  sodann
über  Batomé  und  Gavphé  nach  Gamme  und  von  hier  in  nördlicher  Richtung  bis  zum  Haho,  die  zu  den
genannten  Ortschaften  gehörenden  Landbezirke  einschließend.

Die  Nordgrenze  des  Bezirksamtes  Klein-Popo  verläuft  von  Togodo  am  Monnu  in  gerader  Linie
nach  Amakpavhé  und  von  hier  bis  zum  Schnittpunkt  des  Meridians  von  Gamme  mit  dem  Haho,  die  zu
den  genannten  Ortschaften  gehörenden  Landbezirke  gleichfalls  einschließend.

Lome,  den  16.  September  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(gez.)  Köhler.

(.  8.)

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  August  1898.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3775  Mk.)

Zölle  für

 

—  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schifffahrts.Holzschlag.  Neben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
Rp.  P.]  N.  P.]  Rp.  P.  Rp.  P.]  Rp.  P.]  Np.  P.  —  Mk.  #.
Tanna  2099  5714541  01111  14  16  91  #  16763  16  23001  38
Pangnitt  2648  50  483148  20  —1144  =  1  88
Saadanddd  1786  0  3400  18  5.  —  1  —  619130  =  7151·25
Bagamooon  8506  2723515  50  40  —  28  34  68  044258  51  =  4498•74
Dar-es-Saläm  15405819536  11  50  —421  06;428574  11
6  5P50U)  5252  39  9535  61  54—  360  0439  291  05  =  21133  71
Lindd.  3109  29  7604  50  1717—  134  5444  1695  53
Mikinndddia  3441  32776  49  3—  3120  16  6244  46  —  8602  10
Zusammen5418  24  ao  116380/0,  —160313  65
—  —  —  —  —  —  —  —
39101  Mk.118110  Mk.283  Mk.322  Mk.2495  Mk.
22  Pf.  42  Pf.  77  Pf.  53  Pf.  71  Pf.

 

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  Oktober  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  aus  1,3825  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

 

 

Perlvnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlieutenant
à  la  suite  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun,  kommandirt  zum  Auswärtigen  Amt,  v.  Carnap-Quernheimb

  die  Erlaubniß  zur  Annahme  des  ihm  verliehenen  Ritterkreuzes  des  Mecklenburgischen
Greifen-Ordens  zu  ertheilen.

Der  Büreaubeamte  Robert  Lewerentz  ist  zum  ständigen  Gerichtsschreiber  bei  dem  Kaiserlichen
Obergericht  und  Kaiserlichen  Gericht  zu  Stephansort  ernannt  worden.
        <pb n="831" />
        —  689

—  —

Kaiserliche  Schutztruppen.
Druckfehler-Berichtigung:  Die  Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  Beförderung  des  Premierlieutenants
  Albinus  (Seite  644)  ist  vom  8.,  nicht  vom  6.  Oktober  datirt.

    

Vy''?'''TyVVyVT7T?'Tyy  y  yYV'V?'?VVVYTYTyWPTYyT?yT  VYVYT  ?TVTT*VVWTTWTVWTVTWWTFTV

v'77

Nichtamtlicher  Theil.

Zur  Rufklärung!

Wiederholt  haben  deutsche  Gerichtshöfe  zu  prüfen
gehabt,  welche  Behörde  die  gesetzliche  Vertreterin  des
Fiskus  in  Prozeß=  und  Zwangsvollstreckungssachen
sei,  bei  denen  vermögensrechtliche  Verpflichtungen  eines
der  Schutzgebiete  des  Reichs  in  Frage  kommen.  (Vergleiche
  Reichsgesetz  über  die  Einnahmen  und  Ausgaben
der  Schutzgebiete  vom  30.  März  1892,  R.  G.  Bl.
S.  369,  insbesondere  §  5  dieses  Gesetzes,  wodurch
die  vermögensrechtliche  Selbständigkeit  der  einzelnen
Schutzgebiete  anerkannt  ist.)  Neuerdings  hat  das
Königliche  Landgericht  Berlin  1I  in  der  Prozeßsache
des  Gouvernementsangestellten  J.  gegen  den  Landesfiskus
  von  Kamerun  eine  Entscheidung  gefällt,  welche
Rechtsausführungen  von  besonderem  Interesse  über
die  obige  Frage  enthält.

Die  Klage  ging  gegen  „den  Landesfiskus  von
Kamerun,  vertreten  durch  den  Direktor  der
Kolonial  =  Abtheilung  des  Auswärtigen
Amts.“  Von  Seiten  des  Beklagten  wurde  die  Einrede
  erhoben,  daß  der  Reichskanzler,  nicht  der
Direktor  der  Kolonial-Abtheilung,  der  gesetzliche  Vertreter
  des  Fiskus  sei.  Das  Gericht  hat  diese  Auffassung
  mit  folgender  Begründung  bestätigt:

„Die  Einrede  der  mangelnden  gesetzlichen  Vertretung
  ist  begründet:

Die  Angelegenheiten  der  Schutzgebiete  gehören
zum  Ressort  des  Auswärtigen  Amts.  Die  Zuständigkeit
des  Reichskanzlers  umfaßt  demgemäß  auch  diesen
Zweig.  Der  Reichskanzler  ist  dafür  verantwortlich
und  deshalb  auch  allein  zur  Vertretung  des  Beklagten
legitimirt.  Die  Bekanntmachung,  betreffend  die  Zuständigkeit
  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Amts  (vom  12.  Dezember  1894,  Kol.  Bl.  1894
S.  647)  ändert  hierin  nichts.  Daß  der  Direktor
der  Kolonial-Abtheilung  etwa  allgemein  zum  Vertreter
des  Reichskanzlers  im  Sinne  des  §  2  des  Gesetzes
vom  17.  März  18798  bestellt  wird,  ist  darin  in  keiner
Weise  zum  Ausdruck  gebracht.  Im  Gegentheil  ist
noch  besonders  betont,  daß  die  Kolonial-Abtheilung
selbständig  unter  der  Verantwortung  des  Reichskanzlers
  fungirt.  Daraus,  daß  der  Abtheilungsdirigent
  unter  der  Bezeichnung

„Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilungé,

die  von  Letzterem  ausgehenden  Schriftstücke  selbst
zeichnet,  folgt  noch  keineswegs,  daß  er  auch  zur
Prozeßvertretung  des  Reichskanzlers  befugt  ist.“

 

HRvlonialrath.

Der  Kolonialrath  begann  am  24.  Oktober  vormittags
  um  10  Uhr  im  Reichstagsgebäude  unter  dem
Vorsitz  des  Direktors  der  Kolonial-Abtheilung,  Wirklichen
  Geheimen  Legationsraths  Dr.  v.  Buchka,  seine
Verhandlungen.  Von  den  34  Mitgliedern  waren  30,
außerdem  als  Sachverständige  der  Geheime  Regierungsrath
  Professor  Dr.  Sachau  und  Professor
Dr.  Wohltmann  erschienen.  Der  Vorsitzende  dankte
zunächst  Sr.  Hoheit  dem  Herzog-Regenten  Johann
Albrecht  von  Mecklenburg-Schwerin,  der  trotz
Uebernahme  der  Regentschaftsgeschäfte  seine  Mitarbeit
dem  Kolonialrath  nicht  entzogen  hat,  für  sein  Erscheinen.
  Sodann  ehrte  der  Kolonialrath  das  Andenken
  dreier  seit  der  letzten  Sitzung  dahingeschiedener,
um  die  koloniale  Sache  hochverdienter  Männer:  des
Fürsten  Bismarck,  der  durch  Erwerbung  der  Kolonien
den  Grund  zu  der  Weltmachtstellung  Deutschlands
gelegt  hat,  des  früheren  Direktors  der  Kolonial=Abtheilung
  Dr.  Kayser  und  seines  Mitgliedes  Dr.
v.  Grimm,  durch  Erheben  von  den  Sitzen.  Nach
einem  Bericht  über  die  Entwickelung  der  Schutzgebiete
im  Allgemeinen  theilte  der  Vorsitzende  mit,  daß  der
Bankier  v.  der  Heydt  der  Kolonialverwaltung  in
Bethätigung  eines  hervorragenden  Interesses  an  der
Entwickelung  der  Schutzgebiete  Werthpapiere  verschiedener
  Kolonialgesellschaften  im  Nennbetrage  von  über
einer  halben  Million  schenkungsweise  zur  Verfügung
gestellt  habe.  Alsdann  wurde  in  die  Tagesordnung
eingetreten.  Im  Verlauf  der  Generaldebatte  über
den  Etat  von  Ostafrika  wurde  namentlich  die  Ansiedelungs=
  und  Verkehrsfrage  berührt.  In  der
Spezialdebatte  gaben  die  Usambarabahn  und  die
beabsichtigte  Anlage  eines  Trockendocks  in  Dar-es-Saläm
  zu  längeren  Erörterungen  Veranlassung.  Der
Kolonialrath  erklärte  den  Ausbau  der  Bahn  Tanga—
Muhesa  mindestens  bis  Mombo  für  ein  unabweisbares
  Bedürfniß,  billigte  die  Grundlagen  für  die
Uebernahme  der  Bahn  durch  das  Reich  und  gab
der  Ueberzeugung  Ausdruck,  daß  im  Interesse  der
wirthschaftlichen  Aufschließung  der  Kolonien  der  Ausbau
  weiterer  Bahnen  ins  Auge  gefaßt  und  unausgesctzt
  verfolgt  werden  müsse.  Ebenso  wurde  die
Anlage  des  Trockendocks  in  Dar-es-Saläm  als  dringend
  erforderlich  bezeichnet.  Demnächst  gelangte  der
Etat  für  Kamerun  zur  Verhandlung.  Dabei  gab  der
Vorsitzende  die  Erklärung  ab,  daß  seitens  der  Regierung
  eine  größere  Expedition  nach  dem  Tschadsee
geplant  werde,  um  die  wirthschaftlichen  und  politischen
        <pb n="832" />
        Beziehungen  mit  den  dortigen  Gebieten  zu  fördern.
Der  Kolonialrath  genehmigte  ferner  einstimmig  eine
Resolution,  durch  welche  die  Hoffnung  ausgesprochen
wird,  daß  die  deutschen  Interessen  in  Gandu  und
im  Tschadsee-Becken  seitens  der  Regierung  energisch
vertreten  werden  möchten.  Der  Etat  von  Togo  gab
zu  weiteren  Erörterungen  keinen  Anlaß.

Nach  Eröffnung  der  Sitzung  am  25.  gab  der
Vorsitzende  vor  Eintritt  in  die  Tagesordnung  über
die  neulichen  Unruhen  in  Deutsch-Südwestafrika  einige
Mittheilungen,  denen  gegenüber  die  aus  englischen
Quellen  stammenden  Meldungen  stark  übertrieben
erscheinen.  Die  sich  anschließende  Generaldebatte
über  den  südwestafrikanischen  Etat  betraf  vornehmlich
wirthschaftliche  Fragen,  wie  den  Bau  der  Baiwegbahn
und  der  in  Verbindung  mit  dieser  in  Swakopmund
geplanten  Hafenmole  und  die  sanitären  Zustände  des
Schutzgebiets.  Ueber  letztere  berichtete  der  anwesende
Oberstabsarzt  Dr.  Kohlstock.  Aus  dessen  eingehen—
der  Darstellung  ist  zu  entnehmen,  daß  in  den  letzten
zwei  Jahren  die  gesundheitlichen  Verhältnisse,  zumal
im  Norden  des  Schutzgebietes,  infolge  Zusammen—
wirkens  verschiedener  klimatischer  und  sonstiger  Ursachen
allerdings  nicht  besonders  günstig  gewesen  sind,  daß
indessen  die  Besserung  stetig  fortschreitet  und  die  hier
und  da  für  die  Zukunft  gehegten  Besorgnisse  als
unbegründet  bezeichnet  werden  müssen.  Die  Spezialdebatte
  berührte  die  Einführung  der  Selbstverwaltung,
die  Ausbildung  der  Kolonialbeamten  und  die  Gleichstellung
  der  südwestafrikanischen  Beamten  hinsichtlich
der  Pensionsberechtigung,  der  Versorgung  ihrer
Hinterbliebenen  2c.  mit  den  Beamten  der  anderen
Kolonien  und  mit  den  Offizieren  der  Schutztruppe.
Ausführlicher  wurden  die  Landungsverhältnisse  in
Swakopmund  sowie  der  Anschluß  des  Schutzgebietes
an  das  internationale  Kabelnetz  besprochen.  Schluß
1  Uhr.

In  der  Nachmittagssitzung  des  25.,  welche  gegen
3  Uhr  begann,  erledigte  der  Kolonialrath  den  noch
übrigen  Theil  des  südwestafrikanischen  Etats  und
sprach  dabei  einstimmig  den  Wunsch  aus,  die  Regierung
  möge  sobald  als  möglich  Mittel  in  den  Etat
einstellen  zur  Anlage  landwirthschaftlicher  Versuchsstationen,
  zur  Einrichtung  eines  das  ganze  Gebiet
umfassenden  meteorologischen  Beobachtungsdienstes
sowie  zur  Entsendung  thierärztlicher  und  kulturtechnischer
  Sachverständiger.  Sodann  ging  der  Kolonialrath
  zur  Berathung  des  Entwurfs  einer  Zollverordnung
für  Kamerun  über,  der  ohne  längere  Debatte  gutgeheißen
  wurde.  Bei  dieser  Gelegenheit  kam  es  zu
einer  vorübergehenden  Erörterung  der  in  Angriff
genommenen  Erschließung  der  Südostecke  von  Kamerun
und  der  Zollverhältnisse  des  Schutzgebietes  im  Allgemeinen.
  Den  Schluß  der  Verhandlungen  bildeten
zwei  Vorlagen,  betreffend  die  telegraphische  Verbindung
Kameruns  mit  Victoria  und  die  Beschränkung  der
Einwanderung  mittelloser  Personen  in  Deutsch-Ostafrika;
  letztere  wurde  einer  ad  hoc  gewählten
Kommission  zur  eingehenderen  Berathung  überwiesen.

 

690

 

Am  Vormittag  des  26.  trat  der  Kolonialrath
zur  Berathung  besonderer  Vorlagen  wieder  zusammen.
Auf  der  Tagesordnung  stand  zunächst  der  vom  Reiche
mit  der  Neu-Guinea-Kompagnie  abgeschlossene  Vertrag
  wegen  Ablösung  der  Landeshoheitsrechte.  Die
Debatte  wurde  mit  der  einstimmig  angenommenen
Erklärung  geschlossen,  daß  der  Vertrag  in  seinen
Grundzügen  den  früheren  Vorschlägen  des  Kolonialraths
  entspreche  und  sein  Zustandekommen  für  das
Reich  schon  im  Hinblick  auf  die  große  Entwickelungsfähigkeit
  Neu-Guineas  als  vortheilhaft  bezeichnet
werden  müsse.  Zugleich  sprach  der  Kolonialrath  der
Kompagnie  seine  Anerkennung  für  die  bisher  geführte
Verwaltung  des  Schutzgebietes  aus.  Eine  sehr  eingehende
  Auseinandersetzung  rief  eine  Denkschrift,  betreffend
  Aufnahme  der  deutschen  Sprache  in  den
Lehrplan  der  Schulen  in  den  Schutzgebieten,  hervor;
daran  betheiligten  sich  namentlich  die  Vertreter  der
Missionen,  Wirklicher  Geheimer  Rath  Dr.  v.  Jacobi
und  Domkapitular  Professor  Dr.  Hespers.  Es
wurde  darauf  folgende  Resolution  gefaßt:

„Im  Anschluß  an  seinen  Beschluß  vom  23.  Oktober
  1896  empfiehlt  der  Kolonialrath  der  Regierung,
darauf  hinzuwirken,  daß  allen  in  den  Kolonien  bereits
bestehenden  oder  noch  zu  errichtenden  Schulen,  unbeschadet
  ihrer  besonderen  Eigenart  und  Selbständigkeit,
  auf  Grund  eines  im  Einvernehmen  mit  den
deutschen  Missionen  aufzustellenden  Lehrplanes  über
den  deutschen  Unterricht,  auf  ihren  Antrag  ein  Regierungszuschuß
  gegeben  werde."“

Die  dem  Kolonialrath  alsdann  vorgelegte  Waldverordnung
  für  Deutsch-Ostafrika  wurde  mit  einigen
Abänderungen  angenommen.  Am  Schluß  knüpfte  sich
eine  längere  Erörterung  an  die  Vorlage,  betreffend
Dienstvorschriften  für  die  Beamten  in  den  Schutzgebieten
  und  Angehörigen  der  Schutztruppen  hinsichtlich
gewisser  Nebenerwerbe  und  Beschäftigungen.  Damit
war  die  Tagesordnung  erschöpft.

Der  Vorsitzende  gab  der  Ueberzeugung  Ausdruck,
daß  er  den  Kolonialrath  nicht  schließen  dürfe,  ohne
den  Herren  Mitgliedern  seinen  Dank  für  das  ihm
bewiesene  Entgegenkommen  auszusprechen.  Die  Leitung
der  Verhandlungen  sei  ihm  durch  die  Liebenswürdigkeit
  und  die  Nachsicht  des  Kolonialraths  ganz  besonders
  leicht  geworden,  und  er  knüpfe  daran  die  Bitte,
ihm  auch  für  die  Zukunft  das  ihm  in  so  reichem
Maße  geschenkte  Vertrauen  bewahren  zu  wollen.  Es
erhob  sich  darauf  Seine  Hoheit  der  Herzog-Regent
Johann  Albrecht  von  Mecklenburg-Schwerin
und  erwiderte:  Er  glaube  im  Namen  aller  Mitglieder
  des  Kolonialraths  zu  sprechen,  wenn  er  dem
Herrn  Vorsitzenden  für  das  Geschick  und  die  energische
Art,  mit  der  die  Verhandlungen  geleitet  worden
seien,  wärmsten  Dank  sage.  Er  und  seine  Freunde
hätten  dic  feste  Ueberzeugung  gewonnen,  daß  die
Leitung  unserer  Kolonialpolitik  in  die  richtigen  Hände
gelegt  sei.  Er  hoffe,  daß  der  Herr  Vorsitzende  seines
bedeutungsvollen  Amtes  noch  lange  mit  derselben
Kraft  und  Umsicht  walten  werde,  die  ihn  in  diesen
        <pb n="833" />
        Tagen  ausgezeichnet  hätten.  Er  sei  gewiß,  in  gemeinsamer
  Arbeit  mit  diesem  Manne  werde  das
Band  zwischen  der  Kolonial  -Abtheilung  und  dem
Kolonialrath  mit  jedem  Jahre  fester  und  inniger
werden,  zur  Förderung  aller  kolonialpolitischen  Interessen,
  zum  Heil  und  Segen  unseres  großen  deutschen
  Vaterlandes.

    

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Der  Gerichtsaktuar  Behmer  und  der  Zollpraktikant
  Otte  sind  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

Die  Feldwebel  Benkwitz  und  Merkl  sowie  der
Oberlazarethgehülfe  Schuster  sind  mit  Heimathsurlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.  Die  Sergeanten
Peschke,  Pfendtner  und  Jahn  haben  die  Wiederausreise,
  die  Unteroffiziere  Schütt  und  Gestrich
die  Ausreise  angetreten.

691

.

Ramernn.

Der  Sekondlieutenant  Schmidt,  der  Lehrer
Fischer,  der  Gerichtsaktuar  Wübel  und  der  Zollassistent
  Peters  sind  in  Kamerun  eingetroffen.

—–  —  —

Der  Sekondlieutenant  v.  Glisczinski  und  der

 

Oberlazarethgehülfe  Baumann  sind  mit  Heimaths-—

  —  —  —  —  urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

—  —  —  —

Der  Zollassistent  Heiden  ist  in  Kamerun  Anfang

Oktober  und  der  Gärtner  Haupt  auf  der  Heimreise
nach  Deutschland  verstorben.

Cogo.

Der  Zollpraktikant  Strack  ist  in  Lome  angekommen.


Lüdwestafrika.

Der  Sekretär  beim  Hafenbauamt  Löhrcke  ist
nach  Swakopmund  abgereist.

 

Rachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hltafrika.
Bericht  über  die  Revisson  der  Schulen  in  dem
Bezirk  Tanga.

Ueber  eine  Revision  der  in  den  Monaten  April
und  Mai  d.  Is.  ins  Leben  gerufenen  (10)  Schulen
des  Bezirks  Tanga  berichtet  Lehrer  Blank  Folgendes:

Es  ist  überall  mit  Lust  und  Liebe,  zum  Theil
sogar  mit  großem  Fleiß  und  Geschick,  seitens  der
Lehrer  gearbeitet  worden.  Das  geht  vielleicht  am
besten  aus  der  Thatsache  hervor,  daß  ich  diesen
Schulen,  trotz  der  kurzen  Zeit  ihres  Bestehens,
15  Schüler  entnehmen  konnte,  die  vollständig  sicher
im  Schreiben,  Lesen  und  einfachen  Rechnen  (Zahlenkreis
  1  bis  100)  waren.  Diese  15  Schüler  habe
ich  in  meine  Schule  übernommen,  um  ihnen  nun  im
schnellen  Fortschritt  —  da  ja  die  langwierigen  und
zeitraubenden  Unterrichtsübungen  der  ersten  Schulzeit,
also  Lesen-  und  Schreibenlernen,  wegfallen  —  weitere
Kenntnisse  und  Fertigkeiten  anzueignen  und  sie  durch
pädagogische  Fingerzeige  und  Instruktionen,  sowie
durch  praktische  Lehrübungen,  die  sie  unter  meiner
Aufsicht  vornehmen,  für  die  Uebernahme  von  Lehrerstellen
  an  weiteren  zu  gründenden  Bezirksschulen  geeignet
  und  fähig  zu  machen.

Ich  lasse  nun  jede  Schule  einzeln  hier  folgen,
und  es  genügt  vielleicht  nach  dieser  ersten  Schulbesichtigung,
  wenn  ich  von  jeder  Schule  im  Besonderen,
da  sie  ja  erst  kurze  Zeit  bestehen,  nur  einige  kurze
Angaben  mache.

1.  Schule  in  Tongoni.  Lehrer  Ali.

9  regelmäßig  kommende  Schüler  aus  Tongoni

und  den  nächsten  Ortschaften.  Schüler  sind  gut  gefördert.

  4  Schüler  für  die  Tangaschule  (zur  weiteren
Ausbildung  als  Lehrer)  übernommen.

2.  Schule  in  Marongo.  Lehrer  Leman.

12  Schüler.  Leman  ist  sehr  tüchtig  und  eifrig.
Es  war  erfreulich,  zu  sehen,  wie  er  sich  bemüht
hatte,  Schulbänke  und  Tische  aus  Petroleunkisten
herzustellen.  Das  für  seine  Lehrzwecke  ihm  zur  Verfügung
  stehende  Lesematerial  in  Gestalt  einer  einzigen
Fibel  hatte  er  durch  selbst  angefertigte  Lesetafeln
(mit  großen,  weithin  sichtbaren  Buchstaben)  zweckmäßig
  und  ohne  besondere  Anleitung  zu  erweitern
verstanden.  Sogar  ein  selbstfabrizirter  Abreißkalender
fehlte  bei  ihm  nicht.  Dem  Lichtmangel  in  seiner
Schule  hatte  er  durch  kühn  herausgebrochene  Fenster
—  der  Widerstand  des  Besitzers  mußte  erst  überwunden
  werden  —  abzuhelfen  gewußt.  Schule  und
Schüler  waren  in  guter  Verfassung,  die  Schüler  auch
in  deutschen  „adalm“  und  „Salam“  belehrt  worden.

4  Schüler  wurden  für  die  Tangaschule  übernommen.


3.  Schule  in  Pande.  Lehrer  U  sufu.5
7  Schüler.  Früher  war  ihre  Zahl  schon  auf
24  gestiegen;  die  Noth  treibt  viele  aus  dem  Ort.
Die  Frequenz  wird  sich  wieder  heben,  wenn  die
Hungersnoth  einigermaßen  überwunden  ist.

4.  Schule  in  Gombero.  Lehrer  Stambuli.
21  Schüler.  Da  diese  ausschließlich  Wadigo,  so
ist  diese  Arbeit  für  den  Lehrer  keine  leichte;  indeß
hatte  etwa  die  Hälfte  der  Schüler  schon  einen  guten
Lernanfang  gemacht.
        <pb n="834" />
        5.  Schule  in  Buiti.  Lehrer  Lilli.
9  Schüler.  Auch  hier  hat  die  Hungersnoth  verringernd
  auf  die  Schülerzahl,  die  früher  schon  einige

20  betragen  hatte,  gewirkt.  Lilli  ist  sehr  fleißig  und
gewissenhaft.

6.  Schule  in  Nyanyani.  Lehrer  Mamkakasi.
8  Schüler.  Gut  gefördert.

7.  Schule  in  Sega.  Lehrer  Juma.

18  Schüler.  Schule  sehr  gut  im  Stand.  Aus
dieser  ältesten,  jetzt  11/1  Jahre  bestehenden  Bezirksschule
  konnte  ich  für  die  Tangaschule  6  sehr  weit
geförderte  Schüler  mitnehmen.  Der  Lehrer  Juma
macht  sich  auch  sonst  neben  der  Schule  durch  seine

Mithülfe  bei  Gemeinde=  und  Bezirksangelegenheiten
sehr  verdient.

8.  Schule  in  Mwoa.  Lehrer  Jumbe.
9.  Schule  in  Manza.  Lehrer  Mfaki.
10.  Schule  in  Monga.  Lehrer  Sesu.

Sie  versprechen  eine  gute  Entwickelung,  nachdem
nun  etwas  Zug  in  die  ganze  Sache  gekommen
ist.  Mwoa  und  Manza  haben  über  20  Schüler,
Monga,  das  bedeutend  kleiner,  zunächst  8.  Lehrer
Mfaki  von  Manza  habe  ich  nach  Mwogo  gesetzt,  weil
er  dem  Akiden  Slum  dortselbst  in  seinem  schriftlichen
Verkehr  mit  dem  Bezirksamt  bessere  Dienste  zu  leisten
im  Stande  ist  als  der  bisherige  Mwoalehrer  Jumbe,
der  die  Schule  in  Manza  übernommen  hat.  —

Lehrer  Blank  berichtet  alsdann  über  die  Maßnahmen
  zur  Verbesserung  der  Schulräume  bezw.
Häuser,  die  Ausstattung  der  Schulzimmer  und  die
Beschaffung  von  Schulmaterialien  und  bemerkt  sodann
hinsichtlich  der  Schüler  und  der  Schüleranwerbung:

Die  Lehrer  sind  angewiesen  —  die  Art  und
Weise  ist  ihnen  gezeigt  worden  —  ein  Verzeichniß
ihrer  Schüler  zu  fertigen  und  in  Ordnung  zu  halten,
sowie  an  jedem  Monatsschluß  einen  kurzen  Bericht
über  ihre  Schule  hierherzusenden,  mit  welchem  sie
zugleich  Bitten  um  Materialien  und  sonstiges  Fehlende
sowie  persönliche  Anliegen  verbinden  können.

Auf  die  Frequenz  der  Schule  seines  Ortes  günstig
einzuwirken,  habe  ich,  im  Anschluß  an  den  amri
bomani,  den  Ortsvorständen  im  Namen  des  bwana
mkubwa  von  Tanga  zur  Pflicht  gemacht.  Es  wird
sich  bei  einer  späteren  Revision  zeigen,  was  in  dieser
Beziehung  seitens  der  einzelnen  Ortsvorstände  geschehen
  ist.  Ich  habe  dieselben  weiter  darauf  hingewiesen,
  bei  Schreiben,  die  sie  an  die  „boma“  zu
richten  haben,  die  Hülfe  des  mit  deutschen  Lettern
schreibenden  Lehrers  in  Anspruch  zu  nehmen  und
nicht,  wie  bisher,  den  „arabischen“  Sekretär.  Es
wäre  deshalb  auch  gut,  wenn  —  soweit  dies  bei
dem  flotten  Geschäftsbetrieb  der  Boma  angängig
ist  —  etwas  darauf  geachtet  und  gehalten  würde,
daß  die  Schreiben,  die  aus  „Schulortschaften“  kommen,
mit  lateinischen  Lettern  geschrieben  sind.  Ich  werde
es  mir  angelegen  sein  lassen,  der  Ausbildung  der

692

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

künftigen  Lehrer  (und  Gemeindesekretäre)  auch  nach
dieser  Seite  hin  (Abfassen  von  Briefen,  Berichten,
Zusammenstellungen  2c.)  besondere  Aufmerksamkeit
zuzuwenden.

Um  den  Eifer  der  Lehrer  wachzuhalten,  ist  das
eingeführte  „Prämiensystem“  vorläufig  recht  zweckdienlich.
  Ich  habe  an  Prämien  —  für  jeden  im
Lesen  und  Schreiben  ausgebildeten  Schüler  dem
Lehrer  1  Rupie  —  insgesammt  15  Rupien  verauslagt.


Dieses  Ziel  zur  Erlangung  der  Prämie  habe  ich
schon  jetzt  insoweit  etwas  weiter  gesteckt,  als  nun
auch  Rechnen  (im  Zahlkreise  von  1  bis  1000)  dazukommt.
  Ein  Wegweiser  für  ihren  Rechenunterricht
ist  den  Lehrern  in  je  einem  Exemplar  des  Fechnerschen
Rechenbuches,  das  in  methodischer  Stufenfolge  nur
Zahlenaufgaben  enthält,  übermittelt.

Mit  Ablauf  dieses  Jahres  werde  ich  wieder
etwa  20  ältere  Schüler  als  Lehrer  für  den  Bezirksschuldienst
  zur  Verfügung  stellen  können.  Ich  würde
dann  mit  Anfang  des  Jahres  1899  einen  neuen
Lehrerbildungskursus  beginnen,  der  ein  volles  Jahr
(1899)  dauern  soll.  Gut  vorgebildetes  Material
für  diesen  Jahrgang  1899  liefern  mir  die  schon  bestehenden
  zehn  Bezirksschulen  und  gelegentlich  der
für  den  Schluß  dieses  Jahres  vorgesehenen  Revision
  werde  ich  dann  gleichzeitig  diese  neuen
„Aspiranten“  mit  nach  Tanga  bringen.  In  diesem
ganzen  Jahr  1899,  das  der  Kursus  umfassen  wird,
werde  ich  auch  den  Versuch  machen,  die  künftigen
Lehrer  und  Gemeindesekretäre  in  deutscher  Sprache
und  Schrift  zu  unterweisen.

—––..  —  —

Ueber  die  Rulturstation  Dabagga

berichtet  Hauptmann  Prince  aus  Iringa  unter  dem
1.  August  d.  Is.  Folgendes:

Dem  Gouvernement  melde  ich,  daß  ich  in  Likininda,
  richtiger  in  Landschaft  Ukwega,  die  Bevölkerung
in  drei  sauberen  Dörfern  zu  je  40  Familien  angebaut
  fand.  Die  Leute  machen  einen  durchaus  zufriedenen
  Eindruck;  die  neuen  Jumben  fühlen  sich
ihrer  Jumbenschaft  sicher,  seitdem  Makirundi  und
Kolla-Kolla  entfernt  sind.  30  Stück  Vieh,  die  ihnen
zum  Hüten  überwiesen,  sind  im  besten  Zustande,  und
Lebensmittel  sind  nicht  mehr  so  knapp  wie  vordem.
Trotzddem  ich  völlig  unangemeldet  kam,  erhielt  die
Karawane  in  wenigen  Minuten  gegen  Bezahlung
an  100  Pfund  Mehl.

In  Dabagga  hat  sich  das  Dorf  auf  etwa
60  Familien  vergrößert,  die  im  besten  Verhältnisse
zur  Versuchsstation  stchen,  so  daß  ich  die  Askari-Besatzung
  auf  4  vermindert  habe.  Das  Vieh  hüten
2  Wahehe,  und  dem  Landwirth  Hierl,  dem  ich
21  frische  Wapawaga-Arbeiter  auf  5  Monate  verschafft

  habe,  ist  es  gelungen,  6  Wahehe  Dabaggas
als  Arbeiter  zu  engagiren.
        <pb n="835" />
        —  693

Meine  Ansicht,  daß  Dabagga  sehr  zweckmäßig
gewählt  ist,  fand  ich  durch  meinen  letzten  Besuch  dort
wieder  bestätigt.  Die  Thätigkeit  des  Försters  Ockel
war  durch  den  früheren  Kriegszustand,  durch  Mangel
an  Lebensmitteln  in  Uzungwe  und  Mangel  an  klimafesten
  Arbeitern  sehr  erschwert,  zumal  bei  Beginn  der
eigentlichen  landwirthschaftlichen  Arbeiten,  die  dieses
Jahr  sehr  schwache  Regenzeit  fast  zu  Ende  war.
Ueber  die  Resultate  ließ  sich  bis  zu  meinem  letzten
Besuche  nichts  Sicheres  sagen.  Jetzt  ist  festzustellen,
daß  auf  dem  dunklen  Boden  auf  dem  weiten  Landrücken
  zwischen  Gebirgs=  und  Savannenzone  eine
zweimalige  Ernte  in  Dabagga  angenommen  werden
arf.

Von  dem  im  März  gesäten  hat  sich  Abruzzener
und  vierreihiger  Hafer  bis  zu  25  fach,  weißer  zweireihiger
  Hafer  bis  zu  100  fach  verstaudet,  und  zwar
—  laut  Ockel  —  ist  dies  letztere  günstige  Resultat
darauf  zurückzuführen,  daß  der  Samen  untergehackt,
während  der  andere  Samen  nur  geeggt  war.  Auf
die  Pflanzweise  ist  es  vielleicht  zurückzuführen,  daß
die  Saaten  sehr  ungleichmäßig  stehen.  Bei  der  Uebernahme
  durch  Landwirth  Hierl  waren  etwa  4  Morgen
Feld  zur  Saat  fertig  und  20  bis  25  Morgen  Waldund
  Buschland  fast  fertig  gerodet.

Merkwürdigerweise  ist  festzustellen,  daß  in  dem
Thale  bei  Dabagga  auf  dessen  Thalsohle  der  Humus
anscheinend  metertief  liegt  und  die  üppigste  Vegetation
vorherrscht,  nichts  gedeihen  will;  der  Samen  schießt
üppig  auf,  verkümmert  aber  sehr  bald  vollständig.
Die  Eingeborenen  behaupten,  daß  sie  auf  solchen
Thalsohlen  überhaupt  nichts  pflanzen,  weil  nichts
gedeihen  wolle.

Der  neue  Landwirth  konnte  gleich  tüchtig  an  die
Pflugarbeit  gehen,  und  dürfen  von  der  nächsten
Regenzeit  entschiedene  Resultate  erwartet  werden.  Ich
habe  ihn  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  ein  großer
Theil  des  in  Frage  kommenden  Gebiets  rothen
Grasboden  aufweist,  und  daß  auch  auf  solchem  Versuche
erwünscht  sind.

Die  Straße  weist  zwei  Brücken  über  den  Mtitu
und  eine  sehr  gute  Brücke  über  den  Ruaha  dicht
unterhalb  Iringa  auf.

Bericht  über  die  Reise  des  Regierungsraths
Dr.  Stuhlmann  nach  Mohorro.

Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann  berichtet  über
seine  Besichtigungsreise  in  dem  Küstenstrich  zwischen
Dar-es-Saläm  und  Kilwa  an  das  Kaiserliche  Gouvernement,
  wie  folgt:

Dar-es-Salüm,  den  6.  September  1898.

Auf  von  früher  mir  bekanntem  Wege  ging  es
am  22.  August  direkt  nach  Süden.  Bis  Mtoni  sind
auf  sandigem,  mit  leichtem  Busch  bestandenem  Boden
ausgedehnte  Manyokfelder  angelegt,  von  denen  ein
großer  Theil  der  Benediktiner  Mission  gehört.  Aehnliches,
  nur  leicht  welliges,  sandiges  Land  ist  südlich

 

von  Mtoni;  beim  Orte  Mwandala  stehen  viele
Mangobäume.  Ueberall  fiel  mir  der  Mangel  junger
Kokospalmen  auf,  ein  Zeichen  dafür,  wie  lässig  die
Leute  im  Neuanpflanzen  sind.  Das  Land  wird  bis
Vikindo,  wo  gelagert  wird,  ziemlich  wellig,  Thäler,
in  denen  Wasseradern  trotz  der  Trockenheit  noch  hier
und  dort  zu  finden  sind,  schneiden  ziemlich  tief  ein.

Vikindo  ist  ein  recht  bevölkerter  Distrikt,  der
ziemlich  viel  Reis  produzirt.  Dieses  Jahr  ist  allerdings
  Alles  durch  Regenmangel  vertrocknet,  man  hilft
sich,  so  gut  es  geht,  mit  Manyok.

Südlich  von  Vikindo  gelangt  man  durch  weniger
dichten  Buschwald  in  den  Distrikt  Vilansi,  dessen  jetzt
noch  fließende,  tief  eingeschnittene  Bäche  dem  Möbesi
zugehen.  Sie  sind  fast  alle  von  breiterem  Sumpfrand
  begleitet,  in  dem  Farrenkräuter  verschiedener
Arten  und  stellenweise  sehr  schöne  Gruppen  von
Schraubenpalmen  (Pandanus  sp.)  auffallen.  Von
Vikindo  an  bis  etwa  nach  dem  Dorfe  Mbaffu  findet
man  in  diesen  feuchten  Stellen  einen  Kautschukbaum,
der  bis  jetzt  noch  ganz  unbekannt  ist.  Er  strebt  mit
einem  sich  meist  früh  verzweigenden  Stamm  bis  zu
10  m  in  die  Höhe;  die  ganzrandigen  Blätter  sind
lederartig  hart,  die  Früchte  stehen  sich  zu  zweien
gegenüber  und  bilden  längliche  Spindeln,  die  mit
einem  Sprunge  der  Länge  nach  aufreißen  und  einen
mit  langer  Seide  behangenen  Samen  entlassen.
Blüthen  und  ausgereifte  Früchte  sah  ich  nicht,  doch
läßt  Alles  darauf  schließen,  daß  die  Pflanze  zur
Familie  der  Apocynaceen  gehört.  Die  hellgraue
Rinde  des  Baumes  ist  fast  stets  mit  den  Hiebnarben
der  Kautschuksammler  versehen.  Ich  glaube,  daß
dieser  Baum  für  uns  von  großer  Wichtigkeit  werden
kann,  denn  es  ist  vielleicht  möglich,  ihn  zu  kultiviren.
Aus  diesem  Baume  werden  die  großen  Belle
Kautschuk  gewonnen,  die  im  Zanzibar-Handel  unter
dem  Namen  Mgoa  bekannt  sind  und  die  viel  Unreinigkeit
  enthalten,  hervorgerusen  durch  Beimischung
von  Rindenpartikeln,  die  sich  bei  der  Gewinnung
ablösen.  Der  Name  des  Baumes  ist  Mgoa  oder
Muywe  maddi.

Ganz  besonders  beim  Dorse  Mssolo  finden  sich
viele  der  Kautschukbäume  und  außerdem  viel  Raphiapalmen
  „Mwalo“  der  Eingeborenen,  die  ganz  besonders
  1¼  Stunde  südlich  von  Mssolo,  dann  am
Mbaffubache  und  an  vielen  Punkten  des  Gebietes
vom  Mbesibache,  vom  Mkamba  2c.  auftreten.  Es
wäre  zu  wünschen,  daß  die  Kaufleute  sich  einmal
mit  dieser  wichtigen  Palme  beschäftigten.  Die  nahe
verwandte  Raphia  vinilera  in  Madagaskar  liefert
bekanntlich  aus  den  Blättern  den  weißen  Bast,  den
unsere  Gärtner  zum  Blumenanbinden  benutzen,  und
die  Blattscheiden  bilden  die  werthvolle  Raphia
Piassava,  die  in  Westafrika  eine  große  Rolle  spielt.

An  offenen,  nur  mit  spärlichem  Baumwuchs  bedeckten
  Stellen  findet  man  fast  immer  die  Löcher  der
Kopalgräber.  In  sehr  leichtem  Sandboden  und  in
solchem  offenen  Gebiet  soll  man  hier  in  ½  bis  1  m
Tiefe  fast  überall  Kopal  finden,  d.  h.  das  halbfossile
        <pb n="836" />
        —  694  —

Harz,  das  sich  durch  die  sogenannte  „Gänsehaut“
auszeichnet,  eine  Verwitterungskruste.  Kopalbäume
find  verhältnißmäßig  selten.  Tradylobium  verrucosum
  wächst  etwa  wie  eine  Schirmakazie  vielleicht
8  bis  12  m  hoch  mit  kräftigem  Stamm.  Aus  jeder
Rindenverletzung,  aus  den  Blättern  und  den  mit
kleinen  Buckeln  besetzten  Schotenfrüchten  quillt  das
frische  Harz  heraus,  das  aber  viel  weniger  werth
ist  als  das  halbfossile.  Der  Kopalbaum  steht  gewöhnlich
  in  der  Nähe  von  Wasserläufen.  Bei  der
großen  Masse  des  fossilen  Kopals  und  dem  verhältnißmäßig
  seltenen  Borkommen  des  Baumes  muß
man  annehmen,  daß  früher  hier  große  Bestände
dieses  Baumes  existirten,  und  daß  der  Baum,  wahrscheinlich
  infolge  von  Klimaveränderungen,  fast  im
Aussterben  begriffen  ist.

Bei  dem  Orte  Mbassu  (Mpaffu)  wurde  gelagert.
Der  Name  des  Ortes  eriunerte  mich  an  einen  Baum,
den  ich  in  Uganda  sah,  und  der  unter  demselben
Namen  am  Tanganikasee  bekannt  ist.  Nachfragen
ergaben,  daß  thatsächlich  hier  in  der  Nähe  der  Mpaffu--baum
  vorkommt  (Canarium  sp.),  das  erste  Mal,
daß  ich  ihn  hier  fand.  Aus  der  Rinde  schwitzt  ein
erst  hellgrünliches,  an  der  Luft  weißlich  werdendes
Harz  aus,  das  ähnlich  wie  „Ubani“  (Harz  von
Boswelliaarten,  das  Gummi  olihanum  des  Handels)
riecht  und  das  vielleicht  hier  auch  noch  einen  Handelsartikel
  bilden  kann.  Leider  gelang  es  mir  nicht,
Samen  und  Blüthen  des  Baumes  zu  erhalten.
Mbaffu  ist  ein  gut  angebauter  Distrikt  mit  vielen
Kokos=  und  Mangobäumen.  Von  Mbaffu  bis  Kissidju
marschirt  man  vielfach  durch  sandige  Ebene,  die  mit
Gestrüpp  der  Dhumpalme  (HyFphaena)  bestanden
sind,  hier  und  dort  sind  neben  vielen  verkrüppelten
auch  große  verzweigte  Exemplare  zu  sehen.  An
allen  Bachläufen  fehlt  die  wilde  Dattelpalme  (P'hoenix
reclinata),  Ukindo  der  Eingeborenen,  natürlich  nicht,
aus  deren  Blättern  die  feinen  Matten  (Mkeka)  geflochten
  werden,  während  man  aus  der  Hyphaecna
(Mioa  oder  Mkotsche)  die  groben,  Damwi  genannten
Matten  und  die  Bastsäcke  (Kanda)  herstellt.

Nach  Passiren  einiger  Mongrovecreeks  kommt
man  in  die  sehr  ausgedehnten  Manyokfelder  von
Kissidgu,  bis  man  das  am  gleichnamigen  Bach  gelegene
  Dorf  selbst  erreicht,  wo  ich  lagerte.  Der  dort
eingesetzte  Alida,  ein  Mann,  der  als  Karawanenführer
  bis  zum  Uclle  gewesen  ist,  hat  das  Dorf  und
scheinbar  auch  seine  Distrikte  gut  in  Ordnung.  Die
Straßen  sind  rein  und  gerade,  sogar  Straßenbeleuchtung
  hat  er  eingeführt  und  ein  großes  Haus
für  Besuch  von  Europäern  erbaut.  Kautschuk  (von
Mkamba),  Kopal,  etwas  Wachs  rc.  geht  nach  dem
nahegelegenen  Zollhaus  auf  der  Insel  Kwale.

Die  sehr  ausgedehnten  Reisfelder  von  Kissidju
sind  durch  die  Trockenheit  fast  ganz  vertrocknet.
Westlich  des  Dorfes  ist  ein  Gebiet,  wo  an  Stelle
des  sonst  sandigen  Bodens  ein  hellgrauer,  leichter
Thonboden  mit  starker  Sandbeimischung  zu  Tage
tritt,  der  sich  vorzüglich  für  Reis  eignet.  Kokos,

 

 

 

Mango,  Manyok,  etwas  Mais  und  Strauchbohnen
(Cajanus  indicus)  findet  man  außerdem  noch.

Um  etwas  von  der  Gegend  zu  sehen,  vermied
ich  den  gewöhnlichen  Weg  am  Strande  entlang  über
Kifumangao  und  Sindadyi  und  marschirte  zunächst
nach  Westnordwesten  an  dem  Kissidjubach  entlang
bis  zu  einem  Ort,  wo  sich  die  Dörfer  Mssambanya
manye  und  Nassibugani  gegenüberliegen.  Das  1  bis
1½  km  breite  Bachthal  hat  hier  thonigen  Alluvialboden,
  in  dem  Graslande  find  ganz  bedeutende  Bestände
  von  Borassuspalmen  (Moumo  der  Eingeborenen).
Diese  in  Indien  Palmyra  genannte  Palme  gehört
dort  bekanntlich  zu  den  nützlichsten  Bäumen,  während
sie  bei  uns  noch  fast  ganz  unbeachtet  geblieben  ist.
Die  Blätter  sind  sehr  werthvoll,  das  Holz  alter
Bäume  ist  sehr  hart  und  dauerhaft  und  schön  braun
gefärbt,  aus  den  Blüthenstielen  wird  der  beste  Palmwein
  (Toddy)  abgczapft.  Es  stehen  hier  mehrere
Hundert  dieser  prachtvollen  Fächerpalme,  deren  hellgrauer
  Stamm  im  oberen  Drittel  leicht  angeschwollen  ist.

Von  Nassibugani  aus  ging  es  südlich  zuerst  durch
die  große  Ansiedelung  Mssonga.  Auf  den  Feldern
stehen  viele  der  prachtvollen  Mrulebäume  mit  sehr
starkem,  geraden  Stamm  und  schwer  belaubter,  schirmförmiger
  Krone.  Er  giebt  das  beste  Nutzholz  der
Küstengegenden  und  wäre  werth,  ausgedehnt  angeforstet
  zu  werden,  besonders  da  er  mit  leichtem,
sandigem  und  trockenem  Boden  vorlieb  zu  nehmen
scheint  und  die  Küstenebenen  liebt.  Nach  dem  Rufidfi
zu  soll  es  noch  sehr  viel  dieser  Bäume  geben.  Samen
war  jetzt  nur  ganz  vereinzelt  unter  den  Bäumen  zu
finden.

Von  Mssonga  an  beginnt  das  Land  trockener  zu
werden,  meist  ist  es  nur  mit  niederem  Buschwald
bestanden,  in  den  sich  hier  und  dort  weite,  offenbar
zeitweise  überschwemmte  Grasebenen  einschieben.

Die  Kautschukliane,  die  Armdicke  erreicht,  kam
überall  im  Busch  vor.  Zwei  ganz  nahe  verwandte
Landolphiaarten  giebt  es,  die  mit  schmalen  Blättern
und  von  den  Eingeborenen  Muhanga  genannte  und
zur  Bereitung  von  Kautschuk  verwandte  Art,  während
man  aus  der  breitblättrigen,  Mbunga  genannt,  keinen
Kautschuk  gewinnen  zu  können  behauptet.  Man  sagt,
der  Saft  würde  nicht  fest,  sondern  bliebe  llebrig.
Es  ist  zu  versuchen,  ob  durch  Zusatz  von  Säuren
oder  Salzwosser  kein  guter  Kautschuk  zu  erzielen  ist.
Bei  dem  Orte  Dundungama,  wo  wir  lagern,
sah  ich  in  dem  niederen  Busch  einen  halb  rankenden
Strauch,  den  ich  nach  seinen  Blüthen  für  Strophantus
halte.  Die  Leute  nennen  ihn  Mbuba;  von  den  etwa
fingerhutgroßen,  gelblich-rosa  Blüthen  hängen  fünf
lange  feine  Fäden  herab.  Samen  sind  jetzt  nicht
vorhanden.

#  In  dieser  Gegend  sind  Mango  und  Kokospalmen
selten,  während  bisher  alle  Dörfer  massenhaft  damit
bestanden  waren.

Südlich  von  Mkamba  und  Mbaffu  hören  die
Wasaramo  auf  und  fangen  die  Wandengereko  an.
        <pb n="837" />
        —

Ihre  viereckigen  Hütten  haben  aus  Mangel  an  Lehm
meistens  Rohrwände.

Die  Hütten  haben  ihren  Sitzraum  (Barasa)  nicht
wie  bei  den  Waswahili  an  der  Längsseite,  sondern
½  bis  ½  des  ganzen  Hauses  ist  eine  offene  Halle,
die  einen  angenehmen  schattigen  Aufenthaltsort  bildet.

Die  Leute  an  der  Küste  entlang  nennen  sich  in
Kissidju  Nyangalio,  in  Mssindadyi  dagegen  Nyagatwa,
ihre  Jumben  nennt  man  Jöngu.  In  Kendwa-Magogoni
  2c.  sind  Waschirasi,  d.  h.  Leute,  die  von
persischen  Ansiedlern  abstammen.  Die  Nyagatwareichen
  bis  Nyemssati.  In  Kikali  sitzen  Kinamomboka
und  Kinamburu,  in  Ssamanga  sind  Kinamonero
(Schirasi).  In  Salale,  Fissini,  Yaya  sind  ebenfalls
Waschirasi,  in  Mssalla  sind  Wapaye  (Jumbe  Pango).
Am  Rufiyi  sind  Kinamosango,  Kinamtupa,  Kinamlansi,
Kinapangaya,  Kinamtulia,  Kinamtikino  2c.  Kina-pangaya
  sind  die  bedeutendsten.

Am  26.  August  ging  es  auf  ziemlich  uninteressantem
  Weg  nach  Südsüdosten,  zunächst  durch  die
Ansiedelung  Nyapembe.  Westlich  des  Weges  liegt
in  2  bis  4  km  Entfernung  ein  Höhenzug,  hinter
dem  der  Tshakwatisee  liegt,  der  etwa  8  bis  10  km
lang  sein  muß.  Südlich  vom  Tshakwati  wohnen  im
Innern  Wadonde,  die  eigene  Sprache  haben,  ebenso
wie  die  Wangatwe  einen  eigenen  von  Kisuaheli  recht
verschiedenen  Dialekt  sprechen.

Durch  Busch=  und  Baumsteppen  geht  es  bis  zum
Dorfe  Kigunguli,  und  nach  einer  halben  Stunde
wird  die  Telegraphenlinie  wieder  erreicht.  Ueberall
leichtester  Sandboden,  der  sehr  ausgetrocknet  ist.
Buschwerk  und  Hyphaenapalmen  bedecken  den  Boden.
Während  der  jetzigen  Jahreszeit  werden  die  Früchte
der  letzteren  Palme  vielfach  gegessen.  Die  kleinen,
zum  Jamwiflechten  benutzten  nennt  man  Miua,  die
großen  verzweigten  Exemplare  „Mikotsche"“".  Unter
den  Krüppelbäumen  fällt  einer  auf,  dessen  weiche  und
rissige  Rinde  vielfach  abgekratzt  ist.  Sie  enthält
einen  intensiv  gelben  Farbstoff,  der  zum  Gelbfärben
der  Mattenstreifen  benutzt  wird  (gestampfte  Rinde
mit  dem  Palmenbast  gekocht,  der  dann  gelb  wird).
Der  Baum  heißt  Mkumbi  oder  Mungamo.  Industriell
werthvoll  wird  er  wohl  kaum,  denn  gelbe  Farben
hat  man  überall  massenhaft.

Nach  kurzer  Rast  bei  Kivindyi  erreichten  wir

Mssindadyi,  wo  über  Mittag  abgekocht  wurde.  Es
haben  sich  hier  etwa  7  Indier  und  3  Banianen  angesiedelt.
  Das  Dorf  ist  recht  groß,  ich  schätze  etwa
50  Hütten.  Sesam,  Kautschuk,  Mtama,  Kopal  wird
hier  angebracht.  Kautschuk  kommt  von  den  Wandonde
  des  Hinterlandes,  auch  von  den  Kitschibergen.
Es  ist  hier  nur  die  Kautschukliane  bekannt,  nicht  der
Baum.

Nachmittags  marschirten  wir  nachdem  2¼  Stunden
südlicher  gelegenen  Mjimwema,  immer  durch  die
ossene  Baumsteppe  mit  vielen  Hyphaenapalmen.  Der
Boden  ist  überall  thonig  und  hellgrau  gefärbt.  Man
sagt  mir,  daß  Kokospalmen  hier  nicht  wachsen,  sondern
nur  auf  dem  sandigen  Dünengürtel  am  Strande.

695

 

—

Es  ist  eine  ganz  allgemeine  Erscheinung,  daß  die
Kokospalme  auf  undurchlässigem  Thonboden  nicht
gedeiht,  ebensowenig  an  Stellen,  die  hohes  stagnirendes
Grundwasser  haben.  Mangobäume  kommen  auf  dem
höheren  thonigen  Land  ganz  gut  fort.

Mjimwema  ist  ein  Ort  von  etwa  50  Hütten  an
einem  Mangrovencreek.  Von  hier  aus  soll  man  im
Einbaum  in  2⅛½  Stunden  Simba-Uranga  erreichen.
Nirgendwo  dicht  an  der  Küste  kommt  der  Mwule-=baum
  fort;  auf  dem  etwa  2  bis  6  km  entfernten
Höhenzuge  soll  er  häufig  sein.  Kautschuklianen  giebt
es  bis  dicht  an  die  Mangroven  heran.  Der  nächste
Tag  führte  uns  wieder  an  die  Telegraphenlinie  in
derselben  Vegetationsform  wie  gestern  entlang.  Der
Ort  Pemba  bleibt  östlich  liegen,  die  Telegraphenlinie
wendet  sich  nach  Südsüdwesten,  und  nach  3/Stunden
erreichen  wir  Kikale,  an  dem  Kikunyaarm  des  Rufiyi
gelegen.  Das  Dorf  mag  30  bis  40  Hütten  haben,
13  Banianen  haben  sich  hier  niedergelassen,  offenbar
eine  große,  wohlhabende  Gemeinde.  Von  hier  führt
der  Weg  auf  etwas  höher  gelegenem  Gebiete  über
dunkelgrauen,  aber  etwas  leichteren  Boden  theils
durch  Busch=  und  Strauchsteppe,  theils  durch  eine
Vegetationsform,  die  ich  als  Hyphaenasteppe  bezeichnen
  möchte:  auf  dem  nur  mit  Gras  bedeckten
Boden  stehen  Tausende  von  verzweigten  Hyphaenapalmen,
  und  wo  das  Gras  abgebrannt  ist,  sind  das
einzige  Grün,  das  dem  Boden  entsproßt,  die  jungen
aufschießenden,  lanzettförmigen  Keimblätter  dieser
Palme.  Einzelne  Ortschaften,  die  in  Reis=  und
Sorghumfeldern  liegen,  sind  im  Gebiet  verstreut,  das
schließlich  zum  flachen  Alluvium  übergeht.  Riesige
Flächen  sind  hier  für  Reis=  und  Zuckerrohrkultur
wie  geschaffen.  Jetzt  allerdings  ist  Alles  trocken  und
der  Boden  hart  wie  eine  Tenne,  aber  Risse  in  demselben
  deuten  an,  daß  zeitweise  Wasser  hier  steht.
Nach  Sonnenuntergang  erreichten  wir  den  Mbumiarm
  des  Rufiyi  beim  Dorfe  Rugota.  Ebbe  und
Fluth  reicht  noch  bis  hierher,  das  jetzt  fast  stagnirende
Wasser  ist  mit  Stratiotes  dicht  bedeckt.  Der  Weg
schneidet  weiter  südlich  den  Umweg,  den  die  Telegraphenlinie
  macht,  etwas  ab  und  führt  fast  direkt
nach  Süden.  Immer  auf  demselben  fruchtbaren
Boden  geht  es  fort;  in  dem  Grase  stehen  vereinzelte
Bäume.  In  1¾  Stunden  wird  der  Rufiyifluß  an
dem  Uebergang  der  Telegraphenlinie,  etwa  östlich
des  Dorfes  Kilindi,  erreicht.  Er  mag  wohl  an  80  m
breit  sein  und  hatte  bei  ziemlich  reichlichem  Wasser
noch  einen  starken  Strom.  Nur  am  Ufer  waren
Sandbänke  sichtbar.  Nach  dem  Uebersetzen  ritt  ich
in  schärferer  Gangart  nach  Mohorro,  den  Trägern
voran.  Das  flache  Alluvialland  zeigt  denselben  Typus
wie  seither.

Nach  einem  Tage  Aufenthalt  auf  der  Station,
welcher  zur  Revision  diente,  ritt  ich  nach  Bwara,
wo  ich  nach  genau  sechs  Stunden  scharfen  Marsches
eintraf.  Bwara  liegt  in  einem  breiten,  hügeligen,
von  Nord  nach  Süd  laufenden  Thal  am  Nordende
der  eigentlichen  Matumbiberge.  Ein  jetzt  aus-
        <pb n="838" />
        —.

getrockneter  Bach  geht  nach  Norden  dem  Rufiyi  zu.
Auf  der  Höhe  ist  rother,  im  Thale  leichter,  grauer
Boden,  der  viel  sandiger  ist,  als  der  in  der  Mohorroebene.
  Auf  einem  Hügel  ist  ein  einfaches  Haus,  nach
Negerart  aus  Lehmwänden  mit  Veranda,  gebaut,
daneben  einige  Lehmhäuser  für  Arbeiter,  Geräthe  2rc.
Im  Thal  ist  ein  großer  Komplex  mit  Saatbeeten
angelegt,  etwa  250  Beete  waren  fertig  und  zum
großen  Theil  mit  Liberiakaffee  bestellt,  von  dem  aber
erst  wenig  aufgegangen,  ein  anderer  Komplex  war
gerodet  und  geklärt  zur  Aufnahme  von  einem  kleinen
Versuch  mit  Tabak  (1  bis  2  Felder  à  6000  am).
Bretter  für  Thüren  rc.  sind  aus  einer  Akazienart
sachgemäß  geschnitten.

Nachdem  ich  am  folgenden  Tage  nach  Mohorro
zurückgekehrt,  blieb  ich  dort  noch  einen  Tag,  um  per
Zollkreuzer  nach  Kilwa  und  dann  am  5.  September
nach  Dar-es-Saläm  zu  fahren.

Bericht  des  Forstaffessors  v.  Bruchhausen  über  die
Waldbestände  bei  Rilossa  und  in  den  Ulugurubergen.

Dar-es-Saläm,  den  5.  September  1898.

In  dem  Bereiche  der  Station  Kilossa  ziehen
unter  den  Steppenhölzern  zwei  Holzarten,  mit  denen
der  Stationschef,  Premierlieutenant  Brosig,  hauptsächlich
  seine  vielen  vorzüglichen  Brücken  gebaut  hat,  die
Aufmerksamkeit  auf  sich.  Es  ist  dies  das  sogenannte
Eisenholz,  von  den  Eingeborenen  Kamballa  genannt
(Acacia  nigrescens  Oliv?),  und  das  Miningaholz
(Ptrocarpus).  Ersteres  kommt  in  der  Nähe  der
Station  sehr  zahlreich,  sogar  —  wie  bei  dem  Dorfe
Matwiga  an  der  großen  Karawanenstraße  Dar-es-Saläm—
  Kilossa  —  in  ziemlich  geschlossenen  reinen
Beständen  vor,  letzteres  nur  im  Einzelstande.

Von  Weitem  fallen  in  der  Steppe  schon  die  ab
und  zu  in  kleinen  Komplexen  austretenden  dichten
Jungwüchse  (oft  Wurzelbrut)  des  Kamballaholzes
auf,  die,  vielfach  ohne  Blätter  dastehend,  ganz  vertrocknet
  aussehen.  Das  Holz  ist  schwer,  sehr  hart
mit  großem  dunkelbraunen  Kern  und  wird  von  Insekten
  nicht  angenommen.  Der  Stamm  wächst  schlank
empor,  seine  lichte  Krone  ist  im  Gegensatz  zu  den
meisten  übrigen  Steppenhölzern  ziemlich  hoch  angesetzt,
  die  Nutzholzausbeute  daher  eine  verhältnißmäßig
große.  Stämme  von  25  bis  30  m  Höhe  und  40
bis  45  cm  Durchmesser  sind  keine  Seltenheit.  Die
Holzart  ist  leicht  kenntlich  an  dem  vielfach  mit  Buckeln
besetzten  Stamm,  welche  sich  mit  der  Rinde  entfernen
lassen.  Die  Blätter  erinnern  an  die  des  hiesigen
Grenadillholzes  (Dallbergia  melanoxylon),  die
Frucht  mit  dem  glatten,  in  der  Mitte  eines  vierfächerigen
  Gehäuses  sipxenden  Samen  zeigt  keinerlei
Aehnlichkeit  mit  den  sonstigen  Akazien.  Blüthen  sind
mir  nicht  zu  Gesicht  gekommen.

Dieses  Holz  ist  für  alle  Bauten  der  Station  unentbehrlich
  und  verdient  die  größte  Verbreitung.

Die  zweite  Holzart,  Mininga,  kommt,  wie  er-696



 

wähnt,  nur  einzeln  stehend  zwischen  den  anderen
Steppenhölzern  vor.  Der  Stamm  nimmt  ziemlichen
Umfang.  60  bis  80  cm,  an,  die  Krone  ist  tief  angesetzt
  und  breiter  ausgelegt  wie  bei  dem  Kamballaholz.
  Die  geflügelte  Frucht  erinnert  an  unsere
Kastanie  und  ist  meistens  reichlich  vorhanden.  Das
Holz  ist  ebenfalls  ausgezeichnet  und  ähnelt  unserem
Kiefernholze.  Das  Einsammeln  und  Ausstreuen  des
Samens  ist  ebenfalls  angeordnet.  In  Kilimatinde
ist  das  Holz  zum  Stationsbau  benutzt,  es  sollen  dort
einige  Stämme  der  bisherigen  Annahme  enigegen
von  Käfern  angefressen  sein.  Ich  möchte  dies  hauptsächlich
  darauf  zurückführen,  daß  allgemein  das  Holz
hier  erst  unmittelbar  vor  dem  Gebrauch  gefällt  wird
und  so  noch  saftreich  zur  Verwendung  gelangt.  Die
Fällzeit  hat  hier  aber  unbedingt  ebenso  wie  in  Europa
großen  Einfluß  auf  die  Haltbarkeit  der  Hölzer.  Die
besten  Schlagzeiten  dürften  unmittelbar  vor  der  großen
und  kleinen  Regenzeit  liegen,  da  alsdann  das  Holz
die  geringste  Flüssigkeit  enthält.  Ein  ordentliches
Austrocknen  der  Stämme  müßte  unbedingt  jedem
Gebrauche  vorausgehen.

Die  früher  sicherlich  bewaldet  gewesenen  Rubehoberge
  unmittelbar  bei  der  Station  sind  zur  Zeit
schwer  wieder  aufzuforsten.  Die  Eingeborenen  haben
die  Bestände  im  Laufe  der  Jahre  abgeholzt,  Schamben
angelegt  und  dieselben  nach  Abschwemmung  des  Erdreichs
  durch  die  Regengüsse  wieder  verlassen,  um  sich
anderweitig  anzusiedeln.  Zur  Zeit  machen  sie  mit
ihrem  ausgewaschenen  steinreichen,  nur  mit  geringen
Myombobäumen  bestandenen  Boden  einen  überaus
traurigen  Eindruck.  Die  einzige  Möglichkeit,  sie
später  wieder  nutzbar  zu  machen,  besteht  darin,  den
Boden  zunächst  durch  eine  schnellwachsende,  blätterreiche
  und  viel  und  leicht  Samen  gebende  Holzart
zu  befestigen  und  zu  decken.  Es  ist  angeordnet,  daß
in  der  Regenzeit  ein  Versuch  mit  dem  Auslegen  von
Samen  der  in  der  Steppe  häufig  auftretenden  Akazienart
  Mkongo  auf  gehackten  Plätzen  gemacht  wird.
Späterhin  kann  alsdann  mit  besseren  Holzarten  vorgegangen
  werden.

Um  derartigen  Zuständen  für  die  Zukunft  vorzubeugen,
  dürfte  es  für  die  südöstlich  davon  liegenden
  Uluguruberge  dringend  erforderlich  sein,  schleunigst
energische  Waldschutzmaßregeln  zu  ergreifen.  Denn
kommt  man  von  der  Mkattasteppe,  also  von  Westen
her,  zu  den  Ulugurubergen,  so  findet  man  zunächst
die  Vorberge  von  dem  gewöhnlichen  lichten  Steppenwalde
  bedeckt.  Die  daraufhin  solgenden  Berge  sind
aber  vollkommen  entwaldet  und  zwar  derartig,  daß
man  die  noch  vorhandenen  Bäume  —  Dracaenen  —,
ein  reichlich  Milchsaft  führender  Baum,  Kimamballa
genannt,  einzeln  fast  zählen  könnte.  Sehr  stark  scheint
mir  allerdings  der  Westhang  der  Berge  nie  bewaldet
gewesen  zu  sein,  da  der  bei  1900  m  über  Meer  auf
dem  Lukwangule  noch  vorhandene  Wald  wenigstens
im  Gegensatze  zu  dem  Ostabhange  einen  reichlich
schlechten  Wuchs  zeigt.  Es  ist  hierbei  allerdings  zu
berücksichtigen,  daß  die  Eingeborenen  schon  seit  ge-
        <pb n="839" />
        ——

taumer  Zeit  und  oft  meilenweit  her  hier  ihre  gesammten
  Bedürfnisse  an  Bau=  und  Brennholz  gedeckt
haben  und  noch  decken.  Diese  vollständige  Entwaldung
ist  aber  bei  der  starken  Bevölkerung  des  Gebirges
unbedingt  hervorgerufen  worden  durch  die  echt  afrikanische
  Art  und  Weise  der  Anlegung  von  Feldern
(hauptsächlich  Maisfeldern),  heute  hier,  morgen  dort.
Noch  auf  1700  m  wurden  bestellte  Felder  gefunden,
an  Hängen,  wo  man  sich  wunderte,  wie  eine  Bestellung
überhaupt  möglich  war.  Daß  aber  bei  dem  abschüssigen
  Charakter  der  Berge  bei  jedem  größeren
Regengusse  ein  Theil  des  Bodenüberzuges,  besonders
wenn  er  noch  umgearbeitet  wurde,  in  die  Tiefe  geschwemmt
  wird,  liegt  auf  der  Hand.  Die  bei  1600  m
über  Meer  anfangende  Adlerfarnvegetation  hält  noch
elwas  den  Boden  zurück,  vermag  jedoch  auch  nicht
viel  zu  retten,  da,  wie  der  Augenschein  lehrt,  außerdem
  noch  in  den  Bergen  tüchtig  gebrannt  wird.

Auf  dem  Plateau  des  Lukwangule,  2400  m,  befinden
  sich  nur  Hochweiden  und  Remisen  von  mit
vielen  Flechten  behangenen  Kniehölzern  —  Lusuta,
Mussu,  Lugasessi,  Milalamento  —,  welche  sich  nach
Westen  hin  ziemlich  schließen.

Verläßt  man  das  Hochplateau  und  verfolgt
weiterhin  den  zum  Fisigothal  hinabführenden  Pfad,
so  befindet  man  sich  am  Ostabhange  plötzlich  in  einer
ganz  anderen  Welt;  Alles  zeugt  von  einer  ungeheuren
Ueppigkeit  und  großartigem  Wachsthum.  Der  Ostabhang
  nimmt  dem  Westhange  die  ganzen  Regengüsse
und  Feuchtigkeit  fort.  Zunächst  steht  man  inmitten
eines  wunderbar  schönen  Bambusstandes,  wie  ich  ihn
hierselbst  noch  nicht  gesehen  habe.  Nur  im  Ngurugebirge
  soll  sich  nach  Hörensagen  noch  ein  ähnlicher
befinden.  Die  kerzengerade  gewachsenen  schlanken
Stangen  erreichen  eine  Höhe  bis  zu  20  m  und  eine
Dicke  bis  zu  15  cm.  Die  Längenausdehnung  des
Bestandes  scheint  eine  sehr  beträchtliche  zu  sein,  in
der  Breite  erstreckt  er  sich  von  2300  bis  1900  m
über  Meer.  Derselbe  enthält  ganz  vorzügliches  Material,
  es  wäre  sehr  schade,  wenn  dasselbe  nicht  ausgenutzt
  würde.  Der  Ruvu  soll  nach  Angabe  der
Missionare  in  Tununguo  schon  von  dem  Einflusse  des
Fisigo  ab  in  der  Regenzeit  oder  nach  derselben  flößbar
sein,  von  Tununguo  ab  ist  er  es  zu  diesen  Zeiten  sicher.
Es  würde  daher  nur  ein  Transport  bis  zur  nächsten
flößbaren  Stelle  des  Ruvu  in  Frage  kommen,  um
den  Bambus  in  Bagamoyo  auf  den  Markt  werfen
zu  können.  Von  den  Bergen  herab  könnten  die
Stangen  große  Strecken  geschleift  werden.  Einen
Versuch  würde  die  Sache  jedenfalls  lohnen.

Als  Oberholz  befinden  sich  in  dem  Bambusbestande
  ungeheuer  starke  und  hohe  Stämme,  unter
anderen  Podocarpus,  Stearodendron,  „Mula“,  letzterer
  zum  Theil  mit  einem  Durchmesser  von  1½  m
und  einer  Höhe  von  40  bis  50  m,  Baumfarne  und
wilde  Bananen  sind  ebenfalls  vorhanden.

Leider  schneidet  der  Wald  auch  auf  dieser  Seite
glatt  bei  1880  m  ab,  um  alten  und  neuen  Schamben
Platz  zu  machen.  Eingeborene  waren  eifrig  bei  der

 

697e  —

Arbeit,  durch  Niederlegen  von  Wald  weiteres  Terrain
für  Schamben  zu  gewinnen,  wobei  die  starken  Stämme
durch  Brand  vernichtet  wurden.

Soweit  ich  es  in  den  wenigen  Tagen  beurtheilen
konnte,  haben  wir  in  den  Ulugurubergen  noch  wirklichen
  Urwald  vor  uns,  der  den  Usambarawäldern
sicher  an  die  Seite  gestellt  werden  kann,  dieselben
sogar  noch  vielfach  übertreffen  dürfte.  So  liegt  die
Plantage  des  Herrn  Moritz  bei  Kinole  in  einem
großen  zusammenhängenden  herrlichen  Waldkomplex,
dessen  Stämme  durchweg  40  bis  50  m  Höhe  haben.
Das  Holz  soll  zu  allen  Sachen  ausgezeichnet  zu  gebrauchen
  sein.  Auch  eine  starke  Gummiliane  (Landolphia)
  ist  vorhanden,  das  Gummi  wird  von  den
Leuten  gewonnen.

Eine  forstmäßige  Ausbeutung  dieser  Waldbestände
kann  leider  wegen  der  schwierigen  Transportverhältnisse
  noch  nicht  in  Frage  kommen,  aber  mit  einem
regelrechten  Waldschutz  und  einer  planmäßigen  Aufforstung
  der  kahl  daliegenden  Hänge,  um  den  Boden
vor  Abschwemmung  zu  bewahren,  sollte  unter  allen
Umständen  zu  Nutzen  einer  späteren  Bewirthschaftung
der  schönen  Uluguruberge  begonnen  werden.  Jetzt
zeigt  sich  immer  dasselbe  Bild:  die  äußerste  Spitze
der  Berge  mit  schwerem  Urwald  bestanden,  die  darunter
  liegenden  Hänge  abgeholzt  und  theilweise  angebaut.
  Den  großen  Wasserreichthum,  den  das  Land
überall  aufweist  und  welcher  das  Land  wirklich  reich
macht,  verdankt  Uluguru  in  erster  Linie  diesen  noch
bewaldeten  Höhen.  Diese  ziehen  die  Luftfeuchtigkeit
an  und  dienen  sodann  als  Wasserreservoir  zur  Speisung
der  unzähligen  Quellen.  Läßt  man  die  Eingeborenen
so  weiter  wirthschaften,  so  wird  bald  ein  großer  Theil
des  Gebirges  werthlos  und  als  Kulturland  unbrauchbar
  werden.  Den  Eingeborenen  müssen  daher  feste
Grenzen  gegeben  werden,  wie  weit  sie  mit  ihrem
Schambenanlegen  gehen  dürfen.  Eine  strenge  Kontrole
  der  Grenzen  wäre  aber  die  Voraussetzung  zu
einem  Erfolge  dieser  Maßregel.  Aufforstungen  vor
Allem  mit  den  einheimischen  Holzarten,  z.  B.  dem
prachtvollen,  dem  Teakholze  ähnlichen  Moulebaume,
sodann  mit  Eucalyptus  und  Casuarinen  können,  da
Arbeitskräfte  an  Stelle  der  Hüttensteuer  leicht  zu
bekommen  sind,  billig  ausgeführt  werden.

Bericht  des  Bezirksamtssekretärs  5enke  über  seine
Bereifung  des  Roblendistrikts  im  nördlichen  Ayassagebiet.

Aus  einem  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  in
Ostaf#ika  erstatteten  Bericht  des  Bezirksamtssekretärs
Zenke  über  seine  Bereisung  des  Kohlendistrikts  im
nördlichen  Nyassagebiet  dürften  die  nachfolgenden
Ausführungen  von  Interesse  sein:

In  Ausführung  des  Auftrages  des  Bezirksamts,
die  Landschaft  Bundali  zu  bereisen  und  zu  versuchen,
Kohlen  auf  dem  Kiwira  nach  dem  Nyassa  zu  befördern,
  verließ  ich  am  6.  Juli  Langenburg  und
erreichte  am  Nachmittag  des  nächsten  Tages  den
        <pb n="840" />
        Kandetefluß  in  der  Nähe  des  durch  Bergassessor
Bornhardt  aufgefundenen  Kohlenflötzes  C.  Ich
begab  mich  alsbald  in  Begleitung  des  Feldwebels
Benkewitz  und  unter  Führung  zweier  Askaris,  welche
Bergossessor  Bornhardt  auf  seinen  Reisen  begleitet
hatten,  auf  den  Weg  zur  Kohlensundstelle.  Da  inzwischen
  jedoch  die  früheren  Wege  dorthin  vollständig
verwachsen  waren,  gelang  es  uns  nicht,  bis  zum
Eintritt  der  Dunkelheit  die  Kohlen  aufzufinden.

Am  nächsten  Tage  ließ  ich  Feldwebel  Benkewitz
mit  vier  Askaris,  den  nöthigen  Trägern  und  den  von
Häuptling  Maisura  gestellten  dreizehn  Arbeitern  zurück,
um  nochmals  nach  der  Kohlenfundstelle  zu  suchen
und  einige  Lasten  Kohlen  nach  Maisuras  Dorf  am
Kiwira  zu  schaffen.  Ich  selbst  wollte  auf  dem  Rückwege
  eventuell  weitere  Kohlen  je  nach  dem  Eintreffen
der  zu  dem  Kiwira  bestellten  Einbäume  fortschaffen.

Auf  der  ganzen  Reise  habe  ich  die  erfreuliche
Wahrnehmung  gemacht,  daß  sowohl  die  Wakonde  der
Niederung  als  auch  Bundali  und  Unyka-Leute  jetzt
durchaus  friedfertig  sind  und  Vertrauen  zu  der
deutschen  Regierung  haben.  In  jedem  Ort,  in  dem
ich  Lager  aufschlug,  wurde  sofort  in  bereitwilligster
Weise  und  reichlich  Verpflegung  für  Askari  und
Träger  gewährt;  jeder  Wunsch  wurde  sofort  nach
Möglichkeit  erfüllt.  In  Bundali  kamen  die  einzelnen
Häuptlinge  mir  schon  weit  entgegen  und  gaben  mir
bis  über  ihr  Gebiet  hinaus  das  Geleit.

Bundali  ist  überaus  zahlreich  bevölkert.  Ununterbrochen
  reiht  sich  Hütte  an  Hütte,  Dorf  an
Dorf.  Es  giebt  kein  Thal  und  keinen  Berg,  bei
welchem  nicht  auch  bewohnte  Hütten  zu  finden  wären.
Die  Leute,  welche  von  Ackerbau  und  Viehzucht  leben,
sind  von  außerordentlicher  Sauberkeit.  Jedes  Fleckchen
vor  dem  Hause  ist  reingefegt,  und  jegliches  Unkrant
davor  ist  entfernt.  Selbst  das  Innere  der  Viehställe
ist  von  jedem  Unrath  gesäubert.

Ich  mußte  staunen  über  die  außerordentliche
Fruchtbarkeit  des  ganzen  von  mir  bereisten  Gebietes.
Ueberall  steht  das  Land  unter  Kultur  und  gewährt
seinen  Bewohnern  mühelos  reichliche  Nahrung.
Sämmtliche  Dörfer  liegen  inmitten  von  Bananenhainen.


Die  Felder  sind  so  regelmäßig  angeordnet  und
so  sauber  gehalten.  daß  man  glauben  könnte,
europäische  Landwirthe  hätten  hier  mit  Pflug  und
Egge  gearbeitet.

Nach  meiner  Ansicht  würde  sich  Bundali,  welches
selbst  das  als  fruchtbar  gerühmte  Kondeniederland
an  Ertragsfähigkeit  übertrifft,  sowohl  für  Anlage
von  Kaffeeplantagen  als  auch  für  den  Anbau  europäischer
  Getreidearten  sehr  wohl  eignen.  Auch
in  klimatischer  Beziehung  hat  Bundali,  welches  sich
in  einer  Höhe  zwischen  800  und  1300  m  über  dem
Meeresspiegel  befindet,  günstige  Bedingungen  aufzuweisen,
  wenigstens  nach  dem  hier  wohnenden  gesunden
  Menschenschlage  zu  urtheilen.  Man  sieht
durchweg  gut  gewachsene,  hübsche  Leute.  Ich  glaube
in  dieser  reinen  und  frischen  Gebirgsluft  mich  nicht

698

 

im  tropischen  Afrika,  sondern  in  heimathlichen  Gefilden
  zu  befinden.

Weniger  fruchtbar  als  Bundali  ist  Unyka.  Ueberschreitet
  man  den  Bergrücken,  der  diese  beiden  Landschaften
  von  einander  trennt,  so  ist  man  erstaunt
über  das  veränderte  Landschaftsbild,  das  sich  nun
nach  kurzer  Wegstrecke  (3  km)  darbietet.  Nur  vereinzelt
  sieht  man  hier  Schamben  an  den  Berghängen
und  meistens  nur  in  der  nächsten  Nähe  von  Wasserläufen.
  Das  in  Bundali  noch  frische  Gras  ist  hier
bereits  vollständig  vertrocknet.

Am  11.  Juli  schlug  ich  wieder  am  Kandetefluß
mein  Lager  auf  und  suchte  die  Kohlenfundstelle  —
dieses  Mal  mit  besserem  Erfolge  —  auf.  Die
Kohlen  sind  von  einem  kleinen  Nebenfluß  des  Kandete
freigespült  und  liegen  an  mehreren  Stellen  offen  zu
Tage.  Weiterhin  sind  sie  zunächst  nur  mit  geringen
Erdschichten  bedeckt,  so  daß  eine  Gewinnung  derselben
  in  Tagesbauten  für  die  nächste  Zeit  keine
Schwierigkeiten  bieten  dürfte.  Am  Nachmittag  trafen
die  mir  durch  Feldwebel  Benkewitz  entgegengeschickten
116  Wakonde=  und  Wakisi-Träger  in  meinem  Lager
ein,  und  schon  am  nächsten  Morgen  stellte  ich  die
Leute  unter  Aussicht  von  drei  Askari  zum  Kohlenschlagen
  an.  Trotz  des  unzureichenden  Arbeitszeugs
—.  3  Brechstangen,  2  Beilpiken,  2  Spaten  und
1  Axt  —  ging  die  Arbeit  doch  so  leicht  von  der
Hand,  daß  bereits  nachmittags  sämmtliche  Träger
mit  ihren  in  Gras  verpackten  Kohlenlasten  in  dem
4¼  Stunden  entfernten  Dorse  Maisuras  am  Kiwira
eintrafen.  Die  Lasten  wurden  sodann  sofort  in  die
bereit  stehenden  15  Einbäume  verladen  und  nach
der  Mündung  des  Kiwira  gesandt,  wo  sie  am  13.
srüh  eintrafen.  Ich  selbst  marschirte  am  nächsten
Morgen  weiter  und  traf  nachmittags  an  der  Kiwiramündung
  ein.  Am  14.  Juli  kehrte  ich  sodann  mit
dem  großen  Stahlboot  nach  Langenburg  zurück.

Der  Kiwira  ist  zu  dieser  Jahreszeit,  zu  welcher
das  Wasser  schon  bedeutend  gefallen  ist,  selbst  für
Mtumbis  nicht  über  Maisuras  Dorf  hinaus  schiffbar
und  bietet  auch  in  seinem  unteren  Lauf  manches
Hinderniß  durch  Sandbänke.

Insgesammt  sind  bei  dieser  Expedition  129  Lasten
Kohlen  nach  Langenburg  geschafft  worden,  und  zwar
bis  Maisuras  Dorf  durch  Träger  und  von  da  ab
in  Einbäumen.  Das  Nettogewicht  beträgt  45  Ceniner.
Der  Preis  stellt  sich  dieses  Mal  unverhältnißmäßig
hoch,  da  die  Leute  mit  Rücksicht  darauf,  daß  sie  nur
für  diese  eine  Tour  angenommen  waren,  auch  höher
bezahlt  wurden,  als  wenn  sie  in  Monatslohn  ständen.
Sobald  jedoch  die  Leute  in  Monatslohn  ständen,
würde  sich  die  Rechnung  etwa,  wie  folgt,  stellen:

100  Leute  im  Durchschnittslohn  von  5  Rupien
könnten  monatlich  2000  Lasten  à  40  Pfund  deutsch
bis  nach  Maisuras  Dorf  schaffen,  welche  wieder  durch
20  Einbäume  à  20  Rupien  monatlich  nach  der
Kiwiramündung  befördert  werden  könnten.  Diese
800  Centner  würden  sonach  an  der  Mündung  des
Kiwira,  ohne  die  Kosten  der  Aufsicht  durch  einen
        <pb n="841" />
        Europãer,  5  100  4  20  20  -  900  Rupien  kosten,
die  Tonne  Kohlen  sonach  22½  Rupien.  Ob  sich

699

 

Raum=  undeitersparniß  Mehrerträge  erzielen  würden,
die  die  Differenz  des  Preises  zwischen  Holz=  und
dieses  Verfahren  jedoch  rentiren  würde,  hinge  z.  Zt.  Kohlenfeuerung  übersteigen.
davon  ab,  ob  die  Dampfer  bei  Kohlenheizung  durch!

——.

Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiete  von  Deutsch=  Ostafrika  ansässige  weiße  Bevölkerung.
(Nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1898.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.  Nach  Staatsangehörigkeit,  Stand  oder  Gewerbe.
2.  22  8  2  Frauen  von  2v
—0.....  ——1954
Staats:  2  2532  *7:  2r  ""ß#½#ved
Fri  s  -·0--0---«:::s  »-.-".-Z’·-z«s.-;.-·«:·-x--osxngg.—.-«-lässest
OVII-IMME-OsgsksssissssssE-»Is-«-Eiss-Deutsche.
  665%8  39  48  4  5  11  2  2  5  04  2  8  21  16  18  22  3  38
Oesterreicher  16  5  2  —  —  —  2  1  2  —  —  1  2  1.—
Italiener  15  1.  1  2  2  3  3  lU.  1  —  —  1  —
Schweizer  Ii1  2  —  —  ——  6  1  —  2  —  —  ——
Holländer  180  —  4  —  —  —  —  —  —  ——  133  1—
Belgier  3  ——  —  —  ——  3  —  —  —  —  —  —  —  —
Luxemburger.  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  —  —  —  —
Franzosen  4üUmm  .  30  +—  1  1  12
Engländer  40AMnRBBB  1  22  6  4  83
Kufsen  2—  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Dänen  23  —  —  —  —  ——  —  —  ——  —  —
Rumänen.  21  —  —  —  —  —  ——  1—-—-——
Griechen  311  1  189  —  —  —  9  —  1  —  —  —  —  —  —  —
Türken  .  623---———  1--——-—-—---  ———-——-—  ————;—
Syrer,  Armenier.  14  9.1  1  —  —  ——  1  —  2
Amerikaner.  ..  1  1  —  —  —  —  —  ——  —  —  —  —
Ohne  Staatsangehör.  4—  —  —  —  —  4  —  —  —  —  —  —  —-Zusammeulssolasovazwt41324,3,5.101(«2,112522«2u,22.21.1.43

b.  Nach  Wohnsitz  und  Staatsangehörigkeit.
2222  **  2  12½½2
sGSss  8  s8s  s  E  L
S———————————  J–—me.
0  #  -
Tanga  147  10  2  8  —4  —2656  21  6  1
Pangani  25522  1  —  —  —  —  —  1  —  1  —  —
Saadani  7  5  —  —  2  —  —  —  E—  —
Bagamoyo  5731  2  I  IU  —  11  3  —  —  2  4  2
Dar#-es-Saläm  28819  8  5  3  —  —  2  —  —  1  2  9  8  1  —
Kilwa  33  29  1  —  —  —  —  —  2  1  —  —
Lindi  211  19  1  1  —  —  —  —
Mikindani  12  6  1  —  —  3  —  1  —  1  —
Woschi  ..  320  20  1  —  2  1  —  —  —  4  —  —  —  4
Masinde  3633  ——  —:—2—  1  —  —
Kisate  3  53  —  —  ——  –—  —
Kilossa  13811  —  —  1  —  —  1  —  —
Mpapua  15  5-«-s—----  —8  —  2  —
Kilimatinde  5  4  -—  —  —  —  —  —  1  —  —  —
Tabora  3013  1  2  5  2  —  6  1  —  —  —  —  —  —  —
Muanza  271  18  —  1  1  —  5  2  -—  —————
Btkkoba....  11  5  —  3  12  —  —  —  —  —  —  —  —
Irina  26124  -—---  —--—.-.-  —-—-511--1  —
Langenburg.  .  5711418  —  2  1  —  —  —  41  —  —  —2  —  —
Udbldii  35  13  —  1  4  1  13  —  —  —  —  63  —  —  —
Zusammen  880/664  16  15  11  18  3  1  46  40  2  3  2  34  6  14  1  1
        <pb n="842" />
        ARus  fremden  Molonien.

Dandel  Ostindiens  im  Jabre  1890/97.7)

Der  Werth  des  gesammten  britisch  -ostindischen
Einfuhr=  und  Ausfuhrhandels  bezifferte  sich  im  Jahre
1896/97  in  runden  Zahlen  bei  Ausschluß  des  Handels
für  Rechnung  der  Regierung  auf  1938  Mill.  Rupien

und  unter  Einschluß  dieses  Handels  auf  1981  Mill.

Rupien.  Die  entsprechenden  Zahlen  für  1895/96
lauteten  2012  und  2049  Mill.  Rupien,  und  es  ist
sonach  seitdem  eine  Abnahme  dieses  Handels  in  Höhe
von  74  und  68  Mill.  oder  um  3,6  pCt.  eingetreten.

Läßt  man  den  Handel  für  Rechnung  der  Regierung
  außer  Betracht,  so  stellt  der  britisch-ostindische
Ein=  und  Ausfuhrhandel  in  Waaren,  Gold  und  Silber
in  den  beiden  gedachten  Jahren  im  Einzelnen  folgende
Werthe  dar.

 

Einfuhr.
1895/96.  1896/97.
Millionen  Rupien.
Waaren  693  719
Goddl  .  ..  50%  45
Silber  83½  86
zusammen  827  850
Ausfuhr.
1895,96.  1896/97.

Millionen  Rupien.
fremde,  wieder  ausgeführte

 

Waarrn  497  40¼
ostindische  Waaren  1095½  909
God)dil  25  22
Silber  17½  271¼

zusammen  1185  1088½
Die  Rückschritte,  welche  der  Gesammthandel

Britisch-Ostindiens  im  Jahre  1896/97  gemacht  hat,
sind  auf  drei  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  eingetretene
  Umstände  zurückzuführen.  Die  schlechte
Ernte  und  die  dadurch  hervorgerufene,  auf  weite
Gebiete  sich  erstreckende  Hungersnoth,  der  Ausbruch
der  Pest  in  der  Präsidentschaft  Bombay  und  der
bedeutende  Geldmangel,  der  sich  auf  dem  Geldmarkte
fühlbar  machte,  als  beträchtliche  Kapitalien  behufs
Bekämpfung  der  Hungersnoth  aus  den  großen
Handelsplätzen  nach  dem  Innern  des  Reiches  gelangten
  und  gleichzeitig  die  staatlichen  Einkünfte  insolge
  der  fehlgeschlagenen  Ernte  nur  langsam  dem
Staatsschatze  zuflossen.

Der  Kurs  der  Rupie  fuhr  im  Berichtsjahre  fort,
im  Allgemeinen  zu  steigen,  doch  waren  seine  Schwankungen
  größer  als  im  vorhergehenden  Jahre.  Seine
äußersten  Grenzen  waren  für  Banksichtwechsel  in
Kalkutta  1571/32  Pence  und  137⅝/2  Pence  gegenüber
  141/16  und  13/3:  Pence  im  Jahre  1895/96.

Der  Waarenhandel  Britisch-Ostindiens  vertheilte
sich  auf  die  einzelnen  Erdtheile  in  den  Jahren  1895/96
und  1896.97,  wie  folgt:

—

*)  Aus  dem  Deutschen  Handelo--Archiv  1898,  S.  598  ff.

 

1895/96.  189/97.
Millionen  Rupien.
Europa  ..  ..  ..  .  ...  1203  1149
Asin  424  405½
Afrika  und  benachbarte
Insen  109½  108
Amerika  (V.  St..)  85  791½
Australln  14½  16½

Nur  der  verhältnißmäßig  geringe  Handel  mit
Australien  hat  im  Jahre  1896/97  etwas  zugenommen;
der  Handel  mit  allen  übrigen  Erdtheilen  zeigt  die
Wirkungen  der  Hungersnoth  und  der  Pest.  Der
Waarenhandel  mit  Europa  betrug  fast  65  pCt.  des
gesammten  Waarenhandels  und  würde  einen  noch
größeren  Prozentsatz  darstellen,  wenn  der  Handel
mit  Aegypten,  welcher  zum  größten  Theil  nur  Durchgangshandel
  und  in  Wirklichkeit  Handel  mit  Europa
ist,  mit  in  Berücksichtigung  gezogen  würde.

Die  wichtigsten  Länder,  mit  denen  Britisch-Ostindien
  in  Handelsbeziehungen  steht,  waren  in  dem
Jahre  1896/97  und  1895/96  an  seinem  Waarenhandel
  in  nachstehender  Weise  betheiligt:

1896,97.  1895,96.
Millionen  Rupien.
Großbritannin  830½  833
China
Hongkong.  .  .  .  .  .  .  .  98  99½
Vertragshäfen  61½  68
Deutschlandndd  98½  104
Frankreic  73  96½
Straits  Settlements  71½  83
Vereinigte  Staaten  von
Americccaa  63  70½
Belgiien  54½  67
Aegypoten:  51  54½
Japan.  ..  .  .  .  .  .  ...  4612  32½
Oesterreich-Ungarn  .  .  .  40  47
Ceylon  ..  .  .  .  .  .  ...  :39½  12
Italen  35½  35½
Mauritis  30½  29u½
Rußland  241½  22½
Persien  20  26
Australien  .  .  .  .  .  .  .  .  .  161½  14½
Arabien  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  16  18½
Südamerica  1  41⅛½  12
Sansibar,  Mozambique  und
andere  Häfen  der  ostafrikanischen
  Küste  131½  1312
Asiatische  Türkke  11  12½
Aden  11  11
Niederlade  8⅛  10

Der  Handel  mit  Großbritannien  belief  sich  auf
ungefähr  /  des  Handels  Ostindiens  mit  Europa
und  auf  etwa  47  pCt.  des  ostindischen  Handels  mit
allen  Ländern  der  Erde.  Die  entsprechenden  Zahlen
für  das  Jahr  1895/06  betrugen  nur  69  und  45,4  pCt.
so  daß  der  Gesammtwerth  des  Handels  Ostindiens
mit  anderen  Ländern  sich  seit  1885/96  in  höherem
Maße  verringert  hat,  als  der  Werth  des  Handels
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        mit  Großbritannien.  Der  letztere  Handel  hat  übrigens
seit  1893/94  beständig,  und  zwar  im  Ganzen  um
36  Mill.  Rupien  abgenommen  und  zeigt  seit  dem
Jahre  1891/92  eine  Zunahme  von  nur  2¼  Mill.
Rupien.  Die  betreffenden  Zahlen  für  die  Jahre
1891/92  bis  1896/97  lauten:  828,  773,  866½,
849½,  833,  830½  Mill.  Rupien.

Der  Handel  mit  Deutschland  ist  zwar  im  Jahre
1896/97  um  5½  Mill.  Rupien,  oder  um  3  Mill.
Rupien  mehr  als  der  Handel  mit  Großbritannien
zurückgegangen,  sein  Werth  in  jenem  Jahre  übertrifft
jedoch  den  Werth  des  deutsch-ostindischen  Handels  im
Jahre  1894/95  (=  94½  Mill.  Rupien)  noch  um
4  Mill.  Rupien.  Die  dritte  Stelle  in  der  Reihenfolge
  aller  am  Handel  mit  Ostindien  betheiligten
Länder,  welche  Deutschland  im  Jahre  1895/96
errang,  hat  es  im  Jahre  1896/97  behauptet.  Das
an  vierter  Stelle  sich  anreihende  Frankreich,  dessen
Handel  den  deutschen  im  Jahre  1894/95  um  1  Mill.
Rupien  und  im  Jahre  1891/92  nm  54  Mill.  Rupien
übertraf,  ist  im  Jahre  1896/97  weiter  als  im  Jahre
1895/96  hinter  Deutschland  zurückgeblieben,  nämlich
um  21½  anstatt  7½/  Mill.  Rupien.

Die  Waareneinfuhr  nach  Britisch-Ostindien
vertheilt  sich  auf  die  wichtigsten  in  Frage  kommenden

Länder  in  den  Jahren  1896/97  und  1895/96,
wie  folgt:

1896/97.  1895/96.
Millionen  Rupien.
Großbritannien  504  471½
Belgien  24  27½
Deutschland  ..  23  23½
Chngaga  21½  28
Rußland.  .  ...  .  .  .  ..  20  18½
Straits  Settlemenns.  18½#  21
Mauritis  18  17
Oesterreich-Ungaonn  15  13
Vereinigte  Staaten  von
Amerika  14½  11½
Frankreicgg  ...  9  10

Die  Einfuhr  stellte  im  Jahre  1896/97  86  pCt.
des  Werthes  der  europäischen  und  70,1  pCt.  des
Werthes  der  gesammten  Waareneinfuhr  gegenüber
85  und  68  pCt.  im  Vorjahre  dar.  Nach  ihm  kommt
Belgien  mit  3,3  pCt.  des  Werthes  der  gesammten
Waareneinfuhr.  Deutschland,  welches  1891/92  an
fünfter,  1893/94  an  siebenter,  1894/95  an  sechster
und  1895/96  hinter  Großbritannien,  China  und
Belgien  an  vierter  Stelle  stand,  nimmt  im  Jahre
1896/97  hinter  Großbritannien  und  Belgien  die
dritte  Stelle  ein.

Die  Waareneinfuhr  nach  Ostindien  im  Allgemeinen
hat  sich  seit  dem  Jahre  1869/70  mit  der  einzigen
Ausnahme  des  Jahres  1895/96,  in  welcher  sie  vorübergehend
  etwas  zurückging,  beständig  gesteigert.
Sie  hat  sich  seit  1869/70  auf  folgende  Werthe
bezifsert:

 

701  —

Mill.  Rupien

In  der  Zeit  von  1869/70  bis  1873/74  durchschnittlich
  auf  jährlitn  318⅛½
von  1874/75  bis  185/6  durchschn.,  auf  jährlich  366

é  1879/80  =  1883/84  479⅛½
é  1884/85  1888/89  -  -  585

-Ê1889/90  -  1893/94  -  -  -  677½

im  Jahre  1894/95  auf.  ..  .  .  .  .  ....  701½/
-  :  189597  .  .  .  .  ...  693
-  :  18960/909092  .  ...  719.

Die  wichtigsten  im  Jahre  1896/97  in  Britisch-Ostindien
  eingeführten  Waaren  sind  die  folgenden:
1896/97.  1895/96.
Werth:  Mill.  Rupien.

Baumwollengewebe  und  Baumwollengane

  ..  297½  257½
Metalle  unter  Einschluß  von

Messerschmiedewaaren  .  70  82½
Maschien  35  32½
Oel  34½  31½
Zuckker  31½  31
Eisenbahnmaterial  26½  15
Seide,  rohe  und  unverarbeitete  22½  29⅛½
Chemikalien,  Drogen,  Arzneien,

Farbstoffe  20.  19  21½
Wollenwaarnen  17  14½
Geistige  Getränke  16⅛½  17
Provisioen  15½  18
Bekleidungsgegenstände  15  16
Kohlll  10  14
Glas  und  Glaswaaren  7  7½
Sallz  .  ...  6½  6½
Gewürzee  6  6½
Papier  und  Papee  4  4
Regenschirme  .  .  ..  .  .  .  ...  3  31

Die  wichtigsten  deutschen  Einfuhrartikel  waren
im  Jahre  1896/97  die  nachstehenden:

1896/97.  1895/96.

Werth:  Mill.  Rupien.

Zucker  8.76  8,75
Wollenwaaren  2,59  2,60
Messerschmiedewaaren  1,53  1,49
Glas  und  Glaswaaren  0.92  0,93
Saaz  0,81  1,09
Bekleidungsgegenstände  0,80  0,65
Bier  0.74  0,66
Papir  0,60  0,59
Baumwollengarne  und  Baumwollengewebel
  0,59  0,51
Eisen  0,48  0,37
Spirituosen  0,48  0,46
Anilin=  und  Alizarinfarben  0,40  0,56
Chemikalien,  Drogen,  Narkotika  0,40  0,47
Spielwaaren  0,37  0,30
Streichhölger  B  0,34  0,23
Seidenwaaren  0,30  0,44
Stahl  .  .  .  .  ..  .  .  ..  .  ...  0,17  0,31
Schreibmateriallen  0,13  0,13

Die  geringe  auf  nur  439  000  Rupien  sich  belaufende
  Abnahme  des  Werthes  der  deutschen  Einfuhr
        <pb n="844" />
        —  702  —

im  Jahre  1896/97  ist  hauptsächlich  auf  die  verminderte
  Einfuhr  von  Salz,  Anilin=  und  Alizarinfarben
  und  von  Stahl  zurückzuführen.

An  der  Ausfuhr  ostindischer  Waaren  nahmen
vornehmlich  folgende  Länder  theil:

1896/97.  1895/96.
Werth:  Millionen  Rupien.
Großbritannien  316½⅛  350
China  .....  .  .  .  ...  137  138
Deutschlnd  75½  80½
Frankreitg  63½  86½
Straits  Settlements.  50  58½
Aegypten  48½  52
Vereinigte  Staaten  von
Ameriia  48  59
Jana  41  28
Ceyloaoon  ...  31  35
Belggen  30½  39⅛
Italln  30½  31
Oesterreich-Ungarn  .  .  .  .  25  33½
Südamerika  14½  12
Australllien  11,79  12,13
Mauritis  11½  11

Nächst  Großbritannien  und  China  war  Deutschland
  am  meisten,  und  zwar  mit  7,5  pCt.,  an  der
Ausfuhr  ostindischer  Waaren  betheiligt.  Im  Jahre
1895.96  stand  es  an  vierter  Stelle  hinter  Großbritannien,
  China  und  Frankreich,  und  im  Jahre
1891,  92  an  sechster  Stelle  hinter  den  genannten  drei
Staaten,  Aegypten  und  Belgien.

Die  wichtigsten  ostindischen  Waaren,  welche  im
Jahre  1896/97  aus  Indien  ausgeführt  wurden,
waren  die  folgenden:

1896,97.  1895/96.
Werth:  Millionen  Rupien.

Getreide  und  Hülsenfrüchte  134  183
Rohbaumwolle  .  .  .  .  .  .  129½  141
Rohe  Jute  .  .  .  .  .  .  .  .  1051/2  100
Baumwollengarne,  Baumwollengewebe

  u.  andere

Baumwollenfabrikate  85  83½
Thhee  81  7612
oObinnnn  80  84½
Saaten:  80  97
Häute  und  Felll.  70  7612
Inte,  verarbeitete  52  47½
Indiion  43½  531½
Kafsserl  16  22
Lack  ............  14  181/2
Wolle,  rohe  .  12½  13½
Provisionen  0½  9
Hollz  .  ...  8  8
Zucker  7  51½
Farbstoffe  (ausschl.  Indigo)  6½=  §1„
QQell  6  712
Salpeter  512  51F
Seide,  rohe  .  .  .  .  .  ...  5  6½
Gewürze  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  5  5

 

Die  Abnahme  der  Ausfuhr  ostindischer  Waaren
im  Jahre  1896/97  wurde  hauptsächlich  durch  die
Hungersnoth  und  die  Pest  verursacht.

Die  hauptsächlichsten  im  Jahre  1896/97  nach
Deutschland  ausgeführten  ostindischen  Waaren
sind  aus  folgender  Tabelle  ersichtlich:

1896/97.  1895)/96.
Werth:  Millionen  Rupien.

Baumwolll  22  27
Jue  18  15
Saaten  12  10½
Häute  und  Felle  11  10
Indigo  ..  .  ..  .  .  ...  3  5½
Reis  1½  3
Lack  .  .  .  .  ..  .  .  .  ...  1½  2
Jutesäcke  und  Gewebe  1½  1½
Coir  und  Coirwaaren  0,57  0,66
Kassse  ...  0,44  0,47

Die  Weizenausfuhr  nach  Deutschland,  welche
1895/96  einen  Werth  von  1½  Mill.  Rupien  hatte,
fiel  im  Jahre  1896/97  gänzlich  fort.

In  Betreff  der  wichtigeren  aus  Britisch-Ostindien
ausgeführten  Artikel  ist  im  Einzelnen  Folgendes  zu
bemerken:

1.  Fremde,  wiederausgeführte  Waaren.

Der  Werth  der  Ausfuhr  von  Thee  stieg  von
3,61  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  3,71  im
Berichtsjahre.  Der  Artikel  wurde  zumeist  nach
Persien  und  nach  dem  asiatischen  Rußland  wiederausgeführt.


Messerschmiedewaaren.  Die  Wiederausfuhr
hatte  einen  Werth  von  812  000  Rupien.  Die  meisten
Messerschmiedewaaren  wurden  nach  Großbritannien
und  Persien  wiederausgeführt.  Die  Ausfuhr  nach
Deutschland  hatte  einen  Werth  von  nur  2536  Rupien.

Kupfer.  Es  wurden  in  den  Jahren  1896/97
und  1895/96  für  467  000  und  577  000  Rupien.
wiederausgeführt.  Der  Artikel  ging  im  ersteren
Jahre  hauptsächlich  nach  Persien,  danach  folgten
Großbritannien,  die  asiatische  Türkei  und  Arabien.

Eisen.  Der  Werth  der  Ausfuhr  betrug  828.000
Rupien.  Der  Artikel  wurde  vorzugsweise  nach  Italien
wiederausgeführt.

Chemikalien,  Drogen,  Arzneien,  Narkotika,
  Farb=  und  Gerbstoffe.  Die  Ausfuhr
stellt  einen  Werth  von  765  000  Rupien  dar.  Die
Chemikalien  gingen  hauptsächlich  nach  Persien  und
nach  der  asiatischen  Türkei,  die  Drogen,  Arzneien
und  Narkotika  vornehmlich  nach  Großbritannien,
Persien  und  der  asiatischen  Türkei,  die  Farb=  und
Gerbstosse  vorzugsweise  nach  Persien  und  Deutschland.
  Nach  dem  Deutschen  Reiche  wurden  wiederausgeführt:
  Farb=  und  Gerbstoffe  im  Werthe  von
56  830  Rupien,  Drogen,  Arzneien  und  Narkotika
im  Werthe  von  2888  Rupien  und  Chemikalien  im
Werthe  von  150  Rupien.

Gummi  und  Harz.  Die  Ausfuhr  ging  zurück
von  756  000  Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  549  000
        <pb n="845" />
        Rupien  im  Berichtsjahre.  Großbritannien,  Frankreich
  und  Hongkong  waren  am  meisten  betheiligt.
Nach  Deutschland  wurden  nur  für  7101  Rupien
wiederausgeführt.

Unverarbeitetes  Elfenbein  wurde  im  Werthe
von  943  000  Rupien  wiederausgeführt,  und  zwar
vorzugsweise  nach  Großbritannien,  Hongkong  und
Japan.  Deutschland  war  mit  12  898  Rupien  betheiligt.


Rohe  Wolle.  Die  Wiederausfuhr  sank  von
7,61  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  6,08  Mill.
Rupien  im  Berichtsjahre  und  ging  in  beiden  Jahren
ausschließlich  nach  Großbritannien.

Bekleidungsgegenstände.  Der  Werth  der
Ausfuhr  steigerte  sich  von  1,54  Mill.  Rupien  im
Jahre  1895/96  auf  1,71  Mill.  Rupien  im  folgenden
Jahre.  Sie  erfolgte  in  beiden  Jahren  vorzugsweise
nach  Großbritannien.  Deutschland  war  1896/97
mit  5977  Rupien  betheiligt.

Von  Baumwollengarnen  wurden  707  000
Rupien  im  Jahre  1895/96  und  891  000  Rupien
im  Jahre  1896/97  wiederausgeführt.  Die  meisten
Garne  gingen  nach  Persien  und  Aden.

Bei  der  Wiederausfuhr  von  Baumwollengeweben
  und  anderen  Baumwollenwaaren  ist
eine  bedeutende  Abnahme  zu  verzeichnen.  Ihr  Werth
sank  von  18,05  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96
auf  13,78  Mill.  Rupien  im  folgenden  Jahre.  Hauptsächlich
  betheiligt  waren  im  Jahre  1896/97  Persien,
die  Straits  Settlements,  die  Häfen  an  der  ostafrikanischen
  Küste  und  Arabien.

Bei  der  Wiederausfuhr  von  Seidenwaaren,
deren  Werth  von  888  000  Rupien  im  Jahre  1895/96
auf  792  000  Rupien  im  Berichtsjahre  sich  verminderte,
waren  im  letzteren  Jahre  namentlich  Natal  und
Gibraltar  betheiligt.

Wollenwaaren  wurden  im  Jahre  1896,97
besonders  nach  Ceylon  und  Persien  wiederausgeführt.
Der  Werth  der  Ausfuhr  sank  von  578  000  Rupien
im  Jahre  1895/96  auf  489  000  Rupien  im
Berichtsjahre.

2.  Ostindische  Waaren.

Die  Ausfuhr  von  Kaffee  ist  im  Berichtsjahre
insolge  einer  schlechten  Ernte  bedeutend  zurückgegangen.
  Es  wurden  nur  210797  engl.  Ctr.  im
Werthe  von  15,85  Mill.  Rupien  ausgeführt  gegen
290  902  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  21,98  Mill.
Rüpien  im  Vorjahre.  Seit  dem  Jahre  1890/91
sind  so  niedrige  Zahlen  nicht  zu  verzeichnen  gewesen.
Betheiligt  waren  hauptsächlich  Großbritannien  und
Frankreich  mit  8,33  und  5,13  Mill.  Rupien.  Nach
Oesterreich  und  Deutschland  wurde  für  553  000  und
436  000  Rupien  ausgeführt  gegen  1  437  000  und
168  000  Rupien  im  Jahre  1895/96.

Enthülster  Reis.  Die  Ausfuhr  belief  sich  im
Berichtsjahre  auf  27,8  Mill.  engl.  Ctr.  im  Werthe
von  118,5  Mill.  Rupien.  Der  meiste  Reis  kommt
aus  Birma,  das  im  Jahre  1890/97  19,1  Mill.

703

 

engl.  Ctr.  ausführte.  Die  Reisproduktion  ist  am
größten  in  Bengalen,  welches  ungefähr  3¾/4  der  ganzen
britisch-ostindischen  *  hervorbringt.  Der  bengalische
  Reis  wird  jedoch  größtentheils  im  Lande
selbst  verbraucht.

Infolge  der  schlechten  Reisernten  in  Bengalen
und  der  Präsidentschaft  Madras,  sowie  infolge  vermehrter
  Nachfrage  nach  Reis  in  Oberbirma  ging  im
Berichtsjahre  aus  Unterbirma  sehr  viel  Reis  nach
Oberbirma  und  Bengalen,  und  nahm  die  birmesische
sowohl  wie  die  ostindische  Reisausfuhr  nach  dem
Auslande  gegenüber  dem  Voriahre  erheblich  ab.
Im  Jahre  1895/96  wurden  34,6  Mill.  engl.  Ctr.
enthülster  Reis  im  Werthe  von  134,3  Mill.  Rupien
aus  Indien  ausgeführt.  Die  Hauptabnehmer  waren
Aegypten  mit  10  Mill.,  Ceylon  mit  3.90,  Großbritannien
  mit  3,84  und  die  Straits  Settlements
mit  3,75  Mill.  engl.  Ctrn.  Nach  Deutschland  gingen
336  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  1.58  Mill.  Rupien
gegenüber  719000  engl.  Ctrn.  im  Werthe  von  2,82
Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96.

Weizen.  Infolge  der  sehr  schlechten  Ernte  war
der  Handel  im  Berichtsjahre  ein  äußerst  geringer.
In  der  zweiten  Hälfte  desselben  Jahres  brach  er
ganz  zusammen.  Ausgeführt  wurden  1,9  Mill.  engl.
Ctr.  im  Werthe  von  8,36  Mill.  Rupien  gegen
10  Mill.  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  39,1  Mill.
Rupien  im  vorhergehenden  Jahre.  1  1/  Mill.  engl.
Ctr.  gingen  im  Jahre  18966/97  nach  Großbritannien.
Darauf  folgte  Frankreich  mit  240  000  engl.  Ctrn.
Nach  Deutschland,  welches  im  Jahre  1895/96
393  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  1⅛  Mill.  Rupien
bezog,  wurde  im  Berichtsjahre  gar  kein  Weizen  ausgeführt.


Weizenmehl.  Die  Ausfuhr  sank  von  74  Mill.
engl.  Pfund  im  Jahre  1895/96  auf  67  Mill.  engl.
Pfund  im  folgenden  Jahre.  Europa  ist  so  gut  wie
gar  nicht  betheiligt.=  Das  Mehl  wurde  im  Jahre
1896/97  zumeist  nach  Mauritius,  Aden  und  Arabien
ausgeführt.

Hirse.  (Javar  und  Bajra.)  Die  Ausfuhr,
welche  sich  auf  653  000  engl.  Ctr.  belief,  fand  hauptsächlich
  nach  Aden  und  Abessinien  statt.

Hülsenfrüchte.  Es  wurden  im  Berichtsjahre
556  000  engl.  Cir.  gegenüber  742  000  im  Vorjahre
ausgeführt.

Gewürze.  Der  Werth  der  Ausfuhr  bezifferte
sich  auf  4,.97  Mill.  Rupien.  Betheiligt  waren  in
erster  Linie  England  und  Frankreich  mit  1,3  und
1,1  Mill.  Rupien.  Die  Ausfuhr  nach  Deutschland
hatte  einen  Werth  von  296  000  Rupien  gegenüber
262  000  im  Vorzjahre.

Zucker,  raffinirter.  Die  Ausfuhr,  welche  sich
au"  62  963  engl.  Ctr.  belief,  sand  hauptsächlich  nach
Großbritannien  und  Ceylon  statt.

Von  rohem  Zucker  wurden  1,10  Mill.  engl.
Ctr.  ausgeführt,  von  denen  über  eine  Million  nach
England  ging.

Thee.  Die  Ausfuhr  belief  sich  auf  118,9  Mill.
        <pb n="846" />
        —

engl.  Pfund  im  Werthe  von  81  Mill.  Rupien.  In
den  Jahren  1895/96,  1894/95  und  1885/86  wurden
137,7,  129,1  und  68,8  Mill.  engl.  Pfund  ausgeführt.
  Thee  wird  hauptsächlich  von  Bengalen  aus
verschifft.

Nach  Großbritannien  wurden  im  Jahre  1896/97
91  pCt.  der  Gesammtausfuhr,  und  zwar  135  ½⅛  Mill.
engl.  Pfund  gesandt.  Nach  Deutschland  gingen
267  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  140  000
Rupien  gegenüber  229  000  engl.  Pfund  im  Werthe
von  121  000  Rupien  im  Vorjahre.  Die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  und  Canada  beziehen  auch  auf
dem  Wege  über  Großbritannien  ostindischen  Thee  in
bedeutenden  Mengen.

In  Großbritannien  tritt  der  ostindische  Thee  mit
dem  chinesischen  und  dem  Ceylonthee  in  Wettbewerb.
Die  Ausfuhr  des  chinesischen  Thees  nach  Großbritannien
  nimmt  immer  mehr  ab;  im  Jahre  1896
wurde  viermal  weniger  Thee  aus  China  dorthin
ausgeführt  als  im  Jahre  1884.  Die  Ausfuhr  von
Ceylonthee  nach  Großbritannien  hat  sich  in  derselben
Zeit  von  2,2  auf  94,9  Mill.  engl.  Pfund  und  die
Ausfuhr  ostindischen  Thees  von  63,2  auf  127,7  Mill.
engl.  Pfund  gesteigert.  Im  Jahre  1884  sandte
China  mehr  denn  doppelt  so  viel  Thee  nach  Großbritannien,
  als  Ostindien  und  Ceylon  zusammen;  im
Jahre  1896  schickten  die  beiden  letzteren  Länder
über  sechsmal  soviel  Thee  nach  Großbritannien  als  China.

Die  Ausfuhr  von  Salpeter  steigerte  sich  von
442000  engl.  Ctrn.  im  Werthe  von  5,36  Mill.  Rupien
im  Jahre  1895/96  auf  528  000  engl.  Ctr.  im
Werthe  von  5,72  Mill.  Rupien  im  folgenden  Jahre.
Die  Hauptabnehmer  waren  im  Berichtsjahre  Großbritannien
  mit  246  000  und  die  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  mit  138  000  engl.  Ctrn.  Nach  Deutschland,
  das  im  Vorjahre  nicht  betheiligt  war,  gingen
23  063  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  231  508  Rupien.

Von  Opium  wurden  86  386  engl.  Ctr.  im
Werthe  von  80  Mill.  Rupien  ausgeführt.  Die  Ausfuhr
  erfolgte  zumeist  nach  China  und  den  Straits
Settlements.  Ersteres  bezog  60  280  engl.  Ctr.,  letztere
erhielten  19  196  engl.  Ctr.

Die  Ausfuhr  von  Tabak  belief  sich  auf  12  Mill.
engl.  Pfund  im  Werthe  von  1,81  Mill.  Rupien.
Darunter  befanden  sich  558  000  engl.  Pfund  Cigarren
im  Werthe  von  638  000  Rupien.  Die  letzteren  gehen
zumeist  nach  Großbritannien  (309  000  Rupien)
und  den  Straits  Settlements  (156  000  Rupien).
Deutschland  bezog  für  16  151  Rupien  ostindische
Cigarren.  —

Die  Ausfuhr  von  Catechu  ist  bedeutend  zurückgegangen,
  nämlich  von  183729  engl.  Ctru.  im  Werthe
von  3  796  106  Rupien  im  Jahre  1895/96  auf
122  082  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  2  399  533  Rupien
im  folgenden  Jahre.  Großbritannien  ist  das  Hauptabsatzland;
  es  bezog  im  Berichtsjahre  78  047  engl.
Ctr.  Die  Ausfuhr  nach  Deutschland,  welche  sich  im
Jahre  1891/92  auf  15  879  engl.  Ctr.  im  Werthe
von  249  000  Rupien  belief,  verminderte  sich  seitdem

 

704  —

immer  mehr  und  betrug  im  Jahre  1896/97  nur
1006  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  13  913  Rupien.

Die  Ausfuhr  von  Indigo  ging  im  Jahre
1896/97  auf  169  523  engl.  Ctr.  im  Werthe  von
43,7  Mill.  Rupien  zurück,  nachdem  sie  sich  im  Vorjahre
  auf  187  337  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  53½  Milll.
Rupien  belaufen  hatte.  Von  der  zuerst  genannten
Menge  wurden  aus  Kalkutta  109  000  und  aus
Madras  44  000  engl.  Ctr.  verschifft.  Die  Hauptabnehmer
  waren  1896/97  Großbritannien  mit  62  669
engl.  Ctrn.,  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  mit
22  492,  Aegypten  mit  12  482,  Frankreich,  Deutschland,
  Oesterreich  und  Japan  mit  11  822,  11  816,
11  307  und  11  046  engl.  Ctrn.

Myrobalanen.  Es  wurden  im  Jahre  1896/97
899  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  3/  Mill.  Rupien
ausgeführt  gegen  1  Mill.  engl.  Ctr.  im  Werthe  von
4  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96.  Hauoptsächlich
betheiligt  waren  im  Jahre  1895/96  Großbritannien
und  Deutschland  mit  551  000  und  130  000  engl.
Ctrn.  im  Werthe  von  2,34  und  0,46  Mill.  Rupien.
Der  Artikel  wird  hauptsächlich  von  Bombay  verschifft.

Oele.  Es  wurden  im  Berichtsjahre  im  Werthe
von  nur  6,09  Mill.  Rupien  ausgeführt  gegen  7,39
Mill.  Rupien  im  Vorjahre.  Von  der  erstgenannten
Summe  entfielen  2,33  und  1,53  Mill.  Rupien  auf
Rizinus=  und  Kokosnußöl,  welche  beiden  Oelarten
hauptsächlich  zur  Ausfuhr  gelangten.  Petroleum
wurde  im  Werthe  von  103  695  Rupien  ausschließlich
aus  Birma  und  nur  nach  den  Straits  Settlements
und  Paraffinwachs  im  Werthe  von  764  745  Rupien
vorzugsweise  aus  Birma  und  besonders  nach  Großbritannien
  ausgeführt.  Die  Ausfuhr  des  zuletzt  genannten
  Artikels  ist  in  beständiger  Steigerung  begriffen,
  ihr  Werth  hat  sich  seit  dem  Jahre  1892/93
um  das  Doppelte  vermehrt.  Kokosnußöl  wurde  im
Jahre  1894/95  in  doppelt  so  großer  Menge  ausgeführt
  als  im  Jahre  1896/97.

Die  Hauptabnehmer  von  Oel  waren  im  Berichtsjahre
  Großbritannien,  Australien,  die  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  und  die  Straits  Settlements
mit  einem  Werthe  ihrer  Ausfuhr  von  10.79,  0,88,
0,86  und  0,56  Mill.  Rupien.  Der  Werth  der  Ausfuhr
  nach  dem  Deutschen  Reiche  betrug  268  000
Rupien  gegen  500  000  Rupien  im  Vorjahre.  Deutschland
  bezog  hauptsächlich  Kokosnußöl.

Borsten  und  Fasern  für  Bürsten  und
Besen.  Der  Werth  der  Ausfuhr  stieg  von  803  000
Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  937  000  im  folgenden
  Jahre.  Großbritannien  bezog  im  Berichtsjahre
  für  667  000,  Deutschland  für  174  000  Rupien.

Kohle  und  Koks.  Die  Ausfuhr  steigerte  sich
in  den  letzten  fünf  Jahren  beständig  und  belief  sich
im  Berichtsjahre  auf  136  719  Tonnen  im  Werthe
von  1,41  Mill.  Rupien,  gegenüber  80  923  und
15725  Tonnen  in  den  Jahren  1895/96  und  1892/93.
Der  Artikel  geht  hauptsächlich  nach  Ceylon,  Aden  und
den  Straits  Settlements.

Von  roher  Baumwolle  wurden  im  Berichts-
        <pb n="847" />
        jahre  5,22  Mill.  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  129,7
Mill.  Rupien  ausgeführt.  Die  verschiffte  Menge  war
nur  etwas  geringer  als  die  des  Jahres  1895/96,
der  Werth  der  Ausfuhr  blieb  jedoch  hinter  dem  des
Vorjahres  infolge  niedriger  Preise  um  über  11  Mill.
Rupien  zurück.  Der  Handel  macht  keine  Fortschritte,
da  die  ostindischen  Baumwollspinnereien  viel  Baumwolle
  verbrauchen  und  die  niedrigen  Preise  der
amerikanischen  und  éägyptischen  Baumwolle  einer
größeren  Zunahme  der  Ausfuhr  im  Wege  stehen.
Während  von  1891/92  bis  zum  Jahre  1895/96
Deutschland  der  Hauptabnehmer  war,  hat  im  Berichtsjahre
  Japan  mit  1  499  000  engl.  Ctrun.  die  erste
Stelle  erlangt.  Nach  ihm  folgten  Deutschland  mit
871  000  engl.  Ctrn.  (gegenüber  994  000  im  Vorjahre),
  Italien  mit  668  000,  Belgien  mit  631  000,
Oesterreich  mit  538  000,  Frankreich  mit  382  000,
England  mit  379  000  und  China  mit  163  000  engl.
Ctrn.  Die  Ausfuhr  nach  Großbritannien,  welche  im
Jahre  1887/88  sich  auf  2  140  000  engl.  Ctr.  belief,
ist  in  den  letzten  Jahren  ganz  bedeutend  zurückgegangen,
  die  nach  Japan,  welches  noch  im  Jahre
1888/89  überhaupt  nicht  betheiligt  war,  bedeutend
gestiegen.  Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  hat  seit
1887/88  um  732  000  engl.  Ctr.  zugenommen.  Ihr
Werth  betrug  im  Berichtsjahre  21,85  und  im  Jahre
1895/96  26,91  Mill.  Rupien.

Ungegerbte  Häute  und  Felle.  Der  Handel
ist  hauptsächlich  wegen  der  Maßnahmen,  welche  infolge
  des  Ausbruchs  der  Pest  im  Auslande  gegen
die  Einfuhr  von  Häuten  und  Fellen  ergriffen  wurden,
im  Berichtsjahre  erheblich  zurückgegangen.  Es  wurden
in  ihm  654  638  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  32,35
Mill.  Rupien  ausgeführt  gegen  746  2  45  engl.  Ctr.
im  Werthe  von  36,28  Mill.  Rupien  im  Vorjahre.
Die  ausgeführten  Häute  hatten  im  ersteren  Jahre
einen  Werth  von  25,41  Mill.  Rupien,  die  Felle
einen  solchen  von  6,94  Mill.  Rupien.

Der  Hauptabnehmer  für  Häute  war  Deutschland
mit  238  000  engl.  Ctrn.  im  Werthe  von  10,88  Mill.
Rupien.  Dann  folgten  Großbritannien  mit  3,49,
Italien  mit  2,79,  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  mit  2,42,  Frankreich  mit  2,11  und  Oesterreich-Ungarn
  mit  2,06  Mill.  Rupien.  Der  Werth
der  Ausfuhr  nach  Deutschland  hat  sich  trotz  des  Rückganges
  der  gesammten  Häuteausfuhr  im  Jahre
1896/97  um  1,26  Mill.  Rupien  im  Vergleich  zum
Vorjahre  gesteigert.

An  der  Ausfuhr  von  Fellen  waren  im  Jahre
1896/97  ganz  vorzugsweise  die  Vereinigten  Staaten
mit  50  000  engl.  Ctrn.  im  Werthe  von  5,83  Mill.
Rupien  betheiligt.  Nach  Deutschland  gingen  3679
engl.  Ctr.  im  Werthe  von  224  352  Rupien  gegenüber
  1996  engl.  Ctru.  im  Werthe  von  119167  Rupien
im  Vorjahre.  Auch  die  Ausfuhr  von  Fellen  nach
dem  Deutschen  Reiche  hat  sonach  trotz  der  Abnahme
der  gesammten  Ausfuhr  von  Fellen  im  Berichtsjahre
sich  erhöht.

Rohe  Jute.  Die  Ernte  wurde  durch  ungünstige

705

 

Regenfälle  beeinträchtigt,  und  die  Ausfuhr  ging  infolge
  der  hohen  Preise  und  der  von  einzelnen  Ländern
wegen  des  Ausbruchs  der  Pest  verfügten  Einfuhrverbote
  von  12  267.000  engl.  Ctr.  im  Jahre  1895/96
auf  11  464  000  engl.  Ctr.  im  Johre  1896/97  zurück.
Der  Werth  der  Ausfuhr  stieg  indessen  von  99,93
auf  105,51  Mill.  Rupien.  Betheiligt  waren  hauptsächlich
  Großbritannien  mit  6,75,  Deutschland  mit
1,82  und  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  mit
1,27  Mill.  engl.  Ctrn.  Der  Werth  der  Ausfuhr  nach
Deutschland  betrug  im  Jahre  1896/97  18  Mill.
Rupien  und  steigerte  sich  gegen  das  vorhergehende
Jahr  um  ungefähr  3  Mill.  Rupien.

Düngestoffe.  Die  Ausfuhr  belief  sich  auf
76  293  Tonnen  im  Werthe  von  4,23  Mill.  Rupien
und  verminderte  sich  seit  dem  Vorjahre  nur  wenig.
Die  Hauptbezugsländer  waren  Großbritannien  mit
37  610  Tonnen  im  Werthe  von  2,11  und  Deutschland
  mit  16  236  Tonnen  im  Werthe  von  0,94  Mill.
Rupien.  Gegen  den  Handel  macht  sich  eine  gewisse
Opposition  geltend,  bei  welcher  darauf  hingewiesen
wird,  daß  die  Düngestoffe  in  Ostindien  selbst  behufs
Verbesserung  des  Grundes  und  Bodens  verwerthet
werden  sollten.

Die  Ausfuhr  von  Saaten  hat  seit  dem  Jahre
1893/94  um  über  das  Doppelte  abgenommen  und
sich  im  Jahre  1896/97  auf  11,40  Mill.  engl.  Ctr.
im  Werthe  von  80  Mill.  Rupien  gegen  13,67  Mill.
engl.  Ctr.  im  Werthe  von  97,17  Mill.  Rupien  im
Vorjahre  beziffert.  So  niedrige  Ziffern  sind  seit
dem  Jahre  1882  nicht  vorgekommen.  Der  Rückgang
seit  dem  Jahre  1895/96  ist  auf  eine  schlechte  Ernte
und  hohe  Preise  zurückzuführen.  Die  Saaten,  welche
im  Jahre  1896/97  hauptsächlich  zur  Ausfuhr  gelangten,
  waren  Leinsaat  (5,35  Mill.  engl.  Ctr.),
Rapssaat  (1,89  Mill.  engl.  Ctr.),  Sesamsaat  (1,59
Mill.  engl.  Ctr.),  Rizinussaat  (998  000  engl.  Ctr.),
Mohnsaat  (865  000  engl.  Ctr.)  und  Erdnußsaat
(486  000  engl.  Ctr.).  Die  bedeutendsten  Abnehmer
waren  Frankreich  mit  3,96,  Großbritannien  mit  2,24
und  Deutschland  mit  1,77  Mill.  engl.  Ctrn.  Die
Ausfuhr  nach  Deutschland  hatte  einen  Werth  von
11,96  Mill.  Rupien.  Deutschland  bezog  hauptsächlich
Lein=  und  Rapssaaten,  und  zwar  im  Werthe  von
7,75  und  2,66  Mill.  Rupien.

Rohe  Seide.  Der  Werth  der  Ausfuhr  ist  von
6,42  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  5,12  Mill.
Rupien  im  folgenden  Jahre  zurückgegangen.  Der
Handel  geschieht  hauptsächlich  von  Bengalen  aus.
Die  bedeutendsten  Abnehmer  waren  im  Jahre  1896/97
Frankreich  und  Großbritannien  mit  991  000  und
462  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  2,997  und
1,842  Mill.  Rupien.  Deutschland  ist  bei  dieser
Ausfuhr  nicht  betheiligt.

Die  Ausfuhr  von  Teakholz  hatte  im  Jahre
1896/97  einen  Werth  von  6,86  Mill.  Rupien  gegenüber
  6,71  Mill.  Rupien  im  Vorjahre.  Der  Artikel
geht  hauptsächlich  nach  Großbritannien,  welches  im
Berichtsjahre  für  5,26  Mill.  Rupien  Teakholz  bezog.
        <pb n="848" />
        —  706  —

Deutschland,  welches  im  Jahre  1895/96  für  35  689
Rupien  und  1894/95  für  51  253  Rupien  erhalten
hatte,  war  im  Jahre  1896/97  bei  der  Ausfuhr
unbetheiligt.

Rohe  Wolle.  Es  wurden  im  Berichtsjahre
28,43  Mill.  engl.  Pfund  im  Werthe  von  12,41  Mill.
Rupien  ausgeführt  gegen  31,04  Mill.  engl.  Pfund
im  Werthe  von  13,55  Mill.  Rupien  im  Vorzjahre.
Durch  den  Ausbruch  der  Pest  in  Bombay  und
Karachi  wurde  der  Handel  sehr  beeinträchtigt.  Der
Hauptabnehmer  ist  Großbritannien,  welches  im  Jahre
1896/97  27,99  Mill.  engl.  Pfund  im  Werthe  von
12,20  Mill.  Rupien  bezog.  Nach  Deutschland  gingen
nur  9564  engl.  Pfund  im  Werthe  von  3399  Rupien.

Von  Baumwollengarn  wurden  im  Jahre
1896/97  196  Mill.  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  7  1.73
Mill.  Rupien  ausgeführt  gegen  184  Mill.  engl.  Pfd.
im  Werthe  von  67,31  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96.
Der  bei  Weitem  bedeutendste  Abnehmer  war  im
Jahre  1896/97  China  unter  Einschluß  von  Hongkong
mit  186  Mill.  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  67,62  Mill.
Rupien.  Japan  spinnt  jetzt  selbst  Baumwollengarne
und  bezieht  zu  diesem  Zwecke  das  Rohmaterial  aus
Indien.  Die  Ausfuhr  von  Baumwollengarnen  nach
jenem  Lande  hat  sich  infolgedessen  in  den  letzten
Jahren  immer  mehr  vermindert;  sie  belief  sich  im
Jahre  1896/97  nur  auf  634  800  engl.  Pfd.  gegen
7351801  im  Jahre  1892/93.  Die  Ausfuhr  nach
China  hat  dagegen  seit  dem  Jahre  1892/93,  in
welchem  Jahre  sie  sich  auf  176,86  Mill.  engl.  Pfd.
bezifferte,  um  9,2  Mill.  engl.  Pfd.  zugenommen.
Großbritannien  und  Deutschland  sind  bei  dieser  Ausfuhr
  nicht  betheiligt.

In  Indien  selbst  wurden  im  Jahre  1896/97
417  Mill.  engl.  Pfd.  Baumwollengarne  erzeugt  gegen
435,1  Mill.  engl.  Pfd.  im  Vorjahre.  Davon  entfielen
  298,2  und  323,2  Mill.  engl.  Pfd.  oder  etwa
71  pCt.  auf  die  Präsidentschaft  Bombay,  Bengalen
erzeugte  etwas  über  10  pCt.,  Madras  ungefähr  7  pCt.,
die  Nordwestprovinzen  erzeugen  5  und  die  Centralprovinzen
  etwa  4  pét.

In  den  beiden  Jahren  1896/97  und  1895/96
zusammen  wurden  von  der  gesammten  Baumwollenerzeugung
  Ostindiens  ungefähr  44  /8  pCt.  ausgeführt.

Baumwollengewebe  und  Baumwollenwaaren.
  Diese  Ausfuhr  ging  im  Jahre  1896/97
unter  der  Einwirkung  der  Pest  und  der  Hungersnoth
erheblich  zurück.  Ihr  Werth  belief  sich  auf  nur
13,23  Mill.  Rupien  gegen  16,14  Mill.  Rupien  im
Jahre  1895/96.  Davon  entfielen  12,04  und  14,99
Mill.  Rupien  auf  Stückwaare,  und  zwar  7,39  und
9,60  auf  graue,  4,59  und  5,34  Mill.  Rupien  auf
bunte  und  58  000  und  54  000  Rupien  auf  weiße
Stückwaare.  Die  Hauptabnehmer  waren  im  Jahre
1896/97  die  Häfen  an  der  ostafrikanischen  Küste  mit
2,64  Mill.  Rupien,  die  Straits  Settlements  mit
2,07,  China  mit  1,91,  Ceylon  mit  1,89  und  Aden
mit  1,67  Mill.  Rupien.  Großbritannien  und  Deutschland
  bezogen  für  649  000  und  38  000  Rupien.

 

In  Ostindien  wurden  im  Jahre  1896/97  83  Mill.
engl.  Pfd.  Baumwollengewebe  erzeugt,  davon  entfielen
68  Mill.  engl.  Pfd.  oder  81  pCt.  auf  die  Präsidentschaft
  Bombay;  Madras  und  die  Centralprovinzen
erzeugten  5,29  und  5,06  Mill.  engl.  Pfd.

Die  Baumwollenspinnerei  und  -weberei  hat  in
den  letzten  Jahren  in  Ostindien  bedeutende  Fortschritte
gemacht.  Es  waren  im  Jahre  1896/97  154  Fabriken
mit  3,98  Mill.  Spindeln  und  37  299  Webstühlen
vorhanden  gegen  130  Fabriken  mit  3,38  Mill.  Spindeln
  und  26  317  Webstühlen  im  Jahre  1892/93.
Im  Ganzen  wurden  zu  Ende  des  Jahres  1896/97
in  allen  ostindischen  Baumwollenfabriken  etwa  149  000
Personen  beschäftigt.  Das  Kapital,  welches  in  den
Fabriken  angelegt  ist,  die  Aktiengesellschaften  sind,
belief  sich  auf  über  136,79  Mill.  Rupien.

Verarbeitete  Jute.  Es  gab  in  Indien  im
Jahre  1896/97  30  Jutefabriken  mit  12  611  Webstühlen
  und  254  596  Spindeln  gegenüber  nur  27  Fabriken
  mit  10  406  Webstühlen  und  212581  Spindeln
im  Vorjahre.  Der  Werth  der  Ausfuhr  hat  sich  in
den  letzten  zehn  Jahren  um  das  Dreifache  gesteigert,
er  belief  sich  im  Jahre  1896/97  auf  52,14  Mill.
Rupien  gegen  47,47  im  Vorjahre  und  17,46  Mill.
Rupien  im  Jahre  1887/88.  Von  der  zuerst  genannten
  Summe  entfielen  35,19  Mill.  Rupien  auf
Jutesäcke  und  16,3  auf  Jutestoffe.  Diese  Stoffe  stellten
vor  fünf  Jahren  weniger  als  12  péCt.,  im  Jahre
1896/97  dagegen  31  ⅛/  péCt.  des  Werthes  der  gesammten
  Ausfuhr  dar.  Die  Hauptabnehmer  waren
im  Jahre  1896/97  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika,  Großbritannien,  Australien  und  die  Straits
Settlements  mit  einem  Werthe  der  Ausfuhr  von
13,36,  8,81,  6,57  und  4,01  Mill.  Rupien.  Deutschland
  bezog  verarbeitete  Jute  für  1,54  Mill.  Rupien
und  zwar  vorzugsweise  Jutesäcke,  deren  Werth  sich
auf  1,48  Mill.  Rupien  belief.

Seidenfabrikate.  Die  Ausfuhr  hatte  im  Jahre
1896/97  einen  Werth  von  1,6  Mill.  Rupien  gegenüber
  1,8  Mill.  Rupien  im  Jahre  1895/96.  Die
größten  Abnehmer  waren  im  Jahre  1896/97  Großbritannien,
  Frankreich,  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  und  die  asiatische  Türkei  mit  einem  Werthe
der  Ausfuhr  von  623.000,  342  000,  183  000  und
150  000  Rupien.  Deutschland  bezog  nur  für  4099
Rupien.

Wollenfabrikate.  Der  Handel  ist  in  den
letzten  sechs  Jahren  beständig  gestiegen  und  hat  im
Jahre  1896/97  einen  Werth  von  2,02  Mill.  Rupien
erreicht.  Davon  entfielen  1,82  Mill.  Rupien  auf  die
Teppichausfuhr.  Vornehmlich  betheiligt  war  Großbritannien,
  und  zwar  mit  1,48  Mill.  Rupien.  Deutschland
  bezog  für  43  325  Rupien.

Bekleidungsgegenstände,  einschließlich  Schuhwerk.
  Der  Werth  der  Ausfuhr  ging  von  2,08  Mill.
Rupien  im  Jahre  1895/96  auf  1,91  Mill.  Rupien
im  folgenden  Jahre  zurück.  Die  Hauptabnehmer
waren  im  Berichtsjahre  Großbritannien,  die  Häfen
der  ostafrikanischen  Küste,  Natal,  Aegypten  und  die
        <pb n="849" />
        Straits  Settlements  mit  381000,  293000,  248000,
233000  und  158  000  Rupien.  Nach  Deutschland
wurden  für  9721  Rupien  Bekleidungsgegenstände
geliefert.

Verarbeiteter  Lack.  Es  wurden  im  Jahre
1896/97  204  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  13,83
Mill.  Rupien  ausgeführt  gegen  202  000  engl.  Ctr.
im  Werthe  von  18,26  Mill.  Rupien  im  Vorjahre.
Die  ausgeführte  Menge  nahm  sonach  zu,  während
der  Werth  der  Ausfuhr  sich  infolge  bedeutenden
Sinkens  der  Preise  erheblich  verminderte.  Ausgeführt
wurde  hauptsächlich  Schellack,  und  zwar  176  000
engl.  Ctr.  im  Werthe  von  11,94  Mill.  Rupien.  Großbritannien,
  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und
Deutschland  bezogen  116  000,  43  000  und  24  000
engl.  Ctr.  im  Werthe  von  7,85,  2,95  und  1,61
Mill.  Rupien.  Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  hat
sich  seit  dem  Jahre  1891/92,  in  welchem  sie  einen
Werth  von  nur  156  000  Rupien  hatte,  bedeutend
gesteigert.

Coir-(Kokosbast-)  Fabrikate.  Der  Handel
ging  seit  dem  Jahre  1895/96,  in  welchem  sein  Werth
sich  auf  3,13  Mill.  Rupien  bezifferte,  bedeutend  und
zwar  auf  2,4  Mill.  Rupien  zurück.  Hauptsächlich
betheiligt  waren  im  Jahre  1896/97  Großbritannien
und  Deutschland  mit  1,26  und  0,56  Mill.  Rupien.

Gegerbte  Häute  und  Felle.  Die  ungewöhnlich
hohen  Ziffern  des  Jahres  1895/96  wurden  im  Berichtsjahre
  zwar  nicht  erreicht,  doch  war  der  Handel
in  demselben  bedeutend  im  Verhältniß  zu  anderen
Vorjahren.  Es  wurden  342  000  engl.  Ctr.  im  Werthe
von  37,67  Mill.  Rupien  ausgeführt,  wovon  auf  Großbritannien,
  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und
Deutschland  29,3,  7  Mill.  und  59  129  Rup.  entfielen.

Von  Oelkuchen  wurden  im  Jahre  1896/97
603  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  19,18  Mill.  Rupien
  gegen  558  000  engl.  Ctr.  im  Werthe  von  17,51
Mill.  Rupien  im  Vorjahre  ausgeführt.  Deutschland
bezog  im  Jahre  1896/97  61  000  engl.  Ctr.  im
Werthe  von  156  000  Rupien.

Der  Werth  des  Handels  an  der  britischostindischen
  Grenze  —  unter  Einschluß  des  Handels
  mit  Edelmetallen,  dessen  Berechnung  jedoch  keine
zuverlässige  ist,  da  die  Zahlen  nicht  hinlänglich  genau
sind  —  belief  sich  im  Jahre  1896/97  in  Einfuhr
auf  56,37  und  in  Ausfuhr  auf  49,35  Mill.  Rupien
gegenüber  49,74  und  42,3  Mill.  Rupien  im  Vorjahre.

Der  Waarenhandel  an  der  Grenze  hatte  im

Berichtsjahre  einen  Werth  von  91,02  Mill.  Rupien
und  zeigte  seit  dem  Jahre  1895.96  eine  Werthsteigerung
  in  Höhe  von  7,8  Mill.  Rupien.  38,81
Mill.  Rupien  entfielen  im  Jahre  1896/97  auf  den
Handel  an  der  Nordwestgrenze,  33,23  Mill.  Rupien
auf  den  Handel  an  der  Nord=  und  Nordostgrenze
und  18,98  Mill.  Rupien  auf  den  Handel  an  der  Ostgrenze.
  Der  Waarenhandel  an  der  Nordwestgrenze
und  der  an  der  Ostgrenze  haben  sich  seit  1895/96
in  ihrem  Werthe  um  5,63  und  3,42  Mill.  Rupien
gesteigert,  während  der  Werth  des  Waarenhandels

707

 

an  der  Nord=  und  Nordostgrenze  sich  um  1,24  Mill.
Rupien  verminderte.

Die  hauptsächlichsten  Waaren,  welche  im  Berichtsjahre
  an  der  ganzen  ostindischen  Grenze  ein=  und
ausgeführt  wurden,  sind  aus  folgender  Tabelle  ersichtlich:



Einfuhr.
Werth  in  Mill.  Rupien
Getreide  und  Hülsenfrüchte  .  9,11
Holz  ..  .  8,33
Provisionen  (buntsschuh  60n  5,92
Wolle,  rohe  3,65
Thiere,  lebende  3,33
Oelsaaten  .  3,01
Früchte  und  Gemüse  ...  2,49
Häute,  Felle  und  Thierhöruer  1,67
Wollenwaaren.  .  1,65
Drogen  und  Arzneien  1,32
Gewürze  .  0,80
Tobak  .  0,66
Seide,  rohe.  0,47
Farbstoffe  0,35
Borax  0,20
Lack  ....  0,17
Ausfuhr.
Werth  in  Mill.  Nupien

Baumwollenwaaren:

Europäische  #12,  655

Ostindische  31762
Baumwollengarne:

Europäische  2,06

Ostindische  1,18  5  3  24
Salz.  2,72
Provisionen.  2,27
Zucker  u1709
Metalle  (hauptsächlich  22

Kupfer  und  Eisen)  15,94
Gewürze.  1073
Baumwolle,  rohe  1,32
Seidenwaaren  10920
Thee:  Ostindischer.  0,53

fremder.  0,47  1,00

Thiere,  lebende.  1,05
Tabak  1,02
Getreide  und  Hülsenfrüchte  0,89
Farbstoffe  (besonders  Indigo)  0,72
Oel  (Petroleum)  .  0,69
Henimaareren  0,50

Der  Handel  an  der  indischen  Nordwestgrenze
überschreitet  die  Grenzen  von  Sind,  Britisch-Beludschistan
  und  der  Provinz  Punjab  und  findet  hauptsächlich
  statt  mit  Kandahar,  Kabul,  dem  Grenzlande
zwischen  Ostindien  und  Afghanistan,  Kaschmir  unter
Einschluß  von  Ladakh  und  mit  Tibet,  insoweit  der
Handel  mit  diesem  letzteren  Lande  die  Grenze  des
Punjab  überschreitet.

Die  Waaren-Einfuhr  aus  Kandahar  ist  in
den  letzten  fünf  Jahren  beständig  gewachsen,  während
die  Waarenausfuhr  seit  1893/94  sich  immer  mehr
        <pb n="850" />
        vermindert  hat.  Der  Werth  der  ersteren  betrug  im
Jahre  1896/97  4,18,  der  der  letzteren  2,27  Mill.  Rup.
Der  Handel,  dessen  Gesammtwerth  um  218000  Rupien
  hinter  dem  des  Jahres  1895/96  zurückblieb,
wurde  im  Berichtsjahre  zum  Theil  durch  die  Pest
in  Karachi  und  Sind  beeinträchtigt.  Die  trotzdem
erfolgte  Zunahme  der  Einfuhr  wird  auf  einen  lebhaften
  Handel  mit  Wolle  bei  hohen  Preisen  zurückgeführt.
  .

Der  Waarenhandel  mit  Kabul  ist  haupt—
sächlich  infolge  der  großen  Schwierigkeiten,  welche  der
Emir  ihm  in  den  Weg  legt,  wie  in  früheren  Jahren,
so  auch  im  Jahre  1896/97  weiter  zurückgegangen.
Sein  Werth,  welcher  sich  im  Jahre  1892/93  auf
8,31  Mill.  Rupien  belaufen  hatte,  bezifferte  sich  im
Jahre  1896/97  nur  auf  4,42  Mill.  Rupien,  von
denen  1,52  auf  die  Einfuhr  und  2,90  Mill.  Rupien
auf  die  Ausfuhr  entfielen.  Der  Werth  der  Ausfuhr
von  Baumwollenstückwaaren  sank  von  4,31  Mill.  Rupien
  im  Jahre  1892/93  auf  1,45  Mill.  Rupien  im
Berichtsjahre,  und  der  Werth  der  Theeausfuhr  in  der
gleichen  Zeit  von  999  000  auf  358  000  Rupien.

Der  Waarenhandel  mit  Bajour,  welcher  sich
im  Jahre  1895/96  infolge  des  Tschitralfeldzuges
wesentlich  verminderte,  hat  sich  in  der  darauf  folgenden
  Friedenszeit  gehoben.  Sein  Werth  in  den  drei
Jahren  1894/95,  1895/96  und  1896/97  betrug
4,69,  3,54  und  8,44  Mill.  Rupien.  Von  letzterer
Summe  entfielen  3,83  Mill.  Rupien  auf  die  Einfuhr
und  4,61  auf  die  Ausfuhr.

Auch  der  Waarenhandel  mit  Kaschmir  unter
Ausschluß  von  Ladakh  hat  im  Jahre  1896/97  weitere
Fortschritte  gemacht.  Sein  Werth  erhöhte  sich  von
12,77  Mill.  Rupien  im  Vorjahre  auf  13,57  im
Jahre  1896/97.  Die  Einfuhr  hatte  im  Jahre  1896/97
einen  Werth  von  7,22,  die  Ausfuhr  einen  solchen
von  6,35  Mill.  Rupien.

Der  Waarenhandel  mit  Ladakh  stieg  gleichfalls
  im  Werthe,  und  zwar  von  815  000  Rupien
im  Jahre  1895/96  auf  1,153  Mill.  Rupien  im
folgenden  Jahre.

An  der  Nord=  und  Nordostgrenze  überschreitet  der
indische  Handel  die  Grenzen  der  Nordwestprovinzen
und  der  Provinzen  Oudh,  Assam  und  Bengalen.  Er
erfolgt  dort  vorzugsweise  mit  Neapel  und  Thibet.

Der  geringe  Waarenhandel  mit  Thibet  ist
im  Jahre  1896/97  genau  auf  dem  Stande  des  Vorjahres
  geblieben.  Sein  Werth  betrug  1,96  Mill.
Rupien,  von  denen  1,40  auf  die  Einfuhr  und  0,55
Mill.  Rupien  auf  die  Ausfuhr  kamen.

Der  Werth  des  Waarenhandels  mit  Neapel,
welcher  der  bedeutendste  an  der  gesammten  Grenze
ist,  ging  seit  dem  Jahre  1895/96  etwas  zurück,
nämlich  von  30,37  Mill.  Rupien  auf  28,94  im  Berichtsjahre.

auf  14,89  Mill.  Rupien,  die  Ausfuhr  nach  diesem
Lande  stieg  von  12,72  auf  14,05  Mill.  Rupien.
Die  wichtigsten  eingeführten  Waaren  waren  im  Jahre
1896/97  Reis,  Oelsaaten  und  lebende  Thiere,  aus-708



Die  Einfuhr  aus  Neapel  sank  von  17,65

 

geführt  wurden  hauptsächlich  Baumwollenstückwaaren
Gewürze,  Salz,  Provisionen,  Baumwollengarn  und
Metalle

Der  Handel  an  der  indischen  Ostgrenze  überschreitet
  die  birmesische  Grenze  und  wird  mit  dem
westlichen  China,  Siam,  den  Shanstaaten,  Karenni
und  Zimme  betrieben.

Der  Waarenhandel  mit  West-China,  welcher
im  Jahre  1895/96  hinter  dem  der  beiden  vorhergehenden
  Jahre  erheblich  zurückgeblieben  war,  hat
sich  im  Jahre  1896/97  wieder  gehoben.  Er  bezifferte
sich  auf  3,30  Mill.  Rupien  gegen  2,25,  3,16  und
2,71  Mill.  Rupien  in  den  Jahren  1895/96,  1894/95
und  1893/94.  Die  Einfuhr  stieg  von  896  000  Rupien
  im  Jahre  1895/96  auf  996  000  Rupien  im
folgenden  Jahre,  die  Ausfuhr  von  1,38  auf  2,30
Mill.  Rupien  in  derselben  Zeit.

Der  Werth  des  unbedeutenden  Waarenhandels
mit  Siam  verminderte  sich  von  1,13  Mill.  Rupien
im  Jahre  1895/96  auf  731  000  Rupien  im  folgenden
  Jahre.

Der  Waarenhandel  mit  den  nördlichen
Shanstaaten,  den  südlichen  Syhanstaaten,
Karenni  und  Zimmé  hatte  im  Jahre  1896/97
einen  Werth  von  3,94,  6,54,  2,09  und  2,38  Mill.
Rupien.  Der  Werth  des  Waarenhandels  mit  den
nördlichen  und  südlichen  Shanstaaten  und  Zimm
steigerte  sich  seit  dem  Vorjahre  um  440  000,  2303000
und  290  000  Rupien,  während  der  Werth  des  Waarenhandels
  mit  Karenni  um  267  000  Rupien  abnahm.

Was  den  auswärtigen  Schifffahrtsverkehr
Britisch-Indiens  betrifft,  so  umfaßte  er  im  Jahre
1896/97  in  Eingang  und  Ausgang  9940  Schiffe
von  7698585  Reg.-Tons  gegen  10  297  Schiffe  von
8226600  Reg.-Tons  im  vorhergehenden  Jahre.  Der
durchschnittliche  Tonnengehalt  jedes  Schiffes  belief
sich  im  letzteren  Jahre  auf  799,  im  ersteren  auf
774  Reg.-Tons.

Unter  den  obengenannten  9940  Schiffen  befanden
sich  4190  Dampfer  mit  6629  985  Reg.-Tous  oder
86  pCt.  des  gesammten  Tonnengehalts  der  sämmtlichen
  Schiffe.  Die  entsprechende  Zahl  des  Vorjahres
war  nur  85  pCt.  Der  durchschnittliche  Tonnengehalt
jedes  Dampfschiffes  bezifferte  sich  auf  1582  Reg.-Tons.

Von  und  nach  Deutschland  fuhren  167  Schiffe  von
341  586  Reg.-Tons  gegen  189  Schiffe  von  356458
Reg.-Tons  im  Vorzjahre.

Die  Zahl  der  britischen  Schiffe  (ausschließlich  der
britisch  =  indischen)  betrug  3969,  sie  hatten  einen
Raumgehalt  von  6  165  242  Reg.-Tons  oder  ungefähr
80  pCt.  des  Tonnengehalts  aller  Schiffe.  1989  britische
  Schiffe,  darunter  1843  Dampfschiffe  und  146
Segelschiffe,  von  2865  425  und  221541  Reg.-Tons
liefen  in  indische  Häfen  ein,  während  1980,  darunter
1831  Dampfschiffe  und  149  Segelschiffe  von  2844  577
und  233  694  Reg.-Tons,  ausliesen.  Die  Zahl  der
britisch-ostindischen  Schiffe  (unter  Ausschluß  der  Schiffe
der  Eingeborenen)  belief  sich  auf  1847,  sie  waren
sämmtlich  Segelschiffe  und  hatten  einen  Raumgehalt
        <pb n="851" />
        2

—  (6

von  275957  Reg.-Tons.  921  dieser  Schiffe  von
138  101  Reg.-Tons  gingen  ein,  926  von  137  856
Reg.-Tons  liefen  aus.  Auch  die  Schiffe  der  Eingeborenen
  —  3090  an  Zahl  —  waren  ausschließlich
Segelschiffe;  1546  von  77192  Reg.-Tons  liesen  in
indische  Häfen  ein,  während  1544  von  77  128  Reg.=Tons
  ausliefen.

Unter  nicht  britischer  Flagge  fuhren  1034  Schiffe
von  1  103  066  Reg.-Tons  oder  14,3  pCt.  des  Tonnengehalts
  aller  Schiffe.  Davon  liefen  550  und  zwar
271  Dampf=  und  279  Segelschiffe  von  581725  Reg.=Tons
  ein  und  484,  darunter  245  Dampf=  und
239  Segelschiffe  von  521341  Reg.-Tons  aus.

Der  Antheil  der  bei  der  Schifffahrt  des  Jahres
1896/97  hauptsächlich  betheiligten
Flaggen  ergiebt  sich  aus  folgender  Tabelle:
Dampf=  Segel-Nationalität:

  schiffe  schiffe  Zus.  Neg.-Tons
deutsche.  191  45  236  411  214
österreich-ungarische  112  —  112  239729
französische  100  16  116  156  399
italienische  51  3  54  96  855
norwegische  .  .  .  .  26  54  80  75  548
arabische  .  .  .  .  ..  10  305  315  46  206
amerikanische  V.  St)  —  2  2  2150

Von  den  deutschen  Schiffen  liefen  123,  nämlich
100  Dampf=  und  23  Segelschiffe  von  185  493  und
31  751  Reg.-Tons,  in  indische  Häfen  ein,  während
113,  und  zwar  91  Dampfer  und  22  Segelschiffe
von  165  188  und  28  782  Reg.-Tons  ausliefen.
Aus  deutschen  Häfen  kamen  69  Schiffe  deutscher
Nationalität  und  zwar  64  Dampf=  und  5  Segelschiffe
von  127  525  und  8637  Reg.-Tons;  nach  deutschen
Häfen  gingen  64  deutsche  Schiffe,  nämlich  61  Dampfund
  3  Segelschiffe  von  123848  und  5305  Reg.-Tons.

Der  indische  Schiffbau  ist  fortgesetzt  sehr  unbedeutend.


schiffe  von  2837  Reg.-Tons  gebaut.

Der  indische  Küstenhandel  hatte  unter  Ausschluß
des  Handels  für  Rechnung  der  Regierung  im  Jahre
1896/97  einen  Werth  von  682  Mill.  Rupien  gegen
746  im  Vorjahre.  Der  Werth  des  Küstenhandels
für  Rechnung  der  Regierung  belief  sich  auf  20½
Mill.  Rupien  im  Jahre  1896/97  gegen  33½⅛  Mill.
Rupien  im  Vorjahre.  «

Von  den  obenerwähnten  682  Mill.  Rupien  ent—
fielen  344  auf  die  Einfuhr  und  338  auf  die  Ausfuhr.
  Die  Einfuhr  umfaßte  ostindische  Waaren  im
Werthe  von  274,  fremde  Waaren  im  Werthe  von
52½  und  Edelmetalle  im  Werthe  von  17½⅛  Mill.
Rupien,  in  der  Ausfuhr  waren  einbegriffen  indische
Waaren  im  Werthe  von  252,  fremde  im  Werthe  von
67  und  Edelmetalle  im  Werthe  von  19  Mill.  Rupien.

09

betheiligt.  Unter  den  eingelaufenen  Schiffen  befanden
sich  im  Jahre  1896/97  9755  Dampfschiffe  von
10  168  132  Reg.-Tons,  unter  den  ausgelaufenen
9812  Dampfschiffe  von  10  248  022  Reg.-Tons.  Der
Tonnengehalt  der  Dampfsschiffe  bezifferle  sich  auf  über
drei  Viertel  des  gesammten  Tonnengehalts.

Von  den  Schiffen,  die  eingingen,  waren  8921
britische  (darunter  8906  Dampsschiffe  von  9  472218
und  15  Segelschiffe  von  19  329  Reg.-Tons),  1231
britisch  =  ostindische  (darunter  669  Dampfsschiffe  von
398  979  und  562  Segelschiffe  von  84  903  Reg.=Tons),
  138  575  Schiffe  der  Eingeborenen  (sämmtlich

Secgelschiffe  von  2  388  159  Reg.-Tons)  und  2651
nichtbritische  Schiffe  (darunter  180  Dampfschiffe  und

nichtbritischen

–.  —„  —  —

Es  wurden  in  Indien  im  Jahre  1896/97

6  Dampfschiffe  von  138  Reg.-Tons  und  75  Segel-  »
pfschff  g  Anzahl  von  Küstenplätzen  in  den  französischen  Kolonien

2471  Segelschiffe  von  296  935  und  64  623  Reg.=Tous).
  Von  den  ausgehenden  Schiffen  waren  8956
britische  (darunter  8940  Dampfschiffe  und  16  Segelschiffe
  von  9  495  343  und  19  861  Reg.-Tons),  1188
britisch-ostindische  (darunter  665  Dampf=  und  523
Segelschiffe  von  401  000  und  84  496  Reg.-Tons),
129  085  Schiffe  der  Eingeborenen  (sämmtlich  Segelschiffe,
  von  2  318  364  Reg.-Tons)  und  2787  nichtbritische
  Schiffe  (darunter  207  Dampf=  und  2580
Segelschiffe  von  351  679  und  68  073  Reg.-Tons).

Goldexport  von  der  englischen  Goloküste.

Nach  der  amtlichen  Statistik  hatte  das  aus  der
Gold  Coast  Colony  im  Jahre  1897  ausgeführte
Gold  einen  Werth  von  85  962  L.  Davon  stammte
aus  den  Goldminen  der  Kolonie  Gold  für  53  379  CK.
Goldstaub  ist  für  7359  &amp;amp;  exportirt  worden.

Flottenstützpunkte  in  den  Rüstenplätzen  französischer
Rolonien.

Durch  Dekret  vom  4.  Oktober  d.  Is.  sind  eine

zu  Stützpunkten  der  Flotte  erklärt  worden.  Es  sind:
Fort  de  France  in  Martinique,
Dakar  in  Senegal,
Cap  St.  Jaques  in  Cochinchina,
Port  Courbet  in  der  Bai  von  Along  (Tonkin),
Noumea  in  Neu-Caledonien,
Diego  Suarez  in  Madagaskar,
Les  Saintes  bei  Guadeloupe,
Port  Phaöton  in  Tahiti,
Libreville  in  Congo  frangais,
Obock  am  Rothen  Meer.
Ueber  Ausdehnung  der  für  die  Vertheidigung

nöthigen  Gebiete  sowie  über  die  Bereitstellung  der

An  der  Küstenschifffahrt  im  Jahre  1896/97

waren  in  Eingang  oder  Ausgang  151  378  oder
142  016  Schiffe  von  12  725  146  oder  12  738  816
Reg.-Tons  gegen  172  980  und  164  306  Schiffe  von
13  528  666  und  13  356  084  Reg.-Tous  im  Vorjahre

für  die  Befestigungen  nöthigen  Mittel  ist  das  Weitere
noch  vorbehalten.

e  —

Aus  Gurma.

Durch  ein  Dekret  vom  29.  August  1898  werden
die  Häuptlinge  von  Gurma  angewiesen  den  franzö—
        <pb n="852" />
        —  710  —

sischen  Besatzungstruppen  alle  Lebensmittel  gratis  zu
liefern.  Die  Kosten  sollen  von  dem  Steuerertrag  abgezogen
  werden,  welcher  bei  Vertheilung  der  Ver—
waltungskosten  auf  Gurma  entfallen  wird.

Transafrikanische  Telegraphenlinie.

Nachrichten  französischer  Zeitungen  zufolge  wird
seitens  der  britischen  Imperial  South  Africa  Com—
pany  jetzt  die  Vollendung  der  transafrikanischen
Telegraphenlinie  mit  erneutem  Eifer  betrieben.  Der
Reisende  Cavendish,  welcher  in  den  Jahren  1896
und  1897  die  Reise  von  Berbera  nach  Mombas
durch  das  Somaliland  ausgeführt  hat,  ist  mit  der
Führung  der  Leitung  vom  Nyassa=  zum  Tanganyjika—
see  betraut  worden.  Gleichzeitig  hat  die  britische
Regierung  den  Major  Mohun,  dem  drei  andere
Offiziere  beigegeben  sind,  mit  Herstellung  einer  Telegraphenleitung
  vom  Tanganyika  nach  Stanley-Falls,

 

bis  wohin  der  Kongostaat  telegraphische  Verbindung
einrichtet,  betraut.  Die  Linie  soll  nach  Uganda
weitergebaut  werden.

Ueber  den  Dandel  Frankreichs  mit  seinen  Rolonien.

Die  französische  Kolonialverwaltung  hat  ein
Rundschreiben  an  die  verschiedenen  Kolonien  gerichtet,
worin  sie  darüber  Klage  führt,  daß  noch  immer  die
Einfuhr  der  eigenen  Kolonien  in  den  wichtigsten
Artikeln  so  stark  hinter  der  aus  fremden  Ländern
zurückbleibe.  Die  Leiter  der  verschiedenen  Kolonien
sollen  ihr  Augenmerk  darauf  richten,  daß  dieses  Verhältniß
  ein  besseres  wird,  und  zu  dem  Zweck  zunächst
eingehende  Berichte  über  den  Stand  der  Landwirthschaft,
  das  landwirthschaftliche  Schul-,  Kredit=  und
Arbeiterwesen  erstatten.  Nach  einer  dem  Bericht
beiliegenden  Tabelle  war  der  Stand  der  Einfuhr
wichtiger  kolonialer  Erzeugnisse  in  Frankreich  folgender:

 

–

1886  1896

 

Einfuhr  aus  Einfuhr  aus
fremden  Staaten  den  französischen  fremden  Staaten  den  feanzösischen
kg  «  kg  kg  kg
Reis  in  Körrnen  58  735  786  214  338853  2  43  S  6
Reis,  v77e  14  664  617  434  31  268  955  17  932  044
Erdnüsse..  .  36  059  080  91591841  56  769  679  49  709  133
Kaffe  u  105  110  483  1  072  11020  894  732  1  012  752
Katoooaa  17  S845  479  757  930  27  568  537  823  728
Vanille.  .  .  .....  31584  88  432  21  779  74  193
Theeee  3544  949  1  797  2  .511  300  6  894
Pfeser  4  187.238  11  3  442  355  1  420  513
Pflanzensäst  1  640  358  676  702  2  945  068  2  085  089
Hozzs  14  003  884  497  38928  078  404  2784132
Farbhosll  91224  630  4  454  33352  10  880  667
Baumwolll  146  577  904  —-  167  967  939  8338
Palmölt..m  28604772  578  629  14  076  545  9  063  265
Giuimmmmmmmmm  ..  1  964  353  2  508  595  2  624529  3  725  197
Kautsccksks  1  754  393  141  604  5  049  986  787  525
Rohseide..  16  051734  90  249  12  734  606  110  342

 

 

 

 

—  —  —  —  —

DPerschiedene  Miktheilungen.

Untersuchung  des  Rilimandjaro.

Die  ersten  ausführlichen  Nachrichten  über  die  im
Laufe  des  Sommers  ausgeführte  wiederholte  Untersuchung
  des  deutsch  -ostafrikanischen  Bergriesen  Kilimandjaro
  durch  Dr.  Hans  Meyer  bringt  die  Zeitschrift
  für  Länder=  und  Völkerkunde  „Globus"  in
einem  am  16.  September  in  der  deutschen  Station
Moschi  am  Abhange  des  Berges  geschriebenen  langen
Briefe  des  Reisenden.  Gegenüber  den  früheren  Karten,
die  auch  vorzugsweise  auf  Dr.  Hans  Meyers  Aufnahmen
  beruhen,  erhält  die  neue  Karte  des  Kilima- 



ndjaro  ein  wesentlich  verändertes  Aussehen.  Zum
ersten  Male  wurde  die  Nordseite  des  Berges  erforscht
und  von  hier  aus  eine  mühevolle  Ersteigung  der
höchsten  Spitze,  des  Kibokraters,  unternommen,  der
von  anderer  Seite  her  schon  vor  neun  Jahren  von
Hans  Moyer  erstiegen  war.  Die  Urwaldgrenzen
und  Lavaströme  im  Nordwesten  des  Berges  sind  nun
bekannt,  dort  ist  ein  großes  Plateau,  Galuma  genannt,
und  die  Entdeckung  von  drei  großen  Gletschern  zu
verzeichnen,  die  bei  5200  m  an  die  Eishaube  des
Berges  anschließen  und  deren  einen  Meyer  „Drygalskigletscher“
  nannte.  Es  folgte  eine  Untersuchung

des  nach  Westen  dem  Kilimandjaro  vorgelagerten
        <pb n="853" />
        Schiragebirges,  die  Entdeckung  anderweitiger  Gletscher
im  Westen  des  Kilimandjaro,  von  denen  einer  bis
4200  m  abwärts  reicht.  Nachdem  der  Reisende  sich
und  seinen  Leuten  in  den  gesegneten  Landschaften  an
den  Flanken  des  Riesenberges  eine  Erholung  gegönnt,
stieg  er  zum  zweiten  Male  bis  zur  höchsten  Spitze,
dem  Kibo  (5860  m),  auf,  begleitet  von  einem  katholischen
  deutschen  Missionar,  Pater  Rohmer,  der  sich
als  vorzüglicher  Bergsteiger  erwies.  Hans  Meyer
schildert  die  gewaltigen  Moränen,  die  er  bei  diesem
Aufstiege  zu  untersuchen  Gelegenheit  hatte,  und  klärt
in  vieler  Beziehung  über  die  geologischen  Verhältnisse
des  Kilimandjaro  auf,  der  nun,  dank  seiner  Thätigkeit,
  im  Großen  und  Ganzen  als  erforscht  gelten
kann.  Der  Reisende  bringt  nicht  nur  zahlreiche
photographische  Aufnahmen,  sondern  auch  Zeichnungen
des  ihn  begleitenden  Malers  Platz  sowie  große
botanische,  zoologische  und  ethnographische  Sammlungen
  mit  in  die  Heimath  zurück.

 

NFF  —

 

Tikterakur.

Bronsart  v.  Schellendorff:  Strauße,  Zebras  und
Elefanten.  Die  Bedeutung  eingeborener  Thiere
für  die  wirthschaftliche  Entwickelung  Deutsch-Ostafrikas.
  Berlin  1898.  H.  Walther.

Der  Verfasser,  welcher  als  Generalbevollmächtigter
  der  Kilimandjaro-Straußenzucht-Gesellschaft
längere  Zeit  in  Deutsch-Ostafrika  praktisch  thätig
war,  legt  in  der  Schrift  seine  Erfahrungen  mit  der
Zucht  der  wichtigsten  derartigen,  bisher  nur  wilden
Thiere  nieder.  Seine  Ausführungen  dürften  über
den  Kreis  der  Ostafrikainteressenten  hinaus  Aufmerksamkeit
  verdienen.

Dr.  M.  Blauckenhorn:  Das  Todte  Meer  und  der
Untergang  von  Sodom  und  Gomorrha.  Mit
einer  Karte  und  18  Bildern.  Berlin  1898.
Dietrich  Reimer.

Der  Verfasser,  welcher  zur  Zeit  als  Landesgeologe
  in  Aegypten  thätig  ist,  schildert  in  der  hübsch
ausgestatteten  kleinen  Schrift  das  Gebiet  des  Todten
Meeres  im  heiligen  Lande.  Die  so  ganz  eigenartige
Natur  dieses  großen  Binnensecs,  der  in  neuerer  Zeit
immer  häufiger  besucht  wird,  findet  einc  eingehende
wissenschaftliche  wie  Neues  bringende  Darstellung.
Mit  welchen  Hindernissen  die  Kultivirung  dieser
Gegenden  zu  kämpfen  hat,  beweist  z.  B.  die  vom
Verfasser  mitgetheilte  Thatsache,  daß  die  Schifffahrt
auf  dem  Todten  Meere  wegen  des  hohen  Salzgehalts
des  Wassers  nur  unter  großen  Schwierigkeiten  möglich
ist.  Das  Wasser  zerstört  das  Holz  wie  Metall  der
Fahrzeuge  und  läßt  sie  nicht  genügend  tief  einsinken.
Dazu  bedrohen  ganz  plötzliche  Windstöße  die  Schiffe.
Wiederholte  Versuche  zur  Errichtung  einer  regelmäßigen
  Schiffsverbindung  auf  dem  See  sind  daran
gescheitert.  Selbst  das  Wasser,  welches  auf  die  See- 



711  —

fahrenden  spritzt,  ist  so  gefährlich  für  ihre  Gesundheit,

daß  schon  viele  Leute,  die  zu  Sport=  oder  Forschungszwecken

  den  Sec  befuhren,  daran  gestorben  sind.

Georg  Obst:  Wechsel-A-B-C.  Die  wichtigsten
Bestimmungen  der  Wechselordnung,  des  Wechselstempelgesetzes,
  des  Diskontogeschäfts  2c.  Allgemein
verständlich  dargestellt.  Stuttgart  1898.  Strecker
&amp;amp;  Moser.  .

Der  mit  dem  Bankwesen  genau  vertraute  Verfasser
  liesert  hier  ein  Handbuch,  das  nicht  nur  den
jungen  Kaufleuten,  sondern  auch  anderen  Kreisen
Rath,  Belehrung  und  Aufklärung  über  das  moderne
Kreditmittel,  den  Wechsel,  gewährt.

 

 

Dr.  Bernhard  Schwarz:  Quer  durch  Sibirien.
Bamberg  1898.  Handels-Druckerei.

Der  Verfasser,  welcher  ausgedehnte  Reisen  in
verschiedenen  Erdtheilen  ausgeführt  und  geschildert
hat,  liefert  hier  eine  Beschreibung  einer  während  des
Frühjahrs  und  Sommers  1897  durch  Sibirien  längs
der  Trace  der  neuen  transsibirischen  Bahn,  vom
Ural  bis  zur  Ostküste,  ausgeführten  Fahrt.  Bei  dem
geringen  Maße  von  Kenntniß,  welches  beim  Publikum
von  dem  russischen  Reiche  in  Asien  vorhanden  ist,
dürfte  die  Schrift  vielfach  belehrend  wirken.

Das  fünfte  Heft  des  laufenden  Jahrganges  vom
Archiv  für  Schiffs=  und  Tropen-Hygiene
enthält  Aufsätze  von  F.  Semeleder  über  Malaria
in  der  Stadt  Mexiko;  Dr.  A.  Plehn:  Zur  Calomelbehandlung
  der  Dysenterie;  Dr.  R.  Ruge:  Hygienisches
  aus  Habana;  Dr.  O.  Dempwolff:  Aerztliche
Erfahrungen  in  Neu-Guinea.

Der  Verlag  der  evangelisch-lutherischen  Mission
zu  Leipzig  hat  zwölf  Ansichtspostkarten  mit
Bildern  aus  den  Niederlassungen  der  Mission  in
Ostafrika  und  Indien  erscheinen  lassen.  Die  sehr
gelungenen  Bilder  beruhen  auf  photographischen  Aufnahmen.
  Die  Karten  werden  jedenfalls  nicht  nur
im  Kreise  der  Freunde  von  Missionsbestrebungen
regen  Anklang  finden.

 

—  ——  —  —

Titterakur-Verzeichni.

Allers,  C.  W.:  Rund  um  die  Erde.  47  Bogen  Folio
mit  über  300  Illustrationen,  worunter  16  Extra  Kunstblätter.
  In  Prachtband  mit  Goldschnitt  Mk.  40,—.

Union  Deutsche  Verlagagesellschaft,  Stuttgart.

Donat,  E.:  Kreuz  und  gquer  durch  Süd-Afrika.
Reisestizzen  und  -bilder.  Mit  vielen  Illustrationen,
acht  Vollbildern,  dem  Portrait  des  Verfassers  und
einem  Kärtchen.  gr.  80.  (VII,  280  S.)  Mk.  5,—,  geb.
Mk.  7,—.  Emil  Wirz,  Aarau.

Hassert,  Dr.  Kurt:  Deutschlands  Kolonien.  Erwerbungsgeschichte,
  Geographie  und  wirtschaftliche  Bedeutung
unserer  Schutzgebiete.  Mit  8  Vollbildern,  31  Abbildungen
  im  Text  und  6  Karten.  Mk.  4,50.

Dr.  Seele  &amp;amp;  Co.,  Leipzig-R.
        <pb n="854" />
        Kärrström,  E.  J.:  Achtzehn  Jahre  in  Südafrika.
Erlebnisse  und  Abenteuer  eines  Schweden  im  Goldlande.
(Autorisirte  Uebersetzung  aus  dem  Schwedischen  von-Friedr
  v.  Känel.)  Erscheint  in  etwa  neun  Lieferungen.
H.  W.  Theodor  Dieter,  Leipzig.
Kollmann,  Paul  (Premierlieutenant):  Der  Nordwesten
unserer  ostafrikanischen  Kolonie.  Eine  Beschreibung
  von  Land  und  Leuten  am  Victoria-Nyanza  nebst
en  einiger  daselbst
bbildungen  nach

Lief.  1

60  Pf.

Auszeichnun
Mit  372

 

gesprochener  Dialekte.

80.
riginal-Photographien  gr.

und  Skizzen.  Mk.  7,50,  geb.  Mk.  9,.—  1

Alfred  Schal,  Berlin.

Meinecke,

Thonner,  Franze:
Reise  nach  dem  Kongo  und  der  Mon
Mit  20  Textbildern,  87  Lchtdruchbi  dern  und  3  Karten.

Gustav:

Deutscher  Kolonial-Kalender
und  statistisches  Handbuch  auf  das  Jahr  1899.
Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet  und  herausgegeben.
geb.  Mk.  1,50.

Deutscher  Kolonial-Verlag,  Berlin.

(X,  116  S.)  geb.  Mk.  1

Im  afrikanischen  Urwald.  Meine

alla  im  Jahre  1896.

Dietrich  Pimer  Ele-  Vohsen),  Berlin.

 

 

 

—  —  —  —

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

 

 

 

 

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia.  —  29/8.  Jaluit.  (Poststation:  Hofpostamt).
S.  M.  S.  „Condor"“  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Cormoran“  23/7.  Manila  2/8.  —  Iloilo.  —  27/8.  Manila  29/8.  —  3/9.  Kiautschou.
(Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Falke“  28/6.  Matupi  29/6.  —  Karolinen-Inseln.  —  1/9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:
  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Habicht“  29/8.  Kamerun  19,9.  (Poststation:  Kamerun.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar  17/9.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
S.  M.  S.  „Wolf“  11/7.  Lüderitzbucht.  —  31/8.  Mossamedes  5/9.  —  6/9.  Basquella  11/9.  —  12/9.
Loanda  15/9.  (Poststation:  Kamerun.)
Perkehrs-Zachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schusgebleten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  J  Briefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  1  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  9.,  23.  Rovember,  Tanga  18  -19  Tage  lamG  4.  7.,  21.  Nov.,
arit  Schiffe)  I  7.n  21.  Dez.  120abds.  Dar-es-Sal.  19  20  2.  ]  2.,  5.  u  Dez.
1.  Deutsch-  Ostafrika.  gensin  n  »  antJZd  Jåggs  1.  Dez.  Sansibar  20  Tage  116  a
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(franzosische  Scifte  40  nms.  10  abds..
2.  Deutsch-Südwestafrika.  Southampton  am  19.,  25.  Nov.,  Lüderitzbucht  22  28Tg|am  18.,  25.  Nov.,

(Nach  Kretmanohoop,  Gibcon,
Warmhad  und  Ulamas
wochentlich  bis#  Kapftadt.
von  dort  wmeiter  auf  dem
Landwege.)

Ramerun.

LTogo-Gebiet.

(Ueber  Liverpool  oder

Marseille  oder  Bordeaur

nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

r  Deutsch-Ueu-Guinea.

D

 

(d

 

stadt,  dann  deuticher

od.  W

(deutsche  Vonfe,

%  Schiffe  bis  Kapl


(deutsche  Schiffe,

(englische  Schifte)
Marsetille
(iran  zosische  Schisse)

(frangösische  Schiffc)

17.,  21.  D  Dez.  40  ums.
„Leutweinocrmann.
  pfr.)#
Hamburg

de.ultiche

amofer

am  25.  jedes  Monats
nachto

Sch  *ur.-  ,

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  893.  Nov.,

Hamburg

Liverpool  21.  Dez.

(englische  Schiffe)

Hamburg  am  10.  jedes  Mts.  nachts

am  20.jedes  Mts.=am

  16.,  30.  November,
14.,  28.  Dezember

am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

am  10.  Nov.,
110  vmss.

Liverpool

Vordeaux  10.  Jan.

Neapel  »  am  14.  Dez.,  8.  Febr.
eutsche  Schiffe)  abds.
Brindisi  am  18.  Dez.,  12.  Febr.
Nachversand)  abds.

 

Swakopmund  25—3129g.

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

Kamerun  24  Tage

Kamerun  22  Tage

Lome  20  Tage

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Ouittah  36  Tage

von  da  ab  Landverbindung
Cotonon  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  22  Tage
von  da  ab  Landverbindung

16.,  23.  Dez.  15  ums.

am  25.  jedes  Monats
7½  abds.

am  10.  jedes  NMonats
7%  abds.

am  21.  Nov.,  19.  Dez.
15  nms.

–ö  —

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

am  14.,  28.  Nov.,
12.,  20.  Dez.  18  ums.

am  23.  jedes  Monats
10%  abds.

am  8.  Nov.,  8.  Jan.
107  abds.

 

Stephansort  45  Tage
41  Tage

5

 

am  12.,  16.  Dezember,
10.  Februar,
lic  abos.
        <pb n="855" />
        —  713  —

 

 

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-  an  folgenden  Tagen
schiffungshafen

 

Auss  chiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

6.  Marsball  -  Inseln.

 

 

7.  Riautschon.

französische  Schiffe)

 

Neapel  am  16.  Nov.,  14.  Dez.  Tsintau  37  Tage
(deutsche  Schiffe)  9°  abends

Brindisi  jeden  Sonntag  Tsintau  40  Tage
(englische  bezw.  100  abends

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

Die  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.

am  14.  Nov.,  12.  Dez.
118  abends

jeden  Freitag
114  abends.

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  fäuig
Von  in  Berlin  Von  hafen  in  n
—  am  13.5,  25.  Nov.,  —
'  Plymouth..am27.«1ed.Monats
Deutichsoaafpika..  Seindi.  *inr  EMM  Logogebiet  «  Marseille..  am  16  jedes  Monats
#am  16.  Nov.,  17.  Dez.  am  11.-Dezember,
Deutsch-Uen--Guinea.  Neapel.  «  -
Deutich-südmstaipikaSouthqqkpwuamsssssåkåus  5.MFebruar
Marshall-Inseln.  —  unbestimmt
jed.  Monats  —.  ——.
A#amern  Plpymouth.  27.  -  Neapel....13.Novvk.11.D2-zvk.
Lwecpoo..am3.Novembet,«-  .  ##  2r:
m—mMN—————————–

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten

o

Vostdampfer  von  #  nach  bis  27.  Oktober  1898
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  23.  Oktober  in  Madeira.
„Aline  Woermann“  Loango  Hamburg  am  27.  Oktober  in  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Lagos  am  22.  Oktober  ab  Hamburg.
„Bruxellesville“  Kongo  Hamburg  am  16.  Oktober  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Lagos  Hamburg  am  14.  Oktober  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  4.  Oktober  in  Kamerun.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kamerun  am  21.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Port  Nolloth  am  25.  Oktober  ab  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Sherbro  Hamburg  am  27.  Oktober  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Sierra  Leone  am  24.  Oktober  in  Sierra  Leonc.
„Helene  Woermann“.  Futa-  Hamburg  am  25.  Oktober  in  Lagos.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  14.  Oktober  in  Hamburg.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  24.  Oktober  in  Loanda.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Kamerun  am  26  Oktober  in  Kamerun.
„Marie  Woermann“  Kapstadt  Hamburg  am  17.  Oktober  ab  Lagos.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Port  Nolloth  am  3.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Paul  Woermanne  Hamburg  Swakopmund  am  23.  Oktober  in  Accra.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kotonou  am  19.  Oktober  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“  Benguella  Hamburg  am  22.  Oktober  in  Conakry.

Schiffsbewegungen  der

—  —

 

 

 

Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).

 

Letzte  Nachrichten

 

 

 

 

Reichspostdampfer  Reise  Q

rschspostdanyf  von  6  nach  bis  29.  Oktober  1898
„König“.  Durban  Hamburg  am  29.  Oktober  ab  Neapel.
„Herzog"“  Durban  Hamburg  am  24.  Oktober  ab  Delagoabai.
„Kaiser“.  Hamburg  Durban  am  29.  Oktober  ab  Amsterdam.
„Kanzlerv".  Hamburg  Durban  am  29.  Oktober  an  Tanga.
„Bundesrath".  Delagoabai  Hamburg  am  28.  Oktober  ab  Alissingen.
„Reichstag“.  Hamburg  Delagoabai  am  27.  Oktober  ab  Neapel.
„Admiral,  .  Hamburg  Delagoabai  am  25.  Oktober  an  Mozambigque.
„General  Delagoabai  Hamburg  am  27.  Oktober  ab  Mombassa.
        <pb n="856" />
        714  —

Das  Deutsche  Kolonialhaus  von  Bruno  Antelmann,  welches  bereits  eine  Filiale  in  der  Schill—
straße  errichtet  hat,  ist  durch  den  steigenden  Absatz  der  von  ihm  vertriebenen  Erzeugnisse  der  deutschen
Schutzgebiete  veranlaßt  worden,  seine  Geschäftsräumlichkeiten  in  der  Jerusalemerstraße  bedeutend  zu  erweitern.

Seine  Hoheit  der  Herzog-Regent  Johann  Albrecht  von  Mecklenburg-Schwerin,  welcher
aus  Anlaß  des  Zusammentritts  des  Kolonialraths  heute  in  Berlin  weilte,  stattete  nach  Beendigung  der

Sitzung  mit  seiner  hohen  Gemahlin  dem  „Deutschen  Kolonialhause“,  Jerusalemerstraße,  Ecke  Kronenstraße,
einen  etwa  stündigen  —W  ab.

 

 

 

 

—

 

—..  —

3  Der  heutigen  Nummer  r  liegt  ein  Prospekt  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
in  Berlin  bei,

 

betreffend  das  in  zweiter  Auflage  erschienene  Werk:
den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.

„Weltgeschichte  in  Umrissen“,
Die  Expedition.

 

 

Anzeigen

 

–—.  —#

—  —  —  -

—

 

—.  —  -  —.—  —

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  23  Pfennig)  fin;,  an  die  PFertriehsleitung,  Berlin  8W12,  Kochstraße  668—71,

Bekanntmachung.

Im  hiesigen  Firmenregister  ist  heute
unter  Nr.  8  die  Firma

Armin  v.  Michelmann

mit  dem  Sitze  in  Tshitete,  in  der
Landschaft  Unyika,  Bezirk  Langenburg,
und  als  deren  Inhaber  der  Kausmann
Armin  v.  Michelmann  daselbst
eingetragen  worden.  (201)

Dar-es-Saläm,  den  21.  Sept.  1898.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Bekanntmachung.

Aus  der  im  hiesigen  Gesellschaftsregister
  unter  Nr.  2  eingetragenen
ossenen  Handelsgesellschaft  Förster  &amp;amp;
Schulz  in  Tanga  ist  der  Theilhaber
Fris  Schulz,  z.  Zt.  in  Neudamm,
i  1.  April  1898  ausgeschieden,  und
führt  der  Theilhaber  Kaufmann  Theodor
  JFörster  in  Tanga  das  Geschäft
unter  Uebernahme  sämmtlicher  Aktiva
und  Passiva  fort.
Auf  Antrag  wurde  heute  obige  Firma
im  Gesellschaftsregister  gelöscht  und
unter  Nr.  8  des  Firmenregisters  die

Firma
Th.  Förster
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als

deren  Inhaber  genannter  Förster
eingetragen.

Tanga,  den  16.  September  1898.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

 

 
 
 
 
 
    

 
  

Ziegler.  (303)

Gergendeo  ——..  *

 

 

 

n½m%  .  P.  we

 

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

 

einzusenden.

——  ——  ——

1#  bdeFffSche

jeder  Art,

welche  sich  A#r.  Süsswasser-Zimmer-Aquarien
  eignen,  kauft  die  8
Spezial-Zuehtorei  für  Zersiseho

Paul  Matte,  Lankwitz  bei  Serlin.

—

Bekanntmachung.  (se.)

In  hiesigen  Prokurenregister  ist  heute
unter  Nr.  4  die  dem  Kaufmann  Adolf
Lassen  zu  Dar-es-Salam  für  die

Zweigniederlassung  der  Firma  Hana#

  &amp;amp;  Co.  zu  Dar-es-Saläm  ertheilte
  Prokura  eingetragen  worden.

Dar-es-Salam,  den  21.  Sept.  1898.

 

 

 

 

K-RONPPRINZESSIN-  STEFANIE  dUELLE

  
        

 

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ELE
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riagstragene  sehatamerre.
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in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luft- 



 

   

 

 

 

 

 

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J  Telegramm  -  Adresse:  „Koppelrail“.  6
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„  2

J  —

ii  B8
282  B
)  0  (
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J  2  5  2#.
1  6  #  *

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9.  ⅛7
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E—  V  8
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J7  .,.  »  »s-  ev,

)  6  *411m—  ,.«  ..---—.—--’"«  .,,..««  —  «»,·  :-  «»  H
Bahn  zum  Transport  von  Zuckerrohr  auf  Java.  (153)

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EmN  aturschatz
von  Weltrul.

"axlehner=Billerwasser

„Hunyadl  Jänos“

„Das  beste  Abführmittel'.

Zuverlassig  und  angenehm.

   

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#ÜOO  n

OOn

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FATO

T

Vollkommen  unschädlich.

      

 

2  Von  der  ärztlichen  Welt  .
*  mit  Vorliebe  und  in  mehr  als  3
1000  Gutachten  empfoblen.
*  Man  wolle  beachten,  dass  jede  Etiquette  die  Firma  trägt:  6

6%  r
9  Käuflich  in  allen  Mineralwasserhandlungen  und  Apotheken.  *

    

 
  
  
 

    

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4  L  L  4#  L  L  4
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        ":
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  3  —  —  #  !“—  *
—.6———————————  *
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sowie  sämmtliche  in  Betracht  kommenden  giftfreien  Farben.  Besonders
empfehlen  Rum-,  Cognac-,  Whisky-,  Cherrybrandy-,  Ingber-,  Generer-Essenzen
  etc.  etc.,  und  stehen  Gebrauchsanweisungen  gratis  zu  Diensten.
Ausserdem  erwähnen  unsere  in  allen  Welttheilen  bekunnten  Fruchtqether
für  Zuckerwaarenfabriken.  Für  Weinhändler  empfehlen:  Weinbougquets.
Ferner  erwähnen  unsere  Fleischkonservirungsmittel,  welche  für  die  ’lTropenländer
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(158)

 

 

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Magdeburg.

 

 

    

Neuheiten.

Drei  neue  Serien  Postkarten

a.  d.  deutschen  kolonien.
Serie  2,  3,  4  à  10  Kaurten.
In  der  Ueberzeugung.  dass
nur  eine  Elitewuure  Anspruch
u.  dauernde  Berücksichtigung
hat,  haben  wir  —  unter  nicht
geringen  Opfern  —  für  unsere
drei  neuen  Serien  in  den#
IIerren  Marine-  u.  Landschafts
maler  Th.  von  Eckenbrecher  und
dem  speziell  als  Thiermaler  bekannten
  Ilerrn  W.  Kuhnert  —
beide  durch  längeren  Aufenthalt
  in  den  Tropen  mit  allen
Schonheiten  derselben  vertraut
  -  kherrorragendste  Kräfte
gewonnen,  die  in  Verbindung
mit  ersten  deutschen  Offizinen
KUnstlerkarten  vornehmst.  Ranges

geschaffen  haben.  (300)
Inhalt  der  30  neuen  Karten:  21  Karten
mit  Landschaften.  ebirgsscenerienn.
S#stlicken  und  9  Karten  mit  Thierenen
  (Löwen.  Elefanten.  (iraffen,
Buschbockfamilie.  Aften,  Strausse,  2e-Drus.
  Elen-Antilopen.  P’aradiesvogel).

„Wir  haben  nie  etwas  Besseres
gesehen“,  schreibt  uns  die  Oirek--tlon
  des  Zoolog.  Gartens  in  Köln.
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Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.2.

Deutsches  kKolonialbaus

Bruno  Antelmann,  Ilollieferant.  2
E  e—

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Altest.  deutsche  Schaumwein-Kellerei
Gegründet  1826.  (250)

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
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Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerwein,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstwelnperle,
Erdbeer-  und  Quedlinburger

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Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (218)

 

 

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Fabrik  und  Export:  Leipsig.
Geschäftshäuser:  St.  Petersburg,

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57
Norchmeyerhertefele

ist  als  das

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bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.des
Königl.  Preussischen

*r  Kiegsministeriums
herefesc-Fifer  Gesalsehaf

C  E  CLE.  15.

  
      

(z81)

ker

Export  —-  Muster  —  Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  36·°38.

an
2
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2  .
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—  J.  M  —  .
—  —

in

W—

 

Lenvensmittel-Export-Agenturgeschäft.

Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.  Gr.  Burstah  36—30
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        Gegründet  —

M.  OT?TO  W.  MOLLER

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Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
·  Telegramm-Adresse:  Mottoller.  —

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Spesialität:  Alleinige  Fabrikation  von  Jagdkewehrlänfen  aus  dem  bis  joetzt
unübeoffenen  krupp’'schen  Spezlal-Cewehrlanfttahl,  6#dem  besten  aller
existirenden  Laufmaterialien.  Gesetzlich  geschützt.  (179)

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Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

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Sinhcecialverkehr  nack  Kiautschoim###icnd  den  dbrigqen
deutschen  Koloniez.s  (6))

 

 

 

 

 

 

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Abteilung:

leste  und  (ransportable  Schmalspurbahnen
vortreten  durch:

Clässing  §  Schollwer,  Berlin  W.  38

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Plantagen-,  Klein-  und  Industrichahnen,  wie:

"  S  in

Hörder

(272)
Gleise,  »
»  Weichen.
Dorchscheiben.
Wagen  aller

 

 

 

 

 

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Go)

Conserutrte  3
ahrungsmittel
aller  Art,  (261)

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von  Stationen,  Faktoreien,
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Gebrüder  Broemel,  Hamburg.
Vielfach  mit  ersten  Preisen  ausgezelchnet.

 

 

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Wurmste  emnfohlen.  Anerl

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sonst  direkter  Versandlt  ab  Fabrik.

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C.  Günther  &amp;amp;  Söhne,

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Kirchheim-Stuttgart  (wurltembg.),

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choks-mstslcs.'5·«"  «

   
 
  

 

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von  Magenkrantheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  Dysenterie,  bestes  Präventiv-  ieden
und  eisst  bei  Seekrankheit!  Wiebgol  Neubildungen  und  zur  Normali-  Bacrsche  Pkanrkette,  Verbanck
sirung  der  Magenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrankungen.  und  jede  Länge  sofort  anzeigend.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  ..  Ich  bin  so  zufriekenProsp.  franco  von  O.  Krautmann,
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell  Es  ist  von  höchstem  Erlbach  50  (Vogtland).  (261)
Wertne  für  die  tägliche  Praris  und  hat  mir  —  so  zu  sagen  —  schon  förmlich  ,

Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden
Hlick.  Condurango  Ferro-conchintnt.  In  Originalflaschen.  Mit
Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irrthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse

 

      
    
  

 

zu  veranlassen  (vide  Gebhard-Michaelis'sches  Referat).  —  Proben  und

Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikant:  (22)
Apotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.  Lund  Medizinalweine.  Keit.
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wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  ((om.  E.  Schering)  zu  Berlin
dargestellte

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salzsaures  Phenoecoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat,  Wie  ofBäzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostuates  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Neheren  Hellung  des  Keuchhustens.  Z

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricom,
vegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Benannten
  Firma,  nämlich:

Hamburg:  çebrüder  Oldenburg;
lona:  1.  Eeplell;  (5)
London:  A  4  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-MIll;
Noakan:  .  Sürzwage  4  Co.;
New-  Lork:  Lehn  4  Flnk,  128  Willlam  Street;
Paris:  Max  Fe#es,  31  rue  des  petites  Ecurles;
Rlo  de  Janelro:  Magali#les,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

  

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sowie  Schilder,  Wappen,

(chemisch  untersucht  und  Arrtlich  empfohlen)
Buchstaben,  Marken,  Spundbleche,  Schablonen  etc.  fertigt

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Höchste  Auszeichnung  1895.  Silberne  Medaille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

        
 
         
    
      
        
    
         

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(2#89

   

 

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  Zusammentragung  des  weit  zerstreuten  Materials  in  ei  B  “"
(Dos  Recht  1897,  Nratao  9  *’  aterials  in  einem  Bande

.Das  Buch  durfte  ein  unentbehrliches  Rcquisit  für  Jeden  werden,  der
unsere  Kolonien  aufsucht."  (Leipz.  N.  Nachrichten  v.  13.  Dez.  1896.)  (287)

 

 

    

    
 

   

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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  —E—  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen

Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  1/1  und  100  ½  Exvportflaschen.

Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
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der  Deuischen  Sieinguttabrik,  Actien-Vesellschaft,
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152  S.  80.  1884.  -
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Am  5.  November:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Martens,
nach  Kamerun,  dem  Kongo  und  Angola.
Am  10.  November:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Nissen,
nach  Madeira,  Fernando  Po,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Westküste  Afrikas  bis  Loango.
Am  18.  November:  P.  D.  „Borkum“,  Capt..  .....,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Bissac,  Bolama,
Rio  Nunez,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  November:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Madeira,  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah,  Kotonou  und  Lagos.
Am  25.  November:  F.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  30.  November:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Rieck,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Goree,  Liberia,  Lagos  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  von  Landana  bis  Benguella.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jeden  Monats.

4&amp;amp;lie  Guter  müssen  am  Tage  vor  dem  4Abpanosdaftem  bis  12  Uhr  mittaos  I#nsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie

(n)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
wwiachen

Hamburg,  Ostafrika  und.  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Veerzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fabrplanmissigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

 

    

 

*  „KAISER“,  Capt.  Stal  9.  November,
,tBUNDESRATH“,  Capt.  Asth.ausen  9.  November,  23.  November,
*„KOENIG“,  Capt.  Doher  23.  November,  7.  Dezember,

,„GENERAL“,  Capt.  Gauhe  ...........  7.  Dezember,  21.  Desember,

nach  Nombassa,  Tanga’i,  Panganls,  Saadanirs,  Bagamoyoz,  Dar.es-Saldm,  Sansibar:#,  Kllwa,  Iindi,
Mikindani,  Ibo,  Mozambique,  Quellmane#,  Chinde,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  &amp;amp;  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  nit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Dtie  Dampfer  Rhaben  vorruloliche  Enicheunçen  fUr  Eussagiere  in  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvaal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  E
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-Afrika-Linie,

Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  18,  Kochfwaße  66—71.
Ausgegeben  am  1.  November  1896  um  6  Uhr  nachmittages.
        <pb n="867" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Deransg#ee#ebes  in  ber  Kolonial-Abtheilunz  des  Auswirtigen  Amis.

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IX.  Jahrgang.  Berlin,  15.  November  1898.  Unmmer  22.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Celehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiberr

v.  Danokelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementepreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Vost  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  SW12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs.-  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  in  Deutsch-Ostafrika  S.  725.  —  Runderlaß  des
Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die  Getreidezölle  S.  734.  —  Verordnung,  betreffend  die
Erhebung  von  Einfuhrzöllen  im  Schutzgebiete  Kamerun  S.  734;  desgleichen  die  Ausführungeobestimmungen  zu  der
vorstehenden  Verordnung  S.  736.  —  Zusatz-Verordnung  zu  der  Verordnung,  betreffend  den  Ausschank  und  Verkauf
von  geistigen  Getränken  in  Deutsch-Südwestafrika  S.  739.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeohauptmanns  der
Marshall-Inseln,  betreffend  die  Einführung  von  Steuern  S.  739.  —  Personalien  S.  740.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  741.  —  Deutsch-Ostafrika:  Tabakbau  in  Ostafrika
S.  741.  —  Bericht  des  Bergassessors  Dr.  Dantz  über  die  geologischen  Verhältnisse  der  Tanganyika-Zone  S.  742.—
Usambara-Eisenbahn  S.  742.  —  Kamerun:  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  742.  —  Togo:  Missenschaftliche
Sammlungen  S.  742.—  Deutsch-Südwestafrika:  Verhältnisse  in  Sübwestafrika  S.  742.  —  Aus  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  743.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Französisches
Kolonialbudget  für  1899  S.  745.  —  Handel  Mozambiques  im  Jahre  1897  S.  745.  —  Handel  Beiras  im  Jahre  1897
S.  748.  —  Jahresbericht  von  Lagos  für  1897  S.  749.  —  Sierra  Leone  im  Jahre  1897  S.  750.  —  Verschiedene
Mittheilungen:  Rheinische  Handeil-Plantagengesellschaft  S.  750.—  Stammbaum  der  Könige  von  Samoa  S.  751.
—  Litteratur  S.  751.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.752.  —  Schiffsbewegungen  S.  752.—  Verkehrs-Nachrichten  S.753.

Beilage:  Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten.

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  VPerkräge.

Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  in  Deutsch-Ostafrika.  Vom  9.  Oktober  1898.
(Reichs-Gesetzblatt  1898,  Seite  1045  ff.)

Wi-  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  ctc.  verordnen

für  das  ostafrikanische  Schutzgebiet  auf  Grund  des  §  1  und  des  §  3  Nr.  2  und  3  des  Gesetzes,  betreffend

die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (Reichs-Gesetzblatt  1888  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,

was  folgt:

 

 

 

I.  Allgemeine  vorschriften.
§  1.

Die  nachstehend  bezeichneten  Mineralien  sind  von  dem  Verfügungsrechte  des  Grundeigenthümers
ausgeschlossen.  Die  Aufsuchung  und  Gewinnung  derselben  unterliegt  den  Vorschriften  dieser  Verordnung.

Diese  Mineralien  sind:

au.  Edelmineralien:

Gold,  Silber  und  Platin,  gediegen  und  als  Erze,
Edelsteine;

—

D.  gemeine  Mineralien:
1.  alle  Metalle  außer  den  vorgenannten,  gediegen  und  als  Erze,
2.  Steinkohle,  Braunkohle  und  Graphit,
3.  Glimmer  und  Halbedelsteine.
Auf  die  von  Eingeborenen  für  eigene  Rechnung  im  Tagebaue  betriebene  Gewinnung  von  Eisen,
Kupfer  und  Graphit  finden  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  keine  Anwendung.

82
8
Die  Aufsuchung  und  Gewinnung  von  Mineralien  für  Rechnung  des  Reichs  oder  des  Landesfiskus
ist  den  Bestimmungen  dieser  Verordnung  ebenfalls  unterworfen.
        <pb n="868" />
        —  726  —

»  83.

Für  alle  die  Erwerbung  und  Ausübung  des  Schürf-  und  Bergbaurechts  betreffenden  Angelegenheiten
  müssen  Personen,  welche  nicht  in  dem  Schutzgebiet  ihren  Wohnsitz  oder  dauernden  Aufenthalt  haben,
einen  im  Schutzgebiete  sich  dauernd  aufhaltenden  Vertreter  bestellen  und  der  Bergbehörde  bezeichnen.

Das  Gleiche  gilt  für  Gesellschaften,  welche  im  Schutzgebiet  nicht  ihren  Sitz  haben,  und  für  Mitbetheiligte,
  welche  nicht  eine  Gesellschaft  bilden,  deren  Vertretung  gesetzlich  geregelt  ist.

Wird  diese  Verpflichtung  nicht  erfüllt,  so  ist  die  Bergbehörde  befugt,  den  Vertreter  zu  bestellen.

84.

Gegen  die  in  Ausführung  dieser  Verordnung  ergehenden  Entscheidungen  der  Verwaltungsbehörden
findet  die  Beschwerde  statt,  insoweit  sie  nicht  für  ausgeschlossen  erklärt  ist.

Die  Beschwerde  ist  binnen  einer  Frist  von  drei  Monaten,  welche  mit  der  Zustellung  oder  sonstigen

Bekanntmachung  der  Entscheidung  beginnt,  bei  der  Behörde  einzulegen,  von  welcher  die  angefochtene  Entscheidung
  erlassen  ist,  widrigenfalls  das  Beschwerderecht  erlischt.

86

Die  in  dieser  Verordnung  vorgeschriebenen  öfentlichen  Bekanntmachungen  erfolgen  in  der  ortsüblichen
Weise,  jedenfalls  durch  Anheftung  an  die  Amtstafel  der  entscheidenden  Behörde.

II.  Dom  Schürfen.
A.  Im  Allgemeinen.
86.
Die  Aufsuchung  der  im  8  1  bezeichneten  Mineralien  auf  ihren  natürlichen  Ablagerungen  —  das
Schürfen  —  ist  unter  Befolgung  der  nachstehenden  Vorschriften  im  ganzen  Schutzgebiet  einem  Jeden  gestattet.
  Ausgenommen  sind  diejenigen  Gebiete,  die  der  Reichskanzler  zur  ausschließlichen  Aufsuchung  oder

Gewinnung  von  Mineralien  entweder  dem  Reiche  oder  dem  Landesfiskus  vorbehalten  hat  oder  vorbehalten

wird  oder  auf  Grund  besonderer  Vereinbarungen  Dritten  überwiesen  hat  oder  überweisen  wird.  Diese
Gebiete  sind  öffentlich  bekannt  zu  machen.

87.

Auf  öffentlichen  Wegen  und  Plätzen  sowie  auf  Begräbnißstätten  darf  nicht  geschürft  werden.

Auf  anderen  Grundstücken  ist  das  Schürfen  unstatthaft,  wenn  nach  der  Entscheidung  der  Bergbehörde
  überwiegende  Gründe  des  öffentlichen  Interesses  entgegenstehen.

Unter  Gebäuden  und  in  einem  Umkreis  um  dieselben  bis  zu  fünfzig  Metern  sowie  in  eingefriedigten
Bodenflächen  darf  nicht  geschürft  werden,  es  sei  denn,  daß  der  Grundbesitzer  seine  ausdrückliche  Einwilligung
ertheilt  hat.

88B.

Wer  zur  Ausführung  von  Schürfarbeiten  fremden  Grund  und  Boden  benutzen  will,  hat  die

Erlaubniß  des  Grundbesitzers  einzuholen.

Mit  Ausnahme  der  im  §  7  bezeichneten  Fälle  muß  der  Grundbesitzer  das  Schürfen  auf  seinem
Grund  und  Boden  gestatten.

89.

Der  Schürfer  ist  verpflichtet,  dem  Grundbesitzer  für  die  entzogene  Nutzung  jährlich  im  Voraus
vollständige  Entschädigung  zu  leisten  und  das  Grundstück  nach  beendigter  Benutzung  zurückzugeben,  auch
für  den  Fall,  daß  durch  die  Benutzung  eine  Werthminderung  des  Grundstücks  eintritt,  bei  der  Rückgabe
den  Minderwerth  zu  ersetzen.

Für  die  Erfüllung  der  letzteren  Verpflichtung  kann  der  Grundbesitzer  schon  bei  der  Abtretung  des
Grundstücks  Sicherheitsleistung  von  dem  Schürfer  verlangen.

8  10.

Die  dem  Grundeigenthümer  im  letzten  Satze  des  §  61  und  im  8  62  eingeräumten  Rechte  stehen
demselben  auch  gegen  den  Schürfer  zu.  Bei  Beschädigungen  durch  Schürfarbeiten  finden  die  Vorschriften
der  88  67,  68  entsprechende  Anwendung.

*  11.

Kann  der  Schürfer  sich  mit  dem  Grundbesitzer  über  die  Gestattung  der  Schürfarbeiten  nicht
gütlich  einigen,  so  entscheidet  die  Bergbehörde,  ob  und  unter  welchen  Bedingungen  die  Schürfarbeiten  unternommen
  werden  dürfen.

Die  Bergbehörde  darf  die  Ermächtigung  nur  in  den  Fällen  des  §  7  versagen.

Soweit  die  Entscheidung  die  Festsetzung  der  Entschädigung  betrifft,  findet  die  Beschwerde  nicht  statt.
Wegen  der  Kosten  findet  die  Vorschrift  des  §  65  Anwendung.
        <pb n="869" />
        —  727  —

812.

Durch  Beschreitung  des  Rechtsweges  wird,  wenn  dieselbe  nur  wegen  der  Festsetzung  der  Entschädigung
  oder  der  Sicherheitsleistung  erfolgt,  der  Beginn  der  Schürfarbeiten  nicht  aufgehalten,  vorausgesetzt,
  daß  die  Entschädigung  gezahlt  oder  bei  verweigerter  Annahme  an  zuständiger  Stelle  hinterlegt  oder
die  Sicherheit  geleistet  ist.

13.

Die  Benutzung  unbebauten  Kronlandes  zu  Schürfzwecken  steht  Jedem  so  lange  ohne  Entgelt  frei,
als  nicht  der  Gouverneur  für  bestimmte  Bezirke  besondere  Vorschriften  über  die  Bedingungen  der  Benutzung
erlassen  hat.

8  14.

Der  Schürfer  ist  befugt,  über  die  bei  seinen  Schürfarbeiten  geförderten  Mineralien  (8  1)  zu
verfügen,  insofern  nicht  bereits  Dritte  Rechte  auf  dieselben  erworben  haben

Für  die  geförderten  Mineralien  hat  der  Schürfer  die  im  §  55  bestimmte  Förderungsabgabe  zu
entrichten;  die  Vorschriften  des  §  51  Absatz  1  Nr.  2  und  des  Absaßes  2  sowie  des  §  52  Absatz  1  finden
entsprechende  Anwendung.

B.  Vom  Schürffelde.

15.
2
Die  Bergbehörde  hat  auf  Antrag  gegen  Zahlung  der  im  §  16  bestimmten  Gebühren  Schürsscheine
auszustellen.  Jeder  kann  die  Ausstellung  einer  beliebigen  Zahl  von  Schürsscheinen  verlangen.
Der  Gouverneur  kann  bestimmen,  daß  die  Ausstellung  auch  durch  andere  Behörden  erfolgt.

8  16.

Der  Schürfschein  lautet  auf  den  Namen  des  Antragstellers  und  trägt  eine  Kontrolnummer.

Die  Ausstellung  erfolgt  für  die  Dauer  von  sechs  Monaten.  Die  Verlängerung  der  Gültigkeitsdauer
  ist  ohne  Beschränkung  zulässig.

Für  jeden  Monat  der  beanspruchten  Gültigkeitsdauer  ist  eine  Gebühr  von  fünf  Rupien  im  Vorau
zu  entrichten.  ·

817.

Der  Schürfschein  gilt  für  das  ganze  Schutzgebiet  unter  Ausschluß  der  nach  §  6  Satz  2  der  allgemeinen

  Schürffreiheit  entzogenen  Gebiete  und  vorbehaltlich  der  auf  Grund  des  §  13  erlassenen  besonderen
  Vorschriften.
·  Der  Gouverneur  kann  vorschreiben,  daß  für  bestimmte  Dienstbezirke  die  Verwendung  des  Schürfscheins
  von  der  vorherigen  Eintragung  in  ein  von  der  zuständigen  örtlichen  Behörde  zu  führendes  öffentliches
Schürfscheinverzeichniß  abhängig  ist.  Vor  Verwendung  des  Schürfscheins  in  einem  anderen  Dienstbezirke
muß  er  in  dem  Verzeichnisse  des  bisherigen  Bezirkes  gelöscht  sein.

8  18.
Der  Schürfschein  ist  übertragbar.  Die  Rechte  aus  dem  Schürfscheine  gehen  mit  der  Umschreibung
auf  den  Erwerber  durch  eine  zur  Ausstellung  von  Schürfscheinen  befugte  Behörde  (§  15)  über.
Für  die  Umschreibung  ist  eine  Gebühr  von  fünf  Rupien  zu  entrichten.

19.

Der  Schürfschein  gewährt  das  Recht,  nach  Maßgabe  der  folgenden  Vorschriften  ein  Schürffeld
und  zwar  ein  Edelmineral-Schürffeld  oder  ein  gemeines  Schürffeld  mit  der  Wirkung  abzustecken,  daß  der
Schürfer  vorbehaltlich  bereits  erworbener  Rechte  jeden  Dritten  in  einem  Edelmineral-Schürffelde  vom  Schürfen
und  vom  Bergbaubetrieb  auf  sämmtliche  im  §  1  bezeichnete  Mineralien,  in  einem  gemeinen  Schiürffelde
vom  Schürfen  und  vom  Bergbaubetrieb  auf  gemeine  Mineralien  ausschließt.

8  20.
Das  Edelmineral-Schürffeld  hat  in  horizontaler  Erstreckung  die  Form  eines  Rechtecks  von  höchstens
4002  200  m,  das  gemeine  Schürffeld  diejenige  eines  Rechtecks  von  höchstens  1200-600  m  Seitenlänge.

§  21.
Die  Absteckung  eines  Schürffeldes  hat  in  der  Weise  zu  erfolgen,  daß
1.  eine  den  Mittelpunkt  des  Feldes  bezeichnende  Tasel  aufgerichtet  wird,  auf  welcher  der  Name  des
Schürfers,  die  Kontrolnummer  des  Schürsscheins,  der  Zeitpunkt  der  Aufrichtung  der  Schürftafel  und
die  Angabe,  ob  ein  Edelmineral=  oder  ein  gemeines  Schürffeld  belegt  werden  soll,  zu  vermerken  sind,
2.  zu  beiden  Seiten  der  Schürftafel  geradlinige  Gräben  von  mindestens  2  m  Länge  gezogen  werden,
welche  die  Richtung  der  Langseiten  des  Schürffeldes  bezeichnen.
        <pb n="870" />
        —  728  —

§  22.

Binnen  vierzehn  Tagen  nach  Aufrichtung  der  Schürftafel  müssen  die  Eckpunkte  des  Feldes  bestimmt
und  durch  Pfähle  sowie  durch  mindestens  einen  Meter  lange,  in  der  Richtung  der  Seiten  des  Schürffeldes
gezogene  Gräben  kenntlich  gemacht  werden.

Geschieht  dies  nicht,  so  hört  die  Schließung  des  Feldes  (§  19)  wieder  auf.

Dieselbe  Folge  tritt  ein,  wenn  der  von  den  Eckpfählen  umschlossene  Flächenraum  die  nach  §  20
zulässige  Feldesgröße  um  mehr  als  zehn  Prozent  überschreitet.

8  23.
Von  der  erfolgten  Absteckung  eines  Schürffeldes  ist  der  Bergbehörde  oder  der  sonst  vom  Gouverneur

  bestimmten  Behörde  Anzeige  zu  erstatten.

Die  Anzeige  muß  enthalten:
den  Namen  des  Schürfers  und  den  Ort,  an  welchem  derselbe  seinen  Wohnsitz  oder  dauernden
Aufenthalt  hat,
die  Kontrolnummer  und  die  Gültigkeitsdauer  des  Schürsfscheins,
die  Angabe,  ob  ein  Edelmineral=  oder  ein  gemeines  Schürffeld  belegt  ist,
den  Zeitpunkt  der  Aufrichtung  der  Schürftafel  (§  21),
die  möglichst  genaue  Bezeichnung  der  Lage  und  der  Ausdehnung  des  Feldes;  aus  der  beizufügenden
Handzeichnung  müssen  die  Grenzen  des  Feldes,  seine  Größenverhältnisse,  die  magnetische  Nordlinie
und  die  vorhandenen  Tagesgegenstände  in  der  Weise  ersichtlich  sein,  daß  das  Schürffeld  danach  in
der  Natur  aufgefunden  werden  kann.

Die  Bergbehörde  ist  befugt,  zu  bestimmen,  daß  die  Anzeige  noch  weitere  Angaben  zu  enthalten  hat.

8  24.
Ueber  die  Erstattung  der  Anzeige  wird  gebührenfrei  eine  Bescheinigung  ertheilt.
Jede  Anzeige  wird  in  das  Schürffelderverzeichniß  eingetragen.
Die  Vorschriften  über  die  Einrichtung  des  Verzeichnisses  erläßt  der  Gouverneur.
Die  Einsicht  des  Verzeichnisses  ist  Jedem  gestattet.

8  25.
Die  Anzeige  ist  binnen  vier  Wochen  nach  der  Aufrichtung  der  Schürstafel  (8  21)  zu  erstatten.
Ist  das  Feld  in  gerader  Linie  gemessen  mehr  als  100  km  von  dem  Sitze  der  Behörde  entsernt,
so  verlängert  sich  die  Frist  um  einen  Tag  für  je  angefangene  15  km  der  Mehrentfernung.

8  26.
Wird  die  Anzeigefrist  nicht  gewahrt  oder  die  Verlängerung  der  Gültigkeitsdauer  des  Schürsscheins
nicht  rechtzeitig  beantragt,  so  hört  die  Schließung  des  Feldes  auf.
§  27.
Der  Schürfer  ist  berechtigt,  unter  Aufgabe  des  belegten  Schürffeldes  ein  neues  abzustecken.
Binnen  vierundzwanzig  Stunden  nach  Aufrichtung  der  Schürftafel  (§  21)  auf  dem  neuen  Felde
hat  er  die  Merkzeichen  des  früheren  zu  beseitigen.
Spätestens  mit  der  Anzeige  des  neuen  Feldes  ist  die  Aufgabe  des  früheren  zum  Zwecke  der
Löschung  im  Schürffelderverzeichniß  anzumelden.
Die  Vorschriften  der  §8  23  bis  26  finden  entsprechende  Anwendung.

.

8  28.
Der  Schürfer  ist  verpflichtet,  jedem  Nachbarschürfer  auf  Verlangen  den  Verlauf  der  Grenzen  seines
Feldes  vorzuweisen.

III.  Vom  Bergbau.

A.  Vom  Bergbaufelde.
§  29.
Die  regelmäßige  Gewinnung  von  Mineralien  (§  1)  —  der  Bergbau  —  ist  nur  in  einem  Bergbaufelde
  gestattet.
8  30.
Der  Schürfer  kann  jederzeit  beanspruchen,  daß  die  Bergbehörde  sein  Schürffeld  oder  einen  Theil
desselben  in  ein  Bergbaufeld,  und  zwar  in  ein  Edelmineral=  oder  ein  gemeines  Bergbaufeld,  umwandelt.
§  31.

Die  Bergbehörde  ist  befugt,  die  Umwandlung  (§  30)  auch  gegen  den  Willen  des  Schürfers
vorzunehmen:  v  v
1.  wenn  in  dem  Schürffelde  Mineralien  (§  1)  regelmäßig  gewonnen  werden,
        <pb n="871" />
        —  729  —

2.  wenn  das  Schürffeld  oder  ein  Theil  desselben  ununterbrochen  oder  mit  unwesentlichen  Unterbrechungen
länger  als  fünf  Jahre  geschlossen  gehalten  worden  ist.

·  §32.
Eine  amtliche  Prüfung,  ob  irgend  eines  der  im  §  1  bezeichneten  Mineralien  in  dem  Schürffelde
vorkommt,  findet  bei  der  Umwandlung  im  Falle  des  8  30  nicht  statt.

g  33.
Das  Bergbaufeld  soll  die  Form  eines  Rechtecks  haben,  dessen  Langseiten  höchstens  fünfmal  so
lang  sind  wie  die  Schmalseiten.
Nach  der  Tiefe  wird  das  Feld  von  senkrechten  Ebenen  begrenzt,  welche  den  Seiten  des  Rechtecks  folgen.
Abweichungen  von  der  Rechtecksform  unterliegen  der  Genehmigung  der  Bergbehörde.
Der  Flächeninhalt  des  Feldes  ist  nach  der  horizontalen  Projektion  in  Hektaren  zu  bestimmen.

5s  34.
Mit  Genehmigung  der  Bergbehörde  können  mehrere  einem  Schürfer  gehörige,  unmitttelbar  an
einander  stoßende  Schürffelder  oder  ein  Theil  derselben  in  ein  einheitliches  Bergbaufeld  umgewandelt  werden.

§  35.

Die  Umwandlung  erfolgt  in  der  Weise,  daß  das  Schürffeld  in  dem  Umfang,  in  welchem  die
Umwandlung  beantragt  (§  30)  oder  angeordnet  (§  31)  ist,  in  dem  Schürffelderverzeichniß  gelöscht  und  unter
einem  besonderen  Namen  in  das  Bergwerksverzeichniß  eingetragen  wird.  Auf  das  Bergwerksverzeichniß
finden  die  Vorschriften  des  §  24  Absatz  3,  4  Anwendung.

§  36.
Ueber  die  Umwandlung  wird  auf  Antrag  gebührenfrei  eine  Bescheinigung  ertheilt.
Auf  Grund  der  Bescheinigung  kann  der  Feldesinhaber  die  amtliche  Vermessung  und  Abgrenzung
des  Bergbaufeldes  verlangen.
§  37.  .  .
Die  Vermessung  und  Abgrenzung  erfolgt  unter  Leitung  der  Bergbehörde  durch  einen  vom  Gouverneur
  zugelassenen  Markscheider  oder  Feldmesser.  —-Die
  Kosten  hat  der  Antragsteller  zu  tragen.

8  38.

Die  Bergbehörde  hat  den  Inhabern  von  Schürf-  oder  Bergbaufeldern,  deren  Rechte  vermöge  der
Lage  ihrer  Felder  der  begehrten  Abgrenzung  entgegenstehen  könnten,  Gelegenheit  zur  Wahrnehmung  ihrer
Rechte  zu  geben.

§  39.

Ergiebt  sich  aus  den  Verhandlungen,  daß  dem  Antragsteller  ein  bestimmtes  Feld  gebührt,  so
erfolgt  die  Abgrenzung.

Ueber  das  Ergebniß  wird  von  der  Bergbehörde  eine  Urkunde  —  die  Vermessungsurkunde  —
ausgefertigt.  Der  Inhalt  der  Urkunde  wird  öffentlich  bekannt  gemacht.  Die  Einsicht  der  Urkunde  und
des  beizufügenden  Vermessungsrisses  steht  Jedem  frei.

8  40.

Ansprüche  aus  entgegenstehenden  Rechten  erlöschen  mit  dem  Ablaufe  von  sechs  Monaten  nach  der
öffentlichen  Bekanntmachung  des  Inhalts  der  Vermessungsurkunde,  wenn  nicht  vorher  die  gerichtliche
Geltendmachung  erfolgt.

8  41.

Wird  ein  entgegenstehendes  Recht  durch  gerichtliche  Entscheidung  festgestellt,  so  ist  die  Vermessungsurkunde
  von  der  Bergbehörde  nach  dem  Inhalte  der  Entscheidung  aufzuheben  oder  abzuändern.

Die  ubgeänderte  oder  innerhalb  der  sechsmonatigen  Frist  (§  40)  nicht  angefochtene  Vermessungsurkunde
  wird  dem  Antragsteller  ausgehändigt.

8  42.

Das  Bergbaufeld  ist  übertragbar.  Die  Uebertragung  ist  bei  der  Bergbehörde  behuss  Eintragung
in  das  Bergwerksverzeichniß  anzumelden;  mit  der  Anmeldung  sind  die  zum  Beweis  erforderlichen  Urkunden
vorzulegen.  Mit  der  Eintragung  geht  das  Bergbaufeld  auf  den  neuen  Erwerber  über.  Ueber  die  Eintragung
  wird  auf  Antrag  eine  Bescheinigung  ertheilt.

Für  die  Erfüllung  der  Verpflichtungen,  welche  diese  Verordnung  dem  Bergbautreibenden  auferlegt,
ist  der  Bergbehörde  der  im  Bergwerksverzeichniß  Eingetragene  haftbar.

Für  die  bis  zur  Eintragung  des  neuen  Erwerbers  erwachsenen  Verbindlichkeiten  ist  der  Vorbesitzer
ebenfalls  verhaftet.  "
        <pb n="872" />
        —  730  —

8  43.

Die  Abänderung  der  Grenzen  zwischen  benachbarten  Bergbaufeldern,  die  Theilung  eines  Feldes  in
mehrere  selbständige  Felder  und  die  Vereinigung  mehrerer  Felder  zu  einem  Ganzen  unterliegt  der  Genehmigung
der  Bergbehörde.

Die  Genehmigung  kann  nur  versagt  werden,  wenn  überwiegende  Gründe  des  öffentlichen  Interesses
entgegenstehen.

Für  die  Genehmigung  ist  eine  Gebühr  von  20  Rupien  zu  entrichten.

B.  Von  den  Rechten  und  Pflichten  des  Bergbautreibenden.

8  44.
Der  Bergbautreibende  (§§  30,  31,  §  41  Absatz  2)  hat  die  ausschließliche  Berechtigung,  nach  den
Bestimmungen  dieser  Verordnung
1.  in  einem  Edelmineral-Bergbaufelde  sämmtliche  im  §  1  bezeichnete  Mineralien,
2.  in  einem  gemeinen  Bergbaufelde  sämmtliche  im  §  1  bezeichnete  gemeine  Mineralien
aufzusuchen  und  zu  gewinnen  sowie  die  hierzu  erforderlichen  Vorrichtungen  unter  und  über  Tage  zu  treffen.
*  45.
Der  Bergbautreibende  ist  befugt,  die  zur  Aufbereitung  und  Verhüttung  seiner  Bergwerkserzeugnisse
erforderlichen  Anstalten  zu  errichten  und  zu  betreiben.

8  46.

Der  Bergbautreibende  ist  befugt,  im  freien  Felde  Hülfsbaue  anzulegen.  «

Die  gleiche  Befugniß  kann  ihm  durch  die  Bergbehörde  in  Anfehung  eines  fremden  Schürf=  oder
Bergbaufeldes  zugesprochen  werden,  sofern  der  Hülfsbau  die  Entwässerung  oder  Bewetterung  oder  den
vortheilhafteren  Betrieb  des  Bergwerkes  bezweckt  und  der  Betrieb  in  dem  fremden  Felde  dadurch  weder
gestört  noch  gefährdet  wird.

Der  Hülfsbauberechtigte  hat  für  allen  durch  die  Anlage  des  Hülfsbaus  erwachsenden  Schaden
vollständigen  Ersatz  zu  leisten.

§  47.

Inwiefern  der  Bergbautreibende  befugt  ist,  das  in  seinem  Felde  vorhandene  oder  demselben  künstlich
zugeführte  Wasser  zu  den  Zwecken  seines  Betriebes  zu  benutzen  und  die  hierzu  erforderlichen  Vorrichtungen
zu  treffen,  bestimmt  der  Reichskanzler  oder  mit  seiner  Genehmigung  der  Gouverneur.

§  48.

In  einem  gemeinen  Felde  ist  der  Bergbautreibende  befugt,  Edelmineralien  beim  Abbau  eines
gemeinen  Minerals  insoweit  mitzugewinnen,  als  sie  nach  Entscheidung  der  Bergbehörde  mitgewonnen
werden  müssen.

Die  Bergbehörde  entscheidet,  ob  der  wirthschaftliche  Werth  der  Gesammtablagerung  vorwiegend  in
dem  Vorhandensein  der  Edelmineralien  beruht;  in  diesem  Falle  ist  das  gemeine  Feld  oder  ein  entsprechender
Theil  desselben  durch  die  Bergbehörde  in  ein  Edelmineral-Bergbaufeld  umzuwandeln.

§  49.

Steht  das  Recht  zur  Gewinnung  edler  und  gemeiner  Mineralien  innerhalb  derselben  Feldesgrenzen
verschiedenen  Bergbautreibenden  zu,  so  hat  jeder  Theil  das  Recht,  bei  der  Gewinnung  seiner  Mineralien
auch  diejenigen  des  anderen  Theiles  mitzugewinnen.  Die  mitgewonnenen,  dem  anderen  Theile  zustehenden
Mineralien  müssen  jedoch  dem  letzteren  auf  sein  Verlangen  gegen  Erstattung  der  Gewinnungs-  und
Förderungskosten  herausgegeben  werden.

§  50.
Der  Bergbautreibende  ist  befugt,  die  Abtretung  des  zu  seinen  bergbaulichen  Zwecken  (§8  44  bis  49
ersorderlichen  Grund  und  Bodens  nach  näherer  Vorschrift  der  §§  60  bis  66  zu  verlangen.

8  51.
Der  Bergbautreibende  ist  verpflichtet:  ·
1.  binnen  einer  von  der  Bergbehörde  zu  bestimmenden  Frist  die  Grenzen  seines  Feldes  für
Jedermann  kenntlich  zu  machen,  sofern  das  Feld  nicht  schon  gemäß  §  39  Absatz  1  abgegrenzt  ist,

2.  über  die  Förderung  Buch  zu  führen.

Die  Vorschriften  über  die  Art  der  Kenntlichmachung  der  Grenzen  und  über  die  Einrichtung  der
Buchführung  werden  von  der  Bergbehörde  erlassen.  Dieselbe  kann  bestimmen,  daß  der  Bergbautreibende
noch  weitere  Nachweisungen  über  den  Betrieb  und  die  Förderung  beizubringen  hat.  *

Die  Bergbehörde  ist  befugt,  von  den  über  die  Förderung  geführten  Büchern  jederzeit  Einsicht
zu  nehmen.
        <pb n="873" />
        —  731  —

§  52.

Genügt  der  Bergbautreibende  einer  der  ihm  auf  Grund  des  §  51  auferlegten  Verpflichtungen
nicht,  so  kann  die  Bergbehörde  eine  Ordnungsstrafe  bis  zur  Höhe  von  300  Rupien  über  ihn  verhängen.
Unterbleibt  trotzdem  die  Erfüllung  der  Verpflichtung  binnen  einer  von  der  Bergbehörde  bestimmten  Frist,
so  kann  die  Löschung  des  Bergbaufeldes  nach  Maßgabe  des  §  58  erfolgen.

53.
Der  Gouverneur  kann  anordnen,  daß  die  von  den  Bergbautreibenden  oder  von  bestimmten  Bergbautreibenden
  mit  der  Buchführung  über  die  Förderung  oder  mit  der  Fertigung  der  sonst  vorgeschriebenen
Nachweisungen  beauftragten  Personen  auf  eine  gewissenhafte  Erfüllung  dieser  Pflicht  zu  vereidigen  sind.

*  54.
Der  Bergbautreibende  hat  eine  jährliche  Feldessteuer  zu  bezahlen.
Die  Feldessteuer  beträgt:
a)  für  Edelmineral-Bergbaufelder  20  Rupien  für  je  ein  Hektar  der  ersten  hundert  Hektar,
b)  für  gemeine  Bergbaufelder  1  Rupie  für  je  ein  Hektar  der  ersten  fünfhundert  Hektar,
mindestens  jedoch  20  Rupien  für  jedes  Bergbaufeld.
Die  Feldessteuer  erhöht  sich  je  für  die  folgenden  hundert  bezw.  fünfhundert  Hektar  derart,  daß

1.  bei  getrennten,  im  Betriebe  befindlichen  Bergbaufeldern  desselben  Bergbautreibenden  für  das  Hektar
ein  Viertel,

2.  bei  getrennten,  nicht  im  Betriebe  befindlichen  Bergbaufeldern  desselben  Bergbautreibenden  und  bei
zusammengelegten  Bergbaufeldern  (§8§  34,  43)  für  das  Hektar  die  Hälfte  der  vorstehend  unter  a
und  b  für  das  Hektar  festgesetzten  Feldessteuer  hinzutritt.

Erstreckt  sich  bei  getrennten  Bergbaufeldern  desselben  Bergbautreibenden  die  Feldessteuer  auf  in
und  außer  Betrieb  befindliche  Felder,  so  ist  die  Steuer  für  sämmtliche  Felder  in  der  Weise  gemeinschaftlich
zu  berechnen,  daß  die  außer  Betrieb  befindlichen  Felder  mit  ihren  eigenen  Steuersätzen  der  Berechnung  der

Steuer  für  die  im  Betriebe  befindlichen  Felder  angeschlossen  werden.
Die  Feldessteuer  ist  halbjährlich  im  Voraus  zum  31.  März  und  30.  September  zu  bezahlen.

Für  das  erste  Halbjahr  wird  sie  in  Monatsantheilen  vom  Beginne  desjenigen  Monats  an,  in  welchem  die
Feldesumwandlung  (88  30,  319)  stattgefunden  hat,  berechnet.

,  55.

Der  Bergbautreibende  hat  ferner  eine  Förderungsabgabe  zu  entrichten.  Dieselbe  beträgt  1½/  pCt.
von  dem  Werthe,  welchen  die  Bergwerkserzeugnisse  vor  weiterer  Verarbeitung  auf  dem  Bergwerke  haben.

Die  Zahlung  erfolgt  halbjährlich  bis  zu  den  im  §  54  genannten  Terminen  jedesmal  für  dasjenige
Steuerhalbjahr,  welches  dem  mit  dem  Zahlungstermin  ablaufenden  vorausgegangen  ist.

8  66.
Uebersteigt  die  nach  dem  §  55  von  dem  Bergbautreibenden  zu  zahlende  Förderungsabgabe  den
Betrag  der  von  ihm  zu  entrichtenden  Feldessteuer  (§  54),  so  ist  der  Ueberschuß  der  Förderungsabgabe  bis
zur  Höhe  des  Mehrbetrags  auf  die  Feldessteuer  in  Anrechnung  zu  bringen.

857.
Wer  mit  der  Zahlung  fälliger  Feldessteuern  oder  Förderungsabgaben  länger  als  zwei  Monate
5  Verzuge  bleibt,  verwirkt  die  Zahlung  einer  Zuschlagsabgabe  in  Höhe  von  einem  Viertel  des  fälligen
etrages.
Die  Bergbehörde  fordert  den  Säumigen,  sofern  sein  Wohn-  oder  Aufenthaltsort  bekannt  ist,  durch
Zuschrift,  anderenfalls  durch  öffentliche  Bekanntmachnng  unter  Hinweis  auf  die  in  dieser  Verordnung
bestimmten  Folgen  zur  Zahluͤng  auf.
8  58.

Erfolgt  die  Zahlung  der  fälligen  Abgabe  und  des  nach  §  57  verwirkten  Zuschlags  binnen  weiterer
vier  Monate  nicht,  so  wird  das  Bergbaufeld  nach  Maßgabe  der  folgenden  Vorschriften  im  Bergwerksverzeichnisse
  gelöscht.

Die  Bergbehörde  beschließt  die  Löschung.  Die  Löschung  kann  erst  vollzogen  werden,  wenn  eine
erhobene  Beschwerde  zurückgewiesen  oder  der  Beschluß  während  der  Beschwerdefrist  nicht  angegriffen  worden
ist.  Die  erfolgte  Löschung  des  Bergbaufeldes  wird  öffentlich  bekannt  gemacht.

959.
Das  Gebiet  eines  gelöschten  Bergbaufeldes  ist  für  jeden  Schürfer  wieder  geöffnet.
        <pb n="874" />
        —  732.  —

IV.  von  den  Rechtsverhältnissen  zwischen  den  Bergbautreibenden  und  den
Grundbesitzern.

A.  Von  der  Grundabtretung.

-  §60.

Insoweit  für  den  Betrieb  des  Bergbaus  einschließlich  der  zugehörigen,  vom  Bergbautreibenden
herzustellenden  Aufbereitungs=  und  Verhüttungsanlagen,  Hülfsbaue  und  Wassernutzungsanlagen  (88  44  bis
49)  die  Benutzung  eines  fremden  Grundstücks  nothwendig  ist,  ist  der  Bergbautreibende  befugt,  die  Abtretung
des  Grundstücks  zu  verlangen.  Die  Abtretung  darf  nur  aus  überwiegenden  Gründen  des  öffentlichen
Interesses  versagt  werden.

Zur  Abtretung  des  mit  Wohn-,  Wirthschafts=  oder  Betriebsgebäuden  bebauten  Grund  und  Bodens
und  der  damit  in  Verbindung  stehenden  eingefriedigten  Hofräume  und  Gartenanlagen  kann  der  Grundbesitzer
  gegen  seinen  Willen  nicht  angehalten  werden.

.  §61.

Der  Bergbautreibende  ist  verpflichtet,  dem  Grundbesitzer  für  die  entzogene  Nutzung  jährlich  im
Voraus  vollständige  Entschädigung  zu  leisten  und  das  Grundstück  nach  beendigter  Benutzung  zurückzugeben.

Tritt  durch  die  Benutzung  eine  Werthminderung  ein,  so  muß  der  Bergbautreibende  bei  der  Rückgabe
  den  Minderwerth  ersetzen.  Für  die  Erfüllung  dieser  Verpflichtung  kann  der  Grundbesitzer  schon  bei
der  Abtretung  des  Grundstücks  die  Bestellung  einer  angemessenen  Sicherheit  verlangen.  Auch  ist  der  Eigenthümer
  des  Grundstücks  in  diesem  Falle  zu  fordern  berechtigt,  daß  der  Bergbautreibende,  statt  den  Minderwerth
  zu  ersetzen,  das  Eigenthum  des  Grundstücks  erwirbt.

l62.
Wenn  feststeht,  daß  die  Benutzung  des  Grundstücks  länger  als  drei  Jahre  dauern  wird,  oder  wenn
die  Benutzung  nach  Ablauf  von  drei  Jahren  noch  fortdauert,  so  kann  der  Grundeigenthümer  verlangen,
daß  der  Bergbautreibende  das  Eigenthum  des  Grundstücks  erwirbt.

8  63.

Können  sich  der  Bergbautreibende  und  der  Grundbesitzer  über  die  Grundabtretung  nicht  gütlich
einigen,  so  entscheidet  die  Bergbehörde  nach  Anhörung  beider  Theile  darüber,  ob,  in  welchem  Umfang  und
unter  welchen  Bedingungen  der  Grundbesitzer  zur  Abtretung  des  Grundstücks  oder  der  Bergbautreibende
zum  Erwerbe  des  Eigenthums  verpflichtet  ist.

Gegen  die  Festsetzung  der  Entschädigung  und  der  Sicherheitsleistung  findet  die  Beschwerde  nicht  statt.

Ueber  die  Verpflichtung  zur  Abtretung  eines  Grundstücks  ist  der  Rechtsweg  nur  in  dem  Falle
zulässig,  wenn  die  Befreiung  von  dieser  Verpflichtung  auf  Grund  des  §  60  Absatz  2  oder  eines  besonderen
Rechtstitels  behauptet  wird.

8  64.

Durch  Beschreitung  des  Rechtsweges  wird,  wenn  dieselbe  nur  wegen  der  Festsetzung  der  Entschädigung
  oder  der  Sicherheitsleistung  erfolgt,  die  Besitznahme  nicht  aufgehalten,  vorausgesetzt,  daß  die  festgesetzte
Entschädigung  gezahlt  oder  bei  verweigerter  Annahme  an  zuständiger  Stelle  hinterlegt  oder  die  Sicherheitsleistung
  erfolgt  ist.

§  65.

Die  Kosten  des  Zwangsabtretungsverfahrens  hat  für  die  erste  Instanz  der  Bergbautreibende,  für

die  Beschwerdeinstanz  der  unterliegende  Theil  zu  tragen.

8  66.
Die  Benutzung  unbebauten  Kronlandes  steht  dem  Bergbautreibenden  so  lange  ohne  Entgelt  frei,
als  nicht  der  Gouverneur  für  bestimmte  Bezirke  besondere  Vorschriften  über  die  Bedingungen  der  Benutzung

erlassen  hat.

B.  Von  dem  Schadensersatze  für  Beschädigungen  des  Grundeigenthums.

867.
Der  Bergbautreibende  ist  verpflichtet,  für  allen  Schaden,  welcher  dem  Grundeigenthum  oder  dessen
Zubehörungen  durch  den  Betrieb  des  Bergbaus  (§  60)  zugefügt  wird,  Ersatz  zu  leisten.
8  68.
Der  Anspruch  auf  Ersatz  eines  durch  den  Bergbau  verursachten  Schadens  (§  67)  verjährt  in  drei
Jahren  von  dem  Zeitpunkt  ab,  in  welchem  der  Beschädigte  von  dem  Schaden  und  der  Person  des  Ersah—
pflichtigen  Kenntniß  erlangt,  ohne  Rücksicht  auf  diese  Kenntniß  in  dreißig  Jahren  von  der  Vornahme  der
schädigenden  Handlung  an.
        <pb n="875" />
        —  733  —

V.  von  dem  derhältnisse  des  Schürfers  im  Schürffeld  und  des  Bergbautreipenden
zuu  össentlichen  Verkekrsanstalten.
8  68.

·  Gegen  die  Ausführung  von  Straßen,  Eisenbahnen,  Kanälen  und  anderen  öffentlichen  Verkehrsmitteln,
  zu  deren  Anlegung  dem  Unternehmer  das  Enteignungsrecht  beigelegt  ist,  steht  dem  Schürfer  und
dem  Bergbautreibenden  ein  Widerspruchsrecht  nicht  zu.  .

Vor  Feststellung  der  solchen  Anlagen  zu  gebenden  Richtung  sind  diejenigen,  über  deren  Felder
dieselben  geführt  werden  sollen,  seitens  der  zuständigen  Behörde  darüber  zu  hören,  in  welcher  Weise  unter
möglichst  geringer  Benachtheiligung  des  Betriebes  die  Anlage  auszuführen  sei.

8  70.

War  der  Schürfer  im  Schürffeld  oder  der  Bergbautreibende  zu  dem  Betriebe  früher  berechtigt,
als  die  Genehmigung  der  Anlage  (§  69)  ertheilt  ist,  so  hat  er  gegen  den  Unternehmer  der  Anlage  einen
Anspruch  auf  Schadensersatz.  Ein  Schadensersatz  findet  nur  insoweit  statt,  als  entweder  die  Herstellung
sonst  nicht  erforderlicher  Anlagen  in  dem  Felde  oder  die  sonst  nicht  erforderliche  Beseitigung  oder  Veränderung

  bereits  vorhandener  Anlagen  nothwendig  ist.
Können  sich  die  Betheiligten  über  die  zu  leistende  Entschädigung  nicht  gütlich  einigen,  so  erfolgt
deren  Festsetzung  nach  Anhörung  beider  Theile  und  mit  Vorbehalt  des  Rechtsweges  durch  die  Bergbehörde.

Die  Entscheidung  der  Bergbehörde  ist  vorläufig  vollstreckbar.

VI.  von  der  Bergpolizei.
.
Die  polizeiliche  Aufsicht  über  die  von  Schürfern  und  Bergbautreibenden  ausgeführten  Arbeiten
wird  von  der  Bergbehörde  geführt.
Die  Aussicht  erstreckt  sich  auf
die  Sicherheit  der  Baue,
die  Sicherheit  des  Lebens  und  der  Gesundheit  der  Arbeiter,
den  Schutz  der  Oberfläche  im  Interesse  der  persönlichen  Sicherheit  und  des  öffentlichen  Verkehrs,
den  Schutz  gegen  gemeinschädliche  Einwirkungen  des  Betriebes.
"  8  72.
Die  erforderlichen  polizeilichen  Vorschristen  werden  von  dem  Gouverneur  nach  Maßgabe  der  Verfügung
  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Ausübung  konsularischer  Befugnisse  und  den  Erlaß  polizeilicher
und  sonstiger  die  Verwaltung  betreffender  Vorschriften  in  Deutsch-Ostafrika,  vom  1.  Januar  1891  erlassen.

VII  Strafbestimmungen.
§  73.
Mit  Geldstrafe  bis  zu  dreitausend  Rupien  oder  mit  Gefängniß  bis  zu  sechs  Monaten  wird,  sofern
nicht  nach  den  bestehenden  gesetzlichen  Bestimmungen  eine  höhere  Strafe  verwirkt  ist,  bestraft:
1.,  wer  unbefugt  ein  Schürffeld  absteckt,  ·

2.  wer  eine  Schürftafel  oder  ein  Grenzzeichen  eines  fremden  Schürf-  oder  Bergbaufeldes  in  der  Absicht,

eeinem  Anderen  Nachtheil  zuzufügen,  wegnimmt,  vernichtet,  unkenntlich  macht  oder  verrückt,

3.  wer  unbefugt  in  einem  fremden  Schürf=  oder  Bergbaufeld  anstehende  Mineralien  in  der  Absicht

wegnimmt,  sich  dieselben  anzueignen,

4.  wer  bei  Ausübung  seiner  Bergbauberechtigung  wissentlich  die  Grenzen  seines  Feldes  überschreitet,

5.  wer  bei  der  Buchführung  über  die  Förderung  oder  in  den  von  der  Bergbehörde  sonst  erforderten
Nachweisungen  wissentlich  unrichtige  Eintragungen  oder  Angaben  macht.

874.

Mit  Geldstrafe  bis  zu  dreihundert  Rupien  und  im  Unvermögensfalle  mit  Hast  wird  bestraft:
wer  den  Vorschriften  des  §  7,  des  §  27  Absatz  2,  3,  des  §  28  oder  des  §  29  zuwiderhandelt,
wer  unbefugt  in  einem  fremden  Schürf=  oder  Bergbaufelde  Schürf=  oder  Bergbauarbeiten  vornimmt,
wer  bei  Ausübung  seiner  Bergbauberechtigung  aus  Fahrlässigkeit  die  Grenzen  seines  Feldes  überschreitet,
wer  bei  Absteckung  seines  Schürf=  oder  Bergbaufeldes  die  zulässige  Feldesgröße  um  mehr  als  zehn

Prozent  überschreitet.

—

VIII.  Schlußbestimmungen.
875.  ·  »
Beamten  und  Militärpersonen  des  Schutzgebictes  ist  ohne  behördliche  Genehmigung  das  Schürfen
und  der  Bergwerksbetrieb  im  Schutzgebiete  untersagt.  An  den  von  solchen  Personen  durch  Schürfarbeiten
        <pb n="876" />
        —  734  —

oder  durch  Bergwerksbetrieb  gewonnenen  Mineralien  (§  1)  erwirbt  der  Landesfiskus  das  Eigenlhum  mit
der  Förderung.  Auf  Funde,  die  von  solchen  Personen  gemacht  werden,  findet  diese  Vorschrift  entsprechende
Anwendung.  ·

§76.

Der  Reichskanzler  und  mit  seiner  Genehmigung  der  Gouverneur  ist  bis  auf  Weiteres  besugt,
besondere  Bestimmungen  über  die  Rechtsverhältnisse  an  den  in  ausgehändigten  Vermessungsurkunden  (§  41
Absatz  2)  bezeichneten  Bergbaufeldern  zu  treffen,  insbesondere  über  den  Erwerb,  die  dingliche  Belastung,
die  Zwangsvollstreckung  und  die  Löschung  (8§  52,  58).  ·

»  877.

Der  Reichskanzler  oder  mit  seiner  Genehmigung  der  Gouverneur  hat  die  zur  Ausführung  dieser
Verordnung  erforderlichen  Bestimmungen  zu  erlassen,  insbesondere  zu  bestimmen,  welche  Behörden  die  der
Bergbehörde  zugewiesen  Geschäfte  wahrzunehmen  und  über  Beschwerden  zu  entscheiden  haben.

8  78.
Der  Reichskanzler  ist  ermächtigt,  zu  bestimmen,  daß  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  auch  auf
andere  als  die  im  §  1  aufgeführten  Mineralien  Anwendung  finden.

§  79.
Die  Verordnung  des  Gouverneurs,  betreffend  das  Schürfen  in  Deutsch-Ostafrika,  vom  25.  September
  1895  wird  aufgehoben.
Eine  auf  Grund  der  bezeichneten  Verordnung  ertheilte  Schürferlaubniß  bleibt  bis  zu  ihrem  Ablauf
in  Kraft.

Ein  auf  Grund  einer  solchen  Erlaubniß  gemachter  und  der  Behörde  nach  Vorschrift  des  §  11  der
bezeichneten  Verordnung  angezeigter  Fund  giebt  dem  Schürfer  als  Finder  das  Recht,  binnen  einer  vom
Gouverneur  bestimmten  Frist  ein  die  Fundstelle  einschließendes  Schürffeld  nach  Maßgabe  der  §88  15  bis  28
dieser  Verordnung  mit  der  Wirkung  abzustecken,  daß  während  der  Frist  von  Dritten  Schürffelder  nur
unbeschadet  dieses  Rechtes  des  Finders  abgesteckt  werden  können.
1  §  80.

Der  Zeitpunkt,  mit  welchem  diese  Verordnung  für  das  Küstengebiet,  dessen  Zubehörungen,  die  Insel
Mafia  und  das  Gebiet  des  Kaiserlichen  Schutzbriefes  in  Kraft  tritt,  wird  durch  den  Reichskanzler  bestimmt.

In  den  übrigen  Theilen  des  Schutzgebietes  tritt  die  Verordnung  mit  dem  Tage  der  Verkündigung
  in  Kraft.  «
Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Potsdam  Stadtschloß,  den  9.  Oktober  1898.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  zu  Hohenlohe.

——

.

—  —  ——  —

Verordnungen  und  Witkheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

Nunderlaß  an  die  Bezirks=  und  Bezirksnebenämter,  die  Hauptzollmmter  und  die
Zollämter  1.  und  2.  Klasse  in  Deutsch-Ostafrika.

Vom  1.  Oktober  d.  Is.  ab  wird  der  Ausfuhrzoll  für  Getreide  wieder  auf  die  ursprünglichen  Sätze

herabgesetzt.  Demnach  sind  vom  genannten  Tage  ab  für  Waaren,  der  Ausfuhrtarif-Positionen  17  bis  20

anstatt  30,  40  bezw.  80  Pesa  für  100  1p8  englisch  nur  15,  20  bezw.  40  Pesa  zu  erheben.  Der  Runderlaß
  vom  21.  Januar  d.  Is.  wird  hierdurch  außer  Kraft  gesetzt.

Dar-es-Saläm,  den  2.  September  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

 

Verordnung,  betreffend  die  Erhebung  von  Einfuhrzöllen  im  Schutzgebiet  Kamerun.

Unter  Aufhebung:
1.  der  Verordnung  vom  8.  November  1887,  betreffend  Aufhebung  der  bisherigen  Ausfuhrzölle  und
die  Erhebung  von  Einfuhrzöllen,
2.  der  Verordnung  vom  8.  November  1887,  betreffend  die  Ausführung  der  Verordnung  über  die
Erhebung  und  Rückvergütung  der  Zölle,
        <pb n="877" />
        —  735  —

3.  der  Verordnung,  betreffend  die  Abänderung  des  Zolltarifs  vom  26.  Mai  1891  nebst  Zusatz
Verordnung  vom  7.  Juli  1891,

4.  de  —  vom  21.  November  1891,  betreffend  die  Erhebung  eines  Einfuhrzolles  von

eweben  2c

5.  der  Bekanntmachung  vom  17.  März  1892,  betreffend  die  Verzollung  von  Geweben,

6.  der  Verordnung  vom  3.  Oktober  1893,  betreffend  Abänderung  des  §  7  der  Verordnung  vom
8.  November  1887  über  die  Erhebung  der  Zölle  in  Kamerun,

verordnet  hiermit  der  Kaiserliche  Gouverneur,  wie  folgt:

81.
Innerhalb  des  Schutzgebiets  Kamerun  werden  Einfuholl  nach  Maßgabe  des  beigefügten  Zolltarifs
  erhoben.
82.
Der  neue  Zolltarif  tritt  mit  dem  1.  März  1899  in  Kraft.
88.

Die  am  1.  März  1899  vorhandenen  Bestände  der  in  Gemößheit  des  neuen  Zolltarifs  mit  einem
spezisischen  Zoll  belegten,  schon  vor  dem  bezeichneten  Termin  in  das  Schutzgebiet  eingeführten  Waaren
unterliegen  der  Nachverzollung  nach  Maßgabe  des  neuen  Tarifs  in  der  Weise,  daß  die  Differenz  der  alten
und  der  neuen  Zollsätze,  so  weit  die  letzteren  höher  sind  als  die  ersteren,  nachträglich  entrichtet  wird.

8  4.

Die  im  Schutzgebiet  ansässigen  Firmen  und  Händler,  welche  außerhalb  des  Schutzgebiets  an  der
westafrikanischen  Küste  Handelsniederlassungen  besitzen,  haben  Anspruch  auf  Rückvergütung  des  im  Schutzgebiete
  erhobenen  Zolles,  falls  sie  innerhalb  eines  Jahres  verzollte  Waaren  aus  dem  Schutzgebiete  über
See  nach  diesen  ihren  Handelsniederlassungen  wieder  ausführen.  Die  Entscheidung  darüber,  ob  die  Letzteren
als  Niederlassungen  derselben  Firma  oder  desselben  Händlers  anzusehen  sind,  bleibt  dem  Gouvernement
vorbehalten;  dasselbe  kann  die  Rückvergütung  auch  eintreten  lassen,  wenn  jene  Niederlassungen  nicht  denselben
  Namen  oder  dieselbe  Firma  führen,  wie  das  wiederausführende  Geschäft.

Beil  den  unter  Ziffer  1  des  Zolltarifs  aufgeführten  Spirituosen  findet  die  Rückvergütung  nur  statt,
wenn  dieselben  in  der  Zwischenzeit  im  Zollverschluß  (plombirt)  geblieben  sind.

§  5.  "
Die  Ausführung  der  obigen  Bestimmungen  wird  durch  besondere  Verordnung  geregelt.
Kamerun,  den  1.  November  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
v.  Puttkamer.

Zolltarif.  "

Spirituen:  Rum,  Genever,  Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigkeiten,  welche  weder  süß
noch  mit  einer  Substanz  gemischt  sind,  durch  welche  die  Feststellung  des  Alkoholgehaltes  durch  den
Alkoholometer  verhindert  ist,  bis  49  pCt.  Tralles  für  das  Liter  .  0,50  Mark,

—

für  jedes  pCt.  Tralles  mehr  ein  Zuschlagszoll  podpo  .  0,05

für  Rum,  Genever,  Spiritus  und  sonstige  alkoholhaltige  Flüssigreiten,  welche  gesüßt

sind  oder  Zusätz  enthalten,  die  die  Feststellung  des  Alkoholgehalts  durch!  den  Mlkoholometer

  verhindern,  also  z.  B.  alle  Liköre,  für  das  Liter  .  .0,60-2.Fruekwassen1ederGattungdasStuck...
  ..........2,50-3.
  Pulver,  gewöhnliches  und  anderes,  das  18  015  =
4.  Tabak,  unverarbeiteter,  das  6  ..  .............  050  -
5.  Salz,  bie  Tonne  .  ..  ................  10,  00
6.  Reis,  das  t  0.02
7.  von  allen  anderen,  einem  spezifischen  Zoll  nicht  unterliegenden  Waaren  5  pct.  vom  Werth.

Als  Werth  gilt  der  Fakturawerth  des  Verzollungshafens,  einschließlich  Fracht  und  Spesen.
Kann  über  einzuführende  Waaren  eine  Faktura  nicht  vorgelegt  werden,  so  ist  ihr  Verzollungswerth  vom
Verzoller  im  Einvernehmen  mit  dem  Zollamt  zu  ermitteln  und  zu  deklariren.

Zollbefreiungen.

1.  Waaren  und  Güter,  welche  in  Seenoth  oder  Havarie  an  Land  gebracht  werden,  vorausgesetzt,  daß
dieselben  wieder  ausgeführt  werden.
        <pb n="878" />
        —  736  —

Alle  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  gehörigen  und  für  dasselbe  bestimmten  Waaren  und  Güter.
Alle  Ausrüstungsstücke  der  europäischen  Beamten  des  Kaiserlichen  Gouvernements,  der  Offiziere  und

Unteroffiziere  der  Kaiserlichen  Schutz=  und  Polizeitruppe,  sowie  von  orschungsusfenden,  welche  im

amtlichen  Auftrage  oder  im  Interesse  des  Schutzgebiets  reisen.

Gewehre  und  Revolver,  welche  nicht  auf  Grund  reglementsmäßiger  Bestimmungen,  zur  dienstlichen
  Ausrüstung  von  Beamten  und  Offizieren  gehören  oder  durch  Verfügung  des  Kiserlichen
Gouverneurs  als  für  die  Ausrüstung  von  Forschungsreisenden  nothwendig  anerkannt  werden,  fallen
nicht  unter  diese  Ausnahmen.

4.  Reisegeräth,  Kleidungsstücke,  Wäsche  sowie  Verzehrungsgegenstände,  welche  Reisende  zu  ihrem  eigenen
Gebrauch  mit  sich  führen.

5.  Haushaltungsgegenstände,  Möbel,  Handwerkszeug  und  Geräthschaften  zur  Urbarmachung  des  Bodens,
welche  einwandernde  Personen  zum  Zwecke  dauernder  Niederlassung  für  ihren  eigenen  Bedarf
einführen.

6.  Alle  Maschinen  und  Geräthe  zum  Plantagenbetrieb,  zu  industriellen  Anlagen,  zum  Wege-,  Brückenund
  Hausbau,  soweit  sie  nicht  zum  Weiterverkauf  bestimmt  sind.

7.  Alle  Sämereien  und  die  zum  Anbau  bestimmten  Gewächse  jeder  Art.

8.  Sämmtliches  Material  zur  Anlage  und  zum  Betriebe  von  Feld=  und  Eisenbahnen,  desgleichen  alle
Transportmittel  zu  Wasser  und  zu  Lande.

9.  Physikalische,  medizinische  und  andere  wissenschaftliche  Instrumente,  welche  nicht  zu  Handelszwecken
eingeführt  werden,  sowie  Arzneien,  Bücher,  Zeitungen,  Drucksachen,  Muster  und  Kunstgegenstände,
photographische  Apparate  nebst  Zubehör.

10.  Sämmtliche  Gegenstände,  welche  von  christlichen  Missionen  und  gemeinnützigen  Gesellschaften  eingeführt,
unmittelbar  den  Zwecken  des  Gottesdienstes,  der  Erziehung,  des  Unterrichts  und  der  Krankenpflege  dienen.

11.  Lebende  Hausthiere.

12.  Leere  Fässer  (Schoben)  und  Säcke,  zum  Füllen  mit  Landeserzeugnissen.

13.  Bau=  und  Nutzholz  zum  Hausbau,  sowie  alle  übrigen  Baumaterialien  als  Bausteine,  Erden,  Kalke,
Cement,  Träger,  Wellblech,  Dachpappen,  fertige  Häuser  und  dergleichen  mehr.

14.  Steinkohlen.

—.

Verordnung,  betreffend  die  Ausführung  der  Verordnung  über  die  Erhebung  von
Einfuhrzöllen  im  Schutzgebiet  Kamerun  vom  1.  November  1898.

Zur  Ausführung  der  Verordnung  vom  1.  November  1898.  betreffend  die  Erhebung  von  Einfuhrzöllen

  im  Schutzgebiet  Kamerun  verordnet  der  kaiserliche  Gouverneur,  wie  folgt:
81.

Spätestens  bis  zum  1.  April  1899  haben  sämmtliche  im  Schutzgebiet  ansässigen  Firmen  und
Händler  bei  der  Zollstelle  ihrer  Niederlassung  ein  Verzeichniß  nach  dem  beigefügten  Muster  (A)  einzureichen
über  diejenigen  noch  nach  dem  alten  Zolltarif  verzollten  und  am  1.  März  1899  noch  in  ihrem  Besih
gewesenen,  nach  dem  neuen  Zolltarif  einem  spezifischen  Zoll  unterworfenen  Waaren,  sofern  sich  danach  ein
höherer  als  der  bisherige  Zollbetrag  berechnet.

Das  vorzulegende  Verzeichniß  muß  von  einer  nach  dem  beigefügten  Muster  (A)  abgefaßten  Ver—
sicherung  begleitet  sein.  g

82.

Die  auf  Grund  dieses  Verzeichnisses  noch  nachträglich  zu  entrichtenden  Bollbeträge  müssen  spätestens
bis  zum  1.  Januar  1900  bezahlt  sein.

83.

Vom  1.  März  1899  ab  hat  innerhalb  des  Schutzgebietes  jeder  Empfänger  zollpfllchtiger  Wadren
binnen  3  Tagen  vom  Empfange  an  ein  schriftliches  Verzeichniß  derselben  in  doppelter  Ausfertigung  sowie
ein  Exemplar  des  betreffenden  Konnossements  und  der  dazu  gehörigen  für  den  Verzollungshafen  ausgestellten
  Fakturen  der  zuständigen  Zollstelle  einzureichen.

Das  Verzeichniß  muß  die  nach  dem  beigefügten  Muster  abgefaßte  Versicherung  enthalten  (  (Anlage  B).

8  4.

Der  Zoll  ist  in  deutscher  Reichswährung  bei  dem  zuständigen  Zollamt  gegen  schriftliche  Qutttung
zu  entrichten.  Der  Zollbetrag  kann  bis  zu  zwei  Monaten  gestundet  werden.  Bis  zur  erfolgten  Bezahlung
des  Zolls  haften  die  Waaren  für  den  auf  ihnen  ruhenden  Zoll.

5.

Die  Nichteinhaltung  der  in  S§§  1,  3  und  1  bestimmten  Fristen  wird  mit  einer  Ordnungsstrafe

bis  zu  100  Mark  geahndet,  welche  von  dem  Bezirksamtmann  des  Bezirks,  in  welchem  die  betreffende
        <pb n="879" />
        —  737  —

Firma  bezw.  der  betreffende  Händler  ansässig  ist,  verhängt  wird.  Gegen  die  Strasverfügung  ist  Beschwerde
an  den  Gouvemeur  zulässig.

Von  Verhängung  einer  Strafe  ist  abzusehen,  wenn  nachgewiesen  wird,  daß  die  Einhaltung  der
Frist  unmöglich  war.  Eine  bereits  verhängte  Strafe  ist  in  diesem  Falle  wieder  aufzuheben.

86.

Sind  Gründe  für  den  Verdacht  der  Zollhinterziehung  vorhanden,  die  eine  Einsichtnahme  der
Geschäftsbücher  und  Lagerbestände  einer  Firma  durch  einen  Zollbeamten  erforderlich  erscheinen  lassen,  so  ist
dafür  allein  der  Zollverwalter  oder  dessen  Stellvertreter  zuständig.

87.

Die  Zollinhaltserklärungen  zu  den  mit  der  Post  eingehenden  Packeten  werden  durch  die  empfangenden
  Postanstalten  den  betreffenden  Zolldienststellen  eingereicht.  Letztere  geben  die  keine  zollpflichtigen
Waaren  enthaltenden  Packete  sofort  frei,  während  sie  die  zollpflichtigen  Packete  von  den  Postanstalten
übernehmen  und  gegen  Abgabe  der  Begleitadressen  und  nach  Zahlung  der  Zollbeträge  den  Empfängern
aushändigen.

*  8.

Jede  Zollhinterziehung  wird  mit  Geldstrafe  im  50  fachen  Betrage  des  hinterzogenen  Zolles,  sowie
mit  Einziehung  der  hinterzogenen  Waaren  geahndet.  Kann  der  Beschuldigte  jedoch  nachweisen,  daß  eine
Zollhinterziehung  nicht  beabsichtigt  gewesen  ist,  oder  Saß  eine  solche  nicht  hat  verübt  werden  können,  so
tritt  nur  eine  Ordnungsstrafe  ein.

Eine  uneinbringliche  Geldstrafe  ist,  wenn  die  erkannte  Strafe  nicht  den  Betrag  von  600  Mark  und
die  an  ihre  Stelle  tretende  Freiheitsstrafe  nicht  die  Dauer  von  6  Wochen  übersteigt,  in  Haft,  anderenfalls
in  Gefängnißstrafe  von  höchstens  3  Monaten  umzuwandeln.

Die  Strafverfügung  wird  vom  Kaiserlichen  Gouverneur  erlassen.

§  9.

Wer  auf  Grund  des  §  4  der  Verordnung  vom  1.  November  1898,  betreffend  Erhebung  von
Einfuhrzöllen  im  Schutzgebiet,  die  Rückvergütung  des  Zolles  beantragt,  hat  diesen  Antrag  so  zeitig  bei
dem  zuständigen  Zollamt  einzureichen,  daß  eine  zollamtliche  Kontrole  und  die  Einholung  der  Entscheidung
des  Gouverneurs  möglich  ist.

Spätestens  3  Tage  vor  Verschiffung  der  Waaren  ist  ein  vollständiges  Verzeichniß  der  wiederausgeführten
  Waaren  in  doppelter  Ausfertigung  unter  Angabe  des  früher  entrichteten  Zolles,  des  Tages
der  Verschiffung,  des  Namens  des  Schiffes,  mit  welchem  die  Wiederausfuhr  erfolgen  soll,  des  Namens  der
Handelsniederlassung,  des  Bestimmungsortes,  sowie  je  ein  Exemplar  des  Konnossements  und  der  Fakturen
einzureichen.

Dem  Verzeichniß  ist  eine  nach  beifolgendem  Muster  abgefaßte  Versicherung  (Anlage  C)  beizusügen.
8  10.

Zuständig  sind  zur  Entgegennahme  der  Anzeigen  gemäß  §§  1  und  8  dieser  Verordnung  das
Hauptzollamt  Kamerun  bezw.  für  den  Norden  das  Zollamt  Viktoria  und  für  den  Süden  das  Zollamt  Kribi.

Die  regelmäßigen  Deklarationen  gemäß  §  3  dieser  Verordnung  sind  gleichfalls  bei  den  genannten
Zollämtern,  von  den  im  Bereiche  der  Zollstationen  Rio  del  Rey  und  Campo  ansässigen  Firmen  jedoch  an
diese  Zollstationen  einzureichen.  Die  Zollstationen  befördern  die  Verzeichnisse  sammt  Belägen  nach  Prüfung
alsbald  an  die  Zollämter  Viktoria  bezw.  Kribi.

Die  Einzahlung  der  Zölle  hat  bei  dem  Hauptzollamt  Kamerun  bezw.  bei  den  Zollämtern  Viktoria
und  Kribi  und  mit  Genehmigung  des  Gonverneurs  auch  bei  der  Legationskasse  iu  Berlin  zu  erfolgen.

11.

Die  Einziehung  der  Forderungen  der  Zollverwaltung  kann  im  Verwaltungs-Zwangsverfahren  in

sinngemäßer  Anwendung  der  in  Preußen  geltenden  Vorschriften  erfolgen.
12.

Beschwerden  gegen  Verfügungen  der  Zollämter  bezw.  Bezirksämter  gehen  an  den  Keiserlichen
Gonverneur.  «

Gegen  die  Entscheidungen  des  Gouverneurs  ist  Beschwerde  an  den  Reichskanzler  zulässig,  die  durch
Vermittelung  des  Gouverneurs  einzureichen  ist.

Kamerun,  den  1.  November  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.

v.  Puttkamer.
        <pb n="880" />
        —  738  —

Formular  A.

Ich,  der  Endesunterzeichnete,  Vertreter  des  Hauses  *  in  .
erkläre  hiermit,  daß  ich  —  das  von  mir  vertretene  Haus  —  am  1.  März  1899  am  hiesigen  Plotze

nur  die  nachfolgenden  Bestände  an  Waaren,  die  einem  höheren  spezifischen  Zoll  als  bisher  unterworfen
sind,  hatte:

 

 

—.  .  ...  —  ÊÔsp  —  —  ——  —  — í  —
—  —  —  —  —  —  —.  —

Bezeichnun  Angabe  «  Nach
der  Sie#t  Zollbetras  den  neuen  huarf
Waaren,  welche  bereits  nach  dem  alten  nach  Maß  nach  #  aalsene
Zolltarif  verzollt  sind.  und  Gewicht.  dem  alten  Zollsatz.  1
Mark.  Pf.

 

 

 

 

 

Wohnsitz  des  Vertreters  und  Datum.
Unterschrift  des  Vertreters  oder  Erklärenden.
NB.  Die  Maße  und  Gewichte  sind  nach  den  Bezeichnungen  des  Zolltarifs  bezw.  nach  Metern  anzugeben.

Formular  B.

Ich,  der  Endesunterzeichnete,  Vertreter  des  Hauses  in
erkläre  hiermit,  daß  ich  am  18  mit  den  Schiffe  an  zollpflichtigen
  Waaren  nicht  mehr  empfangen  habe,  als  die  nachbezeichneten  Bestände,  und  daß  die  beiliegenden
Falturen  den  Preisen  entsprechen,  zu  welchen  die  darin  bezeichneten  Waaren  einschließlich  der  Fracht  und

Spesen  bis  zum  Verzollungshafen  mir  von  dem  von  mir  vertretenen  Hause  thatsächlich  in  Rechnung
gestellt  sind.

—  —

—  —

Angabe
Angaben  der  des  Gesammtwerths
Waaren.  Quantität  nach  Maß,  Jnach  den  für  den  Ver-  Bollbetrag
Gewicht  oder  Stückzahl.  zollungshafen  ausge—
stellten  Falturen.  Mark  pjf.

 

I.  Ziffer  1

2

3  des

4  Zolltarifs.  (fällt  bei  1—  weg.)

5

6  1

11.  Nach  Ziffer  7  des  Tarifs  zu
verzollende  sonstige  Waaren.

 

 

 

Wohnsitz  des  Vertreters  und  Datum.
Unterschrift  des  Vertreters  oder  Erklärenden.

JlI.  Die  Maße  und  Gewichte  sind  nach  den  Bezeichnungen  des  Zolltarifo  beziehungsweise  nach  Metern  anzugeben.
        <pb n="881" />
        —  739  —

Formular  C.

 

 

 

Ich,  der  Endesunterzeichnete,  Vertreter  des  Hauses  in
erkläre  hiermit,  daß  ich  die  nachbezeichneten  bei  ihrer  Einfuhr  ins  deutsche  Schutzgebiet  verzollten  Waaren
am  18  mit  dem  Schiffe  1  an  die  dasselbe  Haus  vertretende
  Firma  in  wieder  verschiffen  werde  und  zwar:
Angabe
Angabe  der  des  Gesammtwerthes
...  .  ..  Zollbetrag
Waaren.  Quantität  nach  Maß,  nach  den  für  den  Ver-Gewicht
  und  Stückzahl.zollungshafen  ausgestellten
  Fakturen.  Marr  pf.
I.  Ziffer  1  6
2  l
3  des  I
4f  Zolltarifs.  (fällt  bei  1—6  weg).  -
5  Z
6  s

II.  Nach  Ziffer  7  des  Tarifs  zu
verzollende  sonstige  Waaren.

 

 

 

Wohnsitz  des  Vertreters  und  Datum.

Unterschrift  des  Vertreters  oder  Erklärenden.

NB.  Die  Maße  und  Gewichte  sind  nach  den  Bezeichnungen  des  Zolltarifs  beziehungsweise  nach  Metern  anzugeben.

Zusatz-Verordnung  zu  der  Verordnung,  betreffend  den  Ausschank  und  Verkauf
von  geistigen  Getränken  in  Deutsch-Südwestafrika,  vom  27.  Mai  1895.
Die  durch  §  4  letzten  Absatz  vorgeschriebene  Zusatzgebühr  von  12  Mark  für  den  Hektoliter  mit
35  oder  mehr  Prozent  Alkoholgehalt  wird  hierdurch  aufgehoben.
Windhoek,  den  9.  September  1898.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Leutwein.

–  —  —  —  ———  —  ——

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  der  Marshall-Inseln,
betreffend  die  Einführung  von  Steunern.

Auf  Grund  der  durch  die  Allerhöchste  Verordnung  vom  15.  Oktober  1886  ertheilten  Ermächtigung
wird  hierdurch  für  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln  bestimmt,  was  folgt:

1.
Die  Eingeborenen  haben  als  persönliche  Steuern  jährlich  360  000  Pfund  (1  Pfund  —=  à3  Ko  Tonne)
Kopra  zu  liefern.
Zum  Zweck  dieser  Steuererhebung  wird  das  Schutzgebiet  in  einzelne  Steuerbezirke  getheilt,  welche
die  nachstehenden  Beträge  jährlich  aufzubringen  haben.
a)  der  Atoll  von  Jalcit:  330  000  Pfund,
br  2  -  -  Ebon  .  .  ....60000
C0)  die  Atolle  und  Inseln  von  Alinglaplan  wwadjelin,  Ujai,  Lai  und  Lip  40  000  =
i4)  Insel  Namorik  .  .........25000-
        <pb n="882" />
        —  740  —

ccr)  der  Atoll  von  Mileu  u  40000  Pfund,
f)  11  Majerun..  50000
W  -  -Arno....  50000  --li)
  die  Atolle  Aur,  Maloelab,  Wotje,  Ailuk  und  Udjirik.  .  .  .  25000  —
i)  -Insel  Mejit  .....  ....  .  10000-k)--Nauku.
  30000- 



Zusammen..360000Pfund.

In  jedem  Bezirk  liegt  das  Einsammeln  der  Kopra  bis  zu  einem  von  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  jährlich  festzusetzenden  Zeitpunkt  und  an  den  von  demselben  bezeichneten  Plätzen  einem  hierzu
bestimmten  Häuptling  ob.

Jeder  dieser  Häuptlinge  erhält,  sobald  die  von  ihm  gesammelte  Kopra  an  den  Bevollmächtigten

des  Landeshauptmanns  abgeliefert  ist,  den  dritten  Theil  ihres  Werthes  (das  Pfund  zu  4  Pfennig  gerechnet)
als  Prämie  ausgezahlt.
–2.

Die  im  Eigenthum  nicht  eingeborener  Personen  befindlichen  Kokosnußpflanzungen  werden  einer
Ertragsteuer  unterworfen.  Diese  Steuer  beträgt  bis  auf  Weiteres  für  die  Pflanzung  auf  Likieb  1000  Mark,
für  die  Pflanzung  auf  Udjelang  125  Mark  jährlich.

8  3.

Jeder  männliche  Bewohner  des  Schutzgebietes,  welcher  nicht  als  Eingeborener  anzusehen  ist  und

das  sechzehnte  Lebensjahr  überschritten  hat,  hat  eine  persönliche  Steuer  im  Betrage  von  20  Mark  jährlich
zu  entrichten.

Die  Angehörigen  der  Missionsgesellschaften  sind  hiervon  ausgenommen.

·  84.
Die  in  den  §§  2  und  3  festgesetzten  Steuern  sind  vierteljährlich  im  Voraus  zu  zahlen.
8  5

Diese  Verordnung  gilt  als  am  1.  April  1898  in  Kraft  getreten.  Die  Verordnungen  vom  28.  Juni
1888  und  17.  April  1890,  betreffend  die  Erhebung  von  persönlichen  Steuern,  treten  außer  Kraft.

Jaluit,  den  29.  August  1898.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  a.  i.

(gez.)  Brandeis.

—  -  —  —  —  ——  —  —  ——

Personalien.

Haiserliche  Schutgtruppen.
A.  K.  O.  vom  22.  Oktober  1898.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

Herrmann,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  mit  dem  14.  November  1898  aus  der  Schuttruppe  ausgeschieden
  und  mit  dem  15.  November  1898  unter  Stellung  à  la  suite  der  Schutztruppe  bis
auf  Weiteres  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  kommandirt.

Graf  Fugger  v.  Glött,  Sekondlieutenant,  mit  dem  12.  November  1898,

Passavant,  Sekondlieutenant,  mit  dem  7.  November  1898,  —  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden.

Der  Sekondlieutenant  Graf  Fugger  v.  Glött  ist  mit  dem  13.  November  d.  Is.  beim  Königlich
Bayerischen  Infanterie-Regiment  Pranckh  und  der  Sekondlieutenant  Passavant  mit  dem  8.  November
d.  Is.  beim  Königlich  Bayerischen  4.  Infanterie-Regiment  König  Wilhelm  von  Württemberg  wieder  angestellt.
        <pb n="883" />
        741

Nichtamtlicher  Theil.

 

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Kaiserliche  Gouverneur,  Allerhöchst  beauftragt
  mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs  der
Schutztruppe,  Generalmajor  Liebert,  der  Kapitän
Thomaschewski,  der  Hauptmann  und  Kompagniechef
  Matting,  der  Premierlieutenant  Brosig,  der
Zahlmeisteraspirant  Beyer,  der  Oberlazarethgehülfe
Sieler,  der  Lazarethgehülfe  Herkert  und  der
Schreiber  Schnitger  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Deutschland  bezw.  Neapel  eingetroffen.

 

Der  Kalkulator  Klotz  ist  nach  Dar-es-Saläm
abgereist.

 

Der  Oberbüchsenmacher  Nickl,  Feldwebel  Jaenke
und  Sergeant  Dorner  haben  die  Wiederausreise  in
das  Schutzgebiet  angetreten.

 

Ramernn.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer,
der  Forstassessor  Dr.  Plehn,  der  Stationsassistent

 

Frhr.  v.  Lüdinghausen,  der  Aktuar  Wistuba,
der  Zollaussichtsbeamte  Gruschka,  der  Lazarethgehülfe
  Peter  und  der  Maschinist  Traulsen  sind
in  Kamerun  eingetroffen.

 

Der  Finanzaspirant  Darmstädter  und  der
Monteur  Castell  sind  nach  Kamerun  abgereist.

 

Die  Unteroffiziere  Höpfl  und  Basner  haben
die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

—4

Lüdwestafrika.

Die  überzähligen  Feldwebel  Herz  und  Schmidt,
Sergeant  Eckholdt,  Unteroffizier  Herz,  Oberlazarethgehülsfe
  Gudian,  Gefreiter  Prinz  und
Reiter  Maschinsky  sind  mit  Heimathsurlaub  in
Deutschland  eingetroffen.

 

 

Warshall-Inseln.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  a.  i.  Brandeis

 

ist  am  20.  August  in  Jaluit  eingetroffen.

 

Rachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Hltafrika.
Tabakbau  in  Cstafrika.

Im  Hinterlande  von  Lindi  hat  Feldwebel  Wiest
bei  dem  Bache  Kipindimbi,  westlich  vom  Londoplateau,
  eine  Gegend  gesunden,  in  der  die  Eingeborenen
  einen  verhältnißmäßig  guten  Tabak  bauen.

Die  in  1  bis  1½  m  Abstand  regelmäßig  gesetzten
Pflanzen  sollen  gut  aussehen.

Aehnlicher  Tabakbau  wird  auch  am  Fluluberge
gefunden.  Der  Tabak  wird  gestampft  und  in  Brote
geformt,  die  etwa  5  Pfund  schwer  sind  und  die
Form  eines  Kegelstumpfes  haben.

Es  scheint  so,  als  wenn  diese  Gegend  noch  einmal
für  Tabakbau  in  Frage  kommen  kann.

Bericht  des  Bergassessors  Dr.  Dantz  über  die  geologischen

verhältnisse  der  Tanganpvika-Sone.

Aus  einem  Bericht  des  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
  beigegebenen  Bergassessors  Dr.  Danktz,

welcher  sich  in  die  Tanganyika-Zone  zum  Studium
der  dortigen  geologischen  Verhältnisse  begeben  hatte,
entnehmen  wir  das  Folgende:

Die  landschaftlich  wunderbar  schönen  Mlagarassi-Fälle
  (oberhalb  Kassagme  bis  über  Ngomga  itole  hinaus)
  entstehen  dadurch,  daß  die  gewaltigen  Wassermassen
  des  Flusses  über  unzählige  Schwellen  oder
Platten  des  horizontal  liegenden  alten  Feldspathsandsteines
  gleiten,  die  Sandsteinplatten  zum  Theil
unterwaschen,  die  losgelösten  Blöcke  abwärts  rollen
und  in  dieser  Weise  eine  rückwärts  einschneidende
Vertiefung  des  Flußbettes  vornehmen.

 

Hunderttausende  von  Pferdekräften  liegen  hier
zur  Zeit  unbenutzt  und  harren  ihrer  Ausnutzung  zu
irgend  welchen  industriellen  Krast-)  Zwecken.  Durch
Anlage  von  Turbinen  und  Hochstromleitungen  können
diese  Kräfte  für  einen  Umkreis  von  vielen  Meilen
nutzbar  gemacht  werden.
        <pb n="884" />
        Asambara  -  Cisenbahn.

Die  Einnahmen  der  Usambara-Bahn  zeigen  eine
erfreuliche  Steigerung.  So  haben  die  Betriebseinnahmen
  im  Monat  September  d.  Is.  nicht  weniger
als  5413  Rupien  betragen.

 

Ramerun.

Hissenschaftliche  Lammlungen.

Der  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Victoria,
Dr.  P.  Preuß,  hat  der  zoologischen  Sammlung  des
Königlichen  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin  eine
Sendung  Naturalien  zugehen  lassen,  die  folgende
Obiekte  enthielt:

44  Sänugethierfelle  mit  Schädeln,
119  Vogelbälge,
15  Reptilien  und  Amphibien,
80  kleine  Meeresfische  in  9  Arten,
1  Vogelspinne,
3  Tausendfüßler,
180  Krebse  in  20  Arten,
8  Gläser  mit  Mollusken  in  Alkohol,
einige  Würmer,
16  Aktinien,
1  Holothurie.

Die  Konservirung  sämmtlicher  Thiere  ist  gut.
Unter  den  Säugethieren  sind  fünf  Arten  Affen,  von
denen  zwei  Arten  der  zoologischen  Sammlung  noch
fehlten,  eine  neue  und  eine  sehr  seltene  Art.  Die  mitgesandte
  Ginsterkatze  und  die  Schopfantilope  beweisen
das  Vorkommen  dieser  Spczies  in  Nord-Kamerun.
Manche  der  eingesandten  Vogelarten  war  in  der
zoologischen  Sammlung  noch  nicht  vorhanden,  darunter
eine  seltene  Eule  Lophostrix  lettei,  die  bisher  nur
in  einem  Stück  bekannt  war,  ferner  ein  neues
Perlhuhn,  welches  Guttera  sclateri  und  eine  neue
Schwalbengattung,  die  Lecythoplastes  preussit
benannt  worden  ist.  Auch  unter  den  Fischen  sind
mehrere  recht  werthvolle,  vielleicht  noch  unbeschriebene
Arten.  Die  Spinnen,  Krebse  und  Mollusken  waren
sehr  willkommen,  da  sie  theils  noch  nicht  in  der
Sammlung  vorhanden  waren,  theils  gutes  Ersatzmaterial
  bildeten.  Die  Aktinien  und  Echinodermen
waren  die  ersten,  die  aus  Kamerun  hergelangt  sind.

Togo.

WMißsenschaftliche  Kammlungen.

Der  Stationsleiter  von  Kete-Kratschi  im  Togolande,
  Graf  Zech,  hat  der  zoologischen  Sammlung
  des  Berliner  Museums  für  Naturkunde  wiederum
  eine  Sendung  Naturalien  zugesandt,  in  der
folgende  Stücke  enthalten  waren:

11  Säugethierbälge  und  mehrere  Gläser
mit  Präparaten  in  Alkohol,

 

1

9  Vogelbälge,

24  Schlangen,

6  Eidechsen,

45  Käfer,

8  Orthopteren,

25  Hemipteren,

32  Divpteren,

10  Hymenopteren,

20  Insekten  in  Alkohol,
21  Spinnen.

Die  Konservirung  aller  Thiere  war  vorzüglich.
Die  Säugethiere  enthielten  mehrere  außerordentlich
interessante  Arten,  welche  für  die  Kenntniß  der  Togofaung
  ganz  neue  Hinweise  bieten.  Besonders  wichtig
sind  ein  Hase,  ein  Igel,  ein  Pavian  und  mehrere
Ratten.  Diese  Arten  werden  vermuthlich  neu  sein,
zum  Theil  sind  es  Thierformen,  die  bisher  nur  von
Ostafrika  bekannt  waren  und  in  Togo  in  besonderen
Abarten  auftreten.  Unter  den  Insekten  befinden  sich
eine  große  Anzahl  sehr  kleiner  Objekte,  die  von  hohem
wissenschaftlichen  Werthe  sind  und  bei  genauer  Untersuchung
  voraussichtlich  manche  neue  Art  ergeben
werden.

Deuksch-Südwelkafrika.

Verbältnisse  in  Züdwestafrika.
Einem  Berichte  des  Kommandos  S.  M.  Kanonenboot
  „Wolf“  vom  141.  September  d.  Is.  entnehmen
wir  Folgendes:

Der  Hafen  Lüderitzbucht  mit  seinen  Buchten
ist  ein  ausgezeichneter  Platz,  um  die  Ausbildung  der
Besatzung  in  allen  Dienstzweigen  zu  fördern.

Kleinere  Schiffe  können  sich  einen  Ankerplatz  aussuchen,
  welcher  gegen  alle  Winde  und  Seegang  schützt,
größere  dagegen  sind  dem  Seegange  und  dem  Wind,
welcher  von  Nordnordwesten  bis  Nordnordosten
kommt,  ausgesetzt;  doch  sind  Winde  über  Stärke  6  bis7
aus  dieser  Richtung  äußerst  selten.  Der  Ankergrund
ist  vorzüglich.

Lebendes  Vieh  ist  durch  Vermittelung  der  Schutztruppe
  in  guter  Beschaffenheit  und  beliebiger  Menge
aus  dem  Innern  zu  erhalten,  es  erfordert  aber  einen
Zeitraum  von  ungefähr  10  Tagen,  bis  die  Thiere
an  der  Küste  eintreffen.

Die  Erdschwermessungen  in  Swakopmund  haben
mehr  Zeit  in  Anspruch  genommen,  als  vorauszusehen
war.  Die  dazu  nothwendigen  astronomischen  Zeitbestimmungen
  waren  des  häufig  bedeckten  Himmels
wegen  nicht  in  der  für  den  Aufenthalt  festgesetzten
Zeit  zu  erlangen.

Die  Abreise  hat  sich  deshalb  um  drei  Tage  bekzögert
  und  wird  auch  der  Aufenthalt  in  den  anderen
Häsen  aus  demselben  Grunde  kurze  Zeit  länger
dauern,  als  dies  planmäßig  vorgesehen  war.  Tie
Verspätung  wird  aber  auf  der  Gesammtreise  bis
Kamerun  wieder  eingeholt  werden.
        <pb n="885" />
        —  743  —

In  Swakopmund  ist  der  Gesundheitszustand  immer
noch  nicht  ganz  befriedigend.

Unzweifelhaft  trägt  die  mangelhafte  Versorgung
mit  gutem  Trinkwasser  zu  dem  schlechten  Gesundheitszustande
  bei.

Einestheils  wird  die  nöthige  Trinkwassermenge
aus  den  Wasserstellen  im  Bette  des  ungefähr  2  Seemeilen
  entfernten  Swakopflusses  geholt,  ein  anderer
kleiner  Theil  in  Fässern  stammt  aus  den  Wasservorräthen
  der  Dampfer.  Dieses  Wasser  ist  nicht  von
besonderer  Beschaffenheit.

Ein  Bad,  welches  bei  dem  hier  herrschenden
Staub,  der  mit  jedem  Ostwinde  in  die  entferntesten
Räume  der  dichtgeschlossenen  Wohnungen  dringt,  sehr
wünschenswerth  wäre,  ist  bei  der  geringen  vorhandenen
Wassermenge  ein  Luxus  und  wird  fast  als  Verschwendung
  betrachtet.

Da  ist  es  denn  mit  Freuden  zu  begrüßen,  daß
auf  der  20  km  weit  entfernten  Eisenbahnstation
Richthofen  ein  Brunnen  gebohrt  ist,  welcher  nach  den
von  dem  Schiffsarzt  ausgeführten  Untersuchungen  ein
tadelloses  Trinkwasser  liefert.

Die  Anlage  größerer  Brunnen  in  Richthofen  und
die  Ueberführung  des  Wassers  nach  Swakopmund
ist  daher  eine  der  wichtigsten  Arbeiten,  welche  aus
sanitären  und  Zweckmäßigkeitsgründen  möglichst  bald
in  Angriff  genommen  werden  muß.

Die  Eisenbahn  ist  jetzt  bis  Kilometer  63  fertiggestellt
  und  mit  Lokomotiven  im  Betrieb.  An  der
Eisenbahn  entlang  läuft  eine  Telephonleitung,  die
in  dem  Maße  fortschreitet,  wie  der  Bau  der  Bahn.

In  der  Kapkolonie  ist  man  in  deutschen  und
englischen  Kreisen  über  dieses  Bauwerk  falsch  unterrichtet.
  Ueberall  hört  man  davon,  daß  häufig  Betriebsstörungen
  eintreten,  deren  Grund  in  der  falschen
Anlage  zu  suchen  sei.

Um  so  mehr  war  ich  erfreut,  bei  meiner  Anwesenheit
  mich  durch  den  Augenschein  von  der  Grundlosigkeit
  dieser  Gerüchte,  welche  auch  in  deutschen
Zeitungen  zu  finden  sind,  überzeugen  zu  können.

Ich  bin  mit  dem  fahrplanmäßigen  Zuge  die
ganze  Strecke  abgefahren,  habe  auf  der  Station
Rössing  (Kilometer  40)  übernachtet  und  bin  am
nächsten  Morgen  nach  Swakopmund  zurückgekehrt.
Die  Geschwindigkeit  beträgt  durchschnittlich,  je  nach
der  Steigung,  16  bis  20  km  in  der  Stunde.
Diie  Leitung  des  Baues  und  Betriebes  liegt  in
den  Händen  eines  Offiziers  des  3.  Eisenbahn-Regiments.
  Unteroffiziere  versehen  den  Dienst  als  Stationsvorsteher
  und  Zugführer.

Die  ganze  Anlage,  Einrichtung  und  Betrieb,  sowie
  die  Handhabung  des  Dienstes  ist  ein  glänzendes
Zeugniß  für  die  Leistungsfähigkeit  unserer  Eisenbahntruppe.


Jeder  Einsichtige  muß  anerkennen,  daß  die  Eisenbahn
  für  die  Entwickelung  der  Kolonie  eine  Nothwendigkeit
  ist;  sie  allein  giebt  die  Möglichkeit,  eine
Anlage  von  Minen  zu  gestatten  und  die  gewonnenen
Produkte  absatzfähig  zu  machen.  Es  ist  dies  sofort

 

aus  der  Thatsache  ersichtlich,  daß  der  Preis  für
50  kg  Gewicht  nach  Windhoek  durch  Frachtwagenbeförderung
  25  Mark  beträgt,  mit  der  Eisenbahn
aber  nur  3,20  Mark  sein  wird.  In  letzterem  Falle
gebrauchen  die  Waaren  nur  den  9.  bis  10.  Theil
der  Zeit  zur  Beförderung.

Für  den  Molenbau  wird  mit  dem  im  August
fälligen  Woermanndampfer  das  Eintreffen  des  Baumeisters
  und  der  ersten  Materialien  erwartet.  Der  Ausführung
  des  Baues  selbst  sieht  man  nicht  nur  hier
sondern  auch  in  englischen  Regierungskreisen  der
Kapkolonie  mit  großer  Spannung  entgegen.

Wiederholt  bin  ich  während  meines  Aufenthalts
in  Kapstadt  von  dem  Gouverneur  und  den  Herren
seiner  Umgebung  um  Information  über  die  herzustellende
  Anlage  gebeten  worden.

–  —  —

Rus  dem  Pereiche  der  Wilssivnen  und
der  Ankiskhlaverei-Bewegung.

In  den  Krankenhäusern  des  Frauenvereins  für
Krankenpflege  in  den  Kolonien  in  Deutsch-Ostafrika
sind  zur  Zeit  folgende  Schwestern  thätig:

in  Dar-es-Saläm:  Schwester  Hermine  Seif,
Schwester  Antonie  v.  Milewski  und  Schwester
Margarethe  Wiffler;

in  Tanga:  Schwester  Georgia  v.  Issendorf,
Schwester  Anna  Diesener  und  Schwester
Klara  Wagener.

Der  Gesellschaft  des  göttlichen  Wortes  zu  Steyl
(Holland)  ist  die  Genehmigung  ertheilt  worden,  zur
Ausbildung  von  Missionaren  für  Togo  und  Schantung
  eine  Niederlassung  in  St.  Wendel  zu  errichten.

Dem  „Missions-Freund“  entnehmen  wir  über  die
Mission  Berlin  1  Folgendes:

In  Ostafrika  ist  am  13.  Juli  die  Station  Kilabugi
  in  Ubena  (Wahehegebiet)  durch  die  Missionare
Gröschel  und  Priebusch  gegründet  worden,  während
Missionar  Bunk  mit  der  Auswahl  und  Gründung
einer  weiteren  Station  betrant  ist.

Im  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“  lesen
wir  Folgendes:

Das  dem  Stationsgehöft  in  Rutenganio  (Kondeland)
  dicht  benachbarte  Dörschen  Kibatata  ist  kürzlich
durch  Kauf  Missionseigenthum  geworden.  Dadurch
gewannen  die  Missionare  nicht  nur  Raum  zur  Ausbreitung
  der  Station,  sondern  den  nicht  zu  unterschätzenden
  Vortheil,  in  den  Augen  der  Eingeborenen
als  Herren  des  Landes  dazustehen.  —  Eine  gut
orientirende  Skizze  von  Rutenganio  und  Umgebung
läßt  uns  ahnen,  welch  bedeutende  Mühe  die  weiteren
Arbeiten  (Wege=  und  Wasserleitungsanlage)  verursacht
haben  mögen.  Das  auf  der  Skizze  vorgeführte  Land,
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        auf  dem  sich  die  neuen  Wege  kreuzen,  mißt  in  der
Länge  1  km,  in  der  Breite  600  m.  Die  Wege  sind
gerade  und  (wenn  auch  nur  in  ostafrikanischem  Sinn)
breit.  Br.  Meyer  ließ  sich  bei  ihrer  Anlage  nicht
nur  leiten  von  dem  Gedanken,  ungehindertes  Gehen
zu  ermöglichen,  sondern  von  dem  weitsichtigeren,  den
Verkehr  auf  die  Station  zu  leiten.

Um  die  dritte  große  Arbeit  der  letzten  Wochen,
die  Wasserleitungsanlage,  voll  würdigen  zu  können,
müssen  wir  die  genannte  Stationsskizze  näher  ansehen.
  Den  Mittelpunkt  derselben  bildet  naturgemäß
das  Christendörflein,  die  Stationsgebäude  (mit  den
nächstliegenden  Feldern  ein  Viereck  von  100:  200  m)
und  das  etwa  gleich  große  Landstück  des  früheren
Kibatata.  Dieser  Mittelpunkt  nun  wird  von  allen
Seiten  von  Grasland  umgeben,  durch  welches  die
erwähnten  neuen  Wege  führen,  die  in  ihrer  Gesammtheit
  eine  Länge  von  3  km  haben  dürften.  Im
Norden  wird  das  ganze  Grasland  (eine  kleine  Hochebene)
  vom  Thal  des  Kalabaches,  im  Süden  von
einem  nicht  benannten  Wasserlauf  begrenzt.  Das
Wasser  dieses  Kalabaches  nun  hat  Br.  Meyer  durch
das  Stationsland  bis  dicht  an  die  Missionsgebäude
herangeführt  und  unterhalb  der  Häuser  und  Felder
wieder  in  denselben  Bach  ausfließen  lassen  —  eine
anerkennenswerthe  Leistung,  denn  mit  ihren  Windungen
mißt  diese  Leitung  in  der  Länge  mehr  als  1  km.

Das  Christendörflein  vergrößert  sich.  Es  sind
jetzt  15  Hütten  da,  2  davon  für  Träger  und  Reisende.
  Eine  ganze  Menge  Leute  wollen  sich  anbauen
(vielfach  freilich  nur  von  dem  Verlangen  nach  Verdienst
  getrieben),  man  kann  aber  nicht  alle  aufnehmen.

 

Den  „Berichten  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“
  entnehmen  wir  den  folgenden  Jahresbericht
des  Missionsinspektors  Dr.  Schreiber  über  die
Thätigkeit  in  Südwestafrika  und  in  Neu-Guinea.

In  Deutsch-Südwestafrika  hat  das  Jahr
sehr  viel  Noth  und  Trübsal  gebracht.  Die  Rinderpest,
  von  deren  Auftreten  schon  vor  einem  Jahre
hier  berichtet  werden  mußte,  hat  ihren  entsetzlichen
Gang  durch  das  ganze  Hereroland  in  unglaublich
kurzer  Zeit  vollendet  und  einen  großen  Theil  der
Herero  zu  Bettlern  gemacht.  Im  Namalande  ist
sie  dagegen  viel  weniger  schlimm  aufgetreten,  was
wohl  an  dem  bedeutend  geringeren  Viehstande  liegt.
Aber  mit  dieser  einen  Plage  ist  es  nicht  genug  gewesen.
  Als  im  Hererolande  die  Leute  nun  nach
dem  Verlust  ihres  Viehes  doppelt  fleißig  gewesen
waren  mit  Garten=  und  Ackerbau,  da  kamen  die
Heuschrecken  und  fraßen  Alles  auf.  Und  damit  war
es  noch  nicht  genug,  ja  nun  kam  erst  die  allerschwerste
  Heimsuchung.  Eine  Fieberepidemie  so
schwer  und  so  allgemein,  wie  man  sie  dort  noch  nie
gesehen  hat,  hat  Tausende  von  den  Eingeborenen
dahingerafft  und  auch  von  unseren  Geschwistern  ist
kaum  ein  einziges  verschont  geblieben.  Nur  dies
war  der  Unterschied,  daß  die  Eingeborenen  wegen

 

744  —

ihrer  schlechten  Ernährung  der  Seuche  weniger
Widerstand  leisten  konnten  und  darum  in  so  großer
Zahl  dahingerafft  sind.  In  der  Angelegenheitlder
Reservate  für  die  Eingeborenen  sind  wir  nun  doch
insofern  einen  wichtigen  Schritt  weiter  gekommen,
als  die  Sache  durch  eine  kaiserliche  Verordnung  fest
geregelt  und  damit  der  Boden  geschaffen  ist,  auf
dem  nunmehr  solche  Reservate  gebildet  werden  können.
Außer  den  von  Gott  über  das  Land  verhängten
Strafgerichten  hat  uns  noch  eine  andere  von  Menschen
veranlaßte  böse  Sache  einen  ganz  unerwarteten
großen  Schmerz  bereitet.  Gerade  die  Gemeinde,  die
uns  in  den  letzten  Jahren  so  ganz  besonders  viel
Freude  gemacht  hat,  Franzfontein,  wurde  durch  einen
Aufstand  gegen  die  deutsche  Regierung  ganz  plötzlich
nicht  nur  in  zwei  feindliche  Parteien  zerrissen,  sondern
  geradezu  an  den  Rand  des  Unterganges  gebracht.
  Die  Veranlassung  dazu  waren  Zwistigkeiten
wegen  der  Häuptlingswürde.  Erst  nach  großen  Anstrengungen
  gelang  es,  des  Aufstandes  Herr  zu
werden;  Miss.  Riechmann  konnte  auch  noch  dazu
mithelfen,  die  Aufrührer  dahin  zu  bringen,  daß  sie
sich  den  Deutschen  ergaben.  Nur  200  Gemeindemitglieder
  sind  dem  Missionar  einstweilen  verblieben.


Aber  andererseits  hat  der  Herr  doch  allerlei
Segen  geschenkt.  Unter  den  Herero  hat  sich  infolge
der  schweren  Heimsuchung  durch  die  Rinderpest  doch
hie  und  da  entschieden  eine  größere  Empfänglichkeit
und  Zukehr  zum  Wort  Gottes  gezeigt,  wenn  auch
die  großen  Erwartungen,  die  man  im  Anfang  an
diese  Bewegung  knüpfte,  nicht  in  Erfüllung  gegangen
sind.  So  konnte  z.  B.  auf  einem  neuen  Filial,  das
zu  Okahandja  gehört,  Otjiruze,  eine  stattliche  Schaar
getauft  werden  in  einer  Kapelle,  die  die  Leute  selbst
erbaut  haben.  Auf  Otjihacnena  war  der  Besuch
von  Kirche  und  Taufunterricht  besser  als  je,  und
manche  alten  verhärteten  Sünder  kamen  zur  Bekehrung.
  Besonders  erfreulich  ging  es  auch  mit  der
Arbeit  unter  den  Bergdamara  voran.  Nicht  nur
wurden  auf  den  beiden  Stationen  Otjimbingue  und
Okombahe  und  auf  Tsumamas,  der  früheren  Station
von  Br.  Kremer  wieder  größere  Schaaren  von  Berg—
damara  in  die  Gemeinden  aufgenommen,  sondern  auch
auf  Gaub,  der  jetzigen  Station  Kremers,  haben  sich
etliche  Bergdamara  zur  Taufe  gemeldet,  die  Erstlinge
der  dortigen  Arbeit.

Ganz  besonders  wunderbar  hat  uns  aber  der
Herr  in  unserer  Ovambomission  im  letzten  Jahre
geführt.  Da  ist  es  durch  große  Nöthe  und  Gefahren
gegangen,  aber  das  Ende  war  ein  entschiedener  Fortschritt
  der  Arbeit.  Daß  dies  Gebiet,  was  das  Klima
betrifft,  unter  unseren  afrikanischen  das  bedenklichste
ist,  das  mußten  wir  auch  in  diesem  Jahre  erfahren.
Miss.  Wulfhorst  mußte  mit  seiner  Frau  das  Land
verlassen  und  kam  schwerkrank  im  Hererolande  an.
Gut,  daß  Miss.  Ickler  inzwischen  im  Ovambolande
eingetroffen  war  und  die  Station  Omupanda  übernehmen
  konnte.  Dieser  junge  Bruder  hatte  zum
        <pb n="887" />
        Glück  im  Hererolande  das  Impfen  der  Ochsen  gelernt,
  und  so  konnten  die  Brüder  im  Ovambolande
damit  beginnen.  Die  Rinderpest  war  nämlich  auch
hier  im  Anzuge  und  brachte  für  unsere  Geschwister
noch  eine  ganz  besondere  Gefahr  mit  sich  wegen  des
bekannten  argen  heidnischen  Aberglaubens  der  Cvambo.
Weil  gerade  kurz  vorher  auch  drei  Vornehme  plötzlich
gestorben  waren,  so  suchte  man  Beides,  diesen  Todessall
  und  das  Kommen  der  Rinderpest,  den  Missionaren
  zur  Last  zu  legen,  und  es  erhoben  sich
Stimmen  im  Volke,  die  ihren  Tod  verlangten.  Nun
kam  die  Rinderpest  wirklich.  Wer  nun  Vertrauen
zu  den  Missionaren  hatte,  wie  der  Häuptling  Uejulu
und  manche  Anderen,  der  ließ  sein  Vieh  von  den
Missionaren  impsen.  Die  anderen  Heiden  versuchten
es  dagegen  mit  ihrer  Zauberei.  Als  nun  aber  die
Pest  unter  allen  nicht  geimpften  Thieren  ihr  grausiges
Werk  in  kurzer  Zeit  vollbrachte,  dagegen  von  den
geimpften  Thieren  nur  ganz  wenige  starben,  da  gab
es  einen  gewaltigen  Umschwung  im  ganzen  Volke  zu
Gunsten  der  Missionare.  „Die  sorgen  nicht  nur
für  uns,  sondern  auch  für  unser  Vieh;  die  können
nicht  nur  Menschen,  sondern  auch  die  Ochsen  am
Leben  erhalten!“  so  hieß  es  nun.  Außerdem  aber
hatte  das  Impfen  große  Massen  von  Leuten  zum
ersten  Mal  mit  den  Missionaren  bekannt  gemacht
und  mit  Vertrauen  zu  ihnen  erfüllt.  Dazu  kam,
daß  die  Getauften,  unter  ihnen  auch  die  Erstlinge
der  neuen  Station  Ondjiva  oder  Onanjama,  sich  in
der  Zeit,  da  man  ihnen  sammt  den  Missionaren  ans
Leben  wollte,  trefflich  gehalten  und  einen  festen
Glauben  bewiesen  hatten.  Alles  das  hat  zusammengewirkt,
  um  uns  auch  im  Ovambolande  eine  schöne
Thür  unter  dem  Volke  aufzuthun.  Darum  haben
wir  denn  auch  gemeint,  unbedingt  einen  weiteren
Bruder  dahin  senden  zu  müssen.  Vielleicht  wäre
gerade  hier  auch  die  Arbeit  eines  Missionsarztes
besonders  am  Platze.  Gott  Lob,  hat  sich  denn  auch
schon  wieder  ein  weiterer,  der  fünfte  Missionsarzt,
bei  uns  gemeldet.  Noch  eins  möchte  ich  hier  erwähnen,
  das  mir  nicht  unwichtig  erscheint.  Es  ist
dem  Br.  Stahlhut  gelungen,  worauf  wir  schon
länger  gedrungen  hatten,  eine  andere  Art  des  Hausbaues
  einzuführen,  wie  sie  sicherlich  für  das  dortige
Klima  viel  besser  paßt,  nämlich  so,  daß  das  Haus
auf  Pfählen  steht  und  also  nicht  unmittelbar  auf
dem  Boden

In  Neu--Guinea  müssen  wir  dem  Herrn
dankbar  sein,  daß  auch  dies  Jahr  wieder  ohne  neue
Todesfälle  vorübergegangen  ist.  Aber  allerdings
nicht  ohne  Verluste.  Der  Br.  Holzapfel,  den  wir
vor  zwei  Jahren  als  Zimmermann  dahin  gesandt
hatten,  hat  wegen  schwerer  Fieber  das  Land  verlassen
  müssen.  Außerdem  erwarten  wir  die  Geschw.
Bergmann  schon  wieder  hier  und  auch  Schw.
Hoffmann  wird  wohl  bald  kommen  müssen.  (Miss.
Hoffmann  ist  inzwischen  mit  seiner  Frau  eingetroffen,
  ebenso  Geschw.  Bergmann.)  Wir  müssen
uns  noch  immer  mehr  dorau  gewöhnen,  daß  es  eben

745

 

—.—

auf  Neu-Guinea  für  Europäer  unmöglich  ist,  länger
als  einige  Jahre  hintereinander  im  Lande  zu  verweilen.
  Manche  unserer  Freunde  sind  schon  lange
ungeduldig  geworden,  daß  in  Neu-Guinea  noch  immer
keine  Papuas  getauft  seien.  Aber  wenn  man  genau
weiß,  wie  die  Dinge  liegen,  wenn  man  zum  Beispiel
bedenlt,  daß  Br.  Hoffmann,  der  doch  auf  Bogadjim
am  weitesten  in  der  Erforschung  der  Sprache  gekommen
  ist,  erst  kürzlich  voller  Freude  darüber  berichtete,
  daß  es  ihm  nun  endlich  gelungen  sei,  ein
Wort  für  „Sünde“  zu  finden,  dann  begreift  man,
daß  wir  wahrlich  noch  keine  Bekehrungen  erwarten
dürsen.  Wir  haben  im  letzten  Jahre  die  beiden
Brüder  Kunze  und  Frobenius,  beide  mit  ihren
Frauen,  wieder  hinaus  gesandt.

Der  gleichen  Zeitschrift  entnehmen  wir  noch,  daß
die  Missionare  Simon,  Kuhlmann,  Berger  und
Tönjes  nach  Südwestafrika  abgereist  sind,  daß  die
Missionare  Bergmann  und  Hoffmann  in  Deutsch-Neu-Guinea
  angekommen  sind  und  daß  der  Missionsinspektor
  Dr.  Schreiber  sich  auf  einer  Dienstreise
  nach  Sumatra  befindet.

 

RAus  fremden  MRolonien.

Französisches  Rolonialdudget  für  1899.

Das  französische  Budget  für  1899  sieht  eine
Ausgabe  von  85  957  600  Frcs.  für  koloniale  Zwecke
vor.  Im  Vorjahre  waren  91  633  540  Frcs.  eingestellt.
  Nach  den  Angaben  des  Budgets  ist  aber
eine  starke  Ueberschreitung  der  vorgesehenen  Ausgabe
wahrscheinlich,  da  für  Madagaskar  mangels  der
nöthigen  Unterlagen  nur  18  381  000  Frcs.  eingestellt
sind,  während  mindestens  26  Millionen  erforderlich
sein  werden.  Im  Ganzen  gliedern  sich  die  Ausgaben
  folgendermaßen:

Gemeinsame  Ausgabe  .  2½  Mill.  Fr.
Ausgaben  für  Civilverwaltung  13
-  -  Militärverwaltung.  61
-  Gefängnisse  und
Deportation  ..

n
u  n

9  „„

——  ——  —  —

Bandel  Mozambiques  im  Jahre  1897.*)
Es  betrugen:

1897
die  Einfuhr  die  Ausfuhr
Reis  **)  Mark  Reis  Mark
683  204  110  =  2277  347  722  570  011  =  2  40  590
1896
520  591  542  =  1755  305  356  511  061  =  1  188  370

1895
571  805  401  =  1  906  018  222  735  322  =  742  451
Die  Zahlen  für  1897  lassen  einen  bedeutenden
Aufschwung  der  Einfuhr  und  der  Ausfuhr  vermuthen,

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  421.
*“)  Darunter  portugiesische  Einfuhr  191  365  215  Reis.
        <pb n="888" />
        welcher  aber  den  Thatsachen  nicht  entspricht.  In
beiden  Werthen  sind  bedeutende  Geldbeträge  ein—
geschlossen,  die  anläßlich  der  Münzumwandlung  zu
Anfang  des  Jahres  1897  von  der  Portugiesischen
Bank  in  Mozambique  ein-  und  ausgeführt  worden
sind.  Von  der  Einfuhr  sind  aus  diesem  Grunde
etwa  150  Kontos  in  Abzug  zu  bringen,  von  der
Ausfuhr  400  Kontos,  welche  in  gestempelten  Rupien
in  der  Bank  gelegen  hatten  und  zwecks  Einschmelzung
nach  Lissabon  gesandt  wurden.  Danach  stellen  sich
die  Werthe  für  das  Jahr  1897,  wie  folgt:

Einfuhr  Ausfuhr

Reis  Mark  Reis  Mark
533  204  110  =  1777347  322  570  011  =  1075  23

Einfuhrwaaren  für  Parapato  werden  in  Mozambique
  verzollt,  die  ausgeführten  Erzeugnisse  werden
aber  größtentheils  in  Parapato  selbst  verzollt.  Man
muß  daher,  um  ein  richtiges  Bild  der  Handelsverhältnisse
  in  beiden  Plätzen  zu  erhalten,  noch  etwa
100  Kontos  auf  die  Ausfuhrwerthe  schlagen,  so  daß
sich  ergeben  für:

die  Einfuhr  die  Ausfuhr
Reis  Mark  Reis  Mark
533  204  110  =  1777  317  422  570  011  =  1  408  566

Diese  Zahlen  stehen  im  richtigen  Verhältniß  zu
der  vorjährigen  Ernte.

Die  Erdnußernte  war  in  Parapato  reichlicher
als  im  Jahre  1896.  Es  wurden  etwa  50  000  Sack
angebracht  gegen  30  000  im  Jahre  1896,  dagegen
blieb  die  Anfuhr  in  Mozambique  mit  10  000  Sack
gegen  das  Vorjahr  zurück  und  erreichte  nur  etwa
20  000  Sack.  Letzterer  Ausfall  ist  hauptsächlich
kriegerischen  Expeditionen  der  Regierung  im  März
und  April  1897  zuzuschreiben.  Nach  Beendigung
dieser  in  der  Hauptsache  für  die  Regierung  günstig
verlaufenen  Operationen  wurden  verschiedene  kleinere
Militärstationen  einige  Meilen  ins  Innere  vorgeschoben,
  in  deren  Weichbild  sich  die  handeltreibenden
Inder  ansiedeln  müssen,  während  sie  früher  sich  unbehindert
  in  den  günstigsten  Handelscentren  niederlassen
  durften.  Diese  Neuerung  hat  dem  Handel
sehr  geschadet,  zumal  die  Neger  dem  Vordringen  der
portugiesischen  Herrschaft  in  das  Innere  feindlich
gegenüberstehen.

Die  Ausfuhr  von  Sesamsaat  ist  beträchtlich
zurückgegangen.  Im  Jahre  1896  betrug  sie  noch
15  000  Sack,  im  Jahre  1897  sind  nur  3000  Sack
angebracht  worden.  Sesam  wird  vorzugsweise  im
Norden  des  Distrikts  gebaut.  Die  indischen  Händler,
welche  in  den  kleinen  nördlichen  Küstenplätzen  Handel
treiben,  mußten  sich  auf  Regierungsbefehl  aus  diesen
zurückziehen,  da  man  keinen  Verkehr  dulden  wollte
an  Plätzen,  wo  die  Regierung  keine  Behörden  besaß.
Inzwischen  hat  man  nur  einen  weniger  wichtigen
Platz  an  der  Membabai  wieder  freigegeben,  während
alle  übrigen  in  früheren  Jahren  einen  regen  Handel
bekundenden  Pläte  jetzt  für  den  Verkehr  geschlossen
sind.  Theilweise  werden  die  Neger  des  Hinterlandes

746

 

den  Anbau  von  Saat  aufgegeben  haben,  theilweise
mögen  die  nahe  am  Lurifluß  wohnenden  Stämme
ihre  Erzeugnisse  in  das  benachbarte  Gebiet  der
Nyassa-Gesellschaft  gebracht  haben,  welches  mit  seinen
gertngeren  Zollsätzen  dem  Handel  ein  günstiges  Feld
bietet.

Die  Ausfuhr  von  Gummi  elasticum  ist  fast
um  50  pCt.  zurückgegangen.  Dieser  Ausfall  ist  außer
auf  andere  Ursachen  auch  auf  das  rücksichtslose  Ausbeutungssystem
  der  Neger  zurückzuführen.  Fast  75  pCt.
der  Gummiausfuhr  besteht  aus  sogenanntem  gekochten
Gummi,  dessen  Beschaffenheit  sich  von  Jahr  zu  Jahr
verschlechtert  hat,  so  daß  er  kaum  noch  einen  Werth
für  den  europäischen  Markt  besitzt.  Durch  einmüthiges
  Vorgehen  der  Inder  und  der  europäischen
Kaufleute  hofft  man  im  Jahre  1898  wenigstens  eine
gute  Beschaffenheit  zu  erhalten,  indem  jeder  nur
Gummi  in  einer  gewissen  Güte  kauft.

Grenadilleholz,  Schildpatt  und  Wachs
wurden  in  gewohnten  kleineren  Mengen  verschifft,
ohne  daß  sich  ein  Aufschwung  in  der  Ausfuhr  dieser
Erzeugnisse  bemerkbar  machte.

Mtama  und  Mais  wurden  reichlich  geerntet.
Mit  40  000  Sack  mag  die  Ernte  annähernd  richtig
geschätzt  sein,  wovon  die  Hälfte  im  Lande  verbraucht
wurde  und  die  andere  Hälfte  nach  Delagoabai,
Zanzibar  und  Bombay  zur  Ausfuhr  gelangte.

Ueber  den  Handel  des  Küstenplatzes  Ibo  mit
seinem  der  Nyassa-Gesellschaft  gehörenden  Hinterlande
fehlen  statistische  Zahlen.  Die  einzigen  in  Betracht
kommenden  Artikel  sind  Sesamsaat,  Gummi  und
Wachs.  Die  Ausfuhr  von  Sesamsaat  kann  auf
10  000  Sack  geschätzt  werden,  wovon  ein  größerer
Theil  jedenfalls  aus  dem  nördlichen  Mozambiquedistrikt,
  südlich  des  Luriflusses,  stammt.

Die  Ausfuhr  von  Gummi  elasticum  ist  zurückgegangen,
  augenscheinlich  zu  Gunsten  der  Südplätze
im  deutschen  Gebiet  Lindi  und  Milindani.

Im  Gebiet  der  Nyassa-Gesellschaft  ist  die  Ausfuhr
  gekochten  Gummis  verboten,  so  daß  in  dieser
Beziehung  der  Gummihandel  in  Ibo,  Lindi  und
Mikindani  auf  gleiche  Bedingungen  gestellt  ist.  Der
Ausfuhrzoll  in  den  deutschen  Plätzen  ist  aber  doppelt
so  hoch.  Wenn  trotzdem  die  Ausfuhr  in  Ibo  zu
Gunsten  der  anderen  Plätze  sinkt,  so  dürfte  dieser
Erfolg  den  besseren  Verkehrswegen  im  deutschen
Hinterlande  zuzuschreiben  sein.  .

Die  Ausfuhr  von  Wachs  in  Ibo  war  im  Jahre
1897  sehr  beträchtlich,  sie  erreichte  die  Höhe  von
2000  dz  und  bildete  damit  über  die  Hälfte  der  ausgeführten
  Werthe.

An  dem  Außenhandel  von  Mozambique  und
Parapato  im  Jahre  1897  war  Deutschland  betheiligt,
wie  folgt:

Einfuhr.
fuh  Mark
Baumwollenwaaren.  121  797
Gewehre  und  Patronen  59  671
Barkassen  .  69  147
        <pb n="889" />
        —  747

 

 

Mark

Perlen.  15  914
Möbel  10  497
Arzneien  138  403
Tabak  11  670
Getränke  6  421
Lebensmittel  1  780
Metallwaaren.  6  766
Papierwaaren.  4  106
Parfümerien  ...  2391
zusammen  einschließlich  anderer

Waaren  .  .  .  461643

Ausfuhr.
Mark

Erdnüsse  466  657
Sesamsaat  13  992
Gummi  elasticum  181  557
Ebenholz  8  976
Grenadilleholz.  6  783
Wachs  10  437
Schildpatt  9  765

zusammen.  698  167

Obige  Zahlen  umfassen  etwa  25  pCt.  der  gesammten
  Einfuhr  und  50  pCt.  der  Ausfuhr,  dagegen
mindestens  75  pCt.  des  Geschäfts,  an  welchem  Europäer
  betheiligt  sind.  In  der  Ausfuhr  bezeigten
französische  Häuser  besonderen  Eifer  und  vermochten
auch  einen  Theil  des  Geschäfts  sich  zu  sichern.
Die  deutsche  Einfuhr  hat  mit  461  643  Mark
einen  besonders  hohen  Stand  erreicht,  was  sich  durch
größere  Bezüge  der  Regierung  in  Deutschland,
namentlich  an  Arzneien,  Waffen,  kleineren  Dampfbooten
  u.  s.  w.  erklärt.

Die  allgemeine  Geschäftslage  hat  sich  nicht
gebessert.  Durch  die  hohen  Zollsätze  des  seit  1893
bestehenden  Tarifs  sind  dem  Handel  schwere  Fesseln
angelegt  und  die  europäischen  Kaufleute  den  indischen
gegenüber  in  Nachtheil  gebracht.  Der  Neger  kauft
fast  ausschließlich  die  spottbilligen  schlechten  Fabrikate,
die  der  indische  Kaufmann  in  seiner  Bedürfnißlosigkeit
mit  einem  ganz  geringen  Nutzen  abgiebt.  In  nicht
allzu  langer  Zeit  wird  der  Letztere  das  Geschäft
vollkommen  monopolisiren,  zumal  er  sich  die  wenigen
Artikel,  für  deren  Bezug  er  auf  Europa  angewiesen
ist,  direkt  kommen  lassen  kann.  Lediglich  die  finanziellen
  Verhältnisse  setzen  den  Europäer  in  den  Stand,
sich  noch  einen  gewissen  Platz  im  geschäftlichen  Verkehr
  zu  wahren,  bittere  Enttäuschungen  bleiben  ihm
aber  gewöhnlich  auch  nicht  erspart.  Die  Erfahrungen,
die  sich  aus  der  Handelsentwickelung  Mozambiques
ziehen  lassen,  lehren  mit  aller  Bestimmtheit,  daß  sich
das  europäische  Elemeut  nicht  neben  dem  indischen
zu  halten  vermag,  wenigstens  nicht  in  solchen  Distrikten,
wo  der  Handel  sich  meistens  durch  Austausch  von
Negerartikeln  gegen  Landeserzeugnisse  vollzieht.  Der
Inder  arbeitet  mit  derselben  Intelligenz  bei  den

 

geringsten  Lebensbedürfnissen  und  einer  größeren
Widerstandskraft  gegen  klimatische  Unbilden.

Der  Stillstand,  wenn  nicht  Rückgang  im  Handel
des  Distrikts  von  Mozambique  muß  hauptsächlich  den
fortwährenden  Unruhen  unter  den  Küstenstämmen
zugeschrieben  werden,  wodurch  die  friedlichen  Neger
im  Innern  zeitweise  verhindert  werden,  ihre  Erzeugnisse
  an  die  Handelsniederlassungen  an  der  Küste  zu
bringen.

Die  Geldver  hältnisse  der  Provinz  haben  sich
insofern  gebessert,  als  ein  einheitliches  Münzsystem,
das  portugiesische,  geschaffen  worden  ist.  Der  Kurs
folgt  jetzt  den  Lissaboner  Notirungen,  während  in
früheren  Jahren,  als  noch  ein  gemischtes  System
von  Rupien  und  portugiesischem  Silber  bestand,  der
indische  Kurs  mehr  oder  weniger  maßgebend  war.
Seit  Einführung  der  portugiesischen  Münzwährung
haben  sich  jedoch  für  den  Kaufmann  die  Schwierigkeiten,
  Rimessen  anzuschaffen,  sehr  gesteigert;  die
portugiesische  Bank  in  Mozambique  giebt  nur  Wechsel
auf  Lissabon  ab,  die  der  europäische  Kaufmann  ungern
  nimmt,  die  für  den  indischen  Händler  aber  ganz
unbrauchbar  sind.  Für  Wechsel  auf  Bombay  werden
unter  den  heutigen  Kursverhältnissen  bis  zu  15  péCt.
Aufgeld  bezahlt,  wodurch  der  Handel  natürlich  keine
Belebung  erfährt.

Die  Nyassa-Gesellschaft  (Companhia  de  Nyassa)
besitzt  das  Verwaltungsrecht  über  den  Cap  Delgadodistrikt.
  Während  Ibo,  der  Hafenplatz  des  Distriktes,
früher  noch  unter  direkter  portugiesischer  Verwaltung
stand,  ist  es  jetzt  der  Gesellschaft  überlassen  worden.
Die  Thätigleit  der  Gesellschaft  beschränkt  sich  lediglich
auf  die  Erhebung  der  Zölle  und  Verwaltung  des
umfangreichen  Gebietes  durch  wenige  Beamte.  Mit
dem  Bau  der  geplanten  Eisenbahn  nach  dem  Myassasee,
für  deren  Ausgangspunkt  die  als  Hafen  vorzüglich
geeignete  Pembabai  in  Aussicht  genommen  war,  hat
man  noch  immer  nicht  angefangen.  Die  Gesellschaft
bestand  bisher  aus  drei  verschiedenen  Finanzgruppen,
einer  englischen,  einer  französischen  und  einer  portugiesischen.
  Die  erstere  hat  jetzt  die  französischen  Ansprüche
  aufgekauft.

Der  Schiffsverkehr  hat  fast  ausschließlich  in
den  Händen  der  deutschen  Ostafrika-Linie  gelegen.
58  deutsche  Dampfschisse  von  151  036  Reg.-Tons
liefen  im  Jahre  1897  in  Mozambique  an,  dagegen
nur  31  französische  von  35  842  Reg.-Tons  und  16
britische  von  26  916  Reg.-Tons.  Der  Wettbewerb
vermochte  nur  einen  ganz  geringen  Theil  des  Frachtund
  Personenverkehrs  an  sich  zu  ziehen,  mindestens
5  desselben  fielen  den  deutschen  Dampfschiffen  zu.
Durch  Vermehrung  ihrer  Flotte  um  2  große  Dampfschiffe
  von  je  5000  Reg.-Tons  hat  die  deutsche  Ostafrika-Linie
  noch  mehr  festen  Fuß  gefaßt,  so  daß  sie
im  Jahre  1898  schon  einen  vierzehntägigen  Betrieb
durchführen  kann  und  damit  jedem  Wettbewerbe  gewachsen
  ist.

—
        <pb n="890" />
        —  748

Bandel  Beiras  im  Jahre  1897.*)

Im  Laufe  des  verflossenen  Jahres  hat  die  geschäftliche
  Lage  Beiras  und  des  ganzen  Gebietes  der
Companhia  de  Moçambique  einen  bedeutenden
Ausschwung  erfahren,  was  größtentheils  dem  Weiterbau
  der  Eisenbahn  bis  an  die  Grenze  des  britischen
Gebietes  und  der  dadurch  erreichten  leichteren  und
sicheren  Beförderung  von  Waaren  und  Personen  nach
dem  Gebiete  der  britisch-südafrikanischen  Gesellschaft
zuzuschreiben  ist.  Beira,  das  bis  vor  Kurzem  kaum
mehr  als  500  Europäer  als  Einwohner  zählte,  hat
nach  der  Zählung  am  31.  Dezember  1897  979  Europäer,
  darunter  46  Deutsche,  serner  362  Inder,
Chinesen  und  Araber  und  2714  Neger,  also  im
Ganzen  4055  Einwohner.

Der  Haupthandel  besteht  in  der  Einfuhr  von
Waaren  und  deren  Weiterbeförderung  in  das  Innere.
Nach  der  vom  Zollamt  gemachten  Ermittelung  stellt
sich  der  Werth  der  Waareneinfuhr  im  Jahre  1897
auf  11  420718  Mk.,  und  waren  an  dieser  Einfuhr
betheiligt:

Mark

Portugal  und  seine  Kolonien  2  176  543

Deutschland  533  041
Frankreich  604  488
die  Niederlande  362  730
Großbritannien.  4  127  987
Indien  727  832
Natal  2  344  151
Zanzirben.  67  300
verschiedene  Plätze  Europas

und  Amerikks  324546
verschiedene  Plätze  Afrikas  152  100

Außerdem  wurden  hier  eingeführt  und  nach  dem
Gebiete  der  britisch-südafrikanischen  Gesellschaft  weitergeschafft:
  Waaren  im  Werthe  von  4  106  400  Mk.
und  im  Gewichte  von  ungefähr  5400  engl.  Tonnen,
an  deren  Einfuhr  die  obigen  Länder  ungefähr  in
gleichem  Verhältniß  betheiligt  waren.

Der  Ausfuhrhandel  ist  nur  gering  und  erstreckt
sich,  außer  auf  einige  wenige  Landeserzeugnisse,  auf
etwas  Elfenbein  und  auf  die  geringen  Mengen  des
bis  jetzt  in  den  Bergwerken  des  Manicalandes  gewonnenen
  Goldes.  Der  Gesammtwerth  der  Ausfuhr
ist  auf  567  317  Mk.  angegeben,  und  zwar

kg  Mark

Wachs  14  312=  25  651
Kautschuk.  9  853-—  30  654
Elfenbein.  2  588  =  36  132
Godlll.  60  =  156  000
Gold  in  Münzen  260  343
verschiedenes  58  537

hiervon  gingen  für  22  000  Mk.  nach  Deutschland.

Im  Laufe  der  Zeit,  sobald  die  Verkehrswege,
Landungsverhältnisse  und  Beförderungsmittel  noch
besser  und  billiger  geworden  sind,  und  vor  Allem,
sobald  die  Eisenbahn  nach  Salisbury  und  Buluwayo,

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1898,  S.  450.

 

dem  Hauptplatzdes  Gebietes  der  britisch-südafrikanischen
Gesellschaft,  fertiggestellt  sein  wird,  dürfte  sich  der
Handel  noch  um  ein  Bedeutendes  ausdehnen.

In  den  Hafen  von  Beira  liefen  während  des
verflossenen  Jahres  237  Schiffe  ein,  und  zwar  200
Dampf=  und  37  Segelschiffe  von  zusammen  282  640

Reg.-Tons.  Nach  der  Nationalität  vertheilen  sich
diese  Schiffe,  wie  folgt:
Dampfschiffe.
Ladung
engl.
Anzahl  Reg.-Tons  Tonnen  Personen
britische  102  128  006  34  510  2592
deutschh.  56  84  821  11  851  2  107
französische  42  53783  2860  714
Segelschiffe.
britische  16  3661  3946  —
schwedische  und  ·
norwegische  15  8318  9542  —
deutsche  2  1240  1887  —
russische  1  936  1  200  —
dänische  1  461  550—
französische  2  1  414  1950  —

Die  ausgeführten  Erzeugnisse  sind  größtentheils
von  deutschen  Dampfschiffen  verladen  worden,  ebenso
sind  die  meisten  der  im  letzten  Jahre  von  Beiro
abgereisten  Personen  mit  deutschen  Damnpsschiffen
gefahren.

In  regelmäßiger  Fahrt  besuchten  Dampsschife
folgender  Gesellschaften  den  Hafen:

Deutsche:  Deutsche  Ostafrika-Linie.  »

Britische:CastleMailPaoketCaLtCOekk
zwei  Monaten),  Union  Steam  Ship  Co.  Ltd.  (set
zwei  Monaten),  Union  Clan  Steam  Ship  Co.
Bullard  King  (King  and  Sons),  British  Indis,
Rennie  Line.

Französische:  Messageries  Maritimes,  Chargeurs
Runis.

Durch  die  Beira  Railway  Comp.  wurden  während
des  Jahres  5  398  344  engl.  Tonnen  nach  dem  Gebiete
  der  britisch-südafrikanischen  Gesellschaft  befördert.

Die  Einnahmen  des  Zollhauses  ergaben
1464  930  Mk.,  davon  an  Eingangszoll  1170  590  Ml.

Die  Mehreinnahmen  gegen  1896  betragen
659  470  Mk.

Die  Eisenbahn  ist  jetzt  bis  Massikessi,  der
Grenzstation  der  Companhia  de  Mogambiqus
fertiggestellt,  eiwa  208  engl.  Meilen.  Die  Unternehmer
  hoffen  Mitte  Februar  die  ganze  Strecke  bis
Umtali  dem  Verkehr  übergeben  zu  können.  Die
Kosten  der  Waarenbeförderung  ins  Innere  ergeben
sich  aus  folgender  Aufstellung:

Beira—Massikessi  für  die  Tonne  von  2000  Pfund
engl.  Gewicht  oder  40  Fuß  Maß  nach  Wahl  der
Eisenbahn  10  Pfund  Sterl.  5  Schilling.  Ochsenwagenfracht
  für  die  Tonne  von  2000  engl.  Pfund.
Massikessi—Umtali  10  Pfund  Sterl.,  Umtali—Salü-
        <pb n="891" />
        bury  20  Pfund  Sterl.  Für  die  Strecke  von  Massikessi—
  Umtali  sind  während  vier  Monate  20  Pfund
Sterl.  bezahlt  worden  und  für  Umtali—Salisbury
im  Verhältniß.

Geldverhältnisse.  Es  bestehen  die  Bank  of
Africa  Ltd.  und  die  Standard  Bank  of  South
Africa  Ltd.  Als  Geld  laufen  portugiesische  und
englische  Münzen  um;  britische  Noten,  d.  h.  Noten
der  in  Beira  ansässigen  Banken,  werden  zum  Nennwerth
  angenommen,  während  Noten  anderer  Banken
verschiedene  Abzüge  kosten.  Der  Kurs  des  portugiesischen
  Geldes  ist  großen  Schwankungen  unterworfen.
  Während  die  Regierung  das  Pfund  Sterl.
auf  4500  Reis  festgesetzt  hat,  stellt  sich  der  Kurs
W*]  auf  6000  bis  6300  Reis  und
öher.

Lohnverhältnisse.  Weiße  Handwerker  können
bis  zu  20  Mk.  per  Tag  verdienen,  Eingeborene  erhalten
  2  Pfund  Sterl.  per  Monat  und  mehr,  zahlbar
Ende  eines  jeden  Monats  entweder  in  Gold  oder
in  portugiesischem  Silber  zum  Kurse  von  6000  Reis
per  Pfund  Sterling.

Bergwerke.  Der  Distrikt  um  Massikessi  herum,
vor  allen  Dingen  die  sogenannte  Penhalongabergkette,
ist  reich  an  Gold,  alluvialem  sowohl  als  mit  anderen
Mineralien  verbundenem.  Die  chemische  Verbindung
der  goldtragenden  Erze  ist  aber  eine  solche,  daß  nur
mit  Hülfe  von  größeren  Maschinenanlagen  das  reine
Gold  gewonnen  werden  kann.  Bis  jetzt  wird  nur
auf  einer  Grube  gearbeitet,  die  kürzlich  das  erste
größere  Stampfwerk  (10  Stempel)  in  Arbeit  gesetzt
hat.  Das  Ergebniß  der  Tonne  ist  bis  jetzt  etwas
mehr  als  eine  englische  Unze  und  der  monatliche
Ertrag  etwpa  300  Unzen;  mit  dem  neuen  Stampfwerk
  hofft  man  jedoch  das  Vierfache  zu  erzielen.
Im  Manicalande  sind  im  Ganzen  ungefähr  1600
Abbauberechtigungen  ertheilt,  größtentheils  an  Briten
und  Franzosen.  Sämmtliche  anderen  Gruben  haben
jedoch  noch  keine  Stampfwerke  aufgestellt  und  werden
hiermit  wohl  erst  anfangen,  sobald  die  COompanhia
de  Mogçambique  ordentliche  Besitztitel  und  Claims
ausgiebt,  was  bis  jetzt  noch  nicht  geschehen  ist.

Ackerbau  wird  nur  von  Negern  betrieben,  die
aber  auch  nur  das  für  ihren  Unterhalt  Nothwendigste
bauen,  nämlich  Hirse,  Mais,  Reis,  Yams  u.  s.  w.
Für  Europäer  ist  das  Land  nicht  gesund  genng.
Vielleicht  gedeihen  in  dem  noch  nicht  aufgeschlossenen
Gorongosidistrikt,  der  gesünder  sein  soll,  Kaffee  und
Zucker,  doch  sind  bislang  nur  einzelne  Versuche  mit
mäßigem  Erfolge  angestellt  worden.

Jabresbericht  von  Lagos  für  das  Jahr  1897.
(Vergl.  Kolonialblatt  18398,  S.  89.)

Die  Einkünfte  der  Kolonie  werden  mit  177  120  L.
gegen  179745  2&amp;amp;  im  Vorjahre  nachgewiesen.  Die
rasche  Steigerung  der  Einkünfte  von  1892  mit
68  421  &amp;amp;  auf  179  7145  in  1896  hat  damit  ihr

749

 

Ende  erreicht.  Der  Bericht  hält  diese  Erscheinung
jedoch  nur  für  eine  vorübergehende  und  führt  sie
neben  der  durch  die  Ereignisse  im  Hinterlande  bedingten
  politischen  Unsicherheit,  namentlich  auf  die  im
Berichtsjahr  herrschende  Trockenheit  zurück.

Die  Ausgaben  betrugen  182  669  K—  gegen
168  445  &amp;amp;  im  Vorjahr.  Die  Steigerung  ist  bedingt
  durch  die  Anschaffung  einer  neuen  Gouvernements-Yacht.
  Die  Gesammtaktiva  der  Kolonie  haben
sich  hiernach  von  65  417  #E  auf  60  731  2  verringert.


Die  Einlagen  in  der  Gouvernements-Sparkasse
betrugen  13  230  K  gegen  9248  im  Vorjahre.  Die
Zahl  der  Einlagen  hat  sich  auf  716  gehoben.  Daneben
  besteht  noch  eine  segensreich  wirkende  Zweigniederlassung
  der  Bank  of  British  West  Africa.

Die  Schutztruppe,  genannt  the  Haussa  Force
bestand  aus  814  Offizieren  und  Mannschaften.  Sie
findct  ihre  Verwendung  zum  Wesentlichen  im  Hinterlande
  und  erforderte  eine  Ausgabe  von  23  069  K.
Polizeidienste  werden  seit  Gründung  einer  eigenen
Polizeitruppe  von  derselben  nicht  mehr  verlangt.
Die  letztere  zählt  382  Köpfe  und  hat  bei  einem
Aufwand  von  11  223  2  allen  Erwartungen  entsprochen.


Die  Eisenbahn  in  Verbindung  mit  den  Brücken
zwischen  der  Stadt  Lagos  und  der  Insel  Iddo  und
dem  Festland  bei  Ebute  Metta  machte  rasche  Fortschritte.
  Auf  25  englische  Meilen  liegen  die  Schienen,
und  bis  Ende  dieses  Jahres  soll  Abeokuta  erreicht
sein.  Die  Aufnahme  einer  weiteren  Schuld  von
525  000  —  durch  die  Kolonie  hat  die  Königliche
Genehmigung  erhalten.

Die  Landvermessung  durch  öffentliche  Behörden
ist  energisch  in  Angriff  genommen  worden.  Vorzügliche
  Karten  sind  in  Ausführung.  Gleichzeitig
wurde  gegen  den  Uebelstand  der  unkontrollirten
privaten  „Landvermesser“  energisch  vorgegangen.

Die  Expedition  in  das  Innere  erforderte  die
Anlage  eines  Telegraphen  nach  Saki,  eine  Seitenlinie
  ist  bis  Jebba  am  Niger  geführt  worden.  Die
Unterhaltungskosten  werden,  soweit  die  Linie  innerhalb
  der  Kolonie  liegt,  von  der  Kolonie  getragen.
Sie  sind  auf  4513  K  jährlich  geschätzt.

Eine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit  wurde  im
Interesse  des  Handels  den  Wegen  und  Wasserstraßen
  geschenkt.

Import  und  Export.  Der  Werth  der  Einfuhr
  betrug  770  510  K  gegen  901  474  L  im  Vorjahre.
  Davon  kamen  aus  dem  Vereinigten  Königreich
574937  &amp;amp;  und  Deutschland  165  912  E.  Der
Hauptausfall  war  in  Leinen=  und  Seidenwaaren.
Daneben  nahm  der  Import  von  Spirituosen  bei
einer  Gesammtmenge  von  1  218918  Gallonen  um
weitere  5157  Gallonen  ab.

Der  Export  von  Gummi  ist  von  6  484  365  Pfd.
auf  4  458  327  Pfd.  zurückgegangen.  Die  Veranlassung
  wird  in  dem  vielfach  getriebenen  Raubbau
  gefunden.  Palmöl  wurden  1  858  968  Gallonen
        <pb n="892" />
        gegen  3  154  333  Gallonen  im  Vorjahr  ausgeführt.
Auch  die  Ausfuhr  von  Palmkernen  ist  zurückgegangen;
beides  infolge  der  Trockenheit.  Dagegen  hat  der
Anbau  von  Kakao  und  Kaffee  Fortschritte  gemacht.
Mahagoniholz  im  Werthe  von  6292  2  ist  zum
ersten  Mal  zur  Ausfuhr  gekommen.

Die  Bevölkerung  der  Kolonie  wird  auf  50  000
geschätzt.  Die  letzte  Zählung,  1891,  ergab  33  000.
Die  Zahl  der  Europäer  beträgt  ca.  250.  Es  starben
im  Laufe  des  Jahres  23,  im  Durchschnittsalter  von
nur  34  Jahren.

Die  Erziehung  der  Jugend  erfolgt  ausschließlich
durch  die  verschiedenen  Missionsgesellschaften.  Es
wird  sehr  bedauert,  daß  mehr  und  mehr  bei  den
Eingeborenen  die  Anschauung  Geltung  bekomme,  daß
Handarbeit  nicht  so  ehrenvoll  sei,  wie  eine  Thätigkeit
  als  Angestellter  des  Gouvernements  oder  der
Kaufleute.

Im  Hospital  wurden  794  Fälle  behandelt,  darunter
  130  Fieberfälle.  Es  starben  im  Ganzen  109.
Im  Hospital  für  ansteckende  Krankheiten  kamen  68
Fälle  zur  Behandlung,  darunter  46  Fälle  von  Lepra
und  Pocken.  Es  starben  10.  In  den  vier  Städten
der  Kolonie,  Lagos,  Badagry,  Lecki  und  Epe,
wurden  23  270  Personen  geimpft,  meist  mit  Erfolg.

Sierra  Leone  im  Jahre  1397.
(Vergl.  Kolonialblatt  1898,  S.  34.)

Die  Gesammteinnahmen  betrugen  106009  T  gegen
97  109  &amp;amp;  im  Vorjahre.  Die  Ausgaben  bezifferten
sich  auf  111  678  .  Einer  Zusammenstellung  der
Einnahmen  und  Ausgaben  der  letzten  10  Jahre  ist
zu  entnehmen,  daß  die  entsprechenden  Zahlen  des
Jahres  1888  waren  63  035  K  und  63  288  K.

Die  Gesammtaktiva  sanken  infolge  des  Defizits
auf  14  046  .  Die  öffentliche  Schuld  von  restlichen
25  000  T  sollte  im  Juni  d.  Is.  aus  den  Mitteln
des  Amortisationsfonds  zur  Zahlung  gelangen.  Die
bereits  genehmigte  Eisenbahnanleihe  von  150  000  1
ist  noch  nicht  ausgenommen  worden.

Der  städtische  Gemeinderath  besteht  aus  einem
Bürgermeister  und  11  Räthen.  Die  Komminal-=verwaltung
  hatte  3533  &amp;amp;  Einnahme  und  4135  4
Ausgabe.  Das  Defizit  wurde  aus  früheren  Ueberschüssen
  gedeckt.

Die  militärische  Besatzung  bestand  aus  1  Abtheilung
  Royal  Artillery,  1  Eingeborenen-Batterie
der  West  African  Artillery,  1  Abtheilung  Festungsingenieure
  und  1  Bataillon  des  West  India  Regiments.
  Die  Kosten  trägt  das  Mutterland.  Die
neben  dieser  Besatzung  bestehende  Grenzwachmannschaft
  wurde  um  50  Köpfe  auf  574  vermehrt.

Für  öffentliche  Arbeiten  wurden  8933  T  gegen
6606  4  im  Vorjahre  ausgegeben.

An  Pensionen  hatte  die  Kolonie  3314  L  gegen
3513  E  im  Vorjahre  zu  zahlen.

750

 

Die  Anzahl  der  registrirten  Geburten  betrug
1241,  die  der  Todesfälle  1664.  Die  Zahl  der
Christen  wird  wie  im  Vorjahre  mit  42  000  angegeben.
  An  Schulen,  im  Wesentlichen  Missionsschulen,
  waren  72  vorhanden.  Die  Schülerzahl
betrug  7312  gegen  6850  im  Vorjahre.  An  Staatsunterstützungen
  (Grants)  wurden  1444  K  gezahlt
gegen  1345  #&amp;amp;  im  Vorjahre.  Auch  in  diesem  Jahre
fand  eine  Preisausstellung  von  Schülerarbeiten  statt.

Der  Import  hatte  einen  Werth  von  457  389
gegen  494  688  L  in  1896.  Den  größten  Ausfall
zeigte  der  Import  von  Leinenwaaren  mit  15  000  (.
Das  vereinigte  Königreich  führte  für  377  508  k,  die
britische  Kolonie  für  6097  und  das  Ausland  für
73784  ein.  Die  Zollabgaben  brachten  87  093  1.
gegen  79  328  L  in  1896.  Die  Steigerung  der  Zolleinnahmen
  ist  darauf  zurückzuführen,  daß  der  Werthzoll
  von  7½  auf  10  pCt.  erhöht  wurde,  und  daß,
nachdem  infolge  der  Zollerhöhung  auch  Spirituosen
auf  3  Schilling  noch  unter  dem  alten  Zollsotz  größere
Mengen  eingeführt  worden  waren,  nach  Aufbrauch
dieser  sich  erneut  ein  größerer  Bedarf  geltend  machte.

Der  Werth  des  Exports  war  400  748  K  gegen
449  033  L  im  Vorjahre.  Die  Abnahme  wird  zum
Theil  darauf  zurückgeführt,  daß  weniger  Produkte
aus  dem  Gebiet  von  Französisch-Guinea  nach  Freetown
  kamen.  Fast  die  Hälfte  des  Exports  ging  ins
Ausland.  4

Einer  10  jährigen  Statistik  ist  zu  entnehmen,  daß
1888  der  Werth  der  Einfuhr  250  147  K  betrug  und
mit  494  000  Kf  in  1896  den  höchsten  Stand  erreichte,
während  der  Export  1888  mit  339  043  P  und  in
1891  mit  der  Hoöchstsumme  von  477  656  K  nachgewiesen
  wird.

Der  gesammte  ein=  und  ausgehende  Schiffsverkehr

betrug  1  084745  Tons.

Die  neue  Eisenbahnlinie  ist  für  Materialtrans-=porte
  auf  111/  englische  Meilen  eröffnet.  Bis
August  d.  Is.  sollte  Songo  Town  erreicht  werden.
Von  den  beim  Eisenbahnbau  beschäftigten  Europäem
ist  nur  einer  gestorben.

Perschiedene  Mittheilungen.

Rheinische  Handes-  plantagengesellschaft.

Nach  dem  Berichte  der  Rheinischen  Handei-Plantagengesellschaft
  über  ihr  zweites  Geschäftsjohr
hat  sie  auf  der  Pflanzung  Ngambo  bisher  331  000
Kaffeebäume  gepflanzt,  von  denen  250  000  angewachsen
  sind.  Sehr  störend  hat  sich  Regenmangel
fühlbar  gemacht.  Auf  der  Plantage  sind  etwa  180  ha
Urwald  geschlagen,  von  denen  110  mit  Kafsee  bepflanzt
  und  weitere  40  ha  in  Vorbereitung  sind.

—  —  —
        <pb n="893" />
        Stammbaum  der  Rönige  von  Samoa.

Im  „Internationalen  Archiv  für  Ethnographie“
1898  veröffentlicht  der  auf  Matapoo  in  Sawal##
(Samoa)  ansässige  W.  v.  Bülow  eine  längere  Abhandlung
  über  den  Stammbaum  der  Könige  von
Samog  auf  Grund  einheimischer  Ueberlieferungen.

 

Titteratur.

Heinrich  Abeken:  Ein  schlichtes  Leben  in  bewegter
  Zeit.  Berlin  1898.  E.  S.  Mittler  und
Sohn.  «

In  der  vorliegenden  Veröffentlichung  entwirft
die  Wittwe  des  Verewigten  an  der  Hand  seiner  Aufzeichnungen
  und  mit  Hülfe  ihrer  persönlichen  Erinnerungen
  ein  sehr  werthvolles  Bild  aus  dem  Leben
des  deutschen  Beamtenthums.  Abeken  war  noch  ein

Vertreter  des  aussterbenden  alten  Geschlechts  der

preußischen  Staatsdiener,  das  still  und  zurückgezogen

nur  seiner  Pflicht  lebte,  in  seinem  Berufe  völlig  aufging
  und  dabei  doch  allen  geistigen  und  künstlerischen

Bestrebungen  das  wärmste  Interesse  wahrte.  Das

große  Publikum  kennt  meist  kaum  die  Namen  dieser

Männer;  welche  Dienste  sie  aber  ihrem  Amte  und

dem  Vaterlande  geleistet  haben,  erfährt  Jeder,  der

sich  mit  der  Geschichte  Deutschlands  und  Preußens
eingehender  beschäftigt.  In  Bezug  auf  Abeken  hat

Reichskanzler  Fürst  Bismarck  wiederholt  es  ausgesprochen,

  welche  wichtigen  Dienste  er  ihm  verdankte.

Das  Buch  gewährt  eine  überaus  anregende  Lektüre.

–—––-Felix

  v.  Luschan:  Beiträge  zur  Ethnographie
des  abflußlosen  Gebiets  von  Deutsch-Ostafrika.
Berlin  1898.  H.  Peetel.

—.—  Fremder  Einfluß  in  Afrika  (Abdruck  aus
Westermanns  Monatsheften)  Braunschweig  1898,

—.—  Alterthümer  von  Benin  (Abdruck  aus  den
Verhandlungen  der  Berliner  anthropologischen
Gesellschaft)  1898.

Die  drei  Aufsätze  des  bekannten  Anthropologen
bringen  eine  Fülle  neuer  und  interessanter  Aufschlüsse.
  Der  ersterwähnte  enthält  eine  Bearbeitung
des  von  der  Irangiexpedition  gesammelten  ethnographischen
  Materials  unter  Heranziehung  und  Vergleichung
  der  aus  denselben  Gegenden  stammenden
Sammlungen  im  Berliner  Museum  für  Völkerkunde.
Die  an  letzter  Stelle  genannte  Arbeit  bringt  die
ersten  zuverlässigen  Angaben  über  Beschaffenheit,
Herkunft  und  Werth  des  erst  seit  wenigen  Jahren
zum  Vorschein  gekommenen  großen  Theils  durch
Konsul  Eduard  Schmidt  für  Deutschland  gesicherten
Beninbronzearbeiten.  Ganz  besonderes  Interesse  zu
erwecken,  sind  die  Untersuchungen  des  Verfassers,
über  den  fremden  Einfluß  in  Afrika,  geeignet.
Während  die  Forschung  bisher  annahm,  daß  die
Eingeborenen  des  Innern  Afrikas  von  enropäischem

 

751  —

Einfluß  so  gut  wie  unberührt  geblieben  seien,  und
hier  Stoff  zu  Studien  über  die  menschliche  Urgeschichte
  zu  finden  hoffte,  weist  v.  Luschan  nach,
einen  wie  tiefgreisenden  Einfluß  fremde  Kulturen
auf  Afrika  im  Laufe  der  Jahrhunderte  geübt  haben.

Deutscher  Kolonialkalender  und  statistisches
  Handbuch  für  1899.  Nach  anmtlichen
Quellen  bearbeitet  und  herausgegeben  von  Gustav
Meinecke,  Redakteur  der  Deutschen  Kolonialzeitung.
XI.  Jahrgang.  Berlin.  Deutscher  Kolonialverlag
(G.  Meinecke).

Der  Deutsche  Kolonialkalender  ist  ein  sehr
brauchbares  Hülfsmittel  für  alle  diejenigen,  welche
sich  mit  Kolonialpolitik  beschäftigen  oder  an  dem
Gange  der  Kolonialentwickelung  Interesse  haben.  Er
bringt  die  Personalien  der  Kolonialreichsbeamten,
die  Kolonialbehörden,  eine  Aufzählung  sämmtlicher
kolonialer  Erwerbs=  und  Agitationsgesellschaften,
(vornehmlich  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  mit
allen  ihren  Abtheilungen),  der  evangelischen  und
katholischen  Missionen,  die  Postbestimmungen  für  die
Kolonien,  sowie  namentlich  ein  reichhaltiges  statistisches
Material,  als  Etat,  Ein=  und  Ausfuhr,  Zölle  2c.
und  eine  Beschreibung  der  deutschen  Kolonien  mit
sieben  Karten.

Auswanderungslustigen  ertheilen  die  im  Anhang
enthaltenen  Aussichten  für  den  Ansiedler  und
Stellungsuchenden  in  den  deutschen  Kolonien  jede
wünschenswerthe  Auskunft.  Der  1899er  Jahrgang
ist  mit  dem  Bildniß  des  Herrn  v.  Buchka,  Direktors
der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen  Amtes,
geschmückt.  #

Dr.  K.  Lippmann:  Die  Konsularjurisdiktion  im
Orient.  Ihre  historische  Entwickelung  von  den
frühesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart.  Leipzig
1898.  Veit  &amp;amp;  Co.

Die  sehr  fleißige  Arbeit  füllt  eine  besonders
gegenwärtig,  wo  die  Verhältnisse  der  Orientländer
wieder  besondere  Aufmerksamkeit  erregen,  recht  fühlbare
  Lücke  aus.  Ausgehend  von  der  Fremdenjurisdiktion
  und  dem  Fremdenschutze  im  Alterthum,
und  der  allmählichen  Ausbildung  des  Konsularwesens
  im  Mittelalter,  schildert  der  Verfasser  in
anschaulicher  Weise  die  Entstehung  der  europäischen
Konsulargerichtsbarkeit  im  bhzantinischen,  später
türkischen  Reiche,  dann  in  Nordafrika,  Sansibar,
Madagaskar,  am  Kongo,  in  der  arabischen  Halbinsel,
  Persien,  Siam,  China,  Japan  und  endlich  auf
Samoa.  In  jedem  Lande  wird  die  Entwickelung
dieser  eigenartigen  Einrichtung  an  der  Hand  des
zuverlässigsten  Materials  bis  zur  Gegenwart  verfolgt
  und  so  dem  Leser  gleichzeitig  ein  wenig  bekanntes
  und  sehr  lehrreiches  Kapitel  der  Kolonisationsgeschichte
  vorgeführt.  Von  besonderem  Interesse
ist  die  Schilderung  der  Gestaltung  der  Beziehungen
Frankreichs  zum  Orient  im  Laufe  der  Jahrhunderte
und  der  Entstehung  des  von  Frankreich  lange  ge-
        <pb n="894" />
        übten  Protektorats  der  christlichen  Kirche  daselbst.
Der  Schlußabschnitt  beschäftigt  sich  mit  den  Mängeln
des  Instituts  der  Konsulargerichtsbarkeit  und  em-752



pfiehlt  Ersatz  durch  Einführung  gemischter  Tribunale.

Dr.  Karl  Dove:  Vom  Kap  zum  Nil.  Reiseerinnerungen
  aus  Süd-,  Ost=  und  Nordafrika.
Berlin  1898.  Allgemeiner  Verein  für  deutsche
Litteratur.

Das  stattliche  mit  30  Illustrationen  ausgestattete

Buch  schildert  die  Reisen  des  Verfassers  in  Kapland,

Natal  und  Ostafrika.  Es  bildet  gewissermaßen  die

Fortsetzung  seines  vor  zwei  Jahren  erschienenen

Werkes:  „Südwest-Afrika,  Kriegs=  und  Friedensbilder

  aus  der  ersten  deutschen  Kolonie,“  welches  an

dieser  Stelle  gewürdigt  worden  ist.  In  der  ersten

Hälfte  werden  besonders  die  politischen  und  wirthschaftlichen

  Zustände  derjenigen  Länder  erörtert,  die

durch  die  Rivalität  der  Engländer  und  Buren  gegenwärtig
  wieder  in  den  Vordergrund  des  öffentlichen

Interesses  gerückt  sind.

Paul  Lindenberg:  Fritz  Vogelsang.  Abenteuer  eines
deutschen  Schiffsjungen  in  Kiautschon.  Berlin  1898.
Ferd.  Dümmler.

Ueber  die  Zustände  in  der  neuesten  deutschen
Kolonie  liegt  hier  eine  unter  dem  frischen  Eindruck
des  Augenscheins  entstandene  ebenso  amüsante  wie
lehrreiche  Schrift  vor.  Im  Rahmen  einer  spannenden,
  durchaus  vaterländisch  gehaltenen  Erzählung
giebt  der  Verfasser,  der  vor  Kurzem  von  seiner  Reise
um  die  Erde  zurückgekehrt  ist,  farbenreiche  Schilderungen
  von  Land  und  Leuten  in  China,  zumal  in
unserem  deutschen  Gebiet  daselbst.  Das  Werk  ist
mit  vier  Farbenbildern  sowie  111  Illustrationen,  darunter
  vielen  nach  Originalaufnahmen,  geschmückt.
Unter  den  Abbildungen  befinden  sich  mehrere,  die  nach
Aquarellen  der  Gemahlin  des  deutschen  Gesandten  in
Peking,  Frau  Baronin  v.  Heyking,  angefertigt  wurden.

Von  K.  Schumann  ist  in  den  „Mittheilungen
des  Seminars  für  orientalische  Sprachen“  der  Grundriß
  einer  Grammatik  der  Kondesprache  erschienen.

In  Heusers  Verlag  (Louis  Heuser),  Neuwied
a.  Rh.,  sind  von  dem  Komponisten  Karl  Becker
42  Matrosenlieder  und  7  Seemannslieder  volksthümlicher
  Art  erschienen.  Die  Hefte  zeichnen  sich  durch
große  Billigkeit  aus.

 

*s

    

''v'''  '  '

Titterakur  -Verzeichnik.

Engler,  A.:  Monographien  afrikanischer  Pflanzen=Familien
  und  =  Gattungen.  Herausgegeben  von
A.  Engler.  Verössentlicht  mit  Unterstützung  der  Kol.
preußischen  Akademie  der  Wissenschaften.

I.  Morucene  (erkl.  Fiens).  Bearbeitet  von  A.  Engler.
Mit  Tafel  I  bis  XVIII  und  4  Figuren  im  Text.—
gr.  Fol.  (IV,  50  S.)  Mk.  12.—.  »

II.  Melustomatacene.  Bearbeitet  von  E.  Gilg.
Mit  Tafel  I  bis  X.  gr.  Jol.  (II,  52  S.)  Mk.  10.—.
Wilh.  Engelmann,  Leipzig.
v.  Hesse-Wartegg,  Ernst:  Schantung  und  Deutsch-China.
  Von  Riautschou  ins  Heilige  Land,  von  China
und  vom  Jangtsekiang  nach  Peking  im  Jahre  1898.
Lex.  80.  (VIII,  294  S.)  Mit  zahlreichen  Abbildungen
im  Terxt,  27  Tafeln,  6  Beilagen  und  3  Karten.  Mk.  14,—.
J.  J.  Weber,  Leipzig.
Hirth,  F.:;  Schantung  und  Kiautschou.  (Aus:  „Beilage
  zur  Allgem.  Zeitung“.)  gr.  80.  (32  S.)  Mk.  0,50.
Verlag  der  Allgemeinen  Zeitung.  München.
Kieperts  Wandkarte  der  deutschen  RKolonien.
Herausgegeben  von  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.
Hauptkarte:  I.  Schutzgebiete  in  Afrika.  1:  80000  000.
Karton:  II.  Schutzgebiete  im  Stillen  Ocean.  1:8.000  000.
Karton:  III.  Schutzgebiete  in  Ostasien.  1:800000.
Karton:  Vergleichende  Uebersicht  des  Deutschen  Reiches.
1:8000  000.  Aufgezogen  mit  Stäben  Mk.  8,—.
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen],  Berlin.
Rehbock,  Th.:  Deutsch-Südwestafrika.  96  Lichtdrucke
nach  Photographien  (Originalaufnahmen)  aus  dem
Herero=  und  Namalande,  ausgenommen  von  Th.  Rehbock
während  einer  Forschungoreise  1896  97.  Mit  einer
Uebersichtokarte.  Quer  Zo.  Geb.  mit  Goldschnitt  Mk.  8,—.
Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

.n  —.—

vVvV7V

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schissfes.)

.  M.  S.  „Habicht“  2/10.  Kamerun.

G

(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Sansibar.)
„Cormoran“"  3/9.  Kiantschon  5/10.—  11/10.  okohama  25/10.—  Kobe.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia  29/8.  —  Jaluit.  —  19/9.  Apia.
S.  M.  S.  „Condor“  19/8.  Sansibar.

S.  M.  S.

S.  M.  S.  „Falke“  1/9.  Sydney  1/10.  —  Anpia.

S

S

S

(Poststation:  Hofpostamt).

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kamerun.)

.M.  Vermessungsschiff  Möwe"  30,3.  Deutsch-Neu-Guinea  29,10.—  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

M.  S.  „Schwalbe“  7,6.  Sansibar  17,9.  —  23/9.  Beira  25/0.  —  28  9.  Lourengo  Marques  2,  10.
—  10,10.  Simonsbai.  —  12,10.  Kapstadt.

.  M.  S.  „Wolf“  12/9.  Loanda  17/9.  —  18,9.  Banana.  —  1/10.  Libreville  4,  10.  —  6/10.  Kamerun.

(Poststation:  Kapstadt.)

Ablösungstransporte:
Gemietheter  Dampfer  „Lulu  Bohlen“  der  Woermann=  Linie  mit  dem  Ablösungstronsport  für  die  Schiffe  in
Kamerun  (S.  M.  —  .  Habicht“  und  „Wolf“),  Hulk  „Cyclop“  und  Peilboot  „Kamerun“  (ganze  Besatzungen)
1  Ausreise:  Transportführer  Korvettenkapitän  Graf  v.  Oriola:  "
Kiel  1/10.  —  2,  10.  Wilhelmshaven  3/10.  —  12/10.  Las  Palmas  12/  10.  —  Kamerun.
        <pb n="895" />
        753

Berkehrs  -Machrichten.
In  Gobabis  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  eine  Postanstalt  eingerichtet  worden.

 

Vostdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ns  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briese  massen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  ——.  abgesandt  werden
Neapel  am  23.  November,  Tanga  18.19  Tage  sam  21.  November,
.  —  Schiffe)  l  21.  5%r  n*  L  Sal.  i  2.,  5.,  19.,  30.  Dez.
1.  Deutsch-  ka.  rin  am  4.  Dez.,  1.  Jan.  ansibar  20  Tage  110  abds.
tsch  ·  Onafrita  (englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
„ranzöfische  Schiffes  40  ums.  10  abds.  1
3  Southampton  sam  19.,  26.N  Luderi  28
2.  Deutsch-güdwestafrika.  am  19.,  26.  Nov.,  eritzbucht  22—28  Tg.am  18.  25.  Nod.,  ..
Go  Lühae  Er.  Hengl.  Schif  die  Ka.  17.,  24.  Dez.  40  mms.  Swakopmund  25—31T916.,  23.  Dez.  15  ums.
Warba  und  #tamas  danptet  keuzwein
wche  dort  weiter  33  f1656,  od.  amhurg  **  am  25.  jedes  Monats  Swakopmund  30  Tage  am  25.  jedes  Monats
Landwege.)  (deutiche  Schiffe),  nachts  Luderitzbucht  40  Tage  l79%  abds.
(6  Hambu  utg  am  10.  jedes  Nonats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Jamerun  (eutsche  Schife)  nachts  79  abbs.
·  -'  Liverpool  am  23.  Nov.,  21.  Dez.  Kamerun  22  Tage  am  21.  Nov.,  19.  Dez,
(englische  Schiffe)  ··«""·  «  15  nms.
E  am  10.jedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage  am  10.  und  20  jedes
¶.  Togo  ·  Sebiet.  (beutsche  Schisfe))  am  20.jedes  9mtt.Lome  31  Tage  Monats  7½  abds.
.  Togo-Gebie  ·  Klein-Popo  33  Tage  ·  «
(Ueber  Liverpool  oder  Liverpool  am  30.  November,  Quitlah  36  Tage  am  28.  November,
Marseille  oder  Bordeauxf  (englische  Schisfe)  14.,  28.  Dezember  von  da  ab  Landar  Lindung  12.,  26.  Dez.  15  nms.
nur  auf  Verlangen  des  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (franzöfische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverdindung  10  abds.
BVordeaux  am  10.  Nov.,  10.  Jan.  Cotonou  22  Tage  am  8.  Nov.,  8.  Jan.
—  ((französische  Schiffe)  110  vms.  von  da  ab  Landverbindung  104  abds.  «
Nfsclschm  am  3à  Februar  Stephansort  45  Tage  1  am  16.  Dezember,
5.  Deutsch-Ueu-  «  (deutsche  e)  abds.  „10.  Februar,
deuisch-eu-  Guinea  Brindist  am  18.  De).,  12.  Febr.  41  Tagi  abos.
(Nachversand)  abds.
6.  Kaarspan-=  Inseln.  Die  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  W  mit
#  *  dder  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefördert.
Neape  el  am  14.  Dez.,  11.  Jan.  J  Tsintau  37  Tage  am  12.  Dez.,  9.  Jan.
7.  Riautschon  Geutite  e.  Schiffe)  9°  abends  1145  abends
"  Briapit,.  jeden  Sonntag  Tsintau  40  Tage  jeden  Freitag
fronzöstsche  Schiffe)  10°  abends  l#abends.
Eintreffen  der  Post  aus  den  —  Schutzgebieten.
«  «««  Landungs-  Die  Post  ist  fäuig  I  1  Lardungs=  Die  Po  K  ist  l  anig  «
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  goß  e  6
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Neapel  ...  am  1  !7  Plymouth.  am  27.5  jed.  Monats
Deutsch  ·  Otasrita  Seimm.,anns,  20.  Logogebiet  (A  am  16.jedes  Monats
Marseille  am  16.  Nov.,  17.  Dez.  ·

W  «  —  Dentsch  ·  Aen  -·  Guinea.  .  .  .  .ham  Dezember.
Deutsch-Lüdwestafrika  Southampton  —  sc  Neapel  5,  Februar  E
—  —  Marshall·  Inseln  ...  —
Ramerun.  .  ....  Kp#mouth  am  27.  jed.  Monats  Neape  51  mt  —  —
·  .D.,8.D.
·«mpooam139De3  RMiautschon  erten  22  K%%  I1.  .  T.  ,
Ü  KMarseill.  Roo.,  4,  20.  Dez.

 

 

 

*  Falligkeitstage  für  die  mit  deurschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="896" />
        754

Schiffsbeweguugen  der  Weermann-Limie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
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p  stdampfer  von  nach  bis  12.  November  1898
LIIIIIE  Hamburg  Loango  am  7.  November  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  ...  Hamburg  Loango  am  11.  November  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Lemburg  Lagos  am  2.  November  in  Madeira.
„Bruxellesville“  ntwerpen  Kongo  am  7.  November  Blissingen  passirt.
„Car#  Woermann“  Lagos  mburg  am  9.  November  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Loango  amburg  am  8.  November  ab  Gabun.
„Ella  Woermann“  Hamburg  amerun  am  9.  November  in  Accra.
„Gertrud  Woermann““.  Hamburg  Port  Nolloth  am  6.  November  in  Las  Palmas.
„Eretchen  Bohlen“  Hamburg  Loanda  am  8.  November  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Sierra  Leone  Hamburg  am  9.  November  in  Las  Palmas.
„Helene  Woermann“  Futa  Hamburg  am  9.  November  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Swakopmund  am  1.  November  ab  Hamburg.  |
rt  Woermann“  Loanda  Lanburg  am  10.  November  in  Lagos.

tt  Bohlen“  Kamerun  amburg  am  10.  November  in  Sierra  Leone.
„Marie  Woermann“  Kapstadt  Hamburg  am  9.  November  in  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  Kapstadt  am  9.  November  in  Kapstadt.
„Nautik“  .  Hamburg  Sierra  Leone  am  11.  November  in  Tanger.
„Paul  Woermann=  Hamburg  Swakopmund.  am  23.  Oktober  in  Acera.
„Professor  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  6.  November  in  Accra.
„Thekla  Bohlen“  Benguella  Hamburg  am  12.  November  in  Hamburg.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
eichspostdampfer
*  *—  .  von  nach  bis  12.  November  1898
„König“  ·  z.  Zt.  in  in  Hamburg.
„Herzog“  Hamhurg  am  4.  November  ab  Sansibar.
„Kaiser“  s  urban  am  10.  November  ab  Neapel.
„Kanzler"  "  amburg  Durban  am  10.  November  an  Delagoabai.
Thurdetrah.  Hamburg  Delagoabai  am  11.  November  an  Antwerpen.
!  Hamburg  Delagoabai  am  7.  November  an  Addn.
„Admiral“  Delagoabai  gantuts  am  7.  November  ab  Delagoabai.
„General=  amburg  am  11.  November  an  Neapel.

 

Die  Lampen=  und  Metallwaarenfabrik  m.  b.  H.  „Securitas"  zu  Berlin  hat  eine  neue  Petwoleunlampe
  in  verschiedenen  Größen  und  Formen  konstruirt,  welche  mit  besonderen  Vorkehrungen  gegen  eine

Explosionsgefahr  versehen  ist.

Die  Gesellschaft  fügt  jedem  Exemplar  einen  Garantieschein  bei,  wonach  eine

Feuerversicherung  einen  durch  die  Sekuritaslampe  verursachten  Schaden  mit  300  Mark  zu  vergüten  hat.

 

 

 

 

 

3  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Eohn
in  Berlin  bei,  betreffend  das  soeben  erschienene  Werk:
Beachtung  bestens  empfehlen.

„Heinrich  Abeken“,  den  wir  geneigter
Die  Expedition.

 

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Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Prokurenregister  1
heute  laut  Anmeldung  vom  3.  August
1898  unter  Nr.  8  eingetragen  worden,
doß  für  die  unter  Nr.  2  des  Firmenisters

  vermerkte  Firma

u.  Redecker  zu  Otjimbingwe

dem  Kaufmann  Friedrich  Wilhelm
Redecker  in  Otjimbingwe  Prokura

ertheilt  worden  ist.

a10)

Swakopmund,  den  18.  August  1898.
Kaiserliches  Gericht  für  den  Aelteziet.

einzusenden.

–.

   
 

    
 
   

 
 
    

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Vertreter:  Hans  HLäcbel  in  Tanga  (Deutsch.  Ostafrika).  (rs)
        <pb n="897" />
        Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gericht  geführte  Gesellschaftsregister  ist
heute  laut  Anmeldung  vom  11.  August
1898  unter  Nr.  6  die  unter  der  Firma

Max  Zimmermann  &amp;amp;  Co.
mit  dem  Sitze  in  Swakopmund  errichtete
  offene  Handelsgesellschaft  eingetragen
  worden.  Gesellschafter  sind:
1.  der  Kaufmann  Georg  Schluckwerder,


2.  der  Techniker  Max  Zimmer-=mann,

beide  wohnhaft  in  Swakopmund.  (3u)
Swakopmund,  den  16.  August  1898.

Kaiferliches  Gericht  für  den  Weslbezirk.

 

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aus  den  deutschen  Kolonien
unl.  Aufsicht  hervorragend.  Mltglieder  der  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

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S

z  33
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8#  8
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Angerstrasse  32.

  

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Eaxlehner
Bitterwasser

 

  

 

 

 

 

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1000  Gulachten  empfohlen.

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Zuverlassig  und  angenehm.  7
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Vollkommen  unschädlich.  2

Man  wolle  beachten,  dass  jede  Etiquette  die  Firma  trägt:

„Andreas  Sazlehner“.

Käuflich  in  allen  Mineralwasserhandlungen  und  Apotheken.  6#)
□  #  *  □U  *  □U  W  9  E———  **  5Ü  1

□
0  *  U  *  u  Ar  n  u#  1  W  L  L  4  L  4  4

 

  
 

5
'i  !.—
        <pb n="899" />
        Gegründet  1852

M.  OTTO  W.  MÖOLLER

Hamburg,  Rremen,.
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
·  Telegramm  -  Adresse:  Mottoller,  #

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Expecition  von  Gütern  und  Packeten
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Spezialwerkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

Correspondenz  erbeten.  (23)

Die

Gewehrfabrik

5  von

 

 

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5

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deutschen  Kolonten.  (3#

 

 

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dargestellte

Flnßanm  Trinehi

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allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

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Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio,  iteel
fessor  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dew  et  *
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  1  tbgten-Arzew
  (Uier  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleie  Pesiiglichen
W—  et  Wie  offzielle  Einreihung  des  Mediraments  in  die

erschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  nalss#re  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Petei  liang
vom  Krofesor.  Mastiner  A##ner  in  Barcelona  zur  sechmell
Ncheren  Heilung  des  Keuchhustens.  "

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wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter
gkenannten  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrider  Oldenburg;  (2)
Barcelona:  J.  Esplell;  .  M.
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-NIll;
Moskau:  W.  Stürzwage  4  Co.;
Sen-Torn:  Lehn  &amp;amp;  Flink,  126  Win  Sr

aris:  Nax  F##res,  31  rue  des  es  Ecuries;  Z„
Rlo  de  Janelro:  Magalmules,  —  4  Co.  Successores  de  Kngee

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        —  761  —

Soeben  erschien:

mittleren  Hochländer

des  nördlichen

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Wissenschaftliche  Ergebnisse  der  frangi-Expedition  1896—1897

nebst  kurzer  Reisebeschreibung.

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Unter  Mitwirkung  der  Herren:

Dr.  Bruno  Hassensteln,  Professor  Dr.  Karsch,  H.  J.  Kolbe,  Professor  Dr.  von  Luschan,  P.  Matschie,
Professor  Dr.  A.  Reichenow,  A.  Seidel,  L.  von  Tippelskirch,  Dr.  Tornier,  Dr.  E.  Wagner  und  G.  Witt.
Mit  7  Vollbildern  und  126  Text-Illustrationen  in  Photogravüre,  Lichtdruck,  Lithographie  und  Autotrpie  sowie
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Lexlkon-Oktar.  493  Seiten.  Elegant  kurtoniert  Mk.  18,—.  Elegant  in  Halbfranz  gebunden  NMk.  20,—.
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  8  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
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unlÜlbertroffenen  9Krupp'schen  Spezilal-Gewehrlaufstahl),  #dem  besten  aller
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Tippotip,  Berlin.
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Hohn,  Berlin  8W12,
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s  Kochstraße  68—71.

 

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Das  Werk:  Die

—  —

 

Turopäischen  Kolonien.

Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Hlfred  Zimmermann.

—  .2-  ——

 

 

hat  in  den  betheiligten  Kreisen  eine  überaus  rege  Beachtung  und  günstige  Aufnahme  gefunden.  Das  Werk
kann  als  ein  Lesc=  und  Lehrbuch  gelten,  welches  weiten  Leserkreisen  Kenntniß  von  den  Erfordernissen  einer
#  nutzbringenden  Weltpolitik  zu  geben  vermag.  Es  stellt  eine  allgemeine  Geschichte  der  eur  opäischen

Kolonialpolitik  dar  und  ermöglicht  allen  Kolonialfreunden  ein  klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die
Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte.  Die  nachstehenden

Stimmen  der  Presse
kennzeichnen  den  Werth  und  die  Eigenart  des  Werkes:

an,  es  geradezu  als  ein  Lehrbuch  der  Kolonialpolitik  2c.  besser  erkennen  lehren.  Wir  halten  diese  Abschnitte
zu  bezeichnen  mit  seiner  reichhaltigen,  gewissen-  in  mehr  als  einer  Hinsicht  für  die  wichtigsten  und

haften  Forscherarbeit.  für  den  Kolonialfreund  nützlichsten.

Köluische  Volkszeilung  Nr.  833  vom  7.  Dez.  1896:  "
Das  Buch  verdient  die  weiteste  Berbreitung  in  allen  Bei  Erscheinen  des  zweiten  Bandes:
gebildeten  Kreisen.  ç  —

Beuische  Reone,  XXII.  Jahrg.,  Februarheft:  Die  Intelligenzblatt,  Fraukfurt  a.  M.,  Nr.  59  vom

11.  März  1808:  Es  ist  in  hohem  Maße  erfreulich,  daß
I).  Zimmermann  es  verstanden  hat,  seine  auf  breiter
wissenschaftlicher  Grundlage  aufgebauten  Untersuchungen
in  ein  so  angenehmes  Gewand  zu  kleiden,  daß
die  Darstellung  sich  zuweilen  liest  wie  ein  Roman  und
daher  auch  Demjenigen,  den  nicht  gerade  sein  Beruf

Darstellung  ist  klar  und  flussig,  das  Wichtigste
ist  mit  Geschick  hervorgehoben,  und  das  Werk  ist  der
Beachtung  der  weitesten  Kreise  werth,  da  es  nicht
nur  den  Interessenten  unserer  Kolonialpolitik  einen
nicht  zu  übersehenden  Spiegel  vorhält,  sondern  auch
die  erste  Zusammenfassung  der  gesammten
Kolonialgeschichte  bietet  und  somit  auch  dem
Oistoriker  und  Geographen  von  großem  Nutzen  ist.
itterarisches  znroiten  für  ——.—  18907,  Nr.  3:
..Dem  Fachmann  sowie  dem  Laien  sei  das  Buch  oe.  .-.  .
als  belehrende  oder  unterhaltende  Lektüre  empfohlen.  unserer  lorh  ablc  etlich  wertbr  alle  und  gicne
Deutsche  Kolonialieitung  Nr.  51  vom  19.  De.  1896:  noch  angekundigten  vier  Bänden  des  Werkes  mit  dem
Aus  der  Geschichte  konnen  und  mussen  wir  lernen,  lebhaftesten  Interesse  entgegensehen.

Gegenwart  oder  Vergangenheit  nöthigt,  Interesse  abverlangt.

Rational,  Zeitung  Nr.  168  vom  12.  März  1898:

 

deshalb  sei  die  Lektüre  des  vorliegenden  Buches  Allonaer  Machrichten  Nr.  45  vom  23.  Febr.  1898.
besonders  empfohlen.  ..  Alfred  Zunmermann  begniggt  sich  nicht  damit,  über

Leipuiger  Sllustrirte  Zeitung  Nr.  2792  v.  2.  Jan.  1897:  die  Ereignisse  selbst  zu  berichten;  es  reizt  ihn,  nach
Dem  Freund  wie  dem  Gegner  der  RKolonial-dem  wirthschaftopolitischen  Warum  des  Warum  zu
politik  sei  das  Studium  des  Zimmermannschen  fragen,  und  so  gruppiren  sich  die  bedeutsameren  ge-Werktes
  angelegentlich  empfohlen.  schichtlichen  Vorgänge,  welche  er  behandelt,  ganz  von

Velermanns  Mlittheilungen,  1897,  Heft  5:  Zimmer=  selbst  zu  Weltbildern,  aus  denen  man  ganz  andere  Dinge
mannoe  vorliegendes  Buch  ist  von  hohem  prak=  erfahrt  als  nur  die  Buntheit  der  geschilderten  Thatsachen.

Deas  Merk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes  zu  beziehen,
gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der  Verlagsbuchhandlung.

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Erster  Band:  I  Zweiter  Band:
Pie  Kolonialpolitik  Portugals  und  Spaniens  Dir  Kolonialpolitik  Großbritanniens.
in  ihrer  Eutwichelnntz  von  den  Anfingen  bis  zur  Gegenwart.  Erster  Theil.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  6  Von  des  Afiugen  bis  zum  Abfal  der  Vereiigten  Steates.  "„
und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte  des  16.  Jahrhunderts.  Mit  drei  farbigen  Karten  in  Steindruck.
Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,60.  6  Geh.  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.

Bei  Erscheinen  des  ersten  Bandes:  tischen  Werthe,  verdient  von  allen  Kolenial=»
  »  freunden  gelesen  zu  werden.
Militär-itteratur,  zeitung  Nr.  14  vom  Nov.  1896:  Globns  Nr.  20  vom  Nov.  1896:  ..  hier  sind  all-Wir

  haben  in  diesem  Bande  den  Beginn  einer  für  -·  -  ;  Wi  -.
.  .  ..  «  ,.  gemeine  Kapitel  eingeschaltet,  die  uns  jedesmal  die
die  Kolonialpolitik  der  Gegenwart  hochwichtigen  Interna  der  Verwaltung,  die  Finanz=  und  Zollwirthzur

  Antheilnahme  an  kolonialpolitischen  Fragen  aus  der

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nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth-.
Am  30.  November:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Rieck,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  Lagos,  San  Thome  und  den  Häfen  der
Südwestküste  Afrikas  von  Landana  bis  Benguella.
Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Helene  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Fernando  Po,  Kamerun  und  den  südlichen  Huäfen  bis  Loango.
Am  18.  Dezember:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Mllz,

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Sierra  Leone  und  Sherbro.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jeden  Monats..

4e  Guter  müssen  cm  Tage  vor  dem  459a#nsdattum  bis  12  Uhr  mittags  länosseiee  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Weoermann-Linie

(n)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Limie.

Regelmässige  Post  dampfer  -Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  anulaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmisaigen  Expeditionen  finden  etatt  per  Reichspostdampfer:

 

 

 

 

von  Hamburg:  von  Neapel:

„BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  —  23.  November,
*KOENIG“,  Capt.  Doer  23.  November,  7.  Dezember,
„SULTAN“,  Capt.  —  (nur  für  Post  u.  Ladung)  7.  Dezember,  21.  Dezember,
„HER2ZOG“,  Capt.  v.  Issendorfb  .2i1.  Dezember,  4.  Januar,

nach  Mombassa,  Tanga?,  Pangani,  Saadanl:#,  Bagamoyo?"  Dar-es-Salfm  #,  Sansibar-#,  Klis,  Lindl
Milindani,  Ibo,  Mozambique?",  Quellmane?7,  Chinde?,  Belra“,  Inhambane,  Delagoabal“,  Durban“.

Die  mit  einem  *  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  verschenen  Häfen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “  versehenen  Häfen  auch  Ladung.

Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  Bhaben  vorzüoliche  EMricheengen  Jur  Eussaptere  #n  allen  Klassen.

Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufbäfen  sowie  nach  Transwmal
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabal.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
"sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-Afrika-Linie,

Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  «  ·
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochttraße  *o
Ausgegeben  am  15.  November  1898  um  6  Uhr  nachmittags.

Hierzu  eine  Beilage:  „Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten“.
        <pb n="909" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  IX.  Jahrgang.

Berlin,  den  15.  November  1898.

 

 

—

 

Di

Issionsthetiaheit  in  den

(Zusammengestellt  unter  Mitwirkung  der  einzelnen  Missionsgesellschaften.)

J.  Evangelische  Missionen  in  den  deutschen
Schutzgebieten.
A.  Deutsch--Ostafrika.

1.  Evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika.  Sitz:  Berlin  (Passauerstr.  40).
Missionsinspektor  Pastor  Lic.  theol.  Trittelvitz.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1886  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1887  begonnen.  Einnahme
  1897:  78  621  Mk.  Organ:  „Nachrichten
aus  der  Ostafrikanischen  Mission“.

Stationen.

a)  Dar-es-Saläm,  Station  Immanuelskap.
Vorsteher  Missionar  Pastor  Cleve.  1  Kapelle  und
1  Schule  in  Dar-zes-Saläm.  Schülerzahl  9.  Getaufte
  Eingeborene  2,  Taufbewerber  5.

b)  Tanga.  Vorsteher  Miss.  Pastor  Ostwald
(und  Frau).  1  Kapelle  in  Tanga  und  Mwenzange.
1  Schule  in  Tanga.  Schülerzahl  21.  Getaufte
Eingeborene  23.  Taufbewerber  12.

c)  Kisserawe  (Bezirk  Dar-es-Saläm),  Station
Hoffnungshöhe.  Vorsteher  Miss.  Pastor  Holst
(und  Frau).  Miss.  Pastor  Liebau.  1  Kirche  in
Kisserawe.  4  Schulen  in  Kisserawe,  Minaki,  Gogo
und  Sungwi.  Schülerzahl  69.  Getaufte  Eingeborene
  44.  Taufbewerber  17.

4)  Maneromango  (Bezirk  Dar-es-Saläm).
Vorsteher  Miss.  Pastor  Peters.  Miss.  Pastor  Worms
(und  Frau).  Miss.  Pastor  Maas.  1  Kapelle  und
1  Schule  in  Maneromango.  Schülerzahl  21.  Getaufte
  Eingeborene  2.  Taufbewerber  1.

e)  Hohenfriedeberg  bei  Mlalo  (Bezirk  Masinde,
  Usambara).  Vorsteher  Miss.  Pastor  Wohlrab
(und  Frau).
Diakon  Meyer.  1  Kirche  in  Hohenfriedeberg,
1  Kapelle  in  Mbaramu.  1  Schule  in  Hohenfriedeberg.
  Schülerzahl  32.  Getaufte  Eingeborene  74.
Taufbewerber  7.

Miss.  Pastor  Johanssen  (und  Frau).

 

Diakon  Kootz  (und  Frau).

1

7

#utschen  Uchuhurhieten.

s)  Bethel  bei  Mtai  (Bezirk  Masinde).  Vorsteher
  Miss.  Pastor  Roehl.  (Miss.  Pastor  Döring
ist  mit  Urlaub  in  der  Heimath.)  Je  1  Kapelle  in
Bethel  und  Mbalu.  1  Schule  in  Bethel.  Schülerzahl
  5.  Getaufte  Eingeborene  6.  Taufbewerber  3.

g)  Wuga  (Bezirk  Masinde).  Vorsteher  Miss.
Pastor  Langheinrich  (mit  Urlaub  in  der  Heimath).
Miss.  Pastor  Gleiß.  1  Kapelle  und  1  Schule  in
Wuga.  Schülerzahl  11.  Getaufte  Eingeborene  3.
Taufbewerber  1.

2.  Missionsanstalt  der  evangelischen
Brüderunität.  Sitz:  Berthelsdorf  bei  Herrnhut.
  Leitende  Behörde:  das  Missionsdepartement,
Vorsitzender:  Missionsdirektor  Ch.  Buchner.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1732  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1891  begonnen.  Gesammte
Jahreseinnahme:  11⅛  Mill.  Mark.  Organ:  „Missionsblatt
  der  Brüdergemeine“.

Stationen.

a)  Rungue  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).
Vorsteher  Diakon  Bachmann  (und  Frau).  Diakon
Kretschmer  (und  Frau).  1  Kirche,  1  Tages=  und
1  Sonntagsschule  in  Rungue.  Schülerzahl  20  bezw.
41.  Getaufte  Eingeborene  13.  Taufbewerber  24.

b)  Rutenganio  (Bezirk  Langenburg).  Vorsteher
Diakon  Th.  Meyer  (und  Frau).  Diakon  Zickmantel
(und  Frau).  1  Versammlungshaus  und  1  Schule.

Schülerzahl  3.  Getauste  Eingeborene  2.  Taufbewerber
  11.  Z

c)  Ipiana  (Bezirk  Langenburg).  Vorsteher
Diakon  Richard  (und  Frau).  Diakon  Häfner,
Stolz  (und  Frau).  1  Kirche  und  Schule.  Schülerzahl

  6.  Getaufte  Eingeborene  4.  Taufbewerber  9.

4)  Utengule  (Bezirk  Langenburg).  Vorsteher
Kirche  und  Schule.
Tauf-Schülerzahl

  10.  Getaufte  Eingeborene  2.

bewerber  7.
        <pb n="910" />
        —  —

e)  Urambo  (Bezirk  Tabora,  1898  von  der
Londoner  Missionsgesellschaft  übernommen).  Vorsteher
Presbyter  Stern  (und  Frau).  Diakon  Dahl  (und
Frau).  Diakon  Meier  (und  Frau).  1  Versammlungshaus
  und  1  Schule.  Schülerzahl  60.

3.  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  ev.
Missionen  unter  den  Heiden.  Sitz:  Berlin
(Georgenkirchstr.  70).  Missionsdirektor  Gensichen.
Missionsinspektoren  Wendland,  Merensky  und
Schmidt.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1824  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1891  begonnen.  Letzte
Jahreseinnahme  417506  Mk.  Aufwendung  für  die
Stationen  in  Deutsch-Ostafrika  für  1897  etwa,
30  000  Mk.  Organ:  „Berliner  Missionsberichte".

Stationen.
a)  Wangemannshöh  (Bezirk  Langenburg,  Kondeland).

  Vorsteher  Miss.  Schumann.
b)  Manow  (Bezirk  Langenburg).  Vorsteher
Miss.  Jauer  (und  Frau).  1  Kirche.  1  Schule.

Schülerzahl  23.  Getaufte  13.  Taufbewerber  10.

c)  Muakareri  (Bezirk  Langenburg).  Miss.
Schüler  (und  Frau)  und  Kaellner  (und  Frau).
1  Kirche.  Schülerzahl  9.  Getaufte  23.  Taufbewerber
  19.  "

4)  Ikombe  (Bezirk  Langenburg).  Miss.  Nauhaus,
  Vorsteher  des  Konferenzkreises,  und  Miss.
Maaß.  1  Kapelle.  Getaufte  7.  Taufbewerber  14.

In  Ikombe  ist  der  Missionsdampfer  „Paulus“
stationirt.

c)  Bulongoa  (Bezirk  Langenburg,  Kingaland,
früher  Muakagile).  Miss.  Hübner  (und  Frau).
Handwerker:  Zimmermann  Thiele,  Tischler  Harnoss.
  Taufbewerber  11.

1)  Tandala  (Kingaland).  Miss.  Wolff  (und
Frau).

g)  Kilabugi  in  Ubena  (Wahehe-Gebiet),  gegründet
  1898.  Miss.  Gröschel  und  Miss.  Priebusch.


Miss.  Bunk  und  Miss.  Neuberg  sind  mit  Anlage
  einer  weiteren  Station  betraut.

4.  Kollegium  der  evangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig.  Missionsdirektor  v.  Schwartz
in  Leipzig.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1836  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1893  begonnen.  Jährliche
  Einnahme  443632  Mk.  Organ:  „Evangelisch--lutherisches
  Missionsblatt“.

Stationen:

a)  Nkarungo  (Bezirk  Kilimandjaro,  Madschame)

Vorsteher  Miss.  E.  Müller.  Mus.  Raum  2  Kapellen
  und  Schulen.  Schülerzahl  15.  Taufbewerber
  2.

!lh)  Mamba  (Bezirk  Kilimandjaro).  Vorsteher

Miss.  Althaus.  Miss.  Bleicken.  4  Kapellen  und
Schulen.  Schülerzahl  102.  4  Schul=  und  Predigt-2

  —
plätze  außerhalb  der  Station:  Mwika,  Marangu,
Kondeni,  Msas.  Getaufte  Eingeborene  2.  Taufbewerber
  3.

c)  Moschi  (Bezirk  Kilimandjaro).  Vorstcher
Miss.  Faßmann.  Miss.  Walther.  Missionsökonom
M.  v.  Läny.  2  Kapellen  und  Schulen.  Schülerzahl
  26.  Getaufte  Eingeborene  2.  Taufbewerber  4.

5.  Universities  Mission  to  Central
Africa.  Sitz:  London  (Westminster  S.W.  Dartmouth
  Street  9).  Gegründet  1859  und  seit  Anfang
der  70er  Jahre  im  jetzigen  deutschen  Theil  von
Ostafrika  thätig.  Jahreseinnahme  500  000  Mkj.
Organ:  „Central  Africa“.  Bisthum  Sansibar.
Bischof  William  Moore  Richardson.

Stationen:

1.  bei  Dar-es-Saläm:
Kichelwe  (eingeborener  Dekan  Denys  Scyit.
360  Anhänger,  24  Zöglinge.

Mtoni.

2.  Usambara  (Bezirk  Masinde):
Magila  (Rev.  Woodward,  eingeborener  Dekan
Mtoe,  Mr.  Brent,  Mr.  Brockway,  Miß  Dunford,
Miß  Boyd,  Miß  Ward).  513  Anhänger,  345
Zöglinge.

Mkuzi  (Rev.  Peter  Limo,  Eingeborener).  120
Christen,  93  Zöglinge.

Msaraka.

Misozwe  (eingeborener  Dekan  Samuel  Schoza).
167  Christen,  142  Zöglinge.
Korogwe  (Rev.  Kisbey).
71  Zöglinge.

3.  Rovumagebiet  (Bezirke  Lindi  und
Mikindani):

Masasi  (Rev.  Carnon,  Rev.  Porter,  Rev.  Radford,
  Mr.  Evans).  730  Anhänger,  542  Zöglinge.
Chitangali.
Newala  (Rev.  Simpfon,  eingeborener  Dekan
Daudi  Machina,  Mr.  Sims,  Mr.  Biühoy).
475  Anhänger,  256  Zöglinge.
Chiwata.  290  Anhänger.
Mwiti.  171  Anhänger.
Mkwera  und  Namtengas.
Nairombo  und  Masorolo.

a)
b)

)

130  Anhänger,

6.  Church  Missionary  Soeciety.  Sthr

London  (Salisbury  Square,  Flcet  Streel).  Die
Gesellschaft  ist  1799  gegründet  und  hat  ihre  Thätigkeit
  im  Schutzgebicte  1876  begonnen.  Jährliche
Einnahmen  ca.  6  600  000  Mk.  Organe:  „The
Church  Missionary  Societ)  Annual  Report
„The  Church  Missionar)  Untelligencer“,  „Tbe
Church  Missionary  Gleaner“,  „The  Childrens
World“,  „Awake“.
"  Der  bisherige  Bischof  Tucker  wird  in  Zukunft
nur  den  Nyanzabezirk  als  Diözese  behalten,  während
für  die  Küste  und  Usagara  demnächst  ein  neuer
Bischof  ernannt  werden  wird.

 

1
        <pb n="911" />
        Stationen:
1.  in  Usagara:

a)  Mamboya  (Bezirk  Mpapwa).  2  Kirchen,
2  Schulen.  Schüler  126.  Getaufte  Eingeborene  49.
Taufbewerber  12.

b)  Mpwapwa.  1  Kirche,  1  Schule.  Schüler  40.
Getaufte  Eingeborene  28.  Taufbewerber  64.

c)  Kisokwe.  1  Kirche,  5  Schulen,  1  Krankenhaus.
  Schüler  218.  Getaufte  Eingeborene  80.
Taufbewerber  51.

Missionare:  Rev.  Cole,  Rev.  Wood,  Rev.  Beverley,
Rev.  Finsher,  Rev.  Rees,  Dr.  Baxter,  Mr.  Deekes,
Mr.  Briggs,  Mr.  Doulton,  Miß  Colsey,  Miß  Spriggs.

2.  am  Speke-Golf:

d)  Nasa.  1  Kirche,  6  Schulen.  Schüler  350.
Getaufte  Eingeborene  40.  Taufbewerber  19.

Missionare:  Rev.  Wright,  Mr.  Whitehouse,  Mr.
Force-Jones.

B.  Kamernn.

1.  Evangelische  Missionsgesellschaft  in
Basel.  Missionsinspektor  Oehler  in  Basel.

Die  Gesellschaft  ist  1815  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1886  begonnen.  Jährliche
  Einnahme  insgesammt  über  eine  Million  Mark,
für  Kamerun  38  000  Mk.  Jährliche  Ausgabe  für
Kamerun  165  000  Mk.  Organe:  „Der  evangelische
Heidenbote“  und  „Das  evangelische  Missionsmagozin“.

Stationen.

a)  Bonaku  (Bethel,  Bezirk  Kamerun).  Vorsteher
Göhring,  ordin.  Missionar.  Sonstige  Mitglieder
auf  der  Station:  Dietrich  mit  Frau,  Generalkassirer.
Schkölziger  mit  Frau,  Schreinereivorsteher.  Hies,
Kaufmann.  21  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Bonaku  34,  Bellstadt
  60,  Bonaduma  110,  Bonebela  30,  Bonangando
  20,  Bonamusadi  24,  Bonangan  17,  Bonankembe
  28,  Bonetonde  23,  Logpom  27,  Bedi  24,
Ndogobon  13,  Ndogombe  30,  Eboko  8,  Yapoma  58,
Bansoki  13,  Ngori  22,  Mbana  20,  Bonaloka  28,
Ndogopasi  19,  Yaso  26.

Sonstige  Einrichtungen:  1  Schreinereiwerkstatt.

Getaufte  Eingeborene  371.  Taufbewerber  87.

b)  Bonaberi.  Vorsteher  und  Generalpräses:

Miss.  Bohner  (mit  Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf

der  Station:  Miss.  Schuler  mit  Frau,  Miss.  Häcklinger,
  Nusser  und  Ernst.  22  eingeborene
Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Bonaberi  95,  Bonamatumbe
  18,  Jebale  48,  Bonendale  46,  Sodiko  27,
Banono  42,  Njuki,  Mundi  m'Ewase  42,  Biendende  16,
Bwanyumba  45,  Bwelelo  41,  Bosedi  47,  Bonabweng
  37,  Bonasama  28,  Bonamateke  45,  Bonambwase
  21,  Mbonge  11,  Ngwele  18,  Mongo  21,
Mbonjo  20.  Außerdem  1  Mittelschule.

Getaufte  Eingeborene  480.  Taufbewerber  123.

3

 

 

—  —

c)  Bombe  (Bezirk  Kamerun).  Vorsteher  Miss.
Stolz  (mit  Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der
Station:  Miss.  Kobel,  10  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Bombe  31,  Mpondo
37,  Muyuka  W.30,  Yoke  W.30,  Malende  29,  Ndo  57,
Bakundi  24,  Ndom  42,  Muyuka  O.  56,  Dikuma  27.

Getaufte  Eingeborene  130.  Taufbewerber  174.

d)  Mangamba  (Bezirk  Kamerun).  Vorsteher
Miss.  Keller  mit  Frau.  Sonstige  Mitglieder  auf
der  Station:  Miss.  Wittwer  mit  Frau,  Chapuis,
29  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Mangamba  18,
Besungkang  15,  Kunang  35,  Bwapaki  47,  Bonaku  32,
Susa  20,  Koki  15,  Fiko  15,  Yabea  15,  Ndulu  30,
Kolumban  23,  Baiseng,  Mpolo  25,  Nkom  35,
Mbombo  33,  Makemba  10,  Kaki  15,  Njanga  20,
Bwene  29,  Bonjo  8,  Mutimbelembe  10,  Boneko  24,
Bonambasi  40,  Ngombe  14,  Bonanyamsi  32,  Bosuaba-Nbenge
  36,  Njale  15,  Munyamusadi,  Bonanjeng
  14,  Bonandolo,  Bonamakong  42.

Getaufte  Eingeborene  426.  Taufbewerber  139.

e)  Nyasoso  (Bezirk  Kamerun).  Vorsteher  Miss.
Basedow.  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:
Miss.  Heinr.  Dorsch,  1  eingeborener  Mietarbeiter.
Schüler  33.  Getaufte  Eingeborene  4.  Taufbewerber  22.

)  Lobethal  (Bezirk  Edea).  Vorsteher  Miss.
Scholten  (mit  Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der
Station:  Miss.  Gantenbein,  Schürle,  23  eingeborene
  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Lobethal  96,  Mongomanjon
  21,  Mpombo  20,  Mulongo  30,  Eumba  15,
Bolunga  10,  Mange  12,  Mulimbijeru  22,  Boloi  15,
Bongo  21,  Yawi  22,  Ndogotunda  20,  Tongosongo
13,  Ndogombwan  20,  Elookam  18,  Elogoboi  16,
Yabengon  33,  Beondo  16,  Yapite  18,  Sungijern  20,
Yawanga  12.

Sonstige  Einrichtungen:  1  Knabenerziehungsanstalt.

Getaufte  Eingeborene  375.  Toufbewerber  112.

g)  Edea.  Vorsteher  Miss.  Walker.  Sonstige
Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.  Lutz,  11  eingeborene
  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Pongo  7,  Kukue  10,
Okot  12,  Mikamb  13,  Mapan  11,  Yabri  20,  Niogodumbe
  18,  Eboka  15,  Ndokok  7,  Mangala  21.

Getaufte  Eingeborene  17.  Taufbewerber  38.

I)  Victoria.  Vorsteher  Miss.  Gonser  (mit
Frau).  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station:  Miss.
Spellenberg,  6  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Victoria  30,  Bota25,
Bonabile  17,  Bonangombe  15,  Tikolo  20,  Bwenga
17,  Boana  12.

Getaufte  Eingeborene  71.  Taufbewerber  16.

i)  Buca  (Bezirk  Victoria).  Vorsteher  Miss.
Bizer  (mit  Frau).  2  eingeborene  Mitarbeiter.

Außenstationen  und  Schüler:  Buca  18,  Sopo  25,
Mimbea  16,  Boanda  13.

Sonstige  Einrichtungen:  1
1  Knabenerziehungsanstalt.

Getaufte  Eingeborene  12.

Sanatorium  und

Taufbewerber  8.
        <pb n="912" />
        2.  Missionsgesellschaft  der  deutschen
Baptisten.  Sitz:  Berlin  (Gubenerstraße  11).
Missionsinspektor  Prediger  Schewe.

Die  Gesellschaft  ist  1891  gegründet  und  hat  im
gleichen  Jahre  ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  begonnen.
  Jährliche  Einnahme  50  000  Mk.  Organ:
„Blüthen  und  Früchte".

Stationen.

a)  Bonaku  (Bezirk  Kamerun).  Miss.  Dr.  med.
Schaufler  (Missionsarzt),  Schwarz  (Missionskaufmann),
  Hofmeister  und  Frau,  E.  Müller,  Diakonissin
  Buchmann.

Missionshaus  und  Missionsschule,  letztere  gleichzeitig
  Seminar  zur  Ausbildung  von  Helfern.

b)  Victoria,  Miss.  Tromsdorff.  Außerdem
noch  39  Nebenstationen  mit  50  eingeborenen  Helfern
(Lehrern  und  Eoangelisten).  40  Schulen.  Schülerzahl
  rund  2000.  Getaufte  Eingeborene  540.

Außerdem  sind  noch  aus  der  Zeit  der  älteren
englischen  Baptistenmission  selbständige  (von  der  deutschen
  Baptistenmission  unabhängige)  Baptistengemeinden
vorhanden  mit  rund  1300  Mitgliedern  und  2000
Schülern.  ·

3.  Board  of  Foreign  Missions  of  the
Presbyterian  Church  in  the  United
States  ol  America.  Sitz:  New-York,  (156,
Fifth  Avenue).

Die  Gesellschaft  ist  1837  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schußgebiet  1875  begonnen.  Jahreseinnahme:
  2¾  Mill.  Mk.  Organ:  „The  Church
at  home  and  abroad.“

Stationen.

a)  Batanga  (Bezirk  Kribi),  mit  4  Nebenstationen.
  Miss.  Rev.  Gault,  Rev.  Schnatz,  Rev.
Cox,  Rev.  Knauer  und  zwei  Damen.  5  Kirchen.
3  Schulen  in  Batanga,  je  1  Schule  in  den  Nebenstationen.
  Apotheke  und  Hospital.  Schülerzahl  85.
Erwachsene  Kirchenglieder  730.

by  Efulen.  Miss.  Rev.  Johnston,  Dr.  Johnson
und  eine  Dame.  1  Schule.  Schülerzahl  59.  Kirchenglieder
  70.

c)  Elat.  Miss.  Rev.  Fraser,  Rev.  Mc.  Cleary,
Mr.  Kerr  und  Dr.  Bennett.  1  Schule.  Schülerzahl
  117.  Kirchenglieder  100.

4)  Mac  Lean  Memorial-Station.  Miss.
Rev.  Lange,  Mr.  Roberts.

C.  Togo.
1.  Norddeutsche  Missionsgesellschaft.

Siß:  Bremen  (Ellhornstraße  260).  Missionsinspektor

Dr.  Zahn.

Tie  Gesellschaft  ist  1836  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1847  begonnen.  Einnahmen
  1897:  200  475  Mk.  Trgan:  „Monatsblatt
der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft.“

Stationen.

a)  Lome  mit  der  Nebenstation  Tove.  Vorsteher:
  Miss.  Daeuble.  (Zwei  in  Deutschland  ausgebildete
  Evheer  als  Gehülfen.)  2  Schulen.  Schiülerzahl
  5.  Getaufte  Eingeborene  70.  Taufbewerber  9.

b)Ho  bei  dem  Orte  Vhegbe  im  Stamme  Ho
mit  den  Nebenstationen  Kpengoe,  Akovievhe,  Adaklu-Waya,
  Adaklu-Abuadi,  Adaklu-Kpatove,  Abutia-Kloe,
Matse,  Agu-Nyogbo,  Sokode.  Vorsteher  Miss.  Diehl.
Außerdem  Miss.  Freiburger  und  Müller.  Als
Frauenarbeiter  Frau  Knüsli  und  Fräulein  Hörz.
10  Schulkapellen  und  Schulen.  Schülerzahl  191.
Getaufte  Eingeborene  537.  Taufbewerber  b5.

c)  Amedschovhe  bei  dem  Ort  gleichen  Namens
im  Stamme  Avatime  mit  den  Nebenstationen  Wodze,
Leklebi,  Angfoe,  Dzokpe,  Gbedzigbe-Chochoe.  Vorsteher
  Miss.  Bürgi.  Außerdem  Miss.  Dettmann
und  Schosser.  Schulkapellen  6.  Schulen  10,
darunter  auf  der  Station  1  Stations=  und  Mittelschule
  und  1  Seminar.  Schülerzahl  211.  Getaufte
Eingeborene  277.  Taufbewerber  46.

2.  Evangelische  Missionsgesellschaft  in
Basel.  Missionsinspektor  Oehler  in  Basel.

Die  Gesellschaft  ist  1815  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1888  begonnen.  Jährliche
Einnahme  insgesammt  über  1  Mill.  Mk.  Organ:.Der

Evangelische  Heidenbote  und  das  Evangelische  Missionsmagazin.“


Stationen.

Eine  selbständige  Hauptstation  besitzt  die  Basler
Mission  bis  jetzt  in  Togo  nicht.  Die  Missionsarbei
im  deutschen  Gebiet  wird  von  Anum  (Goldküste)  aus
*  Missionar  Martin  geleitet.  Nebenstationen
ind:

a)  Ketschenke.  Vorsteher  z.  Zt.  Miss.  Pfisterer,
demnächst  Miss.  Rösler  (verheirathet).

b)  Kratschi-Gebiet.  (Neu  eingerichtet.)  Votsteher
  der  Eingeborenen-Pfarrer  Daniel  Awere.

c)  Boem-Gebiet.  Vorsteher  der  Eingeborenen-Miss.
  Clerk.  Schulen  in  Guamang  (15  Schüler)
Gyasekang  (18),  Borada  (18),  Worawora  (25)
Adele  (38).

d)  Nkonya-Gebiet.  Vorsteher  der  Elngeborenen-Pfarrer
  Peter  Hall  in  Rtschumuru.  Schulen  im
Ntschumuru  (40  Schüler),  Kpando  (44),  Ansoe  (11,
Bume  (8),  Vakpo  (12),  Alaranyo  (18),  Botolu  (,
Getaufte  Eingeborene  392.  Taufbewerber  129.

3.  Wesleyan  Methodist  Missiobar
Society.  Sitz:  London  (Wesleyan  Misslon
UHouse,  Bishopsgate  Str.).  Missionsselretär  für
das  westafrikanische  Missionsgebiet  Rev.  W.  7.

A.  Barber.  Inspektor  des  Togo-Missionsgebiets
ist  der  Generalsuperintendent  des  Lagosdistrilts,  Rev.
J.  D.  Sutocliffe.
Deie  Gesellschaft  ist  1811  gegründet  und  hat  hhre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1850  begonnen.  Jähr-
        <pb n="913" />
        liche  Einnahme  1897  rund  3  Mill.  Mk.  Die  Veröffentlichungen
  erfolgen  im  „Jahresbericht  der
Gesellschaft",  „Wesleyans  Missionarr  Notices“,
„Workand  workers",  „Wächterstimmen“,„Missionsbote“,
  „Evangelist".

Stationen.

a)  Klein-Popo  (Hauptstation).  Vorsteher  Miss.
Ulrich  (verheirathet).  Eingeborener  Prediger  Euba
(und  Frau).  Lawson,  Hauptlehrer,  E.  K.  Garber,
Lehrer,  H.  K.  Garber,  Lehrer,  J.  B.  Lawson,
Uebersetzer  2  Kirchen,  1  Knabenschule  (190  Schüler),
1  Mädchenschule  (26  Schälerinnen),  1  Kinder=  und
Erziehungsheim  in  Klein  -Popo.  Getaufte  Eingeborene
  283.  Taufbewerber  117.

b)  Gliji  (34  Stunden  von  Klein-Popo  im
Innern).  Vorsteher  D.  R.  Penton,  eingeborener
Evangelist.  1  Kirche,  1  Knabenschule  (17  Schüler).
Getaufte  Eingeborene  12.  Taufbewerber  35.

c)  Porto  Seguro.  Vorsteher  B.  C.  Hoole,
eingeborener  Evangelist.  1  Knabenschule  (34  Schüler).
Getaufte  Eingeborene  37.  Taufbewerber  25.

D.  Deutsch-Südwestafrika.

1.  Rheinische  Missionsgesellschaft  zu
Barmen.  Missionsinspektor  Dr.  Schreiber.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1828  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1840  begonnen.  Jährliche
  Einnahme:  Von  der  Gesammteinnahme  von  etwa
600  000  Mk.  wurden  1897  77  040  Mk.  für  Deutsch-Südwestafrika

  ausgewendet.  Organ:  „Rheinische
Missionsberichte“.
Stationen.
a)  Warmbad.  Miss.  Wandres.  1  Schucle.

Schüler  144.  Getaufte  633.

b)  Bethanien  mit  Filiale  Grootfontein.  Miss.
Heinrichs.  2  Schulen.  Schüler  83.  Getaufte
119.  Taufbewerber  11.

c)  Keetmanshoop  mit  Filiale  Khocs.  Miss.
Fenchel  und  Meisenholl.  1  Schule.  Schüler  125.
Getaufte  900.  Taufbewerber  50.  Institut  zur  Ausbildung
  von  Namagehülfen.

d)  Rietfontein.  Stationsmissionar  Pabst,
augenblicklich  auf  Urlaub.  Stellvertreter  Missionar
Kronsbein.  1  Schule.  Schüler  30.  Getaufte  276.

e)  Berseba.  Miss.  Hegner,  Präses  der  Namamission.
  1  Schule.  Schüler  73.  Getaufte  839.

1)  Gibeon,  Filiale  Rietmond.  Miss.  Schröder.
2  Schulen.  Schüler  150.  Getaufte  595.  Taufbewerber
  16.

g)  Gochas.  Miss.  Albath.  1  Schule.  Schüler
100.  Getaufte  292.

h)  Hoachanas.  Miss.  Judt.  1  Schule.  Schüler
60.  Getaufte  459.  Taufbewerber  17.

a  bis  h  Konferenzkreis  des  Groß-Namalandcs.

i)  Rehoboth.  Miss.  Heidmann.  1  Schule.
Schüler  75.  Getaufte  1070.  Taufbewerber  8.

5

 

 

k)  Walfischbai,  Filiale  Schepmannsdorf;  auch
Swakopmund  wird  bedient  (zum  Theil  englisch).
Miss.  Böhm.  2  Schulen.  Schüler  109.  Getaufte
  396.

1)  Windhoek.  Miss.  und  Pastor  Siebe.  Außer
der  von  ihm  bedienten  weißen  Gemeinde:  1  Schule.
Schüler  30.  Getaufte  46.  Taufbewerber  20.

m)  Otjimbingue.  Miss.  Meyer  und  Olpp.
3  Schulen.  Schüler  144.  Getauste  782.  Taufbewerber
  59.

n)  Okahandja  mit  Filialen  Otjizeva,  Otjikango
und  Otjiruze.  Miss.  Viehe,  Präses  der  Hereromission,
  und  Diehl.  4  Schulen  mit  173  Schülern.
Getaufte  772.  Taufbewerber  65.  Gehülfeninstitut
Augustineum.

o)  Otjosazu,  Filiale  Okatumba  und  Oviombo.
Miss.  Irle.  2  Schulen.  Schüler  80.  Getaufte  420.
Taufbewerber  43.

p)  Otjihasnena,  Filiale  Otjihaênena  II.  Miss.
Lang.  1  Schule.  Schüler  18.  Getaufte  55.  Taufbewerber
  15.  «

q)  Okombahe,  Filiale  Eharui.  Miss.  Schaar.
2  Schulen.  Schüler  319.  Getaufte  493.  Tauf—
bewerber  100.

r)  Omaruru.  Miss.  Dannert.  1  Schule.
Schüler  137.  Getaufte  500.  Taufbewerber  70.

8s)  Omburo,  Filiale  Otjombonde  und  Otjosembona.
  Miss.  Bernsmann.  1  Schule.  Schüler  20.
Getaufte  127.

t)  Franzfontein,  Filiale  Tsumamas  und  Zesfontein.
  Miss.  Riechmann.  3  Schulen.  Schüler
290.  Getaufte  518.  Taufbewerber  187.

u)  Otjozondjupa,  Filiale  Otjiuarongo.  Miss.
Eich.  1  Schule.  Schüler  50.  Getaufte  100.  Taufbewerber
  15.

V)  Gaub.  Miss.  Kremer.  7  Schulen.  2  Schüler.
Getaufte  15.

Insgesammt:  21  Stationen,  16  Außenstationen
oder  Filialen,  25  ordinirte  Missionare,  davon  23
verheirathet,  38  besoldete  eingeborene  Gehülfen,
32  Schulen,  2210  Schüler,  10  479  Christen.

2.  Finska  Missions  Sällskapet,  Helsingfors,
  Finland.  Missionsinspektor  Joseph  Mustakallio.


Die  Gesellschaft  ist  1859  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1870  begonnen.  Jahreseinnahme
  1897:  100  000  Mk.  Organ:  „Missions
Tidning  för  Finnland“.

Stationen.

a)  Olukonda  (Ovamboland).  Vorsteher  Miss.
Martin  Rautanen,  Miss.  Arel  Glad.  1  Kirche
und  1  Schule  mit  120  bis  150  Schülern.  Getaufte
Eingeborene  380.  Taufbewerber  40.

b)Oniipa.  Vorsteher  Miss.  Albin  Savola,
Miss.  Joh.  Wehanen.  1  Kirche  und  1  Schule.
Schüler  150  bis  180.  Getaufte  Eingeborene  380.
Taufbewerber  60.
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        Vorsteher  Miss.  Pettinen,
Schüler
Taufc)

  Ondangua.
Miss.  Rönkä.  1  Kirche  und  1  Schucle.
150  bis  180.  Getaufte  Eingeborene  115.
bewerber  35.

E.  Kaiser  Wilhelmsland  und  Bismarck-Archipel.

1.  Rheinische  Missionsgesellschaft  zu
Barmen.  Missionsinspektor  Dr.  Schreiber.

Die  Gesellschaft  ist  gegründet  1828  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1887  begonnen.  Von
den  Gesammteinnahmen  von  etwa  600  000  Mk.
wurden  für  das  Schutzgebiet  aufgewendet  21  124  Mk.
Organ:  „Rheinische  Missionsberichte".

Stationen  (in  Kaiser  Wilhelmsland).

a)  Bogadjim.  Miss.  Hoffmann.  1  Schule.
Schüler  35.

b)  Bongu.  Missionare  Hanke,  Zimmermann,
Holzapfel.  1  Schule.  Schüler  10.

c)  Siar.  Missionare  Bergmann,  Helmich,
Kunze  und  Missionsarzt  Dr.  med.  Frobenius.
2  Schulen.  Schüler  35.

2.  Gesellschaft  für  innere  und  äußere
Mission  im  Sinn  der  lutherischen  Kirche  mit
dem  Sitz  in  Neuen-Dettelsau.  Missionsinspektor
Deinzer.

Die  Gesellschaft,  1849  gegründet  für  innere
Mission,  hat  seit  1888  die  Bestimmung  „für  äußere
Mission“  aufgenommen.  Sie  ist  im  Schutzgebiete
seit  1886  thätig.  Jährliche  Einnahme  rund  29000  Mk.
Organ:  „Kirchliche  Mittheilungen  aus  und  über  Nordamerika,
  Australien  und  Neu-Guinea“  (Nördlingen).

Stationen  (in  Kaiser  Wilhelmsland).

a)  Simbang  bei  Finschhafen.  Vorsteher  Miss.
Hoh.  Sonstige  Mitglieder  auf  der  Station  die
Missionare  Pfalzer,  Held  und  Vetter  (Letzterer
derzeit  auf  Urlaub).  1  Kirche  (zugleich  Schule)  in
Simbang.  1  Kapelle  in  Kwalasam.  Schülerzahl
30  bis  35.  Getaufte  Eingeborene  1.

b)  Tami  auf  der  Tamisel  Wonam.  Vorsteher
Miss.  Bamler.  1  Kirche  (zugleich  Schule)  auf
Wonam.  Schülerzahl  20.  Getaufte  Eingeborene  1.

c)  Sattelberg  bei  Simbang.  Vorsteher  Miss.
Johann  Flierl,  Senior  der  Neuen-Dettelsauer  Neu-Guinea-Mission,
  zur  Zeit  auf  Urlaub.  Sonstige  Mitglieder:
  die  Missionare  Johann  Decker,  Andreas
Zwanzger.  1  Kirche  (zugleich  Schulhaus)  auf
Sattelberg.  Schülerzahl  15.

3.  Australian  Methodist  Missionary
Socioet’,  Sydney  (George  Street  381).  Missionsinspektor
  Rev.  G.  Brown.

Die  Gesellschaft  ist  seit  1854  ein  selbständiger
Zweig  der  Wesleyan  Missionary#  Societr  und
im  Bismarck-Archipel  seit  1875  thätig.  Jährliche
Einnahme:  270  000  Mk.  Organ:  „Australian  Methodist
  Missionary  Reriews.

6

 

Stationen.
1.  Neu-Lauenburg  und  Neu-Mecklenburg.

a)  Hunterhafen  mit  38  Nebenplätzen.  Vorsteher
  Rev.  Crump.  Neben  ihm  nur  eingeborene
Gehülfen.  Sonntagsschulen  34.  Besucher  997.
Tagesschulen  35.  Schüler  997.  Außerdem  1  Vorbildungsanstalt
  für  eingeborene  Gehülfen.  Eingeborene
Kirchenglieder  660.  In  Vorbereitung  141.  Gottesdienstbesucher
  3376.

2.  Neu-Pommern.

b)  Raluana  mit  32  Nebenplätzen.  Vorsteher
Miss.  Fellmann  mit  eingeborenen  Gchülfen.  Sonntagsschulen
  26.  Besucher  913.  Tagesschulen  27.
Schüler  913.  Dazu  1  Vorbildungsanstalt  für  eingeborene
  Gehülfen.  Eingeborene  Kirchenglieder  333.
In  Vorbereitung  125.  Gottesdienstbesucher  2917.

c)  Kabakada  mit  20  Nebenplätzen.  Vorsteher
Rev.  Chambers  undeingeborene  Gehülfen.  Sonntagsschulen
  18.  Besucher  468.  Tagesschulen  19.  Besucher
  468.  Eingeborene  Kirchenglieder  181.  In
Vorbereitung  166.  Gottesdienstbesucher  2489.

Zusammen:  Erwachsene  selbständige  Kirchenglieder
1174.  In  Vorbereitung  434.  Tagesschüler  2378.
Gottesdienstbesucher  8717.

4.  Melanesian  Mission.  Sitz:  Norfolk.
Gegründet  1840.  Einnahme  etwa  150  000  Mk.

Stationen  (Salomonsinseln).

Hauptstation  Sepi  auf  der  Insel  Ysabel.  (Eingeborener
  Missionar  Gorovaka.)  Nebenstationen
(sämmtlich  in  der  Landschaft  Bugotu):  Doveli,  Pirihadi,
  Bupa,  Vuladu,  Vahoria,  Reisapa,  Mavealu,
Pahua  und  Kolona  mit  zusammen  18  eingeborenen
Lehrern.  Missionssuperintendent  für  Mabel  ist  der
in  Siota  (Florida  im  britischen  Theil  der  Salomonsinseln)
  wohnende  Missionar  Dr.  med.  Welshman.

F.  Marshall-Inseln.

Bostoner  Missionsgesellschaft  (Ameriean
Board  of  Commissioners  for  Foreign  Missions
in  Boston).  Hauptsitz  in  Boston.  Von  ihr  abgezweigt
  ist  der  Board  of  the  Hawalian  Erangelical
  Assocciation  in  Honolulu,  zu  dessen  Bezirk
die  Marshallinseln  gehören,  ebenso  wie  die  Karolinen,
wo  auf  der  Insel  Kusaie  der  Missionssuperintendent
für  die  Marshallinseln,  Dr.  Pease,  wohnt.

Die  Gesellschaft  ist  1810  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1857  begonnen.  Einnahme:
3  Mill.  Mk.  Organ:  „The  Missionary  Herald“.

Stationen.

Jaluit,  Ebon,  Namorik,  Ailinglaplab,
Namo,  Ujae,  Lae,  Kwadjeline,  Mille,  Mejuro,
Arno,  Maloelap,  Aur,  Mejit,  Watto,  Wojie-Zur
  Zeit  bestehen  auf  16  Inseln  Schulen,  welche  vonr
25  Eingeborenen,  theils  Geistlichen,  theils  Lehrern,
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        geleitet  werden.  Schülerzahl  1345.  Die  Zahl  der
eingeborenen  Kirchenglieder  beträgt  2058.

Der  Vertreter  der  Missionsgesellschaft,  Dr.  Rife
in  Kusaie,  besucht  jedes  Jahr  ein=  bis  zweimal  die
sämmtlichen  Stationen.

II.  Die  katholischen  Missionen  in  den  deutschen
Schutzgebieten.

A.  Deutsch-Ostafrika.

1.  Apostolisches  Vikariat  Nord-Sansibar.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Allgeyer.  Kongregation
  der  Väter  vom  hl.  Geist;  Mutterhaus  zu
Paris;  deutsches  Missionshaus  in  Knechtsteden  (Rheinprovinz);
  Provinzial  P.  Acker.  ·

.  Die  Kongregation  ist  1702  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1866  begonnen.

Stationen.

(Sansibar,  gegründet  1862,  dient  im  Wesentlichen
  der  Missionsthätigkeit  im  Schutzgebiete.  Vorsteher
  P.  Lutz,  die  P-.  Kuhn  und  Schneider,
5  Laienbrüder,  6  Schwestern,  44  Knaben  und  22
Mädchen  in  den  Katechistenschulen,  Buchdruckerei,
Hospital  2c.)

a)  Bagamoyo,  Hauptstation.  P.  Baur,  Generalvikar,
  die  PP.  Karst,  Koenig,  5  Brüder,
11  Schwestern,  122  Knaben,  110  Mädchen  in  den
Schulen,  Handwerker=  und  Landwirthschaftsschulen,
Spitäler  für  Eingeborene  und  Aussätzige  rc.

b)  Mandera  (Bezirk  Saadani).  P.  Karumann
mit  P.  Dietley,  2  Brüder,  2  Katecheten,  74  Knaben,
21  Mädchen  in  den  Schulen.

c)  Mhonda  (Bezirk  Bagamoyo).  P.  Machou
mit  P.  Sinner,  1  Laienbruder,  40  Knaben  und
16  Mädchen  in  den  Schulen.

d)  Mrogoro  (Bezirk  Kilossa).  P.  Oberle  mit
P.  Munsch  und  Hilz,  1  Bruder,  43  Knaben,
35  Mädchen  in  den  Schulen.

e)  Tununguo  (Bezirk  Dar-es-Saläm).  P.  Clauß
mit  P.  Jaekel,  1  Bruder,  59  Knaben,  22  Mädchen
in  den  Schulen.

f)  Matombo  im  Entstehen.

g)  Lalonga  (Bezirk  Kilossa).  P.  Ledonne
mit  P.  Jos.  Müller,  1  Bruder,  58  Knaben  und
27  Mädchen  in  den  Schulen.

„h)  Kilema  (Bezirk  Kilimandjaro).  P.  Gommenginger
  mit  P.  Flick,  1  Bruder,  40  Knaben  und
38  Mädchen  in  den  Schulen.

i)  Kiboscho  (Bezirk  Kilimandjaro).  P.  Bohmer
mit  P.  Lux,  1  Bruder,  63  Knaben,  20  Mädchen
in  den  Schulen.

k)  Tanga.  P.  Haberkorn  mit  P.  Schmidt,
1  Bruder,  10  Knaben  in  der  Schule.

1)  Fischerstadt  (Bezirk  Kilimandjaro)  im  Entstehen.


Die  älteren  Stationen  haben  alle  Waisenhaus,
Schule,  Werkstätten,  Ackerbauschule,  Kirche  oder  Kapelle.

7

l

 

In  dem  Vikariat  Nord-Sansibar  ist  seit  1897
außerdem  thätig:  der  Trappisten-Orden.  Mutterhaus:
  Notre  Dame  de  la  grande  Trappe.  Die
Ansiedelung  im  Schutzgebiete  geht  von  dem  Kloster
Marianhill  in  Natal  aus.  Gegenwärtiger  Abt  Amandus
  Schölzig.  Der  Orden  ist  1663  gegründet  und
hat  die  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1897  begonnen.
Organ:  „Vergißmeinnicht,  Marianhiller  Kalender“.

Station:

Köln  (Westusambara),  bei  der  Station  Kwai.
Vorsteher  P.  Wunibald,  P.  Arsenius,  Fr.  Bonifacius,
  4  Laienbrüder,  4  Schwestern.  1  Kapelle
und  1  Schule.

2.  Apostolische  Präfektur  Süd-Sansibar.
Apostolischer  Präfekt:  P.  Hartmann  von  der  St.
Benediktus-Missionsgenossenschaft.  Mutterhaus
  in  St.  Ottilien,  Post  Türkenfeld,  Oberbayern.

Die  Genossenschaft  ist  1884  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1888  begonnen.
Organe:  „Missionsblätter"“  und  „Das  Heidenkind“
(für  die  Jugend).

Stationen.

a)  Dar-es-Saläm.  Vorsteher:  der  apostolische
Präfekt  P.  Hartmann.  3  Brüder,  11  Schwestern.
2  Kapellen,  1  Kirche  im  Bau,  1  Waisenhaus  und
Schule  mit  103  Mädchen,  1  Spital  für  Eingeborene.
In  der  Nähe  von  Dar-es-Saläm  Schambe  für  Viehzucht,
  Garten  und  Plantagenbau.  1  Christendorf.
Gesammtzahl  der  Christen  400,  Taufbewerber  85.

b)  Kollasini.  Vorsteher  P.  Hendle,  3  Brüder,
1  Kirche,  1  Waisenhaus  und  Schule  mit  112  Knaben,
2  Christendörfer:  a)  72  Hütten  mit  184  Bewohnern,
b)  23  Hütten  mit  67  Bewohnern.  Gesammtzahl  der
Christen  202,  der  Taufbewerber  161.

c)  Lukuledi.  Vorsteher  P.  Rudl  mit  P.  Häfliger,
  2  Laienbrüdern,  3  Missionsschwestern.  1  Kapelle,
  2  Schulen  mit  40  Knaben  und  25  Mädchen.
Christen  182,  Taufbewerber  350.

d)  Nyangao.  P.  Hofbauer,  2  Laienbrüder.
1  Kapelle,  1  Schule  mit  30  Knaben.  Christen  23,
Taufbewerber  185.

e)  Iringa.  Vorsteher  P.  Mayer,  PP.  Adams
und  Spiß,  3  Laienbrüder.  1  Kapelle,  1  Schule
mit  25  Kindern.  Christen  7.

3.  Apostolische  Vikariate
Unyanyembe  und  Süd-Nyanza.

Missionsgesellschaft  der  „Weißen  Väter“
oder  Les  missionnaires  d'Afridue.  Mutterhaus
in  Maison-Carrée  bei  Alger.  Generaloberer  Msgr.
Livinhac.  In  Deutschland:  Missionshaus  der
Weißen  Väter  in  Trier.  Oberer  P.  Pfeffermann.
In  Luxemburg:  Missionshaus  der  Weißen  Bäter  in
Marienthal  bei  Mersch.  Oberer  P.  Sweens.

Die  Gesellschaft  ist  1868  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1878  begonnen.  Organ:
„Afrika-Bote“,  Trier.

Tanganyika,
        <pb n="916" />
        I.  Apostolisches  Vikariat  Tanganyika.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Lechaptois.

Stationen.

a)  Karema.  Bischof  Lechaptois,  PP.  Drommaux,
  Lepelletier,  Brüder  Jerome  und  Karl  und
4  Schwestern  aus  der  Gesellschaft  der  „Weißen
Schwestern“.  «

b)  Utinta  (St.  Joseph  von  Utinta).  PP.  Boyer,
Avon,  Brüder  Friedrich  und  Kaspar.

c)  Kirando  (St.  Franziskus).  PP.  Moinet,
van  Waesberghe.  Lepers  und  Bruder  Gustav.
cdh)  Kala  (St.  Peter  u.  Paul).  Pl.  Casteleyn,
Depaillat,  Bruder  Gerhard.

e)  Rickwa.  PP.  Sigiez,  Charmoille  und
Bruder  Mathias.  .

Die  Stationen  a  bis  d  liegen  am  Ostufer  des
Tanganyikasees,  die  Station  c  am  Rickwasee.

II.  Apostolisches  Vikariat  Unyanyembe.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Gerboin.

a)  Uschirombo  (Mariahilf,  Bezirk  Tabora).
Bischof  Gerboin,  PP.  v.  der  Bom,  Bringuier
und  Bruder  Matheus;  4  Schwestern  aus  der  Gesellschaft
  der  Weißen  Schwestern.

b)  Msalala  (St.  Michael,  Bezirk  Tabora).
PP.  Gosseau,  Martin,  Bruder  Egidius.

c)  Ndala  (St.  Joseph,  Bezirk  Tabora).  PP.
Desoignies,  Müller,  Bruder  Ernst.
0W0)  Misugi  (Urundi,  Bezirk  Udjidji).  PP.  van
der  Wee,  Astruc,  Bruder  Fortunat.

e)  Uzighe  (St.  Antonius,  Bezirk  Udjidji).  PP.
van  der  Burgt,  van  der  Biesen.

Seit  dem  Tode  des  P.  van  der  Biesen  (18.  Jan.
1898)  ist  diese  Station  zeitweilig  aufgegeben.  P.
van  der  Burgt  ist  in  Ndala  stationirt.

III.  Apostolisches  Vikariat  Süd-Nyanza.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Hirth.

a)  Bukumbi.  Bischof  Hirth,  PP.  Huwiler,
Schneider,  Brüder  Alphons  und  Maria.

lb)  Ukerewe  (Neuwied).  PL'.  Hauttecocur,
Roussez,  Bruder  Hadrian.

c)  Kiziba  (Marienberg).
Leresque,  Bruder  Philipp.

d)  Ururi  (zur  Zeit  unbesetzt).

e)  Usui.  PP.  Brard,  Buison,  Br.  Kaver.

Sämmtliche  Stationen  liegen  im  Bezirk  Nyanza.

Eine  Kirche  befindet  sich  in  jeder  Missionsstation.
Verschiedene  Kapellen  in  den  einzelnen  Missionsdistrikten.
  Jede  Missionsstation  hat  eine  Knabenschule
  (auch  mit  Unterricht  in  Handwerken)  und  wo
Schwestern  sind,  auch  eine  Mädchenschule.

Schülerzahl  im  apost.  Vikariat  Tanganyika  400
Knaben,  200  Mädchen;  Unyanyembe  74  Knaben,  20
Mädchen;  Süd-Nyanza  210  Knaben.

Pb.  van  Thiel,

8

 

–

 

Waisenhäuser:  Apost.  Vikariat  Tanganyika  5  mit
800  Kindern;  Unyanyembe  2  mit  105  Kindern;
Süd-Nyanza  2  mit  80  Kindern.

Karema,  Uschirombo  und  Rdala  haben  Krankenhäuser.
  .

Getaufte:  Tanganyika  2434,  Unyanyembe  600,
Süd-Nyanza  etwa  400.  Taufbewerber:  Tanganyika
etwa  6000,  Unyanyembe  4000,  Süd-Nyanza  3500.

B.  Kamernn.

Apostolische  Präfektur  Kamerun.  Agposto—
lischer  Präfekt  P.  Vieter.  Pallotiner  Kongregation
  in  Limburg  (Lahn),  Nassau.  P.  Kugelmann,
  Provinzial-Superior.  Zweigniederlassung
Ehrenbreitstein.  P.  Bancken,  Superior.

Die  Kongregation  ist  1835  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  1890  begonnen.
Organ:  „Stern  von  Afrika"“.  ·

Stationen.

a)  Marienberg  (Bezirk  Edea)  am  Sanage.
P.  Walter,  Superior,  P.  Rieder,  4  Brüder  und
3  Schwestern.  1  Kirche,  1  Knaben=  und  1  Mädchenschule
  in  Marienberg.  Ungefähr  20  Nebenschulen  in
der  Umgegend  von  Marienberg.  Schülerzahl:  70
Knaben,  20  Mädchen,  800  bis  900  Kinder  in  den
Nebenschulen.  Werkstätten  zur  Ausbildung  von  Hand-„werkern
  (Schreinerei,  Schlosserei,  Schneiderei).

Getaufte  Eingeborene  etwa  1050.

p)  Edea  am  Sanaga.  P.  Müller,  3  Brüder.
1  Kirche,  1  Schule  in  Edea.  Schülerzahl  30.  Eiwa
18  Nebenschulen  in  der  Umgebung.

Getaufte  Eingeborene  etwa  225.

Tc)  Kribi.  P.  Otto,  Superior,  PP.  Schwab
und  Schöller,  3  Brüder  und  3  Schwestern.  Je
1  Kirche  in  Kribi  und  Buambe,  1  Schwesternkopell
in  Kribi,  1  Knaben=  und  1  Mädchenschule  in  Kribi,
10  Nebenschulen  an  der  Batangaküste.  Schülerzahl
100  Knaben,  40  Mädchen  in  Kribi.  In  den  Nebenschulen
  sind  durchschnittlich  je  20  Kinder.  Schreinerel-Werkstätte.
  Getaufte  Eingeborene  600.  .

4)  Engelberg  auf  dem  Götterberg  (Bezukk
Victoria).  Nebenstation  Mapanya.  P.  König,
Superior,  3  Brüder  und  2  Schwestern  in  Engelberg,
3  Schwestern  in  Mapanya.  1  Kirche  und  1  Schwesternkapelle
  in  Engelberg,  1  Kapelle  in  Mapanya.  1  Schule
in  Engelberg,  1  Schule  in  Mapanya  und  8  Nebenschulen.
  Schülerzahl  in  Engelberg  40,  in  Mapanya  30.
1  Werkstätte  für  Schreinerlehrlinge.

Getaufte  Eingeborene  110.

e)  Kamerun  (Stadt,  im  Bau  begriffen).  *#
Vieter,  apost.  Präfekt,  3  Brüder.  1  provisorische
Kapelle  und  1  Schule  in  der  Station.

Getauste  Eingeborene  80  bis  90  (erzogen  in
Marienberg  und  Kribi).
        <pb n="917" />
        C.  Togo.

Apostolische  Präfektur  Togo.  Avpostolischer
Präfekt:  P.  Bücking.  Missionsgesellschaft  des
Göttlichen  Wortes  (Steyler  Mission).  Mutterhaus
  zu  Steyl  in  Holland  (Adresse:  Steyl,  postl.
Kaldenkirchen,  Rhld.);  Generalsuperior  Janssen;
Deutsches  Missionshaus  Heiligkreuz  zu  Neuland
bei  Neisse  in  Schlesien;  Rektor  P.  Dr.  Weber.

Die  Gesellschaft  ist  1875  gegründet  und  hat  ihre
Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1892  begonnen.

Stationen.

a)  Lome  (Hauptstation).  P.  Bücking,  apostolischer
  Präfekt.  PP.  Arand  und  Schmitz,  2  Brüder,
5  Schwestern.  Kirche.  1  Knabenschule  (146  Schüler)
und  Mädchenschule  (35  Schülerinnen).  Kokos=  und
Kassadeplantage.

Nebenstationen  mit  Schulen  unter  Leitung
eingeborener  Lehrer:  Agueneve  mit  25  Schülern,
Quadjovikope  (24),  Akepe  (nicht  besetzt),  Bagida  (31),
Amutive,  Agome-Palime  (33)  und  Animaho  (20).

b)  Porto  Seguro.  Vorsteher  P.  Anselmann.
1  Bruder.  Schule  mit  63  Schülern.

Nebenstation  Gunkope  (28  Schüler).

c)  Togo  (Stadt).  Vorsteher  P.  Stangier.
1  Bruder.  Schule  mit  25  Schülern.  Hospital.

Nebenstation  Sera  (zur  Zeit  unbesetzt).

d)  Klein-Popo.  Vorsteher  P.  Altemöller,
P.  Schönig  und  2  Brüder.  Kirche.  Knabenschule
(110  Schüler),  Mädchenschule  (29).

Nebenstation  Degbenu  (21  Schüler).

e)  Adjido.  Vorsteher  P.  Müller,  P.  Ewen
und  5  Brüder.  Handwerkerschule  mit  10  Schülern,
Knabenschule  (42),  Mädchenschule  (18).

Nebenstationen  Soholo  (22  Schüler)  und  Gridji
20).  Auf  letzterer  eine  Kaffeeplantage.

Getaufte  Eingeborene  900.

D.  Dentsch-Südwestafrika.

Apostolische  Präfektur  Deutsch-Südwestafrika.
  Apostolischer  Propräfekt  P.  Herrmann.
Genossenschaft  der  Oblaten  der  Heiligen  und
Unbefleckten  Jungfrau  Maria.  Sitz  des  Provinzials
  der  deutschen  Ordensprovinz:  Missionshaus
in  Hünfeld  bei  Fulda;  derzeitiger  Provinzial
P.  Scharsch.

Die  Genossenschaft  ist  1816  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1896  begonnen.
Organ:  „Maria  Immaculata“  (Fulda).  Alljährlich:
„Kleiner  Jahresbericht“  (ebenda).

Stationen.

a)  Windhoek.  Superior  P.  Herrmann,
apostolischer  Propräfekt,  P.  Kieger  und  P.  Filliung.
1  provisorische  Kapelle  in  Windhoek.

b)  Swakopmund  (die  Gründung  wird  demnächst
  erfolgen).

—  —  —

Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerci  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlm  8W,  Kochstraße  6—71.

9

—

 

E.  Kaiser  Wilhelmsland  und  Bismardck-  Archipel.

1.  Apostolische  Präfektur  Kaiser  Wilhelmsland.
  Apostolischer  Präfekt:  P.  Limbrok.
Gesellschaft  des  Göttlichen  Wortes  (Steyler
Missionare).

Im  Schutzgebiet  thätig  seit  1896.  (Das  Uebrige
siehe  bei  Togo.)

Stationen.

a)  St.  Joseph  auf  Tamara  (Insel  bei  Berlinhafen).
  Vorsteher  J'.  Limbrok,  apostolischer  Präfekt,
PP.  Vormann  und  Erdweg.  3  Brüder.

b)  Regina  Angelorum  (Tamara  gegenüber
an  der  Lemingküste).  2  Priester,  1  Bruder.

2.  Apostolisches  Vikariat  Neu-Pommern.
Apostolischer  Vikar:  Bischof  Couppé.  Genossenschaft
  der  Missionare  vom  hl.  Herzen  Jesu.
Deutsches  Missionshaus  in  Hiltrup  bei  Münster.
Provinzial  und  Rektor  des  Missionshauses  P.  Linckens.
Eine  zweite  Niederlassung  in  Liefering  bei  Salzburg.

Die  Genossenschaft  ist  1854  gegründet  und  hat
ihre  Thätigkeit  im  Schutzgebiet  1881  begonnen.

Organ:  „Die  Monatshefte  U.  L.  F.“  (Hiltrup).

Stationen.

a)  Vuna-Pope  (Kinigunan  in  der  Blauche  Bai,
Gazellehalbinsel),  Centralstation.  Apostolischer  Vikar,
3  Priester,  13  Brüder,  10  Schwestern.  1  Kirche,
2  Kapellen,  Waisenhaus  mit  Schule  für  die  Mädchen,
1  für  die  Knaben,  Arbeitshaus  für  die  Mädchen,
Pensionat  für  weiße  Kinder,  Katechetenschule.  Getaufte
  Eingeborene  240.

6b)  Takubar,  Nebenstation  von  Vuna-Pope.
1  Priester,  1  Bruder.  Kirche.  Getaufte  gegen  100.

c)  Villa-Maria  (im  Innern  der  Gazellehalbinsel).
  2  Priester,  1  Bruder.  Kirche.  Getaufte
über  800.

d)  Vunotoro,  Nebenstation  von  Villa-Maria.
Kirche.

e)  Malagunan  (in  der  Blanche  Baie).  2  Priester,
1  Bruder,  2  Schwestern.  Kirche,  Knaben=  und
Mädchenschule.  Getaufte  über  2300.

1)  Vlavolo  (in  der  Talilibucht).  1  Priester,
1  Bruder,  2  Schwestern.  Waisenhaus  für  Mädchen,
Kirche,  Knaben=  und  Mädchenschule.  Getaufte  1600.

8)  Vunamarita  (ander  Bainingküste).  2  Priester,
1  Bruder.  Kirche,  Schule.  Getaufte  200.

)  Ramandu  (an  der  Bainingküste).  1  Priester,
1  Bruder.  Kirche.

In  den  Waisenhäusern  werden  204  Kinder  unentgeltlich
  erzogen.  Der  Elementarunterricht  wird
an  427  Kinder  ertheilt.

 

—  —ÔÒ  ———
        <pb n="918" />
        <pb n="919" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Aelonial  ·  Abtheilung  des  Auswärkigen  Amis.

 

 

.—  .  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  ———  —   —„  —

R.  Jahrgang.  Perlin,  1.  Dezember  1599.  6  UAummer  23.

—————————————  2  —  —  —  —2  —  —

 

–—–  —  —  ——

 

.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  schen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

v.  Daneokelman.  Der  viertelsährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  m.,  ven  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Vost  und  die

Buchhandlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streisband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

 

—  ——

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Bau-Polizeiordnung  für  das  südwestafrikanische  Schutzgebiet  S.  767.  —  Gouvernementskurs
  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  November  S.  768.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der
Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  September  1898  S.  768.  —  Personalien  S.  769.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  769.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Bergassessors
Dr.  Dantz  über  das  Kawendigebiet  S.  769.  —  Kamerun:  Viehzucht  S.  770.  —  Aus  dem  Bereiche  der
Missionen  und  der  Antisttaverei=  Bewegund  S.  770.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Die  Eisenbahnen
in  Südafrika  S.  773.  —  Englischer  Bericht  über  den  Handel  in  Westafrika  S.  774.  —  Jahresbericht  von  Hongkong
  für  1897  S.  776.  —  Litteratur  S.  777.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  778.  —  Schiffsbewegungen  S.  779.
—  Verkehrs-Nachrichten  S.  779.  —  Anzeigen.

 

 

Amtlicher  Theil.

Perordnungen  und  Witkheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

 

Bau-Polizeiordnung  für  das  südwestafrikanische  Schutzgebiet.

81.
In  Groß=  und  Klein-Windhoek,  an  den  Sitzen  der  Bezirkshauptmannschaften  und  Distriktskommandos
  sowie  in  Lüderitzbucht  sind  von  Polizeiwegen  besondere  Bebauungspläne  aufzustellen.

8  2.

Zu  Neubauten,  An-  und  Erweiterungsbauten  einschließlich  des  Aufsetzens  eines  oder  mehrerer
Stockwerke  auf  ein  vorhandenes  Gebäude  ist  in  diesen  Orten  die  baupolizeiliche  Genehmigung  einzuholen.
Als  Bauten  im  Sinne  dieser  Verordnung  gelten  aus  Steinen,  Backsteinen,  Lehm,  Holz  oder  Wellblech
hergestellte  Bauwerke.

83.

Die  Bauerlaubniß  ist  schriftlich  bei  der  zuständigen  Ortspolizeibehörde  nachzusuchen.  Dem  Gesuch
sind  einfache  Skizzen  über  die  Lage  des  Grundstücks  und  Lage  und  Größe  der  auszuführenden  Baulichkeiten
  in  doppelter  Ausfertigung  beizufügen.

*  4.

Die  Bauerlaubniß,  welche  schriftlich  (Bauschein)  unter  Zurückgabe  des  mit  Genehmigungsvermerk
versehenen  Duplikates  der  Bauvorlagen  erfolgt,  betrifft  nur  die  polizeiliche  Zulässigkeit  des  Baues  und
erfolgt  unbeschadet  etwaiger  Rechte  Dritter.  Der  ertheilte  Bauschein  verliert  seine  Gültigkeit,  wenn  innerhalb
  Jahresfrist  nach  Aushändigung  desselben  der  Bau  nicht  begonnen,  oder  wenn  ein  begonnener  Bau
länger  als  ein  Jahr  liegen  geblieben  ist.

85.
Die  Straßenfronten  der  Gebäude  müssen  in  der  durch  die  Bebauungspläne  festgestellten  Bauflucht—
linie  oder  parallel  mit  ihr  errichtet  werden,  jedoch  können  bei  Eckgrundstücken  Abrundungen  und
Abstumpfungen  zugelassen  werden.

86.

Jedes  bebaute  Grundstück  muß  durch  mindestens  eine  Zufahrt  mit  der  Straße  in  Verbindung
gebracht  werden.
        <pb n="920" />
        768

87.

Zwischen  ellen  nicht  unmittelbar  aneinander  stoßenden  Gebäuden  eines  Grundstückes  muß  durchweg
ein  freier  Raum  bleiben  von  mindestens  3  m  Breite,  soweit  die  einander  gegenüberliegenden  Umsfassungswände
  keine  Oeffnungen  haben;  von  mindestens  5  m  Breite,  soweit  Oeffnungen  in  jenen  Wänden  vorhanden
sind.  Von  Nachbargrenzen  haben  Gebäude,  welche  nicht  unmittelbar  an  sie  herantreten,  mindestens  3  m
entfernt  zu  bleiben.  Holzhäuser  müssen  von  anderen  Gebäuden  desselben  Grundstücks  sowie  von  den
Nachbargrenzen  eine  Entfernung  von  mindestens  8  m  innehalten.  Bei  geringerer  Entsernung  —  mindestens
5  m  —  sind  die  Umfassungswände  solcher  Ge  bäude  und  alle  Anbauten  und  vortretenden  Theile  mit  Wellblech
  oder  Zink  feuersicher  zu  verkleiden.

88.

Auf  jedem  bewohnten  Grundstück  müssen  Aborte  und  Mülllagerstellen  vorhanden  sein.  Die  Aborte
müssen  eine  Grundfläche  von  mindestens  1,5  bis  2,0  qm  haben.  Die  Anlage  von  Gruben  für  Aborte
und  Müll  ist  verboten.  Zur  Aufnahme  des  Mülls  dürfen  nur  feuersichere  Behälter  oder  zu  ebener  Erde
gelegene,  abgepflasterte  und  mit  einer  Steinmauer  umgebene  Theile  des  Hofraums  dienen.  Die  Mborte
müssen  mit  einem  vollkommen  wasserdichten,  beweglichen  Behälter  versehen  sein.

89.
Insoweit  nicht  schon  wegen  Versäumung  des  Einholens  der  Bauerlaubniß  Bestrafung  nach  §  367
Nr.  15  des  Reichs-Strafgesetzbuchs  eintritt,  werden  Zuwiderhandlungen  gegen  die  §§  1,  2,  4  bis  7  dieser
Verordnung  mit  Geldstrafe  bis  zu  150  Mark  oder  Haft  bestraft.

10.

Zur  Ausführung  von  Bauten  vor  Erlaß  dieser  Verordnung  ertheilte  Genehmigungen  verlieren  ihre
Gültigkeit  nach  Ablauf  von’  drei  Monaten  vom  Tage  der  Veröffentlichung  dieser  Verordnung  an,  wenn
der  Bau  nicht  inzwischen  begonnen  ist.
§  11.

Diese  Verordnung  tritt  überall  mit  dem  Tage  der  Veröffentlichung  in  Kraft.

Windhoek,  den  12.  September  1898.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  (gez)  Leutwein.

 

Gonvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  amtliche  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  November  d.  Is.  ist  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  auf  1,39  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

—Ô  Ò  eÒS  —  —  ——  —  —  —  —  —

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika

  im  Monat  September  1898.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3675  Mk.)

———4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sörte  für  e#hehnte-  Holsschlag.]  neer  3.
sschlag.)Neben.  t
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhrô  Gebühren  Ennahmen  Insgesamm
Rp.  P.]  Ap.  P.]  Rp.  P.ARp.  P.  Rp.  P.]  Rp.  V.  Ml.  U
l  l  l
Tanga  ..  1140  o3  10700  301  14  E  48  101  —  —  11902  43  16276  90
Pangani  5826  544875  34  16  —  5  25  21  109744  59  =  13326  18
Saadanie  1472  0131  28  —  —  13  44179  44-=  33824  75
Bagamoyo  .  7591301838121  5.—465411!4626036-23-3560472
Dar-es-Saläm  1796  4676  OCO37  544  2
Kilwa  4704  4497  38  36  —]/27  32  47  51115023  39  =  20544  7)
Lindt.  2871  0  8294  43  19  —  76  1922  22  9283  27  =  12695  08
Mikindani  7320  606  2014  55  30  —  20  45  4  32  9391  01  12842  21
Zusammen32723  6369618  —  34  316  9  33  —  3
Zuf  ;  8  015  864  2446  09  m  1
44750  Mk.,  Mk.)2  Mk.  MM.j  B  Mr.  6
05  P.  63  Pf.]  70  Pf.]  063  Pf.  32  M.
        <pb n="921" />
        *#

6

69

Perspnalien.
Kaiserliche  Schuntruppen.
A.  K.  O.  vom  19.  November  1898.

Schutztruppe  für  Kamerun.
Lichtenberg,  Oberarzt,  auf  sein  Gesuch  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen  Pension  unter  dem  30.  Novem-7



ber  d.  Is.  bewilligt.

A.  K.  O.  vom  25.  November  1898.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

Abel,  Sekondlieutenant  vom  Feldartillerie-Regiment  von  Clausewitz  (Oberschlesischen)  Nr.  21,  und
Frank,  Sekondlieutenant  vom  Pommerschen  Pionier-Bataillon  Nr.  2,  mit  dem  29.  November  d.  Is.  aus

dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  dem  30.  November  d.  Is.  als  Sekondlieutenant,  —  mit  ihren

bisherigen  Patenten  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Schutztruppe  für  Südwestafriko.

Frhr.  v.  Schönau-Wehr,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.

VyVVVVYTYVYVTVYVT  7VVY7  yTYVYVY  YVVYVY  VVVYVNVVVYV  V'èstv  WN

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.
Deutsch  -Ostafrika.

Der  Oberstabsarzt  1.  Klasse  Dr.  Becker  hat  die
Wiederausreise  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

 

Der  Bezirksamtmann  Freiherr  v.  Eberstein,
der  Materialienverwalter  Branden  burg  und  der
Maschinist  Meyer  sind  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.
  «

 

Ramerun.

Der  Bautechniker  Karig  hat  einen  Heimathsurlaub
  angetreten.

 

Der  Sergeant  Klein  und  der  Unteroffizier
Klippert  sind  mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland
eingetroffen.

——  —  ——

Togo.
Der  Zollassistent  Mucke  ist  nach  Lome  abgereist.

 

Südwestafrika.

Der  Sekondlieutenant  Prosper  Prinz  von
Arenberg  à  la  suite  der  Schutztruppe  und  der
Unterbüchsenmacher  Rosenthal  haben  die  Ausreise,
der  Unteroffizier  Heydenreich  hat  die  Wiederausreise
  in  das  Schutzgebiet  angetreten.

——  —  —  —  —  —  —

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deulsch  ·  Pstafrika.

Einem  Berichte  des  Bergassessors  Dr.  Dantz  über  das
Rawendigebiet

zwischen  dem  unteren  Malagarasi  und  Karema  (Ostseite
  des  Tanganyikasees)  entnehmen  wir  Folgendes:

Dieses  Gebiet  enthält  drei  geologisch  verschiedene
Bezirke.  ·

Der  erste,  am  Unterlauf  des  Malagarasi  gelegen,
wird  durch  Diabasporphyrite  oder  diesen  sehr  ähn—
liche  Gesteine  vulkanischer  Natur  gebildet,  welche  mit
der  Grabenversenkung  des  Tanganyikasees  in  ursächlichem
  Zusammenhang  stehen,  das  heißt  einer  früheren
Senkung  in  alter  Zeit  ihren  Ursprung  verdanken.

 

Sie  werden  zum  Theil,  so  in  den  Kabwebergen
(Tongue),  von  alten  Sandsteinen,  auch  sandigen  Kalksteinen
  überlagert.

Der  zweite  Bezirk  wird  (in  Nordkawendi)  von
den  rothen  alten  Sandsteinen  mit  zum  Theil  erheblichem
  Glimmergehalt  gebildet.  Diese  Sandsteine
treten  vom  Malagarasi  bis  zum  Oberlauf  des  Rugufu
(welcher  von  seiner  weit  südlich  gelegenen  Quelle
einen  großen,  nach  Westsüdwesten  geöffneten  Bogen
beschreibt)  auf  und  bilden  ein  Hochplateau,  in  welches
u.  A.  der  Rugufu  mit  seinen  Nebenflüssen  tiefe  Thäler
geschnitten  hat.  Die  letzteren  sind  infolge  stetiger
Bewässerung  und  wegen  des  sandig-humosen  Flußalluviums
  fruchtbar;  in  ihnen  liegen  die  Ansiedelungen
        <pb n="922" />
        der  Wawendi,  auf  den  Höhen  stehen  lichte,  wildreiche
Wälder.

Unter  den  Sandsteinen  steht  nun,  an  einigen
Thälern  sichtbar,  der  alte  Gneis  an,  welcher  etwa
vom  oberen  Rugufu  an  bis  über  Karema  hinaus
das  einzige  gebirgsbildende  Gestein  darstellt.  Das
Gelände  dieses  dritten  Bezirls  ist  sehr  hügelig,  weist
aber  nur  in  dem  Kungwegebiet  (zwei  bis  sechs  Tage
nordwestlich  Karema)  bedeutende  Kämme  und  Höhen
auf,  welche  in  ihrer  Längsstreckung  dem  Streichen
des  Gneißes  folgen.  In  diesem  Hügellande  wechsellagern
  die  verschiedensten  Glieder  des  Gneißes,  helle
quarzitische,  röthliche  und  weiße  feldspathreiche
Schichten,  hornblendenreiche  Partien,  gegmatitische
Varietäten  und  reine  Amphibolite.  Von  Erzen
wurden  hier  nur  ganz  untergcordnete  Raseneisensteinbildungen
  angetroffen.

Leider  war  auch  das  Suchen  nach  Steinkohlen
oder  wenigstens  nach  Pflanzenabdrücken  (welche  eine
Altersbestimmung  hätten  möglich  gemacht)  in  den
oben  erwähnten  ausgedehnten  rothen  Sandsteinen
ohne  Erfolg.

Die  Bildungen  des  Tanganyikasees  jüngeren
geologischen  Alters  sind  im  Wesentlichen  und  weitaus
vorherrschend  feine  Sande  mit  zahlreichen  Muscheln,
daneben  finden  sich  auch  Lehme,  rothe  Konglomerate
und  Kiesschichten,  alle  bis  zu  einer  Höhe  von  20  m
über  dem  heutigen  Seespiegel.

 

Kamerun.
viehzucht.

Das  zu  Zuchtzwecken  nach  Kamerun  abgesandte
Allgäuer  Zuchtvieh  (10  Stück)  ist  nebst  dem  Senner
Hipp  in  gutem  und  gesundem  Zustande  in  Busa
eingetroffen.

—  ———  —  —

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Die  Wesleyanische  Missionsgesellschaft  in  Sydney
hat  einen  in  der  Sprache  der  Bewohner  der  Gazelle-Halbinsel
  (Neupommern)  verfaßten  Katechismus  drucken
lassen.  Der  Katechismus  ist  bei  Epworth  in  Sydney,
Clarence  Str.  287,  erschienen.

 

T.  Jakob  Pfändler  von  der  Mission  der  Pallotiner
  in  Kamerun  ist  am  4.  Oktober  in  der  Schweiz
am  Tropenfieber  gestorben.  („Gott  will  es.“)

—  —%

Dem  Organ  der  Baseler  Mission  „Der  evangelische
  Heidenbote“  entnehmen  wir:

Missionar  Schürle,  der  die  Mittelschule  in
Lobethal  (Bezirk  Edea,  Kamerun)  leitet,  kann  berichten,
  daß  die  Schüler  neben  der  Schule  fleißig  in
der  Kakaopflanzung  arbeiten,  was  ihnen  leichter  vor- 



770  —

kommt  als  das  Bruchrechnen.  Als  der  Lehrer  einen
einfachen  Bruch  erweiterte  und  dann  wieder  durch
Verkürzung  auf  die  ursprüngliche  Form  zurückbrachte,
konnten  sie  nicht  genug  die  Weisheit  den  Europäers
bewundern.  Nach  Ansicht  der  Schüler  gilt  als  erstes
Fach  Religion,  als  zweites  Deutsch  und  als  drittes
Rechnen.

—.

 

Große  Aufgaben  liegen  vor  der  Rheinischen
Mission  im  Groß-Namalande,  dem  weiten,  südlichen
Theile  des  deutschen  Südwestafrika.  In  Angra  Pequena,
Richmond  und  Nabis  sollen  neue  Stationen  angelegt,
in  Keetmanshoop  eine  Schule  für  weiße  Kinder  eingerichtet
  und  das  Katechistenseminar  wieder  eröffnet
werden.  Außerdem  müssen  die  verwaisten  Stationen
Gibeon  und  Bersaba  neu  besetzt  werden.  Und  um
den  durch  die  Nöthe  der  letzten  Jahre  vollends  verarmten
  Namas  aufzuhelfen,  empfehlen  die  dortigen
Missionare  den  Ankauf  von  Kühen  und  Ziegen,  die
den  Aermsten  in  den  Gemeinden  zum  Gebrauch
überlassen  werden  sollen.

——..  —

Dem  „Epvangelischen  Missionsmagazin“  entnehmen
wir  folgende  Beschreibung  einer  Besteigung  des
Kupeberges  in  Kamerun:

Südlich  von  der  Baseler  Missionsstation  Nyasoso
erhebt  sich  majestätisch  und  hehr  der  etwa  2500  m
hohe  Kupeberg  aus  dem  gewaltigen  Gebirgswall  der
den  südlichen  Theil  der  deutschen  Kolonie  Kamermn
in  einem  großen  Halbkreis  umzieht.  Wie  ein  kühner
Gebieter  steht  er  unter  den  übrigen  Gebirgshöhen
und  Bergspitzen  da,  die  ihn  wie  seine  Trabanten  m
weitem  Bogen  umlagern.  Allerlei  Sagen  und  Berichte
  der  Eingeborenen  über  Feuer=  und  Aschenregen,
über  feurige  Wagen,  heftiges  Donnergetöse  und  sonstige
  schreckhafte  Erscheinungen  ließen  schon  vor  Ihren,
  noch  ehe  man  den  Berg  näher  kannte,  darauf
schließen,  daß  er  vor  Zeiten  eine  vulkanische  Thäligkeit
  entfaltet  habe.  Zugleich  sind  damit  allerlet
Geister=  und  Hexengeschichten,  die  sich  die  Eingeborenen
  von  ihm  unter  Gruseln  erzählen,  verknipft,
so  daß  jede  Annäherung  vom  Küstengebirt  her  noch
vor  wenigen  Jahren  für  den  Europäer  außerordentlic
schwer  war.  Den  Missionaren  aber  gebot  die  Rück
sicht  auf  die  abergläubische  Furcht  der  Eingeborenc,
in  der  ersten  Zeit  ihres  dortigen  Aufenthalts  von
einer  Besteigung  des  Berggipfels  abzusehen,  da  de
Bewohner  von  Nyasoso  fürchteten,  die  Weißen  würden
die  Berggeister  dort  oben  gefangen  nehmen  und  se
dann  in  ihren  Wohnstätten  zum  Verderben  der  Eingeborenen
  loslassen.  Es  mußte  also  erst  dos  Vertrauen
  des  Volkes  gewonnen  werden,  ehe  man  daron
denken  konnte,  eine  Besteigung  zu  wagen.  Anderer
seits  —  das  mußten  sie  sich  sagen  —  würde  eite
solche,  wenn  sie  glücklich  ausgeführt  wurde,  voraut
sichtlich  dazu  dienen,  dem  alten  Aberglauben  einen
heilsamen  Stoß  zu  versetzen.

—  —

 

*)  Etwa  90  km  Luftlinie  nördlich  von  Kamerun  gelegen.
        <pb n="923" />
        —

So  wurde  denn,  als  man  das  Vertrauen  der
Bevölkerung  hinlänglich  gewonnen  hatte,  von  den
Missionaren  Wittwer  und  Basedow  im  Februar
d.  Is.  der  Beschluß  gefaßt,  die  längst  gehegte  Absicht
auszuführen  und  den  Gipfel  des  geheimnißvollen  Kupe
zu  besteigen.  Man  erwählte  hierzu  einen  möglichst
klaren  Tag  und  begann  die  nöthigen  Zurüstungen.
Allein  der  Beschluß  war  schneller  gefaßt  als  ausgeführt.
  Denn  als  es  galt,  einige  Träger  für  das
unerläßlichste  Gepäck  anzuwerben,  wollte  sich  Niemand
für  die  gefürchtete  Bergfahrt  finden.  Selbst  die
älteren  Missionsschüler  weigerten  sich  beharrlich  oder
wurden  von  ihren  Eltern  am  Mitgehen  verhindert.
Mut  vieler  Mühe  gelang  es  schließlich,  vier  junge
Leute  als  Begleiter  zu  gewinnen.  Wir  lassen  nun
Missionar  Basedow  selbst  über  diese  erste  Besteigung
  des  Kupe  berichten.

Um  8  Uhr  morgens  sollte  der  Marsch  angetreten
werden.  Allein  wir  konnten  erst  um  10  Uhr  aufbrechen,
  infolge  der  afrikanischen  „Eile“  der  Träger.
Rüstig  schritt  der  kleine  Zug  voran,  einem  alten
Jägerpfade  folgend,  der  aber  leider  nur  zu  bald  ein
Ende  nahm.  Dann  galt  es,  sich  einen  neuen  Weg
in  gerader  Richtung  zu  bahnen.  Bruder  Wittwer
und  ich  wechselten  damit  ab,  uns  mit  dem  Buschmesser
  durchzuhauen,  während  unsere  Träger  mit  den
Lasten  hinterdrein  marschirten.  Der  Weg  war  im
Ganzen  leicht  hergestellt,  da  nur  wenig  Unterholz
oder  Gestrüpp  vorhanden  war.  Nur  an  den  Stellen,
wo  der  Sturm  größere  Bäume  entwurzelt  hatte  und
wo  den  Sonnenstrahlen  freier  Zutritt  gewährt  war,
erschwerte  das  wildwuchernde  hohe  Schils  das  Vorwärtekommen.
  Auch  das  lockere,  feuchte  Erdreich,
das  den  Füßen  nicht  genügend  Halt  bot,  ließ  uns
den  Marsch  bei  einer  Steigung  von  etwa  30  Grad
etwas  sauer  werden.

Es  galt  zunächst  einen  Bergrücken  zu  erklimmen,
der  dem  eigentlichen  Kupe  vorgelagert  ist  und  von
wo  aus  dann  die  Steigung  bis  zur  höchsten  nördlichen
  Spitze  eine  geringere  ist.  Endlich  um  5  Uhr
nachmittags  wurde  Halt  gemacht.  Es  dauerte  nicht
lange,  so  war  der  Lagerplatz  in  der  Urwaldung
hergerichtet,  und  ein  kleines  Feuer  flackerte  lustig  in
unserer  Mitte.  Obschon  das  Thermometer  nur  15°  R.
anzeigte,  war  die  Kühle  der  Nacht  nicht  sonderlich
zu  spüren,  da  die  Baumkronen  mit  ihrem  dichten
Laubwerk  jeden  Luftzug  abhielten.  So  konnten  wir
uns  denn  erfrischt  und  gestärkt  am  Morgen  von
unserem  Lager  erheben.  Die  wohlthuende  Ruhe  hatte
auch  unseren  eingeborenen  Begleitern  wieder  einigen
Muth  eirgeflößt,  so  daß  wir  uns  in  aller  Frühe
auf  den  Weg  machen  konnten.

Miist  ging  es  durch  dichtes  Gestrüpp,  darunter
auch  durch  solches  von  Brombeeren,  das  besonders
das  Vorwärtskommen  unserer  unbeschuhten  Leute  sehr
erschwerte.  Indem  wir  eine  südöstliche  Richtung  verfolgten,
  kamen  wir  an  verschiedenen  Stellen  vorbei,
wo  das  Wild  gelagert  hatte,  von  dem  wir  aber  kein
einziges  Stück  erblickten,  da  es  längst  das  Weite

771

r

 

——“

gesucht  hatte.  An  größerem  Wild  soll  es  hier  besonders
  viele  Büssel,  Wildschweine  und  Antilopen
geben.  Auch  zeigten  uns  zahlreiche  tiefe  Fallgruben,
die  von  den  im  Osten  des  Kupe  wohnenden  Eingeborenen
  angelegt  werden,  daß  das  Wild  hier  oben
häufig  vorkommt.  Merkwürdig  ist  auch,  daß  sich  auf
diesem  Gebirgskamm,  wie  auf  dem  ganzen  Wege,
den  wir  bis  jetzt  zurückgelegt  hatten,  sehr  wenig  oder
gar  keine  Felsen  vorfanden,  sondern  daß  die  ganze
Bergseite  von  einer  tiesen,  schwarzen  Humusschicht
bedeckt  ist,  was  auch  die  vielen  Fallgruben  deutlich
erkennen  ließen,  die  alle  2  bis  3  m  tief  waren.  Am
meisten  überraschte  uns  aber  eine  Quelle,  auf  die  wir
stießen,  und  die  nur  etwa  80  bis  100  m  unterhalb
des  oberen  Bergkammes  entspringt.

Hier  und  da  zeigte  sich  uns  beim  Vordringen
eine  Baumlücke,  die  den  schönsten  Ausblick  gewährte.
Wir  wurden  dadurch  nur  um  so  mehr  angespornt,
nach  einem  freieren  Aussichtspunkte  zu  fahnden.  Nach
einigem  Suchen  fanden  wir  denn  auch  einen  solchen
und  zwar  da,  wo  wir  ihn  nicht  erwartet  hätten.
Denn  kaum  hatten  wir  uns  eine  Strecke  weit  durch
dichtes  Gestrüpp  hindurch  gearbeitet,  als  wir  plötzlich
einen  kleinen  schönen  Grasplatz  von  etwa  5  m  Flächengehalt
  vor  uns  erblickten,  der  den  äußersten  Rand
einer  100  m  senkrecht  ins  Thal  abfallenden  Felswand
bildete.  Wie  gebannt  blieben  wir  stehen,  und  überwältigt
  von  dem  großartigen  Anblick,  beschlich  uns
eine  Art  von  Grausen,  als  sich  plötzlich  vor  uns  der
gähnende  Abgrund  aufthat.  Der  ganze  Nordosten
bis  hin  zum  Süden  wird  von  hier  aus  beherrscht.
Von  diesem  Punkt  aus  erhält  man  wohl  auch  am
besten  einen  Eindruck  von  der  gewaltigen  Höhe  des
Kupe,  denn  ohne  irgendwelche  vorgelagerte  Bergrücken
erhebt  er  sich  hier  unmittelbar  aus  der  Mf  un=  und
Fanebene,  während  nach  Osten  hin  ihn  eine  tiefe
Schlucht  von  einem  ziemlich  gleich  hohen  Höhenzug
trennt.  Was  das  für  ein  Bergrücken  ist,  ob  der
Manenguba  oder  Nlonako,  das  konnten  wir  wegen
des  vielen  Nebels  und  wegen  der  Wolkenmassen,  die
der  Wind  wild  durcheinander  jagte,  nicht  entscheiden.
Sehr  wahrscheinlich  ist  es  aber  ein  zum  Kupe  gehöriger
  Gebirgsstock.

Unterdes  war  es  12  Uhr  mittags  geworden,  und
wir  mußten  an  den  Weiterweg  denken,  denn  unser
eigentliches  Ziel,  der  Krater  des  Kupe,  war  noch
lange  nicht  erreicht.  Als  wir  uns  bald  darauf  wieder
in  dichtem  Gebüsch  befanden,  gingen  unsere  Anfichten
in  Betreff  des  einzuschlagenden  Weges  auseinander,
woraus  unsere  Leute  sofort  den  Schluß  zogen,  daß
wir  uns  verirrt  hätten.  Das  genügte,  um  sie  mit
Schrecken  zu  erfüllen.  Immer  und  immer  wieder
hieß  es:  Wir  sind  verirrt!  Wir  sind  verloren!  Wie
erstaunt  waren  sie  daher,  als  sie,  oben  angelangt,  sich
plötzlich  klar  wurden,  daß  sie  am  Rande  des  Kraters
standen,  auf  den  wir  schon  lange  zugesteuert  hatten.
Auch  hier  gewährte  uns  die  Berghöhe  einen  Blick
in  die  Tiefe.  Da  lag  dort  unten,  scheinbar  ganz  in
der  Nähe,  unser  Nyasoso  mit  dem  Missionsgehöft,
        <pb n="924" />
        mit  der  Brücke  und  dem  nheuen  Wege.  Und  da
drüben  trat  Mbule,  dort  Ngusi  und  die  eine  und
andere  Ortschaft  in  den  Gesichtslreis.  Die  eingeborenen
  Begleiter  waren  davon  ganz  hingenommen  und
gaben  ihrer  Verwunderung  beredten  Ausdruck.  «

Unm  eine  größere  Rundsicht  zu  genießen,  so  weit
dies  die  Dunstmossen  des  Harmattans  gestatteten,
versuchten  wir  die  westliche  der  beiden  Kratersuttzen
zu  erreichen,  mußten  aber  bald  davon  absehen,  da
sich  zwischen  ihr  und  uns  eine  70  bis  80  m  tiefe
und  etwa  4  bis  5m  breite  Kluft  befand,  die  wir
nicht  hinab=  und  wieder  hinaufklettern  wollten.  Es
blieb  uns  demnach  nichts  Anderes  übrig,  als  uns
auf  den  östlichen  Felsenrand  zu  begeben.  Da  derselbe
bis  an  den  äußersten  Rand  hin  mit  Bäumen  bewachsen
  war,  so  konnten  wir  von  da  aus  ohne  Gefahr
  in  die  Tiefe  hinabblicken.  Auch  hier  war  der
Eindruck  grauenerregend,  denn  schauerlich  gähnte  zu
unseren  Füßen  der  Abgrund.  Senkrecht  ragen  die
gewaltigen,  kahlen  Felsenwände  aus  der  Tiefe  empor.
Was  den  Fernblick  betrifft,  so  steht  er  dem  vorhin
geschilderten  kaum  nach.  Beherrscht  jener  die  Gegenden
  von  Nordosten  bis  zum  Süden  hin,  so  dieser
die  des  Nordens,  Westens  und  Südens.  Trotz  der
Dunstmassen  konnten  wir  deutlich  sehen,  wie  im
Westen  und  Nordwesten  sich  hohe  Bergrücken  von
Norden  nach  Süden  hinzogen,  während  die  im  Norden
gelegenen  Höhenzüge  meist  die  Richtung  von  Osten
nach  Westen  nahmen.  Dazwischen  aber  lag  das
Grasland  mit  semer  gelblichgrünen  Färbung  eingebettet,
  durchbrochen  von  dem  Dunkelgrün  der  Urwälder.
  Fürwahr,  ein  wundervolles  Bild!

Auch  der  Krater  selbst  bietet  viel  Interessantes.
Er  ist  dem  Hauptgebirgsstock  des  Kupe  wie  ein  abgeschnntener
  Zuckerhut  nach  Süden  zu  vorgelagert.
Nach  Norden  und  Nordwesten  ist  er  theils  durch
einen  Bach,  theils  durch  einen  tiesen  Spalt  von
demselben  getrennt,  während  ein  tiefes  Thal  unten
vom  Krater  aus  im  Westen  seinen  Ausgang  nimmt.
Allem  Anschein  nach  lag  die  Oeffnung  des  Kraters
früher  oben,  später  hat  er  aber  infolge  heftger  Eruptionen
  die  Nordwandung  durchbrochen  und  sich  bis
zur  Thalsohle  gesenkt.  Jetzt  wurde  es  mir  auch
klar,  warum  wir  nirgends  auf  der  Nordseite  auf
ein  eigentliches  Lavabett  stießen  und  nur  einzelne
zerstreut  herumliegende  Lavablöcke  antrafen,  während
sich  westlich  vom  Kupe  mehrere  Stellen  voifinden,
wo  man  deutlich  das  Lavabett  erkennt.  Jedenfalls
ist  dieses  große  Thal,  das  in  westlicher  Richtung  vom
Krater  ausläuft,  das  eigentliche  Lavabett  des  feuerspeienden
  Kupe  gewesen.

Gern  hätten  wir  uns  auf  dieser  Berghöhe  bis
zum  nächsien  Morgen  aufgehalten,  um  beim  Sonnenaufgang,
  ehe  die  Nebel  aufsteigen,  eim  deutlicheres
Bild  vom  Ganzen  zu  erhalten;  aber  wir  mußten  an
den  Heimweg  denken.  Es  war  bereits  in  der  vierten
Stunde,  als  wir  endlich  aufbrachen.  Natürlich  ging
es  mit  dem  Abstieg  um  Vieles  schneller  als  mit  dem
Aufstieg.  Rasch  eilten  wir  vorwärts,  bald  auf  allen

772

 

—

Vieren  kriechend,  bald  eine  Rutschpartie  machend,
bald  durch  tiefe  Schluchten  und  an  steilen  Felswänden
entlang,  bald  über  steile  Bergrücken  kletternd,  dann
wieder  an  einem  etwa  20  bis  30  m  tiefen,  aber  jetzt
trockenen  Wasserfall  vorüber,  bis  uns  die  Nacht  überholte.
  Diese  nöthigte  uns,  noch  einmal  einen  Lagerplatz
  im  Urwalde  aufzusuchen.  ·

Am  folgenden  Morgen  stießen  wir  schon  nach
Kurzem  auf  unseren  alten  Weg,  auf  dem  wir  den
Aufstieg  bewerkstelligt  hatten,  und  langten  um  9  Uhr
vormittags  wohlbehalten,  wenn  auch  ermüdet  und
beschmutzt,  auf  unserer  Missionsstation  in  Nyasoso  an.
Die  Kunde  von  unserer  glücklichen  Rückkehr  verbreitete
sich  bald  wie  ein  Lauffeuer  durch  den  ganzen  Ort.
Biele  wollten  es  gar  nicht  glauben,  daß  wir  wirklich
das  Unternehmen  ausgeführt  hätten  und  auf  dem
Gi#fel  des  Kupe  gewesen  seien.  Aber  die  begeisterte
Schilderung  unserer  eingeborenen  Begleiter  sowie  die
Uedereinsiimmung  ihrer  Aussagen  ließen  schließlich
keinen  Zweisel  mehr  ausfkommen.

In  uns  aber  hat  diese  erstmalige  Besteigung  des
Kupe  den  lebhaften  Wunsch  wachgerufen,  einen  weiteren
  Aufstieg  zu  unternehmen  und  zwar  unmnttelbar
nach  der  trockenen  Jahreszeit,  wenn  die  ersten  Gewitterstürme
  die  Luft  reinigen  und  eine  klare  Femsicht
  gestatten.  Erst  dann  wud  man  ein  sicheres
Bild  von  der  Auedehnung  des  Nrosigebietes  mit
seinen  59  Dorfschaften  erhalten.  Bis  jetzt  wissen  wir
nur,  daß  diese  59  Dörfer  fünf  verschiedenen  Stämmen
angehören,  die  wie  semerzeit  bei  den  JIsraeliten  nach
ihrem  Stammeshaupt  benannt  sind.

„Der  Missionsfreund“  (Organ  der  Mission
Berlin  1)  berichtet  aus  Deutsch-Ostafrika  (Nyassoland),
  daß  die  Missionare  Gröschel  und  Priebusch
am  13.  Juli  die  Station  Kidugala  ber  dem  Häuvptling
  Ngela  besetzt  haben.  Diese  Station  liegt  drei
Tagereisen  nordwestlich  von  Tandala  in  der  Landschaft
  Ubdena.  Drei  bis  vier  Tagereisen  östlich  von
8  hat  Missionar  Bunk  die  Station  Mufindi
esetzt.

Den  letzten  Jahresberichten  der  deutschen  Missionsgesellschaften
  entnehmen  wir  folgende  Zahlen:  Im
Ganzen  arbeiten  in  der  Heidenwelt  751  deutsche
Missionare,  von  denen  684  im  Dienst  der  sechs
großen  deutschen  Missionsgesellschaften  steben:  Brüdergemeinde,
  Basel,  Barmen,  Leipzig,  Hermannsburg
und  Berlin  I.  Diese  sechs  Gesellschaften  hatten  zusammen
  eine  Jahreseinnahme  von  2  957  268  Mark
und  ihre  Gememden  zählten  287  472  Getaufte,  so
daß  man  die  Gesammtzahl  der  in  deutscher  Pflege
stehenden  Heidenchrien  auf  eiwa  330.000  berechnen
muß.  Von  den  Missionaren  der  genannten  Gesellschaften

  sind  im  Jahre  1897  zusammen  11374  Heiden

getauft  worden,  unter  ihnen  etwa  8000  erwachsene
Heiden.  Die  größte  Zahl,  nämlich  3321,  haben  die
Hermannsburger  Musionare  taufen  können.  Die
Schulen  der  genannten  Gesellschafen  wurden  von
        <pb n="925" />
        73  209  Schülern  besucht.  Die  meisten  Schüler  zählten
  die  Schulen  der  ältesten  deutschen  Mission,  der
Brüdergemeinde;  sie  hatten  24  425  Schüler  und
Schülerinnen.

RAus  fremden  Uvlonien.
Die  Eisenbahnen  in  Südafrika.

Einem  in  dem  britischen  Kolonialinstitute  in
London  über  die  Eisenbahnverhältnisse  in  Südafrika
gehaltenen  Vortrage  entnehmen  wir  Folgendes:

Bis  zum  Jahre  1859  wurde  in  der  englischen

Kapkolonie  der  Waarenverkehr  von  Kapstadt  nach
dem  Innern  und  umgekehrt  hauptsächlich  durch
Ochsenwagen  vermittelt;  große  Schwierigkeiten  bot
diesen  Wagenzügen  lange  Zeit  —  bis  etwa  1844  —
die  Durchquerung  eines  Kapstadt  vom  Festlande
trennenden  breiten  Sandgürtels.  Um  die  Fahrzeuge
durch  den  tiefen  und  fortwährend  in  Bewegung  befindlichen
  Dünensand  führen  zu  können,  war  fast  die
doppelte  Zahl  der  sonst  gebräuchlichen  Bespannung
nothwendig.  Schon  im  Jahre  1844  war  jedoch
diese  Verkehrserschwerung  durch  mit  unendlicher  Mühe
ermöglichte  Bepflanzung  jener  Strecke  und  dadurch
geschaffene  Befestigung  des  Bodens  zum  größten  Theil
besengt.  In  demselben  Jahre  wurde  auch  mit  der
Anlage  von  Hauptstraßen  durch  die  Kolonien  begonnen
  und  heierdurch  eine  beträchtliche  Verkehrserleichterung
  geschaffen.

Im  Jahre  1859  wurde  der  Bau  der  ersten
Bahnlmie  in  Angriff  genommen.  Eine  von  der  Regierung
  unterstüßte  englische  Gesellschaft  baute  eine
Eisenbahn  von  Kapstadt  nach  Wellington,  das  ist
eine  Strecke  von  58  englischen  Meilen.

Nachdem  hiermit  der  Anfang  mit  Einführung
dieses  so  wichtigen  Verkehrsmittels  gemacht  war,
folgte  in  verhälmißwäßig  kurzer  Zeit  der  Auebau
eines  Eisenbahnnetzes,  das  nunmehr  zum  Vortheil
von  Handel  und  Verkehr  die  ganze  Kapkolonie  umsaßt.
  Im  Jahre  1861  wurde  durch  die  Wynbery
Railway  Co.  eine  Bahnverbindung  von  Kapstadt  mit
der  ersten  Bahnlime  bei  Salt  Niver  hergestellt.
Anfang  der  siebiger  Jahre,  Hand  in  Hand  mit  dem
durch  die  Entdeckung  der  Diamantfelder  in  West-Griqualand
  verursachten  allgemeinen  Aufschwung  der
Kolonie  ging  der  Bahnbau  in  raschen  Schritten
vorwärts,  und  es  entstanden  die  Linien  nach  Quernstown,
  Worcester,  Braufort  West,  nach  Croadok,
Grahamstowm,  Malmesbury  und  Graaf  Remet.
Diese  Bahnen  stellten  die  Verbindung  mit  den  wichtigen
  Serhäfen  Kapstadt,  Port  Elizabeth  und  New-London
  her  und  bildeten  drei  Hauptlinien,  die  in
der  Richtung  nach  Kmmberley  und  nach  dem  Orange-Frristaat
  zusammenführten.

1881  folgte  die  Ausdehnung  des  Bahnnetzes  nach
Colcsberg,  Kallbay.  Aliwal  North,  nach  Hovetown
am  Orangefluß.  Im  Jahre  1885  war  die  Verbin-773



 

dung  mit  Kimberley  hergestellt,  1890  mit  Vryburg

nach  Abschluß  eines  Uebereinkommens  mit  der  Chartered

  British  South  Africa  Co.;  gleichzeltig  war
auch  der  Bau  einer  Bahn  durch  den  Freistaat  in
Angriff  genommen  worden.  Außer  den  bisher  erwähnten,
  vom  Staate  unternommenen  Bahnbauten
entstanden  seit  dem  Jahre  1881  die  von  Privatgesellschaften
  gebauten  Linien:  Grahamstown—Port
Alfred,  die  Port  Nolloth-Linie  an  der  Südwestküste
der  Kolonie,  die  Cape  Central-Bahn,  eine  Zweiglinie
von  Worcester  nach  Nontayu.  Weitere  Bahnen
wurden  von  Sea  Point  und  Green  Point  nach  Kapstadt,
  von  Kalkbay  nach  Simonstown  gebaut.  Die
letztgenannte  Eisenbahn  führt  durch  felsiges,  sehr
schwieriges  Terrain,  die  Kosten  der  nur  sechs  engl.
Meilen  langen  Strecke  beliesen  sich  auf  102  600  .
Es  waren  allein  strategische  Rücksichten  für  den  Bau
dieser  Bahn  maßgebend,  deren  Kosten  in  keinem  Verhälmiß
  zum  Handelsverkehr  stehen.  .·-Die

  durch  die  Entwickelung  der  Goldfelder  in
Transvaal  geschaffenen,  glänzenden  Aussichten  für
Handelsunternehmungen  hatten  im  Jahre  1890  den
Bau  der  Orange-Freistaatbahn  gesichert,  gleichzeitig
hatte  die  Entwickelung  des  Nordens  der  Kapkolonie,
verbunden  mit  dem  Emporblühen  des  Handels  die
Ausdehnung  des  Eisenbahnnetzes  nach  Vryburg  und
Maseking  zur  Folge  gehabt.  Von  Mafeking  ging
der  Bahnbau  mit  raschen  Schritten  vorwärts  durch
Rdodesia  bis  Bulawayo,  und  es  besteht  die  Ansicht,
daß  in  Bälde  die  Interessen  des  Handels  die  Weiterführung
  der  Bahn  nach  Norden  bis  zum  Zambesi
zur  Nothwendigkeit  machen  werden.

Zur  Zeit  stehen  drei  Hauptlinien  in  Betrieb:  die
Westvahn,  von  Kapstadt  über  Vryburg  nach  Mafeking,
  die  Binnenlandbahn,  von  Port  Elzzabeth  nach
Orange  River  Bridge,  endlich  die  Ostbahn,  von  East
London  nach  Aliwal-North.  Sämmtliche  Eisenbahnen
haben  eme  Spurweite  von  3,6  engl.  Fuß  und  sind
mit  Ausnahme  der  Kapstadt  —  Wellington=  Linie  und
eines  Theiles  der  Port  Elizabeth-Lmie  eingeleisig.
Eme  Vermehrung  der  Doppelgeleise  steht  jedoch  in
Aussicht.  Meisterwerke  der  Ingenteurkunst  sind  die
Brücken  über  den  Orangefluß,  die  zahlreichen  Vaadukte
  und  Tunnels.  «  ·«j

.Wenn  auch  südafrikanische  Kohle  reichlich  zum
Betrieb  der  Bahnen  benußt  wird,  so  müssen  dennoch
zwei  Fünftel  des  gesammten  Bedarfs  jahrlich  aus
Wales  eingeführt  werden.  Die-beiden  südafrikanischen
Republiken  dagegen  beziehen  fast  den  ganzen  Kohlenbedarf
  aus  ihren  eigenen  Bergwerken.  "-  .

Großartig  ist  die  Ausdehnung  des  Telegraphennetzes,
  die  Einkünfte  hieraus  betrugen  1896  über
4  Millionen  Mark.

Von  großer  Bedeutung  ist  der  bereits  durch  die
Regierung  genehmigte  Plan,  eine  Bahn  durch  das
Eingeborenen-Territorum  Pondoland  zu  bauen  und
dadurch  eventuell  eine  Verbindung  der  Kapkolonie
mit  Natal  zu  schaffen.  .
        <pb n="926" />
        —  774

Was  die  Kosten  für  Herstellung  der  Bahnen
anbetrifft,  so  betragen  dieselben  ungefähr  9407  S
per  Meile.  Die  Länge  der  Staatsbahnen  allein
beträgt  gegen  2253  Meilen,  die  gesammten  Baukosten
hierfür  belaufen  sich  auf  21  193  417  K,  eine  Summe,
die  durch  Anleihen  ausgenommen  wurde.  Nach  den
Finanzberichten  für  1896  trugen  Cape  Shares  8,19
pCt.,  ein  glänzender  Beweis  für  die  Rentabilität
der  Bahnen.

Der  Orange-Freistaat  hat  die  von  der  Kapkolonie
durch  das  Gebiet  der  Republik  gebaute  Linie  angekauft
  und  in  eigene  Verwaltung  übernommen.  Die
Kapregierung  ist  jedoch  darauf  bedacht,  eine  gemeinsame
  Regelung  des  Frachtentarifs  mit  dem  Freistaate
durchzuführen,  um  hierdurch  eine  das  Interesse  der
Gesammtheit  wahrende  Uebereinstimmung  in  der  Höhe
des  Gütertarifs  zu  erzielen.

Auch  Natal  besitzt  ein  ausgedehntes  Eisenbahnnetz,
und  sind  vor  Allem  die  Linien  nach  Charlestown,
von  Durban  nach  Moritzburg,  für  Handel  und  Verkehr
  von  großer  Bedeutung.

Die  Hauptlinien  Transvaals  haben  Verbindung
mit  dem  Freistaate  und  der  Delagoabai,  eine  weitere
Linie  mit  Natal.  Vor  Allem  ist  es  die  Bahn  zur
Delagoabai,  die  den  größten  Handelsverkehr  aufzuweisen
  hat  und  infolgedessen  eine  Betriebsvergrößerung
fordert.  Weder  die  Kapkolonie  noch  die  angrenzenden
Nachbarstaaten  sehen  sich  indessen  schon  an  der  Grenze
ihrer  Aufgabe  angelangt;  es  ist  im  Gegentheil  eine
Reihe  von  weiteren  Bahnbauten  in  Aussicht  genommen.
  So  plant  der  Orange-Freistaat  die  Errichtung
  von  Zweiglinien,  eine  Bahn  von  Beira  an
der  portugiesischen  Küste  nach  Salisbury  sieht  demnächst
  der  Vollendung  entgegen,  ebenso  in  Transvaal
eine  Linie  von  Pretoria  nach  Pietersburg.  Von
größter  Bedeutung  aber  sind  die  Bestrebungen,  eine
unmittelbare  Verbindung  der  Kapkolonie  und  Natals
herzustellen,  wie  überhaupt  ein  engeres  Zusammenschließen
  der  südafrikanischen  Staaten  herbeizuführen,
Bestrebungen,  die  durch  bereits  stattgehabte  Konferenzen
  (South  African  Railway  Oflicers'  Conference),
  an  denen  Delegirte  der  Kapkolonie,  des
Orange-Freistaates,  Transvaals,  der  portugiesischen
Verwaltung  der  Delagoabai  und  Natal  theilgenommen
hatten,  beredten  Ausdruck  fanden.

—

Euglischer  Bericht  über  den  Pandel  in  Westafrika.

Das  offizielle  englische  Handelsjournal  veröffentlicht
  einen  statistischen  Bericht  über  den  Handel  des
nördlichen  Theiles  von  Westafrika,  dem  wir  Folgendes
  entnehmen:

Westafrika  steht  in  dem  nördlich  des  Aequators
gelegenen  Theile  hauptsächlich  unter  englischer  und
französischer  Herrschaft.  Deutschland  hat  dort  zwei
Kolonien,  Kamerun  und  Togo,  die  Spanier  sind  im
Besitz  von  Fernando  Po  und  Corisko-Bay,  die
Portugiesen  beherrschen  außer  einigen  kleineren  In- 



seln  einen  Küstenstreifen  des  französischen  Guine,
und  endlich  umfaßt  die  Republik  Liberia  eine  Küstenlinie
  von  etwa  300  Meilen.  England  besitzt  dort
als  Kolonien:  Lagos  mit  Benin,  den  langen
Küstenstreifen  nebst  Hinterland,  welcher  von  dem
„Niger  Coast  Protektorat“  verwaltet  wird,  die
Goldküste  einschließlich  Aschanti,  Sierra  Leone
und  Gambien.  Die  französischen  Kolonien  sind:
„Französisch-Congo"“,  Dahomey,  die  Elfenbeinküste,
„Französisch-Guinea“,  Senegal  und  das  weite  unbegrenzte
  Hinterland,  das  unter  dem  Namen  des
französischen  Sudans  zusammengefaßt  wird.

Der  Umfang  des  Handels  der  letzten  drei  Jahre
in  den  britischen  Kolonien  wird  dargestellt  durch
folgende  Tabelle,  welche  die  Ein=  und  Ausfuhr  einschließlich
  von  Münzen  und  Barren  umfaßt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einfuhr
Kolonien  1895  1896  1897
D°V„MVI!  e9
l
Niger-Protektorat  25000  1  751  000  656000
Lagsnss  816000  902000  771000
Goldküste  ..  532  000  5910000  911000
Sierra  Leone  427000  445  000  457  000
Gambien  N—7—1
zusammen.3097  OOo  3168000  2  835000
Ausfuhr
—  —
Kotonien  1885  1896  19897
S  2  eg
I
Niger-Protektorat40000  844000  786  000
Laggsss  968000  975000  772000
Goldküste  878000|  792000  838000
Sierra  Leone  453  000  449  000  401  000
Gambien  94000,  117000  164000“
zusammen.  3  151  000/  3  17vOo0  2981000

 

Das  Jahr  ist  hier  zu  zwölf  Monaten  gerechnet,
endigend  mit  dem  31.  März  der  angegebenen  Johreszahl.


Im  Niger-Protektorat  fand  im  Jahre  1896/97
eine  Zunahme  des  Imports  gegenüber  dem  des
Jahres  1895/96  statt,  in  Kurz=  und  Eisenwaaren
um  etwa  13  000  K,  in  Wollwaaren  um  etwa  5400  2.
und  in  irdenen  Waaren  um  etwa  2600  K.  Ebenso
ist  gegenüber  dem  Rückgang  der  Einfuhr  einiger
anderer  Freihandelsgüter  ein  Steigen  der  Einfuhr
in  Drogen  und  Medizinalwaaren  um  3300  K  zu
erwähnen,  ein  Zeichen  dafür,  daß  die  Eingeborenen
beginnen,  sich  den  Anforderungen  der  Civilisation  zu
erschließen  und  die  europäischen  Heilmittel  den  eigenen
Zaubertränken  und  Geheimmitteln  vorzuziehen.

Dem  Anwachsen  der  Emfuhr  von  Freihandelsgütern
  um  den  Werth  von  14  029  2  steht  eine  Abnahme
  des  Einfuhrwerthes  von  zollpflichtigen  Woaren
um  109  027  &amp;amp;  gegenüber.  Der  Werth  der  Emfuhr
von  gollpflichtigen  Waaren  aus  Großbritannien  belief
sich  auf  84  093  E  gegenüber  der  Einfuhr  solcher
        <pb n="927" />
        Waaren  aus  anderen  Ländern  im  Werthe  von
49  802  LP,  der  Werth  der  Einfuhr  von  Freihandelsgütern
  aus  Großbritannien  auf  479  197  K  gegenüber
einer  Einfuhr  solcher  Güter  aus  anderen  Ländern
im  Werthe  von  42  884  e.  Mithin  belief  sich  der
Gesammtwerth  der  Einfuhr  aus  Großbritannien  auf
563  291  L,  während  der  Werth  der  Gesammteinfuhr
aus  anderen  Ländern  92  686  #E  betrug.  Hält  man
dies  zusammen  mit  dem  Werth  der  Einfuhr  aus
Großbritannien  im  Jahre  1894/95  in  Höhe  von
581  230  8  gegenüber  einer  Gesammteinfuhr  im
Werthe  von  739  864  L  und  mit  dem  Werthe  der
Einfuhr  aus  Großbritannien  im  Jahre  1895/96  in
Höhe  von  575447  KL  gegenüber  einer  Gesammteinfuhr
im  Werthe  von  750975  04,  so  ergiebt  dies  eine  nicht
unbedeutende  Verschiebung  des  Verhältnisses  der
Einfuhrwerthe  zu  Gunsten  von  Großbritannien.

Bezüglich  der  Ausfuhr  war  für  das  Jahr  1896/97
eine  Verminderung  des  Werthes  der  ausgeführten
Güter  gegen  das  Vorjahr  um  25  728  (  festzustellen.
Hingegen  hat  der  Werth  der  nach  Großbritannien
zur  Ausfuhr  gelangten  Waaren  gegen  das  Vorjahr
um  7829  D,  und  gegen  das  Jahr  1894/95  um
83  295  8  zugenommen.  Im  Einzelnen  war  eine
bemerkenswrthe  Verschiebung  bezüglich  des  Ausfuhrwerthes
  nur  zu  verzeichnen  in  Elfenbein  und  Kaffee,
wo  derselbe  um  je  50  péCt.  verlor,  und  in  Gummi,
wo  derselbe  um  25  pCt.  stieg  und  in  Zukunft  voraussichtlich
  noch  mehr  steigen  wird,  entsprechend  den
zur  Hebung  der  Gummiproduktion  aufgewandten
Bemühungen.

Als  einen  Fehler  beim  Import  bezeichnet  es  der
englische  Generalkonsul  für  das  Niger-Protektorat,
daß  die  Auswahl  der  importirten  Güter  eine  zu
wenig  umfangreiche,  und  die  Qualität  derselben  meist
eine  zu  geringe  seien,  um  ihnen  bei  den  Eingeborenen
eine  ständige  Nachfrage  zu  sichern.  Wenn  es  auch
schwer  sei,  bezüglich  der  Auswahl  der  zu  importirenden
  Güter  bestimmte  Fingerzeige  zu  geben  —
der  Handel  müsse  sich  in  dieser  Beziehung  allein
die  Wege  bahnen  —,  so  müßten  doch  den  Bedürfnissen
  der  Emgeborenen  gut  angepaßte  Ackerinstrumente
und  Haushaltungsgegenstände  sowie  Werkzeuge,  welche
den  Gewohnheiten  des  eingeborenen  Handwerkers
Rechnung  tragen,  sicherlich  einen  guten  Absatz  finden.

Was  die  Handelswege  im  Schutzgebiete  betreffe,
so  sei  mangels  von  Eisenbahnen  und  guten  Landstraßen
  die  Schifffahrt  in  dem  sich  bis  zu  einer  Entfernung
  von  60  Meilen  von  der  Küste  ausbreitenden
Netze  von  Flüssen  und  Buchten  das  gewöhnlichste
Beförderungsmutel.  Weiter  in  das  Innere  hinein
zeige  sich  der  Eingeborene  als  guter  Träger  von
Lasten  über  Land.  Auf  den  Wasserstraßen  sei  Sicherheit
  für  Leben  und  Gut  überall  hergestellt,  was  bei
einer  Länge  dieser  Straßen  von  insgesammt  3000
bis  4000  Meilen  eine  nicht  leichte  Aufgabe  gewesen
  sei.

 

Einen  großen  Vortheil  für  den  Handel  würde
sich  der  Generalkonsul  von  der  Einführung  einer
geeigneten  und  handlichen  Währung  auch  bei  den
Eingeborenen  des  Protektorats  versprechen,  da  die
bisher  von  denselben  benutzten  zum  Theil  recht  umfangreichen
  Tauschmittel,  wie  Messingstangen,  Kupferdraht
  und  Manilla-Cigarren,  einen  überaus  schwierigen
  Transport  erfordern  und,  indem  hierfür  eine
große  Anzahl  billiger  Träger  nöthig  wird,  zur
Sklaverei  anreizten.

Bezüglich  Lagos'  ist  zu  bemerken,  daß,  während
die  Ausfuhr  von  Gummi  im  Jahre  1897  eine  Zunahme
  um  13  367  2  zeigt,  dieselbe  in  Palmöl  und
Palmkernen  gegenüber  dem  Jahre  1896  um
114  773  2  gefallen  ist.  Der  Verlust  ist  ein  steigender,
  da  derselbe  gegenüber  dem  Jahre  1895  um
47  807  2  mehr  beträgt  als  gegenüber  dem  Jahre
1896,  und  dies  giebt  um  so  mehr  zu  Bedenken
Anlaß,  als  nach  neueren  Berichten  auch  für  das
laufende  Jahr  eine  weitere  Einbuße  um  67  000  8
zu  erwarten  ist.  Der  Grund  für  diesen  Niedergang
ist  hauptsächlich  darin  zu  erblicken,  daß  sich  ein  Theil
der  Unternehmerschaft  der  gewinnbringenderen  Ausbeute
  des  Kautschuks  zugewendet  hat.  Die  große
Gefahr  aber,  die  in  dieser  Verschiebung  liegt,  kommt
nicht  nur  in  dem  Sinken  der  Gesammtexportziffern
zum  Ausdruck,  sondern  sie  erhellt  insbesondere  aus
der  Erwägung,  daß  während  Palmöl  und  kkerne
eine  unerschöpfliche  Quelle  bilden,  Kautschuk.  Balken
und  derartige  Gegenstände  ihrer  Natur  nach  in  ihrer
Ausbeute  beschränkt  sind.

Für  die  Kolonie  Gambien  war  das  Jahr  1897
ein  überaus  günstiges.  Der  Export  von  Erdnüssen,
dem  hauptsächlichsten  Produkt  der  Kolonie,  belief
sich  auf  20  000  Tons  gegen  12  000  Tons  im  Vorjahre.
  Der  Preis  für  diese  Waare  war  eberfalls
durchschnittlich  ein  höherer,  so  daß  alle  Firmen,  die
sich  mit  diesem  Produkt  befassen,  ein  günstiges  Geschäftsjahr
  zu  verzeichnen  haben.  Ebenso  hoben  sich
Ausfuhr  und  Preis  von  Gummi.  Diesen  beiden
Artikeln  ist  es  hauptsächlich  zu  verdanken,  daß  die
Ein=  und  Ausfuhrziffern  auf  die  in  der  Tabelle  angegebene
  Höhe  stiegen,  gegenüber  einem  Durchschnittswerth
  der  Ein=  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1892
bis  1896  von  115  000  und  142  000  K.  Zu  diesem
Aufblühen  des  Handels  soll  angeblich  nicht  am  wenigsten
  auch  die  Einführung  des  Geldumlaufes  an
Stelle  des  früheren  Tauschhandels  beigetragen  haben,
indem  die  Aussicht,  dies  überall  verwendbare  Zahlungsmittel
  zu  erhalten,  die  einheimische  Bevölkerung
zum  Fleiß  anspornt  und  die  Bevölkerung  der  umliegenden
  Gebiete  in  die  englische  Kolonie  hineinlockt.

Der  Umfang  des  Handels  in  den  französischen
Kolonien  in  den  Jahren  1896  und  1897  wird
durch  folgende  Tabelle  veranschaulicht:
        <pb n="928" />
        —  776

 

Ausfuhr

——  —  —  ——  —  —  —  —   :  -

 

 

 

Einfuhr
Kolonien  1896  1897  1896  1397
4——
I  l

Senegal  1  047  000  1  167000/783  000  845  000
Franz.-Guinesns185000  240  000“  231  000  201,000“
Elfenbeinküste.86  000  188  000  176  000  189  000
Dahomern89  000  330  000H364  000/231  000
Franz.-Congo  192  000.  f  190  000

*  in  nur  9  Monaten,  Fnicht  festgestellt.

Im  französischen  Sudan  sind  Handelsstatistiken
nur  für  einige  Zollplätze  (vorzüglich  Kayes  und
Mesline)  vorhanden,  die  aber  einen  Ueberblick  über
den  Gesammthandel  nicht  zulassen.

Hinzugesügt  ist  eine  der  französischen  Kolonial-Zeitung
  entnommene  Tabelle,  welche  den  Handel  in
der  Elfenbeinküste  und  Dahomey  für  die  ersten  drei
Monate  des  Jahres  1898  angiebt.

 

—  —

 

 

 

Gesammt-=Einfuhr
  Ausfuhr  handel
Elfenbeinküste  58  658  58  560  117  518
Dahomey.  84  064  72771  156  835

 

 

Von  dem  Gesammthandel  der  Elfenbeinküste  entfielen
  über  76  000  &amp;amp;,  also  fast  zwei  Drittel,  und
von  dem  Gesammthandel  in  Dahomey  131  705  #
auf  englische  Em=  und  Ausfuhr.

Die  Zunahme  der  Ein=  und  Ausfuhr  in  Französisch-Guinea
  ist  hauptsächlich  auf  den  steigenden
Umfang  und  Werth  des  Kautschukhandels  zurückzuführen.
  Der  Werth  der  Ausfuhr  in  diesem  Artikel
betrug  im  Jahre  1897  146  980  2  gegen  110  560  L
für  die  gleiche  Periode  des  Vorjahres.  Die  „Politigue
  Coloniale“  vom  August  des  Jahres  giebt
außerdem  als  Grund  für  das  ständig  zunehmende

Gedeihen  der  Kolonie  die  steigende  Wichtigkeit  des

Hafens  von  Konakry  an,  welcher  einen  großen  Theil

des  Handels  für  Sierra  Leone  an  sich  gezogen  hat.

Dieselbe  Zeitung  stellt  fest,  daß  die  Straße  von
Konakry  zum  Niger  in  zwei  Jahren  bis  Timbo
fertiggestellt  ist  und  in  zwei  weiteren  Jahren  den
Niger  bei  Farana,  einem  hinter  der  britischen  Kolonie
  Sierra  Leone  gelegenen  Platze,  erreichen  wird,
so  daß  dann  die  Waaren  von  Timbuktu,  Segu
Sekoro  und  anderen  wichtigen  am  Niger  gelegenen
Plätzen  ohne  Schwierigkeit  auf  einem  nur  französisches
  Gebiet  berührenden  Wege  nach  dem  französischen
  Seehafen  Konakry  gelangen  können.

Aus  der  Kolonie  Senegal  veröffentlicht  der  italienische
  Konsul  in  Rufisque  einen  Bericht,  nach
welchem  die  französische  Regierung  einen  Kriegsbaumeister
  nach  Dakar  zur  Untersuchung  der  dortigen
User  und  des  Ankergrundes  entsandt  hat.  Auch
hätten  verschiedene  Dampfschifffahrtsgesellschaften  die
Erlaubniß  erhalten,  dort  Kohlenstationen  zu  errichten,
so  daß  Dakar  bestimmt  erscheine,  einer  der  wichtigsten
Häfen  der  westafrikanischen  Küste  zu  werden.

 

Schließlich  wird  der  Werth  des  Handels  der
Republik  Liberia  im  Jahre  1896/97  in  der  Einfuhr
auf  105  257  2  und  in  der  Ausfuhr  auf  143  548  4
angegeben  und  bemerkt,  daß  hier  der  größte  Theil
des  Handels  von  und  nach  Deutschland,  Großbritannien
  und  Holland  stattfindet,  von  denen  Letzteres
eine  direkte  Dampferverbindung  mit  Liberia  eingerichtet
  hat.

J#5'#--—

Jabresbericht  von  DPongtong  für  3397.

Der  Jahresbericht  des  Gouverneurs  von  Hongkong
  für  1897  läßt  das  Gedeihen  und  die  steig
fortschreitende  Entwickelung  der  Kolonie  erkennen.
Hervorzuheben  ist  Folgendes:

Finanzen:

Einnahmen.  2  686  914,70  S,
(1896  2  609  878,94  8.
1887  1  427  485,79  8K.

Die  Zunahme  in  den  letzten  zehn  Jahren  beträgt
annähernd  100  pCt.,  obwohl  die  Bevölkerung  sich
in  derselben  Zeit  nur  um  16,79  pCt.  vermehrt  hat.

Ausgaben  2  641  40971  #,.
Zunahme  gegen  1896  166  499,34  8.

Die  Bevölkerung,  die  1887  insgesommt  212951
Seelen  zählte,  belief  sich  Ende  1897  (schätzungswesse)
auf  248  710  Seelen,  darunter  von  Militär  und
Marine  im  Durchschnitt  5118,  europäische  Civlbevölkerung
  8555  Personen.  An  der  Pest  starben
im  Berichtsjahre  21,  1896  1078  Personen.  Die
Sterblichkeitsziffer  (ohne  Berücksichtigung  der  Pest
betrug  18,85  pro  Mille.

Schifffahrt.
Gesammtverkehr  15  938  174  Tons
(577779  weniger  als  im  Vorjahre).

Der  britische  Schiffsverkehr  zeigte  eine  Zunahme
um  329  Schiffe,  dagegen  eine  Abnahme  um  489  528
Tons.  Diese  Erscheinung  ist  ouf  die  im  Juni  1897
erfolgte  Eröffnung  des  Westriver  zurückzuführen,  die
den  Verkehr  kleinerer  Fahrzeuge  begünstigt  hat.  Von
britischen  Oceandampfern  liefen  201  mit  zusammen
275  360  Tons  weniger  ein  als  im  Vorjahre.  Die
Schifffahrt  unter  japanischer  Flagge  hat  sich  seit  1896
mehr  als  verdoppelt  (Zunahme  153  343  Tons)  die
unter  deutscher  Flagge  um  41.000  Tons  abgenommen.

Der  Handel  litt  im  Allgemeinen  unter  des
Wirkungen  der  Pest  in  Bombay,  unter  der  Geldknappheit,
  den  Schwankungen  des  Rupienkurses  und
dem  in  Tonkin  drei  Monate  hindurch  aufeechlerhaltenen
  Einfuhrverbot  sowie  unter  der  dadurch
geförderten  Konkurrenz  Japans.  Günstig  lag  das
Geschäft  in  englischen  Baumwollengarnen  und  in
Mehl.  Das  einheimische  Opium  verdrängt  langsam,
aber  stetig  das  indische  Produkt  auf  dem  chinesischen
Markte.  Ganz  bedeutend  hat  sich  der  Kohlenhandel
        <pb n="929" />
        gehoben.  Der  Import  erreichte  700  000  bis
800  000  Tons  und  war  bei  dauernder  Preissteigerung
  größer  als  je  zuvor.  Von  der  Eröffnung  des
Westriver  für  den  auswärtigen  Verkehr  erwartet
man  erhebliche  Vortheile  für  die  Handelsinteressen
der  Kolonie.

 

Tikker  akur.

C.  W.  Allers:  Rund  um  die  Erde.  Stuttgart,
Berlin,  Leipzig  1899.  Union.

Eine  prächtige  neue  Gabe  bietet  der  allseitig
geschätzte,  berühmte  Zeichner  in  dem  vorliegenden
Werke  seinen  Verehrern.  Ueber  Aegypten,  Ceylon,
Singapore,  Java,  Siam,  Hongkong  und  Peking  führt
er  den  Beschauer  nach  der  jüngsten  deutschen  Erwerbung
  Kiautschou,  von  dort  über  San  Francisco
und  New-Vork  wieder  nach  der  Heimath.  Text  und
Bilder  sind  gleich  amüsant  und  lebendig.  Wer  die
Pfade,  welche  der  Künstler  gewandelt  ist,  schon  aus
eigener  Erfahrung  kennt,  findet  hier  lauter  Bekannte
und  Bekanntes  in  sprechender  Aehnlichkeit  wieder.
Der  Leser,  welcher  noch  nicht  so  weit  in  der  Welt
herumgekommen  ist,  bekommt  wenigstens  ein  höchst
lebensvolles  Bild  von  den  fremden  Zonen  und  wird
das  Buch  jedenfalls  mit  dem  Wunsche  aus  der  Hand
legen,  persönlich  den  Spuren  des  Meisters  bald  einmal
  folgen  zu  können.

O.  Canstatt:  Das  republikanische  Brasilien  in  Vergangenheit
  und  Gegenwart.  Mit  66  Abbildungen,
zwei  Karten  und  einem  Panorama.  Leipzig  1899.
F.  Hirt  &amp;amp;  Sohn.

Der  Verfasser,  welcher  lange  als  Koloniedirektor
in  Brasilien  gelebt  hat,  ist  bestrebt,  in  dem  vorliegenden
  umfangreichen  Werke  ein  treues  Bild  des  als
Auswanderungsfeld  für  Deutschland  so  wichtigen
Brasiliens  zu  bieten.  Wie  besonders  betont  wird,  ist
das  Buch  nicht  dazu  bestimmt,  leichtherzige  Auswanderungslust
  zu  wecken  oder  Auswanderern  nach
Brasilien  als  Führer  zu  dienen;  es  behandelt  nicht
einseitig  den  einen  oder  den  anderen  Zweig  der  vielgestaltigen
  Beziehungen  zwischen  dem  südamerikanischen
Staate  und  unserem  Vaterlande,  es  bietet  vielmehr
dem  Kaufmann  wie  dem  Landwirth,  dem  Fabrikanten
wie  dem  Reisenden  und  Gelehrten  —  kurz  jedem
Gebildeten,  der  sich  über  Brasilien  unterrichten  will,
Aufschluß  über  den  geschichtlich  und  natürlich  begründeten
  Zustand  des  Landes  in  seiner  Gesammtheit,
wie  er  sich  seit  dem  Zeitalter  der  Entdeckungen  —
am  23.  April  1900  werden  400  Jahre  vergangen
sein,  seitdem  Cabral  an  Brasiliens  Küste  landete  —
bis  auf  den  heutigen  Tag  entwickelt  hat.  In  allgemein
  verständlicher  Fassung  unterrichtet  der  in
Brasilien  wohlbewanderte  und  mit  seiner  Aufgabe
vertraute  Verfasser  über  die  Beschaffenheit  des  Landes,
sein  Klima,  seine  Pflanzen=  und  Thierwelt,  seine

 

 

777  —

Nutzung  in  Acker=  und  Bergbau,  seine  Besfiedelung,
Gewerbethätigkeit  c.,  über  Handel  und  Verkehr  in
jeder  Beziehung  und  Richtung  (Münzwesen,  Schifffahrt,
  Post,  Bahnen  2c.),  über  die  geistige  Kultur,
über  Regierung,  Verwaltung,  Geschichte.  Den  Schluß
bildet  eine  kurze  Beschreibung  der  einzelnen  Bundesstaaten,
  wobei  die  für  uns  Deutsche  wichtigsten  Staaten
Südbrasiliens  —  Santa  Catharina  und  Rio  Grande
do  Sul  —  gebührend  berücksichtigt  sind.  Leben  hier
doch  gegen  300  000  Deutsche,  „die  sich  kräftig  entwickeln
  und  ihr  Volksthum  inmitten  der  romanisch
redenden  Bevölkerung  bewahren“.

Emil  Donat:  Kreuz  und  quer  durch  Südafrika.
Reiseskizzen  und  Bilder.  Mit  vielen  Illustrationen.
Aarau  1899.  Enmil  Wirz.

Das  hübsch  ausgestattete  Buch  ist  die  Frucht
einer  vor  mehreren  Jahren  ausgeführten  Expedition
der  längst  entschlafenen  „Deutsch-westafrikanischen
Kompagnie“  nach  Deutsch-Südwestafrika.  Der  Verfasser
  nahm  an  derselben  theil,  um  in  der  deutschen
Kolonie  eine  Exportschlächterei  einzurichten.  Nachdem
das  Unternehmen  gescheitert  war,  reiste  er  zu  Lande
nach  dem  Ngamisee,  Betschuana=  und  später  Maschonaland.
  Das  Gesehene  und  Erlebte  ist  in  anspruchsloser
  Weise  hier  geschildert.

A.  Engler:  Monographien  afrikanischer  Pflanzen-Familien
  und  -Gattungen.  I.  Moraceae,  bearbeitet
  von  A.  Engler.  II.  Melastomataceace,
bearbeitet  von  E.  Gilg.  Leipzig  1898.  Engelmann.

Die  beiden  hier  vorliegenden  prächtig  ausgestatteten
  Hefte  sind  der  erste  Theil  eines  mit  Unterstützung
  der  Königlich  preußischen  Akademie  der

Wissenschaften  veröffentlichten  groß  angelegten  Werkes.

Es  wird  dadurch  für  die  Erforschung  der  afrikanischen

  Flora  eine  Grundlage  von  bisher  unerreichter

Vollendung  geschaffen.  Das  Werk,  dessen  Schöpfer

der  verdiente  Direktor  des  Königlichen  botanischen

Gartens  zu  Berlin  ist,  beruht  nicht  zum  wenigsten

auf  den  Ergebnissen  der  botanischen  Forschung  in

unseren  Schutzgebieten.

 

Fritz  vom  Hoch-Feld:  In  fremden  Landen.
Afrikanische  Briefe.  Zweiter  Theil:  Durban.
Kaiserslautern  1898.  A.  Gotthold.

Der  Verfasser,  ein  deutscher  Arzt  Dr.  Hokamp,
schildert  in  der  Schrift  seine  Erlebnisse  und  Eindrücke
in  Natal,  den  Boerenstaaten  und  an  der  Delagoabai.
Was  das  Burch  fesselnd  und  lesenswerth  macht,  ist
vor  Allem  die  Frische  der  Darstellung  und  die
scharfe  Beobachtungsgabe  des  Verfassers.

E.  v.  Hesse-Wartegg:  Schantung  und  Deutsch-China.
  Leipzig  1898.  J.  J.  Weber.

Zu  den  Büchern  von  Franzius  und  Richthofen
über  Kiautschou  tritt  durch  die  vorliegende  Veröffentlichung
  ein  neues  schönes  Prachtwerk.  Der  vielgereiste
  Verfasser,  der  erst  vor  Kurzem  seine  Fahrten
        <pb n="930" />
        —  778

im  chinesischen  Reich,  deren  hier  ebenfalls  Erwähnung
geschehen  ist,  geschildert  hat,  bietet  hier  die  frischen
Eindrücke  des  von  ihm  in  Deutsch-China  Gesehenen
und  Erlebten.  Des  Buch  ist  sehr  werthvoll  dadurch,
daß  es  gegen  200  Abbildungen  enthält,  welche  auf
Aufnahmen  zweier  erfahrener  Photographen,  die  den
Verfasser  begleiteten,  beruhen.  Eine  Menge  Karten
und  statistische  Mittheilungen  verleihen  dem  Werke,
das  überall  von  der  größten  Sachkunde  seines

Schöpfers  Zeugniß  giebt,  eine  besondere  Brauchbarkeit.


Kieperts  Wandkarte  der  deutschen  Kolonien.
Heransgegeben  von  der  deutschen  Kolonialgesellschaft.
Berlin  1898.  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen).

Im  Maßstabe  von  1:8.000  000  hat  der  bekannte
  geographische  Verlag  eine  vortreffliche  Wandkarte
  der  deutschen  Schutzgebiete  herausgegeben.  Den

Haupttheil  nimmt  Afrika  ein,  auf  dem  die  Schutzgebiete

  nach  Maßgabe  der  neuesten  Grenzverträge

eingezeichnet  find.  Zwei  kleinere  Karten  geben  die

Bilder  der  deutschen  Besitzungen  in  der  Südsee  und

Ostasien.  Die  Karte,  welche  aufgezogen  mit  Stäben

nur  8  MkIkostet,  wird  sich  jedenfalls  rasch  allgemein

einbürgern.

—  —  –—

Koloniales  Jahrbuch.  Beiträge  und  Mittheilungen
  aus  dem  Gebiete  der  Kolonialwissenschaft
und  Kolonialpraxis.  Herausgegeben  von  Gustav
Meinecke,  Redakteur  der  Deutschen  Kolonial=Zeitung.
  XI.  Jahrgang,  1.  Hest.  Berlin  W.  10.
Deutscher  Kolonial-Verlag.

Die  seit  Jahren  geschätzte  koloniale  Vierteljahrs-=schrift
  enthält  eine  Arbeit  von  Dr.  Otto  Dempwolff,
welcher  früher  in  Neu-Guinea  thätig  war,  über  „Die
Erziehung  der  Papuas  zu  Arbeitern“,  eine  werthvolle
und  zeitgemäße  Studie,  während  R.  Löser  in  der
Arbeit  „Angola  unter  portugiesischer  Herrschaft“  eine
scharfe  Kritik  an  den  dortigen  unhaltbaren  Zuständen
übt  und  Angolas  günftige  Verhältnisse  für  die  Kolonialthätigkeit
  einer  kräftigen  Nation  eingehend  schildert.
Die  Arbeit  hat  für  alle  Kolonialfreunde  eine  Bedeutung,
  welche  heute  vielleicht  noch  nicht  vollkommen
eingesehen  wird.  In  der  Arbeit  „Kiautschou“  wird
eine  Zusammenstellung  der  auf  Kiautschou  bezüglichen
Dokumente  und  Nachrichten  gegeben,  während  der
Artikel  „Ramie,  eine  neue  Faserpflanze  für  Kamerun“
die  Wichtigkeit  dieser  bislang  wenig  beachteten  Faserpflanze
  für  ein  Land  betont,  das  für  ihren  Anbau
sich  jedenfalls  vorzüglich  eignen  wird.

C.  J.  Voskamp:  Unter  dem  Banner  des  Drachen
und  im  Zeichen  des  Kreuzes.  Berlin  1898.  Verlag
der  Buchhandlung  der  Berliner  evang.  Missionsgesellschaft.
  .

Der  Verfasser,  ein  Missionar  der  Berliner

Missionsgesellschaft,  führt  in  ergreisenden  Bildern

das  Elend  des  heidnischen  China  vor  Augen.  Der

Götzendienst,  die  Religionssysteme  des  Confucianis= 



 

mus,  Buddhismus  und  Taoismus  werden  geschildert,
über  die  Quelle  und  Natur  des  Fremdenhasses  werden
wir  unterrichtet,  die  Beziehungen  Chinas  zu  den
christlichen  Mächten  und  die  daraus  folgenden  Kriege
werden  dargestellt,  und  als  Rettungsmittel  für  das
sinkende  Volk  wird  das  Christenthum  gepriesen.  Zuletzt
  werden  Ausschlüsse,  die  auf  eigener  Erfahrung
des  Verfassers  beruhen,  über  die  in  China  anzuwendende
  Missionsmethode,  über  Predigt,  Unterricht,
Schulen  und  Bibelverbreitung  geboten.

R.  Werner:  Bilder  aus  der  deutschen  Seekriegsgeschichte
  von  Germanicus  bis  Wilhelm  II.  München
  1899.  J.  F.  Lehmann.

Zum  ersten  Male  wird  hier  von  einem  hervorragenden
  Fachmann,  dem  Vizeadmiral  a.  D.  Werner,
eine  zusammenhängende  Geschichte  der  Entwickelung
der  deutschen  Flotte  von  den  ältesten  Zeiten  bis  auf
den  heutigen  Tag  geboten.  Das  Buch  bietet  für
Alt  und  Jung  eine  Fülle  der  Belehrung,  Anregung
und  Begeisterung.  Werner  schildert  uns,  wie  die
deutsche  Hansa  eine  Weltmacht  wurde  und  England
ihre  Gesetze  aufzwang,  wie  die  nordischen  Könige  nur
mit  Erlaubniß  der  Hansa  ihre  Kronen  annehmen
durften.  Der  Große  Kurfürst  hatte  weitblickend  die
Bedeutung  der  Flotte  wiedererkannt  und  bot  Alles
auf,  sie  zu  heben  und  ein  Kolonialreich  zu  schaffen
—  leider  vergeblich.  Erst  200  Jahre  später  wurde
sein  Werk  wieder  fortgesetzt.  Der  Flottengründung

im  Jahre  1848,  der  Norddeutschen  und  der  Reichsflotte
  ist  ein  breiter  Raum  gewidmet.  Das  sehr
fesselnd  geschriebene,  reich  illustrirte  Buch  dürfte  allseitigen
  Beifall  finden.

 

Titteratur-erxeichnik.

Gehring,  Hans:  Süd-Indien.  Land  und  Volk  der
Tamulen.  Lex.  80.  (ca.  256  S.)  Mit  90  Abbildungen.
Mk.  5,—.  C.  Bertelsmann,  Gütersloh.

Schweitzer,  Georg:  Eine  Reise  um  die  Welt.  gr.  80.
23  Bogen.  Mit  24  Vollbildern,  darunter  2  Farbendrucke.
  Mk.  6,—,  geb.  Mk.  7.—.

Hermann  Walther,  Berlin.

Seidel,  A.:  Transvaal,  die  südafrikanische  Republik.
  Historisch,  geographisch,  politisch,  wirthschaftlich
dargestellt.  Mit  17  Vollbildern,  48  Textillustrationen
und  6  Karten.  80.  30  Bogen.  Mk.  7,50,  geb.  Mk.  9,—.

Allgem.  Verein  für  deutsche  Litteratur,  Berlin.

Tanera,  Carl:  Aus  drei  Welttheilen.  Reiseskizzen.
Zunstriet  von  Henny  Deppermann.  80o.  410  Seiten.
Mk.  6,50.

Allgem.  Verein  für  deutsche  Litteratur,  Berlin.
Velten,  C.:  Märchen  und  Erzählungen  der
Suaheli.  (Uebersetzung.)  80.  (XI,  264  S.)  Mk.  5,60.
W.  Spemann,  Berlin.
Wirth,  Albrecht:

:  Geschichte  Sibiriens  und  der
Mandschurei.  VIII  und  220  Seiten.  Mk.  3,—.

Carl  Georgi,  Bonn.
        <pb n="931" />
        —  779  —
Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/5.  Apia  29/8.  —  Jaluit.  —  19/9.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt).

S.  M.  S.  „Condor“  19/8.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Cormoran=  3/9.  Kiautschon  5/10.—  11/10.Yokohama  25/10.—  Kobe.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Falke-  1/9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  2/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff„  Möwe“  30/8.  Deutsch-Neu-Guinea  29/10.—  Hongkong.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Schwalbe“  7/6.  Sansibar  17/9.  —  23/9.  Beira  25/9.  —  28/9.  Lourengo  Marques  2/10.
—  10/10.  Simonsbai.  —  12/10.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Wolf“  12/9.  Loanda  17/9.  —  18/9.  Banana.  —  1/10.  Libreville  4/10.  —  6/10.  Kamerun.

(Poftstation:  Kamerun.)
Ablösungstransporte:

Gemietheter  Dampfer  „Lulu  Bohlen“  der  Woermann-Linie  mit  dem  Ablösungstronsport  für  die  Schiffe  in
Kamerun  (S.  M.  SS.  „Habicht“  und  „Wolf“),  Hulk  „Cyclop“  und  Peilboot  „Kamerun“  (ganze  Besatzungen):
Ausreise-  Transportführer  Korvettenkapitän  Graf  v.  Oriola:

Kiel  1/10.  —  2/10.  Wilhelmshaven  3/10.  —  12/10.  Las  Palmas  12/10.  —  Kamerun.

 

 

 

 

 

DPerkehrs  -achrichten.
Postdennpsschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schusgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
6  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
l
Neapel  Nam  7.,  21.  Dezbr.,  Tanga  18—19  Tage  sam  2.,  5.,  19.,  30.  Dez.,
zh  g  din-  4.,  18  Jan.  Zote  Dar-es-Sal.  19—20  Tg.  Ü  2.,  16.,  27.  Jan.
«  «  Brindi  am  4.  Dez.,  1.,  29.  Jan.]  Sansibar  20  Tage  11  abds.
1.  Deutsch-Osafrika.  #(englische  Schiffe)  100  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
((rangosische  Schiffe)  40  ums.  »  ..10«kds.s

 

 

gpkskhggdwmamka  Southampton  am  17.,  24.  Dezbr  Lüderitzbucht  22—28  Tg|]  am  16.,  23.  Dezember,
Guerenonshenv.  Vbeon  gene-  Schiffe  die  Kap.  14.,  21.  Jan.  40  Ums.  Swakopmund  2531Tp3.,  20.  Jan.  15  ms.

bad  und  Ukamas,  Dampfer  -eutwei.
wöchentlich  bis  Kapstadt,.  d.  Woermann-  Dpfr.)]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von  dort  weiter  alle  14  Tage  Hamburg  am  22.  Dez.,  25.  Jan.Swakopvmund  30  Tage  am  22.  Dez.,  25.  Jan.
auf  dem  Landwege.)  dan  e  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  720  abbs.
6  Hamdurg  am  10.  jedes  Monats'  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  namerun  Ceutsche  Schifte)  1  nachts  77  abds.
"  "  Liverpool  am  21.  Dez.,  18.  Jan.  Kamerun  22  Tage  am  19.  Dez.,  16.  Jan.
—  (englische  Schiffe)  15  ums.
Hamburg  E  am  10.jedes  .  nachts  Lome  20  Tue  am  10.  und  20.  jedes
deutsche  Schiffe))  am  20.jedes  Mts.  -
4.  Togo  ·  Gebiet.  t  ussOh  ffeyj  am  20.  jede  Klein-Popo  33  Tage  Monats  72  abds.
*  er  Liverpool  oder  Liverpool  am  14.  28.  Dezember,  Ouittah  36  Tage  am  12.,  26.Dezember,
arseille  oder  Bordeaux  (englische  Schisse)  11.,  25.  Januar  oon  da  ab  Landverdindung  9.,  23.  Jan.  15  me.
nur  auf  Verlangen  dess  Marseille  am  25.  jedes  Monats  Cotonou  20  Tage  am  23.  jedes  Monats
Absenders)  (franzöfische  Schiffe)  40  nachm.  #  von  da  ab  Landverdindung  10½  abds.
Bordeaux  am  10.  Jun.,  10.  März  Cotonou  22  Tage  am  8.  Jan.,  8.  März
(französische  Schiffe),  110  vms.  von  da  ab  Landverdindung  107  abds.
Neapel  am  14.  Dez.,  8.  Febr.]  Stephansort  45  Tage  sam  12.,  16.  Dezember,
5.  Deufsch-Uen-Guinea.  (deutsche  Schiffe)  abds.  6.,  10.  Februar,
6  Brindisie  am  18.  Dez.,  12.  Febr.  -  41  Tage  11  abbs.

(Nachversand)  abds.

—

 

6.  Marshal-  Insein.  )r“5  Die  Sendungen  werden  bis  auf  Weiteres  wöchentlich  auf  Sydney  geleitet  und  von  dort  mit
der  nächsten  Schiffsgelegenheit  nach  Jaluit  weiterbefordert.

 

 

"6  -*e  eapel  6  am  14.  Dez.,  11.  Jan.  Tsintau  37  Tage  am  12.  Dez.  9.  Jan.
(deutsche  Schiffe)  9o  abends  1145  abends
7.  Riantschon.  *  Brindisi  —iie  jeden  Sonntag  Tsintau  40  Tage  jeden  Freitag
Mn  Schie)  3  100  abends  11°5  abends.
        <pb n="932" />
        780

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vo  Landungs=  Die  Poft  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
hafen  in  Berlin  #  l  Von  *  8  #  6
Neapel  .  am  ug  23.e.,  ç,  Plymouth..  am  27.7  jed.  Monats
Deutsch-Ostafrikea  Brindisi...  an  d  In.  Togogediet  «  Marseile  .  am  16.  jedes  Monats
————————7—  Ê  .  nm
7  oßreis  Deutsch-Ueu.-Guinen.  Neapel...  am  11.#Dezember,
Deutsch-Züdwestafrika  Southampton  um  10.  aennber,  !  1  5.  Februar
unnh  *6  rus  Marshall  ·  Inseln  ...  —  unbestimmt
Namernn  We#gook,-  sam  25.  Pezembee,  Meaper11  Denbr-  8.  Jan.
1  iwerpool.  20,  Dee,  Hiautschn  Brindisi...  11.,  5.  Dez,  38,  27.  Jan.
6  '  Marseille  ..  4.  20.  Dez.  1.  17.,29.  Jan.

*  Fäãlligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

—  —  O  —

 

 

 

 

 

 

 

——.  —  —  —

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

—  ——:  —  —

 

Reise

Letzte  Nachrichten

 

 

 

von  nach  bis  28.  November  1898
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  28.  November  in  Gabun.
„Aline  Woermannt  Hamburg  #  Loango  am  19.  November  in  Madeira.
„Anna  Woermann  ...  Hamburg  D  Lagos  am  26.  November  in  Accra.
„Bruxellesvilleée  Antwerpen  dem  Kongo  am  13.  November  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Hamburg  l  Kotonou  am  21.  November  ab  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Loango  Kambürg  am  22.  November  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  Hamburg  «  amerun  am  17.  November  in  Kamerun.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  "  Lüderitzbucht  am  6.  November  in  Las  Palmas.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  1  Loanda  am  16.  November  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Sierra  Leone  E  Hamburg  am  27.  November  Ushant  passirt.
„Helene  Woermann“.  .  Loango  ·  Hamburg  am  27.  November  in  Hamburg.
„Heannert=  Woermann“.  Hamburg  Swakopmund  am  12.  November  in  Teneriffe.
„Kurt  Woermann“  Loanda  i  Hamburg  am  25.  November  in  Conakry.
„Lulu  Bohlen“"  Kamerun  Hamburg  am  27.  November  in  Wilhelmshaven.
„Marie  Woermann“  Hamburg  »  Port  Nolloth  am  26.  November  ab  Hamburg.
„Melita  Bohlen“  .  ..  Lüderitzbucht  Kapstadt  am  9.  November  in  Kapstadt.
„Paul  Woermann“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  2.  November  in  Swalopmund.
„Professor  Woermann“.  Kotonou  #  Hamburg  am  27.  November  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  .........  am  12.  November  in  Hamburg.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrila-Linie  (Hamburg  —Ostafrika).

 

Reichspostdampfer

Reise

—  —.  ——  IT

 

Lezte  Nachrichten

 

 

 

von  I  nach  bis  12.  November  1898
„König“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Herzog“  Durban  1  Hamburg  am  4.  November  ab  Sansibar.
„Kaiser“.  Hamburg  I  Durban  am  10.  November  ab  Neapel.
„Kanzler"  „  Hamburg  Durban  am  10.  November  an  Delagoabai.
„Bundesrath“.  Hamburg  Delagoabai  am  11.  November  an  Antwerpen.
„Reichstag“.  Hamburg  Delagoabai  am  7.  November  an  Aden.
„Admiral,  Delagoabat  Hamburg  am  7.  November  ab  Delagoabai.
„General“  Delagoabai  Hamburg  am  11.  November  an  Neapel- 



 

 

 

—WM—

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin,  betressend  die  Wei
Flotten-Vereins  „Ueberall“;  3.
Pastorssohn  zum  Fürsten“
Firma,  die  wir  geneigter  Beach

  

Der  heutigen  Nummer  liegen  als  Beilagen  bei:  1.  ein  Prospekt  über  Festgeschenke  aus  dem  Verlage
von  Vandenhoeck  &amp;amp;  Ruprecht  in  Göttingen;  2.  ein  Prospekt  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von

,  »  ·  hnachts-Festschrift  der  neuen  Zeitschrift  des  Deutschen
ein  Prospekt  derselben  Hofbuchhandlung  über  das  soeben  erschienene  Werk:  „Vom

„sowie  4.  ein  Katalog  über  Geschenkwerke  zum  Weihn
achts  von  derselben
tung  bestens  empfehlen.  zachtefest-  ¾

Die  Expedition.
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        781

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einzusenden.

 

 

    

Pangani-Gesellschaft.

Laut  §  4  unserer  Satzungen  ist  die  zweite  50%  ige  Einzahlung  auf  die
Gesellschafts-Antheile  im  zweiten  Geschäftsjahre,  welches  mit  dem  1.  Januar  1899
beging,  auf  Anforderung  des  Verwaltungsrathes  zu  leisten.

Wir  ersuchen  daher  hiermit  unsere  Antheilseigner,  den  Restbetrag  auf  die
von  denselben  gezeichneten  Summen  bis  spätestens  zum

Montag,  den  16.  Januar  1399  incl.

an  die  Depositen-Kasse  der  Deutschen  Bank,  Berlin  W.,  Manerstraße  29/32,
einzahlen  zu  wollen.  Wir  machen  auf  die  Nachtheile  aufmerksam,  welche  aus
der  Nichtinnehaltung  dieses  Termins  entstehen  (§  11  der  Satzungen).

Berlin  W.  9,  den  1.  Dezember  1898.

Der  Verwaltungsratbh  der  Pangant-Eesellchaft.

 

   
 

  
 
  
 

   

Reimann.  A.  Müller.  (214)
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Kirchheim-Stuttgart  (Wurltemdg.),

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Telegramm  Adrdsse:  „  Koppelrail“.  (158)

S  —
iei

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lber
tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  diese
—  E#nnlschen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  *
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gem  *8
samen  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  eten  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutse
alrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kl  incl.  Emballage.
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VI.  L

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F.—  9  7  9  ẽ7  ·
----A-.«.---s.-.·-.-..x----L-LAL----L-LXL·«-Vollkommen

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mit  Vorliebe  und  in  mehr  als

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Woss##  rosaonn

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Man  wolle  beachten,  dass  jede  Etiquette  die  Firma  trägt:

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Käuflich  in  allen  Mineralwasserhandlungen  und  Apotheken
□

—  —  —  —
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—  S  —  —  —  —

 

 

V.  W.  o  W.  □  M.

  

  
 

x  SV  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
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·  U#  ¾  3  #ßsisunss  zu.  V.

00000000
r*  E□SÖSSÖCCD
        <pb n="937" />
        444ANKEKABBNLENBABZZIE

Suppe.  Fleisch  und  bemüse

bilden  die  Hauptnahrong  des  Europäers.  un  die  er  von  Jugend  auf  gewöhnt  ist  und  bei  der  er

sich  am  besten  befindet.  Aber  gerude  Suppen  und  Gemüse  sind  in  überseeischen  Ländern  nicht

überall  zu  haben,  er  muss  sie  also,  will  er  seine  Gesundheit  nicht  vernachlässigen,  von  Europa
kommen  lassen.  Selbstverständlich  wird  er  danach  trachten,  möglichst  an

Fracht  und  Zoll  zu  sparen,

er  kaufe  daher  anstatt  der  sogenannten  Konserven,  das  beisst  auf  dem  nassen  Wege  haltbar
gemachten  Speisen,  nur

Knorbcbe  Suppen  und  Gemüse,

denn  sie  sind  eingetrocknet.  infolgedessen  sehr  leicht  und  in  einem  kleinen  Raume  unterzubringen.
Am  besten  ist  diese  Tnatsache  wohl  dadurch  veranschaulicht,  dass  man  aus  ihnen

mit  1  Kilo  50  bis  80  Portionen  bereiten

und,  wenn  es  noth  thut,  Rutionen  für  mehrere  Monate  ohne  Anstrengung  bei  sich  tragen  kann.

Knorr's  Dörrgemüse,

wie  Schnittbohnen,  Spinat,  Wirsing,  Weisskohl,  Rothkohl,
Sellerie,  Zwiebeln,  Kartoffeln

und  viele  Andere  sind  in  Cuulität  unerreicht  und  im  Aussehen  und  Geschmack  wie  krische
Gemüse.  Einfach  in  Wasser  aufzuweichen  und  dann  zu  kochen  wie  frische.

Ferpackung  in  Büchsen  weit  Je  10  eder  20  Tabletten  á&amp;amp;  100  Granmm.

Knorr's  Suppentafeln

in  ca.  30  Sorten,  enthalten  alle  nothwendigen  Zusätze,  wie  Fleischextrakt,  Gewürze  etc,  und
bruuchen  nur  mit  Wasser  einige  Minuten  gekocht  zu  werden.

In  Büchsen  mit  Jje  10  oder  20  Tableffen  d  100  Gramm.

Knorr's  ECrbswurst

mit  Speck,  mit  Gemüse,  mit  Schinken  und  mit  Schweinsohren
zur  raschen  und  bequemen  Bereitung  kräftiger  Suppen  nach  Hausmacherurt.

In  Büchsen  mit  Je  6  oder  12  Nück  d  ¾  Kg.
Sbense  Einsen-  und  Bobnenwurst.

Knorr's  Fabrikate  sind  nur  ans  garantirt  allerbesten  Rohprodukten  hergestellt  und  halten
sich  in  ihrer  Originalpackung  jahrelung  in  jedem  Klima,  was  wiederholt  glünzend  bewiesen  wurde.

Sorfimenfskisten  m  Berrage  von  Mx.  50,  oder  Mr.  100,—  zu  haoben
bon  eicropdischen  Exrporiff#men.

Preislisten  von  den  Exportvertretern  Herren  Harder  &amp;amp;  de  Vos
«  inllumharg.  (266)

C.  H  Knorr's  Nahrungsmittelfabriken,  Heilbronn  2AM

gSuoffisffff,ffffifiiiiiiseiffiiir

  
   
   
 
 
  
   
    
  
 
  
 
 
   

 

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        LXLII

aund  Oberliehte  jeder  Art,  (u#)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren

und  Thoreo  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

   

 

Lerlag  —  —  —  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,

Soeben  erschien:

chlaglichter

auf  das  Mittelmeer.
Von

Otto  Wachs,
Major  a.  D.

tPreis  Mark  250.=Die

  obige  Schrift,  welche  das  Mittelmeer
  besonders  einer  militärischen
Vetrachtung  unterwirst,  bei  der  vor
Allem  auch  das  maritime  Moment
hervortritt,  wird,  da  sie  auch  die  welteschichtlichen

  Ereignisse  berührt,  die
6c  auf  dem  Meere  selbst  wie  auf  den
umrandenden  Ländern  abgespielt  haben,
weites  Interesse  erwecken,  denn  das
Mittelmehr  ist  infolge  seiner  geographischen
  Verhältnisse  nicht  *  ein  geschichtliches
  Meer  geworden,  sondern
es  ist  das  geschichtliche  Meer,  an  dessen
Ufern  die  Schicksale  der  Menschheit  entschieden
  sind  und  noch  immer  entschieden
werden.  „An  keinem  Punkte  der  Erde
ist  mehr  Wechsel  der  Macht  und  unter
geistigem  Einfluß  mehr  Wechsel  eines
ewegten  Lebens  gewesen“,  sagt  Alexander
  v.  Humboldt,  „als  auf  diesem
Markte  der  alten  Geschichte.“  In  der
Neuzeit  hat  das  Mittelmeer  durch  den
Suezkanal,  welcher  das  Binnengewässer
mit  allen  Oceanen  und  der  gesammten
Erdoberfläche  in  unmittelbare  Verbindung
  gebracht  hat,  an  Wichtigkeit  derart
  gewonnen,  daß  Alles,  was  auf
ihm  und  an  ihm  sich  ereignet,  alle
civilisirten  Staaten  in  Mitleidenschaft
zieht.  Unter  solcher  Betrachtung  gewinnt
  die  Schrift  erhöhtes  Intsress.
Die  militärischen  und  maritimen  Gesichtspunkte
  treten  Überall  hervor.
Namentlich  das  Schlußkapitel  „Rückschau
und  Umschau“,  welches  die  Gestaltung
der  Dinge  in  der  Neuzeit  und  die
derzeitigen  politischen,  kommerziellen
  und  strategischen  Verhältnisse
  eingehend  erörtert  und

 

 

wichtige  Lehren  auch  für  unser

Volk  daraus  zieht,  wird  die  lebhafteste
  Beachtung  aller  Kreise  finden,
denen  Deutschlands  Weltstellung  am
Herzen  liegt.

   

786

Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.

Hamburg,
Spediteure  der  Kalserlich  deutschen  Marine.

Spedition  -  Kommission  —  Export-lupt

Sncectalverkehr  nach  Kr#utschou  und  cd##n  übriges
deutschen  Kolonten.  *3

 

 

Preis-M  edeillen  u.  Abxeichen

für  Vereine  in  Gold,  Silber,  Email  u.  Imitation,  sowie  Schilder,  Wapper,
Buchstaben,  Marken,  Spundbleche,  Schablonen  etc.  fertigt

Beynbachs  Mekrallierarenfabrtt.
Gravir-  und  Münzanstalt,  Wiesbaden.  (p

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (cum.E.  Schering)  zu  Berli

Merem  IHutrarlunt

(alzsaures  Phenceoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  groce  Reihe  Kaliehischer  Aerste,  u.  A.  die  5#  Luars
Albertoni.  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  der  Nittel
fessor  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  r-W  1a
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Vdes,  let.
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleie  erile
berer  het  ie  othrieIlg.  Einreihung  des  Meällement  in  die

erschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  alz#me  Fnenecoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Tatetene
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  #
Nlcheren  Hellung  des  Keuchhustens.  grochloriem.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  Worr  er  ober
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertre
genannten  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;  (
Bareelona:  J.  Espiel;  AlG:
London:  A.  A  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  Sl.  Mary-  at-  Ml:
Moskan:  W.  Sturzwage  4&amp;amp;  Co.;

SeyeLor:  Lehn  &amp;amp;  Flak,  128  es—  "

s:  MNar  Fr##res,  81  rue  des  petites  Ecunes;  4
Rlio  de  Janelro:  Mapalhles.  Luckus  A  Co.  Suecessores  46  —.

——G[  -  J  s*.———  ·

HGebr.siemea88400.,onarlononM

Erfinder  der  Dochtkohle,  liefern  zu  den  billigsten  Preien  in  2  -
kannter  bester  Qualitsät:  S  eSlal
Kohlenstäbe  für  elsctrische  Beleuchtung,  Kru
Rohlen  für  Wechselstrom,  Schiellcontache  #in  1
Vvon  höchster  Leltungsfählgkelt  und  geringster  4#½  ctrolhne.

Oynamos.  Mikrophonkohlen  und  Kohlen  für  —

 

 

 

 

 
 

 

*
*  I
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        —  787

 

„Bazar  Nürnbers

Berlin  W.,  Französischestrasse  20.

Höchste  Auszeichnung  1895.  Silberne  Medeaille  1898.
Sanitäts-Depot  für  rationelle  Bekleidung.

Spesialits#  Tropenwäsche.

Sanitäre  Unterzeuge  für  Kolonien,  E-poditionen
in  Macco-Baumwolle,  Nesselleinenfaser.
Leichte  Maschen-Zellen-Gewebe.

1  Poröse  Merino-,  Leinen-,  Wollen-,  Seidenunterzeuge.
–  India  Gause  Jacken  von  1,50  Mk.  an.
*  Pajama-Nacht-  und  Schlafanzüge  von  5  Mk.  an.

—W%  Tropenanzüge’  Ml.
Jagdjoppen  aus  imprägnirtem  Caslet-Batist,  federleicht,  unverwüstlich,

  von  9  Mk.  an,  dito  in  Kakheydrell  6  Mk.
Ponchos-Caban  mit  Caputze,  Wettermiäntel  In  Loden  u.  Gumml  v.  6,  50  Mk.  an.

Reitbeinkleider  ohne  Naht.  Leibbinden  in  Wolle  und  Seide.
Cataloge  frei.  Eigene  Filialen  in  Antwerpen,  Lüttich,  Gent,
Brüssel  (Lieferant  des  Congo).  (76s)
Prlma-Referenzen  von  Afrfkaforschern,  Truppenführern,  Aerzten.

NEUT7

Elir.  Ceondurange  peptonat.  Immermann.

In  Originalffaschen.  Als  von  vorzüglichem  Erfolg  anerkannt  bei  allen  Arten
von  Magenkrankheit,  Indigestion,  Dyspepsie  u.  HzwenteriI,  bestes  Präventivund
  Meilmittel  bel  Seekrankhelt!  Wichtig  bei  Neubildungen  und  zur  Normalisirung
  der  Megenfunktionen  während  und  nach  allgemeinen  Erkrackungen.
Herr  Geheimrath  Stöhr,  Kissingen,  schreibt:  .  Ich  bin  so  zufrieden
mit  demselben,  wie  noch  nie  mit  einem  neuen  Mittell!  Es  ist  von  höchstem
Werthe  für  die  täcliche  Prale  und  hat  mir  —  80  zu  sagen  —  schon  förmlich
Wunder  gewirkt  —  namentlich  bei  alten  und  chronisch  Leidenden."
Hlul.  Conds#rango  Ferro-conchinint.  In  Originalflaschen.  Mit
Immermann'schem  Extrakt  bereitet.  Durch  seinen  Gehalt  an  Pepsin  bestverträgliches
  Mittel  bei  mit  Magenleiden  einhergehender  Blutarmuth  und
Nervenleiden,  Marasmus,  Malaria  und  Tropenleiden.  —  Zu  haben  in  den
Apotheken.  Wo  noch  nicht  vorräthig,  bitte,  event.  unliebsamer  Irthümer
wegen,  Bezug  unter  gleichzeitiger  Mittheilung  der  genauen  Fabrikadresse
zu  veranlassen  (vide  Gebhard  -Michaselis'sches  Referat).  —  Proben  und
Drucksachen  zu  Diensten.  —  Allein  autorisirter  Fabrikant:  (222)

Avpotheker  F.  Walther,  Strassburg,  Els.,  Rheinziegelstrasse.

       
 

4

     
 

 

 

 

 

nörder  Rergwerks-  und  Hütten  Verein
Abteilung:
fleste  und  fransportable  Schmalspurbahnen
vertreten  durch:

Clässing  &amp;amp;  Schollwer,  Berlin  W.  35

liefert:  das  liegende  und  rollende  Material  für

Plantagen-,  Klein-  und  Industriebahnen,  wie:  (272)

Gleise,
—  Weichen.
o  Drehscheciben.
Wazen  aller

 

 

 

 

.

Der  illustrirte  Katalog  wird  gerne  übersandt.

 

 

 

Vortreflliche,  naturreine
Obstweine

—  fur  Ernport  —
C.  Wesche,
Quedlinburg.

Probeaufträge  empfohlen  auf
assortirte  Kisten,  enthaltend  zwölk
Flaschen  im  Werthe  von  ca.  M.12,—
franco  Hamburg.
Johannisbeerwein,  weiss  und  roth,
Apfelwein,  Stachelbeerwein,
Heidelbeerwein,  Erdbeer-  und
Himbeerwein,  Obstweinperle,
Erdbeer-  und  CQuedlinburger

Schloss  -  Champagner.
Export-Vertreter:
Harder  &amp;amp;  de  Voss,

Hamburg.  (us)

 

Rest.  deutsche  Schaumweln-Kellerel
Gegründet  1826.  (70)

Kessier  Cabinet

der  &amp;amp;  erxtra  dry

6.  C.  Keseler  #  Co.  Essingen.
K.  W.  Hoflieferanten.

 

 

C.  Madquet,

Heidelberg  und
Berlin  W.,  Charlottenstr.  63.

Räderbahren,

Tragbahren,  Tragsehifte.

 

2mW

Sammeltche  Möbet  zur

Krankenpfilege,

Krankensedhhle  Jzeder  Art,

Badeapparafe.  (u.)
        <pb n="940" />
        Meuigkeiten
aus  dem  Verlage
der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,  Kochstrabe  68—71.

Die  Vorpedowaffe,

ihre  Geschichte,
Eigenart,  Verwendung  und  Abwehr.
Mit  einem  Anhange:
„Ueber  den  Untergang  des  Panzerschiffes
„Maine“  ·
der  Flotte  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.“
Von
Hermann  Gercke,
Korvettenkapitän.
Mit  48  Abbildungen.
Preis  Mk.  3,—.

Dit  Deuist  Marint

nach  dem  Flottengesetz  von  1898
mit  Berucksichtigung  der  bis  zum  Jahre
1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.



In  Tabellenform  übersichtlich
zusammengestellt  von
Helm,

H##n#in.  4  la  snite  der  II.  Ingenieurnspektion
  und  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt.
Einzelpreis  60  Pf.,  in  Partien  von
30  Exemplaren  und  mehr  50  Pf.

für  das  Exemplar.

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reics-Morine-Ants.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,60.

 

Die  Seeinteressen  des  Deutschen

.  Reichs.  Zusammengestellt  auf  Verankasfung
  des  Reichs-Morive-Imts.

4  ·
—

Perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitätsrath
  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine-Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1.60.

 

 

788

J.  P.  Sauer  &amp;amp;  Sohn,

—SUHL  i.  Thür.  —
Mechanische  Jagdgewehr-Fabrik,.

empfiehlt  ihre  anerkannt  guten,  aus  den  besten  Materialien  aaus
Präzisionsmaschinen  hergestellten  Jagdgewehre,  als:  Doppell
flinten,  Blichsflinten,  Birschbllchsen,  Doppelblichsen,  Dreiläufer,  Repetirbchsen,
  laut  kostenfrei  zu  sendender  illustr.  Preisliste.  '
spezialitänAlleinigeFabrikationvoangdgewohrlllofonansdomhls  jotat  I
unubortmffenen.KruswscbenspezialswwohrlaamwlihsGerade-Milleexistirenden
  Laufmaterialien.  Gesetzlich  geschützt.  (I)

 

    
   

 

 

 

  

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S.
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Fabrik  von  Bauornamenten
in  Zink,  Kupfer,  Messing,  Blei  etc.

Specialitäten:  Thürme,  Zierspitzen.  Fenster,  Gesia#e
Firstkimme,  Kköpfe,  Rosetten,  Konsolen,  Kapitäle,  -

 
   
   

Zeauer  4  (o,
Teisig-Lindenso
Angerstrasse  32.
Fabrik  von

Spieldosen  und
Musikautomaten

in  jeder  Grösse.
Ausgezeichnetes
Musikarrangement.
Letate  Neuheit:
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Delvendahl  &amp;amp;  Küntze

Werder  a.  H.  bei  Berlin,
Fabrik  aeth.  Oele  u.  Essenzen,  giftfreier  Farben  etc.

Spezialitäten  für  Mineralwasser-,  Champagner-  und  Uiqueurfabriken.  (3#77)

Fruchtessenren  und  Farben  zur  Herstellung  klarbleibender  Brauselimonaden.
  Champagnerbouquet  und  Moussenx.  Letzteres  zur  Erzeu-Sug
  eines  langanhaltenden  Schaumes  auf  Brauselimonaden  u.  Champagner.
Sämmtliche  nicht  trübende  Essenzen  zur  Herstellung  aller  Arten  Lsqueure
sowie  sämmtliche  in  Betracht  kommenden  giftfreien  Farben.  Besonders
ezempfehlen  Rum-,  Cognac-,  Whisky-,  Cherrybrandy-,  Ingber-,  Genever-Essenzen
  etc.  etc.,  und  stehen  Gebranchsanweisungen  gratis  zu  Diensten.
Ausserdem  erwähnen  unsere  in  allen  Welttheilen  bekunnten  Fruchtaether
für  Zuckerwaarenfabriken.  Für  Weinhändler  empfeblen:  Weinboudquets.
Ferper  erwähnen  unsere  Flelschkonservlrungsmittel,  welche  für  die  Tropenländer
  von  unschätzbarem  Werthe.  Preislisten  prociz  und  /ranko  zu  Dienscen.
Vertreter  gesucht

 

 

 

PRANKTF  URTAM.

 

 

 

 

  
  

 

 

MUTZENFABBIK
Nurfür  Wiederverkäaufer#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Syste
Mrünsrheneeßem

Ist  als  das

besie  Wasserfilter

bezeichnet  von  der

Medicinal-Abt.des
FEnnigl.Preussischen

Wiegsminisierjums

&amp;amp;  Horiefeld-iter  Ceselschaf-C
  ELLE.  15.

ES

    

 

   

unübertroffen  als
Mund  Medixzinalweine.  keit3
e  Girösste  Preiswürdligue

Hctinfierchen  v  ebinden-zeffette  2

Lactung-  Eigenes  Transi

Fieckr  Earltt

Wönzaunc.
kcalhaus  für  die  Pin-u.  Aus

edlen  Weine  õriechenlan
2  robe-Kisten:

Poes  Feeschen  incl.  fackung  5
E  *—  hollda
gaesscloler  ee  e
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L  ebendef  ische

jrieder  Art,

welche  sich  für  Süsswasser-Zimmer---Aquarien

  eignen,  kanft  die  (W90)
Spezlal-Züchterei  für  Zierflsche

Paul  Matte,  Lankwitz  bei  Berlin.
—.Z9essee  i  uüÜOHice#s88

 

 

 

 

Veriag  des  Kolonlal-Wirtschaftlichen

—.——......——

Tropenphanzer.

—ILLXII«
—*  Komitees.
Herausgegeben

von
O.  Warburg,  F.  Wohltmann,
Berlin.

Bonn-Foppelsdorf.
Erscheint  am  1.  jed.  Mts.
Bezugspreis  Hhrl.  8  M.,  lm  Ausland  9  M.

—M——

1899.
Herausgegeben

von  dem
Kolonlal-Wirtschaftlichen  Komitee
Berlin,  Unter  den  Linden  47.
Mit  fünf  Karten  in  Bontdruck.
Mark  1,50.

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        —  790  —

Helwingsche  Verlagsbuchhandlung,  Hannover.

Bie  Rolonialgesetzgebung
des  Deutschen  Reichs
mit  dem  Gesetze  über  die  Konfulargerichtsbarkeit

Amtsgerichtsrat  Kolisch,  Mitgl  d.  H.  d.  Abg.
Preis  15  Mk.,  gebunden  17  Mk.

„Der  Wert  drer  Sammlung  liegt  in  der  obsolnt  vollständigen  und  zuver-(Das

  Recht  1897.  Nr.  1.)
„Das  Buch  dürfte  ein  unentbehrliches  Requisit  für  Jeden  werden,  der
unsere  Kolonien  aufsucht.“  (Leipz.  N.  Nachrichten  v.  13.  Dez.  1896.)  (287)

“xn  Zusammentragung  des  wetit  zerstreuten  MaterialS  in  einem

 

Deutsche,  kolonlale  u.  Internabonnle

Transporte  Jeder  Art.  (m)
A.  Warmath,.

Holpedlteur  Sr.  Könlgl.  Hobelt  des
nzen  Georg  von

Spedition.  Berlin,  Kommissioa.
Friedrichstr.  91  u.  Bint.  d.  Garnisonkirchelt.

kisnr  d.  Sumttrin

Zwecke  Ankaufs  von  Schmettellingen
  u.  Käern  suche  mit  Sammlem

 

 

 

 

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Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Handbuch

MRufnahme  fremder  Sprachen.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
-Freis  geb.  4  Mark.  S

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Die  deutsche

Holonial-Gesetzgebung.
Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

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Erster  Theil:  His  z.  Jahre  1892.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen
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Riebow,
Gerichts-Assessor.

Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Zweiter  Theil:  1893  bis  1897.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen
herausgegeben  von
Dr.  Alfred  Zimmermann.
Preis  8  M.  Gebunden  9,50  M.

Reichsdienst  begeb

 

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Schilderungen  und  Rathschläge  #r
Vorbereitung  für  den  Auft

nnd  den  Dienst  in  den  Schuzgebiein.

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Preis  1,20,  elegaut  gebunden  2an.

Der  Reichskommissar  Major  v.  n,
mann  aecheert  während  seiet  Auf
enthalts  in  Afrika,  wie;  un  *“
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  7
wenig  sie  die  Bedingunzen  r
Lebens  und  Verkehrs  annten.  4
ihnen  ————.  *
rend  seiner  legtte  ·
zwischen  dem  Tyassr  und
See,  hat  er  daher  diese  Rath  —
Schilderungen“  niedergesch  ersich  tt
zu  Gute  kommen  sollen,  die  i#en
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  "

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"  othMoMLome,P01-nandopo,momanddensüdlichenlläken
bis  Loango.
Am  18.  December:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Cordes,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone  und  Sherbro.  ·

Am  20.  December:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Milz,
nach  Conakry,  Nonrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotoncu.

Am  22.  December:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Cant
nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.

Am  31.  December:  F.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Goree,  Liberia,  Lagos  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  von  Landana  bis  Benguella.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jaden  Monats.
48e  Guter  mi##ssen  din  Tage  vor  dem  45bpanosdatfum  bis  12  Uhr  mattags  Iänosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie

(13)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,

Amsterdam  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:
J.  Dezember,

 
 

 

5,„KOENIG,  Capt.  Dober  —
ScLrAN“,  Capt.  Bohnsack  (nur  für  Post  u.  Lalung)  7.  Desember,  21.  Dezember,
„HERZOG“,  Capt.  v.  Issendoree  21.  Derember,  4.  Januar,
„GENERAL“,  Capt.  Cuuene  4.  Januar,  18.  Januar

nach  Mombassa,  Tanga'd,  Pangani?e,  Sandani'i,  Bagamoyo?s,  Dar-es-Saldma,  Sansibar?,  Kliws,  Linds,

Alindani,  Ibo,  Mozamblque?,,  Quellmane,  Chinde  ?,  Befra“,  Inhambane,  Delagonbal“,  Durban“.
Die  mit  einem  7  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Häfen  nur

Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “'  versehenen  Häfen  auch  Ladung.
Die  mit  einem  C  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätsen

mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  haben  vorsüoliche  Einrichetungen  JUur  Eussagtere  in  allen  Klussen.  5

i  deutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transye

Direkter  Durchverkehr  von  binyen,  senteehen  Elstzan  auch  öanumhen  4.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (à)
wegen  Pamage  dle  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-Afrika  -TLTinie,
Gr.  Reichen#rasse  727.—

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.  1
Verlag  und  Druc  der  Königlichen  Hostuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  4  Cohn,  Berlin  8W  1,,  Kochktrahe  —
«  Ausgegeben  am  1.  Dezember  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beransgegeben  in  der  Kolonial-  Ablheilmazz  des  Auswärtigen  Amis.

 

——  —  —  ..  —  —  ——-  —  §  +§

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––.  —

 

IX.  Jahrgang.
–  –  .  ——...ä.———  —-  —

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“.,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Denischland  und  Oesterreich-  Ungarn,  Mk.  8.75  für
die  Länder  des  Weltvostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler

und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraßte  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs=  Preisliste  für  1898  unter  Nr.  2017.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Personalien  S.  793.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  794.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Bezirksamtmanns

  v.  Elpons  über  eine  Bereisung  des  Kondelandes  S.  794.  —  Kamerun:  Ueber  die  Pflanzungen  der

Westafrikanischen  Pflanzungs-Gesellschaft  „Victoria“  S.  795.——  Togo:  Handel  S.  795.  —  Karte  von  Südtogo

S.  795.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Unruhen  auf  der  Gazelle-Halbinsel  S.  7966.  —  Aus  dem  Bereiche  der

Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewequng:  Die  Schulthätigkeit  in  Kisserawe  S.  797.  —  Aus  fremden

Kolonien:  Französisches  Kolonialbudget  S.  798.  —  Budget  Algiers  S.  798.  —  Der  Kongostaat  in  den  Jahren

1896  und  1897  S.  799.  —  Uganda-Eisenbahn  S.  802.  —  Fiji  im  Jahre  1897  S.  802.  —  Britische  Salomons-Inseln

  S.  802.  —.  Handel  und  Schifffahrt  Bombays  1897/98  S.  802.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Michtigere

  Eingänge  aus  den  Kolonien  bei  der  botanischen  Centralstelle  am  Königlichen  botanischen  Garten  und  Museum

zu  Berlin  S.  831.  —  Leichte  Schmalspurbahnen  in  den  Kolonien  S.  832.  —  Litteratur  S.  833.  —  Litteratur-Verzeichniß
  S.  834.  —  Schiffsbewegungen  S.  834.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  835.  —  Anzeigen.

 

—  —  —  —.  —.  —.  —d  ——  —

 

–  —  ——  —

 

dd.J—  –  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

Amtlicher  Theil.

Personalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  zu  verleihen  geruht:

den  Rothen  Adler-Orden  zweiter  Klasse  mit  Eichenlaub  und  Schwertern:  dem  Generalmajor  Liebert,
Gouverneur  für  Deutsch-Ostafrika,  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  und  beauftragt
mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs  derselben;

den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Premierlicutenant  Helm  vom  2.  Brandenburgischen
  Ulanen-Regiment  Nr.  11,  vordem  von  der  Schutztruppc  für  Südwestafrika;

das  Militär-Ehrenzeichen  zweiter  Klasse:  dem  Unteroffizier  Lehmann  von  der  Schutztruppe  für  Siüdwestafrika
  und

die  Krieger-Verdienst-Medaille  zweiter  Klasse  in  Silber:  den  Bastards  Jakob  Clocte,  Klaas  Cloete,
Wilhelm  Claahsen  und  dem  Bondelzwart  Abraham  Skeyer  (Vater).

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  zu  bestimmen  geruht,  daß
der  von  Theilen  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ausgeführte  Kriegszug  in  Uhehe  vom  Februar  1897
bis  Juli  1898  im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung  und  Versorgung  der  Militärpersonen
  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine  vom  27.  Juni  1871,  als  ein  Feldzug  gelten  soll,
für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Dentschen  jedes  der  beiden  Kalenderjahrc  als  ein  Kriegsjahr
zur  Anrechnung  zu  bringen  ist.
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        —  794  —

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.  Der  Eisenbahn-Ingenieur  Mende  ist  hier  ein-Deutsch.
  Onafrika.  getroffen.
Die  Sekondlieutenants  Abel  und  Frank  haben  Ramerun.
die  Ausreise  in  das  Schutzgebiet  angetreten.  Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttlamer  hat

Anfang  Dezember  eine  Reise  nach  dem  südöstlichen
Der  Sekondlieutenant  Braun,  Oberarzt  Hofft,  Hinterlande  von  Kamerun  angetreten.  Er  wird  vom

Sergeant  Wulff  und  der  Sekretär  Schwarze  sind  Kaiserlichen  Regierungsrath  Dr.  Seitz  vertreten.

mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

 

 

Der  dem  Gouvernement  zugetheilte  Regierungsassessor

  Graf  Oberndorff  ist  nach  Kamerun  abgereif.
Der  für  die  Stelle  des  Försters  in  Moa  be-  —Ô  —

stimmte  Jäger  Schaumburg  ist  nach  Dar-es-Saläm  Togo.

abgereist.  Der  Büchsenmacher  Wlodarzack  ist  nach  Deutschland
  zurückgekehrt.

 

 

Rachrichten  aus  den  deuklschen  Schuhgebieten.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deuisch-Hftafrika.

der  Bambus,  doch  nehmen  die  Farren  und  sonstigen

Q„  Q„  »  Pflanzen  buschartige  Formen  an.
Bericht  des  Bezirksamtmanns  v.  Elpons  über  eine  Um  3¼  Uhr  war  die  Spitze  des  Rungwe  er-Vereisung

  des  Rondelandes.  1  reicht.  Das  Siedethermometer  zeigte  90  /%  das
Der  Bezirksamtmann  in  Langenburg,  v.  Elpons,  Schleuderthermometer  15,5°  Celsius.  Das  Baro-I

I

 

hat  gelegentlich  einer  Bereisung  des  Kondelandes  den  meter,  das  nur  bis  1500  m  Skala  aufwies,  hatte
Rungwe,  die  höchste  Erhebung  des  im  Nordwesten  sich  auf  707,5  gestellt.  Die  absolute  Höhe  des
des  Nyassa-Sees  vorgelagerten  Gebirgsstockes,  be=  Rungweberges  wird  demnach  auf  etwa  3100  m  zu
stiegen.  v.  Elpons  berichtet  über  diesen  Aufstieg,  bemessen  sein.
wie  folgt:  Da  die  Aussicht  nach  Norden  durch  Wolken  nicht
Am  16.  August  wurde  der  Aufstieg  zum  Rungwe=  gehindert  war,  nahm  ich  hier  Peilungen  nach  den
berge  angetreten.  nördlich  gelegenen  Gipfeln  vor,  die  die  Höhe  des
Zunächst  führt  der  Weg  über  weite  Grasflächen,  Rungwe  zum  Theil  erreichen.  Nach  Norden  zu
die  häufig  mit  der  deutschen  Flora  ähnlichen  Blumen  fällt  dieser  in  außerordentlich  schroffem  Fall  etwaund
  Farren  bestanden  sind.  An  Wild  sah  ich  nur  800  m  tief  in  einen  Thalkessel,  den  ich  für  einen
eine  Art  Antilope,  hier  Bavara  genannt,  ähnlich  dem  alten  erloschenen  Krater  halten  möchte;  auf  dem
Riedbock.  Des  hohen  Grases  wegen  konnte  leider  Grunde  dieses  Kessels  befindet  sich  ein  etwa  100  u
nichts  zur  Strecke  gebracht  werden.  An  anderem  breiter  Riß,  der  nach  Süden  führt  und  wahrscheinlich
Wild  zeigten  sich  große  schwarze  Feldhühner,  auch  die  Bergwand  nach  dieser  Seite  hin  öffnet.
Frankoline  und  wilde  Tauben.  Wie  tief  dieser  Riß  war,  ob  vulkanischer  Natur
Allmählich  nimmt  der  Anstieg  zu,  der  schmale  oder  vom  Niederschlag  gebildet,  konnte  ich  auch  mit
Rücken  fällt  rechts  und  links  in  tiefe,  dunkle  Schluchten  dem  Fernglase  nicht  feststellen.
ab,  die  heraufziehenden  Wolken  benehmen  jede  weitere  Ebensowenig  war  die  Namensbestimmung  der
1
1
6

Aussicht.  vorliegenden  Berggipfel  möglich.  Die  begleitenden

Wir  durchzogen  eine  etwa  1  Stunde  breite  Ur=  Eingeborenen  saßen  ängstlich  und  stumm  zusammenwaldzone
  auf  Elefantenpfaden,  passirten  dann  wieder  gelauert  in  dem  spärlichen  Gras  und  verweigerten
niederes  Gras  und  Gestrüpp,  um  in  etwa  2000  m  jede  Auskunft.  Ein  Aberglaube  verbietet  ihnen  die
Höhe  in  ein  fast  undurchdringliches  Bambusdickicht  Nennung  der  Namen,  um  die  Geister  des  Berges

zu  gerathen.  nicht  zu  beleidigen  und  zur  Bestrafung  herbei-Hier
  arbeiteten  wir  mit  Axt  und  Haumessern,  zurufen.
um  schließlich  Nachmittag  gegen  2  Uhr  am  Fuß  der  Der  Gesammteindruck  dieses  düsteren  Kraters,

Rungwekuppe  zu  dem  letzten,  sehr  steilen  Aufstieg  der  ohne  Leben  dunkel  und  in  starrer  Einsamkeit
Rast  zu  machen.  Die  Vegetation  bleibt  auch  hier  vor  uns  lag,  war  auch  offenbar  auf  meine  Begleiter
kräftig  und  frisch,  zwar  verschwinden  die  Bäume  und  ein  überwältigender.  Sogar  die  Sudanesen,  denen
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        derartige  Gemüthsbewegungen  sonst  fremd  sind,
machten  diesmal  zutreffende  Bemerkungen,  die  erkennen
  ließen,  daß  sie  Naturschönheiten  zu  schätzen
verstehen.

Der  Abstieg  wurde  nach  Südwesten  hin  versucht
und  endete  gegen  6  Uhr  in  einer  etwa  50  m  tiefen
und  6m  breiten  Schlucht  mit  steilen  Felswänden,
von  denen  das  Wasser  tropfte.  In  diesem  Schachte
mußte  ich  übernachten  bei  6°  Celsius,  ohne  Feuer
und  ohne  die  Möglichkeit,  Essen  kochen  zu  lassen.

Die  Stimmung  war  etwas  bleiern  geworden.
Unsere  immerhin  doch  mißliche  Lage  wurde  natürlich
dem  Berggeiste  zugeschrieben,  der,  eine  Art  Rübezahl,
  das  vorwitzige  Eindringen  in  sein  Reich  bestraft
  hatte.

Nach  verzweifelten  Anstrengungen  am  nächsten
Tage  gelang  uns  der  Anstieg  an  den  fast  senkrechten
Wänden  mit  Zuhülfenahme  von  Axt,  Haumessern,
Spaten  und  Seilen.

Der  Bambus  scheint  in  dieser  feuchten  Luft,  in
dem  wohl  tausendjährigen  Humus  ein  vorzügliches
Fortkommen  zu  finden;  ich  fand  Exemplare  von
43  bis  46  cm  Umfang  zu  Hunderttausenden.

Der  Boden,  aus  tiefgründigem,  schwarzem  Humus
bestehend,  trieft  vor  Nässe,  die  Stämme  der  gefallenen
  Urwaldriesen  sind  mit  handbreiter  Moosschicht
  bedeckt,  in  den  frischen  Elefantenspuren  sammelt
  sich  sofort  eine  Pfütze,  der  ganze  Rungwestock
hat  die  Eigenschaft  eines  unerschöpflichen  Wasserbehälters
  und  wird  als  solcher  der  Wohlthäter  des
Landes  und  der  Nährquell  von  zahllosen  Bächen
und  Flüssen.

Nach  mehrstündigem  Herumklettern  fanden  wir
endlich  wieder  den  Weg,  der  am  Tage  vorher  uns
auf  den  Rungwe  geführt  hatte,  und  benutzten  ihn
nun  zum  Abstieg.

Der  Marsch  am  18.  brachte  mich  nach  der
Missionsstation  Rungwe,  wo  ich  die  Missionare
Meyer,  Richard  und  Bachmann  antraf.

Der  Garten=  und  Feldbau  in  der  Nähe  dieser
Station  erfreut  sich  der  größten  Aufmerksamkeit  der
genannten  Herren.

In  diesem  Jahre  hat  leider  ein  allgemein  „Rost"“
genannter  Schimmelpilz  Weizen  und  Kartoffeln  fast
gänzlich  vernichtet.  Sogar  die  Bananen  hatten
sichtlich  gelitten.

Von  Rungwe  kehrte  ich  über  Rutenganio  zum
Nhassa  zurück.

Ramernn.

Ueber  die  Pflanzungen  der  westafrikanischen  pflanzungs-Nesellschaft
  „Dictoria“
wird  Folgendes  berichtet:

1.  Victoria-Pflanzung  beschäftigt  400  Arbeiter
  und  hat  zur  Zeit  142  000  Kakaobäume
stehen,  welche  mit  dem  Jahre  1900  in  Ertrag
treten,  außerdem  etwa  5000  von  Eingeborenen  er-795



 

worbene  Bäume,  von  denen  in  diesem  Jahre  zum
ersten,  Male  geerntet  wird.

2.  Vorwerk  Limbe.  350  Arbeiter  und  etwa
111  000  Bäume,  von  denen  etwa  6000  tragen.
Hier  befindet  sich  der  Kakaodörrapparat.  Der  Versandt
  beträgt  zur  Zeit  10  Sack  pro  Monat.

3.  Vorwerk  Buana.  70  Arbeiter,  27.000  Kakaobäume.
  Hier  standen  14  400  Kaffeebäume,  welche
aber  durch  das  Vieh  der  Eingeborenen  fast  gänzlich
abgefressen  sind.

4.  Vorwerk  Buca,  hauptsächlich  Gesundheitsstation
  und  Viehzucht.  9  Madeira-Kühe,  2  Bullen,
13  Schofe,  7  Ziegen,  4  Pferde.

Die  Gesellschaft  beschäftigt  zur  Zeit  920  Schwarze
einschließlich  schwarze  Handwerker  und  21  Weiße,
darunter  2  Frauen.

Nach  dem  Pflanzplan  wird  die  Gesellschaft  in
weiteren  zwei  Jahren  weit  über  ½  Million  Kakaobäume
  stehen  und  damit  alle  übrigen  bisher  bestehenden
  hiesigen  Plantagenunternehmungen  überflügelt
  haben.  Der  Boden  ist  bekanntlich  der  denkbar
beste,  die  von  Dr.  Esser  getroffenen  Einrichtungen
sind  sehr  zweckmäßig,  die  Arbeiterverhältnisse  günstig.
Somit  ist  auch  an  einem  guten  finanziellen  Erfolge
nicht  mehr  zu  zweifeln.

Togo.

Dandel.

Der  Handel  des  Schutzgebietes,  welcher  im  Vorjahr
  stark  daniederlag,  hat  einen  erfreulichen  Aufschwung
  genommen.  Im  dritten  Quartale  des
laufenden  Jahres  hat  die  Einfuhr  einen  Werth  von
730  674  Mk.  erreicht,  während  sie  in  den  entsprechenden
  Zeiträumen  der  beiden  Vorjahre  nur
502  553  und  346  560  Mk.  betrug.  Die  Ausfuhr
hatte  einen  Werth  von  283  993  Mk.  gegen
177  772  Mk.  im  Vorjahr.  Da  in  dem  dritten
Quartal  des  Jahres  1896  aber  für  408  111  Mk.
und  1895  gar  für  827  087  Mk.  Erzeugnisse  aus
Togo  ausgeführt  wurden,  ergiebt  sich,  daß  die
Nachwirkungen  der  langen  Dürre  doch  noch  immer
nicht  verwunden  sind.

Karte  von  Südtogo.

Das  von  dem  bewährten  Schöpfer  der  Karte
von  Südtogo  gelieferte  Bild  des  nördlichen  Togo
und  seines  weiteren  Hinterlandes  zeigt,  wie  weit
bereits  die  Erforschung  dieses  vor  wenigen  Jahren
noch  bis  auf  einige  Erkundungen  unseres  Altmeisters
der  Afrikaforschung,  Heinrich  Barth,  ganz  unbekannte
  Gebiet  im  Nigerbogen  fortgeschritten  ist.
Besonders  hervorzuheben  ist  aber  der  Fleiß  und  die
liebevolle  Sorgfalt  mit  der  die  zahlreichen  so  ver-
        <pb n="948" />
        schiedenartigen  Materialien  gesichtet  und  verwerthet
sind.  Nur  der  Fachmann  kann  beurtheilen,  welche
Mühe  und  welche  umfassende  Vertiefung  in  die
Verhältnisse,  Sprachen  und  Beschaffenheit  jener
Länder  dazu  nöthig  ist,  um  aus  dem  Wust  von  sich
oft  widersprechendem  Material  das  Brauchbare
herauszufinden  und  die  Widersprüche  in  einer  der
Wahrheit  möglichst  nahekommenden  Weise  zu  lösen.
Die  Unzuverlässigkeit  der  Neger,  die  dem  Weißen
die  Namen  und  geographischen  Daten  liefern,  die
eigenthümliche  Veränderlichkeit  der  Letzteren  in  diesem
Theile  Afrikas  —  Orte  verschwinden,  neue  entstehen
oder  wechseln  ihren  Platz,  ebenso  die  Wege  —  und
die  klimatischen  Verhältnisse  —  in  der  Trockenzeit,
wo  die  Flüsse  versiegen,  ist  es  unmöglich  eine  fehlerfreie
  Uebersicht  des  hydrographischen  Systems  zu
gewinnen,  in  dem  dicken  Dunst  der  Trockenheit  kann
man  nahe  an  Gebirgen  vorüberziehen,  ohne  sie  zu
bemerken  —  verursachen  zahlreiche  Widersprüche  in
den  Aufnahmen  der  verschiedenen  Reisenden,  auch
wenn  sie  genau  den  gleichen  Weg  zogen.  Es  ist
Sache  des  wissenschaftlichen  Kartographen,  diese
Widersprüche  aufzuhellen,  Irrthümer  herauszufinden
und  schließlich  alles  vorliegende  Material  zu  einem
der  Wirklichkeit  möglichst  entsprechenden  Bild  des
Landes  zu  gestalten.  Sämmtliche  an  der  Erforschung
dieser  Gebiete  betheiligt  gewesene  Reisende  werden
Herrn  Sprigade  zu  besonderem  Danke  verpflichtet
sein  für  die  große  Sorgfalt,  die  er  ihren  Materialien
  beim  Aufbau  dieser  Karte,  welche  naturgemäß
bei  ihrem  durch  die  Verhältnisse  bedingten  Maßstab
noch  bei  Weitem  nicht  alle  beigebrachten  geographischen
  Unterlagen  verwerthen  konnte,  hat  angedeihen
lassen.  Dr.  H.  Gruner.

Beutsch-Neu-Guinea.
Unruben  auf  der  Gazelle=  Dalbinsel.

Etwa  Mitte  April  d.  J.  war  dem  Kaiserlichen
Richter  in  Herbertshöhe  seitens  des  Häuptlings
Tokitang  von  Paparatawa  am  Varzinberg  (Gazelle-Halbinsel)
  die  Meldung  zugegangen,  daß  die  Leute
von  Tamanairiki  mit  denen  von  Wiwiren  im  Kampfe
stünden.  Letztere  übertrugen,  der  Sitte  der  Eingeborenen
  folgend,  den  Streit  auf  die  Taulil,  jenseits
des  Kerawat;  letztere  schlugen  nun  auf  Weiriki  und
Taptawul.  —  Der  eine  der  Zusammenstöße  in  der
Landschaft  Taptawul  fand  nur  etwa  7  km  von  der
Pflanzung  Gunamur  der  Kompagnie  entfernt  statt.

Die  sletige  Wiederkehr  heftiger  andauernder,  mit
aller  Grausamkeit  geführter  Buschkämpfe  in  nächster
Nähe  der  Verwaltung,  mit  Uebertragung  oft  noch
in  das  derselben  ergebene  Gebiet  wurde  zu  einer
steten  Gefahr.  Zur  Abschreckung  der  Eingeborenen
südlich  des  Varzin  richtete  deshalb  der  Kaiserliche
Richter  Dr.  Hahl  im  August  d.  J.  an  den  Komman-=danten
  S.  M.  Krzr.  „Falke“,  Korvettenkapitän  Wallmann,
  das  Ersuchen,  mit  einem  Landungskorps

796

 

—

und  der  Polizeitruppe  bis  zum  Varzin  zum  Zwecke
einer  friedlichen  Demonstration  vorzudringen.

Die  Straße  reicht  bis  an  die  Grenze  von
Tamanairiki  und  ist  fahrbar  bis  auf  den  vom  Varzin
  gegen  Norden  abzweigenden  Höhenkamm.  Die
letzte  Strecke  von  5  km  etwa  ist  gut  marschirbar,
aber  für  Fuhrwerk  noch  nicht  zu  benutzen.

Korvettenkapitän  Wallmann  war  daher  in  der
Lage  und  zeigte  sich  gern  bereit,  dem  Ersuchen  des
Dr.  Hahl  Folge  zu  geben,  umsomehr,  als  an  ihn
seitens  verschicdener  deutscher  Ansiedler  die  Anregung
herantrat,  mit  dieser  Expedition  auch  eine  patriotische
Ehrung  des  Fürsten  Bismarck  auf  dem  Varzinberge
zu  verbinden.  Kapitän  Wallmann  hat  darüber
folgenden  Bericht  an  das  Oberkommando  der
Marine  erstattet:

„Gelegentlich  eines  Besuchs  Einiger  Herren  des
Archipels  bei  mir  an  Bord  —  es  varen  der  Vertreter
  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.,  Herr  Max
Thiel  und  Herr  Parkinson  aus  Rslüm  —  kam
das  Gespräch  auf  den  in  einigen  Tagen  gitattfindenden
Ausmarsch  des  Landungskorps  nach  d  em  Varzin.
Der  erstgenannte  Herr  brachte  ein  läng  k  geplantes
Unternehmen  in  Anregung,  dahingehend,  dem  Altreichskanzler
  Fürsten  Bismarck  auf  dem  Warzin  ein
Denkmal  zu  errichten,  zu  dessen  Grundstsinlegung
dieser  für  den  Archipel  wichtige  Moment  eimer  ersten
Truppenentfaltung  im  Innern  sehr  geeignet  erschien.
Ich  versprach  sofort  zu  dem  patriotischen  Werk  die
größtmögliche  Unterstützung,  welche  in  Anfdrriigung
einer  provisorischen  Gedenktafel  als  Vorarbeit-  und
in  Mitwirkung  der  Landungstruppe  bei  der  Feierlichkeit
  bestand.

Ein  schnell  sich  bildendes  Komitee,  bestehend  aus
dem  Kaiserlichen  Richter  Dr.  Hahl,  den  oben  cenannten
  beiden  Herren,  welchen  als  vierte  Pers  on
der  Vertreter  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  Her
Geisler  beitrat,  nahm  die  Angelegenheit  in  die
Hand.  Die  Feier  wurde  für  den  11.  vormittags
anberaumt  und  die  Ansiedler  des  Archipels  zur  Theil
nahme  aufgefordert,  soweit  dies  in  der  kurzen  Zeir
von  zwei  Tagen  möglich  war.  Der  vereinbarte  Plau
war  der,  auf  dem  Varzin  an  einer  geeigneten  Stelle
die  fragliche  Tafel  zu  errichten,  welche  vorerst  aus
Holz  hergestellt,  demnächst  durch  eine  solche  aus  Erz
oder  Stein  ersetzt  werden  sollte.  Als  Inschrift  wurde
bestimmt:

„Der  Archipel  seinem  großen  Pathen  Otto
v.  Bismarck.  Auf  dem  Varzin  im  Bismarck-Archipel
  am  11.  August  1898.“

Als  Programm  für  die  Feier  wurde  vereinbart,
daß  zur  Einleitung  einige  Verse  aus  dem  Choral
„Nun  danket  Alle  Gott“  gesungen  werden  sollten,
darauf  der  deutsche  Missionar  Fellmann  ein  kurzes
Gebet  zu  sprechen  habe,  dem  sich  unter  präsentirtem
Gewehr  ein  Hoch  auf  Seine  Majestät  den  Kaiser,
ausgebracht  von  mir,  anschließen,  und  dem  als  Schluß
eine  Ansprache  des  Kaiserlichen  Richters  Dr.  Hahl,
        <pb n="949" />
        2

ausklingend  in  ein  Hoch  auf  den  Fürsten  Reichskanzler,
  folgen  solle.

Der  Uebungsmarsch  wie  die  Feier  verliefen  plangemäß.


Am  10.  6  Uhr  morgens  setzte  sich  das  Landungskorps
  unter  Führung  des  I.  Offiziers  in  Marsch.
Tags  zuvor  war  ein  Theil  des  Proviants,  wollene
Decken  und  wasserdichte  Unterlagen  u.  s.  w.  auf  Ochsenwagen
  unter  Eskortirung  einer  militärischen  Abtheilung
  vorausgesandt.  Der  zurückzulegende  Weg  betrug
rund  18  km.  Während  die  Ochsenwagen  seitens  der
Neu--Guinea-Kompagnie  zur  Verfügung  gestellt  waren,
wurden  durch  den  Kaiserlichen  Richter  Dr.  Hahl
eingeborene  Träger  beordert.  Den  Eingeborenen,
besonders  den  weiter  im  Land  wohnenden,  schien
die  friedliche  Absicht  des  Marsches,  obgleich  es  ihnen
mehrere  Tage  vorher  bekannt  gegeben  war,  doch  nicht
sicher.  Während  des  ganzen  ersten  Tages  zeigten
sie  sich  zurückhaltend  und  kamen  erst  nach  und  nach
hülfsbereit  heran.

Nach  einer  Ruhepause  von  9  bis  9½  Uhr  wurde
der  Ort  des  zu  errichtenden  Lagers  um  11  Uhr
erreicht.  Die  Truppe  hatte  mithin  den  rund  18  km
laugen  Weg  in  4½⅛  Stunden  zurückgelegt.  Allerdings
  war  der  Weg  zum  allergrößten  Theil  sehr  gut.
Jeder  der  Archipel-Leute  war  des  Lobes  voll  ob  der
Thätigkeit  des  Kaiserlichen  Richters  Dr.  Hahl,  dessen
Umsicht  und  Eifer  es  in  erster  Linie  zu  danken  war,

daß  eine  so  bequeme  Passage  nach  dem  noch  vor

nicht  so  langer  Zeit  gänzlich  unwirthlichen  Varzin
errichtet  war.  Dr.  Hahl  läßt  die  Wege  zumeist  von
den  Eingeborenen  der  anliegenden  Distrikte  bauen
und  sendet  zur  Beaufsichtigung  Leute  seiner  Polizeitruppe.
  Die  Entschädigung,  welche  den  Arbeitern  zu
Theil  wird,  besteht  häufig  nur  in  der  Ueberlassung
der  Geräthe,  wie  Spaten  und  Hacken  und  in  einem
geringen  Quantum  Tabak.  Ein  billigerer  Wegebau
dürfte  schwerlich  existiren,  ist  aber  auch  nur  möglich,
falls,  wie  vorliegend  durch  andauernde  Verhandlungen
bezw.  Kämpfe  mit  den  Eingeborenen,  diesen  der  Vortheil
  einer  guten  Verbindung  zu  den  Marktplätzen
und  die  durch  die  Wege  erlangte  Sicherheit  gegen
Uebergriffe  ihrer  Feinde  klar  gemacht  wird.

Ehe  an  ein  Abkochen  zu  denken  war,  mußten
Hütten  gebaut  werden,  die  anfangs  nur  Schutz  gegen
die  Sonne  zu  gewähren  brauchten  und  erst  später
mit  eintretender  Abendkühle  möglichst  wasserdicht  hergerichtet
  wurden.  Leider  war  die  früher  am  Ort
vorhandene  Quelle  nahezu  versiegt,  so  daß  das  Wasser
eine  halbe  Stunde  Wegs  herbeigeschafft  werden  mußte.

Die  Stimmung  im  Lager  war  trotz  anstrengender
Arbeit  nach  dem  Marsch  sehr  günstig.

Am  nächsten  Vormittag  wurde  der  Platz  zur
Feier  hergerichtet.  Um  10½  Uhr  nahm  die  Truppe
Paradeaufstellung  und  10/  Uhr  war  die  Feier
beendet.  Außer  den  vorgenannten  Ansprachen  u.  s.  w.
brachte  Herr  Thiel,  indem  er  den  Dank  der  Kolonie
für  die  gewordene  Unterstützung  aussprach,  noch  ein
Hoch  auf  mich,  die  Offiziere  und  die  Mannschaft

97

S.  M.  S.  „Falke“  aus.  Von  den  Europäern  des
Archipels  waren  18  Personen,  darunter  vier  Damen,
welch  letztere  erst  am  Morgen  des  11.  eintrafen,
anwesend.  Die  Truppe  marschirte  sofort  zu  dem
1¼  Stunden  entfernten  Rastplatz.

Von  12  Uhr  bis  2½  Uhr  nachmittags  wurde
abgekocht,  und  um  5  Uhr  schiffte  sich  die  Landungstruppe
  in  die  bereit  liegenden  Boote  ein.

Seitens  des  Kaiserlichen  Richters  wurde  mir
bereits  nach  zwei  Tagen  mitgetheilt,  daß  er  Nachricht
  von  Varzin  habe,  daß  die  Ortschaften,  welche
bisher  vom  Wegebau  nichts  hatten  wissen  wollen,
bereits  hierin  thätig  seien,  und  daß  etwa  500  Meter
neuen  Weges  fertiggestellt  sei.  So  scheint  denn  die
Hoffnung,  welche  Herr  Dr.  Hahl  an  die  friedliche
Demonstration  knüpfte,  in  Erfüllung  gehen  zu  wollen.

Die  am  16.  August  eingetroffene  Nachricht  vom
Ableben  des  Altreichskanzlers  zeigte  zwar,  daß  die
Feier  bereits  nach  seinem  Ende  stattgefunden,  wird
aber  nichts  an  der  anfänglichen  Opferwilligkeit  zur
Errichtung  eines  Denkmals  ändern."

Kus  dem  Pereiche  der  Missonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.
In  Neu-Bethel  (Usambara)  ist  der  Missionar
Ruccius  (mit  Frau)  eingetroffen.

Die  Schulthätigkeit  in  Risserawe.

Die  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen  Mission“
schreiben:  „Wir  haben  jetzt  in  Kisserawe  neun  verschiedene
  Klassen,  nämlich:

I.  Die  Lehrer  und  die,  die  es  werden  wollen;
Lehrer  Br.  Holst  und  ich.

 

II.  1.  Knabenklasse  auf  der  Station;  Lehrer
Johanna.

III.  2.  Knabenklasse  auf  der  Station;  Lehrer
Barnaba.

IV.  Mädchenklasse  auf  der  Station;  Lehrer
Augustino.

V.  Männerklasse  auf  der  Station;  Lehrer  Anton.

VI.  Schule  bei  Pasisumia;  Lehrer  Matthayo.

VII.

—
—

in  Minaki;  Lehrer  Petro.

VIII.  -  -(Gogo;  Lehrer  Martin.
IX  -  -Sungwi;  Lehrer  Stefano.

Die  Zeit  des  Unterrichtes  ist  nur  bei  1I  und  IX
am  Vormittage,  bei  allen  andern  am  Nachmittag  um
2  Uhr  bezw.  etwas  später  je  nach  der  Entfernung.
Nur  die  1.  Klasse  hat  auch  Sonnabends  Schule.
9  verschiedene  Klassen  für  noch  nicht  150  Schüler
ist  gewiß  viel,  aber  einmal  liegen  die  Schulen  VI.
IX  weit  auseinander,  und  dann  sind  diese  Lehrer,
die  selbst  noch  Schüler  sind,  noch  nicht  im  Stande,
eine  größere  Schülerzahl  in  verschiedenen  Abtheilungen
  zugleich  zu  unterrichten.  Später  werden  sich
wenigstens  die  Klassen  II,  III,  IV  vereinigen  lassen.
Freilich  müssen  wir  dann  erst  einen  genügend  großen
Naum  zum  Unterrichten  herstellen.
        <pb n="950" />
        Was  unterrichten  wir  nun?

Außer  dem  Unterricht  in  der  biblischen  Geschichte
wird  überall  Lesen,  Schreiben  und  Rechnen  gelehrt.
Hand  in  Hand  mit  dem  Leseunterricht  geht  der
Schreibunterricht.  Im  Schreiben  bringen  es  unsere
Schüler  zu  einer  ganz  befriedigenden  Gewandtheit.
Ich  habe  Briefe  von  ihnen  erhalten,  die  jedem
Volksschüler  in  der  Heimath  Ehre  machen  würden.
Sie  sind  wohl  im  Stande,  die  kleinen  und  großen
Erlebnisse  ihres  Lebens  brieflich  Anderen  mitzutheilen.
Zeitweilig  bestand  ein  ziemlich  reger  Briefverkehr
zwischen  Kisserawe,  Lutindi,  Tanga.  Auch  nach
Europa  ist  ja  schon  hin  und  wieder  ein  Brief  gegangen,
  als  Antwort  auf  Briefe,  die  ihnen  von  dort
aus  geschrieben  wurden.  Verhältnißmäßig  am
schwächsten  sieht  es  mit  dem  Rechenuntericht  aus.
Den  Schwarzen  fällt  es  im  Allgemeinen  furchtbar
schwer,  sich  in  Zahlen=  und  Größenverhältnisse  hineinzufinden
  und  sie  richtig  zu  gebrauchen;  daher  müssen
wir  mit  dem  Nothdürftigsten  zufrieden  sein.  In
allen  unsern  Schulen  wird  auch  gesungen.  Zu
diesen  Fächern,  die  in  den  Schulen  unterrichtet
werden,  kommt  nun  noch  bei  den  Fortgeschritteneren
(Lehrer-,  Mädchen=  und  1.  Knabenklasse  auf  der
Station)  etwas  Geographie.  Außerdem  hat  die
erste  (Lehrer-)  Klasse  noch  Unterricht  in  der  Kirchengeschichte,
  (zweimal  wöchentlich),  in  Kifuaheligrammatik
  und  (wöchentlich  einmal)  auch  im
Deutschen.“

––.  .

Aus  fremden  Rolonien.
Französisches  Rolonialbudget.

Wie  schon  in  Nr.  22  des  Kol.  Bl.  mitgetheilt
wurde,  ist  das  Kolonialbudget  für  1899  auf  die
Summe  von  85  957  600  Frcs.  festgesetzt,  während
das  Budget  des  Jahres  1889  91  633  540  Fres.
betrug.  Es  ergiebt  sich  sonach  eine  Differenz  von
5  675  940  Frcs.  zu  Gunsten  des  neuen  Budgets.
Thatsächlich  beträgt  aber  die  Ersparniß  lediglich
1  218.598  Frcs.,  wenn  man  in  Betracht  zieht,  daß
infolge  der  Neuregelung  der  Verwaltung  von  Indo-China
  die  bisher  von  dieser  Kolonie  geleisteten  Beiträge,
  die  als  Einnahmen  des  Staates  sich  darstellen,
von  4  905  342  Frcs.  im  Vorjahre  auf  448  000  Fros.
herabgesetzt  sind.  Die  Reorganisation  der  Verwaltung
Indo-Chinas  hat  immerhin  die  Ersparung  von  fast
1½  Millionen  Frcs.  zur  Folge.

Aus  den  einzelnen  Aufstellungen  des  neuen  Budgets
  sei  Nachstehendes  hervorgehoben:

Mehrausgaben  im  Betrage  von  172  000  Frcs.
erwachsen  für  die  Durchführung  der  Gleichstellung
in  der  Besoldung  der  Unteroffiziere  der  kolonialen
Armee  und  des  in  Frankreich  stehenden  Heeres.
Thatsächlich  ist  die  Besoldung  der  Kapitulanten-Unteroffiziere
  in  den  Kolonien  geringer  als  in  Frankreich.
  Für  1899  ist  die  Ausdehnung  der  Gleich-798



 

stellung  in  der  Besoldung  der  Gefreiten  und  Gemeinen
in  Aussicht  genommen.

Mit  Rücksicht  auf  die  Neuregelung  der  Verwaltung
Indo-Chinas  sind  die  Militärausgaben  für  diese
Kolonie  in  einem  Kapitel  vereinigt.  Diese  Ausgaben
sind  für  1899  auf  20  360  000  Frcs.  veranschlagt.
Sie  betragen  um  2  890  000  Frcs.  weniger  als  im
Vorjahre,  da  die  Summe  von  6  275  000  Frcs.  (für
den  Unterhalt  von  vier  tonkinesischen  Tirailleur-Regimentern)
  auf  das  Generalbudget  von  Indo-China
übertragen  wurde,  während  andererseits  360  505  Frcs.
zur  Durchführung  der  gleichheitlichen  Besoldung  der
Unteroffiziere  und  zur  Bestreitung  anderer  militärischer
Ausgaben,  sowie  3  031  495  Frcs.,  darstellend  die
militärischen  Ausgaben  von  Cochinchina,  in  die  Ausgaben
  eingestellt  wurden.

Für  militärische  Ausgaben  in  Madagaskar  sind
18  381  000  Frcs.  gegen  18  276  000  Frcs.  im  Vorjahr
  in  Ansatz  gebracht.  Die  Differenz  ist  auf  die
Einstellung  einer  Summe  von  107  000  Frcs.  zur
Regelung  der  Besoldungsverhältnisse  der  Unteroffiziere
zurückzuführen.  Uebrigens  ist  die  Ausfstellung  der
Ausgaben  für  Madagaskar  nur  provisorisch  erfolgt,
da  von  Seiten  des  dortigen  Gouvernements  der  endgültige
  Budgetentwurf  noch  nicht  eingereicht  wurde.
Die  Summe  von  18  Millionen  wird  sicher  überschritten
  werden,  wie  ja  auch  die  Ausgaben  für  1898
sich  thatsächlich  auf  26  Millionen  beliefen.

Gleich  dem  Varjahre  ist  im  Budget  eine  Subvention
  von  2353000  Frcs.  für  das  Lokalbudget  vom
französischen  Kongo  und  eine  solche  von  1  800  000  Frcs.
für  das  Lokalbudget  von  Madagaskar  in  Anschlag
gebracht.  Ebenso  ist  als  Subvention  der  Lokalbudgets
von  Guadeloupe,  Inde,  Taiti,  Somaliküste  und  Mayotte
im  Ganzen  eine  Summe  von  733000  Frcs.  festgesetzt.
Die  Ausgaben  für  Justiz  betrugen  1  470  000  Frcs.,
jene  für  den  Kultus  602  000  Frcs.

Für  den  Bau  der  Straße  von  Konakry  zum  Niger
sind  100  000  Frocs.  eingestellt.

Als  Anhang  zum  Kolonialbudget  sind  die  Budgets
für  die  Eisenbahn  und  den  Hafen  von  Réunion  und
für  die  Eisenbahn  im  Sudan  beigefügt.  Ersteres
sieht  eine  Gesammteinnahme  von  4418500  Frcs.  vor.
Diese  Summe  setzt  sich  zusammen  aus  1750000  Fres.
Betriebseinnahmen,  2  508  500  Frcs.  staatlicher  Subvention
  und  160  000  Frcs.  Subvention  der  Kolonie.
Das  Budget  für  die  Sudan-Eisenbahn  enthält  in  der
Zusammenstellung  der  Einnahmen  im  Gesammtbetrage
von  2  567  645  Frcs.  folgende  Ansätze:  Einnahmen
aus  dem  Handel  42  000  Frcs.,  Subvention  des  Staates
768.000  Frcs.,  Subvention  der  Kolonie  460  000  Fres.,
Anleihe  an  der  Depositenkasse  919  645  Frcs.

Budget  Algiers.
Nach  dem  französischen  Budgetentwurf  für  1899
sind  die  Einnahmen  Algiers  auf  54  152  371  Frcs.
gegen  53  487  152  im  Vorjahr,  die  Ausgaben  auf
        <pb n="951" />
        73  370  449  Frcs.  bemessen.  Den  größten  Betrag
der  letzteren,  nämlich  22  Millionen  Frcs.,  beanspruchen
die  den  Eisenbahnen  Algiers  zu  zahlenden  Zinsgarantien.
  Unter  den  Einnahmen  sind  Zölle  und
Steuern  verschiedener  Art  mit  einem  Ertrag  von
39584  641  Frcs.  veranschlagt;  die  Zölle  allein  mit
12  641  400  Fres.  Unter  den  oben  erwähnten  Ausgaben
  sind  die  Aufwendungen  für  das  in  Algier
befindliche  Militär  und  die  dortigen  Befestigungen
nicht  gerechnet.

—  —

Der  Rongostaat  in  den  Jabren  1390  und  1397.

Einem  Berichte  des  belgischen  Generalkonsuls  für
den  Kongostaat  in  Teneriffa  vom  27.  Mai  1898  und

799

 

1897  Nr.  4  und  1898  Nr.  3)  entnehmen  wir  die
folgende  Uebersicht  über  die  wirthschaftlichen  und
Handelsverhältnisse  des  Kongostaates  in  den  Jahren
1896  und  1897.

Der  außerordentliche  Ausschwung,  den  der  Handel
des  Kongostaates  in  diesen  beiden  Jahren  genommen
und  der  alle  Erwartungen  weit  übertroffen  hat,  ist
in  erster  Linie,  wenn  nicht  allein,  dem  raschen  Fortschritt
  der  nunmehr  fertiggestellten  Eisenbahn  Matadi
—  Leopoldville  zu  danken.  Bis  zum  Jahre  1895
war  Elfenbein  der  einzige  Gegenstand  der  Ausfuhr
aus  den  Gebieten  des  oberen  Kongo.  Erst  mit  der
Eröffnung  der  ersten  100  km  langen  Eisenbahnstrecke
begann  die  Ausfuhr  von  Kautschuk  und  anderen
Landesprodukten,  die  seitdem  eine  erhebliche  Steigerung
  erfahren  hat,  wie  die  nachstehenden  Zahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

den  amtlich  veröffentlichten  Handelsstatistiken  (efr.  beweisen.
Bulletin  oflciel  de  I'Stat  independant  du  Congo
Aus  fuhr.
Spezialhandel.  Generalhandel.
Produkte  JNettogewicht  kg  Werth:  Frans  Nettogewicht  tg  Werth-  Franes
18906  1897  1896  1897  18906  1897  1896  1897
s  ·  l
Erdnüsse  .  1875  6  506  1  7181  62  896  1938  16  981
Kassee  830  6590  1914  11  862  166  787  223  756  300  216  402760
Kautschuk  1  317  346  1  662  380  6  586  730  8311  9000|1493  119  1  785378765  595  8926  890
Kopal,  roth  —  45  —  107  13  028  45  31  136  107
é!,-weiß  9207  39  131  15  657  66  522  113  100  53  825  192278  91  502
Palmöl  1  481  794  1250  397  770  532  650  2061  712  377  1  334  870  890  436  694  132
Elfenbein  191  316  245  8243  S826  320  4  916  480  242  658  300  209  4853  160,  6004  180
Calmkerne  .  45744204395516114360510988795134924480088512837311200221
esam..  221  —  58  —  105  479  71  395  27951  18  919
Orseille  233  —  103  —  233  —  103  —
Kakao  92  983  115  1228  92  5150  115  6437
Bohnen  204  701  48  224  204  701  48  224
MWais-  —  2352  —  470  —  2352  —  470
Kokosnasse  —  72  —  7  —  72  —  7
Kolanüsse  8687  1  345  13  030  2  023  8  687  4  791  13  030  7  193
Nula  Panga  4983  4307  921  796  4983  4  307  921  796
Felle,  vvo  2  467  2241  2  100  1  916  2:457  2241  2100  1916
Res  2100  25  1  0560  12  2100  25  1  050  12
Tabak  ...  99  31917  247  9  792  99  3  917  247  9  792
Kubikmeter  Kubikmeter  „
Hölzer.  270  228  745  510  27  082  74  551  270  228  f45  510  27  082  1  74  551
Zusammen  —  —  12389  599  15146  9766  —  —  15091  137  17  4570090
Die  Gesammteinfuhr  betrug  in  den  Jahren  1896  im  Spezialhandel  15  227  776  Frcs.,  1897
22  181  462  Frcs.,  im  Generalhandel  in  den  entsprechenden  Zeiten  16  040  370  und  23  427  197  Fros.
Die  i"  Haupteinfuhrartikel  sind  in  der  folgenden  Tabelle  zusommengestellt.
W7  I  WVererth
aaren  —
Bezeichnung  !  der  W  1896  1897
1
1.  Maschinen,  Werkzeuge,  Eisenkonstruktionen  aller  Art,  wie  Lokomotiven,  Wagen  ꝛc.  1464252  2725  888
2.  Waffen  aller  Art  und  Munitio  .  828  909  1  188  474
3.  Schiffe,  Schiffsmaschinen  und  Schifstheile  ..  545  451  806  111
4.  Metalle,  wie  Stahl,  Kupfer,  Messing,  Binn,  Eijen  “  2  421  135  2½  213732
5.  Gewebe  aller  Art.  4  071  158  4  510  010
6.  Lebensmittel,  Konserven  2c.  1  812  102  3681  971
7.  Getränke,  wie  Bier,  Wein,  Spirituosen  aller  Art.  1215726  1138125
        <pb n="952" />
        800

 

 

Die  Betheiligung  der  einzelnen  Staaten  an  der  Einfuhr  ergiebt  die  nachstehende  Statistik

 

 

 

Staat  Spezialhandel  Geuneralhandel

1896  1897  1896  1897
Belgien  10  162  406  16  272  028  10  204  4077/  16  309  944
England  2  600  682  2593  2472  565  942  2847  870
Deutschland  934  706  1174  859  973  229  1238  332
Niederlande  .....  668712  922  013  992  815  1  688  699
Portugiesische  Besitzungen  237  454  151  449  237  562  170  238
Portugal.  ....  161  834  156  014  261  713  155  918
Frankreich  154  855  281  121  225  240  387  730
Italien  122  183  241  807  122  1838  247219

Der  gesammte  Generalhandel  des  Jahres  1896

weist  gegen  1895  eine  Steigerung  um  30  pCt.,  derjenige
  von  1897  gegen  das  Vorjahr  um  31  Pét.
auf.  Aehnlich  beträgt  die  Steigerung  des  gesammten

Spezialhandels  1896  gegen  1895  etwa  27,68  péCt.  .

und  1897  35  pCt.  Die  erhöhten  Ausfuhrziffern

sind,  wie  schon  oben  bemerkt,  hauptsächlich  dem  größeren
  Kautschukexport  zu  danken.  Während  im  Jahre
1895  Kautschuk  im  Werthe  von  2  882  585  Frcs.
ausgeführt  wurde,  stieg  der  Export  mit  der  Eröffnung

der  ersten  und  der  weiteren  Theilstrecken  der  Eisenbahn

  1896  auf  6  586  730  Frcs.  und  1897  auf

8  311  900  Fros.

An  der  gesammten  Ein=  und  Ausfuhr  des  Kongostaates

  ist  Belgien  in  erster  Linie  und  ganz  überwiegend
  betheiligt,  und  diese  Betheiligung  ist  noch
im  Anwachsen  begriffen.  Die  folgenden  Uebersichten
enthalten  die  zahlenmäßigen  Belege  dafür.

 

Unter  den  Ausfuhrartikeln  verdient  noch  das
Elfenbein  eine  besondere  Erwähnung.

Vor  dem  Jahre  1896  war  Elfenbein  das  einzige
  Ausfuhrprodukt  vom  oberen  Kongo.  Trot  der
hohen  Transportkosten  bis  zur  Küste  steigerte  sich
der  Export  von  Jahr  zu  Jahr,  und  es  gewann  entsprechend
  Antwerpen,  wohin  sich  die  ganze  Ausfahr
wendete,  als  Elfenbeinmarkt  eine  immer  größere  Bedeutung.
  Aus  bescheidenen  Anfängen  heraus  —  im

Jahre  1888  betrug  der  Umsatz  an  Elfenbein  nur

1.  Uebersicht  über  den  Handel  Belgiens  mit  dem

 

 

 

 

Kongostaat:
Ausfuhr  vom  Einsuhr  von
Kongo  nach  Belgien  nach
Jahre  Belgien  dem  Kongo  Gesammtziffer
Generalhandel  Spezialhandel
Frcs.  Frcs.  Frcs.
1893  3  184  898422  66117607559
1894  6  398  3036227909  12  626  212
1895  8  099729  6  003  4664  103  184
1896  10  866  O60  10  162  40/21  028  466
1897  12  882  90116  272  028129  154  929
2.  Antheil  Belgiens  an  der  Ausfuhr  in  Prozenten.
Jahre  Generalhandel  Prozentsatz
1893.  7514791  Fres.  51-132
1894.  11  031  704  73,03
1895.  12  135  666  =  82.24
1896  15  091  137  =  73,00
1897  I7  457090  71,00
3.  Antheil  Belgiens  an  der  Einfuhr  nach  dem
Kongostaat:
Jahre  Prozentsatz  Jahre  Prozentsatz
1892  25,00  1895  57.,00
1893  48,20  1896  76,00
1894  55,63  1897  73,00

 

sechs  Tonnen  —  hat  sich  Antwerpen  in  den  wenigen
Jahren  London  ebenbürtig  an  die  Seite  gestellt,  und
es  ist  zu  erwarten,  daß  cs  jetzt,  wo  die  Transponkosten
  nach  Vollendung  der  Kongobahn  bedeutend
vermindert  sind,  binnen  Kurzem  den  Londoner  Mark
überflügeln  wird.  Interessant  ist  ein  Vergleich  des
Umsatzes  an  Elfenbein  auf  den  Hauptmärkten  Antwerpen,
  London  und  Liverpool.

Tonnen:
Jahre  Antwerpen  London  Liverpool  Totol

1889  46  301  71  418
1890  77  357  73  497
1891  60  255  68  383
1892  119  390  60  569
1893  223  359  69  651
1894  185  376  60  621
1895  273  344  57  674
1896  266  284  56  506
1897  280  246  50  576

 

Die  Hauptausfuhrländer  von  Elfenbein  sind  an
dem  Export  betheiligt,  wie  folgt:
1891  1892  1893  1894  1895  180

Tonnen

Sudann  61  43  45  87  53  32
Deutsch-Ostafrika,  Mozambique

  u.  Bombay  148  125  86  129  93  101
Kongobecken  172  204  311  232  340  311
Gabun  und  Kamerun  —  —  —  —  86
Benguela-  ——  —  —  —  11
Totalerport  von  der

Westkuste  Afrikas  274  321  391  328  435  395

Der  Gesammtimport  nach  Europa  betrug  nach

Tonnen:

1891  1892  1893  1894  1895  1896
England  447  375  311  340  321  282
Kontinent  126  211  272  212  293  273

 

Zusammen  573  586  583  552  614  555
        <pb n="953" />
        Der  jährliche  Durchschnittsverbrauch  von  Elfenbein
  betrug  in  den  Jahren  1889  bis  1893  in
England  188  Tonnen,  in  Amerika  116  Tonnen,  in
Deutschland  113  Tonnen,  in  Frankreich  90  Tonnen,
in  Indien  121  Tonnen,  in  China  13  Tonnen  und
in  den  übrigen  Ländern  6  Tonnen,  insgesammt
647  Tonnen.  -

Die  Kongobahn.

Die  Bahn  hat  in  den  Berichtsjahren,  nachdem
die  größten  Schwierigkeiten  überwunden  waren,  ganz
überraschend  schnelle  Fortschritte  gemacht,  so  daß  die
völlige  Fertigstellung  bereits  Mitte  1898  erfolgen
konnte,  das  heißt  etwa  zwei  Jahre  früher,  als  sie
erwartet  wurde.  Gleichzeitig  mit  der  Bahn  ist  eine
neben  der  Strecke  herlaufende  Telegraphen=  und
Telephonverbindung  hergestellt  worden.  Die  Einnahmen
  der  Bahn  haben  sich  nach  Eröffnung  neuer
Theilstrecken  immer  mehr  gesteigert  und  betragen
jetzt  kurze  Zeit  nach  der  Eröffnung  der  Gesammtstrecke
  schon  annähernd  eine  Million  Frcs.  im  Monat.
Für  das  Jahr  1897  und  die  ersten  neun  Monate
1898  sind  die  monatlichen  Einnahmen  nachstehend
verzeichnet:

1897  1898
Frcs.  Frcs.
Januar  .  .  ...  144  861,53  514  748,87
Februar  .  .  ...  192  912,58  477  799,87
März  165  777,56  558  281,10
Apriil  219.787,41  652  000,00
Mai.  .  .  .  ...  358  872,30  V768  000,00
Ju  ..  ...  360  020,35  360  000,00
Juli.  .  .  .  .  ..  222  832,35  516  000,00
August  415  639,73  750  000,00
September  326  467,91  985  000,00
Oktoben  456  844,07  –
November.  .  .  .  200182,58  —
Dezembeer  352  500,00  –

 

Total  3  416  698,37  –

Außer  der  Compagnie  du  chemin  de  fer  du
Congo  besteht  noch  eine  große  Anzahl  von  Handelsgesellschaften
  aller  Art  mit  erheblichen  Kapitalien.
Wir  greifen  nur  einige  der  wichtigsten  heraus:

Kapital
Name  Frcs.
Compagnie  du  Congo  pour  le  commerce
  et  l’industrie  1  227  000
Compagnie  des  magasins  généraus  «
du  Congo  ....·  1  200  000
Société  anonyme  belge  pour  le
Ccommerce  du  Haut-Congo  5  000  000
Compagnie  des  produits  du  Congo  1  200  000
Compagnie  du  Katanga  3  000  000

Anglo-Belgian  India  Rubber  Combaaanynyny


Sociéts  Anversoise  du  commerce

du  Conoo  1250  000
Belgika..  .  .....  .  2  000  000
Societé  générale  africaine  3  000  000

darunter  882  Belgier.

 

801  —

Nieuwe  Afrikuansche  Handels  ven.  Fros.
nootscan  6  000  000
Compagnie  portugaise  du  Zaire  2250  000

Zur  Vermittelung  des  Verkehrs  auf  dem  Flußund
  Seennetz  des  Kongobeckens,  das  bereits  in
einer  Ausdehnung  von  15  000  km  mit  Dampfern
befahren  ist,  besteht  eine  Flotte  von  51  Dampfern
und  40  anderen  Fahrzeugen.  Von  den  Dampfern  gehören
  dem  Kongostaate  selbst  24,  der  Société
anonyme  belge  pour  le  commerce  du  Haut-Congo
  8,  dem  Congo  krançais  4,  der  Holländischen
  Handelsgesellschaft  4,  den  Missionen  7.

Der  Schiffsverkehr  in  den  Häfen  des  Kongostaates,
  Boma  und  Banana,  hat  sich  bedeutend  gehoben.
  —
In  Boma  betrug  1897  die  Zahl  der  ein=  und
ausklarirten  Seeschiffe  198  mit  343  394  Tonnengehalt
  und  die  der  Küstenfahrzeuge  345  mit
10  555  Tonnengehalt.  Diese  Ziffern  bedeuten  gegen
1896  eine  Vermehrung  um  62  Seeschiffe  mit
109  926  Tonnen  und  um  8  Küstenfahrzeuge  mit
2390  Tonnen.

In  Banana  sind  die  entsprechenden  Zahlen  für
1897:  209  Seeschiffe  mit  348  072  Tonnen  und
33  Küstenfahrzeuge  mit  33  516  Tonnen,  d.  h.  gegen
1896  eine  Steigerung  um  37  Seeschiffe  mit
70  080  Tonnen  und  um  74  Küstenfahrer  mit
7331  Tonnen.

An  Missionsniederlassungen  bestehen  im  Kongo
augenblicklich  67,  die  sich  auf  15  verschiedene  Gesellschaften
  vertheilen,  darunter  6  katholische  und
9  protestantische.

Im  Budget  des  Kongostaates  für  das  Jahr  1898
sind  vorgesehen  14765  050  Frcs.  an  Einnahmen
und  17  251  965  Frcs.  an  Ausgaben.

Der  Staat  unterhält  augenblicklich  154  Stationen
  in  seinem  Gebiete,  die  sich  auf  die  einzelnen
Distrikte,  wie  folgt,  vertheilen:

Banana  2,  Boma  17,  Matadi  7,  Katarakte  13,
Stanley-Pool  16,  Lac  Léopold  II.  7,  l'Equateur  8,
des  Bangalas  19,  Ubanghi  6,  Aruwimi  7,  Uelle  18,
Stanley-Falls  23,  Lualaba-Kassai  5,  Kurango  9.

Die  weiße  Bevölkerung  im  Kongostaate  betrug
nach  der  Zählung  am  1.  Januar  1897  1474  Weiße,
In  den  früheren  Jahren:

1889  1890  1891  1894  1895  1806
Weiße  430  744  950  1076  1035  1474
Belgier  175  338  445  691  839  882

Zwecks  schneller  Weiterentwickelung  des  Kongostaates
  und  Steigerung  des  Handels  sind  bereits
neue  großartige  Unternehmungen  geplant:  Eine  Eisenbahn
  im  Thale  des  Uelle  bis  nach  Redjaf  am  Nil,
eine  weitere  Bahn  vom  oberen  Lomami  bis  zum

1  000  000  Tanganika-See,  ebenso  die  entsprechenden  Telegraphenanlagen,

  der  Ausbau  des  Hafens  von  Leopoldville
und  die  Vermehrung  der  Flottille  auf  dem  Flußnetz
des  oberen  Kongo.
        <pb n="954" />
        Die  Uganda-Eisendahn

ist  am  1.  November  bis  Makindu,  207  englische

Meilen  =  383  km  von  Mombassa,  dem  Verkehr
übergeben  worden.

Fijii  im  Jahre  1397.

Die  Einnahmen  betrugen  nach  einem  englischen
Blaubuch  74  491  816  s  1  d,  die  Ausgaben  73  231  2
11  8  0  d.  Unter  den  Einnahmen  sind  zu  erwähnen
die  Erträge  der  Eingeborenensteuern  (19  217  (5  8
6  d)  und  der  Zölle  (32  994  2  8  1  d).  1896  beliefen
  sich  die  Einnahmen  auf  73  868  L  188  9  d.
die  Ausgaben  auf  73099  L381  d.  Die  Besteuerung
der  Eingeborenen  brachte  1  230  9  18  8  8  d  mehr  ein
als  1896,  dagegen  sanken  die  Zolleinnahmen  um
1  225  8  11  8  1  d,  hauptsächlich,  weil  die  einheimische
  Produktion  von  Reis  und  Seife  sich  vermehrte
  und  die  Einfuhr  infolgedessen  nachließ.

Die  Bevölkerung  zählte  am  31.  Dezember  1897
121  798  Seelen,  darunter  3  401  Europäer  und
99773  Eingeborene.  Dichtigkeit  der  Bevölkerung:
etwa  15½  auf  die  englische  Quadratmeile.  Der
Werth  der  Ein=  und  Ausfuhr  in  den  letzten  vier
Jahren  ist  aus  folgender  Zusammenstellung  ersichtlich.

Einfuhr.  Ausfuhr.  Zusammen.
1894:  285  981  4  581  652  cK  867  633  4
1895:  241  759=  332  2090  --  573  968=1896:
  242  492  435  342  -677  834  --1897:
  248  748  =  431  860  =  680  608  =
Unter  den  Einfuhrländern  nimmt  (1897)  Neu-Südwales

  mit  196  361  L  2  8  2d  dbie  erste  Stelle
ein;  demnächst  kommt  Neu-Seeland  mit  34728
18  2  5  d.  Umgekehrt  geht  die  Hauptausfuhr  nach
Neu-Sceland  (216  335  8  8.8  7  d),  während  hier
Neu-Südwales  mit  103  011  L  138  0  dan  zweiter
Stelle  steht.

Die  Haupterzeugnisse  der  Kolonie  sind  Zucker,
Kopra  und  Früchte.

Es  liesen  102  Dampfer  und  27  Segelschiffe  mit
zusammen  124  128  tons  ein;  hierbei  sind  die  zahlreichen,
  dem  interinsularen  Verkehr  dienenden  gedeckten
  und  ungedeckten  Fahrzeuge  nicht  mitgezählt.

Das  gesammte  anbaufähige  Land  wird  auf
4953  920  Acres  geschätzt.  Davon  befinden  sich
45  970  unter  Kultur  (23  118  Zuckerrohr,  19  912
Kokospalmen,  1  254  Bananen  u.  s.  w.).

—  —  —

Britische  Lalomons=  Inseln.

Nach  einer  Bekanntmachung  des  britischen  Oberkommissars
  für  den  westlichen  Stillen  Ocean  vom
18.  August  1898  sind  die  Bellona-,  Stewart=  und
Rennel-Inseln,  die  Santa  Cruz=  und  Reef-Gruppen
und  die  Insel  Tukopia  dem  Protektorate  der  britischen

802

Salomons-Inseln  einverleibt,  und  alle  auf  denselben
wohnenden  oder  sich  aufhaltenden  Personen  der  Gerichtsbarkeit
  des  genannten  Oberkommissars  unterstellt
worden.

Dandel  und  Schifffahrt  Bombays-  1497/98.

Nach  dem  „Jahresbericht  des  Handels  und  der
Schifffahrt  der  Präsidentschaft  Bombay  für  das
Jahr  1897/98“  betrug  der  überseeische  Waarenhandel
  der  Stadt  Bombay  in  den  Jahren  1888/89

bis  1897/98:

1888/89:
1889%0:
1890/91:
189192:
1892/93:
1893/94:
1894/96:
1895/96:
1896/97:
1897/98:

Einfuhr
Rupien
263  838  591
263  411  170
275  121  600
257  163  800
252  243  422
292  624  135
287  867  245
278  667  112
268  550  833
246  051  631

Ausfuhr
Rupien
389  084729
394  068  988
378  594  093
406  356  766
404  503  321
387  366  880
343  719  837
379  330  149
331  622  842
274  578  987

Zusammen
Rupien
652  923  320
657  480  158
653  715  698
663  520  566
656  746  743
679  990  935
631  587  082
657  997  261
600  173  675
520  630  618

 

Der  Gesammthandel  in  1897/98  weist  gegen  das
Vorjahr  eine  Abnahme  von  79½  Millionen  Rupien
oder  13  péCt.  auf,  die  Importe  blieben  um  22½  Millionen
  oder  8.37  pCt.  gegen  1896/97,  um  8  pCt.
gegen  den  Durchschnitt  der  vorangegangenen  10  Jahre,
und  um  10  pCt.  gegen  den  Durchschnitt  der  vorangegangenen
  5  Jahre  zurück,  die  Exporte  um
57  Millionen  Rupien  hinter  denen  des  Jahres
1896/97  zurück,  das  seinerseits  wieder  Ausfälle
gegen  die  Vorjahre  aufweist.

Das  ausgedehnte  Elend  von  1896/97  (Mißernte,
Hungersnoth)  beeinflußte  die  Importe  des  Jahres
1897/98  schädlich,  besonderk  die  der  Luxusartikel,
wie  Seide,  Wollenwaaren,  Perlen,  Uhren,  Golddraht
und  als  „Kleidungsstücke“  bezeichnete  Waaren.  Die
gute  Ernte  von  1897/98  wird  sich  erst  in  den  Zahlen
des  nächsten  Jahres  bemerkbar  machen  können.

Der  lähmende  Einfluß  der  Pest  machte  sich  während
der  zweiten  Epidemie  in  ähnlicher  Weise,  wenn  auch
nicht  in  derselben  Ausdehnung  wie  im  Jahre  1896/97
fühlbar.  Die  dem  Passagierverkehr  mit  dem  Binnenlande
  auferlegten  Quarantänevorschriften  hielten  zwar
in  diesem  Jahre  eine  größere  Anzahl  Händler  als
im  Jahre  1896/97  in  Bombay  zurück,  verhinderten
aber  andererseits  den  Händler  im  Binnenlande  am
Besuche  Bombays.  Waaren,  die  der  Händler  im
Binnenlande  nicht  brieflich  zu  beordern,  sondern  selbst
auszusuchen  pflegt,  litten  in  der  Folge  bedeutend;  es
sind  dies  hauptsächlich  Waaren  wie  Seide,  roh  und
verarbeitet,  Perlen,  Steingut=  und  Glaswaaren,
Phantasie-,  Baumwollen=  und  Wollenwaaren.

Der  Wechselkurs  mit  Großbritannien  unterlag  im
Berichtsjahre  Schwankungen  von  11½1/16  d,  stand  aber
im  Durchschnitt  auf  15,4  d  gegen  14,6  d  in  1896/97
und  13,6  d  in  1895)/96.
        <pb n="955" />
        Von  dem  obigen  Handel  nahmen  die  folgenden  Werthe

den  letzten  fünf  Jahren:

803

ihren  Weg  durch  den  Suez-Kanal  in

 

 

 

 

 

 

1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
Einfuhr:  222  370  597  220  945  351  210  353  160  208  170  793  191  121  446
Ausfuhr:  239  903  253  170  428  852  192  565  584  143  924  807  112570  010
Zusammen:  462  273  850  391  374  203  402  918744  352  095  600  303  691  456
Die  Einfuhr  zerfällt  in  die  folgenden  sieben  Hauptklassen:
Ab=  bezw.  Zunahme
.  1896/97  1897/98  in  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien
I.  Lebende  Thiere  2  125  806  833  138  —  1292  668
II.  Lebensmittel  ....  3824278643941563  +  5  698  777
III.  Metalle  und  Metallwaaren:
A.  Eisen=  und  Kurzwaaren  6  323  146  4  691  937  —  1  31  209
B.  Metalle  17  123  499  20  641  649  3  518  150
C.  Maschiien  12  294  004  10  141  118  —  2  152  886
D.  Eisenbahnmaterial  und  Zubehör  12  030947  10  620  903  —  1  410  044
IV.  Chemikalien,  Droguen,  Medizin,  Narkotiks,  Färbe=  und  Gerbemittel:
A.  Chemikalien  1816721  1  781  982  +  265  261
B.  Droguen,  Medizin  und  Narkotiks  2  688  834  2777245  +  88  411
C.  Färbe=  und  Gerbemittel.  5  944  888  6  005  821  +  60  933
V.  Oll  11  303.575  14  905  423  +  3  601  848

VI.  Rohmateriallen  27265  991  20  774  968  —  6  491  023

VII.  Waaren,  ganz  oder  theilweise  fertiggestellt  (d.  h.  alle  übrigen  Waaren):

A.  Garne  und  Textilwaaren  96627  059  80  201  992  —  16  425  067
B.  Kleidungsstücce  6  511  051  4  126  100  2  384  951
C.  alle  übrigen  Waaren.  28  552  526  24  607792  —  3944  734

Zusammen  268  550  833  246  051  631  —  22  499  202

I.  Lebende  Thiere.  Pferde  kamen  der  Hauptsache  Hafer:
nach  aus  den  Ländern  um  den  Persischen  Golf  und  aus  Großbritannien  1650  cwt  i.  Werthe  von  N.  12  473
Anstralien.  Im  Berichtsjahre  wurden  69  Pferde  =  Oesterreich  88  540
im  Werthe  von  R.  58062  aus  England  und  23  im  =  Australien.  180  545
Werthe  von  R.  20  100  aus  Ungarn  eingeführt.  ç  Zusammen  R.  13  5568

Weizenmehl:

II.  Lebensmittel.  Hierunter  sind  zu  erwähnen:  aus  Großbritannien  304  484  lbs  i.  W.  v.  R.  21  384
Kaffee:  Einfuhr  in  1897/98  8432  cwt  im  Werthe  =  Oest-Ungarn  20  3225  =  2774
von  R.  371742,  hauptsächlich  aus  den  Straits  =  Frankreich  1  886  4992  134  538
Settlements.  Aus  Großbritannien  kamen  82  cwt  Italien  270  665  28  714
im  Werthe  von  R.  5797,  aus  Deutschland  23  cU9bzt-Rußland  800  48
im  Werthe  von  1475  R.  ,  anderen  Ländern  6  80  2  =  544

Frische  Gemüse  (Kartoffeln)  kamen  aus:  Zusammen  R.  188  002

Großbritannien  im  Werthe  von  RK.  492  Von  Hopfen  kamen  1016  cwt  im  Werthe  von

Frankreich  .  1  750  R.  76  718  hierher  und  zwar  aus  Großbritannien,

Italin  .77752  Oesterreich-Ungarn,  Belgien  und  Italien.

Getränke:  Diese  zerfallen  in  drei  Gruppen.
-  1896/97  1897/98  Zu-bezw.  Abnahme  in  1897/98
Gallonen  Rupien  Gallonen.  Rupien  Gallonen  Rupien

Bier,  Ale  und  Porter  und

andere  gegährte  Getränke  862  839  1  171  765  883  464  1  199  481  +  20  625  +T  27716

Spirituosen  353  811  2640  290  350  903  2  632  8417  —  2908  —  743

Weine#  127  588  1  115570  98716  849  911  —  28  842  —  265  659

Zusammen  J7  344238  7927·625  1  333  113  4682  239  —  11  125  —25  386

Von  Bier  wurde  mehr  als  der  Bedarf  eingeführt,  und  die  Importe  verringerten  sich  schon  während
des  Berichtsjahres.  Der  Bedarf  darin  wurde  vielleicht  durch  den  Nordwestgrenzkrieg  ungünstig  beeinflußt.
Unter  Spirituosen  weist  Rum  eine  starke  Zunahme  auf,  da  er  in  Pesthospitälern  und  an  der  Nordwestgrenze
  starke  Verwendung  fand.  Rum  wurde  neben  Brandy,  dessen  Einfuhr  in  der  Folge  von  104  000
auf  120  000  Gallonen  bezw.  von  812  500  Rupien  auf  962  500  Rupien  stieg,  trotzdem  große  Vorräthe
        <pb n="956" />
        —  804  —

davon  am  Schlusse  des  Vorjahres  in  Bombay  lagerten,  vielfach  als  Schuhzmittel  gegen  Pest  benuht.
Brandy  fand  einen  großen  Abnehmer  im  Kommissariat-Departement  der  Armee.  Die  Einfuhr  von  Gin
und  Whiskeyn  weist  in  den  Zahlen  eine  Abnahme  auf.  Rektifizirter  Spiritus  und  „andere  Arten  Spirituosen“
  weisen  eine  Abnahme  auf.

Nach  den  Ländern  der  Herkunft  vertheilen  sich  diese  Importe,  wie  folgt:

Bier,  Ale  und  Porter  2c.  Spirituosen  Weine
1897/98  1897/98  1897/98

Gallonen  Rupien  Gallonen  Rupien  Gallonen  Rupien
Großbritannien  3852  250  1  114  215  159  805  1  375  277  50  528  482  754

Oesterreich-Ungarn.  1  858  5520  1  271  9  671  951  13689
Belgegen  1  597  6  251  9909  93  263  2  482  58  133
Frankreich  –  —  105  546  929  594  24  080  174255
Deutschland  26  993  772  180  66  949  138713  3232  10  498
Holland  309  892  4363  14  111  1766  18933
Italien  –  —  456  5305  5236  28  026

Spanien  —  —  12  329  3868  37112
Die  Statistik  macht  zu  den  drei  obigen  Waaren-  Butter  wurde  in  Mengen  von  30  7658  Ibs  im

gattungen  die  folgenden  Detailangaben:  /  Werthe  von  307  46  Rupien,  davon  aus  Großbritannien
1897/98

Gau  Hagen  28  795  lbs  im  Werthe  von  28  870  Rupien  hier  1
anonen  upie  9V—  ii  501  N.
men  geführt.  Australien  lieferte  1630  lbs  =  160
ges  En.–.˙Ter  382795  1199465  Käse  kam  in  Mengen  von  291  475  lbs  im  Werthe
er  u

 

von  184  553  Rupien  nach  Bombay,  davon  aus:
K  Geträns  s—2-  120  56  o6;  Großbritannien  .  240  920  Ibs  —  151159.
——/iemm—.—————3
Liköorrrr  2  57  37936.  Belgien  2  881  —  #1
N  6  45%  22928  Frankreic  “5“-•-  5“.  2
Whiskkenn;x  135  900  937  637  Solchen  „362„  =
Spirituosen,  in  Verbindung  "  Lialien“  —————  ê
mit  Droguen,  Medizinen,  een  9**
Chemikalien:  Die  Einfuhr  von  Mandeln  nahm  zu,  ie  v
20pCt.  und  darüber  9  389  249  876  Frankreich  war  die  bisher  höchste.  Die  französisce
20pCt.  und  weniger  4132  102  635  Ernte  war  gut  und  die  Waare,  die  jetzt  ersolgaich
Parfümirter  Spiritus  9530  190  614  mit  der  persischen  konkurrirt,  billig.  Es  kamen  folgende
Methylated  „  13883376  32  234  Mengen:  »  s(  R
andereArtenSpirituosen.31257  42611  geschält.  .  5  995  cwt  =  307  916  "
Champagner  §  411  231  270  ungeschält  54  930  —  719231
Klart  17  476  85  2255°  Von  sonstigen  Provisionen  lieferte  Europa:
Port:  29  803  237  408  Korinthen  aus  Großbritannien  017e  —  16002.
Scheryg  7  069  52  085  Rosinen  OJ  31.—  91%
moussirende  Weinn  1  025  17  848  Walnüsse  =  -  5.—  10.
andere  Arten  Weine  24  932  226  075  -  Itali.  10  =  287
Speck  wurde  in  Mengen  von  173  776  lbs  im  Schmalz  Großbritannien  324  lbs  189.
Werthe  von  117  806  Rupien  eingeführt  und  zwar  1  präservirtes  4#
aus  Großbritannien  173  188  Ilbs  =  117  479  Rupien.  Fleisch  -  103cWt=  3147  "
Der  Rest  kam  aus  Oesterreich,  Italien,  Ruß-  -  Rußland.  .  ..  6  -  200-land,
  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  und  Gelatine  -  Großbritannien  5  .i#  496
Australien.  Schinken  lieferte  Großbritannien  in  Mengen  -  JItalien  2.  1460.
von  165  781  lbs  im  Werthe  von  126  285  Rupien.  Essig  :  Großbritannien  758  =  7011
Oesterreich,  Deutschland,  Italien,  Rußland,  die  Ver-  "Ol  Italien  6  -=  95.=einigten
  Staaten  von  Amerika  und  China  zusammen,  -  Rußland  —  20-lieferten
  866  lbSs  im  Werthe  von  697  Rupien.  Salz  .Großbritaunien  152  Tonnen—  11960
Zucker.  Die  Importe  aus  den  Hauptbezugsländern  in  den  letzten  fünf  Jahren  waren,  wie  folgt:
1893/04  1894/05  1895/96  1896/97  189/989
cewt  Rupien  cwt  Rupien  cewt  Rupien  ewt  Rupien  caot  AKuopien

Oest.=  Ungarn  11249  172  100  4040  51  451  2400  31  569  63134  793  714  675  418  7  606  651
Deurschland  8)  601  1  300  03#3  117  524  1  500  942  276  986  3  438  635  146  896  1  816  998  149  903  1745515
Mauritius  1033  506  13  913677  1134  719  13.664  553  1008  096  13  174059  1  211  740  13  859  716  1  120  545  12  350  585
Hongkong  211  169  3457  966  190  841  2549250  132  633  1734518  87  999  1163  6960  140  604  1703124
        <pb n="957" />
        80

0

Die  Gesammteinfuhr  ist  die  höchste  der  letzten  Groß=  Oesterreich-  Deutschzehn
  Jahre.  Die  Einfuhr  aus  Deutschland  fiel  in-  britannien  Ungarn  Belgien  land
folge  hoher  Frachten  seit  1896/97  ab.  Die  Frachten  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
von  Hamburg  waren  25  sh  die  Tonne  gegen  etwa  1888/39:  4574  122  227  615  208  288  112  763
10  sh  die  Tonne  von  Triest,  so  daß  die  deutsche  1889/90;:  3  946  614  201  956  199  992  189  787
Ausfuhr  nicht  an  der  erheblichen  Ausdehnung  der  1890/91:  4  251  236  283  207  231  100  352  725
österreichischen  theilnahm.  1891/92:  3975  937  281  431  372746  391  .596

Die  absolute  Zunahme  der  Einfuhr  bei  dem  1892/93:  3952  693  256  604  404784  344  613
Artikel  Zucker  ist  die  größte  des  Jahres.  1893/94:  4  051  622  361  769  536  940  661  111

Hierbei  ist  noch  der  Artikel  Hutzucker  zu  erwähnen,  1894/95:  4  427  984  357762  318  286  563  644
von  dem  1895/96:  4143  181  506  731  292  548  826  874
aus  Großbritannien  776ecwt  im  Werthe  von  11  114  R.  1896/97:  4  265  248  613  600  310  680  911  777
Oest.-Ungarn.  36322  -  35207-  13897,/98:  3  280  605  405  448  374  164  480  198
Deutschland  20  =  2800  Insgesammt  zeigt  dieser  Handelszweig  eine  Abkamen.
  Die  Gesammteinfuhr  davon  betrug  2103  cwt  nahme  von  25  ¾  pCt.,  welche  auf  die  einzelnen
im  Werthe  von  31  473  R.  Bezugsländer  ungleich  vertheilt  ist,  und  zwar  weist

III.  Metalle  und  Metallwaaren.  Großbritannien  eine  Abnahme  von  23  pCt.,  Oester-Z

  reich-Ungarn  34  pCt.,  Belgien  und  Deutschland  zu-A.
  Eisen=  und  Kurzwaaren.  sammen  30  pCt.  auf.  Die  Einfuhr  von  Nähmaschinen,

Die  Einfuhr  von  Eisen=  und  Kurzwaaren,  einschl.  die  direkter  durch  Pest  und  Hungersnoth  beeinflußt

Nähmaschinen  aus  den  Hauptbezugsländern  in  den  wurde  als  andere  Waaren,  zeigt  eine  Abnahme  von

 

letzten  zehn  Jahren  giebt  die  folgende  Tabelle.  mehr  als  50  péCt.
Die  Statistik  giebt  die  folgenden  Unterabtheilungen:

Messerschmiede-Ackerbau-  Andere  Geräthe  Andere  Arten

 

waaren  geräthe  u.  Handwerkszeuge  Nähmaschinen  Kurzwaaren

Rupien  Rupien  Rupien  Stückzahl  Rupien  Rupien
Großbritannien  236  914  3  983  388  804  1  833  86  775  2564  129
Oesterreich-Ungarn  237  —  98  2  115  404  998
Belgien  138  338  —  21  430  101  2796  211  590
Frankreich  5  196  1  805  —  1  255  38  443
Deutschland  8  711  6  022  19  371  190  6445  439  649
Schweden  —  2126  668  —  —  1571
Vereinigte  Staaten  56  —  388  1  84  49  821
andere  Länder  139  —  949  3  139  49  892
Zusammen  389  591  13  936  431  708  3  131  96  609  3  760  093

Hier,  wie  regelmäßig  bei  anderen  Waaren,  geben  die  unter  Deutschland  angegebenen  Zahlen  nicht
die  ganze  Einfuhr  aus  Deutschland  an,  sondern  viele  Waaren  deutschen  Ursprungs  sind  unter  der  Einfuhr
aus  anderen  Ländern  aufgeführt.  Außer  bei  Stahl,  Alizarin=  und  Anilinfarben  tritt  dieses  wohl  bei  keinem
anderen  Artikel  so  zu  Tage,  wie  bei  Messerschmiedewaaren.  Man  begegnet  dem  Solinger  Fabrikat,  das
seinen  Weg  über  Antwerpen  nimmt  und  weil  von  diesem  Platze  verschifft,  unter  der  Ausfuhr  aus  Belgien
aufgeführt  wird,  überall.

B.  Metalle.

Die  Mengen  und  Werthe  dieses  Handelszweiges  waren  in  den  zwei  letzten  Jahren,  wie  folgt:

 

1896/97  1897/98  Ab-bezw.  Zunahme  in  1897/98
ewt  Rupien  ewt  Rupien  ct  Rupien

Messing  4  010  249  539  4  689  282  050  J+  679  T  32511
Kupfer.  105  713  46594  175  155  136  6  803794  +  49  423  +  2  109  619
Eisen  972221  6  948  290  973  805  7  124  40)  +  1584  +  176  119
Blei  17  128  208  488  13  963  180  608  —  3165  —  27790
Quecksilber  1013  177  655  1021  1789  0080  —  8  —  1  354
Stahl.  561  336  34433  567  748  255  4  481  131  +  186  919  +  1  047  564
Zinn  9  788  556  933  9  215  516  6345  —  573  —  40  298
Zirk  17  404  262  189  20  574  315  605  —  3170  +  53506
andere  Metalle  5222  592  663  7  552  758  28  +J+  2330  +  165  565
Zusammen  1  693  840  17  123  4099  1934204  20  641  619  T+  240  364  K+  3  518  150

Der  Aufschwung  war  allgemein,  der  Handel  blieb  aber  hinter  dem  des  Jahres  1895/96  zurück.
        <pb n="958" />
        806

 

Unter  Messing  unterscheidet  die  Zollstatistik:
ewt  R.
Verarbeitet:
Perlen  (beads)  aus  China  16  2  174
Folien  aus  Oest.-Ungarn  2  237
altes  Messing  .  .  ..  .  ...  325  8912
in  Platten,  flach  oder  in
Rollen,  sehr  dünn.  .  ...  153  15  270
davon  aus  Großbritannien  2  220
=  -.  Belgien  123  12  217
-„  Deutschland.  28  2  832
Messingdrat  2  029  98  904
davon  aus  Großbritannien  1  803  87526
=  -Belgien  145  7229
.  Deutschland.  81  4  096
Flitter  aus  Chinaga  35  2  824
andere  Ubren  1  698  106  899
davon  aus  Großbritannien  1  657  102  076
--0  Oest.-Ungarn.  10  1  360
=  Belgien  20  2  170
.Frankreich  2  537
-  2Deutschland  ..  2  298
Kupfer  kam,  wie  folgt,  hierher:  :
altes  Kupfer  .  549  19  166
unverarbeitetes  Kupfeer.  1290  52  693
davon  aus  Großbritannien  165  7  115
-Japan  1125  45  578
verarbeitetes  Kupfer:  .
Lametta...........  981113824i
davon  aus  Großbritannien  3  734
2Oest.Ungarn.  724  70  092
TFrankreich  183  31  136
"  -  Deutschland  ..  2  373
-:T  Italien  56  9  466
Großbritannien  Belgien
Eisen  Stahl  Eisen  Stahl
ewt  ct  Swt  wt
1888/89:  1  319  036  148  033  134  267  11  658
1889/0:  909  125  225  496  265  044  15  206
1890/91:  1  059  025  248  251  268  469  51  763
1891/92:  874  332  177  230  250  386  103  998
1892/93:  633  118  104  274  477  875  102  158
1893/94:  714729  163  480  405512  124  671
1891/95:  616  173  150727  448  129  185  5066
1895/96:  683  457  214  907  501  254  351  614
1896/97:  488  960  225  052  412  344  319  531
1897/98:  600  797  288  970  301  920  436729

Gelbkupfer  (Patent  or
Vellow  Metal):
a)  Sheathing  Sbheets

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

and  Bols  82  198  3226  562
davon  aus  Großbritannien  79  080  3  101  624
=  -Belgien  2237  89  015
-.Deutschland.  881  35  923
b)  Nägel  und  Kompositionsnäge.
  46  3013
davon  aus  Großbritannien  4  256
-l  Belgien  30  1  507
-.Deutschland.  12  1250
Kupferbolzen:  "
aus  Großbritannien  1  007  51  355
Kupferpfannen  u.  Platten  65  131  30061  285
davon  aus  Großbritannien  56  337  7  668  975
=  Belgien  8794  392313
Kupfernägel:
aus  Großbritannien  30  2135
Sheathing  Plate  and
raised  Bottons  1  816  91.73
davon  aus  Großbritannien  1590  80  725
-Belgien  226  10  998
China  White  Kopperware  134  16  438
Kupferfolien  10⅛  4½%
a)  wei5.  267  46  515
davon  aus  Oest.-Ungarn.  73  12  413
.Frankreich  154  28  489
-„.Aegypten  40  7  613
b)  bunt  aus  Oest.-Ungarn  65  13  529

Eisen  und  Stahl.
Der  Umfang  des  Handels  unter  Berücksichtigung

der  Hauptbezugsländer  während  der
war  wie  folgt:

Norwegen  u.
Deutschland  Schweden

Eisen  Stahl  Eisen  Stahl
cwt  ewt  ewt  ewt
142  5484  3689  —

1  219  13.008  5598  –
1  878  27935  4938  5
9990  44930  4  198  200
12734  21  607  2927  240
57  31416  24  055  3276  72
42  293  24  309  8515  2371
16  850  24532  46  691  1  021
10  882  11527  50  422  3  381
11  150  13  125  48  254  8  013

letzten  zehn  Jahre

andere  Länder

Eisen  Stahl
cwt  ewt
710  301
144  1
4437  325
685  —
734  14
2594  34
10  120  346
5  968  385
9  613  1832
11  704  1  418

Stahl  fährt  fort,  Eisen  zu  verdrängen.  Die  Einfuhr  von  Eisen  aus  Großbritannien  nahm  im

Berichtsjahre  gegen  1896/97  auf  Kosten  des  europäischen  Kontinents  zu.  Im  Beginn  der  Dekade  lieferte
Großbritannien  90  pCt.  der  Bombay-Eisen=  und  Stahleinfuhr,  am  Schlusse  nur  die  Hälste.  Im  „gemeinen
Stahl“  (steel  bar)  hat  die  Konkurrenz  des  billigen  basic-Stahl  aus  Deutschland  (via  Belgien)  Großbritannien
  aus  dem  Felde  geschlagen,  aber  in  anderen  Arten  Stahl,  besonders  in  Stahlplatten,  hat
Großbritannien  im  Berichtsjahre  sein  Feld  mit  Vortheil  behauptet.  Aufträge  auf  Stahlschwellen  Eteel
beams)  gingen  eine  Zeit  lang  nach  dem  europäischen  Festlande  und  werden,  wie  es  scheint,  in  gewissem
Maße,  wegen  der  leichteren  Qualität  (kor  the  lighter  description)  nach  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  in  Zukunft  überschrieben  werden.  Die  Konkurrenz  des  amerikanischen  Stahls,  unterstützt  zweifellos
durch  den  Maschinistenausstand  in  England,  hat  sich  in  England  bemerkbar  gemacht.
        <pb n="959" />
        807

—.

Die  Einfuhr  von  Eisen  und  Stahl  vertheilt  sich  auf  die  folgenden  Gegenstände:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1896/97  1897/98  Zu=  bezw.  Abnahme  in  1897/98
Eisen:  ewt  Rupien  ewt  Rupien  ewt  Rupien
altes  Eisen  1  683  3  259  288  603  —  1395  —  2  656
Guüßeisen  (Cast,  big  Ir  on).  35  431  108  4607  46  708  125  834  +  11  277  TF  17  367
Schmiedeeisen:
Anker,  Ketten  und  Eisen  in
Blöcken  ..  .  2392  30  970  1  526  16  6066  —  866  —  145364
Winkeleisen,  Bolzen  und  Rundeisen:
(Angle,  Bolt  &amp;amp;  Rod  lron)  155  015  853  538  145  901  796873  —  9114  —  66665
Stabeisen  (Bar  Iron).  239  373  1279  247  200  629  1  151610  —  38744  —  127  637
Schwellen,  Pfeiler,  Träger,
Brückenwerk  2c.  (beams.
pillars,  girders,  briügework
  etc.)  11  982  140  787  23348  230  633  +  11  366  +  89  846
Reifeisen  39  0563  235  929  39  252  241  116  +  199  —  5  187
Nägel,  Schrauben,  Nieten  .  66823  710  328  63  232  650  715  —  3591  —  59  613
Röhren  (Pipes  and  Tubes)  112  343  847  853  98740  848  281  —  13  603  1—+  428
Reisschaalen  .  8586  43  077  5  417  65  162  J.  1831  +  22  085
Bleche  und  Platten  (Sheets
and  Plates)  .  261  387  2197  037  292  370  2359  643  +  30  983  +  162  606
verhinntePlattendtinneck  Plates)  25  327  255756  38  348  387  119  +  13021  +  131  363
Draht  .  9348  97  273  6  021  60  140  —  3327  —  37  133
andere  Fabrikate  aus  Gußoder
  Schmiedeeisen.  8  478  144769  12  025  190  074  4  3547  +J+  45  305
Stah  Zusammen  972  221  6  948  290  973  805  7124  409  J.  1584  +  176  119
tahl:
Stangenstahl.  212  285  1  113  408  350  370  1  801  136  +  138  035  +  687  728
Gußstahl  .  3905  40775  3985  38468  4  80  —  2317
Stahlbänder  und  Reisen  .  125  184  874  291  136  158  947  787  +  10974  J  73  496
Stahlbleche  und  Platten  50  680  336  078  78  959  514  604  +  22279  +  178  526
andere  Aärten  .  83  281  652  559  78  087  660  905  —  5194  f1—  8346
Schwellen,  Pfeiler,  Träger,
Brückenwerk  22.  80  001  416  459  100  696  518  241  +J  20695  +  101  7853
Zusammen  361  336  J  433  567  748  255  4481  131  +  186  919  +AMT047564
Von  Blei  kam  nach  Bombay  in  1897/98:  andere  Arten  Kugeln  aus  Groß-#
  een:  Rupien  britannen  167  8  459
Erz  aus  Belggen  403  4811  aus  Oesterreich-Ungarn  21  1  208
Blockblei  aus  Großbritannien.  914  9106  -  Frankreich  ..  .  .  .  ...  13  994
-  .Frankreich  4925  52  102  -Deutschland  .  .  .  .  .  ...  10  667
-  -Italien  100  1  002  -JItalin  ..  —  16
-  -anderen  Ländern  428  4  488  Zusammen  211  11  344
Zusammen  6  367  66998  Quecksilber  lieferte:
Bleiröhren  aus  Großbritannien  1  75  24  803  i„  ibs  Rupien
Bleiplatten=  -  2  390  20  392  Großbritannien  29  5778  45  165
Bleifolien  für  Theekästchen  aus  Oesterreich-Ungarn  .  .  .  .  ..  68  280  107248
Großbritannien  50  685  Chnn  16  540  26596
Schrot  aus  Großbritannien  865  13  787  Zusammen  114  398  179  009
Frankreich  1770  26679
.Italien  150  224400  Die  übrigen  Metalle  zerfielen  ihrer  Herkunft
Zusammen  77  966  nach,  wie  folgt:
Zinn  Zink  Blattgold  nicht  spezifizirte  Metalle
ewt  Rupien  ewt  Rupien  Rupien  ewt  Rupien
Großbritannien  163  8938  14314  202547  4030  1320  95204
Oesterreich-Ungarn  5  535  —  —  22231  3513  371  068
Belgien  —  —  2  134  40  774  —  2212  204  058
Frankreich  —  —  —  —  —  55  14956
Deutschland  41  3  630  3936  69999  300  431  41  170
Straits  Settlements.  8  980.  496  127  —  —  —  —  —
andere  Länder  26  7  400  190  2  375  —  21  5211
Zusammen  9  215  516  635  20  574  315  695  26561  7552  731  667
        <pb n="960" />
        —  808  —

C.  Maschinen  (Machinery  and  Millwork).  Großbritannien  lieferte  Oesterreich-Ungarn  Dampf-Die

  Einfuhr  von  Dampfmaschinen  und  Theilen  maschinen  und  Theile  davon  im  Werthe  von  1040  K.
davon  in  den  letzten  zehn  Jahren  war,  wie  folgt:  Belgien  14  255  R.,  Frankreich  1  182  R.  Deutsch

Rupien  Rupien  land  8  129  R.,  Schweden  913  R.,  die  Vereinigten
1888/89  11  205  163  1893/94  10  554  820  Staaten  von  Amerika  7.712  R.,  andere  Länder  450  f.
1889/90  13  990  819  1894/95  11  220  294  Andere  Arten  Maschinen  kamen  aus  Großbritannien

1890/91  9  339  064  1895/96  11  649  705  im  Werthe  von  35  589  R.  und  aus  Aden  im  Werthe
1891/92  8944  210  1890/97  12  226  005  bon  5  391  R.  .

1892/93  12  106  067  1897/98  10  100  138  .  .  ..
*  hält  Großbritannien  das  Monopol.  Der  D.  Eisenbahnmaterial  und  Zubehör.
Ausstand  der  Maschinisten  verzögerte  Lieferungen  und  Der  Umfang  des  Handels  in  den  verschiedenen
daher  die  Abnahme  im  Berichtsjahre.  Außer  der  unter  Eisenbahnmaterial  und  Zubehör  aufgeführten

sich  auf  10  066  457  R.  belaufenden  Einfuhr  aus  Waaren  betrug  in  den  letzten  fünf  Jahren:

1893/94  1894/95  1895/906  1896/97  1897/98

 

3°r  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
Waggons,  Loris  und  Theile  davon  1  298  126  3  371  233  1  004  659  715  753  2773283
Lokomotiven,  Tender  und  Theile  davon  2  672  336  809  838  2775  212  1  180  275  1231  959
Baumaterial:

Schienen  und  Fishplates  aus  Stahl

und  Eisen  633  814  1  091  199  877  088  3  813  076  21241131
Eisenbahnschwellen  und  Keys  aus  Stahl

und  Essens  851  070  745  543  774  206  3  201  330  1  061  004
Holzschwelllen  172936  335  255  342  346  638  029  653  114
andere  Arten  302  632  335  142  1  986  839  2  482  484  2777412

 

Zusammen  5  930  914  6688  210  7  760  350  12  030  947  10  620  903
Die  Totaleinfuhr  ging  im  Berichtsjahre  um  10  pCt.  zurück.  Eine  große  Meilenanzahl  von  im
letzten  Jahre  unter  Bau  befindlichen  Eisenbahnen  nahte  der  Vollendung  im  Berichtsjahre;  außerdem  wurden
im  Vorjahre  bedeutende  Rekonstruktionen,  Verdoppelung  der  Linien  r2c.  vorgenommen.
Hier  hält  Großbritannien  ebenfalls  das  Monopol.  Von  anderen  Ländern  lieferten  nur:
Frankreicg  1  835  R.  Waggons,  Loris  und  Theile  davon,
Belgien  75  000  =  Schienen  und  Fisbplates.
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  5  430  =  andere  Arten  Baumaterialien.
IV.  Chemikalien,  Droguen,  Medizinen,  Narkotiks,  Färbe=  und  Gerbemittel.  klel
A.  Chemikalien  kamen  der  Hauptsache  aus  Großbritannien,  besonders  Desinfektionsmittel.
Die  folgenden  Arten  wurden  hier  eingeführt  aus:
Groß=  Oester-  Frank=  Deutsch-  anderen  men
britannien  reich  Belgien  reich  land  Italien  Ländern  zusamm
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rup

Alan  245  975  —  —  —  —  —  104  2s5  656
Arseniks  —  —  —  —  730  –  10  335  "1  9
kohlensaures  Natron.  .  73510  —  —  —  —  —  *  s  188
Borg  75  —  —  —  —  —  108  361
Eisenvitrioo.  30o  323  —  —  —  —  —  38  35  867
Sulphate  of  Coppder  437  7723  —  —  —  —  —  1114  4  314
Salmiak  104  150  —  164  —  —  T  F  219
Schwese..  368  1  6460  —  —  351  55  078  1752  5  6
Schwefelsäuer  1468  849  —  —  —  —  —  10  56  1/  14
Alkaall  —  —  —  —  —  24  114  251
Desinfektionsmittel.  227  947  4  –  –  —  -  2  ““
andere  Arten  Chemikalien.  596  010  7  874  35  342  2  419  129  631  —  9597

C.  Färbe=  und  Gerbemittel.  nn-Der
  Handel  der  letzten  zwei  Jahre  wor,  wien  tn

B.  Droguen,  Medizinen  und  Narkotiks

 

wurden  im  Berichtsjahre  nach  Bombay  im  Werthe  .-von

  2777  245  R.,  davon  499  306  Tabak  und  1896/97  1897/98  nahne  1605,

Fabrikate  daraus,  eingeführt.  Deutschland  betheiligte  Rupien-  Rupien  403  530

sich  nur  in  geringem  Maße;  es  kamen  daher:  Alizarinfarben.  2  826  354  2  42  923  12  09
Raffinirter  Kamphor  .  .  .  .  .  .  .  ..  2  010  R.  Anilinfarben  2  347926  2  51  Soe  135869
Chnnttt:::  .  .  .  ..  441  Kochenile  230  471,  595  209  +  210  540
andere  Arten  Droguen  und  Medizinen  58  041.=  Saffran  384  660  126  215  —  29  314
Cigaren  6  402  =  andere  Arten.  15½  522  —

Zusammen  5  944  888  6  005  821
        <pb n="961" />
        Trotzdem  ein  bedeutender  Preisfall  in  der  Ein-809



1

zum  großen  Theil  von  Belgien  auf  Holland  über,

fuhr  von  Alizarinfarben  stattfand,  so  verringerte  Schweizer  Anilinfarben  nahmen  anstatt  über  Triest

ihre  Einfuhr  sich  doch  zu  Gunsten  von  Anilinfarben,
mit  denen  das  Färben  schneller  vor  sich  geht.
Die  Durchfuhr  von  deutschen  Alizarinfarben  ging

 

ihren  Weg  über  italienische  Häsen,  wie  die  nachfolgende,

  gleichzeitig  die  Antheile  der  Hauptlieferanten
an  diesem  Handel  zeigende  Liste  zeigt:

1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Ibs  L  bs  Ibs  Ibs
Großbritannien.  Alizarin  ?  272  823  160  126  271  682  229  462  72  798
Anilin  16  156  12  532  14107  10  251
Oesterreich-Ungarn  Alizarin  975  910  263  172  280  080  111  627  400
Anilin  271  602  327305  150  432  100  123
Belgien  Alizarin  13  609  750  2  683  870  3001  753  2  903  478  2  312  281
Anilin  9  774284  1  085  414  856  152  860  053
Deutschland  Alizarin  188  696  45  842  1  194  —  —
Anilin  275  070  363  278  201  930  327  289
Holland  Alizarin!  200  736  454  086  1  008  335  1158  638  1  910  276
Anilin  17  933  133  338  142  680  227  511
Italien  Alizarin  190  727  —  —  —
Anilin  174  214  325  043  347  197  578  346
Kochenille  kam  aus  Großbritannien  im  Werthe  Rußland  Amerika  Sumatra
von  181  107  R.  und  aus  Frankreich  im  Werthe  Gallonen  Gallonen  Gallonen
von  33  443  R.  Von  Saffran  lieferte  Frankreich  188889  9717773  2212212  —
31  213  lbs  =  593  289  R.,  Großbritannien  2  lbs  1889/90  10  742  311  2  961728  —
—  62  R.  und  Deutschland  25  Ibs  —  933  R.  6  189091  12  291  360  2  054788  —
V.  Oele.  I  1891x92.113400121251168  —
Animalische  (besonders  Fisch-)  Oele  kamen  von  1892/93  12  644  944  2  239  903  —
Großbritannien  im  Werthe  von  17  904  R.,  aus  1893/94  17  864  120  6  0849609  —
anderen  Ländern  im  Werthe  von  157  R.  1894/95  10  770  860  7  157180  —
Von  ätherischen  Oelen  lieferte:  13895/96  10  148716  2  428915  —
Gallonen  Rupien  1896/97  14  487524  4  905  524  —
Großbritannien  782  22  453  3  1897/98  22  876  076  6623  965  504  729
Oesterreich-Ungarn  35  1  006  Die  Einfuhr  des  letzten  Jahres  war  besonders
Frankreich.  5  735  stark.  Hervorgerufen  wurde  diese  Einfuhr  durch  den
Deutschlanddo  60  1396  Mangel  an  Oel  im  Binnenlande  infolge  der  Miß-Itallen
  ...  65  2  481  ernten  der  Oelsaaten.  Die  Einfuhr  von  Sumatraandere
  Ländern  1  831  25  588  Petroleum  ist  neu,  dieselbe  wird  sich  aber  zweifellos
Zusammen  2778  53  659  ausdehnen,  nachdem  der  Transport  in  Tankdampfern

Von  vegetabilischen  Oelen  ist  Leinsaatöl  zu  erwähnen,
  von  dem  aus  Großbritannien  157  967  Gallonen
  im  Werthe  von  236  854  R.  importirt  wurden.

Die  Einfuhr  von  Petroleum  in  den  letzten  zehn
10  péCt.  hinuntertrieb.

Jahren  stellte  sich,  wie  folgt:

i

in  Aussicht  genommen  worden  ist.  Im  Berichtsjahre
wurde  hier  eine  russische  Petroleumimportfirma  eröffnet,
  deren  Konkurrenz  in  Verbindung  mit  hohem
Wechselkurse  und  niedrigen  Frachten  die  Preise  um

VI.  Rohmaterialien.  Von  Rohmaterialien  sind  die  folgenden  aus  Europa  importirten  Waaren  zu  erwähnen:
Kohle.  Die  Einfuhr  von  nichtindischer  Kohle  im  Vergleich  zur  Einfuhr  indischer  Kohle  stellte  sich

in  den  letzten  fünf  Jahren,  wie  folgt:
1893/94
Tonnen  Rupien
aus  Großbritannien  395  960  6  737  184

Japan  11331  151  710
Australen  6  830  111.441

1894/95
Tonnen

8  481
15  652

Rupien
7064  10  588  608  532  075  9  725  479  289  108  6  059  648  151  918  3  168  305
121  399  10  206  155  694  56776
249  817

1895/96
Tonnen  Rupien

1896/97  1897/98
Tonnen  Rupien  Tonnen  Rupien

835  028  14213
265  957

203  347

4152  74  001  14355  8  404  120  746

Zusammen  414  121  7000335  631  197  10  959  824  546  433  9  955  174  360  240  7  160  633  174  565  3  492305

Kalkuttoah  72977  943  681  33368

Indische  Kohle  fährt  fort,  Boden  zu  gewinnen.

See  repräsentiren  natürlich  nur  einen  Theil  der  Einfuhr

  indischer  Kohle  nach  und  des  Verbrauchs  indischer
  Kohle  in  Bombay.

Man  behauptet,  daß,  je  weiter  die  Kohlenlager
sich  ausgedehnt  hätten  und  man  die  tieferen  Lager

Die  obigen  Zahlen  der  Einfuhr  aus  Kalkutta  zur  Kohle  bedeutend  besser  sei.

813  611  121  596  1  817  874  255  817  3  499  117  463  928  6  284  612

erreiche,  die  Qualität  und  Varietät  der  indischen
Neuere  Experimente
haben  bewiesen,  daß  welsche  Kohle  im  Durchschnitt
25  pCt.  mehr  Hitzkraft  besitzt  und  33  pCt.  weniger
Rückstände  läßt,  als  die  beste  indische.  Die  Einfuhr
der  japanischen  Kohle  ist  zurückgegangen.

Ferner  sind  zu  erwähnen:
        <pb n="962" />
        —  —

 

 

 

Harz  aus  Großbritannien  cwt  6  426  R.  33512
„  Deutschland  6  002  29579
Zusammen  cwit  12  428  R.  63  091
Hanuf  aus  Großbritannien  e0t  730  R.  29  067
—  -Êß  HOest.-Ungan#  62  2  378
-:  Italien  549  20  135
é:  anderen  Ländern
(China  und  Philippinen)  732  -9  027
Zusammen  cwt  2073  R.  60  607
Elfenbein  aus  Großbritannien  lbs  116848  R.  837275
OD  Oest.-Ungarn  10534  77005
.  Belgtleen  4676  =  33137
-  Frankreich  8667  61839
"  Deutschland  10804  68313
-  Affrika  und
anderen  Erdtheileen  182929  1063949
Zusammen  IDs  334458  -2141618
Von  ungefaßten  Edelsteinen  und  Perlen  kamen
aus  Oesterreich-Ungarn  im  Werthe  von  4  826  R.
Belgien  -  -  300=Frankreich
  -  -  -1500  -
-Deutschland  -  -  .  232=Italien
  -  -  .  6725  =
Pech,  Theer  und  Theer  zum  Kalfatern  lieferte:
Großbritannien  cwt  30  794  R.  112  322
die  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  OD  190.  1  235
andere  Länder  (besonders
Straits  Settlements)  =  5091  25  649

 

Zusammen  cwi  36  075
Lumpen  für  die  Papierfabrikation:

139  206

 

 

Großbritannien  cwt  400  R.  3  453
Norwegen  =  1200  =  12697
Zusammen  ct  1  600  R.  16  150
Steine  und  Marmor:
Großbritannien  cwt  9  140  R.  26  009
Belgien  =  2190  45903
Italn  .  27  173  76810
Talg:  6
Großbritannin  cwt  6  204  R.  132  790
andere  Länder  -  885-  18  654

 

Zusammen  cwt  7  089  R.  151  441

810

 

 

Bau=  (nicht  Teak-)  Holz:

Großbritannien.  .  .  Tonnen  395  R.  29  139
Oesterreich-Ungarn.  O  573  37  716
Deutschland  -  471  29  869
Rußland  .  .  .  -  71  4365
Schweden  -  548  -37  564
andere  Länder  (besonders

Straits  Settlements)  4508  .155  06#

 

Zusammen  Tonnen  6  566  N.  293720
Mineralwasser  lieferte:

Großbritannien  im  Werthe  von.  .  ...  R.  56s7
Oest.-Ungann  -  -.....  2992
Belgien  -  -  -.....  -  3  8s6
Frankreich  -  -  (  =  195
Deutschland  -  -  -...-  203

Graphit  kam  aus  Großbritannien  im  Werthe  von
65  911  R.  lie

Schwämme  lieferte:
#  im  Werthe  von  .  .  .  R..  19  5  1
Belgien  -  -  -....-Deutschland
  —  .  .  ..
Holland  —  -  14

VII.  Waaren,  ganz  oder  theilweise  fertiggestellt.

A.  Garne  und  Textilwaaren.  6

Die  Preise  der  Baumwollengarne  und  Tertilwaaren

  sanken  infolge  hohen  Kurses  und  billiger
Baumwolle  überall  um  etwa  10  pCt.

Baumwollgarne  kamen  in  den  letzten  zwei  Jahren

wie  folgt,  nach  Bombay:

1896/97  1897/98
lbs  9677674  11  945  040
Rupien  6  418  694  6  981  372

Die  vermehrte  Einfuhr  ist  theilweise  dem  Versuch

jesiger  Spinner,  mit  feineren  Garnen  zu  webenbessger
  Sosage-  wurde  hier  eine  für  desen  25
errichtete  Spinnerei  eröffnet  —  theilweise  "w  ar,
nahme  der  Reexporte,  besonders  nach  Persien,  zu86
schreiben.  Die  Einfuhr  von  gefärbten  Garner  dar
eine  Abnahme  infolge  einer  größeren  Thätigke
hiesigen  Färberindustrie  auf.
Textilwaaren:  #  .
Die  nachstehende  Tabelle  zeigt  den  Handel  in
Baummwollenwaaren  in  den  letzten  zwei  Iahrenn
ie

 

Menge  Rupien  Menge  Rupien  Menge  —  en

Stückgüter,  grau,  Yards  215  307  566  25  156  419  231  894  520  25233396  +  16  82  279211|6
weiß,  HEEEILEEXIIIIIEE  —  23644  —  7570  370
bunt,  140  068  965  23  350290  103.020  511  15  779  720  —37943888  +  55

ganevas,  ..  46179121397872216s104--322«73-317535
Taschentücher  Stück  8490  033  771516  5967  555  453  930  —  25  –  211s2
Strumpfwaaren,  rein  und  gemischt  –  701  507  —  455  455  775  206  2008
Spitzen=  und  Netwaaren,  Jards  1  749  557  403.204  973  651  202  361  —  7#%  6578  16  27
Strickwaaren  (Rope)  Ibs  80  347  56  767  126  925  73394  13  428  —  *½
Nahzwirn  .  -  171173330090  1577452972!0"·11«9252——97636
andere  Arten.  ..  666991  150  131  547  739  352  459  —  —
Zusammen  72  622  80  61  453  287  en  lomen  Das

Graue  Stückgüter  stiegen  in  der  Quantität,  die  von  einige  Mengen  auch  über  kuhgee  Weber,  und
Zunahme  im  Werth  war  nur  gering.  Sie  erstreckte  Jahr  1897  war  schlecht  für  eng  der  Villigkert

sich  der  Hauptsache  nach  auf  breitere
Arten  und  war  beträchtlich  bei  den
schiffungen  von  Pepperell-Drillen  aus

und  schwerere
direkten  Ver-Amerika,
  wo-Preise

  standen  überall  niedrig  wegen
der  die  Preise

Trotz  der  Zunahme  der  Importe  gegen

·’  «nte.
bestimmenden  amerikanichen  Er

z  Jaht
        <pb n="963" />
        —  811  —

1896—97  und  auch  gegen  1895—96  blieb  die  Ein-  Bunte  Stückgüter.  In  diesem  Zweige  des  Gefuhr
  doch  sehr  bedeutend  hinter  der  früherer  Jahre  #  schäfts  machten  sich  die  andauernden  Folgen  der
zurück.  Es  mag  jedoch  hinzugefügt  werden,  daß  die  Hungersnoth  am  schärfsten  fühlbar.  Zum  gewissen
diesjährigen  April=  und  Mai-Importe  um  je  drei  Theil  ist  die  Einfuhr  von  bunten  Stückgütern  durch
Millionen  Yards  stärker  waren  als  in  den  korre=  graue  ersetzt.  Die  Einsuhr  von  Türkischrothwaaren
spondirenden  Monaten  des  Jahres  1897,  obwohl  die  wurde  gehemmt  durch  die  Grenzkriege,  wodurch  einige
biesigen  Lagervorräthe  am  Schlusse  des  Berichtsjahres,  der  Hauptmärkte  geschlossen  wurden.  Die  durch  die
größer  als  am  31.  März  1897  waren.  Wiederausfuhr  nach  Persien  herbeigeführte  Aufbesserung
Weiße  Stückgüter  weisen  eine  geringe  Abnahme  läßt  kaum  hoffen,  daß  Bombay  den  persischen  Markt
in  der  Menge,  aber  eine  sehr  bedeutende  im  Werthe  wiedergewinnen  wird.  Eine  Ausnahme  von  dem  allauf.
  Der  Ausfall  ist  aber  mehr  als  gutgemacht  gemeinen  Abfall  in  bunten  Stückgütern  weisen  frandurch
  die  Einfuhr  von  white  nainsooks  im  April  zösische  und  italienische  Kleiderwoaren  auf,  deren
und  Mai  1898.  Die  Saison  für  diese  Waaren  ist  vom  Einfuhr  zunahm.
Februar  bis  Mai.  Den  Ausfall  trug  besonders  Strumpfwaaren  zeigen  eine  bedeutende  Abnahme
Großbritannien,  gegen  dessen  Ausfuhr  nach  Bombay  gegen  die  außergewöhnlich  hohen  Importe  des  Vordie
  anderer  Länder  fast  verschwindet.  Bemerkbar  jahres,  die  große  Lagervorräthe  geschoffen  hatten,
macht  sich  neuerdings  jedoch  die  Einfuhr  von  Holland  auf,  stehen  aber  noch  über  dem  Durchschnitt  früherer
Shirtings.  Die  schweizer  Ausfuhr  von  Cambrics,  Jahre.
Musselins  und  Jaconets  nahm  ihren  Weg  über  Genua  Die  Einfuhr  von  Taschentüchern  scheint  unter  der
und  Venedig  anstatt  über  Triest;  die  Zunahme  in  Hungersnoth,  Pest  und  dem  Sinhasta-Jahr  mehr  als
dieser  Einfuhr  hat  die  hiesigen  Vorräthe  über  das  die  meisten  anderen  Waaren  gelitten  zu  haben.  Ihre
Maß  vermehrt.  Die  Spinnerelindustrie  Italiens  selbst  Einfuhr  fiel  in  den  letzten  drei  Jahren  von  1087  679  N.
nimmt  zu  und  dieses  Land  scheint  ein  Konkurrent  in  auf  771516  R.  und  in  diesem  Jahre  auf  R.  453  980.
weißen  Stückgütern  zu  werden.

Seidenwaaren  wurden  in  den  letzten  zwei  Jahren,  wie  solgt,  eingeführt:

 

1896/97  1897/98  Zu=  bezw.  Abnahme  in  1897/98
Menge  Werth  Menge  Rupien  Menge  Rupien
Rupien
Stückgüter  Yards  8702  066  6542  611  7715  403  5972  691  —  986  663  —  569  920
Seidenwaaren  mit  anderem

  Material
gemischt  ards  2  066  649  1  858228  945  373  822  051  —  1  121  276  —  1  036  177
Nähgann  Ibs  8  021  56  576  817  6  838  —  7204  —  19738
andere  Arten  .  lbs  285  932  1218359  271  925,  709  155  —  14007  —  509  204
Zusammen  9  675774  7510  735  2  165  039

Das  Fernbleiben  von  Händlern  aus  dem  Binnenlande  von  Bombay,  ferner  Kursschwankungen
und  große  Lagervorräthe  verursachten  die  große  Abnahme  der  Einfuhr  im  Berichtsjahre.

Die  Einfuhr  von  Wollenwaaren  stellte  sich  in  den  letzten  zwei  Jahren,  wie  folgt:

 

1890/97  1897/98  Zu=  bezw.  Abnahme  in  1897/98
Menge  Rupien  Menge  Rupien  Menge  Rupien

Gewebe  (Braids)  1b8  5  525  11398  4  967  9  032  —  55  —  2366
Teppiche  und  Decken  -  131  827  175  554  61  118  68  763  —  V70709  —  106  791
Stückwaaren  VNards  7  185.797  6  041  610  3  652  202  2994  629  —  3533.595  —  3  046  981
Shawmwss  Stück  137  301  258  726  59  319  96  118  —  77982  —  162  608
andere  Waaren  Ibs  336  422  609  521  252  0  18  385  079  —  84374  —  224442
Zusammen  7  096  809  ——  –3543(

Die  auffallende  Abnahme  von  50  pCt.  kann  nur  den  aufgehäuften  großen  Lagervorräthen  zugeschrieben
  werden,  die  ihre  Erklärung  in  der  Abwesenheit  der  Händler  und  Käufer  von  Bombay  während
der  Saison  finden,  Bedingungen,  die  sich  fast  genau  während  der  zweiten  Epidemie  wiederholten.

Britische  Waaren,  die  etwa  zwei  Drittel  des  Handels  ausmachen,  sanken  um  49  pCt.,  kontinentale
Waaren  um  54  PpCt.

Die  nachfolgende  Liste  der  Textilwaareneinfuhr  nach  Bombay  in  1897/98  unter  Berücksichtigung
der  europäischen  Lieferungsländer  zeigt  u.  A.  den  sehr  geringen  Antheil,  den  die  deutsche  Industrie  noch
immer  an  der  Baumwollwaaren-Einfuhr  nach  Bombay  nimmt,  die  etwa  ein  Viertel  der  ganzen  Waareneinfuhr,
  etwas  weniger  als  ein  Drittel  der  Waareneinfuhr  nach  Bombay  durch  den  Suez-Kanal,  ausmacht.
Nur  von  Wollenwaaren  werden  aus  Deutschland  größere  Mengen  eingeführt,  etwa  ein  Achtel  der  Gesammteinfuhr

  in  diesem  Handelszweige.
        <pb n="964" />
        —  812

Groß=  Oesterreich=  Belgien  Frank-Vereinigte



Deutsch=  Holland  Italien  Staaten  von  andere

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

britannien  Ungarn  reich  land  Amerika  Länder
4.-  B  aumwollenwaaren.  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
1.  Stückgüter.
a)  grau:
Cambrics  .  1813  —  —  —  —  —  —  —
Chadars,  Dhoties,  Saries  und
Scarves  ..  ..  3  416  924  —  —  —  —  —  6381  —  516
Jaconets  .  2680  515  —  —  —  —  —  —
Jeans,  Sheetings  und  Drilis  ..  1261693  68  400  13  —  —  395  2304  1150  426  2566
Longcloth  .  10  032  —  —  —  —  —  —
Madapolams.  535  381  —  —  —  —  —  —  —  —
Mulls  734  166  —  —  —  —  —  —  —  —
Printes  .  121  909  —  —  —  —  —  —  —  —
Shirtings.  14587228  —  —I  —  —  —  —  —  3
J.  Cloch  und  Domestics  542370  —  —  —  —  —  —  —  12  566
nicht  spezifizirt  97856  —  —  —  —  —  —  r
Zusammen  23989  796  68  400  13  —  995  968685  1  150  426  15681
b)  weiß
Cambrics,  Twius,  Muslins  und
Lawas  210  982  88901  —  —  11  83  37.  —  482
Chardars,  Thoies.  Saries  und
Scarves  ..  687361  6005  —  —  —  615  —  132
Checks,  Spots  und  Stripes.  626  588  —  —  —  —  —  —  —  —
Drills  und  Jeans  .  300478  —  —  —  —  172  —  13  143  —
Jaconets=  1115979  7357  —  —  —  6  11836  —  *
Longcloth.  112  570  —  —  —  —  —  —  —
Mulls.  4772856  —  —  —  —  —  —  —
Nainsook  6008  546  19794  —  —  —  18899  35295  —  —
Shirtings  3  103  960  7732  —  48  652  –  —  71
nicht  spezifizirt  1253778  16297  27222  —  13959  —  2875  —  2
Zusammen  nlt3  1  HECCC!.
IP)  bunt,  bedruckt  oder  gefärbt:
Cambrics,  Twills,  Muslins  1  636  890  1037  —  —  —  —  15277  —  –
Chadars,  Dhoties,  Saries  und  107
Scarosss  .  1  260  300  30  439  —  —  —  –  1240  —
Drills  ...  983  599  —  —  —  —  —  —  3123
Jacons  554  943  —  —  —  —  —  —  —  —
Mulls  103  287  —  —  —  —  —  —  —  —
Prints  und  Ehints.  4858  897  39924  —  —  —  —  17364  —
Shirtings  1  764  832  –  118#.
nicht  spezifizirt  "„  3  627  965  299  610  166  523  77  T  86  834  4  362  231  268  1691
Zusammen  14  700713  371  610  166  523  75  866  856  854  4362  265  149  4814  1287
2.  Kanos.  6978  5201  —  —  3  822  —  714  —  —  4
3.  Taschentücher  .  439  140  6974  —  —  —  8030  —
4.  Strumpfwaaren,  rein  und  ge-  28
mischt  .  725961813792065348087684—105414—-  —
5.  Spitzen  und  Nezwaaren  .  182  805  12571  1201  —  1752  —  4032  —  2
6.  Strickwaaren  73  394  —  —  —  —  —  —  148
7.  Nähzwirn.  258  403  26  220  —  —  2454  —  —  P—  *
S.  andere  Arten  Baumwollwaaren  242  5(82  7086  69  002  10  10  269  23  091  –  —
Zusammen  Baumwollenwaaren  55  240565  817015  M57  &amp;amp;5706  77°4  95  688  —#———
B.  Flachs.  —
Garre  4886  —  —  —  —  —  —  —
Kanevas  134052  —  —1  —  —  —  —  —  41
Stückwaaren  212  S23  —  11941  —  —  —  —  10
Nähzwirn.  16778  1571  —  5  285  —  —  —
andere  Flachswaaren,  einschl.  Sääe  46  666  —1  —  —  —  —  32—
Zusammen  Flachswaaren  (Garne  71
nicht  eingeschlossen).  ..  410259157111941  5  285  —  325  —  —
!  C.  Hanf.  —
Tuch  —««-.  901997286  —  —  —  *—  —  —  —
D.  Jute.  —  —
Garne  ....  .  1821  —  —  —  —  —  —  —  188
Säcke  .  621  —  —  —  —  —  —  128
Sacktuch  .  2192  —  —  —  —  —  —  m  —
Kanvas  .  ..«1580463090—  —  —  —  —  #  —
Tauwerk  (Rope  and  Twine)  1548  —  —  —  1215  —  —  —  7225
andere  Arten  5208  —  —  —  1046  —  —-  W
Zusammen  Jute  169  436  30900  —  —  2260  —  —  —
        <pb n="965" />
        Groß=  Oesterreich=  Belgien  Frank-813



Deutcch-  Holland  Jtalien  Ver.  St.  v.  andere
lan  Amerika  Länder

 

 

 

 

britannien  Ungarn  reich
E.  Seide.  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  hie  Nupien  Rupien  Rupien  eklonderek˙)
Stücgüter  61  3827  28359  2413  318  7109  —  —  191364  —  5375509
Seidenwaaren,  gemischt  mitanderem
Material  24  789  153  506  266  690  226  720  83  123  57265  —  9958
Nähzwirn  3  063  1971  —  300  —  —  —  1614
andere  Seidenwaaren.  43182  18047  —  14051  20  631010  —  2845
Zusammen  Seide  132  351  201  883  269  103  559790  23  143  —  879639  —  5-384  826
F.  Wollenwaaren.
Gewebe  (Braids)  2126  196  —  —  6710  —  —  —  —
Teppiche  und  Decken.  55  857  111  130  —  1036  —  106  —  11523
Stückgüter.  2110  445  245  092  71  578  152  417  370726  —  322828  —  11543
Shawls  1  598  48  980  —  —  40908  —  4090  —  542
andere  Arten.  .  268  691  40  8299  879  17641  39  940  —  15805  —  14294
Zusammen  Wollenwaaren  2  438  717  335208  72  587  170  058  459  320  —  52  723  —  24  902
B.  Kleidungsgegenstände  zerfallen  in  der  Großbritannien  1  691  cwt  =  125  311  R.
Zollstatistik  in  die  zwei  Unterabtheilungen:  Deutschland  289  —-  10227
1.  Kleidungsstücke,  einschl.  Band=  und  Mode-  Jch  andere  Arten  Munition:
waaren,  aber  ausschließlich  Strumpfwaaren,  die  im  Großbritannien  ........  121014-Berichtsjahre
  einen  Ausfall  von  38pCt,  gegen  1896/97  Belgien...  2048  —
andere  Länder  1  423

aufweisen  und

2.  in  Stiefel  und  Schuhe.  Die  Abnahme  in  der
Einfuhr  von  Schuhen  und  Stiefeln  in  den  letzten  drei
Jahren  war,  wie  folgt:

Rupien
1895/96  663  777
1896/97  529  781
1897/98  417  587

Nur  Stiefel  weisen  eine  sehr  kleine  Zunahme  auf
infolge  der  neu  begonnenen  Einfuhr  von  Schweizer
Stiefeln,  einem  neuen  Handelsartikel.

Auf  die  einzelnen  Bezugsländer  vertheilte  sich  die
Einfuhr  in  1897/98,  wie  folgt:

 

 

 

 

3  Stiefel
Kleidungsstücke  und  Schuhe
Großbritannien  .  R.  2  012  456  R.  377930
Oesterreich-Ungarn  612  615  19  011
Belggen  37  666  23
Frankreich  278  2838  11  953
Deutschlaod  177  631  1  679
Holland  -  150  4  —
Italten  176  891  =  2646
Rußland  =  129  189  =  –
andere  Länder  283  632  =  4  345
C.  Alle  übrigen  Waaren.
Waffen  und  Theile  davon  kamen  in  1897/98

aus  Großbritannien  im  Werthe  von
(davon  Pistolen  R.  2288,  Maschinen
.  Patronenbereitung  2c.  R.  1204),

aus  Belgien  im  Werthe  von  .  .  ...  -  192
-Frankreich-  -  -.....  -  182
-Deutschland  im  —  -.....  -  540

é5  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika

 

im  Werthe  von.  .  ..  .  .  .  .  .  ..  1707
-anderen  Ländern  .  .  .  .  .  .  .  .  ..  -  3  325
Zusammen  R.  198  33
Munition:
a)  Pulver  lieferte  Großbritannien,  und  zwar

153  778  lbs  im  Werthe  von  79  379  R.
b  Dynamit  und  sonstige  Explosives:

R.  192  392

Kunstwerke  wurden  im  Werthe  von  230  481  R.
eingeführt,  und  zwar:

 

aus  Großbritannien  für  ..  .  ..  .  138  684  R
-  Oesterreich-Ungarn  für  .  .  .  ..  7  758  -
-Belgien  r  439.
-  Frankreich  für  ..  ...  .  ...  4  184
-  Deutschland  für  ..  ..  .  ...  14  329-Holland
  fffr  38
-Italien  ffr  52  217=-anderen
  Ländern  für  .  .  ..  .  12  824  =
Baumaterialien.  Hiervon  lieferten:

Asphalt  Frankreich  .  evt  1  800  R.  5  513
Backsteine  und  Dachziegel  Zahl  Rupien

Großbritannin  2  246  252  140  537

Belgien  57  618  1262

Frankreich.  .  .  ..  .  ...  443  338  17995

Italin  145  300  8  178

andere  Ländern  3  000  300

 

Zusammen  2  895  508  179  672
In  Cement  weisen  alle  Bezugsländer  eine  vergrößerte
  Ausfuhr  nach  Bombay  auf,  wahrscheinlich
infolge  des  allgemeinen  Fortschritts  von  Wasserwerken
und  Drainage=  und  sonstigen  Ingenieurarbeiten.
Die  Einfuhr  betrug:

aus  Großbritannien  ct  98  649  R.  223  920

 

-Oesterreich-Ungarn  169  -  300
-Belgien  12  026  =  23  608
Frankreich  6  303  11  640
-Deutschland  —  525  1  234
-JItallen  .  8571  14  236
-anderen  Ländern  .  —  3  8

Zusammen  emt  126  246  N.  274  946

Ferner  wurde  nach  Bombay  von  Baumaterialien

 

eingeführt:  Kalk  und  Kreide:
aaus  Großbritannien  ct  3  839  R.  5  135
Oesterreich-Ungarn  96  281
-  Frankreich  .  .  .  .  —  400  1812
anderen  Ländern.  128  118
Zusammen  ecnt  4  463  R.  7  346
        <pb n="966" />
        Thon  aus  Großbritannien  cwt  24  692  R.  55  176
Irdene  Röhren:

aus  Großbritannien  .  cmt  12  393  R.  49  974
andere  Arten  -  976  =  2755

Die  Einfuhr  feiner  Tischlerarbeiten  und
Möbel  fiel  in  den  letzten  drei  Jahren,  wie  folgt,  ab:

 

1895/96  622  107
1896/97  478  157
1897/98  261  544

Die  Abnahme  ist  am  meisten  bemerkbar  bei  der
Einfuhr  aus  Deutschland,  die  in  1897/98  R.  47  267
betrug.  Großbritannien  lieferte  für  R.  128  699,
Oesterreich-Ungarn  für  R.  22  610.

Die  Einfuhr  von  Kerzen  hat  ebenfalls  abgenommen.
Es  wurde  eingeführt:

1895/06  R.  497  117
1896/97  271  112
1897/98  216  736

Die  Einfuhr  aus  Belgien  sank  mehr  als  die
aus  Großbritannien.  Die  Einfuhr  beider  Länder
ist  ziemlich  gleich,  und  zwar  lieferte:

 

Großbritannien  384  822  IbS  101  961  Rupien
Belgien  422  754  108  9600
Kautschuk  kam  von
Großbritannien  im  Werthe  von  176  969  R.
Oesterreich-Ungann  -  -  2  642
Belgien  .-  -  21517-Deutschland
  —  -  .  18  333
Italln  -  1015-den
  Verein.  Staaten
von  Amerika  -  709.
anderen  Länden  -  -  258  —-Zusammen
  221  443  R.

Wagen.
Die  Einfuhr  der  letzten  5  Jahre  betrug:

1893/94  198  993  Rupien
1894/95  388  8697
1895/96  529  707
1896/97  1  001  648
1897/98  1  018  256  -

In  „Wagen“  sind  auch  Fahrräder  einbegriffen.
Der  Import  aus  Großbritannien  sank  im  Berichts-814



l

---  —----jahr

  von  953  599  R.  auf  907  307  R.  Die  Einfuhr

aus  anderen  Ländern  zeigt  eine  kleine  Zunahme,
besonders  die  aus  den  Vereinigten  Staaten,  die  in

geringer  als  in  früheren  Jahren;

den  letzten  drei  Jahren  sich  mehr  als  verdoppelt
hat.  Die  Einfuhr  aus  den  verschiedenen  Bezugsländern
  betrug:

aus  Großbritannien  907  307  Rupien

Oesterreich-Ungarn.  16  299
.  Belgien  24103  —
Frankreich  7741=.
  Deutschland.  12  866
Italien  1  100
den  Vereinigten  Staaten
von  Amerika  4  384
anderen  Ländern  4457

Die  Einfuhr  von  Fahrrädern  wird  von  Deutsc
land  noch  immer  sehr  vernachlässigt,  während  neben
dem  guten  englischen  und  amerikanischen  Fabrilat
sich  Fahrräder  geringerer  Güte  und  demzufolge
billigerer  Preise  aus  Großbritannien,  den  Vereinigten

Staaten  von  Amerika  und  Oesterreich-Ungarn  einen

guten  Absatz  verschaffen.  Für  eine  billige,  starte,
solide  Herrenmaschine  (pneumatische  Reifen)  zahlt
man  hier  200  bis  225  Rupien,  mit  besseren  Ausstattungen
  bis  350,  ja  450  Rupien  (Premiers)
Damenmaschinen  billigster  Qualität  mit  Dunlop-Reifen
  werden  im  Detail  mit  275  R.  verkauft
Bombay,  wie  Indien  überhaupt,  ist  ein  sehr  großes
Feld  für  Fahrräder.

Chinesische  und  lackirte  Waaren  kamen  aus

Großbritannien  .  im  Werthe  von  11  315  R.
Oesterreich-Ungarnn  "  O  641  .
Belgien  .......  -  -  -  367
Frankreich  ......  -  -  -  269-Deutschland
  (For-  s-iue
bacher  Waaren)  -  -  15  726  —
Rußland  -  -  2936  —

anderen  Ländern  (be--
  -  90  893  -

sonders  China)  "D  -
«  Zusammen  132177  R.
Taschen-  und  Wanduhren.

Die  Zahl  der  importirten  Uhren  war  nur  wenig

der  Werth  der

Einfuhr  weist  aber  eine  große  Abnahme  auf,  da
wiinshr  Nachfrage  nach  schweizerischem  und  btihen
Fabrikat  bestand  als  nach  den  billigeren  Arnten
aus  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerila
Oesterreich-Ungarn.  Die  Zahlen  der  Einführ
letzten  drei  Jahre  betrugen

1895.06  1896.07  1897/98
aus  Anzahl  Rupien  Anzahl  Rupien  Anzahl  Rupien
Frankreich  und  Italien  63  933  583749  63  550  557  872  56  158  131  21,
Großbritannien  12  431  88  011  7  128  671  5  3838  635|8
Deutschland  10  008s  26  162  10  369  23  241  6  860  11  40
Vereinigten  Staaten  14759  94452  14534  88  523  18426  7/650
Oesterreich-Ungarn  7  1314  97  426  8184  74527  15  622  5627

Die  japanische  Uhr  ist  fast  gänzlich  vom  Markte
verschwunden,  ihre  Einfuhr  im  Jahre  1897  bis
1898  betrug  452  R.

f

·  us
Tauwerk,  besonders  Hanf,  ausgenommen  a
Jute,  lieferte
        <pb n="967" />
        —  815  —

 

 

 

Großbritannien  im  Werthe  von  151  760  R.  eine  Zunahme  auf,  indem  sie  von  27  037  R.  auf
Oesterreich-Ungarnn  OD  8  646  =  35  445  R.  stieg.  Billiges  deutsches  Steingut  (ebenso
Belgien  ODA  -  -  485  =  wie  emaillirte  Eisenwaaren)  verdrängen  die  alt-Deutschlad;
  —  —  788  =  modischen  Artikel.
Italen  -  -  1002  —  Reexporte  nach  Persien  und  Afrika  haben  infolge
Andere  Länder  (be-  direkter  Verschiffungen  abgenommen.
sonders  Chinag  OD  5396056  Die  betreffenden  Zahlen  der  Länder,  die  sich  an
Zusammen  276  648  R.  diesem  Einfuhrzweige  betheiligten,  waren
Korke  kamen  aus:  Großbritanneien  401  301  Rupien
Großbritannien  144  ct  19  708  R.  JOecsterreich-Ungoloen  1  602
Oesterreich-Ungann.  6  623  -  Belgien  ..........  205  585  -
Belgeien  —  „  20  =  Frankreicggg  5202
Frankreich  18  =  3446  =  Deutschlad  ...  35  44
Deutschlad  —  —-  35  —  Italin  20163
Italin  39  3447  Andere  Länder  (besonders
Spanien  8  .  2501  China,  Japan)  18  O004t
anderen  Länden  —  40  Zusammen  687  302  Rupien.
«  ZusammenZlbcthgsLOR  «  Feuerwerk  kam,  meistens  aus  China,  im  Werthe
Steingut  und  Porzellan.  Der  Abfall  im  von  371  294  R.  hierher,  davon
Handel  war  allgemein  und  deutet  auf  die  schlechte  aus  Großbritannien  für  8  205  R.
Geschäftslage.  Deutschlands  Ausfuhr  allein  weist  Deutschland  52  622
Glaswaaren:

In  Glaswaaren  macht  sich  überall,  ausgenommen  in  der  Einfuhr  von  Flaschen,  eine  Abnahme
bemerkbar.  Die  Zahlen  der  letzten  zwei  Jahre  stellten  sich,  wie  folgt:
Zu=  bezw.  Abnahme

 

1890/97  1897/98.  in  1697/98

Werth  Werth  Werth

Menge  Rupien  Menge  Rupien  Menge  Rupien
Glasperlen  cxyt  8542  846  645  4  353  405  797  —  1189  —  440  848
Flaschen  -  10  449  96  5601  12866  123607  —  2  416  J  27  106
Fensterglass.  Juß  2  856  250  320  437  1758  4600  219  936  —  1  097  790  —  100  501
Andere  Arten  —  —  2  317  048  —  1667  204  —  —  749  844
Zusammen  —  3580631  —  2  316  544  —  —1  264  087

Der  Preis  von  Fensterglas  ist  in  Europa  hoch,  während  er  hier  niedrig  steht  infolge  geringen
Bedarfs  und  großer  Vorräthe.
Glaswaaren  wurden  von  den  folgenden  Ländern  geliefert:

 

 

Perlen  Flaschen  Fensterglas  Andere  Waaren
Großbritannein  K..  5  046  121  519  77  512  201  258
Oesterreich-Ungeren  107527  —  —  467  767
Belgen  1  329  —  110  821  237  029
Frankreiigg17977  455  –  —  37  001
Deutschland  .-  14370  1370  1  603  199  979
Italten  .  —  93  966  —  —  1011
Andere  Länder  (besonders  China  )  6  104  688  —  423  159
Zusammen  .  .  .  R.  405797  123  607  219  936  1567  204
Häute  und  Felle.  Instrumente  und  Apparate  werden  in  der
Von  gegerbten  Häuten  und  Fellen  wurden  nach  Zollstatistik  nach  den  folgenden  Waarengattungen
Bombay  importirt:  unterschieden:
Häute  (hides)  für  32  917  R.  musikalische,
Felle  (skins)  -  238  110  photographische  und
Davon  kamen  Häute  Felle  wissenschaftliche  Instrumente.
aus  Großbritannien  32  699  224  014  R.  Die  Einfuhr  stellte  sich,  wie  folgt:
O5  Oesterreich-Ungarn.  —  1266  OD  8  musika=  photo=  wisssenschaft-=
  Belgeien  —  2440  —  au  lische  graphische  liche
*  Frankreich  189  342  -Großbritannien  176  289  210  096  625  669  R.
*  Deutschlandy  ,  –  7236  =  Oesterreich-Ungarn  41  7563  6  328  31  516
*  Italien  —  1694  =  Belgien  756  786  14  200
5  anderen  Ländern  35  818  =  Frankreich.  21  677  1342  34  578.
Zusammen  32  917  238  110  R.]  Deutschland  43  941  21  470  13  943=
        <pb n="968" />
        816

Italen  2  103  –  770  R.  Andere

den  Ver.  Staaten  10  695  —  19  342  Unver-=  Sattler-=  Arten

anderen  Länden  5  142  2186  14  102  erseitetes  maaren  und  laueldt.
r

Pferdegeschirr  Stiefel  u.

 

 

Zusammen.  .  .  302356  242208  764120  R.  l  Schuhe)
Leder  und  Lederwaaren.  aus  Rupien  Rupien  upien
Unbearbeitetes  Leder  und  Sattlerwaaren  weisen  Großbritannien  111  619  185  543  778459

eine  Abnahme  gegen  das  Vorjahr  auf.  Die  Einfuhr  Oesterreich-Ungarn  15  1902  62287
„anderer  Arten“,  welche  etwa  ¾  des  Totalhandels  Belgien  4  479  79  3493
in  Leder  und  Lederwaaren  ausmachen  und  Gürtler=  Frankreich  –  —  13  233
waaren  (belting)  einschlleßen,  war  höher  als  im  Deutschland  1  314  1  044  3423
Durchschnitt  früherer  Jahre.  Importe  von  Gürtler=  den  Ver.  Staaten.  —  210  4339
waaren  aus  den  Vereinigten  Staaten  verschwinden  anderen  Ländern  2  730  1910  921
fast  ganz  zu  Gunsten  von  Großbritannien.  Die  Zusammen.  120  157  190  688  810  378
betreffenden  Zahlen  waren,  wie  folgt:

 

Streichhölzer.  Die  Einfuhr  aus  Schweden  und  Japan  nahm  zu  nach  der  geringen  Einfuhr  der
letzten  zwei  Jahre.  Die  Einfuhr  aus  Deutschland  nahm  weiter  ab.  Die  betreffenden  Zahlen  der  letzten
fünf  Jahre  waren,  wie  folgt:

 

1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
Großbritannien  636  454  317  564  63  733  18  768  7  818
Deutschland  133  111  73  163  12527  54  612  50  120
Norwegen.  275  646  207567  361  087  234  238  267  787
Schweden  112  326  83  400  68  775  127  122  232743
Japan  ...  112  597  707  409  726  800  5631  175  998271
Oel=  und  Flurtuche  lieferten
Nards  Rupien  dagegen  eine  Zunahme  im  Werthe  zu  verzeichne,
Großbritannien  363  703  192517  der  von  800  000  R.  auf  850  000  R.  stieg.
Oesterreich  Ungarn  10  182  11  993  Die  Einfuhr  deutscher,  meistens  trockener  Farben
Belgien  1  393  600  (der  Hauptsache  über  Belgien  eingeführt)  wies  eine
andere  Länder  43  23  geringe  Abnahme  auf.  Die  Einfuhr  von  chinesischen
Zusammen  .  .  375  320  205  133  Karmesin  (Vermilion)  und  persischem  Ocker  scheim
Farben.  aufzuhören.  In  der  letzteren  Farbe  konkurrict

In  englischen  Farben,  die  meistens  flüssig  sind,  Italien  mit  Persien.  Die  betreffenden  Zahlen  stellien

war  eine  große  Abnahme  in  der  importirten  Menge,  sich,  wie  folgt:

Kom-  Patentpositions=
  trockenfarben  Preuß.  Andere
farben  (driers  Blau  Mennig  Karmesin  Bleiweiß  Zinkweiß  Farben
«  aus  ewi  Rupien  ewt  Rupien  ct  Rupien  cwt  Rupien  ewt  Rupien  cwt  Rupien  ct  NRupien  ewt  Ruvien
Broßbritannien

  1778  106592  153  1308  3  701  3605  46212  1  235  8963  137525  8044  156693  28465  401583
Oesterreich:

Ungarn  4  250  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  24
Belgien  231  15109  —  —  25  106906  2276  228291  —  —  677  6415  4  90  1790  21592
Frankreich.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  178  8
Deutschland  160  10805  —  —  410  338“36  3318  24940  —  —  182  1774  4  61  2667  20
Italtn  —  18  —  —  —  —  1451  10721—  —  —  —  —  —  1598  528
anderen

Ländern  —  22  5  50  —  —  —  331  53861  —  —  3  70  20  2

 

438  362.33  10050  104767  332  51096  9722  145714  8055  156914  34717  45655
Papier  und  Pappe.  Papier  wies  eine  Abnahme
  von  etwa  450  000  N.  gegen  das  Vorshr

Zusammen  2173  132709  158  1418

Von  Malermaterialien  kam

 

2  l  .-Terpentin

  Udere  auf,  die  nicht  einer  Ausdehnung  der  Lokalindustrie

aus  Gallonen  Rupien  Rupien  zugeschrieben  werden  kann.  Die  größte  Abnahme

Großbritannien.  10  522  90758  141779  fand  bei  anderen  Arten,  statt,  welche  Pockbadee

OrlterreichUngarn  ;  3  135  einschließen,  welches  beim  Packen  von  Garnen  in  de

De  9  15  590  hiesigen  Spinnereiindustrie,  deren  Exporte  so  niedrig

ebh  and  2  5  1  90.  waren,  Verwendung  findet.  solgenden
···  »  Von  Papier  und  Pappen  kamen  die  fo

anderen  Ländern  86  225  13582  Arten,  Mengen  und  ee  im  Berichtsjahre  nach

19610  90  998  161  385,  Bombay.

Zusammen
        <pb n="969" />
        817

Andere  Arten

 

Schreibpapier
Druckpapier  unschreibobte,  Popier  Pappe
aus  cwt  Rupien  cwt  Rupien  %cwt  Rupien  ewt  Rupien

Großbritannien  13  775  249  933  —  362  470  10  003  171  232  53  566
Oesterreich-Ungarn.  12  158  135  925  —  340  489  13  106  182  089  —  —
Belgien  ..  552  8560  —  102  234  2706  47  207  —  —
Deutschland  4  027  47  374  —  17531  10  213  104915  —  —
Holland  .  —  —  —  —  384  3137  —  —
Italieen  45  1  404  —  7984  87  2055  —  —
Norwegen-Schweden  273  3  200  —  —  2033  17761  —  —
Vereinigte  Staaten  1  358  21  061  —  —  —  22  —  —

anderen  Ländern  –  –  —  3  885  678  27  831  —
Zusammen.  32  188  467  457  —  834593  39  240  556  249  53  5660

Duruckermaterialien,  nicht  Papier,  wurden
in  Werthe  von  126  293  Rupien  hier  eingeführt,
avon

aus  Großbritannien  .  ..  für  99  018  R.
-Oesterreich-Ungarn  .-  14226  -
=  Belgien  =  7918
Deutschland  4585

Seifen  aller  Arten  wurden  im  Werthe  von
573  900  R.  eingeführt  und  zwar  kamen

ewt  Rupien
aus  Großbritannien  28  116  522  171
Oesterreich-Ungarn.  567  25  979
.  Belgeen  70  1  555
Frankreich  15  1  365
.  Deutschland  55  3  150
-Italken  513  18  728
anderen  Ländern  19  952

Die  Seifeneinfuhr  aus  Deutschland  ist  sehr  zurückgegangen,
  wie  die  Zahlen  der  letzten  fünf  Jahre
zeigen:

1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
23  932  15  933  36  034  23  080  3150

Die  früher  im  Bazar  bekannte  „Riegersche“  Seife
ist  fast  ganz  verschwunden.  Die  österreichische  Firma
Taussig  hat  hier,  ebenso  wie  die  große  englische
Firma  Pears,  einen  eigenen  Vertreter.

Schreibmaterialien,  nicht  Papierwaaren,
wurden  gegen  1  461  761  R.  in  1896/97  im  Berichsahre
  im  Werthe  von  1  117  029  R.  eingeführt,

avon

aus  Großbritannien  .  .  .  für  795  913  R.
-Oesterreich  Ungarn  .---161210  —
-Belgien  68  108  =
Frankreich  -  9888  —
.  Deutschland  36  681  -—
Italen  -:  10567
é5  den  Verein.  Staaten  =  11  389

Stöcke,  Peitschen  und  Fischergeräthe  im
Werthe  von  31  630  R.,  davon
aus  Großbritannie  für  23  188  R.
Oesterreich-Ungarn  3  993
Deutschland  2  627
wurden  hier  eingeführt.

 

 

 

Die  Einfuhr  von  Spielwaaren  belief  sich  in
1897/98  auf  450  200  R.  gegen  810  082  R.  im
Vorjahre.

Davon  kamen

aus  Großbritannien  .  für  254  368  R.

Oesterreich-Ungarn  48  825=.Belgien
  =  40  796
.Frankreich  =  26  240
Deutschland  -JyV1532

Die  Einfuhr  von  Schirmen  fiel  im  Berichtsjahre

  um  etwa  350  000  R.,  da  noch  große  Vorräthe

aus  den  Vorjahren  auf  Lager  waren.  Schirme
nach  europäischem  Muster  aus  Japan  scheinen  bei
dem  hiesigen  Publikum  ihre  frühere  Beliebtheit  verloren
  zu  haben  und  fielen  von  250  000  auf  unter
30  000.  Der  chinesische  Bambuschirm  weist  eine
geringe  Zunahme  auf.  Die  Einfuhr  von  Schirmen
im  Berichtsjahre  stellte  sich,  wie  folgt:

 

aus  Anzahl  Rorrch
Großbritannien  921  548  9924  657
Oesterreich-Ungarn  90  128
Belggen  3  5
Frankreichgg  1  647  4081
Deutschlandd  ..  106  157
Italken  1  704  5722
anderen  Ländern  (besonders
  China,  Japan)  269735  166  634
Zusammen  1  194  833  1  101  384

Holzmanufakturen  wurden  im  Werthe  von

60  634  R.,  davon  aus

Großbritannien  für  42  787  R.
Oesterreich-Ungarn  5997
Deutschland  .  1  351

im  Berichtsjahre  nach  Bombay  eingeführt.

Von  sonstigen  Waaren  sind  in  der  Zollstatistik
noch  die  folgenden  spezifizirt,  soweit  sie  nicht,  wenn
in  Verbindung  mit  anderen  Materialien,  unter  jenen
bereits  aufgeführt  worden  sind:
        <pb n="970" />
        818

Groß-  Desterreich-  deutl  „  Andere
britannien  ierrech  Belgien  Frankreich  9  Italien  Länder
Gegenstände  aus:  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  gndn  Rupien  Rupien
Bernstein  565  6  451  —  —  178  —  6  026
Knochen  725  —  —  —  —  —  580
Haar  4914  —  —  —  1666  —  50
Rohr  (Körbe  5)  2  330  —-  -—  —  25  —  590
Horn  .  83  —  —  100  —  —  106
Papier  21  230  4  452  —  719  2873  142  1234
Asbest  (und  Wobesbefh  39  567  37  2  646  —  5  689  8848  —
Hanf  42  101  1  157  340  —  1  163  4910  2
Bathbricks  7  811  –  —  —  —  —  —
Schuhschwärze  7  561  —  —  —  —  —  —
Bürsten  und  Besen  ..  58559  38  348  450  1874  6  036  1  398  1  826
Futterale  für  Brillen,  Operngläser,
  Juwelenschachteln  rc.  10  125  6  804  —  2219  197  643  1
Gegenstände  aus  Celluloid  60  2586  —  —  609  —  —
Komposition  für  Leder-  und
Metallreinigung  84  865  2  693  4  112  36  5  674  —  262
Filzwaaren  9  997  —  —  –  —  —  —
Französische  K  Kreide  257  4.27  60  —  167  —  —
—  Politur  5  068  —  —  —  —  —
Leim  .  .  ..  3  085  —  —  681  3  056  —
Schmiere  4894  –  —  —  —  —
Schleifsteine  6  891  —.  —  —  —  —  12165
Modelle  5752  618  —  —  —  18  23
Alte  Zeitungen  .  .148229  3  —  —  —  —  1
Cigarettenhalter  u.  Zabalspseisen  31  306  3972  2770  7  556  3918  1  008  2450
Gips  1  848  —  —  —  25  —  —
Stärke.  ..  1360  1402  —  —  1267  —  79
Toilettengegenstände  146  158  16  888  98  8  294  7934  7001  232
Vegetabilisches  Wachs  –  1  370  –  –  2  955  —  50264
Ausfuhr.

Hier  unterscheidet  die  Zollstatistik  zwischen  nichtindischen  und  indischen  Waaren.
Die  Ausfuhr  nichtindischer  Waaren  (Reexporte)  betrug  in  den  letzten  zwei  Jahren
1896/97  1897/98
31  261727  Rupien,  27  696  058  Rupien.
Ein  Bild  der  Ausfuhr  indischer  Produkte  in  den  letzten  zwei  Jahren  giebt  die  folgende  Tabell-Es

  wurden  ausgeführt:

Mengen

Zu=  bz.  Abnahme

Werth  Rupien

U-  bz.  Abnahme

18967  1857/98  in  1897.98  1896,97  1897.98  in  1897  98

Kleidungsstücke  (einschließl.
Stiefel  und  Schuhes  —  —  —  1037  116  848  5682  —  188  531
Tischlerarbeiten  und  Möbel  —  –  —  357  613  243  699  —  11391s4
Kaffee  .  6  S81  4606  —  2185  124  139  247944  —  176195
Coirwaaren  -  39  606  34  145  —  5461  322740  2891  068  —  1165
Baumwolle:  Roh-  OD  3  813  158  2682  629  —  1160529  95301  637  63  211  956  —32  093661
Garne  Ibs  176  621  227  170  067913  —  6533  314  64  892  016  59  4177832  —  541418r
Z  Waaren  —  —  —  7  671  464  6185  121  —  148633

Drogen,  Medicinen,  Narrotics,

  Opium.  ewt  28  414  22779  —  656535  0  541  993  22  036  067  —  8505  925
Robtabak  lIbs  6360  126  3559110  —  2801  016  783  018  435  645  —  347313
Färbe=  und  Gerbemittel  eyt  710.347  610967  —  14459380  5144  137  4297968  —  846  16)
Viehfutler  und  Kleie  210522  152  731  —  57  791  610  655  501  061  —  109  54
Frische  Gemuse  und  Früchte  —  —  —  302  338  258  766  —  43510
Getreide  cwt  3336  46  2048  8S0l  —  1287  685  16  972  453  12151  917  —  4320  535
(Jummi  und  Resin  .  55  786  11  8866  —  10050  1299  025  858  457  —  440  565
Rohhanf  130½92  116773  —  14219  1  470  924  1221657  —  29  5.
Häute  und  Felle.  62  51  57  472  —  5  109  7  226  339  7202750  —  25
H#ôener.  26  122  30  K0  9467  690  607  822  4607  TF  131  80
Jutewaaren  ....  –  —  —  584  661  391  873  —  182
Unverarbeitetes  Leder  ewt,  1143  5736  —  4502  83  972  389  2502  K+  305280
Knochen  Tonnen  21  297  21  17  f+  150  1255  110  1258  9600  +  850
        <pb n="971" />
        818  —

Werth  Rupien

Zu-  bz.  Abnahme

 

 

 

 

 

Mengen  Zu=  bz.  Abnahme
1896/97  1897,98  in  1897/98  1896/97  1897/98  in  1897/98
Metalll  Ke#t  23  405  110338  —  12#67  550  8412  361  920  —  194922
Oele  Gallonen  225526  152  313  —  7f3213  473  621  418  483  —  55  138
Provisionen  ..  —-  —  —  1  71352  1743202  +  71  850
Saatern  .  ceEwt  6257  325  6  632  489  +  375  164  4  642  6ä77  46  712  454  —+  2069777
Seidenwaaren  —  —  —  380  091  250  60é  —  129  485
Gewürze  I-bs  7554  568  5697253  —  1857  315  1  438  674  1  137  400  —  301.274
Thee..  ....  2  2  413  247  1983  315  —  429932  1  582  970  1  191  5415  —  391  425
Rohwollel  2  14  240  439  15334  488  T+  1094049  6  743  726  7332  7250  +  588  49090
Wollenwaaren.  .  —  —  —  670  474  776  951  +  106  477
Nicht  spezifizirte  Waaren  —  —  —  5  224  822  4634604  —  590  218
Zusammen  —  —  300  361  115  246  8829279  —53  478  186
Deutschlands  Antheil  an  bieser  Ausfuhr  war  Sere  12  632  R.
nach  den  amtlichen  Statistiken  in  1897/98,  wie  folgt:  Mohnsamen  163  646=Waaren
  aus  Coir  28  256  R.  Rapssaat  .  .  .  .  ..  3185  436  —
Rohbaumwolle  5  988  267=  Sesamsaat  362  875
Myrobalanen  433  748  =  Andere  Saaten  4208  =
Turmere  5  055  Thhe  ...  12  805
Feden  1  835.  Sandelholz  ..  .  ...  30  408  —
Oelkuchen  59  234  Teppiche  und  Decken.  10  911
un  1nd  Resin.  108  236  =  Andere  Waaren  27  058  =
anf,  roh  .  ..  ....  19  9066  --  117
Häute  21040.  Zusammen  11  861  417  R.
Hörnnmer  7  635  Die  Ausfuhr  indischer  Produkte  nach  Deutschland
Knochen  218  460  in  den  letzten  fünf  Jahren  stellte  sich,  wie  folgt:
Aetherische  Oele  56  373  1893/94  32  760  354  Rupien
Azmasaat  ..  26  527=  1894095.  22  551  373
Erdnüsse  10  899  -  1895/96  .  23  782  5320  =
Leinsaat  1  057  4570  =  1896/97.  18  461  044
Mowrahsaat  8510  =  1897/98  11  861  41707  —-Auf
  die  einzelnen  Länder  vertheilte  sich  der  Hondel  Bombays  in  1896/97  und  1897/98,  wie  folgt:
Einfuhr  Ausfuhr
1896/97  1897/98  1896/7  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
Europa:  Großbritannien  156  45  074  136710  150  36  434  844  28  165  851
Oesterreich-  Ungarn  8720  888  13  210  617  14  174  883  8  784  512
Belgien  11  557  883  9  831  419  20  414  383  19  323  812
Frankreich  5  318  261  4  969  213  29  059  604  26  374  870
Deutschland  8  000  039  5  588  997  18  550  944  11  900  366
Holland.  1  161  337  1  482  969  2  973  025  417755
Italien  3  062  887  3  257  552  18  860  186  15  263  547
Norwegen.  502  267  501  820  —  —
Schweden  449  405  581  973  45  000  18  865
Rußland  7301  478  9774  021  2240  935  1  503  158
Uebrige  Länder  112  764  99  102  416  802  20  288
Europa  zusammen  202  632  283  186  007  833  143  170  606  111  773  024
Afrika  ......  17  881  462  15  968  544  18  822  389  15545.780
Amerika:  Vereinigte  Staaten  5  108  916  5  256  210  341  480  475  670
Andere  Länder  1  380  10  818  —  —
Asien:  Arabien:  Maskat.  4  12  601  3914544  4  152  964  4  435  597
-Andere  Länder  88  558  38  074  2  755  320  2  280  630
Persien  .  5  984  282  5  804  140  12  234  466  11911  622
Türkei  2  991  337  2  105  455  3  837  173  2  802  180
China:  Hongkong  11  260  520  9  806  448  47  126  314  40  602  169
-  Vertragshäfen  7277  837  3  970777  50  751  263  41  382  398
Japaoa  4407  117  3  702  677  32  640  680  29  035  329
Andere  Länder  5248  268  8  964  204  15  610  737  14  296  672
Asien  zusommen  47  420  520  38  306  319  169  106  917  116  746  597
501  907  179  450  37916

Australlen

1  506  272
        <pb n="972" />
        –

Großbritannien.  Alle  Stapelartikel  aus  Großbritannien
  weisen  eine  Abnahme  auf  mit  Ausnahme
von  Garnen  und  Metallen.

Die  Ausfuhr  nach  Großbritannien  repräsentirt
in  1897/98,  ähnlich  wie  in  den  bis  1892/93  vorangegangenen
  Jahren,  etwa  25  pCt.  der  Gesammtausfuhr
  nach  Europa.  Vor  1892/93  nahm  der
Handel  Indiens  nach  dem  Kontinent  mehr  generell
seinen  Weg  über  englische  Häfen.

Oesterreich-Ungarn.  Der  Aufschwung  in  den
Importen  ist  der  ungewöhnlichen  Zunahme  der  Zuckerimporte
  zuzuschreiben,  die  von  etwa  800  000  R.  auf
7  600  000  Rupien  stiegen  und  etwa  57  pCt.  des
gesammten  Einfuhrhandels  aus  Oesterreich-Ungarn
ausmachten.

Andere  Artikel,  wie  Kleidungsstücke  (besonders
Goldfaden),  Glaswaaren,  Kurz=  und  Eisenwaaren,
Seiden=  und  Wollenstückgüter  zeigen  einen  Rückgang.

Belgien.  Der  Einfuhrhandel  weist  eine  Abnahme
  gegen  frühere  Jahre  auf.  Der  Hauptgrund
der  Abnahme  gegen  das  Vorjahr  war,  daß  deutsche
Anilinfarben  ihren  Weg  in  1897/98  mehr  über
Holland  nahmen.

Frankreichs  Ausfuhrhandel  von  Seide  nach
Bombay  nimmt  von  Jahr  zu  Jahr  ab.

Die  Abnahme  der  Ausfuhr  von  Deutschland

nach  Bomboy  ist  generell,  aber  hauptsächlich  in  Eisenund

  Kurzwaaren  und  Wollenwaaren  bemerkbar.
Es  betrug  der  Handel  mit

820

 

—
—  —

Italien.  Seidene  Stückgüter  und  andere  Seibenwaaren,
  Anilinfarben,  bunte  Baumwollenwaaren,  Glasperlen
  und  Kartoffeln  sind  die  Hauptausfuhrariike
aus  Italien  nach  Bombay.  Der  Transithandel  i
Baumwollenwaaren  und  Anilinfarben  nahm  zu  und
erklärt  zum  Theil  den  Aufschwung  des  Handels  mit
Italien,  trotzdem  dieser  Handelszweig  bei  Seiderwaaren
  eine  Abnahme  aufweist.

Norwegens  und  Schwedens  Einfuhr  bestond
der  Hauptsache  nach  in  Streichhölzern,  Eisen,  Stoh,
Holz  und  Holzrinde  (Pulpp.

Rußland.  98  pCt.  der  Einfuhr  aus  Rußland
bestand  in  Petroleum.  Die  Zunahme  in  diesen
Handel  in  1897/98  um  40  PéCt.  gegen  das
Vorjahr  ist  der  Konkurrenz  der  russischen  Exporteure
unter  sich  wie  der  Konkurrenz  Rußlands  mit  Amerila
zuzuschreiben.  Die  sonstigen  Einfuhren  weisen  enne
Abnahme  auf.

Mit  Bezug  auf  die  Ausfuhr  aus  Indien  noch
Rußland  ist  die  Abnahme  der  Wiederausfuhr  don
chinesischemn  Thee  aus  Indien  —  Rußland  nimmt
nur  geringe  Mengen  indischen  Thees  —  zu  erwähnen
infolge  Eröffnung  russischer  Filialen  in  China  wird
chinesischer  Thee  jetzt  in  großen  Mengen  direkt  nach
Batum  verschifft.

Afrika,  unter  Ausschluß  der  in  „Ostafrika“
nicht  einbegriffenen  Kapkolonie.

anderen  ostafrika-Mozambique

  Sansibar  nischen  Häfen  Natal
1893/94  2  223  506  5745  385  267  685  248  594  Rupien
1894,  95  2  374  674  7  083  610  378  805  306  910
1895/966  2752  480  7  078  296  490  821  724  392.
1896/97.  2  817572  7307  325  616  962  1  297  5773
1897/98  2295  250  7  371  565  953  556  783  313

Die  Abnahme  unter  dem  Handel  mit  Mozambique
  ist  hauptsächlich  durch  verminderte  Ausfuhr
von  Reis  und  anderen  Getreidearten  verursacht,
wogegen  allerdings  englische  Baumwollenstückgüter
in  größerem  Umfange  von  Indien  dorthin  ausgeführt
  wurden.

Unter  der  Ausfuhr  nach  Sansibar  ist  eine  große
Verminderung  in  indischen  Baumwollenstückgütern
sestzustellen,  und  Reis  zeigt  die  gewöhnliche  geringe
Zahl.  Der  Ausfall  wurde  theilweise  durch  vermehrte
  Reexporte  von  Eisenbahnmaterial  gut  gemacht.
Bei  anderen  ostafrikanischen  Häfen  ist  die  Zunahme
auf  alle  Hauptartikel  fast  gleichmäßig  vertheilt;  besonders
  auf  Baumwollenwaaren,  Kleidungsstücke,
Reis,  Eisen=  und  Kurzwaaren,  Petroleum  2c.  Der
Handel  mit  Natal  ging  auf  das  Niveau  von  1895/96
zurück;  der  Aussall  im  Handel  ist  besonders  der
verringerten  Ausfuhr  von  Kleidungsstücken  und  Getreide
  dorthin  zuzuschreiben.

Die  Ausfuhr  aus  Mozgambique  nach  Bombay
weist  eine  hauptsächlich  der  um  etwa  80  000  Rupien
vermehrten  Ausfuhr  von  Elfenbein  zuzuschreibende
Aufbesserung  auf.

 

I

l

Die  Ausfuhr  aus  Sansibar  nach  Bombay  weist
eine  Abnahme  in  Elfenbein  und  Nelken  auf.  Viel  don
diesem  Handel  ist  in  diesem  Hafen  durch  direkte
Schifffahrtsverbindungen  zwischen  Sansibar  und
Europa  genommen.  Der  österreichische  Lloyd  hat

eine  Dampferverbindung  zwischen  Sansibar  und  Aden

errichtet.
Die  betreffenden  Zahlen  der  letzten  vier  Jahre
sind,  wie  folgt:

Totalausfuhr
Nelken  Elfenbein  aus  Sansibar
nach  Indien

Rupien  Rupien  Kupien
1894/95  1  121  690  969776  2577  580
1895/96  1  426  543  669  230  2  466  355
1896/97  744  649  794  749  1  966  111
1897/98  505  043  585  456  1  472322

Die  Einfuhr  aus  Natal  nahm  um  etwa  40  000  1.
(Getreide)  zu.  Die  Ausfuhr  von  Madagaskar  nach
Bombay  hatte  in  1897/98  ziemlich  den  gleichen
Umfang  wie  in  1896/97.  Muscheln  und  Lewaholz
sind  die  Hauptartikel  dieses  Handels.  Die  Ausführ
Indiens  nach  Madagaskar  beschränkte  sich  der  Haupt-
        <pb n="973" />
        —

sache  nach  auf  baumwollene  Stückgüter  und  Reis,  deren
Ausfuhr  jedoch  geringer  als  im  Vorjahre  war.  Die
betreffenden  Zahlen  der  letzten  sechs  Jahre  waren,

wie  folgt:
1892/93  13  111  Rupien
1893/94  36  889  =
1894/95  423  015  4
1895/96  775  8899h=1896/97
  528  002  —-1897/98
  336  598  =

Vereinigte  Staaten  von  Amerika.

Den  großen  Ausschwung  des  Handels  Bombays
mit  diesem  Lande  beweisen  die  solgenden  Ziffern.

Es  betrugen  die

Importe  Exporte  Rupien
1893/94  3  356  185.  192714  -
1894/95  4  257  517  197  973  -
1895/96  2719  080  319  946  -
1896/97  5  108  916  341  480
1897/98  5  256  210  475  670=Wand=

  und  Taschenuhren,  baumwollene  Stückgüter,
  Tabak  und  Petroleum  bilden  den  Stapel,
Petroleum  mehr  als  die  Hälfte,  der  Einfuhr  dorther.
Von  Petroleum  kamen  in  1897  (986623  965  Gallonen
gegen  4  905  .524  Gallonen  in  1896/97  hierher.
Baumwollenwaaren  und  Mineralöle  sind  nicht  unledeur
  gestiegen,  Tabak  fiel  gegen  das  Vorjahr.

ien.

Hinsichtlich  der  Ländergebiete  des  persischen  Golfs,
wo  der  deutsche  Handel  in  neueren  Jahren  Fuß  zu
fassen  bestrebt  ist,  dürfte  eine  möglichst  ausführliche
Liste  der  Waaren  des  Hauptlieferanten,  nämlich
Bombay,  aus  der  die  Bedürfnisse  der  Bewohner
dieser  Länder  ersichtlich  werden,  angebracht  sein.
Der  Handel  des  Golfes  ist  wohl  bedeutenden  Vergrößerung
  fähig.

Aden:  Die  Einfuhr  aus  Aden  nach  Bombay
betrug  in  1897/98  876  964  R.  gegen  751  977  R.
des  Vorjahres.  Elfenbein  (140  114  R.),  ungefaßte
Edelsteine  und  Perlen  (273700  R.),  Kaffee
(18  596  R.),  Gummi  und  Resin  (96  317  R.)  und
(Hai-)  Flossen  für  den  Reexport,  besonders  nach
China  (115  370  R.),  bilden  die  Haupteinfuhrartikel
dorther.

Die  Ausfuhr  aus  Bombay  bestand:

1.  In  nichtindischen  Produkten  (Reexporte).
Hiervon  sind  Kleidungsstücke  (76  095  R.),  Baum-821



 

Metalle  (28  052  R.),

 

 

—

wollengarne  und  Stückgüter  (782  280  R.),  Glaswaaren
  (30  659  R.),  Eisen=  und  Kurzwaaren
(44917  R.),  Metalle  (53  084  R.),  Seidenwaaren
(36  970  R.),  Gewürze  (15  844  R.),  Schreibwaaren
(nicht  Papier)  (11  301  R.)  und  Zucker  (122109  R.)
hervorzuheben.

2.  In  indischen.  Produkten,  worunter  zu  erwähnen
  sind:  Kleidungsstücke  (32  303  R.),  Stiefel
und  Schuhe  (25  027  R.),  Tauwerk  (31  761  R.),

Baumwollengarne  (737  879  R.),  baumwollene  Stückgüter

  a)  ungebleicht  (1  632  442  R.),  b)  bunt
(284  143  R.),  c)  andere  Arten  (18  845  R.),  Rohtabak
  (433  074  R.  gegen  778  667  R.  iu  1896/97
und  883  595  in  1895/96),  Glaswaaren  (4896  R.
gegen  12  184  R.  in  1896/97  und  9281  R.  in
1895/96),  Eisen=  und  Kurzwaaren  (5928  R.  gegen
9851  R.  bezw.  10772  R.  der  beiden  Vorjahre),
ätherische  Oele  (6530  R.
gegen  2065  R.  ien  Vorshre  und  3341  R.  in  1895/96),
vegetabilische  Oele  (35  320  R.),  Parfümerien
(18  882  R.  gegen  5273  R.  in  1896/97  und  nichts
in  den  Vorjahren),  Butter  (18  429  R.  gegen
20  853  R.  bezw.  10  849,  11  281  und  329  in  den
vier  Vorjahren),  Seidenwaaren  (14  670  R.  gegen
29  542  R.  im  Vorjahre),  Gewürze  (402  609  R.,
darunter  Pfeffer  mit  92  158  R.),  Zucker  (144616
und  Bodenprodukte.

Arabien:  Maskat.

Der  Handel  der  letzten  sünf  Jahre  mit  Maskat
stellte  sich,  wie  folgt:

Davon
Einfuhr  Ausfuhr  nichtindische

Produkte

Rupien  Rupien  Rupien
1893/94.  2  566  701  3  731  051  1719  298
1894/95.  4363  397  4561  250  2  065  595
1895/96.  4  886  257  5591  557  2  841  979
1896/97.  4  162  601  4152  964  2  080  487
1897/98.  3914544  4  435597  2  404  030

Der  Ausfall  in  der  Einfuhr  in  1897/98  ist
lediglich  einer  verringerten  Einfuhr  von  Perlen
zuzuschreiben,  die  wahrscheinlich  infolge  der  Zustände
in  Bombay  sowohl  aus  Arabien  wie  aus  Persien
in  geringeren  Mengen  hierher  kamen.  Gummi,  Datteln,
  gesalzene  Fische  und  (Hai-)Flossen  sind  andere
Haupteinfuhrartikel  dorther.  Der  Handel  in  diesen
Artikeln  wies  eine  Zunahme  auf.

Im  Nachfolgenden  ist  eine  Liste  der  bemerkenswerthen,  bezw.  Haupteinfuhr=  und  Ausfuhrartikel

mit  ihren  Fluktuationen  in  den  letzten  fünf  Jaheen  gegeben.

904  1894/05  1895/96  1896/97  1897/08

Einf  ub  r:  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
Aloon  .  17762  7  7838  11  318  1  877  23524
rüchte  e  ifrijch).  82  611  50  393  65  179  44  4417  27  186
Fche  on  Ger  .  4q56%  272  397  203215  172  600  140  466  150  738
n  d  Perien.  731  600  2733742  2  900  450  2  526  700  2  138  600
anhadt  Edelstene  un  d  Bert  32  373  31037  10702  7733  99867
Haiflossen  119  428  126  896  200  496  239  861  244  639
Getrocknete  Datteln.  953  004  897771  1233  311  982  921  1  035  923
        <pb n="974" />
        Einfuhr:
Getrocknete  und  gesalzene  dische
Muscheln  ..
Steine  und  Marmor
Rohwolle  ....
Ausfuhr:
a)  Nichtindische  Prohutte  (Rerrporte)
Kleidungsstücke  .
Kassee.  .
Baumwollen  Garne  ..
-  Stückgüter
a)  ungebleicht.
b)  gebleicht
)  bunt,  bedruckt  oder  gefärbt

d)  Taschentücher  u.  Shawist  im  St.

e)  Nähaan  .
Steingut  und  Porzellan
Eisen-  und  Kurzwaaren
Streichhölzer
Ungefaßte  Edelsteine  und  T
Metalle:  Kupfer
Eisen
Blei.
Stahl
Zinn
Petroleum.
Seide:  roh
-Stückgüter
Zucker
Wollenwaaren:  Stückgüter,  Shawis  ꝛc.
b)  Indische  Produkte:
Kleidungsstükke
Stiefel  und  Schuhe
Möbel  .
Kohlen.
Tauwerk  .
Baumwollen-Garne.
-  Stückgüter
a)  ungebleicht
b)  bunt,  bedruckt  oder  gefärbt
c)  Nähgaon
6  Taschentücher  und  Stents
Färbe=  und  Gerbemittel
Metalle  ..
Vegetabilische  Telen
Saaten.  .
Seidenwaaren
Gewürze
Zucker
Talg,  .
Holz  und  Holzwaaren

Andere  Staaten  Arabiens.

1893  94
Rupien
96  952
76  819
11  660
12281

4242
104  122
76740

164  804
156  633
614  312
15  375
952

20  650
4893
2783
104  000
37  055
15  914
21  771
1  604

8  737
12  018
70521
17  399
170  087
19  438

5  650
828
11  166

8  614
146  723

117  412
65  664
1  324
10  940
22525
21228
62  603
23  669
13564
55  128
14  103
21  456
22  376

Davon
Einfuhr  Auofuhr  nichtindische
Produkte
Rupien  Rupien  Rupien
1893.94  155  859  3819017  1  196  998  .
189190  140  609  3  669  707  1  086  107

1894/95

Rupien
54391
47572
15  610
10  427

3  428
214  149
70  098

222  965
196  878
802  859
21  587
1  556
23  182
6  286

5  888
24  000
41  945
25  757
11  314
2  07

7  069
17  162
66  561
18  722
181  946
23  081

5975
558
5578
11  188
167  656

142  848
69  317
3  011
7  301
26  591
26  443
48  440
44  085
14  568
38  949
20  612
10  379
12  942

Ferner  indische  Bodenprodukte.
Der  Handel  betrug:

1895/96
1896/°7.
1897/98.

1895/96
Rupien
102  022

42  224
15  736
11  986

33  872
223  059
82278

192  589
266  398
1  165  928
13  848
1  885
36  566
15  055
11  849
48  775
71747
34  127
9  662
2731

9  647
53  114
82  639
53  234
298  465
34  210

21  424
880

17  411
22  979
206  863

129  167
135  494
1  926
10  855
12  737
45  946
74  735
33  194
57  010
61  589
55  836
20  886
17  029

Einfuhr

Rupien
163  155
88  558
38  074

1896/97
Rupien
81  808
44  205
7  829
13  156

23  919
157  920
57  004

162  605
192  706
756  673
22  518
1  510
24534
22  548
7  893
77500
51  181
30  809
15  157
1  054

4  307
30  023
61  667
56  031
198  202
18  906

7  236
130

6  318
600
9770
186  326

113  452
119  425
1  877

6  299
10  260
29  842
47  447
38  389
36  840
46  711
28  286
22  364
18  877

Ausfuhr

Rupien
3  616  046
2  705  320
2280  630

1897/98
Rupien
134  268
48  200
26  770
3  750

18  448
157  828
61146

213  84
256  607
977153
21  971
734

19  396
13  566
6  207
64  500
4  259
21  497
6  406
1232

6  460
41  333
77  476
51  467
169  468
13  030

7  036

1  324
1848
28  991
10  335
216  137

162  490
61  923
1343
9510
12  451
24  606
48263
19.72
25  40
52255
11  363
22  491
15  022

Davon

nichtindische
Produkte

Rupien

1  130  409
855  913
586  568
        <pb n="975" />
        823

—

Die  Einfuhr  ist  seit  6  Jahren  graduell  zurückgegangen.

Einfuhrartikel  sind:  Chemikalien  (5000  R.

in  1897/98  gegen  16  761  R.  in  1893/94),  Gummi  und  Resin,  Juwelen,  einschließlich  nicht  gefaßte  Edelsteine
  und  Perlen  (13  057  R.  gegen  24  888  R.  im  Vorjahre),  Früchte  und  Provisionen  und  Muscheln.

Der  Abfall,  den  die  Ausfuhr  des  Jahres  1896/97  aufwies,  war  ziemlich  generell.  Nichtindischer
Zucker  ging  jedoch  damals  in  größeren  Mengen  dorthin;  von  indischen  Produkten  wies  Mehl,  welches  etwa

40  pCt.  der  Ausfuhr  indischer  Produkte  ausmachte,

eine  bedeutende  Abnahme  auf;  Verschiffungen  von

Baumwollwaaren  und  Ginger  fielen  ebenfalls  bedeutend.  Im  Jahre  1897/98  ging  der  bereits  gefallene
Export  infolge  geringerer  Versendungen  von  Baumwollen=  und  Seidenstückgütern,  Mehl,  Ingber  und  Zucker

weiter  zurück.
Es  wurden  dorthin  ausgeführt:

a)  Nichtindische  Produkte:

Baumwollenstückgüter:

Andere  Ausfuhrartikel  waren  lediglich  Bodenprodnkte.

9  337  R.  gegen  46  302  R.

a)  ungebleicht  1897/98:
b)  gebleicht  -  18  722
c)  bunt,  bedruckt  oder  T  -  264  098  =
Drogen  .  -  6686-Steingut
  und  Porzellan  .  -  760-Glaswaaren.
  .  -  4  004
Reis  .  -  126983-Eisen=
  und  Kurzwaaren  .  -  9547-Metalle:
  Kupfer  -  11  126  =
Eisen.  -  8871  —
Stahl  .  -  2164  =
Zinn  -  3057  —
Seide,  roh  -  12397  —
Seidenwaaren  -  13  565=Gewürze:
  Nelken  OD  2944
Zucker  23  649.
Thee  -  35  620  —
b)  Indische  Produkte:
1893/94  18394,95
Rupien  Rupien
Kleidungsstücke  9372  4  324
Stiefel  und  Schuhe  1  060  2  072
Baumwollen-Garne  34  635  50  003
-  -Stückgüter:
a)  ungebleicht  216  308  383  898
b)  gebleicht  13  868  6  350
0)  bunt,  bedruckt  oder
gefärbt  81  168  79  008
d)  andere  Arten  .  42  661  28  610
Gerbe=  und  Färbemittel.  61  914  59  691
Metalle:  Messing  .  54  467  50  225
andere  Metalle  10  538  10  079
Aetherische  Oole  37  256  37512
Vegetabilische  Oele  13  782  26  340
Seidenwaaren  206  133  177  707
Gewürze  261  666  205  105
Zucker  37  318  81  460
Thee  69  013  59  214
Holz  und  Holzwaaren  7  030  15.775

-  59  268
380  853
30  353
10  832
17  719

VU#  V  V

*

21  661
19  521
37  544
30  087
8  052
19  022
45  161
.45  386
19  874
252  388
65  233

r  V  #  N  U  U  U  V  r*i

1895/96
Rupien
10  420
3  394
23  880

in  1893/94

.  1896/97  und
1895/96
19893/4
1896/7  1897/98
Rupien  Rupien
6  806  2279
1  618  1  185
27  419  5  648
131  620  127  839
2  888  350
101  350  80  441
39  256  26  699
19  310  32  485
29  010  21  785
12  112  4  175
10  764  14  953
1  425  885
107  177  24  390
209  439  107774
89  273  7678
47.218  39  387
5  092  2  657
        <pb n="976" />
        824
gegen  347  161  R.),  getrockneten  Früchten  (851  156  .
gegen  807  177  R.)  und  roher  Seide  (119  692  .
gegen  97  815  R.  zn  verzeichnen.

Persien.
Den  Handel  mit  Persien  in  den  letzten  fünf
Jahren  zeigen  die  folgenden  Zahlen:

Die  Hälfte  der  Ausfuhr  nichtindischer  Produkte
(Reexporte)  besteht  aus  baumwollenen  Stückgütern
der  Rückgang  hierbei  in  ungebleichten  und  gebleichten
Stückgütern  wurde  zum  Theil  durch  eine  Wiederaufbesserung
  in  der  Ausfuhr  bedruckter  Stückgüter
ausgeglichen.  Die  Ausfuhr  von  Zucker  ist  infolge
der  Errichtung  einer  Fabrik  für  feinen  Rübenzucker

Der  Handel  in  letzterem  Artikel  hielt  sich  auf  der
Höhe  des  Vorjahres  (836  058  gegen  833  488  R.
in  1896/97).  Der  Werth  der  Einfuhr  von  Perlen,
deren  Preis  in  Europa  gedrückt  war,  fiel  von
2,4  Millionen  auf  1,9  Millionen  Rupien.  Eine
Zunahme  gegen  1896/97  ist  bei  verschiedenen  Artikeln,
  wie  Baumwolle  (223  543  R.  gegen  162  196  R.
in  1896/97),  Gummi  (165  982  R.  gegen  129  871  R.  in  Persien  durch  eine  belgische  Gesellschaft  gesunken.
in  1896/97),  Asa  foetida  (322  817  R.  gegen  Es  wurden  der  Hauptsache  nach  die  folgenden
243  028  R.  in  1896/97),  Häuten  (481  681  R.  Waaren  von  Bombay  nach  Persien  ausgeführt:

„  Davon  nicht-  Andere  Artikel  aus  Persien  waren:

Einfuhr  Ausfuhr  indische  Produkte  l  1897/98  1396)97
Rupien  Rupien  Rupien  #  Rupien  Rupien
1893/94:  6515  678  16  321  830  12  003  889  Andere  Droguen  28  135  gegen  27  944
1894/95:  7198  549  21  066  355  16  246  451  Parfümeren  141  135  =  15  009
1895/96:  7  649  025  15  496  064  10  748  0607  Datten  256  853  291894
1896/97:  5  984  282  12234  466  8  871  731  1  Saatern  183  148  198  097
1897/98:  5  804  140  11  911  622  8  186  0563  Muscheln  ...  25  O41  1  318
Die  Haupteinfuhrartikel  sind  Perlen  und  Wolle.  Teppiche  11  2338  1027

l

l

 

 

*r  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  189/8

a)  Nichtindische  Produkte:  Rupien  Rupien  Rupien  Nupien  Rupien

Kleidungsstüke  42  882  34550  32  338  34266  35082

Stiefel  und  Schuhe.  5239  1  523  4551  1  576  7  680

Kerzen  11  433  24  289  36  556  13942  5  676

Wagen  und  Theile  dovon  3  700  8  300  8262  1  200  10  290

Chemikalien:  Alaun  12  317  9  839  10  383  5231  6  086

Arsenik  661  689  648  151  161

Kopperas  4  487  2  535  2  271  4  103  2  650

Salmiak  9  877  21  016  10  808  13  060  16  050

Schwefelsäure  40  707  —  —  754

andere  Arten  1521  2573  341  897  1  647

Wand=  und  Taschenuhren.  12  598  9  467  6  599  5  039  2792

Kasse  78  50!  238  535  60  540  76  957  176  135

Echte  Korallen  35  139  26  929  2  015  —  1075

Baumwollen-Garne#  351  955  839  338  398  266  553780  805149
-  Stückgüter:

a)  ungebleicht  1  262  434  2161  845  930  332  783  232  59622

b)  gebleicht  J788  656  1  116780  481  219  324  357  279283

C)  bunt,  bedruckt  oder  gefärbt  3  477  627  5  140  779  4  605  681  3  131  546  3322  445

)  Taschentücher  und  Shawls  110  205  136  125  94  059  73  075  56  662

e)  Nähgarn  ...  43  502  44  364  54  258  60  383  3246

f)  Strumpfwaaren  8  548  4  158  3  337  2  51  1624

Cassia  lignca  15  082  84  259  28  104  14  9268  38  477

Chinin  4  625  12  934  23  227  13  522  4986

Kamphor  ...  5149  4968  1149  4  495  9312

Andere  Drognen  33  171  18  123  25  584  17.251  27  253

Anilin=  und  Alizarinfarben  14712  61712  49  943  62  641  131  25

Andere  Färbe=  und  Gerbemittel.  17  493  9  850  11  584  8  234  6  427

Steingut  und  Porzellan  60  551  61  200  90  871  94.228  81.29

Fensterglas  8511  13  733  13  314  7  438  8315

Glasperlen  .  10  021  12  6149  3  075  1  400  910

Andere  Glaswaaren  67  859  62  718  53  247  41  012  4  042

Eisen=  und  Kurzwaaren  55  918  66  859  100  885  109  635  104  689

Schmucksachen  725  6  820  2  150  2520  20  050
        <pb n="977" />
        b)

—  825

1893/94
Rupien
Edelsteine  und  Perlen,  ungefaßt.  29  300
Streichhölzer  .  7330
Metalle:  Messing  7271
Kupfer  354  205
Eisen  38  378
Blei  16  913
Quecksilber  1  096
Stahl.  3  411
Zinn  85  606
Petroleum.  32e290
Druckpapier  .  1259
Schreibpapier  und  Couverts  16311
Andere  Arten  Papier  967
Provisionen  (andere  als  Schinlen,

Käse,  Früchte,  Shh)  12  914
Rohseide  .  16279
Seidenwaaren  136  770
Schreibwaaren  tuaeschoff  en  Popier  10397
Zucker  1246  233
Thee  3  216  748
Wollene  Stückgüter  101  363

-Sghawls  24  187
Andere  Wollenwaaren.  9188
Indische  Produkte:

Kleidungsstücke  11  589
Wagen  und  Theile  davon.  4  998
Baumwollen-Garne#.  211  288

-  -Waaren  256  966
Droguen,  Medizinen,  Narcoties  9  918
Indigo  957  247
Andere  Färbe-  und  Gerbemittel.  54  609
Glaswaaren  10  390
Eisen=  und  Kurzwaaren  1  512
Seidenwaaren  116  355
Zucker  36  989
Wollenwaaren  188  374

1894/95
Rupien
19  100
7  065
9  037
228  857
52  875
10  149
1  997
5  084
103  S841
14720
1  315
23  819
1  773

7  335

10  482
102  666
13  979

1  193  877
3994229
91  969

17  962
7539

19  455
12  472
428  523
410  097
32  320
855.774
112  933
8328

6  832
89  567
34  232
154  503

1895/96
Rupien
38  570

10  892.

3777
274  345
118  705
7  123
2220
3  945
104  321
25  473
347
21  794

2  661

13  727
8  685
61  168
20  085
853  926

1  858  109

83  045
3954
11  190

8  864

8  398
414  258
408  073
36  267
560  833
47  355
10  523
14  866
14  715
33  034
157  567

1896/  97

Rupien
37550
6  512
9  368
183  430
46  935
15  914
4  019
3  680
43  975
(  610
160
11913
1  744

9  491
12  651
62  515
11  057

830  598

1  928  315

116  933

1  584

8  618
4730
301  817
109  025
21  492
418  844
12  459
5  266

7  830
29  646
17  578
126  769

1  047

1897/98
Rupien
28  500

7  494
11  496

254  898

94  887
5  227
2311
5348

51799

26705

350

11  824

2  082

17  005
8  993
741  040
17  849
409  920
242
72927
302

1  527

G  527
5700
466  246
275  853
39  752
865  668
33  687
7251

6  388
28  426
28  518
123  078

Andere  indische#  Ausfuhrartikel  waren  lediglich  Bodenprodukte.

Ostasiatische  Türkei.
Der  Handel  Bombays  mit  der  asiatischen  Türkei  stellte  sich  in  den  letzten  5  Jahren,  wie  folgt:

Einfuhr  Ausfuhr  davon  nichtindische  Produkte
1893/94.  3  489  493  4  064  419  2289  158  Rupien
1894/95.  3  194  469  6  177  338  3  442  742  -
1895/96  3  829  290  4352  752  2  284  783  -
1896/97.  2  991  337  3837173  1  861  495
1897/98  2  105  455  2  802  180  1  323  509

Diese  Zahlen  umfassen  den  Handel  nach  den  türkischen  Häfen  des  Persischen  Golfs  und  des
Rothen  Meeres  (besonders  Jeddah).  Die  Einfuhr  aus  den  letzteren  Häfen  ist  unbedeutend.  Die  Ausfuhr
aus  Bombay  von  nichtindischen  Produkten  dürfte,  soweit  europäische  Waaren  in  Frage  treten,  wohl
für  den  Golf  bestimmt  gewesen  sein.  Die  obige  Ausfuhr  bestand  der  Hauptsache  nach  aus  Pferden,

Getreide  und  Datteln.  .
Die  Ausfuhr  nichtindischer  Produkte  setzte  sich  in  der  Hauptsache  aus  folgenden  Waaren
zusammen.  1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Mwien
3  29  056  27
leidungsstücke  .......  10403  30529  3919  ,
greilefel  Schue  4  074  4  782  8  580  1  501  2  011
        <pb n="978" />
        Ferner  indische  Bodenprodulte.

—  826

1893/94
Chemikalien,  dieselben  Arten,  die  nach  Rupien
Persien  reexportirt  wurden.  19  265
Baumwoll-Garn.  16  459
-Stückgüter:
a)  ungebleicht  .  196  671
b)  gebleicht  ..  38  379
I)  bunt,  bedruckt  oder  gefärbbt  779  947
)  Taschentücher  und  Shawls  45  066
e)  Strumpfwaaren  ..  10  425
1)  Nähgarn  .....  29271
Droguen,  Medizinen  und  Narcotics  29  448
Anilin=  und  Alizarinfarben  25  422
Steingut  und  Porzellan  4  182
Glaswaaren  ..  48271
Eisen-  und  Kurzwaaren  69  182
Maschinen  .  12374
Streichhölzer  2  165
Metalle:  Messing  2700
Kupfer.  33  048
Eisen  33  462
Blei  11  114
Quecksilber  2948
Stahl.  5  002
Zinn  46  786
Farben.  11  269
Seidenwaaren  20  558
Zucker  417  997
Theee  82  020
Wollenwaaren  14  059
Indische  Waaren:
Kleidungsstücke  6  042
Schuhe  und  Stiesel.  2  572
Baumwoll-Garne  275  587
„Stückgüter  321  447
Glaswaaren  7  886
Indggvon  35  308
Andere  Gerbe=  und  Färbemittel.  35  612
Metalle  .  6  482
Seidenwaaren  98  440
Zucker  30  911

1894/95
Rupien
30  487
40  981

277  999
63  943

1  555  894

61  377
7  055
33  914
56  088
28  167
63  017
49  975
91  479
2  050
21  707
1  443
91.10
42  185
7836
3  071
6168
48  383
9892
63  753
457  703
57  473
19  385

7  560
31910
481  962
631  628
15  433
95  306
58  023
10  488
109  305
29  737

1895/96
Rupien
24500
14  846

134  307
48  696
827  841
36  666
10  067
23  583
25  292
34  139
62  289
60  986
95  559
1  805
17  952
2  536
105  664
61  009
15  923
2  291

4  69
47  982
5  680
61  909
356  834
56  264
8970

8  381

4  863
260  618
459  829
10  513
26  381
30  332
12  225
152  334
31  460

1896/97
Rupien
27  501
11  161

116  390
24  158
536  853
22  293
9342
24  527
4  054
37  363
37  739
48  732
80  732
1  270

1  987
88  241
34  737
ö  839

3  748
2772
49  801
4  826
59  468
391282
37  662
7  119

4  863

1  835
468  184
432  351
6  042
18  642
11  202
13  542
129  188
30  343

1897/98
Rupien
16  261

7975

38  635
9179
531  080
29  608
13  961
15  923
37939
20  592
50  888
54770
79  608

773

2  087
31  445
34  759
3274
131
2337
24  513
6  001
26  365
110  363
49  743
3  045

1139
3215
337  736
288  567
6  936
42  305
14310
2917
87  187
33  615

Andere  Länder  in  Asien:  China,  Hongkong
und  Vertragshäfen.
Der  Handel  mit  diesem  Lande  stellte  sich,  wie

folgt:  Einfuhr  Ausfuhr
Rupien  Rupien
1893/0  4:  28  733745  75’.757  036
1894/95:  23  395  099)  88  503  262
1895/06:  21  379  446  98  896  14171
1896/907:  18  538  357  97  877577
1897/98:  13777225  81  984  567

Die  folgenden  Artikel  bilden  etwa  85  péCt.  der

Einfuhr  dorther:  1896/97  1897/986
Rupien  Rupien
Glaswaaren  445  297  413  281
Rohseided  0  606  946  4  707  337
Seidenwaaren  ......  1171352  3651059
Zucker  1  163  690  1  703  124
Thee  4  365  925  1  171722

#in  1896/07),

Die  Ausfuhr  nach  China  ist  seit  zwei  Jahren
gesunken.  Hauptaussuhrartikel  sind  Rohbaumwole
(1  805  019  R.  gegen  3  038  269  R.  in  18960|.
Baumwollgarne  (55715  487  R.  gegen  61  410  150r
Baumwollenstückgüter,  ungeblei  4
(193  406  R.  gegen  801  347  R.  in  18900/  „
Opium  (22  017  180  R.  gegen  30  473  708  .
1896/97).

apan.

Die  nachstehenden  Zahlen  geben  den  Handel

der  letzten  fünf  Jahre  an:

Einfuhr  Ausfuhr

Sinsh  Rupien
1893)94:  1  527  360  12247  bis
1894/95:  2  042  206  11  560  *
1895/96:  3217995  22000  764
1896/97:  4  407  117  32  640  5.
1897/98:  3702  677  29  036  34
        <pb n="979" />
        Die  verschiedenen  Artikel  der  Einfuhr  wiesen  be—

827

deutende  Fluktuationen  auf.  Japanische  Seidentaschentücher,

  billige  Schirme  und  Uhren  fielen  ab,  Kohle
wurde  in  Japan  im  Lokalverbrauch  konsumirt,  und
für  Kupfer  war  ein  Bedarf  in  Japan  selbst  und  in
China,  daß  die  erzielten  Preise  einen  Export  nach
Indien  nicht  gestatteten.  Kampher  wurde  in  sehr
großen  Mengen  importirt,  die  Streichhölzereinfuhr
nahm  um  beinahe  das  Doppelte  zu  (998  271  R.
gegen  531  175  R.  in  1896/97).
Seidenwaaren  erfuhr  einen  Ausschwung  auf  Kosten
der  chinesischen  Waare.

Die  Ausfuhr  nichtindischer  Produkte  nach  Japan

ist  verhältnißmäßig  klein  (152  126  R.  gegen
172  475  R.  in  1896/97).  Elfenbein  war  der
Hauptausfuhrartikel.  Die  betreffenden  Zahlen  der

letzten  fünf  Jahre  waren,  wie  folgt:
1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Nupien  Rupien  Rupien
35  202  132575  202917  129714  107  682
Die  Ausfuhr  indischer  Erzeugnisse  bestand  fast
ausschließlich  in  Rohbaumwolle.
Straits-Settlements.

Der  Handel  der  letzten  fünf  Jahre  stellte  sich,
wie  folgt:

Einfuhr  Ausfuhr

Rupien  Rupien
1893/94:  3944  546  4  818  647
1894/95:  4178741  6  529  636
1895/96:  2  925  696  5  859  165
1896/97:  2  310  957  5  118  315
1897/98:  4504  590  1  681  780

Das  Jahr  1897/98  weist  eine  Zunahme  von
95  pCt.  in  der  Einfuhr  gegen  das  Vorjahr  auf;
hiervon  entfallen  88  pCt.  auf  Reis  (2  198  505  R.
gegen  146  599  R.  in  1896/97).  Dieser  Reis  kam
aus  Siam.  Der  Rest  der  Einfuhr  bestand  in  Rohr,
Kaffee,  Gummi,  Zinn,  Rohseide,  Gewürze  (Muskatund
  Betelnüsse),  Holz,  Sago  2c.

Schließlich  ist  ein  neuer  Handelszweig  mit  Sumatra
  zu  erwähnen,  welches  in  1897/98  für
200  000  Rupien  Petroleum  nach  Bombay  importirte.

Australien.
Der  Handel  stellte  sich,  wie  folgt:

 

Der  Handel  in

 

 

Einfuhr  Ausfuhr

Rupien  Rupien
1893/94:  617  743  141  .499
1894/96:  923  354  191  934
1895/96:  568  279  201  099
1896/97:  1  506  272  179  450
1897/98:  501  907  37  916

Haupteinfuhrartikel  aus  Australien  sind  Pferde
und  Kohlen.  Die  Einfuhr  von  Kohlen  betrug  in
den  letzten  fünf  Jahren:

1893/94  1894/95  1895/96  1896/97  1897/98
Rupien  Rupien  Rupien  Rupien  Rupien
111  441  249  817  74001  265  957  120  746

 

Schifffahrt.
Die  nachstehende  Tabelle  giebt  die  Schiffs=  und
Tonnenzahl  im  überseeischen  Verkehr:

1896/97  1897/98
Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen
Es  liefen  ein  771  1158  489  711  1011  960
Davon  Dampfer  566  1126  026  469  974940
Es  liefen  aus  644  900  237  615  799  492
Davon  Dampfer  436  873  753  374  770  371

Die  Provenienz  bezw.  die  Bestimmung  der
Dampfer  mit  Ladung  war  die  folgende:

 

 

 

1896%97  1897/98
Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen
Es  liefen  ein  von:
Großbritannien.  166  407  815  140  3065  681
Mauritins  23  40  837  21  39  575
Natal.  —  —  1  760
Aden  24  52270  26  60  394
Ceylon  ..  ...  6  10130  1  170
China:  Hongkong  28  52  808  28  55  118
Straits  Settlemens.

  —  —  2  5  036
Australien  .  .  .  8  18  698  3  6  188
Großbritannien

u.  brit.Besitzungen

  zusammen  255  587  558  222  532  922
Oesterreich  -Ungan

  23  55  089  17  38  1901
Belgien  3  6749  1  2340
Frankreich  .  .  .  17  38825  9  22109
Deutschland  28  56  680  19  39  480
Holland  –  —  1  1620
Italten  15  32255  12  31  923
Rußland  16  34  106  27  33392
Mozambiqure  10  14949  5  8  529
Zanzibrtr.  38  44  808  33  38  779
Egyoten  3  5169  —  —
Verein.  Staaten

von  Amerika  7  13  783  7  16  402
Maskat  5  2  490  5  1  865
anderen  Häfen

Arabiens  26  31  765  12  13561
China:

Vertragshäfen  25  54  301  22  49  692
Japan  .  .  .  .  .  46  102063  41  91  529
Perseien  5  4  801  4  4  196
Siam.  .  .  ...  8  6  432  10  8  038
Sumatra  —  —  3  3127
der  asiat.  Türkei  36  34  143  19  169045

Uebrige,  nicht  britische
  Schifffahrt,
zusammen.  311  338  468  247  442  013

Von  Dampfern,  die  Bombay  in  Ballast  anliefen,
  kamen  in  1897/98:

1  von  1  018  Tonnen  aus  Großbritannien,

1  2317  -  Natal,
3  58310  -  Aden,
6  14  850  -  -Ceylon,
        <pb n="980" />
        1  von

1  760

3  -

1  599  Tonnen  aus  Abyssinien  und
Afrika.

Eine  eigentliche  Segelschifffahrt  besteht  einkommend
  nur  im  Handel  mit  Mauritius  (Zuckereinfuhr)
(6  Schiffe  von  3924  Tonnen  in  1897/98)  und
den  Vereinigten  Staaten  (Petroleum),  woher  in
1897/98  4  Segelschiffe  von  7341  Tonnen  kamen.
Die  übrigen  als  Segelschiffe  angegebenen  Fahrzeuge
waren  meistens  Nativecrafts  und  kamen  von  Ostafrika,
  Ceylon,  Arabien  und  den  Persischen  Golf-Häfen.
1897/98
Esliefen  aus  nach:  Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen

1896/97

 

 

 

828

#

s

Von  den  Dampfern,  die  in  1897/98  Bomban
in  Ballast  verließen,  fuhren:

1  von

35  100  762
1  =  849
2  z  4  658
1  2216
1  2275
3  ..6656
1  =  867

U

A  U  #u

—

—

1  888  Tonnen  nach

#  1

U##  N  #

Aden,

Ceylon,

den  Straits  Settle
ments,

Rußland,

der  ostafrik.  Küste,
Maslat,

Java,

der  asiatischen  Türkei.

Drei  Segelschiffe  von  1650  Tonnen  fuhren  in
1897/98  beladen  nach  Mauritius.  Für  den  übrigen
auslaufenden  sogenannten  Segelschiffsverkehr  gelten
die  Bemerkungen  unter  den  einkommenden  Segelschiffen.


Nach  der  Flagge  vertheilten  sich  die  Dampfer,
beladen  wie  in  Ballast,  in  1897//98,  wie  folgt:

rn  Einkommend  Auslaufend
Nationalität:  Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen
Britisch.  482  1  000  791  419  889  512
Oesterreich-Ungarn

  ..  28  68  598  33  80  383
Holland  1  1  620  1  1620
Frankreich  20  41426  20  41  27
Deutschland  39  59951  27  33  4197
Italien  24  51  046  26  33882
Norwegen  —  —  2  1716
Arabien  5  1  865  4  1  492
Japan  13  206  263  1  1999"

 

Großbritannien  73  186  035  48  132  405
Mauritius.  .  .  9  11440  5  6  962
Natall  11  97356  3  2959
Aden  30  66  467  29  67  039
Ceylon  7  11929  1  2177
China:  Hongkong  34  67718  38  78  606
Straits  Settlementt
  .  5  7126  9  10970
Australlen  —  —  1  1192
Großbritannien
u.  brit.  Besitzungen
  zusammen  169  360  759  134  302010
Oesterreich-Ungarn.
  .  .  .  .  158  33  062  22  51  692
Belggen  11  37720  20  48  676
Frankreich.  40  92  030  41  96  486
Deutschland  23  50389  16  30  961
Holland  4  10  223  1  3582
Italien  23  48  6900  18  44074
Abyssinen  —  —  2  2607
Mozambique  7  9  739  4  5  568
Zanzibar  33  42  183  41  52  371
Egypten  4  4984  —  —
Madagaskar.  .  .  1  998  —  –
Maskt:  6  3  435  4Z  1  492
anderen  Häfen
Arablens.  23  31  477  10  10  860
China:  Vertragshäsen
  30  65  609  26  59999
Japan  .  .  .  .  ..  25  60235  17  44  961
Perseien  –  —  2  1749
Siam  .  .  .  .  .  .  2  1916  3  2258
der  asiat.  Türkei  20  20304  13  11  025
Uebrige,  nicht  britische
  Schifffahrt,
zusammen  267  512991  240  468  361
1893,94
Einkommend:  Schifse  47
Netto  R.-Tonnen  70  957
Ausgehend:  Schiffe.  18
Netto  R.-Tonnen  69  642

Von  obigen  Schiffen  kamen  13  britische  Dampser
von  25  851  Tonnen  in  Ballast  hierher  und  45  betische
  Dampfer  von  119  171  Tonnen  und  2  nolwegische
  von  1716  Tonnen  liefen  in  Ballast  aus.

Wie  schon  in  der  Anmerkung  gesagt,  werden

Schitiffe,  die  von  oder  nach  indischen  Küstenhäfen

ankommen  bezw.  abfahren,  zur  Küstenschifffahrt  gerechnet.
  Da  die  Nationalität  der  Schiffe  dort  m
der  hiesigen  Statistik  nicht  geschieden  wird,  so  läßt
sich  nicht  genau  der  Antheil  der  einzelnen  fremden
Nationen  an  der  Schifffahrt  Bombays  feststellen.
Schiffe  unter  deutscher  Flagge  verkehrten  in  Bombay
in  den  letzten  fünf  Jahren,  wie  folgt:

Der  Rest  fuhr  von  Bombay  nach  indischen  Küstenhäfen
  und  verschwindet  in  der  indischen  Statistik  demzufolge
unter  der  Küstenschifffahrt.

1894/95  1895./96  1896/97  1897/98
40  55  56  42
76  973  87752  96  779  59246
40  56  54  44
77  536  89  173  93  817  62  208

Hervorzuheben  dürfte  die  nicht  unbedeutende  Vergrößerung  des  Dampferverkehrs  zwischen  Bombay

und  China—Japan  sein.

Derselbe  betrug  in  den  letzten  10  Jahren  unter  Nichtanrechnung  von  Schiffen  in  Ballast:
        <pb n="981" />
        China:  Hongkong

829

China:  Vertragshäfen

Einkommend  Ausgehend  Einkommend  Ausgehend

Schiffe  Tonnen  Schiiffe  Tonnen  Schisse  Tonnen  Schiffe  Tonnen
1888/89:  61  104  766  55  93  573  12  23  988  13  27  561
1889/90:  52  921949  45  74  646  15  31  492  26  57  381
1890/91:  55  93  852  54  91  433  18  39201  26  55  234
1891/92:  50  84  952  51  84  454  17  35  287  33  68  701
1892/93:  40  66  265  42  72  093  31  60  461  45  92  947
1893/94:  22  35  954  22  36  084  26  52  773  37  79  120
1894/96:  14  21574  14  21784  24  47  827  52  115  519
1895/96:  21  36  739  27  53  615  28  60  561  32  70  906
1896/97:  28  52  808  34  67  718  25  54  301  30  65  609
1897/908:  28  55  148  38  78  606  22  48  962  26  59  999

Japan  Zusammen
Einkommend  Ausgehend  Einkommend  Ausgehend

Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen
1888/89:  —  —  1  1555  73  128  754  69  122  689
1889/90:  —  —  1  1602  67  124  441  72  137  629
1890/91:  —  —  —  —  73  133  053  80  146  667
1891/92:  —  —  —  —  67  117  239  84  153  255
1892/93:  2  4515  3  7  209  73  131  241  90  172  249
1893/94:  16  39  872  13  32  046  64  128  599  72  147250
1894/95:  20  46  726  15  35  167  58  116  127  71  172  470
1895/96:  34  76  569  14  34  008  83  173  869  93  158  529
1896/97:  46  102  063  25  60  235  99  209  172  89  193  562
1897/98:  41  91  529  17  44  961  91  195  609  81  183  5606

Seit  langen  Jahren  hielt  die  Peninsular  and
Oriental  Steam  Navigation  Company  das
Monopol  der  Schifffahrt  Bombays  mit  China—
Japan,  an  welcher  die  beiden  kontinentalen  Linien,
der  Oesterreichische  Lloyd  und  die  Florio  Rubattino-Linie,
  mit  je  einem  Dampfer  monatlich  partizipirten.
Vor  etwa  11  bis  12  Jahren  versuchte  der  Lloyd
diese  Verbindung  auszudehnen  und  mehrere  Dampfer
im  Monat  laufen  zu  lassen.

nehmen  anschließen  wollte,  waren  gezwungen,  nachdem
  die  P.  &amp;amp;  O.-Gesellschaft  ihre  Frachtraten  bis
auf  1  Rupie  die  Tonne  heruntergesetzt  hatte,  diesen
Versuch  aufzugeben.  Die  Linien  komen  zu  einer
Verständigung  und  arbeiten  seit  der  Zeit  mehr  oder
weniger  unter  dem  Vorantritt  der  P.  &amp;amp;  O.-Gesellschaft
  Hand  in  Hand.

Als  etwa  in  1891/92  die  Japaner  begannen,
die  Schifffahrt  zwischen  Bombay  und  Japan  aufzunehmen,
  versuchte  die  P.  &amp;amp;  O.  abermals  das  oben
angewandte  System,  durch  Frachtenermäßigung  und
zeitweiliges  Umsonstarbeiten  die  neue,  unliebsame
Konkurrenz  aus  dem  Felde  zu  halten.  Die  von  ihr
notirten  Frachten  für  Baumwolle  nach  Japan  standen
eine  lange  Zeit  auf  2½  Rupien,  ja  sogar  auf
2  Rupien  die  Tonne.  Indessen  blieben  diese  Notirungen
  nominell,  da  das  Vorgehen  der  P.  &amp;amp;  O.
Linie  an  dem  patriotischen  Sinn  der  japanischen
Baumwollspinner  scheiterte,  mit  denen  die  jopanische
Dampfergesellschaft  vorsichtigerweise  vor  Eröffnung

Er  sowohl  als  die
Rubattino-Linie,  die  sich  ebenfalls  diesem  Unter- 



 

der  Bombay-Linie  einen  Vertrag  geschlossen  hatte,

wonach  jene  nur  Baumwolle  zu  verarbeiten  sich  verpflichtet

  hatten,  die  mit  Schiffen  dieser  Linie  nach
Japan  gebracht  war.  Es  sind  daher  Fälle  vorgekommen,
  daß  mit  Schiffen  anderer  Linien  nach
Japan  gebrachte  Baumwolle  nach  China  oder
anderen  Plätzen  zurückverschifft  und  dann  mit  japanischen
  Dampfern  nach  Japan  befördert  werden
mußte.  Die  Japanuer  richteten  hierbei  ihre  Konkurrenz
  ausschließlich  gegen  die  P.  &amp;amp;  O.  und  deuteten
den  zwei  kontinentalen  Linien  an,  daß  sie  geneigt
wären,  mit  ihnen  zu  einem  Verständniß  zu  kommen.
Diese  lehnten  ab,  da  sie  die  Feindseligkeit  der  mächtigen
  P.  &amp;amp;  O.  auf  anderen  Gebieten  fürchteten.  In
der  Folge  aber  kamen  auf  Drängen  der  Baumwollverschiffer,
  deren  Waare  oft  von  den  japanischen
Schiffen  aus  Platzmangel  ausgeschlossen  wurde,  die
sämmtlichen  vier  Linien  zu  einem  Verständniß  mit
der  japanischen  Spinnereivereinigung,  wonach  jede
Linie  einen  bestimmten  Laderaum  für  Baumwolle
nach  Japan  zur  Verfügung  zu  stellen  hatte  und
Frachten  gleichmäßig  geregelt  wurden.

Die  P.  &amp;amp;  O.-Linie  hat  sich  den  Twist=  und
Garnexport  nach  Hongkong  reservirt,  der  Opiumexport
  fällt  ihr  wegen  der  Schnelligkeit  ihrer  Schiffe
so  wie  so  zu  und  sie  betrachtet  ihn  als  ihr  Monopol.
Sie  reservirt  hierbei  in  jedem  Postdampfer  einen
gewissen  Raum  für  Opiumverschiffungen  und  gewährt
den  Verschiffern  die  Vergünstigung  der  Verladung
des  Opiums  am  letzten  Tage,  wodurch  den  Verschiffern
  Zinsen  2c.  gesichert  sind.

Eine  neue  Linie,  welche  den  Frachtverkehr  mit
dem  fernen  Osten  aufnehmen  wollte,  würde  sich  zu
entscheiden  haben,  wie  sie  sich  zu  der  P.  &amp;amp;  O  stellen
        <pb n="982" />
        —  830

wollte.  Die  Messageries  maritimes,  dic  ihre
chinesischen  Dampfer  ausreisend  und  heimreisend
Bombay  anlaufen  lassen,  arbeiten  unabhängig.  Sie
reserviren  in  jedem  ihrer  Dampfer  nur  etwa  100  bis
150  Tonnen  für  Bombay.

Ebensolche  Bedingungen  wie  im  chinesischen
Schifffahrtsverkehr  würde  eine  Linie  vortreffen,  die
sich  an  der  Küstenschifffahrt  Indiens  betheiligen  wollte.
Hier  ist  die  British  India  Steam  Navigation
Company  allmächtig,  die  jede  Konkurrenz  fernzuhalten
  bemüht  ist  und  in  Verbindung  mit  der
Asiatischen  Dampferlinie  auf  der  Fahrt  Bombay—
Kalkutta  und  neuerdings  der  Bombay  Dampfergesellschaft
  auf  der  Fahrt  Bombay  —  Kurrachee  die
Frachten  regulirt.  Beide  Linien  wurden  anfänglich
von  ihr  bekriegt,  aber  später,  da  lebensfähig,  als
kleine  Theilnehmer  an  dem  Küstenhandel  zugelassen.

Es  ist  für  außenstehende  Rhedereien  unmöglich,
  Ladung  für  Küstenplätze  zu  erhalten,  da  Verschiffer,
  sollten  sie  mit  anderen  Schiffen  als  den
der  genannten  drei  Rhedereien  verladen  und  später
auf  diese  drei  Rhedereien  zurückzufallen  gezwungen
sein,  der  von  diesen  an  regelmäßige  Verschiffer  gewährten
  nicht  unbedeutenden  Frachtrückvergütung  verlustig
  gehen  würden.

Dieses  System  der  Frachtrückvergütung  besteht
im  chinesischen,  japanischen  Verkehr,  in  der  Küstenschifffahrt
  Indiens  und  nach  einem  Abkommen  zwischen

der  British  India-Linie  und  der  Deutschen  Ostafrika--Linie

  im  ostafrikanischen  Verkehr.
Den  Verkehr  von  Dampfern  in  Ladung  giebt
die  folgende  Tabelle:
Es  liefen  im  Jahre  1897/88
von  bezw.  nach:  ein  aus
Schiffe  Tonnen  Schiffe  Tonnen

 

Kalkutta  173  403  427  59  125597
anderen  Häfen
Bengalens  —  2  4  434
Madrss  .  .  2  4344  5  7501
anderen  Häfen  der
Madras  =  Präsidentschaft.
  T1  62  951  151  209  296
Ranggnn  ..  55  110  246  1  1  441
anderen  Häfen  in
Burma  .  .  .  ..  27  45644  1  1712
Kurrache  282  264  345  303  312  589
Häfen  in  der  Bombay-Präsidentsch.
  10  5238  5  2  643
Cutch  .  .  .  .  ..  .  19  10999  27  15317
Kathiawar  .  .  ..  96  52487  87  47242
Damaun  .  .  .  .  .  —  —  1  553
Goa.  .  .  .  .  ...  15  8079  22  24828
ferner:
Maskat  .  .  .  .  ..  5  1865  4  1  492
anderen  Häfen
Arabiens  .  .  .  12  13561  10  10  860
Persien  4196  2  1749
Zusammen  771  987  382  680  767  254

 

Zu  diesem  Dampferverkehr  tritt  noch  der  Verkehr
  mit  Segelschiffen  (dem  Gros  nach  Nativecrafts,
welcher  betrug:

Einkommend
Schiffe  Tonnen
35  483  582  301
Davonallein  nach
den  brit.  Häfen
in  d.  Präsidentschaft
  Bombay  30  774  388  515

Ausgehend
Schiffe  Tonnen
10  969  282243

7247  118  288

Diese  Schifffahrt  vermittelte  außer  dem  oben  bereits
  beschriebenen  Handel  mit  dem  Persischen  Golfe
den  Küstenhandel,  welcher  in  1897/98  den  folgenden
Umfang  hatte:

Einfuhr

Rupien

Ausfuhr
von  bezw.  nach  Rupien

der  Präsidentschaft  Bengalen  18  547  656  12  495132

 

Madras  10  475  469  17  792  157

"D  Burma  20  376  191  5  008  181

QJ  Sind  18  625  301  26  244403
Zusammen  68  024  617  61  539  8°3

Bombay  14  441  803  10  834  829

Cutht  .  ...  3  175  230  4876959
Kathiamwer  14  691  793  15  770  741
Konkon  158  609  309  378
Barda  301  961  417  706
Kamboohy  116  100  181  869
Travancorter  2  822  234  1285  1|
Cochn  —  781
Goa  ..  .  .  .  .  .  .  .  ..  441  804  2  150  981
Damaon  .  ...  14  999  15  019
J—  ..  .  .  .  .  .  .  ...  61763  83  136
Pondichery  ..  7  752  60782

 

Zusammen  104  258  674  97  527  107
darunter  Kontanten  2  163  455  3  282  109

Die  hauptsächlichsten  Ein=  und  Ausfuhrartikel  im
Küstenhandel  mit  den  drei  Präsidentschaften  Bengalen
Madras,  Sind  waren:

I.  Bengalen.

Einfuhr.  Ausfuhr.
1897/98  1897/8
Rupien  Rupien
Kohle  6284  612  Baumwolle,
Reis  1  328  223  roh  138272s
Jutewaaren  6  829  642  Baumwoll=Druck=
  und  waaren  3  653  157
Schreibpapier  307  577  Anilinfarben  131  116
Rohseide  10  819  Metalle  194148
Rapssaat.  1  916  095  Gewürze  234  161
Thehe.  8385  957  getrocknete
192  309

Früchte
        <pb n="983" />
        831

II.  Madras.
Einfuhr.  Ausfuhr.
1897/98  1897/98
Rupien  Rupien

Kaffee  372544  Baumwolle,
Coirwaaren  441  170  roh  .  .  ..  982  207

Tauwerk-  482  708  Baumbwoll=Kokosnüsse.
  2  410769  waaren  6  803  762
Getreide  1  589  527  Getreide  1  788  409
Reis-s  175  866  Oelsaaten  729771

Kokosnußöl  950  601  Anilin=  und
Gewürze.  1  312  963  Alizarinfarben  519  140

Sandelholz  219  094  Eisen=  und
«  Kurzwaaren  335  511
Metalle  955  149
Petroleum  1  072  231

III.
Einfuhr.

1897/98

.  Rupien
Baumwolle  3  213  486
Indigo  763  650
Getreide  10  214  073
Reis  752  587
Häute  899  381
Rapssaat  541  417
Wolle  73559

getrocknete

Früchte  543  399

Sind.
Ausfuhr.
1897/98
Rupien
Baumwollwaaren
  2  382  988
Mehl  604  769
Sesamöl  111  323
Seidenwaaren  356  249
Kleidungsstücke  66  113
Eisen=  und
Kurzwaaren  39  443
getrocknete
Früchte  161  481
Zucker  38  437

Wollenwaaren  111  052

Zum  Schlusse  sind  die  den  Berichten  der  Handelskammer  entnommenen  Frachtnotirungen  in  1897/98
gegeben,  wobei  hinsichtlich  der  Art  der  Berechnung  der  Tonnen  in  Bombay  auf  die  Ausführungen  in  dem
diesseitigen  Schifffahrtsbericht  für  das  Jahr  1889/90  (Deutsches  Handels-Archiv  1891,  Theil  II,  S.  40)

verwiesen  wird.

April  Mai  Juni  Juli  August  Septbr.  Oktober  November  Dezember  Januar  Februar  März
Frachten  in  sh  und  d
Liverpool:  Baumwolle  10.6  9.9  11.3  12.—  11.6  10.6  13.3  16.—  18.6  18.4  17.—  17.3
Saaten  und  Weizen  8.3  8.—  8.10  9.—  92  9.9  11.9  15.2  18  1  17.4  15.6  16.10
#  #  4+  4#  1  4+  #  4  #  #
London:  P.  &amp;amp;  O.  Maßgut  1.—  —  1.—  —  1.—  —  1.—  —  18.1  18.0  1.—  —  1.  1.—  1.  3.9  1.  5.—  1.  5—  1.  8.  -
Saaten  und  Weizen  9.8  8.3  8.3  9.  10  9.8  9.—  11.9  14.3  17.8  17.9  16.3  17.5
do.  andere  Dampfer  Maßgut  —  —  —  —  113  15.—  —  —  18.—  —  —  17.6
Saaten  und  Weizen  —  —  —  —  9.—  —  —  —  18.—  —  —  17  —
Havre:  Maßgut  .  .  ..  9.6  8.9  108  10.7  10.3  1s1.3  13.9  16.6  18.8  17.3  16.1  17.5
Saaten  und  Weizen  9.3  8.6  10.6  10.—  9.9  11.3  13.0  16.1  183  16.10  16.—  17.—
Antwerpen:  Maßgut  .  9.—  9.—  10.3  8.  10  09.9  11.1  13  4  157  18.8  16.10  149  17.1
Saaten  und  Weizen  9.—  8.8  10.—  8  10  9.1  10.10  13.4  15.6  18  1  16.4  14.3  6.10
ill  ......  9.2  n.6  9.0  9.—  10.—  10.6  12.6  153  18.1  18.1  16.9  175
Dunkirchen  ......  9.-—8.6  10.—  8.8  9.6  11.6  14.—  15.8  18.6  17.—  15.6  16.3
Triest  und  Venedig:  Maßgut  11.—  133.1  15.9  9.3  9.9  10.—  12.6  14.8  17.10  —  17.6  18.6
Saaten  und  Weizen  10.2  11.8  13.—  8.1  7.10  7.6  11.6  14.4  17.3  —  16.8  18.—
Narseille:  Maßgut  8.4  8.—  10.—  10.4  10.3  10.1  12.9  15.3  18.3  17.—  14.6  16.10
Saaten  und  Weizen  8.7  8.—  8.—  9.9  9.6  9.9  12.9  15.3  18  —  16.1  14.6  16.8
Genua:  Maßggut  92  9.1  10.7  10.0  8.10  11.6  13.9  15  10  19.—  17.6  15.9  17.6
Saaten  und  Weizer  8.9  8.3  9.4  7.0  7.8  10.9  12.9  15.3  18.4  17.—  15.—  17.2
Hamburg:  Maßgut  10.—  S.10  10.5  9.—  10.—  10.3  13.3  15.6  186  17.8  17.4  18.1
—  —-  —S).6  —  —  —  —  —  15.6  18.2

Saaten  und  Weizen

Frachten  nach  China  und  nach  Japan  standen  das  ganze  Jahr  hindurch  auf  12  bis  16  Rupien  bezw.  17  Rupien.

Verschiedene  Mittheilungen.

Wichtigere  Eingänge  aus  den  Kolonien  bei  der  botanischen
  Tentralstelle  am  Röniglichen  botanischen  Garten
werthvolle  Bereicherungen  des  botanischen  Muscums.

Seit  dem  letzten  Berichte  hat  die  botanische

und  Museum  zu  Berlin.

Centralstelle  folgende  wissenschaftliche  Eingänge  aus
den  Kolonien  zu  verzeichnen:

1.  Eine  Sammlung  Herbarpflanzen,  77  Nummern
umfassend,  vom  Gärtner  Deistel  aus  Kamerun.
Sie  war  sachgemäß  angelegt  und  kam  in  gutem  Zustande
  hier  an.  Wenn  auch  der  größere  Theil  der
Pflanzen  Ubiquisten  darstellt,  wie  sie  der  dem
Sammler  vorläufig  allein  zugänglich  gewesenen  Joßplatte

  eigenthümlich  sind,  so  finden  sich  doch  auch

manche  Formen  darunter,  die  ein  größeres  Interesse

beanspruchen,  weil  sie  Typen  der  autochthonen  Flora
Kameruns  sind.  Eine  Anzahl  trockener  und  in
Spiritus  konservirter  Früchte,  die  der  Sammlung
beigegeben  waren,  erwiesen  sich  in  der  Mehrheit  als

2.  Eine  Sammlung  Herbarpflanzen,  231  Nummern
  umfassend,  vom  Gärtner  Lehmbach  aus  Buca.
Da  in  den  höheren  Regionen  des  Kamerunberges
bisher  nur  Dr.  Preuß  und  J.  Mann  Pflanzen
aufgenommen  haben,  nimmt  es  nicht  Wunder,  daß
die  im  Allgemeinen  gut  präparirten  Spezimina
Lehmbachs  eine  beträchtliche  Zahl  von  Neuheiten
enthalten.  Besonders  die  Kenntniß  der  Grasflurenformation
  des  Berges  wird  durch  diese  gefördert,
aber  auch  unter  den  Bäumen  des  Waldes  fanden
sich  einige  noch  unbekannte  Arten.
        <pb n="984" />
        3.  Drei  Kisten  mit  lebenden  Pflanzen  vom
Gärtner  Lehmbach  aus  Buea.  Leider  standen
diesem  keine  Wardschen  Kästen  zur  Verfügung,  so
daß  er  sich  mit  gewöhnlichen,  mit  Leinwand  überspannten
  und  mit  Erde  gefüllten  Holzkisten  begnügen
mußte.  Trotzdem  ist  der  Erfolg  ein  erfreulicher.
Namentlich  eine  Reihe  von  Orchideen  ist  den  Kulturhäusern
  des  botanischen  Gartens  gewonnen  worden,
dazu  eine  kleine  Kollektion  von  Monokotylen  und
Dikotylen  verschiedenster  Art.  Eine  Bestimmung
kann  für  die  meisten  erst  eintreten,  wenn  sie  zur
Blüthe  gelangt  sind.

4.  Sämereien  von  Herrn  Dr.  Kersting  und
Herrn  Grafen  Zech  aus  Togo,  ferner  von  Herrn
Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann  aus  Dar-es-Saläm.
Unter  den  Letzteren  waren  besonders  auffällig  die
Samen  des  Amblygonocarpus  Schweinfurthii
Harms,  eines  Johannisbrotbaumes,  der  bisher  nur
vom  oberen  Nilgebiet  bekannt  war.

5.  Eine  Kautschukprobe  nebst  Zweigen  der  Ursprungspflanze
  von  Herrn  Regierungsrath  Dr.  Stuhlmann
  aus  Ostafrika.  Die  Untersuchung  ergab  die
sehr  werthvolle  und  interessante  Thatsache,  daß  der
betreffende  Kautschuk  (als  Mgoa-Kautschuk  schon  im
Handel)  von  einem  neuen  Baum  aus  der  Familie  der
Apocynaceae  gewonnen  wird,  der  Mascarenhasia
elastica  K.  Jch.  Die  Pflanze  wird  im  Notizblatt
des  botanischen  Gartens  und  Museums  abgebildet.

6.  Mehrere  30  bis  50  cm  lange  Jamsknollen
der  Dioscorea  dumetorum  (Kunth)  Pax  von
Dr.  Preuß,  der  dieselben  im  botanischen  Garten
zu  Viktoria  (Kamerun)  gezüchtet  hat.

Leichte  Schmalspurdahnen  in  den  Rolonien.

Einem  in  dem  Royal  Colonial  Institute  zu  London
über  obiges  Thema  gehaltenen  Vortrage  entnehmen
wir  Folgendes:

Bei  Eisenbahnbauten  in  noch  unerschlossenen
Kolonien  ist  im  Interesse  der  Entwickelung  des  Landes
vor  Allem  anzustreben,  daß  die  Baukosten  auf  den
geringstmöglichen  Betrag  reduzirt  werden;  genügende
Tragfähigkeit  muß  jedoch  selbstverständlich  gewährleistet
  sein.

Den  theoretischen  Fall  angenommen,  es  soll  eine
Bahn  mit  einem  Kapital  von  8  600  000  in  ein  Land
geführt  werden,  wo  der  Handel  auf  der  ganzen  Strecke
der  zu  bauenden  Linie  gleiche  Ausdehnung  besitzt,  so
können  bei  einem  Kostenansatz  von  3000  K  für  die
Meile  200  Meilen,  bei  einem  Aufwand  von  6000  SH
pro  Meile  100  Meilen  und  bei  einem  solchen  von
9000  K  nur  66,6  Meilen  gebaut  werden.  Nimmt
man  ferner  an,  daß  auf  jede  Meile  eine  Waaren--beförderung
  von  600  tons  jährlich  trifft,  so  ergiebt
sich,  daß  die  mit  9000  2  pro  Meile  gebaute  Bahnlinie
  jährlich  39  960  tons,  die  nächste  60  000  tons
und  die  mit  einem  Aufwand  von  3000  K  pro  Meile
ausgeführte  Linie  120  000  tons  befördern  wird.

832

 

Hierbei  ist  nicht  zu  übersehen,  daß  die  Waarmbeförderung
  für  jede  Meile  der  Bahnlinie  gleichbleibt,
ob  nun  eine  theure  weitspurige  oder  eine  billige,
schmalspurige  Bahn  errichtet  wird,  und  daß  außerdem
die  Unterhaltungskosten  eines  theuren  Bahnsystens
bedeutend  höher  sind,  ein  Umstand,  der  einer  Vazögerung
  in  der  Erschließung  des  Landes  gleicbedeutend
  wäre.

Nicht  auf  ein  bestimmtes  Schienengewicht  ist  der
Hauptwerth  bei  Beurtheilung  der  Leistungsfähigkett
einer  Bahn  zu  legen,  sondern  einzig  und  allein  auf
ein  richtiges  Verhältniß  zwischen  Schienengewicht  und
Maximalachsenbelastung.  Eine  Schiene  im  Gewichte
von  25  lbs  pro  Yard  ist  ebenso  dauerhast  wie  eine
solche  von  75  lbs,  vorausgesetzt,  daß  die  größte
Achfenbelastung  in  richtigem  Verhältniß  hierzu  stht.

Auf  der  Barsi-Bahn  in  Indien  ist  bei  einem
Schienengewicht  von  35  lbs  pro  Yard  eine  einheitlice
Maximalachsenbelastung  von  5  tons  sowohl  für  Lolmotiven
  wie  Güter=  und  Personenwagen  eingeführt;
diese  Einrichtung  bewährt  sich  aufs  Beste,  trotz  des
sehr  bedeutenden  Güterverkehrs.  Eine  Maximalachsenbelastung
  von  5  tons  genügt  allen  Anforderungen,
  die  an  eine  für  koloniale  Zwecke  bestimmte
Bahn  mit  Rücksicht  auf  Tragfähigkeit  und  Ladungsraum
  zu  stellen  sind.

Die  Wahl  der  richtigen  Spurweite  ist  mindesten
von  gleich  großer  Bedeutung  wie  die  Feststellung  der
Achsenbelastung.  Je  enger  die  Spurweite  angelegt
wird,  desto  kleiner  kann  auch  der  Radius  der  noch
befahrbaren  Kurve  bemessen  werden.  Die  Vortheile
dieser  Thatsache  treten  vor  Allem  beim  Bahnbau  in
schwierigem  Gelände  klar  hervor,  wo  mit  Rüchiht
auf  die  Biegsamkeit  einer  schmalspurigen  Linie  die
Anlage  von  Tunnels,  Einschnitten  und  Dämmen
häufig  umgangen  werden  kann.  In  flachem  Gelände
treten  selbstverständlich  die  Vorzüge  der  Schmolfpubahnen
  mehr  zurück.

Es  können  allerdings  auch  Bahnzüge  mit  größerrt
Spurweite  über  Kurven  mit  sehr  kleinem  Halbmeser
ohne  Gefahr  geführt  werden,  aber  die  Belastung
solcher  Züge  müßte  ganz  bedeutend  vermindert  werden.
Das  Beförderungsvermögen  einer  Schmalspurbahn
mit  leichten  Schienen  und  kleiner  Achsenbelastung  konn
nach  Bedarf  mit  dem  Anwachsen  des  Handels  und
Verkehrs  reichlich  ausgedehnt  werden  durch  Vermehrung
  von  Kreuzungsstationen  und,  für  den  dall
der  nöthigen  Schienenerneuerung,  durch  Verwendung
stärkerer  Schienen  unter  gleichzeitiger  Steigerung  der
Achsenbelastung  und  der  Maschinenkraft,  endlich  durg
Anlage  eines  zweiten  Geleises.  Achsenbelastung,  nicht
Spurweite  einer  Eisenbahn,  ist  bestimmend  für  den
äußersten  Grad  von  Trag=  und  Ladefähigkeit.

Auf  der  Barsi-Bahn  sind  Stahlschwellen  in  Verwendung;
  in  Kolonien  jedoch,  wo  gutes  Hartholz  zur
Verfügung  steht  und  dessen  Verarbeitung  in  angemessener
  Zeit  erfolgen  kann,  ist  der  Benutzung  von
Holzschwellen  mit  Rücksicht  auf  die  bedeutend  geringeren
  Anschaffungskosten  der  Vorzug  zu  geben.
        <pb n="985" />
        —  833

Wie  schon  bemerkt,  ist  für  Lokomotiven,  Güterund
  Personenwagen  der  Barsi-Eisenbahn  eine  einheitliche
  Maximalachsenbelastung  von  5  tons  pro  Achse
festgesetzt;  eine  wichtige  Neuerung  liegt  nun  darin,
daß  die  Gleichmäßigkeit  auch  auf  die  thatsächliche
Achsenbelastung,  die  gleichfalls  durchgehend  5  tons
beträgt,  ausgedehnt  ist.  Durch  dieses  Prinzip  kann
allein  größtmögliche  Tragkraft  bei  geringst  zulässigem
Schienengewicht  erzielt  werden.

In  einer  Stunde  legt  ein  Zug  der  Barsi-Bahn,
bei  einer  Belastung  von  1036  tons,  auf  ebener,
gerader  Linie  15  Meilen  zurück,  bei  einer  Belastung
von  291  tons  und  einer  Steigung  von  1:  100  in
Verbindung  mit  einer  600  Fuß  messenden  Kurve
8  Meilen,  ebenso  viel  in  bergigem  Gelände  bei  einer
Belastung  von  147  tons  und  einer  Steigung  von
1:50  in  Verbindung  mit  einer  250  Fuß  messenden
Kurve  oder  bei  einer  Belastung  von  69  tons  und
einer  Steigung  von  1:25  mit  gleicher  Kurve.

Bei  Schaffung  des  Wagenmaterials  der  Barsi-Bahn
  suchte  man  möglichst  große  Lade=  und  Tragfähigkeit
  mit  möglichst  geringem  Taragewicht  und
genügender  Widerstandsfähigkeit  des  Materials  zu
verbinden.

Die  Waggons,  die  in  drei  Systemen  (hochwandige,
tiefwandige  und  gedeckte  Wagen)  eingeführt  sind,  haben
alle  die  gleiche  Länge  und  Breite  (25  bezw.  7  Fuß).
Die  gedeckten  Güterwagen  besitzen  einen  Laderaum
von  1000  Kubikfuß,  die  offenen  hochwandigen  Wagen
einen  solchen  von  5000  Kubilfuß.  Das  Gewicht  der
Waggons  beträgt  4  tons  2  Centner,  bezw.  ö  tons
7  Centner  und  5  tons  18  Centner.  Durch  dieses
leichte  Taragewicht  wird  einerseits  eine  fortwährende
Ersparniß  an  Betriebskosten,  andererseits  die  Beförderung
  einer  größeren  Waarenmenge  ermöglicht.
Die  Verminderung  der  Zugsbelastung  hat  endlich  auch
eine  Schonung  des  Schienenweges  zur  Folge.

Die  Personenwagen,  die  in  nur  zwei  Klassen  eingetheilt
  sind,  haben  eine  Länge  von  40  Fuß;  mit
denselben  können  Kurven  mit  nur  100  Fuß  Radius
befahren  werden.

Ein  Beweis  für  die  Vorzüge  einer  leichten  Schmalspurbahn
  nach  Art  der  geschilderten  Barsi-Bahn  mag
hierin  gefunden  werden,  daß  die  genannte  Bahn  innerhalb
  des  ersten  Halbjahres  ihres  Betriebs  einen  Reingewinn
  von  mehr  als  4  pCt.  erzielte,  trotzdem  Pest,
Cholera  und  Hungersnoth  damals  den  Handelsverkehr
schwer  schädigten.

VVyVV'''V'  TyTVTYTVYyTVYTTT  VY  YT  YTTV

    

Titteratur.

Von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-Amts
  sind  vier  die  Schutzgebiete  betreffende
Karten  (in  Kommission  bei  Dietrich  Reimer,
Berlin  S8W.,  Wilhelmstraße  29)  herausgegeben:
1.  Nr.  135,  Angriffshafen  (Kaiser  Wilhelmsland).
2.  Nr.  137,  Blanchebucht.  3.  Nr.  138,  Hafen

 

von  Matupi  (zu  2  und  3  im  Bismarck-Archipel).
4.  Nr.  139,  Küste  von  Kamerun  von  der  Nyongmündung
  bis  Groß-Batanga.
Die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler
&amp;amp;  Sohn  in  Berlin  hat  soeben  ein  neues,  bis  auf
dieses  Jahr  fortgeführtes  „Verzeichniß  der  militärischen
  Verlagswerke  ihres  Hauses  (1789  bis
1898)  herausgegeben,  das  sich  sicherlich  zu  einer
Uebersicht  und  Auswahl  militärischer  Werke  auf  allen
Gebieten  des  militärischen  Wissens  zweckdienlich  und
ergiebig  erweisen  wird.  Sein  Gebrauch  wird  nicht
nur  durch  eine  systematische  Gruppirung  des  Gesammtinhaltes,
  sondern  insbesondere  auch  dadurch  sehr  erleichtert,
  daß  ein  ihm  angehängtes  „Stichwort-Verzeichniß“
  für  jedweden  Einzelstoff  die  darüber
handelnden  Werke  nachweist.  Dieses  die  Veröffentlichungen
  der  bekannten  und  angesehenen  Firma
während  109  Jahre  übersichtlich  ordnende  Verzeichniß
der  militärischen  Litteratur  steht  allen  Interessenten
auf  Wunsch  kostenfrei  seitens  der  Verlagsbuchhandlung
zu  Diensten.
A.  Wirth:  Geschichte  Sibiriens  und  der  Mandschurei.
Bonn  a.  Rh.  1899.  Karl  Georgi.

Die  vorliegende  Arbeit  stellt  einen  dankenswerthen
  Versuch  dar,  die  Geschichte  des  großen
russischen  Kolonialreichs  in  Asien  dem  deutschen  Leser
vorzuführen.  Der  Verfasser  hat  Sibirien  selbst  bereist
  und  ist  in  der  Lage,  manches  Interessante  aus
eigenem  Augenschein  mitzutheilen.

R.  Schulte  im  Hofe:  Die  Ramiefaser.  Berlin
1898.  Deutscher  Kolonialverlag.

Der  Verfasser  bietet  an  der  Hand  der  Litteratur
und  praktischer  Versuche  ein  Bild  über  den  Stand
der  Kultur  der  Ramiepflanze  (Chinagras,  Boehmeria)
und  der  Bedeutung  der  Beförderung  dieser  Kultur
in  den  deutschen  Schutzgebieten.

C.  Velten:  Märchen  und  Erzählungen  der  Suaheli.
Stuttgart  und  Berlin  1898.  W.  Spemann.

Der  mit  Ostafrika  nahe  vertraute  Verfasser  bietet
hier  eine  Uebersetzung  einer  von  ihm  früher  im  Urtext
  in  den  Lehrbüchern  des  orientalischen  Seminars
veröffentlichten  Sammlung.  Die  kleinen  Erzählungen
eröffnen  einen  interessanten  Blick  in  das  Leben  und
Treiben  der  Eingeborenen  Deutsch-Ostafrikas  und
sind  kultur=  und  litterarhistorisch  von  Werth.

 

E.  J.  Kärrström:  Achtzehn  Jahre  in  Südafrika.
Aus  dem  Schwedischen  übersetzt  von  F.  v.  Kömel.
Leipzig  1898.  H.  W.  Theodor  Dieter.

Der  Verfasser  will  in  dem  hübsch  ausgestatteten
Buche,  dessen  erste  Lieferung  vorliegt,  seine  Erlebnisse
im  Kapland  und  Transvaal  schildern.  Ein  weiteres
Eingehen  auf  das  Werk  ist  erst  möglich,  wenn
sämmtliche  Lieferungen  vorliegen.
        <pb n="986" />
        K.  Conradt:  Die  Deutschen  und  der  Orient.  Zur
Heimkehr  des  Kaisers.  Berlin  1898.  Dietrich
Reimer  (Ernst  Vohsen).

Die  von  warmem  Patriotismus  erfüllte  Broschüre
behandelt  die  Nothwendigkeit  und  die  Aussichten
deutscher  Ueberseepolitik.  Wenn  auch  nicht  alle  Leser
den  darin  entwickelten  Gedanken  beitreten  dürften,
wird  man  doch  das  Schriftchen  nicht  ohne  Anregung
durchlesen.

Deutscher  Kolonial-Abreiß-Kalender  für  1899.
Herausgegeben  von  Fritz  Hessemer.  Berlin  1899.
W.  Buchholz.

Der  eben  erschienene  zweite  Jahrgang  des  bei
seiner  ersten  Herausgabe  allgemein  freudig  aufgenommenen
  Kaleuders  beweist,  daß  Autor  und  Verlagshandlung
  bemüht  waren,  den  Kalender  so  hübsch  und
interessant  wie  möglich  zu  gestalten.  Die  originelle
Rückwand,  welche  die  Form  des  afrekanischen  Festlandes
  darstellt,  zeigt  nicht  nur  die  Schutzgebiete  in
Afrika  und  Neu-Guinea,  sondern  auch  unser  neuestes
Schutzgebiet  in  China:  Kiautschou.  Der  Abreißblock
bringt  eine  Fülle  neuer  eigenartiger  und  interessanter
Abbildungen  aus  den  deutschen  Schutzgebieten,  welche
nach  Originalphotographien  hergestellt  sind.
G.  Schweitzer:  Eine  Reise  um  die  Welt.  Mit

24  Vollbildern.  Berlin  1899.  H.  Walthher.

Der  bekannte  Verfasser,  welcher  schon  eine  Anzahl
  interessanter  Reisen  hinter  sich  hat,  bietet  hier
die  Früchte  einer  Fahrt  um  die  Erde,  bei  der  es
ihm  hauptsächlich  darum  zu  thun  war,  sich  von  den
Aussichten  europäischer  Arbeit  in  Ostasien  ein  Bild
zu  machen.  Er  hat  daher  nicht  allein  Hinterindien,
Java,  Sumatra  und  Siam  auf  seiner  Fahrt  berührt,
sondern  China  und  Japan  eine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit
  gewidmet.  Es  versteht  sich  von  selbst,

 

834

 

—  —  —  —¡—  —  —  —  —  —

—

daß  er  dabei  auch  Kiautschou  besucht  und  über  seine
Aussichten  ein  Urtheil  zu  gewinnen  versucht  hat
Nach  seinen  dabei  gewonnenen  Eindrücken  versprict
diese  letzte  überseeische  Erwerbung  Deutschlands  ein
sehr  günstige  Entwickelung.  Der  Heimweg  hat  den
Verfasser  über  Hawai  und  San  Francisco  gefühn.
Es  ist  hier  nicht  möglich,  auf  die  Fülle  der  leirreichen
  Beobachtungen  und  Bemerkungen  Schweitzes
einzugehen.  Der  Leser  wird  das  Werk  jedenfol:
mit  großem  Nutzen  durchsehen.

—  —  —

Titteratur--Verzeichnißk.

Deeke,  Prof.  Dr.  W.  Das  Königreich  JItalien,
tzo.  32  Bogen.  Mit  27  Vollbildern,  2  Vollkarten,  2  vier
farbigen  Stadtplänen,  1  siebenfarbigen  Geologie=  Kone
und  1  siebenfarb.  Uebersichtskarte  von  Italien.  (Bibli,
thek  der  Länderkunde,  herausgegeben  von  Prof,  hr.
Alfred  Kirchhoff  und  Dr.  Rudolf  Fitzner,  Band  3  u.  4
Kart.  Mk.  12.—.  Alfred  Schall,  Berlin.

Oberhummer,  Roman  und  Heinrich  Zimmerer.
Durch  Syrien  und  Kleinasien.  Reiseschilderungen
und  Studien  aus  dem  Jahre  1896.  Mit  Original
beiträgen  von  L.  v.  Ammon,  H.  v.  Dwight,  C.  O.  Han,
Fr.  Hirlh,  Fr.  Hommel,  E.  Oberhummer,  Th.  Preagen
H.  Riggauer,  M.  Schlagintweit.  Etwa  500  S.  gr.  N.
Mit  1  farbigen  und  15  Lichtdrucktafeln,  50  Abbildungen
im  Text,  1  Nouten=  und  Uebersichtslarte  und  mehreren
Skizzen.  Geb.  Mk.  18,—.  .

Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

Studien,  malerische,  aus  Persien,  Aegypten,  Tirlei
Sammlung  von  200  kolorirten  Photographien.  1.  W.
qu.  gr.  40.  (104  Tafeln).  Geb.  Mk.  10—.

K.  F.  Koehler,  Verlags-Konto,  Leipzig.

Weihnachts-Festnummer  des  Deutschen  Flotten“
Vereins.  Gr.  Folio.  (20  S.)  Mit  zahlreichen  Ad—
bildungen  und  einer  farbigen  Kunstbeilage.  N.  1.—.

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

.[(——
—  —

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.  S.  „Bussard“  19/9.  Apia.
M.  S.  „Condor“  19/8.  Sansibar.

(Poststation:  Hongkong.)

&amp;amp;CECGE  6K  KE

.  M.  S.  „Wolf“  6/10.  Kamerun.

M.  S.  „Schwalbe“  12/10.  Kapstadt  17/11.—  Mosselbai.
(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Hofpostamt).

(Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Cormoran“  1  1/10.  YDokohama  25/10.  —  27/10.  Kobe  29/10.  —  31/10.  Nagasaki  1/11.—
5/11.  Shanghai  17/11.  —  Samsahkucht.

M.  S.  „Falke“  1/9.  Sydney  1/10.  —  15/10.  Apia.

M.  S.  „Habicht“  2/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)

.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/3.  Deutsch-Neu-Guinea  29/10.—  17/11.  Manila  —  Honglong.

(Poststation:  Hongkong.)
(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Dar-es-Saltm.)

Ablösungstransporte:  .
Gemicthctchampfer,,LuluVohlcn«derWoermann-LiniemitdemAblösungstronsportfütdkeSchissem
Kamerun(S.9Jk.SS,,Habicht«und,,Wolf«),Hulk,,Cyclop«undPeilboot»Kamerun«Ganze  Besatzungen

Ausreise:  Transportführer  Korvettenkapitän  Graf  v.  Oriola:
Kiel  1/10.  —  2/10.  Wilhelmshaven  3/10.  —  12/10.  Las  Palmas  12/10.  —  20/10.  Kamerun.
Heimreise:  Transportführer:  Korvettenkapitän  Schwartzkopff:
Kamerun  1/11.  —  9/11.  Sierra  Leone  9/11.
        <pb n="987" />
        835

Verkehrs  Machrichten.

Vom  1.  Januar  1899  ab  können  Postanweisungen  zwischen  Deutsch-Südwestafrika  und
der  Kapkolonie  wie  deren  Nachbarländern  (Natal,  Rhodesia,  Oranje-Freistaat  und  Südafrikanische
Republik)  ausgetauscht  werden.

 

—  ——  —

 

Saestesolschlsfperbinde  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

Die  Abfahrt  erfolgt  *4

vom  Ein-  an  folgenden  Tagen
schiffungshafen

Auusschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Priefe  mussen  aus

Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

EIIIIIIIII

2.  deussch.  sädwetkafrika.

(Nach  Keetmanshoop,  Gibeon,
Warmbad  und  Ukamas
wöchentlich  bis  Kapstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage

I

Neapel  am  21.  Dezbr.,

Yruche  Schiffe)  4.,  18.  Jan.  120  abds.

Brindisi  am  1.,  29.  Januar
(englische  Schiffe)  100  abds.

Marseille  am  10.  jedes  Mts.
Vfranzöfische  Saife“  40  ums.

Tanga  18—19  Tage
Sansibar  20  Tage
Sansibar  18  Tage

 

Southampton  am  417.  24.  Dezbr.,
(engl.  Schiffe  bis  Ka  5½
stadt,  daun  e  seß  1  21.  Jan.  4  s.
Damvpfer  „Leutwein“
od.  Woermann  ·  Dpfr.)

am  22.  Dez.,  25.  Jan.

 

Hamburg

Swakopmund  30  Tage

Lüderitzbucht  40  Tage

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

Dar-es-Sal.  19—20  Tg.

Lüderizbucht  22.  28  Tg.
Swakopmund  25—312g.

am  19.,  30.  Dezember,
2.,  16.,  27.  Jan.
11  abds.

am  8.  jedes  Monats
10%  abds.

am  16.,  23.  Dezember,
13.S.  20.  Jan.  15  ms.

am  22.  Dez.,  25.  Jan.
720  abds.

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  19.  Dez.,  16.  Jan.
15  ums.

 

 

ufdem  andweg)  1  (aeussche  Schife)nachtst
|A  Hamburg  am  10,.  jedes  Monats
(deutsche  Schiffe)  nachts
3.  Ramerun.  Liverpool  am  21.  Dez.,  18.  Jan.
cncilsche  Schiffe)  .
|  Hamburg  J  am  10.  jedes  Mits.  nachts
4.  Togo-Gebiet.  (deutsche  Schiffe)]  am  20.jedes  Mts.

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  Verlangen  des
Absenders)

â  —  —  —  .

5.  Deutsch·  Aen-  Guinea.

 

 

 

Liverpool  am  28.  Dezember,
(englische  Schiffe)  11.,  25.  Januar
Marseille  am  25.  jedes  Monats
(franzosische  Schisse)  40  nachm.

Bordeaux  am  10.  Jan.,  10.  März
(französische  Schiffe)  110  oms.

Lome  20  Tage

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Quitlah  36  Tage

von  da  ab  Landverbindung
Cotonou  20  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Cotonou  22  Tage

von  da  ab  Candverbindung

 

am  8.  Februar

 

 

6.  Marshall.  Inseln.

7.  Riautschon.

 

l

Neapel
(deutsche  Schiffe)  abds.

Brindisi  am  18.  Dez.,  12.  Febr.
(Nachversand)  abds.
Southampton  am  31.  Dezember

über  San  Francioco)  *
Neapel  am  11.  Jan.,  8.  Febr.
(deutsche  Schiffe)  9°  abends
Brindisi  jeden  Sonntag
lenglische  bezw.  100  abends

französische  Schiffe)

 

Stephansort  45  Tage
41  Tage

Jaluit

Tsintau  37  Tage

Tsintau  40  Tage

 

Eintreffen  der  Po#t  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

#

 

am  10.  und  20  jedes
Monats  720  abds.

am  26.  Dezember,
9.,  23.  Jan.  15  Ums.

am  23.  jedes  Monats
107  abds.

am  8.  Jan.,  8.  März
107  abds.

am  16.  Dezember,
6.,  10.  Februar,
1145  abds.

am  29.  Dez.  1155  abds.
über  Cöln.

am  9.  Jan.,  6.  Febr.
1145  abends

jeden  Freitag
11  abends.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von  kun  Die  Pob  is  fallig  Von  u  Die  ost  K.in  alig
25.NDezember,  !

Neapel  ...  sam  *  J  Plymouth.  .  am  27.*  jed.  Monats

Deutsch.Ostafrika  Brindisi.  “mb*sós  2.  asln.  Togogediet  Marseille  ..  am  186.  jedes  Ronats
—  Marseille  ..  lam  17.  Deʒ.,  16.  Jan.  TII  am  5.  *  Februc

Dentsch  ·  Nen  ·  Suinea.  Neapel.  ar,
Deutsch  ·  Sũdwestafrita  Southampton  am  20.  Deembe  1—  2.  —“2  3
ox.a  —  Marsbal-  Inselng  —  “  unbestimmt

Ramerun....  ...  s  Alymou  am  #ed.  Ronats  [HNeapel  4  Dun  38  Febr.

4  #werpool“  E  ***  Riantscheon  Brindisi.  W.  Dez.,  8.,  22.  Jamnar

1T  Marseille  .  2.  Dez.,  l.%  17.,  29.  Jan.

 

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="988" />
        —  836  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie  zwischen  Hamburg  und  West=  und  Südwestafrika.

 

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
o  er
doswanvf  von  I  nach  bis  28.  November  1898
„Adolph  Woermann"“.  Hamburg  Loango  am  28.  November  in  Gabun.
„Aline  Woermann"  Hamburg  Loango  am  19.  November  in  Madeira.
„Anna  Woermannz  Hamburg  Lagos  am  26.  November  in  Accra.
„Bruxelles  villeoe  Antwerpen  dem  Kongo  am  13.  November  in  Las  Palmas,
„Carl  Woermann  .  ..  Hamburg  Kotonou  am  21.  November  ab  Hamburg.
„Eduard  Bohlen".  Loango  Kamburg  am  22.  November  in  Lagos.
„Ella  Woermann"“““#  Hamburg  kamerun  am  17.  November  in  Kamerun.
„Gertrud  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  November  in  Las  Palmas.
„Gretchen  Bohlen  ...  Hamburg  Loanda  am  16.  November  in  Las  Palugas.
„Hedwig  Woermann“.  Sierra  Leone  Hamburg  am  27.  November  Ushant  passirt.
„Helene  Woermann"  Loango  1  Hamburg  am  27.  November  in  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  «  Swakopmund  am  12.  November  in  Teneriffe.
„Kurt  Woermann"  Loanda  Hamburg  am  25.  November  in  Conakry.
„Lulu  Bohlen  4"4  Kamerun  Hamburg  am  27.  November  in  Wilhelmshaven.
„Marie  Woermann"  Hamburg  Port  Nolloth  am  26.  November  ab  Hamburg.
„Melita  Bohle  .  .  ..  Lüderitzbucht  Kapstadt  am  9.  November  in  Kapstadt.
„Paul  Woermann"  Hamburg  Lüderitzbucht  am  2.  November  in  Swakopmund.
„Professor  Woermann“  Kotonon  Lamburg  am  27.  November  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  .  ....  ..am12.NovemberinHamburg.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrila  Linie  (Hamburg  —Ostafrila).

 

 

 

 

;  Reise  Letzte  Nachrichten
e  er
Veichsposdampj  von  nach  bis  13.  Dezember  1898

„Koͤnig“..  .  Hamburg  E  Durban  am  13.  Dezember  ab  Suez.
„Herzog“..  .  .  .13.  Zt.  in  Hamburg.
„Kaiserrr  Hamburg  «  Durban  am  13.  Dezember  an  Durbqn.
„Kanzler“  ...  Durban  Hamburg  am  13.  Dezember  ab  Aden.
„Hundesrath“?  ....  Hamburg  Delagoabai  am  11.  Dezember  an  Mombassa.
„eichstag“-  is  Delagoabai  Hamburg  am  5.  Dezember  ab  Delagoabai.
„Admira!"“.  ..  Delagoabai  Hamburg  am  12.  Dezember  an  Marseille.
„Genera  .  Zt.  in  Hamburg.
„Sultan  ·.  Hamburg  Delagoabai  am  12.  Dezember  an  Antwerpen.

 

 

.#  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Verlagshandlung  von  Gustav  Fischer  in  Jeus  bei,
betreffend  das  soeben  erschienene  Werk:  „Die  Kulturgewächse  der  deutschen  Kolonien  und  ihre
Erzengnisse“,  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.  Die  Expedition.

——....
—  —  —  —  —  —

Das  „Inhaltsverzeichniß"  für  den  laufenden  Jahrgang  gelangt  in  einigen  r  Tagen  besonders
zur  Ausgabe;  die  vollständigen  „Deukschriften  über  die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebietr

während  des  Berichtsjahres  1897/98“  werden  der  ersten  Nummer  des  folgenden  Jahrgangs  beigegeben.


 

—.  22

Anzeigen.

———"

JIrnserate  (#  (fur  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum:  25.  r*O  find  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—11,
—  ·  einzusenden.

 

 

 

 

 

—  —  ——  —

       
 

 
   

 

Raufmann,  —  STEFANIE  auell
29  Jahre  alt,  mit  Einjährigen-Zeugniß,  salellasser  e-  —1
sace  Stellung  in  den  Kolo-  êöa  öhr  Eier  beraur“
7  :  180
nien  oder  Schutzgebieten.  TNK  Export
s.  allen  Welt
Kenntniß  der  Kontorarbeiten,  des  Dele  OK.  1
Französischen,  Englischen  und  der  D1  theilen.
Stenographie.  Sa  u  e  U  IHN-  mr
Moresse:  O.  Fiucke,  Wismar,  K#nssnlinnusssnnlen  e  bvei  Karlsbad.
Hinterm  Rathhaus  15.  (320)

 

Vertreter:  Hans  Uiebel  in  Tanga  (Deutsch-  Ostafriha).  (##
        <pb n="989" />
        Bekanntmachung.

In  das  bei  diesem  Konsulat  geführte
  Prokurenregister  sind  für  die
offene  Handelsgesellschaft

Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,
Hauptniederlassung  Hamburg,  Zweigniederlassung
  Zanzibar,  folgende  Eintragungen
  erfolgt:

Zu  laufende  Nummer  10,  Prokurist
Kaufmann  Heinrich  A.  J.  Schiymann
  hierselbst,  ist  eingetragen  am
7.  Oktober  1898:

„Die  Prokura  ist  erloschen  am  5.  Oktober
  1898.“

Unter  laufende  Nummer  11  ist  am
7.  Oktober  1898  eingetragen,  daß  dem
Kaufmann  Otto  ax  Johannes
Oehlerking  boerlelsft  Prokura  für  die
hiesige  Zweigniederlassung  mit  Wirkung
vom  6.  Oktober  1898  ab  ertheilt
worden  ist.

Zanzibar,  den  7.  Oktober  1898.

Der  Kaiserlich  veutsche  Konful.

3  J.  V.
Graf  v.  Hardenberg.  (32)

 

Verkauf  von  Erzeugnissen

aus  den  deutschen  Kolonien
unt.  Aufsicht  hervorragend.  Mitglleder  der  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

4
-  i  -.
*  n  4  ⅞½:

—  ·  ,"'·-"f·  «  ..«0.
«'-·d)d«  #  r#nr  #aisbhe  i-  7%  9
11  n

—  ti.be  #  9
"  1.7

+  .W
»  9  *  «
6b  *  ..  1  s
..  .  4.  ——ine  „  .
—  ——  E  —

Hauptgeschäft
C.Jerusalemer
Zweiggeschäft

W.  Schill- 



Neuheiten:

·  «  IMÄIIItStkM  gw)
HSMTMSJFYIZEEEDFWE«

EIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlCCII

 

 

Deutsche

Rolonial-Schule

zu  Witzenhausen  a.  d.  Werra.
Eröffnung  Ostern  1899.
Praktisch-wissenschaftliche  Vorbereitung
für  Plantagegärtner,  Wirthschaftsbeamte,
  Kaufleute  u.  s.  w.  in  den
Kolonien.  (5119)
Prospekte  versendet
Geschäftsstelle,
3.  Z.  Coblenz  a.  Rh.

Fabrik  echt  rassischer  Cigaretten
.  Warteisty,  Stallupänen,  On.

Coulantester  Versandt  hach  auswärts
vber  Nachnahme  v.  500  St.  an  franko.
ille:  15,  18,  21,  25,  28,  30,  35  bis
50  Mk.,  ev.  noch  besser.  Jeder  Versuch
  führt  zu  dauernder  Kundschaft.
Ferner  führe:  Feinen  Thee  in  russischer
  Packung,  Pfd.  3—8  Mk.,
Russischen  Senf  von  1  bis  1,80  Mk.

Plotographiscte  Wegative

aus  dem  Gebiete  der  läänder-  und
Völkerkunde  kauft  Udo  Lehmann,
Neudumm,  Prov.  Brandenhurg.  (3|8

6SPlaschen  -  Kapsein,
LEinnfolien-Staniol,
Kellereimaschinen

lielern  billigst  (204)

K-  A.  Eaitke  &amp;amp;  .l

·  -0lloubsohmllsla.
Mwätiqefercwterqesuolw

 

 

 

  

«·-0ampfpiliige

bauen  wir  in  den  bewährtesten  Constructionen  von
MNr.  28,000  an.

Strassenlocomotiven  una

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2
Dampf-Strassenwalzen
banen  wir  gleichfalls  als  Specialitäten  in  allen  praktischen

Grössen  und  zu  den  mässigsten  Preisen.

John  Fowier  &amp;amp;  Co.  in  Magdeburg.
Wilh  Böhm  Liefert  Als  Specialität:
#anenn  «  jlpfhohp
spocnnavkll  9  Ernr  seh  ungen
kür  LN  und  für  jede  Tiefe.
Tieldohrtechnn...  Grosses  Lager.
X
—  5  õ
(231)
        <pb n="990" />
        #

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NKN  NNN  NVNNANANN

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A##l##eos#sssbbrndooe#sss#sp##  ##e

Ein  N  aturschat
von  Weltrulf.

Gaxlehner=Bilterwasser

„Hunvyadl  Jänos“

 

 

 

 

 

 

Zuverläáässig  und  angenehm.

Vollkommen  unschädlich.
Von  der  ärztlichen  Welt

mit  Vorliebe  und  in  mehr  als

1000  Gutachten  empfohlen.

„Andreas  Sazlehner“.

Käuflich  in  allen  —  und  p!“*——

 

6#KUN„UG  EU,  CKTEEOG

„Das  beste  Abführmittel-.

Man  wolle  beachten,  dass  jede  Etiquette  die  Firma  trägt:

F.—-1
F.S#t
2###st
        <pb n="991" />
        839

Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,

Hamburg,
Spediteure  der  Kaiserlich  deutschen  Marine.

Heclition  Kommission  —  Export-#Import.
Sncnpecialvterkehr  nach  Kiautschon  #nd  den  übrigen
deutschen  Kolonlen.  (26)

 

 

BERLIN  w.  S.,
Charlottenstr.  59,

Doppelfflinten  mit  Hähnen  von  K  60,—,  ohne  ähne  „System

Rationel“  von  A  140.  —  an.

Repetirbchsen  Mod.  88,
billigsten  Preisen.

Neul  Prismen  Jagd-Fernrohr,
20  cm  lang,  2½  malige  Vergrösserung,  Gesichtsfeld  auf  100  m  10  m.

 

Ferner  Büchsflinten,  Pürschbilchsen,

 

Doppelbüchsen  und  Dreilkufer  zu

 

 

 

Man  verlange  Specinl-  Preisliste.  (v'in)

 

 

 

Preis-Medaillen  u.  Abzeichen

für  Vereine  in  Gold,  Silber,  Email  u.  Imitation,  sowie  Schilder,  Wappen,
Buchstaben,  Murken,  Spundbleche.  Schablonen  cetc.  lertigt

Beyenbachs  Metaliaurenicberizk:
Gravir-  und  Münzanstalt,  Wiesbaden.

 

 

 

 

   

—.t

——————  ---—
Gegründet  1852.

M.  OTTO  W.  MOLLER

Hamburg,  Brémen,
Alte  Gröningerstrasse  6.  Wachtstrasse  34.
·  Telegramm  -  Adresse:  Mottoller,  #

pedition  und  Commission,

Expedition  von  Gütern  und  Packeten
nach  und  von  allen  Theilen  der  Erde  zu  billigen  Raten.

Spezialverkehr  nach  den  —  Kolonien.
.*[  [  J*"

 

 

(2)

 

 

Vegen  Hitzreundässe

bekleide  man  auf  billige,  rationelle,
einfache  Weise  die  Wände  u.  Decken
der  Gebäude  mit  den

Falz-Baupappen  „Kosmos“
nach  Patent  Flacher.  (2##r)
Schlechte  Wärmeleiter  infolge  der
in  den  Hohlfalzen  ruhenden  Luftschichten.
  Wasserdicht,  dunstdicht,
schalldämpfend,  stabil  und  leicht.
Schutz  gesen  Hausschwamm  u.  Ungeziefer.
  Muster  u.  Prosp.  postfrei.
A.  W.  Andernach  Iin  Beuel  am  Rhein.

s  —

 

 

m
„  —
+  -.  *  S  *  n.

 

S#dbaben

direct  von  8

 

 

 

 

 

 

 

 

Seimiodeniserne  Fauster

und  Oberliehte  jeder  Art,  (181)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thuren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.
        <pb n="992" />
        ———..

1—11

—  —  —  —
—  —  —  —

—  —  —
——  —

..

1

 

840

    

————....  ——
—  —  —  ç  ç  —  i1

 

 

—  ———  —  —.  —  —

Emde.

iAn  allen  deutschen  Kelonlen

————

Hüsseldor!.

Holländische  Zigarren-  und  Rauchtabak-Fabrik

empfiehlt

Rauchern  von  Imporleini  tn  rr

Fesuchten  reinen,  feinsten  impor--tierten
  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hoben  Zöllen  belegten  überseeischen

Fabrikate  hergestellten.

Import-Ersatz-Marken:

Ceres  (Manilla),  Mediafaçon,  millel  .  das  Mille  Mk.  60
Manilla  (Manilla),  Cortadofacon,  milll  .  .  .  "  „  80
„Buen  Olor  (Cuba),  kl.  Engländerfagon,  mittelkräftig  "„  „  60
La  Perla  (Havana),  kl.  Engländerfagon,  voll  und  saftig  „  75
Flor  Fina  (Havana),  kl.  Engländerfacçon,  fein,  mil.  .  ,  „  „100
I  Arte  (Havana),  kl.  Engländerfacon,  fein,  mittelkräfti  r  "  *  100
El  Justillo  (avana-Mexico),  gr.  Importfar.,  hochf.,  mittelkr.  „  .  150
Holländer-Marken:
0

(Leichtere  Qualituten.)  das  Mille
Fastoso,  mittelgrosses  Facon,  mittelkräftig  Mk.  32
Pelia,  Bockfagçon,  mittelleiccht  .„  35
Waldmanns-Hell,  grosses  Bockfaçon,  mittelkräftig  „  40
Silphia,  gewöhnliches  gerades  Facon,  leicht  ..  »45
La  Rosa,  Trabucos  fein.  leicht  prickelnd  Gror  e  nn  48

.##  olländer,  hoch  aromatische,  milde  hollän-Dock
  di  aren.  dische  Mischung,  nur  in  Kistehen  à  200  8St.  ,  52
bePrefterenein,  Regaliafacon,  mild  566
Mandolina,  mittelgrosses  Facon,  fein,  mittelkräfig  „  60
Feinschmecker  III,  mittelgross,  allerleicht.  f.  holländ.  Mischung  „  60
Emir,  grosses  Bockfacçon,  feine  milde  holländische  Mischung  "  63
El  Morro,  mittel  Bockfacon,  mittelkr.,  Havanamischung  „  64
Orphenus,  mittelgrosses  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  70
Laureles,  schlankes  Facon,  sehr  fein,  mittelkräftig  „  85
Prthia,  schlankes  Facon,  sehr  fein,  mittelkräfig  „  90
Flor  de  Matanzas,  Trabucos  Façon,  sehr  fein,  mittelkräftig  „  100
Esqulsitos,  gekürzt  Mediafaçon,  sehr  fein  prickelnd  .  „  110
Los  Magnificos,  Media  Regaliafaçon,  sehr  fein,  krästig.  *125
El  Cubeba,  sehr  grosses  Bockfacçon,  hochfein,  mild  150

Die  Firma  betreibt  den  Export  nach  den  deutschen  Kolonien
als  Specialität.

 

Besondere  Bedingungen  für  Export-Sendungen.

Sendungen  nach  Ausland  und  den  Kolonien  erfolgen,  da  Nachnahme
nicht  überall  zulässig  ist,  nur  gegen  Vorausbezahlung  (Bar  oder  Anweisung
auf  deutschen  Bankplatz)  mit  5%  Skonto.  Zigarren  von  100  Stück  aufwärts
zum  Millepreis.  Farbenangabe  erbeten.

Nach  überseeischen  Plätzen  gehen  meine  Sendungen,  wenn  nicht  bestimmte
  Schiffsgelegenheiten  vorgeschrieben  sind,  in  der  Regel  mit  dem
erstabgehenden  deutschen  Dampfer.  Die  Verpackung  geschicht,  sofern  nicht
Gewichtsbestimmungen  oder  anders  lautende  Vorschriften  entgegenstehen,
in  verlöteter  Zinkkiste  (à  M.  1,50  pr.  Postpacket).  Anf  Wunsch  kann  aber
auch  jedes  einzelne  Kistchen  in  Zink  verpackt  werden,  wofür  ich  nur  meine
Selbstkosten  berechne  (ca.  50  bis  60  Pf.  für  das  Kistchen).

Volle  Postpackete  (von  5  kg)  und  grössere  Frachtsendungen  liefere  ich
frei  bis  zur  Grenze,  bezw.  frei  deutschem  Sechafen,  die  weiteren  Fracht-  etc.

Kosten  sind  zu  Lasten  des  Empfüngers.  Rücksendungen  aus  dem  Auslande
Vverden  nur  bei  zoll-  und  frachtfreier  Lielerung  angenommen.  (269)

S  I  ————-—sI-q-l—.—l-»·»l»
—  1  —

 

 

Bitte  lesen!

Mit  Vergungen  ergreife##cb

die  Gelegenbeit,  su  bestltigen.
daes  iek  ###  seit  Ca.  15  Jahren

meine  Zlgarren  von  Ihnen  beriebe

und  in  diesem  langen  Zeitraone

nicht  einmal  elnen  Grund  zur

Klage  gehabt  habe.  Diese  h

Bezugsreit  spricht  am  besten  Ur.  1
die  Güte  der  bezogenen  Zigurs
für  die  Gleichwilssi,  keit  der  Lie

fera,ngen,  wie  für  die  Preiswäniigkeit
  Ihrer  Fabrikate.

Kaiserslautern.  14.  Jan.  1801.

M.,  Major  2.  D.

N.  beziebe  ich

Seit  15  Jahren  beriehe
meinen  ganzen  Bedart  an  rs
von  der  Firma  A.  F.  Emde  1½
Desseldorf  und  mues  die  Kite
würdigkeit  der  Elieterten  Narken
Wls  #e#n  Hera,  sowie  die
—  rerhe  und  aufmerkssme  Bejenung

  rühmend  sberkenner.

Ravensborg,  15.  Janbar  169s.
Umgeld-Commissir  M.  SeFretir
der

eners  und  Zigs.

andels  u.  Gewerbekammer.  7

Bereits  über  20  Jahre  beriebe  #

ich  melnen  Bedarf  an  Zigerres
von  Ihnen  und  waren  dieselbe.
stets  nach  Güte  und  Freeru#hkeit
  zu  meiner  vollsten  Zoftie  r
heit;  es  entsprach  die  B  n
Excellent  als  eine  gute-  "-  —
Zlgarre,  und  sagten  wmir  die
Ceres,  Melpomene  und  El
uz  besonders  zu;  ich  kapn  de
hre  Firma  jedem  Raucher
bestem  Gewissen  ompfsohlos.
Wadern,  13.  Janva#  1897.

R.,  Königll.  Forstmeister.

·  e.
Ich  bestitige  Ihnen  zom
dass  ich  schon  seit  inl
15  Jahren  meinen  au
Arron  nur  von  Uh#en  del  *
Pe  ich  auch  daswischen
mal  anderwia#rts  zu  einem  doa  ben
mich  bewegen  liess,  50  ke  18.
doch  immer  **  .  #n
Die  von
r  sind  Preferebols  Fan
Bueno,  leicht,  mild  und  sebr
walisch.
i  i  13  Jan.
Asing  i.  By.
8  #.,  1#2

etc.,
je  beiliegende  Bestellong  ·
Ahn-am  bereitse  gesc  rie

2i1.
ben,  als  Ihre  erste  *  unt

i  br
garren  eintraf,  die  m  b  henr
6°  L  ½½  Nihnn  noch  eine

Dte  1  süe,
auenn  bertell  eiügen,  Bitte
senden  Sie

Otjimbin  gue,  4.  Febr.  16968.
Deutsch-Sndwestafriks.

Pastor.  Missionar.
        <pb n="993" />
        Gebr.  Stollwerck

l  o
Zuckerwaren-Fabriken  9.

Chocoladen-  und  "

 

 

 

 

9
Kö1
1  6  ·0  H.  1
2  63  Meckatlien.  27  Hofalplome.  7
9  "  banpfmeschlnenbetrieb:  950  Plerdekraft.  Beschäftigt  eber  2  2000  Personen.
—  7
1
n#  Trr  das  4  ½8/c#ed  gesonderte  Fabrik  2r  «
is  s-»4I78m-Mee«t««ywn
  wll-»mzste«erfwe«em;»ås
Y.  Eolemateriaä  8—
,  n
9  B¾  Zweighäuser  in:  "-Berlin-Breslau-München-Wien-
  *-*'.
SZBErüssel  =  Amsterdam  -  Londorn  5
«  New-York«chicago.  IT

  
  

V
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  5

9r  *—
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3&amp;amp;

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6  6#x  —.—
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⅝°"°’°’’...—  —  .—  ————  6
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        <pb n="994" />
        —

   

      

“—W——.....ssyçt  4  4  4  2.  #4  «  &amp;amp;  44
SJSoseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

——  Moftteferant  Sr.  Majestt  des  Katseres—

oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemflsen,  soweit  sich  dieselba
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anban  in  des  Tres
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemis
samen  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutechen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Bollektecn  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

    

Illustrirte  Kataloge  gratis.

 

 

 
    

s  Fabrik  haltbarer  Speisen  1
97  LU.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  1
3  Conserben  auer  Kr#,  Pür  die  Cropen  zuberelte.
S  Goldene  Mednille:  Mamburg  1880  u.  1888.  —
2  Wien  1873.  &amp;amp;  Paris  1855.  Loacdon  1862.  3
9  München  1854.  Welbourne  1860.  (m

2  Mlgemelne  Gartenbau-Ausstellung  in  Hamburg  1897  Goldene  Nedallle.

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(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vorm.E.  Schering)  zu  Berln

dargestellte
allen  naennse  bestens  empfohlen.  A.  die  Dre.  Prwfesn

(salzsaures  Phenceoll)
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.
Albertofll.  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  —-fessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  kie  ua
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ri  La#
Arzew  (Al  ier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;
terer  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikuments  in  die  staa
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.  —-Das
  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  kt  en  u
von  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  80
cheren  Heilung  des  Keuchhustens.  drochloricom,
Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  bydroc

oberwegen
  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der
genannten  Firma,  nämlich:

Hamburg:  Gebrüder  Oldenburg;  (#
Barcelona:  J.  Esplell;  Au-London:
  A.  &amp;amp;  M.  Zmmmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-kII;
Moskan:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.;

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  fink,  126  Wilam  Street;

Paris:  Ma#  F####es,  31  rue  des  petites  Ecuries;  Ungelnoele  100
Blo  de  Janelro:  —  Luclus  4  Co.  Successores  de

 

 

 

       
     
   
 
 
 
 
    
    

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Himbeerwein,  Obstweinperle,
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der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#,  Kochstraße  68—71.

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„Maine“
der  Flotte  der  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.“
Von
Hermann  Gercke,
Korvettenkapitän.
Mit  48  Abbildungen.
Preis  Mk.  3,.—.

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nach  dem  Flottengesetz  von  1898
mit  Berücksichligung  der  bis  zum  Jahre
1903  erforderlichen  Neu=  und  Ersatzbauten.



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zusammengestellt  von
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Hauptm.  ä  la  suite  der  II.  Ingenieur-Inspektion
  und  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt.
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30  Eremplaren  und  mehr  50  Pf.
für  das  Exemplar.

 

Die  Ausgaben  für  Flotte  und  Landheer

  und  ihre  Stellung  im  Haushalt
  der  wichtigsten  Großstaaten.
Zusammengestellt  auf  Veranlassung
des  Reichs-Marine-Amts.  Mit  17  Tabellen
  und  5  Tafeln  graphischer  Darstellungen.
  Mark  2,50.

Die  Seeinteressen  des  Deutschen
Reichs.  Zusammengestellt  auf  Veranlassung
  des  Prichs-Marine-Amts.
Mark  1,—.

Perels,  F.  (Wirkl.  Geh.  Admiralitätsrath
  und  Departements-Direktor  im
Reichs-Marine  Amt),  Verhalten  der
Seeschiffe  bei  unsichtigem  Wetter
nach  dem  internationalen  Seestraßenrecht.
  Mark  1.60.

 

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Verlag  von  E.  S.  Mittier  &amp;amp;  Sohn,  Kôönigliche  Hofbuchhandlurg.
Berlin  SW.,  Kochstrasse  68—71.

 

(2%%

 

 

 

—  —  —  .  ——  —  —

 

Eine  treffliche  Weihnachtsgabe  für  die  weitesten  Kreise  bildet  dir

Weihnachts-Festscherft

des  unter  dem  Protektorat  Seiner  Königlichen  Hoheit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preussen  stehenden

Deutschen  Flotten-Vereins,

mit  der  dieser  die  Herausgabe  seiner  vom  Junnar  ab  allmonatlich  erscheinenden
  llustrirten  Zeitschrift  einleitet.

Seine  Majestitt  der  Kaiser  hut  die  Genchmigung  zur  Herausgebe
sowohl  dieser  Weilhnachts-  Festschrift  wie  des  illustrirten  Vereinorguns
  ertheilt  und  gestattet.  dass  Herren  aus  Seinem  Gekfolge  Aul
nahmen  und  Zeichnungen  aus  der  Pallistinafahrt  Ihrer  Mujestiten  sir
diese  Weihnachts-Festnummer  des-Deutschen  Flotten-Vereins“  ankertigen.
Insbesondere  hnt  auch  Professor  Knnekfuss  seine  Mitwirkung  kur  dieee
Festschrift  zugesagt.  ,

Ausserdem  wird  die  Weihnachts-Festschrift  noeh  enthalten  eiuer
lllustrirten  Ueberblick  der  Entwickelung  der  deutschen  Kriew#flle
selt  dem  Regierungsantritt  Kalser  WilheIms  II.  bis  nuch  Ausfübruus
des  Flottengesetzes  von  1898.  Der  Leser  wird  durch  eine  vortreffliche
Zeichnung  des  Marinemalers  Willy  Stöwer  ein  anschnuliches  Bild  vor
dem  Bestande  unserer  Flotte  im  Jahre  1903  erhalten.  Daran  wird  sich
eine  lustrirte  Durstellung  der  Laufbahn  sowohl  der  höheen  ie  der
unteren  Chargen  der  Marine  anschliessen.  Fesselnde  Schilderungen
aus  dem  Seceleben  verden  dem  Leser  in  Wort  und  Bild  vorgesahrt
werden  und  ihm  mancherlei  Wissenswerthes  bringen.  Durch  Erzählungen
und  Plandereien  ernsten  wie  humoristischen  Inhults  bekunnter  Autoreb.
darunter  Vizeundmirn!  z.  D.  Reinhold  Werner,  mit  Illustrationen  son
berühmten  Künstlern,  wie  von  Prafessor  Saltzmann,  wird  das  Stemarilg
leben  an  Bord  wie  in  der  Ferne  lebendig  und  anschaulich  zur  Daratellung
  gelangen.

Der  bestens  bekannte  Marinemaler  Professor  Bohrdt  hat  es  uhernommen,
  ein  besonders  packendes  Bild  für  diese  Festnummer  zu  msei.
welches  in  Buntdruck  künstlerisch  ausgefült,  uls  besondere  Beilage
gegeben  wird  und  allen  Freunden  des  Seewesens  als  Zimmerschime
willkommen  sein  dürlte.  «  wiri
Die  Weihnachts  -Festschrift  des  „Deutschen  flotten  ·  Vereins  v
sicherlich  jedem  deutschen  Welhnachtstische  zur  Zlerde  gerelchen.

Trotz  der  vollendeten  und  zahlreichen  Illustrationen  wie  der  vornehmen
  und  gediegenen  Ausstattung  wird  der  Preis  der  Festschrift

unur  eine  Markl
betragen.

Von  derselben  Tendenz  wie  die  Festschrift  wird  die  allwonatheh
erscheinende  Zeitschrit  des  „Deutschen  Flotten-Vereins“  getragen  sein,

Diese  Zeitschrift,  vom  Korvettenkapitän  Hermann  Gereke  redigirt.  Vr
den  Namen

„UEBERALL“

führen.  Es  ist  dieses  der  Ruf,  mit  dem  an  Bbord  der  deutschen
Kriegsschiffe  die  Reveille  bezeichnet  und  abgeschlossen  #ui

auf  die  Weihnnchts-  Festschrift  (PreisG  1,—.  vie  auf  die
Pegteslungen  Monatsschrift  „Ueberall“  (Jahrespreis  etwa  4  10.—

mhehmen  alle  Buchundlungen  entgegen.  “

oôrWNTWYTYWTTWTTT]TWVWVNTNTTWWNWN
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bezeichnet  von  der

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Medicinal-Abf.dgs"
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Königl.  Preussischen

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hertefeld-Filfer  Geselschaft  Kolouial  ·  Geschgebung.

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Schutzgebiete  dezüglichen  Gesetze,
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  Bereinbarungen
mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Erster  Eheil:  Kis  z.  Jahre  1892.

 

        
    

  

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FRANKF  URTSAM.

 
 
  

 

 

 

   

 

 

 

  

4  —  Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
u-  Kützenfournikouren  dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben
s-—  Riebow,
—  i  Gerichtsassessor.
UTZENFABRIK  E  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Kurfür  Wieder  verlkäufer.=  **  —- 



 

 

 

 

Zweiter  Theil:  1893  bis  1897.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen
Hindorf,  Dr.  R.,  Der  landwirth-dninceisteng  zur  egelmäseigen  ärzt-  herausgegeben  von
schaftliche  Werth  und  die  Besie-Hichen  Rapport-  u.  Berichterstattung  «
delungsfähigkeit  Deutsch-Südwest-über  die  Kaiserliche  Schutztruppe  Dr.  Alfred  Zimmermann.
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6E  Si  B:?-·  S  S-.  S—#
E  z  2  —  18  —  2  ES  2Sie  SIs
—————  EZEEEEEZSEEE  S
SsEsEEns
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Weihnachts-Festschrift  des  Deutschen  Flotten-erein-.  Reich  illustrirt.  Eine

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Preis  M.  1,—.

Heros  von  Borcke,  ehemals  Stabs.Chef  des  Gencrals  E.  B.  Stuart,  Iwei  Jahre

im  Sattel  und  am  Feinde.  Erinnerungen  aus  d  .
bängigkeitskriege  der  Konföderirten.  8  gen  aus  dem  Unab

Aus  dem  Englischen  übersetzt  von  Kaehler,  stlieut.
Deutsche  Original-Ausgabe,  3.  Auflage,  mit  einem  Nachtrage  „Zwanzig  aeilen  Oder  Jeue
Bände.  Mit  2  Lichtdruck-Portraits  und  einer  Karte.  Preis  M.  9,—,  in  1  Band  geb.  M.  10,50.

es  b
Eräkin  Elitze  von  Bernstorkt,JQin  geenegt

zeichnungen.  Mit  drei  Bildnissen.  3.  Auflage.  Preis  M  10.—,  eleg.  geb.  M.  1150.
Gabriele  von  Bülow,  Tochter  Wilhelm  von  Humboldts.  Ein  Lebensbild  aus  den

Familienpapieren  Wilhelm  von  Humboldts  i  i
1791  bis  1887.  Mit  4  Bildnissen.  8.  Auflage.  Preis  M.  10,—,  zaund  feine  Kinder.

Im  gro  -  »
von  Verdy  Au  Vernois.n

7,25.
Weltgeschichte  in  Umrissen.  Federzeichnungen  eines  Deutschen,  ein  Rückblick

am  Schlusse  des  neunzehnten  #  «
.qulage.  zehnten  Jahrhunderts

V  Preis  M.  9,—,  eleg.  geb.  M.  11.—.
Ein  seltenes  ZBZuch  —  von  heohem  Interesse  für  jeden  Deutschen,  d  u.
fordert,  die  Anwendbarkeit  der  leitenden  Jdeen  der  Zeiten  auf  unsere  Gehen  da  auns  auf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  Verlage  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW,  FKochstr.  —
ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Tand  und  Teute  in  Deutsch-Sstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.

In  85  photographischen  Original-Aufnahmen
J.  irn,

Marinc.  Zahlmeister  a.  D.,

und  Schilderungen

von

J.  Wangemann,

Marine  Pfarrer.
In  einfacher  Mappe:  12,50  Mk.;  in  eleganter  Mappe:  15  Mk.
Das  Werk  zerfällt  m  vier  Abschnitte:

   
   
  
  
   
       

 

l.  Zamnzibar.  —  2.  Bagamen#e.  —  3.  ar  #2s  Salsan.  —  1.  Ven  der  Ehätigkeit  auferer  Kriegeschift.

““—
        <pb n="1001" />
        849

F.  H.  SCHMIDT

BAUUNTERFEENER.

 

HOLZBEARBEITUNGS-EFABRIK.
EISENCONSTRUCTIONS-  UND  BRVCKENBAUANSTALT.

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ALLER  ART.

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PAVLSTRASSE  21.

 

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l  TELEGRAMN-ADRESSE:

s  RAINSCHMIDT,  ALTONA.

 

 

Acsien-  Gesellschiarr

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(315)

BERLIN  W

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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  z  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  5  bekömmlich,  auch  von

Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (n)
Verlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sab  —1  Veda  99  die  Deutsch-Ostafrikanische

Aueini  —  für  den  —  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.
m—lmn—npt½½#q9q7-½8y;sssfffffeäfe#S8S—  t—  ee8G60eyhwe

en  Herren  Aerzten  der  deutschen

 

 

    

Export-Bier

der
Kalser-Brauerel  Beck  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Steingutfabrik,  Avrtien-Vesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hube,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (317)

 

 

 

 

Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schritten
Kolonial-itteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde

aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,

steht  Interessenten  Kostenxfvet  zu
Diensten.

 

 

 

 

 

Deutsche,  kolonlale  u.  Internationale
Transporte  jeder  Art.  (#u)

A.  Warmauth,

Hofpediteur  Sr.  Königl.  Hehelt  des
Inzen  Georg  von  Preussen,

Spedition.  Berun,  Kommlassion.

Friedrichstr.  94  u.  Hint.d.Garnisonlirchela.

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Hamburg,

Ferdinandstraase  43,
übernimmt  jede  Commission  und

 

 

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Wo  ERMANN-ELINTE.

AAn  20.  December:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Mlz,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou
Am  22.  December:  F.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,

nach  Swakopmund,  Walfischbai,  Lüderitzbucht  und  Port  Nolloth.
Am  31.  December:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Goree,  Liberia,  Lagos  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  von  Landana  bis  Benguella.

Am  10.  Januar:  RD.  „Eduard  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Madeira,  Lome,  Fernando  Po,  Kamerun  und  den  südlichen  Häfen  bis  Loango.

Am  18.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Haken,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Bissac,  Bolems,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  25.  jeden  Monats.
Allie  Guter  müssen  um  Tage  vor  dem  459angsdatfum  bis  I2  Uhr  miectags  ldn#osseite  ##iim

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
(u)  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Q  Deutsche  Ost-  Afrika  —

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
4  8  2

 

     

#W7wischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal,
Amsterdum  oder  Antwerpen,  Lissabon  und  Neapel  Anlsufend.

Vierzehntägiger  Betrieb.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt  per  Reichspostdampfer:
von  Hamburg:  von  Neapel:

     

*,  HERZOG«,  Capt.  v.  Issendorff.  .  .  ..  .  .  .  .  ...  21.  Derember,  4.  Januar,
,  GOENERAL“,  Capt.  CGauuenn  4.  Januar,  18.  Januar,
2,KANZLER“,  Capt.  Els#  18.  Januar,  1.  Februar,
0  ADIRAL“,  Capt.  Westtttt  ..  ...  1.  Februar,  15.  Februar,

nach  Nombassa,  Tanga',  Pangani:,  Saadani,  Bagamoyo“,  Dar-es-Saldm?z,  Sansibar?v,  Kliwa,  L##dl,
Allindani,  Ibo,  Mozambique  7,  Quellmane?,  Chinde,  Beira“,  Inhambane,  Delagoabal“",  Durban“.
Die  mit  einem  verschenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  “"  versehenen  Häfen  auch  Ladung.
Die  mit  einem  O  versehenen  Dampfer  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
Dtie  Dampfer  Rhaben  vorrü9liche  EMarichtungen  für  Eussagtere  en  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transvanl
(Johannesburg  und  Pretoria)  via  Delagoabai.
Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (o)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aftien-Gesellschaft,
„owie  wegen  Fracht  und  Passage  die  Deutsche  Ost-Arika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.  ·

—  —  —

 

—  —  —  —

Dieser  Nummer  liegt  das  4.  Heft  des  Xl.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“  bei.
Berantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Thell:  M.  Junge,  Berlin.

Verlag  und  Drück  der  Koniglichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  à  Sohn,  Berlin  8W  18,  aochstrabe  —1.
Ausgegeben  am  15.  Dezember  1808  um  §  Uhr  nachmittags.

—  ———R
        <pb n="1003" />
        Kolonlalandels-Adressbuc


1898.

—  —

Herausgegeben
von  dem

Kolonial-Wirtschaftlichen  Komitee.

Berlin,  Unter  den  Linden  17.

Mit  fünf  Karten  in  Buntdruck.

 

Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin,  Kochstrasse  68  —71.
        <pb n="1004" />
        Kolonial-Wirtschaftliches  Komitee,
BERLIN  NW.,  Unter  den  Linden  471.

O’  ———  J  4  VS  Kho  .  —  *

Das  Komitee  verfolgt  den  Zweck,  die  Einfuhr  und  Ausfuhr  der  deutschen
Kolonien,  sowie  deren  Produktion  in  gemeinnütziger  Weise  zu  fördern.

Dieser  Zweck  soll  erreicht  werden:

1.  dUurch  dic  lmport-  und  Export-Ausstellung  Unter  den  Linden  471,  Eietritt
  krei.

2.  durch  die  Sonder-Ausstellung  der  in  Bildung  begriffenen  kolonialen
Unternehmungen  durch  kartographische  Darstellung  und  Nodelle.
Unter  den  Linden  471,  Eintritt  frei,

3.  durch  Wander-Ausstellungen  und  Beteiligung  an  allgemeinen  Ausstellungen,



durch  die  Kolonial-wirtschaftliche  Auskunftei,

durch  die  chemische  Prüfung  von  Kolonial-Produkten  durch  Prolessuer

Dr.  Thoms,  Leiter  des  pharmaceutisch-chemischen  Laboratoriums  der

Königlichen  Universität  Berlin,

durch  den  Stellennuchweis  für  deutsche  Kolonien,

durch  Kolonial-Wirtschaftliche  Preisaufgahen,

s.  durch  Herausgabe  der  monatlichen  Zeitschrift  für  tropische  Laudirtschaft
  „Der  Tropenpflanzer“,

9.  durch  Herausgube  des  „Kolonial-Handels-Adressbuches“.

5

Der  geschäftsführende  Ausschuss  besteht  aus:
Fabrikbes.  Supf,  Berin,  CGraf  Sckbrecht  v.  Dörkheim,  Hannover,  Privat-Dozent  Dr.  Doe,  Gerlu,

Vorsitzender.  stellvertr.  Vorsitzender.  stellvertr.  Vorsitzender.

v.  Bornhaupt,  Beriln,  Or.  jur.  Esser,  Berila,  Or.  HMindorf,  Köl,  "
General-Sckretär  der  HDeutschen  Vorstund  der  Westafrikanischen  Direktor  der  Kheinischen  Handei
Kolonial-Gesellschaft.  Pflanzungs-CGesellschaft  „  Viktoria  Dlantagen-Gesellschaft.
Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  Hamburg.  C.  J.  Lange,  Berlin,  Or.  C.  Lauterbach,  Stabewit,
Direktor  der  Iicutsch-Ostafrikanischen  bei  Breslau.

lantagen-(Gesellschuft.

Prof.  Dr.  Thoms,  Berlin,  Or.  0.  Warburg,  Berlin,  Dr.  F.  Woltmann,  Bons,
Leiter  des  pharmacentisch-  Prikat-Dozent  un  der  Uniccsitüt  T’rofessor  der  Landwirtschaft  4
chemischen  Laboratoriums  der  Berlin  und  Læhrer  für  tropische-  und  Lirigent  des  Versuchstfeldes  der
Universität  Berlin.  Pflanzenkunde  am  orientulischen  königlichen  lundwirtschaftlichen

Seminar.  Ak:  Ala-  mie  Bonn-Poppelsdorf.

Vheodor  Wilckens,

bisher  Faktorei-lLeiter  in  Klein-Popo,  Togo,  Sekretär.
        <pb n="1005" />
        Inhalts-Verzeièhnis.

I.  Teil:  Statistik  und  Verkehrskarten.

Ein-  und  Ausfuhrtabellen.

Verkehrskarten  von:
a.  Deutsch-Ostafrika  .
b.  DeGainen-Sehtegebiet  d  Marobaliweein,
c.  Kamerun  .
d.  Togo
e.h  Deutsch-Südwestafrika.

IH.  Teil:  Ausfuhr  aus  den  Kolonien.
Deutsch-Ostafrika:
a.  Pflanzu  Gesellschaften
b.  Handelsfirmen  .
Karte  der  Pflanzungen
c.  Sonstige  Gesellschaften
Kamerun:
a.  Pflanzungs-Gesellschaften
Karte  der  Iüanzungen
b.  Handelsfirmen
Togo:
a.  Pflanzungs-Gesellschaften
b.  Handelsfirmen
Neu-Guinea-Schutzgebiet  und  Marshall-  **
a.  Pflanzun  Cesellschaften  .
b.  Handelsfirmen

Deutsch-Südwestafrika:
a.  Gesellschaften

br  Handelsftirmen  .

Karte  der  Wirtschaftsformen  .

Deutschland
Importeure  in  Deutschland  .
Fabrikanten  in  Deutschland  (Verarbeitung  der  Rohatosfe)
Vertriebsstellon  deutscher  Kolonialerzeugnisse

III.  Teil:  Einfuhr  in  die  Kolonien.

Exporteure  nach  den  deutschen  Kolonien

Fabrikanten  (Export)  Z

Schiffsverbindungen  mit  den  deutschen  Kolonien:
a.  Fahrpläne  ........

Passagepreise
c.  Frachttarife

Postverwaltung  und  Portosätze
Zölle.

IV.  Teil:  Die  Kolonialbehörden.

Behörden  in  Deutschland
Kolonialrat

Behörden  in  den  Kolonien  Z
Anleitung  zu  amtlichen  Eingaben.

V.  Teil:  Anzeigen.

Seite
4—5

6a
6b

64

15
15

16
18

19—20
.  22—23
24—30

.  31—32
33—45

46—49.  52—54,.  56,  58
"  50.  52.  55,  57,  59
51,  55,  57,  59

60—61

62

69
70
70
76
        <pb n="1006" />
        Ausfuhr  aus  den  deutschen  Kolonien.

4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6  1895“)
1896  3  1896  1896  1894  *)  3  Neu-  1  1895*)
südyest.  Guinen  Marshall-  Zu
Ostafrika  Kamerun  Togo  afrika  —]  NAars  Inseln  Sammen
1  Archipel  #
Mer  Mark  Mark  Mark  NMark  Mark  Nark
Baumwolle  .  1  798  —  —  —  151  900  —  153  698
Betelnüsse,  blätter  etc.  3191  —.  —  —  —  —  zil
Reis.  .  ..  884  —  —  —  —  —  881
Mais  10  329  —  —  —  —  —  10  329
Hirse  152  5599—  —  —  —  —  152599
Bohnen  und  Erbsen  16  663  —  —  —  —  —  16653
Naraskerene.  —  —  —  13  900  —  —  13900
Zucker,  Syrup  u  und  Melasse67  829.  —  —  —  —  —  6782
Kaffee  39352  21699  4682  —  –  —  46203
Kakao  —  443088—  —  —  —  4  308
Kolanuss  23  59  —  —  —  —  289
Tabak  78  223,  163500  —  —  224  000  —  318513
Kautschuk  950  870  1077776  297  524  —  —  —  2326170
Kopal  185  730  1965  —  —  —  —  187  701
Gummi  —  —  —  63200  —  —  6200
Steinnuss  –  —  —  —  256300—  25630
Kopra  incl.  Kokosnüsse  204  291  12  730  —  166  760|270000  641790
Kokosnuss-  und  Sesamöl  9557.  —  —  —  —  —  955.
Kokosfaseeen  14  511—  —  —  —  —  14ö11
Palmkerne  –  13322529|11376811  —  —  2460200
Palmo!.  —  1988148196  319  —  —  —  1184464
Erdnuss  2520  —  —  —  252
Sesam  117  662  —  —  —  —  11760
Orseille  1406  —  —  —  —  —  1406
Flechtgras  und  Palmblatter
(und  Waren  daraus)  76091  —  2961  —  —  79052
Bauholzer.  85  333,  —  —  —  8576
Zierhöler  993  1120900  —  25  300  —  13838
Felle  und  Haute  35219  —  1856  53940  —  —  893s1
Wolll  1  —  —  1200  —  —  1200
Lebendes  Vieh  72815.  —  —  —  —  —  728n5
Rhinoceroshorn  99617  —  —  —  —  9961s,
Andere  Hörner  .  881  —  33  4600  —  —  5511
Elfenbein  1793339,  369619  10870  1580  —  —  217546
Flusspferdzähne  61  936  —  —  —  —  —  61936
Wildschweinzähne  5627  —  —  —  —  —  562
Lebendes  Geflügel  1456—  –  —  —  14566
Straussfledern.  223  —  —  40  8200  —  —  4108
Schildpatt  34  860  —  —  11460  —  4632
Wachs.  76954  —  —  —  —  —  76951
Perlschalen  —  —  —  —  12290  —  122
Kauri  und  andere  Muscheln  5254—  —  ——  5251
Verschiedenes  168  952  2715.  —  14092  650.  7900  181  720
Gesammtausfuhr  4387  197  3961  308/1  651  417/  123  732  617990,  277900  1101951
Hamburgs  Handel  mit  den  I
KolomenlmJahr618961048080»  3378940  94600|  280  070)  455  300  5256990

—  —  —  —

*)  Die  Statistik  des  Handels  1896  ist  amtlich  noch  nicht  zusammengestellt.
        <pb n="1007" />
        —  5

Olonien.

 

 

Einfuhr  in  die  deutschen  K

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»  I  I1896»)11896«)
1896  1896  1896  1894*)  Von  Ham-Von  Ham-1#
  burg  nach  burg  nach  Zu-Warengattung
  Ostafrika  Kamerun  Togo  Südwest-Neu-Guinea  Südsee-  gammen
80  „afrika  u.Bismarck.  Schutz
I  iAkchipeIgehist
Maik  Mark  Mark  Mark  .  Mark  Nark  Mark
l
Rum,  Genever,  Spirituosen  137706,  788202  466  518  46  580.  2160  —  1  441  175
Feuerwaffen  aller  Art  .  .  ..  32324  82890  10948  33840  —  —  190002
Pulver,  Spreng-  und  Zündstoffe  15  475  162  995  5688280  —  —  —  235  350
Salllzszszszz  62  157]  285  710,  29  82  —  —  —  377718
Reis  828  776  160042  —  53928  —  —  1042746
Tabak  ....  —  302091  116017  86868  —  49500  509926
Cigarren  und  Cigaretten  11066  21083  —  9  000  —  —  147  849
Gewebe,  Manufakturwaren.  .  .  .  4476  5451  032922  501266  38180  15440  26620  6090973
Drogen,  Farben  und  Zündhölzer.  143  816  71726  37928  —  10  000  3230  266700
Flachs,  Hanf  und  dergl.  Gespinnste  200  3338  767  —  —  —  48305
Eisen  und  Eisenwaren  4445209  326  841  51002  78990  14  910  711024062
Glaswaren,  Perlen  und  Porzellan  201  007  73246  30  872  —  2590  307  715
Bau-  und  Nutzholz  sowie  Holzwaren  57550  14600  3750  3070  665  188
Instrumente  und  Maschinen  220  020  38237  910  —  5450  3240  0  276054
Kupfer-  und  Messingwaren  73  523  31431  12914  —  —  117  868
Blei  und  Bleiwaren  ....  15354  711  2511  —  —-  —  18606
Wellblech,  Zinn-  und  Zinkwaren  105  903  —  780  —  —  —  106  683
Cement,  Kalk  und  Steine  20  510  79819  19907  —  —  —  120  266
Kurzwaren  ...  —  37980)  24423,  109  810  —  —  172213
Leder  und  Lederwaren  16  601,  15  388  8  182  101  454  —  —  171625
Gold-  und  Silberwaren  23002  281—  —  –  23  283
Leinen-  und  Seilerwaren  —  5897553.  72690  —  12  7600  650]
Hüte  und  Schirme  61  137  40068  —.  —  –  –  110205
Tapier  und  Papierwareh  36516,  15769  8605  —  —  —  60  920
Seide  und  Seidenwaren  25631  —  21342  —  —  —  46  973
Stroh-  und  Bastwaren  26  245  711  1  400  —  —  —  28  391
Thon-  und  Steinwaren  174109  19692  22677  —  6  440  —  66218
Wollwaaren  23519  —  6359  13000  —  4  350  47228
Theer  und  Pech  2993  4317  2690  —  –  —  10000
Steinkohlen  736  80058—  —  8  810  11  330f
Uhren  .......  16  350  8  17  —  –  —  24821
Möbel  und  Schiffsinventarien.  —  116924  —  —  —  —  116  921
Munition  ........  179  —  —  —  —  —  179
Reise-  u.  Passagiereffekten,  Kleidung  250098  35156  30590  67592  9680  25200  395636
Wasserfahrzeuge  nebst  Zubehör  3636  58628  41510  —  —  66  804
Bier  .....  146601  86  508  28293  58  306  15  1900  17620
Wein  .  220186  63745  37708  85586  7130  2900  117255
Mineralwasser  .....  19910»17536j—»—  —  —  37  446
Sonstige  Verzehrungsgegenstände  816  593  558  892  113  461  493  157  36010  374200205556
Oele,  Fette,  Lichte  13257  12007  7973  —  —  —  33237
betrolem  230887  35601  14313  —  —  280  89
Seife  und  Parfümerien  .  104302  53098  19967  8470  —  2710  1887
Liere  und  tierische  Produkte.  40  053  71,U  526  10  652
Erzeugnisse  des  Landbaues  14  52  12621  1418  —  —  271521
Litterarische  und  Kunstgegenstände  25989,  19469  1  81  —  —  172890
Gemünztes  Gell  70  220  700  9815.—  —  —  230615
Verschiedenes  14912  14260  114  130  41  31  020  18  910  559  717
Gesammteinlaabrr..  9233  406  5  358  905  1  886  832  1  881  121  181  370  152  18018691411
Hande!  Hamburgs  7#!)  mit  den  —  )7
Kolonien  1896  I11  331  460.  3294780  24405  160  181  370  152  180|  7365250

 

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Die  Statistir  des  Handels  1896  ist  amtlich  noch  nicht  zusammengestellt.
Eine  Statistik  der  Gesammteinfuhr  wird  amtlich  nicht  zusammengestellt.

 

Da  die  Bremer  Statistik  eine  gleiche  Zusammenstellung  des  Handels  Bremens  mit  den  Schutsgebieten  nicht,
        <pb n="1008" />
        Berichtigungen.

Seite  6e:  Verkehrskarte  von  Dentsch-Südwestafrika:  Postamt  und  grössere  Stationen“,

statt  „Wilhelmsfeste"  in  „„tyimbingue.

15,  21  und  32;  statt  -„Liebau  &amp;amp;  Witt  =  Witt  &amp;amp;  Liebau.

17:  Syndikat  für  Bewässerungsanlagen  in  Deutsch-Südwestafrika
Leiter:  „Regierungsbaumeister  Rehbock  nicht  mehr  in  „Südwestafrikat,

sondern  in  „Deutschlandt.

Ga:  Usambara-Eisenbahn  nicht  bis  „Bulone,  sondern  nur  bis  =  Muhesa#(siehe  Karte
Seite  10).

—69:  Unterstantssckretär  Dr.  Freiherr  v.  Richthofen,  Wirkl.  Geh.  Leg.  Rat.

69:  Zugeteilt  dem  Direktor:
Generalkonsul  Dr.  Schmidt-Ledn.
        <pb n="1009" />
        Neugeseichnet  nach  dem  Kleinen  deunteohen  Kolonlalatlas,  Verlag  von  Dieotrioh  Reimer  (Ernat  Vohseon),  Berlin.

B.  Nebheroichiboltatte-Deulochi-
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Verkehrskarte  von  Deutsch-Ostafrika.
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        <pb n="1011" />
        Neugezeichnet  nach  dem  kleinen
deutschen  Kolonialstlas,  Verlag  von
Dietrich  Reimer  (Erpst  Vohsen),

Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Verkehrskarte  des  Schutzgebietes  von  Neu-Guinen  und  den  Marshall-Inseln.
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        60

Neugezelchnet  nach  dem  kleinen  deutschen  Koloplalatlaa,  Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

 

 

 

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Verkehrskarte  von  Kamerun.
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        <pb n="1015" />
        Neugezelchnet  nach  dom  Kleinen  deutschen  Kolonialatlas,  Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

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Verkehrskarte  von  Togo.
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        <pb n="1017" />
        Neugereichnet  nach  dem  kleinen  deutschen  Kolonialetlas,  Verisg  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin.

 

 

  

 

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Verkehrskarte  von  Deutsch-Südwestafrika.
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        <pb n="1019" />
        II.  Teil.
Ausfuhr  aus  den  Kolonien.

Deutsch-Ostafrika:
.  Pflanzungs-Gesellschaften.
b.  Handelsfirmen.
Karte  der  Pflanzungen.
C.  Sonstige  Gesellschaften.

Kamerun:
a.  Pflanzungs-Gesellschaften.
Karte  der  Pflanzungen.
b.  Handelsfirmen

Togo:
a.  Pflanzungs-Gesellschalten.
b.  Handelsfirmen.

Neu-Guinea-Schutzgebiet  und  Marshall-Inseln:
a.  Pflanzungs-Gesellschaften.
b.  Handelsfirmen.

Deutsch-Südwestafrika:
a.  Gesellschalten.
b.  Handelslirmen.
Karte  #ler  Wirtschaftsformen.
Decutschland:
Importeure  in  Deutschland.
Fabrikanten  in  Deutschland  (Verarbeitung  der  Rohstotfe).
Vertriebsstellen  deutscher  Kolonialerzeugnisse.
        <pb n="1020" />
        Deutsch-Ostafrika.

a.  Pflanzungs-Gesellschaften.

 

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Sitz-  Firma  Planzungen
Berlin  Deutsch-  Ostafrikanische  Gesellschaft,  Behrenstr.  16  Kikogwe  (Pangani)
Gegr.  1885.  Kapital:  7  128.000  Mk.  Lunguza  (Handei)
Vorstand:  Car!  Bourjau,  Alexander  Lucas,  Kaffee
Kommerzienrat,  Berlin  Muoa  (b.  Tunga)
Kokos
Mwera  (Liberiakaffe)

6  Union  (Hande))
Kaffee
Jassini  (Kokos)
—-  Deutsch-Ost-afrikanischePlantagengesellschaft,Fried-,Buschirihok(K0k08-riclI-Wilhelnistr.21
  .  Kaffee)
Gegr.  1886.  Kapital:  21000  000  Mk.  Lewa  (Kafee)

Direktoren:  C.  Triepeke,  C.  J.  Lange,  Berlin  Magila  (Kaffee)
Leiter:  Georg  Sander  «

Prinz  Albrecht-Plantagen  Kwa  Mkoro  (Kaftee)
Leiter:  Wyneken  »
—-  Usambara-KutheeliuusGkesellschaft,Dessauerstr.25  Bulwa  (Handei)

Gegr.  1893.  Kapital:  1  000  O000  Mk.  (Davon  (Bergkaffee)
begeben  500  000  Mk.,  für  den  Erhohungs.
betrag  werden  Neuzeichnungen  angenommen)

Direktor:  Kurella,  Berlin

Verwalter:  J.  Koppeschaar,  Bulwa

Pangani-Gesellschaft,  v.  d.  Heydtstr.  7.
Kapital:  500  000  Mk.
Geschäftsführer:  G.  Meinecke,  Berlin

Düsscldorf  Westdeutsche  Handels-  und  Plantagengesellschaft,  Kiumoni  b.  Tange
Karl  Antonstr.  26  (Kokospalmen)
Gegr.  1895.  Kapital:  1  200  000  Mk.  Magrotto  (Bondb,
Vorstand:  A.  Aders,  Düsseldork,  #  arab.  und  liber.
F.  Paetsch,  Kaaftee)  lei
Vertretung  in  Tanga:  E.  Wiese,  Direktor  Schoeller  (Bondel
liber.  Kaflee)
Essen  a.  d.  K.  Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft  m.  b.  H.  Segoma

Gegr.  1897.  Kapital:  500  000  Mk.
Vorstand:  Oskar  Vogt,  Essen
"  Oberpflanzer:  Weissenborn
Hamburg  „Hamburg-West-Usambara-Plantagengesellschaft  Sakare  (Vest.  slee
in  der  Gründung  begriffen  Usambara)  *
,-  L.ö:0.Hansing,MrimahaudsundPlantagengesellschafrKttopslll  (Vanille
Irangi-Gesellschaft,  Nobelshof
Gegr.  1896.  Kapital:  120  000  Mk.
=  Vorsitzender:  Dr.  Scharlach,  Hamburg  in  Hander
Koln  a.  Rh.  Rheinische  Handei-Plantagen-Gesellschaft,  Gr.  Bulen-  Ngambo  in  5
gasse  8  (Arab.  Kafee
Gegr.  1895.  Kapital:  1  500  000  Mk.
General-Bevollmächtigter:  Dr.  Hindorf,  Koln
Oberpflanzer:  J.  Akkersdyk,  Ngambo
        <pb n="1021" />
        Pflanzungs-Gesellschaften.

 

Sitz

Firma  Pflanzungen

 

Wiesbaden  Karl  Perrot

Lindi  (Kaffee,  Kokos-»
  palmen,  Vanille)
Deutsch-  «  Curt  Hoffmann  Pangani-Fälle

Ostafrika  .  Fr.  Missmahl  Kihuhni  (Bondei)

6  SIXgua  (Handei)

Kaffee,  Kakao
Mikindani  (Liberia-Kaftee)



Potoni  b.  Tanga
(Kokos)

#"  Katholische  Mission  Bagamoyo  (Vanille)
Regierungs-Versuchsplantagen  Kwai  (West-Usam-Leitender
  Chef:  Reg.-Rat  Dr.  Stuhlmann  .  bara)

(Leiter:  Eick)
Mohorro  (Tabak)
(Leiter:  J.  Schröder)
Kurazini  b.  Daressaläm

  (Agaven)

(Leiter:  Ritter)
Msikitini,  Mafia

(Leiter:  Bauer)

v.  Quast

Schlunke

b.  Handelsfirmen.

 

———  —  —  —
Sitz  1  Firma  :  Stationen

 

Berlin  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft,  Behrenstr.  16  Bagamoyo
Daressaläm
Kilwa
Lindi
Pangani
Tanga
Düsseldorf  Westdeutsche  Handels-  und  HPlantagengesellschaft,  Tanga
Karl  Antonstr.  26  6
Hamburg  Hansing  &amp;amp;  Co.  Daressalám
Kilwa

b“  W.  Richter  &amp;amp;  Co.  Daressaläm
Wiesbaden  Karl  Perrot  Lindi
Bagamoyo  Ali  Wishram  (Inder)  Bagamovyo
Daressaläm  E.  Müller  &amp;amp;  Devers  Daressaläm

"  C.  de  Silva  &amp;amp;  Co.

5  de  Souza  junr.,  Dias  &amp;amp;  Co.  .
Moschi  Meimarides  &amp;amp;  Perros  Moschi
Mpapua  Wichalarides  &amp;amp;  Nanos  Mpapua
Langani  Hari  (Inder)  Pangani
Tabora  Weinberger  &amp;amp;  Schumann  Tabora
Tanga  A.  Schiele  Tanga

Förster  &amp;amp;  Schulz  «
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        Deutsch-Ostafrika.

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c.  Sonstige  Gesellschaften.

 

 

Sitz

Berlin

 

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Firma

Anlagen

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Bisenbahn—GesellsohakttT1rDeuwchsostafrika(Usam—!BisenbahnvonTanga

bara-Linie),  Behrenstr.  16
Gegr.  1891.  Kapital:  2  000  O00  Mk.  (bis
5  000  000  Mk.  event.  zu  erhöhen).
Vorstand:  Alexander  Lucas,  Kommerzienrat,
Berlin
Kilimandjaro-Straussenzucht-Gesellschaft  m.  b.  H.
Gegr.  1895.  Kapital:  220  000  Mk.
Geschäftsführer:  Karl  Graf  v.  Finckenstein,
Halensee  bei  Berlin
Montan-Gesellschaft  m.  b.  H.,  Bebrenstr.  16
Gegr.  1895.  Kapital:  1  000  000  Mk.

Vorstand:  Carl  Bourjau,  Direktor,  Berlin,
Alexander  Lucas,  Kommerzienrat,  Direktor,
Berlin

Ostafrikanische  Bergwerks-  Industrie-Gesellschaft
m.  b.  H.
Gegr.  1896.  Kapital:  1000  000  Mk.

Geschäftsführer:  Max  Steinthal,  Direktor  der

Deutschen  Bank,  Berlin

Kamerun.

aA.  Pflanzungs-Gesellschaften.

Muhesa

 

 

 

Sitz  Firma  Pflanzungen
Berlin  Westafrikanische  Pflanzungs-Gesellschaft  „Victoria“,  Nord.Pflanzung,
Potsdamerstr.  1216  (Kakao)
Gegr.  1897.  Kapital  2  500  000  Mk.  TLimbe-Pflanzung
Geschäftsführung:  Dr.  Esser,  Berlin  (Kakao)
Leiter:  Dr.  Zintgraff  u.  A.  Bornmüller,  Victoria  Victoria-Pflanzung
Prokuristen:  Hermann  Dingeldey,  Fritz  Ehrlicher  (Kakao)
)3  Günther  &amp;amp;  Rausch  Sopo
Hamburg  Kamerun  Land-  und  Plantagen-  Gesellschaft,  Gras-  Bimbia,  (Kakao,
keller  21  und  Grosse  Reichenstr.  27  Liberiakaffee)
Geschäftsführung:  A.  Woermann,  Hamburg  N’Bamba,  (Kakao,
E.  Bohlen,  9  Liberiakaffee)
C.  F.  W.  Japtzen,  „
Johs.  Thormählen,
Leiter:  F.  Friederici,  Bimbia.
Linnell  &amp;amp;  Co.  Debundscha,  (Kakao,
Geschäftsführung:  Ernst  Kraft,  Hamburg  —
»  Westafrikanische  Pflanzungs  -  Gesellschaft  „Bibundi“  Bibundi,  (Kakao,
Gegr.  1897.  Kapital  1500000  Mk.  Graskeller  21  Tabak,  Vanille)
Vorstand:  C.  F.  W.  Jantzen,  Hamburg
..  Johs.  Thormählen,  n
Kribi  Pallotiner  Mission  Kribi
Victoria  Staatliche  Versuchs-Plantage  Victoria

 

Leiter:  Dr.  Preuss

 

27
        <pb n="1024" />
        12

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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7.
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287*7¾7¼
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E1-  —
—  S—.-*57

-  —

  

 

Wictwpdm

Wun- 


 

 

Gepbiet  der  Westafrikanischen  Pflanzungs-Gesellschaft  „Victoria“  ca.  10  000  ha.  Das  Gebiet  der  Westafrikanischen  Pflanzungs
NJesellschaft  „Bibundi“  umfasst  die  Pflanzungen:  Bibundi  —  Isongo  —  Bakingele  —  Bataki  —  Mokundange,  zusammen  ca.  8000  ha
        <pb n="1025" />
        1-U□#“



Kamerun.

—  13  —

b.  Handelsfirmen.

 

Sit2

Fürma

Stationen

 

Berlin

Hamburg

Hamburg

Bristol

Liverpool

Kamerun  Hinterland-Gesellschaft,  Potsdamerstr.  66  "  Malimba

l
Gegr.  1897.  Kapital:  250  000  Mx.
21Direktoren:  H.  Jaeger,  Berlin
Paul  Reichard,  Berlin
Deuteel.  Westafrikanische  Handelsgesellschaft  m.  D.  H.

Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  Graskeller  21

A.  &amp;amp;  L.  Lübcke

Karl  Maass  (Vertr.  Bauck  &amp;amp;  Dürkoop)

Randad  &amp;amp;  Stein

–  —  —  —  .  ——  —

Westphal,  Stavenow  &amp;amp;  Co.,  Kaiser  Wilhelmstr.  41
WWoermann  &amp;amp;  Co.,  Gr.  Reichenstr.

6
R.  &amp;amp;  W.  King
Rider  Son  &amp;amp;  Andrew,  Queen  Square

The  Ambas  Bay  Development  Association  Lid.

Edea
Kamerun

Kamerun
Bavo
Bonge
Lobe
Funge
Ndjian
Rio  del  Rey

Kamerun

Mundame
Klein-Batanga

Gross-Batanga

Campo

Plantation
Kribi

Barne

Buambi

Gross-Batanga

Plantation

Campo

Dehane

Gross-Batanga

Kribi

Lolodorf

Londii

Vaunde
Didodort

Kamerun

Bimbia
Bonendale
Campo
Dehane

Edea
Gross-Batanga
Klein-Batanga
Kribi
Malimba
Ndokobenan
Plantation
Victoria

Kamerun

Bimbia
Malimba
Mongo

Kamerun
Bonangando
Bonendale
Malimba

Victoria,  Bonge
Bibundi,  Rio  del  Rer
        <pb n="1026" />
        Handelsfirmen.
3  .
Sitz-  Firma  Stationern
l
Liverpool  NHatton  &amp;amp;  Cookson  Gross·  Batanga
Boambi
Baodhje
Campo
F  Lobedorf
Adolph  Herschell,  Redeross  Street  20  Kamerun
John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Preesons  Row  26  Kamerun
Gross-Batanga
6  Kribi
Plantation
David  Jones  Co.  Kamerun
.  Jebale
"  Mongo
Küderling  &amp;amp;  Co.  Campo
Togo.
a.  Pflanzungs-Gesellschaften.
Sitz  Firma  Pflanzungern
—  —
I
Bremen  cd'Almeida  Brothers  &amp;amp;  Co.  Klein-Popo  (Lib,  .
Vertreter:  M.  Paul,  Bremen  Kaflee,  W*
schuk)
Kokosnuss-Plantagen-Gesellschaft  „Lome“  Lome  (Kokos)
Vertreter:  J.  K.  Vietor,  Bremen  "5
J.  K.  vietor  Klein-Popo  (Lib.
#  Kaftee,  Kokos
—  Plantagen-Gesellschaft  „Kpeme“  Kpeme  (Lib.  kie
6  Vertreter:  J.  K.  Vietor,  Bremen  okos,  Kaotse
«  Leiter:  O.  Woeckel,  Klein-Popo  Z  6
„  6  Togokaffee-Plantage  M.  PFaul  p  Adhido  (Lib.  Lales
Leiter:  F.  Paul,  Adjido  bei  Klein-Popo  3  Z  Koko.
Klein  Pbopo  Aite  Ajavon  Klein-Popo  obos
.  Lib.  Kallee)
6  Creppy  Klein-Popo  (Kana
Czieko  d’Almeida  KleinPopo  Hens
«  7  !  #
Kaiserliche  Landeshauptmannschaft  Ssebbe(Vewuchsp“
.  itag)  bMeek
Katholische  Mission  1  Grichi  (I##
Lome  Olimpio  Lome  (Kokol)

Mecdeiros

Basida  Cobos)
        <pb n="1027" />
        —  15  —

b.  Handelsfirmen.

 

 

Sit-  6  Firma  Stationen
I
Bremen  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  Lome
M.  Paul,  Vertreter  für  Almeida  Brothers  &amp;amp;  Co.  Klein-Popo
Friedr.  M.  Vietor  Söhne  Lome
Bagida
"  1  J.  K.  Vietor  Klein-Popo
Hamburg  Armerding  &amp;amp;  Feist  Lome
Bödecker  &amp;amp;  Meyer  Lome
#"  C.  Goedelt  Klein-Popo
.  Lome
°  E.  Kentzler,  Vertr.  Donner  &amp;amp;  Callenberg  Klein-Popo
5  Liebau  &amp;amp;  Witt  Lome
#  J.  Ferd.  Sthamer  Klein-Popo
0.  Wallbrecht,  Vertr.  König  &amp;amp;  Kühlbrunn  „Lome
P  Woelber  &amp;amp;  Zimmermann  Klein-Popo
1  Lome
London  F.  &amp;amp;  A.  Swanzy  Lome
Marseille  1  Mante  Fréres  &amp;amp;  Borelli  de  Régis  Ainé  WMein-Fopo
.  ome
Klein-Popo  NMite  Ajavon  Klein-Popo
#  S.  B.  Cole  Klein-Popo

—....—————...—

Neu-Guinea-Schutzgebiet  und  Marshall-Inseln.

a.  Pflanzungs-Gesellschaften.

 

 

 

 

 

 

 

Sitz  Firma  Pflanzungen
Berlin  Neu-Guinea-Compagnie,  Unter  den  Linden  35  Herbertshöhe
Gegr.  1885.  Stephansort
Sperialdirektor:  C.  v.  Beck,  Berlin  Konstantinhalen
Generaldirektor  im  Schutzgebiet  (kommissar  isch)  Friedrich  Wilhelms-Rechtsanwalt
  S.  Kopnik  hafen
Berlinhafen
Kinigunan  O0O.  Mouton  Kinigunan
Ralum  E.  E.  Forsayth  Ralum
b.  Handelsfirmen.
Sitz  Firma  Stationen
Hamburg  #  Deutsche  Handels-  und  Plantagen-Gesellschaft  der  Mioko
Südsee-Inseln  zu  Hamburg,  Alsterdamm  3  Kabakada
Kabotheron
Malagunan
l  Ratavul

Tomalili
        <pb n="1028" />
        Handelsfirmen.

Sitz  Firma  Stationer

 

Hamburg  UHernsheim  &amp;amp;  Co.,  Artushof  Matupi
,-  Jaluit-Gesellschaft.  Artushof  June
Ailinglaplap
Ailug
Aur
Ebon
Jabwor
Kili
Kwadjelin
Lae
Lib
Likieb
Madjuru
Maloelab
Medhjit
Mille
Namorik
Nauru
Rongelap
Udjae
3
Arno  Henderson  &amp;amp;  Macfarlane  ¶  elars
Ebon
Jabwor
Nachurn
Faissi  Tindal  **
Jabwor  Capelle  Jabwor
..  ·-  -··b
Kinigunan  #  Octave  Mouton  L#
Munia  .  Moc.  Donalds  l  Munia

Ralum  E.  E.  Forsayxth  Ralum

i
I

Deutsch-Südwestafrika.

a.  Gesellschaften.  —

—

 

–..  Ô  c  eÿÚs

Sitz  Firma

Stationen
—  ..

Berlin  Ausenkjer  Syndikat,  Land-  und  Minengesellschaft  Ausenkier
Gegr.  1894.

Vorstand:  Dr.  jur.  Prien,  Charlottenburg  ·

Ober-Bergrath  Dr.  Busse,  Coblenz  «
Deutsche  Kolonial  -  Gesellschaft  für  Südwestafrika,  Lüderitzbucht
Wilhelmstrasse  68  Otyimbingue
Gegr.  1885.  Kapital:  1549000  Mk.  Swakopmune
Vorstand:  F.  Cornelius,  Berlin
v.  Hofmann,  Staatsminister,  Berlin
6  Weber,  Oberbürgermeister  a.D.,  Berlin
«  Generalbevollmächtigter  in  Südwestafrika:
Dr.  Rhode
        <pb n="1029" />
        Gesellschaften.
Sitz  Firma  Stationen
HBerlin  Kaoko-,  Land-  und  Minengesellschaft,  Wilhelmstrasse
  68
Gegr.  1895.  Kapital:  10  000000  Mk.
Vorsitzender  des  Direktoriums:  v.  Brandit.  6
Wirkl.  Geh.  Rath,  Wiespbaden
2  Siedelungs  -  Gesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika.  Windhoek
Wilhelmstrasse  29  Swakopmund
Gegr.  1896.  Kapital:  300  000  Mk.
Direktor:  Konsul  a.  D.  E.  Vohsen,  Berlin
Gencralvertreter  in  Südwestalrika:  Dr.  Sander,
Windhock
Syndikat  für  Bewässerungsanlagen  in  Deutsch-Südwestafrika.

Gegr.  1896.
Vorstand:  Ernst  Vohsen.  Konsul  a.  D.
Leiter:  Regierungsbaumeister  Rehbock,  Windhoek
Hamburg  Damara-  und  Namaqua  Handels-Gesellschaft  m.  D.  H.,  Swakopmund
Gr.  Reichenstrasse  25.27  Rehoboth
Geschäfttsführung:  A.  Weermann,  Hamburg
Hauseatische  Land-,  Minen-  und  Handels-desellschaft  Rehoboth
für  Deutsch-Südwestafrika,  Nobelshof
Gegr.  1893.  Kapital:  2  400  000  Mk.
Vorstand:  Dr.  Scharlach,  Hamburg
Rhederei  Leutwein  Fracht-  und  Passage-Vortreter:
  H.  W.  Burmester,  Hamburg.  Verkehr  zwischen
Gr.  Reichenstrasse  42  Deutsch-  Südwest-.
  Wm.  Spilhaus  &amp;amp;  Co.,  Capstadt  afrika  —  Capstadt
London  Damara  Guano-Gesellschaft
Gegr.  1895.
»  The  South  African  Territories  Limited

Gegr.  1895.  Kapital  10  000  000  Mk.
Vertreter:  P.  A.  Scratchley,  London  E.  C.,
Canon  Street  81.
South-West  Africa  Company  Ltd.
Gegr.  1892.  Kapital:  10  000  000  Mk.
Vertreter  der  Gesellschaft  in  Deutschland:
Dr.  Scharlach,  Hamburg,  Nobelshof

b.  Handelsfirmen.

 

Firma

Stationen

 

Bahr

D.  Boysen
v.  Brokdorf

H.  W.  Burmester,  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  42

L.  Conrad
Julius  Dannert
Erhard  &amp;amp;  Schultz,  Vertr.:  M.  Paul,  Bremen

Swakopmund

VOutjo

Windhoek
Hohe  Warte
Bethanien
Keetmanshoop
Rehoboth
Otyimbingue
Omaruru
Swakopmund

3
        <pb n="1030" />
        Handelsfirmen.  Deutsch-Südwestafrika.  beatseh-  ð
1  Firma  Stationen
0.  Glöditsch  Otimbingue
MH.  Groeneveld  Bersaba
·  Bethanien
Hölbich  Otyimbingue
Hauber  Otyimbingue
äErnst  Hein  Otjsev#s
.  Ger.  Barmen
H.  Heinemann  Swapokmund
Keetz,  Hôtel  zur  Stadt  Hamburg  Swakopmund
F.  W.  Krabbenhöft  Keetmanshoop
.  Gibeon

Si

 

herlin

 

 

Nach:  Dove,  Deutsch-Südwestafrika,  Gotha,  J.  Perthes,  1897.
        <pb n="1031" />
        Deutsch-Südwestafrika.  Handelsfirmen.
Firma  Stationen
l
sMaurer  Salem
L.  Merker  (Okombahe
Mertens  Windhoek
Miertens  &amp;amp;  Sichel  Windhoek
1  Swakopmund,
J  Rehoboth
Mittelstädt  COkombahe
Ohlsen  Gobabis
Ch.  Oswell  Okombahe
A.  Pürainen  Omaruru
Rascher  &amp;amp;  Co.  Swakopmund
Redecker  Wilhelm  Otyimbingue
Le  Riche  &amp;amp;  Co.  Warmbad
C.  W.  Rolfs  Fraunztontein
Ch.  Sabatta  Okombahe
August  Schmerenbeck  Windhoek
Schröder  Utray
Seidel  &amp;amp;  Mühle  Keetmanshoop
Angra  Pequena
Gibeon
Sutherland  Warmbad
Geo  Tatlow  Omaruru
Vv.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  Berlin,  Neust.  Kirchstr.  15  Swakopmund
W.  R.  Ukena  Keetmanshoop
Wecke  &amp;amp;  Voigts  Okabandja
Swakopmund
Windbhoek
Wult  &amp;amp;  Co.  Swakopmund
Windhoek

Importeure  in  Deutschland.

 

Sitr

Firma  Import  aus

Artikel

 

Berlin

Deutsch-  Ostafrikanische  Deutsch-Ostalrika

Gesellschaft,  Behrenstr.  16

 

Neu-Guinea-Compagnie,
U.  d.  Linden  35  marck-Archipel

Kamerun-Hinterland-  Ge.  Kamerun
sellschaft,  Potsdamerstr.66

Usambara  Kaffeebau-Gesell-  3  Deutsch  -  Ostafrika
schaft,  Dessauerstr.  25.

l

Neu-Guinea  und  Bis-Kaffee,

  Gewürze,  Kopal,
Kautschuk,  Kopra.  Erdnüsse,
  Sesamsaat,  Elfenbein,
  Schildpatt,  Gummi,
Orseille

Tabak,  Steinnuss,  Kopra,
Baumwolle,  Hôlzer,
Schildpatt,  Trepang

Elfenbein,  Kautschuk,
Kopal,  Palmkerne,
Palmöl,  Hôlzer

Usambara-Bergkaffee

3*
        <pb n="1032" />
        Importeure.

 

 

Artikel

 

Sitz  Firma  Import  aus
Bremen  M.  Paul  Togo,  Palmöl,  Palmkerne,
Deutsch-Südwest-  Kopra,  Kaffee,  Kautafrika
  schuk,  Elfenbein,  Gummi,
Straussfedern,  Wolle.
Schaffelle,  Ziegenfelle
.-  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
.  Kopra,  Kantschuk,
Elfenbein
n  Friedr.  M.  Vietor  Söhne  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Elfenbein
J.  K.  Vietor  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Elfenbein,  Kaffee,  Felle,
Kolanüsse
Dresden  Südafrikanisches  Handels-  Deutsch-Südwest-  Straussfedern,  Felle.
Kontor,  Schreibergasse  2  afrika  Hörner
Deutsch-  Ostafrika-  Ebenholz,  Gummi
Hambpurg  Armerding  &amp;amp;  Feist  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Elfenbein
Bödecker  &amp;amp;  Meyer  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Elfenbein
H.  W.  Burmester,  Deutsch-Südwest.  Felle,  Gummi,  Strauss-Gr.
  Reichenstr.  afrika  secdern,  Wolle
Damara-  und  Namaqua-Han-  Deutseh-Südwest-  Pelle,  Gummi,  Straussdelsgesellschaft
  m.  b.  H.,  afrika  federn,  Wolle
Gr.  Reichenstr.  25/27  z
Deutsch-Westafrikanische  Kamernun  Palmöl,  Palmkerne,
Handelsgesellschaft  Kautschuk,  Ebenholz.
m.  b.  H.  Elfenbein,  Kakao
Deutsche  Haudels-und  Plan-  Bismarck-Archipel  Kopra,  Schildpatt,  Perltagen-Gesellschaft
  der  Süd-  mutter
see-Inseln  zu  Hamburg.
Alsterdamm  3
"  C.  Goedelt  Togo  Palmöl,  Palmkerne,
Elfenbein,  Kopra,  Kautschuk

Hanseatische  Land-,  Minen-  Deutsch-Südwest-  Gummi,  Felle,  Straussund


für  Deutsch-Südwestafrika,
Nobelshof

Hansing  &amp;amp;  Co.

Hernsheim  &amp;amp;  Co.

Jaluit-Gesellschaft

Handelsgesellschaft

afrika

Deutsch-  Ostafrika

Südsee-Schutzgebiet

Südsee-Schutzgebiet

TKopra,

federn,  Wolle,  Erze

Gunmmi,  Vanille,  Häute.

Elfenbein,  Gewürze,

LKautschuk,  Kopal,  Sesam

Kopra,  Schildpatt,  Steinnuss,
  Perlmutter,
Trepang

4n  Schildpatt,  Perlmutter,

  Steinnuss,

Trepang
        <pb n="1033" />
        Importeure.

 

Sit?  Firma  lImport  aus  Artikel
Hamburg  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  Kamerun  Ellenbein,  Hôlzer,  Kautschuk,
  Kolanuss,  Palmkerne,
  Palmôöl!
Kamerun-Land-  und  Plan-  Kamerun  Kakao.  Kaftee
tagen-Gesellschaft
.E.  Kentzler.,  Sophienallee  8  Togo  Palnkerne,  Palmöl,
Kautschuk,  Felle
König  &amp;amp;  Kühlbrunn  Togo  Kopra,  Kallee,  Kautschuk,
  Ellenbein,  Palm--
  kerne,  Palmöl
Ernst  Kraft,  Ferdinandstr.  Kamerun  Kakno,  Elfenbein,  Hölzer.
Kautschuk,  Palmkerne.
Palmöl
.-  Ferd.  Kugelmann  Südsee-Schutzgebiet  Kopra,  Perlimutter,
«  schildpat-t,steinnuss
-  ·l-i01muc(:Witt  Togo  Ellenbein,  Kautschuk,
Palmkerne,  Palmôöl
A.  4  L.  Lübcke  Kamerun  Elfenbein,  Kautschuk,
«  Palmkerne,  Palmöl
H.  J.  Merck  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Südwest-  Guano
autlrika.
Heinrich  Adolf  Meyrer,  Deutsch-Ostalrika,  Ellenbein
Rödinpsmarkt  Kamerun
W.  Philippi  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika  Gummi,  Felle,  Kant-«
  schuk,  Schildpatt,  Sesam
Randal  &amp;amp;  Stein  Kamerun  Elfenbein,  Kautschuk,
Togo  Palmkerne,  Palmöl,
Hôölzer
Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostalrika  Felle,  Hölzer,  Vanille.
Kopal
Dtsch.-Südwestafrika  Straussledern.  Gummi
.  Samnel  &amp;amp;  Rosenfeld  Deutsch-Ostafrika  Eläute
.  E.  Scheetisch  &amp;amp;  Co.  Kamerun  Kolanüsse,  Ellenbein,
1  Kautschuk,  Mahagoni,
-  Palmkerne,  Palmö!
Joh.  Schuback  &amp;amp;  L-hne  Kamernn  Elfenbein,  Palmöl
Togo  PDalmkerne
Sthamer,  Warucke  &amp;amp;  Co.  Togo  Palmkerne,  Palmoöl
Warnholtz  &amp;amp;  Gossler  Deutsch-Ostalrika  Elfenbein,  Kopra,  Kopal,
(in  Kommission  für  die  Deutsch-  !  Kantschuk,  Häunte,  Perl--Ostafrikanische
  Gesellschaft  in,  mutter,  Schildpatt,
Berlin  Sesamsnaat
#  Weher  &amp;amp;  Schaer  LKamerun  Elfenbein,  Kautschuk,
Hôlzer,  Palmkerne,
.  Pulmdl
..  Westafrikanische  TKamerun  Kakao,  Tabak,  Vanille
Pflanzungs-  Gesecllschalt
„Bibundi“  ·
Westphal,  Starenow  &amp;amp;  Co.  Kamerun  Elleubein,  Ehenholz,
.  KautschuhKoloniissa
Palmkerne,  Palmöl.
"  Piassawa
.-  Wölber  &amp;amp;  Zimmermann  Togo  Kantschuk,  Ellenbein.

Palmkerne.  D’almöl
        <pb n="1034" />
        22

 

 

Importeure.
Sitz  Firma  Import  aus  Artikel
1
llamburg  C.  Woermann  Kamerun  Elfenbein,  Hoôlzer,  Kautschuk,
  Palmkernc,  Palm-1
  öl,  Kaffee
9  E.  H.  Worlée  &amp;amp;  Co.  Kamerun  Kopal,  Kolanüsse
Deutsch-Ostafrika  Gummi  arabicum
Köln  a.  Rh.  Wördehoff  &amp;amp;  Schnabel  Deutsch-Südwest-  Gummi  arabicum

Wieslbaden

8itz

Altona  a.  d.  E.

Berlin

asfrika
Deutsch-Ostafrika

Karl  Perrot  Deutsch-Ostafrika

Kopal,  Kautschuk
Hôlzer,  Kopal

Fabrikanten  in  Deutschland.

(Verarbeitungz  der  Rohstoffe.)

Firma  Rohstoffe

Hamburg-Altonaer  Nähr-  Kola
mittel-Gesellschaft  (Besthorn
  &amp;amp;  Gerdtzen)

Bruno  Antelmann

Deutsches  Kolonialhaus

Tabake  aus  Neu-Guinea


Fabrikate

Cakes,  Futterstoff,
Somatose-Tabletten

Cigarren
1

Tabake  aus  Kamerun,  Cigarren,  "
Kakaobohnen  aus  Ka-  Kakao,  Schokoladen,  Pramerun


W.  Bruns,  Krausenstr.  16  Strausstedern
Buch  &amp;amp;  Landauer,  Melchior-  Orseille

str.  4  Indigo

G.  Cohn  Atsfentelle
Crosinsky  &amp;amp;  Eisenack,  Muscheln
Koöpenickerstr.  154  Perlmutter

C.  Dannenberg,  Wilhelmstr.  Nashorn
Duisberg  &amp;amp;  Co.,  Köpenicker-  Polynesische  Steinstr.
  133  muss
Felix  &amp;amp;  Sarotti,  Belle-  Kola

Alliancestr.

Fr.  Klesse,  Potsdamerstr.  #  Polynesische  Steinmuss,


Kokosnussschalen

C.  Krauthammer,  Sophien-  Kopale

str.  8
1

J.C.  Plaff,  Französischestr.  37  Hôlzer

C.  Prächtel,  Krausenstr.  Hoôlzer

C.  A.  Heinr.  Schultz,  Elfenbein,

Rungestr.  12  Flusspferdzähne,
Wildschweinzähne
Schildpatt

G.  Zimmermann  Palmkerne

lines
Schmuck"edern,  Fächer
Orseille-Farben

Indigo-Farben

Muflen
Knôpfe,  Brochen,  Serviettenringe,
  Spiegel,

i  Bũrsten,  Portemonnaies,
Photographie  ·  Rahmen,
Feuerzeuge

Stöcke,  Krücken
Knôpfe,  Armbünder,
Brochen

Kolakakao,  Kolaschoko- 



lade,  Kolawein,  Kolaliqueur

  *
sehachliguren.  Wörlel,
Zuckerdosen,  Knäuelbecher
  =
Bichenlack,  Kutschelack,
  Lokomotivlack,

Waggonlack,  Bootslack

Mobel

Möbel

Billardbälle,  Stockkrrücken,

  Spiegel
Bürsten,  Kunstschnitzeeien,
  Fücher

«  Palmkornol,  Palmkuchen
        <pb n="1035" />
        Fabrikanten.
Sitz  Firma  Rohstoffe  Fabrikate
zerlin  Zirkenbach  &amp;amp;  Oechelbäuser,  Elfenbein,  Billardbälle,  Pfeifen,
Jeanderstr.  4  Flusspferdzähne,  Fourniere,  Klavier-Wildschweinzähe
  ttasten,  Stöcke,  Krücken,
1  Facherplatten
Bremen  „.Bremer  -  Besigheimer  Oel-  Sesamsaat  Sesamol,  Sesamkuchen
tabriken
Thormählen  &amp;amp;  Co.  Tabak  aus  Neu-Guinea  Cigarren
2  Herm.  Otto  Wendt  Tabak  aus  Neu-Guinea  Cigarren
Breslau  Vereinigte  Breslauer  Oel-  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
fabriken  A.  G.  .
Buadenheim  Eugen  Roeder  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmölb.
  Mainz  zkuchen
Danzig  Oelmühle  Oeter,  Patzig  &amp;amp;  C-oPalmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
Darmstadt  Palmkernölfabrik  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
W.  Wrelke  I
Flensburg  N.  Jürgensen,  Krog  &amp;amp;  Co.Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
Hamburg  Philipp  Baetcke,  Grosse  Tabak  Bibundi-Cigarren
Reichenstr.  .
.-  !Hammonia—stearinsFabrikPalmöl  Kamerun-Stearinkerzen
kKamerun-Kakao-Gesell-  Kakaobohnen  Kakao,  Schokolade,
schaft  m.  b.  H.  Kakaobutter
9  S.  J.  Lühr  Hölzer  Fourniere
#  Heinrich  Adolf  Meyer  Ellenbein,  Billardbälle,  Klavier-Flusspferdzähne,
  tasten,  Schnitzereien
.  Wildschweinzähne
KRoeese  &amp;amp;  Wichmann  Vanille  Maschinenol,  Speiseöl,
Verein  deutscher  Oel-  Sesamsaat  Vichfutterkuchen
fabriken  Erdnüsse  Vanille
Flannover  ContinentalCaoutchouc-und  Kautschuk  Schlauche,  Velociped-Guttapercha-Companie
  Z  Beika  Gummischuhe,
.  «  älle
„Hannoversche  Gummi-  Kantschuk  1  Kämme,  Schmucksachen,
kamm-Compagnie  ·  Instrumente
Gebr.  Noggerath  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
Harhurg  a.  d.  E.  Arblée  &amp;amp;  Thörl  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
.-  RobertFranke  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
2  Gaiser  &amp;amp;  Co.  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
9  Palmkernölfabriken  1  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
vorm.  Heins  &amp;amp;  Asbeck
Magdeburg  Gustav  Hupbe  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
Mannheim  Mannheimer  Kokosnuss-  Kopra  Kokosnusshutter,  Kokosbutterflabrik
  H.  Schlinck  nusskuchen
&amp;amp;  Co.
Verein  deutscher  Oel-  Erdnüsse,  Maschinenöl,  Speiseol
fabriken  Sesam  Viehlutterkuchen
Neuhaldens-  F.  Albrecht  Gazellenfelle,  Handschuhe
leben  Moschusbocktelle
Pirna  a.  d.  EHibe  Heinrich  Hacnsel  Nelken,  Cardamom,  Aetherische  Oele,
)  Vanille,  Curcuma,  ätherische  Essenzen
Ingwer,  Macisbohnen,
#  Fructus  capsici
Riesa  a.  d.  Elbe  Gluckmann,  Swarzensti  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
4  Scherbel  ·
Stettin  Wm.  Dilger  Palmkerne  Palmkernöl,  Palmkuchen
Wriezen  a.  d.  Dr.  P.  Biermann  &amp;amp;  Co.  „  Palmôl,  Palmkerne,  Hausstandsseiflen,
Oder  Kopra,  Baumwollsam.  Toiletteseifen
        <pb n="1036" />
        24

Vertriebsstellen  deutscher  Kolonialerzeugnisse.



 

Sitz

Firma

 

Aachen-Burt-Sscheid


Allenstein

Altenburg  S.-A.

Altenkirchen
(Westerw.)

Angermünde

Angshurg

Bamberg
Berlin

1  1  1  3

Bonn  a.  Rh.

Braunschweig

Breslau
Brunsbütteler
Hafen

Bützow

Bunzlau

Burg  b.  Magdeburg


Senden,  Ludwig

Arendt.  Otto
Köhler.  Theodor
Pauly,  Karl
Gramss,  Christian
Daempfle,  Ferd.

Schlundt,  Gustar

Hess,  Hermann

Deutsches  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann,  Kamerun-Kakao,
G.  m.  b.  H.,  C.  Jerusalemerstrasse  28;

Zweiggeschäft:  Schillstrasse  16

Felix  &amp;amp;  Sarotti,  S.  W.  Belle-Alliancestrasse  Kolakakao;

Giernat,  A.,  Lützowstrasse  60a
Liedtke,  R.  F.,  Unter  den  Linden  12
Waarenhaus  für  Armee  und  Marine
Wigaart,  Gustav,  N.  Charitéstrasse  5
Brink,  H.

CGCamehl,  C.

Farina,  Fritz,  Friedrich  Wilhelmstrasse  34
Hahn,  C.  H.
Paege,  Otto,  Nachf.,  Münzstrasse.

Weichert,  Adoll,  Kaiser  Wilhelmstrasse  13
Heuer,  N.

Kleemm,  H.  (O.  Wagner)
Sommer,  W.,  Nachf.
Wist,  Gustav

Handelsartikel

Vertriebsstelle  des  Deutst=Kolonialhauses,
  Berlin  (##
Seite  24)

Bihundi-Cigarren  und  Vertrie#s
stelle  des  Deutschen  Kolouin
hauses,  Berlin  (siebe  Seite

Vertriebsstelle  des  dertsche
Kolonialbauses,  Berlin  (ser-Seite
  21)

Bibundi-Cigarren  „

Schokaladen

Kolapräparate  Erdnuss,  Sbeise

öl,  Kokosnusskonfekt,  Vanile

Kaffee,  Kamerun-Cigarren)er

Guinea-Cigarrren,  Kamerh!,

Stearinkerzen,  Kamerun-  Un-Togoseifen,

  Kolalikör,  Massollikôr,

  Kuriositäten,  Ethnohe

Jammlung,  Gehorne,  Palmben

matten,  Photographien,  Lite

Freer  Kolaliköor,  Kollr

Stnchokoladen,  Kolawein

1  Bibundi-Cigarren

7!

7

3  Arielsihundi-Tigarren
  und  Vertrie
n  44  Deutschen  Koloin

hauses,  Berlin  (siehe  Seite  *
Vertriebsstelle  des  deutse
Kolonialhauses,  Berlin  (le

Seite  24)
Bibundi-Cigarren.

Deutseben

7!
Vertriebsstelle  des  Geete

Kolonialhauses,  Berlin
Seite  24)
Bibundi-Cigarren.
Vertriebsstelle
Kolonialhauses,
Seite  24)

des  Deutscher
Berlin  (siebe
        <pb n="1037" />
        Vertriebsstellen.
Sitz  Firma  .  IHandelsartikel
l  .
Calau  Richter,  Karl  Vertriebsstelle  des  deutschen
I  "Kolovialhauses,Berlin(siehe
Seite  24)
Charlottenburg  Gorke,  Karl,  Kaiser  Priedrichstrasse  5a  —
b.  Berlin
—  Malottki,  Franz  .-Celle
  Hath,  Friedr.,  Nachf.
„  Kracke,  J.  D.
Chemnitz  Gruhner,  B.  Otto
¾  Reitz,  J.  H.
Coblenz  Beamten-Konsum-Verein  G.  m.  b.  H.  "
5  Beckmann,  H.  Bibundi-Cigarren
2  Brien,  Jacob,  Söhne,  Nachil.  Vertriebsstelle  des  Deutschen
i  Kolonialhauses,  Berlin  (siehe
Seite  24)
#  Crecelius,  Louis  Bibundi-Cigarren
Coblenz  Teicke,  Emil  #
Coburg  Riechers,  Georg  R
Crekeld  von  Elten,  Ernst  Vertriebsstelle  des  Deutschen
6  Kolonialhauses  Berlin  (siehe
I  Seite  24)
Darmstadt  Brandstätter,  H.
Gerbher,  C.,  Rheinstr.  Bibundi-Cigarren
Spaar,  Ludwig,  Schulstr.  4  Vertriebsstelle  des  Deutschen
S  Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Z  Seite  24)
Weidig,  Gg.  Wilh.  #"
Demmin  Jacobi  Nachf,  Hermann  #“
Dessau  „.Bentrup,  Wilhelm,  Friedrichstr.  3
5  Kaurisch,  Paul  ,  .-Dresden
  Wangemann,  Gebr.
Woll,  L.,  Trompeterstr.  12  Bibundi-Cigarren
4  E  Zebrfeld,  H.  —  Vertriebsstelle  des  Deutschen

 

TNeustadt  Graf,  Adolf

Elbing

Eckartsberga

ke,  Hans  (Adolf  Kellner
Liebers,  Benno

Jachl.)

Eldena  i.  Tbomm.  Jahncke,  C.

Eisenach
Erlurt

n  )
Forst  i.  L.

1  Penpelmann,  N.
Burthardt,  Martin
Jung,  Max
„  Lummerzheim

Frankfurt  a.  M.  Ensinger,  Jos.

9  *
Frankfurt  a.  O.

Freiberg

Freienw  alien  a.O.

Ladendorff,  Karl,  Theaterplatz  2
Fritsch,  Karl,

7  C  G.
Lindner,  Hugo

5  Vertrichsstelle

Kolonialhauses  Berlin  (Ciche
Seite  24)

2*  4  1  3  3  34  4  1

des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Seite  24)

Bibundi-Cigarren

Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Seite  24)

Bibundi-Cigarren

Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Scite  24)

4
        <pb n="1038" />
        —  26  —

 

 

Vertriebsstellen.

S8it2  NFirma  Iandelsartike
Gleiwitz  Plonsker,  J.  Bibundi-Cigarren
Gnadenfrei,  Thraen  &amp;amp;  Co.  —

Schles.

Goslar  (Harz)

Graudenz
Greifswald

——
Greiz  i.  V.

9
Gronau

Gr.  Umstadt
Grünberg

i.  Schles.
Hagenau  i.  E.
Hagenow
Halberstadt
Halle  a.  S.

7!

Hampburg
Hameln

lleilbronn  a.  N.

llilchenbach

Höchst

Pein,  Hermann

Güssow,  Hermann
Juhl,  Karl

Prehn,  August

Christel's,  Heinrich,  W’w.

Weichmann,  Karl

Gronauer  Waarenhaus,  van  Delden,  Stroink
&amp;amp;  Co.

Zibulski,  K.
Franke,  Ernst  Phr.

Zech,  Gustav

Erythropel,  F.  W.

Günther,  F.  C.

Köhler  &amp;amp;  Pötzsch,  Geiststr.  24
Postconsumverein

Hagedorn  &amp;amp;  Co.,  J.  P.  H.
Bollmeyer  &amp;amp;  Sohn,  J.  G.

Koch,  F.,  Am  Markt
Hüttenheim,  Ed.

Kramer,  Ph.,  Germania-Droguerie

Homburg  v.  d.  H.]  Nagel,  Fritz

Ingolstadt:
Iscrlohn

Itzehoe
Jena

*

Jüterbog
Kabel  i.  W.
Karlsruhe
Kassel

7

7

Keil  nghusen
Kiel

 

Branner,  Edmund
Rit-z,  Karl

1  Schnell,  J.  A.
Bartels  &amp;amp;  Söhne,  C.  A.
6  Jacobi,  Emil,  Hinter  der  Kirche  2

»  Schulinus,  S.,  Hoflielerant

Meissner,  Otto

Steinhaus,  C.,  jr.

Küter,  P.  E.

Abell,  E.  &amp;amp;  R.,  vorm.  E.  Berlit
Hammann,  F.,  jun.

Klippert,  Gebr.

Seitz,  Adoll

Jargstorff's,  J.,  Erben

Treunt,  Th.,  Brunswikerstr.  5

Vertriebsstelle  des  Deutsche
Kolonialhauses  Berlin  (siel-Seite
  26)

!*  41  3  1

Bibundi-Cigarren

Vertriebsstelle  des  Deutselen
Kolonialhauses  Berlin  Giele
Seite  26)

Bibundi-Cigarren

Vertriebsstelle  des  Deutsehen
Kolonialhauses  Berlin  (siele
Seite  26)

Vertriebsstelle  "6“  des  beutzeier
Kolonialhauses  Berlin  (ssele
Seite  26)

-  9
Bibundi-Cigarren

Deutscher

VertriebsSstelle  des  46

Kolonialhauses  Berlin  (sie
Seite  26)

*

.  di-Kamerun-Stearinkerzen,
  Bibun

Cigarren,  Togo-Seilen,  Kamerun-
  Seifen  rn
Vertriebsstelle  des  Deutscheo

Kolonialhauses  Berlin  Giehe
Seite  26)

!
7
2
7
#

Bibundi-Cigarren
        <pb n="1039" />
        Vertriebsstellen.
Sitz  Firma  Handelsartikel
Köln  a.  Rh.  Lühl,  Aug.  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (Ciehe
Seite  24)
Königsberg  i.  Pr.  Gutzeit,  Fr.  Aug.  "
#2  Prahl.  Otto,  Schlossplatz  4  Bibundi-Cigarren
Kreuzburg  O.-S.  Grunwald.  M.  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Seite  24)

Krossen  a.  O.  Koch,  E.  n
Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siehe

Lauf  b.  Nürnberg  Heckel,  G.  Seite  24)
Leipzig  Bernhardi,  J.  i
"  Biedermann,  P.,  Theaterpl.  1  #„
.-  Faktorei  der  D.  O.  A.  G.
Hohl,  Robert,  Theaterpassage  Bibundi-Cigarren
Schwabe,  Friedr.  Bernh.  #
Lennep  Hager,  F.  W.,  jun.  1
Leobschütz  Jäger,  Karl  «
Liegnitz  i.  Sehl.  Trautmann,  W.  Vertriebsstelle  des  Deutschen

Kolonialhauses  Berlin  (siehe
Seite  24)

Lindau  i.  B.  Lnderlin,  M.  M.  .-Löbau

  i.  S.  Reichel,  Gebr.  —

Lübeck  Lorchert.  Otto,  Breitestr.  63

Ketels-Diederichs

Struve,  J.  J.,  Inh.  C.  Reuter  #„

9  Voigt.  Otto  .-Lũneburg

  Reller.  W.  A.

Mainz  Achenbach.  Frd.  Aug.

Gottlieb,  Karl  Bibundi-Gigarren
Lanrent.  H.  Friedr.,  Emmerich-Joseph-  Vertriebsstelle  des  Deutschen
strasse  11  Kolonialhauses  Berlin  (siehe

Seite  24)

Marburg  Kratz,  Otto  ?

Memel  Ranisch.  Schwedersky  &amp;amp;  Co.  "

Merseburtg  Schanze,  Friedr.  "
Metz  Weher,  Jakob,  Römerstr.  10  Bibundi-Cigarren  und  Vertriebsstelle

  des  Deutschen  Kolonialhauses
  Berlin  (siehe  Seite  17)

Mülhausen  i.  E.  Reich,  Ea.  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siche
Seite  24)

München  Schmidt,  W.  F.,  Briennerstr.  5  Bibundi-Cigarren

v  Voelkel,  Carl,  Promenadenplatz  4  #"
Jeisse  Voss,  A.  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses,  Berlin  (siehe

Seite  24)

Neumünster  Eggers.  Karl,  Drogenhandlung  4

Neustrelitz  Warncke,  Karl  "

Neu-Ulm  a.  D.  Scheerer.  Friedr.

Neuwied  Eilers,  Th.  Bibundi-Cigarren.

4
        <pb n="1040" />
        Vertriebsstellen.
Sitz  Firma  "  Handelsartikel
Neuwied  Lutze,  Max  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses  Berlin  (siebe
Seite  24)
Nordhausen  Riemann,  Willy  #°
Nördlingen  Rehlen,  G.  A.
Nürnberg  Neuburger,  Bernbard  "
9  Rupprecht,  Karl,  Ludwigstr.  72  Bibundi-Cigarren
Ober-Lössnitz  Ziller,  Otto  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses,  Berlin  (siebe
Seite  24)
Odenkirchen  Göbels,  R.  —-Oldenburg
  i.  Gr.  Bernutz,  F.  „
Ortenberg  a.  d.  Söhnge,  Albert  "
Oberhess.Bahn.
Pforzheim  Ladendorfl,  Karl  Bibundi-Cigarren
T’rirmasens  Hoffmann,  Adolf  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses,  Berlin  (siehe
Seite  24)
Plön  i.  H.  Kreutzsfeld,  Rochus
Posen  Neumann,  J.
Potsdam  .Blankenstein,  H.  E.,  Hollieferant.  —
Ratzeburg  Obenhaus  4&amp;amp;  Scheidling  "
Regensburg  Gutmann,  Bernh.  Bibundi-Cigarren
Reutlingen  Sturm.  A.  J
Ronsdors  Brũcher,  Pritz  Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses.  Berlin  Eiebe
Seite  24)
Rostock  Kowitz,  Th.
Rudolstadt  Keil,  Karl
Rüdesheim  Heymach,  W.  .-a.
  Rh.  i
Saargemünd  Schmidt,  Otto  #
Sagan  Pusch,  Bruno  Bibundi-Cigarren
SanktlJohann  a.S.  Itschert,  Jos.  #„  1
„Schköln  Winkler,  Ernst  Vertriebsstelle  des  Deutschen
I  «Icolonjalhaoses,Bek1M  Giebe
.  Seite  24)
Schlawe  i.  P.  Knop,  Hugo  .
Schleusingen  Hedenus,  F.  A.  I  .-Schmalkalden
  Müller,  Joseph  Z
Schwelm  Klewinghaus,  W.,  Wwe.
Schwerin  i.  M.  Bärensprung  &amp;amp;  Ehlers  1  "
5  Schwenke  &amp;amp;  Söhne  .-Wilde,
  Karl  Bibundi-Cigarren  ehen
Sondershausen  Graupner,  Gustar  Vertriebsstelle  des  Deutsc  9
i.  Th.  TKolonialhauses,  Berlin  (siehe
Seite  24)
Spandau  Raunaus,  L.,  Nacht.  5
Slargard  i.  P.  Domnick,  Eduard  i
Stettin  Kohbovw,  Emil,  Breitestrasse  53/54  Bibundi-Cigarren
#  Kuchenbäcker,  Aschengeberstrasse  6  «  chen
Stralsund  Koörner,  Ernst  Vertriebsstelle  des  Deuts

TKolonialbauses,  Berlin  Eiebe
Seite  24)
        <pb n="1041" />
        Vertriebsstellen.
—  —ÒÔ  —  —  .
Sitz  5  Firman  Handellsartikel
Stralsund  Kupke  &amp;amp;  Co,  C.  Vertricbsstelle  des  Deutschen

Strassburg  i.  E.

Teisnach  i.  B.

Suhl  i.  Thür.
Trier
Tübingen
Urach
Velbert

Weil'd.  Stadt
Weimar

77
Wernigerode
a.  Harz

W  #esel
Wiesbaden

Wittstock,  Ostpriegnitz


Wolfenbüttel
Worms

7

Würzburg
Zoppot

Züllichau
Zweibrücken

Cussler,  Th.  J.,  Hoflieferant
#  Teisnacher  Papierfabrik

Willick,  Karl
Heindl,  Karl
Schuler,  Hermann
Höärdlein,  Aug.

Gartenberger,  Gustav

1

Hügel,  Fr.
Burkhardt,  Rob.
Freund,  C.  F.
Matthey,  Georg
Rost,  Marie
Meyer,  Adolt

Rose,  Gustav

Wolbring,  Leo

Mascke,  L.  A.,  Wilhelmstrasse  30
Roth,  J.  C.,  Wilhelmstrasse  42.

Loycke,  G.  C.

Hoffmann,  E.  H.
Kuhn,  Julius

„  Laubenheimer,  A.
l

Veninos,  C.  A.,  Erben
Wehberstedt,  E.  R.

Hauptmann,  Hugo
Fuchs,  Ang.

17

k  77
Bibundi-Cigarren
Vertriebsstelle  des

Kolonialhauses,  Berlin  (siehe

Seite  24)

Bibundi-Cigarren

Vertriebsstelle  des

“
7)
7
7

Deutschen

Kolonialhauses,  Berlin  (siche

Seite  24)

77
Bibundi-Cigarren

r

.  »  .
Vertriebsstelle  des  Deutschen
Kolonialhauses,  Berlin  (sieche

Seite  24)

Deutschen

Kolonialhanses.  Berlin  (siehe

Seite  24)

Bibundi-Cigarren.
Vertriebsstelle  des

Deutschen

Kolonialhauses,  Berlin  (siche

Seite  24)
        <pb n="1042" />
        <pb n="1043" />
        III.  Theil.

Einfuhr  in  die  Kolonien.

Exporteure  nach  den  deutschen  Kolonien.

Fabrikanten  (Export).

Schifflsverbindungen  nach  und  von  den  dleutschen  Kolonien.

a)  Fahrplüne,
b)  Passagepreise,
c)  Frachttarike.

Postverwaltung  und  Portosätze.

Zölle.

 

Exporteure  nach  den  deutschen  Kolonien.

 

 

S8itz  Firma  Kolouie  Exportartikel
Berlin  Deutsch-Ostafrikanische  Ge:  Deutsch-Ostafrika  Rum
Sellschalt,  Behreustr.  16  Generer
—  Deutsche  Kolonial-Gesell-  Deutsch-Südwest-  irituo  Sen
schaft  für  Südwest-Afrika.  afrika-  msN
Wilhellnstr.  68  Ein
Z  Bier
.-  KameruuHinterlimd-Gesell-Kameruu  Mineralwasser
schaft,  Potsdamerstr.  66  Salz
Neu-  Guinea  -  Kompagnie,  Neu-Guinea,  Konserven
Unter  den  Linden  35  Bismarck-Archipel  Materialwuaren
·  ;  1  *--s  Cirelde
v.  Tippelskirch  &amp;amp;  (o.)  Deutsch#-  Südwest-  ——,
,  »  .  Hülsenfrüchte
Neust.  Kirchstr.  15  afrika  Aehl
Bremen  M.  Paul  Togo  Reis
Deutsch-Südwest.Pabak
alrika  Cigarren
Seile
1
F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  Togo  1  PLarfümerien
Friedr.  M.  Vietor  Söhne  Togo  mit  Ausnuhme  Oele
5  von  Rum,  .:
Generer  Lichte
:  ö5#  5  2
J.  K.  Vietor  TogoÜSpirituosen  -  ILOVPOISIlUU
.  ,  .  Zündhölzer
Dresden  Südafrikanisches  Handels.  Deutsch-Südwest.  Bauholz
Kontor,  Schreibergasse  2  afrika  Möbel
Deutsch-Ostafrika  Wagen
Düsseldortf  Westdeutsche  Handels-  und  Deutsch-Ostafrika  Theer
Plantagen-Gesellschalt,  Pech
Karl  Antonstr.  26  Steinkohlen
        <pb n="1044" />
        32

 

 

Exporteure.
Sit?2z  Firma  Kolonie  Exportartikel
Hamburg  Armerding  &amp;amp;  Feist  Togo  n  Droguen
Bödecker  &amp;amp;  Meyer  Togo  Farben
#"  H.  W.  Burmester,  Grosse  Deutsch-  Südwest.zpeistofte
Reichenstr.  42  afrika  Mineralien
TDamara-  und  Namadqua-Han-  Deutsch-Südwest.ement
delsgescllschaft  m.  b.  H.,  afrika  Kalk
Gr.  Reichenstr.  25—27  Wellblech
Ludw.  Deuss  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrikea  Einn-  u.  Zinkwaren
„Deutsch-Westafrikanische  Kamerun  Blei  u.  Bleiwaren
Handelsgesellschaft  Kupfer-  u.  Messingwere,
m.  b.  H.  Gold.-  u.  Silberwarer
Donner  &amp;amp;  Callenberg  Togo  Eeisen  u.  Eisenwaren
—  C.  Goedelt  Togo  Kurzwaren
#  Deutsche  Handels-und  Plan-  Südsee-Schutzgebiet  Glaswaren
tagengesellschaft  der  Süd-  Forzellan
sec-=  luseln  zu  Hamburg,  VThonwaren
Alsterdamm  3  Steingut
„Hoanseatische  Land-,  Minen-  Deutsch-Südwest-  Leder  u.  Lederwaren
und  Handelsgesellschaft  afrika  Leinen
für  Deutsch-Südwestafrika,  Seilerwaren
Nobelshof  Stroh-  u.  Bastwaren
?  Hansing  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika  Seidenwaren
Hernsheim  &amp;amp;  Co  Südsee-Schutzgebiet  Wollwaren
—-  Jaluit-Gesellschaft  Südsee-Schutzgebiet  Baumwollwaren
Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  Kamerun  (Papier  u.  Papierwaren
7  E.  Kentzler,  Sophienallee  8  Togo  Kleidung
König  &amp;amp;  Kühlbrunn  Togo  Hüte
Ernst  Kralt,  Ferdinandstr.413  Kamerun,  Togo  Schirme
Liebau  &amp;amp;  Witt  Togo  Stöcke
9  Wm.  O'swald  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika  Gummiwaren
Randad  &amp;amp;  Stein  Kamerun.  Togo  Flachs
Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika,  NHanf
Deutsch-  Südwest-  Bürstenbinderwareh
afrika  HHausbhaltungsgegen-E.
  Scheefisch  &amp;amp;  Co.  Kamerun  Sstände  on.
?  Joh.  Schuback  &amp;amp;  Söhne  Deutsch-Ostafrika,  Schiffsinventariengene
Deutsch-Sücwest.  stände
affika,  Wasserlabrzeuge
Kamerun  Litterataur
"  Sthamer,  Warncke  &amp;amp;  Co.  Togo  Kunstgegenstämde
„  Warncke  &amp;amp;  Co.  Togo  Waffen
»  Warnholtz  &amp;amp;  Gossler  Deutsch-Ostafrika  Pulver
i2  Weber  &amp;amp;  Schaer  LKamerun  Sprengstoffe
—  Westphal,  Starenow  &amp;amp;  Co.  Kamerun  Munition
Woelber  &amp;amp;  Zimmermann  Togo  Instrumente
C.  Woermann  Kamerun  Maschbinen
·  Werkzeuge
Wiesbaden  Karl  Derrot  Deutsch-Ostafrika  Uhren

 

 

4
        <pb n="1045" />
        33

Fabrikanten  (Export).

Absinth.
Helmers  Wve.,  W.  N.  &amp;amp;  Sohn,  Hamburg.

Atherische  Ole  und  Essenzen.
Haensel,  Heinrich,  Pirna  i.  S.  (siehe  Inserat
Seite  83).
Kunze  Nachf.,  Leipzig-L.
Mielentz,  Oskar,  Lübeck.
Olbeter,  Max,  Bremerbaven.
Sachsse,  C.,  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.
Alkcholmesser
Bischof,  J.,  Berlin  S.
Bornkessel,  Eduard,  Mellenbach.
Greiner,  C.  J.,  Stettin.
Siemens,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Charlottenburg  bei
Berlin.

Ambosse,  Hämmer,  Schraubstöcke.
Engels,  Gottlieb,  Remscheid.
Falkenroth,  Julius,  Altenvörde.
Grusonwerk,  Magdeburg-Buckau.
Krägeloh,  F.  W.,  Schalksmühle.

Anker  und  Ketten.

Brackel,  A.  H.  W.,  Hamburg.

Schlieper,  Carl,  Grüne.

Uniongiesserei  Akt.-Ges.,  Königsberg  i.  Pr.
Apfelschaumwein.

Rackles,  Adam,  Frankfurt  a  M.

Apfelweinkeltereien.
Baucke,  O.,  Nachf.,  Erkurt.
Hartmann,  Apotheker,  Konstanz.
Maärkel,  N.,  Frankfurt  a.  M.
Petsch,  J.  C.  W.,  sen.,  Berlin  S8W.

Apotheken  und  Arzneimittel.
Chemische  Fabrik  auf  Aktien  vorm.  E.
Schering,  Berlin  N.  (siehe  Inserat  Seite  89).
Farbwerke  vorm.  Friedr.  Bayer  &amp;amp;  Co.)
Elberfeld.
Kade's,  Dr,  Oranien-Apotheke,  Berlin  SO.  26.
Lagemann,  Cl.,  Erfurt.
Armaturen  für  Dampfkessel,  Maschinen
U.  S.  W.
Dreyer,  Rosenkranz  &amp;amp;  Droop,  Hannover
(siehe  Inserat  Seite  80).

Asphalt  und  Dachpappen.

Beer,  C.  F.  Söhne,  Koln  a.  Rh.

Garisch,  F.  &amp;amp;  Co.,  Breslau.

Hamburger  Asphaltwerk  Winterhol,  Zinck,
Potthof  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Heller  &amp;amp;  Albrecht,  Stettin.

Knapmann,  Herm.  Rud,  Dortmund.

Ranke,  C.  B.,  Dortmund.

Schatz  &amp;amp;  Hübner,  Hamburg.

Seebold,  L.  &amp;amp;  Co.,  Wiesbaden.

Aufbereitungsmaschinen  für  Bergwerke.
Borsig,  A.,  Berlin  NW.
Hoppe,  C.,  Berlin  N.
Maschinenfabrik  Buckau,  Magdeburg-Buckau.
Vereinigte  Königs-  und  Laurahütte,  Akt  -Ges.
für  Bergbau,  Berlin  W.

Bade-Apparate  und  Douchen.
Brandenburg,  Max,  Berlin  S.
Butzke,  F.,  &amp;amp;  Co.,  Akt.-Ges.,  Berlin  SW.
Moosdorf  &amp;amp;  Hochhäusler,  Berlin  8S0.
Schäffer  &amp;amp;  Walcker,  Berlin  S.

Bambusmöbel.

Middachten,  Ernst,  Hamburg.
#  Reimannn,  Theodor,  Dresden.
Rucdloff,  A.,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  S.

Bandmaasse.
Grasshoff,  August,  Lüdenscheid.
Leistner,  Gebr.,  Leipzig.
Philipp  &amp;amp;  Kersten,  Reichenbach  i.  Vgtl.

Baracken.

Dockersche  Barackenfabrik  Christoph  &amp;amp;  Umnack,
  Niesky  O.-L  (siehe  Inserat  Seite  95).

Hein,  Lehmann  &amp;amp;  Co.,  Berlin.

Kammerich,  A.,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  N.

Schmidt,  J.  C.,  Altona  (siehe  Inserat  Seite  91).

Selberg  &amp;amp;  Schlüter,  Berlin  8S.

Stromeyer,  L.,  &amp;amp;  Co.,  Konstanz.

Beile  und  Azte.
v.  Oleff,  Rob.,  Kronenberg.
Grote,  Aug,  Vorth  b.  Kierspe.
Kremendahl  Gebr.,  Kronenberg.
Vorster,  R.  &amp;amp;  H.,  Hagen  i.  W.

Bergwerksgeräte.
Hüppe,  Friedrich,  &amp;amp;  Co.,  Remscbeid.
Reinolt,  Heinr,  Remscheid.
Schlieper,  Carl,  Remscheid.

Baumwollwaren.
Drechsel  &amp;amp;  Günther,  Meinersdorf.
Düringer,  Abraham,  &amp;amp;  Co.,  Herrnhut.
Heimann  &amp;amp;  Sohn,  Schimrecke  i.  Els.
Herminghaus  &amp;amp;  Co.,  Elberteld.
Hoch,  Franz,  Glauchau.
Hoffmann,  Gebr.,  Neugersdorf  i.  S.
Meckel  &amp;amp;  Co.,  Elberteld.
Mühlinghaus  &amp;amp;  Wülfing,  M.-Gladbach.
Müller,  C.  H.,  Reichenbach  i.  Vgtll.
Bierbrauereien.
Aktien-Bauerei  „zum  Löwenbräu“,  München
(siehe  Inserat  Seite  93).
Ekt.  Gesellschaft  „Hackerbräu“,  München.
Akt.  Brauerei  „Marienthal“  Hamburg.
Berliner  Adler-Brauerei  Karl  Gregory,  Berlin.

5
        <pb n="1046" />
        Fabrikanten  (Export).

Bill-Brauerei,  Akt.-Ges.,  Hamburg  (siehe
Inserat  Seite  83).

Braunmüller,  J.,  Söhne,  Schwenningen  in

Württemberg.
Bremer  Brauerei  A.  Ges.,  Bremen.
Bürgerliches  Brauhaus  München,  München.

Dortmunder  Union-Brauerei  A.  Ges.,  Dortmund.



Elbschlossbrauerei
(siche  Inserat  Seite  94).

Erich,  Ernst,  „Kochelbräu“,  München.

Erste  Bamberger
„Frankenbräu“,  Bamberg.

Erste  Kulmbacher  Akt.  Exp.  Bierbrauerei,
Kulmbach.

Gaardener  Export-Brauerei  vorm.Drews  &amp;amp;  Co.,
Gaarden  b.  Kiel  (siehe  Inserat  Seite  86).

Kaiser-Brauerei,  Beck  &amp;amp;  Co.,  Bremen.

Kgl.  Hofbräuhaus  München,  München.

Kulmbacher  Export-Brauerei  vorm.  Rizzi,
Kulmbach.

Pschorr,  G.,  München.

Sedlmayr,  Gabriel,  „z.  Spaten“,  München.

Thomas,  Geb.,  Bierbrauerei  „z.Thomasbrän“",
München.
Porter.

Flemming,  Paul,  Lübeck.

Müller,  Andr.,  Bremen.

Scheesffer,  F.,  Königsberg  i.  Pr.
Weissbier.

Berliner  Weissbier-Brauerei  und  Malzfabrik.

Albert  Bier,  Berlin  C.
Landré,  A.,  Berlin  C.

Bierseidel  und  Krüge.
Günther,  Friedr.  Wilh.,  Mogendorf.
Dresdener  Bierseidel-Fabrik,  Dresden.
Württ.  Metallwarenfabrik,  Geislingen.
Bilderbücher.
Schilling,  Theodor,  Nürnberg.
Teuber  &amp;amp;  Geck,  Nürnberg.
Ullmann  &amp;amp;  Engelmann,  Berlin.
Billards.
Freyboth,  F.  Herm.,  Dresden.
Geissler,  W.,  Leipzig,  Seb.  Bachstrasse  28.
Hartget,  G.  F.,  Hamburg.
Kostner  &amp;amp;  Zenetti,  München,  Lindwurmstr.
Neuhusen,  J.,  Berlin  SW.
Otto,  H,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  SO.,  Oranienstr.  28.
Bindfaden.
Felten  &amp;amp;  Guilleaume,  Köln.
Gruschwitz,  J.  D.,  &amp;amp;  Söhne,  Neusalz  a.  0.
Hummel,  F.  H.,  Peine.
Wagner  &amp;amp;  Pietschmann,  Plauen  i.  Vgtl.
Biscuits  und  Cakes.
Berl.  Cakes-  und  Biscuits-Fabr
Berlin  S0.
Besthorn  &amp;amp;  Gerdtzen,  Altona.
Gädke,  P.  W.,  Hamburg.

ik  Meuthe  &amp;amp;  Co.,

Nienstedten  —Hamburg

Export  -  Bierbrauerei

34

HUHUHannov.  Cakes-Fabr.  H.  Bahlsen,  Hannover.
Hildebrand,  Theodor,  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  X.
Languese,  A.  H.  Wwe.,  &amp;amp;  Co.  Hamburg.
Speziali,  Hr.,  Dresden.

lasebälge.

Lorentz,  O.  jun.,  Berlin  S.

Riedel,  Ed.,  Breslau.

Schrader,  C.  J.  C.,  Hamburg.

Schrader,  J.  F.  W.,  Hamburg.

Blaudruck.

Kehl,  Richard,  Goldberg  i.  Schles.

Ribber,  Moritz,  Hohenlimburg  i.  W.

Blech-  und  Lederkoffer.

Büchse,  W.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Hammonia  Metallwarenfabrik  N.  Salomon,
Hampurg.

Blechwaren.

Elbel  &amp;amp;  Lohmann,  Berlin  N.
Grossfuss,  Johannes,  Döbeln.
Metall-  und  Lackirwarenfabr.  A.  G.,  Ludwigsburg.


Vetter,  Friedrich,  Ludwigsburg.

Beleistifte.

Faber,  J.  H.  Schweinau  b.  Nürnberg.
Grossberger  &amp;amp;  Kurz,  Nürnberg.
Kurz,  H.  C.,  Nürnberg.

Staedtler,  W.,  &amp;amp;  Co.,  Nürnberg.
Blitzableiter.
Mix  &amp;amp;  Genest,  Akt.  Ges.,  Berlin  W.
Zwarg,  Jul  Otto,  Freiburg  i.  Sa.

B

Bohrmaschinen.
Bergmann,  E.,  vorm.  Leo  Oberwarth  Nacht.
Berlin  S0.

Beiligenstaedt  &amp;amp;  Co.,  Giessen.
Mayfarth,  Ph.,  Berlin  N.

Bohrwerkzeuge.  «,.
Pictet,  P.,  Darmstadt  (siehe  Inserat  Seite  97
Rutzen,  Franz,  Berlin  C.

Bouillon-Kapseln.  11
Melhnert  &amp;amp;  Katschke,  Berlin  N.
Quaglios  Bouillon-Kapsel-Fabrik,  B

ranntwein  und  Liköre.

Bols  Erven,  Lucas,  Berlin  W.
Bretthauer,  H.,  Braunschweig.
Budde  &amp;amp;  Böttger,  Radevormwald.
Cramer,  Hermann,  Cassel.
Gayen,  Jan  Tecker,  Altona.
Gilka,  J.  A.,  Berlin  SW.
Helmers,  J.  H.,  Hamburg.
Köhler,  F.,  Berlin  C.,  Roc
Lappe,  Th.,  Neudietendorkf.
Mampe,  Carl,  Berlin  N.
Manegold,  F.  W.,  Berlin  80.
Osthoff,  Hermann,  Herford  i.  W.
Russack  J.,  Kosten  b.  Posen.
Schlichte,  H.  W.,  Steinhagen  i.  W.
Stibbe,  Hermann,  Köln.

.

erlin  C.4

8

bstrasse  16.
        <pb n="1047" />
        Underberg,  Albrecht  H.,  Rheinberg  am

Niederrhein.

Wiskott,  Ernst,  Dortmund.
Briefmarken.

Beddig,  A.,  Hannover.

Goldner,  Julius,  Hamburg.

Herbst  &amp;amp;  Frank,  Frankfurt  a.  M.

Larisch,  A.,  München.

Lücke,  C.  F.,  Leipzig.

Marbes,  August,  Bremen.

Markenhaus,  Bethel  b.  Bielefeld.

Senf,  Gebr.,  Leipzig,  R.
Briefordner.

Sönnecken,  F.,  Bonn.

Zeiss,  Aug.,  &amp;amp;  Co,  Berlin  W.

Zeiss,  Heinrich,  Frankfurt  a.  M.
Brillen.

Rodenstock,  Josef,  München.
Bronzewaren.

Berliner  Lampen-  und  Bronzewaren-Fabrik

J.  B.  Mielke,  Berlin  S.

Schäffer  &amp;amp;  Walcker,  Akt.-Ges.,  Berlin  SW.
Stohwasser,  C.  H.,  &amp;amp;  Co  Akt.-Ges.,  Berlin  SO.

Wild  &amp;amp;  Wessel,  Berlin  8.
Bruchbänder  und  Bandagen.

Mildendorff,  H.,  Hannover.

Teuffel,  Wilh.  Jul.,  Stuttgart.

Zimmermann,  Richard,  Berlin  O.
Brücken.

Koppel,  Arthur,  Berlin  XW.  (siche  lnserat

Seite  79).
Union,  Akt.-Ges  für  Bergbau,  Eisen-  und
Stahl-Industrie,  Dortmund.
Brunnen-  und  Bohr-Einrichtungen.
Becrmann,  Carl,  Berlin.
Filler,  Friedr.,  Hamburg  (siehe  Inserat
Seite  80  u.  87).

Buntweberei-Artikel.

Wünsche’'s,  Herm.,  Erben,  Ebersbach  i.  8S.
Butter.

Bruhn,  H.  C,  Eckernförde.

Carbolineum.
Ernisch,  Heinrich,  Burg  b.  Magdeburg.
Krauthammer,  Carl,  Berlin  C.
Schatz  &amp;amp;  Hühner,  Hamburg.
Cement,  Portland.
Alsensche  Portland-Cement-Fabriken,
Hamburg.
Bonner  Bergwerks-  und  Hütten-Verein  Oberkauel
  D.  Bonn.
Hannov.  Cementfabrik  A.-Ges.,  Hannover.
„Pagerstecher  &amp;amp;  Schütze,  Osnabrück.
Portland-Cementwaren  vorm.  Schifferdecker
&amp;amp;  Soöhne,  Heidelberg.
Portland-Cementwerk  Heidelberg.
Cementdachpappen.
Cement-Dachplattenfabrik,  Patent  Thomann,
Felix  Peril,  Berlin  NW.  «

35

0

□

f
Io

 

—  —  —  —  —  —

Fabrikanten  (Export).

Chemische  Cement-Dachplattenlabrik,  Louis
Mäder,  Chemnitz.
Fels,  Ad.,  &amp;amp;  Co.,  Halberstadt.
Stephan  &amp;amp;  Hesse,  Eusdorf  a.  S.,  Rhpr.
hampagner.
Burgeff  &amp;amp;  Co.,  Hochheim  a.  M.
Duhr  &amp;amp;  Co.,  Köln  a.  Rh.
Gräger,  Heinr.,  Berlin.
Kessler  &amp;amp;  Co.,  Mainz
Kloss  &amp;amp;  Förster,  Freyhurg.
Kupferber  &amp;amp;  Co.,  Mainz.
Müller,  Matthäus,  Eltville.
Lauer  &amp;amp;  Kremer,  Eltrille.
Rheingauer  Champagner-Kellerei,  Söhnlein
&amp;amp;  Co.,  Schierstein  i.  Rheingau.
hemikalien.
Chemische  Fahrik  auf  Aktien,  vorm.  E.
Schering,  Berlin  (siehe  Inserat  Seite  89).
Kade's,  Dr.,  Oranienapotheke,  Berlin  S0.  26.
hristbaumschmuck.
a)  Glas.
Böhm,  Rich.,  Ernstthal  b.  Lauscha.
Greiner  &amp;amp;  Co.,  Steinnach  i.  S.  M.
Thiele  &amp;amp;  Greiner,  Lauscha.
Wünsch,  J.  H.,  Nürnberg.
b)  Lametta.
Wünsch,  J.  B.,  Berlin  C.
c)  Lichthalter.
Bergmann,  Paul,  Krossen  a.  O.

Cigarren.

Aldefeld,  Franz,  Bremen.

Antelmann,  Bruno,  Deutsches  Kolonialhaus,
G.  m.  b.  H.,  Berlin  C.  (siehe  luserat
Seite  98).

Arnold,  Gustav,  Altenburg.

Bactke,  Ph.,  Hamburg.

Bremer  Cigarrenfabrik  vorm.  Biermann  +
Schörling,  Bremen.

Busch,  O.  W.  C.  Hamburg,  Luisenhof,

Colbrunn,  F.,  &amp;amp;  Co,  Bieleteld.

Dickhoff,  R,  &amp;amp;  Co.,  Hannover.

Emde,  A.  F.,  Düsseldort.

Haas,  Aug.  P.,  Kl.-Steinheim  b.  Gr.-Steinheim.

Holstein  &amp;amp;  Münch,  Minden.

Krause  &amp;amp;  Gessner,  Dresden.

Lorenz,  Robert,  Nachf.,  Cheinnitz.

v.  d.  Meden  &amp;amp;  Thomsen,  Hamburg.

Meyer  &amp;amp;  Lurig,  Bremen.  .

Schrade,  Hermann,  Bremen.

Schulz,  Gebr.,  Braunschweig.

Söllner,  T.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Vogelsang,  C.  F,  Bremen.

Warneck  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Welker,  Gebr.,  Zweibrücken.

Zwerg,  Carl.  &amp;amp;  Co.,  Bremen.

Cigaretten.

Bilandias  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
        <pb n="1048" />
        Fabrikanten  (Export).

Busch,  O.  W.  C.,  Hamburg,  Luisenhof,

Cigaretten-Fabrik  „Bosporus“,  Rabinowitz  &amp;amp;
Hassmann,  Leipzig.

Compagnie  „Laferme“,  Tabak-  und  Cigaretten-Fabrik,
  Dresden.

Marcous,  D.,  Hamburg.

Marweg,  F.,  Dresden.

Türkische  Tabak-  und  Cigaretten-Fabrik

„Jupiter“,  Adolf  Selowski,  Dresden.

Cigarettenmaschinen.
Aurich,  F.  Herm.,  Dresden.
Senf,  H.  Jul.,  Dresden.
Oognac.
Buchholz,  Albert,  Grünberg  i.  Schl.
Deutsche  Cognac-Gesellschaft  G.  R.  Besser
&amp;amp;  Co.,  Berlin  NW.
Schulze,  A.  C.  Albert,  Hamburg-Altona.

Destillierapparate.
Bitter,  Wilb.,  Bielefeld.
Hirzel,  Heinr.,  Leipzig-Plagwitz.
Lentz,  E.  A.,  Berlin  C.
Siemens,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Charlottenburg.
Wernicke,  A.,  Halle  a.  S.

Drahtgeflechte  und  Gitter.
Baecker  &amp;amp;  Co.,  Johannisthal  b.  Iserlohn.
Böcker  &amp;amp;  Haver,  Hohenlimburg  (siehe  In-Serat
  Seite  87).
Frank  &amp;amp;  Giebeler,  Adolfshütte  b.  Dillenburg.
Hähnel,  C.  B.,  Berlin  SW.
Heinze,  Paul,  Berlin  S0.
Neuwalzwerk,  G.  m.  b.  H.,  Bösporde  i.  W.
Weber,  J.  F.,  &amp;amp;  Sohn,  Hamburg.
Drahtseilbahnen.
Pohlig,  J.,  Köln.
Drahtseile.
Poblig,  J.,  Koln.
Puth,  Heinr.,  Blankenstein  a.  d.  Ruhr.
Drahtstifte.
Akt.-Ges.  Neuwalzwerk,  Bösperde.
de  Fries,  F.  W.,  Hemer.
Steinper  &amp;amp;  Ossenberg,  Evingen.
Weiss  &amp;amp;  Münker,  Hilchenbach.
Witte  &amp;amp;  Kamper,  Osnabrück.
Dynamit.
Dynamit-Akt.-Ges.  vorm.  Heinrich  Nobel
&amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Rheinische  Dynamit-Fabrik,  Opladen.
Sprengstoff-Akt.-Ges.  Carbonit,  Hamburg.

Sprengstoffwerke  Dr.  R.  Nahnsen  4  Co.,

Hamburg.

Eau  de  Cologne.
Böhm,  Gustav,  Offenbach.
Cramer  &amp;amp;  Comp.,  Koln.
Faring.  Joh.  Mar.,  gegenüber  d.  Friesenplatz,
öln.

Farina,  Joh.  Mar.,  gegenüber  d.  Gereonsplatz,
  Köln.

36

 

Farina,  Joh.  Mar.,  gegenüber  d.  Jülichsplur
Köln.

Farina,  Joh.  Mar.,  Jülichsplatz,  Köl.

Farina,  Joh.  Mar.,  2z.  Stadt  Turin,  Kolp.

Graes,  Marg.,  Köln.

Martin,  Mar.  Clem.,  gegenüber  d.  Dom,  kon

Eisen  und  Stahlwaren.
Brüninghaus,  Gebr.,  &amp;amp;  Co,  Werdobl  i  s.
Brũninghaus,  Gebr.,  Solingen.
Dominicus,  J.  D.,  &amp;amp;  Soöhne,  Remscheid.
Duisburger  Eisen-  und  Stahlwertke,  Doi

burg  a.  Rh.
Funcke,  Sohn,  C.  F.,  Eckesey.
Hamesfahr,  Gebr.,  Ohligs.
Hammesfahr,  Gottl.,  Gräfrath.
Kirschbaum,  Robert,  Obligs.
Kremer  &amp;amp;  von  Brosy,  Gräfratb.  .
Lembeke,  Herm.,  Berlin  C.,  Münzstrasse  2.
Moller  &amp;amp;  Co.,  Hagen  i.  W.  (siebe  lusem
Seite  95).  #
Post,  J.  Casp.,  Söhne,  Hagen  i.  W.
Ravené,  Jac.,  Söhne,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  C.
Ruesburg,  H.,  &amp;amp;  Co.,  Remscheid.
Sprenger,  Herm.,  Lserlohn.
Tiefenthal,  Gebr.,  Wülfrath.
Wirminghaus,  Ewald,  Gavelsberg.
Wolff,  F.  A.,  Gräfrath.
Eisen-  und  Stahldraht.
Akt  -Ges.  Neuwalzwerk,  Bösperde.
Bäcker  &amp;amp;  Co.,  Johannisthal  b.  —
Böcker  &amp;amp;  Haver,  Hohenlimburg  (eiehe  1#
serat  Seite  87).  ·
Böcker  4  n,  Napmer  b.  Hohenlimbarg.
Braun  &amp;amp;  Hellmann,  Elberfeld.  ;
Eisen-  und  Drahtwerk,  Erlau  b.  Abler.

Emaillewaren.
Eisenhütten-  und  Emaillierwerk
Franke,  Albert.  München.
Kanow,  G.,  Berlin  8.
Lemburg  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Lorenz  &amp;amp;  Co.,  Bockau.  rur
Neufeldt,  Adolf  H.,  Elbing  1.  Wes  baunz.
Reinwart,  Aug.,  Neuwelt  b.  Schwarze
Reuter,  Gebr.,  Königsbrück  i.  Sa.
Rieper,  A.  M.  J.,  &amp;amp;  Co.,  Altom.
Springorum,  E.,  &amp;amp;  Co.,  Düösseldort.

Fahnen.

Reinicke,  Franz,  Hannover.

Fahrräder.
Claes  &amp;amp;  Flaentje,
Reichstein,  Gebr.,  Brandenburg  2.
Seidel  &amp;amp;  Naumann,  Dresden.

Farbenfabriken.  0.  8
Krauthammer,  Carl,  Berlin  C.,  50
Schatz  &amp;amp;  Hübner,  Hamburg.

Feldbahnen.
Freudenstein  &amp;amp;  Co.,  T

Neusalz.

Mühlhausen  i.  Thür,

phionstr.  d

empelhof  b.  Borlin.
        <pb n="1049" />
        —  37  —

Hoerder  Bergwerks-  und  Hütten-Verein,
Hoerde  (siehe  Inserat  Seite  88).
Koppel,  Arthur,  Berlin  NwW.  (siehe  Inserat
Seite  79).
Orenstein  &amp;amp;  Koppel,  Tempelhof  b.  Berlin.
5Feuerspritzen.
Braun,  Justus  Christian,  Nürnberg.
Ewald,  Gustav,  Küstrin.
Fischernetze.
Klinder,  Franz,  Neubabelsberg.

Flügelpumpen.

 

Brandenburg,  Max,  Berlin  8S.

Hoch  &amp;amp;  Natho,  Berlin,  Köpnickerstr.  1
Geldschränke.

Eggert,  H.  C.  E,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Hellwig,  Maz,  Berlin  N.
Pohlschröder  &amp;amp;  Co,  Dortmund.
Geschäftsbücher.
König,  J.  C.,  &amp;amp;  Ebhardt,  Hannover
Inserat  Seite  94).
Gewebre.
Dreyse  &amp;amp;  Collenbusch,  Sömmerda  (siehe
Inserat  Seite  87).
Fükert,  G.,  Weipert  i.  B.
Ketterer,  Eduard,  Köln  a.  Rh.
Mesflert,  Immanuel,  Suhl.
Nimrod,  Gewehrfabrik,  Suhl.
Sauer:  *  P.,  &amp;amp;  Sohn.
Sdlmson  &amp;amp;  Sohn,  Suhl.
Glasperlen.  "
Dahn,  Friedr.,  Berlin—Gablonz.
Pfeiffer,  Jos.,  &amp;amp;  Co.,  Gablonz.
Sachse,  A.,  &amp;amp;  Co.,  Gablonz  i.  Böhmen.
Wedell,  A.,  Eibenstock  i.  Sachsen.
Glaswaren.
Bacumer,  H.  J.,  Hirschberg  i.  Schles.
Wanderle,  J.,  Haida.
Gold-  und  Silberwaren.
Vogdt,  Ernst,  Breslau.
Gummiwaren.
Continental.  Cacutchouc-  und  Guttapercha-Fabrik,
  Hannover.
Hannoversche  Gummikamm  -  Compagnie,
.  Hannover.
Hängematten.
TJacquard-Weberei,  Beuren.
Roithner,  Hugo,  &amp;amp;  Co.,  Schweidnitz.
Staube  &amp;amp;  Co.,  Zittau  i.  S.
Hosenträger.
a.  Gummi,  elastische.
Ehrhardt  &amp;amp;  Demme,  Arnstadt.

Grund,  Gebr.,  Berlin  C.
Ostermann  &amp;amp;  Co.,  Dortmund.

(iehe

 

Rompler,  J.  S.,  Erfurt.

b.  gestickte.
Heyne,  Franz,  &amp;amp;  Co,  Dresden.
Kober'4  Wartenberg,  Berlin  80.

Fabrikanten  (Export).

Hüte.
Hansen,  C.,  Hamburg,  Neueburg  12.
Pinçon,  P.  M.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Hydraulische  Pressen.
Braun,  Justus  Christian,  Nürnberg.
Krupp,  Fr.,  Grusonwerk,  Magdeburg-Buckau.
Mayfarth,  Ph.,  &amp;amp;  Co.,  Frankfurt  a.  M.

Insektenpulver.
Barbarino  &amp;amp;  Kilp,  München.
Brunner,  E.,  Berlin  N.
Groz,  Daniel,  Söhne,  Ebingen.
Hodurek,  A.,  Ratibor.
Otto,  Richard,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  80.
Witte,  Friedr,  Rostock.
Zühlcke,  Max,  München.
Jutespinnereien.  »
Hanseatische  Jutespinnerei  und  Weberei,
Bremen.
Jutespinnerei  &amp;amp;  Weberei  Hamburg—Harburg,
  Akt.  Ges.,  Harburg.
Mechanische  Jute-Spinn.  &amp;amp;  Web.  A.  G.,  Bonn.
Kaffeemühlen.
Goldenberg  &amp;amp;  Co.,  Monsweiler  b.  Zabern.
Kissung  &amp;amp;  Möllmann,  Iserlohn.
Rosendahl,  Friedr.,  Haspe.

Kakac  und  Schokolade.

Gaedke,  P.  W.,  Hamburg.

Hartwig  &amp;amp;  Vogel,  Dresden.  #

Hildebrand,  Theodor,  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  N.

Hoffmann  &amp;amp;  Tiede,  Berlin  SW.

Kamerun-Kakao-Gesellschaft,  Hamburg.
(siebe  Inserat  Seite  94).

Werckmeister  &amp;amp;  Retzdorff,  Berlin  0.

Kleidung,  wasserdichte.
Jacob,  Ferdinand,  Dinslaken  (siehe  Inserat

erste  Innendeckelseite).
Konserven.

a)  Fisch.
Mortensen,  C.  V.,  Berlin  80.,  Melchiorstr.
Naumann,  Dr.  L.,  Dresden-Plauen.

b)  Fleisch.

Denecke  &amp;amp;  Himmel,  Braunschweig.

Geyer,  Gottlieb,  Hamburg.

Hahn,  G.  C.,  &amp;amp;  Co.,  Lübeck  und  Braunschweig.


Naumann,  Dr.  L,  Dresden-Plauen.

c)  Früchte.

Berlin-Werdersche  Früchtekonserven.  Fah#
„Moral“,  Berlin  NW.,  Haidestr.  52  abrik
Erasni  Charlotte,  Lübeck.  "
engstenburg,  Rich.,  Esslingen  a.  Neck
N#n  1  a.  Neckar.
ur  uee  &amp;amp;  Co.,  Hamburg  (siehe  Inserat
Naumann,  Dr.

Rebee,  L.,  Dresden-Plauen.

Albert,  &amp;amp;  Sohn,  Wüllel  vor  Hannover
        <pb n="1050" />
        Fabrikanten  (Export).
d)  Cemüse.

Becker,  Wilh.,  Stralsund.

Broemel,  Gebr.,  (Agentur  sämtlicher  Genussmittel)
  Hamburg  (siehe  Inserat  Seite  84
u.  85).

Busch,  Barnewitz  &amp;amp;  Co.,  Wollenbüttel.

Erasmi,  Charlotte,  Lübeck.

Harder  &amp;amp;  de  Voss  (Agentur  sämmtlicher
Genussmittel),  Hamlurg  (siehe  Inserat
Seite  81).

Knorr,  C.  H.,  Heilbronn.

Mähnert  &amp;amp;  Katschke,  Berlin  N.

Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg  (siehe  Inserat
Seite  91).

Naumann,  Dr.  L.,  Dresden-Plauen.

Pillmann,  J.  H.,  Nachf.,  Braunschweig.

Rabe  &amp;amp;  Neuschaesfer,  Magdeburg.

Rechse,  Albert,  &amp;amp;  Sohn,  Wülfel  vor  Hannover.

Kopierpressen.
Arnheim,  S.  I.,  Berlin  W.
Maurer,  Ferd.,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  SW.
Vv.  d.  Nahmer,  A.,  Remscheid.
Spohr  &amp;amp;  Krämer,  Frankfurt  a.  M.
Teuchner  &amp;amp;  Taenzer,  Chemnitz.
Krähne.

Schmöle,  R.  &amp;amp;  (I.,  Menden.

Menck  &amp;amp;  Hambrock,  Altona-Hamburg.
Kravatten.

Bernhard  &amp;amp;  Klussmann,  Berlin.

Deus  &amp;amp;  Otcker,  Crefeld.

Haasen  &amp;amp;  Oppenheimer,  Crefeld.

Lavy,  Chs.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Rieper,  Henrichs,  Hamburg.

————.——  —.——————.—5

—  —  — Ô  —  —

38

 

Kupfer-  und  Messingdraht.
Basse  &amp;amp;  Selve,  Altena.
Biberach,  J.  C.,  Nürnberg.  #
Letmather  Messingwalzwerk,  Letmathe.
Messinggewerkschaft  Oese  b.  Menden,  Bezirk

  Arnsberg.

Lampen.

Akt.-Ges.  vorm.  Stohwasser  &amp;amp;  Co.,  Berlin  80.

Brendel  &amp;amp;  Löwig,  Berlin  SW.

Ebeling  &amp;amp;  Cröner,  Dresden.

Hirschhorn,  J.,  Berlin  8S0.

Sächsische  Lampen-  &amp;amp;  Metallwarenfabrik,
Wendt  &amp;amp;  Tänzer,  Chemnitz.

Schuster  &amp;amp;  Baer,  Berlin  8.

Wetzschewald  &amp;amp;  Wilmes,  Neheim.

Wild  &amp;amp;  Wessel,  Berlin  8.

Landungsboote.

Lührs,  Otto,  Neumühlen  b.  Hamburg.

Landwirtschaftliche  Handgeräte  und
Maschinen.

a)  Handgeräte.
Falkenroth,  Gebr.,  Haspe.
Falkenroth,  Carl,  Söhne,  Schalksmühle.
Franks,  Joh.  Fr.,  Söhne,  Exten.
Griesenbeck  &amp;amp;  Heuser,  Dahl,  Kr.  Hagen  i.  W.
Hesterberg,  F.,  &amp;amp;  Sohne,  Milspe.

 

Hasenclever  &amp;amp;  Sohn,  Eppenaerstr.,  Hagen
i.  Westfalen.

Schomann,  E.  F.,  jun.,  Rostock  (Doppelradhacke).
  .

Schulte,  Carl,  Stennerbruch  b.  Haspe.

b)  Maschinen.

Beermann,  Carl,  Berlin  0.

Fowler,  John,  &amp;amp;  Co.,  Magdeburg.

Humboldt,  Kalk  b.  Köln  a.  Rh.

Komnick  &amp;amp;  Bertram,  Neustadt  b.  Pinne.

Körting,  Gebr.,  Körtingsdorf  b.  Hannover,

Maschinenbauanstalt  &amp;amp;  Eisengiesserei  vorm.
Floether  &amp;amp;  Co.,  Gassen  i.  I.

Mayfarth,  Ph.,  &amp;amp;  Co.,  Franklurt  a.  N.

Robey  &amp;amp;  Co.,  Breslau.  #

Sächsische  Dampfdresch-  &amp;amp;  Masch.-Fabrik,
Otto  Böttger,  Dresdeu-Lobtau.

Sack,  Rudolf,  Leipzig-Plagwitz  (siehe  Inserat
Seite  86).

Siedersleben,  W.,  &amp;amp;  Co.,  Bernburg.

Unterilp,  W.,  Berlin.  #

Woll,  R.,  Magdeburg-Buckau  (siehe  Inserat
Seite  80).

Laternen.

Eschebach  &amp;amp;  Haussner,  Dresden.

Pohl  &amp;amp;  Helbig,  Berlin  SW.

Weber  &amp;amp;  Co.,  Berlin  S0.

Leinenwaren.
Düringer,  A.,  &amp;amp;  Co.,  Herrnhut.
Gemeinert,  E.,  Sorau  N.  L.
Rinke  &amp;amp;  Jacob,  Sorau  N.-I.
Linoleum.
Deutsche  Linoleuin-Werke  „Hansa“,  Delmenhorst
  b.  Bremen  (siehe  Inserat  Seite  82).

Löffel.
a)  Blech.  6
Beeri,  Gottlieb,  Hirsau  b.  Kalw.
Edelmann,  Carl,  Grünhain  i.  S.  rr
Löbner,  B.,  Beierfeld  b.  Schwarzenberg  i.  8.
Tuchscheerer,  E.  L.,  Grünhain  1.  8
Turck,  Friedr.,  Lüdenscheid.
b)  Brittannialöffel.
Basse  &amp;amp;  Fischer,  Lüdenscheid.
Colsmann  &amp;amp;  Co.,  Werdohl.
Hueck,  Eduard,  Lüdenscheid.
Nolle,  Gebr.,  Lüdenscheid.
Rumpff  &amp;amp;  Kruse,  Iserlohn.
Lokomobilen.  6
Badenia,  Maschinenfabrik,  Weinbeim  z  v
Düsseldorf-Ratinger  Rohrenkessellabr  nvorm.
  Dürr  &amp;amp;  Co.,  Ratingen  b.  Düsseldorl.
Jachne,  C.,  &amp;amp;  Sohn,  Landsberg  -
Lantz,  Heinrich,  Mannheim.
Lutz,  Gebr.  Darmstak.
Robey  &amp;amp;  Co.,  Breslau.
Smitl)  Garett  &amp;amp;  Co.,  Magdeburg  Bb.
Wolf,  R.,  Magdeburg  —Buckau  Eiebe
serat  Seite  80).
        <pb n="1051" />
        —

Luxuswaren.
Vogadt,  Ernst,  Breslau.

"  n-Wein.
“  Malton-Gesellschaft,  Helbing  &amp;amp;  Co.,
Wandsbeck-Hamburg.
Maschinen  für  Dampfriegeleien.
Groke,  Th,  Merseburg  (siehe  Inserat  Seite  87).
Mathematische  Instrumente.
Dennert  &amp;amp;  Pape,  Altona.
Edelmann,  Dr.  M.  Th.,  München.
Reiss,  R.,  Liebenwerda  i.  Sachsen.
Sickler,  C.,  Karlsrube.,.
Sprenger,  Ed.,  Berlin,  Alte  Jacobstr.
Mehl  und  Schiffsbrot.
Botsch,  G.,  Hamburg,  Hafenstr.  53.
Wieghorst,  W.  A.  F.,  &amp;amp;  Sohn,  Hamburg.
Nelasse.
Haber,  Albert.  Stettin.
Fdelsges,  J.  Jdom  Rath  &amp;amp;  Co.,  Hoberwitz.

Krause,  Gustav,  Kothen.
Schilling,  Franz,  Köthen.
Messer.

a)  Plantagenhauer.

Aschermann,  Julius,  Hagen  i.  Westf.

Colins-Hauer-Fabrik,  Carl  Wolf,  Hagen  i.
Westf.

Hermes,  Gebr.,  Gevelsberg.

Schulte,  Alfred,  Gevelsberg.

Tollner,  Joh.  Heinr.,  Milspe.

orster,  R.,  &amp;amp;  H.,  Hagen  i.  Westf.

Schlieper,  Carl,  Remscheid-Hasten.
b)  Rasiermesser.

Heuckels,  J.  A.,  Solingen.

Klaucke,  Julius,  Solingen.

Wüsthof,  Ed,  Solingen.

c)  Taschen-  und  Federmesser.
Engels,  E.  &amp;amp;  Co.,  Gräfrath  b.  Solingen.
Henckels,  J.  A.,  Solingen.
Holz,  Carl,  Tuttlingen.
Kremm,  C.  A,  Tuttlingen.
Lingohr,  C.,  &amp;amp;  Co,  Solingen.
Tillmauns,  Carl,  Söhne,  Solingen.
Wüsthof,  Ed.,  Solingen.

d)  Tischmesser  und  Gabeln.

Henckels,  J.  A.,  Solingen.
Schürhoff,  Gebr.,  Gevelsberg.
Stock,  Wilb.,  &amp;amp;  Gust.,  Scheidt  b.  Solingen.
Wüsthof,  Ed.,  Solingen.

Miülch,  kondensirte.
Bosch  &amp;amp;  Co.,  Waren  i.  Mecklenburg.
Conservenfabrik  München,  München.
Dauermilch-Anstalt,,  Hansa“,  Gebr.  Mylord,

Hamburg.
Dresdener  Molkerei,  Gebr.  Pfund,  Dresden.

Walcker  &amp;amp;  Co.,  Bremen.

39

 

–  —  —  —  -.  –*

 

Fabrikanten  (Export).
Mineralwasser.

a)  künstliches.

Erdmann,  Dr.,  &amp;amp;  Jacobi,  Altona,
Steinicke  &amp;amp;  Weinlig,  Altona
Struve,  Dr.,  &amp;amp;  Soltmann,  Berlin.
Struve,  Dr.,  Dresden.
b)  natürliche.
Birresborner  Mineralbrunnen,  Düsseldorf.

Brunnenverwaltung  Bad  Liebenstein.
Soden  i.  Taunus.

Hitzacker.

Homhurg  v.  d.  H.

Kreuznach.

Kronthal.

—  Teinach.  #

Kgl.  Mineralbrunnen  Fachingen  b.  Diez.

Saxer,  Dr.,  &amp;amp;  G.  Völker,  Grauhof  b.  Goslar.

Schlossbrunnen  Gerolstein,  Gerolstein  iehe
Inserat  Seite  92).

Möbel.
Bornefeld  &amp;amp;  Janssen,  M.-Gladbach.
Dittmar,  Berlin  C.
Gerson  &amp;amp;  Wolff,  Stuttgart.
Prächtel,  C.,  Berlin.
Rawitsch,  Gebr.,  Breslau.
Schneider  &amp;amp;  Hanau,  Frankfurt  a.  M.
Schulz,  Carl,  Berlin,  Lindenstr.  10.
Wellhausen,  Ed.,  Hannover.
Wolter  &amp;amp;  Fischer,  Leipzig.

Mosquito-Netze.
Kietzmann,  E.,  Wwe.,  Hamhurg.

Motorboote.
Daimler  Motoren-Gesellschaft,  „Cannstatt“.
Holtz,  R.,  Harburg.
Jensen,  G.  C.,  Hamburg-Steinwärder.
Lebmann,  Dr,  &amp;amp;  Mann,  Comm.-Ges.,  Berlin.
Meissner,  Carl,  Hamburg  (siehe  Inserat
Seite  80).
Motore,  Gas-,  Benzin-  und  Petroleum.
Boldt  &amp;amp;  Vogel,  Hamburg.
DaimlIer  Motoren-Gesellschaft  „Cannstatt“.
Dresdener  Gasmotoren-Fabrik  vorm.  Moritz
Hille,  Dresden.
Gasmotorenfabrik  Deutz,  Koln-Deutz.

Kühne,  Louis,  Dresden-A.
Mayfarth,  Ph.,  &amp;amp;  Co.,  Frankfurt  a.  M.

(usikinstrumente.

a)  Accordons  und  Concertinas.

Altenburger  Harmoniafabrik,  Keller  K  Nündel
Altenburg  in  Sachsen-Altenburg.  "

Berliner  Jusikinstrumenten-Fabrit,  A.  G
vorm.  Chr.  F.  Pietzchma  öhne'
Berlin  N.  4  Sohee,

Krieger,.  Kiessling  &amp;amp;  Co.,  Altenburo;

Krull  &amp;amp;  Bollmann,  Kiel.  urt  in  8.4.

2  2

§  34  34  3  3S
*  3  3  S

I
        <pb n="1052" />
        Fabrikanten  (Export).

b)  Blech-  und  Blas-Instrumente.
Schuster  &amp;amp;  Co.,  Markneukirchen.

c)  Holz-Blas-Instrumente.
Schmidt,  E.  W.,  Günzen  bei  Markneukirchen.
Uebel,  F.G.,  Woblhausen  b.  Markneukirchen.

d)  Mundharmonika.

Bohm,  A.,  Untersachsenberg.

Hohner,  M.,  Trossingen.

Württembergische  Harmonikafabrik,  Trossingen.

e)  Saiten-Instrumente.

Kessler,  Adolf,  Markneukirchen.

Paulus,  Ernst,  Markneukirchen.

Nähmaschinen.

Bielefelder  Nähmasch.-  und  Fahrrad-Fabrik,
vorm.  Hengstenberg  &amp;amp;  Co.,  Bielefeld.
Claes  &amp;amp;  Flentje,  Mühlhausen  in  Thüringen.

Frister  &amp;amp;  Rossmann,  A.-G.,  Berlin  S0.

Nähmaschinen  und  Eisengiesserei,  vorm.
Seidel  &amp;amp;  Naumann,  Dresden.

Nothmann,  Gebr.,  Berlin  N.

Pfälzische  Nähmaschinen-  und  Fahrradfabrik,
vorm.  Gebr.  Kayser,  Kaiserslautern.

Nähnadeln.

a)  Nähnadeln.

Bauer,  Andreas,  Schwabach.

Brause  &amp;amp;  Co.,  Aachen.

Dubois,  Heinr.  Aug.,  Düren.

Pastor,  Ph.  Hch.,  Sonne,  Burtscheid.

Zimmermann,  Jos,  Aachen.

b)  Packnadeln.
Ahlenfabrik  Concordia,  Schmalkalden.
Burkhardt,  Kaupert  &amp;amp;  Co.,  Schmalkalden.
Hesse,  V.  W.,  Altena.
Kaiser,  Gust.  Adolf,  Evingen  bei  Altena.
Lüling,  Gebr.,  Altena.
Mader,  G.,  &amp;amp;  Müller,  Schmalkalden.
Möôller,  Georg  Christ.,  Schmalkalden.
Nahrungs-  und  Genussmittel.
Broemel,  Gebr.,  Hamburg  (siehe  Inserat
Seite  84  u.  85).  ·
Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg  (siehe  Inserat-Seite
  81).
Nebelbilderapparate.
Eckenrath,  Th.,  Berlin  W.
Hagedorn,  W.,  Berlin  SW.
Mittelstrass,  Gebr.,  Magdeburg.
Plank,  Ernst,  Nürnberg.
Schönner,  Jean,  Nürnberg.
Netze.
Roithner,  Hugo,  &amp;amp;  Co.,  Schweidnitz.
Klinder,  Franz,  Neubabelsberg  b.  Berlin.
Neusilberwaren.
Christofle  &amp;amp;  Co.,  Karlsruhe.
Henniger  &amp;amp;  Co.,  Berlin  SW.
Württemb.  Metallwarenfabrik,  Geislingen.
Normalwollartikel.
Beuger,  Wilh.,  Söhne,  Stuttgart.

40

 

I

 

Optische  Instrumente.  .
Merz,  G.  &amp;amp;  S.,  vorm.  Utzschneider  &amp;amp;  Traurhöfer,
  München.
Sprenger,  Ed.,  Berlin  SW.
Zeiss,  C.,  Jena.
Parfümerien  und  Tollette-Seifen.
Biermann,  Dr.,  Paul,  &amp;amp;  Co.,  Wriezen  a.  0.
Boehm,  Gustav,  Offenbach  a.  M.
Cox,  Camillo,  Meissen  (s.  Inserat  Seite  83).
Douglas,  J.  J.,  Söhne,  Hamburg.
Dralle,  Georg,  Hamburg.
Epstein,  M.,  Hamburg.
Jacobi,  E.,  Jena.
Lohse,  Gustav,  Berlin.
Patronen.
Braun  &amp;amp;  Bloem,  Ges.  m.  b.  H.,  Düsseldorl.
Dreyse  &amp;amp;  Collenbusch,  Sömmerda  Eiebe
Inserat  Seite  87).  .
Frister  &amp;amp;  Rossmann,  A.G.,  Berlin  80.
Zündhütchen-  und  Patronenfabrik,  vorm.
Sellier  &amp;amp;  Bellot,  A.--G.,  Schönebeck.

8Petroleumkochapparate.

Dobbelstein,  H,  Aachen.
Haller  &amp;amp;  Co.,  Altona
Hirschhorn,  J.,  Berlin  SO.
Koch,  Heinrich,  Hamburg.
Photographische  Apparate.
Brandt,  Paul,  Berlin  NW.  (iehe  Insera
Seite  83).
Goerz,  C.  P.,  Berlin-Schöneberg.
Hartz  &amp;amp;  Woölpers,  Hamburg.  *
Herbst,  Gebr.,  Görlitz  (s.  Inserat  Seite  91
Kleffel,  L.  G.,  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  W.  35.
Schippang  &amp;amp;  Webenkel,  Berlin  8.  n
Winzer,  Dr.,  &amp;amp;  Co.,  Nacht  Emil  Fuchs,
Dresden-A.  (siehe  Inserat  Seite  97).
Pianofortes  &amp;amp;  Harmonlums.
Bechstein,  C.,  Berlin  N.
Blüthner,  Julius,  Leipzig.
Hesler,  Friedr.  von,  Elberfeld.
Holling,  C.,  &amp;amp;  Spangenberg,  Zeitz
Ibach,  Rud.,  &amp;amp;  Sohn,  Barmen.
Klingmann,  G.,  &amp;amp;  C.,  Berlin  80.
Sauter,  Carl,  Spaichingen.
Steingräber  &amp;amp;  Söhne,  Nürnberg.  b
Steinway)'s  Pianoforte-Pabrik,  Hamburg.
Pinsel.  #
Werarich  &amp;amp;  Co.,  Schwelm  i.  W.
Zierlein,  Gebr-  Nürnberg.
Plantagensiebe.  Z  „
2  &amp;amp;  Haver,  Hohenlimburg  Eiebe
Inserat  Seite  87).
Porzellan.  1
Buckauer  Porzellanmanufaktur,
Buckau.
Greiner  &amp;amp;  Herda,  Oberkotzau.
Möller  &amp;amp;  Dibbe,  Köditz.
Müller,  E.  &amp;amp;  A,  Schwarza.
Rith  &amp;amp;  Bechstein,  Roda.

).

Magdeburg-
        <pb n="1053" />
        Prüservativ  Cream.
Gerlach,  Eduard,  Lübbecke  i.  W.

Pulver.

Vereinigte  Köln-Rottweiler  Pulverfabriken,

Rottweil.

Waffenfabrik  Mauser,  Oberndorf  b.  Rottweil.

Pumpen.
Boldt  &amp;amp;  Vogel,  Hamburg.
Pumpernickel.
Barkey,  Heinr.,  Gütersloh.
Barkey,  Wilh.,  Gütersloh.
Frommel,  Th,  Soest.
Fromme,  Wilb.,  Soest.

Hammer  Brotfabrik  E.  Zöllner,  Hamm  i.  W.

Sokeland,  E.,  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NW.
Rasenmähmaschinen.

Brill,  Gebr.,  Barmen.

Dornbusch,  C.,  Schlottwitz.

Eichhorn,  G.,  &amp;amp;  Sohn,  Meiningen.

Eggers,  Aug.,  Bremen.

Mayfarth,  Ph.,  &amp;amp;  Co.,  Franklfurt  a.  M.
Raubtierfallen.

Grell,  E.  &amp;amp;  Co.,  Haynau  (s.
Reis.

Aktien  Reismühle,  Hamburg.

Berkan,  H.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Brock  &amp;amp;  Schnar,  Hamburg.

Kalken,  H.  C.,  Flensburg.

Königsberger  Schalmühle  St.  Winter  bei  6

Koônigsberg  i.  Pr.
ielsen,  Anton,  &amp;amp;  Co.,  Lremen.
Wielsen,  Gebr.,  Bremen.
ickmers,  Reismühlen,  Rhederei  u.  Schiffsbau
  A.-C.,  Bremen.
Schumacher,  Depp  4  Co.,  Hamburg.
Vôölkers  &amp;amp;  Richers,  Hamburg.
Mindhagen  &amp;amp;  Eggers.  Lübeck.
Wulsf,  H.,  Hamburg.
Rohrwaren.
Hennig,  Abrens,  Hamburg.
Rollläden.
a)  eiserne
König,  Kücken  &amp;amp;  Co.,  Berlin  N.

Tillmann'sche,  Wilb.,  Wellblech-Fabrik  und
Verzinkerei,  Remscheid  (siehe  Inserat

Seite  90).
b)  hölzerne.
Haaga,  Wendelin,  Laupheim.
Rollwände-  und  Jalousien-Fabrik  C.  Behrens,
Hannover.
Sperb,  Leopold,  Darmstadt.
ecker,  Johs.,  Köln.  6
Württembergische  Rolllädenfabrik  Alb.  Uher,
Stuttgart.

Säcke.

Schmidt,  J.  C.  Gustav,  Hamburg,  Rodingsmarkt.



41

Inserat  Seite  89).

—

Fabrikanten  Export).

Sämereien.
Ernst  &amp;amp;  von  Spreckelsen,  Hamburg.
Klar,  Jos.,  Berlin.
8alz.
Chem.  Fabrik  Billwärder,  vorm.  Helle  4&amp;amp;
Stalner,  Akt.-Ges.,  Hamburg.

Sammet.
Deussen,  F.  W.,  &amp;amp;  Co.,  Creteld.
Peltzer,  Gebr.,  Crekteld.

Scheren.
·  a)  Papierscheren.
Bell,  Gustav,  Ohligs.
Illing  &amp;amp;  Burkert,  Zwickau  in.  Sachsen.
MWiaisthof,  E.,  Solingen.
Ziegelbauer,  Daniel,  Ohligs.
·"  b)  Schafscheren.
Asteck,  Carl  Th.,  Vörde,  Bez.  Arnsberg.
Frielinghaus,  Wilb.,  Vörde,  Bez.  Arnsberg.
Schwatjert,  Peter,  Kronenberg.

Schiebekarren.
Jaeger,  J.,  Berg.  Gladbach.
Jioest,  F.,  Hilden.
TKoöttgen,  H.,  &amp;amp;  Co.,  Berg.  Gladbach.
Renger,  Wilh.,  &amp;amp;  Co.,  Arnstadt.
Tobler,  C.,  Berlin  N.

Schiefertafeln.
Rheinische  Schielertafelnfabrik,  Worms  a.  R.

Schiffsbau.
a)  Eisen-  und  Stahl-Schiffsbau.

Akt.-Ges.  Neptun,  Rostock

Akt.-Ges.  Weser,  Bremen.

Blohm  &amp;amp;  Voss,  Hamburg.

Brandenburg,  H.,  Hamburg.

Germania-Werft,  Akt-Ges.,  Gaarden.

„Gutehoflnunghbütte“,  Akt.-Ges  für  Bergbau
  und  Hüttenbetrich,  Oberhausen  in
Rheinpreussen.

Howaldtswerke,  Akt.-Gez,  K  iel.

„Kette“,  Deutsche  Elbschiffahrts.Ges.,  Schiffswerft
  Uebigau,  Dresden.

Lübbers  &amp;amp;  Kircher,  Hamburg

Reiherstieg  Schiffswerfte  &amp;amp;  Maschinen-Fabrik
Akt.-Ges,  Hamburg.

Sachsenberg,  Gebr.,  Rosslau.

Schifflswerfte  &amp;amp;  Maschinen-Fabrik,  vorm.
Janssen  &amp;amp;  Schmilinski,  Akt.-Ges.,  Ham- 



6  burg.

Stettiner  Maschinenbau-Akt.-Ges.
Stettin.

Tecklenborg.  Job.  C.,
Inserat  Seite  95).
b)  Holz-Schiffsbau.

Ihms,  Gebr..  Kiel.

Kircher,  Gebr.,  Hamburg.

Lübbers  &amp;amp;  Kircher,  Hamburg.

„Vulkan",

Geestemünde  (siehbe

 

Stülcken.  H.  C.,  Sohn,  Haml
Thormahlen,  Johs.  &amp;amp;  Co.,  Elmekkorn
Wichborst  &amp;amp;  Co.,  Altona.  "

6
        <pb n="1054" />
        Fabrikanten  (Export).

Schirme.

Bach,  Clemens,  Chemnitz.

Berliner  Schirmfabrik  J.  Sachs
Berlin.

Bremer  Schirmfabrik  Gebr.  Büsing,  Bremen.

Frey,  O.,  Berlin  C.

Jacobs  &amp;amp;  Gramm,  Köln.

Kern,  Wilhelm,  Karlsruhe.

Pardo,  J.,  Hamburg.

Strochel,  Julius,  Leipzig.

Wigdor,  M.,  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  CG.

&amp;amp;  Co.,

Schlafsäcke.

Jacob,  Ferdinand,  Dinslaken  (siehe  Inserat
erste  Innendeckelseite).

Schleifsteine.

Vöhlert,  J.  P.,  Hamburg.

Schlösser.

Meinke.  Franz,  Körlin  an  der  Persante.

Schrauben  (Hol2).

Altenlch,  Brinck  &amp;amp;  Co.,  Milspe.

Falkenroth  &amp;amp;  Kleine,  Schwelm.

Funcke  &amp;amp;  Hueck,  Hagen  i.  W.

Tillmanns,  J.  J.,  Neuenkronenberg  b.  Lützelkirchen.


Westfälische  Holzschrauben-Fabrik  Gerdes
&amp;amp;  Co.,  Schwelm.

Winckelmann,  C.,  Berlin  NW.

Schreibmaschinen.

Guhl  &amp;amp;  Harbeck,  Hamhurg.

Ludwig,  F.  Anton,  Söhne,  Chemnitz.
Schreib-  und  Postpapier.

Dresdener  Papier-Fabrik,  Dresden.
Hoesch,  Gebr.,  Düren.

Hoesch,  Ieinr.  Arthur,  Düren.

Rauch,  Gebr.,  Heilbronn.

Schöller,  Felix  Heinr.,  Düren.

Schoeller,  Heinrich  August,  Söhne,  Düren.
Ulrich  &amp;amp;  Co.,  Niedermarsberg.

Schuhwaren.

Bartenbach  &amp;amp;  Weinshäuser,  Tuttlingen.

Bockenheimer  Schuhfabrik  Th.  Meller  &amp;amp;  Co.,
Franklurt  a.  M.

Deutsche  Schuhfabrik  G.  Markus  &amp;amp;  Co.,
Erfurt.

Garbrecht,  Theodor,  &amp;amp;  Co.,  Eisenach.

Haller  &amp;amp;  Co.,  Tuttlingen.

Hillig,  Otto,  Ehrenfriedersdorf.

Marschner,  J.,  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.

Mensing,  Louis,  Eschwege.

Müller,  W.,  Darmstadt.

Schlaberg  &amp;amp;  Timmermann,  Osnabrück.

Schwärze.

Bahl,  Gebr.,  Montabaur.

Farbwerke  W.  A.  Hospelt,  Ges.  m.  b.  H.,
Köln.

Meschwitz,  Franz,  Wildenau  bei  Rodewisch.

Schröder  &amp;amp;  Stadelmann,  Oberlahnstein.
Vereinigte  Schwarzkreidewerke,  Osnabrück.

42

 

Seide  und  Halbseide.

Colsmann  &amp;amp;  Seyffert,  Langenberg.
Delius,  C.  A.,  Söhne,  Bielefeld.
Deuss  &amp;amp;  Oetcker,  Crefeld.
Dietel,  Gebr.,  Greikz.
Konigs,  Karl,  &amp;amp;  Co.,  Crekeld.
Langerfeld,  Paul,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Peters,  D.,  &amp;amp;  Co.,  Elberteld.
Spöhr  &amp;amp;  Jansen,  Niersen.
Seife  (Wasch-).
Biermann,  Dr.  Paul  &amp;amp;  Co.,  Wriezen  .  0.
Cox,  Camillo,  Meissen  (8.  Inserat  Seite  83.
Heyer,  George,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg,  Bernhardstrasse
  2.
Jacobi,  Emil,  Jena.
Rengert  &amp;amp;  Co.,  Berlin  NW.
Siegellack.
Tetzer,  Reinhold,  Berlin  80.
Spedition.
Rohde,  Matthias  &amp;amp;  Co.,  Hamburg  (8
Inserat  Seite  82).
Spiegel.
W  a)  Luxus-  und  Toilette-Spiegel.
Aachener  Spiegelmanufaktur,  E.  Hellen.
tahl  &amp;amp;  Co.,  Aachen.  v  Z
Aktien-Gesellschaft  für  Glas-  und  Zinnfolien.
Fabrikation,  Fürth  i.  B.
Blechmann,  W.,  Fürth  i.  B.
Dresdener  Glasmanufaktur  Sahre  &amp;amp;
Dresden.  #
Krauss,  Aug.,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  N.
Schaller,  John,  Fürth  i.  B.
Stahl,  G.  B.,  Fürth  i.  B.
Wiedener,  N.,  &amp;amp;  Co.,  Fürth  i.  B.
b)  Militär-  und  Blechspiegel.
Bigler,  Martin,  Zirndork.
Geisselbrecht,  Georg,  Nürnberg.
Loewel,  Paul,  Ebrach.
Mayrhofer  &amp;amp;  Klemann,  Passau.
Reutter,  Georg,  Zirndorf.
Zimmermann,  G.,  Zirndorf.
Spielkarten.
Altenburg.  Spielkarte
Altenburg  in  Sachsen-Al
Dondorf,  B.,  Frankfurt  a.  M.  duig  4
Halle'’sche  Spielkartenfabrik  Ludwig
Schmidt,  Halle  a.  S.
Jegel,  Joh.  Con.,  Nürnberg.
Kölnische  Spielkartenfabrik  vorm.
zers,  Köln.  Z
L  Ipriger  Spielkartenfabrik  Friedr.  Göntbel
Nachf.,  Leipzig.
Spiritus  bezw.  Sprit.
Breslauer  Spritfabrik  A.
Export-  u.  Lagerhaus-Gesellsch
Grunwald  &amp;amp;  Co.,  Breslau.

iebe

Tümmler,

nfabrik  Schneider  &amp;amp;  Co.
tenburg.

J.  P.  Bürslau.


G.  veis  Hamburg.
        <pb n="1055" />
        —

Heidenberg,  J.  E.,  Kolberg.
Hoeltz,  W.,  Berlin  SW.
Norddeutsche  Spritwerke  vorm.  Hôper,  A.-G.
Hamburg.
Radicke,  Carl,  Berlin  SO.
Untucht,  Carl,  Magdeburg.
Stacheldraht.
Felten  &amp;amp;  Guilleaume,  Mülheim  a.  Rh.
Steingut.
Annaburg.  Steingutf.  A.  Heckmann,  Annaburg.
  "6“
Gerhardt,  Carl,  Nachf.,  Hohr.
Nordd.  Steingutf.  A-G.  Grohn-Veggesack.
PTuritz  &amp;amp;  Bode,  Neuhaldensleben.
Steingutfabrik  Witteburg,  Targe.
Thomsberger  &amp;amp;  Herrmann,  Kolditz.
Villeroy  &amp;amp;  Boch,  Wallerfangen.
Wächtersbacher  Steingutfabrik,  Schlierbach
bei  Wächtersbach.
Steinzeugröhren.
Böttcher,  Gebr.,  Dresden-Plauen.
Girz,  Alexander,  Bischofsheim.
Gottschald  &amp;amp;  Co.,  Kolditz.
pPfe.
Herfurth,  Gebr.,  Chemnitz.
Sussmann,  Gebr.,  Chemnitz.
Tabakspfeifen.
Deusing,  G.  W.,  Ruhla.
Kratzert,  Oskar,  jun,  Friedeberg  a.  C.
Von  Rolland,  A.  P.  T.,  Berlin  C.
Thüringsche  Tabakpfeifen-Industrie  Frahne
4&amp;amp;  Henning,  Ruhla.
Zimmermann,  Gebr.,  Ruhla.
Taschentücher.
Ammendorff  &amp;amp;  Schulze,  Lauban  in  Schlesien.
Brauer,  Benno,  Görlitz.
Teer.

a)  Braunkohlenteer.
Billing  &amp;amp;  Co.,  Halle  a.  S.
Concordia,  Akt.--Ges.,  Nachterstedt.
Schmidt,  Heinrich  Otto,  Zeitz.

b)  Holzteer  (Kienteer).
Arndt,  H.,  Kreuzburg.
Pless'sche  Teerschwelerei,  Fürst  v.,  Kobier.

Schlobach.  F.  O.,  Luisenberg  b.  Alt-Jablonken.

c)  Steinkohlenteer.

Aktien-Gesellschaft  für  Kohlendestillation,
Bulmke.

Brunck,  Franz,  Dortmund.

Büsscher  &amp;amp;  Hoffmann,  Eberswalde.

Wilhelm-Schacht,  der  Bergbau-Akt.-Ges.
Pluto,  Wanne.

Thonpfeifen.

Blum,  A.,  Wümingen  a.  Mos.

Giese,  Gottl.,  Ruhla.

Günther,  Gebr.,  Höhr.

Klauer,  Wilb.,  Baumbach.

Krebs,  J.,  Sohn,  Höhr.

43

 

Pabrikanten  (Export).

Meseke,  C.,  Uslar.

Reny,  P.  J.,  Höhr.
Schwaderlapp,  Gebr.,  Baumbach.
Stein,  Jul.  Wwe.,  Ruhla.
Wingender,  Julins,  &amp;amp;  Co.,  Höhr.

Thonröhren.
Bunzlauer  Thonröhrenfabrik  Hoffmann  &amp;amp;  Co.,
Bunzlau.
Deutsche  Grube,  Bauermeister  &amp;amp;  Söhne,
Bitterteld.

Kelsch,  C.  (Gebr.  Schoot),  Bitterfeld.
Lübschützer  Thonwerke,  Lühschützb.  Wurzen
(siehe  Inserat  Seite  91).
Terracotta-Fabrik,  Merzig  (Rheinpreussen).
Thonröhrenfabrik  J.  Katschener  &amp;amp;  Co.,
Frechen.
Thonwaren.
Hainauer  Kunstziegel-  und  Thonwarenfabrik
von  Aug.  Pape,  Hainau.
Hauber  &amp;amp;  Reuther,  Freising.
Heyer,  Christ.,  C.  &amp;amp;  Co.,  Gräfenroda.
Lübschützer  Thonwerke.  Wurzen  (siehe  Iu-Serat
  Seite  91).
Papendick,  W.  E.,  &amp;amp;  Co,  Hildburghausen.
Trikotagen.
Friedemann,  Oskar,  Schönau  bei  Chemnitz.
Mechanische  Trikotweberei  Gebr.  Mann.
Ludwigshafen.
Trockenapparate.
Mapfarth,  Ph.,  &amp;amp;  Co.,  Franklurt  a.  M.
Tropenanzüge.
Jordan,  Heinrich,  Berlin  SW.
v.  Tippelskirch,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  NW.  (siehe
Inserat  Seite  96).
Tropenausrüstungen.
Beinhauer,  R.,  Söhne,  llamburg.
v.  Tippelskirch  &amp;amp;  Co.,  Berlin  NwW.  (siehe
Inserat  Seite  96).
Tropenhäuser  und  Bauten.
Pieper,  Adolph,  Moers  a.  Rh.
Schmidt,  F.  H.,  Altona  (s.  Inserat  Seite  91).
Tropenhefe.
Leipriger  Presshefenfabrik  Kayser  &amp;amp;  Hirsch,
Leipzig.
Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamhburg  (Agentur).

Uhren.

a)  Nacht-  und  Nipp-Uhren:
Mauthe,  Fricdr.,  Schwenningen  (iehe  Inserat
Seite  93).
Schwer,  Aug.,  Trieberg.
8  9  Pendeluhren.
adische  Uhrenfabrik,  Furtwangen
Hamburg  Amerikanische  Uhrenfabrik
Schramberg.  "
Mauthe,  Friedr.,
B  Seite  93).
egulator-  Uhrenfabrik  Co  ;
Freiburg  in  Schlesien.  neordia  o.

Schwenningen  (siehe  Inserat

G.,
        <pb n="1056" />
        Fabrikanten  (Export).

Schlencker  &amp;amp;  Kienzle,  Schwenningen.
Süddeutsche  Uhrenfabrik,  Schwenningen.

c)  Taschenuhren.

Duffner,  Herc.,  Furtwangen.

Junge  &amp;amp;  Sohn,  Glashütte.

Karecker,  Eugen,  Konstanz.

Mauthe,  Friedr.,  Schwenningen  (siebe  Inserat
Seite  93).
d)  Wächterkontrolluhren.

Mauthe,  Friedr.,  Schwenningen  (siehe  Inserat

Seite  93).

Stuttg.  Wächterkontrolluhren-Fabrik,  Ant.

Meyer  Nachf,  Stuttgart.

Württb.  Uhrenfabrik,  Schwenningen.

ey)  Wecker.

Akt.-Ges.  für  Uhrenfabrikation,  Lenzkirch.
Hilser,  Raimund  Nachf.,  Schönwald.
Mauthe,  Friedr.,  Schwenningen  (siehe  Inserat

Seite  93).

Uhrenfabrik,  vorm.  L.  Furtwängler  Söhne,

A.-G.,  Furtwangen.

Werner,  C.,  Villingen.

Ultramarin.

v.  d.  Linden,  F.  A.  C.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Verlagsbuchhandlungen  kolon.  Werke.

Mittler,  E.  S.,  &amp;amp;  Sohn,  Berlin.

Paetel,  Herm.,  Berlin  W.  (siehe  Inserat
Seite  89).

Reimer,  Dietrich,  Berlin  SW.

Telge,  F.,  Schönebertg-Berlin.

Versicherungen.

Dür,  F.,  Hamburg,  Gr.  Johannisstrasse  9
(siehe  Inserat  Seite  89).

Waagen.

a)  Diverse.
Essmann,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Ottensen.
Stelling,  Karl,  Hamburg.
b)  Briefwaagen.
Maul,  Philipp,  J.,  Hamburg.
c)  Tafelwaagen.
Eggerts,  H.  C.  E.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Essmann,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
d)  Decimalwaagen.
Eggerts,  H.  C.  E.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Essmann,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Waagenfabrik  Reichardt's  Wwe.,  geb.
Joachim,  Hamburg.
e)  Hausstandswaagen.
Essmann,  Gebr.,  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Wäsche.

Behrend,  Gustav,  Berlin  N.
Ehrmann,  S.,  &amp;amp;  (’o,  Berlin.
Haupt,  W.,  Hamburg.
Kessdl.,  H.,  Hamburg.
Wagen  (Ochsenwagen).
Steine  jr.,  Julius,  Elberfeld.

14

 

Wagenräder.

Beyer,  Gebr.,  Oberschmiedeberg  bei  Aneld
  i.  8.
Dick  &amp;amp;  Kirschten,  Offenbach  a.  N.
Pels,  Henry,  &amp;amp;  Co,  Hamburg.
Wienicke,  Gebr.,  Pankow  bei  Berli.
Wasserfllter.
Berkefeld-Filter-Gesellschaft,  Celle.
Lübschützer  Thonwerke,  Wurzen  bei  lil
schütz  (siehe  Inserat  Seite  91).
Wein.
Duhr  &amp;amp;  Co.,  Koln  a.  Rh.  »
Eccardt,C.P.,KreuzuachimRhemlMdi
Erdmann  &amp;amp;  Kähler,  Hamburg.
Gebhard,  Ph.  Aug.,  Ober-Ingelheim  A.  R.
Guntrum,  Louis,  Beusheim  a.  d.  B.
Hoffmann,  Heffter  &amp;amp;  Co,  Leipzig-Lauer
  &amp;amp;  Kremer,  Eltville.
Schlitz,  Joh.,  Mainz  10
Sturm,  Joh.  Bapt.,  Rüdesheim.

Weinessig.  1
Hengstenbergs  Weinessigfabr.,  Esslinger
a.  Neckar.
Wellblech.  arnn  n
«  B.dela,åKlosser1n·.l
—.  Wilh.,  Wellblechlabrik  er
zinkerei,  Remscheid  Giehe  luserat  Seitel.
Thyssen  &amp;amp;  Co,  Berlin  N.

Werkzeuge.

)  Draht-  und  Schneide  zange.
Hasenclever,  Jul.,  Remscheid.
Ockermann,  Rob.,  Remscheid
Schmidt,  Carl,  Remscheid.

Vogt,  Friedr.,  Remscheid.

b)  Feilen.
Dick,  Friedr.,  Esslingen.  Z
Dominicus,  J.  D.,  Soöhne,  Remscheid.
Krafft,  Rudolph,  Hamburg.

c)  Hämmer.  *
Falkenrot,  Carl,  Söhne,  Schalksmi  e.
Marcus,  Julius,  Remscheid.
Marcus,  Richard,  Remscheid.
Siegen-Solinger  Gussstahl-A

Solingen.

Wolklert,  Gebr.,  Lüttringhausen.

d)  Meissel  und  Hobeleisen.
Arntz,  Joh.  Wilh.,  Remscheid.
Busch,  Jacob,  Remscheid.
Hallenscheid,  Gebr.,  Ronscorl.
Müller,  C.  E.,  Sohn,  Remscheld.

e)  Nagelbohrer.
Engels,  F.  W.,  Remscheid.

i  id.
Homeknövel,  Friedr.,  Remscheid-Mühlhoft,
  Peter  Friedr.  Remscbeld.

kt.-  Vereib
        <pb n="1057" />
        Sägen.
Dominicus,  C.  E.,  Remscheid.
Honsberg,  Caspar,  Remscheid.
Schmidt,  C.,  Sohn,  Remscheid.
Werde,  Carl,  Hagen.
Wüster,  J.  H.,  &amp;amp;  C.,  Kronenberg.
8)  Schraubenschlüssel.
Dick,  Friedr.,  Esslingen.
Herzer,  A.,  Düsseldork.
Kettler,  Fritz,  Hagen  i.  W.
Manegold,  Joh.,  Eckesey.
Wegerhoff,  Rich.,  Remscheid.

b)  Schraubenzieher  und  Sägeblätter.

Bühner,  Carl,  Steinbach-Hallenberg.
Dick,  Friedr.,  Esslingen.
Dominicus  Sohne,  J.  D.,  Remscheid.
Jansen,  F.  Eug.,  Dohr  b.  Kronenberg.
Lesser  &amp;amp;  Beck,  Schmalkalden.
i)  Schreinergeräte.
Braun,  Wilh.,  Plochingen.
Geiger,  Josef,  Laupheim.
Gödel,  Eduard,  Leipzig.
Kremendahl,  D.,  Berghausen  b.  Kronenberg.
Marcus,  Julius,  Remscheid.
"„  k)  Stangenbohrer.
Engels,  F.  W.  Remscheid.
Nanpeneren,  Friedr.,  Remscheid.
Auhlhof,  Friedr.  .  ,  Remscheid.
Wichen  Aug.,  Remscheid
5  Ges  Union,  Vereinigte  Zündholzer-  u.
lchse-Fabri  gsburg.
Winqeic!  „Augsburg
Berger,  Wilb.  Cbrist.,  Stuttgart.
Böcker,  Joh.  Gottl.,  Remscheid.
Holter,  Eisenhütte,  Liemke  b.  Verl.
Pass,  Otto,  Remscheid.
Windmotoren.
Bayersche  Windradfabrik,  E.  Storch,
München.
Filler,  Friedr.,  Hamburg  (siehe  Inserat
Seite  80  u.  87).
Jessen,  J.,  Wittkiel  b.  Kappeln.
Kunz,  Ant.,  Weisskirchen  i.  Mähren.

45

Fabrikanten  (Export).

Lohde,  L.,  Berlin  SW.
Reinsch,  Carl,  Dresden.
Schwade,  Otto,  Erfurt.
Wolft,  Carl,  &amp;amp;  Co.,  München.
Wollgarne.
Bischoff  &amp;amp;  Rodatz,  Hamburg.
Paap,  Johannes,  W.,  Altona-Bahrenteld.
Wollwaren.
C.  Mühlinghaus,  Peter  Joh.,  Sohn,  Lennep.
Würfelzucker.
Veos,  Cbhs.  de,  &amp;amp;  Co,  ltzchoe.
Zuckerrohrpressen.
Halle'’sche  Maschinenfabrik  und  Eisen-6
  giesserei,  Halle  a.  S.
1  Zündschnur.
Hein  &amp;amp;  ('ar!  Marx,  Harburg.
Torgauer  Akt.-Ges.,  vorm.  Ad.  Rabitz,
Torgau.
Zündhölzer.
Akt.-Ges.,  vorm.  Krog,  Ewers  &amp;amp;  Co.,
Flensburg.
Akt.-Ges.  Rhein,  Köln  a.  Rh.  #
Frenzel,  Louis,  sen.,  Benneckenstein.
Priester,  Herm.,  Lauenburg  i.  Pom.
Stahl  &amp;amp;S#Nölke,  Cassel.
Unseld  &amp;amp;  Ulrich,  Ziegenhals.
Westfälische  Zündwarenfahrik,  Ahaus.

Zündhütchen.
Braun  &amp;amp;  Bloem,  G.  b.  H.,  Düsseldorf.
Dreyse  &amp;amp;  Collenbusch,  Sömmerda  (siehe
Inserat  Seite  87).
Genschow,  Gustav,  &amp;amp;  Co.,  Berlin  SW.
Zündhütchen-4&amp;amp;  Patronenfabrik  vorm.  Sellier
&amp;amp;  Bellot,  Akt.-Ges.,  Schönebeck  a.  Elbe.

Zwirn.
Flachsspinnerei  Hirschfeld  i.  Sa.
Gruschwitz,  J.  D.,  &amp;amp;  Söhne,  Neusalz  a.  0.
Mechanische  Zwirnerei  Heilbronn,  vorm.
C.  Ackermann  &amp;amp;  Co.,  Sontheim  bei  Heilbronn.

Schumberger,  N.,  &amp;amp;  Co.,  Gebweiler  i.  Els.

 

Widdigen,  W.,  Söhne,  Barmen-Rittershausen.
        <pb n="1058" />
        46

Dampferverbindungen.

Dampferverbindungen  mit  den  Kolonien.
Mitgetheilt  von  Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  Dieselben  ertheilen  auch  nähere  Auskunft.

 

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsch-Ostafrika.
a)  Fahrplan  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,  Hamburg.
Ausreise.
—  —  —  —  —  —  —
Hamburg  Amsterdam  Antwerpen  Lissabon  Neapel  iroe  Sa#d.  Suez  Aden  Mombassa
—
B.
pia  Neapel  ab  an  ab  an  aab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  1  ab
1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898“  1898  1898  1898  "  1898  1898  "  1898
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v8a1  31.  Jan.  19.  Jan.  20.  Jan.  22.  Jan.  —  —  26.  Jan.  28.Jan..  Feb.  2.  Feb.  Feb.  8.  Feb.  13.  Feb.  14.  Feb.  —  —
98  1  14.  Feb.  2.  Feb.  —  —  4.  Feb.  5.  Feb.Feb.  11.  Feb.6.  Feb.  16.  Feb.1.  Feb.Feb.2Feb.  28.  Feb.6.  März“  7.  März
+  9  2  Feb.6Feb.Feb.  19.  Feb.  —  —  23.  Feb.  25.  Feb.März  2.  März.  März.  MärzVMärz  14.  Mär—  —
994.  März  2.  März  —  —  4.  März  5.  März9,  März  11.  MärzMärz  16.  März.  Märzz2.  März27.  März  28.  März]  April.  4.  April
+1002  März  März  März  19.  März  —  —  23.  März  25.  März.  März  30.  Mär.  April|b.  Aprill0.  April,  11.  Aprii  —
100HI.  April  30.  März  —  —  1.  April  2.  April]  6.  April  8.  April  13.  Aprili  13.  April]  18.  April  19.  April  24.  April  25.  Aprill  1.  Mai  2.  Mai
101a]  25.  April]  13.  April]  14.  April  16.  April  —  —  20.  April  22.  April27.  April  27.  April!]  2.  Mai  3.  Mais  s.  Mai  9.  Mei  —  —
101  9.  Mais7.  April  —  —  29.  April  30.  Apri.  Mai  6.  Mai1.  Mai  11.  Maisll  s.  Maisll.  Mai22.  Mai  23.  MaiO  Mai  *  30.  Mai
102a4  23.  Mai  11.  Mai  12.  Mai  14.  Mui  —  —  s  Mai  20.  Mai  25.  Mai  25.  Mai  30.  Mai  31.  Mai  56.  Juni  6.  Juniil  —  —
102  6.  Juni25.  Mai  —  —  27.  Mai  28.  Mais  1.  Juni  3.  Juni  .  Juni  8.  Juni13.JJuni4.  Junilh.  Juni  20.  Juniè.  Juni  *27.  Inni
1103a  20.  Juni  8.  Juni  9.  Juni  11.  Juni  —  —  15.  Juni  17.  Juni2.  Juni  22.  Juni27.  Juni.  JuniP.  Juli  4.  Juli  —  —
103  4.  Juli  J  22.  Juni  —  —  24.  Juni  25.  Juni29  Juni  1.  Julii  6.  Juli  6.  Juli  11.  Juli  12.  Juli  17.  Juli  18.  Julii25.  Juli  7  25.  Juli
+104Juli  6.  Juli  7.  Juli  9.  Juli  —  —  13.  Juli  16.  Juli  20.  Juli  20.  Juli  26.  Juli  26.  Juli  31.  Juli  1.  Aug.  —  —
104  1  Aug.  20.  Juli  —  —  22.  Juli  23.  Juli27.  Juli  29.  Juli3.  Ang.  3.  Aug.8.  Aug.9Aug.14  Aug.]  15.  Aug.22.  Aug.  °22.  Aug.
1105%.  Aug.  3.  Aug.  Aug.  6.  Aug.  —  —  10.  Aug.  12.  Aug.7.  Aug.  17.  Aug.22.  Aug.23Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.  —  —
105  129.  Aug.  Aug.  —  —  19.  Ang.  20.  Aug.  24.  Aug.  26.  Aug.  31.  Aug.  31.  Aug.  5.  Sept.  6.  Sept.  11.  Sept.  12.  Sept.Sept  19.  Sept.
106a)  12.  Sept.  J  31.  Aug.Sept.  3.  Sept.  —  —  7.  Sept.  9.  Sept.  Sept.  14.  Sept.Sept.Sept.5.  Sept.  26.  Sept.  —  —
10626.  Sept.4  Sept.  —  —  16.  Sept.  17.  Sept.1Sept.  23.  Sept.2-Sept.  28.  Sept,..ct.  1.  Oct.  9.  Oct.  10.  Oet.  16.  Oct.  17.  Oet.
107a  10.  Oct.  28.  Sept.  28.  Sept.  1.  Oet.  —  —  5.  Oct.  7.  Oct.  12.  Oct.  12.  Oct.  17.  Oct.  18.  Oct.  23.  Oct.  24.  Oct.  —  —
107  24.  Oct.  12.  Oet.  —  —  14.  Oct.  15.  Oct.  19.  Oct.  21.  Oect.  26.  Oct.  26.  Oct  31.  Oet.  1.  Nov.6.  Nov.  7.  Nor.3.  Nov.  14.  Nov.
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1081.  Nov.  9.  Nov.  —  —  11.  Nov.  12.  Nov.  16.  Nov.  18.  Nov.  23.  Nov.  23.  Nov.  28.  Nov.  28.  Nov.  4.  Dee.  5.  Dee.  11.  Dee.  12.  Dec.
109a  b.  De.Novy.4.  Nov.  26.  Nov.  –  —  30.  Nov.  2.  Dece.  7.  Dec.  7.  Dec.De.De.6  Dec.  «  19.  Dec.  —  —
1899  1899  1899  1899
1098%.  Dec.  7.  Dec.  –  —  9.  Dec.  10.  Dec.  14.  Dec.  16.  Dec.  21.  Dee.  21.  Dece.  26  Dee.  J  27.  Dee.  s  1.  Jan.  2.  Jan.  8.  Jan.  9.  Jan.
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l  lOal  2.Jan.Dee.2Dec.  24.  Dec.  —  —  28.  Dec.  30.  Dec.  /  4.  Jan.  4.  Jan.  8.  Jan.  10.  Jan.  16.  Jan.  16.  Jap.  —  —

 

 

Diese  Dampfer  nehmen  keine  Ladung  für  Plätze  nördlich  von  Beira.
Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehallen  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen  in  den  Ankunfts-  



*  Gegen  den  Monsun.

je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.
Aenderungen  vorbehalten.

und  Abgangszeiten  zulässig,
        <pb n="1059" />
        Ausreise.

 

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1898
20.  Feb.

7.  März

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3.  Oct.*
17.  Oct.
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14.  Nov.
27.  Nov.

12.  Dec.

25.  Dec.

1899
9.  Jan.

22.  Jan.

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1898
21.  Feb.
8.  März

21.  März

5.  April
18.  April

3.  Mai
16.  Mai
31.  Mai
13.  Juri
28.  Juni
1  1.  Juli
26.  Juli

S.  Aug.
23.  Aug.

5.  Sept.
20.  Sept.

3.  Oct.
18.  Oct.
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15.  Nov.
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13.  Dec.

26.  Dec.

13990
10.  Jap.

23.  Jap.

 

1898
21.  Feb.

21.  März

18.  April

17.  Mai

14.  Juni

12.  Juli

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9.  Aug.

6.  Sept.

4.  Oct.

31.  Oct.

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26.  Dec.
1899

23.  Jan.

1898
21.  Feb.

21.  März

18.  April

17.  Mai

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12.  Juli

9.  Aug.

6.  Sept.

4.  Oct.

31.  Oct.

28.  Norv.

26.  Dec.
1899

23.  Jan.

 

1898
21.  Feb.
.  März
21.  März

5.  April
18.  April

3.  Mai
17.  Mai
1.  Juni
14.  Juni
29.  Juni
12.  Juli
27.  Juli
9.  Aug.
24.  Aug.
6.  Sept.
21.  Sept.
4.  Oct.
18.  Oct.
31.  Oet.
15.  Nov.
28.  Nov.
13.  Dec.

26.  Dec.

1899
10.  Jan.

23.  Jan.

1898
22.  Feb.
10.  März
22.  März

7.  April

19.  April

5.  Mai
18.  Mai
3.  Juni
15.  Jubi
1.  Juli
3.  Juli
29.  Juli
10.  Aug.
26.  Aug.
7.  Sept.
23.  Sept.
5  Oct.
20.  Oct.
.  Norv.
17.  Nov.
29.  Nov.
15.  Dec.

27.  Dec.

1899
12.  Jan.

24.  Jan.

 

1898

10.  März

–

7.  April

5.  Mai

3.  Juni

—

1.  Juli

29.  Juli

26.  Aug.

23.  Sept.

20.  Oct.

17.  Nov.

15.  Dec.

1899
12.  Jap.

1

Diese  Dampfer  nehmen  keine  Ladung  für  Plätze  nfÖrdlich  von  Beirg.

1398

12.  März

9.  April

5.  Juni

3.  Juli

–

31.  Juli

28.  Aug.

—

25.  Sept.
22.  Oct.

19.  Nov.

—

17.  Dec.

1899
14.  Jan.

*  Gegen

 

1898

24.  Feb.

15.  März
24.  März
12.  April

21.  April!

10.  Mai
20.  Mai
7.  Juni
17.  Juni
5.  Juli
15.  Juli
2.  Aug.
12.  Aug.
30.  Aug.
9.  Sept.
27.  Sept.
7.  Oet.
25.  Oet.
3.  Nov.
22.  Nov.
.  Dec.
20.  Dec.

29.  Dec.

1899
17.  Jan.

26.  Jan.

Aenderungen  voerbehalten.

—

—

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1898

24.  Feb.
16.  März
24.  Mürz
13.  April
21.  April
1  1.  Mai
20.  Mai
8.  Juni
17.  Juni
6.  Juli
15.  Juli
3.  Aug.
12.  Aug.
31.  Aug.
J.  Sept.
28.  Sept.
7.  Oct.
26.  Oet.
3.  Nor.
23.  Nov.
1.  Dec.
21.  Dec.

29.  Dec.

1899
18.  Jan.

26.  Jan.

den  Monsun.

 

1898

26.  Feb.

18.  März
26.  März
15.  April

23.  April!

13.  Mai
22.  Mai
10.  Juni
19.  Juni
8.  Juli
17.  Juli
5.  Aug.
14.  Aug.
2.  Sept.
11.  Sept.
30.  Sept.
9.  Oct.
28.  Cct.
5.  Nov.
25.  Nov.
3.  Dec.
23.  Dec.

31.  Dec.

1899
20.  Jun.

26.  Jan.

1898

27.  Feb.
20.  März
27.  März
17.  April
24.  April
15.  Mai
23.  Mai
13.  Juni
20.  Juni
11.  Juli
18.  Juli
8.  Aug.
15.  Aug.
5.  Sept.
12.  Sept.
3.  Oct.
10.  Oct.
30.  Oct.
6.  Nov.
27.  Nov.
4.  Dec.
25.  Dec.

1899
1.  Jan.

22.  Jan.

29.  Jan.

 

1898

1.  März
22.  März
29.  März

19.  Apri!

26.  April
17.  Mai
25.  Mai
15.  Juni
22.  Juri
13.  Juli
20.  Juli
10.  Aug.
17.  Aug.
7  Sept.
4.  Sept.
5.  Oct.
12  Cct.
1.  Nov.
S.  Norv.
29.  Nor.
6.  Dec.
27.  Dec.

1899
3.  Jun.

24.  Jan.

31.  Jan.

1898
8.  März

5.  April

3.  Mai

1.  Juni

29.  Juni

24.  Aug

21.  Sept.

19.  Oct.

—

15.  Nov.

13.  Dec.

1899
10.  Jan.

7.  Feb.

 

1898
9.  März

6.  April

4.  Mai

2.  Juni

30.  Juni

—

28.  Juli

25.  Aug.

22.  Sept.

20.  Oet.

16.  Nav.

––4

14.  Dec.

1899
11.  Jan.

8.  Feb.

47

Dampferverbindungen.
        <pb n="1060" />
        -ogre.rmeior

 

 

 

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4  reruana  —.————  Inhambane  H#en  *  enase  Neozambique  Dar-es-Salaam  Zanzibar  Tanga
(Natal)
—  ab  an  ab  an  #  Qan  ab  an  D.  ub  an  „  ab  an  ab  an  v  ab  an  al-1898
  1898  1898  1898  "  1898  1898  1898  1898  1898  1898  „.  1898  1898  U  1898  1898  l  1898  1898  1898
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103  —  —  15.  Aug.16.  Aug.  17.  Ang.  Aug.  19.  Aug.20.  Aug.  22.  Aug.3.  Aug.  24.  Aug.  26.  Aug.  26.  Aug.  26.  Aug.  28.  Aug.28.  Aug.  29.  Aug.
8  1044127.  Aug.  28.  Aug.  29.  Aug.  —  —  31.  Aug.]  1.  Sept.  —  —  3.  Sept.  5.  Sept.  6  7.  Sept.  7.  Sept.  Sept.)  Sept.O.  Sept  11.  Sept.
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105  —  —  10.  Oct.  11.  Oct.  12.  Oet.  13.  Oct.  14.  Oct.  15.  Oct.  17.  Oct.  18.  Oect.  19.  Oet..  Oet.  I  2l.00t.21.00t.  23.  Oet.  123.  Oet.  24.  Oct.
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106  —  —  7.  Nov..  Nov.  9.  Nov.0.  Nov.  11.  Nov.  12.  Nov.  14.  Nov.  15.  Nov.  16.  Nov.  18.  Nov.  18.  Nov.  18.  Nov.  20.  Nov.20.  Nov.  21.  Nov.
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108  —  —  2.  Jan.  3.  Jan.  4.  Jan.  5.  Jan.  6.  Jan.  7.  Jan.  9.  Jan.  10.  Jan.  11.  Jan.  13.  Jan.  13.  Jan.  13.  Jan.  15.  Jan.  15.  Jun.  I16.  Jan.
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denderungen  vorbehalten.

 

 

 

 

 

 

Mozambique  und  Dar-es-Salaam  die  Hiäfen  von  Majungn  und  Nossi  Bé  an,  wenn  genügend  Veranlassung  (lafür  vorliegt.
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        Heimreise.

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1898
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1898
9.  April

1898
24.  April  26.  April

1898

1898
27.  April

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1899

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19.  Dec.
1899

16.Jan.

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16.  Mai
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2.  Juli
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24.  Sept.
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1899
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12.  Mai
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1.  Sept.
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1899

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12.  Mai
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4.Oct.
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17.  Dec.
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1899
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11.  Feb.

21.Feb.

 

Aenderungen  vorbehalten.

6.  Sept.
24.Sept.

11  März

21.  März

S.  Mai
18.  Mai

5.Juni
15.Juni
3.  Juli
13.  Juli
31.  Juli
10.Aug.
28.  Aug.
7.Sept.
25.  Sept.

5.  Oct.
23.  Oct.

2.  Nov.
20.  Nov.
30.Nov.
18.Dec.

28.Dec.
1399

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17.  Juli

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14.  Aug.  16.Aug.

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3.  Jun.

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1899
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26.  März  28.  Mürz

28.  Feb.

29.  Sept.

27.  Oct.

 

12.  Mai

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19.  Jun.

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1899

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16.  März

 

14.  Mai
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11.  Juni
22.  Juni

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7.  Dec.

24.  Dec.

1899
1.  Jun.

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18.  Feb.

1.  Mürz
18.  März

29.  März

 

1.  Mai
13.  Mai
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10.  Juni
26.  Juni

3.  Juli
24.  Juli

5.  Aug.
21.  Aug.

2.  Sept.
18.  Sept.
30.  Sept.
16.  Oct.
28.  Oct.
13.  Nov.
25.  Nov.
II.  Der.

23.  Dec.
1809
8.  Jan.
20.  Jun.

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17.  Feb.

5.  Mürz
17.  März

 

 

19

Dampferverbindungen.
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        50

b.  Passage-Tarif  der  Deutsch-Ostafrika-Linie,
Hamburg.

Linie  durch  den  Suez-Kanal.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3.  20  80  90  130  150  250  350  350  350  350  350  350  350

Amsterdn  1150  160  200  350  400  600  800  800  800  800  200  00  0

Rotterdn  2.35J120  150  200220  400  550|  550  500  550  600  600  600

Vlissingen  a.2  80  900  130  150  250  350  350  350  350  350  350  350

1.  180  180  150  300  350  500  700  700|  700  700  750  750  50

Lissabn  2.  120  120  —  100  180  220  350  500  500  500  500  550  550  550

3.880  80  60  758500  300  300  300F  300  300  300  300

Noavel  1.00  200150  200  250  500  700  700|  700  700  750  750750

Masbeilt  2.150  150100|  —  150  180  350  500  500  500  500  550  550  550

««««««««  3.909060-  607()200z(.)03(t)»3(x)3(1)l.3(st  »  300

1.  350  350  300  200  60  350W  600  60000%00  %

Port  Said  ..  .....  2.200  200  180  150  —  50  230  400  400  400  400  450  450500

3.130  130  75  60  20  120|200  200  200  200  250|  250  280

1.400  400350  250  60  300  550  550  550  550  600  600  “

Suez  ..  .  ..  ..  .  ...  2.220  220  220  180  50  —  220  350  350  350  350  400  1  400  4
3.150  15085  70  20  110  180  180  180  /200  *e

1.600  600  500  500  350  300  350  350  350400  450  500  50

Aden  2.400400  350350  230220  —  230  230  230  280|  320  350  40
3.250  250  200  200  120  110  90  90  90  .150  175  200

1.00|000  60055  350  320  30  140|250/  300  25

Tanaa  ...  2.550  530  500  500  400  350/230  —  15  1590  150  20  120
3.50  350  300  300  200  180  90  10  1070  8090

1  #  —  as

1.800800  700  700  600  550  350  30  20  140  20  30/20

Dar-es-Salam  2.550  550  500  500  400  350  230  15  10  —  90  150|20  1
3.350  350  300  300  200|180  910  5  70]  80  %0

l  g  .i  .-1.8(x)800700«006m550;30030

  z20140  200l3()(;!2370040

zwihqk........  2.5505505005(x)400350«23015—-10.»90  i50  *  3
3  350  350  300  300  200  180  90  10  5|70  90  J

1.  800  80  700  700  600  6560  40  140  140  140  1022/10

Wozambiguie  2.5  500  50  50  400  350  2  „00  006  0  1001%  1
3.350  350  300  300  200  2001  1100|  7  70  70  (0

»  1.Mooo75075065()600-45025025025015t·);  W  M

Beien  2.600|600  550  550  450  400  320  150  150H  150  100  8
3..350  350  300  300  250240  1755  80  38080  70  »

.  I  I  I  80

1.  900  900  750  750  650  600  500  300  300  300  22  «  IF

DOIIIgoq-Bq......  2.wo60055x.),55(.)l4-)()4(x)«:-35()2(x.)200l200  I150»140—s4»
(Lourenzo-Marques)  3.350  350  300  300  250  240  200  29  90  90,  90  50  s
,  I  1  I  80

1.  900  900  750  750  700  650  550  350  350  350|/290  200  „M
Durbn  2.600  60050  550  500  450  400  240  240  240  10  10  ½%½
„Port  Natal)  3.350  350  3005300  250  220  /120  120  120)  100%

 

 

280
        <pb n="1063" />
        —  51  —

Fracht-Tarif  der  Deutschen  Ostafrika-Linie

Hamburg,  Bremen,  Amsterdam,  Lissabon,  Neapel  ausgehend  nach  Tanga,  Bagamoyo,
Dar-es-Salaam,  Zanzibar,  Lindi.

1.  Klasse.  Asphalt,  Bauholz,  Baumaterial,  Briquetts,  Cement,  Dachpappe,  Eisenschienen,
  Eisenwaren  (rohe),  Fässer  (leere),  Fassdauben,  Kartoffeln,  Kalk
(gelöscht),  Kochsalz,  Kohlen,  Packpapier,  Reis,  Säcke  (leere),  Seife.  Soda,
Steinsalz,  Steinzeug,  Thonwaren,  Töple  (eiserne),  Träger  (eiserne),  Weissblech,
Zündhölzer  (Sicherheits-),  Ziegelsteiene  u  NNI.  30.—
2.  Klasse.  Bier,  Blechwaren,  Brot,  Demisohns  (leere),  Draht-,  Eisen-  und  Farbwaren,
  Filz,  Geldschränke,  Genever,  Gewehre,  Glaswaren,  Karren,  Kochöfen,
Lampen  und  Lampenteile,  Lichte,  Liköre,  Maschinen,  Maschinenteile,  Materialwaren,
  Mehl,  Messingwaren  (geringe),  Mobilien,  Papier,  Porzellanwaren,
Proviant,  Rum,  Sprit,  Spirituosen,  Stahlwaren,  Tabak,  Tauwerk,  Theer,  Thonfeilen,

  Waagen,  Wagenteile,  Wasser  (kohlensaures),  Weein  „  40.—
3.  Klasse.  Baumwollwaren,  Bücher,  Droguen,  Knöpfe,  Messingwaren  ((leine),

Parfumerien,  Perlen,  Wollwaren,  nicht  genannte  Waren  .  „60.—
Contanten,  Gold-  und  Silberwaren  vom  Wert  1%

Für  Güter  nach  Tanga,  Bagamoyo  und  Dar-es-Saluam  findet  eine  Vergütung  von  3%  auf  obige
Frachtsätze  statt.

Für  (icgenstände,  welche  ein  Gewicht  von  über  1000  kg  haben,  wird  besondere  Verstündigung
vorbehalten.

Werden  von  einem  Versender  Güter  der  1.  und  2.  Klasse  im  Manss  oder  Gewicht  von  über  100  Tons
eingelielert,  so  ist  auf  Grund  besonderer  Vereinbarung  eine  Ermässigung  der  vorstehenden  Sätze  zulässig.

Die  Frachtsätze  verstehen  sich  in  Mark  ab  Hamburg,  Bremen,  Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel
Dro  Kubikmeter  oder  1000  kg  nach  Wahl  der  Rhederei.

Die  Landungsspesen  betragen  für  alle  Güter

nach  Zanzihar  .  .  .  5I.  5.—  ,.,  »«n-wl1l«luåi......Jl.6.—lp1·ol(ubikmeter
,I)ar-es-sulmnn...  Wb’ein  „  Bagamoovo  6.—“  oder  1000  kg
„  JTang  7.—  T.

Fracht-Tarif
6  VOon
Hamburg,  Bremen,  Amsterdam,  Lissabon,  Neapel
ansgehend  nach

Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Mikindani,  Ibo.

1.  Klasse.  Asphalt.  Bauholz,  Baumaterial,  Briquetts,  Cement,  Dachpappe,  Eisenschienen,
  Eisenwaren  (rohe),  Fässer  (leere),  Fassdanben,  Kartoffeln,  Kalk
(gelöscht),  Kochsalz,  Kohlen,  Packpapier,  Reis,  Säcke  (leere),  Seife,  Soda,
Steinsalz,  Steinzeug,  Thonwaren,  Töpfe  (eiserne),  Träger  (eiserne),  Weissblech,
Zündhölzer  (Sicherheits-),  Ziegelsteine  .............

2.  Klasse.  Bier,  Blechwaren,  Brot,  Demijohns  (leere),  Draht-,  Eisen-  und  Farbwaren,
  Filz,  Geldschränke,  Genever,  Gewehre,  Glaswaren,  Karren,  Kochofen,
Lampen  und  Lampenteile,  Lichte,  Liköre,  Maschinen,  Maschinenteile,  Materialwaren,
  Mehl,  Messingwaren  (geringe),  Mobilien,  Papier,  Porzellanwaren,
Proviant,  Rum,  Sprit,  Spirituosen,  Stahlwaren,  Tabak,  Tauwerk,  Theer,  Thonbfeifen,
  Wagen,  Wagenteile,  Wasser  (kohlensaures),  Wein  .„  50.—

3.  Klasse.  Baumwollwaren,  Bücher,  Droguen,  Knopfe,  Messingwaren  (seine),

„  Parlumerien,  Perlen,  Wollwaren,  nicht  genannte  Waren  „  60.—

Contanten,  Gold-  und  Silberwaren  .  ..·vomWert  1  %

Für  CGegenstände,  welche  ein  Gewicht  von  über  1000  kg  haben,  wird  besondere  Verständigung
vorbehalten.
Z  Werden  von  einem  Versender  Güter  der  1.  und  2.  Klasse  im  Maass  oder  Gewicht  von  über  100  Tons
eingeliefert,  so  ist  auf  Grund  besonderer  Vereinbarung  eine  Ermüssigung  der  vorstehenden  Sütze  Zulässig.
#  Die  Frachtsätze  verstehen  sich  in  Mark  ab  Hamburg,  Bremen,  Amsterdam,  Lissabon,  Neapel  pro
Kubikmeter  oder  1000  kg  nach  Wahl  der  Rhederei.
Die  Landungsspesen  betragen  für  alle  Güter

nach  Idbvo.  .  IMlI.  10.  -  X

„  KHlnynynna  6.—7  Pro  Kubikmeter  oder  1000  kg

75
        <pb n="1064" />
        „ö  Fahrplan  der  Compagnie  des  Messageries
Maritimes,  Marseille.

Fahrplan  1898.

Ausreise.
Aarseille  Port  Said  Suez  Djibonti  Zanzibar
0.  Januar  15.  Januar-  16.  Januar  21.  Januar  28.  Januar
10.  Februar  15.  Februar  16.  Februar  21.  Februar  28.  Februar

u.  S.  W.  am  10.  jeden  Monats  mit  gleichen  Routen.

Heimreise.
Zanzibar  Djibonti  Suez  Port  Said  Marseille
26.  Januar  2.  Februar  7.  Februar  S.  Februar  14.  Pebruar
26.  Februar  5.  März  10.  März  11.  März  17.  März

u.  8.  W.  am  26.  jeden  Monats  mit  gleichen  Routen.

Aenderungen  vorbehalten.

Passage-Tarif  der  Compagnie  des  Messageries
Maritimes,  Marseille.

Marseille  —  Zanzibar.
I.  Kl.  Fres.  1000.  II.  Kl.  Fres.  800.  III.  Kl.  Frcs.  400.

Retour.
I.  Kl.  II.  Kl.  III.  Kl.
3  Monate  Fres.  1750.  Frcs.  1220.  Frcs.  650.
6  „  „  1800.  „  1260.  „  6!5.
2  „  „  1850.  „  1310.  00.
12  „  „  1950.  „  1350.  725.

7.
Freigepäck  auf  den  Dampfern  150  kg  (auf  der  franz.  Bahn  30  kg).
        <pb n="1065" />
        Kamerun  und  Togo.

Fahrplan  der  Woermann-Linie.

 

—  —  —  —

 

 

 

 

 

 

Linie  1.  Linie  III.
Nach  Madeira,  Lugos,  Lome,  Kamer  un  und  Nach  Connkry  der  Goldküste  und
den  Hüäfen  bis  Ponta  Negra.  Togo.
Ausreise.  Ausreise.
—  «..  «  «  I»
Hamburg“  10.  Jan.  10.  Fehr.  10.  Mürzumburg  20.  Juan.  20.  Fehr.  20.  Slürz
Madeira  19.  19.  19.  „  Conukra  6.  Fehrr.  6.  Mürz6.  A  pril
Nonrovia“  27.  .  127.  .  27.  Monrovin  .  B8.  „.  8.—  8.
Accr  *.  20.  1.  Mürz  29.  Axim  .  ;  ·
Lome  30.  22.  30.  Dixcove  .112.  12.  12.
*  1.  Fehr.  3  1.  AnrisElmina  "
amerun.  4.  6.  4.  Cap  Coast.  1
Rio  del  er.  11.  11.  11.  Sahpond  5l  14  14.  14.
Victoria  .  12.  12.  12.  Appam  x  15  15  J  15
hernando  Po.  14.  14.  11.  Winnebah:  ½n5  1“  %
MNalimba  .  115.  15.  15.  Accra  .  16.  .  16.  .  16.
Klein-Batangn  7.  17.  17.  Addah  18.  41  18.
Longji.  *  Kwitta  19.  10.  19.
Plantation  10.  19.  19.  Lome  21.  1  21.  21.
Kribi  ..  Bagida..  22.  22.  s22.
(ross-Butangn  .  20.  20.  20.  Klein-Popo  23.  23.  23.
Bata.  .  521..,.21.  21...(imu(1-P0po  25.  25.  25.
Gabun  23.  23.  23.  Whydah  26  26.  26.
Cap  Lopez  24.  24.  24.  Kotonou.  27.  27.  27.
Sette  Camu  25.  .  25.  25.
Nyanga  26.  26.  26.  #  «
Mayumbn.  !27...;27.,.  27.  !  !
Loango  .  -28.»«28..  -28.,,  "
Ponta  Negru  28.  29.  29.  „
·  «  I
Heimreise.  Heimreise.
U  «
PonteNegm.  .l29.Pebt.29.d-lärz29..-xprilIcotonou  28.P(-l)1·.:28.dliirz«28.Ap1·j1
Gabun  .  .  .  1.  Mürz  1.  April,  1.  Jlai  Whydah  "I1.  Mürz  29.  „  29.  „
Eloby  2.  2.  2.  Graund-Popo  2.  2.  Apri!l  2.  Mai
Bata  2.  22.  2.  Klein-Popo  3.  3.  3.  „
(iross-Batangu  S3.  #  S33.  3.  Bagidu  5.  5.  5.
Kribi  .  i  I  Lome  W.  .  7.  ,
Plantation  .  4»  4.  14.  Kwitta  00.  9.  9.
Longdgi  s  Max-h.  11.  11.  11.
Klein-Batanga  5.  55.5.  Acera  .  13.  13.  13.
Malimba  6.  G6.  —  Cap  Palmas  16.  16.  16.
Bibundi  7.  W.  Monrovin  18.  18.  18.  .
Kamerun.  68.  S88.  8.  Jran  Canarin  26..  26.  26.  .,
lagos  11464.1  411  Fenerifla  27.  27..  27.,,
WhyFdah  211.  21.  21..Sladeira  20.  20.  28.
Grand-Popo  22..  22..  —22.  Hamburg  D.  Aprild#  .  Mai  9.  Juni
Klein-Popo  24.,„  24..  24.  „  #  T
Llome  125.  8  „  25.  1  s
Kwitta-  d266.  26.,.  26.  ,  1
Addah  27.  27.  27.
Accera  28.,  28.  2468.  %
Cap  Palmas  30.,„  30.,  30.
Grand  Bassar  1.  April1.  Maisä1.  Juni
Monrovia.  .  I2·«»  2.  2.  -
Gran  Canaria  12.  12.  ,  12.  .
Tenerifla  13.,  13.,  13.  „  .  -
Madeira  16..,  15.  15.,  -  «
Hamburg  214.,  24..  244  s
u.  s.  w.  u.  s.  w.

Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="1066" />
        Elder,  Dempster

Abfahrt  von  Hamburg  am  5.  jeden  Monats.

Abfahrt  von  Hamburg  am  1.  und  15.  jeden  Monats.

54  —

Fahrplan

V

Hamburg—Togo.

Hamburg—Kamerun.

&amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Reisedauer  ca.  40  Tage.

Reisedauer  ca.  31  Tage.

Elder.,  Dempster  X&amp;amp;  Co.,  Liverpool.
Fahrplan  1898.

 

—.*******...
—  —  —

 

Liverpool  —  Togo  Togo  —  Liverpool
12.  Junuar  —  17.  Fehruar  3.  Januar  —  11.  Febrnar
26.  55  —  3.  Alürz  17.  25  —  25.  L

9.  Februar  —  17.  „  31.  »  —  11.  März

23.  3  —  31.  „  14.  Februnr  —  25.  »

9.  Mürz  —  14.  April  28.  „  —  8.  April

23.  —  28.  „  14.  Alärz  —  22.

6.  April  —  12.  Mai  28.  —  6.  Mai

20.  —  26.  11.  April  —  20.

.  Alni  —  9.  Juni  25.  —  3.  Juni

o)  —  23.  .  9.  Mai  —  17.  „„

1.  Juni  –  7.  Juli  23.  ¾  –  1.  Juli

15.  »  —  21.  .  6.  Juni  —  15.

29.  „  —  4.  August  20.  .5  —  28.

13.  Juli  —  18.  4.  Juli  —  August

27.  ,  —  1.  September  18.  i7  –  *½

10.  August  —  15.  ]  1.  August  –  2.  September

24  »  —  29.  15.  ?  —  23.

.  Septemteer  —  13.  Oktoher  I  —  .  Oktober

21  „  —  27.  „  12.  September  —  21.  her

5.  Oktober  —  10.  November  26.  „  —  4.  Novem

18.  »  —  24.  „  10.  Oktober  –  18.  »  ber

2.  Norembher  —  8.  Dezember  24.  55  —  2.  Dezen

16.  „  —  22.  „  7.  Novrember  –  #  7

30  5  —  5.  Januar  1899  21.  „  —  «  »  99

14.  Dezember  —  19.  „  1899  5.  Dezember  —  13.  Janus  8

28.  „  —  2.  Februar  1899  19.  »  —  27.  "
.

Liverpool  —  Kamerun  Kamerun  r.
1.  Januar  —  10.  Februar  25.  Januar  —  22.  Leet“
16.  Fehruar  —  10.  Mürz  22.  Februar  —  22.  Nrn
16.  Alürz  —  7.  April  22.  Jlürz  —  *“"

13.  April  —  5.  Mui  19.  April  14  zani

11.  Alai  —  2.  Juni  17.  Aai  1  vule

S.  Juni  —  30.  Juni  14.  Juni  —  13  st

6.  Juli  —  28.  Juli  12.  Juli  —  *  ge  Kember
3.  August  —  25.  August  9.  August  —  60.  Oober
·31.  August  –  22.  September  6.  September  1.  Novemdber
28.  September  —  20.  Oktober  4.  Oktober  —  November
26.  Oktober  —  17.  November  1.  November  —  2..  Dezember
23.  November  —  15.  Dezember  29.  November  —  2..  —
21.  Dezember  —  12.  Januar  1899  27.  Dezember  24.  Ja

 

Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="1067" />
        55

Passage-Tarif

der

Woermann-Linie  &amp;amp;  Elder,  Dempster  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

2.  Klasse
M.  150.—
150.—
„  180.—
„  250.—
„  250.—
„  300.—
„  350.—
„  450.—

Von  der  Kru-Küste  Von  Accra

Zwischen  Hamburg  und  1.  Klasse
Maroccanische  Häfen  M.  200.—
Madeira  .....  „  200.—
Teneriffa  und  Gran  Canaria  250.—
Gorse,  Dakar,  Rufisoue  375.—
Bathurst  und  Sierra  Lleoee  375.—
Liberianische  Häfen  und  Goldküste  bis  Saltpond  „  475.—
Accra-Lagos  incl.  Togo-Hüäsen  6525.—
Häfen  südlich  von  Lagos,  Kamern  600.—

Raten  für  Deckpassage.
Nach  Häten
bis  Lagos  iemllle.  M.  20.—
Wzwischen  Lagos  und  Kamerun  incl.  „  25.—
zwischen  Kamerun  und  Gabun  incl.  „  30.—
zwischen  Gabun  und  dem  Congo  incl.  „  30.—
südlich  vom  Congo  „  30.—

der

Fracht-Tarif

für  Togo,  Victoria,  Bibundi  und  Kamerun-Fluss

M.  20.—
25.—
30.—
40.—

50.—

*  4  4  3

Woermann-Linie  &amp;amp;  Elder,  Dempster  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

1.  Reis  in  Säcken.

2.  Genever,  Rum,  Sprit,  Reis  in  Fässern  und  in  Demijohns,  leere

Demijohns
f  Salz
.  Schoben

————

Seife,  Steinzeug

6.  Massgut,  z.  B.:  Bier,  Brot,  Farben,  Filz,  Gewebre,  SGlaswaren,
Kauries,  kohlensaures  Wasser,  Liköre,  Maschinen,  Mehl,  Mobilien,
Proviant,  Spirituosen,  Tabak,  Tauwerk,  Theer,  Thonpfeifen,  Wein

6a  Schwergut,  z.  B.  Eiserne  Hauer,  Eisenwaren  e

.  Baumwollwaren,  Droguen,  Knöpfe,  Messingwaren,  Parfamerie

te.

Briquetts,  Cement,  Eisen,  eiserne  Topte,  Kohlen  dose),  Ziegelsteine
5a  Bauholz,  Fässer  (leere),  Kalk,  Kohlen  in  Fässern,  Säcke  (leere),

n,  Perlen,

Wollwaren,  sowie  alle  nicht  genannten  Güter,  soweit  Massgur

8.  Schiesspuleer
9.  Boote  auf  Deck,  bis  8  m  lang
10.  Contanten  und  Wertgegenstände
Minimalfracht

Deutsch-Südwestafrika.

falls  Schwergut

Fahrplan  der  Woermann-Linie,  Hamburg

1898.

M.  25.—  pr.
25.—  pr
17.50  pr.

1  1  3  3

„  22.50  pr.

„  25.—  pr

27.50  pr.

*  3  3

.  200.—

19.25  pr.
25.—  pr.

30.—  pr.
33.—  pr.
40.—  pr.

5%%  kg

chm
%%%  kg
chm
5/%  kg

chm

chm
%  kg

chm
%%  kg
chm

1%  vom  Wert.

M.  10.—.

Abfahrten  der  Woermann-Linie  nach  Deutsch-Südwestafrika

Von  Hamburg  am  25.  jeden  zweiten  Monats:

25.  Januar,  25.  März,  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September,  25.  November.

Die  Fahrtdauer  beträgt  etwa  30  Tage.

Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="1068" />
        56

Fahrplan  der

Rhederei  des  Dampfers  „-Leutwein“

1898.

 

Post

Berlin  abends

Hamhurg  mittag

 

ab

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al
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ah

WL

Kapstadt  .  ..
Lütlleritahucht
Lüderitzshucht
Walfiahboy
Waltishbauny
Swakopmund
Swakopmund

Kap  Cross

Kap  Cross
Swakopmind
Swakopmund
Wualfishbagy  .  .
Wualsishbay.  .  .
Lüderitzbucht
Lüleritzahucht

Kapstact

 

 

—  —  —  —
1897  1808  ·
16.  Dezbr.  13.  Jan.  10.  Febr.  10.  Mürz  7.  April  5.  Muai  2.  Juni  30.  Juni  28.  Juli  125.  Aug.  22.  Sept.  20.  Oktbr.  17.  Novbr.
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EEIIIDTIDIE  s.  8.  8.  „  I1.  Jum  29..  6.  23.  21.  18.
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1898  1  z  ;
6.  Jan.  3.  Febr.  3.  Mürz  31.  Mürz  28.  April  (126.  Mni  23.  Juni  21.  Juli  18.  Aug.  16.  Sept.  13.  Oktbr.  10.  Novbr.  8.  Dezbr.
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10.  J.  —.  .  2  320.  27.  25.  22.  19.,  17.  14.  12.
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13.  10.  10.  .  5.  2-  130.  2868.  26.  .  22.  ,  20.  ,  7.  o.
113.  10.  10.  7.  5.  2.  30..  268.  25.  22.  ,  20.  17.  16.,
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16.  13.  11.  10.  8.  5.  3.  Juli  31.  29.  25.  23.  20.  18.
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17..-14..s14.-i11..9.,;6..4..-1.Aug.s29.,·26.»24.»;21.,s19.,
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17.  Jan.  14.  Febr.  14.  Mürz  11.  April  v.  Mai  6.  Juni!  4.  Juli  1.  Aug.  29.  Aug.  26.  Sept.  24.  Oktbr.  21.  Novbr.  19.  Dezhr.
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18.-1.3.,15..12..10·,7.,,5..,2.,30.-27.,«25.,,22..z20.»
18..15..1«3..12..10.-7..«3.,,2.-30..27.,,z).22..,s20..
18..15..15..12..10..7.,«3..2..30.,,27.,.25..,722..  20.
18.  15.  15.  12.  10.  7.  S.  2.  320.  27.  25.  242.  20.
20.  17.17.  14.  12.  9.  J.  4.  I.  Sept.  20.  27.  24.  22.
20.  17.  11.  14.  12.  J.  7.  4.  .  20..  27.  24.  22.
24.  21.  21.  18.  16.  13.  11.  8.  5.  J.  oktbr.  11.  26.  26.

 

denderungen  vorbehalten.
        <pb n="1069" />
        Passage-Tarif

der
Woermann-Linie,  Hamburg
nach
Swakopmund,  Lüderitzbucht  und  Walftlshbay.
1.  Klasse  2.  Klasse  Zwischendeck
M.  700.—  M.  500.—  M.  300.—

Landungsgebühr  M.  5.—  per  Person.

Ausgehende  Frachtraten

der

Woermann-  Linie,  Hamburg.
Von  Hamburg  nach  Deutsch-Südwestafrika.

1.  Reis  in  Säicken  J.  35.—  pr.  1000  kg
2.  Genever,  Rum,  Sprit,  Reis  in  Fässern  und  in  Demi,ohns,  leere
Demijohus  ...  ..·...  35.—  pr.  chm
3.  Salz  in  Säcken  .  30.  —  pr.  1000  kg
4.  Briquetts,  Cement,  Eisen,  eiserne  Tople,  Kohlen  (lse),  Ziegelsteine  30.—  pr.  1000  kg
4a  Bauholz,  Fässer  (eere),  Kalk,  Kohlen  in  Füssern,  Säcke  (leere),
Seife,  Steinzeug  .  ,,30.-—pr.cbm
5.  Massgut,  2.  B  Bier,  Brot,  Farben,  Filz,  Gewehre,  Glaswaren,
Kauries,  kohlensaures  Wasser,  Liköre,  Maschinen,  Mchl,  Mobilien,
Proviant,  Spirituosen,  Tabak,  Tauwerk,  Teer,  honpfeifen,  Wein  „  40.—  pr.  chm
Za  Schwergut,  z.  B.:  Eiserne  Ilauer,  Eisenwaren  etc.  „  40.—  pr.  1000  kg
6.  Baumwollwaren,  Droguen,  Knöpfe,  Messingwaren,  Parfamerien,
Perlen,  Wollwaren,  sowie  alle  nicht  genannten  Güter,  soweit
Massgut  „  40.—  pr.  chm
falls  Sehwergut  40.  —  pr.  1000  kg
7.  Schiesspulver  —  45.—  pr.  chm
8.  Boote  auf  Deck  bis  Zm  lang  250.  —
9.  Ochsenwagen  bis  zu  10  chm.  ...·.....  .,,300.——
JU.Contantenundwmtoegenstansle.......·....I,,-«-.-0,-«"ovomWert.
Landungskosten
in  Swakopmund..  .  .  .  .  ..
„  Walflshboaovvv  .JN.  5.—  pr.  chm  oder  1000  kg
Lüderitzbucht  .
Frachtraten
Verladungen  von  Hamburg  via  Capstadt  per  D.  „Leutwein“  nach  Lüderitzbucht,
Walflshbay  und  Swakopmund.
Feine  Gueer  .15,0  +  10%  pr.  40  chf.  engl.  oder  1000  kg

Gewöhnliche  Güutier  62/6  +  10%  Dr.  40  chf.  engl.  oder  1000  kg
        <pb n="1070" />
        —

58

Neu-Guinea.
Fahrplan  des  Norddeutschen  Lioyd,  Bremen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reise  HamburgBremerhuren  JNoeaupel  Singapore  Bataria  Macass#r
No.  al  ah  ah  un  uh  an  an
Freitag  Mittwoch  Mittwoch  Freitag  Donnerstag  Sonnabend  Donne###
1897  1897  Abds.  9  Uhr  1898  1898  1898  1898
32  24.  Decbr.  29.  Dechr.  12.  Januar  1.  Fehrusr  10.  Februar  12.  Februar  I.  Febru
1898  1898
33  18.  Februar  23.  Februar  9.  Mürz  1.  April  7.  April  9.  April  14.  April
34  15.  April  20.  April  1.  Aluni  27.  Mui  2.  Juni  1.  Juni  9.  Juni
35  10.  Juni  15.  Juni  29.  Juni  22.  Juli  28.  Juli  30.  Juli  4.  Augun
36  5.  August  10.  August  21.  August  16.  Septhr.  22.  Septbhr.  24.  Septbr.  29.  Septir.
37  30.  Septhr.  5.  Octoher..  Oectoher  11.  Narber.  17.  Novl#r.  19.  Noyhr.  21.  Norir.
1899  1899  1899  189
38  25.  Xovhr.  30.  Xovhbr.  14.  Dechr.  6.  Junuar  12.  Januar  14.  Jannar  19.  Jannar
Reise  „  6  Friedrich  Wilhelms-Haten  4.  4  ç  Z„  6
Rerlinhaven  Stephansort  Finschhafen  Herhertshöhe  und  Matupi  Stephanam
Do.  R  an  ab  jan  un  ah  an
Freitag  Sonnnbend  Mittwoch  IDonnerstag  Sonnabend  Aittwoch  Preitan
1898  1808  1898  1898  1898  1898  1898
32  25.  Fehrnarrx.  Fehrnar  2.  Alüürz  3.  AMürz  5.  Aürz  9.  März  11.  Mär#z
33  23.  April  27.  April  28.  April  30.  April  4.  Mni  6.  Aui
34  22.  April  18.  Juni  22.  Juni  23.  Juni  25.  Juni  29.  Juni  .  Juli
35  17.  Juni  13.  August  17.  August  18.  Auguat  20.  August  6  24.  August  26.  Augu##t
36  12.  August  S.  October  12.  Oetobher.  tohr  Oetoher  19.  October  21.  Ocioher
37  7.  Oetoher  3.  Dechr.  J.  Dechr.  8.  Dechr.  10.  Dechr.  14.  Dechr.  16.  Decbr.
2.  Dechr.
1895  1899  1899  1899  1899  1899  1899
38  27.  Junuar  28.  Januar  1.  Fehruar  2.  lFebruar  4.  Februar  8.  Fehruar  10.  Februar
neise  Berlin-  Socra-  4m—  Si
seiseb0  n  haxa  Rutavia  Singapore  Neapel  Bremerhaven
Jo.
an  un  un  an  ah  an  an
Montags  Dienstug  Sonntag  littwoch  Aittwochreitag  Freitag
1898  1898  1898  1889  1898  1898  1898
324.  Mürzz2.  März#27.  NMürz.  Mürz  6.  April29.  April  13.  Mai
33  9.  Mai  17.  Mai  22.  Mai  25.  Mai  1.  Juni  26.  Juni  9.  Juli  !
34  J4.  Juli  12.  Juli  17.  Juli  20.  Juli27.  Julil.  Aug.  Sonntag  3.  Sptbr.  Sonnabeml
3529.  Aug.  6.  Spthr.  11.  Sptbr.4.Spthr.  21.  Sptbr.6.  Octbr.  29.  Oetbr.
3624.  Oetbr.]  Nrhr..  Nrhr.Nbr.;  16.  Nrhr..  Debr.  23.  Debr.
1899  1809  198909  1899  1899
37  Dechr.  .  Dehbr.  Jan.  1.  Jun.  11.  Jun.  3.  Fehr.Freitag  17.  Febr.  Freitatz
1899  1899
38  3.  Fehr.  .  Fechr.  26.  Fehr.  Mürz]  8.  Aürz.1.  Aärz  14.  April
rn  20  —
Alontag  Abeneil
31  –  5.  März  Sonnabend  früh
32  10.  Juanuur  1898  1.  Mlai  Sonntag  früh
3:  7.  ASlürz  27.  Juni
34  2.  Mai  22.  August  Montag  Abend
35  27.  Juni  17.  October
36  22.  August  11.  Derembher  1
37  17.  Oectober  b.  Fehruar  Sonntag  früh
38  12.  December  2.  April  1

 

Aenderungen  vorbehalten.
        <pb n="1071" />
        —  59  —

Passage-Tarif

des
Norddeutschen  Lloyd,  Bremen.
von  Bremen  1.  Klasse  2.  Klasse  3.  Klasse
nach  Singapborer  II.  1350.—  AM.  800.—  M  340.  —
von  Singapore  Deck*)
nach  Batavia  ..  120.—  60.—  M.  12.  —
„  Friedrich  Wilhelmsbafen  395.—  270.—  30.—
Stephansont  ..  „30695.  —  —  270.—  30—
„  Finschhasen  125.—1  .  290.—  30.—
—  UHerbertshbhe  470.  .  320.—  30.—

—  AMlatboauun
von  Bremen

hnach  Friedrich  Wilhelmshasfen  1745.—  1070.—
—  Stephansont  1  7450.—  1070.—
—  Finschhalen  1775.—  1090.—
—  Herbertshöhe  .  1  i%0.  20
.  Jlattii  .  .  17  1820.  1120.

 

*)  Die  Preise  für  Deckpassagiere  verstehen  sich  ohne  Leköstigung.

Fracht-Tarit
Norddeutschen  Loyd,  Bremen

kür

Friedrich  Wilhelmshafen,  Stephansort,  Herbertshöhe,  Matupi.

1.  Klasse.  Baumwollwaren,  Cigarren.,  KonfeKtion,  leine  Drozuen,  Farben,  Carne,

IIallseidenwaren,  Handschuhe,  Iüte,  als  Kaulimannsgut  deklarirte  Waren,

Knöpfe,  Kurzwaren,  Lederwarcn,  Leinen#r  aren,  feine  Metallwaren,  ätherische

Ole,  Posamenten,  Putzledern.  Sammetwaren.  Seidenwaren,  Strumpfwaren,

Schirme.  Tricotagen,  Waffen,  Wollenwaren  u.  dertggE„.  J.  55.—
2.  Klasse.  Bier,  Bisduits.  ordinäre  Blechwaren.  Butter,  Konserven.  Dinte.  ordlinäre

Eisenwaren,  Essig,  Fassdauben,  Fensterglas.  Frillings.  Geldkisten,  eiserne

Geldschränke,  CGlaswaren,  Goldleisten.  Griffel,  Hülsenfrüchte,  IIdrometer,

Käse,  Korbwaren,  Korken,  Leim,  Lichte  in  kleinen  Kisten,  Marmor  und

NMarmorwaren,  Masehinenteile  bis  1000  kg,  kondensirte  Milch,  AMineralmr  asser,

Möheln,  Nähmaschinen,  Olen,  Ol  in  Fässern  und  Kisten,  Papier  in  Ballen

und  Kisten,  PDarflümerien,  Pech,  Pinnos,  Porzellanwaren.  Rüse  hen,  Saat,  Salrcilsäure.

  Schanteln,  Schiefertafelmn.  Seilerm  aren,  Spielwaren,  Spiritucsen,  Stärke,

Steingut,  Thonwaren,  Wein.  Werkzenge,  Wurmkuchen  u.  dergg.  „  52.50
3.  Klasse.  Hohlglas,  Lampentheile,  Zündhölzer  u.  derrge.  15.—1
Schwergut.  Bandeisen,  Blei  in  Blöcken,  Cement  in  Fässern.  Drahtnägel,  Drahttanwerk,

  altes  Eisen,  gewelltes  Eisenblech  in  Kisten,  Lisendraht,  alte

Hufeisen,  Nageleisen,  Tägel  Schrauben,  Schrot,  Stahl  in  Tubben  und  Kisten.

Zink  in  Platten,  Zinkbleche  in  Fässern  u.  dergl.  5655.—

Die  Frachtsätze  verstehen  sich  in  Mark  al  Ilamburg.  Bremen,  llamburg,  Antwerben,
Genna  und  Neapel  per  Kuhikmeter  oder  1000  Kr  nach  W  ahl  des  Nordddeutschen  Lloyd.

Die  Minimallracht  beträgt  NM.  20.—,  darunter  werden  keine  Konnossemente  gezeichnet;
die  Fracht  für  Packete  beträgt  20  P’lge.  per  Kubikdecimeter,  Minimalsatz  M.  5.—  per  Stück.

Jedes  Ladungs-Collo  muss  in  deutlich  erkennharen  Buchstaben  den  Namen  des  Be.
stimmungsplatzes  tragen,  andernfalls  wird  für  richtige  Beförderung  nicht  garantirt.

Mitgetheilt  von  Matthias  Rohde  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.  Dieselben  ertheilen  auch  nähere  Auskunft.
*
        <pb n="1072" />
        60

Postverwaltung- 



 

 

 

 

Postanstalten  Vorsteher  Porto
.-  «  ..  kür
Schutzgebiet  6  Amts-  für  Postanweisungen
Klasse  Namen  Namen  Briek-  ·
:  Dezeichnung  (Höchstbetm
sendungen  400  M
|
Deutsch-Ost-Postamt  TDares-Salanam#  Fleischer  Postinspektor  ie  Welt-  10  Pt.
afrika  Postugentur  Bagamoyo“  Katz  Postsekretär#  Derins--für  je  20  N.
Kilwas  Kleine  Postsckretür  skmmtliche  mindestens  ober
Lindi?  Schnell#  Zollbeamter  Kolonien  10  Pl.
AMlikindani  Sloersberger  #  Bezirksschreib.eri
·  v  #A#  »  ·hoko
.Mol-0n·0»  Baron  Zollumtsassist.jel5  g20  P.
Danganis  Lethgau  Postpraktikant  unsranbirt:
Saaduni*  Wiegand“?“  Bezirksschreib.  40%peetes
.  Tangam#r  Bannitz  I’ostsekretür  Ein
Kilossa#  schreiben:
Langenburge#r  20  Ff  ert
Marangur  Drucksachen
"„  Moschir#t  Unterolfiziere  i  5Tt.
2  6
b  M  Papnaf  gewicht:
7  Taborut-  der  Schutztruppe  1  Lg
"  Bukoba#
»  Gestatt-18,l«u«anza·.f
  papioro  bui
„  Kilimatinder  200  g:  20  P..;
1  je  weitere
*  ——  12  "  50  g:  5  Pf..
Kumerun  Postamt  Kamerun  Völker  FPostpraktikantzebr:  Meist-  desgl.
Postagentur  Victoria  Brückner??  Polizeimeister  gewicht:  (nach  KRio  del  Rer
—-  Rio  del  Rer  Peters  **  Zollassistent  2  kg  Postanweisungen
Kribi  Thonis  *  Polizeimeister  Waaren-  nieht  zugelassen
probon  bis
00g:  10  Pt.;
js  weitere
50  g:  5  Pf.
"„  mehr:  Meist-D
  Bewicht:
250  g
i
Togo  Postumt  Klein  Popo*  Rüter  postsekretür.  desgl.
Postagentur  Lomes  Marx  Telegraphenassistent

I
Deutsch-Südostamt  Windhock  Schultze  Tostkassirer  "  desgl.
Westafrikalostagentur  Swakopmund  Breitwieser  Postassistent
Otjimbingue  Rische  Postassistent
"“  6  Kectmanshoop?  Doms  (Postassistent  "„
"6  Omaruru  Dannert?""  #  Missionar
Okahandia  Voigts  7##  Kanufmann
"  Gibeon  ##  Teochendorff  ##  1
.  Lüderitzbucht  —  —
Warmbadz  —  —  I
Cap  Cross  x  Bohr  Feldwebel  .
VUhabis  «  Wey**  Unteroffizier  I
„.  Rehobothr  Heidmann“  Alissionar  #
,
Deutsch-Neu-Tostagentur  Stephansort  Haesner  7"  Kaufmann  T  desgl.
Guinea  "n%  "  Friedrich  Thiele?“"  (Postanweisunger
Wilhelmshafen  sind  nur  daeb
5  „Herbertshöh  Stensloff“"  Gerichtsschreib  Stephansort  zuget
  Matupi  Thiel““  Kaufmann  s  lassen)
Marschall-  Postagentur  Jaluit  Reiher  *#?  Postanweisungen
Inseln  nicht  zugelsssen

—  —  —  —  —  —  —  —

 

 

 

 

Die  mit  “  bezeichneten  Postanstalten  sind  an  das  Telegraphennetz  angeschlossen.

Die  mit  “  bezeichneten  verwalten  das  Postfach  als  Nebenamt.
        <pb n="1073" />
        Portosäteze.

 

s  t  20##

für

Dostpackete  bis  ö  kg

Telegrammgebühr


Hür  dus  Wort)

Bemer  kungen

 

3  AI.  20  Pf.

Kei  Sendungen  nach  Flützen  im

Innern  sind  die  Besörderungskosten

ab  Landungshafen  vom  Empfünger

"
1

welchen  eine  Postanstalt  nicht

zu  tragen.)

1  J.  60  Pf.

(Bei  Sendungen  nach  Orten.  an
bestcht.
  sind  die  Beförderungskosten
von  der  nüchsten  Postanstalt  ah  vom

Lmpfünger  zu  tragen.)

1  AI.  60  Pf.

(„hei  Sendungen  nach  Orten,  an

vgelchen  eine  Postanstalt  nicht  be-Stcht,
  sind  die  Beförderungskosten

.  —  —

———  ——.  —  —  —.

von  der  nächsten  Postanstalt  ab  vom
Empfünger  zu  tragen.)

3  Jl.  50  Pf.

bei  Versendung  mit  direktem  dentschen
  Dampfer  ab  llamburg.  Auf
dem  Wege  über  England  und  Capstadt
  sind  nur  Postpackete  bis  3kg  zugelassen,
  das  Porto  betrügt  5  I.  50  Pf.

(Bei  Sendungen  nach  Orten,  an
welchen  eine  Postanstalt  mit  Packetdienst
  nicht  bestcht,  sind  die  Beförderungskosten
  von  der  nächsten
Postanstalt  mit  Packetdienst  ab  vom
Empfünger  zu  tragen.)

#  3  M.  20  Pf.
bei  Versendung  über  Bremen.
4  M.
bei  Versendung  über  Neupel.

Postpacketc  nicht  zugelassen.

 

5  M.  30  Pf.

8  AMI.  75  Pf.

6  A.  65  DPf.

 

Das  Postamt  in  Dar-es-Salunm  leitet  den  Dienstbetrich
im  ganzen  Schutzgehiect.
Desteht  Post-Bei

  diesen  Postanstalten  kein

anweisungs-  und  Packetdienst.

Das  Postumt  Kamerun  leitet  den  Dienstbetrich  im
ganzen  Schutzgchiet.

Nach  Kamerun  und  Victoria  sind  auch  zulüssig

a.  Postpuckete  mit  Wertangabe.  Nehben  dem  Packet-Dorto
  ist  eine  Versicherungsgebühr  von  16  Pf.  für
je  240  M.  des  Wertbetrages  zu  zahlen.
Briefe  mit  Wertangabe.  PDorto:
20  Pf.  für  je  150  g.
20  Pf.  Einschreibgchühr  und
16  Pf.  Versicherungsgebühr  für  je  210  M.  des
Werthetrages.

b.

Das  Postamt  in  Klein-Popo  leitct  den  Dienstbetriel
im  ganzen  Schutzgehiect.

Das  Postamt  im  Windhock  leitet  den  Diensthetriel
im  ganzen  Schutzgebiet.

Der  Postanweisungsverkehr  tritt  erst  am  1.  Januar
189  ins  Leben,  und  nur  für  die  Postanstalten  in  Windhock.
  Swakopmund,  Otjimbingue  und  Keetmanshoop.

#Bei  dicsen  Postagenturen  besteht  kein  Pucketdienst.
        <pb n="1074" />
        Zölle.

I.  Ostafrika.
A.  Einfuhrzölle.

Schaumwein  15  pCt.  des  Wertes.

Uknverarbeitete  Baumwollzeuge

Perein  .  ..

Petroleum.  .  .  ..  ..  .  ...10,.,·.  »
Tabak  und  Cigarren  ..  ....

Bier  und  Wein

—
S't1#
#

—
#
2

Alle  übrigen  Waren

Vom  Einfuhrzoll  befreit  sind:

1.  Waren  und  Güter,  welche,  um  die  von  einem  Schiffe  durch  Unwetter  und  anber#e
Sceunfälle  erlittenen  Beschädigungen  auszubessern,  umgeladen  oder  an  Land  gebracht  werden
mögen,  vorausgesetzt,  dass  die  so  gelöschte  Ladung  wieder  ausgeführt  wird.

2.  Alle  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  gehörigen  oder  fur
(asselbe  bestimmten  Waren  und  Güter.

3.  Alle  Ausrüstungsstücke  der  Offiziere  und  Unteroffiziere  der  Schutztruppe,  Sowie
der  Beamten  des  Gouvernements.

1.  Kohlen,  Proviant,  sowie  alle  Ausrüstungsstücke  für  die  Kaiserlichen  Kriegssebi#e
und  Fahrzeuze  der  Flottille.

5.  Landwirtschaftliche  Marchinen  und  Geräte.  Alles  Material,  was  zum  Wegel.
sowie  zur  Anlage  und  zum  Betriche  von  Tramways  oder  Eisenbahnen  dient,  sowie  auch  alle
Transportmittel;  alle  diese  Gegenstände  jedech  nur,  sofern  sie  nach  Ausweis  einer  obrigseil
lichen  Bescheinigung  für  das  Schutzgebiet  bestimmt  sind.

6G.  Die  von  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  geprägten  Müpzen.

7.  Gebrauchtes  Handwerkszeug  und  ähnliche  Gerätschalten,  welche  Handwerker  oder
Künstler,  die  sich  in  Deutsch-Ostalrika  niederlassen  wollen,  mit  sich  führen.

S.  ’hysikalische,  medizinische  und  ähnliche  Instrumente,  welche  nicht  zu  llandes,
zwecken  eingeführt  werden.  sowie  Arzeneien,  Bücher,  Drucksachen  und  Muster.  Stainen  und
zilder;  ausgenommen  sind  photographische  Apharate,  sowie  Bücher,  deren  Blätter  Rum
zum  Nachschreihen  und  Nachzeichnen  gewähren,  und  zu  Rechnungen,  Etiketten,  Frachl-Driefen
  etc.  vorgerichtetes  Papier.

9.  Gebrauchte  llaushaltungsgegenstände,  Möbel,  Kleider  und  Wäsche,  welche  zum
rwecke  dauernder  Niederlassung  einwandernde  Personen  einführen,  wenn  sie  durch  obrigkeil.
liches  Attest  nachweisen,  dass  diese  Gegenstände  (Anzugsgut)  schon  längere  Zeit  in  ibrew
Gebrauch  und  Besitz  waren.  #  «

l().SälnttlicheGegenstämits,welchevonchristlichenMissioneneing(-t"t"1111st,  unmittelbar
denstcckondesGottesdjenstesderchristlichenBekenntnisse,desIJntetsricltrs.sowie-Jst
Krankenpllege  dienen.

1  1.  Kleinere  Mengen  von  Verbrauchsartikeln,  welehe  Reisende  in  ibren  Kofsern  bei
Sich  führen  können,  gebrauchte  Kleider  und  Wäsche,  nicht  zum  Verkauf  eingehend.

12  ’ierde,  Esel,  Maultiere,  Kamele  und  llornvich.  .

13.  Solche  Waren,  welche  aus  dem  HDeutschen  Gebiete  in  das  Ausland  belus
Reparatur  oder  Ahänderung  gegangen  waren  und  wieder  eingeführt  werden,  wenn  sie  bei
der  Ausluhr  einem  Hauptzollamte  zur  Wiedereinfuhr  angemeldet  waren,  und  diese  biunen
neun  Nonaten  vom  Tuge  der  Ausfluhr  stattlindet,  auch  die  Waren  selbst  durch  die  Reparakur
keinen  höheren  Wert  erhalten  haben,  als  sie  ursprünglich  im  Zustande  der  Neuheit  besassel.

1  4.  Sämereien,  ’flanzen.  Bäume  oder  andere  zum  Anbau  bestimmte  Gewächse.

15.  Düngungsmittel.  wenn  von  den  Plantagenunternehmern  unmittelbar  eingefühm.
doch  wird  von  diesen  die  übliche  statistische  Gebühr  erhoben.

.  Grahbsteine  und  Grahschmuck,  venn  sie  nicht  zu  Handelszwecken  eingefübrt
werden,  sondern  unmittelbar  dem  Andenken  und  der  Verehrung  von  in  der  Kolonie  Fer
storbenen  der  christlichen  Bekenntnisse  dienen.
        <pb n="1075" />
        —  63  —

Zölle.
B.  Ausfuhrzölle.
I.  Elfenbein  .  ·...  ....15pct.desWe-ste
2.  Kobal  .  ....  ...  15
3.  Gummi  .....  ...  18  Rupies  für  i00  Ihs  engl.
4.  Nelken.  ......  ...  30p(tdeWettltes
5Sesamsaat  .......  ...  2  „,  4,
6  Orseille  .......  ...  10  .,  k,  k,
7.  Ebenholz  .....  .—..  10  »  »
8.  Bourties  (Holzbalken)  ..  .  ..  1(),,  .,  »
9.  Alle  Art  einheimischen  Tahaks  ...  1(),.  »
10.  Häute  ...  10  »
11.Rh1nocetoshomexund  Hippopot.11nusz«ihne  ..  10  „
12.  Schillpatt  .....  ..  10»  »
13.  Kauries  ......  ..  .  Z»  »  ,·.
14.I’fet1·(-r...  .....  ..  .  10,,  ,.  »
10.  Erdnüsse  2.,  »
16.  Mais,  Negerkorn,  Mawele,  Linsen  sowie  alle  ahnlichen
  Korn-  oder  Hülsenfrüchte,  soweit  sic  nicht
anderweit  in  dem  Tarif  benannt  oder  verzollt  sind  35  Cents  per  77  Das  Djislamanss  soll
17.  Reis,  ungeschälter  25  54  5  360  I’'fund  engl.
18.  Chiroto  .....‘l.  Doll.  10  .,  Tekerkorn  enthalten.
19.  Kamele  2  Doll.,  Pferde  10  Doll.,  Rindvieh  1  Doll.,  Schafe  und  Ziegen  25  Cents
per  Stück.
20.  Nelkenstengel  per  Frazila  (35  Plund  enl  .  ..  .  2  Doll.
21.  Feuerholz  (Kuni  .  .  .  .....  .1()pct
22.  Geeschälter  Reis  für  das  Djisla  .......  .........).sLent-z
Anmerkung:  Mischungen  von  geschältem  und  ungeschi  niem  Reis  werden  nach  dem  Mischungsverhültnis
  verzollt.  Ist  d:  GSeche  1:  1,  80  tritt  der  Jollsatz  für  geschülten  Reis  ein.
23.  Hörner  aller  Art  (ausschliesslich  Rhbinoceroshörncrtrrr)  10  pP6t.
24.  Esel:  a)  Maskat-Esel,  für  das  Stück  .  8  Doll.
b)  IIalhbblut-  und  Ssonstige  Esel  (Wanyeamwei--  Esel)  für  das  Stüör  5  6
Anmerkung:  Hoch  saugende  Eselfüllen,  welche  der  Mutter  folgen,  sind  vollstündig  frei.
2%.  Srrup  und  Melasse  is  ·-«-5PCks

II.  Kamerun.

Einfuhrzölle.
Spirituosen  mit  Ausnahme  von  Wein  und  Bier:

1.  Rum  1  ·  —.  20  M.
Geneveris  einschl.  49%  Tralles  à  Liter  1  —.20  „
Spiritus  |  —.  20  „

2.  Rum  1n  I|  —.  40  „
Genever  über  49%  Tralles  à  Liier  ,!  —.40  „
Spiritus  .  —.40  „

alle  Sonstigen  alkoholhaltigen  Getränke  als  Liköre,  Schnäpse  etc.:
in  Flaschen  à  Lier  —40  „
in  Gebinden  à  Liter  —  30

Hierbei  wird  jeder  angelangene  DLiter,  d.  b.  jedes  einen  vollen  Liter.  nieht  angehende

Uebermass  als  voller  Liter  gerechnet.
        <pb n="1076" />
        —  —

Zölle.

Andere  Waren:

64

·—

1.  Feuerwaffen  jeder  Gattung  à  Stück  250  UM.
2.  Pulver,  gewöhnliches,  à  kg  —  G.
Jagd-,  à  kg  .  —.20,
3.Tabakåkg......  —.20,
4.Salz,å-Tonnezu1000kg.  10»-»
5.Roisåkg  ——.02,
6.  Gewebe,  alle  zu  Bekleidungszwecken  verwendbaren,  à  kg  —20  „
III.  Togo.
Einfuhrzölle.

Gin,  Brandy,  Rum,  Liköre  und  Spirituosen  oder  alkoholische  Flüssigkeiten
  jeder  Art  ohne  Rücksicht  auf  den  Stärkegrad  per  Liter  —22  .
Tabak  per  Kilogramm  .............  ——.50».
Pulver  per  Plund  —  50,
2—  9

Feuerwaffen  per  Stück

Alle  übrigen  Einfuhrartikel  unterliegen  einem  Einfuhrzoll  von  4  pCt.  vom  Wert.

Von  der  Verzollung  sind  ausdrücklich  ausgenommen:

Anker  und  Ketten
Arzeneien  und  Droguen
Blasebälge

Besen

Bettzeug  *
Bittere,  welche  nicht  mit  Zucker  oder  Zuckersurrogaten

  versetzt  oder  mit  Alkohol  gemischt

  sind
Blauer  Indigo
Bücher,  Zeitungen  und  Drucksachen
Bürsten  und  Kämme
Chemikalien
Dampfboote
Drainröhren
Eisenwaren,  welche  zu  Kochzwecken  dienen
Farben
Feuersteine
Filter
Flaggen
Frisches  Fleisch
Geffügel
Geldbörsen  und  Taschenbücher
Geldschränke  und  Kassetten
Gemälde
Gemünztes,  Zum  Umlauf  zugelassenes  Geld
Glaswaren
Glocken
Grabsteine
Gummi
IIandverkszeug
Tolkohle

Holzwaren  ausser  Baumaterial  und  Möbel

Putzmacherwaren

Quecksilber

Reise  koffer

Reisetaschen  und  Toilettekasten
Rind-  und  Schweinefleisch
Ruder

Säcke,  kleine  und  grosse
Särge

Salz

Sämereien

Säuren

Schibutter
Schirme

Schreibmaterialien

Segeltuch

Servierbretter,  Spiegel

Spielzeug

Spiritus,  der  zum  Genuss  untauglich  gemacbt
und  nicht  zum  Verstärken  anderer  Spirituosen
bestimmt  ist

Stickereien
Instrumente:  medizinische,  musikalische  and

wissenschaftliche
Juwelierwaren

Kalabaschen
Kalk

Ketten

Kleider  welche  zum  persönlichen  Geleraueb
von  Reisenden  bestimmt  sind

Knople
        <pb n="1077" />
        Kohlen

Konfekt

Korkholz

Lampen

Landwirtschaftliche  und  Gartengeräte

Leere  Demijohns

Lichter

Maschinen  für  Bergwerks-  und  landwirt-chattlichen
  Betrielr

Masten

Matten

Mineralwasser

Mühlsteine

Musterkarten

Nadelarbeit.  Nähercien.

Ol,  ausser  Petroleum  und  Brennol

IPech  und  Teer

I  erde,  Maultiere.  Esel

F’lerdegeschirr

l  Ihm-en

Photograhhische  Abbarate  und  Zubehör

Persennings  (geteerte  Leinwand,)

Zölle.

Streichhoölzer

Strohwaren

Stühle

Iyrup

Talg

Ubren  jeder  Art

Unterrichtsmittel,  welche  mit  Genehmigung
der  Behörde  eingelührt  werden

elocipede

Vieh

Wagschalen

Wagen  und  Karren

Werg

Wichse

Ziegen  und  Schate

Alle  Cegenstände,  welche  mit  Genchmigung
des  (ouverneurs  bezv.  Landeshauptmanns
im  öflentlichen  oder  dienstlichen  Interesse
eingelührt  werden.

Bötte  herejerzeugnisse.  Tonnen,  Fassdauben,
Reiten,  Klammern  und  IIakenzum  Bottehereibetrielh.


IV.  Deutsch-Südwestafrika.
A.  Einfuhrzölle.

 

 

2
*%%  arens:  1  Zolltarilsatz  e-J0.
  Warenkattung  5  merkungen
.  zier  aller  Art  ..  brutto  1k80.  6  M.
2.  Ilüte  aller  Art.  Dro  Stürk  1.00.
Dl.)  Mützen  aller  Art  0.S:  50
3.  Kallce  und  Kakno  ..........  lnuttu  1  kg  0.20.
4.  Konserren.  sowie  Verzehrungsgegenslände  aller  Art
(Fleisch.  Gemüse,  Früchte,  Saucen,  Milch,  Butter.
Fette,  Biskuits,  Konditor-  und  Zuekerwaren  etc.).
W.  lchei  in  hermetisch  verschlossenen  Dosen.  Flaschen,
Kruken  older  nur  getrocknet.  gesalzen  oder  Sonst
präservirt  eingehen“  .  .  1.,  0.20
5.Mineralwasser,  künstliche  wie  natürliche.  1  .  0.06=66.
  Petroleum  1  .  O0.O0
.Scehiesslie  lart  und  Sprengstolle:
#nu)  Patronen  aller  Art  ....  ,,1.,()...().,
)  Schiesspulver,  Sehrot,  Zündltehhen  —  1  1.00
·u)  Blei  .  .  ,1..  0.10  9
(!1)  Drnamit  uned  Sonstige  Sprenustosse  ....  .,1,,  Hals
JS.S  sattler  Waren  aller  Art,  9  1  ¾  Et  92
!.)  Schuhwaren  k%  bro  Paar  1.00  =
9.  Seile  prutto  1  Kkg  O0O5  ,
        <pb n="1078" />
        66

 

 

 

Zölle.
’s  Be-**
  Warengattung  Zolltarifsatz  "
o.L  merkungen
10.  Spirituosen  aller  Art  (mit  Ausnunhme  von  Bier,  Wein  aBeiererten.
und  Schaumwein),  alkoholhaltige  Parfümerien,  Iinhalts  vorden
Essenzen,  Tinkturen,  auch  zum  Medizinalgebrauch  pbro  1  1  2.00  M.  n“  aennkaen
11.  Streichhölzer.  brutto  1  kg  0.50  „  ln  .  ao
12.  Tabak  :  zu  ½l  etc.  jede.
a)  Cigarren,  Cigaretten.  Plattentahak  „  1,  2.00  „  vige  dokchedr
b)  Rohe  Tahakblätter,  roher  und  geschnittener  W#
Rauchtabak.  sowie  Kau-  und  Schnupltabak
jeder  Art  .  .  1,,1.50,,
13.salz.  .  1,,0.02,,
14.’l’hee.  1,,0.75,,
15.Waü"en:
a)  Hinterladegewehre  aller  Art  mit  Ausnahme  der
Teschins  THpppooro  stück  20.00  „
b)  Teschins,  Vorderlader  und  sonstige  Schussund
  Stichwaffen  „  „  5.00  „
16.  Weine  und  Schaumwein  Pprutto  1  kg  0.15  „
17.uge  und  Zeugwaren  aller  Art  aus  Wolle,  Halbwolle,
Baumwolle,  Leinen  und  Seide  (lertige  Kleider,
Leibwäsche  und  Putzwaren  aller  Art,  Decken  und  —-Teppiche
  ete.)  ........  nett01,,1.00,,
18.Zucker,rollt-rundraffinierter,allen-Art.

’l’arif-No.



brutto  1  „  0.10  „

 

 

Die  Einführung  von  Feuerwaffen,  Munition  oder  Pulver  jeder  Art,  sowie  der  Handel
damit  ist  nur  der  Kalserlichen  Landeshauptmannschaft  gestattet.

Auf  (trund  eines  schriftlichen,  von  der  zuständigen  Bezirkshauptmannschaft  auszustellenden
  Erlaubnisscheines  kann  Nichteingeborenen  die  Erlaubnis  zur  Einführung  von
Feuerwaffen  und  Munition  zum  eigenen  Gebrauch  gestattet  werden,  sofern  sie  binreichende
Sicherheit  dafür  gewähren,  dass  sie  dieselben  nicht  an  Dritte  vergeben  oder  verkaufen  werden.

B.  Ausfuhrzölle.

7  K  „6  .
Warengattung

Zolltarifsatz

 

CGuano  aller  Art:

Robben-  und  Seehundfelle  .
Strausstedern,  rohe  und  gereinigte

 

a)  bei  der  Austuhr  in  Schiffen,  welche  mit  Guano
vollbeladen  oder  mit  mehr  als  drei  Vierteln  ihres
Registertonnengehalts  beladen  sind,  für  jede  auch
nur  angefangene  Registertonne  lant  Messbriee

b)  bei  der  Ausfuhr  in  Schiffen,  welche  nur  bis  zu
drei  Vierteln  ihres  Registertonnengehalts  mit  Guano
beladen  sind,  sowie  bei  der  Ausfubr  über  Land

 

Registertonne  35.00  M.

00  kg  3.00  M.
1  Stück  1.00  „
netto  1  kg  4.00  „
        <pb n="1079" />
        C.  Zollbefreiungen.

Zölle.

I1.  Waren  und  Güter.  welche  in  Seenot  oder  llararic  an  Land  Lebracht  werden,

voransgesetzt,  dass  dieselben  wieder  ausgeführt  werden.

2.  Alle  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  gehörigen  und  für  (dieselbe  bestimmten

Waren  und  Göüter.

3.  Alle  Ausrüstungsstücke  der  Beamten  der  Kaiserlichen  Landlshanptmannschaft  von
Deutsch-Südwestafrika.,  sowie  der  Offiziere  und  Mannschaften  der  Kuiserlichen  Schutztruppe.
4.  Kleider  und  Wäsche,  welche  einwandernde  Personen  zu  ihrem  cigenen  (lehrauche

mit  sich  führen.

5.  Kleinere  Mengen  von  Verzehrungsgetgenständen.  velche  Reisende  in  ihrem  Reise-Lepäck

  zu  ihrem  eigenen  Gebrauch  bei  sich  führen.

6.  Sämtliche  Niederlassungen  von  ehristlichen  Missionen  ohne  Cnterschied  der  Konfession
  geniessen  für  die  von  ihnen  zu  ihrem  eigenen  Bedarl  eingeführten  Gegenrstände,  velche
von  ihnen  nicht  zu  Handels-  oder  Tauschzwecken  verwendet  werden,  Belreinng  vom  Eintfuhr-2oll
  bis  zum  Betrage  von  1200  M.  jährlich:;  ausgenommen  von  diesen  zollfrei  zu  belassenden

Gegenständen  sind  alkoholartige  Getränke  und  Tabake  und  Cigarren.

V.  Neu-Guinea.

 

 

Einfuhrzölle.

Massstah  der  Verzollung  Lollsata
M.  Pf.
I.Biere  jeder  Art,  auch  Met.  .  .  .  ie  Flasche  bis  zu  75  (sentiliter.  —  10

2.  Apfelwein  und  sonstige  Obstweine  Ü  die  gröss.  Flasche
Dis  zu  150  #i  —  20

3.Weinc,  soweit  sie  nicht  unter  No.  4

falken  lüle  Flasche  bis  zu  15  Centiliter.  —  20

die  gröss.  Flasche
Dbis  zu  150  —  140
in  Fässern  pro  Liter  —  30

4.  Sũssweine  (insbesondere  Malaga,  Madeira,
Marsala,  Sherry,  Portwein,  Tokayer,
Ruster  Ausbruch,  Schaumweine)  und
andere  schwere  Weine  (australiche,
griechische,  sizilische,  afrikanische)  die  Flasche  bis  zu  15  Centiliter.
die  gröss.  Flasche

Dbis  zu  150  9
5.Branntweine  und  Liköre  jeder  Art,  alle
sonstigen  alkoholischen  Getränke,
welche  nicht  unter  1  bis  4  zu  rechnen
sind,  alle  Spirituosen  oder  Spirituosen
enthaltenden  Mischungen,  die  zur  Bereitung
  von  Getränken  Ferwendet
werden  können  .  .  Jdie  Flasche  oder  Kruke
bis  zu  50  Centiliter.
die  gröss.  75  —
100

.,..  -,,150  ..

6.InSpirituoseneingemachteFrüchte..diel(’lascbeoderl(r13ke  *
bis  zu  50  Centiliter.

 

 

die  grössss.  15  "
»  100  „
150

9*

 

80

40
60
80
        <pb n="1080" />
        —  68  —

 

 

Zölle.
Ausfuhrzölle
Massstab  der  Verzollung  Zollaatz
M.  PVt.
1.Korearrrrr  IAie  Tomne  von  1000  .  ..  *P

 

 

 

Einfuhrverbote.

1.  Opium,  ausser  zu  medizinischen  Zwecken.  "
2.  Waffen,  Munition  und  Sprengstoffe,  ausser  zum  persönlichen  Bedarf  für  Niehbteingeborene.


Anmerkung  ud  1—6.  Die  Verpackung  muss  in  der  Regel  in  Kisten  mit  einer
Flaschen-  oder  Krukenzahl,  die  durch  12  aufgeht,  geschehen.  ·

Anmerkung  ad  1,  2  und  4.  Die  Einführung,  anders  als  in  Flaschen  bis  zu  150  Centiliter
  Inhalt,  darf  nicht  stattfinden.  Z

Anmerkung  ad  3.  Ist  bei  der  Einführung  in  Fässern  der  Rauminhalt  durch  die
Faktura  oder  Aichungszeichen  nach  dem  Urteil  der  Zollbehörde  ausreichend  nicht  nachgewiesen,
  so  bestimmt  diese  den  Inhalt  durch  Vermessung.  »

Anmerkung  ad  5.  Die  Einführung  anders  als  in  Flaschen  oder  Kruken  bis  zu
150  Centiliter  Inhalt  darf  nicht  statttinden.  Die  in  geringeren  Mengen  eingehenden  mellizinischen
  Spirituosen  sind  von  der  Verzollung  ausgenommen.
        <pb n="1081" />
        IV.  Teil.

Die  Kolonial-Behörden.

Behörden  in  Deutschland.
Kolonialrat.

Behörden  in  den  Kolonien.
Anleitung  zu  amtlichen  Eingaben.

Reichskanzier.

Fürst  zu  Hohenlohe-Schillingsfürst,  Prinz  von  Ratibor  und  Corvey,  Durcblaucht.
Präsident  des  Staatsministeriums  und  Königl.  Preussischer  Minister  der  auswürtigen
Angelegenheiten.

Die  Kolonial-Abteilung  des  Auswärtigen  Amtes.

Direktor:
Dr.  Freiherr  v.  Richthofen.  Wirkl.  Geb.  Legations-Rat.

Vortragende  Räte:

Hellwig,  Geh.  Legations-Rat.  Schmidt-Dargitz,  Wirkl.  Legations-Rat.
v.  König,  Geh.  Legations-Rat.

Ständige  Hilfsarbeiter:

Dr.  Zimmermann,  Konsul.  Wiskow,  Regg.-Rat.

v.  Buri,  Wirkl.  Legations-Rat.  5  on  der  Decken,  Reg.-Assessor.
In  der  Kolonial-Abteilung  beschöftigt:

Dr.  Bumiller,  Reg.-Rat.  Brandeis,  Hauptmann  a.  D.

Reiter,  Vizekonsul.

Oberkommande  der  Schutztruppe:
Ohnesorg,  Major.  Charisius,  Prem.-Lieut.,  zugeteilt.
Fischer.  Hauptmann,  Zugeteilt.  Dr.  Richter,  Stabs-Arzt,  zugeteilt.
UCeheime  Kalkulatur:

Krüger,  Hofrat,  Vorsteher.  Heinze,  CGeh.  exped.  Sekretär  und  Kalkulator.
Tesch,  Geb.  exped.  Sekretär  und  Kalkulator.  Pahl,  Geh.  exped.  Sekretär  und  Kalkulator.
Gragert,  Geb.exped.  Sekretär  und  Kalkulator.
        <pb n="1082" />
        Behörden.

70  —

Geheime  Registratur:

Biermann,  Holrat.  Vorsteher.
Schönborn,  Holrat.
Schober,  Geh.  Registrator.

Staepel,  Geb.  Registrator.
„L.ang,  Geh.  Registrator.

Kolonialrat:

Seine  Hoheit  der  Herzog  Jobann  Albrecht

zu  Mecklenburg,  Regent  des  Grossherzogtums

  Mecklenburg-Schwerin,  Präsident  der
Deutschen  Kolonial-Gesellschaft,  Schwerin.
Dr.  Ebert,  Professor,  Berlin.
Dr.  v.  Grimm,  Ministerial-Präsident  a.  I..,
Wirkl.  Geh.  Rat,  K  arlsruhe.
v.  Hansemann,  CGeh.  Kommerzienrat,  Berlin.
Hernsheim,  Direktor  der  Jaluit-Gesellschaft,
Hamburg.

Dr.  Herzog,  Wirkl.  Gdeh.  Rat,  Staatssekretär

a.  D.,  Berlin.

Dr.  Hespers,  Ehrendomberr,  Koln.

von  der  Heydt,  Karl.  Bankier,  Berlin.

Dr.  Hindorf,  Direktor  der  Rheinischen  Handei-Plantagen-Gesellschaft,
  Köln.#

v.  Hofmann,  Staatsminister,  Berlin.

Dr.  v.  Jacobi,  Wirkl.  Geh.  Rat,  Staatssckretär

a.  T.,  Berlin.

Kraetke,  Geh.  Ober-Postrat,  Vortr.  Rat  im
Reichspostamt,  Berlin.

I.  ucas,  Assessora.D.,  Kommerzienrat,  Direktor
der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,
Berlin.

Dr.  Mehnert,  Hofrat,  Direktor  des  landwirtschaftlichen
  Kreditvereins  im  Königreich
Sachsen,  Dresden.

Michels,  Geh.  Kommerzienrat,  Präsident  der
Handelskammer,  Köln.

Dr.  Oechelhäuser,  Geb.  Kommerzienrat,
Dessau.

Freiherr  v.  Oppenheim,  S.  Alfred,  Vors.  des
Vorstandes  der  Rheinischen  Handei-Plautagen-(desellschaft,
  Köln.  ·

v.Palesziouxgen.Palconnet,Generalpajor.
Flügeladjutant  Sr.  Königlichen  Hoheit  des
Grossherzogs  von  Sachsen,  Weimar.

Dr.  Freiherr  v.  Richtbofen,  Geb.  Regierungsrat,

  Professor,  Berlin.

Dr.  Scharlach,  Rechtsanwalt,  Hamburg.
Schering,  Vize-Admiral  z.  D.,  Kiel.

Dr.  Schweinfurth,  Professor,  Berlin.
Simon,  Geb.  Regierungsrat,  Berlin.
Staudinger,  Privatgelehrter,  Berlin.
Thormählen,  Johannes,  Kaufwann,  Hamburg.
Freiherr  v.  Tucher,  Regierungsrat  a-  D.,
Nürnberg.

ohsen,  Konsul  a.  D.,  Berlin.  *r*
Seine  Durchlaucht  Fürst  zu  Wied,  Neuwiec.
Dr.  Wiegand,  Direktor  des  Norddeutschen
HLloyds,  Bremen.

Woermann,  Adolf,  Kaufmanun,  Hamburg.

Behörden  in  den  Kolonien.

Deutsch-Ostafrika:
Civiwwerwaltung:
Gouverneur  und  Kommandeurder  Schutztruppe:  Schreiber:  Abel,  Dietz,  Günzel  Guratssenn
Liebert,  Generalmajor.  Krügler,  Moosberger,  Stoerzbadl
Bureauvorsteher:  Lambrecht.  Weidner,  Zürn.
Sekretär:  Seidlitz.  Steindrucker:  Hasenjäger.  1
Registrator:  Zache,  Referendar.  Schroder-Bureaugehülfe:

  Sielhorst.

Lehrer:  Blank,  Kuhn,  Rutz,

Finanzverwaltung:

Finanz-Direktor:  v.  Bennigsen.

Landrentmeister:  Reich.

Kalkulatoren:  Andres,  Bürckardt,  Lippe,
Reimer.

Buchhalter:  Häberle,  Schüssler.

Kassierer:  Liedtke.

Bureauassistenten:  Alt,

Bickel,  Otto,

Schmidt,  Sperling.  Ulrich,  Zenke-Werner.


Bureaugehülfe:  Mayr.

Schreiber:  Klein,  Nottebohm,
Magazinaufseher:  Witzke.
aAufseher:  Huber,  Drescher.

Tischler:  Pfau.

Schnittgel.
        <pb n="1083" />
        —  71  —

Behörden.
Zollverwaltung:
Zolldirektor:  Schmidt.  Zollamtsassistenten  II.  KI.:  Aathelm,  Baron,
Hauptzollamtsvorsteher:  Broschell,  Dietert,  v.  Bode,  Frh.  v.  d.  Büsche,  Firnstein,

Ewerbeck,  Heller.  Otto,  Ritter,  Schnell,  Stickforth,
Zollamtsassistenten  I.  Kl.:  Michels,  Stiege.
Schmolck,  Schwarze,  Weyher,  Muller.  Zollschreiber:  Sauppe.

Justizrerwaltung:
Oberrichter:  unbesetzt.  Aktuare:  Alt,  Koch,  Schaepe.
Bezirksrichter:  v.  Reden,  Ziegler,  Gerichts-,

assessor.

Bauverwaltung:
Baudirektor:  Gurlitt.  Bautechniker:  Benker,  Salert.
Reg.-Baumeister:  Todsen.  Bauzeichner:  Schmidt,  Landwehr.
Bauleiter:  Götze,  Ublig.  Haus-  und  Materialienverwalter:  Henze.
Bauassistent:  Kramm.  Schreiber:  Lichtenstein.

Landeskultur  und  Landesvermessung:
Abteilungschef:  Reg.-Rat  Dr.  Stuhlmann.  Geograph:  Schmidt.

Katasterbeamter:  Lammert.  Landmesser:  Böhler,  Lammert.
Katastergehülfe:  Leopold.  Vermessungsgehülfen:  Hutcap,  Steiner.
Bureaugehülfe:  Lohrisch.  Landwirtschaltliche  Wanderlebrer  und  Pflan-Forstbeamter:
  v.  Bruchthausen,  Forst-  zungsleiter:  Ritter,  Schröder.
assessor.  Gärtner  und  Pflanzer:  Eick,  Geibler,  Leib)y,
Bergau:  Dr.  Dantz,  Bergassessor;  Schwarzz;,  Thienemann,  Wagner,  Weise.
ehülfe.  6

Bezirksverwaltung:

Bezirksamtmänner:  Berg,  Hptm.  Frh.  von  Bureauassistenten:  Geiseler,  Kriegbaum,

Eberstein  (kommiss.),  Elphone(kommiss.),  de  Roos,  Seitz.

Hptm.  Leue  (kommiss.),  v.  St.  Paul,  Hptm.  Schreiber:  Cleemann,  Colloretto,  Jess,
Ramsay  (kommiss.),  Sigl,  v.  Strantz.  Lichtwark,  Quack,  Stötzle,  Wiegand,
Bezirksamtssekretäre:  Graf  Baudiss  in,  Wihler.

Blank,  Keudel,  Meyer,  Spieth,  Thimmes.

Medizinalverwaltung:

Regierungsarzt:  Dr.  Plehn.  Lazarethinspektor:  Hübner.
Apotheker:  Giemsa.

Landespolizei:
T’olizeiunteroffziere:  Feldwebel  Hüägele,  Sergeanten:  Bartscher,  Jänke.
Hentschel,  Mutter.  1
Flotille:
Kapitan:  Thomaschewski.  Maschinen-Assistenten:  Busse,  Ludemann,

Ingenieure:  Küster,  Thiel.
Vorsteher  der  Maschinen-Werkstatt:  Spenker.
Vorsteher  der  Zimmermanns-Werkstatt:  Fled-Lüdtke,

  Müller,  Norberg,  Scharnberg,
  Schütz,  Spangenberg,  Stiehler  l.
Bootsmänner:  Bradhering,  Hasenretter,

dern.  Hockel,  Oelsner,  Piehl,  Roleke,  Ross-Miuree-
  Berndt,  Graf  Pfeil,  Prüssing,  deutscher,  Schaubacher.
iebel.  Hafenmeistergehülfe:  Andresen.

Maschinisten:  Bialkowski,  Eberhardt,  Tonnendepotgehülle:  Hagel.
Seidel,  Serno,  Zielesch.  NMaterialienverwalter:  Zimmermann.
        <pb n="1084" />
        Behörden.
Schreiber:  Plonien.  Kesselschmiede:  Wedler,  Weilhammer.
Maschinentechniker:  Lorenzen.  Segelmacher:  Backhaus.  .
Maschinenschlosser:  Kause.  Maurer:  Beck,  Berg,  Gerschewski,  Neu-Schlosser:
  Dehl,  Huth,  Stöhwase.  Weiss-  müller,  Reimer,  Stiehler,  Weichbrod:.
flog.  Zimmerleute:  Eberhardt,  Einfeld,  Leszs-Dreher:
  Sander.  mann,  Nehlsen.
Metalldreher:  Jacobs.  Tischler:  Käppel.
Kupferschmied:  Fritzsche.  Naler:  Cross.

Schutztruppe.

1.  Stab#.

v.  Natzmer.  Major:  Passavant,  Sek.-Licnt.:  Dr.  Becker.  Oberstabsarzt  I.  Kl.,  Chelarzt;
Bauer.  Zahlmeister;:  Körner,  Zahlmeisteraspirant:  Engelhardt,  Oberleuerwerker:
Sauerberg,  Oberbüchsenmacher;  Fischer.  Nickel.  U’nterbüchsenmacher;  Apelt,  Fellwehel:
  Triebel.  ’nterollizier;  Ierbsleb,  Sie  ler.  Oberlazarethgehülten.

2.  Truppe.
Hauptleute  und  Komhagniechefs:  Bette.  Frh.  v.  Eherstein.,  Herrmann.  Johannes,
v.  K  leist.  Langheld.  Leue,  Matting.  Princc.  v.  Prittwitz  und  Gaffron.  Ramsal

Premier-Lieutenants:  v.  Beringe.  Brosig.  Engelhardt.  Fonck  I.  Gansser.  Glanning-Kielme
  ver,  Kollmann.  Kuhlmann.  Merker.  Richter,  Schlohach.

Sekond-Lieutenants:  Albinus.  Baumstark.  Braun.  (’ramer.  Fonck  II  düherrähliger
Premier-Lieutenant).  (#raf  Fugger.  v.  (#rawert  1  (überzähliger  Premier-Lieutenant).  von
trawert  II.  Kalb,  v.  der  Marwitz.  Sand.  Stadtbaner.  v.  Stümer.  v.  Trotba.
v.  Wull'en.

r  i#  "  ½  “*  *  "“  "’  2  E  2  15
Zahlmeister-Aspiranten:  Beyer.  Deininger.  Fritzsch.  Jost.  Kieferle.  Klinkert.  Reieh.
Schlackebier.  Töpfer.  Tripschu.  Wehber.  Winkler.
Feldwebel:  Benkewitz.  Görn,  Kamp.  Köhler.  Krams.  Langenkemper.  Lembke.
Lichhardt.  Markgraf,  Salomon,  Spiegel.  Sommer.

Sergeanten:  Bittner,  Goritz.  Crimm.  lleideke.  Hoffmann,  Knanst.  Menser.  Pannewitz,
  Richter.  Ritter  (Feuerwerker).  Schlee.  Skiha.  Stephan.  Ellmann,  Wasilewski.
  Witkowskr.

Unterolliziere:  Austmann.  Bergmann.  Buchner.  Carsiens.  Colberg.  Demel.  Doruner-Iless,.
  llopp.  Jahn.  Kersten.  Kierstein,  Lachenmair,  Lem  ke.  Linge.  Loew#.
Matz.  Müntzner.  Naruisch,  Noc,  Peschke.  Plendtner.  Reisewitz.  Sahatke.
Schneider.  Schröder,  Schubert,  Sehütz,  Wulff.

Post  und  Telegraph:

Vorsteher:  Fleischer,  Postinspektor.  Postpraktikanten:  Aicham,  Bader-  Leib-Postsekretäre:
  Bannitz,  Katz,  Kleinc.  gan,  Ortlepp,  Thorun.
Kamerun:
Civilverwaltung:
Gouverncur:  v.  Puttkamer.  Sekretär:  Geyger.  4
([ierichtsassessor:  Horn.  Lehrer:  Betz,  Sembritzki.

Finanzverwaltung:

Landrentmeister:  Schumacher.  NMaterialienverwalter:  Büttner.
Rechnungsbeamter:  Meryer.  Wegebauer:  Hemmerle.
        <pb n="1085" />
        Behörden.

Zollverwaltung:
Zollassistenten:  Küas,  Peters,  Schöne.

Justizverwaltung:
Reg.-Rat  Dr.  Seitz.  Dolizeimeister:  Biernatzki.
Sekretäre:  Schubkegel,  Hennes.

Bau-  und  Hafenverwaltung:

Baumeister:  Drees.  Maschinisten:  Schelling,  Brandes,  Heck,
Hafenmeister:  Klein.  Strachler.
Maschineningenicur:  Thiel.  Schmied:  Malinowski.

Zimmerleute:  Liehold,  Serer.

Landeskultur:

Leiter  des  botanischen  (arteus:  Dr.  Preuss.
Cärtner  und  Landwirte:  Scheffler,  Iaupt.  Liedtke.

Bezirksverwaltung:

Bezirksumtmänner:  v.  Brauchitsch,  Pr.-Lt.  Sekretär:  Laughein.

(Kommiss.).  v.  Oertzen.  Böder  (Kommiss.)Tolizeimeister:  Brückner.  Berer.
Stationsleiter:  v.  Carnal-Querheimh),  Amtsdiener:  Weigelt.

Uonradt.

Medizinalverwaltung:
Reg-Arzt:  Dr.  Plehn.

Flotille:
Steuermann:  Wittekopl.
Schutztruppe:
Kommandeur:  v.  Kamptz.  Ilauptmann.  Sckond-Lieutenants:  Nolde.  Frhr.  v.  Stein
Ilauptmann:  Beyxer.  zu  Laussnitz.  «
Premier-Lieutenant:  Dominik,  Besser.  Assistenz-Arztz  Dr.  Lichtenherg.

1  Post  und  Telegraph:
ostpraktikant:  Völker.

Togo:
Landeshauptmann:  Köhler.

Verwaltungsbeamte:

r.  Hagen.  Sekretär;  Mann,  Landrentmeister;  Pötesch.  Siecvers.  Materialienverwalter.

Polizeitruppe:
V.  Massow,  Premier-Licutenant  u.  Kommandeur;  Incobi.  Polizeimeister;  Wan  kerl.  Sergeant;
Bünger.  Brütsch,  IIahndorf.  Schröder,  Unteroffziere;  Wlodazuck,  Büchsenmacher.
Zollverwaltung:

Schlapoczek,  kommiss.  Zollverwalter;  Zollassistenten:  Weikusat.  Wiecker,  Cassuben,
artmann.
        <pb n="1086" />
        —  74  —
Behörden.
Regierungsärzte:  Dr.  Wicke.  Ober-Stahsarzt;  Dr.  Kersting.
Lehrer:  Lederbogen.
Gärtner:  Warnecke.
Stationsleiter:  Dr.  (Srunert;  Prem.-Lieuts.:  Frh.  v.  Seefried,  Wegner.  Graf  Zeeb.
Bautechniker:  Haherland.
Post  und  Telegraph:
Postsekretär:  Rüter.
Telegraphenassistent:  Marx.

Deutsch-Südwestafrika:

Landeshauptmann:  Leutwein,  Masor.

Bezirkshauptleute:  v.  Lindequist,  Reg.-Assessor,  Stellvertreter  des  Landeshauptmanns-Duft,
  Berginspektor,  Vorsteher  der  Bergbehörde.  6

Zur  Verfügung  des  Landeshauptmanns:  Golinelli,  Reg.-Assessor;  Fischer.,  Gerichts-Assessor:
Richter,  Gerichts-Assessor.

Sekretär:  Junker,  Bureauvorsteher.

Zollverwaltung:  Schmidt,  Ober-Grenzkontrolleur.

Proviantmeister  und  Polizeimeister:  v.  Goldammer.

Schutztruppe:
Kommandeur:  Leutwein,  Major.  Helm,  Keppler,  Reiss,  v.  Schonaur-Stellvertretender
  Kommandeur:  Müller,  Major.  Wehr,  Schultze,  Steinhausen.  V  eled.
Kompagnieführer:  Hauptleute  v.  Estorfl,  mann,  v.  Winterfeld,  Ziegler,  v.  Zülov.
v.  Sack,  Puder.  Stahbsärzte:  Dr.  Richter,  Sobotta.  *
Hauptmann:  v.  Perbandt,  Kaiser.  Assisten  Zärzte  I.  Kl.Z  Dr.  Langheld,  Dre  öhb
Premier-Lieutenants:  Heldt,  Graf  Kageneck,  winkel  (überzählige  Stabsärztel.

Franke,  Bette,  v.  Burgsdorf,  Schwabe.  Assistenzarzt  II.  Kl.:  Dr.  Kuhn.
Sekond-Licutenants:  Bensen,  Graf  Bethusr,  UCnterrossarzt:  Rickmann.
Huc,  v.  Bodecker,  v.  Bonin,  v.  Bunsen-Feldbahnbaukommando:

  „
Prem.-Lieut.  Kecker;  Sck.-Lieut.  Schultze;  Kassenverwalter  Hering,  Oberlazuret
gehülfe  Much.

Bauverwaltung:

Halenmeister:  Kallweit,  Feldwehel.  Landmesser:  Reich.
Hafenbaumeister:  Mönch.

Post  und  Telegraph:

Postkassierer:  Schultze.
Postassistenten:  Breitwieser,  Doms,  RKische.

Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Compagnie:

1.  Neu-Guinea.

.  Iteuel-Landeshauptmann:
  Skopnik,  Rechtsanwalt.  Flotille:  Kapitäne:  Sander,  Voogdt-.

  „  u

Bureaubeamter:  Lewerentz.  leute:  Buchal,  v.  Kessel;  Maschinmsie

Arzt:  Dr.  Wendland.  Neike,  Wachsening.  Lafen:  Thiele
Stationsvorsteher:  Baumüller,  Loag,  Postagentur  Friedrich  Wilhelmsbaleh:

Wandres.  Postagent.  **mm
Lager-Verwalter:  Haesner.  Postagentur  Stephansort:  Haesn

2  3.  4  2  J
Polizei-Unteroffiziere:  Schubert,  Störmer.  mann.
        <pb n="1087" />
        —  75  —

Behörden.
2.  Bismarck-Archipel  und  Salomon-Inseln.
Kuiserl.  Richter:  Dr.  Hahl.  Arzt:  Dr.  Danneil.
Gerichtsschreiher:  Steuslokft.  Postagentur  Herbertshöh:  Steusloff.  Gerichts-Stationsvorsteher:
  H.  Geisler.  schreiher.
Lager-Verwalter:  Rud.  Wolff.  Postagentur  Matupi:  Thiel,  Kanlmann.
Marshall-Inseln:
Landeshauptmann:  Regierungs-Arzt:  Dr.  Schwal#.
Sekretür:  Brandeis.  Talenmeister:  Reiher.

Stellrertretender  Sekretär:  Lenlft.  Iostagentur  Jaluit:  Reiher,  Postverwalter.
        <pb n="1088" />
        Eingaben  an  die  Kolonial-Behörde

wegen  Anstellung  in  den  Kolonien  als  Gärtner,  Landwirt,  Arbeiteraufseher,
Bootsmann,  Handwerker.

—.

Vorlage.

Berlin  C.,  den  1.  Dezember  1897.

Könikstr.  12.

BeCzugnehmend  aut  #lie  beiliegende  Personal-Nachweisung
  umi  unter  Ausehluss  meiner  Zeugnissc
  und  des  Militärpasses  bitte  ich  um  Verr
wendung  als  Gäriner  in  einem  tier  Neutschen
Schutzgehiete.

lch  Dbin  auch  zu  irgend  welchen  am’leren
Diensten  in  den  Kolonien  bereit.

An  die

r  6  "  rlP  Mäller
Kolonial-Abteilung  dles  Auswärtigen  Amtes  Gustav  Adoit
Gärtner.
Berlin

Wilhelmstr.  76.

Anmerkung.

1  istli  tellen.
Die  Personal-Nachweisung  ist  auf  besonderem  Bogen  in  nebenstehender  Form  schriftlich  herzuste
Gedruckte  Vorlagen  sind  nicht  notwendig.

Cintritt  i  ;  ....  ;  ilitã  sonen
Eintritt  in  die  Schutztrappe  ist  nur  im  aktiven  Dienstverhältnis  beikindlichen  Militärpers
vorbehalten.

%.  4.  .  .  .  "  l  wähnlic
Aktive  Militärpersonen  haben  ihre  Bewerbung  um  Einstellung  in  die  Schutztruppe  im  8e
Instanzenwege  bei  ihren  militärischen  Vorgesetzten  anzubringen.

hen
        <pb n="1089" />
        Personal-Nachweisung.

 

Vor-  uml  Familiennamen.

Rufname  zu  unterstreihen)

Gustavr  Arcloll  Müller.

 

 

Ort  und  Zeit  der  Gehurt.  17.  Januar  1866  in  Stettin.
Staatsangehörigkeit  un  KReligion  4
riss  s  r*  .  Preussen.  —  Katholisch.  —  Berlin.

letzter  Wohnort  in  der  lleimat.

 

Jame  und  Wohnort  der  nächsten  Angehörigen
  (bei  Eltern:  Stellung  dles
Vaters).

Vater:  Jacob  Müller,  Schneidermeister  in  Potsdam,
Burgstrasse  11.

 

Schulbesuch.

Vom  6.  bis  14.  Jahre:  Volksschule  in  Potsdam.
Vom  14.  bis  16.  Jahre:  Fortbilllungsschule  dasellsst.
86:  Besuch  der  Gärtnerschule  daselbst,  auf  1  Jahr.

 

Wann  und  bei  welchem  Truppenteil
haben  Sie  der  Militärpllicht  genügt?

Von  Oktober  1887  bis  1890  beim  Garde-Jäger-Bataillon.


 

 

Wann  sind  Sie  zu  den  verschiedenen
militärischen  Chargen  befördert?
In  welchem  Militärrerhältnis  stehen
Sie  gegenwärtig?"  welchem  Regiment
  sint  Sie  xugeteilt?  von
welchem  Bezirkskommando  wertlen

Sie  kontrolliert?

Am  I1.  Oktober  1888  zum  Gefreiten;  als  Unteroflizier
aier  Reserve  entlassen.

Unterollizier  der  Reserre.

In  Kontrolle  bei  dliem  Bezirkskommanfdlo  in  Berlin.

 

 

Welche  Stellungen  nahmen  Sie  vor
dem  Eintritt  in  den  Staatsdienst
ein?

Welche  Prüfungen  resp.  wann  haben
Sie  dieselben  bestamien?

—  —

Sind  Sic  verheiratet  erent.  scit  wann
und  welchen  Namen  führte  Ihre
Gattin  bis  zu  Ihrer  Vermählung?

Stand  #les  Vaters  der  Frau.

Welche  Krankheiten  haben  Sie  überstanden?


Wie  ist  Ihr  gegenwärtiger  Gesundheitszustand?


 

Vom  I4.  Dis  17.  Jahre:  Lehrling  bei  Gäörtner  F.  llildebrandt,
  Potsdam.

Vom  18.  bis  21.  Jahre:  Gehülfe  bei  Gärtner  L.  Riemer,
Halle;  Büttuer,  Dresden.

Vom  23.  bis  24.  Jahre:  Gehülle  bei  Gärtner  S.  Lange,
Rixdorf  bei  Berlin.

Vom  24.  bis  31.  Jahre:  Gärtner  bei  Kommerzienrat
leinemann,  Berlin.

1888:  Diplomprüfung  in  der  Gärtnerschule  zu  Pots#lam.

Jein.

Gut.
        <pb n="1090" />
        V.  Theil.

Anzeigen.

Annahmestelle:  Th.  Wilckens,  Berlin  NwW.,  Unter  den  Linden  47.
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ARTEDEHQPHEL

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Strecken  einer  Kleinbahn  in  Westindien.
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        <pb n="1092" />
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Bedeutendste  Locomobilfabrik
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auennod.

17

·  J  «·-
        <pb n="1093" />
        Permanent  Export-Exhibition  of  the  Food  Industries.

Exposition  permanente  des  Industries  alimentaires.

81

 

*

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#  J.—————

Export  -Muster  -  Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  36/38.

-m—J—.—P-.

 

Preislisten  zur  Verfügung.

 

 

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ENXPORTIRTT

Kanrungsmittel  #.  Getränke

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Harder  "  de  Voss.

Reg.  No.  9  5.
Larderæ  de  Doss
Lar  der  de  Coss  —  E22

Frncht-  und  Gemise-Lir

  der  c  de  Toss  Conseryen  “„

Klippfsche,  Sardinen,
Heringe,  Teonser  en

Arste,  Schinken,

—.  Hi

#ische,  Btter  :  —
r  Art.

Larder  æ  Coss

Larder  æ  de  Voss
Larder  æ  de  Voss
Larder  æ  de  Ooss
Larderæ  de  Coss

 

 

Reg.  No.  667.

Haccaronl,  Cichertfen,
——  ZLuckerve##ren,
  Leblkuchen.
Nler,  Forter,  Als,
weine,  W  Lers#tleTungck.
Ra#ensen.  "6“
Li#se#:  Bittera,

Geneer,  Bum,
7,  Werry  vordial.

Sauerbrunnen,  Selters,
Se  4  #.,

11
        <pb n="1094" />
        —  82  —

4  -  .  9  1%

Kaliis  LL

Hamburg.

Spediteure  der  Kaiserlich  Deutschen  Marine.

   
 
 

 

Spedition.  Commission.

Assecuranz.
EXNPORT.,  IMPORT.

7  Meckalwerten  nach  den  deutschen  Kolonien.

········  ,;»·,«j-Zk«.-;«-;»k«.,-,«j.«.i"s.«..WWW

—  heutsche

TLinolenm-Werke  Han

eeebenss  Delmenhorst  bei  Bremen

–  Alt.
„Delmenhorster  Linoleum“

uand  als  Specialitüt:

Durchsehende  Musterung:  Granit-Linoleum.
Patent-Ader-Granit;  Inlald-Linoleum.

vtel
(Für  Regierungsgebäude  zu  Dar-es-Salaam  Cca.  1500  □-Meter  Delmenbor
Hansa-Linolcum  geliefert.)

Mian  beachie  genau  y##ma  und  Schutzmarke.

.
        <pb n="1095" />
        Camillo  Korx,

Meissen  a.  d.  Elbe.
FParfümerie-  und  Toilette-Seifenfabrik.

Gegründet  1862.

—  Speecialitäten:
Medicinische  Seifen,  Glycerin-  und  Blumenseifen,  Extrait-Blüthenduft.

Neinrich  Haensel,  Pirna,  Sachsen.

Fabrik  ätherischer  Oele  und  Essenzen.
Speeialitfit:

Terpenfreie,  concentrirte,  nicht  trübende  ätherische  Oele.

 

 

 

 

 

 

 

Verarbeitung  von  Rohstoffen  aus  unseren
Kolonien  auf  ätherische  Oele.

-rgraphische  Apparate,
graphische  Utensilien,
(graphlsche  Ausrüstungen,
graphische  Neuheiten,

m  -  chemische  Pruparato.

Brandt's  Universal-Reflex-  Camera  „Ihe  Champion“,
(I  1  Brandt's  Detectiv-Klapp-Camera  „Argus“,
i„  Brandt's  Repetir-Blitzlampe  „Regina

lielert  für  Händler  und  Amateure

Paul  Brandt,  Berlin  NWs2,  Alt-Moabit  116.

Freisliste  zu  Diensten.

Bill-Brauerei  A.-G.,

Hamburg,
Bullenhuserdamm  173.  Telephon  Amt  V,  No.  292
empfiehlt  ihre  aus  bestem  Hopfen  und  Malz  gebrauten  Biere  nach

Pilsener  und  Münchener  Art.
Besonders  haltbare

r—

*:

5  Exportbiere.  —

Lieferantin  für  die  meisten  Hamburger  Rhedereien
11“

 

Aur
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parate
        <pb n="1096" />
        —  r  r7  ,  .-  .  —
r  2W  J  2•·l·  1.  .—  ·#  7  J—.  ..—...————————..—..  ..
«  *

0  5  3  .  —.;  ;  ————s-  ——

Gebrüder  Broemel,  Hamburs.

Nahrungs-  und  Genussmittel  in  haltbarer  Verpackung  für  die  Tropen.

66

    

 

OLLEA  Exportvertreter  und  Depositüre  nachstehender  Firmen:
1  "„  ·  .-Fanter
  &amp;amp;  Co.,  Hochheim  a  M.
We  Champagner-Kellerei.  *
,„Hohensollerngold“  und  andere  feine  Sekt-Sorten.  ö

 
 

 

Die  Erzeugnisse  dieser  Firma  werden  aus  den  feinsten
2
Gewächsen  der  Champagne  hergestellt,  und  sind  den

«  ersten  französischen  Marken  ebenbürtig.  Nach  dem
seit  200  Jahren  in  Frankreich  üblichen  Verfahren  mittelst
Flaschengährung  bereitet.

FANTER  &amp;amp;  Co  Süssung  nach  Wunsch  herb  oder  wenlger  herb.

HOCHHEIM  AM  MAIN.

Leon.  von  Beckerath,  Rüdesheim  im  Rheingau,
ç  ç  Weingutsbesitzer,  gegr.  1793.  .  l
MKicin#ceine,  Moselcecibne,  Deufsche  Nosbeceine  9

In  baltharen  ausgesuchten  Oualltäten,  verschledenster  Preislage,

von  den  hilligsten  bis  zu  den  besten.

 

W.  HUHNE,  Werder  a.  Havel.
a  Fruchtzüfte

Mimbeer,  Johanslsbeer:
Erdbeer,  Klrsch  in  ½/1
und  1½  Flaschen.

Beerweine
(Tischweinej.
Johannisbeer,  Stachelbeer,
Erdbeer,  Heidelbeer.

Himbeer-Essig
erfrischendes  Getränk
für  die  Tropen.

Diese  Fruchtsäfte  u.
Beerweine  sind  für  alle
Zonen  haltbar,  von
äusserst  feinem  Aroms
-u.  aus  besten  Früchten
mit  la  Raffinade  hergestellt.


Friedrich  Schulze,  Nordhausen  a.  Harz.

s———.xx-  „  Export-Dampfkornbranntwein-Brennerei,  gegr.  1779.

Speriulität:  „Echter  alter  Nordhüuser  Kornbranntweln  in  Kisten  von  13/1  Flaschen  à  11  un
4  Ltr.  Inhalt  Mk.  18.—  bezw.  15,—,  k.  Nordhliuser  Kornbranntwein  und  Wache  «
holckokhksnntweluinKüste-nvonlshplaschenäVtUMIVALtkiIUhSlt  Mk.9,5  *
bezw.  Mk.  7,50  franko  Hamburg.

-  Von  den  Erzeugulssen  vorstehender  Flrmen  sowie  allen  verwandten  Artikeln  von  Nahrungs-  und  ——

P  ein  halten  wir  stets  rolchliches  Lager,  sodast  jede  bestellte  Sendung  ohne  Verzug  an  Bord  des  botre

Plifes  gellefert  werden  kann  In  snemÜsiger  Verpackung.

Arnas'vuhrllche  —  zu  Dlensten..  ——

—

 

 

 

*%%%%%
S93  4
        <pb n="1097" />
        *G  -.2-.-..—  —  2  ibbne  W#.  -  r  .  IDAIDDDAMEDIDDID  .  #.  7.  7  lll.  *  7  5

.——.  #  EDDD.AAEDAMAIDI  DAI
:
s-(--—--  *  ⁊  EAR

Sebrũcer  Broemel.  Hemburg.

Nahrungs-  und  Genussmittel  in  haltbarer  Verpackung  für  die  Tropen.

  

Ausgezeichnet  auf  der  11.  Wanderausstellung  der
Deutschen  Landwirthschaftsgesellschaft  zu  Hamburg  1897,
Abtheilung  für  Dauerwaaren  und  Schiffsbedark,

mit  9  Freismedalllen  nd  Diplomen.

 

—.

Exportvertreter  und  Depositüre  nachstehender  Firmen:

Braunschweiger  Conservenfabrik  Wittnebe  &amp;amp;  Co.,  ichharchagen

Conserrenfabrik  mit  Dampfbetrieb.
Specialität:  Spargel,  Erbsen,  Bohnen  etc.
garantirt  reelle  Folluns  und  feine  Quslitäten.

7  Nobert  Ciffhorn,  Brau  nschweis,

r  Braunschweiger  Wurst-  und  Fleischwaaren.
Cervelat-,  Mett-,  Leber-,  Zungen-,  Schinken-,  Rauch-  etc.  Wüurste
23  in  Dosen  in  haltbarer  Weise  für  die  Tropen.

Verschledene  Fleischwaasren  mit  Gemflse  schmackhaft  eingekocht.

L.  Müllerleile,  Frankfurt  a.  M.

empfiehlt  für  Export:
—  feinste  Frankfüurter  Würste  in  Dosen  8##

 

9  in  vorzüglicher  Conservirung.

II  BiisamekNokclseHckaMa
*  (Crevettes,  Shrimps)  von

.  Ahrend  &amp;amp;  Perzina,
v  Heide  (Holstein)

sind  eine  feine,  dabel  äusserst  nahrhafte
Delikatesse.  Die  Dosen  enthalten  nur
tafellertiges  Fleisch,  keine  Schalen.

Pikanter  Salat  mit  Essig  und  Oel,
feinster  Belag  auf  Butterbrot.

W  –—  ——h  —  —  —

Internationale  Pudding-  und  Backpulver-Fabrik  Phlippern
urzO  Hameln  a.  Weser.
%  Puddingpulver  nach  Prof  Liebig,  zur  Bereitung  eines  delikaten  Pudding
*“  ohne  Eier.  Manas-,  Apfelsianen-,  Chokolade-,  Cltronen-,  Erdbeer-KMlimbeer-,
  Mandeln-,  Vanlilegeschmack  in  Blechdosen  und  Packeten
mit  Gebrauchsanweisung.
Backpulver  zur  Bereitung  von  Kuchen  und  Backwerk  ohne  Hefenzusatz.
Einfachste  Herstellung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-*5  -*.  r·x—  r-*5b  -*  4  2
——  .  .  .  .  .  .  .
«4.  r—2  —  ————0
        <pb n="1098" />
        Gaardener  Cxport-Bierbrauerei

Vvormals

Drews  4  Co.

Gaarden  —  Kiel.

Prümiert:  Kiel  1880,  Amsterdam  1884,  Melbourne  1888,  Brüssel  und  Bremen  1891.

Lieferantin  an  die  Kaiserlich  Deutsche  Marine

emptiehlt
unter  Garantie  der  Haltbarkeit  ihre  seit  langen  Jahren  bewährten

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3helles  Export-Bier  #  Imperial-Bier  Doppel-Kronenbier.

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Hamburg:  Herr  Alfred  Fränkel;  Amsterdam:  Herren  Steinhauser  KBerlage
Berlin:  Herr  Wilhelm  Clasen;  London:  Herren  L.  Morro  &amp;amp;  C.;

Bremen:  Herr  Otto  Deuerlich;  Paris:  IIerr  Albert  Hennel.
Dresden:  Herr  Johannes  Grieshammer;

e  —

     

X  XX  sstsßbss§s#kbbtnssstn  br.n

  
 

 
    

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Eeipzig-Elagwitz.

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  u.  .  w.  maschinen.

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*6r

d

 

Vollständige
IHustrirte  Kataloge

auf  Anfrage
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12—  —  *  ·2  VVVD  S  ##  ·  ·*  VVVVVD  ·.  W  ert  V  X  X  -  —  W  *  39  *

W3  .  t

 

v
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        Drehbare

Wand--krähne.


   
   

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"für  Pergonen  und

#  Lusten  mit  antematischer
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Speicherkrähne,
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Dampfkrühne,
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Export  nach  allen  Ländern.
Prämilrt  auf  allen  Ausstellungen,  welche  überhaupt  beschickt  wurden.

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Maschinen  für

Zieseleien,  Falzieselfabriken,  Chamottefabriken,
Fabriken  für  Muffenröhren  zu  Wasserleitungen,
Fussbodenplatten  sus  Thon,  einfarbig  und  in  Mosaik,
Mosaikfussbodenplatten3asCementu#.  Sand,  Wandbekleidungsplatten,
Kugelmäühlen,  Kollergänge,  Steinbrecher,  Walzwerke  etc.
Dampffmaschinen  mit  geringstem  Dampfverbrauche.

Th.  E  Ole.  Maschinenfabrik  in  Merseburg  (Deutschland).
Jeder  Anfrage  bitte  ich,  wenn  möglich,  Materialproben  beizufügen.
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B¾r  liefert  an  Fabrikaten
des  Stahlwerkes:  Thomas-  u.  Siemens-Martin-Rohblöcke  u.  Brammen  in  allen  Hürtegraden

  u.  f.  alle  Verwendungszwecke,

der  Walzwerkes:  vorgebloekte  Blöcke  und  Brammen,  Knüppel,  Platinen,  Breitelsen  und

Breitstahl  in  Thomas-  u.  Siemens-Martin-Qualitüt,  Stabelsen,  Universaleisen,  L,  L  LI-BEisen,
1.  L.  und  1  Bulbs  aus  Thomas-  und  Siemens-Martin-Flusseisen  und  Stahl.

Kessel-,  Schiffa-,  Reservolr-,  Rlllel-  und  Feinbleche,  Locomotiv-  und  Tender-Rahmen--Platten,
  Panzerplatten,  Eisenbahnschlenen,  Grubenschienen,  Strassenbahnschlenen,  Langund
  Querschwellen,  Laschen,  Unterlagsplatten,  Radreifen  (Bundagen),  Winkelringe,
gewalzte  Scheibenräder.

Sämmtliches  Material  für  transportable  und  feste  schmalspurige  Feld-  und  Industriebahnen,
  als:  Schienen,  Schwellen,  Kleineisenzeug,  event.  fertig  montirtes
Geleise,  Weichen,  Drehscheiben  und  Wagen  aller  Art.

 

 

EEIIELEEI

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Strassenbahn-Oberbau  aus  Rillenschienen,

     

 

 

 

 

L  D.  K.  P.  44  637.  ð
8:  in  grossen  Quantitäten  im  In-  und  Anslande  verlegt.
-  u
9i  Z  7
Sdes  Hammerwerkes:  sehmiele.des  Presswerkes:  gepresyie  .otn
7  stücke  in  allen  Formen  und  Gewichten,  aus  einem  Stück  bis  zu  3m  Durchmesser,
B:  Kurbelwellen,  Achsen,  Pleuelstangen,  roh  Dome,  dusseisernelscomotlil-Feuerbllehen  «
und  bearbeitet  geschmiedete  Schelbenräder  Drehgestelle,  Press-  und  Stanztheile  ¾*l  5
"v*7  und  Spelchenräder.  Art  für  Eisenbahnfahrzeuge,  Lafettenwände.  "
Sder  Stahlfagongiesserei:  f#rider  Räderfabril:  Ahe  sorten  Rnduäte
8  jeder  4%  Peonen  Kadsternec,  Stahlfacon-  ———  Eisenbahn.
2:  Fussthelle  für  den  Locomotiv-  und  Eisenbahn-  #
S:  ,  Strassenbahnwagen.
i*'  Wagenbau,  Schlffsschrauben,  Schiffssteven,  “  en  *  Lau  4
Herz-  und  Kreuzungustücke,  Gluhtöptfe,  Pneumatische  Radsitze,  nach  Patent  n.
Press-Cylinder.  (D.  R.-P.  No.  60  730)  für  Strassenbahnwagen

 

0JJJahresproduction:  400  000  Tonnen  Fertigfabrikate.  ——
60o00  Arbeiter.

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E.-«-s.»-.«-.-».«-s-.»:s-.c;·MWWMWWWWH»
        <pb n="1101" />
        EIILIIT—  *—*.

Export  nach  allen  Welttheilen.

A.  WEDELL,

Deutsches
Gablonz  a.  N.  Böhmen,  i
Jihenstoclci.saohsen,Weipekti.lzijhawn.«

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Nach  amtlichen  Quellen  hearbeitet

 

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allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Acrzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor  Albertoni,  Professor  Cervello,

Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  baben  mit  dem  Mittel  überraschende
  Heilerfolge  bei  Malarin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier,  und  Dr.  Dupont  in  Boma
thaten  ein  Gleiches;  Letzterer  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen  Verschreibungen
des  Kongostaates  veranlasst.  .

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen  von  Professor  Martinez=  A.
Vargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und  sicheren  Heilung  des  Kruchhustens.  #  "

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hbydrochloricum,  wegen  Litteratur  und  Gehrauchsanweisungen

  an  die  Ventreter  der  obengenannten  Firma,  nämlich:

Ham  :  ldenburg;  New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink.  126  Willlam  Sireet;
—**  r-  Paris:  Man  Fedtes.  31  ue  des  petites  Ecuries;
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  Sl.  Mary-at-Kill;  Rlo  de  Janeiro:  Magalhäes  Vater  &amp;amp;  Cia.;
Moskan:  W.  Sthrz#age  4  Co.;  .Buenos  Ayres:  Diego  Gibson.

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Bergwerke,  Schiebe-  und  Flügelthore,  Pisscoirund
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Wurzen-  Sachsen  2
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Men  1873.  &amp;amp;  Pais  1655.  &amp;amp;  London  1862.
#nchen  1654.  æ  WMelbourne  1880.
AMlgemeine  Gartenbau-Ausstellung  in  Hamburg  1697  Goldene  Medallle.

Wir  garantiren  die  Haltbarkeit  Preislisten  stehen  auf  Wunsch
ungerer  eigenen  Fabrikate.  gratis  u.  franco  zur  Verfügung.

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Erster  Preis  „Süberne  Medallle“  Deutscher  Photographen-Verein  Ausstellung
Göriitz  1395  und  Gewerbe-  und  Induskrie-  Ausstellung  Posen  1895.

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Fernsprecher  Nr.  2.  Fernsprecher  Amt  I.  Nr.  4163.

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"Is  dmansmiucmA#  :  Mxq#

 

 

 

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bieren  (Orisinalfüllung  der  Brauerei)
9  nach  allen  Ländern  der  Erde.
Meinige  Rgenten  für  den  Expon-EBERT
  &amp;amp;  VWVEISZFLOG,

Hamburg,  Rathausmarkt  4.

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»  stuxtxkuxuxäxkdg  *  2  s  1tt.  5  1..  —  X3  F  F  Ws  *###  2

Friedr.  —5  Uhrenfabrik,  schweniinger  a.  1#  eckar.
—  Fred.  Mauthé,
clock  Factory,

Preiucourant  #  Densee.
Schwenningen  o.  Neckar,
Black  forest.

 

 

 

PFrederic  Mauthe.

Fabrique  d’horloges,
Schwenningen  s.  Neckar,

Foret-noire.

Toutes  sortes  d’horloges  de  la  föret
nolre,  Regulateurs  et  reveils  systeme
américain.

Priæ-courant  ùà  cdisnosition.

All  sorts  of  black  forest  clocks,
Vienn  regulators  &amp;amp;  nicle  clocks
umerican  system.
rel#  #  depnosffkion.
        <pb n="1106" />
        —  —  —

Jo  Lonig  Lpharat

Geschãftsbũüchersabrik,  Bueh-  und  Steindruckerei,  3
Chromolithographische  Kunstanstalt.  »

E  HANNOVE  R,  LONDO  N,  WIEN.  2  #atemecille.
Geschdytsbüucher  adler  Art

und  die  damit  zusammenhängenden  Artikel  wie:

Notisbücher,  Falzmappen,  Copirböücher,
Schreibunterlagen  etc.

umfassen  den  wichtigsten  Theil  unserer  Fabrikation.  —
Bei  der  Herstellung  unserer  Geschäftsbücher  verwenden
wir  die  grösste  Sorgfalt  auf  alle  Einzelheiten,  die  dazu
gehören,  um  das  Buch  nach  jeder  Richtung  hin  vollkommen
  zu  machen,  so  dass  dasselbe  allen  Anforderungen
sowohl  auf  gutes  Papier  mit  sauberer  Liniatur  und
sauberem  Druck,  wie  auch  auf  Dauerhaftigkeit  des
Einbandes  entspricht.  Gerade  auf  die  Herstellung  des
.  -  Einbandes  legen  wir  ganz  besonderen  Werth,  denn  dieser
4  verleiht  dem  Buche  neben  der  Haltharkeit  auch  die
Frrichtigen  Eigenschaften  für  den  Gebrauch.

Preis-Courante  in  deutscher,  französischer,  engilscher  u.  spanlscher  Sprache  stehen  auf  Wunsch  zu  Diensten.

       
   

 

 

 

 

 

  

Goldene  Medaille  Dresden  1694.

 

 

—  «  Medaille  Läbeck  1896.
Erantserkeutsches  koloniahmenn  Geldene  NadaliInte  Kirl  1880.

amenusbtüt  “
Kauo  Grosse  goldene  Nedalme

oie  Ehrenpreis  der  Deutschen  Lolonil
lanerin  Gtabesesehet  kunm  55  Ahtheilung  Hamburg  auf  ###

-  I-·
Allgemeine  Gartenbas-Ausstellung  4
Ueberall  zu  haben.  burg  1896.

        

 

 

—  —
––  —

LIsehloss-Aamerei  Münrstti
MNienstedten  bei  Hamburg.

Helles  und  dunkles  Exportbier,  Pilsener,

Märzen-  und  Bockbier.  6
Exportagenten:  Honuben  &amp;amp;  Cramer,  Hamburg,  Hermannstr.  18.
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Döckersche  Baracken-Fabrikation  Christoph  &amp;amp;  Unmack.

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Wünschen  und  Angaben  werden  gratis  angelfertigt.

 

     
   
  

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Jagdgewehre  und  Munition  aller  Art,
Tropenzelte  mit  Einrichtung,
Wasserdichte  Blechkofter,
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bis  40  Meter  Tiefe  verwendbar,  zu  Bodenuntersuchungen  für  Geologen,  Berg.,

9  Culturingenieure,  Forstleute,  Plantagenbesitzer  u.  8.  W.  —
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#

S.  #

D.  Pietet,  Darmstadt.

 

 
 
  

 
   
 

———

Kostenfreier  Nachweis  von  Stellen  in  den  Kolonien  (für  Pflanzer,  Kaufleute,
Privatbeamte  etc.)  sowie  unentgeltliche  Auskünfte  ertheilt  das

Kolonial-Wirtschaftliche  Komitee.
        <pb n="1110" />
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Sözono  Amtustt.  *i#“
gett.

 

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,,---7--Z-- is
—  Z  »  2

 

Eingetragene  Schutzmarke.

Deutsches  Kolonialhaus.

Bruno  Antelmann,  cG.  m.  v.  H.  1
Hoflieferant  Sr.  Königl.  Hoheit  des  Grossherzogs  von  Mecklenburg-Schwerin.

 

 

 

Hauptgeschäft  und  Versandtabtheilung:  Zweiggeschäft:
Berlin  C.,  Jerusalemerstrasse  28.  Berlin  W.,  Sehillstrasse  16.
Fernsprecher:  Amt  1  No.  997.  Telegrammadresse:  Deutsches  Kolonialhaus.

Fernsprecher:  Amt  IX  7244

Vertrieb  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonien
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.

Kamerun-Kakao  in  vorzüglicher  Beschaffenheit  —  Schokolade  —  Vauille.  hoch
aromatisch,  aus  Deutsch-Ostafrika  —  Kalffee,  roh  und  geröstet,  der  Plantagen  Derema,
Nguelo  und  Union,  Deutsch-Ostafrika,  sowie  der  Versuchsplantage  Victoria  in  Kamerun
und  Togokaffee  —  Zigarren  der  Plantage  Stephansort,  Neu-Guinea  —  der  Plantage
Bibundi,  Kamerun  —  Erdnüsse,  roh,  geröstet,  aus  Togo,  wohlschmeckendes  Dessert
and  Erduussöl,  bester  Ersatz  für  Olivenspeiseöl  und  erheblich  billiger  —  Kolalfkör
—  Nassollikör  —  Hausseifen  und  Stearinkerzen  aus  Palmöl  und  Palmkernöl

Vollstäindiges  Lager  von  Koloniallitteratur  —  Reichhaltige  Auswahl  an  Thotosrophlen  und
Lithographlen  von  Ansichten  aus  sämmtlichen  deutschen  Schutzgebieten  —  Briefmarken  —1
karten  (bunte)  mit  Ansichten  der  Kolonien  —  Münzen  aus  Neu-Guinen  und  Deutsch-Ostafriks.

Ansichtssendungen  boreitæilligst.

»  Ethnologische  Sammlungen.  6
Gehörne  montirt  und  unmontirt.  —  Spazierstöcke  roh  und  polirt  aus  Palmyra

und  Kokospalme.  —  Ebenholzstöcke.

 

 

 

 

 

 

 

Mlustrirtes  Preisverzeichulss  Kostenlos  und  postffrel.  7——
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