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        <title>Deutsches Kolonialblatt. IX. Jahrgang, 1898.</title>
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        Deutsches 
alonialblat 
.—— — 
  
4 
  
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben 
in der 
Rolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts. 
IX. Jahrgang, 1808. 
  
e z? 
44½% 
erlin 1898. 
Verlag von Ernst Siegfried Mittler und Sohn 
nönigliche Losbuchhandlung 
Kochstraße 68—71.
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        Inhalts-Derzeichniß. 
Die mit einem * versehenen Artikel sind amtliche Bekanntmachungen u. s. w. 
(Die am Schluß stehenden Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 
Gesche, Perordnungen, Erlasfe der Reichsbehörden und Behörden der deutschen Schungebiete. 
Bachrichten aus den deutschen Schungebieten und andere darauf brzügliche Mittheilungen. 
Allgemeines. 
Afrikasonds. Denkschrift, betressend die Ver- 
wendung des —. Beilage zu Nr. 3. 
Ausfuhr siehe Handel. 
Auostellung des deutschen Erport-Vereins zu Berlin 
—.— Deutsche Geweih-Ausstellung in Berlin 
(Siehe auch Kolonial-Ausstellung.) 
Botanische Centralstelle. Thätigkeit derselben 
—.— Desgl. siehe Denkschrift, betr. die Verwendung 
des Afrikafonds. Beilage zu Nr. 3: Allgemeines 
(S. 147). 
146 
64 
98 
(Siehe auch Sendungen.) 
Cassada= oder Manihotstärke. Ueber — aus 
Deutsch-Westafrika. Bericht von Prof. Dr. Thoms 
Disziplinarbehörden siehe Rechtspflege. 
Einwanderungsverbot für die Chinesen in Nica- 
ragua 7 
Eisenbahnen. Leichte Schmalspurbahnen in den 
Kolonien. Nach einem in dem Noyal Colonial 
Institute gehaltenen Vortrage .... 
Entdeckung des Seeweges nach Indien. Ge- 
dächtnißfeier der — in Portugal. .. 
kEnnFickccung der deutschen Schutzgebiete. Jahres- 
bericht über die — im Jahre 1896.97. Beilage zu Nr. 3 
Jahresbericht der Handelskammer zu Hamburg 
über die Entwickelung der Schutzgebiete im 
600 
832 
183 
Jahre 1897. . .. .... 
Ethnographische Gegenstände. Geschenk der— 
selben vom Konsul Schmidt in Lagos an das 
Museum für Völkerkunde in Berlin 
—.— Sammlungen. Geschenk solcher an das 
Museum des Vereins für Handelogeographie in 
Stuttgart . 133 
Erpeditionen. Geplante Afrikadurchquerung von 
Süd nach Nord durch den englischen Afrikareisen- 
den Major Gibbons ........ 
—.— Besuch der deutschen Tiessee-Erpedition in Deutsch- 
Südwest= und Deutsch-Ostafrika 
aung. Aufruf des Di * jichen 
u 1 es Direktors der zoologischen Samm- 
lung des Museums für Naturkunde in Berlin zum 
Sammeln von kleinen Säugethieren in den Kolonien 
64 
182 
183 
520 
482 
Fauna. Anleitung zum Sammeln, Konserviren und 
Verpacken von Thieren für die zoologische Samm- 
lung des Museumo für Naturkunde in Berlin 
516, 563, 594 
Fleischkonservirungömethode. Ueber eine neue 570 
Frauenverein für Krankenpflege in den 
Kolonien. Entsendung von Schwestern nach Togo 
und Deutsch-Ostafrika ...... 
—.— Uebersicht über die im Jahre 1897 in den 
Kolonien thätigen Schwesten 
—.— Entsendung und Ersetzung einiger Schwestern 
in den Kolonien ......... 
—.— Ankunft der Schwestern Auguste Fenner und 
Louise Grüneberg in Klein-Zodon 
—.— Neunung der in Deutsch-Ostafrika thätigen 
Schwesteen 
* Gesundheitspflege. Erlaß des Reichskanzlers 
vom 1. August 1898 an sämmtliche Kaiserlichen 
Konsulate, betreffend die gesundheitspolizeiliche 
Kontrole der einen deutschen Hasen anlaufenden 
Seeschiffen...w . 
Handel Deutschlands mit den deutschen Schutz- 
gebieten im Jahre 1897 64, 65 
—.— Bericht der deutschen Handels= und Plantagen- 
gesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg über 
das Geschäftsjahr 19990 . .. 
—.— Bericht des Exportmusterlagers in Stuttgart 
für das Jahr 199090)y)y)y)y) 
—.— Hamburgs mit den deutschen Kolonien im 
Jahre 1897 . ...... 
*Haushalt der Schutzgebiete. Gesetz, betreffend 
die Kontrole des Reichshaushalts, des Landes- 
haushalts von Elsaß-Lothringen und des Haus— 
halts der Schutzgebiete für das Etatsjahr 1897/98. 
Vom 22. Jannar 1899988 . . .. 
Haussasprache vergl. Sprachunterricht. 
Kautschukkultur. Ueber die bisherigen Erfahrungen 
mit Anbau von Kautschukpflanzen im Plantagen- 
betriebe... ... 7 
—. — Ueber die Kautschukfrage nach einer Veröffent— 
lichung von Dr. Warburg 
299 
386 
433 
465 
743 
537 
361 
388 
570 
49 
147
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        Kautschukkultur. Englische Urtheile über die Aus— 
sichten der —. Von Dr. Warburg .. 
—.— Ueber Parakautschuk. Von Prof. Dr. Warburg 
Kayser, Dr. Paul, Senatspräsident beim Reichs- 
gericht. Tod desselben und seine Verdienste um 
die Entwickelung der deutschen Schutzgebiete 
Kolakultur. Ueber — von Dr. O. Warburg 
„Kolonial-Abtheilung. Entbindung des Unter- 
staatssekretärs im Auswärtigen Amt, Virklichen 
Geheimen Legationsrath Dr. Freiherrn v. Richt- 
hofen von der Leitung der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amtes. 
—.—. Ernennung des bisherigen Grohherzogl. mecklen- 
burgischen Oberlandesgerichtsraths Dr. v. Buchka, 
unter Beilegung des Charakters als Wirklicher 
Geheimer Legationsrath, zum Direktor der Kolonial= 
Abtheilung des Auswärtigen Amtes 
*—.— Betrauung des Wirkl. Geheimen Legationsrathe 
Dr. v. Buchka, Direktor der Kolonial-Abtheilung, 
mit der Vertretung des Reichskanzlers im Falle 
dessen Behinderung in den Kommando-Angelegen- 
heilen der Kaiserlichen Schutztruppen in den afrika- 
nischen Schutzgebieten. .. 
Kolonial-Ausstellung in Frankreich .. 
Kolonialbeamte. Ausbildung von — für die 
deutschen Kolonien. . 
Kolonialgesellschaften. Entwickelung der West= 
afrikanischen Pflanzungögesellschaft Victoria- 
—.— Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee in Berlin 
und seine Thätigkeit nach dem Jahresbericht für 
1897 / 98 
Kolonial-Handels- Adreßbuch 1898. Heraus- 
gegeben von dem Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, 
Berlin. Beilage zu Nr. 1. 
Kolonialhaus. Das deutsche — in Berlin 
Kolonial-Museum, deutsches. Konstituirung und 
Zweck desselben. ........ 
Kolonialpolitik. Zur — des Fürsten v. Bismarck. 
Promemoria, betreffend Angra Pequena. Bei— 
lage zu Nr. 17. 
Kolonialrath. Tod des Mitgliedes des Kolonial— 
rathes, Ministerialdirektors Dr. Karl v. Grimm. 
*—.— Ernennung von Mitgliedern fur die fünfte 
Sitzungsperiode des . 
*—.— Einberufung des — zur Verathung 
* —.— Bericht über die Sitzungen am 24., 
26. Oktober 1898 ....... 
Kolonialschule. Errichtung einer — in Witzen- 
hausen an der Werra 
Kolonialwolle. Bericht von Gustav Ebell 4 Co. 
in Berlin über — im Jahre 1897 
Konsulate. Aufhebung des Kaiserlichen Konsulats 
in Quittah #Goldküste) 
*—.— Ertheilung der Befugnisse eines Generalkonfuls 
an den Kaiserlichen Gouverneur v. Puttkamer für 
das Gebiet des unabhängigen Kongostaates 
Missionswesen. Siehe Rubrik: Auo dem Bereiche 
der Missionen und der Antisklavereibewegung. 
25. und 
96, 
629, 
600 
114 
93 
202 
202 
146 
594 
795 
302 
714 
233 
510 
615 
594 
121 
361 
IV 
386 
–. 
Münzwesen. Zur Geschichte der Maria Theresien- 
(Levantiner) Thaler . . ..148 
Nachtigal-Gesellschaft für vaterländische Afrika- 
forschung. Veranstaltung eines öffentlichen Vor— 
tragsabends am 23. Februar 1898 
Plantagen. Plantagenbau in Ceylon. .. 
—.— Ueber die Anlage von Kautschukpflanzungen 
—.— Pflanzensendungen der botanischen Centralstelle 
in Berlin nach den Kolonien 
—. — Versendung von Sämereien tropischer und sub- 
tropischer Nutz= und Ziergewächse durch die bota- 
nische Centralstelle an die Schutzgebiete 
—.— Englische Urtheile über die Aussichten der Kaut- 
schukkulttr 
—.— Abgabe von Sämereien seitens der botanischen 
Centralstelle in Berlin an die Kolonien . 
—.— Mittheilungen über die Baersche Pflanzkette 
(Siehe auch Handel, Kautschukkultur, Kolakultur, 
Zuckerindustrie.) 
Postalisches. Die Thätigkeit der deutschen Post- 
verwaltung in den Schutzgebieten 1896. 
—.— Zulässige Maße bei Postpacketen nach der Süd- 
afrikanischen Republik 
—.— Eintreffen der Post aus den deutschen Schut= 
gebieten 17, 38, 67, 102, 124, 151, 185, 218, 
249, 280, 306, 365, 391, 435, 486, 523, 577, 
603, 628, 660, 
*Rechtspflege. Uebersicht über die Thätigkeit der 
Disziplinarbehörden für die Schutzgebiete im 
Jahre 1897 
—.— Aufklärung über die gesegliche Vertretung des 
Fiskus in Prozeß= und Zwangsvollstreckungssachen, 
bei denen vermögensrechtliche Verpflichtungen eines 
der Schutzgebiete in Frage kommen. 
Reiseberichte des Geheimen Medizinalraths Prof. 
Dr. Koch. Sammlung der — über die Rinderpesi. 
Bubonenpest 2c. . 
Rinderpest. Ausbreitung i in den Distrinen West= 
Schire und Ruo . 
(Siehe auch Neiseberichte.) 
Sammlungen, wissenschaftliche (siehe Sendungen). 
Schifföbewegungen der Kaiserlichen Marine in 
den Schutzgebieten 9, 37, 66, 99, 123, 150, 184, 
202, 248, 264, 305, 364, 390, 434, 485, 522, 
576, 602, 627, 659, 712, 752, 779, 
—.— Postdampfschiffsverbindungen nach den 
deutschen Schutzgebieten 9, 37, 66, 99, 123, 150, 
185, 218, 249, 280, 305, 365, 390, 434, 485, 
522, 576, 602, 627, 659, 712, 753, 779, 
—.— —.— zwischen Hamburg und Westafrika 10, 
65, 100, 186, 392, 
—.— Fahrplan der Reichspostdampferlinien des Nord- 
deutschen Lloyd für das Jahr 1898 
—.— Fahrplan des interinsularen Dienstes im Golfe 
von Guinea 
Schifffahrt. Die Strandung des Dampfers „Lothar 
Bohlen“ nach Mirtheilungen der Schwester Auguste 
Fenner . ...... 
713, 753, 780, 
302 
120 
7 
147 
247 
361 
386 
520 
658 
36 
184 
835 
689 
569 
834 
835 
661 
14 
483
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        Schiffsverkehr der vom Reiche subventionirten 
Dampferlinien im Jahre 1896. . 
—.— Schiffsverkehr der Linien des Norddeutschen 
Lloyd nach Ostasien und Australien im Jahre 1896 
—.— Abschluß der deutschen Ostafrita: Linie für das 
Jahr 1897 .. 
——Expedctwn erstilassiger Segler von Anfang 
Juli 1898 an von Hamburg nach Kapstadt 
(Schutztruppen. Ergänzende Bestimmungen zur 
,„ ellleidungsvorschrit vom 19. Nopbr. 1896 
—.— Ausgabe der Organisatorischen Bestimmungen 
für die — vom 25. Juli 1898. 
*—.— Kommando= Angelegenheiten vergl. Holonial- 
Abtheilung. 
Seminar für orientalische Sprachen Frequenz 
im Wintersemester 1897°98. 
—.— Vorlesungen im — für das Sommersemester 1898 
—.— Vorlesungen im — für das Wintersemester 1898 
Sendungen, wissenschaftliche, an die Museen für 
Natur= und Völkerkunde. Siehe Denkschrift, betr. 
die Verwendung des Afrikafonds. Beilage zu 
Nr. 3: Allgemeines (S. 152). 
—.— Eingänge verschiedener Sammlungen bei der 
botanischen Centralstelle in Berlin 
—.— Beförderung wissenschaftlicher 
—.— Wichtigere Eingänge aus den Kolonien bei der 
botanischen Centralstelle 
Sprachen. Erforschung von Sprache und Volksgeist 
in den Kolonien. Siehe Denkschrift, betr. die 
Verwendung des Afrikafonds. Beilage zu Nr. 3: 
Allgemeines (S. 151). 
Sprachunterricht. Aufnahme der Haussasprache in 
den Lehrplan des Seminars für orient. Sprachen 
(Siehe auch Seminar für orientalische Sprachen.) 
Statistik siehe Handel. 
Stipendium der Hermann und Elise geb. Heckmann 
Wentzel-Stiftung zur Durchführung einer zoologisch- 
botanischen Forschungserpedition nach dem Nyassa- 
gebiete ))8 
Teakholzwälder. Ueber die NRegelung der Wirth- 
schaft in den hinterindischen Teakholzwäldern, nach 
einem Vortrage von Dr. Brandis in der 25. Ver- 
sammlung deutscher Forstmänner zu Stuttgart 
Versicherungswesen. Geschäftsbericht der deutschen 
Militärdienst-Versicherungs-Anstalt in Hannover 
Victoria. Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft 
vergl. Kolonialgesellschaften. 
Viehzucht in Brasilien 
Wolle siehe Kolonialwolle. 
Zuckerindustrie, die ägyptische 
Ostafrika. 
* Afrikafonds. Denkschrift, betreffend die Verwen- 
dung des —. Beilage zu Nr. 3. 
rbeitsverträge. Runderlaß und Verordnung 
des Kaiserlichen Gouverneurs vom 12. Nov. 1897, 
betreffend die Abschliebunge von Arbeitsverträgen 
mit Farbigen 
96 
96 
183 
364 
264 
658 
64 
92 
515 
519 
599 
831 
361 
20 
77 
Ausfuhrhandel nach Hamburg 
I (Siehe auch Statistik, Einfuhr, Handel.) 
Bergbau. Bericht des Bezirksamtssekretärs Zenke 
über seine Bereisung des Kohlendistrikls im nörd- 
lichen Nyassagebiet. 
—. — Verordnung vom 9. Oltober 1898. betrefsend 
" das Bergwesen in Deutsch-Ostafrika 
Besatzung. Verstärkung der — von Muansa und 
# Bukoba, insolge Unruhen in Uganda 
*Beurkundung des Personenstandes. Erthei- 
lung der Ermächtigung zur — an den Gerichts. 
assessor Dr. Heim. 
—.— Ertheilung der Ermächtigung zur — für den 
jedeomaligen Bezirkoamtmann in Wilhelmsthal 
Bevolkerung. Uebersicht über die im Schutzgebiete 
ansässige weiße Bevölkerung. Nach dem Stande 
vom 1. Jannar 1898. . 
Carojens. Tod des Unteroffiziere — bei einem 
nächtlichen Ueberfall durch Wahehe 
Dabagga. Bericht des Hauptmanns Prince aus 
Iringa über die Kulturstation 
Dar-es-Saläm. Bericht des belgischen Lieutenante 
Hecq über einen Besuch in . 
—.— Einrichtung eines magnetischen Observatoriums in in 
Deutsch-Ostafrika-Linie. Schiffaverlehr im 
Jahre 1896 ... 
—. — Abschluß der — für das Jahr 1897. 
Einfuhrhandel Hamburge nach Ostafrika 
(Siehe auch Statistik, Handel.) 
Eisenbahn. Zunahme des Verkehrs auf der Usam- 
bara-Eisenbahn . 
—.— Steigerung der Einnahmen der uͤsambara— Vahn 
—.— Eisenbahnbau in Ostafrika 
*Elfenbeinauofuhr. Nachweisung der —. aus dem 
deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete von April bis 
Dezember 1897 
* Entwickelung des Schupgebietes. Jahresbericht 
über die — während des Verwaltungsjahres 
1896/97. Extrabeilage zu Nr. 3. 
Ernteverhältnisse in Kwai .... 
annlyptnsglolmltis. Aufforstungen mit — 
in Westusambara 
Pucalyptus rostratu. Anbauversuche mit — 
in der Versuchsstation Kwai 
# Expeditionen. Forschungsreise des Etabsarztes 
1 Zupitza nach Muanza 
—— Bericht des Hauptmanns und na 
. Matting über eine Bereisung der 
" Usandani, Mangati, Ufiome, Iringa, 
und eines Theiles von Ugogo 
l 
  
ompagniechess 
Landschaften 
Burungi 
—.— Erpedition des Bezirkoamtmanns v. 
zum Rickwa-See 
—. — Reise des Kaiserlichen Gouverneurs Liebert 
. durch Nguru, Usegua zum Kilimandjaro 2c. zwecks 
Studiuma der Rulturverhälmisse 
—. — Berichte über die Ergebnisse der Er 
Geheimen Medizinalrathes1 
usambara 
Elpons 
pedition des 
Dr. Koch nach West— 
571 
697 
725 
136 
615 
688 
699 
115 
692 
388 
454 
97 
183 
574 
648 
742 
406 
28 
115 
167
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        Expedition des Engländers Wallace zur Fest- 
stellung der Ausdehnung des Rickwa-Sees 
—.— Bericht über eine Reise des Bezirkohauptmanns 
Johannes nach Kiboscho 
— .— Bericht des Premierlieutenants Schlobach über 
seine Erpedition nach Usindia 
—.—— Bericht des Finanzdirektors v. Vennigsen über 
seine Inspektionsreise nach Kilossa, Mpapua und 
Kisaki 
—.— Bericht über die Reise des Paiserlichen Gou— 
verneurs Generals Liebert durch die Bezirke 
Bagamoyo, Pangani, Masinde und Kilimandiaro 
—.— Bericht des Hauptmanns v. Kleist über seine 
Reise im Bezirk Songea ...... 
—.— Stipendium zu einer zoologisch-botanischen 
Forschungserpedition nach dem Nyassagebiet 
—.— Beaksichtigte Reise des Kaiserlichen Gouverneurs 
Liebert nach Usagara und den Ulugurubergen 
—.— Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs General-= 
majors Liebert vom 26. August 1898 über seine 
Reise nach Usagara und Uluguru 
—.— Bericht des Lieutenants Kannenberg über neine 
Reise nach Konghonda und Matambulu 
—.— Bericht über die Reise des Regierungorathe 
Dr. Stuhlmann nach Mohorro 
—.— Bericht des Bezirksamtmanns v. Elpons über 
eine Bereisung des Kondelandes 
Forstwesen. Bericht des Forstassessors v. Bruch- 
hausen über die Waldbestände bei Kilossa und in 
den Ulugurubergen. 
Geologisches. Bericht des Vergassessors Dr. Tang 
über die geologischen Verbaltuife der Tanganyika- 
Zone 
—.— Bericht des Vergassessors Dr. 
Kawendigebiet .... 
Gesundheitspflege. Berichte des Geheimen Medi- 
zinalraths Dr. Koch über die Ergebnisse seiner 
Untersuchungen gelegentlich einer Expedition nach 
Westusambara 
—.— Bericht über die Ergebnisse der Forschungen 
des Geheimen Medizinalraths Dr. Koch, ins- 
besondere über Westusambara in sanitärer Be- 
ziehnge .- 
—.— Analysen von Trinkwässern der 22 in 
Deutsch-Ostafrika 
*—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
5. Mai 1898 betreffend Abänderungs= und Er- 
gänzungsbestimmungen zu den Vorschriften, be- 
treffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der 
einen Hafen des Schutzgebietes anlaufenden See- 
schisse . 
—. Erlaß einer neuen Deeinfektionsanweisung f für 
Eeeschiffe, welche der gesundheitspolizeilichen Kon- 
trole beim Anlaufen eines Hafens des Shut- 
gebietes unterliegen 
(Siehe auch Schwefelthermen.) 
Grenzregulirung. Kommission für die Festsetzung 
der Grenze zwischen dem Nyassa und dem Tanga- 
nyika-See. 
Danz über das 
239 
265 
349 
520 
543 
618 
646 
693 
794 
696 
  
741 
769 
— 
S 
234 
380 
447 
166 v 
VI 
! Handel. 
Handelsbeziehungen und Verkehrsverhält- 
nisse in Ostaftntkka ... 
—.— von Ostafrika in den gahren 1892 bis 1896 
—.— Verzeichniß der im Schutzgebiete thätigen Firmen 
und Erwerbsgesellschaften nach dem Stande vom 
1. Jaonnar 18993 ... . 
—. — Ausfuhr des Schutzgebietes nach Hamburg im 
Jahre 1897 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem Schutgebiete im 
Jahre 1897 
(Siehe auch Ausfuhr, Einfuhr und Stalistik.) 
* Häuser= und Hüttensteuer. Verordnung des 
Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch Ostafrika, 
betreffend die Erhebung einer 
*—.— Ausführungsbestimmungen des Kaiserlichen 
Gouvernemento für die Bezirksämter, betreffend 
die Erhebung der. 
Jagdwesen. Runderlaß des Kaiserlichen Gou— 
verneurs vom 17. Januar 1898, betreffend Erlaß 
einer abgeänderten Jagdverordnung 
—4 Verordnung, betreffend die Schonung des 
Wildstandes in Deutsch-Ostafrika vom 17. Januar 
1808 
Kartographische Aufnahmen in Deutsch-Ost- 
africa 241, 
Kielmeyer. Tod des Premierlieutenants — im 
Kampfe gegen menterische Waseguha . 
Kilimandjaro. Ersorschuns des — durch Dr. Hans 
Meyer. . 
Koloutalgeiellichaften Die Entwickelung der 
Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft zu Berlin im 
Jahre 1897 " 
—.— Die Thätigkeit der Iheinischen - Plan, 
lagengesellschaft auf der Pflanzung Ngambo, nach 
ihrem Berichte über ihr zweites Geschäftsjahr 
nonsulate. Ertheilung des Erequatur an den 
mit Ausübung der konsularischen Befugnisse für 
das Schutzgebiet betrauten italienischen General= 
konfsul für Sansibar, Chevalier Pastalozza 
*—.— Ertheilung des Exequatur an den zum bri- 
tischen Vizekonsul für Deutsch-Ostafrika ernannten 
Mr. Dundas ..... 
*Kriegsdienstzeit siehe unter Schuntruppe. 
Museum für Völkerkunde in Berlin. Das — als 
Centralstelle für die Aufbewahrung und wissen- 
schaftliche Verwendung von Sammlungen und 
Notizen ........ 
(Siehe auch Sendungen.) 
Oelfrüchte, Anbau derselben zur Naturalleistung 
Oskar. Tod des Bruders .. 
Otto, V., Tod des Büreauassistenten . 
Plantagen. Entwickelung der Rulturstation Kvai 
—.— Anbauversuche mit Enenlyptus rostrata in der 
Versuchsstation Kwai 
—. — Pflanzensendungen der botanischen Eneare 
nach den Kolonien " 
—.— Verzeichniß der im Schubgebiete thärigen Firmen 
und Erwerbegesellschaiten nach dem Stande vom 
1. Jannar 1898 
64 
115 
50 
51 
318 
497 
587 
79 
55 
211 
114 
28 
247. 
350
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        plantagen. Ueber die Lage und Entwickelung der 
neuen Versuchsstation Dabagga in Uhehe 
(Siehe auch Kolonialgesellschaften, Oelfrüchte, 
Tabakbau.) 
kosiolisches. Eröffnung der Postanstalt in Iringa 
—.— Eröfinung der Postanstalt in Udjidji# 
—.— Errichtung von 
und Songeg 
Postanstalten in Wilhelmsthal 
Tuawa. Bericht des Hauptmanns Prince über den 
Tod des Sultans 
—.— Bericht des Feldwebels Merkl über den Tod 
des Sultano . .. 
iRechtspflege. Verordnung, betreffend die Ein; 
richung einer Staatsanwaltschaft bei den Gerichten 
der Schutzgebiete 
*—.— Nachtrag zur Dienstanweisung, betreffend die 
Musubung der Gerichtsbarkeit in Deutsch-Ostafrika 
*—.— R underlaß de 
Kaiserlichen Gouverneurs an 
summulche Dienststellen, betressend die Uebertragung 
der Ausudung der Gerichtsbarkeit zweiter Instanz an 
den kommissarischen Oberrichter, Landrichter Eber- 
maier 
. Etnennung vo 
n Beisitzern bei den Kaiserlichen 
erichten des Schutzgebietes für das Jahr 1898 
*ebersicht der 
baiserlichen Gerich 
gerichtlichen Geschäfte bei den 
ten des Schutzgebietes während 
bes Geschöftojahres 1997 ...... 
— Ernennung von Beisitzern für das Kaiserliche 
Griicht für den südlichen Bezirk des Schutzgebietes 
— Gutachten über 
die mohammedanischen Rechts- 
bethältnisse in Ostafritar 
Misen siehe Expeditionen. 
Hunderseuche siehe 
Aulwa:Rickwa:)S ee 
auch Texasfieber). . 2, 
Ueber die Ausdehnung des Sees 
Auienkurs. Festsezung des 1, 53, 113, 166, 
9 231, 295, 377, 452, 541, 617, 688, 
eimmlungen. Gouvernementsbefehl des Kaiser- 
liben Gouverneurs, betreffend Vornahme wissen- 
füestlicher 
— Fonds zur Bestreitung von Anschaffungs-= 
und Transponkosten der 
* (Siehe auch Sendungen.) 
biffahrt siehe Verkehrsverhältnisse. 
isverbindungen der Ostafrika-Linie für 1898 
Schiföbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie 
amburg—Ostafrika) I7, 38, 67, 102, 124, 
100, 155, 219, 240, 281, 307, 365, 391, 435, 
, 524, 577 
603, 629, 663, 713, 754, 780, 
vo (Siehe auch Deutsche Ostafrika-Linie.) 
hulwesen. Umarbeitung der Dr. Barthschen 
uabeli Fibel 
und Erweiterung derselben in eine 
Eiel und ein esebuch durch die Lehrer Blank 
und Aus · 
ksz . 
* mnr des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
1898, betreffend die Unterstellung der 
Aerungsschulen 
Rricht des Le 
der Tchulen in de 
khruthätigkei 
unter die Bezirköämter 
hrers Blank über die Revision 
m Bezirk Tanga 
in Kisserawe. 
VII — 
379 
522 
627 
659 
200 
320 
321 
406 
407 
167 
169 
79 
79 
836 
296 
319 
691 
797 
  
– — 
  
*Schutztruppe. Aurechnung eines Kriegsjahres für 
die bei der Wahumba-Expedition vom 13. Januar 
bis 23. Februar 1897, bezw. am Gesecht bei 
Kwa Towera am 1., 4. und 5. Juni 1897 be- 
theiligten Militärpersonen ..... 
*—.— Anrechnung eines Kriegsjahres für die am 
Kriegszuge in Uhehe vom Februar 1897 bis Juli 
1898 betheiligt gewesenen Deutschen für jedes der 
beiden Kalenderjahre ....... 
Schwefelthermen. Gutachten des Prof. Dr. Erich 
Harnack über die Bedeutung der deutsch-ostafri- 
kanischen — von Amboni und Nyongoni als 
Heilmittel 
—.— Die Schweselquellen von Amboni, nach einem 
Berichte des Bergassessors Bornhardt 
Sendungen. WMissenschaftliche — durch Premier- 
lieutenant Kollmann an das Museum für Natur- 
kunde . . .... 
—.— Missenschaftliche — durch Regierungsarzt 
Dr. med. Fülleborn an die zoologische Samm- 
lung des Museums für Naturkunde in Berlin 
—.— Naturaliensammlung von Stabsarzt Dr. Höse- 
mann in Udjidji an das Museum für Völkerkunde 
—.— von in Uhehe erbeuteten Naturalien durch Ober- 
arzt Dr. Stierling an das Museum für Natur- 
kunde )3 
—.— durch Förster Bruchmann in Kilossa an die 
botanische Centralstelle in Berlin. . . . .. 
—.— durch die Kulturstation Kwai und Regierungs- 
Baumeister Kurt Hoffmann in Useguha an die 
botanische Centralstelle in Berllon 
—.— durch Stationsleiter Eick in Kwai an die bota- 
nische Centralstation in Berlin 
—.— durch den Premierlientenant v. der Marwitz an 
das Museum für Naturkundenn 
* Staatsanwaltschaft. Verordnung, betreffend die 
Einrichtung einer — bei den Gerichten der Schutz- 
—) .. 
*Statistik des auswärtigen Handels im deutsch- 
ostafrikanischen Schutzgebiete für das Kalender- 
jahr 1897. . . .... 
(Siehe auch Ausfuhr, Einfuhr, Handel.) 
Suaheli-Fibel und -Lesebuch vergl. Schulwesen. 
Surrakrankheit. Bericht des Geheimen Medizinal- 
rathes Dr. Koch über dieiei 2, 
Tabakbau im Hinterlande von Lind 
Texasfieber. Bericht des Geheimen Medizinal-- 
rathes Prof. Dr. Roch über dss 2, 
Trinkwasser vergl. Gesundheitspflege. 
Trockenheit in Ostafrika und Benachtheiligung der 
Kulturen ........... 
Uganda. Unruhen in — und Verstärkung der Be— 
satzung von Muansa und Bukoba .. 
Uhehe. Bericht des Hauptmanns Prince über die 
politische Lage in.n. .. . ..... 
Vegetationsverhältnisse an der nördlichen Küste 
des Schutzgebietes. Bericht des Forstassessors 
v. Bruchhausen über die.. . . .. 
644 
793 
136 
268 
29 
203 
382 
40 
519 
519 
520 
647 
27 
326 
167 
741 
168 
136 
454 
589
        <pb n="8" />
        Verkehrsverhältnisse. Ueberführung des Dampfers 
„Ulanga“ nach der Rufidjimündung 
—.— Fertigstellung der Aluminiumpinasse und die 
beabsichtigte Ueberführung nach Ostafrika . 
—.— Ueber die Benutzbarkeit der Nebenflüsse des 
Ulanga für den Verkehr nach dem Uheheplateau. 
* Verwaltung. Runderlaß des Kaiserlichen Gou- 
verneurs vom 25. März 1898, betreffend Be- 
nennung des Ortes „Wilhelmsthal“ in West 
usambara 
*—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
12. April 1898, betreffend die selbständige Ver- 
waltung und Begrenzung des Bezirks Kisaki 
* Zölle. Zusätze zu dem in der „Kolonial-Gesetz- 
gebung, Theil II, S. 42 ff.“ veröffentlichten ost- 
afrikanischen Zolltarif, Anlage C: Liste der vom 
Einfuhrzoll befreiten Gegenstände 
* —.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
2. September 1898, betreffend Herabsetzung des 
Ausfuhrzolles für Getreide 734 
—.— Zollordnung vom 1. August 1908. für die 
Binnengrenze in Deutsch-Ostafrika 
* Zolleinnahmen 53, 80, 115, 165, 201, 263, 
325, 406, 452, 541, 643, 688, 7/0/8 
Zoologisch-botanische Forschungserpedition nach 
dem Nyassagebiet .... 
268 
433 
320 
520 
616 
520 
Kamerun. 
* Afrikafonds. Denkschrift, betressend die Ver- 
wendung des —. Beilage zu Nr. 3. 
Anbauversuche. Sendung von Semereien seitens 
der botanischen Centralstelle an die Station Buba 
zu Anbauversuchen. .. .....98 
Arbeiterzahl der Plantage Vibundi . 29 
Ausfuhrhandel siehe Handel. 
* Beurkundung des Personenstandes. Bekannt- 
machung des Kaiserl. Gounverneurs vom 13. August 
1898, betreffend die Meldepflicht der Eingeborenen 
v. Bismarck. Trauerfeier zum Gedenken des Fürsten 
Buêka. Der Auobau der Station — nach einem 
Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs 
Einfuhrhandel siehe Handel. 
Eingeborenen-Schiedogericht siehe Rechtspflege. 
* Entwickelung des Schutzgebietes. Jahresbericht 
über die — während des Verwaltungsjahres 
1896/97. Extrabeilage zu Nr. 3. 
Ernteverhältnisse in Bibundi 
Expedition des Hauptmanno v. Kamptz gegen die 
Bulis zur Unterdrückung der Unruhen. 
—.— des Premierlieutenants v. Carnap durch das 
südöstliche Hinterland der Kolonie bis zum Kongo 
—.— Bericht des Hauptmanns v. Kamptz über die 
Bane-Bule-Expedition . 
—. — Bericht des Premierlieutenants Frhen. v. Stein 
über die Bane-Bule-Erpedition und den Frie- 
denoschluß 174, 175 
641 
652 
203 
29 
173 
173 
173 
VIII 
l 
k 
Expeditionen. Bericht des Premierlieutenants 
v. Carnap über seine Reise ach der Ostgrenze des 
Schutzgebietts 
—.— Bericht über die Expedition des uͤnteroffiziers 
Staadt von Carnotville nach Daunnde 
—.— Bericht über eine Reise des Bezirksamtmanns 
Boeder von Rio del Ney nach Bibundi 
—.— Bericht des Premierlieutenants v. Carnap über 
seine Thätigkeit vor seinem Zug nach dem Kongo 354 
—.— Bericht des Leiters des botanischen Gartens 
zu Victoria, Dr. Preuß, vom 19. Mai 1898 über 
eine Reise nach dem Sanaga und der Station Edea- 
272 
297 
297 
454 
— Beabsichtigte Forschungsreise des Herrn Conrau 
nach dem nördlichen Hinterlande des Schutzgebietes 464 
—. — Bericht des Hauptmanns v. Kamptz vom 22. Mai 
1898 über die Bane-Bule-Erpeditio 498 
—.— Berichte des Premierlieutenants Dominik über 
seinen Zug gegen den Häuptling Ngila und dessen 
Unterwerfung. . 622, 623 
—. — Bericht des stellvertretenden Gouverneurs Dr. 
Seitz über eine Expedition in das Batangaland. 648 
(Siehe auch Sjöstedt.) 
Handel. Bericht über die im Südbezirk des Schutz- 
gebietes von Kamerun gangbaren Handelsartikel 57 
—.— Verzeichniß der im Schutzgebiete Kamerun 
thätigen Handels= und Erwerbsgesellschaften am 
Anfang 1898 412 
—.— Ausfuhr des Schutgebietes nach demburg 
im Jahre 1897 571 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem Schutzgebiete im 
Jahre 1897 . 572 
Kaffee-Pflanzungen bei der Station - Ent. 
wickelung der. . 82 
Kamerun. Bericht des stellvertretenden Gouverneure 
Regierungsraths Dr. Seitz über die Lage auf den 
Stationen des Schutzgebictes . . 410 
—.— Bildung eines Kameruner isrnsn unter 
dem Vorsitz des Gouverneurs 204 
vKriegodienstzeit siehe unter Schutztruppe. 
*Meldepflicht der Eingeborenen vergl. Beur- 
kundung des Personenstandes. 
Nachtigal. Der Regierungsdampfer — auf dem 
Slip in Kamerun. Autotypie zwischen "136/37 
Pflanzensendungen der botanischen Centralstelle 
nach den Kolonien. 247 
Plantagen. Entwickelung der Plantage Bibundi 29 
—.— Ertragsfähigkeit der Plantagen 44 
—.— Entwickelung der Westafrikanischen Pflanzungs- 
gesellschaft „Rictoria“. 96, 795 
—.— Bericht des Direktors des botanischen Gartens 
in Victoria Dr. Preuß über einen Besuch des 
Pflanzgartens in Monte Café auf Sas Thomé 
sowie des staatlichen botanischen Gartens in Gabun 
und einer Kakaopflanzung in Campo 170 
—.— Umwandlung der von Herrn Günther in Soppo 
betriebenen Pflanzung in ein Gesellschaftsunter- 
nehmen unter dem Namen: Pflanzung „Günther 
Soppo“, G. m. b. S. . . . . 274
        <pb n="9" />
        Klantagen. Bericht des Dr. Preuß vom 5. Mai 
1608 über die in dem Versuchsgarten von Victoria 
wltivirten, von der botanischen Centralstelle in 
derlin stammenden Pflanzen « 
(Siehe auch Anbauversuche, Ernteverhältnif e, 
Kaffee, Viehzucht.) 
„Fechtspflege. Verordnung des Kaiserlichen Gou- 
demeurs von Kamerun, betreffend Einführung 
emnes Eingeborenen-Schiedsgerichts für die Land- 
schaft Lungasi . . 
——L"mennungvon Beisigern bei den Kaiserlichen 
Gerichten für das Jahr 1898. 
Riisen siehe Expeditionen. 
Sammlungen, wissenschaftliche, siehe Sendungen. 
Schiedsgericht siehe Rechtspflege. 
Schisssahrt. Bericht des Hafenbaumeisters Klein 
über die Schiffbarkeit des Mungoflusses 
Schifssverbindungen siehe Woermann-Linie. 
Schulwesen. Bericht über die Regierungsschule in 
Aamernn 
—. Tod dee ersten Lehrers an der Regierungsschule 
KAudolf Bez zu Stuttgart 
Squßtruppen. Anrechnung eines Kriegsjahres 
für die hei den Expeditionen gegen die Yaündes 
vom 16. Dezember 1895 bis 7. Januar 1896, 
bew. vom 7. Februar bis 27. Februar 1896 und 
vom 7. März bis 14. März 1896 betheiligt ge- 
wesenen Militärpersonen 
— Desgl. für die am Gefecht gegen Agila am 
35. Januar 1897, an der Expedition gegen Koy 
vom 18. März bis 12. April 1897, am Gefecht 
gegen Rioni am 16. Juli und gegen Barongo am 
I. Wgust 1897 und an der Expedition gegen die 
deme vom 21. August bis 6. Dezember 1897 be- 
zeiligten Militärpersonen . 
Sendungen durch Stationsleiter Conrau aus Mun. 
dame an die botanische Centralstelle in Berlin 
— durch Botaniker Zenker in Bipindi an die 
botamsche Centralstelle in Berln 
—Uifenschaftliche — durch den Direktor des 
boianischen Gartens in Victoria, Dr. Preuß, an 
be zoologische Sanmlung des Museums für 
AMturkunde 
Psosiedt. Nesultate der im Jahre. 1890 unter- 
vonmenen zoologischen Forschungsreise des Orni- 
kologen Dr. Ingve — nach dem nordwestlichen 
Kanerungebiet *- 
Auszeichnung Dr. Siöstedts durch vericihing 
des Aothen Adler-Ordens 4. Klasse. 
Ltalistil siehe Handel. 
latuhen. Unterdrückung der — in Kamerun 
lütrerfung der Bane und Buli 
lei Campo durch den M'pangwestamm der 
*6 und seine Verbündeten 
esegung des dauptling Agila durch Lieute- 
nant dominit 
diehhutti in gamerun 
. 
Wswndung einer Vieh= und icmirbianiinhe 
on am Gebirge in Buza# " 
IX 
!Woermann-Linie. 
459 
51 
322 
355 
274 
453 
233 
644 
520 
520 
742 
138 
520 
173 
299 
504 
  
548 
770 
652 
Schifföbewe zungen der — 17, 
38, 67, 102, 124, 152, 188, 219, 251, 281, 306, 
367, 394, 435, 486, 523, 578, 603, 628, 660, 
713, 754, 780,. 
—.— Fahrplan für das I. Vierteljahr 1898 
Veränd. = - - J. 
- : : II. - - 
- = „ III. - - 
- -V. O7 - 
—.— Beschleunigtere Fahrten 
Maünde. Bericht des Premierlieutenants Dominik 
über die Station 
* Zölle. Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs 
vom 1. November 1898, betreffend die Erhebung 
von Einfuhrzöllen. 
* —.— Ausgabe eines neuen, mit dem 1. Mänz 1899 
in Kraft tretenden Zolltarifs 
*—.— Verordnung, betreffend die Ausführung ver 
Verordnung über die Erhebung von Einfuhrzöllen 
vom 1. Novbr. 1898 (nebst drei Formularmustern) 
Zoologische Forschungsreise des Ornithologen 
Dr. Yngve Sjöstedt. . .. .. . 
Togo. 
*Afrikafonds. Denkschrift, betreffend die Ver— 
wendung des —. Beilage zu Nr. 3. 
Ausfuhrhandel siehe Handel und Statistik. 
* Bergwesen. Allerhöchste Verordnung vom 17. Aug. 
1898, betreffend das Bergwesen im Schutzgebiete 
Bevölkerung. Land und Leute in Togo. Vortrag 
des Herrn Seidel in der Nachtigal-Gesellschaft am 
23. Februar 1898 
—.— Uebersicht über die am 31. Dezeuber 1897 im 
Schuygebiet ansässigen Deutschen und Fremden. 
Böcking. Tod des Regierungsassessors 
Cassadastärke. Chemische Analyse von — aus 
dem Schutzgebiete 
Einfuhrhandel siehe Handel und Statistit. 
* Entwickelung des Schutzebietes. Jahreobericht 
über die — während des Verwaltungsjahres 
1896/97. Extrabeilage zu Nr. 3. 
Erwerbsgesellschaften im Schutzgebiete am 
1. Januar 1898 176, 
Expeditionen. Schilderung des naufmanns N J. K. 
Vietor über eine Reise von Klein-Popo nach 
Atakpame 
* Gesu ndheitspflege. Verordnunz des Kaiserlichen 
Landeshauptmanns vom 21. Januar 1898, be- 
trefsend den Impfzwang 
* Grenzen. Austausch der Ratisilationen des veuisch. 
französischen Abkommens über die Abgrenzung der 
Schutzgebiete von Togo und Dahomey . 
Abgrenzung der beiderseitigen Interessen- 
sphären zwischen Deutschland und Frankreich 
—.— Jortschreiten der Arbeiten der mit Festlegung 
der Grenzen zwischen Togo und Dahomcy beauf- 
tragten Kommission 
836 
10 
100 
186 
392 
661 
65 
651 
138 
537 
121 
175 
136 
601 
208 
204 
201 
27 
64 
653
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        * Grenzen. Bekanntmachung des Kaiserlichen Gouver= 
neurs vom 16. September 1898, betr. die weitere 
Abgrenzung der Bezirksämter Lome u. Klein-Popo 
Handel und Verkehr im Togohinterlande. Bericht 
des Stationevorstehers Dr. Kersting vom 3. De- 
zember 1897 aus Kirikiri 
—.— Allgemeine Lage und Zukunft des Handels in 
der Togokolonie 
—.— Ausfuhr des Schutzgebietes nach Hamburg im 
Jahre 1897. . 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem Schutgebiete im 
Jahre 1897 
—.— Aufschwung des Handels 
(Siehe auch Erwerbsgesellschasten und Statistit.) 
Kartographie. Die Sprigadesche Karte von 
Südtooo . .. 
Kautschukhandel in Tabolor 
*Köhler. Ertheilung des Erequatur als Konful 
für die Republik Liberia an den Landeshauptmann 
Kolakultur. Bericht des Lieutenants R. Plehn über 
in den Jahren 1896,97 gemachte Anbauversuche 
der Kolanuß bei der Station Misahöhe 
Missionsschulen in Togo . 
Pflanzensendungen der botanischen Centralstelle 
nach den Koloneen ... 
(Siehe auch Sesamsaat.) 
Postalisches. Zulassung von Postpacketen und Post- 
frachtstücken zwischen Deutschland und Togo 
Rechtopflege. Ernennung von Beisitzern bei dem 
Kaiserlichen Gericht für das Jahr 1898 
*—.— Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem 
Schutzgebiete während des Geschäftsjahres 1897. 
Nechtoschutz. Inanspruchnahme desselben durch die 
Eingebgen 
Reisen siehe Expeditionen. 
Sammlungen, wissenschaftliche, siehe Sendungen. 
Schiffsverbindungen siehe unter Kamerun. 
Schulwesen siehe Missionsschulen. 
Sendungen. Naturwissenschaftliche an das 
Königliche Museum für Naturkunde zu Verlin 
durch Premierlieutenant Wegner 
—.— Wissenschaftliche — durch den Stationsleiter 
Grafen zech an die zoologische Sammlung des 
Museums für Naturkunde zu Veriin 
Sesamsaat. Prusfung und Werthbestmmung einer 
Probe — aus Togo . . 
*Statistik der im Kalenderjahre 187 in das Schuß— 
gebiet eingeführten bezw. von dort ausgeführten 
Waarenmengen ..... . 
Siehe auch Handel.) 
Togohinterland. Bericht des Stationsvorstehers 
Dr. Kersting über die Lage im 
Tshautsho. Tod des Königs von Tshaussho, Jabo 
Bukari, und Wahl seines Nachfolgers 
* Verwaltung. Verleihung des Titels Naiserlicher 
Gouverneur“ an die obersten Verwaltungsbeamten 
in Deutsch-Züdwestafrika und Togo an Stelle des 
Titels „Kaiserlicher Landeohauptmann“ durch 
Allerhöchste Ordre vom 18. April 1898. 
82 
571 
572 
795 
795 
94 
142 
247 
9 
323 
X 
323 
—.— Eisenbahnbau in Walfischbai von englischer 
82 
299 Erpedition gegen die Afrikaner= Hotlentotten. Ve- 
712 
92 
378 
591 
231 
Entwickelung des Schutzgebietes. 
*Verwaltung. Bekanntmachung des Keiserlichen 
Gouverneurs vom 1. August 1898, betreffend die 
Bildung der Bezirksämter Lome und Klein-Popo 
Südwestafrika. 
*Afrikafonds. Denkschrift betreffend die Ver- 
wendung des — Beilage zu Nr. 3. 
Ausfuhrhandel siehe Handel und Statistik. 
* Bau-Polizeiordnung sür die Schutzgebiete. 
* Bergwesen. Ausgebot des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns vom 1. Februar 1898, betreffend An- 
meldung erworbener Gerechtsame auf die Auf- 
suchung und Gewinnung von Mineralien im 
südwestafrikanischen Schutzgebiete . 
* —.— Verfügung des Reichskanzlers zur Ausführung 
der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das Berg- 
wesen im südwestafrikanischen Schutzgebiete, vom 
6. September 1892. 
—.— Zulassung des allgemeinen Wettbewerbs im 
Bergbau seitens der deutschen Kolonial-Gesellschaft 
Brunnenbau. Anlage weiterer Brunnen 
Cassadastärke. Chemische Analyse von — aus 
dem Schutzgebiete 
Einfuhrhandel siehe Handel und Staistik. 
W Eingeborenen Reservate vergl. Rechtspflege. 
Eisenbahn. Eröffnung der Bahn= Theilstrecke 
Swakopmund Nonidas . 
—. — Die Einnahmen der iididesafritanishen Vai- 
wegeisenbahn. . .. 
—. — Bahnbau im Norden bis zum Khanstuß 
Seite nach dem deutschen Gebietttte 
Jahresbericht 
über die — während des Verwaltungsjahres 
18960/97. Ertrabeilage zu Nr. 3. 
Erwerbsgesellschaften. Verzeichniß der im Schutz- 
gebiete thätigen Firmen und — nach dem Stande 
vom 1. Januar 1898. . . .. 
richt des Premierlieutenants v. Burgsdorff 
Siehe auch Krieg.) 
Gesundheitspflege. Bericht des Oberstabsarztes 
Dr. Lübbert über den allgemeinen Gesundheits- 
zustand im Schutzgebiete 
Grundeigenthum. Kostentarif für Grundbuchsachen 
  
  
  
(Siehe auch Rechtspflege.) 
Handel. Auofuhr des Schutzgebietes nach Hamburg 
im Jahre 1897 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem Schutzgebiete 
im Jahre 1897. 
* —. — Zusatz-Verordnung des Kaiserlichen Gouver- 
neurs vom 9. Sept. 1898 zu der Verordnung, be- 
tressend den Ausschank und Verkauf von geistigen 
Getränken vom 27. Mai 1895 
(Siehe auch Erwerbegesellschaften und Statistkk.) 
587 
52 
377 
513 
545 
601 
299 
507 
514 
653 
571 
573 
739
        <pb n="11" />
        KPolonialgesellschaften. Mittheilung aus dem 
Jahresbericht der deutschen Kolonial-Gesellschaft 
4 1897/98 « 
..-Bekembqttmg zwtschen vem Auswärtigen Amt 
Mvtemm, ubbeiluny und der Souih West Aftica 
Companyg 
Krieg. Gefecht des Hauptmanns v. Estorff vom 
5. Dez. 1897 gegen die Zwartbooi-Hottentotten 
—.— Gesecht von Theilen der Schutztruppe unter 
Hauptmann v. Estorff gegen Aufständische bei 
Tsaub unweit Franzfontein am 23. Dez. 1897 
—.— Ueber den Feldzug gegen die Zwartbooi-Hotten- 
totten vom Dezember 1897 bis März 1898 
Erstürmung von Ehobib in der Nacht vom 4. 
zum 5. Dezember 1897. Bericht des Haupt- 
manns v. Estorff. 
Vernichtung der Patrouille des unterosfiziers 
Wendt bei Klein-Aub am 4. Dez. 1897 
Die weiteren Ereignisse im Dezember. Bericht 
des Hauptmanns v. Estorff 
Nitt von Franzfontein nach Anabis und zurück 
vom 17. bis 21. Dez. 1897. — Gesfecht bei 
Anabis am 20. Dez. 1897. Bericht des Lieu- 
tenants Bensen 
Die Ereignisse vom 23. Dez. 1897 ab. — Gesecht 
bei Klein-Tsaub am 4. Januar 1898. Bericht 
des Hauptmanns v. Estorsf . 
Weitere Maßnahmen. — Ueberfall des Postens 
Khauas am 23. Januar 1898 
Exedition gegen den Grootberg. — Die Gesechte 
am Grootberge am 26. und 27. Febr. 1898. 
Bericht des Majors Müller 
Beschreibung des Geländes am Grootberge, #auf 
dem das Gefecht am 26. Februar 1898 statt- 
gefunden hat 
Abkommen des Reviers bei Groß-Achas in der 
Nacht vom 17. zum 18. Februar 1898 und 
Rückgang der Truppe. Bericht des Haupt- 
manns v. Estorff. . 
Thaugkett der Kompagnie des Hauptmanns Kaiser 
im Gefecht bei Gauwater-Grootberg am 26. 
Febr. 1898. Bericht des Hauptmanns Kaiser 
Thätigkeit der Feldbatterie. Gefechtöbericht des 
26. Febr. 1898 von Pr. Lt. v. Heydebreck 
Marsch des Premierlieutenants Franke nach dem 
Grootberge. Gefecht am Grootberge. Nach 
seinem Bericht vom 1. März 1898. 
Kriegsdienstzeit siehe unter Schutztruppe, auch 
Wehrpflicht. 
Maulthiere. Die — in Sudwesiahrita und ihre 
Verwendung 
Mineralien. 
Gerechtsame #auf die küsien 
und Gewinnung von v 
Omaruru. Tod des Kapitäns Manasse von 
Plantagen. Gründung von Farmen durch die 
Barmer Mission 
Postalisches. Aufhebung der Postagentur i in uhabis 
Eröffnung von Postagenturen in Outjo und 
Eroß-Barmen 
XI 
653 
685 
415 
416 
418 
418 
420 
421 
422 
426 
426 
428 
  
  
428 
Sendungen durch den Staboarzt Ur. Laugheld an 
52 
624 
274 
184 
305 
— 
Postalisches. Einrichtung von Postanstalten in 
Seeis und Hohewarte. 
—.— Einrichtung einer Postanstalt in Gobabis . 
—.— Austausch von Postanweisungen zwischen Deutsch- 
Südwestafrika und der Kapkolonie wie deren 
Nachbarländern vom 1. Januar 1899 ab 
Postverbindung von Kapstadt nach dem Süden 
der Kolonie für das Jahr 1898 .. 
Raubzug der Afrikaner-Hottentotten. Bericht des 
Premierlieutenants v. Burgsdorff über den 
*Rechtspflege. Ernennung von Beisitzern bei den 
Kaiserlichen Gerichten für das Jahr 1898. 
* —.— Allerhöchste Verordnung vom 10. April 1898, 
betreffend die Schassung von Eingeborenen-Reser- 
vaten in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete 
* —.— Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen 
Gericht in Keetmanshoop für das Jahr 1898 
* —.— Deogleichen zu Otyimbingwe. 
—.— Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den 
Kaiserlichen Gerichten des Schutzgebietes während 
des Geschäftsjahres 1897 . 
—.— Zulassung des Rechtsanwalts Georg Wassersau 
beim Kaiserlichen Obergericht und dem Kaiserlichen 
Gericht des Schutzgebietes 
*—.— Allerhöchste Verordnung vom 5. Ottober 18098. 
betreffend die Rechtsverhältnisse an unbemeglichen 
Sachen im Schutzgebiete .. . 
Rinderpest. Die — in Südafrika 
—.— und ihre Bekämpfung. 
—.— Vortrag des Oberstabearztes Prof. Dr. Kohlstock 
über die Bekämpfung der Rinderpest in 
Südwestafrika 
Schifffahrt. Schiffserpeditionen der Woermann= 
Linie . . 11, 101, 187, 393, 
—.— Fahrplan des deutschen Reichspostdampfers 
„Leutwein“ von Kapstadt nach Deutsch- Sudwest 
afrika für das Jahr 1898 . . 
—. — Ankunst des Dampfers „Lulu Behen in 
Swakopmund . 
*Schutztruppe. Auerhöchste Ordre vom 25 Mai 
1898 zu der Verordnung vom 30. März 1897, 
betressend die Erfüllung der Dienstpflicht bei der 
— für Südwestafrika 
*—.— Anrechnung eineo Rriegsjahres für die am 
Feldzuge gegen die Afrikaner-Hottentotten vom 
5. Juli bio 10. Oktober 1897 betheiligten Militär- 
personen 
Deutsch- 
die zoologische Sammlung des Königl. Museums 
für Naturkunde zu Berlin 
—.— durch den Regierungöthierarz: 22 an 
das Museum für Naturkunde 
—.— durch Premierlientenant Lr. Hartmann an das 
Museum für Völkerkunde. . 
*Statistik der Waaren-Ein= und Ausfuhr is im Schutz 
gebiete vom 1. Januar bis 31. Dezember 1897 
(Siehe auch Handel.) 
Südwestafrika. Nachrichten aus dem Schutzgebiete 
835 
366 
133 
199 
232 
324 
324 
507 
677 
60 
64 
504 
662 
366 
390 
644 
464 
545 
591 
403 
507
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        Südwestafrika. 
— 
Bericht des Kommandos S. M. 
Kanonenboot „Wolf“ vom 14. Septbr. 1898 über 
die allgemeinen Verhältnisse u 
Tapiokastärke. Chemische Analyse von — aus 
dem Schutzgebiete * 
Trinkwasser. Ueber die Gewinnung von — in 
Lüderitzbucht 
Unruhen unter den Zwartbooi- Hottentotten. Vericht 
des stellvertretenden Landeshauptmanns v. Linde- 
quist über die . . .. 
—.— Weilere Mittheilungen über die Unruhen 
—.— Sieg der Schutztruppe unter Major Müller am 
26. Februar 1898 am Grootberge und Gefangen- 
nahme der Aufständischen am 20. März 
(Siehe auch Krieg.) 
* Verwaltung. Verleihung des Titels „Kaiserlicher 
Gouverneur“ an die obersten Verwaltungsbeamten 
in Deutsch-Südwestafrika und Togo an Stelle des 
Titele „Kaiserlicher Landehauptmann“ durch 
Allerhöchste Ordre vom 18. April 1898 
Viehseuchen. Bericht über die wissenschaftliche 
Untersuchungostation für Viehseuchen Gammams 
bei Windhoek ......... 
*æWehrpflicht. Genehmigung Seiner Majestät des 
Kaisers und Königs für die Heranziehung von 
Angehörigen des Beurlaubtenstandes zur Ver- 
stärkung der Schutztruppe anläßlich des Feldzuges 
gegen die vereinigten Zwartbooi= und Topnar- 
Hottentotten . 
* Zölle. Bekanntmachung der nolonial= Abtheilung 
des Auswärtigen Amtes vom 15. Oktober 1898, 
betressend Verössentlichung des abgeänderten Zoll- 
tarifs für Deutsch-Südwestafrika 
olltarif für Deutsch-Südwestafrika. 
seit 1. Juni 1898 
In Kraft 
Zoologische Gegenstände siehe Sendungen. 
Neu-Gninea. 
* Afrikafonds. Denkschrift, betreffend die Ver- 
wendung des —. Beilage zu Nr. 3. 
Ausfuhrhandel siehe Handel. 
* Beurkundung des Personenstandes. Ertheilung 
der Ermächtigung zur Vornahme von Cheschließun- 
gen und zur — an den kaufmännischen Beamten 
Nichard Hossschläger .. 
Bevölkerung. Bericht des Raiserlichen Nchters 
Hahl über die — des Biomarck-Archipels 
Bismarck-Archipel. Bericht über die Thätigkeit 
des Kreuzers „Bussard“ im ..... 
kSicheauchBevölkerungsi 
Bismarck-Feier auf dem Varzin im Bismarck— 
Archipel am 11. August 1898. 
Einfuhrhandel siehe Handel. 
Erpeditionen. Ueber einen Besuch bei den Kabien- 
leuten (Neu-Hannover) 
—.— Erforschung des mit dem W 7 
Namuflusses .. . . 
XII 
742 
601 
275 
29 
175 
208 
231 
242 
644 
641 
231 
464 
244 
796 
177 
299 
  
  
  
— 
Handel. Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland und 
den Bismarck-Archipel; ihre Entwickelung 896 
und 1897. 
—.— Ausfuhr des Schutzgebietes nach Hamburg im 
Jahre 1897 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem — im 
Jahre 1897 
138 
571 
574 
Kaiser Wilhelmsland. Herausgabe einer neuen 
Karte von — durch die Nautische Abtheilung des 
Reichs-Marine-Amts 
—.— Produktion, Handel und Verkehr in. 
Neu-Guinea-Kompagnie. Vereinigung der — 
mit der Astrolabe-Kompagnie 
Plantagen. Errichtung einer Versuchestation und 
Pflanzschule behufs Anlage von Kaffee-, Baum- 
woll= und Kokopamen= Mlanzungen in Kaiser 
Wilhelmsland 
(Siehe auch Tabakkultur.) 
Postalisches. Einrichtung einer Postanstalt in 
Berlinhafen .......... 
*Rechtspflege. Ernennung von Beisitzern für die 
Kaiserlichen Gerichte für das Jahr 1898 
*—.— Ertheilung der Ermächtigung zur Ausübung 
der Gerichtsbarkeit erster - an den Gerichts- 
assessor Boether . . . . 
Reisen siehe Expeditionen. 
Schiffsverbindungen der Reichspost-Dampferlinien 
des Norddeutschen Lloyd zwischen Singapore und 
Neu-Guinea 
—.— Anlaufen der Dampfer in Macassar. . . 
—.— Fahrplan der Oceanic Steamship Co. (Spreckels 
Line) zwischen San Francisco, Honolulu, Apia, 
Auckland und Sydnrnen 
Statistik siehe Handel. 
Tabakkultur in dem Gebiet von Stephansort. 
—.— Umsatz in Neu-Guinea-Tabak 
Unruhen auf der Gazelle-Halbinsel. 
Marshall-Inseln. 
*Afrikafonds. Denkschrift, betressend die Ver- 
wendung des —. Beilage zu Nr. 3. 
Ausfuhrhandel siehe Handel. 
Bevölkerung. Uebersicht der im Schutzgebiete am 
1. Januar 1898 ansässigen Deutschen und Fremden 
Einfuhrhandel siehe Handel. 
* Entwickelung des Schutzgebietes. Jahresbericht 
über die — während des Verwaltungsjahres 
1896/07. Extrabeilage zu Nr. 3. 
Ethnologie. Studienreise des Marinestabsarztes 
A la suite Dr. Krämer nach den Marshall-Inseln 
245, 
Handel. Ausfuhr des Schutzgebieteo nach Hamburg 
im Jahre 1897 ... 
—.— Ausfuhr Hamburgs nach dem Schutgebiete 
im Jahre 18373... * 
151, 
64 
139 
138 
138 
386 
796 
246 
464 
571 
575
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        — XIII — 
æxandeshauptmannschaft. Ernennung des Kaiser— 
lichen Landeshauptmanns Dr. Irmer zum ständigen 
Hülfsarbeiter in der Kolonial- Abtheiuns des 
Auswärtigen Amtes 166 
Rechtspflege. Ernennung von Beisitzern der 
Barmer Mission. Gründung von Farmen in 
Deutsch-Südwestafrika 
Basler Mission. Beitritt der Veseler Geselljchast 
Kaiserlichen Gerichte für das Jahr 1898 3232 
*—.— lebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem 
Schutzgebiete während des Geschäftejahres 1897. 318 
Schifffahrt. Eintreffen des neuen Schuners 
„Hercules“ in Jaluct 404695 
Schiffsverkehr in den Marshall= Inseln ... 245 
Schulwesen. Uebersicht der Schulen und Schüler der 
1Steuern. Verordnung des Kaiserlichen Landes— 
hauptmanne vom 29. August 1898, betreffend die 
Einführung von Steuern 739 
Verkehrswesen. Beförderungsgelegenheit # 
Jaluit von San Francisooo 305 
China. 
Verwaltung. Ernennung des Kapitäns zur See 
um Mijsionsausschub 
Bericht über die im Jahre 1889 sich 8 
Baptistengemeinde in Kamerun 
—.— Finanzielles Defizit der . 
—.— Uebersicht über den Stand der Missionsschulen 
in Togo 
—.— Abreise der Missionare e Maier und 
Gutekunst nach Kamerun. 
—. — Bericht über die Schulen der — im englischen 
Boston-Mission in den Marshall-Inseln für 1897 246 
Cvhelande 
—.— Entsendung neuer Missionare sũr Accta und 
Kamerun . 
—.— Aus dem 83. gahresbericht der 
—.— Thätigkeit der Mission in Kamerun und Togo. 
Beilage zu Nr. 22. 
—.— Mittheilungen des Missionars Schürle über 
seine Schüler in Lobethal 
—.— Bericht über eine Besteigung des Aupeberges 
Rosendahl zum Gouverneur von Kiautschon 182 
HKus dem Bereiche der Wissionen und der 
Antisklaverei-Bewegung. 
Missionen. 
Afrikaverein deutscher Katholiken. Gesammt- 
einnahmen im Jahre 1997 1465 
Aftikaverein, evangelischer. Uebernahme der 
Erziehung befreiter Sklavenkinder von der evan- 
gelischen Missionögesellschaft fur Deutsch-Ostafrika 209 
Amerikanische Baptisten. Wirken der vom 
deutschen Zweig der amerikanischen Baplisten in 
Berlin entsendeten Missionare in Kamern 61 
Amerikanische presbyterianische Mission. 
Nissionsthätigkeit im französischen Rüstengebiet des 
Gabun, sowie auf Batanga im südlichen Kamerun 61 
—.— Bericht des Missionsinspektors Zahn über die 
Verhältnisse der Mission im Süden des Kameruner 
Schutzgebieies ... ...545 
—Thattqkektder Mission in Kamerun. Beilage 
zu Nr. 22. 
Antonius-Mission. Bericht des P. van der Burgt 
uͤber die unter den Soldaten der Kongo-Expedition 
ausgebrochene Meutere . 276 
Australian Methodist Missionar). So- 
ciety. Thätigkeit der Mission in Neu-Guinea. 
Beilage zu Nr. 22. 
Baptistenmission in Kamerun. Angliederung an 
den Bund 6 
—.— häugkeit und Standpunkt der Voptisten- 
gemeinde in Kamern 61 
— Abreise der Diakonissin Fraulein Emilie nuch- 
mann nach Kamern 178 
— Thätigkeit der Mission in Kamerun. Heilage 
zu Nr. 22. 
(Siehe auch Missionsgesellschaft der Baptisten.) 
in Kamerun . .. 
Benediktus— Missionsgenossenschaft in Öst- 
afrika. Tod des P. Bernward Baule 
—.— Tod der Brüder Ludger Sceipers und Co— 
lumban Klewecke 
—.— Thätigkeit der Mission in Deutsch= Ostafrila. 
Beilage zu Nr. 22. 
Berliner evangelische Missionogesellschaft 
(Verlin I) siehe Gesellschaft zur Beforderung der 
evangelischen Mission unter den Heiden. 
Boston-Mission. Uebersicht der Schulen und 
Schüler der — in den Marshall-Inseln für 1897 
—.— Thätigkeit der Mission in den Marshall-Inseln. 
Beilage zu Nr. 22. 
Breklumer Missionogesellschaft. Beitritt zum 
Missionsausschuß ........ 
Brüdergemeinde. Beitritt zum Missionsausschuß 
—.— Vermächtniß des englischen Philantropen John 
Thomas Morton an die 
—.— Mittheilungen des Vorstandes 2 des 
Mortonschen Legats 
—. — Wechsel in der Missioneleitung von Ipiana 
und Rutenganio (Deutsch-Ostafrika) . 
—.— Ankunft der Missionare Meier und Dahl in 
Urambo (Deutsch OÖstafrika) .. 
---—Euverbungdes»otschkn·3mbatatasur die 
Missionsstation in Rutenganio .... 
—.—-ThätigkettderMissioninDeutscl)-Ostafrika. 
Beilage zu Nr. 22. 
Christenthum. Auobreitung des — in Kamerun 
Church Missionary Soeiety. Neuere Mit- 
theilungen über die ....... 
—. — Ankunft des Rev. D. J. Rees nebst Gattin und 
Fräulein S. R. Spriggs auf der Station Mamboia 
und Rev. E. H. Fincher in Kisokwen. 
—.— Thätigkeit der Mission in Deutsch= siajrika. 
Beilage zu Nr. 22. 
274 
61 
142 
143 
178 
178 
429 
654 
770 
770 
179 
246 
246 
85 
142 
208 
383 
743 
29 
115
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        Deutsche evangelische Bilssonsgesellschaften. 
Statut für den Ausschuß der . 6 
(Siehe auch Mission.) 
Doceuments relatiss à la répression de la traité 
des eschaves publiés en exécution des articles 
LXXXI et suivants de l'acte Kussal de 
Bruxelles 1897 . 
Evangelisch-lutherische Mission siehe Leipziger 
Missionsgesellschaft. 
Evangelische Missionen. Thätigkeit der — in 
den deutschen Schutzgebieten. Beilage zu Nr. 22. 
Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch— 
Ostafrika (Berlin III). Stellung zum Missions- 
ausschuß . . . .. 6 
—.— Berufung des ierrantsar Triltelwit 
XIV 
275 
Kirchliche Missionsgesellschaft in England. 
Ihr Wachsthum und Wiren 6 
Leipziger ensieieltchait. Beitritt zum 
Missionsausschut 6 
—.— neigrnahme des Vorsitzes im Missionskollegium 
durch Prof. D. Luthardt 143 
—.— TLhätigkeit der Mission in Deutsch- Ostafrika. 
Beilage zu Nr. 22 
London Missionary) Soeiety. Thätigkeit der 
— in Britisch-Neu-Guinea 1895/966 91 
Marshall-Inseln. Boston-Mission 246, Beilage zu Nr. 22 
Melanesian Mission. Thätigkeit der Mission in 
Neu-Guinea. Beilage zu Nr. 22. 
Mission. Thätigkeit der — in Kamerun. 29 
—.— Uebersicht über den Stand der deutschen evan- 
gelischen Missionen Ende 196 86 
—.— Die Missionsthätigkeit in den deutschen Schut- 
gebieten. Beilage zu Nr. 22. 
—.— Die Thätigkeit der deutschen Missionsgesell- 
schaften im Jahre 1897 772 
Mission der schwarzen Väter. Brief des 
Superiors Gommenginger über die Mission in 
Ostafrika 431 
— — — 
in die Leitung der Mission 116 
—.— Aus dem Jahresbericht für 1897. . 208 
—.— Bericht über die am 30. März 1898 in Berlin 
abgehaltene Hauptversammlung der 211 
—.— Erholungsurlaub der Missionare Lang- geimich 
und Maaß .. 299 
—.— Tod der Frau des Missionars Bunk 382 
—.— Brandunfall in Manowm 382 
—.— Die Thätigkeit der Missionen in Deutsch- Ost- " 
afrika im Jahre 1897 430 
—.— Entsendung des Missionars Ruceius und Rück. 
kehr der Missionare Cleve und Maaß 465 
—.— Thätigkeit der Mission. Beilage zu Nr. 22. 
Evangelischer Oberkirchenrath. Entsendung des 
Pfarrers Roloff nach Dar-es-Salm 60 
Finska Missions Sällskapet. Thätigkeit der 
Mission in Deutsch-Südwestafrika. Beil. zu Nr. 22. 
Gesellschaft zur Beförderung der evange- 
lischen Mission unter den Heiden (auch ge- 
nannt Berliner evangelische Missionsgesellschaft 
Berlin 1). Beitritt zum Missionsausschu 6 
—.— Ankunft neuer Missionare in Jkombe; Ver- 
setzung des Missionars Källner nach Muakaleli 
—.— Gründung der Station Kilabugi in Ubena 
—.— Thätigkeit der Mission in Deutsch-Ostafrika. 
Beilage zu Nr. 22. 
—.— Bericht über die Besetzung der Stationen im 
Nyassaland 
Hermannsburger Missionsgeselkschaft. Bei- 
tritt zum Missionsausscac .. 6 
Kamerun. Anmerikanische Baptisten. . 61 
—.— Amerikanische presbyterianische Mission 61, 545, 
Beilage zu Nr. 22 
—. — Baptistenmission . 6, 6l, 178, Beilage zu Nr. 22 
—.— Basler Mission 61, 178, 429, 654, 770, Beil. zu Nr. 22 
—. — Christenthum 29 
—.— Pallotinermission 
383 
743 
772 
2)9, 85, 178, 509, 770, 
Beilage zu Nr. 22 
—.— Thätigkeit der Mission in ... 29 
Katholische Mission in Deutsch- Südwestafrika. 
Verstärkung der Mission durch P. Rieger und zwei 
Laienbrüder 
— Thätigkeit der — in den deuischen Schutgebieten. 
Beilage zu Nr. 22. 
116 
–. 
– – 
Mission vom göttlichen Wort siehe Vater vom 
göttlichen Wort. 
Mission vom heiligen Geiste siehe Väter vom 
heiligen Geiste. 
Missionsgesellschaft der Baptisten in Deutsch- 
land für Kamerun. Angliederung der Baptisten- 
mission in Kamerun unter ersterer Bezeichnung an 
den Bund.. 62 
Missionsgesellschaft vom Heiligen Herzen 
Jesu. Umfangreiche Thätigkeit der — im Bis- 
marck-Archipel 60 
—.— Vordringen der — in Britisch- Neu- -Guinen 92 
—.— Einschiffung von sechs Nissionaren in Genua 
nach Herbertshöhe 116 
—.— Ankunft von sechs Vätern in Herbertshöhe 246 
—.— Stand der Mission Ende 1897 nach einem Be- 
richte des Bischofs Couppé . 591 
—.— Thätigkeit der Mission in Neu- Guinen. Bei- 
lage zu Nr. 2 
Missionss rnian. Uebersicht über den Stand der 
evangelischen — in Togo . .142 
—.— Uebersicht über den Stand der fatholischen — 
in Togo . . . 143 
— Schulthätigkeit in Kisserawe (Ostofrita) . 797 
Neu- Dettelsauer Missionsgesellschaft. 
Stellung zum Missionsausschhs 6 
—.— Erholungsreise des Missionars Flierl 382 
—.— Bericht über die Thatigtei der — in Neu— 
Guinea .. 548 
—.— Thätigkeit der Mission in Neu- Guinea. Bei- 
lage zu Nr. 22. 
Neu-Guinca. Australian Methodist Missionary 
Society. Beilage zu Nr. 22. 
—.— Melanesian Mission. Beilage zu Nr. 22. 
—.— Mission vom Heiligen Herzen Jesu 60, 92, 
116, 246, 591, Beilage zu Nr. 22
        <pb n="15" />
        Neu-Guinea. Neu-Dettelsauer Mission 6, 382, 548, 
—.— Aheinische Mission 87, 208, 382, 744, Beilage zu Nr. 22 
— Bäter vom göttlichen Wort 508, Beilage zu Nr. 22 
—.— Wesleyanische Mission 91, 382, 770 
Neukirchener Missionsgesellschaft. Veitritt zum 
Missionsausschuß .. ... 6 
Norddeutsche Missionsgesellschaft. Beitritt 
zum Missionsausschö 6 
—.— Einführung des Deutschen als unterrichtsgegen- 
stand in ihren Schulen in Togo und zu Quetta · 
(Goldküstenkoloni) 6 
—.— Entsendung des Missionars dartter nach West. 
— .. 60 
—.— Uebersicht uͤber den Stand der isiontivulen 
in Togo 142 
—.— Bericht über die Schulen der — im 2 
Ephelande 178 
—.— Bericht über die i in Togo für das 
Jahr 1897 548 
—.— Thätigkeit der Missioni in Togo. Beil. zu 2 22. 
Oblaten. Verstärkung der katholischen Mission in 
Deutsch-Südwestafrika. durch P. Rieger und zwei 
Laienbrüder 
—.— Tod des Präfelten von Transvaal p. Schoch 432 
—.— Bericht über die Mission der — in Südwest- 
afrika 546 
—. — Thätigkeit der Mission in Deutsch. Zudwest. 
afrika. Beilage zu Nr. 22. 
Ostafrika. Afrikaverein, evangelischer 209 
—.— Antonius-Mission 276 
—.— Apostolisches Vikariat von Unyanyembe 8x, 246, 
Beilage zu Nr. 22 
— Benediktus-Missionsgenossenschaft. 179, 2460, 
Beilage zu Nr. 22 
—.— Brüdergemeinde 208, 383, 743, 
Beilage zu Nr. 22 
.115, 277, 
Beilage zu Nr. 22 
— ECpangelische Missionen. Beilage zu Nr. 22. 
—.— Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch- 
Östafrika (Verlin III) 6, 116, 208, 211, 299, 
382, 430, 465, Beilage zu Nr. 22 
—.— Evangelischer Oberkirchenratt . 60 
Gesellschast zur Förderung der roangelischen 
Mission unter den Heiden 56, 383, 743, 772, 
—.— Church Missionary Society 
—.—Leipziger Missionsgesellschaft 
— Beilage zu Nr. 22 
— Schulthätigkeit in Kisserawe. 
797 
—— Schwarze Väter . ..431 
— Tod der Schwester Martha Seelig in Dar— es- 
sgeten . 142 
2- Trappisien 6, 179 
–. Universitäten-Mission. Beilage zu yr. 22. 
Bäter vom Heiligen Geist 179, 211, 356, Bei- 
lage zu Nr. 22 
—Weiße Schwestern. 87, 547 
—Weiße Väter 87, 116, 277, 54. Veilage zu Nr. 22 
XV 
Ostafrikanische Mission. 
Beilage zu Nr. 22 
116 
Beilage zu Nr. 22 
— — 
Verstärkung derselben 
durch drei Patres 
Pallotiner. Bericht über die Thätigkeit der — in 
Kamerun 
Steyler Mission — Bäter vom göulichen Wort. 
6 
. 20, 509, Beilage zu Nr. 22 
—.— Bericht über die Thätigkeit der — in Kamerun 
1897 85 
—.— Abreise des Missionspriesters Schöllr und der 
Hülfsmissionare Ireienstein. Müller und Bünings 
nach Kamerun . 178 
—.— Einweihung des neuen Nissionshauses in 
Limburg 179 
—.— Einrichtung eines Schwesternmissionshaufes der 
Pallotinerinnen zu Limburg a. d. L. 356 
—.— Tod des P. Jakob Pfändler .. 770 
Rheinische Missionsgesellschaft. Beitritt zum 
Missionsausschuß . 6 
—.— Bericht über die Rinderpest und die Fortschritte 
der Mission im Herero= und Namalande 60, 61 
—.— Thätigkeit der — in Neu-Guinea. 87 
—.— Abreise des Missionars Kunze und Dr. med. 
Frobenius nach Neu-Guinea 87 
—.— Bericht über eine durch den Missionar Judt in 
Hoachanas fertiggestellte Dammanlage 87 
—. — Abreise der Missionare Bernsmann und Teuchel 
mit ihren Frauen nach Walfischbai 178 
—.— Bericht über die Bergdamarastation Ghaub 179 
—. — Bericht über die WMission in Walfischbai und 
Swolopmunm .. 179 
—.— Bericht über die Mission im Ovambolande 179 
—. — Uebersiedelung des Dr. Frobenius nach dem 
Inselchen Bilibili (Neu-Guinea) 208 
—.— Uebersetzung der vier Evangelien und eines 
Wörterbuches in die Landessprache im Ovambo-= 
lande 277 
—.— Erholungsreise des Missionars Mulfhorst nach 
dem Hererolande 299 
—.— Mittheilungen über die wirthschaftliche Lage und 
die Kulturaufgaben der Mission in Huchh Süd- 
westafrika . 299 
—.— Druck einer Fibel für die Schulen in gaiser 
Wilhelmsland und bevorstehende Aeröffentlichung 
einer biblischen Geschichte 382 
—.— Erholungsreise des Missionars Meisenholl nach 
Kapstadt und Rückkehr des Missionars Fenchel auf 
seinen Posten 545 
—.— Jahresberichtdes Missionöinspeltoro Dr. Schreiber 
über die Thätigkeit in Südwestafrika und in Neu- 
Guinea 744 
—.— Thätigkeit der Mission i in Südwestafrita und 
Neu-Guinea. Beilage zu Nr. 22. 
—.— Aufgaben der Mission im Groß-Namalande 770 
Schwarze Bäter siehe Väter vom göttlichen Wort. 
Seelig. Tod der Schwester Martha — in Dares- 
Saläm. 14342 
Sklaverei. Ueber die — im Protektoratsgebiete 
von Sansibar . 84 
Statut für den Ausschuß der W evangelischen 
Missionsgesellschaften 6
        <pb n="16" />
        Barmer Mission 
Südwestafrika. ... 
Beil. zu Nr. 22. 
—.— Finländ. Missionogesellschaft. 
—.— Katholische Mission 
—.— Oblaten. 
—.— Rheinische Mission 
116, *. Beilage zu Nr. 22 
60, 61, 178, 179, 277, 
XVI 
274 Wesleyanische Mission. 
116 
299, 545, 744, 770, Beilage zu Nr. 22 
Beilage zu Nr. 22 
Beilage zu Nr. 22 
142, 143 
6, 60, 142, 548, 
Beilage zu Nr. 22 
Beilage zu Nr. 22 
Beilage zu Nr. 22 
Apostolische Präsektur 131, 
143, 654, 
Togo. 
—.— Basler Mission 
—.— Missionsschulen 
—.— Norddeutsche Missionsgesellschaft 
743, 
142, 
—.— Bääter vom gottlichen Wort 
—.— Weleyanische Mission 
Transvaal. Apostolische Präfektur 132 
—.— Oblaten 432 
Trapvpisten. Grundung einer Station in West- 
usambara. 6 
—.— Tod des P. Cmanuel. 179 
Universitäten-Mission. Thätigkeit in Deutsch— 
Ostafrika. Beilage zu Nr. 22. 
Väter vom göttlichen Wort. Nuckreise des Prä- 
sekten P. Bücking nach Tooo 131 
—.— Bericht des apostolischen Präfekten P. Limbrot 
über die Mission in Kaiser-Wilhelmoland 508 
—.— Errichtung einer Niederlassung in St. Wendel 
zur Ausbildung von Missionaren ur Tog- und 
Schaniung 743 
—.— Thätigkeit der Mission in Togo und Neu- 
Guinea. Beilage zu Nr. 22. 
Väter vom Heiligen Geiste. Bericht über die 
in Tanga errichtete Missionostation 179 
—.— Tod des Bruders Oskor 211 
—.— Plan des Bischofs Allgeyer betresfs Anlage 
einer neuen Missionsstation im Lande Rombo 356 
—.— hätigkeit der Mission in Deutsch-Ostafrika. 
Beilage zu Nr. 22. 
Weiße Schwestern. Nächemwassenhaus in Ushi- 
rombo . . 87 
—.— Vermehrung des Personals # in Ostafrika 547 
Weiße Aäter. Knabenwaisenhaus in Ushirombe 7 
—.— Einsturz der großen Mariahilfkirche in Ushirombo 87 
—.— Thätigkeit in Urundi und Gründung der Franz 
Laverstation 1156 
—.— Weihe des Bischofs Gerboin 216 
—.— Tod des PF. Thuet zu Ururi 277 
—.— Zurückziehung der Mission von Usigee Urundi) 
nach der Mission zum Heiligen Herzen in Misugi 
(Osturundi) 547 
—.— Todcofalle innerhalb der Longregation 517 
—.— Thäütigkeit der Mission in Deutsch-Ostafrika. 
Beilage zu Nr. 22. 
Mesleyanische Mission. Thätigkeit der — in 
Britisch Neu-Guinea 1895,96 . 51 
—. — Uebersicht uber den Stand der Missionoschulen 
in Togo . 142 
—.— Kirchliche Beiträge der bekehrten Cingeborenen 
des Viomarck- Archwwess- insbesondere von Neu- 
pommern 382 
Thätigkeit der Mission 
in Togo. Beilage zu Nr. 22. 
—. — Herausgabe eines in der Sprache der Gazelle- 
Halbinsel verfaßten Katechismuus 
Hus fremden KRolonirn. 
Algier. Budget für 1899. .. 
Amatongaland. Zutheilung an die Lolonie Zulu- 
land . 
Angola. Ueber Kautschulpstanzen von Su- Angola 
Denkschrift des portugiesischen Marineministers 
über die Kolonien in —. ....... 
AustracischcKolonien.DieWcinindustkicin 
chtKolonienAustraliensimJahrels95,-«96. 
—.— Gesetz betreffend Beschränkung der Einwande— 
rung nach Britisch-Westaustralien. 
Basutoland. Jahresbericht für 1896/97 
Beira. Der Handel von — im Jahre 1897 
Betschuanaland. Die Eingeborenen-Unruhen in — 
und die zur Unterdrückung derselben getroffenen 
Maßnahmen .-. 
—.— Die Entwickelung des velichianalaitd· Iroteio 
rats seit 1896 
Bombay. Handel und Schifffahrt von — 189r 98 
Borneo. Bericht eines deutschen Reisenden über 
eine Reise von Singapore nach Borneo 
Britisch-Centralafrika. Bericht über den Handel 
des Haiens Chinde 
—.— Handelobericht von Chinde für das Jahr 1807 
Britisch-Jndien. Vorbereitung für den indischen 
Staatödienst. 
—.— The Roynl Indian Rugineering Conege, 
Cooperis Hill .. 
(Siehe auch Britisch— Ostindien.) 
Britisch-Neu-Guinea. Zahreobericht über 
nach der Parlamentsvorlage wahrend des Jahres 
1895/96 
—. — Allgemeine Lage und dandel im Jahre 1806 
—.— Aufbringung der Verwaltungskosten . 
—.— Die Entwickelung von — nach dem Jahres- 
bericht für die Zeit vom 1. Juli 1896 bis 
30. Juni 1897 
—.— Subvention für — . 
—. — Die Entwickelung des Erpons des englischen 
Schutzgebietes von 1891/95 bis 1896/97 
BVritisch-Ostafrika. Nerfügung des Generalkonsuls 
Hardinge betreffo Verhaftung und Ausweisung 
mittelloser Personen 
Jagdverordnung vom 26. zanuar 1898 
— — Strafgewalt der Bahnbeamten in — . 
——Uelurden-Zustandtcicd,3ort1ch1tttdes Ost 
afrika-Protektorats nach einem Bericht des General= 
konsule Sir A. Hardinge 
—.— Einrichtung einer englischen ökeraitor 
in — 
Britisch-O 
1890 97 
stindien. Der Handel von — in Jahre 
:383 
432 
743 
550 
31 
657 
87 
87 
91 
119 
182 
116 
181 
383 
510 
514
        <pb n="17" />
        Cap Verde. Denkschrift des portugiesischen Marine- 
ministers über die Kolonien in — 
Cayenne. Anwerbung von Arbeitern für — 
Curaçao. Bevölkerung und Verkehrsverhältnissen. 
Dahomey. Der Handel von — im Jahre 18966 
—.— Eintheilung von Dahomey und Eröffnung eines 
Post= und Telegraphenbureaus in Kuande. 
—.— Truppenmacht und Trägerlöhne in — 
Delagoa-Bai. Ausfuhr nach Tranevaal 
Duff vgl. Englische Kolonien. 
England. Technischer Unterricht zur Vorbereitung 
für den Aufenthalt in den Kolonien in England 
—.— Statistik der gesammten Kolonien Englando 
für die Jahre 1891—1893 betreffs Gesammt- 
bevölkerung, Einnahmen und Ausgaben, Handels- 
bewegung 2c. 
Englische Kolonien. Einfuhr nach der Kapkolonie 
—.— Entwickelung der — in Afrika im Jahre 1896 
—.— Die Ausgaben Englando für seine Kolonien 
während des Etatsjahres 1898/99 
—.— Statistik über die Verwaltung und die wirtt- 
schaftlichen Verhältnisse englischer Strafkolonien 
für 1894/95. 
—.— Hissung der britischen 
Flagge auf den Insel= 
gruppen Santa Cruz und Duff 
—.— Gründung einer Schule für das Stuium tro- 
pischer Krankheiten durch das Dreadnougbt 
Seamens Hospital zu Greenwich 
—.— Verbot von Expeditionen 
—.— Aufwendungen für die Kolonien seitens des 
Staates 
—.— Gerichtöbarkeit auf der Jnsel Pitcairn . 
(Siehe auch Amatongaland, Australische Rolonien, 
Britisch-Centralafrika, Britisch= Indien, Britisch- 
Neu-Guinea, Britisch-Ostafrika, Britisch-Ostindien, 
Fidii, Gilbert-Inseln, Goldküste, Hongkong, Kap- 
kolonie, Lagos, Natal, Queensland, Salomone= 
Inseln, Sansibar, Sierra Leone, Swasiland, 
Tonga, Westafrika, Zululand.) 
Fidii. Entwickelung von — im Jahre 1897 
Formosa. 
Regierung. 
drrteerh der japanischen 
Französisch- -Guineo. nolakultur in noyah 
ranzösische Kolonien. 
Tahiti- Giuppe gehörigen 
Einverleibung der zur 
Inseln unter dem Winde 
in den französischen Kolonialbesitz 
—.— Organisationsänderung in den Kolonien 
— Sammlung französischer Grenzabkommen 
—— Die Einnahmen und 
sischen Koloni 
Auogaben der franzö- 
en nach den Budgete für 1898. 
—Handel zwischen Frankreich und seinen Kolo- 
ien im Jahre 1897. 
lottenstützpunkte in den Ausenplazen franzö- 
süchr Kolonien. 
—.— Anweisun 
Gratislieferun 
süchen Besatzungstruppen 
leber den Handel 
çgolonien . 
g der Häuptlinge von Gurma zur 
9 aller Lebensmittel an die franzö- 
Frankreichs mit seinen 
XVII — 
469 
212 
35 
212 
656 
657 
30 
465 
87 
116 
32 
144 
180 
356 
465 
515 
593 
621 
624 
593 
709 
709 
710 
Französische Kolonien. Französisches Kolonial= 
budget für 199 .. .. 746, 
(Siehe auch Algier, Dahomey, Franzöfisch= -Guinea, 
Gabun, Guyana, Indo-China, Madagaskar, Neu- 
Kaledonien, Senegambien.) 
Gabun Handel im Jahre 1897 . 
Gambia. Der Handel und die allgemeine age 
der Kolonie im Jahre 1896 
—.— Entwickelung der Kolonie im Jahre 1897. 
Gilbert-Inseln. Erlaß einer neuen Verordnung, 
betreffend den Getränkehandel . 
—.— Verordnung betr. Erhöhung der für den Handel 
erhobenen Lizenzgebuhr * 
Goldküste (englische). Finanzielle Lage und Ent- 
wickelung der Kolonie im Jahre 1896 
—.— Ueber die Sprache der Neger an der Goldküste 
—.— Errichtung eines Sanatoriums in Aburi 
—.— Bahnbau nach Tarkwa 
—.— Golderport von der englischen Goldtüste 
Guinéc (Portugiesisch). Denkschrift des portugiesischen 
Marineministers über die Kolonien in — 
Guyana. Ueber den Zustand der französischen 
Strafkolonie — während des Jahres 1896 
—.— (Holländisch-) vergl. Surinam. 
Hongkong. Ennpicelung der Kolonie im Jahre 
1897 
Java. Handel Javas im Jahre 1896. 
—.— Nichtstattfinden der landwirthschaftlichen Aus- 
stellung zu Malang . 
Indien. Ueber den Handel Östofritas mit — in 
den Jahren 1892—1897. . 
Indo-China. Gesammtbudget für —. 
Italienische Kolonien. Entwurf einer Venadir= 
Nonvention zwecks Uebertragung der Verwaltung 
der Benadirkuste und des Hinterlandes an die 
„Anonyme Handelogesellschaft der Benadirküste" 
Kapkolonie. Handel im Jahre 1896. 
—.—— Einfuhr aus Deutschland 
—.— Verschärfung der Bestimmungen über Zulassung 
auoländischer Aerzte und zahnärzte 
—.— Bau einer Telegraphenlinie in Afrika 
  
# 
I. 
—.— Ueber den Handel mit Indien in den ZJahren 
1892 bis 1897. 
Kongostaat. Lanppreise . 
—.— Telegraphen= und Telephonverbindung im — 
—.— Cntwickelung des Handels und der Finanzen 
in den Jahren 1890 bis 1895 
—.— Neue Eisenbahnprojekte im —. 
—.— Ueber den Stand der Arbeiten an der Kongo- 
Eisenbahn. 
—.— WMissenschaftliche Expedinon u unter t duhrins des 
Lieutenanto Lemaire im —. 
—.— Der wirthschaftliche Aufschwung im — nach 
der Handelsstatistik für 1897 
—.—. Gemeinnützige Arbeiten im —. 
—.— Verschiebung der Grenze der Verbotozone für 
Spirituosen .... .. 
—.— Handel im Jahre 1867 ........ 
798 
385 
35 
465 
119 
119 
145 
181 
593 
656 
709 
473 
146 
776 
35 
120 
557 
510 
181 
30 
32 
179 
180 
300 
465 
508 
593
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        —. 
Kongostaat. Uebersicht über die wirthschaftlichen 
und Handelsverhältnisse des Kongostaates in den 
Jahren 1896 und 1897. . 
Lagos. Jahresbericht über die Entwickelmm 3 der 
Kolonie im Jahre 1896 
—.— Ueber den Handel von — im gahre 1896 
—.— Ueber die Kämpfe in dem Beninreiche 
—.— Jahresbericht von — für das Jahr 1897 
Madagaskar. Dampferverbindung zwischen — und 
Lourenzo-Marques. . . 
—.— Die wirthschaftlichen Verhältnisse in —. 
—.— Ueber den Handel mit Indien in den dahren 
1892 bis 1897 
Madeira. Bericht über den ostban und Obst. 
handel in — 
Mozambigque. Der Handel v von — im Johre 1897 
—.— Geplanter Eisenbahnbau von Inhambane nach 
Inharrime 
—.— Ueber den Handel mit Indien in den Jahren 
1892 bis 1897. 
—.— Handel von — im Jahre 1897 
Natal. Ausfuhr nach Transvaal 
—.— Ueber den Handel mit Indien in den 
1892 bis 1897. . . ..... 
Neu-Kaledonien. Ueber den Zustand der fran- 
zösischen Strafkolonie — während des Jahres 1896 
Niederländische Kolonien siehe Java, Curagao, 
Surinam. 
Niger Coast Protektorat. 
bericht für das Jahr 1896. 97. 
Oranje-Freistaat. Ausfuhr nach Transvaal 
Portugiesische Kolonien. Uebersicht über die 
Finanzen der Kolonien in den Jahren 1894 bis 
1898 
—.— Denkschrift des vortugieseschen Marineministers 
über die — in Westafrika 
(Siehe auch Angola, Cap Verde, Guiné, Mozam- 
bique, S. Thomé und Principe.) 
Queensland. Entwickelung der Zuckerindustrie 
1896/97 . .. . .... 
Salomons-Inseln. Stellung der Bellona—-, 
Stewart= und Rennel-Inseln, der Santa Cruz- 
und Reef Gruppen und der Insel Tukopia unter 
das Protektorat der britischen Salomons-Inseln 
Samoa. Bericht der Deutschen Handels= und Plan- 
tagengesellschaft der Südsce= Inseln zu Hamburg 
über das Geschäfts jahr 1897 
—.— Stammbaum der Könige von —. 
Sansibar. Einsubrung eines Neis= und Getreide- 
zolles in —. 
—.— Einführung einer Hültensteuer für die lünd- 
lichen Bezirke . . . 
—.— Das Internationale maritime Bureau in — 
Neueres über die Gewürznelkenkultur in — 
Abänderung des Spirituosenzolles 
—.— Einführung gleicher Maße und (wiche in 
Sansibar und Pemba. 
—.— Ueber den Handel mit 
1892 bis 1897. 
Jahren 
Aus dem I dahres. 
Indien in den Jahren 
466, 
XVIII 
799 
89 
213 
216 
749 
35 
300 
561 
432 
359 
559 
745 
30 
561 
146 
656 
30 
384 
120 
  
Santa Cruz vgl. Englische Kolonien. 
Senegambien. Handel im Jahre 1897 
Sierra Leone. Handel im Jahre 1896 
—.— Fortschritte des Eisenbahnbaues. Vollendung 
der Strecke Jrertown- Songotonnn . 
—.— Kolakultur in — 
—.— Entwickelung der Kolonie im Jahre 1897. 
Somaliküste. Die Ausgestaltung der Verwaltung 
des Protektorates der — ....... 
S. Thomé und Principe. Denkschrift des portu- 
giesischen Marineministers über die Kolonien in — 
Südafrika. Fortführung des Baues der trans- 
asrikanischen Telegraphenlinie .... 
—.— Die Eisenbahnen in —, nach einem im 
britischen Kolonialinstitute in London gehaltenen 
Vortrggg 
Surinam. Ueber die Lage der vollswirihschaft 
in — im Jahre 1897 
Swasiland. Allgemeine Lage und der Landel im 
Jahre 1896 . 
Timor. Niederländisch- veri 2 
auf — . 
Tonga. Werth des Handels im Jahre 1896 
Transvaal. Waareneinfuhr in den letzten Jahren 
Uganda. Eröffnung eines Theils der 1gandabahn 
—. — Erneute Unruhen in —. 
—.— Einrichtung einer englischen Versuchsstalion in 
  
802 
361 
751 
143 
182 
213 
357 
550 
Zululand. 
der Landschaft 
— Verkehrs-Uebergabe der ngandabahn bis Makindu# 
Westafrika. Eröffnung der Telegraphenlinie von 
St. Louis (Senegal) bis Wagadugn 
—.— Englischer Bericht über den Handel in —. 
Zutheilung an die Kolonie Natal. 
—.— Die Rückkehr Dinizulus und die Einverleibung 
von Zululand und Amatongaland in die Kolonie 
Natal 
Titterarische Belprechungen. 
Abeken, Heinrich. Ein schichtes Leben in bewegter 
Zeit. ... 
Allers, C. W.: und um die Erde 
Ansichtspostkarten, zwölf, mit Bildern aus den 
Niederlassungen der Leipziger evangelisch-luthe- 
rischen Mission in Ostafrika und Indien 
Archiv für Schiffs= und Tropenhygiene. Heraus- 
gegeben von Dr. C. Mense. 1898. Heit 3 
—.— 1898. Heft 5 
Bär, Dr. Mar: Die deutsche Flotte von 1848 bis 
1852. Nach den Akten der Staatsarchive zu 
Berlin und Hannover. 
Barth, Dr. Chr. G.: Die von 1805 bis 1805 er- 
zielten Fortschritte der Kenntniß fremder Erdtheile 
in ihren Einwirkungen auf das staatliche und 
wirthschaftliche Leben des Deutschen Reiches. 
I. Theil 
Becker, Karl: 42 Matrosen— und7 i Seemannolieder 
385 
34 
L 
96 
750 
624 
474 
710 
773 
357 
118 
182 
118 
30 
181 
383 
514 
802 
144 
774 
63 
278 
751 
711 
521 
711 
149 
217 
752
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        Verlin und seine Arbeit. Amtlicher Bericht der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896, zugleich eine 
Darstellung des gegenwärtigen Standes unserer 
gewerblichen Entwickelung. Mit einem Plan und 
357 Abbildunen 
Bernhard: Der Eisenbahnbau in Deutsch-Ostafrika 
mit besonderer Berücksichtigung des Baues der Linie 
Tanga—Muhesa ......... 
Bibliothek der Länderkunde, herausgegeben 
von Prof. Dr. A. Kirchhoff und Rud. Fitzner: 
1. Band: Antarktis. Von Dr. Karl Fricker 
2. Band: Die ostafrikanischen Inseln. Von 
Prof. Dr. C. Keller 
Blanckenhorn, Dr. M.: Das Todte Meer und 
der Untergang von Sodom und Gomorrha. Mit 
einer Karte und 18 Bildern .... 
Bleicken, R.: Der Handel auf altruistischer Grund— 
lage. Herausgegeben von M. Nieck ... 
Bohrdt, Prof. Hans: Deutsche Flottenbilder. Zwölf 
Tafeln in Lichtdruck. Mit einem historischen 
Ueberblick vom Künstler. 
—.— Unsere Handelsflotte. Zwölf Künstler-Post- 
karlen nach Original-Aquarellen ... 
Boshart, August. Zehn Jahre afrikanischen Lebeno 
Brincker: Ueber Nechtsbegrisse und Zahlwörter der 
Bantu . ..... 
Bronsart v. Schellendorff: Strauße, Zebras 
und Elefanten. Die Bedeutung eingeborener 
Thiere für die wirthschaftliche Entwickelung Deutsch— 
Ostafrikas . .. ..... 
v. Buchka, Dr. Gerhard: Vergleichende Darstellung 
des Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche 
Reich und des Gemeinen Rechts. Zweite, verbesserte 
Aujlage .. .. . . .... 
Canstatt, O.: Das republikanische Brasilien in 
Vergangenheit und Gegenwart. Mit 66 Ab- 
6 bildungen, zwei Karten und einem Panorama 
Christaller, Theovor, deutscher Reichsschullehrer in 
Kamerun. (Illustrirte Familienbibliothek I.) 
Conradt, K.: Die Deutschen und der Orient. Zur 
Heimkehr des Kaisers 
Laffert: Ueber die gegenwärtige Lage des Kassee- 
baues in Brasilien. . . ... .... 
dampfschifffahrts-Gesellschaften. Die deutschen 
D 1□ 
empwolff, Dr. O.: Aerztliche Erfahrungen in 
Neu-Guinea 
Guinea ..... 521, 
Dier Die Erziehung der Papuas zu Arbeitern 
letel, N. W.: Missionsstunden. Heft II. Dritte 
Auflage. 
Herausgegeben von C. Paul 
onat, 
. Emil: Kreuz und quer durch Südafrika. 
Reisestizzen und Bilder. Mit vielen Illustrationen 
Tove, Dr. Karl: Vom Kap zum Nil. Reiseerinne- 
rungen aus Süd-, Ost= und Nordafrika. 
Engler, A. Monographien afrikanischer Pflanzen= 
Familien und -Gattungen. I. Moracene, be- 
arbeitet von A. Engler. II. Melastomataceae, 
bearbeitet von E. Gilg 
Franzius, Georg: Kiau-Tschou, Deutschlands Er- 
werbung in Ostasien. Mit über 100 Jllustrationen 
XIX — 
184 
658 
217 
520 
65 
576 
389 
575 
711 
601 
—I 
— 
:3289 
834 
389 
389 
777 
362 
— — — — 
Fricker, Dr. Karl: Antarktis. Mit 8 Tafeln, 
3 Vollbildern, 37 Illustrationen und 12 Karten 
im Text und 1 gr. Karte des Südpolargebietes. 
(Bibliothek der Länderkunde, Bd. I.) 217 
General Directory of German Machine Ma- 
nufacturress 668 
Goetsch, P.: Reichögesetz über das Auswanderungs- 
wesen 4484 
Guénin, E.: Les hommes d’actio 521 
v. Halle, Ernst: Die Bedeutung des Seeverkehrs 
für Deutschland. ....... 
Harrwitz, Fr.: Adreßbuch für die deutsche Mechanik 
und Optik und verwandte Berufszweige. Band I. 363 
Heco, J.: Erinnerungen eines Japaners. Schilde- 
rung der Entwickelung Japans vor und seit der 
Eröffnung bis auf die Neuzeit. Nach den Original= 
aufzeichnungen übersetzt, bearbeitet und mit einer 
Einleitung von Ernst Ooprt 363 
Herrmann: Ueber Kissuklumee 575 
v. Hesse-Wartegg: Schantung und Deutsch-China 777 
Hindorf, Dr. R.: Leitfaden zur Erlernung der 
malayischen Umgangssprache. Zweite, verbesserte 
65 
Auflgess 1433 
vom Hoch-Feld, Fritz: In fremden Landen. 
Afrikanische Briefe. Zweiter Theil: Durbon 777 
Jahrbuch, koloniales. Beiträge und Mittheilungen 
aus dem Gebiete der Kolonialwissenschaft und 
Kolonialpraxis. Herausgegeben von G. Meinecke. 
X. Jahrgang, Heft 3.. 122 
X. Jahrgang, Heft 4.. 217 
XI. Jahrgang, Heft .. 778 
Kärrström, E. J.: Achtzehn Jahre in Südafrika. 
Aus dem Schwedischen ubersetzt von F. v. Kömel 833 
Karte von Deutsch-Ostafrika, im Maßstab von 
1:300 000 konstruirt und gezeichnet unter Leilung 
von Dr. Richard Kiepert im Auftrage und mit 
Unterstützung der Kolonialabtheilung des Aus- 
wärtigen Amttss 247 
Karten. Herauogegeben von der Nautischen Ab- 
theilung des Neichs-Marine-Amts. 
1. Deutsch-Neu-Guinca. Karte von Berlinhafen 
und -Rhede im Maßstab 1:25000, auf- 
genommen von S. M. S. „Möwe“ 1897, 
Kommandant Korvettenkapitän Merten 3847 
—. — 2. Deutsch= Ostafrika. Karte von der Rufiyi= 
mündung bis Nas RKongoyura im Maßstab 
1:150 000 nach den britischen Admiralitätskarten 389 
Karten betressend die deutschen Schutzgebiete, heraus- 
gegeben von der Nautischen Abtheilung des Reicho= 
Marinc-Amts. 
Nr. 131. Lindibucht bio Kap Delgado. 
Nr. 132. Rhede von Swakopmund. 
Nr. 134. Die Küste von Kamerun von der 
Kamerun= bis zur Nyongmundunng 98 
Nr. 135. Angriffohafen (Naiser Wilhelmsland!. 
Nr. 137. Blanchebucht. 
Nr. 138. Hafen von Matupi. 
Nr. 139. Küste von Kamerun von der Nyong- 
mündung bis Groß-Batanga. . . 8.33
        <pb n="20" />
        Keller, Prof. Dr. C.: Die ostafrikanischen Inseln. 
Mit 42 Bildern und 15 Karten im Terxt, 3 far- 
bigen Karten und 8 Vollbildern. GWitliothel der 
Länderkunde, Band II.) 
Kieperts Wandkarte der deutschen Kolonien. Heraus- 
gegeben von der deutschen Kolonialgesellschaft. 
Kloessel, M. Hans: Das deutsche Auswanderungs- 
gesetz nebst den dazu gehörigen Ausfuhrungs. 
vorschriften und Verordnungen 
Knipping, Erwin: Seeschifffahrt für Jedermamn. 
Koch, Prof. Dr., Geh. Medizinalrath: Aerztliche 
Beobachtungen in den Tropen 
Kolonial-Abreißkalender. Deutscher — für 1899. 
Herausgegeben von Fritz Hessemer 
Kolonialatlas, kleiner deutscher. Herausgegeben 
von der deutschen Kolonialgesellschaft 
Kolonial-Gesetzgebung. Die deutsche. Samm- 
lung der auf die deutschen Schutzgebiete bezüg- 
lichen Gesetze, Verordnungen, Erlasse und inter- 
nationalen Vereinbarungen, mit Anmerkungen und 
Sachregister. Zweiter Theil. 1893 bis 1897. 
Auf Grund amtlicher Luellen und zum dienst- 
lichen Gebrauch. Herausgegeben von Dr. Alfred 
Zimmermann. ........- 
Kolonialkalender. Deutscher — und statistisches 
Handbuch für 1899. Nach amtlichen Quellen 
bearbeitet und herausgegeben ron Gustav Meinecke. 
XI. Jahrgang . ..... 
Kolonialpostkarten Illustrirte — nach Zeich- 
nungen von Th. v. Eckenbrecher und Kuhnert 
Kronecker, Franz, Dr. med.: Wanderungen in 
den südlichen Alpen Neuseelands 
Lachambre und Machuron: Andree im Ballon 
zum Nordpol. Deutsch von Jahn 
Langhans, Paul: Justus Perthes deutscher Marine- 
Atlas. Siehe: Perthes Marine-Atlas. 
Lassar-Cohn: Die Chemie im täglichen Leben. 
Gemeinverständliche Vorträge. Dritte Auflage 
Lindenberg, Paul: Fritz Vogelsang. Abentener 
eines deutschen Schiffsjungen in Kiautschon 
Lippmann, Dr. K.: Die Konsularjurisdiklion im 
Orient. Ihre historische Entwickelung von den 
frühesten Zeiten bis zur Gegenwart 
vöser, R.: Angola unter portugiesischer Herrschaft 
v. Luschan, Felir: Beiträge zur Ethnographie des 
abflußlosen Gebiets von Deutsch-Ostafrika 
—.— Fremder Einfluß in Afrika . 
——AlterthumervonVenm. 
Mahan, A. T.: Der Einfluß der Seemacht auf 
die Geschichte. In Uebersetzung herausgegeben auf 
Veranlassung der Redaktion der „Marine-Rund- 
schau“. I. Band: 1660 bis 1783. Zweite Auflage 
Meyers Sprachführer: Englisch, von E. G. 
Ravenstein, London. — Französisch, von Prof. 
C. Pollak, Paris. — Italienisch, von Dr. R. 
Kleinpaul, Rom. — Spanisch, von Dir. H. Ruppert, 
Madrid. — Portugiesisch, von Prof. C. G. Kordien 
und Dr. Michaelis de Vasconcellos, Porto. — 
Schwedisch, von Dr. E. Sellin, Stockholm. 
XX 
520 
484 
122 
521 
834 
184 
247 
7 
Vi 
— 
659 
575 
389 
751 
751 
751 
65 
  
Obst, Georg: 
— 
Dänisch und Norwegisch, von Heinr. Nissen, 
Kopenhagen. — Russisch, von K. v. Jürgens, 
St. Petersburg. — Neugriechisch, von Prof. J. 
K. Mitsotakis, Athen — Türkisch, von Dir. W. 
Heintze, Smyrna. — Arabisch, von Prof. M. 
Hartmann, Beirut 
Missionen, Die eangelischen —. Illustrirtes Fa. 
milienblatt, herausgegeben von Julius Richter 
Mittheilungen des Seminars für orientalische 
Sprachen an der Königlichen Friedrich Wilhelms- 
Universität zu Berlin. Herausgegeben von dem 
Direktor Prof. Dr. E. Sachau. Erster Jahrgang. 
Dritte Abtheilung ........ 
Müller, Waldemar: Cuba, seine Geschichte, wirth- 
schaftliche und handelspolirische Entwickelung. Mit 
einer Karte 
Nausen: In Nacht und Eis. Supplementband 
Nauticus: Altes 
und Neues zur Flottenfrage. 
Erläuterungen zum Flottengesetz. . 
—.— Neue Beiträge zur Flottenfrage 
Neuhaus: Ueber den Obstreichthum Sansibars 
Wechsel-A-B-C. Die wichtigsten Be- 
stimmungen der Wechselordnung, des Wechsel- 
stempelgesetzes, des Diskontogeschäfts 2c. Allgemein 
verständlich dargestellt 
Oppert, Ernst: Ostasiatische Wanderungen. Stizzen 
und Erinnerungen aus Indien, China, Japan 
und Korea . .. 
Osthaus, K. E.: Tagebuch meiner in Gesellschaft 
des Herrn Prof. Dr. J. H. H. Schmidt unter- 
nommenen Reise durch Algerien und Tunis 
Paul, P. Karl: Die Mission in unseren Kolonien. 
Erstes Heft: Togo und Kamerun. 
Perthes, Justus: Deutscher Marine- Atlas. Be- 
arbeitet von Paul Langhans. Mit Begleitworten 
von Kapitänlieutenant a. D. Bruno Weyer 
—. — —.— Zweite vermehrte und verbesserte Auflage 
Plehn, Dr. A.: Die Dysenterie in Kamerun 
—. — Zur Calomelbehandlung der Dysenterie. 
—. — Dr. Friedrich: Die Kamerunküste 
—.— Rudolf: Beiträge zur Völkerkunde des Togo— 
gebietes 
Nichter, Gustav: Schulwandkarte! von zai Dritte, 
verbesserte Auflage 
—.— Julius: Epvangelische Mission i im Nyassalande. 
Zweite, vermehrte Auflage 
v. Richthofen, F. Frhr.: 
Eingangspforte Kiautschou. Mit 3 großen Karten 
außer Text, 3 kleinen Karlen im Tert und 9 Licht- 
drucktafeln. ........ 
Ruge, Dr. R.: Hygienisches aus Habana 
Sachau, Eduard: Muhammedanisches Recht nach 
Schafitischer Lehre. Lehrbücher des Seminars 
für orientalische Sprachen zu Berlin. Heraus- 
Schantung und seine 
gegeben von dem Direktor des Seminars. 
Bd. XVII. ....... 
Schaub, W.: Das Geistesleben der Chinesen 
Schellong, Dr. O.: Zur Frage des prophvlalnschen 
Chiningebrauchs 
363 
65 
#- 
Or 
304 
218 
122 
183 
575 
363 
521 
65 
304 
521 
521 
711 
184 
520 
36 
2 
521
        <pb n="21" />
        — 
Schmolck, W.: Von Heiligthum zu Heiligthum 
Schulte im Hofe, R.: Die Ramiefaser « 
Schumann, K.: Grundriß der Grammatik der Konde- 
sprache.. 26G2.3 
Schwarz, Dr. Bernhard: Quer durch Sibirien 
Schweitzer, G.: Eine Reise um die Welt. Mit 
24 Vollbildken 
Seeinteressen, Die, des Deutschen Reiches. Zu- 
sammengestellt auf Veranlassung des Reichs- 
Marine- Amts.. * 
Seidel, O.: Deutschlands erste Kolonie 
Semeleder, F.: 
Mexilko.. 
Steiner, P.: Afrikanische Wanderbilder II. 
v. Stengel, Prosfessor: Die Strafrechtspflege über 
die Eingeborenen in den deutschen Schutzgebicten 
(Deutsche Juristen-Zig. 1898 v. 15. Febr. 1898). 
Velten, C.: Märchen und Erzählungen der Suaheli 
Verhandlungen der Abtheilung Berlin-Charlotten- 
burg der Deutschen Kolonialgesellschaft, Heft 7 
Verzeichniß der Werke über Land= und Seemacht 
sowie Kolonien aus dem Verlage der Königlichen 
Hofbuchhandlung Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 
Verlin SW. . 1789 bis 1898 .. 
Voskamp, C. J.: Zerstörende und aufbauende 
Mächte in China ..«...... 
—.-UnterdemBannerdesDrachenundim 
Zeichen des Kreuzes ....... 
Welten: Ueber Sitten und Bräuche der Suaheli 
und ostafrikanische Ortsnamen. .... 
Werner, Reinhold: Drei Monate an der Sklaven— 
küste. Dritte Auflage ...... 
—.— Bilder aus der deutschen Seekriegsgeschichte 
von Germanicus bis Wilhelm II. ... 
Werther, C. W.: Die mittleren Hochländer des 
nördlichen Deutsch-Ostafrika. Wissenschaftliche 
Ergebnisse der Jrangi-Expedition 1896 bis 1897 
nebst kurzer Reisebeschreibung. Im Auftrage der 
Frangi. Gesellschaft herausgegeben von dem Führer 
der Erpedition C. W. Werther unter gütiger Mit- 
wirkung der Herren Dr. Bruno Hassenstein, Prof. 
Dr. Karsch, H. J. Kolbe, Prof. Dr. v. Luschan, 
P. Matschie, Prof. Dr. A. Reichenow, A. Seidel, 
L. v. Tippelstirch, Dr. Tornier, Dr. E. Wagner 
und G. Witt. Mit 7 Vollbildern und 126 Tert- 
Illustrationen in Photogravüre, Lichtdruck, Litho- 
graphie und Autotypie sowie 2 Originalkarten 
von Dr. B. Hassenstein und Pr. Lieut. Werther 
Virth, Alb.: Geschichte Formosas bis Anfang 1898 
—.— Geschichte Sibiriens und der Mandschurei. 
Sabel, Nudolf: Cuba. Die wirthschaftliche, soziale 
und politische Entwickelung der Insel. Zweite 
Auflagggaaaaa 
Ueber Malaria in der Stadt 
XXI 
602 
833 
752 
711 
834 
65 
r548 
711 
602 
122 
333 
521 
601 
389 
833 
304 
Zache: Das Makunganya-Lied 
  
  
c 
Die Missionsthätigkeit 
—— 
Zimmermann, Dr. Alfred: Die Europäischen Ko- 
lonien. Schilderung ihrer Entstehung, Entwicke- 
lung, Erfolge und Aussichten. Zweiter Band: 
Die Kolonialpolitik Großbritanniens. Erster 
Theil. Von den Anfängen bis zum Abfall der 
Vereinigten Staaten. Mit drei farbigen Karten 
—.— Kolonial-Gesetzgebung. Zweiter Theil. Siehe: 
Kolonial-Gesetzgebung. · 
575 
303 
Titteratur-Perzeichniß. 
8, 36, 65, 98, 122, 149, 184, 218, 248, 280, 305, 3064, 
390, 433, 485, 521, 602, 659, 711, 752, 778. 834. 
Besondere Beilagen. 
[Kolonial-Handels-Adreßbuch 1898. Herausgegeben von 
dem Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, Berlin. 
lage zu Nr. 1. 
Jahresbericht über die Entwickelung der Schutzgebiete im 
Jahre 1896/97 und Denufschrift betreffend die Ver- 
wendung des Asrikafonds. Beilage zu Nr. 3. 
Zur Kolonialpolitik des Fürsten von Bismarck. Promemoria, 
betreffend Angra Pequena. Beilage zu Nr. 17. 
Bei. 
Organisatorische Bestimmungen für die Kaiserlichen Schun: 
truppen in Afrika. (Schutztruppen-Ordnung:! (Sch. O.). 
Vom 25. Juli 1898. Beilage zu Nr. 20. 
in den deutschen Schutzgebieten. 
(Zusammengestellt unter Mitwirkung der einzelnen 
Missionsgesellschaften.) Beilage zu Nr. 22. 
Illuskrationen und Harten. 
Farbenskizze der vom Geh. Medizinalrath Professor 
Dr. Koch bei seinen Untersuchungen anläßlich der 
in Deutsch-Ostafrika herrschenden Rinderseuche 
gefundenen Parasiten. (Nr. 1.) Zwischen .4 u. 5“ 
Regierungsdampfer „Nachtigal“ auf dem Slip in 
Kamerun. Nach einer Aufnahme von Lutterodt 
Brothers. (Nr. 6.) Zwischen 130 u. 137 
Lageplan der Impfstation in Gammams. (Skizze 1) 213 
Grundriß des Wohnhauses und des Krankenstalles 
der Impfstation Gammams. (ekizze 2 213 
Situationsskizze der Schwefelquellen von Amboni 269 
Kroki des Gesechts bei Ehobib am 5. Dezember 1897 410 
Uebersichtoskizze des im Feldzuge gegen die Zwart- 
booi-Hottentotten durchzogenen Geländes 47 
Kroki des Gesechts bei Anabis am 20. Dezember 1897 419 
Kroki des Gefechts bei Klein-Tsaub am 4. Januar 1898 421 
Kroki des Gefechts am Grootberge am 26. Februar 1898 125 
Kroki des Artilleriekampfes im Gefecht am Groot- 
berge am 20. Februar 1898 427
        <pb n="22" />
        Verzeichniß 
der in den 
Nachrichten aue den deutschen Schuggebieten vorkommenden Känder-, Orts-- und Volkenamen. 
(In theilweiser Anlehnung an die Rechtschreibung auf den Kiepertschen Karten.) 
Ostafrika. 
Abercorn, Ort 169. 
Amakita, Dorf 349. 
Amboni, Dorf 268. 
Amboni-Quelle 136. 
Arusha nju, Missionsstation 266. 
Arusha-wazjini, Ort 2166. 
Arusha, Groß-, Landschaft 237. 
Bagamoyo, Ort 6, 30, 115, 165, 
267, 319, 380, 381, 406, 590, 697. 
Bakonde, Volk 81. 
Balongo, Volksstamm 239. 
Banda, Ort 241. 
Barikiwa, Station 621. 
Bassoda-Sece 56. 
Bethel, Missionsstation 209, 267. 
Bethel, Neu-, Missionsstation 797. 
Boma, Ort 589. 
Bondäi, Landschaft 234. 
Bubu, Fluß 56. 
Bueni, Ort 167, 590. 
Bugando, Landschaft 239. 
Bugurura, Landschaft 238. 
Buiti, Ort 692. 
Bukoba, Station 136, 621. 
Bukole, Landschaft 238, 239. 
Bukomc, Ort 238. 
Bukumbi, Landschaft 239. 
Bukumbi, Missionostation 238. 
Bulongoa, Ort 430. 
Bumbuli, Missionsstation 60, 209, 
211. 
Bundali, Landschaft 81, 697. 
Bundali, Volksstamm 698. 
Burungi, Landschaft 55, 56. 
Busisi, Ort 238. 
Butundwe, Landschaft 238. 
Bwara, Ort 695. 
Bwina, Insel 238. 
Chitoberg 169. 
Dabaga, Kulturstation 379, 454, 520, 
692, 693. 
Dar:zes-Saläm 2, 5, 6, 60, 80, 
320, 361, 381, 386, 388, 406, 520, 
512, 618, 689, 693, 696, 743, 832. 
Denhangeberg 239. 
Digoland 210. 
Dodoma, Ort 616. 
Donde, Landschaft 350. 
Drygalokigletscher 710. 
Dundungama, Ort 694. 
Duthuni, Ort 241. 
Dwanghire, Station 454, 621. 
Fipa, Landschaft 109, 242. 
Fischerstadt, Missionsstation 356,431. 
Fisigo, Fluß 619, 697. 
Filssini, Ort 695. 
Flulu, Berg 741. 
Franz Kaverstation 116. 
Friedrich Hoffmann-Pflanzung 
247, 519. 
Gale, Missionsstation 179. 
Gare, Missionöstation 235. 
Godegode, Ort 646. 
Gogo, Ort 210, 797. 
Gomani, Halbinsel 589, 590. 
Gomani, Dorf 590. 
Gombeka, Ort 211. 
Gombero, Ort 691. 
Gombo, See 240. 
Gondja, Ort 266 
Goniansa, Landschaft 266. 
  
Handei, Landschaft 267. 
Handéi-Hochland 387. 
Haupi, Landschaft 56. 
Hoffnungohöhe, Station 60, 210. 
Hohenfriedeberg (Mlaloy), Missiono- 
station 208, 267. 
DHumbwe, Ort 645. 
Ihume, Ort 646. 
JIkombe, Missionostation 382, 430. 
3 Inyamwanga, Landschaft 81. 
6 
Ipiana, Missionsstation 208. 
165, 168, 210, 236, 241, 247, 319, 
Jrangi, Landschaft 55, 56, 601. 
Iringa, Ort 167, 247, 320, 379, 
454, 520, 522, 542, 588, 621, 645, 
692 
Isanga, Ort 430. 
Itumba, Landschaft 247. 
Jtumbi, Ort 646. 
Jambe, Insel 589. 
Jassinbucht 590. 
Jumba-Wuanda, Ort 81. 
Kabwe-Berge 769. 
Kafya, Fluß 169. 
! 
Kagera, Fluß 242. 
Kala, Bach 744. 
Kalama, Fluß 169. 
Kalinga, Landschaft 454. 
Kalite, Ebene 56. 
Kalula, Ort 247. 
Kanda, Ort 430. 
Kandete, Fluß 698. 
Kansa, Landschaft 206. 
Kapufi, Ort 169. 
Karange, Insel 590. 
Karema, Missionsstation 242, 247, 
769. 770. 
Kawendi, Landschaft 242, 767. 
Kendwa-Magogoni, Ort 695. 
RKerenge, Ort 81. 
RKibitata, Dorf 743. 
Kibo, Berg 711. 
Kiboscho, Landschaft 265. 
Kibosho, Missionesstation 237, 207, 
356, 431. 
Kidete, Bach 240. 
Kidugala, Missionsstation 772. 
Kidunda, Ort 241. 
Kiemoni, Ort 269. 
Kifumangao, Ort 694. 
Kigema, Ort 241. 
Kigunguli, Dorf 605. 
Kihansi, Fluß 621. 
Kitale, Dorf 675. 
Kikokwe, Ort 107.
        <pb n="23" />
        Kikokwe, Pflanzung 387. 
Kikundi, Ort 618. 
Kikundi, Fluß 240. 
Kikunya, Arm des Rusiyi 695. 
Kilabugi, Missionsstation 743. 
Kilema, Missionsstation 247, 267, 
356, 431. 
Kilimandjaro, Gebirge 115, 167, 
234, 237, 265, 267, 356, 431, 710 
Kilimatinde, Ort 56, 241, 247, 646, 
69#. 
Kilindi, Dorf 695. 
Kilossa, Ort 239, 320, 519, 618, 
619, 6900. 
Kilwa, Ort 165, 320, 381, 406, 693, 
696. 
Kinamburu, Volksstamm 695. 
Kinamlansi, Volksstamm 695. 
Kinamomboka, Volksstamm 695. 
Kinamonero, Volkestamm 675. 
Kinamosango, Volksstamm 695 
Kinamtikino, Volksstamm 695. 
Kinamtulia, Volksstamm 695. 
Kinamtupa, Volksstamm 695. 
Kinapangaya, Volksstamm 695. 
Kindi, Landschaft 265. 
Kinga, Volk 430, 618. 
Kingani, Fluß 320, 590, 618. 
Kingo, Ort 618, 619. 
Kinole, Ort 619, 697. 
Kivindimbi, Bach 741. 
Kionga, Ort 381. 
Kirengwe, Ort 240. 
Kirokathal 618. 
Kirui, Insel 590. 
Kisaki, Station 239, 210, 320. 
Kisbugobach 237. 
Kisokwe, Missionsstation 116, 277, 
646. 
Kisserawe, Ort 60, 210, 23S, 200 
797, 798. « 
Miidju,Vach694. 
Kissidju, Ort 694. 
Kifuani, Ort 167, 266. 
Litiwo, Ort 236. 
Kitshi-Berge 695 
Kioindyi, Ort 695. 
Kivu, See 276, 621. 
Ktwere, Landschaft 81, 247. 
Kiwira, Fluß 697. 
Koln, Missionsstation 179. 
Kollasini, Ort 246. 
man 81, 241, 430, 698, 743, 
Rondoa, Ort 56, 619. 
Kondoafluß 56. 
Konduzi-Ebene 56. 
Konghonda, Ort 646. 
orogwe, Missionsstation 235, 388. 
I 
XXIII 
Kuirenga, Ort 247, 361. 
Kulumba, Landschaft 56. 
Kungulio, Ort 241, 350 
Kungwe, Fluß 770. 
KArvali, Flußarm des Mgtta 621. 
  
  
  
  
Kwa Damassi, Ort 56 
Kwa Mgunda, Ort 240. 
Kwa Ngombo, Ort 240. 
Kwa Nyagallo, Landschaft 56. 
Kwa Towera, Ort 644. 
Kwai, Station 5, 6, 28, 115, 
168, 235 247, 266, 296, 320, 
519, 520. 
Kwale, Insel 589, 691. 
167, 
361, 
Langenburg, Station 8l, 430, 
698. 
Lewa, Pflanzung 321, 520 
Likininda, Landschaft 454, 589, 692 
Lindi, Ort 241, 359, 381, 406, 621, 
741. 
Litampa, Landschaft 81. 
Livingstone-Gebirge 349. 
Lolo, Ort 619. 
Londo, Landschaft 711. 
Luöngera, Fluß 234, 267. 
Lukwangula, Berg 619, 696. 
Lunga, Fluß 1697. 
Lupembe, Ort 621. 
Lussissi, Fluß 212. 
Lutindi, Ort 209, 798. 
697, 
Madiboro, Ort 154. 
Madschame. Missionostation 207. 
Masia, Insel 4. 
Mafiti, Volk 240. 
WMagamba, Landschaft 266. 
Magoko, Fluß 239. 
Magrotto, Pflanzung 321. 
Mahenge, Landschaft 350. 
  
Mahengo, Dorf 589. 
Malagarasi, Fluß 241, 242, 769. 
Mamba, Missionsstation 267. 
Mamba, Arm des Mgeta 621. 
Mamboia, Missionosstation 116, 277. 
Mandera, Missionostation 267. 
Maneromango, Missionsstation 210, 
299, 45. 
Manga, Bach 620. 
Mangati, Landschaft 55, 56. 
Manow, Missionostation 382, 130, 
431. 
Mansa, Dorf 589. 
Mansabucht 589. 
NManyara, See 79. 
Manyema, Landschaft 1114. 
Manza, Dorf 590, 632. 
Maposseni, Ort 350. 
Marangu, Ort 265. 
  
Marenga mkali, Ebene 57, 646. 
Märuberg 266. 
Mariahilf, Missionsstation 247. 
Marongo, Ort 691. 
Masinde, Station 167, 267, 320. 
Massai, Volk 4, 237, 240, 431, 646. 
Massaisteppe 167. 
Matambulu, Ort 646, 647. 
Matengo, Volk 349. 
Matengo-Berge 349. 
Matumbi-Berge 695. 
Matwiga, Landschaft 619. 
Matwiga, Dorf 696. 
Mbaffu, Bach 693. 
Mbaffu, Dorf 693. 
Mbalu, Missionsstation 209. 
Mbaramu, Missionsstation 209. 
Mbes:, Fluß 693. 
Mbumi, Arm deo Rufiyi 695. 
Mgaramo, Dorf 239. 
Mgeta, Fluß 619. 
Mgolombo-Berge 56. 
Mgota, Ort 240. 
Mhansa, Bach 619. 
Mharuli, Ort 350. 
Mhonda, Missionostation 30, 265, 267. 
Mikindani, Station 165, 296, 359, 
381, 406. 
Minaki, Ort 210, 797. 
Mirambo, Ort 81. 
Mijuyi, Missionsstation 116, 517. 
Mjimwema, Ort 695. 
Mkamba, Fluß 693, 6941. 
Mkatta-Ebene 690. 
Mkatta, Fluß 239, 618. 
Mkomasi, Fluß 234. 
Mkono Manyansa, Fluß 239. 
Mkulumusi, Fluß 268, 589. 
Mkurue, Landschaft 81. 
Mkuyu, Bach 61)0. 
Mlagarassi-Fälle 711. 
Mlalo, Missionsstation 200, 236, 266. 
Mlangali, Ort 4541, 
Mlogolo, Ort 15. 
Moa, Ort 321, 7941. 
Moabucht 590. 
Mohoro, Landschaft 57, 693. 
Mohyhoro, Station 695, 696. 
Mombo, Ort 231, 266, 320, 689. 
Monga, Ort 692. 
Morogoro, Landschaft 618. 
Morogoro (Mrogoro), Missions= 
station 618, 621. 
Moschi, Ort 98, 237, 217, 265, 267, 
361, 431, 520, 621, 710. 
Mpapua-Ebene 57. 
Mpapual Wpwapwat, Station 116, 
239, 240, 616. 
Mrogoro siehe Morogoro.
        <pb n="24" />
        Msala, Ort 695. 
Msalala, Landschaft 239. 
Msimbasi, Bach 268. 
Msingathal 619. 
Mssambanya manye, Dorf 694. 
Mssindadyi, Ort 695. 
Mssolo, Dorfs 693. 
Mssonga, Ansiedelung 694. 
Mtai, Missionsstation 266. 
Mtansa, Ort 320. 
Mtitu, Fluß 693. 
Mtoni, Ort 693. 
Muakaleli, Missionostation 383. 
Muakareri, Missionsstation 430. 
Muansa, Ort 5, 136, 238. 
Muensange, Missionostation 210. 
Mufindi, Station 772. 
Muhanga, Landschaft 1541. 
Muhenne, Ort 115. 
Muhesa, Ort 388, 648, (689. 
Muingirro, Landschaft 239. 
Muinisagara, Station 240, 619. 
Mukondokwa, Fluß 618. 
Muoa, Plantage 387. 
Murunasi, Ort 238. 
Mwandala, Ort 693. 
Mwansa, Station 433, 621. 
Mwera, Pflanzung 387. 
Mweri, Landschaft 238. 
Mwoa, Ort 692. 
Nassa, Missionostation 116. 
Nassibugani, Dorf 694. 
Nayo, Landschaft 56. 
Nera, Landschaft 239. 
Ngambo, Pflanzung 750. 
Ngare-Motonbach 237. 
Ngeraiigi, Ort 454. 
Ngerengere, Fluß 320, 618. 
Ngoma itole, Ort 741. 
Nguelo, Ort 407. 
Nguru, Landschaft 115. 
Nguru-Berge 265, 697. 
Njiembere, Landschaft 81. 
Nserugurura, Ort 238. 
Nyagatwa, Aolkf 695. 
Nyakamaga, Ort 239. 
Nyakawengwe, Landschaft 239. 
Nyangai, Ort 645. 
Nyangalio, Volk 695. 
Nyanyani, Ort 692. 
Nhyapembe, Ansiedelung 695. 
Nyassa, See 241, 319, 520, 621, 
697, 710, 794, 705. 
Nyavarongo, IFluß 212. 
Nyemssati, Ort 695. 
Nyongoniquellen 137. 
Nyrega, Ort 81. 
XXIV 
Pande, Ort 691. 
Pangani-Fälle 647. 
Pangani, Fluß 115, 169, 234. 
Pangani, Ort 136, 165, 167, 169, 
321, 381, 406. 
Pare, Landschaft 209, 2066. 
Paregebirge 167, 266. 
Pasisimia, Ort 210, 797. 
Pawaga, Lamschaft 645. 
Pawaga, Ort 645. 
Pemba, Ort 695. 
Perondo, Ort 621. 
Pugu, Missionsstation 4, 239, 241, 
619. 
Puguberge 239, 618. 
Nickwa, See 81, 82, 169, 212. 
Nombo, Langyschaft 356. 
Ruaha, Fluß 167, 212, 645, 693. 
Ruända, Landschaft 242, 276. 
Rubeho-Berge 696. 
Rufiyi, Fluß 268, 320, 350, 589, 
621, 694, 695 
Rufu, Fluß, s. Runn. 
Rufutoberge 240. 
Rugota, Dorf 675. 
Ruguvu, Fluß 769, 770. 
Ruhoi, Fluß 137. 
Ruhuhu, Fluß 350. 
Ruipa, Fluß 621. 
Rukwa-See siehe Rickwa-Sec. 
Rungemba, Ort 454. 
Rungwe-Berg 791. 
Rusotto, Landschaft 267, 320. 
Russissi, Fluß 276. 
Rutenganio, Missionsstation 203, 
743, 795. « 
Ruvu, Fluß 234, 619, 697. 
Ruvuma, Fluß 211, 242, 621. 
Ruvuvu, Fluß 212. 
Saadani, 
500. 
Sabruma, Ort 350. 
Saisi, Fluß 169. 
Sakarre, Plantage 266. 
Sakamaganga, Ort 350, 621. 
Salale, Ort 695. 
Samangombe, Dorfs 82. 
Schemahombe, Ort 266. 
Sega, Ort 692. 
Seissi, Fluß 82. 
Shira-Gebirge 711. 
Shumme, Landschaft 266. 
Sigi, Fluß 137, 268, 5870. 
Simba-Uranga, Landschaft (605. 
Sindadyi, Ort 694. 
Singa, Ort 646. 
Singino, Hügel 381. 
Ort 115, 380, 381, 406, 
Smith-Sund 238. 
Songea, Station 349, 621, 659. 
Songwe, Fluß 169. 
Sonne, Fluß 210. 
Ssamanga, Ort 6895. 
Ssindi, Fluß 2412. 
Ssonga-Verg 619. 
Ssuwa kwa Manangwa, Ort 238. 
St. Antonius, Missionsstation 547. 
Stuhlmannsund 238. 
Suaheli, Volk 209. 
Sungwi, Ort 210, 797. 
Tabora, Station 5, 241, 242, 621. 
Tanda, Ort 209. 
Tandala, Missionsstation 431, 772. 
Tanga, Stadt 5, 165, 169, 179, 209, 
234, 265, 268, 296, 299, 319, 320, 
381, 386, 388, 406, 589, 590, 648. 
689, 691, 743, 798. 
Tanganyika, See 80, 116, 144, 183, 
I 
241, 547, 694, 710, 769, 770. 
Tangata-Bucht 590. 
Tarawanda-Sumpf 234. 
Tatöga (Wataturu), Volk 601. 
Taua, Ort 619. 
Tewe, Missionsstation 209. 
Thanghaera, Ort 590. 
Tisso, Landschaft 56. 
Tongoni, Ort 691. 
Tschikombo, Ort 6404, 647. 
Tschomme, Landschaft 266. 
Tschongolianibucht 589. 
Tshadruma, Fluß 621. 
Tshakwatisee 695. 
Tshunyo, Dorf 646. 
Tununguo, Missionsstation 619, 697. 
Uassi, Landschaft 56. 
Ubena, Landschaft 242, 217, 743, 772. 
Uduhe, Landschaft 239. 
Udjidji, Landschaft 277. 
Udjidji, Station 169, 242, 627. 
Ufiome, Landschaft 55, 56. 
Ugalla, Fluß 242. 
Uganda, Landschaft 136, 431, 547, 
604, 710, 
Ugogo, Landschaft 55, 56. 
Uha, Landschaft 242. 
Uhehe, Landschaft 167, 168, 242, 349, 
umlmkwega, Landschaft 
379, 410, 430, 454, 588, 621, 793. 
Ukia, Ort 242. 
602. 
Ulanga, Fluß 168, 350, 621. 
Ulenge, Insel 589. 
Uluguru, Gebirge 
619, 696, 697. 
Uluguru, Landschaft 618. 
Umbugwe, Landschaft 266. 
513, 601, 618,
        <pb n="25" />
        Union, Pflanzungen 387. 
Unvamwesi, Landschaft 547, 601. 
Unnirujembe, Landschaft 81. 
Unyka, Landschaft 81, 698.. 
Unyka, Volk 698. 
Urambo, Ort 383. 
Urima, Landschaft 239. 
Uru, Landschaft 25. 
Uruguruberge 237. 
Urundi, Landschaft 116, 241, 242, 
276, 577. 
Ururi, Missionsstation 277. 
Usambara, Landschaft 4, 6, 115, 
167, 210, 234, 265, 266, 207, 320, 
388, 407, 519, 619, 648, 688, 639, 
(697 742. 
Usambara-Berge 167, 1#8#, 109 
234, 266. 
Usambiro, Landschaft 239. 
Usaramo, Landschaft 238. 
Ushirombo, Landschaft 116, 247,547. 
Useguha, Landschaft 115, 265, 519. 
Usige, Ort 116, 276, 547. 
Usindja, Landschaft 238. 
Ueèmco, Landschaft 236. 
Ussagara, Landschaft 116, 277, 513, 
618. 
Ussagara-Verge 240. 
Ussandaui, Landschaft 55, 242. 
Ussangu, Landschaft 247. 
Ussure, Landschaft 242. 
Usumbura, Station 116, 277. 
Usungwe, Landschaft 454, 588, 693. 
Utengule, Ort 32. 
Utschungwe-Berge 349. 
Uvinsa, Landschaft 242. 
Uwemba, Landschaft 81. 
Uyui, Ort 242. 
- 
Victoria-Ryansa 79, 116, 167, 
169, 183, 238, 241, 433. 
Bidwale, Ort 241. 
NVikindo, Ort 693. 
Vilansi, Ort 693. 
Wadigo, Volk 209. 
Wadonde, Volk 695. 
Vadschagga, Volk 265, 267. 
Wagogo, Aolk 240, 646. 
Wahehe, Volk 115, 247, 380, 454 
645, 692. 
Wahumbo, Volk 644 
Wahutu, Volk 547. 
Wakami, Volk 620. 
Wakifi, Volk 698. 
Wakonde, Volk 698. 
Valuguru, Volk 620. 
Vani, Fluß 590, 618. 
Wampoto, Volk 349. 
XXV 
VWandengereko, Volk 694. 
Wandorobbo, Volkostamm 266. 
Wangatwe, Aolk 695. 
Wangoni, Volk 242, 319. 
Wanyamwesi, Uolk 383, 619. 
Wanyassa, Volk 349. 
Wapawaga, Volk (102 
Wapaye, Volk 695. 
Warundu, Volk 276. 
Warungi, Volk 577. 
Wasaramo, Volksstamm 210, (0/4. 
Waschensi, Volk 615. 
Waseguha, Volk 115. 
Washambaa, Volk 2009. 
Washirasi, Volk 605. 
Wasindja, Volk 238. 
Wasungwa, Volk 45. 
Wassagara, Volk 619. 
Wassagira, Volk 454. 
Wassangu, Volk 619. 
Waswahili, Volk 695, 
Wataturu, Volk 601. 
Watusi, Volk 547. 
Wawendi, Volk 770. 
Wilhelmöthal, Ort 320, 659, 688. 
Wuanda, Landschaft 81. 
Wudeh, Landschaft 260 
Wuga, Missionostation 209, 299. 
Wungu, Landschaft 81. 
BYamegoafelsen 646. 
Yaya, Ort 695. 
Kamernn. 
Abanda, Ort 622. 
Abessule, Dorf 503. 
Abo, Landschaft 651. 
Adamaua, Landschaft 272, 355. 
Akok, Ort 503. 
Akwa-Nafe, Fluß 110, 649. 
Ambaobucht 204. 
Amogubane, Ort 171. 
Angom, Missionsstation 546 
Baduma, Dorfs 650. 
Bai Bakotta 277. 
Bakelli, Zwergvolk 502. 
Bakoko, Aolk 20, 457, 501. 
Bakoko-VBerge 501. 
Bakong, Land 649, 651. 
Bakundu, Land 610. 
Bakundu, Nolk 651. 
Bakundu-ba-Foc, Dorf 651. 
Bakundu-ba-Kake, Dois 651. 
Bakundu-ba-Konye, Dorf 650. 
Bakwiri, Volksstamm 50)9, 651, 655. 
Bali, Ort und Landschaft 461. 
Bali, olk 411. 
Balinga, Ort 622, 623. 
Balinga, Aolk 622, 652. 
Balingasenn, Ort 623. 
Balombe, Dorf 651. 
Balong, Volk 655. 
Balunda, Volk 655. 
Balundu, Land 298. 
Bamba, Pflanzung 459. 
Bambam, Ort 174. 
Bambuko, Land 298. 
Bambuko, Aolk 298. 
Banaka, Aolksstamm 545. 
Bane, Landschaft 173, 174, 4998. 
Bane, Volk 299, 411, 502, 644. 
Banyang, Land 618, 649. 
Bapuku, Volk 545. 
Baraka, Station 546. 
Baro, Dorf 649. 650. 
Barombi, Aolksstamm 298. 
Barombi ba Mokundane, Ort 278. 
Barongo, Volk 641. 
Batanga, Land 61, 648, 649. 
Batanga, Station 545, 546. 
Batanga, Groß-, Ort 61, 174, 503, 
504, 833. 
Batanga, Volk 649. 
Bati, Volk 622, 652. 
Batschenga. Landschaft 622. 
Batschenga, Volk 354, 622, 652. 
Bawea-Baffia, Dorf 651. 
Bawenka, Ort 651. 
Bawo, Ort 297. 
Belldorf, Ort 274. 
Bemiata, Volk 652. 
Benjata, Volk 354. 
Besse, Fluß 298. 
Betika, Dorf 619, 650. 
Bibundi, Fluß 298. 
Bibundi, Ort 29, 297, 20/8. 
Bijinde, Ort 361. 
Bilobi, Ort 503. 
Bionijie, Ort 503. 
Bipindi, Ort 175, 498, 500, 501, 
504, 520. 
Boa, Ort 298. 
Boana, Ort 655. 
Bodiman, Landschaft 655. 
Bola, Ort 410. 
Bombe, Ort 651, 654, 655. 
Bombonge, Ort 650. 
Bona, Dorf 650. 
Bo naberi, Missionsstation 655. 
Bonabile, Missionsstation 655. 
Bonaku, Ort 655. 
Bonemanda, Ort 450. 
Bonge, Ort 207, 298, 650. 
Boniadikombo, Ort 2/78. 
Borlinga, Ort 351. 
Buambi, Station 509.
        <pb n="26" />
        Buana, Vorwerk 795. 
Bucèa, Station 82, 98, 171, 203, 
217, 410, 460, 461, 463, 520, 651, 
652, 655, 770, 795, 831, 832. 
Buli, Volk 58, 61, 173, 299, 411, 
498, 499. 546. 
Bumana, Ort 298. 
Bwenga, Missionsstation 655. 
Calabar, Ort 648, 649, 651. 
Campo, Fluß 61, 173. 
Campo, Ort 170, 173, 174, 411, 503, 
504. 
Croß-Fälle 648, 651. 
Croß, Fluß 649, 650. 
Dandungu, Ort 273, 277, 652. 
Dibamba, Fluß 298. 
Dibendja, Dorf 650.. 
Diewo, Ort 651. 
Dikingi, Ort 298. 
Dikomi, Ort 298. 
Diongo, Ort 298. 
Divitute, Fluß 298. 
Düben-Fälle 297. 
Ebishimbi, Ort 622. 
Eboloa, Missionsstation 502. 
Ebolowoe, Missionsstation 61, 546. 
Edea, Station 85, 296, 454, 457, 
458, 500. 
Edie, Missionsstation 654, 655. 
  
I 
Edie, Volksstamm 655. 
Efulen, Missionsstation 61, 503, 546 
Ehikihiki,. Missionsposten 61. 
Ekiliwindi, Dorf 410, 650. 
Ekokoboma, Dorf 650. 
Ekumbe, Dorf 651. 
Ekumbe Ndene, Ort 297. 
Ekundu, Ort 297. 
Elama, Ort 175. 
Elandi, Ort 652. 
Elatte, Missionsstation 546. 
Eluka, Ort 622. 
Engelberg, Missionsstation 85, 509. 
Epossi, Ort 502. 
Epussi. Ort 499. 
Esumbambombo, Ort 175. 
Esu Errorop, Ort 410. 
Etanga, Dorf 503. 
Evune, Station 61. 
Fan-Ebene 771. 
Fang, Volk 546. 
Fave, Ort 649. 
Fernando Po, Insel 170, 204. 
Gabun, Fluß 546. 
Gabun, Ort 170, 171, 4600—46. 
Gandu, Landschaft 670. 
  
XXVI — 
Gasa, Ort 273. 
Gonoa, Volksstamm 173, 174. 
Genoa, Ort 175, 502. 
Goma, Ort 503 
Jamböng, Ort 174. 
Jangassu, Landschaft 622. 
Jemejeme, Volksstamm 503. 
Jeneballa, Ort 174. 
Jengone, Volksstamm 174 
Jewol, Volkostamm 502. 
Ikoi, Ort 649. 
Iloani, Ort 298. 
Johann Albrechtshöhe, Station 
98, 247, 410, 411, 520, 649— 651. 
Joko siehe Yoks. 
Isongo, Pflanzung 29. 
Itadi (Metadi), Dorf 650. 
Itoki, Ort 649, 650. 
Itoki na N'Golo, Ort 138. 
Jürshöhe 655. 
Kamerun, Ort 386, 412, 454, 459, 
504, 509, 542, 650, 651, 690, 737. 
831. 
Kamerunfluß 45t. 
Kamerungebirge 170, 204, 831. 
Kame-Yaunde, Volk 175, 502. 
Kangasana, Ort 499. 
Kaune, Ort 601. 
Kiango, Fluß 499, 503. 
Kienge, Ort 503. 
Kiliwindi, Ort 649. 
Kitti, Ort 356. 
Komaka, Dorf 503. 
Kosse, Ort 298. 
Kosse, Fluß 298. 
Kottasee 138. 
Kribi, Fluß 503. 
Kribi, Bezirksamt 85, 173, 296, 413, 
498, 501, 504, 50, 623, 737. 
Kubana, Ort 174. 
Kule, Ort 622, 652. 
Kum, Ort 503. 
Kumba, Fluß 411. 
Kumba, Ort 297, 650. 
Kumba-Baji, Ort 650. 
Kumbane, Dorf 650. 
Kumbe, Volk 411. 
Kunda-Kunda, Ort 648 
Kunde, Ort 355. 
Kupe-Verg 770. 
Kwakwa, Fluß 454, 459. 
Likam, 
Lisoka, 
Ort 650 
Ort 651. 
Limbe, Fluß 460. 
Limbe, Vorwerk 795. 
Lobedorf, Missionsposten 61. 
  
Lobethal, Missionsstation 455 ff., 
654, 770. 
Lokundje, Fluß 499, 501, 502. 
Lolodorf, Station 173, 411, 498, 
501, 502 
Luderitzbucht 275. 
Lungasi, Landschaft 51 
Mabea, Landschaft 58, 50-. 
Mabea, Volk 58, 61, 503, 504. 
Jenjok, Volköstamm 498, 499, 503. Mabo ng, Ort 499. 
Maidi, Bach 650. 
Malimba, Ort 455, 458, 459. 
Mana, Fluß 649. 
Manenguba, Berg 771. 
Mangala, Volksstamm 655. 
Mangamba, Landschaft 655. 
Mangidha, Volk 652 
Mangissa, Volk 622, 652. 
Mapanya, Missionsstation 85, 460,, 
509. 
Mapoa, Landschaft 502. 
Mapoa, Ort b502. 
Mariaberg, Missionsstation 456, 459. 
Marienberg, Missionestation 29, 85, 
509. 
Marombüäü, Ort 651. 
Massaka, Ort 650. 
Massimo, Ort 651. 
Matamape, Ort 500, 501. 
Matemape-Berge 500. 
Mavu, Dorf 503. 
Mbam, Fluß 464, 622, 652. 
Mbengasumpf 175. 
Mbolo, Dorf 650. 
Mbule, Ort 772. 
Mbumba, Fluß 273. 
Meme, Fluß 297, 650. 
Menage, Ort 622, 623. 
Mesambe, Ort 651. 
Meta, Dorf 649. 
Mfan, Aolk 499, 503. 
Mfun, Fluß 771. 
Minjue, Dorf 499. 
Milssimanje, Ort 500. 
Mokonye, Ort 411. 
Mokundange, Pflanzung 29. 
Mokuri, Dorfs 650. 
Monge, Fluß 298. 
Mongonge, Ort 298. 
Monte Café, Pflanzung 170. 
M'pangwe, Volk 504. 
Mpobo, Missionsstation 655. 
Mschama, Fluß 273. 
Mukurri ma muto, Berg 298. 
Mukurri Molöke, Berg 298. 
Mundame, Ort 355, 410, 464, 520, 
649, 650, 651. 
Mungo, Fluß 355, 65.00, 651, 655.
        <pb n="27" />
        Mussingele, Fluß 298. 
Mussombe, Fluß 298 
Mvelle, Volk 273, 354, 652. 
Ndemwe, Ort 652. 
Ndeng-Ndeng, Dorf 622. 
Ndian, Ort 649. 
Ndian, Fluß 649. 
Ndobe, Ort 297. 
Ndogobesol, Volk 655. 
Ndogotunda, Dorf 455. 
Ndokok, Volk 655. 
Ndove, Ort 650. 
Ngaumdere, Ort 173, 272, 355. 
Ngedde, Ort 622. 
Ngila, Ort 622. 
Ngobaiang, Ort 502. 
Ngobaiang, Landschaft 502. 
Ngoko, Fluß 273. 
Ngoko, Ort 273. 
Agolo, Landschaft 297, 649. 
Ngolo, Volksstamm 649, 651. 
Ngulemakong, Ort 174. 
Agumba, Volk 499, 500, 503. 
Ngusi, Ort 772. 
Ngutte, Ort 652. 
Nienne, Ort 498. 
Niong, Fluß 456. 
Nkan, Missionsstation 655. 
Nkoletanga, Ort 503. 
Nkongemekak, Missionsstation 61. 
Nkosi, Landschaft 655, 772. 
Nkuru, Ort 648. 
RNlonako, Berg 771. 
Nioni, Volk 644, 652. 
Ntume, Landschaft 546. 
Ntume, Volk 652. 
XXVII 
Sakoi, Volksstamm 174, 498, 499. 
Sambosä (Zamböng), Ort 174. 
Sanaga, Fluß 272, 297, 354, 454, 
622, 652. 
Sangha, Fluß 173. 
Sanje, Ort 298. 
Sas Thomsé, Insel 170. 
—.— Stadt, 170. 
Sassongo, Volk 504. 
Simekoa, Ort 652. 
Simu, Ort 273. 
Soppo, Ort 274, 411. 
Suelaba, Halbinsel 203. 
Susa, Ort 655. 
Tatanien, Ort 650, 651. 
Tibati, Landschaft 273, 297, 652. 
Tschadsee 689. 
Tsoa, Fluß 650. 
Tunga, Ort 173, 498, 499, 501. 
Uesso, Ort 273. 
Uonge, Fluß 298. 
Vevoka, Ort 649. 
Victoria, Ort 35, 170, 204, 247, 
361, 411, 412, 454, 459, 520, 641, 
650, 651, 652, 655, 690, 737, 742, 
795, 832. 
Wasserfall, Ort 504. 
Watavé, Ort 622, 623, 652. 
Wellekuma, Ort 500. 
Wenke, Ort 273, 354. 
Winnjok, Volk 502. 
Witu-Gebiet 354. 
Wogamug, Volk 174. 
Wuri, Landschaft 655. 
Kyasoso, Nissionsstation 655, 770. 
Nyong, Fluß 174, 833. 
Ogan, Dorf 502. 
Ogowe, Fluß 546. 
Okalansama, Ort 173. 
Okobo, Zollstation 648, 649, 651. 
Okalenschama, Dorf 498. 
Okpohobet, Ort 648. 
Ossa-See 457, 458. 
Panaga, Fluß 354, 355. 
Quamalumba, Ort 499, 500, 501. 
Luambo, Landschaft 502. 
Quaqua siehe Kwakwa. 
Rickards-See 651. 
Nio del Rey, Fluß 649. 
RNio del Rey, Station 138, 297, 410, 
641, 648, 650, 651. 
Rumbi-Verge 648, 649, 651. 
  
Wute, Volk 297, 354, 622. 
Wutschaba, Ort 272, 297, 354, 622. 
Babi, Volksstamm 655. 
Yanda, Landschaft 174. 
Yaunde, Station 94, 173, 272, 206, 
297, 361, 411, 501, 623, 651. 
Yok6, Ort 272, 354. 
Zamba, Dorf 622, 623. 
Zimu, Ort 173. 
Togo. 
Abutia, Ort. 688. 
Abutia:-kloe, Ort 112. 
Adaklu-Gebirge 688. 
Adaklu Waya, Ort 142, 
Adeli, Landschaft 655, 
Adjido, Ort 143, 176, 323. 
Adye, Ort 82. 
Agöme Palime, Ort 176, 207. 
Agu, Berg 549. 
Agu-Nyögbo, Ort 112, 549. 
Akeppe, Ort 143. 
Akovierhe, Ort 142. 
Akposso, Landschaft 207. 
Akposso-Berge 205. 
Alafanyo (Alavanyo), Ort 143. 
Aledjo-Katara, Ort 83. 
Alibi, Ort 84. 
Amakpavhé, Ort 688. 
Amakpophé Kpelle, Ort## 205. 
Amedjohve, Ort 95, 1142, 175, 519. 
Amutive, Ort 143. 
Ananse, Missionsstation 549. 
Anfoi (Ansfobê), Ort 142, 143. 
Anum, Ort 655. 
Aquenipe, Ort 143. 
Atakpame, Ort 175, 206. 
Atakpame, Landschaft 204. 
Atakpame-Berge 206. 
Avatime, Landschaft 94. 
Ayorto, Fluß 205. 
Badji, Ort 176. 
Bafilo, Ort 82. 
Bagida, Ort 143, 176, 208. 
Bassari, Ort 83, 175, 591. 
Batikovhe, Ort 205. 
Batome, Ort 688. 
Bismarckburg, Ort 143. 
Blitta, Ort 84. 
  
Boém, Landschaft 655. 
Borada, Ort 113. 
Bugu, Ort 84. 
Bume, Ort 143. 
Dadaure, Ort 82, 83. 
Dako, Ort 83, 175. 
Dekbenu, Ort 143, 176. 
Do Koffi, Ort 205. 
Deokpe, Missionastation 519. 
Esse, Stadt 205. 
Evhe, Land 549. 
Evrhe, Volk 549, 550. 
Fullani, Volk 83. 
Game (Gamme), Ort 205, 688. 
Gawe (Gaphe), Ort 688. 
Gbumkope, Ort 143. 
Gley, Dorf 205. 
Gobi, Ort 84. 
Gridji, Ort 142, 143, 176. 
Groß-Popo, Ort 207. 
Guamang, Ort 143. 
Gyeasekang, Ort 143. 
Haho, Fluß 205, 587, 688. 
Ho, Missionsstation 60, 112, 175, 518. 
Inakopi, Ort 176.
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        Kabure (Kapre), Landschaft 83. 
Kambole, Ort 84. 
Keta, Missionsstation 519. 
Kete-Kratshi, Ort 93, 94, 98, 247, 
361, 520, 655, 742. 
Ketschenke, Ort 175, 655. 
Kirikiri, Ort 82, 175. 
Klein-Popo, Ort 31, 121, 142, 143, 
XXVIII 
Tabale, Ort 83. 
Tapa, Landschaft 93. 
Togo, Ort 143, 175, 8#2. 
Togodo, Ort 688. 
Togo-See 587. 
Towe, Ort 142, 519. 
175, 176, 204, 207, 209, 323, 386, 
Ishegbo, Ort 204. 
587, 688. 
Kotokoli, Landschaft 82. 
Kowesi, Ort 204. 
Kpändo, Ort 143, 175, 176, 655. 
Kpatove, Missionsstation 550. 
Kpeme, Ort 175, 176. 
Kpengoe, Ort 112. 
Kratshi, Ort 175. 
Kumape, Ort 204. 
Kumene, Ort 83. 
Kufhunti, Ort 83, 81. 
Kutjoni, Ort 84. 
Leklebi, Ort 142 
Lome, Ort 121, 142, 143, 175, 176, 
207, 208, 323, 520, 512, 549, 587, 
688. 
Mangu, Ort 175. 
Matse, Ort 142, 550. 
Misahöhe, Ort 93, 175, 299. 
Monu, Fluß 206, 653, 688. 
Muatshae, Ort 205. 
Mutschi, Ort 205. 
Ntshumuru, Ort 143. 
Nyamassilac, Ort 83. 
Nyogbo, Ort 548. 
Palime, Ort 175, 176. 
Panto (Kpändo), Ort 143. 
Panyanga, Ort 83. 
Parataü, Ort 83, 84. 
Pasa, Ort 83. 
Passuäü, Ort 81. 
Pedome, Ort 205. 
Pessi, Ort 81. 
Porto-Seguro, Ort 142, 143, 175, 
176. 
Potoku, Ort 143. 
Quadjovihope, Ort 113. 
Sansanne Mangu, Ort 587. 
Sebbe, Ort 121, 175, 176, 207. 
Seva, Ort 143. 
Sio, Fluß 587. 
Soholo, Ort 176. 
Sokode, Missionsstation 540 
Sudu, Ort 33. 
Sugu-Wangara, Station 83 
Trogode, Ort 83. 
Tshamba, Ort 82. 
Tshautsho, Landschaft 591. 
Vakpo, Ort 143. 
Volta, Fluß 121, 655. 
Wodie, Ort 142. 
Woga, Ort 201. 
Worawora, Ort 95, 113, 175, 655. 
Vo, Dorf 95. 
Südwestafrika. 
Achas, Groß-, Ort 118, 122, 426. 
Achas, Klein-, Ort 418, 422. 
Aimab, Ort 421. 
Anabis, Wasserstelle 416, 418. 
Angra Pequena, Ort 770, Beil. zu 
Nr. 17. 
Ariam, Ort 5. 
Aub, Ort 415, 122. 
Aub, Groß-, Ort 418. 
Aub, Klein-, Ort 417. 
Barmen, Groß-, Ort 305. 
Bau Wasser 122. 
Berg-Damara, Nolk 741. 
Bersaba, Missionsstation 770. 
Bethanien, Ort 300. 
Bethanis, Ort 122, 428. 
Bondels, Volksstamm 5. 
Chobib, Ort 115. 
Etendecka-Gebirge 422. 
Franzsontein, Ort 115, 414, 420, 
421, 422, 426, 744. 
Gammamo, Station 242, 506. 
Gam-Onia, Wasserstelle 424. 
Gaus, Ort 418. 
Gauwasser, Fluß 422, 123, 426, 429. 
Ghaub, Ort 179, 299, 714. 
Gibeon, Ort 5, 274, 299, 506, 
515, 770. 
(Jobabio, Ort 753. 
Gokhas, Ort 2907. 
Gorab, Wasserstelle 421. 
Gowarib, Ort 124. 
Grootberg 208, 414, 418, 122, 
421, 426, 428, 420. 
Grootfontein, Ort 420, 517. 
423, 
Herero, Volksstamm 29, 60, 418, 
421, 422, 123, 506, 591, 624, 741. 
Hereroland 60, 209, 415, 543. 
Hoakhanas, Ort 87, 299. 
Huns, Ort 5. 
Kakatswa, Ort 422. 
Kamaniab, Ort 422, 424. 
Kautamap, Ort 422. 
Keetmanshoop, Ort 5, 115, 232, 
325, 506, 545, 770. 
Keirob, Ort 421. 
Keium, Ort 415, 422. 
Khanfluß 507. 
Khauas-Okava, Ort 418, 121. 
Kubub, Landwirthschaftliche Station 
275, 654. 
Kung-Buschmänner, Volk 591. 
Lüderitzbucht 654, 742, 767. 
Modderfontein, Ort 505. 
Nabis, Ort 770. 
Nama, Aolksstamm 300, 770. 
Namakwaland (Namaland) 
299,. 770. 
Namatanga, Ort 422. 
Narachaams, Ort 416, 422. 
Nonidas, Ort 5. 
Nugas-Wasser 422, 428, 429. 
61, 
Okahandya, Ort 506, 517, 741. 
Okombahe, Ort 744. 
Olifantskup, Ort 419, 122. 
Olukunda, Ort 591. 
Omaruru, Ort 324, 418, 547, 621. 
Omaruru, Groß-, Ort 418, 420. 
Omaruru, Klein-, Ort 420. 
Omburo, Ort 415, 413, 421. 
Omupanda, Ort 299, 591, 745. 
Onanjama, Mitsionostation 17). 
Ondjiva, Missionsstation 179, 715. 
Oranjefluß 654. 
OtyihoaEnena, Ort 744. 
Otyikondo, Ort 421, 422. « 
Otyimbingwe,Lrt275,299,324, 
505, 506, 545, 547, 653, 744. 
Otyiruze, Ort 744. 
Otyitambi, Ort 414 ff. 
Dutjo, Ort 305, 414, 421, 517. 
DT 
1 
l 
Ovambo, Landschaft 179, 277, 591, 
686, 687, 744. 
Ovambo, Volk 55|1, 715. 
Pallafontein, Ort 421. 
Rehoboth, Ort 506, 686. 
Richthofen, Bahnstation 743. 
Nietmond, Ort 299, 770. 
Rössing, Bahnstation 713.
        <pb n="29" />
        Sorris-Sorris, Ort 422, 426, 428. 
Swakopmund, Ort 5, 6, 179, 324, 
426, 505, 506, 543, 547, 653, 654,. 
690, 742. 
Topnar-Hottentotten 422, 423, 
644. 
Tsaobis (Wilhelmsfeste), Ort 505, 547. 
Tsaub, Ort 115, 418. 
Tsaub, Groß-, Ort 420. 
Tsaub, Klein-, Ort 420. 
Tsumamas, Ort 421, 744. 
Tutara, Ort 421. 
Uhabis, Ort 184. 
Walfischbai, Ort 179, 275, 686. 
Warmbad, Ort 300. 
Waterberg (Otyosondjupai, 
415, 418, 547. 
Windhoek, Ort 64, 116, 134, 208, 
242, 324, 361, 386, 414, 42, 
426, 505, 506, 520, 545, 516, 
653, 743, 767. 
Zeßfontein, Ort 208, 423, 42. 
Ort 
  
Green Island, Insel 464. 
Zwartbooi-Hottentotten 29, 175, 
20, 414 ff., 547, 591, 644. 
Neu-Gnuinca. 
Admiralitäts-Inseln 141, 177, 
244, 464. 
Albatroß-Kanal 177. 
Ali, Insel 64. 
Anachoreten-Inseln 244. 
Angriffshafen (Kaiser Wilhelms- 
land) 833. 
Tstrolabebai 140. 
Augail, Insel 64. 
Vaining, Landschaft 592. 
Baravon, Ort 141. 
Berlinhafen, Ort 64, 140, 245, 
508, 576. 
Bilibili, Insel 208. 
DBismarck-Archipel 138, 139, 244, 
382, 464, 796, 833. 
Blanchebucht 142, 592, 833. 
Bogadjim, Missionsstation 87, 745. 
Bongu, Missionsstation 87. 
Bougainville, Insel 141. 
Buka, Insel 464. 
Cham, Ort 140. 
Charles Hardy-Insel 111. 
Choiseul, Insel 141. 
Durvur, Insel 464. 
Ehiauier-Inseln 44. 
erimahafen, Pflanzungsstation 139. 
  
  
XXIX 
Fead-Inseln 141. 
Fedarbgruppe, Inseln 244. 
Finschhafen, Ort 548. . 
Friedrich Wilhelm-Hafen 139, 508. # 
Gardner-Inseln 245, 464. 
Gazelle-Halbinsel 141, 464, 592, 
770, 796. 
Gingala, Volk 548. 
Giretar, Ort 464. 
Gunamur, Pflanzung 796. 
Herbertshöhe, Ort 116, 135, 139, 
177, 244, 464, 512, 796. 
Hermiten-Inseln 244. 
Jabbim, Volk 548. 
Jesu Maria, Handelostation 244. 
Jomba, Pflanzung 139. 
Kaan-Inseln 464. 
Kabakaul, Insel 141. 
Kabanga, Insel 141. 
Kabien, Dorf 177. 
Kabien, Landschaft 177. 
Kabienleute, Volkostamm 177. 
Kai, Volk 548. 
Kaiser Wilhelmoe-Land 138, 231, 
299, 382, 508, 518, 833. 
Kaliwuwur, Pflanzung 139. 
Kap St. Georg 461. 
Kap Liwuan 464. 
Kerawat, Fluß 796. 
Kinigunan, Ort 141. # 
Kokopo, Pflanzung 139. 
  
Kung, Insel 215. 
Kuras, Ort 464. 
Kwajelein, Insel 246. 
Kwalasam, Ort 548. 
Labur (Kurasbucht) 464. 
Leineru, Insel 245. 
Lemiengdistrikt 140, 509. 
Lihir, Insel 464. 
Malaguna, Missionsstation 591, 592. 
Matty-Insel 461. 
Matupi, Insel 177, 244, 245, 833. 
Mioko, Insel 245. 
Nago, Insel 215. 
Neu-Hannover 177, 245, 464. 
Neu-Lauenburg 141, 215, 464. 
Neu-Mecklenburg41, 177,244, 464. 
Neu-Pommern 141, 382, 464. 
Nissan-Insel 464. 
Nusa, Station 177, 245, 464. 
Ottilienfluß 299. r 
Paparatawa, Ort 796. 
RNagetta, Insel 87. 
Raluana, Missionsstation 141, 142. 
Ralum, Ort 141, 796. 
Namandu, Missionsstation 591, 592. 
Rämu, Fluß 299. 
Regina Angelorum, 
station 509. 
Missions- 
Salomons-Inseln 214. 
Sandwich-Insel 111, 177, 245, 464. 
Sattelberg, Missionsstation 382. 
Seleo, Insel 64, 140. 
Siar, Landschaft 87, 464. 
Simbang, Missionsstation 87, 548. 
St. Antonio, Insel 464. 
St. Franzisko, Insel 464. 
St. Gabriel, Insel 244. 
St. John, Insel 245. 
St. Josef, Insel 464. 
St. Joseph, Missionostation 500. 
Stephansort, Ort 134, 138, 177, 
231, 245, 386, 543, 688. 
Suam, Ort 548. 
Takubar, Missionsstation 591, 592. 
Tälelebucht 592. 
Tamanairiki, Landschaft 796. 
Tamara-Insel 64, 245. 508. 
Tami= Insel 5|8. 
Taptawul, Landschaft 796. 
Tarawai, Insel 140. 
Taulil, Volk 796. 
Tingenawuddu, Ort 142. 
. -. Tolom, Ort 141. 
Konstantinhafen, Station 139. Topaia, Landschaft 464. 
Valies, Insel 140. 
Varzin, Berg 796. 
Villa-Maria, Missionsstation 142, 
591, 592. 
Lalliep, Station 140. Vischer-Insel 245, 464. 
Vuna-Märita, Missionsstation 591, 
592. 
VDuna-Pope, Missionostation 591, 
592. 
Vunatali, Pflanzung 139. 
Vunataro, Missionsstation 591, 592. 
Weiriki, Volk 796. 
Willaumez, Halbinsel 464. 
Wiwiren, Landschaft 796. 
Wlawolo, Missionsstation 591, 592. 
Wokau, Station 140. 
Wuneram, Insel 464.
        <pb n="30" />
        — XXX — 
Marshall-Juseln. Lai, Insel 246, 739. Udjirit, Atoll 740. 
Lip, Atoll 739. Ujae, Insel 216, 739. 
Ailinglaplap, Insel 246,464, 739. Lir#eb Juicr 186. jae, Insel 246.7 
Ailuk, Atoll 740. Wotije, Insel 246, 740. 
Arno, Atoll 246, 740. Madjuru, Atoll 216, 740. Wotto, Insel 246. 
Aur, Atoll 246, 740. 
Ebon, Atoll 246, 739. 
Maloéêlab, Atoll 246, 740. 
Medjid, Insel 246, 740. 
Mille, Insel 246, 740. China. 
luit, Atoll 232, 234, 245, 246, % . 
JaZzät«464 0465 513. 739 Namo, Insel 216. Kiautschou, Stadt 182. 
«««« Namorit, Insel 246, 739. 
Kwadjelin, Insel 464, 739. Nauru, Insel 234, 740.
        <pb n="31" />
        A. 
Abeken 751. 
Abel, Missionar 91. 
Abel, Sekondlieutenant 769. 794. 
Abessule 503. 
Abudu-Danja 54. 
Achelis, Joh. &amp; Söhne 386. 
Adam Ibrahim 645 
Adams, Alfons 621. 
Adelin 212. 
Nigue 54. 
Akadelle 54. 
Akama Odguni 648. 
Akovi 648. 
Alamagani 54. 
Albath 300. 
Albinus 166, 644, 689. 
Alexander, Bruder 212. 
Alerander, Sergeant 542. 
Ali, Lehrer 691. 
Ali Heri, Soldat 54.— 
Alisherki 564. 
Allers 777. 
Allgeyer 237, 207, 356. 
d'Almeida Brothers &amp; Co. 176. 
Alusana 54. 
Amadia 298. 
Amana 655. 
Amoefiem 648. 
Amogubane 174. 
Andessu 56. 
Andu Kano 623. 
Antelmann 659. 
Anton 797. 
Antonia 547. 
den grenbers, Prosper Prinz 588, 
Armerding 4 Feist 176. 
v. Arnim 28. 648, 649, 650. 
Arning 240. " 
Atong Njo 648. 
e Athouguia, Antonio 
Vervis 466. 
Aschrim Toigbe 200. 
Tugustino 797. 
habada 54. 
Aluizio 
Namen---Verzeichniß. 
  
B. 
Babanje 499. 
Bachmann, Missionar 795. 
Bachmann, Schwester 386. 
Badamassi-Jesha 54. 
Bär, Dr. Max 149. 
Bärmann 645. 
Bäßler 386, 433. 
Bailey 658. 
Balansäna 174. 
Balinga 652. 
Balingtsché 174. 
Balinkorres 174. 
Bambam 498. 
Bamler 548. 
Banjok 498, 499. 
Bannitz 320. 
i 
l 
s 
l 
v. Bany 361. 
Barnaba 797. 
Bartels 232. 
Barth, Dr. 217, 296. 
Barth, Heinrich 795. 
Basedow 654, 771. 
Basner 741. 
Bassermann &amp; Herrschel 460. 
Batierma 54, 232. 
Bauch 499, 502, 542. 
Baudissin, Graf 296. 
Bauer 296, 348. 
Baule 179. 
Baumann 499, 501, 618, 691. 
Baumüller 134. 
Baur 211. 
Bauschlicher 386. 
Bet 622. 
i 
I 
Beck, Missionar 549. 
v. Beck, C. 7. 
Becker, Karl, Komponist 752. 
Becker, Dr., Oberstabsarzt 321, 386, 
617, 769. 
Becker, Schiffskapitän 232. 
Beerbaum 28, 167. 
Beerwald 266. 
Behmer 691. 
Bejong 499, 501. 
Belo-Jesha 54. 
Benkewitz, Feldwebel 81, 691, 698. 
  
——— — — — — 
v. Bennigsen 77, 79, 114, 201, 239, 
320, 348, 453. 
Bensen, Sekondlieutenant 115, 175, 
418. 420. 
Berg, Bezirksamtmann 498. 
Berger, Missionar 745. 
Bergmann, Geschw. 745. 
Bergmann, Missionar 134. 
Bergmeier 426. 
Bergner 167, 296. 
Bernhard 658. 
Bernsmann 178. 
Bertram 114, 407. 
v. Besser 648. 
Beta, O. 122. 
Bethe 241. 
v. Bethusy-Huc, Graf 415, 420. 
Betz 136, 167, 265, 274, 323, 453. 
Beyer, Polizeimeister 453. 
Beyer, Zahlmeisteraspirant 741. 
Biernatzky 167. 
Bilgeri 28. 
Billib 114, 136. 
Binde 298. 
Bischoff 135. 
v. Bismarck, Fürst 652, 689, 751, 
796, Beil. zu Nr. 17. 
Bittner 167. 
Blanckenhorn 711. 
Blank 296, 691, 692. 
Blatt 247. 
Bleicken, N. 122. 
Blom 273. 
Bludau 444. 
Blum 134. 
Blydens 90. 
Bo 499. 
Boari 500. 
Bode 383. 
v. Bodelschwingh 211. 
Böckheler 380. 
Boecking 28, 136. 
Boedecker &amp; Meyer 176. 
i 
l 
s 
s 
! 
l 
Boeder 297, 498, 588. 
Böhm 179. 
Bönsch 416. 
Boether 234, 543, 616.
        <pb n="32" />
        Bohner 323. 
Bohrdt, Hans 65, 576. 
Boisragon 216. 
Bonari 542. 
Boni 205. 
v. Bonin 63, 166. 
Borchardt-Ott 274, 299. 
Borchmann 379, 545. 
Born 349. 
Bornhardt 241, 272, 698. 
Boschat 134. 
Boshart 389. 
Brandeis 349, 543, 740, 741. 
Brandenburg 769. «- 
Brandis 278. 
v. Brauchitsch 296, 158. 
Braun 794. 
Breitag 554, 555. 
Breitwieser 167. 
Brettschneider 321. 
van der Briesen 547. 
Brincker 575. 
Brohm 648. 
Bronsart v. Schellendorff 711, 
Broschell 320 
Brosig 240, 519, 618, 696, 741. 
Bruce 542. · 
v.Bruchhausen80,320,589,·620,· 
696. 
Bruchmann 5109. 
Brückner, Dr., Assistenzarzt 166 
Brückner, Lampe &amp; Cie. 461. 
Brüning 240. 
Bryne 216. 
v. Buchka 202, 601, 615, 641, 635, 
687, 689, 751. 
Buchmann 178. 
Buddeberg 166. 
Bücking 431. 
v. Bülow 751. 
Buema I1 542. 
Büning 178. 
Bürger 379, 618. 
Bürgi 549. 
Bürkardt 349. 
Bumiller 202, 617. 
Bundemoa 542. 
Bunk, Missionar 430, 743, 772. 
Bunk, Frau Missionar 382. 
v. Burgsdorff 5, 515. 
van der Burgt 276. 
v. Buri 1. 
Busch, Adolf 232. 
C. 
Campbell 216. 
Canstatt, O. 777. 
Capelle 232. 
Capus 647. 
  
XXXII 
v. Carnap-Querheimb 173, 272, 
296, 354, 588, 622, 68. 
Carsjens 115. 
Carter 90. 
Caß 90. 
Castell 741. 
de Castellbes, Visconde 466, 468. 
Cavendish 710. 
Ceeil, Lehrer 210. 
Cendeo 237. 
Chalot 171, 172, 462. 
Charly I. 512. 
Chili I. 54. 
Chimaraunga I170. 
Christaller 389. 
Christine 85. 
Claahsen 793 
v. Clavé-Bonhaben 296, 588. 
Clerk 655. 
Cleve 210, 465. 
Cleverly 5. 
Clive 304. 
Cloete, Jakob 703. 
Cloete, Klaas 793 
Coanu 54. 
Collin 594, 595. 
Comla 232. 
Conradt 411, 334. 
Conrau 464, 520. 
Couppé 142. 
Cramer 588. 
Cranford 216. 
Croß 7. 
da Cruz, Theodoro José 147. 
D. 
Däuble 323. 
Daffert 389. 
Dahl 383. 
Dämbaba 54. 
v. Danckelman, Frhr., Prof. Dr. 
135, 410 
Dandugu 35t4, 622. 
Dankert 349, 512. 
Danneil 135, 232. 
Dantz 741, 769. 
Darmstädter 741. 
Deimling 2641. 
Deistel 203, 349, 831. 
Demmler 40 7. 
Dempwolff 497, 521, 711, 778. 
Denecke 321. 
Denker 134. 
v. Derema 620. 
Devers 320. 
Derry 600. 
Dhanis 276. 
Dickert 379. 
  
  
1 
1 
v der Decken 1, 114, 348, 513, 617. 
Dicks 135. 
Diebler 134. 
Dieckmann 320. 
Diedrichs 322. 
Diehl, Hauptagent 323. 
Diehl, Missionar 549. 
Diehl, Missionarin 60, 548. 
Diers 5t. 
Diesener 743. 
Diesing 134. 
Diestelkamp 211. 
Dietel 521. 
Dietrich, Geschwister 654. 
Dinizulu 278. 
Dobbert 167. 
Döring, Missionar 116, 209, 211. 
Doering, Dr., Stabsarzt 349. 
v. Doering 1, 28, 136, 203. 
Dogba 54. . 
Dominik,Premierlieutenant1,411, 
501, 502, 543, 622, 623, 651. 
Domnick, Schiffskapitän 232. 
Doms 232. 
Donat, Emil 777. 
Donecker 167. 
Dorner 741. 
Douglas 5 0. 
Douval 418. 
Dove, Dr. 516, 752. 
Doui, Soldat 54. 
Drawert 136. 
Drees 323. 
Drescher 453. 
Dreweo, Dr., Stabsarzt 113, 264. 
Drews, Pflegeschwester 386. 
Dreyer 232. 
Dubois 276. 
Duodro I. 542. 
Dürrling 167, 506. 
Düvel 232. 
Duft 545. 
Dumba 355. 
Dundas 5817. 
Dunkhorst, Kaufmann 175. 
Dupleix 303. 
E. 
Ebel 114, 349. 
Ebele 655. 
Eberlein 116. 
Ebermaier 81, 166, 200. 
v. Eberstein, Freiherr 81, 135, 769. 
Ebishimbi 622, 623. 
o Eckenbrecher 659. 
Eckholdt 741. 
Edange 652. 
Eggel 113. 
Eggers 415, 418, 420 ff. 
Eich 299.
        <pb n="33" />
        Eichhorst 320. 
Eick 266, 296, 361, 520. 
Einfeld 349. 
Ekanemessin 648. 
v. Elpons 81, 794. 
Emanuel 179. 
Emin Pascha 646. 
Engelhardt, Premierlieutenant 63, 
22,[ 247, 621. « 
Engelhardt, Feuerwerkslieutenant 
5.. 
Engler, A. 777. 
Erhardt 324. " 
Erikson 547. 
Ertmann 428, 429. 
Esch, Dr. 204, 410. 
Esch, Lieutenant 276. 
Escher, Wyß &amp; Cie. 433. 
Esser 7, 24, 795. 
v. Estorff, Hauptmann 29, 115, 175, 
414 ff. 
v. Estorff, Sekondlieutenant 80. 
v. Eutmann 211. 
Ewerbeck 348, 645. 
Fabemy 54. 
Fabri 233. 
Farakita 454. 
Feddern 320. 
Feilke 321. 
Feldmann 617, 618. 
Felicia 547. 
Felli 54. 
Fellmann 796. 
Fenchel 545. 
Fenner 299, 465, 483. 
Ferreira de Castro 182. 
Fesca, Prof. Dr. 122. 
Fielenhach 429. 
Fies 549. 
Filliung 547. 
Fincher 277. 
Firustein 348. 
discher, Hauptmann 53, 542, 617. 
Fischer, Assessor 167. 
Sischer, Weihbischof 356. 
Fif cher, Büreauassistent 379, 542. 
8 
Fischer, G., Lehrer 542, 691. 
Fitzner 217, 520. 
Fielstrup 520. 
Fleischer 321. 
Flierl 382. 
Piugge Johannsen &amp; Lubinus 
  
Fon II. 
Forsa 
Forsa 
Foerst 
Lieutenani 247. 
yth, Coẽ, Kaufmann 135. 
yth, Firma 141, 244. 
XXXIII 
Förster, Gastwirth 320. 
Förtsch, R. 601. 
Francke, Kaufmann 211. 
Frank, Sekondlieutenant 760, 794. 
Franke, Premierlieutenant 422, 423, 
44, 426, 428, 429, 545. 
Franke, Lazarethgehülfe 234, 453. 
Franke, Elise, Missionarin 386. 
v. Frankenberg u. Ludwigsdorff, 
Graf Fred 663. 
Franklin 304. 
Franzius, Georg 362. 
Frederiks, Jos., Beil. zu Nr. 17. 
Freienstein 178. 
Fricker, Dr. Karl 217. 
Fries &amp; Co. 148. 
Frobenius, Dr. 87, 208, 745. 
Froede 420. 
Fromm 247. 
Fuchs, Otto 321. 
Fuchs, Paul 406. 
Fügner 136. 
Fülleborn 53, 203, 264, 382. 
Fugger v. Glött, Graf 53, 453, 740. 
Fundi Maludi 645. 
Futterer 268. 
G. 
Gadski 114. 
Gaertner, Stabsarzt 233. 
Gaertner, Landmesser 28, 134. 
Gallus 261. 
Gangloff 245. 
Ganßer 2607. " 
Gathemann 134. 
Gebauer 172. 
Geisler, Pflanzer 135, 140, 796. 
Geißler, Reiter 115, 420. 
Geist, Geometer 265, 407. 
Georg I. 542. 
Gerboin 116, 246. 
Gestrich 691. 
Geyger 323, 457, 458, 542. 
Gibbons 183. 
Giemsa 270, 380. 
Gilg, E. 777. 
Glahn 349, 453. 
Glaser 601. 
Glauning 247, 621. 
Glaziovis 8. 
Gleim 167, 201, 349. 
Gleiß 209, 299. 
v. Glisczinski 28, 502, 691. 
Godefroy-Lebeuf 147. 
Goedelt 176. 
Göhring 322. 
Görgens 136, 167. 
Goetsch, P. 484. 
t 
er, Sekondlieutenant 644, 645. ] Goetze, Bautechniker 81. 
  
  
Götze, Botaniker 520. 
Goetzen, Graf 242. 
Golinelli 5. 
Goma 499. 
Gommenginger 431. 
Good 61, 546. 
Gorr 549. 
Gottschalk 588. 
Gowo 623. 
Gräfe, Techniker 136. 
Gräfe, Handwerker 542. 
Graf 429. 
Grandidier 521. 
Granvilles, Lord, Beil. zu Nr. 17. 
v. Grawert 277, 463. 
Gredin 322. 
Green 514. 
Gregor 91, 514. 
Greiner 211. 
Grenville 304. 
v. Grimm 233, 689. 
Gröschel 383, 430, 743, 772. 
Großberger 323. 
Grüneberg 299, 465, 483. 
Grundmann 232. 
Gruner 83, 136, 796. 
Gruschka, Sergeant 588. 
Gruschka, Zollaufsichtsbeamter 741. 
Gruschke, Zahlmeisteraspirant 54. 
Gudian 741. 
Guéênin, E. 521. 
Günter, Bauunternehmer 320. 
Günther, M., Pflanzer 274. 
Gumbe 298. 
Gumilla 239. 
Gurlitt 321, 379, 498. 
Güßfeldt 516. 
Gutekunst 178, 654. 
H. 
Haasenritter 433. 
Haberkorn 6, 179. 
Hacku 424. 
Haesner 134. 
v. Hagen, Generaldirektor 139. 
v. Hagen, Oberausseher 498. 
Hahl 140, 244, 464, 542, 796, 797. 
v. Halle 65. 
Hamed-bin-Thwain 511. 
Hammacher 6853. 
Hanke 87, 134. 
Hanota 56. 
v. Hansemann 510. 
Hansen 512. 
Hanskopeit 2, 265. 
Hardinge 116, 510, 511, 512. 
Harnack 136. 
Harrwitz 36.).
        <pb n="34" />
        Hartmann, Premierlieutenant, Dr. 
591. 
Hartmann, M., Prof. 363. 
Härtter, Missionar 60. 
Härtter, Geschwister 549. 
Hasenjäger 379. 
Hassenstein 601. 
Hastings 304. 
Hatton &amp; Cookson 57. 
Hauber 324. 
Haupt 691. 
Havenith 547. 
Heck 64. 
Heckmann-Wentzel 520. 
Heco, J., 363. 
Hecq 388. 
Hedde 618. 
Heiden 691. 
Heidner 386, 465. 
Heim, Baurath 7. 
Heim, Dr., Gerichtsassessor 265, 379, 
453, 615. 
Heinrichs 300. 
Heintze, W. 363. 
Held, Missionar 548. 
v. Held, Antonie 299, 386. 
Heller 320. 
Hellgrewe 7. 
Hellwich 349, 379, 542. # 
Helm 166, 379, 793. 
Helmich 87, 135. 
Hendrik, Kapitän 5. 
Hendriks, Paul, Eingeborener 424. 
Henker 134. 
  
Hensel 502. 
Hentrich 379. 1 
Herkert 741. 
Hermann 654. 
Hernsheim 540. 
Hernsheim &amp; Co. 796. 
Herrmann, Hauptmann 166, 621, 710. 
Herrmann, P. B., Pater Präfekt 546 
Hertzer 386. 
Herz, Dr., Geh. Admiralitätsrath 263. 
Herz, Feldwebel 423, 429, 741. 
Herzog 540. · 
Hespers 640, 690. 
v. Hesse-Wartegg 777. 
Hessemer 834. 
Hewitt 557. 
v. Heydebreck 295, 421, 422, 423, 
428. 
Heydenreich 769. 
v. der Heydt 540, 689. 
v. Heyking, Frau Baronin 752. 
Heyn 134. 
Hierl, Landwirth 239, 692, 693. 
Hies 323. 
Hildebrandt 233. 
  
XXXIV 
Hilgendorf 563, 567. 
Hiltz 6. 
Hindorf 433, 540. 
Hipp 770. 
Hirth 246. 
vom Hoch-Feld 777. 
Hockel 349. 
Höfer 509. 
Höpfl 741. 
Hoepfner jun., Otto 134. 
Hvepfner jun., Paul 134. 
Hoepfner sen., Karl 134. 
Hörz 60, 548. 
Hösemann 621. 
Hötte 321. 
Hoffmann, Neg.-Baumeister 519. 
Hoffmann, Missionar 87, 134, 745. 
Hoffmann, Missionarin 745. 
Hoffschläger 134, 231. 
Hofft 296, 794. 
v. Hofmann 540. 
Hoh 548. 
zu Hohenlohe-Oehringen, Fürst 
Hugo 653. 
Hokamp 777. 
Holst, Missionar 60, 210, 797. 
Holst, Geschwister 210. 
Holt, John &amp; Co. 57. 
Holzapfel 745. 
Horn 456. 
Hosbach, Bruder 208, 210. 
Hübner, Missionar 430. 
Hütter 232. 
Hughes 570. 
Hummel 617, 618. 
Huß 498. 
J. 
Ickler 179, 299, 744. 
Illich 267. 
Innes 548. 
Irmer 166, 183. 
Isoho 54. 
Issa 54. 
v. Issendorf 386, 743. 
J. 
Jabo IV. 591. 
Jabo Bukari 591. 
Jaboa 548. 
v. Jacobi 540, 690. 
Jäckel 268. 
Jaenke, Feldwebel 241, 741. 
Jahjä Bin Khalfän 408. 
Jahn, Sergeant 691. 
Jahn, lUebersetzerin 389. 
Jakob II. 542. 
Jakob III. 512. 
Jakoba 509. 
  
  
Jakobus 142, 386, 433. 
Jakson 135. 
Jambo 81. 
James 656. 
Jan Uichamab 423. 
Jantzen &amp; Thormählen 111, 464, 
Beil. zu Nr. 17. 
Jarck 483. 
Jauer, Missionar 430. 
Jauer, Geschwister 382. 
Jean 212. 
JZelemont 276. 
Jensch 232. 
Johanna 797. 
Johannes, Hauptmann 
265, 431. 
Johannes, Missionar 432. 
Johansen, Lieutenant 248. 
Johanssen, Missionar 209. 
Johnston 514. 
Johr 429. 
Joost 320. 
Josef 542. 
Jossem 135. 
Judt 87, 300. 
Jünger 321. 
v. Jürgens 363. 
Juma 692. 
Jumbe 69292. 
Jung 54. 
53, 237, 
K. 
Kaack 323. 
Kaarsberg 542, 618. 
Kabar I. 542. 
Kähler 548. 
Källner, Missionar 3##, 430. 
Kärnbach 140. 
Kärrström 833. 
v. Kageneck, Graf 422. 
Kaiser, Hauptmann 421, 422, 123, 
424, 426, 428. 
Kaiser, Dr. 242. 
Kaiser, Ludwig, Bezirksamtovorsteher 
234. 
Kaiser, Kanzlist 54. 
Kamba 52. « 
Kambatta 421, 422, 423. 
v. Kamptz 173, 299, 498, 499, 502. 
Kanalire 645. 
Kandt 212. 
Kannenberg 166, 233, 646. 
Karig 769. 
Karsch 564, 567, 601. 
Kassonze 81. 
Kaufholz 433. 
Kayser, Dr. Paul, Senatspräsident 
114, 689. 
Kayser, Kaufmann 321.
        <pb n="35" />
        Kecker 6. 
Keisib 414. 
Kelber 183. 
NKeller, Missionar 654 . 
Keller, E., Prof. Dr. 520. 
Kentzler, E. 176, 323. 
Kepler 588. 
Kerksieck 264. 
Kersting 82, 591, 832. 
Keudel 296. 
Kieger 547. 
Kielmeyer 115. 
Kiem 136. 
Kievert, Rich., Dr. 247, 778. 
Rilborne, F. V. 3. 
Kinani 276. 
Kindt 324. 
Kingaro 619. 
Airchhoff 217, 520. 
Risogonso 645. 
Kivido 5. 
Kiwanga 454. 1 
I 
  
Klapproth 407. 
lein, Ingenieur 81. 233, 349, 355, I 
645. ! 
Klein, Pater 173. = 
Klein, Unteroffizier 498, 499, 622, 
623, 769. 
klein, Zollassistent 28, 136. 
Kleine 406. 
Kleinpaul, N. 363. 
Kleinschmidt 134. 
v. Kleist 349. 
Klewecke 246. 
Kliewer 386. 
Klinder 2, 646. 
Klippert 769. 
Kloeßel, M. Haus 484. 
Klos 741. 
Klüber 232. 
Knipping, E. 122. 
Knoth 232. 
Knudsen 135. 
Knusli, Frau 548. 
Kobia 54. 
Koch, Dr., Geheimrath 2, 5, 29, 64 
136, 167, 234, 504, 507, 521, 509. 
Roczy 420. " 
Köhler, Landeshauptmann 28, 80, 
114, 232, 58, 688. 
Kohle . Dr., Gerichtsassessor a. D. 167. 
v. Kömel 833 
  
König 6. 
Koffi 54, 232. 
Kohlschütter 166. 
Kohlstock 28, 202 
516, 500, 600 
Kole-Kola 454,n 692 
Kolee, H. J. 565, 601. 
242, 497, 504, l 
— XXXV 
—Ö 
Kolindula 454. 
Kollmann 29, 166, 183, 202. 
Kordien, C. G. 363. 
Koto 655. 
Kraemer, Dr. 215, 464. 
Kraetke 540. 
Kramer 277. 
Kramm 348. 
Krantz 135, 542. 
RKrauch, C. 601. 
Krautmann, O. 658. 
Kremer 179, 744. 
Kricheldorff 565. 
Kronecker 183, 575. 
Krüger 202. 
Krümling 232, 465. 
Küas 233. 
Küderling 170, 173, 412. 
[Kühnendahl 296. 
Küntgen 265, 296, 407. 
Küpp 114, 296. 
Kuhlmann, Premierlieutenant 589, 
615. 
Kuhlmann, Missionar 745. 
Kuhn 80, 264, 420. 
Kuhnert 659. 
Kummer 407. 
Kunadt 416. 
Kund 136, 174. 
Kunze 87, 745. 
Kurzweg 421. 
L. 
Lachambre 389. 
Lachenmair 618. 
Laffin 546. 
Lambrecht 321. 
Lammert 320. 
Landwehr 348. 
Lange 428. 
Langenkemper 454. 
Langhans, Paul 304, 521. 
Lang-Heinrich 209, 299. 
Langheld, Hauptmann 152, 464, 621. 
Langheld, Dr., Stabsarzt 264, 348. 
Lassar-Cohn 602. 
Laube 499. 
Lauffer 654. 
Lauterbach 299. 
Lavani 542 
Lawes 91. 
Lawson, L. M. 176. 
Lazarus 424, 428. 
Lease 555. 
Lechner 552. 
Lederbogen 136, 167. 
Lehmann 793. 
Lehmbach 411, 831, 832. 
Lehnberg 423, 124, 420. 
  
Leiby 644. 
Lemaire 180. 
Leman 691. 
Lemele 244. 
Lengo 548. 
Leonard 656. 
Leonhard 7, 179. 
Lergen 618. 
Leske, F. 601. 
Leßmann 349, 588. 
Leue 113. 
Leuper 547. 
Leutwein 1, 54, 135, 232, 242, 
296, 498, 739, 768. 
Lewerentz 688. 
Lichtenberg 498, 499, 500, 502, 769. 
Lichtwark 406. 
Liebau, Bruder 210. 
Liebau &amp; Witt 176. 
Liebert, Gouverneur 51, 80, 115, 318, 
319, 320, 379, 431, 445, 543, 618, 
734, 741, 793. 
Liebert, Sergeant 135, 498, 499. 
Liebscher 134. 
Liebusch 209. 
Lieder 268. 
Liedtke 498. 
Lilli 692. 
Limbrok 508. 
Lindenberg, Paul 752. 
v. Lindequist 5, 29, 52, 242, 424, 
505. 
Lippert 361, 516. 
Lippmann 751. 
Little 551, 556. 
Livingstone 242. 
Loa 297. 
Loag 134. 
Locke 216. 
Löhrcke 691. 
Löser, R. 778. 
Lohmann 348. 
Loonus 547. 
Loop 483. 
Lorch 654. 
Lorenz 321. 
Lott 135. 
Loewenstein, Prinz Alfred zu 274. 
Lubcke, A. &amp; L. 57. 
Lucas, Kommerzienrath 540. 
Lucas, Mechaniker 166. 
Luck 498, 499, 501. 
Ludwig, Baumeister 242. 
Ludwig, Reiter 416. 
Lübbert 113, 233, 243, 505, 653. 
Lücker 140. 
Lüderitz, Beil. zu Nr. 17. 
v. Lüdinghausen, Frhr. 741. 
Lütge 455.
        <pb n="36" />
        Lunyalullu 239. 
v. Luschan 601, 751. 
Luthardt 143. 
Lux 237. 
Maaß, Lieutenant 247. 
Maaß, Missionar 210, 299, 430, 465. 
Maasß, Karl (Kribi) 59. 
Mabeamann 499. 
Machuron 389. 
Madessa 542. 
Mähly 93. 
Magaguru 349#. 
Magalla 238. 
Maguirua 454. 
Mahan 65. 
Mahler 509. 
Maier, Missionar 178, 654. 
Maisura 698. 
Makia 411. 
Makibuta 645. 
Makirundi 692. 
Malengo 273. 
Malinowski 114. 
Mall 349, 498. 
Mama, Unteroffizier 54. 
Mama V., Soldat 54. 
Mamkakasi 692. 
Manamsangu 379. 
Manasse 624. 
Manayera 239. 
Mann, J. 831. 
Mann, Landrentmeister 28, 136. 
Marcus 547. 
Mareale 265. 
Marggraf 134. 
Marling 546. 
Maroka 650. 
v. Martens, E. 567, 50. 
Martin, Lehrer 797. 
Martin, Wirkl. Rath Dr. 136, 296. 
v. der Marwitz 454, 647. 
Mary 54. 
Marxr 167. 
Maschinsky 741. 
Masenka 238. 
Massadu 135, 623. 
Massalika 454. 
v. Massow 83. 
Mastrave 542. 
Mataafa 361. 
Mathias 542. 
Matia Mokambe 298. 
Matschic 482, 516, 601. 
Matthayo 797. 
Matting 55, 240, 741. 
Naurer 115, 454. 
Mauß 115, 420. 
  
XXXVI — 
Mavu 501. 
Mebolong 354. 
Mecklenburg-Schwerin, Herzog- 
Regent Johann Albrecht zu 
540, 689, 690, 714. 
Mehnert 541. 
Meier 383. 
Meinecke, G. 122, 217, 751, 778. 
Meisenholl 545. 
Meißner, M. 594, 596. 
Mekunda 297. 
Meme 298. 
Mende 217. 
Mende, Ingenieur 7944. 
Mensa 54. 
Mense, Dr. 521. 
Merai 237. 
Mergler 53. 
Merker 533, 113, 237. 
Merkl 589, 645, 691. 
Merten, Korvettenkapitän 38)0. 
Mertens 134. » 
Meyer, Dr. Hans 183, 710. 
Meyer, Bezirksamtssekretär 166. 
Meyer, Diakon 208. 
Meyer, Missionar 208, 744, 795. 
Meyer, Maschinist 433, 769. 
Mfaki 692. 
Mfam Idigbe 648. 
Michaelis de Vasconcellos 363. 
Michels, Bezirkssekretär 320. 
Michels, Geh. Kommerzienrath 541. 
Miki 542. 
Milde 418. 
v. Milewski 743. 
Millack 349. 
Mischlich 349. 
Missimanje 501. 
Mitsotakis 363. 
Mkata 239. 
Mlamiro 349. 
Mlelia 237, 265. 
Mnuia-Ubena 454. 
Mnuiewara 454. 
Möbius 483. 
Mohama 5t. 
Mohamed bin Omar 56. 
Mohun 710. 
Moller, A. F. 147. 
Monika 609. 
Monrovia 542. 
Montagu Sweet 183. 
Moritz 697. 
Morris 387. 
[Morton 85, 142. 
Mouton 135, 141. 
Moyses 30. 
Msanze 239. 
Msatima 379. 
  
Mtoro 55. 
Muangoa 383. 
Mucke 769. 
Müller, Administrator (Togo) 323. 
Müller, Reinhold, Ansiedler Deutsch- 
Südwestafrika) 232. 
Müller, Hülfsmission. (Kamerun) 178. 
Müller, Mojor 175, 208, 421, 42, 
43,. 44, 426, 427, 428, 429. 
Müller, W., Missionar (Kamerun) 429. 
Müller, Missionar (Togo) 549. 
Miüller, Pater (Kamerun) 85, 509. 
Müller, Waldemar 304. 
v. Müller, Baron F., Botaniker 92. 
v. Münchhausen, Frhr. 453. 
Münster, Graf, Beilage zu Nr. 17. 
Muhammed Beschir ben Abd-es- 
Saläm al-Ghati 361, 516. 
Muiniwasiri 210. 
Mukwaia 239. 
Muniwungu 82. 
Musgrave 658. 
Musa, Feldwebel 135, 503. 
Mussa, Soldat 54. 
Mussigombo 645. 
Mutate 624. 
Mutatembwa 238. 
Muthmann 324. 
Müttel 232. 
Mwagada 454. 
Mwembe 81. 
N. 
Nachtigal, Dr., Beil. zu Nr. 17. 
Nagel 321. 
Nakéri (Nakéli) 649. 
Nansen 248. 
Naqua 54. 
Nassau 546. 
Nasseri 298. 
Na-Tinati 3564. 
Nauticus 122, 183. 
Nban 503. 
Ndaro 239. 
Ndessekoi 237. 
Ndi 174. 
Ndomo Eijo 648. 
Ndum 500, 501. 
Nehlsen 379, 645. 
Nelson 182. 
Nelu 464. 
Nemba 298. 
Neuberg 383, 430. 
Neuhaus, Dr. 615. 
Neuhaus, Missionar 430, 575. 
Ngela 772. 
Nge-Wegire 355. 
Nogila, Häuptling 272, 354, 543, 622, 
623, 652.
        <pb n="37" />
        Ngoma 81. 
Ngummoajo 503. 
Ngutte 354, 622, 652. 
Nguzo 645. 
Nickel, Techniker 453. 
Nickl, Oberbüchsenmacher 741. 
Nickisson 116. 
Nielsen 240. 
Niepmann 167, 379. 
Nissen 363. 
Nitzsche 134. 
Njurre 502. 
Nna 652. 
No 644. 
Nollen 116. 
Nolte 135, 453, 499, 500, 501, 542, 
645. 
Nommo 54. 
Nordahl 248. 
v. Nordenflycht, Frhr. 685, 687. 
Nosper 418. 
Nothwang 429. 
Nubia 54, 232. 
Nürnberger 415, 421. 
O. 
Oberndorff, Graf 794. 
Obst 711. 
Ocke 54. 
Ockel 379, 693. 
Oechelhäuser 541. 
Oehler 142. 
v. Oertzen 26. 
Ogoe 54. 
Olavi 54. 
Olbrich 114, 233. 
Ollwig 452. 
Oloff, F. &amp; Co. 176, 208. 
Olweme 622. 
Omar-bin-Hamed 511. 
v. Oppenheim, S. Alfred, Frhr. 541. 
Oppert 363. 
Oskar 211. 
Oßwald 519. 
Osthaus 521. 
Ostwald 209. 
O'Sullivan 84. 
Otte, Jollpraktikant 691. 
Otto, V., Büreauassistent 114. 
Otto, Dolmetscher 649, 650. 
Otjo I, Soldat 54. 
Oljo Bada 54. 
Otu Epuenam 648. 
P. 
Pahl 54. 
v. Palzieux gen. Falconnet 541. 
Pama, James 135. 
Pama, Jims 542. 
— XXXVII 
Panse 136, 644. 
Parkinson 796. 
Passavant 740. 
Paul, C. 8, 521. 
Paul, Karl, P. 65. 
Paul, Schwester 547. 
Pawollek 547. 
Pekim 501, 504. 
v. Perbandt 505. 
Perthes 304, 521. 
Peschke 691. 
Pestalozza 497. 
Peter, Lazarethgehülse 588, 741. 
Peters, Missionar 210 
Peters, Zollassistent 691. 
Peiro 797. 
Pfändler 509, 770. 
Pfalzer 548. 
Pfendtner 691. 
Philipp 216. 
Philippa 509. 
Piehl 379 
Piet Kock 115. 
Piet Kooi 115. 
Pinner 424, 428. 
Pintsch 7. 
Pitsch 321. 
Pitt 304. 
Pitroff 114, 296. 
Platz 711. 
Plehn, Dr. Rud., Forstassessor, 93, 
452, 520, 588, 741. 
Plehn, Dr. Friedr., Regierungoarzt 
136, 270, 321, 348, 386, 484. 
Plehn, Dr. A. 203, 323, 521, 711. 
Poensgen 541. 
Pollak, E. 363. 
Porsch 541. 
Preuß, Dr. 54, 170, 217, 154. 459, 
520, 742, 831, 832. 
Priebusch 383, 430, 743, 772. 
Prince 217, 295, 379, 454, 588, 692. 
Prinz 741. 
v. Prittwitz und Gaffron 621. 
Proschell 589. 
v. Puttkamer 28, 52, 85, 114, 167, 
70, 407, 542, 588, 615, 622, 645, 
735, 737, 741, 794. 
O. 
Quawa 451, 588, 645. 
QOuoma 54. 
N. 
Namsay 33, 241, 517, 619. 
Rapp 407, 588. 
Nautanen 591. 
Ravenstein, E. G. 363. 
de Ray, Marquis 214. 
Nebougas 432 
v. Rechenberg, Frhr. 182. 
v. Reden-Franzburg 379. 
Rees 277. 
Reich, Max, Zahlmeisteraspirant 406. 
Reich, Reinh., Landrentmeister 321. 
Reichenow 410, 517, 601. 
Neimer 379, 645. 
Reineken 54#8. 
Reinhard 512. 
v. Reitzenstein, Frhr. 53. 
Rhode 324, 543. 
Richard 208, 705. 
Richter, Gustav 433. 
Richter, Julius 65, 389. 
Richter, Lieutenant 136. 
Richter, Dr., Stabsarzt 113. 
v. Richthofen, Dr. Frhr., 
staatssekretär 202, 232. 
v. Richthofen, Prof. Dr. Frhr. 9, 
484, 541. 
Rickmann 23, 506. 
Riebow 248. 
Riechmann 424, 744. 
Rieck, M. 122. 
Rieger 116. 
Niehm 651. 
Rigler 20)3, 453. 
Nobel 116. 
Noberts 546. 
Nobertson, I. B. 358. 
Rodatz 135. 
Roehl 209, 267. 
Röpke 296. 
Rösemann 321. 
Nößler 408. 
Rohmer 237, 207, 711. 
Rohns 549. 
Roloff 60. 
Romberg 297, 648, 649, 650, 651. 
Rosendahl 182. 
Rosenhagen 583. 
Rosenow 146. 
Rosenthal 769. 
Rothe 498. 
Ruccius 208, 465, 797. 
Rudat 53. 
Rübsaamen, E. H. 566. 
Nückert 175, 499, 502, 542. 
Unter- 
NRühdiger 692. 
Rüter 498. 
Ruge, Dr. 711. 
Ruppert 363. 
Rusch 134. 
van Russel 116. 
Nutz 296. 
Nwoga 238. 
Rwotakwa 2.8.
        <pb n="38" />
        S. 
Sabadke 238. 
Sabatta 415. 
Sachau 36, 407, 575, 689. 
Sachse 541. 
v. Sack 53. 
Saia 135. 
v. Saint Paul-Jllaire 410. 
Sajatikua 431. 
Sakaliro 170. 
Sambosék 174. 
Samwee 204. 
Sander, Dr. 122. 
Sander, Brunnentechniker 545. 
Sander, Plantagendirektor 321. 
Sandrart 276. 
Sarnowski Ah. 
Sauer 453. 
Scharlach 7, 541, 685, 687. 
Scharsch 577. 
Schaub, W. 602. 
Schaubacher 388. 
Schaufler 322. 
Schaumburg 794. 
Scheipers 246. 
Schellong, Dr. 521. 
Schering 511. 
Schellmann 497. 
Schicle 321. 
Schillings 61. 
Schlatter 211. 
Schleicher 114. 
Schleiffer 296, 618. 
Schlief 348. 
Schlobach 238, 295, 619. 
Schloifer 202. 
Schlüter, W. 565. 
Schmauß 81. 
Schmerenbeck 134. 
Schmid, Missionar 178, 651. 
Schmidt, Feldwebel 741. 
Schmidt, Hauptagent 323. 
Schmidt, Konsul 182, 216, 407, 
512,. 751. 
Schmidt, S., Missionarin 548. 
Schmidt, K., Ober-Grenzkontroleur 54. 
Schmidt, Prof. Dr. 521. 
Schmidt, Sekondlieutenant 407, 644, 
691. 
Schmitz 116. 
Schmolck, W. 602. 
Schnatz 545. 
Schnauder 516. 
Schnee 542. 
Schneider, Hauptagent 323. 
Schneider, Postassistent 167. 
Schnell 644. 
Schneter 651. 
XXXVIII 
Schnitger 741. 
Schoch 432, 540, 547. 
Schöller, Dr. 64. 
Schöller, Missionspriester 178. 
v. Schönau-Wehr 122,426, 427, 769. 
Schöppwinkel 264. 
Scholten, Geschwister 654. 
Scholten, Missionar 323, 454. 
Scholze 203, 379. 
Schomann 549. 
Schreber 80, 113. 
Schreiber 744, 745. 
Schröder, Missionar 84, 549. 
Schück, Eduard 552. 
Schück, Wilhelm 554. 
Schüler 430. 
Schürle 770. 
Schütt 691. 
v. der Schulenburg-Wolfsburg, 
Graf 541. 
Schuler 651. 
Schulte im Hofe, N. 833. 
Schultz, W., Brauereibesitzer 320. 
Schultz, Kaufmann 324. 
Schultge, Sekondlieutenant 6. 
Schultzc, O., Postkassirer 131. 
Schulz, A., Kaufmann 135. 
Schulz, Sekondlieutenant 318, 122. 
Schulze, Prof. 597. 
Schumacher 81. 
Schumann, K. 752. 
Schumann, Missionar 431. 
Schumann, K., Prof. Tpr., 
niker 7. 
Schuster 691. 
Schwartz (gen. Preißner) 2. 
Schwarz, Missionar 651. 
Schwarz, Dr. 711. 
Schwarze, Sekretär 794. 
Schweinfurth 541. 
v. Schweinitz, Graf 7. 
Schweitzer, G. Z31. 
Schwibbe 416. 
Seaton B. 
Seboa 548. 
v. Seefried, Frhr. 348, 319, 483. 
Seeger 549. 
Scelig 87, 112. 
Sefu 692. 
Seidel, A. 121, 601. 
Seidel, O. 98. 
Seidel &amp; Mühle 98. 
Seidlitz 320, 318. 
Seiff 87, 386, 7.3. 
Seitz 28, 410, 641, 618, 794. 
Sellin, E. 363. 
Sembritzki 296. 
Semeleder 711. 
Vota- 
Serri 542. 
Seulen 296. 
Seyffert 214. 
Sieler 741. 
da Silveira 51. 
Simon, Geh. Reg. Rath 541, (15#3. 
Simon, Missionar 745. 
Sjiöstedt 138, 520. 
Skeyer 793. 
Smith, Th. 3. 
Smith, Wwe. 418. 
Snell 556. 
Sobotta 28, 386. 
v. Soden, Frhr. 201. 
Solf 114, 296. 
Songea 349. 
Spence, Beil. zu Nr. 17. 
Spengler 170, 411. 
Spenker 379. 
Sperling 379. 
Spieth 549. 
Sprigade 688, 796. 
Spriggs 277. 
Spring 7. 
Staadt 272, 355, 502, 542, GLS. 
Stadelmann 566, 507. 
Stadlbaur 28, 247. 
v. Stählin 148. 
Stahlhut 179, 7/15. 
Stahlmann 379. 
Stambuli 691. 
Stampff 379. 
Stanley 212, 547, 646. 
Staudinger 541. 
Stefano 797. 
Steffens 198, 499. 
v. Stein, Frhr. zu Lausnitz 173, 
174, 175, 4198, 400, 501, MÜ. 
Steiner, F. 602. 
Steinhausen 624. 
v. Stengel 122. 
Steuck, Förster n49, 542. 
Sthamer, J. Ferd. 176. 
Stierling, 167, 264, 410, 512, 644. 
v. Stilfried und Rattonitz, Graf 
452. 
Stock 418. 
Stolle 204. 
Stolz, Missionar 654. 
Stolz, Frau 654. 
Strack 542, 645, 691. 
Strandes 5tl. 
v. Strantz 142. 
Strauch, Fritz &amp; Sohn 3:86. 
Struckmeier 386. 
v. Stümer 167. 
Stuhlmann 80, 321, 619, 620, 693, 
8#2.
        <pb n="39" />
        Stumpp 134. 
Süvern 322. 
Sulaimän Ibu Nasir 410. 
Swanzy, F. &amp; A. 176. 
Swartbooi, David 114. 
Swartbooi, Joel 415, 418, 422, 423, 
424. 
Swartbooi, Lazarus 414. 
Swartbooi, Samuel 415, 421, 422, 
423, 424. 
Swartbooi, Sem 424. 
T. 
" 
" 
Tanisib 429. 
Tatjimba 81. 
Teichen 653. 
Tellmann 135. 
Teuchel 178. 
Thiel, Hugo 135. 
Thiel, Max 796, 797. 
Thiele 430. 
Thierry 587. 
Thinnes 433. 
Thomas, E. 363. 
Thomas, Vermessungstechniker 136. 
Thomaschewski 741. 
Thomau 54. 
Thoms, Polizeimeister 2. 
Thoms, H., Prof. Dr. 92, 600. 
Thormählen 541. 
Thuet 277. 
Thys, Moajor 63, 179. 
Tibati 622. 
v. Tippelskirch 601. 
Tjiseseta 624. 
Tönjes 745. 
Tönnies 203. 
Togorop 141. 
Tokinkin 141. 
Tokitang 796. 
Tolch, M., Missionarin 518. 
Tolch, Nosa, Missionarin 519. 
Tolch, Geschwister 549. 
Tolito 237. 
Tom 54. 
Tommi 135. 
Tornier, G. 563, 601. 
Towera 55. 
Traulsen 588, 741. 
Trittelvitz 116. 
v. Trotha 241, 547. 
Tucher v. Simmelsdorf, Frhr. 511. 
Tucker 116. 
Tünschel 134. 
Tunga 498, 499, 501. 
Tungele 622. 
  
— 
— XXXIX 
u. 
Uejulu, Häuptling 179, 745. 
Uhu 56. 
Uichamab, Jan 422. 
Ullmann 276. 
Unkuama 431. 
Untandala 431. 
Unwin 88. 
Usufu 691. 
V. 
Vacha 515. 
Velten 515, 833. 
v. Versen 428. 
Vetter 548. 
Viegen 116. 
Vieter, P., apostol. Präfekt 85, 323. 
Vietor, J. K., Kaufmann 176, 204. 
Vincenti 320. 
Vörtmann 321. 
Vogelsang, Beil. zu Nr. 17 
Vohsen 135. 541, 653. 
Voigts 134. 
v. Volckamer 354. 
Volkmann, Sekondlieutenant 54,452, 
624. 
Vormann 509. 
Voskamp 521, 778. 
W. 
Wachter 549. 
Wagener 299, 743. 
Wagner, Dr. 601. 
Walbrecht, O. 176. 
Walker, Landverwaltungs-Vorsteher 
551. 
Walker, Missionar 654. 
Wallace 169. 
Wallmann 796. 
Walter, Lehrer 136. 
Walter, Unterofsizier d. Res. 53. 
Walther, Pater 456. 
Wandolleck, B. 565. 
Wandres 134. 
Warburg, Dr. O. 93, 147, 386, 516, 
600. 
Warnecke 37)9. 
Warners 232. 
Wasserfall 507. 
Waßmannsdorf 296. 
Wataveé 623. 
Weber 321. 
Wecke 321. 
Wegner 95, 2909. 
Weigt 418. 
Weikusat 645. 
Weiß 136. 
Wellekuma 501. 
Welten 575. 
Weltner, W. 597, 598. 
Wemba 354. 
Wendland 645. 
Wendt, Steuermann 20), 407. 
Wenke 354, 622. 
Werkenthin 211. 
Werner 389, 778. 
Werther 601. 
Wertz 322. 
Wesch 415. 
Weyer 521. 
Weyland 16067. 
Whitehouse 116. 
Woöyte 514. 
–– 
Wichmann 349. 
Wicke 81, 323, 386. 
Wickham, H. A. 7, 600. 
zu Wied, Fürst 433, 540. 
Wiegand 541. 
Wiering 232. 
Wiest 741. 
Wiffler 433, 743. 
Wirlke 134. 
Willems 2. 
Wimmer 422. 
Windmüller 244. 
Winkelmann 211. 
Winkler 83. 
Winkler, Lazarethgehülfe 407. 
v. Winkler, Sekondlieutenant 166. 
Wirth 385, 833. 
Wißmann 349. 
Wistuba 542, 741. 
Witbooi 98 
Witt, G., Astronom 601. 
Witt, Kaufmann 323. * 
Witt, Steuermann 28, 233. 
Wittum, Johanna, Schwester 386, 
465. 
Wittwer 771. 
Wlodarzak 453, 794. 
Wöckel 94. 
Wölber &amp; Zimmermann 176. 
Woermann, Gefreiter 542. 
Woermann, Ad., Kaufmann 541. 
Woermann &amp;#Co. 57, Beil. zu Nr. 17. 
Woerner 202. 
Wohlgemuth 28. 
Wohlrab, Missionar 209. 
Wohlrab, Missionarin 209. 
Wohltmann 274, 617, 689. 
Woite, Kalkulator 296, 588. 
Wolff 211, 430, 431. 
Wolffhauer 81. 
Wolfhagen 232. 
Wormo, Missionar 60, 299. 
Worms, Geschwister 210.
        <pb n="40" />
        Wübel, Gerichtsaktuar 453, 691. 
Wünsch 542. 
Wulff 134, 794. 
Wulfhorst 179, 299, 501, 744. 
Wutschaba 35t. 
9. 
Yabo 81. 
Z. 
Zabel 304. 
Zache, Referendar 115, 321, 318, 575. 
Zäusler 136. 
Zahn 545. 
Zampa 273, 297, 622, 623. 
Zech, Graf 361, 712, 832. 
Zeiß (Jena) 244. 
Zenkbe 355. 
Zenke 697. 
Zenker 361, 196, 520. 
Ziegler 201. 
Zielesch 2. 
v. Ziethen 290. 
Zimmermann, Büchsenmacher 135, 
453, 502. 
Zimmermann, Dr. A., Konsul 135, 
. 149, 247, 248, 303. 
Zintgraff 651. 
v. Zülow 424, 427. 
Zupitza 5, 53, 1690.
        <pb n="41" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Berausgegeben in der Holenial-Abtheiluns des Auswärtigen Imis. 
— — —— —— — — — — 
AUummer 1. 
  
–..... 
—1 erin. 1. Januer 1990. 
–– – — —— — 
n—— — 
  
  
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 16. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mitthellungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, herausgegeben vorn Dr. Freiherr 
v. Danekelman. Der viertelfährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 8.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk 3.50 für Deutschland und Oesterreich = Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
—— . — —— — 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat Dezember 1897 S. 1. — 
Personalien S. 1. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 2. — Deutsch-Ostafrika: Ueber das Texasfieber der 
Rinder S. 2. — Forschungsreisen S. 5. — Deutsch-Südwestafrika: Bericht über den Raubzug der Afrikaner- 
Hottentotten im Süden des Schutzgebietes S. 5. — Eröffnung der Bahn-Theilstrecke Swakopmund—Nonidas 
S. 5. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antifklaverei-Bewegung S. 6. — Aus fremden 
Kolonien: Landpreise im Kongostaat S. 7. — Verwaltungsordnung Formosas S. 7. — Verschiedene Mit- 
theilungen: Deutsches Kolonial-Museum S. 7. — Ueber die bisherigen Erfahrungen mit Anbau von Kautschuk- 
pflanzen im Plantagenbetriebe S. 7. — Ausbreitung der Rinderpest S. S. — Einwanderungsverbot in Nicaragua 
S. 8. — Litteratur-Verzeichniß S. 8. — Schiffsbewegungen S. 9. — Verkehrs-Nachrichten S. 9. — Fahrpläne der 
Woermann-Linie, Ostafrika-Linie und des Norddeutschen Lloyd für 1898 S. 10. — Anzeigen. 
  
  
— — — — — — — — — — 
Perordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Der amtliche Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika ist für den Monat Dezember v. Is. auf 
1,325 Mark für eine Rupie festgesetzt worden. 
— — — — — — — — — —... 
— . — 
  
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Kaiserlichen Landes- 
hauptmann und Kommandeur der Schutztruppe für Südwestafrika Major Leutwein die Genehmigung zur 
Anlegung des ihm von Seiner Hoheit dem Herzog-Regenten von Mecklenburg-Schwerin verliehenen 
Ehrenkreuzes des Greifen-Ordens zu ertheilen. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, den bisherigen ständigen Hülfs- 
arbeiter im Auswärtigen Amt, Legationsrath v. Buri, zum Wirklichen Legationsrath und vortragenden 
Rath im Auswärtigen Amt zu ernennen. 
Dem ständigen Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts von der Decken 
ist der Charakter als Legationsrath verliehen worden. 
Der Premierlieutenant v. Doering vom 4. Oberschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 63 ist unter 
Stellung à la suite dieses Regiments zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandirt worden. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 23. Dezember 1897. 
Dominik, Premierlieutenant à la suite der Schutztruppe für Kamerun, unter Entbindung von dem 
Kommando zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amt, in diese Schutztruppe einrangirt.
        <pb n="42" />
        2 
Nichtamtlicher Theil. 
Perwnal-Wachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Apotheker Willems ist in Dar-es-Saläm im 
November v. Is. eingetroffen. 
  
Der mit der Ueberführung eines Heckraddampfers 
nach Deutsch-Ostafrika betraute Maschinist Zielesch 
  
tritt am 19. Januar die Reise von Hamburg aus an. 
  
Die Brunnenbohrer Hanskopeit und Klinder 
sind nach Ostafrika abgereist. 
Ramerun. 
Nach einem aus Kamerun eingegangenen Tele- 
gramm ist der Polizeimeister Thoms in Kribi am 
Fieber verstorben. 
cogo. 
Der Zollassistent Schwartz (gen. Preißner) ist 
mit Heimathsurlaub in Deutschland eingetroffen. 
  
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise mur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch -Plstafrihka. 
Ueder das Texassieber der Ninder 
berichtet Geheimer Medizinal-Rath Prof. Dr. Koch 
aus Dar-es-Saläm, den 15. November 1897 
Folgendes: « 
Ein gewisser Prozentsatz von Rindern, welche 
den seuchenartigen Krankheiten an der ostafrikanischen 
Küste erliegen, wird durch die Surra-Krankheit fort- 
gerafft, ein erheblich größerer aber durch eine Krank- 
heit, welche in ihren Symptomen, Blutbefund und 
Leichenerscheinungen mit der in den Vereinigten 
Staaten als Texasfieber bekannten und von amerika- 
nischen Forschern sorgfältig studirten Viehseuche soweit 
übereinstimmt, daß ich nicht anftehe, trotz einiger Ab- 
weichungen im Verhalten die hiesige Rinderseuche 
als Texasfieber zu bezeichnen. . 
Mit dem Texasfieber übereinstimmend sind die 
klinischen und anatomichen Symptome. In den akut 
verlaufenden, meistens nach ein bis zwei Wochen 
tödlich endenden Fällen zeigen die Thiere alle Er- 
scheinungen, welche auf eine schwere Erkrankung hin- 
weisen, aber an und für sich nichts Charakteristisches 
bieten; sie haben hohe Körpertemperaturen, fressen 
nicht, sind sehr matt und hinfällig und magern schnell 
ab. Daneben kann man aber gelegentlich ein 
Symptom beobachten, welches sofort den Verdacht 
auf Texasfieber erwecken muß, es ist dies eine mehr 
  
oder weniger stark blutige Färbung des Hams. 
Dieselbe ist, wie die mikroskopische Untersuchung lehrt, 
nicht durch eine Beimischung von Blut, sondern von 
gelöstem Blutfarbstoff bedingt und somit als Hämo- 
globinurie zu bezeichnen. Merkwürdigerweise hatte 
man dieses wichtige Symptom hier vollkommen über- 
sehen oder wenigstens nicht beachtet. Nachdem ich 
darauf aufmerksam gemacht hatte, fand es sich, wie 
dies auch beim Texasfieber der Fall ist, zwar nicht 
in allen, aber doch in den meisten Fällen. Bei den 
Obduktionen zeigte sich der Urin in der Blase aus- 
nahmslos stark blutig gefärbt, und wiederholt wurde 
mir Urin vorgezeigt, welcher von den erkrankten 
Thieren abgesondert war und eine dunkelrothe, fast 
schwarze Farbe aufwies. 
Bei der Untersuchung der gefallenen Thiere konnte 
ich alle von den amerikanischen Forschern als besonders 
charakteristisch für das Texasfieber bezeichneten Ver- 
änderungen konstatiren. 
Das Blut war sehr dünnflüssig und hatte einen 
deutlich gelblichen Farbenton. Das Unterhautfett- 
gewebe, Muskulatur und alle Organe zeigten neben 
hochgradig anämischer Beschafsenheit ebenfalls eine 
unverkennbare ikterische Färbung. Die Milz war 
stark vergrößert, 2 bis Zmal so dick als bei gesunden 
Thieren; ihre Substanz war schwärzlich braunroth 
gefärbt, sehr weich. Die Leber war ebenfalls etwas 
vergrößert, hatte eine gelbliche Farbe, was besonders 
auf der Schnittfläche hervortrat, welche ein blaß 
gelblich marmorirtes Aussehen zeigte. In der Gallen- 
blase fand sich regelmäßig eine ganz dickflüssige Galle, 
welche wie ein dünner grüner Brei aussah. Die 
Amerikaner haben die so beschaffene Galle treffend 
mit zerkautem Gras verglichen. An den übrigen 
Organen fand sich außer dem blutig gefärbten Urin, 
einer etwas dunkleren Färbung der Nierenrinde und 
fleckger Röthung der Schleimhaut des vierten Magens, 
des Duodenums und theilweise des Dünndarms nichts 
Auffallendes. Die mikroskopische Untersuchung der 
Organe ergab nur für die Leber einen sehr charak- 
teristischen Befund, auf welchen die amerikanischen 
Forscher bereits hingewiesen haben. In der Um- 
gebung der intralobulären Venen sieht man in mehr 
oder weniger weitem Umkreis die Leberzellen stark 
verändert; sie nehmen den Farbstoff nicht mehr an, 
stellenweise sind auch ihre Kerne nicht mehr färbbar, 
so daß man sie als abgestorben ansehen muß. Ihre 
Umrisse sind aber noch deutlich zu erkennen an den 
sie netzförmig umspinnenden Gallenkapillaren, welche 
mit einer gelbglänzenden soliden Masse angefüllt sind. 
Stellenweise sind die Gallenkapillaren so stark und 
gleichmäßig gefüllt, daß es aussieht, als wären
        <pb n="43" />
        sie künstlich mit · einer gelbgefärbten Leimmasse in- 
jicirt, um sie sichtbar zu machen. Ich erinnere mich 
nicht, jemals bei anderen Krankheiten auch nur an- 
nähernd ähnliche Bilder in Leberschnitten gesehen zu 
heben, und möchte deswegen dieses Verhalten der 
Gallenkapillaren als ein sicheres Kennzeichen für das 
Texasfieber halten. 
Das größte Interesse mußte sich natürlich der 
mikreskopischen Untersuchung des Blutes zuwenden, 
in welchem, wie bekannt, Th. Smith und F. L. Kil- 
borne einen Parasiten nachgewiesen haben, den sie 
für die Ursache des Texasfiebers halten. 
Dieser Parasit befindet sich in den rothen Blut- 
körperchen und hat im vollkommen entwickelten Zu- 
stand eine birnenförmige Gestalt. 
zwei solcher Parasiten dicht nebeneinander gelagert 
im rothen Blutkörperchen gefunden werden, so hat 
man diesem sonderbaren Mikroorganismus den Namen 
Pyrosoma bigeminum beigelegt. 
Nach Angabe der Entdecker des Pyrosoma soll 
der Parasit Jugendformen besitzen, welche wie äußerst 
seine Pünktchen aussehen oder höchstens sehr kleinen 
Mikrokokken an Größe gleichkommen. Dieselben sollen 
ausschließlich in den milden Fällen des Texasfiebers, 
dann aber in großer Zahl gefunden werden, so daß 
5 bis 50 Prozent der rothen Blutkörperchen davon 
besetzt sind. In den akuten schweren Fällen des 
Texasfiebers soll nur die große Birnenform des 
Parasiten vorkommen und nur ½ bis 2 Prozent 
der rothen Blutkörperchen damit inficirt sein. 
. In einer gewissen Anzahl der von mir unter- 
suchten Thiere konnte ich das ausgewachsene Pyrosoma 
bigeminum nachweisen. Dasselbe entsprach der Be- 
schreibung, welche Smith und Kilborne davon ge- 
geben haben, so vollkommen, daß gar kein Zweifel 
über die Identität des hier gefundenen und des bei 
den amerikanischen Rindern entdeckten Parasiten be- 
stehen konn. Nur in Bezug auf die Jugendformen 
des Pyrosoma und die Beziehungen derselben sowie 
der erwachsenen Parasiten zu dem milden und zu 
dem schweren Texasfieber bin ich zu anderen Resul- 
taten gekommen als die amerikanischen Forscher. 
Ich fand nämlich gerade bei den schweren, schnell 
tödlich verlaufenden Fällen in den rothen Blut- 
körperchen eigenthümliche Gebilde, welche stäbchenartig 
aussehen, so daß man sie für kleine Bazillen halten 
lönnte. Dieselben sind häufig etwas gekrümmt, mit- 
unter so stark, daß sie ringförmig werden und in 
diesem Falle den Parasiten der tropischen Malaria 
sehr ähnlich erscheinen. Oefters sind diese Stäbchen 
in der Mitte etwas dicker; sie zeigen dann deutlich 
eine doppelte Kontur und nehmen die Form eines 
Weidenblattes an. Zwischen solchen Formen und 
der Birnenform des erwachsenen Pyrosoma finden 
sich alle Uebergänge, und ich habe infolgedessen 
die Ueberzeugung gewonnen, daß die von mir ge- 
fundenen Parasiten die eigentlichen Jugendformen des 
Pyrosoma bilden. Sie sinden sich in den schwersten 
Fällen in außerordentlicher Menge; mitunter so 
Da in der Regel 
  
—— 
reichlich, doß 80 bis 90 Prozent aller rothen Blut- 
körperchen davon besetzt sind. Meistens enthält ein 
Blutkörperchen 2 oder 4 Parasiten, vielfach aber nur 
1 oder 3. Soweit meine Erfahrungen bis jetzt 
reichen, finden sich in den ganz akuten Fällen nur 
diese Jugendformen. Je langsamer der Verlauf ist, 
um so geringer wird die Zahl der Parasiten und 
um so sicherer kann man darauf rechnen, daß auch 
erwachsene birnenförmige Parasiten erscheinen. Im 
Blute derjenigen Thiere, welche die Krankheit über- 
standen haben oder von vornherein nicht merklich 
krank waren, aber zu einer inficirten Herde gehören, 
traf ich nur vereinzelte Jugendformen, gewöhnlich in 
Form von Ringen oder Halbringen. 
Um eine Vorstellung von den Formen der hier 
gefundenen Parasiten zu geben, erlaube ich mir eine 
Farbenskizze ganz gehorsamst beizufügen, welche von 
methyleublaugefärbten Präparaten angefertigt ist. 
Die obere Abtheilung der Skizze zeigt die 
Jugendformen, die untere das voll entwickelte Pyro- 
soma bigeminum. 
Ob diese Differenzen zwischen den Ergebnissen 
meiner Untersuchungen und denjenigen der amerika- 
nischen Forscher durch Verschiedenheiten der Jahres- 
zeit, des Klimas, der Viehrasse oder vielleicht der 
Untersuchungsmethode bedingt sind, vermag ich vor- 
läufig nicht zu entscheiden. 
Die hier gegebene Beschreibung der Parasiten 
bezieht sich auf die im Blut der lebenden Thiere 
vorkommenden. Im todten Thier und namentlich 
bei der Konservirung von Organstücken in Alkohol 
nahmen die Parasiten eine Kugelgestalt an, wie auch 
Smith und Kilborne bereits beobachtet haben 
Im Uebrigen konnte ich das sehr merkwürdige 
Verhalten dieser Krankheit, so wie es von den 
amerikanischen Forschern und im Anschluß an diese 
in Süd-Afrika, Australien, Italien, Donauländern 2c. 
beobachtet ist, vollkommen bestätigen. Dasselbe kommt 
bekanntlich darauf hinaus, daß in Gegenden, wo das 
Texasfieber endemisch ist, das Vieh mehr oder weniger 
immun geworden ist und von der Krankheit kaum 
merklich zu leiden hat. Solches Vieh kann vollkommen 
gesund und gut genährt aussehen; aber sobald es 
mit anderen nicht gegen Texasfieber immunen Rindern 
in Berührung gebracht wird, sei es, daß letztere in 
eine Texasfiebergegend versetzt werden oder daß 
scheinbar ganz gesunde Rinder aus einer Texasfieber- 
gegend nach anderen gesunden Gegenden gebracht 
werden, dann bricht nach einigen Wochen unter den 
nicht immunen Thieren die Seuche aus. Etwa ein 
Viertel bis ein Drittel der inficirten Rinder geht zu 
Grunde, die übrigen kommen im Ernährungszustand 
sehr zurück, erholen sich aber ganz allmählich und 
sind dann für die Zukunft geschützt. Die Infektion 
soll in diesem Fall nicht unmittelbar von einem Thier 
zum andern, sondern durch Vermittelung von Zecken 
vor sich gehen. 
Bis jetzt habe ich das Texasfieber bei 35 Thieren 
mit mehr oder weniger reichlichem Parasitenbefund
        <pb n="44" />
        konstatiren können und in einer Herde von 58 Thieren, 
welche die Seuche überstanden hatten, habe ich 
28 Stück mit vereinzelten Jugendformen des Para- 
Alle diese Thiere waren 1 
siten behaftet gesunden. 
aus dem Inland an die Küste gebracht und bald 
nach der Ankunft erkrankt. Das im Küstengebiet 
heimische Vieh dagegen sieht, obwohl es mehrfach 
mit dem importirten und krank gewordenen Vieh 
zusammengekommen ist, wie ich mich namentlich auf 
der Insel! Mafia überzeugen konnte, gesund aus und 
Es ist 
befindet sich in gutem Ernährungszustande. 
mir bis jetzt noch in keinem einzigen Falle gelungen, 
die Texasfieber-Parasiten bei einem Küstenrind nach- 
zuweisen. 
Auf der Viehstation Pugu, etwa 20 Kilometer 
von Dar-es-Saläm, wo das aus dem Innern heran- 
getriebene Vieh gehalten wird, fand ich in der ersten 
Zeit meines Hierseins nur Thiere, welche an Surra 
litten; nicht ein einziger Fall von Texasfieber kom 
dort vor. Erst als versehentlich Anfang September 
zwel Zugochsen von Dar-es-Saläm nach Pugu ge- 
schick und dort mit dem gesunden Vieh auf die 
Weide gegangen waren, stellten sich Fälle von Texas- 
fieber ein. 
Die an Texasfieber erkrankten Thiere stammten 
nicht wie die Surra-Rinder aus einer bestimmten 
Gegend im Innern, sondern hatten die verschiedenste 
Herkünft. Bei weiteren Nachfragen stellte sich auch 
heraus, daß das Texasfieber nicht erst in neuerer 
Zeit sich an der Küste eingestellt hat. Eingeborene 
Schlächter und Viehhändler theilten mit, daß ihnen 
diese Erscheinung von je her bekannt sei. Schon ihre 
Vorfahren hätten gewußt, daß die aus dem Innern 
erhandelten Thiere an der Küste Blutharnen be- 
kommen und meistens zu Grunde gehen, während 
Vieh von anderen Theilen der Küste und von Mafia 
ohne Gefahr zwischen den Küstenorten transportirt 
werden kann. 
Es geht daraus hervor, daß das Texasfieber an 
der ostafrikanischen Küste und auf der Insel Mafsia 
schon seit langer Zeit endemisch herrscht. Vermuthlich 
erstreckt sich dieses endemische Gebiet auch auf andere 
ostafrikanische Inseln, wo Viehzucht getrieben wird, 
und reicht sowohl nach Norden wie nach Süden über 
das deutsche Schutzgebiet hinaus. Namentlich nach 
Süden zu wird es bis an die englischen Kolonien 
sich erstrecken, wvo das Texasfieber, nachdem es von 
Norden her eingeschleppt wurde, seit 1870 be- 
obachtet ist. 
Nach dem Innern zu scheint das endemische 
Gebiet, wenigstens in Deutsch-Ostafrika, nur eine sehr 
geringe Ausbreitung zu haben. Schon wenige Meilen 
von der Küste entfernt hört man nichts mehr von 
Viehseuchen, die auf das Vorhandensein von Texas- 
fieber schließen lassen könnten. Das hat seinen Grund 
aber einfach darin, daß von der Küste nach dem 
Innern zu ein viele Tagereisen breiter Strich Landes 
solgt, in dem so gut wie gar keine Rindviehzucht 
getrieben wird. Die daselbst wohnenden Völker- 
  
schaften mußten schon seit vielen Jahren infolge 
der Raubzüge der Massais und anderer Stämme die 
Viehzucht vollständig aufgeben. 
In dem endemischen Gebiete findet sich überall, 
soweit ich bis jetzt darauf achten konnte, die Rinder- 
zecke und zwar scheint es dieselbe Art zu sein, welche 
Smith und Kilborne als die Vermittlerin der In- 
fektion ansehen. Die hier gesammelten Exemplare 
entsprachen vollkommen der Beschreibung und den 
Abbildungen, welche diese Forscher gegeben haben. 
Wenn das Vieh aus dem Innern frisch gebracht 
wird, ist es frei von Zecken; aber schon wenige 
Wochen später ist es mit vielen, ost Hunderten von 
Zecken gewöhnlich am Halse, am Bauch und an der 
Innenseite der Oberschenkel besetzt. 
Nimmt man die erwachsenen Zecken ab und setzt 
sie in ein Glas, dann legen sie nach einigen Tagen 
eine erstaunliche Zahl von kleinen braunen Eiern ab, 
aus denen nach etwa vier Wochen die jungen Zecken 
auskriechen. 
Die Frage, ob durch diese jungen Zecken die 
Krankheit übertragen wird, konnte ich im endemischen 
Gebiet nicht einwandsfrei experimentell in Angriff 
nehmen, aber ich beabsichtige, nach dem texasfieber- 
freien West-Usambara junge Zecken aus Dar-es-Saläm 
zu bringen und dort Infektionsversuche damit an- 
zustellen. Ich glaube dies unbedingt thun zu können, 
da bei dem Klima von West-Usambara ein Ein- 
nisten des Texassiebers nicht zu befürchten ist. 
So wie die Verhältnisse jetzt liegen, kommt Alles 
darauf an, daß das endemische Gebiet des Texas= 
fiebers keine weitere Ausbreitung nach dem Innern 
zu gewinnt. Dies läßt sich nur dadurch erreichen, 
daß ein Verbot erlassen wird gegen den Transvport 
von Küstenvieh nach dem Innern. Es ist dies bereits 
durch eine in Abschrift hier beigefügte Verordnung 
des Gouvernements geschehen. 
Ferner ist es nothwendig, mit dem aus dem 
Innern zur Küste transportirten Vieh so zu ver- 
fahren, daß es einen möglichst geringen Verlust durch 
Texasfieber erleidet. Auch in dieser Beziehung sind 
die erforderlichen Schritte bereits gethan. Es sollen 
die Viehtransporte nicht direkt zur Küste gebracht 
werden, sondern nach einem Ort, der leicht zu er- 
reichen, zugleich aber frei von Texasfieber ist. Von 
da aus wird dann nach der betreffenden Küstenstation 
nur so viel Vieh — es handelt sich in diesem Falle 
nur um Schlachtvieh — getrieben, als der Bedarf 
gerade erfordert. Es muß dann natürlich bald ge- 
schlachtet werden, auf jeden Fall so früh, daß es 
nicht erst an Texasfieber erkranken kann. Für 
Dar-es-Saläm ist als Sammelplatz für das Inland- 
vieh Pugu in Aussicht genommen. 
Nach den hier angedeuteten Grundsätzen wird 
seit einigen Monaten verfahren, und es ist damit er- 
reicht, daß seit dieser Zeit das Texasfieber fast ganz 
verschwunden ist. Es sind mir in den letzten Wochen 
nur zwei Fälle vorgekommen, welche beide hier ge- 
borene Kälber betrafen.
        <pb n="45" />
        Außer diesen Maßregeln habe ich noch Versuche 
in Anregung gebracht, welche sich gegen das Umsich- 
greifen der Zeckenplage richten sollen. 
Bei ganz kleinen Viehbeständen kann man die 
Zecken schon durch regelmäßiges Absuchen loswerden. 
Die Schmarotzer kommen dann nicht dazu, ihre Eier 
abzulegen, und werden schließlich ausgerottet. 
Bei etwas größeren Beständen läßt sich diese 
Maßregel nur unvollkommen durchführen, namentlich 
wenn wilde Thiere dabei sind, die sich nicht berühren 
lassen. In diesem Falle will man in Australien mit 
Oelbädern, in Jamaika mit Einreibungen einer 
Mischung von Steinkohlentheer und Leinöl gute Er- 
folge erzielt haben. Hier ist zunächst dieses letztere 
Verfahren versucht. Dasselbe scheint sich nach dem, 
was ich bisher gesehen habe, sehr gut zu bewähren. 
Forschungsreisen. 
Vom Stabsarzt Zupitza ist hier die Nachricht 
eingetroffen, daß er am 9. Oktober in Tabora an- 
gelangt und von dort nach Muanza am Südende 
des Viktoria-Nyanza abmarschirt ist. 
Geheimer Medizinalrath Professor Dr. R. Koch 
beabsichtigte am 23. November nach Tanga und von 
dort nach der Station Kwai in West-Usambara zu 
gehen. Voraussichtlich wird er in Kwai am 10. De- 
zember ankommen, dort sich etwa einen Monat lang 
aufhalten und dann nach Dar-es-Saläm zurück- 
kehren. 
—... 
Deutsch-Hüdwelkafrika. 
Bericht über den Raubzug der Afrikaner-Dottentotten 
im ZBüden des Schutzgedietes. 
Einem Berichte des Premierlieutenants v. Burgs- 
dorff, kommissarischen Bezirkshauptmanns von Gibeon, 
vom 9. Oktober 1897, betreffend den Raubzug der 
sogenannten Afrikaner-Hottentotten im Süden des 
Schutzgebietes, entnehmen wir Folgendes: 
Der Eingeborenen-Aufstand im Süden des Schutz- 
gebietes kann nunmehr als endgültig erledigt ange- 
sehen und das Expeditionskommando kann infolge- 
dessen aufgelöst werden. Aus Jerusalem hatte ich 
bereits gemeldet, daß ein größerer Theil der Afrikaner= 
Hottentotten gefangen sei, daß der Kapitän der 
Aufständischen „Kivido“ auf englisches Gebiet ge- 
flüchtet und sich hierselbst der englischen Polizei 
ergeben habe. Ein weiterer Theil der Afrikaner — 
ich vermag zu sagen der Kern der Aufständischen — 
war im weiteren Verlauf ebenfalls auf englisches 
Gebiet übergetreten und hatte sich hier auch gutwillig 
der englischen Polizei ausgeliefert. Die englischen 
Polizeistationen hatten die Aufständischen an den Sitz 
des zuständigen englischen Magistrats nach Upington 
gebracht. Die Kapregierung hat die Auslieferung 
dieser Leute zugesagt. Da die Letzteren zunächst 
  
wegen Zuwiderhandelns gegen die englischen Gesetze 
auf Upington kurze Freiheitsstrafen zu verbüßen 
haben und außerdem noch einige Formalitäten zu 
erfüllen sind, dürfte die Auslieferung an sich erst in 
ein bis zwei Monaten erfolgen. 
Am 3. Oktober traf auf dem Operationsgebiet 
die Vorhut der von mir erbetenen Witboois (stark: 
2 Gibeoner Reiter und 24 berittene Witboois) ein, 
während der mit 80 Berittenen nachfolgende Kapitän 
Hendrik bereits bei Huns südlich von Keetmanshoop 
die Nachricht von der bestimmten Erledigung des 
Afrikaner-Aufstandes erhielt und somit nach Gibeon 
zurückkehren konnte. 
Wenn die Witboois auch nicht mehr in Thätig- 
keit treten brauchten, so glaube ich, daß der Umstand 
des thatsächlichen Abrückens von etwa 100 Witboois 
unter dem Kapitän Hendrik nach dem Süden für 
den Bezirk Keetmanshoop gute Früchte tragen wird, 
denn die Bondels haben sämmtlich ein= für allemal 
gesehen, daß bei einem möglichen Kriege die Witboois 
sofort auch gegen sie zur Verfügung stehen würden. 
Wenn auch der Bondelskapitän Wilhelm Christian 
gewiß keine kriegerischen, aufrührerischen Gedanken 
haben mag, so sind doch unter dem Bondelsstamm 
unruhige, zweifelhafte Elemente, die in den letzten 
Jahren mehrmals in bedenklicher Gärung standen 
und einen Dämpfer nöthig haben. Wilhelm Christian 
ist eben kein Hendrik Witbooi, der imstande ist, sein 
Volk gründlich und fest in der Hand zu halten. 
Nachdem die Haupttrupps der Ausständischen 
unschädlich gemacht waren, blieben in den Bergen 
noch einzelne wenige zerstreute Afrikaner übrig; diese 
mit der Zeit einzufangen, konnte nur Thätigkeit 
unserer Eingeborenen sein. Ich beließ daher auf 
Jerusalem und Ariam Stationen, besetzt mit vier 
bis fünf Reitern und je 15 berittenen Bondels bezw. 
Witboois. 
Am 9. Oktober brachte mir Herr Dr. Golinelli 
aus Upington die Nachricht, daß die Auslieferung 
Kividos und Genossen erst in ein bis zwei Monaten 
zu erwarten sei. Ich löste daher aus den im Eingang 
meines Berichtes dargelegten Gründen das Expe- 
ditionskommando auf, da ich die militärische Thätig- 
keit für erledigt betrachten mußte. 
–.. —— — 
Cröffnung der Bahn- Theilstrecke swakopmund — Nonidas. 
Nach einem Bericht des stellvertretenden Landes- 
hauptmanns v. Lindequist aus Swakopmund vom 
22. November 1897 hat am 20. November d. Js. 
die feierliche Eröffrung der Bahn-Theilstrecke Swa- 
kopmund — Nonidas stattgesunden. Die Lokomotive 
nebst sechs Wagen, welche etwa 140 Personen nach 
Nonidas und zurück beförderten, legten die Strecke 
von 10 km in 30 bezw. 28 Minuten zurück. 
Auf die Einladung des stellvertretenden Landes- 
hauptmanns war der Resident Magistrate von Wal- 
fischbai, Mr. Cleverly, der zu einem offiziellen
        <pb n="46" />
        Besuche bisher noch nicht in Swakopmund anwesend 
war, herübergekommen und nahm sowohl an der 
Fahrt nach Nonidas wie an dem abends stattfinden- 
den Essen theil. Er gab unverhohlen seiner Ueber- 
raschung über das schnelle Aufblühen Swakopmunds 
sowie über die Schnelligkeit des Baues und das 
treffliche Funktioniren der Feldbahn Ausdruck. 
Da der Premierlieutenant Kecker abwesend war, 
so übergab der Baumeister der Strecke, Sekond- 
lieutenant Schultze, die Bahn mit einer Anrede 
der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft, worauf der 
stellvertretende Landeshauptmann unter Ausbringung 
eines Hochs auf Seine Majestät den Kaiser die 
Theilstrecke Swakopmund—Nonidas dem öffentlichen 
Verkehr übergab. Letzterer wurde bereits am Nach- 
mittag mit Maulthierbetrieb ins Werk gesetzt. 
— — 
KAus dem Prreiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Statut für den Ausschuß der deutschen evangelischen 
Wisstonsgesellschaften. 
1. Aus äußeren wie auch inneren Gründen ist 
es durchaus wünschenswerth, daß die deutschen evan- 
gelischen Missionsgesellschaften untereinander nicht nur 
innere Gemeinschaft pflegen und bewahren, sondern 
auch, daß sie dieselbe durch irgend welche äußere 
Einrichtung zum sichtbaren Ausdruck bringen. 2. In 
Anerkennung dessen, daß solches sehr wünschenswerth 
ist, erklären die hier vertretenen deutschen evangelischen 
Missionsgesellschaften sich im Prinzip für den Fort- 
bestand eines Missionsausschusses. 3. Dem bisher 
bestandenen Missionsausschuß mangelte noch die feste, 
innere Organisation sowie die von allen Gesellschaften 
anerkannte Autorität. Um beides für die Zukunft 
herzustellen, vereinigen sich die nachgenannten deutschen 
evangelischen Gesellschaften: 1. Brüdergemeinde, 
2. Baseler Gesellschaft, 3. Rheinische Gesellschaft, 
4. Berlin I, 5. Berlin II, 6. Leipziger Gesellschaft, 
7. Norddeutsche Gesellschaft, 8. Hermannsburger 
Gesellschaft, 9. Breklumer Gesellschaft, 10. Neu- 
kirchener Gesellschaft (die auf der Konferenz nicht 
vertretenen Gesellschaften [Berlin III und Neuen- 
dettelsau] sollen zum Beitritt noch besonders auf- 
gefordert werden). 
a) Die Anzahl der Mitglieder. Der Aus- 
schuß besteht aus fünf Mitgliedern, von denen wenig- 
stens vier im Vorstand einer Gesellschaft sein müssen. 
b) Die Art und Weise der Wahl. Die 
Mitglieder werden von allen oben genannten Gesell- 
schaften gewählt. Jede Gesellschaft hat eine Stimme. 
Bei Vakanzen in der Zwischenzeit ergänzt sich der 
Ausschuß durch Kooptation. 
c) Die Amtsdauer. Sie reicht von einer 
kontinentalen Konferenz bis zur nächsten. Die bis- 
herigen Mitglieder sind jederzeit wieder wählbar. 
6 
  
d) Die innere Organisation. Dieselbe bleibt 
dem Ermessen des Ausschusses überlassen. 
e) Die Aufgaben des Ausschusses. Der 
Ausschuß hat nicht die Befugniß, sich in irgend einer 
Weise in den inneren Missionsbetrieb einer Gesell- 
schaft einzumischen oder aus eigener Initiative Fragen 
zu behandeln, die innerhalb einer Missionsgesellschaft 
auftauchen und diese allein berühren. 
— 
Die Mission der Baptisten in Kamerun, 
die bisher mehr einen Privatcharakter trug, ist auf 
der 17. Bundeskonferenz der Baptisten Deutschlands, 
15. bis 18. August in Barmen, dem Bunde ange- 
gliedert worden und wird unter dem Namen 
„Missionsgesellschaft der Baptisten in Deutschland für 
Kamerun“ fortgesetzt werden. In den letzten drei 
Jahren sind für diese Mission von den Baptisten, 
die in Deutschland in 140 Gemeinden 29000 Mit- 
glieder zählen, 136000 Mk. aufgebracht worden. 
Die kirchliche Missionsgesellschaft in 
England, die 1872 225 Missionare und Missionars- 
frauen in ihrem Dienst hatte, zählt deren jetzt 67 1. 
Im Herbst v. Is. sandte sie 78 neue Missionsarbeiter 
aus, und für keinen braucht sie Gehalt zu zahlen, 
denn 70 werden von einzelnen Freunden, Familien, 
Vereinen oder einzelnen Gemeinden versorgt, 8 leben 
von ihrem eigenen Vermögen. 
  
Die Norddeutsche Missionsgesellschaft hat 
beschlossen, vom nächsten Schuljahr ab (1. Februar 
1898) in ihren Schulen in Togo Deutsch als Un- 
terrichtsgegenstand einzuführen. Diese mit Dank zu 
begrüßende Neuerung bezieht sich zunächst auf die 
Mittelschulen und die beiden oberen Klassen der 
Stationsschulen. Auch in dem zu Quetta (Gold- 
küstenkolonie) bestehenden Seminar der Mission werden 
in Zukunft die zur Entsendung nach Togo bestimmten 
Zöglinge Unterricht im Deutschen erhalten. 
In „Kreuz und Schwert“ lesen wir: Unsere 
ostafrikanische Mission hat soeben wieder eine Ver- 
stärkung erhalten durch die Ankunft der hochw. Patres 
König, Haberkorn und Hiltz. Dieselben schifften 
sich am 12. September in Marseille ein und kamen 
soeben hier in Bagamoyo an. 
Dasselbe Blatt schreibt: Die Trappisten aus 
Natal wollen in Westusambara (Ostafrika) eine 
Station anlegen, die drei Stunden von der deutschen 
Versuchsstation Kwai gelegen sein soll. Von bester 
Stelle erhalten wir darüber folgende Zuschrift: „Zwei 
unserer Patres reisten am 1. August von Mariann- 
hill ab nach Deutsch-Ostafrika, um daselbst einen Platz 
für unsere künftige Missionsstation aufzusuchen und 
dieselbe auch alsbald zu gründen. Am 17. August 
erreichten sie wohlbehalten Dar-es-Saläm und suchten 
daselbst den Herrn Gouverneur auf. Am 31. August
        <pb n="47" />
        brach die kleine Karawane, bestehend aus 30 Last- 
trägern und einem Führer, auf, und unter großen 
Strapazen und manchen Abenteuern kam sie am 
Bestimmungsorte an. Von den großen Anstrengungen 
der Reise, der übergroßen Hitze und der permanenten 
Fieberluft, welche in den Gegenden herrscht, welche 
durchzogen werden mußten, erkrankten beide Patres 
am Fieber gleich nach der Ankunft oder vielleicht 
schon unterwegs. Die junge und kräftige Natur des 
P. N. überwand dasselbe alsbald, während P. Leon- 
hard demselben in wenigen Tagen erlegen ist. Er 
starb am 18. Oktober unerwartet schnell. Pater N., 
welcher nur zur Begleitung und nur für den Anfang 
der Gründung mitgereist war, trat die Rückreise nach 
Mariannhill wieder an. Ob man sich nun in 
Mariannhill entschließen wird, unter den gegebenen 
Verhältnissen die Mission in Usambara sogleich zu 
eröffnen, müssen wir erst noch abwarten."“ 
—.— 
RAus fremden Molonien. 
Landpreise im Rongostaat. 
Durch Verordnung des Souveräns des Kongo- 
stoaates vom 8. Oktober 1897 sind bezüglich der 
Preise bei Verkauf von Kronland am oberen Kongo 
allgemeine Bestimmungen getroffen worden. Für 
Ländereien, die bei Errichtung von Handelsnieder- 
lassungen oder Getreidelagern Verwendung finden 
sollen, sind 2000 Francs für den Hektar, mindestens 
aber im Einzelfalle 3000 Francs zu zahlen. Für 
Ländereien, die landwirthschaftlich genutzt werden 
sollen, beträgt der Preis 10 Francs für den Hektar. 
Dem Käufer liegt dabei die Verpflichtung ob, min- 
destens die Hälfte des Landes innerhalb 6 Jahren 
in landwirthschaftlichen Betrieb zu nehmen. Erfüllt 
er diese Bedingung nicht, so fällt das Eigenthum 
der nicht bebauten Fläche an den Staat zurück, dem 
auch der Kaufpreis verbleibt. In den hier nicht 
vorgesehenen Fällen wird der Kaufpreis vom 
Gouvernement besonders festgesetzt. 
— 
Verwaltungsordnung Formosas. 
Am 1. November 1897 ist eine Verordnung der 
lopanischen Regierung über die Ordnung der Ver- 
waltung Formosas in Wirksamkeit getreten. An der 
Spitze der Insel steht ein Generalgouverneur mit 
Generallieutenantsrang, welcher das Oberkommando 
aller Land= und Seestreitkräfte führt und Leiter der 
Civilverwaltung ist. Er kann Gefängnißstrafen bis 
zu einem Jahr und Geldstrafen bis zu 200 Yen 
verhängen, besitzt die Disziplinargewalt über alle 
Beamte und kann in einzelnen Theilen der Insel 
nach eigenem Ermessen die Civilverwaltung durch 
militärische ersetzen. 
7 
  
— 
Verschiedene Mittheilungen. 
Deutsches Rolonial-Musenm. 
In der Form einer Aktiengesellschaft hat sich neuer- 
dings in Berlin ein „Deutsches Kolonial-Museum“ 
konstituirt. In den Aussichtsrath wurden gewählt: 
Graf v. Schweinitz, Berlin, Vorsitzender, C. v. Beck, 
Direktor der Neu-Guinea-Kompagnie, Berlin, als 
dessen Stellvertreter, ferner als Beisitzer Baurath 
Heim, Berlin, Kapitän Spring, Berlin, Dr. jur. 
Esser, Berlin, Kommerzienrath Julius Pintsch, 
Berlin, und Rechtsanwalt Dr. jur. Scharlach, Ham- 
burg. Den Vorstand bildet der Landschaftsmaler 
Rudolf Hellgrewe, Berlin. 
Die Gesellschaft beabsichtigt, das Leben und Trei- 
ben der Eingeborenen, soweit es die wirthschaftliche 
Seite der Kolonien betrifft, naturgetreu darzustellen, 
und wird ihrer Ausstellung den Charakter eines 
Handelsmuseums geben. Seitens der Kolonialver= 
waltung ist dem Museum ein Theil der Bestände 
des auf der vorjährigen Berliner Kolonialausstellung 
gezeigten Tropenhauses zur Verfügung gestellt worden. 
  
Ueber die bisberigen Erfahrungen mit Anbau von 
Rautschukpstan zen im Plantagenbetriede 
veröffentlicht der bekannte Botaniker Prof. Dr. K. 
Schumann in der „National-Zeitung“ Folgendes: 
Da der Kautschuk einen so werthvollen Handels- 
artikel ausmacht, so kann mit Recht die Frage 
aufgeworfen werden, ob sich denn nicht die Kultur 
der Kautschukpflanzen im Plantagenbetriebe lohnen 
würde? Der Versuche sind bisher bereits genug 
gemacht worden. Wie bei allen solchen Bestrebungen 
wandte zuvörderst der botanische Garten von Kew 
der Angelegenheit seine ganze Aufmerksamkeit zu. Er 
schickte schon 1877 einen gewissen Wickham nach dem 
Rio Tapajoc, einem der rechtsseitigen Zuflüsse des 
Amazonenstromes, um von dort die Samen des 
brasilianischen Kautschukkaumes zu holen. Das 
Unternehmen gelang vollkommen, und Wickham 
kehrte mit 70 000 Samen zurück, von denen ein 
freilich nur geringer Prozentsatz keimte. Im Ganzen 
wurden im folgenden Jahre 1900 Pflanzen ange- 
zogen, welche in vortrefflichem Zustande mittels be- 
sonders gebauter, tragbarer Treibhäuschen, sogenannten 
Wardschen Kästen, nach Ceylon übergeführt wurden. 
Später kamen nochmals 1000 Pflanzen zur Ver- 
theilung für die ganzen englischen Kolonien, die Croß 
direkt aus Brasilien eingeführt hatte. 
Der Plantagenbau von Ceylon hatte einige Jahre 
später eine große Krisis durchzumachen. Zunächst 
trat ein tiefer Preissturz der Chinarinde ein, da man 
die Bäume in zu großen Quantitäten angebaut hatte. 
Die Kulturen wurden abgeschlagen und an ihrer 
Stelle Kaffee gebaut. Bald fand sich in den Kaffee- 
plantagen der verderblichste Feind der Pflanze, jener 
Blattpilz ein, der unter dem Namen Himeleia be-
        <pb n="48" />
        e 
kannt ist und ungeheuren Schaden verursacht hat. 
Die Pflanzer waren also gern bereit, ihre Kraft 
einem neuen Produkt zuzuwenden, von dem man sich 
einen erheblichen Nutzen versprach. Die Kulturen 
des brasilianischen Kautschukbaumes gediehen hier 
wie an anderen Stellen über alles Erwarten, die 
Zeit der Ausbeutung nahte heran, aber der erwartete 
Erfolg blieb vollkommen aus, denn die Bäume er- 
wiesen sich als nahezu sastlos. Seaton machte in 
Tenarserim eine Anzapfung an 42 Bäumen und 
gewann von ihnen nur ein halbes Pfund Milch. 
Die größten Hoffnungen hatte man auf eine 
Pflanze gesetzt, welche in dem brasilianischen Staate 
Cearäá einen ganz guten Kautschuk, die sogenannten 
Ceard scrips, lieferte. Sie gehört wie der bra- 
silianische Kautschukbaum in die natürliche Familie 
der Wolsfsmilch-Gewächse und führt den Namen 
Manihot Glaziovil, zu Ehren Glaziovis, des um 
die Kenntniß der brasilianischen Flora so hochver- 
dienten Direktors der öffentlichen Gärten in Rio de 
Janeiro. Die Pflanze machte bald ihre Runde um 
die gesammte Erde; überall freudig empfangen, zeigte 
sie ein beispielloses Wachsthum, so daß sie in Kaffee- 
und Kakaoplantagen schon als Schattenbaum mit 
Willkommen ausgenommen wurde. Da sich noch 
außerdem die Hoffnung an sie knüpfte, daß man aus 
ihr das werthvollste Handelsprodukt der Gegenwart 
gewinnen sollte, so nimmt es nicht Wunder, daß vor 
etwa 8 bis 10 Jahren aus allen Kolonialblättern 
der Name Manihot Glazioviül entgegenschallte. 
Indeß hielt auch dieser Baum keineswegs, was er 
versprach; entweder gab er überhaupt keine nennens- 
werthen Mengen des Milchsaftes, oder das aus dem 
letzteren gewonnene Produkt war, wie ich mich selbst 
an einer aus Kaiser Wilhelmsland mir zur Begut- 
achtung übersandten Probe überzeugte, eine ganz 
werthlose, graue, lederartige und zerreißbare Waare, 
welche niemals einen Preis erzielen konnte. 
Man kann nicht anders sagen, als daß die Er- 
folge dieser Kulturbestrebungen geradezu trostlos sind; 
es liegt in ihnen ein neuer Beweis für die That- 
sache vor, daß die Sekrete oder Ausscheidungsprodukte 
vieler Pflanzen durchaus an ganz bestimmte Orts- 
verhältnisse gebunden sind. Der Baum z. B., welcher 
das wohlriechende Styrax-Harz liesert, ist ein Ge- 
wächs, das früher, in der unserer Gegenwart zunächst 
vorausliegenden Erdepoche, im Tertiär, über die 
ganze nördliche Erdhälfte verbreitet war, denn die 
Blätter sind noch, in Thonlagern aufbewahrt, von 
Amerika bis Sachalin und Japan reichlich verstreut 
erhalten. In Europa ist er völlig ausgestorben, 
dagegen ist er noch in den nordamerikanischen Frei- 
staaten bis Mexiko, auf Formosa und in Süd-China 
sowie in Kleinasien und zwar hier sehr beschränkt 
verbreitet. Den wohlriechenden Styraxbalsam erhält 
man aber nur in den letzteren Landschaften, während 
der amerikanische Baum jenes Kaugummi (Sweetgum) 
liefert, welches in so ungeheuren Quantitäten von 
den Amerikanern konsumirt wird. Nicht minder ist 
8 
  
bekannt, daß der Hanf nur in den sehr heißen Ge- 
genden der Erde, zumal in Indien jenes stark nar- 
kotische Harz liefert, welches als die Gesundbeit 
schwer schädigendes Genußmittel Verwendung findet. 
Die gleiche Eigenthümlichkeit ist uns noch von anderen 
Pflanzen bekannt, den vollen Ertrag an bestimmten 
Stoffen liefern dieselben nur an ganz bestimmten 
Oertlichkeiten, werden sie verpflanzt, so vermindern 
sich jene häufig bis zum vollkommenen Verschwinden. 
Sollen nun die Versuche, die Kautschukbäume zu 
kultiviren, fernerhin ausgegeben werden? Ich meine 
nicht! Der endliche Erfolg, ein gewinnbringender 
Anbau, würde zumal für unsere Kolonien von viel 
zu großer Bedeutung sein, der Nutzen wäre ein viel 
zu erheblicher, als daß man von weiteren Versuchen 
vollkommen Abstand nehmen sollte. Man muß aber 
danach trachten, die Pflanzen unter diejenigen Be- 
dingungen zu bringen, welche sie in der Heimath 
haben. Bei dem brasilianischen Kautschukbaum würde 
vor allen Dingen darauf Bedacht zu nehmen sein, 
daß er periodischen Ueberschwemmungen ausgesetzt ist, 
wie in Brasilien, und dann sollten nur solche Land- 
schaften gewählt werden, welche die gleichen meteoro- 
logischen Verhältnisse in den gleichen Jahreszeiten 
besitzen. Manihot Glaziovül ist, so viel wir wissen, 
eine Steppenpflanze, und deshalb wird man ver- 
muthen dürfen, daß sie in den mit übermäßiger 
Feuchtigkeit bedachten Gebieten kaum die angemessenen 
Bedingungen ihrer Existenz finden wird. Für sie 
sind vielleicht die regenarmen Distrikte mit Steppen- 
charakter die geeigneten Wohnplätze. Es ist durchaus 
nicht undenkbar, daß bei der gehörigen Berück- 
sichtigung aller einschlagenden Verhältnisse doch noch 
ein günstiger Ausgang der Untersuchungen erhofft 
werden kann. 
—.. . 
Ausbreitung der RZinderpest. 
Nach Mittheilungen der „British Central Africa 
Gazette“ ist die Rinderpest jetzt in den Distrikten 
West-Schire und Ruo aufgetreten. Auch das Wild 
wird von ihr ergriffen. 
— — 
Einwanderungsverbot in ##caragua. 
Durch Gesetz vom 23. Oktober 1897 hat die 
Republik Nicaragua die Einwanderung von Chinesen 
durchaus verboten. 
  
Titterakur-Verxeichniß. 
Die Seeinteressen des Deutschen Reiches. Zu- 
sammengestellt auf Veranlassung des Reichs-Marine= 
Amts. 80. (VI, 130 S.) Mk. 1,—. ç 
E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin. 
Paul,. C.: Die Mission in unseren Kolonien. 
1. Heft: Togo und Kamerun. Neue Folge der Dietel- 
schen Missionsstunden. 80. (IV, 215 S.) Mk. 2,50. 
Fr. Richter, Leipzig.
        <pb n="49" />
        — 9 — 
Deutschland-Uebersee. Weltkarte zur Uebersicht der v. Richthofen: Karte der Kiau-Tshau-Bucht, Ost-Shan- 
deutschen Geschwaderstamonen und des deurschen Kolo- tung. Situationszeichnung nach den Originalen des 
malbesitzes. 39—754 cm. Nebst Karte von Ost-China Verfassers und anderen Quellen von N. Kiepert, Schrift 
mit der Kiau-Tshau-Bucht. 1: 12 000 000, 302x#21 em und Gebirge vom Verfasser. (Aus „v. R., China“.) 
(auf der Rückseite. Farbendruck. Mk. 1,—. 1:750 000. 36—x44 cm. Farbendruck. Mk. 1,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
  
  
1 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. S. „Bussard“ 23/10. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Condor“ 11/11. Natal. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Falke“ Sydney 27/10. — 10/10. Apia 21/12. — Auckland. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Habicht“ 1/10. Kamerun 18/12. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 12/11. Hongkong. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Nixe“ 11/11. Freetown 22/11. — Victoria — Kamerun. (Poststation: St. Thomé.) 
S. M. S. „Seeadler“ 12/9. Dar-es-Saläm. (Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransport: 
Fahrplan: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
S. „Möwe“ tlhalbe Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: a) von Bremerhaven — Genua: Lieutenant zur See v. Manteuffel, 
b) von Genua— Hongkong: Kapitänlieutenant Gotzhein: 
Bremerhaven 1/12. — 3/12. Antwerpen 5/12. — 13/12. Genua 14/12. — 15/12. Neapel 15/12. — 
19/12. Port Said 19/12. — Aden. 
Perkehrs-Machrichten. 
Zwischen Deutschland und dem Schutzgebiet von Togo werden vom 1. Februar ab für Postpackete 
und Postfrachtstücke bis zum Gewichte von 10 kg Nachnahmen (bis zu 400 Mk. für jede Sendung) zugelassen. 
Es 
  
Postbampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt DNAlusschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schifsungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
**r2" # 
Neapel am 12.Jan., 2.,,16. Febr Tanga 18—20 Tage sam 10., 28., 31. Jan., 
(beutsche Schiffe) 120 abds. Dar-es-Sal. 19—21 Tg. 1., 25. Februar 
1 Deutsch-Onafrika. briodist, 4 am 20, Jan., 27. Febr.] Sansibar 19—21 Tages 103/ abds. 
(englische e) abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
—kranzösische Schiffe) 40 ums. 109 abds. 
2. D Southampton am 15. an., 12. Febr. Luderitzbucht 22 Tage 14. .. . 
(k;t:2k:3:säagg:s» Bis-il Fäska Fäs; 40 Suekahucht, 26 che 1 — i11- 
kuba, und 1 nsabis Dampfer „Leutwein“) 
1or. dant weiter alle 14 dage Hamburg am 25. Jan., 25. MärzSwakopmund 30 Tage #m 25. Jan., 25. März 
—De Landwege.) entsches Schiff) nachts Lüderitzbucht 40 Tage 7#½# abds. 
Hambur am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Namerun. 6 (beutsche 2— nachts 720 alds. 
Liverpool am 19. Jan., 16. Febr. Kamerun 22 Tage am 17. Jan., 14. Febr. 
— (englische Schiffe) nm——t 16 ms. 
Hambur am 10.jedes Mts. nacht-Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
4 —ie“ ahisc Vain- am 6. iedes vits. Oa Tae Tage Monats 70 abb. 
eber Li Li c am 12., 26. J s· 
Marseille ker irder cenpusschoBanseh # " * Mlar Lu kah, 36, age n en 10. 24. danuor 
auf Verlangen des Marseille am 26. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
bsenders) (kranzösische Schifse) 40 nachm. von da ab Landverbindung 104¾ abds. 
Bordeauru am 10. Jan., 10. März Cotonou 22 Tage am 8. Jan., 8. März 
— — Cranzösische Schiffe) 110 vms. von da ab Landverbdindung) 10 # bd . 
Neapel am 12. Jan., 9. Mä Jun 
5. deutscheu. Gnineg. 5 Schiffe) m —ms ara Stephansort 46 Tage 5 1## 4. Januar, 
Brindisi am 16. Jan., 13. Mär 41 ««· 
WW Z 48 Tase 10 abds. 
G. Marshau. Brindisi am 183. Narz dJaluit etw 
r Jueln. (über Mh abds. d etwa 70 Tage um . Mt
        <pb n="50" />
        10 
WoEnRNANN-LINIE. 
Regelmähige Vost-Dampftchifffabrt zwischen Hamburg und Welkafrika. 
Jahrplanu für das erste Vierteljahr 1898. 
  
Linie I. Nach Mabeira, Lagos, Lome, Kamerun und den Häfen bis Ponta Negra. 
  
  
  
  
  
  
  
Ausreisee. Heimreise. 
E * ra. Febr. 268.[März 29. April 29. 
Hamburg#. Jan. 10. Febr. 10. März 10. Gonta, Nes Frr, 1. Apris 1. Mai 1. 
Madeira. 199. 19. 19.5 Eloby. „ 2. : 2 : 2,. 
Monrovia“. " 27. 27. 27 Batog „ J. „ 2 2. 
Accra“#. .. «29.1Mårzl.z-29. Groß-Batama „ 3. " 3 3. 
Lome Zh„IàbGV.7 - 30. - 2. - 30. Kribi . 
Lagos Febr. 1. . 3 April 1.| Plantattio 4. — 4. 44. 
Kamerun : 4 6 41 Lonli l l 
Rio del Rey - 11. 11. - 11. Klein-Batanga ç - 5. - 5. 5. 
Victoria * 12-. 12. . 1. Malimba " „ 6„ 6. 6. 
Fernando Po · 14. 14. 14. Bibundi - 7. 7. - 7. 
Nalimaa. 15. 1 155 Khund 8. 8. 
Zlein Batanga . -17. 17. 17. Lagos „„ 14. 6 „ 14. 1. 
ongii. . "O . -21. -21— 
lantation = 19. 19. 19. '-« Z 23. " 22. 
rib I ·- „ 4. 24.— 24. 
Grob-Batanza- 20.. 20. 20Kelein-Popor 2 *„2 
Batoaoa 21. * 21. = 21. Kwitta : 26. 26. 26. 
Gabun 23. = 22. 23. Addah " 27. 27. 27. 
Kap Lobe. 2 24 Accray 25 25. 
Sette Cama = 25 25. 25. 30 " 320. 30. 
" 26. 26. 26 Kap Palmas * 
Nyana - . - . - . Grand Bassar April 1. Mai 1. Juni 1. 
Mayumbaaa 27. 27. 27. Monrovia 2 2 2 
Loango : 26. 28 288./Gran Canaric 122. 12. 12. 
Ponta Negra : 28. 29. 29. Teneriffa. 13. 13. 13. 
l! Madeira " 15. 15. 15. 
· Hamburg 24. 24. 24. 
Linie II. Nach Gibraltar, Marokko, Canar. Juseln und der Westküste bis Sherbro. Antwerpen anlaufend. 
Ausreisee. Heimreisee. 
| ê . " C . 
amburf. Jan. 18. Febr. 18. März 18. Sherbro März 1. März 30. 1 April 30. 
Ln i ·22- 22. 222. Sierra Leone 2.. April 2. Mai 2. 
Gibraltar ": 23 28. 289 Conakry.= 23. 3. -3. 
Larache 29. März 1. 29. Rufisque 110. 10. 10. 
Rabat 30 . 2. 30. Dakar = 11. . 11. * 11. 
Tanger Febr. 1.. 3. April 1. Gran Canaria. l 17. 7. II. 
Tasablanca 3.. 4 3.Woado. „ 19. 19. 19. 
Saffi 4. l5. = 4. Saffi. 20. "* 20. "20. 
Mogador *5. "* 6. —6. Mazagan *22. 22. "* 22. 
Mazagan " 7. 7V7.Casablancak 2. 23. 33. 
Gran Canaria. „.9. 9. 9.DTanger 24 24. 24. 
Teneriffa 10. 10. 10. Hamburg April 2. Mai 2. Juni 2. 
Gorée 14. 14. 1= , 
Dakar 14. "* 1 . 14. g 
Rufisque 135. -15. 135. 
Bathurst. 16. = 16. = 16. · 
Bissao 18. — -1238. s « ! 
Bolama : 211 — * 21. 1 | 
Sierra Leone = 23). 20. " 23. 1 1 
Sherbro # é 25. : 22. " 25. « 
  
  
  
  
HElnfchlsimtqderPassaieruLinielamlLjedesMonatd,LinieIIant19.jedeöMonats, 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats. 
8) Nur für Passagiere.
        <pb n="51" />
        Linie III. Nach Conakry, der Goldküste und Togo. 
  
Ausre isee. 
  
Heimre ise. 
  
  
Hamburg'f.. Jan. 20. Febr. 
Conacyn ebr. 6. März 
Momoric 8. - 
m 
Dircoe 12. "% 
z n l 
Cont...« 
Sactpouv.. J 14. — 
pam 
Winnebah y915. 
cra 16. - 
Addah 18. - 
Kwitta B 19. 
Lome .. 221. 
Bagida.. 22. 
Klein· Popo.. -23. — 
Grand-Toppo 25. - 
Whydah .... 2386. - 
Kotono „ 27. - 
l 
  
LisielkNachwucuwwsfeliySeusshsibekhnnddeuhäfeudersidiüsievouLauuusbisStPuldeLoausm 
v 
" # Iu Euuusse 
  
Kotonou. 
Whydah 
Grand-Popo 
Klein-Popo 
Bagida 
Lome 
Kwitta 
Addah 
Acrca 
Kap Palmas 
Monrovia 
Gran Canaria 
Teneriffa. 
Madeira. 
Hamburg 
  
l 
Febr.28.lMärz28 
März 1. „ 9. 
2. April 2. 
1 3. - 3. 
- 5. - 5. 
- 7. 2 7. 
1 9. 1 9. 
2 11. 5 11. 
13. : 13. 
16. „* 106. 
5 18. * 18. 
26. #: 206. 
27. : 27. 
: 28. 28. 
April 9. Mai 9. 
l 
  
l 
  
  
  
Ausreise. 
Heimreise. 
  
  
  
  
Marz 
l 
I 
i 
l 
l 
Hamburg . Jan. 31. For-. 28. 
Tenem#ssfe Febr. 10. März 10. 
Gran Canarig #: 11. #: 11. 
ute .... 
k.... -16.I -16.I 
Wöqm.. 
Kap Mount 20. 220. 
Ronrovia. 21.. 21. 
Grand Bassa 33. 2223. 
Sino 24. 24= 
Kap Palmas „25. 235. 
Accra * . 28. 28. 
— März 1. 1 — 30. 
a - . l 4. 
Cabinda . 2 5. 1 Ap 
VBanana 7.7. 
Konn 9. 9. 
oqu „ 11. - . 
Maiadi 1. 5 11 
Loanda 14. 14. 
Intr 15. 15. 
anae " 16. 16= 
Mufsera. ": 17. 17. 
Ambrzette 18. 
uculln 15. 15. 
Landana *½* "* 20. 20. 
  
Mit dem am 18. Februnar abgehenden Dampfer kommt kein Schieß 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Jannar, 
5. jedes zweiten Monats. Fahrtdauer Hamburg —Swak 
— 
  
) Einschiffung der Passagiere: Linie 1 am 11. 
am 1. jedes Monats. 
Linie Ill am 21. jedes Monats, Linie 1. 
)Nur für Passagiere. 
April 
31. 
10. 
  
Landanna 
Old Calabar 
pam . 
Saltpond .. 
Kap Coast 
Elmina 
Chama 
Dixcove 
Arim 
Kap Palmas 
Sino 
Gran Bassa 
Monrovriga 
Conakrygy 
Gran Canaria 
Mogador 
Saffi 
Mazagan 
Casablanca 
Hamburg 
Narz 21. April 21. 
*5 -24. 
.. -24. 
- 28. - 28. 
30. * 30. 
April 7. Mai 7. 
. 68. : 8. 
= 9. 9. 
1 11. 111. 
12. 22. 
. 13. * 13. 
.· " 1. # : 1. 
3 é 15. 15. 
1 18. * 18. 
- 19. 2- 19. 
-2W. -Ê20. 
-Ê21. -Ê21. 
-2. -23. 
* 30. 30. 
Mai 2. Juni 
#: 3. I - 
2 4. * 
5 5. * 
15,. 21 
l 
pulver zur Verladung. 
25. März und ferner am 
opmund etwa 30 Tage. 
  
jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats,
        <pb n="52" />
        12 
Fahrplan der Postdampfer der deutschen Ostafrika-Linie 
A. Nördliche 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
   
    
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1# · H . » 
Diese Dampfer laufen zwischen Mozambique und Dar#es- 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
·# 
Hamburg Amsterdam Antwerpen Lissabon Neapel Lost Neapel Lort, Suez Aden 
O 
S ab an ob an ab an ab an JBerlin ab an ab an ab 
I ieunzkduc " 
«98a19.Jan.20.Jan.«22.Jan.— — 1826.Jan 28.Jan]2. Febr. 31. Jan 2. Febr.7. Febr.. Febr. 13. Febr. 14. Febr. 
8 2. Febr. — — 4.Febs5.;5cb9.0br11.Fbt16.J-cbr.14.Fbk16.Febt.21.Fsebr.22.Fcbr.27.Febr.128.Febr. 
99a16.Febr.17.Febt.’19.Febr.— — 383. Fbr 25. Fb 2. März 128. Fbr 2. März 7. März 8. März 13. März 14. März 
992. März – — 4. Mrʒi 5. Mrzs 9. Mrʒ 11. Mrzs/16. März 14. Mrz II6. März 21. März 22. März 27. März 28. März 
100% 6. März 17. März 19. März — I —23.Mrz-25.Mr330.März28.-))irz·30.k))kätz4.April5.Aptil10.Apkil»11.Aptil 
10030. März — — 1. Apr. 2. Apr6. Apr 8. Apr13. Apri.1. Apr 13. April 18. April 19. April 24. April 25. April 
*101a 13. April 14. April 16. Apri— 220. Apr 22. Apri27. April 25. Apr 27. April!2. Mais3. Maiss. Mai 9. Mai 
101 27. April — — 29.Apr30. Apr 4. Mai 6. Maisl1. Mai J 9. Mai III. Mai 16. Mai 17. Mai 22. Mai 23. Mai 
*10211. Mai2. Mai 14. Mai — —18 Ma„ 20 Mas S. Mai 23. Mai 25. Mai 30. Mai 31. Mai 5. Juni 6. Juni 
u102 25. Mai —. — 27. Mai 28. Mais 1. Jun 3. Juns 8. Juni J 6. Jun J 8. Juni 13. Juni 14. Juni 19. Juni 20. Juni 
*103a] 8. Juni s 9. Juni 11. Juni — — 15. Jun 17. Jun22. JuniW. Jun 22. Juni 27. Juni 28. JunisR. Juli 4. Juli 
10322. Juni — — 24.Jun 25. Juni29. Jun 1. Jull 6. Juli 4. Jull6. Juli 11. Juli 12. Juli 17. Juli 18. Juli 
*1041 6. Juli7. Juli 9. Juli — — 113. Jul 15. Juli20. Juli18. Jul20. Juli 25. Juli 26. Juli 31. Juli 1. Aug. 
104 20. Juli — — 222. Jul 23. JulI27. Jul 29. Jus#. Aug. 1. Aug 3. Aug.. Aug. Aug.14. Aug. 15. Aug. 
105a 3. Aug.4 Aug. 6. Ang.— — 10. Aug 12. Aug7. Aug.15· Aug7. Aug. 22. Aug.2 3. Aug. 28. Aug. 29. Aug. 
105 17. Aug. — — 19.Aug. 20. Augs24. Aug 26. Aug31. Aug.29. Aug 31. Aug. 5. Sept. Sept. I11. Sept. 12. Sept. 
*106¼ 31. Aug.Sept. 3. Sept. — —pt4. Sept. 12 SptH. Sept. 19. Sept.20. Sept. 25. Sept. 26. Sept. 
Jos 14. Sept. — — lIlls6. Spt 17. Sptlꝰi. Spt 23. Spi28. Sept. 126. Spt28. Sept. Ofkt.4. Okt.Ot. 10. Otl. 
107a 28. Sept.29. Sept. 1. Okt. — — 5. Okt 7. Ofl12. Oft.10. Okt|12. Okt. 17. Okt.18. Okt. 23. Okt. - Okt. 
10 12. Okt. — — 14. Ott 15. Okl19 Okt 21. OftlG. Oft. 2 Ot6. Okt. 31. Okt.]. Nov.6. Nov. 7. Nov. 
1089 26. Okt.7. Okt. 29. O(.t. — —2.Nov 4.No9. Nov..Nov. Nov. 14. Nov.15. Nov. 20. Nov. 21. Nov1D 
1089 Nov. — — I.Nov 12.N00|16.Nov 18.No0 0|23. Nov. 21.Nov 3. Nov. 28. Nov.29. Nov. 4. Dez., 5. Dez. 
" 1 I 
«109a23.Nov.24.Nov.«26.Nov.— —30.Nov;2.Dez7.Dez.5.Tcz7.Dcz.12.Dez.13.Dez.18.Dcz. 18. G. 
1899 39 
109 Dez. — — 9. De 10. Dezl. Dez 16. De#l. Dez. 19. Dez#1. Dez. 26. Dez. 27. Dez.1. Jan. 2. Jan. 
"„ E 1899 1899 1899 1899 1899 
110a21. Dez.22. Dez. 24. Dezz – 28.De3 30.Dez 4. Jan. 2. Jan 4. Jan. 9. Jan. /9. Jan. I15. Jan. 16. Jan. 
*) Diese Dampfer nehmen keine Ladung für Plätze nördlich von Beira. 
Heimreise. 
2 · Dur- 9 s- 
JOt.-..-«bunDelagoa-BayJnhambane Beira Quelimane s Mozambique Dars— Sansibar Tanga 
an an ab an ab an ab an ab an ob an ab an ab an abd 
1898 1898 1898189818981898189881898 1808 1898 18608 1898 1808 1898 1898 1898 1898 
98a 12.Mrz|12. Mrz 14. M# — — 116.Mrz 17. MDr— — 19. Mrz 21.Mrz/23 Mrz les 26. Mrzl26. Mrz 27. Mrr 
98 — — 28.Mrz29. Mrz30. MrzI31. Mrzi 1. Ap2. Apr 4. Apr5. Apr 6. AprS. Apr 8. Apr]. Apr 10. Apr0. Apr 11. Anr 
99 9. Aprl10. Apr 11. Apor— — 113. Apr 14. Apr/ — — 116. Apr 18. Apr20. Apr 20. Aprs20. Apr 23. Aprs23. Apr 24. Apt 
„,„A.. 26. Aprs26. Apr 27. Aprs28. Apr 20. Aprs80. Apr 2. Mais. 3. Mai 4. Mais, &amp; Mai 6. Mais, 6. Mai 8S.Mais 8. Mai 9.Nar 
100 7.Mais 8.Mai 9. Mai — 1 — 11.Mai 12. Maii — — 44Mai 16.Mailis. Mai 18.Maill8. Mai 21. Mais21. Mai 22.Mal 
100 m— — 23.Mai 24.Mai 25.Mais26.Mai 27. Mais28. Mai 30. Mais31. Mai 1. Juns 3. Jun 3 Zun 3. Jun 5. Juns 5. Jun 6. Jun 
01 4.Jun5.Jun 6. Jun — — 8 JZum P. Jun — — I11.Zun 13.Junl15. Jun 15.Jun|l5. Jun 18.Juns18. Jun 19. Jun 
101 — — 20.Juni21.Jun 22.Juns#23 Jun 24 Juns25. Jun 27. Juns28. Jun 29.Junä 1. Jul 1. Julll.Jul 3.Jul8. Jul. 4 Jul 
10222 Jul|#. Jul 4.Jus — 6.Jul|7.Jus— —5.Jul 11.Jul 13. Jul 13.Jul 13. Jul 16.Jul 16.Jul 17.Jul 
102 — — 18.Jul1p. Jul#20. Jul21. Jul 22.Jul 23.Jul 25.Jul 26.zul 27.Jul20.Jul 29. Jul20.Jul 31 Jul 31. Jul 1.Aug 
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zwischen Hamburg und Ostafrika für das Jahr 1898. 
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26. März 
24. Jan. 
21. Febr. 
21. Marz 
Dienstag 
19. April 
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19. Mai 
16. Juni 
14. Juli 
11. Aug. 
8. Sept. 
6. Olt. 
Dienstag 
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29. Nov. 
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24. Jan. 
21. Febr. 
21. März 
  
  
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2. Jan. 
30. Jan. 
27. Febr. 
27. März 
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25. April 
Dienstag 
24. Mai 
21. Juni 
19. Juli 
16. Aug. 
13. Sept. 
11. Okt. 
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7. Nov. 
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2. Jan. 
30. Jan. 
27. Febr. 
  
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2. Febr. 
2. März 
30. März 
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28. Mai 
25. Juni 
23. Juli 
20. Aug. 
17. Sept. 
15. Okt. 
2. Febr. 
2. März 
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6. Jan. 
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3. März 
  
  
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6. Jan. 
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24. Juli 
21. Aug. 
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13. Febr. 
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14. März 
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f. März! 10. März' 13. März. 14. März 22. März! 25. März 21. März, 23. März 23. März 27. März28. März 2 2. Aprrl! 9. April! 21. April D26. April!29. April. 
6. April 7. April 10. April 11. April 19. April, 20. April 15. April 20. April 20. April!] 24. Apri25. April 30. April! v. Mai 19. Mai 24. Maiss27. Mai .Mai 
155 4. Mai 5. Mai 8. Mai 9. Mai 17. Mai 18. Mai 16. Mai 18. Maiul8. Mai 22. Mai.! 3. Mai 28. Mai 4. Juni 16. Juni 21. Juni 24. Juni u Juni 
156/ 1. Juni - Juni 5. Juni Juni 14. Juni 15. Juni 13. Juni 15. Juni 15. Juni 19. Dum! 2 . . Juni # 25. Juni 2. Juli 14. Juli 19. Juli 22. Juli 25. Juli 
157 29. uni Juni 3 Fuli Juli 12. Juli 13. Juliill. Juli 13. Juli13. Juli 17. Juli Juli 23. Juli 30. Juli 11. Aug. 16 Aug. 19. Aug. 22. Aug. 
W-- 38. Juli 81. Juli Aug. 9. Aug. 10. Aug.. Aug. 10. Aug.10. Aug. 14. Aug. 12. Aug. 20. Aug.27. Nug. 8. Sept. 13. Sept. 16. Sept. 19. Sept. 
159 24. Aug. 25. Aug. 28. Ang. 29. Aug. 6. Sept. 7. Sept.] 5. Sept. 7. Sept.?. Sept.) 11. Sept. 12. Spt 17. Sept. 24. Sept. 6. Okt. 11. Okt. 14. Okt. 17. Okt. 
/Z 21. Sept. 22. Sept. 25. Sept. 26. Sept. 4. Okt. 5. Okt. 3. Okt. 5. Okt. 5. Okt. 9. Okt. 10. O 15. Okt. 22. Okt. 8. Nov. 11. Nov. 14 Nov. 
161 19. Okt. 20. Okt. 23. Okt. 24. Okt. 1. Nov. 2. Nov. 31. Okt. 2. Nov.2. Nov. 6. Nov. 7. * 12. Nov. 19. Nov. Dez. 6. Dez. 9. Dez. 12. Dez. 
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148 — — 8. Jan. — 114. Jan. 31. Jan. 5. Febr. 6. Febr. 10. Febr. 10. Febr. 12. Febr. 11. Febr. 12. Febr.)/21. Febr. 22. Febr. 23. Febr. 25. Febr. 
149 26. Jan 28. Jan. 5. Febr. — 121. Febr. 28. Febr. 5. März, 6. März 10. März10. März12. März|11. März! 12. Närz 21. März'22. März 23. März 25. März 
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152 20. April 22. April 30. April 4. Mai 17. Mai 25. Mai 30. Mai 31. Mai 4. Juni 4. Juni 6. Junis 5. Juni 6. Juni 14. Juni 15. Juni. Juni 18. Juni #. 
133 18. Mai 20. Mai 28. Mai 1. Juni 14. Juni 22. Juni 27. Juni 28. Juni 2. Juli2. Juli 4. Juli Juli 4. Juli 12. Juli 13. Juli 15. Juli 16. Juli 
15. Juni 17. Juni 25. Juni29. Juni 12. Juli (20. Juli 25. Juli (26. Juli 30. Juli 30. Juli 1. Aug. 31. Juli 1. Aug. 9. Aug. 10. Aug. 12. Aug. 13. Aug. 
13. Juli 15. Juli 23. Juli 27. Juli 9. Aug. 17. Aug. 22. Aug. 23. Aug. 27. Aug.27. Aug. 29. Aug.28. Aug. 29. Aug. 6. Sept. 7. Sept. 9. Sept. |10. Sept.] 
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159 2. Nov. 4. Nov. /12. Nov.16. Nov. 27. Nov. 5. Dez. 10. Dez. 11. Dez. 15. Dez. 15. Dez. 17. Dez.16. Dez. 17. Dez. 25. Dez. 26. Dez.2 Dez. 29. Dez. 
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1899 1899 1899 
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5. März 9. März9. März11. März10. März (11. März! 19. März 20. März22. März 23. März 
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Gegen Wonsun. 
Die angegebenen Abfabrtszeiten werden nach Möglichkeit eingehalten werden, jedoch ĩind in den Zwischenhäfen Verschiebungen in den Ankunfto= und Abganggjeiten zulässig, je nach dem Verlauf der Reise. 
  
  
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Bremerhaven, 
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Zweiglinie= von Singapore nach dem deutschen Schutzgebiet von iNeu-Guinea. 
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36 10. Aug. 16. Sept. 22. Sept. 24. Sept. 29. Sept. 7. 
5. Okt. 11. Nov. f 17. Nov. 
1899 
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Febr. 17. Febr. 225. Febr. 26. Febr. 
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1899 
12. Jan. 14. Jan. 
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19. Jan. 27. Jan. 28. Jan. 1. Febr. 
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6. Jan. 8. Jan. 
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22. April 23. April 27. April 28. April 3. April 
9. Juni 17. Juni 18. Juni 22. Juni 
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14. Jan. 
11. 14. März 22. März 27. März 
9. Mai 
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16. Dez. 19. Dez. 
1899 
6. Mai 
1. Juli 
26. Aug. 
21. Okt. 
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25. Jan. 
17. Mai 
6. Sept. 
1. Nov. 
7 
1899 
10. Febr., 13. Febr. 21. Febr. 
Nach Bedarf kann Amboina, Mioko und Banda angelaufen werden. — Die Abfahrt von Singapore darf nicht vor dem festgesetzten Tage stattfinden. 
Zweiglinie von Hongkong nach Japan. 
  
YDokohama 
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11. Sept. 
6. Nov. 
1899 
  
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14. Sept. 
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1899 
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1899 
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2. Jan. 
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3. Sept. 
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1899 
17. Febr. 
1. Marz 8. Marz 14. April 
  
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161 
162 
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Mittwoch 
26. 
23. 
23. 
20. 
18. 
15. 
13. 
10. 
7. 
5. 
2 
30 
28. Dezember 
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Januar 
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Oktober 
  
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November 
  
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Januar 
Februar 
März 
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November 
Dezember 
1899 
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Januar 
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März 
  
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18. November. 
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8. Juni 
6. Juli 
3. August 
31. August 1 
28. Septbr. 
26. Oktober 
23. November 
21. Dezember 
1899 
18. Januar 
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30. 
28. 
25. 
23. 
20. 
17. 
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1899 
Januar 
Februar 
  
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22. 
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19. 
14. 
18. 
Januar 
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März 
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Septbr. 
Oktober 
Oktober 
November 
Dezember 
1899 
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Mittwoch 
26. Januar 
23. Februar 
Donnerstag 
24. März 
21. April 
19. Mai 
16. Juni 
14. Juli 
11. August 
8. Septbr. 
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3. November 
1. Dezember 
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Dezember 
1899 
Januar 
Februar 
  
Sonntag 
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30. Januar 
27. Februar 
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28. März 
25. April 
23. Mai 
Juni 
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Oktober 
November 
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27. Februar 
  
Dienstag 
4. Januar 
1. Februar 
1. März 
Mittwoch 
30. März 
27. April 
25. Mai 
22. Juni 
20. Juli 
17. August 
14. Septbr. 
12. Oktober 
9 
7. 
4. 
1. Februar 
1. März 
1899 
Januar 
l 
l 
I 
i 
I 
l 
1 
l 
November 
Dezember 
Donnerstag 
20. Januar 
17. Februar 
17. März 
14. April 
Freitag 
13. Mai 
Sonnabend 
11. Juni 
. Juli 
.August 
. Septbr. 
.Oktober 
29. Oktober 
Freitag 
G□ #“ 
25. November 
23. Dezember 
1899 
20. Januar 
17. Februar 
17. März 
14. April 
Der Dampfer der Zweiglinie nach Japan verkehrt in unmittelbarem Anschluß an die Dampfer der ostasiatischen Hauptlinie derart, daß, wenn der Dampfer 
der Hauptlinie vor Fahrplan in Hongkong eintrifft, auch die Abfahrt des Dampfers der Zweiglinie von Hongkong vor der fahrplanmäßigen Zeit erfolgt. 
16
        <pb n="57" />
        17 
Eintreffen der Post aus den dentschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — — — — 
Landungs= Die Post ist fällig Landungs= Die Post ist fämi 
Von hafen in Berlin Von hafen n Berlin 
Neapel ... am 13.*, 27. Jan., Hamburg .. am 10.* und 26.* 
Dentjch · Ostafrita .. Brindisi. .. am 25. Jan., 22. Feb. Togogebiet .. ... jedes Monats 
Marseille .. am 16. Jan., 16. Fed. Marseille .. am 16. jedes Monats 
Deutsch-Züdwestafrika Southampton, am 18. Jan., 15. Feb. Deutsch-Neu-Guinea. Neapel.. l““ 3 
I s T . 
Aamerun....... a om 2, D marstall-Inseln...arseile.. Mitte Februar 
27. Januar " 1 
  
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
  
Schiffsbewegungen der Weermenzn-Linie. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
"= 
Reise Letzte Nachrichten 
o 
* Postdampfer von nach bis 28. Dezember 1897 
„Wolph Woermann . Loango Hamburg am 25. Dezember in Accra. 
„Uline Woermann". Hamburg Loango am 24. Dezember in Gabun. 
„Ama Woermann Hamburg Sherbro am 21. Dezember in Bissao. 
„Antonina" Luüderitzbucht Antwerpen am 23. Dezember in Antwerpen. 
„Carl Woermann“ . Loanda Hamburg am 23. Dezember in Conakry. 
„Eduard Bohlen“ . Hamburg Kongo am 14. Dezember in Las Palmas. 
„Ella Woermann -· . Sherbro Hamburg am 26. Dezbr. in Hamburg eingetroffen. 
han Woermann“ Kotonou Hamburg am 20. Dezember in Accra. 
6 rüüchen Bohlen"“ . Hamburg Whydah am 25. Dezember in Accra. 
„Hedwig Woermann“ . Hamburg Sherbro am 23. Dezember Dover passirt. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 11. Dezember in Loanda. 
urt Woermann · ¶ 3z. gt. in vHamdurg. 
zh Bohlen..5. Zt. in Hamburg. - 
vBohlen · Hamburg Loango am 21. Dezember in Madeira. 
Voermann · Hamburg Lüderitzbucht am 8. Dezember in Las Palmas. 
r aiit Bohlen · Lüderitzbucht Hamburg am 22. Dezember in Las Palmas. 
« käfsssvt Wen-mann«.. Hamburg Kotonou am 13. Dezember Dover passirt. 
„Thella Vohlen· Hamburg Swakopmund am 23. Dezember in Conakry. 
— Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Gamburg—Ostafrika). 
Neichspostdampfer Reise Letzte Nachrichten 
sidampf von nach bis 28. Dezember 1897 
8 Hamburg Durban am 24. Dezember ab Neapel. 
8 z. Zt. in Hamburg. 
Kar Hamburg Durban am 26. Dezember an Durban. 
“. * Durban Hamburg am 28. Dezember an Neapel. 
gechre .l Hamburg Durban am 27. Dezember ab Sansibar. 
„Mnn S Durban Hamburg am 27. Dezember ab Delagoabai. 
„Cenerdl . Durban Hamburg am 22. Dezember ab Sansibar. 
     
  
z. Zt. in Hamburg. 
Anzeigen. 
  
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig) sind an 
einzusenden. 
— 
  
  
die Vertriebsleitung, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, 
  
  
  
  
  
      
  
7e Die Ev 
noch nicht 
ich ein 
angel. 
Wer d. reich illustr. Familienblatt 
issionen“ 
ennt, versäume nicht, 
Aubesen kommen zu 
ertelsmann in 
(157) 
GCutgepflegte Rhein- u. Mos 
eweine. 
  
  
  
im Export bewährt, liekern billigst 
Peter Eckertz &amp;Co 
London E. C., 2 Roval Exchunge Bnildings. 
Weingutsbesitzer, 
5% Oberwinter a. Rh. 
(us)
        <pb n="58" />
        — 18 
Vertrieb von Erzeugnissen der deutschen Kolonieen 
unter Aufsicht hervorragender Mitglleder der 
Deutschen Kolonlal-Gesellschaft. 
G. m. b. H. 
Deutsches Kolonialhaus 
Bruno Antelmann 
Grossher zoglich Mecklenburg-Schwerinscher Hoflleferant. 
Eingetragene Schutrmarke. 
  
  
Haupt- und Versandgeschäft: Berlin C. 19, Jerusalemerstr. 28. Fernspr.: Amt 1I. No. 9827. 
Zweiggeschäft: Berlin W. 62, Schillstr. 16. Fernapr.; Amt IX. No. 7244. 
  
  
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Phlotopgraphteen, Kolonta!t-Licteratur. 
Kamerun-Kakao:; Pfand Mk. 2,—, 9 Pfund je Mk. 1,90. 
Kola-Liküör: 11 Flasche Mk. 3,50, ½ Flasche Mk. 2.—. 
Spezialitäten: 
—0 Der soeben erschlenene Generalkatalog wird auf Wunsch umsonst und postirel versandt. 2— 
Illustrirte Postkarten aus den deutschen Kolonieen. 
  
  
Beschluß. 
Gemäß Artikel 14 des Allgemeinen 
deutschen Handelsgesetzbuches werden 
die Eintragungen im Handelsregister 
des Gerichtes für den Südbezirk von 
Deutsch-Ostafrika im Laufe des Jahres 
1898 im 
Deutschen Reichs= und Königlich 
Preußischen Staatsanzeiger, 
Deutschen Kolonialblatt, 
The Gazette for Zanzibar and East 
Africa 
bekannt gemacht werden. 
Dar-es-Saläm, den 2. Novbr. 1897. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
In Vertretung: 
Alt. *# Ermi 
Bekanntmachung. 
Im hiesigen Firmenregister wurde 
heute unter Nr. 1 die Firma 
Christo Loucas 
mit dem Sitze in Dar-es-Saläm 
und als deren Inhaber der Kaufmann 
Christo Loucas in Dar-es-Salam 
eingetragen. 
Dar-es-Salam, den 11. Novbr. 1897. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
In Vertretung: 
  
(160) 
   
  
EKporl-Stahlkarren 
DeUrscH ENGL. FORM 
fahriciren 
HKörigen Co. 
B. Gladbach, Köln 
   
Bekanntmachung. 
Im hiesigen Firmenregister wurde 
heute unter Nr. 2 die Firma 
Sägewerk William Kusenberg, 
Simba-Uranga, 
mit ihrem Sitz in Simba-Uranga an 
der Rufidji-Mündung und als deren 
Inhaber der Gerichtsassessor a. D. 
Dr. jur. William Kusenberg in 
Berlin, Brückenallee Nr. 28 part., 
ferner im Prokurenregister unter 
Nr. 2 für Freiherrn Rudolph von 
Brandenstein in Simba-Uranga 
Prokura dieser Firma eingetragen. 
Dar-es-Salam, den 12. Novbr. 1897. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
In Vertretung: 
  
  
Aelteste deutsche 
Schaumwein-Kellerei 
Gegründet 1826. 
Kessier Cabinet 
dry &amp; entra dry 
G. C. Kessier &amp; Co. 
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Eeslingen. 
  
Alt. 
ALTONA 
6 Raáamw2zo 
Fernsprecher No. 2. 
  
l 
i—.--..—---.--- 
-......--.-——-.— 
  
(161) 
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ElsENxCONSTRUCTIONS- uN#D BnockENBAUANSTALT. " 
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PAVLSTRASSE 21. 
Fernsprecher Amt I, No. 4168. s 
TELEGRANN-ADRESSE: . 
RáAIlSchnDO#, ÆLTONA. 
" 
1 
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ctee Worbet für Buer Blatt, , 
eutsche im Auslande 
abonniert . 
80 
* 
G 
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obetrachtet es 
r insbesondere als 
"# seine Aufgabe, dem 
Leben und Treiben der 
Deutschen im Auslande die 
er llebevollste Aufmerksamkeit 
uuxzuwenden. Er wird daher jeder 
+ 
e Deutsche im Auslande 
17. gebeten, seine Adresse 
Jal#gang. der Verlagehandlung 
J. H. Schorer, G.m. b. H. in Berlin SW., 
Wilhelmstrasse 29, gefl. anzugeben, damit dieselbe Gelegenbeit 
hat, eine Probe-Nummer umsonst und portofrei zu übersenden. 
  
   
  
    
   
  
  
    
    
Wochen- 
sehrift 
G 
   
— 
    
    
— 
  
Erat im Auslande lernt man den KReis des Haimadlulelten genfansen, erst #n der TFremcde erlens#t man, 
## dus Fulerland (#47 (Aus Froytng, Boll und Haben, II. Band.) 
  
  
Der fern der Helmat und in dbersveeischen Ländern Fühlung mlt dem alten Vater- 
lande sucht — 
Der Iim In- oder Auslande mit Berufgerchürten überhäuft, sich kurz und 
schnell von dem Gange der r’ eiten unterrichten will — 
Der Im In- oder Auslande weder Zelt noch Neigung hat, täglich eine grosse 
litische Zeitung zu lesen — 
Der m In-uoder Auslande abselts auf dem Lande wohnt und neben einem kleinen 
Lokalblatte einer ergänzenden Zeitungslektüre bedarf — 
Wer im In- oder Auslande Überhaupt alles wissen Will, der lese „Das EScho“. 
D Ec N Chronik der Zeitereigntsseo, brinof allesschendlich imn unfer Ral-- 
□ —W——.—.———-—= 
u. getellachastlichen Inhalts über alle Forpduge, welche s4ch in Deutschland u. #m#Aéuslande obspielen. 
Das Ec A ·0 Chrondk der Zeifereionta#se, ###t Keirn FParteiblautt, sondern es 
&amp; Id#sf di mferesscmiesten Seimmen cller Furisien zu Worte commen. 
Das Echo Chronik der Zeitereto##s#e, brinꝗt in feder Nummer ein di- 
9 eruæÊi abgeschlossene Norelletten, Errdblangen eic. dus der Fecer 5#— 
#rter, zeilpendusticher Schr ’sreller. 
Das #Khn# ·0 Crrontds der Zetftfereigonfa##e, brinot in der MNubritk Rarckel 
+eine Cesamt-Wochendberstche des internationalen Geld- und Waren- 
markites und inderessante Frapen vom Weltmarkie. 
Das ECHno Chronde der — 
9 wichiigsten Eracheinungen des deutichen Buchhandels aus allen Gæ- 
bieten der Wiisenachaft. 
  
D l 4 Ec A Grorne der Zeifereicntiese, bringt momnaflich repelmdseig 
0, die ameliche TZiste der Postckampfschthal#s#erbindungen wach dber- 
—————— 
nehmen alle Buchhandlungen, Postanstalten und Zeitungs- 
Bestellungen Spediteure in Deutschland zum Preies von 3 Hark viertel- 
jährlich entgegen; in den übrigen Ländern zu den landesüblichen Preisen. Direkt v. d. Ver- 
hg. J. H. geherer, 9. mu. b. H., in Berlin 8W., WIlhelmstrasse 20, 
unter Krenzband bezogen, kostet „Das Fcho“ vierteljährlich 4 Mk. 50 Pf., halbiährlich 9 M., 
ganzjährig 18 Mk. Bei Versendung unter Streifband empflehlt es sich, möglichst ganzjährige 
Abonnements aufzugeben. Englische Pfaündnoten werden in Zahlung genommen. 
k ed It el trete rden, und wird „Das Echo“ T 4 
lmis Abonnement ., 
lange Zeit direkt vom Verlag oder durch Jede Buchhandlung geliefert. 
Das „NCNO“ bringt wöchentlüch eine Liste der wichtigsten Erscheinungen des deutschen Buchhandels auf allen Gebieten der Wissenschaft. 
Zusammengestelle von dem „Littersrischen Auskunftsbureau O. Gracklauer in Leizig.“ 
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        — 20 — 
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—......—.—..— ENN 2 4. 2 2 . 2 e 
Arthur Koppel, Berlin NW.7, 
  
  
  
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Feldbahnen für die Kolonieen. — 
    
. Fabriken in Bochum, Camen, Wolgast i. P. · 
Telegramm - Adresse: „Koppelrail“. 
· – —— — 8 
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·"- »- H,z·-«-«-c’;s;;1 * 
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Transport des Zuckerrohrs durch Zugthiere-in Java. 7 
   
(153) 
SESME Ñ— à úßsÄ &amp; S 
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K. Arandkuache 
Hunis##n S 
H#nderorodneten. 
Eingetrag. Schutzmarke: „Fama“. 
——— 
sastwerteial#e 1 s—* —. 
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und Oberliohte jeder Art, (16) 
schmiedeeiserne Treppen, Thüren 
and Thore fertigt als Spezialität 
  
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Sökeland-Export Pump ernickel 
und Schwarzbrot. 6% 
Unerreichte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe- 
ausstellung von 1896 waren 1½ Jahr alte Pumpernickel und Schwarz- 
brote ausgestellt, welche eine Reise um die Erde zurückgelegt hatten. 
Viele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
Exportaufträge erbitten an Harder &amp; de Foss, Hamburg? für 
das Inland E. Sökeland d Söhne, Berlen Nr., oder Mandsbek. 
  
G — 
nieededni NXet ——. rmir 
-* *'Zi - · —iiii 9 + „ 
Mäöchste Auszeichnung « 
chlcagolscs. 
Uselntssunolclm.(plpldms 
C'anaouk)tntsskpcalcs4. 
Fabrik 
Lochmann'scher 
Musikwerke 
Aktiengesellschaft 
Leipzig-Gohlis. 
Ausschliessliche Fabrihnatin der 
SSymphonions: 
wit auswenken# 5 
Die Fabrit ist in Irer Ant dii 
#lteste und ##össte der Welt ..s
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        21 
HWemnrossbandlund Aug Kubli. 
Gegr. 1854.) Sanlfeld a. S. (Germany), (Ge. 1854.) 
pPrämjrt mit der Silbernen Medaille auf der Ausstellung im 
Messpalast zu Berlin 1896, 
empfiehlt für den Export nach allen Läindern ihre anerk unnt vorzüglichen 
Rhein-, Mosel- und Pfülzer Weine 
au äussersten Preisen. Man verlange Preisverzeichniss. (152) 
  
ELEE 
E · - 
     
UN« 
BBMW 
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Cenarische Hausthiere: 
8 Ca. 15,— bis 25,—, Maulthiere ca. S 25,— bis 40,—, 
"* ö * ? ?*7p * 5 22 15.— "“ 20,—. 
Kübe .. 99 15,- 20,—, EZiegen . 95 1„ 1.— " 2.—. 
9·# 6e 2 
x #omedare, Ersatz für Ochsen, ca. S 15,—. 
w Znmiebeln, Tropfsteine, Madelra-Möbel, Wein ete. 
Nähere Angaben und Referenzen stehen zu Diensten. 
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Füter kür Wasserleitung und Brunnen 
he ## Tropflilter bis zur grössten Anlage 
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Harder &amp; de Voss in Hamburg. 
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(westfllisches Schwarzbrot), 
garantict haltbar, auch In den Tropen, 
versendet die (us) 
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Dahrik u. Export von Musikinstrumenten. 
Leipzig. St. Petersburg. Moskau. 
Neue llustrirte Preisllste gratls. (58
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Königliche Hofbuchhandlung, 
Berlin. SW. Kochstraße 68—71. 
i 
Soeben ist erschienen: 
Neunzig Cage im Jtll. 
Meine Reise nach Ahehe 
Juni bis September 1807. 
Von 
Liebert, 
Generalmajor, 
Koiserlicher Gouverneur von Deruisch- 
Ostafrika. 
— 
Mit einer 313). 
Preis Mk. 1— 
  
ghePasssen 
für die 
Seeoffiziere, Offiziere der Marine- 
infanterie, Maschinen= und Torpedo- 
Ingenienre, Feuerwerks-, Zeng= und 
Torpederoffiziere, Sauitätsoffiziere, 
Zahlmeister, Deckoffiziere 2c., See- 
kadetten und Kadetten der Kaiser- 
lichen Marine, 
sowie 
Bestimmungen über die Uniform der 
Seeofsiziere 2c. des Beurlaubten= 
standes, zur Disposition gestellter 
und verabschiedeter Offiziere 2c. der 
Marine und Bestimmungen über das 
Tragen der verschiedenen Uniformen. 
  
Genehmigt durch y Allerhöchste Kabinets- 
Ordre vom 25. Mai 1890. 
Neudruck unter Berücksichtigung der 
bis Ende April 1893 ergangenen 
Abänderungen. 
Preis! 50 Pfennig. 
  
Prospekte gratis u. franko. 
  
  
cbetectil- 2 Ftitutun FKunftei 
Frankfurt a. Oder. I 
Kaufmännische Auskunft auf alle Plätze, 8 
Einziehungen von Forderungen jeder Art. 
Personal-Auskunft über Vermögenslage, Charakter, Lebensweise, 8 
Vorleben etc. (bei Verlobungen, Engagements. Aufnahme in 8 
Vereinen etc.). - s 
Ermittelung versehollener Personen 2 
Beobachtung von Personen und unauffüllige V. erfolzun anf Reisen. 
Vertrauenssachen. Eingaben und Gesuche jeder 
Besorgung und Erledigung aller nur denkbaren Vertrauens- 
angelegenheiten und Anfragen. 9 
Beurtheilung des Charakters Jemandes nach Handsehrift. 
Man wolle sich dieserhalb geneigtest an uns wenden 
und gefl. Anfragen Rückporto beifügen. 
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1 1 Beste Empfehlungen erhalten. 
  
  
  
    
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lafelgetränk "4 hurchl. des fürsten Bismarck 
Kauflich in Miveralv dl Apoth, Hôtels eto. 
        
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#offerirt nebst tropischen Frucht- und Nutzpflanzen-Samen auch solchen von Gemflsen, soweit sich dieselben 
nvach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als für den Anbau in den Tropen 
geeignet erwiesen haben. — Da die botanische Centralstelle nur für elnmalige Versuche im Kleinen Gemüse- 
samen liefert, so offerire ich für grösseren Bedarf gegen fr. Einsendung von Mark 12,— 
franeo aller deutseben 
a##rikanischen Kolonfen gut verpackt 1 Kollektion von Brutto 5 resp. 3 Kllo incl. Emballage. 
TIllustrirte Kataloge gratis. ½“
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zu jed. Zeit. an jed. Orte u. unter allen 
Witterungsverhalt n. in wenigen Minut. 
Fahrikate in allen Preislagen empfiehlt 
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Borenlanpen „System Hansen“ D. R. P. 
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% Gilriken von 100 Normalkerzen Leuchtkraft an. 
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Wiederverkkufer werden gesucht. (150) 
     
       
  
  
  
  
  
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Berlin SW 12, Kochstr. 68—71. 
  
  
  
  
  
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Die 
reinteressen 
des Deutschen Reiches. 
Zusammengestellt auf Veranlassung 
des 
Reichs-Marine-Amts. 
Die obige Schrift giebt ein Bild von 
der Entwickelung und dem heutigen 
Umfange der deutschen Seeinteressen 
auf Grund authentischen Materials und 
zeigt deren Bedeitung für die ver- 
schiedenen Zweige der deutschen Volks- 
wirthschaft. Bislang war die große 
Steigerung, welche die Entwickelung der 
wirthschaftlichen Beziehungen Deutsch- 
lands zum Auslande seit Begründung 
des Reichs erfahren hat, noch nicht im 
Zusammenhange dargestellt. Die obige 
Schrift verdient daher die weiteste Be- 
achtung, namentlich in den Kreisen des 
Handels und der Industrie. 
Preis Mk. 1.— 
Bei Partiebezügen entsprechend billiger. 
her &amp; Ossterdiuger, 
Franksurt a. M. 
empfehlen ihre leiehten, reinwolle- 
nen, elastisehen, nicht eingehenden 
erẽmesarbenen (116) 
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Aerztlich empfohlen. Vorzüglich für 
die Tropen. Auch Detail-Verkauf. 
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Morddeutsche Mllgemeine 
(Chefredakteur: Geheimer Dofrath Dr. Wilh. Lauser) 
kostet mit ihrer 
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Beitung 
täglichen Unterhaltungs-Beilage, 
wöchentlichen Landwirthschaftlichen Beilage, 
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vierteljährlich bei täglicher Kreuzbandsendung nach den Kolonien Mk. 13,50 
und bietet den Herren Offizieren, Beamten und Kaufleuten eine in streng 
konservativem Sinne gehaltene, vielseitige und angenehme Lektüre. 
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Die deutsche 
HFolonial-Gesehgebung. ¾ » 
Sammlung der auf die deutschen 
Schutzgebiete bezüglichen Gesetze, 
Verordnungen, Erlasse und 
internationalen Vereinbarungen, 
mit Anmerkungen u. Sachregister. 
Auf Grund amtlicher Quellen 
herausgegeben von 
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Gerichts--Assessor. 
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Demnächst erscheint: 
Nachtrag zu obigem Werke. 
Enthaltend alle bis auf die neueste Zeit 
für die Schutzgebiete ergangenen Ver- 
ordnungen 2c. 
    
, «- ,«.-.----:»-J 
, ...«) 
“ 
6 
  
D 
1 
RKfrika. 
Schilderungen und Rathschläge zur 
Vorbereitung für den Aufenthalt 
aund den Dieust in den Schutzgebieten. 
Von 
Dr. v. Wissmann, 
Major. 
Preis 1,20, elegant gebunden 2 Mark. 
Der Reichskommissar Major v. Wiss- 
mann beobachtete während seines Auf- 
enthalts in Afrika, wie unvorbereitet 
Deutsche in die Tropen gingen und wie 
wenig sie die Vepingungen des dortigen 
Lebens und Verkehrs , 
ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh- 
rend « 
zwischen dem Nyassa= und Tangangita- 
See, hat er daher diese „Rathschläge un 
Schilderungen" niedergeschrieben, die Auen 
zu Gute kommen sollen, die sich in. ie 
beutschen Schutzgebiete oder in den dortigen 
Reichsdienst begeben. 
annten und sich 
seiner letzten großen Expedition,
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        25 — 
Zur Heilung der Malaria 
(Wechsel- oder Sumpflieber) 
wird bierdurch das von der 
Chemischen Fabrik auf Actien (corm. E. Schering) zu Berlin 
zulm Hutrahiuim 
(salzsaures Phenocoll) 
ellen Betheiligten bestens empfohlen. 
Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Professor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
lesor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
uberraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Anch Dr. Ribet in 
A#ey (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
lerer hat die olfizielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Vewebreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
on Professor Martinez A. Vargas in Baurcelonu zur schnellen und 
Heheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
genannten Firma, nämlich: 
Hanburg: Gebrüder Oldenburg; 
Barcelonn: I. Espiell; (6u) 
london: A. &amp; N. Zimmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary- at- Kil#; 
Nesun: W. KNürwage &amp; Co.; 
Lev · Lork: Lehn &amp; Fink, 126 william Street: 
Paris: Mar Feres. 31 rue des pelites curles; 
1 de Janeiro: Magalbdes, Lucius &amp; Co. Successores de Klingelboeler &amp; Co. 
Gbantietbengsches Kolonialprodukt. 
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in den deutschen Kolonien neb Längerem ständig bezogen, dort sehr beliebt, Jahre 
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Scuztruppe empfohlen. 
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Gesellschaft den Alleinverkauf. 
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Am 10. Januar: P. D. „Lothar Bohlen“, Capt. Jarck, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas bis Loango. 
Am 18. Januar: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Rieck, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Ruflsque, Bathurst, Bissao, 
Bolama, Sicrra Leone und Sherbro. 
Am 20. Januar: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncou. 
Am 25. Januar: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Benguella, Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. Januar: P. P. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Senegal, Liberla und den Häfen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
Machste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika: am 25. März und ferner am 
25. jedes zweiten Monats. 
4 Guter müssen am Tage vor #dem 459anosdatum bis 12 Uhr miecags längsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die VWoermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neanpel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: ab Hamburg: 
BR. P. D. „GCENERAL“, Capt. Gauhe 
  
  
ab Neaupel: 
.......... 12. Januar 1898 
Von 1898 ab vierzehntägiger Betrieb: 
von Hamburg: von Neapel: 
, HER2ZOG“, Capt. v. Issendorrl 19. Januar, 2. Februar, 
O„ADHMIRAL“, Capt. Wsssstttttt . . .. 2. Februar, 16. Februar, 
*„KANZLER“, Capt. Roonn . . . . .. 16. Februnr, 2. Märzx, 
,„REICHSTAG“, Capt. Weisskaonnn . . .. 2. Märxz, 16. Mürz, 
nach Mombassa, Tanga?, Pangani?, Snadani, Bagamoyo F, Dar-es-Saläm , Sunsibar:" , Kilwa, Lnal, 
Mikindani, lbo, Mozambique, Quellmane X. Chinde 7, Beir“, Inhumbane, Delagonbal“, Durbun“. 
Die mit einem verschenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häsen nur 
Passagiere und nach den mit einem “" versehenen Häfen anch Ladung. 4 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorz#loliche Einrichtungen Für Ptssagiere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhälen sowie nach Trausvannl 
(Jobannesburg und Pretoria) via Delugonbui. · « 
AlleGätekmüssenspätestonszweiTagovokAbgangdesDampkorslungssektesetsp 
Nãheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
rowie wegen Fracht und Passage die 
" Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin SW 12. Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 31. Dezember 1897 um 6 Uhr nachmittags. 
— 
— — — 
- dem 
Dieser Nummer liegt das „Kolonial-Hanudels-Adreßbuch 1898“, herausgegeben von 
Kolonial-Wirtschaftlichen Komitec, Berlin, Unter den Linden 47, bei.
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        YDeutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Heransgegebes in ber Kolenisl--Abtheilung des Auswirtigen Amis. 
——————————– — — — — — —— ———————“——————————————————— — — — — 
— zeri. W. aanr 1604. unner 2. 
–— —! ——— — ––§ — 
  
  
Diese Zeitschrift Scheim in der Regel am 1. und 15, jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittbellungen von Forschungereisenden und Gelehrten aus den deotschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
. Danekelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
zahdl Mk. 8.—, drrelt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk 3650 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Mk. 3-75 für 
die Lönder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Rochsrwaße. 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
Inhelt: Amtlicher Theil: Verordnung, betreffend die Einrichtung einer Staatsanwaltschaft bei den Gerichten der 
Schußgebiete S. 27. — Das deutsch französische Abkommen über die Abgrenzung von Togo und Dahomey S. 27. 
— Personalien S. 28. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 28. — Deutsch-Ostafrika: Kulturstation Kwai S. 28. 
— Missenschaftliche Sammlungen S. 29. — Kamerun: Ueber die Entwickelung der Plantage Bibundi S. 29. — 
Deutsch-Südwestafrika: Unruhen unter den Zwartboi-Hottentotten S. 29. — Aus dem Bereiche der 
MNissionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 29. — Aus fremden Kolonien: Handel der Kap- 
kolonie im Jahre 1896 S. 30. — Britisch-Centralafrika S. 34. — Sierra Leone im Jahre 1896 S. 34. — Der 
Handel Javas 1896 S. 35. — Curagao S. 35. — Gambia S. 35. — Dampferverbindung zwischen Madagaskar 
und Lourenzo-Marques S. 35. — Verschiedene Mittheilungen: Poststatistik S. 36. — Litteratur S. 36.— 
Litteratur-Verzeichniß S. 36. — Schiffsbewegungen S. 37. — Verkehrs-Nachrichten S. 37. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
·—— 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Perträge. 
Verordunung, betreffend die Eiurichtung einer Staatsanwaltschaft bei den 
Gerichten der Schutzgebiete. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c., verordnen 
auf Grund des § 3 Nr. 4 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (R.-G.-- 
Bl. 1888, S. 75), im Namen des Reichs, was folgt: 
In den vor Gerichtsbehörden der Schutzgebiete anhängigen Strafsachen tritt, sofern es sich um 
Verbrechen oder Vergehen handelt, die Mitwirkung einer Staatsanwaltschaft bei der Hauptverhandlung in 
erster Instanz, bei der Einlegung von Rechtsmitteln und bei dem Verfahren in zweiter Instanz ein. 
Der Staatsanwalt wird von dem obersten Beamten des Schutzgebietes bestellt. Die Auswahl 
erfolgt aus der Zahl der Beamten des Schutzgebietes. Sofern dies nicht ausführbar ist, können andere 
heeignete Gerichtseingesessene als Staatsanwalte bestellt werden. - 
Der Staatsanwalt untersteht der Aufsicht und Leitung des obersten Beamten des Schutzgebietes. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Neues Palais, den 13. Dezember 1897. 
(L. S.) Wilhelm, I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
  
Das deutsch-französische Abkommen über die Abgrenzung von Togo. 
Der Austausch der Ratifikationen des zwischen dem Deutschen Reich und der Französischen Republik 
zu Paris am 23. Juli v. Is. abgeschlossenen Abkommens über die Abgrenzung der Schutzgebiete von Togo 
und Dahomey ist am 12. d. Mts. zu Paris erfolgt. «
        <pb n="68" />
        — 28 — 
Personalien. 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 28. Dezember 1897. 
Dr. Sobotta, Stabsarzt, aus der Schutztruppe ausgeschieden und gleichzeitig in der Armec und zwar als 
Stabsarzt bei der Unteroffizier-Schule in Ettlingen mit dem bisherigen Patent wieder bncechel 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 6. Januar 1898. 
v. Arnim, Sekondlieutenant vom Garde-Schützen-Bataillon, und 
v. Glisczinski, Sekondlieutenant vom Infanterie-Regiment Markgraf Karl (/7. Brandenburgischen) Nr. 60, 
lommandirt als Erzieher zum Kadettenhause in Potsdam, aus dem Heere ausgeschieden 
... .-. .—-—’ und als 
Sekondlieutenants mit ihrem bisherigen Patent in der Schutztruppe wieder angestell. 
Der Sekondlieutenant Stadlbaur von der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika i 
den Folgen klimatischer Drüsenvereiterung verstorben. chen Schubtruppef utsch-Ostafrika ist an 
V 
      
VVVVTVYVVTTVTVTTTYTYVYTNTVY ? WTYT TTTTTNVWVVYTYTVNTTVTFTTVYTTVYTYTTYTNTNYTNPTPFTFTFT 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal-achrichten. 1 cogo. 
Deutsch. Ostafrika. — Landeshauptmann Köhler, Regierungsassessor 
Der Bauleiter Bilgeri ist Anfang Januar d. Is. Boecking, Landreutmeister Mann haben die Reise 
in Dar-es-Saläm an einer Lungenentzündung ge= nach Lome angetreten. 
storben. « 
FWWHVPMV 
  
— 
Premierlieutenant v. Doering ist nach Lome 
Ramerun. abgereist. 
Der Gouverneur v. Puttkamer hat das Schutz- 
gebiet mit Urlaub verlassen. Seine Vertretung wird 
durch den Regierungsrath Dr. Seitz wahrgenommen. 
Der für den Posten eines Zollassistenten ange- 
nommene Feldwebel Klein ist nach Lome abgereist. 
Die Lieutenants in der Kaiserlichen Schutztruppe —— 
v. Arnim und v. Glisczinski sind nach Kamerun Südwestafrika. 
abgereist. Stabsarzt Dr. Kohlstock hat seine Rückreise 
Der für die Stelle des Amtsdieners und Polizei= über Ostafrika angetreten. 
meisters zu Kribi angenommene Sergeant Beer- 
baum ist nach Kamerun abgereist. 
Der Kulturtechniker und Landmesser Gaertner 
sowie der Vermessungsgehülfe Wohlgemuth sind 
für den Dienst der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
schaft angenommen worden. 
Der für die Stelle des Steuermanns auf dem 
„Nachtigal“ angenommene Steuermann Witt ist 
nach Kamerun abgereist. 
— — — 
Nachrichten aus den deutschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Dstafrika. entwickelte sich der Kaffee überraschend schnell, so daß 
die Befürchtung, daß das Klima zu rauh für die 
Kulturstation Rwai. 
Pflanzung sein könne, geschwunden ist. Eine noch 
Nach einem Bericht des Vorstehers der Station bessere Entwickelung zeigte der Thee, der für das 
Kwai haben die Pflanzungen in den Monaten Sep= dortige Klima besonders geeignet zu sein scheint. 
tember und Oktober v. Is. durchweg gute Fortschritte Weizen und Gerste versprachen eine gute Ernte, 
gemacht. Nachdem die Kälteperiode vorüber war, ganz hervorragend aber stand der Hafer; es war
        <pb n="69" />
        leine Seltenheit, daß ein Korn einen Busch von 50 
bis 60 fast rohrartigen Halmen hervorbrachte. Auch 
Luzerne, Rüben, Mais und Roggen kamen in be- 
friedigender Weise vorwärts. Das Gleiche war bei 
den europäischen Obstbäumen der Fall. Die in der 
Mollerei erzielte Butter hat einen sehr feinen Wohl- 
geschmack, der Fettgehalt der Milch ist auf 5,8 pEt. 
der Morgen= und 5,45 pCt. der Abendmilch ermittelt 
worden. Leider bleibt hinter diesem hohen Fett- 
gehalt die Quantität etwas zurück, da man im Durch- 
schnitt auf Kuh und Tag kaum mehr als 1½ Liter 
rechnen kann. . 
Der Gesundheitszustand des auf der Station ge- 
haltenen Viehes wird als befriedigend bezeichnet. 
Ende November v. Is. beabsichtigte Herr Geheim- 
rath Koch, sich nach Kwai zu begeben, um Unter- 
suchungen in hygienischer Beziehung und Experimente 
über Texasfieber dort anzustellen. 
"„ Mißenschaftliche Lammlungen. 
Der Premierlieutenant Kollmann von der 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika hat der zoolo- 
gischen Sammlung des Königlichen Museums für 
Naturkunde in Berlin folgende in gut konservirtem 
Zustande eingegangene Stücke überwiesen: 
26 Felle von 23 Säugethierarten, 
10 Säugethierschädel, 
18 Vogelbälge und mumifizirte Vögel. 
3 Reptilienhäute, 
1 Termitenkönigin. 
– — 
Ramrrun. 
Ueder die Entwickelung der plantage Bibundi 
wird vom November v. Is. Folgendes berichtet: 
Die Anpflanzung hat ihren Abschluß gefunden, 
da einmal die beste Pflanzzeit vorüber ist und zum 
Anderen die Arbeiterverhältnisse immer noch so 
mangelhaft liegen, daß eine Vorsicht sehr geboten ist, 
um nicht Gefahr zu laufen, größere Flächen in Be- 
arbeitung zu nehmen, als man mit dem zur Ver- 
fügung stehenden Arbeiterpersonal in Stand halten 
kann. Der Stand der Anlage auf allen drei Pflan- 
zungen ist nunmehr folgender: 
Bibundi: ältere Anpflanzung: 135 ha mit 75 600 Bäumen, 
eue - 80 = . 32000 - 
Isongo: ältere 134 7200 
neue - 33⅝. . 13200 - 
NMokundange: ältere 122 7200 
neue „ 69 27600 - 
  
Zusammen 343 ha mit 162 800 Bäumen. 
Die Ernte besteht bis heute aus etwas über 
500 Sack Kakao, wonach dieselbe die vorjährige 
bereitz um etwa 100 Sack überschritten hat und der 
Asfall heuer als ein günstigerer bezeichnet werden 
muß als im Vorjahre, da die Anlage von 1893/94, 
welche als ertragbringend neu hinzugekommen ist, 
mur aus 12 ba besteht, für welche sich höchstens 
29 
  
30 Sack als Ergebniß veranschlagen lassen. Es ist 
die Ernte zwar noch nicht abgeschlossen, indessen 
nimmt dieselbe von Tag zu Tag rapide ab, so daß 
außer der letzten Verschiffung noch auf höchstens 
50 Sack zu rechnen ist. Wonach sich also ein End- 
ergebniß von 550 Sack herausstellen würde. 
An Arbeiterpersonal sind in Bibundi 358 Ar- 
beiter, in Isongo 48 und in Mokundange 81 Arbeiter 
im Durchschnitt und pro Tag beschäftigt. 
Drufsch-Hüdwestafrika. 
Unruhen unter den Swartboi--Dottentotten. 
Nach einem telegraphischen Bericht des stellver- 
tretenden Kaiserlichen Landeshauptmanns von Süd- 
westafrika v. Lindequist waren im Kaokofelde unter 
den Zwartboi-Hottentotten Unruhen ausgebrochen. 
Die Aufrührer sind indessen durch den Hauptmann 
v. Estorff und einen Theil der Schutztruppe am 
5. Dezember in einem Gefechte zersprengt worden. 
Die Reste des Stammes haben sich unter Zurück- 
lassung ihres Besitzes an Pferden und Vieh nach 
Norden geflüchtet. Die Hereros sind auch in diesem 
Falle der Regierung ergeben geblieben. 
Zufolge weiteren Nachrichten aus Deutsch-Süd- 
westafrika über das am 5. v. Mts. zwischen einer 
Abtheilung der Schutztruppe unter Hauptmann 
v. Estorff und Zwartboi-Hottentotten stattgehabte 
Gefecht ist bei diesen Kämpfen von der Schutztruppe 
ein Reiter gefallen, ein anderer leicht verwundet 
worden. Hauptmann v. Cstorff selbst ist ebenfalls 
zweimal leicht verwundet, aber dienstfähig geblieben. 
  
— — — 
ARus dem Bereiche der Misstonen und 
der Antiskhlaverei-Bewegung. 
In „Kreuz und Schwert“ wird über die Thätig- 
keit der Pallotiner aus Marienberg in Kamerun 
berichtet: Am Feste der Himmelfahrt Mariä erreichten 
wir die Zahl 1000 in unserem Taufbuche. Eine 
stattliche Anzahl innerhalb weniger Jahre, die im- 
stande ist, uns zu trösten für so viele Verluste, die 
die Mission gerade hier in Marienberg getroffen hat, 
und uns Muth einzuflößen für neue kommende Mühen 
und Beschwerden. Nicht vergebens waren die Opfer, 
welche unsere Vorgänger hier in den sieben Jahren 
des Bestandes der Mission gebracht. Allenthalben regt 
sich schon christliches Leben hier unter den Bakokos. 
Sicher ist's, daß in einigen Jahren das Christen- 
thum hier am Flecke sich mächtig verbreitet hat und 
den größeren Theil der Bevölkerung sein eigen nennen 
kann. Jetzt scheinen auch die Mädchen und Frauen, 
die anscheinend bisher am wenigsten sich um die 
Mission kümmerten, die Mission lieb zu gewinnen 
und sich ihr zu nähern. Gar oft kommen Mädchen 
zur Mission gelaufen, um Schutz, Unterkunft und 
Erziehung zu suchen.
        <pb n="70" />
        — 30 
Von Bagamoyo wird der Tod des Missionars 
P. Moyses auf der Station Mhonda, Ngurn, ge- 
meldet. (Kreuz und Schwert.) 
— — 
Aus fremden Kolonien. 
Dandel der Rapkolonie im Jabre 1890.") 
Das Jahr 1896 hat wiederum eine erhebliche 
Zunahme für den Handel Südafrikas gebracht. Der 
Werth der überseeischen Waareneinfuhr (gemünztes 
Geld ausgeschlossen) in den Häfen von Kapstadt ost- 
wärts bis einschließlich Delagoabai betrug 25576901 
Pfd. Sterl. gegen 17 281708 Pfd. Sterl. im Jahre 
1895. Den Kernpunkt dieses gewaltigen Zuwachses 
bildet die trotz aller Klagen über das Darniederliegen 
der Bergindustrie nach wie vor zunehmende Auf- 
nahmefähigkeit Transvaals, das mit mehr als 50 pCt. 
an der über 8000000 Pfd. Sterl. betragenden Stei- 
gerung der Einfuhr im letzten Jahre betheiligt ist. 
Die Waareneinfuhr in die Südafrikanische Republik 
vertheilte sich in den beiden letzten Jahren auf die 
Nachbarländer in folgender Weise: 
Delagoa= Oranje- 
Kapkolonie Natal bai Freistaat 
Pfund Sterling 
1895 . 6908 146 982 396 999 131 926631 
1896 . 8017229 3001 033 2125543 944325 
Zunahme Prozent 15 205 113 2 
In dem großen Aufschwunge des Handels von 
Natal nach Transvaal zeigen sich die erst in diesem 
Jahre voll zur Geltung gekommenen Wirkungen der 
unmittelbaren Bahnverbindung zwischen Durban und 
Johannesburg. Auch Delagoabai hat auf dem bisher 
eingeleisigen Schienenwege seinen Handel nach dem 
Goldlande mehr als verdoppelt. Es würde nur der 
Herstellung des zweiten Geleises und besserer Vor- 
kehrungen im Hafen bedürfen, um die Einfuhr durch 
Delagoabai noch wesentlich zu steigern, denn das 
Beispiel von Natal zeigt, wie sehr die Aufnahme- 
fähigkeit Transvaals neuer Zufuhrwege bedarf. 
Gegenwärtig ist die Südafrikanische Republik an der 
überseeischen Einfuhr der Kapkolonie mit etwa 42 pCt., 
an der Natals mit annähernd 60 pCt. betheiligt. 
Der Vergleich zwischen der überseeischen Einfuhr 
und Ausfuhr von Gesammt-Südafrika zeigt ohne 
Berücksichtigung des Ab= und Zuflusses an gemünztem 
Gelde einen Unterschied von annähernd 7 000 000 
Pfd. Sterl. zu Gunsten der Einfuhr. Bei Hinzu- 
rechnung der Einfuhr und Ausfuhr an Münze stei- 
gert sich dieser Ueberschuß der Einfuhr um etwa eine 
weitere Million Pfund Sterling. In der Kapkolonie 
allein steht einer Waareneinfuhr von 17 935 039 
Pfd. Sterl. eine Ausfuhr von 16 952 838 Pffod. 
Sterl. gegenüber. An letzterer ist das Transvaal= 
Gold mit 8252543 Pfd. Sterl. betheiligt, denen je- 
*) Aus dem D. Handels-Archirv 1897, S. 736 ff. 
  
doch der Werth der Einfuhr von der Kolonie aus 
nach Transvaal mit 8017229 Pfd. Sterl. ungefähr 
entspricht. In der Südafrikanischen Republik hat der 
Ueberschuß der sich auf 14 088 130 Pfd. Sterl. be- 
laufenden Einfuhr über die Ausfuhr trotz der ge- 
steigerten Goldproduktion etwa 5000 000 Pfd. Sterl. 
betragen. . 
An Zöllen haben im Berichtsjahre vereinnahmt: 
Natal 371181 Pfd. Sterl. oder 7 pCt., Transvaal 
1355 486 Pfd. Sterl. oder 10½ pCt., die Kapkolonie 
2170048 Pfd. Sterl. oder annähernd 14 pCt. der 
Waareneinfuhr. 
Im Einzelnen zeigt die Handelsbewegung in der 
Kapkolonie folgendes Bild: 
Einfuhr in die Kapkolonie. 
Die amtlichen Statistiken geben mangels genauer 
Kontrole an den Inlandgrenzen keinen ganz voll- 
ständigen Ausweis über die Einfuhr der Kapkolonie. 
Da jedoch die Einfuhr über Land im Vergleich zu 
der vollständig angegebenen überseeischen von ver- 
schwindender Bedeutung ist, sind die Lücken nicht 
erheblich. 
Die Waareneinfuhr betrug: 
  
  
1894 1895 1896 
Rfund Sterling 
Hr Privatrechnung 10 887 787 13 285 005 16 942.865 
ür Rechnung der 
Regierung 40 858 327 400 9192174 
Zusammen 11 298 645 13 612 405 17 935039 
Gemünztes Geld 289 461 5 482 475 836 332 
Gesammtwerth 11 588 106 19 094 880 18 771 371 
Die Waareneinfuhr hat danach im Berichtsjahre 
eine Steigerung von über 4 Mill. Pfd. Sterl. erfahren, 
obgleich das Land von Rinderpest, großer Dürre und 
Heuschrecken heimgesucht worden ist. Die Ursache der 
Steigerung darf daher nicht in der Wohlfahrt des 
platten Landes, sondern nur in dem Aufschwung der 
großen Städte gesucht werden. Hier sind durch die 
immer wachsende Goldförderung und besonders wäh- 
rend der Spekulationszeit des Jahres 1895 große 
Reichthümer verdient worden, die jetzt auf verschiedene 
Weise unter die Leute gebracht werden und belebend 
auf den Handel wirken. Großen Antheil hieran hat 
die rege Bauthätigkeit, sowohl die öffentliche wie die 
private. Die Steigerung des Grundwerthes in den 
großen Städten hat umfangreiche Kapitalanlagen und 
Spekulationen in Grundstücken und Bauten zur Folge 
gehabt, die einer zahlreichen Arbeiterbevölkerung hohe 
Löhne und entsprechende Kaufkraft gewähren. Auch 
der während des größeren Theils des Jahres an- 
haltende Kriegszustand in Rhodesia hat große Summen 
verschlungen, die verschiedenen Handelszweigen zu 
gute gekommen sind. Ueberdies ist die europäische 
Einwanderung, deren Bedürfnissen in erster Linie der 
Handel dient, auch im Berichtsjahre weiter gestiegen. 
Der Ueberschuß der Ankommenden über die Abreisen- 
den betrug allein in den Häfen der Kapkolonie 21000.
        <pb n="71" />
        — 31 — 
Um die Differenz zwischen der Waareneinfuhr 
und Ausfuhr auszugleichen, haben die südafrikanischen 
Banlen angefangen, einen Theil des in den letzten 
Jahren massenhaft zugeströmten Geldes nach Europa; 
zurückzuschicken. 
Der angegebene Gesammtwerth der Waareneinfuhr 
umfaßt sowohl die im Zollverschluß (bond) verblie- 
benen als die zum Verbrauch bestimmten und ver- 
zollten Güter (entries for consumption). Hin- 
sichtlich der Vertheilung der letzteren Güter auf die 
betheiligten Gebiete Südafrikas unterscheidet die 
amtliche Statistik zwischen Waaren, die be- 
stimmt sind: 
"„ 
# 
. 
  
a) für das Gebiet des südafrikanischen Zollvereins 
(Kapkolonie, Betschuanaland und Betschuanaland- 
Protektorat, Basutoland und Oranje-Freistaat); 
b) für die Südafrikanische Republik und das übrige 
afrikanische Zollausland. 
Ueber die letztere Kategorie von Waaren sind 
statistische Angaben jedoch nur insoweit erhältlich, als 
ein Nachlaß (rebate) von dem Einfuhrzoll der Kap- 
kolonie gewährt wird. Hingegen fehlen die Angaben 
über zollfreie Güter und solche, die keinen Nachlaß 
erhalten. 
Hiernach stellt sich die Vertheilung in den drei 
letzten Jahren folgendermaßen: 
  
— 
— —— —.. — —— — 
  
  
Zollausland ö3 
· Betschuana- 
a land und 
Transvaal Andere Im Betschuana- 
Gebiete Ganzen land-Pro- 
. · tektorat 
  
  
  
— ————„ — — — 
  
  
  
Zollintand, 
Gesammt- 
Basutoland Dranje- ¶ sap— Im Verbrauch 
Freistaat kolonies), Ganzen 
  
— — — 
Werth: Pfund Sterling 
—— — 
  
  
160% %3 804 61 548 3635442 338 860 
1665.55f5142 210 697 5766 83393 146207 
13865 5939663 292382 623202532606 
  
  
38331 637401 6297403 7 11199874740 
40570 66716 6491 186 736437913121218 
6 32/6812 8 111224 10083 P46315 5#9 
Auch nach dieser Ausstellung, die sich bei größerer erheblich verstärkt und 50 pCt. der Gesammteinfuhr 
Genauigkeit noch ungünstiger für die Kapkolonie ge- 
stolten würde, hat die letztere im Durchschnitt nicht 
mehr als rund 55 pCt. ihrer Einfuhr selbst verbraucht. 
Unter den Häfen der Kapkolonie hat Port Eli- 
zobeth seine führende Stellung im Berichtsjahre noch 
vermittelt. Die nachstehende Zusammenstellung, die 
auch für Kapstadt einen erheblichen Zuwachs auf- 
weist, zeigt die Vertheilung der Zufuhr auf die ver- 
schiedenen Einfuhrstellen in den letzten fünf Jahren: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1892 1893 1894 1895 1896 
Hafen -- ' 
- Werth: Pfund Sterling 
I 
CaptTown.............................. 2263 807 2907586 2870 611 3155 834 4211 579 
Port Nollobhtttt 27781 9847 24 715 21 847 36 007 
Simons Ton -......... 4441 5295 5u052 3552 3998 
Mossel GVoy -............. 152955 199 321 162253 172 020 197 783 
Knyhnaa . 6261 7119 8116 7745 12024 
Port Elizabttttt) 3919203 4995 419 5193169 6624 420 8 180 554 
Port Alfreeeee 3426 1228 782 223 2649 
East Londdn 1 530576 2259283 2343 425 2911850 3 417 302 
d# Vobns Niver Territon 379 1 264 5241 6013 9354 
mberten Z 
Andere Inlandstationen: 1 125 473 . "23241 13476 217714 244299 
Zusammen.. 8408 566 10 478 603 10 1744% 13 121 218 18315549 
Die durch Trockenheit und die Heuschreckenplage 
des Jahres 1895 veranlaßten schlechten Ernten?7) 
haben eine bedeutende Zunahme der Einfuhr an Brot- 
seoffen zur Folge gehabt. Die Weizeneinfuhr ist um 
beinahe 200 pCt. (1895 170 000 Pfd. Sterl., 1896 
475 000 Pfd. Sterl.) gestiegen. Mais. mit dem die 
Kolonie sich bisher ausreichend selbst versorgte, ist im 
  
  
bezogen worden. Im Ganzen sind 501.000 Pfd. 
Sterl. oder etwa 280 pCt. an Brotstoffen mehr 
eingeführt worden als im Vorjahre. 
Diese außergewöhnlichen Zahlen werden beim 
Eintritt besserer Ernten einen Rückgang erfahren. 
Die Thatsache bleibt jedoch bestehen, daß die ackerbau- 
treibende Bevölkerung der Kolonie die Brotversorgung 
Werthe von 130 000 Pfd. Sterl. aus dem Auslande der seit Entdeckung der Goldfelder erheblich gewach- 
5) Einschließlich zollfreier Güter für andere Gebiete des Zollvereins. 
Im Berichtsjahre betrug der Rückgang der Weizenernte etwa 15 pCt. gegen 1895, 30 pECt. gegen 1894, 
der der Maisernte 40 pCt. und 60 pEt. gegen die Vorjahre.
        <pb n="72" />
        — 32 
senen weißen Bevölkerung Südafrikas bisher im 
Wesentlichen dem Auslande überlassen hat. Seit dem 
Jahre 1889 ist die bis dahin ganz nnerhebliche 
Weizeneinfuhr durchschnittlich auf das Fünffache des 
früheren Umfangs gestiegen, obgleich die günstigen 
Eisenbahnfrachtsätze für Kolonialgetreide zur Kon- 
kurrenz mit dem Auslande ermuntern sollten. Dürre 
und Heuschreckenplage vernichten aber auch auf ge- 
eignetem Boden den Ertrag. Auffallend ist ferner, 
daß dieses zur Fruchtkultur klimatisch besonders ge- 
eignete Land erheblich mehr frische und getrocknete 
Früchte einführt als ausführt. (Einfuhr 40 000 Pfd. 
Sterl., Ausfuhr 9000 Pfd. Sterl.) 
Trotz Rinderpest und ungünstiger Ernten lassen 
die Zahlen der Einfuhrstatistik an mehreren Punkten 
eine Zunahme der Kauflust und Kaufkraft erkennen. 
Dies gilt besonders von dem Bedarf an allen Arten 
von Bekleidungsgegenständen, Putzwaaren sowie Wollen- 
und Baumwollenwaaren, der gegen das Vorjahr um 
etwa 7000000 Pfd. Sterl. oder etwa 23 pCt. gestiegen 
ist. Die Nachwirkungen der Rinderpest werden sich 
später zeigen, da die Seuche die eigentlichen Grenzen 
der Kapkolonie erst nach Ablauf des Berichtsjahres 
überschritten hat. Die Gefahr wird im Uebrigen 
nicht mehr für so groß erachtet, nachdem festgestellt 
ist, daß die rechtzeitige Anwendung der Kochschen 
Impfung den größten Theil der Thiere retten kann. 
Da die Einfuhrgeschäfte der Kolonie ihre Waaren 
zum weitaus größten Theile über Großbritannien und 
nicht unmittelbar aus den Erzeugungsländern beziehen, 
so giebt die vorhandene Statistik kein richtiges Bild 
von der Vertheilung der Einfuhr auf die einzelnen 
Bezugsländer. Von der auf 12807 332 Pfd. Sterl. 
gegen 10 427 221 Pfd. Sterl. im Vorjahre ange- 
gebenen britischen Einfuhr entfällt ein nicht geringer 
Prozentsatz auf festländische, besonders auch deutsche 
Waaren., Die zweite Stelle nehmen die Vereinigten 
Staaten von Amerika mit rund 1740000 Pfd. Sterl. 
und einer Zunahme von annähernd 900 000 Pfd. 
Sterl. gegen das Vorjahr ein. Etwa die Hälfte 
dieses Unterschiedes entfällt auf Getreide, wovon allein 
die Häsen vom Stillen Ocean, die an dem Handel 
mit dem Kapland bisher kaum betheiligt waren, für 
270000 Pfd. Sterl. nach der Kapkolonie verschifft 
haben. Die Einfuhr aus den britischen Kolonien 
betrug 811000 Pfd. Sterl. gegen 736000 Pfd. Sterl. 
im Jahre 1895. Deutschlands unmittelbare Einfuhr 
in die Kolonie bezifferte sich in den Jahren 1894, 
1895 und 1896 auf 448 412, 772940 und 1102880 
Pfd. Sterl. 
Wenn deutsche Industrielle und Ausfuhrhändler 
mehr als bisher unmittelbar Beziehungen zu Süd- 
afrika anstreben und geeignete Vertreter entsenden 
wollten, würden obige Zahlen ein wesentlich anderes 
Bild gewähren. Es würde dann auch die Bekannt- 
schaft mit der deutschen Produktion die Nachfrage 
nach deutschen Artikeln heben. Die kräftigste Unter- 
stützung würde die deutsche Ausfuhr durch die Her- 
stellung einer deutschen Dampsschiffslinie nach dem 
Kaplande gewinnen. Der Aufschwung, den die un- 
mittelbare Einfuhr aus Nordamerika durch die seit 
drei Jahren nach dort geschaffene Dampsschiffsver- 
bindung genommen hat, bietet in dieser Hinsicht ein 
  
lehrreiches Beispiel. 
Den Antheil Deutschlands an der Einfuhr er- 
giebt die folgende Zusammenstellung: 
1895 1896 
Werth: Pfund Steiling 
Bier. 14 866 32248 
Fertige Kleidungsstücke .... 6 070 12 673 
Sprengstoffe: 
Dynamit, Sprenggelatine und 
uleer 274644 276 427 
Sprengpatronen und Zündschnur 17 422 10 142 
Schießbaumwollll 863 14 727 
Schußwassen und Munition: 
566 6 666 
Gewehre (einläufig) 
(289 St.) (2190 St.) 
454 
Gewehrpatronen 6337 
Andere Munition .. 25 5200 
Bürstenwaaren 1 707 2351 
Butter 3133 13 372 
Margarien 656 2445 
Cement ................... ... 4130 3518 
Käsee 3260 1336 
Cichoeeeg 1142 967 
Uhen 1247 2864 
Malzztztztztzt. 3177 7 553 
Baumwollenwaarren 21 857 29 488 
Chemikalien und Drogen 7903 7922 
Pottasbhee 31 .526 7577 
Thon= und Porzellanwaaren 7659 11239 
Möbel= und Tischlerwaaren 17681 30 087 
Glaswaaren einschl. Lampen . 15 212 19 896 
Posamentier= und Putzwaaren. 15261 23234 
Eisen= und Drahtwaaren 78484 95252 
Werkzeue 6 326 15 602 
Musikinstrumentet. 26222 40 99 
Schuhwaarnrnen 8254 21224 
Maschinen für Ackerbau .... .... 1003 1 465 
Desgl. für Bergbaubetribe 25971 88224 
Desql. für Fabrikbetrieb.... 13945 48 844 
Plattirte Waaren 1 876 2838 
Konservirte Fische 1 675 2092 
Konservirtes Fleiscss. 1792 4680 
Konservirtes Gemüse 1533 3578 
Konservirte Milch ............. 3965 19 4431 
Eise nbahnmaterial .......... ... 9027 2956 
Bächer, Schreibmaterial und Druck- 
papir 15 096 16 196 
Raffinirter Zucker und Kandis 10 030 22 475 
Rohzucker 10 817 15 939 
Tabak, Cigarren und Cigaretten. 18 157 20 391 
Spielzenn 5279 7972 
Wgeeeen 2 139 2844 
Holz (Bretter und Balken) 6806 13 114 
Wollenwaarnrnen 1 807 5762 
Eine Steigerung von 100000 Pfd. Sterl. oder 
200 pCt. hat die Einfuhr deutscher Maschinen auf- 
zuweisen. Auf anderen Gebieten, wie z. B. in Wollen- 
und Baumwollenwaaren, Kleidern, Glaswaaren und 
Lampen entspricht die Betheiligung Deutschlands kei- 
neswegs der Bedeutung der heimischen Industrie. 
Auch die deutsche Möbeltischlerei und der Wagenbau 
könnten sich den südafrikanischen Markt weit mehr 
erobern, wozu allerdings eine größere Anpassung an
        <pb n="73" />
        — 33 
den dortigen Geschmack (sournirte Waare ist in Süd- 
afrika unbeliebt) erforderlich wäre. 
Bei der Einfuhr von Rübenzucker ist auf seine 
Güte besonders zu achten. Der hauptsächlich ein- 
geführte Zucker ist der grobkörnige (granulated,). 
Er sollte hinlänglich trocken sein und nicht zu viel 
Säure enthalten, weil er in diesem Falle auf dem 
Wege durch die Tropen leicht Feuchtigkeit aussaugt. 
Die Säcke werden alsdann naß und bedecken sich im 
Hasen mit Kohlenstaub, der selbst bei Doppelsäcken 
leicht bis ins Innere dringt. 
Ausfuhr. 
1894 1895 1896 
Werth: Pfund Sterling 
Ausfuhr der Kapkolonie 
und des Hinterlandes 
an Waaren 13503 044 16577157 16 700 102 
Ausfuhr an gemünz- 
tem Geldie 115524 106 619 18 330 
Zusammen. 13 618 568 16 683 776 16 718 432 
Von dem Werth der kolonialen Ausfuhr des 
letzten Jahres ist das Transvaal-Gold mit 8252543 
Pfd. Sterl. in Abzug zu bringen. Die Diamanten- 
ausfuhr, die abgesehen von den den schwarzen Arbei- 
tern der Diamantengruben gezahlten Löhnen für das 
Land gleichfalls keinen Gewinn bringt, hat im Be- 
richtsjahre 4646 487 Pfd. Sterl. betragen. Rechnet 
man schließlich noch die auf etwa 600 000 Pfd. Sterl. 
zu veranschlagende Ausfuhr des Oranje-Freistaats ab, 
so bleibt für die Kolonie eine nutzbringende Ausfuhr 
von etwa 3200 000 Pfd. Sterl., um etwa 36000 Pfd. 
Sterl. weniger als im vorhergehenden Jahre. 
Mit Ausnahme der Wolle zeigen die Erzeugnisse 
der Viehzucht, die den Hauptausfuhrartikel bilden, 
im Berichtsjahre durchweg einen Rückgang. Die 
Rinderpest hat innerhalb Südafrikas Erschwerungen 
des Verkehrs mit Häuten, Fellen und Federn und 
bei den auswärtigen Bestellern eine Zurückhaltung 
gegenüber dem südafrikanischen Artikel zur Folge 
gehabt. 
Die Menge der verschifften Wolle ist im Berichts- 
jahre um 14228 Ballen gestiegen, obgleich der Be- 
stand an Schafen in der Kolonie gegen das Vorjahr 
von 15464000 auf 14111000 zurückgegangen ist. 
Die Regierung erblickt hierin, anscheinend mit gutem 
Grunde, die segensreichen Wirkungen des Räude- 
gesetzes (Scab Act) des Jahres 1894, dessen Noth- 
wendigkeit auch in Farmerkreisen mehr und mehr 
anerkannt wird. Die nach den schlechten Jahren 1893 
und 1894 allmählich wieder steigende Wollausfuhr 
zeigt die nachstehende Zusammenstellung über die 
  
lezten zehn Jahre. 
Wen Nach der 
afe Schur Zusammen 
zebewaschen gewaschen 5 Schweiß= 
ece washed) (scuured) Schweißwolle wolles) 
Englische Pfund: 
16 4# 138405413 21615339 74396789 
1696 2 * dur 14 736 680 46 981 126 89 418 699 
7 10 904 820 59917 681 90 922 727 
Obgleich der Londoner Wollmarkt einen großen 
Theil des Jahres infolge der verringerten Nachfrage 
Nordamerikas gedrückt war, haben die Einkaufspreise 
der Wolle doch keinen Rückgang gegen das Vorjahr 
erlitten. Geringe Schweißwolle hat 3½ bis 4½ Pre., 
langstapelige Wolle aus der Karroo 4¾ bis 5¼ Pre. 
das Pfund erzielt. 
Für Angorahaar, das als Modeartikel großen 
Schwankungen unterworfen ist, war das Berichtsjahr 
sehr ungünstig. Die ausgeführte Menge ist um 
10 pCt., der Werth fast um 20 pCt. (von 710 867 
Pfd. Sterl. auf 572230 Pfd. Sterl.) zurückgegangen. 
Die Weinernte hat im Berichtsjahre 4404 615 
Gallonen gegen 5384 129 Gallonen im Jahre 1895 
betragen. Als Ausfuhrgegenstand hat der Kapwein 
nach wie vor ganz geringe Bedeutung, da er als 
Tafelwein nicht wohlschmeckend genug und als Ver- 
schnittwein zu theuer ist, um mit den enropäischen 
Erzeugnissen in Wettbewerb treten zu können. Im 
Berichtsjahre sind 94.000 Gallonen nach dem Aus- 
lande verschifft worden. 
Die Ausfuhr von frischen Früchten ist infolge 
der Einrichtung von besonderen Eiskammern auf den 
europäischen Dampfern um 100 pCt., von 4289 Pfd. 
Sterl. auf 8889 Pfd. Sterl., gestiegen. Auf die 
Entwickelung dieses Handelszweiges wird gegenwärtig 
viel Eifer verwandt. Falls dieses Streben anhält, 
kann dem Lande daraus eine ausgiebige Erwerbs- 
quelle erwachsen, da die Obst= und Traubenernte ge- 
rade in die europäischen Wintermonate fällt und die 
kapländischen Erzeugnisse vorzüglich sind. 
Der große Reichthum der Kolonie an wilden 
Blumen und Schmuckgräsern ist in den letzten Jahren 
gleichfalls zu einem Ausfuhrartikel von steigender Be- 
deutung geworden. Die Ausfuhr an getrockneten 
Blumen ist im Berichtsjahre auf 20591 Pfd. Sterl. 
gegen 11 392 Pfd. Sterl. im Vorjahre gestiegen. 
Etwa 90 péCt. hiervon sind nach Deutschland ver- 
sandt worden. 
Von der Vertheilung der Ausfuhr auf die Be- 
stimmungsländer geben die Statistiken offenbar ein 
unzutreffendes Bild, da die Betheiligung des Mutter- 
landes höher angegeben wird, als sie thatsächlich ist. 
Die Gesammtausfuhr nach Deutschland beläuft sich 
z. B. nach der amtlichen Statistik der Kapregierung 
im Jahre 1895 auf 55 459 Pfd. Sterl., nach der 
Statistik des Deutschen Reichs auf 13032000 Mark 
oder 6661000 Pfd. Sterl. Für die Vorjahre sind 
die Unterschiede entsprechend groß. Von dem wich- 
tigsten Ausfuhrartikel, Wolle, soll Deutschland im 
Jahre 1895 für 16535 Pfd. Sterl. bezogen haben 
während der Werth sich nach der deutschen Statsstik 
auf 15966 000 Mark (798 300 Pfd. Sterl.) beläust. 
Die Angabe für das Berichtsjahr (10 666 Pfd. Sterl.) 
scheint noch weniger der Wirklichkeit zu entsprechen. 
*) Je 70 Pfund auf dem Schafe 
40 Pfund nach der Schur gewaschene 
Schweißwolle gerechnet. 
se gewaschene und je 
Wolle gleich 100 Pfund
        <pb n="74" />
        Zum Theil läßt sich dieser Unterschied dadurch er- 
klären, daß die Waare nach Großbritannien verschifft, 
während der Reise aber in London verkauft und erst 
bei der Ankunft im britischen Hafen nach Deutschland 
geleitet wird. 
  
Britisch-Centralafrika. 
Ueber den Handel des an der Küste von Ostafrika 
gelegenen Hafens Chinde entnehmen wir dem im 
Juli v. Is. als Parlamentsvorlage gedruckten Berichte 
folgende Angaben: 
Der Handel zwischen den Indiern und der ein- 
geborenen Bevölkerung hat einen bedeutenden Auf- 
schwung genommen. Haupthandelsartikel sind billiger 
und in grellen Farben gehaltener Kattun in großen 
Quantitäten, Shawls und Taschentücher, welche in 
Dhaus von Sansibar und Mozambique über Sofala 
und Inhambane an die Küste gebracht werden. Die 
Sachen sind von schlechter Qualität und werden mit 
enormem Profit verkauft, so daß die Eingeborenen 
bereits zu klagen anfangen; sie würden gerne mehr 
für bessere Waare zahlen. 
Die Heuschreckenplage, welche besonders den 
Zuckerrohrpflanzungen großen Schaden erwiesen hat, 
ist in dem Berichtsjahre geringer gewesen. Die 
Dampfer der Aberdeen-Linie laufen den Hafen un- 
gefähr alle drei Wochen, die der deutschen Ostafrika- 
Linie monatlich an; dieser Schiffsverkehr genügt jedoch 
anscheinend nicht, da die „Messageries Maritimes“- 
Linie eine vierzehntägige und auch die Castle-Linie 
einen regelmäßigen Dampfschiffsverkehr mit diesem 
Hafen plant. 
Die asiatische Bevölkerung ist in Chinde im Zu- 
nehmen begriffen, zumeist die indischen Händler und 
die Banyanen. Angezogen durch den Fortschritt, den 
Britisch-Centralafrika gemacht hat, sollen einige Neger 
aus den Vereinigten Staaten sich in Chinde ange- 
funden haben, die zu den gebildeten Elementen ge- 
hören und Neigung bekunden, sich dauernd zu 
nutzbringender Thätigkeit dort niederzulassen. Unge- 
lernte eingeborene Arbeiter sind in einiger Entfernung 
von Chinde zu haben und erweisen sich verhältniß- 
mäßig als anstellig. Schwieriger ist es, europäische 
und gelernte eingeborene Arbeiter zu haben; ge- 
wöhnlich holt man sie aus Quilimane und Beira, 
natürlich bei der großen Nachfrage nach ihnen an 
diesen Plätzen mit einem gewissen Aufgeld an Lohn. 
Ueber die Lohnverhältnisse der verschiedenen Bevöl- 
kerungsklassen giebt eine im Anhang befindliche Tafel 
genaueren Aufschluß; hervorgehoben mag werden, daß 
europäische gelernte Arbeiter den höchsten Lohn mit 
monatlich 8 Pfd. Sterl. und eingeborene Hausdiener 
als die billigste Arbeitskraft monatlich 5 bis 
14 Schilling bekommen. An öffentlichen Arbeiten ist 
die Vermehrung der Bojen und Landungsmerkzeichen, 
die den Eingang zum Hafen bezeichnen, und der Bau 
eines neuen eisernen Leuchtthurmes hervorgehoben, 
34 
  
welche letzteren die portugiesischen Behörden am Ein- 
gang des Chindeflusses aufgestellt haben. Er zeigt 
ein weißes helles Licht mehr als zehn engl. Meilen 
über See und dient nur zur Vermeidung der dort 
unter dem Namen „Bar“ bekannten vorgelagerten 
Sandbänke. 
Durch die neue Telegraphenleitung zwischen Chik- 
wawa und Chiromo am Shirefluß ist Chinde in 
direkte Verbindung mit Zomba und Blantyre gesetzt 
worden. Da die englische Leitung erst in Chiromo 
beginnt und die Telegramme vorher die portugiesische 
Leitung passiren müssen, hat dieser Anschluß keine zu 
große Bedeutung; die Unkenntniß der portugiesischen 
Beamten mit der englischen Sprache giebt häufig 
Gelegenheit zu Verstümmelungen der Depeschen. De- 
peschen nach Europa bedürfen noch immer der Sen- 
dung über Mozambique oder Beira. 
Längs der Küste sind in dem Berichtsjahre mehrere 
Brandungsbrecher aufgestellt, da die starke Brandung 
großen Schaden an der Küste angerichtet hat; man 
befürchtet, daß allmählich die ganze Küste weggespült 
wird. Auch diese Brandungsbrecher werden voraus- 
sichtlich ihren Zweck nicht ganz erfüllen, und es wird 
wohl zum Schutze der Küste eine steinerne Mauer 
nothwendig werden, von deren Bau man jetzt jedoch 
nach E der Kostspieligkeit dieses Unternehmens 
absieht. 
Sierra Leone im Jabre 1390.7) 
Die Gesammteinnahmen betrugen 97 109 Pffd. 
Sterl. gegen 98 838 im Vorjahre. 
Die Ausgaben bezifferten sich auf 116 182 Pfd. 
Sterl. gegen 93 099 im Vorjahre. Die erhebliche 
Steigerung ist zum Theil auf unvorhergesehene Aus- 
gaben, insbesondere für die englisch-französische Grenz= 
kommission, zurückzuführen. 
Die Gesammtaktiva überstiegen am 31. Dezember 
1896 die Passiva um 19 355 Pfd. Sterl. Die 1871 
bis 1873 kontrahirte, 1896 bis 1898 rückzahlbare 
öffentliche Anleihe im Betrage von 50 000 Pfd. 
Sterl. ist im Juni 1896 zur Hälfte abbezahlt worden. 
Zur Rückzahlung des Restes von 25 000 Pfd. Sterl. 
ist genug Geld vorhanden, jedoch kann diese Tilgung 
erst im Juni 1898 geschehen. 
Die Kosten für die militärische Besatzung, welche 
vom Mutterlande getragen werden, betrugen 64 421 
Pfd. Sterl. gegen 60 382 im Vorjahre. Die neben 
dieser Besatzung bestehende Grenzwachmannschaft hatte 
1896 eine Stärke von 524 Mann einschließlich der 
Vorgesetzten. 
Für öffentliche Bauten und Wege wurden 6606 
Pfd. Sterl. gegen 7831 im Vorjahre ausgegeben. 
Eine Volkszählung hat seit 1891 nicht statt- 
gefunden. Die Anzahl der registrirten Geburten 
betrug 1541 (1445 im Vorjahr), der Todesfälle 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1897, S. 74.
        <pb n="75" />
        1632 (1509 im Vorjahre). Die Zahl der Personen, 
welche sich zum Christenthum bekennen, betrug unge- 
führ 42000. An Schulen waren 1895/96 67 thätig. 
Darin wurden 6850 Kinder (3693 Knaben, 3157 
Mädchen) unterrichtet, etwas mehr als im Vorijahr. 
1895 fand zum ersten Male eine Preisausstellung 
von Schularbeiten in der Wilberforce-Gedächtnißhalle 
statt, an welcher sich 24 Schulen betheiligten, 1896 
eine zweite mit noch größerer Betheiligung. 
Der Import betrug 494688 Pfd. Sterl. und 
hatte gegen das Vorjahr eine Steigerung um beinahe 
16 pCt. erfahren, trotzdem die Einfuhr von Spiri= 
tuosen infolge der am 1. Januar 1896 in Kraft 
getretenen Erhöhung des Einfuhrzolls für solche er- 
heblich abgenommen hatte. Die Ausfuhr belief sich 
auf 449 033 Pfd. Sterl. gegen 452 604 im Vorjahre. 
Die Ausfuhr nach Deutschland betrug 103209 Pfd. 
Sterl, die Einfuhr aus Deutschland nach Sierra 
Leone 26 336 Pfd. Sterl. An Schiffen haben 775 
mit 574630 Tonnengehalt die Kolonie angelaufen. 
Mit dem Bau der Eisenbahn zwischen Freetown und 
Songo Town wurde 1896 begonnen, 3½⅛ Meilen 
sind vollendet, weitere 6½ in Angriff genommen. 
Im August wurde über die an die Kolonie angren- 
zenden, in der britischen Interessensphäre liegenden 
Gebiete von etwa 30 000 Quadratmeilen Größe das 
britische Protektorat proklamirt und dies jetzt „Das 
Protektorat“ genannte Gebiet in fünf Distrikte mit 
District Commissioners an der Spitze getheilt. 
— 
Der dandel Javas 1890. 
Der Export betrug 393764 Tonnen gegen 396 280 
im Vorjahre. Importirt wurden hauptsächlich euro- 
päische Manufakturwaaren, Sulphate und Petroleum. 
Das in Java selbst gewonnene Petroleum, welches 
an Qualität hinter dem amerikanischen und russischen 
noch zurücksteht, wurde in bedeutend größeren Mengen 
als im Vorjahre auf den Markt gebracht. Zwischen 
Batavia, Samarang und Sourabaya wurde im De- 
zember eine Telephonverbindung eröffnet. Eine 
holländische Gesellschaft hat große Elektrizitätswerke 
in Batavia angelegt. " 
.. 
Curacao. 
Cauragao hat nach der Zählung vom Jahre 1892 
eine Bevölkerung von 27 493 Köpfen. Die Insel 
wird letzt regelmäßig von den Dampfern folgender 
Linien angelaufen: der Hamburg-Amerikanischen 
Packetfahrt-Mtiengesellschaft, der West Indian and 
Poeific Line, der Harrison, der Prince Line (englisch), 
der Koninglyke West West Indische Maildienst (hollän= 
dich), der Compagnie Géönérale Transatlantique 
Cranzösisch), der Red D) Line (amerikanisch). Von 
35 
  
britischen Fahrzeugen liefen 1896 die Insel an: 
49 Dampfschiffe mit 89 605 Tonnengehalt, 21 Segel- 
schiffe mit 3621 Tonnengehalt. 
  
Gambia. 
Die Gesammteinnahmen der Kolonie betrugen 
1896 26 171 Pfd. Sterl., die Ausgaben 25300. 
Unter den Einnahmen ist besonders hervorzuheben 
die im Protektorat erhobene Hüttentaxe. Dieselbe, 
einen Schilling pro Hütte betragend, wurde von den 
Eingeborenen freiwillig an die Kommissare bezahlt, 
ohne daß irgend welcher Zwang ausgeübt zu werden 
brauchte. Insgesammt brachte die Hüttentaxe 970 
Pfd. Sterl. ein. Eine wichtige Maßregel wurde 
hinsichtlich des Grunderwerbs getroffen, in dem die 
Verfügung über die öffentlichen Ländereien in der 
Kolonie und im Protektorat, für welche ein recht- 
mäßiger Eigenthümer nicht ausgemittelt werden kann, 
in die Hand des Gouvernements gelegt wurde. Man 
hofft dadurch Kapitalisten zu landwirthschaftlichen 
Unternehmungen zu ermuthigen, da das Gouvernement 
jetzt solchen Personen, welche bona fide Ländereien 
bebauen wollen, Landcertifikate ausstellen kann. 
Der Prozentsatz der Geburten und Sterbefälle 
ist schwer festzustellen, ungefähr betrug der der er- 
steren 25, der der letzteren 26 auf 1000. Die 
Schulverhältnisse waren nicht sehr befriedigend. Die 
Zahl der unterrichteten Kinder war weniger als 900, 
während es 1500 sein sollten. 
Im Protektorat sind Eingeborenengerichte errichtet 
worden, welche die früher den Häuptlingen oblie- 
gende Rechtsprechung wahrnehmen. Eine reguläre 
Polizeimacht besteht nicht im Protektorat, dafür be- 
finden sich in jeder Stadt eine Anzahl von „Messen- 
gers“, welche aus den Einwohnern ausgewählt wer- 
den und die Befugnisse der Polizei wahrzunehmen 
haben, sobald ihnen eine um den Hals zu tragende 
Erkennungsmarke ausgehändigt wird. Sie werden 
für jeden einzelnen Tag bezahlt, an dem sie so in 
Wirksamkeit treten. Dies System scheint sich zu be- 
währen. 
Die Haussklaverei — die allein noch existirende 
— ist im Absterben begriffen. Die Zustände waren 
während des Jahres 1896 in der Kolonie wie im 
Protektorat vollkommen ruhig und friedlich. 
  
Dampferverbindung zwischen Madagaskar und 
Louren zo-Maraques. 
Zeitungsnachrichten zufolge hat eine französische 
Schifffahrtsgesellschaft eine regelmäßige Dampferver- 
bindung zwischen Madagaskar und Lourenzo-Marques 
ins Leben gerufen. Es wird besonders die Einfuhr 
pen Vieh aus Madagaskar nach Südafrika beab- 
ichtigt. 
— — — —
        <pb n="76" />
        — 36 
Verschiedene Mittheilungen. 
Poststatistit.*) 
Ueber die Thätigkeit der deutschen Postverwaltung 
in den Schutzgebieten während des Jahres 1896 
bringt die „Statistik der deutschen Reichspost= und 
Telegraphenverwaltung“ folgende Angaben. 
Es wurden befördert: 
1. An Briefen, Postkarten, Drucksachen, Geschäfts- 
papieren und Waarenproben: 
a) Nach dem Reichspostgebiete aus den deutschen 
Schutzgebieten 
Stück Prozent 
in Afrika 68 550 0,040 
in Australien 2 670 0,002 
b) Aus dem Reichspostgebiete nach den deutschen 
Schutzgebieten 
in Afrika 140 430 0,068 
in Australien 13 450 0,007 
c) Im Durchgang durch das Reichspostgebiet nach 
den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 7 180 0,004 
in Australien — — 
2. An Packeten und Baarsendungen: 
a) Nach dem Reichspostgebiet aus den deutschen 
Schutzgebieten 
Stüuck 10g Werth 
in Afrika 849 3340 99 800 
in Australien 44 100 — 
b) Aus dem Reichspostgebiete nach den deutschen 
Schutzgebieten 
in Afrika 2973 10 600 79 900 
in Australien 136 570 140 
c) Im Durchgang durch das Reichspostgebiet nach 
den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 310 1100 720 
in Australien — – — 
3. An Postanweisungen: 
a) Nach dem Reichspostgebiet aus den deutschen 
Schutzgebieten 
Stück Betrag 
in Afrika 4581 810 753 
in Australlen 47 7 209 
l.) Aus dem Reichspostgebiete nach den deutschen 
Schutzgebieten 
in Afrika 479 118 090 
in Australiien 1 50 
c) Im Durchgang durch das Reichspostgebiet nach 
den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 85 16 692 
in Australien .. — — 
*) Vergl. Deutsches Kolomalblatt 1896, S. 750. 
  
Titterakur. 
Eduard Sachau: Muhammedanisches Recht nach 
Schafitischer Lehre. Lehrbücher des Seminars für 
orientalische Sprachen zu Berlin. Herausgegeben 
von dem Direktor des Seminars. Band XVII. 
Stuttgart und Berlin 1897. W. Spemann. 
Der verdiente Orientalist der Berliner Univer- 
sität und vorläufige Leiter des orientalischen Semi- 
nars Geheimrath Prof. Dr. Sachau hat mit diesem 
umfangreichen Werke der kolonialen Arbeit Deutsch- 
lands in Ostafrika eine außerordentlich werthvolle 
Beihülfe geleistet. Während früher die europälischen 
Kolonialmächte die Eingeborenen kurzweg nach ihrem 
eigenen germanischen oder römischen Recht behandelten 
und dadurch unzählige Schwierigkeiten und Zusammen- 
stöße veranlaßten, hat man zuerst englischerseits seit 
den von Warren Hastings 1772 in Indien getroffenen 
Maßnahmen in allen Kolonien die einheimischen 
Rechtsnormen studirt und sie als Grundlage für 
Regelung der Eingeborenengesetzgebung benutzt. 
Natürlich sind derartige Arbeiten mit großen Schwie- 
rigkeiten verbunden, und es gehören ebenso großes 
Wissen wie Begeisterung für die Sache dazu, um 
ein solches Werk wie das vorliegende zu verfassen. 
Allen Beamten und Kolonisten Deutsch-Ostafrikas, 
ebenso wie den des Deutschen mächtigen Kolonisatoren 
von Englisch-Ostafrika wird die vorliegende Arbeit 
von großem Werthe sein. 
VF'7V97 VVVTYV7yV7yyTFYTTyTVVVYVWVYWYWYT7TYT 
Titterakur-Verzeichnik. 
Bohrdt, Hans: Deutsche Flottenbilder. Zwölf Tafeln 
in Lichtdruck nach Originalen. Mit einem historischen 
Ueberblick vom Künstler. Querfolio: 3012: 40 cm. 
Eleg. geb. Mk. 12,50. 
W. Paulis Nachf. (H. Jerosch), Berlin. 
Busley, C. (Prof., Geh. Reg.-Rath): Der Kampf um 
den ostasiatischen Handel. Vortrag, gehalten in 
der Abtheilung Berlin-Charlottenburg der Deutschen 
Kolonial-Gesellschaft. Zweite, durchgesehene und ver- 
mehrte Auflage. Mit einer Karte, Eisenbahn= und Post- 
Dampfschiffs-Linien nach Ostasien. Zugleich Uebersicht 
des Kolonialbesitzes der konsularischen und diplomanischen 
Vertretungen des Deutschen Reiches. 33¾ Bogen gr. 80. 
geh. Mk. 1,20. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Karte des Njassagebietes, Ostafrika, mit Angabe 
der vorhandenen Missions= und Handelsstationen. 
1:56600 000. 272c 20,5 cm. Farbendruck. Mk. 0,40. 
Buchhandlung der Berliner evangelischen 
Missionsgesellschaft, Berlin. 
Kiepert, Heinrich: Politische Wandkarte von Afrika. 
Sechs Blätter. Maßstab 1:8.000 000. Sechste berich- 
tigte Auflage. Neubearbeitung von Richard Kiepert. 
In Umschlag Mk. 8.—. · 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Kiepert, Richard, und Paul Sprigade: Karte von 
Ostasien. Maßstab 1: 12 000 000. Gänzlich neu 
bearbeitet mit einer eingehenden, 21/2 Bogen starken 
Beschreibung von China, Korea, Japan, Siam, der 
britischen, der französischen, der niederländischen und 
portugiesischen Besigungen mit Namenverzeichniß und 
Bevölkerungoziffern. Mk. 1,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin.
        <pb n="77" />
        S. „Bussard“ 23/10. Apia. 
S. „Condor“ 11/11. Natal. 
S 
S 
37 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunst, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
Falke“ Sydney 27/10. — 10)/10. Apia 21/12. — Auckland. 
(Poststation: Kapstadt.) 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: St. Thomé.) 
.„Habicht“ 1/10. Kamerun 18/12. — Kapstadt. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 
. M. S. „Nixe“ 11/11. Freetown 22/11. — Victoria — Kamerun. 
M. S. „Seeadler" 12/9. Dar-es-Saläm. 
12/11. Hongkong. 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransport: 
Fahmlan: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
S. „Möwe“ (halbe Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: a) von Bremerhaven —Genua: Lieutenant zur See v. Manteuffel, 
b) von Genua— Hongkong: Kapitänlieutenant Gotzhein: 
Brenerhaven 1/12. — 3/12. Antwerpen 5/12. — 13/12. Genua 14/12. — 15/12. Neapel 15/12. — 
19/12. Port Said 19/12. — Aden. 
(Poststation: Hofpostamt.) 
  
  
  
. ——— — 
perkehre-Bachrichten. 
Noch dem Reichspostdampfer-Fahrplan des Norddeutschen Lloyd für 1898 wird der Dampfer 
##r Neu-Guinealinie fortan Macassar auch auf der Ausreise. regelmäßig anlaufen. 
bet geboten, Telegramme nach dem Schutzgebiete, welche dem Dampfer bisher spätestens in Batavia zu- 
gefährt werden mußten, demselben auch noch in Ma cas sar zugehen zu lassen. 
— — 
e — den deutschen Schutgebieten. 
Dadurch ist Gelegen- 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — 
  
Brindisi 
Neapel 
derhqh Ien · Suinea. Schiffe) 
.. 
Kurhal . Insein. 
(über Manila) 
(Nachversand) 
Brindisi 
am 9. Marz, 4. Mai 
abds. 
am 13. März, 8. Mai 
abds. 
sam 13. März, 8. Mai 
abds. 
  
  
  
Stephansort 45 Tage 
- 41 Tage 
Jaluit etwa 70 Tage 
  
  
Deie Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Friese mussen aus 
1 vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
&amp; schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 2., 16. Februar Tanga 18—19 Tage am 28., 31. Januar, 
(beutsche Schife) 120 abds. N. Feb — 19. 0 . 14.a. 25. Februar 
1 . » Brindisi am 30. Jan., 27. Febr. Sansibar 20— age 10/ abds 
T Osasrita (englische Schiffe) abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
anzösische Schisse) 40 nms. 1ou abds. 
— gübwestafrik Southampton am 12. Febr., 12. Marz Lüderihbucht 22 Tage am 11. Febr., 11. März 
e Kaite. Heng Shife bis Kap. 40 ums. Swakopmund 26 Tage 15 ums. 
unbeb booo. Mon,. Sad-. dann deutscher 
vöchentlich dis Kapstadt, 1 ) 263 25. Närz /Swal 9 20 * 
von dort weiter alle L#n. amburg am an., ärzs Swakopmun age am 25. Lan, 25.Mä 
wäatltm — (beu#sches Schis)) nachts Lüderitzbucht 40 Tals 7720 * När 
Hambur am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes M 
# len. % Lu ½ 1 nachte Feb 720 alde onats 
iverpoo am 19. Jan., 16. Febr. Kamerun 22 Tage am 1 
— llanioe ½% 8 an i gen. 14. Febt. 
am 10. jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. 
#% Gebiet cd aua am 20.jedes Mts. Lome 31 vge 1. lhen 720 ktleaes 
ei 
lihen Lwverpool oder Liverpool am 26. Januar, Seinnot Tage age am 24. Januar, 
.*.z Kasenn Schiffe) 3/ 2 Februar n da ab Landverbindung., 21. Febr. 18 ms. 
rlangen des arseille am 25. jede ona Cotonou 20 T « 
Ahsender ers) 8 (# Schiffe) 40 nochm. von da ab gonporelgeeun em 3. und Monats 
ordeaux am 10. März, 10. Mai Cotonou 22 T 
——. (kranzösische Schiffe) 6 110 lo vms. von da ab ——— *, —-v 8 Mai 
am 7., 11. März, 
26. Mai 
10 abds. 
am 11. ur . Ma 
103 a z7-, ie
        <pb n="78" />
        38 
Eintreffen der Post aus den dentschen Schussebleten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
II Landungs- Die Post ist fällig Landungs- Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlin ç[ Von hafen in Berlin 
Neapel. In 27 Januar, Hamburg.. am 10.. und 25.x 
Deutsch-Ostafrika Brindist II amlgz Z: Jbseb Togogebiit 1 Marze jedes WVonats 
Marseille. am 16. Jan 16. Feb. U arseille « am 6jedes onats 
Deutsch · zͤdwestasrita Southampion am 18. Jan., 15. Feb. Deutsch-Keu-Guinea. Neapel. # am 5.-Män, 1. Mai 
– — — — — — — — 
Ramerun . . . . ... Hamburg am 25, jed. Monats . Marsbal-Inseln ....Marseille ... Mitte Februar, 
Liverpool . am 27. Januar. Mitte Ipril 
24. Februar D 
* Falligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Sebsee der L # 
Reis e Lete Nachrichten 
ostdampfer 
sid mpf von nach bis 28. Dezember 1897 
„Adolph Woermann“ . Loango Hamburg am 25. Dezember in Aecra. 
„Aline Woermann“ Hamburg Loango am 24. Dezember in Gabun. 
„Anna Woermann“ Hamburg . Sherbro am 21. Dezember in Bissao. 
„Antonina“. Lüderitzbuct Antwerpen am 23. Dezember in Antwerpen. 
„Carl Woermann“ Loanda — Hamburg am 23. Dezember in Conakry. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Kongo am 14. Dezember in Las Palmas. 
„Eua Woermann“ .. Sherbro Hamburg am 26. Dezbr. in Hamburg eingetroffen. 
„Gertrud Woermann“. Kotonon Hamburg am 20. Dezember in Accra. 
„Gretchen Bohlen“ . Hamburg Whydah am 25. Dezember in Accra. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Sherbro am 23. Dezember Dover passirt. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 11. Dezember in Loanda. 
„Kurt Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 
„Lothar Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. 
„Lulu Bohlen“ Hamburg Loango am 21. Dezember in Madeira. 
„Marie Woermann“. Hamburg Lüderitzbucht am 8. Dezember in Las Palmas. 
„Melita Bohlen“ . .. Lüderitzbucht Hamburg am 22. Dezember in Las Palmas. 
„Professor Woermann“. Hamburg Kotonon am 13. Dezember Dover passirt. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Swakopmund am 23. Dezember in Conakry. 
Schisfsbewegungen! der Deutschen Obtafrika-inie (Leuburg—Ostafrika. 
Reichsposidampfer neise Lehte Nachrichten 
von I nach bis 28. Dezember 1897 
„König“ Hamburg s Durban am 24. Dezember ab Neapel. 
„Herzog“ z. Zt. in Hamburg. 
ZKaiser. Hamburg Durban am 26. Dezember an Durban. 
„Kanzler" | Durban Hamburg am 28. Dezember an Neapel. 
„Bundesrath“. Hamburg Durban am 27. Dezember ab Sansibar. 
„Reichstag“ .. Durban Hamburg am 27. Dezember ab Delagoabai. 
„Admiral" . Durban Hamburg am 22. Dezember ab Sansibar. 
„General“ z. Zt. in Hamburg. 
  
  
  
  
  
— — 
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„Die Evangel. Missionen“ 
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Deutschen Kolonlal-Gesellschaft. 
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Phocogracpkhtieen, Kotontat-Ltcteratter. 
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—0 Der soeben erschienene Generalkatalog wira auf Wunsch umsonst und postfrei versandt. 6— 
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Beschluß. 
Die nach Artikel 13 des Handels- 
gesetbuchs erforderlichen Bekannt- 
machungen von Eintragungen in das 
Handelsregister des unterzeichneten 
Konsulats werden im Jahre 1898 
im Deutschen Kolonialblatt, 
in der Wochenausgabe der Kölnischen 
# d.. und 
in der „Gazette for Zanzibar and 
East Africa“ 
erfolgen. 
Zanzibar, den 16. November 1897. 
Der Kaiserlich dentsche Konsful. 
In Vertretung: 
Freiherr v. Rechenberg. (168) 
— — 
Bekanntmachung. 
In hiesigen Firmenregister ist heute 
unter Nr. 4 die Firma *“ 
1 „F. Günter“ 
mit dem Sitze zu Dar-es-Saläm 
und als deren Inhaber der Schreiner- 
meister und Bauunternehmer Franz 
Günter daselbst eingetragen worden. 
Dar-es-Saläm, den 2. Dezbr. 1897. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
Ziegler. (164) 
    
Expor- Stahlkafren 
DEUTSCH a ENCL. FORM 
öldeneCo 
G. Gladbachaköfn 
(156) 
  
Bekanntmachung. 
Im hiesigen Firmenregister ist heute 
unter Nr. 3 die Firma 
Erste deutsche ostafrikanische Bier- 
brauerei von Wilhelm Schultz 
zu Dar-es-Salaäm und als deren 
Inhaber der Bierbrauereibesitzer Wil- 
helm Schultz daselbst eingetragen 
worden. 
Dar-es-Salaäm, den 27. Nopbr. 1897. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
Ziegler. (163) 
  
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Gesellschaftsregister ist 
heute zufolge Verfügung vom 9. Okto= 
ber 1897 unter Nr. 3 die Firma 
Habermann &amp; Dernecke 
mit dem Sitze in Omaruru und deren 
Inhaber die Kaufleute Friedrich 
Habermann und Rudolf Denecke 
eingetragen worden. (174) 
Otyimbingwe, den 28. Oktober 1897. 
Keiserliches Gericht für den Westeezirk. 
J. Tippelskirch &amp; C0. 
Berlin NW., Meustädtische Mirchstr. 15 
(früher Mittelstraße 25), 
Spezial-Geschäft für Fropen-Ausrüstungen, 
empfehlen sich insbesondere zur Bescha 
i für Schiffsreisen und 
aug persönlicher Ansrüstunge 
an##e#den Acher püue in ü * 
eeischen Ländern sowie zur Lieferung aller für Expedition und 
FgeeU- in Betracht kommenden Artikel. "1n 
Sachgemäße Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und 
nach dem Urtheil bekannter Forschungsreisenden werden auf Wunsch gern 
angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der 
Reise erbeten. 
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im Inlande oder Auslande ist „Der bedeutende Erfol 
Auslande so weit verbrei- 
. tete u. beliebte Zeitschrift 
vwährend ihres 15 zährilgen 
Q„ Bestchens errungen, bat 
klärlich erwiesen, dass eine 
Wochenseprift Für Politi, Litteratur, Kunst v.Wissenschaft 
(Stimmen aus allen Parteien) 
PEandel, Gewerbe und Industrie 
in der That einem allgemeinen Bedürfnis entgegengekommen ist, um dies so oft miss- 
brauchte Schlagnwort einmal mit Berechtigung zu gebrauchen. — Für den im Bernf des 
Tages Aufgehenden — (nirgends wird so intensiv gearbeitet wie in Deutschland) 
bleibt nur geringe Musse zur lLktüre des eigenen, Keschweito Versrhiedener Lasesbiktter. 
: *—— n kondensierter Form die Ereig- 
Hier Setzt „DAS ECHO ein! nisse der Woche wiedergebcnd. 
nichts ausser Acht lassend von allgemeinem Interesse, und namentlich ohne Polemik 
alle Partelen zur Geltung bringend, ist „DAS ECHO“ geschaffen für jedermann, der 
lebendigen Auteil an seciner Zeit nimmt. llier findet der Leser neben den Geschehnissen 
ller Woche eine Füllc unregenden Stoffes aus den verschiodensten Gebieten, wobei auch 
der Unterhaltung und dem Humor in sorgsamer Pflege und Auswahl ihr Recht wird. 
Somit ist unser Blatt nicht nur für den einsichtigen Politiker, der auch die Stimmen 
der Gegner zu würdigen weiss, sondorn für jeden Gebildeten überhaupt durch seinen 
abwechslungsreichen Inhalt von hohem Wort. 
Unsere Zeit ruft mit Notwendigkeit in immer weiteren Kreisen 
regste Anteilnabme an ihren Ereignissen hervor. 
Von dem reichhaltigen Inhult unseres Blattes zeugt schon die Verteilung des Stot- 
ses in folgende Rubriken: 
I. Politik. Eine umfangreiche Bespre 8Z. Deutschtum im Auslande. Nachrich- 
Jahrgaug. 
onon Wa 
  
chung der Tagesfragen, wie alles ten über das Leben und Treiben unse- 
# dessen, wvas die Welt bewegt und rer Volksgenossen in der weiten Welt. 
S2 erfüllt. 9. Aus hoben Kreisen. Nachrichten von 
2. Handel. Interessante Fragen vom den Höfen und aus den Zirkeln der 
2 *s“ Weltmarkte. Gesamt-Wochenüber-- vornehmen Welt. 
. * — Sicht des internutionalen Geld- und 10. Militär und Marine. Mitteilungen über 
. 3 Warenmarktes. Verhältnisse u. Bewegungen der Land- 
2 * 3. Schnitzel und Späne. Allerlei inter- und Seemacht aller Staaten. 
4-2 2 %ssanter Kleinkram. II. Länder- und Völkerkunde. 
22 A. Todesfälle. 12. Koloniales. 
□ 
5. Sprechsaal. Bietct eine Gelegenheit 13. Gerichtssaal, Verbrechen, Unglücks- 
für jedermann, wichtige und unzic. fälle. 
hende Frugen vor das Forum der I4. Kunst und Litteratur. 
Oeffentlichkcit zu bringen. Wir bit. 15. Gesundheitspflege. Medizinisches. 
ten hier um die Mitarbeiterschaft 16. Soziales. 
aller unserer Leser. 17. Kirche, Schule und Universität. 
6. Briefkasten. 18. Sport und Mode. 
J. Lese früchte. Kleine uhgeschlossene No 19. Naturwissenschaftliches. 
vellen, Erzählungen, Skizzen. Hübsche 20. Humoristisches. 
Proben aus neuen Büchererscheinungen. 21. Anekdoten. 
Das -ECHONF, obwohl kein eigentlich illustriertets Blatt, ist doch auch gelegentlich mit gut 
reproduzierten Bildern auskestattct, die besonders reich in seinen von Zeit zu Zeit erscheinen- 
den Speziulnummern vertreten sind. 
Tine besondere, fuchmännisch redigierte und illustrierte technische Abtellung 
„Industfrielles Echo“ 
untorrichtet über alle neuen und interessanten Vorgänge, Neucrungen und Erfindungen auf dem 
Lesämten Gebieic der Technik und Industrie in populürer Form und sucht eine enge Fühlung 
zwischen den Intercssenten aller gewerblichen Krelsc herbeianführen. Das Industrielle Erhe“ ist 
nicht nur für Fachlente keschrichen. sondern so gefasst. dass ein jeder Gehildete den Inbalt ver- 
hluht und die PFortschritte auf allen Cebieten der Ieehnik und ludustrie mit Interesse verfolzen 
kann. — Gesamtwochenübersicht des internationalen Geld- und Warenmurktes. inter- 
ssunte Fragen vom Weltmarkte werden in einer beSsonderen kuhrik , Mance-“ 
berüchsichtigmt. « 
Das,,BCE0«erscheintjedenDonnerstag.ZTZJZFIHIZPOZZPUIU 
Postanstalten und Zeitungs-Speditcure in Deutschland zum Preise von 3 Mark vierteljährlic 
entgegen; in den übrigen Ländern zu den landesüblichen Preisen. 
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o nozuna /S!lnK u##o-d-I u 
noula 10 un ur 1000 apuu·!] manh 
  
½ .. · 
- bringt Stimmen aus allen Partelen, daher ist es auch eine 
D As Et# H O schr anregende und interessante Lektüre für jeden Poll- 
tiker inner- und ausserhalb Deutschlands. 
sci auch den llerren Gelehrten und Studierenden, welche nicht dazu kommen, täglich eine Zeitung zu 
DAS ECHO lesen, als wöchentliche Chronik der Zeltereignisse bestens empfohlen. 
   
  
   
  
  
   
  
   
  
   
  
  
  
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Dorotheenstr. 22 
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o“ FelIdbahnen für die Kolonieen. — (vss 
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Sökeland-Export Pumpernickel 
und Schwarzbrot. % 
lüuerreiehte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe-- 
brote ung von 1896 waren 112 Jahr alte Pumpernickel und Schwarz- 
Ausgestellt, welche elne Reise um die Erde Zurilckgelegt hatten. 
lele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
Exportauftri j 
te erbitten an Harder d&amp; de Foss, Mamburg; für 
s luhand E. Söreind 4 Söhne, Berln WI., oder Mundeben. 
* Faosrrin— 
*77745s 
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Höchste Auszeichnung 7 
Chicago 1893. . 
Höchste Auszeichn. (Diplöme s#. 
d'’onneur) Antwerpen 1894. 
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Lochmann'scher 
  
   
  
  
  
  
  
  
   
   
     
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Abtheilung I: Militairdienst-Versicherung. 
Zweck: Deckung der Kosten des Mllitairdienstes, Unterstützung von Berufs- 
soldaten, Versorgung von Invaliden. 
Nur Knaben unter 12 Jahren finden in dieser Abtheilung Aufnahme. 
Abtheilung Il: Kapital- und Kriegs-Versicherung. 
(Abgekurzte Lebensversicherung.) 
Zweck: Versorgung von Hinterbliebenen und Alters - Versorgung. Siche- 
« rung von Kapitulien zur Beschaffung von Aussteuern und für 
  
  
  
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Personen beiderlei Geschlechts finden vom 10. Lebensjahre ab in 
dieser Abtheilung Aufnahme. (16) 
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iIs lIinse des Jahres 1896 betrugen K 2835 000,—, die Gesammtauszablungen 
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— erledigt 299 025 Amträge üher M 361 071 210,— Versicherungskapital. 
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(Gegr. 1854.) Saalfeld a. S. (Germany), (Gesr. 1854.) 
prämiirt mit der Silbernen Medaille auf der Ausstellung im 
Messpalast zu Berlin 1896, 
eempfiehlt für den Export nach allen Ländern ihre anerkannt vorzüglichen 
Rhein-, Mosel- und Pfülzer Weine 
zu äussersten Preisen. Man verlange Preisverzeichniss. 
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Kaufmännische Auskunft auf alle Plätze, 
Einziehungen von Forderungen jeder Art. 
FPersonal-Auskunft über Vermögenslage, Charakter, Lebensweise, 
Vorleben etc. (bei Verlobungen, Engagements, Aufnahme in 
Vereinen etc.). 
Ermittelung verschollener Personen 
Beobachtung von Personen und unauffällige Verfolgung anf Reisen. 
Vertrauenssachen, Eingaben und Gesuche jeder Art. 
Besorgung und Erledigung aller nur denkbaren Vertrauens- 
angelegenheiten und Anfrugen. 
Beurtheilung des Charakters Jemandes nach Handschrift. 
Man wolle sich dieserhalb geneigtest an uns wenden 
und gefl. Anfragen Rückporto beifügen. 
Preise mussigst. — 
"„ # Beste Empfehlungen erhalten. 
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Berlin SW12, Kochstr. 68—71. 
Soeben gelangte zur Ausgabe: 
" Die Bekleidungs-Bestimmungzen 
für die 
reinteressen Seceoffiziere, Offiziere der Marine- 
des Deutschen Reiches. infauterie, Maschinen= und Torpedo- 
Ingenienre, Feuerwerks-, Zeug= und 
Zusammengestellt auf Veranlassung Torpederoffiziere, Sanitätsoffiziere, 
des Zahlmeister, Deckoffiziere 2c., See- 
Reichs-Marine-Amts. kadetten und Kadetten der Kaiser- 
Die obige Schrift giebt ein Bild von lichen Marine, 
de Entwiselung ar dem buügen # sowie 
mfange der deutschen Seeinteressen « . . 
auf Grund authentischen Materials und Bestimmungen über die Uniform der 
zeigt deren Bedeutung für die ver- Seeoffiziere 2c. des Beurlaubten= 
schiedenen Zweige der deutschen Volks- 1 standes, zur Disposition gestellter 
wirthschaft. Bislang war die große und verabschiedeter Offiziere 2c. der 
Steigerung, welche die Entwickelung der . 
wirthschaftlichen #esungen Deutsch- Marine und Bestimmungen über das 
lands zum Auslande seit Begründung Tragen der verschiedenen Uniformen. 
des Reichs erfahren hat, noch nicht im · - 
usammenhange dargestellt. Die obige 
chrift verdient daher die weiteste Be- 
achtung, namentlich in den Kreisen des 
Handels und der Industrie. 
Bei Partiebezügen entsprechend billiger. 
  
   
– 
Genehmigt durch Allerhöchste Kabinets- 
1 Ordre vom 25. Mai 1890. 
9Neudruck unter Berüucksichtigung der 
bis Ende April 1893 ergangenen 
Abänderungen. 
Preis 50 Pfeunig.
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2. Gross- und Kleinschreibung, 3. Konlugation und Deklination, 
4. Stellung der Adjektiva, 5. Etymologle etc. 
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nenen Wörterbücher. Selten hat ein Werk eine so allgemeine, 
vielseitige und wohlverdiente Anerkennung geslunden, wie dieses 
Lexikon.“ (Wendt, Eneyklopädie, S. 179.) 
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heutigen anglo-germanischen Lexikographie“. (Ueber Lund 
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Am 18. Januar: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Rieck, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Rufisque, Bathurst 
Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. Januar: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydahb und Kotoncu. 
Am 25. Januar: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Benguella, Swakopmund, Walflschbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. Januar: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Senegal, Liberia und den Hufen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loandea. 
Am 10. Februar: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hufen der Südwestküste Afrikas bis Loango. 
MNeächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika: am 25. März und ferner am 
25. jedes Zweiten Monats. 
lle Guter müssen um TLage vor dem 4b59angesdatum bis 12 Uhr mittage I#ngeseite gein. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann- Linie 
(n) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika - Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
swischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
  
ab Hamburg: Neapel: 
Von 1898 ab vierzehntägiger Betrieb: 
von Hamburg: von Neapel: 
„HERZOG“, Capt. v. Issendorff .... .. . ... 10. Januar, 2. Februar, 
„ADHIRAL“, Capt. Wstttttt 2. Februar, 16. Februar, 
* „KANZLER“, Capt. Elson 
................. 16.kohtuak,2.dlsts, 
0,,1klclclls’k.46«,Oapt.Weisskam.............. 2. März, 16. Mürz, 
nach Mombassa, Tangaz, Pangani#, Saadanl#, Bagamoyo?", Dar-es-Saldm, Sansibarr, Hwa, Lndi, 
Mirindani, Ibo, Mozambique?", Quellmane, Chinde:, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem verschenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Hifen nur 
Passagiere und nach den mit einem “ versehenen Häfen auch Ladun 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere anck Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Dtie Dampfer haben vorzrüoliche Einrichfungen für Eussagtere in allen Klussen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transwmal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: 
r0) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Alfien-Gesellschaft, U 
" owie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika-Tinie, 
Gr. Reichenstrasee 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hosbuchhandlung und Hofsbuchdruckerei von C. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 18, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 16. Jannar 1898 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
He#rausgezeben in der Kolonial, Ablheilung des Answärtigen Ants. 
IX. Jahrgang. Berlin, 1. Februar 1898. Nummer 3. 
Diese Zeilschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erichenenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutagebieten“. herausgegeben von Dr. Freiberr 
. Danckelman. Der vierteljahrliche Abonnementspreis fur dad Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchdbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagobuchbandlung Mk 350 fur Deutschland und Oesterreich Ungarn. Mk. 3.75 für 
die Lander des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Konigliche Hofbuchhbandlung von Ernst Sieafried Mittler 
und Sohn, Berlin S8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Gingetragen in der Zeitungs-Preisliste fur 1898 unter Nr. 2017.) . 
— — – [. —# 
JInhalt: Amtlicher Theil: Gesetz, betreffend die Kontrole des Reichshaushalts, des Landeshaushalts von Elsaß= 
Lothringen und des Haushalts der Schutzgebiete für das Etatojahr 1897.98 S. 19. — Ulebersicht über die Thätigkeit 
der Kaiserlichen Disziplinarbehörden für die Schutzgebiete im Jahre 1897 S. 50. — Verordnung des Kaiserlichen 
Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die Erhebung einer Häuser= und Hüttensteuer S. 50. — Verordnung 
des Kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun, betreffend Einführung eines Eingeborenen-Schiedogerichts für die 
Landschaft Lungasi S. 51. — Aufgebot des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Deutsch-Südwestafrika S. 52. — 
(Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat Januar 1898 S. 53. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen 
bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat Oktober 1897 S. 53. — Personalien S. 53. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 54. — Deutsch-Ostafrika: Einführung einer Häuser- 
und Hüttensteuer S. 54. — Bericht über eine Reise des Hauptmanns und Kompagniechefo Matting S. 55. — 
Troclenheit in Ostafrika S. 57. — Kamerun: Bericht über die im Südbezirk des Schutzgebietes von Kamerun 
gangbaren Handelsartikel S. 57. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewe- 
gung S. 60. — Aus fremden Kolonien: Cisenbahn in Sierra Leone S. 61. — Telegraphen= und Telephon- 
verbindung im Kongostaat S. 61. — Kongostaat S. 62. — Amatongaland und Zululand S. 63. — Bestimmungen 
uber Zulassung ausländischer Aerzte in der Kapkolonie S. 63. — Weinerzeugung in den britisch-australischen 
Kolonien im Jahre 1895/96 S. 63. — Verschiedene Mittheilungen: Neue Karte von Kaiser Wilhelmsland 
S. 64. — Frequenz des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin S. 64. — Geweihausstellung in Berlin 
S. 64. — Jahresbericht der Handelskammer zu Hamburg S. 64. — Beschleunigtere Fahrten der Woermann-Linie 
S. 65. — Litteratur S. 65. — Litteratur-Verzeichniß S. 65. — Schiffsbewegungen S. 66. — Verkehrs-Nachrichten 
S. 66. — Anzeigen. 
  
— Oierzu als Beilage: Jahresbericht über die Entwickelung der Schungebiete im Jahre 1896/97. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Verkräge. 
Eesetz, betreffend die Kontrole des Neichshaushalts, des Landeshaushalts von 
Elsaß-Lothringen und des Haushalts der Schutzgebiete für das Etatsjahr 1897/98. 
Vom 22. Januar 1898. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c., verordnen 
im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstages, was folgt: 
Die Kontrole des gesammten Reichshaushalts, des Landeshaushalts von Elsaß-Lothringen und 
des Haushalts der Schutzgebiete in Afrika für das Etatsjahr 1897/98 wird von der preußischen Ober- 
RNechnungskammer unter der Benennung „Rechnungshof des Deutschen Reichs' nach Maßgabe der im 
Gesetz vom 11. Februar 1875 (Reichs-Gesetzblatt S. 61), betreffend die Kontrole des Reichshaushalts und 
des Landeshaushalts von Elsaß-Lothringen für das Jahr 1874, enthaltenen Vorschriften geführt. 
» Ebenso hat die preußische Ober-Rechnungskammer in Bezug auf die Rechnungen der Reichsbank 
für das Jahr 1897 die gemäß § 29 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 (Reichs-Gesetzblatt S. 177) 
dem Rechnungshofe des Deutschen Reichs obliegenden Geschäfte wahrzunehmen. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Neues Palais, den 22. Januar 1898. 
(L. S.) Wilhelm. 
Fürst zu Hohenlohe.
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        — 50 — 
Uebersicht über die Thätigkeit der Kaiserlichen Disziplinarbehörden für die 
Schutzgebiete im Jahre 1897. 
Bei der Kaiserlichen Disziplinarkammer für die Schutzgebiete sind im Jahre 1897 zwei Disziplinar= 
sachen eingegangen, von denen die eine durch Urtheil, lautend auf Dienstentlassung, erledigt worden, die 
andere für das Jahr 1898 anhängig geblieben ist. 
Bei dem Koeiserlichen Disziplinarhofe für die Schutzgebiete ist im Jahre 1897 eine Sache anhängig 
geworden und durch Urtheil, lautend auf Dienstentlassung, beendet worden. 
—NV..V— — —— — — — — — — – — — ——— 
DPerordnungen und Wittheilungen der Behörden in den Schuhgebieten. 
Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend 
die Erhebung einer Häuser= und Hüttenstener. 
1 
§ 1. 
Für bewohnte Gebäude wird fortan, soweit der friedliche Machtbereich der Bezirksämter und 
Stationen reicht, eine Häuser= und Hüttensteuer erhoben. 
8 2. 
Als Steuerpflichtiger im Sinne dieser Verordnung ist der jeweilige Haus= oder Hüttenbesitzer 
anzusehen. 
83. 
Die Steuer wird festgesetzt und erhoben durch die Bezirksämter, Bezirksnebenämter und die 
Innenstationen. 
84. 
Zum Zwecke der Besteuerung sind zu unterscheiden: 
I. Klasse: Steinhäuser nach Europäer-, Inder= oder Araberart: 
a) in städtischen Ortschaften, b) in ländlichen Ortschaften; 
11. Klasse: Häuser und Hütten nach Eingeborenenart: 
a) in städtischen Ortschaften, b) in ländlichen Ortschaften. 
Die Ortschaften, welche als städtische anzusehen sind, werden in der Ausführungsinstruktion dieser 
Verordnung namentlich aufgezählt. Alle übrigen gelten als ländliche. 
5. 
Bei der Klasse 1a wird zur Besteuerung der Miethswerth zu Grunde gelegt. Es sollen 5 pt. 
des ermittelten Miethswerthes, nie aber mehr als 100 Rupien pro Jahr als Steuer zur Erhebung ge- 
langen. Bei Klasse Ib werden drei Stufen gebildet, und wird für die der ersten Stufe zugetheilten 
Häuser 30 Rupien, der zweiten 20 Rupien, der dritten 10 Rupien als jährliche Steuer erhoben. 
86. 
Bei der Klasse IIa werden zwei Stufen gebildet, und gelangen für die erste Stufe 12, für die 
zweite 6 Rupien als jährliche Steuer zur Erhebung. Bei der Klasse IIb werden pro Hütie jährlich 
3 Rupien Steuer erhoben. 
§ 7 
Bei Klasse la und IIa werden, falls das Gebäude auf fiskalischem Grundstücke steht, 50 péCt. 
der Stener ad §§ 5 und 6 derselben zugeschlagen. 
88. 
Bei jedem Bezirksamte, Bezirksnebenamte und jeder Innenstation wird eine Kommission, bestehend 
aus fünf Mitgliedern unter Vorsitz des lokalen Verwaltungsbeamten, gebildet zum Zwecke der Feststellung 
der auf den Miethswerth zu basirenden Höhe der Steuer bezw. der Klasseneintheilung. 
Bei einfachen Verhältnissen wird auf den Innenstationen von der Bildung der Kommission ab- 
gesehen, und entscheidet der Stationschef unter Zuziehung des Wali, Jumben 2c. über Festsetzung der 
Steuer allein. 
§ 9. 
Gegen die Entscheidung der Kommission bezw. des Stationschefs ist durch Vermittelung dieser 
Beschwerde an das Gouvernement zulässig. Dieselbe ist einzulegen binnen einer Frist von vier Wochen 
nach Erhalt des Steuerzettels oder der öffentlichen Auslegung der Steuerliste oder der mündlichen Mittheilung 
über die Höhe der Steuer. Die Entscheidung des Gouvernements als Beschwerdeinstanz ist endgültig.
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        — 51 — 
8 10. 
Die Steuer gelangt halbjährlich am 1. Oktober und 1. April zur Erhebung. Jedoch kann au 
Grund der vorliegenden örtlichen Verhältnisse die Steuerbehörde monatliche oder vierteljährliche Erhebung 
anordnen. Die Veranlagung erfolgt vom 1. April zum 1. April. 
8 11. 
Bei der II. Klasse kann die Steuer in natura geleistet werden. Als Naturalleistung sind zu- 
gelassen Oelfrüchte: Erdnüsse, Kokosnüsse, Sesam 2c. und Arbeitsleistung. Auf den Innenstationen können 
auch zur Verpflegung der Besatzung und der durchziehenden Karawanen verwendbare Getreidearten als 
Naturalleistung nach Ermessen des Stationschefs angenommen werden. 
Die Preise für die Oelfrüchte 2c. setzt die lokale Verwaltungsbehörde fest. 
Den Werth des Arbeitstages setzt ebenfalls die lokale Verwaltungsbehörde fest. Hierbei darf der 
Verth der Frauenarbeit nur mit der Hälfte der Männerarbeit in Ansatz gebracht werden. 
Die halbjährliche Steuer kann nur in einer Reihe von Tagen ohne Unterbrechung abgearbeitet werden 
8 12. 
Als Naturalleistung abzuliefernde Oelfrüchte und Getreide hat die lokale Verwaltungsbehörde in 
Empfang zu nehmen, zu verwerthen und bei der zuständigen Kasse zu verrechnen. 
8 13. 
Die als Steuerleistung angebotenen Arbeitskräfte verwendet die lokale Verwaltungsbehörde nach 
ihrem Ermessen im Interesse ihres Bezirks, in erster Linie zum Wegebau. 
8 14. 
Voon den eingehenden Steuerbeträgen erhalten die lokalen Verwaltungsbehörden an der Küste zur 
Vereinnahmung in die Kommunalkasse des Bezirks 50 pCt. Die besonderen Kosten der Steuerveranlagung 
ud Erhebung find jedoch aus diesem Steuerantheile der Kommunalkasse vorab zu bestreiten. Die bisher 
erhobenen kommunalen Gebäudesteuern gelangen mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung in Fortfall. 
§ 15. 
Bei Nichtentrichtung der Steuer hat die lokale Verwaltungsbehörde dieselbe zwangsweise beizu- 
treben. Hierbei ist Zwangsarbeit zulässig. 
l 16. 
Diese Verordnung tritt mit dem 1. April 1898 in Kraft. 
Dar-es-Saläm, den 1. November 1897. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
— 
Verordnung des Kaiferlichen Gonverneurs von Kamerun, betreffend Einführung 
eines Eingeborenen-Schiedsgerichts für die Landschaft Lungafi. 
· Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
wird verordnet, was folgt: 
§ 1. 
" Es wird ein Eingeborenen-Schiedsgericht eingerichtet für die Landschaft Lungasi. Der Zuständig- 
keit des Schiedsgerichts unterliegen die sämmtlichen Ortschaften der Landschaft Lungasi mit Ausnahme der 
Ortschaften Dogobaik und Dogushum, soweit letztere dem Häuptling Tet untersteht. Der Zuständigkeit 
unterliegen ferner die in der Landschaft befindlichen Dualla-Niederlassungen, letztere nach Maßgabe der 
Destimmungen in § 4. 
82. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen dieser Dörfer sind durch den eingeborenen Häuptling des 
Bellagten zu erledigen, wenn in bürgerlichen Streitsachen der Werth des Streitgegenstandes 100 Mark 
(6 Ku) nicht überschreitet und in Strafsachen der Gegenstand der Urtheilsfindung eine That bildet, deren 
Ahndung keine höhere Strafe als 300 Mark oder sechs Monate Gefängniß erfordert. 
83. 
Gegen die Entscheidungen der Häuptlinge ist Berufung an das Eingeborenen-Schiedsgericht zulässig. 
" Dasselbe ist als erstinstanzliches Gericht zuständig für diejenigen Civil= und Strafprozesse, welche 
nicht zur Zuständigkeit der Häuptlinge gehören. Das Verbrechen des Mordes und des Todtschlags bleibt 
scoch der Jurisdiktion des Schiedsgerichts entzogen. Auch ist dasselbe nicht befugt, auf Todesstrafe sowie 
As eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren zu erkennen.
        <pb n="92" />
        — 52 — 
84. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen und den im Geltungsbereich dieser Verordnung ansässigen 
Angehörigen des Duallastammes sind der Rechtsprechung der Häuptlinge entzogen. Sie fallen, auch wenn 
der Gegenstand des Streitwerthes in Civilsachen oder der Urtheilsfindung in Strafsachen das in § 2 
bezeichnete Maß nicht überschreitet, unter die Zuständigkeit des Eingeborenen-Schiedsgerichts. Ein Dualla 
soll daher auch stets Mitglied des Schiedsgerichts sein. 
§ 5. 
Für die Rechtsprechung des Schiedsgerichts sind die an Ort und Stelle in Uebung stehenden 
Gebräuche und Gewohnheiten maßgebend. 
§ 6. 
Die Mitglieder des Eingeborenen-Schiedsgerichts sowie deren Stellvertreter werden durch den 
Kaiserlichen Gouverneur ernannt. Die Ernennung ist jederzeit widerruflich. 
87. 
Das Schiedsgericht ernennt einen Vorsitzenden, welcher die Verhandlungen zu leiten, sowie einen 
Sekretär, welcher über jeden Streitfall ein Protokoll zu führen hat. Das Protokoll, welches das Datum 
des Sitzungstages, die Namen der Richter und der Parteien, den Gegenstand und Grund des Rechtsstreits 
sowie die erlassene Entscheidung enthalten muß, ist von dem Vorsitzenden und dem Protokollführer zu 
unterschreiben. 
Die Protokolle eines Jahres sind chronologisch zu einem Aktenstücke zu vereinigen und können von 
dem Gouverneur und dessen Stellvertreter jederzeit eingesehen werden. Auch steht dem Gouverneur und 
dessen Stellvertreter jederzeit frei, den Sitzungen des Eingeborenen-Schiedsgerichts beizuwohnen. 
§ 8. 
Gegen die Entscheidungen des Schiedsgerichts ist Berufung an den Kaiserlichen Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter zulässig. Dieselbe muß binnen 14 Tagen nach Verkündung der Entscheidung schriftlich 
oder mündlich beim Gouvernementssekretär eingelegt werden. 
§* 9. 
Die der Kompetenz des Eingeborenen-Schiedsgerichts nicht unterworfenen Strafsachen sind der 
Jurisdiktion des Kaiserlichen Gouverneurs beziehungsweise dessen Stellvertreters vorbehalten. 
Kamerun, den 20. November 1897. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) v. Puttkamer. 
— — — — — 
Aufgebot des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Deutsch-Südwestafrika. 
Auf Grund der Kaiserlichen Verordnung, betreffend das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutz- 
gebiete, vom 6. September 1892 wird folgendes Aufgebot von Amts wegen erlassen: 
Diejenigen Personen, welche in den Gebieten des früheren Stammes der Jan Jonker-Hottentotten, 
in allen anderen südlich des Swakopflusses gelegenen und in den bisherigen Aufgebotsverfahren nicht 
berücksichtigten Gebieten, ferner nördlich des Swakopflusses in dem Stammesgebiete der Hereros und in 
den westlich davon liegenden Hottentottengebieten, insonderheit in den Gebietstheilen der Zwartbooi-Hotten- 
totten und der Hottentotten von Zeßfontein vor dem Erlaß der Verfügung des Kaiserlichen Kommissars 
vom 19. April 1886 bezw. vom 1. April 1890 auf die Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien der 
im § 1 der Verordnung vom 15. August 1889 bezeichneten Art bezügliche Gerechtsame rechtsgültig 
erworben zu haben glauben, werden aufgefordert, diese Gerechtsame spätestens bis zum 1. Juli 1898, 
vormittags 9 Uhr, bei der Kaiserlichen Bergbehörde des südwestafrikanischen Schutzgebietes in Windhoek 
anzumelden. 
Die Versäumung der Anmeldung hat den Verlust der Gerechtsame zur Folge. Anmeldende, welche 
nicht in dem Schutzgebiete ihren Wohnsitz oder Aufenthaltsort haben, müssen für das Verfahren einen im 
Schutzgebiete sich aufhaltenden Vertreter bestellen und der Bergbehörde namhaft machen. 
Windhoek, den 1. Februar 1898. 
Der stellvertretende Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) (gez.) v. Lindequist, Regierungsrath.
        <pb n="93" />
        53 
Der amtliche Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika ist für den Monat Januar d. Is. auf 
1.3325 Mark = eine Rupie festgesetzt worden. 
— —— — — — 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Oktober 1897. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,37 Mk.) 
  
  
  
  
—-.... 
Schifffahrts. Holzschlag. 
Neben. 
  
  
  
  
  
Zölte für Insgesammt 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr bgabe GebührenEinnahmen ¾ 
NHp. P.] Np. P.] p. P.] R. P.) . (P.] NRo V. —— Mk. Eff. 
| I i 
Tausq·.. 572l—sæ7I3329i—64«4254!249557’35-13069!94 
Paugqm...... 202802673156133—272910320881043-12048-59 
ngqmppp..... 10693-49104495519—785229z3621271x—-29088-09 
Danks-Satz« 2597513131605745-·—108233451616256s45-22231I04 
gicsp«.... 65673878131753«—60502281151506738-20604k95 
Mmudqui...... 82506338552526z—17258«481215833-16626477 
—- 1— 
Zusammen30709 37508499 111185 — 901 444 313122 02 -11366938 
— — — — — — — — — 
41995 M Mr.52 Mk.1233 Mr.. Ml. 
35 f. 37 Pf.] 99 .. . 59 T. 
  
  
  
  
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Oktober 1897 betrug 289 747 Rup. = 396 229 Mk. — Pff. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Oktober 1897 betrug 533 839 Rup. = 730 025 Mk. — Pf. 
  
Perlspnalien. 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 11. Januar 1898. 
Dr. Fülleborn, Assistenzarzt 2. Klasse, zum überzähligen Assistenzarzt 1. Klasse mit Patent vom 28. De- 
zember 1897 befördert. 
A. K. O. vom 13. Januar 1898. 
Johannes, Ramsay, Hauptleute und Kompagniechefs, Zupitza, Stabsarzt, auf weitere drei Jahre der 
Schutztruppe zugetheilt. 
A. K. O. vom 20. Januar 1898. 
Irhr. v. Reitzenstein, bisher Sekondlieutenant à la suite des Königlich Bayerischen 20. Infanterie- 
Regiments, mit dem 26. Januar 1898 in der Schutztruppe als Sekondlieutenant mit Patent vom 
1. März 1891 angestellt. 
A. K. O. vom 22. Januar 1898. 
Nergler, bisher Hauptmann und Kompagniechef vom Königlich Bayerischen 12. Infanterie-Regiment, mit 
dem 26. Januar 1898 in der Schutztruppe als Hauptmann und Kompagniechef mit Patent vom 
2. Juli 1873 angestellt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 13. Januar 1898. 
d Sack, Hauptmann, unter Belassung à la suite der Schutztruppe, auf ein weiteres Jahr beurlaubt. 
d. Bonin, Sekondlieutenant, unter Stellung à la suite der Schutztruppe, auf ein Jahr beurlaubt. 
  
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den nachbenannten 
Offizieren und Unteroffizieren folgende Auszeichnungen zu verleihen: 
den Rothen Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern: dem Premierlieutenant Engelhardt von der 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika; 
den Rothen Adler-Orden 4. Klasse: dem Hauptmann Fischer à la suite der Schutztruppe für Deutsch- 
Ostafrika und kommandirt zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt; 
den Königlichen Kronen-Orden 4. Klasse mit Schwertern: dem Premierlieutenant Merker, dem Sekond- 
lieutenant Grafen Fugger v. Glött von der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika; 
dos Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse: dem Sergeanten Rudat von der Schutztruppe für Südwestafrika, 
dem Unteroffizier der Reserve Walter, früher in der Schutztruppe für Südwestafrika.
        <pb n="94" />
        — 54 — 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den nachbenannten 
Offizieren die Genehmigung zur Anlegung der ihnen von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von 
Sachsen-Weimar-Eisenach verliehenen Orden zu ertheilen, und zwar: 
des Komthurkreuzes des Großherzoglich Sächsischen Ordens der Wachsamkeit oder vom Weißen Falken 
mit Schwertern: dem Major Leutwein, Kaiserlichen Landeshauptmann und Kommandeur der 
Schutztruppe für Südwestafrika; 
des Ritterkreuzes 2. Klasse desselben Ordens mit Schwertern: dem Sekondlieutenant Volkmann von 
der Schutztruppe für Südwestafrika. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben den nachbenannten farbigen Angehörigen 
der Polizeitruppe des Togogebietes Auszeichnungen zu verleihen geruht, und zwar: 
die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse in Gold: 
dem Sergeanten Issa, dem Unteroffizier Mama und dem Gefreiten Alamagani; 
die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse: 
dem Unteroffizier Felli, den Soldaten Belo-Jesha, Ayabada, Coanu, Quoma, Alusana, 
Mama V., Fabemy, Akadelle, Badamassi-Jesha, Ocke, Olavi, Otjo I., Mary, Dovi, 
Chili I., Otio Bada, Aigue, Andessu, Thomau, Ali Heri, Isoho, Alisberki, Mussa, 
Nubia, Mohama, Dämbaba, Kobia, Naqua, Koffi, dem Gefreiten Abudu Danja, dem 
Unteroffizier Batierma, dem Sergeanten Nommo, dem Dolmetscher und Clerk Ogoc, dem ersten 
Lazarethgehülfen Victorino Pinto da Silveira, den Trägeraussehern Dogba und Mensa und 
dem Dolmetscher Tom. 
Dem Ober-Grenzkontroleur K. Schmidt in Windhoek ist für die Dauer seiner amtlichen Thätigkeit 
im Schutzgebiete der Titel Zolldirektor verliehen worden. 
  
Nichtamtlicher Theil. 
er vnal · Nachrichte n. Der Geheime expedirende Sekretär in der Kal- 
p s kulatur der Kolonial-Abtheilung, Pahl, hat die 
Ramerun. Ausreise nach dem Schutzgebiete angetreten. Gleich- 
Der Direktor des botanischen Gartens in Victoria, zeitig ist der für die Stelle eines Materialienver- 
Dr. Preuß, ist Mitte Dezember dort vom Urlaub walters bestimmte Zahlmeisteraspirant Gruschke 
wieder eingetroffen. nach Südwestafrika abgereist. 
—. — — 
——. — — — 
Lüdwestafrika. 6 Marshall · Inseln. 
Der zur Unterstützung des Postvorstehers in Der Kanzlist beim Generalkonsulat in Sydney 
Windhoek entsandte Postsekretär Diers ist nach Kaiser ist an Stelle des wegen Krankheit abgereisten 
Swakopmund abgereist. 1 Aufchtsbeamten in Nauru Jung dahin entsandt 
worden. 
–. — — 
Rachrichten aus den deutschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Frulch-? # A#wendung ron ewalt nict für möglich hält, K- 
... . . » nwendung von Gewalt nicht für mög 
Einführung einer Päufer, und Püttensteuer. von der Steuerbeitreibung ganz Abstand zu nehmen, 
Das Kaiserliche Gouvernement von Deutsch= hingegen ist gegen vereinzelte säumige Steuer- 
Ostafrika hat den Bezirksämtern für die Ausführung pflichtige in den die Steuer sonst entrichtenden Gegen- 
der Verordnung, betreffend die Erhebung einer Häuser= den auf Grund des § 15 der Verordnung strengstens 
und Hüttensteuer folgende Weisungen zugehen lassen: vorzugehen. 
Bei der Durchführung der Verordnung ist be- Es kommt nicht so sehr darauf an, auf Grund 
sonders in den Innenbezirken die äußerste Vorsicht der Verordnung von vornherein große Einkünfte für 
anzuwenden. Da, wo die Verhältnisse so liegen, daß Staat und Kommune zu erzielen, als vielmehr dar- 
die lokale Verwaltungsbehörde eine Durchführung der auf, die Bewohner der Kolonie allmählich zu guten 
  
  
  
Verordnung ohne Aufbietung von Machtmitteln oder
        <pb n="95" />
        —— 
Steuerzahlern zu erziehen, die gern anerkennen, welche 
Segnungen ihnen die deutsche Verwaltung bringt, 
und daher es auch für durchaus gerechtfertigt halten, 
daß die Regierung zur Bestreitung der Verwaltungs- 
kosten Steuern in mäßigem Umfange erhebt. Daneben 
soll mit der Verordnung dadurch, daß als Natural-= 
leitung Oelfrüchte auch in den Küstenbezirken zuge- 
lossen sind, erreicht werden, daß dem Anbau solcher 
Oelfrüchte seitens der Eingeborenen mehr Sorgfalt 
und Arbeitskraft zugewendet wird. Die Flächen, 
auf denen mit Erfolg in Gegenden, deren Verbindung 
mit der Küste noch den Transport zur Ausfuhr 
möglich erscheinen läßt, Oelfrüchte angebaut werden 
können, sind noch sehr umfangreiche. Um den Anbau 
von Oelfrüchten in guter Qualität zu befördern, wird 
seitens des Kaiserlichen Gouvernements den Bezirks- 
und Bezirksnebenämtern auf Antrag Saat zur un- 
entgeltlichen Vertheilung zur Verfügung gestellt 
werden. Um die Ablieferung von Oelfrüchten in 
geringeren Quantitäten, deren Verwerthung verhält- 
nißmäßig große Mühe verursachen würde, thunlichst 
zu vermeiden, ist durch Vermittelung der Jumben 
darauf hinzuwirken, daß seitens der Bewohner eines 
Bezirks zur Naturalleistung die gleiche Oelfrucht 
angebaut wird und daß die Jumben alsdann die 
Naturalleistung der ganzen Gemeinde einsammeln 
und auf einmal der zuständigen Lokalbehörde über- 
mitteln. 
Die Jumben 2c. sind im weitesten Umfange zum 
Steuergeschäft heranzuziehen. Um denselben für ihre 
Mühewaltung eine Entschädigung zuzuwenden, wird 
gestattet, ihnen bis zu 5 PpCt. der abgelieferten 
Steuern in Baar oder Natura als Vergütung zu 
überweisen. Diese 5 pCt. sind als besondere Kosten 
der Steuerhebung nach § 14 der Verordnung aus 
dem Steuerantheile der Kommunalkasse vorab zu 
bestreiten. 
Ich nehme an, daß die Bildung der Kommission 
nach § 8 der Verordnung und die Vornahme der 
Steuereinschätzung auf Schwierigkeiten nicht stoßen 
wird, da für die Kommission eine genügende Anzahl 
befähigter Personen in den Bezirken vorhanden sein 
wird. Beamte sind außer dem den Vorsitz führenden 
lolalen Verwaltungsbeamten thunlichst in die Kom- 
missson nicht mit hineinzunehmen. Darüber, welche 
Ortschaften des Bezirks als städtische anzusehen sind 
4 der Verordnung), erwarte ich behufs endgültiger 
Seststellung und namentlicher Aufzählung derselben 
im einer Ergänzung dieser Ausführungsinstruktion 
umgehenden Bericht. Bis zur endgültigen Entschei- 
dung dieses Punktes ist der erstmaligen Steuer- 
enschätzug der dortseitige Vorschlag zu Grunde 
zu legen. 
Zu I der Verordnung ist zu bemerken, daß es 
ich empfiehlt, für die einfachen Verhältnisse des 
Hinnenlandes die Hüttensteuer der Klasse IIb in 
ene Kopssteuer umzusetzen und zwar folgendermaßen: 
Es ist anzunehmen, daß eine Normalhütte von vier 
Steuerpslichtigen bewohnt wird, demnach pro Kopf 
55 
  
1 
— 
3¾ Rupien Steuer zu zahlen ist. Um die Zahl der 
Steuerpflichtigen einer Ortschaft festzustellen, ist daher 
die Anzahl der bewohnten Hütten mit vier zu ver- 
vielfältigen. Alsdann ist durch Vermittelung des 
Jumben der auf die Ortschaft entfallende Steuer- 
betrag als eine Gesammtleistung zu erheben. 
Ueber die in Geld und die als Naturalabgaben 
eingehenden Steuern ist je eine gesonderte Viertel- 
jahrsliste zu führen. Aus der Liste der Natural- 
abgaben hat auch hervorzugehen, in welcher Weise die 
Naturalabgaben verwerthet worden sind. Diese Listen 
sind vierteljährlich abzuschließen und mit der Be- 
scheinigung zu versehen, daß nicht mehr und nicht 
weniger als die vorverzeichneten Beträge auf Grund 
der Verordnung, betreffend die Erhebung einer Häuser- 
und Hüttensteuer als Steuerbeträge zu vereinnahmen 
waren. 
Die vierteljährlich abgeschlossenen Listen sind der 
Finanzverwaltung des Gouvernements einzureichen. 
Den Listen ist ein summarischer Bericht darüber an- 
zufügen, was an Arbeit als Naturalleistung gethan 
wurde. Nach § 11 wird der Werth eines Arbeits- 
tages durch die lokale Verwaltungsbehörde (Bezirks- 
amtmann, Stationschef) festgesetzt. Es wird jedoch 
hierdurch bestimmt, daß als Maximal-Gegenwerth 
der Arbeitstag eines erwachsenen Mannes mit 16 Pesas, 
einer Frau oder eines Unerwachsenen mit 8 Pesas 
und als Minimal-Gegenwerth desgleichen 8 und 
4 Pesas anzurechnen ist. Im Allgemeinen soll, um 
die Männer, welche bei vielen Stämmen noch jede 
Arbeit für unter ihrer Würde halten, zur Arbeit zu 
erziehen, nur Männerarbeit als Steuerleistung zu- 
gelassen werden. Sind Plantagen in der Nähe, so 
kann denselben die als Steuer angebotene Arbeits- 
kraft gegen Baarzahlung der Steuer auf Antrag 
überwiesen werden. 
Wo bisher schon von den Innenstationen, zum 
Beispiel zum Wegebau, an Arbeitsleistung mehr ver- 
langt wurde, als nach dieser Verordnung als Steuer 
vorgeschrieben ist, kann es bei dem Bestehenden sein 
Bewenden behalten, es ist aber neben dieser Leistung 
auf Grund der Verordnung Weiteres nicht zu ver- 
langen. 
Bericht über eine Reise des Pauptmanns und 
Rompagniechefs Matting. 
Der Hauptmann und Kompagniechef in der ost- 
afrikanischen Schutztruppe zu Mpapua, Matting, 
hat im Oktober v. Is. eine Bereisung der Landschaften 
Usandaui, Mangati, Ufiome, Iringa, Burungi und 
eines Theiles von Ugogo vorgenommen. Seinem 
Reiseberichte vom November 1897 entnehmen wir 
Folgendes: An der Straße durch Usandaui fand ich 
die Eingeborenen durchaus friedlich und zutraulich, 
was wohl in der Hauptsache zwei einflußreichen 
Wanyamwesijumben, Towera und Mtoro, zuzuschreiben 
ist, die sich an derselben angesiedelt haben. Die 
Gegend ist nicht unfruchtbar und besonders in ihrem
        <pb n="96" />
        — 66 
ersten Theile gut angebaut und bevölkert, doch sieht 
sie jetzt allerdings, da sie an dem Mangel ständiger 
Gewässer leidet, ziemlich grau und vertrocknet aus, 
ebenso sind die Trinkwasserverhältnisse, meist in Gruben 
gesammeltes Grundwasser, wenig günstige. Kleinvieh- 
zucht scheint außerordentlich stark betrieben zu werden, 
was ich außer aus einigen Herden, die ich am Wege 
sah, daraus schließe, daß ich an einzelnen Tagen bis 
zu zwölf Ziegen an Geschenken bekam. Was ich an 
Rindern gesehen, war das allgemein verbreitete 
Buckelrind, aber von außerordentlich starkem Schlage. 
Einen angenehmen Kontrast zu der Trockenheit 
in Usandaui bildet nach Ueberschreiten der Mgolombo= 
(Mongolombo-) Berge, der Grenze zwischen Usandaui 
und Irangi, am 9. Oktober der Blick in das Thal 
des Bubu= und Kondoaflusses, die beide hierselbst 
jetzt hinreichend gutes und klares Wasser führen, das, 
obgleich der Boden an sich hier fraglos weniger 
fruchtbar ist als die Bubuniederung bei Kilimatinde, 
dennoch seinen wohlthätigen Einfluß auf die nähere 
Umgebung in augenscheinlicher Weise geltend macht. 
Besonders auffällig waren weite, mit schönen, 
weichen und aromatischen Gräsern bestandene Weide- 
flächen, die, wenn auch ab und zu stark mit Busch 
versetzt, unwillkürlich an unsere heimischen Wiesen- 
gelände erinnerten. Stundenlang durch wohl ange- 
baute und reich bevölkerte Niederungen marschirend, 
erreichte ich gegen Mittag Kondoa, den Sitz des 
Wali Mohamed bin Omar, bei welchem die ganze 
Expedition sehr aufmerksame und gastfreie Auf- 
nahme fand. 
Das Land Mangati selbst, in seiner ganzen Länge 
von dem hier wasserreichen Bubu durchflossen, macht 
den Eindruck großer Fruchtbarkeit und ist auffallend 
wildreich. Ich habe an einem Tage Herden von 
Antilopen, Giraffen, Zebras, Straußen, Wildschweinen, 
unendlich viele Perl= und Steppenhühner und — 
wenigstens frische Spuren vom Rhinoceros (karu) ge- 
sehen. Die Ufer des Bubu, zum Theil dicht mit 
Phönixpalmen (ukindu) bestanden, bieten ein im 
Gegensatz zu der sonstigen Trockenheit hier direkt 
entzückendes Bild. Freilich sind gerade die frucht- 
barsten Niederungsgelände von den Eingeborenen 
selbst nicht bewohnt, wohl ein Zeichen, daß sie in- 
solge Ueberschwemmungen des Bubu während der 
Regenzeit, der selbst jetzt weite Sumpfstrecken bildet, 
zu ungesund sind. 
Im ganzen Lande Ufiome fand ich seitens der 
Bevölkerung eine vertrauensvolle, geradezu herzliche 
Aufnahme, und machte besonders der Sultan Hanota 
von Klein = Ufiome, ein junger, intelligenter Neger, 
nebenbei bemerkt mit auffallend jüdischem Gesichtstypus, 
einen durchaus guten, energischen Eindruck, während 
in Groß-Ufiome, dessen Sultan Uhn zwar wohlgesinnt, 
aber ziemlich alt und theilnahmlos erscheint, sich in 
der Hauptsache wohl der Einfluß der vor einiger 
Zeit erfolgten Niederlassung eines deutschen Händlers 
günstig bemerkbar macht. Landschaftlich zeichnen sich 
sowohl Klein= wie Groß-Usiome durch gute Bebauung 
  
und besonders ersteres infolge des wasserreichen 
Bassodasees, an dessen mit Schilf bewachsenen Ufern 
man sich wieder völlig auf einen heimischen Wiesen- 
grund versetzt glauben konnte, durch Fruchtbarkeit 
aus. Als besonders auffallende Erscheinung möchte 
ich in Klein-Usiome noch die Anpflanzung von zum 
Theil sogar mit Stützen versehenen Bäumen sowie 
schwache Versuche von Dornhecken zwischen den ein- 
zelnen Grundstücken hervorheben. « 
Der Mangati und Ufiome trennende niedere 
Höhenzug ist größtentheils mit schönem brauchbaren 
Nutzholz bestanden, während das Gebirge zwischen 
Klein= und Groß-Usiome, obgleich von verschiedenen 
kleinen Wasserläufen durchzogen, nur in den höheren 
Regionen nutzbare starke Hölzer aufweist. Es ist 
dies auch hier scheinbar eine Folge der unseligen 
Steppenbrände, die in den niedrigen Geländen, ob- 
gleich dieselben sich zu Anforstungen jedenfalls sehr 
gut eigneten, eine kräftige Entwickelung des Baum- 
wuchses nicht aufkommen lassen. Außerordentlich 
schöner, kräftiger Baumwuchs findet sich sodann wie- 
der im östlichen Theile von Groß-Ufiome, der wasser- 
reichen Ebene von Kallite. 
In dem mir bekannt gewordenen Theile des 
Landes Irangi wechseln weite Gras= und Dornebenen 
mit niedrigen, meist nur schwach bewaldeten Höhen- 
zügen ab, die nach Südwest, an der Grenze zwischen 
Jrangi und Uasi, wohl ihre größte Höhe, etwa 
400 m relativ, erreichen. 
Die Ebene ist jetzt fast völlig trocken, da sie aber 
während der Regenzeiten, wie viele trockene, zum 
Theil steil ausgerissene Bachläufe schließen lassen, 
genügendes Wasser erhält, ziemlich fruchtbar, gut be- 
völkert und angebaut. Vieh habe ich sehr wenig 
gesehen, doch war es wohl meist in den Bergen ver- 
steckt. Einen besonders fruchtbaren Eindruck machte 
die Landschaft Haupi, ein wohl 200 m über der 
Konduziebene gelegenes Hochplateau mit einem kleinen 
See und weiten, saftigen Grasflächen. Für die In- 
telligenz der Bewohner zeugten primitive Dammbauten 
zur Ablenkung des Hochwassers in der Regenzeit, 
während in dem weniger fruchtbaren Kulamba mich 
deutliche Spuren von Düngung der Felder mit Vieh- 
dung überraschten, die ich bisher noch auf keiner 
meiner Reisen gefunden. 
Der Charakter der Landschaft Burungi entspricht 
durchaus dem über Irangi Gesagten. Der Boden 
ist nicht unfruchtbar, doch fehlt es in der jetzigen 
Periode überall an Wasser; wo solches einigermaßen 
vorhanden ist, macht sich dies in der Vegetation so- 
fort angenehm bemerkbar. Bezüglich Bebauung und 
wohl auch Dichtigkeit der Bevölkerung scheint Burungi, 
wenigstens südlich von Kwa Damassi, hinter Irangi 
zurückzustehen. 
Der auf meinem weiteren Rückmarsche durch- 
schrittene Theil von Ugogo, besonders die Land- 
schaften Tisso, Nayo und der nördliche, höher gelegene 
Theil von Kwa Nyagallo sind, da sie einiges stän- 
dige Wasser besitzen, fruchtbarer und auch besser
        <pb n="97" />
        angebaut als die direkte Mpapuaebene und besonders 
die Marenga mkali. 
Die Höhen sind zwar zum Theil bewaldet, aber 
doch nur mit geringwerthigem, niedrigem und ver— 
krüppeltem Holze, da sie zu felsig und steinig, auch 
der vorhandene Boden zu hart und unfruchtbar ist. 
Trockenheit in Ostafrita. 
Aus Ostafrika wird berichtet, daß der Regen— 
mangel sich fast überall bemerkbar macht, und daß 
die kleine Regenzeit an der ganzen Küste fast völlig 
ausgefallen ist. Der Stand der Kulturen an allen 
Küstenorten wird demnach in diesem Jahre ein wenig 
günstiger sein. Am schlimmsten macht sich die Trocken- 
heit in Mohorro fühlbar, wo Land für etwa 800 000 
Tabakpflanzen vorbereitet war und wo infolge der 
Trockenheit nur 180 000 ausgepflanzt werden konnten. 
RKamerun. 
Bericht über die im Südbe zirk des Schutzgebietes von 
Ramerun gangbaren Dandelsartikel. 
Rum, Genever, Spiritus, Liköre 2c. in 
Flaschen und Gebinden und sonstige Getränke. Der 
im Südbezirk in den Handel gebrachte Rum und 
Genever ist deutsches Fabrikat. An der Beach wird 
wenig Rum verkauft, infolge Einflusses der Missio- 
nare. Sehr beliebt ist weißer Rum (Klein-Batanga) 
und Anisado (Groß-Batanga und Longii). 
Die in Kamerun gangbaren englischen Marken: 
Gingerale, Gingerbeer, Limonade, Ginger- 
wine #. sind im Südbezirk nicht eingeführt. 
Wein und Mineralwasser werden von den 
Eingeborenen direkt noch nicht gekauft, doch bei Ge- 
legenheit getrunken. 
Bier wird stark begehrt von den besser gestellten 
Eingeborenen, doch besitzt der Eingeborene noch kein 
Urtheil über die Qualität und weiß noch keinen 
Unterschied zu machen zwischen besserem Bier und 
dem sogenannten Tradebeer. 
In der Fischzeit ist Rum ein sehr begehrter 
Artikel. Größere Fische werden an Weiße nur gegen 
Vaar abgelassen, in den Faktoreien auch gegen Waaren, 
wobei das Geschäft der Kaufmann macht. 
Beuerwassen. Die handelsübliche und gern 
9 ausi Wasse ist das Steinschloßgewehr (Fusils und 
P oskets). Die deutsche Marke ist die bessere, aber 
ich theurere. Die billigen Gewehre kommen aus 
England und Belgien. 
hash haersnnn über Ansehen, Stärke 2c. des 
» ist i ich; i 
* vochühn, sede Art gleich; eine Auswahl 
euersteine. Verlangt werden graue bezw. 
warze; dieselben werdent auch zum Schlen bain 
Dem Eingeborenen mangelt 
57 
— 
  
.–’)#‚¾-Kë J 
enbeinhandel verwendet. Für Feuersteine kaufen 
die Karawanen im Busch ihre Lebensmittel von den 
Eingeborenen. 
Pulver und Munition. Jagdpulver wird zum 
eigenen Gebrauche nur von Weißen eingeführt nebst 
der zu Jagdzwecken gehörigen Munition. Negerpulver 
ist neben Gewehren ein stark begehrter Handelsartikel. 
Deutsches Fabrikat und handelsüblich in Fäßchen zu 
2½, 3, 3½⅛. 5, 6, 6½⅛, 16 und 18 Pfd. englisch. 
Schrot wird verhältnißmäßig wenig eingeführt. Der 
Hinterlandbewohner benutzt als Schießmaterial in 
kleine Stückchen zerschlagene Eisentöpfe, kleingehackte 
Bleistangen, Steine, Messing und Kupferdraht. 
Tabak (Blättertabak), amerikanischen Ursprungs 
(Kentucky), sehr stark begehrt, hauptsächlich von Wei- 
bern. Die der amerikanischen Mission Angehörigen 
müssen sich auch des Genusses des Tabaks zu ent- 
halten suchen. Von den Männern wird der dürr 
getrocknete Blättertabak, nachdem er mit einem kleinen 
Handsteine auf einer Steinplatte oder einem größeren 
Steine zu Pulver verrieben, mit Vorliebe geschnupft; 
stark getrockneter Schnupftabak wird öfters mit etwas 
Rum angefeuchtet. 
Schnupftabaksdosen werden von den Einge- 
borenen nur als Geschenkartikel betrachtet (Dash). 
Für andere Tabake oder Tabakfabrikate besitzt 
der Eingeborene noch kein Verlangen; gelegentlich 
wird eine geschenkte Cigarre 2c. geraucht, aber ohne 
jedes Verständniß für Geschmack, Güte und Werth. 
Salz. Das in das Schutzgebiet eingeführte Salz 
ist deutschen Ursprungs, Salinen= und Steinsalz, 
sehr stark begehrter Artikel; jedoch ist es den Ein- 
geborenen vollständig gleich, welche Sorte. Am 
meisten gehend sind 20 Kilo-Säcke, da solche eine Last 
für den Träger sind. 
Reis (fremdländischen Ursprungs), nicht sehr be- 
liebt und wird selten gekauft. Dient nur als Er- 
nährungsmittel für die in den Faktoreien beschäftigten 
Arbeiter (Kru= und Waiboys), während der einge- 
borene Arbeiter seinen Kang (Maniol) erhält und 
nur dann mit Reis vorlieb nimmt, wenn Landes- 
erzeugnisse augenblicklich nicht zu haben sind. Letz- 
teres ist jedoch nur auf die unbeschreiblich grenzen- 
lose Faulheit der Eingeborenen zurückzuführen. 
Gewebe sind bis auf bDlue-, red- und white- 
balt englische Fabrikate. Auch englisches blue- batt 
kommt in den Handel. Begehrt sind im Südbezirk: 
a) fertige Zeuge (Namba), wie sie Woermann 4 
Co., Klein-Batanga, Hatton &amp; Cookson, Wasser- 
fall, und als Erster, der sie in den Handel ge- 
bracht, John Holt &amp; Co., Groß-Batanga, führen: 
leiene Kücher, üls Kopfputz für Weiber; 
meistens Ursprungsland die S i#0 
A. &amp; L., Plantation) Schweiz Eubce, 
e) sogenannte Handkerchiefs, als f- 
Halstücher getragen. Fabrikort: Glkooft und 
d) Cama scarls, von Weibern als U ch „ 
im Bus f mschlagetuch, 
sch auch als Hüftentuch getragen; 
e) Blue linette, sehr gangbares Gewebe. 
b)
        <pb n="98" />
        Gangbare Gewebe. Blue und white chek 
domestic, englisches Fabrikat. Die kleinkarrirten 
Muster mögen die Mabealeute gern zur Anfertigung 
von Anzügen; während die großkarrirten Muster von 
den Mabeaweibern als Namba Verwendung finden. 
Blue und yellow Makanda beliebt in Groß- 
Batanga, während blue und white Makanda im 
Buli= und Mabealande gangbar sind; letzteres Ge- 
webe ist auch billiger. Mexikan, theurer Stoff, 
nur für den Beachhandel. Stripes drell, sehr 
theurer Stoff, nur von schwarzen Gentlemans be- 
gehrt. Frauenanzüge (Namba) hin und wieder 
gangbar. Die hellen Zeuge eignen sich für Padiama= 
anzüge für Weiße. 
Deutscher bester Blaudruck mit Mustern 
wird nicht gekauft, weil zu theuer. Die deutschen 
Gewebe sind pro Stück 1,50 Mark theurer, aber 
besser als die englischen Gewebe. 
Gewebesorten werden deshalb hauptsächlich aus 
England bezogen, weil angeblich die deutsche In- 
dustrie die gleichen Stoffe nicht zu liefern vermag. 
Geschmack besitzen die Eingeborenen gar nicht, Alles, 
was sie sehen, gefällt ihnen und möchten sie besitzen. 
Wenn die Waare, die der Eingeborene begehrt, nicht 
auf Lager ist, wird eben etwas Anderes gekauft, 
das Geld muß er los sein; bei Produkten muß er 
das nehmen, was ihm der Kaufmann als Bezahlung 
in Waaren giebt, sehr wenige Fälle ausgenommen. 
Anzüge, fertige, vornehmlich aus europäischen 
Stoffen, vom bessergestellten Beachbewohner begehrt, 
auch in weiß und Kakidrill. Die Beachbewohner 
fertigen die meisten Anzüge selbst, da unter ihnen 
sich ganz geschickte Schneider befinden; doch lohnt 
dem Kaufmann das Lagern von Tuchstoffen nicht, 
weil der Bedarf immer noch ein zu geringer st. 
Hemden für Männer, sogenannte Singlets 
(Maco-, Merino-, Common-), einfach und ausgestattet, 
auf der Brust zum Knöpfen oder geschlossen (1 bis 
2 Mark), sehr beliebt; desgleichen Sporthemden in 
allen Ausstattungen, Flanell= und baumwollene lange 
Hemden, auch Singlets in besserer Ausführung 
(Halbseide 2c.). 
Frauenkleider, fertige, sogenannte Dreß, hin 
und wieder begehrt; die meisten werden auf den 
den Missionen angefertigt für Schulkinder und deren 
Angehörige. 
Für Strümpfe ist so gut wie gar keine Nach- 
frage, sie werden in seltenen Fällen und auch nur von 
Frauen getragen. Bessere Sorten, sind von Weißen 
begehrte Artikel und werden sofort ausverkauft. 
Leibgürtel (springbelts), aus Gummi und 
Zeug, sehr beliebt, desgleichen baumwollene Schärpen 
(sash) in allen Farben. 
Baumwollene Decken in weiß oder gemustert 
  
  
  
  
58 — 
Eisenwaare. Eisentöpfe von 9 bis 10 Liter 
Inhalt stark begehrt, gehen meistens in den Busch; 
ein Theil der Beachbewohner fertigt Töpfe aus Erde 
und Thon noch selbst. 
Matrosenmesser, Schlächtermesser (England), 
Haumesser (Westfalen); Rasirmesser für Elfenbein, 
ebenso Eisentöpfe; runde und flache Eisenstangen, 
Vorlegeschlösser. 
Blechkoffer, begehrt sind die Größen für 2, 4 
und 6 Mark:; für solche zu 10 und 20 Mark keine 
Nachfrage. 
Wellblech, von besser gestellten Eingeborenen 
begehrt, meistens auf Bestellung bei einer Firma, 
ebenso begehrt Cement, Kalk, Dachpappe, Steine, 
Theer, Holz (fertige Bretter und Balken). 
Geld. Das 50-Pfennigstück ist das gangbarste 
Gepräge im Südbezirk. Ein größeres Geldstück er- 
fordert schon die Anstrengung des Gedächtnisses und 
Verständniß; Geldstücke unter 0,50 Mark werden 
zurückgewiesen. Der Buschmann nimmt kein Geld, 
nur Tauschartikel. 
Gold= und Silberwaaren deutschen Ursprungs. 
Nur Ohr= und Fingerringe begehrt. 
Schmucksachen. Kleine Fancyartikel, wie Arm- 
ringe, Kämme, Haarpfeile, von gutem Aussehen sind 
begehrt. (Nachahmung Schildpatt mit falschen Perlen) 
Perlen. Der größte Theil venetianische Artikel 
(Venedig, Filiale in Böhmen). Auch aus Bayern 
kommen Perlen sowie aus Frankreich. 
Glasperlensorten: „Eböngôöl5“ (Handelsbezeich- 
nung), roth, innen weiß. „Pipiötes“, roth. „Pipi- 
ôtes“ in roth und schwarz. Glasperle: „Rothe 
Röhrchen“, „Blaue Röhrchen". Gewöhnliche weiße 
Glasperle stark begehrt im Busch. Gewöhnliche weiße 
Glasperle; Handelsbezeichnung: „Paterlein“ 11 502 
sowie „Blaue Glasperlen“ F. S. „Schwarze Rund- 
perlen“ K. 15. „Türkisperlen“. Glasperle „Lüstre“ 
in Gold und Silber (Probe ist silbern), Ursprungs- 
land Frankreich. „Olivetten“ (schwarz, auch in blau 
und weiß). „Olivetten“ (schwarz und blau). Falsche 
Korallen nicht mehr gangbar; 1893/94 ein viel be- 
gehrt gewesener Artikel. Auch graue, weiße und 
schwarze Perlen sind zur Zeit stark begehrt. 
Glaswaaren, Porzellan, Steingut und 
Thonwaaren. Nur sogenanntes „irdenes Geschirr" 
wird in den Handel gebracht, anderes nicht verlangt. 
Gläser, Teller, Waschbecken oder Schüsseln (basin) 
Bezahlung für Elfenbein. Vollständig gleich, ob bunt 
oder einfach; erstere haben allerdings etwas Vorzug. 
Der Begriff „Reinlichkeit“ mangelt dem Eingeborenen 
vollständig. 
Musikinstrumente und Uhren. Harmonikas. 
Hausuhren werden weniger verlangt, dagegen ist 
Nachfrage nach billigen Taschenuhren, wobei aller- 
(blanket) finden Absatz, aber nur billige (2 bis dings mancher Schund auf den Markt gebracht wird. 
4 Mark). 
Handtücher (Hosierywaare), Bettdecken, fer- 
tige Taschentücher in weiß und bunt, Umhänge- 
tücher, gangbare Artikel. 
  
  
Uhrketten, imitirt, zur Zeit sehr beliebt, seidene Uhr- 
schnüre (silk watch guards), John Holt &amp; Co. L, 
Groß-Batanga, in allen Farben als Schmuck für 
Frauen.
        <pb n="99" />
        — 59 
Maschinen, Werkzeuge. Handnähmaschinen 
euf Bestellung; Werkzeuge wenig und nur von Hand- 
werkern verlangt. 
Kupfer= und Messingwaaren. Starker 
Messingdraht, weniger Kupferdraht, ein sehr beliebter 
Artikel, wird von den im Hinterlande wohnenden 
Eingeborenen sehr stark gekauft; hauptsächlich Be- 
zahlung für Elfenbein. Dieser Draht wird auch als 
Schmuck benutzt zu spiralförmigen Arm= und Juß- 
ringen. Gangbar sind noch acht-, neun= und zehn- 
zöllige Messingkessel, auch Nägel mit Messingköpfen 
(Pinnen), letztere dienen zur Verzierung der Holz- 
heile der Gewehre. Neptins, nur die großen (Hei- 
tathsgut). Arm= und Beinringe aus Hohlmessing, 
noch bedeutender Handelsartikel im Busch (England). 
chellen für Buschleute zum Schmuck der Weiber. 
Kurzwaaren. Nähnadeln und Zwirn in schwarz, 
weiß und roth; Hosenträger für schwarze Gentlemans. 
Toschenspiegel und viereckige mit Blech= oder Holz- 
mhmen. Shagpfeifen (französische Marke), sell 
cleaner made in France, mit hornartigem Mund- 
stüc, ohne Deckel. Die Thonpfeise (claypipe) ist 
jedoch immer noch das begehrteste Rauchinstrument, 
hauptsächlich von Frauen; ist auch kein Tabak mehr 
vorhanden, so wird irgend ein anderes Kraut ge- 
wuucht, eventuell auch Holzkohle. Der Buschbewohner 
zieht seine selbstgefertigte Thonpfeise der handels- 
üblichen vor und trennt sich schwer von ersterer. 
Lampen. Die in den Handel gebrachten Arten 
sind ganz miserabel; der Eingeborene kauft dieselben, 
weil bessere Waare nicht vorhanden, auch für solche 
das Geld nicht flüssig ist. Gute Sturmlaternen sind 
ein beliebter Absatzartikel (Karl Maaß, Kribi). 
Lederwaaren, Schuhe. Wenig begehrt; han- 
dessüblich sind Halbschuhe zum Schnüren mit auf- 
genähten oder aufgepreßten Gummisohlen; Farbe: 
weiß, blau, grau; dieselben werden von Weißen der 
Deyuemlichkeit halber gekauft, das Tragen derselben 
ist der Gesundheit nicht sehr zuträglich; bessere Waare 
it jedoch nicht vorhanden. 
Petroleum sehr begehrt. 
Schirme und Hüte. Schirme gangbar; seidene 
werden sogar verlangt. Hüte, für Buschleute von 
schwarzer Farbe, steifem Filz mit mittelbreitem Rand, 
n anderen Farben (braun und grau) von den Beach- 
leuten begehrt, auch Tropenhelme und Strohhüte 
sind gangbar, Smokingcaps, alte, nun wiederher- 
gestellte, von Seeleuten getragene Mützen sind sehr 
begehrt, ebenso Feze; Redcaps gangbar, finden im 
Busch auch Verwendung für Beutel, Tasche ꝛc. 
Verzehrungsgegenstände. Stockfische (Nor- 
wegen), sehr begehrter Artikel, werden dem Salzfleisch 
vorgezogen, Sardinen und alle in Tins konservirten 
örche, jedoch nicht in Essig. Kunstbutter, sehr be- 
lieht, auch alle genießbaren Oele und Fette, Fleisch- 
lonseren, Zucker in Tins, ebenso die in Tins ver— 
dackten besseren Biskuitsorten; das handelsübliche 
Vizuit wird wenig gekauft. 
  
Bindsaden. Sogenanntes Fischgarn zu größeren 
Netzen; Angelschnur, Fischhaken und sonstige Fisch- 
geräthe fertigt der Eingeborene selbst. 
Bleistangen finden Verwendung bei größeren 
Netzen, doch sehr gering; der Eingeborene bedient 
sich passender Steine. 
Haushaltungsgegenstände. Messingkessel, 
gußeiserne Töpfe, Aexte, Haumesser, Schlächtermesser, 
zinnerne Schüsseln, diverse Holzschüsseln (sehr beliebt), 
Teller und sogenannte Kups aus bemaltem Steingut, 
Holzlöffel; Messer und Gabeln sind vollständig ent- 
behrlich, ebenso Tisch und Stuhl; Blechkoffer, in 
welchem der Reichthum des Eingeborenen ruht. 
Handwerkszeug findet sich nur bei dem im 
Kanubau (Mojenje) bewanderten Eingeborenen in 
stets brauchbarem Zustande vor und besteht dasselbe 
auch nur aus einem kleinen Schlächtermesser, einem 
europäischen Beil, einer selbstgefertigten, unentbehr- 
lichen kleinen Axt und einem Schabeisen. 
Zündhölzer sind sehr begehrt, ganz gleich welche 
Sorte, wenn sie nur Feuer fangen. Die Buschleute 
verwenden sie als Kaps zum Abfeuern der Gewehre. 
Ueber die im übrigen Schutzgebiete gangbaren 
Waaren wird berichtet: Aus Deutschland werden 
vorzugsweise bezogen: 
Gewöhnliche Spirituosen (meistens aus Hamburg), 
Pulver, Hüte (eine sehr billige Sorte aus Italien), 
Lampen, Parfümerien (Offenbach), Cement, Ohrringe, 
goldene (auch Gablonz, Böhmen), Schuhe und Stiefel, 
Haumesser (Kuttlasses), Taschenmesser (billige), die 
besseren, ebenso wie Haumesser aus stärkerem Mate- 
rial liefert England, Ackerhacken, gußeiserne Töpfe, 
bessere Blechkoffer, Bürstenwaaren. 
Theils aus Deutschland, theils aus England 
werden eingeführt: Steinschloßgewehre (auch aus 
Belgien), Salz, Schirme, Anzüge, Spiegel, Konserven, 
Mehl, Biskuits, Papierwaaren, Seife und Kerzen, 
irdenes Geschirr, namentlich bunt bemalte Teller und 
große Schüsseln, Becher und Krüge wie vorstehend, 
Gläser, wollene Stoffe, Boote, Stahlwaaren. 
Aus England kommen vorzugsweise: Baumwollene 
Gewebe (ein geringer Theil aus Mülhausen, Schle- 
sien und der Schweiz), Feuersteine für die Stein- 
schloßgewehre, Wellblech, gewöhnliche Blechkoffer, 
Garne zu Fischernetzen, Zwirne (letztere beiden Artikel 
werden auch aus Göppingen bei Augsburg bezogen). 
An sonstigen Handelswaaren wird Tabak aus 
Nord-Amerika (Kentucky), Perlen aus Böhmen und 
Venedig, Uhren, billige (Waterbury) aus Nord- 
Amerika, Cognak, Weine, Liköre aus Frankreich ein- 
geführt, während schließlich für die von den Einge- 
borenen gern getrunkenen Gingerweine und Gingerale 
England sorgt. 
Im Anschlusse hieran ist anzuführen, daß die 
Haupthandelsartikel folgende sind: Baumwollene 
Gewebe, Salz, Pulver, Steinschloßgewehre, Tabak, 
Num, Genever. 
Die übrigen Waaren haben für den Handel 
durchweg im hiesigen Schutzgebiete nur einen neben-
        <pb n="100" />
        sächlichen Werth, wie sie auch nur in geringen 
Mengen verbraucht werden. Hierzu sind zu zählen: 
Eiserne Töpfe, Blechteller, Blechlöffel. 
Trinkgefäße, Teller und Schüsseln von verschie- 
dener Größe; hauptsächlich aus gewöhnlichem, bunt 
bemaltem Steingut; auch billigere Porzellanwaaren 
dieser Art. 
Messer, kleinere und größere Schlachtmesser, die 
zu allen häuslichen Arbeiten unentbehrlich sind, 
weniger Taschenmesser, Acxte und Haumesser (Kutt- 
lasse) zur Feld= und Buscharbeit. 
Weiße naturfarbige Normalhemden und Leibchen 
(Singlets), womit sich in fast allen Gegenden die 
Leute im Hinterlande begnügen, während leinene 
weiße und bunte Hemden mit und ohne Einsatz, 
auch billige Sporthemden von den Eingeborenen an 
den Küstenplätzen gerne getragen werden. 
Filz= und Strohhüte, erstere in verschiedenen 
Farben, letztere nur weiß (meistens unmoderne Facons 
oder auch beschädigte Waare. - 
Rothe und schwarze gestrickte Kappen und Schärpen. 
Rothe und blaue Feze. 
Perlen von der kleinsten bis zur größten Sorte 
(nur für Weiber und Kinder). 
Arm- und Fußringe aus Messing oder Kupfer 
für beide Geschlechter. 
Schirme, gewöhnliche und bessere Regenschirme, 
die ebenfalls zum Schutz gegen die Sonne dienen, 
wünschen Männer wie Weiber gerne zu besitzen. 
Ueber einen der Haupthandelsartikel, die baum- 
wollenen Gewebe, sind noch einige besondere Merk- 
male anzuführen. 
An der Küste selbst ist kein anderer Artikel so 
dem wechselnden Geschmacke und einer gewissen Mode 
unterworfen, wie gerade die Gewebe. Durch die 
große Mannigfaltigkeit, welche die englischen Fabriken 
bei Herstellung von Geweben infolge der Vollkommen= 
heit ihrer Maschinen und Druckereien auf den Markt 
zu bringen vermochten, ist England die Hauptbezugs- 
quelle für diesen einträglichen Handelsartikel ge- 
worden und steht darin bis jetzt unerreicht da. 
Während der Neger an der Küste für seine 
Person und Weiber bei dem Ankauf von Geweben 
zu Bekleidungszwecken jeglicher Art sehr wählerisch 
ist, sind die Eingeborenen im Binnenlande sowohl in 
Bezug auf Muster als auch auf Güte sehr genügsam. 
In letzterer Hinsicht haben sie gewöhnlich keine große 
Wahl, sondern müssen nehmen, was ihnen der Küsten- 
mann als Zwischenhändler bringt. Der Grundsatz, 
„für den Buschmann ist selbst das Schlechteste noch 
zu gut und nicht zu theuer“", gilt für den ganzen 
Handel mit den Stämmen des Hinterlandes, diesem 
Grundsatz wird von weißen und schwarzen Händlern 
gehuldigt so lange, bis eben die Buschleute selbst zur 
Küste kommen und dann durch das größere Angebot 
in den Küstenfaktoreien selbst wählerischer werden. 
Im Allgemeinen genügt es im Binnenland, wenn 
ein Stück Zeug die im Handel einmal festgestellte 
Größe hat. 
60 
  
Gewebestücke einen gewissen unveränderten Werth, 
so daß für eine bestimmte Anzahl eine Ziege oder 
Kuh, ein Kanu, ein Arbeiter oder Weib erworben 
werden kann. 
Der Versuch, Pfälzer Tabak in das Schutzgebiet 
einzuführen, ist gescheitert; derselbe entspricht nicht 
dem Geschmacke der Eingeborenen und stellt sich mit 
Verpackung und Transportkosten gegenüber dem bei 
den Eingeborenen allgemein beliebten nordamerika- 
nischen Tabak entschieden zu theuer. 
Aus dem Pereiche der WMisKsonen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Missionar Härtter mit Frau und Fräulein 
Auguste Hörz von der Norddeutschen Missions- 
gesellschaft sind nach Westafrika abgereist. Herr 
Härtter, der die zweite Auflage des Neuen Testa- 
ments in der Eyhesprache durch den Druck geführt 
hat, geht nach Keta (Goldküste), wo die Mittelschule 
unter seiner Leitung steht, Fräulein Hörz nach Ho 
(Togo) an Stelle der verstorbenen Schwester Diehl. 
Den „,Nachrichten aus der ostafrikanischen Mission“ 
zufolge hat der preußische Evangelische Oberkirchen- 
rath Herrn Pfarrer Roloff aus Polzin in Pommern 
nach Dar-es-Saläm als Geistlichen für die dortigen 
evangelischen Deutschen entsandt. Pfarrer Roloff tritt 
an die Stelle des Missionsgeistlichen Holst, der 
gegen Ende v. Is. von Dar-es-Saläm zur Vertre- 
tung des Missionars Worms nach Hoffnungshöhe 
(Kisserawe in Usaramo) versetzt wurde und nach der 
in nächster Zeit bevorstehenden Rückkehr des Herrn 
Worms auf seinen Posten die Station Bumbuli (in 
Usambara) übernehmen soll. 
— — 
Die im Bismarck-Archipel wirkende Mission vom 
Heiligen Herzen Jesu entfaltet von ihrem deut- 
schen Missionshause in Hiltrup bei Münster aus 
eine immer umfangreichere Thätigkeit. Die Anstalt 
in Hiltrup zählt bereits 120 Insassen (Lehrer, Zög- 
linge 2c.), während sich im Missionsgebiete selbst 
44 Priester, Brüder und Schwestern befinden. 
— — — 
Den „Berichten der Rheinischen Missionsgesell- 
schaft" entnehmen wir Folgendes: Unter den mancherlei 
Sorgen für unsere Mission, mit denen wir in das 
letzte Jahr eintraten, war eine der größten die wegen 
der Rinderpest, welche ihren furchtbaren Gang durch 
ganz Südafrika angetreten hatte. Nun ist das so 
lange Gefürchtete wirklich seit einem halben Jahre 
eingetreten, und die Rinderpest hat gerade im Herero- 
lande schneller ihr Vernichtungswerk vollbracht als 
irgendwo sonst in Südafrika. Aber auch höchst er- 
freuliche Berichte sind uns in den letzten Wochen 
aus verschiedenen Theilen des Hererolandes zuge- 
In den meisten Distrikten haben diese ! gangen, wie die Herero, nachdem ihnen nun der
        <pb n="101" />
        Herr ihre Götzen, die Ochsen, genommen hat, sich in 
so großer Zahl und, wie es scheint, mit ganzem 
Herzen dem Evangelium zuwenden. Es ist eine 
Bewegung entstanden, und zwar nicht nur auf den 
Nissionsstationen, sondern vielfach auch bei den Leuten 
im Felde, wie wir sie wohl noch nie dort erlebt 
haben. Selbst einer der höheren deutschen Offiziere 
hat uns sagen lassen, jetzt sollten wir nur für mehr 
Missionare sorgen, jetzt sei die rechte Zeit für die 
Arbeit angebrochen. Wir sind allmählich zu der 
Ueberzeugung gekommen, daß wir im Namalande 
es selbst werden in die Hand nehmen müssen, den 
Landbesitz, den man den Farbigen als unveräußer- 
liches Eigenthum übergeben will, für die Leute nutzbar 
zu machen, das heißt, daß wir dafür sorgen müssen, 
die Wasserverhältnisse zu regeln, Brunnen zu bohren, 
Dämme anzulegen und weiter die Leute dann beim 
Ackerbau anzuleiten. Das ist für uns also eine ganz 
neue Aufgabe, für welche wir auch neue Kräfte nöthig 
haben, in erster Linie also einen Ingenieur, der der- 
gleichen Sachen gründlich versteht. Jetzt, gerade wo 
wir ihn nöthig haben, da kommt ganz ungesucht und 
ungerufen ein solcher Mann, der ganz genau für 
diese Dinge ausgebildet ist, der auch schon einmal 
in Aftika war, und fragt, ob wir ihn gebrauchen 
könten. (Vergl. Kol. Bl. 1897, S. 420 f.) 
Das „Evangelische Missionsmagazin“ der Baseler 
Mission berichtet aus Kamerun: Bekanntlich besteht 
von früher her eine Baptistengemeinde, die sich 
schon 1889 von der Baseler Mission lossagte und 
sih unter Führung eines eingeborenen Predigers zu 
einer unabhängigen Gemeinde konstituirte und eine 
rcge Missionsthätigkeit entfaltete, zugleich aber auch 
der Baseler Mission entgegenarbeitete und deren 
Stellung erschwerte. Sie gründete eine Anzahl 
Außenstationen und gewann auch eine nennenswerthe 
anzahl von Anhängern, die etwa 2000 betragen mag, 
deuen jedoch der Uebertritt zum Christenthum dadurch 
alleichtert wurde, daß Niemandem die Polygamie 
und Haussklaverei verwehrt wurde. Auch bestand 
für sie kein Branntweinverbot. Vom Jahre 1890 
ab wurden ihnen vom deutschen Zweig der amerika- 
nischen Baptisten in Berlin einige Missionare zu 
Hülfe gesandt, aber bei den Grundsätzen der freien 
Gemeinde, die jede missionarische Leitung ablehnte, 
war ein Zusammenarbeiten auf die Länge nicht 
möglich. Die Missionare, deren Zahl nie über drei 
hinausging sahen sich deshalb genöthigt, eine neue 
Risson für sich zu beginnen und jene ihren eigenen 
Veg gehen zu lassen. Die Arbeit der deutschen 
Uoptistenmissionare steht noch in den Anfängen, sie 
wirken aber bis jetzt in friedlichem Einklang mit 
den Baslern. 
Die Arbeit der amerikanischen Presbyte- 
dioner erstreckt sich auf das französische Küstengebiet 
es Gabun sowie auf Batanga im südlichen Kamerun. 
dac haben sie ihre Thätigkeit im französischen Ge- 
iete ziemlich eingeschränkt, seit ihnen die französische 
61 
  
irdische Leitung ist in Aussicht genommen. 
Regierung allerlei Schwierigkeiten auf dem Gebiete 
des Schulwesens bereitete. Dagegen wandten sie 
seit 1889 ihre Hauptkraft dem südlichen Kamerun 
zu und ließen sich hier in Deutsch-Batanga nieder. 
Sie nahmen zunächst die Küstengebiete in Angriff und 
gründeten hier die Arbeitsposten Ehikihiki, Efulen, 
Lobedorf und Groß-Batanga sowie die Station Evune 
an der südlichen Grenze des Schutzgebietes, an der 
Mündung des Kampoflusses. Die Arbeit auf diesen 
Küstenplätzen geschieht unter den Mabeyastämmen. 
Inzwischen ist die presbyterianische Mission aber 
auch landeinwärts vorgedrungen und hat im Hinter- 
lande unter dem Fangstamm der Bule die Stationen 
Nkongemekak oder Efuloe (1893) und Ebolowoe (1894) 
angelegt. Ueber den Erfolg der Arbeit läßt sich 
noch nicht viel berichten, doch finden sich zahlreiche 
Hörer und Schüler zu den Gottesdiensten und in 
der Schule ein. Auch siud bereits die Evangelien 
übersetzt und vor Kurzem gedruckt worden. Die 
neue Gründung hat aber auch ihre Opfer gekostet, 
darunter den tüchtigen und unternehmenden Dr. Good. 
Leider hat der letzte Jahrgang von „Church at 
home and abroad" keine genaue Uebersicht über 
den gegenwärtigen Stand der Mission. Nach einer 
summarischen Angabe der letzten Juninummer standen 
voriges Jahr 33 Missionsarbeiter — darunter 13 
ordinirte und drei Aerzte — in der afrikanischen 
Arbeit. 
— — 
Aus fremden RKolonien. 
Die Eisenbahn in Sierra Leone, 
deren Bau von England 1895 begonnen wurde, ist 
jetzt auf eine Länge von 32 km fertig. Man 
hofft, im Juni noch weitere 16 km eröffnen zu 
können. Die Strecke Freetown — Songotown wäre 
damit vollendet. Der Bau der 0.79 m breiten Bahn 
kostet infolge zahlreicher erforderlicher Brückenbauten 
130 000 Frcs. für einen Kilometer. 
Telegraphen= und Telephonverbindung im Rongostaat. 
Die Nr. 11 des Jahrganges 1897 des Bulletin 
ofliciel de TI’état ind#Opendant du Congo berichtet, 
daß die Telegraphen= und Telephonverbindung zwischen 
Boma, Matadi, Tumba und Gongolo fertiggestellt 
ist und daß die Linie in wenigen Monaten den 
Stanley-Pool gleichzeitig mit der im Bau begriffenen 
Eisenbahn erreichen wird. 
Die Fortführung der Linie von hier über die 
Stanley-Fälle bis zum Tanganyika durch eine ober- 
Die 
Kosten werden bei einer Kabellänge von etwa 
2000 km auf rund 3.000000 Frcs. veranschlagt.
        <pb n="102" />
        Rongostaat. 
Der im Juli v. Is. erschienene englische Parla- 
mentsbericht giebt folgende statistische Uebersicht über 
die Entwickelung des Handels und der Finanzen des 
Kongostaates während der Periode 1890 bis 189ö: 
1. Ausfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Werth Prozente 
Land 
n Pso. Sterl. bes Werths 
Belgen 359 986 74 
Portugiesische Besitzungen 4 558 10 
ollnd 35 416 7 
roßbritannen 23 699 5 
Fran- ösisches Territorium (Kongo) 10 044 2 
eulschland ........ 8 723 1¾ 
Zusammen 485 426 — 
2. Einfuhr. 
Land Werth JProzente 
Psd. Sterl. des Werths 
Belggen 243998 52 
Großbritannien und Kolonien 92704 20 
ollnd 61 936 13 
eutschladddd 36 792 8 
Portugal und Kolonien 16 943 4 
Frankreig 6 475 1 
Italien ..... 6347 1 
Schweden und Norwegen 3 759 – 
Dänemarkkk 1 614 — 
Oesterreicg. . 1238 — 
Spanien und Kolonien 1 043 – 
die Schwieitttz 354 — 
Vereinigte Staaten von Amerika 173 —- 
Luxemburg........ 58 — 
Andere Lndern 7 — 
Zusammen473 441 — 
Hiernach bleibt die Ausfuhr des Jahres 1895 
um noch 79000 Pfd. Sterl. gegen das Jahr 1892 
zurück. Bezüglich der Ausfuhr werden diese Zahlen 
verglichen mit der Ausfuhr in den benachbarten 
Territorien von Angola und Portugiesisch-Kongo. 
In diesen Gebieten, welche sich zum Kongostaat in 
der Größe verhalten wie 3: 9 und deren Verwaltung 
es in 300 Jahren nicht gelang, weiter als 300 engl. 
Meilen auf drei Straßen ins Innere einzudringen, 
betrug die Ausfuhr im Jahre 1895 1369 735 Pffd. 
Sterl.; ebenso in Sansibar 1199 841 Pfd. Sterl. 
Die Einfuhr hat seit 1892 die Ausfuhr bei 
Weitem überstiegen und bleibt auch im Jahre 1895 
um nur 12000 Pfd. Sterl. hinter der Ausfuhr zurück. 
Der Werth der zu Handelszwecken mit den Einge- 
borenen gebrauchten Waaren wird auf nur 148 102 
Pfd. Sterl. geschätzt, während angeblich der bei 
Weitem größte Theil der Einfuhr in Höhe von 
325 339 Pfd. Sterl. sich auf Güter bezieht, die aus- 
schließlich dem Gebrauch der Europäer dienen. 
Die Handelsverhältnisse an der Küste sind un- 
  
  
  
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— 
günstig; besser sind sie im Hinterlande in der Gegend 
von Upoto, wo es noch, vorkommt, daß man 4 kg 
Indiarubber für ein gewöhnliches Taschenmesser 
„made in Germany“ von ganz geringem Werthe 
von nackten Eingeborenen eintauschen kann; solche 
Vortheile sind aber nur auszunutzen, wenn man 
Flußdampfer und das genügende Personal zum Trans- 
port der Waaren vom Pool nach Matadi zur Ver- 
fügung hat. 
Die Hauptausfuhrartikel sind Palmkerne, Palmöl, 
Elfenbein und Indiarubber. Die angehängte statistische 
Uebersicht über die Ausfuhr dieser Artikel in den 
Johren 1890 bis 1895 zeigt eine ganz enorme 
Verminderung der Ausfuhr des Jahres 1892 gegen 
das Jahr 1890; seitdem nimmt die Ausfuhr wieder 
zu, hat jedoch wenigstens, was Palmkerne und Palmöl 
anlangt, den Werth der Ausfuhr aus dem Jahre 1890 
noch nicht annähernd erreicht. 
Obwohl die Kaffee= und Kakaopflanzungen an 
Ausdehnung gewinnen und gute Erträge erzielen, 
bleibt ein derartiges Unternehmen bei den bisherigen 
ungeheueren Transportkosten ein noch wenig lohnen- 
des Geschäft. Die beiden einzigen Ausfuhrartikel, 
die die Transportkosten bezahlt machen, sind Elfen- 
bein und Indiarubber; beides aber Artikel von 
natürlich beschränkter Ausbeutungsfähigkeit. Von den 
40 Tonnen Elfenbein, die gegenwärtig monatlich auf 
dem Kongo verschifft werden, ist nur wenig frische 
Waare. Die Regierung richtet naturgemäß ihr Augen- 
merk darauf, die Jagd auf Elefanten in vernünftigen 
Grenzen zu halten, und glaubt, wenn auch die Ein- 
geborenen in den inneren Bezirken ziemlich unkon- 
trolirbar sind, die Macht und das Ansehen zu be- 
sitzen, diese Beschränkung durchzuführen. 
Die Ausfuhr von Kautschuk ist gegenwärtig auf 
100 Tonnen pro Monat gestiegen, und noch für 
manches Jahr ist in den Wäldern am Oberkongo 
ausbeutungsreiches Material enthalten. Gegenüber 
dem Elfenbein, welches nachahmungsfähig ist, bleibt 
Kautschuk unersetzlich; bei der ständigen Zunahme der 
Nachfrage nach diesem Artikel ist daher diese Kultur 
die lohnendste von allen. Deswegen hegt die Ver- 
waltung durch Verordnungen, welche den Schutz und 
die Einführung neuer Kautschukbäume betreffen, die 
größte Fürsorge für ihre Kultur. 
Interessante Angaben enthält der Bericht noch 
über den Fortschritt des Eilsenbahnbaues. Die Bahn 
ist jetzt für die Hälfte der Strecke von Matadi bis 
Stanley-Pool fertig; 188 km sind eröffnet. Die 
Eisenbahngesellschaft, die genug Geld in der Hand 
hat, um das Werk zu beenden, freut sich, nunmehr 
alle ernsteren Schwierigkeiten überwunden zu haben. 
Es gab auch bei dieser Bahn eine Zeit, wo kein 
Mensch an die glückliche Durchführung dieses Unter- 
nehmens glaubte. Am Schluß der ersten fünf Jahre 
war die Bahn erst etwa 40 km lang und hatte für 
jeden Kilometer etwa 20 000 Pfd. Sterl. gekostet. 
Auf dieser kurzen Strecke war bereits die für das 
ganze Unternehmen ausgeworfene Summe ausgegeben; 
aber mit zäher Energie wurde die 80 cm-Trace
        <pb n="103" />
        — 63 
langsam fortgeführt. Jetzt schreitet der Bau rasch 
dorwärts, etwa 100 km jedes Jahr. 6500 Menschen 
werden an der Bahn beschäftigt, davon etwa 3500 
farbige britische Unterthanen aus Sierra Leone, die 
allein 8000 Pfd. Sterl. pro Monat an Lohn, abge- 
sehen von ihren sonstigen Unterhaltungskosten, erfor- 
derlich machen. Die Gesammtkosten der Bahn werden 
auf 2080000 Pfd. Sterl. berechnet, das macht 
5200 Pfd. Sterl. pro Kilometer oder etwa 8387 
Pfd. Sterl. für die englische Meile. Dementsprechend 
hoch stellen sich auch bis jetzt die Transportkosten. 
Der gegenwärtige Preis für eine Reise von Matadi 
nach Tumba, 117 Meilen in 11 Stunden, 1. Klasse, 
mit ähnlicher Bequemlichkeit wie auf dem Verdeck 
eines Londoner Dampfwagens, kostet 9 Pfd. Sterl. 
12 s. 6 d., während man für 1 Pfd. Sterl. 3 s. 2 d., 
entsprechend dem Preise eines 3. Klasse-Billets, nur 
auf einen ganz beschränkten Platz zwischen der Bagage 
Anspruch hat. Für alle Waaren, mit Ausnahme 
von Salz, betragen die Transportkosten 18 Pfd. 
Sterl. 14 s. 4 d. für eine Tonne von 1000 kg. 
Die Transportkosten nach der Küste werden nach 
dem Werthe berechnet. Eine Tonne Palmöl kostet 
2 PMd. Sterl. 4 s. 9 d. Fracht, eine Tonne Kaffee 
5 Pfd. Sterl. 4 s. 9 d., das gleiche Gewicht India- 
mbber 8 Pfd. Sterl., während Elfenbein wie alle 
anderen Waaren 2 d. für das Pfund kostet. 
Missionare und Händler, welche jetzt diese Bahn 
bereits benutzen, hegen die Befürchtung, daß die 
Verdoppelung der Strecke auch die Transportkosten 
entsprechend erhöhen werde. Der Berichterstatter ist 
aber überzeugt, daß der sehr geachtete und energische 
Hauptleiter der Bahn, Major Thys, im Stande sein 
wird, zwischen den Einnahmen der Bahn und den 
* des Transports ein richtiges Verhältniß zu 
schaffen. 
– .- 
Amatongaland und Sululand. 
Die amtliche „London Gazette“ vom 4. Jannar 
d. Is. bringt eine Bekanntmachung des Foreign 
Office vom 31. Dezember v. Is., wonach Ihre 
Mejestät die Königin mittelst einer unter dem großen 
Siegel des Vereinigten Königreichs ausgefertigten 
Urkunde vom 30. November 1897 die Zutheilung 
der südafrikanischen Gebietstheile, welche den Namen 
Amatongaland führen, an die Kolonie Zululand und 
duh eine fernere Urkunde vom 1. Dezember 1897 
de Zutheilung von Zululand an die Kolonie Natal 
bestimmt hat. 
– 
Selimmungen über Sulassung ausländischer Aerzte 
in der Kapkolonie. 
In der Kapkolonie sind die Bestimmungen über 
Zulassung ausländischer Aerzte und Zahnärzte neuer- 
dings verschärft worden. Es berechtigen fortan nur 
noch solche ärztliche Diplome zur Ausübung der 
  
Praxis, die auf Grund fünfjährigen Studiums er- 
theilt sind. Für Zahnärzte wird Nachweis drei- 
jährigen Studiums gefordert, wovon vier Semester 
oder je neun Monate in drei verschiedenen Jahren 
auf akademische Ausbildung entfallen müssen. 
weinerzeugung in den britlisch-australischen Kolonien 
im Jahre 1895/90.7) 
Der Weinbau in den Kolonien Australiens hat 
nur ganz geringe Fortschritte aufzuweisen. Nachdem 
diese Industrie im Anfang der 90er Jahre, haupt- 
sächlich wohl infolge des großen Rückganges der 
Wollpreise und des damit verbundenen Bestrebens 
der Landwirthe, sich neue Erwerbsquellen zu er- 
schließen, einen ziemlich bedeutenden Aufschwung ge- 
nommen hatte, macht sich seit dem Jahre 1894 wieder 
ein Stillstand bemerkbar. 
Die Gründe hierfür sind darin zu suchen, daß 
die australischen Weine nicht die Aufnahme auf den 
europäischen Märkten gefunden haben, die man er- 
wartet hatte, andererseits auch wohl darin, daß sie 
dem Wettbewerb der kalifornischen Weinindustrie sich, 
sowohl was Güte, als auch was Preise anbelangt, 
nicht gewachsen zeigten. 
Ferner haben das Auftreten der Reblaus in den 
Hauptweinbaubezirken sowie die zu zahlenden hohen 
Arbeitslöhne bei diesem Stillstand mitgewirkt. 
Auch ist erwähnenswerth, daß die seitens der 
Regierungen von Südaustralien und Viktoria in den 
Jahren 1890 bis 1893 ausgesetzten Ausfuhrprämien 
seither in Wegfall gekommen sind. 
Ueber die mit Reben bepflanzten Flächen in den 
verschiedenen Kolonien Australiens sind für das Be- 
richtsjahr die folgenden Angaben veröffentlicht worden: 
Gegen das Vorjahr 
  
Angebaute mehr (+) oder 
Fläche weniger (—) 
Kolonie Acker Acker 
Neusudwales 7519 — 58 
Queensland 2 021 + 34 
Südaustralien .18333 + 915 
Viktoria .. 30 365 + 58 
Westaustralien 23217 + 253 
Tasmannen 30 + 30 
Zusammen 60 485 + 1332 
Das sind Hekter 24 478 + 6539 
Die Weinerzeugung der genannten Kolonien war 
im Berichtsjahre folgende: 
Gegen das Vorjahr 
mehr (—+) oder 
weniger (—) 
  
Kolonie Gallonen Gallonen. 
Neusüdwales 885 073 + 153 390 
Queensland 238 208 + 61 711 
Südaustralien 1 473216 — 105 374 
Viktoria . .. 1950 000 + 40028 
Westaustralien . 79 550 + 3736 
4 Zusammen 4626 047 + 153 491 
Das sind Hektoliter . 210 275 + 7243 
*) Aus dem D. Handels-Archiv 1898, S. 8.
        <pb n="104" />
        — 64 
Ueber die Mengen und den Werth der im Jahre 
1895/96 zur Ausfuhr gelangten australischen Weine 
geben die folgenden Zahlen Aufschluß: 
  
Menge: Werth: 
Kolonie Gallonen Pfd. Sterl. 
Neusüdwalles 21 537 5806 
Queenslaond 60 34 
Südaustrallen 343 405 58 826 
Viktoria.. ... 318 188 53 826 
Zusammen 683 210 118 492 
bl Mark 
Das sid 31 055 2 417237 
Gallonen Pfd. Sterl. 
Dagegen im Vorjahre. 572 804 121658 
Fast die ganze Ausfuhrmenge an australischen 
Weinen geht nach Großbritannien, von wo dann ein 
Theil angeblich nach Frankreich seinen Weg findet, 
um zum Verschneiden der französischen Weine benutzt 
zu werden. 
Die Menge des in den australischen Kolonien 
im Jahre 1895/96 hergestellten Cognaks wird auf 
etwa 431729 Gallonen, das sind 19 624 hl, geschätzt. 
Perschiedene Witkheilungen. 
Neue Rarte von Raiser Wilhelmsland. 
Die Nautische Abtheilung des Reichs-Marine= 
Amts wird demnächst eine Karte von Berlinhafen, 
Nordküste von Kaiser Wilhelmsland, erscheinen lassen. 
In derselben werden die früheren europäischen Namen 
für die auf der Berlin-Rhede liegenden Inseln zu 
Gunsten der einheimischen Namen derselben in Fort- 
fall kommen, so daß nunmehr die Inseln Dudemaine, 
Faraguet, Sainson und Sanssouci in der gleichen 
Reihenfolge Tamara, Ali, Seleo und Augail heißen 
werden. 
Frequenz des #eminars für orientalische Sprachen 
Zu Berlin. 
Nach dem amtlichen Verzeichniß des Personals 
und der Studirenden des Seminars für orientalische 
Sprachen an der Königlichen Friedrich Wilhelms- 
Universität zu Berlin für die Zeit vom 15. Oktober 
1897 bis 15. März 1898 wird das Seminar von 
160 Studirenden besucht. Nahezu ein Drittel der- 
selben bereitet sich auf dem Seminar für eine spätere 
amtliche oder private Thätigkeit in den deutschen 
Schutzgebieten vor. 
Es sind: 2 Aerzte, 1 Astronom, 1 Bergreferendar, 
1 Botaniker, 1 Forstassessor, 1 Geometer, 2 Gerichts- 
assessoren, 2 Gerichtsaktuare, 1 Kaufmann, 1 Kunst- 
schüler, 2 Landmesser, 1 Landwirth, 1 Lehrer, 1 Mis- 
sionar, 9 Offiziere, 1 Postsekretär, 2 Postpraktilanten, 
6 Referendare, 1 Steuerbeamter, 2 stud. agr., 7 stud. 
Jjur., 1 stud. techn., 1 stud. theol., 1 Zollbeamter. 
Sie hören Vorlesungen über Suaheli, Guzerati, 
  
wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropen- 
hygiene, tropische Nutzpflanzen und ihre Verwendung, 
Landeskunde der deutschen Kolonien. 
  
Geweihausstellung in Berlin. 
In der diesjährigen deutschen Geweihausstellung 
zu Berlin wird das afrikanische Wild durch Samm- 
lungen von Dr. Schöller und Schillings sehr 
reich vertreten sein. Nach dem sachverständigen 
Urtheil des Direktors des zoologischen Gartens 
Dr. Heck befinden sich verschiedene Seltenheiten unter 
den Schillingsschen Jagdtrophäen. 
Dem Jahresbericht der PSandelskammer zu damburg 
über das Jahr 1897, 
erstattet in der Versammlung „Eines Ehrbaren Kauf- 
manns“ am 31. Dezember 1897, entnehmen wir: 
Die Entwickelung in den deutschen Schutzgebieten 
schreitet stetig fort. 
In Kamerun war eine Plantagengesellschaft 
zum ersten Male in der Lage, eine Dividende zu 
vertheilen, und das wachsende Zutrauen zu der Er- 
tragsfähigkeit derartiger Unternehmungen zeigt sich 
in der erfolgten Gründung mehrerer neuer Plantagen- 
gesellschaften. 
In Togo ist durch einen Vertrag mit Frankreich 
die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären 
erfolgt, die, wenn sie auch nicht allen Wünschen ent- 
spricht, doch den Vortheil klarer Verhältnisse bietet. 
Nach Südwestafrika griff die im Kaplande 
und Transvaal herrschende Rinderpest über, richtete 
hier aber nicht so empfindliche Verherungen unter 
dem Viehstande an, wie in jenen Ländern, wozu 
zweifellos die sorgfältigere Anwendung des von Ge- 
heimrath Dr. Koch entdeckten Schutzmittels erheblich 
beigetragen hat. Durch den von der Reichsregierung 
in Angriff genommenen Bau einer Eisenbahn nach 
Windhoek ist ein wesentlicher Schritt zur Erschließung 
und Verwerthung des Landes gethan. 
Auch in Ostafrika konsolidiren sich die Verhält- 
nisse mehr und mehr; doch krankt die Entwickelung 
an den Schwierigkeiten, die sich, wie der Förderung 
mancher anderen Verkehrsmittel, so auch namentlich 
dem Ausbau der Eisenbahnen entgegenstellen. Es ist 
aber um so nothwendiger, daß von Reichswegen 
größere Anstrengungen gemacht werden, um unsere 
Kolonien aufzuschließen und hierdurch aufnahmefähiger 
zu machen, als gerade auf diesem Wege Ersatz ge- 
schaffen werden kann für die uns anderweit verloren 
gegangenen oder noch verloren gehenden Absatzgebiete 
in den Kolonien anderer Nationen, welche fortdauernd 
Maßnahmen treffen, um auf Kosten fremder Waaren 
die eigenen Landeserzeugnisse zu bevorzugen. Aus 
diesen Gründen ist es auch insbesondere erforderlich, 
daß sich das Reich an dem Bau von Bahnen durch
        <pb n="105" />
        Gewährung von Zinsgarantien betheiligt, wenn es 
sic nicht entschließen will, den Bahnbau selbst in die 
Hond zu nehmen. 
Wenn trotz mannigfacher ungünstiger Momente 
de Ausfuhr Deutschlands nach außereuropäischen 
Lindern, soweit sich bisher übersehen läßt, keine 
Rckshritte gemacht hat, so ist das ein Beweis einer- 
sets für die Leistungsfähigkeit unserer Industrie, 
andererseits für die Rührigkeit unserer Kaufmann-= 
scost. Doch war dieser Erfolg nur unter äußerster 
Beschränkung der Gewinne zu erreichen, und in vielen 
Fällen war die pünktliche Erlangung der Zahlung 
für die verkauften Waaren außerordentlich schwierig. 
— – —— — 
Beschleunigtere Fahrten der Woermann-Linie. 
Die Woermann-Linie hat sich entschlossen, die 
Ruckreisen ihrer Dampfer aus Westafrika versuchs- 
weise zu beschleunigen. Es wird fortan jeden Monat 
am 4. von Kamerun ein Dampfer abfahren, der 
Togo am 7. anläuft und am 27. Hamburg erreicht. 
V VY I7TI77V JTWTTyY V VV7T7TTTYV V V0V V0 V0V0 VNS 
Tifterakur. 
die Seeinteressen des Deutschen Reiches. 
Zusommengestellt auf Veranlassung des Reichs- 
Narne-Amts. Berlin 1898. E. S. Mittler 
md Sohn. 
E. wird hier eine überaus werthvolle und 
ieressante, auf das zuverlässigste Material gegrün- 
der Uebersicht über den Umfang des Handels, der 
Schiffahrt, Seefischerei, Kolonialpolitik und Aus- 
wanderung Deutschlands geboten. Die Schrift stellt 
ich als ein ebenso bequemes wie erwünschtes Nach- 
schlagebuch für Jedermann dar. 
—— 
1.T. Mahan: Der Einfluß der Seemacht auf 
die Geschichte. In Uebersetzung herausgegeben 
auf Veranlassung der Redaktion der Marine- 
Aundschau. I. Band: 1660 bis 1783. Zweite 
Luflage. Berlin 1898. E. S. Mittler und Sohn. 
, Von dem interessanten Werk Mahans, dessen 
in lezten Jahrgang bereits gedacht wurde, liegt 
mmmehr Band 1 in zweiter Auflage vor. Das ganze 
Bert ist eine Art Weltgeschichte mit vorwiegender 
berichichtigung der Wirkungen, welche Flotte und 
klmmtabbesitz darauf ausgeübt haben. Das Werk 
kurst jeden Leser fesseln. 
Hans Bohrdt: Deutsche Flottenbilder. Zwölf 
Taseln in Lictdruck. Mit einem historischen Ueber- 
klik vom Künstler. Berlin 1898. W. Paulis 
woff. (H. Jerosch). 
Ds schön ausgestattete Album besitzt gegen- 
virih, wo der Wunsch nach Ausgestaltung der 
65 
  
deutschen Seemacht weite Kreise ergriffen hat, ein 
besonderes Interesse. Auch der Laie erhält durch 
die vortrefflichen Darstellungen des Künstlers ein 
lebhaftes Bild von dem Aussehen und Wirken deut- 
scher Kriegsschisse während der letzten Jahrzehnte 
und wird sich mit Stolz der gegenwärtigen Macht- 
stellung des Reiches auch über See bewußt. 
Ernst v. Halle: Die Bedeutung des See- 
verkehrs für Deutschland. Leipzig 1898. 
Duncker &amp; Humblot. 
Die kleine Schrift ist Sonderabdruck eines Vor- 
trages des Verfassers, der in Schmollers Jahrbuch 
erschienen ist. Sie giebt eine leicht faßliche Uebersicht 
des wichtigen Gegenstandes. 
P. Karl Paul: Die Mission in unseren Kolo- 
nien. Erstes Heft: Togo und Kamerun. Leipzig. 
Fr. Richter. 
Der Verfasser, welcher das Amt des Schrift- 
führers in der sächsischen Missionskonferenz bekleidet, 
hat in seiner dankenswerthen Arbeit mit großer 
Sachkenntniß die gesammte Entwickelung und den 
gegenwärtigen Stand der evangelischen Mission in 
den beiden nordwestafrikanischen deutschen Schutz- 
gebieten geschildert. Der Leser erhält ein lebendiges 
Bild der Schwierigkeiten der Missionsarbeiten in jenen 
Ländern, aber auch der Früchte, welche sie tragen. 
Die evangelischen Missionen. Illustrirtes Fa- 
milienblatt, herausgegeben von Julius Richter. 
Gütersloh. Bertelsmann. 
Diese hübsch illustrirte und durch interessante 
Beiträge ausgestattete Zeitschrift tritt nunmehr in 
ihren vierten Jahrgang ein. Die Zeitschrift giebt 
Nachrichten von der evangelischen Mission in allen 
Erdtheilen und ist allen Lesern, die sich für das 
Wirken der deutschen Glaubensboten in der Ferne 
interessiren, bestens zu empfehlen. 
— 
— —— 
  
Titterakur -Verzeichnik. 
Kisak Tamai: Karawanen-Reise in Sibirien. 
Mit Anhang: Weltreise mehrerer Japaner über Sibirien 
vor 100 Jahren. 164 S. 80. Mk. 3,—, geb. Mk. 4,—. 
Karl Siegioômund Verlag, Berlin. 
Rohrbach, Paul: In Turan und Armenien auf den 
Pfaden russischer Weltpolitik. Mit einer Ueber- 
sichtskarte des russischen Gebietes zwischen dem Schwarzen 
Meer und dem Pamir. 19 Bgn. Mk. 3,—. 
Georg Stilke, Berlin. 
Wislicenus, Georg, Kapitänlieutenant a. D.: Kern- 
punkte der Flottenfrage. 60 Pfg. 
Friedrich Luckhardt, Berlin.
        <pb n="106" />
        s8BBB 
7 
„Nixe“ 
S. „Möwe“ 
66 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
12/11. 
(Poststation: 
Hongkong. 
(Poststation: Sansibar.) 
Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
(Poststation: Hongkong.) 
— 15/1. St. Thomé 15),1. 
(Poststation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanm. Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
(halbe Besatzung) und einige Köpfe für S. M. S. „Cormoran": 
— Monrovia. 
„Bussard“ 23/10. Apia. — 26/11. Jaluit 13/12. — Bismarck-Archipel. (Poststation: Hospostamt.) 
„Condor"“ 8/1. Sansibar. 
„Cormoran“ 13/11. Kiaotschaubucht. 
„Falke“ 21/12. Auckland 21/1. — Sydney. 
„Habicht“ 25/12. Loanda 27/12. — 10/1. Kapstadt. 
ernsingssass „Möwe“ 
18/12. Kamerun 12/1. 
Fayal [Azorenl.) 
M. S. „Seeadler“ Sansibar 11/1. — 13/1. Mozambique 15/1. — Kapstadt. 
. M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. 
(Poststation: 
(Poststation: Kapstadt.) 
Ausreisee- Transportführer: a) von Bremerhaven — Genua: Lieutenant zur See v. Manteuffel, 
b) von Genua— Hongkong: Kapitänlieutenant Gotzhein: 
Bremerhaven 1/12. — 3/12. Antwerpen 5/12. — 13/12. Genua 14/12. — 15/12. Neapel 15/12.— 
19/12. Port Said 19/12. — 24/12. Aden 25/12. — 1/1. Colombo 1/1. — 6,/1. Singapore 7/1.— 
à5 von Hongtong—Shangha und Heimreise Kapitänlieutenant Schaumanu. Hongkong 17/1.— 
13/1. Hongkong. 
Shanghai. 
  
  
—. — 
— —— —— — 
  
  
  
  
Verkehrs- Nachrichten. 
Bostdampfschisfwerbindungen nach den dentschen Schutgebleten. 
Die Absahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Vriefe mufsen aus 
Na vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
1r schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 16. Febr., 2., 166, Tanga 18—19 Tage am 14., 25., 28. Febr., 
— % 1 12 rab. Durree -Sal. 19—20 Tg. Ü *8 38 28. März 
rindisie am 27. Febr., 27. Mär ansibar 20 Tage 10 abds. 
1. Deutsch- Ostafrika. (enaisnshnh, 9 z si g 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
anzösische Schisfe) 40 ums. .109# abds. 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. Southampton am 42. Fr- 12. Närzs L#deritbucht 22 Tage am 11. Febr., 11. März 
-. Keetmanshoop, Gibeon, 
armbad und iens 
wöchentlich bis Kapstadt 
von dort weiter alle 14 Tage 
auf dem Landwege.) 
3. Ramerun. 
l 
sengt Schiffe bis Kap · 
abt. dann deutscher 
Dampfer „Leutwein“ 
ambur 
dn % .D 
mbur 
Oln. — 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
  
  
–— 
4. Cogo-Gebiet 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
1 
  
Lamburg 
(deutsche Schiffe) 
Liverpool s 
(englische Schiffe) 
Marseille 
(frangöfische Schisse) 
Bordeaux 
(kransösische sche Schiffe) s 
  
5.Deuti0illen-Gninea. 
eapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindisi 
(Nachversand) 
am 25. März, 25. Mai 
Swakopmund 25 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
  
achts 
Lüderitzbucht 40 Tage 
am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage 
nachts 
am 16. Febr., 16. MärzKamerun 22 Tage 
15 ums. 
am 25. März, 25. Mai 
720 abds. 
an 10. 10. * Monats 
20 a 
am 14. 2 14. März 
15 us. 
  
am 10. jedes Mus. nachts Lome 20 Tage 
am 20.jedes Mts. 
am 9., 23. Februar, 
9., 23. März 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. März, 10. Mai 
110 vms. 
am 9. Mirg, 4. Mai 
abds. 
am 13. März, 8. Mai 
abds. 
  
6. Marshall · Inseln. 
  
Brindisi 
(über Manila) 
  
am 13. März, 8. Mai 
abds. 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverbdindung 
Cotonou 22 Tage 
Stephansort 45 Tage 
41 Tage 
—.—. — 
  
von da ab Vandverdindung 
am 10. und 20. wedes 
Monats 72 abds. 
am 7., 21. Februar, 
7., 21. März 15 ms. 
am 23. jedes Monats 
10x abds. » 
am 8. März, 8. Mai 
10% abds. 
am 7., 11. März, 
2., . Mai 
166 abds. 
  
  
Jaluit etwa 70 Tage 
  
  
am 11. nart 6. Mai 
10 abds.
        <pb n="107" />
        — 67 — 
Eintreffen der Post aus den — —— 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs-= Die Post ist fällig Landungs- Die Post ist fallig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
—e Neagpel. am 10.“, 24. Febr. " b Hamburg n7 und 25. 
ch · O 4 ita . Brindisi am 20 F ogoge iet 2022 e es onats 
.. .Februar 
Marseille .. am 16. Februar f Marseille B am 16. iedes Monats 
deutsch, güdweßafrikn Southampton am 15. Februar Deutsch. ken'Grine. Neapel. . Iam 5.-März, 1. Mai 
—IX — &amp; 
Hamburg am 25.7 jed. Monats 3 „ 
Aamerun .· . . . Liverpool.. am 24. Februar Marshball· Inseln... Marseille .. Nitte Euüstar, 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
——— der Woermann-Linie. 
**ni 6 T Lezte Nachrichten 
dosdanpfer von nach bis 28. Januar 1898 
„Molph Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 
„Alne Woermann“. Loango Hamburg am 26. Januar in Accra. 
„Anna Woermann“. Sherbro Hamburg am 28. Januar Dover passirt. 
„Antonina“" Antwerpen Kongo am 8. Januar in Tenerissfe. 
„Carl Woermann“ z. Zt. in Hamburg. * · 
Eduutd Bohlen“ Hamburg Kongo am 28. Dezember in Banana. 
Ella Woermann“ .. Hamburg Sherbro am 28. Januar Quessant passirt. 
Gertrud Woermann“ Hamburg Kotonon am 25. Januar Quessant passirt. 
„Gretchen Bohlen“ Whydah Hamburg am 7. Januar in Accra. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Sherbro am 16. Januar in Las Palmas. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 22. Januar in Sierra Leone. 
„urt Woermann“ Hamburg Loanda am 28. Januar in Accra. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg Loango am 19. Januar in Madeira. 
„Lulu Bohlen“ Hamburg Loango am 28. Januar in Gabun. 
„Narie Woermann“. Lüderitzbucht Hamburg am 24. Januar in Lagos. 
„Melita Bohlen“. .Z Hamburg . Lüderitzbucht am 28. Januar Dover passirt. 
„Professor Woermann“. Hamburg Kotonou am 27. Januar in Accra. 
„Thekla Bohlen"“ Hamburg Swakopmund am 20. Januar in Loanda. 
  
  
—— der Dentsben ——— inie tseah, 
  
G — AS 
— — — 
  
  
  
  
neise Letzte Nachrichten 
Rei 
*. chpostdampfer von nach bis 13. Januar 1898 
„Rönig“"“ Hamburg Durban am 12. Januar an Dar-es-Saläm. 
„berzog“ z. Zt. in Hamburg. 
„Kaiser“. Durban Hamburg am 12. Januar ab Mozambigque. 
„Lanzlerr z. Zt. in Hamburg. 
-#undestath“. Hamburg Durban am 9. Januar an Durban. 
« etchstqg« Durban Hamburg am 6. Januar ab Sansibar. 
„Amirall Durban Hamburg am 13. Januar ab Neapel. 
—..2 Hamburg Durban am 13. Januar ab Neapel.
        <pb n="108" />
        — 68 — 
# 
Anzeigen. 
Inserate (ür die dreigespaltene Petitzeile oder deren Naum 55 Pieig sind an die Vertriebsleitung, Berlin swu, Kochstraße es—1 
einzusenden. 6 # —— 
— — — — — — — — — - — — — — — — 
Vertrieb von Erzeugnissen der deutschen Kolonieen 
unter Aufsicht hervorragender Mitglieder der 
Deutschen Kolonlal-Gesellschaft. 
Deutsches Kolonialhaus 
Bruno Antelmann 
Grossherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Hoflleferant. 
    
— 
Eingetragene Schutzmarko. 
  
  
Haupt- u. Versandgeschüft: Berlin C. 19, Jerusalemerstr. 268. Fernspr.: Amt I. No. 937. 
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Kalkao, Schokoladen, Kaffees., 
Zigarren, Vanilie, Lillöre, 
Ethnologica, Photographieen. 
Der reichhalilge iliustrierte Lager-Katalog wird auf Wunsch umsonst und postirel versandt. 2— 
  
  
  
  
  
  
Bekanntmachung. 
l □ 
In biesigen Prokurenregister s.r Heilung der Malaria 
heute unter Nr. 3 die dem Kaufmann 
Felir Dieckmann zu Dar-zes-Salam (Wechsel- oder Sumpflieber) 
für die Zweigniederlassung der Firma wird hierdurch das von der 
Hausing &amp; Co. zu Dar-es-Salam . . . . s 
Dar-es-Sacäm,den11.Dezbk.1897. dargestellte 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. p « 
(ges. Ziegler. (im 
Am 3. Januar 1898 verschied im 
Gouvernements-Krankenhause zu » salzsaures Phenocoll) 
Darzes-Saläm an den Jolgen einer allen Betheiligten bestens empfohlen. 
Operation der Sekondlieutenant der Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Protessor 
Kaiserlichen Schutztruppe Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
§ 8 fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
herr Ludwig Stadlbaur, überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew- (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellangen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur sehnellen und 
Sicheren Heillung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
wegen Titteratur und Hebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
Das Offizierkorps betrauert diese[annen krmn, namlich: 
schweren Verlust und wird dem Namburs: Gebrucor Oiconburg; h 
Dahingeschiedenen ein ehrenvolles argelona: 1. Espiell; x 
Andenken bewahren. ims 8 : * ————— E. C. 9 und 10 St. Mary- at- Kl; 
ar-es-Sals 2 . « : . 0.; 
Dareo-Salam, den 4. Jan. 18V8. New- Tork: -Lehn r-*e 128 William Street; 
Liebert, Generalmajor. Faris: Man F###, 31 rue des petlies Lcuries; 
Rlo de Janelro: Magalhmies, Luckus &amp; Co. Successores de Klingelboeler &amp; Co. 
  
   
Ritter des Königl. Kronen-Ordens 
4. Klasse mit Schwertern. 
Ein junger, hoffnungsvoller Offi= 
zier, ein liebenswurdiger Komerad, 
ein bewährter Afrikaner ist jäh 
dahingerafft in dem Augenblick, als 
er seinen Urlaub in die Heimath 
anzutreten beabsichtigte.
        <pb n="109" />
        69 
  
  
—g–— — — 
  
Urteile aus dem Leserkreise des Echo 
  
Das Echo, 
Organ der Deutschen im Auslande, 
Letrachtet en insbesendere als seine Lufgabe, dem Loben 
“ Fkreiben der Deutschen im Auslande die liebevollste 
Lfnerleankeit #a#sawenden. Es wird daber jeder 
Deutsche im Auslande gebeten, 
seine Adresse 
der Verlagshandlung 
J. H. Schorer, 
0. m. b. H. in Berlin W., Wilhelmstr. 29, 
fl. anzugeben, damit dieselbe Gelegenheit hat, eine 
Foe-Anner umsenst und kestenfrei zu übersenden. 
Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen. Post- 
i f anstalten und Zeitungs-Spediteure 
in entechland zum Preise von 3 Mark vierteljährlich ent- 
Psn in den übrigen Ländern zu den lundesüblichen Preisen. 
En von der Verlugrhandlung J. H. Schorer, G. m. b. U. in 
* SW., Wilhelmstrasse 29, unter Kreuzband bezogen. 
9h „las Echor vienteljährlich 4 Mk. 50 Pf., halbjährlich 
#enn Pujährig 18 Mk. Bei Versendung unter Streifbaund em- 
kn 7 es sich, möglichat ganzjährige Abonnements aufzugeben. 
Slische Pfundnoten werden in Zablung genommen. 
In das Abonnement kann jederzeit ein- 
uud wird „Das Echo- vom Tage E#t — #- 
1 Einsendung des emfallen Hrss n * 
eblg lange Zeit Arekt vo 
lkeelsaoe Feit ett vom Verlag oder dureh jle 
  
  
Korbel Humboldt County (Californien), 
Cest den 19. Dezember 1895. 
iea# grhielt. sen wiechor D kctto Nr. 691. 
Amnin, Ihnen biermit meinen herzlichsten 
ank auszudrücken für diesen herrliche Blatt; es ist 
batz, und muss unseren Landsmaun 
—* In Niederl. Indien (Echo Nr. 690 
vo Aa#che Rerht. eben, mit Uer Bemer- 
r auch immer ein Festt In 
1 Ennh mein Echo Walege neche nur, 4% jenr . 
zal Üüberhaupt solche, die treu 
beutschlands Kalser und Relch btehen, dieses BEnJ 
Achtungsvoll 
Theodor Reinhold Preuss. 
Ilch kann 
un 
lek Fray Bentos, 31. Dez. 1895. 
c 5 Gelegenheit, um lhnen mitzuteilen, diss 
geleh when, ale lebenden Deutschen stets mit 
###bellebtheit erfreut. und sich seiner Vielseitigkeit wegen 
Hochachtend Ernst Schultz. 
D · Capri, den 4. Januar 1896. 
. wiakeho p Sel#de, was ich brunche. klaus Eiein 
wir schon früden * wPder, u neh mal auszusonnen, hatte 
e I i 
Fessen. Mnchträglich noch Eruei Jeni ½ „ nur 
1 Ihr ergebenster C. W. Allers. 
" Est Minas Sbarà . anuar 1896. 
Est. raes, Brauilien. 
thon; d erd #in bann in Ihrem Interesse, werde in jederzeit 
bie ich * 3 bet kann Kkaum den Tag erwarten 
Feiig Deuteche u in ge. Hier in dieser Gegend lebon sehr 
herten, 25 r- den Wenigen geht es auch nicht jmmer 
ein glacksich Neul deit huche Antönger sind. Zum Schluss 
Frü#tend, schliende ö wünschend aus der Ferne, sowie Lerzlich 
Hochachtunksvoll Ihr ergebener 
Oswuald Turucker. 
Neapel, 7. Januar 1896. 
rulerea geprüft. hab 
oforu urchheim hier zu abonnio- 
vind und nur wenis P wie ich schon seit Jahren im Auckande 
wiecer ra — Fewieit daben. die, Heimat dann und 
en. 7 utt jedonfalls seh ign.“: 
"„ — Geughuge aenrel dazu beltragen. in denkel. 
"% sehen Familie wach ruehäbrigkeit Ut Frossen 
MNit llochachtung Max Büttner. 
. 
  
  
  
Ulm, 9. Januar 1896. 
Besten Dank für die Zusendung lhres „Echo“. Nach 
Ablauf dieses Quartals gebe ich das Abonnement auf. 
einige Zeitungen auf und bestelle dafür das Echo. 
Dasvelbe hat mir besonders in Bezug auf die polit. Wocheu- 
Rundschan und die Zusammenstellung von Berichten aus Zei- 
tungen aller Parteien gut gefallen. Es ist mir Zeitmangels 
nicht möglich, täglich die breitspurigen Artikel der 
frosen Zeitungen zu lesen. und so hnde ich, dass das 
cho meinem Bedürfnis entspricht, Iindem es eine fort- 
lanfende Uebersicht über die polltischen Vorgünge 
gewährt. Auch lhre lllustrationen sind hübsch. 
Iiochachtend u. ergebenst Kurl Krámer, Karlatr. 25 II. 
Adelaide, März 1896. 
Bin Abonnent vom „Echo“ (per Tausch u. Gronsse, Halle a. S.) 
seit beinahe 5 Jabren und halte dasselbe für das beste 
deutsche Blatt, welches für das Ausland bestimmt ist. 
Dr. M. von Luckowitz. 
Elim-Natal. 16. Mäs 1896. 
Unser „Echo“ erhulten wir seit Jahren durch die Buch- 
handlung unserer Gesellschaft in Hermuannsburg. — In unse- 
ßer Nachbarschaft verbreitet es slch immer mehr und 
wirl entweder von Michuelis oder Deutschland bezogen. Er- 
freulich, dass Sie solche Rücksicht auf die auswärtigen Deut- 
schen und in letzter Zeit auch auf die in S. A. nehmen. Dies, 
mit der übrigen Haltung lhres Blattes, wird ein Blatt nach 
dem andern verdrüngon in den Kolonien und viele werden 
kein deutsches politisches Blatt eusser, keho, halten. 
. K. ssler. 
Mulifanna, 24. März 1896. 
In Antwort Ihros goehrten Schreibens vom 14. Febr#ar 
danke ich lhnen sehr für die freundliche Zusendung des „Echo“ 
und erlaube mir, Ihnen mitzuteilen, dass mir und allen Deut- 
schen hier auf der Mulifanna-Pflanzung das „Echo“ schon längst 
bekannt und von uns allen wegen seiner vorzüglichen und un- 
parteiinchen Zusammenslellung der neuesten Weltereignisse 
hoch geschätzt wird: auch durch die rastlose Thätig keit, 
die Lage der Deutschen Iim Auslande nach Möglich- 
kelt zu verbessern und sie enger an das Vaterland. 
anzuschllessen, hat sich das „Echo- alle im Auslande 
lebenden Deutschen zur grössten Dank barkeit ver- 
Pflichtet. Mit grösster Hochachtung lhr ergebenster 
" M. Ronneberger. 
Apis (Samoa), den 25. März 1896. 
Lese das „Echo“ seit ungefähr 10 Jahren, nicht nur im 
Auslande, sondern auch dann, wenn ich vorübergehend in 
Deutschland bin. Habe es stet aufa wärmste empfohlen. 
Entschileden die beste Zeitschrift für Deutsche im Aus- 
lande. Hochnchtungsvoll A. Helgenberger. 
Colombo, 1. April 1896. 
Dies Blatt war immer meine liebste Lektüre, da es, ohne 
zuviel zu schreiben, doch ganz genügend bringt, um dem Uber- 
seeer ein klares unparteiischen Gesumt-Bild der Welt-Politik zu 
gpeben. Es int ganz entschieden das beste und über- 
sichtlichste Blatt seiner Art im Auslanude. 
Hochachtungsvoll Leopold Meyer. 
Funnn-Corean, 6. April 1896. 
Es wird Sie vielleicht interessieren, zu hören. duss gestern 
zum erston Male in den 7 Juhren, in welchen ich das 
„Echo“ halte, die Nummer 6 um 8 Tage später wie Nommer 7 
und 8 ankan. Mir ist nie eine Nummer verloren gegangen 
— selbst während des Krieges nicht — und das ist eigentlich 
mehr, wie man verlungen kann. 
Mit bestem Giuss ergebenst II. G. Arnous. 
Pangani, den 9. April 1896. 
Mit dem ergebenen Bomerkon zurückgesandt, dase dus 
„Echo“ hier bereits in 4 Exzemplaren gehalten wird, und ich 
vnelbst schon lange Zeit Abonnent desselben bin. Das Bloett 
ist für das Ausland fast unentbehrlich geworden. Es 
vorbindet mit der Solidität des Preises eino vozügliche Aus- 
wahl und Aneinanderreihung des Stoffes. 60. Spieth. 
Hongkong, 6. April 1896. 
Erlaube mir die ergebone Mitteilung, dass ich schon seit, 
Juhren auf lhr Blatt abonniert bin, ich glaube sogar einer 
der ersten Abonnenten war, denn moein Aufenthalt hier 
datiert von Anfuang 83 her. — Ich habe die verschiedenen 
Verbesserungen bei Ihroem Blatt immor mit Freuden bemerkt. 
besondor#, dass Sie die lateinische Schrift einführten. Ebenso 
den reichhaltigen Inhalt in den verschiodenen Abteilungen. 
Dus Blatt liegt hier überuall auf. an unserem Comptoir 
ahnd wir mit nicht weniger als 5 Leuten darauf ubon- 
niert. — Weiss nicht. wie Sie noch mehr Abonnenten 
Ergebenst H. Ehmer. 
I 2 
hier bekommen sollen. 
Sau Francisco, 11. Juni 1896. 
Schicken Sio bitte das „Echo“ von to ub unter öbiker 
Adresse. Das Blutt ist mir wirklich unembebrsich 
hier. Ergebenst Dr. A. Genth. 
  
—–
        <pb n="110" />
        — 70 — 
&amp; A. 4. 4 4 4 4. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4. 4. 4 4 
Arthur Koppel, Berlin NW.7,1½ 
Fabriken in Bochum, Camen, Wolgast i. P. # 
——— Adresse: „Koppelrall- 
nenie 7404 
    
  
— 
———— 
. 2 
— 
— J J 353 . 
Tun-Dort des Zuckerrohrs durch Zugthiere in Java. 
— Leldbabnen ür d1e Kolonieen. — 
  
  
Sekeiand-Export Pumpernickel 
und Schwarzbrot. % 
Unerreichte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe- 
      
  
   
  
  
uchte in ausstellung von 1896 waren 112 Jahr alte Pumpernickel und Schwarz-- 
%% ½ chreiben brote ausgestellt, welche eine Reise um die Erde Zzurückgelegt hatten. 
* Viele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
½ Exportaufträge erbitten an Harder &amp; de Foss, Hamburg; für 
54½½ 4 n T das Inland E. Sökelund &amp; Söhne, Berlin NW., oder Wandsbek. 
1609) 
* 5 "7“ 
nEMii I7 
    
*— s“ 
. Chlcago 1893. 
Höchste Auszeichn. (Diplöme 
d’onneur) Antwerpen 1894. 
Fabrik 
Lochmann'scher 
Musikwerke 
Aktiengesellschaft 
  
   
     
  
     
  
  
  
    
  
  
     
  
Leipzig-Gohlis. 
Ausschliessliche Fabrikantin der 
Symphonions 
mit auswechselbaren Noten- 
scheiben. 7) 
Die Fabrik ist in ihrer Art die 
teste und grösste der Welt. 
05 6·5r½ 33 5½ ( *—i 
WiM so33 
      
  
Schniedtuissruc Paster 
und Oberliehte jeder Art, (10) 
schmiedeeiserne Treppen, Thüren ö!m„ 
und Thore fertigt als Spezialitütt 1 
R. Zimmermann, Bautzen. iitt nun
        <pb n="111" />
        — 71 
Gutgenflegte Rhein- u. Moselweine, 
im Export bewährt, liefern billigst 
Peter Eckertz &amp; Co., oinn 
Lendon E. C., 2 Royal Exchange Buildings. (168) 
  
  
    
  
  
Flanlagenund InduæIio Nalnon, , 
—ss—— 7—————2 
5 ....—.[ —*[nn 
« M»-«»-;Æ«jje«-ZJ«EJJ2 
J ««« LIMMWJZZJEJCZMIAY »Ja-EVEN 
«· . Gelag sind ZisckmnwerVY . 
       
  
  
  
   
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„ 
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aser Branchen und 
––. 
lifert umter Gurantie: 
nsê 1 Herm. Serbe 
Internat. Adressen- Verlagsanstalt 
K Gegründet 1864 0 Lei pzig 
1les üder stets vorräthige cu. 2800 Branchen = 6.000.000 Kle.bE-AAressen 
1 verlungen. Zu bezichen dureh jede Buchhandlung. 
mei chen: *W einzelne Adressenbogen tragt unsern Firmen-Anfdru s (7) 
hüte sich vor minde werthigen Nachahmungen! 
(Augseher- 
Pasteten-Fabrik 
von 
  
  
  
Kewitsch Orgel- 
armondutm. 
Fabrik u. Lager. Billige 
Preise, von 200 Mk. an, 
   
   
  
A *’* für tropisches 
ug. Michel lima konstruirt, empf. 
Hoslieterant Johannes Kewitsch, 
Str trassburg 1. E (128) Berlin W., Potsdamerstr. 270. 
  
Verlag der Königl. Hofbuchhandlung 
von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin SW., Kochstr. 68—71. 
Spezialität für den 
Export 
besondere für feinere Fleisch- 
konserven. 
——— sur den – darbuch 
er Cde Voss in Hamburg. 
Rofnakmefrem# prachen. 
Im Auftrage der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amts 
verfaßt von 
Georg von der Gabelentz. 
Preis geb. 4 Mk. 
  
   
  
  
August Jasper, Kmden. 
Herings-Export. 
Export deutscher Heringe 
und Sardellen 
nach allen Ländern in besonderer 
Verpackung, die gute Ankunft ge- 
währleistet. (140) 
pumpornickol 
(westsulisehes Sehwarzbrot), 
garantirt halthar, auch in den Tropen, 
versendet die (us) 
Hammer Brotfabrik, Hamm, Westf. 
  
  
  
  
— zeutsche Zeitung Kord-Akilse!L 
HMeverischen 
KURIER 
Telegr.-Adresse: 
Kurier, Kalro. 
riefadresse: 
Xxyptischer Kurier, Kalro. 
# 
Erscheint gleichzeitig in deutscher und 
französischer Sprache. 
  
  
Der Acquptische Kuriercht in 
— 
  
  
  
Er erscheint in Kairo, dem be- 
liebtesten und besuchtesten Winter-- 
aufenthalte des Orients, wird regel- 
mässig an über fünfhundert Hotels 
der Mittelmeerländer versandt, auf 
fast allen den Suezkanal passiren- 
den Dampfern vertheilt und büldet 
deshalb ein 
VorzüglichesInsertionsorgan. 
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Probenummern kostenfrei! 2 
halb Aogyptens bol Malbjhrllch„ 6. 
freier Zusendung: 
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Die dreigespaltene Petitzeile 40 Pf. 
Bei grösseren Aufträgen beträcht- 
licher Rabatt. 
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Anzeigen werden nicht nur in 
deutscher, sondern auch in arabischer 
und jeder europlischen Sprache auf- 
genommen. *#*“ 
Abonnement *sr Mhrlich.
        <pb n="112" />
        W 
* 
1 
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# 
1.1..l 
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u#: WI-NTHH2312.1 
5 4.½ 5 5# * . * *7% 
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! s---I..-·...s.j...ds.s 
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HHls Gelschenk für Kolonialfreunde.. 
  
— Einen großen Erfolg— 
hat das Werk: 
Deutsch-Südmestafrika. 
Prei Jahre in Lunde Heudrit Witboois. 
Schilderungen von Land und Teuten 
von 
J. J. von Bülow, 
Premierlieutenant a. D. 
  
      
  
i 8 
W 
» 
585c 
X D 14 
= * " 
— 
2 4 
    
    
WMit zahlreichen Abbildungen nach photographischen Aufnahmen und zwei Karten. 
Preis: Geheftet 6 Mark, in Leinwandband 7 Mark 50 Pf. 
zu verzeichnen, von dem schon kaum nach Jahresfrifk eine 
zweite Auflage 
erschienen ist. Das Buch, welches vornehm ausgestattet und mit zahlreichen Abbildungen und zwei Karten ge- 
schmückt ist, füllt eine Lücke in unserer Koloniallitteratur aus, indem es Land und Leute Deutsch-Südwestafrikas, 
welches bisher gleichsam als Stiefkind unserer Kolonien behandelt wurde, in trefflicher Weise zur Darstellung bringt. 
Mit welchem Beifall 
das Buch bei seinem Erscheinen ausgenommen worden ist, beweisen die folgenden 
Htimmen der Presse: 
Hamburzer Nachrichten Nr. 278 v. 27. November 1895: Teip#iger Jeitung Nr. 277 vom 28. November 1895: 
„.. Da kommt nun ein ganz vortreffliches Buch „ Wir 1 der Ansicht, daß der Eindruck, welchen 
zur rechten Zeit, in dem der mit scharfer Beobachtungs= die Steppe auf den Beobachter macht, nirgends 
gabe, praktischem Sinn und gesundem Humor begabte besser als von Bülow geschildert worden ist, es sind 
Verfasser, der sich drei Jahre in dem Schutzgebiete auf-- kleine Kabinetsstücke, welche sehr hübsch abgetönt 
gehalten hat, seine Erlebnisse und das Resultat seiner sind.“ 
Wahrnehmungen in fesselnder Weise schildert.“ Sänigsberger Algemeine Jeilung Nr. 545 vom 20. No- 
Weser-Zeitung Nr. 17591 v. 15. November 1895: „Die vember 1895: „.. Das Werk wird vermöge seiner 
anschaulichste und interessanteste Schilderung, tefxtlichen und inhaltlichen Vorzüge dauernd eines der 
die unser Schutzgebiet in Südwestafrika bisher erfahren gelesensten unserer Koloniallitteratur bleiben.“ 
hat, giebt Premierlieutenant a. D. F. J. v. Bülow .. ..“ Ertra-Fesseisen des Wärzburzer Itaht, und Hendbeen 
Militär,iteratur-Jeitung Nr. 16, 1895: „Er (Verfasser)) Nr. 149 vom 12. Dezember 1895: „.. Allen Kolonial= 
will den Lesern kein wissenschaftliches oder fachmännisches freunden, Allen, welche sich für fremde Länder und das 
Werk vorlegen, glaubt aber doch, ihnen ein anschauliches Leben und Treiben in diesen interessiren, wird das 
Bild von der geographischen, politischen und wirthschaft= gut geschriebene und viel umfassende Buch ins- 
lichen Lage des Schutzgebietes geben zu können. Diesen besondere eine empfehlenswerthe und willkom-= 
Zweck erfüllt das Buch vollständig.“ mene BWeihnachtszebe darbieten.“ 
Bestellungen auf das Buch nehmen alle Buchhandlungen entgegen, auf Wunsch sendet es 
die unterzeichnete Verlagsbuchhandlung gegen Einsendung des Betrages überallhin postfrei. 
Berlin SW., E. H. Mittler &amp; Hohn, 
  
Kochstraße 68— 71. Königliche Hofbuchhandlung. 
V — 5 * 6 5 i S *" % –beuk- * S 3 –57½ Wsse ö 2 # 1 - n . 2 "“ *[nxf.phii * 1 7 
—nê’W“ .nI —W——LIL M KNx.————. Ei —u- — —.— 1 — ——N..— " *êç#13- mm„ 
, «8xz«x«ä«zPU»DdKzsas«« 
LxxjxsJxxxL.;.L-U;i2å2s.ix.xs.2-s.-4Lxcxs 
     
   
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·sssss-si-Isr-T77·7-·ssssss"7—s"s"7·77777777!s- 
7·s.·7 
Its-. 
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EE .. lii 
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        73 
Enrique Augener, La## Palmas, Cran Canaria. 
Billigste Bezugs#nelle für in Westafrika mit gutem Erlolge eingeführte 
Cenarische Hausthiere: 
Plerde ca. E 15,— bis 25.—, Maulthiere ca. 25,— bis 40,—, 
ksel. 5— „ 7,—, ullen. .. „15, — , 20.— 
Küne. 15,— „ 20,—, Ziegen ,„ „ 1,— „, 2.—. 
für Südwest- Afrika: 
Dromedane. Ersatz für Ochsen, ca. 15,—. 
Kartolleln, Zwiebeln, Tropfsteine, Madelra-Möbel, Wein ete. 
Nähere Angaben und Referenzen stehen zu Diensten. 
Emique Augener, I# Penis, Crm Cun 
4 Kochworr #o#a 
(i) 
  
  
    
  
    
Hervorragende Neuheit 
auf dem Gebiete der Conserr.-Industtie. 
(m) 
Unembehrlich für Militairs, lager, Tou- 
risten, Radfahrer, Segler, Junggesclien 
etc. — Erwärmung des Dosen Inhalts 
zu jed. Zeit. an jed. Orte u. unter allen 
Witterungsverhältn. in wenigen Minut. 
Fabrikate in allen Preislagen einpfichlt. 
Conserv. Fabr. Albert Rehse Sohn, 
Wulfel vor Hannover. 
— PFatente in 10 Staaten. — 
  
Asen 
ii#ungd.Cons.Bücke 
  
  
lelteste deutsche 
Sschaumwein-Kellerei 
Gegründet 1826. 
  
  
Hamburg, 
Verbindungsbahn 4. 
Ervort von Cigarren und 
Tabak, Nahrungsmittein 
und Getränken aller Mr# 
unter Garantie der Haltbarkeit 
in den Tropen. 
Lieierant #fur die Kalserliche Marine 
und Schutztruppe. (us) 
-luxæführliche Preislisten und zadll- 
reiche Atteste ꝛ2ur Versũüqung. 
xVO I 
(Gegr. 185 
% Saalfeld a. S. (Germany), (Cesr. 1854.) 
prämürt mi . 
mit eer Sildernen Medaille anf der Ausstellung im 
mielt mr gen n esspalast zu Berlin 1896, 
Sport nach allen Ländern ihre anerkannt vorzüglichen 
bei-, Mosel- und Pfälzer Weine 
n Preisen. Man verlange Preisverzeichniss. (152) 
    
Kegier Cahinet 
    
4½ 4 ertra dry 
  
       
G. C. Kessler &amp; Co. 
k. W. Hoflieferanten 
Esslingen. 
          
   
  
  
Min Kolonlalfreunden unentbehrlich: 
Deutsches Kolonial-Handbuch. 
Nach amtlichen Ouellen bearbeitet von 
Rudolf Fitzner. (uo) 
80. 462 Seiten, 5 Karten. Elegant 
geb. 6 Mk., brochirt 5 Mk. Enthält 
ein Verzeichnis der in den Kolonien 
thätigen Offziere, Beamten, Missio- 
nare, Kaufleute u. Pflanzer. Zu be- 
ziehen durch jede Buchhandlung 
sowiegegen Einsendung desBetrages 
durch Hermann Paetel, Berlin W.30. 
Briefmarken 
deutscher und anderer Kolonien 
werden zu kaufen oder gegen Marken 
anderer Länder zu tauschen gesucht. 
Ansichtssendungen erbeten. 
Auswahlen, länderweise geord- 
net, werden bereitwilligst an kauf- 
lustige Sammler gemacht. Referen- 
zen oder Standesangabe erforderlich. 
Briefmarkenhandlung A. Beddig, 
Hannover. (175) 
  
  
  
     
  
   
   
  
Musikinstrumente 
*Plvß 
für Orchester, Schule und Haus. 
Jnl. Heinr. Zimmermann, 
Fabrik u. Exhort von Musikinstrumenten, 
Leipzig. St. P’etersburg. Moskau. 
Neue illustrirte Preisliste gratis. (8) 
  
   
  
opt-Stahlkarren 
Pport x ENGL. FORM * 
Fabriciren 
HKörwens Co. 
B. Gladbache köln 
Verlag von Paul Toeche in Kiel, 
Hofbuchbändler Sr. Königlichen obeit des 
Prinzen Heinrich von Preußen. 
Album der deutschen Flotte. Leporello- 
Format. A. 1,50. 
v. Holleben, Korvett. Cptn. Sieben 
Louzes Seekadett. 1882. 268 S. 
mit 4 Portraits, gez. von Allers. 
80. . 5.—, eleg. geb. K. 6.—. 
v. Holleben, Deutsches Flotten-Leben. 
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Der Reichskommissar Major v. Wiss- 
mann beobachtete während seines Auf- 
enthalts in Afrika, 
Deutsche in die Tropen gingen und wie 
wenig sie die Bedingungen des dortigen 
Lebens und Verkehrs kannten und ch 
ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh- 
rend seiner letzten großen Expedition, 
zwischen dem Nyassa= und Tanganyika- 
See, hat er daher diese „Rathschläge und 
6 Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
1BUÜGrute kommen sollen, die sich in die 
wie unvorbereitet 
***22 deutschen Schutzgebiete oder in den dortigen 
KReichsdienst begeben. 
  
  
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An 10. Februar: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
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- Afrikas bis Loango. 
Am 18. Februar: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Martens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Ruffsque, Sierra Leone 
und Sherbro. 
Am 20. Februar: P. D. „Gretchen Bohlen“. Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncou. 
Am 28. Februar: P. D. „Jeannette Woermann“, Capt. Schade, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Senégal, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
NJachste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika: am 25. März und ferner am 
25. jedes Zweiten Monats. 
4t##e G#lter müfssen am Tapge vor chkem 45gangsdattm bis 12 Uhr mittags Ednsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Wocrmann- Linie 
7 Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
   
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Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Posrdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
„HERZOG“, Capt. v. Issendorlllll 2. Februar, 
,ApMIRAL“, Capt. Wsstttt ... 2. Februnr, 16. Februar, 
„KANZLER“, Capt. Elassn 6. Februsr, 2. März, 
„REICHSTAG, Capt. Weisskeaaa 2. März, 16. März, 
nach Nombassa, Tanga, Pangani-, Saadani, Bagamoyo, Dar-es-Saläm , Sansibar-, Külwa, Lindi, 
Mirindani, lbo, Mozambique ", Luelimane , Chindez, Beira“, Inhambane, Delagonbal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem verschenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem OC versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nuch allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dumpfer haben vorzügliche Etinrichtungen Ur Enssagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
· (Johannesburg und Pretoria) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: E 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfthrt-Aktien-Gesellschaft, 
"„owie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Oest- Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
  
–. — 
Verantkwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hosbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12. Kochstraße 46—71. 
Ausgegeben am 1. Febrwar 1808 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Deransgegeben in der Aeolenial · Ablheilung des Ausnãtligen Auls. 
. 
K I## 
  
— .....—.———— 
3 Herlin, 15. Februar 1898. 
———. — — 
— — — — —— — 
;Nummer 4. 
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—...—. — — 
  
Din#e Zeincchrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteliährlich 
Wienenben: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelebrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
uDeb#keln o. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Hratondlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk 3,50 für Deuichland und Oesterreich Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Lander des Weltvostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungo-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
XILT Amtlicher Theil: Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die Abschließung 
von Arbeitsverträgen mit Farbigen S. 77. — Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch- 
Lstafrika, betrefsend Sammlungen rc. S. 79. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für 
Deutsch-Ostafrika im Monat November 1897 S. 80. — Personalien S. 80. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 80. — Deutsch-Ostafrika: Bericht des Bezirko- 
amtmanns v. Elpons über seine Reise zum Rickwa-See S. 81. — Kamerun: Stand des Kaffees in Kamerun 
ö. 82. — Togo: Ueber die Lage im Togohinterlande S. 82. — Aus dem Bereiche der Missionen und 
der Antisklaverei-Bewegung S. 84. — Aus fremden Kolonien: Technischer Unterricht zur Vorbereitung 
ziu den Aufenthalt in den Kolonien in England S. 87. — Jahresbericht von Lagos für 1896 S. 89. — Britisch= 
Keu-Guinea S. 91. — Verschiedene Mittheilungen: Seminar für orientalische Sprachen in Berlin S. 92. — 
Prüfung und Werthbestimmung einer Probe Sesamsaat aus Togo S. 92. — Ueber Kolakultur S. 93. —. West- 
arü#anische Vflanzungsgesellschaft Victoria S. 96. — Schiffsverkehr der vom Reiche subventionirten Dampferlinien 
im Jahre 1896 S. 96. — Thätigkeit der botanischen Centralstelle S. 98. — Litteratur S. 98. — Litteratur- 
derzeichniß S. 98. — Schiffsbewegungen S. 99. — Verkehrs-Nachrichten S. 99. — Veränderter Fahrplan der 
Soermann-Linie für das erste Vierteljahr 1898 S. 100. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Berordnungen und Wittheilungen der Behörden in den Schuhgebieten. 
—–——.. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika an die Bezirks- 
und Bezirksnebenämter sowie die Stationen im Innern. 
Nachfolgend lasse ich den 2c. die mit Runderlaß vom 9. August 1897 zur Publikation übersandte 
Verordnung, betreffend die Abschließung von Arbeitsverträgen mit Farbigen, in etwas veränderter Fassung 
an Tratum von heute zugehen. Die Verordnung vom 9. August d. Is. wird hiermit formell aufgehoben. 
„ Der Passus über den Maximal-Arbeitslohn, früher § 6c, ist gestrichen worden, da in ihm ein 
Eigrif in Privatrechte erblickt werden könnte, und der § 3 hat eine etwas andere Form erhalten. Die 
unter Verücksichtigung dieser Punkte gedruckten Formulare werden in nächster Zeit übersendet werden. 
Dar-es-Saläm, den 12. November 1897. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) (gez.) v. Bennigsen. 
——MI — — 
verordnung des Naiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die 
Abschließzung von Arbeitsverträgen mit Farbigen. 
1. 
* All Verträge zwischen Europäern und Farbigen über ländliche und gewerbliche Arbeitsleistungen 
alserben als einmonatiger Dauer — außer den Verträgen von Gesinde und Karawanenbegleitern — 
ei bei Vermeidung der Nichtigkeit vor einer zur Abschließung von Verträgen zuständigen Kaiserlichen 
dehĩtde schriftlich abgeschlossen werden. 9
        <pb n="118" />
        — 78 — 
8 2. 
Der Vertrag muß bei Vermeidung der Nichtigkeit Bestimmungen treffen mindestens über folgende 
Punkte: 
a) Ort und Art der Arbeit, 
b) Dauer des Vertrages, 
c) Dauer der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit, 
d) Höhe und Zahlungsweise des Lohnes und der Verpflegung, 
e) bei Arbeitern, welche außerhalb des Schutzgebietes engagirt werden, Bestimmungen über 
Hin= und Rücktransport im Falle der Erkrankung oder Beendigung des Vertrages. 
/ 
83. 
Der Arbeitgeber ist berechtigt, dem Arbeitnehmer bis zu vier Feiertagen im Monat — bezw. 
innerhalb des Zeitraums von 30 Tagen — mit der Maßgabe zu gewähren, daß diese Tage bei der Lohn- 
zahlung nicht in Anrechnung kommen. Unter gleicher Maßgabe ist auf Wunsch des Arbeitnehmers der 
Arbeitgeber zur Gewährung von Feiertagen bis zu der vorgedachten Anzahl von vier im Monat verpflichtet. 
§ 4. 
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeiter im Falle von Krankheit — einschließlich geschlecht- 
licher — kostenlos mit Arznei, Verbandmitteln und der üblichen Verpflegung zu versehen. Bei Krankheiten, 
welche nicht im Arbeitsdienste zugezogen sind, wie bei solchen infolge geschlechtlicher Ausschweifungen, 
Schlägerei, Trunksucht, gilt das zu zahlende Poscho als Vorschuß. 
§ 5. 
Der Arbeitgeber hat Lohn= und Arbeitsbücher zu führen, aus denen für jeden Arbeiter zu 
ersehen sein muß: 
a) Name und Herkunft, 
b) Tag des Dienstantritts, Dauer der vereinbarten Dienstzeit, eventuell Tag der Vertrags- 
verlängerung, 
c) Lohnsatz pro Lohnperiode, 
d) die in jeder Lohnperiode gearbeiteten Tage, 
e) Krankheitstage, 
s) Art und Betrag etwaiger Abzüge in jeder Lohnperiode, ' 
g) Höhe des am Schluß jeder Lohnperiode gezahlten Lohnes, 
h) etwaige Vorschüsse, 
i) Strafen. 
§ 6. 
Unzulässig sind: 
a) Strafabzüge von mehr als einem Viertel des für eine Lohnperiode fälligen Lohnes, 
b) Vorschüsse, welche die Hälfte des Gesammtlohnes für die Dauer der Vertragzzeit über- 
steigen, falls dieselben dem Arbeiter nicht geleistet werden, damit er sich als Sklave freikauft. 
87. 
Der Arbeitgeber ist berechtigt, den Vertrag ohne Kündigung sofort aufzuheben: 
a) bei Vertragsbruch seitens des Arbeiters, 
b) bei länger als vierzehn Tage hintereinander dauernder Krankheit des Arbeiters, 
c) wenn sich der Arbeiter durch eigenes Verschulden arbeitsunfähig macht, 
d) in allen Fällen, wo nach der Gesindeordnung vom 8. November 1810 SS 117, 118, 
121, 122, 128, 129, 130, 131, 132 eine Herrschaft das Gesinde ohne Aufkündigung 
sofort entlassen kann. 
88. 
Der Arbeiter ist berechtigt, ohne Aufkündigung den Dienst sofort zu verlassen: 
a) bei Vertragsbruch seitens des Arbeitgebers, 
b) wenn er durch Mißhandlungen seitens des Arbeitgebers oder eines anderen ihm vorgesetzten 
Europäers oder farbigen Aufsehers in Lebensgefahr kommt oder Schaden an seiner 
Gesundheit nimmt, 
c) wenn er auch ohne Schaden für seine Gesundheit, jedoch mit ungewöhnlicher Härte be- 
handelt wird, falls auf seinen Vortrag das zuständige Bezirksamt diese Härte festgestellt hat.
        <pb n="119" />
        — 79 — 
809. 
Als Vertragsbruch gilt: 
a) seitens des Arbeitgebers: 
1. wenn der Arbeiter gegen seinen Willen zu anderer Arbeit, als im Vertrage vereinbart, 
verwendet wird, oder zu solcher Arbeit einem anderen Dienstherrn zur Verfügung 
gestellt wird, 
2. wenn der Arbeiter über die Dauer des Vertrages zurückgehalten wird, 
3. wenn Arbeitslohn und Verpflegung nicht so, wie vereinbart, gezahlt, oder höhere Abzüge 
als zulässig gemacht werden; 
b) seitens des Arbeiters: 
1. wenn er ohne Erlaubniß des Arbeitgebers und ohne krank zu sein, trotz erfolgter 
Verwarnung, häufiger die Arbeit versäumt, 
2. wenn er die Arbeit ohne gesetzliche Ursache gänzlich verläßt. 
8 10. 
Ein Arbeitgeber, der aus anderen als gesetzmäßigen Ursachen einen Arbeiter vor Ablauf der 
Dienstzeit entläßt, muß nach erfolgter Klage den Arbeiter wieder annehmen und den Arbeitsvertrag fort- 
sezen. Ein Arbeiter, der vor Ablauf der Dienstzeit ohne gesetzmäßige Ursache die Arbeit verläßt, muß 
auf Antrag des Arbeitgebers durch Zwangsmittel zur Fortsetzung des Arbeitsvertrages angehalten werden. 
811. 
Vertragsbruch seitens Farbiger wird mit Geldstrafe bis zu 100 Rupien allein oder in Verbindung 
mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten bestraft. 
8182. 
Ein Arbeitgeber, welcher wissentlich fremde kontraktbrüchige Arbeiter in Dienst nimmt oder gegen 
5 handelt, wird mit Geldstrafe bis zu 500 Rupien bestraft. 
8 13. 
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Arbeiter, die nicht in Deutsch-Ostafrika engagirt sind, auf seine 
hesten nach Beendigung des Vertrages an ihren früheren Wohnsitz zurückzubefördern. Das Bezirksamt 
konn von dieser Verpflichtung dispensiren. In Deutsch-Ostafrika engagirte Arbeiter sind dann auf Kosten 
der Mbeitgeber an ihren früheren Wohnsitz zurückzubefördern, wenn das Bezirksamt solches aus polizeilichen 
bder sonstigen Gründen für nöthig erachtet und seit der Beendigung des Arbeitsvertrages nicht mehr wie 
acht Wochen verstrichen sind. 
ban Die Kosten des Vertragsschlusses trägt der Arbeitgeber. Dieselben werden auf vier Anna 
estgesetzt. 
8 14. 
Die mit dieser Verordnung abgeänderte Verordnung vom 27. Dezember 1896 wird hierdurch 
außer Kraft gesetzt. 
Dar-es-Saläm, den 12. November 1897. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) (gez.) v. Bennigsen. 
— — — — 
Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika. 
Es ist von Seiten des Gouvernements bereits verschiedentlich darauf hingewiesen worden, wie 
wünschenswerth es ist, die Eigenheiten der hiesigen Völker zu sammeln, ehe sie der alles ausgleichenden 
Kultur zum Opfer fallen. Je weiter der Machtbereich der Stationen sich ausdehnt, desto mehr geht ver- 
beren, und es ist allerhöchste Zeit, zu retten, was noch zu retten ist. Der geeignetste Platz für die Auf- 
bewahrung und wissenschaftliche Verwendung der Sammlungen und Notizen ist eine Centralstelle und 
war dos Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin, wie bereits durch den Bundesrathsbeschluß vom 
2. Februar 1889 hervorgehoben ist. 
Das Museum hat dem Gouvernement einen Fonds zur Bestreitung von Anschaffungs= und 
Transportlosten der Sammlungen zur Verfügung gestellt. Ich bitte die Herren, die Sammlungen einsenden, 
eentuell Erstattung ihrer Unkosten aus diesem Fonds zu beantragen. Sammlungen aus dem Süden der 
#limie, aus dem Gebiete um den Manyara-See, aus dem OÖsten des Nyanza und dem Norden des
        <pb n="120" />
        Tanganyika sind vor Allem erwünscht. 
80 
Sorgfältige Bezeichnung der Gegenstände erhöht ihren Werth 
bedeutend, besonders wenn auch Notizen nach den Instruktionen des Museums beigefügt sind. 
Gegenstände des täglichen Gebrauches, der Kultur ꝛc. sind bedeutend wichtiger als Speere und 
Schilde, besonderer Werth muß auch auf Ornamentsammlungen gelegt werden. 
Die Abtheilung für Landeskultur ist beauftragt, alle Sammlungen für das Königliche Museum 
in Empfang zu nehmen, zu verpacken und zu versenden. 
Dar-es-Saläm, den 28. Dezember 1897. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(gez.) Liebert. 
(L. S.) 
  
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat November 1897. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,36 Mk.) 
  
Zölle für 
Schifffahrts.Holzschlag. 
–—. 
Neben- 
  
  
  
  
  
  
  
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
————.———————————— VPf. 
n - « « 
Tanga .. 628 251 ris4 33% 15 10785|12 
Pangani 4688 2043 322 15 +8 4322 4810856 18 14764 54 
Bagamoooo 8766 4| 0 5 2612577032 
Dar-#es= Salam 2515 114100256 44 32 17655 18 
————— 8669 28 —551 18 38119247 15 
Mikindani 1905 40 1 65 — 18 515 4% 26 — 13188 47 
Zusammen30168 1148 46% 2 — 57 56 4 101410·78 
— — — — — — — — 
41028 Mr. Mr.04 Mr.222 Mr.1042 Mt. 6 
81 Pf. 86 Pf. 64 Pf. — pf. I . 
  
DerWerthderAusfuhrbeiiämmtlichenStationenimNovember1897betrugs41794Rup.-464839Mk.84Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im November 1897 betrug 437 350 Rup. — 594 796 Mk. — Pf. 
  
  
— — — 
Personalien. 
Dem Kaiserlichen Landeshauptmann von Togo Köhler ist von der Regierung der Republik 
Liberia das Exequatur als Konsul für die Republik ertheilt worden. 
Kaiserliche Schuntruppen. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 25. Jonuar 1898. 
ÔÛ ßÛ 
  
v. Estorff, bisher Sekondlieutenant vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1, mit dem 
4. Februar d. Is. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 5. Februar d. Is. in der Schutz- 
truppe als Sekondlieutenant mit seinem bisherigen Patent angestellt. 
Dr. Kuhn, Assistenzarzt 2. Klasse, zum überzähligen Assistenzarzt 1. Klasse befördert. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 25. Januar 1898. 
Dr. Schreber, Assistenzarzt 2. Klasse, zum überzähligen Assistenzarzt 1. Klasse befördert. 
— — — — «-.«.—.· 
Perwnal-Machrichten. 
Deutsch -Ostafrika. 
Regierungsrath Ir. Stuhlmann ist Anfang 
Nichtamtlicher Theil. 
gereist. Seine Vertretung als Chef der Abtheilung 
für Landeskultur hat Forstassessor v. Bruchhausen 
übernommen. 
Januar mit Heimathsurlaub nach Deutschland ab-
        <pb n="121" />
        — 81 
Der Königlich preußische Landrichter Ebermaier 
hat behufs kommissarischer Wahrnehmung der Funk- 
tionen des Oberrichters die Ausreise nach dem Schutz- 
gebiete angetreten. 
Der Bezirksamtmann v. Eberstein ist zu kom- 
missorischer Beschäftigung in die Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amts einberufen worden. 
Bautechniker Goetze ist im Dezember v. Is. aus 
dem Gouvernementsdienst ausgeschieden. 
Der Vermessungsgehülfe Wolffhauer ist Anfang 
Dezember in Kerenge am Herzschlag verstorben. 
  
  
  
  
—. 
Ramerun. 
Der Landrentmeister Schumacher, Kassenver- 
walter bei dem Gouvernement, ist in die Geheime 
Kalkulatur der Kolonial-Abtheilung übernommen 
worden. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouvernements 
getretene Ingenieur Klein ist nach Kamerun ab- 
gereist. 
Cogo. 
Oberstabsarzt Wicke ist Ende Dezember vom 
Urlaub in Klein-Popo wieder eingetroffen. 
  
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebiekten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch -Pftafrika. 
kinen Berichte des Bezirksamtmanns v. lpons über 
seine Reise zum RNickwa-Lee 
entnehmen wir Folgendes: 
Am 27. September 1897 traf ich mit dem Stahl- 
boot bei Mirambo am Songwe ein. Hier wartete 
bereits der vorausgeschickte Theil meiner Expedition: 
Feldwebel Benkewitz, Lazarethgehülfe Schmauß 
und 55 Askaris. 
Am 28. September trat ich den Marsch über 
Vundali und Njembere an. Bundali gehört geo- 
graphisch zum Kondeland, ist auch von einem den 
Bokonde verwandten Stamm bewohnt, doch von dem 
Kondelande durch hohe Gebirgszüge vollständig ab- 
geschlossen. Die Fruchtbarkeit dieses Landes ist über- 
raschend und übertrifft sogar die des Kondelandes 
bei Weitem. Die Bevölkerung ist sehr dicht, das 
Land gut angebaut und bewässert, daß es den Ein- 
drud eines großen Rittergutes macht. Der Boden 
ist roth, lehmig und locker. Hauptsächlich werden an- 
gebaut die Banane, Bohnen, süße Kartoffeln, Mais 
und Mtama. Der Viehreichthum ist ganz außer- 
ordentlich. Durch seine Höhenlage, welche 1200 bis 
1400 m beträgt, sowie durch schützende Höhenzüge 
hat es den Vortheil vor dem Kondelande voraus, 
doß die scharfen, fiebergeschwängerten Winde hier 
ihren Einfluß verlieren. 
Die Landschaft Unyka, welche sich nach Westen 
an Bundali anschließt, ist ein trockenes, doch leidlich 
zut bevöllertes Land. Der Viehstand ist gering. 
Die Einwohner suchen theils im englischen, theils im 
  
Land ist leidlich fruchtbar, hat dunkelbraunen lockeren 
Boden und ist gut bevölkert, Vieh ist jedoch nur 
wenig vorhanden. Auch hier wird das Bezirksamt 
mit der Zeit nachhelfen. 
Am 11. Oktober gelangte ich in die Hauptstadt 
der Landschaft Inyamwanga, Häuptling Ngoma. 
Das Dorf besitzt ungefähr 600 Hütten und zählt 
ungefähr 1000 Einwohner. Das Land ist außer- 
ordentlich gut bebaut und sehr gut bevölkert. Der 
alte Häuptling Ngoma ist ein energischer, intelli- 
genter Mann. Seine Leute arbeiten viel auf der 
Stevenson Road als Träger. 
In Inyamwanga fand ich vereinzelt Schmelzöfen 
für Eisenerz, leider konnte ich keinen im Betrieb 
sehen. Das Eisen wird zu Hacken verarbeitet. Das- 
selbe wird gewonnen aus einem eisenhaltigen Lehm, 
welcher an den Bach= und Wasserrissen zu Tage tritt. 
Die Metallbestandtheile müssen außerordentlich leicht 
schmelzbar sein, da die Oefen mit Gras und Holz- 
kohle geheizt werden. Auch sah ich in Inyamwanga 
und später in Wuanda und Wungu zahlreiche Baum- 
wollenschamben. Die Baumwolle wird sehr mühsam 
in Fäden gesponnen und dann auf sehr primitiven 
Webstühlen zu Stoffen verwebt. 
Von Inyamwanga kam ich in die Landschaft 
Mkurue, Häuptling Tatjimba. Auch hier zeigte sich 
die Bevölkerung sehr entgegenkommend und gefällig. 
Man brachte sehr viel Lebensmittel und versprach, 
im Bedarfsfalle in Langenburg zu arbeiten. Auch 
diese Landschaft ist sehr dicht und gut bevölkert. 
Von hier gelangte ich am 15. in die Landschaft 
Wuanda und lagerte in der Hauptstadt Jumba- 
deutschen Gebiet Arbeit. Dem Häuptling von Nyrega Wuanda beim Häuptling Kassonze. Von hier aus 
wurden 15 Stück Rindvieh zur Aufbesserung seines 
Lihhstandes verabfolgt. 
besteht ein reger Handelsverkehr nach Unyirujembe, 
nach Kiweri und nach der Küste; zum Theil mag 
An 8. Oktober setzte ich meine Reise fort, durch dieses wohl auch bloß Durchgangsverkehr von und 
die Lndschaft Litampa, Häuptling Mwembe. Dies nach Uwemba sein.
        <pb n="122" />
        — 82 
Von hier aus setzte ich meine Reise am Seissi 
entlang fort und traf am 17. bei dem Dorfe Sama- 
angombe am Rickwa-See ein. 
Der Seissi ist hier fast vertrocknet, er erreicht den 
Rickwa-See nicht mehr. Vom See selber war hier 
nichts zu sehen. Das Land in der unmittelbaren 
Nähe des Sees ist eine große, trockene Graswüste, 
doch trifft man außerordentlich starke Rudel Antilopen 
verschiedener Arten, vor Allem aber Zebras in un- 
zählbarer Menge. 
Während meines Marsches vom Seissi bis zu 
dem Dorfe des Muniwungu, wo ich am 20. eintraf, 
wurden wir stets von Rudeln Zebras in der Stärke 
von 30 bis 40 Stück begleitet, die so vertraut waren, 
daß sic einzelne Leute bis auf 80 m herankommen 
ließen, ehe sie flüchtig wurden. Bei den Zebras 
bemerkte man häufig Antilopen, immer aber waren 
die Zebras von einer Art Möven begleitet, welche, 
auf den Rücken der Zebras sitzend, anscheinend von 
diesen geduldet werden. 
Ein geschossenes Zebra zeigte für ein Reitthier 
wenig geeignete Formen; schwerer Kopf, kurzer sehr 
starker Schwanenhals, breite Brust, schräge Schulter, 
Senkrücken, schwere Kruppe, kurze, doch stämmige 
Beine, klobiges Fußgelenk, sehr schräg gestelltes Fessel- 
gelenk, stark gespaltener großer Huf dürften nicht die 
Eigenschaften sein, welche man von vornherein an 
ein Reitthier stellt. Die Größe am Widerrist wird 
auch bei den größten Hengsten 1,50 m nicht über- 
schreiten. Ich werde versuchen, einzelne Zebras 
einfangen zu lassen. 
Der Nickwa-See ist an seiner Südseite sehr seicht, 
das Wasser war hier bis auf 150 m kaum knietief, 
sehr schmutzig, leicht salzig und wird daher von den 
Anwohnern nicht genossen. 
Sehr zahlreich sind die Arten der Wasservögel, 
die an den Usern des Sees zu Tausenden nisten, 
u. A. Flamingos, Kronenkraniche, schwarze Gänse 2c. 
Am 20. traf ich bei Muniwungu ein, der einen 
lebhaften Karawanenhandel über Utengule nach der 
Küste betreibt. Das Land ist vorzüglich bebaut und 
gut bevölkert. Auch hier aber herrscht Viehmangel, 
da die letzte Viehseuche hier alles Vieh vernichtete. 
Ueber Utengule traf ich am 30. Oktober in 
Langenburg wieder ein. 
Kamerun. 
Stand des Raffees in Kamerun. 
Einem Bericht aus Kamerun zufolge gedeiht der 
bei der Station Buéba versuchsweise angepflanzte 
Kaffee in jeder Hinsicht ausgezeichnet. Die Sträucher 
haben bereits im Jahre 1897 einige Blüthen gezeigt, 
und es steht zu erwarten, daß sie in diesem Jahre, 
also 2½ Jahre nach dem Auspflanzen, zum ersten 
Mal Früchte tragen werden. 
  
Togo. 
Ueber die Lage im Togohinterlande 
berichtet Stationsvorsteher Dr. Kersting unter dem 
3. Dezember 1897 aus Kirikiri Folgendes: 
Das Einvernehmen mit den Eingeborenen ist zur 
Zeit fast durchgängig ein gutes. 
Der mohammedanische Theil der Bevölkerung hat 
mir in manchen schwierigen Situationen zur Seite 
gestanden. Er ist numerisch kleiner als der der 
„Gott nicht kennenden“, wie man hier sagt, aber 
sehr einflußreich und wirthschaftlich sehr bedeutend. 
Ich habe drei große Limame in meinem Gebiet, den 
von Dadaure, den von Bafilo und den von Adyé 
(Kirikiri). Letzterer ist am 16. November 1897 ge- 
storben (Darmverschluß). Wir sind seit einem Monat 
in der Wahl eines Nachfolgers für Kirikiri. Die 
Spitzen von ganz Kotokoli (Tschayo und die Kotobkoli 
sprechenden Grenzländer) waren hier zur Todtenfeier. 
Der Limam von Tshamba scheint in den Augen 
der Mohammedaner nicht so bedeutend, ist aber der 
leitende und entscheidende Mann dieser Stadt, die 
Bafilo, wie ich schätze, an Größe übertrifft (vielleicht 
40 000 bis 50 000 Einwohner). 
Der Rechtsschutz durch die Station wird mit 
jedem Tage mehr in Anspruch genommen. 
Auf der großen Veranda eines kürzlich hier ge- 
bauten Hauses regele ich täglich fünf bis zehn Pa- 
laver, wobei gewöhnlich einige Große der Stadt und 
eine hundertköpfige Korona mithelfen. Die meisten 
sind verständig und haben ein gesundes, dem unserigen 
gar nicht sehr fernstehendes Rechtsbewußtsein, so daß 
sich bisher alle Fälle ohne Schwierigkeiten und zur 
Zufriedenheit schlichten ließen. Folgendes Palaver 
ist 99 pCt. von allen anderen. Es charakterisirt den 
sozialen Grundfehler des Landes, und es ist das, gegen 
welches vorsichtig, aber energisch aufzutreten ich für 
meine nächste Aufgabe halte: 
Ein Mann erhält eine ausstehende Schuld nicht 
zurückbezahlt. Der Schuldner ist zahlungsunfähig 
oder zu stark, um gezwungen zu werden. Der Gläu- 
biger geht daher an eine belebte Straße des Handels 
oder auf einen beliebigen Markt oder irgend eine 
Farm und hält sich durch den Raub einiger ganz 
unbetheiligter Menschen schadlos, die er verkauft oder 
zu eigenen Sklaven macht. Er empfindet das Un- 
recht nicht; er hat ja ein Anrecht auf einen gleichen 
Werth. Der Beraubte hält sich bei einem dritten 
ganz Unbetheiligten schadlos, und so geht es oft 
über Generationen fort. 
Ich habe nun überall erklärt, daß zur Sicherung 
von Eigenthum, Handel und Verkehr von nun ab 
jede Schuld vom Schuldigen gefühnt werden müsse. 
Diese Auffassung ist der Bevölkerung keineswegs neu, 
und die Gerichte der Häuptlinge haben sie oft zur 
Geltung gebracht. Die alte egoistische Gewohnheit 
ist aber trotzdem weit verbreitet geblieben. Der 
Egoismus ist im gegebenen Falle immer größer als 
Rechtssinn und Gemeinsinn.
        <pb n="123" />
        Sklavenraub ohne vorausgegangenen Anlaß ist 
im Ganzen selten. Ich habe erklärt, daß ich gegen 
ihn auftreten werde, wo sich Gelegenheit bietet. 
Gefahren für die Station und kriegerische Zwischen- 
fälle sind für die Zukunft in diesen Theilen des 
Hinterlandes nur dann zu befürchten, wenn die Lan- 
deshauptmannschaft nicht in der Lage ist, der Station 
die nöthigen Machtmittel zu belassen. Ich habe in 
Sugu-Wangara 43 Soldaten zur Verfügung gehabt. 
Ich glaube, daß es unvermeidlich sein wird, diese 
(von denen zwei nach Einziehung unserer Fahnen 
desertirt sind) der Station dauernd zu belassen. Es 
handelt sich hier um sehr bedeutende Menschenmassen, 
die zwar keineswegs kriegerisch sind, wenn richtig 
behandelt, die aber nur gehorchen, wenn sie eine 
gewisse Macht sehen. 
Außer in Kirikiri habe ich bereits durch die Ein- 
geborenen kleine feste Stationen bauen lassen: in 
Dako, Bafilo, Tschamba und Dadaure. An letzterem 
Orte werde ich in nächster Zeit mit dem Bau der 
Hauptstation beginnen. Posten habe ich zur Zeit in 
Dako, Bafilo, Sudu, Dadaure, Paratau, Tschamba 
und Kushunti. Wenn in Basari geordnete Verhält- 
nisse herrschen werden, wird der Posten in Dalo 
eingezogen werden können. 
Ueber drei Reisen, die ich neuerdings unter- 
nommen habe, möchte ich hier noch einige Worte 
anschließen. 
Die erste galt einem Zusammentreffen mit Herrn 
d. Massow, welches wir beide im Interesse unserer 
Aufgabe für wünschenswerth hielten. Ich wählte, 
um einen anderen Theil meines Gebietes kennen zu 
lernen, eine neue Route. Von Kirikiri ging ich über 
Pasa (eigentlich Panyanga, Pasa heißt der Fluß), 
wo die Ebene in stark gewelltes Terrain übergeht, 
nach Kumene. Ueberall die leidige Buschsavanne, um 
die Dörser wohlgepflegte, ausgedehnte Farmen: 
Guineakorn in mehreren Varietäten, Nams, Okro, 
Lohnen, Baumwolle, Kürbisse; kein Maniok, selten 
ein wenig Reis. Das Gras ist zu Beginn der 
trocenen Zeit, etwa Mitte Oktober, so hoch und 
dict, daß es das Reisen in dieser Trockenzeit sehr 
unbequem macht. Ich empfinde es aber täglich als 
einen Segen, daß die kleine, rothe Zecke (Buschmucker), 
die in Gras und Busch Neu-Guineas so sehr be- 
lästigt, hier fehlt. Auch der Sandfloh kommt hier 
meines Wissens nicht vor. Kumene, etwa 500 Hütten, 
hübsch an einem kleinen Höhenzuge gelegen, schließt 
mit Trogode, das ein paar Stunden weiter westlich 
liegt, die Kotpkolissiedelungen nach Westen ab. In 
den Winkel, den die von Basari nach Süden und 
Osten abgehenden Gebirgszüge bilden, giebt es nur 
vereinzelte Fullanigehöfte und eine größere Fullani- 
niederlassung, einen Tagemarsch von Basari, wo man 
auf dem Wege von Dadaure nach Basari übernachtet. 
Tabalo liegt auf einem Berggrat weithin sichtbar, 
veel nördlicher als auf der Karte angegeben, einen 
kleinen Tagemarsch von Dako. 
Jon Trogode, das etwa 200 Hütten zählt und 
83 
  
an der großen Straße von Bafilo über Aledjo-Katara- 
nach Dadaure liegt, ging ich nach Dako auf steinigem, 
unbequemem Wege, die letzten drei Stunden (von 
sieben Stunden) im Gebirge, mit guter Umsicht über 
das Ganze nach Norden und Süden. In Dako er- 
hielt ich Herrn v. Massows briefliche Bitte, die 
Zusammenkunft nach Basari zu verlegen, da Herr 
Winkler todkrank an Schwarzwasserfieber darnieder- 
liege. Ich marschirte daher weiter nach Basari, zu- 
erst am Nordhang des Gebirges von Dako hin, mit 
dem schönen Fernblick auf die Bergzüge von Kabure 
(Kapre), dann durch anmuthiges Hügelland, auf 
steinigem Wege, bis an die charakteristische, flache 
Kuppe von Basari. 
In Basari genoß ich zwei Tage lang die liebens- 
würdigste Gastfreundschaft und konnte alles Wünschens- 
werthe mit Herrn v. Massow besprechen. Herr 
Dr. Gruner war bereits Rekonvaleszent und Herr 
Winkler über die Hauptgefahr glücklich hinüber. 
Die Stationsanlage ist ungünstig am Berghang auf 
feuchtem Grunde gelegen. Herr v. Massow plante 
ihre Verlegung. Basari liefert dem Osten Eisen und 
Tabak und ist deshalb geschätzt, dabei wegen der 
Raublust seiner Bewohner gefürchtet. Auf dem 
Rückwege ging ich über Dako, Tabale, Nyamazile, 
Dadaure. Dako ist Kautschukmarkt. Der Kautschuk 
kommt aus der Umgegend von Tabolo. Ich begab 
mich dorthin, um selbst zu sehen. Es handelt sich 
um ganz schmale Linien Galeriewald, die den Bach- 
läufen entlang ziehen und Kautschuklianen (Landolphia) 
in geringer Menge enthalten. Ich fürchte, daß sich 
große Hoffnungen für die Zukunft an diese Gebiete 
nicht knüpfen lassen. Die Gewinnung ist die rohe, 
allgemein bekannte. Ein Ball Kautschuk wird in 
Dako bei einer Größe von 5 cm Durchmesser mit 
100 bis 200 Kauris bezahlt. 
Sonst wird in meinem Gebiete, soviel mir bisher 
bekannt, kein Kautschuk gewonnen. Es giebt im 
ganzen Lande keinen Wald, die kleinen Galerien an 
den Bächen abgerechnet. Ehe es vielleicht gelingt, 
durch Hintertreibung der Grasbrände größere Theile 
der Savanne aufzuforsten, wird Kotokoli kein Kaut- 
schukland werden. Das Vorkommen von Gummi- 
pflanzen im Graslande ist mir bisher nicht bekannt 
geworden. 
Außer einer reichlichen und guten Ernährung 
seiner Bewohner produzirt dieser Theil unserer Ko- 
lonie zur Zeit kaum etwas, was zum Export aus 
so fernen Gebieten reizen könnte. 
Der Reichthum, den der Wohlhabende an Land- 
erzeugnissen besitzt, besteht in Pferden, Rindern, 
Kleinvich, werthvollen einheimischen Baumwollstoffen, 
Kaurimuscheln und Farmen. Dieses sind auch Zah- 
lungsmittel für die Importe. An Pferden sind nur 
die kleinen einheimisch. Die großen werden von 
Norden importirt. 
Das größte Interesse beanspruchen zuerst die Rinder, 
mehrere Rassen, alle groß und werthvoll wie das 
beste norddeutsche Rassevieh. Viel von demselben
        <pb n="124" />
        geht nach auswärts, auch bis an die Küste, besonders 
die englische Goldküste. 
Die Fullani sind vorzügliche und fleißige Vieh- 
züchter, die, wenn sie wie jetzt den Schutz der Re- 
gierung genießen, voraussichtlich in kurzer Zeit ihre 
Viehbestände wesentlich erweitern werden. Ich pro- 
tegire sie nach Möglichkeit. Sie sind die Land- 
bevölkerung dieser Gegenden. Sie hängen den größeren 
Centren an, denen sie Fleisch, Milch und Butter für 
den Markt liefern. Ihre Zahl im Lande ist nicht 
unbeträchtlich und sie sind wirthschaftlich zur Zeit 
wohl der werthvollste Bestandtheil desselben. 
Um Dadaure und die nahe gelegenen Dörfer 
sind die Farmen von bedeutender Ausdehnung. In 
Dadaure besprach ich mit Yabo die Stationsgründung. 
Er ritt mit mir auf die fünf Minuten nördlich ge- 
legene Anhöhe, die das ganze Land rundum beherrscht, 
von einem Bach umflossen wird, und die ich für die 
Stationsanlage gewählt hatte. Ich habe bei dieser 
Gelegenheit zum ersten Mal Yabo gegenüber von 
einigen kleinen Ansprüchen, die die Station von ihm 
erwartet, gesprochen und ihm sein Verhältniß zur 
Station und der Regierung beleuchtet. Er that sehr 
erfreut und war mit Allem einverstanden. 
Von Dadaure bin ich dem alten direkten Weg 
gefolgt, der die Hauptstraße ins Innere war, als 
Dadaure noch Residenz war. Ich habe gefunden, 
daß er genau so gut ist wie der neue über Paratau 
und vielleicht etwas kürzer. Er führt über eine 
niedere Paßhöhe direkt nach Pasua und kommt hier 
mit der neuen Straße zusammen. 
Diese Reise dauerte vom 6. bis 19. Oktober. 
Herr Schroeder hatte unterdessen an dem Ausbau 
der Station Kirikiri weitergearbeitet. 
Am 30. Oktober mußte ich nach Tshamba. Ein 
Stadttheil hatte meine Soldaten, die ich zur Ein- 
bringung eines Uebelthäters hingeschickt hatte, ange- 
griffen und einen durch einen Gistpfeil verwundet. 
Durch die kluge und thatkräftige Hülfe des Limams 
von Tshamba gelang es mir, die Sache an Ort und 
Stelle gut und friedlich beizulegen. 
Der Limam bereitete mir den stattlichsten Empfang, 
den ich hier im Lande erlebt habe. Er kam mit 
30 Reitern zwei Stunden weit entgegen und geleitete 
mich mit Konzert und Reiterspielen bis auf den 
Königsplatz, wo wir das Palaver vor einer großen 
Versammlung regelten. Tshamba ist ein Komplex 
von einer großen Anzahl von Dörfern, größer als 
Bafilo, drei große Märkte, ein werthvoller Besitz 
für uns. Bei Basida hatten die Franzosen, nach dem 
Schießen zu urtheilen, ein kleines Gefecht. Ich ließ 
im Süden der Stadt zwischen den Wegen nach Pa- 
ratau und Alibi eine Station von sechs großen Hütten 
bauen, die jetzt bereits fertig sind. Dann besuchte 
ich die Häuptlinge von Alibi und Kutjoni, welch 
Letzteres sehr hübsch und in einem kleinen Walde von 
mehreren Kilometern Durchmesser liegt. Alibi hat 
über 1000, Kutjoni über etwa 500 Hütten. Das 
Land ist hier in der Ebene fruchtbarer als in den 
84 
  
westlichen Theilen, die ich eben bereist hatte. Es 
wird besonders viel Baumwolle gepflanzt. Man 
spricht in Tshamba eine andere Sprache als Kotokoli. 
Wie einige sagen, soll Tshamba eine Basarinieder- 
lassung sein. Am 3. November war ich wieder in 
Kirikiri. Am 8. mußte ich nach Paratau (ein starker 
Tagemarsch von Kirikiri), um ein Palaver mit Jambo 
zu erledigen, das sich durch einen Clerk nicht machen 
ließ. Von Paratau marschirte ich nach Kushunti und 
Kambole, Letzteres liegt nach meinen Wegaufnahmen 
noch mindestens 5 km von der französischen Grenze, 
beide südöstlich von Alibi. Es sind die schlimmsten 
Raubnester meines Gebietes zusammen mit den in 
der Nähe liegenden Gobi und Bugu. Der ganze 
Handel zwischen Tshamba und Blitta, Pessi r2c. wird 
durch sie beständig gestört, und untereinander liegen 
sie beständig im Kampf. 
Ich habe in einer großen Versammlung in 
Kushunti den Frieden unter ihnen vereinbart und das 
Versprechen erhalten, daß das Wegelagern an der 
Straße nach Pessi und überhaupt eingestellt werden 
solle. In Kughunti habe ich zwei Soldaten stationirt. 
Kambole leistete meinem Rufe nicht Folge und er- 
klärte, daß es mit mir fechten wolle, wenn ich käme. 
Ich kam am 12. November. In der Nacht vorher 
hatte mir Alibi etwa 100 Bogenschützen und Tshamba- 
einige Reiter mit Speer und Fanghaken zu. Hülfe 
geschict. Ganz Kushunti, wohl 600 Krieger, war 
auf den Beinen. Wir wurden in Kambole, das wie 
Kushunti von einem Waldsaum umgeben ist, sofort 
angegriffen. Da wir wenig Patronen hatten, stürm- 
ten wir nach einigen Salven mit Erfolg. Außer 
einem Kushuntimann waren auf unserer Seite keine 
Verluste. 
Ich habe dem Häuptling sagen lassen, daß er 
kommen müsse und Frieden versprechen. Das wird 
wohl mit der Zeit geschehen. Am 14. November 
kehrte ich nach Kmikiri zurück. Zu wissenschaftlichen 
Arbeiten habe ich zur Zeit noch wenig Muße. Meine 
Sammlungen stehen noch in sehr bescheidener Aus- 
dehnung. Gesundheitlich geht es uns Allen gut. 
Ueber die Aussichten, die sich an die Verwaltung 
dieses Theiles der Kolonie knüpfen, werde ich der 
Landeshauptmannschaft meine Ansicht vorlegen, sobald 
ich in alle Verhältnisse genügend eingeweiht sein 
werde. 
  
Aus dem BPBrreiche der Wiss#onen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Ueber die Sklaverei im Protektoratsgebiete von 
Sansibar verbreitet sich ein von der englischen Re- 
gierung veröffentlichter Bericht des Vizekonsuls 
O'Sullivan auf Pemba (Parlamentarische Druck- 
sache Afrika Nr. 1, 1898). Der Bericht sagt, die 
Sklaveneinfuhr habe so gut wie aufgehört, während 
hingegen insgeheim noch sehr viele Sklaven aus der 
Insel nach der Benadirküste oder nach dem persischen
        <pb n="125" />
        — 85 
Golf ausgeführt würden. Was die Haussklaverei 
betriftt, sei keine große Veränderung vor sich ge- 
gangen. Während der sechs Monate zwischen dem 
Inkrafttreten des Abschaffungsdekrets und der Ab- 
fassung des Berichtes hätten etwas über ein Dutzend 
Sklaven die Freiheit erlangt. Die Ursache hiervon 
liege in der Unwissenheit und in der Indolenz der 
dortigen Sklaven. Uebrigens habe das Abschaffungs- 
dekret in Bezug auf die Behandlung der Sklaven 
günstig gewirkt. 
Der kürzlich verstorbene englische Philanthrop 
John Thomas Morton hat in seinem Testamente 
den größten Theil seines gewaltigen Vermögens 
der Mission vermacht. Um wie große Summen 
ch sich dabei handelt, läßt sich noch nicht über- 
sehen. Von Sachverständigen wird die Erbschafts- 
masse auf 14 bis 15 Millionen Mark geschätzt, 
wovon für die Mission acht bis zehn Millionen übrig 
bleiben dürften. Den Löwenantheil dieser Summe, 
sost zwei Drittel dovon, erhält die Brüdergemeinde. 
Dieser Mission, der er von Geburt ganz fern stand, 
näherte er sich zuerst im Jahre 1894, und in den 
dier Jahren seither hat er ihr nicht weniger als 
271 300 Mark geschenkt, ohne das anfangs erwähnte 
Vermächtniß. 
Ueber die Thätigkeit der Pallotiner-Mission in 
Kamerun während des Jahres 1897 berichtet der 
opostolische Präfekt P. Vieter in Kribi (gleichfalls 
in Kreuz und Schwert“): 
Aus Kribi ist vor Allem die erfreuliche Thatsache 
zu bemerken, daß dort 36 Yaundekinder seit einem 
Johr zur Erziehung sich befinden, ferner 26 Knaben 
aus den Mabea= und Ngumbastämmen und 13 von 
der Batangaküste, also im Ganzen 75 Knaben. Außer 
diesen 75, von der Mission gänzlich unterhaltenen 
Knaben wird unsere Schule in Kribi von 30 Knaben 
aus Kribi besucht. Mehrere der älteren Knaben 
  
erlernen dann die Schreinerei, Schusterei oder Schnei- 
berei, während andere als Hülfslehrer sich ausbilden, 
um in den Nebenschulen ihre Kräfte der Mission zu 
widmen. Zehn solche Hülfslehrer leisten der Mission 
Kiii bereits gute Dienste in den zehn zu Kribi ge- 
hörenden Nebenschulen. Der größte Theil der Knaben 
wird außer der Schulzeit mit Feldarbeit beschäftigt. 
Unsere drei Schwestern in Kribi haben 15 Mädchen, 
denen sie vollständigen Unterhalt und angemessene 
Eriehung geben. Außerdem wird die Schwestern- 
shule hier von etwa 25 Mädchen aus Kribt besucht. 
Die Zahl der Getauften in Kribi beträgt jetzt 600. 
In Marienberg wird die Schule von 70 Kindern 
besucht, die alle von der Mission völlig unterhalten 
werden. Die Zahl der Taufen ist dort auf 1050 
gestiegen, gewiß eine schöne Zahl. Marienberg ist 
di älteste Station. Die zu Marienberg gehörenden 
Nebenschulen, etwa 19 bis 20, zählen eine sehr große 
Anzahl Schüler. Wenn sich alle täglich einfinden, 
àerfte die Zahl derselben wohl 750 bis 800 be- 
kagen. Leider ist das bei den Marienberger Neben- 
  
schulen ebenso wenig der Fall als bei den Neben- 
schulen Kribis, Edeas und Engelbergs. Die Schwestern 
in Marienberg, drei, widmen sich der Erziehung der 
weiblichen Jugend in derselben Weise wie die 
Schwestern in Kribi. Die Zahl ihrer Zöglinge ist 
17 bis 18, die alle ihren Unterhalt von der Mission 
erhalten. Die Schwestern haben in mancher Hinsicht 
mehr Schwierigkeiten mit den Mädchen als die 
Patres mit den Knaben, auch ist es für dieselben viel 
schwieriger, Mädchen zur Erziehung zu erhalten, als 
es für die Patres ist, Knaben zu bekommen. 
In Edea wurde im Mai d. Is. durch P. Müller 
und zwei Brüder die dem heiligen Herzen Jesu ge- 
weihte Station wieder eröffnet; wegen Priester- 
mangels war sie über zwei Jahre verwaist. Die 
Schule in der Station selbst zählt zwar nur 30 
Schüler, aber 17 bis 18 Nebenschulen, die P. Müller 
errichtete, arbeiten mit und sichern der Mission eine 
gute Zukunft. Die Zahl der Getauften in Edea 
beträgt zwar zur Zeit nur 225, wird aber im näch- 
sten Jahre eine erfreuliche Zunahme auszuweisen haben. 
Engelberg, unsere Erholungsstation im Kamerun- 
gebirge, wurde im letzten Jahre sehr stark in Anspruch 
genommen, dafür fanden aber in diesem Jahre gar 
keine Heimreisen nach Europa statt. Die Station 
erweist sich als eine wahre Wohlthat für uns. Die 
Schülerzahl beträgt 30, getauft wurden etwa 110. 
In Mapanja, /4 Stunden von Engelberg, 700 m 
hoch, wurde in diesem Monat von drei Schwestern 
eine Station eröffnet. Auf Engelberg befindet sich 
auch eine Erholungsstation für Schwestern. Neben- 
schulen wurden im Gebirge acht errichtet. 
Die Kaffeefarm Engelbergs gedeiht sehr gut, doch 
hat sich ein großer Feind der Pflanzungen gefunden, 
nämlich die Kühe der Eingeborenen, die die Zweige, 
Blätter und Früchte abreißen und verschlingen. 
In Victoria kaufte ich von einem Schwarzen ein 
passend gelegenes, noch gut erhaltenes Wellblechhaus 
zu 1000 Mark, das unseren erholungsbedürftigen 
Mitbrüdern und Schwestern als Absteigequartier 
dienen soll. Der Platz, auf dem das Haus steht, 
war von der Regierung gepachtet, wurde aber auf 
eine Eingabe meinerseits der Mission vom Kaiser- 
lichen Gounverneur v. Puttkamer als Eigenthum 
zugesprochen. 
Im Juni starb in Marienberg Schwester Chri- 
stine am Schwarzwasserfieber nach etwa 15 Monaten 
aufopfernder Thätigkeit in unserer Mission. Alle 
Patres, vielleicht mit Ausnahme eines einzigen, litten 
im letzten Jahre weniger am Fieber, als es früher 
der Fall war. 
Großen Vortheil bringt uns die in diesem Jahre 
erfolgte Drucklegung des Duallakatechismus und der 
biblischen Geschichte in derselben Sprache. (Vergl. 
den Bericht desselben Verfassers auf S. 58 ff. des 
als Beilage zur vor. Nr. des Kol. Bl. erschienenen 
„Jahresberichts über die Entwickelung der deutschen 
Schutzgebiete im Jahre 1896/97“.)
        <pb n="126" />
        86 
. 
Die „Allgemeine Missions= Zeitschrift- veröffentlicht folgende Uebersicht über den Stand der deutschen evangelischen Missionen Ende 1896: 
  
  
  
  
  
  
  
  
#u. 2 3. 4. 5. 69. 7. 8. —t— 
Missionsgesellschaften 1 2 . 8 Eingeborene " " Einnahme *nt 
. « . . z Z S 5 Gehülsen Z a b ½2— 
mit Angabe der betreffenden Missionsgebiete. p 2 S. S . . E. 
i8 S # —2. b. — „ Irn ader 2 Aufbringun- A b .ê 
NB. Die gesperrt gedruckten Namen bezeichnen die hauptsäch. S S 5 "„ S S Abug des gen in den Ausgabe #*2 
lichsten Gebiete der betreffenden Gesellschaft. 8. — 3 "l — S 8 8 B vorjährigen betreffenden Ses 
- 2 2 8 z 9 . HLassen= Missions. S 
it # #·# 8 2# ccJ M 55 bestandes gebieten 55 35 
1. Mission der Brüdergemeinde: Grönland, La- s IMakt MarkE Mark 
brador, Alaska, Indianergebiet von Nordamerika, 6 i 
westindische Inseln, Moskitoküste, Demarara, 3 i I 
Suriname, Kapkolonie, Deutsch-Ostafrika (Konde= 1 # 1 I 
land), Australien (Victoria, Nord-Queensland), Himalayua 1732135 94812 18419 1110 414 262 24 *i 522 288 989 289 627 841 24 
2. Basler Missionsgesellschaft: Südindien (Ma- # I 
laben-I,Chtna(Kanton),GoldküsteKamerun..1815533374017036;427I523I406I 15049I 100258813777731087076112 
3. Berl. Missionsgesellschaft (Berlin I): Südafrika 1 14 I , 
(Kapkolonie, Kafferland, Oranje, Transvaal, Natal), « l 
China (Kanton), Deutsch-Ostafrika ( (Kondeland) 1823 57 29999 83— ca. 410 ca. 204 ca. 160 5867 391 494 212 780 379219 4 
4. Rhein. Missionsgesellschaft (Barmen): Deutsch- I · 
Südwestafrika (Nama-, Herero- und Ovamboland), 
Kapkolonie, Borneo, Sumatra, Nias, China (Kan- " # 
tondistrikt), Neu-Guinen 182879 1 64 317 # 109 23 
5. Nerdd. Missionsgeselos aft (Fremen) Sklaven- 49 . 
küste(Engl.-undeutschthesoderTogoland)..1836 4I1814e191ca.18ica.31-34i 873 130 000 ca. 6130 
6. Goßnersche Missionsgesellschaft (Berlin Il#: - l I 
I 
I 
--— 
844 256 
230 10982 497920 79525 540 028 60 
136 000 5(46) 
  
Nordindien (Kols- und Gangesmission) . . . 183619 37221 37 19 384 210 ca. 60c. 2800 167 647 ca. 11 000 207437 14 
7. Leipziger Missionsgesellschaft: Südindien # "„ I 
(Tamulen), Rangun; Englisch-Ostafrika (Wakamba) 1 # I 
Deutsch-Ostafrika (Kilimandjaro) ..... .1836361607840.22W53(52«217 632340500115098041275525 
  
8.FtauenveremfürchrtstlBrldungdes weibl. f . 
Geschlechts im Morgenlande= Nordindien (Gan- 1 
gesgebiet), Jerusalen . . ...«1842— — — — — 6 8 ca. 200 17 366 — 15 453 — 
9. Hermannsburger Missionsgesellschaft. Süd= " 402 I I 
—- 
  
  
  
  
  
afrika (Natal, Sululand, Vetschuana), Ostindien I i 
(Telugu)j.. .... . . 18489 35250 56 — ca. 282 ca. 120 108 79 242330 74954 242 302 32 
10. Berliner Frauenverein für China- Findel- und I I I I - I I I 
Erziehungshaus in Hongkong . .. I1I1850 1 (co. 200) 1 — — 3 1 98 14779 751 15250 I — 
11. Jerusalemverein: Bethlehem, Becdjala, Hebron 1852 3 ca. 300 I 2 1 5 6 3 ca. 350) 50 111 — 365170 1— 
12. Schleswig-Holsteinische evang.-luth. Missions- " # 
gesellschaft zu Breklum: Ostindien (Lelug und 1 6 s « I 
rija-Jeypur) . ... . . . 1877 6 458 12 — 17 32 ca. 6 360 81526 : 80 174 ca. 8 
13. Neukirchner Nissionsgesellschaft. Java; enn. I I l I I I · 
Ostafrika (Tanafluß, Insel Lemzz)) 1388119 7844 9 — 23 8 8 267 52650 : 47925 28 
14. Allgemeiner evang. protestantischer missions= I "„ I : « « « 
verein: Japan; Chna . .51884 2 266 5 — ca. 6 1 ca. 4 ca. 200 47 761 ? I 4 661 — 
15. Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch- I - I I I I 
Ostafrika (Berlin III): Deutsch-Ostafrika (Usam= I « I I « 
baraUsaramoundRuste........ ..1885 7 68 13 — 5 — 6 164 54849 415 88 507 — 
16. Neuendettelsauer Missionsgesellschaft: Neu- 1 — I I I 
Guinea, Queensland (ausschließlich der Stationen der I I k I I I 
austracischenJmmanuelsynodeji........11886 4 7 9 — — 4 ca. 9000 59987 — 60424 ca. 4 
  
Zusammen 471 315064 751 121 3766 2176 1517 73961 3738292 1 567901 4024222 316
        <pb n="127" />
        „Unter dem rothen Kreuz“ meldet die Ankunft 
der Pflegeschwestern Hermine Seiff und Martha 
Selig in Dar-es-Saläm. 
  
In „Kreuz und Schwert" lesen wir: Eine trau- 
rige Nachricht kommt aus Uschirombo (Bezirk Tabora, 
apostolisches Vikariat Unyanyembe, Bischof Gerboin). 
Im Monat September ist — aus welchem Grunde 
wissen wir noch nicht — die neue große Mariahilf- 
kirche eingestürzt und hat sieben Missionszöglinge 
unter ihren Trümmern begraben. In Uschirombo 
haben die Weißen Väter ein großes Knaben-Waisen- 
haus und die Weißen Schwestern (die ersten nach 
Centralafrika ausgezogenen Schwestern) ebendort auch 
ein großes Mädchen-Waisenhaus mit Rettungsanstalt 
und Versorgungshaus. 
Die „Rheinischen Missionsberichte“ schreiben über 
ihre Thätigkeit in Neu-Guinea: Wir haben schon in 
früheren Heften darauf hingewiesen, daß unsere Mis- 
sionare in der Schularbeit verhältnißmäßig am ehesten 
noch von Erfolgen reden können. Sie wenden des- 
halb derselben begreiflicherweise ihr besonderes Inter- 
esse zu. So theilt Missionar Helmich in Siar über 
seine Schule auf Ragetta (Insel bei Siar) mit, daß 
der Besuch derselben im Ganzen recht regelmäßig sei. 
Die Zahl der Schüler schwanke zwischen 20 und 25. 
Missionar Hoffmann in Bogadjim berichtet, daß 
es den Kindern anfange, geradezu ein Bedürfniß zu 
sein, in die Schule zu gehen. Welch ein Segen in 
der Schularbeit liegt, das könne er so recht an den 
früheren Schülern von Simbang (Neuendettelsauer 
Missionsstation), die jetzt als Arbeiter in der Nähe 
von Bogadjim thätig sind, sehen. Einige derselben 
kamen vor längerer Zeit zu ihm und baten, er möchte 
doch Sonntags mit ihnen Gottesdienst halten. Diesem 
Wunsche kam Missionar Hoffmann natürlich mit 
Freuden nach, und jetzt versammeln sich Sonntags 
morgens ziemlich regelmäßig 40 bis 50 Jungen in 
der Schule. So ist eine Art Arbeitergottesdienst 
entstanden. „Dieser Gottesdienst“, schreibt Missionar 
Hoffmann, „ist nun bis jetzt etwas wunderlicher Art. 
Do ich keine der Sprachen verstehe, welche die Jungen 
sprechen, so muß ich mich des verdorbenen Englisch, 
das die Arbeitersprache hier bildet, bedienen. Damit 
komme ich aber nicht weit, und weil einige Jungen 
etwas von der Bogadjimsprache verstehen, so nehme 
ich Bogadjimbrocken zu Hülfe. Manchmal kann ich 
auch, weil der eine und andere Junge bei seinem 
Herrn etwas Deutsch aufgeschnappt hat, ein deutsches 
oder malaiisches Wort zu Hülfe nehmen; wenn aber 
nichts sich finden will, dann muß die Zeichensprache 
herhalten, in welcher die Eingeborenen sprachverschie- 
dener Dörfer sich zu unterhalten pflegen und in 
welcher auch der Missionar hier mit der Zeit eine 
gewisse Fertigkeit bekommt. Den Gottesdienst be- 
schließen wir dann mit Gebet und Gesang.“ 
Eine große Schwierigkeit in der Neu-Guinea= 
87 
  
zersplitterung. Dafür ein neuer Beleg. Missionar 
Hanke in Bongu hat im Sommer eine Reihe von 
Dörfern besucht, die mit Bongu in Verkehr stehen 
und in denen die Bongusprache ganz oder theilweise 
verstanden wird. Wie groß die Seelenzahl in diesen, 
also mit einer Sprache zu erreichenden Dörfern ist, 
war etwas schwierig festzustellen. Denn einmal waren 
die Leute nicht alle zu Hause, und sodann witterten 
sie, wenn Missionar Hanke so genau nach ihren 
Namen fragte und wissen wollte, wie viel Kinder 
und Frauen sie hätten, und gar sein Notizbuch her- 
auszog und zu schreiben anfing, Zauberei und mach- 
ten ungenaue Angaben. Er war deshalb wesentlich 
auf Schätzung angewiesen und glaubt nicht mehr als 
600 Seelen zählen zu können. Nur diese also — 
sie wohnen in einer Entfernung von zwei bis vier 
Wegstunden — sind mit der Bongusprache erreichbar. 
Ein neues Beispiel für die Sprachenzersplitterung, 
zumal selbst diese Dörfer zum Theil noch in einzelnen 
Worten oder in einzelnen Lauten abweichen. 
Den „Berichten der Rheinischen Missionsgesell- 
schaft“ zufolge sind der Missionar Kunze und Dr. 
med. Frobenius mit ihren Frauen nach Neu-Guinea 
abgereist. 
Demselben Blatt wird aus Deutsch-Südwestafrika 
berichtet, daß Missionar Judt in Hoachanas eine 
Dammanlage jetzt im Wesentlichen fertiggestellt hat. 
Er hat viel Fleiß und Mühe darauf verwandt, den 
ganzen „Platz zu einer Oase zu machen". Dafür 
kann er jetzt auf ein wohlgelungenes Werk zurück- 
blicken. Der Damm ist 138 Schritt lang und 18 
bis 20 Fuß hoch; er soll aber noch erweitert werden. 
Die durch denselben aufgefangene Wassermasse reicht 
dann, um mehrere Jahre die ganze Oase zu berieseln. 
— — — –9 
Aus fremden Rolonien. 
Technischer Unterricht zur Vorbereitung für den 
Aufenthalt in den Rolonien in England. 
Bei der bedeutenden kolonialen Besitzmacht Eng- 
lands hat sich das Bedürfniß herausgestellt, besondere 
Vorrichtungen für eine entsprechende Vorbildung der- 
jenigen zu treffen, welche das Mutterland verlassen, 
um in den Kolonien ihren Unterhalt zu suchen. 
Die Nothwendigkeit der Ausbildung eines geeigneten 
Beamtenstandes für die Verwaltung Indiens hat 
ferner nicht nur zur programmmäßigen Ausstellung 
der für den indischen Dienst nothwendigen Erforder- 
nisse und zur Einrichtung von Prüfungen geführt, 
sondern auch Schulen entstehen lassen, welche für 
diesen Dienst unmittelbar vorbereiten. Auf dem 
Gebiet der Technik ist in dieser Beziehung die unter 
dem Namen The Royal Indian Engineering 
College, Cooperis Hill bekannte Schule zu nennen. 
Diese Anstalt wurde im Jahre 1872 gegründet, 
mission liegt bekanntlich in der großen Sprachen= um die im indischen Staatsdienst nöthigen Ingenieure,
        <pb n="128" />
        Telegraphenbeamten, Forstbeamten und Verkehrs- 
beamten auszubilden. Sie ist Staatsanstalt und 
wird vom India Oltice unterhalten. Da der 
englische Staat im Allgemeinen sich nicht für ver- 
pflichtet hält, für die Ausbildung seiner Beamten 
zu sorgen, so verdient dieser Umstand besonders 
hervorgehoben zu werden, weil er zeigt, welchen 
Werth man gerade der geeigneten Vorbildung für 
den Kolonialdienst beilegt. Die Schule deckte früher 
den größten Theil des Bedarfs an technischem 
Beamten für Indien und sandte jährlich zwischen 
40 und 50 Bewerber aus. Jetzt ist der Besuch 
der Anstalt nur noch für die Forstbeamten obliga- 
torisch, welche nur aus ihr hervorgehen können. 
Der Bestand der übrigen Beamten ergänzt sich aus 
verschiedenen Quellen, das India Oflice entnimmt 
aber jährlich eine bestimmte Anzahl Techniker aus 
den Reihen der Schüler, welche sich zu diesem 
Zwecke einer Wettbewerbsprüfung unterwersen. Ein 
bedeutender Bruchtheil der Schüler verfolgt später 
inländische Laufbahnen. 
Die Anstalt ist im Allgemeinen auf der Grund- 
lage der Colleges an den Universitäten Orford 
und Cambridge aufgebaut. Hier wie dort wohnen 
die Schüler in der Anstalt, stehen gruppenweise 
unter der Aussicht von Lehrern und widmen einen 
für unsere Begriffe ungemein großen Theil ihrer 
Zeit dem Sport. Die Aufnahme wird von einer 
Prüfung abhängig gemacht, welche sich auf Elementar= 
fächer, besonders aber elementare Mathematik, erstreckt. 
Der Kursus ist für alle Fächer, mit Ausnahme des 
Telegraphenfaches, dreijährig, für das letztere zwei- 
jährig. Am Ende desselben werden Prüfungen ab- 
gehalten auf Grund deren Diplome ertheilt werden. 
An die für den indischen Staatsdienst auszuwählenden 
Bewerber werden außer dem Bestehen dieser Prü- 
fungen vor Allem auch sehr strenge gesundheitliche 
Forderungen gestellt. Ferner dürfen sie eine be- 
stimmte Altersgrenze nicht überschritten haben (sie 
dürsen beim Eintritt in die Anstalt nicht unter 
17 Jahre und nicht über 21 Jahre sein) und 
müssen einige körperliche Fertigkeiten (Reiten, Ge- 
brauch von Waffen, Turnen, militärisches Exerziren 2c.) 
nachweisen. 
Was das Lehrprogramm der Anstalt anbetrifft, 
so übernimmt sie es, ihre Schüler, welche ohne fach- 
liche Vorkenntnisse eintreten, von Grund auf aus- 
zubilden, legt jedoch weniger Gewicht auf theoretische 
als auf angewandte Wissenschaft. 
Beim Vortrag des Lehrstoffses werden immer 
die für Indien vorliegenden besonderen Verhältnisse 
in Betracht gezogen. So in der Baumaterialien- 
lehre, der Baukonstruktion 2c. Einzelne Abtheilungen 
beziehen sich ganz auf Indien, wie z. B. die Vor- 
lesungen über indische Bewässerungswerke, die über 
Geschäftsführung in der indischen Bauverwaltung 2c. 
Mit der Anstalt sind Werlstätten verknüpft, in 
welchen an einem oder mehreren Nachmittagen in 
der Woche dem Schüler Gelegenheit gegeben wird, 
88 
  
sich einige Uebung in der Handhabung der Werk- 
zeuge des Schmiedes, Mechanikers 2c. anzueignen; 
zwei Stunden in jeder zweiten Woche sind obliga- 
torisch. Chemische und physikalische Laboratorien 
sind gleichfalls vorhanden und mit 2¾ Stunden in 
der Woche obligatorisch. In einem mechanischen 
Laboratorium werden im dritten Ausbildungsjahre 
die Schüler im Prüfen von Baumaterialien, ganz 
besonders in Festigkeitsuntersuchungen von Metallen, 
unterrichtet. 
Gerade in Bezug auf den letzteren Punkt, die 
praktische Beschäftigung der Schüler, bleibt die An- 
stalt indessen hinter dem zurück, was man in Eng- 
land von ihr voraussetzen sollte und was thatsächlich 
andere Ingenieurschulen bieten. Denn gerade der 
Beschäftigung in den Werkstätten wird in England 
durchgehend große Aufmerksamkeit zugewendet. 
Wie in Deutschland die Ingenieurwissenschaften 
sich mehr aus den rein wissenschaftlichen Fächern 
heraus entwickelt haben, so ist die englische Ingenieur- 
wissenschaft durchaus aus der Praxis hervorgegangen, 
und dieser Umstand prägt sich heute noch darin aus, 
daß in England die Werkstätten einen wesentlichen 
Bestandtheil der Ingenieurschulen ausmachen, wie 
der Unterricht in denselben als für den Ingenieur 
unerläßlich betrachtet wird. Eine der ältesten 
Ingenieurschulen in England, Kings College, hat 
mit ihren ausgedehnten Werkstätten das Beispiel für 
alle in der Folge gegründeten Anstalten gegeben. 
Kings College hat nicht nur Werkstätten für 
Ingenieure, wo Tischlerei, Schmiede= und Mechaniker- 
arbeit, ferner Maschinenbau und die Arbeit an 
allerhand Holz= und Metallbearbeitungsmaschinen 
gelehrt wird, sordern sogar Werkstätten für Archtekten, 
in welchen die Zöglinge im Mauern, in Steinmetz- 
und Klempnerarbeit unterrichtet werden. Lehr- 
versuchsanstalten für Baumaterialienprüfung fehlen 
nicht. 
Im Lehrplan dieser Anstalt nimmt der Werk- 
stättenunterricht in den ersten beiden Unterrichts- 
jahren für alle Schüler wöchentlich 3½ Stunden 
ein, im dritten Jahr, wo sich der Unterricht in 
Sonderkurse für Maschinenbauer, Bauingenieure, 
Elektriker und Architekten scheidet, sind sogar acht 
bis zehn Stunden für die praktische Beschäftigung 
in den Werkstätten, Laboratorien und Versuchsan- 
stalten angesetzt. Aehnlich liegen die Verhältnisse in 
der unter Leitung des Professors W. C. Unwin 
stehenden Ingenieurabtheilung des Central Technical 
College des Cit and Guild of London Institute 
in Sonth Kensington. Diese Anstalt hat im Unter- 
geschoß geräumige und vorzüglich ausgestattete Werk- 
stätten und Versuchsanstalten für den praktischen 
Unterricht, an welchem alle Schüler obligatorisch 
Theil zu nehmen haben. 
Auch die aus den gewöhnlichen Ingenieurschulen 
hervorgehenden Ingenieure sind somit für einen 
Aufenthalt in den Kolonien, der bhatsächlich das 
Ziel eines großen Theils derselben bildet, ziemlich
        <pb n="129" />
        gut vorbereitet. Bekanntlich wächst aber ein großer 
Bruchtheil der Ingenieurwelt Englands auch heute 
noch aus der Praxis heraus auf, ohne jeden Besuch 
einer Fachschule, und es fehlt diesen natürlich am 
allerwenigsten an denjenigen Eigenschaften, welche in 
den Kolonien in erster Linie von ihnen vorausgesetzt 
werden: der Fähigkeit, sich selbst zu helfen, die 
rohen Arbeitskräfte anzuleiten, über die gegebenen 
Hülfsmittel mit Benutzung der gerade obwaltenden 
Umstände in der richtigen Weise verfügen zu können. 
Für den Aufenthalt in den Kolonien ganz be- 
sonders auszubilden, hat sich eine Privatschule zum 
Ziele gesetzt, welche im Jahre 1872 in Verbindung 
mit dem Crystal Palace-Unternehmen in Sydenham 
gegründet wurde und von der Crystal Palace-Aktien- 
gesellschaft unterhalten wird. Die Schule ist eine 
Elementar-Ingenieurschule, welche ihren Unterricht 
ganz und gar auf die praktische Arbeit in den Werk- 
stätten begründet. Die Vorbereitung für die Ko- 
lonien bildet nur einen Theil ihres Programms, 
und sie hat mit diesem ganz besonders das Ziel im 
Auge, solchen, welche in unwirthliche Gegenden als 
Forscher, Pfadfinder, Ansiedler 2c. auswandern, zu 
einem gewissen Maße praktischer und theoretischer 
Kenntnisse zu verhelfen, welches sie in den Stand 
setzt, sich bei vollständiger Abgeschlossenheit von den 
Hülfsmitteln des Mutterlandes durch Selbsther- 
stellung der nothwendigen Ausrüstung, Unterkunfts- 
stätten 2c. an Ort und Stelle selbst zu helfen. Sie 
bringt für die Aneignung dieser Fertigkeiten ein 
Jahr in Ansatz. Ihr sonstiger Kursus ist zwei- 
jährig und bezweckt hauptsächlich, einen auf rationeller 
Grundlage aufgebauten Ersatz für die Lehrzeit des 
jungen Mannes, wie sie sich in der Regel im 
Bureau eines Ingenieurs abspielt, zu schaffen. Die 
Schule wird vorwiegend von jungen Leuten zwischen 
16 und 18 Jahren besucht und ist ganz besonders 
beliebt bei Ausländern (Afrikanern, Asiaten), welche 
nach England kommen, um sich einige Kenntnisse im 
Ingenieurwesen anzueignen und dazu die mehr 
wissenschaftlichen Kurse auf den Colleges zu weit- 
gehend oder für sie zu schwierig finden. Jeder 
Jahreskursus ist in drei Abschnitte getheilt (Winter- 
kursus, Osterkursus und Sommerkursus). 
Jahre wird nur Schlosserei und Maschinenbau ge- 
lehrt, und zwar derart, daß im Winterkursus die 
Elemente des Zeichnens, im Osterkursus die An- 
fertigung von Holzmodellen für Gußtheile sowie 
Metallguß und im Sommerkursus Schmieden, Metall- 
bearbeitung und Montieren praktisch gelehrt wird. 
Zweimal wöchentlich finden Vorlesungen (über die 
Dampfmaschine, über Eisenbahnbau, Metallbear- 
beitung cc.) statt. Das zweite Jahr ist dem Bau- 
mgenieurfach in ähnlicher Weise gewidmet, wobei 
praktische Vermessungen gemacht und aufgetragen 
werden, eine Eisenbahn, eine Dockanlage und Aehn- 
liches entworfen, ausgearbeitet und veranschlagt wird. 
Die Erledigung des Maschinenbaukursus wird dabei 
zur Vorbedingung gemacht. Die Aufgaben, welche 
die Schüler zu bearbeiten haben, halten sich durch- 
Im ersten 
  
89 — 
aus an praktische Beispiele, so ist der zweite Jahres- 
kursus z. B. augenblicklich mit dem Entwurf einer 
Verbindungsbahn zwischen der Low level und Higb 
level Station am Crystal Palace beschäftigt. 
Das Hauptgewicht der Schule ruht auf dem 
praktischen Unterricht, der hier zwei Drittel des 
ersten Jahreskursus ganz ausfüllt. Die Schüler 
lernen unter Anleitung von Fachwerkleuten die Hand- 
habung aller Wertzeuge des Tischler-, Schlosser-, 
Metallgießer= und Maschinenbaugewerbes. Sie stellen 
dabei keine beliebigen Uebungsstücke oder zusammen- 
hanglosen Maschinentheile her, sondern halten sich 
an ganz bestimmte Aufgaben; in der Regel wird in 
jedem Kursus eine kleinere Dampfmaschine fix und 
fertig von Anfang bis zu Ende ausgeführt. Auch 
die Zeichenübungen beziehen sich auf solche gerade 
vorliegenden Aufgaben. « 
Auf die Betheiligung an diesen praktischen 
Arbeiten sind auch hauptsächlich die Kolonialschüler 
angewiesen, und es unterliegt keinem Zweifel, daß 
sie in dieser Beziehung eine ausgezeichnete Schulung 
auf der Anstalt genießen. Die geringe Schülerzahl 
(augenblicklich etwa 90, welche sich auf sechs Kurse 
vertheilen) ermöglicht eine ganz individuelle Behand- 
lung jedes Einzelnen, welche nach Aussage des Di- 
rektors sich ganz besonders auch auf die Kolonial= 
schüler erstreckt. Diese werden immer nach ihren 
Einzelwünschen und in Anbetracht der für sie gerade 
vorliegenden besonderen Bedingungen unterrichtet. 
Obgleich nicht eigentlich in das Ingenieurgebiet 
gehörend, verdient doch noch eine Anstalt in diesem 
Zusammenhange erwähnt zu werden, welche lediglich 
die Vorbereitung von Kolonisten im Auge hat und 
ausschließlich für diese Zwecke gegründet ist. Es ist 
das Colonial College in Hollesley Bay, Suffolk, 
zur Ausbildung von Landwirthen für die Kolonien 
bestimmt. Auch dieses Institut ertheilt vorwiegend 
praktischen Unterricht, welcher den Umständen ent- 
sprechend auch Fächer des Ingenieurwesens, wie 
Vermessen, Nivelliren, Bewässerung 2c. einschließt 
und ihm verwandte Gewerbe, wie Schlosserei, 
Schmieden, Tischlerei 2c. mit umfaßt. Aehrliche 
Ackerbauschulen für Kolonisten bestehen, wie mir mit- 
getheilt wird, in England noch zwei oder drei, doch 
reicht ihre Bedeutung nicht an die des Colonial 
College in Hollesley Bay heran. 
— 
Jabresbericht von Lagos für 1890. 
Der als Parlamentsbericht im November 1897 
gedruckte Jahresbericht von Lagos für 1896 enthält 
folgende statistische Uebersicht über die Einkünfte der 
Kolonie aus den letzten zehn Jahren: 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
1887 51 344 1892 68 421 
1888 57057 1893. 115 317 
1889 57 633 1894. 137 017 
1890 56340 1895. 142 019 
1891 . . 78624 1896. 179745
        <pb n="130" />
        — 90 
Dabei muß berücksichtigt werden, daß der Spiritus- 
zoll bis März 1891 6 d für die Gallone betrug, 
von da bis zum 22. Juni 1892 8 d, dann bis zum 
Dezember 1895 auf 1 8 und für 1896 auf 2 8 er- 
höht wurde. Der Transitzoll auf Spirituosen nach 
Porto Novo, welcher im Oktober 1895 auf 2 8 für 
die Gallone erhöht war, wurde im Berichtsjahre 
wieder auf 1¼ d pro Gallone herabgesetzt. 
Die Gesammtaktiva der Kolonie betrugen am 
31. Dezember 1895 54 146 Pfd. Sterl. Die Ein- 
nahmen betrugen für das Berichtsjahr 179 745 Pfd. 
Sterl. 9 8 9 d und die Ausgaben 168 444 Pfd. Sterl. 
17 8 74, so daß sich am 31. Dezember 1896 die 
Gesammtaktiva auf 65 447 Pfd. Sterl. erhöhten. 
Die wirklichen Einnahmen haben nur um ein Geringes 
den auf 178 135 Pfd. Sterl. veranschlagten Betrag 
überstiegen; hierzu hat nicht unwesentlich die im 
Oktober 1895 von 1 8 auf 2 8s erfolgte Erhöhung 
des Spirituszolles beigetragen; es sind infolgedessen 
im Jahre 1896 486 572 Gallonen weniger als in 
dem Vorjahre eingeführt worden. 
Die Ausgaben waren auf 200 439 Pfd. Sterl. 
veranschlagt worden, beliefen sich jedoch eigentlich 
nur auf 160 439 Pfd. Sterl., da der Betrag von 
40 000 Pfd. Sterl. durch eine besondere Anleihe für 
den Bau der Brücken und der Eisenbahn aufgebracht 
wurde. Die wirklichen Ausgaben überstiegen diesen 
Betrag um 8000 Pfd. Sterl. 
Einem Bedürfniß entsprechend, ist am 1. Januar 
des Berichtsjahres die Trennung der Civilpolizei von 
der Haussatruppe durchgeführt worden und die erstere 
nunmehr unter einem besonderem Commissioner dem 
Gouverneur direkt unterstellt. Der weiteren Aus- 
bildung derselben wird eine ganz besondere Fürsorge 
gewidmet. 
Für öffentliche Bauten waren in dem Etat 
78 739 Pfd. Sterl. angesetzt, doch wurden bloß 
38 758 Pfd. Sterl. thatsächlich verwandt, da der für 
die Brücken und die Eisenbahn mit 40 000 Pfd. 
Sterl. angesetzte Betrag in der Gesammtsumme ein- 
begrifsen ist. Es wurden ein neues Schatzhaus, 
Wohnungen für die europäischen Krankenschwestern, 
ein neues Hospital und Ziegeleien in Ebute Metta 
angelegt. Die Ueberbrückung von Lagos-Insel und 
dem Festland geht nur langsam vorwärts; die Länge 
der Strecke zwischen Lagos-Insel und Iddo-Insel 
beträgt 2104 Fuß, von letzterem Platz bis nach 
Ebute Metta 917 Fuß. Von Iddo-Insel an 
soll die Brücke gleichzeitig zu einer Eisenbahnbrücke 
erweitert werden, da bei Iddo-Insel die Eisenbahn 
beginnen soll. Erst im Dezember 1896 langten zwei 
Kontraktor-Lokomotiven für den Bahnbau an, und 
Ende Dezember waren erst einige Hundert englische 
Yards Schienen gelegt. Jetzt hat der Bau schon 
den Ilofluß überschritten, und mit der Strecke zwischen 
Ota und Abeokuta wird schon begonnen. Die Aus- 
gaben für den Brückenbau betrugen während des 
Jahres 37 546 Pfd. Sterl., für die Eisenbahn 
31 626 Pfd. Sterl. 
  
Ein statistischer Nachweis der Bevölkerungszahl 
der ganzen Kolonie läßt sich noch nicht geben; für 
die Insel Lagos und den bisher unter Verwaltung 
genommenen Theil des Festlandes beträgt die Zahl 
33 500, darunter 150 Europäer. Geburten sind im 
Ganzen 1545 registrirt, davon entfallen 348 auf die 
christliche, 1012 auf die mohammedanische Religion, 
185 auf Heiden. 
In gesundheitlicher Beziehung war das Berichts- 
jahr ein recht ungünstiges, obwohl die Zahl der 
Todesfälle, 1702 gegen 1775 im Jahre 1895, 
abgenommen hat. Das ergiebt einen Prozentsatz von 
52 auf 1000, während in England das gleiche Ver- 
hältniß bloß 19,42 auf 1000 beträgt. Besonders 
beträchtlich ist die Sterblichkeit der Kinder, 623 To- 
desfälle von Kindern unter einem Jahre sind 
registrirt. Von den 150 Europäern starben 28, 
darunter sechs Gouvernementsbeamte, die namentlich 
aufgeführt sind; es wird besonders hervorgehoben, 
daß sich diese sämmtlichen Personen im besten Mannes- 
alter befanden und vor ihrer Anstellung auf ihre 
Tropendiensttauglichkeit ärztlich untersucht waren. 
Von den 16 Todesfällen des Jahres 1895 stand 
nur einer in persönlicher Beziehung zu dem Gou- 
vernement, derjenige der Gemahlin des Gouverneurs, 
Lady Carter. 1894 betrug die Gesammtzahl der 
Todesfälle unter den Enropäern 23, darunter nur 
zwei Gouvernementsbeamte; in der Zeit vom 17. 
November 1888 bis zum 1. Jannar 1894 traten 
dagegen unter den Gouvernementsbeamten nur im 
Ganzen zwei Todesfälle im Jahre 1892 ein. Wenn- 
gleich der Berichterstatter das Jahr 1896 ein aus- 
nahmsweise schlechtes Jahr nennt, so bedauert er, 
auch für das Jahr 1897 bis zum 10. September 
schon 18 Todesfälle unter den Europäern, darunter 
sechs Gouvernementsbeamte, konstatiren zu müssen. 
Die einzige selbständige Bankfirma der Kolonie 
ist die Bank of British West Africa, welche sich als 
sehr wohlthätig und nützlich erweist. Sie hat nament- 
lich dem kleinen Handelsmann geholfen, da sie Geld 
gegen Produkte vorschießt. In der Gouvernements- 
sparbank waren 9248 Pfd. Sterl. deponirt gegen 
7157 Pfd. Sterl. im Jahre 1895. 
Für mohammedanische Kinder ist durch den Ein- 
fluß Dr. Blydens eine Schule gegründet, die 80 
Schüler zählte; sie steht jetzt unter der Leitung des 
englischen Schulinspektors Mr. Henry Caß. Die 
achte jährliche Konkurrenzausstellung für Schüler- 
arbeiten war größer als die früheren, da fünf neue 
Gegenstände in den Lehrplan mit aufgenommen waren: 
Stenogrophie, Holzschnitzen, Weben, Strohflechten, 
Tischlerei und Schmiedearbeiten. Von 454 ausge- 
stellten Arbeiten gegen 329 im Jahre 1895, an 
welchen 18 Schulen gegen 14 im Jahre 1895 be- 
theiligt waren, wurden fünf durch Preise ausgezeichnet. 
In dem Etat von Lagos waren für Schulzwecke im 
Ganzen 1196 Pfd. Sterl. 19 8 ausgesetzt, neben 
eimem von dem Gouvernement für das Rebecca Hussey
        <pb n="131" />
        91 
Charity Institut besonders ausgeworfenen Betrage 
von 500 Pfd. Sterl. zu seiner Vergrößerung. 
Die Einfuhr des Jahres 1896 betrug 881 696 
Pfd. Sterl. gegen 771 843 im Jahre 1895. Haupt- 
einfuhrartikel waren gewöhnliche Baumwollenstoffe, 
im Ganzen im Werthe von 350 000 Pfd. Sterl. 
An Spirituosen wurden 1 224 041 Gallonen im 
Werthe von 58 059 Pfd. Sterl. eingeführt; der 
Werth der eingeführten Tabake und Cigarren wird 
dagegen auf 16 922 Pfd. Sterl. und der der Weine 
auf nur 2939 Pfd. Sterl. geschätzt. 
Im Jahre 1888 betrug der Werth der Einfuhr 
bloß 416 329 Pid. Sterl., auf welche Summe die 
Spirituosen allein mit 65 689 Pfd. Sterling in An- 
rechnung kommen. Abzüglich der Spirituosen ergiebt 
sich also von dem Jahre 1888 bis 1896 eine Zu- 
nahme der Einfuhr im Werthe von 350 641 Pfd. 
Sterl. auf 823 037 Pfd. Sterl. 
Die Ausfuhr betrug 975 263 Pfd. Sterl. gegen 
985 595 Pfd. Sterl. im Jahre 1895. Hiervon ent- 
fallen auf Palmöl 159 150 Pfd. Sterl. und auf 
Palmkerne 343 206 Pfd. Sterl., während die ver- 
hältnißmäößig noch junge Rubberindustrie 347 721 
Pfd. Sterl. einbrachte. Im Uebrigen enthält eine in 
dem Bericht befindliche Tabelle eine statistische Ueber- 
sicht über den Umfang der Einfuhr und Ausfuhr in 
den letzten zehn Jahren. Danach ist der Gesammt- 
handel der Kolonie seit dem Jahre 1887 von 
880 941 Pfd. Sterl. auf 1 856 959 Pfd. Sterl. im 
Jahre 1896 gestiegen. 
Die botanische Station in Ebute Metta, welche 
ein Stück ihres Terrains zur Eisenbahn hat hergeben 
müssen, wird in die Nähe von Ibadan verlegt wer- 
den. Dort wird sodann ein europälischer Leiter ein- 
gesetzt werden, während der alte Garten einem 
Assistenten unterstellt bleibt. 
Um der ziemlich beträchtlichen Konkurrenz von 
Porto Novo und Kotonou zu begegnen, wird geplant, 
die im Hafen von Lagos befindliche Sandbank fort- 
zuschaffen und sodann den Hafen durch einen Kanal 
mit der See zu verbinden. Gegenwärtig befindet 
sich bereits ein Sachverständiger in Lagos, der an 
diesem Projekt arbeitet; der Berichterstatter spricht 
die Hoffnung aus, daß die hierzu erforderlichen be- 
trächtlichen Auslagen die Mittel der Kolonie nicht 
übersteigen werden. 
  
Britisch-Neu-Guinea. 
(Vergl. Kol. Bl. 1897, S. 7.) 
Dem Parlament in Queensland ist ein Jahres- 
bericht über Britisch-Neu-Guinea für die Zeit vom 
1. Juli 1895 bis 30. Juni 1896 vorgelegt worden, 
dem wir Folgendes entnehmen: 
Die Berichte der einzelnen Bezirksbeamten lauten 
im Allgemeinen günstig; namentlich loben einzelne 
die größere Bereitwilligkeit der Eingeborenen, die 
Beamten in der Verfolgung und Bestrafung von 
Verbrechen und Vergehen zu unterstützen. 
  
Der Administrator, Sir William Mac Gregor, 
berichtet von seinen Dienstreisen, daß er an einigen 
Plätzen Strafzüge gegen unbotmäßige Stämme unter- 
nehmen mußte; jedoch hebt er hervor, daß sich die 
Eingeborenen theilweise schon einem mehr civilisirten 
Leben nähern, indem sie bekleidet gehen, sich als 
Arbeiter anwerben lassen rc. 
Als Eingeborenen-Polizeitruppe hat jeder 
Bezirksbeamte eine ständige Abtheilung von 6 bis 
11 Mann zu seiner Versügung. Im Ganzen war 
die Truppe etwa 80 Mann stark, wovon etwa 60 
auf 8 Stellen vertheilt waren, während der Rest 
eine Patrouillenabtheilung bildete, die alle Bezirke 
besuchte. Die Truppe erfreut sich eines guten Ge- 
sundheitszustandes und gewinnt ständig an Ansehen, 
Selbstvertrauen und Thatkraft. 
Goldfunde: An der Nordostküste (Gegend des 
Clyde= oder Mambareflusses) waren während des 
Jahres etwa 8 Goldsucher thätig. Die Insel Murna 
(Woodlark Island) im Südostbezirk wurde zum 
öffentlichen Goldfeld erklärt. 20 bis 30 Goldsucher 
arbeiteten daselbst mit befriedigendem Erfolg, des- 
gleichen 18 auf der Insel Misima, auf Tagula 
(Südost Island) nur etwa 10, da die Eingeborenen 
dort schon selbst Goldwäscherei betreiben und den 
Fremden Konkurrenz machen. Auf derselben Insel 
hat indessen eine Gesellschaft mit den Vorarbeiten 
für bergmännischen Abbau des Goldes begonnen. 
Aus dem Gefängnisse von Port Moresby wurden 
etwa 50 Gefangene dieser Gesellschaft zur Verfügung 
gestellt, um zunächst einen Weg von der Küste nach 
dem Bergwerk zu bauen. Die Gesellschaft war für 
die Bewachung und den Unterhalt der Gefangenen 
verantwortlich. 
Vom Missionswesen bespricht der Bericht 
namentlich die Wichtigkeit der Ein= und Durch- 
führung der englischen Sprachlehre in der Kolonie; 
die Wesleyanische Mission soll in dieser Beziehung 
thätiger sein als die London Missionary Society; 
es wird geklagt, daß letztere meist mit Lehrern unter- 
richtet, die selbst nicht die englische Sprache verstehen. 
Bezüglich der Eingeborenen -Sprachen wird die 
Herausgabe eines Werkes des Dr. Lawes über den 
Motudialekt (Papuanische Sprache) erwähnt, welches 
eine Grammatik und ein Wörterbuch umfaßt. Be- 
sonders hervorgehoben wird ein originelles Lehr- 
system eines Mr. Abel auf der Station Kwato, 
welcher seine Schüler einen englischen Auszug aus 
den in ihrem Bezirk geltenden 22 Gesetzen aus- 
wendig lernen läßt, indem sie auf die nothwendig- 
sten Verhaltungsmaßregeln unter einander und gegen 
andere, die Regierung r2c. aufmerksam gemacht werden. 
Sie lernen, daß der Meineid verboten ist, daß Ver- 
träge nicht gebrochen werden dürfen, daß Wege an- 
zulegen, Kokosnüsse anzupflanzen sind 2c. Geklagt 
wird über den unregelmäßigen Besuch der Schulen. 
Hiergegen wird eine Verordnung vorbereitet, die 
zunächst den Missionaren zur Begutachtung vor- 
gelegt ist. Im Uebrigen beschränkt sich die Missions-
        <pb n="132" />
        thätigkeit fast noch ganz auf die Küste; nur die 
Heilige-Herz-Jesu-Mission ist etwa 20 Meilen weit 
ins Innere eingedrungen. 
Jür die Eingeborenen sind drei Verordnungen 
erlassen, betreffend die Offenhaltung der Wasserläufe 
und Wege sowie den Schutz der Bäume, von denen 
Gummi und Guttapercha gewonnen wird. 
Ein= und Ausfuhr: Die Einfuhrstatistik zeigt 
insgesammt eine weitere Zunahme von über 6000 Pfd. 
Sterl. Der Gesammtwerth der Einfuhr in den drei 
Häsen Samarai (Ostbezirk), Port Moresby (Central= 
bezirk) und Daru (Westbezirk) beträgt 34 521 Pfd. 
Sterl. gegen 28 367 Pfd. Sterl. im Jahre 1894/95. 
Im Einzelnen ist zu ersehen, daß nur die Einfuhr 
von Samarai bedeutend gestiegen ist, von 12 079 Pfd. 
Sterl. im Jahre 1894.95 auf 20f912 Pfd. Sterl. 
im Berichtsjahr, so daß die Abnahme der Einfuhr 
in den beiden anderen Häsen noch bei Weitem ge- 
deckt ist. Auch die Ausfuhr ist um über 3000 Pfd. 
Sterl. gestiegen, von 16 215 Pfd. Sterl. im Jahre 
1894/95 auf 19 401 Pfd. Sterl. im Berichtsjahre. 
Die Goldausfuhr, soweit deklarirt, betrug 4735 Pfd. 
Sterl. (mehr als das Doppelte des Vorjahres). An 
Perlmuscheln wurden für 2371 Pfd. Sterl. (gegen 
3005 Pfd. Sterl. im Vorjahr) ausgeführt, an 
Sandelholz 524 Tonnen im Werthe von 4035 Pfd. 
Sterl. ausgeführt, an Trepang 929 Pid. Sterl. 
Auch Gummi verspricht eine Zunahme der Aus- 
fuhr; für das Berichtsjahr belief dieselbe sich bereits 
auf 609 Pfd. Sterl. 
Dagegen hat die Ausfuhr von Kopra eine 
weitere Abnahme erfahren, während die Ausfuhr im 
Jahre 1893/94 450 Tonnen im Werthe von 
2885 Pfd. Sterl. betragen hatte, verringerte sie sich 
im Jahre 1894/95 bereits auf 427 Tonnen im 
Werthe von 2830 Pfd. Sterl. und im Berichtsjahre 
auf 381 Tonnen im Werthe von 2748 Pfd. Sterl. 
Mit 24 Pfd. Sterl. erscheinen Schwämme in der 
Liste der Ausfuhrgegenstände. Dieselben werden 
hauptsächlich in den Lagunen der bisher unbewohnten, 
neuerdings verpachteten „Conflict Gronp“ (Südost- 
oder Louisiadenbezirk) gewonnen. 
Einnahmen und Ausgaben der Kolonie. 
Die Einnahmen beliefen sich im Berichtsjahre auf 
6547 Pfd. Sterl. gegen 5109 Pfd. Sterl. im 
Jahre 1894/95; die ordentlichen Ausgaben balan- 
zirten mit dem von den drei beitragepflichtigen Ko- 
lonien Ausstraliens ausgeworfenen Betrage von 
15 000 Pfd. Sterl. wie seit dem Jahre 1890,/91. 
Die Kosten für die Unterhaltung des Dampfers 
„Merrie England“ betrugen wie im Vorjahre nach 
Abzug der Einnahmen von ca. 300 Pfd. Sterl. 
rund 7000 Pfd. Sterl., wovon die Kais. Regierung 
in England 3000 Pfd. Sterl. beiträgt, der Rest 
aus dem vorerwähnten Beitrag der Australischen 
Kolonien gedeckt wird. Bei einem Kohlenverbrauch 
von 714 Tonnen auf 15 708 engl. Meilen, die der 
Dampfer zurücklegte, entfallen 22 Meilen auf eine 
Tonne Kohlen. 
  
Verschiedenes: Auf S. 86 befindet sich ein 
genauer Bericht über ein Eingeborenenbegräbniß und 
die dabei üblichen Gebräuche. Der Leichnam wird 
als Krieger bemalt und mit Eingeborenenschmuck be- 
legt. Auch wird geschildert, in welcher Weise ferner 
die Eingeborenen von Neu-Guinea dem Todtenkultus 
huldigen. 
Ein ehrender Nachruf wird dem verstorbenen 
bekannten Botaniker Baron Ferdinand von Müller 
zu Theil. Auf S. 92 haben die letzten Aufzeich- 
nungen von ihm Platz gefunden, welche sich auf die 
von ihm besonders gründlich erforschte Flora von 
Neu-Guinea beziehen. 
Zum Schlusse wird der Ankunft der Ueberreste 
der Ehlersschen Expedition gedacht. Der Bericht- 
erstatter hat seine Angaben dem im Kolonialblatt 
veröffentlichten Berichte des früheren Landeshaupt- 
manns Rüdiger entnommen. 
Perschiedene Mittheilungen. 
Leminar für orientalische Sprachen in Berlin. 
Im Seminar für orientalische Sprachen in Berlin 
werden im Sommersemester 1898 neben Euaheli 
auch die Herero= und Haussasprache gelehrt werden. 
Das soeben erschienene Verzeichniß der Vorlesungen 
und Uebungen zählt außer den Kursen in Suaheli 
einen wöchentlich zweistündigen Anfängerkursus in 
der Hererosprache (Südwestafrika) und einen wöchent- 
lich fünfstündigen Kursus in der für unsere anderen 
westasrikanischen Kolonien wichtigen Haussasprache auf. 
Von den sonstigen Sprachen, welche auf dem Seminar 
gelehrt werden, kommen für unsere Kolonien noch 
Arabisch und Guzerati — beides für Ostafrika — 
in Betracht. An nicht sprachlichen Vorlesungen und 
Uebungen sind besonders hervorzuheben: Praxis der 
geographisch-astronomischen Ortsbestimmungen, Tro- 
penhygiene, Vegetation Ostafrikas, Landeslunde der 
deutschen Kolonien. 
prüfung und Werthbestimmung einer probe Fesamsaat 
aus Togo. 
Der „Tropenpflanzer“ Nr. 2 bringt von Prof. 
Dr. H. Thoms Folgendes: 
Ein Export von Sesamsaat aus Togo hat bisher 
nicht stattgefunden. Es war daher von Interesse, 
zu untersuchen, welches der Oelgehalt von in Togo 
produzirter Sesamsaat war, und ob die Qualität 
dieses Oeles den guten Handelsmarken Sesamöl 
gleichkommt. 
Diese Frage ist auf Grund meiner Unter- 
suchung zu bejahen. 
Nach Shinn läßt sich aus den Samen durch 
Pressung 48 pCt. Oel gewinnen. Flückiger sand 
durch Extraktion von Sesamsaat mit Aether 56,33 
pCt. Oel.
        <pb n="133" />
        — 93 
Die mir übersandte Probe Samen aus Togo 
lieferte bei der Extraktion mit Aether und nach- 
folgender Reinigung mit Petroleumbenzin 
53,27 pCt. Oel. 
Für die Qualität eines Sesamöles sprechen die 
Säure= und Esterzahl, bezw. Verseifungszahl, sowie 
die Hüblsche Jodzahl und das spezifische Gewicht. 
Diese sämmtlichen Zahlen bewegen sich in den Grenzen, 
wie man sie für ein gutes Sesamöl festgestellt hat. 
Die nachfolgende Zusammenstellung erläutert dies: 
  
  
  
  
  
* Sesamöl 
Gutes Sesamöl aus Togo 
Spez. Gewicht 0,921—0,924 (Benedikt 0,)918 bei 
bei 15% und Wolfbauer) 20%. 
Säurezahl. — 2,92 
Esterzahl ... — 189,84 
Verseifungszahl 192—193 (Thörner) 192.76 
106 (Hübl) 
Jodzahl 106 4—109 (Filsinger) 106,9 
Auch die Baudouinsche Reaktion, welche als 
charakteristisch für das Sesamöl angeführt wird, giebt 
das Sesamöl aus Togo ausgezeichnet. Diese Reak- 
tion wird, wie folgt, ausgeführt: Man übergießt 
0,05 g Zucker mit Salzsäure von 23°% Bé (D= 118) 
und schüttelt mit dem doppelten Volumen Oel. Es 
tritt nach Kurzem eine schöne rothe Färbung ein. 
Aus der vorstehenden Untersuchung geht zur 
Genüge hervor, daß die Sesamsaat aus Togo als 
Material für die Gewinnung von gutem Sesamöl 
mit Vortheil benutzt werden kann. 
— . — — 
Ueber Rolakultur 
schreibt Dr. O. Warburg im „Tropenpflanzer": 
Die als Anhalt für die Kultur des Kolabaumes 
dienenden Materialien waren bisher nur spärlich in 
der Litteratur vertreten, um so erfreulicher ist es, 
daß wir jetzt in der Lage sind, mit Erlaubniß des 
Auswärtigen Amtes einen von Herrn Lieutenant 
R. Plehn erstatteten Bericht über die in den Jahren 
1896/97 bei der Station Misahöhe gemachten An- 
bauversuche der Kolanuß hier veröffentlichen zu können. 
Wenngleich sich der Bericht natürlich nur mit den 
Ansängen der Kolakultur beschäftigen kann, so unter- 
liegt es doch keinem Zweifel, daß hier die Grund- 
logen geschaffen werden für einen rationellen Kola- 
Plantagenbau, und die einzige Befürchtung, die ich 
nicht unterdrücken kann, ist die, daß die Station 
Misahöhe vielleicht zu südlich liegt für nutzbare 
Kolakultur. In dem Hinterland der Goldküste fand 
der französische Reisende Binger die ersten sterilen 
Kolabäume bei Koransa (8° 5) in Nord-Aschanti 
und bei Grumania (8°5) im Annogebiet, die ersten 
tragenden ebendaselbst bei Kamelinso (7° 50°) und 
die letzten schon bei Attakru (7°); Misahöhe liegt 
  
aber noch etwas südlich vom siebenten Grad.“") Daß 
die klimatischen Verhältnisse ähnlich sind wie in den 
westlicheren englischen Gegenden, beweist die Kultur 
der Kolanuß in der Landschaft Tapa unter 7° 307, 
also genau dem Hauptcentrum der Kolakultur in 
Aschanti entsprechend. Ich möchte deshalb glauben, 
daß gerade diese Gegend vor Allem ins Auge gefaßt 
werden sollte, zumal da die geringe Entfernung vom 
Volta einen billigen Transport des Produktes ge- 
währleistet. 
Erfreulich ist die geringe Empfindlichkeit des 
Baumes gegen Belichtung und Bodenverschiedenheiten, 
auch die durch das Aufgehen der auf dem Markte 
in Kete Kratji gekauften Kolanüsse erwiesene lange 
Keimungsfähigkeit dürfte der Kultur zu gute kommen; 
im hohen Grade auffallend ist aber die von mir 
konstatirte Thatsache, daß sogar die in dem gewöhn- 
lichen Prozeß der Erntebereitung ihrer dünnen Samen- 
haut beraubten und dann einen monatelangen Trans- 
port nach Europa und Lagerung in Hamburg 
durchmachenden Kolanüsse ihre Keimkraft nicht ver- 
lieren, wie die dem botanischen Garten in Berlin 
von mir im vorigen Jahre übergebenen frischen Nüsse 
deutlich gezeigt haben. Es ist also eine leichte Sache, 
sich gute Kolanuß--Qualitäten zur Anzucht zu ver- 
schaffen, man kauft eben einfach das beste Markt- 
produkt in den ersten afrikanischen Exportplätzen für 
frische Kola; zur Weiterführung der Plantage dürfte 
sich, um Degeneration in weniger geeigneten Gegen- 
den zu verhüten, Stecklingszucht bewähren, mit ge- 
legentlicher Wiedereinführung neuen Saatgutes. Dies 
bezieht sich natürlich nur auf die fürs Erste haupt- 
sächlich in Aussicht zu nehmende Kolakultur für den 
Konsum der Afrikaner. Will man hingegen, was 
ich aber nicht unbedingt befürworten möchte, für den 
Export nach Europa Kola kultiviren, so kommt es 
nicht sowohl auf die bei den Eingeborenen als Kau- 
mittel beliebten Sorten an, sondern auf möglichst 
coffeinreiche Sorten. Während die Kolanüsse für den 
afrikanischen Konsum frisch auf den Markt gebracht 
werden, am besten wohl stets in der landesüblichen 
Verpackung, dürfte es für den Kolaexport nach Europa 
vortheilhaft sein, die in die einzelnen Keimlappen 
zerlegten Nüsse an der Sonne zu trocknen, hingegen 
nicht über Feuer zu dörren, da durch den Röstprozeß 
nachweislich viel Coffein verloren geht. 
Die Bedeutung der Kolanuß für Europa besteht 
darin, daß die Kolanuß der billigste bisher bekannte 
Coffeinlieferant ist und event. noch billiger werden 
kann; sie wird deshalb vor Allem als Kaffeesurrogat 
oder als Verbesserungsmittel anderer Kaffeesurrogate 
in Betracht kommen. Augenblicklich ist die Verwen- 
dung noch eine mehr medizinische, die wichtigsten 
bisher gebräuchlichen Präparate sind: Kolatinktur, 
Kolapillen, Kolawein, Kolaextrakt, Kolafluidextrakt, 
*) Andererseits geben aber Baseler Missionare und 
Dr. Mähly an, daß die Kola im unteren Voltagebiet in 
den Gegenden Akam und Akuawu vorkomme, also zwischen 
6230“ und 7° 301.
        <pb n="134" />
        — 94 — 
Kolalikör, Kolaessenz, Kolaliköressenz, Kolaschokolade, 
Kolabitter, Kolakakao, Kolamalzkaffee, Kolamalzextrakt, 
Kolasuppenwürze, Kolahafermehl, Kolaeigelbereme, 
Kolalimonadebonbons, Kolasomatosetabletten, Kola- 
zucker, Koladurststiller, die englischen Präparate Kola- 
kolo, Kolaphosphat 2c., sowie als Futtermittel Kola- 
futterstoff. 
Die vermehrte Bedeutung der Kolanuß für Europa 
spricht sich namentlich deutlich in den exportirten 
Kolanußquantitäten von Kamerun aus; aus diesem 
Schutzgebiete wurden exportirt: 
1894 2 075 kg Kolanüsse im Werthe von 2013 Mk. 
1895 11947 - - é 11319 
1896 42087 OD OD é* 23597 
Dabei giebt es noch keinerlei Kolaplantagen in 
Kamerun, und bei den schlechten Kommunikations= 
verhältnissen kommen für den Export nur küstennahe 
Gebiete in Betracht, während sehr kolareiche, im 
Innern liegende Gebiete, wie z. B. Yaunde, erst 
später dem Kolahandel erschlossen werden dürften. 
Wenn trotz des Sinkens der Preise von 97 Pf. per 
Kilo im Jahre 1894 auf 56 Pf. im Jahre 1896 
der Export um das Zwanzigsache gestiegen ist, so ist 
damit bewiesen, daß die Produktions-, d. h. Pflück- 
und Transportkosten gering sind; ob freilich Europäer 
bei Plantagenkultur bei so niedrigen Preisen werden 
auf die Kosten kommen können, erscheint noch fraglich, 
obgleich der reiche Ertrag der einzelnen Kolabäume 
sowie die geringen Erntebereitungskosten Preise, bei 
denen die Kaffeekultur unrentabel wird, noch erträglich 
erscheinen lassen. Immerhin sollten, bei der Unsicher- 
heit der Preislage und des europäischen Marktes, 
eventuell anzulegende Plantagen sich vorerst aus- 
schließlich auf die Gewinnung frischer Kolanüsse für 
den Konsum in Afrika werfen, da diese zweifellos 
einen gleichmäßigen Absatz haben und bedeutend 
bessere Preise erzielen; kostet doch z. B. in Kete Kratji, 
also ziemlich nahe dem Hauptproduktionsgebiet, eine 
Last, d. h. 25 kg (2000 bis 2500 frische Kolanüsse), 
etwa 25 Mark,') so daß das Kilo immerhin auf 
1 Mark, die Nuß also auf 1 bis 11/ Pf. zu stehen 
kommt, und dies für frische, also ziemlich wasserreiche 
Nüsse, wahrend die obigen Preise für die Exportkola 
Kameruns sich auf getrocknete und also bedeutend 
leichtere Nüsse beziehen. 
Zum Schluß mag noch erwähnt werden, daß 
man bei Anlage einer Kolaplantage nicht vergessen 
sollte, durch rechtzeitige Anpflanzung für die Be- 
schaffung der für die Verpackung gebräuchlichen Blätter 
zu sorgen; es scheinen im Allgemeinen die großen 
Blätter der Sterculia cordifolia hierzu benutzt zu 
werden, eines in Westafrika weit verbreiteten und 
häufigen Baumes. 
——..% 
*) Die Baseler Missionare geben an, daß in Salaga 
eine Last Kolanüsse etwa 30 Mk. koste, was Binger als 
irrthümlich ansieht, indem er den Preis einer Last von 
2500 Nüssen auf nicht weniger als 96 Mk. berechnet, so“ 
daß jede Nuß auf nicht weniger als 4 Pf. zu stehen käme; 
wahrscheinlich finden je nach der Saison und dem Ernte- 
ausfall große Preisschwankungen statt. 
  
Der erwähnte Bericht des Lieutenants Plehn 
lautet folgendermaßen: 
Die ersten Anfänge eines rationellen Anbaues 
der Kolanuß wurden in Misahöhe im Frühjahr 1896 
gemacht. 
Erfahrungen über die Art des Anbaues lagen 
nicht vor. Die einzige Landschaft des Misahöher 
Bezirks, in der die edle Kola vorkommt, ist die Land- 
schaft Tapa, die in bergiger Gegend unter 7° 307 
n. Br. etwa 400 m hoch und etwa einen Tagemarsch 
vom Volta entfernt liegt. Der Boden ist fast ziegel- 
rother reiner Laterit. . 
Der Anbau der Kola geschieht dort durch Steck— 
linge, die regellos meist in den neuangelegten Farmen 
ausgesteckt werden. Die Behandlung der Pflanzungen 
ist eine sehr rohe, man überläßt die Stecklinge ein- 
fach sich selbst, und die bereits fruchttragenden Bäume 
werden durch rücksichtsloses Herunterreißen ganzer 
Aeste bei der Ernte vielfach geschädigt. 
Die Gesammterträge sämmtlicher Bäume sind 
unbedeutend und übersteigen im günstigsten Falle 
kaum 20 Lasten à 25 kg pro Jahr. Die Qualität 
der Nüsse ist eine gute, sie werden auf dem Markt 
in Kete den aus Aschanti kommenden gleichgeschätzt. 
Ein der Kola überaus ähnlicher Baum, der auch 
genau geradeso aussehende Früchte trägt, kommt in 
der Landschaft Avatime, etwa einen Tagemarsch SW. 
von Misahöhe (siehe neue Togokarte) häufig vor, 
doch werden die Früchte desselben von den Eingebo- 
renen für ungenießbar erklärt. Die Haussa nennen 
sie Goro n’rua (Wasserkola). 
Im Mai 1896 nun wurden in Misahöhe durch 
den Wanderlehrer Wöckel 3500 Nüsse gelegt. Das 
Saatgut hatte ich auf dem Markt von Kete kaufen 
assen. 
Die Saatbeete wurden am Fuße des Stations- 
berges etwa 320 m hoch in der unmittelbaren Nähe 
eines kleinen, beständig fließenden Baches in dessen 
Alluvium angelegt. Es wurden der Nässe des Bodens 
halber Dämme von etwa 30 cm Höhe und 50 cm 
Breite aufgeschüttet, auf ihnen Rillen gezogen und in 
dieselben die Nüsse dicht aneinander gelegt. Sie 
wurden darauf etwa 3 cm hoch mut lockerer Erde 
bedeckt. Für sorgfältige Reinhaltung der Beete von 
Gras und Unkraut wurde gesorgt. 
Die ersten Keime erschienen nach etwa sechs Wochen, 
doch keimte das Gros der Nüsse erst nach etwa drei 
Monaten und viele gingen erst nach sechs Monaten 
auf. Diese so sehr verschiedene Keimdauer erklärt 
sich wohl durch die größere oder geringere Aus- 
trocknung der Nüsse während des langdauernden 
Transportes von Aschanti nach Kete und von dort 
nach Mifahöhe. ç 
Die jungen Pflänzchen wuchsen ungemein üppig 
und hatten im Frühjahr zum Theil bereits eine Höhe 
von etwa 30 cm erreicht. Die sehr stark entwickelte 
Pfahlwurzel wurde bis 40 cm lang. ê½ 
Erst im Februar und März 1897 begann ich mit 
dem Auspflanzen, das Keimresultat war ein so gün-
        <pb n="135" />
        fliges daß die 3500 Nüsse 2850 zum Verpflanzen 
geeignete Pflänzchen lieferten. 
Für die Plantage wählte ich das der Station 
gehörige rechte Ufer des erwähnten Baches, der die 
Grenze des Stationsterrains nach dem Dorse Yo 
bin bildet. 
Der größte Theil des für die Plantage ausge- 
wählten Landes fällt in die schmale Niederung des 
Boches, in dessen Schwemmland, doch wurde auch 
noch ein Theil der Höhe, die von hier aus zur 
Station ansteigt, mit dazugenommen. 
So wurde erreicht, daß in der Pflanzung, die 
ja vornehmlich Versuchszwecken dienen soll, Boden in 
allen Graden von Feuchtigkeit, von Nässe bis zur 
Toockenheit, vertreten ist. Auch die Beschattung des 
Bodens wurde durch theilweises Fortschlagen der 
Bäume möglichst verschiedenartig gestaltet, so daß von 
dolliger Besonnung bis zum tiefen Baumschatten alle 
Grade der Belichtung vorkommen. Der Boden ist 
bis auf einige wenige Sandstellen reich, was aus 
der Ueppigkeit der vorhandenen Vegetation hervorging. 
Die Bodenvorbereitung geschah zunächst durch 
Vegschaffen des Schilfgrases, das dicht über der Erde 
obgesichelt, n Haufen zusammengeharkt und verbrannt 
wurde. Auf der freien Fläche wurden in 5 bis 6 m 
Verband Plätze von 30 bis 40 cm im Quadrat um- 
gegraben und in 30 cm Tiefe rojolt. In diese Plätze 
wurde mit einem spitzen Holz ein trichterförmiges, 
teeses Loch gestoßen und hier hinein die Pflanze gesenkt. 
Als erschwerend für die Anlage muß hier erwähnt 
werden, daß ich mit völlig rohen, ungeschulten Leuten 
arbeitete, die ich erst mühsam anlernen mußte, und 
dah mir keinerlei europäisches Personal zur Verfügung 
sind. Gerade diese ersten Pflanzen sind daher nicht 
besonders sorgsältig behandelt worden. Als weiterer 
unginstiger Umstand kam hinzu, daß nach dem Aus- 
Panzen der Regen über 14 Tage lang völlig 
aussetzte. 
Die Folge war, daß bei einem großen Theil der 
Planzen die Blätter vertrockneten, so daß ich die 
Anlage bereits verloren gab. Zu meiner Freude 
tieben sie jedoch nach dem ersten Regen an den 
Vlonwinkeln neue Knospen und begrünten sich bald 
wieder völlig, so daß kaum eine Pflanze zu Grunde 
ng, wenn auch ihr Wachsthum erheblich verlangsamt 
wurde. Es mag dies als Beweis gelten für die 
Koße Vegetationskraft und Zähigkeit der Kola. 
Ic legte nun im Frühjahr 1897 noch zwei 
Soatbeete mit zusammen 3630 Nüssen in derselben 
äie an wie das erste Saatbeet, nur wurden die 
Msse in den Rillen etwas weiter (etwa 8 bis 10 cm) 
doneinander entfernt gelegt, da bei zu dichtem Stande 
de Pflänzlinge beim späteren Ausheben sehr leicht 
letungen der Wurzeln vorkommen. 
Es wurden außerdem noch 1400 Nüfsse direkt in 
der Plantage ausgelegt und zwar in Rajollöchern 
don 30 em im Quadrat. Von diesen Nüssen war 
am 18. Juni bereits ein Theil gut aufgegangen. 
Es siecten somit zur Zeit meines Fortganges von 
95 
  
Misahöhe 7380 Stück Kola als Nüsse und Pflanzen 
in der Erde. 
Hierzu kamen 1000 Nüsse in Ametshove und 
1500 in Worawora, die ich den dortigen Missions- 
stationen zum Ausstecken übersandte und die, wie ich 
hörte, gut ausgegangen sind. Der Misahöhe-Bezirk 
wies somit am 18. Juni 1897 in Summa 9880 
Stück ausgepflanzte Kola auf. 
Eine Vergrößerung der Misahöher Plantage wurde 
von meinem Nachfolger in der Stationsleitung, Herrn 
Premierlieutenant Wegner, eifrig in Angriff ge- 
nommen. 
Was die geringen Erfahrungen betrifft, die ich 
in der kurzen Zeit in Bezug auf die Kolakultur 
machen konnte, so scheint mir die Kola einerseits eine 
ausgesprochene Lichtpflanze zu sein und andererseits 
einen reichen, frischen bis feuchten Boden zu bevor- 
zugen. Fortzukommen scheint sie auf fast allen Boden- 
arten, doch gedeiht sie schlecht im dichten Schatten. 
Den weiteren Betrieb der Plantage hatte ich mir 
folgendermaßen gedacht: 
Um den Betrieb durch Vermeidung des kostspie- 
ligen Umpflanzens möglichst billig zu gestalten und 
um der Pflanze die Strapazen zu ersparen, die das 
Umpflanzen durch Verletzung der Wurzel 2c. bei dem 
ungeschickten Negerpersonal unvermeidlich mit sich 
bringt, sollen die Nüsse direkt in der Plantage gelegt 
werden. Es sollen in 5 bis 6 m Verband Plätze 
von 30 cm im Quadrat rajolt und auf jeden Platz 
zwei Nüsse gelegt werden. Pflanzbeete sind nur an- 
zulegen, um ein älteres Material zum Auspflanzen 
etwa entsprechender Lücken parat zu haben. 
Die Plätze, auf denen die Nüsse liegen, sind sorg- 
fältig rein zu halten, in den Zwischenräumen dürfte 
es genügen, wenn das aufschießende Gras von Zeit 
zu Zeit kurz gesichelt wird. 
Bei weiterem Heranwachsen der Bäume ist darauf 
zu halten, daß die Kronen behufs reicher Frucht- 
erzeugung stets von einem breiten Lichtgürtel um- 
geben sind. Es läßt sich dies durch ein allmähliches 
vorsichtiges Lichten leicht bewirken. 
Alle weiteren Kulturmaßregeln sowie etwaige 
Modifikationen der von mir vorgeschlagenen werden 
sich wäter durch die an Ort und Stelle gemachten 
Erfahrungen von selbst ergeben. 
Grund und Boden zur Vergrößerung der Plan- 
tage ist in der nächsten Umgebung von Misahöhe 
reichlich vorhanden. 
Diesem interessanten Bericht ist nur wenig hinzu- 
zusügen. Aelteren Angaben entnehmen wir, daß 
frische Samen schon nach drei Wochen keimen, daß der 
Baum im Allgemeinen erst im vierten oder fünften 
Jahr zum ersten Mal blüht, wenngleich in Kamerun 
schon 1 bis 1½ m hohe Bäume zur Fruktifikation 
gelangt sind; es wird also wahrscheinlich, wie beim 
Kaffee, die erste Blüthezeit vom Boden und vom Klima 
abhängig sein, Vollernten sollen erst vom achten oder 
zehnten Jahre an zu erwarten sein. Wie beim Kaffee
        <pb n="136" />
        kann man zwar eine Haubpterntezeit unterscheiden, 
doch giebt es daneben noch eine bis zwei, häufig 
kaum weniger bedeutende Nebenernten; in Jamaika 
rechnet man 500 bis 600 Früchte bei jeder Ernte, 
das würde also, da jede Frucht im Durchschnitt 
mindestens vier Nüsse enthält, bei den dortigen zwei 
jährlichen Ernten 4000 bis 5000 Nüsse, also etwa 
40 bis 50 kg, geben. Natürlich geben einzelne Bäume 
häufig noch größere Erträge, z. B. bis zu 100 kg, 
doch ist ein Plantagenbetrieb auf solche Ausnahmefälle 
nicht zu basiren. Rechnet man bei 5 m Abstand der 
Bäume auf jährliche Durchschnittsernten von etwa 
10 kg per Baum, so würde der Hektar 4000 kg 
frische Nüsse, also bei einem Preis von nur 1 Mark 
für 100 Nüsse mindestens einen Ertrag von 4000 Mark 
bringen. Wenngleich diese Berechnungen erst durch 
die Praxis zu erproben sind, so glaube ich nicht, daß 
die Erträge und Preise zu hoch angesetzt sind; dies 
geht neben den viel höhere Zahlen gebenden Berichten 
aus Jamaika auch aus einem in der „Revue des 
Cultures Coloniales“ veröffentlichten Brief eines 
Kaffee= und Kolapflanzers in Koyah (Franz. Guinea) 
hervor, jedoch liegen bisher keine Durchschnittswerthe 
von Plantagen vor, und diese sind stets um ein 
Mehrfaches geringer als die von einzelnen allein- 
stehenden, genau kontrolirten Bäumen erzielten Resul- 
tate; dennoch glauben wir, indem wir nur den vierten 
bis fünften Theil einer Einzelernte in Rechnung ge- 
stellt haben, genügende Vorsicht angewendet zu haben; 
höchstens wäre es möglich, daß der Abstand der 
Bäume voneinander mit 5 m zu gering angesetzt ist. 
Es hängt davon ab, ob der Baum häufige Beschnei- 
dung verträgt, und wie sich hierbei der Fruchtansatz 
gestaltet. So lange wir hierüber nichts wissen, dürfte 
es rathsamer sein, die Kolabäume in größeren Ab- 
ständen, etwa 8 m voneinander, zu kultiviren, da 
späteres Ausdünnen auch seine Schattenseiten hat. 
Aus dem eben erwähnten Brief aus Französisch- 
Guinea mögen einige Auszüge der für etwaige Kola- 
pflanzer bemerkenswertheren Stellen hier folgen: 
Man kann vor acht Jahren nicht auf größere 
Ernten rechnen, dann vermag der Baum aber 3000 
bis 5000 Nüsse zu geben; da der Minimalpreis am 
Platze 1 Mk. für 100 Nüsse beträgt, so würde der 
jährliche Minimalertrag 30 Mk. pro Baum sein, 
wenn man noch 6 Mk. (gewiß übertrieben viel) für 
die Pflege und Ernte rechnet, so bliebe doch noch 
ein Reingewinn von 24 Mk. Bis zum vierten oder 
fünften Jahre ersordert der Baum etwas Pflege, von 
dann an hat man nur nöthig, die Schlinggewächse 
und parasitischen Pflanzen zu entfernen. Die Ein- 
geborenen überlassen die Pflanzungen nach dem Aus- 
pflanzen der Bäume durchaus sich selbst und ernten 
aus Furcht vor Diebstahl zu frühzeifig, obgleich die 
ausgewachsenen großen Nüsse viel bessere Preise er- 
zielen; in Bathurst wurden solche ausgesuchten Nüsse 
im vorigen Jahre z. B. für 8 Pf. das Stück verkauft. 
Für die Kolakultur ist es von großer Wichtigkeit, 
beim Auspflanzen sehr behutsam zu sein, da die 
96 
  
Pfahlwurzel im Verhältniß zu dem Stamm der jungen 
Pflanze besonders lang ist und nicht verletzt werden 
darf; einjährige Pflanzen waren z. B. nur 60 bis 
70 cm hoch und hatten dabei eine Wurzel von 1 
bis 1½ m. Die Eingeborenen pflanzen deshalb 
auch die Pflänzchen schon zwei bis drei Monate nach 
der Aussaat um, d. h., wenn sie etwa 10 cm hoch 
sind; vielleicht dürfte sich dies auch für die Europäer 
empfehlen, nur muß man dazu natürlich die Aussaat 
in den Beginn der Regenzeit verlegen. 
Außer dieser aus 5000 Bäumen bestehenden Plan- 
tage besitzt ein Advokat in Sierra Leone eine Pflan- 
zung von 6000 Bäumen, die schon zu tragen be- 
ginnen, ferner hat noch der Minister des Königs von 
Rio-Pongo, ein Mulatte Namens Thomas Khatir, 
vor drei Jahren eine Pflanzung von ungefähr 5000 
Kolabäumchen angelegt. 
Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft victoria. 
Die Arbeiterverhältnisse haben sich dem „Tropen- 
pflanzer“ zufolge sehr erfreulich gestaltet. An Ort 
und Stelle befanden sich am 10. Dezember 1150 Leute 
und zwar 431 Bali-, 151 Kru-, 317 Mainde-, 
15 Banyang-, 8 Bakunduleute, nebst den erforder- 
lichen Maurern und Zimmerleuten. Gepflanzt waren 
bis 1. Dezember v. Is. 75 539 Kaffee= und Kakao- 
pflanzen. 
Schiffsverkehr der vom Reiche subventionirten Dampfer- 
linien im Jahre 1390. 
Der Verkehr auf den vom Reiche subventionirten 
Dampferlinien zeigte auch im Jahre 1896 auf sämmt- 
lichen Linien eine erfreuliche Zunahme; er gestaltete 
sich nach der amtlichen Statistik, welche für die Linien 
nach Ostasien und Australien der kürzlich dem Reichs- 
tage zugegangenen Gesetzesvorlage beigegeben ist, 
wie folgt: 
I. Linien des Norddeutschen Lloyd nach 
Ostasien und Australien. 
Der Gesammtverkehr der beiden Linien auf der 
Ausreise und Heimreise zusammengenommen belief 
sich auf 166 575 t im Werthe von 160 430000 Mk. 
gegen 152 415 t im Werthe von 139507 000 Mk. 
im Jahre 1895. Hierin sind nicht mit eingerechnet 
Edelmetalle und Kontanten im Betrage von 23524000 
Mk. im Jahre 1896, 17910000 Mk. im Jahre 1895. 
Es entfielen auf die Ausreise 89148 t im 
Werthe von 74433000 Mk. (gegen 78210 t im 
Werthe von 52933000 Mk. im Johre 1895), auf 
die Heimreise 77 427 t im Werthe von 85997 000 
Mk. (gegen 74205 t im Werthe von 86 574000 Mk. 
im Jahre 1895). 
Danach hat sich von 1895 zu 1896 die Ausfuhr 
mittelst der Reichspostdampfer nach Gewicht und Werth 
ganz bedeutend, nämlich um 10 938 t und 21½ Mill. 
Mark vermehrt, während die Einfuhr dem Gewichte
        <pb n="137" />
        nach um 3222 t gestiegen, im Werth um ein Ge- 
ringes, nämlich um rund ½ Mill. Mark hinter dem 
Vorjahre zurückgeblieben ist. 
Von den ausgehenden Gütern wurden 63,6 pCt. 
des Gesammtwerthes der in den europäischen Häfen 
und Port Said ausgenommenen Mengen in Bremer- 
haven, 26,3 pCt. in Antwerpen, 9 pCt. in Genua 
und 1,1 pCt. in Neapel geladen. Gelöscht wurden 
auf der Heimreise in Neapel 2,3 pCt., in Genua 
32,5 pCt., in Antwerpen 23,0 pCt., in Bremerhaven 
40,9 pCt. vom Gesammtwerth. 
Die hauptsächlichsten Frachtgegenstände bildeten 
auf der Ausreise: Drogen und Farbwaaren, 
Mannufakturwaaren, insbesondere Wollen-, Tuch= und 
Baumwollenwaaren, Wollen= und Baumwollengarn, 
Posamenten, Leder, Lederwaaren und Schuhe, Eisen- 
und Stahlwaaren, namentlich Drahtwaaren und Na- 
deln, Waffen und Munition, Maschinen, Fahrräder, 
Instrumente und Apparate, Pianos, Uhren, Kurz- 
und Spielwaaren, Glas und Glaswaaren, Verzeh- 
rungsgegenstände, besonders Bier, Wein und konden- 
sirte Milch, Tabak, Cigarren und Cigaretten, Kerzen 
und Lichte, Papierwaaren, Marmor und Marmor- 
waaren, 
auf der Heimreise: Seide aller Art, Wolle und 
Wollenabfälle, Baumwolle, Talg, Häute, Felle, Pelz- 
werk, Borsten, Bettfedern, Verzehrungsgegenstände, 
namentlich Thee, Kaffee und Gewürze, Tabak, Gall- 
ä#pfel, Gummi, Baumrinde, Graphit, Zinn, Kupfer, 
Erze, Stuhlrohr, Strohgeflechte und Matten, Blumen- 
zwiebeln, Kuriositäten und Fächer. 
Deutscher Herkunft waren von den auf der 
Ausreise beförderten Gütern 59552 t im Werthe 
von 43134000 Mk., d. h. 66.8 pCt. des Gesammt= 
gewichts und 58,0 pCt. des Gesammtwerths der aus- 
gehenden Waaren (gegen 53166 t im Werthe von 
33848 000 Mk. im Jahre 1895). Die Zunahme der 
deutschen Ausfuhr mit den Reichspostdampfern be- 
trug also dem Gewicht nach 6386 t, dem Werthe 
nach rund 9½ Mill. Mark. Von den auf der Heim- 
reise beförderten Gütern waren 45 018 t im Werthe 
von 34432000 Mk., d. h. 58.1 pCt. des Gesammt- 
gewichts und 40,0 pCt. des Gesammtwerths (gegen 
35062 t im Werthe von 30 647 000 Mk. im Jahre 
1895), für Deutschland bestimmt. 
Die ostasiatische Linie nahm an der Beför- 
derung auf der Ausreise und Heimreise zusammen- 
genommen mit 78986 t im Werthe von 100 898000 
Mk. (gegen 77 028 t im Werthe von 86706000 Mk. 
im Jahre 1895) theil. Auf die Ausreise entfielen 
hiervon 45 364 t im Werthe von 45 565000 Mk. 
(gegen 41647 t im Werthe von 29 873000 Mk. 
im Jahre 1895); darunter deutscher Herkunft 
31984 t im Werthe von 25943.000 Mk., 
das heißt 70,5 pCt. des Gesammtgewichts 
und 56.9 pCt. des Gesammtwerths (gegen 28680 t 
im Werthe von 19798000 Mk. im Jahre 1895). 
Die Zunahme nach dem Werthe beträgt somit 
6145 000 Mk. Von den auf der Heimreise be- 
  
97 — 
förderten 33622 t im Werthe von 55 333000 Mk. 
(gegen 35 381 t im Werthe von 56833000 Mk. 
im Jahre 1895) waren 17728 t im Werthe von 
18111000 Mk. d. h. 52,7 pCt. des Gesammtgewichts 
und 32,7 pCt. des Gesammtwerths für Deutschland 
bestimmt (gegen 15912 t im Werthe von 15 358000 
Mk. im Jahre 1895). Hier ist also trotz eines ge- 
ringen Rückganges der Gesammtbeförderung auf der 
Heimreise der für Deutschland bestimmte Waaren- 
antheil um 1816 t und um 2 3/4 Mill. Mark gewachsen. 
Der Antheil der australischen Linie an der 
Gesammtbeförderung betrug 87 589 t im Werthe von 
59532000 Mk. (gegen 75387 t im Werthe von 
52801.000 Mk. im Jahre 1895). Hiervon entfielen 
auf die Ausreise 43784 t im Werthe von 
28868000 Mk. (gegen 36563 t im Werthe von 
23060 000 Mk. im Jahre 1895); darunter deutscher 
Herkunft 27568 t im Werthe von 17 191000 Mk. 
d. h. 63 pCt. des Gesammtgewichts und 59,6 PCt. 
des Gesammtwerths (gegen 24 486 t im Werthe von 
14050 000 Mk. im Jahre 1895). Die Steigerung 
der deutschen Ausfuhr betrug danach auf dieser Linie 
3082 t und 3141000 Mk. Von den auf der Heim- 
reise beförderten 43 805 t im Werthe von 30664000 
Mk. (gegen 38 824 t im Werthe von 29741,.000 Mk. 
im Jahre 1895) waren 27290 t im Werthe von 
16 321. 000 Mk., d. h. 62,3 pCt. des Gesammtgewichts 
und 53.2 pCt. des Gesammtwerths (gegen 19 150 t 
im Werthe von 15 289 000 Mk. im Jahre 1895), 
also ein Mehr gegen das Vorjahr von 8140 t und 
1 032000 Mk. für Deutschland bestimmt. 
Der Personenverkehr gestaltete sich, wie folgt: 
  
  
  
—.. 
1896 
  
  
1895 
Klasse Zuf Klasse Zuß. 
« Klasse l Klasse 
IEXEIIIIE 
  
Ostasiatische Linie: 
Ausreise 1035, 941/|4332 6308 1106 773 5462 7341 
Heimreise! 865 800 1807 3472750 736 1763 3249 
Zus.91900, 1741/ 6139. 9780 |1856, 1509 7225 10590 
Australische Linie: 
Ausreise. 759, 660 2064 3483) 678 521 1800 2999 
Heimreise 6111 697 1908 3216456 579 2544 3579 
Zus. 11370 1357 3972, 6699 /1134. 1100. 4344 6578 
II. Deutsch-Ostafrikanische Linie. 
Auf der Linie nach Ostafrika belief sich der Ge- 
sammtverkehr, Ausreise und Heimreise zusammen- 
genommen, auf 43098 t im Werthe von 25 608000 
Mk. lgegen 43275 t im Werthe von 18993000 Mk. 
im Jahre 1895). 
Es entfielen auf die Ausreise 22931 t im 
Werthe von 14577000 Mk. (gegen 20 227 t im 
Werthe von 9191000 Mk. im Jahre 1895), auf die 
Heimreise 20 167 t im Werthe von 11.031000 Mk. 
(gegen 25048 t im Werthe von 9802000 Mk. im 
Jahre 1895). Danach hat sich die Ausfuhr nach
        <pb n="138" />
        Gewicht und Werth (um 2704 t und 5386000 Mk.) 
vermehrt, während bei der Einfuhr eine Abnahme der 
Gewichtsmenge um 2881 t, dagegen eine Zunahme 
des Werths um 1229000 Mk. eingetreten ist. 
Mehr als die Hälfte der ausgehenden Güter, 
nämlich 53,3 pCt. vom Gesammtwerth der Einla- 
dungen in den europälschen Häfen, wurde in Hamburg 
geladen, 19,7 pCt. wurden in Amsterdam, 22,1 pCt. 
in Lissabon und 4,9 pCt. in Neapel aufgenommen. 
Gelöscht wurden auf der Heimreise in Neapel 11,5 
p#Ct., in Marseille 12,2 pCt., in Lissabon 2.7 pCt., 
in Rotterdam 12,4 pCt., in Hamburg 61,1 péCt. 
vom Gesammtwerth. 
Die hauptsächlichsten Beförderungsgegenstände bil- 
deten auf der Ausreise Verzehrungsgegenstände, 
namentlich Mehl und Mehlwaaren, Konserven, Wein 
und Bier, Spirituosen, Manufakturwaaren, namentlich 
Baumwollenwaaren, Drogen und Chemikalien, Eisen- 
und Stahlwaaren, Waffen und Munition. 
Auf der Heimreise wurden hauptsächlich Kaffee, 
Kautschuk, Erdnüsse, Nelken, Kakao, Wachs, Oel, 
Kopra, Pfeffer, Elfenbein, Wolle, Häute und Felle 
befördert. 
Von den ausgehenden Gütern waren deutscher 
Herkunft 12825 t im Werthe von 6904000 Mk. 
(gegen 12 371 t im Werthe von 3611000 Mk. im 
Jahre 1895), d. i. 55,9 pCt. des Gesammtgewichts 
und 47,4 pCt. des Gesammtwerths. 
Die deutsche Ausfuhr nach Ostafrika mittelst der 
Reichspostdampfer hat demnach im Jahre 1896 um 
rund 3⅛ Millionen Mark zugenommen. 
Von den einkommenden Gütern waren für Deutsch- 
land bestimmt 9773 t im Werthe von 5 322000 Mk. 
(gegen 11276 t im Werihe von 4404000 Mk. im 
Jahre 1895), d. h. 48,5 pCt. des Gesammtgewichts 
und 48,2 pCt. des Gesammtwerths. 
Der Personenverkehr gestaltete sich, wie folgt: 
1896 
1 Zus. 
Klasse 
„Klasse 
1 fu ur P 
  
  
1895 
Zus. 
Klasse 
Klasse 
r sirnr 
  
  
  
  
Ausreise 1124 835 2040 3999714 522 976 2212 
Heimreise982 666 1808 3456738 449 905 2092 
Zus. /2106 1501 3848,7455|1452 971.1881 4304 
Die Ostafrika-Linie hat hiernach eine ganz unge- 
wöhnliche Zunahme des Reiseverkehrs zu verzeichnen. 
Thätigkeit der botanischen Centralstelle. 
Seitens der botanischen Centralstelle sind an die 
Station Buca zu Anbanversuchen Sämereien von 
172 verschiedenen Gewächsen gesandt worden. Andere 
derartige Sendungen sind nach der Station Johann 
Albrechtshöhe in Kamerun, ferner nach Kete-Kratschi 
in Togo und Moschi in Ostafrika abgegangen. 
98 
  
  
Titterkur. 
Von der Nautischen Abtheilung des Reichs- 
Marine-Amts sind drei weitere, die Schutzgebiete 
Ostafrika, Südwestafrika und Kamerun betreffende 
Karten herausgegeben worden: 1. Nr. 1312: Lindi- 
Bucht bis Kap Delgado, im Maßstabe 1:150 000, 
nach den britischen Admiralitäts-Karten (Lindi-Bucht 
nach den Vermessungen S. M. S. „Möwe“ 1894). 
Preis 2 Mk. 2. Nr. 132: Rhede von Swakopmund 
im Maßstabe von 1:15.000, nach einer vorläufigen 
Aufnahme S. M. S. „Hyäne“ Juni 1896, unter 
Benutzung einer Skizze S. M. S. „Seeadler“ 1896. 
Preis 0,50 Mk. 3. Nr. 134: Die Küste von Kame- 
run von der Kamerun= bis zur Nyongmündung im 
Maßstabe von 1:100 000, nach den Aufnahmen des 
Vermessungsdetachements 1896/97 mit einer Spezial- 
aufnahme als Fortsetzung der Hauptkarte: Der Sanaga 
bis zu den Edea-Fällen in demselben Maßstabe. 
Preis 2,50 Mk. 
Alle drei Karten sind in Kommission bei Dietrich 
Reimer, Berlin S8W., Wilhelmstraße 29, erschienen 
und daselbst zu den angegebenen Preisen zu beziehen. 
O. Seidel: Deutschlands erste Kolonie. 1898. 
Zu beziehen von O. W. C. Busch, Hamburg, 
Luisenhof. 
In der vorliegenden, mit dem Bild Witboois 
geschmückten Schrift hat der Verfasser, Theilhaber der 
Firma Seidel &amp; Mühle, die in Keetmanshoop, Gibeon, 
Bethanien und Lüderitzbucht Niederlassungen unter- 
hält, seine Erfahrungen während eines mehr als 
neunjährigen Aufenthalts in Deutsch-Südwestafrika 
niedergelegt. Was seine Darstellung besonders in- 
teressant macht, ist der Umstand, daß Serdel haupt- 
sächlich sich mit dem wenig gekannten südlichen Theile 
der Kolonie, dem Namalande, beschäftigt und als 
Farmer und Kaufmann Vieles gesehen und erfahren 
hat, was der Reisende oder Beamte gewöhnlich nicht 
kennen lernt. 
    
„V V7TVVNYTVTVY0]PFGyVTVYTVYVYNYVYY7 TTYT TV VV VV0 
Tikterakur-Verzeichniß. 
Dinckelberg, H.: Nordlandfahrt. Eine Reise auf 
dem Hamburger Doppelschrauben = Schnelldampfer 
„Auguste Victoria“ nach Norwegen bis zum Nordcap 
und nach der Insel Spitzbergen und zwei Kaisertage in 
Bergen. gr. 87. (III, 129 S.) Mk. 2,50. 
Verlageanstalt und Druckerei, Hamburg. 
Reichard, Paul: Deutsch-Ostafrika. Das Land und 
seine Bewohner, seine politische und wirthschaftliche Ent- 
wickelung dargestellt. Mit 36 Vollbildern, sämmtlich 
nach Original-Photographien. Wohlfeile Ausgabe. 
Mk. 5,—, geb. Mk. 6,—. Otto Spamer, Leipzig. 
Voeltkow, A.: Wissenschaftliche Ergebnisse der 
Reisen in Madagaskar und Ostafrika in den 
Jahren 1889 bis 1895. Einleitung von A. Voelczkow. 
(Aus „Abhandlungen der Senckenberg. naturforschenden 
Gesellschaft", 21. Bd.) gr. 40. 76 S. mit acht Tafeln 
und drei Karlen. Mk. 10,—. 
In Kommission bei Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M.
        <pb n="139" />
        S. 
S. 
.S. 
S. 
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S sss#s 
„Condor“ 8/1. Sansibar. 
„Cormoran“ 13/11. Kiaotschaubucht. 
„Falke“ 21/12. Auckland 21/1. — 27/1. Sydney. 
„Habicht" 10/1. Kapstadt. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 
S. „Nixe“ 15/1. St. Thome 15/1. — Monrovia. 
S. „Seeadler“ 13/1. Mozambique 15/1. — 24/1. Kapstadt. 
S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. 
99 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
12/1 
(Poststation: 
1. Hongkong. 
„Bussard“ 26/11. Jaluit 13/12. — Bismarck-Archipel. Goststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
Swakopmund.) 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Fayal [Azorenl.) 
(Poststation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Fahmwlanm. Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
S. „Möwe“ (halbe Besatzung) und einige Köpfe für S. M. S. „Cormoran": 
Ausreise: Transportführer: a) von Bremerhaven — Genua: Lieutenant zur See v. Manteuffel, 
b) von Genua— Hongkong: Kapitänlieutenant Gotzhein: 
Bremerhaven 1/12. — 3/12. Antwerpen 5/12. — 13/12. Genna 14/12. — 15/12. Neapel 15/12. — 
19/12. Port Said 19/12. — 24/12. Aden 25/12. — 1/1. Colombo 1/1. — 6/1. Singapore 7/1.— 
13/1. Hongkong. 
(Poststation: Kapstadt.) 
Heimreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Schaumann: von Hongkong—Syhanghai: 
Hongkong 17/1. — 20/1. Shanghai 28/1. — Hongkong. — Singapore. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Perkehrs-Machrichten. 
— Vostdensschisfverbindungen nach der deutschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 16. Febr., 2., 166., Tanga 18—19 Tage sam 25., 28. Febr., 
eui ν 50 Mz E* 3 Sal. 19—20 Tg. T 14., 25., 28. März 
1. . , Brindist am ebr rz/ Sansibar 20 Tage 10 abds. 
dentih · Otasrita (englische Schiffe) abds. 
Aorseil# am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. icdes Monats 
anzöstsche Schiffe) 40 m lIou abds. 
2. deutsch- Southampton am 12. März Luderihbucht 22 Tageam 11. Mär 
a n SKbnesafrike. engl. nt Kaptms. Swakopmund 25 Tage 15 s. 
ectmanshoop, Gibeon. 8 dann deutscher 
icnnh, und ha Dampfer „Leutwein“) 
von dort weiter alle 4Tagähamburg am 25. März, 25. Mais Swakopmund 30 Tageam 25. März, 25. Mai 
anf den bandwege) (beutsches Schislt) nachts Lüderitzbucht 40 Tage, 799 ab 
  
  
  
  
  
|q eoohn 
Liverpool 
Ha= Schiffe) 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 16. Febr., 16. März 
  
  
%% Gchiet 
gecher Liverpool oder 
Narseilleoder Bordeaux 
nut auf Verlangen des 
Absenders) 
—.z—— 
5 Naffch NenGuinea. 
— — 
  
Hambu 
r 
—* — 
Liverpool 
(englische Schisfe) 
Marseille 
(nen s* 
  
. 
7 
Bordea 
(kransöfische #% 
— Schiffe) 
Brindisi 
(Nachversand) 
  
6. Mershal, Juseln. 
  
Brindi 
1 am 10. jedes Ms. nachts 
am 20.jedes Mts. 
am 23. Februar, 
9., 23. März 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. März, 10. Mai 
110 oms. 
am 9. Marz, 4. Mai 
abds 
am 13. Srarz, 8. Mai 
abds. 
am 13. März, 8. Mai 
  
fi 
(über Manila) 
abds. 
— — — 
  
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Ú 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 14. März 
15 ums. 
  
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo "6 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
Stephansort 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit etwa 70 Tage 
1. 
  
  
  
# 
  
am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
am 21. Februar, 
7., 21. März 15 Ums. 
am 23. jedes Monats 
10% abds. 
am 8. März, 8. Mai 
104 abds. 
am 7., 11. März, 
2., 6. Mai 
103 abdbe. 
n I. M 6. Mai 
103 abd «
        <pb n="140" />
        100 
WobERNAJNNN-LINIE. 1 
Regelmäßige NVolst. Dampflchifffabrt zwischen Hamburg und Westafrika. 
— — — 
Veränderter Fahrplau für das erste Vierteljahr 1898. 
Beschleunigter Dienfst für Host und Hassagiere. 
Linie I. Nach Madeira, Lagos, Lome, Kamerun und den Häfen bis Loango. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausre isee. Heimre ise. 
# 3 - April 3. Mai 
Hamburg . . Jan. 10. Febr. 10. Marz 10. Gabun.X März 3. April 3. Mai 2. 
Madeirnn 19. 19... 19.ElobrB. 4. 4.4 
Monrovia“. —2A. 27. 27. Bata 6 6 6. 
Accra" . : 29. März 1. 29. Groß- Balanga * T v 
Lome . -30.I- 2.«-30. Kribb. 7. 7. 7. 
Lagos . ZFebr. 1. -3. April 1. Plantation # 
Kamerrn 4 6. 4.Longii.l # 
Rio del Ney "l. 14. . 4 14 AHNlein-Batanga- 8. 8. 8. 
Victoria . 15. 15. 15.alimba 29 9. 9. 
Fernando Ko. : 17. 17. 7. Kamerun *10. 10. 1 0. 
Malimba . 18. 18. 18. Lagsss- : 18. 18—4 # 13. 
Klein-Batanga 20.. 20. 20. Whydoaad 2260 26. 26. 
Longji *# I Grand-Popo 27. 27. 27. 
lantation 21. = 21. 21. Klein-Popon 238. 28. 28. 
ribi .. l " Lomem 29. 29. "* 2)9. 
Wrli1 Valanga : 22. 22. 22. Kwitto 29. 2)9. * 29. 
Bata 2. 23.. 23. Addah 30. 30 30. 
Siue 24. 24%. 24.ccra Anpril 1. Mai 1. Juni 1. 
Gabun 4 25.— 25. 25. Kamerun?. = 4.. : 4 = 4. 
Kap Lopez „„806. 26. 206. Lagoss. : 6. 6. 1 —6. 
Sette Cama E 27. 27. 27. Klein-Popo* . . I ·- 
Nyanga.. -28. 28. 238. Lome .. 7. 7. 7. 
Mayumba März 1. 29. 29. Quitta *. · 
Loango.... 2. 30. 30. Accras. 8 8. 8. 
Kap Palmas". 10. Q 10. 10. 
I Yonrvaiak. zur * 12. 12. 12. 
ran Canaria „ 
I Teneriffa". --l 18. -18 # 13. 
l ; Madeira" . -20 I -20.».-20. 
Plymouth. 425. 1 25. 25. 
i Hamburg «Apttl27..Ma127.IJun29. 
Linie II. Nach Gibraltar, Marokte, Canar. Juselr und der Zestrüste bis Sherbro. Autwerpen aulaufer. 
– Heimreise. 
s i 
Hamburg-f Jan 18. F Febr. 18. März 18. Sherbro März 1. März 30. April 30 
Antwerden 22. 22) 22. Sierra Leone ar 2. * 2. 7 2. 
Gibraltetor "„ " 28. #: 28. * 28. Conakry. I - 3. - 3. I - 3. 
Larache 29. März 1... 29. Zufisque 10. 10. .10. 
Rabat . 300 2. 30.Dakar — 11. 11. 11. 
Tanger Febr. 1 3. April 1. Gran Canaria 6 17. 17. J7. 
Casablancak -3. 4. 3.ogabor. I 19. 19.I19. 
Saffi * .. - 4. 2 5. I - 4. Saffi 20. 20. 290. 
Mogador = 5. 6. 5. Mazagan 22. 22. 22. 
Mazagngngngga 7. 7. 7.Casablancar 23. 23. 23. 
Lean anaria .. 3 I 3 3 Tanger 6 = 24. " 24. 24. 
. . . ambur... il 2. i 2. Juni 2. 
Gorée 14. "- 14. 14. v s April 2. 2 Ju 
Dakar 14. 14. " 14. I i 
Rufisque 16. 15. 15. 
Bathurst. 16. 16. 16. 
Bissao 18. — 18. 
Bolama 21. # — 21. 
Sierra Leone 23. 20. 23. I 
Chekbro 25. !ê 22. 25. " 1 
  
9 Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats. 
*) Nur für Passagiere. 
jiedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats,
        <pb n="141" />
        101 
Linie III. Nach Conakry, der Goldküste und Togo. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausreisee. Heimre ise. 
Hamburg ! . Jan. 0 Febr. 20. März 20. Kotonou. Febr. 28. * 28. April 28. 
Conarr. Febr. 6. März 6. April 6. Whydah März 1. *2 29. 
Nonrorrra 8— : 8. : 8. Grand-Popo 2,. 1 April 2. Mai 2, 
·.....I- Klein-Popo 3. 3. 3. 
Tirroe 12. " 12. 12. Bagida 5. 1 5. : 5. 
gue Komer .... - z - 1 - 7. 
ap Coast. .. witta. .. * . - . - 9. 
Selpnnd 14 14 14. B 1r1 u1. 11. 
————— 4 ccra .. - . -l. -13. 
Winnebah... #15. 15. 15. Kap Palmas .. -16."-16. ils 
Iccta..... -16. = 16. 16. Monrovia -138. 13. -138. 
D#dah 18. 168. 18. Gran Canaria= 26. 26. 2386. 
Kwitto 19. 19. 19. Teneriffa. 27. 27. 27. 
Lome 21. 21. 21. Madeira. . .. 28. 28. 28. 
Bagida. 22. 22. 22. Hamburg April 9. Mai 9. Juni 9. 
Alen-Pooo 33. * 23. 23. 
Grand- Jepo .. 25. * 25. 25. | 
M#ch. . 2. 26 35. 
Kotonou. l 27. 1 : 27. 27. 1 "„ 
1 " 6 I 
kinie — % den — ——. Liberia und den 2— der Sudtuste von Landana bis St. Paul de Loanda. 
— — — — 
  
  
  
Ausreise. Heimreise. 
damburg. Jan. 31. Febr. 28. März 31. Landana . . . März 21. April 21. Mai 21. 
Anerfe ZFebr. 1d. März 10. Apru 10. DODid Calabar 24. 24. 2t(. 
Erun Canaria. 11. 11. -11. Bonny.... .. -28. -28. 28. 
Gore 1 . · Lagos .2390. 30. 30. 
——2ö # : 16. 16. é 16. Addah . April 7. Mai 7. Juni 7. 
wmise # 1 Accera l S8. 8· 8. 
### Nomt 20. 20. = 20. Winnebah .9 .9 
Ronroria — 21. -21. -21. Appam . . .. « « « 9. 
—* 28323. 23. 5 —J *W*1„ 111.. . 11. 11. 
§½ " 24. 24. 24. ap Coast . · - 
Lap Palmas. 925. 25. 25. Elmina J 12. = 12. . 12. 
Accta · r 28. 28.Chama . 13. 13. 13. 
Lagez März u. 30. 30.] Dixcoe 14. 14. 144. 
Lendana 4. April 4. Mai 4. Arim A„ é. 15. 15. 15. 
— " 5. 5. Kap Palmas 18. 18. 18. 
danana. .., -7. -7. = 7. Sine é 19. 19. 19. 
doma ..» -9. 9. 9. Gran Bassa i -20.s -20.I-20, 
NM»,«·-11.! 11. 11.— Monrovia 21. # -Ê21. -21. 
n 12. 1232. 12. Conakry. # 23. 323. 2 
Wanda 14 14. 14. Gran Canaria . 30 . 30. 30. 
Inbrg . 15. 15. 15.ogador Mai 2. Juni 2.] Juli 2. 
W— .nD7 16. 16. " 16. Safi. 3. 3.3 
Musere. 17.. 7. 17. WMazagan . . . 4 4.46 
zutriztte #- 18 „ 18. 18.Casablanca- = 5.. 5. 5. 
Rucula. 19 19. 19. Hamburg 15. 15. " 15. 
Landana. .. 220. 20. 20. " 1 . 
I i ; 
Nit dem am 18. Februar abgehenden Dampfer kommt kein Schießpulver zur Verladung. 
Eyeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. März und ferner am 25. jedes 
zweiten Monats. Fahrtdauer Hamburg— Swakopmund etwa 30 Tage. 
W#n 
Einschi iere: Li I 11. jedes Monats, Linie II 19. jedes 
Linie IIl am 21 Fchif#e der Wessan nel. einse Monate. inie am jebes Monats, 
*) Aur fur Passagiere.
        <pb n="142" />
        102 
Eintreffen der Post ans den dentschen Schntzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs= Die Don it- fällig ç Landungs= Die Past ist fälli 
Von hafen in Berlin I Von hafen in Berlin 8 
Neapel . . . am 24. * Februar, 
Deutsch-Ostafrika Brindisi. am Mrz. Togogebiet .. ... damburs « anfiedlångtkaatgw 
MarieilleuammFebm Mars Marseille am 16. jedes Ronats 
Deutsch · Sũdwestajrita Southampton] am 15. März I DentichsllensGuinea.Neapet.... am 5. *März, 1.* Mai 
· bur am 25. jed. Monats . . 
Kamepnu....... Zum S I Imavihallssnietn...Marsetlle..MitteFek-tuar 
tverpoocam24Februak · . .- 
I 24. März Mitte April 
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
  
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
  
Postdampfer 
Reise 
Letzte Nachrichten 
  
  
  
  
  
  
von nach bis 12. Februar 1898 
„Adolph Woermann“ . Hamburg Loango am 12. Februar von Hamburg abgeg. 
„Aline Woermann“ . Loango Hamburg am 8. Februar in Madeira. 
„Anna Woermann“ .J. Zt. in Hamburg. 
„Antonina“. . Antwerpen Kongo am 26. Januar in Banana. 
„Carl Woermann“ Hamburg Loanda am 6. Februar Dover passirt. 
„Spuand Bohlen“ Kongo Hamburg am 8. Februar in Las Palmas. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 7. Februar in Tanger. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Kotonon am 9. Februar in Conakry. 
„Gretchen Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. 
„Hedwig Woermann“ Sherbro Hamburg am 8. Februar ab Sierra Leone. 
ih Woermann“. Loanda Hamburg am 8. Februar in Tanger. 
urt Woermann“ Hamburg Loanda am 28. Januar in Accra. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg Loango am 3. Februar in Accra. 
„Lulu Bohlen“ Loango # Hamburg am 5. Februar ab Gabun. 
„Marie Woermann“ Lüderitzbucht Hamburg am 11. Februar in Accra. 
„Melita Bohlen 4 Hamburg Lüderitzbucht am 4. Februar in Las Palmas. 
„Trofessor Woermann“ Kotonou Hamburg am 11. Februar in Accra. 
„Thekla Bohlen“. Swakopmund 1 Hamburg am 9. Februar in Bonny. 
—. 
  
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Gamburg—0Ostafrika). 
  
—. 
  
— 
  
  
  
  
  
  
. Reise Letzte Nachrichten 
Reichsposidampfer von nach bis 13. Januar 1898 
„König“ amburg Durban am 12. Januar an Dar-es-Saläm. 
„Herzog"“ 5. Zt. in Hamburg. 
„Kaiser"“ Durban I Hamburg am 12. Januar ab Mozambique. 
„Kanzler“ .. z. Zt. in Hamburg. 
„Bundesrath“. Hamburg Durban am 9. Januar an Durban. 
„Reichstag“. Durban Hamburg am 6. Januar ab Sansibar. 
„Admiral" . Durban Hamburg am 13. Januar ab Neapel. 
„General“ . Hamburg Durban am 13. Januar ab Neapel.
        <pb n="143" />
        103 
Anzeigen. 
  
  
  
  
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig) sind an die Verrtriebsleitung, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, 
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Administrator der Plantage Perrot, 
Lindi, aufzugeben gezwungen bin, neues 
Engagement. War lange Jahre auf 
Java thätig, bin durchaus bekannt mit 
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reitung und allen ins Fach einschlägigen 
Arbeiten; sowie auch der Kapokkultur. 
Spreche sechs Sprachen. (184) 
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        ——ie 
Der bekannte Weltreisende Otto E. Ehlers scureibt in der Taglichen Rundschau 1895 
auf Seite 413 in seinem Artikel: „Aus dem faften Weltteile Australien - Neuseeland": 
Das jedem Deutschen im Auslande unentbehrliche Echo.“ 
  
Redaktion: Hugo Herold. Geschälftsleltung: Max Pochateoin. 17. Jahrgang. 
ecker lese HDas *9#5kt—mt— 
Der fern der, 
ande sucht — 
Der 
dem Gange der Weltbegebenbeiten unterrichten will — 
Der 
Zeitung zu lesen — 
blatte einer ergänzenden Zeitungslektüre bedarf. 
D 4s L à 0 bringt allivöchentlich in unterkaltender Form Berickte politischen, 
wirtschastlichen, wisssenschastlichen u. gesellschastl. Inhalts iiber 
alle Vorgũünge, welche sickh in Deulsckland u. ini Auslande abspielen. 
ist kein Parteiblatt, sondern es lãsst die interessantesten Stimmen 
D 24# Echo aller Porteien ꝛu Worte konimen. 
D *5 Tc ho oringt in jeder Nunimer ein bis 2wei abgescklossene Novelletten, 
Eraũuklungen etc. aus der Feder bewũlirt., acilgenss. Schriftsteller. 
oringt in der Rubrik Hlandel eine Gesamt- Wochenüibersickt des 
D a8 1 eso internationalen Geld- und Waarenmarktes und interessante 
Fragen vont Weltmarkie. 
oͤringt ein sackntünnisck redigiertes u. illustriertes, Industrielles 
D 44 Echn 20 Echo“, welches über alle aeuen ut. interessanten Vorgàange und 
Neuerungen aus dem Gebiete der Tecknik u. Inducstrie unterrichtet. 
Organ der Deutschen im Auslande, betrachtet es Insbesondere 
D 2s Echo als seine Aufgabe, dem Leben und Treiben der Deutschen im 
Auslande die liebevollste Aufmerksamkelt zuzuwenden. Es vird 
  
daher jeder 
Deutfsche im 4teslande gebeten, seine 4ckresse 
der Verlagsbochhandlang J. H. Schorer G. m. b. H. in Berlio SW., Wllnelmstr. 29, 
F hvoroseber. damit dieselbe Gelegenheit hat, elne Probe- Nummer umsonst und portofrel zu 
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Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Postanstalten und Zeitungs-Spediteure in Deutsch- 
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üblichen Preisen. Dlrokt von der Vorlagshandlung J. . Schorer G. m. b. H. in Berlin SW., 
Willelmstrasse 29, unter Krenzband bezogen, kastet „Das Echo“ vierteljäbrlich 4 Mark 50 Pf., 
halbjährlich 9 Mark, ganzjübrig 18 Mark. Bei Versendung unter Streifband empflehlt es sich, 
möglichst ganzjährige Abonnements aufzugeben. 
kann jederzeit eingetreten werden, und wird 
In das Abonnement „Das Echo“ vom Tage der Bestellung ab 
gegen Einsendung des entfallenden Betruges auf beliebig lange Zeit direkt 
vom Verlag oder durch jede Buchhandlung gelielert. 
Diese Aeusserung bestäligt auch der nicht minder bekannte Afriksreisende Eugen Wolf, 
indem er, den französischen Feldzug durch ganz Madagaskar mitmacheod, in seinem Berichte aus 
dem Kriegalager an das Berliner Tageblatt schreibt: 
„Aus dem „Echo ersehe ich stets, was in der Welt Vorgeht.“
        <pb n="145" />
        — 105 — 
444 44. #. 4 4 4. 4 4 4 4 4 4 4 4 4. 4 4 4. 44 
X 
Arthur Kopp e1. Berlin NW.7, αα — 8 
¾ Fabriken in Bochum, Camen, Wolgast i. P. # 
Telegrarm- Adresse: kerpewau- 
  
9 ( 
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brot ung von 1896 waren 112 Jahr alte Pumpernickel und Schwarz- DI- Ner carie in 
Ausgestellt, welche eine Reise um die Erde zurlickgelegt hatten. eine rben 
1 iele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeanusstellung 1896. k4 1 lesen,“ en. 
—— erbitten an Harder d de Foss, Hamberg; für Mondt2 u (er7 
lbland E. Sökeland &amp; Söhne, Beri#n N7., oder Mandsbek. 5 prechen 1 9rv 
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Bisher fehlte es an einem übersichtlichen Buche, welches ohne vorgefaßte Meinung und Parteinahme die 
Erfahrungen der großen Kolonialmächte 
schildert und den Schwerpunkt auf die verschiedene Entwickelung der kolonialen Politik in den einzelnen 
Staaten legt. Zum ersten Male wird in obigem Werke der Versuch gemacht, ein solches zu bieten. 
4 Der Verfasser, der die Entwickelung der deutschen überseeischen Politik von deren Anfang her in der 
Nähe zu beobachten Gelegenheit hatte und durch wiederholte Reisen und langjährige Studien mit den Ver- 
hältnissen auch der fremdländischen Kolonien sich vertraut gemacht hatte, will in seinem Werke allen 
Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die Bedingungen der Kolonien, an der 
Hand der Geschichte, bieten. Die Darstellung ist so gewählt, daß das Werk zugleich ein Lese= und Lehrbuch 
ist, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer nuhbringenden Weltpolitik zu 
geben vermag. Das Werk stellt eine allgemeine Geschichte der europäischen Kolonialpolitik dar. 
Ein Hauptgewicht ist auf die übersichtliche Darstellung der je nach den nationalen Eigenschaften und Ziele- 
punkten der einzelnen Staaten sehr verschiedenartigen Verwaltung und Gesetzgebung gelegt. 
BWeährend der im Vorjahre veröffentlichte erste Band die Kolonialpolitik Portugals und 
Spaniens, also derjenigen Staaten, welche die Bahnbrecher auf kolonialem Gebiete gewesen und deren 
Erfahrungen bei allem Wechsel der wreiten, Anschauungen und Kenntnisse seit dem Anfange dieses Jahr- 
hunderts in hohem Maße lehrreich sind, ausführlich behandelt, macht uns der soeben zur Ausgabe gelangte 
zweite Band mit der 
Kolonialpolitik Großbritannien--—-= 
und zwar zunächst mit deren erstem Theil: Von den Anfängen bis zum Abfall der Vereinigten 
Staaten bekannt. Dieser Band zeigt uns, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen eine 
Kolonie am besten zur Blüthe kommt und von welchem Geist ein Volk beseelt sein muß, welches 
wirklich lebensfähige überseeische Tochterstaaten heranziehen will, er schildert die Maßnahmen, die England 
getroffen, die Fehler, die es begangen, die Ersolge, die es erzielt hat. Gerade über das Wesen der englischen 
Kolonialpolitik, über die Männer, denen es seine Erfolge verdankt, herrschen sehr häufig noch irrige Auf- l 
fassungen; der vorliegende Band wird daher das weiteste Interesse verdienen. In einem dritten Bande wird » 
die Kolonialpolitik Großbritanniens bis zur Gegenwart, im vierten Bande die holländische Ü 
Kolonialpolitik behandelt werden. Die ebenfalls ins Auge gefaßte Geschichte der französischen Kolonial- 
politik wird ihr Hauptinteresse in der Darstellung der Schwierigkeiten haben, welchen gute Gedanken bei der 
Ausführung durch schlechte Organe und in einer unselbständigen, der Selbstaufopferung entbehrenden Naton 
begegnen. Den Abschluß wird die Schilderung der deutschen kolonialen Versuche bis zur Gegenwart bilden. 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes 
  
  
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Länder- und Völterkunde 
aus dem Verlage der Königlichen 
Hofbuchhandlung von 
E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin SWu, 
steht Interessenten Kostenxfret zu 
fTnst nd 
Hamburs, 
Ferdinandutrasse 48. 
  
&amp; 
  
übernimmt jede Commission und 
Spedition nach und von 
West- und Ost-Arrika 
zu den billigsten Bedingungen.
        <pb n="152" />
        — 112 — 
WOERMANN-LINIE. 
Am 20. Februar: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncu. 
Am 28. Februar: P. D. „Jeannette Woermann“, Capt. Schade, 
nach Teneriffe, Las. Palmas, Sénégal, Liberia und den Hüfen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
Am 10. März: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hüafen der Südwestküste Afrikas 
bis Loango. 
Am 18. März: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marococo, Gorée, Dakar, Rufisque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. 
KNachste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika: am 25. März und ferner am 
25. jedes zweiten Monats. 
le Güfer müssen cm Tage vor dem 4b5bganpsdoatum dis 12 Uhr mittags I#nossette sen. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann- Linie 
(13) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Veerzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fabrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
ADNIERALI“ Capt. Wst 16. Februar, 
*#KANZLER““, Capt. Rlo .. . 16. Februasr, 2. Märxz, 
„ „REICHSTAG“, Capt. Weiskannn ... 2. März, 16. März, 
nach Mombassa, Tanga’k, Pangani?, Saadani, Bagamoyo, Dar-es-Salüm?", Sansibarek, Kilwa, Lindi, 
Milindani, Ibo, Moramblque“, Quellmane , Chinde , Beira'“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem verscehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “" versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorziuoliche Einrichtungen Ur Pussagtere #n allen Klaussen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufbälen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näbheres ertheilt in Hamburg: (#0) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
"owie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Dieser Nummer liegt das 1. Heft des XI. Baudes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den dentschen Schutzgebieten“ bei. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin S8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 15. Februar 1898 um 6 Uhr nachmittags. 
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        <pb n="153" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herauszegeben in der KHoloenial-Iblyeilung des Auswirtigen Amts. 
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;Nummer 5. 
———–—. J———. —..———.——— 
Berlin, 1. März 1398. 
.. — 8 
L. Jahrgang. 
Dieie Zeitchrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
ue#nschtinenden: „Mittbeilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deotschen Schutzgebieten", herausgegeben von Dr. Freiherr 
r. Dagekelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften betragt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk 3,50 für Deutschland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Lander des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs- Preioliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
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Inhe#lt: Amtlicher Theil: Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika S. 113. — Personalien S. 113. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 114. — Deutsch-Ostafrika: Reise des Kaiserlichen 
Gouverneurs Liebert S. 115. — Lieutenant Kielmeyer und Unteroffizier Carsjens F# S. 115. — Anbauversuche mit 
Fvrcalypptos rostrata S. 115. — Handel in Ostafrika S. 115. — Deutsch-Südwestafrika: Erfolgreiches 
Gesecht der Schutztruppe und Gefangennahme zweier Anführer S. 115. — Aus dem Bereiche der Missionen 
und der Antisklaverei-Bewegung S. 115. — Aus fremden Kolonien: Reis= und Getreidezoll in San- 
sibar S. 116. — Britisch-Ostafrika S. 116. — Statistik der gesammten Kolonien Englands S. 116. — Handel in 
Tonga im Jahre 1896 S. 118. — Handel Swasilands im Jahre 1896 S. 118. — Neue Verordnung, betreffend 
den Getränkehandel auf den Gilbert-Inseln S. 119. — Erhöhung der Lizenzgebühr auf den Gilbert-Inseln S. 119. 
Zritisch-Nen-Guinea S. 119. — Zuckerindustrie Queenslands 1896.97 S. 120. — Landwirthschaftliche Ausstellung 
zu Malang S. 120. — Verschiedene Mittheilungen: Nachtigal-Gesellschaft für vaterländische Afrikaforschung 
S. 120. — Jahresbericht über Kolonialwolle im Jahre 1897 von Gustav Ebell &amp; Co. in Berlin S. 121.— 
Litteratur S. 122. — Litteratur-Verzeichniß S. 122. — Schiffsbewegungen S. 123. — Verkehrs-Nachrichten 
S. 123. — Anzeigen. 
– — — —  — ... — — —ä — — — — — — — — - 
Amtlicher Theil. 
berordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
— 
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat Februar d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouver- 
nement von Deutsch-Ostafrika auf 1,39 Mark — eine Rupie festgesetzt worden. 
- — — — — — — — — — — 
  
—— 
— —-- 
— ——...-—.JJöJ—. 
  
— — — — —„ — — — 
Personalien. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-vOstafrika. 
A. K. O. vom 17. Februar 1898. 
reue, Hauptmann und Kompagniechef, Merker, Premierlieutenant, Dr. Eggel, Stabsarzt, und 
Dr. Drewes, überzähliger Stabsarzt, auf weitere drei Jahre der Schutztruppe zugetheilt. 
Dr. Schreber, überzähliger Assistenzarzt 1. Klasse, der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
* A. K. O. vom 17. Februar 1898. 
Richter, Stabsarzt, mit dem 28. Februar 1898 als Halbinvalide mit der gesetzlichen Pension nebst 
Aussicht auf Anstellung im Civildienst ausgeschieden und gleichzeitig mit seinem bisherigen Patent 
bei den Sanitätsoffizieren der Landwehr 2. Aufgebots wiederangestellt. 
Lübbert, bisher Königlich Sächsischer Stabsarzt von der Landwehr 2. Aufgebots, mit dem 1. März 
1898 als Stabsarzt mit einem Patent vom 1. April 1889 in der Schutztruppe angestellt. 
Dr. 
Dr.
        <pb n="154" />
        114 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. 
Am Sonntag, den 13. Februar d. Is., ist der 
Senatspräsident beim Reichsgericht, Dr. Paul Kayser, 
von langem Leiden in seinem 53. Lebensjahre durch 
einen sanften Tod erlöst worden. 
Dr. Kayser übernahm am 1. Juli 1890 die 
Leitung der wenige Monate vorher neu gebildeten 
Kolonial-Abtheilung. Vermöge seiner umfssenden 
Kenntnisse, die er sich auf dem Gebiete der Justiz 
und der Verwaltung in einer vielseitigen Laufbahn 
erworben, und seiner reichen Begabung erschien er für 
diese schwierige Aufgabe besonders geeignet. Seit 
seiner Einberufung in das Auswärtige Amt Anfang 1885 
hatte er bereits an der Ausgestaltung der Rechtsver- 
hältnisse der Schutzgebiete lebhaften Antheil genommen. 
Mit dem größten Eifer und einer außergewöhnlichen 
Arbeitskraft ging er nun an die sich ihm bietenden 
neuen Aufgaben, wobei er von Anbeginn an das Ziel 
verfolgte, dem Handel und Verkehr sowie der Missions- 
thätigkeit unter Vermeidung büreaukratischer Eng- 
herzigkeit freie Bahn zu schaffen. Auf seine Anregung 
erging unter dem 10. Oktober 1890 das Dekret, 
betreffend die Errichtung des Kolonialrathes, dessen 
Zusammensetzung aus den sachverständigsten Vertretern 
der verschiedenen kolonialen Interessen dieser Körper- 
schaft von vornherein die Bedeutung sicherte, die sie 
sich in stets wachsendem Maße erworben hat. Seine 
Bemühungen, mit sachverständiger Unterstützung die 
Entwickelung der Kolonien zu fördern, sind nicht 
vergeblich gewesen; denn während der sechs Jahre 
seiner Amtsführung sind auf allen Gebieten über- 
raschende Fortschritte zu verzeichnen. Nachdem — 
bis auf Togo — überall die Abgrenzung gegen die 
Nachbarkolonien bewirkt worden war, wurde in den 
Schutzgebieten eine geordnete staatliche Verwaltung 
eingeführt, welche die befriedigende Entwickelung der- 
selben sichergestellt und den Raubzügen einzelner 
Stämme ein Ende gesetzt hat. Die Anzahl der 
Stationen mehrte sich, die weiße Bevölkerung 
wuchs. Die Zahl der deutschen Handelsfirmen 
vergrößerte sich, und es erwuchsen Plantagenunter- 
nehmungen, von denen im Jahre 1890 noch nirgends 
die Rede war. Die sanitären Verhältnisse verbesserten 
sich in außerordentlicher Weise. Der wissenschaft- 
lichen Forschung wurde besondere Aufmerksamkeit ge- 
widmet, das Missionswesen nahm einen ungeahnten 
Ausschwung. Noch im letzten Jahre seiner Amts- 
führung gelang es ihm, die Organisation der Schutz- 
truppen zum Abschluß und damit die Einheitlichkeit 
in der Kolonialverwaltung zur Durchführung zu 
bringen. 
Infolge seiner erschütterten Gesundheit war es 
  
  
ihm nicht beschieden, in seiner neuen Stellung als 
Senatspräsident beim Reichsgericht lange zu wirken. 
Mit der Geschichte der kolonialen Entwickelung, 
für die er in aufopferndster Weise gewirkt hat, wird 
sein Name dauernd verbunden bleiben. 
Deutsch -Ostafrika. 
Der ständige Hülfsarbeiter im Auswärtigen Amt 
Legationsrath v. der Decken tritt demnächst die 
Ausreise nach dem Schutzgebiet an, um die Vertre- 
tung des voraussichtlich im Mai einen Heimaths= 
urlaub antretenden Chefs der Centralverwaltung, 
v. Bennigsen, zu übernehmen. 
Mit ihm zugleich wird der Gerichtsassessor Dr. 
Solf sich nach Ostafrika begeben, um die Funktionen 
eines Bezirksrichters wahrzunehmen. 
Der Gerichtsaktuar Gadski und der Zollprakti- 
kant Billib sind dem Gouvernement zugetheilt wor- 
den, nachdem sie auf dem Seminar für orientalische 
Sprachen das Suaheli erlernt haben. 
Der Regierungslandmesser Bertram und der 
Vermessungsgehülfe Schleicher treten demnächst die 
Reise nach Ostafrika an. 
Der Büreauassisteut V. Otto ist im Januar 
d. Is. auf der Reise nach der Station Langenburg 
verstorben. 
—.. . — ÚÛ 
Ramernn. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer hat 
Kamerun mit Urlaub verlassen und ist am 8. Februar 
in Madeira eingetroffen. 
Der Techniker Küpp tritt demnächst zum Ersatz 
des ausscheidenden Technikers Malinowski die 
Reise nach Kamerun an. 
Der für die Polizeimeisterstelle angenommene 
frühere Sergeant Olbrich ist nach Kamerun abgereist. 
Togo. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann von Togo, 
Köhler, ist in Lome eingetroffen und hat die Ge- 
schäfte der Landeshauptmannschaft übernommen. 
Büreandiätar Ebel reist im März nach Lome ab. 
Der für den Zolldienst angenommene Grenzaufseher 
Pittroff tritt im März die Reise nach Lome an.
        <pb n="155" />
        115 
Nachrichten aus den deukschen Schungebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Pllafrika. 
-eise des Raiserlichen Gouverneurs TLiebert. 
Der Kaiserliche Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, 
Generalmajor Liebert, beabsichtigte, am 18. Januar 
eine größere Reise durch Nguru, Usegua, alsdann 
den Pangani aufwärts zum Kilimandjaro anzutreten 
mud auf dem Rückwege noch Westusambara zu be- 
sichtigen. Der Hauptzweck der Reise ist, die Kultur- 
dehhältnisse des Hinterlandes von Bagamoyo und 
Saadani kennen zu lernen, in Usegua auf die mora- 
lice Hebung der Bevölkerung (Kindesmord) einzu- 
wirken, endlich die kulturelle Entwickelung der Ge- 
birgzlandschaften an der Kilimandjarostraße zu studiren. 
Ende März gedenkt der Herr Gouverneur wieder an 
de Küste zu sein. Es begleiten ihn Referendar 
Zache und Dr. Maurer, letzterer für kartographische, 
limatologische und Grenzbestimmungen. 
——..... 
lieutenant Kielmeyer und Unteroffi zier Carsjens . 
Nachrichten des Kaiserlichen Gouvernements für 
deutsch-Ostafrila zufolge ist der Premierlieutenant 
Kielmeyer von der Schutztruppe am 1. Februar 
d. B. in einem Kampfe gegen meuterische Waseguha 
bei Nuhenne, der Unteroffizier Carsjens am 17. 
Imur d. Js. bei einem nächtlichen Ueberfall durch 
Vahehe gefallen. 
— 
Tnbauversuche mit Eucalyptus rostratz. 
Nach einem Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs 
sud Anpflanzungsversuche mit Eucalyptus rostrata 
in der Versuchsstation Kwai gut ausgefallen. Ueber- 
tupt gedeihen die Eucalyptusarten sehr gut im 
Ectugcbiee. Besonders Eucalyptus globulus 
zegt ein auffallend starkes Wachsthum. Es sollen 
m dieser Baumart Aufforstungen in Westusambara 
dargenommen werden. 
  
Dandel in Ostafrika. 
Ler Handel von Deutsch-Ostafrika repräsentirte 
!7 1892 (die amtlichen statistischen Angaben 
uen mur für den das zweite bis vierte Vierteljahr 
WMassenden Zeitraum vor) einen Gesammtwerth von 
5504 385,86 Mark bei der Einfuhr, 
3153 32951 = Ausfuhr, 
W 10 657 715,37 Mark; 
% im Jahre 1893: 
7712 822,57 Mark bei der Einfuhr, 
3580 73,8 = .. Ausfpuhr, 
W. 13293 562,15 Mark; 
  
im Jahre 1894: 
7167 689,59 Mark bei der Einfuhr, 
4 877 021,76 = = Ausfuhr, 
zus. 12 044 711.35 Mark; 
im Jahre 1895: 
7 608 466,52 Mark bei der Einfuhr, 
3257 384.20 = Ausfuhr, 
zus. 10 865 851,02 Mark. 
Das Material für 1896 liegt noch nicht vor. 
In demselben hat wieder eine Zunahme stattgefunden. 
Die Zolleinnahmen haben in Deutsch-Ostafrika 
betragen: 
Im Jahre 1891 (vom 1. April bis 31. Januar) 
1 021 447,47 Mark, 
1892 1 209 926,07„ 
1893 10094 610,.82 
. 1894 .1222 860,40 
1895 1 153 586,415 
Für das Jahr 1896 liegen die Angaben noch 
nicht vollständig vor. 
Im November 1893 wurden die Tarissätze auf 
ihren jetzigen Stand erhöht. 
– 
Deufsch-Züdweltafrika. 
Erfolgreiches Gefecht der Schutztruppe. 
Nachrichten aus Südwestafrika zufolge hat am 
23. Dezember v. Is. ein erfolgreiches Gefecht von 
Theilen der Schutztruppe unter Hauptmann v. Estorff 
gegen Aufständische im Nordbezirk des Schutzgebietes 
bei Zaub unweit Franzfontein stattgefunden. 
Die Truppe hat hierbei folgende Verluste erlitten: 
Todt: Reiter Mauß und Geißler. 
Schwer verwundet: Sekondlieutenant Bensen. 
  
Nachrichten aus Keetmanshoop zufolge hat die 
kapländische Polizei zwei der Anführer der Afrikaner 
im letzten Aufstande, Piet Kooi und Piet Kock, fest- 
genommen. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Ankisklaverei-Bewegung. 
Die Angaben über die Church Missionary 
Society in der als Beilage zum Kolonialblatt vom 
15. August 1896 erschienenen „Uebersicht über die 
Missionsthätigkeit in den deutschen Schutzgebieten“ 
und in der „Denkschrift über die Entwickelung der 
deutschen Schutzgebiete im Jahre 1895/96“ — Bei- 
lage zum Kolonialblatt vom 15. Februar v. Js. —
        <pb n="156" />
        können auf Grund neuerer Mittheilungen des „Church 
Missionary Intelligencer“, wie folgt, ergänzt 
werden. 
Die Gesellschaft (eine hochkirchliche, nicht, wie es 
in der Denkschrift hieß, eine Baptistenmission — ge- 
gründet 1799) besitzt in Deutsch-Ostafrika folgende 
Stationen: 
1. In der Landschaft Usagara: Mamboia (mit 
56 Christen und 155 Schülern), Mpwapwa (mit 
50 Christen und 30 Schülern), Kisokwe (mit 130 
Christen und 135 Schülern); 
2. Am Nyanza-See (Speke-Golf) Nasa (mit 
32 Christen und 600 Schülern). An Stelle des 
1896 verstorbenen Missionars Nickisson ist hier 
Missionar A. Whitehouse getreten. 
Alle diese Niederlassungen gehörten bisher zu 
der unter Bischof A. R. Tucker stehenden Diözese 
„Aequatorial-Ostafrika". In Zukunft wird Bischof 
Tucker nur den Nyanzabezirk als Diözese behalten, 
während ein Bezirk für die Küste und Usagara als 
besondere Diözese einem (vom Erzbischof von Canter- 
bury) nen zu ernennenden Bischof unterstellt werden 
soll. 
  
Der Vorstand der Evangelischen Missionsgesell- 
schaft für Deutsch-Ostafrika hat beschlossen, den Pfarr- 
amtskandidaten Trittelvitz zu Greifswald in die 
Leitung der Mission zu berufen. Herr Trittelvitz 
wird Anfang Mai in sein Amt eintreten. Bis dahin 
wird der auf Urlaub befindliche Missionar Döring 
die Geschäfte führen (vergl. Kol. Bl. 1897, S. 723). 
Der Letztere wird demnächst bis auf Weiteres eben- 
falls in der heimathlichen Missionsarbeit verbleiben 
und sich insbesondere der Pflege der Missions- 
gemeinden (bei Missionsfesten 2c.) widmen. 
–—4 
  
Die Mission der Weißen Väter hat bekanntlich 
seit etwa 1 ½ Jahren ihre Thätigkeit auf das Land 
Urundi (Nordostecke des Tanganyikasees) ausgedehnt. 
Ueber die im nördlichen Theil dieses Landes belegene 
Antoniusstation in Usigi, Bezirk Usumbura, ist auf 
S. 663 f. des Kol. Bl. Jahrg. 1897 berichtet. Auch 
im Süden in Misuyi hat Bischof Gerboin aus 
Ushirombo neuerdings eine Station gegründet und 
Franz Taverstation benannt. 
  
— 
In „Gott will es“ lesen wir: Sechs Missionare 
vom heiligen Herzen Jesu, die Patres J. Eberlein, 
J. Schmitz, J. Viegen und H. Nollen sowie die 
Brüder J. Robel und A. van Russel, aus den 
Missionshäusern zu Hiltrup und zu Salzburg, schifften 
sich am 16. November v. Is. in Genua an Bord 
des Lloyddampsers „Prinz Heinrich“" nach Herberts- 
höhe ein. m„„ 
Für die katholische Mission in Deutsch-Südwest- 
afrika, welche den PP. Oblaten übertragen ist, haben 
sich am 15. September P. Rieger und zwei Laien- 
116 
  
brüder in Hamburg eingeschifft. Die junge Mission 
zählt jetzt drei Patres und drei Brüder. Der Bau 
eines Missionskirchleins in der Hauptstation Windhoek 
ist vollendet. Dicht an dasselbe stößt das aus starkem 
Segeltuch hergestellte Haus der Missionare. 
——. — 
Rus fremden Rolonien. 
Reis- und Getreide zoll in Sansibar. 
Nach einer Veröffentlichung der „Zanzibar Ga- 
zette“ wird am 1. April d. Is. in Sansibar ein 
Werthzoll für zum Verbrauch dorthin eingeführtes 
Getreide und Reis in Kraft treten. 
Britisch= Ostafrika. 
Nach einer Verfügung des Königlich Großbri- 
tannischen Kommissioners und Generalkonsuls Har- 
dinge wird jede Person in Stadt und Distrikt 
Mombas, welche sich nicht über genügende Mittel 
zum Lebensunterhalt ausweisen kann, verhaftet und 
ausgewiesen werden. 
Statistik der gesammten Kolonien Cnglands. 
Den „Statistical tables relating to the 
Colonial and other possessions of tbe United 
Kingdom, part XXI“ 1891 bis 1893, entnehmen 
wir, daß der Schätzung im Jahre 1891 nach die 
Gesammtbevölkerung in den außereuropäischen Kolo- 
nien Englands: Singapore, Penang, Malakka, Ceylon, 
Mauritius, Labuan, Hongkong, Australien, Fiji, Falk- 
land-Inseln, Natal, Kapland, St. Helena, Lagos, 
Goldküste, Sierra Leone, Gambia, Nordamerika, 
Bermuda, Honduras, Westindien, Britisch-Guiana, 
18 504 554 Köpfe betrug. 
Die Gesammteinnahmen und zausgaben der obigen 
Kolonien beziffern sich, wie folgt: 
1891 
1892 1893 
Pfund Sterling 
Gesammteinnahmen 48 874 635 48929 915 47 017 598 
Gesammtausgaben 49499787 48 712 843 48 123 632 
  
Bilanz. — 625 152 + 217072 — 1 106 C1 
Mithin ergiebt nur das Jahr 1892 einen Ueber- 
schuß, wobei freilich erwogen werden muß, daß Ost- 
indien in den Statistical tables nicht berücksichtigt 
worden ist. 
Was die Zahl der europäischen Bewohner der 
uns am meisten interessirenden afrikanischen Kolo- 
nien betrifft, so sind die Angaben leider lückenhaft, 
sie stellt sich folgendermaßen dar: 
1881 1891 1892 1893 
Natal . 1— 46788 42759 43742 
Kapland — 376 987 – — 
Lagos. . — 150 — — 
Goldküste (keine Angabe), 
Sierra Leone 261 224 — — 
Gambe— 64
        <pb n="157" />
        117 
die Einnahmen und Ausgaben der einzelnen afrilanischen Kolonien ergiebt die folgende Aufstellung: 
Einnahmen: 
Ausgaben: 
  
  
1891 1892 1893 1891 1892 1893 
Pfund Sterling Pfund Sterling 
Natall 1392455 1 069 678 1 011 017 1 267 063 1 085 959 1 068 492 
Kapland 4055 419 4398 673 4878 561 4075 292 4219 312 4575023 
Lagngs- 78625 68 421 115 317 66 388 86 513 101 251 
Goldküste 186 022 183 075 201 783 133 407 158 104 178 935 
Sierra Leone. 89 869 86 866 92 769 67 501 81 842 82 681 
Gambia 31 038 30 978 31 899 27 697 28 740 38 143 
Zusammen 5833 428 5837691 6331 346 5637348 5660 470 6044525 
DeN wesentlichsten Theil der Einnahmen dieser 1891 1892 1893 
Holonien bildeten die Zölle, außerdem fallen in Natal Pfund Sterling 
ud Kopland die Einnahmen aus den Eisenbahnen Lagos 67 308 58 476 14 203 
abehlich ins Gewicht. Goldküste 165 9966 161 771 177 719 
« . Sierra Leone. 70000 69 410 72 231 
Bolteinnahn- 1699: Gambia 18 931 19 099 138 876 
1591 pfantl n Einnahmen aus Eisenbahnen. 
Jatal. . 301180 216 041 191 235 Natal 665 336 479 410 4469989 
##plud .1 154 935 1 232 170 1 315 523 Kapland 1772751 2 002 040 2 382 267 
Die Handelsbewegung in den afrikanischen Kolonien gestaltete sich folgendermaßen: 
Import: Export: 
1891 1892 1893 1891 1892 1893 
Pfund Sterling Pfund Sterling 
90734 2482228 2239165 1 184 118 1 337 516 1 118 895 
sann .. 8 776 9571 670 115539 987 11 131 024 12206 493 13 156 589 
Lagos 650192 522 041 7490027 717 643 577 083 836 295 
Goldfüste. 665 781 597 095 718 353 684 305 665 064 722 107 
Sierra Leone. 433 378 418 865 45 614 47 656 420 451 398 664 
Gambia 161 130 169973 1566 509 180 0ö2 172197 204 721 
Deutschland ist daran betheiligt mit folgenden Ziffern: 
Natal 69 547 55 442 50 355 28267 57247 71 399 
Kapland 123 690 212 596 244 576 96 453 59 887 108 434 
Lagsss 166 998 149 002 176 187 305 669 213 968 358 518 
Goldküste 72 137 73 773 77 305 76 507 96 733 96 785 
Sierra Leone 35 425 27071 28379 41 584 685452 53 610 
Gambia 4682 nicht festgestellt 2308 22516 nicht festgestellt 5423 
Unter den Landesprodukten der afrikanischen 
holonien, die einen Gegenstand der Ausfuhr bilden, 1891 1882 « 1893 
rehmen die Diamanten der Kapkolonie den ersten Pfund Sterling 
dn es wurden Diamanten exportirt im 2 5r-n gbn 4 4195 255 6338 613 
Ichhe don: och liefert das erste bei Weitem den ar t 
1891 1 Theil. wä — größ en 
6 plunt m— 1893 6 Then ährend Sierra Leone nur wenig in Betracht 
1/4208 3 906 992 3 .· «». 
821 443 Eine Uebersicht über die Werthe der Ausfuhr der 
„ Gold exportirten Kapland Goldkü 
aeein Benshe un pland, Goldküste und Sierra 
Schafwolle: 
1891 1892 1893 
Pfund Sterli 
Natal 612 ins 
604 582 219 5 
Kopland 2264408 2029093 1 2 8 
veial 2#traußenfedern: 
Kapland 207 
468 221 517 009 * 
** 461 552 
—.. 
Fleischschafe: 
1891 1892 1893 
Pfund Sterling 
287 121 271 689 285 983 
Felle und Häute: 
2338 50 303 50 125 
5%% 200 690 211 116 
304 8 felle: 
46 814 
wichtigsten übri « - 
beålä sähen-U rigen Artikel soll die nachstehende Ta—
        <pb n="158" />
        118 
Palmöl und Kerne: Gummin: 
1891 1892 1893 1891 1892 1893 
Lagos 594307 397 852 688 107 — — — 
Goldküste 282 441 282249 264 631 198 901 166 660 218 162 
Sierra Leone. 171 827 154 081 162 476 77 737 61 440 51 630 
Gambia — — — 15 451 2920 2619 
1891 1892 1893 
Pfund Sterling 
Erdnüsse: Gambia 1«2 933 150 207 172 765 
Holz: Goldküste 22 069 36 393 50 428 
Kola: Lagos 984 702 1434 
Sierra Leoone 43004 48 422 40 106 
Goldküstt 2224 1328 25 716 
Von speziellem Interesse für uns dürfte die rapide 
Steigerung der Kolaausfuhr aus der Goldküsten- 
kolonie sein, da dem Anbau dieser Frucht ja gerade 
neuerdings in Togo und Kamerun eine besondere 
Aufmerksamkeit gewidmet wird. Von den exportirten 
Nüssen gelangt nur ein verschwindend kleiner Theil 
nach Europa, bei Weitem die meisten werden nach 
anderen Theilen Afrikas, die ihren Bedarf nicht selbst 
decken, gebracht. Nach Europa gelangten aus den 
englischen Kolonien Nüsse im Werthe von 
1891 1892 1893 
Pfund Sterling 
5570 4293 1286 
—. — —— Ñ u 
Bandel in Tonga im Jahre 1896. 
Die Einfuhr nach Tonga betrug insgesammt 
90 915 Pfd. Sterl. gegen 87 240 Pfd. Sterl. im 
Vorjahre; die Ausfuhr 94 398 Pfd. Sterl. gegen 
113 240 Pfd. Sterl. im Vorjahre. Ueber zwei 
Drittel der gesammten Importen kommen aus Eng- 
laud und englischen Kolonien, ein Viertel aus 
Deutschland. 
Importirt wurden hauptsächlich Zeuge, Proviant 
und Eisenwaaren. Aus Deutschland wurden besonders 
einige Zeugarten, Schirme, Cigarren, Glaslampen 
und Lagerbier eingeführt. Ausgeführt wurden Kopra 
und verschiedene Früchte. 
Es wurden eingeführt auf 
englischen Schiffen. 85 475 Pfd. Sterl., 
deutschen - . 1003 - 
norwegischen= 3 396 - 
während ausgeführt wurden durch 
englische Schiffe 13 508 Pfd. Sterl., 
deutsche - 13782 - 
norwegische - 50 891 - 
schwedische - 13 153 - 
sonstige - 2181 - 
Dandel Swastlands im Jahre 1390.*) 
Einem britischen Konsulatsberichte entnehmen wir, 
was folgt: 
Die Verhältnisse Swasilands sind für den Acker- 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archio“ 1898, S. 5 f. 
# bau günstige, die einzelnen Gebiete liegen 1500 bis 
4500 Fuß über dem Meeresspiegel und würden sich 
daher für den Anbau verschiedenartiger Bodenerzeug- 
nisse eignen. Es wird indeß wenig Ackerbau ge- 
trieben, woran zum Theil der Mangel geeigneten 
Absatzes für die Erzeugnisse die Schuld trägt. Die 
Eingeborenen bauen nur Mais, Mabele, Imfi und 
Kürbis sowie vereinzelt süße Kartoffeln, die sehr gut 
gedeihen. Auch etwas Tabak wird gebaut. Auf 
einigen höher gelegenen Stellen bauen einige euro- 
päische Ansiedler Hafer als Futter, und am Lebombo 
ist eine kleine junge Kaffeepflanzung. Die Erfah- 
rungen, die mit dieser gemacht worden sind, berech- 
tigen zu den besten Hoffnungen. 
Großen Schaden richteten die Heuschrecken an, so 
daß die Regierung zu eigenem Gebrauch und zum 
Verkauf Mehl und Mais einführen mußte. 
Die Rinderpest ist in Swasiland nicht ausge- 
brochen, indeß ist der Handel mit Rin dvieh durch 
die Vorschriften zum Schutz gegen diese Krankheit 
beeinträchtigt worden. Delagoabai, Barberton, Jo- 
hannesburg und Pretoria sind sonst für das Rmd- 
vieh Swasilands vorzügliche Absatzmärkte. Swasiland 
eignet sich sehr gut für die Aufzucht von Rindvieh, 
von dem auch eine große Menge gezüchtet wird. 
Am Lebombogebirge hat die Tsetsefliege innerhalb 
eines halben Jahres einige Hundert Stück Rindvieh 
vernichtet. Gewöhnlich bleibt der westliche Theil des 
Lebombogebirges von der Fliege verschont, manchmal, 
besonders zu Zeiten großer Trockenheit, kommt die 
Fliege von dem Tieflande östlich des Gebirges auf 
die Höhen und westlichen Abhänge. 
Die meisten Bergwerksgesellschaften haben, 
abgesehen von einigen Schürfarbeiten, wenig oder gar 
nicht arbeiten lassen; nur die „Forbes Reef Company“ 
hat eine nennenswerthe Förderung, es sind im Jahre 
1896 von ihr 21913 Tonnen Erz verarbeitet worden, 
die 1288 Unzen Gold im Werthe von 4344 Pfd. 
Sterl. ergeben haben. Infolge billiger Wasserkreft 
scheinen die Betriebskosten dieser Gesellschaft niedrig 
zu sein. Die „Piggs Peak Company ist mit dem 
Aufbau der Werke beschäftigt gewesen; das zu ver- 
arbeitende Erz war so hart, daß das Pochwerk durch 
ein Cyanidwerk ersetzt werden mußte. 
DDie „Ryan Tin Company“" hat im Jahre 1896 
tuchtig arbeiten lassen; dem Werke mangelt es an 
Wasser nicht. Während in den ersten sechs Monaten 
  
  
— —. — —
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        des Jahres 260 Tonnen im Werthe von etwa 45 Pfd. 
Sterl. pro Tonne gewonnen wurden, steigerte sich 
die Förderung in der zweiten Hälfte des Jahres auf 
etwa 20 000 Tonnen zinnhaltigen Kies. 
Am Umbeloosi sind Schürfarbeiten auf Kohle 
vorgenommen worden, die anscheinend auf Anthracit- 
lager geführt haben. 
Die Schwierigkeiten der Beförderung sind ein 
Hemmniß für die gewinnbringende Förderung von 
Zinn und Kohle, denn mit Wegen und Brücken ist 
es in Swasiland schlecht bestellt. Trotz der schlechten 
Straßen besteht eine regelmäßige Postverbindung 
zweimal in der Woche zwischen Bremersdorp und 
der Südafrikanischen Republik, auch einige Zweig- 
posten sind eingerichtet. 
Mit der Südafrikanischen Republik besteht auch 
telegraphische Verbindung. 
Die Einnahmen der Regierung, die sich aus 
Lizenzgebühren, Taxen 2c. zusammensetzen, betragen 
jährlich etwa 2000 bis 3000 Pfd. Sterl. Zur Be- 
streitung der Ausgaben ist ein jährlicher Zuschuß 
der Südafrikanischen Republik in Höhe von 45 000 
bis 48 000 Pfd. Sterl. erforderlich. 
Die europäische Bevölkerung wird auf etwa 1000, 
die eingeborene auf 40 000 Einwohner geschätzt. 
Das Klima ist gesund, nur im Sommer kommt 
eine Art Malariafieber vor, das aber selten gefähr- 
lich wird. Erkrankungen der Pferde sind in der 
Zeit vom November bis März oder April häufig, 
auch kommen gelegentlich Lungenerkrankungen unter 
dem Rindvieh vor. 
Eine amtliche Statistik über den Handel liegt 
nicht vor. Die meisten Waaren werden über die 
Delagoabai eingeführt, die Einfuhr über Natal— 
Transvaal im Jahre 1896 wird auf nur 3000 Pfd. 
Sterl. geschätzt. Diese Einfuhr hat fast aufgehört, 
weil die Südafrikanische Republik jetzt auf Durchfuhr= 
guter den vollen Eingangsgoll erhebt. 
Die Kaufleute klagen sehr über Verzögerungen 
und Verluste, denen die Waaren auf dem Wege über 
Delagoabai ausgesetzt sind. Die Dampfschiffsgesell- 
schaften sollen die Fracht von Durban nach Dela- 
goabai von 12 Schill. 6 Pence auf 1 Pfd. Sterl. 
10 Schill. pro englische Tonne erhöht haben wegen 
ger.Verstumniß, die ihre Schiffe in letzterem Hafen 
Die folgenden Zahlen geben ein ungefähres Bild 
des Einfuhrhandels von Swasiland, über aih Einfuhr 
in den Piggs-Peakbezirk fehlen die Angaben. Es 
wurden im Jahre 1896 eingeführt: 
Werth: Pfd. Sterl. 
Wein, Spirituosen und Bier 19 294 
Kaffernhacken und Perlen 2 033 
Metallwaaren und Pflüge 7 495 
uche 6 886 
Decken (Blankets) 4 017 
Zucker 2228 
Mais. 4 785 
  
  
119 — 
Werth: Pfd. Sterl. 
Materialwaaren 2c. 13 631 
Bergwerksmaschinen 2c. 7 000 
Zusammen 67 369 
Die Frachtkosten für die Beförderung von Waaren 
von Delagoabai bis Swasiland sind von 12 Schill. 
6 Pence auf 3 Schill. 6 Pence pro engl. Centner 
zurückgegangen. Der Winter ist die beste Zeit für 
die Beförderung mittelst Ochsenwagen zwischen Bre- 
mersdorp und Pisini, einer Eisenbahnstation, 25 Mei- 
len von Delagoabai entfernt. 
Der Handel hat sich seit dem Jahre 1889 nur 
sehr wenig entwickelt. Seit jener Zeit haben ver- 
schiedene Bergwerke den Betrieb eingestellt, weil er 
sich nicht gewinnbringend erwies. 
eue Verordnung, betreßend den Getränkehandel auf 
den Gilbert= Inseln. 
Im Anschluß an die unter dem 4. Oktober 1893 
ergangene englische Verordnung („The Gilbert 
Regulation 18937), durch welche u. A. der Aus- 
schank von Spirituosen auf den Gilbert-Jnseln ver- 
boten wurde (vergl. Kol. Bl. 1894, S. 150 u. 411), 
ist unter dem 2. November v. Is. von dem britischen 
Oberkommissar für den westlichen Stillen Ocean eine 
neue, den Getränkehandel betreffende Verordnung 
(„The Gilbert and Ellice liquor Prohibition 
Regulation 18975) erlassen worden, wonach der 
Resident Commissioner ermächtigt ist, allen unzuver- 
lässigen Personen den Genuß und Besitz von Spiri- 
tuosen bei Strafe von höchstens 10 Pfd. Sterl. oder 
einem Monat Haft zu untersagen. Desgleichen wird 
diesen Personen, gleichviel ob sie sich an Bord eines 
Seeschiffes oder an einem anderen Platze befinden, 
der Handel oder das Abgeben von Spirituosen oder 
ihre Betheiligung hierbei bei gleicher Strafe verboten. 
Ausgenommen ist nur die Abgabe von Spirituosen 
zu medizinischen Zwecken; jedoch fällt die Beweislast 
für diese Fälle dem Abgebenden zu. 
— — — 
Gilbert. Inseln. 
Durch Verordnung des englischen Oberkommissars 
für den westlichen Stillen Zaush vom 3. nsers 
d. Is. (Nr. 9 für 1897) ist die in den Gilbert- 
Inseln erhobene Lizenzgebühr für den Handel (tra- 
ding licensc) von 6 auf 12 Pfd. Sterl. erhöht 
worden. 
Britisch= Keu. Guinca im Jabre z890. 
Der Werth der Einfuhr betru : 
er Ei 9 34 521 Pfd 
Sterl. gegen 28 367 Pfd. Sterl. im Vorjahre; r*rdl) 
der Ausfuhr 19 401 Pfd. Sterl. gegen 16 215 Pfd. 
Sterl. im Vorjahre. Eingeführt wurden hauptsächlich 
Proviant, Zeuge, Tabak und Cigarren. Die Stei-
        <pb n="160" />
        120 
gerung der Einfuhr ist zum Theil auf das Zuströmen 
von Europäern nach dem Woodlark Goldfeld und 
der goldhaltigen Gegend am Mambarefluß zurück- 
zuführen. Von den 3000 Pfd. Sterl., um welche 
die Ausfuhr angewachsen ist, entfallen 2000 Pfd. 
Sterl. auf die Mehrausfuhr von Gold. Thatsächlich 
dürfte noch erheblich mehr Gold exportirt sein, welches 
der Verzollung entzogen worden ist. Nächst Gold 
wurde Sandelholz am meisten ausgeführt, 524 t im 
Werthe von 4035 Pfd. Sterl. Die Ausfuhr von 
Perlen und Perlmuscheln ist gesunken. 
An Schiffen liefen 89 mit 10 387 Tonnengehalt 
in die Häfen der Insel ein, während 60 Fahrzeuge 
mit 9472 Tonnengehalt aus denselben ausliefen. Es! 
waren dies ausnahmslos englische Schiffe. „ 
Der vostalische Verkehr ist gegen das Vorjahr 
etwas angewachsen. 
Die Einnahmen der Kolonie beliefen sich auf 
6547 Pfd. Sterl. gegen 5109 Pfd. Sterl. im Vor- 
jahre; die Ausgaben auf 15 000 Pffd. Sterl. wie 
im Vorjahre. 
Von den europäischen Pflanzungen hat sich noch 
keine zu einiger Bedentung emporgeschwungen. 
Auf dem Gebiete der Missionen waren erhebliche 
Fortschritte zu verzeichnen, sowohl seitens der Wes- 
leyanischen Mission, wie der London Missionary 
Society. 
An öffentlichen Arbeiten wurden besonders Wege- 
anlagen ausgeführt. Ferner wurde eine Reihe von 
Häusern gebaut. 
– 
Suckerindustrie Queenslands 1890/97.7) 
Das vergangene Betriebsjahr zeigt wiederum 
einen Fortschritt, was die Ausdehnung der mit Zucker- 
rohr bepflanzten Fläche sowie den Gesammtertrag an 
Zucker betrifft. Der Durchschnittsertrag auf den 
Acker ist dagegen etwas geringer ausgefallen. 
Zur Ernte kamen 66 640 Acker, welche 100 774 
engl. Tonnen Zucker lieferten, 8320 Acker und 14 549 
Tonnen gegen das vorjährige Betriebsjahr mehr. 
Der Durchschnittsertrag belief sich auf 1,51 gegen 
1,55 Tonnen im Jahre 1895,96. 
Um dem befürchteten Wettbewerb des Rüben- 
zuckers die Spitze bieten zu können, bemüht man sich 
sehr, die Herstellungskosten des Zuckers zu verringern. 
Dies ist auch schon mit Erfolg in der Fabri- 
kation geschehen, die Methoden der Zuckerrohrerzeu- 
gung lassen dagegen noch Manches zu wünschen übrig, 
wenn auch die Landwirthe allmählich den Nutzen 
besserer Kultur, Düngung, Bewässerung r2c. einzusehen 
beginnen. 
Die Centralmühlen haben sich wiederum bewährt; 
mehrere neuerbaute werden im nächsten Jahre in 
Betrieb gestellt werden. 
Die Gesammtzahl der in Betrieb befindlichen 
Zuckerwerke zeigt eine Abnahme, kleinere Mühlen 
*, Aus dem Deutschen Handelo-Archiv 1898, S. 85. 
  
können nicht mehr konkurriren und sind gezwungen, 
die Arbeit einzustellen. 
Die Aussichten für das Betriebsjahr 1897/98 
sind nicht als besonders befriedigende zu bezeichnen, 
da das Rohr im Süden der Kolonie sehr durch Frost 
gelitten hat. Man schätzt, daß 77 232 Acker zur 
Ernte gelangen und 1,25 Tonnen Durchschnittsertrag 
liefern werden, was etwa 96 000 Tonnen ergeben 
würde. 
Die folgende Tabelle giebt einen allgemeinen Ueber- 
blick über die Verhältnisse in den beiden letzten Jahren: 
1896.97 1895/96 
Bebaut mit Zuckerrohr Acker 93 2511/2 84 8830½,2 
Rohr zur Mühle gebracht 66 648 58 320¼ 
Es wurde gewonnen: 
Zucker Tonnen 102774 86 255 
Melassee - 14461 9794 
Rum .... . .. ... Gallonen 102803 106190 
Einfuhr von Rum . . . . - 26 866 25 725 
Ausfuhr von Rum . . .. 22 560 22158 
Einfuhr von Zuckher . Tonne### — 41 
Ausfuhr von Zucker O 73 866 62 604 
Zuckerwerke in Betrieb. — 80 91 
Brennereien in Betrieb — 5 6 
Die Destillation von Rum scheint nicht mehr 
lohnend zu sein und macht keine Fortschritte. Der 
Inspector of Distilleries schätzt in seinem Jahres- 
berichte, daß von den im Jahre 1896 gewonnenen 
etwa 3 Mill. Gallonen Melasse etwa 5000000 Gallonen 
destillirt und der Rest von etwa 2½2 Mill. Gallonen 
unbenutzt bleiben würde. 
Die Zuckerausfuhr Queenslands betrug 73 866 
Tonnen im Werthe von 886 392 Pfd. Sterl. Die 
Mehrausfuhr gegen 1895/96 belief sich auf 11 262 
Tonnen. A 
Die Ausfuhr erfolgte fast ausschließlich nach den 
anderen britischen Kolonien Australiens. 
Die Preise stellten sich für: 
Pfd. Psd. 
Sterl. Schill. Sterl. Schill. 
Retined wliite erystals. auf 16 10 bis 17 10 
Plantution errstaas 15 10 16 10 
Vellov errstaas. 14 15 — 
Browns : 8 10 = 12 — 
Landwirthschaftliche Ausstellung zu Malang. 
Die geplante landwirthschaftliche Ausstellung) 
zu Malang (Ost-Java) wird dies Jahr nicht statt- 
finden. 
Perschiedene Wittheilungen. 
Nachtigal- Gesellschaft für vaterländische Afrikaforschung. 
Die Nachtigal-Gesellschaft für vaterländische 
Afrikasorschung veranstaltete am Mittwoch den 23. 
Februar im Hotel „Zu den vier Jahreszeiten“ einen 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1897, S. .0.
        <pb n="161" />
        — 121 — 
öffentlichen Vortragsabend über „Land und Leute Zaollgebäude ꝛc. wurden gezeigt und deren Thätigkeit 
in Togo“. Der Redner des Abends, Herr Seidel, beschrieben. Es folgten dann Vorführungen der ein- 
gab zuerst einen Ueberblick über die allgemeinen Ver= heimischen Industrie, Weberei, Töpferei, landschaft- 
hältnisse und den Charakter des Landes und dann liche Bilder mit den Dörfern im Innern des Landes, 
unter Vorführung einer großen Anzahl Lichtbilder der Stationen und des Voltaflusses. Zum Schluß 
eine eingehende Beschreibung der Hauptplätze: Klein= wurde die durch die kürzliche Grenzregulirung ge- 
Popo, Sebbe, Lome 2c. Das Nachtigalkrankenhaus, schaffene Lage erörtert. 
das Gouverneurgebäude, die Missionen, Schulen, 
—.v——.— 
  
Dem Jahresbericht über Rolonialwolle im Jabre 1397 von Gustar Ebell &amp; Co. in Berlin 
entnehmen wir Folgendes: 
Deutschlands Ein= und Ausfuhr von roher Wolle und Kunstwolle betrug nach den 
Ermittelungen des Kaiserlichen Statistischen Amts: 
— — — — — — — 
Durchschnitt 
der 18 Jahre 
1872/89 
I ! 
Einfuhr: 1897 1896 1895 18944 1893 1892 1891 1890 
Z # e . 
Rohe Eafwolle. Ctr. z 266 000 3 405 00 3 664 000 3222 000 2 981 000 3 181 000 2 842 0002 572 *r#ö 1 710000 
Shodyyo .,, 23300096000026600025700024700()""247 000 231 000 245.000 104 000 
Zus. Ctr. 5460000 5 65000 3 890000 34700 2 000 3 z 000 5 rs 00 2slr. oo 1814 000 
  
Verglichen mit dem Vorjahr —45 —67 7 d + — 5,8 ½ +11% — —% 
  
Ausfuhr: 
Rohe Schafwolle Ctr.09 000 182 000 225 000 195 000 186 000 153 000 189000 180 000. 328 000 
Shoddy .. „ 8200000 366 000 307 000 310 000 311000 250 000 299 000 293 000 222 000 
— — 
  
Zus. Ctr. 529000 bas 000 532000 505 000, 497000 403000 488 000 rs ooo 550 000 
  
— — — 
Verglichen mit dem Vorjahr— 3,5% 3 r% 553 64% + 1 6 % — 29, 3 — 17,4% + 3. 2 — 10,9 3. 
  
Mehr Ein= als Ausfuhr Ctr. 970 000 3117 00. 3398 S 974 000 2731 000 3 0250000 2 585 000 2 344000 1 1264000 
Verglichen mit dem Vorjahr—4, 7 % — 8,3 ½6 + 14,3 6 + 8, 9 — 9,7 5% + 17½% E— 10,3 5„ — 8.5 ½ 
Einheim. Produktion. Ctr. 450 000 450 000 450 000 450000 451 ooo 452 000 453 000 454 000 523 000 
Zur Verarbeitung im Deut- —— – 22 
schen Reich verblieben Ctr.3 420 ooo, 8 567 ooo 3848 000 3 424 000 3 18 i82 000 3 47 000 3 Gs 00 2 798 ooo 1 1 78vocc 00 
  
Der Vorrath von dentscher Wolle am hiesigen Platze betrug: 
ult. 1897 1896 1895 1894 1893 1892 1891 
ea. Ctr. 13 500 20 000 17 500 15 500 23 500 32 000 27 000 
Der direkte Import von Kapwollen nach Deutschland betrug: 
  
1897 1896 1895 1894 1893 1802 1891 18900 1889 1569 
Salens ooo 129000 104000 97000 103000 85000 99000 78000 "3000 87 000 
  
Vergleichende nebersicht der Wollpreise von einigen Hauptgattungen am hiesigen Platze 
am Jahresschluße 
  
  
  
  
  
  
&amp; Prm. Durc#schn. 
1897 1890.1800 1894 1899 1892 1891 1890 18891806 vie uneie a n 
- ««cksts « 
( Pf. p. Ko. · « l . 10 JInbe, 1886 „ 1880 
40 extra super Snow ul O% 5. *□ 
%½% F w white 200 20 300 290 310 300 310 340 390 33020 2900 480 
zech ige Durchschnittsgrene: 105 105 110, 100 115 115 120 135 150 1#2120 10 1 
gnern- Cap, Durchschn. Quall. 270 270 280 270 wapnfindh 300 340 380 320305 
e Stoff- und Kammwollle.30 225 235 215 . —56 
ikmee# 5 235 215 235 240 255 2385 310 210055 215 00
        <pb n="162" />
        Titteratur. 
Nauticus: Altes und Neues zur Flotten- 
frage. Erläuterungen zum Flottengesetz. Berlin. 
E. S. Mittler &amp; Sohn, Königl. Hofbuchhandlung. 
Die Erörterungen über die Flottenfrage werden 
in allen Kreisen der Bevölkerung Deutschlands so 
lebhaft gepflogen, das Bestreben, Licht und Wahrheit 
über alle wichtigen Punkte der Flottenfrage zu ver- 
breiten, ist so allgemein, daß kaum Jemand, dem die 
Wohlfahrt des Landes am Herzen liegt, über die 
einschlägigen Fragen sich nicht ein eigenes Urtheil 
bilden möchte. Hierzu verhilft in sehr praktischer 
Weise eine soeben in der Königlichen Hofbuchhandlung 
von E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin erschienene 
Schrift „Altes und Neues zur Flottenfrage. Er- 
läuterungen zum Flottengesetz von Nauticus"“. Sie 
bringt, unter alphabetische Stichworte geordnet, eine 
reichliche Menge genau informirender und sachkundig 
verfaßter Aufsätze über alle hier einschlagenden Fragen 
und Interessen, so daß in der Schrift nicht nur 
Parlamentarier und Publizisten, sondern namentlich 
auch weitere Kreise des deutschen Volkes über jed- 
wede Frage, die für unsere Seemacht von Belang 
ist, schnell und zweckdienlich Auskunft finden werden. 
Es seien nur die nachfolgenden Aufsätze als Beispiele 
hervorgehoben: Aeternat — Aufgaben der Kriegs- 
flotte — Aufwendungen für die Marine — Blockade- 
gefahr für die Volkswirthschaft — Budgetrecht und 
Flottengesetz — Deckung der Kosten für die Flotte — 
Englisches Flottengesetz — Entwickelung des Flotten- 
materials — Flottengesetz — Flottenpläne — Fremde 
Kriegsflotten — Italienisches Flottengesetz — Kreuzer 
— Küstenvertheidigung — Kulturaufgaben der Kriegs- 
flotte — Linienschiffe — Militärische Ansichten über 
den Küstenkrieg — Offensivkrast — Politische Macht 
und Flotte — Rhederei, deutsche — Schädigung 
Hamburgs infolge fehlenden Flottenschutzes — Schiffs- 
bestand — Schlachtflotte — Schutz der Deutschen 
im Ausland — Seefischerei — Seehandel — See- 
interessen — Seerecht — Septennat — Uebersicht 
der Ausgaben für die Flotte in den wichtigsten Groß- 
staaten — Volksvermehrung — Welthandel — Welt- 
handelsflotte. — Die Schrift ist daher ein Nach- 
schlagebuch von dauerndem Werth. 
Koloniales Jahrbuch. Beiträge und Mittheilungen 
aus dem Gebiete der Kolonialwissenschaft und 
Kolonialpraxis. Herausgegeben von G. Meinecke. 
X. Jahrgang, Heft III. Deutscher Kolonial-Verlag. 
Berlin W. 10. (Pro Jahrg. 4 Hefte, Preis 6 Mk.) 
Das vorliegende Heft der bekannten kolonialen 
Zeitschrift enthält außer der Fortsetzung einer Studie 
von O. Beta über „Koloniale Geld= und Landfragen“ 
eine werthvolle Arbeit des Prof. Dr. Fesca „Ueber 
Kaffeekultur", welche bei unseren Bemühungen, die 
tropische Agrarkultur zu fördern, Beachtung finden 
dürfte. Stabsarzt Dr. Sander, der Vertreter der 
Siedelungsgesellschaft für Südwestafrika, macht in 
122 
  
einer längeren Arbeit „Vorschläge zur Errichtung 
einer Musterfarm im Gebiete der Siedelungsgesell- 
schaft Deutsch-Südwestafrika". Daran schließen sich 
die üblichen ausführlichen Berichte über die deutsche 
Kolonialpolitik auf Grund der stenographischen Reichs- 
tagsverhandlungen. 
R. Bleicken: Der Handel auf altruistischer 
Grundlage. Herausgegeben von M. Riecck. 
Leipzig 1898. Freund &amp; Wittig. 
Die Schrift giebt die vielfach eigenartigen An- 
sichten des vor zwei Jahren in Altona verstorbenen 
Kaufmanns Bleicken wieder. Dürften auch die meisten 
Leser ihm in vielen Punkten nicht beistimmen, so 
enthält die Schrift doch sehr viel Anrcgendes. 
Erwin Knipping: Seeschifffahrt für Jedermann. 
Hamburg 1898. G. W. Niemeyer Nachfolger. 
Das kleine Handbuch ist nicht allein für An- 
fänger der Steuermannskunst, sondern auch für Laien 
bestimmt, welche sich auf Reisen etwas tiefere Auf- 
klärung über Technik der Schifffahrt und die ihnen 
täglich vor Augen tretenden Erscheinungen verschaffen 
wollen. Eine außerordentliche Fülle interessanter 
und schwieriger Gegenstände ist vom Verfasser in 
klarer, leicht faßlicher Form hier dargestellt und ein 
Werkchen geschaffen worden, das voraussichtlich sehr 
vielen Anklang finden wird, da es einem wirklichen 
Bedürfniß entspricht. 
Professor v. Stengel hat in Nr. 5 der deutschen 
Juristen-Zeitung vom 15. Februar d. Is. einen 
Aufsatz, betreffend die Strafrechtspflege über die 
Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten, ver- 
öffentlicht. 
— — — — 
Titteratur-Verzeichniß. 
Glauning (Pr. Ll. d. Kaiserl. Schutztruppe): Uhehe. Mit 
Karte. Vortrag, gehalten in der Abtheilung Berlin- 
Charlottenburg der Deutschen Kolonial-Gesellschaft. 
2 Bog. gr. 80. Mk. 1,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland und den 
Bismarck-Archipel. Herausgegeben von der Neu- 
Guinca-Kompagnie zu Berlin. 1897. gr. 80. (102 S.) 
Mk. 1,50. 
In Kommission bei A. Asher &amp; Co. in Berlin. 
Rehbock, Th. (Regierungsbaumeister!: Reisebilder aus 
Deutsch-Südwestafrika. Mit RKarte. Vortrag, ge- 
halten in der Abtheilung Berlin-Charlottenburg der 
Deutschen Kolonial-Gesellschaft. 2 3/8 Bog. gr. 80. Mk. 1. 
Dietrich Reimer Ernst Vohsen), Berlin. 
Zimmermann, A.: Die Europäischen Kolonien. 
Schilderung ihrer Entstehung, Entwickelung, Ersolge 
und Auosichten. Zweiter Band: Die Kolonialpolitik 
Großbritanniens. Erster Theil. Von den Anfängen 
bis zum Abfall der Vereinigten Staaten. Mit drei 
farbigen Karten in Steindruck. gr. 80.#XV. 49 S.) 
Mk. 10,—; geb. Mk. 11,50. ç 
E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin.
        <pb n="163" />
        — 123 — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 26/11. Jaluit 13/12. — Bismarck-Archipel. — Sydney. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor“ 8/1. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“" 13/11. Kiaotschaubucht. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 27/1. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 10/1. Kapstadt 4,2. — Kamerun. (Poststation: Loanda.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 12/11. Hongkong. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Seeadler“ 24/1. Kapstadt. (Poststation: East London Kaplandl.) 
S. M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Fahmlanm, Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
S.„Möwe“ (halbe Besatzung) und einige Köpfe für S. M. S. „Cormoran": 
Heimreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Schaumann: 
Hongkong 17/1. — 20/1. Shanghai 28/1. — Hongkong. 
— – – – –— — — —„. — — —. — 
Ç ——— — —  — — — — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Verkehrs- Nachrichten. 
14( .. nach den besscher — — 
Die Absahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Vriefe mufsen aus 
Kach vom Ein- laenden T Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel sam 16., 30. März, Tanga 18—19 Tage sam 14., 25., 28. März, 
(deutsche Schiffe) 13. April 120 abbs. Dar-es-Sal. 19—20 Tg. 11., 22. April 
I. denisch- Ogafrika. Brindisi am 27. Märs, 24. Aprill Sansibar 20 Tage 119 abds. 
(englische Schiffe) 100 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8, jedes Monats 
— S sche Schisfe)) 40 nmns. J10d108 abds. —.. 
2 dalsch- Säbwestafrik Southampton am 12. Mä, 9. April Lüderitzbucht 22 Tagem 11. Man 8. April 
6# ihb Kaute aud. Schiffe dis Kap, 40 ums. Swakopmund 25 Tage 15 ms.l v 
erntad und Uhabisstadt, dann deutscher 
nöchenllich bis Kopstadt, Dampfer „Leutwein") Z 
don don weiter alle 1424age 2 mb urg am 25. März, 25. Mais Swakopmund 30 Tage am 25. Mä), 25. Maie 
— —— (c##utsches Schis)) nachts Lüderitzbucht 40 Tage 720 abds. 
Hamhurg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
Alwoern. (deutsche Schiffe) nachts 720 abds. 
Liverpool am 16. März, 13. April' Kamerun 22 Tage am 14. März, 11. April 
— — aig. Schiffe) 15 ums. 
Hamburg am 10.jedes Wts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
XX (beutsche Schiste).)] am 20. jedes Mts. Lome Tage Monats 720 abds. 
Ueber Liverpool oder Liverpool am 9., 23. März, Quittah 36 Tage 8 am 7., 21. März, 
Vatjeile odet Vordeaur (englische Schine) 6. April von da ab v o ge ung 4. April 16 ums. 
zu auf Lerlangen des Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Msenderz 3) (französische Schiffe) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10½ abds. 
Bordeaux am 10. März, 10. Mais Cotonou 22 Tage am 8. März, 8. Mai 
—. 1—/mW3 Schiffe) 1 110 vms. von da ab t Landverbindung 6 10½ r abds. 
el am 9. Maz, 4. Mai Stephansort 45 Tage) am 7., 11. März, 
aaian-Cainen hneh Schiffe) abds. 2., 6. Mai 
Brindisi am 13. März, 8. Mai - 41 Tage lles abds. 
— (Nachversand) abbs. 
— Brindisi #am 13. 3. März, 8. Mai Jaluit etwa 70 Tage am 11. März, 6. Mai 
nseln. (über Manila) abds. 11“ abds.
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        124 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutgebieten 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— Landungs= Die Post ist fällig Landungs= Die Post ist. fälig 
Ven hafen in Berlin # Von hafen in Berlin 
Z Neapel. an # % 6 Hamburg . . am jed. Monats. 
Deutsch-Ostafrika Brindisi am 20.-r. ogogebiet Plymouth. . am jed. Monats 
..s zl7Apr . 
Marseille..an119912(1r3,1691pr- Marseille am 16. jedes Monats 
Deutsch Lüdwestafrika — am 15. März, 12. Apr. s Deutsch-Neu-Gninea. Neapel...am5.«Marz,1.-Mm 
s 
Kamepnn....... Plymoutham AledMonM Marshall-Inseln. Marseille .! Mitte April, 
Liverpool. *lri März, Mitte Juni 
# 21. April 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schissbeweguneern der Weoermann-Linie. 
Reise dehte Nachrichten 
ostdampfer 
Vostdamf von nach bis 25. Februar 1898 
„Adolph Woermann“ Hamburg 6% Loango am 18. Februar in Madeira. 
„Aline Woermann“. z. Zt. in Hamburg. 
„Anna Woermann“ Hamburg « Sherbro am 22. Februar Vlissingen passirt. 
„Antonina“. Antwerpen Kongo am 26. Januar in Banana. 
„Carl Woermann“ Hamburg "„ Loanda am 14. Februar in Teneriffe. 
„Eduard Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. 1 
„Ella Woermann“ Hamburg 6 Sherbro am 18. Februar in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg " Kotonou am 18. Februar in Arim. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg 1 Kotonou am 23. Februar Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“ Sherbro "„ Hamburg am 18. Februar in Las Palmas. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Swakopmund am 28. Februar ab Hamburg. 
„Kurt Woermann“ Hamburg # Loanda am 22. Februar in Loanda. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg 1 Loango am 14. Februar in Kamerun. 
„Lulu Bohlen“ Loango Hamburg am 16. Februar in Kamerun. 
„Marie Woermann“. Lüderiybucht # Hamburg am 24. Februar in Las Palmas. 
„Melita Bohlen“. Hamburg 1 Lüderitzbucht am 19. Februar in Benguella. 
„Professor Woermann“ Kotonou T Hamburg am 11. Februar in Accra. 
„Thekla Bohlen“ Swakopmund . Hamburg am 21. Februar in Accra. 
  
  
  
— der —. Ostafrika-Linie (Gamburg—Ostafrika). 
  
— — — — 
— — — — –. — 
  
  
  
  
  
  
Reise Lehte Nachrichten 
Reichsposidampfer von I nach bis 28. Februar 1898 
„König“. Durban Hamburg am 26. Februar ab Aden. 
„Herzog“ Hamburg Durban am 26. Februar an Mozambigque. 
„Kaiser“. z. Zt. in Hamburg. * 
„Kanzlerv"“. Hamburg Durban am 25. Februar ab Lissabon. 
„Bundesrath“ Durban Hamburg am 27. Februar ab Marseille. 
„Reichstag .. z. Zt. in Hamburg. 
„Admiral"“ Hamburg Delagoabai am 24. Februar ab Suez. 
„General“ Durban Hamburg am 26. Februar ab Durban. 
  
  
—— 
éx6 Dieser Nummer liegt eine Beilage der Königlichen Hofbuchhandlung 
in Berlin bei 
, betreffend den soeben erschienenen zweiten Band des 
KLolonien“ von Dr. Alfred Zimmermann, 
—.— 
von E. S. Mittler &amp; Sohn 
Werkes: „Die Europäüschen 
worauf die geehrten Leser ergebenst aufmerksam gemacht werden. 
Die Erpedition.
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Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25. Piehin sind an die Vertriebsleitung, Berlin sw 12, Kochstraße — *v* 
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Deutschen Kolonlal-Gesellschaft. 
Deutsches Kolonialhaus 
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Be 
. kanntmachung. Bekanntmachung. Kaffeepfflanzer. 
„Im hiesigen Firmenregister ist heute . . Suche, da ich meine Stellung als 
eingetragen worden: In das Firmenregister des Kaiser-Adminiftrator der Plantage Perrot, 
unter Nr. 5 die Firma lichen Gerichtes zu Windhoek ist heute! Lindi, aufzugeben gezwungen bin, neues 
J Stefano unter Nr. 7 die Firma Engagement. War lange Jahre, auf 
4 Java thätig, bin durchaus bekannt mit 
mit dem Sitze in Dar-es-Saläm G. Mertens zu Rehoboth Java- botig, ain duproanl und Be- 
und als deren Inhaber der Tabak= und als deren Inhaber der Kaufmann reitung und allen ins Fach einschlägigen 
und Cigarrenhändler JohannGuilleomo Mertens zu Windhoek Arbeiten; sowie auch der Kapokkultur. 
Stefanogrrenh Joh uilleomo Mertens zu h s ch 
  
eingetragen worden. (106) Spreche sechs Sprachen. (1s4) 
unter Nr. 6 die Firma Windhoek, den 9. Dezbr. 1892. eft Anerbieten wolle mean-mairu- 
A. Weißmaun Ver Kaiserliche Richter für den Nordbesirb. Lindie- n Carl Ettling. 
mit dem Sitze in Dar-es-Saläm 
und als deren Inhaber der Restau- 
rateur und Kaufmann Adolf 
Weißmann daselbst. 
  
            
–Wjl— 
  
  
  
Darzes-Salam, den 20. Januar 1898. r 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. am u 8 
(gez.) Ziegler. (##) 
Bekanntmachung. bauen wir in den bewährtesten Constructionen von 
In das Gesellschaftsregister des Mk. 28,000 all. 
Kaiserlichen Gerichts in Windhoek ist v3. 
heute unter Nr. 5 die unter der Firma Strassenlocomotiven und 8 
„Wecke &amp; Voigts“ (195) 
:Dampf-Strassenwalzen 
pmund errichtete offene 
uu- deren Gesellschafter bauen wir gleichfalls als Specialitäten in allen praktischen 
Swakopm Friedrich Wecke in Grössen und zu den mässigsten Preisen. 
vi pmund, Gustav Voigts in 
indhoek und 
A - 2 
d uls sns:pä lohn fovwler &amp; Co. in Magdehurg. 
Windhoek, den 15. Dezbr. 1897. 
e Kaisergz Aigier für den Nerdbezirb. — — —————JJ—JJ——JJ——3
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        1*#—— . n#e r 4 4. 4 4 4 . . 4 K. 4 "ht 
Arthur Koppel, Berlin NW.7, ν—, 
Fabriken in Bochum, Camen, Wolgast i. P. 
!. 
  
         
   
  
  
Telegramm - Adresse: „Koppelrail“. 
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’- .· s"', «;--I-.v »·-·»·· F# — m— **' « — — —–—-— — 
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ansport des. Zuckerrohrs durch Zugthiere in Java. 2 
Feldbahnen für die Kolonieen. 3 
— — S4 – — — — S S — V —— t S 
VV'yTYYYYYT° FTTTftt 
Sökeland-Export Pumpernickel 
und Schwarzbrot. G 
Unerreichte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe- 
ausstellung von 1896 waren 11.2 Jahr alte Pumpernickel und Schwurz- 
brote ausgestellt, welche eine Reise um die Erde zurückgelegt hatten. 
Viele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
Exportauftrüge erbitten an Harder c de Foss, Hamburg; für Alonat 
das Inland E. Sörelund &amp;2 Söhne, Beritn NIF., oder Mandsbel. sech 
  
  
  
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W* 1 eetim% 9 — 2vr - Tus, z - F Wis“s*s B9 
   
Höchste Auszelchnun 
Chicago 1893. 
Höchste Auszeichn. (Diplöme 
d’donneur) Antwerpen 1894. 
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«Disk-hkiH-tiuihksk«tai0 Hss schmiedeeiserne Treppen, Thüren 
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A enen und Schwächezustände. 8 gen, Appetitlosigkeit 
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Deutsches Kolonial Handbuch. 
Nach amitlichen Ouellen bearbeitet von 
Rudolt Flizner. (170) 
80. 462 Seiten, 5 Karten. Elegant 
geb. 6 Mk., brochirt 5 Mk. Enthält 
ein Verzeichnis der in den Kolonien 
thätigen Offziere, Beamten, Missio- 
nare, Kaufleute u. Pflanzer. Zu be- 
ziehen durch jede Buchhandlung 
sowiegegen Einsendung desBetrages 
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Briefmarken 
deutscher und anderer Kolonien 
werden zu kanfen oder gegen Marken 
anderer Länder zu tauschen gesucht. 
Ansichtssendungen erbeten. 
Answahlen, länderweise geord- 
net, werden hereitwilliget an kauf- 
lustige Sammler gemacht. Referen- 
zenuoder Standesangabe erforderlich. 
Briefmarkenhandlung A. Beddig, 
Hannover. (nd) 
von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
önigliche Hofbuchhandlung, 
Berlin SWu, Kochstr. 68—71. 
   
  
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Verlag 
  
Landes-Aufnahme 
und 
Generalstabs Karten, 
die Arbeilen der Königlich Preußischen 
Sandes= Aufnahme, 
dargestellt von 
Kahle. 
Mit zwölf Abbildungen im Text und 
zwei Kartenbeilagen. 
Preis Mk. 2,25. 
In obigem Werke werden die Ar- 
beiten der Königlich Preußischen Landes- 
Aufnahme einer eingehenden Würdigung 
unterzogen und die Entwickelung und 
Technik, Art und Werth derselben all- 
gemeinverständlich dargestellt. Die 
Schrift will daher nicht nur allen Ver- 
messungsbeamten ein Hülfsmittel sein, 
sondern auch Allen, die sich einen Ein- 
blick in das Wesen und einen Ueberblick 
über die Arbeiten und Ziele unserer 
Landesvermessung zu verschaffen wün- 
schen, ein anschauliches Bild derselben 
geben. Das Buch eignet sich ganz 
besonders auch für die Herren Offiziere 
der Schutztruppe, um sich für die 
Kartographie vorzubereiten. 
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Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cueco, Dr. Dall Olio, Pro- 
kessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet im 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nuch den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur sehnellen und 
Sicheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
kenannten Firma, nämlich: 
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Bareelona: J. Espiell; 
London: A. &amp; M. Zimmermam, E. C. 9 und 10 St. Mary- ak. Mill 
Moskau: W. Stürzwage &amp; Co.; 57 " 
New-Tork: Lehn &amp; Fiank, 126 Mullam Sireet; 
Faris: Ma# Fed#e, 31 rue des petites Lcuries; 
Ro de Janelro: Maçgalhues, Lucius &amp; Co. Successores de Klingelmoeler 3 Co. 
       
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Zweck: Deckung der Kosten des Militalrdienstes, Unterstützung von Berufs-- 
soldaten, Versorgung von Invaliden. 
Nur Knaben unter 12 Jahren finden in dieser Abtheilung Aufnahme. 
Abtheilung II: Kapital- und Kriegs-Versicherung. 
(Abgeklrzte Lebensverslcherung.) 
. Zweck: Versorgung von Hinterbliebenen und Alters - Versorgung. Siche- 
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Studienzwecke. 
Personen beiderlel Geschlechts fnden vom 10. Lebensjahre ab in 
dieser Abtheilung Aulnahme. (16) 
     
    
   
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« — -Yij«ankedes.Ja-hresl97betrugen.-f6312000,—,dieG-esammtanszahlunen 
——2““—um-!-u-!:: seit Bestehen der Anstalt M 13 495 000, -. Von 1878 bis Ende 1897 wurden 
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WOERMANN-LINIE. 
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Am 10. März: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas bis Loango. " 
Am 18. Mürz: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Goree, Dakar, Ruffsque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. März: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Ihreke, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncou. 
Am 25. März: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Benguella, Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. März: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Iversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Seénegal, Liberia und den Hafen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
MAMrachste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika: am 25. Mai und ferner am 
25. jedes zweiten Monats. 
4lie Güter müssen cm Tage vor dem 4b59anpsdaftm bis 12 Uhr mittaos I#ngsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Paesake ertheilt die Woermann- Linie 
(13) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
—ö — — — — —— — — 
Deutsche Ost. Afrllia Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
ter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmissigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
  
  
  
von Hamburg: von Neapel: 
„REILCHSTAG, Capt. Weisskan 2. Märxz, 16. Märr, 
*KAISER“, Capt. Stahlll .... 16. März, 30. März, 
S„BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 30. März. 13. April, 
* „KOENIG“, Capt, Doher 3 April, 27. April, 
nach Mombassa, Tanga, Panganix, Sandanl, Bagamoyo F, Dar-es-Saläm, Sansibar, Kllwa, Lindi, 
Milindani, Ibo, Mozambique 7, Quellmane?, Chinde , Belira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem C versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorrüoltiche Enrichtungen für Eussagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhälen sowie nach Transvaal 
(Jobannesburg und Pretoria) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Damplfers längsseite sein. 
Näberes ertheilt in Hamburg: 
(ag 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Altien-Gesellschaft. 
" owie wegen Fracht und Pasenge die 
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
— Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbnchdruckerei von E. S. Mittler à Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrahe 68—71. 
Ausgegeben am 1. März 1896 um 6 Uhr nachmittage.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Beranagegeben in der Reolenial-Abiheilung des Anonãtligen Amis. 
.—. Ê ——..————.**“..———— 
IX. Johrgang. 6 terrlin, 15. März 1693. — 
–· –. — — 2 —––— +A§—–— — — — — 
  
– — 24 
Dieie Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beibefte beigefügt die mindestens einmal ohrtelsäheelich 
erschenenden: „Nittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. iherr 
r. Danckelm#a#v. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Voft und die 
buchbandlungen Mk. 8.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchbandlung Mk 3.,50 für Deutschland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Unfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 66—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs= Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
–— ..—— — — — 
  
—.2 
In#alt: Amtlicher Theil: Nachtrag zur Dienstanweisung, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkeit in Deutsch- 
Ostafrila S. 133. — Ernennung von Beisitzern bei den Kaiserlichen Gerichten des südwestafrikanischen Schutzgebietes 
für das Jahr 1898 S. 133; desgleichen der Neu-Guinea-Kompagnie S. 134. — Personalien S. 135. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 136. — Deutsch-Ostafrika: Verstärkung der Besatzung 
von Muansa und Bukoba S. 136. — Gutachten über die Bedeutung der Schwefelthermen von Amboni und Nyon- 
goni als Heilmittel S. 136. — Kamerun: Forschungsreise in Kamerun S. 138. — Deutsch-Neu-Guinea: 
Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland und den Vismarck-Archipel S. 138. — Aus dem Bereiche der Missionen 
und der Antisklaverei-Bewegung S. 17. — Aus fremden Kolonien: Hüttensteuer für die ländlichen 
Bezirke auf der Insel Sansibar S. 143. — 9, Eisenbahnprojekre im Kongostaat S. 143. — Telegraphenlinie in 
Westafrika S. 144. — Entwickelung einiger er #cher Kolonien in Afrika im letzten Jahre S. 144. — Die Goldküste 
im Jahre 1896 S. 145. — Ueber den Zustauls der französischen Strafkolonien Guyana und Neu-Kaledonien wäh- 
rend des Jahres 1896 S. 146. — Verschiedene Mittheilungen: Ausstellung von Neuheiten und Erfindungen 
in Berlin S. 146. — Internationale und koloniale Ausstellung in Frankreich S. 146. — Ueber die Kautschukfrage 
S. 147. — Ueber Kautschukpflanzen von Süd-Angola S. 147. — Zur Geschichte der Maria Theresien-(Levantiner) 
Thaler S. 148. — Litteratur S. 149. — Litteratur-Verzeichniß S. 149. — Schiffsbewegungen S. 150. — 
Verkehrs-Nachrichten S. 150. — Fahrplan der Oceanic Steamship Company S. 151. — Anzeigen. 
  
— – ——4 
  
—.... — 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Verordnungen der Reichsbehörden; Verkräge. 
— · — — 
Nochtrag zur Dienstanweisung, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkeit in 
« Deutsch-Ostafrika. 
· Auf Grund des 8 11 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete 
(Reichs-Gesetblatt 1888 S. 75), wird Folgendes bestimmt: 
Zu § 2 Ziffer 3 der Dienstanweisung, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkelt in Deutsch- 
Sirt e 12. Januar 1891 (Centralblatt für das Deutsche Reich Seite 14) erhält der erste Satz 
e Fassung: 
* Zub Ausübung der Gerichtsbarkeit zweiter Instanz ist der Oberrichter ermächtigt. 
Verlin, den 19. Februar 1898. 
Der Reichskanzler. 
Fürst zu Hohenlohe. 
a— — 
— — . — — — 
— 
—. — — 
  
— — — — 
  
verordnungen und Mittheilungen der Behürden in den Schuhgebieten. 
  
Eruennuug von Beisitzern bei den Kaiserlichen Gerichten des füdwestafrikanischen 
Schutzgebietes für das Jahr 1898. 
u Beisitzern bei den Kaiserlichen Gerichten des südwestafrikanischen Schutzgebietes wurden für 
da Zuhr 1898 folgende Herren ernannt:
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        — 134 — 
J. Raiserliches Gericht zu Windhoet. 
a) Als Beisitzer: 
Karl Hoepfner sen., Ansiedler, Klein-Windhoek, preußischer Staatsangehöriger. 
Gustav Voigts, Kaufmann, Windhoek, braunschweigischer - 
Guillermo Mertens, Kaufmann, Windhoek, mexikanischer 
Karl Wulff, Kaufmann, Windhoek, bremischer Staatsangehöriger. 
b) Als Stellvertreter: 
Heinrich Gathemann, Malermeister, Windhoek, preußischer Staatsangehöriger. 
Ernst Rusch, Kaufmann, Windhoek, - 
Otto Hoepfner jun., Ansiedler, Klein-Windhoek, 
Ernst Heyn, Kaufmann, Windheek, 
Eduard Stumpp, Ansiedler, Klein-Windhoek, 
10. Paul Hoepfner jun., Ansiedler, Klein-Windhoek, 
. Richard Liebscher, Schlossermeister, Windhoek, sächsischer 
12. Gustav Wilke, Maurermeister, Windhock, preußischer 
II. Kaiserliches Obergericht. 
a) Als Beisitzer: 
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1. Oswald Schultze, Postkassirer, Windhoek, preußischer Staatsangehöriger. 
2. August Schmerenbeck, Kaufmann, Windhoek, - 
3. Gustav Tünschel, Maurermeister, - - - 
4. Otto Nitzsche, Kaufmann, - sächsischer - 
b) Als Stellv“streter: 
5. Hermann Denker, Kaufmann, Windhoek, bremischer Staatsangehöriger. 
6. Wilhelm Henker, Schmiedemeister, Windhoek, sächsischer s 
7. Gustav Gaertner, Landmesser, - preußischer - 
8. - 
Franz Diebler, Maurer, Windhoek, sachsen= weimarischer 
  
Ernennung von Beisitzern für die Kaiserlichen Gerichte des Schutzgebietes der 
r-mn — *— ——. — 
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Neu-Gninea-Kompagnie. ) 
Für das Jahr 1898 werden ernannt: 
I. bei dem Kaiserlichen Obergericht in Stephansort: 
a) als Beisitzer: 
der Stations= und Pflanzungsvorsteher der Neu-Guinea-Kompagnie Friedrich Wandres in Stephansort, 
Badenser, 
p der Vorsteher der Rheinischen Mission, Missionar Gustav Bergmann in Siar, Preuße, 
der Stations= und Pflanzungsvorsteher der Neu-Guinea-Kompagnie Oscar Baumüller in Friedrich 
Wilhelmshafen, Badenser, 
der Arzt der Neu-Guinea-Kompagnie Dr. Ernst Diesing, Preuße; 
b) als stellvertretende Beisitzer: 
der Missionar der Rheinischen Mission Albert Hoffmann zu Bogadjim, Preuße, 6 
der Stationsvorsteher und Lagerverwalter der Neu-Guinea-Kompagnie Oscar Haesner in Erimahafen, 
Preuße, 
der Pflanzungsvorsteher der Neu-Guinea-Kompagnie Joseph Loag in Stephansort, Preuße, 
der Pflanzungsassistent der Neu-Guinea-Kompagnie Hans Blum in Stephansort, Preuße; 
II. bei dem Kaiserlichen Gericht in Stephansort (Westlicher Jurisdiktionsbezirk): 
' a) als Beisitzer: 
der obere Rechnungsbeamte der Neu-Guinea-Kompagnie Richard Hoffschlaeger in Stephansort, 
Mecklenburg-Schweriner, 
der Missionar der Rheinischen Missionsgesellschaft August Hanke in Bongu, Preuße, 
der Pflanzungsassistent der Neu-Guinea-Kompagnie Albrecht Marggraf in Stephansort, Preuße, 
der Pflanzungsassistent der Neu-Guinca-Kompagnie August Kleinschmidt in Stephansort, Preuße; 
b) als stellvertretende Beisitzer: 
der Pflanzungsassistent und Heilgehülfe der Neu-Guinea-Kompagnie Carl Boschat in Friedrich Wilhelms- 
hafen, Preuße, 
  
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1897, S. 127.
        <pb n="175" />
        — 135 — 
2. der kaufmännische Beamte der Neu-Guinea-Kompagnie Jony Knudsen in Stephansort, Preuße, 
3 der Pflanzungsassistent der Neu-Guinea-Kompagnie Hans Rodatz in Stephansort, Preuße, 
4 der Missionar der Rheinischen Missionsgesellschaft Heinrich Helmich in Siar, Preuße; 
III. bei dem Naiserlichen Gericht in Berbertshöh (Oestlicher Jurisdiktionsbezirk): 
a) als Beisitzer: 
I. der Missionar der Wesleyanischen Mission Heinrich Tellmann in Raluana, Deutscher, 
2. der Arzt der Neu-Guinea-Kompagnie Dr. Curt Danneil in Herbertshöh, Deutscher, 
3. der e, der katholischen Mission vom heiligen Herzen Jesu Pater Johann Dicks in Vunapope, 
Deutscher, 
4. der Stations= und Pflanzungsvorsteher der Neu-Guinea-Kompagnie Hubert Geisler in Herbertshöh; 
b) als stellvertretende Beisitzer: 
I. der Kaufmann Hugo Thiel in Matupi, Deutscher, 
2. der Kaufmann Adolf Schulz in Mioko, Deutscher, 
3. der Kaufnmann Cos Forsayth in Ralum, Engländer, 
#. der Kaufmann Octave Mouton in Kinigunan, Belgier. 
  
  
  
— —— — — 
Personalien. 
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, den Hauptmann a. D. und Bezirks- 
amtmann in Deutsch= Ostafrika Fr. A. Freiherrn v. Eberstein zum Ehrenritter des Johanniter= Ordens 
zu ernennen. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem ständigen Hülfs- 
arbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts Konsul Dr. A. Zimmermann und dem 
Mitglied des Kolonialraths Konsul a. D. E. Vohsen den Königlichen Kronen-Orden 3. Klasse zu verleihen. 
  
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Professor Dr. Frei- 
herm A. v. Danckelman den Rothen Adler-Orden 4. Klasse zu verleihen. 
— — — —— 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-vOstafrika. 
ç A. K. O. vom 24. Februar 1898. 
Vischoff, Sekondlieutenant, bisher vom Infanterie-Regiment Keith (1. Oberschlesischen) Nr. 22, mit dem 
8. März 1898 aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 9. März 1898 als Sekondlieutenant 
mit seinem Patent in der Schutztruppe angestellt. 
A. K. O. vom 5. März 1898. 
Lott, Assistenzarzt 2. Klasse, bisher vom Infanterie-Regiment von Borcke (4. Pommerschen) Nr. 21, mit 
dem 8. März 1898 aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 9. März 1898 als Assistenzarzt 
2. Klasse mit seinem Patent in der Schutztruppe angestellt. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den nachbenannten 
Angehörigen der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun folgende Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: 
den Königlichen Kronen-Orden 4. Klasse mit Schwertern: dem Sekondlieutenant Nolte; 
das Militär-Verdienstkreuz: dem Unterbüchsenmacher Zimmermann; 
das Militär -Ehrenzeichen 2. Klasse: dem Sergeanten Liebert. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Kaiserlichen Landes- 
hauptmann und Kommandeur der Schutztruppe für Südwestafrika Major Leutwein die Genehmigung zur 
Anlegung des ihm von Seiner Majestät dem Könige von Sachsen verliehenen Offizierkreuzes des Albrechts- 
ordens mit Schwertern zu ertheilen. 
Seine Mojestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den nachbenannten 
W Angehörigen der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun folgende Auszeichnungen zu verleihen, 
und zwar: 
die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse in Gold: dem Feldwebel Musa; 
die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse in Silber: dem Sergeanten James Pama, dem Unter- 
offzier Krantz, dem Gefreiten Massadu, den Soldaten Saia, Jossem, Jakson und Tommi.
        <pb n="176" />
        — 136 — 
Nichtamtlicher Theil. 
Persbnal-Machrichten. in Königsberg und dem Landrathsamt in Deutsch- 
Krone thätig gewesen, Anfang v. Is. in die Kolonial- 
Deutsch-Ostafrika. Abtheilung des Auswärtigen Amts ein, wo er durch 
Zur Verrretung des beurlaubten Regierungsarztes seine dienstliche Tüchtigkeit und seine anspruchslose 
Dr. Plehn' in Tanga ist der Assistenzarzt 1. Klasse Liebenswürdigkeit sich bald volle Anerkennung erwarb. 
Dr. Panse dorthin entsandt worden. Er war dem Kaiserlichen Landeshauptmann von Togo 
zugetheilt worden, mit dem zusammen er erst vor 
Zollpraktikant Billib ist nach Dar-es-Saläm Kurzem die Ausreise nach dem Schuzgebiete ange- 
abgereist. treten hatte. Sein früher Tod ist ein schmerzlicher 
— Verlust für die Kolonialverwaltung. 
Der geheime revidirende Kalkulator Weiß und — — 
der Techniker Gräfe treten am 16. d. Mts. die Zollassistent Klein ist Anfang Februar in Togo 
  
Reise nach Dar-es-Saläm an. eingetroffen. . 
Der Mechaniker G. Koch ist nach Dar-es-Saläm Premierlieutenant v. Döring und Landrent- 
abgereist. 
meister Mann sind in Lome angekommen. 
——.□□ . 
Ramerun. Lehrer Walter ist vom Urlaub in Togo wieder 
Der Königlich bayerische Wirkliche Rath Dr. eingetroffen. 
Martin ist zwecks Wahrnehmung bezirksamtlicher 
Geschäfte in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
——— ee 
Lehrer Lederbogen ist zur Vertretung des 
  
r . 
ments getreten und nach Kamerun abgereist. Lehrers Betz Anfang Februar nach Kamerun abgereist. 
Finanzassistent Kundt und Regierungssuper- Lüdwestafrika. 
mumerar Kiem sind im Januar in Kamerun ein- Sergeant Fügner und Unteroffizier Zäusler 
getroffen. 
sind für den Dienst beim Kaiserlichen Feldbahnbau- 
Kommando in Deutsch-Südwestafrika angenommen 
Cogo. worden und haben die Reise nach Swakopmund 
Stationschef Dr. Gruner ist mit Urlaub in angetreten. 
Deutschland eingetroffen und hat sich zunächst nach — 
Jena begeben. Unteroffizier der Eisenbahnbrigade Drawert ist 
zum Feldbahnbau-Kommando nach Swakopmund 
Nach einer telegraphischen Meldung aus Lome abgereist. 
ist dort der Regierungsassessor Böcking nach kurzer 
Krankheit einem Schwarzwasserfieber erlegen. Adolf Am 25. d. Mts. werden der Feldmesser Görgens 
Böcking, 1867 geboren, seit 1889 Referendar, seit und der Vermessungstechniker Thomas die Ausreise 
1895 Assessor, trat, nachdem er bei der Regierung nach dem Schutzgebiet antreten. 
—. 
  
— 
Zachrichten aus den deutschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Pltafrika. Gutachten über die Bedeutung der deutsch ostafrika- 
nischen Schwefelthermen von Amboni und Uvongoni 
Verstärkung der Besatzung von Muansa und Zukoda. als Deilmittel. 
Auf Grund der Nachrichten über Unruhen un Dr. Erich Harnack, o. ö. Professor der Medizin 
Uganda hat der Kaiserliche Gouverneur den Lieute- und Direktor des Königlich pharmakologischen Instituts 
nant Richter mit 60 Mann (Nichtsudanesen) aus der Universität Halle-Wittenberg, hat folgende Gut- 
Pangant nach Muansa entsendet. Durch diese Ver- achten über diese Schwefelthermen abgegeben: 
stärkung ist die Besatzung von Muansa und Bukoba 
ungefähr auf den etatsmäßigen Stand von zwei 
Kompagnien gebracht. # 
# 
  
  
J. 
Nach der vorliegenden Analyse des Wassers aus 
der Quelle von Amboni stimmt die Zusammensetzung 
des Wassers in auffallender Weise (qualitativ und 
quantitativ) mit den weltberühmten kochsalzhaltigen 
—
        <pb n="177" />
        Zu: „Beutsches Kolonialblatt“ Er. 6, 1898. 
Regierungsdampfer „Nachtigal“ 
auf dem Slip in Kamerun. 
  
  
  
  
Nach einer Aufnahme von Lutterodt-Brothers, Photographers. Cameroons etc.
        <pb n="178" />
        <pb n="179" />
        Schwefelthermen von Aachen (besonders der Kaiser- 
quelle zu Aachen) überein, so daß man jene Quellen 
geradezu als ein deutsch-afrikanisches Aachen 
bezeichnen darf. Die Mengenverhältnisse der Chloride, 
Sulfate und Carbonate, die (auch für Aachen charak- 
teristische, im Allgemeinen sehr selten vorkommende) 
bedeutende Menge des Kaliums im Verhältniß zum 
Natrium, das Quantum des (als Schwefelalkali) ge- 
bundenen Schwefelwasserstoffs — nach allen diesen 
Rhtungen hin stellt sich die afrikanische Quelle den 
Nachener Wässern in auffallender Uebereinstimmung 
an die Seite. Auch die Temperatur der Amboni- 
quelle ist eine für die Anwendung des Wassers zu 
Bädern überaus geeignete, da sie der Körpertemperatur 
nahe kommt und daher keiner künstlichen Veränderung, 
weder der Erwärmung noch der Abkühlung, bedarf. 
Nur die bedeutende Menge des frei im Wasser 
absorbirten Schwefelwasserstoffs unterscheidet die 
afrikanische Quelle von den Aachener Wässern, und 
cs würde auf die Frage Bedacht zu nehmen sein, ob 
nicht etwa bei zu langem Aufenthalt im Bade und 
ungenügender Ventilation der Baderäume gesundheits- 
schädliche Mengen von dem überaus giftigen Gase 
eingeathmet werden könnten. Indessen dürfte bei 
einiger Vorsicht eine wirkliche Gefahr wohl nicht 
vorhanden sein. 
Die Anwendung des Wassers zu Trinkkuren ist 
wohl kaum rathsam; es würden vorzugsweise Bäder 
verschiedener Anwendung in Betracht kommen, und 
cs wäre zugleich die Frage aufzuwerfen, ob sich in 
dem Quellgebiet nicht genügende Mengen von Schwefel- 
moor oder -schlamm finden, die mit Erfolg zur An- 
wendung von Schlammbädern neben den Wasser- 
bädern dienen könnten. 
Alle durch die Erfahrung festgestellten, für die 
Anwendung der kochsalzreichen Schwefelthermen 
maßgebenden therapeutischen Indikationen wür- 
den auch für den Gebrauch der Amboniquellen in 
Frage kommen: vor Allem veraltete Syphilis, Haut- 
und Drüsenleiden, chronische Metallvergiftungen 
(besonders Quecksilbervergistung), Magen= und Darm- 
affektionen in Zusammenhang mit Leber= und Gallen- 
leiden, chronische Rückenmarksleiden, Lähmungen, 
Neurosen, chronischer Rheumatismus, Residuen trau- 
matischer Entzündungen und traumatische Neurosen, 
chronische Gelenkleiden, Ankylosen und Verkrümmungen, 
chronische Katarrhe, Blasenkatarrh und dergl. 
Unzweifelhaft besitzt die ostafrikanische Kolonie in 
diesen verhältnißmäßig leicht und bequem zugänglichen 
Quellen einen werthvollen arzneilichen Schatz, dessen 
Musbeutung entschieden wünschenswerth und erfolg- 
recch sein dürfte. 
II. 
Die nach den vorliegenden Mittheilungen weit 
schwerer zugänglichen Schwefelthermen von Nyon— 
goni im Ruhoiflusse zeigen zwar eine ähnliche Zu- 
sommensetzung wie die ersteren, sind aber (/ abgesehen 
von dem hier fehlendem Kalium) in jeder Hinsicht 
  
137 — 
gehaltreicher. Unter den bisher bekannten Schwefel- 
thermen können sie ihrer ganzen Beschaffenheit nach, 
namentlich was den Reichthum an Chloriden und an 
Schwefelwasserstoff anlangt, am ehesten den bekannten 
Herkulesbädern zu Mehadia in Ungarn sowie den 
Quellen von Héluan in Mittelägypten an die Seite 
gestellt werden. Sie übertreffen aber diese durch ihre 
sehr hohe Temperatur und reihen sich in dieser Hin- 
sicht unmittelbar den heißesten unter den Mineral-= 
quellen Europas (Karlsbad, Plombiêres, Baden- 
Baden, Wiesbaden 2c.) an. An sich könnte das 
Wasser der Nyongoniquellen ebenso erfolgreich zu 
Heilzwecken verwerthet werden, wie es mit den ägyp- 
tischen Quellen von Héluan geschieht, das bereits 
seit 25 Jahren als Badeort dient, aber freilich an 
der Bahn unweit des Nils und nicht allzu weit von 
Kairo gelegen ist. · 
Da aber die Emanation des Schwefelwasserstoff- 
gases in der Nähe des Quellursprungs von Nyongoni 
so bedeutend ist, daß das Verweilen an diesem Orte 
mit Lebensgefahr verbunden ist, so müßten die Quellen 
an einen entfernteren Ort geleitet werden, was er- 
hebliche Kosten und technische Schwierigkeiten (schon 
wegen des starken Schlammakbsatzes aus solchen 
Wässern) verursachen würde; außerdem wäre selbst- 
verständlich eine bedeutende Abkühlung des Wassers 
behufs des Gebrauches erforderlich. 
Aus diesen Gründen wird wohl auf den Ge- 
danken einer arzneilichen Ausbeutung der Nyongoni- 
quellen zur Zeit verzichtet werden müssen. 
Analyse einer Schwefelquelle von Amboni 
im Sigigebiet. 
100 000 Theile des Mineralwassers enthielten: 
Chlen 145,00 Theile, 
Schwefelsäure SO 8,10 = 
Kohlensäure CO2 32,9 
Kalk CaO. .. 28,20 — 
Magnesia Mg0 10,22 
Kalium K # . 28,62- 
Natrium N 70,32 - 
Ammonicccck 0,1 2 = 
Schwefelwasserstoff frei 0,792. 
Schwefelwasserstoff gebunden 0.466 
  
Zusammen 325,628 Theile. 
Rückstand betrug bei 120° getrocknet 328,2 Theile, 
Spezifisches Gewicht bei 27° C 1,0011, 
Gesammthärte nach BB 39,80 deutsche Grade, 
Temperatur des Quellwassers 35,7° C. 
Analyse einer Schwefeltherme von Nyongoni 
im Ruhotgebiet. 
100 000 Theile des Mineralwassers enthielten: 
Chter 326.00 Theile, 
Schwefelsäure (803) . 29,30 
Salpetersäure (NeOd) Spuren, 
Kohlensäure, gesammte (CO##) 64,.20 
Eisenoxyd + Thonerde 0,32 
Kalk (Cab) 11,35
        <pb n="180" />
        Magnesia (Age 2,86 Theile, 
Lithium Spuren, 
Natrium (Na) 211,80 
Ammoniak 0,12 
r U 
Schweselwasserstof frei s, 865e i. Lit. — 1,35 
Schwefelwasserstoff gebunden . 0,78 
Zusammen 648,08 Theile. 
Rüchtand betrug 662,00 Theile bei 120°% getr.0 41100 
"„ 6: 50. 60 - 180= * Theilen 
Spezifisches Gewicht bei 27° C 1,0024, 
Gesammthärte nach BiB 14,56 deutsche Grade. 
V 
  
——— 
Kamerun. 
Kesultate einer Forschungsreise in Ramerun. 
Der Ornithologe Dr. Dngve Siöstedt zu Stock- 
holm hatte im Jahre 1890 im Auftrage der Königlich 
schwedischen Akademie der Wissenschaften, des Reichs- 
museums zu Stockholm und der zoologischen Anstalt 
der Universität zu Upsala eine zoologische Forschungs- 
reise nach dem nordwestlichen Kamerungebiet unter- 
nommen (vergl. Kol. Bl. 1890, S. 113). Diese Reise, 
die 15 Monate dauerte, galt hauptsächlich der Er- 
forschung des Gebietes zwischen dem Kamerungebirge 
im Süden nordwärts bis Itoki na N’'Golo, vom 
Rio del Rey im Westen bis an den Kottasee im 
Osten. Das wissenschaftliche Ergebniß dieser Reise 
liegt jetzt in achtzehn von Herrn Sjöstedt heraus- 
gegebenen Schriften vor, zu welchen das mitgebrachte 
Material von ihm und anderen hervorragenden Fach- 
gelehrten verarbeitet ist. Sämmtliche Arbeiten sind 
auch in deutscher Sprache herausgegeben. Sie um- 
fassen nicht weniger als über tausend Thierarten, 
von denen 220 für die Wissenschaft neu sind. Das 
erforschte Gebiet kann demnach nunmehr zoologisch 
in mehreren Hinsichten als eins der bestbekannten in 
ganz Westafrika angesehen werden. 
Deutsch-Reu-Guinra. 
Nachrichten über Raiser wWilhelmsland und den 
Bismarck= Archipel. 
Den „Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland und 
den Bismarck-Archipel“, 1896 bis 1897, entnehmen 
wir Folgendes (vergl. Kol. Bl. 1895, S. 13 ff.) 
1896. 
Die Direktionen der Neu-Guinea-Kompagnie und 
der Astrolabe-Kompagnie haben sich im August d. Is 
dahin verständigt, daß die gesammte übersceische Ver- 
waltung der letzteren für deren Rechnung von der 
Neu-Guinca-Kompagnic derart übernommen werden 
sollte, daß der obere Leiter der Neu-Guinea-Kompagnie 
im Schutzgebiet auch die Hauptadministration der 
Astrolabe-Kompagnie zu führen hätte und deren Ver- 
138 
  
waltung einschließlich der Büreau-, Kassen= und Rech- 
nungsgeschäfte sowie der Lagerverwaltung mit der- 
jenigen der Neu-Guinea-Kompagnie vereinigt würde. 
Die obere Leitung der vereinigten Verwaltung sollte 
einem Oberbeamten als „Generaldirektor“ der Neu- 
Guinea-Kompagnie übertragen werden. Dieses Ab- 
kommen ist mit dem 1. November 1896 in Kraft 
getreten. Inzwischen ist eine weitere Uebereinkunft 
zu Stande gekommen, nach welcher auch eine Ver- 
einigung der Gesellschaften in ihrem gesammten Rechts- 
bestande vorgenommen werden soll, so daß das ge- 
sammte Vermögen der Astrolabe-Kompagnie und deren 
Schulden mit Wirkung vom 1. Oktober 1895 ab auf 
die Neu-Guinea-Kompagnie übergehen. Seitdem hat 
der Generaldirektor der Neu-Guinea-Kompagnie seinen 
Sitz in Stephansort, wo er bisher seines Amtes als 
Hauptadministrator der Astrolabe-Kompagnie waltete, 
genommen, und ist dorthin auch die Leitung der 
Landesverwaltung, welche der Generaldirektor kom- 
missarisch führt, übertragen worden. 
Dadurch ist Stephansort in den Mittelpunkt der 
gesammten Verwaltung gerückt, wie es bisher der- 
jenige der Tabakkultur war. Leider hat die letztere 
nicht die weitere glänzende Entwickelung genommen, 
welche nach den Erfolgen der ersten Jahre gehofft 
werden durfte. 
Die in den Jahren 1894 und 1895 gemachte 
Erfahrung hat herausgestellt, daß die Pflanzzeit von 
der Periode der abnehmenden Regenfälle bis zur 
trockenen Zeit in dem Gebiet von Stephansort kürzer 
ist als in anderen Tabakländern, namentlich in Su- 
matra. Hier findet die Anlegung von Saatbeeten 
statt vom Februar bis Ende Juni, das Auspflanzen 
von März bis Ende Juli. In Neu-Guinea werden 
Saatbeete angelegt von Ende Januar bis April, aus- 
gepflanzt wird von Februar bis Mai. Um in dieser 
kürzeren Zeit größere Mengen auszupflanzen, bedarf 
es zahlreicher Hände, mehr als mit der Rentabilität 
sich vertragen würde. Jedenfalls entsteht für längere 
Zeit ein Ueberschuß an Arbeitskräften, der im Tabak 
nicht Verwendung finden kann. 
Angesichts dieser Sachlage wurde in Ueberein- 
stimmung mit dem Generaldirektor beschlossen, den 
Tabakbau auf 120 bis 150 Felder zu beschränken 
und so zu ordnen, daß das Auspflanzen im Januar 
begonnen und im Mai vollendet wird. Des Weiteren 
soll bereits bebauter Boden zum zweiten Male mit 
Tabak in größerem Umfange als bisher bepflanzt und 
abgesehen von Lehrmeistern und Vorarbeitern in Zu- 
kunft der Betrieb nur mit eingeborenen melanesischen 
Arbeitern geführt, der entstehende Ausfall in der 
Tabakpflanzung aber durch andere Kulturen, nament- 
lich durch Anbau von Kafsce, die Anpflanzung von 
Baumwolle nach dem im Bismarck-Archipel bewährten 
Vorbilde und die erweiterte Anpflanzung von Kokos- 
palmen ersetzt werden. In diesem Sinne ist auch 
bereits vorgegangen, indem eine Versuchsstation an- 
gelegt und eine Pflanzschule (Botanischer Garten) 
eingerichtet worden ist.
        <pb n="181" />
        Mit der Pflanzungsstation Stephansort ist als 
Nebenstation Erimahafen verbunden, wo der Schiffs- 
verkehr stattfindet und eine Feldbahn mündet. Letz- 
tere hat jetzt eine Ausdehnung von etwa 10 km. 
Die Station Konstantinhafen, welche als Neben- 
station von Friedrich Wilhelmshafen behufs der Er- 
haltung der Kokosbestände und als Versuchspflanzung 
verwaltet wurde, wird von Stephansort aus bearbeitet 
und geleitet. 
Die Gesammtanlage in Herbertshöhe (Bismarck- 
Archipel) zerfällt in drei Komplexe, von denen der 
eine, Kokopo, an der Küste liegt, die anderen, Vuna- 
tali und Kaliwuwur, auf der dahinter ansteigenden 
Höhe. 
Produktion, Handel und Verkehr in Kaiser 
Wilhelmsland. 
Der Waarenverkehr von und nach dem Ausland 
beschränkt sich in Kaiser Wilhelmsland in der Haupt- 
sache auf die Neu-Guinea-Kompagnie und Astrolabe- 
Lompagnie und die daselbst bestehenden Missionen. 
Bezüglich der Ausfuhr und Einfuhr fehlt es an einer 
genauen Statistik, da außer von alkoholhaltigen Ge- 
tränken Einfuhrzölle nicht erhoben werden, eine Kon- 
tole also nicht stattfindet. Soweit es sich um Güter 
handelt, welche von den beiden Gesellschaften einge- 
führt werden, so hat deren Werth, einschließlich der 
nach Herbertshöhe eingeführten, betragen: für die 
abgesandten Güter von 
aus Europa anderswo 
in der Zeit vom 1. April Mark Mark 
1895 bis 31. März 
18996 161 637,00 276 681,12 
in der Zeit vom 1. April 
1896 bis 30. Sep- 
tember 19906 1071 046,40 86 258,37 
Bismarck-Archipel. Zur Ausfuhr gelangten: 
2437,2 Tons Kopra, 145,3 Tons Trepang, 13 400 
Pfund Perlschalen, 1074 Pfund Schildpatt, 99 954 
Pfund Lintbaumwolle, 75 Tons Elfenbeinnüsse und 
104 000 Stück Green Snail shells. 
Der Werth der von den vier Hauptfirmen außer 
der Neu-Guineg-Kompagnie und den Missionen be- 
wirkten Einfuhr wird auf 605 000 Mark angegeben. 
1897. 
Die Einschränkung der Station Friedrich Wilhelms- 
hasen ist im Jahre 1897 zu Gunsten von Stephans- 
ort durch den Generaldirektor v. Hagen fortgesetzt 
worden. Dieser Betrieb wird sich zunächst außer 
auf die weitere Anpflanzung von Kokospalmen an 
der Küste des Hafens und seinen Buchten, auf per- 
ennirende anspruchslose Kulturen auf Terrain, das 
der Bearbeitung wenig Schwierigkeiten bietet, be- 
shränken; er soll jedoch nach Maßgabe der verfüg- 
boren Arbeitskräfte auf den Anbau von Tabak und 
zwar auf dem schon früher abgepflanzt gewesenen 
Terrain des benachbarten Jomba ausgedehnt werden. 
139 
  
In Stephansort waren die Aussichten auf die 
Tabakernte des Jahres 1896 wegen der schweren 
Dürre, die von Juni bis Oktober geherrscht hatte, 
sehr trübe. Es wurde besorgt, daß der im Wachs- 
thum behinderte Tabak keine willige Aufnahme finden 
werde. Der Markt entschied anders. Er befand das 
Produkt viel besser, als der vorausgegangene Ruf 
hatte erwarten lassen. Zum Versandt kamen 606 
Ballen = 96 960 Pfund brutto. Von der Ernte 
von 1897 wird berichtet, daß 79 300 Pfund geerntet 
wurden. Von der ersten Ernte sind etwa 8000 Pfund 
bereits zum Versandt gebracht. 
Der Bestand an Kokospalmen betrug Ende Mai 
27 000. Bereits tragfähig sind 50. 
Mit Kapokbäumen sind alle Wege der Pflanzung 
in Entfernung von 5 zu 5 m bepflanzt worden. 
Die mit der Kultur der Ramiêfaserpflanze (Boeb- 
meria) begonnenen Versuche sind fortgesetzt worden. 
Die Schwierigkeit der Entrindung der Pflanze, die 
am Orte der Erzeugung vorgenommen werden muß, 
wenn der Transport nicht unverhältnißmäßig ver- 
theuert werden soll, scheint neuerdings durch eine in 
Frankreich erfundene Maschine behoben zu sein, und 
es ist deshalb eine solche Maschine behufs Prüfung 
ihrer Brauchbarkeit nach dem Schutzgebiet auf den 
Weg gebracht. Auf der Pflanzung waren Ende Mai 
2 ha mit Ramiéê bestellt, über deren Fortkommen 
abschließende Berichte noch ausstehen. 
Von Nährpflanzen werden vorzüglich Mais (30 ha) 
und Paddy angebaut; außerdem Taro, in großer 
Menge Bananen, Bataten und Ananas als gesunde 
und gewohnte Zukost der Arbeiter. 
In der Baumwollpflanzung standen 240 ha 
unter Kultur. 
Auf der Kaffeepflanzung standen im Oktober 
33 401 Bäumchen im Felde; der Bestand an Pflanz- 
beeten betrug 81 mit etwa 11 340 Pflänzlingen, der 
der Keimbeete 60 mit etwa 9731 Keimlingen. An 
den Wegen der Kaffeepflanzung waren 1860 Kapok- 
bäume ausgesetzt. Außerdem werden darin Kokos- 
palmen (3245), 5770 zum Keimen ausgelegte Pflanz- 
nüsse, Pisang (2127 St.), Kautschukpflanzen (Castillea 
elastica 580 und Hevea hbrasiliensis 450) und 
Kassiabäume (362) aufgezogen sowie Versuche mit 
Isonandra gutta, Pfeffer und Kakao gemacht. Die 
Letzteren gedeihen gut; mit Isonandra, die ebenfalls 
gut aufkommt, ist 1 ha bepflanzt. In der mit 
Stephansort verbundenen Nebenstation Erimahafen 
ist ein Bestand von 2401 Kokospalmen, von denen 
191 tragen. 
Auf der Nebenstation Constantinhafen, auf der 
nur Rekonvaleszenten beschäftigt werden, belief sich 
der Bestand an Kokospalmen Ende Juli auf 6801 
Stück. Im Oktober wurden 300 Palmen neu aus- 
gepflanzt. 
Nutzhölzer. Der Export von Nutzhölzern aus 
dem Schutzgebiet hat sich in der Berichtszeit auf eine 
Holzart, Alzelia bijuga, beschränkt. Verschifft 
wurden 149 Stämme Alzelia bisjuga mit etwa
        <pb n="182" />
        80 chm Frachtmaß und etwa 60 chm Nettover- 
kaufsmaß. 
Die Gesammtzahl der in Stephansort und auf 
den Nebenstationen Erima, Friedrich Wilhelmshafen 
und Constantinhafen beschäftigten, im längeren Ver- 
tragsverhältniß stehenden farbigen Arbeiter betrug am 
31. Juli 926 und zwar Chinesen 167, Javanen 159, 
javanische Frauen 105, Melanesen 495. 
Dagegen ist den Arbeitskräften ein willkommener 
und möglicherweise bedeutungsvoller Zuwachs dadurch 
entstanden, daß Melanefen nach Beendigung ihrer 
Dienstverträge sich mit ihren Familien in der Nähe 
der Pflanzungen, insbesondere von Erimahafen, 
wohnlich niedergelassen haben und gegen einen mäßi- 
gen Tagelohn auf den Stationen und Pflanzungen 
arbeiten. Hütten und Nahrungsmittel beschaffen sie 
sich selbst. Es waren ihrer im März d. Is. 23 
Männer und 21 Weiber. Von Interesse ist auch 
der Personenstand der an der Astrolabebai ansässig 
gewordenen Chinesen und Javanen. Von den ersteren 
waren im Januar d. Is. 5 selbständige Unternehmer, 
welche 47 Chinesen beschäftigten und von denen 2 die 
Kadehs führten, während die übrigen Gärtnerei, 
Schweine= und Geflügelzucht betrieben. Daneben 
waren noch 31 freie Chinesen als Handwerker und 
Diener beschästigt. Von Javanen ohne Dienstvertrag 
waren 20 männlichen und 27 weiblichen Geschlechts, 
darunter 22 Kinder unter 14 Jahren, vorhanden. 
Die Erwachsenen sind Diener, Waschleute oder arbeiten 
gegen Tagelohn in der Pflanzung. 
Der Viehstand betrug im Juli 1897: in Stephans- 
ort an Rindvieh 140, in Friedrich Wilhelmshafen 
26 Stück. 
In Berlinhafen ließ die Kompagnie den Unter- 
nehmungen des Ansiedlers L. Kärnbach, ihres frü- 
heren Beamten, welcher im Jahre 1894 auf Seleo, 
Insel Sainson des Berlinhafens, seinen Wohnsitz als 
Händler genommen hatte, volle Unterstützung zu Theil 
werden, in dem Bestreben, einer in diesem günstig 
gelegenen Theil des Schutgebietes begründeten An- 
siedelung zum Aufblühen zu verhelfen. Leider starb 
Herr L. Kärnbach am 1. Februar 1897. Mtt seinen 
Erben ist ein Abkommen getroffen worden, kraft 
dessen die Niederlassung in den Besitz der Neu- 
Gumea-Kompagnie übergegangen ist. (Stations- 
vorsteher Lücker.) 
Im Lemiengdistrikt wurden bereits zu Lalliep 
und Wokau zwei Handelsstationen eingerichtet. Weitere 
Handelsniederlassungen sind für den Platz Cham und 
auf den Inseln Tarawai und Valies in Aussicht 
genommen. Der Stationsvorsteher hofft, Arbeiter 
aus diesen Distrikten für die Kompagnie zu gewinnen. 
Im Bismarck-Archipel ist die Verwaltung der 
Station Herbertshöhe und die Leitung der Pflanzung 
(unter Herrn Geißler) vereinigt; Station und 
Pflanzung bilden eine selbständige Niederlassung unter 
der Benennung „Administration der Neu-Guinea- 
Kompagnie in Herbertshöhe"“. Um die Geschäfts- 
führung zu vereinfachen und zu beschleunigen, ist die 
140 
  
Administration in einer Reihe von Beziehungen in 
unmittelbare Verbindung zur Direktion gesetzt. Die 
von der Landeshoheit abhängige staatliche Verwaltung 
wird von dem Kaiserlichen Richter Dr. Hahl mit den 
von der Kompagnie gestellten Hülfsbeamten geführt. 
Stand der Pflanzung. Ende Oktober 1897 
waren 50 2½ ha bepflanzt. Davon waren: 
Kokospalmenpflanzung ohne Baumwolle 
altes Baumwolleland, ausgerodet bis 
zum 1. August.. . . . . 34 
Liberiakaffeepflanzung... . 12 
Kapokpflanzuiug 20 
Baumwollpflanzung. . 431 
Außerdem wurden Mais, Yams und Taro gezogen. 
Die erstaufgeführten 5 1/ ha haben bereits tra- 
gende Palmen, von denen am 1. November 3532 kg 
Kopra versandtsertig waren. Der Bestand an Kokos- 
palmen ist von 37 100 auf 46 200 gestiegen. 
Viehbestand: 5 Pferde, 35 Häupter Zuchtvieh 
und 8 Zugochsen, 16 Stück Schwarzvieh. 
Ernte. Die erste Ernte (Mai bis Juli 1897) 
hat den Erwartungen nicht entsprochen. Das Wetter 
war monatelang trübe, stürmisch und regnerisch. Der 
Ertrag der ersten Ernte war dementsprechend klein 
und auch die Qualität hatte unter dem Einfluß des 
Regens gelitten. Die gesammte erste Ernte ist nach 
Liverpool verschifft und beträgt 42 Ballen oder 
14 780 Pfund. Ueber den Ausfall der zweiten Ernte 
lauten die Nachrichten etwas günstiger. 
Arbeiter. An Arbeitern waren Ende Oktober 
1897 vorhanden: 1 Chinese, 1 Javane, 556 Mela- 
nesen; außerdem wurden von der Administration 
55 Farbige beschäftigt, welche in keinem festen Ver- 
tragsverhältniß zur Kompagnie standen. 
Schifffahrt. 
Der Dampfer „Stettin“ des Norddeutschen Lloyd 
versieht fortgesetzt in achtwöchigem Turnus den Dienst 
in der Neu-Guinea.-Linie zwischen Singapore und 
dem Schutzgebiet. Auf der Ausreise sowohl wie auf 
der Rückreise wird neuerdings auch Makassar ange- 
laufen und zwar in der Reihenfolge zwischen Batavia 
und Berlinhafen bezw. umgekehrt. 
An Stelle des in Sydney im Oktober 1896 ver- 
kausten Dampfers „Mabel“ hat die Kompagnie einen 
neuen Dampfer „Johann Albrecht“ auf der Werst 
des „Bremer Vulkan“, Schiffbau und Maschinen- 
fabrik zu Vegesack, erbauen lassen. 
Nach einem vom Kapitän des Dampfers „Stettin" 
eingegangenen Telegramm ist der „Johann Albrecht" 
am 21. November bei Kap Croisilles (nur 30 See- 
meilen von Friedrich Wilhelmshafen) gesehen worden; 
es ist daher anzunehmen, daß er wenige Stun 
darauf in Friedrich Wilhelmshafen eingelaufen ist. 
Produktion, Handel und Verkehr. 
Der Jahresbericht über Kaiser Wilhelmsland für 
1896 ist nicht eingegangen. Der kommissarische 
Landeshauptmann C. v. Hagen berichtete im Laufe 
5 ha, 
Er # V 
V
        <pb n="183" />
        des Sonmers, daß er zwar Material dazu gesammelt 
habe, aber durch Krankheit und dringende Geschäfte 
an der Zusammenstellung und Verarbeitung gehindert 
worden sei. Nach seinem am 14. August erfolgten 
Tode, der begreiflicherweise in die gesammte Ver- 
waltung eine gewisse Stockung gebracht hat, ist es 
nicht möglich gewesen, das Versäumte nachzuholen. 
Ueber die Verhältnisse im Bismarck-Archipel dagegen 
hat der Kaiserliche Richter Dr. Hahl in gewohnter 
Beie Bericht erstattet. Demselben sind die nach- 
stehenden Mittheilungen entnommen. 
Bismarck-Archipel. Trotz der das Ergebniß 
der Baumwollpflanzungen erheblich beeinträchtigenden 
seuchten Witterung während der Erntemonate im 
Jahre 1896 haben die vorhandenen Pflanzungen eine 
erhehliche Vergrößerung erfahren. Die Firma For- 
soyth hat das zur Verfügung stehende Küstengebiet 
um Ralum völlig bepflanzt und 6 km landeinwärts 
enne Zweigplantage angelegt. 
Die katholische Mission hat auf einem ihr ge- 
hörigen, an der Nordküste der Gazelle-Halbinsel ge- 
legenen Grundstücke und der Pflanzer Octav Mouton 
in Kinigunan Kokosplantagen in der Weise angelegt, 
deß in dem offenen Grasland nur jeweils der für 
ene Palme nöthige Raum gerodet und für die empor- 
wachsende Pflanze freigehalten wurde, wodurch an 
zet und Arbeitskräften gespart wird, da es auf diese 
Beise vermieden wird, die ganze Fläche zu roden 
mrd rein zu halten. Den Eingeborenen hat dieses 
Vorgehen eine Anregung zur Nachahmung noch nicht 
gegeben, dagegen ist eine Zunahme der Bams-, Taro- 
und Bananenpflanzungen unverkennbar. 
Die mit Baumwolle und Kokospalmen oder letz- 
leren allein bestandenen Flächen umfassen: 
In Kalum 700 ha gegen 530 ha im Vorjahr 
mit etwa 600 Arbeitern, 
Herbertshöhe 383 ha') gegen 260 ha im 
Vorjahr mit etwa 557 Arbeitern, 
* Kmigunan 92 ha gegen 68 ha im Vorjahr 
mit etwa 70 Arbeitern. 
Geerntet wurden in Ralum 16 600 kg, in 
Hertenshöhe 11200 kg, in Kinigunan 1230 kg 
Vaumwolle. 
VDie dirma Forsayth besitzt außerdem auf den 
von ihr gegründeten Handelsstationen auf der Fead- 
Insel, der Charles Hardh-Insel, auf Kabakaul und 
babanga noch etwa 70 ha Baumwollpflanzungen. 
die affeepflanzung in Herbertshöhe umfaßt 12 ha 
mi 4800 Bäumen, die Kapokpflanzung 3½ ha-. 
zu Ausfuhr gelangten an Kopra 2367 Tonnen 
uge 2437 im Vorjahr. Ferner 
——-—. gegen 145 i. Vorj. 
Kalshoen#.2172 Pfund - 13400 
Satt 65533 . 1047 
Esabeimäsee 30 Tons- 75 — 
Grimichneskenschalen 9900 Stück = 104000 
. 
*) #ergl. wegen der späteren Zunahme oben S. 139. 
141 
  
Es hat sonach nur die Fischerei von Trepang im 
Bismarck-Archipel einen weiteren, schon im Vorjahre 
bemerkbaren Ausschwung genommen; es wurden als 
neues Feld der Ausbeute die Riffe um Sandwich- 
Insel in Angriff genommen. Im Koprahandel machten 
sich die andauernden Unruhen im Norden Neumecklen- 
burgs störend bemerkbar. Hier wurden drei Handels- 
niederlassungen von den Eingeborenen zerstört. 
Im Ganzen bestehen in dem Gebiet außer jenen 
soeben genannten drei Stationen 51 größere und 
kleinere Handelsniederlassungen. 
Die meisten dieser Stationen sind mit ein bis 
zwei Weißen, sonst durch Chinesen besetzt. Die ver- 
schiedenen Versuche, die Admiralitäts = Inseln durch 
Handel zu erschließen, sind bisher an der Wildheit 
der Eingeborenen gescheitert. Die reichen Bestände 
an Kopra und Trepang daselbst haben aber veranlaßt, 
daß sich neuerdings zwei kleinere Unternehmungen 
zur Erneuerung eines diesbezüglichen Versuches ge- 
bildet haben. Bougainville und auch Choiseul werden 
durch Handel von Bord der Schiffe aus bearbeitet. 
Die in der Neulauenburggruppe gewonnene Kopra 
wird durch Boote eingesammelt, welches Verfahren 
die Einrichtung weiterer Stationen überflüssig macht. 
Der Absatz europäischer Waaren leidet auf der 
Gazelle-Halbinsel dadurch erheblichen Schaden, daß 
von den Eingeborenen das Muschelgeld als Zahlungs- 
mittel der Waare oder den Münzen ganz erheblich 
vorgezogen wird, so daß die Händler in gegenseitiger 
Konkurrenz gezwungen sind, sich dieses Muschelgeld 
durch direkten Kauf im Süden Neupommerns zu 
verschaffen. 
Der Werth der während der Periode April 1896 
bis März 1897 eingeführten Güter beziffert sich, 
soweit Erhebungen möglich waren, auf 569 064 Mk. 
gegen 605 000 Mk. im Vorjahr. Hierzu tritt ein 
ziffernmäßig genau nicht festzustellender, durch das 
Lager der Neu-Guinea-Kompagnie in Herbertshöhe 
gegangener Theilbetrag der von der Kompagnie in 
das Schutzgebiet überhaupt eingeführten Waaren im 
Gesammtwerth von 403 545 Mk. Da der nach dem 
Bismarck-Archipel gegangene Theilbetrag dieser Ein- 
fuhr auf etwa ein Drittel des Gesammtimportes der 
Kompagnie in das Schutzgebiet zu schätzen sein dürfte, 
so kann der Werth der Gesammteinfuhr in den 
Archipel auf mehr als 700 000 Mk. angesetzt werden. 
Der mit der Landesverwaltung betraute kaiserliche 
Richter Herr Dr. Hahl läßt sich die Wegbarmachung 
auf der Gazelle-Halbinsel mit Erfolg angelegen sein. 
Er hat nach einem Bericht vom 17. Mai 1897 mit 
Hülfe der Polizeischutztruppe, der Eingeborenen und 
der Wesleyanischen Mission eine fahrbare Straße 
vom Westende der Ralumpflanzung bis Baravon 
(Schulze Huk) herstellen lassen. Die Unterhaltung 
des Weges ist den Leuten von Raluana und Tolom 
auferlegt. Als Beisteuer zum Wegebau wurden 
33 Faden Muschelgeld bezahlt und an die Familien= 
häupter Tokinkin und Togorop als einmalige Hülfe für 
die dauernde Wegeunterhaltung eiserne Geräthe gegeben-
        <pb n="184" />
        Die Unterhaltung des im vorigen Jahre von dem 
Bischof Couppé nach Villa Maria (Takabur) ge- 
bauten Weges ist ebenfalls vorläufig den Eingeborenen 
auferlegt. Inzwischen ist mit den Leuten von Tinge- 
nawuddu die Fortsetzung der genannten Straße nach 
dem Varzin begonnen. Jeder Mann erhält monatlich 
einen Faden Tabu und einmal am Tage Essen. 
Der Bau der Straße nach Baravon war dringend 
nöthig, um die Missionsstation Raluana in den Wege- 
verkehr zu ziehen; bisher konnte man nur mittelst 
Boot dahin gelangen. Die Straße soll allmählich 
um das Rund der Blanchebucht geführt werden. Es 
sind hier nicht einmal Eingeborenenpfade vorhanden, 
da früher die Landschaften im Kampfe standen. Eine 
Abzweigung nach der Nordküste ist gleichfalls er- 
forderlich. 
Die Herstellung der Wege hebt den Verkehr und 
den Handel, sichert den Frieden, ermöglicht den Zu- 
gang zum Lande, die Durchführung aller künftigen 
Aufgaben der Verwaltung, im Besonderen die Be- 
steuerung der Eingeborenen. 
  
Die „Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland“ ent- 
halten noch vieles weitere Material von Interesse, 
besonders über die Gesundheitsverhältnisse (die sich 
in den letzten Jahren gebessert zu haben scheinen), 
über Klimatologisches, Geographisches, Reisen der 
Kriegsschiffe durch das Schutzgebiet, Missionswesen, 
Rechtsanschauungen der Eingeborenen 2c. Für den 
Preis von 1,.50 Mk. sind diese jährlich einmal er- 
scheinenden Hefte im Buchhandel zu beziehen. 
  
RAus dem Bereiche der Wisstonen und 
der Ankishlaverei-Bewegung. 
Wie „Unter dem rothen Kreuz“ meldet, ist die 
soeben hinausgesandte Schwester Martha Seelig in 
Dar-es-Saläm verstorben. Ein Kopfrosenleiden hat 
ihrem Leben ein, wie es scheint, schnelles Ende 
gemacht. Die Schwester Anna Jacobus hat sich 
mit dem Bezirksamtmann von Dar-es-Saläm, Herrn 
v. Strantz, verlobt. 
  
Von dem Vorstande der Brüdergemeinde geht 
uns mit Bezug auf die der Zeitschrift „Evangelische 
Missionen“ entnommene Notiz in Nr. 4 S. 85 eine 
Mittheilung zu, der wir Folgendes entnehmen: 
Zur Verwendung auf den Arbeitsgebieten der 
Brüdergemeinde sind in dem Testament des Herrn 
Morton sieben Sechzehntel der ganzen für Legate 
ausgeworfenen Summe von 12 bis 15 Millionen 
Mark bestimmt, während neun Sechzehntel anderen 
Gesellschaften zufallen. Der Vollstreckung des Testa- 
mentes stehen aber noch große Schwierigkeiten ent- 
gegen. Auf alle Fälle ist eine bedeutende Reduktion 
des auf uns entfallenden Theils sehr wahrscheinlich. 
142 
  
Das der Brüdergemeinde etwa zufallende Geld 
ist zu ganz bestimmten Zwecken, namentlich auf dem 
Gebiete der Heidenmission, zu verwenden. Das 
Legat, so dankenswerth es ist, bedeutet daher nach 
Auffassung der Brüdergemeinde weniger eine Hülfe, 
als vielmehr die Uebernahme neuer, großer Aufgaben, 
die an ihre Kraft nicht geringe Ansprüche stellen 
werden. Ganz verhängnißvoll wäre es daher für 
sie, wenn ihre Freunde die irrige Meinung faßten, 
es bedürften die mannigfachen Werke der Brüder- 
gemeinde — so namentlich auch das Missionswerk — 
künftig nicht mehr der ihnen bisher so reichlich ge- 
währten Unterstützung. 
—...— 
In der ersten diesjährigen Nummer des Basler 
Heidenboten sieht sich der leitende Missionsinspektor 
Oehler genöthigt, der Missionsgemeinde mitzutheilen, 
daß die Basler Mission vor einem Defizit von 
240 000 Mark stehe. Fehljahre an Korn und Wein, 
im letzten Jahre der große Hagel= und Wetterschlag, 
im Jahre vorher die großen Sammlungen für Ar- 
menien und andere Ursachen haben zusammengewirkt, 
um in den letzten Jahren schon die Einnahme um 
90 000 Mark zu verringern. Dabei stellt das Wachs- 
thum des Werkes immer größere Anforderungen. 
Es wäre gar nicht zu verantworten, jetzt stehen zu 
bleiben oder gar das Werk einzuschränken. Es wird 
daher an die Opferwilligkeit aller Freunde der 
Basler Mission appellirt. 
  
Uebersicht über den Stand der evangelischen Misstons- 
schulen in Togo. 
1. Norddeutsche Mission. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — — 
ELIEBIIE— 
2stl 
* 6S66 — 
·- l 
1.Lome..... — lkjsKUY —!—-34 
2.Towe..... 1(3Kc»—:———17 
zo...... —!1(5.Kl.);— — 135 
4. Kpengoe . .. I1(3Kl.) — — — 114. 
5.Akoviewmbe 1 — — — 6 
6. Matse ..... 1 — — — 4 
7. Abutia--Kloe . 1 — — — 116 
8. Wakln. Waya 1 O 6 — — — 1 
9. Agu-Nyögbo. O — — — 
10. Amedjchowhe. — 11s3fl.) 1083Kl.)1- 
11.Wodbde 13L) — — — 26 
12. LLeklb 1 — 1 — — 18 
13.] Angsoe – 1. Q — — — 7 
Im Ganzen! 10 3 1 1 180 
2. Wesleyanische Mission. 
Schulen Schülerzahl 
Knabenschule Klein-Povdo 155 
Mädchenschule Klein-Poovo 20 
Gri:: # 1342 
Porto Seguro . 41 
Im Ganzen 240
        <pb n="185" />
        — 148 — 
3. Baseler Mission. 
Insgesammt sind von der Baseler Missions- 
gesellschaft zwölf Schulen gegründet worden, und 
zwar an folgenden Orten: 
  
  
  
  
  
  
  
Ort Jahr der Schüler- 
Gründung zahl 
1. Potohnn 1896 8 
2abbbbornr 1890 21 
3.AAnsse 1895 22 
4" e iy ..... ägszä 1 
. to(ando..... 9 
6.N#tschumen 1890 17 
7.ÜIavranooon 1896 15 
8. Worawora.. .. .. 1891 21 
9. Guamangnnng 1895 12 
0 8Gyeasekaouag 1893 18 
1l. Borda 1896 13 
12.] Bismarckburg (Katschenke) 1896 30 
Zusammen 215 
Die Gründung der Stationen ist soweit gediehen, 
als die angestellten Arbeiter auf ihrem Posten stehen; 
ie wohnen vielfach noch in provisorischen Hütten 
und halten Schule in provisorischen Schulhäusern 
oder in Schuppen, die auf Pfählen errichtet, mit 
enem Grasdach geschützt und von Geflechten aus 
Polmzweigen und Buschholz umschlossen sind. Die 
uuere Einrichtung der Schule besteht aus den nöthig- 
sten Bänken und Schreibtischen. Man hat im Anfang 
Noth, Schüler zu bekommen — besonders an Orten, 
wo nur Heiden wohnen, weil dieselben den Nutzen 
der Schule noch nicht kennen und aus Aberglauben 
und Furcht vor der Macht des Fetisches oft ihre 
Kinder zurückhalten. Manche Familie hält die Kinder 
zum Arbeiten beim Pflanzen an, oder sie müssen 
ihr jüngeren Geschwister bewachen, so lange die 
Autter auf der Pflanzung sich befindet. Die meisten 
Schüler sind von den Eltern an die Lehrer oder 
Nissonsarbeiter abgegeben worden, und dieselben 
baben sie in Pflege, geben ihnen Kost und Kleidung, 
ergen auch für Schulbücher und Schreibmaterialien. 
Sie lehen mit den Familien der Lehrer wie eine 
Familie zusammen und werden außerhalb der Schul- 
ket zu Handarbeit und besonders Plantagenbau an- 
ehalten, um den Bedarf an Lebensmitteln zu ge- 
wumen. Es geht nicht wohl an, daß eine große 
Mzahl Schüler von den Familien der Lehrer ver- 
plegt und aufgenommen wird; deshalb ist der Zu- 
wachs der Schulen noch gering. Es giebt auch noch 
ucht viele christliche Familien in diesen Gegenden. 
Sobald das der Fall ist, wird die Schülerzahl sich 
nehren. Die Heiden betrachten die Schule als den 
Ansang zum Christwerden; sie wollen aber diejenigen 
inder, welche sie dem Christenthum geweiht haben, 
nicht mehr bei sich behalten, weil fie die Ueberzeugung 
ben, daß ihr heidnisches Leben und Treiben dem 
Chriftenthum entgegen ist; deshalb werden die Schüler 
hbaaall den Lehrern eingehändigt. Dabei dürfen die 
behrer auf kein Kostgeld oder Geschenk rechnen; im 
entheil, die Eltern erwarten eine Anerkennung 
  
von Seiten der Lehrer dafür, daß sie ihnen ihren 
Sohn oder ihre Tochter anvertraut haben, daß sie die- 
selben erziehen lassen und nicht für sich selber behalten. 
  
Uebersicht über den Stand der katholischen Missions- 
schulen in Togo. 
  
— — ——— — — — — — 
  
Knaben- Mädchen- 
  
  
  
  
  
  
Schüler= 
Ort schule schule zahl 
1.2omzmen 1 — 138 
2. -..... — 1 52 
3.OQuadjovihope. 1 — 31 
4.4quenipe 1 — 21 
5. Akrdbhe 1 — 19 
6. Bagidda 1. — 33 
7.Amutio 1 — 18 
8. Doooo 1 — 17 
9. Seva .. .... 1 — 12 
10. Horto Seguro 1 — 41 
11. bumkope 1 — 34 
12. Klein-Popo 1 — 92 
13. - — 1 27 
14.] Dekbenn 1 — 26 
15. Adindo 11 — 51 
16. -..... — 1 22 
17. Gridi 1 — 2 
Im Ganzen!) 14 3 657 
  
In der Leipziger Mission hat an Stelle des im 
vorigen Jahre verstorbenen D. v. Stühlin der be- 
kannte Professor D. Luthardt den Vorsitz im 
Missionskollegium übernommen. 
  
RAus fremden MRolonien. 
Düttenstener für die ländlichen Bezirke auf der 
Insel Sansibar. 
Auf der Insel Sansibar ist durch Sultansdekret 
vom 7. Dezember 1897 für die ländlichen Bezirke 
eine Hüttensteuer von 1 Dollar pro Hütte eingeführt 
worden. Die Steuer wird von allen freien Negern, 
den kleineren Arabern und den indischen Händlern 
eingetrieben. Von einer Besteuerung der vornehmen 
Araber ist abgesehen worden; auch für die auf den 
Schamben gelegenen Hütten der Sklaven wird keine 
Steuer erhoben. 
üeue Eisenbahnprolekte im Kongostaat. 
Während die Bahn von Matadi nach Stanley 
Pool ihrer Vollendung entgegengeht, werden in den 
belgischen Kolonialkreisen schon Pläne für neue Eisen- 
bahnlinien im oberen Kongogebiet erörtert. Hatte 
die Bahn nach dem Pool den Zweck, den am unteren 
Kongo gelegenen, großen Seedampfern zugänglichen 
Hafen Matadi durch Umgehung der gewaltigen 
Livingstone-Katarakte mit dem schiffbaren und bereits 
von gegen 40 Dampfern befahrenen Flußnetz des 
oberen Kongo zu verbinden, das dem Schiffsverkehr
        <pb n="186" />
        — 144 — 
15 000 bis 17 000 km nutzbare Stromlänge bietet, 
so handelt es sich bei den neuen Projekten theils um 
Schaffung weiterer Verkehrsmittel von den natürlichen 
Endpunkten der Schiffbarkeit dieses Stromsystems aus 
zum Nil und zum Tanganyika, theils um die Ueber- 
windung einzelner Stromschnellen und Fälle im Laufe 
des Ubangi. 
Das Januarheft des „Bulletin officiel“ des Kongo- 
staates veröffentlichte ein Königliches Dekret vom 
6. Januar, das den Bau einer Eisenbahn zur Ver- 
bindung des mittleren Kongogebietes mit dem oberen 
Nil verfügt. Die Bahn soll ihren Ausgangspunkt 
an einer noch näher zu bestimmenden Stelle des bis 
Akustana etwa schiffbaren Itimbiri, eines auf den 
Karten meist Rubi genannten rechten Nebenflusses 
des Kongo, nehmen, von dort aus in nordöstlicher 
und östlicher Richtung das Thal des Uölle auf- 
schließen und endlich einen Punkt südlich von 5°% 307 
nördl. Br. in der Nähe von Redjaf am Nil erreichen. 
Die Gesammtstrecke würde eine Länge von 1200 bis 
1400 km haben. Für die Vorstudien ist eine Summe 
von 300 000 Frcs. ausgeworfen. 
Ein zweites Projekt will den Osten und Süd- 
osten des Kongostaates, den durch Stromschnellen 
und die Stanley-Fälle vom Schiffsverkehr mit dem 
mittleren Kongo abgeschnittenen oberen Kongo (Lua- 
laba) durch Bahnen zugänglich machen, die Land- 
schaften Manyema, Urua und Katanga erschließen 
und eine Verbindung mit dem Tanganyikasee durch 
eine Bahn längs des Lukuga herstellen. Die Vor- 
arbeiten für diese Bahnstrecken sollen angeblich der 
„Compagnie du Katanga“ übertragen werden, die 
nach ihren ersten kostspieligen, aber geschäftlich ohne 
Nutzen gebliebenen Expeditionen und nach dem Zu- 
sammenbruch des von ihr in Gemeinschaft mit der 
Sociétéc du Haut Congo begründeten Syndicat 
commercial du Katanga seit Jahren kaum ein 
Lebenszeichen von sich gegeben hatte. 
Endlich hat sich die COompagnie du Chemin 
de fer du Congo in Ueberemstimmung mit den 
Behörden des Kongo-Freistaats und des Congo 
francais entschlossen, zur Erleichterung des Verkehrs 
auf dem zwischen Mokoanghai und Zongo mit ge- 
fährlichen Stromschnellen durchsetzten Ubangi auf der 
etwa 80 km langen Strecke zwischen den genannten 
beiden Orten zur Umgehung der Schnellen eine 
elektrische Schwebebahn anzulegen. Lettteres Projekt 
dürste aus naheliegenden Gründen am schnellsten 
Verwirklichung finden. 
  
Welegraphenlinie in Westafrika. 
Nachrichten französischer Zeitungen zufolge ist die 
Telegraphenlinie von St. Louis (Senegal) über Kayes, 
Segu-Sikoro, Sansono, Yoko bis Wagadugu (Mossi) 
jetzt vollendet. Das Telegraphenbüreau in Wagadugu 
ist am 12. Februar dem Verkehr eröffnet worden. 
Die Linie soll bis Fada N'Gurma fortgesetzt werden. 
  
Von Dahomey aus ist die Telegraphenkinie von der 
Küste über Carnotville, Kuandi bis Pamo fast fertig. 
Von Pama wird sie ebenfalls bis Fada N'Gurma 
fortgeführt. Die direkte Verbindung zwischen Sene- 
gal, Cote d'IJvoire und Dahomey wird damit her- 
gestellt sein. 
— 
Entwickelung einiger englischer Rolonien in Afrika 
im letzten Jahre. 
Dem „Statistical abstract for the several 
colonial and other possessions of the United 
Kingdom in each year from 1882 to 1896. 
entnehmen wir im Anschluß an die im Jahrg. 1897 
des Kolonialblattes, S. 138, veröffentlichte Mitthei- 
lung die folgenden sich auf die Entwickelung einiger 
englischer Kolonien in Afrika im letzten Jahre be- 
ziehenden Notizen: 
Es betrugen 
die Einnahmen die Ausgaben 
von 1895 1896 1895 1896 
Pfund Sterling 
Natal . 1169 780 1457 338 1148 093 1282484 
Kapland 5 282000 6 680 423 5047 936 5551 161 
Lagos 142049 179745 144 484 168445 
Goldküste 2380 076 237 4600 265289 2282278 
Sierra Leone 97 852 104993 96 690 116 183 
Gambia 20 561 26 172 28867 25 30 
An Zöllen vereinnahmten: 
1895 1890 
Pfund Sterling 
Natal . 189 929 265 369 
Kapland 1 356 403 1797 972 
Lagos 128 377 162 515 
Goldküste 197 743 204 975 
Sierra Leone 80 453 79 328 
Gambia 14 357 20 029 
Der Handel gestaltete sich folgendermaßen: 
Import: Export: 
1895 1896 1895 1896 
Pfund Sterling 
Natal . 2466 415 3 550 125 1 140 930 1378 380 
Kapland 19 094 880 18 771 371 16 8 756 16 970 168 
Lagos. 815 815 0901 475 85 595 975263 
Goldküste 931 537 910 211 877 804 722111 
Sierra Leone 427 338 494 688 452 604 44933 
Gambia 97399 110324 93537 116 981 
Deutschland betheiligte sich mit folgenden Ziffern am 
Import: Export: 
1895 1396 1895 1896 
Pfund Sterling 
Kapland 772940 1 102 088 55 475 38 422 
Lagos I75669 184 488 360 193 383 541 
Goldküste 88 166 97 677 110 549 112 898 
Sierra Leone 33 426 26366 106555 103 209
        <pb n="187" />
        Die Goldküste im Jahre 1390. 
Die Kolonie hat keine öffentliche Schuld. Am 
3I. Dezember 1896 ergab sich bei Aufstellung der 
Generalrechnung ein Ueberschuß von 30 908 Pfd. 
Sterl., während im Vorjahr zu derselben Zeit ein 
Ueberschuß von 63 164 Pfd. Sterl. vorhanden ge- 
wesen war. Der Unterschied von 32 256 Pfd. Sterl. 
ist durch die großen Ausgaben verursacht, welche in- 
folge der Ashantiexpedition nöthig wurden. 
Ausgaben für die Expedition betrugen während des 
Jahres 1896 31 095 Pfd. Sterl., und verschiedene 
mit der Besetzung und Verwaltung von Ashanti in 
Zusammenhang stehende Aufwendungen verursachten 
eine weitere Ausgabe von 13 816 Pfd. Sterl. 
Die Reineinnahme betrug 1896 237 460 Pfdh. 
Sterl., um 7384 Pfd. Sterl. mehr als im Vorjahr. 
Die auf Wein, Spirituosen und Tabak gelegten Ab- 
gaben brachten allein 162 849 Pfd. Sterl. ein. 
Die Ausgaben beliefen sich insgesammt auf 
282 277 Pfd. Sterl., um 16 988 Pfd. Sterl. mehr 
Die 
  
als im Vorjahr. Davon entfielen auf 
die Ashantiexpedition 31 095 Pfd. Sterl., 
öfentliche Arbeiten. 52 459 - ; 
Polizei 35 561 - 
Unterkicht.......6765 - 
Pensionen und Remunerationen 4770 - 
Justiz 16 802 
Die Depositen der Goverument Savings Bank 
sind im Vergleich zum Vorjahr um 2701 Pfd. Sterl. 
gestiegen und betrugen während des Jahres 1896 
7249 Pfd. Sterl., welche von 411 Personen her- 
rührten. Das Savings Bank-System ist von Werth 
für eine kleine Minorität der Bevölkerung, namentlich 
die in den Schulen unterrichteten Eingeborenen, welche 
in den Handelscentren an der Küste wohnen. Die 
große Masse der ungebildeten Bevölkerung berührt 
es nur wenig, da diese lieber ihr Geld vergräbt oder 
es zum Ankauf von Schmuckgegenständen verwendet, 
als es irgend wohin zur Aufbewahrung giebt. Die 
Mehrzahl derer, welche von der Einrichtung Gebrauch 
machten, waren Angestellte des Gouvernements und 
.Arbeiter, welche letzteren ebenfalls zum größten Theil 
im Dienst des Gouvernements standen. 
Von den 1896 bezw. früher bei der Bank hinter- 
legten Eummen wurden während des Jahres 1896 
zurückgezogen 7286 Pfd. Sterl. (einschl. der Zinsen). 
Es rechtfertigt dies den Schluß, daß eine Anzahl von 
Tepositoren die Bank einfach dazu benutzen, um für 
kurze Zeit Geld zur Aufbewahrung hinzugeben. Es 
ist zu befürchten, daß nur wenige derselben begreifen, 
wie wichtig es ist, allmählich sich eine Summe für 
Zeiten der Noth zusammen zu sparen und daß die 
Bank demnach ihren eigentlichen Zweck nur in ge- 
ringem Maße erfüllen wird. 
Der Werth der Einfuhr betrug 1896 910 210 
Pfd. Sterl., der der Ausfuhr 792 111. Der Ge- 
  
sammthandel belief sich demnach auf 1702321 Pfd. 
Sterl. gegen 1809 340 Pfd. Sterl. im Vorjahr. Die 
Abnahme dürfte sich durch das zeitweilige Verbot 
des Verkaufs von Schießpulver sowie dadurch er- 
klären, daß infolge der Ashantiexpedition eine große 
Zahl von Personen ins Innere geführt und von 
ihrer gewöhnlichen Beschäftigung in den Küsten- 
provinzen abgehalten wurden. 
Eingeführt wurden besonders Baumwollen-, 
Wollen= und Seidenwaaren, Spirituosen, Eisenwaaren, 
Reis, Nahrungsmittel, Tabak, Baumaterialien und 
Kleider. Die Hauptausfuhrartikel waren Palmöl, 
Palmkerne, Gummi, Goldstaub, Affenfelle und Kolanüsse. 
Es wurden eingeführt aus 
dem Vereinigten Königreich 659 561 Pfd. Sterl., 
den englischen Kolonien. 31 483 OD 
anderen Ländern. 219 210 - 
Exportirt wurden nach 
dem Vereinigten Königreich 536 106 Pfd. Sterl., 
den englischen Kolonien. 37 471 - 
anderen Ländern. . . .218533 - 
Der Werth des Gesammthandels betrug: 
Import 
Pfd. Sterl. 
Lebendes Vieh, Nahrungsmittel, 
Export 
Pfd. Sterl. 
Getränke und Narkotika. . 240 840 1 493 
Rohmaterialien 37 149 718 041 
Manufakturwaaren 528 728 5 988 
Münzen und Barren 103 492 66 586 
Die Ausfuhr von Gummi hat sich gegen das 
Vorjahr etwas vermindert. Der Anbau von Kaffee 
und Kakao liegt noch in den ersten Anfängen. Die 
Plantagen in der Nähe der Küste haben an Mangel 
von frischem Wasser zu leiden, während bei weiter 
Entfernung der Pflanzung von den Häfen die Trans- 
portkosten erhebliche werden. Nichtsdestoweniger zeigt 
der Export von Kaffee und Kakao ein beständiges 
Anwachsen und zwar Kaffee von 1753 Pfd. Sterl. 
1895 auf 4035 Pfd. Sterl. 1896, Kakao von 470 
Pfd. Sterl. im Vorjahr auf 2275 Pfd. Sterl. 1896. 
Die Ausfuhr an Affenfellen ist bedeutend gesunken. 
Während 1894 noch 168 405 Felle im Werthe von 
41 001 Pfd. Sterl. ausgeführt wurden, betrug der 
Export 1896 nur noch 67 660 Felle im Werthe 
von 8662 Pfd. Sterl. 
Die Ausfuhr von Gold ist gegen das Vorjahr, 
in welchem sie 91 497 Pfd. Sterl. betrug, etwas ge- 
sunken und zwar auf 86 186 Pfd. Sterl. 
Der Schiffsverkehr war der Anzahl der Schiffe 
nach derselbe wie im Vorjahr, wogegen der Tonnen- 
gehalt größer war. Die Anzahl und Nationalität 
der Schiffe ergiebt sich aus folgender Zusammen- 
stellung: 
Verein. Königreich 1 Segelschiff mit 105 Tons, 
- - 254 Dampsschiffe = 366 857 
Deutschland 4 Segelschiffe: 1540 = 
- 87 Dampfschiffe- 108 168 — 
Frankreich 50 - -65870 - 
Vereinigte Staaten 9 Segelschiffe = 4670= 
Andere Nationen 2 - - 559 - 
- - 9 Dampsschiffe= 19 199
        <pb n="188" />
        Die Verbindung zwischen Europa und den engli- 
schen westafrikanischen Kolonien liegt andauernd fast 
ausschließlich in der Hand der African Steamship 
Company und der African Steam Navigation Com- 
pany, deren Dampfer in der großen Mehrzahl weniger 
als 300 Pferdekräfte besitzen und für den Küsten- 
handel gebaut sind. 
Eine telegraphische Verbindung mit Kumasi wurde 
während der Ashhantiexpedition aus millitärischen 
Mitteln hergestellt. Während des Jahres 1896 
wurde sie durch eine permanente Linie ersetzt, welche 
von dem Colonial Telegraph Department errichtet 
wurde. Im März 1897 hatie die Linie Kumasi 
erreicht. 
Der Gesundheitszustand war kein guter. Es 
starben von Europäern insgesammt 41 gegen 38 im 
Vorjahre. Eine bösartige Fieberepidemie herrschte 
während der ersten vier Monate des Jahres, in 
welcher Zeit auch die meisten Todesfälle vorkamen. 
Eine Entwässerungsanlage wurde in Accra in 
Angriff genommen. Versuche, welche in der Nähe 
von Accra mit Wasserbohrungen gemacht wurden, 
hatten keinen befriedigenden Erfolg. Es wurde bis 
zu einer Tiese von 206 Fuß gebohrt. Das dabei 
gefundene Wasser war brackig und zum Trinken 
ungeeignet. 
Vorarbeiten für zwei Eisenbahnen wurden be- 
gonnen, von denen die cine von Accra nach Kumasi 
via Insuaim, die andere von Takoradibai nach Tarkwa 
führen soll. 
Der Unterricht war in guter Entwickelung be- 
grissen. Während des Jahres 1896 wurden 15 
neue Schulen in die Liste der eine Unterstützung 
erhaltenden Schulen eingereiht, so daß die Zahl der 
von Staats wegen inspizirten Schulen auf 115 ge- 
stiegen ist. Daneben bestehen noch etwa 70 andere 
Schulen, welche zu den verschiedenen Missionen ge- 
hören. In Verbindung mit den Schulen wird syste- 
matischer Unterricht in Plantagenbau und industrieller 
Thätigkeit ertheilt. 
Bei Beginn des Jahres 1896 war die Ashanti- 
expedition bereits unterwegs. Am 17. Januar drangen 
die Truppen in Kumasi, der Hauptstadt von Ashanti, 
ein. Am 20. Januar unterwarf sich Prempeh, der 
König von Ashanti, dem Gouverneur. In Kumasi 
wurde ein Resident eingesetzt, eine Truppe von 300 
Haussas stationirt und mit dem Bau eines Forts 
begonnen. Die Expedition kostete der Kolonie 
120 000 Pfd. Sterl. Die Baseler Mission hat in 
Kumasi eine Station errichtet und eine Schule ein- 
gerichtet, welche bereits 15 Ashantikinder besuchen. 
Ueber den Sustand der fran zösischen Strafkolonien 
Gupvana und leu-Raledonien während des Jahres 1890 
hat der französische Kolonialminister im „Journal 
officiel“ unter dem 25. Februar d. Is. folgenden 
Bericht veröffentlicht: 
146 
  
Guyana. Die Zahl der Deportirten betrug hier 
am 31. Dezember 1895 1813 (davon 179 Frauen), 
am 31. Dezember 1896 2037 (davon 155 Frauen). 
Während des Jahres haben 130 Todesfälle unter 
den Gefangenen stattgefunden, 121 durch Krankheit, 
7 durch Unfälle, 2 durch Selbstmord. Es haben 
1871 Bestrafungen stattgefunden, darunter 229 wegen 
Trunkenheit und Spirituosenhandel, 107 wegen Flucht- 
versuchen. Das für Zwecke der Deportation benutzte 
Gebiet umfaßt 150 000 ha. Davon sind etwa 5 ha 
nur abgeholzt, 87/ dienen als Felder, 2 als Gärten, 
34½⅛ zum Maisbau, 34 als Weiden. Der Rest des 
Gebiets ist mit Urwald bedeckt. 126 Deportirte 
werden mit Waldarbeiten am oberen Maroni be- 
schäftigt; der Rest baut Straßen, Häuser, bewirth- 
schaftet die Aecker, stellt die Bekleidungsgegenstände 
her 2c. An Beamten sind außer dem Oberkomman- 
danten 12, dazu 3 Aerzte und Apotheker, 7 Pflege- 
schwestern, 50 männliche und 10 weibliche Ausseher 
nöthig. 
Neu-Kaledonien. Die Zahl der Deportirten 
betrug am 31. Dezember 1895 3078 (darunter 
339 Frauen), am 31. Dezember 1896 3080 (darunter 
355 Frauen). Es starben in dem Jahre 101; 94 
an Krankheit, 3 durch Unfall. 4 durch Selbstmord. 
Es wurden 3428 Strafen verhängt (262 wegen 
Trunkenheit, 596 wegen Fluchtversuch). In der 
Kolonie haben 337 Verurtheilungen wegen dort be- 
gangener Verbrechen stattgefunden. Die Beschäftigung 
der Gefangenen ist ähnlich wie in Guyana. Das 
Personal umfaßt 15 Beamte, 1 Arzt, 67 männliche, 
12 weibliche Aufseher. 
Die Kosten der beiden Strafkolonien beliefen sich 
im Jahre 1896 für Guyana auf 1 569 248 Frcs., 
für Neu-Kaledonien auf 1774 615 Frcs. Jeder De- 
portirte kommt in Guyana auf 712, in Neu-Kale- 
donien auf 543 Frcs. dem Staat zu stehen! 
Perschiedene Wikkheilungen. 
Ausstellung von Keuheiten und Eofündungen. 
Donnerstag Vormittag 10 Uhr wurde die Allge- 
meine Ausstellung von Neuheiten und Erfindungen 
im Meßpalast zu Berlin, Alexandrinenstraße 110, 
eröffnet. Der Vorsitzende des Deutschen Export- 
Vereins, Herr Fabrikbesitzer Moritz Rosenow, be 
grüßte die zur Eröffnung geladenen Vertreter der 
Presse und erläuterte den Zweck der Ausstellung, 
welche vom Deutschen Export-Verein veranlaßt, die 
Pflege und Förderung der deutschen Industrie zum 
Ziele hat. 
Internationale und koloniale Ausstellung in Frankreich. 
Zeitungsnachrichten zufolge findet in Nochefort- 
sur-Mer (Frankreich) vom 1. Juni bis 1. Oltober 
dieses Jahres eine internationale und koloniale Aus- 
stellung statt.
        <pb n="189" />
        - 
— 147 
Leber die Rautschukfrage 
veröffentlicht Dr. Warburg im „Tropenpflanzer“ 
Nr. 3 Folgendes: 
Neuerdings macht sich im Auslande, namentlich 
in England und seinen Kolonien, aber auch in Nord- 
amerika, Frankreich, Deutschland und Centralamerika, 
in wachsendem Maße das Bestreben geltend, Kaut- 
schulpflanzungen anzulegen. Große Gesellschaften sind 
im vorigen Jahre zu diesem Zwecke gegründet wor- 
den, so z. B. in England die India-Rubber Co. of 
Mexico mit einem eingezahlten Kapital von 406 000 
Pfd. Sterl. und 200 000 Pfd. Sterl. Obligationen, 
die Colonial Rubber Estates (Limited) mit 100 000 
Pfd. Sterl. Kapital, die ihren Wirkungskreis in West- 
afrika sucht, die Columbian India Rubber Exploration 
Company (Limited) mit einem Kapital von 1½/ Mill. 
Dollars für Bolivien, dagegen ist die British India 
Rubber and Exploration Company (Limited) mit 
200 000 Pfd. Sterl. Kapital, die nördlich von Cape 
Coast Castle 500 engl. Quadratmeilen für Kautschuk- 
kultur erwerben wollte, anscheinend nicht zu Stande 
gekommen. Ferner wirft sich die ursprünglich zum 
Zweck der Kaffeekultur am Isthmus von Tehuantepec 
gegründete nordamerikanische Mexican Gulf Agri- 
cultural Co. (Kansas City) mit einem Kapital von 
100000 Dollars jetzt auch auf die Kultur von Kaut- 
schuk, und endlich ist auch in Hamburg eine Kautschuk- 
plantagengesellschaft im letzten Jahre zu Stande ge- 
lommen, wie denn auch mehrere Liberiakaffeepflanzungen 
in Togo und Deutsch-Ostafrika sowie in englischen 
und französischen Kolonien Kautschuk als Schatten- 
bäume pflanzen. Die Regierungen beginnen ernstlich 
sich mit der Kautschukkultur zu befassen, die mexika- 
nische Regierung bezahlt den Eigenthümern des 
Kautschukdistriktes Llano de Juarez 3 Cts. für jeden 
gepflanzten und eine gewisse Höhe erreichenden Kaut- 
schukbaum als Prämie (mit einer Grenze erst bei 
15 Mill. Bäumen); Nicaragua hat im letzten Jahre 
(wie Costa-Rica, freilich erfolglos, schon früher) Ver- 
bote der Ausfuhr wilden Kautschuks erlassen und 
ermuthigt die Kultur, so daß viele Kaffeepflanzer der 
Pacifischen Küste beabsichtigen, demnächst zur Kaut- 
schukkultur überzugehen; auch die englische Regierung 
von Ceylon und Queensland läßt jetzt durch ihre 
landwirthschaftlichen Berather ernstlich die Frage der 
Kautschukkultur untersuchen, kurz in der ganzen Welt 
sieht die Kautschukfrage jetzt im Vordergrunde des 
Interesses. Die Schwierigkeit des Bezuges guter 
Saat steht freilich augenblicklich noch der allzuschnellen 
Ausbreitung der Kultur hindernd im Wege; hat doch 
der Saatmangel (namentlich von Parakautschuk) 
sogar dahin geführt, daß ein französischer Handels- 
görtner Godefroy-Lebeuf (Paris: 4, Impasse 
Girardon) in diesem Monat einen speziellen Sammler 
nach dem Amazonasgebiet zu schicken beabsichtigt, nur 
um Heveasamen und pflänzlinge für die Subskribenten 
zu erlangen. 
Bed dieser Sachlage ist es natürlich auch die Pflicht 
unserer Zeitschrift, sich eingehend mit der Frage zu 
  
— 
beschäftigen, damit nicht das deutsche Kapital, wie so 
häufig, wieder das Nachsehen hat, indem es erst dann 
ordentlich in die Bewegung eintritt, wenn es entweder 
überhaupt zu spät ist, oder doch die große Konjunktur 
vorbei und so zu sagen der Rahm abgeschöpft ist. 
Klar ist die Frage der Rentabilität von Kautschuk- 
pflanzungen noch keineswegs, und wir haben uns des- 
halb bemüht, über die einzelnen in Betracht kommen- 
den Punkte von speziellen Sachverständigen Auskunft 
zu erhalten. In dieser Nummer werden wir Einiges 
davon zum Abdruck bringen; die Urtheile von anderen 
Sachverständigen, die Stimmen der kolonialen und 
technischen Presse des Auslandes sowie genaue An- 
gaben über die einzelnen für die Kultur in Betracht 
kommenden Kautschukpflanzen (nebst Abbildungen) 
müssen wir auf spätere Nummern dieser Zeitschrift 
verschieben. Hoffentlich gelingt es uns, durch diese 
Erörterungen zur Klärung der Kautschukfrage beizu- 
tragen und den Lesern ein anschauliches und zu- 
treffendes Bild des augerblicklichen Standes der 
Angelegenheit zu verschaffen. 
  
Ueber Rautschukpflanzen von Süd-Angola 
meldet A. F. Moller (Coimbra) im „Tropenpflanzer“ 
Folgendes: 
Kürzlich habe ich aus Handha in Süd-Angola 
(Distrikt Benguella) von Herrn Theodoro Jos 
da Cruz einige interessante Notizen über Kautschuk 
erhalten: 
. Carpodinus lanceolatus (Otaramba) finbet 
sich in großen Quantitäten in den weiten, wenig er- 
sorschten und gering bevölkerten Gegenden von Chipollo. 
zwischen dem Fluß Cubango') und dem Gebiet von 
Cahima (Quanhama). 
2. Eine vielleicht zur Gattung Landolphia ge- 
hörige noch unbekannte Schlingpflanze liefert den 
Bewohnern von Quitengues, Hanha, Ganda, Quissange 
und Sellis einen sehr guten Handelskautschuk, der in 
Kugeln von 100 bis 400 g nach Catumbella und 
Benguella gebracht und von dort nach Lissabon im- 
portirt wird. Es ist eine Schlingpflanze, die an den 
Flüssen Cubal, Lutira, Coporolo, Bongo 2c. wächst; 
sie findet sich auch in den feuchten und humusreichen 
Wäldern der Gebirgsabhänge; die älteren Pflanzen 
haben in der Regel einen Stamm von 3 m Höhe 
und 40 cm Umfang; die Zweige sind etwa 5m lang. 
)Es ist dies eine für uns sehr wichtige Mittheilung; 
der Cubango ist der Oberlauf des Deutsch-Südwestafrika 
nordöstlich begrenzenden Okuvango, und es dürfte sich daher 
die von uns im „Tropenpflanzer“ 1897 S. 135 ausge- 
sprochene Vermuthung, daß diese daselbst auch abgebildete 
Pflanze noch im Ovamboland vorkomme, wahrscheinlich 
zutreffen. Namentlich bei Ombongo müßte man suchen, 
vielleicht dürfte sie aber auch noch bei Olukonda, Oman= 
donga, Omulonga 2c. zu finden sein. Es ist wichtig, die 
dortigen Missionare darauf aufmerksam zu machen, da die 
Pflanze möglicherweise für die durch die Rinderpest augen- 
blicklich bedrängte Bevölkerung eine wünschenswerthe Er- 
werbsquelle werden könnte. Wg.
        <pb n="190" />
        Früher machten die Neger von Hanha zur Kaut- 
schukgewinnung mit dem Messer nur Schnitte in den 
Stamm, wobei der Milchsaft on der Luft coagulirte, 
jetzt aber haben sie das vandalische System der 
Quibocus, Lutchages und Gungullas angenommen 
und schneiden die Pflanzen ganz ab, um allen Milch- 
saft zu gewinnen; selbst die Wurzeln reißen sie aus. 
Holz und Wurzeln werden in kleine Stücke geschnitten 
und dann stark gestampft, worauf die Masse auf ein 
Drahtsieb gelegt und mit Wasser begossen wird, wobei 
die Holztheile fortgeschwemmt werden, während der 
Kautschuk liegen bleibt. 
Eine natürliche Folge ist die, daß in den bevöl- 
kerten Gegenden von Hanha diese Pflanze schon recht 
selten ist, man trifft fast nur noch rhachitische Wurzel- 
schößlinge. Zweifellos werden überhaupt die Lan- 
dolphias in einigen Jahren in vielen Gegenden 
der Distrikte Benguella und Mossamedes seltene 
Pflanzen sein. 
—. 
Sur Geschichte der Maria Cheresien-(Levantiner) Thaler. 
Unter vorstehendem Titel ist ein Aufsatz in den 
Mittheilungen des K. K. Finanzministeriums, 3. Jahr- 
gang, Wien 1897, erschienen, welchem wir Folgendes 
entnehmen: 
Die sogenannten Maria Theresien= oder Levantiner 
Thaler sind auf Grund der zwischen der Kaiserin 
Maria Theresia und dem Kurfürsten von Bayern 
am 21. September 1753 geschlossenen Münzkonvention 
nach dem 20 fl. Fuße ausgeprägte Thaler. Da die 
Kaiserin Maria Theresia darauf hielt, daß die Münzen 
des Konventions-Münzfußes möglichst genau und den 
gesetzlichen Bestimmungen gemäß ausgeprägt wurden, 
so bahnten sich die Thaler bald einen Weg über die 
Gemarkungen der Erblande hinaus und waren bei 
den östlichen Nachbarn Oesterreichs, mit welchen seit 
jeher ein bedeutender Handelsverkehr bestand, beson- 
ders beliebt. Es flossen, da die Levante jährlich 
mehr exportirte, als sie von Oesterreich importirte, 
jahraus, jahrein bedentende Beträge an Thalern in 
die Levante ab und gingen über Venedig oder Triest 
theils in die Türkei, theils nach Afrika und selbst 
nach Asien. Später, als die französischen Kaufleme 
die Beliebtheit dieser Thaler merkten, lam es wohl 
auch vor, daß dieselben an verschiedenen Orten auf- 
gekauft und über Marseille oder Genua in die Le- 
vante gebracht wurden. Diese Thaler, welche in den 
Ländern des Konventions-Münzsußes 2 fl. (. Al. 
galten, erhielten insolge ihrer Beliebtheit in der Le- 
vante bald ein Agio, welches zeitweilig bis auf 15 kr. 
per Stück stieg. 
Anfänglich wurde das Thaler-Verschleißgeschäft 
durch die mit der Levante in Handelsbeziehungen 
stehenden Kaufleute betrieben, später nahm es das 
Aerar selbst in die Hand und ließ es durch zwei 
voneinander in jeder Beziehung unabhängige Kom- 
pagnien betreiben. Die eine war die „K. k. privile- 
148 
  
girte ausländische Silberhandlung“ mit dem Sitze in 
Augsburg, die andere die von der Firma „Fries &amp; 
Co.“ bekriebene sogenannte „Baron Friessche Thaler= 
Handlungskompagnie“. Der Thalerhandel war ein 
sehr bedeutender; so setzte die letztgenannte Kompagnie 
in den Jahren 1763 bis 1766 insgesammt über 
vier Millionen Thaler ab. Gerade in dieser Zeit 
trat jedoch ein Rückgang im Thalerhandel ein. Bis 
ungefähr zum Jahre 1764 hatten die türkischen und 
griechischen Kaufleute das Vorurtheil, daß die in den 
Erblanden geschlagenen Thaler alle übrigen an Güte 
überträfen, und nahmen bloß diese in Zahlung an. 
Später, als die Reichsstädte Nürnberg und Augsburg 
Konventionsthaler und zwar mit dem Kaiserlichen 
Brustbilde prägen ließen, wurden die türkischen und 
griechischen Kaufleute gewahr, daß sämmtliche Kon- 
ventionsthaler in Schrot und Korn gleich seien. Dies 
that dem österreichischen Thalerhandel einen bedeu- 
tenden Abbruch und führte schließlich zu dem Verbot 
der Ausprägung solcher Reichsstädtischer Thaler mit 
dem Bildnisse der Kaiserin. Später traten Thaler 
anderer Länder in der Levante auf und wurden um 
solche Preise hingegeben, daß weder die Augsburger 
Silberhandlung, noch Baron Fries, welcher durch 
einen mit der k. k. Kommerzienhaupkkasse geschlossenen 
Vertrag an das fixe Agio von 10 kr. gebunden war, 
mit denselben konkurriren konnte. Weitere Ursachen 
des Niederganges des Thalerhandels waren die 1769 
ausgebrochenen Kriegsunruhen, vor Allem der Umstand, 
daß die k. k. Thaler, wie alle ausländischen Münzen 
in der Türkei — einige Handelsplätze ausgenommen — 
nicht als Münzen galten, sondern nur als Tiegelgut 
und als zum Einschmelzen tangliches Material an- 
gesehen wurden. Solange vor Einführung des Kon- 
ventons-Münzfußes in Deutschland die deutschen 
Münzen keinen sicheren inneren Werth hatten, war 
es kein Wunder, daß die Türken nur Kaiserliche 
(österreichische) Thaler an Zahlungsstatt annahmen 
und nach Konstantinopel in die Münzstätte licferten, 
um geringhaltige türkische Silbermünzen daraus prägen 
zu lassen. Nach Einführung des Konventions-Münz- 
fußes in Deutschland sahen die türkischen Kaufleute 
jedoch bald ein, daß die deutschen Thaler ebensogut 
wie die Kaiserlichen waren, und zogen sie, da sie 
dieselben jederzeit und ohne Aufgeld erhalten konnten, 
den letzteren vor. 
Verschiedene Maßregeln wurden zur Hebung des 
Thalerhandels ergriffen, wie z. B. Herabsetzung des 
Agios für die Friessche Kompagnie von 10 kr. auf 
8 kr., hatten indeß nur einen theilweisen Erfolg. 
Die mit den beiden Kompagnien geschlossenen 
Verträge wurden schließlich aufgehoben bezw. nicht 
wieder erneuert. Durch Verordnung von 1776 
wurde angeordnet, „daß der prwative Thalerhandel 
aufgehoben sei, mithin Jedermann ohne Unterschied 
die Liefcrung des ausländischen Silbers zur Thaler- 
ausmünzung in die k. k. Münzämter frei sei“. Diese 
Maßregel scheint auf das Thalerexportgeschäft einen 
günstigen Einfluß ausgeübt zu haden.
        <pb n="191" />
        Nach dem 1780 erfolgten Tode der Kaiserin 
Maria Theresia machte sich infolge günstiger Silber— 
preise und gebesserter Handelsbeziehungen mit der 
Levante eine erhöhte Nachfrage nach Thalern be— 
merkbar. Besonders wurden von Augsburgischen 
Wechselhäusern größere Quantitäten Silber zur Aus- 
prägung an die Münzämter in Günsburg und Hall 
eingeliefert, wobei immer mit Rücksicht auf die Gang- 
barkeit der Maria Theresien-Thaler in der Levante 
das Ansuchen gestellt wurde, die Thaler mit dem 
Bildniß der Kaiserin auszuprägen. Durch Hofkammer- 
Verordnung vom Jahre 1783 wurde dem Münzamt 
zu Günsburg die Ermächtigung ertheilt, auch ferner- 
hin, wenn es die Silber liefernden Parteien aus- 
drücklich verlangten, die Thaler mit dem Gepräge der 
Kaiserin und der Jahreszahl 1780 auszumünzen. 
Seit dieser Ermächtigung wurden jahraus, jahr- 
ein beträchtliche Mengen von Thalern mit dem Bild- 
niß der Kaiserin Maria Theresia und der Jahreszahl 
17/80 in den verschiedenen österreichischen Münzstätten 
geprägt und nahmen ihren Weg meist von Triest und 
Venedig aus über Korfu und Kreta auf die Inseln 
des Aegäischen Meeres, von da über Kleinasien nach 
Syrien und Mesopotamien und Arabien, wo sie auch 
heute noch die allein gangbare Münze bilden. 
Nach Afrika nahmen die Levantiner Thaler ihren 
Weg meist über Cypern und Malta und zwar nach 
Algerien und Tripolis; ferner über Alexandrien und 
Kairo theils nilaufwärts, theils an der Küste des 
Rothen Meeres entlang in das Innere von Abessynien. 
Die Nachfrage war zum Theil eine sehr bedeu- 
tende. So wurden 1785 bis 1890 im Ganzen über 
19 Millionen Thaler ausgeprägt. Während der 
Napoleonischen Kriege ging die Thalerausfuhr er- 
heblich zurück. 
Später wurden besonders für die Marineverwal- 
tung Levantiner Thaler ausgeprägt, mit welchen die 
k. k. Eskadres der Kriegsschiffe dotirt wurden, welche 
Oesterreich in den levantinischen Gewässern hielt. 
Von 1827 bis 1848 wurden zu diesem Zweck über 
zwei Millionen Thaler ausgeprägt. 
Trohdem in der zweiten Hälfte dieses Jahrhun- 
derts mannigfache Konkurrenz für die Levantiner 
Tholer entstand — so ließen Frankreich, England, 
Italien sowie die Deutsch -ostafrikanische Gesellschaft 
für ihre afrikanischen Besitzungen eigene Münzen 
prägen — haben die Maria Theresien-Thaler noch 
immer ziemlich große Gebiete, in welchen sie unbe- 
schränkt herrschen. Insbesondere die Araber hängen 
mit großer Liebe an diesen Münzen und weigern sich 
vielfach auch gegenwärtig noch, andere Münzen an- 
zunehmen. Seitens der türkischen Regierung wurden 
seit dem Jahre 1883 verschiedene Maßregeln ge- 
troffen, um den Levantiner Thaler aus den türkischen 
Gebieten zu verdrängen, welche indeß nur theilweise 
Erfolg hatten. Wirksamer waren die von der ägyp- 
tischen Regierung seit dem Jahre 1884 zum gleichen 
Zweck erlassenen Verordnungen. 
Gegenwärtig hat der Levantiner Thaler zwar 
149 
  
Theile seines früheren großen Absatzgebietes, so ins- 
besondere Ostasien (China, Singapore), Ostindien 
(Bombay, Kalkutta), Persien, Innerasien, ferner 
Aegypten (Alexandrien und Kairo) verloren, bildet 
jedoch noch in einzelnen Theilen Afrikas, speziell in 
Massaua, Iddah, Sansibar, Perim und Hodeidah das 
fast einzige, unbedingte und ausschließliche Zahlungs- 
mittel. 
Es wurden in den Jahren 1868 bis 1896 ins- 
gesammt über 43½ Millionen Stück Maria Theresien- 
Thaler ausgeprägt, im Jahre 1896 beinahe 6⅛ 
Millionen, im Jahre 1897 bis Ende November nicht 
ganz 5 1/2 Millionen Stück. Die erhebliche Steigerung 
während der beiden letzten Jahre ist muthmaßlich 
darauf zurückzuführen, daß anläßlich des Krieges, 
den Italien mit Negus Menelik führte, zur Bestrei- 
tung der Kriegskosten sowie zur Auslösung der Ge- 
fangenen nach Abschluß des Krieges beträchtliche 
Quantitäten von Maria Theresien-Thalern seitens der 
italienischen Regierung verwendet worden sind. 
FFyFyFFyFFVVYV VVVWTVDVVWTTTyF F’' FWory 
Tikterakur. 
Dr. Max Bär: Die deutsche Flotte von 1848 
bis 1852. Nach den Akten der Staatsarchive zu 
Berlin und Hannover. Leipzig 1898. S. Hirzel. 
Die traurige Geschichte der deutschen Flotte von 
1848, welche so oft besprochen wird und doch so 
wenig in ihrem wahren Zusammenhang bekannt ist, 
bildet den Gegenstand dieser umfangreichen Veröffent- 
lichung. Der Verfasser hat das gesammte bisher 
geheimgehaltene Aktenmaterial benutzt und war in 
der Lage, die Entstehung und Ausgestaltung der 
kleinen Flotte, die Zwistigkeiten der verschiedenen 
Staaten um ihren Besitz und ihre endliche Auflösung 
aus den Quellen zu schildern. Es ist dem Verfasser 
indessen entgangen, daß das gesammte von ihm be- 
nutzte preußische Aktenmaterial schon im Jahre 1892 
von Dr. A. Zimmermann in einer Anlage der Ge- 
schichte der preußisch-deutschen Handelspoluik (Olden-= 
burg und Lewzig) eingehend verwerthet worden ist. 
Die jetzt vorliegende Arbeit erfährt durch die erstere 
noch verschiedene Ergänzungen. Insbesondere erfährt 
der Leser in der Zimmermannschen Darstellung 
mancherlei über den Antheil Bismarcks an der Flotten- 
sache, was Bär übergangen hat. 
— —— — ——— 
Titterakur-Verxeichnißk. 
Dehn, Paul: Kommende Weltwirthschaftspolitik. 
80. 140 S. Mk. 1,—. 
Trowitzsch &amp; Sohn, Berlin. 
Jorissen, Dr. E. J. PL.: Erinnerungen an Trans- 
vaal 1876 bis 1896. Aus dem Holländischen übersetzt 
von A. Seidel. gr. 80. (9 Bgan.) Mk. 4.—, ged. 
Mk. 5.—. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen!, Berlin. 
Nauticus: Altes und Neues zur Flottenfrage. 
Erläuterungen zum Flottengesetz. S. (XVIII. 239 S.) 
Mk. 1,.80. E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin.
        <pb n="192" />
        Franzius, Geh. Marine-Baurath: Ein Ausflug nach 
Kiautschön. Vortrag, gehalten am 18. Februar 1898 i 
in der Abtheilung Berlin-Charlottenburg der Deutschen 
Mit an denselben n anlnüpfenden 
Kolonial-Gesellschaft. 
— 150 — 
  
Ausführungen von dem früheren deutschen Gesandten 
in China, Wirklichem Geheimen Rat 
einer Uebersichtskarte in dreifachem 
v. Brandt. Mit 
arbendruck. Mk. 1. 
—. Reimer Ewst Vohsen, Berlin. 
  
  
  
„Falke"“ 
KKKEKKKKK 
S. „Möwe“ 
Heimreise: 
Hongkong 17/1. — 
— — 
M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
12/11. Hongkong. 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
„Habicht“ 10/1. Kapstadt 4/2. — Kamerun. 
Vermessungsschif „Möwe“ 
M. S. „Seeadler“ 24/1. Kapstadt. 
(Poststation: Loanda.) 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: East London (Kaplandl.) 
(Poststation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanm. Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
20/1. 
(halbe Besatzung) und einige Köpfe für S. M. S. „Cormoran": 
Transportführer: Kapitänlieutenant Schaumann: 
Shanghai 28/1. — Hongkong. 
„Bussard“ 26/11. Jaluit 13/12. — Bismarck-Archipel. — Sydney. (Poststation: Hofpostamt). 
„Condor"“ 8/1. Sansibar. 
„Cormoran“ 13/11. Kiaotschaubucht. 
27/1. Sydney. 
  
  
  
  
  
Nach 
Perkehrs-Machrichten. 
Die Abfahrt ersolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen 
an folgenden Tagen 
—— hach den deutschen Schussehieren. 
  
bUusschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
. Deutsch-Ostafrika. 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindist 
(englische Schiffe) 
Marseille 
anzösische Schiffe) 
am 30. März, 13. und 
27. April 120 abds. 
am 27. März, 24. April 
100 abds. 
am 10. jedes Mts. 
  
40 nms. J 
  
2. Deutsch-Züdwestafrika. 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon, 
Warmbod und Ukamaos 
wochentlich bis Kapstadt. 
von dort weiter alle 14 Tage 
  
auf dem Landwege.) 
— — — — —— "——. — — 
  
8. Ramernn. 
#r 
Southampton 
engl. Schiffe dis Kap. 
ladt. dann deuticher 
Dampser „Leutwein“) 
Hamburg 
(deutsches Schiff) 
zaburg 
#lnane chiffe) 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
  
am 9. April, 7.: Mai 
40 ums. 
Tanga 18—19 Tage 
Dar-es-Sal. 19—20 Tg. 
Sansibar 20 Tage 
Sansibar 18 Tage 
11., 22., 25. April 
118 abds. 
am 8. jedes Monats 
1 25., 28. März, 
  
109 abds. 
Laderizucht 22 Tage 
Swakopmund 25 Tage 
am 8. April, 6. Mai 
185 ums. 
am 25. März, 25. Mai Swakopmund 30 Tageam 25. März, 25. Mai 
nachts 
Lüderitzbucht 40 Tage 
am 10. g5½ Wonats! Kamerun 24 Tage 
nachts 
am 13. April, 11. Mai 
  
4. Togo · Gebiet 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
— — —— —— — — — — 
5. Deutsch-Uen-Gninea. 
  
1 
(deutsche 
Liverpool 
çengusiche Schiffe) 
Marseille 
(franzofische Schiffe) 
Bordeaux 
(rranzösische Schiffe) 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindisi 
(Nachversand) 
  
6. . marspan. Jnseln. 
  
Brindisi 
(über Manila) 
ambur 
2 2%, 
  
— — — — 
am 10. jedes Mts. nachts 
am 20.jedes Mts. 
am 23. März, 
6., 20. April 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Mai, 10. Juli 
110 oms. 
am 4. Mai, 29. Jum 
abds. 
am 3 8 3. Juli 
am u 3. Juli 
abds. 
Kamerun 22 Tage 
79 abds. 
am 10, jedes Monats 
720 abds. ç 
am 11. April, 9. Mai 
15 Ums. 
— 
  
  
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quitlah 36 Tage 
von da ab Landverbdindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
Stephansort 45 Tage 
- 41 Tage 
Jaluit etwa 70 Tage 
am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
am 21. März, 
4., 18. April 16 ums. 
am 23. jedes Monats 
10% abds. 
am 8. Mai, 8. Juli 
10#7 abds. 
am 2., 6. Mai, 
27. Juni, 1. Juli 
116 addes. 
am, 6. Mai, i. Juli 
16 abds.
        <pb n="193" />
        — 151 — 
Eintreffen der Post ans den deutschen Schngebieten. 
  
  
  
  
  
  
2 # Die Post ist fäli Landungs, Die Post ist faut 
Von hafen in Berlin Von hafeng r. erlin 2 
Neapel. am 7.5, 15. orik. . 
is- Hamburg..am10.«1eb.Monots 
Mo-oxaikik«..orindzsi« JYZMHHXJ Togogeoiet«... A#pmouth.am 27. jed. Monats 
Marseille .Z am 19. „März, 16. Apr. Marseille .am 16. jedes Monats 
  
  
  
Deussch-Zübwestafeika autenn am 12. April, 10. Mais 
Deutsch-Keu. Guinea. Neapel.. am 1I.'Mai, .Juni 
  
  
— — — — ——4 
Plymouth.. am 27. *jed. Monats qb 
Ki#erpook Tem 24. März, 
21. April · 
Fauigreitstage für die mit Sualte Schiffen eintreffenden Posten. 
  
  
  
  
——— — — — 
Marsball - Inseln... Marseille Mitte April, 
Mitte Juni 
Fahrplau der Oceanie Steamship Co. (Spreckels Line) zwischen San Francisco, 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
usseht4 Honoll, Apia, Auckland und Sydney. Rucfahrt 
San s San 
—— donolulu Apia Audland Sydney eset Auckland pia Honolulu graneic, Dampfer 
ab an an an an ab ab ab I a an 
il. nachm. « 6 
Tustralig—1 Jan. 4. — — — — SJan. Jan. 13. Alameda 
Moana Jan. 6.= 12. Jan 21. dan nar. Febr. 1. - 19.Australia 
Astraliaott 25. Febr. — Jan 17. Jan. )n r2 Jan. * Feör. 3. debr. 10. Mariposa 
*Alameda Febr. 3. #. debr 18. debr 24. März 1. 9. 16.] Australia 
Australia 22. März 1. — Febr. 14. debr 19. debr 24. Viar 3. Marzid. Moana 
Mariposa Nrz 3.= 2 Mac 18. Mar 24. März 29. 9. 16.] Australia 
—..53 Murng. Marzis. * . 3lI. Wor 7. Alameda 
Voana 31. epril 7. wril 15. Aprilul. aprs. Apri 13.Australia 
Mstolia ##prillg.26. Apritui. Aprũils. mi 2. Mai 5.] Mariposa 
Amedas. Mai 5. Ma 13. nol- 19. naa 24. Mai 4.]. . 11.Auustralia 
Astralia Rai -24. Mai 9. Mai 14. Mai zu 19. „26., Juni 2.] Moana 
HMordoosa W. Jum 2. Juni 10. vuni 16. daul 21. Juni 1..-8. Australia 
Mstralia dini 14. 21. Juni 6. duni 11. Juni 16. 23.). 30.Alameda 
Moana 2. 30. Zulil 8. .r 14. Nalt 19. 29. Juli 6.) Australia 
Msstralia Juli 12. Juͤli 19. — Juli 4. Jult 9. Juũ 14. Juli *“ëq? · - 28. Mariposa 
[Alameda 21... We. Aug. 5. Aug 11. Aus 16. Au . 3.Australia 
Australia Aug. 9. Aug. 16. — Aug 1. Aug 6. Aus 11. Aus. 25.] Moana 
Marposc1 25. Sept. 2. Sepi 8. Ser. 13. 24. 31.stralia 
Auftralia Sept. 6. Sept.13. — Aug. g 29. Soyt 3. e 8. serti 16. Sept. 22. Alameda 
Moana 16. „22. Sept. 30. cu. 6. ** 11. 21. 28.] Australia 
fralie Dit. 1. oit. 11. — Sept pt.26. * 1. 'e 6. n 13. dit 20.|Mariposa 
r———2 Nod 3. No 8. — 26. Australia 
Australia Nov. 1. Nopv. 8. — — Dtt. 24. #u-! 29. Nov. 3.) Nov. 4 Nov. 17. Moana 
Variposa # I./ v. 25, 24. 1. D%% z. 6 — 16. 23.Australia 
Anstralia 2. D Ge. — — 3 — — — — 
Deese doanpfer erwarten die Ankunft der englischen Post. 
Saissebewennngent der tOentger Ostafrila-Linie ——— 
Kei Reise Lehte Nachrichten 
ichsposidampfer von nach bis 28. Februar 1898 
it Durban Hamburg am 26. Februar ab Aden. 
ebenog ambur Durban am 26. Februar an Mozambique. 
iser... F. Zt. m Hamburg. 
—.—WI Hamburg 1 Durban am 25. Februar ab Lissabon. 
—— Durban - Hamburg am 27. Februar ab Marseille. 
#eihüüg . . Zt. in Hambur. 
„Mumialllk Hamburg Delagoabai am 24. Februar ab Suez. 
..7–27r727yR Durban Hamburg am 26. Februar ab Durban. 
—
        <pb n="194" />
        152 
Schiffsbewegungen der Woermann Linie. 
  
—— —4 –– —...— — 
— —— ——G.“ 
Lgezte Nachrichten 
  
  
  
Reise 
Vostdanchfer oon 6 nach bis 12. März 1898 
„Adolph Woermann“ .. Hamburg Loango am 9. März in Kamerun. 
„Aline Woermann“ . .. Hamburg Loango am 11. März ab Hamburg. 
„Anna Woermann“. Hamburg Sherbro am 10. März in Tanger. 
„Antoninaa . Kongo Hamburg am 7. März in Lagos. 
„Carl Woermann“ Hamburg Loanda am 8. März in Accra. 
„Eduard Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. 
„Ella Woermann“ Sherbro · Hamburg am 11. März in Conakry. 
„Gertrud Woermann“ Kotonou Hamburg am 3. März in Accra. 
„Gretchen Bohlen“ amburg Kotonon am 11. März in Conakry. 
„Hedwig Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg . Loanda am 11. März in Tenerisse. 
„Kurt Woermann“ Loanda · Hamburg am 8. März in Accra. 
„Lothar Bohlen“ Hamburg - Loango am 26. Februar in Gabun. 
„Lulu Bohlen“"“ . Loango Hamburg am 28. Februar in Accra. 
„Marie Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 
„Melita Bohlen“ Hamburg | Lüderitzbucht am 9. März in Kapstadt. 
„Professor Woermann“. Kotonou Hamhurs am 1. März in Madeira. 
Swakopmund amburg am 10. März in Lad Palmas. 
„Thekla Bohlen“ 
  
Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Verlagsbuchhandlung von Hermann Costenoble in 
Jena bei, betreffend Preisherabsetzung gediegener Reisewerke 2c. erster Antoren, den wir 
gef. Beachtung bestens empfehlen. 
Die Expedition. 
  
  
Anzeigen. 
  
——. 
  
Bekannimachung. 
In das bei diesem Konsulate ge— 
führte Handelsregister ist für die Firma 
W. Richter &amp; Co., 
Niederlassung Zanzibar, 
folgende Eintragung erfolgt: 
Zu laufender Nr. 1, Spalte 4, des 
Gesellschaftsregisters ist eingetragen am 
25. Januar 1898: 
Die Firma ist erloschen am 18. Ja- 
nuar 1898. - 
Zanzibar, den 25. Januar 1898. 
Der Kaiserlich deutsche Konful. 
J. V.: 
Freiherr v. Rechenberg. 
Beschluß. 
Die gemäß Artikel 13 des Handels- 
gesetzbuches erforderlichen Bekannt- 
machungen des Kaiserlichen Gerichts 
hierselbst für das Jahr 1898 werden im 
Deutschen Reichsanzeiger und 
Königl. Preußischen Staats- 
Anzeiger sowie im 
Deutschen Kolonialblatt, Amts- 
blatt für die Schutgebiete des 
Deutschen Reiches, 
erfolgen. 
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, 
daß die auf die Führung des Handels- 
registers sich beziehenden Geschäfte für 
die obengenannte Zeit von dem Kaiser- 
  
(77! 
  
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig) sind an 
  
eieiinzusenden. 
lichen Richter Dr. Hahl und dem 
Gerichtsaktuar Steusloff bearbeitet 
werden. (212) 
Herbertshöhe, den 11. Nov. 1897. 
Der Kaiserliche Richter des Schutz- 
gebietes der Neu-Guinea-Kompagnie. 
(I.S.) (gez.) Hahl. 
Beschluß. 
Die gemäß Artikel 13 des Handelgs- 
gesetzbuches erforderlichen Bekannt- 
machungen des Kaiserlichen Gerichts 
zu Stephansort für das Jahr 1898 
werden im 
Deutschen Reichsanzeiger und 
Königl. Preußischen Staats- 
Anzeiger sowie im 
Deutschen Kolonialblatt, Amts- 
blatt für die Schutzgebiete des 
Deutschen Reiches, 
erfolgen. · 
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, 
daß die auf die Führung des Handels- 
registers sich beziehenden Geschäfte für 
die obengenannte Zeit von dem Kaiser- 
lichen Richter Dr. Hahl in Herberts- 
höhe in Stellvertretung und von dem 
Bureaubeamten Lewerentz als Ge- 
richtsschreiber werden bearbeitet werden. 
Herbertshöhe, den 5. Jan. 1898. 
Der Kaiserliche Richter des Schutz- 
gebietes der Neu-Guinea-Kompagnie. 
J. V.: 
(L. S.) (gez.) Hahl. 
  
(213) 
die Vertriebsleitung, Berlin sW i2, Kochstraße 68—71, 
6 
Nachruf. 
Am 1. Februar d. JIs. fiel in 
siegreich durchgeführtem Gesfecht 
gegen meuterische Wasegua bei Mu- 
henne (Nord-N'guru) der Premier= 
lieutenant und Adjutant der Kaiser= 
lichen Schutztruppe für Ostafrika, 
Ritter des Kronen-Ordens 4. Klasse 
mit Schwertern und des Ritter- 
kreuzes 1. Klasse des Württemberg. 
Friedrichsordens mit Schwertern 
herr franz RKielmeyer. 
Sein stark ausgebildeter Rechts- 
sinn und sein Bestreben, Blutver- 
gießen zu verhindern, haben ihn 
zum Opfer afrikanischer Wildheit 
gemacht. Mit ihm scheidet wiederum 
glänzende Befähigung und hiesige 
Leistungen eine schöne Zukunft ver- 
sprachen. . 
Ich verliere an ihm einen zuver“ 
lässigen Freund und Nathgeber. 
Ehre seinem Andenken! 
Im Namen deo Offizierkorps: 
Liebert, 
Generalmajor.
        <pb n="195" />
        — 153 — 
  
Vertrieb von Erzeugnissen der deutschen Kolonleen 
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Deutschen Kolonlal-Gesehschaft. 
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u. #k. w. bewllirt es sich ausgezeichnet und wird von medi- 
, bestens empfohlen. (un) 
miss vor Nachahmangen und nehle auf die Schutzmurke der irmu. 
10.Dung—reiburg l.B. 
  
Kaffeepflanzer. 
Suche, da ich meine Stellung als 
Administrator der Plantage Perrot, 
Lindi, aufzugeben gezwungen bin, neues 
Engagement. War lange Jahre auf 
Java thätig, bin durchaus bekannt mit 
Java= und Liberiakaffeekultur und Be- 
reitung und allen ins Fach einschlägigen 
Arbeiten; sowie auch der Kapokkultur. 
Spreche sechs Sprachen. (184) 
Gefl. Anerbieten wolle man mir zu- 
kommen lassen unereldrese, . O. A.G.“ 
Lindi. Carl Ettling. 
  
  
  
Gebrüder Elkan. Chemnitz. 
Alleinige Fuabrikanten von 
Dr. Thomalla's Gesundheits- 
Socken und Strümpfe, 
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X —— F** J———————#-—————*—-; — 
  
   
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Sôkeland-Export Pumpernickel 
und Schwarzbrot. “ 
Unerreichte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe- 
ausstellung von 1896 waren 1½ Jahr alte Pumpernickel und Schwarz- 
brote ausgestellt, welche eine Reise um die Erde zurückgelegt hatten. 
Viele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
Exportaufträge erbitten an Harder4&amp; de Foss, Hamburg; für 
das Inland E. Sökelund &amp;T Söhne, Berlin NI., oder Mandsber. 
  
  
  
      
   
  
    
   
  
  
  
  
    
   
   
  
  
  
  
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M . 
ch« 4 9 F « k,v—;.«»-J·«V«zv»,9. I« 
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Bisher fehlte es an einem übersichtlichen Buche, welches ohne vorgefaßte Meinung und Parteinahme die 
Erfahrungen der großen Kolonialmächte 
  
  
schildert und den Schwerpunkt auf die verschiedene Entwickelung der kolonialen Politik in den einzelnen 
Staaten legt. Zum ersten Male wird in obigem Werke der Versuch gemacht, ein solches zu bieten. 
Der Verfasser, der die Entwickelung der deutschen überseeischen Politik von deren Anfang her in der 
Nähe zu beobachten Gelegenheit hatte und durch wiederholte Reisen und langjährige Studien mit den Ver- 
hältnissen auch der fremdländischen Kolonien sich vertraut gemacht hatte, will in seinem Werke allen 
Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die Bedingungen der Kolonien, an der 
Hand der Geschichte, bieten. Die Darstellung ist so gewählt, daß das Werk zugleich ein Lese= und Lehrbuch 
ist, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer nuybringenden Weltpolitik zu 
geben vermag. Das Werk stellt eine allgemeine Geschichte der europäischen Kolonialpolitik dar. 
Ein Hauptgewicht ist auf die übersichtliche Darstellung der je nach den nationalen Eigenschaften und Ziel- 
punkten der einzelnen Staaten sehr verschiedenartigen Verwaltung und Gesetzgebung gelegt. 
Während der im Vorjahre veröffentlichte erste Band die Kolonialpolitik Portugals und 
Spaniens, also derjenigen Staaten, welche die Bahnbrecher auf kolonialem Gebiete gewesen und deren 
Erfahrungen bei allem Wechsel der Zeiten, Anschauungen und Kenntnisse seit dem Anfange dieses Jahr- 
hunderts in hohem Maße lehrreich sind, ausführlich behandelt, macht uns der soeben zur Ausgabe gelangte 
zweite Band mit der 
Kolonialpolitik Großbritanniens 
und zwar zunächst mit deren erstem Theil: Von den Anfängen bis zum Abfall der Vereinigten 
Staaten bekannt. Dieser Band zeigt uns, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen eine 
Kolonie am besten zur Blüthe kommt und von welchem Geist ein Volk beseelt sein muß, welches 
wirklich lebensfähige überseeische Tochterstaaten heranziehen will, er schildert die Maßnahmen, die England 
getroffen, die Fehler, die es begangen, die Erfolge, die es erzielt hat. Gerade über das Wesen der englischen 
Kolonialpolitik, über die Männer, denen es seine Erfolge verdankt, herrschen sehr häufig noch irrige Auf- 
fassungen; der vorliegende Band wird daher das weiteste Interesse verdienen. In einem dritten Bande wird 
die Kolonialpolitik Großbritanniens bis zur Gegenwart, im vierten Bande die holländische 
Kolonialpolitik behandelt werden. Die ebenfalls ins Auge gefaßte Geschichte der französischen Kolonial- 
politik wird ihr Hauptinteresse in der Darstellung der Schwierigkeiten haben, welchen gute Gedanken bei der 
  
  
Ausführung durch schlechte Organe und in einer unselbständigen, der Selbstaufopferung entbehrenden Nation 
begegnen. Den Abschluß wird die Schilderung der deutschen kolonialen Versuche bis zur Gegenwart bilden- 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes 
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Deutsche in die Tropen gingen und wie 
wenig sie die Bedingungen des dortigen 
Lebens und Verkehrs kannten und sich 
ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh- 
rend seiner letzten großen Expedition, 
zwischen dem Nyassa= und Tanganyika- 
See, hat er daher diese „Rathschläge und 
Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
zu Gute kommen sollen, die sich in die 
deutschen Schutzgebiete oder in den dortigen 
Reichsdienst begeben.
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Am 20. März: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Ihreke, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonocou. 
Am 25. März: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. März: F. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Iversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Sénéegal, Liberia und den Hüfen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Benguella. 
Am 10. April: P. D. „Eduard Boblen“, Capt. Heldt, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Afrikas bis Loango. 
Am 18. April: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Henneberg, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Ruffsque, Sierra Leone 
und Sherbro. 
Extradampfer „Lulu Bohlen“ wird am 25. April nach Deutsch-Südwest- 
afrika expedirt. Fernere Expeditionen am 25. Mai, 25. Juli und ferner am 25. jedes 
Zweiten Monats. 
Alle Gdeier miüssen um Tage vor dem 45pangsdattem bis 12 Uhr mittags Iänosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann-Linie 
(12) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrila-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Veerzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
*KAISER“, Capt. Ssahahlii .... 16. März, 30. März, 
„BUNDESRATH“, Capt. Astbausen 30. März, 3. April, 
„KoOENIG“, Capt. Doher 13. April, 27. April, 
nach Mombassa, Tanga, Panganiz, Saadani", Bagamoyo?", Dar-es-Saltmmu, Sansibar", Kllwa, Lindi, 
Milindani, Ibo, Mozambique ?, Quellmanex, Chinde , Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban?. 
Die mit einem &amp; versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem ' verschenen Häfen auch Ladong. « 
Die mit einem C versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer Raben vorziloliche Einricheungen IUrPussatere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Jobannesburg und Pretoria) via Delagoabal. · « 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: E 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Oet-Afrika- Linie, 
Dieser Nummer liegt als Beiheft das „Inhaltsverzeichniß zu den Mittheilungen von Forschungs- 
reisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten, Band I bis X G##SS—1897)“ bei. · 
Ists-WsssEisbiisxiiLissinxp;nixxxzxizmskikst«2.;-;."s-sp« 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von G. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 15. März 1898 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Heransgegebes in der Kolonial-Ihtheilung des Auswärtigen Amis. 
  
  
  
n. Jahrgang. 
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Diae Zeitschrit ericheint in der Re 
ercheinenden: „Mittheilungen 
— —— 
gerlin, 1. April 1398. 
— 
—— — — ——— — — - 
— ———. —— —— - 
Nummer 7. 
herausgegeb 
  
——. 
  
––4 
gel am 1. und 15. iedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
von Forschungsreinenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, en von Dr. Freihe 
1. Danekelman. Der vieneljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften deträgt beim Bezuge durch die Post und ir 
Bochhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlu 
bie dänder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu 
sr 
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Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3,75 für 
nigliche Hofbuchhandlung von Ern i i 
» « fried Mittler 
chten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter 
r. 2017.) 
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zouverwaltung für Deutsch-Ostafrika im 
Monat Dezember 1897 S. 165. — Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat März S. 166. — 
Personalien S. 166. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 166. — Deutsch-Ostafrika: Berichte über die Ergebnisse 
der Expedition des Geheimen Medizinalraths Dr Koch S. 167. — Ueber die Ausdehnung des Rukwa-Sees S. 169. 
— Kamerun: Bericht des Direktors des botanischen Gartens in Victoria Dr. Preuß S. 170. — Unterdrückung der 
Unruhen S. 173. — Reise des Stationsvorstehers von Yaünde S. 173. — Berichte über die Bane-Buly-Expedition 
S. 173.— Togo: Uebersicht de 
Schutzgebiete Togo thätigen Firm. 
Zu den Unruhen in Südwestafrika S. 
(Neu-Hannover) S. 17 
— Aus fremden K 
7. — Aus dem C . 
olonien: Ueber den Stand der Arbeiten an der Kongo-Eisenbahn S. 179. — Missenschaft- 
80. — Die Ausgaben Englands für seine Kolonien während des Etatsjahres 
liche Expedition im Kongostaat S. 1 
1898/99 S 180.— Eröffnung eines Thei 
Afrika S. 181. — 
an der Goldküste S. 181. — Niederländisch-portugiesische Grenzre 
Neu-Guinea S. 182. — Verschie 
Telegraphenlinie in 
— Gouverneur von Kiautschou S. 1 
in Berlin S. 182. — Museum des 
Entdeckung des Seeweges nach Indien S. 183. 
Deutsche Ostafrika Linie S. 183. — Litteratur S. 1 
S. 184. — Verkehrs-Nachrichten S. 184. — F. 
  
r im Schutzgebiete ansässigen Deutschen und Fremden S. 175. — Verzeichniß der im 
en und Erwerbsgesellschaften am 1. Jan. 1898 S. 176. — Deutsch-Südwestafrika: 
175. — Deutsch-Neu-Guinea: Ueber einen Besuch bei den Kabienleuten. 
Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 178. 
ahrplän 
dene Mittheilungen: Internatio t 
82. — Geschenk ethnographischer Gegenstände an das Museum für Völk. 
Vereins für Handelsgeographie in Stuttgart S. 183. — Gedächtnißfeier der 
— Geplante Afrikadurchquerung von Süd nach Nord S. 183. — 
83. — Litteratur-Verzeichniß S. 184. — Schiffsbewegungen 
e. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
  
ls der Ugandabahn S. 181. — Jagdverordnung in Britisch-Ostafrika S. 181. — 
Italienische Benadir-Konvention S. 181. — Ueber die Sprache der Jeer 
gulirung S. 182. — Verwaltungskosten für Englisch 
nales maritimes Büreau in Sansihar S. 182. 
t 
— — — — — — 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Oftafrika im Monat Dezember 1897. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,325 Mk.) 
  
  
  
  
. 
——“ 
— — — — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts.Holzschlag. Reben- Insgesammt 
Haupt-Zollamt Ausfuhr s Einfuhr Abgabe GebührenEinnahmen 
——xhe —. ————————————3 
—— 341301001 22 3 22 as 14034 os = 1850522 
Pangani 5546 6 6· 29 — 740723 4015697 
Lagamono 504862 51 22 —0)11 30| 056 22 = 21274 
Dar-es-Saläm. 1458 534429 45 16.—% —— 20292 83 
Kilw 9414 36 18065 
Milindaai 5145 0 8— 7 46|“ 28|10405 61 13767 88 
6&amp;#. — 4#% F 
Zusammen7711. 6353194 41291 —.—————— 
36718 M..3 Mr. Mk.1 Mk.283 Mük. # 
38 Pil. 02 #f.s f. 19 . 20 -f. D 
  
  
*) In Bagamoyo sind für Holzschlaggebühren 36 Mk. 09 Pf. zurückgezahlt worden. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Dezember 1897 betrug 282 556 Rup. = 374 386 Mkl. 70 Pi. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Dezember 1897 betrug 539 440 Rup. = 714 758 Mk. — egf.
        <pb n="208" />
        — 166 — 
Gonvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat März d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouvernement 
von Deutsch-Ostafrika auf 1,3775 Mark = eine Rupie festgesetzt worden. 
— — — — — — —— . — — — — — — - — — — — —— — — — — — 
  
Personalien. 
Der Kaiserliche Landeshauptmaun für das Schutzgebiet der Marshall-Inseln Dr. Irmer ist zum 
ständigen Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts ernannt worden. 
Dem bisherigen Bezirksamtssekretär Meyer ist die Stelle eines Bezirksamtmanns bei dem 
Kaiserlichen Gonvernement von Deutsch-Ostafrika übertragen worden. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 8. März 1898. 
Kannenberg, Premierlicutenant, bisher vom Thüringischen Feldartillerie-Regiment Nr. 19, mit dem 
22. März d. Is. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 23. März d. Is. als Premierlieutenant 
mit seinem bisherigen Patent in der Schutztruppe angestellt. 
Dr. Brückner, Assistenzarzt 2. Klasse, bisher vom Feldartillerie-Regiment Prinz August von Preußen 
(Ostpreußischen) Nr. 1, mit dem 22. März d. Is. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 
23. Lus d. Is. als Assistenzarzt 2. Klasse mit seinem bisherigen Patent in der Schutztruppe 
angestellt. 
A. K. O. vom 15. März 1898. 
Albinus, Sekondlieutenant, Antrag um Belassung auf weitere drei Jahre bei der Schutztruppe genehmigt. 
A. K. O. vom 22. März 1898. 
Kollmann, Premierlieutenant, mit dem 31. März d. Is. aus der Schutztruppe ausgeschieden. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 17. März 1898. 
v. Winkler, Sekondlieutenant, bisher vom Königlich Sächsischen 3. Infanterie-Regiment Nr. 102 Prinz- 
Regent Luitpold von Bayern, kommandirt zur Korps-Intendantur, nach erfolgtem Ausscheiden aus 
dem Königlich Sächsischen Heere mit dem 21. März d. Is. als Sekondlicutenant mit einem Patent 
vom 22. September 1890 in der Schutztruppe angestellt. 
. , A. K. O. vom 22. März 1898. 
Helm, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenont besördert. 
v. Bonin, Sekondlientenant à la Suite der Schutztruppe, den Charakter als Premierlieutenant erhalten. 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 24. März 1898. 
Buddeberg, Sekondlieutenant vom Pionier-Bataillon Nr. 16, scheidet mit dem 6. April d. Is. aus dem 
Heere aus und wird mit dem 7. April d. Is. als Sekondlieutenant mit seinem bisherigen Patent 
in der Schutztruppe angestellt. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Premierlieutenant 
Kollmann von der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika die Erlaubniß zur Anlegung des ihm verliehenen 
Ritterkreuzes 1. Klasse des Königlich Württembergischen Friedrichs-Ordens zu ertheilen. 
      
— — — — 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal Nachrichten. Der Astronom Dr. Kohlschütter und der 
Mechaniker Lucas treten demnächst die Ausreise an. 
Deutsch= Ostafrika. Eechan der unter Leitung des Hauptmanns Herr- 
Der kommissarische Kaiserliche Oberrichter Lande mann stehenden Kommission für die Festsetzung der 
richter Ebermaier ist Ende Februar in Dar-es- Grenze zwischen dem Nyassa= und dem Tanganyika- 
Saläm eingetroffen. See zugetheilt.
        <pb n="209" />
        dar-es-Saläm ab. 
—— — 
Der Gerichtsakltuar Donecker wird demnächst 
die Reise nach Dar-es-Saläm antreten. 
Ramerun. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer ist 
mit Urlaud in Deutschland eingetroffen. 
— — — — — 
Als Ersatz für den ausgeschiedenen Materialien— 
verwalter Bittner ist der Eisenbahnbauassistent 
Vergner nach Kamerun abgereist. 
Polizeimeister Biernatzky hat einen Heimaths- 
mlaub angetreten. Seine Vertretung hat Sergeant 
VBeerbaum übernommen. 
Lehrer Lederbogen ist im Februar in Kamerun 
engemoffen. Lehrer Betz tritt im April einen 
Heimatsurlaub an. 
167 
Der Bergmann Niepmann reist demnächst nach 
Togo. · 
Gerichtsassessor Dr. Gleim hat Ende Februar 
Togo mit Heimathsurlaub verlassen. 
Gerichtsaktuar Dobbert ist Anfang Januar in 
Lome eingetroffen. 
An Stelle des heimkehrenden Telegraphenassistenten 
Marx reist der Oberpostassistent Weyland nach Lome. 
— 
Züdwestafrika. 
An Stelle des zurücktretenden Assessors Fischer 
ist der Gerichtsassessor a. D. Dr. Köhler der Kaiser- 
lichen Landeshauptmannschaft zugetheilt worden. Dr. 
Köhler hat die Reise nach Swakopmund angetreten. 
Als Ersatz für den verstorbenen Postassistenten 
Breitwieser begiebt sich der Postassistent Schneider 
nach Swakopmund. 
An Stelle des ausgeschiedenen Oberlandmessers 
Dürrling ist der Landmesser Görgens nach 
Spwakopmund abgereist. 
— 
Rachrichten aus den deutschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Dltafrika. 
Berichte über die Ergebnisse der Expedition des Geheimen 
Medizinalrathes Dr. Roch. 
Ueber die Ergebnisse seiner Untersuchungen ge- 
legentlich einer Expedition nach Westusambara hat 
Geheimer Medizinalrath Dr. Koch unter dem 15. Fe- 
bruar d. Is. solgende Berichte erstattet: 
Dar-es-Saläm, den 10. Februar 1898. 
Beiterer Bericht über die Surrakrankheit. 
In einem früheren Berichte war mitgetheilt, daß 
ein Surra-Infektionsherd auf dem Wege von Uhehe 
zur Küste existiren müsse, und zugleich die Vermuthung 
ausgesprochen, daß noch weitere Herde in anderen 
Theilen der Kolonie anzutreffen sein würden. Diese 
Vermuthung hat sich insofern bestätigt, als ich in- 
wischen noch zwei andere Richtungen gefunden habe, 
in welchen Surra-Infektion vorgekommen ist, also 
auch entsprechende Infektionsherde liegen müssen. 
Bei meinem Aufenthalt auf der Station Masinde 
thelte mir der Stationschef Herr Lieutenant v. Stü- 
mer mit, daß in Kisuane, welches am östlichen Fuße 
des Paregebirges liegt, unter den dorthin gebrachten 
Rindern eine Krankheit ausgebrochen sei, deren Be- 
chreibung in mir den Verdacht auf Surra erweckte. 
Auf melne Veranlassung ließ Herr v. Stümer zwei 
hiere aus dieser Herde kommen und schickte sie mir 
dach Kwai. Das eine Rind war unterwegs verendet, 
des zweite kam indessen bis Kwai, wo ich es unter- 
uchte und in seinem Blute die Surraparasiten nach- 
weisen konnte. 
gehörten, war vom Kilimandjaro nach Kisuane ge- 
bracht. Es muß also der Surraherd auf diesem Wege 
oder in Kisuane selbst, in dessen Nähe sich sumpfige 
Niederungen befinden, zu suchen sein. 
Nach Mittheilungen, welche mir von Eingeborenen 
des Usambaragebirges gemacht wurden, zu urtheilen, 
schemen sich überhaupt am Fuße dieses sowie des 
Paregebirges nicht nur ein vereinzelter, sondern meh- 
rere solcher Surraherde zu befinden. 
Ein zweiter Surrabefund, der sich in Kikokwe 
bei Pangani zeigte, betraf Vieh, welches vom Süd- 
user des Victoria-Sees durch die Massaisteppe zur 
Küste gebracht war. Derselbe läßt auf einen oder 
mehrere Infektionsherde in den sumpfigen Niederungen 
am See schließen. 
Auch im Ruahagebiet scheint es sich nicht nur 
um einen engbegrenzten Herd zu handeln, sondern 
um eine lange Strecke des Flußlaufes, da Dr. Stier- 
ling in Iringa in einem kürzlich erstatteten Bericht 
Mittheilungen über eine Rinderkrankheit macht, die 
unzweifelhaft Surra ist und am oberen Lauf des 
Ruaha in der Nähe von Bueni vorkommt. 
  
Der früher erwähnte Versuch, die Surra künstlich 
auf Esel zu übertragen, hat folgendes Ergebniß gehabt: 
Es wurden zwei einheimische Esel, sogenannte 
Massai-Esel, und zwei Bastarde von Massai= und 
Maskat-Eseln zugleich mit einem Rind, zwei Kälbern, 
zwei Hunden und einigen Ratten geimpft, und zwar 
in der Weise, daß Surrablut in eine kleine Haut- 
Die Herde, zu welcher diese Thiere wunde am Ohr gebracht wurde. Bei sämmtlichen
        <pb n="210" />
        zuletzt aufgezählten Thieren erschienen nach 12 bis 
14 Tagen die Surraparasiten im Blute, es zeigten 
sich in der Folge die bekannten Krankheitserscheinungen 
der Surra, unter welchen alle bis auf das Rind und 
ein Kalb, welche beide noch krank sind, starben. 
Von den vier Eseln ist bis jetzt, das heißt 3½ 
Monat nach der Impfung, keiner krank geworden, 
und bei keinem wurden trotz vielfach wiederholter 
Blutuntersuchungen Surraparasiten aufgefunden. 
Hiernach scheinen Massai= und Bastard-Esel, welche 
für Transportzwecke hierzulande wohl ausschließlich 
in Betracht kommen, in der That gegen Surra immun 
zu sein. Um volle Gewißheit hierüber zu erlangen, 
müßten diese Thiere allerdings noch in Surrabezirken 
längere Zeit der natürlichen Infektion ausgesetzt werden. 
Davon, doß Maulthiere gegen eine derartige 
natürliche Infektion nicht geschützt sind, konnte ich 
mich in den letzten Tagen an einem Thier überzeugen, 
welches längere Zeit in Uhehe und zwar ausschließlich 
im Gelände des Ulangaflusses als Reitthier gedient 
hatte. Dasselbe war krank zur Küste zurückgebracht, 
es war gänzlich abgemagert, hatte geschwollene Hinter- 
beine und stark anämische Beschaffenheit des Blutes, 
in welchem bei wiederholten Untersuchungen Surra- 
parasiten in reichlicher Zahl gefunden wurden. 
  
Dar-es-Saläm, den 12. Februar 1898. 
Weiterer Bericht über das Texasfieber. 
Die in meinem letzten Berichte in Aussicht ge- 
stellten Versuche über die Beziehungen der Rinder- 
zecken zum Texasfieber sind gelegentlich meiner Ex- 
kursion nach dem Usambaragebirge zur Ausführung 
gekommen und haben in mehrfacher Beziehung ein 
sehr befriedigendes Resultat ergeben. Der Verlauf 
der Seuche war folgender: 
Es wurden in Dar-es-Saläm kurz vor Beginn 
der Expedition Rinderzecken von Thieren entnommen, 
welche einer mit Texasfieber infizirten Herde ange- 
hörten und scheinbar gesund waren. Die Zecken 
wurden in ein Glas gesetzt und unter Watteverschluß 
aufbewahrt. 
Ganz in derselben Weise wurde mit Zecken ver- 
fahren, welche von einem texasfieberkranken Kalbe 
abgenommen waren (das Kalb hatte in seinem Blute 
die Texasfieberparasiten in sehr großer Zahl, aber 
nur in der Jugendform; es starb schon am nächsten 
age). 
Als ich Dar-zes-Saläm wenige Tage später ver- 
ließ, hatten die Zecken schon in beiden Gläsern be- 
gonnen, ihre Eier abzulegen. Während des Trans- 
portes hatten sich dann die jungen Zecken entwickelt, 
waren aber, da es beim Marsch durch die Steppe 
nicht immer möglich gewesen war, sie gegen die Gluth 
der afrikansschen Sonne hinreichend zu schützen, bei 
der Ankunft im Gebirge zum großen Theil wieder 
abgesiorben. Immerhin brachte ich noch Hunderte 
von jungen Zecken lebend nach Kwai. Der Transport 
hatte zwei Wochen in Anspruch genommen. 
168 
  
— 
Sofort nach der Ankunft in Kwai wurden die 
jungen Zecken auf Rinder gesetzt, welche aus dem 
Innern des Landes stammten und vorher niemals 
mit Texasfieber in Berührung gekommen waren. 
Zwei gesunde Rinder erhielten die Zecken von den 
scheinbar gesunden Thieren und zwei andere Rinder 
die jungen Zecken von dem texasfieberkranken Kalbe. 
Selbstverständlich wurden die Versuchsrinder unter- 
einander und von anderen Thieren streng getrennt 
gehalten. 
Die Entwickelung der Zecken war eine ungleich- 
mäßige. Im Verlauf von drei Wochen waren einige 
schon zur vollen Größe herangewachsen, während die 
übrigen alle Abstufungen bis zur Größe eines Mohn- 
korns herab zeigten. An jedem der Versuchsthiere 
konnten bis 100 und mehr Zecken gezählt werden. 
Auffallende Krankheitserscheinungen traten bei den 
Versuchsthieren nicht ein, aber am 22. Tage, nach- 
dem die Zecken angesetzt waren, fanden sich bei der 
Blutuntersuchung zum ersten Male in den rothen 
Blutkörperchen Exemplare von Pyrosoma bigeminum 
in der so außerordentlich charakteristischen birnförmigen 
Gestalt des erwachsenen Parasiten. Sehr interessant 
und bedeutsam gestaltete sich das Experiment weiterhin 
dadurch, daß nur die beiden Rinder Texasfieber- 
parasiten bekamen, welche mit den jungen Zecken vom 
texasfieberkranken Kalbe infizirt wurden. Die beiden 
anderen Rinder (mit jungen Zecken von gesunden 
Thieren besetzt) blieben dauernd frei von den Para- 
siten und lieserten somit ein sehr werthvolles Kon- 
trolexperiment. 
Die Parasiten hielten sich 10 bis 12 Tage im 
Blute der beiden Rinder, dann verschwanden sie. 
Sie hatten stets die Birnenform, auch waren sie 
verhältnißmäßig wenig zahlreich. 
Dieser Verlauf der Infektion entsprach also der 
leichten Form des Texasfiebers, obwohl das Ausgangs- 
material von einem sehr schweren und akuten Fall 
abstammte. 
Es fragte sich nun, wie sich die Infektion bei 
fortgesetzten Uebertragungen gestalten würde, ob die- 
selbe dauernd den leichten Charakter bewahren oder 
zu einer schweren Form übergehen würde. Zu diesem 
Zwecke wurden mit dem Blute des einen der durch 
Zecken infizirten Thiere vier neue gesunde Rinder 
geimpft, und zwar erhielten sie je 20 cem defibri- 
nirtes Blut unter die Haut gespritzt. 
In diesem Falle trat die Wirkung sehr viel 
schneller ein und war erheblich stärker. Sämmtliche 
Thiere bekamen am fünften Tage nach der Blut- 
injektion Temperatursteigerungen, sie fraßen wenig 
oder gar nicht, hatten Muskelzittern, waren matt und 
erschienen zum Theil schwer krank. Im Blute fanden 
sich gleichfalls vom fünften Tage ab Pyrosomen, sie 
waren viel zahlreicher als die in der ersten Gene- 
ration, hielten sich aber auch nur etwa zehn Tage 
im Blute und zeigten sich nur in der Birnenform. 
Genau ebenso verhielt sich ein dritter Infektions- 
versuch, welcher noch insofern bemerkenswerth ist, als
        <pb n="211" />
        außer zwei frischen Thieren die vier Thiere vom 
ersten Versuche, welche die jungen Zecken erhalten 
hatten, ebenfalls 20 cem Blut subkutan eingespritzt 
erhielten. 
Die beiden frischen Thiere und die beiden im 
ersten Versuche gesund gebliebenen Rinder erkrankten 
danach an Texasfieber in der vorher geschilderten 
Beise und hatten Pyrosomen im Blute. Die beiden 
Rinder dagegen, welche durch Zecken infizirt gewesen 
woren und die Krankheit in einer sehr leichten Weise 
dorher überstanden hatten, blieben diesmal vollkommen 
gesund, sie zeigten weder Temperatursteigerung, noch 
lonnten in ihrem Blute bei vielfach wiederholten 
Untersuchungen die Parasiten aufgefunden werden. 
Sie waren also durch das einmalige Ueberstehen der 
Krankheit in leichtester Form vollkommen immun 
gegen die Wirkung einer Injektion von 20 cem Texas- 
fieberblut geworden. 
Die bisherigen Versuche berechtigen zu folgenden 
Schlüssen: 
1. Es ist der ganz einwandfreie Beweis gelungen, 
daß junge Zecken, welche mit kranken Thieren über- 
haupt nicht in Berührung gekommen sind, das Texas- 
fieber erzeugen können. Dieselben müssen jedoch von 
Zecken abstammen, welche auf kranken Thieren ge- 
sessen haben. 
2. Das Ueberstehen des Texasfiebers in der 
leictesten Form verleiht vollkommene Immnnität 
gegen eine Infektion mit erheblichen Mengen von 
Texasfieberblut. 
Es würde zu weit führen, wenn ich hier die 
große Tragweite, welche die Resultate für die Wissen- 
schaft und hoffentlich auch für die Praxis besitzen, 
erörtern wollte. 
Da es auch in der dritten Generation nicht ge- 
lungen war, die schwere und schnell tödliche Form 
des Texasfiebers, wie ich sie an der Küste so oft zu 
sehen Gelegenheit gehabt hatte, zu erzielen, so brach 
ich die Versuche im Usambaragebirge ab und gedenke 
diselben an der Küste, soweit meine Zeit dazu noch 
ausreicht, fortzusetzen. 
Zmächst sollen die in Kwai immunisirten Thiere 
noch daraufhin geprüft werden, ob sie auch gegen 
die natürliche Insektion im verseuchten Gebiet immun 
sind, und wie sich dieselben gegen Einspritzung von 
Blut verhalten, welches die Jugendformen des Texas- 
feeberparasiten enthält. Zu diesem Zwecke sind die 
sechs kröftigsten Versuchsthiere von Kwai nach Dar- 
Es-Saläm geschafft und zugleich mit einigen aus Pugu 
bezogenen frischen, das heißt nicht immunen Rindern 
auf die verseuchten Weiden geschickt. 
— — 
Die Expedition nach dem Usambaragebirge ging 
auf dem Hinwege über Tanga und zurück über Pan- 
gan. Es bot sich mir hierbei vielfach Gelegenheit, 
weiteres Material über die Ausbreitung des Texas= 
fiebers an der Küste im nördlichen Gebiete der 
Kolonie zu sammeln. 
169 
  
Ueberall, wo ich in den Küstenorten und in der 
Nähe der Küste Erkundigungen einzog, wurde mir 
bestätigt, daß frisch aus dem Innern bezogenes Vieh 
sehr bald vom Texasfieber ergriffen wird und große 
Verluste erleidet. Aber schon wenige Tagereisen nach 
dem Innern zu, so namentlich in den Inseldörfern 
des Panganiflusses, trifft man ganz gesunde Vieh- 
herden, welche vollkommen frei von Zecken sind. 
Geheimer Medizinalrath Dr. Koch nimmt an, daß 
Stabsarzt Zupitza, der sich seit Ende Oktober am 
Victoria-Nyanza aufhielt, sich bereits auf dem Rück- 
marsche befindet und gegen Mitte März die Küste 
erreichen wird. Unter dieser Voraussicht hofft er, 
die ihm gestellte Aufgabe bis April erledigen zu 
können, und gedenkt, sofern er keine anderen Weisungen 
erhält, dann von Afrika abzureisen und im Mai 
wieder in Berlin zu sein. 
  
Ueber die Ausdehnung des Rukwa-s#es. 
Die bisher noch offene Frage über die Ausdeh- 
nung des Rukwa-Sees ist nunmehr durch die Reese 
des Engländers Wallace in erfolgreicher Weise ge- 
löst worden. Mr. Wallace hat das Resultat seiner 
Forschungsexpedition in einem ausführlichen Schreiben 
der Station Udjidji mitgetheilt, aus welchem wir 
das Folgende entnehmen: 
Ich habe meine Reise um den Rukwa beendet 
und bin seit dem 14. September hierher zurück. 
Ich war nicht so lange unterwegs als beabsichtigt, 
da der See nicht so groß war, wie er auf den Karten 
aussieht. Ich ging den Saisifluß abwärts bis dahin, 
wo er in den See stürzt, und von dort um das 
Südende, dann aufwärts an der Nordostseite; kreuzte 
dann die Ebene nach der Südwestseite in der Breite 
von 7° 40/ südlich und dann wieder abwärts auf 
dieser Seite bis zurück zum Saisifluß. Dann kam 
ich nach Kapufi, hierauf den Kalamafluß abwärts 
nach Abercorn am Chitoberg zurück. 
Ich fand das offene Wasser nur in einer Aus- 
dehnung von 25 geographischen Meilen von Nord- 
westen nach Südosten, mit einer größten Breite von 
12 geographischen Meilen. Er liegt in der Südost- 
ecke einer weiten Ebene, die zwischen 20 und 30 geo- 
graphischen Meilen in der Breite schwankt. In 
nordwestlicher Richtung gehend, folgt auf das offene 
Wasser ein schmaler, nicht tieser Sumpf, der an dem 
Nordostrande der Ebene liegt in einer Ausdehnung 
von 30 Meilen und an den sich eine zur Zeit trockene, 
etwa 20 Meilen lange, kahle schlammige Ebene an- 
schließt. An deren Ende ging ich quer hinüber nach 
Fipa. An dem Südende fließen die Flüsse Saisi 
und Songwe, etwa von gleicher Größe, in das offene 
Wasser; entlang dem Nordostrande sind wenige Fluß- 
betten, alle zur Zeit trocken. Da, wo ich den See 
durchquerte, sah ich kein Zeichen von den Flüssen 
Kafna und Lunga, so daß sie also austrocknen müssen,
        <pb n="212" />
        bevor sie soweit herabkommen. Im Südwesten 
kommen einige kleine Flüsse von dem hohen Plateau 
herab, verschwinden jedoch, bevor sie in die offene 
Ebene gelangen. Der See ist auf beiden Seiten 
gut bevölkert (a fair population), aber Wasser giebt 
es nur wenig und schlecht. Alle Leute scheinen ge- 
sittet (civil) und zufrieden zu sein; es gab viel Lebens- 
mittel. Chimaraunga ist ihr großer Popanz (bugbear), 
doch scheint er hinreichend ruhig, seit er von Sakaliro 
vertrieben worden ist. Er hat eine gute, aber nicht 
starke Boma und zwei oder drei außerhalb liegende 
Dörfer. 
Wild war überall in großer Menge, doch nur 
zwei oder drei Arten: Zebra, Hartebeest und einige 
kleine Antilopen. Keine Spur von Elefanten oder 
Rhinozerossen; doch Löwen in großer Zahl zwischen 
dem Saisi und Songwe. 
Im Sommer glaube ich, daß das offene Wasser 
im Rukwa sich 75 bis 80 geogrophische Meilen in 
nordwestlicher bis südöstlicher Richtung erstreckt, mit 
einer durchschnittlichen Breite von 15 oder 16 Meilen 
und 3 bis 5 Fuß Tiefe. Die Tiefe da, wo das 
Wasser sich zur Zeit befindet, ist meiner Ansicht nach 
nicht viel mehr. 
Ich habe nirgends Unannehmlichkeiten gehabt und 
bin mit allen meinen Trägern zurückgekommen. 
———□— — 
Kamerun. 
Bericht des Direktors des botanischen Gartens in 
Dictoria Dr. Preuß. 
Der Direktor des botanischen Gartens in Victoria 
Dr. Preuß hat über einen Besuch des Pflanzgartens 
in Monte Cafe auf Sab Thomé sowie des staat- 
lichen botanischen Gartens in Gabun und einer 
Kakaopflanzung in Campo unter dem 2. Februar 
d. Is. folgenden Bericht erstattet: 
Der Zweck meiner Reise war, aus dem Versuchs- 
garten von Monte Cafe auf Saö Thom noch 
einige Pflanzen für den botanischen Garten in 
Victoria zu erwerben, ferner den botanischen Garten 
und die Gartenanlagen der katholischen Mission in 
Gabun zu dem gleichen Zwecke zu besuchen und 
außerdem die Kakaopflanzung des Herrn Küderling 
in Campo, welcher mit mir die Reise über Saö 
Thomé machte, einer Besichtigung zu unterwerfen. 
Diese Kakaopflanzung ist die älteste und größte im 
südlichen Theile des Schutzgebietes, und es war mir 
daher von großem Interesse, das Gedeihen derselben 
auf dem Lateritboden von Campo zu beobachten, 
zumal als Saatgut die verschiedensten Kakaovarietäten 
aus der Versuchsplantage in Victoria gedient hatten. 
Am 23. November verließ ich auf dem Dampfer 
„Loanda“ Lissabon und traf bereits am 6. Dezember 
in Sa5b Thomé ein, wohin Herr Gouverneur 
v. Puttkamer den Regierungsdampfer „Nachtigal“ 
gesandt hatte, um mir die Weiterreise zu ermöglichen. 
170 
  
Ich erfuhr zu meiner großen Freude, daß Herr 
Konsul Spengler mit „,Nachtigal“ von Victoria 
gekommen sei, und benachrichtigte ihn sofort von 
meiner Absicht, ihn zu besuchen. Am 7. begab ich 
mich hinauf nach Monte Café. 
Wenn man Sas Thomé auch schon kennt, so ist 
man doch immer wieder von Neuem erstaunt über 
die großartige Fruchtbarkeit des Bodens, die sich 
überall offenbart. Wer aber glaubt, nun gleich beim 
Betreten der Insel vom Strande an sorgfältig ge- 
pflegte und regelmäßig angelegte Kaffee= und Kakao- 
pflanzungen zu sehen, der wird über die meist sehr 
dicht und unregelmäßig bepflanzten und mangelhaft 
gepflegten Kaffee= und Kakaogärten, die größtentheils 
Schwarzen angehören, sehr enttäuscht sein. Will 
man die berühmten Plantagen von Sas Thomé 
sehen, so muß man sich erst ziemlich weit von der 
— gleichnamigen — Stadt entfernen, bis dahin, wo 
die Besitzthümer der großen Pflanzer anfangen. 
Dann bekommt man überhaupt erst einen Begriff 
von der Großartigkeit dieser Pflanzungen. Die von 
Herrn Konsul Spengler eingerichtete und bisher 
geleitete Pflanzung Monte Cafée gilt auf der ganzen 
Insel als Musterplantage; leider erlaubte es meine 
Zeit nicht, dieselbe, welche ich auch schon von früher 
her kannte, einer nochmaligen Besichtigung zu unter- 
werfen. 
Ich wandte meine Aufmerksamkeit dem Versuchs- 
garten zu, welcher neben einer großen Anzahl von 
Rosen, buntblätterigen Coleus, ferner Begonia., 
Gardenia-, Tabernaemontana-, Clerodendron- 
Arten und anderen Zierpflanzen eine noch bedeutendere 
Anzahl von Nutzpflanzen enthält. Die verschiedensten 
Kakao= und Kaffeevarietäten sind hier vertreten, 
ferner Vanille, Thee, Pfeffer, Kardamom, Kampher 
und Zimmet. Von Palmen sind vertreten Thrinax 
argentea, Cocos-, Corypha-, Areca-, Latania- 
Arten und, durch Größe und Schönheit hervor- 
ragend, zwei herrliche Livistona australis. Von 
Fruchtarten sind zu nennen Orangen, Citronen, 
Mandarinen, Pompelmus, Cajamanga-Spondias 
Cytherea, Avocabdo-Persea gratissima, Gnayaven= 
Psidium aromaticum, P. gnayava, P. Aracga, 
Eriobotrya japonica, Passiflora quadrangularis, 
Ardisia cochinchinensis, Mangifera indica, 
Siargium jembolanum, Musa cbinensis und 
mehrere Varietäten der Musa sapientium sowie 
zwei Varietäten der Musa paradisiaca und andere 
Arten mehr. Von Kautschukpflanzen giebt es Ma- 
nihot Glaziowii, Urostigma Vogelli, Ficus 
elastica und einige Landolphia-Spczies, darunter 
die Landolphia llorica vom Kamerungebirge. 
Erwähnenswerth sind noch Musa textilis, Manila- 
hanf, welche auch auf Fernando Po in ausge- 
dehnterem Maße kultivirt wird und deren Fasern 
dort praktisch verwendet werden, ferner Eritbroxylon 
Coca, Paullinia sorbilis, Crescentia Ccucur- 
bitana, die einzige in Westafrika und zwar nur auf 
Saöb Thomé vorkommende Konifere Podocarpus
        <pb n="213" />
        Mannii, Smilax officinalis, Phormium tenax 
und einige interessante Vertreter der Familie der 
Bambuseae. Auch alle europäischen Gemüse ge- 
deihen gut, desgleichen die Erdbeere. Sogar der 
Apfelbaum bringt hier Früchte; allerdings macht es 
einen merkwürdigen Eindruck, wenn ein Baum an 
seinen langen, ruthenförmigen, überhängenden Aesten 
fast am Ende je eine Frucht trägt. Die Ananas 
wird nicht so groß und schön wie in Victoria, in- 
dessen gedeiht sie immerhin leidlich gut. 
Das Klima von Monte Café ist jedensalls sehr 
merkwürdig, da der Kaffee hier, bei fast 700 m Höhe, 
seine denkbar besten Wachsthumsbedingungen alle 
erfült sieht, während auch Kakao, Muskatnuß, 
Zimmet und alle Bananen, desgleichen die Vanille 
vortrefflich gedeihen und die Ananas neben dem 
Apfelbaum und der Erdbeere Frucht bringt. Einen 
traurigen Eindruck machen die Bäume von Manihot 
Glaziowü. Weder der gute Boden noch das 
Klima von Monte Café scheint dieser Art zu be- 
hagen. In dem schlechten Lateritboden des bota- 
nischen Gartens von Gabun dagegen wird aus 
diesem Baume ein guter Kautschuk gewonnen, wovon 
ich mich selbst einige Tage später überzeugen konnte. 
Auch sah ich dort Präparate, welche aus diesem 
Kautschuk in Paris angefertigt waren und welche 
an Qualität nichts zu wünschen übrig ließen. Jedoch 
stimmte Herr Chalot, der Direktor des Gartens, 
mit mir darin überein, daß die Menge des Kaut- 
schuls doch zu gering sei, als daß an eine durch 
Europäer betriebene lohnende Kultur des Baumes 
zu denken sei. Er wird wohl nur bei einer An- 
pflanzung durch Eingeborene, welche ganz mühelos 
ist, vielleicht einige Wichtigkeit erlangen, da er sehr 
schnell wächst und durch das Anzapfen wenig Schaden 
leidet. Ich war in Victoria erstaunt, zu sehen, wie 
vollständig sich die Narben der vor etwa dreiviertel 
Jahren angezapften Bäume geschlossen hatten. Auch 
schienen die Bäume durch das Anzapfen nicht im 
Geringten in ihrer Entwickelung beeinträchtigt 
worden zu sein. 
Ficus elastica, welche im Jahre 1894 aus 
Vctoria nach Monte Casé übergeführt worden war, 
hatte sich sehr gut entwickelt. Diese Art soll gerade 
einer gewissen Höhenlage bedürfen, um wirklich 
lohnende Erträge von Kautschuk liefern zu können. 
Sehr interessant war mir die Entwickelung von 
Uandolphia florica. Von dieser Kautschukliane 
hatte ich im Dezember 1893 einige von Buca 
stammende, etwa 30 cm hohe Pflanzen, welche in 
dem heißen Küstenklima von Victoria schlecht fort- 
lamen, nach Monte Café gebracht. Ich war nicht 
wenig erstaunt, als ich jetzt die Pflanzen bis 25 m 
hoch an Bäumen sich emporschlingen sah, denn ich 
habe noch nie bei einer Landolphia ein ähnlich 
scnelles Wachsthum beobachtet. 
Da in Monte Café früher mit der Kultur 
don Landolphia-Arten angestellte Versuche entweder 
ganz negative oder doch nur sehr wenig befriedi- 
  
  
171 — 
gende Resultate ergeben haben, so scheint mir gerade 
die Landolphia florida wegen der verhältnißmäßig 
günstigen Ergebnisse besondere Beachtung zu ver- 
dienen, zumal sie von allen mir bekannten Kautschuk- 
lianen den besten Kautschuk liefert. Ich kann daher 
für die in höheren Lagen des Kamerungebirges an- 
zulegenden Pflanzungen nur empfehlen, diese Art an 
Schattenbäumen und in stehenbleibenden Waldpar- 
zellen, Schluchten 2c. zu züchten. Vor Jahresfrift 
wurden in Buga eine Anzahl Samen der Gattung 
ausgesät und haben gut gekeimt. 
Als sehr merkwürdig muß ich hier erwähnen, 
daß das Kanthosoma violaceum Schott erst im 
Jahre 1894 durch Herrn Konsul Spengler von 
Victoria aus nach Monte Café und Sas Thomé 
übergeführt wurde, wo diese Art bisher nicht existirt 
hatte. Ich habe keinen Grund, die letztere Angabe 
des Herrn Spengler, der Saö Thomé gut kennt 
und ein sehr aufmerksamer Beobachter ist, anzu- 
zweifeln; ihm fiel die Pflanze bei seiner ersten An- 
wesenheit in Victoria sofort auf. — Merkwürdig ist 
dieses um so mehr, als das Kanthosoma riolaceum 
in ganz Westafrika überall und meiner Meinung 
nach in weit ausgedehnterem Maße kultivirt wird 
als die Colocasia esculenta, weil es weit größere 
und schmackhaftere Knollen liefert. In Sierra Leone 
wird es „Jamaica-Koko“ genannt. Die Knollen 
beider Arten gehen unter dem Namen „Koko“ oder 
„Makabo“, und ich bin überzeugt, daß sie von vielen 
Europäern nicht unterschieden werden, obgleich die 
großen, pfeilförmigen Blätter und die auffallende 
weißliche, purpurn geäderte Spatha des Kantho- 
soma sich sofort von der Colocasia mit dem schild- 
förmigen Blatt und der schlanken, gelben Spatha 
unterscheiden lassen. Es wäre sehr interessant, das 
Verbreitungsgebiet der Kanthosoma violaceum 
Schott festzustellen. 
Ein großblumiger Strophantus, welcher sich an 
einer Spondias cytherea emporwindet, blühte jetzt 
in Menge. Er ist mit S. hispidus bezeichnet, aber 
jedenfalls mit Unrecht, da er weder behaart ist, noch 
die langen Blüthenzipfel dieser Art hat. Ich halte 
ihn für S. gratus, den ich einige Tage später in 
Gabun in Menge sah. In Monte Café setzt er 
nie Früchte an, in Gabun dagegen sehr reichlich. 
Ich nahm von Monte Casé und auch von Gabun 
Stecklinge und Früchte mit, welche in Victoria 
bereits angegangen sind bezw. zahlreich gekeimt haben. 
Unter anderen Arten erhielt ich von Herrn 
Konsul Spengler einige Pflänzchen von Uro- 
stigma Vogelii, welcher Kautschukkaum in Monte 
Casc vorzüglich gedeiht. Ich halte dieses für eine 
sehr werthvolle Erwerbung für die Versuchsplantage 
in Victoria, da die Art sich eventuell zu einer 
regelrechten Kultur eignet. 
Außerdem erhielt ich Früchte der länglichen und 
der runden Muskatnuß, eine angeblich aus Neu- 
Granada stammende Kakaoart mit sehr vollen, runden 
Bohnen und Pflänzlinge einer Bambusart, Phpyllo-
        <pb n="214" />
        stachys bambusoides (2), welche ausgezeichnete 
Gehstöcke liefert. Eine andere Art, welche zu Regen- 
schirmstöcken und Geflecht von Rohrstühlen 2c. Ver- 
wendung findet, ist bereits früher nach Kamerun 
übergeführt worden und gedeiht in Busa sehr gut. 
Die Eingeborenen im Kamerungebiet haben leider 
noch wenig Verständniß für den Nutzen des Bambus- 
rohres. Sie sind an die sogenannte Bambupalme, 
Raphia vinisera, gewöhnt, welche aber auf die 
Dauer kaum im Stande sein dürfte, den ganzen 
Bedarf an Material zum Hausbau zu decken, da sie 
zu langsam wächst. Ich hoffe, daß das Bambusrohr 
allmählich eine größere Verbreitung finden und, wie 
in Indien, eine Wohlthat für die ganze Bevölkerung 
werden wird. In Sas Thom, wo zum Theil 
Chinesen als Arbeiter verwendet werden, sah ich 
letztere aus der Bambusa arundinacea z. B. sehr 
gute Körbe herstellen, indem die Stämme der Länge 
nach in Streifen gespalten wurden, welchen man 
durch Abschaben des Innengewebes die erforderliche 
Geschmeidigkeit gab, so daß sie sich leicht zu Flecht- 
werk verwenden ließen. 
Am 9. Dezember begab ich mich an Bord der 
„Nachtigal“ und langte am 10. in Gabun an. 
Herr Konsul Gebauer empfing mich aufs Freund- 
lichste. Ich machte dem Gouverneur meinen Besuch, 
welcher meine Wünsche in Betreff des botanischen 
Gartens zu erfüllen versprach, und lernte dann den 
Direktor des letzteren, Herrn Chalot, kennen. Ein 
Tornado mit lange andauerndem Regen hinderte 
leider jede Unternehmung. 
Am 10. Dezember besichtigte ich unter Führung 
des Herrn Chalot den botanischen Garten. Dieser 
umfaßt einen Flächenraum von 6 ha. Er ist durch 
Wege in eine Anzahl regelmäßiger Felder eingetheilt, 
welche durch schöne Palmen (Latania borbonica, 
Hyphaene thebaica, Thrinax argentea etc.) 
oder hohe Gräser, wie Andropogon citratus und 
A. muricatus, oder durch Hecken von Strophantus 
gratus 2c. eingefaßt sind. Sehr eigenartig ist eine 
prachtvolle Allee von Raphia taedigera. 
Das Gelände ist wellig und an den tieferen 
Stellen etwas sumpfig. Der Boden ist minder- 
werthig —, ein stark verwitterter Laterit mit zahl- 
reichen Knöllchen von Raseneisenstein. Was Schön- 
heit der Lage, Fruchtbarkeit des Bodens, Ueppigkeit 
des Pflanzenwuchses und Gunst der Wasserverhält- 
nisse anbetrifft, läßt er sich allerdings nicht mit dem 
Versuchsgarten in Victoria vergleichen, jedoch ist er 
sehr sauber gehalten, und man sieht, daß dort fleißig 
gearbeitet und viel für denselben gethan wird. 
Der Garten enthält eine verhältnißmäßig hohe 
Anzahl von Nutz= und Zierpflanzen, im Ganzen 
326 Arten, von denen 73 im französischen Kongo- 
gebiete wild vorkommen. Besondere Aufmerksamkeit 
wird den Obstarten geschenkt. Von Mangikera 
indica finden sich allein 13 veredelte Varietäten 
vor, welche sich durch Größe und Wohlgeschmack bei 
sehr lleinem Kern auszeichnen, außerdem giebt es 
  
172 — 
Anonen, Avocadobirnen, Orangen, Mandarinen, 
Pompelmus, Citronen, Ananas, Spondias cxtherea;, 
Monstera deliciosa und Andere mehr. Sehr 
reichhaltig ist die Sammlung von Palmen. Sie 
enthält 32 Arten in meist sehr schönen Exemplaren, 
welche die größte Zierde des Gartens sind. 
Von Vanilla planifolia ist eine kleine Ver- 
suchspflanzung eingerichtet, welche stark mit faulenden 
Pflanzentheilen, Bananendetritus 2c. gedüngt wird 
und gut gedeiht. Als Stützpflanze dient Curcas 
purgans. Meine Hoffnung, hier eine andere Varietät 
vorzufinden als in Sas Thomé, erfüllte sich nicht, 
indessen nahm ich eine Anzahl Stecklinge mit mir. 
Interessant war es mir, hier die richtige Four- 
croya gigantea (Mauritiushanf) zu sehen, deren 
Blätter am Rande glatt sind, während diejenigen 
der in Victoria kultivirten Varietät mit starken 
Stacheln besetzt sind. 
Eine wildwachsende Alstonia wird in großer An- 
zahl kultivirt. Man hofft, ein guttaperchaähnliches 
Produkt daraus zu gewinnen. 
Den Manihot Glaziowii erwähnte ich schon 
an anderer Stelle. Auch der Parakautschukbaum, 
Hevea brasiliensis, wird kultivirt, ist aber nur 
in noch sehr jungen Exemplaren vorhanden. In 
Victoria haben in diesem Januar die ältesten Bäume 
von Herea zum ersten Male reichlich geblüht. Es 
ist dieses sehr beachtenswerth, da diese Art, nach den 
bisherigen Erfahrungen zu urtheilen, für Kamerun 
eventuell eine große Zukunft hat und demnächst sich 
Gelegenheit bieten dürfte, sie in größerem Maßstabe 
durch Samen fortzupflanzen. 
Von Strophantus sind sechs Arten in Kultur, 
darunter zwei wilde, noch unbestimmte. Von 
S. gratus konnte ich zwei Pflanzen und eine reife 
Frucht, welche etwa einen halben Meter lang ist, 
mit mir nehmen. Stecklinge von S. hispicus hoffe 
ich in kurzer Zeit zu erhalten. 
Eine Anzahl Bäume von Khaya senegalensis 
gedeihen sehr gut. Uragoga Ipecacuanha versagt 
hier ebenso vollständig wie in Victoria. 
Der Kakao entwickelt sich nicht besonders gut, 
es waren nur einige mittelmäßige Bäume vorhanden. 
Dagegen überraschte mich der üppige Wuchs einiger 
Nelkenbäume, Caryophyllus aromaticus. Der 
sandige und lehmige Boden von Gabun scheint ihnen 
besser zu behagen als der humusreiche Basaltboden 
des Kamerungebirges. Dieses wird für den süd- 
lichen Theil des Schutzgebietes in Zukunft zu be- 
achten sein. 
Die Arten, welche ich für den botanischen Garten 
in Victoria erhielt, sind folgende: Andropogon 
muricatus, A. citratus, Bambusa viridi-glau- 
cescens, B. pigra, Cicca disticha (Samen), Citrus 
deliciosa, C. lumia, zwei schöne Codiaeum-Varie- 
täten, Crescentia Cujete var. wicrocarpa, Cur- 
cuma aromatica, Cycas revoluta, Eupatorium 
aapana, Landolphia Klainii, Lagerstroemia 
reginae, Lavigeria salutaris. Mammea amerl-
        <pb n="215" />
        ana. Pachyra macrocarpa, Passiflora laurifolia, 
Parmentiera cereifera, Psidium Araca, Rare- 
Mmlamadagascariensis, Raphia taedigera#(Früchte), 
Saaforthia elegans, Spondiascytherea, Strophan- 
tus gratus, Tradescantia discolor, CQuassia 
mara. Alle Pflanzen langten in Victoria in guter 
Seichaffenheit an, dank der vortrefflichen Verpackung, 
in welcher Herr Direktor Chalot sie mir über- 
zeben hatte. 
Am 12. Dezember stattete ich der katholischen 
Mission in Gabun einen Besuch ab, da ich viel von 
den Gartenanlagen derselben hatte erzählen hören. 
Her Pater Klein, der bereits eine mehr als dreißig- 
ührige Wirksamkeit in Afrika hinter sich und die 
Gartenanlagen geschaffen hat, übernahm die Führung 
durch dieselben in freundlichster Weise. Auch hier 
konte ich noch einiges Interessante und Neue theils 
an Zier-, theils an Nutzpflanzen für den botanischen 
Garten in Victoria erlangen, z. B. Tereskia acu- 
leata, Tecoma stans, Jasminum Ssambac, 
Codiacum Andraeanum, eine Acacia, welche sich 
dorüglich zu Hecken eignet und wegen ihrer eigen- 
thümlichen Stacheln von den Franzosen Acacia 
-corne de boeuft genannt wird, serner Mandarinen- 
däumchen, Sapotillen, die dunkelviolette Eierfrucht 
(Solanum melongena), Saffran, eine gute Varietät 
von Persea gratissima und die kleinfrüchtige Feigen- 
bonane von Cayenne. 
Vanille wird in größerem Maßstabe kaultivirt, 
fermer Kaffee, Spondias cytherea, bie veredelten 
Mangos und Anderes mehr. Die Mission macht 
mit ihren zahlreichen, gut gehaltenen Gebäuden und 
den ausgedehnten Anlagen einen sehr guten Eindruck; 
man sieht viel Arbeit und — Erfolg. 
Am Nachmittage des 12. verließen wir Gabun 
und langten am 13. nach einer schwierigen Fahrt bei 
mehreren Tornados und furchtbaren Regengüssen am 
Vormittage in Campo an. Die Landung ist schwierig 
und sehr zeitraubend. Am Nachmittage besichtigte 
ich mit Herrn Küderling dessen Kakaopflanzung. 
Dieselbe lehnt sich an den Campofluß an und ist die 
lteste und wohl einzige größere Pflanzung im süd- 
lhen Schutzgebiet. Sie ist musterhaft sanber ge- 
ballen und gut angelegt. Sie enthält etwa 18000 
Fiune, von denen die ältesten bereits Früchte tragen. 
de Bäume sind gut gewachsen und entwickeln sich 
Remlich schnell. Der Boden ist Laterit, lehmig und 
zemlich leicht. Die großartige Urwaldvegetation 
Reutet allerdings darauf hin, daß der Boden leistungs- 
sühig ist, jedoch dürfte dem Kakao nach einiger Zeit 
Tunger zuzuführen sein. Ein Raubbau wie im 
Kamerungedirge wird sich hier nicht durchführen lassen, 
jedoch sind die Arbeitskräfte so viel billiger, daß man 
auf eine gute Rentabilität rechnen kann. 
Als Schattenbäume werden unter anderen die 
zahlreichen Coula edulis geschont, mit deren Export 
nach Europa demnächst ein Versuch gemacht werden soll. 
In Campo werden wir jedenfalls zuerst sehen, ob 
der Lateritboden des südlichen Schutzgebietes im Stande 
173 
  
ist, eine erfolgreiche Kakaokultur zu ermöglichen. In 
Kribi war es ja nicht der Fall, indessen wächst in 
Kribi nicht einmal die Banane, und die Bodenver- 
hältnisse sind ungleich viel schlechter als in Campo. 
Am 14. Dezember verließen wir Campo und mußten 
noch Kribi anlaufen, um bei dem dortigen Bezirksamt 
Nachrichten über die Schutztruppe einzuholen. Am 
Wasserfall des Kribiflusses fand ich eine wilde 
Strophantusart, welche ich mit mir nahm und die 
jetzt im botanischen Garten in Victoria kultivirt wird. 
Am Nachmittage des 15. Dezember traf ich in 
Victoria ein und übernahm die Leitung des bota- 
nischen Gartens. 
Unterdrückung der Unruhen. 
Aus Kamerun ist die Nachricht eingegangen, daß 
die in letzter Zeit im Banelande ausgebrochenen Un- 
ruhen durch das energische Eingreifen eines Theiles 
der Schutztruppe unter Premierlieutenant v. Stein 
unterdrückt worden sind. Die Schutztruppe unter 
Hauptmann v. Kamptz hat sich darauf gegen die 
Bulss, die die Straße nach Lolodorf beunruhigt hatten, 
gewandt, um auch dort Frieden zu schaffen. Aller 
Voraussicht nach wird es dabei zu größeren kriege- 
rischen Unternehmungen nicht kommen. 
—.....— 
Reise des Stationsvorstehers von Faünde. 
Der Stationsvorsteher von Yaunde, Premier= 
lieutenant v. Carnap, hat nach Meldungen aus 
Kamerun eine Reise durch das südöstliche Hinterland 
der Kolonie bis zum Kongo glücklich beendigt. Der 
Reisende ist bis nach Ngaundere und von dort zum 
Sangha vorgedrungen, wo er den Ort Zimu Weih- 
nachten v. Is. erreichte, hat die belgischen Faktoreien 
im deutschen Gebiete besucht und sich dann nach der 
Kongomündung und von dort zurück nach Kamerun 
begeben. Die Expedition ist durchaus friedlich ver- 
laufen. Das durchzogene Gebiet soll sich durch große 
Fruchtbarkeit und Wohlstand der Bewohner aus- 
zeichnen. Das Nouvement géographique erwartet 
von der Reise wichtige Ergebnisse. 
— — — 
Berichte über die Bane-Bulv#. Expedition. 
Ueber die Bane-Buly-Expedition liegen folgende 
Berichte vor: 
Tunga, den 14. Januar 1898. 
Am 3. Januar d. Is. übernahm ich in Okalan- 
sama das Kommando über die im Rückmarsch nach 
Lolodorf begriffene Bane-Expedition. Premierlieu= 
tenant Freiherr v. Stein zu Lausniß hat nach 
meiner persönlichen Wahrnehmung seine Aufgabe gut 
gelöst. Das Banegebiet ist nunmehr unterworsfen 
und ruhig. Die nach Okalansama bestellten Genoa- 
häuptlinge erschienen zwar nicht, doch ist meiner
        <pb n="216" />
        Ueberzeugung nach nur Furcht die Veranlassung. 
Ich habe ihnen einen längeren Termin stellen lassen. 
Am 7. Januar traf die gesammte Expedition in 
Lolodorf ein, und nöthigte hier die Neubeschaffung 
von Trägern und Erledigung von Stationsangelegen- 
heiten zu mehrtögigem Aufenthalt. 
Am 12. d. Mts. ist die Expedition in der Stärke 
von 3 Offizieren, 1 Arzt, 3 weißen Unteroffizieren, 
1 Lazarethgehülfen, 162 farbigen Chargen und Sol- 
daten, in zwei Kompagnien formirt, und 145 Trä- 
gern aufgebrochen, um über Tungadorf in das Buly- 
gebiet zu gehen. 
Ich beabsichtige zuerst den großen Sakoistamm 
für seine in kurzer Zeit erfolgten vielfachen Räubereien 
am Gouvernementsweg zu bestrasen und dann im 
Hinterlande von Groß-Batanga und Campo Ordnung 
zu schaffen. 
Aus dem Widerstande, den die Truppe im Bane- 
gebiet gefunden hat, läßt sich erkennen, daß auch hier 
der Widerstand ein erheblicher sein wird. 
Nur die Bulys unmittelbar südlich des Bane- 
gebietes (Mfong) haben sich friedlich gezeigt. Des- 
gleichen soll auch die unmittelbare Umgebung der 
Missionsstation ruhig geblieben sein. Morgen, am 
15. d. Mts., will ich von hier aufbrechen. 
(gez.) v. Kamptz, 
Hauptmann und Kommandeur. 
Ngulemakong, den 19. Dezember 1897. 
Dem Kaiserlichen Gouvernement berichte ich ganz 
gehorsamst, daß gestern die West-Wogamug, etwa 
400 bis 500 Mann stark, unter Führung von Amo- 
gubane, denen ich freies Geleit hatte versprechen lassen, 
zu Friedensverhandlungen hier eingetroffen sind, und 
es ist mir gelungen, einen Friedensvertrag mit ihnen 
abzuschließen. 1 
Die Aussichten auf Beendigung der Expedition 
im Banegebiet sind im Uebrigen derartige, daß ich 
in etwa 14 Tagen hoffe, den Ost-Wogamugfrieden 
ebenfalls in entsprechender Form schließen zu können. 
Kleine militärische Aktionen zu diesem Zweck sind 
vorher jedenfalls aber noch erforderlich. Vorläufig 
erwarte ich die Rückkehr von Unterhändlern Balin- 
korres aus Sambongsa (Jamböng). Die Expedition 
wird jedenfalls bei ihrer Rückkehr noch eine Ver- 
zögerung erleiden, da dem Vernehmen nach Genaas, 
also zwischen hier und Lolodorf, auf dem Gouverne= 
mentsweg und der Baneroute, neuerdings bedeutende 
Uebergriffe sich haben zu Schulden kommen lassen. 
Ich habe alle Genoahäuptlinge auf dem Rückwege 
zu mir bestellt und werde gegen nichterscheinende, 
eine hohe Genehmigung vorausgesetzt, zur endlichen 
gründlichen Sicherung der Straßen rücksichtslos vor- 
gehen. Eventuell werde ich einen Theil der Lolodorf- 
besatzung an den Gouvernementsweg, eltwa 10 Stunden 
östlich Lolodorfs, vorläufig ständig Quartier beziehen 
lassen, und bitte ich deshalb gehorsamst um Geneh- 
migung, vorläufig die mir von Yaunde zur Verfü- 
174 
  
gung gestellten zehn Soldaten in Lolodorf behalten 
zu dürfen, zumal iederzeit eine stärkere Patrouille 
nach Bane—Genoa oder Buli dort verfügbar sein muß. 
(gez.) Freiherr v. Stein, 
Premierlieutenant und Expeditionsführer. 
Ngulemakong, den 27. Dezember 1897. 
Dem Kaiserlichen Gouvernement berichte ich ganz 
gehorsamst, daß am 25. d. Mts. sich die Ost-Wogamugs 
unter Führung des Häuptlings Balansäna, Sohnes 
des Sambosä (Jamböng), hier eingefunden haben, 
um Frieden zu erbitten. Politisch wichtiger, weil 
bedeutend intelligenter und energischer, ist der jüngere 
Bruder des Erwähnten, Ndi, der noch weiter östlich 
sitzt und sehr großen Anhang hat. Es ist derselbe, 
der seinerzeit den Ueberfall in Yanda, im Atagane- 
busch, in Scene setzte. Gerade diesen glaube ich im 
Anschluß an die Friedensverhandlungen völlig davon 
überzeugt zu haben, daß sein Vortheil auf Seiten 
der Europäer liegt, und hat er ebenso wie der in- 
telligenteste Sohn des alten Balinkorre, Balingtsche, 
mir bereits den Wunsch geäußert, zur Erweiterung 
seines Gesichtskreises einen Besuch in Kamerun ab- 
zustatten, der ihm ein noch erhöhtes Ansehen bei 
seinen Landsleuten eintragen, der Kaiserlichen Re- 
gierung aber für die Zukunft wohl auch bedeutend 
von Nutzen sein würde. Balansäna und ein großer 
Theil der übrigen Ost-Wogamughäuptlinge haben 
übrigens nachweislich sich am Kriege nicht betheiligt, 
im Gegentheil stets zum Frieden geredet. Doch ist 
ein Theil ihrer Leute ohne ihre Genehmigung den 
West-Wogamugs zugelaufen. Ich glaubte, die Frie- 
densbedingungen auch dementsprechend niedriger an- 
setzen zu können, zumal Kund seinerzeit lange Zeit 
in Sambosa (Jamböng) vorzügliche Aufnahme und 
jede Unterstützung fand. Verschiedene Zeitungen aus 
dem Jahre 1886, eine große deutsche Flagge, Zeuge rc. 
wurden mir als Erinnerung an Kund mitgebracht. 
Der Weg über Sambosaä (Jamböng) hinaus an den 
Nyong, 2½ Tagemärsche ostnordöstlich von hier, 
dürfte also in zwei Monaten in seiner ganzen Länge 
von Lolodorf aus sicher und gut wie die Gouverne- 
mentsroute sein. Die östlich der Ost-Wogamugs 
sitzenden, sehr bedeutenden Jengone, die zu passiren 
Kund seinerzeit nicht glückte, würden unter dem Druck 
der Ereignisse jetzt ebenfalls friedlich sein, und dürfte 
in Rücksicht auf die mir allerseits bestätigte Schifs- 
barkeit des oberen Nyong auf große Strecken in 
Verbindung mit der neugeschaffenen Wegeverbindung 
Lolodorf— Bambam — Kubana—Amogubane—Jene- 
balla—Ngulemakong—Sambosä zu genanntem Flusse 
(zusammen etwa 70 Stunden) ein bedeutender Auf- 
schwung des Handels von Lolodorf aus direkt nach 
Osten zu erwarten sein. So liegen allein in der 
hiesigen Faktorei 700 Pfund Jengone-Elfenbein und 
sind jetzt 150 eingeborene Träger zur Küste gegangen, 
ohne 40 Eingeborene, die für mich ohne Soldaten 
nach Lolodorf marschirt sind. Wenn irgend möglich,
        <pb n="217" />
        —— 
möchte ich daher die Trockenzeit nicht vorübergehen 
lassen, ohne einen weiteren Vorstoß nach Osten zu 
machen. Ich würde, um eine außerordentlich günstige 
Gelegenheit nicht unausgenutzt zu lassen, unter Jen- 
gonegeleit und in Begleitung Balingkorres von hier 
sieben Tagemärsche weiter östlich zu kommen, dazu 
den Landweg in Aussicht nehmen, um auf dem 
Wasserwege mit gleichzeitiger genauer Routenaufnahme 
zurückzukehren. Eine hohe Genehmigung vorausgesetzt, 
würde ich Anfang Februar von hier aufbrechen und 
habe ich Dispositionen dazu theilweise schon getroffen. 
Sehr zu Gunsten würde mir noch der Umstand 
kommen, daß der Kaufmann Dunkhorst, der die 
Sprache absolut beherrscht, mich dann — ausschließlich 
zu Explorationszwecken — eventuell begleiten würde. 
Die Dauer der Expedition schätze ich auf 1 bis 
1½ Monate. 
Der Abmarsch der Truppe wird in den nächsten 
Tagen stattfinden. Morgen gehen 20 Mann unter 
Führung des Sergeanten Rückert zur Bedeckung des 
Akztes und der Lazarethkranken in kleinen Tage- 
märschen über Essumbambombo über den Gouverne- 
mentsweg nach Lolodorf, um dann in Tunga weitere 
Besehle bezw. meine Ankunft zu erwarten. Ich selbst 
werde mit dem Rest der Truppe dann nach Essum- 
bambombo marschiren und die Kamajaunde zur Wege- 
reinigung von Elama bis durch den Mbengasumpf 
zwingen, wie ich schon gehorsamst berichtete, und 
werde ich im Anschluß daran in Genoa endgültig 
Ordnung stiften, wie ich ebenfalls schon erwähnte. 
am 10. Jannar 1898 spätestens hoffe ich von Tunga 
oder wahrscheinlicher von Bipindi aus, die Bu-e- 
angelegenheit in Angriff nehmen zu können. 
(gez.) Freiherr v. Stein, 
Premierlieutenant und Expeditionsführer. 
— 
Togo. 
libericht üder die im deutschen Schutzgebiete von Togo 
ensissügen Deutschen und Fremden am 3). Dezember 1897. 
#ch Staatsangehörigkeit und Stand oder Gewerbe. 
  
— — . — — — — — — 
  
  
  
  
  
—Sktatzungehöriglit. Stand oder Gewerbe 
.. # 
—. 
J 
# " . 
Dautscce 1|1 22 25 3 
holander s 31½ 1.— 
Panzosen 2 — 2 — — 
Englinder .13 — 
zet. . 1 — — 1 — 
Zusammen 94331 271 27 3 
derner weibliche Personen: 16 *( kummen Deutsche: 
Forstassessor, 
Zusammen 110 2 Forschungsreisende, 
2 Assistenten, 1 Photograph. 
175 
  
b. Nach Maßgabe ihres Wohnsitzes. 
  
—...G — — — —. — — — — 
  
  
  
  
  
  
Staatsangehörigkeit und Anzahl 
8 S S2- . 7 
Kueuele 2.s3 
-s⅜éäCo"2 *5P5s5%34E 
S L S m— 
m3 
I l ! 
Lome...38.lx—2'2;-43:84) 
Klein-Popo u. .- 
Sebbe.. Los-I— — 1— 21 2 
Kpeme 3 — +—— — +3 1 
Porto Seguro 2 — — — — — 2. — 
Tooo 1 — — 1 2— 
r—- 2 — —— — —22 
Palime 4 — — — — — 4— 
Atakpvame 1 ——— — — — 1— 
Kpandu 1 —.— — —— — 
Kratschi 3 — —— —— — 
Mangu. 2 — — — +2 
Basari. 4 — —— — # — 4— 
Kirikri. 2 — — — — 
Amedsovhe 6 — 1— — — 71422 
Wora Wora 1 — — — 11— 
Ketschenke 2 — # — — —— 2— 
Dako 4 — — — — — 4 — 
Ho * 6 –. — 6 1 
Zusammen 1102; 11 1233 1111014 
  
  
*) Von diesen 8 weiblichen Personen halten sich 2 nur 
vorübergehend hier auf. 
(Siehe auch umstehende Tabelle.) 
—— ——— — — 
Deutsch-Südweltafrika. 
Zu den Unruhen in SBüdwestafrika. 
Im Anschluß an die in Nr. 2 des Deutschen 
Kolonialblattes vom 15. Januar d. Is. veröffentlichte 
Mittheilung über die in Südwestafrika unter den 
Zwartboi-Hottentotten ausgebrochenen Unruhen wird 
nunmehr berichtet, daß es nach dem Gefecht vom 
5. Dezember v. Is. zwischen Theilen der Schutztruppe 
und den Aufständischen noch mehrfach zu kleineren 
Zusammenstößen gekommen ist, bei denen ein Unter- 
offizier und zwei Mann der Truppe gefallen sind. 
Ein größeres Gefecht hatte Hauptmann v. Estorff 
am 4. Januar d. Is. zu bestehen. Diesseitiger Ver- 
lust: Sekondlieutenant Bensen schwer verwundet, 
zwei Reiter todt. 
Wenngleich auch dieser Kampf mit der Nieder- 
lage der Zwartbois endete, so hat er doch einen 
Abschluß des Aufstandes nicht herbeizuführen ver- 
mocht. Zur endgültigen Niederwerfung des Letzteren 
hat die Landeshauptmannschaft Verstärkungen in den 
Nordbezirk des Schutzgebietes dirigirt, wohin sich 
auch der stellvertretende Truppenkommandeur, Major 
Müller, begeben hat. 
–
        <pb n="218" />
        176 
Derzeichniß der im Schuhgebiete 0 tbätigen Firmen und Erwerbogesellschasten nach dem Stande am 31. Januar Py1098. 
  
  
  
— Ôn' — — — . — — — — — — .——— 
  
  
Namen der Firma we Farbiges Farbiges 
ißes Weißes 
2 auptsi ersonal Niederlassungen l 
oder v sit Per- ½ oder uansenngen Per- ““Y[Y Verkaufsläden 
Handelsgesellschaft sonal Clerks Arbei- ¾ sonal Clerks Arbei- 
Et T ter ter 
1. Bremer Faktoernn Lome 3 7 7 in Bagida — 1 — 
in Agome Palime 1 2 18 
« in Kpandu — 2 — 1 
2. Boedecker &amp;K Meyher - 3 8 42 in Agome Palime — 1 ? 5 eigene Läden 
CEroo. in Kpandu (im Entstehen 1 2 2 Kommissionsläden 
1 vboys begriffen) . .. 
3.C.Goedelt.......... - 3 5 20 in Agome Palime — 2 1 53 eigene Läden 
in Kpandu 1 1 1 
4.J. &amp; A. Swanzz 2 10 5 8 keine im Schuzgebiete — — — eigene, 1 Kommissionsladen 
« bezgw " 
5.LiebauZxWitt........ - 1 2 7 — —- — — 11 
6. IF. Oloff &amp; Co. — — — — — — — — 
7.UArmerding &amp; Feit " 1 5 7 — — — ? 13 
38.Wölber &amp; Zimmerman - 1 4 3 in Porto Seguro 2 1 41 
in Palime — 1 11 
# in Lome – — — 13 
9.O. Walbreht "] 1 5 — — — — 2 
10.Wölber &amp; Zimmermann .. Klein-VPopo 1 4 5 — — — — 1 Laden in Klein-Popo 
# 1 : Porto-Seguro 
11.J. Ferd. Sthaern - 1 3 2 — — — — 11 — * Klein-Popo 
12. 1E. Kentzler... 2 3 5 — — — — 1 " 
1 Porto-Seguro 
. 6 1 : Inakopi 
i 1-Sohoto 
13.C.Goedect.......... - — 4 1 4 — — — — 1 Klein-Popo 
14.L. M. Lawmsddddoo O — 1 1 2 — — — — – 
15.. K. Vietrtr - 2 4 11 – — — ——1 " Gridji 
16. do. Kaffeeplantage. . .. Sebbe 1— 10 — — — — — 
17.]Plantagengesellschaft Plantage 
Kpeme, Ges. m. b. 90 . Kpeme 2 2 90 — — — — — 
18. d'Almeida Brothers &amp;K Co. . . . Klein-Popo — 8 12 Kaffeeplantage in Sebbe 1 1 12 OD Ktein- Vapo“ 
s - -Adj 
i 1-Vadji 
1 * Degbenu
        <pb n="219" />
        Deufsch-Neu-Guinra. 
Ueber einen Zesuch bei den Rabienleuten (Neu- 
Pannover) 
entnehmen wir dem Dezemberheft der Marine- 
Rundschau folgende interessante Schilderung: 
Unter den zahlreichen Requisitionen, die beim 
Eintreffen S. M. S. „Falke“ in Matupi für die 
bevorstehende Rundreise durch das Schutzgebiet vor- 
lagen, war auch der Wunsch ausgesprochen, Frieden 
zu stiften zwischen den verfeindeten Stämmen, die 
im nördlichen Neu-Mecklenburg, auf Neu-Hannover 
ud den umliegenden Inseln sitzen. Die hier aus- 
gebrochenen Streitigkeiten waren für den Handel in 
jenen Gegenden sowie für die Anwerbung von 
Plantagenarbeitern von nachtheiligen Folgen gewesen. 
Der Kaiserliche Richter hatte bereits durch Plan- 
tagenarbeiter, die nach dem Ablaufen ihres Vertrages 
in ihre Dörfer zurückkehrten, dorthin die Botschaft 
ergehen lassen, daß er kommen wolle, um Frieden 
zu machen. 
Als S. M. S. „Falke“ die Rundreise antrat, 
war in Herbertshöhe die aus 24 Eingeborenen be- 
stehende Schutztruppe an Bord genommen worden; 
in Stephansort hatte sich dann der Kaiserliche Richter 
eingeschifft, um unter dem moralischen Druck, den 
die Anwesenheit des Kriegsschiffes auf die Kanaken 
jederzeit ausübt, seines Amtes zu walten. 
Nachdem an der Küste von Neu-Guinea die vor- 
liegenden Aufgaben erledigt waren, ging S. M. S. 
„Jalke“" nördlich der Admiralitätsinseln nach Neu- 
Hannover und ankerte am 27. August in der Höhe 
don Nusa. Von hier aus sollte die Friedens- 
Apedition unternommen werden. Als Vorbereitung 
waren am Tage vorher einige ortskundige Ein- 
geborene aus der Umgegend an Bord genommen 
und die umwohnenden deutschen Händler benach— 
rictigt worden. Der Expedition schlossen sich der 
Kommandant und einige Offiziere an. 
Am 28. mit Sonnenaufgang wurde aufgebrochen. 
Ei geschlepptes Boot nahm die schwarze Schutz- 
kuuppe auf, ein zweites Boot mit einigen deutschen 
Händlern wurde unterwegs in Schlepp genommen. 
Nach dreistündiger Fahrt durch den Albatroß-Kanal 
kamen wir an den Ort unserer Bestimmung; die 
Landschaft Kabien mit gleichnamigem Dorf, dem Sitz 
der Hauptunruhestifter. Mit Hülfe der Führer 
wurde die Landung trotz der der Küste vorgelagerten 
Korallenriffe ermöglicht, und auf dem Rücken unserer 
Schwarzen gelangten wir trockenen Fußes an Land. 
Da ein gemeinsamer Vormarsch die Eingeborenen 
wahrscheinlich verscheucht haben würde, rückte der 
ichter mit den eingeborenen Führern voraus, um 
das Gelände aufzuklären. 
Nach kurzem Marsch an der Küste traf er 
an der Mündung eines Baches mit den Kabien- 
leurn zusammen, die beim Sichten der fremden 
Boote durch Trommelruf ihre streitbaren Männer 
gesammelt hatten. Da der Vortrupp keinerlei Waffen 
177 
  
mit sich führte, konnte den Leuten durch Vermittelung 
der Führer bald verständlich gemacht werden, daß 
der weiße Mann in friedlicher Absicht gekommen sei. 
Beruhigt legten die Eingeborenen ihre Speere hin 
und wateten durch den Bach den Ankömmlingen 
entgegen; einer der Männer kam auf den Richter 
zu und begrüßte ihn hocherfrent als einen alten 
Bekannten, indem er ihn wiederholt versicherte, seine 
Stammesgenossen warteten schon seit Wochen auf 
ihn; sie hätten die Kunde erhalten, daß er kommen 
wolle, um die Ruhe im Lande wieder herzustellen. 
Dann wurde der weiße Mann zu den Häuptlingen 
geführt, die am Strande seiner harrten. Ganz war 
jedoch der Argwohn der Eingeborenen noch nicht 
beseitigt, denn als nach der ersten Begrüßung der 
Kaiserliche Richter erklärte, er müsse zu den weiteren 
Verhandlungen seine Truppe und die Häuptlinge 
vom Kriegsschiff haben, behielt man seine Begleiter 
als Geiseln zurück und ließ ihn mit einigen Ein- 
geborenen gehen, um uns abzuholen. 
Der Marsch am Ufer über Korallen bei glühen- 
der Hitze war nur kurz. Am Versammlungsort an- 
gelangt, stellte uns der Kaiserliche Richter den an- 
wesenden beiden großen Kriegern in aller Form 
vor. Durch Händedruck wurde die Bekanntschaft 
geschlossen, dann nahmen wir, der Kommandant in 
der Mitte, in bunter Reihe auf einem umgefallenen 
Baum Platz. Vor uns wurde ein von Bord mit- 
gebrachter Friedensspeer in die Erde gestoßen, um 
ihn lagerten sich einige Krieger, während das Gros 
sich in ehrerbietiger Entfernung seitwärts auf den 
Boden kauerte und schweigend der kommenden Dinge 
harrte. - 
Nachdem so Alles nach Rang und Würden 
Platz genommen hatte, trat der Kaiserliche Richter 
vor und hielt eine längere Ansprache an das Volk. 
Die Rede wurde den Kriegern verdolmetscht und 
von diesen mit beifälligem Gemurmel aufgenommen; 
daun nahm der Richter den Friedensspeer, zerbrach 
ihn und warf die Stücke vor den Häuptlingen auf 
die Erde, indem er dabei die Namen aller Dörfer 
aufzählte, die in diesen Frieden eingeschlossen sein 
sollten, gab jedem der Häuptlinge zur Bekräftigung 
seiner aufrichtigen Gesinnung einen Faden Aapsoka 
(einheimisches Muschelgeld) und vertheilte unter die 
Krieger Tabak und rothe Lawa-lawa. 
Im Namen der Leute von Sandwich und La- 
musmus mußten von dort stammende Schutztruppen- 
Soldaten, für Kabotteron zwei dort ansässige Leute, 
die mit einem der weißen Händler gekommen waren, 
ebenfalls Aapsoka und Tabak an die Häuptlinge und 
die Krieger vertheilen. 
Damit war die Zeremonie beendigt, und wir 
folgten nun der Aufforderung der Häuptlinge, ihrem 
Dorf einen Besuch abzustatten. Eine halbstündige 
Wanderung auf steilen Buschpfaden führte uns zu 
einer Zahl von Hütten, die unter hohen Palmen 
um einen sauber gehaltenen freien Platz gruppirt 
lagen. Durch lauten Zuruf wurden die Weiber und
        <pb n="220" />
        Kinder herbeigeholt, die, im Busch versteckt, den 
Ausgang der Verhandlungen erwartet hatten, und 
dann lagerten wir uns Alle in bester Eintracht auf 
schnell herbeigeholten Bastmatten, um des Weiteren 
den Freundschaftsbund zu besiegeln. Die beiden 
Häuptlinge überreichten als Gegengabe dem Richter 
je einen Faden Aapsoka und ließen sich in stolzer 
Ruhe, die sie während der ganzen Zeremonie be— 
wahrt hatten, in unserer Mitte nieder. Auch als 
unser Kommandant zum Zeichen der Freundschaft 
jedem der großen Krieger ein riesiges Buschmesser 
überreichte, verrieth keine Miene, daß sie über diese 
Gabe, die bei den Kanaken in hohem Werth steht, 
auch nur zum Mindesten erstannt oder erfreut seien. 
Mit vornehmer Ruhe gaben sie das Messer an junge 
Krieger ab, die dann auf ein kaum merkliches Kopf- 
nicken verschwanden, um nach kurzer Zeit mit einem 
sauber verschnürten Bündel Speere wieder zu er- 
scheinen, das der Häuptling stumm seinem weißen 
Freunde in den Schooß legte. 
Inzwischen war unser Frühstückskorb erschienen, 
aus dessen vielverheißendem Innern sich eine Flasche 
Champagner und andere gute Dinge entwickelten. 
In silbernen Bechern wurde der schäumende Trank 
den weißen und den schwarzen Häuptlingen kredenzt, 
und unsere neuen Freunde ließen mit stummer Würde 
aber sichtlichem Behagen diese Ehrung über sich er- 
gehen. Auch den später erscheinenden Rothwein 
nahmen sie, nachdem sie auf den Geschmack gekommen 
waren, nicht nur gnädig hin, sondern zeigten durch 
Mienenspiel ein sichtliches Verlangen danach. 
Aber noch war die Zeremonie nicht ganz be- 
endigt, die übliche Rede fehlte noch, und schon hatte 
der Richter Bedenken geäußert über die Offenheit 
der friedlichen Gesinnung, als plötzlich in athemlosem 
Lauf ein alter Mann aus dem Busch erschien. Nur 
mit einem schellenbehangenen Bastkörbchen bekleidet, 
das er unter dem Arm trug, lief er um uns herum 
und erzählte, keuchend vor Anstrengung, aber mit 
bewundernswerther Zungenfertigkeit, er sei herum- 
gelaufen und habe allen betheiligten Dörfern die 
frohe Botschaft vom großen Frieden überbracht, nun 
sei allenthalben Freude im Lande. Obgleich der Er- 
zählung des alten Herrn mit Rücksicht auf die ver- 
flossene kurze Spanne Zeit keine allzu große Glaub- 
würdigkeit beigemessen werden konnte, wurde sein 
Auftreten symbolisch als Besiegelung des Friedens- 
bundes angenommen und er selber durch Geschenke 
in entsprechender Weise geehrt. 
Damit war unsere Aufgabe erfüllt, und wir 
kehrten nach kurzem Besuch in den einzelnen Hütten 
zu den Booten zurück, begleitet von den Eingeborenen, 
deren Häuptlinge es sich nicht nehmen ließen, unseren 
Frühstückskorb zu tragen; wohl ein Zeichen der An- 
erkennung für die gehabten Genüsse. Nach herz- 
lichem Abschied kehrte man an Bord zurück. 
178 
  
— — 
  
RAus dem PBereiche der Missionen und 
der Antishlaverei-Bewegung. 
Von der Kongregation der Pallottiner reisen mit 
der „Aline Woermann"“ nach Kamerun der Missions- 
priester Schöller und die Hülfsmissionare Freien- 
stein, Müller und Büning. Mit demselben 
Dampfer gehen für die Baseler Mission nach Kamerun 
die Missionare Schmid, Maier und Gutekunst, 
denen sich für die Baptistenmission die nach Kamerun 
gehende Diakonissin Fräulein Emilie Buchmann 
anschließt. 
Die Missionare Bernsmann und Teuchel mit 
ihren Frauen reisen am 25. März mit Dampfer 
„Marie Woermann“ nach Walfischbai; sie gehören 
zur Rheinischen Mission in Barmen. (Afrikapost.) 
— — ——— 
In der „Allgemeinen Missionszeitschrift“ wird 
über die Schulen der Baseler und der Norddeutschen 
Mission im englischen Evhelande, wie folgt, berichtet: 
Die Kolonialregierung (der Goldküste) hat in 
früheren Jahren, ohne Forderungen zu erheben, Schul- 
gelder verwilligt. Später hat sie einen Regierungs- 
inspektor angestellt und einen School-Board gebildet 
und dann angefangen, ihre Verwilligungen an Be- 
dingungen zu knüpfen, die alle aus dem Prinzip 
heraus gedacht waren, daß die Bildung des Volkes 
eine englische sein muß. Die Norddeutsche Missions- 
gesellschaft glaubte bei diesem System, das sich in 
allen Schulen, in den Schulzielen, in der Lehrer- 
bildung geltend machte und noch mehr in der Zu- 
kunft als schon jetzt, ihr Prinzip einer nationalen 
Erziehung, die ohne Bildung in der eigenen Mutter- 
sprache unmöglich ist, nicht aufrecht erhalten zu können, 
und hat darum auf den Schulgrant verzichtet. Ging 
man auf das englische System nicht ein, so wurde 
der Grant ohnehin ganz unbedeutend, während aller- 
dings die Summe, wenn man sich akkommodiren wollte, 
sehr ansehnlich wurde. So führt die Baseler Rech- 
nung von 1896 22 000 Mark auf, d. i. für jeden 
Schüler fast 6 Mark. Es wäre lehrreich, zu hören, 
ob dabei das Prinzip nationaler Erziehung, das die 
Baseler Mission auch hat, nicht doch leidet. Wenn 
die englische Regierung nicht von dem Wahn beseelt 
ist, daß einmal die Ga und Tshi redenden Völker 
englisch reden werden, und wenn sie erkennt, daß es 
doch besser ist, daß die Eingeborenen eine gesunde, 
einfache Bildung in ihrer Sprache empfangen, als 
wenn sie ein klein wenig Englisch lernen, so sollte 
sie doch bestimmt werden können, die zu unterstützen, 
die ihre Schutzbefohlenen lehren, in ihrer Sprache zu 
lesen und zu schreiben. Die Baseler Mission sendet 
doch jährlich gewiß 600 bis 700 Afrikaner, die lesen 
können, unter das Volk zurück. Die wollen dann 
auch etwas lesen. Die Zeiten sind auch für Afrika 
vorüber, wo Bibel und Gesangbuch genug waren für 
den einfachen Leser. Die Baseler Mission trifft denn 
auch Anstalten, um dem Lesebedürfniß entgegenzu-
        <pb n="221" />
        kommen. Sie hat in Accra eine Missionsbuchhand- 
lung gegründet. Wie es scheint, ist auch der „Christian 
Reporter“ ein solches Missionsunternehmen für neu- 
oder wißbegierige Afrikaner. Wenn es ginge, dem 
Blatt einen afrikanischen Titel zu geben und den 
Gaern und Tshiern in ihrer Sprache „immer etwas 
Neueres“ zu melden, so wäre das gewiß höchst er- 
freulich. 
Ueber die von den Vätern vom hl. Geiste in 
Tanga im November 1896 errichtete Missionsstation 
wird in „Kreuz und Schwert“ geschrieben: Schon 
seit längerer Zeit verlangten die dort ansässigen, aus 
Goa stammenden Portugiesen sehr dringend einen 
Priester. Sie schickten damals an den apostolischen 
Vikar vom nördlichen Sansibar eine Bittschrift, er 
möge ihnen doch einen Missionar senden, und erboten 
sich gleichzeitig, auf eigene Kosten eine Kapelle zu 
erbauen. Eine zu dem Zwecke veranstaltete Lotterie 
erhielt die Genehmigung der Regierung. Um dem 
Wunsche einer frommen Wohlthäterin sowie auch der 
Benediktinerinnen von Solesmes, die sich für die 
Mission sehr freigebig gezeigt haben, zu entsprechen, 
wurde die neugegründete Niederlassung unter den 
besonderen Schutz des heiligen Benediktus gestellt. 
P. Haberkorn wurde bestimmt, die Station zu 
eröffnen. 
In Limburg wurde am 7. Februar das neue 
Missionshaus der PP. Pallotiner feierlich ein- 
geweiht. 
F. Bernward Baule von der St. Benediktus- 
Genossenschaft ist in Dar-es-Saläm gestorben. Auch 
de Trappisten, welche bekanntlich in Westusambara 
(Gale) eine Niederlassung einrichten (vergl. Kol. Bl. 
vom 1. Januar d. Is., S. 6), haben bereits den 
zweiten Todesfall zu beklagen. P. Emanuel, 
welcher die Stelle des gestorbenen Paters Leonhard 
einnehmen sollte, ist in Galc (jetzt Station Köln 
benannt) verstorben. 
Den „Berichten der Nheinischen Missionsgesell- 
cheft“ entnehmen wir: Missionar Kremer ist sehr 
darauf aus, in Gaub allerhand kulturelle Arbeiten 
auszuführen, um dadurch seine Bergdamara auf dem 
Plat zu halten. Aus Walfischbai macht Missionar 
Böhm die erfreuliche Mittheilung, daß er 75 aus 
den Heiden hat taufen können. Auch sind bereits 
8000 Mark zur Gründung einer deutschen Gemeinde 
in Swakopmund gesammelt worden. Es ist beab- 
schtigt, eine Kirche und ein Pfarrhaus zu bauen 
und einen Pastor zu berufen. — Bei den Missionaren 
im Ovamboland herrschte große Freude, daß am 
2. Oktober v. Is. Missionar Ickler anlangte. Mit 
dem Bruder Ickler kam nun auch ein Theil der 
längst erwarteten Fracht an, war wenigstens in Sicht. 
Tie Missionarsfamilien waren schon recht ins Ge- 
dmlänge gerathen; Mehl, Petroleum, Alles ging auf 
179 
  
——...—— 
— .— - . . 
—. 
die Neige, beide Familien, Wulfhorsts und Stahl- 
huts, halfen sich gegenseitig aus, so gut es ging. 
Auch im Ovambolande ist nun die Rinderpest 
ausgebrochen. Das mußte man ja erwarten. Missionar 
Wulfhorst hat viel zu thun gehabt mit Impfen; er 
ist tagelang unterwegs gewesen. Uejulu, der Ober- 
häuptling, war sehr eifrig dabei. — Missionar 
Stahlhut in Ondjiva schreibt: „Wir wohnen jetzt 
schon einige Monate in unserem neuen Haus (die 
Station Ondjiva ist verlegt worden); es wohnt sich 
gut so hoch vom Boden, und es scheint auch viel 
gesünder zu sein. Die Kirche wird hier (auf dem 
neuen Stationsplatz Onanjama) besser besucht als in 
Ondjiva; besonders viel Frauen und Kinder kommen, 
was früher nicht der Fall war. Auch die Häupt- 
lingsfrauen kommen, wenn sie von meiner Frau oder 
von unseren Mädchen abgeholt werden. Auch die 
Rinderpest scheint dazu beigetragen zu haben, daß 
die Leute mehr auf Gottes Wort merken. Dem 
Impfen standen viele erst sehr mißtrauisch gegenüber.“ 
RAus fremden MKolonien. 
Ueber den Stand der Arbeiten an der Kongo-Eisenbahn 
geben nachfolgende Daten näheren Aufschluß; die- 
selben sind dem Reisebericht des Generaldirektors der 
Kongo-Eisenbahngesellschaft, Major Thys, welcher 
sich vor einigen Wochen an Ort und Stelle von dem 
Fortgang der Arbeiten überzeugt hat, entnommen: 
Nach demselben war das Geleise am 15. Dezem- 
ber v. Is. bis zum Kilometer 348 gelegt, die Erd- 
arbeiten waren in Angriff genommen bis zum Kilo- 
meter 368. Von Matadi bis zum Kilometer 210 
war die Linie in gutem Zustande, dagegen hat die 
Regenzeit in den Bergen von Sona Gungu (Kilo- 
meter 210 bis 236) viel Schaden angerichtet, be- 
sonders durch Erdrutschungen in den Einschnitten; 
hier bleibt noch viel Arbeit zu thun, da die Be- 
schaffenheit des Bodens — leicht verwitternder Thon- 
schiefer — ungünstig ist. Von Kilometer 236 bis 
zum Uebergang über den Inkissi ist die Strecke in 
gutem Zustande, ebenso von dort bis Kilometer 336 
mit geringfügigen Ausnahmestellen. Alsdann folgt 
schlechtes Terrain (Thonschiefer) bis Kilometer 368; 
die Reststrecke (Sand) bietet wieder gute Baubedin- 
gungen. Bei Beginn der Trockenzeit wird sich die 
ganze Linie in gutem Zustande befinden; jedoch 
werden die nächsten Regenperioden wieder größerc 
Reparaturarbeiten erfordern, bis sich der Unterbau 
endgültig gesetzt hat. Das Geleise entspricht allen 
billigen Anforderungen. Die Linie wird bei Dolo 
den Pvol erreichen und damit eine Länge von 
388 km haben. Von dort wird die Bahn, dem 
Ufer des Stanley Pool westwärts folgend, über 
rinshassa nach Leopoldville (10 km) verlängert 
werden, so daß alle Faktoreien und Missionen, die 
Station des Kongostaates und der Slip durch Ge- 
leise angeschlossen sind.
        <pb n="222" />
        — 
Die definitiven eisernen Brücken sind vollendet 
bis Kilometer 160 (Kimpesse), dahinter noch im Bau 
begriffen die große Brücke über den Inkissi von 
100 m Jochweite geht ihrer Vollendung entgegen. 
Das rollende Material dürfte für die nächste 
Zeit allen Anforderungen genügen. Die Direktion 
hofft, die bisher auf zwei Tage — mit Nachtrast in 
Tumba — berechnete Dauer der Reise von Matadi 
zum Pool durch Betriebsverbesserungen und theilweise 
Beleuchtung der Strecke auf 16 bis 17 ⅛ Stunden 
vermindern zu können. 
Die Eröffnung des vorläusigen Betriebes ist auf 
den 1. Mai festgesetzt; die feierliche Einweihung wird 
voraussichtlich Anfang Juli stattfinden. · 
Die Direktion hat sich bereits mit dem Gedanken 
der Nutzbarmachung der an der Strecke vielfach vor- 
handenen Wasserläufe von starkem Gefälle behufs 
Gewinnung elektrischer Kraftquellen beschäftigt. Wenn 
es sich auch zunächst nicht um die Einführung des 
elektrischen Betriebes auf der Strecke handelt, so wird 
doch jetzt schon die Einführung der elektrischen Be- 
leuchtung in Matadi und elektrischer Triebkraft an 
Stelle der jetzigen Motoren in den dortigen Werk- 
stätten erwogen; später soll in Dolo und an der 
Strecke selbst in gleicher Weise vorgegangen werden. 
—— 
Wissenschaftliche Expedition im Rongostaat. 
Eine von der Regierung des Kongostaates aus- 
gerüstete wissenschaftliche Expedition, deren Führung 
Lieutenant Lemaire übertragen ist, wird demnächst 
die südlichen und östlichen Gebiete des Kongostaates 
erforschen. Die Expedition wird Zeitungsnachrichten 
zufolge auf dem Wege über den Sambesi und Schire 
sich erst nach Katanga begeben und ihre Forschungen 
bis zum Mocrosee im Norden fortsetzen. 
Die Ausgaben Englands für seine Rolonien während 
des Etatsjabres 3898/90. 
Aus dem englischen Etat für „Foreign and 
Colonial Services“ 1898 99 erscheinen folgende, die 
Kolonien betreffenden Positionen bemerkenswerth: 
Der von England zu zahlende Zuschuß beträgt für 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Uganda 142 000 gegen 49 000 im Vorjahre, 
Britisch-Central-Afrika 23.000 30 000 = - 
Britisch-Ostafrika 90000 75000. 
die Uganda-Eisenbahn 7 463 7 103 
(jährl. Zahlung b. 1925) 
zusammen 267 463 gegen 161 463 im Vorjahre. 
Die erhebliche Steigerung der Zuschüsse um 
106 000 Pfd. Sterl. entfällt hauptsächlich auf Uganda, 
für welches 93 000 Pfd. Sterl. mehr eingesetzt sind, 
als im Vorjahre. 
Der Zuschuß für die Goldküste beträgt 25 000 
Pfd. Sterl., während im Vorjahre em solcher über- 
haupt nicht erforderlich war. Die Summe soll für 
1 
s 
I 
  
  
  
  
  
  
180 — 
die Verwaltung und Vertheidigung der nördlichen 
Distrikte des Gold Coast Protektorate verwandt 
werden, da die Einkünfte der Kolonie hierzu nicht 
ausreichend erscheinen. 
Für eine westafrikanische Grenzmacht (West 
African Frontier Force) sind 250 000 Pfd. Sterl. 
eingesetzt, während der vorjährige Etat hierfür keine 
Beträge vorgesehen hatte. Die Summe soll zur 
Unterhaltung einer Eingeborenen = Militärmacht von 
2600 Mann dienen. Außerdem sollen mit derselben 
die Kosten für die Herstellung einer telegraphischen 
Verbindung in den Nigergegenden bestritten werden. 
Der Zuschuß für Betschuanaland beträgt 40 000 
Pfd. Sterl. gegen 70 000 Pfd. Sterl. im Vorjahre. 
Die Einnahmen von Betschuanaland sind auf 15 330 
Pfd. Sterl., die Ausgaben auf 89 231 Pföd. Sterl. 
veranschlagt. Es bleibt mithin ein Defizit von rund 
74 000 Pfd. Sterl. Zur Deckung desselben sollen 
die Beträge, welche sich am 31. März 1898 noch in 
der Hand der Kronagenten für die Kolonien befinden 
— dieselben sind auf rund 38 000 Pfd. Sterl. ver- 
anschlagt — und die als Zuschuß eingesetzten 40 000 
Pfd. Sterl. verwandt werden, 
Für Rhodesia waren im Vorjahre keine Beträge 
eingestellt. Für 1898/99 sind 3700 Pfd. Sterl. an 
Gehältern 2c. vorgesehen. 
Für Neu-Guinea sind zur Erhaltung des dortigen 
Dampfers 1500 Pfd. Sterl. gegen 3000 Pfd. Sterl. 
im Vorjahre eingesetzt. Es ist dazu bemerkt, daß 
die Periode von zehn Jahren, für welche im Jahre 
1888 die Vereinbarung über die Verwaltung dieser 
Besitzung unter der Garantie von drei australischen 
Kolonien getroffen war, nächsten September abläuft. 
Während der Verhandlungen über eine neue Verein- 
barung, welche den Gegenstand einer internationalen 
Konferenz bilden, soll der Beitrag für die Unter- 
haltung des Dampfers für die erste Hälfte des 
Rechnungsjahres 1898/99 in gleicher Höhe, wie 
bisher, weiter gezahlt werden. 
Für die übrigen Kolonien sind gar keine oder 
nur ganz geringe Beträge eingesetzt. 
Zur Unterdrückung des Sklavenhandels sind 
1112 Pfd. Sterl. eingesetzt gegen 2628 Pfd. Sterl. 
im Vorsjahre. 
An Subsidien 
gezahlt: 
An die Eastern and Sonth African 
Telegraph Company 63 000 Pfd. Sterl. 
African Direct Telegraph 
für Telegraphenlinien werden 
= "“ 
Companynynyn . .. 19000 
= -Halifax and Bermudas 
Company 8 100 " 
= Direct West India Cable 
Companyy 8 00 0 
  
Zusammen 98 100 Pfd. Sterl. 
Von diesem Betrag werden insgesammt 23 000 
Pfd. Sterl. seitens der betheiligten Kolonien erstattet 
und zwar auf die an die erstgenannte Gesellschaft 
gezahlten Subsidien:
        <pb n="223" />
        — 
von Indien 
.= Mauriticns 7 000 = - 
é5 den Seychellen 100 „ 
zusammen 18 000 Pfd. Sterl. 
Außerdem erhält die Gesellschaft direkt von der 
Regierung von Kapland, Natal und Portugal bezw. 
15 000, 5000 und 5000 Pfd. Sterl. 
Auf die der African Direct Telegraph Company 
gezahlten Subsidien werden erstattet von 
Gambia 500 Pfd. Sterl., 
10 000 Pffd. Sterl., 
  
Sierra Leone 1300 = - 
Gold Coast. 2200 - 
Lagos 1000 " - 
  
zusammen 5000 Pfsd. Sterl. 
Von Einzelheiten sei nur noch hervorgehoben, 
daß der Commissioner von Britisch-Ostafrika als 
solcher kein besonderes Gehalt bekommt, sondern 
lediglich als Agent and Consul General für Sansibar 
besoldet wird (mit 1800 Pfd. Sterl.). Bei der 
Position „Ostafrika Commissioner and Consul General“ 
ist auf die Etatsposition Sansibar verwiesen. An 
letzterer Stelle sind auch die Gehälter für den Ge- 
richtshof in Sansibar ausgeworfen, welcher neben 
seiner dortigen richterlichen Thätigkeit auch noch die 
Funktionen eines Obergerichts für Britisch-Ostafrika 
wahrnimmt. « 
Insgesammt sind in den Etat für koloniale 
Zwecke folgende Summen eingesetzt: 
Uganda, Central and East Africa Protecto= Pfd. Sterl. 
rates and Uganda Railway 267 463 
Colonial Services 353 681 
Zuschuß an Cypern 33 000 
Slave Trade Services ..... 1 112 
Subsidies to Telegraph Companies (nach 
Abzug der von den Kolonien erstatteten 
Beträge) 75 100 
  
Zusammen 730 356 
Eröffnung eines Theils der Ugandabahn. 
Die Ugandabahn ist nach vorheriger Besichtigung 
des Baues bis Voi (100 englische Meilen von 
Mombassa) dem Verkehr für Passagiere, zunächst 
nur in der dritten Wagenklasse, übergeben worden. 
Jagdverordnung in Britisch-Ostafrika. 
Unter dem 26. Januar 1898 hat der Königlich 
großbritannische Commissioner und Consul General 
zu Sansibar eine Jagdverordnung für Britisch-Ost- 
ofrila erlassen. Der Keniadistrikt der Provinz 
U#emba ist darin zu einem Reservatgebiet erklärt, 
in dem Jagd nur Beamten erlaubt ist. Jagd in 
anderen Gebieten ist Nichteingeborenen und Nicht- 
beamten nur gegen Lösung eines Jagdscheins gestattet, 
der jährlich 25 Pfd. Sterl. kostet. Ueber Jagd von 
Elesanien, Rhinozeros und Giraffen sind noch be— 
  
181 — 
sondere Bestimmungen getroffen, welche möglichste 
Schonung dieser Thiere bezwecken. 
Telegraphenlinie in Afrika. 
Nachrichten der Britisch Central Africa Gazette 
zufolge ist die Telegraphenlinie vom Kap aus jetzt 
bis Mirini-Miranda (9° 45“ südl. Br. und 33° 207 
östl. Länge), d. h. etwa 50 Meilen nordwestlich von 
Karonga, im Bau begriffen. Fertig ist die Leitung 
schon bis 60 Meilen nördlich von Kota-Kota. 
Zwischen Blantyre und Zomba wird ein Telephon 
gelegt. 
Italienische Benadir-Ronvention. 
Der italienischen Kammer liegt die Benadir- 
Konvention, durch welche die Verwaltung der Benadir- 
küste und des Hinterlandes derselben an die „Anonyme 
Handelsgesellschaft der Benadirküste“ mit dem Sitze 
in Mailand übertragen wird, zur Genehmigung vor. 
Nach dem Entwurf wird der Vertrag zwischen 
der italienischen Regierung und der genannten Ge- 
sellschaft auf 48 Jahre geschlossen und hört dann 
ohne gegenseitige Kündigung auf; die Regierung be- 
hält sich indeß das Recht vor, nach 23 Jahren die 
Verwaltung des Landes unter Kündigung des Ver- 
trages selbst zu übernehmen. 
Im Uebrigen setzt die Konvention im Wesentlichen 
die von der italienischen Regierung zu zahlenden 
Jahreszuschüsse, die Uebertragung sämmtlicher Minen- 
rechte sowie des Rechtes der Besitzergreifung von 
Kronland auf die Gesellschaft fest; auch steht der 
Gesellschaft die Erhebung von Zöllen und sonstigen 
Auflagen zu. 
Die hauptsächlichsten Verpflichtungen der Benadir- 
gesellschaft bestehen in der Führung der italienischen 
Nationalflagge, der Zahlung von 120 000 Rupien 
jährlich an den Sultan von Sansibar, der Erhaltung 
der Stationen, der Unterhaltung einer Schutztruppe 
von 600 Mann sowie der Ausführung der Verträge 
von Berlin und Brüssel, betreffend den Sklavenhandel 
und die Einführung von Feuerwafsfen und von alko- 
holischen Getränken. 
— — 
Ueber die Sprache der Keger an der Goldküste 
lesen wir in „Kreuz und Schwert“ Folgendes: 
Wie fast alle afrikanischen Völkerschaften haben auch 
sie ein großartiges Rednertalent. Das Studium der 
Neger-Idiome ist wissenschaftlich höchst interessant und 
praktisch nutzbringend. Es führt zu dem Schluß, daß 
alle diese Völker verwandt sind, oder doch vor Zeiten 
in Verkehr miteinander waren, und bringt uns Auf- 
schlüsse in den schwierigen Untersuchungen über die 
Wege der VBölkerwanderungen. Doch sind die bis 
jetzt gemachten Entdeckungen, besonders hinsichtlich der 
Fantis und Aschantis, noch sehr unsicher. Spezielle
        <pb n="224" />
        — 182 — 
Nachforschungen über die Ethnographie der afrika- 
nischen Völker haben einige Gelehrte zu der Ueber- 
zeugung gebracht, daß alle in Afrika gesprochenen 
Sprachen, einschließlich der Sprachen der alten Aegyp- 
ter, miteinander verwandt sind, jedoch nicht in dem 
Maße, wie die semitischen Idiome sich gleichen, die 
alle auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgeführt 
werden können. Gewisse Sprachforscher theilen die 
afrikanischen Jdiome in zehn Klassen. An der Gold- 
küste werden allein sieben Idiome gesprochen, von 
denen nur zwei große Aehnlichkeit miteinander haben. 
Diese einheimischen Sprachen vertheilen sich, 
wie folgt: 
1. Die Akansprache auf Aschanti, Akyim, Assin, 
Dankyira, Iwifur, Akuamu und Okwawu. Ein 
verdorbener Dialekt dieser Sprache heißt Potokau 
und findet sich hauptsächlich in Akuapim und 
Wassaw. 
Die Fantisprache ist ein Zweig der Akansprache 
und am meisten an der Küste verbreitet. 
3. Die Iwisprache findet sich vorzüglich in den 
Gebirgen von Akuapim. 
4. Die Ga, Inhransprache, wird in Accra gesprochen. 
5. Die Adanmesprache ist der bei den Stämmen 
von Prampram, Ningo, Shai, Osodoku, Ada 
und Krobo gebräuchliche Dialekt. 
6. Die Afutusprache ist ein Kauderwelsch, das 
bei den Eingeborenen von Winnebah, Berakn 
und anderen Dörfern im Gebrauche ist. 
Die Insima-, Aschanta-, Schwi-, Aiwin- 
sprachen sind eine Familie von verschiedenartigen 
Dialekten, die bei den einzelnen Stämmen ihre 
Sitze haben, deren Namen sie tragen. Insima 
ist eine andere Benennung für Amanahia 
(Apollonia). 
to 
J. 
Niederländisch-portugiesische Grenzregulirung. 
Die niederländische und portugiesische Regierung 
haben in Ausführung des Vertrages vom 10. Juni 
1893 weitere Abmachungen, betreffend Feststellung 
der Grenzen ihrer Gebiete auf Timor und zur Re- 
gelung der dortigen Handelsbeziehungen, getroffen. 
Die Uebereinkunft ist im niederländischen Staatsblad 
Nr. 52 zum Abdruck gebracht. 
verwaltungskosten für Englisch-Neu-Guinea. 
Mit dem 4. September d. Is. geht die zehnjährige 
Periode zu Ende, für welche die Kolonie Oueensland, 
Neusüdwales und Victoria sich verpflichtet hatten, 
jährlich je 5000 Pfd. Sterl., im Ganzen also 15 000 
Pfd. Sterl., zur Bestreitung der Verwaltungskosten 
von Neu-Guinea aufzubringen. 
Vor einigen Tagen nun hat der Premierminister 
von Queensland, Sir Hugh Nelson, im dortigen 
Unterhause die Erklärung abgegeben, die drei Kolo- 
nien seien übereingekommen, die Verwaltungskosten 
für Neu-Gninea in der bisherigen Höhe noch für 
  
weitere drei oder vier Jahre zu bestreiten; nach 
Ablauf dieser Zeit werde Letzteres voraussichtlich im 
Stande sein, sich selbst zu erhalten. 
Die Einnahmen von Neu-Guinea haben jetzt die 
jährliche Höhe von 10 000 Pfd. Sterl. erreicht. 
Nach den letzten Nachrichten aus Englisch-Neu- 
Guinea ist die Goldgewinnung eine mäßige, doch 
wird ein Andrang von Goldsuchern in dem östlichsten 
Theile der Insel erwartet. Neu-Guinea wird übri- 
gens auch für Plantagenbau als sehr geeignet be- 
zeichnet; besonders empfohlen werden das Anpflanzen 
von Gummibäumen und die Baumwollekultur. 
Perschiedene Mittheilungen. 
Internationales maritimes Büreau in Sansibar. 
Das durch die Brüsseler Akte geschaffene „Bureau 
international maritime“" in Sansibar hat für das 
Jahr 1898 den Kaiserlichen Konsul a. i. Freiherrn 
v. Rechenberg zum Vorsitzenden, den portugiesischen 
Generalkonsul Ferreira de Castro zum stellver- 
tretenden Vorsitzenden gewählt. Das Bireau ist 
bekanntlich eine Auskunftsbehörde und Sammesstelle 
aller zur Förderung der Unterdrückung des Sklaven- 
handels in der durch die Akte festgelegten Meeres- 
zone geeigneten Urkunden und Anskünfte. 
Von allgemeinerem Interesse dürfte ein Beschluß 
sein, der in einer der letzten Sitzungen des Büreaus 
gefaßt wurde. Es handelte sich um die Frage der 
Verleihung der Flagge an Dhaueigenthümer, welche 
einem in Ostafrika amtlich nicht vertretenen Staat 
angehören. 
Die Mitglieder des Büreaus haben sich überein- 
stimmend zu der Ansicht bekannt, daß solche Dhau- 
besitzer die Flagge derjenigen Macht erhalten können, 
in deren Gebiet sie ansässig sind, daß sie somit in 
dieser Beziehung als Schutzbefohlene der Regierung 
ihres Wohnsitzes angesehen werden können. 
Gouverneur von Kiautschou. 
Durch Kabinetsordre vom 7. März d. Is. ist der 
Kapitän zur See Rosendahl zum Gouverneur von 
Kiantschon ernannt worden. 
Geschenk ethnographischer Gegenstände an das Museum 
für Völkerkunde in Berlin. 
Der deutsche Konsul Schmidt in Lagos hat 
dem Museum für Völkerkunde in Berlin eine Reihe 
sehr interessanter elhnographischer Gegenstände aus 
dem Hinterlande von Lagos überwiesen. Eine 
Sammlung Bronzebüsten, -figuren und Fpplatten, 
welche aus Benin stammt, hat Herr Schmidt vor 
Kurzem persönlich mit nach Deutschland gebracht und 
zur Zeit im Hamburger Gewerbemuseum ausgestellt.
        <pb n="225" />
        Auseum des Vereins für Dandelsgeographie in Stuttgart. 
Wie die „Schwäbische Kronik“ meldet, sind dem 
Museum des Vereins für Handelsgeographie zu 
Stuttgart in letzter Zeit mehrere ethnographische 
Sammlungen geschenkweise zugegangen, so daß das 
Museum neben seiner Produkten = Sammlung jetzt 
auch eine große Reihe ethnographischer Gegenstände 
aufzuweisen hat. Aus Deutsch-Afrika stammt die 
Sammlung des Premierlieutenants Kollmann, 
welche Seine Majestät der König dem Museum 
überwiesen hat. Das Leben der Bewohner der 
Südseegebiete erläutern Sammlungen, welche der 
Landeshauptmann Dr. Irmer, der Schiffsarzt Dr. 
Kelber und der Inhaber des bibliographischen In- 
stituts Dr. Hans Meyer geschenkt haben. Auch 
Dr. Kronecker hat dem Museum einige interessante 
Stücke zum Geschenk gemacht. 
Gedächtnißfeier der Entdeckung des Keeweges nach Indien. 
Zur Feier des Gedächtnisses der Entdeckung des 
Seeweges nach Indien im Jahre 1498 wird in 
Portugal eine Reihe festlicher Veranstaltungen vor- 
bereitet. Es werden besondere Gedächtnißmünzen 
geschlagen, Briefmarken ausgegeben, Prachtausgaben 
der Lusiaden gedruckt 2c. Außerdem findet eine inter- 
nationale Ausstellung kolonialer und gewerblicher 
Erzeugnisse zu Lissabon statt, mit der eine große 
Anzahl Feste aller Art verknüpft sein werden. Der 
17. bis 20. Mai werden als Nationalfesttage be- 
gangen werden. Am 8. Juli wird das neue Gebäude 
der Geographischen Gesellschaft und des Kolonial- 
museums eingeweiht. 
Geplante Afrikadurchauerung von Büd nach Nord. 
Ueber eine geplante Afrika-Durchquerung von 
Süd nach Nord wird in englischen Zeitungen be- 
richtet: Der bekannte englische Afrikareisende Major 
Gibbons trifft Vorbereitungen zu einer Reise durch 
Afrika vom Süden bis zum Norden, vom Kap der 
guten Hoffnung bis Kairo. Gibbons wird im April 
in Begleitung des Mineralogen Montagu Sweet, 
welcher große Erfahrungen in der Struktur der süd- 
lichen Erdhälfte besitzt, von England abreisen; auch 
mehrere britische Offiziere werden an dem Zuge theil- 
nehmen. Das Gefolge werden wahrscheinlich Zulus 
blden. Soweit als möglich, wird der Zug die 
afrikanischen Wasserstraßen benutzen. Es wird ein 
Doot gegenwärtig in England gebaut, welches aus- 
einandergenommen werden kann. Die einzelnen Theile 
werden nicht mehr als je 120 Pfund wiegen, so daß 
das Boot leicht getragen werden kann. Der Zweck 
des Zuges ist, wie es heißt, ein geographischer. 
Major Gibbons hat früher das Basutoland erforscht. 
Irzt will er das Zambesithal, die Wasserscheide des 
Kongo, Kwando und Kafukwe in den Kreis seiner 
Beobachtungen ziehen. Er wird den Lualabefluß bis 
183 
  
zum See Bangwelo hinabfahren. Darauf wird er 
nach dem Tanganyika zurückkehren und sich von da 
nach dem Victoria-Nyanza begeben. Dort gedenkt 
Gibbons im Juli einzutreffen und, falls die Macht 
der Derwische bis dahin gebrochen sein sollte, den 
Nil abwärts zu fahren. Die ganze Reise soll etwa 
18 Monate dauern. 
Deutsche Ostafrika-Linie. 
Die Gesellschaft erzielte Zeitungsnachrichten zufolge 
einen Gewinn an Reisen im Jahre 1897 von 922602 
Mk. gegen 1077 139 Mk. im Jahre 1896. Der Be- 
triebsüberschuß stellt sich auf 848.056 Mk. Es wurden 
22 Reisen mit eigenen Schifsen gegen 19 im Vorjahre 
gemacht. Der Jahresüberschuß ist trotz größerer Brutto- 
einnahme hinter dem Resultat des Vorjahres zurückge- 
blieben, und zwar nicht nur infolge vermehrter Betriebs- 
kosten, die 117 234 Mk. gegen 107 421 Mk. im Vorjahre 
erforderten, hervorgerusen durch die größere Anzahl 
der Reisen und die Einstellung größerer Schiffe, 
sondern vor Allem durch das stetige Fallen des 
Milreiskurses, wodurch das Lissaboner Geschäft außer- 
ordentlich nachtheilig beeinflußt wurde, durch die 
kommerziellen Folgen der noch immer in Bombay 
herrschenden Pest, durch den Streik der Hafenarbeiter 
in Hamburg sowie nicht zum geringen Theil auch 
durch die außerordentlich flaue Geschäftsstimmung in 
dem Minenbetriebe Südafrikas. Von dem Betriebs- 
überschuß sollen 672 220 Mk. zu Abschreibungen 
auf die Schiffe, Leichter und Inventar verwendet 
werden, so daß nach Dotirung des gesetzmäßigen 
Reservefonds mit 8555 Mk. sowie nach Abzug der 
Tantieme des Aufsichtsrathes und des Vorstandes 
mit 17 110 Mk. eine Summe von 150 169 Mk. 
zur Verfügung bleibt, wovon die Aktionäre 3 pCt. 
Dividende mit 150 000 Mk. (im Vorjahre 6 péCt.) 
erhalten. Der dann noch verbleibende Saldo von 
169 Mk. ist auf das nächste Jahr vorzutragen. 
Die Gesellschaft hofft, daß mit der ferneren Ent- 
wickelung der Ostküste Afrikas und der Wiederbelebung 
des Geschäfts in Transvaal auch die Resultate der 
Linie für die Zukunft wieder bessere werden. 
  
— — — 
Litteratur. 
Nauticus: Neue Beiträge zur Flottenfrage. 
Berlin 1898. E. S. Mittler &amp; Sohn. 
Die lehrreiche Schrift bildet eine Fortsetzung 
zu der erst kürzlich herausgegebenen Broschüre „Altes 
und Neues zur Flottenfrage" und erläutert wie 
diese die für unsere Interessen zur See wichtigen 
Gesichtspunkte durch zahlreiche Aufsätze, die sachkundige 
Freunde unserer Seemacht dem Verfasser beigesteuert 
haben und die weiteste Beachtung wohl verdienen. Es 
seien nur z. B. die folgenden Aussätze genannt: 
Arbeiterinteressen und Kriegsmarine — Aufgaben der
        <pb n="226" />
        Kriegsflotte — Deckung der Kosten für die Flotte — 
Deutschland zur See — Flottengründungsbestrebungen 
bis 1848 — Englische Ansichten über Seeherrschaft 
und Marinefragen — Japanische Marinepolitik — 
Kreuzermangel und Kreuzernutzen — Seeschifffahrts- 
verkehr in deutschen Häsen — Sollbestand der Flotte 
und Beschaffungsfrist — Ueberseeische Interessenpolitit 
— Volkswirthschaft, Flagge und Flotte — Warum 
unsere Schlachtflotte zu schwach ist! — Weltwirth= 
schaftspolitik und Flotte. — Ein Anhang veröffentlicht 
den Entwurf des Flottengesetzes in der Fassung, wie 
er in der zweiten Lesung der Budgetkommission am 
17. März 1898 angenommen worden ist. 
Kleiner deutscher Kolonialatlas, herausgegeben 
von der Deutschen Kolonial-Gesellschaft. 
1898. Dietrich Reimer. 
Das kleine Kartenwerk, welches seine Entstehung 
der 1896er Kolonial-Ausstellung verdankt, liegt in 
neuer durchgesehener und vermehrter Auflage vor. 
Zu den früheren Karten ist noch eine solche mit Ost- 
Der Atlas, welcher 
China und Kiautschou getreten. 
dank seiner Handlichkeit und seinem billigen Preis 
(60 Pf.) bereits in 80 000 Exemplaren vorliegt, 
wird von jedem Kolonialfreund in seiner neuen Auf- 
lage mit warmem Beifall begrüßt werden. 
–2 – – 
—. 14 — — — — — — — — 
S. „Condor“ 8/1. Sansibar. 
S. „Cormoran“ 13/11. Kiautschoubucht. 
S. „Falke" 27/1. Sydney. 
Sss 
(Poststation: Matupi.) 
S. 
station: Sansibar.) 
S. 
„Wolf“ 25/12. Kamerun. 
&amp; 
184 
Berlin 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. „Bussard“ 21/12. Herbertshöhe-Matupi. — 24/2. Sydney. (Poststation: Hofpostamt). 
(Poststation: 
„Seeadler“ 24/1. Kapstadt 9,3. — Port Elisabeth. — East London. — Natal. 
(Poststation: 
Berlin und seine Arbeit. Amtlicher Bericht der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896, zugleich eine 
Darstellung des gegenwärtigen Standes unserer 
gewerblichen Entwickelung. Mit einem Plan und 
357 Abbildungen. Berlin 1898. Dietrich Reimer. 
Dem Prachtwerk über die Ausstellung der 
deutschen Kolonien ist nun ein mächtiger Band ge- 
folgt, welcher Rechenschaft von der Gewerbe-Aus- 
stellung ablegt, an welche sich die Kolonial-Ausstellung 
angegliedert hatte. Die Würdigung dieses hervor- 
ragenden Buches muß fachkundigen Federn überlassen 
bleiben. Hier sei nur erwähnts daß das Werk durch- 
weg von hervorragenden Sachverständigen verfaßt ist 
und neben seiner Gründlichkeit und seinem belehrenden 
Inhalt noch durch eine vorzügliche Ausstattung fesselt. 
  
FV 
    
yV7YT'yY7yTy yFTV TVYTVY VYVY Y° YWWTFV 
Titterakur--Verzeichnik. 
Kolonial-Gesetzgebung, die deutsche. Sammlung der 
ausf die deutschen Schutzgebiete bezüglichen Gesetze, Ver- 
ordnungen, Erlasse und internationalen Vereinbarungen, 
mit Anmerkungen und Sachregister. Zweiter Theil. 
1893 bis 1897. Auf Grund amtlicher Quellen und zum 
dienstlichen Gebrauch herausgegeben von Dr. Alfred 
Zimmermann. gr. 80. (XVII, 377 S.) Mk. 8.—, 
gebunden Mk. 9,50. 
E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin. 
Sansibar.) 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
S. „Habicht“ 10/1. Kapstadt 42. — 8/2. Swakopmund. — Kamerun. 
.Vermessungsschiff „Möwe“ 12/11. Hongkong 28/2.— 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu--Guinea. 
Poststation: (Kamerun.) 
Post- 
Loanda.) 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanm. Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Ablösungstransport für S. M. 
S. „Möwe“ (lhalbe Besatzung) und einige Köpfe für S. M. S. „Cormoran": 
Heimreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Schaumann (Karl): 
Hongkong 17/1. — 20/1. Shanghai 28/1. — 31/1. Hongkong 1/2. — 5/2. Singapore 7/2. — 11/2. 
Colombo 12/2. — 18/2. Aden 18/2. — 23/2. Port Said 23/2. — Neapel. — Genua. — 8/3. Ant- 
werpen 9/3. — 10/3. Bremerhaven. 
— — 
Derkehrs-Nachrichten. 
—— 
— — —— 
— 
— — 4 — — — —— — — 
Die Postagentur in Uhabis (Deutsch-Südwestafrika) ist am 1. Oktober 1897 aufgehoben worden. 
– —. — 
Bei Postpacketen nach der Südafrikanischen Republik ist auf dem Wege über England jeht 
eine Länge bis 1 m zulässig. Höhe und Breite dürfen dann 20 cm nicht iüberschreiten.
        <pb n="227" />
        — 185 — 
Bostdampfschiffverbindungen nach den dentschen Schutzgebieten. 
  
  
Nach 
vom Ein- 
schiffungshafen 
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
1. Deutsch-Oftafrika. 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindisi 
(englische Schiffe) 
Marseille 
s 
25. Mat 120 abds. 
am 24. April, 22. Mai 
100 abds. 
am 10. jedes Mts. 
  
ranaofische Schiffe) 
40 ums. 
am 13., 27. April, 11. u. 
Tanga 18—19 Tage 
Sansibar 20 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Dar-es-Sal. 19—20 Tg. 
# 
am 11., 22., 25. April, 
9., 20., 23. Mai 
118 abds. 
am 8. jedes Monats 
10% abds. 
  
2. Deutsch-Züdwestafrika. 
Gach Kerimanshoor, Klbeen, 
armbad und Ukamas 
wöchentlich bis Kapstadt. 
Southampton 
Hengl. Schiffe die Kap- 
Dampfer „Leutwein“) 
  
  
adt. dann deutscher 
am 9. April, 7. Mai 
40 ums. 
  
Lüderitzbucht 22 Tage 
Swakopmund 25 Tage 
am 8. April, 6. Mai 
15 Ums. 
  
  
  
  
  
von dort weiter alle 14Tage ambur am 25. April, 25. Mai Swakopmund 30 Tage' am 25. April, 25. Maie 
auf dem Londwege.) (deursches Schiffl) nachts Lüderitzbucht 40 Tage 720 abds. 
Hamburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3, Namerun (deutsche Schiffe) nachts 720 abds. 
" " Liverpool am 13. April, 11. Mais Kamerun 21 Tage am 11. April, 9. Mai 
cnausscke Schiffe) 15 Uums. 
1 Lamburg am 10. jedes Mis nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
Loo. Gebiet (deutsche Schiffe))] am 20.jedes M ts. Lome 31 Tage Monats 729 abds. 
" . Klein-Popo 33 Tage 
(Ueber Liverpool oder Liverpool am 6., 20. April, Quittah 36 Tage am 4., 18. April, 
Morseille oder Bordeaux (englische Schisfe) 1., 18. Mai von da ab gindn 2., 16. Mai 15 ms. 
nur auf Verlangen des, Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Ta am 23. jedes Monats 
Absenders) (franzöfische Schiffe) 40 nachm. von da ab —W—.—— 10½7 abds. 
Bordeaux am 10. Mai, 10. Julif Cotonou 22 Tage am 8. Mai, 8. Juli 
((franzöfliche Schiffe) 110 oms. von da ab Landverdindung 1021 abds. 
— — 
—„ — — — — — — 
5. Deutsch· Ueu-Guinea. 
  
  
6. Marshall· Inseln. 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindisi 
(Nachversand) 
Brindisi 
  
  
(über Manila) 
am 4. Mai, 29. Juni 
abds. 
am 3 3. Juli 
am 8. Mai, 3. Juli 
abds. 
— — —— — 
— — — — — — — — 
— — — — —— ÒÛ 
Stephansort 45 Tage 
41 Tage 
# 
am 2., 6. Mal, 
27. Juni, 1. Juli 
11°5 abds. 
  
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Jaluit etwa 70 Tage 
  
am 6. Mai, 1. Juli 
11 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs= Die Post ist fällig Landungs- Die Post ist fälli 
von bosen. in Berlin 1 Von hafen in Berlin 8 
— — — —— 
.. jed. Monats 
deutsch.Ostafeira Brindisi anl- t lrn Togogebiet .. ... Plymouth. E— 27.* jed. Monats 
Merseile am 16.April, 11. viai Marseileam 16.jedes Monats 
Deutsch-Lüdwestafrita Southampton'am 12. April, 10. Mai] Deutsch- -Neu-Guinea Neapel. am m 1."Mai, 27. Juni 
–-. — — ] . 
Plymouth. am 27. jed. Monats 6 WMarsein . . 
Kamun....... Boh:am 21. Wei- D Marsball-Inseln rseille Aie #as 
19. Mai 
  
  
  
  
* Falligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
––—. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Camburg—Ostafrika). 
—n 
.. 
  
— — — —— 
  
  
  
  
  
; Reise Letzte Nachrichten 
Reichsposidampfer von nach bis 28. Februar 1898 
1 — 
„König"“. Durban Hamburg am 26. Februar ab Aden. 
Therog“ amburg Durban am 26. Februar an Mozambigque. 
„Kuser mbur » 
2 12 L in 9. l Durban am 25. Februar ab Lissabon. 
„Vundesrath“ Durban I Hamburg am 27. Februar ab Marseille. 
„Reichstag“ bur « 
Austrag- «»· Zt stangasg g Delagoabai am 24. Februar ab Suez. 
„Generaltbé Durban 1 Hamburg am 26. Februar ab Durban.
        <pb n="228" />
        Beschleunigter Dienst für 
186 
WoOERNANN-LINIE. 
Regelmäßige Volkl-Dampflschifffahrt zwischen Hamburg und Westafrika. 
Jahrplan für das zweite Vierteljahr 1898. 
  
— — — 
Post und Passagiere. 
Linie I. Nach Madeira, Lagos, Lome, Kamerun und den Häfen bis Loango. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausreise. Heimreise. 
Hamburg . . April 10. Mai 10. Juni 10. Loango Mai 30. Dun- 30. Juli 30. 
Madeira „ 1 19. -139. Gabun Juni 3. uli 3. Aug. 3. 
Monroviavo 27. : 27.. 27. Eloby. : 4. 42 : 4. 
Kap Palmas“. : 268 238. : 28. Bata 2 6.2 6. - 6. 
Accra"#. .. " 29. = 29. : 29. Groß-= Batonga- 
Lome . : 30. = 30. 30. Kribi 7 4 7 7 
Lagos Mai 1. Juni 1. Juli 1. Plantation « · ' « 
Kamerun = 4.. 4. : 4. Longii 
Rio del Key . -14.sp-14. = 14. Klein- Batanga- - 8. - 8. - 8. 
Victoria .. -15.I-15.i-15· Malimba - 9. 9.9 9. 
Fernando 9go . 1171.. 17. 1Kamerun . 10. 10. 10 
Malimba 188. 18.. . 18.,.Lagos l 18.. . 18. 183½ 
Klein-Batangg : 20 20 20. Whydah .. : 26. 26. é 96. 
Longji # Grand-Popo " 27. . 27. 27. 
lantation 21 l- 21.„ 21. Klein-Popor " 24. 23. 233 
ribtmt Ü " Lome 29. x 29. 29. 
Groß- Batanga .. -22. -22. -22. Kwitta " 29. 29. : 29. 
Bato 1 233. 23. " 23.Addah . -30.j-30. 30. 
Eloby . 24. 24. 24. Accra. . Juli 1. Aug. 1. Sept. 1. 
Gabun 25. : 825. 25. Kamerun. . - 4.!- 4. = 4. 
Kap Lope 260 26. 26.L690082 6. 6 6. 
Sette Cama l. 27. 2. 27.Klein-Popo## 1 « 
Nyanga : 23. 28. 28. Lome - 7. 7. 7. 
Mayumba : 209. : 291 . 29. Quitta. ) 
Loango 30. : 30. 309. Acera* .. 8. 8. 8. 
Kap Palmas“. . -10. 10. -10. 
Gonrovia * . -12«,-12. * 12. 
r ran Canaria“ . s .-, 
. Tenetcssa«. Es «18' 18. 18. 
Madeira“ 20. : 20. 20. 
I Plymouth“. P . 25. 25. 25. 
1 1 Hamburg 27. 27. 27. 
Linie II. Nach Gibraltar, Marokko, Canar. Inseln und der Westküste bis Sherbro. Antwerpen anlaufend. 
Ausreise Heimreise. 
U 
Hamburg. April 18. Mai 18. 1 Juni 18. Sherbro Juni 2. Juli 2. Aug. 2. 
Antwerpen " 23. 23. 23. Sierra Leone = 4. " 4. 1„ 4.6 
Gibraltar = 300. 30.300.Conakry „5. 5. 5 
Larache Mai 1. Juni 1. Juli 1. Rufisque # 10. 10. 10. 
Rabat - 2. — 2. 2. Dakar 11. 11. "l 11. 
Tanger - 3. - 3. 3. Gran Canaria. · -17.s 17. " I7. 
Casablanca : 5. 5. 5. Mogador " 19. 19. "l 19. 
Saffi. 6. 56-Saff. 200. 2 2 
Mogador - 7. 7.= 7. Mazagan 22. 22. 22. 
Mazagan * 9. 99 9.Casablancak ) 23. 23. . 23 
Gran Eanaria- "⅞ 11. 1 427*“ 11. Tanger 24. 24 Ser. 24. 
Teneriffa - - iN ambur Juli 2. Aug. 2. ept. 2. 
Gorée * 17. „ 17171 7. v s ER « g 
Dakar 17. -M17. I17. I . 
Rufisque 18. 18. 213. 
Baihurst. 15. 18. 13. s 
Bissao l — - 21. - — 
Bolama # — : 24. — 
Sierra Leone : 22. : 260. . 22, l 
s-24.!-27.«-24. 
Sherbro 
) Einschiffung der Pa 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie 
¾l“ 
*) Nur für Post und Passagiere. 
  
  
1 
iere: Linie 1 am 11. jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats, 
am 1. jedes Monats
        <pb n="229" />
        187 
  
  
  
  
  
  
  
  
Linie III. Nach Conakry, der Goldkiüste und Togo. 
Ausreisee. Heimre ise. 
6 6 
Hamburg April 20. Mai 20. 1 Juni 20. Kotonou. . .. Mai 28. Juni 28. Juli 28. 
Conalrzy.... Mai 6. Juni 6. Juli 6. Whyda * 29. 29. * 29. 
Monro.iaa : 8. 8. . 8. Grand-PLopo Juni 2. Juli 2. Aug. 2. 
Ai. Klein-Popo : 3. = 3. 3. 
Dixcobe - 12. 12. 12. Bagida : 5. 5. 5. 
Eimina- .... « Lome ..... - 2 # - 1 - 7. 
Coast4 . wittaoa - „ 9.) 
Shtan = 114% 14. 14 m 11. II. 
Aprppan 4 I» cera..... = 13. 13. ". 13. 
WinnebaH 16. 15. 15. Kap Palmas : 16. " 16. "*16 
— * 16. 16. = 16. Monroria - 18. 1 1238. 
Addah 18. 18. 18. Gran Canaria.. 286. 236. 26. 
Kwitta 19. 19. 19. Teneriffa. = 27. 27. 27. 
Lome 21. 21. 21. Madeira . 28. 28. 2828. 
Bagidda 22. 22. 22. Hamburg Juli 9. Aug. 9. Sept. 9. 
Kein-Povpo 233). 23. 23. 
Grand-Popo 25. " 25. 25. 
Vhydah. ... - é! 6. é 826. 
Kotonoo 27. 1 * 27. 27. 
| 
1 1 
binie IV. Nach den Canar. Inseln, Senegal, Liberi 
  
  
  
  
Wa und den Häfen der Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. 
  
Ausre isee. 
Heimre ise. 
  
Hamburg 
Tenenssa 
Gran Canarig 
Goree 
Dakar 
Rufisaue 
Kap Mount . 
Montovia... 
Grand Bassa 
Sinoo 
Kap Lalmas 
Accra# 
Lagos 
Landana 
Cabinadadad 
Vanana 
voma 
Roqui 
Ratadi. 
Loand 
Ambriz) 
Kinsemnbo 
Russere 
Anbrizette 
Nuculln 
Landana 
  
April 30. 
Mai 10. 
" 11. 
16. 
  
I 
l 
i 
l 
l 
I 
l 
! 
i 
Mai 31. 
Juni 10. 
-Ê11. 
16. 
Juli 
  
Juni 30. 
10. 
11. 
16. 
  
Landana 
Old Calabar 
Bonny 
Lagos 
Addah 
Accra 
Winnebah 
Appam. 
Saltpoond. 
Kap Coast= 
Elmina 
Chama 
Dixcove 
Axim . .. 
Kap Palmas 
Sinoe 
.. Juni 
Grand Bassar 
Monrovia 
Conakry. 
Gran Canaria 
Mogador 
Sasst 
Mazagan 
Casablanca 
Hamburg 
l 
. 
l 
I 
Juli 
15. 
21. 
24. 
28. 
30. 
7. 
8. 
9. 
11. 
Juli 21. 
24 
28. 
* 30. 
15. 
  
" 
.T 
1I 
1 
Okt. 
Mit den am 18. April und 18. Juni abgehenden Dampfern kommt kein Schießpulver zur Verladung. 
Nächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. April, 25. Mai und 
) 
Linie IIl am 
) Rur fuͤr Post und Passagiere. 
am 1. jedes Monats. 
25. Juli. Fahrtdauer Hamburg — Swakopmund etwa 30 Tage. 
Einschiffung der Passspiere: Linie I am 11. jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats, 
21. jedes Monats, Linie 1
        <pb n="230" />
        — 188 — 
Fahrplan der Oceanic Steamship Co. (Spreckels Line) zwischen San Francisco, 
Honolulu, Apia, Auckland und Spydney. 
Nach Mittheilung aus San Francisco ist der in Nr. 6 des Kolonialblatts, S. 151, abgedruckte Fahrplan 
Ausfahrt. der Oceanic Steamship Company in folgender Weise abgeändert worden. 
  
  
  
  
  
Nückfahrt. 
San « s« . «- - San 
Dampfer hreeeco Honolulu Apia Aucland SydneySydney Aucland Apia onolulu Lraneitco Dampfer 
at an an an an ab ab] ab . abb an 
2l. nachm.) 1 i « Ulnachm 
Australias Jan. 25. Febr. 1. — — — Jan. 17.] Jan. 22. Jan. 27. For 3 dett. 10. Mariposa 
*Alameda Febr. 3. . 10. Febr.18. Febr.24. März 1. — — — k 12. Australia 
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Australias März 12 19., – — — 24. - 31. Australia 
*Moana 23. 30. Apri 7. Avriiis. Aprũiis. März14. März1l9. März24. 3l. April 7. Alameda 
Australia April. 6. April1., T — — — Aprilis. . 26.|Australia 
Alameda 20. 27. Mai 5. Mai 11. ur- 16.Aprill 1. April16. April21.1 = 28. Mai 5. Mariposa 
Australia Mai 4. Mai 11. —. — — — — — Mai 17. - 24. Australia 
*Mariposash= 18. 25. Juni 2. duni 8. Zuni 13. Mai 9. Mai 14. Mai 19. . 26. Juni 2.| Moana 
Australia duni 1. 1. Jui. 8. 1 — — — Juni i4 -21.Australia 
*Moana 22. Juni 30. du 6. dui 11. Juni 6. Juni 11. Juni 16. 23. 30. Aloameda 
Australias 8 Juli 
6 I — J r 12 Juli 19. Australia 
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*Mariposa Aug. 1% -. Auq 25. Aus 31. Seht 5. Aug. 1. 2 6. Aug. 11. 18.. 25.|Moana 
Australia n " | — — Sept. 6. Sept.13,Australia 
* Moana Sept. 7. Sept. 14. Sept 22. 2% 28. O. 3.Aug. 29. Sept 3. Sept 8. 15. = 22. Alameda 
Australia 21. 28; # — öOkt. 4. Ott. 11.]Australia 
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— — — .29. Dez. 16 Australia 
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Postdampfer Re ise Lezte Nachrichten 
von | nach bis 28. März 1898 
„Adolph Woermann .. Hamburg 1 Loango am 28. März in Gabun. 
„Alme Woermann . .. Hamburg D Loango am 25. März in Conakry. 
„Anna Woermann“ . .. Hamburg Sherbro am 26. März in Sierra Leone. 
„Antonina“. . .. Kongo · Hamburg am 22. März in Accra. 
„Carl Woermann . .. Hamburg Loanda am 24. März in Loanda. 
„Eduard Bohlen"“ JF. Zt. in Hamburg. 
„Ella Woermann . .. Sherbro Hamburg am 26. März in Dakar. 
„Gertrud Woermann“ Kotonon 1 Hamburg am 14. März von Lome abgegangen. 
„Gretchen Bohlen“ . .. Hamburg Kotonon am 27. März in Kotonou. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg 6 Kotonon am 23. März Dover passirt. 
„Jeannette Woermann“.. Hamburg ! Loanda am 27 März in Nccra. 
„Kurt Woermann“ . .. Loanda Hamburg am 23. Marz in Conakry. 
„Lothar Bohlen“ . . .. Soango ! Hamburg am 25. Mätrz in Lagos. 
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„Melita Bohlen“ . Hamburg Lüderitzbucht am 9. März in Kapstadt. 
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und jeder europlischen Sprache auf- 
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194 
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(Gegr. 1851.) Saalfeld a. S. (Germany), (Cesr. 1854.) 
prämürt mit der Silbernen Medaille auf der Ausstellung im 
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Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin SW##, Kochstraße 68—71. 
  
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Soeben erschien: 
#rutsche Kolonial Gesezchung. 
. 
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Sammlung 
l 
— —— — — — — —— 
  
der auf die deutschen Schutzgebiete bezüglichen Gesetzt, 
Derordnungen, Erlasse und internationalen Vereinbarungen, 
mit Aumerkungen und Sachregister. 
Zweiter Theil. 
1893 bis 1897. 
Auf Grund amtlicher Quellen und zum dienstlichen Gebrauch 
herausgegeben von 
Dr. Alfred ZBimmermann. 
Geheftet Mk. 8,— ord., in Halblederband Mk. 9,50 ord. 
Die deutschen Schutzgebiete haben seit ihrem jetzt vierzehn- 
jährigen Bestehen eine gewaltige Entwickelung gewonnen und bedeuten 
einen wichtigen Faktor unseres Staatslebens. Immer allgemeinere 
Beachtung wird daher der Gesetzgebung unserer Kolonien geschenkt. 
Zahlreich sind die Bestimmungen und Erlasse, welche für die 
deutschen Kolonien besonders gegeben sind und die Verwaltung, die 
Rechtsverhältnisse der Beamten und Militärpersonen, die Rechtspflege, 
Handel, Gewerbe und Verkehr, Zoll= und Steuerwesen, die Rechts- 
verhältnisse der Eingeborenen u. a. m. in den einzelnen Schutzgebieten 
cregeln, sodaß eine einheitlich bearbeitete Kolonialgesetzsammlung unent- 
behrlich ist. Nachdem bereits im Jahre 1893 der erste, die Zeit bis 
zum Jahre 1892 umfassende Theil des obigen Werkes erschienen ist. 
gelangte nunmehr die obige Fortsetzung zur Ausgabe, die von dem durch 
eine wirthschafts= und kolomalhistorischen Arbeiten bekannten Konsul 
—— — — 1 — —— 
  
— — 
–· 14 ½ 
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Dr. Alfred Zimmermann, Mitglied der Kolonialabtheilung des Aus- 
wärtigen Amtes, bearbeitet worden ist. Auch dieser zweite Theil 
enthält alle Bestimmungen auf Grund amtlicher Quellen gesammelt; 
er umfaßt die Zeit von 1893 bis 1897 mit allein 287 Nummern, 
während der bis zum Jahre 1892 reichende erste Theil 256 Nummern 
aufführt. Der bequemeren Handhabung wegen ist die chronologische 
Anordnung der Gesetze 2c. gewählt worden; ein nach sachlichen Ge- 
sichtspunkten geordnetes Verzeichniß der wiedergegebenen Gesetze, 
Erlasse und Bestimmungen, sowie ein alphabetisches Sachregister 
ermöglichen schnellste Auffindung und leichtesten Gebrauch. Das Ge- 
sammtwerk ist zum Preise von Mk. 22,—, der zweite Theil allein für 
Mk. 8,— zu beziehen. . 
  
   
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WOERMANN-LINIE. 
    
Am 10. April: P. D. „Eduard Bohlen“, Capt. Heldt, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hafen der Südwestküste Afrikas 
bis Loango. 
Am 18. April: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Henneberg, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Rufisque, Sierra Lecne 
und Sherbro. 
Am 20. April: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncu. 
Am 25. April: F. D. „Lulu Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 30. April: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Sénegal, Liberia und den Hafen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
MTächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Mai, 25. Juli und ferner 
am 25. jedes zweiten Monats. 
4e Gutfer müssen om Tagpe vor dem 4Abgpangsdaftm bie 12 Uhr mittags ILangssetife sets. 
Näheres wegen Fracht und Passatze ertheilt die 
Woermann-Linie 
(##r . Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmäüssige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#4 wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
  
  
  
  
von Hamburg: von Neapel: 
· „BUNpESRATH“, Capt. Asthausen ...... 20. März, 13. April, 
„KOENIG“, Capt. Dohleeerr 13. April, 27. April, 
nnch Mombassa, Tangam, Panganl?, Saadani?, Bagamoyors, Dar-es-Saldm?", Sansibar, Kllwa, Lindi, 
Mmindani, lbo, Mozambique , Quellmane , Chinde „, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem — versehenen Duampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häsen nur 
Passagiere und nach den mit einem versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O verschenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzdoliche Einrichtungen für Eussagtere in allen Klassen. 
Inrekter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlanfhälen sowie nuch Transvanl 
(Johnnnesburg und Pretoria) via Delagonbai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: 
G# 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Paseage die 
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 6#— 
Ausgegeben am 1. April 1896 um 6 Uhr nachmittags.
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        eutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in her Solenial-Ibihellung des Anonãrligen Anis. 
—— — 
— ——— — ———— ——— —— — —— — — — 
  
-—....—–. 
L. Jahrgang. Perlin, 15. April 1898. Nummer 3. 
——. - — — —— — — — pEs———J—— ———— —. —.O—.————— ————— — — — 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beibefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiher 
#. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die önigliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
Inhelt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betreffend die Schaffung von Eingeborenen-Reservaten in dem 
südwestafrikanischen Schutzgebiete S. 199. — Zusätze zu dem in der Kolonial-Gesetzgebung Theil II veröffentlichten 
ostafrikanischen Zolltarif S. 200. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Dienststellen, betreffend Besetzung der Stelle des Oberrichters S. 200. — Verordnung des Kaiserlichen Landes- 
bauptmanns von Togo, betreffend den Impfzwang S. 201. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der 
Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat Januar 1898 S. 201. — Personalien S. 202. — Schiffs- 
bewegungen S. 202. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 206. — Deutsch-Ostafrika: Wissenschaftliche Samm- 
lungen S. 203. — Kamerun: Ausbau der Station Busa S. 203. — Togo: Schilderung einer Reise nach 
Atakvame S. 204. — Ergänzung zum Verzeichniß der im Schutzgebiete Togo thätigen Firmen S. 208. — Deutsch- 
Südwestafrika: Zu den Unruhen in Südwestafrika S. 208. — Aus dem Bereiche der Missionen und der 
Antisklaverei-Bewegung S. 208. — Aus fremden Kolonien: Anwerbung von Arbeitern für Cayenne 
S. 212. — Handel von Dahomey S. 212. — Einverleibung in den französischen Kolonialbesitz S. 212. — Neueres 
über die Gewürznelkenkultur in Sansibar S. 213. — Ueber den Handel von Lagos S. 213. — Ueber die 
Kämpfe im Beninreiche S. 216. — Litteratur S. 217. — Litteratur-Verzeichniß S. 218. — Verkehrs= 
Nachrichten S. 218. — Anzeigen. 
—— 
# 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Perträge,. 
Allerhöchste Verordunng, betreffend die Schaffung von Eingeborenen-Reservaten 
in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete. 
W Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen #2#c., verordnen auf 
Grund des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (R.-G.-Bl. 1888, S. 75), 
fir Südwestafrika in Ausführung des § 16 Unserer Verordnung vom 10. August 1890 (R.-G.-Bl. S. 171) 
im Namen des Reichs, was folgt: 
1. 
· Der Reichskanzler und mit seiner Genehmigung der Landeshauptmann sind ermächtigt, bestimmte, 
innerhalb des südwestafrilanischen Schutzgebietes gelegene, Eingeborenen gehörige oder der Regierung zur 
Verügqung stehende Ländereien für das unveräußerliche Eigenthum eines Eingeborenenstammes oder Ver- 
ndch von Stämmen zu erklären und zu Wohnplätzen für die zu dem Stamm oder Verbande gehörigen 
Personen vorzubehalten (Reservate). Die hiernach geschaffenen Reservate sind alsbald unter möglichst 
Ernauer Bezeichnung der Grenzen öffentlich bekannt zu machen. 
§ 2. 
Die innerhalb eines Reservats belegenen Grundstücke können, unbeschadet bereits erworbener Rechte 
W#tter, nur mit Genehmigung des Landeshauptmanns Gegenstand von Rechtsgeschäften zu Gunsten Fremder 
Z Aus anderen Rechtsgeschüften finden Zwangsvollstreckungen zu Gunsten Fremder weder in die 
W "elbst, noch in deren räumlich davon noch nicht getrennte Zubehörstücke statt.
        <pb n="242" />
        — 200 — 
§ 3. 
Kein Fremder darf ohne Erlaubniß des Landeshauptmanns in dem Reservat wohnen, Land in 
Benutzung nehmen oder Handel oder Gewerbe dortselbst treiben. 
X 
Fremde im Sinne dieser Verordnung sind alle nicht zu demjenigen Stamme oder Verbande 
gehörigen Personen, für welche das Reservat nach § 1 dieser Verordnung geschaffen worden ist. 
85. 
Zuwiderhaudlungen gegen § 3 dieser Verordnung werden mit Gefängniß bis zu drei Monaten 
oder Geldstrase bis zu 3000 Mark, allein oder in Verbindung miteinander, bestraft. 
getroffenen Anordnungen aufzuheben und abzuändern. 
B. Einfuhrzölle: Von allen Tauschwaaren und 
Ausfuhrzölle: 1. von Elfenbein. 
2. 
§ 6. 
Der Reichskanzler ist befugt, die von dem Landeshauptmann auf Grund dieser Verordnung 
Gegeben Homburg vor der Höhe, den 10. April 1898. 
(L. S.) Wilhelm I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
  
Zusätze zu dem in der Kolonial-Gesetzgebung Theil II. S. 42 ff. 
veröffentlichten ostafrikanischen Zolltarif, Anlage C: Liste der vom 
Einfuhrzoll befreiten Gegenstände. 
S. 46 bei Ziffer 4 muß es „Kohlen“ statt, wie irrthümlich gedruckt, „Kosten“ heißen. 
bei Ziffer 9 ist hinzugekommen: 
„Auch neue Kleidungsstücke und Wäsche, Hausgeräth und Effekten, insofern biese Effekten nach 
obrigkeitlicher Bescheinigung von einwandernden Personen als Heirathsgut eingeführt werden.“ 
Es treten zur Liste der zollbefreiten Sachen hinzu: 
„15. Leere Verpackungen, wie Fässer, Kisten, Säcke rc., die mit der Bestimmung der 
Wiederausfuhr eingeführt werden, unter der Festhaltung der Identität, Kontrole der Wiederausfuhr 
und Sicherstellung der Eingangsabgaben (1 Jahr lang) für den Fall, daß die bezeichneten Ver- 
packungen im Zollinlande verbleiben. Bei gebrauchten alten Verpackungen ist von einer Kontrole 
abzusehen, falls kein Zweifel besteht, daß sie zur Ausfuhr von Landeserzeugnissen bestimmt sind. 
16. Grabsteine und Grabschmuck, wenn sie nicht zu Handelszwecken eingeführt werden, 
sondern unmittelbar dem Andenken und der Verehrung in der Kolonie Verstorbener dienen.“ 
„An der durch den Tanganyika berührten Binnengrenze werden folgende Zölle erhoben: 
10 pECt. vom Werth, 
* Salz 2 - 2 * 
europäischen Bedarfsartikeln, soweit dieselben in 
Deutsch-Ostafrika noch nicht verzollt waren, 10 pCt. vom Werth.“ 
  
  
Perordnungen und Wittheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Dienfststellen. 
Auf Grund des Erlasses des Auswärtigen Amts vom 15. Januar 1898, durch welchen die 
Stelle des Oberrichters für Deutsch-Ostafrika dem Königlichen Landrichter Herrn Ebermaier kommissarisch 
übertragen worden ist, ist derselbe für den hiesigen Dienst vereidigt und mit dem heutigen Tage in seine 
Dienstgeschäfte eingeführt worden. 
In Gemäßbheit des Nachtrags zur Dienstanweisung, betreffend die Ausübung der Gerichtsbarkeit 
in Deutsch-Ostafrila vom 25. Oktober 1891 wird hiermit die Ausübung der Gerichtsbarkeit zweiter Instanz
        <pb n="243" />
        201 
dem kommissarischen Oberrichter Herrn Ebermaier übertragen. Gleichzeitig wird derselbe mit der Wahr- 
nehmung der Geschäfte des Auditeurs der Kaiserlichen Schutztruppe beauftragt und Herr Bezirksrichter 
Ziegler von denselben entbunden. 
Dar-es--Saläm, den 24. Februar 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(gez.) v. Bennigsen. 
(I. 8S.) 
  
Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Togo, betr. den Impfzwang. 
Unter Aufhebung der Verordnung vom 8. März 1889 wird hiermit bestimmt, was folgt: 
§ 1. 
Dem Impfzwang im Schutzgebiete unterliegen ohne Unterschied des Alters: 
1. die ansässige eingeborene Bevölkerung, 
2. die bei den Behörden, Missionen, Faktoreien, Plantagen und sonstigen Unternehmungen mit größerer 
Personenzahl dauernd oder vorübergehend beschäftigten Farbigen. 
§ 2. 
Der Impfzwang umfaßt die Pflicht zur erstmaligen Stellung an den vorher bekannt gegebenen 
Inpfterminen, und die Wiederholung der Stellung zur Wiederimpfung nach gewissen, vom Impfarzte zu 
bemessenden Zeiträumen. 
§ 3. 
Für Erfüllung der Impfpflicht sind neben dem Impfpflichtigen verantwortlich: im Falle des § 1 
Nr. 1 der Dorfhäuptling, das Familienoberhaupt und der Lehrer, im Falle des § 1 Nr. 2 die Vorstände 
der Missionen, Faktoreien, Plantagen und sonstigen Unternehmungen. 
84. 
Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden an dem Impfpflichtigen mit Geldstrafe bis 
zu 150 Mark geahndet. Auch kann im Weigerungsfalle zwangsweise Vorführung erfolgen. 
Geldstrafe in gleicher Höhe kann daneben gegen die im § 3 aufgeführten verantwortlichen Per- 
sonen verhängt werden. « 
§5. 
E Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage für die Stadtbezirke von Lome und Klein-Popo 
in Kraft. 
Das spätere Inkrafttreten in anderen Bezirken des Schutzgebietes erfolgt durch Verfügung des 
Landeshauptmanns. 
Lome, den 21. Januar 1898. 
Der stellvertretende Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) (gez.) Dr. Gleim. 
  
Nachweifung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Januar 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,3325 Mk.) 
  
.. 
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts.Holzschlag.)Nedben- · 
Haupt-ZolcamtAusfahrEinfuhrAbgabeGebührenEtnuuhmen Insgesammt 
— Rp. P.] Np. P.] p. P.] Np. P.] Rp. P. Rp. P. — Mk. Pf. 
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        — 202 — 
Personalien. 
Seine Maiestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, den Unter-Staatssekretär im Aus- 
wärtigen Amt, Wirklichen Geheimen Legationsrath Dr. Freiherrn v. Richthofen, von der Leitung der 
Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts zu entbinden und den bisherigen Großherzoglich mecklenbur- 
gischen Ober-Landesgerichtsrath Dr. v. Buchka, unter Beilegung des Charakters als Wirklicher Geheimer 
Legationsrath, zum Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts zu ernennen. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, den Wirklichen Geheimen Legations- 
rath Dr. v. Buchka, Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts, im Falle der Behinderung 
des Reichskanzlers mit dessen Vertretung in den Kommando-Angelegenheiten der Kaiserlichen Schutztruppen 
in den afrikanischen Schutzgebieten an Stelle des bisher damit betraut gewesenen Unterstaatssekretärs 
Freiherrn v. Richthofen zu beauftragen. 
Der bisherige Hülfsarbeiter bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, Regierungs- 
rath Dr. Bumiller, ist zum Hülfsarbeiter und der Hofrath Krüger ist zum ständigen Hülfsarbeiter in 
der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts ernannt worden. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 30. März 1898. 
Schloifer, Premierlieutenant, bisher à la suite des Feldartillerie-Regiments Nr. 31, aus dem Heere 
ausgeschieden und, unter Kommandirung zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt bis auf 
Weiteres, als Premierlieutenant mit seinem Patent in der Schutztruppe, à la suite derselben, 
angestellt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 30. März 1898. 
Dr. Kohlstock, Stabsarzt, bisher à la suite des Sanitätskorps, unter Verleihung des Charakters als 
Oberstabsarzt 2. Klasse, aus dem Heere ausgeschieden, à la suite der Schutztruppe gestellt und 
zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandirt. 
A. K. O. vom 5. April 1898. 
Woerner, Sekondlieutenant, bisher vom Infanterie-Regiment von Horn (3. Rheinischen) Nr. 29, scheidet 
mit dem 20. April d. Is. aus dem Heere aus und wird mit dem 21. April d. Is. als Sekond- 
lieutenant mit seinem Patent in der Schutztruppe wieder angestellt. 
Der mit dem 31. v. Mts. aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ausgeschiedene Premier- 
lieutenant Kollmann ist mit dem 1. April d. Is. im Königlich Sächsischen Kontingent und zwar beim 
12. Infanterie-Regiment Nr. 177 mit seinem bisherigen Patent wieder angestellt worden. 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. S. „Bussard“ 24/2. Sydney 6/3. — Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
M. S. „Condor"“ 8/1. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. 
„Cormoran“ 13/11. Kiautschoubucht 16/3. — 16/3. Shanghai. (Poststation: Hongkong.) 
M. S. „Falke“ 27/1. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Habicht“ 8/2. Swakopmund. — 18/3. Angra Pequena 19/3.— Kamerunn. (Poststation: Kamerun.) 
. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
.M. S. „Seeadler“ 24/1. Kapstadt 9/3. — 12/3. Port Elisabeth 18/3. — 19/3. East London 24/8. 
— 26,3. Natal 4/4. — Lourenzo Marques. (Poststation: Sansibar.) · 
M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. (Poststation: Angra Pequena.) 
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        203 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Vermessungsgehülfe Sarnowski ist nach 
Dar-es-Saläm abgereist. 
—. — — 
Ramernn. 
Der für die Stelle des Bootsmanns angenom- 
mene Steuermann Wendt ist nach Kamerun abgereist. 
  
Der Gärtner Deistel ist nach Kamerun ab- 
gereist. 
  
  
Der Geometergehülfe Scholze ist nach Kamerun 
abgereist. 
  
Cogo. 
Der der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft zu 
kommissarischer Verwendung überwiesene Dr. phil. 
Rigler reist Ende des Monats nach Lome ab. 
  
Der Techniker Tönnies ist Mitte März in Togo 
verstorben. 
  
Premierlieutenant v. Doering ist Anfang Fe- 
bruar in Togo eingetroffen. 
  
Nachrichten aus den deukschen Schungrbieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutfsch-Sftafrika. 
Wisfenschaftliche Lammlungen. 
Der in Langenburg in Deutsch-Ostafrika als 
Regierungsarzt thätige Dr. med. Fülleborn hat 
der zoologischen Sammlung des Museums für Natur- 
kunde in Berlin zwei kleine Sendungen zoologischer 
Gegenstände zugehen lassen, und zwar: 
12 Säugethierbälge zum Theil mit Schädeln, 
6 Säugethiere in Alkohol, 
8 Vogelbälge, 
1 Panzer und ekelett einer Schildkröte. 
Die Konservirung der Thiere war recht gut. Die 
Sendungen sind bemerkenswerthe Beiträge zur Fauna 
des Südens von Deutsch-Ostafrika. Besonders inter- 
essant sind der Schädel eines jungen Stachelschweines 
und ein junges Zügelstreif-Eichhörnchen, sowie eine 
Spitzmaus, durch welche das Vorkommen von Cro- 
cicura gracilipes weit nach Süden nachgewiesen 
wird. Ebenso sind zwei Ginsterkatzen, Genetta 
lelina Thunb., und ein Halbaffe Otogale kirhi 
Cray werthvoll, weil dadurch das Vorkommen der 
ersteren Art im Süden des Schutzgebietes nachge- 
wiesen wird und weil der Halbaffe ein bisher un- 
bekunntes Jugendkleid trägt. Unter den Vögeln 
befinden sich zwei Kuckucke, die wegen ungewöhnlicher 
Färbung von besonderem Interesse sind. 
  
Ramerun. 
Ausbau der Station Buba. 
Der Ausbau der Station Busa ist Ende v. Is. 
nach einem Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs 
rstig vorgeschritten und wird mit Schluß der dies- 
maligen Trockenzeit, also etwa im April, soweit 
vollendet sein, daß die vorhandenen Gebäude für die 
  
nächsten zehn Jahre genügen, wenn nicht an die 
Station bezüglich der Unterbringung von Rekon- 
valeszenten noch sehr viel höhere Ansprüche gestellt 
werden sollten, als dies vor der Hand der Fall ist. 
Letzteres ist aber kaum anzunehmen im Hinblick 
auf das auf Suellaba zu errichtende Seesanatorium, 
auf dessen Herstellung im Interesse stark geschwächter 
Rekonvaleszenten Dr. Plehn mit Recht hohen 
Werth legt. 
Sämmtliche Gebäude der Station sind auf 
massiven Sockeln oder gemauerten Pfeilern aus Holz 
und Wellblech verfertigt, ein für hiesige Verhältnisse 
bewährtes Verfahren. 
Das neue Logirhaus liegt an der Busastraße in 
der Verlängerung der Front des Wirthschaftsgebäudes, 
gesund und luftig mit sehr schöner Aussicht; es hat 
vier geräumige Zimmer und breite Veranda. Durch 
diesen soeben fertig gewordenen Neubau ist jedem 
bisher mitunter recht fühlbaren Platzmangel auf lange 
Zeit hinaus abgeholfen. 
Die im nächsten Etat über den regelrechten 
Stationsbetrieb hinaus zur Verfügung stehenden 
Mittel werden zweckmäßigerweise für weitere technische 
Verbesserungen, wie Anlage einer einfachen Wasser- 
leitung durch Röhren, für die so sehr nothwendige 
Anschaffung von gutem Zuchtvieh, für Wege-, Brücken- 
und Gartenanlagen zu verwenden sein. 
Geradezu überraschend ist das Gedeihen der 
Kulturen von Rosen, Veilchen, Erdbeeren, Spargel, 
Kartoffeln, amerikanischem Mais, arabischem Kaffee, 
Thee, Feigen, Mispeln, sämmtlicher Gemüse, des 
Rasens, edler Bananensorten und dergleichen in dem 
Garten der neuen Station. 
Palmen und Ananas kommen nicht mehr fort, 
die Lage ist zu hoch und die Nächte zu kühl. Unter- 
halb der Station finden sich wohl vereinzelte Palmen, 
die jedoch keine Früchte tragen.
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        Die Erforschung des Gebirges macht seit Hiersein 
des Dr. Esch erhebliche Fortschritte. Auf Wunsch 
des Letzteren sind zwei Unterkunftshütten auf dem 
Berge gebaut, welche Dr. Esch in der nächsten Regen- 
zeit zu bewohnen gedenkt, um wissenschaftliche Beob- 
achtungen zu machen. 
Die niedriger gelegene Hütte steht auf dem ersten 
Gebirgskamm und bietet nach dem sehr steilen und 
beschwerlichen Anstieg einen vollkommenen Ruhepunkt 
und Nachtquartier. Sie ist, ebenso wie die obere 
Hütte, aus Holz und Wellblech besonders fest gebaut, 
auf Steinfundament. Der dort oben fast ständige, 
recht heftige Nordostwind hat schon in dieser Hütte 
die Anbringung eines Ofens erforderlich gemacht, 
auf dem auch gekocht werden kann. Die Hütte ist 
3B8m groß, mit zwei getrennten Räumen von je 
324m; in dem einen Raum befindet sich ein Glas- 
fenster, so daß es möglich ist, auch bei schlechtem 
Wetter in demselben zu arbeiten. Die Temperatur 
war morgens bei Sonnenaufgang + 7° C. Um 
die Hütte herum stehen schwachbelaubte, mit Moos 
und langen Flechten behangene, vom Nordostwind 
sämmtlich nach Südosten verbogene höchst bizarre 
Formen aufweisende Krüppelbäume, die trefklliches 
Brennholz liefern. Wasser muß in der Trockenzeit 
von Busa mitgenommen werden, während in der 
Tornado= und Regenzeit in der Nähe sich Wasser- 
rinnen bilden. Blühende Erika and Ginster, gelbe 
Butterblumen und ein sehr herbes, hartes Gras be- 
decken die weit sich hinstreckenden Berghänge. Lava- 
geröll und scharfkantige, überall verstreute Lavablöcke 
erschweren das Gehen. Die hauptsächlichste Jagdbeute 
der eingeborenen Jäger aus Buga, die bis hier 
heraufkommen, ist das wohlschmeckende Erdferkel. Zu 
Beginn der Regenzeit, wenn das junge Gras zu 
sprießen anfängt, treten auch Antilopen zur Aesung 
aus dem Walde heraus und unternehmen weite 
Wanderungen in hohe Regionen. 
Die zweite Hütte — 3—7 m mit zwei Räumen, 
3—# 3 und 3—m, letzterer mit Glasfenster — 
liegt auf der Gipfelkuppe des Berges selbst, unmittel- 
bar unter der Spitze (Pil) in Höhe von 3900 m. 
Hier wurden bei Sonnenaufgang Eiszapfen und 
starker Reif beobachtet. Die Hütte ist durch eine 
steile Felswand gegen den Nordost geschützt, der 
daher nicht so empfindlich wirkt wie bei der niedriger 
gelegenen Hütte, wenn auch die Temperatur bis auf 
0 Grad sinkt. Jede Vegetation hat hier aufgehört; 
Felsen, Aschegeröll, bizarre Kraterformen gewähren 
ein überaus großartiges, ganz eigenartiges Bild. 
In der dunstgeschwängerten Trockenzeit ist der 
Fernblick verschleiert. Bei klarem Wetter, so beson- 
ders nach Gewittern, hat man ein wunderbares 
Panorama, daos gesammte Kamerunästuarium mit der 
Ambasbucht, Victoria und Fernando Po umpassend, 
unter sich. 
Auch das Privatinteresse wendet sich neuerdings 
lebhaft dem Kamerungebirge zu. So hat sich unter 
dem Vorsitz des Gouverneurs ein „Kameruner Alpen- 
204 
  
klub“ gebildet, der bereits eine große Anzahl von 
Eingesessenen der Kolonie zu seinen Mitgliedern zählt 
und auch auf rege Betheiligung in der Heimath hofft. 
Die Zwecke des Vereins sind wissenschaftliche Er- 
forschung des Gebirges, Anlage von Wegen nach 
interessanten Punkten und Spitzen, Errichtung von 
Schutzhütten nach dem Muster der jetzt hergestellten, 
Ausbildung und Anstellung von Führern und Trä- 
gern und dergleichen. 
Das Ehrenpräsidium des Vereins hat der kürzlich 
in Busa zum Besuch weilende Kaiserliche Gouverneur 
a. D. Freiherr v. Soden übernommen. 
  
  
Togo. 
Schilderung einer Reise nach Atakpame. 
Einer Schilderung des Kaufmanns JI. K. Vietor 
über eine Reise von Klein-Popo nach Atakpame 
entnehmen wir Folgendes: « 
AmTAugustmorgenö272Uhrbtacheuwirmit 
einem Boot nach Woga auf und erreichten dasselbe 
bei ziemlich hohem Wasserstand um 7 Uhr. Dort 
trafen wir unsere am Tage vorher abgesandten 
Träger und nahmen die Vertheilung der Lasten vor. 
Unsere Karawane bestand außer mir aus dem Land- 
wirth Waldemar Stolle, welcher den Boden auf 
seine Fruchtbarkeit untersuchen sollte, den Dolmetscher 
Robert Samwee, sechs Hängemattleuten, 15 Trägern, 
einem Führer, Koch und zwei Pferden, welche sich 
unterwegs vortrefflich bewährten. 
Der Abmarsch fand um 7 ⅛/ Uhr statt, und wir 
erreichten Kumape-Markt um 11¼ Uhr. Der Weg 
führte durch allmählich ansteigendes Terrain, fast 
ununterbrochen durch Mais-, Erdnuß= und Cassada- 
felder. Der Boden bestand aus rothem Lehm. 
Auf dem Markt wurden fast ausschließlich Mais 
und Fische gehandelt und Wasser und Palmwein 
verkauft. Etwa 40 kg Mais konnte man dort für 
25 Pf. kaufen. Ein Topf Wasser kostete 5 Pf. 
Auffallend war es, wie wenig europäisches Zeug 
unterwegs gefunden wurde. Die Bekleidung bestand 
fast ausschließlich aus dort gewebten Stoffen aus 
einheimischer Baumwolle. 
Am Nachmittag hörten die Farmen allmählich 
auf. Wir hatten einen sanften Abhang zu passiren 
und gelangten, indem wir verschiedene Dörfer und 
den Markt Kowesi berührten, um ¼ vor 6 Uhr 
nach Tschegbo. Der Charakter der Gegend war 
unverändert geblieben, rother Thon bedeckt mit etwas 
höherem Waldrand und ziemlich reichlichen Palmen- 
beständen. Bemerkenswerth sind die förmlichen 
Ananaswälder, welche sich am Wege hinziehen. 
Nicht weniger wie 100 reifende Früchte konnte man 
auf einige hundert Schritt zählen. Der Preis auf 
dem Markt war 5 Pf. für drei Stück. 
Das Nachtquartier in dem wasserarmen Dorf — 
ein Eimer kostete 10 Pf. — bei den vielfach mit
        <pb n="247" />
        Ausschlag behafteten Leuten war in den engen 
Negerhütten sehr unerquicklich. Die Tschegboleute 
hatten unsere vorausgeschickten Lasten gestohlen, sie 
aber freigegeben, wie sie hörten, daß ich der Eigen- 
thümer sei. 
In vierstündigem Marsche erreichten wir anderen 
Tages Esse, wo wir einen längeren Halt machten, 
um unseren an das Gehen nicht so gewöhnten Ar- 
beitern Ruhe zu gönnen. Der Weg führte zunächst 
durch ziemlich hohen Urwald, in dem wir viel 
Ebenholz sahen, nachher durch eine recht heiße 
Savanne. 
Bis dahin war der Boden unverändert rother 
Thon, welcher bei häufigen Niederschlägen sehr 
fruchtbar ist und große Ernten von Mais, Erdnüssen, 
Yams 2c. liefert, in dürren Jahren aber wegen 
Trockenheit die Früchte leicht leiden läßt. Die 
Kunst, 10 bis 20 m tiefe Brunnen, wie an der 
Küste zu graben, scheint dort unbekannt zu sein. 
Esse, eine ziemlich große Stadt, hatte den Gamme- 
Bewohnern vier Leute geraubt, und unsere Träger 
hatten Mühe, sich wieder Leute zu engagiren, wie 
sie es sonst immer thaten, welche die Lasten für 
einige Meter des billigsten Kattuns von einer Stadt 
zur anderen trugen. 
Nach zwei Stunden erreichten wir den Haho- 
Fluß, welcher ungefähr fünf Fuß Wasser führte. 
Der Uebergang war aber nicht beschwerlich. Dort 
trat statt des rothen Thones schwarzer, nach den 
Sämpfen zu urtheilen, ziemlich undurchlässiger Boden 
auf. Er war mit Wald, Palmen und hohem Gras 
bestanden, so daß man, auch zu Pferde sitzend, nicht 
über dasselbe hinwegsehen konnte. Der Weg war 
nicht annähernd so schwierig, wie ich ihn mir nach 
der Beschreibung gedacht hatte, obgleich es noch vor 
kurzer Zeit dort tüchtig geregnet hatte und in den 
Senkungen des Weges Wasser stand, auch sämmtliche 
Nebenflüßchen des Haho, die theilweise allerdings 
mur so breit waren, daß man mit dem Pferd hin- 
überspringen konnte, Wasser führten. 
Das Land zeigte sich leicht hügelig ohne steile 
Anstiege oder Abhänge, und die sumpfigen Stellen 
waren bald überschritten. In Gamme, welchen Platz 
wir um 4½ Uhr erreichten, fanden wir eine sehr 
freundliche Aufnahme, und zum letzten Mal ein 
Haus, welches groß genug war, unsere Betten mit 
Mosquitonetz darin aufzustellen. Unterwegs wächst 
der Pfeffer in großen Mengen wild, so daß die 
Eingeborenen die Sträucher mit der Frucht ab- 
brechen, um sich die Mühe des Pflückens zu sparen. 
Den nächsten Morgen (6. August) um 5 ½ Uhr 
verließen wir Gamme und marschirten durch eine 
Rehhe Dörfer, in denen die Leute uns überall zu 
bleben baten, durch Wald und hohe Savanne, über 
Amakpodhe Kpelle, wo wir von 12 bis 2 Uhr 
rsteten, über Muatsche nach Pedome, das wir um 
6 Uhr abends erreichten. Die Gegend ist außer- 
ordentlich bevölkert. Der Weg führte durch ein sehr 
fruchtbares und angeblich wildreiches Land. Aber, 
  
305 — 
obgleich wir einmal in der Nähe von Muatsche vom 
Wege abbogen und eine Stunde etwa, durch den 
Busch und über die Farmen ritten, wo nach Aussage 
der Eingeborenen die meisten Thiere sich aufhalten 
sollten, sahen wir doch nichts. Der Preis der 
Lebensmittel war auffallend billig. Für drei Stück 
Bams, die an der Küste eine Mark werth waren, 
bezahlten wir zwei Blätter Tabak, und die Leute 
brachten soviel, daß wir es nicht mitnehmen konnten. 
Am 7. August morgens marschirten wir drei 
Stunden, indem wir den Ayorto-Fluß passirten, nach 
Batikovhe (Devhekophe der Karte), auf einem 
hübschen Wege, theilweise über Felsblöcke, die durch 
den Regen geglättet waren, durch die fruchtbarste 
Gegend des Gebietes, wo die Leute auf den sorg- 
fältig bearbeiteten Farmen Mais von einer Höhe 
und Größe der Kolben zogen, wie ich sie niemals 
gesehen hatte. Batikophe ist der letzte bewohnte 
Platz, der vor der großen Buschsavanne liegt, welche 
Atakpame von den vorliegenden Plätzen trennt. 
Dort wurde abgekocht, und um 11 Uhr ging es in 
die Savanne hinein, welche in einer Ausdehnung 
von 8½ Marschstunden ein undurchdringliches 
Dickicht von Wald und 10 bis 12 Fuß hohem Gras 
bildet, durchkreuzt von einer großen Menge 
Bächen und Wasserlachen, welche aber sämmtlich 
nicht mehr wie ein bis zwei Fuß Wasser hielten. 
Theilweise stand von dem letzten Regen noch etwas 
Wasser in den Versenkungen. Diese Savanne soll 
von großen Büffel= und Antilopenherden bevölkert 
sein, und wir fanden an einigen Stellen das hohe 
Gras dermaßen zerstampft und niedergetreten, daß 
nur sehr große Herden so etwas zu Stande bringen 
konnten. 
Um 3 Uhr erreichten wir in der Nähe des Kra 
einige von den Eingeborenen erbaute Hüttchen, die 
verspäteten Wanderern als Obdach dienen sollten. Da 
es aber erst 3 Uhr war, beschlossen wir, weiter zu 
gehen, und erreichten um 5 Uhr einen anderen 
Lager= und den letzten Wasserplatz. Er war indessen 
vollständig sumpfig, und unsere Leute bestanden auf 
dem Weitermarsch, da an Schlafen dort doch kein 
Gedanke war, zumal uns ein Regenschauer bis auf 
die Haut durchnäßt hatte. So gingen wir daun 
durch die allmählich mit kleinerem Gras bestandene 
Savanne, welche von 6 Uhr an keine Schwierigkeit 
mehr bot, bis nach Gley, dem ersten Atakpame-Dorf, 
wo wir die Nacht verblieben. Am nächsten Morgen 
um 9½ Uhr trafen wir in Mutschi oder Do Koffee 
unserem nächsten Bestimmungsorte, ein. 
Da meine alte Faktorei verfallen ist, wohnten 
wir in Do Koffee in einem Hause des Häuptlings 
Boni, für dortige Verhältnisse ein sehr hübsches 
Haus, welches von der ersten Etage einen weiten 
Blick über die Gegend und auf die gummireichen 
Akposso-Berge gestattet. 
Atakpame ist ein weites Grasland mit vielen 
Bäumen oder leichtem Wald, wie man es ausdrücken 
will, beginnend etwas nördlich vom 7. Breitegrad, 
7
        <pb n="248" />
        — 206 — 
im Norden begrenzt von den hohen, gummireichen 
Akposso= und den niedrigeren Atakpame-Bergen, im 
Osten von dem Fluß Mono und im Süden durch 
eine etwa acht Stunden breite, von vielem Wild be- 
wohnte Prärie, durch welche nur ein einziger Weg 
führt. 
Die Hauptstadt, ebenfalls Atakpame genannt, 
liegt ungefähr in der Mitte des Gebietes, bereits in 
den Bergen, in einem ziemlich hohen Thalkessel. 
Sie zählt etwa 970 Hütten und mindestens ebenso 
viele verfallene Häuser, denn nachdem die Franzosen 
das Dahomeyreich gebrochen und die Eingeborenen 
keinen Einbruch des Königs mehr zu fürchten haben, 
sind sehr viele Leute auf ihre im ganzen Lande zer- 
streuten Farmen gezogen, so daß das Land über und 
über mit Dörfern von 20 bis 400 Hütten be- 
sät ist. 
Die Regenzeit dauert infolge der nahen Berge 
hier von Februar bis November und die Trockenzeit 
nur etwa drei bis vier Monate, also umgekehrt wie 
an der Küste, wo der Regen sich auf die Monate 
April bis Juli und September, Oktober beschränkt. 
Im August war das ganze Land mit hohem Gras- 
wuchs bestanden, welches nur bei steinigem Unter- 
grund niedriger ist und dann eine weite Aussicht 
über das Land gestattet. Im November dagegen 
werden die Ländereien abgebrannt und das Land 
liegt kahl da, bis die neuen Regen im Februar 
wieder den neuen Graswuchs zeitigen. Dieses Ab- 
brennen des Bodens ist auch wohl die Veranlassung, 
daß so viele Bäume so knorrig aussehen und fast 
krüppelhaft gewachsen sind. Fast an jedem Baum 
findet man bei genauerer Beobachtung noch die 
Spuren des Brandes. 
Die dichteste Bevölkerung findet man im Norden 
am Südabhang der Berge, wo sich fast ununter- 
brochen eine Farm an die andere reicht. Das Ge- 
biet wird von vielen Flüssen und Flüßchen durch- 
zogen, und die Eingeborenen verstehen es anscheinend 
vortrefflich, sich die besten Plätze auszusuchen. Sie be- 
haupteten, daß die von uns besuchten 38 Dörfer noch 
nicht ein Viertel der gesammten Wohnpplätze bildeten. 
Die Bewohner sind ausschließlich Ackerbauer und 
Viehzüchter. Man findet infolgedessen bei den wohl- 
habenderen Dörfern eine mehr oder weniger große 
Kuhherde von 20 bis 80, in einzelnen Fällen auch 
von 100 bis 120 Stück, ebenso viele Ziegen, Schafe 
und Schweine, welche von herumziehenden Salaga- 
leuten aufgekauft und in Herden nach der Küste zum 
Schlachten getrieben werden. Der Preis für ein 
Huhn ist 25 Pf., für ein nicht allzu großes Schaf 
2 Mk. in Waaren. 
Das Haupterzeugniß der hiesigen Plantagen ist 
das Yams, die tägliche Nahrung der Leute, welche 
ihn allen anderen Erzeugnissen vorziehen. Yams 
wächst an der Küste nur auf dem besten Boden, und 
die vielen Plantagen hier lassen also auf eine große 
Fruchtbarkeit des Landes schließen. Obwohl die Yams- 
ernte erst angefangen hatte und nach Aussage der Leute 
  
das Essen theuer war, kaufte man drei gewöhnliche 
Stücke für 5 Pf., welche an der Küste eine Mark 
kosten. Trotzdem ist ein gewinnbringender Trans- 
port nach Klein-Popo nicht möglich, weil der 
Trägerlohn sechs Mark beträgt, den ganzen Gewinn 
also wieder aufzehren würde. 
Die Leute ernten ferner viel Mais, und zwar 
so, daß sie gleich wieder neues Korn säen, wenn das 
alte geerntet ist. Dazwischen wird dann noch Guinea- 
korn gesät, welches wieder später reift, wie die 
zweite Maisernte. Das sind die drei Haupterzeug- 
nisse des Landes. Es werden aber weiter gezogen: 
weiße und rothe Bohnen, eine Kürbissaat, aus der 
seines Oel gepreßt werden kann, drei Sorten Pfeffer, 
Erdnüsse, Reis, Kassada, Erbsen und die gewöhn- 
lichen tropischen Früchte, auf die die Leute aber 
keinen Werth zu legen scheinen. Baumwolle wird 
im Lande genug gebaut, um den Bedarf der Leute 
an Zeug zu befriedigen, welches in einfachen blau 
und weißen Mustern gewebt wird. Die Leute be- 
haupteten, daß sie im Stande seien, Baumwolle in 
großem Maße zu ziehen, wenn sie nur Käufer dafür 
hätten. 
Atakpame steht unter der Herrschaft des Königs 
Atschrim Toigbe, eines vielleicht ganz gutmüthigen, 
aber jedenfalls ganz energielosen Mannes, welcher 
weder Macht noch Geld besitzt. Die einzelnen 
Dörfer stehen wieder unter Häuptlingen, welche 
aber auch nicht viel Macht über ihre Leute zu 
haben scheinen. 
Die Atakpameleute sind ganz entschieden sehr feige 
und im Umgang mit den Weißen nach meinen Er- 
fahrungen bedeutend besser wie ihr Ruf. Wir haben 
überall eine sehr freundliche Aufnahme gesunden, 
und auch dort, wo die Eingeborenen große Furcht 
zeigten, sind wir nicht unbeschenkt abgezogen, nach- 
dem wir den friedlichen Grund unseres Kommens 
auseinandergesetzt hatten. 
Der Handel ist bis jetzt hauptsächlich durch die 
Unsicherheit der Wege minimal. Alles, was die 
Leute für das tägliche Leben brauchen, liefern ihnen 
die Farmen und der Busch, denn im Jagen und 
Fallenstellen sind die Leute sehr gewandt. Ihre 
Wohnungen bestehen aus kleinen Hütten mit Stroh- 
bedeckung, und die Kleidung ist auch bei den Er- 
wachsenen für gewöhnlich sehr mangelhaft. Die 
Leute lieben jedoch hübsche Kleidung und alle ver- 
schiedenen Arten europäischer Waaren, aber immer 
wieder sind es die leidigen Transportverhältnisse, 
welche den Leuten die Verwerthung ihrer Erzeugnisse 
selbst bei billigsten Verkaufspreisen unmöglich machen. 
Wenn man in ein Dorf kommt und das mitgebrachte 
Zeug zeigt, bringen die Leute gleich alle gewünschten 
Provisionen, Felle, Hörner und Alles das, was ein 
Europäer, wie sie glauben, verwenden kann. 
Von in der Prärie wildwachsenden Bäumen 
sind als nützlich vor allen Dingen die Sheabutter- 
bäume zu nennen, welche in dem ganzen Gebiet 
sehr zahlreich vorkommen und vom Mai bis Juli
        <pb n="249" />
        eine riesige Ernte geben. Die Eingeborenen ver- 
wenden die daraus gewonnene Butter zum Essen 
und Einreiben. In den Niederungen und den 
Flußläufen entlang stehen große Bestände Oelpalmen, 
welche aber nur zur Bereitung von Palmwein ab- 
gehauen werden, da das Oel die Transportkosten 
nach der Küste nicht vertragen kann. Die vielfach 
vorkommenden rothholz= und mahagoniartigen Hölzer 
werden wegen der großen Entfernung von der Küste 
auch später wohl kaum mit Vortheil zu exportiren 
sein. Außerdem liefert der Busch natürlich viel 
Fleisch und die Häute und Hörner der Antilopen 
und Büffel. Bis jetzt ist der einzige Exportartikel 
von einiger Bedeutung, das Vieh, vor allen Dingen 
Ochsen, welche von vielen Händlern aufgekauft und 
nach der Küste gebracht werden. An eine wirkliche 
Ausbeutung des Landes ist nur zu denken, wenn 
eine gute Verbindung von der Küste nach Atakpame 
geschaffen wird. 
An den dreiwöchentlichen Aufenthalt in Atakpame 
schloß sich eine viertägige Tour ins Akpossogebiet. 
Sie fiel allerdings nicht ganz nach Wunsch aus, da 
ein fast ununterbrochener, starker Regenfall den Marsch 
hinderte und ein Besteigen der steilen Berge bei der Z„ 
Schlüpfrigkeit des Bodens unmöglich war. 
Akposso ist ein nördlich an das Atakpamegebiet 
unstoßendes Gebirgsland in einer Breite von etwa 
sieben bis zwölf Tagereisen. Die Eingeborenen sind 
Rrinem Herrscher unterworfen, sondern bilden Dorf- 
gemeinschaften. Bei den Berathungen führt ein alter 
angesehener Mann den Vorsitz, welcher aber an- 
scheinend nicht über weitere Machtmittel verfügt. 
Die Leute sollten angeblich sehr wild sein. Ich 
fand sie aber mehr scheu und ängstlich. Auch sah 
ich wenig Gewehre dort. 
Das Gebirge sieht ganz anders aus, als ich 
nach den Berichten angenommen hatte. Hinter den 
dorgelagerten ersten Bergen zieht sich eine vielfach 
bewaldete Savanne noch ungefähr 1 ½ Tagereisen 
hi, bis man an den Fuß des dort mindestens 500 m 
hohen wirklichen Gebirges kommt. 
Ueber die Fruchtbarkeit dieses Landes, soweit ich 
ch sehen konnte, war ich ganz erstaunt. Das Land 
wird durch viele Gebirgsbäche bewässert, und 
man passirt stundenlang die üppigsten Oelpalmen= 
wölder, welche aber nur, abgesehen von dem wenigen 
Lel zum eigenen Gebrauch, zur Gewinnung des 
Palmweins Verwendung finden. Im Grase findet 
man überall den Sheabutterbaum, an besonders 
seuchten Stellen die Raffiapalme, welche das geschätzte 
Fiossaa giebt, sowie die Dattelpalme. 
Der einzige Handelsartikel, der in den letzten 
dahren eine sehr große Bedeutung gewonnen hat, 
ist der Gummi, die einzige Waare, welche ihres 
Verthes wegen die Transportkosten wohl vertragen 
m. Obgleich wir unangemeldet kamen, konnten 
vir doch in jedem Dorfe so und so viele Kilos 
lafen, wenn wir unsere Waaren zeigten. 
Zur Ausbeutung dieses ganzen fruchtbaren und 
207 
  
gut bevölkerten Gebietes und des Gebirges ist bisher 
fast noch nichts geschehen. Englische Accrahändler 
von der Goldküste kamen vor etwa zehn Jahren 
zuerst dorthin und zeigten den Leuten die Gummi- 
bereitung. Seit etwas kürzerer Zeit findet auch ein 
lebhafter Gummihandel, besonders von dem west- 
lichen Theile des Gebirges nach Lome statt, der 
theilweise über Agome Palime geht, wo die Bremer 
Faktorei eine Niederlassung errichtet hat. 
Im Jahre 1889 sandte ich, um das Gebiet 
dem Klein-Popo-Handel zu erschließen, eine Expe- 
dition unter Führung eines Weißen ins Innere, 
leider kam dieser nach kurzer Zeit krank zurück, ohneirgend 
welchen Erfolg. Dann sandte ich noch einmal eine Expe- 
dition unter Leitung eines Schwarzen während des 
Dahomeykrieges nach Atakpame, um Ochsen für die 
französische Regierung zu kaufen. Aber auch diese 
hatte keinen nennenswerthen Erfolg, und meine 
Zeit wurde durch anderweitige Unternehmungen in 
Anspruch genommen, so daß mehrere Jahre nichts 
weiter geschah. 
Während meines jetzigen Aufenthaltes in Atak- 
pame begründete ich einen Markt, der den Namen 
„Vietor-Markt“ erhielt und der auch ganz befriedigend 
besucht wurde, nachdem wir die Hauptplätze des 
Landes besucht, und Boten ins Gebirge gesandt 
hatten, um den Leuten mitzutheilen, daß der Weg 
zu unserem Markte frei sei und wir eintreten wür- 
den, wenn Jemand auf dem Wege dahin gefangen 
würde. In der kurzen Zeit meines Aufenthaltes 
konnte ich natürlich nur die Verhandlungen beginnen 
und den Leuten auseinandersetzen, was wir wollten. 
Jetzt hat einer meiner Herren den Auftrag be- 
kommen, sich ins Innere zu begeben und einige 
Monate im Gebirge sich aufzuhalten, um Verbin- 
dungen mit den verschiedenen Leuten anzuknüpfen 
und das Geschäft in die richtigen Bahnen zu leiten. 
Das ist bis jetzt Alles, was geschehen ist, um 
den Handel dort zu erschließen. Ich hoffe und 
glaube, daß sich der Handel mit diesen Gebieten in 
den nächsten Jahren bedeutend heben wird, aber so 
lange noch keine Wege und Eisenbahnen existiren, 
wird es sich allerdings für die deutsche Togokolonie 
wohl nur um das Gummigeschäft handeln können. 
Die sämmtlichen, anderen dort zu kaufenden Pro- 
dukte sind zu werthlos, um auch nur den billigsten 
Trägerlohn von 6 Mk. für 25 kg vertragen zu 
können. 
Eine Tonne Naturerzeugnisse im Innern ge- 
kauft würde sich somit nach Klein-Popo geliefert 
heute auf 240 Mk., nach Grand-Popo auf 110 Mk. 
stellen. 
Jetzt ist also keine Möglichkeit, diesen Handel 
der deutschen Togokolonie zu erhalten, sondern er 
wird, wie bisher nur der französischen Kolonie 
Dahomey zu Gute kommen. 
Ein gut gangbarer, sicherer direkter Weg von 
Sebbe nach Atakpame würde den Marsch, zu dem 
die Eingeborenen 7 bis 9 Tage gebrauchen, wohl
        <pb n="250" />
        um eine Tagereise abkürzen können, aber ein solcher 
Weg würde der Konkurrenz des Mono nicht ge- 
nügenden Eintrag thun. 
Deshalb erscheint mir der Bau einer kleinen 
Bahn von Sebbe nach Atakpame, das einzige Mittel, 
diese Verhältnisse zu ändern und den Handel dort 
der deutschen Kolonie zu sichern. 
Der Import und Export der Togokolonie ist 
jetzt schon ein sehr bedeutender und wird unfehlbar 
in den nächsten Jahren noch gewaltig zunehmen, 
wenn das Innere in größerem Maße erschlossen wird. 
Die Einfuhr betrug: Die Ausfuhr betrug: 
1892 2 135 945 Mk. 2 411 542 Mk. 
1893 2 414 8900= 3 413 920 - 
1894 2240 642 = 2 894 393 = 
1895 2 353 322 3 048 466 
Da die Bahn keine Konkurrenz als die des Mono 
zu fürchten hätte, würde es möglich sein, die Trans- 
portkosten für die europäischen Erzeugnisse sehr theuer 
zu stellen, etwa 80 Mk. für 1000 kg bei werthlosen 
Gütern, Salz 2c. und 90 bis 100 Mk. bei feineren 
Waaren, als Manufakturen 2c., da die Ein- 
geborenen einstweilen noch an sehr hohe Verkaufs- 
preise gewöhnt sind. Es dürfte sich dagegen aber 
empfehlen, die Fracht der einheimischen Produkte so 
billig zu stellen, wie es die Rentabilitätsberechnung 
gestattet, eiwa 40 bis 50 Mk. per Tonne. Dies 
würde nicht nur dazu dienen, daß die Eingeborenen 
angespornt würden, möglichst viele Produkte zu 
schaffen, wenn sie einen möglichst hohen Gegenwerth 
dafür erhalten, sondern zugleich würde es den ent- 
fernter wohnenden Leuten möglich sein, ihre Pro- 
dukte an den verschiedenen Stationen mit einem ge- 
nügenden Gewinn abzusetzen. 
Eine solche Bahn würde damit aber nicht nur 
das fruchtbare Atakpamegebiet und den Handel des 
Gebirges erschließen, sondern auch den Handel weit 
ins Innere hinein beleben. 
—. — 
Crgänzung zum Verzeichniß der im Schutzgebiete Cogo 
thätigen Firmen. 
Ergänzung zum Verzeichniß der im Schutzgebiete 
Togo thätigen Firmen (siehe Kolonialblatt Nr. 7, 
S. 170); 
6. F. Oloff &amp; Co., Hauptsitz Lome: 
weißes Personal: Niemand, 
farbiges Personal: 3 Clerks, 6 Arbeiter. 
Niederlassungen oder Faktoreien: in Bagida: 
weißes Personal: Niemand, 
farbiges Personal: 1 Clerk, 1 Arbeiter. 
Verkaufsläden: 3. 
— 5 —— — 
208 
  
Deutfsch-Südwerltafrika. 
In den Unruhen in Südwestafrika. 
Nach einem Telegramm des stellvertretenden 
Landeshauptmanns für Deutsch-Südwestafrika hat 
die Kaiserliche Schutztruppe unter Major Müller 
am 26. Februar am Grootberge über die aufstän- 
dischen Hottentotten im Norden des Schutzgebietes 
einen entscheidenden Erfolg davongetragen. Der 
Feind floh in der Richtung auf Zeßfontein zu. 
Demnächst haben sich die Zwartbooi-Hottentotten 
am 20. März ergeben. Ihr Führer sowie 90 waffen- 
fähige Mann nebst den Gewehren fielen in die Hände 
der Sieger. Die Gefangenen sind nach Windhoek 
gebracht worden. 
— — ——— — 
Aus dem Pereiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Dr. Frobenius wird voraussichtlich nach seiner 
Rückkehr seinen Wohnsitz auf dem Inselchen Bilibili 
(Neu-Guinea) aufschlagen. Es eignet sich deshalb 
besonders gut zur Station, weil die Eingeborenen 
gewandte Seefahrer sind, so daß Dr. Frobenius von 
dort schnell überall hinkommen kann. 
(Berichte der Rhein. Missionsgesellschaft.) 
Missionar Meyer von der Kondemission der 
Brüdergemeinde (Deutsch-Ostafrika, Nyassasee) hat 
Ende Dezember dem Missionar Richard die Leitung 
von Ipiana überlassen, um den erholungsbedürftigen 
Missionar Kretschmer in Rutenganio zu vertreten. 
Dem Jahresbericht der Evangelischen Mis- 
sionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika für 
das Jahr 1897 entnehmen wir Folgendes: 
Die Einnahmen unserer Mission sind im ver- 
gangenen Jahre etwas hinter den vorjährigen zurück- 
geblieben, und die Ausgaben sind trotz großer Spar- 
samkeit gewachsen, so daß wir etwa 6000 Mk. 
Schulden mehr haben als beim vorjährigen Kassen- 
abschluß (33 227 Mk. 34 Pf.). 6 
Im letzten Jahre haben wir keinen Missionar 
neu aussenden können; nur ein Handwerkerbruder, 
Diakon Meyer aus Bethel bei Bielefeld, ist zu den 
Brüdern in Hohenfriedeberg hinausgesandt worden, 
um ihnen beim Bau der Kapelle zu helfen und ihre 
christlichen Jünglinge in allen Künsten des Bauens 
anzuleiten. Dagegen mußte Br. Hosbach Dar- 
es-Saläm verlassen, weil seine Lunge angegriffen 
war, und in die Heimath zurückkehren. Sollen 
unsere Missionare draußen aber nicht zusammen- 
brechen unter dem Einfluß des Klimas und der 
Ueberfülle der Arbeit, so müssen ihnen neue Mis- 
sionare zu Hülfe gesandt werden. Kandidat Ruc- 
cius ist gegenwärtig bereit, hinausgesandt zu wer-
        <pb n="251" />
        den; wir brauchen aber mehr, wenn wir die 
angefangene Arbeit kräftig fortführen wollen. 
In Bethel bei Mtai haben wir im Frühjahr 
1893 die Arbeit begonnen, doch hat sie noch nicht 
zur Blüthe gelangen können. Was die Arbeit in 
Bethel so schwierig macht, ist der Umstand, daß sich 
die Station nicht reinlich als eine Missionsstation 
unter den Waschambaa hat entwickeln können, soudern 
daß sie zugleich Erziehungsstätte für befreite Sklaven- 
kinder gewesen ist. Beides zu vereinigen, ist sehr 
schwer, und sind wir deshalb dem Envangelischem 
Afrika-Verein besonders dankbar, daß er uns die 
letztere Ausgabe abgenommen hat, und so unsere 
Missionsstationen nicht mehr durch Dinge gestört 
werden, die zunächst nicht in ihrem Berufe liegen. 
Auf den Außenstationen Mbalu und Mbaramu 
herrschte immer große Bereitwilligkeit, Gottes Wort 
zu hören. Mbaramu ist später von den Brüdern in 
Hohenfriedeberg übernommen worden. 
Am Anfang des Jahres 1897 war Br. Roehl 
allein auf der Station Bethel, da Br. Döring 
zur Erholung nach Hohenfriedeberg gegangen war. 
Er hoffte, im Februar die Arbeit in Bethel wieder 
aufnehmen zu können, erkannte jedoch bald, daß seine 
Kräfte erschöpft waren, und trat deshalb den ihm 
gewährten Heimathsurlaub im März an. Ende 
Mai kam der im Dienst des Enangelischen Afrika- 
vereins in Litundi stehende Diakon Liebusch Br. 
Roehl zu Hürlfe. 
Vom 14. September bis 13. Oktober hat Br. 
Roehl den größten Theil von Südpare bereist und 
ist an allen Orten, die er besuchte, freundlich auf- 
genommen worden, hat auch bei Tanda eine kleine 
Kopelle gebaut. Der Zweck dieser Reise, unserer 
Nission den Eingang in Pare für später offen zu halten, 
it erreicht, indem der Herr Gouverneur die Freund- 
lickeit hatte, uns ganz Südpare als Arbeitsgebiet 
zuzusprechen. 
In Hohenfriedeberg bei Mlalo haben die 
Brüder Wohlrab und Johanssen im Jahre 1891 
be Arbeit begonnen. Im Ganzen ist die Zahl der 
u Hohenfriedeberg seit Beginn der Arbeit Getauften 
dan 48 auf 74 gestiegen. 
Mit dem Wachsthum der Gemeinde ist den 
Brüdern auch manche neue Aufgabe gestellt worden. 
So war es geboten, für die immer größer werdende 
Zahl der Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren 
eine Kleinkinderschule einzurichten, die von Schwester 
Vohlrab seit Anfang des Jahres geleitet wird. 
Die Beschäftigung der jungen Burschen und deren 
Rehung zi regelmäßiger nutzbringender Arbeit 
var den Brüdern schon lange eine wichtige Frage 
Edesen. Darum ging Br. Wohlrab mit einer 
* von Jungen im Januar nach Lutindi, der 
8 murdtessäte des Evangelischen Afrikavereins, um 
* bei den Neubauten im selbständigen Ziegeln zu 
s ten. Im Juni traf aus Bethel bei Biele— 
der Tischlerbruder Meyer in Hoͤhenfriedeberg 
ein. Unt « 
er seiner Leitung wurde eine Anzahl von 
209 
  
Jünglingen beim Beginn des Kapellenbaues im 
Mauern und später im Zimmern und in Tischler- 
arbeiten angelernt. 
Um die Gemeindeglieder zur Opferwilligkeit zu 
erziehen, ift von den Brüdern angeregt worden, daß 
monatlich irgend etwas von ihnen für Kirche und 
Schule dargebracht wird. So bringen die Frauen 
eine Anzahl Körbe getrockneter Bananen im Werthe 
von 1½ Rupien (2 Mark) und arbeiten die Männer 
und Jünglinge an jedem Montage umsonst an dem 
Kapellenbau. 
Auch die Arbeit der Außenverkündigung ist ge- 
wachsen. Zu Beginn des Jahres hatten die Brüder 
nur eine Außenstation zu versorgen, Tewe, und am 
Schluß des Jahres drei, Tewe, Mbaramu und 
Bumbuli. 
In Wuga, unserer jüngsten Station unter den 
Waschambaa (gegründet im Jahre 1895), wohnen 
die Missionare Lang Heinrich und Gleifß. 
Der Verkündigung und den Arbeiten auf der 
Station konnten sie in der ersten Hälfte des Jahres 
fast ungestört nachgehen. Sieben Dörfer, die rings- 
herum auf den Bergen liegen, wurden fast wöchent- 
lich besucht. Der Unterricht der Knaben auf der 
Station und ihre Anleitung zu praktischen Arbeiten 
lag ihnen gleichmäßig ob. In der zweiten Hälfte 
des Jahres konnte jedoch regelmäßig nur einer der 
Brüder auf der Station sein. 
Die Schule wurde regelmäßig von 10 bis 15 
auswärtigen Schülern besucht. 
Auf der Station wohnten fünf, zeitweilig acht 
Knaben, welche außer in den Elementarfächern in 
Gottes Wort unterwiesen wurden. 
Die sprachlichen Arbeiten der Brüder haben eine 
Zeit lang geruht. Doch konnten auf den Konferenzen 
in Hohenfriedeberg und Wuga einige Texte festgelegt 
werden. Br. Gleiß vollendete die Uebersetzung des 
Matthäus-Evangeliums und Br. LangHeinrich 
brachte das Deutsch-Kischambaa-Lexikon der Voll- 
endung nahe. 
Die eigentliche Missionsarbeit litt etwas durch 
die Menge der äußeren Arbeiten, insbesondere durch 
die Einrichtung der Außenstationen. Die Morgen- 
andachten waren, weil die Brüder viele Arbeiter be- 
schäftigten, gut besucht, ebenso die Gottesdienste an 
den Sonntagen. 
In Tanga sind Geschwister Ostwald stationirt. 
Sie haben eine mannigfache Arbeit. Nicht bloß 
die Missionsarbeit an den Suaheli und Wadigo und 
die kirchliche Versorgung der evangelischen Deutschen, 
sondern auch all die Verwaltungs= und Packarbeiten 
für unsere drei Usambarastationen gehören zu ihren 
Verpflichtungen. Im Juli reisten Geschwister Ost- 
wald nach Dar-zes-Saläm, um an einer Konferenz 
theilzunehmen und um für einen Monat auszuruhen. 
In der Zeit seiner Abwesenheit wurde Br. Ostwald 
von Br. Johanssen aus Hohenfriedeberg vertreten. 
Die deutsche Gemeinde bethätigte ihr Interesse 
für die Missionsarbeit durch Sammlungen, welche
        <pb n="252" />
        — 
einen Gesammtertrag von 1260 Rupien = 1560 Mk. 
ergaben. 
Die Missionsarbeit in Tanga bestand in Heiden- 
predigt, Leitung der Missionsschule und im Katechu- 
menenunterricht. Zu den sonntäglichen Gottesdiensten, 
an denen auch die Christen der Station theilnahmen, 
kamen etwa 35 bis 40 Personen. In Muensange, 
der einzigen Außenstation, predigte der schwarze 
Lehrer, während Br. Ostwald selten Zeit erübrigte, 
in das Digoland zur Verkündigung zu gehen. 
Die kleine Christengemeinde bestand zu Anfang 
des Jahres aus sieben Seelen, am Schluß zählte sie 
17 Seelen. Die Schule wurde im März mit 
15 Schülern begonnen und stieg auf einen Bestand 
von 23 Schülern, 20 Knaben und 3 Mädchen. Br. 
Ostwald hebt hervor, daß der Schulbesuch der aus- 
wärtigen Kinder trotz des weiten Weges, den sie 
zurückzulegen haben, ein regelmäßiger gewesen ist. 
In Dar-es-Saläm haben wir ein großes, 
massives Haus, das als Krankenhaus gebaut war 
und infolgedessen für eine Mission viel zu geräumig 
ist, das auch als Krankenhaus wunderschön gelegen 
ist, auf dem Immanuelskap, dicht an der Einfahrt 
in den Hafen. Für die Mission liegt es jedoch nicht 
günstig, da sich die Europäerstadt zwischen das Haus 
und die Eingeborenen geschoben hat. So wird die 
Mission durch diesen großen Besitz eher gehemmt als 
gefördert. Außerdem hatte der dort stationirte 
Missionar Holst so viele andere Aufgaben, daß er 
an die Missionsarbeit gar nicht kommen konnte. Daher 
ist es nicht zu verwundern, wenn unsere Mission in 
Dar-es-Saläm noch so wenig festen Fuß gefaßt hat. 
Gott Lob, sind wir im verflossenen Jahre einen 
guten Schritt vorwärts gekommen in der Klärung 
der dortigen Situation. Das von der Regierung 
neuerbaute Krankenhaus wurde am 1. Oktober be- 
zogen, so daß wir nun gar nichts mehr mit der 
Krankenpflege zu thun und unsere ganze Bewegungs- 
freiheit wieder erlangt haben. Auch hat der evan- 
gelische Oberkirchenrath einen Geistlichen nach Dar- 
es- Saläm hinausgesandt, und ist uns somit auch die 
Aufgabe der kirchlichen Versorgung unserer Landsleute 
in Dar-es-Saläm abgenommen. Erst jetzt können 
wir uns wirklich der Heidenmission zuwenden. 
Im verflossenen Jahre hatte die Station schwer 
zu leiden unter dem häufigen Wechsel in ihrer Be- 
setzung. Nach der Ende 1896 erfolgten Rückkehr 
der Geschwister Holst hatte Br. Holst die Seelsorge 
an den Deutschen, Br. Cleve die Heidenmission und 
Br. Hosbach die Oekonomie übernommen. Leider 
erfuhr die Heidenmission wieder eine Unterbrechung, 
als zu Anfang des Jahres Br. Cleve zur Unter- 
stützung von Br. Peters nach Maneromango gehen 
mußte; Br. Maaß hatte zu seiner Erholung nach 
Usambara ziehen müssen. Im Laufe des Jahres 
war Br. Cleve auch einige Male in Kisserawe, um 
Br. Liebau zu vertreten bezw. zu helfen. Von 
Oktober bis Ende des Jahres konnte er wieder 
ständig in Dar-es-Saläm sein. Zu Ende des Jahres 
210 
  
waren seine Kräfte so erschöpft, daß er eines Er- 
holungsurlaubs nach Usambara dringend bedurfte. 
Geschwister Holst waren bis Ende Oktober ständig 
auf der Station und erfreuten sich stets guter Ge- 
sundheit. Br. Hosbach mußte im Juni in die 
Heimath reisen. 
Trotz dieses mannigfachen Wechsels und trotz 
aller Schwierigkeiten hat die Mission im vergangenen 
Jahre nicht ohne Erfolg zu arbeiten brauchen. Es 
haben sich im Ganzen fünf Erwachsene zum Tauf- 
unterricht gemeldet. Die von Br. Cleve eingerichtete 
Schule wurde von acht Knaben besucht. 
Die Seelsorge an den Deutschen wurde von 
Br. Holst in gewohnter Weise versehen. 
Am Schluß des Jahres stand in der Arbeit in 
Dar-es-Saläm nur Br. Cleve. Geschwister Holst 
verließen ihn Ende Oktober, um Br. Liebau in Kisse- 
rawe zu Hülfe zu kommen. Sie gelangten dorthin 
auf einem mit Eseln bespannten Wagen. Solch eine 
Fahrt war vor Kurzem in Ostafrika ein noch unbe- 
kannter Genuß. Die schmalen Fußpfade der Neger 
erlaubten sie ja nicht; man konnte nur zu Fuß gehen 
Mann hinter Mann oder auf dem Rücken eines 
Esels langsam dahintrotten. 
Kisserawe, die erste Missionsstation unter den 
verschüchterten und verarmten Wasaramo, die einer 
zerstreuten Herde ohne Hirten gleichen, wurde im 
vergangenen Jahre von Br. Liebau geleitet. Die 
Geschwister Worms waren schon im Vorjahre und 
zu Anfang des Berichtsjahres so sehr vom Fieber 
heimgesucht, daß ein Urlaub in die Heimath für sie 
nothwendig wurde. 
Der Elementarunterricht in der Stationsschule 
(mit fünf Abtheilungen) und in den Schulen in 
Minaki, Gogo und Sungwi mußte den eingeborenen 
Gehülfen überlassen bleiben und konnte von Br. Lie- 
bau nur beaufsichtigt werden. Die Schule bei Pasi- 
simia wurde nach dem Weggang des Lehrers Ceril 
aufgehoben, und besuchten die Schüler von da ab 
die Stationsschule. 
Der Katechumenenunterricht und die sonntäglichen 
Heidengottesdienste wurden von Br. Liebau, auch 
während er allein auf der Station war, weitergeführt. 
In Gogo und Minaki fanden sich immer 20 bis 30 
Zuhörer, meist jüngeren Alters, ein. 
Sehr erfreulich ist die Zunahme der Katechumenen 
im Laufe des letzten Jahres. 19 Kinder und Er- 
wachsene, meist Wasaramo, meldeten sich zum Tauf- 
unterricht, unter ihnen auch der Jumbe Muiniwasiri 
mit zweien seiner Kinder. Getauft wurden im 
Ganzen 13, darunter drei Kinder von christlichen 
Ehepaaren. 
Am Schluß des Jahres war die Station Hoff- 
zensah von Br. Holst und Frau und Br. Liebau 
esetzt. 
In Maneromango haben sich Br. Maaß und 
Br. Peters ihre Station gebaut und nach Kräften 
missionirt. 
Dort hat besonders der Schulbesuch in erfreu-
        <pb n="253" />
        licher Weise zugenommen (über 30 Schüler), wenn 
auch die Regelmäßigkeit sehr zu wünschen übrig läßt. 
Geschwister Worms sind wohlbehalten in Dar- 
es-Saläm angekommen, kehrten aber nicht in ihre 
alte Arbeit nach Kisserawe zurück, sondern wurden 
sich in einer Konferenz mit den Brüdern Holst und 
Liebau eins, daß sie den Auftrag des Vorstandes, 
Bumbuli in Usambara zu besetzen, auf sich nehmen 
wollten, während Geschwister Holst mit ihren beiden 
Kindern in Kisserawe bleiben sollten. Bei seiner 
großen Sprachbegabung wird es Br. Worms leicht 
werden, sich unter den Waschambaa einzuleben, und 
haben wir dann wohl manchen Gewinn für die Er- 
sorschung der ostafrikanischen Sprachen aus seiner 
reichen Kenntniß derselben zu erwarten. 
Die evangelische Missionsgesellschaft für 
Deutsch-Ostafrika hielt am 30. März im Hospiz 
Behrenstraße in Berlin ihre diesjährige Hauptver- 
sommlung. Der auf Urlaub hier weilende Missionar, 
Pastor Döring, der die Geschäfte des Inspektors 
führt, erstattete, wie Zeitungen melden, den Jahres- 
bericht. Danach geht das Werk der Gesellschaft in 
Deutsch-Ostafrika zwar langsam, aber stetig vorwärts. 
Auf sieben Stationen (Bethel in Usambara, Hohen- 
friedeberg, Wuga, Tanga, Dar-es-Saläm, Kisserawe 
und Maneromango), zu denen jetzt noch eine achte 
trit (Bumbuli), sowie auf 50 Predigtplätzen wirken 
zehn Missionare (darunter vier verheirathete), ein 
Diakon und acht eingeborene Gehülfen. Sie haben 
im vergangenen Jahre 54 Katechumenen getauft, so 
doß die Zahl der Christen auf 154 gestiegen ist. 
50 Katechumenen befinden sich noch im Taufunter- 
richt, die Katechumenen-Missionsschulen haben 150 
Schüler. Unter den Missionaren herrschte viel Krank- 
heit. Missionar Greiner, der bereits im Frühjahr 
1896 aus Gesundheitsrücksichten zurückgekehrt ist, ist 
mumehr in den Ruhestand getreten. Der frühere 
Inspektor, Pastor Winkelmann, ist als Pfarrer 
nach Gusow i. d. Mark berufen worden. — Dem 
Kossenbericht, erstattet vom Kaufmann Francke, ist 
zu entnehmen, daß einer Einnahme von 78 621 Mk. 
eine Ausgabe von 86 197 Mk. gegenübersteht, so daß 
zu dem bereits in das Jahr herübergenommenen 
Fehlbetrage von 25 650 Mk. noch ein solcher von 
7576 Mk. getreten ist. Einen kleinen Theil der 
Kosten bringen die Missionsstationen selber auf. Der 
Voranschlag sieht außer Deckung des Fehlbetrages 
von 33 000 Mk. rund 54 000 Mk. Ausgaben für 
die Stationen vor. Aus dem Vorstande sind aus- 
geschieden Pfarrer Werkenthin und Generallieute- 
nant a. D. v. Eutmann. Der nach Tübingen be- 
nifene Professor D. Schlatter verbleibt im Vorstande. 
Bei der Neuwahl wurden die Pastoren Diestelkamp- 
Berlin und D. v. Bodelschwingh-Bielefeld wieder- 
gewählt, Pastor Wolff-Köpenick neugewählt. Der 
Vorsitzende Pastor Diestelkamp hob gegenüber der 
Ueberschätzung der Erfolge der katholischen Mission 
  
211 
  
die weniger in die Augen fallende, aber um so tiefer 
gehende Arbeit der evangelischen Missionare hervor 
und betonte das lebendige Glaubensleben in den 
evangelischen Missionsgemeinden. Die anfänglich von 
der Gesellschaft auch betriebene Krankenpflege in der 
Kolonie tritt immer mehr in den Hintergrund, weil 
sie zum Theil vom Reich, zum Theil von anderen 
Gesellschaften übernommen worden ist, so daß sich 
die Missionsgesellschaft immer mehr ihrem eigentlichen 
Zwecke widmen kann. Auch die schwer hiermit zu 
vereinende Erziehung der befreiten Sklavenkinder geht 
mehr und mehr in andere Hände über, namentlich 
in die des Evangelischen Afrikavereins. 
ZBruder Oskar.) 
Am 26. Januar hat in Deutsch-Ostafrika ein Mann 
die Augen geschlossen, der dort zu den bekanntesten 
und beliebtesten, ja man kann sagen wirklich populären 
Persönlichkeiten daselbst gehörte: Bruder Oskar. 
Bruder Oskar war ein Düsseldorfer Kind. Vor 
mehr als einem Vierteljahrhundert war er als Bruder 
der Missionsgesellschaft der Väter vom heiligen Geist 
nach Ostafrika hinausgegangen und hatte das Glück, 
lange Zeit hindurch einen Lehrmeister zu finden, wie 
er besser gar nicht gedacht werden kann: den Pater 
Baur, oder, wie er draußen in Ostafrika allgemein 
genannt wird: Pere Etienne. Unter solcher Leitung 
wurden Bruder Oskars Eigenschaften voll entwickelt. 
Vielleicht zeigt sich das am besten, wenn Schreiber 
dieser Zeilen, der selbst längere Zeit in Ostafrika 
thätig war und viel mit Bruder Oskar zusammenkam, 
einige Beispiele anführt. 1 
Eines Tages ging ich mit Bruder Oskar in der 
Umgegend von Bagamoyo herum; er zeigte mir dies 
und jenes, bis er plötzlich sagte: „Ja, ja, vor Kurzem 
sah's hier anders aus. Als ich vor einiger Zeit 
hier ging, da richteten sich auf ein Mal aus dem 
hohen Gras eine ganze Anzahl Flinten auf mich.“ — 
„Da werden Sie wohl nett kehrtgemacht haben?“ 
„Nein, lieber Herr, ich hab' nur mein Stöckchen 
— er trug meist ein solches — in die Höhe gehoben 
und gesagt: „Ihr Esel, kennt ihr den Bruder Oskar 
nicht? Nehmt mal die alten Schießeisen weg, sonst 
macht ihr womöglich noch ’ne Dummheit.“ Seh'n 
Sie, das brachte die Leute zur Vernunft.“ Eines 
Tages sprachen wir über Schießen, Jagd und der- 
gleichen, und Bruder Oskar, der Jahre lang im 
Innern zu thun gehabt und auf dessen Schußliste 
auch mehr denn ein Löwe stand, konnte hübsch mit- 
reden und erzählen, bis einer von uns ihm lachend 
sagte: „Bruder Oskar, Sie kennen die Büchse ge- 
nauer als Ihr Gebetbuch,“ aber schlagfertig und 
treffend klang es zurück: „Lieber Herr, wie ich die 
Büchse kenne, das wissen Sie, aber wie ich mein 
Gebetbuch kenne, das wissen Sie nicht." 
*) Erinnerungen eines Afrikaners in der „Kölnischen 
Volkszeitung“ Nr. 216 entnommen.
        <pb n="254" />
        — 212 
Bruder Oskar kannte die Eingeborenen gründlich 
und wußte mit ihnen umzugehen. So erfuhr er 
denn auch manches, was wir durch Kundschafter nicht 
herauszubringen vermochten. Eines Tages kam ich 
zur Mission, deren Mitglieder sämmtlich noch bei 
ihrer Arbeit waren. Bruder Oskar packte in seinem 
Zimmer Kisten, ihn störte ich daher nicht. In jenem 
Zimmer sah es wunderbar genug aus, alles Mögliche 
und Unmögliche stand, hing oder lag umher. Die 
wenigen Habseligkeiten des Missionars und sein ein- 
faches Lager nahmen den geringsten Raum ein, dafür 
zogen ethnographische und zoologische Gegenstände 
afrikanischen Ursprungs die Aufmerksamkeit auf sich. 
Mitten zwischen diesen Schätzen packte Bruder Oskar 
eifrigst Kisten für eine Missionsstation im Innern. 
Am meisten erstaunte ich jedoch über einen grau- 
köpfigen Neger, der, ich weiß nicht mehr mit welcher 
einfachen Arbeit beschäftigt, in einer Zimmerecke hockte. 
„Nun sagen Sie mir, Bruder Oskar, was macht 
der schwarze Onkel dort?“ 
„Der wartet. Der Kerl weiß nämlich offenbar 
irgend was Besonderes, und das möchte ich erfahren.“ 
„Warum fragen Sie ihn denn nicht aus? Sie 
sprechen ja das Kisuaheli fast besser als die Schwar- 
zen selbst." 
„Lieber Herr — und dabei machte Bruder Oskar 
eine Pause in seiner Arbeit — ich mache das nicht 
so wie Sie und die anderen Herren, sonst lügt mir 
der Kerl nur die Hucke voll, und ich weiß nicht, 
was wahr und falsch ist. Jetzt sitzt er aber schon 
zwei Stunden hier und darf nicht raus; das wird 
ihm bald langweilig werden, und wenn ich ihn so 
weit hab', dann bringt er mir seine Wissenschaft auf 
dem Präsentirteller. Sehen Sie, man muß mit den 
Leuten Geduld haben, dann noch 'mal Geduld und 
immer wieder Geduld, dann geht's.“ 
Und in der That, es ging, denn folgenden Tags 
sagte mir Bruder Oskar schmunzelnd: „Gestern die 
Geschichte war nicht umsonst, ich habe Sachen gehört, 
die für den Vormarsch gegen den Feind wichtig ge- 
nug sind.“ 
Doch nun genug von diesen Dingen, die Einem 
das Herz warm und die Augen feucht machen, wenn 
man an den wackeren Missionsbruder denkt. Da steht 
die hohe Gestalt wieder doppelt lebhaft vor dem geistigen 
Auge, und man hört ihn in seiner oft drastisch kerni- 
gen Weise sprechen. Aber diese Derbheit, sie diente 
ihm meist dazu, sein warmes Gefühlsleben zu ver- 
bergen. Er sprach auch nicht gern von seinen eigenen 
Thaten, es sei denn, daß er etwas halb und halb 
mit seinem frischen Humor würzen konnte. Von den 
zahlreichen Werken edelster Menschenliebe, welche er 
im Dienste der Mission mit Einsetzung seiner ganzen 
Kraft verrichten half, von der hingebenden Pflege 
der Kranken und Elenden, von dem Schutze der 
Schwachen, davon — schwieg er. Und so wie er, 
so machen es auch die anderen Missionare, Bruder 
Adelin, Alexander und wie sic alle heißen. Der 
edle Pere Etienne aber dient ihnen als leuchtendes 
  
Vorbild. Möge Gott diese braven Männer noch lange 
zum Wohle unserer schwarzen Landsleute erhalten. 
Bruder Oskar, der für seine Schwarzen, wenn 
er auch manches kräftige Wörtchen einfließen ließ, 
ein warmes Herz und tiefes Verständniß besaß, ist 
nun ein stiller Mann. Das Herz, welches so warm 
für das Missionswerk und auch — ich muß das noch 
ganz besonders hervorheben — für sein Vaterland 
schlug, dieses brave, unverzagte Herz, es schlägt nicht 
mehr. Nach langjähriger, mühevoller Arbeit ruht 
er nun auf dem Friedhofe der Mission in Bagamoyo, 
unter den Kokospalmen, die er einst mit pflanzte. 
Jeder aber, der ihn gekannt hat, der wird ihn 
nimmermehr vergessen und ihm immer das nach- 
rühmen: Er war ein ganzer Mann! Ueberall, zu 
jeder Zeit, treu, furchtlos, hülfsbereit! 
Aus fremden Holodnien. 
Anwerbung von Arbeitern für Cavenne. 
Dem „Moniteur de la Guyane Frangaise“ 
zufolge ist einem Herrn Jean in Cayenne von der 
niederländisch-indischen Regierung die Erlaubniß zur 
Anwerbung von 15 000 Javanen ertheilt worden. 
Der Unternehmer will die Arbeiter im Thale von 
Kourou (Cayenne) mit Gewinnung von Kautschuk 
und anderen Harzsorten beschäftigen. Die Genehmi- 
gung ist unter der ausdrücklichen Bedingung erfolgt, 
daß die Arbeitsübereinkommen keine versteckte Skla- 
verei sein dürfen und die Verträge unter Verant- 
wortlichkeit der „Internationalen Kommission zur 
Beschützung von Auswanderern zu Bern“ geschlossen 
sein müssen. Für ihre Ueberfahrt soll auf jeden 
Kopf 120 Gulden bezahlt werden. Ihr Mindestlohn 
beträgt zwei Gulden wöchentlich. 
dandel von Dahomey. 
Die Einfuhr nach Dahomey hat 1896 eine Höhe 
von 14 122 000 Frcs., die Ausfuhr eine solche von 
12 215 000 Frcs. erreicht. 60 Prozent des Handels 
der Kolonie liegen jetzt in den Händen französischer 
Firmen. 
Einverleibung in den französischen Rolonialbesitz. 
Die zur Tahiti-Gruppe gehörigen Inseln unter 
dem Winde, welche bereits seit dem Monat März 
des Jahres 1888 thatsächlich im französischen Besitz 
standen, sind durch Gesetz vom 19. März d. Is. für 
einen integrirenden Theil des französischen Kolonial- 
besitzes erklärt worden.
        <pb n="255" />
        — 213 
Neueres über die Gewürznelkenkultur in Sansibar.“) 
Wie der „Chem. and Drugg.“ erfährt, stellt 
eine leitende Nelkenfirma in Sansibar augenblicklich 
Versuche an, die Nelken künstlich zu trocknen. Der 
hierzu dienende Apparat war ursprünglich zum Aus- 
brüten von Seidenraupenkokons bestimmt und besteht 
aus einem oblongen Ofen, welcher mit einem Mantel 
für Wasserheizung umgeben und mit geeigneten Fächern 
versehen ist. Man hofft durch Erwärmen des Wassers 
auf 180°% F. in zwei Stunden dasselbe erreichen zu 
können, was man bei natürlichem Trocknen an der 
Somne in drei bis vier Tagen erreicht. Gegenwärtig 
erfordert das Trocknen der Nelken diese Zeit; sie 
werden des Morgens in der Sonne ausgebreitet und 
des Abends unter Dach gebracht und erfordern die 
sofortige Bereitschaft vieler Hände, sobald Regen droht. 
Man verhehlt sich übrigens nicht, daß die Qualität 
der Nelken ebenso von der Art des Pflückens wie 
von der des Trocknens abhängt. 
Laut offiziellen Angaben kosteten in Sansibar 
am 24. Dezember v. Is.: Sansibar-Nelken 2,50 bis 
2,87 Dollar per Frasilah von 35 Pfund, Pemba= 
Nelken 2,5 bis 2,75, Nelkenstiele 0,39 bis 0,42. 
Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Pemba-Ernten in 
den nächsten Jahren die reichen Ernten der letzten 
Jahre nicht übertreffen werden. Viele Bäume sind 
alt und zeigen nur noch schwache Beblätterung; 
manche Schambas gleichen mehr Wäldern als Pflan- 
zungen, und zahlreiche Bäume müssen gefällt und als 
Bauholz verwendet werden. Dr. 
– |#□ 
Ueber den Pandel von Lagos 
wird von gut unterrichteter Seite berichtet: 
Der Werth des Einfuhrhandels der Kolonie Lagos 
im Jahre 1896 betrug 901 474 Pfd. Sterl. 17 Schill. 
1 Pce. Für 19 777 Pfd. Sterl. 17 Schill. 10 Pre. 
dadon waren Transitwaaren, die nach Porto Novo 2c. 
weitergingen. 
Der Werth des Exports belief sich auf 
975 263 Pfd. Sterl. 5 Schill., doch ist diese Summe 
nicht genau, da in ihr die von Porto Novo in 
Durchsracht kommenden Produkte einbegriffen sind. 
Unbegreiflicher Weise führt die Statistik den Werth 
dieser Durchfrachten nicht besonders auf. 
An Zoll wurden insgesammt 162 514 Pfd. Sterl. 
16 Shhil. 11 Pce. eingenommen. Hierin sind 637 
Pfd. Sterl. 6 Schill. 9 Pce. Transitzoll eingeschlossen. 
Die Haupt-Zolleinnahmen lieferte der deutsche 
Handel. 
#u#bdir Spirituosen wurden insgesammt 121 581 
2 Sterl. 19 Schill. 3 Pce. an Zoll eingenommen. 
ie Spiritnosen-Licenzen trugen der Kolonie 5010 
d. Sterl. ein. 
benil der Salzeinfuhr, die insgesammt 5251 Tons 
betrug und 1312 Pfd. Sterl. 19 Schill. 2 Pce. 
— — 
— — 
1. 
)Aus dem „Tropenpflanzer“ Nr. 4 1898. 
  
Zolleinnahmen brachte, war Deutschland mit 1198 
Tons betheiligt. 
Tabak wurden 749 350¼ lbs. eingeführt, wo- 
für 15 127 Pfd. Sterl. 5 Schill. 7 Pce. Werth 
deklarirt waren. Der Zoll darauf lieferte 9366 Pfd. 
Sterl. 17 Schill. 7 Pce. Einnahme. 
Von England kamen 632 375 lbs. 
Aus Deutschland= 60 559 = 
Aus Brasilien = 55 973 - 
In Cigarren behauptete Deutschland mit einer Ein- 
fuhr von 640 092 Stück im Werthe von 1628 Pfd. 
Sterl. 11 Schill. 8 Pce. das Feld. Von England 
kamen 59 100 Stück und von Gran Canaria 
19 100 Stück. 
An Baumwollwaaren lieferte England 16 561 
Parcels im Werthe von 300 565 Pfd. Sterl., 
Deutschland 2966 Parcels im Werthe von 49 038 
Pfd. Sterl. Insgesammt wurden für 350 063 Pfd. 
Sterl. 2 Schill. 3 Pce. Baumwollwaaren eingeführt 
und 17 503 Pfd. Sterl. 3 Schill. 1 Pce. Zoll 
darauf gezahlt. 
Für 5891 Pfd. Sterl. 7 Schill. 10 Pce. Werth 
an Pulver kam in Lagos an, davon aus Deutsch- 
Tland für 5389 Pfd. Sterl. 15 Schill. 2 Pre. 
In Mineralwasser hat Deutschland England 
überflügelt. Aus Deutschland kamen 2426 Kisten, 
aus England dagegen nur 2163 Kisten. 
An Bier führte Deutschland 4579¼ Dothd. 
Flaschen ein, England dagegen nur 3254 Dtzd. 
Perlen im Werthe von 11 617 Pfd. Sterl. 
11 Schill. 1 Pce. wurden importirt. England ist 
daran mit 7795 Pfd. Sterl. 12 Schill. 10 Pre., 
Deutschland mit nur 543 Pfd. Sterl. 11 Schill. 
betheiligt. Gran Canaria figurirt mit 2565 Pfd. 
Sterl. indirekter Einfuhr von Korallen, die von 
Genua nach Gran Canaria gesandt werden. 
Schuhwerk wurde für 1018 Pfd. Sterl. 5 Schill. 
importirt. Deutschland nahm nur mit 30 Schill. 
Theil daran. 
Brot und Biskuits wurden insgesammt 178 6211b8. 
eingeführt, davon von England allein 177 927 lbs. 
im Werthe von 2224 Pfd. Sterl. 1 Schill. 8 Pre. 
Butter lieferte England 6259 lbs. für 521 Pfd. 
Sterl. 11 Schill. 4 Pce., Deutschland 2616¾¼ lbS. 
für 218 Pfd. Sterl. 1 Schill. 3 Pre. 
Mehl wurden 3289 Faß eingeführt, davon aus 
England 3238 Faß im Werthe von 3171 Pfd. 
Sterl. 3 Schill. 7 Pre. 
Auch in Provisionen trug England den Löwen- 
antheil davon. Die Gesammteinfuhr betrug 5653 
Kolli im Werthe von 7923 Pfd. Sterl. 11 Schill. 
9 Pce. Deutschland nahm nur mit 144 Kolli im 
Werthe von 385 Pfd. Sterl. 8 Schill. 10 Pre. 
daran Theil, während Großbritannien 4638 Kolli 
im Werthe von 6590 Pfd. Sterl. 6 Schill. 8 Pre. 
einführte. 
Cement führte Deutschland nur 801 Barrels 
ein, England dagegen 4572 Barrels.
        <pb n="256" />
        Kohlen kamen im Ganzen 2432 Tons hier an. 
Deutschland brachte 1109½⅛ Tons. 
z]rdenes Geschirr wurde hauptsächlich aus Eng- 
land bezogen. Deutschland lieferte nur für 261 Pfd. 
Sterl. 5 Schill. 2 Pce., England für 9336 Pfd. 
Sterl. 17 Schill. 2 Proe. 
Möbel lieferte England 247 Kolli im Werthe 
von 1459 Pfd. Sterl., Deutschland vermochte es 
nur, 21 Kolli, mit 123 Pfd. Sterl. 15 Schill. be- 
werthet, zu importiren. 
Glaswaaren kamen 199 Kisten im Werthe von 
771 Pfd. Sterl. 18 Schill. 8 Pce. aus Deutschland, 
England importirte 318 Kisten im Werthe von 1 
1134 Pfd. Sterl. 3 Schill. 1 Pre. 
Kurzwaaren wurden für 18 454 Pfd. Sterl. 
6 Schill. 8 Pce. importirt, hiervon entfielen auf 
Deutschland nur 499 Pfd. Sterl. 12 Schill. 5 Pre. 
In Eisenwaaren wurden für 11 513 Pfd. Sterl. 
2 Schill. importirt, 
1013 Pfd. Sterl. 3 Schill. 9 Pre. 
Von Hüten kamen für 2649 Pfd. Sterl. 
5 Schill. 1 Pce. zur Einfuhr, Deutschlands Antheil 
betrug nur 67 Pfd. Sterl. 11 Schill. 6 Pce. 
Die früher bedeutende Einfuhr deutscher Lampen 
hat einen bedeutenden Rückgang erfahren, von 1732 
Pfd. Sterl. 8 Schill. 6 Pce. Gesammteinfuhr ent- 
  
fielen auf Deutschland nur 145 Pfd. Sterl. 10 Schill. # 
4 Pre. 
Nähmaschinen importirte Lagos für 1180 Pfd. 
Sterl. 17 Schill., wovon Deutschland für 291 Pfd. 
Sterl. 19 Schill. 1 Pce. einführte. 
Streichhölzer wurden für 1013 Pfd. Sterl. im- 
portirt, Deutschland stand an der Spitze mit 411 
Kisten im Werthe von 699 Pfd. Sterl. 14 Schill. 
7 Pre. 
Musikinstrumente konnte England nur für 335 
Pfd. Sterl. 16 Schill. 8 Pce. importiren, Deutsch- 
land lieferte für etwa 400 Pfd. Sterl. 
In Parfümerien rivalisirten England mit 294 
Pfd. Sterl. 18 Schill. 4 Pce., Deutschland mit 
273 Pfd. Sterl. 4 Schill. 11 Proe. 
Eisenbahnmaterial einschl. Brückenkonstruktionen 
kam nur von England und zwar im Werthe von 
zusammen 25 651 Pfd. Sterl. 2 Schill. 10 Proe. 
Schrot lieferte England für 1007 Pfd. Sterl. 
11 Schill. 3 Prce., Deutschland für 884 Pfd. Sterl. 
16 Schill. 
Seife wurde von England für 1184 Pfd. Sterl. 
10 Schill. 2 Pce., von Deutschland nur für 20 Pfd. 
Sterl. 1 Schi-ll. 10 Prce. bezogen. 
Von rasfinirtem Zucker brachte England für 
den Konsum in Lagos 188 745 lbs. im Werthe 
von 2359 Pfd. Sterl. 6 Schill. 2 Pce. in den 
Handel, Deutschlands Antheil war 10 290 108. im 
Werthe von 128 Pfd. Sterl. 12 Schill. 6 Pre. 
Garn für Netze, sogenannter Tevine, kamen 
99 Ballen von England im Werthe von 1742 Pfd. 
Sterl. 15 Schill. Deutschland lieferte 103 Ballen 
im Werthe von 1650 Pfd. Sterl. 10 Schill. 4 Pce. 
214 
Deutschland lieferte davon 
  
Von Weinen lieferte der englische Handel 3718½⅛ 
Gallonen im Werthe von 1734 Pfd. Sterl. 7 Schill. 
7 Pce., Deutschland 2317½ Gallonen im Werthe 
von 651 Pfd. Sterl. 5 Schill. 5 Pre. 
Der Export aus Lagos war dem Werthe nach 
hauptsächlich Rohgummi, von dem 6 484 363 lbs. 
im Werthe von 347 721 Pfd. Sterl. 2 Schill. 11 Pce. 
ausgeführt wurden. Die übrigen Haupt-Export- 
Artikel waren: 
Palmkerne nach Deutschland 35 764 Tons im Werthe 
von 261 430 Pfd. Sterl. 19 Schill.1 Pce., 
nach England 11 885 Tons im Werthe 
· von 81776 Pfd. Sterl. 4 Schill. 2 Pce. 
Palmöl nach Deutschland 817 021 Gallonen im Werthe 
von 39 577 Pfd. Sterl. 15 Schill. 4 Pre., 
nach England 2 321 682 Gallonen im Werthe 
von 118719 Pfd. Sterl. 17 Schill. 5 Pce., 
nach Brasilien 15 630 Gallonen im Werthe 
von 853 Pfd. Sterl. 3 Schill. 9 Pre. 
Von der bedeutenden Einfuhr neugeprägten eng- 
lischen Silbers im Betrage von 119 864 Pfd. Sterl. 
18 Schill. wurden wieder nach anderen westafrikani- 
schen Kolonien 40 552 Pfd. Sterl. 16 Schill. 1 Pce. 
ausgeführt. 
Porto Novo entnahm 16 282 Pfd. Sterl. 8 Schill., 
Cape Coast = 12 800 - 
Von Manufalturwaaren kamen für 15 835 Pfd. 
rl. 4 Schill. wieder zur Ausfuhr. 
Sonst wurden noch exportirt: 
7 Tons Benisaat, 
12 329 1bs. Kolanüsse (bittere), 
27 968 = Kakao, 
5 235 ½ = Kassee, 
11½ Tons Kopra, 
581 Puncheons Mais, 
1 326 lbs. rohe Baumwolle, 
161 Kolli im Inlande gearbeitetes Zeug im 
Werthe von 2534 Pfd. Sterl. 18 Schill., 
12 Kolli Indigo im Werthe von 57 Pfd. 
Sterl. 16 Schill. 2 Pre., 
534 Stück Ebenholz im Werthe von 52 Pffd. 
Sterl. 10 Schill., 
4 436 lbs. Faserstoffe, 
5 Tons Ingber, 
1 190 lbs. Grundnüsse (Erdnüsse), 
15 643 Gummi copal, 
4561 Elsenbein, 
41 566 getrocknete Kolanüsse, 
22 Blöcke Mahagoni, 
17½ Tons Potasche, 
101.225 lbs. Sheabutter. 
Die Zölle wurden im Jahre 1896 nur insoweit 
verändert, als die Transitzölle in Frage kommen. 
Diese wurden ermäßigt. 
In Lagos befinden sich 8 Postbureaus. Die 
Lagospost beförderte im Jahre 1896 im Ganzen: 
108 225 Briefe, 3596 Postkarten, 
86 260 Zeitungen, Circulare 2c., 
l 3061Packete, 
  
  
  
  
  
  
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        <pb n="257" />
        — 215 — 
Postanweisungen im Betrage von 10 281 Pffd. 
Sterl. 1 Schill. 7 Pce. wurden abgesandt und 
5241 Pfd. Sterl. 16 Schill. 10 Pce. in Lagos aus- 
bezahlt. 
Die Einahmen der Kolonie waren: 
Pfd. Sterl. Schill. Pce. 
Zollhaus 16 2 514 17 8 
Leuchtfeeer 634 14 — 
Spirituosen-Markt= und andere 
Licenzen 6951 5 6 
Einnahmen aus dem Gericht 3271 17 4 
Posteinnahhen 2 640 15 10 
Miethseinnahhzen 425 8 3 
Zinseinnahmen ... 2237 1 3 
Kleine Einnahhzhzen 913 10 7 
Landverkäufe 156 1 4 
  
Zusammen 179745 9 9 
Die Ausgaben beliefen sich auf 168 444 Pfd. 
Sterl. 17 Schill. 7 Pce. und vertheilen sich in fol- 
gender Weise: 
Gouverneur 5032 Pfd. Sterl. 14 Schill. 5 Pce., 
Kolonialsekretariat 2971 Pfd. Sterl. 7 Schill. 4 Pce., 
Queens Advocate and Office 863 Pfd. Sterl. 
3 Schill. 10 Pre., 
Treasury 1712 Pfd. Sterl. 12 Schill. 3 Pre., 
Zollhaus r2c. 5856 Pfd. Sterl. 1 Schill. 9 Pre., 
Post 1439 Pfd. Sterl. 15 Schill. 6 Pre., 
Duckerei 1206 Pfd. Sterl. 14 Schill. 9 Pce., 
Hafenmeisterei 1873 Pfd. Sterl. 4 Schill. 1 Pce., 
Gorvernementsfahrzeuge 2c. 6377 Pfd. Sterl. 
9 Schill. 4 Pre., 
Gerichtshof rc. 5007 Pfd. Sterl. 9 Schill. 8 Pre., 
Kirchenabgaben 116 Pfd. Sterl. 3 Schill. 4 Pce., 
Armerbeihülfe 125 Pfd. Sterl. 13 Schill. 3 Prce., 
Erziehungsgelder, Schulbeiträge 2210 Pfd. Sterl. 
12 Schill. 9 Pre., 
Hausfamacht 29 106 Pfd. Sterl. 16 Schill. 8 Pre., 
Polizei 9574 Pfd. Sterl. 11 Schill. 11 Pce., 
Gefängniß 2233 Pfd. Sterl. 15 Schill. 6 Pre., 
Hospital incl. Doktoren-Gehälter 2c. 8304 Pfd. Sterl. 
13 Schill. 9 Pre., 
itinpeor ꝛc. 1742 Pfd. Sterl. 15 Schill. 
ce., 
Regitratur 308 Pfd. Sterl. 7 Schill. 5 Pce., 
Kosten für Ausfrachten und Transport im Allge- 
Aeinen 9420 Pfd. Sterl. 1 Schill. 6 Pre., 
eisen des Gouverneurs in das Innere und Kosten 
v/o Abrus Departement 7335 Pfd. Sterl. 
. ce., 
Exgloswn des Forts Ode Otin, Verlust an Pulver 
urch Sinken von Leichtern in Lagos 4862 Pfd. 
Sterl. 4 Schill, 3 Pce. 
z#nfone 2c. 3181 Pfd. Sterl. 14 Schill. 7 Pre., 
zuchen 08 Pfod. Sterl. 9 Schill. 5 Pee 
eitor der öffentlichen Arbeiten 7223 Pfd. Sterl., 
fientliche Arbeiten in der Kolonie 1 
0 208 d. 
Sterl. 2 Schill 8 Prce., " vi 
Außerordentliche Ausgaben für Bauten und Wege 
38 758 Pfd. Sterl. 1 Schill. 8 Pce. (einschl. 
Eismaschine). 
Die Haussamacht besteht aus 1 Inspektor General, 
3 Inspektors, 11 Assistant Inspektors, 1 Zahlmeister, 
1 Quarter Master, 1 Native Offizier, 1 Rekruten 
engagirenden Offizier, 1 Drum Major, 3 Drummer 
Korporals, 1 Drummer Lance Korporal, 20 Drum- 
mers, 5 desgl. Boys, 1 Gunner Sergeantmaior, 
4 Gunner Sergeants, 1 desgl. Korporal, 4 desgl. 
Lance Korporals, 44 Privates, 4 Sergeantmajors, 
20 Sergeants, 1 Orderly Sergeant, 26 Korporals, 
45 Lance Korporals, 636 Haussasoldaten, 1 Ar- 
mourer, 2 Schulmeister, 1 Priester, 1 Paymasters 
Clerk, 1 desgl. Assistant, 1 Olderly Room Clerk, 
2 Kommis in Inlandstationen. 
Die Polizeitruppe besteht nur aus Jorubaleuten. 
Werthbetrag der Einfuhr in Lagos 
in den Jahren: 
  
  
1895 1896 1897 
Pfund Sterling 
Januar 59 099 108 130 70 352 
Februar 58 432 82 564 62 023 
März. 41 532 79 444 70 848 
April. 63 238 62 644 59 016 
Mai 81 154 80 319 69 707 
Juni 71296 48 562 86 593 
Juli 85 470 69 885 54 707 
August 56 134 83 066 63 622 
September 61 666 61 550 60 285 
Oktober 63 584 76 291 52 881 
November 102 728 73 138 50 803 
Dezember 89777 78 141 65 799 
Zusammen 834 110 903704 766 636 
Werthbetrag der Ausfuhr von Lagos 
in den Jahren: 
  
1895 1896 1897 
Pfund Sterling 
Januar 63 474 125 064 89 647 
Februar 40 818 64 800 46 404 
März 93 824 75 975 83 713 
April 45 799 89 442 64 312 
Mai 109 434 76549 74 907 
Juni 64 117 80 234 67 508 
Juli 110 079 60 478 65 897 
August 64 026 93 848 55 759 
September 77 672 95 984 67 633 
Oktober 120 783 60 287 36 281 
November 100 284 82226 56 400 
Dezember 95 580 57 873 83 985 
Zusammen 985 895 962 760 792433
        <pb n="258" />
        Werth der Haupt-Export-Produkte der Kolonie Lagos in 
216 
  
  
  
  
  
  
  
  
1895 1896 1897 
Monat Palmöl Palmkernef Gummi'Pualmöl Palmkerne Gummi'Palmöl Palmkerne) Gummi 
Pfund Sterling Pfund Sterling Pfund Sterling 
7 C. s 
Januar 141991 32 568 121313985 39063 57452 5078 . 29 8833 34946 
Februar 12029 4423 777 14 213 13 628 24858 6188 11 853 16098 
März 32 415 39027 119 19 392 22 422 J 17 427 14 6E03 36220 # 19203 
April 15690 14583 2078 29936 33 848 11079 20 293 26 151 10649 
Mai. 40 518 33 966 11 700 17173 31 468 18944 20 614 24242 12 173 
Juni 19 102 24749 12577 16 694 36110 19 807 9022 36 903 16492 
Juli .. 24 402 35 137. 22593 7239 25989 20“486 3 933 38 911 19 960 
August 8315 22 410 199569 39091 38923 2131 22611 256810 
September. 7 787 24 738 36 172 7338 39666 39 413 3770 27931 32505 
—— 12523 43294 57 117 6296 12 546 37264 2092 8534 20444 
November 6 829 27 820 52 802 9784 41 860 20 817 3 665 16 926 19972 
Dezember 10 9592 40719 59 488 8914 7514 41242 4546 12289 18 501 
Zusammen. 2055536 345429 269 8922 |159 970 343205 347730|25941 292 461 283260 
Werth der Produkte in Europa: 
Palmöl Palmkerne Gummi 
1896 etwa 20 Pfd. Sterl. 10 Schill. per Tons 9 Pfd. Sterl. 12 Schill. 6 Pce, per Tons 1,55 Mk. per Ids. 
1897. 22 10 9„ 55H . 13885 ,- 
Zoll-2c.EinnahmeninLagosindenJahreni 
  
1895 1896 1897 
Pfund Sterling 
Januar 10 146 8 204 10 913 
Februar. 14591 15 100 16 431 
März. 6 627 17 244 14 377 
April. 11 545 9982 13 200 
Mai 14 199 13 780 19 375 
Juni 7 280 6 154 10 714 
Juli 10 430 17 634 17 129 
August 10 932 15 985 14546 
September 14 660 14 836 12 554 
Oktober 7276 16 129 10 090 
November 10 587 19 838 13 951 
Dezember 21 300 22 277 18 501 
Zusammen 139 573 177 163 174786 
Ueber die Rämpfe in dem Beninreiche, 
aus welchem die neuerdings durch Konsul E. Schmidt 
D land gelangten eigenartiger . 
nach Deutsch geins igen Bronzen um den Transport durch die Creeks zu bewerkstelligen. 
stammen, entnehmen wir einem Berichte aus Lagos 
Folgendes: 
beordert. 
' inneger am unteren Niger haben nie 
Die Beminneg ger h me noch 100 eingeborenen Spähern und 1700 Trägern. 
einem Europäer den Eintritt in ihre Hauptstadt ge- 
stattet, und, als im Anfang vorigen Jahres von Seiten 
des englischen Nigerküsten-Gouvernements eine fried- 
liche Expedition, bestehend aus dem aktiven Konsul 
General Philipp, den Vizekonsuln Cranford, 
Locke und Campbell, verschiedenen Offizieren und 
etwa 200 friedlichen Trägern, der Grenze der Fetisch- 
stadt Benin sich näherte, überfielen des Königs Horden 
sie. Nur zwei Theilnehmer entkamen, auch sie schwer 
verwundet; sämmtliche Neger fielen. 
1 
Vizekonsul Locke und Kapitän Boisragon er- 
reichten nach unendlichen Mühsalen eine europäische 
Faktorei und kehrten von da schließlich an die Küste 
zurück, den schrecklichen Thatbestand zu verkünden. 
Die englische Regierung sah sich infolge dieses 
Ueberfalls genöthigt, eine Strafexpedition gegen die 
Beninleute auszurüsten. Es wurden zu dem Zwecke 
die Schlachtschiffe „Theseus“ und „Forte“ vom Mittel- 
meergeschwader zusammen mit dem Westafrika- 
Geschwader, bestehend aus den Schiffen „Philomel“, 
„St. George“, „Phoebe“, „Widgeon“, „Magpie“, 
„Barossa“ und „Alecto“, nach der Nigermündung 
Von England sandte man ferner ein 
Marinebataillon mit dem P.&amp; O. Dampfer „Malacca“, 
unter dem Kommando von Kapitän Bryne — 
120 Mann und 3 Offiziere — 20 Mann und 
1 Offizier von der Royal Marine -Artillerie. Der 
Dampfer war zum Hospitalschiff eingerichtet. 
In Lagos wurde Proviant aufgekauft und Träger 
angeworben. Außerdem wurden noch der englische 
Dampfer „Lagune“ und die „Jlorin“ sowie die 
deutschen Dampfer „Eko“ und „Eloby“ gemiethet, 
Die gesammte aufgebotene Macht bestand aus etwa 
1200 Mann einschl. fünf Kompagnien Haussas sowie 
Am 11. Februar landete diese Macht in Warrigi, 
der Basis der Operationen. Am selbigen Tage be- 
gann der Vormarsch. Die Mannschaften hatten sehr 
unter der hohen Temperatur zu leiden, und einige 
europäische Soldaten blieben am Wege liegen. Fort- 
während wurde die Kolonne vom Feinde beunruhigt. 
Bis zum 18. Februar dauerte der von einigen 
Kämpfen unterbrochene Vormarsch. Um 3 Uhr nach- 
mittags war man an diesem Tage vor Benin City
        <pb n="259" />
        nach scharfem Gefecht angelangt. Die Stadt wurde 
gestürmt und eingenommen. Die Sieger überzeugten 
sich, daß Benin den Namen Blutstadt mit Recht 
führte. In jedem Haus fast lagen die Körper von 
todten oder sterbenden Opfern des Fetischglaubens. 
Die Bewohner hatten geglaubt, durch ein großes 
Blutbad den Geist der Bronzefetische wieder zu ver- 
söhnen und das Glück der Waffen für sich gewinnen 
zu können. So groß war das Blutbad der Fetisch- 
priester, daß an einer Stelle links und rechts je 
60 Menschenleichen lagen. Alles in Benin war 
blutübergossen, und Blut floß in Mengen aus dem 
in der Mitte der Stadt befindlichen Tempel. Auf 
sämmtlichen Kruzifixbäumen befanden sich menschliche 
Opfer. Die ganze Stadt bot einen schaurigen Anblick. 
Im Tempel fand man nun die so ängstlich ge- 
hüteten Heiligthümer vor. Es waren meist Bronzen, 
Köpfe darstellend, in denen Korallen und werthvolle 
Perlen lagerten. Theilweise war in der Kopföffnung 
geschnitztes Elfenbein eingetrieben. Auch ein Paar 
aus Elfenbein geschnitzte Leoparden fand man und 
dier aus Bronze sehr künstlich gegossene große 
Leoparden. 
Die Lehmwände des Tempels waren mit Bronze- 
platten bedeckt, auf denen allerlei Personen und Thiere 
in hübschen Reliefs dargestellt waren. Alle diese 
höchst eigenartigen und bisher unbekannten Werke 
längst vergessener Kunstfertigkeit wurden gesammelt 
und für den Transport zur Küste von den Siegern 
auf einen Haufen gelegt. 
Inzwischen war in einem großen mit Matten 
hedecten Hause ein provisorisches Hospital für die 
ahlreichen Verwundeten hergerichtet worden. Kaum 
hate man aber alle Leidenden hineingeschafft, als 
eme fanatische Beninleute die dem Hospital nahe- 
ligende Häuptlingshütte, vor der die Bronzen 2c. 
T in Brand steckten. Auch das Hospital fing 
deuer, und während Alles an das Retten der Ver- 
vundeten dachte und vollauf damit beschäftigt war, 
Lunen weitere Fetischleute aus dem Busch und retteten 
hrerseits so viel von den Bronzeheiligthümern, als 
se tragen konnten. Mit ihren Gütern und dem 
könige slüchteten die Fetischpriester nach dem Innern, 
6 AMdb, während die Führer der Expedition an- 
wahnen, daß die Sachen meist bei dem Brande zu 
Gunde gegangen seien. 
As der in Lagos sehr bekannte und beliebte 
Rutsche Konsul Eduard Schmidt von dem wahren 
Sabperhalt zufällig hörte, sandte er einige zuver- 
Lssige Eingeborene nach Ado, um zu versuchen, 
euiges von den Bronzesachen den Flüchtlingen ab- 
iluufen. Erst nach Verlauf mehrerer Monate kamen 
die volen zurück. Sie hatten, solange der König 
sih auf freiem Fuße befand, erfolglos versucht, den 
W die Bronzen abzukaufen. Erst als der 
T mit den Fetischleuten, des ewigen Jagens durch 
¾ Iuppen des Nigerküstengebietes und der Royal- 
Company müde, sich ergab, verkaufte der zweite 
inhäuplling die außerordentlich kunstvoll gearbeiteten 
217 
  
Bronzefetische, welche demnächst im Berliner Museum 
für Völkerkunde zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt 
werden, an die Leute des deutschen Konsuls. 
— — — — 
Tikter atur. 
Koloniales Jahrbuch. Herausgegeben von Gustav 
Meinecke. X. Jahrgang 1897. IV. Heft. 
Berlin W. 10. Deutscher Kolonial-Verlag. 
Im vorliegenden Schlußtheile des Jahrgangs 
1897 behandelt ein ungenannter Autor aus Anlaß 
des Togovertrages die Frage extensiver und wirth- 
schaftlicher Kolonialpolitik. Ein Aufsatz von Mende 
spricht sich für Uebernahme der Landeshoheit in Neu- 
Guinea durch das Deutsche Reich aus. Zum Schluß 
wird eine Uebersicht der Koloniallitteratur des Jah- 
res 1896 geboten. 
Dr. Karl Fricker: Bibliothek der Länder- 
kunde, herausgegeben von Professor Dr. A. Kirch- 
hoff und Rudolf Fitzuer. 1. Band: Antarktis. 
8° 230 Seiten mit 8 Tafeln, 3 Vollbildern, 
37 Illustrationen und 12 Karten im Text und 
1 gr. Karte des Südpolargebietes in Farbendruck. 
Berlin 1898. Verlag von Schall &amp; Grund, Hof- 
buchhändler. Preis 5 Mark. 
Die „Bibliothek der Länderkunde“, deren erster 
Band hier vorliegt, soll nach einheitlichem Plane in 
einer Reihe von Bänden sämmtliche Ländergebiete 
der Erde zur Darstellung bringen. Der erste Band 
„Antarktis“ leitet das große Unternehmen ein. 
Er kommt gerade zur rechten Zeit, da nicht allein 
für die geographische Welt die Südpolarforschung im 
Vordergrund des Interesses steht, sondern das Pu- 
blikum dem Auslaufen einer deutschen Expedition in 
die Antarktis entgegenblickt. Dr. Fricker giebt in 
dem vorliegenden Bande zunächst eine eingehende 
Darstellung der Entdeckungsgeschichte und behandelt 
dann die Topographie und Geologie der bisher be- 
kannt gewordenen Südpolarländer, weiterhin die 
klimatischen Elemente wie die Eisverhältnisse, endlich 
die Thier= und Pflanzenwelt und schließt mit einem 
Ausblick auf die Zukunft der Südpolarforschung. 
— — — — 
Dr. Ch. G. Barth: Die von 1865 bis 1895 er- 
zielten Fortschritte der Kenntniß fremder Erdtheile 
in ihren Einwirkungen auf das staatliche und 
wirthschaftliche Leben des Deutschen Reichs. I.Theil. 
Stuttgart 1898. Hobbing &amp; Büchle. 
Die Schrift verdankt ihr Entstehen anscheinend 
der von der Breslauer Universität gestellten Preis- 
aufgabe, welche damals eine genügende Lösung nach 
dem Urtheil der Preisrichter nicht gefunden hat. 
Es ist nicht zu ersehen, ob die Schrift ebenfalls dem 
Preisgericht vorgelegen hat. Der hier gedruckte erste 
Theil der Arbeit giebt eine sehr fleißige und müh- 
same Schilderung der Fortschritte unserer geographi-
        <pb n="260" />
        218 
schen Kenntnisse im genannten Zeitraume. Ob der 
Verfasser seiner Aufgabe voll gewachsen war, wird 
aber erst der zweite Theil lehren können. 
Tikteratur-Verxeichnik. 
Nauticus: Neue Beiträge zur Flottenfrage. 80. 
(XIV, 218 S.) Mk. 1.25. 
E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin. 
Stuhlmann, Dr. Franz (Regierungsrath): Die wirth- 
schaftliche Entwickelung Deutsch Östafrikas. 
Vortrag, gehalten in der Abtheilung Berlin-Charlotten- 
burg der Deutschen Kolonialgesellschaft. Mit 3 Karten 
und 6 Abbildungen im Text. Mk. 1,50. 
1 Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) in Berlin. 
Grönland-Expedition der Gesellschaft für Erd- 
kunde zu Berlin 1891 bis 1893. Unter Leitung von 
Erich v. Drygalski. 2 Bde. Mit 85 Abbildungen im 
Text, 53 Tafeln und 10 Karten. gr. Lex. 80. (XIX, 
556 und X, 571 S.) Mk. 45,—. 
W. H. Kühl in Berlin. 
   
  
  
  
  
— — — 
   
  
.............. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Verkehrs-Katlxritlxien. 
Postdampfschiffverbindungen nach den dentschen Schutzgebieten. 
Die Abkahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiftungshafen anm folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
i 
Neapel am 27. April, 11. und Tanga 19—20 Tage am 22., 25. April, 
Guce &amp;½% 23 Ma * gde Dar-es-Sal. 20—21 * , 20., 23. Mai 
1. . rin am 24. April, 22. Mai Sansibar 20—22 Tage 116 abds. 
deutsch-Ofafrika bErsssche nrnsn 100 abds. s 
eille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 e am 8. jedes Monats 
J anzösische Schiffe) 40 ums. sb Tas 10 98 
2. Deutsch-Hüdwestafrika. Southampton am 7. Mai, 4. Juni Lüderitzbucht 22 Tage am 6. Mai, 3. Juni 
Chach Aretmanshoob, ibenn. gengl-. Scise bis der. 40 nms. Swakopmund 25 Tage, 15 ums. 
Tearmted und nacosae. Dampfer .beukwen 
ochentlie i apstadt. 
*“ a —.x2 a * am 20 Frii, 25. Mais Swakopmund 30 Tage am 25. April, 25. Mai 
. d ## 
  
— — — — — — 
Lüderitzbucht 40 Tage 
720 abds. 
  
  
  
am 10. jedes Monats 
8 
  
  
Kamerun 24 Tage am 10. des Monats 
3. Ramerun. na » « 720 abds. 
Liverpool am 11. Mai, 8. Juni Kamerun 21 Tage am 9. Mai, 6. Juni 
Censuiche Sai#h 3 1eums. 
Hambur sçm 10 jedes Mts. nachtes Lome 20 Tage am 10. und 20 jedes 
4. Logo= Gebiet * am 20.desms. Lome 21 Tage Monats 77 abbs. 
(neber Liverpool oder,verpooll am 20. April ein Gopo 38 Tage 18. Mpril 
. ngchezchm4 e Quittah 36 Tage am 18. Apri#, 
e Lodeer Vordeaur Roarseile 1 an, —— 6 n aͤb rdind 2., 16. Mai 16 unt 
nur auf Verlan . na « 
Abimdew angen de (karsosiche Scih) 910 nachne otonou age am 23. jedes Mona 
  
Bordeaux 
Urangsische Schiffe) )] 110 vms. 
  
am 10. Mai, 10. Julie 
von da ab Landverbindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
—— —— —— 
  
10% abds. 
am 8. Mai, 8. Juli 
10# abb. 
  
  
Neapel am 4. Mai, 29. Juni St s ..« 
5.veutichiaeuiøuiuea. limgichedsfchmy abds. duni ehansort 40 Tage vtn 
rindisi am 8. Mai, 3. Juli . 1 r-* 
(hochverlend) wWte 3d 41 Tage 11 abds 
. « Brindisi am 8. Mai, 3. Juli i, 1. Juli 
S. Marsban, Ien. #e Mnh #Wai, 3. Juli am 6. Mai, 1. Juli 
  
  
  
  
  
  
# Jaluit etwa 70 Tage 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
11,# abds. 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Landungs- Die Post ist fäuig mmin Landungs= Die Post ist fällig 
Von hafen in Beriin Von hafend in Berlin 
Neapek . . .am 15.* April, 
1., 13.“ 29.-Mai. # Hamburg .. am 10.0 jed. Monats 
Deutsch.Ostafrita Leindis. son Lli . Mai Cogogebiet .... 1 Plymouth.am 27.jed. Monatz 
Marseille . am 16.April, 1. Mii Marseille am 16. jedes Ronats 
Deutsch-Lüdwestafrita Southampton am 10.Mai, 7. Juni Deutsch-leu--Guinea..Neapel. n am 1.-Mai, N. Juni 
* . — — — — ——. —. . — — — 
Namern m—]]im.————————— 
#19.Mai ] Mitte Juni 
* Fälligkeitstage für die mit deuif 
  
  
chen Schiffen eintreffenden Posten.
        <pb n="261" />
        219 
Schiffsbewegungen der Weoermann-Linie. 
  
...——— —— 
— .———— 
  
–—6 
Letzte Nachrichten 
  
  
  
  
Reise 
„Adolph Woermann“ Loango Hamburg am 6. April in Gabun. 
„Aline Woermann“ Hamburg Loango am 10. April in Kamerun. 
„Anna Woermann“ Sherbro Hamburg am 8. April in Dakar. 
u Kongo Hamburg am 12. April Ouessant passirt. 
„Carl Woermann“ Loanda Hamburg am 7. April in Accra. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Loango am 12. April ab Hamburg. 
„Ella Woermann“ .. Sherbro Hamburg am 9. April in Hamburg. 
„Gertrud Woermann“ Kotonon Hamburg am 9. April in Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Kotonon Hamburg am 9. April in Accra. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonou am 8. April in Conakry. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 12. April in Loanda. 
it Woermann“ Loanda Hamburg am 12. April Dover passirt. 
„Lothar Bohlen“ Loango Hamburg am 9. April in Accra. 
„ulu Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. 
„Marie Woermann“. Hamburg Lüderitzbucht am 5. April in Las Palmas. 
„Melita Bohlen " Lüderitzbucht Hamburg am 30. März in Lagos. 
„Professor Woermann“ Hamburg Sherbro am 12. April in Las Palmas. 
„Thekla Bohlen“ Loanda am 10. April in Teneriffe. 
— — 
  
Hamburg 
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (CGamburg—0Ostafrika). 
  
— ——— 
  
  
  
Neichspo Reise Letzte Nachrichten 
* heposidampfer von 6 nach bis 28. Februar 1898 
„König" .. Durban Hamburg am 26. Februar ab Aden. 
„Herzog“ amburg Durban am 26. Februar an Mozambigque. 
„Kaiser“ z. Zt. in Hamburg. 
„anzleré Hamburg Durban am 25. Februar ab Lissabon. 
„Bundesrath“ Durban Hamburg am 27. Februar ab Marseille. 
„eichstag“ z. Zt. in Hamburg. 
WMmiral" Hamburg Delagoabai am 24. Februar ab Suez. 
„Ceneral“ Durban Hamburg am 26. Februar ab Durban. 
  
  
  
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Dieser Nummer liegt eine Beilage der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler &amp; Sohn 
. Berlin bei, betreffend den soeben erschienenen ersten Theil des Werkes: „Aus dem Leben 
des Königs Albert von Sachsen“ von Dr. Paul Hassel, worauf die geehrten Leser ganz ergebenst aufmerksam 
Die Expedition. 
gemacht werden. 
  
  
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Kennzeichen kJeder einzelne Adreseenbogen trägt unsern Firmen-Aufdruck. (7) 
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sgreland-ExportPumpernickel 
und Schwarzbrot. 4½ 
Unerreichte Haltbarkeit in jedem Klima. Auf der Berliner Gewerbe- 
ausstellung von 1896 waren 112 Jahr alte Pumpernickel und Schwarz- 
brote ausgestellt, welche eine Reise um die Erde zurückgelegt hatten. 
Viele Auszeichnungen, zuletzt Berliner Gewerbeausstellung 1896. 
Exportaufträge erbitten an Harder &amp; de Foss, HMamb'rg; für 
das las Inland E. Söxeland &amp;á&amp; Söhne, Berlin VIFKr., oder Mandsber. 
· ’—R«·-.S«Isss’ks.ss.,sss -’I.--.- 
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Höchste Auszeichnung 277 
Chicago 1893. 33 
Höchste Auszeichn. (Diplôme : 
d'Honneur) Antwerpen 1894. 23 
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Lochmann'scher #i#- 
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Musikwerke 22 
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Aurschlic#lich, Puhrikantin der *qr. 
Symphonions ##: 
mit auswechselburen Noten- ½ 
se heiben. (6“ 2r8 
Die Fabrik int in ihrer Art ile „½ 
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Das Werk: 
ELuropäis chen Rolonien. 
Schilderung ihrer Eutstehung, Entwickelung, Erfolge und Aussichten 
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Dr. Mlfred Zimmermann. 
  
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Pie Kolonislpolitik Pertugals und Spaniens TLie Kolsnislpolitik Großtritanniens. 
in ihrer Eutwichelung van den Anfäunzen his zur Gegeswart. # Erster cheil. 
Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht deo portugiesischen Ven der A#fängen bis um Ibfall der Verrinigten Staaten. 
und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. Mit drei farbigen Karten in Steindruck. 
Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,00. Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,50. 
hat in den betheiligten Kreisen eine überaus rege Beachtung und günstige Aufnahme gefunden. Das Werk 
kann als ein Lese= und Lehrbuch gelten, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer 
nutzbringenden Weltpolitik zu geben vermag. Es stellt eine allgemeine Geschichte der europäischen 
Kolonialpolitik dar und ermöglicht allen Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die 
Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte. Die nachstehenden " 
Stimmen der Presse 
kennzeichnen den Werth und die Eigenart des Werkes: 
  
t · . tischen Werthe, verdient von allen Kolonial- 
Bei Erscheinen des ersten Bandes: freunden gelesen zu werden. 
Militär- Litteratur= Zeitung Nr. 14 vom Nov. 1896: Glebn- Nr. 20 vom Nov. 1896:. hier sind all- 
Wir haben in diesem Bande den Beginn einer für gemeine Kapitel eingeschaltet, die uns jedesmal die 
die Kolonialpolitik der Gegenwart hochwichtigen Fruerna der Ditel eingescha Finanz- und Zollwirth= 
und bedeutungsvollen Arbeit. Wir stehen nicht schaft, die Handelsbeziehungen zur Heimath und Fremde 
an, es geradezu als ein Lehrbuch der Kolonialpolitik 2c. besser erkennen lehren. Wir halten diese Abschnitte 
zu bezeichnen mit seiner reichhaltigen, gewissen= in mehr als einer Hinsicht für die wichtigsten und 
haften Forscherarbeit. für den Kolonialfreund nützlichsten. 
Kälnische Polkszeitung Nr. 833 vom 7. Dez. 1896: 
Tüüd ses die weiteste VBerbreitung in allen Bei Erscheinen des zweiten Bandes: 
Dentshe Rernt, XXII. Jahrg., Februarheft: Die Snteligenzblatt, Fraukfurt a. M., Nr. 59 vom 
Darstel i F s— 11. März 1898: Es ist in hohem Maße erfreulich, daß 
ift Ennz gus a Fs Dr. Zimmermann es verstanden hat, seine auf breiter 
Beachtung der weitesten Kreise werth, da es nicht wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Untersuchungen 
nur den Interessenten unserer Kolonialpolitik einen zu ein so angenehmes Gewand hu kleiden. daß 
nicht zu übersehenden Spiegel vorhält, sondern auch die Darstellung sich zuweilen liest wie 8 de 
die erste Zusammenfassung der gesammten daher auch Demjenigen, den nicht gerade sein ern 
Kolonialgeschichte bietet und somit auch dem zur Antheilnahme an kolonialpolitischen Fragen aus er. 
Historiker und Geographen von großem Nugen ist. Gegenwart oder Vergangenheit nöthigt, Interesse ab- 
Stierari 3. verlangt. 
A L#e ersd 880d 3. MNatisnal-Jeitunz Nr. 168 vom 12. März 1898: 
als belehrende oder unterhaltende Lektüre empfohlen. Luses aes 8 i * 9 B u 8 #s 
Beuische Aolonialjeitung Nr. 51 vom 19.Dez. 1896: noch angekündigten vier Bänden des Werkes mit dem 
...Aus der Geschichte können und müssen wir lernen, lebhaftesten Interesse entgegensehen. 
dehalt sei die Lektüre des vorliegeuden Buches Allenser Machricten Nr. 45 vom 23. Febr. 1898: 
esonders empfohlen. ... Alfred Zmmermann begnügt sich nicht damit, über 
Seiplizger Innrirle Zeitung Nr. 2792 v. 2, Jan. 1897: die Ereignisse selbst zu berichten; es reizt ihn, nach 
Dem Freund wie dem Gegner der Kolonial= dem witthhschaftspolitischen Warum des Warum zu 
politik sei das Studium des Zimmermannschen fragen, und so grupptren sich die bedeutsameren ge- 
Werkes angelegentlich empfohlen. schichtlichen Vorgänge, welche er behandelt, ganz von 
Vetermanus Mittheilungen, 1897, Heft 5: Zimmer= selbst zu Weltbildern, aus denen man ganz andere Dinge 
manns vorliegendes Buch ist von hohem prak= erfährt als nur die Buntheit der geschilderten Thatsachen. 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Anslandes zu beziehen, 
gegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der Verlagsbuchhandlung. 
  
  
  
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l— — « LsethestehenderAnstalthlB495000,-.Von1878bisEndels97wukeu 
erledigt317174Anträgeüber-J-394317530,—versicherungskapitaL 
  
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mit demselben, wie noch nie mit einem neuen Mittell Es Ist von höchstem 
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Am 18. April: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Henneberg, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Gorée, Dakar, Rufisque, Bissac, 
Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. April: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt Becher, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonou. 
Am 25. April: P. D. „Lullu Bohblen“, Capt. Jürgens, 
nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 30. April: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Sénégal, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas 
· von Landana bis Loanda. « 
Am 10. Mai: P. D. „Lothar Bohlen“, Capt. Jarek, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hafen der Südwestküste Afrikas bis Loango. 
Machste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Mai, 25. Juli und ferner 
am 25. jedes zweiten Monats. 
Atte Guter müssen am Tuge vor dem 450oangedaftem bis 12 Uhr mitsaps Iançcossette sein. 
Näheres wegen Fracht und Pasenge ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche · 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächften fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
  
*„KOENIG, Capt, Doher 27. April, 
GENERAL“, Capt. Gauhe -......... «..·.27.Aptil, 11. Mai, 
* t,tHERZOG“, Capt. v. Issendorff ... 11. Mai, 25. Mai, 
, AplRAL“, Capt. West 25. Mai, S. Juni, 
nach Mombassa, Tanga?c, Pangani:, Saadanl?#, Bagamoyo?#, Dar-es-Salimez, Sansibar? Klwa, Lindl, 
Mllindani, Ibo, Mozamblaue 7, Quellmane?, Chindez, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “ versehenen Häfen auch Ladung. 
Z Die mit einem C versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Pltzen 
mit Ausnahme von Durban-. 
Die Dampfer haben vorzlliche Einztchrungpen Fur Fussagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: ((0) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
rowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hosbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler à Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrahe 68—11. 
Ausgegeben am 15. April 1898 um 6 Uhr nachmittags. 
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herauszesebens in der Volonial-Ablheilung des Auswärtigen Amis. 
————-— Ê — — — — —— — —„ — — —. — — — —.“——————————————— 
HX. Jahrgang. Berlin, 1. Mai 1898. 
— — — ————J—äJ-—————— —. 
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UAummer 9. 
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Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beibefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
nsceinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den denutschen Schutzgebieten“, herausgegeben voo Dr. Freiher 
r. Danekelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
#uchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchbandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-= Ungarn, Mk. 3075 für 
die Lzander des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfraogen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
Ahalt: Amtlicher Theil: Verleihung des Titels Kaiserlicher Gouverneur an die obersten Verwaltungsbeamten in 
Deutsch-Südwestafrika und Togo S. 231. — Ertheilung der Ermächtigung zur Beurkundung des Personenstandes 
an den Beamten Richard Hoffschläger in Stephansort S. 231. — Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika S. 231. 
Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen Gericht in Keetmanshoop (Deutsch-Südwestafrika) S. 232; desgleichen 
bei den Kaiserlichen Gerichten der Marshall-Inseln S. 232. — Personalien S. 232. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 233. — Deutsch-Ostafrika: Bericht über die Ergeb- 
nisse der Forschungen des Geheimen Medizinalrathes Dr. Koch S. 234. — Bericht über eine Reise des Bezirks- 
hauptmanns Johannes nach Kiboscho S. 237. — Bericht des Premierlieutenants Schlobach über seine Expedition 
nach Usindja S. 238. — Reisebericht des Finanzdirektors v. Bennigsen S. 239. — Kartographische Aufnahmen in 
Deutsch-Ostafrika S. 241. — Deutsch-Südwestafrika: Missenschaftliche Untersuchungsstation für Viehseuchen 
Gammams bei Windhoek #mit Abbildungen) S. 242. — Deutsch-Neu-Guinea: Bericht über die Thätigkeit des 
Kreuzers „Bussard“ im Bismarck-Archipel S. 244. — Marshall-Inseln: Wissenschaftliche Studien S. 245. — 
Schiffsverkehr in den Marshall-Inseln S. 245. — Uebersicht der Schulen und Schüler der Boston-Mission in den 
Marshall-Inseln im Jahre 1897 S. 246. — Uebersicht der im Schutgebiete der Marshall-Inseln ansässigen Deutschen 
und Fremden S. 246. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 246. 
— Verschiedene Mittheilungen: Pflanzensendungen nach den Kolonien S. 247. — Litteratur S. 247. — 
Litteratur-Verzeichniß S. 248. — Schiffsbewegungen S. 248. — Verkehrs-Nachrichten S. 249. — Anzeigen. 
—— 
  
— — — 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbhörden; Verträge. 
Seine Majestät der Kaiser haben durch Allerhöchste Ordre vom 18. April d. Is. zu be- 
stmmen geruht, daß die obersten Verwaltungsbeamten in Deutsch-Südwestafrika und Togo an Stelle des 
Tieels „Kaiserlicher Landeshauptmann“ fortan den Titel „Kaiserlicher Gouverneur“ führen. Auch ist 
diesen Beamten der Rang der Räthe zweiter Klasse mit der Maßgabe beigelegt worden, daß ihnen diese 
Rangklasse nur außerhalb Europas und für ihre Amtsdauer zusteht. 
  
Auf Grund des § 4 des Reichsgesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete 
(K. G. Bl. 1888 S. 75) und des § 1 des Reichsgesetzes vom 4. Mai 1870, betreffend die Eheschließung 
und die Beurkundung des Personenstandes von Reichsangehörigen im Auslande (B. G. Bl. S. 599), ist 
dem laufmännischen Beamten Richard Hoffschläger in Stephansort für seine Person und für die Dauer 
sener Thätigkeit im Schutzgebiete der Neu-Guinea-Kompagnie die allgemeine Ermächtigung ertheilt worden, 
in Kaiser Wilhelmsland bezüglich aller Personen, welche nicht Eingeborene sind, bürgerlich gültige Ehe- 
schleßungen vorzunehmen und die Geburten, Heirathen und Sterbefälle zu beurkunden. 
  
-·#.– 9 – — 9 — — — 
—.. — — — — — . — — — Ü — — — — —— — — 
Verordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schuhgebieten. 
Gonvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat April d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouvernement 
don Deutsch-Ostafrika auf 1,375 Mark = eine Rupie festgesetzt worden.
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        — 232 — 
Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen Gericht in Keetmanshoop 
(Deutsch-Südwestafrika). 
Zu Beisitzern sind für das Jahr 1898 ernannt worden: 
der preußische Staatsangehörige Postassistent Ulrich Doms, 
der Hamburger Staatsangehörige Kaufmann Conrad Wiering, 
der preußische Staatsangehörige Ansiedler Ernst Klüber, 
der preußische Staatsangehörige Ansiedler Reinhold Müller; 
zu stellvertretenden Beisitzern: 
der preußische Staatsangehörige Kaufmann Adolf Busch, 
der preußische Staatsangehörige Ansiedler Wilhelm Grundmann. 
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Ernennung von Beisitzern bei den Kaiserlichen Gerichten der Marshall-Juseln. 
Auf Grund der 88 7 ff. des Gesetzes über die Konsulargerichtsbarkeit vom 10. Juli 1879 sind 
für das Jahr 1898 ernannt worden: 
I. Zu Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte erster und zweiter Instanz zu Jaluit: 
Hauptagenturvorsteher Emil Hütter, sächsischer Staatsangehöriger, 
Regierungsarzt Dr. Bartels, preußischer - 
Kaufmann Adolf Capelle, - 
der frühere Schiffskapitän Felix Becker, sächsischer 
Verkäufer Theodor Dreyer, Hamburger 
Schiffskapitän Karl Domnick, preußischer 
- Julius Krümling, preußischer 
- Ubbo Warners, - 
II. Zu stellvertretenden Beisitzern: 
Hauptagenturvorsteher Rudolf Wolfhagen, preußischer Staatsangchöriger, 
Steuermann August Düvel, preußischer Staatsangehöriger, 
Handlungsgehülfe Henry Müttel, Hamburger Staatsangehöriger, 
- Gustav Jensch, preußischer - 
Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gerichtsschreibers bei dem Kaiserlichen Gerichte erster 
Instanz und dem Gericht für Eingeborene sowie mit dem Dienste des Gerichtsvollziehers bleibt der 
Polizei= und Hafenmeister Alfred Knoth betraut. 
Die Bestellung eines Gerichtsschreibers für das Kaiserliche Obergericht bleibt für jeden einzelnen 
Fall vorbehalten. 
Jaluit, den 20. Dezember 1897. 
Die Kaiserliche Landeshauptmannschaft. 
(L. S.) In Vertretung: (gez.) Senfft. 
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V## V L V u 
PFerspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Unter-Staatssckretär 
im Auswärtigen Amt, Wirklichen Geheimen Legationsrath Dr. Freiherrn v. Richthofen, den Rothen 
Adler-Orden 2. Klasse mit Eichenlaub zu verleihen und ihm die Erlaubniß zur Annahme und Anlegung des 
Großkomthurkreuzes des Großherzoglich Mecklenburgischen Hausordens der Wendischen Krone zu ertheilen. 
Den nachbenannten Beamten im Berciche des Auswärtigen Amts ist die Erlaubniß zur Anlegung 
folgender Ordensauszeichnungen ertheilt worden: 
dem Kaiserlichen Gouverneur für Südwestafrika Major Leutwein des Ehrenkreuzes der Württem- 
bergischen Krone mit den Schwertern; 
dem Kaiserlichen Gouverneur für Togo Dr. Köhler des Offizierkreuzes der französischen Ehrenlegion. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Arzte der Neu- 
Guinea-Kompagnie Dr. Danneil in Herbertshöhe den Königlichen Kronen-Orden 4. Klasse zu verleihen. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben den nachbenannten farbigen Angehörigen der 
Polizeitruppe des Togogebietes die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse zu verleihen geruht, und zwar: 
den Unteroffizieren Comla und Batierma, dem Gefreiten Nubia und dem Soldaten Koffi.
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        — 233 — 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 14. April 1898. 
Voertner, Stabsarzt, Gesuch um Belassung bei der Schutztruppe auf weitere drei Jahre genehmigt. 
Dr. Hildebrandt, Assistenzarzt, bisher vom Landwehr-Bezirk Hildesheim, mit dem 19. April d. Is. aus 
dem Heere ausgeschieden und mit dem 20. April d. Is. als Assistenzarzt mit seinem bisherigen 
Patent in der Schutztruppe angestellt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 14. April 1898. 
Dr. Lübbert, Stabsarzt, zum Oberstabsarzt 2. Klasse befördert. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Premierlientenant 
Lannenberg von der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika die Genehmigung zur Anlegung des ihm von 
Leiner Majestät dem Sultan verliehenen Osmanie-Ordens 4. Klasse zu ertheilten. 
  
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst zu bestimmen geruht, daß 
die solgenden von Theilen der Schutztruppe für Kamerun in den Jahren 1895 und 1896 ausgeführten 
Kiegszüge im Sinne des § 23 des Gesetzes, betreffend die Pensionirung und Versorgung der Militär- 
versonen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine vom 27. Juni 1871 als ein Feldzug gelten sollen, 
für welchen den daran betheiligt gewesenen Deutschen ein Kriegsjahr mit der Maßgabe zur Anrechnung zu 
bringen ist, daß hinsichtlich der Theilnehmer an der unter 1. aufgeführten Expedition das Oberkommando 
der Schutztruppen Bestimmung trifft, welches der beiden in Frage kommenden Kalenderjahre für die 
Betreffenden als ein Kriegsjahr zu gelten hat: 
1. Expedition gegen die Jaundés vom 16. Dezember 1895 bis 7. Januar 1896, 
2. Expedition gegen die Jaundes vom 7. Februar bis 27. Februar 1896 und vom 7. März bis 
14. März 1896. 
— XI yy'I - 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal· Nachrichten. 
Nachruf. 
Am 6. April verschied zu Karlsruhe das Mitglied 
des Kolonialraths, Ministerialdirektor Dr. Karl 
v. Grimm. Der Entschlafene gehörte mit zu den 
ersten und entschiedensten Vorfechtern für praktische 
deutsche Kolonialpolitik. Neben dem verstorbenen 
Missionsdirektor Professor Dr. Fabri war er in der 
#ungen agitatorischen Kolonialbewegung mit die popu- 
lärste und am meisten vertrauenerweckende Erscheinung. 
Al# Vorsitzender der Abtheilung Karlsruhe, einer der 
größten Deutschlands, und als Mitglied des Vor- 
stondes der Deutschen Kolonialgesellschaft hat er an 
fast allen Vorgängen der kolonialen Entwickelung in 
der Oeffentlichkeit theilgenommen. Daneben suchte er 
durh zahlreiche kleinere wissenschaftliche Abhandlungen 
über Kolonialpolitik und Kolonialgeschichte die junge 
noch sich überhostende Kolontalbewegung zu vertiefen 
und ihr auch in kühleren gelehrten Kreisen Anhänger 
zu verschaffen. Unsere muthigen Pioniere draußen 
mnseits der Weltmeere fanden in ihm stets einen 
warmen Förderer ihrer Pläne und einen beredten 
Vertheidiger, wenn ihnen daheim aus gegnerischen 
  
Kreisen Angrisse drohten. Sein Glaube an die 
koloniale Zukunft Deutschlands hat ihn nicht betrogen, 
und er hat die Genugthuung gehabt, noch die aus so 
überaus bescheidenen Anfängen erwachsene hoffnungs- 
volle Entwickelung des deutschen Kolonialbesitzes selbst 
zu erleben. 
Im letzten Jahre seines Lebens war es ihm in- 
folge seiner zunehmenden körperlichen Gebrechlichkeit 
nicht mehr vergönnt, an den Arbeiten des Kolonial- 
raths und des Vorstandes der Deutschen Kolonial= 
gesellschaft theilzunehmen; er mußte damit zufrieden 
sein, sein reges Interesse und seine geistige Kraft der 
kolonialpolitischen Thätigkeit in seiner Heimath schenken 
zu können. Sein Name aber wird in Ehren bleiben 
bei allen denen, die in einer kraftvollen deutschen 
Kolonialpolitik eine nationale Sache erblicken. 
Ramernn. 
Ingenieur Klein, Steuermann Witt, Polizei- 
meister Olbrich und Zollassistent Küas sind in 
Kamerun eingetroffen. 
–
        <pb n="276" />
        Cogo. 
Der Lazarethgehülfe Franke ist nach Lome 
abgereist. 
  
sen ·Guinea. 
Der Gerichtsassessor Boether reist demnächst 
nach Stephansort ab. 
234 
  
Marshall · Inseln. 
Der zum Vorsteher des Bezirksamtes der Insel 
Nauru ernannte, bisher beim Kaiserlichen General- 
konsulat in Sydney beschäftigt gewesene Ludwig 
Kaiser ist am 17. Dezember v. Is. in Jaluit 
eingetroffen und wird demnächst die Reise nach 
der genannten Insel fortsetzen. 
  
Nachrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Hltafrika. 
Bericht über die Ergebnisse der Forschungen des 
Gebeimen Medizinalrathes Dr. Roch. 
Ueber die Ergebnisse seiner Untersuchungen über 
Malaria, Schwarzwasserfieber, sowie über West- 
usambara in sanitärer Beziehung hat Geheimer 
Medizinalrath Dr. Koch unter dem 11. März d. Is. 
eingehende Berichte erstattet. Dieselben gelangen in 
nächster Zeit in den gelesensten medizinischen Zeit- 
schriften zum Abdruck. Von besonderem allgemeinen 
Interesse ist der folgende Bericht: 
Ueber Westusambara in sanitärer Beziehung. 
Zwei für Deutsch-Ostafrika nicht unwichtige 
Fragen hat man in neuerer Zeit mit dem westlichen 
Theil des Usambaragebirges in Verbindung gebracht. 
Die Besiedelungsfähigkeit für deutsche Einwanderer 
und die Begründung eines Sanatoriums. Beide 
Fragen stehen in einem gewissen Zusammenhang 
miteinander. Wenn eine Gegend geeignet sein soll, 
deutsche Einwanderer aufzunehmen, welche daselbst 
als Ackerbauer und Viehzüchter sich eine neue 
Existenz gründen sollen, dann muß sie, abgesehen 
von der Ertragsfähigkeit des Bodens, vor Allem 
gesund sein und ein solches Klima besitzen, daß es 
dem Europäer noch möglich ist, die für die Bewirth= 
schaftung des Bodens erforderlichen Arbeiten selbst 
zu leisten. Eine derartige Gegend würde sich aber 
auch ohne Weiteres zur Anlage eines Sanatoriums 
eignen. 
Nach Allem, was darüber berichtet wurde, schien 
Westusambara für diese Zwecke besonders günstig zu 
sein. Das Klima nähert sich dort dem europäischen, 
es ist erheblich kuhler wie an der Küste oder gar in 
der benachbarten glühendheißen Steppe; zeitweilig 
kann es geradezu kalt werden, ohne daß jedoch die 
Temperatur jemals bis zum Gefrierpunkt sinkt. 
Andererseits wurde aber gegen die Verwendung 
des Usambaragebirges geltend gemacht, daß die Ge- 
sundheitsverhältnisse dort nicht unbedenklich seien. 
Der Europäer, welcher dorthin komme und sich 
längere Zeit aufhalte, müsse eine ein bis zwei 
Monate lang dauernde fieberhafte Krankheit, eine 
Art von Akklimatisationsfieber durchmachen, welches 
unter Umständen recht gefährlich werden könne. 
  
i 
  
  
Auch sei im Gebirge die Wirkung der Sonnen- 
strahlen eine so intensive, daß sehr oft Gesundheits- 
schädigungen durch Insolation veranlaßt würden. 
Um über diese Verhältnisse Klarheit zu gewinnen, 
begab ich mich selbst nach Westusambara und blieb 
dort, durch die Versuche über das Texasfieber zurück- 
gehalten, etwa anderthalb Monate, lange genug, um 
einen Einblick in die sanitären Zustände des Ge- 
birges gewinnen zu können. 
Westusambara bildet einen Gebirgsstock für sich. 
Es ist durch das tiefe und breite Luengerathal von 
Ostusambara vollkommen getrennt. An allen Seiten 
steigt es aus der flachen Steppe mit schroffen Fels- 
wänden festungsartig auf und bildet oben eine 
zwischen 1200 und 1600 m hoch gelegene hügelige 
Fläche, welche in ihrer Gestaltung an die mittel- 
deutschen Gebirge erinnert, gerundete Bergkuppen, 
welche auf den Höhen bewaldet sind, kesselartige und 
flache Thäler, in deren Grunde Bäche fließen. Die 
Gewässer sammeln sich zu kleinen Flüssen und stürzen, 
am Rande des Gebirges angekommen, in mächtigen 
Wasserfällen zur Steppe herab. 
Der am meisten benutzte Weg nach Westusambara 
führt von der Küstenstation Tanga durch das Bondei- 
land zum Pangani= oder Rufufluß, welcher vom 
Kilimandjaro kommt und am westlichen Rande des 
Gebirges den Mkomasifluß aufnimmt. Die Karawanen- 
straße verläßt den Rufu sehr bald wieder und geht 
am Mkomasi bis Mombo, von wo der Aufstieg ins 
Gebirge erfolgt. Auf der ganzen Strecke bis Bondei, 
am Rufu= und am Mlomasifluß sind häufig sumpfige 
Niederungen zu passiren, von denen die gefürchtetste 
der mit Papyrusdickichten bestandene Tarawanda- 
sumpf ist; in der nassen Jahreszeit braucht man 
fast eine halbe Stunde, um ihn zu durchwaten. 
Um von der Küste ins Gebirge zu kommen, ist 
ein Marsch von sieben bis acht Tagen erforderlich. 
In Westusambara leben zur Zeit zwei bis drei 
Dutzend Europäer, welche sich auf mehrere Missions- 
stationen, die vom Gouvernement fast in der Mitte 
des Gebirges angelegte Kultur= und Versuchsstation 
Kwai und eine Plantage vertheilen. 
Der Eindruck, welchen ich bei meiner Ankunft in 
Kwai, meinem Reiseziel, von dem Gesundheitszustande 
der Europäer im Gebirge erhielt, war zunächst ein 
höchst ungünstiger.
        <pb n="277" />
        Ein von der Missionsstation Gare nach Kwai 
zur Pflege gebrachter Missionar lag daselbst schwer 
krank. Zwei von den Beamten der Station er- 
krankten in den ersten Tagen, ebenso einer von 
meinen Begleitern. Am traurigsten sah es auf der 
Missionsstation Gare aus, die ich so bald als mög- 
lich besuchte. 
Diese Station ist von Trappisten im August 1897 
an einer in jeder Beziehung günstigen Stelle begründet; 
aber die kurze Zeit ihres Daseins besteht aus einer 
sortlaufenden Kette von Krankheit und Tod. 
Die Trappisten, welche die Station anlegten, 
waren zwei Patres. Sie kamen von Natal, also 
aus klimatischen Verhältnissen, welche denjenigen von 
Usombara nicht unähnlich sind. Aber schon kurze 
Zeit nach ihrem Eintreffen waren beide schwer krank, 
der Eine starb, und der Andere wurde zur Küste 
und von da in seine Heimath geschafft, wo er sich 
erholt haben soll. 
Gegen Ende Oktober kamen in Gare drei Laien- 
brüder an, um die Station wieder zu eröffnen. 
Kaum waren sie in Gare, als sich auch bei ihnen 
die Krankheit zeigte. Da es ihnen an Pflege fehlte, 
mußten sie nach Kwai gebracht werden. Zwei hatten 
sich bereits etwas erholt, sahen aber bei meinem 
Besuch in Gare, wohin sie zurückgekehrt waren, noch 
recht schwach und elend aus. Der Dritte lag in 
Kwa in sehr bedenklichem Zustande. Er war leichen- 
blaß, sein Bewußtsein war fast erloschen, der Puls 
kaum sühlbar und sehr frequent, die Temperatur 
subnormal. Er befand sich also in einem Kollaps, 
der jeden Augenblick das Schlimmste befürchten lassen 
mußte. Glücklicherweise gelang es, ihn durch kräftige 
Excitantia über diesen gefährlichen Zustand hinweg- 
zubringen. Am 11. Dezember trafen in Gare zwei 
weitere Patres ein. Von diesen wurde der Eine 
acht Tage später sterbend nach Kwai gebracht, der 
Andere litt wiederholt an Anfällen derselben Krank- 
heit, ud auch ihn soll, wie ich später erfahren habe, 
sein Schicksal einige Zeit darauf ereilt haben. 
Ich lernte somit das Akklimatisationsfieber des 
Usambaragebirges von vornherein in seiner schlimmsten 
Gestalt kennen. Von den wenigen Europäern in 
Kwai waren drei krank. Auf der Missionsstation 
Gare war von sieben Ansiedlern kein einziger von 
der Krankheit verschont geblieben, und drei von ihnen 
mußten sogar ihr Leben lassen. 
Wenn dasselbe Loos allen weiteren Ansiedlern 
bevorstand, oder auch nur ein annähernd ährliches, 
dann konnte selbstverständlich von Besiedelung des 
Gebirges und Anlage eines Sanatoriums überhaupt 
leine Rede mehr sein. 
Glücklicherweise ließen meine Untersuchungen diese 
twistlosen Verhältnisse sehr bald in einem ganz anderen 
Lihte erscheinen. 
Zunächst stellte sich heraus, daß das sogenannte 
Akklimatisationsfieber keine besondere Krankheit. 
sondern nichts weiter als die tropische Malaria ist. 
Fereer ließ sich, wenn man die Inkubationszeit der 
235 
  
tropischen Malaria in Betracht zog, sofort erkennen, 
daß die Kranken ihre Krankheit von der Küste oder 
aus der Ebene ins Gebirge mitgebracht hatten. Bei 
einem der verstorbenen Patres ließ sich sogar mit 
Bestimmtheit nachweisen, daß er bereits in Tanga 
infizirt sein mußte, da die ersten Krankheitssymptome 
schon unterwegs in Korogwe sich bemerklich gemacht 
hatten. Bei einigen von den Kranken, welche trotz 
längeren Aufenthaltes im Gebirge wieder von Neuem 
erkrankt waren, konnte ich nachweisen, daß dies nur 
Recidive der anfänglich ins Gebirge mitgebrachten 
Malaria waren. Ich habe nicht einen einzigen Fall 
von tropischer Malaria auf der Höhe des Usambara= 
gebirges gefunden, welcher nicht mit Sicherheit auf 
die Küste oder auf die Zeit des Marsches von der 
Küste bis zum Gebirge hätte zurückgeführt werden 
können. 
Ich glaube deswegen mit Bestimmtheit ver- 
sichern zu können, daß das Gebirge selbst frei von 
Malaria ist. Doch gilt dies nur für die Höhe von 
1200 m und darüber. Weiter abwärts, bestimmt 
schon bei 800 m, kommen Malariainfektionen vor, 
und zwar scheint von der Höhe nach der Ebene zu 
zuerst die Tertiana vorzukommen und dann erst die 
tropische Malaria zu folgen. Ich glaube dies daraus 
schließen zu dürfen, daß ich zwei Fälle von Tertiana, 
einen bei einem Europäer und einen bei einem Ein- 
geborenen gefunden habe, welche in der Höhe von 
etwa 800 m entstanden sein mußten. 
Für die Behauptung, daß das Usambaragebirge 
auf seiner Höhe malariafrei ist, kann ich noch folgende 
Thatsachen geltend machen. 
Die Gebirgsbewohner sind nicht wie die Küsten- 
neger immun gegen die tropische Malaria, sondern im 
Gegentheil sehr empfänglich dafür. Wenn ein Mensch 
aus dem Gebirge zum ersten Male in die Steppe 
hinunter oder gar zur Küste geht, dann bekommt er 
eine fieberhafte Krankheit, welche mit Unterbrechungen 
zwei bis drei Monate dauert. Der Schilderung 
nach zu urtheilen, welche mir von dieser, mitunter 
tödlich endenden Krankheit gemacht wurde, kann es 
nur Malaria sein. Ist die Krankheit überwunden, 
dann kann der Betreffende in Zukunft ungestraft an 
die Küste gehen, er ist nun immun geworden. Nur 
ausnahmsweise soll es vorkommen, daß die Krankheit 
zum zweiten oder gar zum dritten Male, dann aber 
in abnehmender Stärke, denselben Menschen befällt. 
Die Eingeborenen sagen, daß sie die Krankheit da- 
durch bekommen, daß sie in der Ebene von Mos- 
quitos gestochen werden, welche es im Gebirge nicht 
giebt. 
Die Bezeichnung der Eingeborenen für Mosquito 
ist „Mbu“", und auch die Krankheit wird von ihnen 
„Mbu“ genannt. 
Das, was ich hier über die Mbukrankheit be- 
richte, wurde mir von verschiedenen Seiten, von den 
Missionaren, von anderen Europäern und von den 
Eingeborenen selbst in völlig übereinstimmender Weise 
mitgetheilt, so daß ich keinen Grund habe, an der
        <pb n="278" />
        Richtigkeit dieser Angaben zu zweifeln. Aber ich 
sollte noch Gelegenheit finden, mich selbst an einem 
recht eklatanten Falle davon zu überzeugen. 
Ein Mann aus dem Gebirge begleitete mich auf 
einer Expedition nach Kitiwo, welches am nordöst- 
lichen Fuße des Gebirges liegt und den Eingeborenen 
als ein Herd der Mbukrankheit bekannt ist. Nach 
einer Inkubationsfrist von zwölf Tagen erkrankte er 
an echter tropischer Malaria, er hatte zahlreiche 
ringförmige Parasiten in seinem Blute, und der Ver- 
lauf seiner Krankheit war ein ziemlich schwerer. 
Von den Trägern, welche die Expedition mitmachten, 
etwa 30 an der Zahl, erkrankte nicht ein einziger. 
Es waren aber auch sämmtlich Leute, welche von 
der Küste stammten oder schon lange Zeit dort gelebt 
hatten. 
Wenn die Gebirgsbewohner, was ich für erwiesen 
halte, gegen die Malaria nicht immun sind, dann 
folgt daraus, daß sie im Gebirge keine Gelegenheit 
finden, die Immunität auf natürlichem Wege zu er- 
werben, d. h., daß es im Gebirge keine Malaria 
giebt. 
Damit im Einklang steht die weitere Thatsache, 
daß es im Gebirge keine Mosquitos giebt. Durch 
die Trägerkarawanen werden nicht selten einzelne 
Mosquitos nach oben verschleppt, sie müssen aber 
dort nicht die Bedingungen für ihre Fortexistenz 
finden, da sie immer bald wieder verschwinden ohne 
sich vermehrt zu haben. 
Als fernerer Beweis für das Fehlen der Malaria 
im Usambaragebirge möchte ich schließlich noch an- 
führen, daß ich auf der Missionsstation Mlalo vier 
dort geborene deutsche Kinder gesehen habe, welche 
von Gesundheit strotzten und niemals Fieber gehabt 
hatten, obwohl das älteste bereits drei und ein halbes 
Jahr alt war. Kinder sind aber besonders empfäng- 
lich für Malaria, denn in Dar-es-Saläm habe ich 
unter einem Dutzend europäischer Kinder während 
meines Hierseins bereits vier Fälle von tropischer 
Malaria konstatiren können. 
Aehnlich wie mit der Malaria ist es mir auch 
mit der zweiten Gesundheitsschädlichkeit, welche im 
Usambaragebirge dem Europäer den Aufenthalt er- 
schweren soll, nämlich mit der Gefahr der Insolation, 
gegangen. Ich fand sie erheblich geringer, als ich 
nach den Schilderungen, welche mir an der Küste 
davon gemacht waren, erwartet hatte. 
Um einen Maßstab für die Wirkungen der 
Sonne zu erhalten, kann man das Vakuumthermo- 
meter benutzen, welches zwar keine vollständigen 
Angaben über alle Wirkungen der Sonnenstrahlen 
zu geben vermag, aber doch wenigstens über die 
strahlende Wärme der Sonne Werthe liefert, die, 
wenn sie an verschiedenen Orten gemacht wurden, 
unter sich vergleichbar sind. 1 
Ich habe deswegen ein derartiges Instrument 
mit ins Usambaragebirge genommen und dort an 
geeigneter Stelle mehrere Wochen lang regelmäßig 
beobachten lassen, während zu gleicher Zeit ein 
236 
  
ebensolches Thermometer in Dar-es-Saläm abgelesen 
wurde. In Usambara erreichte das Thermometer 
während der Mittagszeit seinen höchsten Stand mit 
52 bis 54 Grad. Nur ausnahmsweise stieg die 
Temperatur bis 57 Grad. 
Dagegen wurden in Dar-es-Saläm als höchste 
Temperaturen regelmäßig 62 bis 66 Grad angegeben. 
Die Sonnentemperatur hielt sich also nicht, wie 
angenommen war, im Gebirge höher als an der 
Küste, sondern um etwa 10 Grad niedriger. 
Zum weiteren Vergleich mögen noch die Tem- 
peraturen dienen, welche mit Hülfe eines ebensolchen 
Vakuumthermometers in Kenilworth bei Kimberley, 
Südafrika, ermittelt wurden, zwar ein Jahr vorher, 
aber um dieselbe Jahreszeit. Dort bewegten sich 
die Maximaltemperaturen im Dezember und Januar, 
von einigen bewölkten Tagen abgesehen, zwischen 60 
und 70 Grad, gingen an einzelnen Tagen aber auch 
über 70 Grad, an einem Tage sogar bis 75 Grad. 
Trotzdem haben die dort lebenden Europäer von 
Insolation kaum etwas zu befürchten. Niemand 
schützt in ängstlicher Weise seinen Kopf durch einen 
Sonnenhut, auch bei angestrengter Arbeit in der 
Mittagshitze nicht, und doch habe ich niemals etwas 
von Gesundheitsschädigungen durch Insolation ge- 
hört. Ich bin deswegen davon überzeugt, daß die 
Insolationsgefahr im Usambaragebirge mindestens 
stark übertrieben ist. Was mir davon im Gebirge 
selbst mitgetheilt wurde, fand regelmäßig durch 
Malaria und Malariarecidive anderweitige Erklärung. 
Was das Klima von Usambara im Uebrigen 
betrifft, so muß man dasselbe als ein sehr angenehmes 
und der Gesundheit zuträgliches bezeichnen. Die Luft- 
temperatur ging während meines Aufenthaltes, also 
in der heißesten Jahreszeit, nicht über 25 Grad. 
Nachts fiel sie auf 12 und selbst 10 Grad. Die 
Morgen und Abende sind kühl, für das Gefühl der 
Tropenbewohner fast zu kühl. Aber gerade diese 
Temperaturdifferenzen wirken sehr erfrischend und 
bewahren den Europäer vor der Erschlaffung, welche 
sich infolge der ewig gleichmäßigen Wärme in den 
tropischen Küstenländern so leicht einstellt. In der 
kalten Jahreszeit liegt die Gesammttemperatur um 
einige Grade niedriger, und die Tagesdifferenz ist 
etwas geringer. Das Minimum der Lufttemperatur 
geht dann auf 6 bis 8 Grad herab. Unter 6 Grad 
ist die Temperatur, solange meteorologische Beob- 
achtungen gemacht werden, noch nicht gesunken. Bei 
der starken Abkühlung in der Nacht ist der Feuchtig- 
keitsgehalt der Luft zur Abend= und Nachtzeit ein 
erheblicher. Aber sobald die Sonne erscheint, wird 
die Luftfeuchtigkeit geringer und geht gegen Mittag 
bis 50 und selbst 40 pCt. herunter; es sind dies 
dieselben Verhältnisse, wie sie uns überall im 
Gebirgsklima begegnen. 
Anhaltende Nebelbildungen, welche in tropischen 
Gebirgen so oft vorkommen und den dauernden 
Aufenthalt daselbst verleiden, unter Umständen sogar 
unmöglich machen können, kommen im Innern des
        <pb n="279" />
        Usambaragebirges nicht vor, nur an einzelnen Rand- 
bergen sollen die Nebel gelegentlich lästig werden. 
In gesundheitlicher Beziehung möchte ich noch 
besonderen Werth darauf legen, daß das Gebirge 
reich an guten Quellen ist. Ueberall im Gebirge 
habe ich den in den Tropen so überaus seltenen 
Genuß gehabt, aus Quellen oder Bächen geschöpftes 
kryftallllares, kühles Wasser trinken zu können. 
Aus allen diesen Wahrnehmungen habe ich die 
Ueberzeugung gewonnen, daß das Usambaragebirge 
in der Höhe von 1200 m und darüber für die 
Besiedelung durch Europäer in gesundheitlicher Be- 
ziehung vorzüglich geeignet ist. 
Auch gegen die Begründung eines Sanatoriums 
in Westusambara lassen sich Bedenken vom gesund- 
heitliceen Standpunkte nicht geltend machen, sofern 
nicht andere Gründe, wie Entfernung von der Küste 
und deswegen schwere Erreichbarkeit dagegen sprechen. 
Nur möchte ich noch darauf aufmerksam machen, 
daß man bezüglich des Sanatoriums eine Illusion, 
welche bisher allgemein und auch von mir selbst 
gehegt wurde, ausgeben muß. Man nimmt nänmlich 
an, daß in einem hoch= und noch dazu in malaria- 
freier Gegend gelegenen Sanatorium die Malaria 
einen milderen Verlauf nehme, sehr hartnäckige 
Fälle leicht geheilt werden, Recidive nicht erfolgen 
sollen. Leider ist dies nicht der Fall. Meine Unter- 
suchungen über Malaria in Westusambara haben 
gezeigt, daß sich die Malaria im Hochgebirge in 
Bezug auf ihren Charakter nicht im Mindesten 
ändert, die Anfälle sind ebenso intensiv wie an der 
Küste und können im Gebirge ebenso tödlich werden 
wie dort. Recidive sind im Hochgebirgsklima gerade 
so häufig wie in der Ebene. Auch die Rekonvaleszenz 
geht im Gebirge nicht schneller vor sich als an der 
Küste. Mit Rücksicht auf Malaria hat es demnach 
keinen Vortheil, ein Sanatorium im Hochgebirgsklima 
zu begründen. 
Wenn die Besiedelung des Gebirges unter den 
jetigen Verhältnissen gelingen soll, dann müssen aller- 
dings noch gewisse Bedingungen erfüllt werden. 
Vuor allen Dingen müssen die Einwanderer so 
ins Gebirge befördert werden, daß sie weder beim 
nothwendigen Aufenthalt an der Küste, noch auf dem 
Wege zum Gebirge mit Malaria infizirt werden. 
Deß dies möglich ist, beweist meine eigene Expedition. 
Bei derselben befanden sich vier Europäer, und nur 
einer erkrankte, aber auch dieser höchstwahrscheinlich 
an einem Rezidiv und nicht an frischer Malaria. 
Kur vorher und gleich nachher waren dagegen fünf 
Trappisten denselben Weg gegangen und sämmtlich 
erkrankt. 
Ferner muß den Ansiedlern im Gebirge aus- 
reichende ärztliche Hülfe zur Verfügung gestellt 
werden, damit, wenn trotz aller Vorsicht Jemand nach 
seiner Ankunft an Malaria erkrankt, die Krankheit 
schnell und sicher beseitigt wird. 
Sollte man diese Vorsichtsmaßregeln unterlassen 
und die Einwanderung auf gut Glück hin vor sich 
237 
  
gehen lassen, dann könnte man Zustände und Kata- 
strophen erleben, wie ich sie von der Missionsstation 
Gare mitgetheilt habe. 
Allem Anscheine nach giebt es in Deutsch-Ostafrika 
noch ausgedehnte Gebiete, welche dem Usambara= 
gebirge analoge Verhältnisse darbieten und geeignet 
sein dürften, einen Theil des Auswanderungsstromes, 
welcher alljährlich von Deutschland ins Ausland ab- 
fließt und für das Mutterland jetzt dauernd verloren 
geht, aufzunehmen. Es wäre sehr zweckmäßig, wenn 
bei Zeiten diese Landstriche auf ihre gesundheitlichen 
Verhältnisse ähnlich wie Westusambara untersucht 
würden. 
Bericht über eine Reise des Bezirkshauptmanns 
Jobannes nach Kiboscho. 
Bezirkshauptmann Johannes berichtet aus Moschi 
unter dem 15. Februar d. Is. über eine Reise nach 
der katholischen Missionsstation Kiboscho (südlich des 
Kilimandjaro, vergl. Kol. Bl. 1897, S.659), wie folgt: 
Am 12. d. Mts. marschirte ich mit Premierlieu= 
tenant Merker nach Kiboscho, einer Einladung des 
zur Zeit dort weilenden Bischofs Herrn Allgeyer 
folgend. Unterwegs traf ich eine Gesandtschaft aus 
Groß-Aruscha mit den Häuptlingen Ndessekoi und 
Merai, die zur Bezeugung ihrer Unterwürfigkeit mit 
Geschenken kamen. Aus demselben Grunde kam mit 
ihnen eine Gesandtschaft derjenigen Massais aus 
Ngorongoro, die, meinen Anordnungen gehorchend, 
sich im Weidegebiet von Ngare Moton und Kisbugo 
niedergelassen hatten (der Ngare Motonbach liegt 
eine Stunde, der Kisbugobach sechs bis sieben Stun- 
den westlich von Groß-Aruscha). Bis vor Kurzem 
befanden sich bereits gegen 60 Massaikraale dort; 
nun aber ist in den letzten Tagen noch eine große 
Anzahl der unter dem Häuptling Tolito stehenden 
Massais dahin gezogen. Ein Neffe desselben, Cen- 
deo, sitzt noch auf der Hochebene in der Gegend von 
Serengeti. Eine Horde seiner Krieger hat vor 
Kurzem ohne sein Wissen und Willen einen Raubzug 
gegen die bei Groß-Aruscha sitzenden Massais unter- 
nommen und dabei etwas Vieh erbeutet. Als Cendeo 
davon erfuhr, ließ er sofort das Vieh zurückgeben, 
da er sonst eine Bestrafung fürchtete. 
Am 13. wohnten wir dem Gottesdienst auf der 
Mission bei, während welchem der Herr Bischof etwa 
100 schwarzen Christen die Firmung ertheilte. Der 
Erfolg der Mission ist in den letzten Monaten ein 
außerordentlich günstiger gewesen. Die Kirche ist 
immer voll (so waren z. B. heute 400 bis 500 
Menschen da), und die von Pater Luxg geleitete 
Schule in der Boma des Häuptlings Mlelia ist so- 
wohl vor= wie nachmittags sehr gut besucht. Auch 
die andere Arbeit schreitet schnell vorwärts. P. 
Rohmer hat die zum Bau einer neuen Kirche 
nöthigen Steine gebrochen und das erforderliche Bau- 
holz geschlagen, so daß voraussichtlich noch vor Ende
        <pb n="280" />
        dieses Jahres in Kiboscho eine schöne, große Kirche 
stehen wird. 
Als der Herr Bischof beim gemeinsamen Mittags- 
mahl auf das Wohl Seiner Majestät getrunken hatte, 
sangen die Zöglinge der Mission, die P. Lux unbe- 
merkt außerhalb in der Nähe der offenen Thür des 
Refektoriums aufgestellt hatte, in deutscher Sprache: 
„Heil dir im Siegerkranz“ und darauf „Ich hab' 
mich ergeben mit Herz und mit Hand“. 
— 
Bericht des Premierlieutenants Schlobach über seine 
Expedition nach Usindia. 
Premierlieutenant Schlobach, welcher mit dem 
Kommando am Victoria-Nyanza betraut ist, hat 
vor Kurzem die Landschaft Usindja bereist und be- 
richtet über diese Expedition, wie folgt: 
Muanza, den 1. Januar 1898. 
Zweck der Expedition war die Bereisung des 
Usindjagebietes und der übrigen west= und südwestlich 
des Smithsundes gelegenen Landschaften. 
Da der Muanzabezirk überhaupt noch wenig 
bereist worden ist, so hatte ich von vornherein be- 
schlossen, allmählich eine systematische Bereisung von 
Westen über Süden und Osten nach Norden vor- 
zunehmen. 
Am 9. November marschirte ich mit Unteroffizier 
Sabadke und 50 Askaris von Muanza ab, bis 
nahe der Mission Bukumbi auf dem im Bau be- 
griffenen 6 m breiten Fahrwege für Ochsenwagen- 
verkehr. Am nächsten Tage wurde bei der Missions- 
station über den Stuhlmannsund übergesetzt und in 
Busissi, dem Sitze des Manangwa Mutatembwa, 
Sohnes des Sultans Rwotakwa von Mweri, gelagert. 
Mutatembwa ist ein Neger mit feinen, fast europäi- 
schen Gesichtszügen und aufgeklärt wie sein Vater. 
Letzterer kam zur Begrüßung auf seinem Reitesel mit 
großem Gefolge, zugleich bat er mich, die ihm ge- 
hörige Landschaft Bukole mit mir bereisen zu dürsen. 
Bis zum 15. November führte der Marsch durch 
Moweri, einer Porilandschaft, die durchweg mit 
schönem, reichlich harte Hölzer enthaltendem Hoch- 
wald bestanden ist. Die Geländeformation ist eine leicht 
wellige und erinnert an Usaramo; die Höhenzüge von 
etwa 50 bis 80 m relativer Höhe streichen ungefähr 
von Südosten nach Nordwesten. Bewohnt ist Mweri 
spärlich von Wasindija, deren Beschäftigung meist in 
der Verarbeitung der durchweg vorkommenden Rasen- 
eisensteine besteht. Bei dem kleinsten Hüttenkomplexe 
befinden sich stets einige offene Hütten, deren Inneres 
eine afrikanische Schmiede darstellt, mit kleinem Amboß 
und primitiv aus Ziegenfellen hergestelltem Blasebalg. 
Der Besitzer einer solchen Hütte wird Balongo, 
Schmied, genannt. Ein solcher ist im Stande, an 
einem Tage zehn Hackenblätter anzufertigen, wie sie 
zum Feldbau benutzt werden, wenn er den nöthigen 
Vorrath an Erz besitzt. Diese Negerhacken (mayembe) 
238 
  
sind ein wichtiger Handelsartikel, drei Stück repräsen- 
tiren den Werth von 1 Rupie. Ein großer be- 
schnittener Ochse kostet 20 Mayembe, also etwa 
7 Rupien; mit Zeug bezahlt, kostet derselbe 10 Doti 
weißes Zeug (10 Rupien) ein buntes Tuch (etwa 
2 Rupien). 
Will sich ein Mann aus Usindja verheirathen, 
so bezahlt er an den Vater der Auserwählten 
30 Mayembe. Das Schmiedehandwerk wird in ganz 
Usindja, welches reich an Raseneisensteinen ist, aus- 
geübt. Viehzucht wird kaum getrieben, die Wasindja 
kaufen für ihre Mayembe nur Schlachtvieh. 
Am 16. November wurde die Landschaft Bugüurura 
erreicht. Dieselbe ist reichlich bebaut, besonders mit 
Mohogo. Das Land ist wellig, der südliche bergige 
Theil erinnert an die Kisserawe-Landschaft, was 
Formation und Vegetation betrifft. 
Am 17. November lagerte ich in der Landschaft 
Butundwe. Weit in das Land hinein erstrecken sich 
die sumpfigen Ausläufer der Buchten des Nyanza. 
Diese Ausläufer bezw. Einmündungen von Wasser- 
läufen, in der heißen Jahreszeit ausgetrocknet, waren 
jetzt schwer zu passirende, stellenweise bis etwa 2 km 
breite Sümpfe, in die die Träger bis an die Schul- 
tern einsanken. Die Jahreszeit, Beginn der kleinen 
Regenzeit, war überhaupt ungünstig für die Aus- 
führung einer Expedition in der Nähe des Sees. 
Es zeigte sich hierbei wieder, daß der Neger unter 
ungünstigen Witterungsverhältnissen und bei großen 
Strapazen mehr an Malariafieber leidet als der 
Europäer. Es ist zu bemerken, daß die Träger 
nachts stets in Hütten schliefen, die Askaris in ihren 
kleinen Zelten. Meist genügen allerdings ein bis 
zwei Pillen Chinin, um den Patienten über Nacht 
marschfähig zu machen, doch treten auch hartnäckigere 
Fälle auf. So mußten gegen Ende dieser Regen- 
expedition vier Askaris mehrere Tage lang getragen 
werden. 
Von Butundwe ging der Marsch über Nserugu- 
rura nach Murunasi, dem Wohnsitze des Sultans 
Manangwa. Der Ort ist auf der Karte noch nicht 
verzeichnet, er liegt dicht am Wasser, jedenfalls west- 
lich von dem auf der Karte genannten Ssuwa kwa 
Manangwa. 
Masenka, ein Verwandter des Manangwa, dessen 
Schwester und zehn Leute erschienen im Auftrage des 
Sultans zur Begrüßung der Expedition und brachten 
die üblichen Geschenke. 
Auf meinen Wunsch, einen Nyampara (Vertreter) 
für Butundwe in Muanza zu haben, erklärte sich 
Masenka hierzu freiwillig bereit und begleitete die 
Expedition mit fünf seiner Leute nach Muanza, wo 
er sich angesiedelt und einiges Vieh erhalten hat. 
Während des Aufenthalts in Murunasi kam der 
Sultan Rwoga von Bukome mit etwa 400 Mann 
Gefolge zur seierlichen Begrüßung, ferner der Sultan 
Magalla von Bwina, einer nahe gelegenen Insel. 
Auf die Butundweleute machten diese Ovationen 
großen Eindruck.
        <pb n="281" />
        Der Besuch der Landschaft Bugando wurde wegen 
der zeitlichen Unwegbarkeit aufgegeben. 
Auf dem Wege nach Bukole wurde die kleine 
südlich von Nserugurura, durch eine etwa 30 km 
breite Hochwaldpori von diesem getrennt liegende 
Landschaft Nyakawengwe durchquert, von der auf der 
Karte nur der Ort Nyakamaga verzeichnet ist. Die 
Hüttenkomplexe sind hier stets, wie auch in Bukole, 
mit einem starken Pfahlzaun umgeben zum Schutze 
gegen die Löwen. 
Der Sultan Mkata erhielt Schutzbrief und Flagge. 
Die Landschaft Bukole ist besser bevölkert als Mweri, 
Viehzucht wird wenig getrieben, die Bewohner sind 
meist Balongo. Die Männer waren meist in den 
Dörfern geblieben, während man die Weiber, Kinder 
un das Vieh versteckt hatte. Der Nyampara 
Mukwaia des Sultans Msanze kam zur Begrüßung 
und begleitete die Expedition mit einigen seiner Leute 
nach Muanza, wo er jetzt angesiedelt worden ist. 
Der Marsch führte weiter durch wenig besiedelte 
Hochwaldporilandschaft, die ihr Ende ziemlich plötzlich 
an der Grenze von Muingirro findet. Diese Land- 
schaft erinnert mit ihren sanften Formationen, dem 
niedrigen Graswuchs und den niedrigen steinigen 
Hügelketten an das Viehland Nera. Muingirro ist 
sehr bevölkert und sehr reich an Vieh. 
Von Bukole aus marschirte ich nach Mgaramo, 
dem befestigten Dorfe des Sultans Ndaro, heraus. 
Auf meinen Wunsch begleitete mich Ndaro mit großem 
Gefolge nach Muanza, wo er noch nie gewesen war. 
Nach mehrtägigem Aufenthalte kehrte er nach seiner 
Landschaft zurück, versprach aber, nach Beendigung 
der Saatzeit seine Leute als Tributarbeiter nach 
Muanza zu schicken. 
In Msalalla mdogo war die Bevölkerung im 
Algemeinen recht zutraulich. Der Nyampara Ma- 
nayera kam mit großem Gefolge zur Begrüßung. 
Der von mir bereiste nördliche Theil der großen 
Landschaft Msalalla wird Msalalla mdogo genannt 
und gehört zum Bezirk Muanza, da die Leute stets 
nach dort zum Schauri kommen. Msalalla mdogo 
ist eine sanft gewellte, gut bebaute Hügellandschaft 
und recht wildreich; das afrikanische Rebhuhn kommt 
hier in Völkern vor. 
In Msalalla hat früher ein reger Elfenbein- 
handel geherrscht, der sich aber infolge von Ueber- 
grifen der Msalallaleute gegen die farbigen Händler 
setzt nach der Landschaft Usambiro gezogen hat. Die 
am Westufer des Smithgolfes gelegene gleichnamige 
Landschaft ist ein von Balongos bewohntes kleines 
Hügelland. Hart südlich des Denhangeberges wurde 
der Mkono Manyansa überschritten, der sich zur Zeit 
als ein etwa 1 km breiter hüfttiefer Sumpf darstellte. 
Dos Land Urima zerfällt in zwei Haupttheile. 
Der westliche liegt zwischen dem Smith= und dem 
Stuhlmannsund und wird nach Osten und Süden 
durch Nera begrenzt. Der östliche Theil, Urima 
Tinga genannt, wird nach Süden durch den Magoko= 
fluß, nach Osten durch Uduha, nach Norden durch 
  
239 — 
Usmao und Bukumbi begrenzt. 
sind sehr bevölkert. 
Urima Tinga befindet sich unter der Botmäßig- 
keit der Station, es wird von Manangwa Gumilla 
beherrscht, der dem Sultan Lunyalullu untersteht. 
Gumilla führt die Befehle der Station aus, so hat 
er kürzlich 400 Mann zum Wegebau gestellt. 
Beide Landschaften 
Reisebericht des Finan zdirektors v. Bennigsen. 
Der Kaiserliche Finanzdirektor beim Gouvernement 
für Deutsch-Ostafrika berichtet über seine Inspektions- 
reise nach Kilossa, Mpapua und Kisaki unter dem 
1. Februar d. Is., wie folgt: 
Infolge der Verfügung des Herrn Gouverneurs 
trat ich zum Zwecke der Revision der Innenstationen 
Kilossa, Mpapua, Kisaki am 22. November 1897 von 
Dar-es-Saläm aus den Marsch in das Innere an. 
In Pugu fand ich den Viehstapel des Gouverne= 
ments durchweg gesund und kräftig vor, insbesondere 
giebt der zahlreiche schöne Nachwuchs an Kälbern 
gute Hoffnungen für die Zukunft. Der in Pugu 
stationirte Landwirth Hierl scheint in jeder Richtung 
seine Aufgabe gut aufzufassen und mit der größten 
Pflichttreue die Interessen des Gouvernements wahr- 
zunehmen. Die Karawanenstraße bedarf, um als 
eigentliche Fahrstraße dienen zu können, innerhalb der 
Puguberge noch erheblicher Verbesserungen. Von 
den Ausläufern der Puguberge ab bis zu den 
Urugurnbergen kann sie in ihrem jetzigen Zustande 
als fahrbar bezeichnet werden, während innerhalb 
der Uruguruberge noch Manches zu ihrer Herstellung 
zu thun ist. Von den Ausläufern der Uruguruberge 
bis nach Kilossa ist die Station Kilossa zur Zeit 
noch mit Herstellung breiter und aus Eisenholz 
(Acacia nigrescens), welches ameisensicher ist, ge- 
fügter Brücken beschäftigt. Nach Herstellung dieser 
wird in der durchweg ebenen, weit mit Bäumen 
bestandenen Steppe das Ausschlagen eines fahrbaren 
Weges keine großen Schwierigkeiten mehr bieten. 
Damit der Lebensmittelmangel auf der Strecke 
von Dar-es-Saläm bis Kilossa nicht durch die 
Gouvernementskarawanen erheblich vermehrt werde, 
ist das Hauptmagazin von mir nach meiner Rückkehr 
angewiesen worden, volle Verpflegung in natura 
(Reis) den Gouvernementsträgern bis Kilossa mit- 
zugeben. 
Am 6. Dezember wurde Kilossa erreicht. An 
dem Mkata wurde, da die Träger unter der entsetz- 
lichen Hitze und dem Wassermangel stark litten und 
häufiger an fieber= und dysenterieähnlichen Erschei- 
nungen erkrankten, ein Ruhetag eingeschoben. Hier 
war ein Theil der Kilossa-Kompagnie mit Errichtung 
einer sehr starken hohen Brücke über den Mkata 
beschäftigt. Die Brücke sollte noch vor Beginn der 
Regenzeit fertiggestellt werden. Sie scheint so fest 
und sicher zu werden, daß nach ihrer Vollendung 
die Karawanen jedenfalls nicht mehr wie früher
        <pb n="282" />
        wochenlang an dem Mkata liegen bleiben müssen. 
Die Station wird den Versuch machen, an der Brücke 
eine Neuansiedelung zu begründen. Der Boden in 
der unmittelbaren Nähe des Mükata ist fruchtbar. 
Auf der Station ward an der Fertigstellung des 
sogenannten Griechenhauses gearbeitet. In der 
unteren Etage ist die Wohnung und der Laden eines 
griechischen Händlers, der für dieselben eine monat- 
liche Miethe an die Stationskasse entrichtet. In der 
oberen Etage sind zwei einstweilen von Unteroffizieren 
bezogene Europäerwohnungen. Das Griechenhaus 
ist sehr praktisch und luftig aus gutem Material 
erbaut worden. 
Die Viehwirthschaft der Station ist als geradezu 
ausgezeichnet zu bezeichnen. Krankheiten scheinen gar 
nicht unter dem Rindvieh zu herrschen. Jedenfalls 
sind Erscheinungen, welche auf Texasfieber oder Surra 
(Tsetse-Krankheit) schließen lassen könnten, bisher 
nicht beobachtet. Nur die Schweinezucht will nicht 
recht gedeihen. Die Schweine sterben häufig an 
einer Krankheit, über deren Natur man sich völlig 
unklar ist. 
Am 9. trat ich mit dem Stationschef Brosig 
gemeinsam die Reise nach Mpapua an. Brosig 
wollte wegen Grenzfragen und Wegebau in Mpapua- 
persönlich Rücksprache nehmen. Der zweitägige Marsch 
von Kilossa bis zum Gombo-See führt bergauf, 
bergab durch steppenartig bewachsenes Hügelland. 
Zu umgehen sind die hier quer vorgelagerten Usagara- 
berge, die äußerst steinig sind, nicht. Diese Strecke 
wird daher nur mit erheblichen Kosten in eine Fahr- 
straße verwandelt werden können. Zur Zeit ist hier 
das Fahren durchweg ausgeschlossen und der Weg 
zum Theil selbst für Träger kaum passirbar. Das 
Gebiet ist vollständig verödet, da es fortwährenden 
Berwüstungen durch die Wahehe jahrelang ausgesetzt 
war. Bei Muini Sagara besuchte ich die Trümmer 
der ersten Ansiedelung der Deutsch-ostafrikanischen 
Gesellschaft (Peters) und ließ mir von den Einge- 
borenen den Platz zeigen, an welchem seinerzeit der 
Arzt Arning nach dem Tode des Lieutenants 
Brüning mit wenigen Askaris Tausende von Wahehe 
geschlagen hat. 
Zwischen Muini Sagara und dem Gombo-See 
liegt auf dieser Strecke in der fruchtbaren Umgebung 
des Kidetebaches, der einer großen festen Brücke be- 
darf, die nach Verabredung der beiden Stationen 
die Station Mpapua über diesen Grenzfluß schlagen 
wird, die einzige größere geschlossene Negersiedelung. 
Der Gombo-See liegt wildromantisch am Fuß 
steiniger mit Sansivieren, Kandelaber-Euphorbien 
und Akazien bewachsenen Berge. Seine Umgebung ist 
der Tummelplatz von Elefanten, Nilpferden, Nas- 
hörnern und kleinerem Wilde aller Art. 
Vom Gombo-See ab wurde Mpapua mit elf- 
stündigem Marsche am 11. Dezember erreicht. Der 
Weg führt durch ziemlich ebene unbewohnte, wasser- 
leere Baumsteppe. Diese Strecke würde ohne be- 
sondere Schwierigkeiten in fahrbaren Zustand gebracht 
240 
  
werden können. Der Weg war durch Askaris unter 
Hülfe von Eingeborenen reichlich breit ausgeschlagen. 
Die Strecke vom Gombo-See bis Mpapua muß 
durch Anlegung eines Halteplatzes mit Brunnen in 
zwei Tagemärsche getheilt werden. Es sind in der 
Steppe Punkte zu finden, deren etwas fruchtbarerer 
Boden die Begründung einer Ansiedelung von Far- 
bigen ermöglicht und die ihrem Aussehen nach das 
leichte Auffinden von Wasser durch Bohrung ver- 
muthen lassen. 
Die in weiter, wenn auch wenig fruchtbarer Ebene 
auf sanfter Höhe gelegene Station Mpapua macht 
äußerlich einen sehr stattlichen Eindruck. Der Innen- 
bau ist anscheinend gut und haltbar. Der augen- 
blickliche Stationschef., Hauptmann Matting, hat 
durch einen kleinen Umbau eine hübsche geräumige 
Messe geschaffen. Die fünf Europäer der Station 
waren gesund, wie denn auch die ganze Umgebung 
von Mpapua vermuthen läßt, daß dieselbe für para- 
sitische Krankheiten kein guter Nährboden sein wird. 
Auch Mpapua besitzt eine große Viehherde. Für 
Gartenbau und Anlage von Getreidefeldern für die 
Stationsbesatzung geschieht in Mpapua sehr viel. 
Auch besitzt die Station einen guten Getreidespeicher, 
welcher namhafte Vorräthe von Mtama, Uwele und 
Erdnüssen zur Zeit aufweist. Der Verkehr der Station 
mit den umwohnenden Farbigen, meistens Wagogo 
und Massai, ist ein sehr lebhafter. Seitens der 
Station wird täglich Schauri abgehalten und dieses 
von Dutzenden von Leuten besucht. Als ein Denkmal 
der ersten Entwickelungsgeschichte Deutsch-Ostafrikas 
ragen eine Viertelstunde von der Station an steilem 
Bergabhange die Trümmer der Niederlassung der 
Deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft empor, auf welcher 
in der Aufstandszeit der Kaufmann Nielsen im 
Kampf gegen die Eingeborenen fiel. 
Am 17. ward auf dem Rückmarsch Kilossa wie- 
derum über den Gombo-See und Muini Sagara 
gegen 9 Uhr morgens erreicht. 
Am 19. Dezember ward die Weiterreise nach 
Kisaki angetreten über Kwa Ngombo, den Mkatafluß, 
Some, Mgota, Kwa Mgunda, Kirengwe. Am 26. 
morgens ward Kisaki erreicht. Soweit dieser Weg 
durch Steppe führte, waren vielfach sehr schöne Be- 
stände an Eisenholz (Acacia nigrescens) festzustellen. 
Im fruchtbaren Flußgebiete des Sonne, welches bis 
vor kurzer Zeit durch die ewigen Einfälle der Mafiti 
und Wahehe vollkommen verödet war, stößt man hier 
und da auf Neuansiedelungen. Um Kwa Mgunda 
scheint der Boden zum Theil außerordentlich fruchtbar 
zu sein, ebenso wie rechts und links von dem als 
Fußpfad dienenden alten Flußbett des Kikundi. Hier 
in diesem Gebiete werden unzweifelhaft zur Anlage 
von größeren Kaffee= oder auch Tabakplantagen ge- 
eignete Bodenstrecken zu finden sein. Hingegen sind 
die Rufutoberge zum großen Theil steinig und un- 
fruchtbar. Früher sollen dieselben von großen Herden 
von Büffeln, Elenantilopen, Elefanten belebt gewesen 
sein. Büffel und Elenantilopen fielen der großen
        <pb n="283" />
        Rinderpest zum Opfer, und der Elefant ward auch 
hier, wie schon in so vielen Gegenden Ostafrikas, 
durch einen sinnlosen Jagdbetrieb fast ausgerottet. 
Von großen Thieren spürt man nur noch die Giraffe 
häufig in diesen Bergen. 
Die alte Station Kisaki ist nur noch ein Trümmer- 
haufen. Aber der jetzige Stationsleiter, Feldwebel 
Jaenke, baut aus gebrannten Steinen, die ein sehr 
gutes Material zu liefern scheinen, ein geräumiges, 
neues Stationshaus, das, obwohl mit sehr geringem 
Kostenaufwand errichtet, ein schmucker, allen prakti- 
schen Anforderungen für die Stationszwecke genügender 
Bau zu werden verspricht. 
Den Weitermarsch, wie beabsichtigt, über Kungulio 
anzutreten war nicht möglich, da zur Zeit auf der 
zwei gute Tagereisen bildenden Strecke wegen der 
-enormen Trockenheit absoluter Wassermangel war. 
Die am 2. Januar angetretene Rückreise nach Dar- 
es-Saläm führte, der alten Karawanenstraße folgend, 
über Duthuni, Kulo, Viduale, Kidunda, Kigema, 
Konde, Banda, Gombeka, Pugu. Am 13. morgens 
wurde mit 2½ stündigem Ritte von Pugu ab Dar- 
es-Saläm erreicht. 
Die zwischen Kidunda und Banda von Haupt- 
mann Bethe angelegte Straße kann als Muster für 
das Durchschlagen von Fahrstraßen in ebener Baum- 
steppe angesehen werden. Diese Straße ist, ohne sich 
irgendwie an die schon bestehenden Niederlassungen. 
zu kehren, in der kürzesten Linie in nicht übermäßiger 
Breite durchgelegt. Gegen den alten Negerpfad be- 
deutet sie eine bedeutende Abkürzung. Von der 
neuen Straße ab führt dieser Pfad nun als Fußpfad 
zu den alten Negeransiedelungen, welche zum Theil 
durch Wegweiser mit lateinischen Buchstaben angezeigt 
sind. Wenn an eine so durchgeführte Straße noch 
in den richtigen Abständen von 30 zu 30 Kilometern 
Brunnen für Karawanenlager angelegt werden, so 
werden sich an diesen Punkten bald neue Siedelungen 
bilden, so daß ein Abgehen von der Straße, um in 
der Nähe einer Ortschaft Lager zu schlagen für die 
Karawanen nicht mehr erforderlich ist. 
Bei Anlage von Straßen ist das erste Erforderniß, 
daß man nie die Eingeborenen allein ohne Europäer= 
aufsicht oder wenigstens nicht ohne Anleitung durch 
einen im Wegebau vorgebildeten Askari arbeiten läßt. 
Die Terrain= und Bodenverhältnisse, wie ich sie 
auf dieser Reise gefunden habe, haben mich davon 
überzeugt, daß man sowohl bis Kisaki wie auch bis 
Kilossa eine fahrbare Straße mit nicht zu großen 
Kosten wird anlegen und erhalten können. Diese 
Straße würde, wenn die Eingeborenen erst nach 
Durchführung der Häuser= und Hüttensteuer gezwungen 
sind, zur Erlegung der Steuer werthvollere Früchte 
anzupflanzen, Frachtwerkehr erlangen können. Der 
Voden an der Straße nach Kisaki ist an beiden 
Seiten auf weite Strecken hin durchweg für den 
Apban durch Eingeborene sehr gut geeignet. Die hier 
anzutreffende verhältnißmäßig geringe Fläche an un- 
fruchtbarer Steppe ist zur Viehweide und auch zur 
241 
  
Holznutzung brauchbar. Das Land nach Kilossa zu 
ist von dem Punkte ab, wo sich die Straßen Dar- 
es-Saläm— Kilossa und Dar-es-Saläm — Kisaki 
trennen — d. i. dicht hinter Kola — im Allgemeinen, 
abgesehen von den Urugurubergen und dem Thale 
des Mukondokwa bei Kilossa, als viel weniger frucht- 
bar zu bezeichnen. Von Kilossa ab weiter nach 
Mpapua und darüber hinaus nach Kilimatinde, Ta- 
bora eine Fahrstraße zu bauen, möchte ich, nachdem 
was ich gehört und gesehen, vorläufig widerrathen. 
Die Baukosten für diese vielfach schwierige Strecke 
sowie deren Unterhaltung sind zu groß und stehen 
in keinem Verhältniß zu dem Frachtverkehr, der sich 
unter gewöhnlichen Verhältnissen auch bei gänzlicher 
Abschaffung des Trägerverkehrs entwickeln könnte. 
Die Unterhaltung der Straße würde hier auch noch 
ganz besondere Schwierigkeiten haben, da dieselbe viele 
Tagereisen durch absolut unfruchtbare und auch mit 
Eingeborenen nicht zu besiedelnde Landstriche führt. 
—.... 
KRartographische Aufnahmen in Deutsch -COstafrika. 
Unter den Aufnahmen, die in letzter Zeit bei der 
Kolonial-Abtheilung aus Ostafrika eingegangen sind, 
verdienen einige wegen ihres Umfanges oder ihrer 
Genauigkeit oder aus beiden Gründen besondere 
Erwähnung. 
Unter denen, welche unsere Kenntniß der ostafri- 
kanischen Kolonie vermehrt haben, nimmt Bergassessor 
Bornhardt eine der ersten Stellen ein. Seine 
Aufnahmen aus den Jahren 1896 und 1897 zeichnen 
sich durch große Sorgfalt und minutiöse Genauigkeit, 
dabei durch vortreffliche Auffassung des Geländes aus 
und umfassen nicht weniger als 24 größere und 
kleinere Routen, welche die ganze Küste südlich von 
Dar-es-Saläm bis zum Ruvuma in einer Breite 
von 200 km und mehr, die Route Lindi—Nyassa- 
See und die Länder im Norden des letzteren be- 
treffen. Zahlreiche gute astronomische Breiten- 
bestimmungen unterstützen die Festlegung der Routen. 
In dieselben Jahre fallen die Arbeiten des Obersten 
v. Trotha, welche sich auf die nordöstlichen Grenz- 
gebiete, die Ufer des Victoria-Nyansa, Urundi, 
das Malagarassithal 2c. beziehen und in 73 großen 
Blättern von dem Reisenden selbst mit hingebendem 
Fleiße ausgearbeitet worden sind. Sie bringen über- 
aus viel neues, nicht nur stellenweise, sondern fast 
in jedem Theile des weit durch den ganzen Norden 
Deutsch-Ostafrikas sich erstreckenden Itinerars. 
Von Hauptmann Ramsay sind im November 
vorigen und im April dieses Jahres die Aufnahmen 
(11 Routenbücher, 334 Peilungsblätter und zahlreiche 
Originalkonstruktionen), Breiten= und Höhenbestim- 
mungen von seinen letzten drei Reisen im Westen 
Deutsch-Ostafrikas eingegangen, welche unsere Kennt- 
niß dieser noch wenig erforschten Gebiete um ein 
Bedeutendes fördern werden. Die erste umfaßt die 
Zeit vom 16. März bis zum 14. Dezember 1896,
        <pb n="284" />
        beginnt in Ussandaui und führt über Ussure, Uyhui, 
Tabora und Uvinsa zunächst nach Udjidji am Tan- 
ganyika-See. Daran schließen sich Aufnahmen der 
Umgebung von Udjidji, in der Landschaft Uha im 
Nordosten der Kaiserlichen Station, der Ostküste des 
Tanganyika-Sees von Udjidji bis zur Nordspitze und 
von Routen im Thale des Lussissi, der von Norden 
in den See strömt. 
Die zweite Reise (29. Januar bis 12. April 1897) 
betrifft die großen Landschaften Urundi und Ruanda; 
sie führte von Udjidji in nordnordwestlicher Richtung 
zur Mündung des Ruvuvu in den Kagera, dann in 
dessen Tale und dem des Nyavarongo aufwärts bis 
zu Juhis Dorf, unweit der Stelle gelegen, wo Graf 
Götzen den Fluß überschritt, und schließlich in süd- 
westlicher Richtung nach der Nordspitze des Tan- 
ganyika-Sees. Sie füllt ganz wesentliche Lücken 
unserer Karten des Nordwestens aus. 
Die letzte Expedition (8. Juli 1897 bis 13. Ja- 
nuar 1898) betrifft den Südwesten der Kolonie, 
und zwar zuvörderst die große Landschaft Kawende, 
aus welcher uns bisher nur die dürftigen Routen 
Livingstones und Stanleys vorlagen, und welche 
Hauptmann Ramsay auf mehrfachen parallelen 
Wegen durchzog. Von Karema, der einst vielgenannten 
belgischen Station, aus nahm er dann die Ostküste 
des Tanganyika südwärts fast bis zum 8. Breiten- 
grade auf, zog durch Fipa nach Ukia am früheren 
Nordende des Rikwa= oder Rukiia-Sees, wo er 
Dr. Kaisers Grab besuchte, südlich vom See entlang 
zum oberen Thale des Ruaha und so in östlicher 
Richtung nach Ubena und Uhehe, wo er bereits viel- 
sach erforschtes Gebiet erreichte. Das ganze Ostufer 
des Tanganyika-Sees bis nahe an die deutsch- 
englische Grenze ist nunmehr durch Ramsays uner- 
müdliche Thätigkeit viel sicherer, als es durch die 
Umfahrungen des Sees möglich war, festgelegt. 
Die astronomischen Breitenbestimmungen sind 
äußerst reichhaltig und mit derselben Sorgfalt an- 
gestellt, durch die sich der Beobachter auch schon 
früher ausgezeichnet hat. Abgesehen von zahlreichen 
Aneroidablesungen hat Hauptmann Ramsay von 
diesen letzten Reisen auch die sehr stattliche Zahl von 
233 Siedepunktbestimmungen zurückgebracht. In 
diesem Umfang sind noch von keinem anderen Rei- 
senden in Deutsch= Ostafrika — mit Ausnahme der 
Emin-Stuhlmannschen Expedition — derartige 
Messungen, welche allein den Aneroidbestimmungen 
eine feste Basis geben, angestellt worden. 
Theilweise ganz unerforschte oder wenig bekannte 
Gebiete hat Premierlieutenant Engelhardt von 
Dezember 1896 bis zum Februar 1898 meist auf 
Kriegszügen und deshalb nicht immer mit der ihm 
erwünschten Muße im Süden des Landes uns er- 
schlossen. Seine noch nicht vollständig eingetroffenen 
Aufzeichnungen betreffen den Lauf des Ruvuma bis 
zur Quelle hinauf, das Ostufer des Nyassa, das 
Wangoniland und das südliche Uhehe. 
Endlich ist von Dr. med. R. Kandt u. a. eine 
242 
  
sorgfältige Aufnahme des Ugalla= oder Ssindiflusses 
etwa von 32¼60 östl. Greenw. an bis zu seiner Ein- 
mündung in den Malagarassi eingetroffen. 
Ueberall ein so rüstiges, frisches Schaffen, daß 
das zeitraubende Konstruiren mit dem Zuströmen 
neuen Materials kaum Schritt zu halten vermag. 
Deutsch-SZüdweltafrika. 
Wissenschaftliche Untersuchungsstation für Liebseuchen 
Gammams bei Windheek. 
Ueber die wissenschaftliche Untersuchungsstation 
für Viehseuchen Gammams bei Windheoek liegt fol- 
gender Bericht der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
schaft vor: 
Schon lange war die Errichtung einer wissen- 
schaftlichen Untersuchungsstation für Viehseuchen im 
südwestafrikanischen Schutzgebiete von der Kaiserlichen 
Landeshauptmannschaft geplant worden. Zuerst jedoch 
waren es die kriegerischen Ereignisse, welche diesen 
Plan wieder in den Hintergrund drängten, später 
forderten nothwendige Bauten für die Schutztruppe 
alles verfügbare Baupersonal und -material für sich. 
Da gab der Ausbruch der Rinderpest einen neuen 
Anstoß zur Errichtung einer solchen Station. 
Bei seinem ersten Vortrag vor dem Kaiserlichen 
Landeshauptmann am 16. Juni v. Js. betonte der 
mit der Leitung der Maßnahmen gegen die Rinderpest 
beanftragte Stabsarzt Dr. Kohlstock die unbedingte 
Nothwendigkeit, im Anschluß an das in Gammams, 
6 km westlich von Windhoek, gelegene und für den 
beregten Zweck in Aussicht genommene kleine Gebäude 
sofort eine Station zu weiteren praktisch wissenschaft- 
lichen Untersuchungen über Rinderpest, wie über 
Viehseuchen überhaupt zu erbauen. Der von 
Dr. Kohlstock gestellte dringende Antrag wurde so- 
fort genehmigt. Bereits am 20. Juni begaben sich 
der Kaiserliche Landeshauptmann Herr Major Leut- 
wein, der stellvertretende Landeshauptmann Herr 
Regierungsrath v. Lindequist, der Stabsarzt Dr. 
Kohlstock und der Baumeister Ludwig nach 
Gammams. Nach Besichtigung des vorhandenen 
Gebäudes wie seiner Umgebung einschließlich Wasser- 
stelle bestimmten Dr. Kohlstock und Baumeister Ludwig 
auf Veranlassung des Landeshauptmanns genau den 
Bauplan — Erweiterung des vorhandenen kleinen 
Hauses, Platz und Anlage des Kraals und Stalles 
für die Versuchsthiere und Begräbnißplatz für die 
gefallenen Thiere. Für die Wasserentnahmestelle 
wurde die Anlage eines Abessinierbrunnens in Aus- 
sicht genommen. Der angegebene Plan fand die 
Genehmigung der Landeshauptmannschaft, seine Aus- 
führung wurde vom Baumeister Ludwig in baldige 
Aussicht gestellt. 
Thatsächlich ist der Bau der Station trotz großer 
Schwierigkeiten infolge häufigeren Mangels an Per- 
sonal und Material so frühzeitig vollendet worden,
        <pb n="285" />
        — 243 — 
ü i ü lche die reich mit 
daß dieselbe für Dr. Kohlstock, als derselbe an kleinen hügeligen Erhebung, we 6 
ä · « -Gras bestandene Umgebung beherrscht, an einem 
— in Windhoet denlen lonnte, be kleinen Fun- Das Haus enthält ein gut belichtetes 
Nach Abreise des Genannten soll Stabsarzt mit Holzdecke verschaltes und auf dem dußboden wit 
Dr. Lübbert, Privatdozent der Hygiene, baldmög= Linoleum belegtes Untersuchungshimmer. sn — er 
lichst wissenschaftliche Arbeiten und Versuche auf der Nord- und Ostwand des letterensiP feste Tische 
Station vornehmen. Neben ihm soll der bewährte mit Unterfächern zu mikroskopischen naheifishnen 
und besonders in Viehseuchen erfahrene Roßarzt angebracht; an den übrigen Wän * befin en ih 
Rickmann daselbst arbeiten, sobald er sein Impf= Wandschränke und Tische für Unterbringung von 
  
  
° 
S 
]l ½3 
2##r r-*ns 
—is 
  
  
  
  
  
Wohnhaus. 
I. Untersuchungszimmer. 
« II. Verbindungsraum. 
III. Wohnzimmer. 
IV. Kochraum. 
V. Gehülfenstube. 
  
  
  
  
  
  
  
Krankenstall für 10 Rinder. 
Skige 2. Impfstation Gammams. 
  
  
Skipze 1. Tageplan der Umpfstation in Gammams. 
geschäft gegen die Rinderpest im Süden des Schutz= Instrumenten, Apparaten (Sterilisatoren, Brut- 
ebietes v schränken rc.) und Chemikalien. Ein kleiner Ver- 
" kuioltneé *. der Station Gammams ist bindungsraum, in dem gleichfalls Gegenstände zu 
aus den obenstehenden Skizzen ersichtlich. wissenschaftlicher Untersuchung (auch Käfige für kleinere 
das ldsteinen (Klippen) gebaute Versuchsthiere) untergebracht werden können, führt 
und mit sinsein sd Deneshe liegt in zu dem wie das Untersuchungszimmer ausgebauten 
— wie Windhoek — am Abhang einer Wohnzimmer des einen für die Station bestimmten
        <pb n="286" />
        — 
Arztes (zunächst Roßarzt Rickmann in Aussicht 
genommen). Die beiden übrigen Räume dienen, wie 
die Skizze besagt, als Küche bezw. Wohnraum für 
den europäischen Stationsgehülfen. Das eingeborene 
Diener= und Wärter= bezw. Wächterpersonal wird 
in nördlich der Station belegenen Pontoks unter- 
gebracht. 30 m westlich vom Hause und mehr bergab 
gelegen befindet sich der mit fester, über mannshoher 
Mauer umgebene Steinkraal (Versuchskraal). Der- 
selbe giebt Raum für 50 bis 60 große Versuchsthiere 
(Pferde, Rinder, Esel). Im Kraal befinden sich zehn 
Holzpfosten für Thiere, die zu Versuchszwecken an- 
gepfostet werden sollen. An den Kraal lehnt sich 
direkt der „Krankenstall“ für solche Thiere, die im 
Versuch erkranken, an. Sowohl im Kraal wie im 
Stall können einzelne Abtheilungen für verschiedene 
Gattungen von Versuchsthieren, die sich nicht be- 
rühren sollen, eingerichtet werden. Der Krankenstall 
kann 10 große angepfostete Versuchsthiere aufnehmen. 
Kraal und Stall liegen, wie erwähnt, auf leichtem 
Abhang und haben durch Rinnen bequemen Wasser- 
abfluß. 
200 m südlich vom Krankenstall, durch umkraalten 
Weg mit demselben verbunden, liegt der oben er- 
wähnte Begräbnißplatz; 60 m westlich des Kranken- 
kraals der zur Wasserentnahme gebohrte Brunnen 
und 150 m nördlich des Versuchskraals ein Kraal 
für gesunde, zu Versuchszwecken bestimmte Thiere. 
Stationshaus, Kraale und Stallung, auf großem 
freien Platze gelegen, sind so gebaut, daß sie jeder- 
zeit, wenn sich das Bedürfniß herausstellen sollte, 
durch Anbauten erweitert werden können. 
Für die Station Gammams liegt eine reich mit 
den besten und neuesten wissenschaftlichen Instrumen- 
ten und Apparaten ausgestattete Laboratoriumsein- 
richtung im Garnisonlazareth zu Windhoek bereit. 
Dieselbe weist u. a. auch zwei neue Mikroskope bester 
Konstruktion von Zeiß-Jena auf. 
Es ist beabsichtigt, daß sobald als möglich auf 
der Station Gammams zuerst wissenschaftliche Unter- 
suchungen und Versuche zur Erreichung einer ver- 
besserten Impfmethode gegen die Lungenseuche des 
Rindviehs, sodann zur Bekämpfung der Pferdesterbe 
vorgenommen werden. 
  
— ——— — 
Deutsch· Neu- Guinea. 
Bericht über die Thätigkeit des Kreuzers „Bussard“ 
im Bismarck-Archipel. 
Der Kommandant S. M. Kreuzer „Bussard“ 
berichtet über die Thätigkeit des Kreuzers im Bismarck- 
Archipel Folgendes: 
Am 13. Jannar, dem auf den Abgang des Post- 
dampfers folgenden Tage, wurde Matupi verlassen 
und vor Herbertshöhe zur Aufnahme des Richters 
und der Polizeitruppe nebst Boot gestoppt. Um 
konnten. 
  
244 — 
4 Uhr nachmittags wurde die Reise nach Jesu Maria, 
Admiralitäts-Inseln, angetreten. Als Ortskundigen 
hatte ich den Führer des Hernsheimschen Schooners 
„Else“, Seyffert, mitgenommen. Am 15. Januar 
9½ Uhr stoppte ich bei jener Insel vor dem ehemaligen 
Sitz eines Händlers, welcher vor einiger Zeit von den 
Eingeborenen einer Nachbarinsel erschlagen worden 
war, nachdem er sich von den Bewohnern seines 
Platzes hatte bereden lassen, auf jene Leute beim 
Besuch der Insel zu schießen. Von seinen Leuten 
waren drei Salomons-Insulaner bei dem Ueberfall 
weggeschleppt worden. Einer derselben flüchtete im 
Dezember 1897 auf einen Schooner und brachte die 
Nachricht nach Herbertshöhe, daß auch die beiden 
anderen Leute noch am Leben seien und in Sklaverei 
gehalten würden. Es lag in der Absicht des Rich- 
ters, in Jesu Maria den Sachverhalt nochmals fest- 
zustellen und die Eingeborenen auf die demnächstige 
Wiedereröffnung der Handelsstation vorzubereiten. 
Eine Landung mußte unterbleiben, weil das Bool 
nicht die Strömung auf dem Riff vor dem kleinen 
Hafen bewältigen konnte. Dagegen befand sich 
ein großer Theil der Bevölkerung in Kanus auf dem 
Wasser, so daß die Verhandlungen hier stattfinden 
Es bestätigte sich, daß die ansässigen Lenute 
von jeder Schuld frei waren. Als Wohnplatz der 
Angreifer und Aufenthalt der Gefangenen bezeichneten 
sie die etwa 15 Seemeilen westlich liegende Hauptinsel 
der Fedarbgruppe. Zugleich baten sie dringend um 
Wiedereröffnung der Station. 
In der Fedarbgruppe angekommen, begab sich 
Dr. Hahl mit der Schutztruppe an den Strand, um 
unter Vorsichtsmaßregeln mit den Eingeborenen zu 
verhandeln. 
Auf friedlichem Wege wurde die Auslieferung 
der Gefangenen erreicht. Unerwartet tauchte dabei 
noch ein dritter Salomons-Insulaner auf, der von 
einer ebenfalls vor Jahren zerstörten Station der 
Firma Forsayth, Ralum, auf St. Gabriel stammte. 
Die Befreiung der Salomons-Insulaner wird 
nicht verfehlen, in deren Heimath, dem Hauptarbeiter= 
depot für das Schutzgebiet, den günstigsten Eindruck 
zu machen und die Anwerbung zu fördern. 
Ueber St. Gabriel wurde die Reise nach den 
Anachoreten-Inseln fortgesetzt und dort nach Tages- 
anbruch am 17. Jannar gestoppt. 
Der Händler Lemöle, ein Franzose und einer 
der wenigen Ueberlebenden der Marquis de Ray- 
schen Expedition nach Neu-Mecklenburg, kam an 
Bord und berichtete, daß an Land Alles in Ordnung 
sei. Die Bevölkerung, die im Aussterben begriffen 
scheint, ist friedlich. Das letzte Kriegsschiff, welches 
mit der Insel in Verbindung getreten ist, war S. 
M. S. „Adler“ 1886. Um 8 Uhr 40 Min. morgens 
wurde Kurs nach den Hermit-Inseln genommen. 
Nachmittags an demselben Tage wurde das Riff der 
Hermitgruppe passirt und kurz nach 4 Uhr bei der 
Hauptinsel Luv goeankert.
        <pb n="287" />
        Auch die Bevölkerung dieser Inselgruppe, welche 
Tausende ernähren kann, geht einem schnellen Unter- 
gange entgegen. Zur Zeit sollen nicht mehr als 30 
einheimische Männer vorhanden sein, dazu sechs bis 
sieben fremde von den Anachorcten und den Echiquiers. 
Entsprechend ihrem heruntergekommenen Zustand ist 
die Bevölkerung friedlich, der auf einer kleinen Riff- 
insel im Osten der Gruppe ansässige Händler hatte 
aur über Faulheit der Leute im Gewinnen und Ver- 
handeln der Landesprodukte, Kopra und Trepang, 
zu klagen. Nachdem die Dorfältesten ermahnt, 
Frieden zu halten und namentlich Züge nach den 
Anachoreten, wie sie früher zur Bennruhigung der 
dortigen Einwohner unternommen worden sind, künftig 
zu lassen, ging ich am 18. früh wieder in See und 
ankerte am 19. gegen 3 Uhr nachmittags in Berlin- 
hafen bei der Insel Tamara. Hier wurde die katho- 
lisce Mission vom göttlichen Worte besucht und der 
Hafen nach Einbruch der Dunkelheit um 7 Uhr 
wieder verlassen. 
Am 21. nachmittags wurde bei günstigem Wetter 
vor Stephansort geankert und Aufenthalt bis zum 
22. genommen, während dessen ein reger Verkehr 
mit dem stellvertretenden Landeshauptmann und den 
Herren der Neu-Guinea-Kompagnie stattfand. Unter 
Anderem wurde eine interessante Rundfahrt durch die 
Pflanzungen unternommen. Am 24. nachts traf S. 
M. S. „Bussard“ wieder vor Herbertshöhe ein. 
Während sonst die Rhede von Herbertshöhe in der 
Periode des Nordwestmonsuns sich keines guten Rufes 
erfreut, lagen in diesem Jahre, welches ausnahmsweise 
gutes Wetter zu verzeichnen hat, keine Bedenken vor, 
einige Tage hier zu bleiben. Unter ausgiebiger Be- 
tbeiligung der Kolonie wurde der Geburtstag Seiner 
Majestät des Kaisers gefeiert. 
Am 1. Februar vormittags wurde nach Herberts- 
höhe gedampft, um den Kaiserlichen Richter mit 
Polizeitruppe für den zweiten Theil der Rundreise 
an Bord zu nehmen. 
Am 2. Februar früh wurde bei der Sandwich- 
Jusel gestoppt, um dem Richter zu einem Besuch an 
Land Gelegenheit zu geben. Nach einigen Stunden 
wurde die Fahrt fortgesetzt, indem die Küste in guter 
Sichtweite abgelaufen wurde, um die Flagge zu 
zeigen und die Karte zu kontroliren. In der Frühe 
des 3. Februar wurde nach dem Ankerplatz zwischen 
der Insel Kung und dem Festlande gesteuert. Hierzu 
war von Matupi der Händler Gangloff als Orts- 
kundiger mitgenommen worden. 
Nach Erledigung einiger Geschäfte des Nichters 
wurde noch am Abend des 3. Nusa erreicht. Durch 
Vahl der äußeren Route, wozu Gangloff als Lootse 
angenommen war, wurde dies ermöglicht und gegen 
5½⅛ Uhr nachmittags südlich der Niederlassungen 
hinter der Insel Nago geankert. Der Aufenthalt 
auf dieser wichtigsten Station Neu-Mecklenburgs und 
Neu-Hannovers wurde bis zum Nachmittag des 4. 
ausgedehnt und um 4 Uhr die Fahrt nach Vischer- 
Ineel fortgesetzt, wo gegen 7 Uhr morgens am 5. 
245 
  
geankert wurde, um richterliche Geschäfte mit den 
Eingeborenen zu erledigen. Von einer Ausschiffung 
auf der gegenüberliegenden Gardner-Jnsel nahm ich 
Abstand, weil die Brandung an der in Betracht 
kommenden Nordseite zu stark war und überdies 
Leute von dort bei den Verhandlungen auf der 
Vischer-Insel zugegen gewesen waren. Ich dampfte 
gleich nach Leineru, wo nachmittags in Ermangelung 
eines Ankerplatzes gestoppt wurde. Durch Verhand- 
lungen wurde die Wiedereröffnung einer Handels- 
station sichergestellt. 
Am 6. lief ich die Insel St. John in der Haupt- 
sache zur Bestimmung ihrer Lage an. 
Am 7. Febrnar früh mit Tagesanbruch wurden 
der Richter und die Polizeitruppe in Herbertshöhe 
ausgeschifft und dann nach Matupi gedampft, um die 
Vorbereitungen für die Reise nach Sydney zu treffen. 
Am 15. wurde Matupi verlassen und nach kurzem 
Aufenthalt auf der Rhede von Herbertshöhe für 
wenige Stunden im Hafen von Mioko geankert, um 
auch in Neu-Lauenburg die Flagge gezeigt zu haben. 
Um 4 Uhr nachmittags wurde die Reise nach Sydney 
angetreten. 
Marshall-IUnseln. 
wissenschaftliche Studien. 
Der Marinestabsarzt à la suite Dr. Konradin 
Kraemer aus Stuttgart — der Komponist des als 
samoanische Nationalhymne geltenden Liedes — ist 
am 26. November 1897 angekommen, um sich Rifs- 
und Korallenstudien zu widmen. Am 12. Dezember 
1897 hat er sich mit dem deutschen Schuner 
„Neptun“" nach den Gilbert-Inseln begeben, um 
dort seine Studien fortzusetzen. Er wird voraus- 
sichtlich Anfang Februar nach Jaluit zurückkehren 
und in den Marshall-Inseln weitere Untersuchungen 
anstellen. Mit seinem bisherigen Erfolg ist er sehr 
zufrieden. 
– — 
Schifsverkehr in den Marshall-Inseln. 
Unter den 79 Schiffen, welche Jaluit im Jahre 
1897 besucht haben, befand sich das deutsche Kriegs- 
schiff#„Bussard“ mit einer und das amerikanische 
Missionsschiff „Morning Star“ mit zwei Einkla- 
rirungen. 
Die Zahl der denutschen Kauffahrteischiffe betrug 
neun mit 59 Einklarirungen und 4007 Register- 
tonnen gegen elf mit 50 Einklarirungen und 4114 
Registertonnen im Vorjahr. 
Von diesen Schiffen haben einklarirt: 
3 Schiffe je zweimal, 1 Schiff zehnmal, 
1 Schiff dreimal, 1 Schiff zwölfmal, 
1 Schiff viermal, 1 Schiff fünfzehnmal. 
1 Schiff neunmal,
        <pb n="288" />
        Unter diesen Fahrzeugen befinden sich vier Ein- 
geborenen gehörige Schuner mit 26 Einklarirungen 
und 605,8 Registertonnen. 
Den deutschen Kauffahrteischiffen stehen sieben 
nichtdeutsche mit 17 Einklarirungen und 6809 Re- 
gistertonnen gegen neun nichtdeutsche mit 16 Ein- 
klarirungen und 6842 Registertonnen im Vorjahre 
gegenüber. 
Dem deutschen Handel dienten 
9 deutsche Schiffe mit 59 Einklarirungen u. 4007 Reg.-Tonn. 
4 dänische 9 - -3145 
1 norweg. Schiff 1 Einklarirung 629 - 
1 franzöfs. 1 395 
  
zus. 15 Schisse mit 70 Einklarirungen u. 8176 Reg.-Tonn. 
gegen 1 Schiff = 6 2640 
welches dem englischen Handel diente. 
Im Vorjahre hatten gedient dem 
a) deutschen Handel: 19 Schiffe mit 60 Einkla- 
rirungen und 7188 Registertonnen, 
b) englischen Handel: 1 Schiff mit 6 Einklarirungen 
und 2640 Registertonnen. 
Dabei ist aber zu bemerken, daß dieses letztere 
Schiff (der Dampfer „Archer") eine Anzahl Insel- 
gruppen der Südsee anläuft, während die dem deutschen 
Handel dienenden Schiffe fast ausschließlich in den 
Marshall-Inseln thätig sind. 
Der Gehalt sämmtlicher Kauffahrteischiffe betrug 
10 716 Registertonnen. 
Uebersicht der Fchulen und Schüler der Boston-Mission 
in den Marsball Inseln für 1897. 
Anzahl der 
  
  
  
  
  
□— 9 
Inseln Begonnen Lehrer Schulen Schüler 
1. Jaluit 1867 3 4 130 
2. Ebon 1857 1 5 327 
3. Namerik. 1868 1. 1 106 
4. Ailinglablab 1884 2 1 70 
5. Namo 1888 1 1 40 
6. Kwajelein 1892 2 1 13 
7. Lai 1893 1 1 37 
8. Wotto 1896 1 1 10 
9. Ujae 1888 1 1 45 
10. Mille. 1870 2 1 51 
11. Arno 1886 3 2 145 
12. Majuro. 1888 3 2 145 
13. AUAr 1893 1 1 4 
14. Maloenlap. 1878 1 1 30 
15. Mejid 1893 1 1 135 
16. Wolje 1896 1 1 14 
Zusammen 25 3 25 # 1345 
246 
S 8 S 
z3Zz 8 2 
Staats- #½ßii * „ . 
— 3 5 ·# 
angehörigkeit 5un 72 2 2 9 2 z 
—IIIIE 
Deutsche 5 12 6 7 4—93 
Amerikaner — 51S 
Chinesen — 2 7—— 9 
Dänen — — — 1 24 
Engländer. — 11— 11 
Norweger — 3— 1—— —— —4 
Schweden. — 2 — —i— — — —2 
Schweizer — — — 1— — — —1 
Ohne Staats- · 
angehörigkeit — 4 —— —— — 
  
Uebersicht der im Schutzgebiete der Marshall-Jnseln 
am 1. Januar 1898 ansässigen Deutschen und Fremden. 
a. Nach Staatsangehörigkeit und Stand oder Gewerbe. 
  
1 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zusammen 5 37|/6917|/7 1 uI8 
b. Nach Maßgabe ihres Wohnsitzes. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
"«" 2 « ";":5 
S z S 
Staats- 3 1 2 S. 
ehörigkeite EEEIIE 
angehörigleit = v nu 
! ss ...! ! 
Deutsche..27 — 1. tn 43 
r l ½# 
Amerikanen!—2 —2 1 1 8 
Chinesen 9.— – I= – 9 
Dänen 1——— — 2 23 1 
Engländer 1 12 1 
Norweger –— 1·— 1— 1——— 1 
Schweden—— 1———— 144 
Schweizer. 1 —— —— 
Ohne Staats- # D * # v 
angehörigkeit! — — 2 1————— —— —. 1 4 
Zusammen40 1, 3 4 1 3 6 6 2 8 1.1. 783 
  
4) 7 Frauen. "“) 1 Frau. "“#) 3 Frauen. 1) Nur Frauen. 
RAus dem PBereiche der Wissionen und 
der Ankisklaverei-Bewegung. 
Anfang Januar sind den Marienmonatsheften 
zufolge die in der Nummer des Kolonialblatts vom 
1. März d. Is., S. 116, genannten sechs Bäter der 
Mission vom heiligen Herzen Jesu in Herbertshöhe 
eingetroffen. 
Bruder Ludger Scheipers von der Benediktus- 
genossenschaft, Leiter des Baues der katholischen Kirche 
in Kollasini bei Dar-es-Salám, ist am 22. Februar 
und Bruder Columban Klewecke von derselben 
Mission in Dar-es-Saläm am 4. März gestorben. 
Am 21. November wurde Bischof Gerboin von 
Msgr. Hirth konsekrirt. Drei Tage nach der Weihe 
erkrankte der neugeweihte Bischof am Schwarzwasser-
        <pb n="289" />
        — 247 — 
fieber, erholte sich jedoch bald wieder. Als schlimmes 
Gratulationsgeschenk erhielt er aus seiner Residenz 
Mariahilf (Uschirombo) die Nachricht, daß ein Theil 
des Wohnhauses der Patres und die Schreinerei 
abgebrannt seien. (Kreuz und Schwert.) 
Perschiedene Wittheilungen. 
Pftanzensendungen nach den Rolonien. 
Nach einer Mittheilung der botanischen Central- 
stelle für die Kolonien am Königlich botanischen 
Garten zu Berlin sind neuerdings sehr umfassende 
Sendungen von Sämereien und lebenden Nutzpflanzen 
an die nachstehend aufgeführten west= und ostafrika- 
nischen Stationen expedirt worden. Die Sämereien 
und Pflanzen stammen aus den hervorragenderen 
botanischen Gärten Europas, insbesondere der Mittel- 
meerländer, aus denen die Centralstelle das keim- 
kröftigste Material erhalten zu haben hofft. 
Es haben empfangen: 
I. An Sämereien: 
1. die Gärten von Victoria und Buca 89 Arten, 
insbesondere Palmen, Nutzhölzer und Zierpflanzen; 
2. Johann Albrechtshöhe 19 Arten von Bäumen, 
Sträuchern und Baumwollsorten; 
3. Kete-Kratji 36 Arten, insbesondere tropische Obst- 
arten, Nutzhölzer, Zier= und Schattenpflanzen; 
4. Kuirenga 20 Arten, Obstarten und Nutzhölzer; 
5. Dar-es-Saläm 66 Arten, Palmen, Nutzhölzer, 
Gerbakazien und Zierpflanzen; 
6. Kwai 56 Arten, Palmen, Koniferen, Laubbäume 
und Medizinalpflanzen; 
7. Moschi 52 Arten, Citronen, Orangen, tropische 
Obstarten, Koniferen, Nutzhölzer, Küchengewächse; 
8. Kilema 20 Arten, Palmen, Obstarten und Laub- 
bäume; 
9. die Friedrich Hoffmann-Pflanzung 26 diverse 
Nutzpflanzen. 
II. An lebenden Pflanzen im Wardschen Kasten: 
1. der Garten von Victoria etwa 30 von Herrn 
Dr. Preuß brieflich erbetene Arten; 
2. die Friedrich Hoffmann-Pflanzung 20 Arten, 
insbesondere Nutzhölzer, Obstarten und Ge- 
spinnstpflanzen. 
Unm einen Austausch zwischen ost= und westafrika- 
nischen Sämereien von Nutzgewächsen in die Wege 
zu leiten, werden die Leiter der Versuchsgärten von 
Victoria und Kwai der Centralstelle Aufstellungen 
solcher wilden, technisch oder sonstwie zu verwenden- 
den Pflanzen ihres Gebietes einsenden, von denen 
lie frisches Saatgut zu beschaffen in der Lage sind. 
— 
  
Tikkerakur. 
Karte von Deutsch-Ostafrika im Maßstab von 
1: 300 000. Konstruirt und gezeichnet unter 
Leitung von Dr. Richard Kiepert im Auftrage 
und mit Unterstützung der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amts. Berlin. Dietrich Reimer 
(Ernst Vohsen). 
Zwei neu erschienene Blätter, das 14. und 15. 
der ganzen Reihe D 3 (Kalula) und E4 (Iringa), 
haben die Karte so weit gefördert, daß sie jetzt, nach 
31¼ Jahren, zur Hälfte vorliegt. D 3, obwohl im 
Süden noch ziemlich inhaltleer, bringt einige neue 
Routen oder Routenstücke, so einen Theil der wich- 
tigen Princeschen Reise nach dem bisher nie be- 
tretenen Kiwere, welche uns auch das Land Itumba 
kennen gelehrt hat, und ' ein Stück der Route des 
Lieutenants Fonck II (1897) von Karema nach 
Kilimatinde, welche Gegenden durchschneidet, die seit 
Anfang der 80er Jahre nie wieder betreten worden 
sind. Auch die Route des Steuermanns Blatt (1892) 
sei genannt, weil sie die 18 Jahre ältere des unzu- 
verlässigen Cameron genauer festlegt. 
Fast durchweg Neues bietet aber das inhaltreiche 
Blatt E 4 (Jringa); was es noch in Ermangelung 
von besserem an älteren Routen enthält (Elton und 
Cotterill, Thomson, Guyot) ist mehr als dürftig. 
Aber von 1894 bis 1897 haben deutsche Offiziere 
das ganze große und früher so schwer zugängliche 
Wahehegebiet, Ubena und Ussangu so vielfach durch- 
zogen und ausgenommen, daß es uns in seinen 
Grundzügen jetzt gut bekannt ist. Der Dank dafür 
gebührt den Hauptleuten Prince und Fromm, den 
Lieutenants Maaß (gefallen beim Sturm auf Iringa), 
Engelhardt, Glauning und Stadlbaur, dessen 
vorzeitiger Tod auch für die Kartographie Deutsch- 
Ostafrikas aufs Lebhafteste zu bedauern ist. 
Die deutsche Kolonial-Gesetzgebung. Samm- 
lung der auf die deutschen Schutzgebiete bezüglichen 
Gesetze, Verordnungen, Erlasse und internationalen 
Vereinbarungen, mit Anmerkungen und Sachregister. 
Zweiter Theil. 1893 bis 1897. Auf Grund 
amtlicher Quellen und zum dienstlichen Gebrauch 
herausgegeben von Dr. Alfred Zimmermann. 
Berlin 1898. E. S. Mittler &amp; Sohn, Königliche 
Hofbuchhandlung. 
Die deutschen Schutzgebiete haben seit ihrem 
jetzt vierzehnjährigen Bestehen eine gewaltige Ent- 
wickelung gewonnen und bedeuten einen wichtigen 
Faktor unseres Staatslebens. Zahlreich sind daher 
die Bestimmungen und Erlasse, welche für die deut- 
schen Kolonien besonders gegeben sind und die Ver- 
waltung, die Rechtsverhältnisse der Beamten und 
Militärpersonen, die Rechtspflege, Handel, Gewerbe 
und Verkehr, Zoll= und Steuerwesen, die Rechts- 
verhältnisse der Eingeborenen u. a. m. in den einzelnen 
Schutzgebieten regeln. Nachdem bereits im Jahre 
1893 im Verlage der Königlichen Hofbuchhandlung
        <pb n="290" />
        von E. S. Mittler &amp; Sohn auf Grund amtlicher 
Quellen „Die deutsche Kolonial-Gesetzgebung“, 
herausgegeben von Riebow, erschienen war, ein Werk, 
welches die gesammte Kolonial-Gesetzgebung von Be- 
ginn bis zum Jahre 1892 umfaßte, ist in dem gleichen 
Verlage nunmehr eine Fortsetzung jenes Werkes, be- 
arbeitet von Dr. Zimmermann, zur Ausgabe gelangt, 
die unter den gleichen Gesichtspunkten wie der erste 
Theil bearbeitet worden ist und die bisher veröffent- 
lichte Gesetzgebung viclfach aus den Akten ergänzt. 
Er umfaßt die Zeit von 1893 bis 1897 mit allein 
287 Nummern, während der bis zum Jahre 1892 
reichende erste Theil 256 Nummern aufführt. Der 
bequemeren Handhabung wegen ist die chronologische 
Anordnung der Gesetze 2c. gewählt worden; ein nach 
sachlichen Gesichtspunkten geordnetes Verzeichniß der 
wiedergegebenen Gesetze, Erlasse und Bestimmungen 
sowie ein alphabetisches Sachregister ermöglichen 
schnellste Auffindung und leichtesten Gebrauch. 
Supplementband zu Nansen: In Nacht 
und Eis. Mit dem vorliegenden Supplementbande 
erhält Nansens „In Nacht und Eis“ (Verlag von 
F. A. Brockhaus in Leipzig) eine würdige Fortsetzung. 
Es ist der Verlagshandlung gelungen, die Berichte 
zweier Theilnehmer an der Expedition Nansens zu 
erwerben, eine willkommene Ergänzung der Mitthei- 
lungen des Leiters der Expedition. 
Der Eine, Bernhard Nordahl, der seine Er- 
zählung der ganzen Drift der „Fram“ unter dem 
Titel „Wir Framleute“ zusammenfaßt, war der 
Elektrotechniker an Bord der „Fram“ und vertritt 
den Standpunkt der „Mannschaft“ mit ebenso viel 
Geschick als Freimuth. 
Der Zweite, Lieutenant Hjalmar Johansen, 
gehörte zunächst auch zur „Mannschaft“, da er sich 
als Heizer hatte anwerben lassen, um überhaupt mit- 
genommen zu werden. In aller Munde ist jedoch 
sein Name, seit er Nansen auf der einzig dastehenden 
Schlittenreise begleitet hat. Was er auf dieser kühnen 
248 
  
Fahrt erlebt hat, berichtet er getreulich in „Nansen 
und ich auf 86° 14““ (86 Grad 14 Minuten ist 
der höchste jemals erreichte Punkt auf dem Wege 
zum Nordpol, kaum 400 km von dem ersehnten 
Ziele entfernt). 
Beide Berichte bilden eine nothwendige Vervoll= 
ständigung der Erzählung Nansens. Da Jeder, Jo- 
hansen wie Nordahl, in packender Darstellung zu 
schildern und dabei sich doch eine besondere Färbung 
zu erhalten weiß, wird der dritte Band von „In 
Nacht und Eis“ jedem Leser von Nansens Werk 
erwünscht sein. Die äußere Ausstattung schließt sich 
aufs engste den ersten beiden Bänden an. Iusbe- 
sondere ist auch dieser Band reich mit Abbildungen 
geschmückt; einen besonderen Schmuck bilden vier 
Chromotafeln nach Nansens Aquarellen. Auch dieser 
Band, elegant gebunden, kostet 10 Mark und ist auch 
in 18 Lieferungen zu 50 Pf. erhältlich. 
i' ’ê ? '7' ' V 7 
Tikterakur-Perzeichnik. 
Deutsch-Ostafrika. Wissenschaftliche Forschungsresultate 
über Land und Leute unsjeres ostafrikanischen Schutz- 
gebietes und der angrenzenden Länder. 4. Band: Die 
Thierwelt Ostafrikas und der Nachbargebiete. Heraus- 
gegeben unter Redaktion von K. Möbius. Wirbellose 
Thiere. Mit Abbildungen und 29 Tafeln. Lex. 80. 
Mk. 90,—, geb. Mk. 100,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Justus Perthes' deutscher Marine-Atlas. Bear- 
beitet von Paul Langhans. Mit Begleitworten von 
Kapitänlieutenant a. D. Bruno Weyer. Mk. 1.—. 
Justus Perthes, Gotha. 
Muller, Waldemar: Cuba. Seine Geschichte, wirth- 
schaftliche und handelspolitische Entwickelung. gr. 80. 
7 Bog. Mit einer Karte. Mik. 2,50. 
Richard Schröder, Berlin. 
Schumacher, N.: Kigotschau und die Östasiatische 
Frage. Erfahrungen und Erlebnisse aus China und 
der japanischen Gesechtsfront. Ca. 20 Bog. Mk. 2,—. 
Jussingers Buchhandlung, Berlin. 
  
. — — — —„— —— — — — ßA— 
— — —— —— — —— — d — — 
— — — —„ —— — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. 
M. 
M. 
M. 
M. 
M. 
„Condor“ 8/1. Sansibar. 
#GS! 
„Falke“ 27/1. Sydney. 
&amp; &amp;CeGE#GOEGOGGG 
K 
M. S. „Wolf“ 25/12. Kamernn. 
„Bussard“ 24/2. Sydney 6/3. — Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
(Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran“ 13/11. Kiautschoubucht 16/3. — 16/3. Shanghai. 
(Poststation: Hofpostamt.) 
„Habicht“ 8/2. Swakopmund.— 18/3. Angra Pequena 19/3.— Kamernn. (Poststation: Kamerun.) 
Vermessungsschiff „Möwe"“ 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu-Guinea. 
M. S. „Seeadler“ 24/1. Kapstadt 9,3. — 12/3. Port Elisabeth 18/3. — 19)//3. East London 24/3. 
— 26,3. Natal 4/41. — Lourenzo Marqucs. 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Angra Pequena.)
        <pb n="291" />
        249 
Verkehrs-Nachrichten. 
Vostdampfschiffverbindungen nach den dentschen —- 
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
  
am 11., 25. Mai, 
S., 22. Juni 120 abds. 
am 22. Mai, 19. Juni 
100 abds. 
am 10. jedes Mts. 
40 ums. 
  
  
  
  
  
  
Nach vom Ein- 
schiffungshafen 
II 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
1. en Brindisi 
Deutsch-Ostafrika (englische Schiffe) 
Marseille 
(uronzo sche Schiffe 
2. Deutsch-Lüdwestafrika,Southampton 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon, sagt Schiffe bis Kapp 
ent 
von dort weiter alle 14 Tage Hamburg 
auf dem Landwege.) vCdeutsches Schiff) 
1 Lamburg 
3. Ramerun. Ceutsche Ochifeh 
E Liverpool 
(englische Schiffe) 
  
  
4. Sogo- Gebiet 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
  
5. Deutsch-Ueu-Guinea. 
  
Hamburg 
(deutsche Schiffe) 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
Marseille 
(franzosische Schiffe) 
Bordeaux 
(französische Schiffe) 
  
am 7. Moi, 4. Juni 
40 nums. 
am 25. Mai, 25. Juli 
nachts 4# 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 11. Mai, 8. Juni 
am 10).jedes Mts. nachts 
am 20.jedes Mts. 
am 4., 18. Mai, 
1., 15., 29. Juni 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Mai, 10. Juli 
110 vms. 
  
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
Brindisi 
  
6. Marshall· Inseln. 
Brindisi 
(über Manila) 
  
  
(achversand) 
am 4. Mai, 29. Juni 
abds. 
am 8. Mai, 3. Juli 
abds. 
am 8. Mai, 3. Juli 
abds. 
Küderitzbucht 40 Tage. 
  
Jaluit etwa 70 Tage ar 
  
  
Tanga 19—20 Tage 
Dar-es-Sal. 20—21 Tg. 
Sansibar 22 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Lüderipbucht 22 Tage 
Swakopmund 25 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab Landverbindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverbindung 
Stephansort 45 Tage 
41 Tage 
1 
am 9., 20., 23. Mai, 
6., 17., 20. Juni 
116 abds. 
am 8. jedes Monats 
10 abds. 
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schusgebieten. 
790 abds. 
am 6. Mai, 3. Juni 
15 Ums. 
am 25. Mai, 25. Julie 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 9. Mai, 6. Juni 
5 ms. 
am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
am 2., 16., 30. Mai, 
13., 27. Juni 15 Uums. 
am 23. jedes Monats 
107 abds. 
am 8. Mai, 8. Juli 
10’x abds. 
  
27. Juni, 1. Juli 
11° abds. 
am 2., 6. Mai, 
am 6. Mai, 1. Juli 
1145 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Von Landungs= Die Post ist famig 1 Landungs. Die ost ist falli 
hafen in Berlin « Von hafeng I lBersltuI s 
Neapel. ..am —52 
Deutich. 10.5, 26.-Juni « Hamburg..am10.«jed.Monats 
MicOstafpika.. Brindisi. . . am 16. M â Togogebiet . ... Plymouth. . am 27.* jed. Wonats 
Marseille . am 17. Nai, 16.Juni Marseille . am 16. jedes Monats 
Deutsch-Lüdwestafrika Southampton, am 10. Mai, 7. Juni Deutsch-Neu-Guinea Neaqopel.. 1 am 1I.. Mai, 27. Juni 
La— v lymouth.. am 27.jed M 
nern #hmonh am 15. Mai, onatsmuarshal-Inseln..Morseille Mitte Juni 
16. Juni . Mitte August 
* Fälligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
— — Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Oamburg Oftafrila 
Reichspostdampfer Reise Letzte Nachrichten — 
— von nach bis 14. April 1898 
„Köni “ 
*mo Hamburg Durban am 14. April an DOmuiden. 
„Raiser urban Hamburg am 14. April an Neapel. 
„Kanzler"# L###burg Durban am 11. April ab Aden. 
angesratk. urban Hamburg am 11. April ab Delagoabai. 
„8eichsta Hamburg Delagoabai am 14. April ab Neapel. 
„Admiral! Hamburg Delagoabai am 12. April an Mozambigque. 
„General" Delagoabai Hamburg am 11. April ab Mombassa. 
Durban Hamburg am 12. April ab Lisselo#
        <pb n="292" />
        250 
Fahrplan des inkerinsularen Dienstes im Golfe von Guinea. 
— 
Reisen in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober. 
Fahrtgeschwindigkeit 7 Meilen per Stunde. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
NI —= manann — Vormittags. T = tarde — Nachmittags. 
Abfahrten Datum „ Stunde Ankünfte Datum Stunde Bemerkungen 
1 
Santa Isabel 20. 2 M San Carlos 20. 7 M 
(liegt auf Fernando Bo) 
San Carlos. 20. 6 7T San Thomé“) 22. 6 *) Empfang der Post 
San Thomé. 24. 4 Eloben. 25. 6 T aus Europa am 24. 
Elobey . 29. 8 MCabo San Juan 29. 10 M 
Cabo San Juan 29. # 6 T Batas“) 30. 6G6G) Das Anlaufen von 
Bata 30. 12 M La Concepeion .. 31. 6= Bata unterbleibt 
(liegt auf Fernando * vorläufig. 
La Concepcion. 1. 4 Kamern 1. 2 T 
Kamerun. 2. oder 3 6 = Santa Isabel 2.oder 3 2 = 
Reisen in den Monaten Februar, Mai, August und November. 
Fahrtgeschwindigkeit 7 7 Meilen der Stunde. 
Abfahrten Datum Stunde Ankünfte Datum Stunde Bemerkungen 
Santa Isabel 17. 6 M Kamerun 17. 3 T 
Kamerun 18. 6- Santa Isabel 18. 3 — 
Santa Isabel 19. 6 San Carlos= 19. 11 WMH0 Verdindung awit der Vos4, 
San Carlos. 19. 6 San Thoms 9 21. 6= belche am #. von, Fan 
San Thomé 24. 4 Annobon 25. 12 - Empfang der Post, welche 
Annobon 26. 12 M Elobey . 28. 6= aus Curopa am 24. an- 
Elobey. . 30. 6 DLibreville-Gabun-“) 30. 2 T /.) Ubergiebt in Libreville die 
Libreville-Gabun 31. od. 1 18 - Stobey# 9 . 31.0d.1.»4- späte Zondeuzmkvåekth 
Elobe 5. - abo San Junn 5.2 nach Europa am 
; „ „„ü nir lofen 6 — 
Cabo San Juan . — — 
Bata . — — La Concepcion 7. 15 
La Concepcion. 8. 6 AMSanta JIsabel 8. 1 - 
  
  
  
  
  
  
Reisen in den Monaten März, Zuni, September und Dezember. 
Fahrtgeschwindigkeit 7 Meilen per Stunde. 
  
  
l 
Abfahrten Damm Stunde Ankünfte Datum » Stunde Bemerkungen 
Santa Isabel 17. 6 M. Kamerun 17. 3 .T. *) Verbindung mit dem 
Kamerun. 18. 6 Santa Isabel 18.3 Postdampfer, ab San 
Santa Isabel 19. 6 San Carlos 19. 11 N. Thomée am 21.; 
San Carlook 19. 6 7. San Thomes 21. 6 Empfang der euro- 
San Thome. 24. 4 Eloben 25. 6 T. päischen Post am 24. 
Elobey . 27. 6 A. Libreville-Gabun 27. 2 Uebergabe der Korre- 
Libreville Gabun 28. 6 Elobey. 28. 2 spondenz in Libreville 
Elobey 29. 12 Cabo San Juan 290. 2 für die Post zum 6.; 
Gabo San Juan 20. 8 La Concepcion 1. 9 di. Empfang der angekom: 
La Concepcion . 12 Santa Isabel 2. 6 menen am 24.
        <pb n="293" />
        — 251 — 
Schiffsbewegnngen der Woermann- Linie. 
— — —T T‘ — — — — — — 
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
Postdampfer von nach bis 28. April 1898 
„Adolph Woermann" Loango Hamburg am 22. April in Lagos. 
„Aline Woermann"“ Hamburg Loango am 10. April in Kamerun. 
„Anna Woermann .. Sherbro Hamburg am 23. April in Tanger. 
„Antonina" 3. Zt. in Hamburg. · 
,,Brnxellesville«.... Hamburg Kongo am 26. April Vlissingen passirt. 
„Carl Woermann“ .. Loanda Hamburg am 25. April in Las Palmas. 
„Eduard Bohlen" Hamburg Loango am 19. April in Madeira. 
„Ella Woermonn“" Hamburg Loango am 25. April Ouessant passirt. 
„Gertrud Woermann“#. Hamburg Kotonon am 24. April Ouessant passirt. 
„Gretchen Bohlen" Kotonou Hamburg am 9. April in Accra. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonou am 27. April in Kotonou. 
eannette Woermann“. Hamburg Loanda am 12. April in Loanda. 
rt Woermann“ .. Hamburg Loanda am 30. April ab Hamburg. 
„Lothar Bohlen “ .. Loango Hamburg am 28. April in Hamburg. 
„Lulu Bohlen “. .. Hamburg ; Lüderitzbucht am 26. April ab Hamburg. 
„Marie Woermann" Hamburg 1 Lüderitzbucht am 5. April in Las Palmas. 
„Nelita Bohlen" Lüderitzbucht Hamburg am 28. April in Madeira. 
„Vrofessor Woermann“ Hamburg I Sherbro am 26. April in Sierra Leone. 
„Thekla Bohlen". Hamburg 1 Loanda am 28. April in Accra. 
— ———.—————. — — — — — ÔÊ — — — — — —— — — — 
3½ Dieser Nummer liegen zwei Beilagen bei: 1. der Hofbuchhandlung von Schall &amp; Grund in Berlin, 
betreffend den ersten Band des Werkes: „Fricker Antarktis“; 2. der Königlichen Hofbuchhandlung 
von E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin, betreffend den soeben erschienenen zweiten Theil des Werkes: 
„Die dentsche Kolonial-Gesetzgebung“ von Dr. Alfred Zimmermann, worauf die geehrten Leser ganz 
ergebenst aufmerksam gemacht werden. Die Expedition. 
  
  
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        Beschluß. 
Die nach Artikel 13 des Handels- 
gesetzbuches erforderlichen Bekannt- 
machungen und Eintragungen in das 
Handelsregister des unterzeichneten 
Kaiserlichen Gerichts werden im 
Jahre 1898 
im Deutschen Kolonialblatt, 
im Reichsanzeiger und 
in der zu Johannesburg erscheinen- 
den Südafrikanischen Zeitung 
erfolgen. (209) 
Keetmanshoop, den 12. Januar 1898. 
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Albertoni, Professor Cer vello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelonn zur sehnellen und 
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        — 253 — 
   
   
  
    
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. Telegramm - Adresse: „Koppelrail“. 
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prämfirt mit der Silbernen Medaille auf der Ausstellung im 
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und spanischen Kolonialbes#itzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. " Mit drei farbigen Karten in Steindruck. 
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hat in den betheiligten Kreisen eine überaus rege Beachtung und günstige Aufnahme gefunden. Das Werk 
kann als ein Lese= und Lehrbuch gelten, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer 
nutzbringenden Weltpolitik zu geben vermag. Es stellt eine allgemeine Geschichte der eur opäischen 
Kolonialpolitik dar und ermöglicht allen Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die 
Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte. Die nachstehenden 
Stimmen der Presse 
kennzeichnen den Werth und die Eigenart des Werkes: 
Bei Erscheinen des ersten Bandes: freunden gelesen zu werden. 
tischen Werthe, verdient von allen Kolonial= 
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gi ititär · Hittrrahtr, geikung Nr. 14 vom Nov. 1896:. Glehne, Nr. 20 vom Nov. 1896... hier sind all- 
Wir haben in diesem Bande den Beginn einer für gemeine Kapitel eingeschaltet, die uns jedesmal die 
die Kolonialpolitik der Gegenwart hochwichtigen Interna der Verwaltung, die Finanz= und Zollwirth- 
und hedeutungsvollen Arbeit. Air stehen nicht schaft, die Handelsbeziehungen zur Heimath und Fremde 
an, es geradezu als ein Lehrbuch der Kolonialpolitik 2c. besser erkennen lehren. Wir halten diese Abschnitte 
zu bezeichnen mit seiner reichhaltigen, gewissen= in mehr als einer Hinsicht für die wichtigsten und 
haften Forscherarbeit. für den Kolouialfreund nützlichsten. 
Köluische Bolkszeitunz Nr. 833 vom 7. Dez. 1896: 
Das Buch verdient die weiteste Verbreitung in allen Bei Erscheinen des zweiten Bandes: 
Inteligemblatt, Fraukfurt a. M., Nr. 59 vom 
gebildeten Kreisen. 
Heutsche Rerne, XXII. Jabrg.: Februarheft: Die 11. Marz 1898: Es ist in hohem Maze erfreulich, daß 
Dr. Zimmermann es verstanden hat, seine auf breiter 
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Darstellung ist klar und flussig, das Wichtigste 1 
ist mit Geschick hervorgehoben, und das Werk ist der wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Untersuchungen 
in ein so angenehmes Gewand zu kleiden, daß 
nur den Interessenten unserer Kolonialpolitik einen 
nicht zu übersehenden Spiegel vorhält, sondern auch 
die erste Zusammenfassung der gesammten 
Kolonialgeschichte bietet und somit auch dem 
Historiker und Geographen von großem Nutzen ist. 
Tilterarisches Gentralblatt für Pentschland. 1897, Nr. 3: 
... Dem Fachmann sowie dem Laien sei das Buch 
als belehrende oder unterhaltende Lektüre empfohlen. 
Beusche Kolonialzeitung Nr. 51 vom 19. Dez. 1896: 
.. Aus der Geschichte können und mussen wir lernen, 
deshalb sei die Lektüre des vorliegenden Buches 
besonders empfohlen. 
Teipziger B#nfrirle Zeitung Nr. 2792 v. 2. Jan.1897: 
Dem Treund in dem Gegner der Kolonial= 
politik sei das Studium des Zimmermannschen fragen, und so gruppiren sich die bedeutsameren ge- 
Werkes angelegentlich empfohlen. schchtlichen Vorgne, welche er behandelt, ganz von 
Pet#anns Mittheilnugen, 1897, Heft 5: Zimmer- selbst zu Weltbildern, aus denen man ganz andere Dinge 
manno vorliegendes Buch ist von hohem prak= erfährt als nur die Buntheit der geschilderten Thatsachen. 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes zu beziehen, 
cgegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der Verlagsbuchhandlung. 
Beachtung der weitesten Kreise werth, da es nicht 
die Darstellung sich zuweilen liest wie ein Roman und 
daher auch Demjenigen, den nicht gerade sein Beruf 
zur Antheilnahme an kolonialpolitischen Fragen aus der 
Gegenwart oder Vergangenheit nöthigt, Interesse ab- 
verlangt. 
Malissal- Veitunz Nr. 168 vom 12. März 1898:; 
... Das Buch ist eine werthvolle Bereicherung 
unserer geschichtlichen Litteratur und läßt den 
noch angekündigten vier Bänden des Werkes mit dem 
lebhaftesten Interesse entgegensehen. 
Allsnser Nachrichten Nr. 45 vom 23. Febr. 1898: 
... Alfred Zimmermann begnigt sich nicht damit, über 
die Ereignisse selbst zu berichten; es reizt ihn, nach 
dem wirthschaftspolitischen Warum des Warum zu
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Export-Vertret. Harder &amp; de Voss, Hamburg. 
  
     
   
   
  
Wer d reich illustr. Familienblatt 
„Die Evangel. Missionen“ 
noch nicht kennt, versäume nicht, 
sich ein Probeheft kommen zu 
bt von C. Bertelsmann in 
Gütersloh. (ur) 
  
  
  
Ein illustrirtes Verzeichniss von 
Schriften 
1— -Litteratur 
sowie zur 
Länder- und Völkerkunde 
aus dem Verlage der Königlichen 
Holbuchhandlung von 
E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin SWu, 
steht Interessenten Kostenfret zu 
Diensten. 
&amp; 
Lnst Krafe 
  
  
ü#ernimmt jede Commisslon und 
Spedition nach und von 
West- und Ost-Abrika 
zu den Dilligsten Bedingungen. 
- Telegramm-Adr.: Afrilraft. 
Fernaprecher:
        <pb n="304" />
        — 262 — 
WOERMANN-LINIE. 
— — —. — 
Am 10. Mai: P. D. „Lothar Bohlen“, Capt. Jarck, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas bis Loango. 
Am 18. Mai: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Martens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Gorée, Dakar, Ruflsque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. Mai: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonou. 
Am 25. Mai: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Swakopmund, Walflschbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. Mai: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Gorée, Dakar, Rufisque, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
MAachste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Mai, 25. Juli und ferner 
am 25. jedes ZzZweiten Monats. 
4 Güter müssen aum Tage vor dem 4bgangsdattum blis 12 Uhr mittags M#nsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(v) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche ost. Afrika - Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
    
  
  
  
0 „GENERAL“, Capt. Gauen 11. Mai, 
HERZOG“, Capt. v. Issendorllll 11. Mai, 25. Mai, 
o, ADMIRAL, Capt. West .. ... . . .. . . . .. .. .. 25. Mai, 8. Juni, 
nach Mombassa, Tanga?, Pangani?, Saadani-, Bagamoyo", Dar-es-Saläm, Sansibar?, Kllwa, Lindi, 
Mllindani, Ibo, Mozambique , Quelimane, Chinde , Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem ' verschenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzuoliche Einrichtungen Fur Eussagtere en allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Pasenge die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Denutsche Ost-Afrika-LTinie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 30. April 1898 um 6§ Uhr nachmittags.
        <pb n="305" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
HKeraunsgegeben in der Kolsenisl-Abtheilung des Auswärtigen Awmis. 
————————————.———— 2 — — 
I. Jahrgang. 
— — — — 
  
—— —„ —— ——— — — 
Berlin, 16. Mai 1898. 
. 
lunmer 10. 
.———————————–– 
  
— 
  
– 
Oiese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
#scheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
##. Danekelmen. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beihesten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
wuchtondlangen Mk. 8,—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich = Ungarn, Mk. 3,75 für 
bie Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen gind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kechltraße 66—71, zu richten. (Eingetragen in der ZangPreiölsste. für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
Mhlt: Amtlicher Theil: Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika 
im Monat Februar 1898 S. 263. — Personalien S. 263. — Schiffsbewegungen S. 264. 
" Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 265. — Deutsch-Ostafrika: Reisebericht des Kaiser- 
lichen Gouverneurs Liebert S. 265. — Ueberführung des Dampfers „Ulanga“ S. 268. — Die Schweselquellen 
von Amboni (mit Skizze) S. 268. — Kamerun: Expedition v. Carnap S. 272. — Pflanzung „Günther Soppo“, 
G. m. b. H. S. 274. — Bericht über die Regierungsschule in Kamerun S. 274. — Deutsch-Südwestafrika: 
Farmengründung S. 274. — Gewinnung von Trinkwasser in Lüderitzbucht S. 275. — Aus dem Bereiche 
der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 275. — Aus fremden Kolonien: Die Ein- 
#Achorenen Unruhen in Betschuanaland S. 277. — Zululand S. 278. — Verschiedene Mittheilungen: 
rsammlung deutscher Forstmänner zu Stuttgart S. 278. — Litteratur-Verzeichniß S. 280. — Verkehrs- 
Nachrichten S. 280. — Anzeigen. " 
  
Amtlicher Theil. 
Berordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Februar 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,39 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
. Zölle für Schifffahrts. Holzschlag. Neben- *-r•' 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
– ###. P.]Ap. P.] #. P. Rh. (P.] . (P. #. P. — Mk. f. 
Tanaa 312 0812266 in 81— 77 22 Z5 5% 1276040 = 17137/27 
Panggnn 1465 36735 50 5— 8 249 51 12891 58 
Saadddn 1513 144 09 5— * 7 36154 59 = 4385 34 
Bagamono 6894144919 31 8 — 10 414168 401 %1 = 22380 41 
Dar-es-Saläm. 723 16 64 16163 68 
Klvoa 3148 37 6157—131 CCE3159199 
dun. 956 0533 8 — 2 35 163301638 = 5579|76 
Rilindani 981 267 2 820 326620 9432·97 
zusammen 15994 31|1|6504 4110 4943 — 
— — — — —— — —„— — 
22232 Mrk.541 Mk. 430 Mk.|1 Mk. 579 Mk. 
33 Pf. 58 Pfo. 90 Pf. 54 pf. 65 Ppf. I 
. Personalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Geheimen Admira- 
litätsrath und vortragenden Rath im Reichs-Marine-Amt Dr. Herz die Genehmigung zur Anlegung des 
Komthurkrenzes des Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinschen Greifenordens zu ertheilen.
        <pb n="306" />
        — 264 — 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
A. K. O. vom 30. April 1898. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
Dr. Gallus, Dr. Drewes, überzählige Stabsärzte, 
Dr. Stierling, Dr. Fülleborn, überzählige Oberärzte, 
Schutztruppe für Südwestafrika: 
Dr. Schöppwinkel, Dr. Langheld, überzählige Stabsärzte, und 
Dr. Kuhn, überzähliger Oberarzt, — in etatsmäßige Stellen eingerückt. 
A. K. O. vom 5. Mai 1898. 
Schutztruppe für Kamerun. 
Kerksieck, bisher Assistenzarzt vom Infanterie-Regiment Graf Dönhoff (7. Ostpreußischen) Nr. 44, mit 
dem 6. Mai d. Is. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 7. Mai d. Js. als Assistenzarzt 
mit seinem bisherigen Patent in der Schutztruppe angestellt. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben in Ergänzung der Bekleidungs-Vorschrift für 
die Schutztruppen vom 19. November 1896 Allergnädigst zu bestimmen geruht, daß 
1. die Sanitätsoffiziere den für die Offiziere vorgeschriebenen Degen mit einer 1 cm hohen Kaiser- 
kronc an Stelle des glatten Knopfes am oberen Theil des Korbes und zur Heimaths-Uniform 
Anschnallsporen mit Spornriemen aus naturfarbenem Leder anzulegen haben, 
2. die in Deutschland kommandirten Offiziere und Sanitätsoffiziere zum kleinen Dienstanzuge und 
zum Gesellschaftsanzuge lange graue Beinkleider mit den Vorstößen der Stiefelhose und schwarze 
Fußbekleidung mit Sporen mit geradem Hals tragen dürfen. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
M. S. „Bussard“ 24/2. Sydney 6/5. — Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
M. S. „Condor" 8/1. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Cormoran“ 16/3. Shanghai. (Poststation: Hongkong.) 
. M. S. „Falke“ 27/1. Sydney 13/4. — Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Habicht" 5/4. Mossamedes 12/4. — 15/4. Loanda 17/4. — Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
M. S. „Seeadler“ 26/4. Lourenzo Marques 16/4. — Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun. (Poststation: Kapstadt.) 
ne#ens 
Truppentransporte: 
Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd „Preußen“ mit dem Transport für 
das Vermessungsdetachement in Kiautschou. 
Transportführer: n) von Bremerhaven—Genua: Unterlieutenant zur See Windmiller, 
b) von Genua— Kiautschon: Kapitänlicutenant Deimling: 
Bremerhaven 22/3. — 24/3. Antwerpen 27,/3. — 28/3. Southampton 28/3. — 
3,4. Genua 5/4. — 6/4. Ncapel 6/4. — 10/4. Port Said 10/4. — 111/4. Suez 
11/4. — 15/4. Aden 15/4. — Colombo.
        <pb n="307" />
        265 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Nachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Geometer Geist, der im Seminar für 
orientalische Sprachen vorgebildet ist, ist als Meß- 
gehülfe für das Kaiserliche Gouvernement von Deuts ch- 
Ostafrika angenommen worden und hat am 11. d. 
Mts. seine Ausreise nach Dar-es-Saläm angetreten. 
  
Der Brunnenmacher Rudolph Hanskopeit in 
Milindani ist am Fieber gestorben. 
  
Ramernn. 
Der Lehrer Betz aus Kamerun hat einen ihm 
bewilligten Heimathsurlaub angetreten. 
  
Togo. 
Gerichtsassessor Dr. Heim, der seit Dezember 
v. Is. in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen 
Amts beschäftigt worden ist, ist dem Gouvernement 
von Togo zur Dienstleistung überwiesen worden. 
Derselbe wird mit dem am 10. Juni von Hamburg 
abgehenden Dampfer die Ausreise dorthin antreten. 
Für die Stelle eines Maschinenschlossers in Togo 
ist der Maschinenschlosser Küntzen angenommen 
worden. Derselbe ist mit dem am 10. d. Mts. von 
Hamburg abgehenden Dampfer nach Lome abgereist. 
  
Rachrichten aus den deuklschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-ltafrika. 
RNeisebericht des Raiserlichen Souverneurs Ciebert. 
Der Kaiserliche Gouverneur General Liebert 
berichtet über seine Anfang April d. Is. beendete 
größere Reise durch die Bezirke Bagamoyo, Pangani, 
Masinde und Kilimandjaro Folgendes: 
Die Reise wurde zu meiner persönlichen Beleh- 
lung über Land und Leute unternommen. Die 
durchzogenen Landschaften sind bereits häufig be- 
schrieben worden. Ich beschränke mich daher darauf, 
einige Bemerkungen über die wirthschaftliche Ent- 
wickelung der bereisten Landschaften und über die 
zahlreichen von mir besuchten Missionsanstalten zu 
machen. 
Das Land von der Küste bis zu den Nguru- 
bergen ist im großen Ganzen nur Steppengebiet, 
dünn bevölkert, besitzt keinen wirthschaftlichen Werth 
und bietet keine Aussicht auf höhere Entwickelung. 
Die Aguruberge, zwischen 1200 und 2600 m 
Höhe wechselnd, bilden eine schöne und reiche tropische 
Gebirgslandschaft mit gutem Boden, dichtem Wald- 
bestand und genügender, zum Theil reichlicher Be- 
wässerung. Sie können, zumal in ihrem südlichen 
Theile um Mhonda herum, als ein Plantagenland 
wie Usambara bezeichnet werden, dessen Bebauung 
aber nur in Frage kommen kann, wenn für Bahn- 
verbindung mit der Küste gesorgt ist. 
Usegua, ein weitgestrecktes Hügelland von durch- 
schnittlich 700 bis 800 m Meereshöhe, ist erheblich 
stärker angebaut und dichter bevölkert, als ich erwartet 
hatte. Für den europäischen Markt wird hier schwer- 
lich Boden zu finden sein, dagegen ist und bleibt die 
  
D! 
s 
l 
Landschaft eine Kornkämmer für die Eingeborenen 
(Mtama und Mais) und das einzige Gebiet in der 
Nähe der Küste, wo noch zahlreiches Kleinvieh und 
einiges Rindvieh gehalten wird, und man von größerer 
Viehwirthschaft sprechen kann. 
Der Kilimandjaro bildet mit seinen prachtvollen, 
wasserreichen Berglandschaften, mitten aus weit- 
gestrecktem dürren Steppengebiet aufragend, eine 
Welt für sich. Unter dem von den Wadschagga 
freigelassenen Lande finden sich einige geräumige 
Landschaften, wie Kindi und Uru, die zur Aufnahme 
deutscher Ansiedler in größerer Zahl geeignet und 
vom Bezirkschef hierzu in Aussicht genommen sind. 
Daß hier deutsche Bauern in einer Höhenlage von 
1200 bis 2000 m gut leben und von ihrer Hände 
Arbeit existiren können, beweisen die hier seit langen 
Jahren blühenden Missionsanstalten mit ihren Gärten 
und Versuchsfeldern. Von einer Garantie für höheren 
Wohlstand durch Absatz nach der Küste, Viehhandel rc. 
muß so lange Abstand genommen werden, bis eine 
Bahnverbindung von Tanga zum Kilimandjaro her- 
gestellt ist. 
Der Bezirkschef Hauptmann Johannes hat es 
verstanden, die früher gefürchteten Kriegsfürsten der 
Wadschagga zu sehr fügsamen und loyalen Unterthanen 
zu machen. Die günstige Lage der Station Moschi 
unmittelbar vor der Boma des Meli und in der 
Mitte zwischen den Landschaften der mächtigsten 
Häuptlinge Mareale (Marangu) und Mleali, Sinas 
Sohn (Kiboscho), trägt viel zur Aufrechterhaltung 
des Friedens bei. Ein ausgezeichnetes Wegenetz ver- 
bindet sämmtliche bebauten Landschaften des großen 
Berges untereinander und mit Moschi. Bis nach
        <pb n="308" />
        Aruscha ju (jenseits des Meruberges), Aruscha tschini 
(in der südlichen Steppe), nach Umbugwe und den 
zahlreichen in der Steppe zerstreut liegenden Wando- 
robbokraals erstreckt sich der unmittelbare Einfluß der 
deutschen Station. Die Oberhäuptlinge aller dieser 
früher feindseligen Stämme erschienen zu meiner Be- 
grüßung auf fünf, sogar acht Tagemärsche weit und 
brachten Elfenbein und andere Geschenke als Tribut. 
Südpare und Westusambara sind diejenigen Ge- 
biete der Kolonie, die gegenwärtig zumeist gefördert 
und in ihrer wirthschaftlichen Entwickelung begünstigt 
werden müssen. Beide Gebirgsländer zeigen etwa 
die gleiche Erhebung (1500 bis 2000 m), werthvolle 
Waldbestände und schöne Wiesenmatten, reiche Be- 
wässerung, Klima und Boden für deutsche Besiede- 
lung geeignet. Ihre Küstennähe und die Hoffnung, 
daß beide bald durch Verlängerung der Tangabahn 
mit der Küste in direkte Verbindung treten, lassen 
hier eine schnelle und günstige Entwickelung wenigstens 
in Aussicht stellen. 
Den Gebirgsklotz von Südpare habe ich von 
Kisuani aus erstiegen, auf der Höhe des Gebirges 
die Landschaften Wudeh, Tschomme, Gonjansa und 
Kansa durchzogen und bin bei Gondja in die Steppe 
hinabgestiegen. 
Das Land Wudeh, das sich Dr. Beerwald für 
die Afrikanische Landwirthschafts-Gesellschaft gesichert 
hat, besteht aus schönen Hochweiden, die von den 
Bananen-, Mais= und Zuckerrohrschamben der Ein- 
geborenen unterbrochen sind. Es eignet sich entschieden 
zur Viehzucht in größerem Stil. Verschweigen läßt 
sich aber nicht, daß die Zugangspunkte zum Gebirge, 
nach Kisuani und Gondja für Vieh gefährlich zu sein 
scheinen. Ein Maulthier meiner Expedition, das den 
Ausstieg nicht mitmachte, sondern vier Tage am Fuße 
des Gebirges an den beiden genannten Punkten ver- 
blieb, ging wenige Tage darauf an den Krankheits- 
erscheinungen des Tsetsestiches (Blut aus Augen und 
Nüstern, Blutharn 2c.) ein, während die anderen 
Thiere, die die schwere Kletterpartie mitgemacht 
hatten, gesund blieben. Die Afrikanische Landwirth- 
schafts-Gesellschaft wird also mit diesem Faktor rechnen 
müssen, wenn sie größere Viehstapel an oder auf 
dem Paregebirge aufstellen will. 
Die Landschaft Tschomme, die von Seiten eines 
Pflanzers für Plantagenzwecke in Aussicht genommen 
ist, hat meinen Erwartungen nicht entsprochen. Sie 
hat keinen Waldbestand, keinen tkefgründigen Humus, 
sondern zeigt dasselbe Aeußere wie Wudeh und wird 
für bäuerliche Landwirthschaft und Viehzucht recht 
gut sich eignen. Oestlich Tschomme breitet sich auf 
der Höhe des Gebirges — auf 1800 bis 2000 m 
— ein prachtvoller Urwald aus, dessen nordsüdliche 
Ausdehnung ich nicht feststellen konnte, den ich von 
Westen nach Osten in drei vollen Stunden mühsam 
durchquerte. Mächtige Baumriesen, dichtes Unterholz, 
Lianengehänge, Farnkräuter und malerische Baum- 
farne sind das Charakteristische dieses Waldbestandes. 
Em Boden, der solchen Pflanzenwuchs trägt und 
266 
  
trotz der trockenen Jahreszcit solche Feuchtigkeit birgt, 
ist für jeden Anbau geeignet und kann je nach der 
Höhenlage für die verschiedenen Tropenkulturen ver- 
wendet werden. 
Von Gondja führte mich ein starker Marsch durch 
die sonnendurchglühte Dornensteppe nach Schemahombe 
am Nordwestsuße des Usambara-Gebirgsstockes, von 
wo der fast senkrechte Aufstieg zu den Missionen 
Mtai und Mlalo gemacht ward. Ich habe sodann 
Westusambara in nordsüdlicher Richtung durchzogen 
und Abstecher in das Schummeland und nach der 
Plantage Sakarre gemacht. Die ganze Gebirgs- 
landschaft weist durch ihren immergrünen Anstrich, 
durch ihre starke Bewaldung und ihre saftigen Wiesen- 
matten selbst dem Laien das Bild eines Landes, das 
sich für deutsche Besiedelung eignet. Die vom Gou- 
vernement bei Kwai angelegte Musterwirthschaft, die 
unter der kundigen und praktischen Leitung des Herrn 
Eick in kaum zwei Jahren eine staunenswerthe Ent- 
wickelung genommen hat, wird den Mittelpunkt einer 
Bauernansiedelung in hoffentlich kurzer Zeit bilden. 
Jeder Kolonist kann sich hier mit eigenen Augen 
überzeugen, welch fabelhafte Fruchtbarkeit in diesem 
Boden steckt, wie die Kartoffeln, Roggen, Gerste, 
Lupinen, Weizen, Mais, Futterrüben, alle Gemüse- 
arten und daneben Wein, Kaffee, Thee 2c. gedeihen, 
welche Erfahrungen bei dem Anbau der einzelnen 
Früchte gesammelt, welche Fehler zu vermeiden sind. 
Ich stehe nicht an, diesen Punkt als die Perle der 
ganzen Kolonie und als den Brennpunkt aller hier 
im Lande geleisteten Arbeit zu bezeichnen. Es darf 
die Hoffnung auf eine glänzende Zukunft dieses 
schönen Landstriches ausgesprochen werden. 
Von Kwai aus durchzog ich in mehreren Tage- 
märschen die Landschaften Magamba und Schumme. 
In der ersteren, die theils aus Wiesenmatten, theils 
aus Hochwald besteht, ist ein Abschnitt für Plantagen- 
zwecke verkauft worden. Das Land ist sicher günstig 
für derartigen Betrieb, mit der Arbeit ist bis jetzt 
jedoch noch nicht begonnen. Das Schummeland, auf 
1800 bis 2000 m Höhe gelegen, ist ein Gebirgsstock, 
dessen Berge mit werthvollem hochstämmigen Cedern- 
holze (Juniperus procera) bedeckt sind, während 
die Thaleinschnitte auf wagerechter Sohle grüne 
Wiesenmatten zeigen. Die Landschaft ist auf vier 
Quadratmeilen Flächenraum zu schätzen, wovon etwa 
die Hälfte mit Cedernholz bewachsen sein mag. Hun- 
dertjährige Stämme sind in großer Zahl vorhanden 
und repräsentiren bedeutende Werthe. Gegenwärtig 
ruiniren die Eingeborenen diese Bestände, indem sie 
die Rinde der großen Bäume abschälen und ihre 
Hütten damit decken, andererseits durch Waldbrände 
ruchlosester Art. Selbstverständlich kann dies für 
Bleistiftfabrikation verwendbare Holz erst nutzbar 
werden, wenn die Eisenbahn bis Mombo unmittelbar 
an die Berge herangeführt ist. Schon jetzt aber 
handelt es sich dringend um sofortigen Forstschuz, 
der durch deutsche Beamte mit Strenge durchzu- 
führen ist.
        <pb n="309" />
        — 267 — 
Von Kwai ist ein schöner, bis auf wenige schwie- 
rige Stellen fahrbarer Weg (40 km lang) bis Mombo 
in die Ebene geführt. An diesem liegt der neue 
Hauptort des Bezirks Westusambara, das spätere 
Bezirksamt in der Landschaft Rusotto. Der Bezirks- 
chef hat seinen Sitz von Masinde hierher verlegt, da 
hier oben in den Bergen und nicht unten in der 
unfruchtbaren Steppe der Mittelpunkt der Geschäfte 
liegt. Die Station ist sehr geschickt und zweckmäßig 
angelegt, der Hausbau ist noch im Stadium der Vor- 
bereitung, hat aber an den gleichen Anlagen in Kwai 
ein vortreffliches Muster. Der Bezirk wird fortan 
nicht mehr den Namen Masinde, sondern West- 
usambara führen. 
Als letzter interessanter Punkt dieser Landschaft 
wurde noch die von Herrn Illich angelegte Plantage 
Sakarre besucht. Der Platz, auf etwa 1300 m 
Meereshöhe, ist ganz vortrefflich gewählt, ein sehr 
großer Komplex besten Kaffeebodens mit mehreren 
durch die Pflanzung fließenden Gebirgsbächen ist mit 
verhältnißmäßig geringen Geldmitteln gerodet, be- 
pflanzt und mit bequemem Wegenetz versehen. Gegen- 
wärtig standen 160 000 einjährige Bänme im Felde, 
die trotz der Dürre ein gutes, gesundes Aussehen 
zeigen. Aus den Samenbeeten werden in der Regen- 
zeit weitere 150 000 verpflanzt, wozu alle Vorbe- 
reitungen getroffen sind. Die ganze Anlage macht 
einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck. 
Im Luengerathale besichtigte ich die Vermessungs- 
arbeiten des Premierlieutenants Ganßer, der dort 
unter den größten Schwierigkeiten und unter hartem 
Kampfe mit dem Sumpfklima einen 3100 m langen 
Erddamm aufführt, um eine Basis für die Ver- 
messung von Ost= und Westusambara zu schaffen. 
Zwei Europäer sind ihm gestorben, mehrere mußten 
abgelöst, andere ins Lazareth nach Tanga geschickt 
werden. Die sehr bedeutenden Erdarbeiten — der 
Damm ist am Südende 5 m hoch aufgeschüttet — 
werden auch während der Regenzeit fortgesetzt; Ende 
Mai soll die Basis fertig vermessen sein. Ich habe 
angeordnet, daß bis zum 1. Oktober d. Is. das 
Dreiecksnetz von Handei mit den Punkten 1. bis 
4. Ordnung vermessen sein soll. Alsdann wird die 
Herstellung der so dringend nöthigen Karte des 
Plantagengebietes eifrigst gefördert werden. 
An Missionsanstalten habe ich zu sehen bekommen: 
1. Die Missionen der schwarzen Väter in Bagamoyo, 
Mandera, Mhonda, Kilema und Kiboscho; 
2. die lutherischen Leipziger Missionen in Moschi, 
Mamba und Madschame; 
3. die evongelischen (unirten) Berliner Missionen 
in Bethel und Hohenfriedeberg in Westusambara. 
I1. Die katholischen Missionsanstalten im nördlichen 
Theil der Kolonie (kirchlicher Sprengel Nordsansibar) 
slehen jetzt unter dem thätigen Einfluß des Bischofs 
Allgeier. Derselbe ist geborener Elsässer, sein Be- 
streben ist, olle im deutschen Gebiet gelegenen Missions- 
anstalten mit Missionaren deutscher Abkunft zu be- 
  
setzen. Der Bischof weist seine Missionare an, die 
ihrer Obhut anvertrauten Kinder neben der Christen- 
lehre auch streng zur Arbeit zu erziehen und anzu- 
halten. Um jede katholische Missionsanstalt dehnen 
sich Frucht-, Gemüse= und Versuchsgärten aus, in 
denen außer den für den Tisch nothwendigen Kar- 
tosseln und Gemüsen auch Kaffee und andere wichtige 
Kulturpflanzen gezogen werden. In Kilema trinken 
die Missionare selbstgezogenen (Bourbon-) Kaffee; in 
Kiboscho hat Pater Rohmer ein wahres Kunstwerk 
von terrassirten Gartenanlagen geschaffen, deren Er- 
zeugnisse die höchste Anerkennung verdienen. 
Mandera und Mhonda sind durch dorthin ent- 
sandte Zöglinge des Mutterhauses Bagamoyo ge- 
gründet worden. Am Kilimandjaro scheint sich für 
die Mission ein dankbares Feld zu eröffnen, da die 
Wadschagga sich der neuen Lehre gern zuwenden 
und zahlreich zum Gottesdienst und zur Schule 
erscheinen. 
2. Neben der katholischen Mission wirkt am 
Kilimandjaro die lutherische Leipziger Missionsgesell- 
schaft in drei Stationen: Moschi, Mamba und Mad- 
schame. Bislang hat jede der hiesigen Anstalten eine 
ganze Landschaft für sich, und eine gegenseitige Stö- 
rung der beiden Konfessionen hat nicht stattgefunden. 
Auch die Herren dieser drei Stationen, die ich 
besucht habe, sind recht zufrieden mit ihren Erfolgen 
in kurzer Zeit. Die Frauen, die in keiner Anstalt 
fehlen, geben letzteren den Anstrich des behaglichen 
deutschen Pfarrhauses. Sie sorgen für die Pflege 
der Gärten und Kartoffelselder, während die Männer 
ihrem Missionsberufe als Verbreiter der christlichen 
Lehre obliegen. 
3. Von den Missionsstationen in Westusambara 
konnte ich nur Mtai (Bethel) und Mlalo (Hohen- 
friedeberg) besuchen. In ersterer ist es noch nicht 
gelungen, eine feste Gemeinde zu begründen, bei 
Hohenfriedeberg dagegen sind bereits zwei Christen- 
dörfer in der Nähe der Mission angesiedelt. Hier 
sind die Missionare mit dem Bau einer Kirche aus 
Luftziegeln beschäftigt. Dem Herrn Pastor Roehl 
in Mtai gebührt das Verdienst, durch den über sechs 
Stunden breiten Urwald zwischen Mtai und Mlalo 
einen guten Weg tracirt und durchgeschlagen zu haben. 
Ueber die Trappisten, die sich neuerdings in 
Gale im südlichen Usambara niedergelassen haben, 
ist noch nichts zu berichten, da sie bis jetzt dauernd 
mit schwerer Erkrankung zu kämpfen hatten und cine 
Thätigkeit noch nicht zu entwickeln vermochten. 
Die auf dieser Reise gesammelten Erfahrungen 
möchte ich folgendermaßen zusammenfassen: 
1. Die Entwickelung des ganzen Nordens der 
Kolonie hängt von der Fortführung der Tanga- 
Eisenbahn ins Innere ab. Erfolgt diese, so werden 
Westusambara, Südpare und das weitere Hinterland 
sofort sich der Kultur erschließen. 
2. Die Entwickelung Westusambaras ist so weit 
fortgeschritten, daß die dortigen Interessen die Ein- 
richtung eines Bezirksamts dringend erfordern.
        <pb n="310" />
        3. Der Forstschutz in den Waldungen West- 
usambaras und Südpares sowie die nothwendige 
Aufforstung anderer Gebiete erfordern die Anstellung 
von Forstbeamten. 
4. Der Wegebau ist in dem nördlichen Theile 
der Kolonie erfreulich gefördert. Die Straße von 
der Küste bis zum Kilimandjaro ist bis auf einzelne 
schwierige Stellen durchweg fahrbar. Die Einrich- 
tung der Rasthäuser bewährt sich, es soll in der 
Anlage solcher einfachen Unterkunftsräume fortge- 
fahren werden. 
5. Die Eingeborenen zeigen sich überall willig 
und fügsam. Sie werden in einzelnen Bezirken zum 
Wege= und Stationsbau, zu Kulturarbeiten rc. her- 
angezogen und lernen auf diese Weise andauernd 
arbeiten. 
— — — — — 
Ueberführung des Dampfers „Ulanga“. 
Nach telegraphischer Meldung des Keiserlichen 
Gouverneurs für Deutsch-Ostafrika ist der Fluß- 
dampfer „Ulanga“ unversehrt nach der Rufddji- 
mündung überführt worden. 
Die Schwefelquellen von Amboni. 
1. Allgemeine geologische Verhältnisse. 
Der Sigi durchfließt ähnlich wie sein Nachbarfluß 
Mkulumusi bis wenige Kilometer vor seiner Ein- 
mündung in die Tangabucht ein enges Erosionsthal, 
dessen 20 bis 40 m hoch ansteigende, ziemlich steile 
Hänge von unten bis oben aus horizontal oder fast 
horizontal gelagerten dicken Bänken eines weißlich- 
grauen spröden Kalksteins von theils dichter, theils 
großpisolithischer Beschaffenheit bestehen. Der Kalk, 
der nach Jäckel?) zur Oxfordstufe des Jura gehört, 
endigt östlich, dicht oberhalb des Dorfes Amboni, in 
einer quer gegen die Flußrichtung verlausenden Ge- 
ländestufe, jenseits deren nur sandige Lehme und 
lehmige Sande mit leicht welliger Oberfläche lagern. 
Der Sigi hat in diesen losen Bodenarten bei Amboni 
eine Thalweitung ausgearbeitet, in der zu beobachten 
ist, wie die Randstufe des Kalkes, von Trümmerblöcken 
überrollt, noch tief, bis unterhalb der heutigen Thal- 
sohle, unter die vorgelagerten Lehme 2c. hinabreicht. 
Aus der geneigten Lage der Trennungsfläche von 
Kalk und Lehm und dem reichlichen Vorkommen von 
Trümmerblöcken auf ihr läßt sich mit großer Wahr- 
scheinlichkeit entnehmen, daß die Randstufe des Kalkes 
nicht durch einen tektonischen Abbruch erzeugt ist, 
sondern einen alten Abrasionsrand aus der Zeit vor 
der Ablagerung der Lehme darstellt. 
Die Lehme müssen, nach anderen Aufschlüssen 
innerhalb ihres Verbreitungsgebietes längs der Küste 
und auf den vorgelagerten Inselu zu urtheilen, in 
jungtertiärer Zeit zur Ablagerung gekommen sein. 
–— — 
") Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 1893, S. 507. 
268 
  
Das Liegende des jurassischen Kalkes hat in dem 
Sigithale, soweit die Untersuchung ausgedehnt wurde, 
das ist bis etwa 3 km oberhalb Amboni, nirgends 
beobachtet werden können. Dagegen finden sich auf 
dem Strandwege von Tanga nach Amboni am 
Mkulumusi und einige hundert Meter südlich von 
ihm, in der von der Springfluth bespülten Strand- 
zone und an den angrenzenden Hängen des niedrigen 
Hügellandes Schichten, die ihrer Lage nach als 
Liegendes des Kalkes angesehen werden müssen. Sie 
bestehen aus petrographisch stark wechselnden Ab- 
lagerungen. Vorherrschend sind mehr oder weniger 
mergelige, graue bis gelbbraune Schieferthone, die 
einerseits in plastischen Thon, andererseits in festen, 
unreinen Kalk übergehen. Mehr untergeordnet finden 
sich Lagen von großen, an der Luft schalig zer- 
fallenden Septarien. Die Schichten liegen im All- 
gemeinen horizontal. Nur am rechten Ufer des 
Mkulumusi ist auf kürzerer Strecke ein Einfallen 
unter 10 bis 15° nach Osten wahrnehmbar. 
Lieder') will in den Schieferthonen „zahl- 
reiche Schwefelkies -Konkretionen“ gesehen haben. 
Wenn ich selbst jetzt auch nichts von solchen habe 
bemerken können, so will ich nach der Beschaffenheit 
der Schichten, dem Vorkommen eisenschüssiger Nester 
in manchen Lagen, doch nicht daran zweifeln, daß 
Lieder richtig beobachtet hat. Die in den Schichten 
enthaltenen Schweselkiese werden eben nur in frischen 
Aufschlüssen sichtbar sein, in der Berührung mit dem 
Sauerstoff der Luft (und mit Wasser) aber bald zu 
oxydischen Eisenverbindungen zerfallen. Die von 
Lieder aus den Schichten gesammelten Petrefakten 
sollen nach Futterer##) erweisen, daß es sich auch 
hier um Ablagerungen des Oxford handelt. 
Etwa 6 km nördlich von Amboni treten im 
Thale des Msimbasibaches alte, zur Karooformation 
gehörige Sandsteine und Schieferthone auf, die von 
hier an nordwärts das ganze Küstengebiet einnehmen, 
ohne daß von Juraschichten weiter etwas zu finden 
wäre. Die Grenze zwischen dem Jurakalk und den 
Sandsteinen ist oberflächlich nicht sichtbar. Sie wird 
von den jungtertiären Lehmen und Sanden überdeckt, 
welche bald nördlich vom Sigi auch die Randstufe 
des Kalkes völlig verhüllen. Nach Lage der Ver- 
hältnisse ist es kaum anders möglich, als daß die 
Grenze durch eine Verwerfung gebildet wird. 
Da sich zudem am rechten Ufer des Mkulumusi in 
den Schichten, die als Liegendes des Kalks gedeutet 
wurden, örtlich ein plötzlicher Uebergang aus hori- 
zontaler zu geneigter Lagerung findet, ist anzunehmen, 
daß die jurassischen Schichten hier wie anderwärts 
in Ostafrika von tektonischen Störungen betroffen 
worden sind, wobei es selbstverständlich nichts ver- 
schlägt, wenn im Besonderen das Vorhandensein der 
  
*) Vergl. Futterer, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 
1894, S. 17. 
*y) Ebenda S. 17.
        <pb n="311" />
        — 269 — 
Randstufe des Kalls auf Abrasionswirkung zurück- gerade dort zusammen, wo der Kallhang in scharfer 
geführt wird. Wendung aus der Flußrichtung nach Norden zu 
Mit der Annahme tektonischer Störungen stimmt umbiegt. Im Flußbette ist der Quellwasseraustritt 
die starke Zerklüftung überein, die der Kalk in den an dem weit verbreiteten Auftreten von Gasbläschen, 
Kaiser Wilhelm-Höhlen am Mkulumusi und in ähn= dem Geruch nach Schwefelwasserstoff und der Bil- 
lichen westlich und nordwestlich von Kiemoni be= dung von Schwefelhäufchen an der Wasseroberfläche 
kannten Höhlen zeigt. Die am Sigi vorhandenen zu erkennen. Die Erscheinungen sind um so deut- 
Ausschlüsse zeigen, daß die Kalkbänke auch hier, weiter licher wahrzunehmen, je tiefer die jeweilige Lage des 
nördlich, vielfach gebrochen und von Klüften durchsetzt Wasserspiegels ist. Am Fuße des linksseitigen Hanges 
sind. Mit solcher Zertrümmerung gewinnt treten die Quellen nicht aus horizontal anstehenden 
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das Kalkgebirge in hervorragender Weise Kalkbänken hervor wie am rechten User, sondern aus 
die Fähigkeit, Regenwasser schnell und mit einem Haufwerk von großen Trümmerblöcken, das 
geringen Verdunstungsverlusten in die Tiefe den ganzen Hang bis zu der etwa 32 m über dem 
eindringen und an geeigneten, tief gelegenen Flußspiegel gelegenen oberen Abhangskante hinauf 
Punkten der Erdoberfläche in Form starker bedeckt. Nach den Erfahrungen bei den bisher aus- 
Quellen wieder zu Tage treten zu lassen. geführten Erdarbeiten setzt das Trümmergebirge sich 
# auch in die Tiefe, unter den Flußwasserspiegel, sort. 
2. Lage, Eigenschaften und Ursprung der Es wird infolgedessen nicht möglich sein, eine Fassung 
Schwefelquellen. des Quellwassers in anstehendem Gebirge zu be- 
An der Stelle, wo der Sigi die in den Kalk= wirken. Die Trümmernatur des Gebirges bringt es 
schichten ausgearbeitete Thalenge verläßt, um in die mit sich, daß sich die Quellaustrittsstellen leicht ver- 
vor der Randstufe des Kalkes gelegene Weitung ein= legen, indem das fließende Wasser durch allmähliches 
  
zutreten, finden sich, theils im Flußbette, theils am # Fortspülen der mergelig= lehmigen Ausfüllungsmasse 
Juße der Kalkhänge, die Schwefelquellen, deren neue Wege zwischen den Kalkblöcken eröffnet, sobald 
Ausnuzung zu Badezwecken gegenwärtig in Frage steht. sich auf den bisherigen Wegen irgend ein künstlicher 
Eine einzelne Quelle (a der obenstehenden Skizze) oder natürlicher Widerstand bietet. 
tritt am rechten Ufer, etwa 150 m oberhalb der Rand- Die stärkste Quelle auf der linken Flußseite ist 
stufe aus einer dicht über Mittelwasser gelegenen die zu unterst gelegene bei b der Skizze. An ihrer 
Schichtfuge hervor. Alle übrigen Quellen, und hierunter Austrittsstelle schiebt sich bereits ein etwa 25 m 
die weitaus bedeutendsten, drängen sich am linken breiter Zwickel niedrigen, 2 bis 4 m hohen Vorlandes 
Flußufer in einer 50 bis 100 m langen Strecke zwischen das Flußbett und den Hang. Da die Quelle
        <pb n="312" />
        nicht nur die stärkste, sondern auch die am leichtesten 
zugängliche ist, kommt sie für die medizinische Aus- 
nutzung allein in Betracht. 
Die Quelle entspringt jetzt, nachdem man ihrem 
Ursprunge durch Aufdecken der Wasserwege nach- 
zugehen versucht hat, hart am Fuße des an dieser 
Stelle recht steilen Hanges. Das Wasser, dessen 
Menge am 25. November d. Is. auf etwa 2 chm 
in der Minute geschätzt wurde, fließt von der Aus- 
trittsstelle in tief eingeschnittener Rinne, mit etwa 
1,5 m Fall bei Mittelwasser, diagonal zum Flusse ab. 
Der Mittelwasserstand des Flusses ist nie auf 
längere Zeit beständig. Er steht unter dem Ein- 
flusse der Gezeiten und schwankt daher zweimal 
täglich auf und nieder, wobei jedoch kein Seewasser 
bis zu dem Quellengebiete hinaufdringt, sondern 
nur der auch in der Truockenzeit ziemlich kräftig 
bleibende Süßwasserstrom des Sigi durch Stau ge- 
hoben wird. Zur Zeit der Mondwechsel beträgt die 
Hebung etwa 2 m über Mittelwasser. Die Quell- 
austrittsstellen werden dann alle völlig unter 
Wasser gesetzt. Zu erheblich größeren Höhen soll 
der Fluß in der Regenzeit anschwellen. Nach den 
Angaben der Eingeborenen müßte die Hebung dann 
4 bis 5m betragen, und es würde damit ein großer 
Theil der bei Amboni gelegenen Thalsohle über- 
fluthet werden. 
Ueber die chemischen und physikalischen Eigen- 
schaften des Quellwassers hat Gouvernementsopotheker 
Giemsa Ende September d. Is., zum Theil an 
Ort und Stelle, Untersuchungen angestellt, deren 
Ergebnisse hier folgen: 
100 000 Theile des Mineralwassers enthielten 
Chlor 145,00 Theile 
Schwefelsäure S8#s# 8,10 
Kohlensäure CO2. 32,79 
Kalk Cal!). 29,20 
Magnesium Ilgl!. 10,22 = 
Kalium K 28,62 = 
Natrium Na 70,.32 
Ammoniak — 
Schweselwasserstoff, frei 0,792 — 
- gebunden 0.466 
  
325,628 Theile. 
Rückstand betrug bei 120° C. getrocknet 328,2 
Theile. 
Spez. Gewicht bei 27°" C. 1,0011. 
Gesammthärte nach B. u. B. 39,80 deutsche Grade. 
Temperatur des Quellwassers 35,7° C. 
Dr. Plehn hat die Quellentemperatur zu 37° C. 
bestimmt. Ich selbst hatte bei meinem Besuche kein 
Thermometer zur Hand. 
Es würde erwünscht und für die Beurtheilung 
des Ursprungs der Quellen wichtig sein, wenn die 
Temperatur der einzelnen Quellen durch längere 
Zeit (Trocken= und Regenzeit) fortlaufend beobachtet 
und daneben etwa eine wiederholte Ermittelung des 
  
270 — 
bei bestimmter Temperatur zu trocknenden Rück- 
standes vorgenommen werden könnte. Eine große 
Beständigkeit in der Beschaffenheit des Quellwassers 
würde auf einen Ursprung desselben in erheblicher 
Tiefe und die Zurücklegung weiter Wege unter Tage 
hinweisen. Starker Wechsel in der Beschaffenheit 
müßte zu den entgegengesetzten Schlüssen führen. 
Nach Lage der Verhältnisse erwarte ich nicht, 
daß die Eigenschaften des Quellwassers besonders 
beständig sein werden. Aller Voraussicht nach werden 
sie sich vielmehr als in hohem Grade vom Wechsel 
der Trocken= und Regenzeit abhängig erweisen. Diese 
Erwartung gründet sich auf die Annahme, daß die 
Quellen von Amboni den unmittelbaren Ab- 
fluß der in dem Gebiete des jurassischen 
Kalkes in weiter Ausdehnung niedergehenden 
Regenwassermengen darstellen. 
Der Kalk ist, wie oben ausgeführt wurde, für 
atmosphärische Niederschläge sehr aufnahmefähig. In 
den zahllosen Klüften, die ihn durchsetzen, können 
auch große Mengen von Wasser aufgespeichert werden, 
die bei schwachem Gefälle des Grundwasserspiegels 
in der Trockenzeit nur allmählich zum Abflusse 
kommen. Zudem wird der Kalk da, wo er nicht zu 
Tage liegt, von einem ebenfalls gut wasserdurchlässigen 
Gebirge, den sandigen Lehmen und lehmigen Sanden 
jungtertiäären Alters überdeckt. Diese Schichten 
dehnen sich landeinwärts weit über die Grenzen des 
Kalkes aus und mögen dem letzteren noch manche 
Wassermengen zuführen, die außerhalb seines eigenen 
Verbreitungsgebietes gefallen sind. 
Die in den Spaltenzügen des Kalkes gesammelten 
Wassermengen müssen das Bestreben haben, da in 
Form von Quellen zu Tage zu treten, wo die Ein- 
schnitte der Erdoberfläche den Kalk an besonders 
tief gelegenen Stellen treffen. Diese Forderung ist 
gerade für das Quellengebiet von Amboni erfüllt, 
wo der Kalk durch den Sigi bis zu so tiesem 
Niveau angeschnitten ist, wie dies in der weiten 
Umgebung sonst nirgends wieder vorkommt. 
Wollte man nach einem anderen Ursprunge des 
Quellwassers suchen, so müßte man annehmen, daß 
im Liegenden des Kalkes noch eine zweite Schichten- 
solge von einem Wasserdurchlässigkeitsgrade ähnlich 
demjenigen des Sigikalkes vorhanden sei (die dann 
ihre regelmäßigen Zuflüsse aber auch wieder irgend- 
wo von der Oberfläche her erhalten würde). Ich 
sehe keinen Grund ein, der irgendwie für diese An- 
nahme spräche. Die hypothetische zweite wasser- 
durchlässige Schichtenfolge ist bisher nirgends beob- 
achtet worden. Ganz ungeeignet für die Aufnahme 
großer Wassermengen und die Bildung starker 
OQuellen sind aber jedenfalls die Schichten aus dem 
Liegenden des Jurakalkes, die am Mkulumusi an- 
stehen. 
So wenig gerade die letzteren Schichten aber 
als Sammelbehälter für die Quellen zu betrachten 
sind, so wichtig dürften sie für die Herausbildung 
der Eigenschaften sein, die an den Amboniquellen
        <pb n="313" />
        geschätzt werden. Wenn die fraglichen Schichten, 
wie oben erwähnt wurde, in frischem Zustande in 
manchen Lagen einen Gehalt an Schwefelkies be- 
siten, so braucht es nur eines Aufrührens dieser 
Lagen durch das an Sauerstoff reiche Wasser der 
Kalkschichten, damit durch die alsdann eintretende 
Zersetzung des Schwefelkieses sowohl die Temperatur 
des Wassers erhöht, als auch Gehalt an Schwefel- 
wasserstoff erzeugt wird. Ich stelle mir vor, daß 
sich das Schwefelkies führende Liegende des Kalkes 
abseits vom Sigi in hinreichend hoher Lage befindet, 
um von den in den Spalten des Kalkes fließenden 
Wassern gefurcht und aufgewühlt zu werden. Da 
die Schichten des Liegenden großentheils plastische 
Beschaffenheit haben, kann man sich weiter vorstellen, 
daß die von dem Wasser gerissenen Furchen unter 
der Last des überlagernden Kalkes häufig wieder zu- 
gepreßt werden und daß damit immer wieder neue, 
noch schwefelkieshaltige Theile des Gebirges zur Auf- 
arbeitung durch das Wasser gelangen. 
3. Technische Maßnahmen zur Autzbar- 
machung der Quellen. 
Es wurde oben hervorgehoben, daß sich die 
Austrittsstellen der auf der linken Flußseite aus 
einem Trümmergebirge entspringenden Quellen leicht 
verlegen müssen, sobald der Abfluß auf den bisher 
benutzten Wasserwegen durch ein natürliches oder 
kinstliches Hinderniß erschwert wird. Diese Sach- 
lage macht es unmöglich, das Quellwasser durch 
ortliches Abfangen zu größerer Höhe aufzuspannen. 
Bei Ueberschreitung einer gewissen Druckhöhe würde 
sich das Wasser unfehlbar einen anderen Ausweg 
suchen. Die Aufspannung würde aber auch durch 
weit ausgedehnte Arbeiten nicht zu ermöglichen sein. 
Da das Ursprungsgebirge der Quellen, der Kalk, 
dem Wasser nach allen Richtungen freie Bahn giebt 
und in der langen gefällsschwachen Thalenge des 
Sigi zahllose Klüfte zum Flusse entsendet, würden 
die Arbeiten keinen — oder doch keinen nennens- 
werthen — Erfolg haben können, wenn sie sich nicht 
durch die ganze Thalenge des Flusses erstreckten. 
Wenn hiernach aber eine erhebliche Auf- 
spannung des Quellwassers unmöglich ist, so sollte 
auch der Versuch, das Wasser zu einer geringen 
Höhe, etwa zu 2 bis Zm, aufzuspannen, unterlassen 
werden. Bei anfänglichem Erfolge würde die Ge- 
fahr, daß sich das Wasser endlich doch einmal einen 
anderen Weg bahnte, sei es durch plötzlichen seitlichen 
Ausbruch oder durch allmähliche Verstärkung der 
Seitenquellen, stets bestehen bleiben. Es würden 
dann nicht allein die zur Fassung der Quelle auf- 
gewandten Kosten verloren sein, sondern es könnte 
sich der neue Quellaustritt auch so ungünstig ge- 
stalten, daß eine wiederholte Fassung der Ouelle 
ungleich größere Schwierigkeiten als unter den jetzigen 
Verhältnissen darbieten würde. 
Für die Benutzung der Quelle zu Badezwecken 
wäre es unter diesen Umständen das Einfachste, 
271 
nicht zu groß zu wählen sein. 
  
wenn unmittelbar vor der jetzigen Austrittsstelle der 
Hauptquelle ein Bassin ausgehoben würde, dessen 
Spiegel mit dem natürlichen Austrittsniveau des 
Wassers zusammenzufallen hätte. Bei Mittel= und 
Niedrigwasser des Flusses würde dieses Bassin stets 
benutzbar sein. Die gewöhnliche (Nipp-) Fluth würde 
seine Benutzung ebenfalls nicht beeinträchtigen. Nur 
die Hochfluthen zur Zeit der Mondwechsel und die 
Schwellungen des Flusses in der Regenzeit würden, 
erstere vorübergehend, letztere für längere Zeit, eine 
Benutzung unmöglich machen. 
Ich möchte glauben, daß das Bassin trotz dieser 
Uebelstände ausreichen würde, um zunächst der An- 
stellung von Versuchen über die Heilkraft der 
Quellen zu dienen. Durch Herstellung eines Flügel- 
dammes oberhalb des Bassins würde dasselbe gegen 
eine Ueberströmung durch das Flußwasser und bis 
zu gewissem Grade gegen Versandung zu schützen sein. 
Sollten die Versuche den erwarteten Erfolg 
haben (oder sollte es nach ärztlichem Gutachten von 
vornherein feststehen, daß dieser Erfolg nicht aus- 
bleiben könnte), so würde eine vollkommenere hoch- 
wasserfreie Anlage unter künstlicher Hebung 
des Quellwassers zu schaffen sein. 
Die Entnahme des zu hebenden Wassers würde 
zweckmäßig an der natürlichen Austrittsstelle der 
Hauptquelle, die zum Schutze gegen die Einwirkungen 
des Hochwassers überwölbt werden könnte, erfolgen. 
Eine Entnahme aus irgend welchen Stollen= oder 
Schachtanlagen würde nicht nur kostspielig, sondern 
im Erfolge auch weniger sicher sein. 
Die Hebung des Wassers würde zweckmäßig 
durch eine mit der Hand zu bewegende Pumpe (Saug- 
und Hub= oder vielleicht auch Centrifugalpumpe) 
geschehen. Nicht zu empfehlen wäre ein Wind- 
motor, der nur dann von Vortheil ist, wenn er 
jeden Windhauch ausnutzen kann, um „auf Vorrath= 
zu arbeiten, was sich hier behufs Vermeidung von 
Temperatur= und Schwefelwasserstoffverlusten ver- 
bietet. Die Saughöhe der Pumpe wird zweckmäßig 
Mit Vergrößerung 
der Saughöhe würde sich der auf dem Wasser 
lastende Atmosphärendruck vermindern. Dies könnte 
zu unerwünschten Verlusten an den gelösten Gasen 
führen und, infolge des Gasaustritts, auch den Nutz- 
effekt der Pumpen beeinträchtigen. 
Die Höhe der Badeanlage über dem Flusse 
würde nicht übermäßig hoch zu wählen sein. Jede 
Vergrößerung dieser Höhe würde sowohl einen 
größeren Arbeitsaufwand bei Hebung des Wassers 
als auch Temperaturverluste im Gefolge haben. Eine 
Höhe von 6 bis 8 m über Mittelwasser würde jeden- 
falls ausreichen, um die Anlage gegen Ueber- 
schwemmungsgefahren sicherzustellen. 
Ein Maßstab für die bei der Hebung zu leistende 
Arbeit mag aus der Angabe gewonnen werden, daß 
eine Pferdekraft, die gleich sechs Menschenkräften ge- 
rechnet zu werden pflegt, theoretisch im Stande ist, 
in der Sekunde 10 Liter Wasser auf 7,5 m Höhe zu
        <pb n="314" />
        — 272 — 
heben. Thatsächlich wird man danach annehmen 
können, daß sechs Arbeiter ausreichen werden, um 
die Hälfte jener Wassermenge, also 5 Liter in der 
Sekunde, 300 Liter in der Minute oder 18 chm in 
der Stunde, auf die angegebene Höhe zu befördern. 
Temperaturverluste des Wassers werden bei der 
Hebung nicht völlig zu vermeiden sein. Durch Iso- 
lirung der Druckröhren und anhaltendes Durch- 
pumpen von Wasser durch die Badeanlage vor der 
jedesmaligen Benutzung werden sie sich aber auf ein 
Mindestmaß bringen lassen. An der Zusammen- 
setzung des Wassers kann durch eine mäßige Ver- 
minderung der Temperatur übrigens nichts geändert 
werden, da das Wasser weder den Schwefelwasser- 
stoff noch eines der medizinisch wichtigen Salze bis 
zur Sättigung gelöst enthält. 
Zum Vergleiche hinsichtlich der Höhe der Tem- 
peratur diene noch, daß die als heilkräftig geschätzten 
Schwefelquellen von Heluan, die ich von hier) aus 
besucht habe, eine mittlere Austrittstemperatur von 
nur 31° C. besitzen.“7) 
gez. Bornhardt, Bergassessor. 
— — ÛDn7 — 
Ramerun. 
Expedition v. Carnap. 
Ueber seine Reise nach der Ostgrenze des Schutz- 
gebietes Kamerun berichtet Premierlieutenant v. Car- 
nap nach seiner Rückkehr über den Kongo nach 
Kamerun, wie folgt: 
Den fortwährenden Bitten der durch den Häupt- 
ling Ngila beunruhigten, diesseits des Sanaga woh- 
*) Der Bericht ist während der Heimreise von Aegypten 
aus erstattet. 
*) Eine Analyse des Quellwassers von Heluan ist in 
F. Engel: Die klimatischen Verhältnisse des Schwefel- 
bades und Kurortes Heluan, Wien 1881, Sonderabdruck 
aus der österreichischen Badezeitung, wie folgt, wieder- 
gegeben: 
Analyse von Professor Gastinal Bey, 1879 (zum 
zweiten Male) an Ort und Stelle ausgeführt. 
In 1 Liter Wasser sind enthalten: 
  
2 Schwefelwasserstoff. . cem 47 89 0,0731 
Kohlensäue 61 0,1200 
Stickstofe é".10 00126 
g 0,2057 
Chlorcaleimm 00,1880 
Chlormagnesinn 1,8105 
Chlornatri 3292 
Calciumcarbonat 0,8050 
Calciumsullast 0,2100 
ESilichn 00150 
Organische Bestandtheile 000015 
  
6,2300 
Einem Gehalt an Schwefelwasserstoff von 4 cem in 
Heluan steht nach derselben Quelle ein solcher von 42,6 cem 
in Herkuleobad, von 27,2 in Aix-les-Bains, von 3,90 cem 
in Aachen und von 2,56 cem in Baden bei Wien gegen- 
über. Dem Gesammtgewichtsgehalt der Amboniquellen an 
Schwefelwasserstoff von 7,92 + 4,66 = 12,58 mg im Liter 
würde nach dem hier für Heluan mitgetheilten Verhältniß 
von Gewichts= zu Volumengehalt ein solcher von 8,1 cem 
entsprechen. 
  
nenden, regierungsfreundlich gesinnten Stämme 
nachgebend, verließ ich am 4. September 1897 die 
Station Yaunde. Ich war nach bereits gemachten 
Erfahrungen überzeugt, daß ein wachsames Auge 
meinerseits Ngila von weiteren räuberischen Einfällen 
abhalten würde. 
Meine Anwesenheit war umsomehr angebracht, 
als es die Zeit der Farmarbeit war, bei der die 
Eingeborenen jede kriegerische Störung besonders 
empfinden. 
Am oberen Sanaga trafen von glaubwürdiger 
Seite Nachrichten ein, die, anscheinend durch Ver- 
schiebungen der nördlichen Völkerstämme veranlaßt, 
mich bewogen, nach Norden weiter zu gehen, um 
Zuverlässiges melden zu können. 
Nach Feststellung des Sachverhaltes in Yoko 
marschirte ich in südöstlicher Richtung, um nach 
Maunde zurückzukehren. Ich wählte einen neuen 
Weg, um einerseits unerforschtes Gebiet kennen zu 
lernen, andererseits den größten Kolamarkt Wutschaba 
zu besuchen. Es war mir ferner mitgetheilt worden, 
daß im Südosten ein Fluß vorhanden sei, dessen 
eventuelle Schiffbarkeit festzustellen für mich von 
Interesse sein mußte. 
Als mir in der Gegend Wutschabas, vier Tage 
südlich von Yoko, der Unteroffizier Staadt mit 
22 Soldaten, von Yaunde kommend, am 14. Oktober 
die Verfügung des Herrn Gouverneurs überbrachte, 
laut welcher ich versuchen sollte, „auf friedlichem 
Wege die Verbindung mit den Handelsfaktoreien 
in der Südostecke des deutschen Kamerungebietes 
herzustellen“, hielt ich mich für verpflichtet und be- 
rechtigt, sofort an die Lösung dieser Aufgabe heran- 
zugehen. Wohl hatte ich die Absicht, eine direkte 
Meldung von meinem Weitermarsch nach Yaunde zu 
senden, doch stand ich nach reiflicher Ueberlegung 
davon ab, da mir die von mir besuchten Volksstämme 
die genügende Sicherheit für eine Patrouille nicht 
zu geben vermochten. 
Von-Yaunde an war die Reise eine ungemein 
anstrengende, bis November täglich Regen, schlechte 
Wege, Urwald, Sumpfs, besonders die letzten Wochen 
durch das deutsche Südadamaua haben die Leute zu 
Gerippen werden lassen, und zwar trotz der vorzüg- 
lichsten Verpflegung. Die Schuld hieran trägt die 
Kälte, die selbst uns Europäer veranlaßte, Feuer 
während der ganzen Nacht und morgens bis 8 und 
9 Uhr in unseren Hütten zu unterhalten. Ich hatte 
immerhin aber noch einen günstigen Moment zur 
Ausführung der Reise getroffen. Wäre ich später 
marschirt, so wären die letzten Strecken, namentlich 
in dem wasserreichen Adamaua, einfach unpassirbar 
gewesen. Ich gestatte mir zu bemerken, daß ich nur 
durch unerforschtes deutsches Gebiet marschirt bin, 
um durch diese, endlich ins Werk gesetzte Reise einen 
möglichst ergiebigen Nutzen für die Kolonie zu erzielen. 
Daß mich das Geschick von Yoko nach Südost und 
dann den Sanaga aufwärts bis dicht nach Ngaundere 
geführt hat, lag in den hiesigen politischen Verhält-
        <pb n="315" />
        —— 
nissen und in meinem Auftrag, die Verbindung mög- 
lichst auf friedlichem Wege herzustellen. Ein direkter 
Weg Maunde — Dandungu nach Südosten ist mit 
solchen Schwierigkeiten verknüpft, daß ihre Ueber- 
windung größere Vorbereitungen bedürfen wird. An 
das Mwellegebiet schließt sich nach meinen Erkundi- 
gungen nach Osten ein ausgedehnter Urwald, der das 
Reservoir für den schwunghaften Elfenbeinhandel 
bildet, den die belgischen und holländischen Faktoreien 
am Sanga betreiben und in dem jagende Haussa 
und Fulla eifrig der Elefantenjagd nachgehen. 
Die Haussa-Handelskarawanen kommen von Norden 
über Yola und Ibi nach Tibati— Yoko —Wutschaba 
—MWenke, und von Osten aus CarnotGaza— Bertua, 
Delele, Wutschaba—Wenke, oder aus Bania und 
Bajanga—Bertua—Wutschaba. 
Nach 82 Tagen angestrengtester Zeit traf die 
Expedition am 25. November in Carnot am Mam- 
bere ein, die Leute durch die Kälte abgemagert und 
durch den Busch abgerissen. Nur die außerordentlich 
freundliche Aufnahme, welche der französische Admi- 
nistrator G. A. Blom in Carnot der Expedition 
zu Theil werden ließ, bewirkte es, daß die Expedition 
nach einer vierwöchentlichen Ruhe wieder leistungs- 
sähig war. Ich sandte die Unteroffiziere Staadt 
und Zampa mit dem größten Theil der Leute von 
Carnot über Wutschaba—Wenke nach Yaunde zurück, 
wo sie ohne Zwischenfall eingetroffen sind. Herr 
Blom gab von seiner Truppe einen Sergeanten und 
20 Mann zur sicheren Begleitung der Expedition bis 
zur Grenze (Bertua) mit. Sowohl auf französischem 
wie später auf belgischem Gebiete bin ich mit größtem 
Takt und kameradschaftlicher Liebenswürdigkeit von 
allen Seiten aufgenommen worden und habe ich 
Gelegenheit gefunden, mich bei den Herren Gouver= 
neuren des Congo belge und Congo frangais vor- 
zustellen und zu bedanken. 
Am 22. Dezember in Simu am Sanga, der 
Kameruner Südostecke, eingetroffen, habe ich den 
Häuptling Malengo über seine Stellung zum Kaiser- 
lichen Gouvernement aufgeklärt, ihm auf sein Gesuch 
hin einen Schutzbrief ausgestellt sowie eine Abschrift 
dieses dem französischen Agenten übergeben. In 
Gegenwart zweier weißer, der Landessprache mächtigen 
Zeugen hat der Häuptling Weisung erhalten, fremden 
Unternehmungen keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten,“ 
ihnen vielmehr Hülfe und Nahrung gegen landes- 
übliche Zahlung zu gewähren, was er auch zusagte. 
Ich habe ihm auch mitgetheilt, daß Landesverkäufe 
ohne Bestätigung des Kaiserlichen Gouvernements 
ungültig find; im Uebrigen sollte er seine Leute zum 
Plantagenbau heranziehen, damit den geradezu jämmer- 
lichen Verpflegungsverhältnissen möglichst vorgebeugt 
wird. Ich schalte hier ein, daß seitens meiner Expedition 
auf französischem Gebiet ohne ausdrückliche Geneh- 
migung des Administrators weder zum Zweck des 
Sammelns, noch aus einem anderen Grunde ein 
Schuß abgegeben worden ist, auch habe ich beim 
Generalgouverneur des Kongostaates die Genehmigung 
273 
  
nachgesucht, das Gebiet mit sechs bewaffneten Sol- 
daten passiren zu dürfen. 
Daß von hiesigen Faktoreien Tauschartikel bis 
ins Yaundegebiet kommen, scheint mir daraus her- 
vorzugehen, daß ich hier wie dort dieselben Waaren- 
etiketten gefunden habe, und nicht dringend genug ist 
den deutschen Firmen zu rathen, sich für den Hinter- 
landhandel mit guten Stoffen zu versehen, wie sie 
hier gewünscht werden. 
Schnaps wird nicht verkauft, hingegen Gewehre 
und Pulver in ungeheueren Quantitäten, und trotzdem 
klagen die Faktoreien über Waarenmangel, ein Be- 
weis, welche Massen Elfenbein ausgeführt werden. 
In Richtung Ost und Nordost ist „Wute“, Süd 
und Südost „Bonga“ die Handelssprache. Die 
Firmen beschäftigen Accraleute als Handwerker, Kru- 
boys als Arbeiter. 
Ueber Uesso, am Zusammenfluß des Ngoko und 
Sanga, begab ich mich mittelst holländischen Dampfers 
nach Ngoko, die Kanufahrt war zu Ende. 
In Uesso selbst sind zwei Faktoreien und nicht 
weit davon war früher ein französischer Posten. Die 
Verpflegungsverhältnisse sind jämmerlich, auch strotzen 
die Dörfer im ganzen Gebiet vor Schmutz. 
In Ngoko verhält sich unser Interesse, wie folgt: 
Die Faktoreien lagen in früheren Jahren auf dem 
linken Ufer, verlegten jedoch ihre Waarenlager auf 
das rechte, gezwungen durch die alle drei bis vier 
Jahre wiederkehrenden ganz bedeutenden Ueber- 
schwemmungen. Das Hauoptarbeitsfeld liegt augen- 
scheinlich auf deutschem Gebiet, was sich durch den 
zwischen dem 2. und 4. Breitengrad liegenden Urwald 
erklärt. Die Agenten begeben sich zu Handelszwecken 
in das deutsche Gebiet, Unterkunftsräume an dem 
von Norden in den Ngoko einfließenden Mbumba 
und dem von Westen kommenden Mschama befinden 
sich auf unzweifelhaft deutschem Gebiet. 
Die Socicté anonyme belge pour le Com- 
merce du Haut Congo hat in Ngoko nur ein 
größeres Waarenlager aus Bambus errichtet, wäh- 
rend die holländische Faktorei Wilhelmina aus zahl- 
reichen, massiven Gebäuden, eigenem Pulverhaus 2c. 
bestehen, die insgesammt einen sauberen, wohlhaben- 
den Eindruck machen. 
Der Flecken Ngoko liegt auf einer Insel, die 
Pflanzungen desselben aber auf dem linken Ufer. 
Der Fluß hat einen Tag stromauf Stromschnellen 
ist oberhalb dieser wiederum schiffbar. Für die an 
der Kamerunküste ansässigen Kaufleute wäre der 
Handel über Land nach hier zu weit, was den 
Kautschuk anbetrifft und wie weit sie den Elfenbein- 
handel an sich ziehen, hängt von ihnen selbst ab. 
Die Preise der Waaren sind enorm, Elfenbein ist 
dagegen sehr billig, 6 bis 7 Mk. pro Kilo. 
Die Erzeugung von Kautschuk, den ich in zwei 
Arten Bäumen und drei Sorten Lianen überall und 
in Mengen angetroffen habe, dürfte einen wesentlichen 
Ausschwung nehmen, sobald sich die Arbeiterverhält- 
nisse mehr klären. Der Transport dieses Artikels 
7’
        <pb n="316" />
        durch Träger, 50 bis 60 Pfund pro Last, ist im 
Verhältniß zur Masse zu theuer und für diesen Fall 
wäre eine Verbindung Ngoko—Sanga—Leopoldville— 
Matadi zu empfehlen und will sich nicht eine neue 
Gesellschaft bilden, was ein größeres Anlagekapital 
erfordert, so sollte deutsches Kapital entschieden An- 
schluß an eine bereits hier eingeführte Gesellschaft 
suchen. 
Wenn auch Elfenbein noch für Jahrzehnte hinaus 
in reicher Menge in den zwischen dem 2. und 4. Grad 
liegenden Waldungen vorhanden ist, so sollte man 
den Export des Kautschuk, der jetzt einen so guten 
Markt hat, nicht vernachlässigen. 
Konnte während der ganzen Expedition der Ge- 
sundheitszustand des Gesammtpersonals als nicht 
ungünstig bezeichnet werden, so war dieses am Schluß 
der Reise umsomehr der Fall. Trotz bester Ver- 
pflegung streikte mein ganzes Personal, und leider 
verlangten Fieber und Dysenterie noch mehrere Opfer. 
Planzung „Günther Soppo“, G. m. b. B. 
Unter diesem Namen ist die bisher seit Anfang 
1897 von Herrn Günther in Soppo am Kamerun- 
gebirge betriebene Pflanzung in ein Gesellschaftsunter- 
nehmen verwandelt. 
Die Pflanzung umfaßt 2000 ha Land, welches 
nach Prof. Dr. F. Wohltmann einen der besten 
Böden des Kamerungebietes enthält. 
Das Kapital beträgt 300 000 Mk. Gesellschafter 
sind die Herren Seine Durchlaucht Prinz Alfred 
zu Loewenstein, Dr. jur. M. Esser und M. 
Günther; der Letztere führt die Leitung wie bisher 
weiter. 
Es sollen 250 000 Kaffeebäume, wozu die höheren 
Hänge in Aussicht genommen sind, und 200 000 
Kakaobäume an den niederen Hängen gepflanzt werden. 
Bisher sind ungefähr 150 ha Land urbar ge- 
macht und bereits zum Theil mit Kaffee bepflanzt, 
mit der Aussaat von Kakaosamen ist ebenfalls bereits 
begonnen. (Tropenpflanzer.) 
Bericht über die Regierungsschule in Ramerun. 
Die Regierungsschule in Kamerun hat sich unter 
der Leitung des Lehrers Betz in erfreulicher Weise 
entwickelt. 
Nach einem Berichte des stellvertretenden Gou- 
verneurs, der am 18. März d. Is. eine eingehende 
Schulprüfung abhielt, waren die Leistungen, ins- 
besondere in der deutschen Sprache, außerordentlich 
befriedigend. 
Ueber den Besuch der Schule und den Lehrplan 
berichtet Lehrer Betz unter dem 17. März d. Is. 
aus Belldorf Folgendes: 
Die Zahl der Schüler beträgt 98. In der 
ersten Klasse sind 13 Knaben. Deutschen Unterricht 
  
274 — 
erhielt diese Abtheilung feit drei Jahren, täglich zwei 
Stunden. Im verflossenen Jahre kam zur Behandlung: 
in der deutschen Sprache: § 68 bis zum Schluß des 
Christallerschen Handbuches der deutschen Sprache. 
Umfangreiche Uebungen in der indirelten Rede. 
Zahlreiche Sätze aus der Umgangssprache. Münd- 
liche Wiedergabe von leichteren Erzählungen; 
im Rechnen: die Schlußrechnung; 
in der Geographie: alle Erdtheile; im Besonderen 
Europa und Deutschland; 
im Singen: zwei= und dreistimmige Lieder. 
In der zweiten Klasse sind 20 Schüler, die seit 
1¼ Jahren deutschen Unterricht genießen. Der täg- 
liche Unterricht beträgt zwei Stunden. Zur Be- 
handlung kam: 
in der deutschen Sprache: §§ 1 bis 46 der Sprach- 
lehre von Christaller. Sätze aus der Umgangs- 
sprache. Etwas Anschauungsunterricht (Thiere); 
im Lesen: deutsche Fibel bis Nr. 26; 
im Rechnen: die vier Spezies; 
im Singen: dasselbe wie bei Klasse 1. 
Die dritte Klasse hat 21 Schüler. Diese haben 
seit drei Monaten deutschen Unterricht, täglich 1½ 
Stunden. Im Deutschen wurden durchgenommen: 
§8 1 bis 11 des „Handbuches“. Mit dem An- 
schauungsunterricht (in deutscher Sprache) wurde 
vor einigen Tagen begonnen; 
im Lesen: deutsche Fibel bis Nr. 4; 
im Rechnen: Zusammenzählen, Abziehen; das kleine 
Einmaleins. 
In der vierten Klasse sind 44 Schüler, welche 
seit 3/4 Jahren die Schule besuchen. Der tägliche 
Unterricht beträgt 1½ Stunden. Unterricht wird 
dem Lehrplan gemäß in der Dualasprache ertheilt. 
Behandelt wurde die Duala-Fibel bis Nr. 20. 
Rechnen im Zahlenraum 1 bis 20 ist seit einigen 
Tagen in deutscher Sprache begonnen worden. 
— 
Deutsch-Südwellkafrika. 
Farmengründung. 
Diie Barmer Mission steht in Unterhandlungen, 
um eine größere Strecke Landes in Deutsch-Südwest- 
afrika zu pachten oder zu kaufen, die in kleine Farmen 
eingetheilt werden soll. Auf diesen Farmen sollen 
Brunnen gebohrt und kleine Bewässerungsanlagen 
geschaffen werden und damit sollen Ansiedlerkolonien 
speziell aus Eingeborenen begründet werden. Geplant 
sind diese Anlagen zunächst in dem Bezirke Gibeon. 
Die Barmer Mission sendet für diese Eingeborenen- 
Ansiedelungen den Missionsingenicur W. Borchardt- 
Ott, einen kenntnißreichen und vielgereisten Mann, 
hinaus. Sein Name dürfte Manchem erinnerlich 
sein, der an die Expeditionen nach Somaliland (in 
Nordostafrika) zurückdenkt. An einer italienischen
        <pb n="317" />
        Expedition in das Land der Somali betheiligte 
sich auch Borchardt = Ott. Sie scheiterte, denn 
wegen Krankheiten und infolge von Ueberfällen 
der Wilden mußte die Karawane, die mit 
140 Mann und 70 Kameelen ausgezogen war, un- 
verrichteter Sache nach der Küste zurückkehren, nach- 
dem 105 Mann und fast sämmtliche Lastthiere in 
Verlust gerathen waren. Gelegentlich eines Ueber- 
solles der Somali gerieth Borchardt in Gefangenschaft 
und schmachtete bei den Wilden, die selten einen 
Weißen am Leben lassen, gegen sieben Wochen in 
steter Todesgefahr. Da traf durch eine ganz wunder- 
bar Fügung in entgegengesetzter Richtung eine Ex- 
pedition ein und befreite Borchardt, der sich, und 
den andererseits seine Freunde schon längst auf- 
gegeben hatten. 
Herr Missionsingenieur W. Borchardt-Ott wird 
sich noch im April auf die Reise nach Kapstadt be- 
geben. Dort wird er etwa einen Monat verweilen 
und die Anlagen der Kapkoloniefarmen besichtigen, 
dann nach Walfischbai fahren, von da ins Innere 
bis Otyimbingue zu reisen. In Otyimbingue wird 
er sich einstweilen niederlassen, um bis zur Erledi- 
gung der vorerwähnten Landerwerbsverhandlungen 
die Farmpläne vorzubereiten und entsprechende Ver- 
suche dort anzustellen. Herr Borchardt wird daneben 
an seiner neuen Wirkungsstätte auch meteorologische 
Beobachtungen im amtlichen Auftrage machen. 
(Afrika-Post.) 
Gewinnung von Crinkwasser in Lüderitzbucht. 
Der „Afrika-Post“ wird aus Lüderitzbucht Fol- 
gendes geschrieben: 
Um dem Trinkwassermangel in Lüderitzbucht ab- 
zuhelfen, hat bekanntlich die Deutsche Kolonialgesell- 
schaft für Südwestafrika einen Condenser aufgestellt. 
Dieser bewältigt die bisher ungenügende Gewinnung 
von Trinkwasser aus Seewasser für Mensch und 
Vieh ziemlich ausgiebig, indem er jede Stunde einen 
Kubikmeter trinkbares Wasser liesert. Ein Kubikmeter 
Wasser genügt, um das Gespann eines Ochsenwagens, 
das heißt 20 Ochsen, zu tränken; die Vergütung für 
eine solche Ochsentränke beträgt 20 Mk. Dem Nutzen 
entprechend ist das für hiesige Verhältnisse kein über- 
mößiger Preis, denn mit dieser Trinkwasserlieferung 
ist in Lüderitzbucht einem von Anbeginn schwer 
empfundenen Uebelstande Abhülfe geschaffen worden. 
Früher mußten die Ochsen, die von Kubub kamen, 
meist ungetränkt den Rückweg von Lüderitzbucht an- 
treten, und viele der armen Thiere krepirten infolge- 
dessen auf diesem Rückwege. Die Leistungsfähigkeit 
des Condensers hat schon ein Ereigniß hervorgebracht, 
das vordem beinahe zu den Unmöglichkeiten gehörte: 
Kürzlich ist die erste Pferdekarre aus dem Innern 
hier angelangt. Wer früher nicht seine Pferde ris- 
kiren wollte — bei längerem Dursten gehen diese 
unfehlbar ein —, der wagte keine Fahrt mit Pferden 
über den wasserlosen Gürtel. 
275 
  
RAus dem Berriche der Wisstonen und 
der Ankishlaverei-Bewegung. 
„Documents relatifs à la répression de la 
traité des eschaves publiés en exé]cution des 
articles LXXXI et suivants de l’acte général 
de Bruxelles“ (1897). (Vergleiche Kolonialblatt 
1897,. S. 573.) 
Die vorliegende Sammlung enthält folgende 
Mittheilungen: 
1. In Bezug auf Waffen und Schießbedarf: 
Deutschland. Kamerun. Die Verordnung 
vom 30. September 1897 ist abgedruckt (vergl. Kol. 
Blatt 1897, S. 687); desgleichen für Südwest- 
afrika die Verordnung vom 29. März 1897 (vergl. 
Kol. Blatt 1897, S. 566). 
Der Kongostaat giebt eine statistische Nach- 
weisung über im Jahre 1897 eingeführte Feuerwaffen 
und Munition. 
England. Statistische Nachweisungen über den 
Handel mit Waffen und Munition in den Gebieten 
Gambia, Sierra Leone, Goldküste, Niger-Protektorat. 
2. Betreffend die Frage der Aufhebung der 
Sklaverei: 
England. Auf Seite 174 bis 199 wird im 
Anschluß an die vorjährigen Veröffentlichungen die 
Weiterentwickelung der Sklavenfrage auf Sansibar 
und Pemba mitgetheilt, abschließend mit dem dies- 
bezüglichen Erlaß des Sultans vom 3. April 1897 
(vergl. Kol. Blatt 1897, S. 492). Eine entsprechende 
Verordnung ist für Britisch-Ostafrika ergangen. 
Von Interesse dürfte die vom Foreign Office dem 
Generalkonsul Hardinge vor Erlaß dieser Verord- 
nung ertheilte Instruktion sein (S. 174). 
3. Betreffend Sklavenbefreiungen und Sklaven- 
handel zur Sec und zu Lande: 
Deutschland. Ostafrika. Fortsetzung des 
statistischen Nachweises der seit 1895 ertheilten Frei- 
briefe. Die Zahl ist seit dem Vorjahre von 1887 
auf 2766 gestiegen. Außerdem werden weitere acht 
Bestrafungen wegen Sklavenraubes oder Verschiffung 
von Sklaven über See mitgetheilt. 
England. Ein Bericht des Oberstkommandiren= 
den der Flottenstation des Kaps der guten Hoffnung 
theilt mit, daß im Jahre 1896 mehrere Dhaus an 
der ostafrikanischen Küste von der englischen Marine 
beschlagnahmt und eine große Zahl von Sklaven 
befreit wurden (Zahlen sind nicht angegeben). Aus 
dem Jahre 1897 ist eine Entscheidung des Konsular- 
gerichts über Beschlagnahme einer Dhau und Be- 
freiung eines Sklaven abgedruckt. Schließlich findet 
sich noch eine Zusammenstellung der in der zeit vom 
14. Februar 1895 bis 23. Juli 1897 wegen Sklaven- 
handels in Sansibar ergangenen Entscheidungen 
(S. 174). 6 
Kongostaat. Ein Erlaß ordnet schärferes Vor- 
gehen gegen die Laster der Menschenfresserei, Men- 
schenopfer und der sogenannten Giftprobe an.
        <pb n="318" />
        — 276 — 
Die Türkei theilt die Befreiung von 14 Sklaven 
in Konstantinopel und 71 in Hodeida mit. 
4. Betreffend Einschränkung des Spirituosen= 
handels: 
Deutschland giebt eine Zusammenstellung der 
in Ostafrika ertheilten Schankkonzessionen (1895 30, 
1896 27) und der wegen Schankkontraventionen er- 
folgten Bestrafungen (1895 6, 1896 1). 
Im Kongostaat ist eine Verordnung über Ein- 
fuhr von Spirituosen in die Verbotszone ergangen. 
Die statistische Nachweisung über die Gesammteinfuhr 
ergiebt für 1897 1 133 241 Liter. 
England veröffentlicht auf Seiten 32 bis 168 
ein umfangreiches Material über die Spirituosen= 
einfuhr in Westafrika, unter Berücksichtigung der 
eigenen wie der benachbarten fremden Kolonien. Aus 
den statistischen Zusammenstellungen ergiebt sich für 
die letzten Jahre die Menge und der Werth der 
eingeführten Spirituosen, ihr Verhältniß zum Ge- 
sammthandel, ihre Herkunft und der in den einzelnen 
Kolonien zu entrichtende Eingangszoll. 
Durch Verordnung für das Protektorat San- 
sibar ist die Einfuhr von Spirituosen mit Ausnahme 
der für die nichteingeborene Bevölkerung bestimmten 
Getränke verboten worden. Die gleiche Berordnung 
ist für Britisch-Ostafrika erlassen. 
5. In Betreff des internationalen mari- 
timen Büreaus zu Sansibar ist zu erwähnen, daß 
zum Vorsitzenden für 1897 der deutsche Konsul 
Freiherr v. Rechenberg gewählt worden ist. Im 
Uebrigen enthält der Jahresbericht Mittheilungen 
bezüglich der Ueberwachung des Dharwverkehrs, der 
Bestrafung von Sklavenhandel und der Befreiung 
von Sklaven. 
Von Interesse dürfte noch eine von dem Vor- 
sitzenden abgegebene Erklärung bezüglich der in 
Deutsch-Ostafrika geltenden Grundsätze, betreffend 
die Sklaverei, sein (S. 217). Danach darf: 
1. Der Herr Ehegatten voneinander und Kinder 
von ihren Eltern nicht trennen. 
2. Wer seinen Sklaven mißhandelt, geht desselben 
verlustig. 
3. Der Herr muß im Alter oder bei Krankheit 
seinen Sklaven unterhalten und pflegen. 
1. Ein Verkauf des Sklaven ohne seine Zustimmung 
ist verboten. 
5. Der Sklave kann sich freikaufen. 
6. Der Sklave kann an bestimmten Tagen für sich 
selbst arbeiten, erwirbt den Ertrag dieser Arbeit 
für sich selbst und kann ihn dazu verwenden, 
sich freizukaufen. 
I. J. van der Burgt, Superior von St. An- 
tonius in Urundi, Usumbura-Usige (Tanganyikasee), 
schreibt an die Leitung von „Kreuz und Schwert“ 
unter dem 7. Dezember v. Js. Folgendes: 
Abermals hat unsere St. Antoniusmission cine 
Reihe stürmischer Tage zu bestehen gehabt. Wie Sie 
— — 
  
wissen, hat unter den Soldaten der Kongo-Expedition 
des belgischen Majors Dhanis ein Aufstand statt- 
gefunden. Die Menterer hatten bekanntlich etwa 30 
ihrer Offiziere ermordet und fast sämmtliche Gewehre, 
6000 an der Zahl, nebst einer Million Patronen in 
ihre Gewalt gebracht. Schon seit geraumer Zeit 
hatte man nichts mehr von dieser Empörerhorde 
gehört. 
Anfang November wollten nun die Belgier ihre 
verlassenen Stationen am Kiwusee in Ruanda wieder 
besetzen. Auf dem Wege aber dorthin, drei Tage- 
reisen von hier entfernt, stießen sic plötzlich auf die 
Rebellen, die im Begriff waren, nach Süden zu 
marschiren. Um das Unglück der Belgier voll zu 
machen, empörten sich bei ihrem Anblicke auch die 
100 Soldaten der neuen, zweiten Expedition, sticßen 
zu den ersteren, nicht ohne den Hauptmann Dubois 
getödtet zu haben, während Hauptmann Jelemont 
und der Unteroffizier Sandrart sich nur mit Mühe 
nach Unira retten konnten; von hier mußten dann 
die beiden mit dem Lieutenant Esch auf einer Piroge 
weiter flüchten und landeten in Mtowa. Die Auf- 
rührer, deren Zahl auf mehrere Tausend geschätzt 
wird, verfolgten sie lebhaft und lagerten am 19. No- 
vember schon bei Kinani, einem Warundihäuptling 
jenseits des Russissiflusses, drei Tagereisen von hier. 
Am 23. sandte der Anführer der Bande, ein 
schwarzer Sergeant, einen Elefantenzahn an Sergeant 
Ullmann in Usige, damit dieser ihn gegen Stoff 
eintausche. Natürlich war er gezwungen, ihn zurück- 
zuweisen, und auch wir mußten antworten, daß 
Missionare keinen Handel treiben. Andererseits aber 
konnte es Herrn Ullmann und uns nicht verhohlen 
bleiben, daß, sobald wir den Zahn zurücksandten, die 
Aufrührer erbittert würden und mit Gewalt sich das 
zu verschaffen suchten, wos sie in Güte nicht hatten 
erlangen können. Da kam mir ein guter Gedanke, 
der zugleich einen Ausweg bot: Ich schlug vor, 
Sklaven gegen Stoffe auszutauschen, da es ja eine 
That hoher Nächstenliebe war, armen Gefangenen dic 
Freiheit wiederzugeben. Wir hatten nämlich in Er- 
fahrung gebracht, daß sie von Ruanda her eine Un- 
masse Sklaven mit sich führten. Wir übersandten 
ihnen zwei Ballen Stoffe, und jenc Schurken waren 
überaus froh, sich für einige Meter Tuch einer An- 
zahl Kinder entledigen zu können, die ohnedies auf 
dem Weitermarsche gestorben wären. So kam am 
30. November eine erste Sendung von 17 kleinen 
Kindern bei uns an, und am 3. Dezember ein zweiter 
Zug von 21, so daß wir im Ganzen 38 erhielten, 
sämmtlich aus Ruanda. Ihr Alter ging nicht über 
fünf Jahre hinaus; von den 38 sind 11 Knaben 
und 27 Mädchen. 
Die Empörer sind seitdem südlich nach Mtowa 
weitergezogen. In fünf Banden getheilt, marschiren 
die einen längs des Tanganyika, die anderen halten 
sich in den Bergen und haben ihre Richtung nach 
Kobambao, Kassongo und Nyangwe genommen.
        <pb n="319" />
        Dhanis und Lothaire konnten mit den Arabern 
und ihren Flinten fertig werden, aber jetzt haben sie 
es mit Tausenden von Hinterladern zu thun. Die 
Station der Belgier haben die Aufrührer nicht ver- 
brannt, wohl aber geplündert und zerstört. Viel- 
leicht haben sie vor, dahin zurückzukehren und sich 
dort festzusetzen. Sie haben erklärt, nichts gegen 
das deutsche Gebiet zu unternehmen; ihr Häuptling 
hat sogar acht Elefantenzähne geschickt, um sie gegen 
Stoff auszutauschen. 
Sie werden es nur zu begreiflich finden, daß 
Herr Ullmann und wir sofort den Führer der Sta- 
tion von Udjidfi, Herrn Premierlientenant v. Grauert, 
von dem Vorgefallenen in Kenntniß gesetzt hatten. 
Volle Anerkennung und Bewunderung verdient dessen 
thatkräftiges, schnelles Eingreifen, seine wackere Hülfe- 
leistung uns gegenüber sowie sein wirksamer Schutz 
der deutschen Grenze. Am Sonntag, den 28., waren 
unsere Briese in Udjidji um 12 Uhr mittags ange- 
kommen. Sogleich ward die Station alarmirt, die 
Patronen wurden vertheilt, und am 29. in aller 
Frühe brach die ganze Kompagnie auf. Heute 
Morgen, am 7. Dezember, ist sie hier in Usumbura 
angekommen. In nur acht Tagen haben die tapferen 
Krieger den weiten Weg zurückgelegt, trotz des durch 
den langen Regen aufgeweichten schlechten Bodens, 
oder der unwegsamen Gebirge, die sich an manchen 
Stellen am Tanganyika hinziehen. So haben wir 
denn jetzt 100 Soldaten nebst mehreren Schnell- 
feuerkononen. So können wir uns nun auch wieder 
nachts ruhig zu Bette legen — dank der Thatkraft 
dieser tapferen deutschen Offiziere. 
Herr Lieutenant v. Grauert hat sich entschlossen, 
so lange hier zu bleiben, bis Genaueres über die 
Rebellen bekannt ist. Herr Sergeant Ullmann ist 
krankheitshalber durch den Lieutenant Kramer er- 
setzt worden. Usumbura ist also Offiziersstation ge- 
worden und ihre Besatzung beläuft sich nunmehr 
auf 25 Mann. 
Unsere Gesundheit war bisher stets ausgezcichnet, 
und unsere Mission zeitigt immer herrlichere Früchte. 
Wir haben zur Zeit mit den Dienern 93 Kinder. 
Wie der Church Missionary Intelligencer be- 
richtet, sind der Rev. D. J. Rees nebst Gattin und 
Fräulein S. R. Spriggs von der Church Missionary 
Society auf der Station Mamboia und Rev. E. H. 
Fincher auf der Station Kisokwe eingetroffen. 
Beide Orte liegen in der Landschaft Usagara. (Vergl. 
Kol. Bl. vom 1. März S. 115 f.) 
— 
Dem „Afrika-Boten“ zufolge ist F. Thuet von 
der Gesellschaft der Weißen Väter in seiner Missions- 
stotion zu Ururi am 29. November v. Is. am Fieber 
derstorben. 
Wie das „Evangelische Missionsmagazin“ be- 
richtet, hat die Rheinische Mission im Ovambolande 
  
277 — 
(Deutsch-Südwestafrika) die vier Evangelien und ein 
Wörterbuch in die Landessprache (Oschikuanjama) 
übersetzt und im Druck verbreitet. Jetzt soll die 
biblische Geschichte an die Neihe kommen. 
  
Aus fremden MKolonien. 
Die Eingeborenen-Unruhen in Betschnanaland. 
Von Seiten der englischen Regierung ist im März 
dem Parlament eine Korrespondenz über die Einge- 
borenen-Unruhen in Betschuanaland vorgelegt worden. 
Die Unruhen selbst werden darin nur gelegentlich 
gestreift, dagegen die durch die Unruhen erforderlich 
gewordenen Maßnahmen aktenmäßig klargelegt. 
Zum leichteren Verständniß mag kurz erwähnt 
werden, daß in den letzten Tagen des Jahres 1896 
in Betschuanaland im Anschluß an die Maßregeln 
zur Unterdrückung der Rinderpest ein kleinerer Auf- 
stand ausbrach, der sich bis zum August 1897 hinzog 
und mit der Ergebung der in den sogenannten 
Langbergen belagerten Eingeborenen — etwa 3800 
— endigte. 
Zur Bestrafung der Aufständischen wurde von 
Seiten des Kapministeriums zunächst die Einziehung 
der denselben durch die „Bechuanaland Annexation 
Act“ von 1895 zugetheilten Landreserven als Kron- 
land ins Auge gefaßt. Das Colonial Office erklärte 
sich damit einverstanden, in der Annahme, daß die 
Eingeborenen durch den Aufstand ihrer Rechte ver- 
lustig gegangen seien, und daß die Einziehung den 
heilsamsten Eindruck auf die übrigen Betschuanas 
machen werde. Diese Einziehung wurde durch die 
„Bechuanaland Native Reserves Bill 1897“ unter 
namentlicher Aufführung der betreffenden Reserven 
ausgesprochen. 
Den weiteren Plänen des Kapministeriums, bei 
dieser Gelegenheit auch die zerstreut liegenden klei- 
neren Reserven der ruhig gebliebenen Eingeborenen 
zur besseren Beaufsichtigung zusammenzulegen und 
gleichzeitig den Häuptlingen die ihnen belassenen 
Machtbefugnisse über ihre Stammesangehörigen zu 
entziehen, trat das Colonial Office nicht bei, da 
kein Grund vorliege, allgemein die den Eingeborenen 
durch die Annexation Act zugebilligten Rechte aufzu- 
heben oder zu kürzen. 
Die weitere Frage war, was mit den nach Kuru- 
man gebrachten 3800 Gefangenen — Männer, Frauen 
und Kinder — zu geschehen habe. Den Führern 
des Aufstandes und den sonst besonders Belasteten 
wurde der Prozeß gemacht. Ein Theil, etwa die 
Hälfte, Frauen, Kinder, alte Leute und einzelne jün- 
gere Leute, welche sich nachweislich nicht aktiv am 
Aufstand betheiligt hatten, wurden freigelassen, der 
Rest, einschließlich der zugehörigen Frauen und Kinder, 
gegen 1900, mußte sich zu fünfjähriger Zwangsarbeit 
in den westlichen Theilen der Kapkolonie verpflichten.
        <pb n="320" />
        — 
Gegen letztere Maßregel wandte sich die Abori- 
gines Protection Society sowie ein Frauenkomitee in 
Kapstadt mit dem Vorwurf, daß dies die Einführung 
einer versteckten Sklaverei bedeute. Das Colonial 
Office lehnte jedoch ein Eingehen auf die Frage unter 
Verweisung auf den Rechtsweg ab. Die diesbezüg- 
lichen Verhandlungen dürften wenig Interesse bieten, 
umsomehr die Durchführung der fraglichen Maß- 
regel selbst. 
Die nachweisbar am Ausstand aktiv betheiligten 
Gefangenen ganz ohne Strafe zu lassen, erschien nicht 
angezeigt, eine gerichtliche Verfolgung und Verurthei! 
lung aber zu umständlich. Es wurde deshalb jedem 
Erwachsenen die Frage vorgelegt, ob er damit ein- 
verstanden sei, anstatt sich dem gerichtlichen Verfahren 
zu unterziehen, sich zu einer fünfjährigen Arbeit bei 
Kolonisten im westlichen Theil der Kolonie bei Kap- 
stadt zu verpflichten. Dabei wurde freie Kost und 
Wohnung sowie ein Monatslohn von 10 Schilling 
versprochen. Die Eingeborenen erklärten sich mit 
wenigen Ausnahmen dazu bereit, umsomehr, da sie 
durch den Aufstand, die Einziehung des Landes und 
die Rinderpest ihre sämmtlichen Existenzmittel verloren 
hatten. Aus demselben Grunde waren auch fast alle 
Angehörigen der Schuldigen bereit, sich in das gleiche 
Dienstverhältniß zu begeben. Es baten sogar Einzelne, 
deren Freilassung gar nichts im Wege stand, darum, 
gleichfalls sich anschließen zu dürfen. 
Demgemäß wurden die Eingeborenen nach Kavp- 
stadt gebracht und unter Berücksichtigung der Familien- 
zusammengehörigkeit an Farmer auf fünf Jahre ver- 
miethet. Der Kontrakt wurde dreifach ausgefertigt, 
einer für den Farmer, einer für den Eingeborenen 
und einer für die Obrigkeit. Der Erwachsene hatte 
zu bekommen 10 Schilling, die Frau 7 Schilling 
6 Pence und arbeitsfähige Kinder 5 Schilling im 
Monat, außerdem Kost und Unterkunst. Im Falle 
von Beschwerden stand es jedem Theil frei, sich an 
das Gericht zu wenden. 
In einzelnen Fällen kom es auch thatsächlich zu 
einem Anrufen der Gerichte, und wurden einzelne 
Farmer bestraft, während die Eingeborenen ander- 
weitig untergebracht wurden. In weitaus den meisten 
Fällen herrschte jedoch zwischen beiden Theilen das 
beste Verhältniß, und ergab auch eine amtliche Visi- 
tation nach drei Monaten nur ganz geringe Anstände. 
Die Eingeborenen schienen mit ihrem Loos sehr zu- 
frieden, und es wurde allgemein angenommen, daß 
die wenigsten nach Ablauf der fünf Jahre in ihre 
frühere Heimath zurückkehren würden, umsomehr, da 
die Lage der in der Heimath Verbliebenen infolge 
des Aufstandes und der Rinderpest eine äußerst harte 
geworden war. 
Soweit sich daher bis jetzt übersehen läßt, scheint 
das etwas gewaltsame und formell auch vielleicht 
nicht ganz einwandfreie Experiment völlig geglückt, 
und dürften die Einwendungen der Aborigines Pro- 
tection Society durch die thatsächlich günstige Lage 
der Eingeborenen entkräftet werden. 
278 
  
FSunluland. 
Von Seiten der englischen Regierung ist dem 
Parlament im März ein Blaubuch, betreffend das 
Zululand, vorgelegt worden. In demselben werden 
zwei Fragen behandelt: Die Rückkehr Dinizulus 
und die Einverleibung von Zululand und Amatonga- 
land in die Kolonie Natal. 
Schon im Jahre 1895 hatte die englische Re- 
gierung sich entschlossen, Dinizulu und seinen beiden 
Onkeln, die bis dahin auf St. Helena internirt waren, 
die Rückkehr in die Heimath zu gestatten. Sie stieß 
jedoch dabei auf den Widerspruch Natals, da es dort 
für nicht angezeigt gehalten wurde, vor einer defini- 
tiven Regelung der Verhältnisse, das heißt Einver- 
leibung von Zululand in Natal, die Rückkehr zu 
gestatten. 
Die Verhandlungen über Letzteres zogen sich noch 
länger hin, so daß auch die Rückkehr Dinizulus von 
Termin zu Termin aufgeschoben wurde. Schließlich 
war aber eine Einigung erzielt über die Bedingungen, 
unter denen Zululand seine Eigenschaft als Kron- 
kolonie verlieren sollte, und mit dem 30. Dezember 
1897 auf Grund der „Zululand Annexation Act 
1897“ gingen Zululand und Amatongaland in Natal 
auf. Dementsprechend erfolgte am 5. Januar d. Is. 
die Rückkehr Dinizulus. 
Dinizulu wurde jedoch keineswegs als oberster 
Häuptling der Zulus wiedereingesetzt, er erhielt viel- 
mehr einen bestimmten Wohnsitz in Eshowe, 500 Pfd. 
Sterl. Jahresrente als Angestellter des Gouverne= 
ments und mit den Aufgaben eines Sachverständigen 
in Eingeborenen-Angelegenheiten. Außerdem wurde 
er Häuptling der Usutureserve. 
Ein besonderes weiteres Interesse bieten die Akten 
nicht. Erwähnt mag noch werden, daß Dinizulu, 
der als Wilder Zululand verließ, bei seiner Rückkehr 
für sich und seine Gefährten ein Gepäck von 40 t 
mitführte, außerdem sechs Truthühner, zehn Hunde, 
einige Kaninchen, Hühner, einen Kanarienvogel, einen 
Papagei, einen Affen. Nach seinen jetzigen Passionen 
dürste er also kaum mehr den Engländern gefährlich 
werden. 
Perschiedene Wittheilungen. 
versammlung deutscher Forstmänner zu Stuttgart. 
Einem von Herrn Dr. Brandis in der 25. Ver- 
sammlung deutscher Forstmänner zu Stuttgart 1897 
gehaltenen Vortrage über die von ihm begonnene 
und durchgeführte Regelung der Wirthschaft in den 
hinterindischen Teakholzwäldern entnehmen wir 
Folgendes: 
Der Teakbaum (Tectona grandis), welcher ein 
schweres, äußerst hochwerthiges Nutzholz liefert, kommt 
in Java südlich vom Aequator in reinen Beständen, 
in Vorder= und Hinterindien dagegen nur eingesprengt 
in Beständen von anderen Holzarten vor, in denen
        <pb n="321" />
        er nie mehr als etwa 10 Prozent der Gesammt- 
holzmasse ausmacht. Die wenigen reinen Bestände 
nördlich vom Aequator zeigen einen geringen Wuchs. 
Das Bild, das die Mischwälder mit einem 30 bis 
50 m hohen Oberstand von Teakholz und einem 10 
bis 20 m hohen Unterstand von Bambusen darbieten, 
erinnert in vieler Hinsicht an die Eichen= und Buchen- 
bestände im Spessart. 
Der Einschlag des Teakholzes erfolgt, nachdem 
man den Baum durch einen den Splint durchschnei- 
denden ringförmigen Schnitt um den ganzen Stamm 
herum, das sogenannte „Gürteln“, hat absterben und 
zwei bis drei Jahre auf dem Stamm austrocknen 
lassen. Auf diese Weise wird das werthvollste Holz 
gewonnen. 
Eine Regelung der Nutzung der Teakwälder 
begann Dr. Brandis im Jahre 1856 in der Pro- 
vinz Pegu, indem er zunächst die Masse des vor- 
handenen Holzes und das Altersklassenverhältniß 
durch streifenweises Auszählen (Linear valuation 
surveys) feststellte. Die haubaren Stämme theilte 
er der Praxis der birmesischen Holzhändler ent- 
sprechend in zwei Klassen, deren erste einen Stamm- 
durchmesser von nicht unter 58 cm, die zweite einen 
solchen von nicht unter 43 cm haben mußte. Nach 
Messungen und Erkundungen nahm Dr. Brandis 
an, daß die Stämme im Durchschnitt mit 38 Jahren 
die Stärke der zweiten, mit 62 Jahren die Stärke 
der ersten Klasse erreichten. Der Vorrath an hau- 
barem Holz mußte demnach auf 24 Jahre vertheilt 
werden, um die Wirthschaft nachhaltig zu gestalten. 
Daß ein genügender Nachwuchs vorhanden war, war 
festgestellt worden. 
Die Gesammtfläche wurde demnach in sechs Be- 
zirke getheilt und in einem dieser Bezirke wurde 
jährlich der vierte Theil des haubaren Holzes behufs 
späteren Einschlages „gegürtelt“. Diese Wirthschafts- 
art wurde 1858 auch auf die Wälder der Provinzen 
Tenasserim und Martaban ausgedehnt. 
Eine genauere Zuwachsberechnung durch Jahr- 
ringuntersuchung im Jahre 1868 führte zu weniger 
günstigen Ergebnissen als die Schätzungen und 
Messungen im Jahre 1856, und dementsprechend 
wurde die Zahl der jährlich zu gürtelnden Stämme 
herabgesetzt und elf Jahre lang danach gewirthschaftet. 
Als später die Ausscheidung der Staatswaldungen 
ruschere Fortschritte machte, wurden eine Reihe von 
Jahren hindurch nur solche Bäume gegürtelt, welche 
außerhalb des Staatswaldes standen. In den letzten 
Jahren von 1889 bis 1895 konnte bereits nach 
npeziellen, für die einzelnen Reviere aufgestellten Be- 
triebsplänen gewirthschaftet werden, während zuvor 
zun ein Betriebsplan für das gesammte Areal bestand. 
Was die Holzerträge der Teakwaldungen betrifft, 
so berrugen dieselben in der ersten Zeit pro Jahr 
und Hektar im Durchschnitt 0,05 Festmeter; doch 
meint der Berichterstatter, daß sich dieser Ertrag nach 
279 
  
Einführung spezieller Betriebspläne für alle Staats- 
forsten auf 0,1 Festmeter wird steigern lassen. 
Es ist zu bemerken, daß es sich hier zunächst 
nur um den Ertrag der natürlichen Waldungen 
handelt. Die Kulturmaßregeln konnten sich in der 
ersten Zeit aus Mangel an Mitteln und an geschul- 
tem Personal nur auf ein Heraushauen der den 
Baumwuchs hemmenden Klettersträucher und ein 
Wegräumen von Laub, Reisig und Holzstücken aus 
den Jungwuchsgruppen erstrecken. Seit 1868 sind 
jedoch Kulturmaßregeln in großem Maßstabe begonnen 
worden, und zwar werden dieselben in Verbindung 
mit dem Brandfeldbau der Karenen und Birmanen 
ausgeführt. Unter die in die durch Verbrennen der 
trockenen Reiser und dürren Bambushalme gewonnene 
Asche gesäte Baumwolle und Reis wird Teakholz 
gepflanzt. Die so erzogenen Bestände wurden in 
den ersten zwölf Jahren 16 bis 18 m hoch. Von 
den bis zum Jahre 1895 angelegten 17.520 ha 
Teakkulturen waren 14 385 ha in Verbindung mit 
dieser Brandwirthschaft entstanden. Seit den siebziger 
Jahren wird außerdem noch durch Auspflanzen der 
durch das auf großen Strecken gleichzeitige Blühen, 
Samentragen und Absterben der Bainbusen entstehen- 
den Lücken mit Teak in großem Maßstabe kultivirt. 
Zwischen diesen Teakkulturen schießen nun Bam- 
busen und andere Holzarten auf, so daß Mischbestände 
entstehen, in denen Teak vorherrscht, dem die anderen 
Holzarten als Treibholz dienen und das in denselben 
langschäftige, astreine Stämme bildet, die in reinen 
Beständen nur in Java südlich vom Aequator zu 
erziehen sind. Man hofft aus den neugegründeten 
Teakwäldern, wenn sie ein Alter von 100 Jahren 
erreicht haben werden, einen Ertrag von 3 Festmetern 
pro Jahr und Hektar zu erzielen. 
Was die Reinerträge aus den Staatswaldungen 
betrifft, so betrugen dieselben in den Jahren von 
1893/94 bis 1895/96 durchschnittlich jährlich: 
1 900 000 Rupien, 
1 835 000 
Die Preise für 1 Festmeter Teakholz stiegen in 
der Zeit von 1856 bis 1895 von 40 bis 75 Rup. 
Wenn nun schon die Reinerträge aus den Wäl- 
dern, die sich in Zukunft noch erheblich steigern 
werden, durch die Einführung einer geordneten Wald- 
wirthschaft recht bedeutend geworden sind, so betont 
Dr. Brandis zum Schluß noch als ganz besonders 
erfreuliche Wirkung der letzteren die erzieherische 
Wirkung auf die Eingeborenen, denen durch die Arbeit 
im Walde Gelegenheit zu reichlichem Verdienst ge- 
geben und deren Vertrauen zum Europäer durch 
dieselbe gewonnen und befestigt worden ist. 
in Unterbirma 
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Neapel am 25. Mai, Tanga 19—20 Tage am 20., 23. Mai, 
Geutsche Schise) ., 22.Juni 120 abds. Dar-es-Sal. 20—21 Tg.., 17., 20. Juni 
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wöchentlich dis Kopstadt. Dampfer „Leutwein") # # v 
von dort weiter alle 14 Lage Hamburg am 25. Mai, 25. Juli# Swakopmund 30 Tage am 25. Mai, 25. Juli 
auf dem Landwege.) cdeutsches Schiff) nachts — Lüderitzbucht 40 Tage! 7% abbs. 
5(4% mburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10, jedes Monats 
3. Namerun. cwm clfe) nachts 7# abbs. . 
Liverpool am 8. Juni, 6. Juli Kamerun 22 Tage am 6. Juni, 4. Juli 
(englische Schiffe) #lôms. 
Hamburg am 10,.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. iedes 
4. Cogo- Gebiet Oeursche Schiste,)20.jedes Mts. * deg Tage Monats 72 abds. 
(Ueber Liverpool oder Liverpool am 18. Mai, « Quittah 36 am 16., 30. Mai, 
Marseille oder Bordeaux (englische Schiffe) 1., 15., 20. Juni Lutah, P6, TagenulPV 13., 27. Juni 15 ums. 
nur auf Verlangen des Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) (franzöfische Schiffe) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10 abds. 
Bordeaux 1 am 10. Juli, 10. Sept.] Cotonou 22 Tage am 8. Juli, 8. Sept. 
————— “ ranzoͤsische Schiffe) 110 vms von da ab Landverdindung 107 abbs. 
Neapel am 29. Juni, 24. Aug. Stephansort 45 Tage sam 27. Juni, 1. Juli, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. (beutsche Schiffe) abds. 8 yb 8 22., August 
(#eriwdist y am 32½1, 28. Aug. - 41 Tage 1146 abds. 
versan a 
» Brindisi am 3. Juli, 28. Aug. Jaluit etwa 70 Tage am 1. Juli, 26. Aug. 
6. Marsphall- Inseln. (aber Meni. abd. 9 Lal. ul- 
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
—— 
  
  
· Landungs- 1 Die Post ist fäuig Landun gs I Die Po ist fallig 
Von hafen n Berlin J Von * in 1# 
Neapel. am 95. Mas l 
- ambur am 10.* jed. Monats 
Deutsch-Ostafrika indi 10.—. 20. Juni. gogebiet d moulh. am 27.7 ko. Monats 
Brindisi. .. am 15. Mai, 13. Juni gog « y·) Monats 
— Marseille .. am 17. Mai. 16. Juni Marseille“ sam6. 6htn “#5. 
deutsh-üdwestufri Southampton am 7. Juni, 5. Juli deutsch eu-Guinen. Neapel. I «Y)a7g;zsss«xn« 
lmoutl..l .I« .— ats . 
Ramerun. . . . ... Vncn . . Mnais Marshall · Inseln... Marseille *1 Mitte Juni Z„ 
10. Juni 1 Mitte Augus 
  
  
  
* Fülligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten.
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        281 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
  
  
–. 
  
  
Letzte Nachrichten 
  
Reise 
er 
dpostdampf von nach bis 12. Mai 1898 
l 
,,AdolphWoetmann«.. Loango Hamburg am 8. Mai in Accra. 
„Aline Woermann“ . Loango Hamburg am 11. Mai ab Gabun. 
„Anna Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 1 
„Brurellesville" Antwerpen Kongo am 12. Mai in Madeira. 
„Carl Woermann“ Loanda . Hamburg am 12. Mai in Hamburg. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Loango am 2. Mai in Accra. 
„Ella Woermann" Hamburg Sherbro am 9. Mai in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg 1 Notonon am 8. Mai in Conakry. 
„Gretchen Bohlen“ z. Zt. in Hamburg. * 
„Hedwig Woermann“ Kotonon "„ Hamburg am 9. Mai in Accra. 
„Jeannette Woermann“. Loanda - Hamburg am 11. Mai in Bonny. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 11. Mai Teneriffe passirt. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg Loango am 11. Mai ab Hamburg. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Lüderitzbucht am 7. Mai Madeira passirt. 
„Marie Woermann“. Hamburg Lüderigbucht am 9. Mai in Kapstadt. 
„Melita Bohlen“. . z. Zt. in Hamburg. 
„Professor Woermann“. Sherbro Hamburg am 7. Mai ab Sierra Leone. 
„Thekla Bohlen“. Hamburg Loanda am 28. April in Accra. 
  
  
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (HGamburg—Ostafrika). 
  
— —¡— — — — 
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
Aeicsposidanpser von i nach bis 12. Mai 1898 
„König“ .. Hamburg Durban am 8. Mai ab Aden. 
„Herzog“". Hamburg Durban am 13. Mai an Mmuiden. 
„Kaiser"“. Durban Hamburg am 10. Mai ab Delagoabai. 
„Kanzler"# Durban Hamburg am 10. Mai ab Neapel. 
„Bundesrath". Hamburg Delagoabai am 8. Mai ab Sansibar. 
„Reichstag“. Delagoabai Hamburg am 9. Mai ab Mombassa. 
„Admiral“. Delagoabai Hamburg am 12. Mai ab Alissingen. 
„General“ Hamburg Delagoabai am 12. Mai ab Neapel. 
  
H.....-— — S 
–4 
Als eine Neuheit der Produktion, welche die Förderung der deutschen Kolonialsache unentwegt im 
Auge hat, darf die von dem Deutschen Kolonialhause Bruno Antelmann, Berlin C., Jerusalemer= 
straße 28, eingeführte „Kiautschon-Zigarette"“ bezeichnet werden. Die Bedeutung dieses Erzeugnisses 
in Zukunft ist unverkennbar, denn unsere älteren Schutzgebiete in Afrika und Neu-Guinea liefern zwar 
qualitativ ausgezeichnete Tabake zur Zigarren-Fabrikation; es ist aber bei der Bodenbeschaffenheit so gut 
wie ausgeschlossen, daß dem Tabak für Zigaretten dort ein fruchtbarer Boden entstehen könnte. Die 
„Kiautschou-Zigarette" hat aber auch ihre historische Bedeutung, denn sie ist das erste Ausfuhrgut unserer 
neuesten deutschen Besitzung, welches unter Entfaltung der deutschen Reichsflagge über Kiautschon nach 
hier in See ging. 
  
  
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2½ Jahre alt, völlig militärfrei 
wänscht Anstellung im Kolonial- 
* (237 
ejl. Osserten unter „Kolonie“ 
postlagernd Cöthen (Anh.)erbeten.
        <pb n="324" />
        In das hiesige Gesellschaftsregister 
ist heute unter Nr. 4 die Firma 
N. Nanos &amp; G. Papayoglakis 
mit dem Sitze in Bagamoyo und 
einer Zweigniederlassung in Mpapua 
eingetragen. 
Die Gesellschafter sind: 
1. der Kaufmann Nicolas Nanos 
un 
2. der Kaufmann Georges Papa- 
yvoglakis, Beide in Bagamoyo. 
Die Gesellschaft ist eine offene Han- 
delsgesellschaft, hat am 13. November 
1897 begonnen und wird von jedem 
der Gesellschafter allein vertreten. 
Tanga, den 13. April 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
J. A.: 
Sperling. (228) 
In das hiesige Firmenregister wurde 
heute unter Nr. 5 die Firma 
S. Michalaridis 
mit dem Sitze in Ujiji und als 
deren Inhaber der Kaufmann Stavros 
Michalaridis in Bagamoyo ein- 
getragen. 
Tanga, den 13. April 1888. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
J. A.: 
Sperling. (7#) 
Gekanntmachung. 
In das bei diesem Konsulat ge- 
führte Prokurenregister sind für die 
offene Handelsgesellschaft 
Wim. O'Swald &amp; Co., 
Hauptniederlassung Hamburg, Zweig- 
niederlassung Zanzibar, folgende Ein- 
tragungen erfolgt: 
Zu laufende Nummer 8, Prokurist 
Kaufmann Otto Max Johannes 
Oehlerking hierselbst, ist eingetragen 
am 22. März 1898: 
Die Prokura ist erloschen am 1. Fe- 
bruar 1898." 
Unter laufende Nummer 10 ist am 
22. März 1898 eingetragen, daß dem 
Kaufmann Heinrich A. J. Schiv- 
mann hierselbst Prokura für die hiesige 
Zweigniederlafsung mit Wirkung vom 
1. Februar 1898 ab ertheilt worden ist. 
Zanzibar, den 22. März 1898. 
Der Kaiserlich deutsche Konful. 
gez. Freiherr v. Rechenberg. (241) 
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Schilderung ihrer Entstehung, Entwickelung, Erfolge und Aussichten 
von 
Dr. Rlfred Zimmermann. 
  
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Erster Band: Zweiter Band: 
Pie Kalanialpolitib Portugals und Spaniens. Tie Kolsnislpolitik Großtritannirus. 
in ürer Entwidhelsns von ben Aufäugen his jur Gegenwert. Erster cheil. 
Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht des portugiesischen # Den den Anfãngen bis zum Abfall der Fereisizten Stsater. 
und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. Mit drei farbigen Karten in Steindruck. 
Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,60. I Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,50. 
hat in den betheiligten Kreisen eine überaus rege Beachtung und günstige Aufnahme gefunden. Das Werk 
kann als ein Lese= und Lehrbuch gelten, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer 
nutzbringenden Weltpolitik zu geben vermag. Es stellt eine allgemeine Geschichte der europäischen 
Kolonialpolitik dar und ermöglicht allen Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die 
Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte. Die nachstehenden 
  
Stimmen der Presse 
kennzeichnen den Werth und die Eigenart des Werkes: 
Bei Erscheinen des ersten Bandes: tischen Werthe, verdient von allen Kolonial= 
freunden gelesen zu werden. 1 
  
  
Müktär= Kitteratur= Jeitung Nr. 14 vom Nov. 1896: Elohns Nr. 20 vom Nov. 1896:. hier sind all- 
Wir haben in diesem Bande den Beginn einer für gemeine Kapitel eingeschaltet, die uns jedesmal die 
die Kolonialpolitik der Gegenwart hochwichtigen Interna der Verwaltung, die Finanz= und Zollwirth- 
und bedeutungsvollen Arbeit. Wir stehen nicht schaft, die Handelsbeziehungen zur Heimath und Fremde 
an, es geradezu als ein Lehrbuch der Kolonialpolitik c. besser erkennen lehren. Wir halten diese Abschnitte 
zu bezeichnen mit seiner reichhaltigen, gewissen= in mehr als einer Hinsicht für die wichtigsten und 
haften Forscherarbeit. für den Kolonialfreund nützlichsten. 
1 Köluische Volkszeitung Nr. 833 vom 7. Dez. 1896: # 
Das Buch verdient die weiteste Verbreitung in allen Bei Erscheinen des zweiten Bandes: 
gebildeten Kreisen. — — 
« ..,Nk.59vom 
Veuische Ner#se, XXII. Jahrg., Februarheft: Die 11 aiteersglett: 3— Nt. erfreulich, daß 
Darstellung ist klar und flüss ig das Wichtigste Dr Zimmermann es verstanden hat, seine auf breiter 
ist mit Geschick hervorgehoben, und das Werk ist der wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Untersuchungen 
Beachtung der weitesten Kreise werth, da es nicht in ein so angenehmes Gewand zu kleiden, daß 
nur den Interessenten unserer Kolonialpolitik einen pie D arstellung sich zuweilen liest wie ein Roman und 
nicht Aaberleßenden Spigel vorfall Lsern auch daher auch Demjenigen, den nicht gerade sein Beruf 1 
er gesammten -. .. ek- 
E ens auch dem zur Antheilnahme an kolonialpolitischen Fragen aus . 
« « - b- 
Historiker und Geographen von großem Nutzen ist. Gegenwart oder Vergangenheit nöthigt, Interesse a 1 
. . langt. 
äarsristes Geutrelblatt für Peutslend. 1897, Nr.3: er ang . .Meik1898: 
·emFachmauufowied-m Lakeu sei das Buch Tir geite —n en. eich-zung 
als belehrende oder unterhaltende Lektüre empfohlen. uns erer geschichtlichen Litteratur und läßt den 
Veische Kolsnialzeitung Nr. 51 vom 19. Dez. 1896: noch angekündigten vier Bänden des Werkes mit demn 
..Aus der Geschichte können und müssen wir lernen, lebhastesten Interesse entgegensehen. . 
deshalb sei die Lektüre des vorliegenden Buches Alenser Macritten Nr. 45 vom 23. Febr. 1898: 
besonders empfohlen. .. Alfred Zimmermann begnügt sich nicht damit, über 
Neipliger #Ausrirte Feitung Nr. 2792 v. 2. Jan. 1897: die Ereignisse selbst zu berichten; es reizt ihn, nach 
Dem Freund wie dem Gegner der Kolonial-= dem wirthschaftspolitischen Warum des Warum zu 
politik sei das Studium des Zimmermannschen fragen, und so gruppiren sich die bedeutsameren ge 
WVWVerkes angelegentlich empfohlen. schichtlichen Vorgänge, welche er behandelt, ganz von 
« Vetermanns Mittheilungen, 1897, Heft 5: Zimmer-seibst zu Weltbildern, aus denen man ganz andere Dinge 
manns vorliegendes Buch ist von hohem prak= erfährt als nur die Buntheit der geschilderten Thatsachen. 
6 Dal Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes zu beziehen. 
gegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der Verlagsbuchhandlung.
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überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzen (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
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von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
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auf die Geschichte. 1783—1812. 
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lution und des Kaiserreichs. Auf 
Veranlassung des Kaiserlichen Ober- 
kommandos der Marine übersetzt 
von Vize-Admiral Batsch. Liefe- 
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rungen zum Preise von insgesammt 
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WOERMANN-LINIE. 
Am 20. Mai: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonou. 
Am 25. Mai: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. Mai: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Gorée, Dakar, Rufisque, Liberia und den Hafen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Benguella. 
Am 10. Juni: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hufen der Südwestküste Afrikas bis Loango. 
Am 18. Juni: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Gorée, Dakar, Ruflsque, Sierra Leone 
und Sherbro. 
MANächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Mai, 25. Juli und ferner 
am 25. jedes zZweiten Monats. 
4#e Güter mussen am Tage vor dem 4350ansdatsem OSls 12 Uhr mietags Ianpsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(n) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabeon und Neapel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fabrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
*,„HERZOG“, Capt. v. Issendor ... D 25. Mai, 
„/ApMIRAL““, Capt. Wiist4 .... 25. Mai, 8. Juni, 
*„KANZLER“, Capt. Rlaoaoaaoaaoann . . ... 8. Juni, 22. Juni, 
0,EEICHSTAG“, Capt. Weisskenn 22. Juni, 6. Juli, 
nach Nombassa, Tanga?, Pangani-“, Saadani:, Bagamoyo, Dar-es-Saldm, Sansibar:, Kllwa, Lindi, 
Milindani, lbo, Mozambique , Quellmane , Chinde, Beirn“, Inhumbane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem verschenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Darban. 
Die Dampfer Raben vorzüpliche Einzicheungen Für Pussagiere tn allen Klaseen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvanl 
(Jobanhesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Gäter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: („I) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfnhrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost- Afrika-LTinie, 
Gr. Reichenstrasee 27. • 
Dieser Nummer liegt das 2. Heft des Xl. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den deutschen Schunzgebieten“ bei. 
— — — — 
  
—— —„ — 
· —-..—-———-..-.-— 
. Verantwokuicherstedattenkfärbennichtautuicheu Tbeil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hosbuchbandlung und Hofbuchdruckerei vbon C. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—I1. 
Ausgegeben am 16. Mai lae# um 6 Uhr nachmitlags.
        <pb n="337" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgeseben in der HKolsnial-Ablheilung des Auswärligen Amis. 
  
———— 
IX. Johrgunz. 
— — — A — — — 
Berlin, 1. Juni 1898. Nummer 11. 
- 
  
————.. —.————————————————————————————— 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beiheste beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beihesten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Lander des Weltpostvereins. —. Einjendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungo-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
Inhalt: Autlicher Theil: Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat Mai 1898 S. 295. — Perso-= 
nalien S. 295. " 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 296. — Deutsch-Ostafrika: Suaheli-Fibel und 
Lesebuch S. 206. — Kamerun: Bericht über die Erpedition des Unteroffiziers Staadt von Carnotville nach 
Maünde S. 297.— Bericht über eine Reise des Bezirksamtmanns Boeder von Rio del Rey nach Bibundi S. 297. 
— Unterwerfung der Bane und Buli S. 299. — Togo Wissenschaftliche Sendungen S. 299. — Deutsch- 
Südwestafrika: Südwestafrikanische Baiwegeisenbahn S. 299. — Deutsch-Neu-Guinea: Kaiser Wilhelms- 
land S. 299. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 299. — 
Aus fremden Kolonien: Handelsstatistik des Kongostaates S. 300. — Wirthschaftsverhältnisse Madagaskars 
S. 300. — Verschiedene Mittheilungen: Kolonial-Wirthschaftliches Komitee S. 302. — Ueber den Maria 
Theresienthaler S. 302. — Litteratur S. 303. — Litteratur-Verzeichniß S. 305. — Schiffsbewegungen S. 305. 
— Verkehrs-Nachrichten S. 305. — Anzeigen. 
— — — — — 
  
  
  
  
Amtlicher Theil. 
Perordnungen und Wilkheilungen der Behörden in den Schukgebieken. 
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupic für den Monat Mai d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouvernement 
von Deutsch-Ostafrika auf 1,40 Mark —= eine Rupie festgesetzt worden. 
  
  
— — — 
Perlpnalien. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 24. Mai 1898. 
Prince, Hauptmann und Kompagniechef, ein Patent seiner Chargce erhalten. 
Schlobach, Premierlieutenant, zum Hauptmann und Kompagniechef befördert. 
Schutztruppe für Südwestafrika: 
A. K. O. vom 10.-Mai 1898. 
v. Heydebreck, Premierlicutenant, zum Hauptmann und Kompagniechef, vorläufig ohne Patent, befördert. 
A. K. O. vom 24. Mai 1898. 
v. Heydebreck, Hauptmann und Kompagniechef, ein Patent seiner Charge erhalten. 
  
—.. T.
        <pb n="338" />
        — 296 — 
Nichtamtlicher Theil. 
al-Machrichten. Die für das Kaiserliche Gouvernement von 
Ferson 1. ch Kamerun angenommenen Materialienverwalter 
Deutsch -Ostafrika. 
., Bergner und Schmied Kupp sind am 7. April 
Der als Bezirksrichter nach Deutsch-Ostafrika d. Is. in Kamerun eingetrosfen und haben ihren 
entsandte Assessor Dr. Solf ist in Dar-es-Saläm Dienst angetreten. 
eingetroffen. 1 
Der Bezirksamtssekretär Graf Baudissin ist Cogo. 
ausz Deuuch Ostafrika mit Heimathsurlaub hier Der erst vor Kurzem im Schnzgebiete einge 
9 « -—--- « troffene Zollassistent Pittroff ist am 12. Mai und 
Der Landmesser beim Kaiserlichen Gouvernement der Kassen= und Rechnungsbeamte Seulen am 
für Deutsch-Ostafrika Röpke hat die Ausreise am 21. Mai in Lome verstorben. 
27. April angetreten. 
——.. — 
Der beim Gouvernement in Lome angestellte 
Maschinenschlosser Küntgen hat die Ausreise an- 
getreten. 
Der Leiter der landwirthschaftlichen Versuchs- 
station zu Kwai (Ostafrila), Herr Eick, und der 
Landwirth Bauer sowie der Bezirksamtssekretär 
Keudel aus Milindani und der Architekt Hofft » . 
aus Tanga sind mit Urlaub in Deutschland ein- ,, Sũdwestasrita. 2 » 
getroffen. Der Kaiserliche Gouverneur Major Leutwein 
— — hat die Ausreise nach Windhoek angetreten. Eben- 
Der Beamte des Kaiserlichen Gouvernements dahin ist der Zollassistent 1. Klasse Schleiffer ab— 
Kühnendahl ist an Gehirnentzündung verstorben. geresst. 
Der als Kalkulator bei dem Kaiserlichen Gou- 
Ramerun. vernement angenommene Eisenbahnbetriebssekretär 
Der Königlich bayerische Wirkliche Rath Dr. Woite ist nach Swakopmund abgereist. 
Martin ist in Kamerun eingetroffen. 
Der kommissarische Intendant für die Schutztruppe 
Der Bezirksamtmann von Edea, Premierlieute= und Chef der Finanzverwaltung des südwestafrikanischen 
nant v. Brauchitsch, der Bezirksamtmann aus Schutzgebietes Waßmannsdorf ist in Deutschland 
Kribi v. Oertzen und der Stationsvorsteher von eingetroffen. 
Mande, v. Carnap-Quernheimb, sind mit Urlaub — 
in Deutschland eingetroffen. An Stelle des ausgeschiedenen Lieutenants 
- v. Ziethen ist der Lieutenant a. D. v. Clavé- 
Der Lehrer Sembritzki in Kamerun ist krank= Bonhaben nach Swakopmund abgereist, um die Stelle 
heitshalber nach Deutschland zurückgekehrt. des Vorstandes des Pferdedepots zu übernehmen. 
— — —— 
  
  
  
Zachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hltafrika. 1 Ulant übernahm hierbei die Ausarbeitung der Fibel, 
* während die beiden Herren sich in die Arbeit be- 
Snabeli Sibel. und Lesebuch. züglich des Lesebuchs theilten. 
Die bisher in Ostafrika im Gebrauch befindliche Nachdem die beiden Werke die allseitige Aner- 
Suaheli-Fibel von Dr. Barth bedurfte einer Neu— lennung der Sachverständigen gefunden hatten, ist 
auflage. Es erschien jedoch angezeigt, eine Trennung nunmehr die Drucklegung erfolgt, und sind bereits 
des Werkes unter gleichzeitiger Umarbeitung in eine 1 je 400 Exemplare nach Ostafrika zur Versendung 
Fibel und ein Lesebuch vorzunehmen. Im Einver= gelangt. 
ständniß des Herrn Dr. Barth wurde diese Arbeit Die beiden verdienstvollen Werke werden dem- 
durch die beiden in Ostafrika angestellten Lehrer nächst auch durch den Buchhandel zu beziehen sein. 
Herrn Blank und Herrn Rutz ausgeführt. Herr ·
        <pb n="339" />
        RKamerun. 
Bericht über die Erpedition des Unteroffiziers Staadt 
von Carnotville nach Vaunde. 
Ueber seinen Rückmarsch von Carnotville nach 
Maunde hat Unteroffizier Staadt einen Bericht er- 
stattet, dem wir Folgendes entnehmen: 
Am 10. Dezember 1897 marschirte ich von der 
französischen Station Carmotville ab. Da der Rück- 
weg ein möglichst direkter sein sollte, so schlug ich 
einen direkt nach Westen führenden Weg ein, um 
ungefähr bei Dandunku den Sanaga zu erreichen. 
Von Carnotville bis Bertua ist das Land (franzö- 
sisches Gebiet) fast nur Grasland, mit sehr viel 
kleinen Gewässern durchzogen und wenig bevölkert. 
Bei Bertua, einem Orte von etwa 1500 sehr schön 
gebauten runden Hütten, betritt man das Gebiet des 
bis zum Sanaga sich ausdehnenden Mackastammes. 
Da dieser große Stamm kein allgemein anerkanntes 
Oberhaupt hat, wird er von allen Seiten stets be- 
kämpft und dürfte wohl seinem Untergange entgegen- 
gehen. Als ich bei Mekunda, zwei Tage südlich 
Wutschaba, eintraf, sagten mir Boten des Häuptlings 
Loa, Wemke sei fünf Tage südlich mit dem Macka- 
stamm wieder in Krieg verwickelt. Die Sache hat 
solgenden Grund: Tibati hat Wemke den Befehl 
zugehen lassen, ihm umgehend 100 Sklaven zu 
schicen, welche Wemke auch sofort bei dem Macka- 
stamm geholt hat. Da Wenke schon wieder das 
rechte Ufer des Sanaga erreicht hatte, konnte ich 
diesen Menschenraub leider nicht mehr verhindern. 
Der Mackastamm soll Menschenfleisch allen anderen 
Speisen vorziehen, welcher Umstand auch einem meiner 
schwarzen Soldaten das Leben kostete. Am 11. Januar 
1898, auf dem Marsche von Ngollo nach einem 
Lagerplatz, blieb der Betreffende trotz wiederholter 
Ermahnung am Ende der Marschkolonne fast hundert 
Schritte zurück. Als gegen Mittag ein kleiner Wald 
passirt wurde, wurde der Soldat von Eingeborenen 
von rückwärts mit einem Speer erstochen. Als 
Zampa hierauf schoß, eilte ich zurück, verfolgte die 
Eingeborenen, wodurch es mir gelang, dieselbe zu 
vertreiben und wenigstens die Leiche zu retten. 
Zwei weitere Soldaten erhielten je einen Pfeil- 
schuß in die Oberlippe, doch waren es leichte Ver- 
wundungen. Der Gefallene wurde an demselben Tage 
im Lager beerdigt. Um auf meinem Weitermarsche 
nicht mehr gestört zu werden, marschirte ich zwei 
Tage nach Norden, bis zum Häuptling Mekunda, 
halb Wutte, halb Macka, unter Herrschaft der Wutte 
stehend, worauf der Marsch bis Yainde, welches 
ich am 27. Januar ohne jegliche Störung erreichte, 
fortgesetzt wurde. 
297 
  
Bericht über eine Reise des Bezirksamtmanns Boedber 
von KRio del Rey nach Bibundi. 
Der Bezirksamtmann Boeder berichtet über eine 
Reise über Land von Rio del Rey nach Bibundi, 
wie folgt: 
Da ich es für wünschenswerth hielt, wenn sich 
der Bezirksamtmann einmal auf dem festen Lande 
zeige, entschloß ich mich, nicht mit dem „Nachtigal“ 
nach Bibundi zu fahren, sondern zu versuchen, über 
Land diesen Platz zu erreichen. Nachdem es noth- 
dürftig gelungen war, die Lasten für diese nicht vor- 
hergesehene Reise herzustellen, fuhr ich am 22. März 
1898, mittags 12⅛ Uhr, in Begleitung des Stations- 
leiters Romberg mit günstigem Wasser nach Ndobe 
ab. Nachts 11⅛ Uhr erreichten wir Ekundu, den 
früheren Stapelplatz der schwedischen Faktorei, setzten 
um 3⅛ Uhr die Fahrt fort und kamen Mittwoch 
den 23., morgens 7 Uhr, in Ndobe an. Fast wäh- 
rend der ganzen Fahrt war der Kriek (Massakke- 
Kriek) von Mangroven eingesäumt, erst kurz vor 
Ndobe wurde die Vegetation üppiger; besonders die 
große Menge von Bambus fiel auf. Nach Romberg 
ist derselbe von Calabarhändlern angepflanzt, die 
früher unter dem dichten, Regen und Sonne abhal- 
tenden Bambusdach ihr Oel preßten. 
Von dem Kriek nach der Station, die neben der 
Faktorei der Deutsch-Westafrikanischen Handels- 
gesellschaft liegt, führt ein sehr sauber gehaltener 
breiter Weg. 
Um 1 Uhr 40 Minuten nachmittags setzten wir 
die Reise zu Fuß fort, kamen um 2 Uhr 20 Min. 
in Ndobe, 3 Uhr 40 Min. in Kumbe und nach- 
mittags 5 Uhr 40 Min. in Bongé an, die letzte 
Stunde von einem schweren Gewitter überrascht, das 
uns mit einem wolkenbruchartigen Regen beglückte. 
In der Faktorei der Deutsch-Westafrikanischen Han- 
delsgesellschaft fanden wir gastfreundliche Aufnahme. 
Da mir in Bongc die Schönheit der Düvenfälle 
gerühmt wurde, beschloß ich, einen Tag dazu zu 
verwenden, um diese zu sehen. 
Am 24. morgens 7 Uhr marschirten wir ab, 
passirten um 9 Uhr 20 Min. Bawo, erreichten auf 
allmählich ansteigendem Wege um 103¾/4 Uhr Ekumbe 
Ndene und waren nach einstündiger Wanderung um 
11/¾ Uhr an den Fällen. 
Der Arblick ist überwältigend schön. Das Wasser 
fällt von etwa 40 m Höhe senkrecht herunter in 
einem Halbkreis von etwa 250 bis 300 m. 
Um 1" Uhr traten wir den Rückmarsch über 
Bai Bakotta an, waren um 3 Uhr 20 Min. in der 
Barrofaktorei der Deutsch-Westafrikanischen Handels- 
gesellschaft, fuhren von dort per Kanu den Meme 
hinab und erreichten um 5 Uhr Bongé. 
Man hat hier Versuche mit Kakaopflanzungen 
gemacht. Die eine Pflanzung soll 15 000 Bäume 
enthalten; jedoch geht nach Aussage der Besitzer 
ungefähr der dritte Theil der ausgepflanzten Bäume 
im dritten bis fünften Jahre ein. Ursache soll der
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        harte Boden sein, der nach Abholzung infolge der 
Hitze aufspringt. 
Der größte Theil der Memeniederung scheint 
jedoch zur Anlage von Pflanzungen geeignet zu sein. 
Am 25. morgens 7 Uhr marschirten wir von 
Bongé ab und erreichten um 10⅛ Uhr das ver- 
hältnißmäßig große Iloani, Häuptling Nasseri, welches 
durch eine Rinderherde mit theilweise großen und 
in ausgezeichnetem Zustande befindlichen Stücken 
neben Prachtexemplaren von Ziegen und Schafen 
auffiel. Auch das oben erwähnte Ekumbe Nene 
erfreute sich dieses Vorzuges. 
Um 12 Uhr 35 Min. verließen wir das gast- 
freundliche Iloani, passirten um 1 Uhr 20 Min. das 
durch die Pocken hart mitgenommene Dikomi, Häupt- 
ling Amadia, erreichten Bongo um 3½⅛ Uhr, über- 
schritten den Dibambafluß, in dessen Bett wir längere 
Zeit entlang marschirten, und kamen um 5 Uhr 
50 Min. in Böa an, welches von seinen Bewohnern 
verlassen war, weil dieselben von unserem Anmarsch 
gehört hatten, und glaubten, wir seien auf Veran- 
lassung ihres in Victoria wegen Mordes in Unter- 
suchungshaft befindlichen Häuptlings Nemba gekommen, 
um das Dorf zu zerstören. Erst spät am Abend 
gelang es unseren in Bongé angenommenen Trägern, 
einige Leute zusammenzubringen; in der Nacht fand 
sich allmählich das ganze Dorf ein. Dasselbe stellte 
mir am anderen Morgen bereitwilligst Träger nach 
Bibundi, welches nach Aussage einiger Leute vier 
Tage entfernt liegen sollte, während man mir in 
Bongé von zwei Tagen gesprochen hatte. Der 
Stationsleiter Romberg verabschiedete sich hier von 
mir, um per Kanu nach Rio del Rey zurückzukehren. 
Ich setzte am 26. morgens 7 Uhr die Reise fort; 
nach außerordentlich steilem und starkem Anstieg kam 
ich in Barombi ba Mokundane, Häuptling Matia 
Molambe, um 10 Uhr an. Der Berg, auf dem 
wir marschirten, wurde von den Barombileuten Mu- 
kurri ma muto, von den Bambukos später Mukurri 
Mokke genannt. Um 11 ½ Uhr überschritt ich den 
etwa 30 m breiten Uonge (zwischen Sanje und 
Bibundi in die See mündend) und betrat damit 
das Bambukogebiet, dessen ersten Ort Dikingi, Häupt- 
ling Meme, ich um 12 Uhr 20 Min. erreichte. Der 
Weg von Barombi nach Dikingi war verhältnißmäßig 
gut gereinigt. In Dilkingi fiel mir auf, daß alle 
Leute stark schnupften. Um 1¼ Uhr marschirte ich 
von Dikingi ab. Um 2 Uhr 10 Min. überschritt 
ich nach steilem Anstieg den in den Monge münden- 
den Kossefluß, den ich während des Marsches noch 
fechsmal zu kreuzen hatte, und kam in Kosse, Häupt- 
ling Binde, um 4 Uhr an. Der letzte Theil des 
Weges stieg ununterbrochen steil an. In Kosse fand 
ich Kokosnüsse, deren es in Dikindi sehr viele gab, 
nicht mehr vor. Ohne Aufenthalt setzte ich trotz der 
Ermüdung meiner Leute den Marsch fort, um noch 
vor Einbruch der Dunkelheit Mongonge zu erreichen. 
Leider war der Weg mehr wie schlecht. Fortwährend 
298 
  
Anstieg auf spitzem Gestein, der Weg nur eine Ele- 
fantenfährte, vielfach gesperrt durch umgefallene 
Baumstämme. 
Müde und matt kamen wir um 6 ¼ Uhr in 
Mongonge, Häuptling Gumbe, an, wo eine geschenkte 
und schnell geschlachtete Ziege die Lebensgeister meiner 
vollständig ermatteten und schlappen Träger wieder 
erweckte. In Kosse fiel mir die große Zahl grauer 
Papageien auf, die gar nicht scheu waren und den 
Schützen auf 50 Schritte herankommen ließen, auf 
dem Marsche dorthin die große Zahl Elefantenfährten. 
Sämmtliche Bambukodörfer zeichneten sich durch Reich- 
thum an auffallend großen und schönen Schafen und 
Ziegen aus. 
Den Bitten meiner Träger, einen Ruhetag zu 
machen, konnte ich nicht Folge geben, da ich in Bi- 
bundi erwartet wurde, und marschirte am 27. früh 
6⅛¼ Uhr von Mongonge ab. Bei der Wahl zwischen 
dem längeren, aber besseren Weg über Bumana und 
dem kürzeren, aber beschwerlicheren über Sanje ent- 
schied ich mich leider für den letzteren; denn zum 
Theil mußte der Weg erst mit Buschmessern frei- 
geschlagen werden, abgesehen davon, daß er fortwährend 
steil absiel und derartig steinig war, daß uns Allen 
das Marschiren recht beschwerlich wurde. 
Um 7 Uhr passirten wir den Fluß Besse mit 
wenig Wasser, nach Angabe der Leute bei Sanje in 
die See mündend, um 7½⅛ Uhr den Mussombefluß 
ohne Wasser, ebenfalls bei Sanje in die See mün- 
dend. Um 7¼ Uhr kamen wir an einen sehr hohen 
und steilen Anstieg, an dem einer unserer Träger 
beinahe durch Abstürzen verunglückt wäre. Er kam 
mit einer ziemlich tiefen Fleischwunde und einigen 
Hautabschürfungen davon. Um 7 Uhr 50 Min. 
überschritten wir den Mussingelefluß, auf dessen an- 
derer Seite sich ein wunderbar schöner Wasserfall 
befand, der etwa 100 m steil herabfiel in einen 
kleinen Gebirgssee mit auffallend klarem blauen Wasser. 
Ich will hier schon bemerken, daß der Weg von 
Mongonge nach Bibundi bei nur wenig Regen un- 
passirbar wird, da zum Theil in den Flußbetten 
marschirt werden muß. Nachdem wir um 8¼ Uhr 
nochmals sehr steil und hoch abgestiegen waren, um 
8 Uhr 10 Min. den Divitutefluß passirt hatten, 
kamen wir um 12 Uhr in Sanje und um 2 Uhr 
in Bibundi an. Zwischen Sanje und Bibundi 
trafen wir nur den Uonge= und den Bibundifluß, die 
beide überschritten werden mußten. Nach eingezogenen 
Erkundigungen münden die obengenannten Flüsse 
nicht bei Sanjc, sondern bei Diongo in eine seeartige 
Lagune. 
Gezeigt hat mir die Reise, daß das Balundu-, 
Barombi= und Bambukoland zu den fruchtbarsten 
Plantagenländern gehört und der Boden zum großen 
Theil an Güte dem zwischen Boniadikombo und 
Mbnige nicht nachsteht.
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        Unterwerfung der Bane und Buli. 
Nach einer telegraphischen Meldung des stell- 
vertretenden Gouverneurs von Kamerun hat der 
Aufstand der Bane und Buli im südlichen Theile 
des Schutzgebietes mit der völligen Unterwerfung 
dieser Eingeborenenstämme geendet. Der Komman-= 
deur der Kaiserlichen Schutztruppe, Hauptmann 
v. Kamptz, ist mit derselben bereits nach Kamerun 
zurückgekehrt. 
— — — 
Togo. 
Wissenschaftliche Sammlungen. 
Der Stationsleiter von Misahöhe in Togo, 
Premierlieutenant Wegner, hat der zoologischen 
Sammlung des Berliner Königlichen Museums für 
Naturkunde 44 Vogelbälge übersandt, unter denen 
sich fünf Arten befinden, welche für das Togogebiet 
neu sind. Von besonderem Werthe sind auch die 
Bälge im Jugendkleid des Kronenkranichs, des 
Doppelsporn-Frankolins und des Schlangensperbers. 
Deutsch-SZüdwelkafrika. 
Südwestafrikanische Baiwegeisenbabn. 
Die Einnahmen haben seit Eröffnung der Bahn 
betragen: 
Frachtverkehr 7825,68 Mk., 
Personenverkehr 1216,45 —- 
Telegraphenverkehr 227,60 
Besondere Gebühren 14,656 . 
  
Zusammen 9284,38 Mk. 
Deutsch-Neu-Guinea. 
Raiser Wilbelmsland. 
Nach einem der Direktion der Neu-Guinca= 
Kompagnie zugegangenen Telegramm ist bei der 
zur Erforschung des im Sommer 1896 durch Dr. 
Lauterbach entdeckten Ramuflusses (siehe Kol. Bl. 
1877, S. 4) ausgesandten Expedition festgestellt 
worden, daß der Ramu identisch mit dem Ottilien- 
fluß ist. Der Dampfer „Johann Albrecht“ hat den 
Ramu auf einer Strecke von 110 Seemeilen unge- 
hindert befahren. 
—.. — 
Aus dem Bereiche der Missivnen und 
der Antishlaverei-Bewegung. 
Der Frauenverein für Krankenpflege in den 
Kolonien hat die Schwestern Auguste Fenner und 
Quse Grüneberg nach Togo entsandt. Dieselben 
werden im Krankenhause in Klein-Popo thätig sein. 
299 
  
Als Ersatz für die nach Deutschland zurückkehrende 
Schwester Antonie v. Held reist die Schwester 
Klara Wagener nach Tanga. 
  
Die Missionare Lang-Heinrich und Maaß 
von der evangelischen Missionsgesellschaft für Deutsch- 
Ostafrika werden einen Erholungsurlaub nach Deutsch- 
land antreten. Auf der Station Wuga, wo Herr 
Lang-Heinrich thätig war, ist jetzt Missionar Gleiß 
allein zurückgeblieben. Missionar Maaß, der in 
Maneromango stationirt war, wird durch Missionar 
Worms aus Kisserawe vertreten. 
Missionar Eich ist von Otjozondjupa zur Er- 
holung nach dem Kap gereist. 
Missionar Wulfhorst hat zu einer Erholungs-- 
reise nach dem Hererolande Omupanda Anfang 
des Jahres verlassen. Missionar Ickler wird ihn 
vertreten. 
– 
Den „Berichten der Rheinischen Missionsgesell- 
schaft" entnehmen wir Folgendes: 
In diesen Tagen wird der Ingenieur Herr 
Walter Borchardt aus Berlin, der uns seine Dienste 
anbot, seine Reise nach Deutsch-Südwestafrika antreten. 
Die neuen Verhältnisse, die sich in dem Lande in 
den letzten Jahren infolge der deutschen Besitzergrei- 
fung angebahnt haben, insonderheit die schweren 
Heimsuchungen der letzten beiden Jahre, die Dürre 
und die Rinderpest und ihre Folgen, legen es uns 
aufs Herz, auch unsererseits Alles aufzubieten, die 
wirthschaftliche Lage und die Existenzbedingungen des 
Volkes, unter dem unsere Missionare arbeiten, mög- 
lichst zu fördern und zu heben. Auch die Sorge für 
das leibliche Wohl und Wehe der unserer Pflege 
befohlenen Eingeborenen dürfen wir ja nicht einfach 
von der Hand weisen. Die endgültige Regelung der 
Landverhältnisse steht bevor. Wie sie nun im Ein- 
zelnen ausfallen wird, ob so, daß wir selbst Eigen- 
thümer gewisser Plätze werden und so auf diesen 
dann sogenannte Institute einrichten können, wie 
z. B. auf Wupperthal und Saron im Kapland, oder, 
was wahrscheinlicher ist, so, daß die Plätze den 
Farbigen als sogenannte Reservate zum unveräußer- 
lichen Eigenthum übergeben werden — es handelt 
sich im Namaland besonders um Gibeon bezüglich 
Rietmond, Gochas und Hoachanas, im Hereroland 
um Otyimbingue und Gaub — die Aufgabe bleibt 
dieselbe, nämlich, diese Plätze für die Eingeborenen 
kulturell möglichst zu erschließen und dadurch nutzbar 
zu machen, das heißt, die Wasserverhältnisse zu regeln, 
Brunnen zu bohren, Stauanlagen zu machen, den 
Garten= und Ackerbau zu sördern 2c. Hier wird 
also Herr Borchardt unter Mitberathung einer 
Kommission von in dieser Hinsicht erprobten Missio- 
naren mit seiner Arbeit einzusetzen haben und zwar 
zunächst im Namaland.
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        Inzwischen wissen unsere Leser, daß bereits einige 
unserer Brüder auf hierzu besonders geeigneten Plätzen 
die Sorge für die wirthschaftliche Erschließung des 
Grund und Bodens selbst in die Hand genommen 
haben. Wir haben schon öfter davon gesprochen. 
Neben den Bemühnngen, die Missionar Heinrichs 
in Bethanien auswendet, die Leute zum Körnerbau 
und zur Obstzucht anzutreiben, verweisen wir da vor 
allen Dingen auf die wiederholt erwähnte Stauanlage 
des Missionars Judt in Hoachanas. Missionar 
Albath von Gochas, der letzthin in Hoachanas war, 
war ganz erstaunt über „die großartige Leistung, die 
Missionar Judt mit verhältnißmäßig geringen Mitteln 
fertiggebracht hat“". Dieser imponirende Bau gebe 
der ganzen Station ein anderes Aussehen, und wenn 
vielleicht auch das Auge des geschulten Technikers noch 
manche Mängel entdecken würde, so erfülle er doch 
seinen Zweck. Es ist das ein Zeichen, daß sich 
wirklich etwas machen läßt, wenigstens da, wo die 
äußeren Vorbedingungen vorhanden sind, was leider 
nicht auf allen Stationen, z. B. auf Warmbad, der 
Fall ist. Aber selbst da, wo günstige Verhältnisse 
dergleichen Anlagen gestatten, ist mit einer Schwie- 
rigkeit zu kämpfen, die oft muthlos und verzagt 
machen könnte: das ist die bekannte, aber fast un- 
glaubliche Schlaffheit und Trägheit der Namas und 
ihre Gleichgültigkeit, mit der sie an die Zukunft 
denken. # 
RKus fremden Rolonien. 
Dandelsstatistik des Rongostaates. 
Die kürzlich erschienene Nummer 3 des Bulletin 
officiel de I’Etat Indépendant du Congo giebt 
in der Handelsstatistik des Kongostaates für das Jahr 
1897 ein glänzendes Bild des wirthschaftlichen Auf- 
schwunges. 
Der Generalhandel erreichte im Jahre 1897 
nahezu 41 Millionen Francs, wovon 
auf die Gesammtausfuhr 17 457 090,85 Fres., 
Gesammteinfuhr 23 427 197,85 = 
entfielen. Dies bedeutet eine Vermehrung um 31 
Prozent im Verhältniß zum Vorjahre, in dem der 
Generalhandel etwa 31 Millionen betrug. Der 
Handel in Waaren, die aus dem Gebiete des Kongo- 
staates selbst stammen oder zum Verkauf daselbst 
bestimmt sind, weist sogar eine Zunahme von mehr 
als 35 Prozent auf. 
Die Entwickelung des Ausfuhrhandels ist vor 
Allem auf die stetig wachsende Kautschukgewinnung 
zurückzuführen. Die Ausfuhr dieses Haupthandels- 
artikels bezifferte sich im Berichtsjahre auf 1662 
Tonnen, im Jahre 1893 auf 241 Tonnen. Die 
Einfuhr von Spirituosen ist weiter zurückgegangen 
und beträgt nur noch 0,94 Prozent des Gesammt- 
handelswerths. 
2 
2 r 
300 
  
Unter den Herkunftsländern nimmt, wie bisher, 
Belgien die erste Stelle ein; demnächst folgt England 
und an dritter Stelle Deutschland. Letzteres steht 
als Bestimmungsland an achter Stelle. 
Die eigenen Einnahmen des Kongostaates sind 
seit dem Jahre 1886 von 74 261 Frcs. auf 
9 183 360 Frcs. gestiegen; dazu treten die Zuschüsse 
des König-Souveräns und des Belgischen Staates. 
Wirthschaftliche Verbältnisse Madagaskars.“) 
Madagaskars Bevölkerung besteht, abgesehen von 
einer beschränkten Anzahl europäischer Kolonisten und 
Beamten, aus Negern, die den hauptsächlichsten Be- 
standtheil der Küstenbevölkerung bilden, und aus 
Hovas malatischer Rasse, die unter der Bevölkerung 
im Innern der Insel vorherrschend sind. Die Neger, 
welchem Stamme sie auch angehören, haben nur 
wenig Bedürfnisse, mit baumwollenen Geweben und 
Rum sind diese in der Hauptsache befriedigt. Die 
Hovas sind civilisirter als die Neger. Die Europäer 
sind zumeist Kolonisten von den Inseln Mauritius 
und Runion. Trotzdem hat Großbritannien seit 
einer Reihe von Jahren einen lebhafteren Handel mit 
Madagaskar unterhalten als Frankreich. 
Bei den Hovas ist neben baumwollenen Geweben, 
den einzigen Stoffen zu der Kleidung der niederen 
Klassen, auch Nachfrage nach Seide und Seidenwaaren, 
serner bei den reicheren Hovas auch nach anderen 
europäischen Artikeln. Da die reiche Klasse aber sehr 
in der Minderheit ist, so bilden gewöhnliche Baum- 
wollengewebe, aus welchen die Eingeborenen ihre 
Lamba (Kleid) fertigen, den hauptsächlichsten Ein- 
fuhrartikel. Im Jahre 1896 wurden von diesen 
Geweben für etwa 6252 000 Franken eingeführt. 
Großbritannien und Britisch-Indien lieferten den 
größten Theil hiervon, nämlich für etwa 3 777 000 
Franken, die Vereinigten Staaten von Amerika für 
etwa 2 150 000 Franken. Letzteres Land führt seit 
Langem Gewebe ohne Appretur ein, die von den 
Madegassen sehr geschätzt werden. Sie sind von 
überlegener Güte und haben vom Markt nicht ver- 
drängt werden können, obgleich ihr Preis infolge 
der großen Beförderungskosten höher ist als der für 
baumwollene Gewebe aus anderen Ländern. Frank- 
reich hat im Jahre 1896 für etwa 552 000 Franken 
baumwollene Gewebe nach Madagaskar eingeführt; 
die französischen ungebleichten Gewebe sind 20 pCt., 
die bedruckten 25 bis 30 pCt. theurer als die Ge- 
webe aus anderen Ländern. Auch Deutschland steht 
seit langer Zeit mit Madagaskar in Handelsverkehr, 
es führte im Jahre 1896 an baumwollenen Geweben 
für etwa 315 000 Franken ein. 
Getränke nehmen unter den madegassischen Ein- 
fuhrartikeln die zweite Stelle ein. Für diese ist 
Frankreich der hauptsächlichste Lieferant, die guten 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 202 ff.
        <pb n="343" />
        301 
Weinsorten, welche nur Europäer und einige made- 
gassische Würdenträger verbrauchen, kommen vor- 
mhmlich von dort. Gewöhnliche Weine gehen über 
französische Häsen und Zollniederlagen auch aus 
anderen Ländern ein. Von Rum, der in schlechter 
aber billiger Sorte von Mauritius kommt, sind die 
Madegassen große Verehrer. Die Verbrauchsabgabe 
von 120 Franken für das Hektoliter hat die gesetz- 
liche Einfuhr merklich beeinträchtigt, dagegen den 
Schmuggelhandel gefördert. 
Branntwein, Absinth, Wermuth und andere Lilöre 
kommen von Frankreich, Bier liefern Deutschland und 
Großbritannien. In Tananariva haben die Jesuiten 
eine Brauerei errichtet, in welcher ein leichtes Bier 
gebraut wird, wovon die Flasche mit 40 Centimes 
verkauft wird. Gegen den Wettbewerb ausländischen 
Bieres ist es durch die hohen Beförderungskosten, 
die auf diesem lasten, sehr geschützt. 
Die Einfuhr von Metallwaaren betrug im 
Jahre 1896 etwa 1142 000 Franken, wovon auf 
die Einfuhr aus Großbritannien 642 000, auf die 
aus Frankreich 475 000 und auf die aus Deutsch- 
land 25 000 Franken entfallen. Hamburg liefert 
Artikel für den madegassischen Haushalt, insbesondere 
Kochtöpfe. Verzinktes Eisenblech und Weifblech 
kommen aus Großbritannien. 
Im Einzelnen stellte sich die Einfuhr der haupt- 
sächlichsten Artikel nach Madagaskar ohne die älteren 
französischen Besitzungen Nossi-Bé, Diego-Suarez 
und Sainte Marie im Jahre 1896 und der Antheil 
der wichtigsten Länder daran, wie folgt:?) 
  
Aus: Zus. einschl. 
der Einfuhr 
Ver. Staaten nach anderen 
  
Frankreich Großbritannien Deutschland von Amerika Ländern 
Franken 
Gewmebe 551628 3 776 802 315 393 2 150 473 6 802 945 
Getnänke . . . ... 980 206 256 208 145 906 — 1 391 403 
Keider und Putzwaaren 57 324 11.059 2 868 — 71251 
MehHl 104874 527 420 119 36 455 668 868 
Kolonlalwaarrererernn . . ... 210 936 106 876 3349 — 321 475 
Ficchereierzeugnisee 150 204 21 584 5 922 — 180 419 
PstanzensästUnnn ... 30 025 23 965 400 — 54 390 
Waaren aus verschiedenen Stossen 183 557 61 913 5932 23 170 274 572 
MNetallwannrnren 475 113 642 306 24 660 1142 079 
Kurzwaaren und Haushaltungsgegenstände. 90 765 86 338 50 826 — 227929 
Messerschmiedewaaren 569 1299 31 599 — 33 467 
nstrumente ............ ..... . . . ... 4537 1 425 2 858 — 8 820 
Amneien s—————————————————— 20 569 9228 — — 29 797 
Papirr ..................... 35 039 28 725 1 850 — 65 614 
Maschieen .. ... .. . .. 286 999 857 1 46 46 1 * 33 231 
Cbemische Erzeugnisee 55245 17 63 ; 26 69 
Wfer- *1 uii7 ............... 58 483 41 960 11 123 — 111566 
bat.... ................. 269 317 8212 21253 — 298 72 
——————.— 25 911 20 037 84 — 137 620 
--.. . .. 48101 13 055 1 800 650 63 606 
Spielsahen . . .. 39 667 33 834 10 988 — 84 578 
Lebende Thitrer — 1 000 — 269 000 270 000 
Zus. einschl. anderer Waaren. 3 280 699 5 749 816 687 859 2 486 761 12 787 678 
Die hauptsächlichsten Artikel der Ausfuhr aus Madagaskar (ohne die vorher erwähnten älteren 
französischen Besitzungen)*) im Jahre 1896 waren: 
Nach: Zus. einschl. 
der Ausfuhr 
Groß- nach anderen 
Maßstab Frankreich Mauritius Réunion britannien Deutschland Ländern 
Kineiernn .. Stück — 6 770 — — — 11837 
Bachs.................. .. . . .. kg 11645 2244 — 162 388 5750 171 978 
Thierhörweer Stück 3695 — — 19 397 5.035 28 127 
PflanzenharKrr .. Kka 24 40 — — 4 869 7665 75 004 
———— Stück 2040 322 — 3259 4041 10748 
Ebenholzzz.. .. Franken 3 870 — — 95 650 255 99 796 
Gummi Kopal..... .. kg 1374 — — 6556 — 7390 
H##senfrücht » — 694 194 380 575 5874 — 980 643 
chaffelllleenn Stück 6230 —1 769 24 118 5 035 36 152 
Rindshäute . L. . » 8 720 — — 26 677 9352 39722 
Goldstaubb ... . Franken 60 195 — — 20 584 — 80 779 
Nophünnnnn . . .. . kg 625 955 100 — 556 271 65 748 1272047 
eis . ... * 23 1020 37 393 — — 38 436 
Lanillelell .. » — — 232 1815 1 560 3 607 
Kautschuik... ....... .... » 49 879 425 — 380 547 105931 536 783 
  
Die angeführten Ziffern enthalten die Einfuhr der Häsen Vohemar, Mananjary und Fort Dauphin nur 
für die Zeit vom 1. März o ab; desgleichen auch für die Ausfuhrziffern.
        <pb n="344" />
        Rindshäute bilden einen wichtigen Ausfuhr- 
artikel, sie würden einen höheren Preis als gegen- 
wärtig erzielen, wenn auf ihre Zubereitung größere 
Sorgsamkeit verwendet würde. Ihr Preis schwankt 
zwischen 110 und 125 Franken für 100 Stück. 
Sie werden hauptsächlich nach Amerika und Groß- 
britannien, einige auch nach Frankreich und Deutsch- 
land ausgeführt. 
Schaffelle werden mit 40 bis 60 Franken für 
100 Stück verkauft. 
Den Handel mit Thierhörnern haben vor- 
nehmlich deutsche Geschäftsleute in Händen, die Hörner 
werden hauptsächlich von Tamatave, Mananjary, 
Majunga und Diego-Suarez aus versandt. Im 
Innern der Inseln stellen die Hovas aus Horn 
Gegenstände für den Haushalt her, die in Tanana- 
riva billig verkauft werden. 
Ein wichtiger Ausfuhrartikel ist serner Raphia, 
d. h. der Bast der Raphiapalme, deren Blattrippen 
die Eingeborenen zum Bau ihrer Hütten verwenden. 
Dieser Bast ist seiner Haltbarkeit wegen ein wichtiger 
Handelsartikel geworden. Er wird in erheblichen 
Mengen nach Europa ausgeführt, wo er von Gärt- 
nern und Weinbauern zum Anbinden von Pflanzen, 
Bäumen und Reben gebraucht wird. Die Raphia- 
palme ist an der Westküste von Madagaskar sehr 
häufig. Für Majunga bildet das Erzeugniß den 
hauptsächlichsten Ausfuhrart#kel, es werden monatlich 
etwa 150 Ballen von je 1 dz ausgeführt. In Ta- 
matave kauft man Raphia zu 45 bis 50 Franken 
für 1 dz, der Ausfuhrzoll beträgt 3,50 Franken 
für 1 dz. 
Kautschuk war vor fünf oder sechs Jahren ein 
noch wichtigerer Ausfuhrartikel als jetzt; um möglichst 
viel Kautschuk zu gewinnen, haben indeß die Einge- 
borenen die Pflanzen nahe am Stengel abgeschnitten, 
was zur Folge gehabt hat, daß die Pflanzen in 
einzelnen Gegenden fast verschwunden sind. An der 
Westküste, wo der Handel weniger lebhaft und die 
Bevölkerung spärlicher ist, giebt es noch Kautschuk- 
pflanzen im Ueberfluß, und die Ausfuhr nimmt zu. 
In Tamatave wurden für 1 dz Kautschuk 500, 
in Mananjary und Maroantsetra 450 und in Fort 
Dauphin und Nossi-Be 350 Franken gezahlt. Dieser 
Preis schwankt je nach Reinheit und Biegsamkeit 
des Erzeugnisses. 
—.... 
Perschiedene Milkheilungen. 
Rolonial--Wirthschaftliches Nomitee. 
Aus dem eben erschienenen Jahresbericht 1897/98 
des Kolonial = Wirthschaftlichen Komitees, Berlin, 
Unter den Linden 47, ist von Interesse: 
Die Ausfuhr aus den Kolonien (1896 Mk. 
11 019 544), die Einfuhr in die Kolonien (1896 
Mk. 18694 414) wurden gefördert durch 31 Wander- 
ausstellungen deutscher Kolonial-Erzeugnisse und in 
30 
  
— 
den Kolonien gangbarer ausländischer Exportartikel 
in allen Theilen des Reiches in Verbindung mit den 
Handelskammern, der Deutschen Kolonialgesellschaft, 
naturwissenschaftlichen, kaufmännischen und gewerb- 
lichen Vereinen. 44 Ausstellungen sind vorgemerkt. 
Ueber 1000 Firmen befassen sich heute mit dem 
Verkauf der Erzeugnisse aus den Kolonien. 
Auf die Hebung der europäischen und Eingebo- 
renen-Kulturen in den Kolonien wirkte das Komitee 
durch die chemische Prüfung in dem pharmazeutisch- 
chemischen Laboratorium der Universität Berlin und 
durch praktische Prüfungen in der Industrie von 
„Gummi arabikum aus Deutsch-Südwestafrika“. 
Resultat ungünstig, 
„Sesamsaat aus Togo“. Resultat sehr gönstig, 
„Kopra aus Togo durch Seifenfabriken“. Resul- 
tat sehr günstig, 
„Gummi arabikum aus Deutsch-Südwestafrika durch 
die Reichsdruckerei“. Resultat nicht günstig, 
„Tapioka (Stärke) aus Togo, taxirt am Hamburger 
Markt“. Resultat ungünstig; 
durch Einsendung von Sesamsaat an das Gouver- 
nement in Deutsch -Südwestafrika zu Anbau- 
versuchen; 
durch Vorstellungen bei den Gouvernements in 
Südwestafrika, Kamerun und Togo bezüglich 
Maßnahmen zur Verbesserung der Eingeborenen- 
Kulturen: Gummi arabikum bezw. Palmöl; 
durch Agitation und Auskunftsertheilung über in 
Bildung begriffene koloniale Erwerbsgesellschaften. 
Die Hülfsmittel des Komitees: Die Zeitschrift 
für tropische Landwirthschaft „Der Tropenpftanzer“ 
— das „Kolonial-Handels-Adreßbuch“ — die Schrift 
„Die Kulturen der Kolonien“ unterstützten die gemein- 
nützigen Arbeiten des Komitees auf das Wirksamste. 
Auch das Ausschreiben der Preisaufgabe zur „Hebung 
des Weinbaues und der Gartenkulturen in Deutsch- 
Südwestafrika“ war von Erfolg begleitet. Ein Land- 
wirth in Windhoek beantragt die Zuerkennung des 
Preises auf: selbstgekelterten Wein — Rosinen aus 
selbstgezogenen Weintrauben — selbstgezogene und 
hergerichtete Feigen. 
Das Komitee besteht heute aus über 1800 Mit- 
gliedern, die ihren Sitz zum Theil in den Kolonien 
selbst haben. 
Die Hauptversammlung findet am 6. Juni d. Js., 
vormittags 10 Uhr, zu Berlin, Unter den Linden 
Nr. 47 1, statt. 
  
Ueber den Maria Theresienthaler 
geht uns mit Bezug auf den Aufsatz in Nr. 6 des 
Kolonialblattes, S. 148, von sachkundiger Seite die 
folgende Mittheilung zu: 
Der Maria Theresienthaler verliert in Maskat 
an Boden zu Gunsten der indischen Rupie; in Aden 
herrscht bereits Rupienkurs. In Sansibar ist der 
Maria Theresienthaler nicht mehr im Umlauf. Zah-
        <pb n="345" />
        lungen werden seit Jahren nur in Rupien geleistet. 
Der Irrthum des Verfassers des Aufsatzes mag da- 
durch veranlaßt sein, daß hier bei Berechnungen im 
Großhandel der Dollar zu 100 Cents seiner beque- 
meren Eintheilung wegen angewandt wird. Dieser 
Dollar ist aber ausschließlich Rechnungsmünze und 
wird mit 2 Rupien 2 Anna berechnet. In Deutsch- 
Ostafrika und in Britisch-Ostafrka ist der Maria 
Therefienthaler ebenfalls durch die Rupie verdrängt 
worden. Nur in den Somaliländern hat er sich 
noch behauptet und ist dort das beliebteste, häufig 
das ausschließliche Zahlungsmittel. Allmählich, wenn 
auch langsam, beginnt jedoch die Rupie auch hier 
einzudringen, wozu der niedrige Kurs des Thalers 
beiträgt. Der Werth desselben ist soweit gesunken, 
daß 100 Thaler nur mehr 128 bis 132 Rupien 
kosten und daß die Händler an der Benadirküste, 
welche ihr Baargeld in Thalern angelegt hatten, 
große Verluste erlitten haben. 
W77Isd7'’''''09077W7777V9 
Tilterakur. 
Dr. Alfred Zimmermann: Die Europischen 
Kolonien. Schilderung ihrer Entstehung, Ent- 
wickelung, Erfolge und Aussichten. Zweiter Band. 
Erster Theil: Die Kolonialpolitik Groß- 
britanniens. Von den Ansängen bis zum Abfall 
der Vereinigten Staaten. Mit drei farbigen Karten. 
Berlin 1898. E. S. Mittler &amp; Sohn. 
Der vorliegende zweite Band des großange- 
legten Werkes behandelt Dinge, die dem deutschen 
Interesse im Allgemeinen näher liegen wie die 
spanische und portugiesische Kolonialgeschichte. Gilt 
doch in vielen Kreisen die englische Kolonialpolitik 
als Muster, dem unbedingt nachzueifern ist, wenn 
man auf Erfolge rechnen will. Bei dem Studium 
der sachlich und rein reserirend gehaltenen Schil- 
derung der Entwickelung, welche die englische 
Kolonialpolitik seit ihren Anfängen bis zum Ende 
des vorigen Jahrhunderts genommen hat, wird 
man aber den Eindruck gewinnen, daß auch in 
England in dieser Richtung vielfach nur mit Wasser 
gekocht worden ist, daß von Seiten englischer Staats- 
männer mannigfache und solgenschwere Fehler be- 
gangen worden sind, daß vielfache Schwankungen in 
den Zielen stattgefunden haben, daß die Kolonial- 
politik mehrfach sehr bedenkliche, das Allgemeinwohl 
schwer schädigende Auswüchse gezeitigt hat und daß 
in den kritischsten Momenten nicht selten mehr das 
Ungeschick der Feinde Englands zu einem schließlichen 
Erfolge dieses Landes auf kolonialem Gebiete bei- 
getragen hat als die eigene Kraft oder größere Be- 
fähigung für koloniale Ausgaben. Was würde z. B. 
aus dem wichtigsten englischen Kolonialbesitz, aus 
Ostindien, geworden sein, wenn Frankreich Dupleix, 
den erfolgreichsten Gegner der englischen Bestrebungen 
daselbst, thatkräftiger unterstützt und in dem entschei- 
  
303 —1 
denden Augenblick nicht sallen gelassen hätte? Die 
ersten Kapitel behandeln die Anfänge der englischen 
klolonialen Unternehmungen, das Vordringen englischer 
Fischer als der ersten Pioniere der kolonialen Thätig- 
keit Englands über den Atlantischen Ocean, John 
Cabots und Raleighs Fahrten, den Beginn der Kolo- 
nisation Nordamerikas, Akadiens und Westindiens 
sowie die Entstehung der East India Company. In 
dem zweiten Abschnitt verfolgen wir die Entwickelung 
und Erweiterung des englischen Besitzes in Nord- 
amerika, Westindien und Ostindien unter den Stuarts 
zur Zeit des Kampfes mit Holland um die See- 
herrschaft. Wie ein rother Faden zieht sich durch 
die Geschichte der nordamerikanischen Kolonien der 
stille, aber unnnterbrochene Kampf zwischen dem 
Mutterland und den auf ihre Freibriefe sich steifenden 
Kolonien um die in diesen Charters gewährten Frei- 
heiten und Rechte, die Parlament und Krone mit 
wechselndem, aber bei der allmählichen Erstarkung 
der Niederlassungen immer geringer werdenden Er- 
folge einzuschränken bestrebt waren. Die Gegensätze 
entsprangen hauptsächlich dem Umstande, daß England 
die Kolonien durch Schifffahrtsakte und Ausfuhr= 
beschränkungen handelspolitisch auszunutzen bestrebt 
war, während diese, vor äußeren Feinden sich sicher 
fühlend, für den ohnehin kaum jemals geleisteten 
Schutz des Mutterlandes keine Opfer zu bringen ge- 
neigt waren und, den Ausfuhrbeschränkungen trotzend, 
wirthschaftliche Unabhängigkeit anstrebten. Der engli- 
schen Regierung waren durch den Umstand, daß sie 
zwar die Gouverneure und Richter ernennen konnte, 
die Kolonien aber deren Gehälter zu bewilligen 
hatten, was bei Streitfällen vielfach nicht geschah, 
ziemlich die Hände gebunden. 
Die Lage der englischen Unternehmungen in In- 
dien war in jener Zeit im Allgemeinen keine glück- 
liche. Nicht nur bekämpften sich die verschiedenen 
Gesellschaften unter sich, bis es endlich gelang, sie 
zu verschmelzen, sondern sie litten auch schwer unter 
den fortgesetzten Kämpfen mit den Portugiesen und 
Holländern. Die Gehälter der Beamten waren 
llägliche, so daß dieselben geradezu auf Durchsteche- 
reien und heimlichen Handel angewiesen waren. Dabei 
fehlte es vielfach an einer einheitlichen, kundigen, 
zielbewußten Leitung, die Macht der einheimischen 
Fürsten war noch ungebrochen, die Handelsfaktoreien 
eben nur geduldet. 
Der dritte Theil behandelt die Kämpfe mit Spa- 
nien und Frankreich um die Weltherrschaft. Hier ist 
eines der interessantesten Kapitel dasjenige, welches 
die im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Spanien 
vor sich gehende Entstehung der Südsee-Gesellschaft 
behandelt, welche sich auf die Hoffnung der Oeffnung 
der spanischen Besitzungen in Amerika für den engli- 
schen Handel gründete. Die höchst lesenswerthe 
Schilderung dieser Unternehmungen, welche ein maß- 
loses Spekulationsfieber in England (1720) entfachten, 
bildet im Hinblick auf die Bestechungen und Geld- 
zuwendungen, mit welchen die Company die Förde-
        <pb n="346" />
        rung ihrer Pläne bei den höchsten Würdenträgern 
des Staates unterstützte, eine der dunkelsten Seiten 
der Geschichte der englischen Kolonialentwickelung. 
Solchen wilden Auswüchsen gegenüber macht sich die 
in einem folgenden Kapitel gegebene Darstellung der 
fast ungestörten ruhigen Thätigkeit der Hudsonsbay 
Company, welche von 1690 bis 1800 ihren glück- 
lichen Antheilhabern eine jährliche Durchschnittsdivi- 
dende von 60 bis 70 péCt. auszahlte, beinahe wie 
ein Idyll. 
Die Kämpfe Englands mit Frankreich um Canada, 
welche schließlich nur durch die Siege Friedrichs des 
Großen für England einen günstigen Ausgang nah- 
men, trugen nicht unwesentlich dazu bei, die Spannung 
zwischen den nordamerikanischen Kolonien und dem 
Mutterlande zu vermehren, da erstere während dieses 
Krieges die Franzosen in Canada durch Zufuhr von 
Vorräthen mit der Entschuldigung, es sei verdienstlich, 
dem Feinde so viel Geld wie möglich abzunehmen, 
unterstützt hatten. Hätte nicht Pitt eine so maßvolle 
und versöhnliche Haltung den Kolonien gegenüber 
verfolgt, so wäre wohl damals schon der definitive 
Bruch eingetreten. Dieser erfolgte erst, wie im 
vierten Theile dargelegt wird, nach dem Sturze Pitts, 
als Georg III. und sein der Verhältnisse in Nord- 
amerika völlig unkundiger Minister Grenville alle 
widerstrebenden Einflüsse brechen und für den damals 
sehr geldbedürftigen Staat möglichst viel Geld aus 
den Kolonien ziehen wollten. In dem nunmehr 
entbrennenden Unabhängigkeitskampfe, aus dem die 
Kolonien ohne die reichliche materielle Unterstützung, 
die sie bei Frankreich fanden — wofür dieses aber 
schließhlich wenig Dank erntete —, wohl schwerlich 
siegreich hervorgegangen wären, zeigt sich die Un- 
fähigkeit der damaligen englischen Regierung und 
ihr gänzlicher Mangel an Verständniß für die 
Sachlage. Bei dem jämmerlichen Zustand des ame- 
rikanischen Milizheeres würde es bei einer energi- 
scheren Führung den englischen Streitkräften wohl 
leicht geworden sein, den Aufstand zu überwinden. 
Aber auch das Bild, welches man von einem der 
hervorragendsten Männer in diesem Kampfe, von 
Benjamin Franklin, gewinnt, ist kein ganz ungetrübtes. 
Dieser bei uns fast nur als Erfinder des Blitzablei- 
ters bekannte englische Generalpostmeister für Amerika 
und Agent von Pennsylvanien und anderen Kolonlen 
in London ist von gewissen Zweideutigkeiten nicht 
freizusprechen (S. 395, 428). Die in unseren Tagen 
oft bemerkte Rücksichtslosigkeit der amerikanischen 
Staatsmänner trat schon beim endlichen Friedensschluß 
Frankreich gegenüber sehr zu Tage. 
Die Kolonisationsversuche in Westafrika waren 
im Allgemeinen in jener Periode der englischen Ko- 
lonialgeschichte nicht von Erfolg begleitet; die ver- 
schiedenen nacheinander gegründeten Companyen ar- 
beiteten meist mit Verlust. Das Hauptobjekt des 
Handels bildeten stets die Negersklaven. In dem 
berüchtigten mit Spanien 17 13 geschlossenen Assiento- 
Vertrag erwarb England das Recht, im Laufe von 
304 
– 
  
30 Jahren 144 000 Sklaven nach den spanischen 
Besitzungen zu liefern. Seit 1750 begann die Be- 
wegung gegen den Sklavenhandel, der 1776 zuerst 
im britischen Parlament zur Sprache kam. 
Die Fortschritte der englischen Herrschaft in Ost- 
indien waren langsame. Zunächst hatte die ostindische 
Company weitere langwierige Kämpfe um ihr Mo- 
nopol zu bestehen, dann gewannen die Franzosen in 
Südindien das Uebergewicht und erst der Pariser 
Friede machte dem lange unentschiedenen Kampfe um 
Indien zu Gunsten Englands ein Ende. Der Ge- 
schichte der Gründung des indischen Reiches unter der 
ebenso energischen wie rücksichtslosen Führung von 
Clive und Warren Hastings sind die letzten Kapitel 
des Buches gewidmet. Die allgemeine Lage der 
Company und des Landes am Schlusse dieser Periode 
charakterisirt sich am besten durch die Schlußworte 
des Buches: „1785 erreichten die Erträgnisse des 
Reiches am Ganges die Höhe von 5 315 000 Ffd. 
Sterl., die Ausgaben die von 4 312 000 Pfd. Sterl. 
Diesem Ueberschuß im Vergleich zu 1771 stand aber 
ein Anwachsen der Schuldenlast in Eugland um 
15 Millionen, in Indien um 10 Mill. Pfd. Sterl. 
gegenüber. Im Ganzen sind während Hastings“ 
Thätigkeit die Schulden der Gesellschaft um 12½ 
Mill. Pfd. Sterl. gewachsen. Die Bevölkerung weiter 
Gebiete Indiens war in tiesstem Elend, den Vortheil 
zog eine Anzahl überaus hoch bezahlter, gut prote- 
girter Angestellter der Company. Die sechs Leiter 
des Salzamtes in Bengalen bezogen z. B. jährlich 
zusammen 72 800 Pfd. Sterl. Der Vorsteher erhielt 
außerdem noch 18 400 Pfd. Sterl. Gehalt. Beim 
Zollamt in Kalkutta hatten drei Beamte eine ge- 
meinsame Einnahme von 23 000 Pfd. Sterl.“ 
  
Paul Langhans: Justus Perthes' Deutscher 
Marine-Atlas. Gotha. Justus Perthes. 
Der hübsche handliche Atlas ist in der Art des 
kleinen deutschen Kolonial-Atlas, den die Kolonial= 
gesellschaft ins Leben gerufen hat, gearbeitet. Außer 
einer Darstellung aller Marine= und Kohlenstationen, 
der Reisen und des Wirkens deutscher Schiffe enthält 
der Atlas sehr lehrreiche Darstellungen der Be- 
sestigungen der deutschen Küsten sowie Karten aller 
deutschen Schutzgebiete. 
  
Rudolf Zabel: Cuba. Die wirthschaftliche, soziale 
und politische Entwickelung der Insel. Zweite 
Auflage. Berlin und Leipzig 1898. F. Luckhardt. 
Waldemar Miller: Cuba. Seine Geschichte, 
wirthschaftliche und handelspolitische Entwickelung. 
Mit einer Karte. Berlin 1898. Richard Schröder. 
Die beiden vorliegenden, mit Rücksicht auf den 
gegenwärtigen Krieg um Cuba verfaßten Schriften 
bringen vielerlei lehrreiches und interessantes Mate- 
rial zur Beleuchtung der Zustände der großen An- 
tilleninsel und der spanischen kolonialen Mißwirth- 
schaft bei.
        <pb n="347" />
        — 305 — 
Tilkerakur-Perxeichniß. “ 
Nachtrag zur Kangliste der Kaiserlich Deutschen th, Dr. Albrecht: G te Formosas bis 1898. 
Marine für das Jahr 1898. (Abgeschlossen am Wirth 188 S. ken 596e chich ed 
25. Mai 1898.) Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers « Carl Georgi, Bonn. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 24/2. Sydney 6,5. — Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor“ 8/1. Senstan. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 16/3. Shanghai 23/4. — 24/4. Kiautschon 1/5. — 8/5. Manila. (Post- 
station: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 27/1. Sydney 13/4. — 25/4. Apia 20/5. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 15/4. Loanda 17,4. — 28/4. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Schwalbe“ Kiel 20/4. — 29/4. Gibraltar 3/5. — 11/5. Port Said 16/5. — Aden. 
(Poststation: Sansibar.) * 
S. M. S. „Seeadler“ 6/4. Lourenzo Marques 16/4. — 24/4. Majunga (Madagaskar) 27/4. — 3/5. 
Dar-es-Saläm 6/5. — Sansibar 14/5. Heimreise. (Poststation: Port Said.) 
S. M. S. „Wolf“ 25/12. Kamerun 30,4. — 8/5. Loanda 14/5. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransporte: 
1. Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstrarsport für S. M. S. „Cormoran“ 
W— 
Ausreise: Transportführer: Korvettenkapitän Reincke: Wilhelmshaven 4 0. — nach Kiautschou. 
2. Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Herzog“ der Deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstransport 
für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: Hamburg 11/5.— nach Sansibar. 
1. Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer des Nordd. Lloyd „Preußen“ mit dem Transport für das Ver- 
messungsdetachement in Kiautschon. 
Transportführer: a) von Bremerhaven—Genua: Unterlieutenant zur See Wind müller, 
b) von Genua—Kiantschou: Kapitänlieutenant Deimling: 
Bremerhaven 22/3. — 24/3. Antwerpen 27/3. — 28/3. Southampton 28/3. — 3/4. Genua 6 — 
6/4. Neapel 6/4. — 10/4. Port Said 10/4. — 11/4. Suez 11/4. — 15/4. Aden 15/4. — 22/4. 
Colombo 22/4. — 16/5. Tsintau. 
— — 
  
  
— — T I 
–—. 
Verkehrs-Zachrichten. 
Kaiserliche Postagenturen sind am 20. Februar in Outjo und am 12. März in Groß- 
Barmen in Deutsch-Südwestafrika eröffnet worden. 
  
Die nächste Beförderungsgelegenheit nach Jaluit bietet ein Segelschuner, der am 1. August von 
San Francisco durch die Jaluitgesellschaft abgefertigt wird. 
  
1 
  
  
——.. nach den . Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt usschiflungshafen. Briefe müssen aus 
Aach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt — werden 
Neapel am 8., 22. Juni, Tanga 19—20 Tage sam 6., u# 20. Juni, 
(beutsche Schiffe) 6. Juli 120 abds. Dar-es-Sal. 20—21 Tg.4., 15. Juli 
1. Deutsch= Ostafrika. Brindisi am 18. Juni, 17. Juli# Sansibar 22 Tage 11% abds. 
(englische Schiffe) 100 adbs. Zl .. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
ranzösische Schiffe) 40 nms. 10KxF abds. 
2. Deutsch-üm Southampton am 4. Juni, 2., 30. Juli# Lüderitzbucht 22 Tage am 3. Juni, 1., 29. Juli 
(KNach a estasrita engl. knh 15 Kap 40 ums. Swakopmund 25 Tagelsnms. 7 
Wamb nshoo, Gibeon,hadt, dam deutscher " 
aichhan, nd 28 Dampser „Leutwein“") 
R dortweiter olle 4 Tag Hamburg am 25. Juli, 25. Sept. Swakopmund 30 Tage a#m 25. Juli 25. Sept. 
us dem Landwege.) (deutsches Schis) nachts Lüderitzbucht 40 Tage 720 a
        <pb n="348" />
        — 306 
— 
  
— — —  — 
— 
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
|A Lambur am 10. jedes Monats,Kamerun 24 Tage am 10. 1e des Monats 
3. Namerun (deutsche Schiffe) nachts s · 7½ abds. 
« « Liverpool am 8. Juni, 6. Juli Kamerun 22 Tage am 6. Juni, 4. Juli 
(englische Schiffe) 18 ums. 
DHambu Wam 10.jedes Mts. nacht Lome 20 Tage am 10. und 20. iedes 
4. Cogo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaup 1 
mur auf Verlangen des Marseille 
Absenders) (französische Schiffe) 
  
E— 
Liverp 
(englische Schiffe) 
Bordeaux 
(Eranzösische Schiffe) 
2½ 
ool 
  
am 20. jedes Mts. 
am 15., 29. Juni 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Juli, 10. Sept. 
110 oms. 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quitlah 36 Tage 
von da ab v n 
Cotonou 20 Tage 
von do ab Landverbindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
Monats 799 abds. 
am 13., 27. Juni 
16 ums. 
am 23. jedes Monats 
107 abds. 
am 8. Juli, 8. Sept. 
101x abds. 
  
Neapel am 3 JIumi 24. Aug. Stephansort 45 Tage am 27. Juni, 1. Juli, 
5. Deutsch-Ueu-Gninea. 1A (beutsche Schissee abd 6 22., 26. August 
. Brindisi 1 am 3: . 28. Aug. - 41 Tage 11° adds. 
(Nachversand) abd 
6. Marshall- Inseln. Cuxhaven am 14. In Jaluit etwa 70 Tage am 13. Juli 1138 abds. 
(Hemeg— aier — Linie bis 
New · Jort, von New-Vork dis 
S. Froncieco Eisenbahn, dann 
denisches Segelschiff.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
Eintreffen der Bost a aus den deutschen Schussebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
Von suunns- Die Penih leu . Von a Die e 5# 
deu#sch-oernk S##n e 2 —m— #enea en 1 7— 
Merfeile am 16 Juni 17.Jal. Marseille .am 16. jedes Monatz 
Deutsch-ZüdwestafrikaSouthampton am 7. Juni, 5. Sunr Deutsch-Uen-Guinea.Neaopel. ——— 
————- lser D Marshal · Inseln... Narseille . Mitite Juni 
14. Juli 
  
  
  
* Farigkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
  
Schissbewegungen der Woermann-Linie. 
  
  
  
  
  
nese e Letzte Nachrichten 
o 
siwampfer von nach bis 28. Mai 1898 . 
„Adolph Woermann“ . Loango Hamburg am 28. Mai in Hamburg. 
„Aline Woermann“. . Loango Hamburg am 21. Mai in Kamerun. 
a„Anna Woermann“ . Hamburg Loanda am 31. Mai ab Hamburg. 
„Bruxellesville" . Antwerpen Kongo am 12. Mai in Madeira. 
Tari Woermann“ . Hamburg Lagos am 23. Mai Dover passirt. 
„Eduard Bohlen“ . Hamburg Loango am 4. Mai in Kamerun. 
„Ella Woermann". Hamburg 1 Sherbro am 23. Mai in Sierra Leone. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg l Kotonou am 17. Mai in Acera. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Sherbro am 24. Mai Ouessant passirt. 
EW Woermann“ Kotonou CQ Hamburg am 26. Mai in Las Palmas. 
ette Woermann“. Loanda x„ Hamburg am 24 Mai in Accra. 
„Kurt Woermann“ . Zambukg Loanda am 16. Mai in Gorce. 
Füothor Bohlen“. . amburg Loango am 19. Mai in Madeira. 
lu Bohlen“ Hamburg n am 7. Mai Madeira passirt. 
„Marie Woermann“. Hamburg Lüderitzbu am 9. Mai in Kapstadt. 
„Melita Bohlen" Hamburg Lüderikhucht am 27. Mai ab Hamburg. 
„Professor Woermann“. Sherbro Q Hamburg am 27. Mai in Tanger. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg C Loanda am 16. Mai in Loanda.
        <pb n="349" />
        — 307 — 
  
  
  
  
  
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrila-Linie (Camburg—Ostafrika). t 
ss Reise Letzte Nachrichten 
eichtpesw anpfer von I nach bis 28. Mai 1898 
„Köni ... Hamburg Durban am 27. Mai an Delagoabai. 
„Derzoé Hamburg Durban am 26. Mai an Neapel. 
„Kaiser Durban Hamburg am 23. Mai ab Sansibar. 
ler z. Zt. in Hamburg. 
„Bundesrattt Delagoabai Hamburg am 24. Mai ab Delagoabai. 
„Reichstag “ ... Delagoabai Hamburg am 27. Mai ab Neapel. 
„Admirall Hamburg Delagoabai am 28. Mai ab Antwerpen. 
„Generall Hamburg Delagoabai am 23. Mai an Aden. 
  
  
  
  
  
  
3 Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt des Deutschen Kolonialhauses Bruno Antelmann 
in Berlin bei, betreffend Preisverzeichniß über Usambara-Kaffee der Deutsch-Ostafrikanischen 
Gesellschaft, den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. Die Expedition. 
  
  
Anzeigen. 
—. 
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum — sind an die Vertriebsleilung, Verlin sW 12, Kochstraße 68—71. 
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in Zanzibar, 
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sirung der Magenfunktionen während und nach allgemeinen Erkruokungen. 
Herr Geheimrath Stöhr, Kissingen, schreibt: .. Ich bin so zufrieden 
mit demselben, wie noch nie mit einem neuen Mittell Es ist von höchstem 
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Me#dislalachen Autoritäten bestens emplfohlen. ((Girh 
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Flottengesetz. Mark 1,80. 
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frage. Mark 1-25. 
  
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heer und ihre Stellung im Haus- 
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auf die Geschichte. 1783—1812. 
Die Zeit der französischen Revo- 
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der auf die deutschen Schutzgebiete bezüglichen Gesezt, 
Perordunungen, Erlasse und internstionalen Pereinbarungen, 1 
mit Aumerkungen und Sachregister. . 
Zweiter Theil. 
1893 bis 1897. « 
Auf Grund amtlicher Quellen und zum dienstlichen Gebrauch 
herausgegeben von 1 
Dr. Alfred Bimmermann. 
  
  
1 Die deutschen Schutzgebiete haben seit ihrem jetzt vierzehn- 
jährigen Bestehen eine gewaltige Entwickelung gewonnen und bedeuten 
einen wichtigen Faktor unseres Staatslebens. Immer allgemeinere 
Beachtung wird daher der Gesetzgebung unserer Kolonien geschenkt. 
1 Zahlreich sind die Bestimmungen und Erlasse, welche für die 
deutschen Kolonien besonders gegeben sind und die Verwaltung, die 
Rechtsverhältnisse der Beamten und Militärpersonen, die Rechtepflege, 
Handel, Gewerbe und Verkehr, Zoll= und Steuerwesen, die Rechts- 
verhältnisse der Eingeborenen u. a. m. in den einzelnen Schutzgebieten 
regeln, so daß eine einheitlich bearbeitete Loonialgesegsommung unent- 
behrlich ist. Nachdem bereits im Jahre 1893 der erste, die Zeit bis 
zum Jahre 1892 umfassende Theil des obigen Werkes erschienen ist. 
gelangte nunmehr die obige Fortsetzung zur Ausgabe, die von dem durch 
eine wirthschafts= und Wn Arbeiten bekannten Konsul 
Dr. Alfred Zimmermann, Mitglied der Kolonialabtheilung des Aus- 
wärtigen Amtes, bearbeitet worden ist. Auch dieser zweite Theil 
enthält alle Bestimmungen auf Grund amtlicher Quellen gesammelt; 
er umfaßt die Zeit von 1893 bis 1897 mit allein 287 Nummern, 
während der bis zum Jahre 1892 reichende erste Theil 256 Nummern 
naufführt. Der bequemeren Handhabung wegen ist die chronologische 
Anordnung der Gesetze 2c. gewählt worden; ein nach sachlichen Ge- 
sichtspunkten geordnetes Verzeichniß der wiedergegebenen Gesetze, 
Erlasse und Bestimmungen, sowie ein alphabetisches Sachregister 
ermöglichen schnellste Auffindung und leichtesten Gebrauch. Das Ge- 
sammtwerk ist zum Preise von Mk. 22,—, der zweite Theil allein für 
Mk. 8, — zu beziehen. 
  
  
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Zur Heilung der Malaria 
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wird hierdurch das von der 
Chemischen Fabrik auf Actien (vom. E. Schering) zu Berlin 
dargestellte 
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CGalzsaures Phenoeoll) 
allen Betheiligten bestens empfohlen. 
Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Prokessor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
lessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Alfeer) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offizielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nuch den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
Keheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
zenannten Firma, nämlich: 
Kamburg: Gebrüder Oidenburg; 
Barcelona: J. Espiell; (225) 
Londen: A. &amp; M. Zimmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary · at · Hill; 
Noskau: M. Sü#r#age &amp; Co.; 
New- Tork: Lehn &amp; Flak, 126 Willlam Street; 
PFaris: Max Fr###es, 31 rue des petlies Ecuries; " 
Blo de Janeliro: Magaliies, Luchus &amp; Co. Successores de Klingelhoefer &amp; Co. 
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nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas bis Loango. 
Am 18. Juni: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Gorée, Dakar, Rufisque, Sierra Leone 
und Sherbro. 
AMashste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Juli und ferner am 
25. jedes zweiten Monats. 
4t# Guter müssen am Tage vor dem 4b59oansdatftem bis 12 Uhr mittags Tänçcsseite gein. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vrerzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
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von Hamburg: von Neapel: 
o ,ApUIRAL“, Capt. Wett ... 8. Juni, 
,KANZLER“, Capt. Eleononana ...p 8. Juni, 22. Juni, 
REICHSTAG“, Capt. Weisskan 22. Juni, 6. Juli, 
*KAISER“, Capt. Saal 6. Juli, 20. Juli, 
nach Mombassa, Tanga#, Pangani?", Saadanl, Bagamoyo-“, Dar-es-Saläm, Sansibar, Kllwa, Lindi, 
Milindani, Ibo, Mozambique 7, Quellmane7, Chinde?, Belra“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “ versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzüoliche Einrichtungen JUr Eussagtere #n allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sümmtlichen Anlaufhälen sowie nach Transvanl 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Damplers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: S. 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
gowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
  
  
–— — — 
  
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 19, Kochstraße 68—71. 
Auegegeben am 1. Juni 1898 um 6 Uhr nachmittage.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heranegegeben in der Kol Abtheilnng bes Auswirligen Amis. 
  
  
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1X.Iqhkgqug. qkktiu,15.»;puiIgääs Uummer 12. 
. –———[—.——— —–– — —§. – ———— — — s -----x-Vx-·----«M-». 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 16. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittbeilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiberr 
v. Dipekelmen. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Vost und die 
Luchbandlungen Mk. 2.—, direkt unter Streisband durch die Verlagsbuchbandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preioliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
  
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Inlalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betreffend die Erfüllung der Dienstpflicht in der Schutztruppe 
für Südwestafrika S. 317. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betr. die Schonung 
des Wildstandes S. 318; desgleichen betreffend die Stellung der Negierungsschulen unter die Bezirksämter S. 319; 
desgleichen betreffend die Gründung des Hauptortes Wilhelmsthal S. 320; deogleichen betressend Theilung des 
Bezirkes Dar-es-Salaäm S. 320. — Ernennung von Beisitzern bei den Kaiserlichen Gerichten und Uebersicht der 
gerichtlichen Geschäfte des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes S. 320; deogleichen von Kamerun S. 322; desgleichen 
von Togo S. 323 und für Südwestafrika S. 324. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für 
Deutsch-Ostafrika im Monat März 1898 S. 325. — Statistik des auswärtigen Handels im deutsch-ostafrikanischen 
Scuheebiete für das Kalenderjahr 1897 S. 326. — Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Raiserlichen Gerichten 
der Marshall-Inseln S. 348. — Personalien S. 348. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 348. — Deutsch-Ostafrika: Bericht über die Reise 
des Hauptmanns v. Kleist im Bezirk Songea S. 349. — Verzeichniß der im Schutzgebiete von Deutsch-Ostafrika 
thätigen Firmen und Erwerbsgesellschaften S. 350. — Kamerun: Bericht des Premierlientenants v. Carnap über 
seine Thätigkeit vor seinem Zug nach dem Kongo S. 354. — Ueber die Schiffbarkeit des Mungoflusses S. 355. — 
Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 356. — Aus fremden 
Kolonien: Organisations-Aenderung in den französischen Kolonien S. 356. — Statistik englischer Straf- 
kolonien S. 356. — Abänderung des Spirituosenzolles in Sansibar S. 357. — Ueber die Lage der Volkswirth= 
schaft in Surinam (Niederländisch-Guyana) S. 357. — Handel von Mozambique im Jahre 1897 S. 359. — Ver- 
schiedene Mittheilungen: Unterricht in der Haussasprache S. 361. — Versendung von Sämereien tropischer 
und subtropischer Nutz= und Ziergewächse S. 361. — Aufhebung des Konsulats in Ouittah S. 361. — Deutsche 
pondets- und Plantagengesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg S. 361.— Deutsche Militärdienst-Versicherungo- 
nstalt in Hannover S. 362. — Litteratur S. 362. — Litteratur-Verzeichniß S. 364. — Schiffsbewegungen 
S. 364. — Verkehrs-Nachrichten S. 364. — Fahrplan des Dampfers „Leutwein“ S. 366. — Anzeigen. 
———— 
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— — — — — —„ — — — — — — - 
Amtlicher Theil. 
Geseite; Perordnungen der Reichsbehörden; Verkräge. 
In Verfolg des § 2 der Verordnung vom 30. März 1897, betreffend die Erfüllung der 
Dienstpflicht bei Meiner Schutztruppe für Südwestafrika, bestimme Ich, was folgt: 
Die zur Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht in Meine Schutztruppe für Südwestafrika eingestellten 
Vehrpflichtigen erhalten, solange sie noch in Ausübung ihrer gesetzlichen Dienstpflicht begriffen sind, eine 
Löhnung von monatlich 50 Mark, für die Dauer ihrer Theilnahme an kriegerischen Unternehmungen 
dogegen die bei der Schutztruppe übliche volle Reiterlöhnung. Hinsichtlich aller sonstigen Gebührnisse sind 
sie den der Schutztruppe zugetheilten übrigen deutschen Mannschaften — siehe § 3 des Gesetzes vom 
7. Juli 1896 — gleichgestellt. . 
Die Einjährig-Freiwilligen erhalten freie Unterkunft nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse. 
Abgesehen von kriegerischen Unternehmungen, für deren Dauer die Fürsorge in dieser Beziehung vom 
Kommando auf Rechnung der Landesverwaltung übernommen wird, haben sie sich selbst zu verpflegen, zu 
bekleiden und auszurüsten sowie auch beritten zu machen. Sie sind berechtigt, gegen eine Vergütung von 
täglich2 Mark sich in die Naturalverpflegung der Truppe aufnehmen, gegen Erstattung der Selbstkosten 
aus Truppenbeständen bekleiden und ausrüsten sowie gegen eine Entschädigung von 210 Mark von der 
Tuuppe beritten machen zu lassen. Neben dem letzteren Betrage ist für die Unterhaltung des Pferdes, 
einschlieklich Hufbeschiag und sonstigen Aufwendungen, eine besondere Vergütung nicht zu entrichten. 
Ich ermächtige Sie, zu der gegenwärtigen Ordre Erläuterungen zu ertheilen und Abänderungen 
zu treffen, soweit solche nicht von grundsätzlicher Bedeutung sind. 
Gegeben Berlin, den 25. Mai 1898. 
(L. S.) (gez) Wilhelm I. R. 
An den Reichskanzler (Auswärtiges Amt; Kolonial-Abtheilung). (ggez.) Fürst zu Hohenlohe.
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        — 318 — 
Perordnungen und Mittheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Nunderlaß an die Bezirks= oder Bezirksnebenämter sowie die Stationen 
im Innern. 
Durch anliegende, auf Grund der praktischen Erfahrungen abgeänderte Jagdverordnung wird die 
Verordnung vom 7. Mai 1896, betreffend die Schonung des Wildstandes in Deutsch-Ostafrika, mit ihren 
Nachträgen aufgehoben. Dies erfolgt mit dem Tage der Verkündigung im dortigen Bezirk. 
Ich stelle den lokalen Verwaltungsbehörden, insbesondere der Grenzbezirke, anheim, bei eintretender 
Nothwendigkeit selbständig abändernde Bestimmungen vorläufig zu erlassen; doch wird umgehend Ge- 
nehmigung seitens des Gouvernements einzuholen sein. Für Jagdreservate ist vor ihrer Errichtung die 
Genehmigung des Gouvernements einzuholen. Die vorhandenen bleiben bestehen. 
Es kann auch Grund vorliegen, an Eingeborene zeitweise Jagdscheine überhaupt nicht auszugeben 
oder den Abschuß einzelner Wildarten ganz zu verbieten. Bei der Verschiedenartigkeit und bisher so 
geringen Kenntniß der Lebensbedingungen des Wildes in den einzelnen Gegenden des Schutzgebietes ist die 
Einführung einer allgemeinen Schonzeit nicht möglich. 
Sodann sehe ich einem baldgefälligen Berichte entgegen über die Durchführbarkeit und Zweck- 
mäßigkeit folgender Maßregel: 
Eingeborenen werden Elefantenjagdscheine nicht mehr verabfolgt. 
Die Station ermächtigt einen oder mehrere vertrauenswürdige Fundi zur alleinigen Ausübung 
der Elefantenjagd im Bezirk. 
Dieselben erhalten für sich und ihre Leute Gewehre und Munition von der Station, wofür sie 
als Wald= und Jagdhüter in deren Dienst treten. 
4. Sie liefern von jedem Elefanten einen Zahn — nach Wahl der Station — ab. 
Ihr eigenes Interesse wird diese privilegirten Jäger veranlassen, jedes unrechtmäßige Strecken 
eines Elefanten zur Anzeige zu bringen; vor allen Dingen werden sie angelernt werden können, waid- 
gerecht zu jagen. 
Dar-es-Saläm, den 17. Januar 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
Verordnung, betreffend die Schonung des Wildstandes in Deutsch-Ostafrika. 
*“ 
§ 1. 
Ein Jeder, der die Jagd ausüben will, bedarf eines Jagdscheines, welcher von einem Bezirks- 
amt, Bezirksnebenamt oder einer Station auf die Person und die Dauer eines Jahres vom Tage der 
Ausstellung ab ausgestellt wird und für das ganze Schutzgebiet Gültigkeit hat. 
8 2. 
Die Jagdscheingebühr beträgt für Europäer 10 Rupien. Wenn dieselben die Jagd berufsmäßig 
betreiben, so beträgt die Gebühr 500, und wenn sie mit einer eigens zur Ausübung des Jagdsportes aus- 
gerüsteten Expedition ins Innere gehen, 800 Rupien für jeden nichteingeborenen Theilnehmer. Für ein- 
geborene Jagdmitglieder ist der kleine Jagdschein des § 3 zu lösen. 
§ 3. 
Für Eingeborene beträgt die Jagdscheingebühr 5 Rupien. Betreiben dieselben die Jagd auf 
Elefanten oder Nashorne berufsmäßig, so haben sie für die Ertheilung des Jagdscheines 500 Rupien 
zu entrichten. Diese Gebühr kann bei sicheren Leuten gestundet werden. 
84. 
Für Jagdgenossenschaften hat der eingeborene Führer oder Unternehmer (Fundi) nur einmal den 
großen Jagdschein des § 3, außerdem aber für jeden eingeborenen Jagdgenossen den kleinen Jagdschein 
des § 3 zu lösen. Diese Gehülfen, deren Zahl bei Ausstellung des großen Jagdscheines im Voraus und 
auf höchstens dreißig zu begrenzen ist, unterliegen den Bestimmungen des § 10. 
8 6 
Eines Jagdscheines bedarf es nicht, wenn die Jagd lediglich zu dem Zwecke ausgeübt wird, bei 
Nahrungsmangel auf dem Durchmarsche Fleisch zu gewinnen. 
6 
§ 6. 
Ferner können ohne Jagdschein abgeschossen werden: Affen, alles Raubzeug, Wildschweine, 
Amphibien, Reptilien.
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        — 319 — 
Für den Abschuß von ausgewachsenen Löwen wird eine Prämie von 30 Rupien, für ausgewachsene 
Leoparden eine Prämie von 20 Rupien auf Antrag von der zuständigen Lokalbehörde gezahlt. Zur 
Begründung sind abzuliefern die Klauen und das frische Fell des erlegten Thieres. 
87. 
Verboten ist die Jagd auf noch säugende Elefanten. 
88B. 
Der Einfang junger Thiere zum Zweck der Zucht oder der Einlieferung an zoologische Gärten 
und wissenschaftliche Anstalten ist gestattet. Wird der Thierfang gewerbsmäßig betrieben, so bedarf es der 
Lösung eines großen Jagdscheines. Die Erlaubniß kann jederzeit rückgängig gemacht werden, wenn die 
Ausübung eine erhebliche Schädigung des Wildstandes zur Folge hat. 
§9. 
Verboten sind ohne ausdrückliche Genehmigung: Netz-, Feuer= und größere Treibjagden. In 
Fällen erheblichen Wildschadens im Verzuge kann die Erlaubniß auch von den Lokalbehörden ertheilt werden. 
8 10. 
An Schußgeldern werden erhoben: 100 Rupien für jeden zur Strecke gebrachten Elefanten. Der 
Jäger kann sich von der Bezahlung des Schußgeldes durch Abgabe des einen Zahnes befreien. Auch soll 
der Gesammtwerth der während des Jahres von demselben Jäger geleisteten Abgaben die große Jagd- 
scheingebühr nicht überschreiten. 
8 11. 
In Gebieten, wo großen Häuptlingen gewohnheitsmäßig ein Zahn von der Beute eingeborener 
Jäger zusteht, fällt der Abgabezahn abwechselnd an die Station und den Häuptling, so daß von zwei 
geschossenen Elefanten der Jäger zwei, Station und Häuptling je einen Zahn erhalten. 
8 12. 
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 
500 Rupien, an deren Stelle im Falle der Unvermögendheit Gefängniß bis zu drei Monaten tritt, 
bestraft. Im Falle einer Abgabenhinterziehung ist außerdem auf den zwei- bis 28 fachen Betrag der 
hinterzogenen Gebühr als Strafe zu erlennen. 
Sämmtliche auf Grund dieser Verordnung eingehenden Gelder fließen zur Hälfte dem Gouverne— 
ment zu, zur Hälfte werden sie von dem Bezirksamt oder der Station, wo der Jagdschein ausgestellt oder 
die Bestrafung erfolgt ist, im öffentlichen Interesse des Bezirks verwandt. Zu Unrecht angeeignetes Wild 
oder Theile von solchem sind zugleich zu beschlagnahmen. 
Auch kann im Wiederholungsfalle die Jagdberechtigung auf Zeit oder dauernd entzogen werden. 
Dar-es-Saläm, den 17. Januar 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
  
Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an die Bezirks- 
und Bezirksnebenämter sowie die Negierungsschulen in Tanga, Bagamoyo und 
Dar-es-Salam. 
Es wird hierdurch bestimmt, daß die in Tanga, Bagamoyo und Dar-es-Saläm bestehenden 
Regierungsschulen direkt dem betreffenden Bezirksamt unterstellt werden, und daß bezüglich der Schulen die 
Bezirksämter nicht mehr von der Kulturabtheilung, sondern nur durch das Gouvernement Weisungen zu 
empfangen haben. 
Der Anlaß zu dieser Verfügung ist in erster Linie der, daß gerade die betreffenden Bezirksämter 
an der Entwickelung der Schulen und der Lehrthätigkeit aus dem Grunde das allergrößte Interesse nehmen 
mussen, weil sie Gelegenheit haben, in diesen Schulen in jüngeren Jahren Farbige so weit heranbilden zu 
lassen, daß dieselben später als Wali, Akiden, Jumben, Dolmetscher, Lehrer verwendet und auch zu schrift- 
lichem Verkehr brauchbar gemacht werden können. Es muß daher erwartet werden, daß die Bezirksämter 
es sich dringend angelegen sein lassen, die Söhne angesehener Farbiger, die bereits durch ihre Geburt zu 
den vorerwähnten Stellungen nach hiesiger Sitte prädestinirt erscheinen, zum Schulbesuch zu veranlassen 
und den Schulbesuch insbesondere auch dadurch zu heben, daß aus kommunalen Mitteln für die Unter- 
bringung auswärtiger Schüler, für Schulprämien, Schulfeste Ausgaben geleistet werden. Da die Thätigkeit 
der einzelnen Schulen zunächst nur der betreffenden Bezirksverwaltung bezw. den Bezirkseingesessenen zu 
guue vonnt, so darf angenommen werden, daß zu Schulzwecken auch gern die Kommunen Ausgaben 
eisten werden.
        <pb n="362" />
        — 320 — 
Vom 1. April d. Is. ab sind sämmtliche sächliche und persönliche Ausgaben für die Schulen, 
soweit die Gehälter nicht besonders im Etat ausgeworfen sind, bei Titel 5 k des Etats zu verrechnen. 
Ich sehe einem eingehenden Berichte der Bezirksämter über ihre Schule bis zum 1. April 1899 
entgegen. Diesem Berichte ist auch eine Schülerliste anzufügen, aus welcher zu ersehen ist, wer der Vater 
und wo der Wohnort der betreffenden Schüler ist. 
Dar-cs-Saläm, den 26. März 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) (gez.) v. Bennigsen. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an alle Dienftstellen. 
Der neuangelegte Hauptort des bisherigen Bezirks Masinde in der Landschaft Rusotto — vier 
Stunden von Mombo, drei Stunden von Kwai — erhält den Namen „Wilhelmsthal“. Der bisherige 
Bezirk Masinde wird von jetzt ab den Namen „Westusambara“ führen. 
Wilhelmsthal in Westusambara, den 25. März 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) Gez. Liebert. 
Nunderlaß an sämmtliche Vedirts. und Bezirksnebenämter sowie die Stationen 
im Innern. 
Im Anschluß an den Runderlaß vom 24. Oktober 1897 wird hierdurch bestimmt: 
Der frühere Bezirk Kisaki wird vom Bezirksamt Dar-es-Saläm wieder getrennt und wird selbst- 
ständig verwaltet. Seine Grenzen gegen Kilwa. Iringa und Kilossa bleiben die bisherigen. Die Grenze 
gegen Dar-es-Saläm bildet eine gerade Linie von der Mündung des Ngerengere in den Kingani bis 
Mtansa am Ruffdji. 
Dar-es-Saläm, den 12. April 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
— — 
Ernennung von Beisitzern bei den Kaiferlichen Gerichten des deutsch- 
ostafrikanischen Schutzgebietes. 
Bei den Kaiserlichen Gerichten des deutsch z ostafrikanischen Schutzgebietes sind für das laufende 
Jahr ernannt worden: 
Kaiserliches Gericht für den südlichen Bezirk (Dar-es-Saläm). 
a) als Beisitzer: 
Forstassessor v. Bruchhausen, preußischer Staatsangehöriger, 
Bierbrauereibesitzer Wilhelm Schultz, mecklenburg-schwerinscher Staatsangehöriger, 
Gouvernementssekretär Otto Seidlitz, preußischer Staatsangehöriger, 
Kaufmann Paul Devers, preußischer Staatsangehöriger; 
b) als Stellvertreter: 
Hauptzollamtsvorsteher Hugo Heller, preußischer Staatsangehöriger, 
Oberpostsekretär Emil Eichhorst, 
Bezirkssekretär Heinrich Michels, — 
Bauunternehmer Franz Günter, - 
Werkstättenvorsteher Friedrich Feddern, — 
Kaufmann Felix Dieckmann, hamburgischer 
Photograph Karl Vincenti, bahyerischer 
Landmesser Karl Lammert, preußischer 
Kaiserliches Gericht für den nördlichen Bezirk (Tanga). 
a) Beisitzer: 
der Postsekretär Max Bannitz in Tanga, preußischer Staatsangehöriger, 
der Kaufmann Wilhelm Joost in Tanga, 
der Gastwirth Theodor Förster in Tanga, anhaltischer 
der Hauptzollamtsvorsteher Broschell in Tanga, preußischer 
K..— 
5 - 
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I *rl
        <pb n="363" />
        Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Kaiserlichen Gerichten des deutsch- 
ostafrikanischen Schutzgebietes während des Geschäftsjahres 1897. 
I. Gerichtsbarkeit des Bezirksrichters und des Kaiserlichen Bezirksgerichts. 
NSN Â 
dlii- 
Sl— 
6. 
— 321 — 
b) Stellvertreter: 
der Kaufmann August Schiele in Tanga, preußischer Staatsangehöriger, 
der Plantagenleiter Otto Weber in Magrotto,= 
Regierungsarzt Dr. med. Friedrich Plehn in Tanga, preußiccher Staatsangehöriger, 
der Kaufmann Otto Fuchs in Tanga, preußjscher Stantsangehöriger, 
der Bauverwalter Karl Jünger in Tangg. 
der Plantagendirektor Georg Sander in Lewa, hamburgischer Staatsangehöriger, 
der Plautagenleiter Karl Feilke in Moa, preußischer Staatsangehöriger, 
der Kaufmann Albert Nagel in Pangani, hamburgischer 
der Kaufmann Franz Hötte in Tanga, preußischer 
Kaiserliches Obergericht. 
a) Beisitzer: 
Oberstabsarzt Dr. Alexander Becker, preußischer Staatsangehöriger, 
Rcgierungsrath Dr. Franz Stuhlmann, hamburgischer 
Kaufmann Friedrich Vörtmann, preußischer 
Postinspektor Karl Fleischer, - 
b) Stellvertreter: 
Kaufmann Karl Brettschneider, sächsischer Staatsangehöriger, 
Baudirektor Friedrich Gurlitt, hamburgischer 
Referendar Hans Zache, preußischer 
Hauptzollamtsvorsteher Richard Pitsch, preußischer 
Büreauvorsteher Arnold Lambrecht, - 
Landrentmeister Reinhold Reich, - 
u u n 
u 
WM 
V U#. 
Kaiserliches Gericht für den südlichen Bezirk (Dar-es-Saläm). 
  
  
Aus Davon 
- . gi-—"s";:;-» 
Es waren anhängig: 2s E 2 2222 
—— S z* 238 
— v — 28 —2 - 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschließlich Urkunden-, Ehe= und Entmündigungssachen 7 31 38 37 1 
2. Sonstige Rechtssachen, und zwar: 
Arreste und einstweilige Versugungen — 5 5 5 — 
Rechtshülfesachen 5 36 11 40 1 
Zwangsvollstreckungen – 15 15 12 3 
Mahnsachen. . — 43 43 43 — 
Suhnesachen . . — 27 27 27 — 
Anträge außerhalb eines bei dem Gericht anhängigen Nechtsstreites . — — — — E 
Von den Sachen zu 1 gehörten zur Zuständigkett 
a) des Richters. ... ... « 16 21 20 1 
b) des Gerichts= 2 15 17 17 — 
Die Sachen unter 2 eeberten sirnic zur ustendigleit des dichters. 
B. Konkurssachen — — — — — 
C. Sttassachen, und zwar: 
1. Sachen, in denen ein Strafbefehl zu erlassen war. 2 5 7 7 — 
2. Sachen, in denen ein Hauptverfahren einzuleiten war. 4 20 24 23 1 
Davon Privatklagesachen 2 3 5 5 --- 
3. Einzelne richterliche Anordnungen, Ermittelungssachen — 35 35 34 1 
4. Beschwerden gegen Entscheidungen des Richters — 2 2 2 — 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt 
a) ohne Beisitzer 4 9 133 — 
b) mit Beisitzern — 8 8 8 — 
(Eine Privatklage zurückgenommen und eine durch Beschluß zurückgewiesen. 
b0. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar— 
1. Vormundschaften und Vlegschaften . . — — — — — 
2. Erbtheilungen — — — –4 — 
v3. Eintragungmn und Lojchüngen im Grundbich — 3 3 3 — 
4. Testamente . — 2 2 2 — 
5. Nachlaßregulirungen .. 11 11 22 15 7 
6. Eintragungen in das Handelsregister . . — 8 8 8 — 
7. Sonstige andlungen der freiwilligen. Gerichtsbarkeit — 46 46 46 ... 
b- Verfahren auf Grund der Kaiserlichen Verordnung vom 17. Februar 1393 — — —.
        <pb n="364" />
        — 322 — 
Kailerliches Gericht für den nördlichen Bezirk (Tanga). 
  
– . — —. — 
  
  
  
  
  
  
Aus Davon 
Es waren anhängig: z5 * m#ßs 
a 23 #ßß½ß"m:7s 
. — #. 
*(s 59s 
. - 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Che= und Entmündigungsprozesse 10 23 33 21 12 
2. Sonstige Sachen, und zwar: "„ " 
a) Arreste und einstweilige Verfügungen — 4 4 4 — 
b) Rechtshülfesachen . — 33 33 3112 
e) Zwan bvolsstreckungen — 12 12 10 2 
4 Rahnsachen . —-30 30 30 — 
e) Sühnesachen — 1 1 1 — 
)Anträge außerhalb eines bei dem Gericht anbingigen ziechtjireites — — — — — 
u) Anträge auf Sicherung des Beweises . — 1 1 1 — 
Von ben Sachen zu 1 und 2 gehorten zur Justündigleit 
)des Richters . 2s87 89 80 9 
5 des Gerichts . 8 17 25 18 7 
B. Konkurssachen . — — — — — 
C. Strafsachen, und zwar: " 
1. Sachen, in denen ein Strafbefehl zu erlassen war. — — — — — 
2. Sachen, in denen ein Hauptverfahren. einzuleiten war. 3 8 11 8 3 
Davon Privatklagen — 2 2 11 
3. Einzelne richterliche Anordnungen — Ermittelungssachen . 12«22 34 25 9 
4. Sachen, in denen ein Hauptverfahren nicht zu eroffnen war (einsteuing. 
Zurückweisung, Zurücknahme r2c.) . 9l17 26 26. — 
5. Beschwerden gegen Entscheidungen des Nichters. . .. — — — — 
In den Sachen zu 2 fanden Lauptverhandlungen sort 4 5 9 9 — 
Davon: a) ohne Beisitzer . . . 312 5 5.— 
b) mit Beisitzern 1 3 4 4 — 
D. Sachen der nichtstreitigen Oercchtsbarkeit, und wor- # 1 
1. Vormund= bezw. Miegschaften. — — — — — 
2. Erbtheilungen .. — — — — 
3 Resttngente . — ——1 — —4 
Nachlaßregulirungen . s9i2 
5. Erbbescheinigungen I 17 . i 
6. Sonstige Handlungen der freiwilligen Gerichtobarkeit — 80 80 80 — 
E. Standesamtliche Sachen, und zwar: 1 
Eingetragene Geburten — 6 — — 
Eheschließungen, — 2.— — 
Sterbesälle 3— — 
F. Konsularische Angelegenheiten (Verordnung des Reichskanzlero vom v 
1. Jannar 1891): Schiffer-Musterungen — 3 — — 
II. Gerichtsbarkeit des Oberrichters und des Obergerichts 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und d zwar: 
a) Berufungen 3 3 1 2 
b) Beschwerden. — — — — — 
B. Beschwerden in Konkurssachen. . i-k.... — — 
C. Strafsachen, und zwar: I 
a) Berufungen 2 3 5 5 — 
b) Beschwerden * 2 2 2 — 
D. Beschwerden in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit. — — — — — 
E. Beriifungen gegen Erkenntnisse der Bezirksamtmänner. 1. 45 2 3 
  
  
Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen Gericht von Kamernn. 
Bei dem Kaiserlichen Gericht von Kamerun sind für das laufende Jahr ernannt worden: 
a) zu Beisitzern des Gerichts erster Instanz: 
Wertz, stellvertretender Kassenverwalter, preußischer 
Göhring, Missionar, 38 Staatsangehöriger 
Gredin, Kaufmann, schwedischer 
und als deren Stellvertreter- 
— 
— 
2. Diedrichs, Missionar, württembergischer Staatsangehöriger, 
Süvern, Vorstand der Baptistenmission, amerikanischer Staatsangehöriger, 
Dr. Schaufler, Arzt der Baptistenmission, württembergischer Staatsangehöriger,
        <pb n="365" />
        — 323 — 
Betz, Lehrer, württembergischer Staatsangehöriger, 
Kaack, Kaufmann, hamburgischer - 
b) zu Beisitzern des Gerichts zweiter Instanz: 
Bohner, Vorsteher der hiesigen Basler Mission, württembergischer Staatsangehöriger, 
Vieter, apostolischer Präfelt, preußischer Staatsangehöriger, 
Geyger, Gouvernementssekretär, - 
Großberger, Kaufmann, bahyerischer - 
und als deren Stellvertreter: 
Dr. Plehn, Regierungsarzt, preußischer Staatsangehöriger, 
Scholten, Missionar, - - 
Drees, Gouvernementsbaumeister, preußischer 
Hies, Kaufmann, württembergischer 
* c0 
os— 
lr 
* u 
  
Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen Gericht von Togo. 
Für das Kaiserliche Gericht des Schutzgebietes Togo sind im laufenden Jahre zu Beisitzern 
ernannt worden: 
1. Hauptagent Schmidt aus Preußen, zu Lome, 
2. Hauptagent Schneider aus Württemberg, zu Lome, 
3. Administraior Müller aus Preußen, zu Adjido, 
4. Oberstabsarzt Wicke aus Preußen, zu Klein-Popo; 
und zu Stellvertretern die Herren: 
I. Stellvertretender Generalpräses der Norddeutschen Mission Däuble zu Lomc, aus Würtlemberg, 
2. Kaufmann Kentzler zu Klein-Popo, aus Preußen, 
3. Hauptagent Diehl zu Lome, aus Preußen, 
4. Kaufmann Witt zu Lome, aus Hamburg. 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete Togo während des 
Geschäftsjahres 1897. 5 
Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aus avon 
. Eglcslg gss 
* 8 S 1 S 8.S — 
Es waren anhängig 2 - 33 72 
5 7 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 1 
1. Civilprozesse: s 
c)zwtschenWeißen................. 112 3. — 
b) zwischen Weißen und Eingeboeen 3 20 23 20 3 
c) zwischen Eingeborren —- 17 17 13 4 
2. Sonstge civilrechtliche Sachen, wie Arreste, Mahnsachen, Zwangsvoll- 
streckungen, Aufgebote rc. 
a) betressend Weißee — 3 3 1 2 
b) betressend Weiße und Eingeboten — 5 5 5 — 
Von den Sachen zu 1 a bezw. 2 a gehören zur Zuständigkeit: 1T 
a) der Ricter . — 5 5 3 2 
-Dd der Gerichte 1 1 1. — 
B. Strafsachen gegen Weiße: 6 i 
I.Strafbefele.............. — 1 1 1 — 
2. Sachen, in welchen ein Vesehren einzuleiten war 2 — 2 2. — 
C. Privatklagesachen zwischen Weißen — —. — — 
D. Sachen der freiwilligen Gerichisbarkeit: » 
Davon waren nur Gegenstand der Bearbeitung: l 
1.Beglaubigungen................. —!.«l«:51 51 — 
2. Ausstellung von Attesten und Aufnahme von Verhandlungen — 5 5 5 — 
3. Auf= und Annahme von Testamenten ...... — 11 1 1 — 
4. Nachlabregulirungen .... — 4 4f 4 — 
E. Civilprozeß· und Strafsachen zusanimen. ... 11 335 346 332 14 
bei welchen nur Eingeborene betheiligt waren, wurden im summarischen 
Verfahren an den allwöchentlich abgehaltenen Verhandlungsterminen « 
(Palavern)etledigt.
        <pb n="366" />
        — 324 — 
Ernennung von Beisitzern bei dem Kaiserlichen Gericht zu Otyimbingwe 
(Deutsch-Südwestafrika). 
Als Beisitzer des Kaiserlichen Gerichts für den Westbezirk zu Otyimbingwe für das Jahr 1898 
sind ernannt worden: 
a) für Otyimbingwe: 
Hauber, Ansiedler in Otyimbingwe, bayerischer Staatsangehöriger, 
1 
2. Lorenz, Schmied - sächsischer 
Stellvertreter: 
— 
— 
Denecke, - - - Oh 
Stellvertreter: 
1. Muthmann, Kaufmann in Omaruru, preußischer Staatsangehöriger, 
c) für Swakopmund: 
1. Wecke, Kaufmann in Swakopmund, braunschweigischer Staatsangehöriger, 
2. Erhardt, - - 
preußischer 
Stellvertreter: 
2 
## 
W— 
2 
—2 
1. Kayser, Kaufmann in Swakopmund, preußischer Staatsangehöriger, 
2. Dr. Rhode, Generalvertreter der Kolonialgesellschaft in Swakopmund, preuß. Staatsangeh. 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäft- bei den Kaiserlichen Gerichten des südwest- 
afrikanischen Schutzgebietes während des Geschäftsjahres 1897. 
Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
Kindt, Ansiedler in Otyimbingwe, oldenburgischer Staatsangehöriger, 
Rösemann, Bauunternehmer in Otyimbingwe, preußischer 
b) für Omaruru: 
Schultz, Kaufmann in Omaruru, preußischer Staatsangehöriger, 
  
  
Es waren anhängig: 
l 
früheren 
Jahren 
### 
— 
wv 
richtsjahre 
dem Be- 
wurden 
erledigt 
blieben 
t. 
-3 
unerledigt. 
an andere 
Behörden 
1 abgegeben 
  
F. 
G. 
Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Gewöhnliche Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und 
Entmündigungsprozeseee 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangs- 
vollstreckungen, Mahn-, Protest-, Sühne= und Mfgebhorz Schen ꝛc. 
Von den Sachen zu 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit 
a) des RichteeKr 
b) des Gericts 
Konkurssachen. . 
Strafsachen, und zwar: 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl erlassen ist 
2. Sachen, in welchen das Hauptverfahren eröffnet wuirde 
3. Sohen, in welchen das Hauptverfahren noch nicht eröffnet wurde 
4 Sachen, in welchen das Hauptverfahren nach Eröffnung ein- 
gestelltwurde 
5. Sachen, in welchen Ermittelungen stattfanden 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt 
a) mit Beisizen 
b) ohne Beisitzer. ......... 
Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: 
1. Vormund= und Pflegschaften ..... 
2. Nachlaßregulirungen 
3 
4. 
5 
. Aufnahme von Verträgen und Vollmachten 
Oeffentliche Verkäufe 
. Aufnahme letztwilliger Terfügungen ........... 
6.SonstigeHandlungen,BeginnigungemAusstellungvonAtteftenzc. 
Verhandlungen und Entscheidungen auf Grund der Kaiserlichen 
Verordnung vom 2. April 1893, betreffend das Aufgebot von Land- 
ansprüchen im südwestafrikanischen Schutzgebiette .. 
Bei Streitigkeiten zwischen Weißen und Eingeborenen wurde ver- 
handelt bezw. die Vermittelung des Gerichts angerufen 
Auswärtige Gerichtstage fanden statt: in Rehoboth 2. 
—o——————— 
1111—— 
  
* 
S——— 
31 
  
G Ge 
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59 
231 
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*½ 11 11 
111111 
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        <pb n="367" />
        325 
  
  
Kaiserliches Gericht für den Südbezirk (Keetmanshoop). 
  
Aus davon 
22 s————— 
Es waren anhängig: "o5öm * B9 2*#t. s 
— s 
% 28 L # S 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 1 T 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und Entmündigungsprozesse — 10 10 9 1 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangsvoll- " 
streckungen, Mahnsachen, Sühnesachen, Aufgebote 2c. ..... 2 28 30 27 3 
Von den Sachen zu 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit 
a) des Richters ........... — — 39 — — 
b) des Gerichts — — 1 — — 
B. Konkurssachen — — — — — 
C. Strafsachen, und zwar: "% 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war — 11 11 11 — 
. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten war 3 11 14 13 1 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt 
a) ohne Beisitzer .......... — — 12 — — 
b) mit Beisitzern.. ..... — — 2 — — 
3. Beschwerden gegen Entscheidungen des Richters 2 6 8 4 4 
D. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: . 
1. Vormundschaften und Pflegschaften — — — — — 
2. Erbtheilunggen ........ — - — — — 
3. Nachlaßregülirungen.. 3 6 2 4 
4. sonsiige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (Beglaubigungen, 
Ausstellungen von Attesten und Bescheinigungen, Aufnahme von Verträgen) — 6 6 6 – 
Gerichtsbarkeit zweiter Instanz. 
Obergericht in Windhoek. · 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 6 
1. Berufungen lv ...... 2 2 4 3 1 
2. Beschwerden: 
a) betreffend Prozeß= und Sachleitung. — 6 6 6 — 
b) in Zwangsvollstreckungs= und Arrestsachen 2c. — 5 5 5 – 
e) in Kostensachen. ......... — 3 3 3 — 
B. Beschwerden in Konkurssachen. — — — — — 
C. Snrrafsachen, und zwar: " 
1. Verufungen. 1 5 6 5 1 
2. Beschwerden. ........... .. 1 3 4 4— 
D. Beschwerden in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarleit... . . .. — — — — — 
Beschwerden auf Grund der Kaiserlichen Verordnung vom 9. April 1893, . 
betreffend Aufgebot von Landansprüchen im südwestafrikanischen Schutzgebiete 2 1 3 3 
  
  
  
  
  
Nachweifung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat März 1898. 
— — 
. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,3775 Mk.) 
  
Holzschlag. 
Neben. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schisffahrts- nsgesammt 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe Gebühren Einnahmen Insges 
— Rp. P. / Rp. P. Rp. P. Rp. P. Rp. P. Rp. B. V. 2 
Tanga . " — 198 56 
774 00 3 179 — 44 11 S 1 = 18198 
angn 336 r 2 5 — 8 45% 86 283 1304 ↄ8 
#mm. 2953 6020566 25—¼½ 18 = 69 2 
gemovn 15406 5313 84+A 40313 49 
Ü#rts. Saläm. 1620 491314 133 11) 4 31808 67 
Ass . 5641547302738252.—6694.3374512026548-27916»q7 
MIs-.s.... 194952397410214i— 8 36 4 —5950 26 = 819668 
eein #ua4039 5530|—/ 5 411S 
Zusommen 32448 33| 70675 331727 6502 57|64 — 11317 59 —15334043 
44697 Mt. Mk.1001 M.8957 Mk.1327 Mk. . 
83 P-f. 52 Pf. 4 Pf. 73 Pf. 91 Pf. .
        <pb n="368" />
        — 
326 
Statistik des auswärtigen Handels im deutsch-ostafrikanischen 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Linfuhr. 
— 1. 2. 3. 
Nr. des 5. trei 
ren Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses - 
engl. Pfd. Rupien J enal. Pfd. Rupien Jengl. Pid. Rupien 
s I 
14 Baumwolle und Watte 4%1¼ 17091 18 111 
1B Baumwollengarn .. .. .1 1262 13952496 2855 4 74 
101 Rohe baumw. dichte Gewebe und Tücher, appr. u. 
unappr. jedoch ungef.: amerik. Fabrikat 180 204 336 219 — — 
102 Rohe baumw. dichte Gewebe und Tücher, appr. u. . r 
unappr. jedoch ungef.: indisches u. europ. Fabrikatt35 292 22 452 213 629 125 699 15 16 
L Gebl. appr. ungef. baumw. dichte Gewebe: amerik. 
u. europ. Fabrikat 13335 120878 186 90 804 66355320 
1 K 1 Baumw. Tücher ohne Seide von Maskat cc. und ; 
europ. Imitationen 75966388 37431 43003 — — 
1 2 Baumw. Tücher mit Seide, auch mit Gold- und 
Silberfäden durchzogen, nur Maskat. . ... 79 258 1029 3297 — — 
1 K 3 Europ. baumw. Decken, Teppiche, Dochte rc., dichle s 
Gewebe, einfarbig in versch. Farben, auch Bänder 3252 2 751 440 873 — — 
1 F1 Dichte baumw. Gewebe, einfarbig; auch Bänder; « 
indisches und europäisches Fabrikat 8341 113 16836 528 39666 30 43 
1 „ 2 Maskat-Fabrikat, meist braun gefärbt 3 434 5 508 1774 2737 — — 
16 Bedruckte baumw. Gewebe, als ganze Stücke und 1 » 
Tücher; indischen und europäischen Ursprungs 165 035 272236161 19 473 1870 3278 
1H Undichte baumw. Gewebe, gefärbt u. ungef., appr. . 
u. unappr., wie Spitzen, Moskitonegstoffe ꝛc. 853 1336 752 2203 21 37 
1. Fertig genähte Kleider aus baumw. Stoffen jeder 
Art, Bett= und Tischzeug, Wäsche, auch Hüte, 
Regenschirme, Mützen. (Ferner Trikotagen aller rt.)50390 093 2 34428 6090 6550 
2A Zwirn, Stricke, Taue aller Art aus Flache, vanf 
oder Jute . 9162 4988 30566 1 411 125 196 
2B Gewebe aus Flachs, Hanf und Inte aller Art 4633 2 601 526 366 — — 
20 Genähte Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus 
Flacho, Hanf oder Jute 36 563 78774167 649 — — 
3 A Nohe Seide (Cocong), gesponnene u. gezwirnte Seide 8 42 11 46 — — 
3B Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder 21 255 23 156 7 1 
3 C Halbseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Bänder 15 68 26 130 1. 9 
44A Wollgarnn 1046 2 901 260 716 10 30 
481 Wollene Gewebe aller Art, peisischen und indischen s « ; 
Jahrtkats 12 15 88 70 —. — 
482 Wollene Gewebe aller Art, europäischen Fabrikats 3144 6310|4587 5785 331 320 
40 Genähte wollene Kleider, auch Mützen (Fez) u. Filzhüte 17034 34676 860 2592 2432 I 5320 
5 A Kokosnußfasern, Stricke, Matten 5 7 1 000; 500 — — 
5 Alle sonstigen Waaren aus Grad, Bast u. dergl. i 
wie Matten, Körbe, Bastsäcke 773 643 285 312 — 
6 A Papier, Papierwaaren, Spielkarten, Handels- und " ! 
Kontobücher 26 898 15 700 16158 4677 334 28235 
68 Gedruckte u. geschrieb. Bücher, Karten, Photographien, 1 
Gemalde u. ähnliche Litteratur= u. Kunsterzeugnisse 6572 10 5383147 1 838 10 20 
7A Felle und Häute, unverarbeitet, aller Utt 3 17 48 27 — — 
7B Gegerbte Felle und Häute, Leder aller Art 821 1 109 674 717 — — 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsterwaaren 
(Kissen und Matratzey), letztere ohne Růchsicht auf 
das dazu verwendete Material 4244 9893 1329 506021 1243 1807 
70 1 Federn und Haare, roh — — — — — 
7D2 Federn und Haare, gereinigt und sonst weiter ver- 1! 
arbeitet, auch Bürstenbinderwaaren ... 912 1668 350 521 3 13 
8 A2. Schildpau, verarbeitet, auch in Verbindung mit l 
anderen Materialien . 3 I 13 — — — — 
88 1 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarbeitung ge" I l 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen, roh — — — — — — 
82 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarbeitung ge: . 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen verarbeitet, l - 
auchmVerbindung-netanderenMatekmlten 43 175 154 647 80 114 
9A Gold, Silber, — 2 I 58 — —.. — 
93 Schmucksachen u. sonstige Waaren, ganz od. theilweise 1 · I 
aus Gold oder Silber, auch dergl. Taschenuhren 77)31 64 795 1 37
        <pb n="369" />
        Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1897. 
327 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Einfuhr. 
4 HH. 6. . S,, 9). 10. 
Hesterreich- . 1 Schweden= Belgien, . . 
Jngam Italien Rußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
engl. Pid. Ruvien senal. visd. Rupien sengl. vid. Rupien sengl. Vid. Rupien engl. Vid. Rupien sengl. Vifd. Rupien Jengl. Pfd. Rupien 
I i 
I l 
— — — — — — — — — — — — — — 
4 JJ — — — — — 28 108— — — — 
l 
— — — — — — — — — — — — 298415 178943 
I i ’ 
— — — — — " — — — 280 227— — 1395 820 
— — 0 386 5414 —+ lU14 
l 
— — — — — — — —460 501271 3973 4245 1 2 
l ; 
— — – — — — – –— – – — – – 
3 6 
— — — — — — — — 1 956 174 — 17 39 
1 11 124 128. — — 29 422 36 300| 5100 5934 — — 
— 6 — — — — — — —. — 48 55 
„ —z23828222 44%%% 177 185 441 
INDII 
3 
6920 74246 119 . — — 1 — Sio 5198111L — 3 8 
1 7 — — — — — — — — — — — 
—-—————-———!——J——-—« 
— — 1 10 — — — — — — — — 
— — — — — — 7R □57*75 — — 1 3 
— — — — — — — — — — — — — 
25 79 22 67 — — — — — — — — — — 
— — i ! — — 
13 85 8 — — — — 40 12 2 12 15 66 
5857 10970 1 2 — — — — 42 94 18 112 6 12 
- — 122 11 — — — — 
— — 585 2000— — — — — — — 18 10 
i . i 
355 5817 157 78 — — — —2330 12120 12 — — 
| 
— — — — — — 80 661/ — — — 
— — — 5 33 — — — — 
1 6 335—— —— — 669 14781 — — — — 
— — — — * — 
8H 4 155 
— — — — — — —. — – — :3 107 4 12 
1
        <pb n="370" />
        — 328 
Statiftik des auswärtigen Handels im deutsch-oftafrikanischen 
a. Einfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
— ——— — 11. 12. 13. 
Nr. des andi ien, Persien China 
Waaren= Waarengattung Indien Arabien, Persi h 
Verzeich- « 
nisses engl. Pid. Muvien el. Pid.] Kupien enal. Pjd. Nupien 
1 i 
14 Baumwolle und Watte 24232 2 82 —. — — — 
1B Baumwollengen 20881 12 877— — — — 
101 Rohe baumw. dichte Gewebe und Tücher, appr. u. *i « 
unappr.jcdochumcf.:amerik.Fabrikat. . 1245 766 — — — 
« Rohe baumw. dichte Gewebe und Tücher, appr. u. 
102 unappr. jedoch ungef.- indisches u. europ. Fabrikat 2224 798 1 197 758 162 140 — — 
1D Gebl. appr. ungef. baumw. dichte Gewebe: amerik. * 1— 
u. europ. Fabrikat é ...." .k.t .. d 3405·3343- — — — 
Baumw. Tücher ohne Seide von Maskat rc. un 4 . 
1B1 europ. Imttationen ....... d. 74 614 101 066 20 458 53 857 15 71 
E2 Baumw. Tücher mit Seide, auch mit Gold= un . „ 
n Siloerfeden durchzogen, nur Maskat. . . . .. 755 16731 10031 39973 — — 
1 K 3 Europ. baumw. Decken, Teppiche, Dochte 2c., dichte « 
Gewebe, einfarbig in versch. Farben, auch Bänder 349 180 10 14 — — 
1 Dichte baumw. Gewebe, einfarbig, auch Bänder; « · 
iädisches und europäisches Fabrikat 715589 562 3700 118 209 — — 
1 F2 Maskat-Fabrikat, meist braun gefärbt . . . .. 103 112 789 1448 — — 
16 Bedruckte baumw. Gewebe, als ganze Stücke und 15 
Tücher: indischen und europäischen Ursprungs 6 801 10 112 41 80 5 
1 H Undichte baumw. Gewebe, gefärbt u. ungef., appr. 1 U 
u. unappr., wie Spitzen, Moskitonetzstosse 2c. 679 9861 — — — — 
L Fertig genähte eide ae baumn, Fia seber l 
Art. Bett= un ischjeug, Wäsche, auch Hute, » . ·«. 
Regenschirme, Mützen. (Ferner Trikotagen aller Art.) 75009 66515 553 1 664 4389 3428 
2 A Zwirn, Stricke, Taue aller Art aus Flachs, Hanf 
oder Jut.... .... ... 13 794 5300 S. — —. — 
2B Gewebe aus Flachs, Hanf und Jute aller Art 725 67— — — — 
20 Genähte Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus 
Flachs, Hanf oder Jute 1447875 14601 4 19 — 2 
34 Nohe Seide (Cocons), gesponnene u. gezwirnte Seide 57 484 28 2501 257 27 36 
3 B Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder 384 4049 20 188 419 53.0 
30 Halbseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Bänder 215 1066 8 52 45 2 
44 WollaaarrrnnnNNKK 33 98 4 12 — — 
48 1 Wollene Gewebe aller Art, persischen und indischen l 
Fabrikltss 1350 1 610½0 19 — — 
4B2 Wollene Gewebe aller Art, europäischen Fabrikats — — — — — — 
40 Genähte wollene Kleider, auch Mützen (Fez) u. Filzhüte 594 1185 799 1 859 — – 10 
5A Kokosnußfasern, Stricke, Matten .. 11270 11666— — 10 
5 B Alle sonstigen Waaren aus Gras, Vast u. dergl. I 772 
wie Matten, Körbe, Bastsäcke ...... 238 195 44 98 2319 1# 
6 A Papier, Papierwaaren, Spielkarten, Handels= und 1 13 
Kontobücher... 10703 2077 — 11 
6B Gedruckte u. geschrieb. Bücher, Karten, Photographien, " # 
Gemalde u. ähnliche Litteratur= u. Kunsterzeugnisse 3 336 1244 107 102 — — 
74 Felle und Häute, unverarbeitet, aller A0üt — — — — — — 
7B Gegerbte Felle und Häute, Leder aller Art 1545 1492 — — — — 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsierwaaren 
(Kissen und Matratzen), letztere ohne Rücksicht auf 6 
das dazu verwendete Material ..... 6 2744 76069 26 55 — — 
701 Federn und Haare, roh ........ 4 2.— — — * 
702 Federn und Haare, gereinigt und sonst weiter ver- I 
arbeitet, auch Bürstenbinderwaaren .... 35 351 — — — — 
842 Schildpatt, verarbeitet, auch in Verbindung mit I 
anderen Materialien ........ 1 3— — — — 
881 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarbeitung ge- 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen, roh — — — — — — 
8B2 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarbeitung ge- 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen verarbeilet, I 
auch in Verbindung mit anderen Materialien. 5 181 — — — 7 
94 Gold, Silber, roh .......... —l-- — —- — — 
9B Schmucksachen u. sonstige Waaren, ganz od. theilweise 
aus Gold oder Silber, auch dergl. Taschenuhren 5# 1 640 3 64 — —
        <pb n="371" />
        — 329 
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1897. 
a. CEinfuhr. 
  
  
— — — . — 
– – 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
14. 15. 16. 17. 18. 19 20. 
Mauritius, Uebriges „SGesammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar Seych. Kapland Afrika Andere Länder der Einfuhr 
s Gewicht 
— epien i Nupien 8 Rupien r* Rupien vsn Nupien Var Rupien V## Nuien engl. Rupien 
I 
E 
— —O — 111 210—— — 29232 4595 
—y 1 — S — — ——— 2675 17229 
" 
— — — — — — — — — — — — 800 176 180 132 
— —5 29 —4N—% „„„ 36c 477 661 1348194 
1. 1! 
½ §###A#"§§##.24 114553 115 123 
UI 
WD 62 11112 1829 340 874 
I s 
-—-.-.—--;..--— 5·24——11899145225 
« 
— — —— — — — — — — 66 44 — — 6090 5635 
. - : ! 1 
— ———— —29 423 36 85|872 588 7538 327 
— — u |J 6150 99005 
— —— 20 52 1189 1545|11 345. 531 455 
— —1 31 — —SHFH 
i · 
. 
4749 T 18 705 2403965JM — 2092. 6955 613 692|191 893 234219 
— —T. -MBi UL BDS 11992 
— — —H — 1 5884 3034 
— Se 94112½%é% 1 21 
– 52 —— — — — — — — 140 81l — — 502 3 578 
25 30020. 29 B— |1UI -HH 2 55 922 10 726 
6 16 6 341— — — — — — — —. — 322 1 655 
— — — — — — — — — — — — — 1 400 3 903 
Ü « I . 
-- — — 7 — —+ 3878 
— — — — — — — — — — — — — 8140 12 750 
— — 782 3950— — — — — — 3 22 5227950 60 853 
— — 552365250|18 221 1272 6 70 3 5S50] 15535 14448 
( I « : 
— — 10551394 78 1 3 —460 1607 — 30 497 4973 
— — 100 G&amp;G&amp;&amp;&amp;ä&amp;ä — —— 16 66 123 29 966 
— 63 51 — — — 3 43 21332 13867 
— g — — — — — 42 10| — 101 173 
— 82· 6 — — 24 69— — 3077. 3422 
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HEILEIIIEIIEIIIIIIIIIEIEIIEII 234, 
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—.ämURR1FR -„„2 3 
# - 4A 16 
— 2 80 * 1 — —— — — 438 11744 — — 70743 1646 
I . 
— 2— —1— — 7 11 Yçhh= — 2 205 
– 1 — — — — — — — — — — — 6 
— —168 60577 — — — — — — — —1— 590 16 443
        <pb n="372" />
        330 
— 
a. Einfuhr. 
  
  
  
  
  
—— 1. 2. 3. 
Nr. des *|5 rs * · 
—3 Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses « 
engl.va. Rupien Jengl. Pfd. Nupien Jengl. vid. Rupien 
10 A l Musikinstrumente aller Art, Wand, Stutz-, Schiffs- —„ 
und Weckeruhren ........ 5129 10595 1 682 3 066 — — 
10 A1 2 Chirurgische, astronomische, optische u. dergl. In- . 
strumente 5016 12 794 46 417 402 3013 
10 B 1 Landwirthschaftliche und gewerbliche Maschinen und 
Maschinentheile 26 752 21.060 3 00! 2979 2 4 
10 B2 Eisenbahn-, Tramway-= und sonstige Wagen, sowie 249“) 6 666 501 129 — — 
Zubehör. Stück 71/% Stuck 4 
10 B3 See= und Flußfahrzeuge aller Art nebst Zubehör; ( « 
auch diese allein, wie Masten, Nuder 2c. Stück 18 2031Sück 3 11234 — — 
11 A Eisen u. Stahl in Blöcken, Schienen, Stangen u. Kohrer 283 037 25 95836 3311 3285 — — 
11B1 Eisendraht 8779. 812 698. 179 — — 
11B2 Galvanisirter Stacheldraht 1 408 335 3 503 40 —. — 
11B3 Eisenblech und Eisenblechwaaren 16 906 1 780 6 782. 770 — — 
11B4 Galvanisirtes Wellblech 326 588 4578793196 9200 5 3 
1101 Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, s 
Pfannen 2c. 145156 50 666 4 11 4 6 765) 3462 
11 C2 Eiserne Handwerks-u. landwirthschaftl Geräthe alleArt 3838 968 82 8e14½427 30 13 09 1030 7 
11 D Wassen aller Art aus Eisen und Stahl, Schuß-, 
Stoß= und Hiebwassen 13 708 24262 977| 2206 —. — 
12 A Rohkupfer und Nohmessing, Kupfer und Nessing in I l 
Blöcken, Stangen und Platten. 39 22 455 252 350 # 194 
12 B 1 Kupfer= und Messingdraht, sowie kupferne und I 
messingne Schrauben. . J14576 41 892 1549 1798 55: 3 360 
12 0 Kupfer= und Messinggeräthe aller ARrt. 8910 12379 1295 1 2756 4 # 72 
13 A Zinn, Zink, Blei, roh in Blöcken, Platten, Stangen r 
und Röhren, Bleikugeln und Bileischrote 27848 5438 6 371 2060 —i — 
13 B Geräthe, Geschirre u. Gesaße aus m, Iink! u. viei 22 120, 10 995 5272 2741 —. — 
14 A Kalk, Kreide, Gips 2306 2)#) 2045 171 — — 
14 42 Cement 1095177 31 967 8 481 279 — — 
14 18 au-., Ziegel-, Backsteine, Mühlsteine, Schteisseeie, · · 
Granit (Grabsteine) 174 248, 15 000 450 152 48 20 
1482 Schiefer, Schieferplatten, Feuersteine 3264 # 424 176 30 
14 B 3 Marmor, roh und bearbeitet 1 252 331 — — — 
14 C Erze aller Art 2 3 — — . 
140 Soda, Natron, Alaun, . Shwee, bosphor. I 
Arsemk .. . . ...50529-567724507 2913 341. 72 
141 Steinkohlen 54275 748 155 20 — — 
15 A Mineralöl (Petroleum) .. — — — — — 
15 B Erdharze (Erdwachs, Pech, Theer) 6 171 734 3756 351 — — 
15 C Farben aller Art, trockene und mit Wasser und Oel i 
angesetzt, auch Tmnten, Terpentin, Leinol 2c. 155 884 41 0628336| 2527 115 68 
15 Seifen aller Äü.lt 312 334 46 848 38F455990 801 395 
15 Thierische Feite, nicht zum Speisegebrauch dienend, 
wie Wachs, Lalg, Leim, Lchtt 2 3922.2% 68445100 23 
15 FlI Räucherharz, Benzoin, Katechn terra ĩaponieni 44 7 452 37 — — 
15 F2 Gummi arabicum. ... 7 10 8 9 — i — 
15FRaHRHKautschuk, roh. 2 9 — — — — 
15 F30 Waaren aus Kautschuk 198 861 180. 7971— — 
15F4b Waaren aus Kopal 7 17 — — — — 
16 A Schießpulver, Feuerwerkokörper, Patronen 5449 7050 189 229 10 8 
16 B Zundhutchen. 8 28 — — — — 
16 C Sonstige Sprengstoffe (Iamit, Nitroglycerin, " 
Schiebbaumwolle: auch Streichhölzer) . 6951 2381 6 15 38 13 
1741 Spiegel= und Fensterglas, fertige Spiegel. 9929 2127 1 868. 488 — — 
17 42 Glaswaaren (Cylinder, Gläser, Flaschen 2c.). 31 854 15060 0 6490 378 274 
17 B Porzellan= und Fayencewaaren aller Art 21 308 76492014 801 — — 
17 C 1 Perlen, kleine und mittelgroße, rothe und weiße, " # 
Z auch grune u. schwarze, japanische u. chinesische 150 39 – — — — 
17 C2 Perlen, böhmische, italienische rc. in Kisten u. Fassern 533 14070 146 201 56 55 
171) Thon= u. Töpferwaaren, terra cotta u. Steingnt4212 5965 209 145 — — 
r18A Clefantenzahne, roh und unbearbeitet — –— — — — — 
15 2 Waaren aus Zähnen von Elefanten, Flußpferden ꝛc. — — 1 3 — — 
  
Wild-, Rhinozeros- und alle e sonstigen vorner, un- 
verarbeitet. . .
        <pb n="373" />
        331 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Einfuhr. 
4 5. 6. 7. 8. 9. 10. 
Oesterreich- : Schweden= Belgien, . . 
Ungarn Italien Rußland ren Holaand Schweiz Amerika 
engl. psd. Rupien sengl. Pfd. Rupien engl. Pfd.] Rupien sengl. Pfd. Rupien sengl. Pfd. Rupien engl. Pfsd. Rupien engl. Pfd. Rupien 
6 — 2 1010 — 88 1911— — 6 83 188 43 
10 2011— — — — — — — — — — 110 104 
— — * * — — — — — — — 617 430 
Stück 1 10— — — — — — — — — — — — 
§§§G8oC#&amp;--§##.C#.0 — 
— — — — — —39 1 1160 5070, 65ö08 — — — 
— — — — — — 1 2 1 — — — — 
— — — — — — — 2004 29— — — —- 
— — – — – — — — – –— — — 
208 3027 1. 11 — 375. 133/538, 2218 60 89 158 
685 556 511 11— — 1049 129 9571. 2513— — 127 243 
— — — — — — — 310 206— — 1 20 
—— s 54 100 H— — 
— — — — — 701 715765 8 47H — — 
13 333 —— — — 61 11371— — 6 15 
l 
—»— -·.- — — — — 2516 603 — — 2767 1573 
nut 1u111— — — — — 2291434 — 4 64642 
— 3— — — — — — — 28 44Z — — — 
150 4 — — — — — 49365 166831 — — — — 
— — is 381 — — 1600 41— — — 
— — — — — — – *— — — — — 
— * 40 — — — — — — — — — — 
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138 1811 — — — — — — 436 3 
— 5 /540|0111 1a8 6 
u 5— — 5606509 964 — 301 59 
523 418 362 157 — — — — 5 1 — — 155 616 26 111 
——— 3 3188 659992 11 — 
— — –— — — — –— — — –— — – — — 
— — — — — l — ** — — ' — — — — — 
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—-——-— 30 — — 
4 „—1456214% D — 
2968 33 310105. 4 — — — 4741 754— — — — 
1 1661 570 307 — — —2787 624460 13 — — 
2441 770 196 — — — 5506 14940 24 — — 
2 3 10 39 — — — — —— — — — — 
3531 * 134 522 49 360 — — — — 770 308— — — — 
– 282 50 7271— — — — 10 419 30566— — — —
        <pb n="374" />
        332 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Einfuhr. 
11. 12. 13. 
Nr. des 
Waaren- Indien Arabien, Persien China 
Verzeich Waarengattung 
nisses enal. Vid. Rupien enal. Psd. Rupien Jenal. Pit. Rupien 
· l 
10 A 1 Musikinstrumente aller Art, Wand-, Stut- Schiffs- 
und Weckeruhren 23 28 — — — — 
10 A2 Chirurgische, astronomische, optische# u. dergl. In- 
strumente 1 99 . — — — 
10 B1 Landwirthschaftliche und gewerbliche Naschinen und 
Maschinentheile 274 68 — — — 
10 B2 Eisenbahn-, Tramway-= und sonstige Wagen, sowie 500 915 — — — 
ubehör .Stück 3 
10 B3 See= und Flußfahrzeuge aller Art nebst Zubehör; 
auch diese allein, wie Masten, Ruder 2c. Stück 5 13— — — — 
11 A Eisen u. Stahl in Blöcken, Schienen, Stangen! u. Köhten 19966 1490 — — — — 
11 B 1 Eisendraht . 8913 7991 — — — — 
11B2 Galvanisirter Siacheldraht .. — — — – – — 
11 B3 Eisenblech und Eisenblechwaaren. 710 1266 — — — — 
1184 Galvanisirtes Wellblech .. 600 50 — —i — 
11 C1 Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, I 
Pfannen2c.. 17885 3866—I— — 
1102 Eiserne Handwerks-u. landwirthschaftl. Geräthealler Art 23 082 4327 4.— 9 — 
11D Waffen aller Art aus Eisen und Stahl, Schuß-, — 
Stoß= und Hiebwassen 79 99 2. 10 — 
124 Rohkupfer und Rohmessing, Kupfer und Messing in 
Blöcken, Stangen und Platter — — — — — — 
12 B1 Kupfer- und Messingdraht, sowie tüpferne und 
messingne Schraubeen . ... 539 3 — —i — 
12 C Kupfer= und Messingeräthe aller A.-it 2766 217 — — — — 
13 A Zinn, Zink, Blei, roh in Blöcken, Platten, Stangen . 
und Röhren, Bleitugen und Bleisch rote 1 186 8999— — 228 171 
138 Geräthe, Geschirre u. Gesäße aus n Zinku u. Blei 8010 3234— — 1 10 
1441 Kalk, Kreide, Gips. 2151 95 — — — — 
14A2 Cement — — — — — 
14B1 Bau-, Ziegel-, Backsteine, Mühlsteine, Schteisteine 
Grantt (Grabsteine) . 39 454 320 — — — — 
14B2 Schiefer, Schieferplatten, Rerstene 64 14 — — — 
14B3 Marmor, roh und bearbeitet .... I— — — -t- 
140 Erze aller Art .. .. .... 128 291 — — — — 
14 D Soda, Natron, Alaun, Sois Sqhwefel Phosphor, 
Arsenik. .. 18051317 20 722|237 036 18321— — 
14 E Steinkohlen *2# — — — — · — — 
15.. W— .. ., — — 280 11— — 
15 rdharze (Erdwachs, Pech, Theer) . 1875. 1521 — — — — 
150 Farben aller Art, trockene und 2 Wasser und Dei 55. 5 
angesetzt, auch Tinten, Terpentin, Leinöl 2c. 3887 932 35 5.— – 
15 D Seifen aller A 6695 6731 — — — — 
16 B Thierische Feit nicht zum Speisegebrauch dienend, 
wie Wachs, Talg, Leim, Lichte. . 1670 3M02 13125 590 — — 
15 Fll Näucherharz, Benzoin, *m25 erna iaponies 20 928 4378j 3208 486 17 4 
15 F2 Gummi arabicum. 545 116 716 181— — 
15 P3a Kautschuk, roh .. — — — — — — 
15 F3hWaaren aus Kautschuk 1 2 — — — — 
15 FbWaaren aus Kopal 138 13— — 20 8 
164 ½ Feuerwerkskörper, palronen 30 22 — — 29 11 
16 B dhütchen —1 — — — — — 
16 C Zanyhüth Sprengstoffe (Dynamit, Ritrogsherrin, 
Schießbaumwolle; auch Streichhölzer) . . 6 4 — — 13 
17 41 Spiegel= und Fensterglas, fertige Spiegel. 6675 2620 —. — – 
17 A2 5laswaaren (Cylinder, Gläser, Flaschen rc.). 503. 469 8 15 443, 190 
17 -B Porzellan= und Fayencewaaren aller A.it 891 2991 — — 31 891 9441 
170 1 Perlen, kleine und mittelgroße, rothe und weiße, 
. auch grüne und schwarze, japanische u. chinesische 2703. 1125 160 116 u 121 20 408 
1702 Perlen, böhmische, italienische rc. in Kisten u. Fässern —i — — — 
17 D Thon= u. Töpferwaaren, terra cotta u. Steingut 188 498, 6266 4461 212 -* 25“8 
83 gesnteneahns doh und unbearbeitet —. — — 
garen aus Zähnen von Elefanten, Flußpferden 2c. « 28—.— — — 
18 E 1 Wild-, zcchinozeros= un und alle t un- 6 # 
verarbe . — — — — — —
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        333 
  
  
  
  
  
A. Einfuhr. 
14. 5. 16. 17. 18. 19. 20 Gesanme — 
itius, Uebri esammtsumme 
Japan SansiboarMadagaskar N Kapland Fsiihes Andere Ländero#o Einfuhr 
"„ 1 Gewicht! 
KRupien Igt Rupien 9 Rupien r*-l Rupien lr NRupien #- Rupien W#| Rupien engl. F Rupien 
1 3 
— — ——— — 7038 14392 
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— ——15— — — — — — 5 645 16 658 
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-—Siück34250—————«— 60 6 — — 0 4 9096 
1 I . Ste se 
—2 W * 2 25 — — S 18 22 
— ———-—183 172 
— —————— — — — — — —— — 69151 1004 
— — 430 63— — — — — — — — — — 24828 2739 
——1 B-MTT 6ẽ 
—. — 5510 10— 4 86 — 207765 76166 
7072 1# — — — — — —1 — — 148 5— — 1454975 107092 
— — 8 881 — — — 2 3 — von 26957 
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— — — — — —— — — —— —— — 103 572 
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— — 33263 45699 — —11 I — 40.17-—113005225646 
--12 964i 2821 — — — — — — 1250 291 — — 20 744 820 
— — – — — — — — — — — — 115460 33 844 
— 6 — oe 381111 65 6 — 217 566 ###1 
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— ——-—1E —. — 130 32 
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— — 24# 394. — —1 — — — 718287 5064 — 26278 53364 
— — 5 — — — — — — 167200. 20821 — —.121 684 2852 
2 — —— — — — - . 565077, 149045 
— — 32 — — — — — — — — — 12282 1269 
— —380 1291 —— 46 1466 — 17807' 4 2 
5144 EEEEEIIEEE 519354 81 286 
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        334 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Einfuhr. 
1. 2. 3. 
Nr. des . 
Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nifses 
engl. Pfld Rupien Jengl. Pfd. Rupien Jengl. Pfod. Rupien 
l 
1832Stöcke,KnopseKctmmeuandWaarenausHörnern 157 268 70 169 3 18 
18 F Knochen und Waaren aus Knochen. 7026 457 13 28 — — 
18 G1a Bauhölzer, roh u. behauen oder sonst hergerichtet: 
europäischen Ursprungs Stck.18517 29 770|St. 2214 4621 Stück 20 6 
18 Glbl Bauhölzer, roh u. behauen oder sonst hergerichet. 
indischen Ursprunss — — — — — — 
18 Gue Bauhölzer, roh u. behauen ober sonst hergerichtet: l 
einheimische (Boritis 2c. auch Feuerholz) — — — — — — 
18 62 echorhe (Ebenhol, Grenadille u. * # 
ölzer) – — — — — — 
18 63a Zimmermanns- u. Zorbjlehter- ꝛc. Arbeiten: euros · 
pdischen Ursprungs 43520 28827|12407 2540 619 335 
18 630b0F Zimmermanns= u. *) zc. Arbeiten: indischen » 
Ursprungs — — 25 13 — — 
18 6338 ;mmermanns- u. orbslechter- 2c. Arbeiten: ein- ' 
heimische — — — — — — 
19 A Gemüse u. Obst, eingemacht u. getrocnet. srijch 112 602 38 360 13 665 60812V56 19597 
19B 1a Reis mit Schalen — — — —- 
ISBleetsohneSchalen — — 309 40 — — 
19 B2 Mais und Dari — — — — — — 
198B3 Mtama (afrik. Korn) und Mawele — — — — — — 
19 B4 Nicht besonders genanntes Getreide 546 1855 193 *—— — 
1901 Mehl aller Art. 69 630 I 11037686311645 428 55 
19 C2 Backwaaren ***’ Jwiebock # Bianũis, 
Kuchen) 16 344 83611 10384 713997957 2699 
190 1 Chiroko – — — —. — 
1952 Vohnen und Erbsen 3 633 55220 173 731 131 
1903 Nicht besonders genannte bulfenfruchte 170 24— — 100 13 
19 E 1 Erdnüsse, Pistazien .. 320 16 — — — — 
19E2 Kokosnusse — — — — — — 
19 E3 Kopra — — — — — — 
19E4% Sesam. ... — — — — —. — 
19E5 Kokosnuß- und Sesamöl 65 6 35 16 — s— 
19 F Zuckerrohr u. Fabrikate daraus, a Zuder ShemRelass 173 411 22 562 13739 265777 14 
1961 feffer aller Art 349 30647 202 3 3 
1962 Nelken und Nelkenstengel — — — — — — 
1963 AlMl sonstigen Gewürze 1737 12081 1007 7351200 154 
1964afsee, Thee, Kakao und Schokolade 6674 808 946 1657 186 146 
1965 oabak, Cigarren und Cigaretten 26 250 42 8963 848 5535 9 4 
1966 Mohn, Opium, Hanf, Haschisch, Betelnüsse und blätter 2 31 — — — — 
19 H1 Butter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, 
Fett 57 774% 2211 
3 n 2 Schinken, Speck, Wurst, Fleisc. Geflügel (nicht lebend) 78 971 417113184102 402 320 
Honig — — 6 — — 
197J1 Nicht moussirende Weine in dassern und diaschen. 
auch Cider 214 522 747797736 1577 16077 
19J2 Schaumweine 15 691 123858085 4877|5 8343 
19J3 Essig 5081 2216 2165, 599 160 37 
19J4 Malzgebraute Getränke (Vier) in Fässern und Flaschen 579 138 101 1855 5769 18262256 489 
1935 Spirituosen mit u. ohne Zucker in Flaschenn u. Fassern 91 101 43434 505 21450 426% 03 
19J6 Mineral= und Sodawasser . .. 48 074 6 4301653 816 100 3 
19 K Droguen, Arzneien. Parfumerien 13227 134191 2464 2708 618 1248 
19 L 1 Orseille . — - — — — — 
19 L2 J Indigo .. . 32018 7962 2441 650 — — 
19L 3 Alle sonstigen noch nicht genannten Farbstofse . 192 57 12 1 — — 
19M Sämereien, Pflanzlingen und Seblinge . .. 3447 1 658 100 213 392 260 
20 A Nundvieh“ . . — — — — — — 
20 B — — — — — — 
20 C Eiel, MNaulthiere, Naulefel — — — — — — 
2n Lmell- d — — — — — 
afe und Ziegen — — — — — — 
20 F Schweine 3 s — — — — — — 
20 G Vögel und Geslügel, Papageien Stuck 23 64 — — — — 
20 H Sonstiges Gethier Stück 4 3— — — — 
21 Nicht Fsonder s lenamne und vorsiehend niht unter- 
zubringende Waaren 56002 9935 641 # 862 67 45 
Gesammteinfuhr 1 66 S 5f1l 104670
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        — 335 — 
a. Einfuhr. 
4 5. 6. 7. · 8. 9. 10. 
Desterreich- ». Schweden- Belgien, « 
ngarn Italien Rußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
  
  
  
  
engl. pfd. Rupien sengl. Pfd. Rupien sengl. Pid. Rupien sengl. Pid. Rupien sengl. #Pfo. Rupien engl. W Rupien J engl. Pfod. Rupien 
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Stck 99 160|— — — — Et. 3220 1044%t. 22 21- 
  
  
  
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1001 5506 795— — — 62600 653 3— — — 
8 655 200 BS..H — —1— 1430 697 
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225 29 — — — — — — — — — 
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9026 1130 — — — — 78544 1068 
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94 267J 2268 4161 — — — 13856 401— — — 
56 111 10638 3521 — — — 30 308. 603414 72 106 317 
— — — — — — — ——1 — — — — 
2 61 1099 5521 — — — — — — — 347 214 
— — — — — — — — — — — 784 210 
229 6 — — 4604 1080 — — — 
— — — — — — — 33. 100 — — — 
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Waaren- Waarengattung Indien Arabien, Persien China 
Verzeich- 
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kllglind.IRm-ieuengl.Pfd.Rupteueugl.PId. Rupien 
18 Er 2 Stöcke, Knöpfe, Kämme u. and. Waaren aus Hörnern 14 39 — — — 
18 F Knochen und Waaren aus Knochen. 3 3 — — — 
18 G 1 Bauhölzer, roh u. behauen oder sonst hergerichtet: 
europäischen Ursprunss — — — — 
18 Glb| Bauhölzer, roh u. behauen oder sonst hergerichtet: St. 1641 20673 — — — – 
indischen Ursprungs . 7712 
1861cBauhölzer, roh u. behauen oder sonst hergerichtet: 
einheimische (Boritis 2c. auch Feuerholz) — — — — — — 
1862 Edelhölzer (Ebenhol), Grenadille u. wehlriechene - 
Hölzer) 1529 580 77 999— — 
18 63a Zimmermanns-= u. Korsicchte- . Arbeiten: euro- . 
päischen Ursprungs 18 20 —. 6 — — 
1863b Zimmermanns-m u. Korfechter ꝛc. Arbeiten: indischen 
Ursprungs 73985 20834 — — 
186 3eFZimmermanns= u. Korbflechter- 2c. Arbeiten: ein 
heimische 1 2 — — — — 
19 A Gemüse u. Obst, eingemachi u. getrocnet srijch 326082 24782 195270 11865 71 48 
19B 1a Reis mit Schalen 793 30 s — — 
19 B 1b| Reis ohne Schalen 6562240 465464 — —. — 
19B2 Mais und Dari 7874 219 — — — — 
19B3 Mtama (afrik. Korn) und Mawele 71680, 5299 — — — — 
19 B4 Nicht besonders genanntes Getreide 114982 9703 — — — — 
19 C 1 Mehl aller Art. 726928 42534 —i —4 — — 
1902 Backwaaren *i gwiebaẽ, Brot. Bisbuits s 
Kuchen) 9131 1696 421 145 278 89 
190 1 Chiroko . 7289 556 — — — 
19 D2 Bohnen und Erbsen . 18425 1378 — — — — 
190 3 Nicht besonders genannte bülsenfruche. 56279, 4397 — — — — 
i###mshrnasse, Pifabien 51416. 523752 1 199— — 
19 2 Kokosnüsse 72 30 — — — 
19Ek 3Kopra — — — — — — 
19 R4 Sesam . .. —k—— — — — — 
19 R5 Kokosnuß- und Sesamöl . 6448 1385 —. 1 — — — 
19 F. Zuckerrohr u. Cabrikatedaraus, T Svru-, T 80354 11390 72 34 1084 179 
19861 Pfeffer aller Art .. 36457, 8323 — — — — 
1962 Nelken und Nelkenstengel 92 23 53 666 JT — 
1963 Alle sonstigen Gewürze 134417 30741 69. 141 7 5 
1964 Kaffee, Thee, Kakao und Schokolade 14822 10839 17665 116361 1675 1445 
1965 TTabak, Cigarren und Cigaretten 1498 1431 1539. 120 — — 
1966 Mohn, Opium, Hans, Haschisch, Betelnusse und blätter 6720 3490 509. 311 J — 
19 I1 fVuutter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, i 
Fett. 128402 67911 2149 66 + 
19 2 5chinken, Speck, Wurst, Fleisch, Geslugel (nicht lebend) 28463, 2541 1374191 101813 — 411. 
19 3 Honi . —I— 30 — 
19 1 Nicht moussirende Weine in dahern und diascen. 
auch Cider — —0 8101 13611 1 — 
19.2 Schaumweine — — — — n — 
197J3 Essig 50 18 — — — 5— 
i5 Malzgebraute Getränke (Vier) in Fässern und Flaschen — — — — — 
19J5 Spirituosen mit u. ohne Zucker in Flaschen!. * ern — 4 — — — — 
19J6 Mineral= und Sodawasser 192 21 — — —. —9. 
19 K Droguen, Arzneien, Verfümerien 238800 8101 11527 4043 125 33 
15L1 Orseille .... 168 92 — — — — 
19 L2 Indigo. 147 40 —. — — — 
191.3 Are sonstigen noch nicht genannten Jarbsiofs 13239 2350 64 151 — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Setzlinge 1060 720 4922 63681 — — 
I 
WARmdvieh Sick.10889Sick7" 252—»—·« 
WBPierd Stck·61272Sicki31418— — 
20 C Esel, Maulthiere, lesel Std. 1 40 Stck. 56 85499— – 
20 D Kamele — — — — — 
20 BM Schafe und Ziegen Stck. 3 s6 Jetd. 120 1311 — 
20 F Schweine . — —. — — — — 
20 G Vögel und Geflügel, Papageien . — — — — — 
20 PM.onstiges Gethier. E— — — 
21 Nicht besonders genannte und vorsiehend nicht unter= 6 
zubringende Waaren 4263 869 215 56 14 20 
55 155G] J73197 47270
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        — 337 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
u. Einfuhr. 
14 16 16. 117. 18. 19. 20 
- Mauritius, Uebriges · Gesammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar Sepch. Kapland Afrika Andere Länder der Einfuhr 
. . , ; . Gewicht 
#nwien #e- NRupien r Rupien r*0 [Rupien eg Ruvpien Ai. Nupien * # Nuplen en . Rupien 
s - · s · I I 
— — 30 m — — — — 366 689 
— —— — — — — — — — 7047 194 
I « I 
—-—-———— —z——l -I—St.2434239723 
—s---— —-————3—-I—--— 16420673 
I · St. 7712 
I 8 7011811 68941 7672 
— —4. 968 6E0 — — — — 46 I St. 36672 
— —— 137 1 ——— 6 181 — — 1749 725 
— — 23 —— I — 3 5 33532 
1| 
2 22 r[U[R– 74278 209289 
. — I 
——5157I1132 6715—-——1523I302I—— 6748 1461 
— — 98847 2466 40 11 —— — 29680 898 448, 101|0150649 
— — — 1131 46 — — — 9382. 465 — 11306 544 
— — 1680 19826. 223— ——— — 745% 41 — 8565300 465787 
— — 130 99—— —— — ——5— 126374 sol — — 34378 1033 
1900, 1 M ———4% %%N92 6020 
— ———115721 954 
— — 990 100 M 6 — —B38iso2 G67u8 
1! - 
88»104100z1519-————-720,14512-6I5742124513 
—«:- 55 3 ———— ——— — 154 7— — 8893 636 
— — 1936 11 L —1OST 14111—. — 7310% 3760 
— — 276 151 — — — 9550 30212 30|679144 
— —12774Q0 15840 70— ——— —1 8444 — 136688 27 
— 130]07 LU— 119289, 470 — 70027 19809 
+ — — — —— —— — 225 29 
— — 375 899 — —— — 10 5— — 385 94 
— — :43877. 101010 — —— 52552 633— — 52977 12147 
— — 18272 26496415 5042s126658 15028 — 72107 4175 14556296 627375 
— — z 1ld —— —1 4 1— — 37079 8847 
— 2217 3337 -U ———1½97 26533— — 4159 615 
1 1 36. 6 +BWB B— 1 3 — 141141 33850 
– — 38 41 3 31 — — — — 2831 1400— — 45785 36817 
— — 500 18211 — — —— —1987 r* 1402 1431½79357 91535 
— — 82282 6876 — — — — 14232 239— —136745 12797 
— 1803 374 — 58283 262551|/521 435|269906, 152519 
— — 1319 891 — — T— 2221451 22411943 92|1730422, 208450 
— 26 4— — — 163 6— — 224 88 
s— — — 115 16— — 16871 38295347 1769350340 109937 
EEEIIIEIIIEIEEIEEEIIEI— 
1189 119- — —— — 783 76—. — 12528. 
— — —n öSôO 12959300 104715 
72?: ———24 402978. 13911885 680 208927 90870 
76145 40814 — 75 8— — — — — — 126239 11359 
12 261354 396— — — — — — 71 42 3 2.54649 30985 
— rr UB 168. 92 
— C.QQC— 42423 10568 
s— 201 3z6 T WK— 13741 2469 
[ 744 16 14 18 — — 26 72136 219410992 8592 
— — ..6 4. 3 1593 — — ESt. 12 2690 
st 43 5674| U 5St. 96 826—. — St. 196 22590 
— ——Sit. 11 80— — St. 11 „01 
— et. 7 296 St. 5 31/ —— — St. 82 644 — St. 237 2373 
— eéet 6 124— B ER|L —Et. 6 124 
— St.130 1571— — — W1113z3-B St. 60 157 — — St. 213 378 
— St. 24 2— —. SKP— Et. 2 — — St. 30 28 
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–— soss 1858ß. .JN.dQG. [—— 11 2 z ¶266 13666 
n’IIe# WW 11283 " . r
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        — 338 — 
Statiftik des auswaärtigen Handels im deutsch- oftafrikanischen 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
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cS#uup######no Gr gr- 
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1. 2. 3. 
Groß- · 
Waarengattung Deutschland britannien Frankreich 
#l. Rupien Is Rupien - Rupien 
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BaumwolleundWalte.............. --- — — — — — 
Baumwollengarn .. — — — 
Rohe baumw. dichte Gewebe u. Tücher, * u. inappt. ieboch 
ungef., amerik. Fabrikat . — — — 
Desgl. indisches und europ. Fabrikat ... — — — 
Gebl., appret., ungef., baumw. dichte Gewebe: amerik. u. europ. 
Fabrikat .. — — — 
Baumw. Tücher ohne Seide von Maskat ꝛc. u. europ. Imitationen — — — — — — 
Baumwollene Tücher mit Seide, auch mit Gold= und Silberfäden 
durchzogen, nur Maskat 1 100— – — — 
Europäische baumwollene Decken, Teppiche, Dochte ꝛc, dichte Ge- 
webe, einfarbig, in verschiedenen Farben, auch Bänder 15 2 1— — — — 
Dichte baumw. Gewebe, einfarbig, auch Bänder: indisches und 
europ. Fabrikat — — — — — — 
l 
«MaskatFabrckat. — — — 
Bedruckte baumw. Gewebe, als ganze Stücke und Tücher: indisch. # « 
undeuwpukspkungs.. 1 1 
Fenis genähte 1 aus baumw. Sossen. jeder L de und 
ischzeug, Wäsche, auch Hüte, Regen irme, Mützen sferner 
Tritotagen aller Art).. . 3333 9423 
S 
Zwirn, Stricke, Taue aller Art aus Flachs, Hanf oder Jute .. 
Genähte Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus Flachs, Lanf 1 
oder Jute 415 930 — — — — 
Rohe Seide (Cocons), gesponnene und gezwirnte Seide. ... — — — — — — 
Genähte Seidenzeuge, Tücher, Siten und Biinden 13 74 — — — 
Kalseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Biunders — — — — — 
ollgarn .. . — — — — — — 
Wollene Gewebe aller Art: persischen und indischen Fobrikats 75 202 40 10—. — 
Desgl.: europäischen Fabrikats= . . — — — — — — 
Genaãhte wollene Kleider, auch Mützen (Fez) und Filzhüte ... 152252— — — — 
Kokosnußfasern, Stricke, Matter 18 6 – — — 
Alle sonstigen Waaren aus Gras, Bast u. dergl., wie Manen, 
Körbe, Bastsäcke 4538 900 7 2— — 
Papier, Popierwaaren, Spielkarten, Handels- und Kontobücher 75 711.— — — — 
Gedruckte u. geschriebene Bücher, Karten, Photographien, Gemälde « « 
und ähnliche Litteratur= und Kunsterzeugnise 1682 2726.— — — — 
Felle und Häute, unverarbeitet, aller 00t221271 4547 15 28 — 
Gegerbte Felle und Häute, Leder aller Art 218 216— — — 
Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsterwaaren (Kissen und 
Marratzen), letztere ohne Rüchsicht auf das dazu verwendete 
Material .. 846 826— — — — 
Federn und Haare, roh .............. 28-100— — — – 
Schildpatt, roh. .. 2292469— -- — — 
Schildpatt, verarb., auch in Verb. mit anderen Materialien .. — — — — — — 
Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarb. geeignete Muscheln, auch 
Edelkorallen, ro 506 113— — 20 2 
Desgl., Edelkorallen verarb., auch in Verbind. m. and. Materialien 23 115. — — — — 
Schmuckachen und sonstige- Waaren, ganz oder theilweise aus 
Gold oder Silber, auch dergl. Taschenuhren. ... .. 1993059— — — — 
Gold, Silber, gemuntt . 129 3030 — — — — 
Musikinstrumente aller Art, Wand-, Stutz-, Schiffs- u. Weckeruhren 1716 26908— — — — 
Chirurgische, astronomische, optische u. dergl. Instrumente 166 994 — — — 
Landwirihsch. u. gewerbl. Maschinen u. Maschinentheile 50 3505,— — — — 
Eisenbahn-, Tramway= u. sonst. Wagen, sowie Zubehör — — — — — — 
See- und Flußfahrzeuge aller Art nebst Zubehör — — — — — — 
Eisen und Stahl in Blöden, Schienen, Stungen! und — — — — — — 
Eisendraht . .. — — — — — — 
Galvanisirtes Weliblech. * — — — — — 
Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, Pfannen 2c. .. 1065 478 — — — – 
Eiserne Handwerks= und landwirthschaftl. Geräthe aller Äärt 5)03 715— — 
Waffen aller Art aus Eisen u. Stahl, Schuß-, Stoß= u. Hiebwassen 5676 6631 
Kupfer= u. Messingdraht, sowie kupferne u. messingne Schrauben. — —
        <pb n="381" />
        339 
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1897. 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
4. 
Oesterreich- 
Ungarn 
engl. vid. Rupien 
5. 
Italien 
engl. Pfd. Nupien 
6. 
Rußland 
engl. Pid. Rupien 
7. 
Schweden= 
Norwegen 
8. 
Belgien, 
Holland 
engl. Pid. Rupien 
9. 
Schweiz 
10. 
Amerika 
engl. Pfo. 
Rupien 
  
—. — 
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        340 
Statistik des answärtigen Handels im deutsch--ostafrikanischen 
b. Auefuhr. 
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· — * 11. 12. 13. 
Nr. des “ Arabien 
Vaaren- 7 Indien ersien China 
Verzeich= Waarengattung Pers 
nisses mien] lliudiens . nwiie 
l 
1 A Baumwolle und Watte — — — — — — 
1B BaumwollengaDnn — — – — — — 
1C1 |Rohe baumw. dichte Gewebe u. cucher. appr. u. unappr, jedoch 
ungef., amerik. Fabrikat. . — — — — — — 
102 Desgl. indisches und europ. Fabrikat — — — — — 
10 Gebl., appret., unges., baumw. dichte Gewebe: amerit. u. europ. 
Fabrikat . — — — — — 
1E 1/¼ Baumw. Tücher ohne Seide von Maakat K. u. europ. 2 Zmitationen —- — —- — — — 
1 E2 Vaumwollene Tücher mit Seide, auch mit Gold= und Hilbersäden 
durchzogen, nur Maokat. . — — — — — — 
1 E3Europätsche baumwollene Decken, Teppiche, Dochte ꝛc., dichte Ge- 
webe, einfarbig, in verschiedenen Farben, auch Bänder . — — — — — — 
1 Fl.C Dichte baumw. Gewebe, einfarbig, auch Bänder: indischesn und 
europ. Fabrikat . 9 21 16 30 — 
1 F Maskat-Fabrikat — — — — — — 
1 G Bedruckte baumw. Gewebe, als T Stucke und Tüucher: indisch. 
und europ. Ursprungo 7 25— — — — 
1 Fertig genähte Kleider aus baumw. Stoffen jeder Art, Bett= und 
Tischzeug, Wäsche, auch Hüte, Negenschirme, Mutzen (ferner . 
Trikotagen aller Art). — — — — — — 
24 Zwirn, Stricke, Taue aller Art aus Fachs, Hauf oder Jute .. — — — — — 
20 Genähte Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus Flachs, Lanf 
oder Jute . . — — — -s— 
3 A Rohe Seide (Coconot, gesponnene und gezwirnte Seide — — — — — — 
3 B Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder — — — — — — 
30 Halbseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Bänder — — — — — — 
44 Wollgarn – — — — — — 
43 1/Wollene Gewebe auer Art: persüschen und indischen Fabritts — — — —| — 
482 Desgl.: europäischen Fabrikato# — — — — — — 
4 0 Genähte wollene Kleider, auch Mützen (Fez) und us hüte — — — — — — 
5A Kokoonußfasern, Stricke, Matten . 35 3—1 — — 
5B Alle sonstigen Waaren“ aus Gras, Bast. u. dergl. wie Matten, „ 
Körbe, Bastsäcke . 2135 318 548 81 — 
6 A Papier, Papierwaaren, Spielkarten, Handels- und Kontobücher . — — — — — — 
6:B Gedruckte u. geschriebene Bücher, Karten, Photographien, Gemälde 
und ähnliche Litteratur= und Kunsterzeugnisse . . — — — — — 
7 A Felle und Häute, unverarbeitet, aller Art 19 8 14 11— – 
7B Gegerbte Felle und Häute, Leder aller Art 1 11— — — – 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsterwaaren (eissen und 
Manatzen:, lehtere ohne Ruͤcksicht auf das dazu verwendete 
Material . ....... — — 12 15— – 
7D 1 FJedern und Haare, roh ............ — — — — —. 
8A1 Schildpatt, rog .. 22 1421 — — —— 
8 A2 Schudpatt, verarb., auch in Verb. mit anderen. Materialien — — — — — 
8 B 1 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarb. geeignete Muscheln, auch « 
Edelkorallen, roh . . — — — — 
8B2 Desgl., Edelkorallen verarb., auch in Verbind. m. and. Materialien 1— — — —— 
9B Schmucksachen und sonstige Waaren, ganz oder bheilweisee aus 
Gold oder Silber, auch dergl. T ceschemuhren. . — — — — 
90 Gold, Silber, gemüänt — 1— — — 
10 A l Musikinstrumente aller Art, Wand-, Stutz., Schiffo= u u. Weckeruhren — — 11— — — 
1042 Chirurgische, astronomusche, optische u. dergl. Instrumente — — — 
10 B1 Landwirthsch. u. gewerbl. Maschinen u. Maschinentheile. — — — — – — 
10B2 Eisenbahn-, Tramway- u. sonst. Wagen, sowie Zubehör — — — — — — 
10 B3 See= und Flußfahrzeuge aller Art nebst Zubehör. — — — — — — 
11 A Eisen und Stahl in Blöcken, Scheenen, Stangen! und diohren — — — — — 7T 
11 B 1 Eisendraht . — — — — — — 
11B4 JGalvanisirtes Wellblech. . — — — — — — 
1101 Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, Pfannen ꝛc. 180 10 — —— 
11 C2 Eiserne Handwerks= und landwirthschafil. Geräthe aller Art — — — — — — 
11 D Wassen aller Art aus Eisen u. Stahl, Schuß-, Stoß= u. Hiebwaffen 18 12 25 10 — * 
12 B1 Kupfer= u. Messingdraht, sowie kupferne u. messingne Schrauben. — — — — —
        <pb n="383" />
        341 
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1897. 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
14 15. 16. 17. 18. 19. 20. 
dapan Sansibar Madagaskar] Mauritius, uebriges -- Gwmmspww 
si gaska Soych. Kapland frika Andere Länder der Ausfuhr 
engl. nal. . I. . . Z · I i 
Bid. Rupien V Rupien # Rupien 8 Rupien e Runpien l. NRupien ol Nupien Gewicht Rupien 
1I 1 l 
— — 130 701 — — — — — 
— = - ——l——-— 130 70 
1 3 40 B 563 307J ß 601, 317 
— — 1 u — —— 1240 1325 5 
. , — 132— 1256 1339 
— 795 490 336114 5334 3184 6619, 3967 
— — „ 
– — « . — — — — 1188 1170 
* 666 4 8 —8Sul45991 — 1113, 1115 
– s I 
6 54% ———— 49 % 559 
— — Ü 1 1 I 
# 150— E — — — — — — — — 90 173 
— 9999 324 203147 3962, 3311 
1 .———— 26 3— — 26 32 
— D. " 1 
# 1 20%10 20 —s.#1110 — "10 1366 
6 # E I 
— — v D! 
— 1152 156 111— — 655 104 — 6128, 12103 
5 DLT U H 405 105 
— D! 
Q[ 596 202 — — —NJ 1113, 1182 
— — 49% 9000 KTl LL —BL — 2 2„5 
- 4-158-—--.7 ! «« 
—- H s—-—l————— 4 15 
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—%%“.JP 115 31s0 
202 
% 569 1SJO 5710 
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* l 4563% — — 4376 120|0 —1 4 
1 1½——l — — — 15 23 92, 95 
unss 43 — — — 30 57 1948. 3226 
—— 2% 10107 5212 11 4121816 23608 
5 — 1 — — 288 222 
I - I · 
I , 
— — I 
-—1382i494--z--I--i- 10 30 — 2252 1369 
— A@A — — — — — —1— — — — 28. 100 
– TD — — — — 4 36— — 2810 25495 
— — — — — — — — — — 140. 20 
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-— --.--....I--k.--—-55664-2178 
-l..—-..,—.--- — 115 
—— —#gC#. 214 441 
—- — — ——L— 159), 4030 
— — ——— — 18411 2968 
– — — —nL I. ODDDL— 2011 1024 
– —— 166 110 
— — — — — — — — — — — — 3 983 
—— — ——— —Eu 1071 
[ — —.NInBii Cll — — 21010 1699 
— — — 1221727 22 —— — 169140 639 
— —4 — — — — — — —.— — — 850 112 
58 —s--;———12«8——5» 
—i- — — — nU 100 550 — 8512 7909 
— — — — 105 80 — — 1633 801
        <pb n="384" />
        342 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1. 2. 3. 
Nr. des · 
Waaren- W tt Deutschland b Groß Frankreich 
Verzeich- aarenga ung ritanni 
nisses 
S# -*!r Rupien nal- Rupien gat Rupien 
120 Kupfer- und Messinggeräthe aller Art .. . 24! 30 — — — 
13 B Geräthe, Geschirre und Gefäße aus zinn. Zink und Blei 1 44 — — 2 1 
14 Allalk, Kreide, Givps .. — — — — — 
14 B 1 Bau-, Ziegel-, Bachsteine, Muͤhlsteine Schteistene, öranit 
(Grabsteine) . . .. 1920 2200— — — — 
14B2 Schiefer, Schieferplatten, Feuersteine . I — — — — — 
140 Soda, Natron, Alaun, Salz, Schwefel, horphor, Acsenit 31 — — — — 
14 B Steinkohlen. + — — — — — 
15 A Mineralöl (Petroleum) — — — — — 
150 Farben aller Art, trockene u. mit asser u. Bel engefett, cuch — I 
Tinten, Terpentin, Leinöl 2c. . — — — — 
15 D Seifen aller Art .. — — — — — 
15 E Thierische Fette, nicht zum Speisegebrauch dienend, wie e Wats, l 
Talg, Leim, Lichte 85259 57673 53— — 
15 Flll Rüucherharz, Benzoin, liatechi llerrs iaponies) — — — — — 
15 F2 Gummi arabicum. 76 14 — — 
ILEXIEIIII,E 216562 306705 42782 554933— — 
15 P 3bWaaren aus Kautschuk 6 12 — — — — 
15 FP 4a Kopal, roh, fossiles und Baumglas 863 264491444— — 
16 0C Sonstige Sprengstoffen — — — — — — 
17A15Spiegel= und Fensterglas, fertige Spiegel 70, 100 — — — — 
17 A2 IFGlaswaaren (Cylinder, Gläser, Flaschen 2c.) 31. 88 — — 2 2 
17 B Porzellan= und Fayencewaaren aller Art. 35 261 — — — — 
1701 Perlen, kleine und mittelgroße, rothe und weiße, auch grüne und I 
schwarze, japanische und chinesische . — — — — — 
1702 Perlen, böhmische, italienische 2c. in Kisten und Fässern 1 11 — — 
170 Thon= und Töpferwaaren, terra cotta und Steingut .. 326. 700 — — — — 
18 A Elefantenzähne, roh und unbearbeitet, hart und weich, ohne i 
Rücksicht auf die Großen und Schwere d der einzelnen W 56655/292041 15 80— — 
18B Flußpferdzähne. . 15411456-——— 
180 Wildschweinzähne 28 19 .— —1 — — 
18 D Waaren aus Zähnen von Elefanten. Flußpferden 2. . 3738().- — — — 
18 K 1 Wild-, Nhinozeros= und alle sonstigen Hörner, unverarbeitet 4060 27231 — — — — 
18 E 2 Stöcke, Knöpfe, Kämme und andere Waaren aus Hörnern. 111 — — — — 
18 F Knochen und Waaren aus Knochen. .... 813 3481 — — — — 
18 GlbBauhölzer, roh u. behauen oder sonsthergerichtet: indischen Ursprungs — — — — — — 
18G1e Desgl.: einheimische (Boritis ꝛc., auch Feuerholz). St. 665 173— — Stck. 1 1 
18 62 Edelhölzer (Ebenholz, Grenadille und wohlriechende Hölzer) 717950 32688— —.12183 828 
18 63aZimmermanns= und Loröflechter-: 2c. Arbeiten, europäschen Ur— 
sprungs . .. 28 31— – — 
18 Gäb Desgl. indischen Ursprungs 35 80— — — — 
18636 Desgl. einheimische 4124 1876“ — — 1 1 
19 (A Gemüse und Obst, eingenacht und ** frish 630 s86 — — — — 
19B 1aReis mit Schalen C — — — — — 
19Blb|IKeis ohne Schalen — — — 
1982 Mais und Dari . — — — — — — 
193 Mtama (afrik. Korn) und Mawele 108000 2400 — — — — 
19B4 s Nicht besonders genanntes Getreide — — — — — — 
1901 Mehl aller Art ........ — — — — — — 
19 C2 Backwaaren (Malkaron,, Zwiebo Broi. Biskuits, Kuchen) — — — — — — 
190 1 Chiroko . ....... 3454«127————— 
1992 Bohnen und Erbsen. . 848 151 — — — — 
19 D3 Nicht besonders genannte dulsenjruchte — — — — — 
19 K 1 Erdnüsse, Pistazen .. 90 7-· — — — 
19 E2 HKokosnüsse 8 11— — — 
19 KF 3 Kopra — *i7 — — 52220 3731 
19E4 Sesam —— — — — — 
105 Polenge und Sesamöl Z — — — — 
uckerrohr und Fabrilate daraus, ucker, Soru , Mela c. 2 2 — – —— 
19 6 1 Pfesser aller Art z - p laß — — — — — — 
1963 ll sonstigen Gewürze 305, 425 — — 
l
        <pb n="385" />
        343 
  
  
  
  
  
  
  
  
b. Ausfuhr. 
4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 
Oesterreich- · Schweden- Belgien, 
Ungarn Italien Rußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
engl. pid. Rupien lengl. Pfd. Rupien senal. pid. Rupien senal. Pid. Rupien jeugl. vid. Rupien engl. vid. Rupien Jenagl. vid. Rupien 
l x s « 
— — — — — — — — — — — 
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— — 13769 63 — — — — — — — 
— 69 6 — — — — — — — — — — 
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        <pb n="386" />
        344 
— — — 
b. Ausfuhr. 
  
— — — — — 
—— — —— — — S 
  
  
  
  
  
  
  
  
11. 12. 13. 
Nr. des Arabien ; 
« China 
datig Waarengattung Indien Persien h 
mnisses r* Rupien # HMupien ll Rupien 
12 C Kupfer= und Messinggeräthe aller Art. . — — — — — — 
13 B Geräthe, Geschirre und Gefäße aus Zinn, Zink und Blei — — — — — — 
14A1 Kalk, Kreide, Gips — — — — 
14 B81 Bau-, Ziegel-, Bacssteine, Muhisteine Schleissteine Granit 
(Grabsteine) . .. — — — — — — 
1482 Schiefer, Schieferplatten, Feuersteine — — — — — — 
140 Soda, Natron, Alaun, Salz, Schwefel, #bonhher. Arsenit — — — — — — 
14 E Steinkohlen. — 1 — – — — 
15 A Mineralöl (Petroleum) — 35 3 —. — 
15 0 Farben aller Art, trockene u. mit W u. Vel angeseti. auch s 
TintenTetpentmLemölxc.. —l——;——— — 
16 D Seifen aller Art — — 156 2 
15 1 Thierische Fette, nicht zum Speisegebrauch dienend, wie Wache r 
Talg, Leim, Lichte 17 1 — 
15 F1 Räucherharz, Benzoin, Katecht lerra sponien). — — — — — — 
15Kx2 Gummi arabicum . ——————l- 
IZFZSKautfchukroh . . 1 11— — — — 
15 F3b Waaren aus Kautschuk . — — — — — — 
15 F 4a Kopal, roh, fossiles und Baumglas —. — — — — — 
16 0 Sonstige Sprengstofse – — — — — — 
174 Spiegel- und Fenstelgtas, fertige Spiegel — — — — — — 
l 
17 à42m| GElaswaaren (E#Ainder, Gläser, Flaschen re.) — — — — — — 
17 B Porzellan= und Fayencewaaren aller Art — — — — 
1701 HPerlen, kleine und mittelgroße, rothe und weiße, auch grier und l s 
schwarze, japanische und chinesische — — — I — 
1702 Perlen, böhmische, italienische r2c. in Kisten und Fässe ern — — — — —— 
17 D Thon und Töpferwaaren, torra eotta und Steingut. s-- 
18 A Elefantenzähne, roh und unbearbeitet, hart und weich, ohne 
Rücksicht auf die Größe! und Ecwere d der einzelnen Zähne 66 121029 ziss — — 
18B Flußpferdzähne . . 2424——-—.— 
180 Wildschweinzähne — — — — — 
18D Waaren aus Zähnen von Elefanten, Flußpferden 2c. — — — — —- 
ISBI Wild-, Rhinozeros= und alle sonstigen Hörner, unverarbeitet 35 58— — — —– 
18 E2 Stöcke, Knöpfe, Kämme und andere Waaren aus vornern. — — — — — 
18 F Knochen und Waaren aus Knochen. — — — —n 1 — 
18 6 10Bauhölzer, rohn. behauen oder sonst hergerichtet: indischen Ursprungs 21½% — — — — — 
1 20000 s 
ISGICDesglecnheumschewormsecauchFeuerholz). 6415 e% — — 
18 62 Cdel,hölzer (Ebenholz, Grenadille und wohlriechende völzer) 209726 6661 — — 5 
18634 Zummermangs, und Korbflechter= 2c. Arbeiten, europaischen Ur-P I I - 
lsGZbDesgl gndtschen Ursprungs — — I — — I — 
Z l 
18930Desgletnhetmtsche—— . 75296I277s8—-I— 
19 A Gemüse und Obst, eingemacht und hetrocherl T — — 5 5½ 
19B 1a|Reis mit Schalen . —l.— — — — — 
19B 1b Reis ohne Schalen 125 10 342 33— — 
19 B2 Mais und Dari .. . . 419 96538 1681 — 
1933 NMtama fafrik. Korn) und Maweie 861885 90 88r 9 25%165ä111 
198 4 Nicht besonders genanntes Getreide 136 13 — 
1901 Mehl aller Äärtt 8072 256 — — — — 
1902Backwaaren (Malluron, zwiebo, Brot. Viskuits, ahe — — 23. 10— — 
190 1 hiroko . 835s36—s— — — 
1902 Bohnen und Erbsen 75. 2 45 2 — 
190 3 Nicht besonders genannte busenfrüchte — — — — — — 
19E 1Erdnüsse, Pistazien .. 50123169571—«s— 
192 Kokosnusse 529188 11639 16665 28# — — 
19 K3Kopra # — 
1382 Sesam .. .... 8630 80s14266 Sdo- — — 
19 S5 HKokosnuß= und Sesaml — — — 
19 K Aeerroin und Fabrilate daraus, Zuder, Sorud- Melasse — — 4123 T — — 
1961 feffer aller Art .. — — — — 
19663 All sonstigen Gewürze. — — — — — —
        <pb n="387" />
        — 345 — 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
16. 17. 18. 19. 20. 
- Mauritius, Uebriges Gesammtsumme 
Madagaskar Seych. Kapland Afrika Andere Länder der Ausfuhr 
Gewicht 
8 Ruvien #t Rupien r17 Nupien AMl Rupien l. KRupien ungl. Rupien 
6 # 
— 552 55 44— — — 11 9 — 52 279 
— — 240 64 16 11—— 259 68 
——½ –0| 3 22114 61 
— G6389 6 -—m — 880d9 2265 
— 1500 911 J — 4WnW — . 1500 19 
—1 % —— 1110% 129 — 4 266 
— —920688 865— T —— — 40 11— 70678866 
— — 70 5—— —— — 1330 89 
— ul F UnUH 67 311 231 
— —926 o — — 329590 
—————□O — —— — s 2 — —222141 160339 
— — 101 * — “ + — 6 3— — 120 233 
— — — — — — — — — — — — 81 16 
— 32689144890811ñ — 5 5— — 619264 
— HH —-—————-—————— 12 
——54% N3788/137505 
— — 6 7 — — — — —. — 40 221 — — 46 25 
— — 11801 — — — — 88 10 
— 44235 329 —-2 
— 1175 597 —! — — 1210 623 
— — 23 41 — 27 50 
— — 830 425 —— 100 681 — — 931189 
— 10211 — 1 — 2 134% 153 
— 154 W 1 3|215408/1107445 
— 833585 31844 5 5— — 35155 333827 
— — 619529777 —— — — — — — 6223 270 
— — 5— — — 38 
— — 0661 6886 — — — — — — 5 8— — 3476“ 60654 
— — 161 29090905P5 s-6 157128 
— t 00. 4000 — 3— — — —— — —— 
— 2419: 
Et9. W) 4300 12— — — 30 1— — JEt. 20) 74341 
10615 596 — — — 1186773423 
— 85010| — 1700 450— 26781 686 
55 — — —— —1— —1—57 3 80 
—N02 % 3 16 —40 7306 
— ——½0142 „S0|O — Sroo 1050 — 2200362 54020 
——2% L 2 — — 25932 1167 
—— 67999 40U00 80 55— — 7346 508 
- 720460I — — 711 18 1335 20656 
— — 1668524 293391951 —„LL 649415524 
1209 5 —T — —— — — — 2233 63 
.————.. FGFeiFJ-J[.öW.. 2168 
——4 360 M U. 1494 390 
— 825626·13371 22 12#!IU03 
——452 K626484 15230 
—— 1129 9 2½2 — —-——— — 1129 32 
—- — ——211280 8251 
—434% 121 0 sss—— 8# 14— —1427302 32783 
— 1208045%% TT. 2364300 151590 
——58091601 165199ßö — 186650 12008|3429565 185740 
—1189906 404 +A 1260 2431 —441166 70647 
1284186 — ———— —62400 23261— — 0618 böss- 
— 15 5 T 2505 13180
        <pb n="388" />
        346 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
b. Ausfuhr. 
1. 2. 3. 
* Waarengattun Deutschland br pro Frankreich 
Verzeich- 9 9 
nisses 
na Fufl. Rupien # Rupien il 1 Rupien 
1964 Kafsfee, Thee, Kakao und Schokolade 162952 81823 — 1 — — — 
1965 Koabak, Cigarren und Cigaretten 10729 30095— — — — 
1966 Mohn, Opium, Hanf, Haschisch, Betelnüsse und öblätter — — — — — 
I19 H1Butter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, Fett . — —- — — — — 
1912 Schinken, Speck, Wurst, Fleisch, Geflügel (nicht lebend), Fische ꝛe. — — —. — — — 
19113, Honig . 5215-!—-— 
IZJI Nicht moussirende Weine in dassern und dlaschen, auch Cider 12 91 — — — — 
1912 Schaumweine — — — — — — 
1533 Essig —— —1,. — — 
1914 Malzgebraute Getränke (Vier) in Fässern und Flaschen“ 6 3 — —. — 
19 5.5spuirituosen mit und ohne Zucker in Flaschen! und Fassern 7 5— — — 
19J6 Mineral= und Sodawasser . 18. 1— — — — 
19 K Droguen, Arzneien, Parfümerien 3 1— — — — 
19 LI Orseille .. — — — — — — 
19 L3 Alle sonstigen noch nicht genannten Farbstoffe . 1285 161 — — — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Setlinge: 57.— 151 — — — — 
20 A Rindvieh. . St1740— — — — 
20 C Esel, Maulthiere, Maulesel — — — — — — 
20h Schafe und Ziegen St. 6 461 — — — — 
20 F Schweine —. —4 — — — — 
20 G Vögel und Geflügel, Papageien St. 59 674— — — — 
20 H Sonstizes Gethier . . ISt. 43 122— — — — 
21 Nicht besonders genannte und 4 vorstehend nich unterzubringende I 
Waaren . 3488 42221 — — 144 341 
1. 
Gesammtausfuhr 1 —4 1 55946 4928 
11. 12. 13. 
Ninc W tt Indien Arabien, China 
Verzeich- aarengattung Persien 
nisses 
s eug l Rupien « Rupien Fhnl. Rupien 
1964 Kassee, Thee, Kakao und Schokolade — — — — — 
1965 Tabak, Cigarren und Cigaretten 250 26 — — — — 
1966 Mohn, Opium, Hanf, Haschisch, Betelnüsse und blätier — — — — — — 
19 H1 Butter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, Fett. — — — — — — 
19 H2 Schinken, Speck, Wurst, Fleisch, Geflügel (nicht lebend), Fische ꝛc. 36 14 283 73 — — 
19 H1 3 Honig . 42 7.— — — — 
1931 Nicht moussirende Weine in dessern und Nasen aich Cider — — — — — — 
1912 Schaumweine . . — — — — — — 
1533 ẽssig. ——miIi. — 
19J4 Malzgebraute Getränke (Bier) in Fässern und Flaschen – — —. — — — 
1915 Spirituosen mit und ohne Zucker in Flaschen u und Faͤssern — — —— — — 
1916 Mineral= und Sodawasser. . . 120 4— — — — 
19 K Droguen, Arzneien, Parfümerien — — — — — — 
19 LI Orseille . . — — — — — — 
19 L3 Alle sonstigen noch nicht genannten Farbstoffe — — — — — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Sehlinge: — — — — — — 
20 A Rindvieh . . —;—Sk« 4 320 — — 
20 C Esel, Maulthiere, Maulesel — — — — — — 
20 E Schafe und Ziegen. — — — — — — 
20 F Schweine . — — — —1 — — 
20 G Vögel und Geslügel, Papageien St. 71 22st. 11, 4— — 
20 H Sonstiges Gethier . — — — — — — 
21 Nicht besonders genanme und vorfehen man unterzubringende 
Waaren . , ·» » s 1 # — — — 
—ss. 8 
Gesammtausfuhr 29581 65420 —
        <pb n="389" />
        347 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
b. Ausfuhr. 
4. 6. 6. 7. 8. 9. 1. 
Oesterreich- Schweden= Belgien, 
üngarn Italien Rußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
engl. —. engl. Bid. Rupien engl. vid. Rupien sengl. pid. Rupien jengl. ##. Rupien engl. W Rupien d,Rupie## 
# 
— — — — — — — — — — —. — — — 
————— 
— TWn L — — —B — — — 
« I 
— — – – – — –— n% – –— r – – — — — 
E — — — — — — — — — — — — — 
— — — — — — — — — — — — — — 
J J J J J J 
— — — — — — — — — — — — — — 
— 160 — — — — — 
14. 1. 6. . 1. 17 * — 
.. . esammtsumme 
. Mauritius, Uebriges 
Japan Sansibar Madagaskar Sepch. Kapland Afrila Andere Länder # Ausfuhr 
engl. . engl. engl. engl engl engl engl Gewicht 
M. Kupien! Pfh. . Nupien Pie- Rupien]Pfd. Nupien Pit- Nupien Pfo Nupien Pfd. Rupien engl. Mo. Rupien 
! 
l 
"- 92 690 — — — — — * 4% — — * 82679 
— 834482 4950)7 MW 5DL 14% — 6 75770 
— — 800 27 — — — — — 2130 60— — 2930. 87 
— —# 1444 3 5 3 — 3317 1184 
— — 1973 3415— — — — — 942 641275. 75|16909, 4218 
—668. 368 — —3D 1800 149000 — 2480, 1867 
— —13% 400 4900. — 1740 1916 
— — 75 11 — —— — — — — 75 10 
— 1 32PTP SKOO 1680+ +2158 51s3 
— 1397, 632 — — — — — — 2074 2440 — — 3478 3078 
—#4 196 -I912 201 
„— 147 590 — — — — — — 2 3— — 152 594 
—395 13699 — — — — — — — — — — 13952 1369 
— — 3 31 — — — — — — — —1 — — 1288 15 
— 312 19— — — — — — — — — — 369 212 
— — St. 3091 166781 — — — — — — St. 4. 130— — St. 318, 17168 
54 1880— — — — — — 19. 320— —73 2200 
— — 19 184— — — — — — — — — — 25 230 
255 193 — —— —— —— ——— —255 192 
2130 9196 — — — — — — — — — —2207 9896 
291 493 — — — — — — — — — —334 615 
— 5158441½ — — — — — — — — — 55219) 6076 
*2 26713800 1465 — — #43403 32988. 330197
        <pb n="390" />
        — 348 — 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete der Marshall-Inseln 
während des Geschäftsjahres 1897. sal-Inf 
Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
  
  
  
Aus Davon 
5#53 S — . 
Es waren anhängig: 53 42 . 
— # S S 
-— EE E. S 8 
Se#n 28 S — 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und Entmündigungsprozesse — — — — — 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangsvoll- « 
streckungen,Mahnsachcn,Sühncfachcn,Aufgcboteu.s.w...... — 2 2 2 — 
Von den Sachen zu 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit: I 
a)derRichtcr.............. —!2 2 2 — 
b) der Gerichte — — —-— 
B. Konkurssachen ................... — — — — — 
C. Strafsachen, und zwar: « 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war ..... — 4 4 4 — 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten arrr ... — 3 3 2 1 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt: « 
a)ohneBeisitzer................. — 1 1 1 
b) mit Beisitzern ....... —- 1 1 1 — 
3. Beschwerden gegen Entscheidungen des Richters. ...... — — — 
D. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: I 
l.VormundschaftenundPflcgschaften......... ... 4 3 7 1 6 
2. Erbtheilunggen . — 1 1 1 — 
3. Eintragungen und Löschungen im Grundbuch.. .. . .. — 8 8 8 — 
4. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (Beglaubigungen, 
Testamentserrichtungen, vorläufige Verwahrungen u. s. m) .. — 124 12414 —. 
E. Eingedorenen-Gericht: 
1. In Jaluit: . 
Strafsachen (einschließlich der im Verwaltungswege verhängten Strafen) " 
a) ohne Beisitzer ............... — 23 23 23 — 
b) mit Beisitzen: — — — — — 
2. In Nauru: 
Im Verwaltungswege verhängte Strafen (im Jahre 1890) 2. — 2 2 — 
  
  
  
  
*) In Nauru im Jahre 1896 zwei Strafverfügungen. 6 l 
—--—«« -——-—-———-————-———-- 
  
  
  
Personalien. 
Der Selondlieutenant Freiherr v. Seefried auf Buttenheim vom Königlich bayerischen 8. Infan- 
terie-Regiment ist unter Stellung à la suite des gedachten Regiments bis auf Weiteres zur Dienstleistung 
bei dem Auswärtigen Amt kommandirt worden. 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
A. K. O. vom 28. Mai 1898. 
Schutztruppe für Südwestafrika: 
Dr. Langheld, Stabsarzt, aus der Schutztruppe ausgeschieden und gleichzeitig in der Armee und zwar als 
Stabsarzt bei der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen mit seinem 
bisherigen Patent wiederangestellt. 
Der Sek. Lt. Schulz von der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika ist an Malaria verstorben. 
VyVTyTVYTVYV7TVNTVTVyYVNVYVYVNVYNYTTFyTFyVY TTVYYVY?TTYTyY F"TN i'77½??7777 
      
Perspnal-Machrichten. « DerRegiernngsarztbeimKaiierlichenGouvcrne- 
ment Dr. Plehn aus Tanga, der Gouvernements- 
Deutsch-- Ostafrika. .. .. . der 
selretär Seidlitz, der Zeichner Landwehr und de 
Der zur Vertretung des Chefs der Central= Schlosser Schlief sind auf Urlaub hier eingetroffen. 
verwaltung v. Bennigsen bestimmte Legationsrath — — 
v. der Decken ist in Dar-es-Saläm eingetroffen. Der Hauptzollamtsvorsteher Ewerbeck, der 
Zollamtsassistent Firnstein, der Bauassistent Kramm, 
Der Referendar Zache ist mit Urlaub in Deutsch= der Bootsmann Schaubacher, der im Dienste des 
land eingetroffen. Kaiserl. Gouvernements stehende Landwirth Bauer,
        <pb n="391" />
        der Leuchtthurmwärter Lohmann, der Kalkulator 
Bürkardt, der Bootsmann Hockel, der Zimmer- 
mann Einfeld und der Brunnenbohrer Wichmann 
sind mit Urlaub in Deutschland eingetroffen. 
Der Steuersupermumerar Mall ist nach Dar= Dienst des Kaiserlichen Gouvernements getreten und 
es-Salm abgereist. 
Die Hülssjäger Dankert und Steuck haben die 
Reise nach Ostafrika angetreten, um als Förster in 
den Dienst des Gouvernements zu treten. 
Der für den Zolldienst des Gouvernements an- 
genommene Grenzausseher Hellwich in Lorry- 
Mardigny wird die Ausreise nach Dar-zes-Saläm 
demnächst antreten. 
Der Schiffszimmermann Leßmann ist Ende 
Mai verstorben. 
  
— 
Ramerun. 
Der Slipmeister Millack ist mit Urlaub in 
Deutschland eingetroffen. 
Der Hafenmeister Klein hat einen Heimaths- 
urlaub angetreten und ist aus Kamerun hier ein- 
getroffen. 
Der Gärtner Deistel ist im Mai in Kamerun 
angekommen. 
  
gebiete abgereist. 
349 
  
  
Cogo. 
Assessor Dr. Gleim und Stabsarzt Dr. Doe- 
ring sind mit Urlaub in Deutschland eingetroffen. 
—–— . — 
Der frühere Missionar Mischlich ist in den 
der Station Kete-Kratschi als Assistent überwiesen 
worden. 
—.. —— e — 
Büreaudiätar Ebel ist in Lome eingetroffen. 
  
Der Sekondlieutenant Freiherr v. Seefried hat 
die Reise nach dem Schutzgebiete angetreten. 
  
Der Zimmermann Glahn ist nach dem Schutz— 
Lüdwestafrika. 
Der Regierungsbaumeister Born, der die Hafen- 
bauten in Swakopmund leiten soll, ist zunächst zur 
kommissarischen Beschäftigung bei der Kolonial= 
Abtheilung des Auswärtigen Amts eingetreten. 
  
Marshall- Inseln. 
Der kommissarische Landeshauptmann Brandeis 
hat seine Reise nach Jaluit über Sydney angetreten. 
  
Zachrichten aus den deukschen Schutgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
–. 
Deulsch · Bstafrika. 
Bericht über die Reise des Pauptmanns v. Rleist im 
Bezirk Songea. 
Der Stationschef von Songea, Hauptmann 
v. Kleist, berichtet über eine in seinem Bezirk 
unternommene Reise, wie folgt: 
Die Matengo-Berge, auf der Karte Livingstone- 
Gebirge genannt, sind nach Wissmann von den 
Wampoto bewohnt. Die Wampoto sind ein kleiner 
Stamm, der südlich der Liederschen Route bis etwa 
an die portugiesische Grenze reicht. Das Gebiet ist 
wirthschaftlich von Bedeutung, da es einen großen 
Reichthum an Gummilianen aufzuweisen hat. Der 
Beg bis zu Amakitas Dorf steigt ganz allmählich, 
da die Berge alle größere Plateaus haben. Bis 
zum Ngaka und noch etwas darüber hinaus sind 
die Verge gut bewaldet; dann wird der Baumwuchs 
spärlicher und hört etwa drei Stunden vor Amakita 
gänzlich auf. Unzählige Wasserrinnsale, die ganz 
sloch laufen und mit denen eine Berieselung großer 
Flächen möglich ist, machen das Land für alle mög- 
licrn tropischen Kulturen geeignct. Der Boden ist 
en tiefgründiger Laterit, welcher, nach dem Stande 
der Felder zu urtheilen, von großer Fruchtbarkeit 
sem muß. Da die Plateaus fast alle an 1400 m 
  
  
— 
hoch, zum großen Theil aber noch höher sind, so 
ist dies Land vielleicht für europäische Ansiedler 
von Bedeutung. Ich glaube, daß hier neben Kaffee 
Kartoffeln und Weizen gedeihen würden. 
Rindvieh ist vorhanden, jedoch nicht in allzu- 
großer Menge. Die Seuche hat auch hier argen 
Schaden angerichtet. Das Klima ist kühl, doch 
sehlen die rauhen Winde Uhehes. Ein Vergleich 
Matengos mit den Utschungwe-Bergen würde ent- 
schieden zu Gunsten des Ersteren ausfallen; nament- 
lich ist als günstig hervorzuheben, daß seine Gebirgs- 
züge nicht zu schroff und seine Abhänge plateauartig 
verlaufen, so daß ein Abspülen durch Regengüsse nicht 
zu befürchten ist und eine europäische Feldbestellung 
erleichtert wird. Die Bevölkerung, die Matengo, ist 
nicht allzu dicht und versammelt sich in einzelnen 
großen Ortschaften. Mandaras Dorf schätze ich auf 
1000 Häuser. Ihre Felder, welche häufig ziemlich 
weit abliegen, sind gut bestellt und ausgedehnt. 
Politisch sind sie abhängig von den Wangoni. So 
haben die Mangonihäuptlinge Mlamiro, Songea, 
Magaguru r2c. große Gebiete daselbst. Die Matengo 
bewohnen die Berge, unten am Nyassa, am flachen 
Strand, wohnen die Wanyassa, mit denen die 
Matengo häufig in Streit gerathen. Die Matengo 
sind ein kräftiges Gebirgsvolk, die ohne Schen ent-
        <pb n="392" />
        — 350 
gegenkommen. Sie brachten Verpflegung in aus- 
giebigster Weise und bewiesen sich überhaupt sehr 
zutraulich. Ich glaube, daß sich hier ein guter 
Trägerstamm mit der Zeit herausbilden wird. Ich 
schärfste den Matengo, die aus vielen Ortschaften 
über 1000 Köpfe stark versammelt waren, dringend 
ein, keine Gummilianen zu fällen oder die Wurzeln 
auszugraben, und wies auf den Vortheil hin, den 
sie durch eine rationelle Gummibereitung dauernd 
haben könnten. Die Häuptlinge versprachen, sämmtlich 
darauf zu achten und etwaige Schuldige auf die 
Station zur Bestrafung zu bringen. 
Das Vertrauen der Wangoni zur Station ist 
bedeutend gestiegen und hat dem arabischen Einfluß 
Abbruch gethan. Täglich kommen Häuptlinge auf 
die Station, um ihre Angelegenheiten zu erledigen. 
Die Wangoni haben sich dazu verstanden, einen 
fahrbaren, 4 m breiten Weg mit Gräben an beiden 
Seiten von Songea bis zum Ruhuhu zu bauen. Die 
Strecke Songea bis Maposeni ist bereits bis auf 
  
einige Brücken vollendet. Letztere werden von der 
Station gebaut. Der Handel entwickelt sich hier im 
Mharuligebiet nur langsam, da hier früher aus- 
schließlich Kilwahändler und erst in neuerer Zeit 
auch Lindihändler thätig sind. Dieselben sind aber 
nicht kaufkräftig genug, um den Handel in diesem 
gummireichen Gebiet vollständig zur Entwickelung zu 
bringen. Die Dar-es-Salämer und Bagamoyoer 
Händler bekommen im Ulanga-, Sakkamaganga-, 
Sabruma= und Mahengegebiet bereits genug Gummi, 
bleiben daher in diesen Gebieten sitzen und kommen 
nicht bis hierher. Ich glaube, daß es hauptsächlich 
daran liegt, daß kein geeigneter Weg von Kungulio 
nach Donde führt; es hat früher ein Weg bestanden, 
derselbe soll aber gänzlich verwachsen sein. Ich 
bitte, den Weg Kungulio—Donde möglichst bald 
wieder herstellen zu lassen, der noch an Bedeutung 
gewinnt, sobald ein Dampsschiffbetrieb am Rufidji 
eingerichtet ist. 
  
Verzeichniß der im Schutzgebiete Deutsch-Ostafrika thätigen Firmen und Erwerdsgesellschaften 
nach dem Stande vom 1. Januar 1898. 
  
  
  
  
  
  
  
* Beschäftigte Personen 
„ Name der Erwerbsgesellschaft Plantage, Ort der Farbige 
2 » Handelsniederlassung — 
i bezw. Firma 1c. Niederlassuns 2 s- s 
½ 
Bezirk Tanga. 
ln. [Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft Handelsniederlassung Tanga 3 1 —— 
b O•’ 3 Oö ç Kasseeplantage Derema 1| — — c(a. 500 
# * - Lunguza — 1 — wechselnd 
4. " - Ngwelo 3 — 12 ça. 400 
u " - Herue — I 1 — wechselnd 
f. - Msituni 1 — 15 ca. 300 
. OD Kokosnußplantage Moa 1 — — 160 
h. OD Totohovu 2 — — 225 
i. - : - ... - Massin 1. — — 150 
2a.] Westdeutsche Handels= u. Plantagengesellsch. Handelsniederlassung Tanga 3 1 — — 
b. - - - Kasseeplantage Mwa Goroto mit 5 — 14 ca. 750 
Magila l 
C. - Scholler (SPare) 2 — — 300 
d. Kiomoni 2 — — 180 
3Zu. 2 aaffeebau- Geseuschan. - Bulwa 3 — ca. 200 
b. Gonja 110 — 1 ca. 25)0) 
4. Iheinische Handei- Plantagengeseilschesi Mgambo 4 — E ça. 500 
5. Prinz Albrecht-Plantage " Kwa Mkoro 4 — 36 512 
6.Sigi-Plantagengesellschaft. Segoma 3 — — 4 
7. Tanga- Gesellschaft ... .zwcc Vamlles te PlantagenbeiTanga II— — wechselnd 
8. . Mismahl. Kasseeplantage Ngua 3 — — 65 
9.W. Schlunke Kokosnußplantage Putinie — 2 — wechselnd 
10. Aug. Schiele Import. v. deutschen Eisenwaaren, Tanga 2 — — — 
Fi Schul L— 2. — —— 
11. JFörster &amp; Schul- "6 in Konserven und Getränken " 
12.Ed. Stadelmann. RKommissionsgeschöft u. Handlung 1 — — — 
pbotographischer Artikel 
13. Gebrüder Kroussos Gastwirthschaft, Handel mit Kon- 1 — — — 
serven und Getränken 2c. I 
14.Marino Macri wie vorstehend - 1 — — 
15. Wichard Schlunke iehe Ar. 9% Hotel und Gastwirthschaft 2 — — —
        <pb n="393" />
        351 
  
  
  
  
* Beschäftigte Personen 
v Name der Erwerbsgesellschaft Plantage, Ort der 2 Farbige 
2 Handeloniederlassung » -g!—«s·s k--·» 
bezw. Fir ma ꝛc Niederlassun 225 
S « .EEZ"IZD«IPZ 
IT J«7«O,H,«U-D 
Bezirk Pangani. 
1. Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft .a) Handelsniederlassung Pangani 1 1 — — 
b) Kaffee= u. Azagenplantage Kikogwe 1 3 — — 
e) Kaffeeplantage Muera 
2.Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft Kaffeeplantage Lewa 2 — — — 
b Kaffee- und Koloonußplantage Mundu — — 1 — 
—.nm (Auschirihor) ! 
3.Friedrich Hoffmann-Plantage Kaffeeplantage Makinjumbi 2 — — — 
4. Pires, Pereira &amp; Co. (Goancsen) dandelzniererla und Hotel und Pangani — 3 —. — 
5. John Peter de Sonza (Goanese) desgleichen - — 3 — — 
6. JHaji Kako &amp; Co. (Inder). Handelsniederlassung - — 4 — — 
7. Remu Megdji (Inder). desgleichen u) Pangani — 2 — — 
b) Kipumbwe — 1 — — 
c) Muera — 1 — — 
8.Hari Jeram (Baniane) Handeleniederlassung Pangani — 1 — 1 — 
9. Kerim Moledina (Inder) . .. Elfenbein-Großhandlung - — 3 — — 
10.] Jasser Abdalla &amp; Co. (Inder) desgleichen - — 2 — — 
Bezirk Bagamoyo. 
1.Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft Handelsniederlassung Bagamoyo 3 4 — — 
2. Mrima-Land= und Plantagengesellschaft Vanille-Plantage Kitopeni 2 1. — — 
(L. &amp; O. Hansing) 
3. IN. Nanos &amp; G. Papasoglakis (Griechen) Handelsniederlassungen u) Bagamo — — 
(Gastwirthe) b) Mpapua 1 — — — 
4.Sonza jun. Dias &amp; Co. (Goanesen) Handelsniederlassung Bagamoyo — 10 — — 
(Scqhneider, Tiĩchler, Gastwirth) 
5. Bauda Remtalla (Inder) .. ... Elfenbeinhändler - — 4 — — 
6. Jan Mohamed Hansiradj &amp; Co. Inder) desgl. OD — 4 — — 
7. Ibrahim Lila (Inder) ... desgl. - — 3 — – 
8. Kanji Hansiradj (ZInder) deogl. - — 5 — — 
9. JAbdalla Alarkia (Inder). desal. - — 2 — — 
10.. Ali Dina Wisram (Inder) deogl. a) Bagamondooo — 6 — — 
I.) Saadani — 2 — — 
11. Nasr Wirji &amp; Co. (Inder) desgl. (Gummi, Kopal) Bagamoyo — 3 — — 
12. Nur Mohamed Harji (Inder) Elfenbeinhändler a) Bagamopdoo- 2. — — 
b) Saadani —] 1 — — 
13. Ismael Renmal (Inder) . Händler in Fellen, Gummi, Kopal Bagamoyo —. 1 — — 
Bezirk Dar-es-Saläm. 
1. Deutsch- Gst#frikanische Gesellschaft“ Handelsniederlassung Dar-zes-Salam 2 — — 16 
2.Hansing &amp; .. - - 2 — —80 
3. r Müller c Devers - 4 — — 21 
4.. Richter &amp; Co. . Apothekcs 4 — — 11 
5.F. Günther Bauunternehmer (Tischlerei" 6 — — 175 
6.. Schulz Bierbrauerei 2 — — 1 4 
7.L. Hajdu Hotel und Gastwirthschaft 1 — — 12 
8. M. Lober i - - 1 — — 12 
9.. Hauck : - 1 — — 6 
10.. Michelsen . . - - 1 — —4 4 
11.A. Weißmann Gastwirthschaft. (NKaufmann! 1 — — 9 
12. Stefano ( (Grieche) - Tabakhändler) 1 — — 7 
13.J. Mastrokosta (Grieche) - (Kaufmann) 2 — — 5 
14.C. Loucas (Grieche). Kaufmann 1 — — 4 
15. Andrades (Goanese). . Gastwirth — 1 — 2 
16. de Silva 4 Co. (Goanese) Gastwirth (Kaufmann, Schneider) — 6 — — 
I1I.de Sonza jun. Dias &amp; Co. (Goanese) OD - - — 12 — 3 
18. Aliboy Mussani &amp; Co. ... Handelsniederlassung — 1 — 2 
19. Adamji Babooji Sons. 3# — 1 — 2 
20.Miralji Murji &amp; Co. - — 1 — — 
21.hulam Hussein Selimanii &amp; Co. O —1 1 — 3 
22.| Satschu Pira " — 1 — 4 
23. Pirday Adamji Q — 1 — 2 
24.| Pirbay Nur Mohamed. — 1 — 2 
25.] Mirally Muray — 1 — 3
        <pb n="394" />
        — 352 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
* Beschäftigte Personen 
Name der Erwerbsgesellschaft Plantage, Ort der 8 Farbige 
2 Handelsniederlassung "l 
2. bezw. Firma c Niederlassung 2 #2 22# 
5 
Bezirk Saadani. 
1. Jaffer Sumar (Inder). . . . . . Handelsniederlassungen see) Saadani — 6 — — 
(Kautschuk, Elfenbein,,) Puna bei 
Zeuge, Träger) Dar-es-Sal. | 
7) Njanjembe . 
bei Tabora 1 T 
b) Kokosnußplantagen a) Bujuni T 
8) Winde Z 
7) Mkwadja ! 
Haschim Nurmohamed (Inder) . . .. Handelsniederlassung Saadani — 3 — 
Lalji Corji &amp; Co. (Inder) . . . .. desgleichen - — 2. — — 
Abdulla Dewsi (Inder). . . . ... desgleichen - — 2— 
(Schlachtvieh-Export) .! 
Bezirk Kilwa. 
Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft“ Handelsniederlafsung Kilwa 2 21——28 
Hansing &amp; Q¾ 2 1— 18 
Paul Ehuchn, . ..... Gummihãndler Donde- Barikiwa 2 — — 5 
Sägewerk Simba Uranga. . ..HandellnholzeknuudBkemkn Simba Uranga 1 — 1 ra. 150 
Sonza jun. Dias &amp; Go. Goanese) ..OÖandel in Konserven u. Getränken Kilwa — 3— 4 
Mohamud Vissu . Handelsniederlassung — 2 —1 
Jan Mohamed Ranji O% —1 33— 6 
Sajen Ahmed. OD- — 40 2 
Ahba Nersi. - — I-— 1 
Ismael Balll - — 3 — — 
Nur Mohamed Mulii - — 4 — 1 
Nassor Nensi Lekmidas. - — 2— 1 
Rancholdas Lekmidas - — 2 — 1 
Khimji Valabdas. O# — 11— 1 
Kissu Kanji. .. - — 2 — 2 
Machsud Babombos Sesampresserei — 2— 3 
Machfud Ganzel. - — 2 — 3 
Awad Ganzel ....... - — 1I — 3 
Karimji Tajibbyaaaa Handelsniederlassung Kilwa--Kisiwanaon— 2— 20 
Jafferji Mussait ..... - - —«1-· 7 
Kasso Dalla ....... - Mohorro — 1 — 2 
Mohamed Abdaboy. ....... - - — 2.— 2 
Sanji Lekmidas ....... - - — 2-— 2 
Khimji Tulsidas.. . . . .... OD Schole — 1 — 1 
Bezirk Lindi. 
1. Deutsch-Ostafrikanische Gesellshaft . Handelsniederlassung Lindi 1 2 — 
2.Karl Perrot (Wieobaden) . .NFaktorei und Kasseeplantage - 3 — — 
3. Sirkis Johamwasika (Armenier) Handelsniederlassung und O- — 1 — 
Schankwirthschaft 
4.Miranda (Goanese) ..... - — 1 — — 
5. Damodar Megji (Baniane) ..... Handelsniederlassung — 1 5— 
6. Visonji Mawj## (Baniane) - — 1 
7. Dewfi Nanji (Baniane) . — 1— — 
8. Jaffer Nurmohamed (Inder). — 11— — 
9. Jan Mohamed Premji (Inder) — 1 — — 
10. Hirji Morali (Inderr) — 1 — — 
Bezirk Mikindani. 
1. ] Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft Handelsniederlassung Mikindani — 1 — — 
2.Gopal Runtschurdas (Baniane) . - - — 2 — 
3.Dayar Katau (Banianegz - 1.Mikindani- 2— — 
2. Kionga — i — — 
4. A Alarkia Meralji (Inder) Mikindani — 2 — — 
5.ERemtula Hamir Gnder .. - - —I3·—-— 
6.v..»uas.......... Plantage bei Mikindanil 1 2—26 
7.Signorella ......... - — — — wechielnd 
l
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        — 353 — 
  
  
  
Beschäftigte Personen 
— 
r 
:„Name der Erwerbsgesellschaft Plantage, Ort der 8 Farbige 
2 # Handelsniederlassung i*.i= 
bezw. Firma x. Niederlassung W—i*-iss. 2 * 
El E S 
  
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Sr- — 
#.— 
  
W— 
n—. 
Paul Kroussos 
Plantage Sakarre 
Kroussos (Grieche) 
Mohamed Mbuni (Araber in Tanga). 
Dossa (Inder). 
Scheich bin Nur &amp; Lali (Araber). 
Kilimandjaro-Straußenzucht-Gesellschaft 
Köther &amp; Sixdorf 
Meimaridis &amp; Perros 
Juma, Jiva &amp; Co. (Inder aus Pangani) 
1 Antonio Michalarides (Grieche) 
Nanos &amp; Papasoglakis Grieche) 
Meimaridis &amp; Perro 
Spiro Psomaki (Grieche) 
Halfan Mohamed (Araber) 
Weinberger &amp; Schumann 
Sef bin Sad (Araber) 
Seliman bin Seher (Araber) 
Sef bin Hamiß 
Thun bin Raschid 
Köther &amp; Sixdorf 
çichalaridis Stavros 
i bin Raschid (Araber). . 
Rassud bin Hamed (Araber). 
Msaba bin Yem (Araber) 
Christo Tsavalos (Grieche) 
Bezirk Langenburg. 
Handelsniederlassung 
Bezirk Masinde. 
Kaffeeplantage 
  
Bezirk Moschi. 
Straußenzucht-Gesellschaft 
Elfenbeinhändler 
Handelsniederlassung 
Bezirk Kilossa. 
.] Handelsniederlassung 
Bezirk Mpapua. 
1 Handelsniederlassung 
Bezirk Kilimatinde. 
Handelsniederlassung 
2 
rE— 
Bezirk Tabora. 
Handelsniederlassung 
  
Bezirk Muanza. 
Handelsniederlassung 
(Elfenbeinhändler) 
Bezirk Udjidji. 
Handelsniederlassung 
Elfenbeinhändler 
Bezirk FIringa. 
] Handelsniederlassung 
Handelsniederlassung 
  
nbeer ansr 
  
1. Langenburg 
2. Wiedhafen 
Sakarre 
. Masinde 
. Rusotto 
. Masinde 
. Kwai 
Kisuani 
Korogwe 
Masinde 
Kihuiro 
Kisuani 
Sakarre 
. Mbuguni 
. Kibohöh 
Ufiomi 
Moschi 
Marangu 
Kilossa 
Mpapua 
Kondoa (Frangi) 
Kilimalinde 
* 
Tabora 
1. Tabora 
2. Kisiwa 
(Bez. Muanza) 
1. Tabora 
2. Kisiwa 
1. Tabora 
2. Kisiwa 
Tabora 
1. Muanza 
2. Njegezi 
Udjidji 
2 
Iringa 
. Makujuni 
  
Umbugwe 
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wechselnd 
  
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        Kamerun. 
Einem Bericht des Premierlieutenants v. Carnap über 
seine Thätigkeit vor seinem Sug nach dem Rongo 
ist noch Folgendcs zu entnehmen: 
Einen Befehl des Kaiserlichen Gouvernements, 
freundschaftliche Beziehungen mit dem Wutehäuptling 
Ngute, dem älteren, deutschfreundlich gesinnten 
Bruder des Näubers Ngila, anzuknüpfen, führte 
ich mit vollem Erfolge durch. Auf dem Rückmarsch 
durch den Urwald bei Borlinga wurde die Expedition 
von Ngilas Leuten überfallen. Dank dem energischen 
Vorwärtsdringen der disziplinirten Soldaten gelang 
es mir, nach mehrstündigem Gefecht dem Feinde eine 
lang andauernde Schlappe beizubringen; der Häupt- 
ling Mebolong, welcher die Hauptschuld an der Er- 
mordung des Premierlientenants v. Volckamer trägt, 
fiel. 
In der Zeit vom März bis Juli 1897 unter- 
nahm ich von der Station aus Orientirungsreisen 
in das Witugebiet bis nach Wenke sowie in das 
Gebirge der Mwelle. Kein Schuß ist auf diesem 
Zug gefallen, und wenn die Verhandlungen mit 
den Häuptlingen auch langwierig, langweilig und 
strapaziös waren, so hatte meine Geduld doch in 
allen Fällen den erwünschten Erfolg: Anknüpfung 
freundschaftlicher und Handelsbeziehungen nach dem 
Stationsgebiet hin. Die Stellung von Arbeitern, 
Trägern, Wegebauten machten nicht große Schwierig- 
keiten, natürlich mußten kleine Geschenke nicht ver- 
gessen werden. 
Leider ließ jedoch der Störenfried Ngila den 
diesseits des Panaga wohnenden, der Station er- 
gebenen Stämmen — Benjaaa, Batschenga, Wute, 
Moelle — keine Ruhe. 
Fast täglich liefen Nachrichten ein von bekannten 
Häuptlingen mit der Meldung dieser oder jener 
Schandthat Ngilas. Lauteten nun auch die In- 
struktionen des Kaiserlichen Gonvernements dahin, 
nicht über die Sanagalinie hinauszugehen, so glaubte 
ich doch, meine Stellung in Richtung Nordost- 
Sanaga vorschieben zu müssen, den Bitten und 
Drängen der deutschen Bevölkerung zu willfahren, 
ihr Schutz und vor Allem Ruhe bei der so ungemein 
wichtigen Farmarbeit zu gewähren. In meinem 
Stationsgebiet herrschte Ruhe und Ordnung, und so 
durfte ich die Station am 4. September 1897 mit 
nur 12 Mann verlassen, um mich zu obengenanntem 
Zweck in das Sanagagebiet zu begeben. In allen 
Plätzen fand ich nach meiner früheren Angabe her- 
gerichtete Unterkunftsräume, und die Häuptlinge 
Na-Tinati, Wemba, Dandungu, Wenke lieferten 
Nahrungsmittel in reichem Maße. Um den Wege- 
bau zu fördern, die Festlegung von möglichst geraden 
Straßen selbst zu bewachen, hatte ich nur von einem 
Maundehäuptling 60 Arbeiter stellen lassen; es waren 
zwar Strafarbeiter, für eine Unbotmäßigkeit verlangt, 
die sich der Häuptling hatte zu Schulden kommen 
lassen, doch mit Rücksicht auf ihr Verhalten wurden 
354 
  
diese Leute mit den freiwillig Engagirten gleichmäßig 
bezahlt. 
Ende September 1897 trafen bei den Häupt- 
lingen Dandungu von Manga und Wenke mich sehr 
beunruhigende Nachrichten aus dem nördlichen Gebiet 
ein. Man schien energische Vorbereitungen zu einem 
gemeinsamen Vorgehen gegen die deutschgesinnten 
Stämme zu treffen. . 
Nach langen Verhandlungen mit den Häuptlingen 
und ihrer Unterstützung versichert, enischloß ich mich 
kurz, den Hauptzufuhrplatz der Ruhestörer, Jolo, 
(Morgens Reise) zu besetzen und die weitere 
Waffen zu= und Sklaven aus fuhr zu verhindern. 
Von Wienke, durch vorzügliche Führer geleitet, auf 
bisher unbekannten Pfaden, durch Urwald und 
Sumpf, traf ich nach zehn angestrengten Marschtagen 
im Bestimmungsort ein und erreichte meine Absicht. 
Während meines Aufenthaltes in Joko hatte ich 
Erkundigungen nach Richtung Südost eingezogen. 
Man erzählte von einem schiffbaren Fluß, von 
einem Kolamarkt, der von großen Karawanen aus 
Nord und Ost besucht würde, von mächtigen Häupt- 
lingen 2c., kurz, mein Entschluß stand fest, auf neuen 
Wegen nach Yaunde zurückzukehren. 
Von Joko ging es einige Tage durch freundliche 
Dörfer. War auch überall, wie überhaupt während 
der ganzen mehrmonatlichen Expedition, Essen in 
reichlichstem Maße vorhanden, so hatten wir alle 
doch durch die starken Regengüsse, die die Wege fast 
unpassirbar machten, zu leiden. Zeitweise im stinken- 
den Sumpf bis an den Hals und die Brust, Durch- 
schleichen durch stacheliges Gestrüpp, mehrtägiges 
Lagerleben im Urwald ließ uns doch daran erinnern, 
daß wir nicht mehr im Stationsgebiet waren. Der 
Humor und der eiserne Wille, etwas für die Kolonie 
zu schaffen, half jetzt wie auch später zum Ziel. 
Nach zweitägigem Marsch durch einen sich von 
Westen nach Osten hinziehenden Urwald, in dem der 
Gorilla haust, erreichte ich am 10. Oktober 1897 den 
Ort Wutschaba mit gleichnamigem Häuptling. Nach 
wenigen Stunden war mit dem jungen, intelligenten 
Wutschaba ein freundschaftliches Verhältniß hergestellt. 
Auch als Kolamarkt hat sich Wutschaba bestätigt. 
Der mir als schiffbar angegebene Fluß sollte der 
Sannaga sein; dieses zu erfahren, war meine zweite 
Aufgabe. 
Selbstverständlich erklärte sich Wutschaba bereit, 
mir nach einigen Rasttagen behülflich sein zu wollen. 
Am 13. Oktober erreichte ich den an dieser Stelle 
400 m breiten, stark fließenden Sannaga. Weitere 
Nachforschungen haben jedoch seine Schiffbarkeit nur 
auf ganz unbedeutende Strecken ergeben. 
Leider wurde die Expedition am 14. Oktober 
noch einmal zum Gesecht herausgefordert. Die Be- 
völkerung des südlichen Ufers versuchte mein Landen 
durch Schießen mit Gewehren und Pfeilen auf das 
einzige mir zur Verfügung stehende Kanu zu ver- 
hindern. 
Zu beiden Seiten des Sannaga sitzt hier ein
        <pb n="397" />
        den Wutes verwandter Riperestamm. Ihre Häupt- 
linge, Wutschaba auf dem rechten, Dumba auf dem 
linken Ufer, sind feindliche Brüder. Nun hat Freund 
Wutschaba mich gegen Dumba losgeschickt, und da 
mich Leute Wutschabas begleiteten, so glaubte Dumba, 
ich wolle ihn bekriegen. Da ich nicht die geringste 
Absicht hatte, etwas gegen Dumba vorzunehmen, zog 
ich die Expedition auf das rechte Ufer zurück. 
Am 16. Oktober traf Unteroffizier Staadt mit 
22 Soldaten ohne jeglichen Unfall bei mir ein. Er 
hatte dieselbe Route eingeschlagen und war allerwegs 
in friedliebender Weise ausgenommen. 
Um die Bevölkerung des südlichen Flußufers nicht 
noch mehr zu beunruhigen, und da ich zudem hörte, 
daß sich auch im Nordosten Händler befinden sollten, 
so schlug ich die Richtung Nordost ein; deutsches 
Gebiet zu erforschen gab es überall. 
Durch vorausgeschickte Boten wurde ich in den 
Ortschaften angemeldet, und nirgends hatte ich mit 
politischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Wege 
waren zugewachsen; stundenlang durch Sumpf, tage- 
lang durch ununterbrochenen Urwald zog die kleine 
Schaar, begleitet von den verschiedenen großen und 
lleineren Häuptlingen und ihrem Troß in Richtung 
Nordost. 
Der Grenzplatz Kunde war mir als französische 
Station angegeben worden und dieser daher mein Ziel. 
Bis nach Adamaua hinein ist die Wutesprache 
die Landes-, die Haussa die Handelssprache. 
Am 23. erreichten wir den Häuptling Mge- 
Wegire, setzten nach zwei Ruhetagen über den Pannaga 
und erreichten am 28. Oktober den in jenen Gebieten 
angesehensten Häuptling Zenkbe. 
Zenkbe, ein etwa 2 m großer, starker Mann, 
empfing die Expedition mit besonderer Aufmerksam- 
leit, Tanz, Gesang, Essen und Trinken erheiterten 
v0 durch den nicht enden wollenden Regen ermatteten 
eute. 
Aber die Strapazen sollten erst kommen. 
Unser liebenswürdiger Gastgeber hatte mir seine 
Begleilung und Unterstützung fest zugesagt und sein 
Wort redlich gehalten. Hatte ich auch die feste 
Ueberzeugung, daß man mich nicht immer den 
direktesten Weg geführt hat, so konnte es mir ein- 
gedenk des Befehls „auf friedlichem Wege“ auf 
etwas mehr oder weniger Zeit nicht ankommen, 
zudem war Verpflegung für die Karawane vollauf 
vorhanden. 
Mober selbst die beste Pflege konnte den Trägern 
über die Strapazen im herrlichen Adamauagebiet 
nicht hinweghelfen. Bergauf, bergab ging es täglich, 
steiniger Boden verursachte Wunden und Schmerzen, 
und zum Schluß die grimmige Kälte, die selbst uns 
Beiße veranlaßte, Feuer nachts und morgens in 
unseren Hütten zu unterhalten. Während der ersten 
Stunden des Morgenmarsches glich die Karawane 
einem Fackelzuge, ein jeder Schwarze trug ein 
Linene Stück Holz in der Hand, um sich zu 
amen. 
  
355 
— 
  
Der südliche Theil der durchwanderten Landschaft 
war ungemein wildreich, der nördliche hingegen, ganz 
besonders was die Elephanten anbetrifft, hat sehr 
unter den jagenden Haussas und Fullanis zu leiden; 
fast täglich fand ich verlassene Lagerplätze dieser 
unsere Kolonie schädigenden Jäger an. 
Am 15. November, nach manchen Tagen Umher- 
irrens, erreichte ich eine Farm des Sultans von 
Ngaundere. Nun hieß es, eingedenk der Morgen- 
und v. Stettenschen Erfahrungen: „Bis hierher 
und nicht weiter, sonst sehe ich zum zweiten Male 
den Niger und nicht den Kongo". 
Marsch Südost hieß der Befehl; irgendwo mußte 
der Weg Ngaundere— Kunde getroffen werden. Die 
Führer hatten längst versagt. Leider thaten dies 
auch meine Leute, die abgemagert und am ganzen 
Körper zerschunden waren; auch meiner Stütze, dem 
jungen Unteroffizier Staadt, der sich während 
der ganzen Expedition, sowohl was die Disziplin 
der ihm unterstellten Soldaten anbetraf, wie im 
Verkehr mit den Eingeborenen, tadellos benommen 
hat, waren diese Anstrengungen an die Leber ge- 
gangen. Kurz vor dem erhofften Ziel gebot der 
Zustand der Expedition ein Halt! 
Leider aber fand ich die Station Kunde ver- 
lassen, und erst nach 10 anstrengenden Marschtagen ge- 
lang es mir, Carnotville am Membere zu erreichen. 
Ueber die Schiffbarkeit des Mungoflusses 
hat der Hafenbaumeister Klein unter dem 23. April 
d. Is. folgenden Bericht erstattet: 
In der Zeit vom 14. bis 21. d. Mts. bin ich 
in einem Kanu den Mungofluß aufwärts und wieder 
abwärts gefahren, um ihn in Bezug auf seine Schiff- 
barkeit, unter besonderer Berücksichtigung des Fluß- 
dampfers „Mungo“, zu untersuchen. Ich bin zu 
der Ueberzeugung gekommen, daß Dampfer „Mungo“ 
den gleichnamigen Fluß bis Mundame befahren kann, 
wenn folgende Vorbedingungen erfüllt sind: 
Der Dampfer muß mindestens so gut steuern 
wie Dampfer „Soden“, was noch nicht festgestellt, 
aber sehr wahrscheinlich ist. — Der Steuerer muß 
die Steuereigenschaften des Schiffes genau kennen 
und auszunutzen verstehen; er muß das Schiff in 
der Hand haben, wie z. B. Njea den Dampfer 
„Soden" in der Hand hat. — Der Steuerer muß 
mit den lokalen Verhältnissen auf dem Fluß ge- 
nau vertraut sein. Er muß namentlich beim 
Abwärtsfahren von jeder einzelnen Biegung genau 
wissen, welche es ist und wie der Flußlauf sich 
unterhalb derselben gestaltet, um rechtzeitig die 
richtige Ruderlage vornehmen zu können. Die 
Steinbarre und die einzelnen Steine in der Mitte 
des Flusses bieten keine Gefahr, weil sie auf gerader 
Strecke liegen. 
Die Krümmungen sind freilich theilweise kurz, 
haben aber alle nur an einer Seite, und zwar stets
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        3 
an der gleichen, steiniges Ufer. Der Dampfer kann 
stets hart an die Sandspitze der Biegung fahren 
und so die Steine vermeiden. Es wird sich dies, 
falls der Steuerer genügend geübt ist, auch bei 
starkem Strom ausführen lassen. Bei einer Biegung 
kurz oberhalb Kitti ist das Fahrwasser durch vor- 
liegende Steine auf etwa 25 m verengt. Dieses ist 
die einzige Stelle, welche eine Gefahr für das Schiff 
näher liegend erscheinen läßt, als sie der Flußschiff- 
fahrt beständig droht. Diese Schwierigkeit läßt sich 
jedoch auch überwinden, sobald der Steuerer die 
nöthige Uebung hat. Eine weitere Gefahr für die 
Schifffahrt bilden die festliegenden Baumstämme; 
dieselbe läßt sich aber ohne erhebliche Schwierigkeit 
dadurch beseitigen, daß die Stämme bei ganz niedrigem 
Wasserstande etwas unter oder in der Wasserlinie ab- 
gehauen werden. 
Die Einfahrt vom Modeakakriek in den Mungo 
ist die engste Passage mit den kürzesten Biegungen; 
weil daselbst aber Ebbe und Fluth wirken, kann 
man sich so einrichten, daß das Schiff beim Passiren 
stets den Strom von vorne hat. Es werden dort 
vielleicht einige überhängende Bäume zu entfernen 
sein. Diese Strecke ist übrigens ein geeignetes Feld 
sür den Steuerer, sich im Nehmen scharfer Ecken zu 
üben. 
An dem Reinigen des Mungokriek ist gut ge- 
arbeitet. Zur Hochwasserzeit kann das Motorboot 
den Kriek passiren. Es ist jedoch wünschenswerth, 
daß das Boot eine Probefahrt durch den Kriek macht. 
Aus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antiskhlaverei-Bewegung. 
In „Kreuz und Schwert“ lesen wir Folgendes: 
Bischof Allgeyer hat sich auf einer Reise in 
das Kilimandjarogebiet das Land Rombo auserkoren, 
um dort eine neue Mission anzulegen. Dieselbe soll 
Fischerstadt heißen, nach dem Namen des hochwürdigen 
Weihbischofs Fischer in Köln, welcher dem apostoli- 
schen Vikar die bischöfliche Weihe ertheilte. Rombo 
liegt südöstlich vom großen Schneeberg Kilimandiaro 
(6000 m). Leider hat sich der Bischof auf dieser 
Reise heftige Fieber zugezogen. Mit Fischerstadt 
werden die Väter vom hl. Geist drei Stationen am 
Kilimandjaro haben; Kilema und Kiboscho bestehen 
bereits. 
Schwesternmissionshaus der Pallotine- 
rinnen zu Limburg a. d. L. Nachdem die Mit- 
glieder der Niederlassung der Pallotiner-Kongregation 
zu Anfang d. Is. in das neu erbaute, vor Kurzem ein- 
geweihte Missionshaus eingezogen sind, wird in den 
Räumen des gräflich Walderdorffschen Hofes dahier, 
welcher seit 1892 als provisorisches Missionshaus 
gedient hatte, eifrig daran gearbeitet, denselben recht 
bald für die Aufnahme der seit 1895 in unserer Stadt 
l 
  
6 
ansässigen Missionsschwestern in Stand zu setzen. 
Hiermit wird auch für die Genossenschaft die Mög- 
lichkeit einer freieren und volleren Entfaltung ihrer 
berufsmäßigen Wirksamkeit geschaffen. Die bisher 
von den Schwestern innegehabte Wohnung bot nur 
für eine beschränkte Zahl Raum, weshalb manche 
Aufnahmegesuche trotz des großen Bedarfs an neuen 
Kräften unberücksichtigt bleiben mußten. Das Haupt- 
arbeitsfeld der Kongregation ist bekanntlich Deutsch- 
Kamerun in Afrika. 
– 
RAus fremden Rolonien. 
Organisations-Aenderung in den französischen Rolonien. 
Nach der bisherigen Organisation der französi- 
schen Kolonien war die innere Verwaltung derselben 
einem besonderen directeur de ’intérieur mit 
eigener Machtvollkommenheit und Verantwortung, 
allerdings unter Oberhoheit des Gouverneurs, an- 
vertraut. Wie ein dem Präsidenten der Republik 
erstatteter Bericht des Kolonialministers ausführt, 
hat sich diese Einrichtung neuerdings, nachdem nicht 
mehr, wie früher, Militärs zu Gouverneuren ernannt 
wurden, sondern Civilpersonen, als überflüssig oder 
sogar schädlich herausgestellt, da thatsächlich nunmehr 
der Gouverneur auch für die gesammte innere Ver- 
waltung verantwortlich gemacht wurde. 
Es wird deshalb durch Dekret vom 21. Mai 
d. Is. die Stellung des directeur de FPintérieur 
und des ihm beigegebenen Generalsekretärs aufgehoben. 
Die Funktionen desselben übernimmt der Gouverneur 
selbst, und es wird ihm ein Generalsekretär als Stütze 
und Vertreter beigegeben. 
Die Aenderung gilt jedoch nicht für Indo-China, 
den Kongo, Madagaskar, St. Pierre und Migquelon. 
Statistik englischer Strafkolonien. 
In dem Report on the administration of the 
Andaman and Nicobar Islapds and the penal 
settlements of Port Blair and the Nicobars 
for 1894/95 (Calcutta 1895) ist ein umfangreiches 
statistisches Material über die Verwaltung und die 
wirthschaftlichen Verhältnisse dieser englischen Straf- 
kolonie übersichtlich zusammengestellt. Aus den An- 
gaben über die dorthin verschickten Sträflinge ist 
Folgendes hervorzuheben: Am Schlusse des Berichts- 
jahres befanden sich in der Kolonie 10 427 Gefan- 
gene, von denen 8842 (84,80 pCt.) zu lebensläng- 
licher, 1585 (15,20 pCt.) zu zeitiger Haft verurtheilt 
waren; nur 31 (0,30 péCt.) gehörten der christlichen 
Religion an. Die tägliche Durchschnittsziffer betrug 
10 368 gegen 10 856 im Vorjahre. Die Mänmer 
waren zu 89,73 pEt., die Frauen mit einer einzigen 
Ausnahme sämmtlich Analphabeten. Der Werth der 
in den Gefängnissen hergestellten Erzeugnisse (meist 
Woll= und Baumwollwaaren) belief sich auf 342 206
        <pb n="399" />
        Rupien gegen 367 180 Rupien im Vorjahre. 40 Ent- 
weichungen kamen im Berichtsjahre vor; in 25 Fällen 
wurden die Flüchtlinge wieder eingefangen. Ein 
großes Zellengefängniß mit radialer Anlage und 
600 Zellen ist im Bau begriffen. Die Nettokosten 
für jeden Sträfling sind von 68 Rup. 2 A. 1 P. 
(1890/91) auf 95 Rup. 10 A. 11 P. gestiegen. 
Als wichtigste Erzeugnisse der Landwirthschaft 
werden erwähnt: Thee (Ernte 72 000 Pfund) und 
Kokosnüsse (Ernte 247 038), außerdem Liberiakaffee, 
Musa textilis, Zuckerrohr, Arrowroot, Tamarinden, 
Betel 2c. Die Wälder lieferten 260 965 Kubikfuß 
5219 Tons Bauholz (Teak und Padouk). 
Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicher- 
heit sorgt eine aus Indern bestehende Polizeitruppe 
von 640 Mann, ferner eine Militärmacht von 
430 Mann (europäisches Detachement 140, eingebo- 
rene Infanterie 290 Mann). « 
Die Gesammteinnahmen der Kolonie betrugen 
417389 Rupien gegen 778387 Rupien im Vorjahre, 
die Gesammtausgaben 1 409 442 Rupien gegen 
1557 132 Rupien im Vorjahre, die Nettokosten 
demnach 992 053 Rupien gegen 778745 Rupien 
im Vorjahre. 
Die Witterungsverhältnisse des Jahres 1894 
ergeben sich aus nachstehenden Zahlen: 
Regenmenege 117,,79 Zoll 
(burchschnittl. Regenmenge der fünf vorhergehenden 
Jahre 110,04 Zoll), 
mittlere Temperatur 833,7 Grad, 
mittleres Maximum 90,4 
- Minimuim 70,9 = 
heißester Monat: April (96,8 Grad), 
kältester = Dezbr. (66,9 = ), 
niedrigster Barometerstand: 29,720 (19. Juni), 
höchster - 30,186 (15. Novbr.). 
Abänderung des Spirituosenzolles in Lansibar. 
Durch eine Regulation vom 8. Mai 1898 ist in 
Sansibar in Abänderung einer Verordnung vom 
15. Juni 1897 bestimmt worden, daß Spirituosen 
nur zu folgenden Minimalpreisen eingeführt werden 
dürfen: 
Gin, Rum, Mastica 
Whisky, Absinthe 5 sh, 
Brandy, Liköre 25 sh. 
Der Minimumpreis für Spirituosen in Fässern 
darf sich 25 pCt. billiger stellen. 
» Ketne Firma oder sonstige Person darf innerhalb 
eines Zeitraumes von je sechs Monaten ohne be- 
sondere Erlaubniß mehr als 1000 Kisten oder 
2000 Gallonen Spirituosen in Fässern aus dem 
Bollhaus entnehmen. 
Niemand darf mehr als 50 Kisten innerhalb 
24 Hinden dn gollamt entnehmen. 
e Verordnung bezieht si "ei 
Zier und Vübem 6 bezieht sich nicht auf Wein, 
10 sh für die Kiste, 
357 
  
Niemand darf innerhalb eines Jahres mehr als 
200 Gallonen Rohspiritus, Alcohol Ethylicum, 
Spiritus rectificatus und dergleichen einführen. 
(Zanzibar Gazette Nr. 328.) 
— — 
Ueber die Lage der volkswirthschaft in Surinam 
(Dolländisch-Guvana) 
wird Folgendes berichtet: 
Die Kolonie Surinam zeigte im Jahre 1897 
weder auf ökonomischem noch auf industriellem Ge- 
biete eine nennenswerthe Veränderung. Die Kolonie 
lenkt jedoch mehr und mehr die Aufmerksamkeit des 
Auslandes auf sich, was hauptsächlich daraus zu 
erkennen ist, daß dieselbe in letzter Zeit durch zahl- 
reiche Fremde — meist Industrielle — besucht wurde. 
Die Hoffnungen auf eine reiche Ernte der haupt- 
sächlichsten Ausfuhrerzeugnisse, welche man bei Beginn 
des Jahres 1897 hegte, haben sich zwar nicht ver- 
wirklicht, doch ist die Ernte im Allgemeinen nicht 
schlecht gewesen. 
Die Marktpreise für Kakao zeigten zu Anfang 
des Jahres eine sinkende Haltung; das Fallen der 
Preise hielt bis etwa Mitte Juni an. Von da 
ab stiegen wegen Mißernten in anderen Kakaoländern 
der Welt die Preise wieder. Die Preise für Kakao 
betrugen im Juni 48 Cents für 1 kg und im De- 
zember 82 Cents für 1 kg. 
An Kakao wurden im Jahre 1897 ausgeführt: 
nach den Niederlanden 426 677 kg, 
. Großbritannien. 200 071 
é" den Vereinigten Staaten 
von Amerika 2 892 379. 
Frankreich 36 637 —- 
  
zus. einschl. nach anderen Ländern 3 582 200 kg 
gegen im Jahre 1896 3 302 568 = 
Die Aussichten für Liberiakaffee sind schlecht. 
Obwohl die Pflanzungen sehr günstige Ergebnisse 
geliefert haben, sind die sehr niedrigen Preise (gegen 
Ende des Jahres nicht mehr als 0,50 Gulden; früher 
1 Gulden für 1 kg) die Ursache, daß kleinere Pflan- 
zungen mit großen Verlusten arbeiten. 
Da alle Kaffeepflanzungen auf alluvialem Boden 
angelegt sind, werden kostspielige Abwässerungswerke 
benöthigt, die mit dazu beitragen, die Arbeitskosten 
zu vermehren; infolgedessen ist es nur möglich, bei 
hohen Preisen einen Vortheil zu erringen. 
Eine der bedeutendsten Plantagen mit großer 
Maschinenanlage und ausgedehnter Kultivation wird. 
falls in den Marktpreisen nicht binnen Kurzem eine 
bedeutende Verbesserung zustande kommt, ihre Arbeiten 
einstellen müssen; dieselbe produzirte im Jahre 1897 
etwa 136 000 kg Liberiakaffee. 
Mit Aufmerksamkeit folgen die Zuckerpflanzer den 
Berichten aus Europa, bezüglich der Aufforderung 
von Belgien zum Zusammentritt einer internationalen 
Konferenz, auf welcher die Abschaffung der Zucker- 
prämie in Europa besprochen werden soll.
        <pb n="400" />
        Auch den Schritten, welche England nach Empfang 
des Rapports der ausgesandten Kommission zur Be- 
gutachtung eines Wiederaufblühens der aussterbenden 
Zuckerindustrie in Britisch-Westindien eventuell nehmen 
wird, wird mit Aufmerksamkeit entgegengesehen. 
Die Preise sind, wahrscheinlich infolge der ge- 
ringeren Zuckerernte auf Cuba, etwas gestiegen. 
Im Bezirk Coronie hat ein holländisches Syn- 
dikat mit einem Kapital von 25 000 Gulden eine 
kleine Fabrik zur Bereitung von Kokosöl und zur 
Verwerthung der Fasern der Kokosschalen errichtet; 
dieselbe ist jedoch noch nicht fertiggestellt. 
Die junge Balataindustrie, welche vor einigen 
Jahren so viel für die Zulunft versprach, wird jetzt 
nicht mehr in so großem Umfange betrieben. Eine 
der größten Unternehmungen The American Ex. 
ploitation Comp.“ stellte im Jahre 1897 ihre 
Arbeiten ein. Niedrige Marktpreise in Verbindung 
mit größeren Anfuhren von derartigen Gummisorten 
aus Afrika sind hiervon die Ursache; ebenso auch die 
Unzuverlässigkeit der Aufseher und Arbeiter, die große 
Vorschüsse fordern und bekommen und dann ihren 
Verpflichtungen nicht nachkommen. 
Im Jahre 1896 wurden 846 467,2 g Gold im 
Werthe von 1 159 521 Gulden gefördert. Hiervon 
wurden 698 477 g nach den Niederlanden ausge- 
führt. Die gesammte Goldausfuhr seit Beginn der 
Industrie bis Ende 1896 hatte einen Werth von 
20 694 380 Gulden. 
Die Goldausbeute im Jahre 1897 betrug: 
  
im Bezirk Suriname 434 660 g, 
-Saramacca 135 492. 
Marowyne 76 410. 
- -Lawa 46 059 . 
Zusammen 692 621 g. 
Im Laufe des Jahres 1896 bildete sich in den 
Niederlanden ein Komitee zur Sammlung von Bei- 
trägen für eine wissenschaftliche geologische und öko- 
nomische Untersuchung des Landstriches zwischen den 
Flüssen Suriname und Marowyne, dem reichsten 
Theile der Kolonie Surinam. 
Bei günstigem Erfolge dieser Untersuchung, welche 
ctwa vier Jahre dauern sollte, wollte man zur Aus- 
beute dieses Landstrichs übergehen. Später wandelte 
sich das Komitee in eine „Gesellschaft Suriname“ 
um, und es erhielt diese vom Gouverneur die Er- 
laubniß, die Untersuchung vorzunehmen, und zugleich 
das Vorrecht, die untersuchten Länderstrecken auszu- 
beuten. Ferner erhielt die Gesellschaft das aus- 
schließliche Recht, in diesem Gebiete eine Eisenbahn 
anzulegen. 
Die Regierung in den Niederlanden unterstützte 
die Unternehmung mit 100 000 Gulden und stellte 
einige Ingenieure aus Ostindien zur Verfügung. 
Ende des Jahres 1897 kam die Erforschungs- 
kommission in Paramaribo an, bestehend aus drei 
ostindischen Ingenieuren der Wasserwerke, einem 
Mineralogen, einem Geologen und zwei Feldmessern; 
  
358 — 
das fernere Personal wurde dort angeworben. Mit 
einem Oekonomen und noch einem Geologen ist die 
Gesellschaft in Unterhandlung. 
Das nöthige Kapital, auf 500 000 Gulden ge- 
schätzt, ist, wie man sagt, zum Theil aus Deutsch- 
land zusammengebracht. 
Von dieser Untersuchung hegt man für die Zu- 
kunft die größten Erwartungen. Und nicht mit 
Unrecht! Der Reichthum des Bodens der Koleonie, 
sowohl auf mineralem als ökonomischem Gebiete wird 
dann im Auslande bekannt werden, wodurch Kapital 
und Arbeitskräfte, zwei Faktoren, die hier so noth- 
wendig sind, ihren Weg wohl nach Surinam finden 
werden. 
Die Erforschungskommission beginnt ihre Arbeiten 
mit der Bestimmung der Linie für die anzulegende 
Eisenbahn, da die Landkonzession von dem Zustande- 
kommen der Eisenbahn abhängig gemacht worden ist. 
Ein englisches Syndikat, dessen Repräsentant ein 
Herr J. B. Robertson ist, untersuchte im Jahre 1897 
ausgedehnte Länderstrecken am Saramaccafluß. An 
Konzessionsgeldern allein wurde in diesem Jahre die 
nicht geringe Summe von 19 945 Gulden bezahlt, 
da die Ländereien besonderer Umstände wegen nicht 
für eine kostenfreie Untersuchung verfügbar waren. 
Zufriedenstellende Resultate, welche die jährlich wieder- 
kehrende Ausgabe von + 20 000 Gulden begründen 
konnten, lieserte die Untersuchung im ersten Jahre 
nicht. Das Syndikat wünschte sich daraufhin zurück- 
zuziehen, als der Herr Robertson dem Gouverne- 
ment den Vorschlag machte, ihm während fünf Jahren 
die Erlaubniß zu verleihen, die Untersuchung einiger 
Länderstriche am Saramaccafluß, zusammen 332 000 
Hektar groß, gegen eine jährliche Abgabe von 2000 
Gulden vorzunehmen. 
Für jeden Theil, der alsdann zur Ausbeute ge- 
eignet befunden werden sollte, sollten, bevor mit 
Exploitation begonnen würde, die gewöhnlichen Kon- 
zessionsabgaben bezahlt werden. 
Dos Gonvernement, welches in einem Zurücktreten 
des Syndikats Robertson einen großen Nachtheil für 
die Kolonie erblickte, reichte darauf bei den kolonialen 
Staaten ein Ausnahmegesetz ein, welches hauptsächlich 
dem Gounverneur das Recht einräumen sollte, Syndi- 
katen und Gesellschaften unter durch ihn zu stellenden 
Bedingungen für eine gewisse Zeit größere Ober- 
flächen Domänenland abzustehen, als bis jetzt nach 
den Bestimmungen des Gesetzes geschehen konnte. 
Die kolonialen Staaten nahmen dies Gesetz mit 
großer Stimmenmehrheit an. Es erhielt jedoch nicht 
die Zustimmung der niederländischen Regierung, da 
man wahrscheinlich nicht so ausgedehnte Länderstrecken 
und noch dazu an Nichtholländer verleihen wollte.
        <pb n="401" />
        Dandel von Mo zambique im Jahre 1897. 
An statistischem Material liegen lediglich die im 
„Boletim Ofkcial“ veröffentlichten Werthe der 
Ein= und Ausfuhr vor: 
1897. · 
Ausfuhr: 
Réis 722 570 011 
Mk. 2 408 590,00 
1896. 
Réis 526 591 542 Réis 356 511 061 
Mk. 1 755 305,14 Mk. 1 188 370,20 
1895. 
Réis 571 805 401 Réis 222 735 322 
Mk. 1 906 018,00 Mk. 742 451,07 
Die Zahlen für 1897 lassen einen bedeutenden 
Aufschwung der Ein= und Ausfuhr vermuthen, welcher 
aber den Thatsachen nicht entspricht. In beiden 
Werthen sind bedeutende Geldbeträge eingeschlossen, 
die anläßlich der Münzumwandlung zu Anfang 
des Jahres 1897 von der portugiesischen Bank 
ein= und ausgeführt worden sind. Auf die Einfuhr 
sind aus diesem Grunde etwa 150 Kontos in Ab- 
schlag zu bringen, auf die Ausfuhr 400 Kontos, 
welche in gestempelten Rupien in der Bank gelegen 
hatten und zwecks Einschmelzung nach Lissabon ge- 
sandt wurden. Danach stellen sich die Werthe, 
wie folgt: 
Einfuhr: 
Einfuhr: 
Réis 683 204 110 
Mk. 2 277 347,03 
Ausfuhr: 
Réis 533 204 110 Réis 322 570 011 
Mk. 1 177 347,03 Mk. 1 075 233,33 
Diese Summen repräsentiren die Handels- 
bewegungen in Mozambique und Parapat. Ein- 
fuhrwaaren für letzteren Platz werden in Mozambique 
verzollt; die ausgeführten Produkte werden aber 
größtentheils in Parapat selbst verzollt, und muß 
man, um ein richtiges Bild der Handelsverhältnisse 
in beiden Plätzen zu erhalten, noch etwa 100 Kontos 
auf die Ausfuhrwerthe schlagen. Folgende Zahlen 
geben dann endgültig die richtigen Werthe: 
Einfuhr: Ausfuhr: 
Reis 533 204 110 Réis 422 570 011 
Mk. 1 177 347,03 Mk. 1 408 566.70 
Diese Zahlen stehen auch im richtigen Verhältniß 
zu der vorjährigen Produktenernte, durch welche der 
Umsatz fast ausschließlich bedingt wird. 
Die Erdnußernte war in Parapat reichlicher als 
im Jahre 1896. Es wurden etwa 50 000 Sack 
angebracht gegen 30 000 im Jahre 1896, dagegen 
blieb die Anfuhr in Mozambique mit 10 000 Sack 
gegen das Vorjahr zurück und erreichte nur etwa 
20 000 Sack. Letzterer Ausfall ist hauptsachlich 
kriegerischen Expeditionen der Regierung im März 
und April 1897 zuzuschreiben. Nach Beendigung 
dieser in der Hauptsache für die Regierung günstig 
derlaufenen Operationen wurden verschiedene kleinere 
Militärstationen einige Meilen ins Innere vor- 
geschoben, in deren Weichbild sich die handeltreiben- 
359 
  
den Inder ansiedeln müssen, während sie früher sich 
unbehindert in den günstigsten Handelscentren nieder- 
lassen durften. Diese Neuerung hat dem Handel 
sehr geschadet, da die Neger kein Vertrauen zu der 
Protektoratsregierung fassen wollen und jedem Vor- 
dringen derselben ins Innere feindlich begegnen. 
Die Ausfuhr von Sesamsaat ist beträchtlich zu- 
rückgegangen. Im Jahre 1896 betrug dieselbe noch 
15 000 Sack, im Vorjahre sind nur 3000 Sack an- 
gebracht. Diese Pflanze wird vorzugsweise im 
Norden des Distrikts kultivirt. Die indischen Händler, 
welche in den kleinen nördlichen Küstenplätzen Handel 
treiben, mußten sich auf Regierungsbefehl aus den- 
selben zurückziehen, da man keinen Verkehr dulden 
wollte an Plätzen, wo die Regierung keine Behörden 
besaß. Inzwischen hat man nur einen weniger 
wichtigen Platz an der Membabay wieder frei- 
gegeben, während alle übrigen in früheren Jahren 
einen regen Handel bekundenden Plätze dem Verkehr 
verloren gegangen sind. Theilweise werden die 
Neger des Hinterlandes den Anbau von Saat auf- 
gegeben haben, theilweise mögen die nahe am Luri- 
fluß wohnenden Stämme ihre Produkte ins benach- 
barte Gebiet der Nyassa-Kompagnie, welches mit 
seinen geringeren Zollsätzen dem Handel ein günsti- 
geres Feld bietet, gebracht haben. 
Die Ausfuhr von Gummi elasticum ist fast um 
50 pCt. zurückgegangen. Dieser Ausfall ist neben 
wirthschaftlich-politischen Einflüssen auch mit dem 
rücksichtslosen Ausbeutungssystem der Neger in Zu- 
sammenhang zu bringen. Fast 75 pCt. der Gummi- 
ausfuhr besteht aus sogenanntem gekochten Gummi, 
dessen Qnalität sich von Jahr zu Jahr verschlechtert 
hat, so daß derselbe kaum noch einen Werth für den 
europäischen Markt besitzt. Durch einmüthiges Vor- 
gehen der Inder und der europäischen Kaufleute 
hofft man, in diesem Jahre wenigstens eine gute 
Qualität zu erhalten, indem Jeder nur Gummi in 
einer gewissen Güte kauft. 
Grenadilleholz, Schildpatt und Wachs wurden 
in gewohnten kleineren Quantitäten verschifft, ohne 
daß sich ein Aufschwung in der Ausfuhr dieser Pro- 
dukte bemerkbar machte. 
Mtama und Mais wurden reichlich geerntet. 
Mit 40 000 Sack mag dieselbe annähernd richtig 
geschätzt sein, von denen die Hälfte im Lande kon- 
sumirt und die andere Hälfte nach Delagoabay, 
Sansibar und Bombay zur Ausfuhr gelangte. 
Ueber den Handel des Küstenplatzes Ibo mit 
seinem der Nyassa-Kompagnie gehörenden Hinter- 
lande fehlen statistische Zahlen. Die einzigen in 
Betracht kommenden Artikel sind Sesamsaat, Gummi 
und Wachs. Die Ausfuhr der ersteren schätze ich 
auf 10 000 Sack, von denen, wie schon angedeutet, 
ein größerer Theil jedenfalls aus dem nördlichen 
Mozambique-Distrikt diesseits des Luriflusses stammt. 
Die Ausfuhr von Gummi elasticum ist zurück- 
gegangen, augenscheinlich zu Gunsten der Südplätze 
im deutschen Gebiet Lindi und Milindani.
        <pb n="402" />
        Im Gebiet der Nyassa-Kompagnie ist die Aus- 
fuhr gekochten Gummis verboten, so daß in dieser 
Beziehung der Gummihandel in Jbo und Lindi 
bezw. Mikindani auf gleiche Bedingungen gestellt ist. 
Der Ausfuhrzoll in den deutschen Plätzen ist aber 
doppelt so hoch. Wenn trotzdem die Ausfuhr in 
Ibo zu Gunsten der anderen Plätze sinkt, so dürfte 
dieser Erfolg den besseren Verkehrswegen im deutschen 
Hinterlande zuzuschreiben sein. 
Die Ausfuhr von Wachs in Ibo war im Jahre 
1897 sehr beträchtlich und erreichte die Höhe von 
2000 dz, bildete damit über die Hälfte der aus- 
geführten Werthe. 
Deutsche Interessen hatten an dem Handel in 
Mozambique bezw. Parapat im Jahre 1897, wie 
folgt, Theil: 
Einfuhr: Ausfuhr: 
Mk. 461 643 Mk. 698 167 
Obige Zahlen umfassen etwa 25 PCt. der ge- 
sammten Einfuhr und 50 pCt, der Ausfuhr, dagegen 
mindestens 75 pCt. des Geschäfts, welches euro- 
päischen Interessen unterliegt. In der Ausfuhr be- 
zeigten französische Häuser besonderen Eifer und ver- 
mochten auch einen Theil des Geschäfts sich zu 
sichern. Die Einfuhr, soweit sie deutschen Interessen 
unterliegt, hat mit 461 643 Mk. einen besonders 
hohen Stand erreicht und erklärt sich durch größere 
Bezüge der hiesigen Regierung, welche in Deutsch- 
land gedeckt wurden, namentlich in Medikamenten, 
Wafsen, kleineren Dampfbooten 2c. 
Die allgemeine Geschäftslage hat sich nicht ge- 
bessert. Durch die hohen Zollsätze des seit 1893 
bestehenden Tarifs sind dem Handel schwere Ketten 
angelegt und die europäischen Kaufleute den indischen 
gegenüber in Nachtheil gestellt. Der Neger kauft 
sast ausschließlich die spottbilligen schlechten Fabrikate, 
die der indische Kaufmann in seiner Bedürfnißlosig- 
keit mit einem minimalen Nuten abgiebt. In nicht 
allzu langer Zeit wird der Lettere das Geschäft voll- 
kommen monopolisiren, zumal er sich die wenigen 
Artikel, für deren Bezug er auf Europa angewiesen 
ist, direkt kommen lassen kann. Lediglich die finan- 
ziellen Verhältnisse ermächtigen den Europäer, sich 
noch einen gewissen Platz im geschäftlichen Verkehr 
zu wahren, bittere Enttäuschungen bleiben ihm aber 
gewöhnlich auch nicht erspart. Die Erfahrungen, die 
sich aus der Handelsentwickelung dieses Distrikts 
ziehen lassen, lehren mit aller Bestimmtheit, daß sich 
das europäische Element nicht neben dem indischen 
zu halten vermag, wenigstens nicht in solchen 
Distrikten, wo der Handel sich meistens durch Aus- 
tausch von Negerartikeln gegen Landesprodukte voll- 
zieht. Der Inder arbeitet mit derselben Intelligenz 
bei den minimalsten Lebensbedürfnissen und einer 
größeren Widerstandskraft gegen klimatische Unbilden. 
Der Stillstand, wenn nicht Rückgang im Handel 
des Distrikts von Mozambique muß hauptsächlich den 
sortwährenden Unruhen zwischen den Küstenstämmen 
zugeschrieben werden, wodurch die friedlichen Neger 
360 
  
im Innern zeitweise verhindert werden, ihre Produkte 
an die Handelsniederlassungen an der Küste zu 
bringen. 
Die Geldverhältnisse der Provinz haben sich in- 
sofern gebessert, als ein einheitliches Münzsystem, 
das portugiesische, geschaffen worden ist. Der Kurs 
folgt jetzt den Lissaboner Notirungen, während in 
früheren Jahren, als noch ein gemischtes System 
von Rupien und portugiesischem Silber bestand, der 
indische Kurs mehr oder weniger maßgebend war. 
Seit Einführung der portugiesischen Münzwährung 
haben sich für den Kaufmann die Schwierigkeiten, 
Rimessen anzuschaffen, sehr gesteigert, die hiesige 
portugiesische Bank giebt nur Wechsel auf Lissabon 
ab, die der curopäische Kaufmann ungern nimmt, 
die für den indischen Händler aber ganz unbrauchbar 
sind. Für Wechsel auf Bombay werden unter den 
heutigen Kursverhältnissen bis 15 pCt. Agio bezahlt, 
wodurch der Handel natürlich keine Belebung erfährt. 
Die den Bedürfnissen am besten entsprechende Münze 
ist jedenfalls die Rupie, welche ja auch von allen 
übrigen ostafrikanischen Kolonien als Landesmünze 
adoptirt worden ist. 
Die Nyassa-Kompagnie besitzt das Verwaltungs- 
recht über den Cap Delgado-Distrikt. Während 
Ibo, der Hafenplatz des Distriktes, früher noch 
unter direkter portugiesischer Verwaltung stand, ist 
dasselbe jetzt der Kompagnie überlassen worden. Die 
Thätigleit der Gesellschaft beschränkt sich lediglich 
auf die Erhebung der Zölle und eine oberflächliche 
Verwaltung des umfangreichen Gebietes durch wenige 
Beamte. Mit dem Bau der geplanten Eisenbahn 
nach dem Nyassasee, für deren Ausgangspunkt die 
als Hasen vorzüglich geeignete Pembabay in Aus- 
sicht genommen war, hat man noch immer nicht an- 
gesangen. Die Kompagnie bestand bisher aus drei 
verschiedenen Finanzgruppen, einer englischen, einer 
französischen und einer portugiesischen. Die erstere 
hat jetzt die französischen Ansprüche aufgekauft, so daß 
die englische Gruppe, abgesehen von einer unbe- 
deutenden portugiesischen Partei, als alleinige In- 
teressentin auftreten kann. 
Der Schiffsverkehr hat fast ausschließlich in den 
Händen der Deutschen Ostafrika-Liniegelegen. 58 deutsche 
Dampfer mit 151.035 t liefen hier im Jahre 1897 an, 
dagegen nur 31 französische mit 35 842 t und 
16 englische mit 26916 t. Die Konkurrenz ver- 
mochte nur einen ganz geringen Theil des Fracht- 
und Passagierverkehrs an sich zu ziehen, mindestens 
58 desselben fielen den deutschen Dampfern zu. 
Durch Vermehrung ihrer Flotte um zwei große 
5000 t-Dampfer hat die Deutsche Ostafrika-Linie 
noch mehr festen Fuß gefaßt, so daß sie in diesem 
Jahre schon einen vierzehntägigen Betrieb durch- 
führen kann und damit jeder Konkurrenz gewachsen 
ist. Die Linie ist noch im Besitz des Kontraktes mit 
der portugiesischen Regierung behufs Beförderung 
ihrer Beamten.
        <pb n="403" />
        Perschiedene MWittlzeilungen. 
Unterricht in der Dauf#asprache. 
Durch die Staatshaushaltsetats des Reiches und 
Preußens des Rechnungsjahres 1897/98 wurden dem 
Seminar für orientalische Sprachen die Mittel zur 
Verfügung gestellt, eine afrikanische Sprache, die bis 
dahin im Seminar nicht vertreten war, das Haussa, 
in seinen Lehrplan aufzunehmen. Von Wichtigkeit 
ist diese Sprache für uns in zwiefacher Hinsicht, 
einmal für die Ausbeutung unserer kolonialen In- 
teressen, insofern sie im Hinterlande von Togo und 
Kamerun gesprochen wird, ganz besonders aber für 
die Interessen des Handels, da die Haussa das 
Handelsvolk par excellence sind, welches den 
ungeheuern Westen von Afrika, speziell den ganzen 
Sudan, den Tschadsee, kommerziell und finanziell 
beherrscht. 
Um nun zu einer effektiven Vertretung dieser 
Sprache, welche allen Anforderungen des Unterrichts 
wie der Praxis gewachsen ist, zu gelangen, wurde 
Herr Dr. Julius Lippert, der sich bereits als 
Kenner der arabischen Sprache durch mehrere 
Poblikationen vortheilhaft belannt gemacht hatte, 
vom Seminar für orientalische Sprachen nach Tunis 
und Tripolis geschickt, wo er dank gütiger Unter- 
stützung seitens des Herrn Generalkonsuls v. Bany 
in Tunis und des italienischen Konsulats in Tripolis 
Gelegenheit hatte, sich im Verkehr mit gebildeten 
Mitgliedern der dort zahlreichen Haussakolonien 
sowohl mit dem Wesen ihrer Sprache als auch mit 
den handelsgeographischen und geschichtlichen Verhält- 
nissen des Sudan vertraut zu machen. Für den prakti- 
schen Unterricht, der nach Analogie der übrigen beim 
Seminar vertretenen Sprachen durch einen Ein- 
geborenen ertheilt werden soll, hat Dr. Lippert, 
nachdem ein Versuch, einen solchen aus dem Hinter- 
lande von Togo zu finden, mißlungen war, im Auf- 
trage des Seminars den Fakih Muhammed Beschir 
ben Abd-es-Saläm al-Ghati, aus Kano (Sultanat 
Sokoto) gebürtig, engagirt, der am 17. d. Mts. in 
Berlin angelangt ist und sein Amt als Lektor der 
Haussasprache angetreten hat. 
Versendung von Zämereien tvopischer und subtropischer 
utz= und Siergewächse. 
Eine Anzahl Sämereien tropischer und subtropischer 
Nutz= und Ziergewächse, die aus dem botanischen 
Garten zu Baeoda in Indien stammen, sind neuer- 
dings durch die botanische Zentralstelle in Berlin an 
eine Reihe von Stationen der Schutgebiete zur Ver- 
theilung gelangt. Es haben erhalten: Windhoek 
27 Arten, darunter besonders raschwüchsige Bäume, 
wie Casuarinen, Albizzien und Sykomoren, ferner 
Dattelpalmen, Seisenbäume, Erythrinen und Caesal- 
pinien; Victoria 39 Arten, von denen Livistona- 
palmen, das echte indische Sandelholz, Kinobaum 
361 
  
und Bassia latifolia erwähnenswerth sind; Kete- 
Kraschi 19 Arten verschiedener Nutzhölzer; Dar-es- 
Saläm 37; Kuirenga 10; Moschi 9 und Kwai 
11 Arten, hauptsächlich werthvolle Bäume, Medizinal- 
und Zierpflanzen. 
Eingegangen sind: 
1. 220 Nummern Herbarpflanzen aus Yaunde und 
Bijinde in Kamerun, von Herrn Zenker für 
das Botanische Museum gesammelt und sehr 
werthvoll, 
2. 47 Nummern Herbarpflanzen und 20 Nummern 
Sämereien vom Landwirth Eick aus Kwai in 
Usambara und 
3. Saatgut der in den Haussaländern zur Verwen- 
dung kommenden Indigopflanzen vom Stations- 
vorsteher Grafen Zech in Kete-Kraschi. 
Aufbebung des Ronsulats in Cuittah#. 
Das Kaiserliche Konsulat in Quittah (Goldküste) 
ist eingezogen worden. Die dortigen Konsulats- 
geschäfte werden fortan vom Kaiserlichen Gouverne- 
ment in Lome wahrgenommen. 
— 
  
Deutsche Pandels- und Plantagengesellschaft der 
Züdsee-Inseln zu Damburg. 
Der Bericht über das Geschäftsjahr 1897 äußert 
sich über die erzielten Resultate günstig. Im Kopra- 
markt begann in der zweiten Hälfte des Jahres eine 
aufsteigende Bewegung, die Pflanzungen lieferten eine 
größere Ernte, während andererseits weitere Er- 
sparungen in den Betriebskosten der Unternehmung 
durchgeführt werden konnten und auf den Besitz der 
Gesellschaft an Aktien der Jaluit-Gesellschaft eine 
Dividende von 23 000 Mk. entfsiel. Das Gewinn- 
und Verlustkonto weist einen Gewinn von 324679 Mk. 
gegen 163072 Mk. im Jahre 1896 auf. In der politi- 
schen Lage der Samoa-Inseln war keine Veränderung 
hervorgetreten. Die Frage der Rückberufung des 
nach den Marschall-Inseln verbannten Kronpräten- 
denten Mataafa und seiner Häuptlinge hat zwar 
eine Erregung unter den Parteien der Samoaner 
wachgerufen, welche aber im vorigen Jahre zu keinem 
Ausbruche von Feindseligkeiten unter ihnen führte, 
und auch die Beraubungen der Pflanzungen gingen 
nicht über das seit Langem leider gewohnte Maß 
hinaus, wozu allerdings hauptsächlich eine gute Ernte 
der eigenen Kulturen der Samoaner beigetragen hat. 
Mit der Konkurrenz im Import= und Exportgeschäfte 
seitens der englischen Kolonien hatte die Gesellschaft 
auch ferner einen ernsten Kampf zu bestehen, wohin- 
gegen ihr Verhältniß zu den Repräsentanten dieser 
und auch der weniger hervortretenden amerikanischen 
Konkurrenz nach wie vor ein durchaus gutes und 
freundschaftliches verblieb. Von der Vorrechtsanleihe 
wurden am 1. Oktober v. Is. wiederum die am 
1. April ausgeloosten 25 000 Mk. ausbezahlt, wo- 
— —
        <pb n="404" />
        durch seither im Ganzen 224 000 Mk. von dieser 
Anleihe amortisirt sind. Auf den Samoa-Inseln ist 
auch in diesem Frühjahr die Orkanzeit glücklich vor- 
übergegangen, jedoch wurde die Haabaigruppe der 
Tonga-Inseln durch ein Unwetter geschädigt. Die 
Regenzeit hat, nachdem die Gesellschaft zwei Jahre 
lang unter nie gekannter Trockenheit zu leiden hatte, 
endlich wieder reichlichen Regen gebracht, und die 
Aussichten für die Kopraernte dieses Jahres können 
als gute bezeichnet werden. Auch der Kopramarkt 
hat im Zusammenhange mit dem für andere Oel- 
früchte und Fette eine feste Stimmung bewahrt, 
und wenn die Konkurrenz auf den Inseln nicht die 
Einkaufspreise gar zu sehr in die Höhe treibt und 
die drohende Mataafafrage auf Samoa eine be- 
friedigende Lösung findet, so darf für das laufende 
Jahr wieder ein guter Erfolg der Unternehmung 
erwartet werden. Durch die Einbehaltung der seit 
der Reorganisation der Unternehmung erzielten 
Betriebsgewinne ist es gelungen, die finanzielle Lage 
wesentlich zu heben. Die Reserven betragen zu- 
sammen 1 023776 Mk. Aus dem Reingewinn von 
324 679 Mk. sind die gewohnten Abschreibungen 
mit 120 218 Mk. vorzunehmen, und der nach 
Dotirung des Reservekontos und nach Abzug der 
Tantieme an den Aussichtsrath verbleibende Gewinn- 
saldo von 184525 Mk. soll dem Extra-Abschreibungs- 
konto zugeführt werden. 
Deutsche Militärdienst= Versicherungs = Anstalt 
in Dannover. 
Der jüngste Geschäftsbericht weist folgende Re- 
sultate auf: Der Gesammtzugang im Jahre 1897 
betrug 18 083 Anträge über Mk. 33 218 728,80 
Versicherungssumme; zum Abschluß gelangten 16 379 
Versicherungen über Mk. 27 889 028,80 Kapital. 
Bestand Ende 1897 216 190 Versicherungen über 
Mk. 275 716 445,52 Kapital. Der reine Zuwachs 
in 1897 beträgt 7338 Versicherungen über Mk. 
17 215 964,80 Versicherungssumme. 
Es betrugen insgesammt: 
1897 1896 
Mark Mark 
1. die Prämieneinnahme 11 481 432,68 11 044 199,96 
2. die Prämien-Reserve und 
Prämien-Ueberträge 833 378 287,81 76 155 928.92 
3. die Hypotheken 79 609 850,— 71 851 850.— 
4, die Werthpapiere 3927687. 50 3 741 137.50 
5. die Zinseneinnahme 3 237 246,28 2962 024.16 
6. der Üeberschuß .. ... 369 853,49 417 735,36 
7. der Sicherheitofonds und 
der Garantiesonds 1215 804,07 1230 683,35 
8. der Invalidenfonds-. 3283 340,82 313 616,29 
9. der Dividendenfonds 1993941,28 1 847 991,41 
10. der Hupotheken= und 
Effekten-Reservesonds 40 000,— — 
Der Zweck der Anstalt ist: 1. Deckung der Kosten 
des Militärdienstes, Unterstützung von Berufssoldaten, 
Versorgung von Invaliden. Nur Knaben unter 
12 Jahren finden in dieser Abtheilung Aufnahme. 
362 
  
2. Versorgung von Hinterbliebenen und Altersver- 
sorgung. Sicherung von Kapitalien zur Beschaffung 
von Aussteuern und für Studienzwecke. Personen 
beiderlei Geschlechts finden vom zehnten Lebensjahre 
ab in dieser Abtheilung Aufnahme. 
- 
    
7V7V7V7VVTyTVTYTTyYV7TyY7TTyT7yTy7TYyyVVY yy 
Tikter atur. 
Georg Franzius, Geh. und Ober-Baurath, Marine- 
Hafenbaudirektor in Kiel: Kiau-Tschou, Deutsch- 
lands Erwerbung in Ostasien. Mit über 100 Illu- 
strationen. Original-Prachteinband in 5 Farben. 
Berlin 1898, Verlag von Schall &amp; Grund. 
Als die Besetzung der Bucht von Kiau-Tschou 
bekannt wurde, begrüßte man diese Nachricht im 
ganzen Deutschen Reich mit großer Genugthuung als 
ein Zeichen, daß unsere Regierung gewillt sei, rasch 
und energisch für die Ermordung deutscher Missionare 
eine angemessene Sühne zu erwirken und der Wieder- 
holung solcher Vorgänge möglichst vorzubeugen. Nur 
Wenige ahnten, daß die Erwerbung dieser Bucht 
schon seit langer Zeit angeregt war und auch bereits 
den Gegenstand von Verhandlungen mit der chinesi- 
schen Regierung bildete, seitdem nämlich alle maß- 
gebenden Faktoren unserer Regierung an der Hand 
eines von dem Geheimen Marine-Baurath Franzius 
erstatteten Gutachtens über den Werth verschiedener, 
für einen deutschen Stützpunkt in Ostasien in Frage 
kommenden Häfen sich für die Bucht von Kian- 
Tschou entschieden hatten. Der Staatssekretär des 
Auswärtigen Amts gab zuerst im Reichstage Auf- 
schluß über die Sachlage, und der Geheimrath 
Franzius theilte dann in den Kolonialvereinen 
Berlin, Schwerin und Nürnberg sowie im Feutilleton 
der „Kölnischen Zeitung“ mancherlei über die Vor- 
geschichte der Erwerbung und über die von ihm auf 
seiner Studienreise nach Ostasien gemachten Beobach- 
tungen mit. Auf Anregung Sr. Maojestät ist nun 
das bis jetzt über diesen Gegenstand bekannte Material 
in einem für die weitesten Kreise bestimmten, mit 
vielen Illustrationen versehenen Buch gesammelt, das 
unter dem Titel „Kiau-Tschou, unsere Erwerbung in 
Ostasien“ soeben erschienen ist. Dasselbe ist von dem 
Geheimrath Franzius geschrieben, während die 
Illustration von dem auf diesem Gebiete sehr er- 
fahrenen Vorsteher des chalkographischen Instituts 
der Reichsdruckerei, Herrn Professor Roese, geleitet 
wurde. Der Inhalt zerfällt in folgende Kapitel: 
1. An Bord des Dampfers des Norddeutschen Lloyd, 
2. Hongkong und Canton, 3. Auf deutschen Kriegs- 
schiffen, 4. Die chinesische Küste, 5. Die Bevölkerung, 
6. Die Verkehrsmittel, 7. Handel und Industrie, 
8. Amoy und die Samsah-Bucht, 9. Die Provinz 
Schantung, 10. Die Bucht von Kian-Tschou, 
11. Deutsche Missionare in Schantung, 12. Die 
Besitzergreifung. Se. Majestät der Kaiser hat das 
Werk mit verschiedenen Allerhöchsten Bildern bezw.
        <pb n="405" />
        — 6868 
seitrbaen ausgezeichnet, und wir 
iese erk ein echt national 
ec es Prachtwerk z 
n eine vorzügliche Darstellung in Worr und 
ild von deutschem Unternehmungsgeis 
. tunddetl 
Machtentwickelung auf kolonialem Gebiete. uischer 
uoß Oppert: Ostasiatische Wanderungen, 
#zen und Erinnerungen aus Indien, China, 
Japan und Korea. Stuttgart, Strecker &amp; Moser. 
8“. VIII und 221 Seiten. 
C. Oppert, der Verfasser des ersten aus- 
führlichen deutschen Werkes über Korea „Ein ver- 
schlossenes Land“, veröffentlicht in diesem neuen 
Buch eine Sammlung von Skizzen und Erinnerungen 
aus seinem fast 20 jährigen Aufenthalt in Ostasien, 
die bei der Kenntniß desselben von den einschlägigen 
Verhältnissen gerade jetzt, wo die Aufmerksamkeit der 
hanzen zivilisirten Welt auf die Entwickelung der 
oftosiatischen Frage“ gerichtet ist, von Werth für 
alle jene Kreise sein dürften, die sich für frühere 
und zukünftige Vorgänge im fernen Osten interessiren. 
stehen nicht an, 
J Heco (Tokio): Erinnerungen eines Japaners. 
Schilderung der Entwickelung Japans vor und seit 
der Eröffnung bis auf die Neuzeit. Nach den 
Originalaufzeichnungen übersetzt, bearbeitet und mit 
einer Einleitung von Ernst Oppert. Stuttgart, 
Strecker &amp; Moser. 80. XVI und 364 Seiten. 
Diese Erinnerungen eines Japaners, das erste 
derartige auf dem deutschen Büchermarkte erscheinende 
Werk, sind nicht allein dadurch sehr werthvoll, daß 
sie an der Hand eines Eingeborenen in das Familien- 
und geistige Leben des alten Japan einführen, sie 
entwerfen auch zum ersten Mal aus authentischen 
Quellen Schilderungen der spannenden politischen 
Entwickelung des Inselreichs bis auf die Neuzeit. 
Fr. Harrwitz: Adreßbuch für die deutsche Mechanik 
und Optik und verwandte Berufszweige Band J. 
Berlin 1898. Im Verlage der Administration 
der Fachzeitschrift „Der Mechaniker"“ F. und 
M. Harrwigz. . 
Dieses in zweiter, völlig neu bearbeiteter Aus- 
gabe erscheinende Adreßbuch enthält ein für den 
Export sehr nützliches und beachtenswerthes Ver- 
zeichniß der zahlreichen deutschen Mechaniker, Optiker 
und Glasinstrumentenmacher und verwandter Berufs- 
zweige nach Firmen und Städten geordnet und zu- 
gleich ein Verzeichniß der von einzelnen Firmen ge- 
pflogenen Spezialitäten. Namentlich dieser Abschnitt 
ist besonders geeignet, die Aufmerksamkeit der In= 
teressenten im In= und Ausland auf die Erzeugnsse 
der deutschen Feinmechanik ständig zu lenken, und 
hat derselbe einen großen kaufmännischen Werth. 
  
Meyers Sprachführer: Englisch, von E. G. 
Ravenstein, London. — Französisch, von Prof. 
E. Pollak, Paris. — Italienisch, von 
  
—. 
Dr. R. Kleinpe 1— ;- 
DWQ RuppcxktmlEVecthpklj — Penich, von 
von NS Le . rid. Portugiesisch, 
on Prof. C. G. Kordien und Dr. Michaelis 
de Vasconcellos, Porto. — Sch wedisch d 
Irn. E. Sellin, Stockholm. — 2 4uh und 
Norwegisch, von Heinr. Nissen, Kopenhagen. — 
Russisch, von K. v. Jürgens, St. Petersburg. 
—Neugriechisch, von Prof. J. K. Mitsotakis, 
Athen. — Türkisch, von Dir. W. Heintze, 
Smyrna. — Arabisch, von Prof. M. Hartmann, 
Beirut. — Verlag des Bibliographischen Instituts 
in Leipzig und Wien. 
Ueber diese bekannten und beliebten Reisehülfs- 
bücher schreibt E. Thomas im „Export“: 
Diese kleinen Bücher, die einander im Aeußern 
wie Brüder gleichen, und von denen doch jedes eine 
Welt für sich einschließt, bieten zur Kenntniß der 
Umgangssprache das schätzenswertheste Material, und 
ihr Studium ist nicht dringend genug denen anzu- 
rathen, die sich im fremden Lande verständlich machen 
wollen, ohne selbst Sprachkenntnisse zu besitzen. Sie 
überragen Alles, was sich in der sprachwissenschaft- 
lichen Literatur unter dem Titel Konversations= 
büchlein, Führer, Reisebegleiter 2c. herumtreibt. Sie 
geben nicht bloß das nackte Wort, sondern zeigen 
zugleich die Anwendung desselben. Was nützt es 
beispielsweise dem Lernenden, wenn er in dem 
Wörterbuch für groß: great, large, big, hugze, 
tall 2c. findet, ohne jede Belehrung über den Ge- 
brauch dieser Wörter? Der Uneingeweihte ahnt 
wohl nicht, welche Summc von Arbeit und Fleiß 
diese kleinen schlanken und eleganten Büchelchen ein- 
schließen, die, so verschieden auch ihr Inhalt ist, nach 
einem einheitlichen gemeinsamen Plane bearbeitet sind, 
dem sich der spröde und oft so verschieden geartete 
Stoff scheinbar mühelos anschmiegt. * 
Was ist nun aber eben das Charakteristische an 
diesem Plane? Es ist vor Allem die auch für ganze 
Gruppen (Hotel, fahren, Bahnho#f, baden 2c.) durch- 
geführte alphabetische Anordnung, die im Gegensatz 
zur sogenannten systematischen Anordnung ein so- 
sortiges Auffinden jedes Wortes, jeder Wendung 
ermöglicht, und dazu kommt ferner noch Folgendes: 
Jeder Meyersche Sprachführer zersfällt in drei Theile. 
Der erste geht vom Deutschen aus und übersetzt die 
deutschen Wörter und Wendungen in die betreffende 
fremde Umgangssprache. Er dient dazu, sich ver- 
ständlich zu machen. Der zweite enthält die wichtigsten 
Vokabeln der fremden Sprache mit Uebersetzung ins 
Deutsche. Er ermöglicht das Verstehen. Und der 
dritte Abschnitt, der eine knappe, gemeinverständlich 
abgefaßte Grammatik der betreffenden fremden Sprache 
enthält, hat die Ausgabe, zur Bildung selbständiger 
Sätze aus den in den beiden ersten Theilen auf- 
geführten Vokabeln anzuleiten. Die zahlreichen Fuß- 
noten aber, die den Text begleiten, werfen interessante 
Streiflichter auf Land und Leute, mit deren Sitten 
und Gebräuchen sie den Reisenden vertraut machen 
wollen, und erheben das Buch zu einer interessanten
        <pb n="406" />
        — 364 — 
kulturgeschichtlichen Lektüre, die uns vollständig ver- Said Ruete, Premierlieutenant: Meine Reisen in 
gessen läßt, daß wir eigentlich ein Wörterbuch vor Syrien und Palästina mit besonderer Berücksichti- 
8 haben - gung der dortigen deutschen Tempelgemeinden. Mit 
un · einer Karte. Vortrag, gehalten in der Abtheilung Berlin- 
Charlottenburg der deutschen Kolonialgesellschaft, mit 
daran anknüpfenden Ausführungen des Herrn Konsuls 
Freiherrn v. Münchhausen. gr. 89. Mk. — 
I 80 
Iillerakursverxeichnik. Dietrich dieimer (Ernsi Vohsen), Verlin. 
Scherff, Julius: Nord-Amerika. Reisebilder, sozial- 
Boshart, August (Capitaine: Zehn Jahre afrika- # politische und wirthschaftliche Studien aus den Ver- 
nischen Lebens. gr. 80. Mk. 4,—. 1T einigten Staaten. gr. 80. Mk. 4,50. 
Otto Wigand, Leipzig. 1 Otto Wigand 
l 
i 
    
WkswfdffIns-VPOWPFFFTFFWPPFFF 
  
, Leipzig. 
Verzeichniß der Kaiserlich deutschen Konsulate. 
Mai 1898. Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches. 
gr. 40. (61 S.) Mk. 1.25. 
—.— der Konsoin im Deutschen Reich. 1898. 40. 
(34 S.) Mk. —,80. 
Helm (Hauptmann): Die deutsche Marine nach dem 
Flottenges etz von 1898 mit Berücksichtigung der bis 
zum Jahre 1903 erforderlichen Neu= und Ersatzbauten. 
In TDabellenform übersichtlich zusammengestellt. 40. 
16 S.) Mk. —.060. 
E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin. E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin. 
Schöller, Dr. Max: Meine Aequatorial-, OÖstafrika- Zabel, Rudolf: Cuba. Die wirthschaftliche, soziale und 
und Uganda- Expedition 1896/97. Mit einer Karte. politische Entwickelung der Insel unter besonderer Be- 
Vortrag, gehalten in der Abtheilung Berlin-Charlotten- rüdsichtigung der deutschen Handelsinteressen dargestellt. 
burg der deutschen Kolonialgesellschaft. gr. 80. Mk. 1,20. 
5 Bogen 80. Mk. 1,50. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. Friedrich Luckhardt, Leipzig. 
  
— 
  
— 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
„Bussard“ 24/2. Sydney 6,5. — Apia. (Poststation: Hospostamt). 
„Condor“ 8/1. Sanusibar. (Poststation: Sansibar.) 
. „Cormoran“ 16/3. Shanghai 23/4. — 24/4. Kiautschon 1/5. — 8/5. Manila. (Post- 
station: Hongkong.) 
4.„Falke“ 27/1. Sydney 13/4. — 25/4. Apia 20/5. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
.„Habicht“ 15/4. Loanda 17/4. — 28/4. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
ermessungsschiff „Möwe“ 5/3. Manila 9/3. — Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
„Schwalbe“ Kiel 20/1. — 29/4. Gibraltar 3/5. — 11/5. Port Said 16/5. — Aden. 
(Poststation: Sansibar.) 
„Seeadler“ 6/4. Lourenzo Marques 16/4. — 24/4. Majunga (Madagaskar) 27/4. — 35. 
Dar-es-Saläm 6/5. — Sansibar 14/5. Heimreise. (Poststation: Port Said.) 
„Wolf“ 25/12. Kamerun 30/4. — 8/5. Loanda 14/5. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransporte: 
M. 
.M. 
. M. 
. M. 
&amp; &amp; &amp;CGed Kas 
ESSS ES: 
&amp; &amp; Gere Hog 
1. Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstransport für S. M. S. „Cormoran“ 
(ganze Besatzung): 
Ausreise: Trausportführer: Korvettenkapitän Reincke: Wilhelmshaven 4/5. — nach Kiautschou. 
2. 
Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Herzog" der Deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstrausport 
für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatung): 
Ausreise: Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: Hamburg 11/5.— nach Sansibar. 
1. Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer des Nordd. Lloyd „Preußen“ mit dem Transport für das Ver- 
messungsdetachement in Kiautschou. 
Transportführer: a) von Bremerhaven—Genna: Unterlieutenant zur See Windmüller, 
b) von Genua— Kiautschou: Kapitänlieutenant Deimling: 
Bremerhaven 22/3. — 24/3. Antwerpen 27/3. — 28/3. Southampton 28/3. — 3/4. Genua 5/4.— 
6/. Neapel 6/4. — 10/4. Port Said 10/4. — 11/4. Suez 11/4. — 15/4. Aden 15/4. — 22/4. 
Colombo 22/4. — 16/5. Tsintau. 
  
— —   — —.. 
Verkehre Nacheichten. 
Die Hamburger Firma Flügge, Johannsen &amp; Lubinus wird von Anfang Juli an in 
Zwischenräumen von acht bis zehn Wochen erstklassige Segler von Hamburg nach Kapstadt expediren. Die 
eiserne Bark „Oldenburg“ wird die erste Fahrt ausführen. Reisedauer 60 bis 70 Tage. Das Schiff 
wird voraussichtlich den Anschluß an den Postdampfer „Leutwein“, der am 15. September von Kapstadt 
nach Swakopmund fährt, erreichen.
        <pb n="407" />
        — 365 
Vostdampffchiffverbindungen nach den dentschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abs rrntqäecnnn 
Nach vom Ei shrt eroigt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
schifun * an folgenden Tagen Dauer Berlin spätestens 
gshafen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 22. Juni, — - 
2eeutsche Schiste, 6. S abts. Danga 19—20 Tage am 17., 20. Juni, 
I. veufsch. Obofrika Prindist ant 8n “ 1 Der ess Sal. 20—21 Tg 4., 15. Juli 
. *7- —i 100 rd. uli ansibar 22 Tage 11% abds. 
arseille am 10. jedes Mts. ansibar 18 jed 
Uerentosssche ainh, 40 Und. — ———2*eeD 
2. Deutsch-üdwestafrika. 1 Southampton am 2, 30. Juli Lüderitzbucht 22 Tage am 1., 29. Juli 
engl. Schiffe bis Kap 40 ums. Swakopmund 25 Tage 15 ums 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon, 
Warmbad und Ukamas 
wöchentlich bis Kapstadt, 
von dort weiter alle 4 Woch. 
auf dem Landwege.) 
3. Ramerun. 
4. Logo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
ambur 
#ht 
| Lamburg 
(deutsche Schtffe) 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
  
ambur 
e Cat#e, 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
Marseille 
(französische Schisse) 
Bordeaux 
(französische Schiffe) 
ladt, daun deutscher 
Dampfer „Leutwein") 
  
nachts 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 6. Juli, 3. August 
am 25. Juli, 25. Sept. 
Swakopmund 30 Tage 
Lüderigbucht 40 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
am 25. Juli, 25. Sept. 
720 abds. 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 4. Juli, 1. August 
15 Ums. 
  
am 10.jedes Ws. nachts 
am 20.jedes Mts. 
m 29. Juni, 13. Juli 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Juli, 10. Sept. 
110 vms. 
  
  
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab vade gei 
Cotonou 20 Tage 
von da ab handorrgndung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverbindung 
am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
am 27. Juni, 11. Juli 
16 ums. 
am 23. jedes Monats 
10½ abds. 
am 8. Juli, 8. Sept. 
107 abds. *# 
  
  
  
  
  
! 
Neapel oam 29. Juni, 24. Aug. 
5. Deutsch-Ueu-Gninea. 6 (beutsche Schiffe) #cabds. 
W Brindisi am 3 ull, 28. Aug. 
(Nachversand) abds. 
6. Marshall· Inseln. Cuxhaven am 14. Juli 
Homnburg—Amerifa-= Linie bis 
w. Vork, von New--Vork bis 
2 Francicco Eisenbahn, dann 
deulsches Segelschiff.) 
  
  
I 
Stephansort 45 Tage 
- 41 Tage 
am 27. Juni, 1. Juli, 
22., 26. August 
11°5 abds. 
l 
  
Jaluit etwa 70 Tage 
Eintreffen der Post aus den beutschen Schutgebieten. 
am 13. Juli 1138 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs- Die Post ist fäli - Landungs-- Die Post ! sauig 
Von hafen in Berlin G Von hafen in Berlin 
Neapell am 20. Juni, 8.-Juli Hamburg !•. 10. jed. Monats 
Deutsch.Ostafrita Brindisi. « amu Juli, 8. Aug. VLogogebiet Plymouth . am 27.* jed. Monats 
Marseille am 16. v..Juni, 17. Juli Marseille am 16. jedes Monats 
Deutsch-SLüdwestafrika eee am 5. Juli, 2. Aug. Deutsch-Neu. Guinea. Neaqpel. 6 uu in u, 
ymouth.. am 27.jed. im7 . 
WIM....... Bpmouthé im 10. *e Marshall-Inseln.. . Marseille Mitte Juni 
'Füälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
— — Schissbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie e (Oamburg Oftafrika) 
Reichspostdampfer Reise Letzte Nachrichten —— 
– von 1 nach bis 13. Juni 1898 
„König“. 
4 Durban 
een Hamburg Lamburg an 3 Juni ab Delagoabai. 
-Kangler- Durban Hamburg am 11. Lum an Aden. 
-#nhetrauf,. LHamburg, Dauran aem 11. Jun an Marseilt, 
g“ b »X erdam. 
iden . z. Zt. hokenn 6 Hamburg am 8. Juni ab Mombassa. 
„General Hamburg Delagoabai 
ç ambur am 13. Juni an Port Said. 
bamburs Delaoabeiam dun an Mozambigue.
        <pb n="408" />
        — 366 — 
Fahrplan des deutschen Reichs-Postdampsers „Leutwein“ von Kapstadt nach Deutsch-Südwestafrika 
für das Jahr 1398. 
Abfahrtstage nach Deutsch- Züdwestafrika: 
— —— 
  
  
              
Abfahrtszeiten der Post 
  
  
  
  
  
# · 
ab an an an an an 
ab ' ab in Kapstadt vüderitzbucht Swator, Walfisch— Swalgp- Cape Croß 
Hamburg Southampton Kap stadt (Anata Pequena) mund“) "„ ay mun 
Trei E s 
FF I Sonnabends Donnerst. Donnerst. Sonntags Mit'wochs Mittwochs Donnerst. Montags 
Sqchlni betam, nachmittags morgens nachm. vorm. morgens mittags nachm. morgens 
rr l 1899 1878 1898 18998 188908 1898 1898 1898 
3. 4. Juni 23. Juni 23. Juni 26. Juni 2 29. Juni 29. Juni 30. Juni 4. Julie 
1. Juli 2. Juli 21. Jult 21. Juli 24. Juli 27. Juli 27. Juli 28. Juli 1. Aug. 
29. Juli 20. Juli 18 Anug. 18. Aug. 21. Aug. 3 Aug. 24. Aug. 25. Aug. 29. Aug. 
26. August 27. Anaust 15. Sept., Sept. 18. Sept. W Sept. 21. Sept. 22. Sept. 26 Sopt. 
3. Seplbr. 21. Septbr. 3 13. Oktbor.Oktor. 16. Oktbr. 1½ . Oklibr. 19. Oktbr. 20. Oktbr. 24. Oktbr. 
21. Obklober 22. Oktober 10. Noov.10. Nov. 13. Nov. 6. Nov. 16. Nov. 7. Nov. 21. Nov. 
18. Novbr. 190. Novbr. 8. Dez. 8. Dez. 11. Dez. 1#r. Dez. 14. Dez. 15. Dez. (19. Dez. 
  
*) Swakopmund wird zuerst vor Walfischbay angelausen, nur um Post und Passagiere zu landen. 
Etwaige Abänderungen der obigen Daten unterliegen der Bestimmung des Deutschen Reichs-Postamtes. 
Abfahrtstage aus der Kolonie zurück nach Kapstadt: 
  
— — — — . —- — — — 
  
  
  
  
  
T 
7 6 ab Abfahrtszeiten der Post 
Cape Croß Swalop- Walfisch- Liden bucht gusenn — 
mund bay I ab in in 
I Kapstadt Southampton Hamburg 
Montags l Dienstags Dienstags Donnerstags l Montags Mittwochs Montags Dienstags 
abends mittags mittags nachmittags morgens nachmittags morgens 
1898 1898 # 1898 1898 1898 1898 3 1898 1898 
6. Juni 7. Juni 7. Juni 9. Juni 13. Juni 15. Juni 4. Juli 6. Juli 
4. Juli 5. Juli 5. Juli 7. Juli 11. Juli 13. Julie 1. August 2. August 
1. August 2. August 2. August 4. August 8. August.10. August 29. August 30. August 
20. August 30. August 30. August 1. Seplbr. 5. Sepibr.7. Septbr. 26. Septbr. 27. Seplbr. 
26. Septbr. 27. Septbr. 27. Septbr. 209. Sepibr. 3. OktoberPb. Oktober 24. Oktober 25. Oktober 
24. Oktober 25. Oktober 25. Oktober 27. Oklober 31. Okltober, November 21. November 22. Noobr. 
21. Novbr. 22. Novbr. 22. Novbr. 24. November 28. Novbr. 30. November 19. Dezember 20. Dezbr. 
19. Dezbr. 20. Dezbr. 20. Dezbr. 22. Dezember 26. Dezbr.28. Dezember 16. Jan. 1899 17. Jan. 1899 
Agenten in Kapstadt: Wm. Spilhaus &amp; Co. Agenten in Walsischbay und Swakopmund: Mertens &amp; Sichel. 
Die Post von Kapstadt nach dem Süden der Kolonie, Marmbad, Keetmanshoop 2c. wird, wie folgt, über 
Land befördert, augenblicklich mit P#ierden nach folgender geittabelle: 
Keeimansnoop Warmbad: 
— — — — — — — 
— — — 
— *— — — 
223. 1944. 176. 146. ab Keetmansboop an 94. 7/65. 46. 27. 
209,3. 264. 21/5. 216. an Warmbad ab 24. 30 4.|] 285. 256 
Warmbad—Mamoanêèdrift= 
  
–—— — — — — – — — 
29/3. 26 4. 6 24/5. 21/6. ab Warmbad an 2/4. 30/4. 28 5. 25/6 
!v. 
313. 28/4. 265. 23/6. an Namansdrift. ab 31/3. 28/4. 256/5. 23.6. 
Namausdrift —Steinkopf: 
  
— — — — — — — — — —— ——— 
31 3 29214. 26 5. 23 6. ab Ramanodrift an 313. 28.4. 26/5. 236. 
2•4. 30 4. 2.5 25 6. an Steinkopf ab 29 3. 26/4. 24 5. 21/6. 
444. 255. 30 5. 276. ab Steinkopf an 293. 26 4. L 24 5. 21/6. 
Postverbindung von Kapstadt: 
Steinkopf- Kapstadt: aus Steinlopf jed. Montan 15 nachm. Steinkopf Port Nolloth: aus Steinkopf jed. Dienstag mittags 
in Kavstadt jeden Freuag 6 vorm. in Port Nolloth jed. Dienstag ichm. 
Kapstadt- Steinkopf: aus Kapstadt jeden Freitag 9 abendo Port Nolloth —Steinkopf: aus Port Nollot jed. Dienstag 6 pm. 
in Steinsopf jed. Dienstag 11 vorm. in Steinkopf jed. Montag mittags 
Posten gehen auch mittelst Dampier von Kapstadt nach Nort Nolloth vice versn an unbestimmten Daten. 
Depeschen gehen in der Regel von Kapstabt vin Vort Nolloth wener per Post. 
Die seden Sonnabend Mittag ab Southaupton sahrenden Postdampfer treffen Donnerstags in Kapstadt ein 
und salren Mittwocho ab Kapstadt nach England.
        <pb n="409" />
        — 367 — 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linle. 
  
— 
. 
– —4 
  
  
  
Postdampfer Reise Lette Nachrichten 
– von I nach bis 28. Mai 1898 
„WMolph Woermann“ Loango Hamburg am 28. Mai in Hamburg. 
„Aline Woermann “ Loango Hamburg am 21. Mai in Kamerun. 
„Anna Woermann ·· Hamburg Loanda am 31. Mai ab Hamburg. 
„rupe#lesvilee Antwerpen Kongo am 12. Nai in Nabeita 
„Carl Woermann"“ Hamburg 1 Lagos am 23. Mai Dover passirt. 
„Eduard Vohlen" Hamburg Loango am 4. Mai in Kamerun. 
„Ella Woermann" Hamburg " Sherbro am 23. Mai in Sierra Leone. 
„ Woermann“ Hamburg 6 Kotonon am 17. Mai in Accra. 
„Gretchen Bohlen" Hamburg Sherbro am 24. Mai Ouessant passirt. 
„Hedwig Woermann“. Kotonon " amburg am 26. Mai in Las Palmas. 
„Jeannette Woermann“. Loanda "„ —# am 24. Mai in Accra. 
„Kurt Woermann"“ amburg 1 Loanda am 16. Mai in Gorse. 
„Lothar Bohlen" Hünhurs 1 Loango am 19. Mai in Madeira. 
„Lulu Bohle“ Hamburg 4 Lüderitzbucht am 7. Mai Madeira passirt. 
„Narie Woermann“ .. Hamburg Lüderitzbucht am 9. Mai in Kapstadt. 
„Melita Bohlen" Hamburg Lüderitzbucht am 27. Mai ab Hamburg. 
„Professor Woermann“. Sherbro - Hamburg am 27. Mai in Tanger. 
„Thekla Bohlen". 17 Hamburg Loanda am 16. Mai in Loanda. 
  
13 Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Königl. Hofbuchhaudlung E. S. Mittler &amp; Sohn 
in Berlin bei, betreffend Gedenkwerke (Lebensbeschreibungen, Memoiren, Briefe, Tagebücher, 
Erinmerungen), den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. Die Expedition. 
  
  
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Inserate Oür die dreigespallene Pelitzeile oder deren Raum 25 Vieimig sind an die Vertriebsleitung, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, 
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aienebiigen Landelsregiser is heute Verkauf von Erzeugnissen 
aus den deutschen Kolonien 
inialle # Depers u Tanhibar unt. Aufsicht bervorragend. Miglleder der deutschen Kolonlalgesellschaft. 
in Dar-es-Sal#m errichtete Zweig-= 
niederlassung eingetragen worden. 
Dar-es-Saläm, den 5. Mai 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
(gez.) Solf. (216) 
  
  
Bin illustrirtes Verzeichniss von ——— —— 
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Eingetragene Schutzmarke. 
Schriften Neu heiten: (240) 
Deutsches 
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        Heute früh 5½ Uhr entschlief 
sanft infolge von Malariafieber im 
hiesigen Garnisonlazareth der Kaiser- 
liche Sekondlieutenant in der Schutz- 
truppe für Deutsch-Südwestafrika. 
Wilhelm Ednard Schulzt. 
Als Soldat und Mensch ein 
Vorbild treuer Hingabe an seinen 
schwierigen Beruf im Schutzgebiet 
und von edelster Denkungsweise hat 
der Verewigte die Liebe und Achtung 
seiner Vorgesetzten, Kameraden und 
Untergebenen sich in hervorragen- 
dem Maße erworben. 
Das Offizierkorps wird dem 
Verschiedenen ein treues Andenken 
bewahren. 
Windhoek, den 5. Mai 1898. 
Im Namen des Offizierkorps 
der Kaiserlichen Schutztruppe für 
Deutsch-Südwestafrika. 
Hauptmann und Kompagniechef. 
Die Beamten der Kaiserlichen 
Landeshauptmannschaft trauern auf- 
richtig mit dem Offizierkorps um 
den so frühzeitig verstorbenen, all- 
gemein beliebten und ritterlichen 
Offizier. 
Windhoek, den 5. Mai 1898. 
Im Namen der Beamten. 
Der stellvertretende Kaiserliche 
Landeshauptmann 
v. Lindequist, 
Regierungsrath. 
  
  
  
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Von Liszt, Bülow, d’Albert #: 
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aus allen Teilen der Welt. In vielen 
Nagazinen des In- und Auslandes vorratig, 
gonst dlirekter Versandt al. Falerik. 
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wird hierdurch das von der 
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allen Betheiligten bestens empfohlen. 
Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Professor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz 
terer hat die offirielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
Nicheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum bydrochloricum, 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
kenannten Firma, nämlich: 
Iamburg: Gebrüder Oldenburg; 
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Bessemgelheen, wie noch nie mit einem neuen Mittel! Es ist von höchstem 
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Et 5 Genirut — namentlich bei alten und chronisch Leidenden.. 
Iumern: ond’crango Jerro-conchinini. In Originulflaschen. Mit 
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dervcn l Mittel bei mit MAugenleiden einhergehender Blutarmuth und 
A otkeik! en, Marusmus, Mularia und Tropenleiden. — Zu huben in den 
*sr7 G* Wo noch nicht vorräthig. bitte, event. unliebsumer Irrthü mer 
deen F unter gleiehzeitiger Mittheilung der gennuen Fabrikudresse 
** “&amp;] (vide Gebhar d- Michnelis'sches Relerat). — Proben und 
Sachen zu Diensten. — Allein autorisirter Fnbrikunt; (22) 
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Am 20. Juni: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Ihreke, 
nach Bissao, Bolama, Conakry, Monrovia, Togo, der Goldkuüste, Whydah 
und Kotonou. 
Am 30. Juni: P. D. „Jeannette Woermann“, Capt. Schade, 
nach Gorée, Dakar, Ruffsque, Liberia und den Hüälen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
Am 10. Juli: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Hafen der Südwestküste Afrikas bis Loango. 
Am 18. Juli: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Loop, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Gorée, Dakar, Rufisque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. 
AMAaächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Juli, 25. September 
and ferner am 25. jedes zweiten Monats. 
lle Güter müssen dm Tage vor dem 459anbedafum bie 12 Uhr miteags I#nçsseitfe sein. 
Näheres wegen Fracht und Pasente ertheilt die Woermann-Linie 
Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
r Deutsche Ost- Afrika-Linle. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutsehen Reiche 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neunpel anlaufend. 
Vierzenntägiger Betrieb. 
Die nichsten fahrplanmissigen Fxpeditionen finden etatt per Reichspostdampfer: 
  
(u) 
— — — — — 
  
von Hamburg: von Neapel: 
*„KANZLER“, Capt. Elsoaan . .. 22. Juni, 
O,„REICHSTAG, Capt. Weisska . ... 22. Juni, 6. Juli, 
„KAISER“, Capt. Staaalll . ... 6. Juli, 20. Juli, 
„„BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 
............ 20. Juli, 3. August, 
nach Nombassa, Tanga’s, Panganl#, Saadanl, Bagamoyo, Dar-es-Saldm?“, Sansibar, Lwa, Linds, 
Milindani, Ibo, Mozamblue “, Quellmane , Chinde 7, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “" versehenen Hifen auch Ladung. 
Die mit einem O verscehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätsen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer Raben vorzrdoliche Enrichtungen Für Eussagtere in allen Klussen. 
Direkter Durchverkehr von binnendenutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvanl 
(Johannesburg und Pretorin) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: 
(# 
wegen Passage de Hamburg-Amerfkanische Packetfahrt-Altien-Gesellschaft, 
"owie wegen Fracht und Pasenge die 
Deutsche Oet-Afrika-Linie, 
— — Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Berlag und Druck der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler 4 □—————— 
#uögegeben am 15. Juni 1896 um § Uhr nachmittags.
        <pb n="419" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
brrausgegeben in der Kolonlal, Ibtbellung bes Auewirfigen Auts. 
.—..— --V.-)/.....—— — — — — ....—..— .. —— 
II. Juhrgung. gerlin, 1. Zuli 1898. Hummer 13. 
—————————————————————————— .. .—— — — —..- – 
  
  
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den dentschen Schutzgebieten“, berausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Danekelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchtandlungen Mk. 3,—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchbandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn. Berlin 8W/ 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs= Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
— — — 
Inhalt: Amtlicher Theil: Verfügung des Reichskanzlers zur Ausführung der Allerhöchsten Verordnung, betreffend 
das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutzgebiete, vom 6. September 1892 S. 377. — Gouvernementskurs in 
Deutsch-Ostafrika für den Monat Juni S. 377. — Statistik der im Kalenderjahre 1897 in das Schutzgebiet Togo 
eingeführten bezw. von dort ausgeführten Waarenmengen S. 378. — Personalien S. 379. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 879. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Lage und 
Entwickelung der neuen Versuchsstation Dabaga in Uhehe S. 379. — Analysen von Trinkwässern der Küstenplätze 
in Deutsch-Ostafrika S. 380. — Wissenschaftliche Sammlungen S. 382. — Aus dem Bereiche der Missionen 
und der Anlisklaverei-Bewegung S. 382. — Aus fremden Kolonien: Beschränkmg der Einwan- 
derung nach Britisch-Westaustralien S. 3833. — Erneute Unruhen in Uganda S. 383. — Strafgewalt der Bahnbeamten 
in Britisch-Ostafrika S. 383. — Entwickelung des Betschuanaland-Protektorats S. 383. — Budget der portugiesischen 
Kolonien S. 384. — Handel Senegambiens im Jahre 1897 S. 385. — Handel Gabuns im Jahre 1897 S. 385. 
— Verschiedene Mittheilungen: Deutscher Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien S. 386. — Neu- 
Guinea-Tabak S. 386. — Englische Urthcile über die Aussichten der Kautschukkultur S. 386. — Deutsch Ostafrika= 
nische Gesellschaft zu Berlin S. 387. — Sechzehnter Jahresbericht des Export-Musterlagers in Stuttgart S. 388. — 
Bericht des belgischen Lieutenants Hecq über einen Besuch in Dar-es-Saläm S. 388. — Litteratur S. 389. — 
Litteratur-Verzeichniß S. 390. — Schiffsbewegungen S. 390. — Verkehrs-Nachrichten S. 390. — Fahrplan der 
Woermann-Linie für das dritte Vierteljahr 1898 S. 392. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gesetze; Perordnungen der Reichsbehürden; Verkräge. 
  
– 
Verfügung des Neichskanzlers zur Ausführung der Allerhöchsten Verordnung, 
betreffend das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutzgebiete, 
vom 6. September 1892. 
Auf Grund des § 11 der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das Bergwesen im südwestafrika- 
nischen Schutzgebiete, vom 6. September 1892 (R.-G.-Blatt S. 789) wird hierdurch bestimmt: 
Die Abschnitte I bis VI und VIII der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das Bergwesen im 
südwestafrikanischen Schutzgebiete, vom 15. August 1889 (R.-G.-Bl. S. 179) treten im Gebiete von Gokhas 
und in den zum Schutzgebiete gehörigen Gebietstheilen der Bastards von Rietfontein mit dem 15. Juni 
d. Is. in Krast. 
Berlin, den 9. Juni 1898. 
Der Reichskanzler. 
Fürst zu Hohenlohe. 
— — 
— 
— — — — — — — — — — 
Perordnungen und Mittheilungen der Behörden in den Schuhzgebieten. 
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat Juni d. Is. ist durch das Kaiserliche Gonvernement 
don Deutsch-Ostaf#ka auf 1,405 Mark = eine Nupie festgesetzt worden.
        <pb n="420" />
        378 
Statistik der im Kalenderjahre 1897 in das Schutzgebiet Togo eingeführten 
bezw. von dort ausgeführten Waarenmengen. 
A. Einfuhr nach Togo. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Benennung der Waaren Kilogramm iter Meter tück Werth 
s e s Mart pf 
Baumwolle und Baumwollwaaren 184 805,77 — — — 465 76186 
Bier . ... — 36725,90— — 25 604 41 
Blei und Bleiwaaren 4268,82 — — — 5944 79 
Bürstenbinder= und Siebmacherwaaren 158,28 — — — 858 70 
Drogerie-, Apotheker= und Farbwaaren — 52 898,46 — — — 49772 48 
Eisen und Eisenwaaren .. 102617,50 — — — 65 447 37 
Feuerwassen . — — — 3121 41570 95 
eld. 590.17 — — — 35 318 33 
Getreide und andere Erzeugnisse des Landbaues 3 846,21 — — — 1398 82 
Glas und Glaswaaren . 15 154,05 — — — 16 696 03 
olz und Holzwaaren (Bau- und Nuͤtboln. 286 702,58 — — — 56 403 45 
nstrumente und Maschinen 2085,86 — — — 9 956 60 
Kalk, Kreide und Cement . 210 090,48 — — — 17764 43 
Kautschuk und Guttapercha sowie Waaren daraus 108.77 — — — 692 37 
Kleider, Leibwäsche und Pelzwaaren. 5225, 69 — — — 35 635/06 
Kupfer und andere nicht besonders genamie unedie 
Metalle sowie Waarent daraus . 25 501,87 — — — 29 481 26 
Kurzwaaren .. 4236,16 — — — 18 494420 
Leder und Lederwaaren 4321,78 — — — 14 380 81 
Leinengarn und Leinenwaaren (Säcke) 56 186.84 — — — 90871 05 
Lichte, Oele und Fette 5609,99 — — — 5095 89 
Litterarische und Psige enstände . 1 879.72 — — — 613643 
Materialwaaren und sonstige ãonsunitibilien . 216 128,16 – — — 175 189 63 
Lapier und Pappwaaren 27 679,24 — — — 12644 28 
Petroleum .. 58 694.— — — — 14004 40 
Pulver. 63 392,63 — — — 92 662 46 
Salz. 766 696,50 — — — 3444370 
Seide und Seidenwaaren 788,16 – — — 12256 17 
Seife und Parfümerien. 25230,47 — — — 20 348 73 
Spirituosen — 674 606,87"— — 870 362 34 
Sleine und Steinwaaren. 6357,87 — — — 2 995 63 
Stroh- und Bastwaaren 400560 — — — 2497— 
Tabak . 115052,83 — — — 162755| 22 
Theer und Pe ech 16 859,75 — — — 277077 
Thiere und tbierische Vrodutie (dedervieh, Eier, 
Schwämme 2c.) 75,45 — — + 106 3124 26 
Thonwaaren 17 725,35 — — — 1123746 
Wein . — 30 625,1— – 43 17749 
Wolle und Wollwaaren 953,87 — — 4425 54 
Wellblech . . 16 863.— – — — 4542 66 
Wasserfahrzeuge — — — 8 13 418 78 
Zusammen Mk. 1976 941 78 
b. Ausfuhr aus Togo. 
Benennung der Waaren Kilogramm Liter Stück VWerth 
Mark I. 
Palmkerne 24498 270,— — — 47 681 44 
Palmöl — 345 809,— — 84676 62 
Gummi 66 156,25 – —- 245369— 
Islklkssiisse 2150 — . s - 
n —1 — 3„ — 
Palmblätter 100.— — * ssss 8 6o 
Kaffee .. 3 899.— — — 3168— 
Elfenbein 597.50 — 6078 50 
Kopra . 550,— — — 132 
Schibgeötenschidder. — — 5 1 25 
Erdnüsse 7 863.— — 1605 94 
Ebenholz .. — 20 72 (70 
FSoffetbaumstscke bier Vurdel — .- 20 — 
auits 4 — 75 
Kuriositäten (eine — " 1906, — — 1 120 1— 
Zusammen Mk. 771 026
        <pb n="421" />
        — 379 — 
Personalien. 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 15. Juni 1898. 
Helm, Premierlieutenant, mit dem 15. Juni d. Is. aus der Schutztruppe ausgeschieden und mit dem 
16. Juni d. Is. in der Armee und zwar bei dem 2. Brandenburgischen Ulanen-Regiment Nr. 11 
mit seinem bisherigen Patent wiederangestellt. 
  
— — — 8——— – 
— —— —————. — — ——¡— — — s—. 
—.FJ ».-.. . . . ..-. --.,« «-.,,.-( ,.,.... . . . . 
---, 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Baron v. Reden-Franzburg, Kaiserlicher 
Bezirksrichter aus Tanga, der Bauleiter E. Hentrich 
und der Zollkalkulator Reimer sind mit Urlaub 
in Deutschland eingetroffen. 
Der Baudirektor Gurlitt, Sekretär Sperling, 
Werkstättenvorsteher Spenker, die Techniker Nehl- 
sen, Bürger und Hasenjäger sind mit Urlaub 
nach Deutschland abgereist. 
Der Grenzaufseher Hellwich, der Gerichts- 
schreiberanwärter Fischer und der Bootsunter- 
offzier Piehl sind nach Dar-es-Saläm abgereist. 
Der Geologengehülfe Niepmann und die Steuer- 
leute Stampff, Dickert und Stahlmann sind in 
Dar-es-Salam eingeiroffen. 
  
  
  
Ramerun. 
Der Geometergehülfe Scholze ist in Kamerun 
eingetroffen. 
  
Togo. 
Der Gerichtsassessor Dr. Heim ist nach Lome 
abgereist. 
  
Südwestafrita. 
Der Thierarzt bei der Kaiserlichen Landeshaupt- 
mannschaft für Deutsch-Südwestafrika Borchmann 
ist auf Urlaub in Deutschland eingetroffen. 
— 
  
Ueu--Guinea. 
Der Gerichtsschreiber Warnecke ist Ende April 
in Stephansort eingetroffen. 
  
Bachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Pftafrika. 
Leber die rage und Entwickelung der neuen versuchs- 
station Dabaga in Uhehe# 
theilt der Kaiserliche Gouverneur Generalmajor 
Liebert aus Berichten des Hauptmanns Prince 
und des Försters Ockel mit: 
Dabaga, etwa zehn Stunden südlich von der 
Station Iringa belegen, ist eine schußsichere, für Ein- 
geborene uneinnehmbare Palissadenboma, in der sich 
ein großes zweizimmeriges Lehmhaus mit Strohdach 
als Europäerwohnung und Temben für Besatzung, 
Vieh (geliefert durch Station Iringa) 2c. befinden. 
An der Westseite der Boma im nahen Urdickicht 
sind die Träger in Bienenkorbhütten eingenistet, 
während auf der Südwestseite in einiger Entfernung 
die nettgebauten Dörfer der Wahehejumben Msatima 
und Manamsangu liegen. 
  
Das Ganze liegt auf einer, wahrscheinlich über 
1800 m hoch liegenden Bodenwelle, unweit Manam- 
sangus, deren oberer Theil kurzes saftiges Gras 
zeigt, außer bei der Boma selbst, wo ein größerer 
Fleck unter Dickicht und Wald steht. Die Hänge 
der Welle sind mit Farnen und Dickicht großentheils 
bestanden. 
Der Boden zeigt in den offenen Grasflächen 
keinen Humus, aber eine etwa 30 cm starke Schicht 
schwarzer Muttererde, die auf rothem Lehm lagert. 
An den bedeckten Strichen ist die Schicht Muttererde 
stärker und liegt unter einer etwa drei Hand breiten 
Humusdecke. Oben in der Grasfläche sind Getreide- 
arten gesät; unter dem südlichen Hang in schmalem, 
bachdurchflossenem Thale sind auf Farnfeld Baum- 
und Gartensamen gepflanzt. Die Stelle, welche der 
Förster gewählt, vereinigt alle hauptsächlichen Boden- 
arten (mit Gras-, Farn-, Dickicht-, Wald= und 
Bambusbestand).
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        — 880 — 
Es wurde zunächst ein Pflanzgarten rechtwinkelig 
70 zu 50 m angelegt, dreimal bis 40 cm tief um- 
gegraben, einmal gehackt, zweimal geharkt und von 
Unkraut nach Möglichkeit gereinigt, ebenso eine größere 
Fläche für die Aussaat von Körnerfrüchten gerodet 
und pflugfertig gemacht. 
Von den ausgesäten Waldsämereien gingen bald 
Pieca ecl., Spartium scarp., Robina pseudo- 
acacia, Acacia lophanta vorzüglich auf, sowie 
sämmtliche Gartensämereien mit Ausnahme von Runkel- 
rüben, Senegalhirse, Salat und Herbstrüben, welcher 
Samen beim Transport augenscheinlich gelitten hatte. 
Weiterhin wurden ausgesät: Eucalyptus marginata 
und diversicolor, Dacrydium cupressum, Podo- 
carpus falcata, Dammara australis, Eucalyptus 
salmonophlois, E. amygdalina, Vitis vinifera 
var. Monte Procida, Moskatella di Siracusa, 
Moskatella bianca, Eucalyptus globulus, von 
welchen 1. Eucalyptus diversicolor und 2. E. 
amygdalina in erfreulichster Weise bereits gekommen 
sind; Acacia pycnantha, A. Melanoxylon. Vitis 
vinilera var. de Naplis en Melange, Cedrus 
libani. 
Von landwirthschaftlichen Sämereien wurden zur 
Aussaat gebracht: sämmliche Roggensorten, alle Klee- 
sorten, und zwar letztere in der Weise, daß, nachdem 
Roggen und Haser, welch letzterer ebenfalls zur 
Aussaat gebracht wurde, einen Vorsprung von zehn 
Tagen hatten, Klee unter diese Hauptsamen gestreut 
wurde. « 
DiebeidcmEintreffenderGerftesofoktansk 
geführte Saat steht ausgezeichnet; es hätte indessen 
eine größere Fläche mit derselben bestanden sein 
lönnen, wenn beim Säen nicht auf viele zerstörte 
Körner Rücksicht zu nehmen gewesen wäre. Die in 
sich gewundenen Blätter, welche nahezu „russisch grün" 
sind, zeugen von einer außerordentlichen Mächtigkeit 
des Bodens in günstiger Nährstoffvertheilung. Der 
Usambara-Hafer steht gut, der weiße Abruzzen-Haser 
ist nur zu etwa 20 pCt. gekommen. Die ausgesäten 
Erbsen berechtigen zu den schönsten Hoffnungen, denn 
sie haben außergewöhnlich kräftige Keimblätter ge- 
trieben. 
Raps (holländischer Sommerraps) gab in Nichts 
den vorgenannten Saaten nach, er ist aber allmählich 
gelb geworden und ist zur Zeit — der Grund ist 
noch unbekannt — vollständig vernichtet. 
Sodann sind kürzlich, abgesehen von verschiedenen 
anderen Obstsorten, Aprikosen-, Mandel= (bittere und 
süße) und Pfirsichkerne in die Erde gebracht worden. 
Bezüglich der Arbeiterfrage hat Hauptmann 
Prince die Heranziehung der Wahehe zur bezahlten 
Arbeit, welche bislang von Leuten anderer Stämme 
besorgt wurde, eingcleitet, und bleibt der Erfolg 
abzuwarten. 
werden konnten. 
  
Unalosen von Trinkwässern der Rüstenplätze 
in Deutsch-Ostafrika. 
Der frühere Apotheker beim Kaiserlichen Gou- 
vernement von Deutsch-Ostafrika Giemsa hat die 
nachstehenden Analysen von Trinkwässern der Küsten- 
plätze ausgearbeitet. -. 
Die Analysen sind nach den Direktiven des Kaiser- 
lichen Reichsgesundheitsamts angefertigt, soweit diesen 
in Anbetracht der dortigen Verhältnisse Rechnung 
getragen werden konnte. Die für die Analysen be- 
stimmten Proben sind sämmtlich von ihm selbst ent- 
nommen, so daß auch alle an den Entnahmestellen 
vorzunehmenden Untersuchungen daselbst ausgeführt 
Die bakteriologischen Prüfungen 
mußten vorläufig ausbleiben und werden erst vorge- 
nommen werden können, sobald das neue Gouverne= 
mentslazareth zu Dar-es-Saläm bezw. das darin 
vorgesehene bakteriologische Laboratorium im Betrieb 
sein wird. Während nun die chemischen Analysen 
erschöpfend bearbeitet wurden, scheiterte die Prüfung 
der örtlichen Verhältnisse meist an dem Mangel an 
Zeit, durchweg aber daran, daß man es bisher in 
der Kolonie beim Brunnenbau unterlassen hatte, 
irgend welche Aufzeichnungen über Tiefenverhältnisse, 
verschiedene Wasserstände bei Trocken= bezw. Regen- 
periode, über die Art der zu Tage geförderten Erd- 
schichten und viele andere zur Orientirung noth- 
wendige Punkte zu machen. Im Allgemeinen weist 
der Berichterstatter darauf hin, daß die meisten Privat- 
brunnen an den Küstenplätzen Ostafrikas an dem 
Uebelstande leiden, daß sie zum Schöpfen bestimmt 
und daher offen sind. Unter ihnen sind es die 
Brunnen der indischen Mineralwasserfabrikanten, 
welche ausnahmslos diese Unvollkommenheit aufweisen, 
in erster Linie aber in Betracht kommen, weil sie 
das Hauptgenußmittel der europäischen Bevölkerung, 
das Sodawasser, liefern. 
Diese Art von Brunnen liesert bei dem nicht 
allzugroßen Reinlichkeitssinn der Neger keinerlei Ga- 
rautie für dauernd trinkbares Wasser. In Saadani 
und Bagamoyo sind durch die zur Karawanenzeit zu 
Tausenden mit allerhand Schöpfinstrumenten über das 
Wasser herfallenden Träger die Brunnen sogar so 
verschmutzt, daß der Genuß des Wassers, selbst für 
Eingeborene, bedenklich erscheint. Hingegen sind die 
Pumpbrunnen, welche in letzter Zeit das Gouveme- 
ment in der Nähe der fiskalischen Häuser baut, in 
jeder Weise mustergültig zu nennen. Man hofft, 
daß sich auch die dortigen meist sehr wohlhabenden 
Mineralwasserfabrikanten dazu verstehen, gleiche 
Brunnen bauen zu lassen. 
Wie nothwendig in jedem Falle für das Wohl- 
befinden der gesammten Bevölkerung das Ausfindig= 
machen guter Trinkwässer, eine von Zeit zu Zeit 
vorzunehmende systematische Untersuchung derselben 
sowie eine häufige und scharfe Kontrole der dortigen 
Mineralwasserfabriken ist, hat die Erfahrung wieder- 
holt gelehrt.
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        I. I. 1lII. s!1WW. V. Vi1. VII. VI11.4 IXx. ZA. XI. 
Tangg Pangani Saadani Bagamoyo) Dar es-- Kilwa eoktilwa 1 Lindi Lindi „Mirinvant Kionga 
Schöpf- loff. öpfb lbera#sein Schöpfb alam nellwasser offener pl · off. Schöpför. 
Sft. ch bes Lerienl. 2. —5 fechpbe Pumpbr. im Pumpbr. —aus den ver. off. Schöpfbr.,off. Schöpför.] brunnen in 
dlich vom 
.. leg einigtOuelleuunvsartcadetltmneucneiner wmtaur.k sp 
indischen am linken 1. aasa :Sodawasser- Haus 1 der Boma en eingino- D. O. A. G.Gouv. Garten westl. v. dg. Stat.] Zollgebäude 
Sodafabrik Flußuser hen r ½87 sabrik au Hügels 1 " gaeleg. Schlucht (neu) 
I. Aufzeichnungen bei der Probeentnahmee. 
1. Temperatur der Lufst (oee) 27 27 29 29,2 28 28 27,5 27 ichtgemessen 27,5 25,8 
2. Temperatur des Wassers ( CP6 . 26 27 28 251 30,2 27.5 29 28,2 nuichtgemessen 27 27,4, 
3. Sichtbare Beschaffenheit des Wassers über « 
a) etw. Art der Trübung (allg. od. d. susp. 
Theilchen ver ursacht) .. ... . . lungetruübt ungetrübt d. ĩ. Th. getr. Spurv. Trũb. d. s. Th. getr.d. s. Th. getr, ungetrübt ungetrübt ungetrübt „v. f. Tö. getr. ungetrübt 
bhi Farbe . .. .. . . . . l farblos farblos gelblich farblos farblos farblos farblos farblos farblos gelblich farblos 
c) Geschmaack gut gut modrig gut schw. brackig schw. brackig L#ieitweilig zut gut sschw. brackig schw. modrig gut 
heitw. u. Nes 6 
4) Geruuih KgpLLeruchlos geruchlos modrig geruchlos geruchlos # geruchlos (tettv. geruchl geruchlos geruchlos schw. modrig geruchlos 
e) Reaktion. .. . mneutralneutral neutral neutral neutral neutral neutral neutral neutral neutral neutral 
Loeitw. u. H28 « 
II. Untersuchung des Wassers. 
A. Wr Prüfung. 
1. Farbe nach Sedimentirung der susp. hheilchen farblos farblos farblos farblos farblos farblos farblos' farblos farblos farblos farblos 1 
2. Geruch bei 50°% C. . .wteobenwteobenwteobenhchw. modrig wie oben wie oben wie oben wie oben wie oben wie oben wie oben 
3. Geschmack bei 30° C und darüber . Hwie oben wie oben sehr weich fsade wie oben wie oben wie oben wie oben wie oben 1 wie oben weichlich 
B. Chemische Prüfung: 
a) qualitative: 
Schwefelwasserstofff . .. . kkeiner keiner keiner # 
Schwefelsureer vorhanden vorhanden, Spuren 
Salpetrige Säuerer keine keine; keine keine keine - keine keine OD 
Salpctersaurers vorhanden vorhanden keine vorhanden - - - Spuren - vorhanden 
vorhanden - vorhanden - 
Kalksks- - - - - - - -j-«-J- - 
I 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
381 
# ·# 4 1 # 
keiner keiner keiner s##eits Eeinens keiner 
Spuren wvorhanden vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden vorhanden Spuren 
i keine keine 
keiner keiner (einer 1 
A 
  
  
keiner keiner 
Ammoicckkk 
Spuren keins 
Eisen 
  
  
keiner keiner keiner keiner keiner keiner! keiner keiner 
Spuren keins vorhanden Spuren Spuren wvorhanden vorhanden keins 
1 1 I 
s 
  
Magnesia.............. - - - - - - - 
  
  
  
b) quantitative: 
3460 6240 98,80. 259.00 17900 188,00 226.0 
230 023 537 1,115 00 S81 07 
232 920 13,98 68.36 62,20 2062 42830 
Schwefelsäure 80 .......... 5,44 Spuren Spuren 8.p42 18,.39 9..10 12,10 23,.90 
Kalk Claaed 565660 4 1399 13 32660 25660 1348 4500 
2 
8 
Rückstand bei 120°% C getrochkhket. 4,00 
Orydirbarkeit (KMnO Verbrauch) 0,407 
Chlor .......... 16,40 
8 
— 
10 
S 
— 
1— 
Ges 
—— 
□ 
Se### 
WY 
* 
S 
O 
— 
Ki 
— 
□ 
5 
— 
—— 
N#U 
— 
— 
G 
S## 
S 
83 
19,09 
b(00 7.10 
Magnesia CC00 2413 0992 4,02 8.87 
Ammoniak ........ — — —- 
Salpetrige Säure N. 20 ........ — — 
Salpetersäure N20ʒ.. .. . . . ... 3,35 — 1,52 
Eisenoryd — Thonerde ..... 094 ,62 0,38 700 
Gesammthärte in deutschen Graden ..... 7.84 18,00 17,00 
  
5,72 Spuren 0.72 
0.96 72 0,20 0,61 
57,00 33,00 20,00 58,20 
r 
6# 
S 
7 
2 
ss 
XE 
Sen 
S 
MuI 
3 
1 
6%% 
  
  
  
i 
0,02-— — 019 
7n!
        <pb n="424" />
        382 
Tabelle, welche die Grenzzahlüberschreitungen angiebt. 
(Grenzzahlen nach Tiemann-Gärtner.) 
  
  
  
  
  
Grenzzahlen. II. III. IV. V. VI. Vit. VIII.i IX. X. II. 
- . d ! l 
i «. 
Rückstaddaga 50,00 64,00 57.00 – 62,40 96,80 259,00 179,00 186,00 226,00 730) — 
Magnesia bezw. Kalk MgO, CaO 18,00-20,000 — 3530 — — — 5569 32,60 20,58 57,87 24,62. — 
Chlon 200300 1, 40 3,25 — 9,20 13,98 68,36 62,20, 20,62 42,30 8,50. — 
Schweselsäure SO#9 800—1000U —MA — — — 18,.39 — 1,10 23.900 — — 
Salpetersäure (N205). 0.5 — 1550 — — 1,52 —-— 572 — — — —— 
4 4 Kar keine oder . 1. " ! " 1 ! DT 
Salpetrige Säure (JN203) . äusktxtlzistcgi tslttukt -.. — — — — 0,.02 — — 0,19 — — 
eringe Spure „ 
Orydirbarkeit (KMO4 Verbr.) „"8 — 1100 — — 2,3 — — | 1.15 — 1 — — — — 
Hissenschaftliche Kammlungen. 
Der Stabsarzt Dr. Hösemann in Udiidji hat 
dem Königlichen Museum für Naturkunde in Berlin 
eine von ihm hergestellte Naturaliensammlung über- 
mittelt. Dieselbe enthielt: 
7 Säugethiere in Alkohol,. 
1 Vogel in Alkohol, 
12 Reptilien, 
2 Fische, 
71 Schmetterlinge, 
98 Käfer, 
50 Orthopteren und Hemipteren, 
einige Oesteridenlarven, 
5 Hymenopteren, 
1 Krabbe, 
4 Würmer, 
eine besonders an Süßwasserformen sehr reich- 
haltige Sammlung von Konchylien. 
Die Konservirung der Thiere ist durchgängig gut. 
Ihr wissenschaftlicher Werth wird dadurch erhöht, 
daß sie aus einer Gegend stammen, deren Fauna 
noch wenig erforscht ist. 
Unter den Säugethieren befanden sich zwei Nicti- 
#nomus, ein Mus natalensis und ein Gliomys sowie 
ein ELpomopborus minor, bie in zoogeographischer 
ein naher Verwandter von Vesperus tennipinnis, 
ist wahrscheinlich neu. Unter den Reptilien ist eine 
seltene Amphisbaena besonders bemerkenswerth. 
Die Insekten, besonders die Käfer, enthalten ver- 
schiedene für die zoologische Sammlung und für die 
Wissenschaft neue Arten. 
Sehr willkommen sind die Mollusken, da unter 
ihnen mehrere Gattungen der interessanten Tanganyika- 
Konchylien sich befinden, welche dem Museum bisher 
sehlten und einzelne ganz neue Formen zeigen. Die 
eigenthümliche Gattung Tiphobin, deren systematische 
Stellung bis jetzt noch zweifelhaft war, kann durch 
die eingesandten Weichtheile des Thieres näher be- 
stimmt werden. 
  
  
  
  
  
  
–.. —„ —— 
–. 
– 
1. 
1 
I 
I 
Aus dem Bereiche der Missionen und 
der Ankishlaverei-Bewegung. 
Den „Berichten der Rhein. Missionsgesellschaft" 
entnehmen wir, daß diese Mission für ihre Schulen 
in Kaiser Wilhelmsland bereits eine Fibel hat drucken 
lassen und demnächst auch eine biblische Geschichte 
veröffentlichen wird. 
– 
Der Missionar Flierl voh der Neuendettelsauer 
lutherischen Missionsgesellschaft hat seinen Posten auf 
dem Sattelberg verlassen, um sich zu seiner Erholung 
eine Zeit lang nach Australien zu begeben. 
— — — — 
Wie die Wesleyanische „Australasian Methodist 
Missionary Review“ berichtet, haben die von dieser 
Mission bekehrten Eingeborenen des Bismarck-Archi- 
pels, insbesondere von Neupommern, im vergangenen 
Jahre an kirchlichen Beiträgen gegen 9000 Mark 
ausgebracht. 
Der „Missionsfreund“ berichtet Folgendes: Am 
28. Februar starb in Ikombe (Kondeland, Ostafrika) 
die junge Frau des Missionars Bunk. Sie war 
zerst im vorigen Jahre angekommen, hatte aber schon 
auf der Reise und bald nach ihrer Ankunft viel vom 
Beziehung von großem Interesse sind. Eine Art, 
Fieber zu leiden. Zum Fieber gesellte sich eine an- 
dere Krankheit, und auch die treue Hülfe des Regie- 
rungsarztes Dr. Fülleborn kounte den Tod nicht 
abwenden. 
Auch Manow wurde von einem Unfall heimgesucht. 
Als am 19. Februar die Geschwister Jauer beim 
Mittagsmahl saßen, zog ein Gewitter herauf, und 
der erste Schlag fuhr am Schornstein ins Haus, 
zertrümmerte die Balken und seeckte sie in Brand. 
Der Brand konnte mit Hülfe der zahlreich herbei- 
kommenden Eingeborenen gelöscht und die Sachen 
konnten gerettet werden. Die Leute benahmen sich 
dabei ausgezeichnet, und am Tage nach dem Unfall 
kamen aus der ganzen Umgegend Männer und Frauen, 
hoch und niedrig, und sprachen den Geschädigten ihr 
Beileid aus. Das Haus aber mußte abgetragen 
werden, denn seine vier Mauern waren auseinandek= 
gerissen.
        <pb n="425" />
        Am 2. Januar d. Is. sind die jungen Missionare 
Gröschel, Neuberg und Priebusch sowie die 
Braut des Missionars Källner, Fräulein Bode, 
glücklich in Ikombe angelangt. Missionar Källner ist 
von der Konferenz wegen seiner Gesundheit, die auf 
Ikombe bei schwerer Arbeit ernstlich gelitten hat, 
nach Muakaleli versetzt worden. 
  
— 
Die Missionare Meier und Dahl von der 
Brüdergemeinde sind am 2. Januar 1896 glücklich 
in Urambo im Innern Deutsch-Ostafrikas angelangt. 
Urambo ist die Hauptstadt des betriebsamen Stammes 
der Wa-Nyamwesi. Seit zwanzig Jahren haben 
hier Londoner Missionare gearbeitet; da die Arbeit 
aber wenig nachhaltig betrieben wurde, ist eine Ge- 
meinde von ihnen nicht gesammelt worden. Jetzt ist 
die Brüdergemeinde dort eingetreten, und wir be- 
grüßen es mit Freuden, daß auch an diesem Punkt 
Deutsch-Ostafrikas deutsche Missionare eingezogen sind. 
Daß die Arbeit der englischen Missionare Gutes ge- 
schafft hat, kann man aus dem freudigen Empfange 
sehen, der den Brüdern zu Theil wurde. 
Rus fremden MRolonien. 
Beschränkung der Einwanderung nach Britisch- 
Westaustralien. 
In der britischen Kolonie Westaustralien ist unter 
dem 23. Dezember v. Is. ein Gesetz, betreffend Be- 
schänkung der Einwanderung (Immigration Re- 
striction Act), erlassen worden. Dasselbe verbietet 
u. A, die Einwanderung von Armen, Idioten, Geistes- 
kranken, von Personen, die mit ansteckender oder 
gefährlicher Krankheit behaftet sind, und von solchen, 
die innerhalb eines gewissen Zeitraumes wegen ge- 
meiner Verbrechen oder Vergehen bestraft worden 
sind. Außerdem ist Jeder von der Einwanderung 
ausgeschlossen, der nicht eine aus einem englischen 
Buche ausgewählte Stelle von 50 Worten in den 
Schriftzeichen einer europäischen Sprache nieder- 
schreiben und mit seinem Namen in der eigenen 
Sprache unterzeichnen kann. Personen, die gegen 
die Bestimmungen des Gesetzes eingewandert sind, 
unterliegen der Ausweisung und können überdies mit 
Gesängniß bestraft werden. Auch der Kapitän und 
die Eigenthümer des Schiffes, das ausgeschlossene 
Personen gelandet hat, werden mit hohen Geld- 
strafen bedroht. 
— — —— — 
Erneute Unruhen in Uganda. 
Einer Meldung von Reuters Agentur zufolge 
sollen erneute Unruhen in Unyoro ausgebrochen sein. 
Ferner soll Muanga, der bisherige König von 
Uganda, die Offensive wieder aufgenommen haben 
iud in der westlichen Hälfte von Uganda Plünde- 
kungszüge unternehmen. 
  
383 
  
Strafgewalt der Babnbeamten in Britisch-Ostafrika. 
Eine Verordnung des britischen Commissioners 
sor the East Africa Protectorate vom 16. Mai 
d. Is. dehnt die den Führern von Karawanen 
unter dem 13. Mai 1896 übertragene Strafgewalt 
über die Eingeborenen auf die Angestellten der Uganda- 
Eisenbahn aus. Es kann danach jeder Bahnangestellte 
ermächtigt werden, über eingeborene Arbeiter Ge- 
fängniß bis zu einem Monat, 30 Stock= oder 12 Nil- 
pferdpeitschen-Hiebe oder Geldstrafe bis 50 Rupien 
oder zwei dieser genannten Strafen nach gebührender 
Untersuchung zu verhängen. Er muß nur derartige 
Fälle umgehend dem nächsten Verwaltungsbeamten 
melden und monatlich ein Register der Strafen ein- 
reichen. In Civilsachen kann der Lohn eines Arbeiters 
ganz oder theilweise unter denselben Bedingungen 
eingehalten werden. 
—. — 
Entwickelung des Betschuanaland-Proteklorats. 
Dem im April d. Is. als Parlamentsvorlage 
veröffentlichten Bericht des Gouverneurs des Bet- 
schuanaland-Protektorats entnehmen wir Folgendes: 
Die letzten beiden Jahre waren für die Entwicke- 
lung des Landes keine günstigen. Das wichtigste 
Ereigniß war die schwere Heimsuchung durch die 
Rinderpest. Die Krankheit trat Anfang 1896, wahr- 
scheinlich von Matabeleland aus eingeschleppt, zuerst 
in den nördlichen Gegenden auf und nahm reißend 
schnell ihren Lauf durch das ganze Land. Ueber 
90 pCt. der Viehbestände, die den Lebensunterhalt 
und den Reichthum der Eingeborenen bilden, fielen 
ihr zum Opfer. Man versuchte anfangs die Krank- 
heit durch Absperren der infizirten Gegenden und 
Tödten der verseuchten Herden einzuschränken, aber 
zu einem wirksamen Bekämpfen reichten die Mittel 
nicht aus, und so beschränkte man sich bald darauf, 
die Zufuhr von nicht „gesalzenem“ Vieh (Vieh, das 
die Krankheit bereits überstanden hat) zu verhindern, 
um der Pest keine neue Nahrung zu geben. 
Zum Unglück folgte auf die Rinderpest infolge 
von Dürre und Heuschrecken eine vollständige Miß- 
ernte. Der Nothstand im Lande gestaltete sich jedoch 
trotz alledem nicht so schlimm, als man anfangs an- 
nehmen mußte. Die Eingeborenen hatten sich von 
dem getödteten und selbst von dem gefallenen Vieh 
durch Dörren Fleischkonserven bereitet, von denen sie 
sich während der Zeit des Mangels nährten, und 
außerdem stellte sich heraus, daß der Besitz an barem 
Gelde bei den Eingeborenen größer war, als man 
zuvor angenommen hatte. So war es, abgesehen 
von vereinzelten Fällen, nicht nöthig, von dem zur 
Linderung der Noth vom Gouvernement herbeige- 
schafften Getreide etwas unentgeltlich abzugeben, 
dasselbe konnte vielmehr zum Selbstkostenpreise verkauft 
werden. Von den zur Unterstützung der Bevölkerung 
aufgewendeten 24 000 Pfd. Sterl. konnten somit 
11 180 Pfd. Sterl. durch Getreideverkäufe gedeckt
        <pb n="426" />
        werden. Es wird viele Jahre dauern, bis das Land 
sich von den schweren Verlusten wieder erholt haben 
wird. Ein wesentlicher Faltor zur Wiederherstellung 
des Wohlstandes wird jedoch die Eisenbahn sein, 
deren Bau seit dem Beginn des Jahres 1896 mit 
kleinen Unterbrechungen vom Ramathlabana-Spruit 
bis zum Ramaqueban-River fortgeschritten ist. Die- 
selbe erleichterte einmal die Vertheilung des Getreides 
in die Nothstandsgegenden und beugte so einer Hun- 
gersnoth und Hungerpreisen vor und gab dann der 
beim Bau beschäftigten Bevölkerung Gelegenheit zu 
lohnendem Verdienst, indem dieselbe hierdurch gleich- 
zeitig zur Arbeit erzogen wurde. 
Ausstände und Zwistigkeiten sind, abgesehen von 
einigen unbedeutenden Ereignissen infolge des Noth- 
standes, bei den Eingeborenen nicht vorgekommen. 
Der Gesundheitszustand im Lande ließ viel zu 
wünschen übrig. Die skorbutartigen Krankheiten, die 
wahrscheinlich als Folge des ausschließlichen Genusses 
von gedörrtem Fleisch während der Mißernte auf- 
traten, verschwanden, nachdem mit der Verthei- 
lung von Getreide begonnen war, doch traten bald 
darauf schwere Malariafieber auf, denen viele Menschen 
zum Opfer fielen. Im Juni 1896 wurde außerdem 
durch einen Europäer Typhus eingeschleppt, doch ge- 
wann die Krankheit keine große Ausdehnung. 
Die Einnahmen und Ausgaben des Protektorates 
während der Zeit vom 1. April 1896 bis zum 
31. März 1897 gestalteten sich folgendermaßen: 
—. 
384 
Einnahmen. 
  
  
  
  
U Zölll 8 693 Pfd. Sterl., 
Erlaubnißscheine 1 438 - 
Stempel 463 - 
Post —— 
Verkauf von Gouvernements- 
eigenthum 17 441 - 
Diverse. 11 917 - 
Zusammen 47 510 Pfd. Sterl. 
Ausgaben. 
Pensionen 351 Pfd. Sterl,, 
Gehalt des Gouverneurs 2 122 - 
Legal ...... 952 - 
Lokalverwaltug 2416 - 
Post. .. 7571 - 
Zölle . . . . 297 
Polizeiverwaltung 40 102 - 
Diverse. ......1587 - 
Ausgabenfürössent-laufende 749 - 
liche Arbeiten außerord. 2 903 - 
Medizinalwesen 155 - 
Grenzkommission 339 - 
zur Bekämpfung der Rinderpest 4 707 - 
Unterstützung der Eingeborenen 24 152 
Zusammen 88 448 Pfd. Sterl. 
l 
  
  
  
— 
Budget der portugiesischen Rolonien. 
Nach dem „Diario do Governo“ haben die Finanzen der portugiesischen Kolonien in den letzten 
Jahren sich folgendermaßen gestaltet: 
Einnahmen. 
1894/95 
Cabo Verde 281 450 918 
Gunnkck . ... 56 744 303 
S. Thomé und Principé 291 226 365 
Angocsa 15520 473 500 
Estado da Indi 844 913 445 
23 is 
Cabo Verde 320 513718 
Guin ..... 306 648 421 
S. Thom und Principé . 229 709 036 
Angola ..... .1595709196 
Estado da India 929 054 212 
Macau 391 628 639 
Timor 
Wie die obigen Tabellen ergeben, übersteigen nur 
in Cabo Verde, S. Thomé und Macau die Ein- 
nahmen die Ausgaben, und zwar zusammen im Be- 
trage von 151 706 844 Réis. Die anderen Kolonien 
ersordern selbst nach den im neuen Budget vorge- 
nommenen starken Herabsetzungen der Ausgaben einen 
Ausgaben. 
(Reis.) (Voranschlag) 
1895/96 1896/97 1898/99 
353 282 548 362 395 908 336 400 000 
52 393 834 55 304 463 72 280 000 
344 244 408 348 665 435 356 372 000 
1 433 865 315 1 451 472 488 1 651797 000 
823 852 044 906 016 315 924 394 000 
3 (433 575 360 
390 798 815 409 511 965 146 726 245 
431 628 997 395 041 358 292 769 557 
188 530 012 210 480 927 180 864 149 
251 860 592 289 417 286 292 971 093 
2 326 007 604 2 048 059 336 1 846 469 003 
924 767 857 1 047 069 337 1 070 584 436 
343 074 856 372249 356 388 929 866 
— — 176 965 530 
Zuschuß des Mutterlandes von 479 685 583 Réis. 
Wie das genannte amtliche Blatt mittheilt, hat di 
portugiesische Regierung seit 1870/71 im Ganzen 
37 000 000 000 Rcis für die Kolonialverwaltung 
zugeschossen!
        <pb n="427" />
        Dandel Senegambiens im Jahre 1897.*) 
Der Schiffsverkehr (Ein- und Ausgang) in 
der Kolonie Senegambien war im Jahre 1897 
folgender: 
  
Schiffe Reg.-Tons 
Dakrr. 275 417 000 
Rufisque . 125 105 000 
Gorse 00 113 000 
Saint Louus 35 27 000 
zusammen 505 662 000 
dagegen 1896 455 580 000 
An diesem Schiffsverkehr war Frankreich mit 
550 000, Großbritannien mit 72 000, Deutschland 
mit 30 000 Reg.-Tons betheiligt. 
Ackerbau. Die Kolonie, die im Jahre 1896 
unter Regenmangel zu leiden hatte, hat im letzten 
Winter durch Heuschrecken großen Schaden gehabt. 
Ungezählte Schwärme ließen sich auf die jungen 
Saaten nieder und zerstörten sie vollständig. Die 
Erdnüsse allein sind verschont geblieben, ihr Ertrag 
wird wenigstens etwas die Pflanzer entschädigen. 
Die Regierung ist unablässig bemüht, die Land- 
wirthschoft durch Schaffung von Mustergärten, durch 
Einführung von Pflügen und Verbesserung der hei- 
mischen Ackergeräthe zu fördern. Ein Kulturingenieur 
hat Versuche angestellt, bei denen dieselbe Fläche, die, 
von den Eingeborenen bestellt, 1000 bis 2500 kg 
Fruchtertrag gegeben hatte, mit dem Pflug bestellt, 
einen Ertrag von 6000 bis 10 000 kg gehabt hat. 
In Casamanca hat die Regierung Versuche mit 
Ceara-Kautschuk gemacht. Diese Sorte gedeiht dort gut. 
Erdnüsse. Die Ausfuhr im Jahre 1897 be- 
trug 73 866 Tonnen gegen 76 000 im Jahre 1896, 
der Preis schwankte zwischen 17,50 und 19 Franken 
für 1 dz. Später ist er auf 16 Franken herunter- 
gegangen, entsprechend dem Preise von 22 bis 23 
Franken auf den europäischen Märkten. Ueberhaupt 
ist der Preis im Abnehmen begriffen infolge der 
starken Konkurrenz, die das Baumwollensaatöl dem 
Erdnußöl macht. Letzteres ist selbst in Senegambien, 
wo es bis vor wenigen Jahren ausschließlich ver- 
braucht wurde, jetzt durch Baumwollensaatöl ersetzt 
worden. 
Kautschuk. Von Rufisque ist im Jahre 1897 
eine neue Sorte Kautschuk von einem Baum der 
Familie Ficus ausgeführt worden, dessen Saft die 
Eigenthümlichkeit hat, bei der Berührung mit der Luft 
auf natürlichem Wege ohne Anwendung von Salz- 
wasser oder Säure zu erstarren. Dieser Kautschuk 
ist weniger elastisch als der von anderen Pflanzen, 
sein Werth nähert sich dem des Kautschuks von Para. 
Im Jahre 1897 sind etwa 32 000 kg im Werthe 
von 100 000 Franken nach Liverpool ausgeführt 
worden. 
Bentamaré. Diese Frucht stammt von einem 
Strauch, der in mehreren Theilen Senegambiens in 
  
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 281. 
385 
  
großer Menge wild wächst. Die Ausfuhr dieser 
Frucht könnte beträchtlich sein, wenn man für sie 
eine Verwendung fände. Bisher wird sie nur zur 
Vermischung mit Kaffee oder Schokolade benutzt, und 
zwar, da sie für die Gesundheit nachtheilig sein soll, 
in sehr geringer Menge. 50 000 kg sind von Ru- 
fisque und Dakar nach Marseille und Hamburg zum 
Preise von 16 Franken (frei Bord) für 1 dz ver- 
sendet worden. 
Die Gesammtausfuhr aller Erzeugnisse 
(Erdnüsse, Kautschuk rc.) betrug im Jahre 1897 etwa 
150 000 Tonnen im Werthe von 12 Mill. Franken. 
Die Einfuhr (Wein, Alkohol, Biskuits, Mehl, 
Kurzwaaren, Gewebe 2c.) hatte einen Werth von 
etwa 25 Mill. Franken, wovon auf Rufisque 
12 Mill., auf Saint Louis 10 Mill. und auf Dakar- 
Gorêe 3 Mill. Franken entfielen. 
Dandel Gabuns im Jahre 1897.) 
Das Jahr 1897 war für den Handel nicht 
günstig. In dem ersten Halbjahr erzielte Mahagoni 
noch recht gute Preise, so daß man auf eine Besse- 
rung rechnen konnte, doch hörte dies infolge der 
Ueberfüllung der europäischen Märkte mit afrika- 
nischem Mahagoni bald auf. 
Die Einführung einiger deutscher Waaren, wie 
Rum, Genever, Kümmel, Zucker, Parfümerien mit 
Alkoholgehalt und blanke Hauer (matchettes), ist 
durch den Differenzialzoll ganz unmöglich geworden. 
Zu verkaufen sind trotz des hohen Zolles deutsches 
Bier, Zündhölzer, Petroleum, Steinschloßgewehre, 
eiserne Grapen (eine mit Füßen versehene Art von 
Töpfen), Lampen, Laternen, Schuhe und Stiefel, 
Steingut, Messingwaaren, Eisen= und Stahl-Kurz= 
waaren, Drahtstifte, Handwerkszeuge, einige Provi- 
sionen, Cigarren, Farben und Farbenöl, Kalk, Cement, 
Nähmaschinen, Holz in Balken und Brettern. Ver- 
boten ist die Einfuhr von fremdem Pulver, gefüllten 
Patronen, Spielkarten, Saccharin und Geld, das in 
Frankreich nicht gesetzlichen Kurs hat. 
Im Ogowe leidet das Geschäft sehr durch die 
Ertheilung eines Handelsmonopols an die Socité 
du Haut Ogowé. Die Gesellschaft hat sogar noch 
50 pCt. Zollermäßigung für ihr Monopolgebiet, 
wogegen ihr einige öffentliche Arbeiten aufsgelegt 
werden. 
Im Congo frangais ist im Allgemeinen der 
Handel schon seit mehreren Jahren stetig zurück- 
gegangen. Theilweise hat dies seinen Grund in den 
hohen Einfuhrzöllen, welche durch entsprechende Ver- 
kaufspreise nicht gedeckt werden konnten, theilweise 
auch in den niedrigen Marktpreisen der dortigen Er- 
zeugnisse in Europa. Schwer wurde es auch, die 
Erzeugnisse in großen Mengen anzuschaffen, da Vor- 
schuß nicht mehr so wie früher ausgegeben werden 
  
— — 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 293.
        <pb n="428" />
        konnte, weil die Preise der Erzeugnisse die durch 
Vorschußgeben stets entstehenden Verluste nicht mehr 
deckten. Hierdurch verlor auch ein Theil der schwarzen 
Händler ihren Verdienst. 
Die Einkaufspreise für die Bodenerzeugnisse bleiben 
sich stets gleich, und es ist unmöglich, den Preis- 
schwankungen in Europa durch entsprechende Einkaufs- 
preise folgen zu können. 
Ausgeführt wurden von hauptsächlichsten Artikeln 
aus dem französischen Kongo im Jahre 1897: 
Gummi elastikum 518 270 kg, 
Elefantenzähne 105 244 
Palmöl. 139 810 = 
Palmkerne 806 4599 = 
Kolanüsse 7 802 = 
Owalanüsse 3 820 = 
Piassava 22 512 45 
Kaffee 30 094 „ 
Kakaog 8 097 = 
Ebenholz . 1747996- 
Mahagoni... 3421047- 
andere Nutzhölzer 125 104 „ 
Gelbholz 56 607 „ 
Rothholz 172 612 = 
Der Schiffsverkehr im Hafen von Gabun im 
Jahre 1897 war folgender: 
Dampfschiffe: 
25 deutsche 63 237 Reg.-Tons, 
26 britische 595500 - 
48 französische 128 900 - 
Segelschiffe: 
1 französisches 379 - 
1 portugiesisches 144 - 
–—– — — 
Verschiedene Mittheilungen. 
Deutscher Frauenverein für Rrankenpflege in den 
Kolonien. 
Dem Jahresbericht des Frauenvereins für Kran- 
kenpflege in den Kolonien zufolge waren in dem 
vorigen Jahre folgende Schwestern in den Kranken- 
häusern der Kolonien thätig: 
in Dar-es-Saläm unter Herrn Dr. Becker die 
Schwestern Anna Jakobus, Bertha Bausch- 
licher, Hermine Seif; 
in Tanga unter Herrn Dr. Plehn die Schwestern 
Theodore Struckmeier, Toni v. Held, Georgia 
v. Issendorff; 
in Klein-Popo (Togo) unter Herrn Dr. Wicke 
die Schwestern Elise Heidner, Johanna 
Wittum; 
in Kamerun unter Herrn Dr. Plehn die Schwe- 
stern Elise Franke, Ernestine Drews, Jo- 
hannd Bachmann; 
386 
Bremen ist sehr günstig verlaufen. 
  
in Windhoek unter Herrn Dr. Sobotta die 
Schwestern Anna Bäßler, Helene Kliewer; 
in Stephansort die Schwester Auguste Hertzer. 
Ke- Guinea-Tabak. 
Die am 22. Juni d. Is. vollzogene Einschreibung 
über 123 Packen (etwa 20 000 Pfund) Neu-Guinea- 
Tabak bei den Herren Joh. Achelis &amp; Söhne in 
Die Tabake, 
welche ein schönes, zartes Gewächs mit guten Farben 
und guter Qualität zeigten, wurden ganz erheblich 
über Taxe bezahlt. Es wurden verkauft: W. C. 
Stephansort 69 Packen zu 235 Pf. an die Herren 
Fritz Strauch &amp; Sohn und A. C. Stephansort 
54 Packen zu 155 Pf. an einen geheimen Käufer. 
Der Neu-Guinea-Tabak gewinnt immer mehr an 
Beliebtheit bei den Käufern, es ist deshalb sehr zu 
bedauern, daß die Anpflanzungen der Neu-Guinea- 
Kompagnie noch keine größeren Dimensionen ange- 
nommen haben. 
— — — 
Englische Urtheile über die Aussichten der Rautschuk- 
kultur.“) 
Von Dr. Warburg. 
Ueber die Aussichten der Kautschukkultur sind 
augenblicklich die Ansichten noch recht getheilt, die 
Ursache ist die, daß man sich einerseits von den in 
den Wäldern noch vorhandenen Vorräthen keine rechte 
Vorstellung machen kann, andererseits nicht weiß, wie 
hoch sich die Erzeugungskosten im Verhältniß zur 
Quantität des erlangten Produktes bei einer Groß- 
kultur stellen werden. In dem „Queensland Agri- 
cultural Journal“, das sich sehr intensiv mit der 
Kautschukkultur beschäftigt, ist aus englisch-kolonialen 
und technischen Zeitungen eine Auslese von Artikeln 
abgedruckt, aus denen wir einige besonders charakte- 
ristische Stellen entnehmen wollen. So sagt die 
„India-rubber World“: „Nichts scheint sicherer, als 
daß die große Industrie theilweise durch Erschöpfung 
der gegenwärtigen Versorgungsquellen gelähmt werden 
wird, und daß die glücklichen Besitzer von Kautschuk- 
plantagen, seien es wenige oder viele, große Vermögen 
ernten werden. Diese durch Kautschuk -Statistiker 
erwiesene Thatsache liegt den großen Anstrengungen 
zu Grunde, die jetzt gemacht werden, um Pflanzungen, 
vor Allem in Mexiko, zu erlangen. Die Prospekte 
der Kautschukpflanzer in Mexiko sind, selbst in gegen- 
wärtigen Werthen, rosiger als die irgend einer anderen 
landwirthschaftlichen Industrie, und das bezieht sich 
mehr oder weniger auf jedes Land, in dem Castilloa 
elastica gedeiht. Ein Profit von 300 pCt. im 
achten Jahre ist das, was Sachverständige versprechen, 
und die Zahlen sind basirt in einer Berechnung auf 
einen Verkaufspreis von 1 sh per lb. und in einer 
  
  
*) Aus dem „Tropenpflanzer“ Nr. 6, 1898.
        <pb n="429" />
        anderen auf 2 sh; die erste Zahl ist um mehr als 
die Hälfte geringer als der jetzige Preis für Castilloa- 
kautschuk in London, der andere steht noch immer 
4 4 unter ihm. Daß Kautschuk billiger kultivirt 
werden kann, als man es von eingeborenen Sammlern 
kauft, ist ein absolutes Faktum, und es ist klar, daß 
die Qualität jedem wilden Produkt sehr überlegen 
sein muß, mit Ausnahme vielleicht von dem Para- 
kautschuk, dessen Bereitungsmethode keiner Verbesserung 
mehr fähig zu sein scheint. Für Gesellschaftsunter- 
nehmungen bietet die Kautschukkultur in Mexiko ein 
vorzügliches Feld, da es kein der Rede werthes Sub- 
stitut für Kautschuk giebt und ein solches auch kaum 
gesunden werden dürfte.“. 
Der „Tropical Agriculturist“ giebt den von einer 
Kautschukpflanzung von 100 000 Bäumen nach acht 
Jahren zu erwartenden Profit an auf 44 337 Pffd. 
Sterl. 10 sh, nach neun Jahren auf 47 620 Pfd. 
Sterl. bei einer ursprünglichen Nettokapitalsanlage 
von 3625 Pfd. Sterl.; die Regierungsprämie ist 3 d. 
Nach der „Rangoon-Gazette“ geben bei niedriger 
Berechnung 100 000 Bäume nach Abzug der Kosten 
eine jährliche Revenue von 25 000 bis 30 000 
Pfd. Sterl. 
Dr. Morris, der Sachverständige des Kew 
Gardens für tropische Landwirthschaft, sagt: „Wenn 
in nur wenigen Jahren Kautschuk im Werth einer 
halben Million an zwei kleinen Stellen Afrikas ge- 
wonnen werden konnte, so denke ich, daß die Leute, 
die für Kautschukpflanzungen in der ganzen Welt 
eintreten, etwas tiefer in die Sachlage eindringen 
sollten. Wir wissen, daß in Brasilien das Amazo- 
nosthal und beide Seiten der Anden sich stark. der 
Kautschukindustrie hingeben. In Centralamerika, 
Mexiko und in anderen Theilen der Welt wird 
Kautschuk gleichfalls als Waldprodukt in großen 
engen erzeugt. Bevor wir zum Kautschukpflanzen 
in unseren eigenen Kolonien und speziell auf Land, 
welches werthvollere Dinge erzeugen kann, übergehen, 
sollten wir uns überzeugen, daß die Kautschukindustrie 
nicht möglicherweise der Cinchonaindustrie folge, die 
den Pflanzern Westindiens, Indiens und Ceylons so 
große Verluste beigebracht hat.“ " 
Die Redaktion des „Tropical Agriculturist“ glaubt 
nicht, daß ein Grund zur Besorgniß ist, daß die 
Pflanzer sich kopflos in die Kautschukkultur stürzen 
werden; dazu ist die Kultur zu mühsam und der 
Ertrag zu spät. Andererseits ist Kautschuk ein Pro- 
dukt, welches, einer bestehenden Thee-, Kaffee= oder 
Kakaopflanzung hinzugefügt, nach der Aupflanzung 
längs der Wege, Grenzen oder in den Feldern bis 
zur Ernte nur sehr wenig Mühe macht, so daß die 
Gesammtkosten sehr mäßig sein dürften. „Zwar 
unterliegt es kaum einem Zweifel, daß Westafrika 
mit dem Amazonasthal als Heimath für Kautschuk 
wetteifere; aber Jahr für Jahr wird die Gans, 
welche die goldenen Eier legt, mehr aufgebraucht, 
und wenn der Bedarf an Kautschuk, wie es scheint, 
weiter zunimmt, so sehen wir keinen Grund, daß sich 
387 
  
Pflanzer entmuthigen lassen sollen, Kautschukbäume 
einzusetzen, speziell als Nebenprodukt, wo schon Pflan- 
zungen von Thee, Kaffee, Kakao oder selbst Kokos 
als Stapelprodukte existiren.“ 
Thatsache ist jedenfalls, daß augenblicklich die 
Kautschukkultur überall noch im Kindheitsstadium ist, 
daß ihre Rentabilität immerhin zweifelhaft ist, und 
daß es erst der praktischen Durchführung der Kultur 
vorbehalten bleibt, zu definitiven Ergebnissen zu 
gelangen. 
Deutsch -Ostafrikanische Gesellschaft zu Berlin. 
Im Jahre 1897 haben die Unternehmungen der 
Gesellschaft, wie wir dem Geschäftsberichte entnehmen, 
befriedigende Fortschritte gemacht. Nach wie vor ist 
die Entwickelung der Gesellschaft in erster Linie von 
den Erfolgen der Plantagenthätigkeit abhängig. Die 
Ausdehnung der landwirthschaftlichen Betriebe Deutsch- 
Ostafrikas ist die Grundlage für die Erhöhung der 
Fähigkeit des Landes zur Waarenaufnahme und für 
die Steigerung seines Wirthschaftslebens im Allge- 
meinen. Die auf dem Handei-Hochlande befindlichen, 
mit dem Gesammtnamen Union belegten Pflanzungen 
von Coffea arabica sind weiter ausgestaltet worden. 
Auf der Kokosnußplantage Muoa ist das Wachsthum 
der Palmen nach Wunsch gewesen, indessen ist ein 
Theil der Kulturen von der ganz außergewöhnlich 
langen Dürre mitgenommen worden. In Kikogwe 
hat die Sisalkultur eine stattliche Ausdehnung ge- 
wonnen. Auch die Entwickelung der Liberiakaffee- 
Plantage Mwera hat den Erwartungen bisher voll 
entsprochen. Der Waarenbedarf Deutsch-Ostafrikas 
ist im Berichtsjahre, da die Eingeborenen dank gutem 
Ausfall ihrer Ernten kaufkräftiger waren, ein größerer 
gewesen. Auf der anderen Seite war für die von 
den Eingeborenen gelieferten Produkte, insbesondere 
Kautschuk und Wachs, auf dem europäischen Markt 
recht befriedigende Nachfrage vorhanden. Auch auf 
dem Sansibarmarkte hat die Gesellschaft mit höherem 
Nutzen gearbeitet. Die Bilanz der Anstalten auf 
Madagaskar weist einen bescheidenen Gewinn auf. 
Die Festigkeit der englischen Regierungspolitik hin- 
sichtlich des indischen Währungswesens, insbesondere 
in dem Grundsatz, die indischen Münzstätten geschlossen 
zu halten, hat den Kurs der indischen Rupie während 
des Berichtsjahres in langsamer Steigerung gehalten. 
Der Preis von 1 Schill. 4 Pce. ist nunmehr erreicht, 
und die Aufwärtsbewegung darf damit nach dem 
Programm der englischen Regierung einstweilen als 
abgeschlossen gelten. In Deutsch-Ostafrika hat die 
deutsche Rupie mit der indischen gleichen Schritt ge- 
halten. Zu Ende des Jahres 1897 war der Kurs 
1,38; nichtsdestoweniger hat die Gesellschaft den 
Debet-Saldo der Generalvertretung nicht höher als 
zum Kurse von 1,10 bewerthet. 
Dem Bedürfnisse des Verkehrs dienend, hat die 
Gesellschaft in 1897 244 030 Ganzrupienstücke und
        <pb n="430" />
        50 000 Halbrupienstücke ausprägen lassen. In den 
Verhältnissen der Usambara-Eisenbahn (Tanga— 
Muhesa) ist eine Aenderung nicht eingetreten. Nach- 
dem die Fähigkeit der Gesellschaft zur Vorschußleistung 
erschöpft war, ist die deutsche Regierung helfend ein- 
getreten; ihre Monatssubvention von 6000 Mark 
hält das Unternehmen aufrecht. Inzwischen macht 
sich die Nothwendigkeit der Verlängerung der Strecke 
über Muhesa nach Korogwe, dank dem Voranschreiten 
der landwirthschaftlichen Inangriffnahme von West- 
usambara, von Tag zu Tag fühlbarer. Es stehe zu 
hoffen, daß die Regierung dieserhalb dem Reichstage 
alsbald durchgreifende Vorschläge machen werde. Der 
Betrieb des Dampfers „Safari“ ist infolge der durch 
die Pest in Bombay herbeigeführten Verkehrslähmung 
sowie infolge des durch Konkurrenzunterbietungen 
geförderten Rückganges der Frachtsätze zwischen 
Bombay und Ostafrika abermals nicht lohnend ge- 
wesen; selbst normale Abschreibungen sind nicht ver- 
dient worden. Seit Ende Oktober 1897 geht bis 
auf Weiteres der Betrieb der „Safari“ für alleinige 
Rechnung der Deutschen Ostafrika-Linie, welche der 
Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft wegen ihres An- 
theils 15 000 Mark per Jahr vergütet. 
Der Reingewinn der Gesellschaft beträgt 201 698 
Mark und wird, wie folgt, verwendet: Zur ordent- 
lichen Rücklage 14 858 Mk., zum Delcredere-Konto J 
20 000 Mk., zur Brandschaden-Rücklage 50 000 Mk., 
5 pCt. Dividende auf 3 000 000 Vorzugsantheile 
mit 25 pCt. Einzahlung im ersten Halbjahr 1897 
und 50 péCt. Einzahlung im zweiten Halbjahr 1897 
56 250 Mk., als Vortrag auf neue Rechnung bleiben 
60 589 Mk. 
Lechzebnter Jahresbericht des Export-Musterlagers 
in Stuttgart. 
Dem sechzehnten Jahresbericht des Export-Muster- 
lagers in Stuttgart entnehmen wir Folgendes: 
Die ungünstige Geschäftslage in verschiedenen für 
die deutsche Ausfuhr besonders in Betracht kommen- 
den Ländern hat sich leider im Jahre 1897 nicht 
gebessert und hatte einen Rückgang sowohl in der 
Zahl der Aufträge als im Umsatz zur Folge. Ins- 
besondere machte sich der fortwährende Rückgang der 
brasilianischen Valuta, welcher die Kaufkraft des 
Landes immer mehr reduzirte, fühlbar; viele unserer 
alten treuen Kunden waren gezwungen, ihre Einkäufe 
auf das Aeußerste zu beschränken, und bestellten in 
der Hoffnung der leider immer noch nicht eingetre- 
tenen Besserung des Kurses nur die für den augen- 
blicklichen Bedarf nöthigen Waaren. Das Geschäft 
nach Indien, welches sich in den letzten Jahren gut 
bei uns entwickelt hatte, wurde durch die Pest sehr 
beeinträchtigt, namentlich in Bijouterie, Uhren und 
Luxusartikeln, wofür wir sehr gute Verbindungen in 
Ostasien haben, bestellten die betreffenden Kunden 
nur das Nothwendigste, was allerdings beim Er- 
388 
  
löschen der Seuche einen wesentlich gesteigerten Bedarf 
erhoffen läßt. Der Besuch des Lagers war so 
ziemlich der gleiche wie in früheren Jahren, die Ein- 
käufer bestellten hauptsächlich Neuheiten und kauften, 
soweit es sich um süd= und centralamerikanische 
Märkte handelte, die alten Stapelartikel nur in 
mäßigen Quantitäten. 
Die auf unserem Lager ausgestellten Muster- 
Kollektionen wurden, soweit es sich um Saisonartikel 
handelt, stets erneuert und ergänzt, auch werden uns 
von den Ausstellern sofort Veränderungen in den 
Preisen mitgetheilt, so daß die Besucher unseres 
Lagers sich sowohl über Fabrikate als Preise genau 
informiren und ihre Aufträge ohne jeden Zeitverlust 
ertheilen können. 
Bericht des belgischen- Lieutenants Decq über einen 
Besuch in Dar##e= Salam. 
Ueber einen Besuch, den der belgische Lieutenant 
C. Hecq im April in Dar-es-Saläm abgestattet hat, 
äußert er sich in „La Belgique coloniale“ vom 
15. Mai folgendermaßen: 
„Die Resultate, welche man in Dar-es-Saläm 
während der neun Jahre, die seit seiner Gründung 
verflossen sind, erzielt hat, sind ganz staunenswerth, 
besonders wenn man das bescheidene Budget der 
Kolonie von 3½ bis 4 Mill. Mark im Jahre be- 
rücksichtigt. Es gab damals vier Häuser, eins davon 
die arabische Boma und die drei anderen im selben 
Stil, welche noch vorhanden sind. Heute ist hier 
eine Stadt geschaffen. Neben und hinter den Haupt- 
gebäuden erstreckt sich ein wahrer Park mit breiten 
Alleen, Blumenbeeten und Versuchspflanzungen für 
die verschiedensten Kulturen. Hinter dem Park 
ist die landwirthschaftliche Anlage. Hier stehen schöne 
Ställe, die eine starke Herde Hornvieh, Pferde, Maul- 
thiere, Esel verschiedener Rassen zu Zuchtzwecken be- 
herbergen. Die Thiere sehen blühend und wohl- 
gepflegt aus. . . Am Meere steht das Krankenhaus, 
ein mächtiges Gebäude im orientalischen Stil, von 
einem Komfort, einer Sauberkeit und einer Aus- 
stattung, daß es manche europäischen Anstalten be- 
neiden könnten.. In der Stadt ist ein zweites 
Hospital für Eingeborene. Es ist weniger luxuriös, 
aber sehr gut im Stande und komfortabel. Das ganze 
Personal, Beamte wie Militärs, wohnen in schönen, 
großen Häusern, wo Jeder wenigstens zwei gut mö- 
blirte Zimmer hat. Mehrere Baderäume mit Douch 
sind in jedem Haus-- 
An der Promenade sind große Blumenbeete. In 
einem befindet sich die Statue Kaiser Wilhelms I., 
in einem anderen ist ein Kiosk für die schwarze 
Militärmusik. Hier ist auch das große Post- 
amt und das geräumige Kasino mit einer weiten 
Veranda, einem Saal mit vollständiger Theatereinrich- 
tung und Platz für 300 Personen, Speisesälen, Café, 
Billardsälen 2c.
        <pb n="431" />
        Was besonders in der Hauptstadt des deutschen 
Ostafrika überrascht, ist die Vollendung alles Vor- 
handenen, nirgends Anfänge oder Lücken, überall 
Alles oder Nichts!“ 
    
7777777VVTVTTYTVTyT7 V VYTNYTTYYTVTWTTYFTT 
Tilkerakur. 
Von der nautischen Abtheilung des Reichs- 
Marine-Amts sind folgende zwei Karten heraus- 
gegeben worden: 
1. Deutsch-Neu-Guinea. Karte von Berlin- 
hafen und Rhede im Maßstab 1:25 000 (Preis 
Mk. 1,60), ausgenommen von S. M. S. „Möwe“ 
1897, Kommandant Korvettenkapitän Merten. 
2. Deutsch-Ostafrika. Karte von der Rufiyi- 
mündung bis Ras Kongoyura im Maßstab 1: 150000 
Erei Mk. 2,50) nach den britischen Admiralitäts- 
arten. 
Beide Karten sind zu beziehen durch Dietrich 
Reimer, Berlin, Wilhelmstraße 29. 
  
August Boshart: Zehn Jahre afrikanischen Lebens. 
Leipzig 1898. Otto Wigand. 
Das Buch, in welchem der seit Langem in 
Afrika thätige Verfasser seine Erfahrungen und Ein- 
drücke schildert, zerfällt in folgende Abschnitte: Erster 
Theil. Im Gebiete des Kongo. Eine Kongo- 
Expedition unter Stanley. Eine zweite Kongofahrt 
sechs Jahre später. Zweiter Theil. In Südwest- 
und Ostafrika. 
  
Theodor Christaller, deutscher Reichsschullehrer 
in Kamerun: Illustrirte Familienbibliothek I. 
Buchhandlung für innere Mission in Schwäb. Hall. 
Das Büchlein enthält aus der Feder von Chri- 
stollrss Schwager, Stadtpfarrer Böckheler, das 
sesselnde Lebensbild des tapferen, kenntnißreichen, 
arbeitsfrohen, charakterfesten Mannes mit der idealen 
Auffassung seines Berufes und der hohen Begeiste- 
rung für die ihm gewordene Aufgabe. Daneben 
erhalten wir meist aus Mittheilungen Christallers 
mit ihrer bekannten erfrischenden Lebendigkeit und 
Anschaulichkeit, ein farbenreiches Bild von Land und 
Leuten in Kamerun, vom Schulehalten, seinen Hinder- 
mssen und Mühen, aber auch seinen Freuden und 
Erfolgen; wir freuen uns seines häuslichen Glückes 
und sind Zeugen seines frühen Todes im fernen 
Lande. Das hübsch ausgestattete, mit einem Brustbild 
Christallers und zahlreichen Abbildungen nach seinen 
Photographien gezierte Büchlein sei allen Freunden 
und Kollegen des Entschlafenen, aber auch allen, denen 
die Ausbreitung deutscher Bildung in unseren Kolo- 
men am Herzen liegt, bestens empfohlen. 
  
389 — 
Reinhold Werner: Drei Monate an der Sklaven- 
küste. Dritte Auflage. München, Richter &amp; Kappler. 
Der bekannte, weitgereiste Marineschriftsteller 
schildert hier Leben und Treiben an der afrikanischen 
Westküste, die er von eigenem Aufenthalt genau kennt. 
Ist das Buch auch in erster Reihe für die reifere 
Jugend bestimmt, so wird es doch auch kein Er- 
wachsener ohne Belehrung und Befriedigung aus der 
Hand legen. 
  
Julius Richter: Evangelische Mission im Nyassa- 
lande. Zweite vermehrte Auflage. Berlin 1898. 
Evangelische Missionsgesellschaft. 
Als 1892 die erste Auflage dieses Buches er- 
schien, stand die evangelische Mission im Nyassalande 
in ihren Anfängen. Seitdem hat sie sich rasch und 
außerordentlich gedeihlich entwickelt. Die vorliegende 
Arbeit giebt von ihrem Wirken und Fortschreiten wie 
von Land und Leuten ein ebenso erschöpfendes wie 
erfreuliches Bild und kann allen Kolonialfreunden 
warm empfohlen werden. · 
  
Daffert: Ueber die gegenwärtige Lage des Kaffee- 
baues in Brasilien. Amsterdam 1898. de Bussy. 
Die rein fachwissenschaftlich gehaltene Schrift, 
welche den Direktor des Landwirthschaftsinstituts von 
Sao Paulo in Campinas (Brasilien) zum Verfasser 
hat, besitzt für alle in den Tropen thätigen Land- 
wirthe großes Interesse. 
  
Die deutschen Dampsschifffahrts-Gesell- 
schaften. Leipzig 1898. A. Schumann. 
In übersichtlicher Form werden hier zuverlässige 
Nachrichten über Verfassung, Vermögen, Personal 2c. 
aller deutschen Schifffahrts-, Docks-, Lagerhaus= und 
Schiffsbauanstalten geboten. 
  
Lachambre und Machuron: Andrée im Ballon 
zum Nordpol. Deutsch von Jahn. Leipzig. 
Paul List. 
Die mit vielen Illustrationen ausgestattete Schrift 
giebt eine eingehende Schilderung des Lebens und 
der Pläne des kühnen Ingenieurs, der mit einem 
Ballon den Nordpol zu erreichen versucht hat und 
nun seit Jahresfrist verschollen ist. Da nicht anzu- 
nehmen ist, daß Andrée sobald Nachfolger findet, ist 
die Schrift von besonderem Interesse. 
  
— — 
Alb. Wirth: Geschichte Formosas bis Anfang 1898. 
Bonn 1898. C. Georzgi. 
Die Vergangenheit der wenig bekannten, von 
Japan eroberten Insel findet in der Wirthschen Ar- 
beit eine ebenso erschöpfende wie interessante Be- 
handlung. Wer von den Schwierigkeiten, mit denen 
Kolonisationsarbeit in Ostasien verknüpft ist, ein 
treues Bild gewinnen will, findet hier reiche Be- 
lehruna.
        <pb n="432" />
        Titteratur· Verzeichniß. 
Franzius, Georg, Geheimer und Ober-Baurath, Marine- » 
Hafenbaudirekton Kinn-Tfchou,DeutschlandsEr--KosthWfDt«,V-LuschmhP—Mthchte-kaf—Dk-«As 
wekbunginOstasien.MitübecIOOJllustrationen. Reichenow, A. Seidel. L. v. Tippelskirch, Dr. Tornier, 
In Prachteinband Mk. b,—. 
Im Auftrage der Irangi-Gesellschaft herausgegeben von 
l 
l 
l 
Dr. E. Wagner und G. Witt. Mit 7 Vollbildern und 
Schall &amp; Grund, Berlin. 
| 
l 
l 
dem Führer der Expedition. Unter Mitwirkung der 
Herren Dr. Bruno Hassenstein, Prof. Dr. Karsch, H. J. 
126 Text- Illustrationen in Photogravüre, Lichtdruck, 
Werther, C. Waldemar (Premierlieutenant): Die mitt. Lithographie und Autotypie sowie zwei Originallarten 
leren Hochländer des nördlichen Deutsch- 
6 von Dr. B. Hassenstein und Premierlieutenant Werther. 
Ostafrika. Wissenschaftliche Ergebnisse der Jrangs Lex. 8°. 493 S. Kart. Mk. 18.—, geb. Mk. 20.—. 
Expedition 1896 bis 1897 nebst kurzer Reisebeschreibung. Hermann Pactel, Berlin. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 24/2. Sydney 6/5. — 21/5. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor“ 8/1. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ Manila. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 25/4. Apia 30/5. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 28/4. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 5/3. Manila 9/3. — 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Schwalbe“ 11/5. Port Said 16/(5. — 24/5. Aden 26/5. — 7)/6. Sansibar. (Post- 
station: Sansibar.) 
S. M. S. „Seeadler“ 6/5. Sansibar 14/5. — 21/5. Aden 23/5. — 29/5. Port Said 1/6. — Gicbraltar. 
(Poststation: Cuxhaven.) 
S. M. S. „Wolf“ 8/5. Loanda 14/5.— 27/5. Port Nolloth 30/5.— 1/6. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransporte: 
. Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstransport für S. M. S. „Cormoran“ 
(ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: Korvettenkapitän Reincke: 
Wilhelmshaven 4/5. — 14/5. Port Said 15/5. — 26/5. Colombo 27/5. — 1/6. Singapore 1/6. 
— Manila. 
Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Bayern“ des Nordd. Lloyd mit einem Theil des Ablösungs- 
transportes vorstehend zu 1: Ausreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Persius: 
Bremerhaven 18/5. — 1/6. Neapel 1/6. — 5/6. Port Said 5/6. — Aden. 
Fahrplanmäößiger Reichspostdampfer „Herzog“ der Deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstransport 
für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: 
Hamburg 11/5. — 13/5. Amsterdam 14/5. — 18/5. Leixoes 19/5. — 20 /5. Lissabon 21/5.— 
26/5. Neapel 26/(5. — 30/5. Port Said 31/5. — Aden. 
!——— 
——. 
DPerkehrs-Machrichten. 
In Seeis und Hohewarte (Deutsch-Südwestafrika) sind Ende v. Is. Postanstalten ein- 
gerichtet worden. 
  
Der am 26. April d. Is. von Hamburg nach Deutsch-Südwestafrika abgegangene Dampfer „Lulu 
Bohlen“ ist laut Telegramm aus Kapstadt am 28. Mai in Swakopmund eingetroffen. 
  
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schugebieten. 
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe muassen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schifungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
I . 
Neapell. am 6., 20. Juli, Tanga 19—20 Tage sam 4., 15., 18. Juli, 
GGuste di 3. Aug. 120 abbs.] Dar-es-Sal. 20—21 n, 1., 12. August 
n ita. rindisi am 17. Juli, 14. Aug. Sansibar 22 T 1146 abds. 
1. Deutsch- Ostajrita (enbissn Seh Pd el. g si age 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
französische Schiffe ums. 10% abds.
        <pb n="433" />
        391 — 
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
2. . · Southampton am 2., 30. Juli Lüderitzbucht 22 Tage am 1., 29. Juli 
Densame#atç Fergl. Lhoiffe bie * 40 ums. Swakopmund 25 Tage 13 ums. 
Warmbad und 
von dort weiter alle 4 
auf dem Landwege.) 
3. Ramerun. 
Uklamas 
wöchentlich bis Kapstadt, 
ambur 
adant Sit 
ambur 
|A g — 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
och. 
  
Dampfer „Leutwein“") 
  
am 25. Juli, 25. Sept. 
s 
nacht 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 6. Juli, 3. August 
Swakopmund 30 Tage 
Luderitzbucht 40 Tage 
am 25. Juli, 25. Sept. 
720 abds. 
  
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
am 10. jedes Monats 
790 abds. 
am 4. Juli, 1. August 
18 ms. 
  
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
— — 
  
  
b. Deutsch-Uen- Guinea. 
  
6. Marstan. Juteln. 
(Hamburg—Umerika-Linie 
Kew- Vork, von New--VYork 
S. Francieco Eisendadn, dann 
deutiches Segelschiff.) 
  
  
  
  
Lamburg am 10.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
(deutsche Schiffeyj am 20.jedes Mts. Lome 31 Tage Monats 77 abds. 
. . Klein-Popo 33 Tage Q„ 
Liverpool am 13., 27. Juli Quittah 36 Tage am 11., 25. Juli 
(englische Schisfe) von da ab Landoverbindung 16 ums. 
Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
(französische Schiffe) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10% abds. 
Bordeau am 10. Juli, 10. Sept. Cotonou 22 Tage am 8. Juli, 8. Sept. 
(anzösische Schiffe) 110 oms. von da ab Landverdindung 10## abds. 
Neapel am 24. August Stephansort 45 Tage am 1. Juli, 
(beunsche Schiffe) abds. ] 22., 26. August 
Brindisi am 3. Juli, 28. Aug. - 41 Tage 11e5 adds. 
(Nachversand) abds. 
5% Cuxhaven am 14. Juli Jaluit etwa 70 Tage am 13. Juli 1138 abds. 
1 1 
bis # 
  
— — 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs, Die Voß it fämm Landungs,] Die Poßt is fauig 
– r* hafen in Berlin "# 1 Von hafen in Berlin 
Neapel ... am B.“, 24.-Juli Hamburg .. am 10.* jed. Monats 
dentsch Olafrita Brindisi. .. am 11. Juli, 8. Aug. Togogebiet ..... Plymouih.. am 27. Aonat 
— — Marseille ..am 17. Juli, 16. Aug. Marseille .. am 16. jedes Mona 
Deutsch- S#dwestafrit —mms——— Aen t 
— stafritaSouthampton am 5. Juli, 2. Aus. Deutsch · Aeu-Suinea. sNeapel....am 22.* August 
Ramerun. Plymouth.. am 27.* jed. Monats 
'«· L#oerpool . a 14. Juli, Mart#all-Inseln.. Marseille unbestimmt 
11. August 3 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
— Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Camburg—Ostafrika). 
—söÜ. garhie Nochrchten 
— — von I nach bis 28. Juni 1898 
Durban s Hamburg am 24. Juni an Aden. 
„Kaiser- Hamburg l Durban am 19. Juni an Mozambique. 
„Kanzler“ z. Zt. in Hamburg. # 
„Vundedrath- Hamburg Durban am 28. Juni ab Suez. 
„Neichstag“ Delagoabai I Hamburg am 26. Juni an Neapel. 
„Admir Hamburg Delagoabai am 25. Juni ab Antwerpen. 
„General" Hamburg i Delagoabai am 19. Juni an Aden. 
Delagoabai Hamburg am 20. Juni ab Delagoabai.
        <pb n="434" />
        — 392 — 
WobEE RNANN-LINIE 
Riegelmäßige Vost. Dampfschifffahrt zwischen Hamburg und Westafrika. 
  
  
Fahrplan für das dritte Vierteljahr 1898. 
Beschleunigter Dienft für Holt und pPallagiere. 
Linie I. Nach Madeira, Lagos, Lome, Kamernu und den Häfen bis Loango. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausreisee. Heimre isee. 
i Loango Aug. 30. Sept. 30. Oktbr.30. 
BortJali 19.au9. 120 en- 10. Gabunt .. Sepl. 3. Skr. 3. N. 3 
Monrovia“. = 27. = 27. # = 27. Eloby. - 4. - 4 - * 
Kap Palmas“ : 28. - 28. -28. Bato - 6. 2 - 
Accra. . " 29. = 29. 29. Groß-Batanga- # 
Lomemm " 30. " 30. 30.Kribi. "" 7 7. "" 7 
Lagsss Aug. 1. Sept. 1. Oktbr. 1. Plantation . 
Kamerrnn - 4. - 4. -4. Longlliit s 
Rio del Rey " 14. " 14. = 1. Klein-Batanga. 2 8. - 8 
Victoria 15. 15. 15. Malimba 252 - 3 - 3 
Fernando Por 7. 17. 21117. s Kamerun 10. . 10. "10. 
Malimba . -18. -18. -18.Lugvs—— .-18— - 18. 15 
Klein-Batangga #: 20. : 20. 20. Whydah # " 26. - 2. - 3 
Lonii Grand-Popo“ . i27. - 7. - 3 
lantatio 21 21. 21 Klein-Popo 115 28. = 28. - 3 
Krbi ..».. . 2 ... - 3— - 2. - 3 
roß-Batanga. - . -22. - - « - - 
— *. 3. B. „23..#dd#o k 89. 20.50 
Elobhbyn " 24. = 24. 24. AccraH „ Oktbr. 1. Nov. 1. ez. 1 
Gabun 25. 25. 25. Kamerun . . 4. 4. - 
Kap Lopez é 26. = 26. é 26. Lagos. „ = 6. "* 6. - s 
Sette Ctma 27. 27. A.Klein-Popvo i 
Nyangga 28. 238. 28. Lome 172 7. Jt 
Mayumba „ 22. : 29. : 29. Quitta . .. 8 
Loango „ 30. : 30. 30. Accrac - 8. - 8. 
Kap Palmass 10. = 10. 10. 
NMo " „ 9 1232. 132. " 12. 
a ran Canario“! "„ 
Teneriffa" 6 * 18 18. 18 
i Madeira“ 20 2 20. 
# „ Plymouth“. 3 *: 25. 25. é 25. 
Ü I Hamburg -217. 27. M27. 
Linie II. Nach Gibraltar, Marokko, Canar. Inseln und der Westküste bis Sherbro. Antwerpen anlanfend. 
Ausreise. Heimreisee. 
1 1. - 
Hamburg-L iJuli18. Aug. 18. Sept. 18. Sherbror Sept. 2. Oktbr. 2. Nor. 2. 
Antwerpen *" 2 23. " 23. Sierra Leone. - 4. " 4. 
Gibraltar *" 30. 30 30.Conakrryy. 5. 5. 5. 
Larache Aug. 1. Sept. 1. Oktbr. 1. Rufisque 10. 10. - 10. 
Rabat 2. 2. = 2. Dakar = 11. . 1s. " 11. 
Tanger = 3. -3. 3. Gran Canaria. 17. J7. : IT. 
Casablanca = 5. 5. = 5.ogabor 19. 19. 15. 
Saffi : 6. " 6. - 6. Saffi : 20. . 20. : MA. 
Mogadronr 7.7 -7. Mazagan 220 . 22. : 22. 
Mazagan.. 9. 9. 9. Casablance 23. 23. 33. 
Gran Canaria = 11. 11. = 1s1. Tanger = 24 24 = 24. 
Teneriffa 12 12. * 12. Hamburg .nObtbr. 2. Nov. 2. Dez. 2. 
Gorée = 177 7. : 17. 
Dakeor = 17. m17. 217. 
Rufisque . .. 18. 18 18— 
Bathurfst : 199 19 19. 1 
Bissao .... " — - — - 21. 
Bolama. . .. -— — — 24. 
Sierra Leone .. 22. 2 22. " 26. 
Sherbben 24.. 24. 27. D 1 
  
  
# +) Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats, 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats. 
*) Nur für Post und Passagiere.
        <pb n="435" />
        393 
Linie III. Nach Conakry, der Goldküste und Togo. 
  
  
  
––i.... — 
Ausreise. 
Heimreise. 
  
Hamburg .. Juli 20. Aug. 20. 
Conakry Aug. 6. Sept. 6. 
Monrovio = 8. : 8. 
Arin 
Dircoovo 12. 12. 
nin ... . 
cpoat... 
Saltpond 14. 14. 
Appaon 4 
M#uneboh 16. 15 
Accra.. . .. = 16. = 16. 
Adda -138. -138. 
Kwitta ... -19. -19. 
Lome 21. : 21. 
Bagida = 22. 22. 
Klein-Popo * 2522. é 23. 
Grand-Popo " 25. 25. 
Whydah „ „ *: 26. 206. 
Kotonon 27. * 27. 
  
  
  
Sept. 20. 
Oktbr. 6. 
- 8. 
-1232. 
14. 
-M135. 
16. 
18. 
" 19. 
21. 
22. 
23. 
25. 
26. 
= 27. 
  
Kotonou 
Whydah 
Grand-Popo 
Klein-Popo 
Bagida 
Lome 
Kwitta 
Addah 
Accra. . .. 
Kap Palmas 
Monrovia 
Gran Canaria 
Teneriffa. 
Madeira 
Hamburg 
  
  
Aug. 28. Sept. 28. 
„ 29. : 2)9. 
Sept. 2. Oktbr. 2. 
: 3. = 3. 
5. " 5. 
" 7. " 7. 
- 9. - 9. 
-1I1. : 11. 
13. 13. 
: 16. * 16. 
-138. 18. 
26. : 26. 
: 27. : 27. 
: 28. : 28. 
Oktbr. 9. Nov. 9. 
# 
2 
S 
* 
S 
uasaaun Sn 
— 
ssuasaan 
— 
·#“ 
Dez. 9. 
  
Linie IV. Nach den Canar. Inseln, Senegal, Liberia und den Häfen der Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. 
  
  
  
  
  
Ausreisee. 
— — 
Heimreise. 
  
mburg t. Juli 31.g. 31. 
enensse... Ag. 10. Sext. 10. 
Gran Canaria. : 11. : 11. 
Horte -.... 
Eck.... - . - . 
Rufisgue is is 
Kap Nount " 20. 20. 
Monroric 21. : 21. 
Grand Bassa 23. 33. 
Sino : 24. . 24. 
Kap Palmas 25. 25 
Accrae# 28 O0 28. 
ansnn 30. „ 30. 
andana " « 
Cabinda.. g Sept. * Olibr. 1. 
Banana 7. l 7. 
Ren .. 9. 9 
—— 11. Ii. 
Mataii O„ I1. „ 11. 
W I 14. 13. 
Ambriz .. . .. 15 — 15. 
Kusembo 10. 16. 
Aussera 17. 17. 
Ambrizetie 7„U„C - 18. - 18. 
Muula 15. * 5 
Landana 6„ 20. 4% 20. 
  
  
Näch 
— — 
  
Sept. 30. 
Oktbr.10. 
-11. 
-Ê186. 
  
Landana 
Old Calabar 
Bonny 
Lagos 
Accra 
Winnebah 
Arin 
Kap Palmas 
Sina 
Grand Bassa 
Monrovia 
Conakryg 
Gran Canaria 
Mogador 
Safs, 
Mazagan 
Casablanca 
Hamburg 
Adda .. 
  
  
Sept. 21. Oktbr. 21. 
24)0 . 24. 
1 28. # 28. 
. M30. -30. 
. Oktbr. 7. Nov. 7. 
. G. 8. 
= 9. = 9. 
1 * 11. 11. 
no 12. 12. 
. *. 13. *. 13. 
.14. 1. 
15. -15. 
18. 18. 
l -19. -19. 
I -20. -20. 
-21. -21. 
23. 23. 
30. 30. 
Nov. 2. Dez. 
3. OY 
2 4. 3 
= 5. - 
15. 1 
Nov. 21. 
: 24. 
  
I 
« 
Mit den am 18. Juli und 18. August abgehenden Dampfern kommt kein Schießpulver zur Berladung. 
ste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Juli und 25. September. 
Fahrtdauer Hamburg—Swakopmund etwa 30 Tage. 
ee III # Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats, 
21. 
*) Aur für Post und Passagiere. 
jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats.
        <pb n="436" />
        — 394 — 
p!E—.— der Woermann-Linie. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Reise Legte Nachrichten 
Postdampfer von nach bis 28. Juni 1898 
„Adolph Woermann · . Hamburg Loango am 25. Juni in Conakry. 
„Aline Woermann" Loango Hamburg am 28. Juni Curhaven passirt. 
„Anna Woermann“ Hamburg Benguella am 26. Juni in Accra. 
„Bruxellesville. Kongo Hamburg am 28. Juni in Accra. 
„Carl Woermann Hamburg Lagos am 22. Juni in Accra. 
„Eduard Bohlen“ Loango Hamburg am 21. Juni in Lagos. 
„Ella Woermann ... Sherbro Hamburg am 27. Juni Sierra Leone passirt. 
„Gertrud Woermann“. Kotonon Hamburg am 9. Juni in Accra. 
„Gretchen Bohlen“"“ Hamburg Sherbro am 23. Juni in Sierra Leone. 
„Hedwig Woermann“. Hamburg Whydah am 24. Juni Ouessant passirt. 
„Jeannette Woermann“. .ladet in Hamburg. 
rt Woermann“ . .. Hamburg Loanda am 22. Juni in Loanda. 
„Lulu Bohlen 44 Hamburg Lüderitzbucht am 13. Juni in Kapstadt. 
„Marie Woermann Lüderitzbucht Hamburg am 22. Juni in Accra. 
„Melita Bohlen" Hamburg Lüderitzbucht am 6. Juni in Las Palmas. 
„Professor Woermann“. Hamburg Loango am 25. 4 in Madeira. 
„Thekla Bohlen" Loanda Hamburg am 25. i in Conakry. 
  
631 Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Tabak= und Cigarren-Fabrik von Gebrüder Blum 
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396 
Zur Heilung der Malaria 
(Wechsel- oder Sumpfflieber) 
wird hierdurch das von der 
Chemischen Fabrik auf Actien (rom.E. Schering) zu Berlin 
Mamum iriwahutem 
(salsaures Phenocoll) 
Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Dre. Professor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cueco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Nittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz 
terer hat * oflzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
Acheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
genannten Firma, nämlich: 
Hamburg: Gebrder Oldenburg; 
Barcelona: J. Esplell; 
London: A. &amp; M. Zlmmerman, E. C. 9 und 10 Sl. Mary- a#- kaIll; 
Moskau: W. Stuürzwage &amp; Co.; 
New-Tork: Lehn &amp; Fink, 126 Willllam Street; 
Paris: Man F#es, 31 rue des peiltes Ecuries; 
Bio de Janeiro: Magalbles, Luckus &amp; Co. successores de Klingelhoeler 4 Co. 
G#) 
stem 
57 
Jordimeperherefel 
ist als das 
beste Wassersilfer 
bezeichnet von der 
Wedicinal-Abt. des 
königl Preussischen 
* Wiegsministeriums 
hHuriesodk-Rler besafgchef 
CE LLE. 15. 
   
    
  
(281) 
ke 
J. P. Sauer &amp; Sohn, 
—SUHL i. Thür.— 
Mechanische Jagdgewehr-Fabrik,. 
empfiehlt ihre anerkannt guten, aus den besten Materialien auf 
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Gegründet 1852. 
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Spezialverkehr nach den deutschen Kolonien. 
Correspondens erbeten. (22) 
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Am 20. Juli: P. D. „Hdertrud Woermann“, Capt. Iversen, 
nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonou. 
Am 25. Juli: F. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Am 31. Juli: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Rieck, 
nach Gorée, Dakar, Ruflsque, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Benguella. 
Mächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Juli, 25. September 
und ferner am 25. jedes Zweiten Monats. 
Atlle Gucrer mussen am Tuge vor dem 4b5pandactum bis 12 Uhr mittagps Iänosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann-Linie 
(12) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
  
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Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
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zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissnbon und Nenpel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
*„KAISER“, Capt. Stahl . . . . ... . . . . . ... 6. Juli, 20. Juli, 
BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 20. Juli, 3. August, 
* „„KOENIG, Capt. Doner 3. August, 17. August, 
„,GENERAL“, Capt. GCanhee 17. August, 31. August, 
nuch Mombassa, Tunga', Panguni?“, Saadaniz, Bagamoyo?, Dar-es-Salüäm, Sansibar?", Kilwa, Lindl, 
Milkindani, Ibo, Mozamblque , Quellmane , Chinde F, Beirn“, Inhambane, Delagonbal", Durban“. 
Die mit einem verschenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen verschenen Hälen nur 
Passagiere und nach den mit einem ' versehenen Häfen auch Ladung. • 
Z Die mit einem O verscehenen Dampfer nehmen Passugiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. « 
MepampferimdenvqusckoheEinriclxmnqenflvslvwayweinastmEma-n- 
ldirtzlcterDurchverkelskvonbinnendeutschenPlätzennachsämmtlicheuhnlaafbäfeuSowie-nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delaugonbuai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Damplers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: 6#) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
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— Gr. Reichenstrasse 27.— 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von G. S. Mittler 3 Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—M1. 
Ausgegeben am 1. Juli 1898 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben in der Kolouial-Abtheilung des Auswärligen Amts. 
En - IZMA ; ............ 
.»-s-s-«-Vs»-8------s.-H«AA-«-- --- –..“.’. — 
  
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IX. Jahrgang. Nummer 14. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigesügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiberr 
Dacekelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich= Ungarn, Ml. #p,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Pönigliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs--Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
Juhalt: Amtlicher Theil: Statistik der Waaren-Ein= und Ausfuhr im südwestafrikanischen Schutzgebiete vom 
1. Januar bis 31. Dezember 1897 S. 403. — Ernennung von Beisitzern in Deutsch-Ostafrika Südbezirk) S. 406. — 
Nachweisung der Elfenbeinausfuhr aus dem deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete S. 406. — Nachweisung der Brutto- 
Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat April 1898 S. 406. — Personalien S. 407. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 407. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die mohammedanischen 
Rechtsverhältnisse in Ostafrika S. 407. — MWissenschaftliche Sammlungen S. 410. — Kamerun: Die Stationen 
des Schutzgebietes Kamerun S. 410. — Verzeichniß der im Schutzgebiete Kamerun thätigen Handels= und Erwerbo- 
gesellschaften nach dem Stande am Anfang 1898 S. 412. — Deutsch-Südwestafrika: Bericht über den Feldzug 
gegen die Swartbooi-Hottentotten vom Dezember 1897 bis März 1898 (mit Skizzen) S. 414. — Aus dem 
Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 429. — Aus fremden Kolonien: 
Bericht über den Obstbau und Obsthandel in Madeira S. 432. — Sammlung französischer Grenzabkommen S. 432. 
— Basutoland im Jahre 1896/97 S. 432. — Maße und Gewichte in Sansibar S. 433. — Verschiedene Nit- 
theilungen: Deutscher Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien S. 433. — Fertigstellung der Aluminium= 
pinasse S. 433. — Litteratur S. 433. — Litteratur-Verzeichniß S. 433. — Schiffsbewegungen S. 434. — Verkehrs- 
Nachrichten S. 434. — Anzeigen. 
—––+–. — — — — — — — — — — — 
Amtlicher Theil. 
berordnungen und Mittheilungen der Behörden in den Schukgebieten. 
— 
Statistik der Waaren-Ein= und Ausfuhr im südwestafrikanischen Schutzgebiete 
vom 1. Januar bis 31. Dezember 1897. 
— — — —— —= 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausfuhr. 
Nach Nach Nach Nach anderen 
* Benennung der Waaren Deutschland, Kapland England Ländern 
* kg Mk.g Mk. kg Mk. kg Mt. 
1. 2 3. 1. 5. 6. 
1.] Häute von Ochsen, Ziegen und Schaffen37011 185186100 3000 — — — 
2.] Wildhäute und Felle sowie Waaren daraus 996 15 268 5 120 10 200 — — 
3.WWolelel 399 160 !— — — — — — 
4.örner 285090 296444750 1000 58 100 — — 
d.Gummi arabiinn 79325 7125 5000 5000 – — — — 
6.|Straußenfeden 650 46 914 61 3600 96 10 300— — 
1. Rindien Stck 52 3 130 4 400 — — — — 
3. Fleisch. . . .. ........ — — 1240 1200 — — — — 
9.] Gerbstofe 1360 1630Z— — — — — — 
10.]Robbensfellle D Stck. 8 140 2700 647 9 200— — 
II.Robbenthrrren — — Zit. 162 30 — — — — 
12.] G109 3331 300 46 300|5000 6300 8039 010 1052000— — 
13.|Verschiedenes (Kuriositäten ꝛc. ... 5194 10 470 25 400 — — — — 
Gesammtwerth der Ausfuhr 151 140 23 800 1071 00 
  
— 
1246 740 Mk.
        <pb n="446" />
        404 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Einfuhr. 
7- der e n u F Privatgüter Regierungsgüter deutsche Häfen 
ein 
geführten Waaren lu# Mr #ug Me. X 
1. 2. 3. 4. 5. 
1.]Bier 587742 245351 — — 565 460 235911 
2. Bleiwaaren . 979 720 — — 979 20 
3.] Bürstenbinder= und Siebmacherwaaren 2083 6 131 216 150 22690 I 6251 
4.Cement, Ralk, Kreide 11925 6 383 1 080 120 43 005 6 503 
5.]Drogen, Farben, Apothekerwaaren und Tinte30200 43206 9186 1299637762 51251 
6.Eisen und Eisenwaaren 527 013 172 510 507032 93 850 1 013013, 255 1#6 
7.Getreide und sonstige Korn= und Hullentrüche 313 947 65 968504067 92590789 419 152 550 
8.]Frische Gemüse und Früchte 53 796 23 532 295 47 50 345 22 492 
9. Gewuͤrze und andere Moaterialwaaren 981 1 668 6260 7975 7238 9638 
10.Preßheu. ... 45 818 2325 3 000. 500 48818 2825 
11.]las und Glaswaaren. 838223 250893121 142736788 22787 
12.üte. .. Stück 9942 41849 712 4090 9389 410 56 
13.Mützen ... 843 1709 1 100 2300 1942. 1007 
14. Bau= und Nutzhol . . 524967,1089488096816820532061s108802 
153.Hotzwqakcn.. 1129957889028286 958032 868 84 170 
16.|Photographische Apparate, wisenschaftche ea- « 
strumente und Maschine 35 823 65344 6162 5500 411 624 68 484 
17.] Musikinstrumentte 16 51141750 — — 15055% N5 
18.]Kaffee 79966/ 123 50268 530107 300 136 516212369 
19.] Kalao 11999 27505U 9% 23 
20. Konserven u. präservirte Verzehrungsgegen tande 302 174 461 936340 360 425512S5229 
21.|Kautschuk= und Gummiwaaren 1025 14751832 1 0022 2225 
22. Leder und Lederwaaren 8 188 7886 54987 49 325222 9 
23.|Schuhwaaren 14 630| 116 490 1900 22 50015072, 125306 
24. Mehl. .. 5316251867515719461674541042901335593 
25. Mineralwasser. . 37390 11999 526 150 37330 11979 
26.Lichte, Schmiere, Oele, Fette 25900 22887 2752 261523813 213993 
27. Papier und Pappwaaren 43 266 223 354 6514 57004285 27 763 
28.]Litterarische und Kunstgegenstände, Onaäsact 730363 19991 60 240 7115 19 6/1 
29.] Patronen Z 2901 6 498 8742 19 000 11 569 25298 
30. Shhiebpulver, Schrot, Zündhütchen. 259 47 119 250 375 121 
31. .. 244 235 269 400 513 65 
32. *- und andere Sprengstoffe 416 1645 239 920 655 2565 
33.] Porzellan= und Thonwaaren. 15 476 1 13 80 — — 10 935 10 877 
34. Petroleum ... 21994 8130 26 242 9 895 4525 16689 
35. Reis. 378461 109743216227 65660 563 190 166 015 
36.Salz 63 651 469727673 24440 5779 
37.]Steine und Steinwaaren. 111784 7232 681 400 9673 6532 
38.Seife 37.02 1464163686 23 4 
39. Spirituosen, alkoholhaltige Eenjen, Parfu- 
merien und Tinkturen CLiter450s 121 321 8271216 
40.Stein= und Holzkohlen 70 616 44613 2377 270 1072993 148883 
41.Stroh= und Bastwaaren 45 123 1067 2066 3 600 4398 14 016 
42.Cigarren und Cigaretten 13 629 71676 — — 13 487 10981 
43.Plattentabak 28 608 66 474A468% 11 %o0 647 
44.6eschnittener Rauch. Kau- uund Smupftaber 3326 6258 — — 2965 564 
45. The — 143802s75715261131320267604 54 504 
46. Theer und Pech 11 646 3 868 — — 10 04 3220 
47. Lebendes Vieh Stack 9 25 501 100 5000 1 013 30 504 
48.] Waaren aus edlem Metall ... 137 13 190 — — 137 13 100 
49. Waaren aus unedlem Metall 1 428 15300 — 1374 11 800 
50.] Weine und Schaumweine 79822 9005 211282800 70 
51.] Wellblech ... .... 130143358505849418220170329 48 725 
52. Hinterladergewehre St tück 88 11 180 310 3200 396 19 120 
53.] Teschins, Vorderlader und sonstige Schuß- und 2 
Stichwassen Stück 109 2902 120 540 229 3142 
54. Zeugwaaren aller Art aus Baumwolle, Wolle, aggg. 
Leinen, Seide, Halbseide. . netto 131 770 615 845 17989 139 200 133061 33622 
55.] Garn aus Baumwolle, Leinen, Wole, Seide, – 
Bindfaden und Seile . 3620 5 879 2781 2089 6307 7 71 
56. Zucker . bkuttot197835686014698732512124058ZS7 
57. Zuündhölzer . ... 9 108 6742 2 563 191711177 8300 
58.Fertige Wagen und Karren Stũc 64 99 650 13 8200 76 105 860 
59.] Verschiedenes .. 27570 49732 — — 2 356 39747 
Gesammtwerth der Einjuhr im D## 1. I 3499777I 1387548I M 
4887 325 Mark.
        <pb n="447" />
        — 405 
— 
Einfuhr. 
  
Cingeführt übe 
er 
Herkunft der Waaren: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Walfischbay Landgrenzen Deutschland Kapland England andere Länder 
kg Ml. kg Mk. kg Mr. kg Mk. —.***-.. kg Mk. 
6. 7. 8. 9. I 10. 11. 
W 8315013 690562 456234521 *m- 29351 4856 6000 
— — 979 72— — — — — — 
30 301 — 210 5646 197 635 11| 1 — — 
— — — — 36 820 5625 6185 878# — — — 
1 538 4636 86 380532636 410144% 91 115 — 
175415 934444511052 213 597 34 4%— 
14248 299643377 3012 660 500 126 200079 4 2534333574 56153136 1400 
37466 10642 100 251706991062535253 12264469 l 690— — 
35 5 — 7099338 14405• — — — 
— — — — 000 200 5593 925 392255 200 3000 500 
4500 3707 47 22 332410156 686 56524411 70| — 
1192 4737 73 3161 7503 ZÖS 
1 2 1776 3637 123 232 4½ 5’ 
½•24 1670½%% S2 00841 380 2% 
8413, 4300 — 80508509955675435985401931490-—!— 
s 
3611 23600— — 353944569144445 6 1390. — — — 
1166, 4555 100 200|402 13 6 2 6267 204 434— — 
56% 10 200 1% 1% /5255 1160, 2355L — 
210 524 , 10 9702300 229 468. — — — 
16453. 206555903, 84978563 646 766702 63326. 97846 1560 2290|0 H — 
265 250— — 237142110 218 115 265 2500— 
337 935 26 40021267] 85 5621506 8824 402 2805 — 
1291, 12250 1671 14344¼276129302 2598 652 5700541. — 
537041, 120239 60 24 011 2 O 101 50433914 11 600 — — 
500 150 86 20 300889416 56 21910170 54— — 
4546 332029 1899188 17814 1 461 533— — 
1 8 * 1241 6 5000% 2311 140 300,L1 1— 
5055 — — 6992 19322 306 629 6(5 2801 — — 
6 20 6 180114625077 155 371 25 50 — 
3 s61 — — 325 617 53 1100. — — — 
— — — — 405 520 108 1101— — — — 
— — — 471 184 600 — — — 
1422½ 38 20 20 10 558 10 700918 31300. — — — 
2387 1255 217 Sl.38050 13 8297006 2916 N 180 1250.. — 
217//. 716084%4 4 3955555 — — 
16769 1349 89 94101201 42632 1534223 1300 — 
272 110 l — 7607 47823738 22441 610—— — 
359 13466 100H 3288 5 6 320 — 
3540 711988 6214„2 1424 34011 — — 
— — — — 1446377 11151 9000 60 302 — — 
12500 255 „ — 953 292005602 11 312 87 401. — 
136 565 :301 69 126 430 195.) 47 500 — 
5690 12672 I 9sm251.»«587(yz8400517797947z1945—— — 
46i95315409150331261ws3687 200«445- — 
2146 4235, 1370 22955 470377 5685 11 08 1001 1959512— — 
5000 206 J 062 442 1855010 1945 312 8S — 
— — I -k- 94325504—1—— 1005000 
— — — 137 131901 — 51 — — 
5 3500 1 340 14 700 8 6001 — — — — 
5306 6148 588 600 8 8671 71 6785791 16220| 46 — 
15922; 46952386 650 36734 38 76046871 13700/5632 155|— — 
1 180 1 8 389 18250 7 1010 2 —— — 
— — — — 198 2827 30 590 1 254N — 
14651 98380 27 . 493 12241 15% 8701 — — 
9 250— — 5082 6755 319 713 50 — — 
26999 37065 5552 23138431 37 570|16382 24 582265 12380| l0 86005 
440. 329 45 30 0 9% 7502103 72 389 2855—- — 
1 200!) — 20 34000 57 73850 |1 — — — 
4214 99855 — — 18 312 41217| 3458, 7750 5800 7651 — — 
299 457 61 799 3 676 090 892 498 305 037 13 700 
  
  
  
4887 325 Mark. 
  
  
  
4887 325 Mark.
        <pb n="448" />
        — 406 
—— 
Nachweisung der Elfenbeinausfuhr aus dem deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Monat Tanga Pangani Saadani Bagamoyo 
1897 Stuck engl. Pld. Stuck engl. Po.Stück engl. Pid.Stück engl. fe. 
April. 2 14%¼8 1330 229 2077 493 89477 
Mai 3 10 473 400512 286 5013 610 9520% 
Juni 2 293/4 232 2916 122 892¼ 1578 210860/ 
Juli :3 148 283 1903½ 234 2425¼ 531 7718½ 
August 23 152 255 1954% 124 1265 560 74383/ 
September. 13 148¾ 83 1508½ 89 642 1308 23517¼ 
Oktober 7 256 70 687½/ 35 405¼ 518 8870 
Noveniber. 3 I 27½⅛ 214 4047¼ 43 1148½⅛ 348 93593“ 
Dezember 3 69 193 3884 24 68¼ 369 3401½ 
Zusammen 0855⅛½ 1988 22261½2 1186 14536½, 6315 99800½ 
Monat Dar-es-Saläm Kilwa Lindi Mikindani 
1897 Stud engl. Pid. Stück engl. Pfd.NStuck engl. Pld. Stück engl. Pfo. 
April. 11 75½ 40 8578/4 8 69 10 82½ 
Mai 14 96¼ 57 848 8 2952 2 147¼ 
Juni 25 352 20 47 73 # 1356¼ 16 635½ 
Juli 29 3836¼ 148 1445 76 1509¼¾ 1 61½ 
August 56 1084 20 171 92 4869¼ 30 462 
September 43 378¼ 47 1007½ 30 372 2 75 
Oktober 30 319½ 24 377¼ 95 1011 203 2474 
November 22 2757/ 28 2961/1 34. 709 53 5761½ 
Dezember 15 173¾¼ 53 1076 38 976" 23 3681/ 
Zusammen 1! 245 3091½ 1 437 6505/ 454 11163 1 340 48826 % 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat April 1898. 
(Eine Nupie zum Kurse von 1,375 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Scbifffahrts-Holzschlag. ee. 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
Rp. P.] Np. P.] Np. P.] Np. P.]NNp. PNp.P. — Mk. Pl. 
"% " |1 1 I 
Tangg 446. 0 60 73 — 29 50 3 —11607 55 = 15960 8!l 
Pangani 1461 08 6381 49 33 — 4 30 16 04 7896 27 = 10857 58 
Saadani 2370 38 9249 02 — — — — 3 1611622 56 = 15981 45 
Bagamoyo 12739 644 12 — 57 49149 2325066 10 = 34465 90 
Dar-es-Saläm 3520 15418610 +52 206 117 2222445 54 = 30963 0 
Kilwa 4900 36 9480 32 87 — 6262 37 27 — 757 41 = 28541 76 
Lindi. 2177 53 3671 14 26.— 8 15 1 32 5884 50 = 8091 5. 
Mikindani. 2016 50 2124 40 13 — 185 16 — —3339 42 = 59 63 
6 1 · 
Zusammen93 14 101 222272 33109621 15 -150729 20 
— — .—. — — 
40745 Mé Mk.407 MP.9 Mk.12 Ml. D 
68 Pf. 46 Pi. — . 22 Pf.] 83 Pf. # 
Ernennung von Beisitzern in Deutsch-Ostafrika (Südbezirk). 
Verzeichniß der für das Kaiserliche Gericht für den südlichen Bezirk des Schutzgebietes noch ferner 
für das Jahr 1898 durch Verfügung vom 19. bezw. 22. Mai 1898 ernannten Beisitzer: 
— 
Postsekretär Arnold Kleine, 29 Jahre alt, preußischer Staatsangehöriger; 
Zahlmeisteraspirant Max Reich, 28 Jahre alt, sächsischer Staatsangehöriger; 
Kaufmann Paul Fuchs, 25 Jahre alt, hessischer Staatsangehöriger; 
Schreiber Karl Lichtwark, 27 Jahre alt, hamburgischer Staatsangehöriger; 
sämmtlich in Kilwa wohnhaft.
        <pb n="449" />
        — 407 — 
Personalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Kaiserlichen 
Gouverneur v. Puttkamer und dem Konsul in Lagos Ed. Schmidt die Erlaubniß zur Annahme des 
ihnen von Seiner Hoheit dem Herzog-Regenten von Mecklenburg-Schwerin verliehenen Komthur= bezw. 
Ritterkreuzes des Greifenordens zu ertheilen. 
Der Sekondlieutenant Schmidt vom Infanterie-Regiment Nr. 97 ist unter Stellung à la suite 
des Regiments zum Auswärtigen Amt kommandirt worden. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 2. Juli 1898. 
Demmler, Sekondlieutenant, mit dem 20. Juli d. Is. aus dem Königlich Bayerischen Heere ausgeschieden 
und mit dem 21. Juli d. Is. als Sekondlieutenant mit einem Patent vom 1. März 1891 in der 
Schutztruppe angestellt. 
77777y7yTyYTYVVVVV7yyYVy7VyVV7yyYV7TyTVYyYyYVyT TT TV ?TV TWT0TWTV TVT7TWVYVY?YyFVT TTVTVTTYTVY YVY VYV VVYV YVT VY T7VT 
Nichtamtlicher Theil. 
4 « s Der Sekondlieutenant Schmidt vom Infanterie- 
Perspnal-achrichten. |Regiment Nr. 97 und der Kesselschmied Klapproth 
Deutsch-Ostafrika. sind nach Kamerun abgereist. 
Der Anfang d. Is. als Arzt für die Pflanzungen 
in Ostusambara entsandte Dr. Kummer hat seinen 
— — — — 
  
Wohnsitz in Nguelo (Handei) genommen. Cogo. 
Der Landmesser Bertram und der Vermessungs- Der Techniker Küntgen und der Grenzwächter 
gehülse Geist sind in Dar-es-Saläm eingetroffen. Rapp sind in Lome eingetroffen. 
Ramernn. Der Lazarethgehülfe Winkler hat einen Hei- 
Der Steuermann Wendt ist in Kamerun ein= mathsurlaub angetreten. 
  
getroffen. 
  
achrichten aus den deukschen Schungebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Plftafrika. der aktuellen Verhältnisse des neuen Reichslandes 
. »,, gewidmet war, das Bedürfniß nach zuverlässiger 
Ueber die mohammedanischen Rechtsverhältnisse in und eingehender Information über die dortigen 
Ostafrika Rechtsverhältnisse. Daß die Fürsten von Sansibar 
hat der angesehenste Kadi von Sansibar ein Gut= und ihre Beamten ihr sektirerisches Recht dorthin 
achten abgegeben, welches der Direktor des Orien= verpflanzt hatten, war anzunehmen, dagegen gänzlich 
talischen Seminars, Geh. Regierungsrath Prof. Dr. unbekannt, ob der orthodoxe Islam mit irgend einem 
Sachau, mit solgenden einleitenden Worten in den seiner kanonischen Rechtssysteme dort vertreten war, 
„Mittheilungen aus dem Seminar für Orientalische und mit welchem. Man mußte außerdem mit der 
Sprachen zu Berlin“#) soeben veröffentlicht hat: Möglichkeit rechnen, daß z. B. Zaiditisches Recht aus 
Als das Deutsche Reich 1892 die Verwaltung irgend einem Lande Südwestarabiens dorthin über- 
von Ostafrika übernahm, erwuchs für das Seminar tragen worden sein konnte. Nachdem alsdann bekannt 
mit Rücksicht auf denjenigen Theil seines Unterrichts= geworden, daß Schafüttisches Recht gelte, ergab sich die 
items, welcher der Einführung in das Studium weitere Frage, wie das numerische Verhältniß zwischen 
s*sF**d*dd* Ibaditen und Schafiiten war und ob die Rechts- 
— 
) Berlin 1898. systeme geographisch gesonderte Verbreitungsgebiete
        <pb n="450" />
        hatten, wie z. B. in Aegypten das Schafiitische und 
bas Malikitische Recht, oder ob sie überall im Lande 
ohne lokale Sonderung nebeneinander existirten. 
Schließlich welche Rechtskommentare aus der großen 
arabischen Rechtslitteratur waren bis dahin in Ost— 
afrika als kanonisch angesehen und der Rechtsprechung 
zu Grunde gelegt worden? Ostafrika ist von den 
berühmten Universitäten und Lehrzentren der isla- 
mischen Welt weit entfernt, und arabische Rechts- 
codices waren damals noch nicht nach Deutschland 
gekommen, so daß man nicht wissen konnte, welcher 
von den berühmten Rechtslehrern des Islams in 
dem Privatstudium der mohammedanischen Gelehrten 
sowie in den Gerichtshösen des Landes das größte 
Ansehen genoß. 
Nachdem die Bitte um Auskunft über diese 
Dinge unter dem 22. Januar 1893 der Kolonial= 
Abtheilung des Auswärtigen Amtes unterbreitet 
worden war, wurde durch gütige Vermittelung der 
genannten Behörde in Sansibar und Ostafrika eine 
Untersuchung angestellt und das Ergebniß derselben 
dem Seminar durch Schreiben vom 16. Dezember 
1893 und 17. Juni 1895 mitgetheilt. Der Kolonial= 
Abtheilung gebührt der Dank des Seminars für 
diese Vermittelung; in dieser wie in jeder anderen 
Angelegenheit haben die Bestrebungen des Seminars 
bei ihr stets das freundlichste Entgegenkommen und 
die bereitwilligste Unterstützung gefunden. 
Die meisten Muslims empfinden eine gewisse 
Scheu, sich vor Nicht-Muslims über die intimsten 
Fragen ihrer Religion zu äußern. In Sansibar 
konnte außerdem der Umstand eine gewisse Empfind- 
lichkeit erregen, daß die zu beantwortenden Fragen von 
Seiten der Vertreter einer Nation gestellt wurden, 
welche kurz vorher die Herrschaft der Oman-Araber 
und ihrer Fürsten, der Sajsids, auf dem afrikanischen 
Festlande an sich gerissen hatte. Und schließlich lag 
eine gewisse Schwierigkeit bei der Beantwortung 
dieser Fragen auch in dem Gegensatz zwischen Iba- 
diten und Schafiiten, namentlich für die Juristen 
am Hofe des Fürsten von Sansibar, denn sie mußten 
zugeben, daß die Sajjids auch Schafittische Richter 
angestellt hatten, mißbilligten dies aber nach meiner 
Ansicht in ihrem Innern sicherlich auf das Ent- 
schiedenste, durften jedoch unter der autokratischen 
Regierung des Fürsten ihre Ueberzeugung nicht 
äußern, waren also genöthigt, entweder zu schweigen 
oder in schönen Phrasen zu lügen. Wenn troz 
alledem der angesehenste Kadi von Soansibar, der 
hochbejahrte Schaich Jahjä Bin Khalfan, die von 
mir gestellten Fragen in voller Offenheit und Aus- 
führlichkeit beantwortet hat, so fühle ich mich dafür 
ihm wie auch Herrn Referendar Rößler, der die 
Verhandlung mit ihm geführt hat, zu herzlichem 
Danke verpflichtet. Bei der großen Autorität des 
Schaich Jahjä schien es mir angezeigt, sein Re- 
sponsum in deutscher Wiedergabe hier zu ver- 
öffentlichen. 
408 
  
Das Gutachten lautet in Uebersetzung: 
„Im Namen Gottes, mit dessen Erwähnung 
jedes Schriftwerk eingeleitet wird und durch dessen 
Lobpreis man Hülfe zur Erreichung alles dessen, 
was Recht und Wahrheit ist, zu erlangen strebt rc. 
Ein Mann von den Deutschen, denen Gott große 
Macht verliehen hat, hat mich gebeten, ihm darzu- 
legen, ob in diesem Theil von Afrika Schafitisches 
Recht gelte oder Ibaditisches, oder ob an einem 
Orte das eine gelte, an einem anderen das andere, 
und drittens, welches die bei Schafiiten und Iba- 
diten angesehensten Rechtsbücher seien, welche der 
Rechtsprechung zu Grunde gelegt werden. 
Ich erwidere ihm darauf zunächst einleitungs- 
weise das Folgende: Nachdem der Islam sich in 
Sekten gespalten hat, deren Aufzählung uns zu weit 
führen würde, die aber aus der Litteratur wohl be- 
kannt sind, vertreten sie alle die Ansicht, sofern in 
einer Sekte ein Oberhaupt gesetzmäßig schaltet und 
unter den Bewohnern des betreffenden Landes das 
Gesetz zur Anwendung bringt, daß es ihm nicht zu- 
steht, andere Personen zu Beamten und Richtern zu 
machen, als solche Muslims, die den Anforderungen 
des Gesetzes entsprechen, und nicht andere anzustellen, 
als solche Leute seiner Sekte, welche sein Vertrauen 
genießen. Diese Regel gilt bei allen Sekten des 
Islams, denn Jedermann behauptet, daß seine An- 
sicht die allein richtige sei. Daher wird man nie 
finden, daß ein sektirerischer (mu tazilitischer) Beamter 
oder Richter nach einer der vier orthodoxen Rechts- 
lehren entscheidet, noch auch das Gegentheil. Ebenso 
perhorresziren es die Schiiten, einem orthodoxen 
oder ibaditischen Befehlshaber zu unterstehen. Das 
Gleiche gilt von den Ibaditen. Und dieser Grund- 
satz gilt auch für die Dynastien, denn der Fürst 
regiert seine Unterthanen (nach der Gesetzesauffassung 
der Sekte, der er angehört), einerlei, ob ihnen dies 
genehm ist oder nicht. So machen es auch die 
Orthodoxen. Ihr Sultan (der türkische Sultan) 
setzt über keinen Bruchtheil seiner Unterthanen irgend 
einen anderen Beamten als einen Mann seiner 
eigenen Partei, d. i. einen Hanefiten, von seltenen 
Ausnahmen abgesehen. So hat man uns berichtet, 
daß seine sämmtlichen Beamten in Syrien, Aegypten, 
Babylonien und im Hignz wie er selbst Hanefiten 
sind. Dasselbe ist die Praxis in Oman bis auf 
diesen Tag; man nimmt dort die Beamten und 
Richter nur aus der eigenen Sekte (der Ibaditen). 
So ist es unter den Muslims althergebrachte Sitte. 
Der Grund dieser Erscheinung ist folgender: 
Die Spaltung des Islams beruht auf Meinungs- 
verschiedenheiten über die Prinzipien der Rechts- 
bildung wie über einzelne Rechtssätze. Nun kann 
man sich zwar über Meinungsverschiedenheiten über 
einzelne Rechtssätze hinwegsetzen, nicht aber über 
Meinungssverschiedenheiten, betreffend die Prinzipien 
der Rechtsbildung, denn in diesen Dingen kann nur 
Einer Recht haben, nicht Alle. Gott wird am jüngsten 
Tage zwischen den verschiedenen Sekten entscheiden!
        <pb n="451" />
        Die Bewohner der Küste von Ostafrika waren 
Unterthanen der Dynastie Ja rub. Soweit wir 
wissen, haben sie nie andere Muslims als Ibaditen, 
ihre Glaubensgenossen, zu Beamten oder Richtern 
gemacht, denn das entgegengesetzte Verfahren wäre 1 
ein Verstoß gegen die Grundlehren ihrer Sekte, so- 
wie jeder anderen Sekte des Islams gewesen, wie 
wir oben ausgeführt haben. Nachdem dann die 
Herrschaft von den Jarrub auf unsere jetzigen Fürsten, 
die Sajjids, übergegangen war, handelten sie ver- 
muthlich aus politischen Rücksichten für ihre Unter- 
thanen, indem sie?) ihnen schafltische Richter gaben, 
da die Zahl der in Ostafrika wohnenden Schafiiten 
größer ist als diejenige der Ibaditen. Dabei ist 
aber zu beachten, daß die Herrschaft der Sajjids 
von Anfang an eine unbestrittene war (soll wohl 
heißen: daß sie die Macht gehabt hätten, ihr iba- 
ditisches Recht ihren Unterthanen zu octroyiren) und 
daß sie, indem sie ihren Unterthanen eine Konzession 
machten, dies lediglich aus Rücksicht, Milde und 
Edelmuth thaten. 
Die angesehensten ibaditischen Religions= und 
Rechtsbücher, nach denen Du gefragt hast, sind sehr 
zahlreich, ja unzählbar. Ich will Dir nur die be- 
kanntesten nennen: 
1. Bajan-alsar, mehr als 70 Bände, verfaßt 
von Muhammed Ibn Ibrahim Ibn Sulaimänk?). 
2. Almusannaf, mehr als 40 Bände, von Ahmad 
Ibn Müsa'"). Diese beiden Verfasser sind Kinda- 
Araber, und ihre beiden Werke genießen unter den 
Ibaditen in Oman wie anderswo unbedingtes Ver- 
trauen. 
,3. Kitäb-alistikama und Almu 'tabar von Abu- 
Said Muhammed Ibn Sa'id. Diese beiden Werke 
handeln von den Prinzipien der Rechtsbildung und 
sind in ihrer Art ohne gleichen. 
Die späteren Gelehrtengenerationen haben viele 
weitere Werke verfaßt. Um 1240 oder 1260 d. Fl. 
erstand dann ein kenntnißreicher Mann, der den 
Inhalt des Bajän-alsar und des Almusannaf sowie 
der späteren Litteratur zu einem großen Bande 
unter dem Titel 
4. Kämüs-alsar##a vereinigte. Es ist ein ge- 
waltiges Werk von 90 Bänden, das in der Gegen- 
wart allgemeines Vertrauen genießt. 
5. Lubäb-aläthär an-al'ulama’' al'akhjär, vier 
storle Theile, dessen Inhalt zum größten Theil der 
späteren Litteratur entnommen ist. 
6. Kitab gawäbät (— Liber responsorum) 
von Alkhalili, ein Werk, dessen Inhalt (d. i. die von 
dem Verfasser ertheilten Rechtsgutachten) von ver- 
Hüdenen Seiten her zusammengebracht wurde, vier 
e. 
— 
  
Siehe weiter unten. 
Lne ) Gestorben A. H. 508 nach dem Kasf-alghumma, 
izneine Abhandlung über eine arabische Chronik aus San- 
si vv. Studien 1898, S. 15). 
*) Gestorben 557. 
409 
  
Dies sind die Rechtsbücher der östlichen Iba- 
diten. Die Bücher unserer westlichen Glaubens- 
genossen (in Nordafrika), die ebenfalls zahlreich sind, 
führen wir nicht an. 
Was die angesehene schafütische Rechtslitteratur 
betrifft, so sind die folgenden Werke zu neunen: 
1. Alminhäg, von geringem Umfang, aber sehr 
gefeiert, von Alnawawi, dem Kommentator des 
großen Traditionswerkes von Muslim. 
Kommentare dieses Werkes sind: 
2. Altuhfa von Ibn Hagar in zwei oder mehr 
Bänden, sehr angesehen im Higäz, in Hadramaut 
und in Ostafrika; und 
3. Alnihäja, 8 Theile in 6 Bänden, von 
Alramli, sehr angesehen bei den Schafiiten Aegyptens. 
Es giebt außerdem viele andere Werke, von deren 
Aufzählung ich absehe, damit dies Schreiben nicht zu 
lang wird. Dies ist die Antwort, die ich Dir auf 
Deine Fragen zu geben hatte, die ich Dir präsentire 
in der Hoffnung, daß sie Dir wenigstens für den 
Anfang nütze. Ist Dir darin etwas unklar, so gieb 
mir Nachricht, und ich werde Dir in deutlichen 
Worten antworten. 
Eigenhändig von dem gottesbedürftigen 
Jahjä Ibn Khalfän 
Ibn Abi Nabhän Alkharüft.“ 
Geheimer Rath Sachau bemerkt hierzu: 
Diese Darlegung des Schaichs Jahjä bedarf 
keines Kommentars. Sein Hinweis auf den Sultan 
der Türkei ist materiell richtig; der Satz aber, den 
dies Beispiel beweisen soll, daß nämlich das moham- 
medanische Staatsoberhaupt secundum regulam 
nur Mitglieder seiner Sekte zu Richtern ernennen 
kann, gilt zwar für die Ibaditen, indessen für die 
Orthodoxen oder Sunniten nur in beschränktem 
Maße. Es entspricht dem intransigenten Charakter 
des ibaditischen Islams, daß für ihn ein jeder 
Richter, der über die Grundprinzipien des Rechts 
(und des ganzen Islams) andere als ibaditische 
UAnsichten hat. eine absolute Unmöglichkeit ist. Anders 
innerhalb des orthodoxen oder sunnitischen Islams. 
Er hat kein Gesetz, das einen hanefitischen Landes- 
herrn verhindert, z. B. einen malikitischen Richter 
anzustellen, wie thatsächlich die Khedive von Aegypten, 
die als Türken dem Ursprunge nach der Lehre Abü 
Hanifas folgen, stets sowohl schafiitische wie mali- 
kitische Richter angestellt haben. Insofern aber sind 
die Sunniten nicht minder rigoros als die Ibaditen, 
als die Ernennung eines Richters, der außerhalb des 
orthodoxen Islams steht, z. B. eines Schiiten, auch 
für sie eine gesetzliche Unmöglichkeit ist. 
Für eine etwas ausführlichere Mittheilung über 
die schafiitische Rechtslitteratur, auch diejenige, die 
besonders in Ostafrika verbreitet ist, verweise ich auf 
das Vorwort zu meinem „Mohammedanischen Recht“ 
(Lehrbücher des Seminars, Band XVII) S. XIX ff. 
Die Angaben des Schaichs Jahsä sind durch die 
Antworten der auf dem deutsch-ostafrikanischen Fest-
        <pb n="452" />
        lande befindlichen arabischen Rechtsgelehrten, die un- 
behindert und ohne irgend welche Rücksicht auf einen 
arabischen Gebieter ihre Ansicht äußern konnten, 
völlig bestätigt worden. Es ist aus dem Bericht des 
Sulaimän Ibn Näsir in Dar-es-Saläm, speziell aus 
einem an ihn gerichteten Briefe des Schaichs Jahjä 
nachzutragen, daß es der größte der Fürsten von 
Oman aus dem Geschlechte der Sajiids (Al Bü-Saiid), 
Sa'id Jbn Sultän (1804 bis 1856) war, der einigen 
schafütischen Kadis gestattete, Recht zu sprechen über 
Schafiiten wie auch über andere Muslims, die sich 
freiwillig seinem Urtheile unterwarfen. 
Ein weiterer, von dem Bezirkshauptmann von 
Tanga, Herrn W. v. St. Paul, erstatteter Bericht 
über die von mir vorgelegten Fragen ist in den 
„Mittheilungen von Forschungsreisenden und Ge- 
lehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, heraus- 
gegeben von Dr. A. v. Danckelman, 1895, 
Band 8, S. 192 bis 195, veröffentlicht. 
–. —— — — 
Wissenschaftliche Lammlungen. 
Nach einer Mittheilung des Berliner Königlichen 
Museums für Naturkunde hat der Oberarzt in der 
Kaiserlichen Schutztruppe Dr. med. Stierling der 
zoologischen Sammlung des Museums folgende von 
ihm in Uhehe erbeutete Naturalien überwiesen. Am 
22. März d. Is. trafen hier ein: 
38 Säugethierschädel, 
31 Säugethierfelle und Fellstücke, 
151 Vogelbälge, 
und am 18. Mai d. IJs.: 
21 Säugethierfelle, 
5 Säugcthierschädel. 
30 Vogelbälge, 
1 Varanschädel. 
Die Konservirung der Gegenstände war gut. Der 
wissenschaftliche Werth der Sammlungen ist ein sehr 
großer. Die Säugethiere enthielten u. A. eine in- 
struktive Entwickelungsreihe von Schädeln des Ried- 
bocks und Felle von Klippschiefern aus der Regenzeit 
und aus der trockenen Jahreszeit, an denen die ver- 
schiedenen Saisonkleider studirt werden können. In 
zoogeographischer Beziehung wird durch diese Thiere 
bewiesen, daß das Uhehegebiet zur Fauna des Küsten- 
striches gehört. 
Die Vogelsammlungen waren die ersten, die aus 
dem Uhehegebiet hierher gelangt sind. Ihr wissen- 
schaftlicher Werth wird durch die Thatsache erhöht, 
daß durch diese Sammlungen das Vorkommen west- 
afrikanischer Vogelarten in Uhehe nachgewiesen wird. 
Aus diesem Umstande ist auf einen faunistischen Zu- 
sammenhang des Uhehehochlandes mit dem Nyika- 
hochlande im Westen des Nyassasees zu schließen. 
Diese auffallenden Verhältnisse machen die Fortsetzung 
der faunistischen Erforschung jenes Gebictes wün- 
schenswerth. 
40 
  
Die Sammlung enthielt zwei neu entdeckte Vogel- 
arten, von welchen die eine nach dem Entdecker 
Turdinus Stierlingi und die andere Columba 
uhehensis von Professor Reichenow benannt 
worden ist. 
— — 
Die Stationen des Schutzgebietes Ramerun. 
Der stellvertretende Gouverneur Regierungsrath 
Dr. Seitz meldet in einem vom 23. Mai d. Js. 
datirten Bericht über die Lage auf den Stationen 
des Schutzgebietes Folgendes: 
1. Station Rio del Rey. 
Der früher von Old Kalabar aus schwunghaft 
betriebene Schmuggel ist seit Anlegung der Station 
allmählich eingeschränkt worden. Infolgedessen ist 
der Handel in Oel und Kernen, besonders in den 
Monaten Januar bis Mai, bedeutend gestiegen und 
kommen sogar Händler aus den englischen Distrikten 
Creektowm und Obioko zu diesem Zwecke nach Rio 
del Rey. 
Im Hinterlande zieht sich der Handel mit Gummi 
und Elfenbein jedoch noch stets nach englischem 
Gebiete. Die Kalabarhändler gehen den Akwa Yafe 
hinauf bis Esu-Ororop und rüsten von da Kara- 
wanen in deutschem Gebiete aus, die über Okobo 
oder Nkuri gehen. Es ist daher die Errichtung von 
Zollstationen an diesen beiden Orten im Interesse 
des Handels dringend geboten. 
Die Konkurrenz mit Kamerun zwingt die Händler 
im Rio del Rey, kleinere Faktoreien ins Innere vor- 
zuschieben, die jetzt schon bis Mundame, Ekilinwindi 
und Bola (diese drei Orte gehören in den Stations- 
bezirk Johann Albrechtshöh) gehen. Auch werden 
Faktoreien in Okobo und Kunda-Kunda errichtet, und 
ist deren Weiterführung bis zum Croß River, der 
Grenze folgend, geplant. 
2. Station Buêa. 
Das ganze Jahr ist zum Ausbau der Station 
benutzt worden. So wurden das Wohnhaus des 
Stationsleiters, das Assistentenhaus und der Schuppen 
ganz fertiggestellt. Im Januar 1897 wurde mit 
dem Gouvernementshause begonnen. Hierzu gehören 
außer dem Haupthause ein Wirthschaftshaus, ei 
Haus für die Dienerschaft und ein Hühner= und 
Taubenhaus. " 4% 
Nach Ankunft des Herrn Dr. Esch wurde für 
diesen ein Laboratorium nach eigener Angabe errichtet. 
Außerdem wurde errichtet: Eine Kaserne, ein 
Gefängniß und ein Werkzeugschuppen. Um ferner 
die in der Regenzeit gemachten Ernten an Kartoffeln 
und Mais vor Verderbniß durch Nässe zu schützen, 
wurde ein Trockenhaus mit Feuerungsanlage erbaut. 
Diese Anlage hat sich bereits in der letzten Regenzeit 
sehr gut bewährt; ferner wurden ein Arbeitshaus und 
ein Amtshaus mit Palaverhalle gebaut.
        <pb n="453" />
        Auch das Assistentenhaus erhielt in diesem Jahre 
einen Anbau. 
Der Pferdestall ist vollendet. Dem Viehstall 
fehlt die innere Einrichtung, die nach der Angabe 
des zu erwartenden Viehwärters hergestellt werden 
soll. Vor dem Gouvernementshaus hat Gärtner 
Lehmbach einen Park (hauptsächlich Grasplätze mit 
Blumen) angelegt. Es sind weitere Strecken urbar 
gemacht und mit Mais und Kartoffeln bepflanzt worden. 
Der Kaffee steht gut und dürfte im nächsten Jahre 
tragen. Er hat heuer schon die ersten Blüthen. 
Ebenso gedeihen die durch Herrn Konsul Spengler 
übersandten Gewächse, besonders Rosen, Veilchen und 
Erdbeeren. 
Zum Zwecke wissenschaftlicher Beobachtungen wurde 
von Dr. Esch eine Hütte an der Kante des ersten 
Gebirgsplateaus errichtet und eine weitere auf dem 
Pik selbst. 
Die Arbeitslöhne wurden im Laufe des Jahres 
bedeutend herabgesetzt. 
Die Station hat auch den Wegebau bis auf der 
Strecke Victoria — Busa eifrig gefördert. Diese ist 
jetzt durchgehends mit Reitpferden passirbar, und ge- 
langt man in 3½ Stunden von Victoria nach Bucsa. 
Auch die Wege nach den nächsten Dörfern sind zu 
Pferde gut passirbar. Die Bevölkerung ist völlig 
ruhig und friedlich. 
Zu der Anlage der Plantage „Soppo“ verhielt 
sich die Bevölkerung anfänglich etwas ablehnend, und 
war es schwer, Arbeiter für dieselbe zu bekommen. 
Jetzt hat sich dies geändert. 
Der Gesundheitszustand der hier dauernd sich 
aufhaltenden Weißen war durchaus günstig. Es gab 
weder Malaria noch eine andere Tropenkrankheit. 
Die Regenzeit war günstig, so daß während der- 
selben andauernd gearbeitet werden konnte. 
3. Station Johann Albrechtshöh. 
Im Bezirke sind zur Zeit vier Weiße, der 
Stationsleiter, Herrn Conradts Frau und Mutter 
und in Mundame ein Faktorist der Firma Jantzen &amp; 
Thormählen. Der Gesundheitszustand der Station 
war ziemlich gut. 
Die Eingeborenen des Bezirks waren bis vor 
Kurzem fanatische Fetischanbeter, doch hat dies seit 
Gefangennahme Makias sehr nachgelassen. Der 
Häuptling Makia ist inzwischen in Campo gestorben. 
In Mundame sind in der Faktorei meist Bali- 
leute als Arbeiter thätig. Handelsobjekte waren: 
Kautschuk, Palmöl und Kerne, etwas Elfenbein und 
Ebenholz. 
Die Eingeborenen wurden angehalten, ihre Wege 
zu verbessern. Der Hauptweg von Mundame nach 
der Station ist jetzt selbst für Pferde passirbar. Nur 
muß der Kumbafluß eine ordentliche Brücke erhalten. 
Die Firma Jantzen &amp; Thormählen hat bei 
Mundame eine Kakaopflanzung begonnen, und sollen 
bereits etwa 1000 Bäume angepflanzt sein. 
411 
  
Die Basler Mission beabsichtigt, in Mokonje einen 
schwarzen Lehrer zu stationiren. 
Es kommen wenig Palaververhandlungen der 
Eingeborenen vor die Station. 
Die Station hat an Arbeitern außer einem kleinen 
Stamme von elf Wayjungen theils Bali-, theils 
Kumbaleute. Es ist daher nie Mangel an Arbeitern. 
Angepflanzt sind etwa 3000 Bananen, deren Früchte 
zur Verpflegung der Arbeiter dienen, dazwischen 
stehen etwa 200 1¼ jährige Kaffee= und Kakao- 
bäumchen. Zu Beginn der letzten Regenzeit wurden 
noch etwa 1000 Kaffeebäumchen angepflanzt, die 
allerdings noch sehr schwach waren. Der erst ge- 
pflanzte Kaffee hat sich sehr schön entwickelt, sogar 
schon stellenweise geblüht, und hofft der Stationsleiter, 
Ende der nächsten Trockenzeit eine kleine Erstlings- 
ernte als Probe nach Deutschland senden zu können. 
Augenpblicklich ist noch ein Sack Saatkaffee in Beeten 
ausgepflanzt. Auch sind größere Felder klar gemacht, 
um Mitte der Regenzeit Mais, Bergreis und Erd- 
nüsse zu pflanzen. 
Von der Station nach dem See zu befinden sich 
Viehweiden. Die vier Stück Rindvieh, welche augen- 
blicklich auf der Station sind, sollen in gutem Zu- 
stande sein. Ein Stall für dieselben ist gebaut. 
Daneben ist ein Schweinehof mit Stall. Die Gemüse 
im Stationsgarten gedeihen zufriedenstellend. Im 
Garten sind etwa 100 Kautschukkerne eingepflanzt. 
Der Stationsleiter glaubt mit der Zeit sowohl Milch- 
als auch Zugvieh züchten zu können. 
Am Ausfluß des Sees ist ein kleiner Wasserfall, 
dessen Kraft leicht nutzbar gemacht werden könnte. 
4. Station Yaunde. 
Ueber die Verhältnisse auf der Station Ya#nde 
und Umgebung giebt der Bericht des Premierlieute- 
nants Dominik vom 16. April d. Is., der mit 
nächster Post eintreffen wird, nach allen Richtungen 
hin Aufschluß. 
5. Station Lolodorf. 
Das Verhältniß zu den umliegenden Stämmen 
ist nach Niederwerfung der Bane und Buli durchaus 
friedlich. Die Entwickelung der Station hat infolge 
des Aufstandes der Bane und der damit verbundenen 
Kämpfe einen gewissen Stillstand erfahren. Zur Zeit 
werden alle Mittel darauf verwandt, die eingestürzten 
Lehmbauten der Station durch Ziegelbauten zu ersetzen. 
6. Station Campo. 
Die politischen Verhältnisse sind gute, und ist 
daher der Handel im Aufschwung begrissen. Es 
sind während des Berichtsjahres sowohl die bestehen- 
den Faktoreien vergrößert, als auch neue errichtet 
worden. 
Da die meisten Waaren vom Norden eingeführt 
werden, legen Dampfer hier selten an. Dies dürfte 
sich ändern, sobald die geplante Faktorei der Firma 
Woermann ins Leben tritt.
        <pb n="454" />
        412 
Die Plantage des Herrn Küderling zählt be= beabsichtigt, Ziegelsteine von Campo nach Kamerun 
reits 18 000 bis 20 000 Kakaobäume und verspricht 
günstige Resultate. - 
Die Versuche, Ziegelsteine zu brennen, sind ge- 
lungen, so daß in den nächsten Jahren sämmtliche 
Stationsgebäude, die bisher nur aus Bambus und 
Matten hergestellt wurden, ohne nennenswerthe Kosten 
durch solide Bauten ersetzt werden können. Auch ist 
einzuführen. 
  
  
  
  
Von der Güte der Proben, welche 
demnächst nach Kamerun geliefert werden sollen, der 
Höhe der Herstellungs= und Transportkosten wird 
es abhängen, ob die Fabrikation von Ziegelsteinen 
in Campo für Lieferung von Baumaterial im Großen 
in Betracht kommen kann. 
Verzeichniß der im Schutzgebiete Ramerun thätigen Dandels- und Erwerbsgesellschaften nach dem Stande 
am Anfang 18398. 
  
  
  
  
  
  
  
* Firma bezw. Gesellschaft, Niederlassungen Europäisches Farbiges 
. g Sitz derselben in Europa im Schutzgebiete Personal Personal 
Bezirk Kamerun. 
1. s Rider Son &amp; Andrew, 4 Queen Sauare, Kamerun S. Smith, J. Austice, — 
Bristol, England H. Bengston 
Jebare — R. Ankrah, Kommis 
Bonandale — J. J. Addo, 
Mungo — Joe Bell, OD 
Malimba — J. J. Thompson,- 
Wuri, Jabassi, — Cauhook Mulloby, 
151 Nedeliff Parade, Brisol Bonangando — J. Mukuri, Kommis 
" W. King, Redclisf Paradc, Bristo Kamerun Buchau, H.C. Powel — 
Mungo F . " J. Mulloby 
.. Malimba — M. Songo 
3.John Holt &amp; Co., Old Castle Building, Kamerun N. H. Dravett Joe Garner 
26 Preesons Row, Liverpool A. E. Daniels A. Almeida 
D##bobor 7*9| Loward — 
4. Adolph Herschell, 20 Redcroß Street, (kor J. W. e O. George 
Liverpool Belldorf, Hickory KR. Harrison A. Pregh 
Alv BVonambant H. Aslaksen J. K. Black 
5.] David Jones &amp; Co., 43 Slater Street, a bert. Bonukan W.E.Evans, H.Busch, — 
Liverpool " aheeinn, 
. Stramger » « 
Jebare, Bonandale — 8 Mam Gonsch 
6. Jantzen &amp; Thormählen, Hamburg, Gras- gnuri. G. Kaack, — 
keller 21 Mund t W. R. Nielsen d. Munchow 
7.Deutsch-Westafeikanische Handelsgesell, Nundame, Mkome K. Gredin * s( 
schaft m. b. H., Hamburg, Bergstraße 9 Akwadorf Th. Dinse — 
idod „M.Fri — 
8.C. Woermann, Hamburg, Reichenstraße 23/27 Düdobor A r—“ — 
Kamerungeschäft Belldorf F. Graff, J. Rolef — 
ae A. zmmann – 
odo . Jun – 
Bonendale G. V. Ar#s Mona N'dumbe, is 
Sanagageschäft Edea H. E. Hirsch Kommi 
Mangale — Milhelm 
Malimba Lütge, C. Oswaldd Sierra Leone-Mann 
Mongo Marjo — Essoli 
. Ndokobuare — Codioe „ 
9.. H. Westphal, Hamburg, Deichstraße 13. . Kamerun (Didodorff) A. Wegener Ficdeic, Esala 
10. Baseler Missionsagentur, Basel, Schweiz Kamerun W. Hies LanmWillams 
Eyan 
11.. Baptisten-Missionsagentur, Berlin O Kamerun C. H. Schwarz Sone Kuo 
12. Kamerun-Hinterland-Gesellschaft, Berlin Malimba R. Bause James Exre 
W., Potsdamerstraße 66 R. Meckelmann William Tateo 
Edea G. Mathieu John Menanga
        <pb n="455" />
        413 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
□— 
* Firma bezw. Gesellschaft, Niederlassungen Europäisches Farbiges 
Sitz derselben in Europa im Schutzgebiete Personal Personal 
Bezirk Victoria. 
13. C. Woermann, Hamburg, Reichenstraße 23/27, Victoria Ch. Janßen, R. Voß — 
Victoriageschäft Bimbia, Bwinga, — — 
Teeko, Ngeme — — 
14. The Ambas Bay Trading Co. Ltd., Victoria R.Lange, R.Creutzige — 
Liverpool-Manchester uSchmidt 
N'Binga W. Booth, Ch. Higgius — 
Teeko, Ngeme H. Bradschaw — 
15. Kamerun= Land= und Plantagengesell= imbiapflanzung, E. Friederici Nur Plantagen- 
schaft in Hamburg bestehend aus den L. O. Köthe arbeiter und 
Farmen zu Kriegs- Willy Schubert Handwerker 
schiffohafen und 
Z Mbamba H. Rehbein, F. Mörsche – 
16.|Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Bibundi H. Rackow, O. Matzat,c Nur Plantagen- 
„Bibundi“ in Hamburg W. Heim, M. Wenke arbeiter 
Isongo W. Kundler 
% ç Mokundange H. Refior, K. H. Vietze 
I.. Linnell &amp; Co. Debundja G. Linnell, A. Ackerur Plantagen- 
mann, K. G. Schütt arbeiter 
18.] Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Victoriapflanzung A. Bornmüller Nur Plantagen- 
„Victoria“, Berlin W., Potsdamerstr. 121e F. Ehrlicher arbeiter 
K. Kionka, J. Eckert 
Limbepflanzung J.Netz, A. v. Gerhardt, — 
M. Borm, E. Kionka 
Buanapflanzung F. G. Kretschmar — 
A. Böcklen, W. Wiese 
M. de Silva, 
E. Feldhahn 
H. E. Stolzenburg 
K. Müllauer, L. Hügel 
19.Günther 4&amp; Rausch, Berlin Soppo Günther, J. F. Strauß Nur Plantagen- 
Fürholzer arbeiter 
20. Ambas Bay Dev. Association Ltd. Rio del Rey R. Formann —1 
Liverpool H. L. Jouet — 
R. W. Boucher — 
Moko J. Eck — 
Macombi F. Cohn — 
Boa F. N. Lowe — 
Mokove — J. C. Larty 
Bonge — E. W. Aule 
Baihee — J. Hollest, E. London 
Krebenm aisrn J. Engmann 
21.Deutsch-Westafrikanische Handelsgesell- Rio del Rey Liander — 
. b. H. urg, Bergstraße 9 N.Johansson, E.Krull 
schaft m. b. H., Hamburg, Bergstraß Ndobe E. Wetterhall — 
Bonge K. Ahrens — 
N'dian G. Zetterström — 
Bavo — Th. Andomy 
Bolo E. Andrade — 
Matutin — G. Johnson 
Bezirk Kribi. 
22.A. &amp; L. Lubcke, Hamburg Klein-Batanga H. Lubcke, A. Hobitz — 
feauch * Etima — Kaka, Gabunmann 
Nr.30 Jassuku – Elesa, Malimbamann 
Ebea — sch Amba, Gabunmann 
233. « Longii H. Taylor, Paaschen — 
andad &amp; Stein, Hamburg Paucde A. Jaasch 
Dehane — Bonny 
Kribi — Ndehude 
Groß-Batanga — Elobi 
Campo, Lolodorf — — 
Luambo — Nakatje 
Mekani — Elissala 
24. . Woermann, Hamburg, Batangageschäft. Alein Iatang G. Zieriacks Simon 
Ebea, Lolodorf K. Baer — 
Mande, Londji — Lobango
        <pb n="456" />
        414 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
* Firma bezw. Gesellschaft, Niederlassungen Europäisches Farbiges 
Sitz derselben in Europa im Schutzgebiete Personal Personal 
Se 
25..C. Woermann &amp; Co., Hamburg. Plantation Hadeler — 
Groß-Batanga — Marschah 
Campo Laackmann — 
Lolodorf — Bery 
Maünde — Walker 
26. Karl Maaß, Hamburg. Kribi C. Wilke, Herrendor* — 
Buambe — Roberts 
Bane O. Dunkhorst — 
Ihlenfeldt 
Yaunde Reinhardt – 
Lolodorf, Buley, — 
Mabealand, Madona — 
27. Küderling &amp; Co., Campo (Bata) Campo Becker — 
Groß-Batanaa — Boballa 
28. Hatton &amp; Cookson, Liverpool Wasserfall L. Johnson — 
Buambe — Ecoi 
Kribi — Daniel 
Londji — Ecoi 
. Bocombe — Davis 
29. John Holt &amp; Co., Liverpool Groß-Batanga E. Boothby — 
Plantation — Bopali 
Kribi — Elika 
Bapuke — Mepinda 
Nbungatown — Mango 
« Campo — Etuga 
30.A. &amp; L. Lubcke, Hamburg Plantation A-Dacqué, Goldmann — 
s. auch Longji — Robinson 
Nr.22 Kribi — Wimbo 
Groß-Batanga — Nitta 
Campo — Fa Quashi 
Mande e ich. Quashi 
Pap Jos. Ngumbe.“) 
  
  
  
  
  
Deuksch-Züdwellkafrika. 
Ueber den Feldzug gegen die Swartbooi-ottentotten 
vom Dezember 1397 bis März 1898 
liegen folgende Berichte vor: 
Im Jahre 1895 hatte der Kapitän David 
Swartbooi in Otjitambi der Landeshauptmannschaft 
einen Vertrag angeboten, in dem er sich unter 
deutschen Schutz stellte und sich der deutschen Regie- 
rung verpflichtete, gegen ihre Feinde mit seinem 
Stamme zu Hülfe zu kommen, wenn sie dessen be- 
dürfte. Der Vertrag wurde in diesem Sinne ab- 
geschlossen, obwohl bekannt war, daß die Kapitän- 
schaft David Swartboois nur von einem Theile 
seines Stammes anerkannt wurde, und daß der 
andere Theil desselben sich zu dem Lazarus Swart= 
booi in Franzfontein hielt. Das regierungsfreund- 
liche Verholten des David veranlaßte die Landes- 
hauptmannschaft, durchzusetzen, daß er auch von dem 
ihm abgeneigten Theil seines Stammes als Kapitän 
anerkannt wurde. Es geschah dies im September 
des Jahres 1896. Als jedoch die Maßregeln gegen 
die Rinderpest dem Stamme einige geringe Ver- 
pflichtungen auferlegte, fanden diese die Mißbilligung 
hauptsächlich der alten Anhänger des David, da sie 
eine Beeinträchtigung ihres ungebundenen Lebens 
)pFAußerdem sind in dem Hinterlande 
und die holländische Firma Gebr. Bakels thätig. 
  
befürchteten. Die Unzufriedenen gingen so weit, zum 
Bruch mit der deutschen Regierung zu drängen. 
Dagegen verhinderten die Anhänger des Lazarus 
Swartbooi im April 1897 den Ausbruch von 
offenen Feindseligleiten. Die inzwischen im Norden 
eingerichtete Bezirkshauptmannschaft in Otjio war 
von mehreren Seiten über die Anschläge der Swart= 
boois unterrichtet worden. Im Mai 1897 erschien 
daher der Hauptmann v. Estorsf mit 20 Reitern 
in Otjitambi, verhaftete einen der Hauptauswiegler 
und bestätigte hier wie in Franzfontein die Richtig- 
leit der ihm gemachten Angaben. Der Kapitän gab 
dem Hauptmann v. Estorff gegenüber selber zu, 
daß er den Vertrag habe brechen wollen, und dat 
um Verzeihung. Er wurde jedoch abgesetzt und 
Lazarus Swartbooi an seiner Stelle zum Kapitän 
erwählt. Als dann David versuchte, einen Theil 
des Stammes zur Auswanderung nach dem Groot- 
berge zu veranlassen, und der frühere Unterkapitän 
Keisib in Otjitambi dies thatsächlich vollführte, wurde 
David verhaftet und nach Windhoek gebracht. Vier 
seiner Anhänger wurden in Otjo zu zwei Monaten 
Zwangsarbeit verurtheilt. Die Swartboois ver- 
hielten sich, während die Kräfte der Bezirkshaupt- 
mannschaft durch die Bekämpfung der Rinderpest 
  
außerordentlich in Anspruch genommen wurden, im 
(in der Südostecke des Schutzgebietes) die belgische Firma Leclaire
        <pb n="457" />
        Uebrigen ruhig. Als das Fortschreiten der Impfungen 
dies nöthig machte, wurde im August 1897 das 
Distriktskommando Franzfontein eingerichtet, bestehend 
aus dem Lieutenant Grafen v. Bethusy-Huc als 
Distriktschef, 1 Unteroffizier, 4 deutschen Reitern und 
6 Namareitern. Die Besatzung des Distrikts nahm 
die Bekämpfung der Rinderpest in der Gegend von 
Franzfontein auf und stellte fest, daß die Swartboois 
sich noch immer ruhig verhielten. 
Anfang Oktober war die 4. Feldkompagnie am 
Waterberg im Hereroland gewesen und Mitte Oktober 
wieder in Otio eingetroffen. Nach Zurücklassung 
eines Kommandos am Waterberg unter Lieutenant 
Eggers verfügte sie jetzt in Otjo über etwa 
70 Reiter, aber nur etwa 30 Pferde, welche sich in 
einem äußerst mangelhaften Zustande befanden, da 
ihre Kräfte bei Bekämpfung der Rinderpest über- 
mäßig in Anspruch genommen waren. Zwar waren 
Ende September 60 argentinische Maulesel nach 
Otio überwiesen, allein in einem solchen Zustande, 
daß nur ein ganz geringer Bruchtheil verwendet 
werden konnte, und diese Zuweisung somit keine 
Abhülfe schaffte. Die Frühregenzeit blieb aus, die 
Weide wurde immer mangelhafter, so daß sich die 
Pferde durchaus nicht erholen konnten. 
Im November kamen Nachrichten aus Franz- 
sontein, daß sich dort etwa 50 Hereros aus der 
Gegend von Omburo eingefunden hätten und sich 
übermüthig aufführten. Die Bezirkshauptmannschaft 
war sich der Nothwendigkeit bewußt, wieder eine 
stärkere Macht im Gebiet der Swartbooi-Hottentotten 
auftreten zu lassen, allein der Mangel an Pferden 
und der Zustand der vorhandenen Pferde erlaubte 
zur Zeit keine Unternehmung. Am 24. November 
traf aus Franzsontein die Meldung ein, daß daselbst 
Unruhen ausgebrochen seien und sich einige der 
dortigen Hottentotten im Aufruhr gegen ihren Kapitän 
Lazarus Swartbooi befänden. Noch an demselben 
Tage brach Hauptmann v. Estorff mit 50 Reitern 
und einem Geschütz nach Franzfontein auf, aber schon 
an dem ersten Tage versagten viele Pferde, und nur 
mit 20 Reitern auf gänzlich ermatteten Pferden ver- 
mochte er am 28. November Franzfontein zu er- 
reichen. Ein großer Theil der dortigen Hottentotten 
hatte den Platz verlassen und bezeugte seine Feind- 
seligkeit durch Viehdiebstähle an dem Eigenthum der 
Anhänger des Kapitäns. 
Diesem waren etwa 30 waffenfähige Männer 
teugeblieben. Im Laufe der nächsten Woche traf 
der Rest der Kompagnie mit Fußmarsch und in 
Begleitung des Geschützes und eines Proviantwagens 
in Franzsontein ein. In Otjo verblieb mit Kranken 
eine Besatzung von etwa 20 Köpfen unter dem 
Zahlmeisteraspiranten Nürnberger. Es wurden 
nun mit den Häuptern der aufrührerischen Hotten- 
totten Verhandlungen angeknüpft, um womöglich den 
Ausbruch eines Krieges noch zu verhindern. Die 
Häupter der Aufrührer waren Samuel Swartboot 
und Joel Swartbooi. In die Nähe von Keium, 
415 
  
wo der Händler Sabatta zahlreiches Vieh stehen 
hatte, wurde eine Besatzung von 10 Reitern gelegt. 
Zeit und Umstände waren äußerst ungünstig für die 
Kriegführung, welche auch im Gelände die größten 
Schwierigkeiten finden mußte. Franzfontein liegt an 
einem Gebirgszuge, welcher, anfangs aus einer Kette 
bestehend, dann sich aber immer mehr ausbreitend 
nach Westen zu fortsetzt und mit der großen Gebirgs- 
landschaft des mittleren Kaokofeldes in Verbindung 
steht. Auch die Gegend nordwestlich Franzfontein 
ist gebirgig, während sich östlich der Linie Franz- 
fontein—Otjitambi und nördlich der Gebirgskette 
Franzfontein—Otjo eine weite Fläche ausbreitet, 
über welche die Wege von Otjo nach Franzfontein 
und von Otjo nach Otjitambi heranführen. Den 
Aufrührern war die mangelhafte Ausrüstung der 
Kompagnie mit Pferden wohl bekannt und sie waren 
sich der Vortheile wohl bewußt, die ihnen das Ge- 
lände bot. Deswegen hatten die Vorstellungen und 
Warnungen auf sie keiuen Einfluß mehr, und in der 
Nacht zum 3. Dezember stahlen sie die Pferde und 
Esel der Kompagnie, welche eine Stunde von Franz- 
fontein im Felde weideten. 
Hauptmann v. Estorff betrachtete dies als den 
Ausbruch des Krieges und brach am Nachmittage 
des 3. Dezember mit der Kompagnie (40 Köpfe) 
und etwa 20 Hottentotten unter Führung des 
Kapitäns Lazarus auf, um im Fußmarsch Aub zu 
erreichen, wo sich die Hauptwerft der Aufrührer be- 
finden sollte und wohin man glaubte, daß die Pferde 
abgetrieben seien. Das Geschütz folgte, mit Ochsen 
bespannt. In Franzfontein verblieb eine kleine Be- 
satzung. Eine Patrouille unter Unteroffizier Wesch, 
bestehend aus 2 deutschen Reitern und 6 Hotten- 
totten, sollte der Spur der abgetriebenen Pferde 
folgen und sich dann nach Aub an die Kompagnie 
heranziehen. 
Der erste Zusammenstoß mit dem Gegner führte 
zur Erstürmung von Ehobib in der Nacht vom 
4. zum 5. Dezember 1897, über welche Hauptmann 
v. Estorff, wie folgt, berichtet: 
„Nach 26 stündigem Gewaltmarsch erreichte die 
Kompagnie am 4. Dezember abends die Wasserstelle 
Aub. Die dortige Werft war soeben verlassen 
worden, eine Staubwolke zeigte den Rückzug des 
Feindes an, in der Richtung auf Ehobib. Nach 
kurzer Rast brach die Kompagnie wieder auf; das 
Geschütz, dessen Bespannung ganz erschöpft war, 
blieb zurück. Nach vierstündigem Marsch wurde ein 
Wasser dicht bei Ehobib etwas vor Mitternacht er- 
reicht. Die Spitzc, von Lieutenant Graf v. Bethus y- 
Huc geführt, hatte festgestellt, daß die eine Viertel- 
stunde weit entfernte Werft noch besetzt sei. Ich 
befahl, auf die Werft vorzugehen, um dieselbe zu 
stürmen. Die Spitze unter Graf v. Bethus y-Huc 
ging in dem trockenen Flußbett vor, die Kompagnie 
folgte in Kolonne auf 20 Schritt; dahinter die 
Hottentotten, das Seitengewehr war aufgepflanzt.
        <pb n="458" />
        Der Vormarsch erfolgte vorsichtig und langsam, und 
in der Nähe der Werft wurde der Untergang des 
Mondes abgewartet. Der Feind hatte zahlreiche 
Wachtposten mit Hunden aufgestellt, deren Gebell 
uns aber die Lage der Werft anzeigte. Die Kom- 
pagnie erreichte endlich am Fuß einer Bergkette 
entlang, die Werft links umgehend, eine Gruppe von 
Felsblöcken. Hinter diesen jedoch hatte sich der Feind 
aufgestellt, die Kompagnie war links neben die Spitze 
gerückt, als uns auf 8 bis 10 Schritt Entfernung 
das Feuer des Feindes entgegenschlug; die Gruppe 
Felsblöcke wurde durch die Schüsse wie durch ein 
Feuerwerk erleuchtet; aber ehe der Feind zum zweiten 
Male laden konnte, hatte sich die Mannschaft über 
die Felsblöcke weg mit Hurrah auf ihn gestürzt. 
  
Erläuterungen: 
Kompagnie. 
Spitze. 
Feind. 
118 
416 
  
  
Ich ließ die Berge besetzen, welche die Werft und 
das Wasser daselbst beherrschten. Lieutenant Graf 
v. Bethusy-Huc ging mit einer starken Patrouille 
durch die Werft umd stellte fest, daß dieselbe vom 
Feinde verlassen war. Bei Tagesgrauen wurde die 
Beute zusammengetrieben. Fast alle Pferde und Esel 
befanden sich nunmehr wieder in unseren Händen. 
An Vieh wurden 100 Rinder und an 600 Stück 
Kleinvieh erbeutet. Mehrere Gewehre und Munition 
waren von dem flüchtenden Feinde zurückgelassen 
worden. — 
Lieutenant Graf v. Bethusy-Huc stellte durch 
einen Patrouillenritt fest, daß jener in großer Hast 
in nordwestlicher Richtung geflohen war. Sein durch 
Blutspuren bezeichneter Weg führte durch enge Fels- 
Kroki des Gefechts bei Ehobib am 5. Januar 1897. 
Der Feind ließ es nicht zum Handgemenge kommen, 
sondern verschwand in großer Eile in der Dunkel- 
heit. So gelang es, nur einen Gefangenen zu 
machen, welchen ich an der Kehle ergriffen hatte, ehe 
er sich aus seiner Deckung erheben konnte. Trotz 
der nahen Entfernung hatte der Feind in der 
Dunkelheit und bei seiner Aufregung meistens vorbei- 
geschossen. Jedoch fiel der Reiter Ludwig, durch die 
Brust geschossen, und der Gefreite Schwibbe und ich 
wurden durch Streifschüsse leicht verwundet. Beim 
weiteren Vorgehen fielen noch einige Schüsse auf 
uns, welche stets mit einem Anlauf unter Hurrah 
beantwortet wurden. Bald aber schwieg das Gefecht, 
welches kaum zehn Minuten gedauert hatte; von 
unserer Seite waren nur einige Schüsse gesallen. 
  
schluchten in der Richtung auf die Wasserstelle Anabis. 
Ich versprach mir von einer direkten Verfolgung des 
leichtfüßigen Gegners keinen Erfolg. Die Kompagnie 
blieb daher am 5. Dezember in Ehobib stehen und 
ging am 6. nach Aub zurück; von hier wurde das 
Beutevieh nach Franzfontein abgetrieben, die Kom- 
pagnie aber setzte sich am 8. Dezember in der 
Richtung auf Otjitambi in Marsch. 
Weniger glücklich war der Patrouillengang des 
Unteroffiziers Wesch verlaufen. Seine Patrouille 
bestand aus dem Gefreiten Kunadt, dem Gefreiten 
Bönsch, zwei Namasoldaten und vier Hottentotten. 
An der Wasserstelle Narachaams hatte der Unter- 
offizier Wesch die Spuren der gestohlenen Pferde 
gefunden und war ihnen in der Richtung auf Aub
        <pb n="459" />
        — 417 — 
liche Schaar vom Vorgehen ab. Die ihm beigegebenen 
gefolgt. In der Nähe von Klein-Aub angelangt, 
sechs Hottentotten waren währenddessen verschwunden 
war die Patrouille am Vormittage des 4. Dezember, 
  
durch Anstrengung und Durst erschöpft, in einen nund sind wahrscheinlich zum Feinde übergegangen. 
Hinterhalt der feindlichen Hottentotten gerathen, als Unteroffizier Wesch hatte sich auf einen Berg zurück- 
W 
7. 
      
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die Kompagni icht erreicht hatt. Der, gezogen, dann den ganzen Nachmittag die Hotten- 
——— 8 totten von sich abgehalten und einen von ihnen 
Cefrite Kunadt und der Gefreite Bönsch fielen 
in seindlichen Feuer; Unteroffizier Wesch, obwohl 
zweimal verwundet, hielt durch sein Feuer die feind- 
erschossen. Am Abend ging er wieder vor, um nach 
dem Gefreiten Kunadt zu sehen, welcher neben ihm
        <pb n="460" />
        — 418 
erschossen worden war; er fand ihn aber nicht mehr, 
da die Feinde seine Leiche ein Stück weit mit- 
genommen hatten. Wesch, welcher die Gegend nicht 
kannte und nicht wußte, daß die Kompagnie in- 
zwischen in Groß-Aub angelangt war, kehrte nach 
Franzfontein zurück, wo er vollständig erschöpft an- 
langte.“ 
An 8. Dezember hatte die Kompagnie Tsaub 
erreicht und verblieb dort bis zum 11. Dezember. 
Während dieser Zeit traf das nach Gaus entsendete 
Kommando wieder ein, sowie der Lieutenant Eggers, 
welcher am Waterberg im Hererolande abkommandirt 
gewesen war. Sehr unangenehm wurde der Umstand 
empfunden, daß weder in Ehobib, noch Aub, noch 
jetzt in Tsaub genügend Wasser vorhanden war, um 
Pferde und Ochsen der Kompagnie satt zu tränken. 
Am 12. Dezember marschirte diese daher nach Otji- 
tambi, und nachdem sie sich aus zwei von Otio 
kommenden Wagen verproviantirt hatte, brach sie am 
17. Dezember nach Khauas-Okara auf. Es geschah 
dies in der Absicht, unter Umgehung des Gebirges 
nach dem Grootberge zu gelangen, wo man die 
Hauptwerft der Aufrührer vermuthete. Der kürzere 
Marsch durch das Gebirge war der Kompagnie ver- 
schlossen, welche eine Proviantkolonne mit sich führen 
mußte. Die Kompagnie, 70 Köpfe stark, war be- 
gleitet von 29 Hottentotten. Sie führte ein Geschütz, 
einen Wagen und eine Karre mit sich. Da sie nur 
über 16 Pferde und 25 Esel verfügte, mußte ein 
Theil der Mannschaft zu Fuß marschiren. Drei 
Wagen mit denjenigen Sachen, welche die Kompagnie 
nicht mit sich führen wollte, und nur schwach be- 
laden, gingen nach Franzfontein. 
Ueber die weiteren Ereignisse giebt der vom 
Hauptmann v. Estorff unter dem 23. Dezember 1897 
aus Franzfontein erstattete Bericht, welcher im Wort- 
laut folgt, Aufschluß. 
„Am 17. Dezember abends wurden die beiden 
aus Otjo gekommenen Wagen unter Bedeckung des 
Unteroffiziers Weigt, Gefreiten Stock und Reiters 
Nosper über Tsaub (Simons-Werft) zurück nach 
Franzfontein geschickt. Der Feind war durch seine 
Kundschafter (in den Bergen sitzende Klippkaffern) 
genau von meinen Bewegungen unterrichtet worden. 
Eine feindliche Abtheilung unter Führung von Joel 
Swartbooi hatte in meinem Rücken Tsaub erreicht, 
und es gelang ihr am 18. Dezember, die beiden 
Wagen zu überfallen. Unteroffizier Weigt und 
Gefreiter Stock fielen, Reiter Nosper wurde durch 
mehrere Schüsse schwer verwundet. Ein Theil des 
Proviants, acht Gewehre NM/88 und eine Kiste Pa- 
tronen 3/71 ward von ihm fortgeschafft, 24 Treck- 
ochsen abgetrieben. Dem Boeren Mac Douval und 
der Wwe. Smith wurde mit einem Wagen gestattet, 
nach Franzfontein weiterzugehen; diese retteten auch 
den Reiter Nosper. 
Inzwischen war die Kompagnie am 19. De- 
zember nach Gaus gelangt. Hier wurde eine 
Hottentottenwerft ansgehoben und in Erfahrung 
  
.m—-—-—·— 
gebracht, daß ein Hottentotten = Kommando in 
der Richtung auf Franzfontein an der Kompagnie 
vorbeigezogen sei. Da dieser Platz nur sehr schwach 
besetzt war und auch von den Herero von Omburo 
aus Gefahr zu drohen schien, ging ich auf sehr 
schwierigem Gebirgsmarsch sofort auf Groß-Omarurn 
zurück und erreichte am 22. Dezember Tsanb, am 
23. Franzfontein. 
Während die Kompagnie noch in Otjitambi ge- 
standen hatte, war am 14. Dezember Lieutenant 
Bensen mit 20 Reitern aus Omaruru in Franz-= 
fontein eingetroffen; er erfuhr hier am 16. Dezember, 
daß Tsaub vom Feinde stark besetzt sei, und brach 
am 17. Dezember auf, um auf einem Umwege 
westlich durch das Gebirge die Kompagnie zu er- 
reichen. Dieser kühne Ritt wurde durch einen vollen 
Erfolg belohnt. 
Am 19. Dezember erreichte er bei der Wasser- 
stelle Anabis das mit seiner Beute zurückgekehrte 
Kommando des Joel Swartbooi. In einem kurzen 
Gesecht am 20. Dezember brachte er dem Feinde 
einen empfindlichen Verlust bei, zerstörte dessen er- 
beuteten Proviant und trieb 15 Treckochsen nach 
Franzfontein ab. Der Umklammerung durch die 
feindliche Uebermacht entzog er sich durch einen ge- 
schickten Rückzug. Gefreiter Milde wurde leicht 
verwundet. 
In Franzfontein sind jetzt vereinigt 16 Unter- 
offizieret, 72 Mannschaften, 12 eingeborene Reiter, 
20 Hottentotten des Kapitäns Lazarus, 76 Pferde 
und Esel. Pferde und Esel befinden sich bis auf 
einen geringen Bruchtheil in unbrauchbarem Zustande.“ 
Ueber den erwähnten Ritt von Franzfontein nach 
Anabis und zurück vom 17. bis 21. Dezember 1897 
berichtet Lieutenant Bensen, wie folgt: 
„Am 16. d. Mts. nachmittags wurde von 
Eingeborenen gemeldet, daß Tsaub von den Hotten- 
totten unter Joel Swartbooi stark besetzt sei, ferner 
die Hottentotten einen Ueberfall auf die Truppen- 
wagen bei Otjitambi planten. Da ich annahm, daß 
Hauptmann v. Estorff hiervon nichts wußte, ein 
Bote nicht zu bekommen war, so ritt ich am 17. 
nachmittags mit 14 Unteroffizieren und Reitem, 
3 eingeborenen Soldaten und einem sicheren Führer 
von hier ab. Ich nahm den Weg westlich von 
Tsaub und Aub über Klein= und Groß-Achas, Anabis, 
um von dort nach Otjitambi zu kommen und Haupt- 
mann v. Estorff aufzusuchen. 
Am 19. mit Sonnenuntergang, als ich mich der 
Wasserstelle Anabis näherte, sah ich in der Schlucht 
Ochsen stehen. Ich ritt mit meinen Leuten bis auf 
etwa 1000 m an die Wasserstelle heran und sah 
ungefähr 25 bis 30 Hottentotten mit Pferden, welche 
eine Schlucht herunter ans Wasser kamen. Da es 
mittlerweile dunkel geworden war, zog ich mich un- 
gefähr 3000 m zurück und sattelte dort ab. 
Die Hottentotten mußten uns nicht bemerkt 
haben, denn abends um 10 Uhr versuchten sie, das 
Vieh im Revier an unserer Stellung vorbeizutreiben.
        <pb n="461" />
        Zwei Viehtreiber waren beim Anrufen des Postens 
weggelaufen, andere Leute in der Dunlelheit nicht zu 
sehen. Am anderen Morgen 5 Uhr sahen wir in 
der Nähe unseres Lagers große Bündel mit Proviant 
aller Art, Schuhe 2c. herumliegen. Diese Sachen, 
darunter zwei Gewehre, ließ ich sammeln und schickte 
eine Patrouille vor, um die Stellung des Feindes 
zu erkunden. Die Patrouille meldete, daß die 
Kuppen 700 m vor ihnen von den Feinden stark 
besetzt seien. Inzwischen waren drei Hottentotten 
von der einen Kuppe her- 
untergekommen, um die . 
im Revierliegenden Bündel ? 
zu holen. 
Die Patrouille eröff- 
nete das Feuer auf etwa 
300 m, wobei zwei Hotten- 
totten fielen. Sobald ich 
das Schießen gehört hatte, 
ging ich mit dem Rest 
der Leute vor. Bis auf 
eine Entfernung von 500m 
an die beiden Kuppen 
herangekommen, sah auch 
ich, daß dieselben vom 
Feinde stark besetzt waren; 
es müssen mindestens 30 
bis 10 Mann gewesen 
sein. Nach etwa einstün- 
digem Feuergefecht hielt 
ich es mit den wenigen 
Leutennicht fürangebracht,. 
die Kuppen zu stürmen, N 
und befahl daher, zurück- 
zugehen; auch hatte ich 
bemerkt, daß das Feuer 
von den Kuppen immer 
schwächer wurde, und ver- 
muthete ich, der Feind 
beabsichtige, uns den Rück- 
weg abzuschneiden; hierin 
sollte ich mich nicht ge- 
täuscht haben. Als wir 
ungefähr 500 m zurück- 
gegangen waren, erhielten 
wir von der linken Flanke 
von der Höhe herab hef- 
tiges Feuer, welches ich 
sofort aufnehmen ließ. 
Hierbei wurde der Gefreite 
Milde durch einen Schuß 
im rechten Oberarm leicht 
verwundet. Nachdem ich . 
kurze Zeit aus allen Gewehren Schnellfeuer auf 
den Feind hatte abgeben lassen, besahl ich unter dem 
Schutze des Feuers der Nachspitze den Rückzug, 
Do 10% 
  
49 
  
Too u 
zurückgegangen war. Die Abtheilung sammelte sich 
bei den Pferden, welche mit Bedeckung von drei 
Mann bei den ersten Schüssen etwa 3000 m zurück- 
gezogen waren. Hier standen auch die 15 erbeuteten 
Treckochsen. Diese Ochsen und die beiden Gewehre 
nahm ich mit, während ich den vielen Proviant, den 
ich nicht mitnehmen konnte, vernichten ließ. Nach 
meiner Ansicht waren die Hottentotten mit dem ge- 
raubten Vieh und Proviant im Rückzuge auf Oli- 
fantskup begriffen. 
   
   
    
  
  
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Wtt nur 
Kroki des Gesechto bei Anabis am 20. Dezember 1897. 
Am 21. mittags bin ich mit meinen Leuten hier 
I 
wieder eingetroffen. 
Das Verhalten der Unteroffiziere und Reiter 
welcher trotz des heftigen Feuers des Feindes ohne sowie der eingeborenen Bergdamarasoldaten war in 
jeden Verlust für uns stattfand. 
Das Feuer des jeder Beziehung tadellos." 
Feindes schwieg erst, als die Nachspitze etwa 1000m
        <pb n="462" />
        Am 25. Dezember trafen der von Osten des Nord- 
bezirks aus Grootfontein herangezogene Feldwebel 
Froede mit 20 Reitern und Assistenzarzt Dr. Kuhn 
ein. Die Kompagnie verfügte jetzt über eine ge- 
nügende Kopfzahl, war aber immer noch schwer 
beweglich, weil die vorhandenen Pferde sich bei der 
schlechten Weide nicht erholen konnten, sondern im 
Gegentheil immer schwächer wurden. 
Eine eingehende Darstellung der Ereignisse vom 
23. Dezember 1897 ab giebt der nachstehende Bericht 
des Hauptmanns v. Estorff, d. d. Franzfontein, 
den 6. Januar 1898: 
„Am 1. Januar 1898 ging Lieutenant Eggers 
mit 25 Reitern und 15 Eingeborenen nach Groß- 
Tsaub, um von dort aufzuklären. Auf seine Meldung 
vom 2. Januar abends, daß die Spuren eines starken 
Kommandos Hottentotten in seiner Nähe, namentlich 
bei Klein-Tsaub, gefunden seien, traf ich mit den 
berittenen Mannschaften der Kompagnie am 3. Januar 
früh in Groß-Tsaub ein und vereinigte dort 70 Köpfe. 
Der Marsch hatte jedoch im Schritt ausgeführt 
werden müssen, wobei die sehr schwachen Pferde ab- 
wechselnd geführt wurden. 
Klein-Tsaub wurde durch einen Unteroffizier- 
posten besetzt, vom Feinde wurde nichts weiter be- 
merkt. In Groß= und Klein-Tsaub war nicht genügend 
Wasser, die Pferde satt zu tränken. 
Am 4. Januar nachmittags meldete der Posten 
in Klein-Tsanb, daß eine Abtheilung Hottentotten 
von Groß-Omaruru her in Anmarsch sei. Der 
Posten wurde daraufhin verstärkt. Am Nachmittage 
fielen in Klein-Tsaub Schüsse, und die Kompagnie, 
welche nach einer Stunde eintraf, erfuhr, daß die 
feindliche Abtheilung, aus Reitern und Fußmann- 
schaften bestehend, in weit ausgedehnter Schützenlinie 
etwa 40 Mann stark gegen den Berg vorgegangen 
war, auf welchem sich der Posten befand. 
Nach wenigen Schüssen jedoch war sie in nord- 
westlicher Richtung in das dichte Buschwerk zurück- 
gewichen. Ich ging nun mit der Kompagnie in der 
angegebenen Richtung auf eine Gebirgspforte zu, 
welche sich 3/4 Stunden nordwestlich von Klein-Tsaub 
befand. Groß= und Klein-Tsaub blieben besetzt, die 
Kompagnie war daher nur noch 40 Köpse stark. 
Die Pforte war auf beiden Seiten von Bergen ein- 
gefaßt, der westlich gelegene Berg war etwa 250 m 
hoch, ziemlich spitz und sehr steil. Etwa 1 km vor 
der Pforte wurden einige Hottentotten auf dem 
Berge westlich bemerkt; daraufhin wurde abgesessen. 
Die Züge der Lieutenants Eggers und Bensen 
bildeten eine Schützenlinie, welcher die Richtung auf 
die Pforte gegeben wurde, die Pferde folgten 300 m 
hinter dem linken Flügel, eine kleine Abtheilung unter 
Feldwebel Koczy ging links rückwärts hinter der 
Schützenlinie gestaffelt, links neben den Pferden vor. 
Die Kompagnie benutzte zu ihrem Vorgehen eine 
flache Geländesenkung, welche jedoch in der Nähe 
der Pferde aufhörte. Etwa 600 m voar dieser wurde 
der Schützenlinie die Richtung auf den hohen Spitz- 
420 
  
berg gegeben. Sie erhielt jetzt Feuer aus einer 
Stellung, welche sich an dem hohen Spitzberg über 
die Pforte bis zu dem Berge westlich derselben er- 
streckte, etwa 900 m lang, vom Feinde war jedoch 
nichts zu sehen. Die Schützenlinie blieb im lang- 
samen stetigen Vorgehen mit vorgenommenem linken 
Flügel. Nach ¾ stündigem Feuergefecht erreichte der 
Lieutenant Eggers die Spitze des Berges und ver- 
trieb die Hottentotten von dort. Diese hatten den 
Angriff bis auf 10 Schritt ertragen, wandten sich 
dann aber zur Flucht, unter den Klippen ver- 
schwindend. Es wurde hier ein Mann vom Feinde 
getödtet und zwei Pferde erbeutet, welche der Feind 
mit auf den Berg heraufgenommen hatte. Der Zug 
des Lieutenants Bensen war ebenso in stetigem 
Vorgehen geblieben, indem er sich links nach dem 
Berg heranzog. Lieutenant Bensen wurde jedoch 
hierbei schwer verwundet. 
Die Abtheilung des Feldwebels Koczy schob 
sich in eine Lücke zwischen beiden Zügen. Die 
Schützenlinie stand auf diese Weise so, daß sie den 
linken Flügel der feindlichen Stellung der Länge 
nach beschießen konnte, indessen ohne sichtbaren Er- 
folg, weil der Feind sich in dem Geröll des Berges 
ausgezeichnet gedeckt hatte und nichts von ihm zu 
sehen war. Das Feuergefecht dauerte noch etwa 
eine halbe Stunde, bis die Dämmerung sich sehr 
stark bemerklich machte. Dann verließ der Feind 
erst auf dem linken Flügel und zuletzt von dem 
rechten Flügel in raschem Lause das Gesechtsfeld. 
Bei dieser Flucht war er nur für geringe Theile 
der Schützenlinie sichtbar, verschwand sehr schnell in 
den Büschen oder legte sich hinter dem Geröll nieder, 
um von dort gedeckt wegzukriechen. So hatte auch 
dieses Feuer, welches mit Visir 450 abgegeben 
wurde, keinen sichtbaren Erfolg. Einzelne Feinde 
schossen noch von verschiedenen Stellen aus den 
Felsen heraus. Nachdem die Dunkelheit völlig herein- 
gebrochen war, verstummte das Gefecht. 
Assistenzarzt Dr. Kuhn hatte den Verbandplatz 
bei den Pferden, hinter dem rechten Flügel der Kom- 
pagnie, eingerichtet; diese verblieb in der Nacht in 
ihrer Stellung. 
Verluste: 
Todt: Reiter Mauß, 
-Geißler. 
Schwer verwundet: Lieutenant Bensen. 
Am 5. Januar früh wurde das Gefechtsfeld ab- 
gesucht, todte Feinde wurden nicht mehr gefunden, 
die Fußspuren ließen seine eilige Flucht nach Klein- 
Omaruru erkennen. Die Zahl des Feindes schätzte 
ich auf ca. 60 Mann. Kurz vor Mittag ging die 
Kompagnie zum Wasser nach Klein-Tsaub zurück. 
Die Pferde waren nur noch im Schritt zu reiten, 
sie waren seit drei Tagen nicht satt getränkt. Eine 
Verfolgung des flüchtigen Feindes hätte unter diesen 
Umständen nicht weit gereicht und die Kompagnie 
in einen fast bewegungslosen Zustand gebracht. Ob- 
wohl ich daher das Geschütz und Graf v. Bethusy-
        <pb n="463" />
        — 421 — 
Huc mit aller entbehrlichen Mannschaft aus Franz- 
sontein durch Fußmarsch hatte nachkommen lassen, 
so mußte ich mich doch unter diesen Umständen zum 
Rückzug nach Franzfontein entschließen. Am 6. Ja- 
nuar früh langte die Kompagnie dort an. 
Weitere Maßnahmen. 
Am 6. Januar brach Lieutenant Eggers mit 
40 Köpfen, als Bedeckung für drei Wagen kom- 
mandirt, welche neuen Proviant von Otjo nach 
Franzfontein bringen sollen, auf. 
Der Rest der Kompagnie verbleibt in Franz- 
sontein.“ 
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Inzwischen war Major Mueller mit 20 Reitern 
60 Pferden und der Feldbatterie, sowie einer Pro- 
viantkolonne von 10 Wagen in Franzfontein ein- 
getroffen. Die Pferde waren durch den langen 
Marsch bei den schlechten Wasser= und Weidever- 
hältnissen aber derartig heruntergekommen, daß man 
davon absehen mußte, der bei Tutara festgestellten 
Spur des Feindes zu solgen. Die Kompagnie des 
Hauptmann v. Estorff zog sich deshalb mit ihrer 
Beute und den Proviantwagen nach Franzfontein 
heran. Nach einer kurzen Erholungspause wurde 
am 28. Januar ein Kommando unter Premierlieute- 
X . G. tidte###t# 
2 uc — 
M 
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V. I 
  
Kroki des Gefechts bei Klein-Tsaub am 4. Januar 1898. 
Am 8. Januar hatte der Lieutenant Eggers 
Tsumamas passirt und ging mit seiner Wagen- 
kolonne südlich des Gebirges weiter nach Otio. Am 
10. Januar war der Orlog'") des Samuel Swart- 
booi, welcher nach dem Gefecht von Tsaub bis 
Klein-Omaruru zurückgelaufen war, über Tutara in 
Tsumamas eingelroffen und hatte dort einige Ochsen 
gestohlen, sich aber dann wieder in der Richtung 
auf Tutara zurückgezogen. Am 15. marschirte Haupt- 
mann v. Estorff mit dem Rest seiner Kompagnie 
nach Tutara und vereinigte sich am 18. mit dem 
Lieutenant Eggers, welcher drei Proviantwagen 
aus Otjo herangeführt hatte. In Tutara und 
Keirob wurden mehrere Hererowerften abgefangen, 
welche aus der Gegend von Omburo nach Norden 
gezogen waren, um sich mit den Hottentotten zu 
vereinigen, bei welchen sich bereits der Herero- 
Häuptling Kambatta mit einem Theil seines An- 
hanges besand. Auch bei dem Wagenüberfall in 
Tsaub sowie an dem Gefecht in Klein-Tsaub hatten 
sich einzelne Herero-Leute, Leute des Kambatta, be- 
theiligt. In Tutara war an Spuren festgestellt 
worden, daß der Orlog des Samuel in der Richtung 
nach Klein-Omaruru und in der Richtung nach Otji- 
kondo zurückgegangen war. 
1 2 — 
) Orlog bedeutet „Feldzug“ und „die kriegführende 
Mocht- 9 „Feldzug gfüh 
  
nant v. Heydebreck, bestehend aus einem Zug der 
Feldbatterie und einem Zug der 4. Feldkompagnie, 
unter Lieutenant Eggers nach Otjitambi entsendet, 
um Genaueres über den Rückzug des Feindes fest- 
zustellen und die Gegend östlich der Linie Franz- 
fontein—Otjitambi von feindlichen Streifereien frei- 
zuhalten. 
Inzwischen hatte sich jedoch ein Theil der 
Hottentotten über Otjikondo und Aimab nach Otjo 
gezogen und am 23. Januar einen Ueberfall des 
Postens Khauas östlich Otjo versucht; dieser Posten, 
welcher drei Reiter stark war, hatte dort das Vieh 
der Truppe zu bewachen. Es gelang ihnen, das 
Vieh, ca. 220 Rinder, von der Weide abzutreiben 
und den Reiter Kurzweg schwer zu verwunden. 
Alsbald aber eilte der Zahlmeister-Aspirant Nürn- 
berger mit fünf Reitern aus Otjo herbei, griff den 
Feind mit Ungestüm an, jagte ihn in die Flucht 
und nahm ihm alles Vieh wieder ab. Ein todter 
Hottentott blieb auf dem Platze. Die Meldung von 
diesem Vorfall erreichte den im Anmarsch befindlichen 
Hauptmann Kaiser am 23. Januar 4 Uhr nachmittags 
auf dem Vormarsch von Omaruru, drei Reitstunden 
südlich von Otjo. Er ritt sofort mit einem Zuge von 
Pallafontein direkt nach Khauas und stellte am 24. Jan. 
den Rückzug des feindlichen Kommandos über Aimab 
fest. Sodann marschirte er über diesen Platz und
        <pb n="464" />
        Otjikondo nach Otjitambi, woselbst er am 9. Februar 
mit 6 Proviantwagen eintraf und sich dort mit der 
Abtheilung des Premierlieutenants v. Heydebreck 
vereinigte. Am 7. Februar war von Namatanga 
aus von der Kompagnie Kaiser eine Patrouille 
von 20 Reitern unter Lieutenant v. Schönau— 
Wehr nach Kautamap zur Aufklärung abgeschickt 
worden. Dieselbe war unweit dieses Platzes auf 
zehn bewaffnete Herero gestoßen und hatte fünf von 
diesen erschossen. Die Patrouille verlor ein Pferd 
(todt). In Kautamab erbeutete Lieutenant Frhr. 
v. Schönau-Wehr eine Herde Vieh. 
Inzwischen hatte auch eine Patrouille des Premier- 
lieutenants v. Heydebreck unter dem Bastard 
Jacob Wimmer eine Viehherde von flüchtenden 
bewaffneten Hereros unweit Kautamap erbeutet. 
Die 4. Feldkompagnie hatte von Franzfontein 
aus einen starken Posten ins Gebirge nach Aub unter 
Lieutenant Graf v. Kageneck und einen Unterosfi- 
zierposten nach Narachaams vorgeschoben. Am 
6. Februar hatten sich zehn Herero-Kundschafter dem 
Posten des Lieutenants Graf v. Kageneck zu nähern 
versucht; hierbei waren jedoch fünf von ihnen ge- 
tödtet worden, während die übrigen entkamen. 
Ein Gefangener sagte aus, daß der ganze 
feindliche Ordrlog am Grootberge versammelt sei und 
zwar unter den Führern Samuel und Joel Swart- 
booi sowie unter dem Seßsonteiner Häuptling 
Jan Uichamab, desgleichen die Hereros unter Kam- 
batta. 
Die weiteren Ereignisse schildert der von Major 
Mueller unter dem 22. März 1898 erstattete Be- 
richt folgendermaßen: 
„Nach meinem Eintreffen in Franzfontein am 
18. Jannar stellte ich durch Boten fest, daß der vor 
dem Hauptmann v. Estorff zurückgewichene Gegner 
und zwar die Swartbooi-Hottentotten unter ihren 
Führern Samuel und Joel Swartbooi, die Toop 
nar-Hottentotten unter Jan Uichamab und die He- 
reros unter Kambatta in der Stärke von 200 bis 
300 Mann am Grootberg südlich des Etendecka- 
Gebirges säßen. Ich beschloß nach Heranziehung 
der Kompagnie Kaiser und des nothwendigen 
Proviants und einer Abtheilung unter Premier= 
lieutenant Franke, nach Einsetzen stärkeren Regens, 
ohne den die Durststrecken zwischen Otjitambi— Groot- 
berg und Sorris-Sorris—Grootberg mit größeren 
Truppenabtheilungen nicht zu passiren sind, den Vor- 
marsch gegen den Grootberg anzutreten. 
Ich befahl dazu: 
Franzfontein, den 11. Februar 1898. 
Detachementsbefehl. 
Truppen-Eintheilung: 
Rechte Flügelkolonne. 
Kommdr. Hptm. Kaiser. Konwp.5 Kaiser. 
4 Off#, 40 Rtr., 20 Bastards, 5 ein 
1 f#., 40 Rtr., 27 „ geb. Soldt. 
Pr. Lt. v. Heydebreck. 1. Zug der Feldbatterie. 
1 Offz., 23 Ntr., 7 CEingeb. Soldaten. 
422 
  
Mittlere Kolonne. 
Kommdr. Hptm. v. Estorff. Komp. v. Estorff. 
5 Off., 67 Rtr., 5 Bastards, 9 Eingeb. Soldaten, 
20 befrdt. Hottentotten. 
Sek. Lt. Schulz. 2. Zug der Feldbatterie. 
1 Offz., 19 Rtr., 3 Eingeb. Soldaten. 
Linke Flügelkolonne. 
Kommdr. Pr. Lt. Franke. Komp. Franke. 
2 Offz., 36 Rtr., 2 Eingeb. Führer. 
1. Durch Boten ist festgestellt, daß der Feind in 
der Stärke von 200 bis 300 Mann am Gau- 
Wasser in der Nähe des Grootberges sitzt. 
2. Das Detachement soll am 16. ds. Mts in drei 
Kolonnen in nebenstehender Truppen-Ein- 
theilung auf den Grootberg vorgehen. Und 
zwar die rechte Flügelkolonne über Otjitambi, 
Kamaniab, Kakatswa, die mittlere Kolonne 
über Gr. Achas, Kl. Achas, Olifantskup, Bau- 
Wasser, die linke Flügelkolonne über Keium, 
Bethanis-, Nugas-Wasser. Die drei Kolonnen 
haben bei ihrem Eintreffen in Kakatswa, Oli- 
fantskup und NRugas-Wasser unter einander 
Verbindung zu suchen. Ich rechne darauf, daß 
dieselben mit ihren Spitzen am 22. ds. Mits. 
an den genannten Plätzen eintreffen. 
3. Ich marschire mit der Kolonne Kaiser. 
Am 16. Februar trat ich mit der Kolonne 
Kaiser den Vormarsch von Otjitambi an. Am 
19. Februar in Kamaniab traf mich die in der An- 
lage beigesügte Meldung des Hauptm. v. Estorff. 
Da ich inzwischen durch Gefangene festgestellt 
hatte, daß der Feind noch am Grootberg stand, und 
da ich fürchtete, daß die Nachricht von dem die 
Kolonne v. Estorff betroffenen Unglück und von 
einem auch nur zeitweisen Zurückgehen der Truppe 
den schon an und für sich dreisten Gegner noch 
übermüthiger machen würde, beschloß ich, mit der 
Kolonne Kaiser allein denselben anzugreifen. Nach 
Aussage unserer Führer betrug die Entfernung bis 
zum Gau-Wasser nur noch zwei Tagemärsche. Um 
mir den Vortheil der Ueberraschung zu wahren, 
ließ ich den größten Theil der Ochsenwagen unter 
entsprechender Bedeckung in Kamaniab zurück und 
trat am 23. Februar den Weitermarsch in Eil- 
märschen an. 
Bericht über die Gefechte am Grootberge 
am 26. und 27. Februar 1898. 
Am 25. Februar 4½ Uhr nachmittags traf ich 
an dem Wege Kamaniab—Gau-Water in Höhe des 
Grootberges unvermuthet mit der Abtheilung des 
Premierlieutenants Franke, in der Stärke von 
38 Köpfen zusammen. 
Premierlieutenant Franke meldete, daß er am 
21. Februar auf einem Erkundungsritt in der 
Nähe des Grootberges auf ca. 30 feindliche Hotten- 
totten resp. Hereros gestoßen sei, die vor ihm 
geflüchtet seien. Bei dem z. Zt. herrschenden wolken- 
bruchartigen Negen und dem bedeckten Gelände sei 
eine Verfolgung unmöglich gewesen.
        <pb n="465" />
        — 423 — 
Einer Patrouille des Feldwebels Herz gelang es 
am Morgen des 25. Februar, zwei feindliche Spione 
aufzugreifen, von denen der eine (ein älterer Hotten- 
totl) bei einem Fluchtversuch erschossen, der andere 
nur verwundet wurde. Dieser sagte aus, daß die 
sämmtlichen Hottentottenführer und Kambatta mit 
ihren Leuten zwischen den Bergen stark verschanzt 
säßen. 
Daraufhin befahl ich: 
Lager am Grootberg, den 25. Februar 1898, 
7 Uhr nachmittags. 
Detachementsbefehl. 
Truppen-Eintheilung: 
Avantgarde. 
Kommdr. Pr. Lt. Franke. Komp. Franke. 
2 Offz., 36 Nltr., 2 Eingeb. Fuhrer. 
Gros #gleichzeitig Marschordnung). 
1 Zug der Feldbatterie. 1 Offz., 23 Ntr., 7 Eingeb. 
Soldaten. 
Komp. Kaiser. 3 Ofsfz., 31 Rtr., 10 Bastards, 5 Ein- 
geb. Soldaten. 
1. Die vereinigten Swartbooi= und Toop nar- 
Hottentotten unter ihren Führern Samuel und 
Joel Swartbooi und Jan Uichamab wie die 
Hereros unter Kambatta stehen in der un- 
gefähren Stärke von 200 bis 300 Mann am 
Gau-Wasser am Grootberge. 
2. Das Detachement marschirt morgen in vor- 
stehender Truppen-Eintheilung auf Gau-Wasser. 
3. Die Avantgarde tritt um 71.2 Uhr morgens 
aus dem Lager den Vormarsch an. Das Gros 
folgt mit 500 m Abstand. 
4. Die Eselkarren mit Proviant für vier Tage 
solgen ihren Abtheilungen. Die Ochsenwagen 
und das Schlachtvieh bleiben unter Bedeckung 
eines Unteroffiziers und sieben Reiter der 
Komp. Kaiser im Lager. Der Unteroffiier 
richtet das Lager zur nachdrücklichen Ver- 
theidigung ein. 
5. Ich befinde mich während des Marsches beim 
Haupttrupp der Avantgarde. 
Um 10½ Uhr vormittags meldete die Spitze 
auf den Höhen in westlicher Richtung einzelne feind- 
liche Hottentotten. Gleich darauf konnte ich selbst 
von einer Höhe aus sowohl südwestlich wie westlich 
und nordwestilich Wersten wahrnehmen, in denen 
reges Leben herrschte. Die Werften lagen so ent- 
sernt von einander und das ganze Gelände war 
durch Bedeckung mit dichtem Busch und niedrigen 
und höheren Erhebungen so unübersichtlich, daß eine 
vollständige Ueberraschung bezw. Umfassung des 
Feindes ausgeschlossen war. Ich suchte deshalb 
durch ein weites Ausholen nach Norden den Feind 
von der Straße nach Seßfontein abzuschneiden. 
Kompagnie Kaiser erhielt den Auftrag, gegen 
die Höhe westlich vorzugehen und die südwestlich 
und westlich gelegenen Werften abzusuchen. Haupt- 
mann Kaiser meldete um 10 /1 Uhr vormittags, 
daß die Werften soeben vollständig verlassen seien, 
  
aber zahlreiches Vieh und Maonschen sich auf den 
Sattel X in nordwestlicher Richtung zurückzögen. 
Ich hatte bereits dies selbst wahrgenommen und 
daraufhin dem Hauptmann Kaiser folgenden Befehl 
geschickt: -Beeilen Sie sich mit dem Absuchen der 
Werften und gehen Sie dann, südlich ansholend, gegen 
den über den Sattel zurückgehenden Feind vor.k 
Der Zug der Feldbatterie fuhr auf der Höhe A- 
auf und nahm um 10 Uhr vormittags das Feuer 
auf gegen Hottentotten, die aus der westlich ge- 
legenen Werft gegen eine durch die Kompagnie 
Franke inzwischen besetzte Höhe B vorgingen, 
dann aber in den Klippen verschwanden. 
Um ein weiteres Zurückgehen des Feindes über 
den Sattel zu verhindern, richtete der Zug der Feld- 
batterie sein Feuer gegen die auf den Sattel zu- 
strebenden Vieh= resp. Menschenkolonne, was diese 
zum Halten veranlaßte. 
Kompagnie Franke schoß von der Höhe B 
auf einzelne in den vorliegenden Klippen ab und zu 
sichtbare Hottentotten. Da das Feuer nicht er- 
widert wurde, erhielt Premierlieutenant Franke 
solgenden Befehl: „Gehen Sie in der Richtung auf 
den Sattel X gegen die Rückzugslinic des Fein- 
des vor, die Kompagnie Kaiser ist mit demselben 
Befehl auf meinem linken Flügel vorgegangen. Da 
von der Kompagnie Kaiser in dem vollständig 
unübersichtlichen Gelände nichts mehr zu sehen war, 
schloß sich Premierlientenant v. Heydebreck mit 
mir dem Vorgehen der beiden Kompagnien an. 
150 m von dem Steinrücken entfernt erhielt der 
Zug der Feldbatterie heftiges Feuer aus den Klippen 
mit Gewehr 88. 
Premierlieutenant v. Heydebreck ließ sosort 
abprotzen und schoß anfänglich mit Kartätschen, dann 
mit Granaten in die dicht vor ihm liegenden be- 
setzten Klippen. 
Ich selbst ritt zur Kompagnie Franke und 
führte dieselbe in die linke Flanke des Feindes. 
Premierlieutenant Franke nahm drei hartnäckig ver- 
theidigte Schanzen; es fiel dabei Lazarethgehülfe 
Lehnberg (Schuß durch den Kopf). 
Der Hauptmann Kaiser bemerkte zunächst bei 
seinem Vorgehen auf weitere Entfernung in nord- 
westlicher Richtung Menschen und Vieh. Beim 
weiteren Vorgehen stieß er auf eine Abtheilung 
bewaffneter Hottentotten, die er, da sie vollständig 
in Truppencordanzüge gelleidet waren, und aus der 
Gegend, in der Premierlieutenant Franke zu ver- 
muthen war, kamen, erst als Feinde erkannte, als 
sie flüchteten. Hauptmann Kaiser verfolgte, konnte 
aber in dem vollständig mit Busch und Klippen 
bedeckten Gelände nur auf Augenblicke einzelne der- 
selben zu Gesicht beklommen. 
Der Feind setzte sich in ciner sehr starken über- 
höhenden Stellung fest und gelang es der Kom- 
pagnie Kaiser, denselben aus dieser durch eine 
Umgehung herauszutreiben, bei welcher Gelegenheit 
ein feindlicher Hottentott fiel.
        <pb n="466" />
        Der Feind zog sich dicht vor der verfolgenden 
Kompagnie weiter in nordwestlicher Richtung zurück. 
Von der Bedeckung der rückwärts befindlichen Pferde 
wurde dem Hauptmann Kaiser gemeldet, daß sich 
ein stärkerer Trupp Hottentotten hinter der Kom- 
pagnie befände. Daraufhin und weil Hauptmann 
Kaiser halbrechts rückwärts in der Stellung der 
Artillerie heftiges Feuergefecht hörte, zog er sich auf 
meinen linken Flügel heran. Ich ließ nunmehr beide 
Kompagnien die Verfolgung aufnehmen, es konnte 
aber nur die Kompagnie „Kaiser“ noch einmal auf 
800 m auf den zurückgehenden Feind, der bereits 
den Hang erreicht hatte, zum Schuß kommen. 
Der Zug der Feldbatterie, der inzwischen heran- 
gekommen war, beschoß gleichfalls noch den Rückzug 
des Feindes. Der letzte Schuß fiel um 2 Uhr nach- 
mittags. 
Eine sofortige weitere Verfolgung des Feindes 
war mit Rücksicht auf die Schwierigkeit des Ge- 
ländes, auf die Ermüdung von Mannschaften und 
Pferden und auf die Unmöglichkeit, die Geschütze in 
dem klippigen und durch den ewigen Regen ausge- 
weichten Boden vorzubringen, nicht ausführbar. 
Verluste: 
Todt: Lazarethgehülfe Lehnberg (Schuß durch den 
Kopf). 
Führer (Witbooi-Hottentott) Berndt 
Schwer D Pinner, 
verwundet: I Eingeb. Vormann Lazarus, 
Diener Hacku. 
Reit= und Zugthiere: 
1 Handpferd des Majors Mueller, 
1 Pferd der Kompagnie Kaiser 
2 Pferde und 
2 Esel der Feldbatterie 
Vom Feinde (in unsere Hände gefallen): 
2 Hottentotten 
1 Herero todt. 
todt. 
Der Gesammtverlust des Feindes ist bei der Un- 
übersichtlichkeit des Geländes nicht festzustellen. 
Am 27. Februar habe ich den Sattel X und 
das dahinter liegende Gelände durch die Kompagnie 
Kaiser erkunden lassen. Zur Beurtheilung des 
Geländes sei angeführt, daß die Kompagnie Kaiser 
zum Aufstieg nach dem Sattel, einer Entfernung 
von 2¼ km, drei Stunden brauchte. Es wurde 
festgestellt, daß der Feind in nordwestlicher Richtung 
geflüchtet war. Die Kompagnie stieß auf eine feind- 
liche Patrouille von etwa sieben Mann, von denen 
zwei erschossen wurden. Hierbei wurde der Sekond- 
lieutenant v. Zülow durch einen Geschoßsplitter 
leicht an der Stirn verwundet, konnte aber weiter 
Dienst thun. 
Am 28. Februar hatte Premierlieutenant Franke 
bei Gelegenheit einer Erkundung einen verwundeten 
Gefangenen eingebracht. 
Bei der am 1. März aufgenommenen Verfolgung 
des Gegners führte uns dieser einen Fußweg, der 
  
424 — 
über Gowarib auf Seßfontein gehen sollte und auf 
dem die Hottentotten nach seiner Angabe ihren 
Rückzug nach Seßfontein bewerkstelligen mußten. 
Eine Erkundung der von dem Gefangenen be- 
zeichneten Wasserstellen Gorab und Gam-Onia ergab, 
daß der Feind noch im Gebirge saß. Am 3. März 
ging ich bis an den Grootberg zurück und ver- 
einigte mich am 5. mit der inzwischen nachgezogenen 
Kolonne „von Estorff“ (4. Feldkompagnie, zwei 
Geschütze), welche den Proviant aus Kamaniab 
heranführte. 
Durch einen Boten mit Briefen an den Führer 
Samuel wurde nun der genauere Aufenthalt des 
Feindes im Gebirge festgestellt. 
Die Hottentotten baten jedoch jetzt um Frieden. 
Der bezügliche Brief des Samuel Swartbooi foldt 
in Uebersetzung weiter unten. Die Unterhandlungen, 
bei welchen der Missionar Riechmann aus Franz- 
fontein sehr gute Dienste leistete, führten dazu, daß 
Samuel und Joel Swartbooi am 17. März mit 
120 Kriegern im Lager erschienen und dort die 
Waffen niederlegten. 
Der ganze Stamm, 150 Männer und an 400 
Weiber und Kinder mit etwa 1000 Stück Vieh, 
wurde dann dem z. Zt. hier anwesenden stellver- 
tretenden Landeshauptmann, Herrn Regierungsrath 
v. Lindequist, übergeben und auf dessen Anord- 
nung nach Windhoek in die Gefangenschaft abge- 
führt. 
Der Feind (Hottentotten und Hereros) hat im 
Laufe des Feldzuges bis zum Gefecht am Grootberg 
16 Todte 
im Gefecht am Grootbetre 100 
in Summa 26 Todte 
verloren.“ 
Der erwähnte Brief des Samuel Swartbooi lautet: 
„Grootberg, 13. März 1898. 
An den Herrn Major Mueller der Kaiserlichen 
Schutztruppe, Hochwohlgeboren. 
Unterzeichneter sendet diesen Brief, und giebt 
Kenntniß damit, daß es unser Aller herzlicher Wunsch 
ist, Frieden zu machen und wir danken dem Herrn 
dafür, der Solches, was unmöglich zu sein schien 
für die Menschen, möglich machen kann, nach den 
Gebeten der vielen Christen hier im Gebirge. 
Und ich hoffe, daß dies wahrer Friede sein 
wird, den Gott in uns allen auf einmal hat zu 
Stande bringen wollen und ich bitte den Herrn, 
daß er wird mit uns vollbringen. 
Also bitte ich Ew. Hochwohlgeboren um wahren 
Frieden und sende als Beweis von demselben zwei 
Männer voraus mit Boab Davids, mit Namen 
Sem Swaartbooi und Paul Hendriks. Ich werde 
Montag Nachmittag von hier laufen (gehen) und 
Herr Riechmann kann (soll) Dienstag von dort 
aus gehen, daß wir vormittags bei der Pforte 
untereinander unterhandeln können. 
Mit Gruß von mir 
(gez.) Samuel Swartboy.“
        <pb n="467" />
        Beschreibung des Geländes am Grootberge, 
auf dem das Gefecht am 26. Februar 1898 statt- 
gefunden hat. 
Das Gefecht fand in einer von hohen steilen 
Bergen eingeschlossenen Niederung statt. Die Niede- 
rung selbst zeigt ein außerordentlich kupirtes Terrain 
und entbehrt, abgesehen von einzelnen kahlen Flecken, 
gänzlich der Uebersichtlichkeit. Besonders charakte- 
ristisch sind dicht mit über mannshohem Gebüsch be- 
standene, niedere, lang gestreckte Erhebungen, die 
  
0 
2 
2 X 
0 
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2 
9 2 
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“ 0 
0 
0 
" 
0 0 
0 0 
— Eigene Truppe. K Komp. Kaiser. 
durch Mulden von einander getrennt sind. Loses 
Geröll bedeckt das ganze Terrain; die Erhebungen 
bestehen aus aufeinander geschichteten Klippenmassen. 
Letztere waren zum Theil in vorzüglicher Weise zu 
Schanzen und Schützenlöchern ausgebaut, so geschickt 
und versteckt angelegt, daß ihr Vorhandensein erst nach 
Wegnahme der Stellungen konstatirt werden konnte. 
Die Bewegungen der Schützenlinien, vor Allem 
aber der Artillerie, sind außerordentlich erschwert, 
nicht zum Wenigsten auch durch die zahlreich vor- 
425 
  
  
HKomp. Franke. 
X starke feindliche Schanzen. A erste Stellung von Komp. Kaiser und Zug v. Hepdebreck. 
Stellung der Komp. Franke. X Sattel; Rückzugspunkt des Feindes. 1I) Rückzugslmie des Feindes. 
  
handenen Durchschläge, die durch den seit Wochen 
ununterbrochen niedergehenden Regen zu ganzen 
Sumpfsstrecken aufgeweicht waren. 
Die hohen Randgebirge und deren Uebergänge 
sind den feindlichen Eingeborenen natürlich durchaus 
bekannt, so daß sie für dieselben beim Rückzuge keine 
besondere Schwierigkeit, wohl aber eine vorzügliche 
Rückendeckung, für die vorgehenden Schützen dagegen 
schwere, für die Artillerie unüberwindliche Hinder- 
nisse bieten. 
  
  
feindl. Pontock. 
B ersie 
Zug v. Heidebreck. : 
Naturgemäß ist unter solchen Verhältnissen auch 
die Oberleitung außerordentlich schwierig. Zur Illu- 
stration diene, daß hundert und weniger Meter ent- 
fernte Abtheilungen dem Auge des Leitenden gänzlich 
entschwinden, so daß dieser nur auf Meldungen an- 
gewiesen ist, die ihrerseits wieder verhältnißmäßig 
lange Zeit brauchen, um an Ort und Stelle zu ge- 
langen. 
Es ist somit festzustellen, daß das Gelände in 
jeder Beziehung ein überaus schwieriges ist, das in 
Maßsootab 1:25 000.
        <pb n="468" />
        — 4 
erster Linie das Vorhandensein von Gebirgsgeschützen 
zur dringenden Nothwendigkeit macht. 
Es sei hier eines in der Nacht vom 17. zum 
18. Februar stattgehabten Zwischenfalles Erwähnung 
gethan, über den Hauptmann v. Estorff, wie folgt, 
meldet: 
Gr. Achas, 18. Februar 1898. 
Meldung. 
In der Nacht vom 17. zum 18. Februar kam 
das Revier bei Gr. Achas, welches bis dahin trocken 
war und in welchem ein großer Theil des Vor- 
marsches erfolgen mußte, so schnell und gewaltig ab, 
daß es die Pferdewache und die Psferde, welche im 
Revier weidcten, ergriff und fortführte. Ertrunken 
Reiter Bergmeier und drei Namareiter, ebenso 
ein Theil der Pferde und Esel. 
Der Weitermarsch ist unter diesen Umständen 
ganz unmöglich. 
Ich werde mit den Geschützen nach Franzfontein 
zurückgchen. Ich nehme an, daß Herr Major 
Mueller auf diese Nachricht hin umkehren wird 
und daß es seiner Absicht entsprechen wird, daß die 
Kolonne des Lienutenants Franke (Gaitzsch) nach 
Sorris-Sorris zurückkehrt. 
Anbei drei Meldungen aus Swakopmund, ent- 
haltend ein Telegramm des Auswärtigen Amts, 
welche gestern Mittag an mich gelangten. 
Bitte den Empfang nach Franzfontein bestätigen. 
Inhalt des Telegramms: 
„Feldzug im Norden beschränken. Auf De- 
fensive beschränken. Windhoek sofort zu 
benachrichtigen.“ 
  
Die Thätigkeit der einzelnen Kompagnien und 
der Feldbatterie in den Kämpfen am Grootberge 
schildern die Berichte der resp. Führer solgendermaßen: 
Bericht des Hauptmanns Kaiser über die 
Thätigkeit seiner Kompagnie im Gefecht bei 
Gauwater-Grootberg am 26. Februar 1898. 
„Am 26. Februar 1898 erhielt ich gegen 101,5 Uhr 
vormittags von Herrn Major Mueller den Besehl, 
mit meiner Kompagnie gegen die südwestlich des 
zeitigen Haltepumktes des Detachements gelegene 
Höhe vorzugehen und die westlich und südwestlich 
derselben befindlichen Werften abzusuchen. 
Ich ging mit der Kompagnie, etwas westlich 
ansholend, im Busch gedeckt, gegen die bezeichnete 
Höhe vor, der erste Zug unter Sekondlieutenant 
v. Schoenau zum Feuergefecht abgesessen und aus- 
geschwärmt, der zweite Zug gleichfalls abgesessen, 
aber geschlossen, solgte mit den Pferden hinter dem 
rechten Flügel. 
So wurde die Höhe erreicht. Feuer brannten 
dortselbst noch, an denselben lag halbgebratenes 
Ileisch. Inzwischen hatte auch meine linke Sciten- 
patrouille die südlich liegende Werft erreicht und todten Winkel, ermöglichten. 
  
6 — 
gemeldct, daß dieselbe verlassen sei. Während meines 
Vorgehens hatte der Zug der Feldbatterie sein Feuer 
auf eine nördlich gelegene Werft eröffnet, auch hörte 
man nahe bei den Geschützen schwaches Kleingewehr- 
feuer. 
Von meinem gute Uebersicht gewährenden Stand- 
punkte bemerkte ich, wie Menschen mit Vieh in nord- 
westlicher Richtung eilig nach den hohen Bergen 
flüchteten, und meldete dies Herrn Major Mueller, 
worauf bald von diesem der Befehl eintraf, daß ich 
nach Absuchen der südwestlich gelegenen Werft diesen 
Gegner verfolgen solle. Jetzt ließ ich den ersten 
Zug (Lieutenant v. Schoenau) zu Pferde aus- 
geschwärmt die südwestlich gelegene sehr große Werft 
(am Gauwater) absuchen, während ich mit dem an- 
deren Zuge nach dem Nordwestausgange der Werft 
ritt, woselbst der erste Zug, wie befohlen, sich wieder 
bei mir sammelte. Die Werft war vom Feinde 
frisch verlassen. 
Die Kompagnie ritt nun in nordwestlicher Nich- 
tung im Trabe vor, nach links durch eine Patrouille 
gesichert. Das anfangs ziemlich freie Gelände wurde 
bald durch größere und kleinere Erhebungen, Wasser- 
risse, Klippen und stellenweise dichten Busch sehr 
schwierig und unübersichtlich. Beim Vorgehen siel 
ein Trupp Rindvieh in meine Hände, welches ich 
durch zwei Reiter (einen Bastard und einen ein- 
geborenen Soldaten) zu dem Ausenthaltsplatz des 
Herrn Majors Mueller mit Meldung über mein 
bisheriges Vorgehen schickte. Die Begleiter des Vichs 
kamen auf dem Wege dorthin in ein heftiges feind- 
liches Feuer, so daß sie für den Augenblick das Vieh 
im Stiche lassen mußten. Dasselbe gelangte aber 
später wieder in ihren Besitz. Bei meinem weiteren 
Vorgehen wurde auf etwa 250 m eine mit Gewehren 
bewaffnete und vollständig in Truppenuniform ge- 
kleidete Abtheilung von etwa 20 Mann sichtbar. 
Dieselben konnten, zumal sie aus der Gegend zu 
kommen schienen, in der die Kompagnie Franke und 
die Geschütze standen, erst bestimmt als Hottentotten 
erkannt werden, als sie mit außerordentlicher Ge- 
schicklichkeit und Geschwindigkeit unter Benutzung 
deckender Terraingegenstände sich in nordwestlicher 
Richtung nach den hohen Bergen zurückzogen. Ich 
ließ jetzt absitzen und nahm die Verfolgung auf, doch 
waren hierbei nur einzelne Gegner auf Augerblicke 
sichtbar, so daß ein regelrechtes Feuer auf dieselben 
nicht eröffnet werden konnte. 
Während des Vorgehens bemerkte ich, wie die 
zerstreut flüchtenden Geguer sich in ciner äußerst 
starken, das Vorgelände beherrschenden Klippen- 
stellung, die nach meiner Anmarschrichtung hin auf 
100 m ganz freies Schußfeld hatte, festsetzten, ohne 
jedoch das Feuer auf mich zu eröffnen. Diese feind- 
liche Stellung, mit einer Frontausdehnung von ctwa 
100 m, lehnte sich auf beiden Flügeln an Er- 
höhungen an, die, dicht bewachsen, dieselbe fast über- 
höhten und eine gedeckte Annäherung, meist im 
Unter Benutung dieser
        <pb n="469" />
        Terrainvortheile ließ ich den zweiten Zug (Lieutenant 
v. Zülow) gegen den feindlichen linken, den ersten 
Zug (Lieutenant v. Schoenau), bei dem ich mich 
selbst befand, gegen den feindlichen rechten Flügel 
vorgehen. Die Züge waren so räumlich etwa 120 m 
getrennt, hatten aber stets Augenverbindung. Beim 
Vormarsch erschoß der zweite Zug einen Hottentotten- 
Orlogsmann und erbeutete dessen Gewehr. 
Feind wartete meinen Angriff nicht ab und flüchtete 
in der alten Richtung weiter, von mir mit dem 
  
Erläuterungen: 
i lersteStellung: 
·I"I’ Zug der Feldbatterie. # II zweite 
* III dritte 
7% Ponocks. IV vierte 
– UVyfünfte 
Schanzen. 
2 
Zuge v. Schoenau mit etwa 50 m Abstand verfolgt. 
Aber auch hier waren in dem dichten Gebüsch nur 
einzelne Schüsse anzubringen. Dem zweiten Zuge 
(Lieutenant v. Zülow) gab ich Befehl, mit den 
Pferden so schnell wie möglich zu folgen. 
In dieser Zeit gelangte vom zweiten Zuge an 
mich durch Zuruf die Meldung, daß eine größere 
seindliche Abtheilung (Hottentotten und Kaffern) sich 
hinter der Kompagnie befände, und gleichzeitig wurde 
heftiges Geschütz= und Kleingewehrfeuer aus der 
  
47 
  
Der 
  
Gegend gehört, wo die Geschütze bisher gestanden 
hatten. Hierauf befahl ich den Rückmarsch der 
Kompagnie nach der Gegend, wo das Gefecht ge- 
bört wurde (rechts rückwärts). Mit der Meldung 
über diesen Entschluß schickte ich zwei berittene 
Ordonnanzen an Herrn Major Mueller ab. Ob- 
gleich dieselben von mir um den vermeintlichen Ge- 
fechtsplatz der übrigen Theile des Detachements 
herum dirigirt waren, kamen sie doch unweit der 
Stellung der Geschütze in feindliches Feuer, und 
    
a 
#. 
21 2 a 
————————. B 
* 2 
# a * 1. 
r " 
Ziel 1 900 m. 
: X 2900 /-î- 
= 2 u. 3 Kartätschen. 
- do. 
X 2300m. 
zwar beschoß der Gegner sie auf kurze Entfernung 
mit Salven, abgegeben aus etwa zehn Gewehren 
(meist M/88). Hierbei wurde einem Reiter das 
Pferd erschossen. Die Reiter erwiderten zunächst 
das Feuer; später überbrachte der eine zu Fuß seine 
Meldung dem Herrn Major Mueller. Die Kom- 
pagnie, welche ihren Rückmarsch, wie befohlen, fort- 
gesetzt, traf in dem Augenblick auf dem linken Flügel 
der Abtheilung Franke ein, als der Gegner seine 
Stellung geräumt hatte.
        <pb n="470" />
        — 428 
Bei der nun sofort aufgenommenen Verfolgung 
befand sich meine Kompagnie mit einem Zuge auf 
dem linken Flügel der vereinigt vorgehenden Schützen, 
hierbei etwa denselben Weg zurücklegend, den bei 
meinem ersten Vorgehen mein rechter Flügelzug ge- 
macht hatte. Auf 900 m fand ich hierbei Gelegen- 
heit, den auf dem Hange in der Richtung auf den 
Gebirgssattel eilig flüchtenden Gegner nochmals unter 
Feuer zu nehmen. 
Das Verhalten der mir an diesem Tage unter- 
stellten Offiziere und Mannschaften war in jeder 
Weise tadellos und verdient vollste Anerkennung. 
(gez.) Kaiser, 
Hauptmann und Kompagniechef.“ 
Feldbatterie. 
Gefechtsbericht des 26. Februar 1898. 
„Auf Meldung der Spitze, daß bewohnte Werften 
in Sicht, ritt ich mit Herrn Major Mueller auf 
Höhe A, um mich zu orientiren. Der Zug wurde 
vorbefohlen und fuhr auf Höhe A auf, von wo er 
die Werft 1 unter Feuer nahm; nach einigen Brenn- 
zünderschüssen war der Feind in den umliegenden 
Büschen und Klippen verschwunden. 
Hierauf ritt ich behufs weiterer Erkundung zum 
Premierlieutenant Franke nach Höhe B, dessen Ab- 
theilung auch schon feuerte. Er meldete mir, daß er 
auf einzelne Hottentotten bei 2 schösse. Da ich nichts 
auf den Höhen 2 und 3 entdecken konnte, ließ ich 
den Sattel X von dem herangezogenen Zuge unter 
Feuer nehmen, auf welchen Menschen mit Vieh 
flüchteten. Das Schießen veranlaßte zunächst den 
Feind zur Umkehr. 
Inzwischen waren die Schützen der Kompagnien 
Kaiser und des Lieutenants Franke so weit vor 
und mir außer Sicht gekommen, daß ich fürchten 
mußte, sie könnten bei dem jeglicher Uebersicht ent- 
behrenden Gelände durch mein Feuer gefährdet 
werden. Ich erhielt demgemäß die nachgesuchte 
Genehmigung zu einem Vormarsch. Es galt zunächst, 
eine kahle Fläche zu überschreiten, ungefähr 400 m 
breit. Als ich zur Erkundung, begleitet vom Herrn 
Major Mueller, ungefähr auf 100 m an Höhe 2 
herangeritten war, erhielten wir heftiges Feuer. Ich 
ließ den Zug, der im Trabe folgte, abprotzen und 
befahl Kartätschfeuer. Während der Herr Major 
Mueller, dem der eingeborene Diener bei dieser 
Gelegenheit schwer verwundet und ein Pferd erschossen 
wurde, mit seinen weißen Ordonnanzen die Front 
freigemacht hatte, waren die Namas Lazarus und 
Berndt abgesprungen, um das Feuer zu (eröffnen) 
erwidern, wodurch sie mit ihren Pferden das Feuer 
meines rechten Geschützes maskirten. 
Meinem Befehle, in die Feuerlinie zurück- 
zukommen, leistete nur Namareiter Lazarus Folge, 
wie ich sah, bereits schwer verwundet. Hierauf 
ging der Feldwebel Lange vor, schleppte erst den 
auch schon schwer getroffenen Nama Berndt zur 
Seite und führte dann die beiden Pferde zurück. 
  
Unterdessen feuerte das linke Geschütz. Da das 
Feuer beim Gegner nicht schwieg, ließ ich Granaten 
einsetzen und beschoß die nur in unmittelbarer Nähe 
erkennbaren Schanzen 2. 
Später sah ich Hottentotten von 2 nach 3 
flüchten. Abtheilung Franke war aber so hart auf, 
daß nur ein Schuß dagegen abgegeben werden konnte. 
In dieser Stellung verlor der Zug 2 Pferde und 
2 Maulthiere. Unteroffizier v. Versen ferner er- 
hielt einen Schuß gegen den rechten Sporn. 
Die Verluste wurden uns sämmtlich beim Vor- 
marsch und Abprotzen beigebracht. Später schoß der 
Feind unruhig und offenbar zu hoch. Da auch, 
nachdem Abtheilung Franke die Büsche nördlich 2 
passirt hatte, immer noch auf den Stab, Melde- 
reiter 2c. aus der Gegend gefeuert wurde, befahl 
der Herr Major Mueller ein Vorgehen dagegen. 
Der abgeprotzte Zug erhielt aber kein Feuer mehr, 
konnte auch kein Ziel finden. 
Nunmehr ritt ich auf Höhe C, die den Schützen 
als Richtungspunkt gegeben war. Bei C angelangt, 
wo gute Uebersicht war, sah man verschiedene Trupps 
des Feindes langsam auf 1500 bis 2300 m den 
Sattel X erklimmen, ein vorzügliches Artillerieziel, 
das ungefähr 15 Minuten sichtbar war. 
Leider war es aber dem Zuge unmöglich, schnell 
nachzukommen. Es mußte Weg gehauen und an 
einzelnen Stellen Laffete und Protze getrennt auf- 
gebracht werden, ein sehr zeitraubendes Manöver. 
Als der Zug abprotzte, hatte der Feind den 
Sattel x fast erreicht, so daß nur noch zwei Brenn- 
zünderschüsse auf der weiten Gabel 2300 eventuell 
Wirkung haben konnten. 
Eine Gebirgsbatterie, der es möglich war, auf 
den schmalen und steilen Fußwegen vorwärts zu 
kommen, mußte hier entscheidend wirken. 
Die Leute haben sich durchweg vorzüglich be- 
nommen, einzelne thaten sich besonders hervor und 
verdienen eine Dekoration. 
(gez.) v. Heydebreck, Premierlieutenant.“ 
Bericht des Premierlieutenants Franke vom 
1. März 1898. 
„Nachdem ich nach meiner Ankunft in Sorris- 
Sorris festgestellt hatte, daß ein Vorgehen mit Wagen 
nur bis Bethanis möglich, von da der Weg kaum 
für Pferde passirbar sei, auch Herr Ertmann es 
für unmöglich hielt, bis zum 22. v. Mts. noch 
Nugaswater zu erreichen, entschloß ich mich, mich 
schon in Sorris-Sorris von den Wagen zu trennen, 
um schneller vorwärts zu kommen. 
Es wurden zu diesem Zwecke Proviantpferde 
ausgerüstet; jedes Pferd erhielt einen Quersack. Sehr 
bald stellte sich indessen heraus, daß Traben dabei 
ausgeschlossen war, da das Gepäck des mangelnden 
Sattels wegen sofort rutschte. So traf ich nach 
zwei Tagen am 19. v. Mts. 5 Uhr abends in 
Bethanis ein. Die Wagen dagegen kamen erst am 
21. 3 Uhr vormittags an.
        <pb n="471" />
        Aus dem am Tage vorher angeworbenen Ein- 
geborenen-Führer Tanisib (Bergkaffer) war nichts 
Genaues über den bevorstehenden Weg heraus- 
zubekommen. Trotzdem hatte ich immer noch Hoff- 
nung, bis zum Abend oder im Laufe des 22. 
Nugaswater zu erreichen. Jeder Reiter erhielt nun 
für 10 Tage Kost, — pro Tag einen Veher — die 
er auf seinem Pferde unterzubringen hatte. Um 
6½ Uhr vormittags (am 21. v. Mts.) stand die 
Abtheilung in Stärke von 2 Offizieren, 6 Unter- 
offizieren, 25 Reitern, 2 Führern, Kriegsfreiwilligen 
(Ertmann und Johr) zum Abmarsch bereit. Nach 
fast ununterbrochenem Trecken (Pferde wurden größten- 
theils geführt) erreichten wir 6 Uhr abends, nach 
Aussage Tanisibs, das Nugasrevier. Hier zu bleiben 
und nun durch Patrouillen Verbindung mit den 
anderen Kolonnen zu suchen, hielt ich für gänzlich 
zwecklos und marschirte daher am 22. morgens 
weiter, Tanisib bedeutend, er solle uns nach dem 
Grootberge bringen. Nach unsagbar mühseligem 
Marsch und schweren Klettertouren für die Pferde, 
die dabei fast alle Eisen einbüßten, kam das Detache- 
ment am Vormittage des 24. an ein stark fließendes, 
mit schönem Uferwald bestandenes Revier. Tanisib 
erklärte, dasselbe habe seinen Ursprung am Groot- 
berge, und bezeichnete in einer Entfernung von etwa 
1½ Reitstunden einen kegelförmigen Berg als den 
Sitz des Feindes. 
Ich schloß daraus, daß ich mich am Gauwater 
befinde und unter allen Umständen hier die Kolonnen 
Mueller und Estorff eintreffen müßten. Es wurde 
abgesattelt. Am Nachmittag ritt ich mit Ert- 
mann und zwei Unteroffizieren am Flußbett 
aufwärts. Nach etwa ¾ stündigem Ritt in strömen- 
dem Regen erblickten wir plötzlich in einer Ent- 
sernung von etwa 60 Schritt 20 bis 30 Hotten- 
totten, die bei unserem Anblick ein großes Geschrei 
erhoben und alsbald in den Klippen verschwunden 
waren. Eine Verfolgung wäre gänzlich zwecklos 
gewesen. Mir genügte es auch, vollkommen, die 
Thatsache der Anwesenheit des Feindes festgestellt 
zu haben. Am nächsten Morgen (25. v. Mts.) ging 
ich mit dem Detachement aus dem Flußthal auf eine 
Anhöhe etwa 800 m zurück, ließ aber Feldwebel 
Herz mit drei Reitern an unserem alten Lagerplatz 
versteckt liegen. Es gelang ihm, aus einem 6 bis 8 
Mann starken spionirenden Trupp einen Hottentotten 
und einen Kaffern abzuschießen. Der Hottentott 
erlag seinen Verwundungen bald, der Kaffer sagte 
aus, daß alle die verbündeten feindlichen Führer 
stark verschanzt auf der am Tage vorher von Tanisib 
bezeichneten Höhe lägen. Gegen Abend traf das 
Detachement Mueller ein. 
Gefecht am Grootberge, 26. Februar 1898. 
Beim Vormarsch am 26. hatte das Detachement 
die Avantgarde. Der Feind wurde zuerst durch den 
bei der Spitze befindlichen Reiter Fielenbach ge- 
meldet. Anfänglich sollte die Abtheilung durch Rechts- 
  
429 — 
abmarsch auf den linken Flügel des Feindes drücken 
und ihm beim Zurückgehen die Rückzugslinie ab- 
schneiden. Während das Detachement stetig ohne 
Schuß in der befohlenen Richtung vorging, wurde 
es durch Herrn Major Mueller persönlich an die 
Artillerie herangeholt, mit der gemeinsam es nun 
wirken sollte. Es gelang, gänzlich gedeckt den 
Stellungswechsel vorzunehmen. Sobald jedoch die 
Abtheilung eingenistet war, bekam sie Feuer, das 
ruhig erwidert wurde. Als das Feuer etwas 
schwächer wurde, ging die Abtheilung im Lausschritt 
gegen die vor ihr liegende Höhe vor und nahm 
dieselbe, desgleichen eine zweite, aus der sehr heftig 
gefeuert wurde. Hier angelangt, erhielt Lazareth= 
gehülfe Lehnberg einen tödlichen Schuß. 
Schließlich wurde eine dritte Anhöhe genommen. 
Alle Höhen waren mit Schanzen versehen, besonders 
die letzte war sehr stark und ausgedehnt verschanzt. 
Der Feind hatte fast ausschließlich mit Gewehr 88 
geschossen. Hier auf der letzten Schanze stieß die 
Kompagnie Kaiser zu uns, und es wurde nun ge- 
meinsam die Verfolgung ausgenommen. Ich bin 
jedoch nicht mehr zum Schuß gekommen. 
Das Verhalten von Unteroffizieren und Mann- 
schaften muß ich als vorzüglich bezeichnen. 
Bei dem am 28. v. Mts. mit der Abtheilung 
vorgenommenen Patrouillenritt wurde ein Gefangener 
gemacht lam Tage vorher durch die Kompagnie 
Kaiser angeschossen) und mit Sicherheit festgestellt, 
daß der Feind in nördlicher Richtung abgezogen sei. 
Es wurden drei Vorderlader und ein Henry-Martiny- 
gewehr gefunden. 
(gez.) Franke, Premierlieutenant.“ 
  
Der Feldzug legte der Schutztruppe zum Theil 
sehr schwere Anstrengungen und Entbehrungen auf, 
namentlich den Theilen derselben, welche häufig auf 
Fußmärsche angewiesen waren; denn bei dem trockenen, 
heißen Klima und der großen Wasserarmuth des 
Landes bedeuten andauernde Fußmärsche für den 
Europäer oft eine ganz gewaltige Anstrengung. Die 
vierte Feldkompagnie hatte denn auch am Schluß des 
Feldzuges fast die Hälfte ihrer Mannschaft als 
dienstunbrauchbar eingebüßt, wobei sich allerdings 
geltend machte, daß sie vor dem Feldzuge eine 
schwere Fieberepidemie überstanden hatte. 
RAus dem Bereiche der Misstonen und 
der Ankishlaverei-Bewegung. " 
Für die Baseler Mission sind mit dem am 
10. Juni von Hamburg abgegangenen Dampfer 
„Adolph Woermann“ der Missionar Graf nebst 
Frau sowie Fräulein Nothwang nach Accra und 
Missionar Wilhelm Müller nach Kamerun abgereist.
        <pb n="472" />
        Dem 74. Jahresberichte der Gesellschaft zur 
Beförderung der evangelischen Missionen 
unter den Heiden (Berlin III) entnehmen wir 
folgende auf die Missionen in Deutsch-Ostafrika be- 
zügliche Ausführungen, betreffend das Jahr 1897: 
Am Ende des letzten Jahres standen sieben 
Missionare mit fünf Frauen und zwei Handwerkern 
in der Arbeit; es waren aber drei neu ausgesendete 
Missionare, die Brüder Gröschel, Neuberg und 
Priebusch damals bereits auf der Reise von der 
Küste nach dem Kondeland. Mit ihnen und den in 
der Heimath weilenden Brüdern ist die Zahl unserer 
ostafrikanischen Missionare auf zwölf gewachsen. 
Die politischen Verhältnisse des Kondelandes 
erscheinen leider getrübt. In der zweiten Hälfte 
des Jahres ist es mehrmals zu bewaffneten Zusammen- 
stößen der Eingeborenen mit der aus Schwarzen 
bestehenden deutschen Schutztruppe in Langenburg 
gekommen. Freilich ist das Leben unserer Brüder 
niemals bedroht worden. 
In Ikombe wurde nach der Abreise des Kon- 
ferenzvorstehers, Missionars Nauhaus, die Arbeit 
von Missionar Bunk übernommen und mit Hülfe 
der jungen Missionare Källner und Maaß fort- 
geführt. Bruder Bunk sowohl als Bruder Källner 
und der Zimmermann Thiele mußten aber im Laufe 
des Jahres zeitweilig Erholung auf den Gebirgs- 
stationen suchen, und die Höhenluft bewährte sich 
aufs Neue als bestes Heilmittel gegen das Fieber 
und seine Nachwehen. Das Fieber herrschte zu 
Zeiten auch unter den schwarzen Bewohnern der 
Halbinsel. Für unsere Brüder war es günstig, daß 
im März endlich der Bau des großen Wohnhauses 
vollendet war, in dem sie hoffen dürfen, weniger 
von der Landeskrankheit zu leiden als in dem alten 
Bambushause. Dieses Haus ist das beste Wohnhaus 
om ganzen See. Der Hausboden ist gedielt und 
kann somit als Lagerraum dienen, und das Dach ist 
mit gebrannten Dachziegeln gedeckt, die an Ort und 
Stelle hergestellt worden sind. Später sind die 
Brüder auch darangegangen, einen gangbaren breiten 
Weg über die Halbinsel zu führen, was wieder neue 
Mühe und Arbeit gab. 
Gepredigt wurde auf der Station regelmäßig; 
auch Missionar Källner konnte schon vom Januar 
d. Is. an sich an dieser eigentlichsten Missionsarbeit 
betheiligen. Wenn auch meist nur die Arbeiter regel- 
mäßiger zum Gottesdienst kamen, so war es doch 
erfreulich, daß von Zeit zu Zeit auch andere Heiden 
sich fleißiger daran betheiligten, weil, wie sie sagten, 
sie fürchteten, die Missionare könnten den Platz ver- 
lassen, wenn ihnen die Bevölkerung nicht in diesem 
Stück entgegenkäme. Nachdem am Weihnachtsfest des 
Jahres 1896 die Erstlinge des Volkes getauft worden. 
waren, empfingen am 2. Mai (Misericord. Domini) 
wieder vier Täuflinge das Sakrament. Von der 
Regierung ist unseren Missionaren ein gewisses Maß 
von polizeilicher Oberhoheit über die Bewohner der 
Landzunge Ikombe verliehen worden. Die Besuche 
430 
  
auf den am See gelegenen Außenplätzen Kanda und 
Isanga konnten nicht regelmäßig ausgeführt werden. 
Der „Paulus"“ aber hat den Brüdern beständig die 
werthvollsten Dienste geleistet. Er hat sich auch beim 
schlimmsten Wetter und daraus folgendem hohen See- 
gang trefflich bewährt. 
Statistik: 7 Getaufte, 14 Katechumenen. 
Auf der Station Manow finden wir in Bezug 
auf Klima und Gesundheit ganz andere Verhältnisse 
als am See. Es ist wohlthuend, zu hören, daß 
hier während des ganzen Jahres keine Fiebererkran- 
kung stattgefunden hat. Die Station war deshalb 
auch das Ziel vieler Besucher; beim Osterfest hatten 
Missionar Jauer und Frau sieben Europäer zu Gast, 
unter ihnen waren drei Beamte der Station Langen- 
burg. Missionar Jauer errichtete deshalb ein 17 m 
langes Bambushaus für Gäste. Der Bambus er- 
möglicht, leicht, schnell und billig ein reinliches Ob- 
dach zu errichten, freilich haben die Gebäude, die 
man aus ihm herstellt, keinen langen Bestand. 
Da die Hügel in der Umgebung der Gebäude 
baumlos sind, wurden Hunderte von Bäumen, Euka- 
lypten, Ukaspalmen und Cedern gepflanzt. Sehr 
erfreulich ist es, daß der Kirchenbesuch ein recht guter 
war. Unter hundert sank die Zahl der Hörer nie. 
Schule konnte mit 23 Kindern gehalten werden. 
Statistik: 13 Getaufte, 10 Katechumenen und 
23 Schulkinder. 
Auch auf Muakareri ist ein entschiedener Fort- 
schritt zu verzeichnen. Hier herrscht noch weniger 
Fieber als in Manow, da die fast 5000 Fuß hoch 
liegende Station rings von Gebirgen eingeschlossen 
ist. Die abgelegene Gegend ist auch von Kriegs- 
stürmen verschont geblieben. Auch das Erscheinen 
von Heuschrecken wird dort nicht besonders gefürchtet; 
die Fruchtbarkeit der Aecker ist so groß, daß diese 
Feinde afrikanischen Wohlstandes den Reichthum an 
Feldfrüchten nicht aufzehren können. Es muthet 
einen fremdartig an, wenn hier von Afrika her be- 
richtet wird, daß die befürchteten Spätregen aus- 
blieben, und die Leute deshalb auf eine gute Hirse- 
ernte hofften. Dem Missionar Schüler kam das 
Ausbleiben auch zu statten, da er nun das Ziegel- 
streichen und Ziegelbrennen, mit dem er beschäftigt 
war, vollenden konnte. 
Der Besuch der Gottesdienste hat sich auch hier 
gehoben. Statistik: 23 Getaufte, 19 Katechumenen, 
9 Schullinder. 
Auch im benachbarten Kingalande ist es unseren 
Brüdern in der kurzen Zeit, welche sie dort arbeiten, 
gelungen, das Vertrauen des dort wohnenden, ver- 
schüchterten Völkleins in bemerkbarem Maße zu er- 
werben. Als der in Bulongoa arbeitende Bruder 
Hübner am 16. Mai von der Reise zurückkehrte, 
die er mit Missionar Bunk nach Iringa, der Haupt- 
stadt des Hehelandes, unternommen hatte, bezeugten 
ihm die Leute ihre lebhafte Befriedigung über seine 
Rückkehr, indem sie ihm allerlei Geschenke brachten. 
Bis zum 24. Mai hatten die Missionare Wolff und
        <pb n="473" />
        Hübner auf Bulongoa zusammen gearbeitet. Am 
genannten Tage aber verließ Missionar Wolff die 
Station, um weiter ostwärts im Gebirge die zweite 
Kingastation Tandala anzulegen. 
Statistik: 11 Leute im Unterricht. 
Tandala ist auf den Karten schon seit langen 
Jahren verzeichnet, denn einige Reisende waren über 
diesen Punkt nach dem Nordende des Nyassa gelangt. 
Anfang August des Jahres 1896 waren dann die 
Brüder Schumann und Wolff als die ersten Boten 
des Evangeliums bis hierher vorgedrungen, nun 
konnte endlich zur Anlegung der geplanten Station 
geschritten werden. Da Missionar Wolff inzwischen 
die Kingasprache erlernt hatte, wurde es ihm nicht 
schwer, die Bewohner freundlich zu stimmen. Der 
Kinga hat eine Abneigung gegen alles Fremde, wie 
sich das häufig bei Gebirgsvölkern findet, aber doch 
fanden sich die Häuptlinge Untandala, Sajatikua und 
Unkuaoma zur Begrüßung des fremdartigen Weißen 
ein, der nun die Bergeinsamkeit mit ihnen theilen 
wollte. Nachdem Missionar Wolff die ersten Vor- 
arbeiten beendet hatte, konnte er am 13. Juni seine 
Frau, die bis dahin in Bulongoa geblieben war, 
auf dem neuen Platz einführen. Es zeugt von gutem 
Vertrauen der lieben Geschwister zu dem Volke, daß 
Frau Missionar Wolff vom 27. September bis zum 
7. Oktober, als ihr Mann zur Konferenz nach Manow 
reisen mußte, hier allein blieb, und es ist ein schöner 
Beweis für die Gutartigkeit der dort wohnenden 
Heiden, daß der Missionar berichtet, während seiner 
Abwesenheit seien die zunächstwohnenden Häuptlinge 
zu seiner Frau gekommen und hätten ihr Geschenke 
an Nahrungsmitteln gebracht mit den Worten: „Dein 
Man ist fort, da müssen wir für dich sorgen.“ 
Der Bauplatz, den man fand, befriedigte nach 
allen Seiten, er liegt mehr als 6000 Fuß über dem 
Meere. Das Klima ist als regnerisch und kühl zu 
bezeichnen, besonders schlimm sind die Nebel, die sich 
hier meist mit den Regen ablösen. Der Stationsplatz 
selbst ist aber verhältmißmäßig nebelfrei; das mag 
damit zusammenhängen, daß berichtet wird, es wehten 
da meist starke Winde. In der Nähe des Platzes 
finden sich drei Wäldchen, während sonst die Kinga- 
hochebene baumlos ist. 
Missionar Wolff hatte es schwer, denn er mußte 
die zur Anlegung nöthigen Arbeiten allein verrichten. 
ging aber munter ans Werk, baute als erstes 
Obdach ein Bambushaus mit drei Räumen, dann einen 
Stall (132x4 m) und einen Schuppen (1224 m), 
dann ließ er Ziegel streichen, brannte sie und baute 
endlich ein massives Haus (192&amp;5 m groß), umgab 
es auch ringsum mit einer Veranda, wie das bei 
dem nassen Klima höchst nöthig war. Am ersten 
Weihnachtstage waren 300 Menschen, am zweiten 
waren 200 zur Predigt da. Gewöhnlich kamen 
100 Leute am Sonntage. 
  
Einem in „Kreuz und Schwert“ veröffentlichten 
Briefe des Superiors Gommenginger aus der 
431 
  
l 
Missionsstation der schwarzen Väter zu Kilema ent- 
nehmen wir Folgendes: 
Nach neunjähriger Arbeit in Ostafrika habe ich 
mich genöthigt gesehen, in Europa und besonders im 
lieben Elsaß meine erschöpften Kräfte wieder zu 
Außergewöhnliche Ereignisse sind selten in unseren 
Missionen, aber ein solches will ich doch erwähnen. 
Im Anfange dieses Jahres machte der Gouverneur 
von Ostafrika, Herr General Liebert, eine Reise 
ins Kilimandjaro-Gebirge. Auch uns wurde die Ehre 
seines Besuches zu Theil. Ich glaube nicht zu irren, 
wenn ich sage, daß der Herr Gouverneur den besten 
Eindruck von unserer Mission gewonnen hat. Und 
dieses hat er in Gegenwart des Generalkonsuls von 
England und anderer Herren offen ausgesprochen. 
Ein solches Zeugniß von so hoher Stelle ist für uns 
um so werthvoller, weil es beweist, daß wir mit den 
Almosen unserer Wohlthäter wirklich Gutes wirken. 
Zwel katholische Missionen bestehen zur Zeit im 
Bezirk des Kilimandjaro, die eine in Kilema, die 
andere in Kiboscho. Eine dritte, „Fischerstadt“, ist 
in der Gründung begriffen. Die erstgenannte Mission 
hat lange mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu 
kämpfen gehabt. Zu Anfang war es der Krieg mit 
all seinen Leiden, dann kam Hungersnoth durch die 
Heuschrecken, und jetzt hat ein Erdbeben unsere bis- 
herige Kirche so sehr beschädigt, daß wir an den 
Bau einer neuen denken müssen. 
Aber trotz aller Prüfungen schreitet die Missions- 
thätigkeit langsam vorwärts. Mehr als 80 Massai- 
kinder hat unsere Mission losgekauft, die sonst ent- 
weder elend umgekommen oder als Sklaven verkauft 
und wieder verkauft worden wären. Diese Kinder 
müssen wir ganz unterhalten, was manchmal nicht 
wenig Sorge verursacht, aber sie sind uns auch eine 
Hülfe beim Ackerbau wie bei den Bauten, die wir 
aufführen müssen. Außer diesen eigenen Kindern 
haben wir in unseren beiden Schulen noch etwas 
über 100 Kinder der umliegenden Bewohner. 
Ich benutze diese Gelegenheit, um zu sagen, daß 
wir zu der deutschen Militärstation Moschi im besten 
Einvernehmen stehen. Der Kommandeur, Herr Haupt- 
mann Johannes, unterstützt die Missionen ohne 
Unteischied der Konfession mit Rath und That, wo 
sich ihm Gelegenheit bietet. Es freut mich besonders, 
dem Herrn üöffentlich dieses ehrende Zeugniß zu geben, 
sind wir beiden doch die Veteranen des Kilimandjaro. 
Vom Kilimandjaro zur Küste benutzte ich die 
englische Eisenbahn Mombassa — Uganda. Für den 
Handel wie für Kriegszwecke hat diese Strecke un- 
verkennbar große Wichtigkeit. Man arbeitet daran 
mit allem Eiser; im April waren schon 200 km 
im Betriebe. Jeden Tag fährt schon mindestens ein 
Zug hin und ein anderer her. 
  
In „Kreuz und Schwert“ lesen wir: Der aposto- 
lische Präfekt von Togo, P. Bücking, welcher zum 
Ordenskapitel nach Steyl gekommen war, ist am
        <pb n="474" />
        16. Mai in Begleitung des Bruders Johannes 
wieder in seine Mission zurückgereist. 
P. Schoch, apostolischer Präfekt von Transvaal, 
aus der Kongregation der Oblaten, ist gestorben. 
Er befand sich auf der Rückreise nach Deutschland, 
um im Missionshause zu Hünfeld Wiederherstellung 
seiner Gesundheit zu suchen; ein heftiges Fieber 
raffte ihn auf hoher See hinweg. P. Schoch hatte 
im vorigen Jahre längere Zeit auch Deutsch-Süd- 
westafrika bereist. 
— — — — — 
Aus fremden Kolonien. 
Bericht über den Obstbau und Obsthandel in Madeira. 
Einem vom britischen Foreign Office herausge- 
gebenen, für das Parlament bestimmten Bericht über 
den Obstbau und Obsthandel von Madeira (Nr. 408 
der Reports on subjects of general and com- 
mercial interest, London 1896) liegen die Beob- 
achtungen zu Grunde, die der englische Vizekonsul in 
Funchal während eines mehr als zehnjährigen Auf- 
enthalts in Madeira, zum Theil mit Unterstützung 
des Botanikers Prof. Rebougas in Rio de Janeiro, 
gemacht hat. Der Bericht bestätigt einerseits die 
außerordentliche Fruchtbarkeit der von der Natur in 
so hohem Maße begünstigten Insel, weist aber anderer- 
seits auf eine Reihe von Umständen hin, die den 
Ertrag in Bezug auf Quantität und Qualität beein- 
trächtigen, die Produktion erschweren und eine Be- 
theiligung fremden Kapitals zur Zeit nicht als räthlich 
erscheinen lassen. Zu diesen Umständen gehören der 
theure Bodenpreis, namentlich in der Nähe Funchals, 
des einzigen Hafens, sowie die aus der Zersplitterung 
des Grundbesitzes sich ergebenden Mißstände und der 
Wassermangel. Letzterer ist hauptsächlich auf die 
ungenügenden Vorkehrungen zum Sammeln des 
Quellwassers und des während der Wintermonate 
fallenden Regens zurückzuführen. Die Regierung 
scheint Maßnahmen zu erwägen, die zunächst wenig- 
siens an der Südküste die Wasserfrage in befriedi- 
gendem Sinne lösen sollen. Das Betriebssystem 
steht auf sehr niedriger Stufe; Fruchtwechsel und 
Verwendung künstlichen Düngers sind unbekannt. 
Das dem Berichte beigefügte Verzeichniß der in 
Madeira angebauten Früchte enthält zahlreiche An- 
gaben von botanischem und landwirthschaftlichem 
Werthe. Von den Fruchtarten, die einzeln und ein- 
gehend beschrieben werden, seien hervorgehoben: 
Avocadobirne (portug. abocate, botan. Persea gra- 
tissima), Banane, englische Tomate (bot. Phbysalis 
peruviana), Custardapfel (port. anona), Guave, 
Limone (Citrus medica, C. limonum, C. acida), 
Loquate (bot. Photinia japonica), Mango, Melone, 
Orange, Passionsfrucht (port. maracuja, bot. Passi- 
llora alata), Ananas. 
Die Regenmenge des Jahres 1895, in Funchal, 
250 Fuß Meereshöhe, gemessen, ist aus folgender Ta- 
432 
  
belle ersichtlich: 
  
Januar 5,75 Kubikzoll, 
Februar. 9,12 - 
März 2,97 - 
April 4,07 - 
Mai 0,57 - 
Juni. 045 
Juli 0,00 - 
August 0,00 - 
September. 5,58 - 
Oktober. 18,43 - 
November 7,04 - 
Dezember 3,30 - 
Total 57,28 Kubikzoll. 
Sammlung französischer Grenzabkommen. 
Das französische Auswärtige Ministerium hat in 
Form eines Gelbbuches eine Sammlung aller Ab- 
kommen veröffentlicht, welche seitens Frankreichs mit 
anderen Mächten über afrikanische Gebiete von 1881 
bis 1898 abgeschlossen worden sind. Die größte 
Zahl Verträge dieser Art, nämlich acht, hat Frank- 
reich mit Großbritannien vereinbart. Sechs sind 
mit dem Kongostaat, nur vier mit Deutschland er- 
forderlich gewesen. 
Basutoland im Jahre 189%9. 
Aus dem als Parlamentsvorlage (Colonial 
Reports-Annual No. 224) veröffentlichten Jahres- 
bericht über Basutoland für 1896/97 geht hervor, 
daß die Hemmnisse, denen die Entwickelung der Ko- 
lonie infolge der Ninderpest und innerer Unruhen 
ausgesetzt war, noch nicht völlig behoben sind. 
Die Gesammteinnahmen für das Jahr bis zum 
30. Juni 1897 beliefen sich auf 45 867 Pfd. Sterl. 
11 s. 2 d., darunter 22 810 Pfd. Sterl. 5 s. 0 d. 
aus der Hüttensteuer, deren Einziehung nur im Be- 
zirke Berea Schwierigkeiten begegnete. Die Gesammt- 
summe der Ausgaben ist nicht angeführt; es werden 
nur die außerordentlichen Aufwendungen hervorge- 
hoben, die zur Bekämpfung der Seuche erforderlich 
waren (5478 Pfd. Sterl.). 
In der Zeit vom 31. März 1896 bis 31. März 
1897 wurden zollpflichtige Waaren im Werthe von 
135 560 Pfd. Sterl. eingeführt, und zwar 64 130 
Pfd. Sterl. aus der Kapkolonie, 71 430 Pfd. Sterl. 
über den Oranje-Freistaat. Im vorangegangenen 
Jahre betrug die Einfuhr 104 858 Pfd. Sterl. 
Die ziffernmäßigen Angaben über die Ausfuhr 
reichen nur bis zum 31. Dezember 1896, geben also 
noch keinen Aufschluß über die Verwüstungen, die 
die Rinderpest angerichtet hat (März bis Juni 1897). 
Die Ausfuhr bewerthete sich vom 31. Dezember 1895 
bis 31. Dezember 1896 auf 160 277 Pfd. Sterl. 
0 s. 2 d.; davon gingen 41 605 Pfd. Sterl. 0 S. 1 d. 
nach der Kapkolonie, 118 672 Pfd. Sterl. 0 s. 1 d. 
nach dem Oranje-Freistaat.
        <pb n="475" />
        Die Polizeimacht in Basutoland besteht aus 
9 europäischen Offizieren, 
10 - Konstablern, 
6 eingeborenen Offizieren, 
16 - Unteroffizieren, 
204 - Gemeinen, 
zus. 245 Mann. 
Maße und Gewichte in Sansibar. 
Durch eine Regulation vom 18. Mai 1898 macht 
der Königlich großbritannische Agent und Consul 
General in Sansibar bekannt, daß mit Zustimmung 
des Sultans von Sansibar in Sansibar und Pemba 
sortan dieselben Maße und Gewichte gelten sollen. 
Vom 1. Juli 1898 ab dürfen nur gestempelte Maße 
solgender Art gebraucht werden: 
1 Pishi oder Keila = 6¼ lbs. avoir du poid 
frischen Wassers, 
1 Kibaba — 26 2s8. 
1 Half-Kibabb — 13 
1 Quarter-Kibaba = 6/= 
Es sollen entsprechen: 
1 Pishi oder Keila = 6⅛ lbs. Reis, 
1 Kibaba oder Keila = 1½ OD 
1 Half-Kibabe — "4 
1 Quarter-Kibabe — 3/8 
Alle anderen Maße werden zerstört. Die neuen 
Maße müssen jährlich neu gestempelt werden gegen 
1 Rupie Gebühren. 
* u 
A 
## 
— 
½ 
WM 
V U# 
Perschiedene Wittheilungen. 
Deutscher Frauenverein für Rrankenpflege in den 
Rolonien. 
Der deutsche Frauenverein für Krankenpflege in 
den Kolonien hat beschlossen, für die im September 
d. Is. von Windhoek heimreisende Schwester Anna 
Baeßler die Schwester Ida Kaufholz, für die 
frühere Schwester Anna Jacobus in Dar-es-Saläm 
die Schwester Margarethe Wiffler zu entsenden. 
Schwester Anna soll die Reise am 25. Juli und 
Schwester Margarethe am 14. September antreten. 
Fertigstellung der Aluminiumpinasse. 
Die auf Veranlassung Seiner Durchlaucht des 
Fürsten zu Wied aus den Restgeldern der Anti- 
sklavereilotterte in Bau gegebene Aluminiumpinasse 
ist von der Firma Escher, Wyß &amp; Cie. in Zürich 
sertiggesteltt und wird voraussichtlich Mitte August 
über Hamburg nach Ostafrika gesandt werden. Den 
Transport von der deutsch-ostafrikanischen Küste nach 
433 
  
Mwansa am Victoriasee wird die Ostafrikanische 
Gesellschaft ausführen. Die Pinasse wird von dem 
Steuermann Haasenritter und dem Maschinisten 
Meyer begleitet. « 
  
— — — 
  
Titteratur. 
Dr. R. Hindorf: Leitfaden zur Erlernung der 
malayischen Umgangssprache. Zweite verbesserte 
Auflage. Berlin 1898. Carl Heymann. 
Der Verfasser, welcher gegenwärtig an den Be- 
strebungen zur wirthschaftlichen Verwerthung Deutsch- 
Ostafrikos hervorragenden Antheil nimmt und dem 
Kolonialrath als Vertreter einer Pflanzungsgesellschaft 
angehört, legt hier ein Werkchen, das er 1890 als 
Frucht seiner Thätigkeit in Holländisch-Indien zum 
ersten Male hat erscheinen lassen, in erweiterter Ge- 
stalt dem Publikum vor. Die Schrift dürfte nicht 
allein für Reisende, sondern auch für Plantagen- 
unternehmer, die Malayen beschäftigen, von Werth sein. 
von Afrika. 
Verlag von 
Gustav Richter: 
Dritte verbesserte Auflage. 
G. D. Beedecker. 
Die schon bekannte und geschätzte Karte liegt 
hier jetzt in neuer Bearbeitung vor. Alle Grenz- 
verträge und Entdeckungen der letzten Jahre haben 
dabei Berücksichtigung gefunden. 
Schulwandkarte 
Essen. 
  
yVYTVTVWVTWTTWTVVVVVV W790T77NT 
Tikterakur -erzeichnikl. 
Leutwein (Major, Kaiserl. Landeshauptmann): Deutsch- 
Süd-West-Afrika. Vortrag, gehalten in der Ab- 
theilung Berlin-Charlottenburg der Deutschen Kolonial- 
Gesellschaft. 3 Bogen gr. 80. Mit einer Karte. Mk. 1,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Morf-Clotten: China und Japan. Eine Reise 
durch hbeide Länder. Mit 14 Illustrationen nuch 
Original-Dhotographien. Mk. 3.—. 
Wilhelm Friedrich, Leipzig. 
Plehn, F.: Die Kamerun-Küste. Studien zur 
Klimatologie, Phrsiologie und Puthologie in den 
Tropen. Ait 47 Abbilllungen im Text und einer 
Karte der Kumerun-Küste. gr. 87. (IVI. 363 S.) 
Alk. 10,—. August Hlirschwuld, Berlin. 
v. Richthofen, Ferd. Freiherr: Schantung und seine 
Eingangspforte Kiautschou. Mit drei großen 
Karten außer Tert, drei kleinen Karten im Text und 
neun Lichtdrucktafeln. Geb. Mk. 10.—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen)], Berlin. 
Schwarz, Dr. Bernhard: Quer durch Sibirien. 30. 
Mit zahlreichen Original-Illustrationen und zwei Orien- 
tirungokarten. Geb. Mk. 5.—. 
Handels-Druckerei und Verlag, Bamberg.
        <pb n="476" />
        S#na# 
— 434 — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
M. S. „Condor“ 8/1. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Cormoran"“ 8/5. Manila. (Poststation: Hongkong.) 
M. S. „Falke“ 25/4. Apia 20/5. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Habicht“ 28/4. Kamerun 20/6. — Gaboon. (Poststation: Kamerun.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
M. S. „Schwalbe“ 7,6. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Seeadler“ 29/5. Port Said 1/6. — 11/6. Gibraltar 14/6. — 22/6. Cuxhaven 26/6. — 
26/6. Kiel. (Poststation: Kiel.) 
M. S. „Wolf“ 21/5. Swakopmund 21/5.— 23/5. Lüderitzbucht 24/5. — 27/5. Port Nolloth 30/5.— 
1/6. Kapstadt. (Poststation: bis 1/77. Angra Pequena, dann Mossamedes.) 
Ablösungstransporte: 
Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstransport für S. M. S. „Cormoran“ 
(ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: a) Korvettenkapitän Reincke: 
Wilhelmshaven 4/5. — 14/5. Port Said 15/5. — 26/5. Colombo 27/5. — 1/6. Singapore 1/6. 
— Manila. — 13/6. Shanghai 14/6. — 16/6. Kiautschou 19/6. 
b) Kapitän zur See Becker: 21/6. Shanghai 22/6. — Manila. 
Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Bayern“ des Nordd. Lloyd mit einem Theil des Ablösungs- 
transportes vorstehend zu 1: Ausreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Persius: 
Bremerhaven 18/5. — 1/6. Neapel 1/6. — 5/6. Port Said 5/6. — 10/6. Aden 10/6. — 
17/6. Colombo 17/6. — Singapore. 
Ablösungstransport für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatzung): 
Ausreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Herzog“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: 
Hamburg 11/5. — 13/5. Amsterdam 14/5. — 18/5. Leixoes 19/5. — 20/6. Lissabon 21/5.— 
26/5. Neapel 26/5. — 30/5. Port Said 31/5. — 5/6. Aden 5/6. — 15/6. Sansibar. 
Heimreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „König“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Lieutenant zur See Mommsen: Sansibar 18/6. — Aden. 
  
  
  
  
  
  
Perkehrs-Rachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- laenden Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 20. Juli, 3., 177,anga 19—20 Tage am 15., 18. Juli, 
(deutsche *- 31. Aug. 120 abbs. Dar-es-Sal. 20—21T9g;. T 1., 1215 29. Aug. 
. Brindisi am 17. Juli, 14. Aug. Sansibar 22 Tage 114 abds. 
1. Deutsch- Ostafrita. (engriinn *4 g si g 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
ranzosische Schiffo) 40 nms 10r abbs. 
  
  
— — — 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. Southampton am 30. Juli, 27. Aug. Lüderitzbucht 22 Tage#am 29. Juli, 26. Aug. 
(Nach Keetmansboop, Gibeon,tadt, dann deutscher 
(enal. Schiffe bis Kov 40 ums. Swakopmund 25 Tage 1 . 
  
  
arbt und ulmae Dampser .n Leutwein-) 
wochent apstadt. “" . , 
wucdoktweixkk aus« sdcm Hamburg am 25. Juli, 25. Sept. Swakopmund 30 Tage am 25. Juli, 25. Sept. 
andwege.) 1 eutsches Schis)] nachts Lüderitzbucht 40 Tages 77909 abbs. 
Hamburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10, jedes Monats 
3. Ramerun Geutsche Schife), nachts 7% abds. 
I! Liverpool am 3., 31. August, Kamerun 22 Tage am 1., 29. August, 
(englische Schiffe) 28. September 26. Sept. 15 ums.
        <pb n="477" />
        435 
  
  
  
Nach 
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen 
an folgenden Tagen 
Dauer 
der Ueberfahrt 
#usschifungshafen. Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
4. Logo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
  
  
ambur 
2 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
Marseille 
(franzöftsche Schiffe) 
Bordea 
  
Neape 
5. Deutsch-Aeu-Guinea. 
  
6. Marshall- Inseln. 
l 
Schiffe) 
Brindisi 
Machversand) 
  
I Der nächste Postabgangstag steht noch nicht fest. 
am 10.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage 
am 20.jedes Mts. 
am 27. Juli, 
10., 24. August 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Sept., 10. Nov. 
(sranzösische chiffe) 1 110 oms. 
am 24. Aug., 19. Okt. 
abds. 
am 28. Aug., 23. Okt. 
abds. 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
Stephansort 45 Tage 
  
41 Tage 
  
  
  
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
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am 10. und 20. jedes 
Monats 7½9 abds. 
am 25. Juli, S., 22. Aug. 
15 ums. 
am 23. jedes Monats 
10% abds. 
am 8. Sept., 8. Nov. 
10½ abds. 
am 22., 26. August, 
17., 21. Oktober 
1168 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
— — 
  
  
  
  
  
Landungs= Die Post ist fämi Landungs= Die Post ist fanig 
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F. Juli «.- .- 
Neapel ... am « Hamburg .. am 10.* jed. Monats 
Deutsch-Ostafrika Brindisi. ——N— t. AWgogebiet Plymouth.. am 27.) jed. Monats 
Marseille 1 am 17. Juli, 16.Aug. Marseille . am 16. jedes Monats 
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Plymouth.. am 27.* jed. Monats « — 
Ramern #werpool am 11. August, 1 Warsdall-Inseln unbestimmt 
8. September 6 
  
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintrefsenden Posten. 
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Schiffsbewegungen der Woermann-Linic. 
  
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Ledie Nachrichten 
  
  
  
Reise 
ostda 
wVo von 1 nach bis 12. Juli 1898 
l 
„Adolph Woermann“ Hamburg Loango am 8. Juli in Kamerun. 
„Aline Woermann“ Hamburg 1 Loango am 11. Juli ab Hamburg. 
„Anna Woermann“ Hamburg Benguella am 26. Juni in Accra. 
„VBruxellesville“ Kongo Antwerpen am 7. Juli in Las Palmas. 
„Carl Woermann“ Hamburg Lagos am 9. Juli in Lagos. 
„Eduard Bohlen“ Loango Hamburg am 8. Juli in Accra. 
„Ella Woermann“"“. Sherbro Hamburg am 11. Juli Dover passirt. 
* d Woermann“ z. Zt. in Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Sherbro Hamburg am 9. Juli in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Whydah am 11. Juli in Conakry. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 5. Juli in Ushant. 
„Kurt Woermann“ Loanda hus am 7. Juli in Lagos. 
„Lulu Bohlen Lüderitzbucht amburg am 5. Juli in Mossamedes. 
„Marie Woermann“. Lüderitzbucht Hamburg am 5. Juli in Las Palmas. 
„Melita Bohlen". Hamburg Lüderitzbucht am 25. Juni in Swakopmund. 
„Vrofessor Woermann“. Hamburg Loango am 7. Juli in Kamerun. 
„Thekla Bohlen“ Loanda Hamburg am 7. Juli in Tanger. 
—— 
  
  
  
  
  
  
Reichspo Reise Letzte Nachrichten 
ichsposidampfer von 1 nach bis 13. Juli 1898 
„König“ Durban # Hamburg am 9. Juli ab Lissabon. 
„Herzog"“ Durban Hamburg am 11. Juli ab Mozambigquec. 
„Kaiser“ Hamburg Durban am 13. Juli an Leixoes. 
„Kanzler"“. amburg » Durban am 12. Juli ab Dar-es-Salam. 
„Bundesrath"“ z. Zt. in Ham—burg - · 
„Reichstag“ Hamburg Delagoabai am 12. Juli ab Suez. 
„AMdmiral" Hamburg Delagoabai am 6. Juli an Mozambique. 
„General“ Delagoabai l Hamburg am 18. Juli ab Aden.
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Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat d# offizielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
Sicheren Heilung des Keuchhustens. 
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wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
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Paris: Man Feres, 31 rue des peiltes Ecurles; 
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Technik, Art und Werth derselben all- 
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Schrift will daher nicht nur allen Ver- 
messungsbeamten ein Hülfsmittel sein, 
sondern auch Allen, die sich einen Ein- 
blick in das Wesen und einen Ueberblick 
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Am 18. August: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Martens, 
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Meächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. Juli, 25. September 
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Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann-Linie 
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* /KOENIG“, Capt. Doher 3. August, I7. August, 
„GENERAL“, Capt. Güunennnn 17. August, 31. August, 
nach Mombassa, Tangn?, Pangani-, Sundanis, Bagamorox, Dar-es-Salümzz, Sunsibar-“, Kliwa, Lindi, 
Mikindani, Ibo, Mozambique , Quelimane F, TChinde , Beirn“, Inhumbane, Delngonbal“, Durban“. 
Die mit einem versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Hälen nur 
Passagiere und nach den mit einem versehenen Ilülen auch Ladung. ' 
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mit Ansnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzdpliche Einrichtungen fr Pussagtere in allen Klassen. 
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Näheres ertheilt in Hamburg: · 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
"owie wegen Fracht und Passage die 
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Verantwortlicher Redakteur für den nichtamilichen Theil: M. Junge, Verlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hosbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler 2 Sohn, Berlin 8W 12. Kochstraße 68—11. 
Ausgegeben am 15. Juli luo um 6 Ubr nachmittags. 
  
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Beransgegeben in der Kolouial-Ablheilung des Auswärligen Amis. 
—–.’ 
E. Jhrgung. gearlin, 1. Angun 160. 
–—–. 
— ———„ — 
6 Nummer 5. 
IE – 2 22 24 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beiheste beigefügt die mindestens einmal vierteliäbrlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deotschen Schutzgebieten“. herausgegeben von Dr. Freiberr 
. Danckelmarv. Der vierteljährliche Abonnementspreis fjür das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchbandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-= Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einiendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sobn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die gesundheits- 
polizeiliche Kontrole der einen Hafen des Schutzgebietes anlaufenden Seeschiffe und deren Deeinfektion S. 445. — 
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat Juli 1898 S. 452. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen 
bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat Mai 1898 S. 452. — Personalien S. 452. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 453. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die politische Lage in 
Uhehe S. 454. — Magnetisches Observatorium in Dar-es-Saläm S. 454. — Kamerun: Bericht über eine Reise 
nach dem Sanaga und der Station Edea S. 454. — Bericht über die in dem Versuchsgarten von Victoria kultivirten, 
von der botanischen Centralstelle in Berlin stammenden Pflanzen S. 459. — Beabsichtigte Forschungereise S. 464. 
— Deutsch-Südwestafrika: Wissenschaftliche Sammlungen S. 464. — Deutsch-Neu-Guinea: Bevölkerung 
des Bismarck-Archipels S. 464. — Marshall-Inseln: Reise des Dr. Kraemer S. 464. — Neuer Schuner der 
Jaluit-Gesellschaft S. 465. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung 
S. 465. — Aus fremden Kolonien: Gemeinnützige Arbeiten im Kongostaate S. 465. — Britische Flaggen- 
hissung S. 465. — Gambia S. 465. — Ueber die portugiesischen Kolonien in Westafrika S. 466. — Verschiedene 
Mittheilungen: Aufruf zum Sammeln von kleinen Säugethieren S. 482. — Ueber die Strandung des Dampfers 
„Lothar Bohlen“ S. 483. — Litteratur S. 484. — Litteratur-Verzeichnuß S. 485.— Schiffsbewegungen S. 485.— 
Verkehrs-Nachrichten S. 485. — Anzeigen. 
— — — — 
  
Amtlicher Theil. 
Verordnungen und Mittheilungen der Behörden in den Schutgrbieken. 
  
Runderlaß an sämmtliche Dienststellen in Dar-es-Saläm, an die Bezirks= und 
Bezirksnebenämter, das Bezirksgericht Tanga, die Hauptzollämter und Zollämter 
1. und 2. Klasse. 
An Stelle der mit Runderlaß vom 3. April 1897 mitgctheilten § 14 a bis 14 f der Abänderungs- 
und Ergänzungsbestimmungen zu den Vorschriften, betreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen 
Hafen des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes anlaufenden Seeschiffe, treten mit heutigem Tage die in der 
Anlage 1 enthaltenen Bestimmungen. Gleichzeitig werden die mit Runderlaß vom 15. Juni 1896 mit- 
getheilte Desinfektionsanweisung für Seeschiffe und. die mit Nunderlaß vom 3. April 1897 mitgetheilten 
Ergänzungsbestimmungen zu der genannten Desinfektionsanweisung für Seeschiffe durch die in der Anlage 2 
gegebene Desinfektionsanweisung ersetzt. 
Dar-es-Saläm, den 5. Mai 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
IAnlage 1. Abänderungs- und Ergänzungsbestimmungen 
zu den vorschriften, betreffend die gesundbeitspoliteiliche Nontrole der einen Bafen 
des ostafrikanisehen Scehungebictes anlaufenden Sercschiff 
An Stelle der §§ 14 a bis 14f treten nachfolgende Bestimmungen: 
§ 14a. 
Hat ein Schiff Pest an Bord oder innerhalb der letzten zwölf Tage an Bord gehabt, so ist nach 
erfolgter ärztlicher Untersuchung (§ 6) dem Gonvernement telegraphisch Anzeige zu erstatten. 
7
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        — 446 — 
8 14b. 
Hat ein Schiff Pest an Bord oder sind auf einem Schiffe innerhalb der letzten zwölf Tage vor 
seiner Ankunft Pestfälle vorgekommen, so gilt es als verseucht und unterliegt folgenden Bestimmungen: 
1. Die an Bord befindlichen Kranken werden ausgeschifft und in einen zur Aufnahme und Be- 
handlung geeigneten abgesonderten Raum gebracht, wobei eine Trennung derjenigen Personen, bei welchen 
die Pest festgestellt worden ist, und der nur verdächtigen Kranken stattzufinden hat. Sie verbleiben dort 
bis zur Genesung oder bis zur Beseitigung des Verdachts. 
2. An Bord befindliche Leichen sind unter den erforderlichen Vorsichtsmaßregeln alsbald zu bestatten. 
3. Die übrigen Personen (Reisende und Mannschaft) werden in Bezug auf ihren Gesundbeits- 
zustand weiterhin einer Beobachtung unterworfen, deren Dauer sich nach dem Gesundheitsstand des Schiffes 
und nach dem Zeitpunkt des letzten Erkrankungsfalles richtet, keinesfalls aber den Zeitraum von zehn Tagen 
überschreiten darf. Zum Zwecke der Beobachtung sind sie entweder am Verlassen des Schiffes zu verhindern, 
oder, soweit nach dem Ermessen der Hafenbehörde ihre Ausschiffung thunlich und erforderlich ist, in einem 
abgesonderten Raume unterzubringen. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die Mannschaft zum Zwecke 
der Abmusterung das Schiff verläßt. 
Reisende, welche nachweislich mit Pestkranken nicht in Berührung gekommen sind, können aus der 
Beobachtung entlassen werden, sobald durch den beamteten Arzt festgestellt ist, daß Krankheitserscheinungen, 
welche den Ausbruch der Pest befürchten lassen, bei ihnen nicht vorliegen. Jedoch hat in solchen Fällen 
die Hafenbehörde unverzüglich der für das nächste Reiseziel zuständigen Polizeibehörde Mittheilung über 
die bevorstehende Ankunft der Reisenden zu machen, damit letztere dort einer gesundheitspolizeilichen Ueber- 
wachung unterworfen werden können. « 
Findet die Beobachtung der Schiffsmannschaft an Bord statt, so ist das Anlandgehen derselben 
während der Beobachtungszeit, vorbehaltlich der Zustimmung des beamteten Arztes nur insoweit zu gestatten, 
als Gründe des Schiffsdienstes es unerläßlich machen. 
4. Alle nach dem Ermessen des beamteten Arztes als mit dem Ansteckungsstoff der Pest behaftet 
zu erachtenden Wäschestücke, Bekleidungsgegenstände des täglichen Gebrauchs und sonstige Sachen der 
Schiffsmannschaft und der Reisenden sind zu desinfiziren. 
Das Gleiche gilt bezüglich derjenigen Schiffsräumlichkeiten und -Theile, welche als mit dem 
Ansteckungsstoff der Pest behaftet anzusehen sind. « 
Erforderlichenfalls können von dem beamteten Arzt noch weitergehende Desinfektionen angeordnet 
werden. Kehricht ist zu verbrennen. Gegenstände, deren Einfuhr verboten ist, dürfen nicht ausgeschifft 
werden. Mit allem Nachdruck ist dahin zu wirken, daß eine Verschleppung der Seuche durch an Bord 
befindliche Ratten und Mäuse verhindert wird. 
5. Bilgewasser, von welchem nach Lage der Verhältnisse angenommen werden muß, daß es Pest- 
keime enthält, ist zu desinfiziren und demnächst, wenn thunlich, auszupumpen. 
6. Der in einem verseuchten oder verdächtigen Hafen eingenommene Wasserballast ist, sofern der- 
selbe im Bestimmungshafen ausgepumpt werden soll, zuvor zu desinfiziren; läßt sich eine Desinfektion nicht 
ausführen, so hat das Auspumpen des Wasserballastes auf hoher See zu geschehen. 
7. Das an Bord befindliche Trink= und Gebrauchswasser ist, sofern es nicht völlig unverdächtig 
erscheint, nach erfolgter Desinfektion auszupumpen und durch unverdächtiges Wasser zu ersetzen. 
In allen Fällen ist darauf zu achten, daß Absonderungen und Entleerungen von Pestkranken, 
verdächtiges Wasser und Absälle irgend welcher Art nicht undesinfizirt in das Hafen= oder Flußwasser 
gelangen. 
§ 14c. 
Sind auf einem Schiffe bei der Abfahrt oder auf der Fahrt Pestfälle vorgekommen, jedoch nicht 
innerhalb der letzten zwölf Tage vor der Ankunft, so gilt dasselbe als verdächtig. Nach erfolgter ärzt- 
licher Untersuchung (§ 6) ist die Mannschaft, sofern der beamtete Arzt dies für nothwendig erachtet, hin- 
sichtlich ihres Gesundheitszustandes einer Ueberwachung, jedoch nicht länger als zehn Tage, von der Stunde 
der Ankunft des Schiffes an gerechnet, zu unterwersen. Das Anlandgehen der Mannschaft kann während 
der Ueberwachungszeit verhindert werden, soweit es nicht zum Zwecke der Abmusterung geschieht oder 
Gründe des Schiffisdienstes entgegenstechen. Den Reisenden ist die Fortsetzung ihrer Reise zu gestatten, 
jedoch hat, wenn der beamtete Arzt ihre fernere Bewachung für nothwendig erachtet, die Hafenbehörde 
unverzüglich der für das nächste Reiseziel zuständigen Polizeibehörde Mittheilung über die bevorstehende 
Ankunft derselben zu machen, damit sie dort der gesundheitspolizeilichen Ueberwachung unterworfen werden 
können. Begründet das Ergebniß der ärztlichen Untersuchung den Verdacht, daß Insassen des Schiffes den 
Krankheitsstoff der Pest in sich ausgenommen haben, so können dieselben auf Anordnung des beamteten 
Arztes wie die Personen eines verseuchten Schiffes (J§ 14b 1 und 3) behandelt werden. 
Im Uebrigen gelten die Vorschriften des § 140 Nr. 4 bis 7.
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        — 447 — 
§ 14d. 
Hat das Schiff weder vor der Abfahrt, noch während der Reise, noch auch bei der Ankunft einen 
Pest-Todes= oder Krankheitsfall an Bord gehabt, so gilt dasselbe, auch wenn es aus einem Hafen kommt, 
gegen dessen Herkünfte die Ausübung der Kontrole angeordnet worden ist, als „rein“ und ist, sofern die 
örztliche Untersuchung (8§ 6) befriedigend ausfällt, sofort zum freien Verkehr zuzulassen, nachdem die in 
* 14b unter Nr. 4 Absatz 1 und 3 und Nr. 5 bis 7 bezeichneten Maßnahmen ausgeführt worden sind, 
soweit der beamtete Arzt dies für erforderlich erachtet. Begründet das Ergebniß der ärztlichen Unter- 
suchung den Verdacht, daß Insassen des Schiffes den Krankheitsstoff der Pest in sich aufgenommen haben, 
oder hat die Reise des Schiffes seit Verlassen eines Hafens der oben bezeichneten Art weniger als zehn 
Tage gedauert, so können die Reisenden und die Mannschaft auf Anordnung des beamteten Arztes nach 
Maßgabe der Bestimmungen des § 14c weiterhin einer gesundheitspolizeilichen Ueberwachung, bis zur 
Dauer von zehn Tagen, von dem Tage der Abfahrt des Schiffes an gerechnet, unterworfen werden. 
§ 14e. 
Gegenüber sehr stark besetzten Schiffen, namentlich gegenüber solchen, die Auswanderer oder 
Rückwanderer befördern, sowie gegenüber Schiffen, die besonders ungünstige gesundheitliche Verhältnisse 
aufweisen, können weitere, über die Grenzen der 88 14b bis 144 hinausgehende Maßregeln von der 
Hasenbehörde getroffen werden. t 
814f. 
Die Ein= und Durchfuhr von Waaren und Gebrauchsgegenständen aus den in den §§ 14b bis e 
bezeichneten Schiffen unterliegt nur insoweit einer Beschränkung, als seitens der zuständigen Reichs= und 
Landesbehörden besondere Bestimmungen getroffen werden. Jedoch sind Gegenstände, die nach Ansicht des 
beamteten Arztes als mit dem Ansteckungsstoff der Pest behaftet zu erachten sind, vor der Ein= oder 
Durchfuhr zu desinfiziren. 
§ 148. 
Will ein Schiff in den Fällen der §§ 14b bis 14e sich den ihm auferlegten Maßregeln nicht 
unterwerfen, so steht ihm frei, wieder in See zu gehen. Es kann jedoch die Erlaubniß erhalten, unter 
Anwendung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln (Isolirung des Schiffes, der Mannschaft und der Reisenden, 
Verhinderung des Auspumpens des Bilgewassers vor erfolgter Desinfektion, Ersatz des an Bord befindlichen 
Wasservorraths durch gutes Trink= und Gebrauchswasser und dergleichen) seine Waaren zu löschen und die 
an don befindlichen Reisenden, sofern sich diese den von der Hafenbehörde getroffenen Anordnungen fügen, 
an Land zu setzen. 
Ziffer 4 des den Vorschriften beigegebenen Fragebogens erhält auch für Schiffe, welche aus Anlaß 
der Pestgefahr einer Kontrole unterzogen werden, wieder die vereinfachte Fassung: 
4. Wo hat das Schiff seine Ladung eingenommen? 
Woraus besteht die Ladung? 
Enthält sie insbesondere Leibwäsche, alte und getragene Kleidungsstücke, gebrauchtes 
Bettzeug, Hadern und Lumpen? 
Aulage 2. Desinfektionsanweisung für Seeschiffe, 
welche der gesundheitspolizeilichen Kontrole beim Anlaufen eines hafens des deutsch- 
ftafrikanischen Schutzgebietes unterliegen. 
I. Allgemeines. 
1. 
Bei Cholera, Gelbfieber und Pest unterliegen der Desinfektion an Bord in erster Linie diejenigen 
Gegenstände und Oertlichkeiten, welche von Kranken verunreinigt oder benutzt worden sind. Insbesondere 
klommen in Betracht: Wäsche und Kleidung, Bettzeug, Eßgeschirr, Kloset, Nachtgeschirr, Spucknapf, Lagerstätte 
und Wohnraum des Kranken, die durch Entleerungen oder Absonderungen desselben an Deck oder in den 
Schiffsräumlichkeiten beschmutzten Stellen; serner Wischtücher, Schwabber, Besen 2c., welche bei der Kranken- 
wartung und Reinigung verwendet sind, endlich die Kleider der um den Kranken beschäftigten Personen. 
§ 2. 
Ob die Desinfektion sich noch auf andere als die im § 1 aufgeführten Sachen und Räumlichkeiten 
zu erstrecken hat, muß von Fall zu Fall beurtheilt werden und hängt von der Ausdehnung, welche die 
Krankheit an Bord genommen hat, und von der Art der Verbreitung des Ansteckungsstoffes ab. 
Bei vereinzelten Cholera-, Gelbfieber= und Pestfällen auf Schiffen, welche nicht dem Massentransport 
von Personen dienen, kann man sich in der Regel auf die im § 1 aufgeführten Sachen und Räumlich= 
keiten beschränken.
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        — 448 — 
Falls auf stark besetzten Schiffen, namentlich Auswandererschiffen, eine der genannten Krankheiten 
unter den in gemeinschaftlichen Räumen untergebrachten Personen ausgebrochen ist, läßt e die Verbreitung 
des Ansteckungsstoffes, namentlich wenn Seekrankheit geherrscht hat, nicht übersehen. Unter solchen Umständen 
sind nicht bloß die Krankenräume und die nur von Kranken innegehabten Wohnräume, sondern die ge- 
sammten in Betracht kommenden Wohnräume zu desinfiziren, ebenso nöthigenfalls nicht nur die Kleider der 
Kranken und der mit ihnen in Berührung gekommenen Personen, sondern auch die Wäsche und Kleider rc. 
sämmtlicher Mitreisenden derselben Abtheilung oder Klasse. Das verschlossene Reisegepäck, welches während 
der Reise nicht benutzt worden ist, wird dagegen nur in seltenen Fällen der Desinfektion unterzogen 
werden müssen. 
Die Sachen und Effekten 2c., Kabinen, Salons 2c. der Reisenden erster und zweiter Kajüte sind 
in der Regel nur soweit zu desinfiziren, als sie von Kranken oder der Infektion ausgesetzten Angehörigen 
derselben benutzt worden sind. Auf Schiffen, welche wegen Pestgefahr der gesundheitlichen Kontrole unter- 
liegen, aber bei der Ankunft als rein befunden werden, kann nach Ermessen des beamteten Arztes eine 
Desinfektion von Wäschestücken, Bekleidungsgegenständen des täglichen Gebrauchs und sonstigen Sachen der 
Schiffsmannschaft und der Reisenden angeordnet werden, sofern diese Gegenstände als mit dem Ansteckungs- 
stoff der Pest behaftet zu erachten sind. 
§ 3. 
Die Aborte auf Schiffen sind meist so eingerichtet, daß die Ausleerungen unmittelbar ins Wasser 
gelangen. Auf verseuchten oder verdächtigen Schiffen sind diese Klosets für die Dauer des Aufenthalts im 
Hafen zu schließen und besondere Eimerklosets an Bord zu verwenden, deren Inhalt täglich desinfizirt 
werden muß. 
84. 
Das an Bord befindliche Trink- und Gebrauchswasser ist auf Schiffen mit langer Reisedauer 
zu desinfiziren und durch gutes Trink= und Gebrauchswasser zu ersetzen, wenn die während der Reise 
vorgekommenen Krankheitsfälle mit Wahrscheinlichkcit auf den Genuß desselben zurückzuführen sind. Bei 
Schiffen mit kurzer Reisedauer muß, auch wenn keine Erkrankungsfälle an Bord vorgekommen sind, das 
aus einem cholera-, gelbfieber= oder pestverseuchten Hafen stammende Trink= und Gebrauchswasser desiufizirt 
werden, sofern nicht etwa zuverlässige Nachrichten über die einwandfreie Wasserentnahme vorliegen. 
§ 5. 
Das Bilgewasser derjenigen Schiffe, auf welchen unter dem Heizer= und Maschinenpersonal oder 
unter den im Zwischendeck wohnenden Mannschaften und Reisenden Cholera-, Gelbfieber= oder Pestfälle 
während der Reise, im Abgangs= oder Ankunftshafen vorgekommen sind, ist zu desinfiziren, sofern angenommen 
werden muß, daß etwa in das Bilgewasser hineingelangte Krankheitskeime noch infizirend wirken können. 
Das Gleiche gilt von dem Bilgewasser hölzerner Schiffe, welche längere Zeit in einem cholera-, 
gelbfieber= oder pestverseuchten Hafen gelegen haben und nach kürzerer als vierzehntägiger Reise ankommen, 
auch wenn keine Krankheitsfälle an Bord vorgekommen sind. 
Maschinenbilgewasser von eisernen Schiffen, welche aus cholera= oder gelbfieberverseuchten Häfen 
nach kürzerer als fünftägiger, aus pestverseuchten Häsen nach kürzerer als zehntägiger Reisedauer ankommen, 
ist regelmäßig zu desinfiziren, auch wenn keine Krankheitsfälle während der Reise vorgekommen sind. 
Die Desinfektion der Bilge unter den Laderäumen von eisernen Schiffen kann auf reinen Schiffen 
in der Regel unterbleiben. Soll sie aber erfolgen, so empfiehlt sich auch bei Schiffen mit kürzerer als 
fünftägiger (bei Pestgefahr zehntägiger) Reisedauer damit so lange zu warten, bis das Schiff leer ist und 
die Bilgeräume bequem zugänglich geworden sind, damit die Desinfektion dann recht gründlich vorgenommen 
werden kann. 
86. 
Das Ballastwasser, welches im Ankunftshafen entleert werden soll, ist vorher zu desinfiziren, 
wenn es aus einem cholera-, gelbfieber= oder pestverseuchten oder verdächtigen Hasen stammt, einerlei, ob 
Krankheitsfälle an Bord vorgekommen sind oder nicht. 
1II. Desinfektionsmittel. 
87. 
Als Desinfektionsmittel sind zu verwenden: 
a) Lösung von Karbolsäure. 
Zur Verwendung kommt die sogenannte „100prozentige Karbolsäure“ des Handels, welche sich 
im Seifenwasser vollständig löst. Man bereitet sich die unter b) beschriebene Lösung von Kaliseife. In 
20 Theile dieser noch heißen Lösung wird ein Theil Karbolsäure unter fortwährendem Umrühren gegossen. 
Die Lösung ist lange Zeit haltbar und wirkt schneller desinfizirend als einfache Lösung von Kalrseife. 
Soll reine Karbolsäure (einmal oder wiederholt destillirte) verwendet werden, welche erheblich 
theurer, aber nicht wirksamer ist als die sogenannte „100 prozentige Karbolsäure“, so ist zur Lösung das 
Seifenwasser nicht nöthig; es genügt dann einfaches Wasser.
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        — 449 — 
b) Lösung von Kaliseife. 
Drei Theile Kaliseise (sogenannte Schmierseise oder grüne Seife oder schwarze Seise) werden in 
100 Theilen heißem Wasser gelöst (z. B. ½ kg Seife in 17 Liter Wasser). 
c) Kalk, und zwar: 
1. Kalkmilch. Zur Herstellung derselben wird ein Theil zerkleinerter reiner gebrannter Kalk, 
sogenannter Fettkalk, mit vier Theilen Wasser gemischt und zwar in folgender Weise: 
Es wird von dem Wasser etwa drei Viertel in das zum Mischen bestimmte Gefäß gegossen und 
dann der Kalk hineingelegt. Nachdem der Kalk das Wasser aufgesogen hat und dabei zu Pulver zerfallen 
ist, wird er mit dem übrigen Wasser zu Kalkmilch verrührt, oder, falls er nicht sofort in Gebrauch 
genommen wird, in luftdicht verschlossenen Gefäßen aufbewahrt. 
2. Kalkbrühe, welche durch Verdünnung von einem Theil Kalkmilch mit neun Theilen Wasser 
frisch bereitet wird. 
d) Chlorkalk. 
Der Chlorkalk hat nur dann eine ausreichende desinfizirende Wirkung, wenn er frisch bereitet und 
in wohlverschlossenen Gefäßen aufbewahrt ist; er muß stark nach Chlor riechen. Er darf in Mischung von 
1:100 bezw. 1000 Theilen Wasser an Stelle von Kalkmilch bezw. Kalkbrühe zur Desinfektion verwendet 
werden. Zur Desinfektion von verdächtigem Wasser genügt ein Zusatz von 1:10 000 bei ½ stündiger 
Einwirkung. 
e) Dampfapparate. 
Als geeignet können nur solche Apparate und Einrichtungen angesehen werden, welche von Sach- 
verständigen geprüft sind. 
Besonders bei den improvisirten Einrichtungen auf Dampfern, wie man sie häufig sehr zweckmäßig 
durch Benutzung von Badewannen mit Dampfzuleitung, Badekammern, Tanks, Holzbottichen, Baljen und 
dergleichen herstellen kann, ist es nöthig, daß sie von Sachverständigen erst einmal geprüft werden und daß 
bei jeder neuen Desinfektion genau dieselbe Anordnung in der Dampfzuleitung und-Ausströmung, derselbe 
Dampfdruck und dieselbe Dauer der Dampfeinwirkung innegehalten wird. 
1) Siedehitze. 
Auskochen in Wasser, Salzwasser oder Lange wirkt desinfizirend. Die Flüssigkeit muß die Gegen- 
stände vollständig bedecken und mindestens zehn Minuten lang im Sieden gehalten werden. 
Unter den angeführten Desinfektionsmitteln ist die Auswahl nach Lage der Umstände zu treffen; 
doch ist es den beamteten Aerzten überlassen, unter Umständen, insbesondere zur Desinfektion des Wassers, 
auch andere in Bezug auf ihre Wirksamkeit erprobte Mittel anzuwenden. 
III. Anwendung der Desinfektionsmittel im Einzelnen. 
88. 
1. Alle Absonderungen und Ausleerungen der Kranken (Blut, Eiter und andere Wund- 
absonderungen, Erbrochenes, Auswurf, Nasenschleim, Stuhlgang, Urin) sind mit Karbolsäurelösung oder 
Kalkmilch (§ 7a und c1) zu desinfiziren. Es empfiehlt sich, solche Absonderungen und Auslecrungen 
unmittelbar in Gefäßen aufzufangen, welche die Desinfektionsflüssigkeit in mindestens gleicher Menge ent- 
halten, und sie hierauf mit der letzteren gründlich zu verrühren. Zur Desinfektion der flüssigen Abgänge 
kann auch Chlorkalk benutzt werden. Von demselben sind je einem Liter der Abgänge mindestens vier 
gehäufte Eßlöffel voll in Pulversorm hinzuzusetzen und gut damit zu mischen. Die Abgänge dürfen in 
jedem Falle erst nach einer mindestens zwei Stunden dauernden Einwirkung des Desinfektionsmittels 
beseitigt werden. 
Verbandgegenstände sind unmittelbar nach dem Gebrauch zu verbrennen oder in solche Gesäße zu 
legen, welche mit Karbolsäure= oder Kaliseifenlösung (§ 7 à und b) soweit gefüllt sind, daß die Gegenstände 
von der Lösung vollständig bedeckt sind. Die Gemische müssen mindestens eine Stunde stehen bleiben, ehe 
sie als unschädlich beseitigt werden dürfen. Bei Anwendung von Chlorkalk genügen 20 Minuten. Die 
desinfizirten Ausleerungen können in den Abort oder in die für die sonstigen Abgänge bestimmten Ausguß- 
stellen geschüttet werden. 
Schmutzwässer sind in ähnlicher Weise zu desinfiziren, und zwar ist von der Kalkmilch so viel 
zuzusetzen, daß das Gemisch rothes Lackmuspapier stark und dauernd blau färbt. Erst eine Stunde nach 
Eintritt dieser Reaktion darf das Schmutzwasser abgegossen werden. 
2. Hände und sonstige Körpertheile müssen jedesmal, wenn sie mit infizirten Dingen (Aus- 
leerungen der Kranken, beschmutzter Wäsche 2c.) in Berührung gekommen sind, durch gründliches Waschen 
mit Karbolseifenlösung desinfizirt werden.
        <pb n="492" />
        — 450 — 
89. 
Bett= und Leibwäsche sowie Kleidungsstücke, Teppiche und dergleichen können in ein Gefäß mit 
Karbolsäurelösung oder Kaliseifenlösung (§ 7a und b) gesteckt werden. Die Flüssigkeit muß in den Gefäßen 
die eingetauchten Gegenstände vollständig bedecken. In diesen Flüssigkeiten bleiben die Gegenstände zwölf 
Stunden. Dann werden sie mit Wasser gespült und weiter gereinigt, das dabei ablaufende Wasser kann 
als unverdächtig behandelt werden. 
8 10. 
Wo Dampfapparate vorhanden sind, werden Kleidungsstücke, Wäsche, Matratzen und Alles, was 
sich zur Desinfektion in solchen Apparaten eignet, darin desinfizirt (8 7 e). 
8 11. 
Alle diese zu desinfizirenden Gegenstände sind beim Zusammenpacken und bevor sie nach den 
Desinfektionsanstalten oder -Apparaten geschafft werden, in gut schließenden Gefäßen und Beuteln zu ver- 
wahren oder in Tücher, welche mit einer Desinfektionsflüssigkeit angefeuchtet sind, einzuschlagen. 
Wer solche Wäsche r2c. vor der Desinfektion angefaßt hat, muß seine Hände in der im § 8 unter 
Nr. 2 angegebenen Weise desinfiziren. 
– 12. 
Zur Desinfektion von infizirten Schiffsräumlichkeiten, insbesondere des Logis der Mannschaft, 
der Kajüte, des Zwischendecks für Reisende nebst den in denselben befindlichen Lagerstellen, Geräthschaften 
und dergleichen ist Karbolsäurelösung (§ 7a) anzuwenden. Die Decke, die Wände und der Fußboden der 
bezeichneten Räumlichkeiten sowie infizirte Lagerstellen, Geräthschaften und dergleichen sind zunächst mit 
Lappen, welche mit Karbolsäurelösung getränkt sind, gründlich abzuwaschen. Hierauf sind die Räumlichkeiten 
und Geräthschaften mit einer reichlichen Menge Wasser zu spülen und im Anschluß daran die Räumlichkeiten 
einer möglichst gründlichen Lüftung zu unterwersen. Der Krankenraum, insbesondere die durch Ausleerungen 
verunreinigten Theile desselben, die von Kranken benutzten Geräthschaften und dergleichen sind bei der 
Desinfektion ganz besonders zu berücksichtigen. 
Räumlichkeiten, in welchen durch die Desinfektion mit Karbolsäure Beschädigungen verursacht oder 
— durch den nach solcher Desinfektion noch längere Zeit haftenden Karbolgeruch erhebliche Unannehmlich- 
keiten entstehen würden, dürfen, sofern Kranke darin nicht untergebracht waren, in folgender Weise 
desinfizirt werden: 
1. Die nicht mit Oelfarbe gestrichenen Flächen der Wände und Fußböden werden mit der nach 
§ ve 1 bereiteten Kalkmilch angetüncht; dieser Anstrich muß nach drei Stunden wiederholt werden. 
Nach dem Trocknen des letzten Anstrichs kann Alles wieder seucht abgescheuert werden. 
2. Die mit Oelfarbe gestrichenen Flüchen der Wände und Fußböden werden zwei= bis dreimal 
mit heißer Seifenlösung (§ 7b) abgewaschen und später frisch gestrichen. 
3. Wände und Fußböden, welche mit polirten Hölzern, Tapeten, Bildern oder Spiegeln bekleidet 
sind, werden mit frischem Brot in langen Zügen kräftig abgerieben. Die Brotkrumen und Brotreste sind 
zu verbrennen. 
8 13. 
Gegenstände von Leder, Holz- und Metalltheile von Möbeln sowie ähnliche Gegenstände 
werden sorgfältig und wiederholt mit Lappen abgerieben, die mit Karbolsäure- oder Kaliseifenlösung (S 7 a 
und b) befeuchtet sind. Die gebrauchten Lappen sind zu verbrennen. Bei Ledertapeten kann auch das im 
§ 12 unter Nr. 3 angegebene Verfahren angewendet werden. 
Pelzwerk wird auf der Haarseite bis auf die Haarwurzel mit einer der unter § 7a und b 
bezeichneten Lösungen durchweicht. Nach zwölsstündiger Einwirkung derselben darf es ausgewaschen und 
weiter gereinigt werden. Pelzbesätze an Kleidungsstücken von Tuch werden zuvor abgetrennt. 
Plüsch= und ähnliche Möbelbezüge werden entweder abgetrennt und nach § 9 oder 10 
desinfizirt oder mit Karbolsäurelösung (§ 7 a) eingesprengt, feucht gebürstet und mehrere Tage hintereinander 
an Deck ausgetrocknet, gelüstet und dem Sonnenlicht ausgesetzt. 
Gegenstände von geringem Werth (Inhalt von Strohsäcken und dergleichen) sind zu verbrennen. 
Ueber Bord dürfen undesinfizirte Gegenstände nur in See geworfen werden. 
8 14. 
Die Aborte werden in folgender Weise desinfizirt: 
Etwaiger Inhalt der Klosets ist mit Kalkmilch gründlich zu vermischen und darf erst nach einer 
Stunde, während welcher Zeit der Abort nicht benutzt worden ist, abgelassen werden. Das Aufnahmebecken 
sowie das Abflußrohr werden demnächst mit Kalkmilch angestrichen. Die Wände des Klosetraums, Sitz- 
brett, Fußboden werden mit Karbolsäurelösung gründlich abgewaschen und nach einer Stunde mit Wasser 
abgespült.
        <pb n="493" />
        — 451 — 
Zur Desinfektion des Klosctinhalts kann auch Chlorkalk (§ 7d) benutzt werden, indem man Chlor- 
kalkpulver in der Menge von etwa zwei Prozent der ganzen Mischung nebst so viel Wasser hinzufügt, daß 
der Chlorkalk sich löst und das Ganze gleichmäßig durch Umrühren vertheilt werden kann. So behandelter 
Klosetinhalt kann bereits nach 20 Minuten entleert werden. 
. 15. 
8 
Soll sich die Desinfektion auch auf Personen erstrecken, so ist dafür Sorge zu tragen, daß die- 
selben ihren ganzen Körper mit grüner Seife abwaschen und ein vollständiges Bad nehmen, Kleider und 
Effekten derselben sind nach § 9 oder 10 zu behandeln. 
« §16. , 
Etwa an Bord befindliche Leichen sind bis zu der möglichst bald vorzunehmenden Bestattung 
ohne vorherige Reinigung in Tücher einzuhüllen, welche mit Karbolsäurelösung (§ 7 a) getränkt sind und 
mit derselben feucht gehalten werden. 
» §17. 
Die Desinfektion des Bilgeraumes mit seinem Inhalt geschieht durch Kalkbrühe (§ 7c 2) in 
solgender Weise: 
1. In diejenigen Theile des Bilgeraumes, welche leicht durch Abheben der Garnirungen und der 
Flurplatten zugänglich gemacht werden können (Maschinen= und Kesselraum, leere Laderäume) ist Kalkbrühe 
an möglichst vielen Stellen direkt eimerweise hineinzugießen. Durch Umrühren mit Besen muß die Kalkbrühe 
kräftig mit dem Bilgewasser vermischt und überall, auch an die Wände des Bilgeraumes angetüncht werden. 
2. Ueberall da, wo der Bilgeraum nicht frei zugänglich ist, wird durch die auf allen Schiffen 
vorhandenen, von Deck hinunterführenden Pumpen (Nothpumpen) und Peilrohre so viel Kalkbrühe eingegossen, 
bis sie den Bilgeraum, ohne die Ladung zu berühren, anfüllt. 
esch Nach zwölf Stunden kann die Bilge wieder gelenzt werden. Im Einzelnen wird folgendermaßen 
verfahren: 
a) der Wasserstand in den Peilrohren wird gemessen. 
b) 100 bis 200 Liter Kalkbrühe — je nach der Größe des Schiffes bezw. der einzelnen 
Abtheilungen — werden eingefüllt. 
c) der Wasserstand in den Peilrohren wird wieder gemessen. 
Zeigt sich schon jetzt ein erhebliches Ansteigen des Wasserstandes, so ist anzunehmen, daß sich 
irgendwo die Verbindungslöcher der einzelnen Abschnitte des Bilgeraumes verstopft haben, so daß keine freie 
Cirkulation des Wassers stattfindet. In solchen Fällen muß wegen der Gefahr des Ueberlaufens der Kalk— 
brühe und der dadurch bedingten Beschädigung der Ladung das Einfüllen unterbrochen werden; die Des- 
infektion des Bilgeraumes kann dann erst bei leerem Schiff stattfinden. 
4) Steigt das Wasser nur langsam, so ist, während von Zeit zu Zeit der Wasserstand gemessen 
wird, soviel Kalkbrühe einzufüllen, als der Bilgeraum ohne Schaden für die Ladung aufnehmen kann. 
Hierbei müssen die Schiffszeichnungen und Angaben des Schiffers berücksichtigt werden. 
Als Anhaltspunkt diene, daß bei Holzschiffen 40 bis 60 Liter Kalkbrühe auf 1 m Schiffslänge 
ersorderlich sind, bei eisernen Schiffen 60 bis 120 Liter auf 1 m Schiffslänge; bei Schiffen mit Doppel- 
boden, Brunnen und Rinnsteinen im Ganzen 20 bis 80 bis 100 chm. 
Auf manchen Schiffen sind Rohrleitungen vorhanden, welche nicht wie die Pumpen und Peilrohre 
in die hintersten tiefsten Theile des Schiffsbodens bezw. der einzelnen Abtheilungen, sondern in die vorderen, 
höher gelegenen Theile desselben führen. Diese sind dann vorzugsweise zu benutzen, weil dadurch die Ver- 
mischung des Desinfektionsmittels mit dem Bilgeraum erleichtert und besser gesichert wird. 
Auf Schiffen mit getrennten Abtheilungen muß jede Abtheilung für sich in der angegebenen 
Weise behandelt werden. 
8 18. 
Die Desinfektion des Ballastwassers wird mit Kalkmilch (§ 76 1) ausgeführt, welche in solchen 
Mengen zuzusetzen ist, daß das Ballastwasser zwei Theile Kalk in 1000 Theilen Wasser enthält. Die zu- 
gesetzte Kalkmilch muß innigst mit dem Wasser vermischt, daher während einer Stunde umgerührt werden. 
Nach einstündiger derartiger Einwirkung der Kalkmilch kann das Ballastwasser ausgepumpt werden. 
Sind die Tanks im Doppelboden des Schiffes, so wird es sich in der Regel empfehlen, das 
Ballastwasser aus diesen Tanks nach und nach in den Maschinenbilgeraum überpumpen zu lassen und hier 
mit Kalkmilch zu mischen. Handelt es sich um stehende Tanks in den Laderäumen, so kann man unter 
Umständen die Kalkmilch direkt in die Tanks hineinschütten und kräftig umrühren lassen. Zu diesen Maß- 
nahmen ist in jedem Falle der technische Beirath des Schiffsmaschinisten einzuholen. 
19. 
Trink= und Gebrauchswasser an Bord kann ebenfalls durch Versetzen mit Kalkmilch in der Menge, 
daß auf 1000 Theile Wasser zwei Theile Kalk kommen, bei einstündiger Einwirkung desselben desinfizirt
        <pb n="494" />
        452 
werden. Bei Verwendung von Chlorkalk ist dieses Desinfektionsmittel dem Wasser im Verhältniß von 
1:10 000 zuzusetzen. Nach einer halben Stunde können die Behälter entleert und mit unverdächtigem 
Wasser wieder gefüllt werden. 
Unter Umständen kann Trink= und Gebrauchswasser auch durch Hitze des- 
infizirt werden, indem man Dampf genügend lange in die Wassertanks einleitet (Klingelthermometer). 
Zur Unbrauchbarmachung des Wassers lassen sich Säuren, z. B. Essigsäure, verwenden, was sich 
insbesondere bei hölzernen Wasserfässern empfiehlt. 
  
Gonuvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat Juli d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouvernement 
von Deutsch-Ostafrika auf 1,3825 Mark — eine Rupie festgesetzt worden. 
  
Das Wasser muß dann deutlich sauer reagiren. 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Mai 1898. « 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,40 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für sabfahme. Hoschlag. neeben- 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
Rp. P.] #. [#P.#. . L #. . p. B. Rp. M #t# 
Tana 388 20 8251 47 6(—%seollllE 12338 78 
Pangna 11533 4444 i61 21 — 1111 10 
Saadnd 1243 57 7686 58 3 — 1 4111124 12525 54 
Bagamohon 127568 4919182 23 10 — 18 52 70 018 2039 61 = 44855 93 
Dar-es-Sallnn583 2319832 2119— 90 36|175 5422731|0 31823 60 
Kiloaoaoaoa 2747 36 7065 51485– 217 2 
Lind. 241110642157 10 5—60 3 260O = 6491143 
Mikindanai 2027/ 6314%00½594799 
Zusammen 2531442176 zisls —37 3r3421%4 1399 37 
— — — — — — — — — — 
35440 Mk. Mk.,6 Mr. 1923 Mrx.1880 Mk. 
52 f. 10 Pf.C 60 Pf. 1 01 Pf. 13 f. 
Personalien. 
Der zum Auswärtigen Amt kommandirte Forstassessor Sekondlieutenant Dr. Plehn vom reitenden 
Feldjägerkorps ist zum überzähligen Premierlieutenant befördert worden. 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
  
Schutztruppe für Südwestafrikoa. 
A. K. O. vom 9. Juli 1898. 
Graf v. Stilfried und Rattonitz, Sekondlieutenant vom Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rheinisches) 
Nr. 25, mit dem 20. Juli d. Is. aus dem Heere ausgeschieden und mit dem 21. Juli d. Is. bei 
der Schutztruppe als Sekondlientenant mit seinem bisherigen Patent angestellt. 
A. K. O. vom 20. Juli 1898. 
Volkmann, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenant befördert. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 16. Juli 1898. 
Langheld, Hauptmann und Kompagniechef, Ollwig, Stabsarzt. Das Gesuch um Belassung bei der 
Schutztruppe auf weitere drei Jahre genehmigt.
        <pb n="495" />
        453 
Frhr. v. Münchhausen, Sekondlieutenant vom Brandenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 3, scheidet mit 
dem 9. August d. Is. aus dem Heere aus und wird mit dem 10. August d. Is. als Selond- 
lieutenant mit seinem bisherigen Patent bei der Schutztruppe angestellt. 
A. K. O. vom 20. Juli 1898. 
v. Grawert, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenant befördert. 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 20. Juli 1898. 
Nolte, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenant befördert. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Sekondlieutenant 
Graf Fugger v. Glött die Erlaubniß zum Anlegen des ihm verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse des 
Königlich Bayerischen Militär-Verdienst-Ordens, Kriegsdekoration, zu ertheilen. 
—.. . 
Dem Unterbüchsenmacher Zimmermann von der Schutztruppe für Kamerun ist das Militär- 
Verdienstkreuz Allerhöchst verliehen worden. 
  
— — —— — — 
Nichtamtlicher Theil. 
Perwnal-Machrichten. 
Am 12. Juli ist der erste Lehrer an der Regie- 
rungsschule zu Kamerun, Herr Rudolf Betz, zu 
Stuttgart, wo er sich während eines ihm ge- 
währten Urlaubs zu seiner Erholung aufhielt, ver- 
storben. 
Rudolf Betz, geboren am 26. Juli 1867 zu 
Eßlingen in Württemberg, trat im Jahre 1887 nach 
bestandener Lehrerprüfung in den württembergischen 
Volksschuldienst. Am 13. Juni 1891 in den Kolonial= 
dienst übernommen, wurde er zunächst' mit der Ver- 
waltung der zweiten Lehrerstelle in Kamerun betraut. 
Später wurde ihm in Anerkennung seiner ersprieß- 
lichen Thätigkeit die erste Lehrerstelle übertragen. 
Während seiner siebenjährigen Thätigkeit im Schutz- 
gebiete hat er sich allseitig Achtung und Liebe er- 
worben. Seine eingehende Kenntniß der Duallasprache 
und von Land und Leuten befähigte ihn bei seinem 
vielseitigen regen Interesse, sich auch außer seiner 
eigentlichen Schulthätigkeit dem Schutzgebiet nützlich 
zu erweisen. So ist ihm die Erforschung der eigen- 
thümlichen Trommelsprache der Dualla zu verdanken. 
Das Schutzgebiet erleidet durch das Ableben des 
Herrn Betz einen schweren Verlust. 
–— — 
  
Deutsch = Ostafrika. 
Der Finanzdirektor v. Bennigsen und der Wege- 
bauaufseher Drescher sind mit Urlaub in Deutsch- 
land eingetroffen. 
  
Der Büreauassistent Thinnes ist nach Deutsch- 
land zurückgekehrt. Als Ersatz ist der bisherige Ver- 
waltungsaktuar Sauer nach Dar-es-Salam entsandt. 
  
Ramernn. 
Der Lehrer der Regierungsschule in Kamerun 
Betz ist während seines Urlaubs in Deutschland 
verstorben. 
Der Techniker Nickel ist mit Urlaub nach Deutsch- 
land abgereist. 
—. — — 
Der Polizeimeister für Edea Beyer ist im Mai 
in Kamerun eingetroffen. 
–. — 
Der Gerichtsaktuar Wübel reist Anfang August 
nach Kamerun ab. 
Togo. 
Gerichtsassessor Dr. Heim, Lieutenant Freiherr 
v. Seefried, Dr. phil. Rigler und Techniker 
Glahn sind in Lome eingetroffen. 
  
Der Lazarethgehülfe Franke ist Ende Mai in 
Lome angekommen. 
— — 
Der Büchsenmacher Wlodarzak ist nach Deutsch- 
land zurückgereist.
        <pb n="496" />
        454 
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deulsch -· Bstafrika. 
Ueber die politische CLage in Ahehe 
berichtet Hauptmann Prince unter dem 31. Mai 
d. Is. aus Iringa, wie folgt: 
„Dem Gouvernement melde ich gehorsamst, daß 
die 3. Kompagnie auf meinen Wunsch eine Abtheilung 
nach Uhafiwa schickte. Vor deren Ankunft dort trafen 
die Vertreter der Wasagira Uhafiwas zur Unter- 
werfung in Iringa ein, und am 5. Mai stellten sich 
mir 70 Leute von dort westlich Dabagas. Die 
3. Kompagnie hat Weisung, einen Militärposten dahin 
zu legen, um die geringfügige Bevölkerung zwischen 
Muhanga und Kalinga zu konzentriren. 
Nach Besichtigung Dabagas, wo ein Sohn Quawas, 
der von seinem Vater seiner Zeit in Viransi zurück- 
gelassen war, zu mir kam, traf ich am 22. d. Mts. 
von der gemeldeten Reise wieder in Iringa ein. 
Hier hatte sich nebst einer Reihe anderer Leute 
Mwagada, der seiner Zeit in Likininda einen Askari 
erschoß, gestellt. In Kalinga stellte sich Massalika, 
der den Askari in Etappe I im Februar 1897 er- 
mordet hatte, und wurde seitens der 3. Kompagnie 
hierhergeschickt. In Mlangali haben sich sämmtliche 
Ngoperinjis (direkte Vettern Qnawas) sowie Kiwanga 
(Quawas Halbbruder) nebst anderen Aufständischen 
gestellt. Da sich die Genannten freiwillig gestellt 
haben, so habe ich von einer Bestrafung abgesehen, 
werde sie aber der Sicherheit halber bei Gelegenheit 
zur Küste schicken. Ich habe in Erfahrung gebracht, 
daß Kola-Kola unweit Dwanghire bei Wasungwas 
wohnt, die sich in Dwanghire gestellt haben. Askaris 
und Wahehe sind heimlich von Iringa ausgeschickt, 
die Gefangennahme zu bewerkstelligen. Mniewara ist 
mit zwei Männern in der Gegend von Rungemba 
gesehen und der Posten dort auf ihn scharf gemacht 
worden. Muia-Ubena ist mit zwei Männern bei 
Madiboro gesehen worden; doch läßt sich noch nichts 
Bestimmtes thun. Jumba-Jumba wird verschiedentlich 
erwähnt, aber sein Versteck ist nicht bekannt. Kolin- 
dula, Quawas Halbbruder, Chotamalangalis, letzter 
Sohn Magnirua treiben sich bei Ngeraiigi herum. 
Wahehe von hier sind zu ihrer Gefangennahme aus- 
geschickt. Farakita soll bei Uhafiwa versteckt sein; 
Wahehe werden von hier zur Erkundung abgeschickt. 
Gegenüber der Thatsache, daß über alle restirenden 
nennenswerthen Aufständischen Nachrichten vorhanden 
sind, dagegen gar nichts über Ouawa, ist die 
vielfach herrschende Annahme seines Todes viellcicht 
nicht ohne Begründung, zumal seine eigenen Kinder 
und Verwandten sich innerhalb kurzer Zeit aus allen 
möglichen, weit auseinanderliegenden Punkten gestellt 
haben. 
Die 3. Kompagnie hat jetzt Hauptsitz in Kalinga 
mit einem Unteroffizierposten in Rungemba und bei 
  
Mlogolo, wo Sultan Kiwanga seine Wassagira ein- 
gesetzt und die Bevölkerung größtentheils konzentrirt 
hat. Die 3. Kompagnie hat einen erfolgreichen 
größeren Zug in Westusungwe gemacht. 
Am 1. Mai, nach Eintreffen der Ablösung für 
Feldwebel Langenkemper der 3. Kompagnie, geht 
Lieutenant v. der Marwitz mit 30 hiesigen Askaris 
zur Uebernahme Mlangalis ab, mit Auftrag zur 
vorschriftsmäßigen Uebernahme und zur ausführlichen 
Berichterstattung. Damit ist der erste Schritt zur 
einheitlichen Bezirksverwaltung gethan.“ 
  
Magnetisches Observatorium in Dar#es-Salam. 
Bei dem Gouvernement in Dar-es-Saläm ist ein 
magnetisches Observatorium eingerichtet worden, auf 
welchem von dem Meteorologen Dr. Maurer magne- 
tische Beobachtungen angestellt werden. Auch sollen 
derartige Beobachtungen an anderen Punkten der 
ostasrikanischen Küste ausgeführt werden. 
—–— e — 
Ramerun. 
Ueber eine Reise nach dem Sanaga und der Station Edea 
berichtet der Leiter des Botanischen Gartens zu 
Victoria, Dr. Preuß, unter dem 19. Mai d. IJs. 
Folgendes: 
Um meine geringe Kenntniß des südlichen Theiles 
unseres Schutzgebietes zu erweitern, mir ein all- 
gemeines Bild von der Flora und Fauna des 
Sanaga-Gebietes zu verschaffen und besonders um 
die dortigen Bodenverhältnisse und die Anbaufähig- 
keit des Landes kennen zu lernen, unternahm ich am 
3. April von Viktoria aus eine Reisc nach der Station 
Edea. Der Gouvernementsdampfer „Nachtigal“ 
brachte mich an demselben Tage nach Kamerun, von 
wo aus ich die Reise am nächsten Morgen vermittelst 
eines Petroleummotors fortsetzte. 
Die Fahrt ging den Kamerunfluß hinab und 
dann durch den Quaqua. Die Wasserverhältnisse im 
OQuagqua sind schwierig, und es bedarf eines kundigen 
Lootsen selbst für flachgehende Fahrzeuge, zumal in 
der Trockenzeit. Wir hatten jedoch die günstigste 
Zeit gewählt, indem wir mit dem letzten Thell der 
Ebbe den Kamerunfluß hinabgefahren waren und 
dann während der ganzen Fahrt durch den Quaqua 
Fluth hatten. So dauerte die Fahrt von Kamerun 
bis zum Sanaga nur sechs Stunden. Sie bietet im 
Anfange in der ausgedehnten Mangroveregion wenig 
Interessantes. Von fern sieht man auf den Sand- 
bänken zahlreiche Pelikane stehen, ab und zu fliegt 
ein Reiher oder eine kleine Anzahl von Graupapageien 
vorüber.
        <pb n="497" />
        Nachdem man jedoch die Uebergangsregion der 
wilden Dattelpalme (Phoenix spinosa), der Bambu- 
palme (Raphia vinifera), des Kandelaber-Panda- 
mnus (Pandanus Candelabrum) und eines riesigen 
Farnkrautes (Chrysodium aureum) durchquert hat, 
werden die etwas höheren Ufer interessanter. Sie 
sind meist von den eingeborenen Duallas bebaut mit 
Pisang (Musa paradisiaca), Makabo (Aanthosoma 
violaceum), Kassada (Manihot utilissima), Yams, 
und zwar wahrscheinlich Dioscorea dumetorum, 
jedenfalls nicht die in Ostafrika meist kultivirte 
D. alata, ferner mit Mais, Erdnüssen (Arachis 
hypogaes und Voandzeia subterranea), der 
weniger geschätzten Art von Makabo (Colocasia 
antiquorum), der süßen Banane (Musa sapientium) 
und verschiedenen Bohnenarten. Die Hütten sind 
oft beschattet von riesigen Mangobäumen. Die 
Kokos= und Oelpalme sind häufig. 
Das Gebiet des Quaqua ist verhältnißmäßig 
fruchtbar. Es wird in der Regenzeit weithin über- 
schwemmt. Sobald das Wasser zurückgetreten ist, 
werden mit Vorliebe an solchen Stellen, wo sich der 
fruchtbare Schwemmboden abgelagert hat, die Kul- 
turen angelegt. Für Mais, Bohnen und Erdnüsse 
genügt die Trockenzeit vollkommen zur Ernte. Für 
Makabo und Yams aber ist sie oft zu kurz, denn 
diese brauchen etwa acht Monate zu einer guten 
Entwickelung. Sobald das Hochwasser kommt, müssen 
die Knollen in aller Eile geerntet werden, da sie 
unter Wasser gesetzt, schnell faulen. Sie werden 
daher auch selten oder nie so groß wie diejenigen, 
welche auf höher gelegenem Boden wachsen. Auch 
sollen sie nicht so wohlschmeckend sein. 
Gegen das Südende des Quagqua tritt zum ersten 
Male eine mir im nördlichen Theile des Kamerun= 
gebietes bisher nicht vorgekommene Art von Raphia- 
palme auf, welche im Habitus an die R. taedigera 
erinnert. Ein eigenthümliches loses Geflecht umhüllt 
den Stamm, welcher ziemlich schlank ist und oben 
eine Krone trägt von Blättern, die weit kleiner sind 
als diejenigen der R. vinifera. 
Diese Palme ist am Ausgange des Quaqua bei 
dem Dorfe Ndogotunda sehr häufig und liefert hier 
den Palmwein, welcher anderswo aus Elacis 
guineensis und Raphia vinifera gewonnen wird. 
Das Anzapfen geschieht ebenso wie bei der Oelpalme 
an der Stelle, von welcher ein Blüthenschaft sich 
entwickeln will. Da alle Bäume durch das Anzapfen 
leiden, so fiel es mir schwer, Früchte zu erhalten. 
Jedoch fand ich später bei Edea einige, welche im 
Botanischen Garten in Viktoria ausgesäet wurden. 
Diese Raphia ist am ganzen Sanaga von Ma- 
limba bis Edea verbreitet. Erst ganz im unteren 
Laufe des Flusses, wo das Wasser brackisch wird, 
verschwindet sie, und die weit stattlichere Rapbia. 
vivifera tritt wieder in großer Menge auf. 
An der Einmündung des Quaqua in den Sanaga, 
welche in der Trockenheit wegen vorgelagerter Sand- 
bänke nur für Kanus und kleine Boote passirbar ist, 
455 
  
hielt der Motor. Ich erfuhr, daß der Dampfer 
„Soden“, welcher mich dort erwarten sollte, noch 
nicht da war, und begab mich durch das Dorf 
Ndogotunda hindurch nach der von Herrn Missionar 
Scholten geleiteten Baseler Missionsstation Lobethal. 
Unterwegs fielen mir an allen Hütten gewaltige 
Haufen von etwa handtellergroßen, glatten, hell- 
braunen mit dunkler radialer Streifung versehenen, 
flachen Muschelschalen auf, mit welchen der Boden 
stellenweise wie gepflastert war. Diese Muscheln 
werden im Quaqua und im Sanaga gesammelt. Die 
Thiere werden, nachdem die Schalen vermittelst eines 
Messers geöffnet sind, herausgenommen, auf Schnüre 
gezogen, geräuchert und spielen dann auf dem Markte 
als ein von den Bewohnern des oberen Sanaga 
sehr begehrtes Nahrungsmittel eine große Rolle. 
Das Verbreitungsgebiet dieser Muschel ist der 
Sanaga von Malimba bis zur Einmündung des 
Quaqua. Oberhalb Lobethal kommen sie nur noch 
sehr vereinzelt vor. 
Sie bedürfen offenbar eines wenn auch nur sehr 
geringen Salzgehalts im Wasser. Dieses Brackwasser 
dringt jedenfalls durch den Quaqua ein, denn das 
Wasser des Sanaga fließt bei Lobethal selbst zur 
Zeit des niedrigsten Wasserstandes stets dem Meere 
zu. Zur Zeit der Fluth staut es sich zwar, so daß 
der Wasserspiegel bei Fluth bis 30 cm höher liegt 
als bei Ebbe. In der Regenzeit soll dieser Unter- 
schied nicht bemerkbar sein. Dann ist die Wasser- 
menge des Sanaga so bedeutend, daß selbst bei der 
Einmündung des Flusses in die See wohl die 
Stärke aber nicht die Richtung der Strömung durch 
die Fluth geändert wird. 
Einige Exemplare der erwähnten Muschel nahm 
ich behufs Bestimmung mit mir. 
Die Berge von Muschelschalen, die man überall 
in den Dörfern, besonders in Malimba aufgehäuft 
sieht, legen den Gedanken nahe, hieraus Kalk zu 
brennen. Auf meine diesbezügliche Frage theilte 
Herr Lütge, Vertreter von Woermann in Ma- 
limba, mir mit, man hätte es einmal versuchen 
wollen, jedoch hätten dann die Eingeborenen plötzlich 
für die Schalen, die ihnen sonst sehr lästig sind, 
einen so hohen Preis gefordert, daß man den Ver- 
such hätte ausgeben müssen. Ich glaube indessen 
sicher, daß dieser Sache später noch einmal näher- 
getreten werden wird. 
Auf der Missionsstation in Lobethal erfuhr ich, 
daß der Dampfer „Soden“, mit welchem ich die 
Reise nach Edea machen sollte, an demselben Tage 
den Sanaga stromab nach Malimba gefahren sei. 
Ich nahm daher das freundliche Anerbieten des 
Herrn Scholten, in Lobethal bis zum nächsten Tage 
zu bleiben, mit größtem Danke an. Lobethal ist 
hübsch gelegen am hohen Ufer des Sanaga, dicht 
unterhalb der Quaquamündung. Die Station macht 
mit ihren gut und sauber gehaltenen praktischen 
Gebäuden und der sich daran anschließenden Kakao- 
und Kaffeepflanzung einen sehr guten Eindruck. Das
        <pb n="498" />
        — 456 — 
Klima scheint verhältnißmäßig gut zu sein, denn 
Herr und Frau Scholten, welche bereits nahezu 
vier Jahre ununterbrochen dort sind, erfreuen sich 
Beide einer sehr guten Gesundheit, desgleichen auch 
ihre drei Kinder im Alter von etwa drei, zwei und 
einem Jahre. 
Die Kakaopflanzung, welche mehrere Tausend 
Bäume enthält, interessirte mich besonders. Ich sah 
hier auf dem sandigen Lehmboden Bäume im Alter 
von drei Jahren, welche kräftig und üppig gewachsen 
waren und voller Früchte hingen. In diesem Jahre 
werden weitere Flächen mit Kakao bestellt und zwar 
mit verschiedenen Varietäten aus dem Botanischen 
Garten in Viktoria. Die Arbeiter sind ausschließlich 
Eingeborene und zwar zum Theil wohl Missions- 
zöglinge, welche hier in höchst anerkennenswerther 
Weise zur Arbeit erzogen werden. Die ganze 
Pflanzung muß leider gegen das Vieh der Eingeborenen 
durch einen starken Zaun geschützt werden, dessen 
Herstellung und Unterhaltung sehr viel Arbeit kostet. 
Der arabische Kaffee, der gleichfalls reichlich mit 
Früchten beladene dreijährige Bäumchen aufwies, 
läßt in dieser niedrigen Lage wohl kaum ein Produkt 
ersten Ranges erwarten, indessen lohnt ein Versuch 
jedenfalls. 
Am nächsten Tage fand der übliche zehntägliche 
Markt auf den großen Sandbänken unterhalb Lobe- 
thal statt, und es gewährte einen eigenartigen An- 
blick, als zu der bestimmten Morgenstunde der 
Sanaga, so weit das Auge reichte, sich mit einer 
Unzahl von Kanus bedeckte, welche langsam stromab 
glitten, dem Marktplatze zu. Ich machte einen Aus- 
flug in den an die Station angrenzenden Buschwald, 
besuchte den Marktplatz und kehrte dann auf die 
Nachricht, daß „Soden“ in Lobethal angekommen 
sei, dorthin zurück. 
Nach Verabredung mit dem an Bord befindlichen 
Herrn Assessor Horn, welcher mit dem Petroleum- 
motor am nächsten Tage nach Kamerun zurückkehren 
wollte, verabschiedete ich mich bald von meinen 
freundlichen Wirthen. Wir waren übereingekommen, 
noch an demselben Tage einen Ausflug nach einem 
großen, mit dem Sanaga in Verbindung stehenden 
See zu machen, welcher einen Wasserweg zwischen 
diesem Fluß und dem Nijong darstellen soll. Der 
Eingang zu diesem See liegt also am linken Ufer 
des Sanaga und zwar schräg unterhalb der 
katholischen Missionsstation Mariaberg. Einen Na- 
men für den See habe ich nicht in Erfahrung 
bringen können. Von Lobethal fuhren wir mit 
„Soden“ etwa eine Stunde lang stromauf und an- 
kerten dann an der Einmündung eines Wasserarms 
von etwa 20 m Breite. In zwei Kanus setzten 
wir alsdann die Fahrt fort durch den sehr gewun- 
denen, allmählich breiter werdenden Kriek. Der um- 
gebende Urwald zeigte zahlreiche Spuren von Fluß- 
pferden an den schlammigen Ufern. Das Wasser 
scheint tief, jedoch wegen zahlreicher hineingestürzter 
  
Baumstämme für größere Fahrzeuge nicht befahrbar. 
Nashornvögel, Pfefferfresser, Papageien und zahl- 
reiche andere Arten bevölkern den Urwald. 
Weit reichhaltiger und interessanter jedoch ist die 
Vogelfauna im Wasser und an den Ufern. Do sieht 
man den Schlangenhalsvogel, Ptotus Levaillanti, 
das Senegal-Binsenhuhn, Podica senegalensis, das 
äußerst seltene Kamerun-Binsenhuhn, Podica came- 
runensis, mehrere Eisvogel= und Reiherarten, 
Strandläufer u. a. m. 
Allmählich erweitert sich der Wasserarm zu einem 
See mit zunächst ganz niedrigen, mit Gräsern und 
Cyperusarten, sowie niedrigem Busch und vereinzelten 
Bäumen bewachsenen Ufern. Eine Schlingpalme 
(Calamus) ist hier sehr zahlreich und Charakter= 
pflanze. Die Ufer sind sumpfig und in der Regenzeit 
jedenfalls weithin überschwemmt. Der Charakter der 
ganzen Gegend ist ein höchst interessanter und an- 
ziehender. Der Reichthum an Wasservögeln ist hier 
enorm, desgleichen herrscht ein Ueberfluß an Fischen. 
Die Jagd nahm uns noch einige Stunden in Anspruch. 
Leider gelang es uns nicht, einen der großen Silber- 
und Purpurreiher, sowie die Nonnenente und eine 
andere große Entenart zu Schuß zu bekommen. Auf 
einer sich weit in den See hinein erstreckenden Sand- 
bank machten wir der vorgerückten Tagesstunde wegen 
Halt. Den See übersieht man von hier aus nach 
ungefähr südwestlicher Richtung noch mehrere Kilo- 
meter weit. Die Ufer sind dort überall hoch, von 
Urwald bestanden. Die genauere Erforschung des 
Sees wäre in jeder Beziehung eine sehr interessante 
und lohnende Aufgabe. Nach einer etwa zweistündigen 
Fahrt langten wir nach Einbruch der Nacht wieder 
auf dem Dampfer „Soden“ an, dessen ganz vor- 
zügliche Einrichtung man erst im Laufe der Zeit 
völlig würdigen lernt, und der für einen Fluß wie 
der Sanaga wie geschaffen ist. Am nächsten Morgen 
wurde die Fahrt den Sanaga hinauf fortgesetzt und 
bei der katholischen Missionsstation gehalten. Die 
Station Mariaberg liegt auf einer Anhöhe am rechten 
Ufer des Flusses. Herr Pater Walther hieß mich 
freundlichst willkommen und führte mich durch die 
den Verhältnissen angemessen und zweckmäßig er- 
bauten Anlagen. Der Boden ist hier allerdings 
minderwerthig, und ein dicht neben der Station ge- 
legener Sumpf dürfte die sanitären Verhältnisse 
ungünstig beeinflussen. Nach kurzem Aufenthalte 
wurde wieder der Anker gelichtet zur Weiterfahrt. 
Die Ufer des Sanaga sind durchweg steil und ab- 
gerissen und bei niedrigem Wasserstand wenige Meter 
hoch. In der Regenzeit soll der Wasserspiegel etwa 
4 m höher liegen als in der Trockenzeit, und dann 
tritt der Fluß oft über die Ufer, das Land für 
mehrere Wochen weithin überschwemmend. Von den 
steilen Ufern werden fortwährend Stücke abgerissen 
und fortgeführt, und ungeheure Sandbänke, welche 
überall im Flusse liegen, sind ein großes Hemmniß 
für die Schifffahrt. Zahlreiche Alligatoren sonnen 
sich auf denselben, Reiher, Seeadler, Strandläufer,
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        Enten, Eisvögel und der ebenso schöne wie seltene 
Lappenkibitz bevöllern sie. 
Das linke Flußufer ist ziemlich stark bevölkert. 
Die Bakoko-Dörfer sind zahlreich. Ueberall sieht 
man starke Mango= und Saphubäume, Pisang und 
auch Oelpalmen, sowie Yams-, Mais= und Makabo-= 
pflanzungen. Das rechte Flußufer dagegen ist ober- 
halb Mariaberg bis nach Edea hin ganz unbewohnt. 
Die Menge der Flußpferde, Elefanten, Leoparden 2c. 
soll die Menschen, bis jetzt von jeder Niederlassung 
daselbst abgeschreckt haben. Ueberall sieht man hier 
Urwald. Die Oelpalme scheint vollständig zu fehlen. 
Häufig dagegen ist der Kopalbaum, Trachylobium 
Hornemannianum. Denselben habe ich überall am 
Sanaga und auch am Ossasee, besonders an den Ufern, 
vorgefunden, später auch im Quaqua. Er fällt durch 
die eigenthümlichen Blätter sofort auf, und obgleich 
ich keine Blüthen und Früchte habe erlangen können, 
so werden doch Blattexemplare, welche ich nach 
Berlin gesandt habe, zur Bestimmung genügen. Die 
Eingeborenen kennen den Baum als denjenigen, 
welcher den „Rubberstone“, das Kopal, liefert. 
Auffallend ist es, daß bei der großen Anzahl von 
Kopalbäumen das Kopal selbst in so verhältnißmäßig 
geringen Mengen in den Handel kommt. 
Am Nachmittag langte ich auf der Station Edea 
an, woselbst ich von dem jetzigen Stationsleiter, 
Herrn Gouvernementssekretär Geyger, als alter 
afrikanischer Bekannter freundlichst willkommen ge- 
heißen wurde. 
Die Station Edea ist landschaftlich sehr schön 
gelegen am hohen linken Ufer des Sanaga mit der 
Aussicht auf die südlichen, d. h. die Hauptfälle des 
Flusses, deren Brausen laut herüber tönt. Der Fluß 
theilt sich kurz oberhalb der Fälle, und der nördliche 
Arm bildet seine eigenen Wasserfälle. Einige hundert 
Meter unterhalb Edea vereinigen sich die beiden 
Arme wieder. Das der Station gegenüberliegende 
Ufer gehört also einer großen Insel an, welche mit 
starkem Urwalde bewachsen ist, aus welchem abends 
die Stimmen des Riesenturako, zahlreicher Meerkatzen 
und das Pfeisen und Kreischen der hier in großen 
Schaaren vorkommenden Graupapageien herüber- 
tönen. Das Gelände um das schöne und große 
Stationsgebäude herum ist von Busch und Wald 
bis auf einige wenige Bäume entblößt und mit 
kurzem Grase bewachsen. Dieses giebt eine vor- 
treffliche Weide für das vorzüglich gedeihende und 
in großer Anzahl vorhandene Vieh: Rinder, Schafe 
und Ziegen. Hier sah ich zum ersten Male auf 
einer Station wirkliche Erfolge mit der Viehzucht. 
Sehr interessant ist hier der stete Begleiter des 
Rindviehs, der Kuhreiher, Ardea bubuleus, ein 
etwa einen Fuß hoher, rein weißer Vogel mit gelbem 
Schnabel und schwarzen Füßen. Derselbe ist hier 
Hausthier geworden. In oft possirlichen Sprüngen 
begleitt er das Vieh auf Schritt und Tritt und 
schnappt mit größtem Eifer die Insekten fort, welche 
sich einfinden. Auf den Thieren selbst habe ich ihn 
  
457 — 
nie sitzen sehen, jedoch soll er dieses auch gelegentlich 
thun. Vor den Menschen besitzt er gar keine Scheu. 
Jedenfalls ist er für das Vieh von größem Nutzen. 
Zur Nacht geht die ganze Reihergesellschaft, damals 
12 an der Zahl, auf einem in den Fluß gefallenen 
Baumstamme zur Ruhe, um beim ersten Morgen- 
grauen wieder ihren Dienst anzutreten. 
Von dem Klima von Edea habe ich keinen 
günstigen Eindruck gewonnen, denn auf dem Sanaga 
traf ich einen Baseler Missionar, welcher in Edea am 
Schwarzwasserfieber erkrankt war und sich nach 
Kamerun begab. Ferner hatte Herr Geyger, als 
ich ankam, lange Zeit an heftigen Fiebern zu leiden 
gehabt, und dieselben stellten sich auch während 
meiner Anwesenheit wieder ein. Schließlich wurde 
ich selbst die ersten drei Tage nach meiner Ankunft 
durch leichte Fieber belästigt. Sehr unangenehm 
empfand ich besonders die übergroße Hitze, welche 
nur sehr selten durch einen leichten Luftzug gemildert 
wird. Da habe ich oft an die herrliche Seebrise in 
Viktoria gedacht. 
Am 7. April machte ich mit Herrn Geyger 
einen Ausflug nach den Nordfällen des Sanaga, 
nachdem wir noch am Tage meiner Ankunft den 
weit imposanteren Südfällen einen Besuch abgestattet 
hatten. Auf den Sandbänken fanden sich wieder 
Lappenlibitze, auch Bachstelzen (Motacilla vidua) 
und eine sehr seltene Art von Strandläufer, die ich 
überhaupt nur hier beobachtet habe. An den steilen 
Glimmerschieferwänden des Wasserfalls klebte eine 
große Menge von Nestern einer mir unbekannten 
kleinen Schwalbenart. Eine große Anzahl der Vögel 
wurde ohne Mühe mit dem Schmetterlingsnetz ge- 
fangen. Zwischen den Felsen blühte eine Impatiensart 
mit großer prächtig rother Blüthe. Ein kleiner 
Streifzug in das oberhalb der Fälle gelegene Ueber- 
schwemmungsgebiet bis zu einem am Rande des 
Flusses hervorragenden gewaltigen Quarzblock zeigte 
an den sandigen Tümpeln zwischen den Glimmer= 
schieferblöcken eine eigenartige Flora. Milane kreisten 
zahlreich in der Luft. Verschiedenartige Libellen 
schwirrten umher. Eine Süßwasserschnecke, Melania, 
sammelte ich in vielen Exemplaren. 
Am 9. April machte ich einen Ausflug in den 
Urwald am rechten User des Sanaga, wo Herr 
Geyger einen Weg nach Kamerun hin schlägt, der 
bereits auf 1½ Wegstunden fertiggestellt ist. Es 
ist ein sehr leichter Urwald, ohne Oelpalmen, mit 
Kopalbäumen und Gummilianen, welche letztere hier, 
wie es scheint, noch nicht ausgebeutet werden. Nas- 
hornvögel verschiedener Art sind zahlreich, desgleichen 
Graupapageien. An einer Stelle ließen sich Schim- 
pansen hören, jedoch war ihnen nicht beizukommen. 
Die erwähnenswertheste Ausbeute war ein gewaltiger 
Batrachier, ein Exemplar, wie ich es in dieser Größe 
noch nie vorher gesehen habe. 
Der Boden ist geringwerthig, ein merkwürdiger 
hellgelber Lehm mit sehr geringer darübergelagerter 
Humusschicht.
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        Vegetation beschränkt sich hier auf niedrigen Busch 
und Buschwald. Das ganze Land ist schon einmal 
bebaut gewesen. Oelpalmen und Saphubäume 
(Canarium Saphu) sind daher häufig, desgleichen die 
schon früher erwähnte Raphia. Kultivirt werden 
hauptsächlich Makabo, Kanthosoma violaceum, 
Pisang und Kassada. Da auch hier der Laterit- 
boden minderwerthig ist, so müssen die Felder sehr 
sorgfältig bestellt werden. Die Erde wird überall 
sauber gehäufelt, und in die hohen Erdhaufen werden 
die Knollen gepflanzt. An der Woermann-Faktorei 
in Edea befinden sich einige Bäume von Kakao und 
Kaffee (Coffea liberica), welche der Leistungs- 
fähigkeit des Bodens kein gutes Zeugniß ausstellen. 
Am 11. April machte ich noch einmal, nachdem 
in der Nacht ein heftiger Tornado gewesen war, 
einen Ausflug nach den Nordfällen des Sanaga und 
in den Urwald nordwestlich von Edea. Die zoologische 
Ausbeute war sehr interessant; besonders zwei Perl- 
huhnarten, welche beide in der Vogelfaung von 
Kamerun noch nicht aufgeführt sind, waren mir sehr 
erwünscht. Das eine ist schwarzblauglänzend mit 
blauweißer Punktirung. Auf dem kahlen blauen 
Kopfe sitzt ein schwarzer Federschopf, der gleichfalls 
kahle Hals ist blau, die Kehle roth. Das andere 
ist schwarz mit einem kahlen, rothblauen Fleck am 
Kopfe und kleiner als die vorige Art. Außerdem 
erbeutete ich die sogen. Mädchentaube, Peristera 
nella, und ein fliegendes Eichhörnchen, Anomalurus 
Fraserl. Mehrere große Cikaden wurden mit 
Vogeldunst von den Bäumen heruntergeschossen. 
Da ich schon von mehreren Seiten die Reich- 
haltigkeit der Vogelfaunga des Ossasees und auch die 
eigenartige Schönheit dieses Binnensees hatte rühmen 
hören, so verließ ich bereits am 12. April Edea und 
fuhr mit dem Dampfer „Soden“ den Sanaga 
stromab bis nach der Mündung des Wasserarms, 
welcher aus dem Sanaga in den Ossasee führt. 
Etwas unterhalb dieser Mündung ankerte ich gegen- 
über dem Hügel, auf welchem der Stationsleiter von 
Edea, Herr v. Brauchitsch, eine kleine Kalao- 
pflanzung angelegt hat. 
Der Högel ist der höchste am Sanaga zwischen 
Edea und Malimba und zum Wohnort für Weiße 
und Ausgangspunkt für irgend welche Unter- 
nehmungen schon seiner Höhe und seiner dominiren- 
den Lage wegen sehr geeignet. Besonders aber 
eignet er sich hierzu wegen einer starken Quelle mit 
klarem, kühlem Wasser, welche an der nach dem 
Ossa-Kriek abfallenden Seite des Hügels aus einer 
verwitterten Granit ()wand hervorsprudelt und bei 
Weitem das beste Trinkwasser am ganzen Sanaga 
liefert. Zur Anpflanzung von Kakao ist der steile 
Hügel mit dem unfruchtbaren Lateritboden sehr un- 
geeignet, wie auch der Erfolg sehr augenfällig beweist. 
Am Morgen des 13. April brach ich in aller 
Frühe in einem kleinen Kanu nach dem Ossa-See 
458 
Am Ostertag besuchte ich mit Herrn Geyger : auf. 
die Dorfgebiete in der Umgegend der Station. Die 
  
Der Wasserspiegel des Sauaga war in den 
letzten Tagen wegen schwerer Regengüsse um etwa 
1 m gestiegen, und die Strömung ging aus dem 
Fluß nach dem See hin. Der See scheint sonst 
keine Zuflüsse von irgend welcher Bedeutung zu 
haben. Sein Wasserspiegel ändert sich offenbar ge- 
mäß des Wasserstandes im Sanaga. Der Wasser- 
arm, durch den ich fuhr, hat nur eine Breite von 
20 bis 30 m. Das Fahrwasser ist an der Mündung 
versandet, sonst aber ziemlich tief, jedoch hindern 
viele hineingefallene Baumstämme die Fahrt. Die 
anfangs 4 bis 6 m hohen Ufer sind steil und unter- 
waschen. Sie werden allmählich flacher, je mehr 
man sich dem See nähert. Dementsprechend geht 
der anfangs hochstämmige, viele Kopalbäume ent- 
haltende Urwald allmählich in niederen Busch über 
mit einzelnen höheren Bäumen und zahlreichen 
charakteristischen Schlingpalmen. Nach einer etwa 
1½2 stündigen Fahrt zeigen mit Cypergras und Schilf 
bestandene Flächen die nächste Nähe des Sees an, 
und sehr bald darauf öffnet sich vor unsern Blicken 
der Ausblick auf eine weite Wasserfläche. Zur Linken 
sind die Ufer überall etwas hoch, der Urwald tritt 
bis an den von hellleuchtendem Sande gebildeten 
Seestrand heran. Zur Rechten sind die Ufer ganz 
flach und umsäumen mit einem breiten Gürtel von 
Schilfgräsern 2c. das Wasser. Mitten in dem See 
erheben sich mehrere bewaldete Inseln. Das Ganze 
macht durchaus keinen tropischen Eindruck, eher könnte 
man sich an einen der herrlichen ostpreußischen Seen 
versetzt glauben. 
Während die Vogelwelt in dem Kriek selbst nur 
spärlich vertreten ist, zeigt sich bei der Einmündung 
in den See, an welcher sich eine ausgedehnte Fläche 
von Sumpfgräsern befindet, ein ganz erstaunlicher 
Reichthum an Wasservögeln. Zu Hunderten gehen 
Nonnenenten au#, bald gefolgt von Schaaren anderer 
Enten, Schwärmen von Steißfüßen 2c. Auf den 
Bäumen am Rande des Sees sitzen die verschieden- 
sten Arten von Reihern (Purpur-, Silber-, Kappen- 
und Kuh-Reiher), auch das seltene Kamerun-Binsen- 
huhn trotz seiner Schwimmfüße. Auf aus dem 
Wasser ragenden Baumästen lauern mehrere Arten 
von Eisvögeln auf Beute, darunter auch der seltene 
kleine Alcedo eyanostigma mit einem zierlichen 
Schopf von blaustreifigen Federn auf der Stirn. 
An dem sandigen Strande läuft unter lautem Ge- 
schrei der Lappenkibitz umher, und aus dem Ufer- 
walde tönen die gewaltigen Stimmen der Nashorn- 
vögel herüber. 
Die Insektenwelt ist durch Tausende von Lbbellen 
vertreten. Der Fischreichthum im See ist ein ganz 
außerordentlich großer. Leider hatte ich keine ge- 
nügend großen Behälter mit mir nehmen können, so 
daß ich nur vier Arten konserviren konnte. 
Ein Flußpferd beobachtete ich längere Zeit aus 
größter Nähe. Es zeigte keinerlei Scheu und ver- 
schwand erst auf einen Schuß, ohne wieder hervor- 
zukommen.
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        Auch die Pflanzenwelt zeigte viele sehr interessante 
und mir neue Typen. Für einen Zoologen und 
Botaniker müßte es meiner Meinung nach außer- 
ordentlich lohnend sein, einmal mehrere Wochen sein 
Standquartier am Ufer des Ossa-Sces aufzuschlagen 
und zu sammeln. 
Meine Zeit war leider zu beschränkt, und in An- 
betracht der mehr als zwei Stunden dauernden Rück- 
sahrt mußle ich zur Zeit an den Aufbruch denken. 
Mit dem Einbruch der Dunkelheit war ich wieder 
an Bord des „Soden". 
Am 14. April fuhr ich den Sanaga hinunter 
bis zur Einmündung des Quaqua. Ein Versuch, in 
den letzteren hineinzugelangen, mißglückte, und ich 
fuhr daher weiter nach Malimba. Die Ufer des 
unteren Sanaga, etwa von Lobethal ab bis nach der 
Mündung, machen einen weit fruchtbareren Eindruck 
als diejenigen des oberen Flußlaufes von Mariaberg 
bis Edea. Dort könnte man meiner Ansicht nach 
an vielen Stellen mit Erfolg Kakaopflanzungen an- 
legen, welche allerdings eventuell einige Wochen im 
Jahre unter Wasser stehen würden, was indeß dem 
Kakao nicht viel ausmachen dürfte. In Bonemanda 
an der Faktorei sah ich einige sehr große, freilich 
schlecht gewachsene Kakaobäume, welche nach den mir 
gemachten Erzählungen, die ich hier allerdings mit 
großem Vorbehalt wiedergebe, einen ungeheuren 
Ertrag, 10 kg und mehr pro Baum, liefern sollen. 
Nachdem ich in Malimba zur Nacht geblieben 
war und Gelegenheit genommen hatte, die ungeheuren 
Veränderungen des Strandes und der Flußmündung 
zu bewundern, welche dort in wenigen Jahren durch 
die Gewalt der Brandung und Strömung statt- 
gesunden haben, machte ich am nächsten Morgen 
eine Fahrt in den nach der südlichen Sanaga-Mün- 
dung führenden Kriek. Dort hoffte ich, reife Früchte 
von Raphia vinifera zu erlangen, welche bei Vik- 
toria nicht zu finden sind, denn ich beabsichtige, die 
tiefer gelegenen Strecken des Buea-Weges mit Reihen 
von Bambu-Palmen zu bepflanzen. Nachdem ich 
eine genügende Quantität gesammelt hatte, kehrte ich 
nach Malimba zurück und fuhr mit Dampfer „Soden“ 
den Fluß wieder stromauf bis zur Quaqua-Mündung, 
wo am Nachmittag der Petroleummotor von Kamerun 
eintraf, welcher die Post für Edea brachte, und mit 
welchem ich nach Kamerun zurückfahren sollte. Die 
Rückfahrt nach Kamerun dauerte wegen einer kleinen 
Havarie an der Maschine, ungünstiger Wasserstands- 
verhältnisse und schließlich wegen eines starken Tor- 
nados, der uns an der offenen Quaqua-Mündung 
überraschte, dieses Mal elf Stunden. 
Nachdem ich am 17. April meine geschäftlichen 
Angelegenheiten erledigt hatte, brachte mich der Motor 
am 18. in sieben Stunden nach der Bamba-Pflanzung, 
woselbst ich bei Einbruch der Nacht eintraf und 
übernachten mußte. 
Anm 19. April ging ich von Bamba auf dem 
jetzt sehr guten Wege, dessen Länge nur zwei Dritt- 
theile der früher begangenen Strecke beträgt, in zwei 
  
4599 — 
Stunden nach Viktoria, woselbst auch meine Samm- 
lungen in gutem Zustande eintrafen. 
Die auf meiner Reise gewonnenen Eindrücke und 
die wenn auch nicht in sehr eingehender Weise an- 
gestellten Beobachtungen, welche z. B. zur Zeit des 
hohen Wasserstandes zu ergänzen sein würden, haben 
in mir die Meinung befestigt, daß die Anbaufähig- 
keit von beinahe der Hälfte des Sanaga-Gebietes 
unterhalb Edea für Kakao außer Zweifel zu stellen 
ist, und daß also auch das südliche Schutzgebiet, 
wenn auch natürlich nicht in dem Maße wie das 
nördliche, für den Plantagenbau allmälig Bedeutung 
gewinnen wird. 
¾rl 
Ueber die in dem Versuchsgarten von bictoria kultivirten, 
von der dotanischen Tentralstelle in Berlin stammenden 
Pflanzen 
berichtet Dr. Preuß unter dem 5. Meai d. Is.: 
Im Anschluß an meine früheren Mittheilungen 
über das Gedeihen der von der botanischen Central- 
stelle in Berlin übersandten Pflanzen, welche im 
„Kolonialblatt" Nr. 14, 1897 zur Veröffentlichung 
gelangt sind, gebe ich im Folgenden eine Uebersicht 
über die Fortschritte, welche diese Pflanzen im Laufe 
des vergangenen Jahres gemacht haben. 
Acrocarpus fraxinifolius. Das einzige vor- 
handene Bäumchen hat in einem Jahre um 5 m 
an Höhe zugenommen und ist jetzt bereits 6 m hoch. 
Die Kronenbildung beginnt bei 4 m Stammhöhe. 
Der Baum scheint sich mit dem Kakao, den er be- 
schattet, vorzüglich zu vertragen und dürfte sich viel- 
leicht als guter Schattenbaum erweisen. 
Albizzia moluccana. Die Bäume haben noch 
bedeutend an Umfang des Stammes und Breite der 
Krone gewonnen, jedoch becinträchtigen sie durch ihr 
stets abfallendes Laub, durch die ungemein leicht 
abbrechenden Zweige und besonders durch die ober- 
flächlich und weithin verlaufenden Wurzeln die 
Pflanzen, welche sie beschatten, zu sehr, als daß ich 
sie für gute Schattenbäume, welche sie sein sollen, 
bezeichnen könnte. Sie haben reichlich geblüht und 
fruktifizirt, jedoch wird die Art nur in bescheidenem 
Maße vermehrt. Einige der größten Bäume müssen 
demnächst entfernt werden. 
Albizzia stipulata macht einen mehr ver- 
sprechenden Eindruck. Beschattung bieten die Bäume 
freilich vorläufig noch zu wenig, jedoch sind sie be- 
reits bis 5’m hoch, und die infolge des Ueberhän- 
gens der Aeste sehr sperrigen Kronen dürften sehr 
bald voller werden. Einige Bäume tragen zur Zeit 
die ersten Blüthen. Die Blätter nehmen bei Nacht 
Schlasstellung ein. 
Aleuritis moluccana befindet sich in bester 
Entwickelung, hat geblüht und Früchte getragen, aus 
denen 27 Pflänzlinge gezüchtet worden sind. Die- 
selben sollen als Allcebäume Verwendung finden oder 
auf den Kaffeeberg verpflanzt werden.
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        2 
A 
Alpinia Galanga. Vergl. Kolonialblatt Nr. 14. 
Anona cherimolia. Die beiden von der Central- 
stelle stammenden, sowie andere aus Samen von 
Madeira gezüchtete Sträucher sind bis zu der Höhe 
von 2,50 m emporgewachsen, jedoch ist die Belau- 
bung stets dürftig. In der Trockenzeit sehen die 
Blätter stets krank aus, was ich auch in Madeira 
selbst bemerkt habe. Einige Pflanzen sind an die 
Station Buea, an die dortige Mission und an die 
Mission in Mapanja abgegeben worden, desgl. an 
den Botanischen Garten in Gabun. 
Anona squamosa hat fruktifizirt und ist reichlich 
vermehrt worden. Zahlreiche Pflanzen sind an die 
Plantagen und Missionen abgegeben worden. Die 
Sträucher beginnen schon bei 1 m Höhe zu frukti- 
fiziren. 
Anona reticulata. 
zu berichten. 
Areca Catechu die Betelnußpalme, zeichnet sich 
durch rasches Wachsthum und einen schnurgeraden 
durch die Blattnarben scharf geringelten Stamm sehr 
aus. Die Bäume sind jetzt 4 m hoch. 
Aristolochia cymbilera. 5 Seämlinge aus 
der eingangs erwähnten Samensendung vom Februar. 
Artocarpus integrifolia wächst sehr üppig und 
hat bereits eine Höhe von mehr als 9#m#erreicht. 
Unter den 12 von der Centralstelle in Berlin stam- 
menden Bäumen lassen sich deutlich zwei Varietäten 
unterscheiden. Die eine hat durchgängig größere, 
eiförmige Blätter mit sehr kurzen Spitzchen, eine 
viel dichtere Belaubung, wächst schneller als die an- 
dere, trägt aber noch keine Früchte; die andere 
unterscheidet sich durch kleinere, eiförmig längliche, 
länger zugespitzte Blätter, ein bedeutend lichteres 
Laub und vor allem durch reichliches Fruktifiziren 
aus. Diese letztere Varietät ist jedenfalls ein weit 
besserer Schattenbaum als die erstere, bei welcher die 
Kronen so dicht sind, daß die darunter oder daneben 
wachsenden Kakaobäume theilweise abgetödtet werden, 
was sehr auffallend ist, da doch der „Jackbaum“ 
allgemein als guter Schattenbaum gerühmt wird. 
Zu einer genaueren Feststellung der Varietäten ist 
das Fruktifiziren beider abzuwarten. 
Averrhoa carambola hat in diesem Jahre un- 
gemein reichlich Früchte getragen. Einige aus Samen 
gezüchtete Pflanzen wurden nach Buca und an die 
Missionen und Plantagen abgegeben. Die Früchte 
sind in rohem Zustande wohl sauer, geben aber, mit 
Zucker eingekocht, wegen ihrer ausgesprochenen an- 
genehmen Fruchtsäure ein angenehmes Kompot. 
Bambusa arundinacea. Die beiden jungen 
Pflanzen sind durch Hochwasser im Limbefluß fort- 
gerissen. 
Bamhbusa regia ist reichlich vermehrt und einige 
Pflanzen sind an die Landeshauptmannschaft in Togo 
abgegeben worden. 
Bassia longifolia wächst jetzt bedentend schneller 
als im Anfang, hat ein gesundes Aussehen und eine 
Döhe von 3,5 m. 
Hierüber ist Neues nicht 
  
460 — 
Caesalpinia pulcherrima war in Victoria 
schon reichlich vorhanden, wird auch an der ganzen 
Westküste Afrikas überall kultivirt. Die eingesandten 
Samen haben gut gekeimt. 
Calophyllum inophyllum. Diese das Rosen- 
holz liefernde Art ist reichlich vermehrt worden. Die 
Sämlinge werden als Alleebäume an den Buea-Weg 
gepflanzt werden. Außerdem wird ein geschlossener 
Bestand dieses aus Neu-Guinea reichlich exportirten 
Nutzholzes auf dem Kaffeeberge angelegt werden. 
Auch hier lassen sich nach Form und Lage der 
Blätter deutlich zwei Varietäten unterscheiden. 
Colotropis gigantea bildet große Büsche von 
unschöner Form, welche stets mit Blüthen und auch 
mit Früchten beladen sind. 
Canarium ceylanicum hat sich jetzt besser 
entwickelt und wird anscheinend einen guten Schatten- 
baum für Muskatnuß liefern. Im Anschluß hieran 
will ich erwähnen, daß das hier einheimische 
Canarium saphu jetzt in größerer Anzahl gezüchtet 
wird zum Zwecke der Beschattung von Kakao, Kaffee, 
Kardamom u. s. w. 
Cassia aurea. 
haben nicht gekeimt. 
Cassia auriculata desgleichen. 
Cassia glauca desgleichen. 
Cinnamomum Camphora. Die Kampherbäume 
haben im Laufe des letzten Jahres sehr zufrieden- 
stellende Fortschritte gemacht und eine Höhe von 
2,50 m erreicht. Das Vermehren der Art durch 
Stecklinge gelingt zwar, aber leider nur in sehr ge- 
ringem Prozentsatz. Ich beabsichtige auf dem Kaffee- 
berge einen kleinen geschlossenen Bestand von Kampher= 
bäumen anzulegen. Einige Pflanzen sind an die 
Station Buea abgegeben worden. 
Cinnamomum ceylanicum, Zimmetstrauch. Ueber 
die mit dieser Art erzielten Erfolge habe ich bereits 
einen Sonderbericht eingeliefert, welcher in der Nr. 12, 
Jahrgang 1897 des „Tropenpflanzer“ veröffentlicht 
worden ist. Ein nachträglich eingelaufenes Gutachten 
über den Zimmet, von der Firma Bassermann u. 
Herrschel in Mannheim, lautet weniger günstig. 
Um ein endgültiges Urtheil zu erlangen, wird es 
nöthig sein, von jeder der drei nach den Blättern 
und auch dem Geschmack zu unterscheidenden Varietäten 
je ein Fahrdehl auf den Hamburger Markt zu 
bringen. Hierzu bedarf es jedoch nach längerer Zeit 
zum Heranwachsen der jüngeren Sträucher und auch 
der Anlage weiterer Bestände, so daß eine Ernte 
einen Ertrag von mehreren Fardehlen liefern kann. 
Corchorus capsularis var. attariga, die 
Jutepflanze, wuchs bei einem im Laufe des Jahres 
angestellten Anbauversuche meiner Ansicht nach zu 
sperrig und auch nicht hoch genug. Die Pflanzen 
erreichten eine Höhe von durchschnittlich 1,30 m. 
Eine größere Fläche wird nicht mit dieser Art be- 
stellt werden, da bei dem Mangel einer Maschine 
doch über die Beschaffenheit des Produktes kein 
Die Samen der Februarsendung 
Unrtheil gefaßt werden kann.
        <pb n="503" />
        Colubrina asiatica; zwei Sämlinge sind aus 
der Samensendung vom Februar gezüchtet worden. 
Corpha gebanga. Drei langsam aber gesund 
wachsende Pflanzen. **. 
Corypha umbraculifera. Die drei jungen 
Pflanzen gingen während der Regenzeit ein. Die 
nen angekommenen Samen haben noch nicht gekeimt. 
Coulteria tinctoria, keinerlei Fortschritte im 
Wachsthum. 
Crataera gynandra. Drei üppig sich ent- 
wickelnde Pflanzen von nunmehr 3 m Höhe, von 
unschönem Wuchs. 
Crescentia Cujete ist sehr reichlich durch Steck- 
linge vermehrt worden, so daß in dieser Regenzeit 
daraus eine große Anpflanzung von Stützbäumen 
für Vanille und schwarzen Pfeffer gemacht werden 
F Die Vermehrung durch Stecklinge ist sehr 
eicht. 
Crescentia cucurbitana gedeiht sehr gut und 
zeitigt jetzt Früchte von 25 cm Durchmesser. Eine 
davon ist auf Wunsch an die Landeshauptmannschaft 
in Togo gesandt worden. 
Croton Tiglium trägt reichlich Früchte und ist 
in bescheidenem Maße vermehrt worden. Ueber eine 
kleine Menge nach Europa gesandter Samen lief 
von der Firma Brückner, Lampe &amp; Cie. in 
Berlin folgendes Gutachten ein: 
"„Croton Tiglium: Der Samen, welchen Sie 
geschict haben, besteht aus Samen verschiedenen 
Alters, repräsentirt aber sonst eine gute Handels- 
waare, deren Werth noch gesteigert werden könnte 
durch Auslesen der ganz schwarzen, theilweise run- 
zeligen Samen ohne Kerne. 
Wir haben diesen Samen pressen lassen, und 
entspricht die Ausbeute derjenigen einer guten Handels- 
waare, auch ist das Oel von heller Farbe und dürfte 
in therapeutischer Beziehung dem Crotonöl anderer 
Herkunft nicht nachstehen. 
Crotonsamen kommt hauptsächlich aus China und 
kostet ungefähr 90 bis 100 Mk. per 100 kg franco 
Hamburg. Der Markt für Crotonsamen ist ein sehr 
beschränkter, da die Verwendung des Oeles abnimmt 
und dürften von der Waare nicht zu große Mengen 
geschickt werden, sagen wir nicht über 500 bis 1000 kg 
auf einmal, um mit einiger Sicherheit verkäuflich zu 
sein. Auf den letzten Auktionen in London war 
auch von Shangai Crotonsamen eingeführt, und daß 
man dies für erwähnenswerth betrachtet und einen 
Artikel in einer Fachzeitung darüber schreibt, beweist, 
daß der Konsum nur ein beschränkter ist, trotzdem 
der Croton Tiglium-Baum in China, auf den 
Malayischen Inseln bis Malakka, Burma, Bengalen, 
Assam und Ceylon verbreitet ist.“ 
Da das Croton Tiglium gute Hecken liefert 
und als Windschutz zu gebrauchen ist, da ferner die 
Kultur keinerlei Schwierigkeiten bietet, der Strauch 
dereits am Ende des zweiten Jahres aufängt zu 
frultifiziren und die Ernte sehr leicht ist, so sollte 
dieser Art mehr Beachtung geschenkt werden. Im 
461 
  
botanischen Garten werden jetzt einige Saatbeete mit 
Crotonsamen bestellt und der Strauch soll so 
vermehrt werden, daß eine Ernte von einigen Cent- 
nern erreicht werden kann. v 
Curcuma longa, aromatica und leucorrhiza 
gedeihen jetzt sehr gut, besonders die Curcuma longa, 
welche 1 m hoch ist. 
Dendrocalamus strictus wächst außerordentlich 
langsam. Die einzelnen Exemplare vermehren sich 
zwar bereits durch unterirdische Ausläufer, aber die 
Stämmchen sind nur bis 60 cm hoch. Einige 
Pflänzchen sind nach Buea abgegeben worden, da 
dieser Art Hochlandklima mehr zusagen soll. 
Dialium indum. Die Samen haben noch nicht 
gekeimt. 
Dillenia pentagyna. Aus den im Februar 
angelangten Samen hat sich nur ein Pflänzchen ent- 
wickelt. 
Dorstenia multiformis. Die beiden von An- 
fang an kümmerlich vegetirenden Pflanzen sind ein- 
gegangen. 
Erythrina corallodendron fängt jetzt an, baum- 
artig zu werden, hat auch bereits geblüht, ohne jedoch 
Frucht anzusetzen. 
Erythrina lusca. Aus den im Februar ge- 
kommenen Samen haben sich sechs kräftige Pflanzen 
entwickelt. 
Erythrina lithosperma wächst sehr üppig, je- 
doch für einen Schattenbaum zu buschig. 
Erytbrina umbrosa wächst gut und ist von 
den hier aufgeführten Erythrina-Arten der beste 
Schattenbaum. In dem in diesem Jahre neu an- 
gelegten Theile des Gartens fand ich eine der E. um- 
brosa sehr ähnliche Art wild vor. Sie wird dem- 
nächst reifse Früchte haben und vermehrt werden. 
Drei andere im Gehbiete einheimische Erythrina- 
Arten befinden sich bereits in Kultur. Als Schatten- 
bäume haben sie alle den großen Fehler, daß sie 
gerade während eines großen Theiles der Trocken- 
zeit, wo die Pflanzen den Schatten am nothwendig- 
sten gebrauchen, unbeblättert sind. 
Feronia elephantum. Zwei sehr 
wachsende Exemplare. 
Ficus religiosa gedeiht sehr gut. 
Flacourtia inermis, zweigut wachsende Sträucher. 
Flacourtia Jangomas; aus den eingesandten 
Samen hat sich nur ein Pflänzchen entwickelt. 
Garcinia cochinchinensis (0,60 m hoch) und 
Garcinia ganthochymus (über 1 m hoch) sehen 
sehr kräftig aus, wachsen aber nur langsam. 
Gonolobus Condurango schlingt an einer 
Jacaranda ovalilolia in die Höhe, blüht und 
fruktifizirt reichlich und die Samen keimen sehr gut. 
Einige Früchte sind an den botanischen Garten in 
Gabun abgegeben worden. 
Guajacum sanctum wächst wie bisher ungemein 
langsam. 
Hevea brasiliensis. In der Kultur des Para- 
kautschukbaumes ist ein erfreulicher Fortschritt zu 
langsam
        <pb n="504" />
        verzeichnen, da verschiedene der im Jahre 1892 aus 
Stecklingen gezüchteten und als Bäumchen direkt von 
Para gekommenen Pflanzen geblüht haben. Früchte 
setzten sie freilich noch nicht an. Diese Bäume sind 
jetzt 12 m hoch und geben dem Kakao guten Schatten. 
Die aus Berlin im November 1896 angekommenen 
Pflanzen sind jetzt bereits bis 4,50 m hoch. 
Hura crepitans. Die im Februar angelangten 
Samen haben nicht gekeimt, jedoch sind von dieser 
Art bereits eine ganze Anzahl großer Bäume im 
Garten vorhanden. Sie wachsen ungemein schnell, 
geben dichten Schatten, aber das Holz ist sehr brüchig, 
und fast jeder Tornado richtet Schaden in den 
Kronen an. Sie eignen sich wohl zu Alleebäumen, 
jedoch nicht zu Schattenbäumen, da sie alles unter 
ihnen Wachsende tödten. ’ 
Ilex paraguayensis. Eine große Quantität 
von bereits mit Salzsäure behandelten Mate-Samen 
langte im Februar hier an und wurde sofort aus- 
gesäet. Bis jetzt hat jedoch noch nichts gekeimt. 
IIlipe latikolia. Die hübschen Bäume mit sehr 
runder und dichter, dunkelgrüner Krone haben eine 
Höhe von 3,50 m erlangt und in diesem Jahre 
reichlich geblüht, ohne jedoch bis jetzt Frucht angesetzt 
zu haben. 
Ingo duleis. 
gekeimt. 
IKora coccinea. Aus den eingesandten Samen 
haben sich fünf Pfläuzchen entwickelt. Alte Sträucher 
sind bereits im Garten in großer Anzahl vorhanden 
gewesen. 
Jambosa vulgaris gedeiht vorzüglich, blüht und 
trägt Früchte, welche zur Vermehrung der Art be- 
nutzt werden. 
Jatropha podagrica. Fünf Pflänzchen von 
jetzt 20 cm Höhe entwickelten sich aus den von 
Berlin gesandten Samen. Dieselben gewähren mit 
den schildförmigen Blättern am Ende des keulen- 
förmigen Stämmchens einen seltsamen Anblick. 
Kaempleria galanga ist wiederum vermehrt 
worden und blüht reichlich. 
Kigelia pinnata. Die Samen haben nicht 
gekeimt, desgleichen diejenigen von Lantana mixsta 
und L. alba. Lantana camara mit rosafarbener 
und rothgelber Blüthe wird als Heckenpflanze in 
Westafrila überall angepflanzt. 
Landolphia Watsoni wächst nur langsam. 
Leca sambucina; aus den von Berlin ge- 
sandten Samen haben sich zehn Pflanzen entwickelt. 
Leucacna glauca war bereits im Garten vor- 
handen und ist reichlich vermehrt worden. 
Mangitera indica, von den Molukken stammend, 
bildet bereits stattliche Bäume, hat aber noch nicht 
fruktifizirt. Die gleichaltrigen Bäume von Ceylen, 
1892 ausgesäet, haben in diesem Jahre die ersten 
Früchte getragen. Dieselben waren größer und wohl- 
schmeckender als diejenigen der in Kamerun allgemein 
lultivirten Art, jedoch war das Fruchtfleisch auch 
starl mit Fasern durchsetzt und der Kern verhältniß- 
Die Samen haben noch nicht 
462 
  
mäßig groß. Als eine sehr gute Erwerbung für den 
Garten sind fünf Varietäten von veredelten Mangos 
zu betrachten, welche mir der Direktor des botanischen 
Gartens von Gabun, Herr Chalot, kürzlich ge- 
legentlich eines Besuches in Victoria überbrachte und 
von deren Wohlgeschmack, faserlosem zarten Frucht- 
fleisch und sehr kleinem Kern ich mich schon in Gabun 
überzeugt hatte. Die veredelten Mangobäume sollen 
nach Mittheilung des Herrn Chalot vegetativ sehr 
zurückbleiben, aber bereits im Alter von einem Jahre 
anfangen, Früchte zu tragen. 
Hier möchte ich erwähnen, daß veredelte Orangen- 
bäumchen, welche ich vor 2½ Jahren ganz jung aus 
Gran Canaria erhielt, jetzt bereits fruktifiziren, ob- 
gleich sie erst 1,30 m bis 1,50 m hoch sind, während 
gewöhnliche aus Kernen gezüchtete Bäume in Victoria 
sieben Jahre bis zur Frucht brauchen. 
Mallotus philippinensis; ein üppiger Strauch, 
der reichlich blüht. 
Melaleuca leucadendron; die Samen sind 
noch nicht aufgegangen. 
Mesua ferrea. Die einzige, von allen übrig 
gebliebene Pflanze entwickelt sich jetzt gut, wächst aber 
sehr langsam. Jedenfalls wird die Art dem Garten 
erhalten bleiben. 
Nichelia champaca. Drei herrliche, von unten 
auf beblätterte Bäume von Pyramidenform, 15 m hoch. 
Miliusa Bailloni hat noch nicht gekeimt. 
Mimusops Elengi. Im Garten waren bereits 
einige achtjährige Exemplare vorhanden, welche in 
diesem Jahre durch Samen vermehrt worden sind. 
Von den aus Berlin gekommenen Samen ist nur 
ein Korn aufgegangen. 
Modecca Wightiana. Die Samen haben noch 
nicht gekeimt. 
Mucuna atropurpurea. Von den eingesandten 
Samen hat sich nur einer zu einer kräftigen Pflanze 
entwickelt. 
Musa paradisiaca. 
gekeimt. 
Musa superba. Desgleichen. 
Nauclea orientalis. Desgleichen. 
Nedhelium Longamum. Im Garten befinden 
sich Sträucher in einem Alter von neun Jahren, 
welche aber noch nie geblüht haben. 
Ochrocarpus siamensis; ein kräftiges, langsam 
wachsendes Exemplar von nunmehr 0,60 m Höhe. 
Panakx serratum hat noch nicht gekeimt. 
Pandanus javanicus desgleichen. *½* 
Dericopsis Moconiana. Eine Pflanze ist ein- 
gegangen, die andere hat sich zu einem etwa 1,30 m 
hohen kräftigen Bäunchen entwickelt. Z 
Picodendron Juglans wächst fast zu üppig, so 
daß sich die Stämmchen zur Erde niederbeugen. 
Piper angustilolium, P. Betle, P. nigrum 
gedeihen sehr gut, von letzterem sind einige Exem- 
plare nach Gabun gegeben worden. 4 
Piper Cubeba. Das einzige Exemplar ist ver- 
sehentlich beim Unkrautjäten vernichtet worden. 
Die Samen haben nicht
        <pb n="505" />
        — 463 — 
Piper officinale gebieh nur anfangs gut. Jetzt 
st die Hälfte der Sträucher aus unbekannten Gründen 
eingegangen. 
Foiuciana regia war bereits reichlich in Victoria 
orhanden. Die aus Berlin gekommenen Samen 
yaben gut gekeimt. 
Pithecolobium Saman. Die Bäume bilden 
etzt breite und lichte Kronen und harmoniren mit 
dem Kakao, den sie beschatten, sehr gut. Leider sind 
die Kronen aber zu niedrig für die Kakaobäume. 
Für Kardamom und andere niedrige Gewächse aber 
dürfte das Pithecolobium ein sehr guter Schatten- 
baum sein. Die Blätter zeigen Schlasstellung. 
Psidium guayava. Die Samen haben gekeimt 
und sechs Pflanzen ergeben. Jedoch ist diese Art in 
Victoria überall gemein. Die anderen im Garten 
kultivirten Psidium-Arten wie P. aromaticum, 
P. pyriterum, P. Araca liefern sämmtlich weit 
wohlschmeckendere Früchte. 
Ptychosperma elegans. 
noch nicht gekeimt. 
Schleicheria trizuga wird jetzt baumförmig mit 
voller Krone. 
Spondias duleis zeigt ein sehr schnelles Wachs- 
thum. Die Bäume sind zwei Jahre nach der Aus- 
saat bereits 4 bis 5 m hoch. Sie scheinen mit 
Kakao zu harmoniren und eignen sich eventuell gut 
zu Schattenbäumen, zumal sie niemals die Blätter so 
abwersen wie S. lutea, welche Monate lang ohne 
Blätter dasteht. Aus Gabun erhielt ich unter dem 
Namen Spondias eytherea (Frucht = pomme 
cythére) eine Pflanze, welche mit S. dulcis und 
der „Cajamanga“ von Saß Thoms identisch zu 
sein scheint. 
Spondias Mombin stellt sich jetzt nicht, wie ich 
gehofft hatte, als die rothe Mombinpflaume, S. pur- 
burea, sondern als die gemeine S. lutcea, die gelbe 
Mombinpflaume (in Sierra Leone „hog-plum“ ge- 
nannt) heraus, welche für Menschen nicht gut eßbar 
ist und welche in der Versuchsplantage von Victoria 
(vergl. frühere Berichte) als Stützbaum für Vanille 
und schwarzen Pfeffer, sowie als Schattenbaum für 
Kaffee, Kakao, Kardamom rc., sowie zum Bau von 
lebenden Zäunen Verwendung findet. 
Stadtmannia australis ist jetzt ein mehr als 
5 m hoher Baum ohne jede Verzweigung und mit 
sehr kleiner Blätterkrone. 
Strophantus scandens wächst auffallend schnell 
und hat sich bereits bis über die höchsten Spitzen 
der Ficus religiosa emporgeschlungen. Außer dieser 
Art befinden sich jetzt im Garten in Kultur S. his- 
pidus, S. kombé, S. gratus und zwei unbestimmte, 
der letztgenannten nahe stehende Arten, deren eine 
bereits geblüht hat und zur Bestimmung nach Berlin 
gesandt worden ist. 
Strychnos nux vomica wächst jetzt allmählich 
shneller als früher und treibt Stämmchen von mehr 
als 2 m Höhe. 
Die Samen haben 
  
Swietenia Mahagoni. Die älteren Bäume 
sind jetzt 2,50 m hoch, und die Kultur dieses Nutz- 
holzes scheint in Victoria keinerlei Schwierigkeiten zu 
begegnen. 
Tectona grandis. Das einzige im Vorjahre 
vorhandene Pflänzchen von 30 cm Höhe ist zu einem 
5 m hohen Baume mit großen Blättern und reich- 
licher Verzweigung herangewachsen. Der erste Ver- 
such, die Art durch Stecklinge fortzupflanzen, scheint 
zu gelingen. 
Terminalia Catappa. Drei schöne, sehr rasch 
wachsende und dichten Schatten spendende Bäume, 
welche der Seebrise erfolgreich widerstehen und daher 
gut an Uferstraßen zu pflanzen sind. Sie haben in 
diesem Jahre theils rothe, theils gelbe Früchte ge- 
tragen und sind reichlich vermehrt worden. 
Thea chinensis nebst var. assamica gedeihen 
beide in Victoria nicht gut, obgleich sie in diesem 
Jahre geblüht haben. In Buea dagegen zeigen 
einige Sträucher der var. assamica, welche vor 
zwei Jahren von mir dorthin verpflanzt wurden, ein 
so gesundes und üppiges Aussehen, daß es wohl 
lohnen würde, dort in etwas größerem Maßstabe 
einen Versuch mit dem Theebau anzustellen. Das 
Kaiserliche Gouvernement hat sich mit diesem Vor- 
schlage einverstanden erklärt. 
Toluikera balsamum. Die Samen haben noch 
nicht gekeimt. 
Toluifera cochinchinensis. Die beiden im 
Garten vorhandenen, schon vom Grunde aus sich 
verzweigenden Sträucher zeigen eine außerordentlich 
große Aehnlichkeit mit den seit Jahren unter dem 
Namen MFroxylon Pereirae kultivirten Bäumen. 
Von den letzteren ist im vergangenen Jahre eine 
Quantität Rinde behufs chemischer Untersuchung an 
das Reichsgesundheitsamt in Berlin gesandt worden. 
Hoffentlich wird sich dort herausstellen, ob diese Art 
die den echten Perubalsam liefernde ist. 
Uragoga Ipecacuanha. Ueber das Gedeihen 
dieser wichtigen Arzneipflanze ist leider ebenso wenig 
Gutes zu berichten wie im Vorjahre. 
Die gegebene Uebersicht zeigt, daß bei Weitem 
der größte Theil der genannten Pflanzen mit gutem 
Erfolge kultivirt wird. Wenn Einzelnes trotz aller 
Mühe fehlschlägt, so ist das wohl natürlich und nicht 
zu vermeiden. « 
Wirklichen Nutzen kann die Kolonie freilich erst 
dann von diesen Kulturversuchen haben, wenn alle 
nutzbringenden Arten in ausreichendem Maße ver— 
mehrt werden können und überall im Schutzgebiete 
bei Europäern und Eingeborenen Verbreitung finden. 
Dieses ist einer der Hauptzwecke der Versuchsplantage, 
welcher freilich nur ganz allmählich erreicht werden 
kann, aber zum Theil schon erreicht ist und mit jedem 
Jahre vollständiger erreicht wird.
        <pb n="506" />
        Forschungsreise. 
Der bisherige Leiter der Faktorei von Jantzen 
Thormählen in Mundame, Herr Conrau, ein 
rerkannter Kenner des Kameruner Schutzgebiets, 
kabsichtigt, sich der Erforschung des nördlichen 
einterlandes des Schutzgebiets zu widmen. Er 
at besonders das Baliland mit Umgebung und die 
änderstrecken zwischen Bali und dem Mbamfluß als 
ziel seiner Forschungen ausersehen. Herr Conrau 
hird die Reise Anfang August antreten. 
— — — — — 
Deutsch-Züdwelkafrika. 
Missenschaftliche Lammlungen. 
Der Stabsarzt Dr. Langheld hat der zoologi- 
chen Sammlung des Berliner Königlichen Museums 
für Naturkunde feine in Deutsch-Südwestafrika er- 
beuteten Thiere überwiesen, und zwar: 
2 Säugethierschädel, 
5 Schlangen, 
15 Eidechsen, 
2 Frösche und 
eine größere Anzahl Schmetterlinge, Käfer, 
Neuropteren, Orthopteren, Hymenopteren, 
Spinnen und Tausendfüßler, theils 
trocken, theils in Alkohol. 
Die Konservirung der Thiere ist gut. Ihr 
wissenschaftlicher Werth ist in systematischer und 
faunistischer Beziehung insofern bedeutend, als aus 
Südwestafrika bisher nur wenig Material vorliegt. 
Der Werth der Arthropoden wird erst nach Durch- 
arbeitung der Sammlung zu übersehen sein, voraus- 
sichtlich werden darunter aber manche neue Formen 
gefunden werden. 
Deutsch-Neu-Guinea. 
Ueber die Bevölkerung des Bismarck-Archipels 
berichtet der Kaiserliche Richter Hahl aus Herberts- 
höhe Folgendes: In der Bevölkerung muß man fol- 
gende Gruppen unterscheiden: 
1. Gruppe Neupommern. Der Theil südlich 
der Gazelle-Halbinsel ist noch wenig bekannt. Sicher 
ist nur, daß im Innern ein anderes Volk wohnt wie 
an den beiden Küsten, ebenso wie bereits auf der 
Gazelle-Halbinsel. Die Uferstämmec von Kap Liwuan 
bis Giretar gegenüber Massikanapuka unterhalten 
einen überaus lebhaften Küstenhandel bis zur Halb- 
insel Willaumez. Die Bewohner der französischen 
Inseln besuchen die gegenüberliegende Küste, mit 
deren Bewohnern sie offenbar stamm= und sprachver- 
wandt sind. 
2. Gruppe Neumecklenburg, Süd: Im Süden 
einer etwas nördlich bei Kuras gezogenen Linie. In 
dieser Gegend scheiden sich die Rassen und Sprachen; den 
Grenzpunkt kann ich nicht genau festlegen; es bedürfte 
464 
  
  
einer Untersuchung an Ort und Stelle; ich habe bis 
jetzt nur Labur (Kurasbucht) und Bo besucht. Von 
dieser Linie bis zum Süden der Landschaft Topaia 
herrscht Einheit der Sprache und des Stammes. 
Die Westküste verkehrt mit der Neulauenburg-Gruppe, 
die Ostküste mit Lihir (Gerrard-Denys). Auch süd- 
lich der Landschaft Topaia setzt sich der Stamm fort, 
die Sprache wechselt aber stark und nähert sich der 
im Osten der Gazelle-Halbinsel gesprochenen. Die 
Westküste verkehrt mit der Gazelle-Halbinsel-Ostküste; 
die Ostküste, namentlich der Landstrich Siar, nördlich 
Kap St. Georg, mit Wuneram (St. John). Der 
Süden von Neumecklenburg ist merkwürdig wegen 
der Sprachverschiedenheit der Bewohner. Der Sage 
der Eingeborenen nach sollen auf den hohen Gebirgs- 
kämmen des Südens anders geartete Menschen wohnen. 
Es hat sich bis jetzt noch nicht bestätigt, daß Reste 
einer autochthonen Bevölkerung vorhanden sind. 
3. Neumecklenburg, Nord, einschl. Sandwich- 
Insel und der Inseln um Nusa-Fahrwasser; die 
Ostküste unterhält Heirath und Handelsverkehr mit 
Vischer= und Gardner-Insel. Die herrschende Sprache 
ist die von Nusa; doch ist Sprachverschiedenheit vor- 
handen. Was die Inseln östlich Neumecklenburgs 
betrifft, so unterhält Lihir Verkehr nach diesen sämmt- 
lichen Inseln, Wuneram, St. Josef, St. Franzisko, 
St. Antonio, Kaan-Inseln, Gardner und Vischer. 
Die Bevölkerung der letzteren beiden ist dieselbe wie 
im Osten Neumecklenburgs. Lihir und Wuneram 
haben die Bevölkerung der gegenüberliegenden Küste. 
4. Nissan hat Verkehr mit Buka, Green-Insel 
mit Wuneram. 
5. Neuhannover verkehrt mit den vorliegen- 
den Inseln. 
6. Die Admiralitäts-Inseln bilden eine 
eigene Gruppe. 
7. Die Echiquier-Gruppe und Matty- 
Insel stehen unter sich und, soviel bekannt ist, auch 
mit Durvur in lebhaftem Tauschverkehr. 
—— —.O 22— 
Marshall-Inseln. 
Reise des Dr. RKraemer. 
Der Marinestabsarzt à la suite Dr. Kraemer 
(vergl. Kol. Bl. 1898 S. 245) ist im Februar aus 
den Gilbert-Inseln nach Jaluit zurückgekehrt und 
hat von dort eine reichhaltige Sammlung ethnologi- 
scher Gegenstände für das Museum für Völkerkunde 
in Berlin mitgebracht. Er hat dann auf dem Schuner 
des Häuptlings Nelu noch eine Reise nach Lilieb, 
Kwadjelin und Ailinglablab gemacht und ist mit 
den Erfolgen seiner Studien sehr zufrieden. Ende 
März ist er mit dem Dampfer „Archer“ via Naurun 
nach Sydney gefahren, von wo er sich wieder nach 
Samoa begiebt, um von da mit dem nächsten Kriegs- 
schif nochmals nach den Marshall-Inseln zu reisen.
        <pb n="507" />
        — 465 — 
Neuer Schnner der Jaluit-Gesellschaft. 
Am 15. März d. Is. ist in Jaluit ein in San 
Francisco gebauter neuer Schuner der Jaluit-Gesell- 
schaft „Hercules“ eingetroffen. Das Fahrzeug ist 
etwa 150 Registertonnen groß und mit einem Ga- 
solinmotor versehen; es vermag bei ruhigem Seegang 
mit der Maschine im Durchschnitt sechs Meilen zu 
laufen. Die Kajüte liegt auf Deck und enthält zwei 
Kabinen für Passagiere. Die Führung ist dem Schiffer 
I. Krümling übertragen. · 
Aus dem Bereiche der Misstonen und 
der Untisklaverei· Bewegung. 
Den „Nachrichten aus der ostafrikanischen Mission“ 
entnehmen wir folgende, die evangelische Missions- 
gesellschaft für Deutsch-Ostafrika betreffende Personal= 
nachrichten: Missionar Ruccius (s. Kol. Bl. S. 208) 
wird Anfang August nach Ostafrika reisen. Die 
Missionare Cleve (Dar-es-Saläm) und Maaß 
(Maneromango) müssen zu ihrer Erholung die Heim- 
reise antreten. 
Die Krankenpflegerinnen Auguste Fenner und 
Louise Grüneberg sind am 3. Juni d. Is. in 
Klein-Popo eingetroffen. Sie lösen die Kranken- 
pflegerinnen Elise Heidner und Johanna Wittum 
ab, welche am 7. Juni die Heimreise angetreten 
haben. 
Die Gesammtsumme der Einnahmen des Afrika- 
vereins deutscher Katholiken betrug im Jahre 
1897 110 693 Mk. (gegen 115 983 Mk. im Vor- 
johre, vergl. Kol. Bl. 1897, S. 135). Es waren 
eingegangen: aus den Erzdiözesen Köln 19 122 Mk., 
Freiburg 2940 Mk., den Diözesen Münster 25 913 
Mk., Paderborn 10 036 Mk., Rottenburg 9194 Mk., 
Trier 4681 Mk., Osnabrück 2802 Mk., Ermeland 
2320 Mk., Breslau 2200 Mk., Limburg 1284 Mk. 
Fulda 1238 Mk., dem apostolischen Vikariat in 
Sachsen 3626 Mk. 2c. . 
Ungkremdrnkolvnirw 
Gemeinnützige Arbeiten im Rongostaat. 
Das „Bulletin ofliciel de I’Etat Indépendant 
du Congo“ für Juni d. Is. veröffentlicht den Wort- 
laut zweier Königlichen Verordnungen, durch welche 
die Inangriffnahme verschiedener gemeinnütziger Ar- 
beiten im Bereiche des Kongostaates und die Auf- 
nahme einer Anleihe im Betrage von 12½2 Millionen 
Franken zur Beschaffung der dazu erforderlichen 
Mittel verfügt wird. 4275.000 Fres. sollen zur 
Anschaffung von Transportmaterial zur Bewältigung 
des Waarenverkehrs auf dem oberen Kongo dienen. 
  
1 125 000 sollen auf den Ausbau des Hafens von 
Leopoldville und seine Verbindung mit der Eisenbahn 
verwendet werden; 800 000 Frcs. für die Anlage 
von Telegraphenlinien und die Vorarbeiten für die 
Eisenbahn im Uellegebiet; 2 000 000 für Anlage 
von neuen Pflanzungen und 625 000 Frcs. für 
Verbesserung der hygienischen und sanitären Einrich- 
tungen auf den Stationen im Kongostaat. 
Britische Flaggenhisfung. 
Der britische Kreuzer „Mohawk“ hat auf den 
im Stillen Ozean gelegenen Inselgruppen Santa 
Cruz und Duff die britische Flagge gehißt. Die 
Inseln liegen östlich von den Salomons-Inseln, un- 
gefähr auf dem 10. Grad südlicher Breite und 
167. Grad östlicher Länge. 
Gambia. 
Wir entnehmen dem „Report"“ für 1897 (vergl. 
für 1896 Seite 35 dieses Jahrgangs) Folgendes: 
Das Jahr wird als ein vollkommen friedliches 
und für die Kolonie außerordentlich günstiges be- 
zeichnet. Zu dem großen Aufschwung der Kolonie 
trug zum Wesentlichsten die günstige Ernte in Erd- 
nüssen (Export 20 000 gegen 12 000 im Vorjahr), 
verbunden mit höheren Preisen, bei. Auch der 
Handel in Gummi zeigte eine Steigerung, sowohl 
in Quantität wie in den Preisen. 
Der Gesammtexport hatte einen Werth von 
164 000 Pfd. Sterl. (im Durchschnitt der Vorjahre 
142 000), der Import von 140 000 Pfd. Sterl. 
(115 000). Diesem gesteigerten Handelsverkehr ent- 
sprachen auch die Einnahmen der Kolonie, annähernd 
40 000 Pfd. Sterl. bei 28 000 Pfd. Sterl. Aus- 
gabe, gegen 26 000 und 25 000 Pfd. Sterl. im 
Vorjahr. 
Die in dem Protektorat zur Hebung kommende 
Hüttensteuer ging auch in diesem Jahr ohne alle 
Schwierigkeit ein. Sie ergab 2540 Pfd. Sterl. 
gegen 970 im Vorjahr und deckte die gesammten 
Verwaltungskosten des Protektorats. Als wesentlich 
mitbestimmend für diesen Erfolg sowie für die ge- 
sammte Weiterentwickelung des Protektorats wird die 
ersprießliche Thätigkeit der sogenannten Travelling 
Commissioners (sie haben in dem ihnen unter- 
stellten Gebiet jede Niederlassung wenigstens einmal 
jährlich zu besuchen) bezeichnet. 
Neben der finanziellen Lage der Kolonie hat sich 
auch der Gesundheitszustand erfreulich gehoben. In 
Bathurst, woselbst eine Gesundheitskommission wirkt, 
ist die Zahl der Sterbefälle seit 1891 fortlaufend 
von 657 auf 365 gesunken und im Berichtsjahr 
unter den Europäern ein Todesfall überhaupt nicht 
vorgekommen. Die für Sanirung und Reinhaltung 
der Stadt sowie für Beleuchtung der Straßen 2c. 
sortlausend aufzuwendenden Mittel wurden durch
        <pb n="508" />
        Erhebung einer kommunalen Gebäudesteuer mit einem 
jährlichen Ertrag von 650 Pfd. Sterl. beschafft. 
Der ganze Bericht läßt deutlich die Befriedigung 
über die günstige Entwickelung erkennen und bedauert 
nur, daß nicht mehr Kapital sich der Kolonie zu- 
wendet. 
Ueber die portugiesischen Rolonien in Westafrika 
hat der portugiesische Marineminister die nachstehende 
Denkschrift veröffentlicht: 
Meine Herren: Seit der vor wenigen Monaten 
erfolgten Uebernahme der Geschäfte des Marine- 
ministeriums habe ich es als eine meiner Haupt- 
aufgaben angesehen, mit allen Kräften nachhaltig zur 
Entwickelung unserer Kolonien beizutragen. Wie ich 
damals überzeugt war, so bin ich es jetzt noch viel 
mehr, daß die Vereinigung alles guten Willens und 
aller Anstrengungen von vaterländischer Hingebung 
beseelt, ohne Schwierigkeit im Stande ist, die Wieder- 
holung aller Geld= und Wirthschaftskrisen durch eine 
kräftige Entwickelung unserer Kolonien von Portugal 
fern zu halten. 
Dazu ist indessen unabweislich, daß diese Ueber- 
zeugung sich dem ganzen Lande mittheile und daß 
nicht mit jener infolge der einen oder der anderen 
Einzelthat entstehenden Bewunderung und nicht mit 
verrauschender Begeisterung, sondern mit andauernder 
Antheilnahme und mit allen des Erfolges sicheren 
Grundlagen gearbeitet werde. - 
In der Absicht, nach und nach geeignete Vor- 
schläge zu machen, habe ich Nachrichten und statistische 
Angaben zu sammeln gesucht. Leider sind die Vor- 
arbeiten dieser Art, die eine genaue Werthung 
unserer Kolonien bezüglich der Bodenkunde, des 
Ackerbaues und des Klimas ermöglichen, bis jetzt 
nur sehr dürftig. 
Gewiß ist es nicht leicht, in einem so ausge- 
dehnten Kolonialgebiet von so verschiedenem Klima, 
von solchen Abweichungen der natürlichen, wirth- 
schaftlichen und politischen Verhältnisse plötzlich zu 
einer vollkommenen Verwaltungseinrichtung zu ge- 
langen, die das erforderliche statistische Material zu 
liefern vermöchte, da solches zuweilen in viel ent- 
wickelteren Ländern fehlt. Gleichwohl muß es als 
Pflicht betrachtet werden, hier und in den Kolonien 
Einrichtungen zu treffen, durch die dem Lande ge- 
naue Kenntniß über unsern überseeischen Besitz zu- 
geführt wird. 
Die Dürftigkeit der erwähnten statistischen An- 
gaben wäre für mich eine Entschuldigung gewesen, 
von dem vorliegenden Berichte abzusehen, indeß 
bewogen mich zwei gewichtige Gründe zur Vorlage. 
Einmal halte ich die Aufklärungen, so lückenhaft 
sie sein mögen, nicht für nutzlos, weil sie zeigen, 
wie groß der Reichthum und die Ertragsfähigkeit 
unseres Kolonialbesitzes ist und wie in verhältniß- 
mäßig kurzer Zeit, ohne besonders hervorragende 
Opfer des Mutterlandes eine recht beachtenswerthe 
  
466 — 
Entwickelung zu verzeichnen ist, und dann meine ich 
auch, daß eine aufrichtige und ehrliche Darstellung 
über unsere Kolonien, die unsere Hoffnung und eine 
werthvolle Bürgschaft unserer künftigen Weiter- 
entwickelung sind, der Volksvertretung und dem 
Lande eine Andeutung geben wird von dem, was 
unsere werthvollen Kolonien an Eigentrieb und 
gutem Willen erfordern. 
Ich erfülle daher eine Pflicht, wenn ich den 
Volksvertretern über den gegenwärtigen Zustand 
unserer Kolonien Aufklärung gebe und alle Kräfte 
auffordere, mitzuwirken, damit unser überseeischer 
Besitz den Grad von Entwickelung und Fortschritt 
erreiche, den wir von ihm erhoffen dürfen und der 
der sicherste und werthvollste Bestandtheil unserer 
wirthschaftlichen und finanziellen Wiedergeburt sein 
wird und uns die Beachtung verschaffen soll, auf 
die wir unter den zivilisirten Völkern ein Recht 
haben. 
Unter den Schriftstücken, auf die für die vor- 
liegende Arbeit zurückgegriffen werden konnte, waren 
es namentlich die Berichte, die die Marineminister 
Visconde de Castellöes am 15. März 1850 
und Antonio Aluizio Jervis de Athouguia 
am 22. Juli 1852 mit Gesetzes= und Budget- 
vorschlägen den Kammern vorgelegt haben, und die 
wegen ihrer amtlichen Eigenschaft und ihrer Voll- 
ständigkeit am meisten Vertrauen verdienen. 
In diesen Schriftstücken wurden die Einnahmen 
der überseeischen Besitzungen für das Wirthschafts- 
jahr 1852/53 folgendermaßen berechnet: 
Cabo Verdie . 89 754,625 Dollar 
S. Thom e Principe 25 033,500 
Angola 237 570,9900 - 
Mozambique 82 170,731 
India 275 552,680 = 
Macau 35 667,800 = 
Timor e Solor 6 683,040 = 
  
Zusammen 752 433,366 Dollar. 
Damals etwa 3 384 000 Mark. 
Diese Zahlen ermöglichen ein Urtheil über die 
koloniale Entwickelung in den seit jener Zeit bis 
heute verflossenen 44 Jahren. 
Für das abgelaufene Wirthschaftsjahr 1896/97 
waren die Einnahmen folgendermaßen berechnet: 
Cabo Verde 267 530,000 Dollar 
Gunkk 58 118,000 
S. ThomE e Principe 300 900,000 = 
Angola 1 374 429,335 = 
Mozambiqne . 3594 234,342 
India 873 118,8000 = 
Macau e Timor 497 315,040 
Zusammen 6 963 645,517 Dollar. 
Heute etwa 21 000 000 Mark. 
Danach haben sich die Einnahmen der Kolonien 
in diesem Zeitraume mehr als verneunfacht.?) 
*) Wobei aber die mittlerweile eingetretene Ent- 
werthung deo portugiesischen Geldes nicht berücksichtigt ist.
        <pb n="509" />
        —— 
Die Ausgaben betrugen 1852/53: 
Cabo Verde 103 436,266 Dollar 
S. Thomé e Principe 24 569,875 = 
Angola 2644 242,604 „ 
Mozambique 92 (29,472 
India 277 731,725 = 
Macau- 58 337,080 = 
Timor= 9 828,743 = 
  
Zusammen 830 776,565 Dollar. 
Damals etwa 3 735 000 Mark. 
Es ergab sich also ein Defizit von 78 343,199 
Dollar. 
1896/97 wurden die Ausgaben, wie folgt, be- 
rechnet: 
Cabo Verde 277 084,112 Dollar 
Guiné . 172 836,144 
S. Thomé e Principe 255 544,364 
Angola .1784241,830 = 
Mozambique 3 216 816,430 
India 935 363,502 
Macau e Timor 474 100,049 
Zusammen 7 115 986,431 Dollar. 
Heute etwa 21 350 000 Mark. 
  
467 
Das Defizit ist sonach 152 340,514 Dollar, 
etwa 456 000 Mark. 
Wäre das Verhältniß zwischen Einnahmen und 
Ausgaben unverändert geblieben, so hätten diese 
letzteren 7 677 000 Dollar, der Fehlbetrag also 
714 000 Dollar betragen müssen. 
Zur besseren Uebersicht der geldwirthschaftlichen 
Veränderungen unserer Kolonien mögen folgende 
Auszüge dienen: 
1854—1855 
1856—1857 
1857—1858 
1860—1861 
1863—1864 
1864—1865 
1866—1867 
1867—1868 
1868—1869 
1870—1871 
1874—1875 
1875— 1876 
1879—1880 
1880—1881 
1882—1883 
1889—1890 
1890 —1891 
1893—1894 
1894—1895 
Einnahmen: 
Dollar 
802 833,160 
830 518,930 
792581,820 
979 537,897 
1 040 065,584 
1 062 768,169 
1 216 785.018 
1 275 258,381 
1 382 450,951 
1 464 291,920 
1 943 620,399 
2 027 154,220 
1 957 832.665 
1 933 677.775 
2 388 415,075 
3 344 710,100 
3 424 676,900 
1 381 443,600 
49029 314,060 
Ausgaben: 
Dollar 
922 387,621 
935 389,897 
975 095,154 
1 066 157.793 
1 273 902,590 
1 399 395,967 
1 450 677.712 
1 434 537.,282 
1 478 350.,383 
1 421 583,001 
1 831 335.603 
1 930 163,828 
2.142 967.713 
1 176 280.,134 
2579 146,045 
4 305 4124,698 
4 545 636,352 
1 614 418,201 
490993544,532 
Der Kolonial = Haushalt für 1896/97 hat, 
ohne Mozambique, eine Gesammteinnahme von 
3371 411,175 Dollar und eine Gesammtausgabe 
von 3728 470,001 Dollar; mit dem später ge- 
  
nehmigten Haushalt für 
Einnahmen 6 963 645,5 
7 320 704,343 Dollar. 
Mozambique betrugen die 
17 Dollar, die Ausgaben 
Beim Vergleich dieser Zahlen nach gewissen 
Zeiträumen ergiebt sich: 
Von 1852/53 bis 1860/61 erhöhten sich die 
Einnahmen um ungefähr 227 000 Dollar, die Aus- 
gaben um 236 000 Dollar. 6 #.z1 
Von 1860/61 bis 1870/71 wachsen die Ein- 
nahmen um 485 000 Dollar, die Ausgaben um 
355 000 Dollar. 
Von 1870/71 bis 1880/81 steigen die Ein- 
nahmen um 469 000 Dollar, die Ausgaben um 
755 000 Dollar. 
Von 1880/81 bis 1890/91 steigen die Ein- 
nahmen um 1 491.000 Dollar, die Ausgaben um 
2 369 000 Dollar. 
Von 1890/91 bis 1896/97 steigen die Ein- 
nahmen um 3775,000 Dollar, die Ausgaben um 
2570 000 Dollar. 
In Ländern, wo, wie in unseren Kolonien, 
Ackerbau und Gewerbe noch wenig entwickelt sind, 
ist die Handelsbewegung der beste Maßstab des 
wirthschaftlichen Fortschritts. 
Aus der Einnahme der Jahre 1852/53 ist 
ersichtlich, 
vier Siebentel der Gesammteingänge betrugen. 
Im Einzelnen ergab: 
Cabo Verde . 
S. Thomée Principe 
Angola .. 
Mozambique 
India 
Macau 
Timor e Solor 
Zusammen 
Damals etwa 
während 1896/97 die 
trugen in: 
Cabo Verde 
Gunk 
S. Thomée Principe 
Angola 
Mozambique 
Inda 
Macau e Timor 
Zusammen 
daß die Zolleinnahmen der Kolonien 
60 576,250 Dollar 
22 500,000 
173 040,000 
69 634,146 
71 762,128 
2 386,000 
2 433,600 
u VU 1 
U u u 
402 332,124 Dollar. 
1 809 000 Mark, 
indirekten Abgaben 
be- 
157 600,000 Dollar 
41 100,000 
187 600,000 
1 108 120,000 
1 438 626,000 
221 960,000 
115 520,000 
—. 
— 
U V V U 
* 
3273 826,000 Dollar. 
Heute etwa 9 822 000 Mark. 
1852/53 wurden für materielle Verbesserungen 
in den Kolonien ausgegeben: 
Cabo Verdie 
S. Thoms e Principe 
Angola ... 
Mozambique 
India 
Macau. .. 
TimorcSolor. 
Zusammen 
Etwa 
3600,000 Dollar 
280,000 
21 056.325 
8 940,000 
4 083,520 
800,000 
352,000 
10 011,845 Dollar. 
180 000 Mark. 
1# u u u 
— 
— 
S
        <pb n="510" />
        1896/97 dagegen in 
  
Cabo Verde 38 800,000 Dollar 
Guinéê ... 9600,000- 
S. Thomée Principe 47 860,000 
Angola 204996,000 = 
Mozambique 1 172 976,400 = 
India 78 420,000 
Macau 52 012,1600 -- 
Zusammen 1 555 864,560 Dollar. 
Heute etwa 4 500 000 Mark. 
Sonach sind 1852/53 weniger als ein Zwan- 
zigstel ausgewendet; heute werden dagegen für 
öffentliche Arbeiten in unserem überseeischen Besitz 
mehr als ein Fünftel der Gesammtausgaben ver- 
wendet. Außerdem enthält der Staatshaushalt des 
Mutterlandes viele Ausgaben, die zu Gunsten der 
Kolonien erfolgen, was für diese den Vortheil hat, 
daß sie nicht mit eigenen Schulden belastet sind, 
wie das beim größten Theil der Kolonien anderer 
Länder der Fall ist. 
Dieser Umstand muß hervorgehoben werden, 
wenn Angelegenheiten von weitgehendem kolonialen 
Interesse zu entscheiden sind. 
Seit 1870/71 sind vom Mutterlande für über- 
seeische Ausgaben bezahlt worden:?) 
1870—1871 268 276,394 Dollar 
1871—1872 365 040,254 = 
1872—1873 5 802,1080 = 
1873—184 — 
1874—1875 98 386,094 
1875—1876 65 398,326 
1876—1877 1 169 615.734 
1877—1878S 759 386,197 
1878—1879 330 000,000 
1879—1880 1 544 575,000 
1880—1881 193 824,998 
1881—1882 333 886,980 
1882—1883 679 481.778 
1883—1884 508 809,138 
1884 —1885 733 406.9061 
1885—1886 1 198 668,933 
1880—1887 1 364 319,562 
1887— 1888 1 300 060,642 
1888—1889 2250 520,164 
1889—1890 3 476 860,100 
1890—1891 
1891—1892 
1892—1993 
1893—1891 
4303 281,119 
3 004 667.290 
2 080 308,838 
1 396 151,120 
189141—1895 2 183 168,615 
1895—18906 3.510579.162 
Zusammen 33 135 806,079 Dollar. 
* Bis zum Jahre 1891 betrug 1 Conto de Reis 
(1000.000 Reio) genau 45000 Mk; seit dieser Zeit schwankt 
der Werth: er ist zur Zeit weniger als 30/XX) Mk., augen- 
blicklich „Mitte Juni 1898) sogar nur 2500 Mk. genau. 
Bei der annähernden Angabe in Mark nach 1891 sind 
jedoch 3000 Mk. für 1 Conto angenommen, weil bei der 
Aufstellung des Haushalts 1800/07 dieses Verhältniß 
vorherrschte. 
v # U v A V u u WV A MU# V V V Vu V V U# V 
VM 
  
468 
  
Zwar sind von diesen Ausgaben diejenigen aus- 
zuscheiden, die zu Gunsten der portugiesischen Ober- 
hoheit erfolgten und die sonach als zum Mutterlande 
gehörig anzusehen sind, indeß kommt es hier mehr 
darauf an zu zeigen, daß Portugal in neuerer Zeit 
den Kolonien mehr Aufmerksamkeit zugewandt hat 
und selbst vor recht schweren Opfern nicht zurück- 
geschreckt ist. 
Schon aus dem bisher Gesagten ist eine sehr 
bemerkenswerthe Umgestaltung unserer Kolonien von 
1852 bis jetzt erkennbar. Weitere, noch anzuführende 
Beweise werden das noch deutlicher machen. Da 
indeß die statistischen Angaben, die dem Berichte des 
Visconde de Castellöes beiliegen, nur dürftig 
sind, so ist, wenn auf die einzelnen Provinzen ein- 
gegangen werden soll, bei Cap Verde, Guiné und 
S. Thomé ein Vergleich nicht ausführbar. 
Ueber Angola liegen als werthvollste Nachweise 
aus jener Zeit die vom Zollamte Loanda für 
1847/48 aufgestellten Verzeichnisse der Ein= und 
Aussuhr vor und zwar: 
Dollar Dollar 
1847 .. Einfuhr 955 206 Ausfuhr 548 372 
1848 O 973597 - 402 651 
Dazu von August 1848 bis Mai 1849: 
Einfuhr 1 258 578 Ausfuhr 466 517 
Dies würde für das ganze Jahr 1848/19 
ergeben: 
Einfuhr 1 509 093 Dollar 936 Reis, 
Ausfuhr 559 820 = 490. 
Dagegen betrug in Angola ohne den Kongo= 
distrikt: 
1897 die Einfuhr 5 845 321 Dollar 942 Reis, 
Ausfuhr 5 626 791 244 - 
Sonach verfünffachte sich die Handelsbewegung, 
und sie ist noch bedeutend höher, wenn der erst in 
neuester Zeit für Handel und Wirthschaft von Werth 
gewordene Kongodistrikt hinzugerechnet wird. 
In Mozambique war 1845 der Werth der 
Ein= und Ausfuhr 928 576,862 Dollar, 
1896 ohne Cap Delgado 14 249 300,091 = 
Ein und Ausfuhr 
das heißt in 50 Jahren fünf Mal so groß. 
Indien dagegen zeigt keinen bemerkenswerthen 
Fortschritt in der wirthschaftlichen Entwickelung. 
Ueber Macao und Timor sind zuverlässige Vergleiche 
nicht möglich. 
Gleichwohl läßt sich aus dem vorhandenen 
Material die Ueberzeugung ableiten, daß ein ziem- 
licher Fortschritt stattgefunden hat und daß, wenn 
nicht alle Kolonien eine bemerkenswerthe Entwicke- 
lung aufweisen, einige alles das überholt haben, 
was im Beginn der zweiten Hälfte dieses Jahr- 
hunderts von ihnen vorausgesagt werden konnte. 
Alle Thatsachen zusammengenommen beweisen, daß 
die amtliche und die private Thätigkeit dort Ver- 
hältnisse finden, die den größten Fortschritt in sich 
bergen und die sicherste Bürgschaft für Portugals 
Gedeihen und Erweiterung sein werden.
        <pb n="511" />
        — 469 
Vor der Betrachtung jeder einzelnen Kolonie 
mögen noch einige die Gesammtheit des Besitzes 
betreffende Erwägungen Platz finden. 
Läßt sich auch unser Kolonialbesitz an Größe 
nicht mit den von unseren heldenhaften Vorfahren 
eroberten weiten Gebieten vergleichen, so ist er 
immer noch ausgedehnt genug, um uns unter die 
ersten Kolonialmächte einzureihen und uns hervor- 
ragende Bestandtheile zur Macht und Größe zu 
liefern. 
Wir haben in Afrika, Asien und Australien mehr 
als 2 Millionen Quadratkilometer Besitzungen mit 
einigen Millionen Einwohnern; einigen Besitzungen 
führt ihre Lage die Durchfuhr aus ausgedehnten 
Gebieten zu, die auf unsere dort liegenden Häfen 
angewiesen sind. 
Freilich entsteht uns neben bedeutendem Vortheil 
auch manche Schwierigkeit der Verwaltung aus der 
geographischen Vertheilung unseres Besitzes, was 
wir nicht vergessen dürfen. So läßt sich ohne 
Uebertreibung sagen, daß nicht zwei unserer Kolonien 
nach denselben Grundsätzen verwaltet und aus- 
gebeutet werden können, so verschieden sind deren 
geographische, geologische, ethnographische und poli- 
tische Verhältnisse: Macao läßt sich nicht wie 
S. Thomé, Timor nicht wie Cap Verde, Angola 
nicht wie Mozambique verwalten, obgleich diese zum 
Theil in derselben geographischen Zone liegen. 
4 Daher muß die Bedeutung jeder einzelnen ge- 
prüfst und müssen ihre Erfordernisse ermittelt werden, 
um festzustellen, was sich zu ihrer Entwickelung von 
amtlicher und privater Seite am besten für sie eignet. 
Die Kürze der Zeit hat für jetzt nur die Be- 
arbeitung der in Westafrika gelegenen Besitzungen 
zugelassen, die übrigen sollen in der nächsten Tagung 
einer Betrachtung und darauf die Gesammtheit einer 
Beurtheilung unterzogen werden. 
Cap Verde. 
Diese Provinz unterscheidet sich von den übrigen 
Besiungen Afrikas auffällig durch ihre geographische 
Lage, die klimatischen Verhältnisse, die geologischen 
Eigenheiten und durch die Umstände, die nach und 
nach das Wesen der Bevölkerung geändert haben. 
Die Nähe vom Mutterlande, wodurch sie zur 
erste Station der gesammten westafrikanischen 
Kolonialbewegung wird, und die Vortheile, die sie 
us Anlaufhafen der transatlantischen Schifffahrt 
etet, sind ihrer wirthschaftlichen Entwickelung über- 
aus günstig. 
Ihr Klima, das gesunder als das des benach- 
ansn Festlandes ist, begünstigt die Kolonisirung 
drh uropuer. Die Dürftigkeit des Bodens und 
beeie angel an Pflanzenwuchs sind dagegen Nach- 
Üarwn Uise Andeutungen reichen hin, um zu er- 
da " aß die Entwickelung Cap Verdes hinter 
n kwartungen zurückgeblieben ist. 
ber Es hat 3822 dkm Oberfläche und besteht aus 
gigen, vulkanischen Inseln, die wegen des Mangels 
  
an Bewässerung pflanzenarm sind. Die Aufgabe, 
hier durch künstliche Abhülfe Wandel zum Besseren 
zu schaffen, ist zwar nicht leicht, aber wenigstens 
müßten die regelmäßig als große Landplage so ver- 
nichtend auftretenden Folgen der Dürre mit allen 
Hülfsmitteln, die die Wissenschaft bietet, bekämpft 
werden. 
Im Wirthschaftsjahr 1896/97 hatte Cap Verde 
eine Einnahme von 267 530 Dollar (etwa 
801 000 Mk.), und zwar 20 200 Dollar direkte, 
157 600 Dollar indirekte und 10 700 Dollar ver- 
schiedene Steuern. Wie in allen Ländern mit gering 
entwickeltem Ackerbau und wenig Gewerbe, wo die 
Haupteinnahme aus den Zollerträgen fließt, über- 
wiegen auch auf Cap Verde die indirekten Steuern. 
1896/97 hatte die Inselgruppe folgende Handels- 
bewegung: Einsuh 
Einfuhr: 
Dollar 
1 048 009,801 
14 207,465 
Ausfuhr: 
Dollar 
52 512,594 
69 190,145 
S. Vincente 
Santo Antäo 
Paul 540,100 — 
S. Nicolau 17 857,880 330,500 
Boa Vista 6 634,480 1 108,650 
  
  
Sal. 9947,630 5 928.720 
Praia 315 258,670 175 160,234 
Brava 41 458,690 3 077,020 
Fogo 23 056,359 8 869,330 
Maia 924,580 660.710 
Tarrafal 261,500 6 895,200 
1508227,555 321 033,133 
Zusammen 1 833 260,688 Dollar. 
Ungefähr 5 500 000 Mk. 
Den bedeutendsten Verkehr hat hiernach S. Vin- 
cente und zwar größtentheils infolge der Lieferung 
von Kohlen an die hier anlaufenden Dampfer, denen 
1897 für 718 959,958 Dollars verkauft wurden, 
so daß sich die Gesammtausfuhr, genau genommen, 
um diesen Betrag erhöht und mit etwa 1043 Contes 
berechnet werden muß. 
Aus der Einfuhr hatte S. Vincente 
eine Einnahme von 75 168,265 Dollrr. 
Die Entwickelung des Schiffsverkehrs im diesem 
Hafen zeigt folgende Uebersicht: Es liefen ein ohne 
1897 
Küstenfahrzenge: 
1851 153 Fahrzeuge 
1861. 237 OD 
1871 556 - 
1881 1 158 - 
1891 1 282 - 
1896 1564 - 
Besonderen Einfluß auf die Schiffsbewegung in 
S. Vincente haben von jeher die Kanarischen Inseln 
gehabt, die wegen ihrer geographischen Lage gleich- 
falls ausgezeichnete Anlaufhäsen für den trans- 
atlantischen Verkehr sind. Dieser wurde in S. 
Vicente um so kleiner, je größer die Bequemlich= 
keiten waren, die man den Schiffen auf den Kana-
        <pb n="512" />
        rischen Inseln gewährte. Auch der Kohlenpreis 
wirkte dabei ein. Da diese Ursachen neuerdings ab- 
geschwächt sind, hat auch der Schiffsverkehr in 
S. Vicente wieder zugenommen. 1887 betrug er 
1117 Schiffe; er fiel bis 1894 auf 857 und stieg 
1895 wieder auf 1194, 1896 auf 1518 Fahrzeuge. 
Indeß ist dringend zu rathen, auf die Verbesserung 
von S. Vicente fortgesetzt Bedacht zu nehmen, denn 
so sehr auch die geographischen Verhältnisse diesem 
Hafen einen wichtigen Verkehr verbürgen, so wenig 
zu bestreiten ist aus der Durchsicht des vorhandenen 
statistischen Materials, daß die Zunahme des Ver- 
kehrs von den Erleichterungen abhängt, die dem 
Handel und der Schifffahrt gewährt werden. 
Das Gesetz vom 20. April 1849 befreite die 
heimischen und fremden Schiffe von den Tonnen- 
geldern in den Häfen von Cap Verde, die Postaria 
vom 7. Dezember 1850 erklärte S. Vicente zum 
Zollamt 1. Klasse, und sogleich legten hier die großen 
transatlantischen Dampfer an. Der Verkehr ward 
um so größer, je größer die Kohlenniederlage wurde 
und je mehr man die Schwierigkeiten des Anlauf- 
hafens wie den Wassermangel beseitigte. 
Nach und nach sind weitere Erleichterungen er- 
solgt, wenngleich nicht immer mit der wünschens- 
werthen Schnelligkeit. 
Von der Hafenbewegung S. Vicentes abgesehen, 
ist die Handelsbewegung auf Cap Verde unbeträcht- 
lich und nicht über 700 000 Dollars (2100 000 Mk.) 
zu schätzen. 1896 wurden von dort ausgeführt: 
Branntwein 95 918 1. 11 935,223 Dollar 
Lebende Thiere 4993,300 
Zucker 19 548 kg 17 224,300 
Kaffee 436 443 Kkg. 175 966,300 — 
Leder .. 2 826,340 
Korallen 4 829,000 = 
Mais 3 208 668 1. 706 615,640 
Trockener Fisch 4 441,200 
Ziegenfelle 5 646,300 
Salz 3 413 750 kg 10 449,629 - 
Purgueira . 91 834.786 
  
Zusammen 406 762,048 Dollar. 
Die Zunghme der Handelsbewegung auf Cap 
Verde ist unbeträchtlich, denn bereits zu Anfang 
dieses Jahrhunderts wird die Ausfuhr dort schon 
auf etwa 82 000 Dollar geschätzt. Die Richtigkeit 
dieser Schätzung angenommen, ergiebt sich eine vier- 
fache Vergrößerung in so langer Zeit, was nicht 
sehr ermuthigend ist. Noch ungünstiger wird die 
Vergleichung mit neueren Angaben, die als zuver- 
lässiger gelten dürfen. 
1869/70 war die Ausfuhr von Cap Verde: 
S. Thiago 197 620,404 Dollar 
S. Vicente. 4 949,580 
Fogo . 46815,700- 
SantoAntäo. 17589,200 
S. Nicolas 8 933,900 
  
470 — 
Maio 
Sal 
34 339,979 Dollar 
30 794,834 
Zusammen 341 143,597 Dollar. 
Etwa 1 534 000 Mark 
d. h. nach 26 Jahren nur eine Zunahme von 
40 000 Dollar (2) (genau 65 000 Dollar mehr), 
was geradezu einen Stillstand bedeutet. 
Zugenommen hat seit 1869/70 bis 1895 die 
Ausfuhr von Branntwein, Kaffee, Mais und Salz, 
abgenommen die von Zucker und Sämereien. 
Die angeführten Zahlen regen zu einigen Unter- 
suchungen an, so zu derjenigen nach den Ursachen 
der geringen Entwickelung des Handels mit Pur- 
gueirasamen, der als ein Haupterzeugniß der Insel- 
gruppe betrachtet werden kann. Die Anpflanzung 
ist in der That Gegenstand zahlreicher Empfehlungen, 
Ermunterungen und amtlicher Unterstützungen gewesen; 
indeß ist die Gesetzgebung darüber verschieden, 1849 
wurden zu Gunsten der heimischen Häfen Diffe- 
renzialzölle eingeführt, 1848/49 war unter ge- 
wissen Bedingungen fremden Schiffen das Laden 
von Purgueirasamen in S. Thiago erlaubt, was 
1873 aufgehoben wurde. Der Zolltarif von 1871 
setzte einen einheitlichen Ausfuhrzoll fest, 1882 gab 
es wieder Differenzialzölle. Das Dekret vom 
17. Februar hob sie auf, 1892 wurden sie wieder 
eingeführt. 
Diese Schwankungen deuten an, daß man in den 
Differenzialzöllen zu Zeiten die Ursache des Nieder- 
ganges der Sämereiausfuhr erblickt hat, und dieser 
Zusammenhang der beiden Thatsachen scheint in ge- 
wissen Zeiten zutreffend. Gleichwohl ist nicht er- 
wiesen, daß der gegenwärtige Zolltarif den Nieder- 
gang der Ausfuhr dieses Erzeugnisses bewirkt hat. 
Von 1890 bis 1896 war die Ausfuhr: 
  
Dollar Dollar 
1890 56 040,440 1894 78443,235 
1891 77 761,320 1895 91 834,786 
1892 112543,908 1896 116 144,466 
18093 885 419,293 
Aus dem Vergleich früherer Jahre ist der Schluß 
zulässig, daß nicht allein die Zollgesetzgebung, sondern 
wohl auch der Mangel an Unterstützung und An- 
regung zum Anbau dieser Pflanze Gründe des 
Rückganges sind. 
Aehnlich ist es mit der Verringerung der Zucker- 
ausfuhr, obgleich hier auch die Vermehrung der 
Branntweinausfuhr und der Handel dieser Flüssigkeit 
auf der Inselgruppe von Einfluß gewesen ist. 
Diese Andeutungen ergeben die Nothwendigleit, 
die kolonialen Erfordernisse mit den Bedürfnissen 
des Mutterlandes in Einklang zu bringen. 
Auch das Salz, viele Jahre ein Haupthandels- 
artikel von Cap Verde, ist in der Ausfuhr erheblich 
zurückgegangen, wenngleich 1895 mehr als 1869/ # 
ausgeführt worden ist. Es war fast der einzige 
Reichthum von Ilsa do Sal (Salzinsel), und 
ebenso wurde es auf Maio und Boa Vista ge-
        <pb n="513" />
        wonnen. Während 1884 noch 32 Millionen Liter 
zum Werthe von 28 Contos (126 000 Mk.) aus- 
geführt wurden, fiel die Menge allmählich auf 
2 082 Dollar (9000 Mk.) 1892, erst neulich ist es 
wieder gestiegen. Freilich ist hier die Ursache be- 
kannt, da Brasilien der Hauptmarkt für dieses 
Salz war. 
Die direkten Steuern wurden 1896/97 auf 
99 200 Dollar berechnet und setzten sich, wie folgt, 
zusammen: 
Miethssteuer 8 000 Dollar 
Grundsteeer 51 000 = 
Gewerbe= und Rentenstener 10 700 = 
Abgaben für Orden= und Titel- 
und Titelverleihungen 2 500 
Stemdheel 11000 = 
Register ... 7 500 
Verschiedene Strafen. 1 700 = 
Gesundheitsgebühren 2 200 
Verschiedene Gebühren . 600 
Gemeindeabgaben zur Erhaltung 
der Wige 4000 
Ueber die Miethssteuer ist zu bemerken, daß 1896 
Cap Verde 141.915 Einwohner und 29 171 Feuer- 
stellen hatte, von denen der größte Theil auf die 
Städte Praia und S. Vicente und auf die Ort- 
schaften in den Kreisen von Santa Catharina und 
Santo Antäo entfällt. 
1834 gab es 55 833 
18771 J96 003 Einwohner 
1885 110 926 
auf Cap Verde, mithin zeigt sich von 1834 bis 
1871 eine Zunahme von 35 pCt., 1871 bis 1885 
eine solche von 80 péCt. 
Die Grundsteuer entspricht folgenden Boden- 
erträgen, wie sie 1895 angegeben worden sind, und 
zwar nach Kreisen: 
Praia 131 625,109 Dollar 
  
Santa Catharin 83 110,027 
Santo Antäd. 80 616,112 
Fogo 61 877,878 -- 
S. Vicente. 58 347,040 . 
S. Nicolau 54 269,823 
Brava .. 31990,454 - 
Boa Vista 6 246,486 
Sall 6 281,235 
Summe 514 364,164 Dollar. 
Etwa 1 542 000 Mark, 
woraus die geringe Entwickelung des Ackerbaues auf 
n Inselgruppe ersichtlich ist. Aus der Uebersicht 
es Viehbestandes läßt sich schließen, daß dieser zur 
Zeit den Hauptreichthum des größten Theiles der 
Inseln bildet. 1895 waren vorhanden: 
3 Arten: Stück: Werth: 
Enwieß « 14 858 135 114,000 Dollar 
.— 1960792850,000- 
ZIFSEU 8953225214,000- 
serde 2000 50370.000 — 
471 
  
Arten: Stück: Werth: 
Schafe 9 441 10 665,000 Dollar 
Maulthiere 387 21 560,200 
Schweine. 28 545 45 575, 40% 
  
Zusammen 114 370 381 318,650 Dollar 
— 1 043 000 Mark. 
Ein Vergleich ergiebt, daß diese Werthe, auf die 
verschiedenen Kreise vertheilt, im Allgemeinen den 
Beträgen entsprechen, die als Hauptsteuer bezahlt 
worden sind. Die Vertheilung war 1895 folgende: 
Praia 172 666,200 Dollar 
Santa Catharina 119 139,500 
Santo Antäo 40 716,000 . 
Fogo 78 923,200 = 
S. Vicente 27 594,000 
S. Nicolau 17 141,500 
Bravra 21795,000 
Boa Vistar 57143.500 
Sal 2 651,000 R 
Genauere Angaben über das Grundeigenthum 
fehlen. Aus einem Berichte des Generalgouverneurs 
von Cap Verde läßt sich nur Folgendes ersehen: 
Bebaute 
Kreise: Fläche, ha: Werth: 
Praia . 66 333 4854 917,200 Dollar 
Santa Catharina 204 000 89 814,400 
Fogo 15 960 28 881,240 
Brauaa 2 030 15 663,660 
S. Vicente 1 185 358,764 
Santo Antäo 8 824 49 942,120 
Sal 663 18,650 - 
Boa Vista 4 155 3 721,000 
  
643 317,034 Dollar. 
— 1929 000 Mark. 
Diese Zahlen bestätigen die Behauptung, daß 
der Ackerban auf der Inselgruppe nicht fort- 
geschritten ist. 
Aus der Gewerbesteuer ist von vornherein 
die geringe Bedeutung des Gewerbes auf Cap Verde 
erkennbar. Früher gab es einige Gewerbe, die ent- 
weder heute dort nicht mehr bestehen oder sehr 
zurückgegangen sind, so die Gewinnung von Salz, 
Zucker und Branntwein. Ferner kann die Tuch- 
bereitung erwähnt werden, wofür ein Markt auf 
Guiné vorhanden war. # 
Die Korallenfischerei stellt einen jährlichen Aus- 
fuhrwerth von durchschnittlich 4 bis 5 Contos dar. 
Die Untersuchung der übrigen Abgaben auf 
Cap Verde ändert an den bisher gewonnenen Er- 
ebnissen nichts. 
gee niche Ausgaben ist zu untersuchen, welchen 
Einfluß das amtliche Eingreifen auf die Entwickelung 
Kap Verdes gehabt hat. !4*½ 
Im Wirthschaftsjahre 1896/97 wurde für die 
verschiedenen Verwaltungszweige ausgegeben: 
Allgemeine Verwaltung 83 985,575 Doll. 
Finanzverwaltung 49 697,400 = 
Justizverwaltung 12 812,800 = 
Zusammen 303 150
        <pb n="514" />
        Kultusverwaltung 13 875,000 Doll. 
Militärverwaltung. 44952,870 
Marineverwaltung. 9 464,000 
Allgemeine Lasten. 35 497.357 = 
Frühere Haushalte 1 600,000 
Verschiedene Ausgaben 22 699,110 
Außerordentliche Ausgaben 2 500,000 = 
Zusammen 277 084,112 Doll. 
= 8331 000 Mk. 
Für den Elementarunterricht werden auf Kap 
Verde 11 280 Doll. (33 000 Mk.) ausgegeben, für 
jedes Kirchspiel besteht eine Knabenschule, für jede 
Insel eine Mädchenschule. 1896/97 gab es 2912 
eingeschriebene Schulkinder, darunter 1261 mit regel- 
mäßigem Schulbesuch; davon waren 157 Weiße. 
1623 Mischlinge und 1132 Schwarze. 
Außer den Staatsschulen giebt es in S. Thiago, 
Fogo, Brava, S. Vicente, Santo Antzo, S. Nicolau 
und Boa Vista Gemeindeschulen mit 1050 Besuchern 
und zwar regelmäßigen; 94 waren weiß, 685 misch- 
farbig und 271 schwarz. 
Privatschulen sind in Praia, S. Nicolau und 
Santo Antäo mit 302 Besuchern, darunter 192 
regelmäßigen. 
Aus Vorstehendem ist ersichtlich, daß für die 
sittliche Entwickelung auf Kap Verde durch regel- 
mäßigen Schulunterricht genug gethan wird. Der 
Besuch der Elementarschulen ergiebt mehr als 2 péCt. 
der Bevölkerung, die Richtigkeit der Zahlen voraus- 
gesetzt. 
Der Mittelschul-Unterricht wird zur Zeit auf dem 
durch Dekret vom 3. September 1866 auf der Insel 
S. Nicolau errichteten Seminar-Lyceum ertheilt und 
zwar ein Vorbereitungs= und ein theologischer Kursus. 
In ersterem wurden 1895/96 von den 120 Be- 
suchern 70, in letzterem 6 erfolgreich geprüft. 
Für öffentliche Arbeiten wurden 38 800 Doll. 
(117 000 Mk.) ausgegeben. Sind die Wege noch 
weit in ihrer Entwickelung zurück, so darf die Küsten- 
beleuchtung der Inselgruppe als regelmäßig gelten. 
Die Ausdauer, womit seit 1883 dieser Dienstzweig 
zur Erleichterung der Schifffahrt verbessert worden 
ist, muß lobend erwähnt werden. Damals gab es 
einen einzigen Leuchthurm, und zwar an der Ein- 
fahrt des Hafens von Praia. Heute sind Leucht- 
thürme vorhanden auf der Insel Santo Antzo, im 
Kanal von S. Vicente, auf der Insel S. Vicente, 
auf S. Thiago, Boa Vista, Sal, S. Nicolau, 
Maio und Brava, und Hafenlichter giebt es auf 
S. Thiago, Ilsa do Fogo, Brava, Santo Antöüo, 
S. Nicolau und S. Vicente. 
Leider läßt sich nicht ebenso Günstiges von den 
übrigen öffentlichen Arbeiten sagen, für die nur 
24 000 Doll. (72 000 Mk.) ausgeworfen sind, von 
denen ein großer Theil zur Ausbesserung der öffent- 
lichen Gebäude und für ähnliche Zwecke verwendet 
wird, so daß nur ein thatsächlich dürftiger Theil für die 
wichtigsten Arbeiten zur Herstellung von Straßen 
bleibt. 
472 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
In Zeiten von Nahrungsnoth sind zwar außer- 
ordentliche Mittel bewilligt worden, jedoch entsprechen 
aus hier nicht weiter zu erörternden Gründen die 
wirklichen Arbeiten nicht den ausgeworfenen Aus- 
gaben. Indeß etwas ist, namentlich auf S. Thiago, 
für öffentliche Wege doch geschehen. 
Die Ausgaben für öffentliche Arbeiten betrugen: 
1893 = 34 564,209 Doll., 1894 = 75 672,930 
Doll., 1895 46 909,832 Doll., 1896 = 
48 104,902 Doll. 
Für die Post wurden 3 532 Doll. ausgegeben. 
In 14 Jahren (seit 1881 bis 1895) hat sich 
der Postverkehr in St. Vicente von 202 697 auf 
279 981 Stück, d. h. um 38 péCt., erhöht. 
Die anderen Ausgaben haben für Kap Verde 
keine besondere Bedeutung. 
Aus den bisherigen Betrachtungen geht hervor, 
daß, wenn Kap Verde wegen seiner natürlichen Be- 
dingungen keine Aussicht hat, als eine unserer reichsten 
und versprechendsten Besitzungen betrachtet zu werden, 
seine Ausbeutung immerhin lohnend und werthvoll ist. 
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, die Unfrucht- 
barkeit des Bodens auf Kap Verde durch Anpflan= 
zungen zu verringern, indeß ist das Erreichte un- 
bedeutend, weil es namentlich an der nöthigen 
Ausdauer des Unternehmens gefehlt hat. Auch darf 
nicht verschwiegen werden, daß, wenn solche Anpflan= 
zungsversuche erfolgreich sein sollen, die Ziegenzucht 
verboten werden müßte, weil gerade die Ziegen der 
Entwickelung der jungen Pflanzen am schädlichsten 
sind. Aber selbst abgesehen von dem ziemlich 
schwierigen Unternehmen der Anpflanzungen könnte 
der Boden Kap Verdes in seiner jetzigen Beschaffen- 
heit ertragreicher sein, da, wie schon angedentet, der 
Purgueira-Oelbaum früher eine dort selbst an den 
ödesten Stellen wachsende Pflanze war. Deren 
Pflege würde daher — zum großen Vortheil der 
Provinz — nicht schwierig sein. Auch haben Ver- 
suche gezeigt, daß es dort Bodenstrecken giebt, die 
sich durchaus zum Anbau von Baumwolle, Zucker- 
rohr, Mais, Tabak eignen, und wenn an eine Er- 
zeugung im großen Umfange vielleicht nicht zu 
denken ist, so unterliegt es keinem Zweifel, daß der 
auf den europäischen Märkten geschätzte Kap Verde- 
Kaffee in viel größerer Menge genommen werden könnte. 
Eine Entwickelung Kap Verdes wäre sonach ohne 
wesentliche Erhöhung der Ausgaben möglich, wenn 
die Thätigkeit der Eingeborenen angeregt würde. 
Unbedingt erforderlich hierbei ist nur, daß die An- 
regung nicht erlahmt, die Hülfeleistungen nicht unter- 
brochen werden, wie das so oft geschehen ist. 
Militärische Expeditionen nach Kap Verde sind 
glücklicherweise nicht nöthig, zur Aufrechterhaltung 
der Ordnung genügt eine Polizeitruppe. Es genügt 
also, die Trägheit der Eingeborenen durch Beispiele 
guter Erfolge aufzurütteln und den an einigen 
Stellen noch geradezu ursprünglichen Ackerbau zu 
verbessern. Das sicherste Mittel zur Entwickelung 
aber bleibt die Anpflanzung. 
— 
——
        <pb n="515" />
        Guiné. 
Portugiesisch Guiné ist diejenige überseeische 
Provinz, die wirthschaftlich am weitesten zurück und 
finanziell in der schwierigsten Lage ist. Es wird 
nicht leicht sein, den Grund dieses wenig schmeichel- 
haften Zustandes zu erklären, wenn man nur die 
geographischen und geologischen Verhältnisse Guinés 
betrachtet und nicht nach den verschiedenen Ursachen 
sucht, die dem Mutterlande so schwere Opfer auferlegt 
haben und noch auferlegen. 
Der Pflanzenwuchs ist reich und üppig, die Be- 
wässerung durch ein wahres Netz von Flüssen hervor- 
ragend gut, der Boden für die mannigfaltigsten 
Tropenerzeugnisse geeignet, die Bevölkerung der Arbeit 
im Allgemeinen nicht abhold; so könnte Guinéê in 
gedeihlicher Entwickelung sein, und die aufgewandten 
Kapitalien und die zur Ausbeute verwandte Mühe 
könnte sich lohnen. 
Aber der Hauptnachtheil ist das ungesunde 
Klima, da der Wasserreichthum stellenweis Sümpfe 
entstehen läßt. Ein fernerer Nachtheil ist die Ver- 
schiedenheit der Bewohner, die fortgesetzt in Streit 
miteinander leben. Durch das mit mehr oder 
weniger Recht als nöthig erachtete Eingreifen der 
Regierung entstehen Ausgaben, denen als Entschädi- 
gung keinerlei Verbesserung der dortigen Verhältnisse 
gegenübersteht. « 
Abgesehen aber von diesen Ursachen, die die 
Kolonisation und Civilisation Guinés erschweren, 
besteht unter den Kennern der Gegend keine Mei- 
nungsverschiedenheit über die Ausbeutefähigkeit der 
Provinz besonders als Handelsniederlassung. 
Zwischen Französisch-Senegambien gelegen, umfaßt 
Guiné, nach dem portugiesisch-französischen Abkommen 
vom 12. Mai 1866, eine Oberfläche von etwa 
11 384 qkm. Zwar bedeutend kleiner als unser 
dortiger Besitz in früherer Zeit, ist es doch noch 
ausgedehnt genug, um dem privaten Unternehmungs- 
geist Gelegenheit zur Hebung der dortigen Reich- 
thümer zu geben. 
Es war nöthig, diese Betrachtungen vorauszu- 
schiken, um denen entgegenzutreten, die jeden erneuten 
Versuch zur Entwickelung Guinés verdammen. 
Freilich sind die Zahlen des Haushalts für Guins 
1897/98 nicht ermuthigend. 
Die Einnahme war 70 880,000 Doll., 
Ausgabe 176 105,359 
mithin der Fehlbetrag 105 225,359= 
— 315 '000 Mk. 
nn Die Einnahme besteht fast ausschließlich in in- 
irekten Abgaben, nämlich 45 400,000 Doll. Diese 
siiin bilden hier mehr als in anderen Be- 
cathen die Grundlage? der Schätzung der wirth- 
nur nicen Lage, denn wir üben dort eine sozusagen 
wichn elbare Thätigkeit aus, haben einige militärisch 
roner Punkte besetzt; Europäer können sich, als 
cn den, domt schwer niederlassen und beschränken 
3 4run Güteraustausch, daher entstehen unsere 
nnahmen eben aus dem Handel. 
  
  
473 
  
Dieser war 1897: 
  
Einfuhr. Ausfuhr. 
Dollar Dollar 
Bolama 186 065,741 31 672,789 
Bissau. 192 973,680 113 011,319 
Cacheu. 4 064,300 1 121,839 
333 103,721 145 805,947 
etwa 999 000 Mk. 338 000 Mk. 
Aus der Vergleichung dieser Zahlen mit denen 
von 1871/72 zeigt sich keine Zunahme der Handels- 
bewegung, denn Ein= und Ausfuhr in Bolama be- 
trugen damals zusammen 410 600,344 Doll., und 
die Zollabgaben in Bissau, Bolama und Cacheu 
41 108,508 Doll. 
Durch den Zolltarif vom 16. April 1892 wurde 
in Guiné Einfuhrfreiheit bewilligt, um das Ablenken 
des Handels auf andere Wege zu vermeiden und 
den Ortshandel zu beleben. Das war schon früher, 
aber nicht nachhaltig genug versucht worden. That- 
sächlich hob sich der Handel etwas, wie aus dem 
  
folgenden Vergleich zwischen 1891 und 1893 
hervorgeht. 
Einfuhr. Ausfuhr. 
Dollar Dollar 
1891: Bolama 165 163,998 142 700,355 
Bissau 71 619,861 48 950,503 
Cacheur 30 339,755 21 301.875 
267 123,614 212 952,733 
Einfuhr. Ausfuhr. 
Dollar Dollar 
1893: (schon unter dem 
neuen Zolltarif) 
Bolama 216 468,120 125 369,289 
Bissau 243 535,980 118 475,297 
Cacheu 26 787,001 9534,765 
  
486 591,701 253 379,351 
Diese Steigerung hat aber nicht angehalten, und 
die Handelsbewegung war 1897 sogar geringer. 
Dieser Hinweis soll nicht die Abschaffung des 
Tarifs von 1892 bezwecken, erschien nur nöthig, um 
auf die Opfer aufmerksam zu machen, die diese Pro- 
vinz dem Mutterlande beständig auferlegt. 
Die Hauptausfuhrartikel Guinés waren 1895 
folgende: 
Im Zellamte von: 
Bolama. Bissau. Cacheu. 
Dollar Dollar Dollar 
(mit einer Ge- 
sammtausfuhr 
von) 83 435.258 154 055,680 1217.,749 
— 249000 Mk.— 462000 Mk.— 3651Mk. 
Palmkerne 44 148,025 28 479,440 350,000 
Mancarra 16 175,700 — — 
Kautschuk 7 912,630 81 658,190 717,000 
Wachs 9 002,440 31 141,200 — 
Leder. 1273,200 83381,960 —- 
Oel....1010,000 — —
        <pb n="516" />
        Eine regelmäßige Pflege der Pflanzungen besteht 
indeß in Guiné nicht. Dem Boden wird nur ein 
verhältnißmäßig kleiner Theil entzogen, der gesteigert 
werden kann, wenn die Bodenbewirthschaftung mit 
einsichtiger und beständiger Thätigkeit betrieben wird. 
Indeß ist die Aufgabe, die Bevölkerung Guinês 
friedlich zum Ackerbau zu bewegen, schwierig und 
verlangt sozusagen die ganze Verwaltungsthätigkeit, 
indem einerseits Alles beseitigt wird, was den ver- 
schiedenen Stämmen Ursache zum Streit giebt, und 
andererseits die arbeitsamsten unter ihnen zur Arbeit 
angeleitet werden, damit sie durch ihr Beispiel zur 
Erweiterung des Anbaues anregen. Die geringen 
und unvollkommenen Versuche, die kürzlich von einer 
Mission unternommen worden sind, beweisen, was 
von dem durch Kapital unterstützten Ackerbau in 
Guiné erwartet werden kann. 
Die übrigen unbedeutenden Abgaben sind fol- 
gende: 
Dollar 
Miethsteuer 640 
Grundsteuer . 1900 
Gewerbe= und Renten 2 600 
Gebühren für Orden u. | w. 600 
Stempel .... .3600 
Registersteuer. 600 
Licenzabgaben . 2 400 
Verschiedene Geldstrafen 60 
Gesundheitsgebühren 220 
Diese einfache Aufzählung zeigt, wie sehr die 
Civilisation in Guiné zurück und wie gering unsere 
politische und Verwaltungsthätigkeit dort noch ist. 
Es fehlt an sicheren Anhaltspunkten zur an- 
nähernden Bestimmung der Bevölkerung Guinés, 
indeß werden 500 000 Einwohner auf dem Festlande 
und den Inseln ansässig sein. Eine Schätzung aus 
dem Jahre 1888/89 auf 815 000 (mit den Inseln 
70.000)0 scheint übertrieben, wenn man die Nachbar- 
gebiete damit vergleicht, deren Bevölkerungsdichtigkeit 
nicht geringer ist. 
Aus der Eigenart der Eingeborenen und den 
Rassekämpfen erklärt sich der Rückstand in der Ent- 
wickelung Guinés und die geringe Einnahme, der 
gegenüber die Ausgaben hoch erscheinen, die sich 
auf 176 105 Doll. 859 Reis = 558 000 Mk. be- 
laufen. Davon entfallen auf die Militärverwaltung 
68 784 Doll. 960 Reis, auf die der Marine 
14 821 Doll. 550 Reis. Daraus ergiebt sich die 
Nothwendigkeit, mit allen Mitteln die wirthschaft- 
lichen Bedingungen Guinês zu bessern, da die Ein- 
nahmen nicht einmal ausreichen, die genannten Aus- 
gabeposten zu decken. Daß für andere Dienstzweige 
deshalb nur Dürftiges aufgewendet wird, ist erklär- 
lich. So werden für Unterrichtszwecke 1 500 Doll., 
für Missionen 2 100 Doll., für öffentliche Arbeiten 
9 600 Doll. ausgegeben, was, selbst wenn es immer 
nutzbringend angewendet würde, keinen großen Ein- 
fluß auf den sittlichen und wirthschaftlichen Fortschritt 
der Provinz auszuüben vermag. 
44 
  
–— 
–.–.—-l. —Ô “ i —— 
l 
S. Thom und Principe. 
Die Provinz S. Thomé, aus den beiden Inseln 
S. Thomé und Principe bestehend, ist heute eine 
der reichsten unserer westafrikanischen Besitzungen. 
Der Boden ist überaus fruchtbar, der Pflanzen= 
wuchs üppig, die Bewässerung gut, ein Theil so 
hoch gelegen, daß er vor ungesunden Einflüssen 
schützt. So bietet die Insel S. Thomé Verhält- 
nisse zu außerordentlicher Entwickelung, was durch 
die Thatsachen ja auch bestätigt wird. 
Ist Principe auch nicht so günstig bedacht wie 
S. Thomé, so läßt sich gleichwohl aus alten und 
neuen Versuchen hoffen, daß auch dort eine bemerkens- 
werthe Entwickelung möglich ist. 
Von einer Oberfläche von 938 qkm entfallen 
auf S. Thomé ungefähr 825 qkm, das sich, von 
dem Flächeninhalt abgesehen, den berühmtesten Ko-= 
lonien Amerikas an die Seite stellen läßt. 
1896/97ergabensich 300 900 Doll.— 903000 Mk. 
und zwar: 
Direkte Abgaben . 96 400 Doll. 
Indirekte 187 600 = 
Verschiedene Einnahmen 16 900 
Da der Handel auf Principe noch sehr beschränkt 
ist, soll im Folgenden hauptsächlich S. Thomé be- 
trachtet werden. 
1897 betrug die Einfuhr 1 226 960,879 Doll. 
Ausfuhr 1 971 906.4471 = 
zus. 3 198 867,326 Doll. 
— 9 000 000 Mk. 
Die Handelsbewegung erfolgt fast ganz auf 
heimischen Schiffen und mit dem Mutterlande. 
Seit 1868 hat folgende rasche Zunahme statt- 
r = = 
  
  
gefunden: 
Dollar Dollar 
1868 337 263,957| 1888. 899 124,873 
1869 453 573,40) 188 1 0 . 213)745 
1870 505 580,036188S5. 938 141,972 
1871 534910,7438S6 965 450788 
1872 604 743,602 1887 1254 087,440 
1873 719 716,9599 1888. 1 447 011,930 
1874 810 176,838 1889 1 566 189,000 
1875 972 391,551 18900 1 709 746,000 
1876 858 636,069 1891. 1747 958,151 
1877 673 965,541 1892 1 882 380,742 
1878 843 158,133 1893 2 076 691.777 
1879 738 223,542 # 1894. 2507 840,845 
1880 35 052,919 1895 3 325 612,510 
1881 . 1 037 091,997 1896 3 285 303, 0(05 
1882 835 182,052 1897 3 198 867,3 
Sonach ist in 28 Jahren eine -Sos 
der Handelsbewegung eingetreten. Nicht viele Bei- 
spiele lassen sich in der Geschichte anderer Kolonien 
dem gegenüberstellen. 1895 wurden ausgeführt: 
Kakao 1 282 555,920 Doll. 
Kaffee 778 196,080. 
Chinarinde. 17 434,608 =
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        Kola 1 013,980 Doll. 
Kokosnüsse 1 089,122 
Holz 2281,90320 - 
Wie ersichtlich, überwiegt zur Zeit der Kakao als 
Ausfuhrwaare, was nicht immer so war, da beim 
Beginn der Kolonisirung S. Thomés Zuckerrohr 
gebaut und bis zu ziemlicher Bedeutung ausgeführt 
wurde, bis der brasilische Wettbewerb diesen Artikel 
auf S. Thomé unlohnend machte. An seine Stelle 
trat Kaffee und später Kakao. 1867/68 wurden 
1 208,259 kg Kaffee im Werthe von 169 156 Doll. 
318 Reis = 760 500 Mk. und 47 111 kg Kakao 
im Werthe von 3 769 Doll. 440 Reis = 13 500 Mk. 
ausgeführt. 
An Chinarinde wurde 1895 für 17 434 Doll. 
608 Reis = 76 500 Mk. ausgeführt, was einer 
Menge von 174 346 kg entspricht. Die Anpflan- 
zungen hatten 1864 begonnen, 1887 gab es 
1 600 000 Bäume, seitdem hat eine Abnahme statt- 
gefunden, weil andere Kolonien in Mitbewerb ge- 
treten sind. 
Holz, was als einer der Reichthümer S. Thomés 
bezeichnet wird, weist nur eine Ausfuhr von 2 281 Doll. 
930 Reis auf. Sicher besitzt die Insel einen reichen 
Pflanzenwuchs, und manche Bäume liefern gutes 
Bauholz, indeß ist die Ausbeute doch nicht so groß, 
und die Fracht ist so bedeutend, daß Holz als Aus- 
suhrwaare wenigstens z. Z. nicht in Betracht kommen 
ann. "k 
Sind nach dem Gesagten jetzt Kaffee und Kakao 
die vorherrschenden Erzeugnisse, so ist gleichwohl die 
Gewinnung anderer Ausfuhrwaaren nicht unmöglich, 
weil S. Thomé wegen seiner verschiedenen klima- 
tischen Zonen zur Bebauung mit mannigfachen Boden- 
erzeugnissen sehr geeignet ist. 
Dennoch kämpft S. Thomé mit einer ernsten 
Schwierigkeit, dem Arbeitermangel. Seit der durch 
das Gesetz vom 29. April 1875 angeordneten voll- 
ständigen Abschaffung der Sklaverei sind dem Acker- 
bau der Insel Verlegenheiten bereitet worden, da 
der Freigelassene nicht mit der nöthigen Regel- 
mäßigkeit arbeitet und man daher auf die Einführung 
freier Arbeiter angewiesen ist. Seit 1876 sind von 
Sierra Leone und Liberia solche verpflichtet worden, 
gleicwohl ist das Ergebniß gering, da der Erfolg 
immer vom guten Willen der Behörden abhängt, die 
sch der Entziehung der Arbeitskräfte widersetzen. 
Daher findet neuerdings der Zuzug aus Nova Re- 
donda statt, der indeß kostspieliger ist. 1895 wurde 
der von der Regierung unterstützte Versuch gemacht, 
40 Chinesen einzuführen; indeß ermuthigt das Er- 
gebniß nicht zur Wiederholung. 
Es wurden für S -P « - 
pichtel f . Thomse von außerhalb ver 
ssn . 137911893. 2830 
1880 . 1536 1894 4538 
1500 . 1541 1895 4830 
.-. 16 96 921 
1551. 78 1896 2929 
1343, 1897. 4108 
475 
  
— — — — — — — 
Vom 1. Oktober 1880 bis 31. Dezember 1897 
waren in S. Thomé 28 670 Arbeitskräfte und zwar 
16 647 männliche und 12 023 weibliche eingeführt. 
Um diese Zeit gab es dort 26 911 alte, regelmäßig 
verpflichtete, 13 802 neue wieder verpflichtete Kolonen 
und 1257 bei den öffentlichen Arbeiten thätige 
Arbeiter. 
Die Lösung der Arbeiterfrage, d. h. die Be- 
seitigung des Arbeitermangels, würde eine für die 
Entwickelung S. Thomés hochbedeutsame That sein. 
Sie müßte von der Privatunternehmung ausgehen 
und von der Regierung gesetzlich unterstützt werden, 
wie das Dekret vom 29. April 1875 beabsichtigte. 
Der Regierung liegen andere Maßregeln zur Ent- 
wickelung S. Thomés ob, wozu die Privatunter- 
nehmung nicht wohl herangezogen werden kann. 
Durch Dekret vom 20. Oktober 1880 wurde 
behufs besserer Einziehung der Grundsteuern, die 
zum größten Theile in den Zollämtern erhoben 
wurden, die Anlage von Grundbüchern angeordnet. 
Da diese schwierige Arbeit wegen der Verschieden- 
artigkeit des Bodenbesitzes auf S. Thomé nicht 
vollständig hergestellt werden konnte, wurde durch 
Dekret mit Gesetzeskraft vom 17. Mai 1894 eine 
Zuschlagsteuer von 50 pCt. auf die Ausfuhrzölle ge- 
legt, weil eine flüchtige Berechnung ergeben hatte, 
daß die Grundsteuer mindestens 40 000 Doll. 
— 120 000 Mk. ergeben müßte. Die Grundbesitzer 
und Händler erklärten sich bereit, bis zur vollständigen 
Herstellung der Grundbücher diese Zuschlagsteuer zu 
entrichten. Diese Maßregel ist noch in Kraft. 
Wie groß die angebaute Fläche auf S. Thom 
ist, läßt sich aus den unvollkommenen Hülfsmitteln, 
deren Sammlung wiederholt versucht worden ist, 
nicht mit Sicherheit feststellen; nur soviel ist ganz 
sicher, daß sie noch sehr viel kleiner als die ausnutz- 
bare Fläche der Insel ist. 
Sehr gering ist die Miethsteuer, die 1896/97 
nur auf 1300 Doll. = 4000 Mk. berechnet wurde, 
was nicht auffällig ist bei der geringen Zahl von 
Bevölkerungscentren auf S. Thom. . 
Auch über die Zahl der Bewohner giebt es keine 
sicheren Angaben. Am 31. Dezember 187 fand 
eine Zählung statt, wonach auf S. Thomé 18 266 
und auf Principe 2662 Einwohner vorhanden waren, 
die sich auf 4750 Feuerstellen auf der ersten und 
605 Feuerstellen auf der zweiten Insel vertheilten 
und zwar in folgenden Ortschaften: 
Feuerstellen Einwohner 
  
Santissima Trinidade . 1193 4388 
Sant' Anna T11 3064 
Nossa Senhora da Graga. . 147 2726 
Nossa Senhora da Concei6üo## 341 1695 
Santa Maria Magdalene 500 1898 
Santo Amare 510 1522 
Nossa Senhora de Guadalupe 331 1308 
Nossa Senhora das Neves 132 300 
Santa Cruz dos Angolares 582 1275 
4750 18266
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        — 476 — 
In früheren Jahrhunderten schätzte man in Zeiten Einfuhrfreiheit für heimische Waaren, mit Ausnahme 
großen Handelsverkehrs 50 000, Anfang dieses von Alkohol, destillirten Getränken und Tabak, auf 
Jahrhunderts 12 000 Einwohner, heute darf man! Principe angeordnet. 
ohne Uebertreibung 30 000 annehmen. 1 Durch Dekret vom 24. August 1893 wurde der 
Die Gewerbesteuer ist in einer Ackerbaukolonie, „Companhia da llha do Principe“ unter günstigen 
bei der geringen Entwickelung des Gewerbes natür= Bedingungen der Anbau des brachliegenden Staats- 
lich nur klein und wurde zuletzt auf S. Thome mit eigenthums an Grund und Boden im Süden der 
4600 Doll. — 13 500 Mk. berechnet. Insel bewilligt, und die Gesellschaft hat mit portu- 
Die Registersteuer ergab 1896/97 31 549 Doll. giesischem Kapital bereits Pflanzungen von Kakao, 
35 Reis = 96 000 Mk. Kaffee, Zuckerrohr, Gummi und Vanille angelegt. 
Den Ausgaben 1896/97 liegt folgender Vor- Wird der Arbeitermangel auf S. Thomé und 
anschlag zu Grunde: 
  
  
Dollar 1 Frineh befeitat #K frbe " r*m: dersoeche 
. · » ten Inseln des portugiesischen Besitzes eine aussichts- 
Allgemeine Verwaltung 71 665,425 volle Zukunft und lassen sich den — 
Finanz- - . 25 366,750 leichstellen 
Justiz= " 12 100,750 9 « 
Kultus- - 7210,8341 Angola. 
Militär= "D 46 213,355 Von Angola können wir berechtigtermaßen am 
Marine E 3162,000 meisten hoffen nicht nur wegen seiner Fruchtbarkeit, 
Allgemeine Lasten. .. 22259,840 sondern auch wegen der engen Beziehungen, die es 
Frühere Budgets 600,000 mit dem Mutterlande verbinden und die es zum 
Verschiedene Ausgaben 19 365,410 Markte einiger unserer werthvollsten Gewerbeerzeug- 
Außerordentliche Ausgaben 47 600,000 nisse gemacht haben. Von der Natur ist es nicht 
255 544,364 spärlich bedacht worden, und unsere Kolonialpolitik 
—– 768 000 Mk. hat das zu Gunsten des Mutterlandes nach Mög- 
Davon werden für Unterricht 2650 Doll. aus- 
  
  
  
  
  
  
  
lichkeit auszunutzen gesucht. Angola kräftig zu ent- 
wickeln muß daher ganz besondere Pflicht sein. Die 
1 Provinz ist 14 Mal größer als Portugal, der Boden 
mineralreich und zu verschiedenem Anbau geeignet, 
Für öffentliche Arbeiten sind 32 000 Doll. or- 1 sie ist von Flüssen durchzogen und hat ein Klima, 
dentliche und 45 000 Doll. außerordentliche Aus= das in verschiedenen Gegenden europäische Kolonisation 
gaben angesetzt. Was bis heute geleistet ist, ist indeß zuläßt. Die Bevölkerung ist im Allgemeinen gelehrig 
verhältnißmäßig gering. aund nimmt ohne Schwierigkeit unsere Herrschaft und 
Die Herstellung der Straßen auf S. Thomé unseren Einfluß an. So ist Angola mit Recht als 
und Principe, wozu die Regierung durch Dekret vom eine Besitzung anzusehen, die Portugal weitere Be- 
19. November 1896 ermächtigt worden ist und wo= dingungen seines Gedeihens liefern und ihm die Mittel 
für 50 000 Doll. nebst 20 pCt. des Ueberschusses zur wirthschaftlichen Wiedergeburt und zu politischem 
der Einnahmen angesetzt sind, wird zur Entwickelung Uebergewicht geben kann. 
der Ausfuhr beitragen. i Leider befand sich bei Aufstellung des Haushalts 
Für die Post ist eine Ausgabe von 1400 Doll. von 1896/97 Angola aus verschiedenen Ursachen in 
ausgeworfen. 1885 kamen 288 Briefe an und 240 einer vorübergehenden wirthschaftlichen Krisis und 
wurden abgesandt. 1896 waren die betreffenden hatte in dem genannten Rechnungsjahre eine Mehr- 
Zahlen 3223 und 3028. Eine gleichfalls bemerkens- ausgabe von 409 812 Dollar 495 Reis (1230 000 Mk., 
1 
1 
l 
l 
i 
l 
gegeben. Es giebt in der Provinz 4 Lehrer und 
3 Lehrerinnen und außerdem 5 Geistliche, die gegen 
staatliche Vergütung Elementarunterricht ertheilen. 
werthe Steigerung ist in den anderen Postsendungen indem 
eingetreten. die Einnahmen auf 1 374 429,335 Doll. 
Was Principe angeht, so ist es, wie S. Thomé, * Ausgaben 1 784 241,830 
vielen Wechselfällen ausgesetzt gewesen. In früherer berechnet wurden, während 1894/95 bei der Auf- 
Zeit blühten dort Zuckeranbau und Sklavenhandel, stellung des Budgets auf eine Mehreinnahme von 
später verfiel der Verkehr, und 1875, als die 102 162 Dollar 659 Reis (306 000 Mk.) gerechnet 
Sklaverei abgeschafft wurde, war die Insel fast ver= werden konnte. 
lassen, weil die europäischen Einwanderer mehr von Die Einnahmen, die bisher ständig und be- 
den günstigeren Verhältnissen auf S. Thome an= trächtlich gestiegen waren, nahmen in kurzer Zeit 
gezogen wurden. Erst seit 1878 beginnt dort wieder auffällig ab, eine Folge der billigen Kaffeepreise. 
etwas Ackerbau und Kakavanpflanzung. 1868 hatte Die Ausfuhr wurde in der Erwartung günstigerer 
Principe 6050 Doll. 858 Reis = 27 000 Mk., Preise zurückgehalten, infolge davon auch die Einfuhr 
1879/80 schon 10 575 Doll. 469 Reis = 47.500 Mt. vermindert, die in Ländern wie Angola stets sehr 
Zolleinnahmen. — von der Ausfuhr abhängig ist. So erklärt sich der 
1892 wurde Ausfuhrfreiheit für Waaren nach Fehlbetrag im Haushalt. Die Zolleinnahmen stellen 
dem Festlande und den benachbarten Inseln, sowie mit 1 061 400 Dollar (3 000 000 Mk.) 77 pCt der
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        Gesammteinnahmen dar. Da dies sonach die Haupt- 
einnahme ist, darf die entsprechende Handelsbewegung 
als sicherer Maßstab für die wirthschaftliche Lage 
Angolas angesehen werden. Von 1866 bis 1897 
waren die Zolleinnahmen in Loanda, Benguella, 
Mossamedes und Ambriz folgende: 
Dollar I Dollar 
168666. 146 611,556 1882 4391 198,570 
1867. 150 212.078 18883 536 135,856 
186608. 207 804,688/ 1884 549774,312 
1869. 266 872,489 1885. 443 302,950 
18g8700. 323 3214601886. 385 066,006 
1871. 324 317,231 1887. 556 603,621 
18722 346 332,456 1888. 706 339,568 
1873. 440 790,893 1889 346 616.790 
1874 350 919,922 1890 0908 619,230 
1875. 344 188718 1891. 9985 402,808 
18716 430 205,204 1892 796 221,895 
1377. 370 137.527 1893 . 1 361 137,700 
1878. 334 428,436 1894 1287 466,824 
18999 288 558.580 1895. 993 171,774 
1880. 405 907.0068 1896. 716748,134 
1881. 513 547,698 1897. 972 3438,043 
  
6 In diesen Zahlen sehlen die Einnahmen des 
Kongodistrikts, die nur für die folgenden Jahre be- 
kannt sind: 
Dollar Dollar 
1888. 37 640,000 1892 105 773,000 
1889 55 946,000 1893 237 712,000 
18990 69 522,000 1895 216 888,804 
1891. 72 955,000 1896 183 401,472 
Wenn man für die Jahre 1894 und 1897 das 
Mittel aus den beiden Vorjahren annimmt, so er— 
hält man 171 000 und 199 000 Dollar, und es 
ergeben sich von 1888 bis heute als Einnahme 
sämmtlicher Zollämter einschließlich der des Kongo- 
gebiets folgende Zahlen: 
  
Dollar Dollar 
1888 743 979,568 1893 1 598 849706 
1889 902 562,790 1894 1 458 466,824 
1890 978 171,2301895 1 210 060,578 
1891.1 058 357,808 1896 900 149,606 
1892 900 994,895 1897 1 171 348,043 
Die jährliche Durchschnittseinn hme in Zeit- 
räumen von zehn Jahren ergab von 
1866—1875 — 290 000 Dollar 
1876—1885 = 435 000 1 957 500 -— 
1886—1895 = 979 000 = 4 405 500 = 
Danach wuchsen im zweiten Jahrzehnt die Ein- 
nahmen um 50 %, im dritten dagegen um 125 %. 
der 16 den angeführten Zahlen ergiebt sich die in 
ke bet bedeutende Entwicklung Angolas, besonders 
- ie Ambacabahn und andere Verbesserungen 
hren wohlthätigen Einfluß ausüben. 
e# Zur Bestätigung des Gesagten mögen die Zahlen 
* deg l in dem Zeitraum von 1866 bis 1897 die 
den aäbewegung Angolas darstellen, d. h. Ein= und 
1 305 000 Mk. 
2 — — 
— 
— 
S 
477 
i 
i 
« 
  
Dollar Dollar 
1866 1670 000 1882 3798297 
1867 1 730 000 1883 4248 919 
1868 2 399 000 1884 4 782 074 
1869 3 090 O00 1885 783 203 
1870 3 725 000 1886 3 306 208 
1871 3 736 000 1887 4 785 856 
1872 3 990 Oo00 1888 5 514 986 
1873 5 086 000 1 889V 7 911 313 
1874 4048 000 1890 9184 778 
1875 3 976 000 1891 9 684 471 
1876 4959 000 1892 9516 914 
1877 4267 000 1893 12 455 784 
1878. 3 852 000 1894 11 494 685 
1879 . 3 822 000 1895 11651177 
1880 3248 000 1896 . . 10982 808 
1881 4 108 490 1897 14 306 583 
  
  
— — –——. — —— — 
Sie enthalten auch die auf den Kongodistrikt be- 
züglichen Zahlen; die auf die Jahre 1894 und 1897 
entfallenden sind aus dem Mittel der Vorjahre be- 
rechnet. Auch hier zeigt sich bei Betrachtung von 
Jahrzehnten der Handelsbewegung im zweiten Jahr- 
zehnt eine Zunahme von 20, im dritten von 111 °. 
Vergleicht man 1866 und 1895, so ergiebt sich, daß 
die Handelsbewegung Angolas in 30 Jahren sieben 
Mal größer geworden ist, sicher ein gutes Zeichen 
mit Rücksicht darauf, daß noch so viele Verbesserungen 
fehlen, die sehr zur weiteren Entwickelung der Provinz 
beitragen werden. 
Die Ausfuhr Angolas bestand 1896 (Kongo 
ausgenommen) aus folgenden Waaren und Werthen: 
Kautschuk 2 364 679,106 Doll. 
Kassee 1 482 780,0114 = 
Wachs 307 568,553 
Fisch 107 538,200 
Branntwein 79 596,330 
39 386,363 
38 870.529 
24 123,076 
31 103,070 
15 718,085 
9 326,418 
9 683,280 
6 364,780 
Elfenbein .. 
Kokosnuß 
Rohe Baumwollel 
Viie 
Baumbhbbbb 
Leder und Fellel 
Orseille 
Kopalgmim. 6 
Verschiedene Erzeugnisse 6 066,182 
Zusammen: 4 612 804,13/ Doll. 
— 13 839 000 Mk. 
Der Kautschukhandel ist, wie ersichtlich, z. 3. am 
bedeutendsten; ihn zu erhalten und zu heben, ist daher 
das Bemühen des Mutterlandes gewesen. Vor 870 
war fast kein Kautschuk in Angola, in jenem Jahre 
wurden nur 14 607 kg ausgeführt, 1896 dagegen 
2285 995 kg und zwar über Benguella 1 530 557 • 
über Loanda 719 442 kg, über Mossamedes 12 740 
und über Ambriz 2094 Kkk 
Nach dem Kautschuk ist Kaffee der Hauptausfuhr= 
artikel Angolas, der, wenn die Entwerthung im 
Welthandel einen weiteren Anbau nicht unmöglich 
V M U# K V U# u V 
U V u * U
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        macht, wahrscheinlich den größten Reichthum Angolas 
in Zukunft darstellen wird. 1844 wurden 3000 kg 
ausgeführt, 25 Jahre später 1 163 103 kg und 
nach weiteren 25 Jahren (1895) 7 840 069 kg. 
In den beiden letzten Jahren hat die Ausfuhr wegen 
der Krise im Kaffeehandel bedeutend nachgelassen. 
Die Ausfuhr von Wachs hat nachgelassen. 
wird schon jetzt bedeutend ausgeführt. Ausfuhr und 
Verbrauch in der Provinz können gesteigert werden, 
wenn das Salzen und Konserviren vervollkommnet 
werden. Branntwein wird vorzugsweise für den 
Verbrauch in der Provinz hergestellt, so daß die 
Ausfuhr nur gering ist. 
Der Zolltarif von 1892 bezweckte den Schutz 
dieses Gewerbes; was erreicht worden ist, wie die 
folgenden Zahlen ergeben: 
Einfuhr. 6 Ausfuhr. 
Dollor Dollar 
1891 178 807,2861891 64 526,424 
1892 148 049,057 1892 46 463,750 
1893 264 137,124 1893 135 125,023 
1894 203 338,563 1894 83 692,543 
1895 100 915.703 1805 114 996,680 
1896 55 925,887 1896 79 596,336 
Seit 1892 ist viel Kapital auf den Anbau von 
Zuckerrohr verwendet worden, das fast ausschließlich 
zur Herstellung von Branntwein benutzt wird. Die 
meisten Pflanzungen liegen an der Küste, da im 
Innern der Branntwein aus der süßen Kartoffel 
hergestellt wird. In Mossamedes ist fast alles ver- 
wendbare Land zum Anbau von Zuckerrohr benußzt, 
vorzugsweise am Fuße des Chella-Gebirges, in den 
Thälern des Coroca, Bero, Giraul und von 
St. Nicolau. Auch in Benguella und Loanda giebt 
es Gebiete, die sich zum Anbau von Zuckerrohr 
eignen. 
Da der Zolltarif den Anbau gefördert hat, ist 
die Einfuhr geringer geworden und somit ein Aus- 
fall der Zolleinnahmen entstanden. 1894 betrugen 
die Einfuhrzölle für Branntwein 128 401,600 Doll., 
1896 nur noch 41 686,990 Doll. Dies hat auch 
zur Krisis mit beigetragen. 
Die Ausfuhr von Elfenbein ist nie bedeutend 
gewesen uud hat nach und nach abgenommen; auf 
eine Zunahme ist nicht zu rechnen, da die Gebiete 
der Elephantenjagd immer mehr von der Küste ent- 
fernt werden. 
Kokosnuß wird vorzugsweise über Loanda und 
den Kongo ausgeführt; das Schwanken der Ausfuhr 
über Loanda ergeben folgende Zahlen: 
1870 816 512 kg 
1875 452 899. 
1880 998 261 „ 
1885 1 584 306 " 
1890 1 598 8354 
1895 1 185 873. 
1896 1 161 521. 
478 
Fisch 
  
Die Ausfuhr über den Kongodistrikt ist sehr be- 
deutend, wie aus den auf die Jahre 1888 bis 1893 
bezüglichen Zahlen ersichtlich ist: 
1888 3 767 746 kg., 1891. 3584 413 ka, 
1889 3 818 41 1892 2 738 435 
1890 3 966 020 = 1893 3 155 928. 
Das Vieh ist ein wichtiger Bestandtheil des Reich- 
thums der Provinz, namentlich im Süden in den 
Bezirken Gambos und Humba, von wo hauptsächlich 
die Ausfuhr erfolgt, die indeß seit 1893 abgenommen 
hat, wie aus folgenden Zahlen ersichtlich ist: 
1890 .. 1169 Stück, 1894 .. 860 Stück, 
1891 .. 1176 -- 1895 777 -- 
1892 1128 1896 .. 944 
1893 1601 = 
Leider hat die im Süden Afrikas aufgetretene 
Rinderpest auch unter den Herden in Mossamedes 
erheblichen Schaden angerichtet. 
Die Baumwolle wird über Loanda und Mossa- 
medes ausgeführt. Die Frage der Baumwoll- 
gewinnung hängt mit einigen nicht unwesentlichen 
Fragen sowohl der wirthschaftlichen Verhältnisse An- 
golas als auch des Mutterlandes selbst zusammen. 
Die Aufklärungen durch die folgenden Zahlen sind 
unvollkommen, genügen aber zur Beleuchtung dieser 
  
Fragen. Es wurden ausgeführt über: 
Loanda: 
1870 207 746 kg, 1889 35 511 kg, 
1871. 277 889 = 1890 73 137 
1872. 276 503 = 1891 39 935 
1873. 85 531= 1892 9 456 
1874. 77798 1893 33276 
1875 65 685= 1894 19 387 
1880 122 0665 1895 54 783 
1888 49553 = 1896 57 241 
Für 1880 bis 1887 fehlt die Statisti. 
Ueber Benguella: 
1871. 234 904 kg, 1885 26 931 kg, 
1872 185 572 = 1886. 26 961 
1873. 152 828 = 1887. 17 728 = 
1874. 175 713 = 1888 9 087= 
1877. 73522 1889 32 324 
1878. 18 845 = 1890 21 910 
1879. 347411891 20 015 = 
1888 22 7009 18993 1587 
1884 29 627 
Ueber Mossamedes: 
1872 355 556 kg, 1890 106 815 kg, 
1874. 350 338 1891. 118 051 
1875. 143 895 1892. 49 445 
1883 153 080= 1893 77983 
1884. 159 694 = 1894 40 201 
1885 183 694 = 1895. 52393 
1886 830 733 1896 76 298 
1887 69 065-—
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        — 479 — 
In 24 Jahren, von 1872 bis 1896, ist die Aus- 
fuhr von Baumwolle von 817 631 auf 133 539 kg 
heruntergegangen. 
Das Sinken der ausgeführten Werthe an Baum- 
wolle seit 1880 zeigt sich in folgender Uebersicht: 
Dollar Dollar 
1880 60 447,56001889 27 149,491 
1881. 46 092,252 1890 29 866,894 
1882 48 763,285 1891 27 620,912 
1883. 43776, 59 1892 6 936,920 
1884 48 494,41251893 16 824,183 
1885 47 513,756 1894 13 301700 
1886 30 916,19111895. 21 381,800 
1887. 24 022,3431896 24 123,076 
1888 17 388,274 
Ist auch die Baumwollausfuhr zurückgegangen, 
so geht doch aus den verschiedenen Gutachten von 
zuständigen Kennern hervor, daß sie eine größere 
Ausdehnung haben und zum Reichthum der Provinz 
beitragen könnte, da es Gegenden in Angola giebt, 
wo die Baumwolle überall ohne jede Pflege gedeiht, 
was durch das Gutachten des Dr. F. Welwitch 
bezeugt wird. Ist die Lösung der Frage schwierig, 
da Boden und Klima allein nicht ausreichen zur 
Gewinnung von Baumwolle, so sind die Schwierig- 
keiten gleichwohl nicht unüberwindlich. Namentlich 
sollten die Eingeborenen zur Anpflanzung angehalten 
werden. Es würden für die heimische Baumwoll- 
2“5 und -weberei große Vortheile daraus ent- 
stehen. 
Die Ausfuhr von Pflanzenöl hat bedeutend ab- 
genommen. 
Orseille giebt nur Gewinn, wenn die Beförderungs- 
kosten billig sind. Ausfuhr von einiger Bedeutung 
hat nur über Loanda und Benguella stattgefunden, 
wie aus folgenden Zahlen hervorgeht: 
Loanda: 
1888 155 617 kg, 1893 173 271 kg, 
1889 80 827 1894 36 684 
1890 127 648 1895. 32 871 
1891. 71241 1896 179 396 
1892 205 079 
Benguella: 
1889 186 729 kg, 1893 279 639 k 
1890 152 111 1894. 105 553 
1891. 32 284 1895. 176 139 
1892 126 043 1896. 87 837 
Die Ausfuhr von Leder und Fellen ist unbe- 
deutend und findet hauptsächlich über die Distrikte 
von Loanda und Benguella statt. 
Loanda führte aus: 
1888. 141 414 kg, 1893. 58 384 kg, 
1889 117 792 1894. 33 831 
1890 87 831 1895. 42 388 
1891. 50 299 18966. 45 260 
1892 49 341 
  
Kmuuu n 
u n 
7 
# 
* u. W 92 
u 
r. # V 
A M M V 
Benguella: 
1888. 49 263 kg. 1892 22 739 kg, 
1889 57 0 11 1893 35 971 
R 
K 
1890 46 964 = 1894 18 055 = 
1891 29 998 46 1895 16527 = 
Mossamedes: 
1893. 9 685 kg, 
1894. 13 642 
1895 17 754 
1896 14 464 
1888. 18 623 kg, 
1889 23 484 
1890 17 468 
18911. 7 852 
1892. 14 880 I 
Die Gummiausfuhr hat erst 1820 begonnen; in 
den ersten Jahren war sie gering. 1850 bis 1859 
kann die jährliche Ausfuhr im Mittel auf 900 000 kg. 
meist über Benguella, berechnet werden. Ueber die 
Abnahmec der Ausfuhr geben die folgenden Zahlen 
Aufschluß: 
Loanda: 
1871. 123 655 kg,) 1886 85 070 kg, 
1872. 102 350 = 1887 70 49 
1873 85 162= 1888. 60 898 
1874. 70 283 1880. 25 589 
1875 60 514 1890. 22341 
1876. 113 360 1891. 44 486 
1880. 81 145 1892 46 016 
1881. 58 026 1893. 25 500 
1882 97742 1894 53848 
18838 58 212 1895. 37 607 
1884. 35 887 1896. 40 055 
1885. 63221 
Benguella: 
1871. 233 148 kg, 1887. 519 326 kg, 
1872 192910 1888. 40 407 
1873.187 359 # 1889 48 731 
1874. 168 258 1890 20 099 
1877. 113 989 1891. 24 355 
1878 35 556 1892 3 402 
1879. 236 814 1893 28 946 
1883. 160 513 1894. 33 440 
1884. 116 445 1895. 10 472 
1885 51911 1896 74 894 
1886 50 817 
Aus Vorstehendem ist ersichtlich, daß es der 
Provinz Angola nicht an Mannigfaltigkeit der Kolo- 
nialerzeugnisse fehlt, über deren Werth kein Zweifel 
bestehen kann, da jahrelange Erfahrung darüber 
vorlicgt und nur Ausnahmeursachen ihre Entwickelung 
gehemmt haben. 
Die Einfuhr Angolas über die Zollämter Loanda, 
Benguella, Mossamedes und Ambriz war im Jahre 
1896 folgende: 
K 
  
v# * 
u U# W Av U KM # 
V V U r V u ## u U U U □ 
  
U# M u# uM V u u u u M 
M WM #u# U #u u d ## u 
  
  
Dollar 
Gewebe 18659 711,273 
Nahrungsmittel 366 736,935 
Gegohrene Getränkle 333 101,826 
Mectalll 10910008,111 
"1. Destillirte Getränke . . . .. 71 472,0490
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        Dollar 
Pulver 69 225,717 
Feuerwassen 66 775,562 
Oliven= und anderes Oel 44 094,940 
Zucker. 39 594,320 
Arzneien 36 222,635 
Schuhwerk 32 049,532 
Papier 28 602,826 
Tabak. . 28 159,839 
Töpferwaaren 26 889,100 
Petroleum 26 757,446 
Bausteine 25 637,5658 
Seifer 24550.,721 
Verschiedene Gegenstände 23 461,178 
Segeltuch. ... 22 402,262 
Männerhüte 15 800,158 
Streichhölzer 15 416,339 
Kalk und Cement 14950,902 
Glas 14 438,463 
Kerzen ....... 13 107,63 
Uniformen und gebrauchte Kleider. 10 897,180 
Farben ... 10 067,536 
Verschiedene Waaren 240 324,517 
Zusammen 3 451 456,888 
— 10 353 000 Mk. 
Die aus Portugal und den überseeischen Pro- 
vinzen stammenden Waaren sind darin mit folgenden 
Zahlen vertreten: 
Loanda 843 300,901 Dollar, 
Benguella. 627 796,940 = 
Mossamedes 168 546,712 = 
Ambriz 49 442,552 
  
Zusammen 1 689 087,105 Dollar 
— 5 067 000 Mk. 
Die Gewebe nehmen den größten Theil der Ge- 
sammteinfuhr ein, und von diesen Geweben fallen 
auf das heimische Gewerbe folgende Arten und Werthe 
des Jahres 1896: 
Dollar 
Gewebe aus Seide 2 864,680 
Tuch und Kaschmir 15 723,000 
Flanell aus reiner Wolle . 955,500 
Flanell aus Wolle und Baumwolle 799.500 
Shawls und Tücher aus reiner Wolle 
oder mit Baumwolle 1 100,244 
Maschenwaaren 3 344,801 
Maschenwaaren, nicht besond. aufgeführt 58 199,966 
Baumwollgewebe, roh und gebleicht 402 662,054 
Baumwollgewebe, gefärbt oder bedruckt 111 151,251 
Kattto 63 781,160 
Gestreiftes Baumwollzeug ...122904,599 
Leinengewebe, nicht besonders aufgeführt 3 467,980 
  
Zusammen 786 954,735 
— 2 361 000 Mk. 
Daraus ist das Vorherrschen der heimischen 
Baumwollgewebe ersichtlich, was eine Folge des 
Schutzes ist, den der Zolltarif von 1892 diesen Ge- 
weben gewährt, weil sie um 80 pCt. gegen fremde 
Erzeugnisse dieser Art begünstigt sind. 
480 
  
Da im Jahre 1896 für 700 348 Doll. 935 Reis 
— 2 100 000 Mk. heimische Baumwollgewebe in 
Angola eingeführt worden sind, wofür ein Zoll von 
38 106 Doll. 242 Reis = 114 000 Mk. erhoben 
worden ist, so würden die Zolleingänge für fremde 
Waaren dieser Art sonach das Vierfache betragen 
aben. 
Von heimischen Lebensmitteln sind nach Angola 
besonders eingeführt worden: Käse, Fett, Speck, ge- 
trocknetes Fleisch, Weizenmehl, Kartoffeln, Zwieback 
und Zwiebeln. Vom Auslande eingeführt werden 
vorzugsweise Reis, Stockfisch und Butter. 
Von den gegohrenen Getränken wird — abge- 
sehen von Bier und Cider und Aehnlichem, die aus 
Deutschland und England kommen — der größte 
Theil aus dem Mutterlande eingeführt. Obgleich 
die Weineinfuhr aus Portugal zugenommen hat, ent- 
spricht sie doch noch nicht der ihr gewährten Ver- 
günstigung, denn während sie sich in der Zeit von 
1880 bis 1888 verdoppelte, ist die Zunahme von 
1888 bis 1896 nur 36 pCt. Der Gesammtwerth 
des eingeführten heimischen Weines betrug in den 
letzten sechs Jahren: 
1891. 302 431 Doll. 1894 319 755 Doll. 
1892 304 129 4 1895 393 450 = 
1893. 335.766 = 18966. 294014 = 
Die Einfuhr der destillirten Getränke hatte von 
1882 bis 1893 beträchtlich zugenommen, von 43913 
Dollar auf 260 739 Doll., ist aber bis 1896 wieder 
auf 71 472 Doll. = 213 000 Mk. gefallen, was 
zum größten Theil dem Spritgewerbe in der Kolonie 
zuzuschreiben ist. 
Das in Angola eingeführte Oel kommt fast aus- 
schließlich aus dem Mutterlande: 
1882 13 757 Doll. 1890 25 791 Doll. 
1883. 14 434 1891. 414 848 = 
1884 14 858 = 1892 43 018 
1885. 22 256 = 1893. 78 001 = 
1886 19 784 = 1894 45 570 
1887. 23 484 1895. 54 668 = 
1888. 24 476 4 1896 43 826 -- 
1889 30 689 = 
  
Die Arzneien kommen fast ganz, das Schuhwerk 
zum größten Theil aus Portugal. 
Der Tabak kommt aus Portugal, da fremde 
Waare wegen des großen Zollunterschiedes mit dem 
heimischen Erzeugniß nicht in Mitbewerb treten kann. 
Seit 1885 wurde eingeführt: 
1885 16 619,992 Doll. 1891 18 456,677 Doll. 
1886 14 904,264 = 1892 13 714,552 = 
1887 15 603.,752 = 1893 18 408,684 „ 
1888 10 121,187 = 1894 15 573,545 
1889 9 318,190 - 1895 24 550,959 . 
1890 13571,008 = 1896 28 159,839 - 
  
Aus dem Vergleich der Waaren der Einfahrliste 
ergiebt sich der Schluß, daß, wenn auch die heimischen 
Erzeugnisse schon einen großen Theil der Einfuhr 
darstellen, immer noch ein weites Gebiet der vortheil-
        <pb n="523" />
        — 481 — 
haften Ausbeute zu erwerben bleibt, was unter dem 
Schutze des Zolltarifs erleichtert wird, sofern mehr 
Sorgfalt auf die Bedürfnisse des Marltes verwendet 
wird. 
Die direkten Abgaben setzen sich, wie folgt, zu- 
sammen: 
  
Dollar 
Grundsteuer. 38 800 
Gewerbesteuer 45 000 
Stempelsteuer 41 000 
Registersteuer 14 600 
Miethssteuer 8 700 
Rentensteeier 1 600 
Abgaben für Titel= u. Ordensverleihungen 7 000 
Gerichtsstra en 7 000 
Verschiedene Gebühren 13 700 
Sonstige Abgaben. .. 12 660 
Zusammen 190 060 
— 570 000 Mk. 
Aus dieser einfachen Aufzählung ist die Gering- 
sügigkeit der unmittelbaren Steuern ersichtlich. Und 
diese werden nur erhoben mit einem großen Kosten- 
aufwand, der zur Erhaltung des Personals der ver- 
schiedenen Dienstzweige nöthig ist, abgesehen davon, 
daß sie zu Mißbräuchen und Scherereien Anlaß geben, 
woraus manchmal Ruhestörungen entstehen, zu deren 
Beseitigung wieder nicht unbedeutende Ausgaben 
erforderlich werden. 
Angesichts dieser Verhältnisse ist der Ersatz oder 
die Aenderung einiger dieser Steuern empfehlenswerth. 
In diesem Sinne wurde schon unter dem 1 1. No- 
vember 1896 vom Königlichen Kommissar der Provinz 
die Steuer zu 3 pCt. vom Werth der ausgeführten 
Waaren eingeführt und dafür Grund-, Gewerbe--, 
Mieths= und Rentensteuer sowie die Verbrauchs- 
abgabe und die Steuer auf Dienerschaft aufgehoben. 
In Angola giebt es, namentlich in den Kaffce- 
gebieten Loandas, einige bedeutende Pflanzungen, 
jedoch ist deren Betrieb noch recht ursprünglich, so“ 
daß der Ackerbau Angolas noch bei Weitem nicht 
leistet, was er mit vervollkommneten Hülfsmitteln 
leisten könnte. 
Aehnliche Beobachtungen lassen sich beim Gewerbe 
der Provinz machen. Erwähnenswerth ist der Bergbau. 
Schon 1838 glaubte, nach Ausweis verschiedener 
Schriftstücke, die Regierung sich großen Vortheil vom 
Abbau von Kupfer-, Eisen= und Schwefelminen ver- 
sprechen zu können, die in Angola und Benguella 
reichlich vorhanden sein sollten. 
Später wurden Vorarbeiten zur Ausbeute von 
Salpeterminen gemacht. 
1854 und 1856 fanden neue Versuche mit Kupfer- 
minen statt, doch lohnte sich die Arbeit nicht, weil 
die Beförderungskosten zu hoch waren. 
Ergebnisse von einigem Werth und Arbeiten von 
gewisser Ausdauer findet man nur bei den Kupfer- 
minen von Bembe. 
Neulich sind in Mossamedes am Kassinga gold- 
haltige Gebiete entdeckt worden, worüber jedoch sichere 
Nachrichten fehlen. 
  
Ebenso vermuthet man Gold und Kupfer in dem 
vom Muninho südlich, parallel mit dem Chelegebirge, 
bis zum Cunene liegenden Gebiet. 
Ueber die Bevölkerungszahl Angolas liegen leider 
keine glaubwürdigen Anhalte vor. 
Die Ausgaben der Provinz werden folgender- 
maßen berechnet: 
Unterricht 13 381,000 Doll. 
Missionen J79568,460 
Arbeiten an der Ambacabahn 204 996,000 
M W VU u u 
Post und Telegraphie 46 007,900 
Ackerbau. . . . . .. 2 446,000 
Strafkolonie für Ackerbau 18 014,405 
Der Elementarunterricht erfolgte in 40 Knaben- 
und 13 (2) Mädchenschulen, und zwar: 
Knabenschulen Mädchenschulen 
in Loand 22 5 
. Benguelle 4 3 Z 
.Mossamedes 6 2 1200) 
-Kongo 5 2 
Lund 3 . 
Besucht wurden diese Schulen von 352 Schwarzen, 
121 Mischlingen, 183 Weißen, von denen 61 Euro- 
päer und 122 Afrikaner waren. Leider ist diese 
Ziffer geringer als die vor 30 Jahren in den Be- 
richten angegebene bei einer kleineren Anzahl von 
Schulen. 
Aus dieser Thatsache darf gleichwohl nicht ge- 
folgert werden, daß heute die zur sittlichen Entwicke- 
lung der Eingeborenen getroffenen Maßnahmen weni- 
ger durchgreifend seien. Der Staat unterstützt nicht 
unbeträchtlich die Missionen, von denen eine große 
Zahl sich mit dem Unterricht befaßt, in Loanda 3, 
Benguella 6, in Mossamedes 6, in Kongo 4. Die 
Erfolge dieser Missionen sind an einigen Stellen sehr 
bedeutend. Die zur Zeit für den Missionsdienst 
anfgewandten Staatsmittel sind ein Beweis für die 
Ausnutzung eines Mittels zur Befestigung unseres 
Besitzes. 
Aber auch die materiellen Verbesserungen tragen 
nicht unwesentlich zur Beschleunigung der Civilisation 
in Angola bei. Zu den bedeutendsten dieser Ver- 
besserungen gehört die bereits mit 308 km in Be- 
trieb befindliche Ambacaeisenbahn, die 1886 begonnen 
wurde und deren Einfluß aus folgenden Ein= und 
Ausfuhrzahlen ersichtlich ist: 
Zollamt Loanda: 
Contos de Reis 
(1 Mill. Reis) 
Einfuhr Ausfuhr Insgesammt 
1880 1 090 838 1 928 
1881 1 215 921 2149 
1882 967 829 1796 
1883 1212 952 1 161 
1884 1 138 1 111 2510 
1885. 1 084 808 1 892 
1886 958 716 1 674 
1887 1 319 1 115 2 1341 
1888 1227 936 2163 
1889 1 360 1 189 2 3858 
1890 156 3 459 
7 1 892
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        Einfuhr Ausfuhr Insgesammt 
1891 . . 1542 16868 3 410 
1892 1276 2 035 3 311 
1893 2 351 2 877 5228 
1894 2 876 2 769 5 645 
1895 25571 2 663 5 234 
1896 2 717 2 170 4 187 
1897 3 090 2 595 5 686 
Aber der Bahnbetrieb bis Ambaca ist unzu- 
reichend zur Erschließung des weiten reichen Hinter- 
landes. Ihre Weiterführung über Malange hinaus 
ist ein Erforderniß, damit die Bahn sich als eine 
Haupthandelsader erweise, der die Kolonialerzeugnisse 
reichlich zufließen müssen. 
Zur Herstellung der Bahn bis Ambaca hat das 
Mutterland keine Opfer gescheut. Ohne die der 
Gesellschaft gemachten Vorschüsse zu erwähnen, wird 
es genügen, an das Budget des laufenden Jahres 
zu erinnern, das zur Zahlung der Zinsgarantie den 
Betrag von 512 850 Doll. (1 539 000 Mk.) enthält, 
und daß der Staat seit dem Beginn der Bahn bis 
jetzt die Gesammtsumme von 3 431091 Doll. 651 Reis 
(10 293 000 Mk.) ausgegeben hat. 
Diese vom Mutterlande gemachte Ausgabe ist 
dem Kolonialhandel zu Gute gekommen, wovon 
namentlich Lissabon in der schwierigsten wirthschaft- 
lichen und Geldkrise Vortheil gehabt hat. Man darf 
also nicht sagen, daß sie nutzlos erfolgt ist, und sie 
darf nicht von weiteren Verbesserungen abhalten, 
obgleich in der Provinz selbst die Mittel zu ihrer 
Verbesserung zu suchen sind. 
Weitere Bahnbauten werden dringend begehrt, in 
erster Linie die von Benguella ins Innere führende, 
von der man sich nicht nur eine starke Entwickelung 
des Kolonialhandels, sondern auch einen Fortschritt 
in der europäischen Kolonisation des dortigen Be- 
sitzes verspricht. 
Von den sonstigen öffentlichen Arbeiten ist die in 
einer Ausdehnung von 897 km vorhandene Tele- 
graphenanlage zu erwähnen, die einige Punkte im 
Innern mit der Küste verbindet. Indeß bleibt noch 
sehr viel zu thun übrig, um die Kolonialverwaltung 
durchgreifend auszugestalten. 
Nicht unerwähnt darf ferner die Strafkolonie 
bleiben, als ein von der Kolonialverwaltung ver- 
suchtes Mittel zur sittlichen und wirthschaftlichen Ent- 
wickelung der Provinz, das, wie zugegeben werden 
muß, fast immer wenig günstige Ergebnisse gehabt hat. 
Künftige Ausgaben sollten dazu verwandt werden, 
diejenigen Arbeitskräfte nach der Provinz zu leiten, 
die sich fremden Ländern zuwenden. Dazu ist indeß 
erforderlich, daß die zur dauernden Niederlassung 
von Europäern geeigneten Gegenden bezeichnet und 
482 
  
so vorbereitet werden, daß Kolonien angelegt werden 
können und fortkommen, daß namentlich für gute 
Verbindungen gesorgt wird, die den Ackerbau, das 
Gewerbe und den Handel ermöglichen. Der Mangel W 
dieser Erfordernisse hat die bisher in Angola gegrün- Sammeln, Konserdiren und Verpacken von Thieren“ 
deten Kolonien zu Grunde gehen lassen. 
Diese Aenderungen genügen, um den Schluß zu 
rechtfertigen, daß diese Provinz hervorragende Be- 
dingungen zum Gedeihen vereint und daß sie, bei 
gehöriger Ausnutzung ihrer Reichthümer, als eine 
wahrhaft portugiesische Provinz erhalten werden muß. 
Ihr jetziger, aus vorübergehenden Ursachen ent- 
standener Fehlbetrag im Haushalt kann in einen 
bedeutenden Gewinn verwandelt werden, wenn die 
ausgedehnten Gebiete des Ostens der Provinz von 
Eisenbahnen durchzogen sind und eine europäische 
Kolonisation dort eingerichtet ist. Dann können die 
dort ruhenden, unberechenbaren Reichthümer Angola 
zu einer der ersten Kolonien der Welt machen. 
Perschiedene Miltheilungen. 
Aufruf zum Sammeln von kleinen Lgäugethieren. 
Sobald größere Bodenflächen unserer Schut- 
gebiete der Ausnutzung durch den Europäer dienstbar 
gemacht sein werden, wird sich als eine unabweis- 
bare Forderung das Studium derjenigen Thierarten 
herausstellen, welche der Landwirthschaft und dem 
Plantagenbetriebe in den Tropen Schaden zufügen 
können. Je früher man eine genaue Kenntniß 
der Fauna unserer Kolonien erlangt, desto 
besser wird man im Stande sein, den 
Feinden, welchen die Anpflanzungen aus- 
gesetzt sind, mit Erfolg zu begegnen. Unter 
den Kleinsäugethieren kommen in erster Linie Nage- 
thiere und Fledermäuse in Betracht. Wir wissen 
z. B., daß viele fliegende Hunde sich vorwiegend 
von Früchten ernähren; es müßte daher der Lebens- 
weise derjenigen Arten, welche in den Schutzgebieten 
leben, besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. 
Vor allen Dingen ist es aber nöthig, die Arten, 
welche in Frage kommen, festzustellen. Dazu müssen 
den Spezialisten möglichst viele Stücke zur Unter- 
suchung geschickt werden. Herr Matschie, Kustos 
am Museum für Naturkunde zu Berlin, der Ver- 
fasser des bekannten Buches: „Die Säugethiere 
Deutsch-Ostafrikas“, arbeitet jetzt an einer Monv- 
graphie sämmtlicher Fledermausarten, für welche die 
Beschaffung möglichst reichen Materials von großem 
Werthe sein würde. Auch andere Säugethiere 
unserer Kolonien sind sehr willkommen. Wir wissen 
noch sehr wenig über die Insekten fressenden Fleder- 
mäuse, die Spitzmäuse und die Nagethiere. 
Damit die gesammelten Thiere unversehrt an das 
Königliche Museum für Naturkunde zu Berlin ge- 
langen können, muß man sie entweder als Bälge 
oder gereinigte Häute präpariren oder aber gut in 
Alkohol konserviren. Wer sie trocken versenden will. 
muß eine gewisse Fertigkeit im Präpariren besitzen. 
Die vom Berliner Musecum für Naturkunde auf 
unsch gern zugänglich gemachte „Anleitung zum 
giebt darüber Auskunft. Viel leichter ist es, die
        <pb n="525" />
        gefangene Maus, Fledermaus oder Spitzmaus in 
Alkohol aufzubewahren. Entweder man schält den 
Rumpf aus der Haut, schneidet am Hinterkopfe, an 
den Kugelgelenken des Oberschenkels und an den 
Schultergelenken den Körper heraus und legt die 
Haut, in welcher Kopf, Beine und Schwanz noch 
stecken, in Alkohol. Oder man öffnet nur die Haut 
auf der Bauchseite durch einen Längsschnitt, trennt 
dieselbe rings an dem Rumpf bis zur Wirbelsäule 
vom Körper los, durchschneidet die Bauchmuskulatur, 
wäscht die Bauchhöhle in Wasser gut aus, spritzt 
vom Maul und After aus Alkohol von etwa 60 pCt. 
in die Eingeweide und legt das Präparat in Alkohol. 
Ist dieser nach einigen Tagen nicht mehr klar, so 
muß er gewechselt werden. Etwaige Unkosten ersetzt 
das Museum für Naturkunde. Von wesentlicher 
Bedeutung für die Möglichkeit eines nutzbringenden 
Studiums der gesammelten Thiere ist eine gen aue 
Etikettirung, welche folgende Angaben enthält: 
Geschlecht des Exemplares, Datum des Fangtages, 
Fundort und Beschaffenheit des Terrains. Man 
vermeide es, diese Etiketten mit schlechtem Bileistift 
oder Anilintinte zu schreiben, weil Alkohol derartige 
Schrift unleserlich macht. Thiere, die in den 
Wohngebäuden und Speichern leben, sende 
77 nicht, da sie schon genügend bekannt 
ind. 
Der Direktor der zoologischen Sammlung 
des Museums für Naturkunde in Berlin. 
Möbius. 
  
Ueder die Strandung des Dampfers „Lothar Bohlen“ 
schreibt Schwester Auguste Fenner in „Unter dem 
rothen Kreuz“: 
„In der frohesten Stimmung langten wir am 
Sonnabend den 28. Mai, zwischen 10 und 11 Uhr, 
unweit der Küste von Kap Palmas an. Die Fahrt 
brachte längs dem Lande herrliche Abwechselungen. 
Die schönen, langen Blätter der verschiedenen Palmen 
winkten uns immer zu, als wollten sie Grüße spenden. 
Herr Kapitän Jarck hatte uns eingeladen, den Nach- 
mittag auf dem Lande zu verbringen. Ein Boot 
wurde für uns herniedergelassen, und war die Sache 
bei der Brandung auch ein bißchen wackelig, gelang- 
ten wir doch Alle munter und vergnügt ans Land. 
Mit Dank erfüllt für das Gute und Schöne, was 
wir genossen, traten wir die Rückfahrt an. Kurz 
nach 10 Uhr begab ich mich in meine Kabine hin- 
unter. Es mochte wohl 11¾ Uhr mittlerweile ge- 
worden sein, ich saß auf dem Sopha und war im 
Begriff, zu Bett zu gehen — plötzlich ein furchtbarer 
Stoß! Dann in kurzen Zwischenpausen ein zweiter 
und dritter, sodann ein vierter! Ein entsetzlicher 
TDumult entstand in demselben Momente. Ueber 
meinem Kopfe kugelten Flaschen und Gläser bunt 
durcheinander. Ich war wie gelähmt, da wurde auch 
schon die Thür ausgerissen, Schwester Luise erschien 
483 
  
mit dem Schreckensrufe: Kleiden Sie sich schnell an, 
nur das Nothwendigste, es ist große Gefahr, wir 
sitzen fest. So gut es ging, kleidete ich mich schnell 
an, dabei hin= und hertaumelnd. 
Wild schlugen die Wellen gegen das Schiff; die 
Maschine ächzte und stöhnte, das elektrische Licht er- 
losch; mit großer Mühe gelangte ich auf Deck, wo- 
selbst die anderen Passagiere bereits versammelt waren. 
Die Damen bewahrten eine bewundernswerthe Fassung 
noch. Es war eine schreckliche Ungewißheit, in der 
wir schwebten. Jeder machte sich wohl vertraut mit 
dem Gedanken des nahenden Unterganges. Der 
Sturm und der Wellenschlag wurden immer schreck- 
licher, da erlosch auch die auf dem Deck brennende 
Laterne, und war nun völlige Finsterniß. Dazu goß 
es vom Himmel in Strömen. Mit großer Mühe 
gelang es endlich, wieder die Laterne in Ordnung 
zu bringen. Hoch geht das Wasser immer über die 
Seitenwände hinweg. Da steigen auch schon Raketen 
in die Luft. Mir war's, als müßte jeden Augenblick 
die Katastrophe eintreten. Nun ein banges Warten, 
ob vom Lande keine Antwort käme. In dieser qual- 
vollen Ungewißheit lebend, war es mittlerweile 3 Uhr 
morgens geworden; wir waren bis dahin hinten auf 
Deck, da hieß es: „Passagiere nach dem hohen Deck 
hinüber.G Von kräftigen Händen geführt, kamen wir 
glücklich hinauf, das Wasser lief dabei über unsere 
Füße hinüber. Im Kartenzimmer saßen wir Damen, 
mit den Schwimmgürteln um, dicht gedrängt zu- 
sammen, den Morgen erwartend; so lang ist mir 
noch nie im Leben eine Nacht geworden, wie jene 
Unglücksnacht. 
Endlich, nach 5 Uhr, brach der Morgen an, und 
neue Hoffnung erfüllt alle Herzen. Rettungsboote 
waren heruntergelassen, Zeit war nicht zu verlieren; 
im Korbe hinunterbefördert, gelangten wir, wenn auch 
mit großer Schwierigkeit, mit dem Boot an Land. 
Ganze Scharen von Schwarzen umstanden das Ufer, 
auf das zu erhoffende Strandgut wartend. In- 
zwischen hatten auch die Herren verschiedener Fakto- 
reien Boote abgeschickt und nahmen sich dann unser 
in sehr herzlicher lieber Weise an. Sie boten Alles 
auf, um uns die Zeit, die nun folgte, zu einer 
möglichst angenehmen zu machen. Ochsen und Schweine, 
auch Geflügel war gerettet, ein schwarzer Koch vor- 
handen, so litten wir keine Noth; im Gegentheil, es 
war Alles im Ueberfluß da, namentlich, da die Herren 
in manchen Beziehungen sich auf das Primitivste 
einrichteten, damit wir nichts entbehrten. Kapitän 
Jarck wie die gesammte Mannschaft hatten mit 
größter Aufopferung bis zur letzten Minute an der 
Erhaltung des Schiffes gearbeitet, nun mochte es 
seinem Schicksal entgegengehen; fast die ganze Ladung 
ist verloren. 
Am 31. Mai kam die „Ella Woermann“, die wir 
mit Jubel begrüßten. Mit Freuden nahm uns Herr 
Kapitän Loop auf und suchte auf jede Weise uns 
die Unglücksnacht vergessen zu machen.“
        <pb n="526" />
        Titteratur. 
F. Frhr. v. Richthofen: Schantung und seine 
Eingangspforte Kiautschou. Mit 3 großen 
Karten außer Text (1 topographische und 1 geo- 
logische Karte der Provinz Schantung — 1 Karte 
des nordöstlichen China), 3 kleinen Karten im Text 
und 9 Lichtdrucktafeln. Berlin 1898. Dietrich 
Reimer (Ernst Vohsen). 
Ueber die neueste überseeische Erwerbung Deutsch- 
lands liegt nun vom ältesten und anerkanntesten der 
deutschen Chinakenner ein gediegen geschriebenes, 
erschöpfendes Werk vor, welches die meisten der 
bereits über Kiautschou erschienenen Veröffentlichungen 
in Schatten stellt. Wer sich über die Beschaffenheit 
und Aussichten des neuerworbenen Hafens in China 
und die chinesische Provinz, in der er liegt, zuver- 
lässig unterrichten will, ist in erster Linie auf das 
vorliegende Buch angewiesen. Der Verfasser, der 
die Provinz Schantung durchquert und schon vor 
Jahrzehnten auf die Zukunft Kiautschous als die 
Eingangspforte zur wirthschaftlichen Erschließung des 
nordöstlichen China hingewiesen hat, bietet an der 
Hand seiner eigenen Erlebnisse und Erfahrungen auf 
Grund seiner Tagebücher und Aufzeichnungen sowohl 
vom allgemein wirthschaftlichen, als fachmännischen 
Standpunkt aus in anregender Sprache seine Erfah- 
rungen und Ansichten dar. Bei dem allgemein vor- 
handenen Bedürfniß nach gründlicher und gewissen- 
hafter Belehrung über diese Gebiete, das zukünftige 
Thätigkeitsfeld unserer Forscher, Kaufleute und In- 
dustriellen, darf auf ein großes Interesse für dieses 
Werk gerechnet werden. Das Werk ist mit werth- 
vollem Kartenmaterial und Lichtdrucken, die letzteren 
nach zum Theil an Ort und Stelle in allerletzter 
Zeit vorgenommenen photographischen Originalauf- 
nahmen, reich ausgestattet. Aus dem reichen Inhalt 
seien die folgenden Abschnitte erwähnt: 
I. Von Schanghai bis über die Grenze von Schan- 
tung: Lage und Bedeutung von Tschinkiang. — Der 
Große Kanal oder Kaiserkanal. — Fahrt auf dem 
Großen Kanal. — Landreise vom Alten Gelben Fluß 
nach Itschoufu. II. Natürliche Beschaffenheit von 
Schantung: Gegensatz zwischen Süd= und Nordchina. 
— Der Hwangho und die Große Ebene. — Boden- 
fläche von Schantung. — Grundzüge des inneren 
Gebirgsbaues. — Der äußere Gebirgsbau. — Klima. 
— Vegetation. III. Bewohner und Volkswirthschaft: 
Einwohnerzahl.— Geschichtliche Entwickelung der Pro- 
vinz. — Besonderheiten der Bewohner.— Wohnhäuser 
und Dörfer. — Verkehrswege und Verkehrsmittel. — 
Landwirthschaft. — Arbeit und Tagelohn. IV. Von 
Itschoufu bis Tsinanfu: Das Kohlenfeld von Itschoufu. 
— Wie man in Schantung reist. — Von Itschoufu 
bis Tainganfu. — Der Taischan. — Kaiserreisen nach 
dem Taischan im Alterthum. — Von Tainganfu 
nach Tsinanfu. — Ausflug nach dem Gelben Fluß. 
V. Von Tsinanfu nach Tschifu: Besuch von Poschan- 
hsicn. — Von Poschan-hsicn nach Wei-hsien. — Von 
484 
  
  
  
Weéihsien nach Tschifu. — Tschifu. VI. Die Mis- 
sionen in Schantung und ihr Werk: Die Mission 
der italienischen Franziskaner. — Die deutsche katho- 
lische Mission in Schantung. — Die prrotestantische 
Mission. — Die deutsche protestantische Mission in 
China. VII. Kiautschou als die maritime Eingangs- 
pforte von Schantung und Nordchina: Stellung von 
Schantung unter den Küstenprovinzen. — Die bis- 
herige Bedeutung von Kiantschou und Tschifu. — 
Die Wahl von Kiautschou als Station für deutsche 
Schiffe. — Der Hafen von Kiautschon und die Grün- 
dung einer deutschen Niederlassung. — Wirthschaftliche 
Ziele. — Die Verwerthung der Kohlenfelder von 
Schantung. — Das fernere Hinterland von Kiautschon. 
— Wirthschaftliche Hebung des Landes. 
  
Dr. Friedrich Plehn: Die Kamerun-Küste. 
Berlin 1898. A. Hirschwald. 
Der bekannte Tropenarzt, welcher jahrelang für 
die Regierung in Kamerun und neuerdings in Deutsch- 
Obafrcla gewirkt hat, legt in dem nunmehr erschie- 
nenen Werke die Ergebnisse seiner Beobachtungen an 
der Kamerunküste, verbunden mit den späteren ost- 
afrikanischen, nieder. In ausführlichster und gedie- 
genster Weise behandelt er die physikalischen und 
klimatischen Verhältnisse Kameruns; die Einflüsse des 
tropischen See= und Tieflandklimas auf einige physio- 
logische Funktionen der Europäer, die Malaria und 
die übrigen häufiger auftretenden Krankheiten. Das 
Hauptinteresse der Arbeit, welche den Jüngern der 
medizinischen Wissenschaft reiche Anregungen bietet, 
liegt natürlich in den Forschungen Dr. Plehns über 
die Malaria und ihre Behandlung. Die nähere 
Würdigung des ausgezeichneten Werkes muß den 
Fachzeitschriften vorbehalten bleiben. 
  
–—. 
P. Goetsch: Reichsgesetz über das Auswanderungs- 
wesen. Berlin. Carl Heymann. 
M. Hans Kloessel: Das deutsche Auswanderungs- 
gesetz nebst den dazu gehörigen Ausführungs- 
Vorschriften und Verordnungen. Leipzig. Roß- 
bergsche Hofbuchhandlung. 
Das vor Kurzem in Kraft getretene neue 
Auswanderungsgesetz vom 9. Juni 1897 hat hier 
zwei von einander unabhängige gründliche Bearbeiter 
gefunden. Kloessel, der seit Jahren in Dresden 
in den Angelegenheiten der deutschen Auswanderung 
thätig ist und der dortigen Auskunftsstelle vorsteht, 
bietet außer einer kurzen geschichtlichen Uebersicht 
eine Zusammenstellung alles bisher veröffentlichten 
Materials sowie Angaben über Dampferlinien, Kon- 
sularwesen und deutsche Schutzgebiete und Ansiede- 
lungen. Seine Schrift ist in erster Linie für die 
Auswandernden und Auswanderungsunternehmer 
berechnet. 
Assessor P. Goetsch war dagegen durch seine 
Stellung im Auswärtigen Amt und seine Theilnahme 
an den Berathungen der Kommission, die das Gesetz
        <pb n="527" />
        ausgearbeitet hat, in der Lage, einen genauen, für den 
Juristen und Verwaltungsbeamten werthvollen Kom- 
mentar zu liefern, dessen Erscheinen dankbar zu be- 
grüßen ist. 
    
     
     
  
   
Tikteratur-Berxreichnik. 
Keller, Prof. Dr. C.: Die ostafrikanischen Inseln. 
485 
Osthaus: Karl Ernst: Tagebuch meiner in Gesellschaft 
des Herrn Prof. Dr. J. H. H. Schmidt unter- 
nommenen Reise durch Algerien und Tunis. 
Als Beitrag zur Kenntniß von Nordafrika veröffentlicht. 
Kl. 40. (43 S.) Mk. 1.—. 
Carl Stracke, Hagen i. W. 
Phelps, E. J.: Ueber Intervention in Cuba. 
Schreiben an Ex-Vizepräsident Ex-Gouverneur Levi 
P. Morton und Manifest der cubanischen Kolonial= 
Regierung. Ins Deutsche übersetzt von E. E. Preiß. 
  
  
  
  
  
Mit 42 Textbildern, 15 Textkarten, 3 farbigen Karten gr. 80. (23 S.) Mk. 1.—. 
und 8 Vollbildern. (Bibliothek der Länderkunde, Bd. II.) G. E. Stechert, New-York. 
Schall &amp; Grund, Berlin. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: bis 19/7. Mossamedes, dann Loanda.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. (Poststation: Hospostamt). 
S. M. S. „Condor“ Sansibar 7/7. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 8/5. Manila. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 25/4. Apia 20/5. — Rundreise. 
S. M. S. „Habicht“ Gaboon 28/6.— 29 /6. St. Thome 2/7. — 5/7. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Wolf“ 1/6. Kapstadt 8/7. 
Ablösungstransporte: 
1. Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstransport für S. M. S. „Cormoran“ 
(ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: a) Korvettenkapitän Reincke: 
Wilhelmshaven 4/5. — 14/5. Port Said 15/5. — 26/5. Colombo 27/5. — 1/6. Singapore 1/6. 
— Manila. — 13/6. Shanghai 14/6. — 16/6. Kiautschou 19/6. 
b) Kapitän zur See Becker: 
21/6. Shanghai 22/6.— Manila 30/6.— 4/7. Singapore 5/7. — 11/7. Colombo 12/7.— Port Said. 
2. Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Bayern“ des Nordd. Lloyd mit einem Theil des Ablösungs- 
transportes vorstehend zu 1: Ausreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Persius: 
Bremerhaven 18/5. — 1/6. Neapel 1/6. — 5/6. Port Said 5/6. — 10/6. Aden 10/6. — 
17/6. Colombo 17/6. — Hongkong 29/6. — 2/7. Shanghai. 
3. Ablösungstransport für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatzung): 
  
Ausreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Herzog“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: 
Hamburg 11/5. — 13/5. Amsterdam 14/5. — 18/5. Leixoes 19/5. — 20/5. Lissabon 21/5. — 
26/5. Neapel 26/5. — 30/5. Port Said 31/5. — 5/6. Aden 5/6. — 15/6. Sansibar. 
Heimreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „König“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Lieutenant zur See Mommsen: 
Sansibar 18/6. — 29/6. Port Said 30/6. — 4/7. Neapel 4/7. — 9/7. Lissabon 9/7. 
  
  
  
  
Perkehrs-NRNachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
«— Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe mussen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 3., 17., 31. Aug. Tanga 19 —20 Tage 
cheucge Schiffe) 120 abds. iees 0 Tg. en 12.15%% 29. Aug. 
1. D „% Brindisit am 14. August ansibar 22 Tage « 
michosamu cenoltimechMy 100 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
ranzöstsche Schiffe) 40 ums. 1047 abds.
        <pb n="528" />
        — 486 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. Southampton am 27. August Lüderitzbucht 22 Tage am 26. August 
(Nach 1 ee iet gen- Shahifse= bie Kapti um4 Swakopmund 25 Tage 15 ms. 
Warmoad und v*8 hon dann beuten 
zschenkich die aus sede, Hamburg am 25. September Swakopmund 30 Tage am 25. September 
Landwege.) Oeutsches Schinh nachts Luderitzbucht 40 Tage 720 abds. 
L#e miöurg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Namerun #bnnsa. chiffe) nachts 720 abds. 
Liverpool am 3., 31. August, Kamerun 22 Tage am 1., 29. August, 
(englische Schisse) 28. September 26. Sept. 1°5 ms. 
buz am 10.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
4. 8 Gebiet abeme chiffeyj am 20. jedes Nts. Lome Bl Tage Monats 70 abds. 
ogo· Gebiet. Klein-Popo 33 Tage 
(Ueber Liverpool oderLverpool am 10., 24. August Quittah 36 Tage am 8., 22. August 
Marseille oder Bordeaux (englische Schiffe) « von da ab — 15 ums. 
nur aus Verlangen des Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) (franzöfische Schisse) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10#½ abds. 
Vordeaux am 10. Sept., 10. Nov. Cotonou 22 Tage am 8. Sept., 8. Nov. 
Granzösische Schifs) 110 vms. lvon dac ab —..—9 10½ abde. m— 
Neapel am 24. Aug., 19. Okt.Stephansort 45 Tage sam 22., 26. August, 
5. Deutsch-Neu-Gninea. Geiet Schiffe) abos 17., 21. Oktober 
Brindisi am 28. u 23. Okt. - 41 Tage 114 abds. 
(Nachversand) abds. 
  
  
  
  
6. Marsbal Inseln. D Der nächste Postabgangstag steht noch nicht fest. 
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
Landungs= Die Post ist fälli Landungs= Die Post ist fällig 
Von * 8 8 Von * in Berlin 
Dent Neapel .. . am S.*, 21. * Aug. c diet #anen am 8 N#cn 
eutsch-Ostafrika ogogebiett mouith. .am 
sch · Onasri ud » V6 B ept. zog Marseill .am 16. jedes Monats 
  
  
· , 4 
Deutsch-üdwestafrika Southampton am 2. 30. Aug. I DentichlleusduiueaNeapel....«m22« August- 
  
  
  
  
  
  
2. September 17.“ Oktobeer 
Plymouth. .am 27.* jed. Monats « — ; 
Ramerun. ... ... #goh.,,am 3ll. KuféMarshan. InsenvZ unbestimmt 
8. September 
* Füalligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
  
Schiffsbewegungen der Weermann-Linie. 
  
-—-— 
— S — — — 
Vosdamofen Reise Letzte Nachrichten 
  
  
  
von 1 nach bis 29. Juli 1898 
„Adolph Woermann“ . Hamburg Loango am 28. Juli in Gabun. 
„Aline Woermann“ . .. Hamburg Loango am 18. Juli in Madeira. 
„Anna Woermann“ . .. Benguella Hamburg am 29. Juli in Bonny. 
„Bruxellesville-··.. . .Jladet in Äntwerpen. 
„Carl Woermann“ ... Lagos Hamburg am 19. Juli in Accra. 
„Eduard Bohlen“ladet in Hamburg. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 25. Juli in Ouessant. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Kotononu am 25. Juli in Ouessant. 
„Gretchen Bohlen“ . . ladet in Hamburg. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Whydah am 22. Juli in Accra. 
„Jeannette Woermann“.. Hamburg Loanda am 27. Juli in Accra. 
„Kurt Woermann . .. Loanda Hamburg am 28. Juli in Conakry. 
„Lulu Bohle""# Lüderitzbucht amburg am 19. Juli in Kamerun. 
„Marie, Boermann“. Hamburg Kapstadt am 25. Juli ab Hamburg. 
„ .... Hambur Lüderitzbu 
„Professor Woermann“ Hamburg Gaben *7• n du 4— 
  
  
„Thekla Bohlen“ . .l ladet in Hamburg. am 28. Juli in Gabun.
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        – 487 
— 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Gamburg—0Ostafrika). 
  
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
a 
« Ruchgpostdmpfn von nach bis 28. Juli 1898 
„König“ · · ·4 rx1 l · z. Zt. in Hamburg. . 
„Herzo“ Durban Hamburg am 28. Juli an Suez. 
aiser“.. Hamburg Durban am 27. Juli ab Suez. 
anzler". Hamburg Durban am 27. Juli an Durban. 
„Bundesrath“". Hamburg Delagoabai am 27. Juli an Lissabon. 
„Reichstag". Hamburg Delagoabai am 26. Juli an Mombassa. 
„Admiral!. Delagoabai Hamburg am 18. Juli ab Delagoabai. 
Delagoabai Hamburg am 26. Juli an Marseille. 
„Genera 
  
  
— —— —— — — –– 
  
  
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. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Verlagsbuchhandlung e Strecker &amp; Moser in Stuttgart 
bei, betreffend zwei gediegene Werke über Ostasien, den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. 
  
  
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Bekanntmachung. 
In das Handelsregister dieses Kon- 
sulates ist am heutigen Tage die Ein- 
tragung folgender Veränderung erfolgt: 
Gesellschaftsregister laufende Nr. 3, 
Sxalte 4, die offene Handelsgesellschaft 
W. Hintzmann &amp; Co. 
mit dem Sitze in Zanzibar betreffend: 
Der Kaufmann Wilhelm ding— 
mann, früher in Frankfurt a. M., 
jetzt in Freiburg, Baden, wohnhaft, 
ist seit dem 1. Januar 1898 als Gesell- 
schafter ausgetreten. Die Firma wird 
von genanntem Zeitpunkte ab unter 
der bisherigen Gesellschaftsfirma von 
dem Kaufmann Carl Hintzmann, 
wohnhaft zu Zanzibar, fortgesetzt. 
Zanzibar, den 5. Mai 1898. 
Der Kaiserlich deutsche Konful. 
Freiherr v. Rechenberg. (258) 
  
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Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offzielle Einreihung des Medikaments in die stastlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
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von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur sehnellen und 
Sicheren Hellung des Keuchhustens. 
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wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
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wenig sie die Vedingungen des dortigen 
Lebens und Verkehrs kannten und sich 
-·««" L ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh= 
— rend seiner letzten großen Erxpedition, 
*i « , · HTHL . 9 3 
– 1. —niike –½ 819 * - à# Tan an ila- 
* s* zwischen dem Nyassa= und gany 
6 See, hat er daher diese „RNathschläge und 
Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
zu Gute kommen sollen, die sich in die 
deutschen Schuyzgebiete oder in den dortigen 
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n 10. August: P. D. „Helene Woermann“, Capt. Versen, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Afrikas 
bis Loango. 
Am 18. August: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Martens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, den Canar. Inseln, Gorce, Dakar, Ruflsque, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. August: P. D. „Carl Woermann“, Capt Schütt, 
nach Conakry, Nonrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotonou. 
Am 31. August: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Gorée, Dakar, Ruflsqdue, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
JNüächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. September, 25. No- 
vember und ferner am 25. jedes Zweiten Monats. 
AGuite GCuter müssen am Tage vor dem 459an#s#dattm bis 12 Uhr mittags längsseite sein. 
Näheres wegen Frache und Passage ertheilt die Woermann-TLinie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linmie. 
Regelmässige Posrdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
z wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Nenpel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
  
von Hamburg: von Neapel: 
,KOENIG“, Capt. Doher 3. August, 17. August, 
„GENERAL“, Capt. Kieee ... 17. August, 31. August, 
„HERZOG“, Capt. Vv. Issendorll sl. August, 14. September, 
O„ADMIRAL“, Capt. Westt#### 14. September, 28. September, 
nach Mombassa, Tanga?, Pungani-, Sandani, Bagamoyo, Dar-es-Saläm , Sansibar , Kilwa, Linds, 
Milkinduni, lbo, Mozambique s, Quellmane „ Chinde, Beira, Inhumbane, Delagonbal“, Durban“. 
Z Die mit einem — versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versebenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “" versehenen Häfen auch Ludung. 
Die mit einem O verschenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzigliche Einrichfengen #r Pnssagtere in allten Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvanl 
(Johannesburg und Pretorial via Delagonubai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost- Afrika - Linie, 
—— “ Gr. Reichenstrasse 272. 
Verantwortlicher Redalteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von G. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—11. 
Ausgegeben am 1. Angun 1898 um 6 Uhr nachmittags. 
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Heranseeeben in ber Kolonlal-Abtpellung des Inswäriigen Anle. 
— — — —— — — — — —„ ——- — — ———— — „— — — 
IX. Jahrgang. Berlin, 15. August 1898. Uummer 16. 
—————————————————————————————————.——————————————————————————————— 
.. — –—.....D...— 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
v7. Daneckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblutt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
äuchtandlungen Mk. 8.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich-= Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
  
— — — — 
  
Inhält: Amtlicher Theil: Ertheilung des Exequaturs an den italienischen Generalkonsul für Sansibar S. 497. — 
Personalien S. 497. - 
NichtamtlichetTheilkPersonal-NachrichtenS.498.-KamerumBerichtüberdieBane-Buce- 
ExpeditionSJss—UntuhenS.504.—Deutsch-Südwestafrika:UebetdieBekämpfungderNinderpestin 
Deutsch-Südwestafrika S. 504. — Nachrichten aus dem Schutzgebiete S. 507. — Die Maulthiere in Südwestafrika 
S. 507. — Rechtsanwalt in Windhoek S. 507. — Verzeichniß der im Schutzgebiete von Südwestafrika thätigen 
Frmen und Erwerbsgesellschaften nach dem Stande am 1. Januar 1898 S. 507. — Aus dem Bereiche der 
issionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 508. — Aus fremden Kolonien: Die Budgets 
der französischen Kolonien S. 510. — Gesammtbudget für Indo-China S. 510. — Britisch-Ostafrika S. 510.— 
Englische Versuchsstation in Afrika S. 514. — Eisenbahn in Walfischbay S. 514. — Britisch-Neu-Guinea S. 514.— 
Subvention für Britisch-Neu-Guinea S. 515. — Das Dreadnought Seamens Hospital zu Greenwich S. 515. — 
Anleihe für eine Bahn in Mozambique S. 515. — Verschiedene Mittheilungen: Vorlesungen am Seminar 
für orientalische Sprachen in Berlin S. 515. — Anleitung zum Sammeln, Konserviren und Verpacken von Thieren 
für die zoologische Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin S. 516. — Eingänge verschiedener Samm- 
lungen bei der botanischen Centralstelle in Berlin S. 519. — Stip im zu einer zoologisch-botanischen Forschungs- 
expedition nach dem Nyassagebiete S. 520. — Auszeichnung des ! Jve Sjöstedt S. 520. — Die deutsche Tiefsee- 
Expedition S. 520. — Berichtigung S. 520. — Litteratut S. — Litteratur-Verzeichniß S. 521. — Schiffs- 
bewegungen S. 522. — Verkehrs-Nachrichten S. 522. — Anzeis 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Perkräge. 
Dem mit der Ausübung der konsularischen Befugnisse für das Schutzgebiet von Deutsch-Ostafrika 
betranten italienischen Generalkonsul für Sansibar, Chevalier Pestalozza, ist Namens des Reichs das 
Exequatur ertheilt worden. 
— — 
— — 
—. —— —. — 
  
  
Personalien. 
Dem zum Auswärtigen Amte kommandirten Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Kohlstock ist als Lehrer 
der Tropenhygiene am orientalischen Seminar das Prädikat Professor beigelegt worden. 
— 
  
— 
Kaiserliche Schutgtruppen. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 25. Juli 1898. 
Dr. Dempwolff, Oberarzt der Reserve vom Landwehrbezirk Stade, mit dem 20. Juli d. Is. aus dem 
Heere ausgeschieden und mit dem 21. Juli d. Is. als Oberarzt mit seinem bisherigen Patent in 
der Schutztruppe angestellt. 
· Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 6. August 1898. 
Dr. Schellmann, Assistenzarzt vom Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145, mit dem 9. August d. Is. aus 
dem Heere ausgeschieden und mit dem 10. August d. Is. als Assistenzarzt mit seinem bisherigen 
Patent in der Schutztruppe angestellt.
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        —— 
498 
—— 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. 
Denisch· Ostafrita. 
Der Kaiserliche Baudirektor Gurlitt und der 
Bezirksamtmann Berg sind mit Heimathsurlaub in 
Europa eingetroffen. # 
Der Büreauassistent Mall ist Ende Juni in 
Dar-es-Saläm eingetroffen. 
  
Der Gouvernementssekretär Liedtke kehrt dem- 
nächst von seinem Urlaub nach Dar-es-Salaäm 
zurück. — — 
Der Thierarzt Huß ist nach Deutschland zurück- 
gekehrt. 
mit Heimathsurlaub 
  
Ramerun. 4 
Der kommissarische Bezirksamtmann Boeder ist 
in Deutschland eingetroffen. 
togo. 
Der Postsekretär Rüter in Klein-Popo lehrt 
nach Deutschland zurück. An seiner Stelle reist 
Oberpostsekretär Rothe am 20. August ab. 
  
Sübwestafrika. 
Der Kaiserliche Gonverneur Leutwein ist am 
25. Juni vom Urlaub in Swakopmund eingetroffen. 
Der Oberaufseher v. Hagen ist mit Heimaths- 
urlaub nach Deutschland abgereist. 
––.). ——— — — — — 
Nachrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Ramerun. 
Bericht über die Baue- Bule-Expedition. 
Der Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun, 
Hauptmann v. Kampp, berichtet unter dem 22. Mai 
d. Is. über die Bane-Bule-Expedition Folgendes: 
Am 18. Dezember 1897 begab ich mich mit den 
neu herausgekommenen Unteroffizieren Klein, Luck 
und dem Lazarethgehülfen Steffens sowie 21 farbi- 
gen Soldaten an Bord S. M. S. „Habicht“, um mich 
über Kribi zu meiner im Banegebiet stehenden Truppe 
zu begeben. Am 19. erfolgte die Ausschiffung, am 
21. der Abmarsch ins Innere. Weihnachtsabend 
erreichte ich Tungadorf, am zweiten Weihnachtsfeiertag 
die Station Lolodorf. Der stellvertretende Stations= 
leiter Sergeant Liebert war, von einer Schlange 
gebissen, noch Rekonvaleszent, der zweite weiße Unter- 
offizier lag am Fieber darnieder. Der allgemein 
politische Zustand war nicht günstig. Die Bulistämme 
der Sakois und Jenjoks hatten kurz vorher mehrere 
große Karawanen bei Bipindi ausgeplündert, und 
allerorts kamen einzelne Raubansälle vor. 
Erst hier in Lolodorf erhielt ich über die be- 
tresfsenden Bulis zutreffende Nachrichten. Zwei von 
dem Sakoistamm gefangene Yaundeleute waren aus 
ihrer Gefangenschaft entwichen und meldeten sich bei 
mir; durch sie erhielt ich Aufschluß über die unge- 
fähre Lage der Räubernester, die Namen und Zahl 
der Häuptlinge und Stämme. Als Führer erklärten 
sie aber nicht dienen zu können, da sie ihre Flucht 
unter Vermeidung von allen Pfaden quer durch den 
Urwald ausgeführt hatten. 
Die Angaben des Bezirksamts Kribi und des 
Herrn Zenker in Bipindi waren sehr allgemein 
und ungenau. Auch der Häuptling Tunga gab an, 
nur über die allernächsten Bulistämme Bescheid zu 
wissen, versprach aber, einen Führer zu besorgen. 
Wie sich später herausstellte, war auch dieser 
unzuverlässig, und war man im weiteren Verlauf 
meist auf eigene Orientirung angewiesen. 
  
—.. — 
  
—. 
Die Unterbringung der Weißen auf der Station 
Lolodorf war zur Zeit eine schlechte. Infolge der 
kriegerischen Ereignisse waren Neubauten nicht möglich 
gewesen, und war auch die Ausbesserung der bau- 
sälligen Gebäude aus gleicher Veranlassung unter- 
blieben. Infolgedessen wohnte ich, auch späterhin 
die Offiziere und die Mehrzahl der weißen Unter- 
offiziere, während unseres dortigen Aufenthaltes im Zelt. 
Die in der Nähe von Lolodorf wohnenden Häupt- 
linge Bambam und Banjok versahen mich mit neuen 
Trägern, und konnte ich am 30. Dezember über Njenne 
nach dem großen Genoadorfe Okalenschama aufbrechen, 
welches ich am 31. mittags erreichte. Hier trafen 
mich am Neujahrstag die Verwundeten und Kranken 
der Expedition unter Führung des Oberarztes Dr. 
Lichtenberg. Am 2. Januar kehrte ich von dem 
über Mbenga hinaus unternommenen Weitermarsch 
nach Okalenschama wieder zurück, da ich unterwegs 
die Nachricht vom Anrücken des Premierlientenants 
Freiherrn v. Stein erhielt. 
Am 3. Januar 1898 traf die Truppe ein, und ich 
übernahm das Kommando. Am 4. und 5. wurde 
die Truppe neu formirt und eingetheilt. 
Nach Meldung des Premierlieutenants Freiherrn 
v. Stein war im Banegebiet Alles ruhig und ge- 
ordnet, alle Stämme hätten sich unterworfen und 
versprochen, die ihnen auferlegten Bedingungen zu 
erfüllen. Premierlieutenant Freiherr v. Stein war 
auf die Nachricht meines Anmarsches, die er noch im 
Banegebiet erhielt, mir entgegengeeilt, um mir die 
gesammte Truppe zur Unterwerfung der Bulis zur 
Verfügung zu stellen. 
Am 6. erfolgte der Abmarsch nach Lolodofhf, 
welches am 7. mittags erreicht wurde. Die Expe- 
dition verblieb hier bis zum 12. Es erfolgte das 
Ordnen und Zusammenstellen der Lasten, Nachbe- 
stellungen mußten gemacht werden, und innere 
Truppen= und Stationsangelegenheiten sanden ihre 
Erledigung. Verhältnißmäßig schwer war die Be-
        <pb n="541" />
        —— 
schaffung der nöthigen Träger, da alle Ngumbaleute 
die Bulis ungemein fürchteten. Durch Vermittelung 
der Ngumbahäuptlinge Tunga, Mabeamann, Bo, 
Banjok und anderer trafen am 11. Januar die nöthi- 
gen Träger ein, so daß am 12. der Abmarsch zur 
Unternehmung gegen die Bulis erfolgen konnte. 
Die Eintheilung war folgende: 
Stab: Hauptmann v. Kampß, Oberarzt Dr. Lich- 
tenberg, Lazarethgehülfe Baumann, 5 farbige 
Chargen als Ordonnanzen. 
1. Kompagnie: Sekondlientenant Nolte,. Unteroffizier 
Luck, 80 farbige Chargen und Soldaten. 
2. Kompagnie: Premierlieutenant Freiherr v. Stein, 
Sergeant Bauch, 79 farbige Chargen und Sol- 
daten. Unteroffizier Klein als Expeditionsmeister 
mit 140 Trägern. 
In Lolodorf verblieb als stellvertretender Sta- 
tionschef Sergeant Rückert, da Sergeant Liebert 
zur Wiederherstellung seiner sehr angegriffenen Ge- 
sundheit mit nächster Gelegenheit zur Küste mußte; 
serner der zur Zeit stark am Fieber leidende Unter- 
offizzier Laube und zur Pflege der in Lolodorf zu- 
rückgelassenen Verwundeten und kranken Soldaten 
der Lazarethgehülfe Steffens. Der Expedition 
schlossen sich fserner an die oben genannten Gumba= 
häuptlinge. Premierlieutenant Freiherr v. Stein 
wurde mit der Wegeaufnahme beauftragt. Am 12. 
erreichte die Expedition Epussi, am 13. Tungadorf. 
Hierhin kamen die den Bulis benachbarten Mfan- 
häuptlinge Babanje und Goma von dem linken Lo- 
kundje-Ufer; dieselben baten um Frieden und ver- 
sicherten ihre unbedingte Unterwerfung. Von ihnen 
erfuhren wir, daß die in Frage kommenden Bulis, 
nämlich der größere Theil der Sakois und der 
Jenjoks, uns zum Kampf erwarteten, und viele 
andere Einzelheiten. 
Zum Einmarsch in das Buligebiet standen drei 
Wege zur Wahl, der erste führt von der Regierungs- 
straße ungefähr sechs Stunden südwestlich von Bipindi 
durch den größeren Wald nach der am weitesten nach 
Westen vorgeschobenen Niederlassung der Sakois. 
Weg ebenso wie die Niederlassungen sind noch neu. 
An der Stelle, wo dieser Weg von der Regierungs- 
straße abgeht, waren die großen Ueberfälle der Kara- 
wanen in letzter Zeit erfolgt. Nach übereinstimmenden 
nochrichten sollten hier stets Bulilente auf der Lauer 
iegen. 
Der zweite Weg führt von Bipindi durch mehrere 
Gumbadörfer in südlicher Richtung in das Buliland. 
Auch auf diesem Wege erwarteten uns augenscheinlich 
die Bulis. 
Der dritte Weg geht direkt von Tunga in süd- 
licher Richtung ab, derselbe ist sehr schlecht und ver- 
wachsen. Er überschreitet den Lotundie an einer 
Stelle, wo der Fluß eine Menge von Armen bildet, 
und geht über die Dörfer der Mfans direkt nach 
dem Dorfe des gefürchteteten Sakoihäuptlings Bejong. 
Am 14. Jannar wurde Premierlientenant Freiherr 
v. Stein nach Bipindi entsandt, um dort ein Depot 
  
499 — 
für die weiteren Operationen anzulegen und die 
Soldaten zu inspiziren, welche ich schon früher auf 
Ansuchen des Herrn Zenker dort stationirt hatte. 
Der Abmarsch von Tungadorf verzögerte sich 
wegen plötzlicher Erkrankung von zwei Weißen um 
einen Tag. Er erfolgte am 16. früh auf dem letzt- 
genannten Wege. Wir erreichten nach anstrengendem 
Marsch den kleinen Mfanort Mabong auf dem linken 
Lokundje-Ufer, wo Quartier bezogen werden mußte. 
Am 17. führte der Weg zuerst den Lokundje 
aufwärts und dann südlich abbiegend nach dem großen 
Mfandorse Minjue des Häuptlings Babanje. Die 
sehr zahlreiche Bevölkerung war im Orte geblieben 
und brachte viele Lebensmittel und Vieh. Auch 
wurde bercitwillig ein Führer gestellt, der aber ebenso 
wie der von Tunga gebrachte nach einigen Tagen 
versagte. Früh morgens am 18. Januar wurde auf 
schmalem Buschwege der Marsch nach Bejong ange- 
treten. Wir kamen dort sehr überraschend an, die 
Eingeborenen waren gerade mit Räumung der Häuser 
beschäftigt und ließen nun Geräthe und Lebensmittel 
im Stich, ohne Widerstand zu leisten. Erst die so- 
sort in südlicher und in westlicher Richtung aus- 
gesandten Patrouillen erhielten Feuer. Auffallend war 
die geringe Zahl von Männern. Drei von den 
Patronillen gefangene Weiber, darunter ein Weib des 
Häuptlings, sagten aus, die meisten Männer seien 
vor längerer Zeit ausgezogen. Hiernach war eine 
Versammlung der Bulis bei Bipindi wahrscheinlich. 
Da der Ort nur schwach besetzt war, so entsandte ich 
am anderen Morgen den Unteroffizier Luck mit 
12 Soldaten dorthin mit dem Auftrage, bis auf 
Weiteres dort zu verbleiben. Gleichzeitig erhielt 
Lieutenant Nolte mit zwei Zügen den Befehl, in 
südlicher Richtung, und Premierlieutenant Freiherr 
v. Stein, mit drei Zügen in westlicher Richtung 
mindestens bis zum Kiango vorzugehen. Lientenant 
Nolte kehrte am Abend desselben Tages zurück. 
Er hatte erst am Kiango Widerstand gefunden und 
denselben gebrochen. Der Feind hatte Verluste, sechs 
Dörfer waren zerstört und Kleinvieh erbeutet. Pre- 
mierlieutenant Freiherr v. Stein kam erst am 20. 
mittags zurück. Er war sechs Stunden in westlicher 
Richtung marschirt. Nach Ueberschreitung des Kiango- 
flusses war er bei dem großen Dorfe Quamalumba 
auf heftige Gegenwehr gestoßen, drei Soldaten waren 
schwer verwundet. Die Bulis waren nicht gefolgt, 
doch hatten sie ihre Stellung behauptet. Infolge- 
dessen marschirte die gesammte Expedition tags darauf 
auf dem Wege nach Quamalumba ab. Zwei der 
gefangenen Weiber, die nicht marschfähig waren, 
wurden in Bejong zurückgelassen, die Frau des Häupt- 
lings diente freiwillig als Führerin, da sie den benach- 
barten Stämmen die Schuld an dem Kriege beimaß. 
Das Herstellen des zerstörten Ueberganges über den 
Kiangofluß und die vorgerückte Stunde nöthigte zum 
Verbleiben in dem schon vorher zerstörten Orte 
Kangasana. An diesem Tage fielen nur einzelne 
Schüsse. Am 22. wurde bei Tagesanbruch der Kiango 
ßübberschritten und der Vormarsch angetreten. Die
        <pb n="542" />
        — 500 — 
Kompagnie Nolte hatte die Avantgarde. Da die 
Trägerkolonne auf dem engen Wege nur langsam 
vorwärts kommen konnte und der Marsch durch 
weitere größere Wasserläufe aufgehalten wurde, so 
eilte ich mit der Avantgarden-Kompagnie kurz voraus. 
Unweit der Farm Quamalumba erhielten wir heftiges 
Feuer von der linken Seite, das erwidert wurde. 
Unmittelbar darauf wurde weitermarschirt, da der 
Feind nach der Feuerabgabe gewichen war. Als wir 
dann die umfangreichen Farmen der Ortschaft erreich- 
ten, entspann sich hier ein anhaltendes Feuergefecht, 
in welchem langsam aber stetig der Feind zurück- 
gedrängt wurde. " 
Die großen durcheinanderliegenden Baumstämme 
mit ihren Aesten bildeten im Verein mit der Vege- 
tation ein Hinderniß, welches einen Anlauf mit der 
blanken Waffe ausschloß und zu dieser Kampfart 
nöthigte. Infolge dieses Umstandes ist auch der 
Verlust des Feindes nicht festzustellen, da alle Ge- 
troffenen fortgeschleppt werden konnten. Nur Blut- 
spuren gaben Anhalt. Diesseits wurden drei Soldaten 
verwundet. Noch vor Eintreffen der zweiten Kom- 
pagnie wich der Feind, von starken Patrouillen ver- 
folgt. In den beiden folgenden Tagen wurde von 
hier aus die ganze Umgebung durchstreist. Hierfür 
wurde nunmehr der größere Theil der Besatzung 
von Bipindi wieder herangezogen, da Quamalumba 
an die Ngumbalandschaft grenzt. 
Am 25. Januar wurde das Lager nach einer etwa 
eine Stunde weiter westlich gelegenen größeren Ortschaft 
gleichen Namens verlegt. Diese bot durch ihre Lage, 
Farmen und guten Häuser Vortheile. Hier erfolgte 
von den Bulis gegen 11 Uhr vormittags von zwei 
Seiten ein heftiger Angriff auf das Lager. Obschon 
nur zwei Züge zur Stelle waren, die vier anderen 
befanden sich auf Streifpatrouillen, wurde der Feind 
nach ungefähr ¼ stündigem Feuergefecht unter Verlust 
zurückgeworfen. Die sofort nachdringenden Patrouillen 
beschleunigten seine Flucht. Diesseits war ein Soldat 
verwundet. An demselben Morgen hatte die ostwärts 
entsandte Patrouille Erfolg gehabt, sie hatte einen 
Zufluchtsort der Eingeborenen aufgestöbert, und waren 
drei Bulis bei dem sich entspinnenden Kampfe ge- 
fallen. Ein Soldat wurde hierbei schwer verwundet. 
Am 26. erhielten nur die Patrouillen Feuer. 
Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät 
des Kaisers wurde von den im Lager befindlichen 
drei Zügen unter präsentirtem Gewehr das Hurrah 
auf Seine Majestät den Kaiser ausgebracht, und er- 
hielten alle Soldaten den für diesen Tag mitgeführten 
Reis, Tabak und etwas Rum. Die an denselben 
Tage nördlich entsandte Patrouille hatte nur einige 
Schüsse gewechselt. Hingegen war die westnordwestlich 
vorgetriebene Patrouille des farbigen Unteroffiziers 
Boari auf heftigen Widerstand gestoßen. Boari mußte 
nach längerem Gefecht zurückgehen, ohne eine hoch- 
gelegene scharf vertheidigte Ortschaft nehmen zu 
können. Daher rückte ich am 28. Jannar frühmorgens 
mit allen verfügbaren Mannschaften, zwei Zügen der 
ersten und einem Zug der zweiten Kompagnie, dazu 
  
Lieutenant Nolte und Oberarzt Dr. Lichtenberg 
in dieser Richtung ab. Nach 4½ stündigem Marsch 
und Passiren von drei Ortschaften erreichten wir den 
auf hohem steilen Berge gelegenen Ort. Wir fanden 
ihn von den Eingeborenen geräumt. Einzelne zurück- 
gebliebene Leute wurden durch Feuerabgabe schnell 
verscheucht. Wahrscheinlich war der Verlust des 
gestrigen Tages die Veranlassung zur Aufgabe der 
Gegenwehr. 
Nach Aussagen der Ngumbaleute war dies der 
frühere Ngumbaort Matemape. Von den Burlis 
wurde er nach dem Häuptling Wellekuma genannt. 
Von hier aus wurde in den folgenden Tagen die 
nächste Umgebung von Feinden gesäubert. 
Am 31. Januar wurde durch eine starke Streif- 
patronille der in Westnordwest etwa vier Stunden 
entfernt liegende Ort Missimanje genommen. Hierbei 
wurden mehrere Bulis erschossen und ein Soldat 
schwer verwundet. Der Ort Missimanje liegt schon 
in der großen Niederung, welche westlich der Mate- 
mapeberge beginnt, und ist die am weitesten nach 
Westen vorgeschobene Ansiedelung. Die Farmen sind 
noch neu und liefern infolgedessen wenig Nahrungs- 
mittel. 
Die Bulis hatten nach der Einnahme von Missi- 
manje den offenen Widerstand aufgegeben und hatten 
sich in ihre Verstecke im Busch zurückgezogen. Zur 
Anlage ihrer Verstecke hatten sie keine Mühe gescheut. 
So waren namentlich nach der Seite nach Bipindi 
und nach dem Regierungswege, von der wir erwartet 
worden waren, neue Wege angelegt, welche tagelang 
im Kreise herumführten. Durch das zu beiden Seiten 
des neu angelegten Weges aufgeschichtete Gestrüpp 
waren die Eingänge der eigentlichen Pfade, welche 
zu den in Schluchten und Sümpfen versteckten Zu- 
fluchtsorten führten, sorgfältig verborgen. Ihre 
Weiber und den werthvolleren Besitz, wie Vieh und 
dergleichen, hatten die Eingeborenen zu verwandten 
Stämmen tageweit ins Innere geschickt. Unter diesen 
Verhältnissen konnte nur eine dauernde Besetzung der 
großen Dörfer mit ihren Farmen und ein reger 
ununterbrochener Patrouillengang die Eingeborenen 
mürbe machen. Daher verblieb die Truppe in ihrer 
Theilung, und zwar: Stab und erste Kompagnie in 
Matemape, ein Zug in Missimanje. Zweite Kom- 
pagnie und Lazareth in Quamalumba, ein Zug in 
der zuerst erreichten Ortschaft Quamalumba. So 
vertheilt, verblieb die Truppe bis zum 15. Februar. 
In den ersten Tagen des Februar kamen nur 
kleinere Zusammenstöße vor. Hierbei wurden zwei 
Soldaten verwundet. Am 5. wurde von einer Pa- 
trouille der einzige Sohn des alten Sakoihäuptlings 
Ndum gefangen eingebracht. Da mir bekannt war, 
daß Ndum nicht mitgefochten hatte, ließ ich seinen 
Sohn nur in leichten Gewahrsam nehmen. Beim 
Friedensschluß entlassen, schloß sich derselbe freiwillig 
der weiteren Expedition an. Er befindet sich zur 
Zeit in Kamerun. 
Inzwischen hatte es sich durch übereinstimmende 
Aussagen von verschiedenen angehörigen Stämmen
        <pb n="543" />
        — 501 — 
herausgestellt, daß der in der Nachbarschaft von 
Tunga auf dem rechten Lokundje= Ufer wohnende 
Häuptling Kanne einen sehr thätigen Antheil an den 
Unruhen genommen hatte. Allerseits wurde Kanne 
als Anstifter und Aufhetzer bezeichnet. Die am 
8. Februar nach Kanne entsandte Patrouille, welche 
den Häuptling fangen sollte, fand heftige Gegenwehr. 
Hierbei fielen acht Eingeborene. Auch der Häuptling 
wurde erschossen. Nach Rückkehr dieser Patrouille 
ließen die Bulis ihre Unterwerfung durch die Mfan- 
leute anmelden. Am 14. erschien der Sakoihäuptling 
Bejong, zwei Gesandte des Sakoihäuptlings Ndum 
und fünf Jenjokhäuptlinge mit vielen Leuten. Sie 
versicherten ihre Unterwerfung und versprachen, sich 
allen Bedingungen zu fügen. Nicht erschienen waren 
die Sakoihäuptlinge Wellekuma und Missimanje. 
Bejong gab an, daß er seit dem letzten Gefecht jede 
Verbindung mit denselben verloren hätte. Er würde 
sie suchen lassen, doch würden dieselben vor fünf 
Tagen wohl nicht erscheinen können. Außer diesen 
beiden fehlte noch der Jenjokhäuptling Mavu. 
Als Friedensbedingung wurde den Bulis, neben 
dem in erster Linie geforderten persönlichen Erscheinen 
aller Häuptlinge, die Reinigung des Regierungsweges 
von Bipindi nach Kribi auferlegt. Außerdem mußten 
sie insgesammt 70 Stück Vieh bezahlen. 
Mit der Reinigung dieses Weges, der bereits 
wieder sehr verwachsen und durch umgestürzte Baum- 
stämme vielsach versperrt war, mußte in 14 Tagen 
begonnen werden. Z 
Da es im Interesse des Gouvernements lag, daß 
die Bulisache in der Nähe der großen Straße möglichst 
bald und rund zum Abschluß kam, gab ich den Bulis 
bekannt, daß die Truppe erst bei vollständiger Zahlung 
ihr Land verlassen würde. Für die Ausführung der 
Wegearbeit sollte eine von mir noch zu bestimmende 
Anzahl von Geiseln haften. Vorerst wurde den Bulis 
nur ein Waffenstillstand bis zum 2. März bewilligt. 
Diesen Verhandlungen wohnten viele Ngumba= und 
Mfanhäuptlinge bei. Alle, auch die Bulihäuptlinge, 
verblieben nachts im Lager. 
An 15. Februar wurde die zweite Kompagnie 
hierhin herangezogen, da es in Quamalumba anfing 
an Nahrungsmitteln zu fehlen. Hier gewährleisteten 
die verschiedenen Farmen, die militärisch bewacht 
wurden, für längere Zeit ausgiebige Verpflegung. 
Der Ort Matemape liegt sehr hoch auf einem 
nach Westen steil abfallenden Gebirgsstock, der sich 
im Allgemeinen wohl an 200 m über das westlich 
liegende Berg= und Hügelland erhebt. Nördlich findet 
dieser Gebirgsstock seinen Abschluß in den mächtigen 
Erhebungen der Bakokoberge. Nach Süden zu scheint 
er in mehreren steilen Gebirgsrücken zu verlaufen. 
Von dem Orte Matemape aus erblickt man bei 
klarrem Himmel in weiter Ferne zwei auffallend ge- 
formte Bergkuppen, die in der Nähe von Lolodorf 
liegen. Daher eignet sich dieser Platz zu einer geo- 
graphischen Aufnahme, und ließ ich den Platz selbst 
und eine oberhalb des Dorfes gelegene Kuppe durch 
Träger und Soldaten während des Wasffenstillstandes 
  
freischlagen. Premierlieutenant Freiherr v. Stein 
wurde beauftragt, Peilungen anzustellen und diesen 
Punkt behufs Ortsbestimmungen in Aussicht zu nehmen. 
Am 20. Februar abends erschien der Häuptling 
Wellekuma und tags darauf der Häuptling Missi- 
manje. Am 22. kam der Häuptling Bejong, der 
noch nicht erschienene Jenjokhäuptling Mavu und 
andere. Sie brachten Anzahlungen und baten um 
längere Zahlungsfrist, da sie ihr Vieh sehr weit 
weggetrieben hätten. Der Sakoihäuptling Bejong 
zeigte an, daß er bereits morgen mit seinen Leuten 
zum Reinigen des Regierungsweges abmarschire, was 
sich als richtig herausstellte. Auch Missimanje und 
Wellekuma brachten Theilzahlungen in Gummi und 
Elfenbein. Am 2. März schloß ich mit allen nun- 
mehr anwesenden Häuptlingen endgültig Frieden, 
mußte aber in den folgenden Tagen noch Maßregeln 
gegen säumige Zahler ergreifen. Auch mußten die 
Jenjoks zur Wegearbeit angehalten werden. 
Am 3. März sandte ich Lieutenant Nolte zum 
Antritt seines Erholungsurlaubs mit den Kranken 
und Verwundeten zur Küste. Lazarethgehülfe Bau- 
mann und Unteroffizier Luck waren dem Transport 
angeschlossen. 
Den 7. März meldete mir der auf dem Marsche 
nach Yauünde befindliche Premierlieutenant Dominik, 
daß etwa 100 Bulis an dem Regierungswege ar- 
beiteten. 
In den folgenden Tagen liefen die Restzahlungen 
ein. So wurde trotz verschiedener neuer Pocken- 
erkrankungen der Abmarsch am 12. März nach Bipindi 
angetreten. Wegen der zahlreichen Kranken konnten 
nur kleine Märsche gemacht werden, und benutzte ich 
diesen Umstand zu einem Abstecher in Begleitung 
von füuf farbigen Soldaten zu dem Bakokohäuptling 
Pekim. Pekim wohnt auf dem rechten Lokundje-Ufer, 
etwa drei Stunden unterhalb von Bipindi. Dieser 
Häuptling hatte bisher, eingedenk älterer Sünden, 
jede Berührung mit Regierungsangehörigen zu ver- 
meiden gewußt. Vorher durch seinen Schwiegersohn, 
den Häuptling Tunga, verständigt, daß er nichts zu 
fürchten habe, erwartete mich Pekim in seinem Dorse, 
versicherte seine Ergebenheit und brachte reiche Ge- 
schenke. Er hatte für den folgenden Tag alle seine 
Unterhäuptlinge und Leute zu meiner Begrüßung 
zusammengerufen. Ich fand mehrere hundert Bakokos 
versammelt, die alle ihre Unterwerfung durch Ge- 
schenke und Versicherung zum Ausdruck brachten. 
Pekim erhielt neben dem angemessenen Gegengeschenk 
für sich und seine Leute die erbetene deutsche Flagge 
und den Schutzschein. Er versprach, nunmehr stets 
ein treuer Anhänger des Gouvernements zu sein. Von 
Pekim begab ich mich direkt nach Tungadorf. Hier 
hatte inzwischen die Expedition unter Führung des 
ältesten Offiziers Quartier bezogen. Die Kranken 
und der allgemeine Gesundheitszustand der Truppe, 
der durch die schlechte Unterkunft in Matemape ge- 
litten hatte, nöthigten zu mehrtägigem Aufenthalt. 
Am 19. März passirten hier zwei weiße Kauf- 
leute von den Firmen der Küste durch, welche sich
        <pb n="544" />
        in das Hinterland von Bane begeben wollten. An 
demselben Tage kam auch die Nachricht von dem 
Anmarsche des Lieutenants v. Glisczinski. Der- 
selbe traf am 31. mittags ein. 
Während des Aufenthalts in Tunga war es mir 
vergönnt, zum ersten Male mehrere Leute des bisher 
nur dem Namen nach bekannten Zwergvolkes der 
Bakellis zu sehen. Die Bakellis bewohnen den west- 
lichen Urwaldgürtel und kommen hauptsächlich im 
Ngumba-, Bakoko= und Buligebiet vor. Nach wieder- 
holter Aufforderung brachte mir Tunga einen Häupt- 
ling und sieben Männer dieses Volkes. Ich habe 
die Körpergröße dieser acht Leute gemessen, die von 
1,45 bis 1,60 m varürt. Die Bakellis haben sich 
augenscheinlich schon vielfach mit anderen Stämmen 
gemischt, nur bei den kleinsten Männern war die 
hellere, beinahe gelbe Hautfarbe und die eckigen, 
starkknochigen Gesichter zu bemerken. Schon während 
meines Aufenthaltes in Matemape war von einer 
Patrouille ein Bakelliweib und ein Knabe ergriffen 
worden. Nur der Knabe schien von reiner Rasse zu 
sein. Beide entwichen, absichtlich nicht streng bewacht. 
Späterhin kaufte ich in Lolodorf von einem Ngumba= 
häuptling ein ausgewachsenes Bakellimädchen frei, 
dasselbe ist 1,24 m groß; ich habe es behufs 
Messungen und Abbildung nach Kamerun gebracht. 
Die Bakellis sollen fleißige Gummisammler und 
Jäger sein, trotzdem werden sie von den anderen 
Stämmen verachtet und werden kaum als Menschen 
angesehen. Die oben erwähnte Bakelligesandtschaft 
entließ ich beschenkt, nachdem ich ihnen gesagt, daß 
sie ihre bisherige Scheu vor Weißen ablegen sollten. 
Außer diesen Leuten kamen noch Gesandte von den 
Winnjoks, einem Yaundestamm, welcher nördlich von 
Tunga zwischen Gumbas und Bakokos wohnt. 
Am 23. März erfolgte der Abmarsch von Tunga- 
dorf auf einem von Tunga auf meine Veranlassung 
neu angelegten Wege. Diese Straße geht nördlich 
des alten Regierungsweges über Ngobaiang und 
bietet den Vortheil, daß keine jähe Steigungen vor- 
kommen. Am 24. März wurde die Station Lolo- 
dorf erreicht. 
Während der Abwesenheit der Expedition hatte 
der Bulistamm der Jewols, der zwischen Lolodorf 
und der Missionsstation Eboloa wohnt, seine Unter- 
werfung angezeigt und hatte den Weg nach Eboloa 
aus eigenem Antriebe beinahe fertig gereinigt. Die 
Bane und Kame-Yaundes hatten dagegen die ihnen 
vom Premierlieutenant Freiherrn v. Stein auferlegten 
Bedingungen, namentlich in Bezug auf den Zeitpunkt, 
nicht innegehalten, hatten aber melden lassen, daß sie 
bei Wiedereintreffen der Expedition in Lolodorf sofort 
zahlen würden. Nach unserer Ankunft wurde daher 
eine Patrouille unter Führung eines zuverlässigen 
farbigen Unteroffiziers über Genoa nach Bane ge- 
sandt, um die Eingeborenen zur Erfüllung ihrer 
Verpflichtungen anzuhalten. 
Nach Eboloa ging gleichzeitig ein Schreiben an 
die dortige Mission ab mit der Aufrage, ob die 
  
502 — 
Mission irgendwie bedroht sei und ein Eingreifen 
seitens der Truppe zum Schutz derselben nöthig werde. 
Am 27. März traf der Büchsenmacher Zimmer-= 
mann und der Unteroffizier Staadt, von Yaunde 
kommend, ein mit der Meldung des Premierlieute= 
nants Dominik, betreffs Uebernahme der Yaunde- 
station. Während des Aufenthalts in Lolodorf kamen 
beinahe täglich Häuptlinge aus der weiteren Um- 
gebung, die ihre Unterwerfung anzeigten und Geschenke 
brachten. So erschienen zum ersten Male auf der 
Station Häuptlinge aus den Landschaften Mapoa, 
Quambo und Ngobaiang. Ferner erschienen die 
Genoahäuptlinge, um ihre Friedfertigkeit zu versichern, 
und viele Häuptlinge der Buli-Jewols. 
Am 2. April kam Antwort der Mission Eboloa, 
aus der hervorging, daß ein Einschreiten der Truppe 
zur Zeit nicht erforderlich sei. Am 6. April kam die 
nach Bane entsandte Patrouille zurück, begleitet von 
etwa 150 Banes und Kama-Yaundes, die Theil- 
zahlungen in Vieh brachten. Häuptling Nijurre be- 
gleitete sie. Er übergab mir die Söhne von vielen 
mächtigen Banehäuptlingen mit der Bitte, sie als 
Diener für mich und meine Offiziere zu verwenden. 
Gleichzeitig bat er um weiteren Aufschub der Zah- 
lungen. Unter diesen Verhältnissen nahm ich von 
einem nochmaligen Einschreiten im Banegebiet Abstand 
und übertrug die Regelung der weiteren Zahlung 
dem Stationschef Premierlieutenant Frhrn. v. Stein. 
Am 7. April erfolgte die Eintheilung der Truppe, 
und zwar: Als Expeditionstruppe Hauptmann 
v. Kamptz, Lieutenant v. Glisczinski, Feldwebel 
Bauch, Büchsenmacher Zimmermann, 116 farbige 
Chargen und Soldaten, in vier Zügen rangirt. 
Lieutenant v. Glisczinski wurde mit der Wegeauf- 
nahme beauftragt. 
Zur Besetzung von Lolodorf verblieben: Premier= 
lieutenant Freiherr v. Stein, Sergeant Rückert, 
Unteroffiier Hensel, 50 farbige Chargen und Sol- 
aten. 
Oberarzt Dr. Lichtenberg begab sich, da seine 
Gesundheit sehr angegriffen war, mit dem gleichfalls 
sehr kranken Sergeauten Staadt und zwölf farbigen 
Soldaten von Lolodorf direkt zur Küste. 
Am 8. April verließ die Expeditionstruppe Lolo- 
dorf und gelangte an demselben Tage nach Eposs. 
Von hier aus wurde in südlicher Richtung der 
Marsch nach Mapoa angetreten. Da die Eingebo- 
renen vorher von dem Durchmarsch verständigt waren, 
hatten sie überall die schmalen Buschwege auf 3 m 
Breite ausgehauen. Sämmtliche kleinere Wasserläufe 
waren gut überbrückt, so daß ich die meisten dieser 
Uebergänge zu Pferde passiren konnte. Das Ueber- 
setzen über den Lokundje bei dem Dorfe Ogan erfolgte 
durch zwei von Eingeborenen bereitgestellte Kanus, 
ersorderte aber bei der Kleinheit der Fahrzeuge und 
der starken Strömung des sehr angeschwollenen Flusses 
viel Zeit. In späterer Stunde erreichten wir daher 
den Ort Mapoa in der gleichnamigen Landschaft. 
Hier erwarteten uns die versammelten Häuptliuge
        <pb n="545" />
        der Landschaft, brachten die üblichen Geschenke und 
baten um Entscheidung in inneren Streitigkeiten. 
Die Landschaft Mapoa ist vom Ngumbastamm be- 
wohnt, sie ist gut angebaut und stark bevölkert. 
Viele große Wasserläufe durchziehen sie, dem Lo- 
kundje zuströmend. 
Am 10. führte uns ein kurzer Marsch nach dem 
Orte Goma, wo wir an diesem Tage verblieben. 
Hierhin kamen uns schon die Häuptlinge des an- 
grenzenden Mfanstammes entgegen, die sich zur Zeit 
der kriegerischen Unternehmung gegen die Bulis unter- 
worfen hatten. Am 11. April gelangten wir nach 
gleichfalls kurzem Marsche und Passiren von mehreren 
großen Mfandörfern nach dem Orte Kum, wo wir 
die Nacht verblieben. Der Häuptling dieses Dorfes 
hatte sich schon früher der Expedition freiwillig an- 
geschlossen und hatte durch seine Vermittelung bei 
dem Friedensabschluß mit den Sakois und Jenjoks 
Dienste geleistet. Auch waren von ihm Träger gestellt. 
Kum liegt am Kiango. Der Fluß ist dort etwa 
40 m breit und war zur Zeit tief und sehr reißend. 
Wir überschritten ihn am 12. April auf einem bei- 
nahe zwei Fuß überflutheten Baumstamme. Dann 
führte ein schmaler verwachsener Buschweg dem Fluß- 
lauf folgend durch viele tiefe Wasserlöcher und todte 
Arme in südlicher Richtung. Nach abermaligem 
Passiren eines etwa 30 m breiten, sehr tiefen Wasser- 
laufes mit sehr steilen Ufern kamen wir in das schon 
früher durchstreifte Gebiet der Jenjoks und fanden 
gegen 5 Uhr abends in dem großen geräumigen 
Jenjokdorfe Mavu Unterkunft. Der Häuptling und 
die meisten Männer dieses Dorfes waren zu der 
Arbeit am Regierungswege fortgegangen; es empfing 
uns der mir bekannte Sohn des Häuptlings. Alle 
Frauen und Kinder verblieben im Dorfe, und wurden 
reiche Geschenke gebracht. 
Am 13. April gelangten wir nach kurzem Marsch 
nach dem Orte Kienge, wo wir die Nacht verblieben. 
Hier kamen uns Gesandte aus Komaka entgegen, die 
versicherten, daß der ganze Stamm der Jemejeme 
sich unterwerfe und keinen Krieg wolle. Der Jeme- 
lemestamm ist sehr zahlreich und reicht westlich bis 
zum Mabeagebiet. Nach geringem Marsch erreichten 
wir am 14. April das große Jemejemedorf Komaka 
des Häuptlings Ngummajo. Von hier ist die Mis- 
sionsstation der amerikantschen Baptisten Efulen zehn 
Minuten entfernt. In Komaka wurde das Lager 
aufgeschlagen. In der Mission befanden sich zur 
Zeit drei Missionare mit zwei Frauen und zwei 
Kindern. Hier erfuhr ich, daß im Hinterlande von 
Campo Alles ruhig sei. Nur einige Häuptlinge auf 
dem Wege nach Groß-Batanga machten Schwierig- 
leiten, doch seien bis jetzt die Missionskarawanen, 
welche von Weißen geführt, stets ungehindert passirt, 
andere dagegen geplündert worden. Die von mir 
angebotene Stationirung einer Schutztruppe und 
weiterer militärischer Schutz wurde von der Mission 
danlend abgelehnt. 
503 
  
In den folgenden Tagen bestellte ich alle Häupt- 
linge der Jemejeme zum Palaver nach Komaka. Am 
17. und am 21. April fanden die Unterwerfungen 
statt, zu der sämmtliche Häuptlinge erschienen waren. 
Ich eröffnete denselben, daß nur ihr jetziges frei- 
williges Erscheinen mich davon abhalte, die Schul- 
digen streng zu bestrafen. Alle Häuptlinge versicherten 
nunmehr, sich jeder Störung der Straße in Zukunft 
zu enthalten. Als sichtbares Zeichen der Unterwerfung 
befahl ich den Häuptlingen, die Straße von Komaka 
nach Groß-Batanga bis zur Mabeagrenze auf 3 m 
breit freizuschlagen, und erklärte, daß ich vor Beendi- 
gung dieser Arbeit ihr Gebiet nicht verlassen würde. 
Der Lebensunterhalt während dieser Zeit für die 
ganze Expedition sei unentgeltlich zu liefern. Am 
23. April erfolgte von Komaka der Abmarsch in 
westlicher Richtung zur Küste. Da die Bevölkerung 
die Wegearbeiten noch nicht beendet hatte, verblieb 
die Truppe auch noch den folgenden Tag in Bilobi. 
Am 25. April erreichten wir nach Ueberschreitung 
des sehr wasserreichen Kribiflusses das große Dorf 
Etanga des Häuptlings Nban. Hier verblieben wir 
aus gleicher Veranlassung bis zum 29. Alle Buli- 
ansiedelungen westlich Etanga sind neuen Ursprungs. 
Die Hütten sind noch sehr primitiv, die Farmen 
jung und liefern daher geringes Erträgniß. Große 
Buschstrecken trennen die neu angelegten Dörfer 
von den älteren Niederlassungen. 
Am 29. April wurde das Dorf Abessule des 
gleichnamigen Häuptlings nach Passiren einer großen 
Urwaldstrecke erreicht. Hier war die Wegereinigung 
bei den großen Entfernungen und bei der geringeren 
Arbeiterzahl der neuen Dörfer wenig vorwärts ge- 
kommen. Die kleinen Orte und die für eine so große 
Expedition nicht ausreichende Menge von Nahrungs- 
mitteln nöthigten zur Theilung der Truppe. Ein 
Zug wurde unter dem farbigen Feldwebel Mussa 
nach Akok zurückgesandt, während Lientenant 
v. Glisczinski mit Feldwebel Bauch und einem 
weiteren Zug in Abessule verblieb. Ich selbst mar- 
schirte mit der Masse der Expedition am 30. April 
nach Nkoletanga. Dort ließ ich einen Halbzug unter 
einem zuverlässigen farbigen Unteroffizier zurück und 
erreichte am 2. Mai den großen Mabegort Bionjie, 
in dem die ganze Expedition gute Unterkunft und 
reiche Verpflegung vorfand. Dies war um so nöthi- 
ger, als in den letzten Tagen die Regenzeit voll 
eingesetzt hatte und die bisherige gedrängte Unterkunft 
nachthcilig auf den Gesundheitszustand der Farbigen 
einwirkte. In dieser Vertheilung blieb die Truppe, 
bis der Weg von den Bulis fertiggestellt war. 
Zeitweilige Festnahme einiger Häuptlinge vermehrte 
den Druck und beschleunigte die Arbeit der Ein- 
geborenen. 
Da ich kurz nach meiner Ankunft im Schutz- 
gebiete am 14. Januar 1895 persönlich in Groß- 
Batanga die Klagen der Mabealeute über die Bulis 
angehört hatte, ersah ich, daß damals die Mabea- 
leute vielfach ganz falsche Angaben gemacht hatten.
        <pb n="546" />
        Ich versammelte deswegen die Mabeahäuptlinge zum 
Palaver, dem auch auf meinen Befehl mehrere Buli- 
häuptlinge beiwohnten. Hier hielt ich ihnen ihre 
damaligen Lügen vor und gab ihnen auf, im An- 
schluß an die Wegearbeit der Bulis den Weg nach 
Groß-Batanga wie auch den Weg nach Wasserfall 
freizuschlagen. Auf diesem neu gereinigten Wege 
trat ich nach Heranziehung sämmtlicher Detachirungen 
am 9. Mai den Marsch nach Kribi an. In Kribi 
fanden sich noch mehrere Bulihäuptlinge, die mir 
nachgeeilt waren, ein, um sich den Schutschein zu 
holen. Unter Anderem meldete mir der Sakci- 
häuptling Bejong die Vollendung der Reinigungs- 
arbeiten an dem Regierungswege nach Bipindi. Er 
erhielt nunmehr die erbetene deutsche Flagge und 
den Schutzschein. Auch eine Gesandtschaft des Bakoko- 
häuptlings Pekim versicherte die Ergebenheit ihres 
Volkes. Am 16. wurde die Truppe auf dem Dampfer 
„Nachtigal“ eingeschifft und traf am 17. Mai d. Is. 
wieder in Kamerun ein. 
  
Unruhen. 
Durch den M'pangwestamm der Sassongo und 
seine Verbündeten sind im Frühling bei Campo leichte 
Unruhen verursacht worden. Als auf die Nachricht 
davon die Kaiserliche Schutztruppe nach Campo ge- 
schickt wurde und die Ruhestörer angriff, haben diese 
nach schwachem Widerstande die Flucht ergriffen. 
Man erwartete Anfang Juli Friedensverhandlungen. 
  
Deutsch-Züdweltafrika. 
Ueber die Bekämpfung der Rinderpest in Deutsch- 
Lüdwestafrika“) 
hat Herr Oberstabsarzt Professor Dr. Kohlstock in 
der Berliner militärärztlichen Gesellschaft am 20. Juni 
1898 folgenden Vortrag gehalten: 
Redner gab als Einleitung eine kurze Charak- 
teristik der Rinderpest. Dieselbe befällt alle Rind- 
viehgattungen und großen Antilopenarten in schwerer 
Form (Mortalität 95 pCt.); Schafe und Ziegen 
werden gleichfalls ergriffen, zeigen jedoch leichten, 
meistens nur durch charakteristische Fieberkurve er- 
kennbaren Verlauf. Die Infektionsträger sind die 
Ausscheidungen der kranken Thiere, das schleimig 
eitrige Nasensekret und die Darmentleerungen sowie 
das Blut. Die Uebertragung geschieht vorwiegend 
durch Berührung kranker mit gesunden Thieren, 
durch Vermittelung aller anderen mit diesen in Ver- 
kehr kommenden Vierfüßler, besonders Schafe, Zie- 
gen und Hunde, durch den Menschen, durch infizirte 
Weide, infizirte Wasserstellen. Die natürliche Ver- 
nichtung des Rinderpest-Virus wird bewirkt durch 
*) Aus der „Deutschen Militärärztlichen Zeitschrift", 
1898. 
504 
  
energische Austrocknung, Feuer, afrikanische Sonne. 
Die Inkubationszeit beträgt drei, höchstens vier Tage. 
Das erste charakteristische Krankheitszeichen ist Fieber, 
das, am vierten Tage einsetzend, sechs Tage lang 
kontinuirlich mit Temperaturen bis zu 42° C. oder 
remittirend verläuft; der Tod erfolgt gewöhnlich am 
Abend des sechsten oder Morgen des siebenten Tages 
unter Kollapstemperatur. Am zweiten Krankheits- 
tage treten äußerlich wahrnehmbare Krankheits- 
erscheinungen: Augenthränen, schleimig eitriger 
Nasenausfluß, Durchfall auf. Der letztere wird all- 
mählich profus und steigert sich zu wässerigen oder 
blutigen und mit Schleimhautfetzen vermischten Aus- 
leerungen. Gegen Ende der Krankheit thun sich die 
Thiere schmerzlich stöhnend nieder, um mit seltwärts 
geneigtem Kopf zu verenden. Die Obduktion ergiebt 
in der Hauptsache schwere entzündliche Veränderungen 
im Verdauungsapparat vom vierten Magen bis zur 
Aftermündung sowie auf der Nasenschleimhaut. Die 
Gallenblase ist in der Mehrzahl der Fälle erweitert 
und enthält bis zu 1500 cem Galle. Die letztere 
ist durch die Kochsche Entdeckung zum Rettungs- 
mittel für Millionen von Rindern in Südafrika und 
Südwestafrika geworden. Koch fand, daß 10 cem 
Rinderpest-Galle, einem gesunden Rinde unter die 
Haut (neben dem Sternum) gespritzt, eine spätestens 
am zehnten Tage nach der Einspritzung eintretende 
Immunität gegen die Rinderpest erzeugten. Die 
geimpften Thiere bekamen an der Injektionsstelle 
eine bis kindskopfgroße Anschwellung, welche am 
zweiten Tage nach der Impfung eintrat und in 
spätestens 10 Tagen zu schwinden pflegte. Andere 
Reaktionserscheinungen traten nicht auf. Die erzielte 
Immunität war so stark, daß die ersten immunisirten 
Rinder noch vier Wochen nach ihrem Beginn die 
Einspritzung von 40 cem Rinderpestblut vertrugen, 
ohne zu erkranken. Dabei ist zu bemerken, daß 
½/800 Ccm Rinderpesthlut ausnahmslos genügt, um 
bei einem nicht geimpften Rind stets tödlich ver- 
laufende Rinderpest zu erzeugen. Redner beschrieb 
sodann die Technik der Gallenentnahme, der Impfung, 
der Kontrolimpfung mit Rinderpestblut zur Fest- 
stellung der Immunität; er erwähnte besonders, daß 
in ihrer immunisirenden Wirksamkeit am zuverlässigsten 
sich bakterienfreie, geruchlose Galle von dunkelgrüner 
Farbe, welche beim Schütteln einen grünlich-weißen 
Schaum gebe, erwiesen habe. Solche Galle erhält 
sich in sterilisirtem Gefäß, luftdicht verschlossen, vor 
Sonnenlicht geschützt und kühl bis zur Temperatur 
von 8°% C. aufbewahrt drei bis vier Tage, im Eis- 
schrank bis 20 Tage wirksam. 
Geh. Rath Koch gab, sobald das von ihm ent- 
deckte Impfverfahren in größerem Maßstabe erfolg- 
reich Verwendung gefunden hatte, der deutschen 
Reichsregierung die Anregung, durch Redner das- 
selbe auch für Deutsch-Südwestafrika nutzbar zu 
machen. Als Redner den daraufhin ihm gewordenen 
Weisungen zufolge seine Reise nach genanntem 
Schutzgebiet antrat, war die Sachlage in den süd-
        <pb n="547" />
        afrikanischen Staaten folgende: Die von Geh. Rath 
Koch und nach ihm vom Redner vorgenommenen 
Impfungen hatten durchweg volle Immunität der 
geimpften Rinder, ohne daß dieselben andere Er- 
scheinungen als die geschilderte Schwellung gezeigt 
hätten, erzielt. 
Dagegen waren aus verschiedenen Theilen Süd- 
afrikas Mittheilungen laut geworden, daß die 
Gallenimpfung häufiger bei vorher gesunden bezw. 
der Rinderpest unverdächtigen Thieren Rinderpest 
erzeugt habe. Andererseits war berichtet worden, 
daß gallengeimpfte Thiere ein bis zwei Monate nach 
der Impfung sich gegen Rinderpestinfektion nicht 
mehr immun erwiesen hätten. Die erstere Erschei- 
nung mußte nach den eigenen Erfahrungen auf 
mangelhafte Sorgfalt beim Impfgeschäft, besonders 
bei Trennung der geimpften Thiere vor Eintritt der 
Immunität von kranken bezw. verdächtigen Rindern, 
geschoben werden. Trotzdem beschloß Redner, bei 
Ausführung des Impfgeschäftes in Deutsch-Südwest- 
afrika alle schwachen, alten und kranken Thiere, von 
denen behauptet wurde, daß sie nach der Impfung 
schwere allgemeine Rinderpesterscheinungen zeigen 
könnten, von den übrigen Thieren streng gesondert 
zu impfen. 
Auf Grund der zweiten Mittheilung infizirte 
Redner vier Kontrolthiere der Herde, welche drei 
Monate zuvor von Geh. Rath Koch selbst mit Galle 
geimpft worden waren, mit tödlichen Dosen Rinder- 
pestbluts; dieselben sind gesund geblieben. Auch 
trotz dieses Ergebnisses beschloß Redner, auf die 
Dauer der reinen Gallenimmunität bezw. eine Ver- 
stärkung der letzteren seine besondere Aufmerksamkeit 
zu richten. Nachdem Redner in Kapstadt seine 
wissenschaftlich-praktische Ausrüstung zusammengestellt 
hatte, fuhr er nach dem Hafenplatz Deutsch-Süd- 
westafrikas Swakopmund, wo er Ende Mai 1897 
eintraf. Hier fand er folgende Sachlage: Gleich 
nach Bekanntwerden des Auftretens der Rinderpest 
in Südafrika hatte die Regierung Sperr= und Beob- 
achtungsmaßnahmen an der gefährdeten Grenze ge- 
trosen. Trotzdem war die Rinderpest über die 
Nordostgrenze hereingebrochen und war, von dort, 
durch einen Frachtfahrer verschleppt, Anfang April 
bei Windhoek aufgetreten. Zuerst nicht erkannt, war 
sie nach Eintreffen der ersten Kochschen Berichte mit 
naalknimpfung bekämpft worden. Es wurde durch 
! düe eine größere Anzahl Rinder gerettet, dem 
Cur ringen der Seuche nach der Küste jedoch kein 
inhalt gethan. Dieselbe war Ende Mai 1897 bis 
Bwbtie, drei Tagemärsche von der Küste, gelangt. 
ner entwarf für sein Vorgehen folgenden Plan: 
1. Gewinnung eines Platzes an der Pestgrenze 
wo mit größter Schnelli kei # · ig 3 / 
aushubilden sind chnelligkeit möglichst viel Impfer 
6 2. In erster Linic möglichst schnelle Impfung 
vezes en gesammten Verkehr vermittelnden Zug- 
505 
  
—— 
3. Eintheilung des verseuchten und gefährdeten 
Gebiets im Impfbezirke mit je einer Centralstation, 
von der die Leitung und Kontrole des Impf- 
geschäftes, mikroskopische Untersuchung von Galle und 
Rinderpestblut (letzteres zu Kontrol= bezw. Nach- 
impfungen bestimmt) sowie Versendung des Impf- 
stoffes ausgeführt werden. (Für die Gallengewin- 
nung mußte die große Anzahl rinderpestkranken 
Viehes als ausreichend angesehen werden, und war 
nach den Erfahrungen in Südafrika anzunehmen, daß 
ein an Rinderpest eingegangenes Thier durchschnitt- 
lich genügend Impfstoff zur Immunisirung von 25 
anderen Rindern lieferte.) 
4. Neben der Impfung einhergehend möglichst 
schnelle, mit aller Energie zu betreibende Ausrottung 
des Rinderpest-Ansteckungsstoffes durch geeignete 
Sperr= und Desinfektionsmaßnahmen (besonders 
Verbrennen der verendeten Thiere, Abbrennen ver- 
seuchter Weideplätze, Desinsektion von Wasserstellen, 
Desinfektion von Menschen, Vieh und leblosen Gegen- 
ständen, welche mit der Rinderpest in Berührung 
gekommen waren, Hundesperre). 
5. In Anbetracht der Panik und hochgradigen 
Erregung der Bevölkerung kein Impfzwang auf 
Grund der Ucberzeugung, daß nach den ersten Er. 
gebnissen der Impfung und der sie begleitenden 
Maßnahmen dic Bevölkerung allen Anordnungen sich 
fügen würde. 
Redner sandte von Swakopmund gleich nach 
seinem Eintreffen Reiseplan und Impfinstruktion nach 
Windhvek und brach selbst zwei Tage später in Be- 
gleitung des Distriktschefs von Swakopmund, Haupt- 
mann v. Perbandt, des Regierungsarztes Lübbert, 
sowie mehrerer schon hier zum Impfgeschäft aus- 
ersehenen Personen nach Tsaobis auf. Auf dem 
Wege dorthin konnte er bereits in Modderfontein 
den ersten Rinderpestfall feststellen, seiner Begleitung 
demonstriren sowie geeignete Isolirungsmaßnahmen 
für 25 am Platze befindliche Ochsengespanne (zu je 
24 Ochsen) treffen. Durch diese und nachfolgende 
Impfung ist der größte Theil der Ochsengespanne 
in Modderfontein gerettet worden. In Tsoobis 
wurde in einer ausgedehnten Schlucht der erste 
größte Rinderpestherd gesunden. In drei Tagen 
konnte hier eine größere Anzahl Impfer ausgoebildet 
werden, nachdem bereits am Tage des Eintreffens 
bei den zahlreichen in der Umgebung befindlichen 
Gespannen mit dem Impyfgeschäft begonnen wor- 
den war. )Y 
Nach Einrichtung der ersten Impfstation in 
Tsaobis und Uebergabe derselben nebst dem dazu 
bestimmten Impfbezirk an den Regierungsarzt 
Lübbert begab sich Redner weiter mit dem ihm 
vom Landeshauptmann entgegengesandten Stellver- 
treter desselben, Regierungsrath v. Lindequist, 
nach Otjimbingue. Nachdem hier zuerst die erregten 
Gemüther der ziemlich zahlreich ansässigen Europäer 
beruhigt waren, richtete Redner eine zweite Central= 
station mit dem dazu gehörigen Impfbezirke ein und
        <pb n="548" />
        — 506 
unterstellte dieselbe dem Ober-Landmesser Dürr- 
ling, welcher schon vor seiner Ankunft mit dem 
Impfgeschäft begonnen hatte; derselbe war in der 
mikroskopischen Gallenuntersuchung von ärztlicher 
Seite bereits ausgebildet. Redner kam in Otjim- 
bingue zum ersten Mal zur Ueberzeugung, daß die 
von ihm in Angriff genommene Ausführung des 
Kochschen Impfverfahrens mit sorgfältiger Kontrole 
der Impfthiere durch Temperaturmessung vor und 
nach der Impfung mit gutem Personal praktisch 
vollkommen durchführbar sei. Gerade der Tempe- 
raturmessung, durch welche es ermöglicht wird, 
rinderpestkranke Thiere schon im ersten, rein fieber- 
haften Stadium der Krankheit von gesunden zu 
trennen, ehe sie die letzteren durch ihre Ausscheidungen 
infiziren können, mißt Redner einen großen Theil 
seiner guten Impfergebnisse bei. 
Von Otjimbingue rückte Redner weiter gegen 
Windhoek vor, von Station zu Station die Maß- 
nahmen gegen die Rinderpest organisirend. In der 
Umgebung von Windhoek fand er eine große Anzahl 
von Gespannen und Herden, die theils schon geimpft, 
theils noch in der Impfung begriffen waren. Nach 
Regelung des Impfverfahrens hier und Kontrole 
sämmtlicher geimpften Bestände begab sich Redner 
nach Windhoek selbst. Bei seiner letzten Kontrole 
hatte Redner sich überzeugt, daß thatsächlich in ver- 
schiedenen mit Galle geimpften Gespannen bezw. 
Herden in der Umgebung Windhoeks Rinder vier 
Wochen nach der Impfung wieder rinderpestkrank 
geworden waren. Diese Beobachtung brachte ihn 
zu dem Entschluß, die reine, allmählich abnehmende 
Gallenimmunität durch Infektion der gallengeimpften 
Rinder mit Rinderpestblut zu erhöhen. Der Zeit- 
punkt für diese Infektion mußte so gewählt werden, 
daß die Impflinge auf dieselbe mit abgeschwächter 
Rinderpesterkrankung reagirten und durch Ueber- 
stehen derselben vermöge des noch vorhandenen 
Gallenimpsschutzes die höchstmögliche Immunität er- 
warben. 
Dieses Verfahren ist überall, soweit die Macht- 
befugniß des Redners gereicht hat, in Deutsch-Süd- 
westafrika durchgeführt worden, und zwar ist der 
größte Theil der mit Galle geimpften Rinder zwischen 
dem 20. bis 100. Tage, der Durchschnitt am 
50. Tage nach der Gallenimpfung mit Ninderpestblut 
(1 bis 10 cecm pro dosi) nachgeimpft worden. 
Die nachgeimpften Thiere reagirten auf die Nach- 
impfung mit Temperatursteigerung bezw. leichten 
äußerlich wahrnehmbaren Krankheitserscheinungen. 
Abgesehen hiervon ist eine nicht unbeträchtliche An- 
zahl von Rindern so hoch wie möglich dadurch im- 
munisirt worden, daß dieselben vor Eintritt der 
vollen Gallenimmunität mit Rinderpest infizirt, ab- 
geschwächte Rinderpest durchmachten. Zwei Wege 
zum gleichen Ziel! In Windhoek angelangt, stellte 
Redner in Konferenz mit dem Landeshauptmann und 
anderen leitenden Organen den dringenden Antrag, 
die vorstehend skizzirte Doppelimpfung zur Durch- 
  
führung zu bringen und vor allen Dingen zunächst 
für die Zugochsen obligatorisch zu machen. Nach 
Zustimmung der Regierung ist es Redner gelungen, 
die von ihm beantragte Doppelimpfmethode, wenn 
auch nach Ueberwindung vielseitigen Widerstandes 
seitens der europäischen und eingeborenen Bevölke= 
rung, durchzuführen. 
Ein zweites Ergebniß der ersten Konferenz mit 
dem Landeshauptmann war die Errichtung einer 
wissenschaftlichen Station zur Untersuchung von Vieh- 
seuchen (besonders Rinderpest, Lungenseuche, Pferde- 
sterbe) in Gammams bei Windhoek. Diese Station 
ist inzwischen nach den Angaben des Redners ge- 
baut und, mit vortrefflichem Laboratorium ausge- 
stattet, in Betrieb gesetzt worden. Von Windhoek 
begab sich Redner nach Okahandja, dem Hauptplatz 
der Hereros, um hier hauptsächlich die der Impfung 
widerstrebenden Herero-Kapitäne gefügig zu machen 
und eine neue Impscentrale mit mikroskopischer 
Untersuchungsstation einzurichten. Dies gelang. 
Redner kehrte darauf nach Swakopmund zurück, alle 
getroffenen Einrichtungen revidirend und kontrolirend; 
in Swakopmund verhinderte er, daß die Rinderpest 
durch Schiffsverkehr verschleppt wurde, frischte seine 
durch reichliche Abgabe von Instrumenten, Appa- 
raten 2c. zusammengeschmolzene Ausrüstung, nament- 
lich mit Injektionsspritzen, Thermometern und meh- 
reren Mikroskopen wieder auf und begab sich dann 
zu mehrwöchentlichem Aufenthalt zunächst nach Otjim= 
bingue. Hier wurde besonders die Blutnachimpfung 
des Zugviehes, dem sich bald auf eigenen Antrieb 
der Besitzer auch die des Herdenviehs anschloß, 
durchgeführt. Das Ergebniß war, daß acht Wochen 
nach Eintreffen des Redners in Deutsch-Südwest- 
afrika allein in Otjimbingue 2000 mit Galle und 
Rinderpestblut geimpfte Zugochsen für den Verkehr 
wieder bereit standen. Von Otjimbingue nach Wind- 
hoek zurückgekehrt, betrieb Redner im Verein mit 
Roßarzt Rickmann auch hier energisch die Blutnach- 
impfung und setzte darauf dieselbe in Rehoboth, der 
Hauptstadt des Bastardlandes, deren Bewohrer sich 
auch dagegen sträubten, durch. Die letzten Monate 
seines Aufenthalts in Deutsch-Südwestafrika füllt 
Redner damit aus, daß er das Impfgeschäft für den 
Süden mit zwei Centralstellen in Gibeon und Keel- 
mannshoop organisirte, daß er die Vernichtung des 
Rinderpestgistes im Lande, besonders — mit Hülfe 
der Schutztruppe — durch Verbrennen der Rinderpest- 
kadaver, Abbrennen verseuchter Weideplätze und Des- 
insektion der Wasser= bezw. Tränkstellen mit aller 
Energie betrieb und endlich einige wissenschaftliche 
Versuche von praktischer Bedeutung einleitete. Von 
den letzteren zu erwähnen ist das Ergebniß eines 
Versuches über Vererbung der Immunität gegen die 
Rinderpest. Derselbe zeigte, daß Kälber bis zum 
Alter von zwei Monaten, welche von nur gallen- 
geimpften Müttern stammten, durch Infektion mit 
Ninderpestblut zu Grunde gingen, während Kölber 
von Kühen, welche Rinderpest überstanden hatten,
        <pb n="549" />
        ebenso wie von Kühen, welche mit Galle und Rinder- 
pestblut geimpft waren, auf energische Infektion mit 
Rinderpestblut nur vorübergehende Temperaturreaktion 
bei sonstigem völligen Wohlbefinden zeigten. 
Nachdem das Impfgeschäst im Norden des 
Schutzgebietes vollendet, die Rinderpest zum Still- 
stand gebracht, namentlich ein Vordringen derselben 
nach dem Süden verhindert und die weitere Leitung 
aller entsprechenden Maßnahmen in bewährte Hände 
gelegt worden war, konnte Redner seine Aufgabe als 
erfüllt ansehen. Das Ergebniß seiner Arbeit war, 
daß in den am schwersten verseuchten Bezirken, bezw. 
in den vorwiegend von Eingeborenen bewohnten 
Gegenden 30 pCt. des Rindviehbestandes, von dem 
Europäer-Vieh 75 bis 95 pCt., durch die Kochsche 
Impfmethode und die mit ihr verbundenen Maß= 
nahmen gerettet waren, und daß 5 Monate nach 
Beginn des Impfgeschäfts der Hauptfrachtverkehr in 
vollem Umfange wieder ausgenommen worden war. 
Seit seiner Abreise aus Deutsch-Südwestafrika 
sind, wie die bis zum 7. Mai d. Is. aus dem 
Schutzgebiete vorliegenden Berichte besagen, keinerlei 
Rückfälle oder Neuerkrankungen an Rinderpest da- 
selbst vorgekommen, und im Süden des Schutzgebietes 
ist das Impfgeschäft nahezu vollendet. Redner 
schließt seinen Vortrag mit einem Ausdruck des 
Dankes gegen diejenigen, die ihm bei seiner Arbeit 
in Deutsch-Südwestafrika geholfen haben, und mit 
507 
  
einem besonderen Dank für den Mann, der ihn 
das, was er gethan, zu thun gelehrt hat, Prosessor 
R. Koch. 
  
Lachrichten aus dem Schutzgebiete. 
Nach Meldungen des Kaiserlichen Gouverneurs 
vom 1. Juli d. Is. herrschte damals im Schutz- 
gebiete überall Ruhe und Frieden. Der Feldzug 
gegen die Aufrührer im Norden war völlig beendet. 
Die Bahn war bis zum Khanfluß fertig gestellt und 
machte einen durchaus befriedigenden Eindruck. 
— — — — — 
Die Maulthiere in Südwestafrika. 
Nach Berichten aus Deutsch-Südwestafrika 
haben sich die dorthin im vorigen Jahre ein— 
geführten Maulthiere im Allgemeinen gut bewährt. 
Der größere Theil hat zum Ziehen, der Rest zum 
Reiten Verwendung gefunden. Von der Pferdesterbe 
sind sie vor der Hand nicht berührt worden. 
—. —— — 
Rechtsanwalt in Windhoel. 
Der Rechtsanwalt Georg Wasserfall ist beim 
Kaiserlichen Obergericht und dem Kaiserlichen Gericht 
des deutsch-südwestafrikanischen Schutzgebiets als 
Rechtsanwalt zugelassen worden. 
  
Verzeichniß der im Schutzgebiete von Lüdwestafrika thätigen Sirmen und Erwerbsgesellschaften nach dem 
  
— — 
  
Stande am 1. Januar 1898. 
  
  
  
I ieder- 
* Namen der Firma Hauptsitz Weißes Farbiges Nieder= Weißes Fowiges 
u rder Handelsgesellschaft 1 . lassungen oder Bemerkungen 
2 ndelsgesellscha n Personal Filialen Personal 
I. Seidel 4&amp; Mühle Kectmanshoop 4 3 Bethanien 1 — HKaufläden in Keetmanshoop 
— — Gibeon 2 3 Kaufladen. lu. Bethanien. 
— I — Zes-Kamcelbaum 3 125Gartenbau-Plantage. 
2. Seidel &amp; Mühle Lüderitzbuchh 4 — — — — Kaufladen. 
*H. W. Burmester . Kcetmanshoopf 2 2 — — — 
1. K. D. Jearrgyg - 3 — — — — 
Khe South Alrican Territories L0fl. Warmbad 3 — — — — - 
5.Le Niche &amp; Co ... - 2 — — — — 
(D. Groeneveedd Bersaba 1 — — — — 
8. Deutsche Kolonial-Gesellschaft für # — — — 
Sudwestafrika.. . . . . . Lüderitzbucht 3. — — — — 
9.. W. Krabbenhöft Gibeon 11 1 — — — 
50.. Rosenhauer - 1 2 — — — - 
II.| Brandt &amp; Mühler Marienthal 6 10 — — — Plantage Tabak u. Getreide) 
½ # . und Kaufladen. 
2.] Mertens &amp; Sichel. Windhoek 5 8 — — — sKaufladen. 
34827 Nehoboth 2 3 — — — 
n Wecke &amp; Voigts Windhoek 4 3 — — — "„ 
. - - Okahandya 2 4 — — — 
K.A. Schmerenbeck Windhock 2 3 — — 
. IG. Mertens 1 3 Rehoboth 1 1 
u.]D. Boyosen 2 3 — — — 
E. Heyn.. —. 4 5 Otjiseva 1 2 
*.Damara= und Namaqua Handels- Groß-Barme! 2 
„ gesellschaft m. b. H. Swakopmund 5 32 Rehoboth 2 3 
1. . v. Brockdorf &amp; Schuster Hohenwarte 2 4 — — —
        <pb n="550" />
        508 
  
  
  
  
  
* 2 -· — 
CI amen der Firma Hauptsitz Weißes Farbiges esiungpder Wcisico Farbiges B t 
z oder Hand « : cmerkungen 
Handelogesellschaft in Personal Filialen Personal 9 
22. C. Ohlsen — 
3— Erb#- .... Gobabis — — — Kamsladen. 
24.|Carl Wulff &amp; Co. Windhoek 2 2 — — „Q 
25.E. Hälbig Wwe. Otyimbingwe11 5 — — — u. Wagenbauerei. 
26. O. Glöditzsch. - 8 4 — — — Wagenbanerei u. Gastwirthschaft. 
27.]Jul. Dannert. 4 1 — — — Raufladen 
33 . Nedecker - 3 — — –— - · · 
·.).eoatlow. Omarur O « 
30.AndrcasPü-ainen : Un 1 Olombahe L l 1 - 
31. Habermann &amp; Denecke 2 — — — — 
32.]Bruno Eger Otyimbingwel 2 — — — — OD% 
33. Suntheim &amp; Titus - 33 — — — Wagenbarerei. 
4. 9 Kösem W 7 - bie 5 — — — Bauunternehmer. 
35. —- aobis — — — — i · 
36.A.Mauut.o Salem 1.— — — I — Kaufladen u.Gastwirthschal. 
37.R. A. Schröder Uitdraai 2 — — — — 
38.] Wronsky &amp; Co. Omaruru 2 — — — — 
30.] Leo Goeldel Okombahe 1. — — — — 
40. Lebrecht Mercker - 1!—— — — — 
41.Deutsche Kolonial-Gesellschaft für Kaufläden, außerdem in 
Südwestafrikaa wakopmund 13 33 Spitzkoppie 6 15 Spitzloppje Farmbetrieb. 
42.Erhardt &amp; Schultz - 12 Omaruru 1 — HKaufladen. 
43.Wecke &amp; Voigts. 2 2 — — 
44.Carl Wulff &amp; Co. 3 2 — — — O"Ü 
45.Mertens &amp; Sichel 3 2 — — — " 
46. v. Tippelskirch &amp; Co. 1 1 — — — 
47. Rascher &amp; Thielecke 3 1 — — — 
46.L. RKoch 3 18 — — — SPareditionsgeschäft. 
49 Keetz . . . 4 3 — — — Gastwirthschaft. 
50.[Pletschacher 3 — — — — - 
51.] Heinemann OD 2 4 — — — - 
52.Koestens .·....... Nonidas 1 3 — — Schlächterei. 
53.]Damara-Land-Guano-Company)Cap Croß 37 121 — — — GCnanoabbau u. Robbenschlagere 
51.]Thomas Lambert. * Outyo 11 — — — — Kaufladen. 
55.C. W. Rolfs Franzfontein 1 — — — — - 
56.X. H. Sabatta -- 1 — — — — 
57. I S. Boolmann.. .. . . . bEGrootfontein 1 — — — — 
58. Siedelungsgesellschaft für Süd- 1 # 
westafrika, Generalvertretung in Windhoek 3 # — — — — brvnrnrtwus und 
Farmoctrieb. 
  
  
  
  
  
Rus dem Bereiche der Missonen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Im Kongostaat ist die Grenze der Verbotszone 
für Einfuhr und Verkauf von Spirituosen vom Flusse 
Kwilu (vergl. Kol. Bl. 1897, S. 574, linke Spalte 
Nr. 4) nach dem Flusse Pozo verschoben worden. 
In „Gott will es“ berichtet der abostolische 
Präfekt P. Limbrok über die Steyler Mission in 
Kaiser Wilhelmsland: 
Als wir zu drei Priestern und drei Brüdern am 
13. August 1896 in Friedrich Wilhelmshafen ge- 
landet waren, sahen wir uns nach einem passenden 
Orte um, wo wir unsere erste Station anlegen 
könnten. Wir wandten uns nach Berlinhafen, wo 
wir bei günstig sich darbietender Gelegenheit unsere 
erste Niederlassung gründeten. 
Krankheiten und Entbehrungen gelang es uns, zu 
  
  
  
  
  
  
  
  
l 
— — — 
Unter mancherlei 
Weihnachten wenigstens einen Theil unseres Hauses 
so weit fertig zu stellen, daß wir zur Noth einziehen 
lonnten. 
Auch mancherlei Gefahren waren dabei zu be- 
stehen. So z. B. standen die Wilden in den ersten 
Monaten unserer Anwesenheit einmal in großer An- 
zahl schußbereit vor uns, und kurze Zeit nachher 
kamen sie, von anderen Europäern unvorsichtigerweise 
aufgereizt, bis nahe zu unserer Station und beschossen 
uns vor unserem eigenen Hause. Eine Menge Pfeile 
fielen prasselnd auf unser Wellblechdach, andere 
bohrten sich zu unseren Füßen in den Sand oder in 
die Pfosten und Wände unseres Holzhauses. 
Gleich von Anfang an suchten wir die Herzen 
der Eingeborenen zu gewinnen, indem wir ihre 
Wunden verbanden und unentgeltlich Arznei ver- 
abreichten. Schon bald kamen sie oft von Weitem 
her, um von den Missionaren Hülfe und Belehrung 
zu empfangen. Auch ist bereits seit einem Jahre
        <pb n="551" />
        auf unserer ersten Station St. Joseph eine Schule 
errichtet, wo die Kinder der benachbarten Dörfer 
auf kanakisch (Sprache der Eingeborenen) in Reli- 
gion und im Lesen und Schreiben unterrichtet wer- 
den. Selbst die Erwachsenen ahmen recht fleißig 
das Beispiel der Kinder nach. Während früher die 
ganze Tagesordnung der Männer fast aus immer- 
währendem Müßiggange bestand, kommen sie jetzt 
mit Freuden auch außer der Zeit des Unterrichtes 
schon viel häufiger herbei, um in unserem Garten 
und in der kleinen Pflanzung helfende Hand mit 
anzulegen. Ferner haben sie nach Anleitung eines 
Missionars bereits verschiedene Wege von vier bis 
acht Meter Breite durch den Busch geschlagen, welche 
alle vier Dörfer der Insel miteinander und mit 
unserer Missionsstation verbinden werden. 
War es auch anfangs schwer, die Sprache auf 
Tamara zu erforschen, so ist doch schon seit beinahe 
einem Jahre eine kanakische Fibel in Steyl gedruckt 
und bald in Gebrauch genommen. 
Am 28. März vorigen Jahres kamen zwei neue 
Missionare, ein Priester und ein Bruder, in Berlin- 
hafen an. Deshalb konnten wir daran denken, eine 
zweite Station zu gründen. Am 22. Juli fuhren 
wir zur gegenüberliegenden Lemingküste hinüber, 
wo wir von den uns bereits erwartenden Ein- 
geborenen aufs Freundlichste bewillkommnet und 
empfangen und beim Hausbau bereitwilligst unter- 
stützt wurden. 
Die neue Station, „Regina Angelorum“ genannt, 
liegt nur etwa 11½ Stunden von „St. Joseph“ auf 
Tamara entfernt. 
P. Vormann, welcher dort seine Stellung er- 
hielt, hat sich so weit eingerichtet und eingelebt, daß 
er schon seit einiger Zeit mit dem Unterrichte der 
Eingeborenen begonnen hat. 
— —.. — 
Einem Bericht der Pallotiner-Kongregation über 
die Mission in Kamerun entnehmen wir Folgendes: 
In unserer Mission in Kamerun geht, Gott sei 
Dank, Alles gut voran, und was wir diesmal zu be- 
richten haben, ist recht erfreulich. 
Am 5. Oktober vorigen Jahres kamen die fünf 
Missionsschwestern, von welchen im letzten Bericht 
die Rede war, und welche am 10. September von 
Limburg abgereist waren, wohlbehalten in Kribi an. 
Schwester Philippa blieb dort und die anderen 
fuhren nach Kamerun (Stadt) von wo aus sie sich 
auf die ihnen zugewiesenen Stationen vertheilten. 
In Kribi hat sich die Zahl der Katholiken, 
deren es bei Beginn der Mission nur 7 gab, auf 
600 vermehrt, und zwar größtentheils Erwachsene. 
Kribi ist bis jetzt der Hauptsitz der katholischen 
Mission in Kamerun gewesen, wie es auch in ma- 
terieller Hinsicht der erste Handelsplatz des Südbezirkes 
ist, infolge seiner günstigen Lage. Die dortige katho— 
lische Kirche übt eine sehr große Anziehungskraft auf 
die Eingeborenen aus; der Kirchenbesuch ist ein sehr 
509 
rasch voran. 
  
reger. Der Gottesdienst wird in würdiger und 
höchst erbaulicher Weise gehalten, die schwarzen 
Knaben der Mission können schon die lateinische 
Messe singen, das Volk singt deutsche Kirchenlieder, 
so daß man sich unwillkürlich in eine Kirche der 
lieben deutschen Heimath versetzt glaubt. 
Die katholische Schule in Kribi wird von über 
100 Knaben besucht, wovon gegen 80 zur Zeit in 
der Mission wohnen. Die Missionare sind mit ihrem 
Fleiß und Betragen sehr zufrieden. 
Auf dem Engelberg geht es gut voran. Es 
wird rüstig an dem Ausbau der Station gearbeitet, 
und die dortigen Brüder schaffen wacker für die 
innere Ausstattung der Kirchen der übrigen Stationen. 
Auch die dortige Kaffeeplantage gedeiht recht gut. 
Eine Fläche von 500 Hektar wurde für 2500 Mk. 
von der deutschen Regierung angekauft, und darauf 
werden 250 Kilogramm Kaffeesamen gesäet. Daß 
es auf dem Engelberg recht geschäftig hergeht, wie 
in einem Ameisenhaufen, zeigt der zeitweilige Per- 
sonalbestand, der z. B. am 6. November v. Js. 
26 Personen: Patres, Schwestern und Brüder be- 
trug. Schwester Jakoba unterrichtet in der Schule 
20 Knaben und 23 Mädchen. 
Die bekannte Schwester Monika hält Schule 
in der eine Stunde entfernten, höher gelegenen 
Nebenstation Mapanja, wo es noch sehr primitiv 
aussieht. Es fehlt noch an Allem, und doch ist die 
dortige Station sehr wichtig für die Bekehrung des 
Bakwiristammes. 
Von den Stationen Buambe und Edea ist zu 
melden, daß an beiden Orten der Kirchenbau glück- 
lich von statten geht. Die hl. Kreuzkirche in Buambe 
ist fertig, und die Herz Jesu-Kirche in Edea schreitet 
In letzterer Station ist der Hochw. 
P. Müller thätig. Seinem Eifer ist es zu ver- 
danken, daß bereits 18 Dorfschulen in der Umgegend 
von Edea eröffnet werden konnten, die größtentheils 
von einheimischen Katecheten geleitet werden. Edea 
ist bekanntlich der Ausgangspunkt für die zukünftige 
Missionirung des Hinterlandes und als solcher eine 
sehr wichtige Station. 
In Marienberg geht Alles seinen gewohnten 
Gang. 
Krank aus Afrika zurückgekehrt ist der hochw. 
P. Pfändler, dessen Gesundheit schon durch seine 
vorhergegangene zehnjährige Missionsthätigkeit in 
Brasilien etwas geschwächt worden war. Trotdem 
hielt er auf seinem Posten in Kribi und Engelberg 
so lange aus, bis ein sich stets verschlimmerndes 
Leiden ihn zwang, im Februar d. IJs. die Rückreise 
nach Deutschland anzutreten. Derselbe kam am 
28. März in Begleitung des Br. Joseph Höfer, 
der fünf Jahre als Lehrer in Kribi gewirkt, in 
Hamburg an. 
Am 28. April ist der ebenfalls krank aus 
Kamerun zurückkehrende Br. Wilhelm Mahler 
auf der Fahrt nach Limburg in Gießen, nur wenige 
Stunden von Limburg entfernt, gestorben.
        <pb n="552" />
        — 510 — 
Ein hocherfreuliches Ereigniß war für uns die 
am 7. Februar d. Is. vollzogene Einweihung des 
neuen Missionshauses in Limburg. Dasselbe liegt 
auf einer Anhöhe außerhalb der Stadt an der 
Frankfurter Straße. Es ist ein solider, stattlicher 
Bau. Das Missionshaus hat Dampfheizung und 
elektrische Beleuchtung. Außerdem treibt die Dampf- 
und elektrische Kraft eine Menge Maschinen in den 
verschiedenen Werkstätten, Schlosserei, Schreinerei, 
Bäckerei, Waschküche 2c. Hinter den Werkstätten 
liegen die Oekonomiegebäude. 
Das Schwesternhaus in Limburg befindet sich 
jetzt da, wo früher das Brüderhaus war, im alten 
Walderdorffer Hofe in der Stadt. 
Von unserem Missionshause zu Ehrenbreitstein 
ist diesmal nichts Neues zu berichten. Die dortigen 
Zöglinge der niederen Klassen liegen fleißig ihren 
Studien ob und haben jetzt auch mehr Platz zur 
Verfügung, da die Philosophen und Theologen ins 
neue Haus nach Limburg übergesiedelt sind. 
–— ——— — — 
Aus fremden Kolonien. 
Die Budgets der französischen Nolonien, 
wie sie für 1898 votirt worden sind, weisen folgende 
Einnahmen auf: 
Cöte d'Ivoire. . . 1 260 000 Fr. — Cts. 
(Zölle u. Verbrauchssteuern 1 140 000 Fros.) 
Réuninn 52211 508 Fr. —4 
(Zölle 577 000 Frcs., indirekte Steuern 
1 887 000 Fres.) 
Französisch-Guinea 900 000 Fr. — 
(Direkte Steuern 170 000 Frcs., davon 
Kopfsteuer 120 000 Frcs., indirekte Steuern 
690 000 Frcs.) 
Senegesl.. 32929 367 Fr. 18 
(Zölle 2 890 995 Fr. 77 Cts.) 
Französisch-Guyana 2 453 261 Fr. 4 
(Zölle und indirekte Steuern 1 624 000 Fr.) 
Martinique. . . 5 096 048 Fr. 15= 
(Zölle 1 243 250 Fr.) 
Guadelopgpen 5774 563 Fr. 97 = 
(Zölle 1 072 324 Fr.) 
St. Pierre und Miquelon 516 710 Fr. —4 
(Zölle u. Verbrauchssteuern 270 000 Fr.) 
Französisch-Oceanien. 1 229 625 Fr. — 
(Zölle und Steuern 816 700 Fr.) 
Neucaledonien. 2 807 955 Fr. 80 = 
(Zölle und Steuern 1 325 900 Fr.) 
Cochinchinnna 13940 000 Fr.— 
(Einfuhrzölle 1 750 000 Fr., 
Ausfuhrzölle 1 973 000 = 
Verbrauchssteuern 1 699 000 = 
Opiumregie 4 010 000 -) 
Französisch-Ostindien. 1 127 692 Rupien 
(Direkte Steuern 241 258 Rup., 
indirekte Steuern 679 951 -). 
V 
  
Bei allen balanciren die Ausgaben mit den Ein- 
nahmen, ausgenommen Ostindien, wo die Ausgaben 
nur auf 1 127 564 Rup. veranschlagt sind. 
Diese Zahlen lassen die Höhe der vom franzö- 
sischen Staat gezahlten Zuschüsse nicht erkennen. 
Indessen ergiebt sich aus dem Budget des Kolonial= 
ministeriums, daß Frankreich für koloniale Zwecke 
ganz erhebliche Summen verwendet. Es wurden für 
das Finanzjahr 1897 u. A. bewilligt: 
Zuschuß für Guadeloppe 520000 Fr. 
- St. Pierre u. Miquelon 16 000 
- Taiti. 80 000 = 
OD die Somaliküste 577 307 „ 
OD Mayotte .. 13000- 
Zum Eisenbahn= und Hafenbau: 
in Réunion 2 508 500 a 
für die Bahnen im Sudan . . . 768000 - 
für die Bahn von Dakar nach St. Louis 1 270 000 —- 
Die Okkupation des Sudan kostete im Jahre 1897 
6312000 Fr., die von Französisch-Guinea 300 000 Fr. 
Für Militär und Marine waren in Annam und 
Tonkin 24640 000 Fr., in Madagaskar 9 850 000 Fr. 
erforderlich. 
Insgesammt beliefen sich die für das Jahr 1897 
geforderten Kredite auf 84 821 785 Fr., wovon 
51 468 900 Fr. auf Ausgaben militärischer Natur 
entfielen. 
– — 
Gesammtbudget für Indo-Ehina. 
Durch ein Dekret vom 31. Juli d. Is. ist fest- 
gesetzt worden, daß die Kolonien Cochinchina, Tonkin, 
Annam, Cambodga und Laos, welche seit 1891 als 
Indo-China einem Generalgouverneur unterstehen 
und seit 1897 gemeinsames Zollwesen und Conseil 
superieur besitzen, fortan auch ein Gesammtbudget 
aufstellen sollen. Nur die lokalen Angelegenheiten 
sollen noch den Budgets der einzelnen Kolonien vor- 
behalten werden. Die Einnahmen aus Zöllen, Mono- 
polen und indirekten Steuern fließen nicht mehr in 
die Kassen der einzelnen Kolonien, sondern in die 
Indo-Chinas. 
– 
Britisch-Ostafrika. 
Einem von dem Generalkonsul in Sansibar Sir 
A. Hardinge dem englischen Parlament vorgelegten 
Bericht über den Zustand und Fortschritt des Ost- 
afrikKg-Protektorats von seiner Errichtung bis zum 
20. Juli 1897 entnehmen wir Folgendes: 
Das Protektorat in seiner gegenwärtigen Form 
wurde am 1. Juli 1895 errichtet. Vorher war 
bereits am 4. November 1890 ein Protektorat über 
die zum Sultanat Sansibar gehörigen Theile des 
jetzigen Britisch-Ostafrila erklärt worden, ferner am 
19. November 1890 über Witu und die Küste 
zwischen den Flüssen Tana und Juba. Im Sep-
        <pb n="553" />
        unabhängigen Kommissar über Uganda errichtet. 
Schließlich wurden am 1. Juli 1895 die übrigen 
zur englischen Interessensphäre gehörigen Gebiete 
zwischen Sansibar und Uganda sowie dem Tana 
Proteltorat gestellt. Gleichzeitig wurden alle ge— 
nannten Territorien bis zur Ostgrenze des Uganda- 
Protektorats unter der Bezeichnung „Ostafrika-Pro- 
tektorat“ in ein Verwaltungsgebiet vereinigt. 
Britisch-Ostafrika umfaßt drei verschiedene Be- 
standtheile: 
1. Die festländischen Besitzungen des Sultans 
von Sansibar, 
2. das Sultanat von Witu, 
3. den übrigen Theil des Protektorats, bestehend 
aus dem alten Schartered territory“ der 
Britisch-Ostafrika-Kompagnie und der weder 
zu Sansibar noch zu Witu gehörigen Gegend 
zwischen dem Tana und dem Juba. 
1. Sansibar. Die festländischen Gebiete des 
Sultans von Sansibar, welche zum Protektorat ge- 
hören (er besitzt noch einige nördlich von demselben 
gelegene Küstenplätze, welche jetzt Italien überlassen 
sind) bestehen: 
a) aus einem 10 (englische) Meilen breiten 
511 
tember 1894 wurde ein Protektorat unter einem 
I 
2. Witu. Das Sultanat Witu erstreckt sich längs 
der Küste von Kipini bis Kwyhoo. Die Errichtung 
des Ostafrika-Protektorats im Jahre 1895 bot eine 
willkommenc Gelegenheit, um die Stellung von Witu 
– 
Küstenstreifen von der Mündung des Umba- 
Flusses ab im Süden bis Kipini am Ozi 
im Norden; 
b) aus einer Reihe von Inseln längs der Küste 
zwischen Ozi und Juba und der auf dem 
Festland gelegenen Stadt Kismayu mit einem 
Umkreis von zehn Meilen Nadius um 
dieselbe. 
Diese Gebiete wurden als festländische Besitzungen 
– . 
– — 
des Sultans durch das deutsch-englische Abkommen 
vom 31. Oktober 1886 anerkannt und wurden von 
den verschiedenen aufeinander folgenden Sultanen 
durch die Konzessionen von 1887, 1888 und 1890 
der Britisch-Ostafrika-Kompagnie überlassen. Die 
Kompagnie gab die Gebiete 1895 dem verstorbenen 
Sultan Hamed-bin-Thwain für 200 000 Pfund 
Sterl. zurück, welcher Betrag der Summe entspricht, 
die 1890 von der deutschen Regierung für die 
Souveränitätsrechte des Sultans in seinen früheren 
jetzt zu Deutsch-Ostafrika gehörigen Besitzungen 
zwischen den Flüssen Rovuma und Umba gezahlt 
war. Durch ein 1895 zwischen dem Sultan und 
dem Generalkonful A. Hardinge geschlossenes Ab- 
kommen wurde die Verwaltung dieser Gebiete unter 
Beibehaltung der Souveränität und Flagge des 
Sultans an britische, von der englischen Regierung 
zu ernennende Beamte übertragen. 
pflichtete sich die englische Regierung, der Regierung 
von Sansibar jährlich 17 000 Pfund Sterl. zu 
zahlen, welche Summe die alte Rente der Britisch- 
Ostafrika-Kompagnie (11 000 Pfund Sterl.) nebst 
3 pCt. Zinsen der obengenannten Summe von 
200 000 Pfund Sterl. darstellt. 
Dagegen ver- 
— — —“ 
  
— — — 
entsprechend den Bestimmungen des deutsch-englischen 
River und der deutschen Grenze unter britisches 
Vertrages zu regeln. In der Person des früheren 
Befehlshabers der Witutruppen unter den alten 
Sultauen, Omar-bin-Hamed, welcher unter der 
provisorischen Verwaltung als Wali von Witu fun- 
girt hatte, wurde ein der depossedirten Nabhan- 
Dynastie angcehörender Souverän eingesetzt. Ein 
englischer Beamter, der unter Kontrole des englischen 
Commissioner für Ostafrika steht, ist ihm als Resident 
zur Seite gestellt. 
3. Der übrige Theil des Protektorats wird un- 
mittelbar durch britische Beamte verwaltet. Dies 
Gebiet wird von einer ganzen Reihe von Stämmen 
bewohnt, deren Häuptlinge, Sultane oder Scheiks, 
eine verschieden große Macht besitzen. 
Für die Verwaltung ist Britisch-Ostafrika unab- 
hängig von der erwähnten, politisch und historisch 
wichtigen Dreitheilung in Provinzen und Distrikte 
eingetheilt, wobei die natürlichen Grenzen, die 
Stammesgrenzen und die vorhandenen Kommuni- 
kationsmittel ausschlaggebend waren. Das Protektorat 
zerfällt hiernach in vier große Provinzen, welche je von 
einem „Sub-Commissioner“ verwaltet werden. Die 
Provinzen sind wieder in Distrikte getheilt, von denen 
ein jeder durch einen Distriktsbeamten mit einem 
Assistenten verwaltet wird. 
Die Provinzen sind: 
1. Seyyidieh. Dieselbe reicht von der deutschen 
Grenze südlich bis zum Tanafluß nördlich und um- 
faßt außer Lamu, Kismayn und einem kleinen 
Küstenstreifen nördlich des Tana das ganze Gebiet 
des Sultans oder „Seyyid“, daher der Name Seyyi- 
dieh von Sansibar, sowie das Hinterland bis zur 
Taruwüste. Die Hauptstadt der Provinz und zu- 
gleich des Protektorats ist Mombasa auf der gleich- 
namigen kleinen Insel gelegen. Die Provinz zerfällt 
in die drei Distrikte Wanga, Mombasa und Malindi. 
2. Tanaland. Diese Provinz ist östlich vom 
Indischen Ozean begrenzt, südlich durch die Provinz 
Seyyidieh, westlich durch eine Linic, welche von der 
Nordwestecke der letzteren Provinz durch die die Fluß- 
thäler des Athi und Tana trennende Wüste bis zu 
den großen Tanafällen geht, nördlich und nordöstlich 
durch eine von Port Tula nach dem Loman Swamp 
führende Linic. Die Provinz enthält drei Distrikte, 
Tana Niver, Lamu und Port Dunfor, außerdem 
das Sultanat Witu. Das Sultanat ist 1200 (engl.) 
Quadratmeilen groß und hat etwas über 15 000 Scelen. 
Die Hauptstadt Witu, welche nach der Ermordung 
der Deutschen im Jahre 1890 durch die Engländer 
zerstört worden war, ist gänzlich wieder aufgebaut 
und hat etwa 6000 Einwohner. 
3. Die Provinz Jubaland umschließt das Gebiet 
zwischen der Nordwestgrenze von Tanaland und dem 
— 
Jubafluß und ist in zwei Distrikte, den Kismayn
        <pb n="554" />
        — 612 — 
oder Lower Juba-Distrikt und den Upper Juba oder Die eingeborenen Walis erhalten Jahresgehälter 
„Ogaden and Gosha“-Distrikt getheilt. Die Stadt in verschiedener Höhe, von 1200 bis 4000 Rupies. 
Kismayn mit etwa 1300 Einwohnern ist Sitz des Der Sultan von Witu bekommt 2400 Rupies, der 
Sub-Commissioners der Provinz. Wali von Mombasa im Ganzen etwas über 
4. Die Provinz Ukamba, so nach dem bedeutend= 10 000 Rupies. Insgesammt betragen die Kosten 
sten dort wohnenden Stamme genannt, wird östlich der eingeborenen Verwaltung rund 30 000 Rupies. 
durch die Provinz Seyyidieh, südlich durch die deutsche Die Zentralverwaltung in Mombasa umfaßt 
Grenze, westlich durch das Uganda-Protektorat und eine Reihe von Departements mit englischen Beamten, 
nördlich durch die Südwestgrenze der Provinz Tana= so das Judicial Department, Treosury, r’ Audi- 
land begrenzt. Die Provinz zerfällt in drei Distrikte: toriat, das Zoll= und Schiffsdepartment, das Medica 
Teita und Taveta-Distrikt, Athi oder Machakos= Department. Die Kosten dieser Departements ein- 
Distrikt und Kenia oder Kikuyu-Distrikt. I ichäseßlsch der E Ein- 
.. . geborenen betrag a Sterl. 
in ungefähr 160 000 Quadratmeilen großer Die Militärmacht des Ostafrika-Protektorats be- 
Theil des gein *3 innh leieer P½“ steht aus 289 Punjab-Muhammedanern, 256 Su- 
vinz zugetheilt. Insbesondere sind dies die no ... « 
wenig bekannten Gebiete vom Norden des Kenia- Laneneneunn 20% 3 Eingeborenen des Proteltorats, 
berges bus zum Rudolphsee und die östlich von da Für militärische Angelegenheiten ist das Pro- 
gelegenen Gebiete. Z tektorat in drei Distrikte eingetheilt, welche je von 
Im- ganzen Protektorat batten sich genen “ einem englischen Offizier befehligt werden. Der erste 
päer auf, während die Zahl der 11 Militärdistrikt (Mombasa) umfaßt die beiden Pro- 
ind Eingeborenen insgesommt auf etwo 21 Milllonen vinzen Seyyidieh und Tanaland und wird beiehlt 
geschätzt wird. # » « « « befehlshab 
Die Civilverwaltung wird von einem Commissioner einen Malo en W m keee # 
und einem Council von drei Migliedern Hecbüet. Der zweite Militärdistrikt (Machakos) umfaßt die 
An der Spitze der Provinz steht je ein Sub-Com- Provinz Ukamba, der dritte (Kismayu) die Provinz 
misssoner (zusammen vier), an der Spitze eines jeden Jubaland. 
Distrikts der District Officer (11), dem ein Assistent Die Rechtspflege im Protektorat ist durch eine 
zur Seite steht. Da in einigen Distrikten das Amt neue Verordnung, die „East Africa Order in Couneil, 
des Sub-Commissioner und des District Officer ver- 1897- geregelt worden. Unter Aufhebung der 
einigt ist, besinden sich gegenwärtig im Lonzen nur früheren Bestimmungen wurde ein neuer Gerichtshof 
22 europäische Verwaltungsbeamte im Protektorat. für das Protektorat, „Her Majestys Court for Ccst 
Außer diesen englischen Beamten giebt es in den 
. Africa«oderkürzer»ProtectorateCourt«genannt, 
Küstenprovinzen eine Anzahl von eingeborenen Ver= mit dem gewöhnlichen Sitz in Mombaso errichtet 
waltungsbeamten, welche den arabischen Titel „Wali“ und ein Gerichtsbeamter, der „Judictal Officer“ ein- 
führen. Diese Walis üben jett noch neben den gesetzt. Dem Gerichtshof liegt die Jurisdiktion über 
District Officers eine begrenzte Jurisdiktion über die alle britischen Unterthanen ob, sowie über alle 
Eingeborenen aus. Sie haben sich als ein sehr Fremden, d. h. Unterthanen eines fremden Nicht- 
nützlicher Faktor in der Verwaltungsorganisation er- eingeborenen-Staates, außer in den zu Sansibar 
wiesen, indem sie einerseits die Distriktsbeamten von gehörigen Theilen des Gebietes, wo die Ausübung 
vielen unangenehmen Sachen entlasten, andererseits der Gerichtsbarkeit von der Zustimmung der fremden 
die Vermittler zwischen den englischen Behörden und Regierung, sofern sie zu den Vertragsmächten gehört, 
der muhammedanischen Bevölkerung sind, mit deren abhängig ist. Gegen die Entscheidungen des Gerichts- 
Wünschen und Denken sie ebenso wie mit dem mu- hofs ist die Berufung an den High Court in Sa- 
  
  
hammedanischen Recht vertraut sind. sibar gegeben. Der High Court besteht aus dem 
Die Gehälter der europäischen Beamten sind, wie Generalkonsul und zwei britischen Richtern. Zur 
folgt, bemessen: Anwendung gelangt, soweit es die Umstände zulassen, 
Der Commissioner und Generalkonsul, sowie die das in Britisch-Indien geltende Straf- und Civil- 
drei Mitglieder des Council erhalten je 200 Pfund recht. Die Verordnung sieht ferner für die ein- 
Sterl. (Ihr Hauptgehalt bekommen diese Beamten zelnen Provinzen zu errichtende Provincial Courts vor. 
von Sansibar.) Der Commissioner hat die Befugniß, über die 
Der Sub-Commissioner von Seyyidieh erhält Errichtung von Eingeborenen-Gerichten Anordnungen 
600 Pfund Sterl., der von Tanaland, zugleich Re= zu erlassen, welche der Genehmigung des Staats- 
sident in Witu, 700 Pfund Sterl., der von Juba= sekretärs bedürfen. Sir A. Hardinge hat einen 
land und Ukamba je 500 Pfund Sterl. Die District Plan aufgestellt, wonach eine Reihe von solchen 
Officers haben ein Gehalt von je 400 Pfund Sterl., Gerichten eingesetzt werden soll, deren oberste Instanz 
die Assistenten ein solches von je 250 Pfund Sterl. der „Chief Native Court" des Protektorats bilden 
Die Kosten der europäischen Zivilverwaltung betragen soll. Dieser Gerichtshof soll in regelmäßigen Zwischen- 
insgesammt 8650 Pfund Sterl. räumen in Mombasa (ferner zweimal jährlich in
        <pb n="555" />
        — 513 
Lamu und je einmal in Machakos und Kismayu) 
unter Leitung des Judicial Officer Sitzungen ab- 
halten. Gegen seine Entscheidungen soll gleichfalls 
die Berufung an den High Court in Sansibar zu- 
gelassen werden. Weiter sind Eingeborenen-Pro- 
vinzial- und Distriktsgerichte in dem Plan vorgesehen 
unter Leitung des Sub-Commissioner bezw. des 
Distriktsbeamten. Endlich Eingeborenen-Gerichte für 
geringsügige Sachen unter Vorsitz des Assistenten. 
An allen Gerichtssitzungen sollen eingeborene Bei- 
sitzer in verschiedener Zahl mit berathender Stimme 
theilnehmen, um den europäischen Beamten über die 
einheimischen Gesetze und Gebräuche zu informiren. 
Neben diesen europäischen Gerichtshöfen sollen 
beibehalten werden: die Gerichte der Walis in dem 
Muhammedanischen Küstengebiet mit den gleichen 
Befugnissen, wie sie für die Distriktsgerichte vorgesehen 
sind; ferner die Gerichte der Kadis oder Muham- 
medanischen kirchlichen Richter, welche in allen auf 
den Personenstand der Muhammedaner bezüglichen 
Angelegenheiten Recht sprechen und gegen deren 
Entscheidung die Beschwerde an den Sheik-ul-Islam 
in Mombasa gegeben ist; endlich die Jurisdiktion 
von bestimmten eingeborenen Häuptlingen unter Ober- 
aufsicht der europäischen Beamten. 
Es sollen bei den von Europäern geleiteten Ein- 
geborenen-Gerichten die allgemeinen Grundsätze des 
Indischen (Straf= und Civil-) Proceßrechts mit der 
Moßgabe Anwendung finden, daß in den Muham- 
medanischen Küstengebieten die allgemeinen Grund- 
sätze des Muhammedanischen Rechts und im übrigen 
die Gesetze und Gewohnheiten der Eingeborenen, 
soweit sie nicht der Moral oder der Humanität zu- 
widerlaufen, beachtet werden sollen. Bei den unter 
Leitung Eingeborener stehenden Gerichten soll lediglich 
das bei den Eingeborenen geltende Recht mit der 
sueett erwähnten Beschränkung zur Anwendung ge- 
angen. 
Die zu Freiheitsstrasen von weniger als 6 Monaten 
derurtheilten Personen werden in den Baracken oder 
Forts der Küstenstädte bezw. Innenstationen unter- 
gebracht, wo das Urtheil gefällt ist. Die zu Strafen 
von längerer Dauer Verurtheilten werden in das 
Gefängniß nach Mombasa gebracht, wobei ihnen die 
Zeit des Transports auf die Dauer der Strafe an- 
gerechnet wird. Sie werden hier je nach der Schwere 
ihres Vergehens mit leichteren oder härteren Arbeiten 
beschäftigt und können bei guter Führung schon vor 
Ablauf der Strafzeit entlassen werden. 
Die Polizei besteht aus Farbigen, Suahelis und 
Somalis unter Leitung von Europäern. 
verteon Missonen sind folgende im Protektorat 
Die Kirche von England hat eine Mission ( Church 
Missionary Society) in Freretowm mit mehreren 
Zweigniederlassungen. Die Katholiken haben zwei 
Rissionen in Mombasa und Busa, welche den „Vätern 
vom heiligen Geist“ angehören. Die freien Metho- 
  
disten besitzen mehrere Stationen. Ferner giebt es 
eine Presbyterianische Mission in Kibweyi, sowie 
eine ihrem Charakter nach hauptsächlich Presby- 
terianische Mission in der Nähe von Nzoi, die „East 
African Inland Mission". Die fremden Protestanten 
sind vertreten durch die Leipziger Mission mit 
mehreren Niederlassungen, die Neukirchener evan- 
gelische Mission und die Schwedisch-Amerikanische 
Mission. 
Die Einnahmen des Protektorats betrugen im 
letzten Jahr 32 670 Pfund Sterl., die Ausgaben 
134 346 Pfund Sterl. Von diesen Ausgaben ent- 
fallen 17 000 Pfund Sterl. ouf den an Sansibar 
gezahlten Betrag, 20 900 Pfund Sterl. auf die 
Kosten der endgültigen Unterdrückung des Küsten- 
aufstands. 
An Einfuhrzöllen werden allgemein 5 pCt. vom 
Werth erhoben. Die Ausfuhrzölle sind verschieden 
hoch bemessen und bewegen sich zwischen 5 und 
30 pCt. Die Ausfuhr geht hauptsächlich nach Eng- 
land, Indien und den Vereinigten Staaten von Nord- 
amerika. Bezüglich der Einfuhr ist es, da viele 
Güter über Sansibar kommen, schwierig, den genauen 
Antheil der einzelnen Länder anzugeben. Es kommen 
annähernd: 
50 pCt. der Gesammteinfuhr aus Indien, 
30 - - England, 
17½½ - -Deutschland, 
2 - = Anmerika, 
5 „ OD Rußland. 
Von den 127 Dampfern und 2 Segelschiffen, 
welche während des letzten Jahres Mombasa be- 
suchten, waren 95 englische, 20 deutsche, 2 nor- 
wegische und 12 sansibarische Schiffe. Dem Tonnen- 
gehalt nach waren vertreten: 
England mit 79 500 Tons 
Deutschland -- 33 400 
Sansibrr 2 800 
Norwegen 500 
Der Hauptweg im Protektorat ist die große 
Karawanenstraße nach Uganda, welche von Mazeras 
(15 Meilen landeinwärts von Mombasa entfernt, 
erste Station der Mombasa-Uganda-Eisenbahn) nach 
dem Kedongfluß, der Ostgrenze des Uganda Pro- 
tektorats verläuft. Dieser Weg besteht aus zwei 
Theilen: Der „Mackinnon Road“ von Mazeras bis 
Kibwezi, 185 Meilen lang, und einem neuen Weg- 
von Kibwezi via Kikuyu bis zum Kedong, 130 Meilen 
ang. 
Im Uebrigen giebt es nur gewundene schmale 
Pfade im Protektorat, welche bisweilen nur zwei Fuß 
breit sind. 
Das Protektorat ist am 1. Dezember 1895 dem 
Weltpostverein beigetreten. Sein Post= und Tele- 
graphendienst wird durch einen englischen General= 
Postmeister, der gleichzeitig Postmeister für das
        <pb n="556" />
        Sansibar-Protektorat ist, beaussichtigt. Es giebt im 
Protektorat zwölf Postämter. Die Anzahl der be- 
förderten Sendungen betrug im letzten Jahr im 
Ganzen 166 260. 
Englische Versuchsstation in Afrika. 
Nach Mittheilung des „Tropenpflanzers“ soll 
auch in der zu Britisch-Ostafrika gehörigen, am 
Victoria-Nyanza gelegenen Landschaft Uganda in der 
Hauptschaft Mengo eine botanisch-landwirthschaftliche 
Station eingerichtet werden, und zwar von Alexander 
Whyte, dem wissenschaftlichen Beirath des Admi- 
nistrators von Uganda, der sich jetzt wieder nach 
Afrika begiebt. Whyte stand bis vor Kurzem an 
der Spitze der wissenschaftlichen Abtheilung von 
Britisch-Centralafrika und hat schon in dieser Stellung, 
unterstützt durch den trefflichen Gouverneur von 
Britisch-Centralafrika, Sir Harry Johnston, eine 
botanisch-wissenschaftliche Station in Zomba ein- 
gerichtet. 
Eeisendahn in Walsischbay. 
Die von britischer Seite in Walfischbay nach dem 
deutschen Gebiet gebaute Eisenbahn war Ende Mai 
11½ engl. Meilen weit fertig gestellt. Viel Schwie- 
rigkeiten hat die Ueberwindung der Dünen gemacht. 
Gegen Verwehen der Schienen durch Sand müssen 
beständig Arbeiter an der Strecke unterhalten werden. 
  
Britisch-Neu-Guinea.") 
Dem Parlament von Queensland ist ein Jahres- 
bericht über Britisch-Neu-Guinea für die Zeit vom 
1. Juli 1896 bis 30. Juni 1897 vorgelegt worden. 
Wir entnehmen demselben Folgendes: 
Der Lieutenant-Gouverneur Sir William Mac 
Gregor änußert sich im Allgemeinen befriedigt über 
die ruhige Weiterentwickelung der Kolonie, welche er 
auf häufigen Dienstreisen in fast allen Theilen selbst 
besucht hat. Auch in den Berichten der einzelnen 
Bezirksbeamten wird hervorgehoben, daß der Einfluß 
der Stationen und der Civilisation sich langsam, 
aber stetig ausbreitete, daß mit den verschiedensten 
bisher unbekannten Inlandstämmen friedliche Be- 
ziehungen angeknüpft worden seien, und daß die 
Ordnung und Achtung vor dem Gesetz überall einen 
erfreulichen Ausschwung zeige. Demgemäß war auch 
nur eine einzige größere Strafexpedition erforderlich 
aus Anlaß eines mörderischen Ueberfalls, dem der 
Bezirksbeamte für den Mambaredistrikt, Mr. Green, 
vier Mann der bewaffneten Polizeitruppe, drei Ge- 
fangene und ein Privatdiener zum Opfer fielen. Die 
Ermordung erfolgte bei Gelegenheit eines neuen 
Stationsbaues. 
*) Vergl. Kolonialblatt 1898, S. 91. 
514 
  
In der Zeit vom 6. August bis 13. September 1896 
unternahm Sir William eine interessante Durchquerung 
der Insel von Nordost nach Südwest, beginnend an 
der Mündung des Mambareflusses an der deutschen 
Südostgrenze und endigend in Galley Reach an der 
Südwestküste. Auf diesem Zuge wurde der 12 860 
Fuß hohe Mount Seratshley erstiegen und die Höhe 
des Mount Albert Edward im Norden auf 13 100, 
des Mount Victoria im Süden auf 13240 Fuß 
festgestellt. 
Die Eingeborenen-Polizeitruppe ist gegen das 
Vorjahr von 80 auf 108 Mann vermehrt und be- 
steht aus Papuas. Ihre Leistungen werden als zu- 
friedenstellend bezeichnet; der Gesundheitszustand war 
gut. Neben der Polizeitruppe giebt es noch Dorf- 
konstabler. Auch diese Einrichtung hat sich weiterhin 
bewährt. Die Zahl der Konstabler und damit auch 
die Zahl der mit der Verwaltung in Beziehung 
stehenden Niederlassungen konnte erheblich vergrößert 
werden. 
Neuere Goldfunde von einiger Erheblichkeit sind 
nicht gemacht worden, und der Zuzug von Gold- 
suchern dürfte vorläufig seinen Höhepunkt überschritten 
habeen. Im Berichtsjahre landeten allein in Port 
Moresby etwa 400 Mann. Ein großer Theil der- 
selben konnte infolge Unkenntniß der Verhältnisse und 
mangelhafter oder unpraktischer Ausrüstung nur 
wenige Tagereisen in das Innere vordringen und 
mußte dann theils krank, theils mittellos wieder 
zurückkehren. Das Benehmen der alten erfahrenen 
Goldsucher wird als ein gutes bezeichnet, während 
unter den Uebrigen sich viele zweifelhafte Elemente 
befanden. 
Auf den Inseln Tagula (Sudest Island), Misima 
und Murua (Woodlark Island) wurde mit der 
Goldwäscherei fortgefahren. Das Stampfwerk zum 
bergmännischen Goldbau auf Tagula war noch nicht 
in Thätigkeit. Die dort verwendeten Gefangenen 
(etwa 50), welche hauptsächlich mit Wegebau be- 
schäftigt worden waren, mußten wegen Ausbruchs 
der Beri--Berikrankheit entfernt werden. Auf Murua 
war die Goldgräber-Bevölkerung bis auf 400 gestiegen, 
sank aber im Laufe des Jahres wieder bis auf 
250 Mann. In der ganzen Kolonie wurden im 
Laufe des Jahres 389 Goldsucherscheine ausgefertigt. 
Auch in diesem Jahre hebt der Bericht über das 
Missionswesen die Wichtigkeit des Schulunterrichts 
im Englischen hervor, unter Anerkennung von Fort- 
schritten in dieser Beziehung. Es fand sowohl bei 
der Wesleyanischen als bei der Londoner Missions- 
gesellschaft eine Aussichtsreise durch den betreffenden 
Oberen dieser Gesellschaften statt. Als Ergebniß 
dieser Reisen steht vor Allem die Errichtung von 
Handwerkerschulen durch beide Missionsgesellschaften 
mit regierungsseitiger Unterstützung bevor. 
Von den 1896/97 ergangenen Verordnungen sind 
zu erwähnen: mehrere bergrechtliche Verordnungen, 
eine Verordnung, durch welche die bestehenden Vor- 
schriften über Verwendung von Eingeborenen als
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        Arbeiter erleichtert wurden; eine weitere, durch welche 
die Eingeborenen verpflichtet werden, gegen Gewäh- 
rung von Tagelohn und Unterhalt auf Verlangen 
einmal im Jahre der Regierung als Träger Dienste 
zu leisten; eine weitere, welche die Mindestgröße für 
die in den Handel gebrachten Perlmuscheln auf fünf 
Zoll Länge festsetzt, und schließlich eine, welche den 
Zoll auf Spirituosen von 12 auf 14 Schilling für 
die Gallone erhöhbt. 
Ein= und Ausfuhr: Die Einfuhr der drei 
Hafenplätze hat sich weiter gehoben von 34 521 Pfd. 
Sterl. auf 51 392 Pfd. Sterl. Auch in diesem Jahre 
steht Samaral (Ostbezirk) an der Spitze mit 32 813 
Pfd. Sterl. (+ 12 000 Pfd. Sterl. gegen das Vor- 
jahr), Port Moresby (Centralbezirk) hat bei 17 521 
ein Mehr von 4800 Pfd. Sterl., während Daru 
(Westbezirk) um weitere 300 Pfd. Sterl. (auf 1056 
Pfd. Sterl.) zurückgegangen ist. Die Hauptsteigerung 
entfällt auf Nahrungsmittel und ist zurückzuführen 
auf den großen Zuzug von Goldsuchern. 
Die Ausfuhr hat sich gehoben von 19 401 auf 
44 944 Pfd. Sterl. Bei dieser Steigerung ist Gold 
allein bei einer Steigerung von 4735 auf 25 018 
Psd. Sterl. mit etwa 20 000 Pfd. Sterl. betheiligt. 
Dabei wird angenommen, daß ein großer Theil des 
Goldes überhaupt nicht zur Deklaration gekommen ist. 
An zweiter Stelle kommt Perlmutter, dessen Werth 
sich von 2371 auf 6004 Pfd. Sterl. gehoben hat. 
Ein weiteres Steigen wird erwartet. Der Werth 
der ausgeführten Kopra (3494 Pfd. Sterl.) hat sich 
wieder um 700 Pfd. Sterl. gehoben. In diesem 
Jahre erscheint Gummi zum ersten Mal mit einem 
bedeutenderen Betrage. Gegen 27 Pfd. Sterl. 189 4/95 
und 609 in 1895/96 beträgt der Werth der dies- 
jährigen Ausfuhr 3472 Pfd. Sterl. Der Bericht 
bemerkt dazu, daß vielleicht in nicht zu ferner Zeit 
Gummi der Hauptexportartikel werden könnte. 
Trepang hat sich mit 1016 Pfd. Sterl. auf an- 
nähernd gleicher Höhe gehalten, während Sandel- 
holz von 4035 Pfd. Sterl. auf 2323 gefallen ist. 
Der gesammte Ueberseeverkehr ging unter englischer 
Flagge. Eingang 85 Schiffe von 13 650 Tonnen, 
Ausgang 65 mit 15 174 Tonnen. Küstenverkehr 
595 Schiffe mit 20 676 Tonnen. 
Dem gesteigerten Verkehr entsprechend, hat sich 
auch die Einnahme der Kolonie bedeutend gehoben. 
Es konnten 10 663 Pfd. Sterl. gegen 6547 Pfd. 
Sterl. im Vorjahre an das Schatzamt von Queens- 
land abgeführt werden. Die Steigerung der Ein- 
nahmen beruht fast ausschließlich auf den Zöllen. 
Die Ausgaben der Verwaltung betrugen 16 228 
gegen 15 000 Pfd. Sterl. in den Vorjahren. Die 
Steigerung der Ausgaben wird zurückgeführt auf 
den starken Zuzug von Goldsuchern und die Kosten 
der oben erwähnten Strafexpedition im Mambare- 
bezirk. 
– 
515 
  
Lubvention für Britisch= K#e##Gninea. 
Die bisherige Vereinbarung, wonach Neu South 
Wales, Victoria und Queensland je 5000 Pfd. Sterl. 
jährlich für die Verwaltung von Britisch-Neu-Guinea 
beitragen, erlischt im September d. Is. Eine neue 
Vereinbarung wird erwogen. 
  
Das Dreadnought Seamens Dospital zu Greenwich 
hat aus Veranlassung des Colonial Office an seiner 
zwischen den Royal Victoria und Albert-Docks ge- 
legenen Zweiganstalt eine Schule für das Studium 
tropischer Krankheiten ins Leben gerusen. Es sollen 
dort Aerzte für die britischen Kolonien besonders in 
Westafrika vorgebildet werden. Das Colonial Office 
steuert zu den Kosten der Anlage der Schule, die 
auf 13.000 Pfd. Sterl. veranschlagt werden, 
3550 Pfd. Sterl. bei. Es dürften sich außerdem 
jährlich lausende Kosten in letzterer Höhe ergeben, 
für deren Deckung gegenwärtig Schritte geschehen. 
—. — — — 
Anleibe für eine Babn in Mozambigque. 
Durch ein Gesetz vom 30. Juni d. Is. ist die 
portugiesische Regierung ermächtigt worden, eine 
Anleihe von 450 Kontos in Gold (2 025 000 Mk.) 
aufzunehmen, die zum Bau einer schmalspurigen 
Bahn von Inhambane (Mozambique) nach Inharrime 
dienen soll. 
  
Verschiedene Wittheilungen. 
vorlesungen am ZFeminar für orientalische Sprachen 
in Berlin. 
Im Seminar für orientalische Sprachen zu 
Berlin werden im Wintersemester 1898 folgende Vor- 
lesungen von kolonialpolitischem Interesse gehalten 
werden: 
Guzerati. 1. Dienstags, Donnerstags, 6—7 Uhr, 
Herr Vacha. 
2. Praktische Uebungen: Montags, 
Freitags, 6—7 Uhr, Herr Vacha. 
Suaheli. 1. Ansänger-Kursus: täglich 8—9 Uhr- 
Herr Dr. Neuhaus. 
2. Zweiter Kursus: täglich außer Mittwochs und 
Sonnabends, 9 — 10 Uhr, Herr Dr. Neuhaus. 
3. Ostafrikas Handel und Verkehrswesen: Mitt- 
wochs, 9—10 Uhr, Herr Dr. Neuhaus. 
4. Kolloquinm über die deutschen Schutzgebiete in 
Afrika: Sonnabends, 9— 10 Uhr, Herr Dr. 
Neuhaus. 
1. Erklären und Abfassen von öffentlichen und 
privaten Urkunden: Dienstags, 11— 12 Uhr, 
Herr Velten. 
Mittwochs,
        <pb n="558" />
        2. Praktische Uebungen: täglich außer Sonnabends, 
5—7 Uhr (5—6 Uhr für den Anfänger-Kursus, 
6—7 Uhr für den zweiten Kursus), Herr 
Belten. 
3. Schreibübungen: Montags, Mittwochs, Frei- 
tags, 4—5 Uhr, Herr Velten. 
Herero. Anfangsgründe: Dienstags, Freitags, 10 
bis 11 Uhr, Herr Velten. 
Haussa. 1. Anfänger-Kursus: täglich außer Sonn- 
abends, 8—9 Uhr, Herr Dr. Lippert. 
2. Ethnographie und Geschichte des westlichen 
Sudan: Sonnabends, 8—9 Uhr, Herr Dr. 
Lippert. 
1. Praktische Uebungen: täglich außer Sonnabends, 
5—6 Uhr, Herr Muhammed Beschir. 
2. Schreibübungen: Dienstags, Freitags, 41—5 Uhr, 
Herr Muhammed Beschir. 
  
Praktische Uebungen mit Instrumenten, welche den 
astronomischen Ortsbestimmungen und topographi- 
schen Messungen auf Reisen dienen: Mittwochs, 
12—2 Uhr, Herr Prof. Dr. Güßfeldt. 
Herr Assistent Schnauder wird auf dem Gebiet 
des Königlichen Geodätischen Instituts bei Pots- 
dam die praktischen Uebungen leiten, soweit die 
Witterungsverhältnisse des Winters dies gestatten, 
bezw. im Auditorium XXIII des Seminars. 
Ueber Tropenhygiene, verbunden mit Demonstrationen 
und praktischen Uebungen: Mittwochs, Freitags, 
4—5 Uhr, Herr Oberstabsarzt Dr. Kohlstock. 
Ueber die wichtigsten tropischen Nutzpflanzen und deren 
Verwendung, mit Demonstrationen: Montags, 
Donnerstags, 10—11 Uhr, Herr Prosessor 
Dr. Warburg. 
Landeskunde der deutschen westafrikanischen Kolonien 
(Deutsch= Südwestafrika, Kamerun und Togo): 
Dienstags, Freitags, 4—5 Uhr, Herr Dr. Dove. 
Koloniale Wirthschaftslehre (Auswanderung, Siede- 
lung 2c.): Mittwochs, 3—4 Uhr, Herr Dr. Dove. 
Anleitung zum Sammeln, Ronserviren und Verpacken 
von Thieren für die zoologische SLammlung des Museums 
für Katurkunde in Berlin. 
1. Säugethiere!) 
von P. Matschie. 
Das Abbalgen. Bei größeren Thieren schneide 
man auf der Unterseite des Körpers mit einem Scal- 
pell oder einem Messer mit scharfer Spitze die Bauch- 
haut vom Kinn bis an den After heran vermittelst 
eines Längsschnittes auf und führe alsdann diesen 
Schnitt auf der Innenseite der Beine weiter bis zu 
den Zehen. Man vermeide die Verletzung des Afters 
und der Geschlechtsorgane und hüte sich, die Bauch- 
muskulatur zu durchschneiden, damit die Eingeweide 
  
  
*) Abgedruckt aus: P. Matschie, Die Säugethiere 
Deutsch-Ostafrilas. Verlag von Dietrich Reimer, Verlin 1805. 
516 
  
nicht herausquellen. Alsdann löst man die Haut mit 
Hülfe einer kräftigen Pinzette von der Bauchwand 
und den Schenkeln los und schneidet dieselbe dicht 
über den Krallen, Zehen oder Hufen ab. Bei Zehen- 
thieren werden alle Zehen auf der Unterseite bis vor 
das Krallenglied aufgetrennt. Der Schwanz wird 
auf der Unterseite der Länge nach aufgeschnitten. 
Hat man den Rumpf aus der Haut herausgeschält, 
so löst man, so weit es geht, mit dem Griff des 
Scalpells oder den Fingern die Haut des Kopfes, 
wobei man namentlich bei der Schnauze, den Lippen, 
der Nase und den Augen sehr vorsichtig sein muß. 
Die Ohrknorpel werden dicht am Knochen durch- 
schnitten. Die Ohren, Lippen und Augenlider müssen 
taschenförmig gespalten werden, damit die Konser- 
virungsstoffe von innen wirken können. 
Bei gehörnten Thieren löst man die Haut um 
die Hornwurzel herum los und vergrößert, wenn 
nöthig, diese Oeffnungen durch einen verbindenden 
Schnitt. 
Niemals lasse man den Schädel oder die Füße 
unpräparirt im Felle! 
Bei kleineren Thieren genügt gewöhnlich ein 
Längsschnitt zwischen Kinn und After, um den ganzen 
Körper herausbalgen zu können. Um die Beine her- 
auszuschälen, drücke man zunächst das Knie heraus 
und schneide dann das Hüftgelenk durch; die Vorder- 
gliedmaßen werden im Schultergelenk losgetrennt; 
die Sohlen und Zehen sind auszuschneiden. 
Das Konserviren. Hat man die Haut ab- 
gezogen, so entfernt man das Fett durch Kratzen mit 
einem stumpfen Messer, wäscht das Blut aus dem 
Haar aus und legt die Haut für eine halbe Stunde 
in Wasser. Dann nimmt man sie wieder heraus, 
läßt sie gut ablaufen und legt sie in eine Lösung 
von gleichen Theilen Alaun und Salz oder reibt sie 
stark mit Alaun und Salz ein. Im Nothfalle kann 
man auch die Asche des Lagerfeuers hierzu gebrauchen. 
Alsdann weicht man alle trocken gewordenen 
Stellen der Haut mit Wasser auf, bestreicht die ganze 
Innenseite mit Arsenikseife, kämmt und bürstet das 
noch nasse Haar möglichst glatt und legt die Haut 
zum Trocknen an einen luftigen, nicht von der Sonne 
beschienenen Ort. Vor dem Verpacken bestreut man 
die Häute reichlich mit Naphthalin. 
Zarte Häute verpacke man in Papier und schichte 
dieselben übereinander, indem man zwischen je zwei 
Stücke eine Schicht Watte legt. 
Den Schädel reinige man von den Fleischtheilen 
möglichst, ohne ihn irgendwie zu verletzen, entferne 
die Augen, hole durch das Hinterhauptsloch das Ge- 
hirn heraus, vergifte ihn gut, befestige den Begleit- 
zettel und lasse das Präparat trocknen. 
Die Beinknochen werden oberflächlich gereinigt, 
gut etikettirt und mit dem Schädel in Papier zu- 
sammen eingewickelt. 
Wenn es möglich ist, sammele man von jeder 
Thierart auch mindestens ein Skelett. Skelette 
werden so hergerichtet, daß man nach dem Abziehen
        <pb n="559" />
        der Haut und nach der Entfernung der Eingeweide 
die Muskeln an den Ansatzstellen durchschneidet und 
loslöst. Eine sorgfältige Präparation ist nicht nöthig, 
man kann die kleineren Fleischtheile am Skelett lassen. 
Hierauf lege man es einen Tag in Wasser, um das 
Blut auszuziehen, und trockne es dann. 
Skelette vergiste man nicht, verpacke sie aber stets 
abgesondert von Bälgen oder Fellen in besonderen 
Kisten mit den Schädeln und Beinknochen, welche zu 
den in anderen Behältern aufbewahrten Fellen gehören. 
Kleinere Thiere kann man auch in Alkohol kon- 
serviren. Entweder man schält den Rumpf aus der 
Haut, schneidet am Hinterkopf, an den Kugelgelenken 
des Oberschenkels und den Schultergelenken den Körper 
heraus und legt die Haut, in welcher Kopf, Beine 
und Schwanz noch stecken, in Alkohol. Oder man 
öffnet nur die Haut auf der Bauchseite, trennt dieselbe 
rings um den Rumpf bis zur Wirbelsäule vom Körper 
los, durchschneidet die Bauchmuskulatur, wäscht die 
Bauchhöhle gut in Wasser aus, spritzt vom Maul und 
After Alkohol von 60 pCt. in die Eingeweide und 
legt das Präparat in Alkohol. Nach einigen Tagen 
wechselt man denselben und legt das Präparat mit 
anderen Fellen oder Alkoholobjekten in das Sammel- 
gefäß. Man achte darauf, daß der Alkohol stets 
klar bleibt. 
Viele Säugethiere werden von Schmarotzern 
bewohnt. Da diese für die Wissenschaft werthvoll 
sind, so versäume man nicht, alle Zecken, Milben, 
Eingeweidewürmer 2c., sorgfältig mit Etiketten ver- 
sehen, in Alkohol zu konserviren. Im Darm, im 
Magen, in der Nasenhöhle, den Luftröhren und der 
Lunge ist nach Parasiten zu suchen. 
Embryonen von Säugethieren konservire man 
mit dem Uterus in Alkohol. 
Alle Gegenstände sind mit Angaben über Ort 
und Zeit ihres Vorkommens zu versehen. Erwünscht 
sind auch Bemerkungen über das Geschlecht, die Farbe 
der Augen, die Lebensweise sowie über Verwendung 
und Benennung bei den Eingeborenen. Begleitzettel 
für Felle und Skelette werden durch Fäden an diesen 
besestigt. Begleitzettel für Alkoholpräparate sind mit 
Gallustinte oder gutem Bleistift zu schreiben. 
2. Vögels) 
von A. Reichenow. 
Die wichtigste Arbeit beim ornithologischen Sam- 
meln ist das Abbalgen und Zurichten von 
Bälgen, worin eine gewisse Fertigkeit beim Sammler 
vorausgesetzt werden muß. Sorgsame Präparation 
erhöht den Werth einer Sammlung bedeutend, schlecht 
präparirte und tadelhafte Stücke sind oft nur ein 
Ballast für die Museen und fast werthlos. Vor dem 
Abbalgen ist der erlegte Vogel im Fleisch zu messen, 
und zwar notire man die Gesammtlänge von der 
Schnabelspitze bis zum Schwanzende des gerade aus- 
  
*) Abgedruckt aus: A. Reichenow, 
Ostafrikas. Berlin, Dietrich Reimer, 1894. 
517 — 
gestreckten, aber nicht übermäßig ansgereckten Vogels 
nach Millimetern und ferner den Abstand von Flügel- 
spitze und Schwanzende bei angelegten (in natürlicher 
  
— Ô — 
  
  
  
Die Vögel Deutsch- Kopf nicht ausführbar. 
Lage befindlichen) Flügeln. Ueberragen die Flügel- 
spitzen das Schwanzende, so ist vor die erhaltene Zahl 
ein —+ Zeichen zu setzen. Sodann notire man die 
Farbe der Iris (Hornhaut des Auges), des Schnabels, 
der Füße und etwaiger nackten Hautstellen. 
Hierauf schiebt man einen Baumwollen= oder 
Wergpfropf. in den Schlund des Vogels, damit wäh- 
rend des Präparirens nicht Blut oder Mageninhalt 
aus dem Halse herauslaufen und die Federn be- 
schmutzen kann, legt den Vogel auf den Rücken, streicht 
die Federn von der Mitte des Unterkörpers nach den 
Seiten und öffnet vermittelst eines Scalpells oder 
eines Messers mit scharfer Spitze durch einen Längs- 
schnitt die Haut des Unterkörpers von der Brust bis 
gegen den After hin. Dabei ist zu beachten, daß die 
Bauchdecke nicht durchschnitten wird, damit die Ein- 
geweide nicht herausquellen. Nun löst man von dem 
Schnitt aus mit Hülfe einer Pinzette die Haut von 
den Körverseiten und den Schenkeln los, schneidet mit 
einer Schere die Beine im Kniegelenk (Gelenk zwischen 
Ober= und Unterschenkel) durch, so daß der Ober- 
schenkel am Körper, der übrige Theil der Beinknochen 
an der Haut bleibt, schneidet auch den After und 
die Schwanzwirbel dicht oberhalb des letzten Schwanz- 
wirbels, an welchem die Schwanzfedern sitzen, mit 
der Schere durch, wobei besonders zu beachten ist, 
daß die Rückenhaut über dem Schwanztheil nicht 
verletzt wird, löst die Oberarme aus dem Schulter- 
gelenk, schält nunmehr den ganzen Rumpf aus der 
Haut heraus und schneidet diesen am unteren Halse 
ab. Während dieses Verfahrens werden der bloßgelegte 
Körper und die Innenseite der Haut mit Sägespänen 
oder Gips bestreut, und die Finger werden häufig 
gereinigt, damit die Bauchfedern nicht durch Blut 
oder Fett beschmutzt werden. Nunmehr streift man 
die Haut gleich einem umgestülpten Handschuh über 
den Hals und Kopf bis zu den Augen ab, löst den 
Hals vom Kopfe los, öffnet das Hinterhaupt, um 
das Gehirn herauszunehmen, löst vorsichtig die Augen 
an ihrem Hinterrande los und hebt sie, ohne sie zu 
verletzen, aus den Höhlen heraus. Beim Ueberziehen 
der Kopfhaut erfordert auch das Auslösen der Haut 
im Gehörgang besondere Vorsicht. Nachdem die 
Zunge und die am Schädel befindlichen Fleischtheile 
durch Kratzen mit dem Sralpell entfernt sind, be- 
streicht man die Innenseite der Kopf= und Halshaut 
mit Arsenikseife oder arsenigsaurem Natron, ebenso 
den ganzen Schädel, steckt an Stelle der Augen 
Baumwolle in die Augenhöhlen, umwindet auch den 
Schädel ganz leicht mit Baumwolle, damit nicht die 
Haut unmittelbar auf den Knochen zu liegen kommt, 
und streift Kopf= und Halshaut wieder zurück. 
Bei Vögeln mit sehr dünnem Halse, zum Beispiel 
Spechten, ist das Umstreifen der Halshaut über den 
Bei solchen muß die Haut 
am Hinterkopf durch einen Längsschnitt getrennt, von
        <pb n="560" />
        hier aus nach Ablösung des Halses am letzten Hals- 
wirbel der Schädel herauspräparirt und in der an- 
gegebenen Weise gereinigt werden. 
Nachdem man sodann auch die Körperhaut, die 
Unterschenkel, welche man aus der bis zum Fußgelenk 
(Tarsalgelenk) übergestülpten Haut hervorzieht, sowie 
die ebenso bis zum Ellenbogengelenk herausgezogenen 
Oberarmknochen von allen Fleisch= und Fetttheilen 
gesäubert hat, vergistet man die Innenseite dieser 
Hauttheile, insbesondere auch die Schwanzwurzel, mit 
Arsenikseisfe oder arsenigsaurem Natron, umwindet 
Bein= und Armknochen mit Baumwolle oder Werg 
und streift die Haut in ihre natürliche Lage zurück. 
Es erübrigt noch, nach Aufheben der größeren 
unteren Flügeldeckfedern die Haut auf dem Unter- 
arm durch einen Längsschnitt zu trennen, die Arm- 
muskeln herauszunehmen, nach Vergiften auch dieser 
Theile an Stelle der entfernten Muskeln etwas Baum- 
wolle einzuschieben und die Haut wieder in die natür- 
liche Lage zurückzubringen, so daß die unteren Flügel- 
decken die Schnittstelle auf dem Unterarm vollständig 
verdecken. Bei dickbeinigen Vögeln oder solchen mit 
befiederten Läufen muß man auch die Laufbedeckung 
bezw. Haut längs der Laufsohle aufschlitzen, dieselbe 
seitlich vom Knochen loslösen, auf der Innenseite mit 
Arsenik bestreichen und zwischen Laufbekleidung und 
Fußknochen Baumwolle einschieben, weil sonst leicht 
Fäulniß entsteht, und die Hornschilder bezw. Haut 
des Laufes sich loslösen. 
Wo Zerstörung durch Ratten oder Termiten zu 
befürchten ist, empfiehlt es sich, Schnabel und Füße 
des Balges äußerlich mit Arsenik zu bestreichen. Da- 
mit ist das Abbalgen beendet. 
Sollten Stellen des Gefieders durch Blut ver- 
unreinigt sein, so wird das Blut mit reinem Wasser 
sorgfältig ausgewaschen, wobei man sich am besten 
eines kleinen Schwammes bedient. Man legt dann die 
Haut an einen luftigen Ort, bis die gewaschenen 
Stellen getrocknet sind, und die Federn durch Auf- 
lockern wieder ihre natürliche Beschaffenheit erhalten. 
Nunmehr umwickelt man ein Holzstäbchen von der 
Länge des Rumpfes nebst dem Halse an dem einen 
Ende mit Baumwolle oder Werg in der Stärke des 
natürlichen Halses, schiebt das umwickelte Ende durch 
die Halshaut bis in den Schädel, während das 
andere Ende des Stäbchens in den Rumnftheil zu 
liegen kommt, bringt die Flügel in die natürliche 
Lage und bindet diese im Ellenbogengelenk mit einem 
Faden auf denselben Abstand voneinander, welchen 
sie am Körper durch die Rückenbreite haben, zu- 
sammen, damit durch das Ausfüllen des Körpertheils 
die Rückenhaut, insbesondere die nackte Schulterhaut 
nicht übermäßig ausgedehnt wird. Die Haut des 
Rumyftheiles füllt man locker mit Baumwolle oder 
Werg aus, zieht die durch den Längsschnitt getrennte 
Bauchhaut wieder möglichst zusammen (Zusammennähen 
ist nicht nöthig), ordnet und glättet alle Federn und 
legt einen Papierstreifen um den Körper, dessen Enden 
mit einer Nadel zusammengestochen werden, um die 
518 
  
Körperhaut, insbesondere auch die Flügel, bis zum 
Trocknen zusammenzuhalten. Man schiebt den Balg 
sodann mit dem Kopf voran in eine spitzgedrehte Tüte 
und hängt ihn an einer ausgespannten Leine zum 
Trocknen auf, indem man den Zipfel des offnen Theils 
der Tüte mit einer Nadel an die Leine ansticht. 
Nach Fertigstellung des Balges ist noch das 
Geschlecht des Vogels festzustellen. Zu diesem 
Zwecke durchschneidet man die Rippen und Bauch- 
haut an der linken Seite des Rumpfes mit einer 
Schere und kann dann nach Aufheben der Ein- 
geweide an dem Rückentheile des Körpers oberhalb 
der dem Becken anliegenden Nieren alle Geschlechts- 
theile liegen sehen. Die Hoden der Männchen sind 
paarweise vorhanden, von rundlicher oder ovaler Form, 
bei kleineren Vögeln meistens nur als zwei kleine 
Bläschen erkennbar. Der Eierstock der Weibchen ist 
unpaar vorhanden, auf der linken Körperseite gelegen 
und ein traubenförmiges, aus rundlichen Körnchen 
oder Bläschen bestehendes Gebilde, an welchem nur 
zur Fortpflanzungszeit die Dotter der Eier deutlicher 
als solche zu erkennen sind. 
Jeder Vogelbalg wird mit einem Begleitzettel 
versehen, auf welchem die Nummer des Sammlungs- 
objekts, der genaue Fundort, das Datum, an welchem 
der Vogel gesammelt worden, Geschlecht (wenn dieses 
durch anatomische Untersuchung unzweifelhaft 
festgestellt werden konnte), die Gesammtlänge (Lg.), 
Abstand von Flügelspitze und Schwanzende (Fl.:Schw.), 
Farbe des Auges, des Schnabels und der Füße sowie 
der Name des Sammlers anzugeben ist. In der 
nebenstehenden Figur ist 
ein zweckmäßiger Begleit- 
  
· dargestellt. Man benutzt 
Fundort: für denselben mäßig starkes 
................................................... Kartonpapier. Auf der 
Datum leeren Rückseite des Be- 
........................... gleitzettels könnenderetwa 
Geschlechti.. festgestellte Name sowie 
Bemerkungen über die 
Lq. Fl. Schit. ... 
Färbung nackter Körper- 
stellen, Befund des Magen- 
inhalts, Angaben über den 
Aufenthalt des Vogels und 
dergl. notirt werden.*) 
Ist zum Präpariren 
gesammelter Vögel nicht 
genug Zeit vorhanden, so 
kann man kleinere Vögel 
bis zur Drosselgröße ver- 
mittelst Karbol mumifizi- 
ren. Es sollte dieses Ver- 
fahren jedoch stets nur ein 
Farbe des 419es38 .. 
„ „ Schnabels: 
  
  
  
)Von Werth ist auch die Feststellung des Gewichts 
des Vogels im Fleische und die Spannwchte der Flägel. 
Wer Zeit und Gelegenheit hat, sollte beide Messungen nicht 
versäumen.
        <pb n="561" />
        Nothbehelf bleiben. Man tränkt zu dem Zwecke 
Watte mit etwa 15 prozentiger Karbollösung, drückt 
dieselbe soweit aus, daß sie nicht mehr trieft, und 
stopft sie durch den Schlund und After in den Vogel 
ein, wobei darauf zu achten ist, daß die Federn nicht 
mit Karbol benetzt werden, da dieses die Farben 
zerstört. Es empfiehlt sich ferner, die Augen von außen 
aus ihren Höhlen vorsichtig herauszuheben, was einige 
Uebung erfordert, damit die Federn der Augengegend 
nicht durch ausfließendes Augenwasser benetzt und 
verklebt werden; oder man bindet etwas feuchte Kar- 
bolwatte auf die Augen, da hier leicht Fäulniß ent- 
steht. Das so behandelte Objekt hängt man an einem 
luftigen Ort am Schnabel auf, streicht das Gefieder 
glatt und achtet darauf, daß letzteres während des 
Trocknens glatt am Körper anliegt. Nach wenigen 
Tagen ist der Vogel mumifizirt und in diesem Zu- 
stande zum wissenschaftlichen Bestimmen brauchbar, 
wenngleich ein solches Präparat einen guten Balg 
nicht ersetzt. 
Neben der Balgsammlung ist eine solche von 
Spirituspräparaten für anatomische Zwecke 
anzulegen. Dazu öffnet man mit einem kurzen Schnitt 
die Bauchhöhle des Vogels, um das Eindringen des 
Alkohols in den Körper zu erleichtern, und legt den 
Körper dann in 60 proz. Spiritus, welcher nach einer 
Woche erneut wird. Diese Spirituspräparate er- 
halten die auf Pergamentpapier geschriebene 
Nummer einer Liste, in welcher man Angaben über 
Fundort, Datum und sonstige das Objekt betreffende 
Bemerkungen verzeichnet. 
Auch Rohskelette von Vögeln sind erwünscht. 
Solche können aber nur angefertigt werden, wenn 
der Sammler entweder den betreffenden Vogel sicher 
bestimmen oder gleichzeitig Bälge derselben Art 
sammeln konnte, auf welche durch den Begleitzettel 
des Skelets zu verweisen ist. Zur Herrichtung von 
Rohskeletten hat man nur nöthig, die Haut abzuziehen 
und die Eingeweide sowie stärkeren Muskeln zu ent- 
fernen. Die übrigen am Skelett haftenden kleineren 
Fleischtheile kann man antrocknen lassen. Ein Vergiften 
der Skelette vermittelst Arsenik zum Schutze gegen 
Insektenfraß ist unzweckmäßig, weil dadurch das 
spätere Maceriren derselben erschwert oder verhin- 
dert wird. 
Sehr wichtig ist das Sammeln von Vogeleiern. 
Zur Entleerung werden dieselben inmitten einer Seite 
vermittelst eines dazu geeigneten Bohrers angebohrt 
und mit Hülfe eines gebogenen Röhrchens ausgeblasen. 
Man versieht sodann die Eier vermittelst eines feinen 
Pinsels und schwarzer oder besser rother Tusche mit 
einer Nummer, und zwar die zu einem Gelege ge- 
hörigen (demselben Rest entnommenen) mit der gleichen 
Nummer sowie mit dem Fundort und Datum des 
Sammeltages. Die Nummern stimmen mit einem 
Verzeichniß überein, in welchem der Name der Vogel- 
art und Näheres über den Fund (Stand des Nestes) 
angegeben ist. Eier haben ohne Kenntniß der Vogel- 
art, welcher sie angehören, wenig Werth. Daher sollte, 
519 
  
wenn die Art nicht sicher bestimmt werden konnte, 
stets der zugehörende Vogel als Balg beigefügt 
werden; jedoch muß der Sammler die Zugehörigkeit 
durch eigene Beobachtung feststellen und darf sich 
in dieser Hinsicht nicht auf die Angabe von Einge- 
borenen verlassen. Beim Neste fängt man den Vogel 
am besten vermittelst vorgehängter Schlingen aus 
Pferdehaaren. 
Nester ersordern keine besondere Zubereitung 
für die Sammlung. Man hebt sie aus dem Gezweige 
heraus, noch besser schneidet man die Zweige, an 
welche sie angewebt sind, mit ab. Ist die Bauart 
sehr locker, so empfiehlt es sich, das Nest mit dünnem 
Bindfaden zu umbinden. 
Sehr wichtig sind Beobachtungen über die Lebens- 
weise der Vögel, Aufenthalt, Nahrung, Stimme, Brut- 
geschäft, Brutzeit, Flugweise, Zugverhältnisse. Jede 
derartige Beobachtung, mag dieselbe noch so unbe- 
deutend erscheinen, ist in das Tagebuch unter der 
Nummer des zugehörenden Balges einzutragen. Solche 
Notizen haben denselben Werth wie die kurzen Be- 
merkungen, mit welchen ein Reisender die Eindrücke 
über Land und Leute in seinem Tagebuche verzeichnet. 
Aus ihnen lassen sich später ganze Lebensbilder zu- 
sammenstellen. (Fortsetzung folgt.) 
  
Eingänge verschiedener Lammlungen bei der botanischen 
Centralstelle in Verlin. 
Der botanischen Centralstelle gingen in letzter 
Zeit zu: 
1. Eine Sammlung Hölzer. — Sie ist auf An- 
weisung des Premierlieutenants Brosig durch den 
Förster Bruchmann in Kilossa zusammengebracht 
worden und hat darum einen ganz besonderen Werth, 
weil ihr nicht nur erläuternde Angaben, sondern 
auch Blatt= und Fruchtproben der betreffenden Bäume 
beigegeben waren. Die letzteren konnten auf diese 
Weise fast alle bestimmt werden, und haben sich dabei 
auch einige neue Arten ergeben. Die Resultate 
einer eingehenderen Untersuchung der Sammlung 
werdem demnächst im Notizblatt des botanischen 
Gartens und Museums veröffentlicht, ebenda später 
auch die Ergebnisse einer Qualitätsprüfung der 
Hölzer gebracht werden. 
2. Ein Wardscher Kasten mit lebenden Pflanzen 
von der Kulturstation Kwai in Usambara und ein 
zweiter desgl. von dem Besitzer der Friedrich Hoff- 
mann-Pflanzung, Regierungsbaumeister Kurt Hoff- 
mann in Useguha. Der überwiegende Theil des 
Inhalts beider Kästen konnte als gesund und wachs- 
thumsfähig in die Kulturhäuser des botanischen 
Gartens verpflanzt werden. Besonders willkommen 
waren eine Anzahl schönblühender Zwiebelpflanzen 
und Orchideen, eine Dracaena usambarecnsis, 
Secchium edule (Chou-chou) und junge Exemplare 
des Mulabaumes, der nach diesen als das gewiß 
sehr werthvolle Nutzholz liefernde Parinarium 
Salicifolium Engl. erkannt wurde.
        <pb n="562" />
        3. Versteinerte Hölzer 
Stationsleiter Conrau. 
4. Getrocknete Früchte von Botaniker Zenker 
in Bipindi. 
5. Sämereien aus Kwai von Stationsleiter Eick, 
darunter solche einer wahrscheinlich neuen, wilden 
Bananenart und solche des Juniperus procera. 
Beide trafen in so reichlicher Menge ein, daß davon 
nicht nur an viele botanische Gärten des In= und 
Auslandes, sondern auch an Private abgegeben 
werden konnte. Unsere Gärten sind dadurch um 
zwei neue, schöne Ziergewächse bereichert worden. 
6. Proben der Kulturerfolge Kwais mit euro- 
päischen Getreide= und Futterpflanzen, dargestellt 
durch in natürlicher Größe getrocknete Halmbündel 
von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Lupinen. 
Sie haben, zu einem Tableau vereinigt, Aufstellung 
im botanischen Museum gefunden und bekunden allen 
Besuchern desselben die enorme Fruchtbarkeit des 
Bodens in der Umgebung der Kulturstation Kwai. 
Abgegeben wurden von Seiten der botanischen 
Centralstelle in letzter Zeit Sämereien der verschie- 
densten Nutzpflanzen, meist aus Indien und Austra- 
lien stammend, namentlich auch vieler Palmen an 
die Gärten und Stationen von Victoria, Busa, 
Johann Albrechtshöhe, Lome, Kete-Kratji, Windhoek, 
Dar-es-Saläm, Kwai, Moschi, Iringa, Dabaga und 
Lewa. — Ein nach Victoria entsandter Wardscher 
Kasten ist nach einer Mittheilung des Direktors 
Dr. Preuß dort in vortrefflichem Zustande ange- 
ommen. 
1 
aus Mundame von 
  
Stipendium zu einer Joologisch-botanischen Forschungs- 
expedition nach dem #vassagebiet. 
Das Kuratorium der Herrmann und Elise geb. 
Heckmann Wentzel-Stiftung hat eine Summe von 
26700 Mk. zur Durchführung einer zoologisch- 
botanischen Forschungsexpedition nach dem Nyassa- 
gebiete gewährt. Der mit den botanischen Angelegen- 
heiten der Expedition betraute Botaniker Götze tritt 
demnächst seine Reise nach Ostafrika an. 
  
Auszeichnung des Dr. 8jöstedt. 
Dem Assistenten bei der Königlichen entomo- 
logischen Versuchsstation in Stockholm Dr. Dugve 
Siöstedt, welcher in den Jahren 1890 bis 1892 
eine ergebnißreiche Forschungsreise im Nordwesten des 
Kamerungebietes ausgeführt hat, ist der Rothe 
Adler-Orden 4. Klasse verliehen worden. 
Die deutsche Tiefsee= Expedition, 
welche am 1. August Hamburg auf dem Dampfer 
„Valdivia“ verlassen hat, wird unter Anderem auch 
die Küste Deutsch-Südwestafrikas bis Kapstadt be- 
suchen und auf dem Heimwege von Indien aus 
520 
  
Deutsch-Ostafrika anlausen, wo ein mehrtägiger Auf- 
enthalt in Dar-es-Saläm genommen werden wird. 
In den südwestafrikanischen Gewässern sollen be- 
sonders die Strömungs- und Fischereiverhältnisse 
Gegenstand näherer Untersuchung bilden. 
–.!.. — — — 
Berichtigung. 
In dem Artikel „Die portugiesischen Kolonien 
in Westafrika“ in Nr. 15, S. 466 ff., des Kolonial- 
blattes ist Dollar irrthümlich statt Milreis gesetzt 
worden. Ein Milreis in Gold hat einen Werth 
von 4,5 Mark. 
i71# VVyVVVVTYTVYVVVyYVYVVTyT VV FV 
Tiktter atur. 
Rudolf Plehn: Beiträge zur Völkerkunde 
des Togogebietes. Halle 1898. 
Der Verfasser, Forstassessor und Lieutenant im 
reitenden Feldjägerkorps Plehn, hat in der vor- 
liegenden Schrift die Beobachtungen und Forschungen 
verwerthet, welche er während mehrjähriger Thätigkeit 
als Stationsvorsteher von Misahöhe gesammelt hat. 
Auf Grundlage der Arbeit ist ihm von der philo- 
sophischen Fakultät der Universität Halle der Doktor- 
titel verliehen worden. 
— e 
Professor Dr. C. Keller: Die ostafrikanischen 
Inseln. Mit 42 Bildern und 15 Karten im 
Text, 3 farbigen Karten und 8 Vollbildern. 
Berlin 1898. Verlag von Schall &amp; Grund. 
Mit diesem Werke ist der zweite Band der 
„Bibliothek der Länderkunde“, herausgegeben von 
Dr. A. Kirchhoff, Professor der Erdkunde an der 
Universität Halle-Wittenberg, und Rudolf Fitzner, 
erschienen. Die heutige Kenntniß unseres Erdballs 
in einer Reihe von Bänden allgemeinverständlich, 
aber auf durchaus wissenschaftlicher Grundlage 
darzustellen, ist der Zweck dieses Unternehmens. 
Getreu diesen Grundsätzen wird jetzt der 
zweite Band „Die ostafrikanischen Inseln“ heraus- 
gegeben. Seit Jahrhunderten ist die europische 
Kolonisationsarbeit mit Ersolg im ostafrikanischen 
Archipel thätig gewesen. Die großen Unternehmungen 
auf dem Festlande Ostafrika, die gegenwärtig mit 
erneuter Kraft einsetzen, haben naturgemäß die vor- 
gelagerten Inseln den europäischen Interessen wieder 
näher gerückt, insbesondere ist eine durchgreifende 
Wandlung der madagaskischen Verhältnisse einge- 
treten. Das Hovareich, das seit Beginn dieses Jahr- 
hunderts den europäischen Mächten so viel Interesse 
einflößte und doch unabhängig blieb, ist vor Kurzem 
in Trümmer gegangen. 
Thierwelt und Pflanzenwelt der Inseln besitzen 
ein alterthümliches Gepräge, das stark vom Festlande 
abweicht. Der Verfasser bereiste zum Zwecke natur- 
wissenschaftlicher Studien im Jahre 1886 den ost-
        <pb n="563" />
        afrikanischen Archipel und gründet seine Darstellung 
vorzugsweife auf eigene Beobachtungen. 
Etwa die Hälfte der Schrift ist der Insel Mada- 
gaskar gewidmet, deren geographische Verhältnisse 
von dem Franzosen Alfred Grandidier zuerst ein- 
gehender untersucht wurden. 
Angegliedert erscheinen die nach Australien hin 
vorgeschobenen Eilande wie Amsterdam, St. Paul 
und die Kerguelengruppe, welche sich zum Theil 
stark vom afrikanischen Charakter entfernen. Der 
Verfasser verwerthet bei deren Schilderungen die 
Ergebnisse der „Challenger-Expedition“ und der 
deutschen „Gazellen-Expedition". 
Justus Perthes' Deutscher Marine-Atlas. 
Bearbeitet von Paul Langhans. Mit Begleit- 
worten von Kapitänlieutenant a. D. Bruno 
Weyer. Zweite vermehrte und verbesserte Auf- 
lage. Gotha, Justus Perthes. Preis 1 Mk. 
Der kleine praktische Atlas liegt bereits zwei 
Monate nach seinem erstmaligen Erscheinen in zweiter 
vermehrter Auflage vor. Text wie Karten sind auf 
den Standpunkt vom 1. Juli d. Is. gebracht. 
Einen Schmuck erhält die neue Auflage durch die 
neuen Flaggen der Kaiserlichen Gouverneure in den 
Schutzgebieten, der in letzteren thätigen Gesellschaften, 
der Hülfskreuzer der Marine im Kriegsfalle und der 
deutschen nach den Schutzgebieten Schifffahrt treiben- 
den Rhedereien. 
  
K. E. Osthaus: Tagebuch meiner in Gesellschaft 
des Herrn Prof. Dr. J. H. H. Schmidt unter- 
nommenen Reise durch Algerien und Tunis. 
Hagen i. W. 1898. K. Stracke. 
Das vorliegende Heft bietet eine lebendig und 
anschaulich geschriebene Schilderung der Eindrücke 
des Verfassers bei einer zu naturwissenschaftlichen 
Zwecken ausgeführten Reise im Frühling dieses 
Jahres nach Nordafrika. Die Schrift gewährt 
Touristen, welche Algier und Tumis besuchen, 
mancherlei Interessantes. 
Archiv für Schiffs= und Tropen-Hygiene. 
Herausgegeben von Dr. C. Mense. Leipzig 1898. 
Das III. Heft des zweiten Bandes bringt 
Aussätze von 
Dr. A. Plehn: Die Dysenterie in Kamerun, 
Dr. O. Dempwolff: Aerztliche Erfahrungen 
in Neu-Guinea und 
Dr. O. Schellong: Zur Frage des prophy- 
laktischen Chiningebrauchs. 
  
Als 7. Heft der Verhandlungen der Abtheilung 
Berlin-Charlottenburg der Deutschen Kolonialgesell- 
schaft ist jetzt der Vortrag des Geh. Medizinalraths 
521 
  
Prof. Dr. Koch: „Aerztliche Beobachtungen 
in den Tropen“, der so großes Aufsehen erregt 
hat, erschienen. 
R. W. Dietel: Missionsstunden. II. Heft. 
Dritte Auflage. Herausgegeben von C. Paul. 
Leipzig 1898. Fr. Richter. 
Die vorliegende Schrift enthält interessante 
Mittheilungen über die Geschichte und Erfolge des 
christlichen Missionswerkes in Hinterindien, Mada- 
gaskar und Jamaika. 
C. J. Voskamp: Zerstörende und aufbauende 
Mächte in China. Berlin 1898. Verlag der 
evangelischen Missionsgesellschaft. 
Die reich illustrirte Schrift giebt ein inter- 
essantes Bild der Schwierigkeiten des Missions- 
werkes in China. 
Das Comité Dupleis hat im Verlage von 
Augustin Challamel jetzt in rascher Folge unter dem 
Titel: „Les hommes d’'action“ zwei volks- 
thümliche Biographien de la Salle's und Montcalms 
von E. Guéênin herausgegeben. 
  
Titteratur-Perxeichnißk. 
Michaelis: Was ist Kiautschou wert? Vortrag gr. 80. 
(27 S.) Mk. 0,50. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Verhandlungen der Deutschen Kolonial-Gesell- 
schaft. Abtheilung Berlin-Charlottenburg 1898/99. 
Heft 1: Leutwein, Deutsch-Südwestafrika. Mit 1 (farb.) 
Karte. Vortrag gr. 8° (48 S.) Mk. 1,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Sammlung geographischer und kolonialpoli- 
tischer Schriften, herausgegeben von Rudolf 
Fitzner. 
Nr. 2. Panckow, Hellmuth: 
Die Verbreitung des 
Deutschtums im Auslande. 
Mk. —,50 
Nr. 3. Kraus, Prof. Dr. Alois: Aufgabe und Methode 
der Wirtschaftsgeographie. Mk. —,50. 
Nr. 4. Hahn, Dr. Ed., Siedelungskolonien, Plantagen- 
kolonien und Faktoreikolonien. Mk. —,50. 
Nr. 5. Fitzuer, Rudolf: Ein deutscher Dampfer für 
Tanganyika. Mk. —.50. 
Nr. 7. Lehzen, Philipp: Die Stellung der Deutschen 
und die Aussichten der deutschen Auswanderung in 
Meriko. Mk. —, 50. 
Nr. 10. Fitzuer, Rudolf: Die Pflanzungen in Deutsch- 
Ostafrika. Mk. —,80. 
Nr. 11. Sander, Dr.: Die Ninderpest und ihr Einfluß 
auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutsch- 
Südwestafrika. Mk. —,80 
Seidel, H.: Lome, die 
kolonie. Mk. — ,0. 
Hermann Paetel in Berlin. 
Nr. 12. Hauptstadt der Togo-
        <pb n="564" />
        — 522 — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
„Bussard“ 21/5. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
. »Condor«Saitsibar7x7.——14,-"7.Mah6(-Seychcllcn).(Poststation:Sanstbar.) 
M. „Cormoran" 18/7. Hongkong 20/7. — 23/7. Manila. (Poststation: Hongkong.) 
M. „Falke“ 28/6. Matupi 29/6. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Habicht“ 5/7. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/Z3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
M. S. „Schwalbe“ 7.,6. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
. M. S. „Wolf“ 1/6. Kapstadt 8/7. — 11/7. Lüderitzbucht. (Poststation: Gaboon.) 
Ablösungstransporte: 
Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstransport für S. M. S. „Cormoran= 
(ganze Besatzung): 
M. 
M 
#### 
- 
— 
Ausreise: Transportführer: Korvettenkapitän Reincke: 
Wilhelmshaven 4/5. — 14/5. Port Said 15/5. — 26/5. Colombo 27/5. — 1/6. Singapore 1/6. 
— Manila. — 13/6. Shanghai 14/6. — 16/6. Kiautschou 19)/6. 
Heimreise: Kapitän zur See Becker: 
Kiautschon 19,6. — 21/6. Shanghai 22/6. — Manila 30/6. — 4/7. Singapore 5/77. — 
11/7. Colombo 12/7. — 25/7. Port Said 25/7. — Wilhelmshaven. 
Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Bayern“ des Nordd. Lloyd mit einem Theil des Ablösungs- 
transportes vorstehend zu 1: Ausreise: Transportführer: Kapitänlientenant Persius: 
Bremerhaven 18/5. — 1/6. Neapel 1/6. — 5/6. Port Said 5/6. — 10/6. Aden 10/6. — 
17/6. Colombo 17/6. — Hongkong 29/6. — 2/7. Shanghai. 
Heimreise: Transportführer: Kapitänliceutenant Lietzmann: 
Shanghai 15/7. — 19/7. Hongkong 20/7. — 25/7. Singapore 26/7. — 31/7. Colombo 310/7. 
3. Ablösungstransport für S. M. S. „Condor“ (ganze Besatzung): 
Ausreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Herzog“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Unterlieutenant zur See Förtsch: 
Hamburg 11/5. — 13/5. Amsterdam 14/5. — 18/6. Leixoes 19/5. — 20/5. Lissabon 21/5.— 
26/5. Neapel 26/5. — 30/5. Port Said 31/5. — 5/6. Aden 5/6. — 156. Sansibar. 
Heimreise: Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „König“ der Deutschen Ostafrika-Linie, 
Transportführer: Lieutenant zur See Mommsen: 
Sansibar 18/6. — 29/6. Port Said 30/6. — 4/7. Neapel 4/7. — 9)/7. Lissabon 9/7. — 
13/7. Rotterdam 14/7. — 15/7. Hamburg 16/7. — 16/7. Wilhelmshaven. 
— —. — — — 
to 
  
— — — m — — — —— — — . — — —„ 3 — 
Derkehrs-Machrichten. 
Die Postanstalt in Iringa (Deutsch-Ostafrika) ist am 24. Mai eröffnet worden. 
  
Postdamysschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebleten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel ham 17., 31. August Tanga 19—20 Tage am 15., 29. August, 
(deutsche Schifte) 120 abds. Dor es Sal.2021 Tg. * 28 “ Septbr. 
„ Berindisi am 11. September Sansibar 22 Tage (% abds. 
1. Deutsch- Spafrita. eeingusche Scife), 100 abds. · 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
(eranzostsche Schißh 40 nms. 11100 7# abbs. 
· « · Southampton am 27. August Lüderitzbucht 22 Tage am 26. August 
2. Deutsch-Südwestafrika. ] Goner.) 40 nms. Swakopmund 25 Tage5 us. 
(Nach Keeimanshoop, Gibeon, stadt, dann deutscher! 
mrhe und glikcun Lampfer „Leutwem.) Swak d 30 Ta am 25. September 
wöchen »is Kapfstadt. * S e 25. Se 
bei d ambure am 25. September wakopmun g 
o½ ort weser * aeen *—in*- nachto Lüderipbucht 40 Tage 720 abds.
        <pb n="565" />
        523 
  
  
  
  
  
  
  
— — O . — — 
  
-.. —.— 
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Arusschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Na vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
5 schiffungshafen l an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
amburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. 1 Oeutsche Schisfe) nachts 72 abds. 
KRamerun. Liverpool am 31. August, Kamerun 22 Tage am 29. August, 
IU (englische Schiffe) 28. September 26. Sept. 15 ms. 
Hamburg am 10.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
4 logo-Gebiet (beutsche Schiffe.] am 20.iedes Mts. Fn Tags Tane Monats 72 abds. 
(Ueber Liverpool oder Liverpool am 24. August Quittah z Tage oem 22. August 
Marseille oder Bordeaux Cenglische Schiffe) von da ab Landverbindung 15 ums. 
nur auf Verlangen dess Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) 6 l1— Schisse) # gachm. 1 %n ab —— 10 4bos. "r 
ordeaux am ep .Nov. Cotonou age am 8. Sept., 8. Nov. 
(französische Schiffe) I 110 vms. von da ab dnrrli 107 aber- 
Mavel-. n am 24. Aug., 16. Ott. Stephansort 45 Tage am 22., 26. August, 
5. „Neu. , (deutsche Schiffe) abds. 17., 21. Oltober 
Deutjch Nen · Guinea a" ny am n Aug., 23. Okt. - 41 Tage 1146 abds. 
(Nachversan 
–—d — 
ö6. Marshall. Inseln. 
  
  
  
— 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
Die Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. 
  
  
— –—. 
—-. — —.—S —  S 
  
  
  
  
  
  
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Deutsch-Ostafrika Neapet em 21. August Togogebiet .. ... Pumuck e * 3 M 
# Krinis 9 # en 16 ban- , 6 Marseille am 16. jedes Monats 
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Rameren B # e#n 2 Each.l MonaisB NMarsdhall- Inseln — unbestimmt 
1 1 6 
  
  
  
Fälligkeitstage für die mit deutschen Schifsen eintreffenden Posten. 
— — —— — 
Sc-hiffsbewegungen der Worrmann= Linie zwischen Hamburg und West- 
— — — 
— 
und Südwestafrika. 
  
  
  
Postdampfer Reise Leyte Nachrichten 
*1. von nach bis 12. August 1898 
„Adolph Woermann“ Hamburg # Loango am 28. Juli in Loango. 
„Aline Woermann“ Hamburg C Loango am Z3. August in Ramerun. 
„Anna Woermann“ Benguella Hamburg am 4. August in Accra. 
„Bruxellesville“ Antwerpen Kongo am 12. August in Madeira. 
„Carl Woermann“ Lagos Hamburg am 5. August in Las Palmao. 
„Eduard Bohlen“ Coango Hamburg am 28. Juli in Hamburg. 
„Gla Woermann“ Oamburg Sherbro am 11. August in Gorce. 
Gertrud Woermann“ Hamburg Rotonon am 6. August in Conakry. 
„Gretchen Bohlen“ Sherbro Hamburg am 25. Juli in Hamburg. 
„Hedwig Woermann“ Whndah Hamburg am 10. August in Accra. 
„Delene Woermann“. Hamburg Futa am 11. August ab OLamburg. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 3. August in Kamerun. 
„Kurt Woermann“ Loanda Hamburg am 10. August in Tanger. 
„Lulu Bohlen“ Lüderitzbucht Hamburg am 8. August in Accra. 
„Marie Woermann“. Hamburg Kapstadt am 1. August in Madeira. 
„Melita Bohlen“ . Hamburg Lüderinbucht am 17. Juli in Kapstadt. 
Lrofessor Woermann“. Gabun Hamburg am 4. August in Lagos. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Benguella am 3. August Dover passirt.
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        524 
Schisssbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Lamburg—Ostefrikah. 
  
— — — — — — — — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
achese von 6 nach bis 28. Juli 1898 
„Köniiéeéeée z. Zt. in Homburg. 
„Herzog“ . . ... Durban Hamburg am 28. Juli an Suez. 
„Kaiserrr Hamburg Durban am 27. Juli ab Suez. 
„Kanzlerr Hamburg Durban am 27. Juli an Durban. 
„Bundesrath Hamburg Delagoabai am 27. Juli an Lissabon. 
„Reichstagggg Hamburg Delagoabai am 26. Juli an Mombassa. 
„Admiralll Delagoabai | Hamburg am 18. Juli ab Delagoabai. 
„General ...... Delagoabai Hamburg am 26. Juli an Narseille 
  
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Ceres Ganml). Mediafaçon, mild das Mille Mk. 60 
Manilla (Manilla), (ortadofacon, mill „ 80 
Buen Olor (Cuba), kl. Engländerfaçon, mittelkräftig„ „ 60 
I2TPera (Havana), kl. Engländerfacon, voll und saftig 6 75 
For Fina (Havann), kl. Engländerfaçon, fein, mil„ „ 100 
Arte (Havana), kl. Engländerfaçon, fein, mittelkräftig 41100 
El Jusullo (favana-Mexico), gr. Importfae., hochf., mittelkr. „ „ „lõo 
Holländer-Marken 
(Leichtere Qualitlten.) 
Fastoso, mittelgrosses Facon, mittelkräfti 
Pelia, Bockfacon, mntellet. . 
das Mille 
. Mk. 32 
.„ 35 
Waldmanns-liell, grosses Bockfaçon, mittelkräftig „ 40 
Silphla, gewöhnliches gerades Facon, leicht. .. -45 
Lulkosa,’l’kaincos keini lleicht pkickelnd..........»48 
,· ollinder, hoch aromatische, milde hollän- c 
ock di areon. dische Mischung, nur in Kistchen à 200 St. 52 
Ereserenela, Regaliafagon, milld . P6 
Handellins. mittelgrosses Facon, fein, mittelkräftig „ 60 
Leinsebmecker III. mittelgross, allerleicht. f. holländ. Mischung „ 60 
mir, grosses Bockfaçon, feine milde holländische Mischung 6 
560 orro, mittel Bockfaçon, mittelkr., IIavanamischung .#, 64 
Urbhens, mittelgrosses Facon, sehr fein, mittelkräftig 720 
1 ureles, schlankes Facon, sehr fein, mittelkräftig „ 95 
krthts. schlankes Facon, sehr tein, mittelkräftig ... „ 90 
n # Matanzas, Trabucos Facon, sehr fein, mittelkräftig 100 
L# gaton. gekürzt Mediafacon, sehr fein prickelnd 110 
* agnisieos, Media Regaliafacçon, sehr fein, krüstig 125 
ubeba, sehr grosses Bockfacon, hochfein, mild 150 
Die Firma betreibt den Export nach den deutschen Kolonien 
als Specialität. 
  
Besondere Bedingungen für kExport-Sendungen. 
Sendungen nach Ausland und den Kolonien erfolgen, da Nachnahme 
nicht überall zulässig ist, nur gegen Vorausbezahlung (Bar oder Anweisung 
aal deutschen Bankplatz) mit 5% Skonto. Zigarren von 100 Stück aufwürts 
zum uepreiie. Farbenungabe erbeten. 
Jach überseeischen Flätzen gehen meine Sendungen, wem nicht be- 
AWimmte Schiflsgelegenbeiten vorgeschrieben sind, in der Regel mit dem 
erstabgehenden deutschen Dampf i i i 
zewi pfer. Die Verpackung geschicht, sofern nicht 
hoerwichtebestimmungen oder anders lautende Vorkenrikten entgegenstehen, 
auch jea¾e er Zinkkiste (à M. 1,50 pr. Postpacket). Auf Wunsch kunn aber 
Selbsüleoes einzelne Kistchen in Zink verpackt werden, wofür ich nur meine 
ealen derechne (ca. 50 bis 60 Pf. für das Kistchen). 
9* ostpackete (von 5 kg) und grössere Frachtsendungen liefere ich 
zur Grenze, bezw. frei deutschem Sechafen, die weiteren Fracht- etc. 
1——1-— 
    
  
— — — 2 1 # . 
— — — — — — — 
  
Bitte lesen! 
  
Mit Vergnügen ergreife ich 
die Gelegenbeit, zu bestätigen, 
dass ich nun seit Cs. 15. Jahren 
meine Zigarren von Ihnen beriebe 
und in diesem langen Zeitraume 
nicht einmal einen QOrund zur 
Klage gehabt habe. Diese lange 
Bezugszeit spricht am Besten für 
die Güte der bezogenen Zigarren, 
für die Gleichmissig keit der Lie- 
ferungen, wie für die Preiswüruoig- 
keit Ihrer Fabrikate. 
Kaiserslautern. 14. Jan. 1897. 
M., Masjor z. p. 
Seit 15 Jahren beziebe ich 
meinen ganzen Bedarf an Zigarren 
von der Firma A. F. Emde in 
Dasseldorf und muss die Preis- 
würiigkeit der gelieferten Markon. 
22, La Cruz o Venera und Ziga- 
rillos No. 40, Hers, sowie die 
nꝛ reolle und aufmerksame Be- 
ienung rühmend anerkennen. 
Ravensburg, 15. Januar 1897. 
Umgeld-Commissr M., Sekretir 
der Handels- u. ewerbekommer. 
X 
Bereitls über 20 Jahre bezicehe 
ich meinen Beilart an Zigarren 
von Ihnen und waren dieselben 
stets nach Güto und P.eiswürdig- 
keit zu meiner vollsten Zufrieden- 
heit; es entsprach die Marke 
Erellent als eine gate NMittel- 
Zigarre, und Sagten wir die Sorten 
Ceres, Melpomene und El Morro 
anz besonders zu; ich kann deher 
hre Firma jedem Raucher mit 
bestem Gewissen empfehlen. 
Wadern, 13. Januar 1897. 
R., Königl. Forstmeister. 
Ich bestlitige Ihnen gerne, 
dass ich schon seit mindestens 
15 Jahren meinen Bedaif an 2i- 
garren nur von Ihnen beriebe. 
Wenn ich auch dazwischen ein- 
mal anderwarts zu einem Versuch 
mich bewegen liess, s0 kehre ich 
doch immer wioder zu Emde zu- 
rück. Die von wir bevorzugten 
Sorten sind Preferencia und Estar 
Bnenc, leicht mild und sehr aro- 
matisch. 
Thalmlssin 
1897. . 
* 
Die beiliegende Bestellung etc., 
%2 Jan. 1698, war bereits geschrie- 
ben, als Ihre erste Sendung 2i- 
garren eintraf, dio mich sehr 
defriedigte. Will darum der 
oben erwkhnten gieich noch eine 
grössere Bestell. beifügen. Bitte, 
senden Sie 
Otjimbingue, 4. Febr. 1898. 
Deutsch-Sudwestafrika. 
Pa#tor .., Missionar. 
i. By., 13. Jan. 
Dekan. 
   
An allen deutschen Kolonien
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versandt werden. Lieferungen durch Wiederverkäufer. (79) 
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Hunstig bei Dieringhausen (Rheinland). 
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wird hierdurch das von der 
Chemischen Fabrik auf Actien (com. E. Schering) zu Berlin 
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Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Professor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
sfesson Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offizielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
VNcheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum. 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
renannten Firma, nämlich: 
Hamburg: Gebrüder Osdenburg; 
#e#relona: J. Esplell; 
London: A. &amp; M. Zimmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary- at- Küll; 
Moskau: W. Stürzwage &amp; Co.; 
New-Tork: Lehn &amp; Fink, 128 Willlam Street; 
Faris: Max Frères, 31 rue des peiites Ecuries; 
Rlo de Janelro: Magalbhäes, Luclus &amp; Co. Successores de Klingelhoeler &amp; Co. 
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Ferd. Flinsch 
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ECxpo##- Mbtheilung: Hamburg. 
Im Auslande Import- Agenten gesacht an den run 
Wo noch kelne Vertretungen errichtet alnd. — 
   
  
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bezeichnet von der 
Medicinal-Abt.des 
Königl.Preussischen 
Wiegsministeriums. 
K Nersefeld-Fiter Cselschal 
CE LLE. 15. 
    
   
(I#) 
Soeben erschien: 
Weltgeschichte 
Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin SWu, Kochstraße 68—71. 
  
    
  
  
  
Ein seltenes Buch — von hohem Interesse für jeden Deutschen! 
Das Buch bietet geistigen Genuß beim Lesen, neue Gesichtspunkte 
und Anregung zu eigenem Nachdenken. Mehr als auf eine reichliche 
Menge der Thatsachen zielt der Verfasser darauf, die leitenden Ideen 
der Zeiten hervorzuheben und uns Deutsche aufzufordern, ihre 
Anwendbarkeit auf unsere Geschicke zu prüfen. 
in Umrissen. 
Federzeichnungen eines Deutschen, 
ein Rückblick 
am Schlufse des 19. Jahrbunderts. 
Geheftet Mk. 9; in Halbfranzband Mk. 11. 
  
  
     
  
  
    
    
       
  
   
  
(130)
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        531 
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Gegründet 1852. 
M. OTTO W. MÖOLLER 
Hamburg, Bremen, 
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Sirung der Magenfunktionen während und Dach allgemeinen Erkrankungen. 
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Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Witkler &amp; Solhn, Berlin 8W12, 1 
  
  
Kochstraße 68—71. 
  
  
Das Werk: 
  
  
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Curopäischen Kolonien. 
  
Schilderung ihrer. Entstehung, Entwickelung, Erfolge und Aussichten 
von 
Dr. Mlfred Zimmermann. 
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Erster Band: 
Die Kolsnialpelitik Portugals und Spaniens 
  
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Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht des portugiesischen 
und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. 
Geh. Mk. 10,—, in Originalbaud Mk. 11,50. 
  
Zweiter Band: 
Die SKolenialyelitik Großbritanniens. 
Erster CTheil. 
NVes des Aufäuzen bis zam Absall der Vereinigten Staalen. 
Mit drei farbigen Karten in Steindruck. 
Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,50. 
hat in den betheiligten Kreisen eine überans rege Beachtung und günstige Aufnahme gefunden. Das Werk 
kann als ein Lese= und Lehrbuch gelten, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer 
nutbringenden Weltpolitik zu geben vermag. Es stellt eine allgemeine Geschichte der eur opäischen 
Kolonialpolitik dar und ermöglicht allen Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die 
Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte. Die nachstehenden 
Stimmen der Presse 
kennzeichnen den Werth und die Eigenart des Werkes: 
Bei Erscheinen des ersten Bandes: 
Militär, Litteratur-Zeitung Nr. 14 vom Nov. 1896: 
Wir haben in diesem Bande den Beginn einer für 
die Kolonialpolitik der Gegenwart hochwichtigen 
und bedeutungsvollen Arbeit. Wir stehen nicht 
an, es geradezu als ein Lehrbuch der Kolonialpolitik 
zu bezeichnen mit seiner reichhaltigen, gewissen- 
haften Forscherarbeit. 
Kölnische Polkszeitunz Nr. 833 vom 7. Dez. 1896: 
Das Buch verdient die weiteste Berbreitung in allen 
gzebildeten Kreisen. 
Deuische Re##e, XXII. Jahrg., Februarheft: Die 
Darstellung ist klar und flüssig, das Wichtigste 
ist mit Geschick hervorgehoben, und das Werk ist der 
Beachtung der weitesten Kreise werth, da es nicht 
nur den Interessenten unserer Kolonialpolitik einen 
nicht zu ubersehenden Spiegel vorhält, sondern auch 
die erste Zusammenfassung der gesammten 
Kolonialgeschichte bietet und somit auch dem 
Historiker und Geographen von großem Nutzen ist. 
Hülterarisches GCentralblakt für Penischland, 1897, Nr. 3: 
..Dem Fachmann sowie dem Laien sei das Buch 
als belehrende oder unterhaltende Lektüre empfohlen. 
Denische Kolonialzeitung Nr. 51 vom 19. Dez. 1896: 
.. Aue der Geschichte konnen und müssen wir lernen, 
deshalb sei die Lektüre des vorliegenden Buches 
besonders empfohlen. 
Leipiiger Illustririe Jeitung Nr. 2792 v. 2. Jan. 1897: 
Dem Freund wie dem Gegner der Kolonial= 
politik sei das Studium des Zimmermannschen 
Werkes angelegentlich empfohlen. 
U#etermanns Mittheilungen, 1897, Heft 5: Zimmer- 
manns vorliegendes Buch ist von hohem prak- 
  
  
  
  
tischen Werthe, verdient von allen Kolonial= 
frenuden gelesen zu werden. 
Elohns Nr. 20 vom Nov. 1896: hier sind all- 
gemeine Kapitel eingeschaltet, die uns jedesmal die 
Interna der Verwaltung, die Finanz= und Zollwirth= 
schaft, die Handelsbeziehungen zur Heimath und remde 
2c. besser erkennen lehren. Wir halten diese Ab chnitte 
in mehr als einer Hinsicht für die wichtigsten und 
für den Kolonialfreund nützlichsten. 
Bei Erscheinen des zweiten Bandes: 
SInteligemblatt, Krankfurt a. M., Nr. 59 vom 
11. März 1898: Es ist in hohem Maße erfreulich, daß 
Dr. Zimmermann es verstanden hat, seine auf breiter 
wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Untersuchungen 
in ein so angenehmes Gewand zu kleiden, daß 
die Darstellung sich zuweilen liest wie ein Roman und 
daher auch Demjenigen, den nicht gerade sein Beruf 
zur Antheilnahme an kolonialpolitischen Fragen aus der 
Gegenwart oder Vergangenheit nöthigt, Interesse ab- 
verlangt. 
Natisnal- Jeilnag Nr. 168 vom 12. März 1898e: 
.. Das Buch ist eine werthvolle Bereicherung 
unserer geschichtlichen Litteratur und läßt den 
noch angekündigten vier Bänden des Werkes mit dem 
lebhaftesten Interesse entgegensehen. 
Allenser Nachrichten Nr. 45 
die Ereignisse selbst zu berichten; es reizt ihn, na 
dem wirthschaftspolitischen Warum des Warum zu 
fragen, und so gruppiren sich die bedeutsameren g 1 
schichtlichen Vorgänge, welche er behandelt, gan 
selbst zu Weltbildern, aus denen man ganz andere inge 
erfährt als nur die Buntheit der geschilderten Thatsachen. 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes zu beziehen, 
gegen Einsendung des Betrages auch porkofrei von der Verlagsbuchhaundlung. 
vom 23. Febr. 1898: 
.. Alfred Zimmermann begnügt sich nicht damit, über 
  
  
  
  
  
  
    
  
  
  
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Jus 4P0MMSMWUMM Im Auftrage der Kolonial Abhheilung des Auswärtigen Amts 
80. MA. b, - eleg. eb. K. 6,—. verfaßt von 
v. oreren, Dertche Flotten-Leler- Georg von der Gabelentz. 
A. 1.50. 4115936. 4. 255. A. 226. -reis geb. 4 Mark. 
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nach Conakry, Monrovia, Togo, der Goldküste, Whydah und Kotoncu. 
Am 31. August: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Goréee, Dakar, Rufisque, Liberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
Am 10. September: P. D. „Eduard Bohlen“, Capt. IJversen, 
nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Södwestküste Afrikas 
bis Loango. 
Am 18. September: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Ruflsque, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
MAMächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. September, 2825. No- 
vember und ferner am 25. jedes zweiten Monats. 
Alle Guter mössen om Tuge vor dem Abgangedatum 5f4° 12 Uhr mitcage zänosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passae ertheilt die Woermann-Linie 
(n) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika - Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
1 6 ( zwischen 
0 24 Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
1 Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die näcbsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
  
  
    
   
    
'5 KOENIG“, Capt. Doher 17. August, 
„GENERAIL“, Capt. Kennn 17. August, 31. August, 
*HERZOG“, Capt. v. Issendorll ... l. August, 14. September, 
„ADHIRAL‘, Capt. Westt 14. September, 28. September, 
nach Mombassa, Tanga?“, Pangani?:, Saadanis, Bagamoyo, Dar-os-Salüm?", Sansibar?, Kliwa, Lindl, 
MIindani, Ibo, Mozambique “, Quellmane?, Chinde:, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban". 
Die mit einem * versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen verschenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem ' versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem C verscehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzdoliche Einrichtfinpen fUr Pussagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhälen sowie nach Transvaal 
(Jobannesburg und Pretoria) via Delagoabui. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
"„owie wegen Fracht und Passage die « 
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 15. August 1896 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herauszegeben in der Kolonial-Abtheiluutz des Auswärtigen Amie. 
  
–. .-. 3 — — — — — 1 r— — — —— — — — — —  
I Jahrgang. Berlin, 1. Zeplember 1898 Nummer 17. 
–– —— — — — — — —. § . 1—— — —— — 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiberr 
v. Danokelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mkk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Unfragen sind an die Kbnigliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
  
Junhalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betreffend das Bergwesen im Schutzgebiete Togo S. 537. — 
Erlaß des Reichskanzlers an sämmtliche Kaiserliche Konsulate, betreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der 
einen deutschen Hafen anlaufenden Seeschiffe S. 537. — Ernennung von Mitgliedern für die fünfte Sitzungsperiode 
des Kolonialraths S. 540. — Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat August S. 541. — Nach- 
weisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat Juni 1898 S. 541.— 
Personalien S. 542. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 542. — Deutsch-Ostafrika: Reise des Gouverneurs 
Liebert S. 543. — Kamerun: Besiegung des Häuptlings Ngilla S. 543. — Deutsch-Südwestafrika: Berg- 
werksangelegenheiten S. 543. — Brunnenbau in Südwestafrika S. 545. — Missenschaftliche Sammlungen S. 545.— 
Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 545. — Aus fremden 
Kolonien: Bericht über eine Reise von Singapore nach Borneo S. 550. — Ueber den Handel Ostafrikas mit 
Indien S. 557. — Verschiedene Mittheilungen: Anleitung zum Sammeln, Konserviren und Verpacken von 
Thieren für die zoologische Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin (Fortsetzung) S. 563. — Samm- 
lung der Reiseberichte des Geheimen Medizinalraths Prof. Dr. Koch S. 569. — Ueber eine neue Fleischkonservirungs- 
methode S. 570. — Hamburas Handel mit den Kolonien im Jahre 1897 S. 570. — Viehzucht in Brasilien 
S. 575. — Litteratur S. 575. — Schiffobewegungen S. 576. — Verkehrs-Nachrichten S. 576. — Anzeigen. 
Beilage: Zur Kolonialpolitik des Fürsten v. Bismarck. 
— – 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Verkräge. 
  
  
  
Allerhöchste Verordnung, betreffend das Bergwesen im Schutzgebiete Togo. 
ir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c. verordnen 
für das Schutzgebiet von Togo auf Grund des § 1 und des § 3 Ziffer 2 des Gesetzes, betreffend die 
nenssenbältaif der deutschen Schutzgebiete (Reichs-Gesetzblatt 1888, S. 75), im Namen des Reichs, 
was folgt: 
Die nach § 1 der Verordnung vom 2. Juli 1888 für das Schutzgebiet von Togo beziglich der 
asehücher Verhältnisse bisher maßgebenden Bestimmungen werden für das gedachte Schutzgebiet 
aufgehoben. 
Der Reichskanzler und mit dessen Genehmigung der Gouverneur sind bis aus Weiteres zur 
Regelung dieser Verhältnisse befugt. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Wilhelmshöhe, den 17. August 1898. 
(L. S.) (gez) Wilhelm I. R. 
(ggez.) Fürst zu Hohenlohe. 
  
Erlaß des Reichskanzlers an sämmtliche Kaiserliche Konfulate, betreffend die 
gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen deutschen Hafen anlaufenden Seeschiffe. 
Die mit dem Circular-Erlaß vom 1. November 1883 den Kaiserlichen Konsuln an Hafenplätzen 
mitgetheilte Verordnung, betreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen deutschen Hafen anlaufenden 
Serschiffe, ist infolge des Abschlusses der Dresdener Sanitätskonvention vom 15. April 1893 (R. G. Bl. 1894
        <pb n="580" />
        — 538 — 
S. 343 ff.) einer Revision unterzogen worden, die zur Publikation von im Wesentlichen gleichlautenden 
Vorschriften seitens der deutschen Seeuferstaaten geführt hat, und diese neuen Vorschriften sind nachträglich 
mit den Bestimmungen der vorjährigen demnächst zu ratifizirenden Venediger Pestkonvention in Einklang 
gebracht worden. Danach stehen jetzt in den deutschen Seehäfen die Bestimmungen in Kraft, die von den 
einzelnen Seeuferstaaten mit wenigen, meistentheils nur redaktionellen Abweichungen publicirt worden sind. 
Durch diese Neuregelung der deutschen seesanitätspolizeilichen Vorschriften wird eine Abänderung 
der Instruktion vom 1. November 1883, die hierdurch ausgehoben wird, nothwendig, und ich bestimme 
daher bezüglich der Ausstellung von Gesundheitspässen und der Berichterstattung über ansteckende Krank- 
heiten Folgendes: 
I. Gesundheitspässe. 
Während in den früheren Kontrolvorschriften an die Beibringung eines reinen Gesundheitspasses 
besondere Vortheile geknüpft waren, sind die Gesundheitspässe in den jetzigen Bestimmungen überhaupt nicht 
erwähnt. Dies beruht darauf, daß man im Laufe der Zeit mehr und mehr davon abgekommen ist, dem 
Gesundheitspaß eine erhebliche Bedeutung beizulegen. Demgemäß werden jetzt in den deutschen See- 
häfen von den ankommenden Schiffen keine Gesundheitspässe mehr gefordert, sondern der Hafenarzt hat 
nach Maßgabe der beiliegenden Vorschriften unter Würdigung aller für eine eventuelle Gefährlichkeit des 
Schiffes in Betracht kommenden Umstände und insbesondere nach Prüfung des Gesundheitszustandes an 
Bord während der Reise und im Zeitpunkt der Ankunft, ohne Rücksicht auf den Wortlaut eines etwa bei- 
gebrachten Gesundheitspasses, über die erforderlichen Sicherungsmaßregeln Bestimmung zu treffen. 
Es wird hiernach wohl angenommen werden können, daß für die Versegelung nach deutschen 
Häfen die Anträge auf Ausstellung von Gesundheitspässen bei den Kaiserlichen Konsulaten in Zukunft 
sich vermindern werden. Soveit derartige Anträge künftig noch, sei es von deutschen Schiffen, sei es 
von nichtdeutschen Schiffen, gestellt werden sollten, stelle ich anheim, die Antragsteller darauf aufmerksam 
zu machen, daß für die deutschen Seehäfen kein Gesundheitspaß vorgeschrieben ist, und daß 
die Beibringung eines solchen keinerlei Rechte und Erleichterungen hinsichtlich der gesundheitspolizeilichen 
Behandlung der Schiffe gewährt. Wenn die Antragsteller indessen die Ausfertigung eines Gesundheits- 
passes wünschen, ist ihnen derselbe zu ertheilen. 
Außer dem Fall der Versegelung nach einem deutschen Hafen kann es unter Umständen vor- 
kommen, daß von den Kaiserlichen Konsulaten die Ausfertigung eines Gesundheitspasses zum Ge- 
brauch in einem nichtdeutschen Hafen gewünscht wird, da von den auswärtigen Staaten noch 
verschiedene, wie bisher, an der Einrichtung der Gesundheitspässe festhalten und in manchen fremden 
Häfen die deutschen konsularischen Gesundheitspässe gewisse Erleichterungen gewähren. Liegt ein solcher Antrag 
vor, so ist der Gesundheitspaß von den Kaiserlichen Konsulaten deutschen Schiffen stets, nichtdeutschen Schiffen 
aber nur dann zu ertheilen, wenn an dem Hafenplatze weder eine zur Ausstellung derartiger Pässe befugte 
Gesundheitsbehörde, noch ein Vertreter des Landes, dessen Flagge das Schiff führt, sich befindet. 
Was die Form der Gesundheitspässe betrifft, so wird in den deutschen Seeuferstaaten für die von 
deutschen Häsen ausgehenden Schiffe, die einen Gesundheitspaß ausgestellt haben wollen, das anliegende 
Formular in Anwendung gebracht, dessen Wortlaut mit Absicht ziemlich weit gefaßt ist; jedoch haben die 
zur Ausstellung zuständigen Behörden die Ermächtigung erhalten, den Pässen, weil von einzelnen Hafen- 
behörden des Auslandes eingehendere Gesundheitspässe verlangt werden, auf Wunsch der Schiffer einen von 
dem Formular abweichenden Inhalt zu geben, beziehungsweise auch dem Gesundheitspaß eine Uebersetzung 
beizufügen. Es erscheint erwünscht, daß die Kaiserlichen Konsularbehörden, soweit sie künftig in die Lage 
kommen, Gesundheitspässe auszustellen, möglichst das gleiche Formular benutzen, nach welchem vom Aus- 
wärtigen Amt Gesundheitspässe, wie bisher, gegen Erstattung der Kosten bezogen werden können. Doch 
gilt die vorher bezüglich der deutschen Hafenbehörden erwähnte Ermächtigung auch für die Kaiserlichen 
Konsulate, und Letzteren bleibt es daher unbenommen, aus Wunsch der Schiffer, oder wenn die Lokal- 
verhältnisse oder sonstige Umstände es erfordern, den Pässen einen anderen Inhalt zu geben, sofern derselbe 
den thatsächlichen Verhältnissen entspricht, und sie mit einer englischen oder anderssprachigen Uebersetzung 
u versehen. 
“ — Gesundheitspässe sind von den Kaiserlichen Konsuln unter Beisügung ihres Amtscharakters zu 
unterzeichnen und mit Siegel zu versehen. 
Die Gebühren für Ausstellung eines Gesundheitspasses berechnen sich nach Position 18 des Tarifs 
vom 1. Juli 1872. — 
II. Berichterstattung über ansteckende Krankheiten. 
dach dem Fortfall der Forderung von Gesundheitspässen in den deutschen Seehäfen wird es von 
besonderer Wichtigkeit sein, daß die diesseitigen Behörden über den Gesundheitszustand im Auslande dauernd 
unterrichtet gehalten werden, und daß sie namentlich über den Ausbruch von ansteckenden Krankheiten 
rechtzeitig und mit thunlichster Beschleunigung zuverlässige Nachrichten erhalten. Dies gilt in erster Linie
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        — 539 — 
für die drei Krankheiten, bezüglich deren in den beiliegenden Vorschriften in den deutschen Häfen unter 
Umständen Kontrolmaßregeln vorgesehen sind, nämlich für Cholera, Pest und Gelbfieber. 
A. Cholera und Pest. 
Was zunächst Cholera und Pest anlangt, so ist, sobald der Ausbruch einer dieser Krankheiten in 
dem Amtsbezirke der Kaiserlichen Konsularbehörde glaubwürdig festgestellt worden ist, unverzüglich an das 
Auswärtige Amt telegraphische Meldung zu erstatten. 
Hierzu ist es mit Rücksicht darauf, daß amtliche Mittheilungen über das erste Auftreten von 
Cholera= oder Pestfällen in der Regel erst verspätet zur Veröffentlichung gelangen, nicht erforderlich, die 
offizielle Feststellung von dem Vorhandensein der Seuche abzuwarten, vielmehr empfiehlt es sich, sobald in 
der Tagespresse oder sonstwie Fälle der Cholera oder Pest oder des Verdachtes einer dieser Krankheiten 
bekannt werden, auf geeignetem privaten Wege thunlichst zuverlässige Nachrichten über den Sachverhalt 
einzuziehen und, falls dieselben das Vorhandensein der Cholera oder der Pest ergeben sollten, sofort 
telegraphisch über den Charakter der Krankheit, die bekannt gewordenen Entstehungsgründe und die Aus- 
dehnung der Seuche zu berichten. Die weitere Berichterstattung wird demnächst fortlaufend schriftlich und 
nur dann wieder telegraphisch zu erfolgen haben, wenn sich eine plötzliche und auffällige Steigerung in 
der Anzahl der Todesfälle oder eine erhebliche räumliche Ausbreitung der Krankheit bemerkbar macht. 
Von einer telegraphischen Berichterstattung über den Ausbruch der Cholera oder der Pest kann 
für solche außereuropäischen Länder, die nicht am Mittelmeer oder im Osten Amerikas gelegen sind, unter 
der Bedingung abgesehen werden, daß von dort keine direkte Dampferverbindung mit einem europäischen 
Hafen besteht. Jedoch setze ich voraus, daß bei Gefahr im Verzuge oder bei besonderem Anlaß zur 
Besorgniß telegraphische Berichterstattung erfolgt. 
Herrscht eine der beiden Krankheiten in einem Lande endemisch, d. h. pflegt dieselbe regelmäßig 
in einem gewissen Umfange aufzutreten, so genügt eine schriftliche Berichterstattung so lange, als die Seuche 
keine ungewöhnliche Ausdehnung annimmt. Sobald indessen der letztere Fall eintritt, insbesondere, wenn 
die Zahl der Todesfälle über das übliche Maß anwächst oder wenn die Krankheit an sonst seuchenfreien 
Orten des Landes oder zu ungewohnter Zeit auftritt, oder wenn sie sich von der bisher allein ergriffenen 
einheimischen Bevölkerung auch auf die Europäer verbreitet, ist telegraphisch an das Auswärtige Amt 
Meldung zu erstatten. 
· B. Gelbfieber. 
Beim Gelbfieber wird nach den bisherigen Erfahrungen angenommen, daß eine Gefahr der Ver- 
schleppung auf dem Seewege nur während der warmen Jahreszeit besteht, und es findet daher in den 
deutschen Seehäfen nach § 2 der beiligenden Vorschriften eine Kontrole nur für die Zeit vom 15. Mai 
bis zum 15. September statt. Es ist deshalb für diese Krankheit eine telegraphische Meldung nur inso- 
weit erforderlich, als dadurch die rechtzeitige Einführung der Kontrole sicherzustellen ist, nämlich für einen 
entsprechenden Zeitraum vor dem 15. Mai und vor dem 15. September jedes Jahres. Außerdem ist die 
telegraphische Meldung an die Voraussetzung geknüpft, daß das gelbe Fieber nicht nur in vereinzelten 
Fällen auftritt. Sonst genügt schriftliche Berichterstattung. Im Uebrigen gilt für die telegraphische und 
schristche Meldung das für Pest und Cholera Gesagte. 
C. Berichterstattung über andere ansteckende Krankheiten. 
Des Weiteren ist es den diesseitigen Gesundheitsbehörden erwünscht, auch über nachbenannte 
Krankheiten, sofern dieselben in besonderer Heftigkeit oder großer Verbreitung auftreten, sofort unterrichtet 
zu werden, nämlich über das Auftreten von Blattern (Pocken), Scharlachfieber, Diphtherie und 
Croup, Unterleibstyphus (Darmtyphus, typhoid fever, för#re typhoide), Fleckfieber*) (Fleck- 
typhus, Hungertyphus, Kriegstyphus, Exanthematischer Typhus ityphus), Rückfallfieber??) (Rückfalltyphus, 
  
Z„ *) Das Fleckfieber oder der Flecktyphus wird vielfach auch als Hunger= oder Kriegstyphus bezeichnet, weil 
die Krankheit in T euerungsjahren unter der nothleidenden Bevölkerung oder zu Kriegszeiten unter den durch Ent- 
behrungen und Strapazen geschwächten Truppen wiederholt Eingang und Verbreitung gefunden hat. 
Die einzelne Erkrankung verläuft unter hohem Fieber und ist durch einen Ausschlag ausgezeichnet, welcher 
4Poprh den ersten Krankheitstagen hervorbricht, dem der Masern ähnlich, aber weniger verbreitet ist und im Gesicht ge- 
wöhnlich vermißt wird. Das Bewußtsein der Kranken wird fast stets getrübt, die Dauer des Fiebers beträgt in 
günstigen Fällen etwa zwei Wochen, doch erliegen ½ bis 1 der Kranken schon vorher der Seuche; zuweilen führen 
auch später hinzutretende Krankheiten den Tod herbei. 
% Das Fleckfsieber ist eine der am leichtesten übertragbaren Krankheiten; der Ansteckungsstoff kann sowohl 
unmittelbar von den Kranken auf Gesunde übergehen als auch mit leblosen Gegenständen verschleppt werden. Am 
häufigsten wird die Seuche durch umherziehende Personen, namentlich Hausirer, Bettler und dergleichen verbreitet; ihr 
Umsichgreifen bekämpft man durch Krankenabsonderung und Desinfektion. 
3)) Mit dem Fleckfieber werden das Rückfallfieber und der Unterleibstyphus, obwohl die drei Krankheiten 
“ßbr verschieden sind, von Manchen zu einer gemeinsamen Gruppe alo typhöse Erkrankungen 
mmengefaßt. 
Das Rückfallfieber, auch Rückfalltyphus genannt, entsteht unter Einwirkung eines schon seit längerer Zeit
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        — 540 — 
Recurrens), Ruhr (Dysenterie), epidemische Genickstarre') (Cerebrospinal-Meningitis) und In- 
fluen za (Grippe). 
Für diese Krankheiten wird im Allgemeinen eine schriftliche Anzeige genügen, wenn nicht etwa, 
was im einzelnen Falle zu ermessen ist, besondere Umstände eine telegraphische Meldung angezeigt erscheinen 
lassen. Auch ist, von solchen besonderen Umständen abgesehen, eine fortlaufende Berichterstattung während 
des Ganges der Krankheit nicht erforderlich, sondern es ist nur der Anfang und Schluß der Epidemie 
hierher mitzutheilen. Im Schlußbericht ist sodann über die Entstehungsgründe und den Verlauf der Krauk- 
heit ein Bild zu geben. 
Die Kaiserlichen (General-, Vize-) Konsulate ersuche ich, hiernach in Zukunft zu verfahren. 
Berlin, den 1. August 1898. 
Der Reichskanzler. 
Im Auftrage: 
v. Mühlberg. 
Gelundheikspas. 
Die Polizeibehörde (Der Senat der freien lund] Hansestadt ii. 
bescheinigt hiermit auf Ansuchen 0dvdvdvvvd. „Kapitän des 
Schiffes, genunt , besetzt t Mann (einschließlich des Kapitäns) 
Reisenden, beladen it bebestimmt von hier nach 
abzugehen, daß am hiesigen Platze und in dem zugehörigen Hafen 
gegenwärtig keine ungewöhnliche ansteckende Krankheit epidemisch herrscht. 
und mit 
Die Polizeibehörde. 
(Der Senat.) 
  
Ernennung von Mitgliedern für die fünfte Sitzungsperiode des Kolonialraths. 
In Gemäßheit des Allerhöchsten Erlasses vom 10. Oktober 1890 (R. G. Bl. S. 179) und der 
Verfügungen des Reichskanzlers vom 10. Oktober 1890 (Kol. Bl. 1890 S. 268) und vom 14. April 1895 
(Kol. Bl. 1895 S. 221) sind für die im Herbst d. Is. beginnende neue dreijährige fünfte Sitzungsperiode 
des Kolonialraths folgende Mitglieder ernannt bezw. wieder ernannt: 
Seine Hoheit Johann Albrecht Herzog zu Mecklenburg, Regent des Großherzogthums Mecklenburg- 
Schwerin, Präsident der Deutschen Kolonial-Gesellschaft, 
Seine Durchlaucht Dr. Wilhelm Fürst zu Wied, 
Sholto Douglas, Bergwerksbesitzer, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsraths der Pflanzungs- 
gesellschaft Victoria (Kamerun), 
A. von Hansemann, Königlich preußischer Geheimer Kommerzienrath, General-Konsul, 
Hernsheim, Direktor der Jaluit-Gesellschaft zu Hamburg, 
Seine Excellenz Dr. Herzog, Wirklicher Geheimer Rath, Staatssekretär a. D., 
Dr. Hespers, Professor, Domkapitular zu Köln am Rhein, 
von der Heydt, Bankier, 
Dr. Hindorf zu Köln am Rhein, 
Seine Excellenz von Hofmann, Staatsminister, 
Seine Excellenz Dr. von Jacobi, Wirklicher Geheimer Rath, Staatssekretär a. D., 
Kraetke, Direktor im Reichspostamt, 
Lucas, Königlich preußischer Kommerzienrath, Direktor der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, 
—–—— —— — — 
–– — 
bekannten Spaltvilzes von spiralförmiger Gestalt; es ist eine nicht gerade häufige, aber leicht übertragbare Kranlheit. 
welche sich in wiederholten, jedesmal etwa fünf bis sechs Tage dauernden Anfällen von hohem Fieber äußert. Die 
Verbreitung des Ruckfallsiebero erfolgt ähnlich wie beim Flecksieber nicht selten durch umherziehende Personen, nament= 
lich in unreinlichen Herbergen; die Vorbeugungomaßregeln entsprechen denjenigen gegen das Fleckfieber. 
*) Als epidemische Genickstarre bezeichnet man eine fieberhafte Infektionskrankheit, welcher auf einer Ent- 
zündung der das Gehirn und Rückenmark umgebenden Haut beruht und mit Erbrechen, heftigen Kopf-, Genick= und 
Gliederschmerzen, Steifigkeit des Nackens und Lähmung einzelner Muskeln verläuft. Die Kraniheit tritt zuweilen, be- 
sonders während des Winters und Frühjahrs, in größerer Verbreitung, namentlich bei Kindern und jugendlichen 
Personen auf und endet in etwa ½ der Erkrankungen todlich; in Genesungsfallen bleiben nicht selten Taubheit, Blind- 
heit, Lähmungen oder Geistesstörung zuruck.
        <pb n="583" />
        541 
Dr. Mehnert, Königlich sächsischer Geheimer Hofrath, Direktor des landwirthschaftlichen Kreditvereins im 
Königreich Sachsen zu Dresden, 
Michels, Königlich preußischer Geheimer Kommerzienrath zu Köln am Rhein, 
Dr. Oechelhäuser, Königlich preußischer Geheimer Kommerzienrath zu Dessau, 
S. Alfred Freiherr von Oppenheim, Vorsitzender des Vorstandes der Rheinischen Handei-Plantagen- 
gesellschaft zu Köln am Rhein, 
von Palêzieux gen. Falconnet, Königlich preußischer Generalmajor und General-Adjutant Sr. König- 
lichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen zu Weimar, 
Dr. A. Poensgen, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsraths der Westdeutschen Handels= und 
Plantagengesellschaft zu Düsseldorf, 
Dr. Porsch, Rechtsanwalt, fürstbischöflicher Konsistorialrath in Breslau, 
Dr. Freiherr von Richthofen, Königlich preußischer Geheimer Regierungsrath, ordentlicher Professor an 
der Universität zu Berlin, 
Seine Excellenz Sachse, Wirklicher Geheimer Rath, Direktor im Reichspostamt a. D., ständiger Vize- 
präsident der deutschen Kolonialgesellschaft, 
Dr. Scharlach, Rechtsanwalt zu Hamburg, 
Seine Excellenz Schering, Vizeadmiral z. D., 
Seine Excellenz Graf von der Schulenburg-Wolfsburg, Hofmarschall Seiner Königlichen Hoheit des 
Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten des Herzogthums Braunschweig, Königlicher Kammerherr, 
Dr. Schweinfurth, Professor, 
Simon, Geheimer Regierungsrath, 
Standinger, P., 
Strandes, Justus, Kaufmann zu Hamburg, 
Thormählen, Johannes, Kaufmann zu Hamburg, 
Freiherr Tucher von Simmelsdorf, Regierungsrath a. D., Königlich bayerischer Kämmerer, 
E. Vohsen, Verlagsbuchhändler zu Berlin, 
Dr. Wiegand, Direktor des Norddeutschen Lloyd zu Bremen, 
Ad. Woermann, Kaufmann zu Hamburg. 
  
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat August d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouvernement 
von Deutsch-Ostafrika auf 1,3775 Mark = eine Rupie festgesetzt worden. 
  
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Juni 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,405 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts. Holzschlag.eben= 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
— p. B. Rp. . gp. P.ARp. vP Rp. P Rp [P. — Mk. . 
1I "6 
Tang 1388 251 10265 26 22.——% % 5 us 16486 01 
Langinn 1350.3544852 51 8 — 1004416 3523801 = 7359 41 
Saadandd 1867 312050 58 – — 1 41— 3392832 = 5519 54 
Bagamooon 22979 3026338 514M -69344 39 
Dar-es-Salon 3444 42422940 41444 1444 324 
Kilnoa 2594 538963 10|036 +88 55 63|12328 53 = 17322 — 
Lind. 3195 614 1 25 58 4 329949 31 = 139790Z 
Milindann 3015 222350 114112 +54 251 3544332 = 7618|12 
–— " 5[ —ie 
Zusammen39836 463 311 3 79 5844 04|124493 11 -17491291 
55970 Mk. Mi. 214 Mt. 1236 Mt. 202 Mt. 
59 Pf. 68 Pf. 97 Pf. 27 Pf. 41 Pf.
        <pb n="584" />
        — 542 — 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Gouverneur von 
Kamerun v. Puttkamer und dem bisherigen (Wahl-) Konsul in Lagos Ed. Schmidt die Erlaubniß zur 
Anlegung des ihnen verliehenen Komthurkreuzes bezw. Ritterkreuzes des Großherzoglich Mecklenburg- 
Schwerinschen Greifen-Ordens zu ertheilen. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Richter für den 
östlichen Bezirk des Schutzgebiets der Neu-Guinea-Kompagnie, Dr. Hahl, Sekondlieutenant der Reserve 
im Königlich Bayerischen 7. Infanterie-Regiment „Prinz Leopold“ den Königlichen Kronen-Orden 4. Klasse 
mit Schwertern zu verleihen. . 
Dem Wegebauassistenten Amussu Bruce ist die Kronen-Orden-Medaille Allerhöchst verliehen 
worden. ———— 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 18. August 1898. 
Fischer, Hauptmann à la suite derselben, in seinem Kommando zur Dienstleistung von dem Auswärtigen 
Amt zum Oberkommando der Schutztruppen übergetreten. 
Engelhardt, Oberfeuerwerker, zum überzähligen Feuerwerkslieutenant befördert. 
Dr. Stierling, Oberarzt, Antrag um Belassung bei dieser Schutztruppe auf weitere 2½ Jahre genehmigt. 
Dr. Reinhard, Oberarzt, mit dem 31. August d. Is. der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den nachbenannten An- 
gehörigen der Schutztruppe für Kamerun folgende Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: 
a) Europäisches Personal: 
den Rothen Adler-Orden vierter Klasse mit Schwertern: dem Premierlieutenant Nolte, 
das Militär-Ehrenzeichen zweiter Klasse: den Feldwebeln Bauch und Rückert sowie dem Sergeanten 
Staadt. 
b) Farbiges Personal: 
die Krieger-Verdienst-Medaille zweiter Klasse in Gold: dem Feldwebel Jims Pama, dem Unteroffizier 
Kranz und dem Gefreiten Mastrave; 
die Krieger-Verdienst-Medaille zweiter Klasse in Silber: den Sergeanten Bonari und Alexander, den 
Gefreiten Jakob II., Buema I., Kabar I., Mathias, John Hansen, Woermann, Dodo 
Madessa, Charly I., sowie den Gemeinen Josef, Bundema, Kamba, Jakob III., Serri, 
Miki, Lavani, Georg I., Monrovia und Dudro I. 
v’ NTNT T] F?]F?VV 
Nichtamtlicher Theil. 
— — — 
Persbnal-achrichten. Der für die Stelle des zweiten Lehrers der 
Deutsch. Ostafrika. Regierungsschule angenommene Unterlehrer G. Fischer 
Der Büreauassistent Fischer, die Förster Steuck ist nach Kamerun abgereist. 
6 
    
vV 
und Dankert sowie der Zollassistent Hellwich und - 
Togo. 
der Handwerker Gräfe sind in Dar-es-Saläm » 
angekommen. * Der Zollpraktikant Strach reist demnächst nach 
Der Gärtner Kaarsberg ist Anfang August in Lome ab. 
Dar-es-Saläm und der Handwerker Wünsch in # 
Iringa verstorben. I JUNGan » 
— — An Stelle des heimkehrenden Kaiserlichen Richteis 
Ramernun. # für den Bismarck-Archipel Dr. Hahl reist Regierungs- 
Als Ersatz für den Sekretär Geyger reist der 
assessor Dr. Schnee demnächst nach Herbertshöhe ab. 
Aktuar Wistuba nach Kamerun ab. 1 —
        <pb n="585" />
        — 543 — 
Der Gerichtsassessor Boether ist in Stephans- Marshall- Inseln. 
ort eingetroffen und hat die Geschäfte des Kaiserr Der Landeshauptmann Brandeis hat seine Reise 
lichen Richters für den westlichen Jurisdiktionsbezirk von Sydney am 16. Juli auf der norwegischen Bark 
übernommen. „Korumo“ fortgesetzt. Sein Eintreffen in Jaluit 
— — wurde Mitte August erwartet. 
â— — —— — — — 
Bachrichten aus den deufschen Schuhgebietken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise mur mit Quellenangabe gestattet.) 
– 
Deutsch-DPffafrika. Abbau derselben unter gewissen Bedingungen an 
jeden Bewerber zu verleihen. 
Neise des Gouverneurs Tiebert. Die wesentlichen Bestimmungen der dem General- 
Der Kaiserliche Gouverneur Liebert beabsichtigte bevollmächtigten ertheilten Instruktion, für welche eine 
Ende Juli eine Reise nach Usagara und den Ulugurn= spätere Abänderung nach dem Ermessen der Gesell- 
bergen anzutreten. Während seiner Abwesenheit sollte schaft mit Rücksicht auf die demnächst zu machenden 
Legationsrath v. der Decken die Vertretung in den Erfahrungen selbstverständlich vorbehalten bleibt, 
Gouvernementsgeschäften übernehmen. lauten, wie folgt: 
„Für solche Plätze oder Bezirke, welche zu den 
in den §§ 54, 55 und 56 der Bergverordnung vom 
Kamrrun. 15. August 1889 erwähnten Theilen des südwest- 
afrikanischen Schutzgebietes gehören und über welche 
Bestegung des Päuptlings Heila. **! nicht bereits anderweit verfügt ist, können 
Nach telegraphischer Meldung hat die Kaiserliche . · 
Schutztruppe unter Führung des Stationschefs von Schürfer laubnisse 
Mnde, Lieutenants Dominik, den Häuptling durch den Generalbevollmächtigten der Deutschen 
Naillo, welcher seit Jahren das Hinterland von Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika bis auf Wei- 
Komerun beunrahigt hat, besiegt. Ngilla hat um steres unter den nachstehenden Bedingungen verliehen 
Frieden gebeten. werden. 
— — 1. Die Schürferlaubniß wird in der Regel auf 
die Dauer von sechs Monaten mit dem Vorbehalt 
  
Deutfsch-Südwelkafrika. einer Verlängerung von sechs zu sechs Monaten ertheilt. 
2. Der Betrag der Schürfgebühr ist im ein- 
Vergwwexksangelegenbeiten. zelnen Falle zu vereinbaren; sie soll jedoch min- 
Von der Kolonial-Gesellschaft für Deutsch-Süd= destens 10 Mark für den Monat betragen und ist 
westafrika geht uns folgende Zuschrift zu: bei Vermeidung des Erlöschens der Schürferlaubniß 
In einem Theile von Deutsch-Südwestafrika, jedesmal für sechs Monate im Voraus zu entrichten. 
welcher insbesondere das ehemals Jan Jonkersche Eine höhere Schürsfgebühr ist insbesondere dann zu 
und Piet Haibibsche Gebiet sowie das Hereroland vereinbaren, wenn das Schürfgebiet nach Lage, Um- 
umfaßt, besitzt die Deutsche Kolontal-Gesellschaft für fang und geologischer Beschaffenheit besonders günstige 
Südwestafrika als Eigenthümerin des Landes oder Aussichten darbietet. 
auf Grund besonderer Verträge ausschließliche Berg- 3. Ueber die Ertheilung der Erlaubniß wird 
werksgerechtsame. dem Berechtigten ein Schürfschein ausgesertigt, 
Nachdem in neuerer Zeit mehrfach Bewerbungen welcher zu enthalten hat: 
um Zulassung zum Bergbau seitens einzelner in a) die Bezeichnung des Platzes oder Bezirks sowie 
Südwestafrika wohnender Personen an den dortigen der Mineralien, für welche die Schürferlaubniß 
Generalbevollmächtigten der Gesellschaft, Herrn ertheilt wird; 
Dr. Rhode in Swakopmund, gerichtet worden waren,, p) die Dauer der Schürferlaubniß; 
hat die Gesellschaft beschlossen, durch Zulassung des c) den Namen und Wohnort des Berechtigten. 
allgemeinen Wektbewerbs den Bergbau in den er- Die Uebertragung des Schürsscheins auf 
wähnten Bezirken zu beleben und auf diesem Wege eine andere Person ist dem Berechtigten gestattet, sie 
Untemehmungen zur Gewinnung der dort ohne muß jedoch, um wirksam zu werden, dem General- 
Zweifel vorhandenen Mineralschätze ins Leben zu bevollmächtigten angezeigt und in das Schürfregister 
— — — — ——. 
rufen. eingetragen werden. Für diese Eintragung ist eine 
Zu diesem Zweck ist der genannte Generalvertreter Gebühr von 10 Mark zu entrichten. 
der Gesellschaft ermächtigt worden, sowohl die Er- 4. Für die Ausübung des Schürfrechts 
laubniß zum Schürfen, als auch für den Fall der gelten die Bestimmungen in S§ 7, 8, 9 (Absatz 1) 
Entdeckung ergiebiger Fundstellen das Recht zum und 10 der Bergverordnung vom 15. August 1889.
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        544 
Demzufolge hat der Inhaber des Schürfscheins das 
Recht, Andere von dem Schürfen auszu— 
schließen, nur hinsichtlich des Schürfkreises von 
2 km Durchmesser, welchen er durch ein von ihm 
aufzustellendes Schürfmerkmal bezeichnet, also jedesmal 
nur auf einer kreisförmigen Fläche von rund 314 ha. 
Will sich der Schürfer von vornherein eine größere 
Fläche zur ausschließlichen Benutzung sichern, so 
muß dies durch besondere Vereinbarung unter ent- 
sprechender Erhöhung der Schürfgebühr festgestellt 
Rechtecks haben. 
werden, oder er muß mehrere Schürfscheine auf 
einmal lösen, um für jeden derselben gleichzeitig 
einen Schürfkreis belegen zu können. 
5. Wohlerworbene Rechte anderer Personen darf 
der Schürfer nicht verletzen. Thut er es doch, so 
macht er sich für Ersatz des Schadens verantwortlich. 
6. Der Schürfer, welcher ein Schürfmerkmal 
aufgestellt hat, ist verpflichtet, dasselbe zu entfernen, 
sobald er das Schürfen auf der durch das Merkmal 
bezeichneten Fläche einstellt. Unterläßt er die Ent- 
fernung des Merkmals, so ist er der Gesellschaft für 
den daraus etwa entstehenden Schaden haftbar und 
hat außerdem die Schürfgebühr weiter zu entrichten. 
7. Wer von einer ihm ertheilten oder über- 
tragenen Schürferlaubniß Gebrauch macht und hierbei 
ein Mineralvorkommen findet, hat das Recht, zu 
verlangen, doß ihm innerhalb seines Schürfgebietes 
ein Feld, welches den Fundpunkt einschließen muß 
(Finderfeld) zum Abbau des gefundenen Minerals 
verliehen wird, ohne daß er dafür Gebühren oder 
Abgaben irgend welcher Art an die Kolonial-Gesell- 
schaft zu entrichten braucht. Nur die der Kaiserlichen 
Regierung oder dem eingeborenen Häuptling nach 
bestehenden Gesetzen und Verträgen etwa zukommen- 
den Gebühren und Abgaben sind von dem Finderfelde 
durch den jeweiligen Inhaber zu entrichten. 
8. Um sein Recht auf Verleihung des Finder- 
feldes geltend zu machen, hat der Schürfer möglichst 
bald von dem gemachten Funde, unter genauer An- 
gabe der Fundstelle und des gefundenen Minerals, 
bei dem Generalbevollmächtigten der Gesellschaft An- 
zeige zu erstatten und die Verleihung des Finder- 
feldes zu beantragen. 
innerhalb acht Wochen von dem Tage des gemachten 
Fundes an, so ist das Recht auf Verleihung des 
Finderfeldes erloschen. 
9. Der Finder hat ferner das Recht, zu ver- 
langen, daß ihm neun weitere Felder, welche er im 
Zusammenhang mit der Fundstelle wählen darf, 
verliehen werden. 
Um dieses Recht geltend zu machen, hat der 
Finder spätestens innerhalb drei Monaten von dem 
Tage des gemachten Fundes an ein Verleihungs- 
gesuch unter Beischluß einer Karte, aus welcher Lage 
und Begrenzung der gewählten Felder genau er- 
sichtlich ist, bei dem Generalbevollmächtigten der 
Kolonial-Gesellschaft einzureichen. 
10. Sowohl bei dem Finderfelde als auch bei 
den übrigen Feldern beträgt die Feldesgröße: 
  
Geschieht dies nicht spätestens 
  
a) wenn es sich um den Abbau von Gold oder 
Edelsteinen handelt, 
für ein alluviales Feld 50 m in der Länge 
und 50 m in der Breite, 
für ein Riff-Feld 50 m in der Richtung des 
Riffs und 150 m in der Breite; 
b) wenn es sich um den Abbau von anderen 
Mineralien handelt, 10 ha. 
Die Felder sollen, soweit nicht örtliche Verhält- 
nisse eine andere Gestaltung bedingen, die Form eines 
11. Das Abbaurecht wird sowohl hirnsichtlich 
des Finderfeldes als auch hinsichtlich der übrigen 
Felder auf 50 Jahre verliehen. 
Ueber die Verleihung der Felder erhält der 
Feliehene eine Urkunde. 
12. Die Vermessung und Absteckung der ver- 
liehenen Felder erfolgt innerhalb drei Monaten vom 
Tage der Verleihung an auf Kosten des Beliehenen 
durch einen von der Kolonial-Gesellschaft bestellten, 
vereidigten Landmesser. 
13. Mit dem Abbau muß wenigstens auf einem 
der verliehenen Felder innerhalb Jahresfrist ordnungs- 
mäßig begonnen werden, widrigenfalls die Verleihung 
erlischt. Die Verleihung erlischt auch hinsichtlich 
jedes einzelnen Feldes, auf welchem nicht binnen 
zehn Jahren vom Tage der Verleihung an mit dem 
Abbau ordnungsmäßig begonnen wird, oder auf 
welchem der begonnene Betrieb, ohne durch höhere 
Gewalt verhindert zu sein, länger als drei Jahre 
unterbrochen wird. 
14. Für jedes verliehene Feld — mit Ausnahme 
des Finderfeldes — ist, außer den etwa an die 
Regierung oder den eingeborenen Häuptling zu zah- 
lenden Gebühren und Abgaben, jährlich eine Abgabe 
von 240 Mark im Voraus an die Kolonial-Gesell- 
schaft und zwar ohne Rücksicht darauf zu entrichten, 
ob mit dem Abbau bereits begonnen ist oder nicht. 
Säumigkeit in der Zahlung dieser Abgabe hat das 
Erlöschen der Verleihung zur Folge. 
15. Für die in Betrieb genommenen Felder — 
mit Ausnahme des Finderfeldes — steht der Kolonial- 
Gesellschaft das Recht zu, statt der jährlichen 
Abgabe von 240 Mk. die Zahlung von 2½ péCt. 
des Bruttowerths der jährlichen Förderung nach dem 
durch die Bücher oder anderweit nachgewiesenen Be- 
trage zu verlangen. In diesem Falle ist der Abbau- 
berechtigte bei Vermeidung des Verlusts seiner Be- 
rechtigung verpflichtet, der Kolonial-Gesellschaft einen 
wahrheitsgetreuen Nachweis über den Bruttowerth 
der jährlichen Förderung zu geben, auch auf Ver- 
langen der Kolonial-Gesellschaft zu gestatten, daß ein 
Bevollmächtigter derselben Einsicht von den Büchern 
nimmt. 
16. Der Beliehene kann das Abbaurecht auf 
andere Personen oder Gesellschaften übertragen. Diese 
Uebertragung wird jedoch erst wirksam, wenn der 
neue Erwerber durch eine der Kolonial-Gesellschaft 
abzugebende ausdrückliche Erklärung die Erfüllung
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        der dem Beliehenen gegen die Kolonial-Gesellschaft 
obliegenden Verpflichtungen übernommen hat. Die 
Uebertragung an ausländische Gesellschaften bedarf 
außerdem der Genehmigung der Kolonial-Gesellschaft. 
17. Streitigkeiten zwischen der Kolonial-Gesell- 
schaft und den Schürf= oder Abbauberechtigten sollen 
in der Weise geschlichtet werden, daß die Kaiserliche 
Bergbehörde, wenn sie nicht schon nach § 54 Abs. 2 
der Bergverordnung vom 15. August 1889 zur 
Entscheidung berufen ist, um Fällung eines Schieds- 
spruchs angegangen wird. Sollte die Bergbehörde 
die Uebernahme des Schiedsrichteramtes ablehnen, 
so ernennt jeder der streitenden Theile eine gleiche 
Zahl von Schiedsrichtern, jedoch nicht mehr als je 
drei, welche mit einem von ihnen zu wählenden 
Obmann ein Schiedsgericht bilden und den Schieds- 
spruch fällen.“ 
  
Brunnenbau in JZüdwestafrika. 
Der Brunnentechniker Sander, der erst eben 
wieder zwei Brunnen in Windhoek und dessen un- 
mittelbarer Umgebung fertiggestellt hat und zur Zeit 
wiederum mit der Anlage weiterer drei Brunnen 
beschäftigt ist, ist in den Dienst des Kaiserlichen 
Gouvernements getreten. Da er bereits aus der 
Zeit vor Uebertritt in den Regierungsdienst ein gut 
eingearbeitetes Eingeborenenpersonal hat, das vom 
Gouvernement mit übernommen ist, so ist er in der 
Lage, mehrere Brunnen zu gleicher Zeit in Angriff 
zu nehmen und sich nur die Aussicht vorzubehalten. 
Er wird seinerseits beaussichtigt von dem Berginspektor 
Duft, der auch die Brunnen abnimmt, während 
die Bestimmung über die Stellen, an denen gebohrt 
werden soll, dem Kaiserlichen Gouvernement vor- 
behalten ist. Die mit der Anlage von Wasser- 
stellen gemachten Versuche sind bisher in über- 
raschender Weise geglückt, und hat sich von Neuem 
die von alten Kennern des Landes stets ausgesprochene 
Vermuthung, daß die Kolonie keineswegs wasserarm 
sei, bestätigt. Neben diesen Arbeiten bei Windhoek 
gehen Wassererschließungen am Baiwege, wo erst 
kürzlich wieder an zwei Stellen vermittelst des Dia- 
mantkronenbohrers Wasser gebohrt ist. Die Leitung 
daselbst hat der kommissarische Bezirkshauptmann von 
Otyimbingwe, Premierlieutenant Franke, ein frü- 
herer Pionieroffizier. Außerdem wird in Gibeon 
unter der Leitung des Bezirkshauptmanns v. Burgs- 
dorff mit Erfolg mit einem weiteren Diamant- 
kronenbohrer gearbeitet. Die Arbeiten sind einem 
schon längere Zeit in der Kapkolonie und dann im 
südwestafrikanischen Schutzgebiet thätig gewesenen An- 
siedler übertragen. Zwei weitere Diamantkronen= 
bohrer sind für den Norden und für die Bezirke 
Windhoek-Otyimbingwe bestellt; dieselben werden 
zunächst von Angehörigen der Schuttruppe bedient 
werden. 
— 
  
545 — 
Wissnschaftliche Lammlungen. 
Nach einer Mittheilung des Berliner Königlichen 
Museums für Naturkunde hat der Regierungsthierarzt 
Borchmann am 198. Juni d. Is. eine von ihm in 
Deutsch-Südwestafrika angelegte Sammlung zoologi- 
scher Gegenstände dem Museum überwiesen. 
Die Sammlung enthielt: 
8 Säugethierfellea. 
1 Säugethierschädel, 
1 Säugethier in Alkohol, 
2 Vogelbälge, 
1 Vogel in Alkohol, 
16 Reptilien und Amphibien, 
18 Käfer, 
5 Käferlarven, 
26 Rhychoten, 
11 Orthopteren, 
eine Anzahl Fliegen mit Larven und Puppen, 
23 Spinnen und 
35 Gläser mit Eingeweidewürmern. 
Die Konservirung der Thiere ist durchgängig gut. 
Da aus Deutsch-Südwestafrika erst wenig Thiere in 
der zoologischen Sammlung vorhanden sind, so bildet 
diese Zuwendung eine dankenswerthe Bereicherung 
des Museums. Bei genauerer Durcharbeitung der 
Sammlungen dürften sich unter den Insekten einige 
neue Arten finden. 
— 
Rus dem Pereiche der Misstonen und 
der Ankisklaverei-Bewegung. 
Missionar Meisenholl von der Rheinischen 
Mission aus Keetmanshoop begiebt sich zu seiner 
Erholung nach Kapstadt. Missionar Fenchel, gleich- 
falls aus Keetmanshoop, von derselben Mission ist 
auf seinem Posten wieder eingetroffen. 
  
In der „Allgemeinen Missionszeitschrift“ berichtet 
der Missionsinspektor Zahn über die Verhältnisse 
bei der amerikanischen Presbyterianischen Mission im 
Süden des Kameruner Schutzgebietes, zunächst über 
die sprachlichen Schwierigkeiten, mit denen die Mission 
zu kämpfen hat, Folgendes (vergl. Kol. Bl., S. 61): 
Von der Station Batanga wird erzählt, daß 
dort die Eingeborenen früher nur Englisch und seit 
Deutsch eingeführt ist, nur Deutsch lernen wollen. 
Benga, die von der Mission gelehrte Sprache, wollen 
sie nun noch aus einem anderen Grunde nicht. Es 
ist für sie eine fremde Sprache, die Mission hat sie 
von Corisco mitgebracht. Sie wollen aber, wenn 
überhaupt eine afrikanische, nur ihre eigene. Missionar 
Schnatz hat ihnen vergeblich erklärt, daß in Deutsch- 
land in allen Schulen Schriftdeutsch gelehrt und doch 
im Verkehr der Dialekt geredet werde. Aber sie 
bestehen auf ihrem Schein, und zwar jeder Stamm, 
es sind dort zwei, die Bapuku und die Banaka, auf 
seinem. Die Missionare haben ihnen den salomoni-
        <pb n="588" />
        schen Bescheid gegeben, sie würden einstweilen beim 
Benga bleiben, bis die beiden Stämme sich verstän- 
digt hätten untereinander, welche Sprache, die der 
Bapulu oder die der Banaka, gegebenenfalls denn 
gelehrt werden solle. 
Die Reverends im Süden haben Mpongwe zu 
lernen. Den Como hinauf liegt die Station Angom, 
auf der Fang geredet wird. Dies Fangvolk, das 
sich an die Küste vorgedrängt hat, wird auf drei 
Millionen geschätzt, und es lohnt sich schon, ihre 
Sprache zu bearbeiten. In Batanga, wie schon er- 
wähnt, wird Benga geredet und endlich in Efulen, 
1893 unter den Bule gegründet, als vierte Sprache 
Bule. Ob die neueste Station im deutschen Gebiet, 
Elatte in Ntume, nicht noch eine fünfte Sprache for- 
dert, ist wohl noch nicht ausgemacht. Die vier ersten 
Sprachen haben die Missionare zu Schriftsprachen 
erhoben und Theile der Schrift sowie andere Schriften 
darin übersetzt, einige schon in verbesserten Auflagen 
herausgegeben. 
Aus diesem Reichthum an Sprachen erkennt man 
schon, daß diese Arbeit sich über ein großes Gebiet 
erstrect. Von den sechs Europäerstationen ist die 
südlichste, Baraka, schon 1842 gegründet, aber erst 
1870 von den Presbyterianern übernommen; sie liegt 
am Gabun, 10 englische Meilen von der Küste. Im 
Innern liegt Angom, unter den Fang. Es hat ein 
reichbevölkertes Arbeitsgebiet; nicht weniger als 43 
Dörfer liegen ringsherum, jedes in einem Tage zu 
erreichen, jedes mit einer Einwohnerzahl von etwa 700. 
Aelter als Angom sind Benito, schon 1864 gegründet, 
92 engl. Meilen vom Gabun, im französischen Gebiet, 
und Batanga, jetzt in deutschem Gebiete gelegen, aber 
schon 1875 gegründet. Mit Ausnahme von Angom 
haben alle diese älteren Stationen Außenstationen, 
14 zusammen. Zu Baraka gehört als einzige Außen- 
station die Insel Corisco, von der man aber sonst 
nichts hört. Den Missionaren stehen 43 eingeborene 
Gehülfen zur Seite, von denen einer ordinirt ist, er 
ist in Benito stationirt, vier Prediger und zwei Li- 
centiaten titulirt werden. Auch der Stock der Ge- 
meinde ist auf diesen und um diese alten Stationen. 
Für das Jahr 1895 werden 1371 Kommunikanten 
angegeben. Der Zuwachs an Kommunikanten 1893 
betrug 240, 1894 337. Die gesammte Kirche wird 
der Baseler in Kamerun um einige Hundert voraus sein. 
Solche Früchte sind noch nicht zu finden auf den 
beiden neuen Stationen Esulen, 70 engl. Meilen 
südöstlich von Batanga im Hinterland, und der jüngsten, 
Ebolewoe, wieder 75 engl. Meilen südöstlich von 
Efulen. Die Stationen sind nicht gegründet, weil 
das von der Mission entzündete Feuer dort hinüber- 
gesprungen war, sondern weil man neue Gebiete in 
Angriff zu nehmen wünschte. Der jüngsten Station 
hat man einen neuen Namen gegeben. Sie soll 
Elatte heißen, der „Bund“. Elatte liegt auf einer 
kleinen Anhöhe. Das ganze Land, Bule wie Ntume, 
ist übrigens Hochland, 2000 bis 3000 Fuß über dem 
Meere. Nach der Sommerhitze von Chicago, schreibt 
546 
  
ein Missionar, fühlt man in Efulen sich ganz erfrischt. 
Hoffentlich ist das Land relativ gesund. 
Zu allen diesen afrikanischen Stämmen oder Völ- 
kern kommt hier noch eine Spezialität. Dr. Good 
hat bei Efulen ein Volk oder einen Stamm von 
Zwergen gefunden. Eine Schottin, die davon gelesen, 
interessirt sich dafür und hat die Mittel gegeben für 
eine besondere Zwergmission. Wie überhaupt die 
inneren Stämme von den Küstenstämmen tyranmisirt 
werden, so sind auch diese Zwerge von dem Bule- 
stamme abhängig. Nur mit ihrer Erlaubniß wird 
man unter ihnen missioniren können. Einige Be- 
gegnungen der Missionare mit den Zwergen haben 
stattgefunden, und einige Kinder sind in der Schurle. 
Das weiße Personal, welches auf diesen Arbeits- 
feldern arbeitet, besteht aus etwa 15 Männern und 
15 Frauen. Unter den letzteren sind die Frauen der 
Missionare und auch Wittwen von Missionaren. So 
hat sich die Frau des im Oktober 1896 gestorbenen 
Marling, der unter den Fang arbeitete, entschlossen, 
in der Arbeit zu bleiben. Ein Fräulein Nassau 
hat vorübergehend die theologische Klasse in Batanga 
unterrichtet. 
Auch Doktoren hat die Mission, weibliche und 
männliche. Die Aerzte können sich selbst nicht helfen, 
daß Krankheit und Tod sie nicht berühren. Die 
Aerztin, Frau des Missionars Roberts, starb im 
Mai 1895. Der Doktor Laffin verlor seine Frau 
im November 1894. 
Ein besonders schwerer Verlust ist der von Mis- 
sionar Dr. pbil. Good am 13. Dezember 1894. 
Der 38 jährige Mann hat zwölf Jahre seines Lebens 
Afrika gedient, am Gabun, am Ogowe, dann im 
Hinterland von Batanga, wo die beiden neuen Stationen 
seine Gründung sind. In Mpongwe hat er littera- 
risch gearbeitet, u. A. eine neue Auflage des Neuen 
Testamentes vorbereitet und die Bulesprache zur 
Schriftsprache gemacht, die t Epangelien in sie übersetzt. 
— — —–. 
Ueber die Misson der Oblaten von der Jung- 
frau Maria in Südwestafrika entnehmen wir einem 
Bericht in „Kreuz und Schwert“ Folgendes: 
Eröffnet wurde die Mission am 20. Mai 1896 
durch den apostolischen Präfekten von Transvaal, 
Pater Aloys Schoch. Er legte den Grund zur 
Hauptstation Windhoek. Am 8. Dezember 1896 
trafen die ersten Missionare ein. 
Am 6. April 1897 wurde Pater P. B. Herr- 
mann zum apostolischen Präfekten ernannt. Haupt- 
station Windhoek. 
Gleich nach seiner Ankunft begann Pater Herr- 
mann mit dem Bau eines kleinen Häuschens, aus 
Segeltuch bestehend; dasselbe wurde schon im Früh- 
jahre fertig. Eine kleine Kapelle, ebenfalls aus 
Segeltuch, wurde am ersten Adventssonntag 1897 
eröffnet. Zugleich wurde auf dem von der Regierung 
bewilligten Grundstück mit der Anlage eines Gartens 
begonnen und ein Brunnen gegraben.
        <pb n="589" />
        — 547 
Vom 26. Juni bis 26.Oktober 1897 unternahm der 
apostolische Präfekt seine erste große Reise durch die 
Präfektur. Der Weg führte von Windhoek über Otyim- 
bingwe, Tsaobis, Swakopmund, Omaruru, Outjo, 
Waterberg, Okahandja. Der erste Zweck dieser Reise 
war, den katholischen Soldaten und Kolonisten Gelegen- 
heit zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten zu geben. 
Der zweite Zweck war die Gründung einer neuen Mission 
nördlich von Grootfontein. Leider war der einzige 
Führer in dem noch unbekannten Norden, der als 
Unterhändler bei den Häuptlingen dienende Far- 
mer Erikson, nach Angola gereist, und so konnte 
Pater Herrmann die ersehnte Missionsgründung 
noch nicht ins Werk setzen. 
In der Hauptstation Windhoek beschäftigten sich 
die Patres hauptsächlich mit der Seelsorge der katho- 
lischen Weißen (Soldaten und Ansiedler). Einer der 
Patres bekleidet die Stelle eines Feldgeistlichen. Pater 
Filliung begleitet augenblicklich die Schutztruppe auf 
ihrem Marsche gegen die aufständischen Zwartbois. 
Auch mit der Schule ist der Anfang gemacht. 
Für die Präfektur ist der plötzliche Tod des hoch- 
würdigen Paters Schoch, apostolischen Präfelten von 
Transvaal, der der Mission noch die größten Dienste 
hätte leisten können, ein wahrer Verlust. (Vergl. 
Kol. Bl. S. 432.) 
Personal der Präfektur: Missionare: Pater 
Herrmann, Propräfekt, Pater Kieger, Pater 
Filliung; Laienbrüder: Bruder Pawollek, Bruder 
Leuper und Bruder Havenith. 
St. Bonifacius zu Hünfeld bei Fulda ist der Sitz 
des Provinzials Pater Scharsch, der zugleich Su- 
perior ist, und deutsches Scholastikat (Priesterseminar). 
Personalien: 12 Patres, 9 Patres Scholastiker 
(die zur völligen Ausbildung noch ein Jahr im 
Missionshause verbleiben), 58 Alumnen, 4 Laienbrüder- 
Professen, 6 Laienbrüder-Novizen. 
  
Aus Urundi (Missionsgebiet der Weißen Bäter 
im Nordosten des Tanganyikasees) wird in „Kreuz 
*il Sässern- Folgendes mitgetheilt (vergl. Kol. Bl. 
116): 
Auf Befehl des Bischofs mußte ich mich von der 
Station in Usige nach der Mission zum hl. Herzen 
in Misugi (Ost-Urundi) zurückziehen. Um aber nicht 
den großen Umweg durch den Süden zu machen, 
entschloß ich mich, in gerader Richtung durch Mittel- 
urundi auf Misugi zu marschiren, einmal weil da- 
durch der Weg um die Hälfte verkürzt wurde, dann 
aber auch, um so eine direkte Verbindung mit Uschi- 
rombo zu eröffnen. 
Am 1. Februar setzten wir uns in Marsch und 
am 22. waren wir leidlich gut in Misugi angelangt. 
Daß ich so viel Zeit gebrauchte, erklärt sich aus der 
Unmöglichkeit, schnell zu gehen, da unsere Kinder den 
Anstrengungen nicht gewachsen waren. Und dann 
sind die Warungi auch nicht an das Tragen von 
Lasten gewöhnt. Der Marsch an sich war ein kühnes 
  
Unternehmen, aber es ist geglückt. Die Bevölkerung 
zeigte sich überall friedlich, sogar freundschaftlich. 
Es fehlt mir an Zeit, um Tag für Tag eine 
Reise von Usige nach Misugi zu beschreiben. Die 
ersten Märsche waren übermäßig anstrengend. Wir 
mußten oft die mächtige Bergkette, welche den Tau- 
ganyikasee einsäumt (2500 bis 3000 m hoch), fast 
bis zur Spitze erklettern, marschirten deshalb auch 
nur eine bis zwei Stunden am Tage. Alle diese 
Gebirgsschluchten und Abhänge, bewässert von zahl- 
reichen Bächen, beherbergen eine sehr dichte Bevölke- 
rung. Fast überall Bananenpflanzungen und bebaute 
Felder, herrliche Gegenden für die Missionare. Ein- 
mal über den Gebirgsrücken hinweg, beginnen große 
Hochebenen, durchschnitten hier und da von Bergketten 
mit ihren Thälern. Die trockenen, mit kurzem Gras 
bewachsenen Hochebenen sind fast ausschließlich von 
den Watussi (Hirtenvolk) bewohnt, die hier prächtige 
Weide finden. Da giebt es keine Bananen. Die 
Thäler und Berghänge dagegen bewohnen die Wa- 
hutu, die Ackerbauer (wörtlich Sklaven). 
Es ist kalt auf jenen Hochebenen; mehrere Nächte 
konnte ich nicht schlafen. Drei unserer Kinder sind 
da gestorben, ich glaube vor Kälte. Aber das Klima 
ist sicher ausgezeichnet; Fieber und Malaria dürften 
da unbekannt sein. Die Luft ist rein, der Boden 
trocken, Sümpfe giebt es nicht, überall aber Quellen, 
die sich in Flüsse und Bäche ergießen. Welch reizen- 
des Land, welcher Unterschied im Vergleich mit den 
langweiligen menschenleeren Poris (Steppenwälder) 
von Unyamwesil 
Dieses Land Urundi beherbergt wirklich eine für 
afrikanische Verhältnisse kolossale Bevölkerung. Diesen 
Eindruck haben alle Europäer erhalten, die im Lande 
reisten, so der Vizegouverneur v. Trotha und Herr 
Ramsay. Stanley schätzte s. Z. die Bevölkerung 
von Uganda auf 4 bis 5 Mill. Seelen; ich glaube, 
daß die Bevölkerungsziffer von Urundi näher an 
5 Millionen wie an 3 Millionen steht. Die Zukunft 
wird lehren, ob sie nicht noch größer ist. 
— 
Personal-Nachrichten (aus „Kreuz und Schwert“): 
Gestorben sind aus der Kongregation der Weißen 
Väter Pater Capus und Pater van der Briesen. 
Ersterer war mit Pater Loonus aus Afrika zurück- 
gekehrt und starb im Mutterhause, Letzterer auf 
seinem Posten in der Mission St. Antonius in 
Usige-Urundi. · 
Weiße Schwestern. Die ehrwürdige Schwester 
Felicia (aus Hülm), Schwester Paul vom hl. Kreuz 
(aus Ruhrort) sowie zwei nichtdeutsche Ordensfrauen 
sind seit Mai zur Gründung einer neuen Nieder— 
lassung auf der Reise zum Tanganyika-See. Am 
10. Juli reisten nach Uschirombo ab die Schwestern 
Antonia (aus Lüchtringen), St. Marcus (aus 
Wülperich) und eine französische Schwester.
        <pb n="590" />
        Die „Kirchlichen Mittheilungen“ der Neuen- 
dettelsauer Missionsgesellschaft veröffentlichen unter 
der Ueberschrift „Willige Hörer in Neu-Guinea“ 
einen erfreulich lautenden Bericht über die Thätigkeit 
dieser Mission in Kaiser Wilhelmsland. In einem 
dort wiedergegebenen Briefe des Missionars Held 
aus Simbang bei Finschhafen heißt es u. A.: Die 
Schule konnte regelmäßig gehalten und auch von den 
bisherigen Schülern (zwischen 30 und 40) regelmäßig 
besucht werden. Die Simbanger sind in den letzten 
Monaten fleißig zum Gottesdienst gekommen, einmal 
zählten wir mit unseren Jungen 68 Personen. Sie 
hören auch ganz aufmerksam zu, einige bekräftigen 
durch ihr Wiederholen manches Wort. 
In letzter Zeit war ich auch das erste Mal mit 
Br. Hoh in den Gingala= und Jabimdörfern. Es 
war schön anzusehen, wie sich Alt und Jung, Männer 
und Frauen vor uns versammelten und der Rede 
Br. Hohs lauschten. Und besonders war es uns 
eine Freude, daß auch die anderen Jungen, die noch 
nicht auf der Station gewesen sind, die Jabimlieder 
mitsangen. Man sieht, wie sie einander die Lieder 
lernen. Ein anderes Mal war ich mit Br. Hoh 
bei den Kai gegen Westen, wo wir ebenfalls sehr 
freundlich aufgenommen worden sind. Auch die Leute 
in Finschhafen, die sich sonst etwas zurückgehalten 
haben sollen, waren gegen Br. Pfalzer, der sie vor 
Kurzem besuchte, ganz freundlich. Es scheint, daß 
die Alten jetzt anfangen zu suchen. 
Missionar Pfalzer (ebenfalls in Simbang) 
schreibt: Man findet jetzt überall willige Hörer. 
Die Simbanger besuchten seit Weihnachten sehr fleißig 
den Gottesdienst hier oben und von den Männern 
kam bis jetzt nie einer ohne sein Lendentuch, sogar 
am Werktag haben es die meisten um, wenn sie ge- 
legentlich kommen. Sogar die alten Häupter, Jaboa, 
Seboa und Lengo binden sich's um, sie schämen sich 
nicht mehr, weder des Besuchs der oba (d. h. der 
Grasfläche, so nennen die Eingeborenen die Station), 
noch des Besuches der Gottesdienste, noch selbst des 
Mitsingens und Mitbetens. Wenn die Simbanger 
anhalten mit Gottesdienstbesuch, müssen wir unser 
Schullokal vergrößern in der nächsten Regenzeit, so 
daß es dann ein kirchenmäßigeres Ansehen erhält als 
der gottesdienstliche Raum in Tami. 
In Kwalasam, woselbst bekanntlich ein Versamm- 
lungshaus für gottesdienstliche Zwecke gebaut worden 
ist, hat das angefangene Werk weiteren Bestand ge- 
wonnen. Dassenige christliche Fest, bei welchem am 
meisten Betheiligung von Heiden stattfindet, ist das 
Weihnachtsfest, welches ja durch den Weihnachtsbaum 
auf ein Volk, das noch unentwickelt ist, naturgemäß 
am meisten Eindruck macht. Die Leute erkennen 
aber auch, daß das Christenthum im Leben bethätigt 
werden müsse. Zu den früheren Beweisen, die sie 
von dem Vorhandensein dieser Erkenntniß gegeben 
haben, kann wieder ein neuer berichtet werden. Als 
jüngst die ganze Gegend zu einer großen Versamm- 
lung in Suam bei Finschhafen berusen worden war, 
548 
  
zeigte ihre Erscheinung einen bedeutungsvollen Unter- 
schied: alle die einzelnen Dorfschaften erschienen bis 
an die Zähne bewaffnet, ein unfreiwilliges Bekennt- 
niß, daß dem Heidenthum mit dem Vertrauen auf 
Gott auch das Zutrauen zu den Menschen fehlt. 
Die Leute von Kwalasam waren von ihren Freunden 
noch ausdrücklich ermahnt worden, ja ihre Waffen 
nicht zu vergessen, allein sie kamen als die einzigen 
unbewaffnet. Die Missionare rühmen es auch, daß 
bei ihren gegenwärtigen Dörferbesuchen auch Frauen 
anfangen, der Predigt zuzuhören. Infolge der reli- 
giösen Niederhaltung, in der die Frauen vom N.-G. 
Heidenthum gehalten werden, haben dieselben bis 
daher nicht viel um die Missionare sich gekümmert, 
wenigstens nicht auf dem Festland. 
Auch von Tami kann Gutes berichtet werden. 
Ueber die Tamiesen ist die Erkenntniß gekommen, 
daß sie doch dem Missionar recht viel verdanken 
und großen Nutzen von ihm haben; sie entschlossen 
sich daher, den Sonntag zu beobachten und zum 
Gottesdienst zu kommen. In ihrem Verhalten gegen 
die Missionare hat sich gegen früher eine große Ver- 
änderung vollzogen: vor Jahren wollten sie die 
Missionare fort haben; jetzt meinen sie, schreibt 
Missionar Bamler, wenn etwa ein Papier käme, 
ich sollte fort, wollten sie meinen Besitzern Eberzähne 
1n sonstige Werthsachen geben, daß sie mich da 
ießen. 
Am Schluß des Berichtes heißt es: Am 28. Juni 
wird Missionar Vetter, so Gott will, nach 1¼ jäh- 
rigem Erholungsaufenthalt die Rückreise in sein 
Arbeitsfeld von Genua aus wieder antreten. Er 
bringt seinen Mitarbeitern draußen als erwünschte 
Gabe mehrere Lehr= bezw. Erbauungsbücher mit, 
eine Fibel, eine biblische Geschichte des alten und 
neuen Testaments, eine Liedersammlung und Kate- 
chismus, welche er während seines Urlaubs für den 
Druck hat fertigstellen können. 
  
Dem Jahresbericht der Norddeutschen Missions- 
Gesellschaft (Togo) für das Jahr 1897 entnehmen 
wir Folgendes: 
Von den Zöglingen in Basel war im letzten 
Jahre keiner fertig mit seinem Studium, und wir 
haben keinen neuen Missionar aussenden können. 
Dagegen dursten wir zwei neue Schwestern den 
Arbeitern zur Hülfe senden; im Januar d. J. reiste 
Fräul. A. Hörz und im April Schwester S. Schmidt. 
Beide haben freilich nur Lücken ausgefüllt. Am 
25. Juli war in Ho Margarethe Diehl dahin- 
geschieden. Von den Frauenarbeiterinnen haben auch 
die Schwestern A. Reineken und A. Kähler ihren 
Urlaub in der Heimath angetreten; vor der Zeit 
war die Schwester Maud Innes genöthigt heimzu- 
kehren und zwar so, daß sie an einen Wiedereintritt 
nicht denken darf. Ende April ist dann auch noch 
Fräulein M. Tolch heimgekehrt. Die fünf Lücken 
sind also nicht ganz ausgefüllt durch die genannten 
zwei neuen Schwestern und durch Frau Knüsli und
        <pb n="591" />
        Schwester Hedwig Rohns, die im September letzten 
Jahres wieder in ihre Arbeit zurückkehrten. 
Ein ähnliches Hin und Her von Kommen und 
Gehen hat unter den Missionaren und ihren Frauen 
stattgefunden. Noch kurz vor dem letzten Feste 
waren Geschwister Spieth zu ihrem Urlaub hier 
angekommen; im Laufe des Jahres folgten ihnen 
Bruder Müller, Geschwister Oßwald, Fies, 
Seeger und zuletzt Bruder Schröder. Zu unserem 
großen Bedauern hat der Arzt Frau Fies die 
Weiterarbeit in Afrika verboten, so daß wir auf die 
fernere Hülfe dieses Paares verzichten müssen. Für 
die Heimkehrenden traten in Afrika ein Bruder Gorr, 
Bruder Diehl mit seiner jungen Frau, Lina Scho- 
mann, Bruder Bürgi, Geschwister Härtter, und 
im letzten Monat ging noch Bruder Müller zurück; 
er hat nur 10 Monate zu seinem Urlaub gebraucht. 
Bruder Beck kehrt zurück und nimmt Rosa Tolch 
als seine Gehülfin mit, die zweite Tochter unserer 
Missionsgeschwister Tolch, die sich unserer Mission 
widmet. Auch Frl. Wachter hat eine Schwester in 
Afrika, in der Basler Mission; sie wird die unsere, 
indem sie unserem Bruder Bürgi sein einsam ge- 
wordenes Haus wieder freundlicher machen will. Im 
letzten Jahre haben wir nur den einen Todesfall zu 
beklagen gehabt, und es ist mit Dank zu erwähnen, 
daß auf der Station Ho, die einmal einen sehr 
schlechten Namen hatte, dies nach mehr denn elf 
Jahren der erste Todessall war. Einer der Gründe 
dieser höchst erfreulichen Besserung ist in der Nähe 
der Gesundheitsstation Amedschovhe zu suchen. 
Von Westheim, wo wir eine Bildungsstätte für 
afrikanische Sendboten der deutschen Heimath haben, 
gingen im letzten Herbst drei der Eoheer in ihre 
Heimath zurück. Die Freunde werden sich erinnern, 
daß wir in das letzte Jubeljahr mit einer aus ver- 
gangenen Jahren aufgehäuften Schuld von nahezu 
72 000 Mark eintraten, und daß wir darum nicht, 
wie es jubiläumsmäßig gewesen, die Freunde bitten 
durften, uns zu helsen, etwas Neues zu beginnen, 
sondern die weniger festlich klingende Bitte aus- 
sprachen: Helft uns, daß wir unsere Schulden tilgen 
können! Mit vieler Freude berichten wir, daß dieser 
Bitte reichlich entsprochen ist. Für das Defizit oder 
besser gegen dasselbe und als Jubiläumsgabe sind 
uns 92 478 Mark gegeben worden und dadurch 
dieser Zweck erreicht. Die Einnahme unserer Ge- 
neralkasse ist im letzten Jahre um ein Bedeutendes 
gegen das frühere Jahr zurückgeblieben; sie betrug 
107 997, gegen 122 909 in 1896. Da schon 
immer unsere Ausgabe über unsere Einnahme hinaus 
zu gehen pflegt, 1897 betrug sie 143 479 — so 
haben wir noch 12 340 Mark Schulden übrig be- 
halten. Wir sind aber dankbar, daß sich unser 
Vermögensstand um etwa 60 000 Mark gehoben hat. 
Sehr nöthig wären größere Mittel, damit wir 
die 17 Missionare, von denen 10 verheirathet sind, 
549 
  
sie nebst den einheimischen Gehülfen. Es sind ihrer 
im letzten Jahre 56 geworden; die drei von West- 
heim erwähnten wir schon; drei andere hat das 
Seminar in Anmedschophe ausgebildet. Auch sechs 
Frauenarbeiterinnen helfen den weißen Schwestern 
unter ihrem Geschlechte Gottes Werk treiben. Wir 
haben vier Europäerstationen, Amedschovhe am 
weitesten im Lande und Ho gleichfalls im Innern, 
30 Stunden von der Küste, und zwei an der Küste: 
Keta und Lome. Keta ist die älteste Station und 
Lome die jüngste; 1897 ist das erste Jahr, daß 
diese vierte Station besteht. Schon wiederholt ist 
im Jahresbericht gesagt, daß es für unser Werk sehr 
erfreulich wäre, wenn wir noch eine oder zwei 
Europäerstationen anlegen könnten. Nun ist in diesem 
Jahre eine Freundin unserer Arbeit heimgegangen, 
die seit den ersten Zeiten unserer Mission ihre Liebe 
zugewandt hat. Sie hat uns 25 000 Mark aus 
ihrem Nachlaß zugewandt. Der Vorstand hat er- 
wogen, einen Theil dieser Summe zur Gründung 
einer neuen Station zu verwenden. Das würde nur 
in geringem Maße eine Vergrößerung unserer Aus- 
gaben veranlassen; die neue Station würde Wohnung 
schaffen für Missionare, denen wir sonst auf den 
alten Stationen neue Häuser bauen müßten. Die 
weiteren Untersuchungen und Berathungen müssen 
zeigen, ob dies möglich, und ob der Agu, den wir 
hierfür ins Auge gefaßt haben, der richtige Ort für 
eine fünfte Station ist. Dort könnten wir zwar 
nicht auf, aber am Berge bauen, in verhältnißmäßig 
gesunder Lage unter einer dichten Bevölkerung, die 
sich dem Evangelium geneigt zeigt. Dort haben wir, 
in Nyogbo, 1895 eine Außenstation gegründet, die 
sich sehr erfreulich entwickelt. 
Wir haben unsere vier Stationen in einer Ecke 
des Evhelandes angebaut; sie liegen nicht so weit 
auseinander, und der weitaus größte Theil des 
Landes ist von uns noch gar nicht besetzt, kaum be- 
rührt. Es ist ganz richtig, daß wir uns so auf ein 
kleineres Gebiet beschränken und hier die Eroberung 
des ganzen Landes vorbereiten. So klein das Gebiet 
ist, so hat aber doch jetzt schon jede Station ein 
größeres Arbeitsfeld, als sie bearbeiten kann. Jede 
Station hat ihre Außenstationen; im letzten Jahre 
sind wieder zwei hinzugekommen, Sokode im Distrikt 
Ho und Dzokpe in Amedschovhe. Es sind jetzt 
26 solcher Außenstationen. Die jüngste Station 
Lome hat nur eine, Tove, 6 ½ Stunden entfernt, 
aber ein fast unbegrenztes Gebiet, sich auszudehnen. 
Keta hat sechs und bittet, eine siebente noch weiter 
entsernt anlegen zu dürfen. Die schon bestehenden 
sind von einer halben bis elf Stunden entfernt, und 
in diesem weiten Gebiete sollen die Missionare Alles 
beaufsichtigen und beleben. Amedschovhe zählt fünf 
Außenplätze, der entfernteste liegt 10 Stunden von 
dem Wohnort des leitenden Missionars. Doch am 
ausgedehntesten ist Ho mit seinen 14 Anßenstationen. 
sammt den sieben Frauenarbeiterinnen senden und Ananse liegt nach dem Südwesten 15 Stunden, 
die Gesandten zu ihrem Werke ausrüsten könnten, Agu-Niogbo in entgegengesetzter Richtung 12 Stunden
        <pb n="592" />
        — 550 
von dem Wohnort der Missionare. Von Kpatove 
im Süden bis Matse im Norden sind es auch fast 
12 Stunden. Es wäre ein guter Fortschritt, wenn 
wir einen Theil abtrennen und am Agu einen neuen 
Arbeitsmittelpunkt anlegen könnten. 
Dreißig Arbeitsstätten oder Predigtstätten haben 
wir im Enphelande gegründet. Ferner haben wir 
jetzt 38 Schulen für Knaben und Mädchen, niedrige 
und hohe. Die Schülerzahl ist um 96 gewachsen, 
auf 969, so daß wir bald ein Tausend Schüler unter- 
richten. Im letzten Jahre berichteten wir von 
einer neuen Ausgabe des Neuen Testaments in der 
Erhesprache. In diesem Jahre ist dasselbe hinaus- 
gesandt. . 
Auf 793 Predigtreisen sind einmal und mehr— 
mals 672 Orte des Evhelandes mit dem Worte 
bedient worden. Kreise von 30, von 78, von 110 
und 672 Orten des Landes werden von der Predigt 
mehr oder weniger erreicht. 
Den Freunden ist bekannt, daß unser Gebiet 
für die Arbeit sehr ungünstig unter deutscher und 
englischer Herrschaft steht. Besonders für die Schul— 
arbeit ist dies lästig. Denn wenn wir natürlich 
auch die Evheer weder zu Deutschen noch zu Eng- 
ländern machen wollen und sie also auch in ihrer 
eigenen Sprache unterrichten und ihnen predigen, so 
können wir doch nicht ohne fremde Sprache aus- 
kommen. Wir hatten beschlossen, wenn die Zahl der 
Schüler aus dem deutschen Erheland der aus dem 
englischen gleich sei, im deutschen Gebiete Deutsch 
als fremde Sprache zu lehren. Das ist jetzt ein- 
getreten, und wir haben mit dem neuen Schuljahr, 
das im Januar beginnt, den deutschen Sprachunterricht 
auf den deutschen Stationen begonnen. Das ist sehr 
unbequem, zwei fremde Sprachen zu lehren, es ver- 
mehrt die Arbeit und hemmt in der Verwendung 
der Lehrkräfte, aber wir hoffen, es werden diese 
Schwierigkeiten zu überwinden sein, und die Schule 
auch weiter hin sich gedeihlich entwickeln. 
Wir hatten die Freude, daß in dem Jubeljahr 
1897 die evangelische Kirche im Evheland das zweite 
Tausend überschritten hat. Es sind 45 Jahre dar- 
über verflossen, bis die Gemeinde der lebenden Evhe- 
christen ein Tausend zählte. In fünf Jahren ist das 
zweite Tausend hinzugekommen. Am 31. Dezember 
waren 202 Erwachsene im Taufunterricht, mehr als 
jemals am Ende eines Jahres. Auch die Art des 
Zuwachses ist hoffnungerweckend. Fast um 200 
Seelen ist die Gemeinde gewachsen; hauptsächlich 
dadurch, daß Erwachsene getauft wurden, 162 Männer 
und Frauen. Und diese sind zum großen Theil aus 
den mittleren Lebensjahren; 112 unter den Er- 
wachsenen, die sich zu dem ernsten Schritt entschlossen 
haben, Christen zu werden, standen in dem Alter 
vom 20. bis zum 69. Jahre. Man darf annehmen, daß 
sie mit reifer Ueberlegung ihn gethan haben und aus 
dieser Thatsache den Schluß ziehen, daß in dem 
Volke eine Bewegung zum Christenthum stattfinde. 
  
  
Aus fremden Holonien. 
Borneo. 
Ueber eine im Herbst v. Is. von Singapore 
nach Borneo unternommenen Reise berichtet ein 
deutscher Reisender, wie folgt: 
Bei der großen Entfernung Borneos von Singa- 
pore — etwa 1000 Seemeilen oder fünf Tagereisen 
bis Sandakan — und der großen Ausdehnung des 
Territoriums von Britisch-Nordborneo (31.000 engl. 
Quadratmeilen), das den Flächeninhalt des König- 
reichs Bayern übertrifft und eine Küstenlinie von 
900 engl. Meilen hat, mußte ich von vornherein 
darauf verzichten, das ganze besiedelte Gebiet des 
Staates innerhalb der mir zur Verfügung stehenden 
vier Wochen kennen zu lernen und mich vielmehr 
darauf beschränken, die hervorragendsten Plätze zu 
besuchen. Bei der Vertheilung der Zeit war ich 
natürlich ganz von den vorhandenen Kommunikations-= 
mitteln abhängig. 
Die hauptsächlichsten Häsen sind Sandakan an 
der Ostküste, Kudat im Nordosten und Labuan auf 
der gegenüber der Westküste des Territoriums ge- 
legenen Insel gleichen Namens. Diese Häfen stehen 
mit Singapore durch drei — zwei verschiedenen 
Linien angehörige — Dampfer, welche die Rundfahrt 
in etwa 20 Tagen zurücklegen, in regelmäßiger Ver- 
bindung; Kudat und Sandakan sind außerdem mit 
Hongkong durch zwei alternirende Schiffe ebenfalls 
in dauerndem Verkehr. Außer diesen Schiffen lausen 
gelegentlich noch andere, zwischen Singapore und den 
niederländisch-indischen oder den Sulu-Inseln fahrende 
Schiffe einen oder den anderen dieser Häfen an. 
Den Verkehr zwischen den Häfen des Territoriums 
vermittelt eine in Sandakan eingetragene Gesellschaft 
(Sabah Steamship Co.) mit drei oder vier kleineren 
Dampfern (von 100 bis 150 Tons) nach mehr oder 
weniger festgesetztem Plau, der aber je nach Bedürfniß 
abgeändert wird. Im Ganzen laufen monatlich 
durchschnittlich 20 Schisfse in den Hafen von San- 
dakan und etwa 15 in den Hasen von Kudat ein. 
Jch trat die Reise nach Borneo in Singapore 
am Abend des 28. August 1897 mit dem Dampfer 
„Ranee“ (378 Reg.-Tons) der A. Holtschen Dampfer- 
linie an. Dieses Schiff sollte nicht, wie gewöhnlich, 
zuerst Labuan anlaufen, sondern direkt nach Kudat 
und Sandakan gehen, und erst auf der Rückfahrt 
Labnan berühren. Dies war mir insofern erwünscht, 
als Labnan seinem ganzen Charakter nach von dem 
Festlande Borneos verschieden ist und als ein aus 
Verwaltungsrücksichten dem Staate zugesügtes An- 
hängsel anzusehen ist. Die Fahrt von Singapore 
nach Borneo ist im Allgemeinen gefahrlos und er- 
eignißlos. Zunächst geht es bei dem Horsburgh- 
Leuchtthurm und der Insel Pedra Branca vorbei in 
östlicher Richtung bis Victory Island, dann ein 
wenig mehr nordöstlich bis zu den Natungs-Inseln, 
die wir am Morgen des 30. August passirten, und 
von da aus nordöstlich. Am Nachmittag des nächsten
        <pb n="593" />
        551 
Tages passirten wir Barram Point, die Grenze Es ist nur ein schmaler Streifen an der Küste, auf 
zwischen Sarawak und Brunei, und danach ging es 
an der Küste Borneos entlang. Die Höhe der Jusel 
Labuan, und damit die Grenze des Territoriums 
des Staates von Nord-Borneo, erreichten wir etwa 
um Mitternacht. Von der Insel Gaya an, die wir 
am nächsten Morgen um 8 Uhr sahen, erblickt man 
den Berg Kinabalu, der mit seinen 13 700 Fuß 
weit über die im Allgemeinen 2000 JFuß, in ihren 
sonstigen Erhebungen 4000 oder 5000 Fuß nicht 
übersteigenden Bergzüge, in langgestreckter, massiver, 
zu beiden Seiten steil abfallender Gestalt hinausragt, 
tagsüber aber natürlich meist von dichten Wolken 
umlagert ist. Bei Ambongbucht geht demnächst die 
Fahrt vorbei, und am vierten Tage erreicht das 
Schiff den nördlichsten Punkt Borneos und wendet 
sich dann zwischen diesem und der gegenüberliegenden 
Insel Balambangan hindurch in die große Marudu- 
bai hinein, die sich 28 Seemeilen weit nach Süden 
ausdehnt, an der Einfahrt 17 Meilen und am süd- 
lichen Ende 9 Meilen breit ist. Auf der westlichen. 
Küste dieser Bucht, 11 Seemeilen südlich von der 
Einfahrt, öffnet sich als ein etwa 1½ Meilen langer 
Einschnitt nach Westen der Hafen von Kudat. Wir 
bogen abends 6 Uhr am 1. September in diesen 
Hafen ein und hatten einen herrlichen Anblick; rings 
um die Bucht von Kudat und ferner im Osten um 
die Marudubai waren die mehr oder weniger hohen 
Hügel von dem Lichte der untergehenden Sonne mit 
einem röthlichen Hauche übergossen, während der 
Mond gerade vor uns im Westen sich dem Unter- 
gange näherte. Zur Linken, südwestlich, stieg macht- 
voll Kinabalu über die Landschaft hinaus und rechts 
— am nördlichen Ufer der Bucht lag, von schweren 
schwarzen Wolken bedroht, durch die Anlegebrücke 
und einige Lichter kenntlich, die Stadt Kudat. Eine 
leichte Briese brachte sßen Duft vom Lande zu uns 
herüber — vielleicht den Duft von Kaffeeblüthen. 
Der Quai von Kudat, an welchem das Schiff abends 
7 Uhr am 1. September aulegte, ist ein einfacher 
hölzerner Bau, auf welchem die ebenfalls von Holz 
errichteten Komptoirs der Schiffsagenten stehen, 
während der Zollschuppen am Landende der Brücke 
den Weg zum Lande vermittelt. Hinter diesem er- 
heben sich einige wenige von Stein erbaute Güter- 
schuppen, und daran schließen sich in einiger Ent- 
sernung eine oder zwei kurze Straßen mit kleinen 
einstöckigen Steinhäusern, in denen chinesische Händler 
Lebensmittel und andere kleine Bedürfnisse verkaufen. 
Weiterhin in einiger Entfernung auf der sich am 
Strande hinziehenden Ebene, durch einen ziemlich 
großen, ungepflegten Platz getrennt, erhebt sich das 
Hotel, ein zweistöckiger Holzbau, der von den Pflau- 
zern der Plantagen an der Marudubai, wenn sie 
nach Kudat kommen, regelmäßig als Absteigequartier 
benutzt wird. An das Hotel schließen sich dann, 
wiederum durch größere Zwischenräume getrennt, auf 
derselben Ebene das Hospital und das Gefängniß 
an. Auch dies sind im Wesentlichen Holzbauten. 
  
  
– – — — — 
  
— 
  
dem die untere Stadt erbaut ist. Dahinter erheben 
sich Hügel, auf welchen die Häuser der Europäer, 
die Regierungsgebäude und das Wohnhaus des Re- 
sidenten stehen. Der Ort ist des schönen Hafens 
wegen hier angelegt, in der Hoffnung, daß Handel 
und Verkehr sich dorthin ziehen werden, wenn die 
umliegenden Distrikte angebaut sein werden. Von 
dem Schicksal der Pflanzungen wird daher auch die 
weitere Entwickelung von Kudat abhängig sein. 
Einstweilen macht es noch einen sehr ruhigen, jeden- 
falls aber freundlichen und anmuthigen Eindruck. 
Der größte Mangel des Platzes ist das Fehlen eines 
guten Trinkwassers; es muß aus ziemlich großer 
Entfernung herbeigeschafft und sorgfältig filtrirt 
werden. Zum Baden und für sonstige Haushalts- 
bedürfnisse wird in der Regel in Cisternen aufge- 
fangenes Regenwasser benutzt, woran freilich im All- 
gemeinen kein Mangel ist, denn es regnet in Borneo 
allenthalben fast das ganze Jahr hindurch mit großer 
Regelmäßigkeit und Ausgiebigkeit. Die durchschnitt- 
liche Jahresmenge des Regens wird für Kudat auf 
120 bis 130 englische Zoll angegeben. Uebrigens 
hofft man doch, einmal auch auf gutes Grundwasser 
in der Nähe von Kudat zu stoßen, und bei zuneh- 
mender Bevölkerung wird auch ein brauchbares System 
der Wasserzufuhr aus einiger Entfernung sich durch- 
führen lassen. Ich machte von der freundlichen Ein- 
ladung des Residenten Herrn Little, den ich schon 
von Singapore her kannte, Gebrauch und nahm 
OQuartier in der „Residency“", einem auf einem bis 
an das Meer vorspringenden ziemlich hohen Hügel 
errichteten, freundlich aussehenden, geräumigen und 
besonders luftigen Hause, aus Holz, und mit dem 
üblichen Material, dem Blatte der Nipapalme, Attapp 
genannt, gedeckt. Ich traf dort Herrn Walker, den 
Vorsteher der Landverwaltung (Commissioner of 
Lands), mit dem ich am nächsten Morgen einen Ritt 
in die Umgegend unternahm. 
Große Straßenanlagen sind in diesem Bezirke 
bisher noch nicht gemacht. Die größte Straße, die 
in einer Breite von etwa 20 Fuß angelegt ist, ist 
etwa fünf oder sechs Meilen lang und führt in 
einen Wald, in welchem werthvolles Bauholz ge- 
schlagen wird. Auch diese Straße ist nur wenig 
gefestigt und gleicht bei Regenwetter stellenweise einem 
Sumpf. Da sie indessen nur für Ochsenfuhrwerk zur 
Beförderung von Lasten und für Reitponys zur Be- 
förderung von Menschen benutzt wird, erfüllt sie 
ihren Zweck. Für Kunststraßen liegt noch kein Be- 
dürfniß vor. Nach den Pflanzungen führen wesentlich 
schmalere Wege, auf denen zwei in entgegengesetzter 
Richtung fahrende Ochsenwagen nur mit Mühe ein- 
ander ausweichen können. In der unmittelbaren 
Nähe von Kudat befindet sich eine größere nach 
europäischer bezw. javanischer Mcthode angelegte 
Pflauzung, nämlich die Kaffeeplantage eines Hollän- 
ders aus Java, die gut gedeiht. Interessant ist eine 
nahe dabei gelegene Ansiedelung chinesischer Bauern,
        <pb n="594" />
        die im Jahre 1883 auf Kosten der Nordborneo— 
Gesellschaft angelegt worden war. Es hatte die 
Absicht bestanden, zur Besiedelung des Landes Chi- 
nesen in Masse zur Einwanderung zu veranlassen 
und man hatte sich mit dem bekannten Missionar 
Lechner in Hongkong in Verbindung gesetzt, welcher 
in den Kreisen der christlichen, sogenannten Halka— 
Chinesen für die Auswanderung nach Nordborneo 
wirkte. Am 16. Januar 1883 langten denn auch 
50 Bauern und 30 verheirathete Paare mit Kindern, 
im Ganzen einige neunzig Köpfe, in Kudat an und 
erhielten auf dem von Herrn Walker ausgesuchten, 
vielleicht drei englische Meilen von Kudat in einer 
Schlucht gelegenen Terrain ein Gebiet zu ihrer An- 
siedelung angewiesen; jeder Junggeselle erhielt einen 
halben Morgen (Acre), jede Familie einen ganzen 
oder mehr frei zugetheilt. Der Urwald war auf 
Kosten der Regierung gerodet, Material zum Bau 
von Hütten und Samen zum Auspflanzen geliefert 
worden. Im Uebrigen waren die Ansiedler sich 
selbst überlassen. Alles gedieh prächtig. Unter den 
gelieferten Samen war auch eine beträchtliche Menge 
Kaffee, mit dem die Kolonisten nicht umzugehen 
wußten. Die Bäume wuchsen wohl heran, aber 
mangels geeigneter Pflege ging die Mehrzahl bald 
wieder ein. Immerhin erhielt sich ein Theil und 
trug Früchte, für die den Ansiedlern cin guter Preis 
gezahlt wurde. Das machte sie auf den Werth der 
Bäume aufmerksam, und da gerade zu der Zeit ein 
europäischer Pflanzer in der Nachbarschaft begann, 
Kaffee anzubauen, so lernten sie von ihm die Regeln 
eines ordnungsmäßigen Kaffeebaues kennen und be- 
gannen, sie zu befolgen. Sie benutzten die auf den 
ersten Bäumen geernteten Früchte zum Weiterbau 
und jetzt haben sie eine, wenn auch dem Umfang 
nach nicht große, so doch üppig tragende Pflanzung. 
Von den ursprünglich angesiedelten 93 Seelen leben 
nur noch 36 an dem Ort, die übrigen haben sich 
theils als Händler nach Kudat und anderen Orten 
verbreitet, theils auch als Bauern in kleinem Maß- 
stabe in der Nähe von Kudat angekauft. Die Töchter 
haben sich verheirathet und es ist ihnen im Allge- 
meinen gut gegangen. Herr Walker schreibt den 
Zuwachs der Staatseinnahmen dieses Bezirkes, der 
sich von 14,000 Dollar im Jahre 1883 auf 100000 
Dollar im Jahre 1893 gehoben haben soll, nicht 
zum kleinsten Theil dem Gedeihen dieser chinesischen 
Einwanderer zu. Indessen stellte sich doch diese 
Art der Besiedelung des Landes alsbald als zu 
kostspielig heraus, um sie fortzusetzen, und bereits im 
März 1883 machte die Regierung bekannt, daß sie 
zwar auch ferner chinesische Einwanderer, besonders 
Hakkas, gern in ihrem Gebiete aufnehmen würde, 
daß sie indessen freie Passage nach Borneo künftig 
nicht mehr würde gewähren können. Eine Einwan- 
derung in größerem Maßstabe, von geschlossenen 
Gruppen, ist infolgedessen seither auch nicht mehr 
erfolgt. 
Europäische Pflanzungen giebt es in der Um- 
552 
  
gebung der Marndubai etwa ein halbes Dutzend, 
von denen ich zwei (wenn auch erst auf der Rückreise 
von Sandakan) besucht habe. Die eine, Pitas Estate 
genannt, gehört der German Borneo Company. Sie 
liegt an dem auf der Ostküste (gegenüber dem Hafen 
von Kudat) in die Bai mündenden Bengkokaflusse 
und ist dem Anbau von Tabak gewidmet. Die euro- 
päischen Angestellten dieser Pflanzung sind mit einer 
Ausnahme Deutsche. Die Pflanzung hat eine große 
Ausdehnung und zum großen Theil recht fruchtbaren 
Boden. Der Tabak wird nach Sumatra= (Deli.) Art 
bestellt und gepflegt und hat in manchen Jahren eine 
reichliche Ernte ergeben. 
Die Borneo Coffee Company Limited hat eine 
Pflanzung Taritapan Estate an einem kleinen Flusse, 
der in der Südostecke der Marudubai mündet; sie 
wird ebenfalls von einem Deutschen, Eduard Schück, 
dem Sohne eines vor 20 Jahren in den Gewässern 
der Sulu-Inseln als kühner Seefahrer bekannten 
deutschen Schiffskapitäns, verwaltet. Ich sah sie 
leider an einem sehr regenreichen Tage, der nicht 
viel Herumgehen gestattete. Immerhin konnte ich 
schon auf dem Wege zu Herrn Schücks Hause sehen, 
wie üppig die Bäume wuchsen, und welch reiche 
Ernte sie versprechen. Taritipan Estate gilt für eine 
sehr werthvolle, gut verwaltete Pflanzung. Vor 
nicht langer Zelt waren Sachverständige von Ceylon 
zur Besichtigung des Landes nach Nordbornco ge- 
kommen und hatten sich über den Boden lobend 
ausgesprochen. Man hofft in Zukunft namentlich 
auch die Kultur der Kokospalme gefördert und 
daraus Vortheil für das Land erwachsen zu sehen. 
Am 3. September morgens setzte ich die Reise 
nach Sandakan mit dem Schiffe, auf dem ich ge- 
kommen war, fort. 
Für die kleinen Lokaldampfer geht ein Weg von 
der Marudubai aus südlich der Banguey-Insel durch 
den Mallawalle-Kanal hindurch unfern der Küste 
entlang. Größere Seeschiffe aber müssen nördlich 
der Balambangan= und Banguey-Insel herumfahren 
und sich in größerer Emfernung vom Festlande 
halten, weil der stetige Wechsel der Tiefenverhältnisse 
und eine Unmenge kleiner Inseln und Riffe die 
Fahrt in der Nähe des Landes schwierig und ge- 
fährlich machen. Infolge davon dauert die Fahrt 
mit den Seeschiffen ebenso lange wie mit den kleinen 
Küstendampfern. Nach ciner ruhigen und erciguiß- 
losen Fahrt langten wir am Morgen des 4. Sep- 
tember in Sandakan an. An einem schönen Mor- 
gen, wie wir ihn erlebten, bietet die Einfahrt in 
den Hafen ein malerisches, liebliches Bild. Bei der 
Einfahrt selbst sind die Küsten vielleicht zwei See- 
meilen voneinander entfernt, und sic wird durch eine 
mitten darin liegende kleine, aber über 100 Fuß 
hohe steil aufragende Insel noch verengert, so daß 
die Haupteinfahrt, die südliche (bezw. östliche) nur 
etwa 1¼ Meilen breit ist, während im Norden 
(Westen) der Insel eine für Küstendampfer brauch- 
bare Durchfahrt von ½ bis /: Seemeilen offen
        <pb n="595" />
        e 
bleibt. Die Insel Balhalla zeigt auf der Südost- 
seite eine steile rothbraune Wand, die von vielen 
kleinen Oeffnungen durchbrochen ist. Dies sollen 
Höhlen mit eßbaren Vogelnestern sein. Auf dem 
Gipfel und auf der nördlichen Seite ist die Insel 
dicht mit dunkelgrünem Laubholz und Gebüsch be- 
wachsen, wie die Hügel auf beiden Ufern der Bai. 
Diese selbst erweitert sich gleich nach der Einfahrt 
allmählich bis zu einer Breite von 5 Seemeilen und 
bietet domit einen prachtvollen Hafen von mächtiger 
Ausdehnung. In der Mitte der Bai (deren Haupt- 
richtung nach Südwesten geht) etwa 5 Meilen süd- 
lich von der Insel Balhalla liegt die kleine Insel 
Buy. Diese bildet den Abschluß des eigentlichen 
Hafens, denn wenn die Bai sich auch noch fast zehn 
Meilen weiter landeinwärts erstreckt und noch ferner 
erweitert, so ist sie doch stellenweise seicht und so 
mit kleineren und größeren Inseln besetzt, daß sie 
nur noch für kleinere Schiffe benutzbar ist. Der 
Theil nordöstlich von Pulo Buy ist daher der 
eigentliche Hafen von Sandakan. An ihm liegt auf 
dem nördlichen Ufer, etwa zwei Meilen von der 
Einfahrt die Stadt Sandakan, der Hauptort und 
Sitz der Regierung von Britisch Nord-Borneo. Die 
Stadt, früher Elopura, die schöne, genannt, erinnert 
durch ihre Lage an den sanft ansteigenden Abhängen 
zweier sich nach dem Hintergrunde zu vereinigender 
Hügel, welche bis zu 600 Fuß aufsteigen, während 
die Thalsohle zwischen ihnen auch von Hügeln bis 
zu 300 Fuß Höhe theilweise ausgefüllt wird, an ita- 
lienische Orte, etwa in der Bucht von Neapel. Auch 
vom Lande aus ist der Blick über die weite Wasser- 
fläche mit den vielen Inseln und den fernen Hügeln 
sehr anmuthig. Natürlich bringt die hügelige Lage 
mancherlei Nachtheile mit sich, so z. B. daß Fuhr- 
werk fast gar nicht gebraucht werden kann; indessen 
entstehen daraus keine ernstlichen Schwierigkeiten. 
Zur Personenbeförderung ist in ganz Nord-Borneo 
der Gebrauch der Ponys so üblich, daß man das 
Bedürfniß anderer Mittel (z. B. Tragsessel) wenig 
empfindet. Der kleine Sulu-Pony ist trotz seiner 
Kleinheit ein zähes, ausdauerndes und kräftiges 
Thier. In Sandakan besteht ein Rennplatz, und 
auch in der Nähe von Kudat haben einige Pflanzer 
neuerdings einen Rennplatz angelegt, auf welchem 
sie schon mit Erfolg ein oder zwei Rennen dieser 
kleinen Thiere veranstaltet haben. Da diese Ponys 
in Borneo für 25 bis 50 Dollars zu haben sind 
ist der Besitz eines solchen Thieres, daß sich haupt- 
sächlich von Gras nährt, jedem Europäer möglich. 
Bezüglich der Lage der Stadt muß übrigens hervor- 
gehoben werden, daß Sandakan reichliches und gutes 
Trinkwasser hat. Es gilt daher auch für einen für 
tropische Verhältnisse sehr gesunden Ort. Die Lan- 
dung erfolgt an einer ziemlich großen in die See 
hinausgebauten hölzernen Brücke, an welcher ein 
größerer der hier verkehrenden Dampfer und ein 
kleiner Küstendampfer gleichzeitig anlegen und löschen 
können. Außerdem liegen noch eine Anzahl Segel- 
553 
  
boote von Eingeborenen zu beiden Seiten. Am 
Landende der Brücke befindet sich auch hier das 
Zollbüreau und gleich dahinter das zum Theil auf 
der See abgewonnenem Boden, zum Theil auf 
Pfählen über dem bei Ebbe trockenen, zur Fluthzeit 
überspültem Strande aufgebaute Eingeborenenwiertel 
der Hafenstadt, das sehr eigenartig und interessant 
ist. Hier wohnen Chinesen, Malaien, Dayaks, Du-- 
suns, Suluaner und andere Asiaten zu Tausenden 
auf einem Raume zusammen, der wenig größer ist 
als eine viertel englische Quadratmeile, und haben 
ihre Waaren zum Trocknen, zum Verladen in Leich- 
tern und zum Verkauf vor den Häusern auf den als 
Straßen dienenden Brückengängen ansgebreitet. Da 
sieht man Rotang (Stuhlrohr), Kokosnüsse (Kopra), 
Fische, Obst und Gemüse r2c. und auch lebende Thiere, 
wie Affen, Bären, junge Rhinozerosse und allerhand 
buntes Federvieh, das aus dem Innern herbeigeschafft 
ist. Für die Fische ist eine eigene Zubereitungs- 
anstalt vor dem Häuserblock angebracht, die aber 
demnächst eingehen wird, da an anderer Stelle ein 
soliderer Bau errichtet worden ist. Hinter dem 
schmalen Küstenstreifen beginnt die europäische Stadt 
auf Hügeln aufzusteigen. Nach einigen Minuten 
beginnt man den aus einem Thongestein bestehenden 
Hügel auf einem herausgeschuittenen Wege hinauf- 
zusteigen und ist bald auf der Höhe, wo das von 
einem hübschen Garten mit Tennis= und anderen 
Spielplätzen umgebene Wohnhaus des Gorverneurs 
steht. Wie fast alle Gebäude in Nord-Borneo ist 
auch dieses in leichtester Bauart, anscheinend nur für 
den Zweck des Schutzes vor Sonne und Regen und 
der Zufuhr der größtmöglichen Menge frischer Luft 
errichtet. Auf einem hölzernen Unterbau erhebt sich, 
durch zwei Holztreppen erreichbar, das Wohnhaus. 
Der Raum, in den man auf einer der beiden ein- 
ander gegenüberliegenden Treppen zunächst gelangt, 
ist von sehr großer Dimension; man übersieht die 
ganze Länge des Hauses. Das Empfangszimmer 
und die vordere Veranda bilden einen Raum, an 
den sich der Speisesaal, nur durch Holzschirme vom 
Empfangssaal getrennt, anschließt. Ueber diesem 
Raum erhebt sich das nach beiden Seiten schräg 
abfallende, in der Mitte 40 Fuß hohe Attappdach; 
zu beiden Seiten, durch Wände von leichtem Fach- 
werk, das mit einer Art Palmenblätter (Kadjang) 
ausgefüllt ist, bis zur Höhe von 20 Fuß abgetrennt, 
liegen große Schlafzimmer, die unter sich durch 
gleichartige Fachwerkwände getrennt sind. Von der 
Vorderveranda aus hat man einen herrlichen Aus- 
blick über Stadt und Bucht von Sandakan, und es 
läßt sich in diesem Hause, wie ich durch eigene Er- 
fahrung während einer Woche erprobte, sehr angenehm 
leben. Hinter dem Hügel des Government House 
erhebt sich ein anderer, etwa gleich hoher (200 bis 
300 Fuß über dem Meeresspiegel), auf dem eine 
Steinkirche im Bau begriffen ist. Da die Mittel 
für diese Kirche durch fre#willige Schenkungen ausge- 
bracht werden, so rückt der Bau nur langsam Schritt
        <pb n="596" />
        für Schritt vorwärts. Der Geistliche aber fördert 
ihn mit Stolz und Liebe und hat doch schon die 
Freude gehabt, den Gottesdienst darin abhalten zu 
können. Weiter landeinwärts folgen dann die alte 
protestantische Holzkirche, die Schule, die katholische 
Kirche mit Kloster, ferner ein Hospital, das etwa 
die Mitte der Thalmulde einnimmt. Auf der öst- 
lichen Seite giebt es dann eine Reihe Privathäuser 
von Europäern auf den Höhen zerstreut, und wieder 
etwas niedriger und näher der Hafenstadt die Büreaus 
der vornehmeren europäischen Kaufleute und Schiffs- 
agenturen, das Regierungsgebäude, der Tennisklub, 
das „Museum“ und das Gerichtshaus. Das Ge- 
fängniß steht noch ein Stück östlich von der Hafen- 
stadt, wo auch ein sogenanntes „Fort“, d. h. ein 
ebener, aber sandiger Platz, auf einem Hügel am 
Meere sich befindet. Dort halten die Polizeisoldaten 
zuweilen Uebungen ab, und einige kleine Geschütze 
sind aufgestellt. Auf der westlichen Seite, jenseits 
des Government House am Strande, befindet sich in 
einiger Entfernung von der Stadt, aber durch eine 
Reihe von Häusern Eingeborener verbunden, eine 
Cutch-Fabrik und eine Sägemühle. Die Fabrikation 
von Cutch (einem Farb= und Gerbstoff aus Man- 
grovenrinde) scheint sehr zuzunehmen und guten Vor- 
theil abzuwerfen. 
Die Gesammtzahl der Einwohner von Sandakan 
wird auf etwa 5000 angegeben, von denen etwa 70 
Europäer sind, darunter 20 Damen. Die asiatische 
Bevölkerung besteht zum weitaus größten Theil aus 
Chinesen, im Uebrigen aus Eingeborenen von Borneo 
(Dayaks, Dusuns, Bajaus 2c.) und der Insel Sulu. 
Die Chinesen befassen sich mit Handel in größerem 
und kleinerem Maßstab, Handwerk und Ackerbau, die 
Eingeborenen in geringem Umfange auch mit dem 
Anbau von Gemüse, sonst mit Fischerei und nament- 
lich mit Sammeln und Herbeischaffen von Produkten 
der Wälder, von Vogelnestern, mit dem Fällen von 
Holz und dergleichen. Die Straßen in Sandakan 
sind gut, was um so mehr anzuerkennen ist, als sie 
bei dem hügeligen Charakter des Geländes und der 
Menge des Regenfalles natürlich der Zerstörung in 
hohem Grade ausgesetzt sind. Das Straßennetz ge- 
nügt auch dem Bedürfniß, und an seiner Erweiterung 
wird beständig gearbeitet. Lerider reichen aber die 
für Straßenbau ausgesetzten Mittel nicht aus, um das 
Innere des Landes den größeren Hafenorten näher 
zu bringen. Nur eie größere Straße ist von San- 
dakan aus bis jetzt angelegt aber noch nicht durch- 
geführt. Sie soll zu der an dem einige Mellen 
nördlich von der Sandakan-Bucht ins Meer fließenden 
Byte Fluß gelegenen Regierungspflanzung führen. 
Außerdem ist mit großen Kosten quer durch Nord- 
Borneo von Sandakan nach Labnan eine Tele- 
graphenleitung gelegt, welche Sandakan mit London 
in Verbindung setzen soll, da Labuan seit einiger 
Zeit durch Kabel mit Singapore und Hongkong ver- 
bunden ist. Leider ist die Leitung eine oberirdische 
und daher im Urwalde vielen Zufällen ausgesetzt, 
554 
  
wie dem Umstürzen hoher Bäume, Zerstörung durch 
Thiere und wohl auch gelegentlich dem Muthwillen 
der Eingeborenen. Die Thätigkeit des Telegraphen 
ist deshalb sehr häufig unterbrochen. Eine kleinere 
Linie geht noch nach Lamag, einer etwa 80 eng- 
lische Meilen von Sandakan entfernten Pflanzung 
am Oberlauf des Kinabatangan-Flusses, in deren 
Nähe sich auch ein Regierungsposten (Sitz eines 
„Magistrate“) befindet und von dort weiter bis 
nach Darvelbai. Der Verkehr zwischen dem Regie- 
rungssitz in Sandakan und den übrigen Stationen 
im Staate ist wesentlich auf die Verbindung zu 
Wasser angewiesen. 
Von Sandakan aus beschloß ich, einige in diesem 
Bezirk belegene Pflanzungen zu besuchen, und zwar 
insbesondere die von einem deutschen Pflanzer, Herrn 
Breitag, geleitete „Batu Putch (weißer Stein) 
Estate“ an dem großen Kinabatangan-Flusse, und 
die Regierungsplantage am Byte-Fluß. Am 5. Sep- 
tember bestieg ich den kleinen Dampfer „Sabah“, 
einen kleinen Flußdampfer, auf dessen Verdeck im 
Vorderraum ein Platz von etwa 20 Fuß im Quadrat 
für Europäer reservirt war. Wir waren deren 
nur 4; der Maschinist und Führer des Schiffes, 
Mitbegründer der Sabas-Gesellschaft, welcher das 
Schiff gehörte, dazu ein Advokat aus Singapore, 
der um einer Prozeßsache willen hergekommen war, 
und der junge Wilhelm Schück, der einen Bruder 
auf einer der Plantagen besuchen wollte, zu denen 
wir fuhren. Auf dem hinteren Raume des Verdecks 
drängten sich eine Menge von Chinesen und Ein- 
geborenen, und auf dem Unterdeck wimmelte es von 
lebender und todter Ladung, wovon namentlich einige 
Kühe mit einem Kalbe, Schweine, Ziegen, Gänse 
und Hühner sich recht bemerklich machten. Unter 
dem Verdeck befanden sich vier kleine Kabinen für 
die Europäer. Wir fuhren aus der Bucht hinaus 
nach Südosten bis zur Mündung des Kinabatangan- 
Flusses. Der Fluß hat mehrere Mündungen, von 
denen wir die nächste wählten, die wir nach 1½ stün- 
diger Fahrt erreichten. Der Fluß ist breit und, 
nachdem die Barre überschritten ist, tief und hat 
sandig gelbes Wasser. Die Ufer sind zu beiden 
Seiten dicht von Mangrovewaldungen eingefaßt, die 
nach einiger Zeit hier und da von Nirapalmen 
unterbrochen werden. Später werden die Nipa- 
palmen häufiger, und die Mangrovebäume verschwinden 
allmählich. Weiter flußaufwärts kommen dann auch 
andere Bäume dazwischen, bis man endlich in den 
eigentlichen Urwald kommt. Wir fuhren am ersten 
Abend bis Dunkelwerden — 6¼⅛ Uhr — und 
gingen dann vor Anker, weil in der Nacht die 
Weiterfahrt zu gefährlich wäre, namentlich weil 
häufig große Baumstämme im Flusse schwmmen. 
Es läßt sich denken, daß es unter den seltsamen 
Umständen nicht ganz leicht war, Schlaf zu finden, 
besonders das Gethier an Bord störte die Ruhe 
vielsach. Da es aber gegen Morgen recht kühl 
wurde, fühlte man sich doch gestärkt, als um 5¼ Uhr
        <pb n="597" />
        morgens die Anker gelichtet wurden, namentlich da 
die Verpflegung überraschend gut war. Die Fahrt 
ging nun bei herrlichem Wetter durch dichten Urwald 
auf dem breiten Strome mit einer Geschwindigkeit 
von 8 Knoten vorwärts. Hochinteressante Scenerie: 
hohe starke Bäume mit dichtem Unterholz, Alles mit- 
einander durch riesige Lianen verschlungen, hier und 
da Palmen zwischen dem Laubholz, Alles mit Moosen 
Farren und anderen Schmarotzern überwachsen. 
Weiter stromaufwärts viel Schilf und Rohr am 
Ufer. Große und kleine Vögel flogen über den Fluß 
oder spielten an den Ufern, z. B. Nashornvögel, 
Tauben, kleine weiße Reiher, die Paddybirds (Reis- 
kornvögel) genannt werden, auch ganz kleine Vögel, 
wie unsere Sperlinge und Singvögel. Dann und 
wann sah man eine Gruppe rother, brauner oder 
schwarzer Affen in den Zweigen springen. In diesem 
Gebiete giebt es auch Elephanten, von denen wir 
aber eben so wenig sahen wie von den Krokodilen, 
von denen der Fluß wimmeln soll. Ueberhaupt 
blieb die Büchse unseres Advokaten, der auf 
etwas Sport gerechnet hatte, ohne Beschäftigung. 
Borneo gilt zwar bei Jägern für einen ausgezeich- 
neten Jagdgrund und ist schon manchmal das Ziel 
großer Sportreisen gewesen. Außer Elephanten und 
Rhinozerossen giebt es den wilden Büffel, ein kolos- 
soles Thier, tambadan oder seladang genannt, 
Rehwild, Schweine, Bären und Orang-Utangs als 
Jagdwild. Namentlich der Elephant ist aber so 
selten, daß es wünschenswerth erschienen ist, ihn, sei 
es als Eigenthümlichkeit des Landes, sei es für 
spätere Nutzbarmachung, zu erhalten. Unter dem 
1. August v. Is. hat der Gouverneur eine Verordnung 
eor the preservation of large game" erlassen, 
wonach das Schießen auf Elephonten, Rhinoceros, 
wildes Rindvieh, Schweine oder Rehwild ohne Jaad- 
schein (permit), außer im Falle der Selbstwertheidi- 
gung oder zur Verhütung schweren Schadens, ver- 
boten wird; und der Beweis für das Vorhandensein 
soicher Ausnahmegründe ist dem Schützen ausferlegt. 
Die Jagderlaubniß wird ertheilt unter der Bedingung, 
daß für jeden männlichen Elephanten, der erlegt in, 
200 Dollars zu zahlen sind, während für das Tödten 
einer Elephantenkuh eine Strase von 1000 Dollars 
angedroht wird. Die Erlaubniß zum Jagen von 
Rhinoceros und Büffeln wud gegen eine jährliche 
Abgabe von 50 Dollars ertheilt. Für das Tädten 
weiblichen Viehes sind 10 Dolars Strafe zu zahlen. 
Für die Erlaubniß zum Schießen von Schweinen 
und Rehwild ist eine Jahresabgabe von 5 Dollars 
zu entrichten. 
Um 11 Uhr vormittags erreichten wir (nach 
fiebenstündigem Dampfen stromaufwärts) die erste 
menschliche Nederlassung nahe einer verlassenen 
Pflanzung. Um 12 Uhr gingen wir vor einer 
anderen Ansiedelung, einem von Suluinsulanern be- 
wohnten Dorfe vor Anker, um Ladung zu löschen 
und einige Passagiere abzusetzen. Die Häuser waren 
im gewöhnlichen malayischen Stile von Stämmen 
555 
  
der Nibongpalme zusammengesetzt, mit Attapp gedeckt, 
meist fast ohne jegliches Mobiliar, außer etwa 
einigen Matten zum Schlafen, kahl, schmutzig und 
erbärmlich. Um das Dorf herum war der Wald 
etwa in einer Entfernung von einem Kilometer im 
Umkreise gelichtet und mit Kokosnüssen, Bananen, 
ein wenig Reis und anderen tropischen Früchten be- 
pflanzt. Der eigentliche Erwerb der Leute besteht 
aber im gelegentlichen Einsammeln und Verhandeln 
von Waldprodulten. Im Allgemeinen leben sie ar- 
beitslos dahin. Nach anderthalb Stunden ging die 
Fahrt weiter, und gegen 5 Uhr nachmittags erreichten 
wir die erste große Pflanzung „Koyah Estate“ der 
London Amsterdam Borneo Tobacco Company, deren 
Hauptverwalter, ein Engländer namens Lease, leider 
gerade auf einer anderen Pflanzung weiter stromauf 
(Lamang) abwesend war. Da wir hier einigen Auf- 
enthalt mit Löschen hatten, so wurde es zum Weiter- 
fahren zu spät, und wir mußten hier übernachten. 
Der Arzt der Plantage, ein Holländer, zeigte uns 
die Wohnhäuser der Europäer sowie der chinesischen 
Arbeiter, die Fermentirscheunen und das Hospital 
und bewirthete uns in freundlicher Weise. Von der 
Plantage selbst konnten wir nichts sehen, weil in der 
unmittelbaren Umgebung der Wohngebäude nicht ge- 
pflanzt wird. Ich habe einen großen Theil der 
Felder aber später vom Flusse aus gesehen. Um 
5¼ Uhr am nächsten Morgen (7. September) fuhren 
wir weiter. Um 8 Uhr erreichten wir eine Außen- 
station der Batu Putch Estate, wo wieder gelöscht 
wurde, und um 10 Uhr, nach weiterer einstündiger 
Fahrt, das Wohnhaus des Hauptverwalters. Hier 
verließ ich das Schiff, das weiter stromaufwärts 
nach Lamag ging, um bis zu seiner Rückkehr hier 
zu bleiben. Herr Paul Breitag, der Hauptver- 
walter, nahm mich freundlich auf, führte mich auf 
der Pflanzung herum und erklärte m## Alles, was 
mir neu war. Die Pflanzung gehört einem hol- 
ländisch-englischen Syndikat; neben dem deutschen 
Hauptverwalter sind darauf noch zwei französische 
Assistenten angestellt. In Borneo ist jeder Europäer 
gewissermaßen Landsmann, und Eifersüchtelei zwischen 
den Nattionalitäten ist unbekannt. Ich besichtigte mit 
Herrn Breitag zunächst die in der Nähe seines 
Wohnhauses gelegenen Gebäude, von denen mur die 
Fermentirscheunen das Interessanteste waren. Hier 
fuhrt Herr Breitag selbst die Aussicht, indem er 
täglich die Temperatur des Tibaks in den verschie- 
denen Stapeln von Blättern nußt und notirt, und 
danach die weitere Behandlung anordnet. Es war 
schon ein Theil der Ernte des Jabres in der Fer- 
mentirsohenne, und Herr Breitag war sehr zufrieden 
mit der Länge und Feinheit des Blattes; er hoffte 
danach auf eine recht gute Oualität seiner Ernte 
überhaupt. Wir gingen dann auf die eiwa eine 
halbe Stunde entfernten, auf der anderen Seite des 
Flusses liegenden Felder hinaus, durch die wir wohl 
eine Stunde lang dahinschritten. Obwohl schon ein 
großer Theil der Ernte geschnitten und in die
        <pb n="598" />
        556 
zwischen den Feldern vertheilten Trockenscheunen ge= stiegen aus. Nach kurzem Gange, erst durch Man- 
bracht worden war, konnte man die Sorgfalt, mit 
der die Felder bestellt waren, noch gut erkennen, 
auch stand noch eine recht beträchtliche Menge großen- 
theils ausgezeichnet aussehenden Krautes draußen. 
Vielsach sah man auch die chinesischen Kulis bei der 
Arbeit, neue Pflanzen einzusetzen, in der Hoffnung, 
sie noch vor Schluß der Ernte zur Reife zu bringen. 
Bekanntlich ist es in Sumatra, und nach dessen Vor- 
bild auch in Borneo Gebrauch, den chinesischen Kulis 
je ein oder einige Felder zu selbständiger Bepflanzung 
zu überlassen und ihren Eifer dadurch anzuspornen, 
daß ihnen Zahlung je nach Zahl und Güte der 
von ihnen nach dem Schnitt eingereichten Pflanzen 
geleistet wird. Auf diese Weise wird es möglich, 
die Beaussichtigung über Hunderte von Kulis und 
über die Bearbeitung weiter Landstrecken durch 
wenige europäische Assistenten zu bewerkstelligen. In 
den Trockenscheunen sah ich sorgfältig in langen 
Reihen neben und übereinander aufgehängt die ab- 
geschnittenen Pflanzen im Zustande des Trocknens, 
nach dessen Beendigung die Blätter zum Fermentiren 
in die Fermentirscheune gebracht werden. Nach der 
Beendigung des Fermentirprozesses werden die Blätter 
nach ihrer Güte, d. h. nach der Länge, Farbe, Frei- 
heit von Löchern 2c. sortirt, dann in Ballen verpackt 
und versandt. Das Sortiren konnte ich nicht sehen, 
weil noch kein Tabak fertig fermentirt war. Wir 
gingen am nächsten Morgen nach einem Stück Ur- 
wald, das im nächsten Jahre zur Bebauung gerodet 
werden sollte. Es waren jetzt Leute mit dem Fällen 
herrlicher alter Billianbäume, deren Holz für fast so 
werthvoll wie Teakholz gilt, beschäftigt. Leider wird 
bei den Rodungen ungeheuer viel schönes Nutzholz 
ein Raub der Flammen, lediglich, weil es im Urwald 
an Mitteln sehlt, es auf den Markt, zu den Häsen 
zu bringen. Bei der Rückkehr von dieser Exkursion 
mußte ich mich von cinigen Blutegeln befreien, die sich 
an meinen Beinen festgesogen hatten; die Stelle, wo 
einer von ihnen gesessen hatte, war noch nach einer 
Woche zu erkennen. 
Am 8. September nachmittags 1 Uhr verließ ich 
mit der inzwischen zurückgelehrten „Sabah“ Batu 
Putch und erreichte am nächsten Vormittag wieder 
Sandakan. 
Meinen zweiten Ausflug von Sandakan aus, den 
nach Byte Niver Estate, unternahm ich am 13. Sep- 
tember in Begleitung des Advokaten aus Singapore, 
des Herrn Lease, Verwalters des Koyah Cstate, 
und eines Kaufmanns aus Sandakan, der die kauf- 
männische Verwaltung von Byte Estate vertretungs- 
weise leitete. Wir fuhren westlich von Balhalla hin- 
durch und dann nordwestlich bis zu dem auf der 
Karte Sibuga, sonst Byte genannten Fluß, der mit 
den mit Mangroven und Nipa bewachsenen Usern 
den gleichen Charakter zeigte, wie der Kinabatangan, 
aber nur einen kurzen Lauf und ein schmales Bett 
hat. Eine halbe Stunde stromaufwärts legten wir 
an einer etwas primitiven Landungsbrücke an und 
  
grovengebüsch, später durch Kaffeebusch, gelangte man 
zu dem Hause des Verwalters Herrn Snell, der 
hier mit seiner jungen Frau, einem zweimonatigen 
Söhnchen und einem Assistenten, einem jungen Deut- 
schen, wohnt. Er war auf den Besuch nicht vor- 
bereitet, da keine Post nach dem Ort geht und man 
ihn nur mit spezieller Gelegenheit erreichen kann. 
Wir hatten aber durch Fürsorge des Gouverneurs 
unsere Lebensmittel und Bedienung selbst mitgebracht. 
Die Plantage gehört der British North Borneo 
Development Corporation Limited, einer Aktiengesell- 
schaft, die dazu ins Leben gerufen ist, um große 
Länderstrecken zu erwerben und auf ihnen Versuchs- 
kulturen anzulegen. Von dem im Ganzen 55 000 
Acres betragenden Areal, ist bis jetzt nur ein kleiner 
Theil bebaut und zwar hauptsächlich mit Kaffee, 
daneben einige Acker mit Kokosnuß, Hanf, Gambier 
und Pfeffer. Als Arbeiter fand ich hier wiederum 
Hakka-Chinesen, die auch eine eigene Ansiedelung 
hatten. Dort sah Alles wohl gepflegt aus und ge- 
dieh vorzüglich. 
Gegen 4 Uhr nachmittags machten wir uns zur 
Rückfahrt auf und waren nach 2½ Stunden wieder 
in Sandakan. Zu meinem Bedauern war es mir 
nicht mehr möglich, noch eine Tour nach Darvelbai 
zu unternehmen, da ich sonst meine Absicht, die 
Pflanzungen an der Marudubai zu sehen, hätte auf- 
geben müssen. Die Möglichkeit, auch die goldtragen- 
den Theile des Landes an der Darvelbai kennen zu 
lernen, schien ausgeschlossen, weil dazu eine besondere 
Expedition nöthig gewesen wäre. 
Am 16. September abends verließ ich Sandakan 
mit einem Lokaldampfer, der am nächsten Morgen 
8 Uhr an einem Dorfe Jembongon in der Schom- 
burghbucht anlief, um einige eingeborene Passagiere 
an Land zu setzen und einige Ladung zu löschen, 
und uns abends, nachdem wir den Mallawallekanal 
passirt hatten, wieder nach Kudat brachte. Hier war 
der Resident gerade abwesend und zur Untersuchung 
eines Mordes nach Pitas Estate gefahren. Ich 
übernachtete im Hause des Regierungsarztes und 
fuhr den nächsten Morgen ebenfalls nach Pitas Estate, 
wo ich bis zum 20. September frühmorgens blieb, 
um dann mit Herrn Little zunächst nach Taritipan 
Estate und am gleichen Tage abends zurück nach 
Kudat zu fahren. Am nächsten Tage, 21. Septem- 
ber, saß ich gerade im Regierungsgebäude und sprach 
mit dem Schatzmeister über den Haushaltsetat, als 
das Haus heftig erschüttert wurde, wie wenn Jemand 
mit aller Gewalt an den Grundpseilern rüttelte. Es 
war ein Erdbeben, das sich zu gleicher Zeit — zehn 
Minnten nach 1 Uhr — über den Norden Borneos 
in südwestlicher und weithin über das Meer in öst- 
licher Richtung erstreckt hat. In der Nähe der Insel 
Labnan (etwa 150 englische Meilen südwestlich von 
Kudat) hob sich zu gleicher Zeit eine Insel aus dem 
Meere heraus, die etwa 250 m breit und 60 Fuß 
hoch sein sollte. Um 5 Uhr nachmittags fuhr ich
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        — 557 — 
mit dem Dampfer „Hecuba“ nach Labuan ab, wo 
wir am nächsten Tage um 1½ Uhr nachmittags 
eintrafen. 
Labuan ist eine kleine Insel von etwa 30 engl. 
Quadratmeilen, sechs Meilen von der Küste von 
Borneo entfernt. Es wurde im Jahre 1846 von 
dem Sultan von Brunei an England abgetreten und 
als Kronkolonie selbständig verwaltet, bis die Ver- 
waltung vom 1. Januar 1890 ab der Nordborneo- 
Kompagnie übertragen wurde. Es blieb jedoch 
finanziell auch seitdem unabhängig von Borneo, wie 
es seit 1869 die Mittel zu seiner Verwaltung selbst 
aufgebracht hat. Natürlich kann auf der kleinen Insel 
von einer erheblichen landwirthschaftlichen Produktion 
keine Rede sein. Seine kommerzielle Bedeutung liegt 
einmal in seinem Hafen, der es zum Absatz= und 
Tauschmarkt für die Produkte des Westens von 
Nordborneo macht, und besonders in seinen Kohlen- 
lagern. Seine Bevölkerung wird auf 6000 Köpfe 
angegeben, von denen 30 Europäer sind. Die Kohlen= 
bergwerke, die ich am Vormittage des 23. September 
in Begleitung des stellvertretenden Residenten von 
Labuan, Herrn Hewitt, besichtigte, liegen an einem 
Punkte der Insel, der vom Hafen etwa acht engl. 
  
Meilen entfernt ist. Eine Eisenbahn von einer 
Spurweite von 2½ Fuß führt dorthin in etwas über 
einer Stunde durch sumpfiges, meist zum Reisbau 
benutztes Land. Die zunehmende Bedeutung der 
Minen ergiebt sich aus folgender Uebersicht: 
Es wurden von Labuan an Kohlen exportirt: 
Tons Werth: Dollar 
Im Jahre 1892 12 004 58 681 
- 1893 4112 22 616 
- -13894 14597 97 304 
- 1895 39973 187572. 
Die Minen haben zwar während ihrer ganzen 
Existenz stets mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen 
gehabt und erst in den letzten Monaten noch eine 
Neuorganisation der Verwaltung erforderlich gemacht, 
indem sie an eine neue Gesellschaft, „Labuan and 
Borneo (Limited)“, mit einem Kapital von 250000 
Pfd. Sterl. übergegangen sind. Aber es ist zu er- 
warten, daß sie sich auf die Dauer abbauwürdig 
erweisen werden und zwar je mehr, je mehr Nord- 
borneo sich entwickelt und damit mehr Schifffahrt 
in diese Gegenden anzieht. Am 23. September 
abends verließen wir Labuan und erreichten Singa- 
pore am Morgen des 27. September. 
  
Ueber den Dandel Sstafrikas mit Indien. 
Nach den von der indischen Regierung veröffentlichten Statistiken stellte sich der Werth des indischen 
Handels mit Sansibar, Mozambique, Natal, Kapkolonie, Madagaskar und verschiedenen ostafrikanischen 
Küstenplätzen in den Jahren 1892 bis 1897, wie folgt: 
Einfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
3 043 131 3 311 862 3 068 004 2 981 914 2 491772 Rupien. 
Ausfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
14 017 576 12 761 443 14 654 978 16 923 814 19 168 093 Rupien. 
Auf die einzelnen indischen Provinzen bezw. Häfen vertheilte sich dieser Handel folgendermaßen: 
Handel von 1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
Kapkolonie mit Bengalen 2379 179 2399791 2238749 3334 806 3360 916 Rupien, 
- -Bombay 250 9138 24 105 1 890 19 .571 - 
OD Madras 3 394 2575 3 074 7 099 6 960 - 
.-Sind. — — 5 000 —- — - 
- -Burmah. 1965 9 476 5 160 154545 124 581 - 
Mozambique mit Bengalen 6 027 — 124 30 7093 — 
- Bombayn. 3619611 2541471 2685602 3073810 3079601 - 
-Madras — — 1144 — — - 
Sansibar mit Bengalen. 330 883 285 218 215 469 75 050 123 993. 
- -Bombay 8337347 8556763 9661190 9562691 9273 436 - 
-Madras 890 5 119 6 973 2 436 4701 - 
- -Sind. 43 170 54 447 84 357 81 813 43 518 - 
-. -Burmah — 1500 — — 89 146 
anderen ostofrikanischen Häfen 
mit Bengalen. 65 870 66 031 65 880 227 850 336 464 - 
- -Bombay 289 862 364 542 476 201 516 806 686 091 - 
-Madras .. — 91 280 291 908 - 
- -Sind — 2747 4312 48 321 63549 - 
— Burmah .. — — 580 340 28 507
        <pb n="600" />
        558 
Handel von 1892/93 1893/94 1894/95 1895/0 1895 . 
ar mit Bengalen 13774 2 796 8 5 upien, 
Madasast - Bonbah 42 560 105 496 467 778 802 214 547843 
- = Madras 443 2 670 —- 1505 — - 
- -Sind . . — 63 — 655 15 49 
- .-Burmah — — 3112 120 137 — 
Natal mit Bengalen 1 466 715 141 598 1 799 370 1 903880 2 930936 
- Bombay 371350 248710 324796 752 326 1310096 - 
- -Modras 144 188 57 736 113 201 145 304 159 092 - 
- -Burmah. — 23 102 375 73 328 = 
Hiernach entfiel auf den Hafen Bombay 
Einfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
2 931 682 9 293 853 3 048 563 2 867 929 2 329 633 Rupien. 
Ausfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
9728 973 8522 129 10 567 014 11 821 878 12 567 444 Rupien. 
Auf Kurrachee entfiel 
Einfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
35 306 23 530 27 213 52 188 41 206 Rupien. 
Ausfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
7 664 33 664 69 656 78 601 81 300 Rupien. 
Der Rest entfällt der Hauptsache nach auf Kalkutta, dann wenig Madras (Natal) und Burmah; 
zusammen betrug derselbe für diese drei Provinzen: 
Einfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
76 143 — 6228 61797 120 933 Rupien. 
Ausfuhr: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
4280 639 4 205 650 4 018 318 5 023 335 6 519 349 Rupien. 
Hinsichtlich der ostafrikanischen Plätzc vertheilte sich Ein= und Ausfuhr, wie folgt: 
Einfuhr: 
von 1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
Modambique nach Bombay 559 705 317 895 310 928 321 330 262 029 Rup, 
and. indischen Häfen 105 – — 12 — " 
Sansibar nach Bombayn 2247759 2810 378 2577 580 2 466 355 1 966 111 = 
- - Kurracheen. .. 35 306 20 783 22901 47 083 21 098 
- - and. indischen Häfen — 7 686 7 347 39 394 63 346 
anderen Häfen d. ostafrikanischen Küste 
nach Bombay 92 905 96 857 93 396 25 985 69 129 
- - Kurracheen. — 2747 4312 5 000 10 181 
- = and. indischen Häfen 780 – 3 000 959 2 628 = 
Madagaskar nach Bombay . 29 419 68 607 44773 26 325 19 841 
- Kurrachee — — — 105 9927 — 
Natal nach Bombay . 1 864 116 17 886 27 934 12523 — 
- é" anderen indischen Häfen 8399 27 409 12 789 31512 5 337 
Kapkolonie nach and. - 96 308 27991 13 983 13 360 79 390 - 
Ausfuhr: 
nach 1892,/93 1893/94 189 195 1895/96 1896/97 
Mozambique von Bombay . 3 059 906 2223 576 2374 674 2752 480 2 817 572 Rup. 
é„ and. indischen Häfen 5922 — 2 873 6 129 7 093
        <pb n="601" />
        — 559 — 
nach 1892/93 1893/94 1894/95 1895/06 1896/97 
Sansibar von Bomboayy 60089 588 5 745 385 7 083 610 7078 296 7 307 325 Rup., 
- .= Kurrache 7 864 33 664 61 656 34 730 22 420 = 
- -and.iudischcu.f)iifeu43103828847021512869018164812 
anderen Häfen an der ostafrikanischen 
Küste von Bombay 196 882 267 685 378 805 490 821 616 962 
- -Kurrache — — 8 000 43 321 53 368 " 
OD and. ind. Häfen 65 165 76 053 61 410 227 833 363 301 = 
Madagaskar = Bombay 13 111 36 889 423015 775889 528 002 
- .-Kurrachee — — — 550 5512 = 
Natal von Bombay... 369 486 248594 306910 724392 1297573 
= „: anderen indischen Häsen 1 603 263 1 495 027 1 901 397 2014745 3 084 948 = 
Kapkolonie von and. 2288 480 2 392 989 2 262 105 3 484 059 3432719 - 
Die vorstehenden Tabellen zeigen, daß sich der indische Handel mit Mozambique ganz. der mit 
Sansibar und anderen Häfen an der ostafrikanischen Küste der Hauptsache über Bombay, zum Theil über 
Kalkutta, mit der Kapkolonie ganz und mit Natal zum größten Theil (etwa drei Viertel) über andere 
indische Häfen (Bengalen, Madras, Burmah) der letztere zum vierten Theil über Bombay lenkt. Der Handel 
von Kurrachee mit den obigen Ländern ist unbedeutend. 
Mozambique. 
Der Einfuhrhandel nach Indien ist von 559 810 Rupien in 1892/93 in stetiger Weise auf 
262 029 Rupien gesunken. Gegen 485 227 Rupien Elfenbein in 1892/93 sind in 1896/97 nur für 
187 876 Rupien nach Indien gekommen. « 
Auch im Ausfuhrhandel mit Mozambique ist kein Fortschritt zu erblicken. Von 3 065 828 Rupien 
in 1892/93 fiel er in 1893/94 auf 2 223 576 Rupien und stieg allmählich wieder bis auf 2 824 665 
Rupien in 1896/97. 
Hiervon waren in 1896/97 1 060 714 Rupien ausländische Waaren, das sind Reexporte bezw. 
nicht in Indien erzeugte Waaren, darunter Baumwollwaaren im Werthe von 631 592 Rupien. Von 
sonstigen ausländischen Waaren sind Kleidungsstücke mit 45740 Rupien, Porzellanwaaren 21 964, Glas- 
waaren: a) Perlen 28 349, b) sonstige Glaswaaren 11 348, Getreide 21 484, Messer und Kurzwaaren 
54 729, Streichhölzer 12 040, Oele 28 245, Seidenwaaren 14 167, Zucker 71 665, Thee 11 069 Rupien 
zu nennen. 
Waaren indischen Ursprungs gingen im Jahre 1896/97 im Werthe von 1763 951 Rupien nach 
Mozambique, darunter: 
Kleidungsstüke 148 798 Rupien, Jutesäckke 92 805 Rupien, 
Baumwollenwaaren. 624 697 - Provisionen 148 243 - 
Reis 433 125 - Oell 25041 - 
Getreide und Puls. 211 503 - Messer und Kurzwaaren 10 03 = 
Sansibar. 
Die indische Einfuhr aus Sansibar zeigt, wenigstens für das Jahr 1896/97, eine Abnahme. Da 
der Handel Sansibars sich aber fast ausschließlich nach Bombay lenkt, so kann man aunehmen, daß der 
für 1896/97 zu konstatirende Fall in der Einfuhr aus Sansibar temporär und den damals und jetzt noch 
hier herrschenden Wirkungen der Pest zuzuschreiben ist. Eine diesen Zuständen nicht zuzuschreibende Ab- 
nahme weisen die folgenden Waaren auf: 
1892/93 1896/97 1892,93 1896//97 
Produkte für die Färberei Rupien 6 Nupien 
und Gerbere 17787 2•025| Metalle. 1941 427 19 173 
Kopra 77853 44 812 Parfümerien 1077668 1 926 
Elfenben 814 159 794749 Saaten 328 058 3 795 
Juwelen 39 688 1 002 Muschen. 82 880 39 237 
Eine Zunahme ist zu konstatiren bei den folgenden Waaren: 
" 1892/93 1896/97 
Getreide und Puls (wohl angesichts der Hungersnoth in Indien) 11 394 89 778 Rupien, 
Gummi und Harze 21 368 45 876 - 
Hörer 29216 90 743 = 
Provisionen, fishmaddz 13349821 26 633 - 
Die Einfuhr von Nelken ist im Steigen begriffen, wie die folgenden Ziffern beweisen: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/906 1896/907 
840 831 1519521 1157 826 1 450 271 807 730 Rupien.
        <pb n="602" />
        — 560 — 
Die Gesammtausfuhr nach Sansibar weist in den letzten fünf Jahren eine stetige Zunahme auf, 
die besonders den indischen Produkten zu Gute gekommen ist. 
Gegenüber gestellt betrug die Ausfuhr von: 
1892/93 1893/94 19894/095 1895/96 1896/m7 
nicht indischen Waaren 2 426 167 2 485 798 2 053 131 2 090 441 2 092 574 Rupien, 
Waaren indischer Herkunft 4 002 323 3581721 5307263 5 090 603 5 401983 = 
Der Rückgang in der Ausfuhr nicht indischer Erzeugnisse fand in den folgenden Waaren be- 
sonders statt. 
Baumwolle: a) Garne, welche von 22 587 Rupien in 1892/93 in stetiger Weise auf 2828 Rupien sanken, 
1892/93 1896/97 
b) Waaren. 1 866 761 1 412 152 Rupien, 
Metalle ... 43764 29711 - 
Seidenwaaren 62 281 53 836 - 
Eine Zunahme ist festzustellen bei: 
Kleidungsstücken, deren Ausfuhr in 1896/97 63 178 Rupien betrug, 
Waaren, OD - - 23 510 - - 
Kohlen, - - - - 16 228 4 O 
Droguen, - - - 210056 -- - 
gegen 8982 Rupien in 1892/93. 
Glaswaaren mit einer Ausfuhr von 35 171 Rupien in 1896/97 
Eisen u. Kurzwaaren "4 75220 " - 
gegen 53 538 Rupien in 1892/93. 
Maschinen mit 15 262 Rupien in 1896/97 gegen 723 Rupien in 1893/94, 
Materialien zum Eisenbahnbau mit 37 200 Rupien in 1896/97 gegen 0 in den Vorjahren, 
Schreibwaaren mit 17 699 Rupien in 1896/97 gegen 4469 Rupien in 1892/93. 
Die Ausfuhr von Zucker mit 76 872 Rupien und Schirmen mit 23 534 Rupien in 1896/97 
ist sich gleich geblieben. 
Die nachstchenden Waaren bilden die Hauptartikel der Ausfuhr indischer Produkte nach Sansibar 
in den letzten 5 Jahren: 
Klerdungsstücke 
Möbel 
Wagen 
Kassee. 
Tauwerk. .. 
Baumwolle,roh. 
- ,Gakn und Twist 
- Waaren 
Droguen und Medikamente 
Gerber= und Farbmaterialien 
Früchte und Gemüse 
Gram, Jowari und Puls 
Reis.. ..... 
Weizen ... 
Andere Getreidearten 
Eisen- und Kurzwaaren 
Juwelen. 
Jutesäcke 
Metalle 
Provisionen 
Oele, ätherische 
:, vegetabilische 
Parfümerien 
Saaten 
Seidenwaaren. 
Gewürze 
Zucker 
Talg 
Thee 
Holz und Holzwaaren 
Wollenwaaren 
Diese erschöpfende Liste der Ausfuhr indischer 
teuren zeigen, auf welchen Gebieten sie den Wettbewerb der indischen Industrie zu bekämpfen haben. 
1892/93 
124 120 
81 142 
6 355 
14 174 
9260 
8 144 
18771 
1 584 470 
16 240 
15 648 
28228 
52 605 
1 238 615 
26 973 
22 865 
3 131 
13 414 
64 191 
63 201 
382 623 
8 255 
12 161 
3 184 
29206 
6 810 
51 711 
18747 
1 359 
2 055 
59 480 
4255 
1893/94 
121 591 
45 445 
3 550 
12 #94 
17 654 
8 541 
21243 
1 471 462 
18 433 
13 595 
24 280 
109272 
800 323 
30 022 
17749 
6 584 
219003 
92 350 
7 616 
462 995 
6 568 
23 013 
5752 
32 685 
14 032 
49 333 
22 007 
6 504 
5 607 
68 854 
7183 
1894 95 
112 477. 
46 903 
1 675 
11 953 
7653 
15 649 
39276 
1650 9902 
10 454 
13 170 
34 858 
95 304 
2346 168 
33 580 
65 039 
10391 
23 095 
47 070 
30 138 
4041 112 
7 425 
22541 
7u028 
34 581 
9 703 
37 568 
23.092 
7 167 
3 732 
111 019 
5 389 
1895,96 
168 031 
43 178 
5942 
8982 
12 797 
2570 
49911 
1 695 450 
18 293 
9 wo 
33 400 
126 374 
2160 5389 
256 799 
16 714 
10 804 
17 628 
19 252 
46 104 
307 771 
2 789 
15 679 
5441 
37 833 
4491 
37 750 
33779 
1 312 
7982 
75 650 
14 088 
1896/97 
124 793 Rupien, 
50 380 
9300 
2 59 
17 182 
5709 
35 637 
1 983 967 
30 170 
7920 
26 493 
8913 
1943 175 
33775 
3077 
10 929 
13 699 
35 470 
40318 
572 384 
4209 
7256 
2810 
27160 
2 597 
37 769 
28 807 
5621 
4022 
136 724 
2810 
3 
3 
Waaren nach Sansibar wird den deutschen Expor-
        <pb n="603" />
        — 561 — 
Andere Häfen an der ostafrikanischen Küste: 
Die ziemlich gleichbleibende Einfuhr von dort nach Indien bestand der Hauptsache nach in Gummi 
und Harzen mit 63 446 Rupien in 1896/97. 
Die Ausfuhr nicht indischer Waaren, welche eine stetige Zunahme aufweist und in 1896/97 
129 425 Rupien betrug, bestand der Hauptsache nach in folgenden Artikeln: 
Ausfuhr von Bombay in 1896/97 
.. .42785Rupicn 
  
Baumwollenwaaren. 
EifenundKurzwaaren. . . .17841- 
Provisionen.........6168- 
Die Ausfuhr indischer Artikel aus Indien setzte sich der Hauptsache nach, wie folgt, zusammen: 
1896/97 
davon Bombays Antheil 
Kleidungsstückkl . Rrupien 18 935 (zugenommen) 15 596 Rupien 
4 050 - 
Möbel. ..... - - 
Wagen.. . . . ... - 6 095 - 
Baumwollenwaare -28628 - 29 039 Rupien 
Reis . 498 582 (verdreifacht in stetiger Zunahme) 392 422 Rupien 
Andere Getreidearten . 13 155 22728 
Jutewaaren . 229 521 gegen 3 .319 Rupien in 1892/93 
Oele - 8 4609 = 1 138 = - - 
Provisionen - 3324 = 37405 - - 
Holz é 15 499 670 - - 
Madagaskar. 
Die anfangs gegebenen Zahlen für den indischen Handel mit dieser Insel beziehen sich fast aus- 
schließlich auf den Hafen Bombay. 
Die Einfuhr dorther ist gering und, wie es den Anschein hat, in stetiger Abnahme begriffen. 
Die Ausfuhr von Bombay dagegen hat bedeutend zugenommen. Die Zahlen der letzten fünf 
Jahre stellten sich, wie folgt: 
1892/93 1893/04 1894/95 1895/96 1896/97 
nicht indische Waaren 1 182 28 391 255 959 418 162 251 764 Rupien 
indische Erzeugnisse .11929 8 498 167 056 357727 276 228 
Die Ausfuhr nicht indischer Waaren setzte sich in 1896/97 der Hauptsache nach aus folgenden 
Waaren zusammen: Kleidungsstücken (8619 Rupien), Baumwollenwaaren (134 182), Eisenwaaren (16 976), 
Metallen (11 494), Petroleum (32 487), Seidenwaaren (7594), Schirmen (7714). 
Von indischen Waaren gingen in 1896/97 folgende Waaren in größeren Mengen von Bombay 
dorthin: Kleidungsstücke (5584 Rupien), Baumwollenwaaren (52 772), Reis (158 459), Getreide 2c. (13 049), 
Ghen (10 414). 
Natal. 
Die Einfuhr von diesem Hafen nach Indien ist unbedeutend und bedarf kaum einer Erörterung. 
Die Ausfuhr von Elfenbein von Natal nimmt ab, Metalle weisen eine geringe Zunahme auf, 
3754 Rupien in 1896/97 gegen 2532 Rupien in 1892/93, Rohwolle kam nur gelegentlich hierher und 
zwar mit 20 082 Rupien in 1893/94 und 28 240 Rupien in 1895/96. 
Die Ausfuhr nichtindischer Waaren aus Indien nach Natal geschieht der Hauptsache nach von 
Bombay. Diese Ausfuhr ist im Zunehmen begriffen. 
Von diesem Hafen gingen nach Natal in 1896/97 
Pfere . . . im Werthe von 6 500 Rupien, 
Kleidungsstükceee = - 83 96ö7 
Baumwollenwaaren. .- - -142922- 
Glaswaaren. .. - - - 26 326 
Eisen= und Kurzwaaren - - - 24690 - 
Seidenwaaren - 120 180 - 
Die Ausfuhr indischer Erzeugnisse nach Natal, welche der Hauptsache nach von Madras und 
Kalkutta stattfindet, stellte sich in den Hauptartikeln, wie folgt: 
1892/93 1893/94 1894/05 1895/96 1896/97 
Kleidungsstücke 117710 72875 73764 170 883 248 083 Rupien, 
Möbelll 3 973 4 963 1 623 6 734 11 636 - 
Tauwerk . .. 116272 6 581 7 289 15 454 38 6ö4
        <pb n="604" />
        562 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 
Baumwollenwaaren .. 116 510 26 695 78 125 152 964 1098 258 Rupien, 
Droguen, Medikamente, Opium Tabat 28 466 12 818 29964 32 856 58 427 - 
Viehfutter . — —- — 3 593 27 227 - 
Puls 56926 39 038 76 408 69 456 128 957 - 
Reis 674 384 825 477 1 020 062 834 920 1 638 488 - 
Andere Getreideftüchte 4390 2282 4337 11836 110781 - 
Jutesäcke 435 145 286 225 303 050 586 645 601 587 - 
Oele: Kastor 40 782 28 750 50964 82 635 161 224 - 
Mustard — — 53 407 27 822 49064 
, andere Arten. 51 605 72 422 34 258 23 424 65 004 - 
Provisionen 138 304 148 109 180 672 183 973 392 691 - 
Saaten 8298 9274 12 953 42 472 98 218 - 
Seidenwaaren 7 323 110 1 116 8 957 7997 OD 
Gewüre 13 431 9071 26 556 15889 27 669 OD 
Holz und Holzwaaren. 5 448 23 918 2567 28 894 12 766 - 
Kapkolonie. 
Der Handel Indiens mit dieser britischen Kolonie 
Kalkutta und Burmah betrieben. 
Von der Einfuhr aus der Kapkolonie sind 
wird, wie oben gesagt, ausschließlich 
S 
on 
Eisen und Kurzwaaren mit 18 419 Rupien in 1896/97 und 
Rohwolle 2 
zu nennen. 
Fortfall gerathen. 
41 725 - - 
Die Einfuhr von lebenden Thieren, welche 1892/93 86 20 Rupien betrug, ist seitdem in 
Die Ausfuhr nicht indischer Waaren dorthin ist unbedeutend. Sie betraf: Kleidungsstücke (in 
1896/97 2017 Rupien), Schreibmaterialien (12 550), Rohr (21 794), Seidenwaaren (4229). 
Von indischen Erzeugnissen wurden die folgenden exportirt: 
1892/93 
1893/94 1894/05 1895/96 1896/97 
Kleidungsstücke . 41749 47 367 39 485 34 123 43 965 Rupien, 
Möbel 181 3 925 1 444 401 7 125 - 
Koir-Tauwerk 35 211 40 558 27 869 60 385 47 594 "D 
Anderes Tauwerk 18 926 24 226 12 505 23 389 40 154 OD 
Reis 710 756 549 758 895 410 911 953 960 936 - 
Jutesäcke 1 267011 1 409 582 1 069 870 2 060 648 1 833 577 - 
Vegetabilische Dele 88 837 112 410 102 784 166 304 220 696 - 
Provisionen 6 460 4747 6 524 5 676 10 024 - 
Thee 11 803 4 154 10 098 14 457 22 330 - 
Tealholz 56 280 146 119 55 539 173 983 149 581 - 
Die obigen Zahlen für die verschiedenen Plätze 
sprechen für sich selbst. Wenn auch manche derselben 
entweder eine Abnahme oder für das Jahr 1896/97 
einen Stillstand aufweisen, so ist doch eine Aus- 
dehnung des Gesammthandels unverkennbar. Daß 
die Einfuhr von diesen Ländern nach Indien zurück- 
geht, liegt in der Entwickelung Indiens. Der 
frühere Haupteinfuhrartikel aus Afrika, Elfenbein 
ferner, welcher früher zum großen Theil nach Europa 
über Bombay verschifft wurde, nimmt heutzutage 
seinen Weg entweder über die westafrikanischen 
Häfen, theils wird er von Sansibar und anderen 
Häsen der ostafrikanischen Küste direkt nach Europa 
verschifft. Dasselbe gilt von anderen Produkten. 
Bombay war in früheren Zeiten, ähnlich wie London 
früher das Handelscentrum für den Handel zwischen 
Indien und Deutschland war, die Vermittlerin des 
Handels zwischen Ostafrika und Europa. Es scheint, 
fahrtsverbindungen zwischen Ostafrika und Europa 
verlieren dürfte. Die Einfuhr von Afrika nach 
Bombay wird mit der Zeit nur für den indischen 
Verbrauch bestimmt sein. 
— 
1 
— — 
daß es diese Bedeutung, wenigstens für den Export 
von Ostafrika infolge der zahlreichen direkten Schiff- 
5747 635 4753061 
In der Ausfuhr nicht indischer Waaren aus 
Indien ist eine größere Abnahme zwar nicht zu 
konstatiren, doch ist dieser Handel, für welchen sast 
ganz ausschließlich nur Bombay in Betracht kommt, 
auch nicht gewachsen. Die Ausfuhr nicht indischer 
Waaren aus diesem Hafen nach den obigen afrikanischen 
Plätzen betrug: 
1892/93 1893/94 1894·95 
" Rupien 
3981 338 3 769 068 3724514 4103272 3 988 319 
Die Ausfuhr indischer Produkte dagegen weist 
überall eine ganz bedeutende Zunahme auf. Die be- 
treffenden Zahlen für Bombay stellten sich, wie folgt: 
1892/93 1893/94 1894/95 1895/196 1896,97 
Rupien 
6842 500 7 718606 8579 125 
1895/96 1896/97
        <pb n="605" />
        Diese Zahlen weisen also eine Zunahme von 
rund 50 pCt. auf. Eine gleiche Zunahme hat der 
Ausfuhrhandel anderer indischer Häfen (Bengalen, 
Madras, Burmah) erfahren. Die diesbezüglichen 
Zahlen lassen hinsichtlich der Feststellung eines zahlen- 
mäßigen Unterschiedes zwischen nicht indischen und 
indischen Erzeugnissen im Stich. Es kann aber mit 
Bestimmtheit angenommen werden, daß von jenen 
Plätzen die Ausfuhr nicht indischer Waaren sehr un- 
bedeutend ist. 
Perschiedene Wiktheilungen. 
Anleitung Zzum Sammeln, Ronservivren und Verpacken 
von Thieren für die zoologische Kammlung des Uuseums 
für Katurkunde in Berlin. 
(Fortsetzung.) 
3. Reptilien und Amphibien 
von G. Tornier. 
Fang. Wasserfrösche sind am besten durch Kät- 
scher zu fangen, indem man, am Wasser stehend, so 
lange wartet, bis die Thiere, welche vor dem nahenden 
Feinde auf den Grund des Wassers flohen, zum Athem- 
holen wieder hervorkommen. 
Alle Baumthiere: Laubfrösche, Eidechsen, Chamae= 
leons u. A. fängt man folgendermaßen: Unter den 
wagerechtstehenden Ast oder die leise seitwärts ge- 
bogene Baumkrone hält man einen großen ausge- 
spannten Schirm mit der Höhlung nach oben. Ein 
kurzer kräftiger Schlag mit einem starken Stock auf 
die Baumäste wirft die auf ihnen befindlichen Thiere 
in den Schirm. — Man umgräbt morsche Baum- 
stämme mit Spaten oder Hacken und dreht größere 
Steine um. 
Größere Eidechsen und Schlangen oder sehr scheue 
Thiere kann man mit feinem Vogeldunst schießen. 
Sehr schnelle Eidechsen, welche Mauern und Fels- 
spalten bewohnen, und die Annäherung des Menschen 
noch gerade gestatten, fängt man am besten mit der 
bekannten „Fliegenklatsche“. Der Apparat besteht 
aus einem mäßig langen drehrunden Stock, an dessen 
freies Ende eine rundliche Lederscheibe so befestigt 
ist, daß sie bei jedem Schlage in der Schlagrichtung 
über das Stockende hinaus eine Art Gelenkbewegung 
ausführt. 
Die bei vorsichtiger Anwendung dieser Klatsche 
nicht zu heftig getroffenen Individuen werden be- 
täubt und können so durch schnelles Zufassen mühe- 
los erbeutet werden. 
Konservirung: Schlangen, Eidechsen, Frösche 
und Molche werden nach dem Fang durch Einlegen 
in eine Sammelflasche abgetödtet. Die Flasche ent- 
hält 75 prozentigen Alkohol. Frösche und Molche 
(Thiere mit weicher Haut) sind am nächsten Tage 
in Versandtiflaschen mit derselben Flüssigkeitsmischung 
zu übertragen. Erdechsen und Schlangen werden am 
Bauche nahe dem After durch einen kurzen Scheren- 
563 
  
schnitt geöffnet; ihr Maul wird aufgesperrt, nöthigen- 
falls durch ein hineingestecktes Hölzchen. So vor- 
bereitet, kommen sie in die Versandtbüchsen. Schlangen- 
und Eidechsenhäute haben wenig Werth. Von sehr 
großen Thieren sendet man nur die Köpfe und alle 
vier Beine (am oberen Gelenk abgelöst). 
Schildkröten öffnet man nach dem Tode, indem 
man die Haut zwischen den beiden Schalen eine 
Strecke weit durchschneidet, ehe man sie in Spiritus 
legt. Größere Schildkröten öffnet man ganz, ent- 
fernt das Fleisch, so weit wie möglich, vorsichtig von 
den Knochen und schickt die Schalen und Stelette 
getrocknet ab. Gegen Insektenfraß versieht man sie 
mit Naphtalin oder Insektenpulver, oder man legt 
sie einige Stunden in eine starke Salzlösung. 
Allen Stücken sind Angaben über Zeit und Ort 
des Fanges, womöglich auch über Lebensweise und 
Farbe, beizufügen. Wenn diese Angaben mit Tinte 
auf Pergament geschrieben und an die einzelnen 
Thiere angebunden werden, bleiben sie auch in 
Spiritus leserlich. Statt des Pergaments kann auch 
starkes Papier benutzt werden, das man mit Belei- 
stift (nicht mit Tinte) beschreibt. 
4. Fische 
von F. Hilgendorf. 
Beim Sammeln wird man in erster Linie die 
Fänge der Fischer verwerthen; diesen sind Gefäße 
auf ihre Boote mitzugeben. Erst nach deren Rück- 
kehr eingelegte, oder Marktfische, sind häufig unvoll- 
ständig und schlecht. Die Fischer sind auf das Sam- 
meln kleiner und unschmackhafter Fische ausdrücklich 
hinzuweisen. Der Magen von Raubfischen und der 
Fang durch Fischgifte und Dynamitpatronen liefern 
auch versteckter lebende Arten. Da viele Meeres- 
fische weit verbreitet sind, so gelangen sie reichlicher 
in die Museen als echte Süßwasserfische, welche 
daher überall zu sammeln sind. Kleinere Arten 
fängt man mit dem Kätscher. 
Damit der Alkohol in die Bauchhöhle der Fische 
eindringen kann, öffnet man sie durch einen kurzen 
Längsschnitt neben der Mittellinie. Bei größeren 
Fischen ist der Magen und Darm zu entleeren und 
womöglich mit Alkohol auszuspritzen. Der Alkohol 
muß die einzelnen Fische umspülen können. Nach 
einigen Tagen wird er ernent. Die Fische dürfen 
dann erst verpackt werden, wenn der Alkohol alle 
Theile durchdrungen hat. Arten mit loseren Schuppen 
müssen in Lappen (oder Papier) einzeln eingeschlagen 
werden (schon beim ersten Einlegen). Angaben über 
Ort und Zeit des Fanges, mit Bleistift auf Papier 
geschrieben, sind beizufügen. 
Große Fische werden trocken präparirt. Ein 
Schnitt mit der Schere neben der Mittellinie des 
Bauches bis zur Schwanzflosse und von dieser auf- 
wärts; die Flossen bleiben alle an der Haut, die 
inneren Gräten aber werden herausgeschnitten, des- 
gleichen die inneren nicht mit der Haut verbundenen 
Kopfknochen. Schlundzähne sind, besonders einge-
        <pb n="606" />
        — 564 — 
wickelt, beizupacken. Fleisch und Eingeweide werden 
auch entfernt. Die Innenfläche wird mit Arsenik- 
seife (oder Arseniklösung) bestrichen, der Leib mit 
Baumwolle oder anderen weichen Stoffen ausgefüllt. 
Die Häute von Haien und Rochen werden in 
konzentrirte Salzlake mit Alaunzusatz ein bis zwei 
Wochen eingelegt, dann getrocknet, mit Salz innen 
bestreut, zusammengerollt und in dichte Fässer ver- 
packt. Allen Häuten sind Maße nach dem frischen 
Thier (Höhe Dicke, Entfernung der Flossen vom 
Schnauzenende) beizugeben. Die Zähne bleiben stets 
am Thier. Dazu gehörige Embryonen und auch 
jüngere Exemplare werden in Spiritus gelegt. 
5. Insekten. 
Allgemeines 
von F. Karsch. 
Jeder Sammler sollte thunlichst darauf bedacht 
sein, nicht nur vollkommen entwickelte Männchen (C) 
und Weibchen (O) in möglichst gutem Zustande zu 
erlangen, sondern auch sich bemühen, deren Jugend- 
stadien: Ei, Made (Larve oder Raupe) und Puppe 
(Nymphe) aufzufinden. Die Wohnungen der Insekten 
aller Stadien: Nester, Fraßgänge, Blattminen, ihr 
Parasitismus bei Pflanzen und Thieren nebst den 
durch ihn hervorgerufenen Wirkungen: Pflanzengallen, 
Dasselbeulen, haben wissenschaftlichen Werth. 
Während Privatsammler schon mit Rücksicht auf 
den beschränkten ihnen zu Gebote stehenden Raum 
genöthigt sind, bei dem ungemeinen Artenreichthum 
der Insekten aller Ordnungen sich auf den Erwerb 
eines Pärchens oder weniger Exemplare jeder Art 
zu beschränken, muß es Aufgabe großer Museen sein, 
von möglichst vielen Arten vollständige Reihen mit 
Exemplaren verschiedener Fundorte aufzustellen, um 
die Variationsgrenze derselben zu veranschaulichen 
und über Material zu feineren, auf die Geschlechts- 
organe, den Bau der Taster, des Geäders u. dergl. 
bezüglichen Untersuchungen verfügen zu können. Nur 
durch Massensammeln wird auch gelegentlich das bei 
vielen Schmetterlingen z. B. außerordentlich seltene 
Weibchen mit gesangen. Führung eines Tagebuchs 
ist sehr vortheilhaft für den Sammler und für die 
Bearbeiter seiner Ausbeute. 
Bei langjährigem Aufenthalte auf einer und der- 
selben Station empfiehlt es sich, nicht nur zu sam- 
meln, sondern auch zu züchten; am leichtesten und 
ergötzlichsten ist die Zucht der Schmetterlingsraupen 
und der Wasserjungfern (Libellen). 
Demjenigen, welcher für Muscen sammelt, ist die 
Anlage zweier Insektensammlungen anzurathen, einer 
trockenen und einer in Spiritus. Zum Einfangen 
fliegender und springender Landinsekten genügen: 
1. Netze aus Seidengaze, feste oder zusammen- 
legbare; 
2. Weithalsige, zugleich als Tödtungsgläser dienende 
Fangflaschen mit Korkstöpselverschluß. Diese können 
auf ihrem Boden mit eingegipstem Cyankali als 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Tödtungsmittel versehen sein, oder die Betäubung 
und Abtödtung erfolgt in denselben durch Chloroform, 
von welchem einige Tropfen auf ein im Innern des 
Korkstöpfels befestigtes Wollenbäuschchen gegossen 
werden. Um Beschädigung sehr zarter Insekten zu 
verhüten, muß die Tödtungsflasche fein geschnittene und 
gekräuselte Streisen Löschpapier oder etwas Holzwolle 
enthalten; 
3. Flaschen mit Spiritus. 
Für Wasserinsekten bedarf man 
4. eines Kätschers. 
Soll die Ausbeute ergiebig sein, so ist es noth- 
wendig, Stämme, Blätter, Gräser, Steine, Planken 2c. 
abzusuchen. Hohle Bäume, Lagen seuchter Blätter 
am Boden, Ameisennester, Termitenhügel bergen oft 
werthvolle Insekten. Abklopfen der Zweige der 
Bäume und Sträucher füllt schnell einen ausgespannten 
umgekehrten Regenschirm. 
Schmetterlinge 
von F. Karsch. 
Schmetterlinge werden mit dem Netze ge- 
fangen und am schnellsten dadurch getödtet, daß man 
ihnen nach Zusammenlegen der Flügel von unten 
her die Brust eindrückt, ohne dadurch die Beine zu 
beschädigen. 
Sehr ergiebig, besonders an Nachtfaltern, ist 
der Köderfang. Licht, Aas, verschiedene Kothsorten, 
Harn u. dergl. lockt viele Fliegen, Käfer, Schmetter- 
linge an. Ein bewährtes Ködermittel für Schmetter- 
linge, besonders für Eulen, liefert eine dickflüssige 
Auflösung von Zucker in einem nicht bitteren Biere, 
oder mit Wasser verdünnter Honig, dem man einige 
Tropfen Jamaika-Rum zusetzt. Mit dieser Flüssig- 
keit sind vor Sonnenuntergang mittelst eines Pinsels 
die Stämme von Bäumen an Waldrändern und in 
Gärten zu bestreichen. Nach einigen Stunden werden 
die bestrichenen Stellen mit der Laterne abgesucht 
und die angeflogenen Insekten in die Fanggläser ge- 
bracht. Für die Tropen wird als Ködermittel auch 
der Saft der Banane oder anderer süßer Früchte 
empfohlen. Für den Köderfang, besonders der Eulen, 
sind warme Abende mit bedecktem Himmel und 
schwachem Winde, zumal beim Anzuge eines Ge- 
witters, günstig. 
Zur Zucht von Schmetterlingen aus 
Raupen eignen sich große Einmachegläser, deren 
Oeffnung mit Drahtgaze zugebunden wird. Die 
Futterzweige sind in kleine Gefäße mit Wasser zu 
stecken, damit sie lange frisch bleiben. Der Boden 
des Zuchtglases wird mit Holzwolle oder Papier 
belegt, um dem Wassergefäße Halt zu geben. Die 
Raupen müssen (ohne Berührung mit den Fingern) 
auf ihre Nahrungspflanze gebracht werden. Raupen, 
welche zur Verwandlung in die Erde gehen und, 
wenn sie ausgewachsen sind, Erde suchend, unruhig 
umherkriechen, sind in luftige Behälter zu bringen, 
deren Boden mit Erde bedeckt ist, welche öfters mit 
Wasser besprengt werden muß.
        <pb n="607" />
        Zur späteren Bestimmung dieser Raupen und der 
Puppen, in welche sie sich zunächst verwandeln, ist 
es nothwendig, einige Exemplare in Spiritus zu 
setzen oder auszublasen (siehe S. 567). 
Libellen, Termiten, Parasiten 
von F. Karsch. . 
Die Zucht der Libellen erfolgt in Wasserbehältern 
mit einigen die Wasserfläche überragenden Pflanzen 
oder Stäben, an denen die mit Flügelansätzen ver- 
sehenen ausgewachsenen Nymphen emporkriechen, um 
an der Luft aus der gesprengten Nymphenhülle, 
welche aufzubewahren ist, ihre noch weiche und un- 
ausgefärbte, im Laufe eines Tages erhärtende Imago 
zu entlassen. Die Nahrung der sehr gefräßigen 
Libellenlarven besteht aus Wasserthieren aller 
Art, selbst aus kleinen Fischen. 
Sehr werthvoll sind Nester von Termiten mit 
allen Formen der in ihnen wohnenden Thiere. 
An erlegten Vögeln und Säugethieren 
sammle man die an den Federn und Haaren 
lebenden Parasiten. Man bringe sie in Spi- 
ritus mit dem Namen oder der Nummer des Thieres, 
an dem man sie gefunden hat. 
Käfer 
von H. J. Kolbe. 
Käfer sind zu suchen auf Blättern, Blüthen, 
an ausfließenden Säften verletzter Bäume, unter 
Baumrinden, in gefällten Baumstämmen, in morschem 
Holz, in Dünger, unter Steinen, auf Wegen und 
Feldern, unter trockenem Laub, in faulendem Aas, 
in Pilzen, in Ameisen= und Termitennestern, in 
Wasseransammlungen, mit Kätschern. Um sie in 
lockeren Laubmassen und den Bestandtheilen der 
Insektennester zu finden, breitet man diese Massen 
auf Papierbogen aus oder schüttet sie durch feine 
Drahtsiebe. 
Aasläfer lassen sich in Gläsern, Töpfen oder 
Blechkasten fangen, die man in Erdgruben setzt und 
mit etwas faulem Fleisch, einem todten Vogel, einer 
todten Schnecke oder anderem Köder versieht. 
Nicht bloß große, schönfarbige Käfer sind zu 
sammeln, sondern auch kleine, unscheinbare Arten, 
auch Käferlarven und Puppen, sowie die von ihnen 
angefressenen Pflanzentheile. Um Larven und Puppen 
gut zu konserviren, kocht man sie in Alkohol, ehe 
man sie in diesen dauernd einsetzt. 
Zum Täödten der Käfer verwendet man kleine 
weithalsige Flaschen mit Korkstöpsel, deren Boden 
mit Cyankali enthaltendem Gips übergossen ist.) 
Ueber dem Gipsboden befinden sich Papierschnitzel, 
damit sich die eingesetzten Käser nicht gegenseitig 
verletzen, und die von ihnen abgegebene Feuchtigkeit 
aufgesogen wird. 
*) Zu kaufen bei Kricheldorff in Berlin S., Oranien- 
Kee 55 und bei W. Schlüter in Halle a. S., Wucherer= 
raße 8. 
565 
  
Große, dunkle, hartschalige unbehaarte Käfer 
können in Spiritus getödtet werden. 
Die gesammelten Käfer werden nach einigen 
Stunden aus den Tödtungsgläsern herausgenommen 
und einzeln in kleine Rollen aus Schreibpapier ge- 
bracht, deren Enden zugefaltet werden. In diesen 
Rollen müssen sie an warmen Stellen völlig ausge- 
trocknet werden, damit sie in den Verpackungskisten 
nicht verschimmeln. Sehr erwünscht sind Angaben 
über die Lebensweise der Käfer, über Art und Zeit 
ihres Fanges. 
Zweiflügler 
von B. Wandolleck. 
Ueber Fang und Tädten siehe „Allgemeines“. 
Für die Konservirung giebt es zwei Hauptmethoden, 
entweder werden die Thiere an feine schwarze Stahl- 
nadeln oder Platinstifte gespießt und in trockenen, 
möglichst dicht schließenden Kästen, die mit Torf 
oder Kork ausgelegt sind, nebeneinander aufgereiht 
und versendet, oder ungenadelt auf dünne, glatte 
Watteplatten gelegt; auf eine Lage Insekten kommt 
dann wieder eine Watteplatte und so fort. Um die 
Raubinsekten abzuhalten, streut man zwischen die 
Watteplatten etwas Naphtalin. Viele solche Watte- 
platten lassen sich leicht in Blechkasten einlöthen. 
Vor dem Verpacken und Versenden müssen die In- 
sekten stets vollkommen trocken sein. 
Hat man viele Exemplare einer Art gefangen, 
so empfiehlt es sich, nicht alle zu nadeln, sondern 
einige Exemplare in sehr starken Alkohol oder in 
heiße konzentrirte Sublimatlösung zu werfen. Der 
Alkohol muß vor der Versendung mehrere Male 
erneuert werden. Die in Sublimat getödteten 
Thiere werden am nächsten Tage gut mit Wasser 
ausgewaschen, dann zuerst in 50 proz., darauf in 
75 pCt. und zuletzt in 96 proz. Alkohol gebracht. 
Durch diese Methode werden die Weichtheile so kon- 
servirt, daß sie zu genauen mikroskopischen Unter- 
suchungen dienen können. 
Neben dem Fang ist auch die Zucht der Zwei- 
flügler von der größten Bedeutung. Fliegenlarven 
sind zu finden in Stengeln, unter Blattoberflächen 
(minirend), in der Erde, im Mulm, im Mist. 
Pflanzentheile, worin Larven gefunden wurden, sind 
in Spiritus oder getrocknet mitzunehmen. Auch 
Fliegeneier sind zu sammeln. Bei der Zucht von 
Schmetterlingen erhält man häufig eine bestimmte 
Gattung von Fliegen, die parasitisch in Raupen 
leben (Tachinen). Man gebe an, aus welcher Raupen- 
art die Fliege gekommen ist. 
Bei Hufthieren finden sich in der Haut (in 
Dasselbeulen), in der Mund= und Rachenhöhle, im 
Darm große Larven, deren Fliegen schwer zu er- 
langen sind. Der Sammler lasse sich besonders die 
Zucht dieser Fliegen angelegen sem. In den Morgen- 
stunden pflegen die zur Verpuppung reifen Larven 
(durch dunkle Färbung ausgezeichnet) ihre Wurthe zu 
verlassen, um sich in der Erde oder frei an einem
        <pb n="608" />
        geschũtzten Orte zu verpuppen. Dort kann man die 
Puppen sammeln. Auch die Käsige und Wechsel- 
stellen des Wildes sind auf solche Puppen zu unter- 
suchen. Leere Puppenhäute sind auch aufzubewahren. 
In Gegenden, wo die Sandflöhe vorkommen, ist 
auch auf diese zu achten und womöglich U und # 
in Spiritus zu setzen. Auch ganze Zehen von 
Thieren und Menschen, die mit Sandflöhen behaftet 
find, sind zu konserviren. Menschliche Zehen sind 
von frischen Leichen zu erhalten. 
Hautflügler 
von H. Stadelmann. 
Ueber das Fangen und Verpacken der Haut- 
flügler (Hymenopteren) gelten dieselben Vorschriften 
wie bei Schmetterlingen und Käfern, nur ist es 
zweckmäßig, zum Tödten statt des Cyankalis womög- 
lich Chloroform oder Aether zu verwenden. Die 
meisten Hymenopteren lieben Sonnenschein. Sie 
suchen dann Blumen auf oder laufen auf dem Sande 
herum, um Nester zu bauen. Schlupfwespen erhält 
man auch beim Schmetterlingszüchten. Die Raupen 
oder die Schmetterlingsart, aus der sie hervorkamen, 
ist anzugeben. 
Die meisten Hautflügler sind trocken aufzube- 
wahren; in Alkohol werden nur Ameisen und kleine 
Schlupfwespenformen gebracht. Besonderer Werth 
ist auf das Sammeln von Nestern, Gallen und 
Fraßstücken zu legen. Man sucht sie in der Erde, 
auf Bäumen, Kräutern, in hohlen Bäumen, Stengeln 
und Halmen. Sie werden mit ihrer Unterlage ab- 
genommen. x 
Die freien Nester der Faltenwespen oder Papier- 
wespen (so genannt, weil sie in der Ruhe die Flügel 
der Länge nach zusammenfalten und Nester aus 
papierähnlicher Masse bauen), werden an den Innen- 
seiten einer Kiste so befestigt, daß sie auch beim Um- 
stürzen dieser keinen Schaden leiden können. Ge- 
trocknete Gallen können in Papier gelegt werden. 
Für Insekten, deren Bau aus trockenen lockeren 
erdigen Bestandtheilen besteht, empfiehlt sich das 
Ausgießen mit Wasserglas. Dieses ist in einer 
Konzentration von 10 pCt. zu verwenden. Die 
Flüssigkeit wird auf und in das trockene Nest ge- 
gossen. Nach einigen Stunden ist es so fest ge- 
worden, daß es als zusammenhängende Masse weg- 
genommen werden kann. Diese wird dann so 
beschnitten, wie man sie aufheben will. Sobald das 
Nest vollständig hart ist, wird es in einen Blech- 
kasten eingelöthet, denn es darf keine Feuchtigkeit 
hinzukommen, weil sich darin das Wasserglas weeder 
lösen würde. Den Nestern sind die zugehörenden 
Insekten beizugeben. Hymenopterenlarven aus Nestern 
und Gallen werden wie Schmetterlingsraupen be- 
handelt, d. h. in Spiritus einmal aufgekocht und 
dann in Alkohol von 70 péCt. verwahrt. 
Gallen 
von E. H. Rübsaamen. 
Gallen nennt man abnorme Zellbildungen, die 
durch Insekten, Milben oder kleine Fadenwürmer an 
  
l 
Glas zu setzen. 
566 — 
Pflanzen hervorgebracht werden. Man unterscheidet 
Wurzel-, Stengel-, Zweig-, Knospen-, Blatt-, Blüthen= 
und Fruchtgallen. Wurzel-, Zweig= und Blattgallen 
treten meist als knotige Verdickungen auf. 
Welcher Thierfamilie ein Gallenerzeuger ange- 
hört, kann man leicht erfahren, wenn man die Galle 
öffnet und hinsichtlich der Insassen untersucht. Wurm- 
und Milbengallen erscheinen dem unbewaffneten Auge 
leer. Mit einer guten Lupe kann man jedoch die 
sehr kleinen Bewohner meist auffinden. In Insekten- 
gallen leben Larven oder Puppen, seltener voll ent- 
wickelte Insekten: Wanzen, Blattflöhe, Käfer oder 
Gallwespen. 
Wenn möglich, sollen die Gallen nicht zu jung 
eingesammelt werden. 
Von ein und derselben Gallenart sind, wenn 
möglich, eine größere Anzahl Exemplare (10 bis 
12 Stück) zu sammeln. Sind die Blätter der 
Pflanze nicht gar zu groß, so soll man nicht nur 
ein Blattstück oder ein einzelnes Blatt, an welchem 
sich Gallen befinden, sondern kleine Zweige sammeln. 
Zweigschwellungen ohne Blätter 2c. haben gar keinen 
Werth. Womöglich müssen der Galle außerdem 
Blüthen oder Früchte der betreffenden Pflanze bei- 
gefügt werden, damit es dem späteren Bearbeiter 
der Gallensammlung möglich ist, die Pflanzenarten 
zu bestimmen. 
Die gesammelten Gallen werden leicht zwischen 
Papier gepreßt und auch zwischen Papier trocken 
aufbewahrt. Sehr zu empfehlen ist es, die Gallen 
vorher in eine Sublimatlösung zu tauchen, um sie 
vor Insektenfraß zu schützen. Auf einem beigefügten 
Zettel muß alsdann aber angegeben werden, daß die 
Galle vergiftet ist. Auf denselben Zettel schreibt 
man auch Datum und Ort, an welchem die Galle 
gesammelt wurde und den Namen der Pflanze. 
Wünschenswerth ist es, daß außer den getrockneten 
Gallen auch einige Exemplare in Alkohohl aufbewahrt 
werden. Aus Gallen, welche Puppen enthalten, 
kann man leicht die Insekten ziehen. Man braucht 
diese Gallen nur abzuschneiden und in ein trockenes 
Larven, die zur Verwandlung in 
die Erde gehen, legt man, nachdem sie die Galle 
verlassen haben,!) in ein Gläschen von 10 bis 
15 mm Durchmesser und 5 bis 8 cm Länge. Diese 
Gläschen hat man vorher mit schwach angefeuchtetem 
Sande bis zur Hälfte angefüllt. Um zu verhindern, 
daß mit dem Sande auch fremde Insektenlarven 
eingetragen werden und zur Verhütung zu schneller 
Pilzbildung, muß der Sand vorher auf 100° C. 
erhitzt werden. Mit einer Nadel macht man in 
den Sand feine Rinnen, in welche die Larven hinein- 
zukriechen vermögen. 
In ein Glas darf nur eine Larvenart 
gesetzt werden. Auf den Korkpfropsen oder auf ein 
*) Die erwachsenen oder doch beinahe reifen Larven 
kann man aus den geöffneten Gallen holen, doch ohne sie 
zu drücken oder zu verletzen. Bringt man dieselben auch 
nicht immer zur Verwandlung, so kann man sie auf diese 
Weise doch wochen= oder sogar monatelang frisch erhalten.
        <pb n="609" />
        — 
aufgeklebtes Papier schreibt man Ort und Datum 
und die Nummer der zugehörigen trockenen Galle. 
Die gezogenen Insekten bewahrt man in 75 proz. 
Alkohol, den man zur Hälfte mit Glycerin (und 
etwas Thymol) versetzt. Kurze Notizen in Bezug 
auf die Farbe der Thiere, die man auf dem Zelttel 
am Glase anbringt, sind empfehlenswerth (z. B. Larven 
citrongelb. Imago: Abdomen blüutroth, Thorax 
honiggelb 2c.). 
In jedes Gläschen mit Glycerinalkohol muß 
man, nachdem die Insekten hineingesetzt wurden, 
etwas gezupfte Baumwolle einschieben, damit die 
zarten Insekten durch den beim Rütteln entstehenden 
Wellenschlag nicht beschädigt werden. 
Präparation, Konservirung und Verpackung 
von F. Karsch. 
Schmetterlinge, Libellen, Netzflügler, 
langfühlerige Heuschrecken, Schaben und die 
meisten wanzenartigen Insekten bringt man in 
dreieckige flache Düten aus festem Papier, die 
Schmetterlinge und Libellen mit auf dem Rücken zu- 
sammengeklappten Flügeln. 
Drehrunde Insekten, z. B. Heuschrecken mit kurzen 
Fühlern, Cicaden, Käfer, Wanzen u. dergl. werden 
in chlinderförmig gedrehte Papierröllchen gelegt, 
deren Enden durch Umlegen des Papiers zu schließen 
sind. In eine Düte oder ein Röllchen darf nur ein 
Insekt kommen. 
Die Raupen der Schmetterlinge und die 
raupenähnlichen Afterraupen der Blattwespen 
können außer in Spiritus nur durch Aufblasen kon- 
servirt werden. Zu dem Behufe drückt man die 
lebende Raupe von vorn nach hinten aus, schiebt ein 
Glasröhrchen oder einen Gras= oder Strohhalm in 
ihren After und befestigt das Hinterende der Raupe 
durch eine kurze seine Nadel an den Halm. In 
einem durch Spiritus erhitzten Trockenöschen oder 
über glühenden Kohlen erfolgt durch Einblasen von 
Luft in den Raupenkörper durch das Glasröhrchen 
oder den Strohhalm allmählich das völlige Erhärten 
der Raupenhaut. Die so präparirten Raupen können, 
durch Watite getrennt, zu mehreren in kleinen 
Schachteln aufbewahrt werden. 
Bei der Verpackung der Insekten für Ver- 
sendungen legt man die Düten und Röllchen so fest 
zusammen, daß sie weder geschüttelt noch gedrückt 
werden, in Blechkasten, die wasserdicht verlöthet 
werden, nachdem etwas Naphtalin auf die obersten 
Lagen der Düten und Röllchen gestreut worden ist. 
6. Spinnen und Tauscndfüßler 
von H. Stadelmann. 
Spinnen und Tausendfüßler sind meist lichtscheue 
Thiere, die sich den Tag über verstecken. Sie sind 
hauptsächlich zu finden in Häusern, unter Steinen, 
Baumstämmen, unter Blättern und im Mulm der 
Wälder. Die gefangenen Thiere werden in eiwa 
50 proz. Spiritus gethan und erst später in 60 bis 
567 
  
70 proz. umgesetzt. Es empfiehlt sich, das Tödten 
in einem besonderen Glase vorzunehmen, aus dem 
vorher die anderen Thiere entfernt sind, da Spinnen 
in ihrem Todeskampfe mit den Mandibeln leicht die 
etwa schon darin befindlichen verletzen. Da der 
Spiritus die Farben zerstört, so sind Angaben über 
die Färbung des lebenden Thieres erwünscht. Die 
Eierhaufen, Cocons der Spinnen, werden am besten 
in Spiritus ausbewahrt und die betreffende Spinnen- 
art hinzugethan. Man findet solche Eiercocons an 
Gräsern, Kräutern, unter Steinen, unter Rinde und 
an Bäumen. Viele Milben schmarotzen an anderen 
Thieren, so finden sich z. B. auf Säugethieren, Rep- 
tilien und Amphibien Zecken, an Käfern und anderen 
Insekten kleine Milben. 
7. Krebse 
von F. Hilgendorf. 
Land= und Süßwasserkrebse sind wissenschaftlich 
werthvoller als die schon häufig gesammelten Krebse 
der Meeresküsten. Besonders werthwoll sind er- 
wachsene Männchen und Jugendstadien. 
Im Meere leben viele Krebse auf hoher See 
flottirend, besonders Larven, andere zwischen Algen, 
Muscheln, in Höhlungen der Korallen, in Schwämmen; 
auch am Strande unter feuchtem Tang, in Schlamm 
und auch in Holzröhren. 
Schmarotzerkrebse findet man an Kiemen 
größerer Krustaceen (durch Beulen erkennbar), an 
den Kiemen, im Maul, auf der Haut und den 
Flossen von Fischen. Man schneidet sie mit der an- 
gebohrten Stelle aus. Kleine Muschelkrebse und 
andere Formen auf und in dem Schlamme lebender 
Krebse werden sichtbar, wenn man Bodenmassen in 
Schüsseln bringt, etwas Wasser darüber gießt und 
einige Stunden stehen läßt. Trockener Schlamm aus 
eingetrockneten Gewässern enthält oft Dauereier, aus 
denen nach Monaten und Jahren Thiere gezogen 
werden können. Man schicke solchen in kleinen 
Säcken oder Kisten. Kleine Krustenthiere werden 
mit Kätschern aus feinem Mull an der Oberfläche, 
besonders zwischen Pflanzen, gefangen. — Auf dem 
Lande sind Kellerasseln und dergl. unter Steinen 
und Rinde zu finden, Flohkrebse in der Nähe von 
Wasser. 
Die meisten Krebse sind in Alkohol zu konser- 
viren. Bei größeren Stücken ist das Schild hinten 
etwas abzulösen, damit der Alkohol ins Innere 
dringen kann. Den zum Tödten angewendeten Al- 
kohol ersetzt man nach ein bis zwei Tagen durch 
neuen 70 proz. Alkohol. Trockene Krebse bewahren 
oft die Farbe besser; man entsernt nach Abheben 
des Schildes das Fleisch und die Eingeweide, pinselt 
den Panzer mit Arsenikseise und betupft auch die 
Fußgelenke außen damit. 
8. Mollusken 
von E. v. Martens. 
Landschnecken lieben kalkhaltigen Boden, feuchte, 
schattige Orte, Schluchten, die Nähe von Gewässern.
        <pb n="610" />
        In den heißen Ländern leben Landschnecken besonders 
da, wo ihnen bleibende Feuchtigkeit gesichert ist, so 
z. B. in den Blattachseln von lilienartigen Pflanzen 
und Bananen (Pisang), an und unter faulenden 
Baumstämmen. Man findet sie lebend am leichtesten 
nach einem warmen Regen oder in der Morgen- 
frische, auch bei Nacht mit einer Laterne. Bei 
trockenem Wetter verkriechen sie sich oft tief unter 
abgestorbenes Laub oder Rindenstücke, lose auf- 
liegende Bretter und Steine. Die ganz kleinen 
Arten findet man, wenn man Humuserde, moderndes 
Laub, trockenes Heu in einem Haarsieb schüttelt. 
Süßwasserschnecken und Süßwasser- 
muscheln findet man am Boden der Gewässer, an 
Wasserpflanzen und Steinen; schwimmende oder an 
Pflanzen sitzende fängt man mit Kätschern. 
An den Mündungen größerer Flüsse und in 
stehenden Gewässern sehr nahe dem Meere, in 
den Tropenländern, namentlich aber in den 
Mangledickichten (Mangroven), finden sich oft eigen- 
thümliche Formen von Schrnecken und Muscheln. 
Hier achte man besonders darauf, ob die lebenden 
Thiere über oder unter Wasser herumkriechen und 
ihre Fühler hervorstrecken, ob sie an Stellen leben, 
die regelmäßig bei Fluth unter, bei Ebbe über Wasser 
sind oder höher oder tiefer, ob das Wasser da, wo 
sie leben, je nach Fluth und Ebbe (oder nach sehr 
hohem oder niedrigem Wasserstand der Flüsse) mehr 
oder weniger salzig ist, ob dieselben Arten auch noch 
weiter aufwärts in immer süßem, oder weiter abwärts 
nur in reinem Meerwasser leben, und mache darüber 
Aufzeichnungen. 
Im Meere selbst findet man die meisten Mol- 
lusken an Felsenküsten und steinigen Stellen, in den 
Tropen auf den Korallenriffen. Die Aehnlichkeit der 
äußeren Schalenform und Färbung mit derjenigen 
der umgebenden Steine und Korallen tritt hier oft 
auffallend hervor, und passende Beispiele davon sind 
erwünscht. Für das Umherwaten auf Korallenriffen 
versehe man sich mit alten werthlosen Schuhen oder 
Sandalen. 
Flache Sand= oder Schlammstrecken des Meeres- 
ufers bieten in der Regel auf den ersten Anblick 
nichts Anderes als eine Reihe an den Strand ge- 
worfener Schalen, viele zerbrochen und verbleicht, 
manche aber auch noch gut erhalten. Oefters findet 
sich dicht am Wasserrande ein schmaler Streifen 
ganz kleiner Schälchen von Mollusken und Rhizo- 
poden, worunter manches Seltene sein kann, besonders 
an ruhigen geschützten Stellen. Von lebenden 
Mollusken findet man in flachen Sand= und Schlamm- 
strecken eingebohrte Muscheln, die sich zuweilen durch 
ein kleines Loch und daraus aufspritzendes Wasser 
verrathen; man gräbt sie aus. Manche Schnecken 
und Muscheln verbergen sich im Schlamme und 
Sande, hinterlassen in diesem aber ihre Kriechlinien. 
Meerpflanzen sind oft von kleinen 
Schnecken besetzt, die man am bequemsten erhält, 
wenn man die Pflanzen in eine Schüssel mit süßem 
568 
  
Wasser legt; dann fallen die Schnecken ab und bleiben 
am Boden der Schüssel liegen. 
Schalenlose Cephalopoden (LTintenfische, 
Cuttlefishes) findet man oft auf den Fischmärkten. 
Sie sind aus außereuropäischen Gegenden sehr will- 
kommen und werden in Spiritus von 70 PCt. auf- 
bewahrt, der einige Male zu ersetzen ist. Da ihre 
weiche Haut sich leicht abreibt, so umwickelt man sie 
mit dünnem Zeug oder festem Papier. Wenn riesen- 
große Tintenfische an den Strand geworfen werden, 
so nehme man genaue Maße von ihnen und setze 
Theile ihrer Arme mit großen Saugnäpfen, die 
Augen, das Gebiß u. A. in Spiritus. Von Cepha= 
lopoden mit Schale trifft man Argonauta in allen 
wärmeren Meeren frei schwimmend; das Thier mit 
der Schale in Spiritus ist immer willkommen, die 
Schale aller ist sehr zerbrechlich und muß deshalb 
vorsichtig verpackt werden. Nautilus lebt im In- 
dischen und Stillen Ocean. Thiere in Spiritus und 
Angaben über Aufenthalt und Lebensweise sind er- 
wünscht; von leeren Schalen nur diejenigen Arten, 
welche in der Mitte eine Vertiefung (Nabel)h zeigen. 
Von Spirula (wie ein kleiner Tintenfisch, mit einer 
Schale, deren Windungen sich nicht berühren), ist 
das ganze Thier äußerst selten, daher ist jedes auch 
unvollständige Exemplar in Spiritus willkommen, 
Schalen allein haben keinen Werth, da sie schon oft 
gesammelt sind. 
Eingeborene kann man zum Suchen an- 
leiten, indem man ihnen ein schon gefundenes Ob- 
jekt oder auch eine Abbildung zeigt. 
Gereinigte Conchylien, welche Reisenden zum 
Verkauf angeboten werden, sind meistens in den 
europäischen Sammlungen schon vorhanden. 
Die meisten Landschnecken legen Eier mit Kall- 
schalen, viele Meerschnecken derbhäutige Eikapseln in 
Form von Kelchen, Fläschchen, Taschen und dergl., 
oft von lebhafter Farbe und nicht selten in be- 
stimmter Weise zu einem Haufen gruppirt; solche 
mitzunehmen ist immer von Interesse, namentlich 
wenn man mit Wahrscheinlichkeit oder Sicherheit 
angeben kann, von welcher Art sie stammen, und 
womöglich ist dann die Schale des erwachsenen 
Thieres hinzuzusügen. 
Um Schnecken mit einer Nadel aus ihren Schalen 
herausziehen zu können, kocht man sie einige Minuten. 
Bei zarten Schalen hüte man sich, die Schale mit 
der Nadel zu durchstechen oder mit den sie fest- 
haltenden Fingern zu zerdrücken. Wenn die Weich- 
theile während des Herausziehens abreißen, was sehr 
leicht geschieht, wenn die Windungen der Schale 
zahlreich und eng sind, so verstopt man die Mün- 
dung mit etwas Baumwolle, um Beschmutzung der 
Schale durch die innen bleibenden faulenden Weich- 
theile zu verhüten. Kleinere Conchylien, unter 5 bis 
10 mm im Durchmesser, und solche mit sehr enger 
Mündung trocknet man einfach nach dem Täödten in 
kochendem Wasser, da die Weichtheile doch nicht ohne 
Verletzung der Schale herauszubringen sind. Bei
        <pb n="611" />
        — 569 
denjenigen Schnecken, welche ihre Schalen mit einem 
hornigen oder kalkigen Deckel verschließen, steche 
man mit einer spitzen dünnen Nadel vorsichtig 
zwischen Deckel und Mündungsrand ein; der Deckel 
bleibt beim Herausziehen an den Weichtheilen (dem 
Fuße) sitzen; man löse ihn ab, ohne ihn zu zer- 
brechen, und bringe ihn in die Mündung zurück, wo# 
er mit Baumwolle oder Papier festgemacht wird. 
Zweischalige Muscheln öffnen sich in der Regel beim 
Absterben, und die Weichtheile sind dann leicht zu 
entfernen, nur die Schließmuskeln haften fester an 
der Innenfläche der Schale, sind aber auch oft schon 
mit dem Daumennagel, sonst mit dem Messer abzu- 
lösen. Beim Trocknen bleiben die Muscheln von 
selbst geöffnet, wodurch sie mehr Naum einnehmen 
und leichter zerbrechen; man schneidet daher das 
beide Hälften verbindende Band durch oder man 
bindet sie, so lange dieses noch feucht ist, mit einem 
Faden fest zusammen. Die aus acht Schalenstücken 
bestehenden Käferschnecken (Chiton) legen sich lebend 
flach an fremde Gegenstände an, rollen sich aber 
beim Absterben wie Kellerasseln zusammen; es ist 
daher gut, sie lebend auf glatte Stückchen Holz, 
Steinchen, Pappstücke oder dergleichen kriechen zu 
lassen, sie so mit einem Faden festzubinden und dann 
erst in kochendes Wasser oder Spiritus zu werfen, 
um sie in natürlicher Stellung zu erhalten. Land- 
schnecken, die man in der trockenen Jahreszeit 
sammelt und von denen man nicht weiß, ob sie noch 
leben oder nicht, kann man wie trockene Schalen 
ohne weitere Behandlung verpacken, ebenso gedeckelte 
Süßwasserschnecken aus eingetrockneten Sümpfen oder 
lleinere gedeckelte Meerschnecken; sie kriechen nur bei 
Befeuchtung wieder hervor, sterben entweder und 
trocknen ein, oder halten sich unter Umständen selbst 
mehrere Jahre eingezogen lebendig, so daß im Aus- 
land gesammelte Schnecken in Europa wieder kriechen, 
wenn sie in Wasser gebracht werden. Alle in Salz- 
wasser gesammelten Conchylien müssen, ehe sie trocken 
verpackt werden, einige Stunden in süßem Wasser 
liegen, damit das anhängende Salz später nicht 
Feuchtigkeit anzieht. Wenn man viele Exemplare 
von einer Art bekommen kann, so bewahre man einen 
Theil mit den Thieren in Spiritus, die von den 
Thieren gereinigten Schalen trocken auf. In gutem 
Spiritus ausbewahrte Exemplare, deren Weichtheile 
noch zergliederungsfähig sind, haben größeren wissen- 
schaftlichen Werth als trockene, dagegen leidet die 
Oberfläche der Schale stets bei längerem Verweilen 
in Spiritus, namentlich bei glänzenden Conchylien. 
Die gute Erhaltung der Weichtheile größerer Schnecken 
kann man dadurch befördern, daß man die Schale 
mit einem Schraubstock oder Hammer sprengt, ehe 
man sie in Spiritus setzt. Sehr große Weichthiere 
trennt man möglichst schonend von ihren Schalen, um 
sie in Spiritusgläsern besonders konserviren zu können. 
Kleine Conchylien versendet man in kleinen Röhren- 
gläsern oder Zündholzschachteln mit Angaben über 
Fundorte, Farbe und Lebensweise. 
  
9. Brachiopoden 
von E. v. Martens. 
Brachiopoden oder Armfüßler finden sich im 
Meere meist nur in größeren Tiefen, so daß sie nur 
durch das Schleppnetz zu erhalten sind, doch einzelne 
Arten in der südlichen gemäßigten Zone (Australien, 
Chile) auch in der Nähe der Küste an Steinen fest- 
geheftet. Wenn die eine Schale an einem Steine 
festsitzt (Crania, Discina), nimmt man den Stein 
mit; wenn sie durch einen kurzen Stiel befestigt ist 
(Terebratula). so löst man diesen vorsichtig von dem 
Ansatzkörper ab. Nur die grüne Lingula mit wurm- 
förmigem langen Stiel lebt frei auf Sand= und 
Schlammboden, wo sie sich wie ein Wurm einbohrt. 
Alle Brachiopoden sind in Spiritus aufzubewahren. 
Vor dem Einsetzen sind die Schalen womöglich vor- 
sichtig zu öffnen und durch ein zwischengestecktes 
Holz= oder Korkstückchen offen zu erhalten, um dem 
Spiritus Zutritt in den Innenraum zu gestatten, wo 
auch das zarte, leicht verletzliche aber für die Syste- 
matik wichtige Armgerüst sich befindet. 
(Schluß folgt.) 
— — — —— 
Zammlung der Reiseberichte des Geh. Medizinalraths 
Drofessor Dr. Roch. 
Im Verlage von Julius Springer ist eine 
Sammlung der Reiseberichte des Geh. Medizinal- 
raths Professor Dr. R. Koch über Rinderpest, 
Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse= oder 
Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, 
Schwarzwasserfieber, erschienen. 
Von besonderem wirthschaftlichen Interesse sind 
die Berichte über Tsetse= oder Surrakrankheit, Texas- 
fieber und Rinderpest. Welchen Erfolg die von 
Professor Koch entdeckte Gallenimpfung auch in 
Südafrika gehabt hat, geht aus dem Nachtrag zu 
den Berichten über Rinderpest, welcher folgenden 
Wortlaut hat, hervor: 
Ueber die weitere Entwickelung der von mir 
entdeckten beiden Immunisirungsverfahren gegen 
Rinderpest habe ich noch Folgendes mitzutheilen. 
In Bezug auf die Immunisirung mit Galle hat 
sich später herausgestellt, daß der Impfschutz nur 
drei bis fünf Monate dauert. Für eine planmäßige 
Bekämpfung der Rinderpest würde dies vollkommen 
ausreichend sein, da der Infektionsstoff der Rinderpest 
sehr schnell abstirbt, wie die Austrocknungsversuche 
gezeigt haben. Eine Dauerform des Rinderpestvirus 
giebt es nicht. Wo aber die Gallenimpfung zeitlich 
und örtlich ungleichmäßig ausgeführt wird, da kann 
es nicht ausbleiben, daß die geimpften Thiere theil- 
weise wieder iufizirt werden, nachdem der Impfschutz 
erloschen ist. Letzterer verschwindet aber nicht plöt- 
lich, sondern nur allmählich, und so kommt es, daß 
die mit Galle vorgeimpften und später infizirten 
Thiere mehr oder weniger leicht erkranken und 
meistens mit dem Leben davon kommen, dann aber 
auch däuernd geschützt sind.
        <pb n="612" />
        Will man diese spätere Infektion nicht vom Zu- 
fall abhängig machen, sondern zu einer Zeit eintreten 
lassen, wenn noch ein genügender Impfschutz vor- 
handen ist, dann muß man etwa drei Monate nach 
der Galleninjektion eine Impfung mit virulentem 
Rinderpestblut folgen lassen. 
hat 
Nach diesen Grundsätzen Oberstabsarzt 
Deutsch-Südwestafrika durchgeführt und zwar mit 
dem Erfolg, daß, nachdem man im Juni 1897 mit 
der planmäßigen Galleninjektion begonnen hat, die 
Rinderpest im November 1897 in der Kolonie voll- 
ständig ausgetilgt war. In manchen Herden be- 
trugen die Verluste nur wenige Prozente, in anderen 
ging es nicht so glücklich; es hing dies natürlich davon 
ab, in welchem Umfange die betreffenden Herden 
bereits infizirt waren. 
Im Großen und Ganzen kann man rechnen, daß 
75 PCt. des Viehstandes der Kolonie gerettet sind. 
Im Freistaat haben sich die Verhältnisse ähnlich 
gestaltet; es sollen nach brieflichen Mittheilungen, 
welche ich von zuverlässiger Seite erhalten habe, 
ebenfalls ungefähr 75 PCt. der Thiere gerettet sein. 
In der Kapkolonie ist man etwas zögernd und 
weniger planmäßig mit der Gallenimpfung vor- 
gegangen. Trotzdem sollen nach einer Mittheilung 
von Theiler, welcher sich auf Hutcheon beruft, 
anderthalb Millionen (nach Kolle zwei Millionen) 
Thiere durch Gallenimpfung gerettet sein. 
Nach diesen Erfolgen kann man wohl sagen, daß 
sich die Gallenimpfung glänzend bewährt hat, nament- 
570 
1 
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-·---—.--—.-.-——-... 
lich, wenn man bedenkt, daß das Verfahren unter 
den schwierigsten Verhältnissen und fast nur in Her- 
den zur Ausführung gekommen ist, welche bereits 
infizirt waren. 
Das zweite Verfahren der Immunisirung durch 
die Kombination von Serum und virulentem Blut 
ist später von Kolle und Turner noch dahin ver- 
bessert, daß es ihnen gelungen ist, die Thiere höher 
zu immunisiren. Infolgedessen kann man mit er- 
heblich geringeren Mengen von Serum auskommen 
und kann ein derartiges Serum auch zur Behandlung 
bereits erkrankter Thiere verwenden. 
Die Resultate, welche mit dem so verbesserten 
Verfahren erzielt sind, sollen sehr günstige gewesen 
sein. Zahlenangaben darüber habe ich bislang nicht 
erhalten. 
Die Rinderpest ist überall da, wo mit dem einen 
oder dem anderen der beiden Verfahren energisch 
vorgegangen ist, bald geschwunden, und sie soll nach 
den letzten Nachrichten schon fast erloschen sein. 
# 
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— 
Auf jeden Fall hat der Entschluß der Regierung 
des Kaplandes, im Kampfe gegen die Rinderpest die 
Wissenschaft zu Hülfe zu rufen, sür Südafrika die 
segensreichsten Folgen gehabt. 
J 
UebeveineneueFleiichkonievvipuugsimethode 
berichtet der Konsul Oliver J. D. Hughes, wie folgt: 
Eine neue Methode, frisch geschlachtetes Fleisch 
aufzubewahren, ist von dem dänischen Zoologen 
August Fjelstrup, bekannt durch sein Verfahren, 
Milch ohne Zuckerzusatz zu kondensiren, entdeckt 
worden. 
Dr. Kohlstock die Bekämpfung der Rinderpest in 
Diese Methode hat eine dreimonatige Probe in 
den Schlachthäusern der Odense-Kompagnie in sehr 
befriedigender Weise bestanden. 
Nach Ansicht des Verfassers, welcher wichtige 
Erfahrungen in Fleischkonservirung in Kuba gesammelt 
hat, ist die Methode sehr empfehlenswerth für 
Kolonialtruppen; sie beruht auf folgendem Verfahren: 
Zunächst wird das Thier, dessen Fleisch zur Kon- 
servirung bestimmt ist, durch einen Schuß in die 
Stirn aus kleinkalibrigem Revolver betäubt. Wenn 
das Thier bewußtlos niedergestürzt ist, wird nach 
Eröffnung einer Herzkammer alles Blut abgelassen, 
um Fäulniß durch Blutzersetzung zu verhindern. 
Darauf wird mit möglichster Schnelligkeit eine mehr 
oder weniger starke Kochsalzlösung vermittelst einer 
starken Spritze durch die andere Herzkammer in die 
Blutgefäße des Körpers eingespritzt. (Die Stärke der 
Lösung richtet sich nach der Länge der Zeit, für 
welche das Fleisch konservirt werden soll.) Das 
ganze Verfahren dauert nur wenige Minuten; das 
Fleisch ist gleich nach der Einspritzung fertig zum 
Gebrauch und kann sofort zertheilt werden. 
Die vorbeschriebene Methode ist von den Stadt- 
räthen von Odense und Aarhuus und anderen Sach- 
verständigen geprüst worden. Die Berichte derselben 
lauten sehr günstig. 
Hamburgs Dandel mit den Rolonien im Jahre 1897.# 
Die „Tabellarischen Uebersichten des Hamburgi- 
schen Handels im Jahre 1897“ geben über den 
Handel Hamburgs mit den deutschen Kolonien sol- 
gende Zahlen: 
Die Einfuhr aus den deutschen Schutzgebieten in 
Hamburg betrug 7 484 800 kg im Werthe von 
4 295 610 Mk. gegen 13 359 500 kg im Werthe 
von 5244 970 Mk. im Jahre 1896; die Ausfuhr 
aus Hamburg nach den deutschen Schutzgebieten 
23 548 000 kr. im Werthe von 9 687 380 Mk. 
gegen 21027 800 kg im Werthe von 7 365 250 Mk. 
im Jahre 1896. Die Einfuhr ist somit der Menge 
nach um 5874700 kg, dem Werthe nach um 919 360 
Mt. gesunken. Die Ausfuhr hat sich der Menge nach 
um 2520 200 Kkr und dem Werthe nach um 
2 322 130 Mk. gehoben. Der Gesammthandel hat 
sich somit dem Werthe nach um etwa 1500000 Mk. 
gehoben. 
Für die einzelnen Kolonien geben die „Tabella- 
rischen Uebersichten des Hamburgischen Handels“ 
folgende Zahlen: 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1897, S. 521 ff.
        <pb n="613" />
        A. Einfuhr im Jahre 1897. 
Aus Deutsch-Westafrika 
(Togogebiet und Kamerun). 
# 100 kg Werth: Mk. 
Kaffee. 50 3 650 
Kakao 2198 296 870 
Roher Tabak 23 3 000 
Kolanüsse 67 2930 
Gummi Kopal 54 7 820 
= (lastikum . 2940 1026700 
Elefantenzähne und Elfenbein 355 503 440 
Palmdbtz . 7262 265 860 
Ebenholz. 2 329 28 200 
Palmkerne .. ..47363914740 
Naturalien, Kuriositäten 2c. 61 13 820 
Andere Waaren. — 9510 
Passagiergut 52 11510 
  
Zusammen 63321 3088050 
Im Jahre 1896 betrug die Einfuhr aus Deutsch- 
Westafrika 96 861 (100 kg) im Werthe von 
3 378 940 Mk. Im Jahre 1897 ist dieselbe also 
gegen das Vorjahr im Gewicht um 33540 (100 kg), 
im Werthe um 290 890 Mk. gesunken. Der Grund 
für das weitere Sinken ist auch in diesem Jahre 
in der erheblichen Verminderung der Einfuhr 
von Palmkernen 47 363 (100 kg) im Werthe von 
914740 Mk. gegen 81 751 (100 kg) im Werthe 
von 1 488 060 Mk. zu suchen. Die Einfuhr von 
Palmöl hat sich auf der gleichen Höhe gehalten, da- 
gegen zeigt Kakao eine Steigerung von 1406 (100 kg) 
im Werthe von 147 780 Mk. auf 2198 (100 kg) 
im Werthe 296 870 Mk. — zweifellos ein sehr er- 
freuliches Zeichen des zunehmenden Ertrages der 
Plantagenwirthschaft. — Die Zahlen der Elfenbein- 
Einfuhr sind 355 (100 kg) im Werthe von 
503 4410 Mk. gegen 289 (100 kg) im Werthe von 
391250 Mk. 
Aus Deutsch-Südwestafrika. 
100 kg Werth: Mk. 
  
Gummi arabikum .. 79 7 900 
Trockene Rindshäute 451 31 350 
Schaf= und Ziegenfelle . 93 9 340 
Hirschhörner kg 870 1 950 
Ammoniakhaltiger Guano Pv29 11 050 
Straußfedern kg 200 4 340 
Naturalien, Kuriositäten 24. 36 7 170 
Andere Waaren – 7110 
Passagiergut. 13 3 100 
Zusammen 1663 83 610 
Im Vorjahre betrug die Einfuhr 3827 (100 kg) 
im Werthe von 94 600 Mk. Eine bedeutende 
Steigerung ist eigetreten bei dem Posten „Trockene 
Rindshäute“ 451 (100 kg) im Werthe von 31 350 Mk. 
gegen 173 (100 kg) und 14 5090 Mk. Eine Ab- 
nahme bei Guano 929 (100 kg) im Werthe von (100 kg) mit einem 
11 050 Mk. gegen 3418 (100 kg) und 43380 Mk. 
  
  
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I 
Aus Deutsch-Ostafrika. 
100 kg Werth: Mk. 
  
Kaffee 459 52 970 
Roher Tabak .. 46 4000 
Vanille .akg 100 3340 
Gummi elastikun 1424 711 790 
Gesalzene Rindshäute. 82 4 490 
Pelzfellee 12 5110 
Schildpat 0 106 3 580 
Wahs 425 90 440 
Fremde Nutzhölzer 2510 26 110 
Bast und andere Flechtstoffe 472 19 780 
Kopra ...,. 142 3 050 
Naturalien, Kuriositäten 2c. 142 33 350 
Andere Waaren — 8530 
Passagiergut. . 119 31 180 
Zusammen 5917 997 720 
Die Einfuhr aus Deutsch-Ostafrika, welche im Vor- 
jahre 4200 (100 kg) im Werthe von 1 048 080 Mk. 
betrug, ist somit dem Gewicht nach weiter gestiegen, 
dem Werthe nach etwas gesunken. Die Steigerung 
der Einfuhr dem Gewichte nach beruht zum Wesent- 
lichsten auf der Einfuhr von „Fremde Nutzhölzer“ 
2510 statt 173 (100 kg) bei einem Werthe von 
26 110 gegen 4350 Mk., während das Sinken des 
Gesammtwerthes der Einfuhr durch das Sinken der 
Einfuhr von Gummi 1424 statt 2040 (100 kg) 
mit einem Werthe von 711 700 statt 817 540 Mk. 
bedingt wird. Die Einfuhr von Kassce hat sich 
wieder annähernd auf die Höhe des Jahres 1895 
gehoben, dagegen ist Tabak wieder sehr zurück- 
gegangen. « 
Aus Neu-Guinca. 
Eine Einfuhr aus Neu-Guinea hat im Berichts- 
jahre überhaupt nicht stattgefunden. 
Aus dem Bismarck-Archipel. 
100 kg Werth: Mk. 
  
Perlmnutterschalen . 17 3 440 
Schildpatt kg 930 21 180 
Steinnüsse 410 6 540 
Naturalien, Kuriositäten 2c. kg 540 2 500 
Andere Waaren . — 300 
Zusammen 502 34260 
Im Vorjahre betrug die Einfuhr 9988 (100 kg) 
mit einem Werthe von 278240 Mk. 
Aus den Marshall-Inseln. 
  
1010) kg Werth: Mk. 
Kopra 3204 86 500 
Steinnüsse. 235 3 150 
Andere Waaren. .. — 2320 
Zusammen 3 445 91970 
Die Einfuhr des Jahres 1896 betrug 18 666 
Werthe von 455 300 Mk.
        <pb n="614" />
        B. Ausfuhr im Jahre 1897. 
Nach Deutsch-Westafrika 
(Togogebiet und Kamerun). 
Thee 100 kg 25 
Raffinaden - 501 
Roher Tabak . -2262 
Cigarren Mille 318 
Reis.. 100 kg 59002 
Wen bIl 526 
Champagner. . Flaschen 6560 
Rum .... ...... hl 17399 
Cognak 42 
Korn-, Kartoffelspiritus u. Sprit 766 
Genever 1497 
Likör und anderer Branntwein 378 
Bier - 1383 
Mineralwasser . F. u. Krüge 55912 
Kartoffeln. . . 100kg 581 
And. Erzeugnisse des Landbaues - 116 
Weizenmehl - 415 
Andere Viehlsorien - 101 
Brot. 1350 
Sardinen - 41 
Andere zubereitete Fische 107 
Getrocknete Fische 1904 
Gesalz. und geräuch. Fleisch -2366 
Würste - 72 
Anderes zibereitetes zleisch - 317 
Butter . - 126 
Schmalz .... - 46 
Käse .... - 31 
Kondensirte Milch . .. - 90 
See-, Koch= und Steinsalz 16356 
Konserven . - 470 
Schokolade und Juckerwaaren - 53 
Gebrannter Kassee - 25 
Andere Verzehringogegenstande 
Bauholz .. 7040 
Cement 13461 
Kalk . 742 
Steinkohlen 11102 
Anderes Vau= u. Brennmaterial 
Firnisse .... - 53 
Zubereitete Farben .. 315 
Andere Farbewaaren - 50 
Medizinische Salze. .. - 51 
Andere Drogen u. Chemikalien OD- 80 
Schleissteine ... - 34 
Eisen in Stangen und Platten 507 
Kupfer= u. andere Scheidemünzen 
Andere Metalle . 
— — 
li 
7 
JJ 
l 
Gewalzte Eisenbleche 135 
Messingdraht. 134 
Steinkohlentheer . 343 
Raffinirtes Petroleum 781 
Mineralschmieröle 127 
Steinkohlentheeröle : 127 
Leinmr O-7 80 
Rüböl. . . . - 65 
Olein und andere fette Oele - 15 
Nutzhölzer .... . : 204 
Baumwollabsalll. " 36 
Baumwollengan - 377 
And. Nohstosfe u. Halbfabrikate 
Seiden= und Halbseidenwaaren ka 502 
Wollen= und Halbwollenwaaren 100 kg 46 
Baumwollenwaaren . - 2248 
Leinene u. baumw. Leibwasche 70 
Segelleinen . - 36 
Säcken. 771 
Andere Leinenwaaren aller Art 49 
Wertih: Mk. 
4410 
16 760 
200 320 
14 450 
178210 
65710 
23 850 
313 970 
11730 
27360 
40 090 
17880 
7310 
36 830 
7310 
2990 
11 390 
1 930 
37250 
4070 
5 620 
53 470 
99610 
12 860 
36 350 
27 360 
5010 
4750 
9480 
47 920 
65 860 
5400 
3 880 
27 850 
87 010 
56 100 
2850 
14 980 
225.) 
2980 
23 780 
2180 
2540 
17 070 
2230 
10 450 
4250 
3 380 
3230 
14 100 
2730 
16920 
7 730 
3 830 
4300 
4030 
1 930 
2280 
2660 
76550 
59060 
11 360 
25200 
903 860 
27910 
8100 
25 230 
12 720 
E 
i 
  
yetrewundDamenhute 
Herrenkleider 
And fertige Kleider u. uware 
Strumpfwaaren. . . 
Andere Manufakturwaaren . 
Neues Tauwerk. 
Segelgarnn. 
Hüte aus Stroh, Bast ꝛe. . 
Andere Bast= und d Strohgeflechte 
Mobilien 
Fässer . 
Andere volzwaaten 
Schirme . 
Ledernes Fußzeug 
Andere Lederwaaren 
Papier 
Dach-- und Asphaltpappe 
Gedruckte Bücher 
Kupferstiche 2c. 
Hohlglaswaaren. 
Tafelglao 
Spiegel u. belegtes Spiedelzas 
Glasperlen 
Andere Glaswaaren . 
Thonrohren. 
Pomllan 
Steinzeug u. feine Thonwaaren 
Eisenbahnschienen . 
Ankerundkxtten. . 
Andere grobe Eisenwaaren. 
Eiserne Nägel 
Andere feine Eisenwaaren . 
Bleiwaaren 
Waaren aus edlen Metallen 
Kupfer= und Messingwaaren 
Andere Metallwaaren. 
Nähmaschinen 
Andere Maschinen. 
Musikinstrumente 
Mathemat. u. and. Instrumente 
Feldeisenbahnen 
Hölzerne Wasserfahrzeuge 
Eiserne Wasserfahrzeuge 
Gewehre 
Geschütze und Geschuttheile 
Dynamit u. andere Sprengstoffe 
Schießpulver . 
Messingvatronen u. Zurhuche 
Zündhölzer . 
Andere Zündwaaren . 
Pfeifenwaaren 
Andere Kurzwaaren 
Lichte 
Seife 
Parfümerien 
Andere Industricerieuanisse 
Passagiergut. 
100 kg 
134 
Werth: Mk. 
16 340 
33250 
27 510 
16 490 
11 130 
5460 
2160 
6050 
2000 
37 330 
16 680 
40 290 
11 560 
10 320 
16 070 
8050 
3 690 
24 180 
2130 
6810 
17 640 
60 250 
101 930 
7 470 
7190 
199140 
34 800 
6120 
2200 
6 180 
20 080 
3260 
14 800 
22 680 
16 160 
23 560 
  
  
Zusammen 100 Kg 116 833 4267 750 
Im Jahre 1896 betrug die Ausfuhr von Ham- 
burg nach Deutsch-Westafrika 99 406 (100 kg) im 
Werthe von 3294780 Mark. 
Die erfreuliche Zu- 
nahme der Ausfuhr hat somit auch in diesem Jahre 
sich fortgesetzt. 
Namentlich der Werth der ausgeführ— 
ten Wollenwaaren ist bedeutend, von 595 340 Mk. 
auf 903 860 Mk. gestiegen. 
Die höchsten Ziffern zeigen folgende Artikel: 
Roher Tabak (200 320 Mk. — 197 610 Mk., 
Reis (178210 Mk. — 120 270 Mk.), Rum (313970 
Mk. — 315770 Mk.), Bier (97 310 Mk. — 109450
        <pb n="615" />
        Mk.), Baumwollenwaaren (903 860 Mk. — 595340 
Mk.), Glasperlen (86990 Mk. — 74470 Mk.), grobe 
Eisenwaaren (86 110 Mk. — 60 690 Mk.), feine 
Eisenwaaren (196740 Mk.— 124740 Mk.), Gewehre 
(101 9330 Mk. — 44 690 Mk.), 
(199 140 Mk. — 77 700 Mk.. 
Nach Deutsch-Südwestafrika 
Werth: Mk. 
einschließtich Walfischbai). 
Kaffeen. .. ...100k31046 
Thee.. - 251 
Raffinaden - 789 
Farin 3 384 
süoder“ Tabak 51 
Fabrizirter Tabak 229 
Cigarren Mile 1894 
Cigaretten 100 g 11 
Reis 4579 
Gewürze - 32 
Rosinen . - 29 
Getrocknete Pflaumen .. - 23 
Anderes getrodnetes Obst 87 
Wein . hl 253 
Spamwagner Flaschen 7220 
... L 139 
W OD 162 
Genever - 291 
Likör und anderer Branntwein 193 
Bier ..... 3043 
Eisiee "7 15 
Mineroivasser SSl. u. Krüge 20144 
Hafer 100 kg 4311 
Bohnen 247 
Erbsen 137 
Linsen. 120 
Kartoffeln. ....... 142 
And. Er rhegnisse de des Landbaues 189 
Weizenmeh .. 3671 
Roggenmeh 2334 
Graupen, Grite, * - 177 
Hen. 6292 
Brot .. . - 569 
Nudeln und Makkaroni OD 164 
Sardinen .. - 23 
Andere zubereitete Fische 126 
Gesalzenes u. geräuchertes Fleisch - 492 
Würste. - 120 
*s— köereietes Fleisch 143 
Swah 188 
- 81 
Kondensirte Milch. 120 
See= und Kochsalz. 608 
Suppentafeln 59 
Konserven - 561 
Schokolade und Zuckerwaaren. . 470 
Andere Verzehrungsgegenstände · 
Bauholz 6861 
Cement! .. -1172 
Mauersteine 555 
Steinkohlen 5579 
Anderes Brennmoterial 
Firnise . - 80 
Zubereitete Farben 43 
Andere Farbewaaren. 49 
rogen und Chemikalien - 135 
Liien in Stangen und Platternr 492 
Kupfer= u. andere Scheidemünzen kg 110 
Andere Metalll 100 kg 194 
*. Eisenbiege . - 103 
Leder · - 45 
Schießpulver 
142 610 
42 810 
22 710 
8950 
13 090 
68 160 
67 580 
6970 
89510 
3640 
2070 
2240 
8230 
46 020 
20 910 
14220 
25 440 
23210 
26 690 
206 920 
2 000 
15 160 
75 100 
7640 
3 130 
4 070 
2280 
2820 
96 420 
59 840 
5370 
4550 
22 960 
8440 
2970 
16920 
74220 
25 100 
129990 
19 900 
16 760 
11600. 
13 360 
2140 
5550 
71 610 
35520 
16270 
68 250 
4590 
2320 
7770 
3 720 
4440 
2890 
3760 
11 530 
10 340 
2000 
4970 
3 400 
17 910 
  
  
573 — 
Werth: Mk. 
Raffinirtes Petroleum . . . 100kg 292 7 540 
Speiseöle. .. ... - 18 3200 
Wagenschmiere - 63 2280 
Nutzhölzer . - 409 6830 
Baumwollengann - 11 2960 
Andere Rohstoffe u. Halbfabrikate 8850 
Seiden= und Halbseidenwaaren kg 155 3 .U70 
Wollen= und Halbwollenwaaren 100 kg 110 42 870 
Baumwollenwaaren - 333 124 220 
Leinene u. baumwoll. Leibwäsche - 107 39 540 
Segelleinen - 70 13 480 
Andere Leinenwaaren aller Art OD 53 12 780 
Wachstuch .... - 41 10 840 
Herrenhüte - 22 16 220 
Herrenkleider. . - 310 116 700 
And. fert. Kleider u. Pubwaaren - 85 40 890 
Posamentierwaaren . kg 390 2210 
Strumpfwaaren 100 kg 51 20220 
Andere Manufakturwaaren 10 470 
Hüte aus Stroh, Vvast 2c. 5. 690 8 110 
Mobilien 100 kg 330 42 880 
Parquetbodentheile. - 38 3400 
Andere Holzwaaren 6979 126 460 
Ledernes Fußzeug " 207 88 780 
Andere Lederwaaren. - 180 80 550 
Paopier - 101 17 820 
Papier- und Pappwaaren - 35 6 400 
Decken aus Boulinikon - 51 3 090 
Gedruckte Bücher - 23 8 070 
Hohlglaswaaren - 37 2 800 
Tafelglas. . - 149 3360 
Glasperlen - 13 2270 
Andere Glaswaaren aller Art - 48 8 020 
Steinzeug u. feine Thonwaaren - 56 3230 
Eisenbahnschienen und Leschen- . 21905 422 300 
Eiserne RKöhtren - 106 3 680 
Geschützmunition - 128 10 620 
Andere grobe Eisenwaaren " 6526 114 860 
Eiserne Nägel. - 139 3790 
Andere * Eisenwaaren .. ·1313 158 410 
Andere Metallwaaren. - 30 5 420 
Nähmaschinen . - 25 5 700 
Andere Maschinen. - 392 26 030 
Klaviere ꝛe. und Kiaviaturen r 900 2300 
Andere Musikinstrumente 100 kg 55 18 490 
Telegraphenapparate 2c. kg 420 3 860 
Mathemat. u. and. Instrumente. - 770 6740 
Wagen und Wagentheile. 100 kg 688 60 600 
Hölzerne Wasserfahrzeuge - 75 4890 
Siserne Wasserfahrzeuge - 170 7 450 
Gewehre - 53 12920 
Dynamit u. andere Sporengstoffe - 68 14 470 
Messingpatronen u. Zündhüschen - 104 11220 
Papierpatronen - 45 4080 
Zündhölzer .... - 152 10 240 
Bürstenbinderwaaren - 18 3 630 
Pfeifenwaaren - 14 12 870 
Andere Kurzwaaren - 51 17 510 
Stearin= und Veoraffinlichte. - 4 3 530 
Seife - 383 12 020 
Parfümerien. . . - 88 13 800 
Andere In dustrieerjeugnisse . 15 620 
Pafsagiergut. .. - 138 16 360 
  
Zusammen 100 kg 91347 3 635 370 
Im Jahre 1896 betrug die Ausfuhr von Ham- 
burg nach Deutsch-Südwestafrika 31719 (100 kg) 
im Werthe von 2405 160 Mk. Die Ausfuhr ist 
also auch in diesem Jahre weiter gestiegen. Eine 
Vergleichung der wichtigsten Einfuhrartikel ergiebt 
folgendes Bild:
        <pb n="616" />
        574 
Kaffee (142 610 Mk. — 124 170 Mk.), Bier! 
(206920 Mk. — 161300 Mk.), Baumwollenwaaren 
(124 220 Mk. 119 980 Mk.), zubereitetes 
Fleisch (129 990 Mk. — 30 240 Mk.), Herrenkleider 
(116700 Mk. — 153690 Mk.), andere fertige Kleider 
und Putzwaaren (40 830 Mk. — 71 530 Mk.), 
Holzwaaren 126 160 Mk. — 49.770 Mk.), ledernes 
Fußzeug (88 780 Mk. — 63650 Mk.), andere Leder- 
waaren (80 550 Mk. — 60 580 Mk.), Eisenbahn- 
schienen und Laschen (422 300 Mk. — 7960 Mk.), 
grobe Eisenwaaren (114 860 Mk. — 51 710 Mk.), 
feine Eisenwaaren (158 410 Mk. — 130 450 Mk.). 
Nach Deutsch-Cstafrika. 
Werth: Mk. 
Kafsee. 100 kg 18 2320 
Raffinaden - 421 10 700 
Cigarren Mille 408 22 090 
Getroctnetes X 100 kg 38 2850 
Wein . hl 384 48 870 
Champagner. . Flaschen 2810 6 010 
Cognak L 202 34 110 
Likör und anderer Branntwein 78 11 370 
Fruchtsaft .... - 16 2280 
Bier . : 1390 91 900 
Mineralwass er . vlv Krüge 6952 4910 
Malz 100 kg 134 4210 
Roggenmehl. - 90 2740 
Sardien - 25 2900 
Andere Zubereitete Fische - 51 7170 
Gesalzenes u. geräuchertes Fleisch - 116 18 820 
Würste - 95 16 540 
Anderes zwereitete Rieisch - 75 10770 
Butter - 104 22 660 
Schmalz - 51 4360 
Käase - 31 4 400 
Kondensirte uch - 29 3240 
Konserven. 404 56 400 
Schokolade und zuckerwaaren - 46 8 050 
Andere Verzehrungsgegenstande 17 530 
Bauholz . s2992 24 660 
Cement - 5515 19990 
Firnisse - 40 2280 
Ultramarin - 99 5260 
Zubereitete Farben - 216 13 600 
Medizinische Salze. - 88 3 650 
Andere Drogen u. C hemikalien - 144 21540 
Eisen in Stangen und Platten - 946 11780 
Andere Metalle - 108 4450 
Messingdraht. - 207 32 640 
Ruböl . . - 91 4250 
Olein und andere fette Oele - 129 13 560 
Baumwollabfall. - 50 3 770 
And. Nohstoffe u. Halbfabrikate 13 970 
Seiden= und Halbseidenwaaren kg 30 2310 
Wollen= u. Halbwollenwaaren. 100 kg 29 11250 
Baumwollenwaaren 383 118 580 
Leinene u. baumwoll. Leibwäsche - 11 5 840 
Segelleinen OD 27 6 130 
Andere Leinenwaaren aller Art - 37 6 870 
Herrenhüte ... - 15 6 160 
Herrenkleider - 74 50 220 
And. fert. Kleider u. Putzwaaren OD 27 17 000 
Strumpfwaaren. .. - 24 13 400 
Andere Manufakturwaaren 4260 
Seilerwaaren . - 25 2500 
Mobilien - 234 32140 
Andere Holzwaaren - 86 10 970 
Ledernes FJußzeug - 77 51 120 
  
zerth: Mk. 
Andere Lederwaaren. . 100kg 24 10 440 
Papier - 139 35 850 
Papier= und Pappwaaren - 111 8790 
Schreibmaterialien. ... - 29 5010 
Gedruckte Buchernr - 31 12 900 
Hohlglaswaaren ... - 67 5200 
Tafelglas ..... - 18 2110 
Glasperlen kg 820 2260 
Andere Glaswaaren aller Art. 100 kg 63 9660 
Thonröhgen - 427 2320 
Thonfliesen - 160 3 860 
Porzellan - 44 3670 
Steinzeug u. feine Thonwaaren - 60 5 780 
Marmor= und Alabasterwaaren - 57 3 700 
Andere Steinwaaren - 19 2720 
Eiserne Röhren. - 374 21950 
Geschützmunition . - 18 6 500 
Andere grobe Eisenwaaren. 3480 1293690 
Eiserne Nägel . - 105 2660 
Fahrräder und Fahrradtheile . kg 480 3 080 
Andere feine Eisenwaaren 100 kg 1170 103 910 
Telegraphenkabel 39 2 58) 
Zinkwaaren . - 16 2530 
Kupfer= und Messingwaaren - 23 6440 
Andere Metallwaaren. - 39 16 330 
Maschinen - 181 17940 
Klaviere 2c. und Klaviaturen - 17 4380 
Andere Musikinstrumente. - 16 6 760 
Telegraphenapparate 2c. - 36 26 300 
Mathemat. u. andere Instrumente OD- 43 22240 
Wagen und Wagentheilel - 66 5680 
Hôölzerne Wasserfahrzeuge O 27 3810 
Gewehre - 40 17 480 
Geschuge und Geschütztheile kg 350 3950 
Patronen und Zünohutchen. 100 kg 107 24140 
Zündhölzzer .. i 81 4390 
Kurzwaaren. - 29 8990 
Seife ....... - 540 15 890 
Parfümerien. kg 810 2440 
Andere Indusriieerzeugniss 12420 
Passagiergut . 100 kg 57 19310 
  
Zusammen 100 kg 24553 1 537290 
Im Vorjahr betrug die Ausfuhr aus Hamburg 
59 558 (100 kg) im Werthe von 1 331 460 Mk. 
Der Werth der Einfuhr ist somit in diesem Jahre 
um 200 000 Mk. gestiegen. Der bedeutende Rück- 
gang der Ausfuhr dem Gewichte nach erklärt sich 
dadurch, daß im Vorjahre 25 000 (100 kg) Stein- 
kohlen ausgeführt wurden, während in diesem Jahre 
dieser Posten fehlte. Eine bedeutendere S Steigerung zeigen 
Baumwollenwaaren (118 580 Mk. — 21 510 Mk.) 
und grobe Eisenwaaren (129390 Mk. — 52900 Mk.. 
Nach Neu-Guinea. 
  
Werth: Mk. 
Bier ul 30 2320 
Andere Verzehrungsgegenstände 3 530 
Rohstosse u. Halbfabrikate 2210 
Industrieerzeugnisse . V 
Zusammen 100 kg 232 96#! 
Im Jahre 1896 betrug die Ausfuhr 351 (100 kg) 
im Werthe von 22 470 Mk. Dieselbe 4 also so 
gut wie ganz aufgehört.
        <pb n="617" />
        Nach dem Bismarck-Archipel. 
  
» Werth: Mk. 
Fabrizirter Tkabkk 100 tg 17 2940 
Cigarren . .Millo 52 2500 
Bir hl 272 20 470 
Zubereitete Fische 100 kg 19 2290 
Gesalzenes u. geräuch, Fleisch - 17 2210 
Würstt .... - 18 3 280 
Anderes zubereitetes Fleisch - 23 2 000 
Buttter - 30 6 260 
Konsergwen - 54 5800 
Andere Verzehrungsgegenstände 9350 
Rohstoffe und Halbfabrikate 6 110 
Buumwollenwaaren - 17 5070 
Segelleiien - 17 3 330 
Fertige Kleider und Putzwaaren is 10 5920 
Andere Manufakturwaaren 3 990 
Eisenwaartrtren - 100 11 140 
Pfeifenwaaren. .. .... - 63 2610 
Andere Industrieerzeugnisse. 17 840 
Zusammen 100 kg 1242 113 110 
Im Jahre 1896 betrug die Ausfuhr 8843 
(100 kg) im Werthe von 158 900 Mk. Die Aus- 
fuhr hat somit bedeutend abgenommen. 
Nach den Marshall-Inseln. 
Werth: Mk. 
RNaffindden 100 kg 167 4830 
Fabrizirter Tabak .-- 27 3 390 
Cognakk 11 23 3 020 
Bier OD 196 11 010 
Zubereitetes Fleisch 100 kg 34 4040 
onsergwen - 83 7 130 
Andere Verzehrungsgegenstände 13 180 
Zubereitete Farben 47 2 180 
Droguen und Chemikalien g 830 2580 
aumwollenwaaren . 100 kg 92 25 780 
Leinene u. baumwoll. Leibwäsche - 14 4940 
Andere Leinenwaaren aller Art - 12 2 660 
Fertige Kleider und Putzwaaren kg 360 2200 
Andere Manufakturwaaren 2330 
Holzwaaren 100 kg 20 2 060 
Grobe Eisenwaaren - 103 3 020 
Feine Eisenwaaren - 61 7890 
Andere Metallwaaren „ kg 655 2 820 
Zündhölzer 100 kg 41 2120 
Seife .»..... ... - 102 2470 
Parfümerien - 12 2460 
Andere Waaren 8220 
Passagiergnt. . . kg 620 3 890 
  
Zusammen 100 kg 1273 124220 
Im Jahre 1896 betrug die Ausfuhr 10 401 
100 kg) im Werthe von 152 480 Mk. Auch hier 
ist somit reine Verminderung der Ausfuhr zu kon- 
wien Der große Unterschied in der Ausfuhr dem 
7 gunchte nach ist hier wie bei dem Bismarck-Archipel 
uf ie im Vorjahr erfolgte Anfuhr einer größeren 
uantität Steinkohlen zurückzuführen. 
Me mag schließlich, wie schon in früheren Jahren, 
Zah uf bingewiesen werden, daß die angeführten 
dar g— ein Bild vom Gesammthandel Deutschlands 
ki einen Kolonien bieten, da sie sich uur auf Ham- 
a * mit den Schutzgebieten beziehen. Die 
glecan ene Bremer Statistik ermöglicht leider eine 
n 6 Zusammenstellung hinsichtlich des Handels 
remen mit den Schutzgebieten nicht. 
57 
  
m— 
0 – 
Diebzucht in Brasilien. 
Ueber die im Staat Minas Geraes (Brasilien) 
belegene, durch ihre Viehzucht berühmte Fazenda 
Lordello in Porto Novo do Cunha wird Folgendes 
berichtet: 
Die seit vielen Jahren im Besitz der Familie 
befindliche Fazenda ist ursprünglich als eine Kaffee- 
fazenda angelegt, doch hat schon der Vater des jetzigen 
Besitzers begonnen, diejenigen Theile seiner weiten 
Domäne, die durch anhaltenden Kaffeebau erschöpft 
waren, in Triften zu verwandeln und auf denselben 
Viehzucht in großem Maßstabe zu betreiben. Der 
Sohn hat die Bestrebungen des Vaters fortgesetzt 
und neben der Züchtung reiner Viehrassen, womit 
er sich bedeutende, wiederholt auf den landwirth- 
schaftlichen Ausstellungen in Rio de Janeiro durch 
Preise anerkannte Verdienste um die Hebung der 
Viehzucht in Brasilien erworben hat, Kreuzungs- 
versuche zwischen indischen Zebus und inländischen 
Rindern sowie zwischen dem afrikanischen Zebra und 
dem inländischen Pferde angestellt. Der Besitzer 
setzt besonders auf die Kreuzung zwischen Zebra und 
dem brasilianischen Pferde große Hoffnungen und 
erblickt in seinen „Zebroiden“ bereits die Maulthiere 
des kommenden Jahrhunderts. 
— — — 
Titteratur. 
Mittheilungen des Seminars für orienta— 
lische Sprachen an der Königlichen Friedrich 
Wilhelms-Universität zu Berlin. Herausgegeben 
von dem Direktor Professor Dr. E. Sachau. 
Berlin und Stuttgart 1898. Erster Jahrgang. 
Dritte Abtheilung. 
Das vorliegende stattliche Heft der Zeitschrift 
des orientalischen Seminars ist den afrikanischen 
Völkern gewidmet. Aus dem reichen Inhalt er— 
wähnen wir nur neben der an dieser Stelle seiner 
Zeit wiedergegebenen Arbeit des Herausgebers über 
die mohammedanischen Rechtsverhältnisse in Ostafrika, 
Arbeiten von Welten über Sitten und Bräuche der 
Suaheli und ostafrikanische Ortsnamen; von Brincker 
über Rechtsbegriffe und Zahlwörter der Bantu; von 
Zache: Das Makunganya-Lied; von Neuhaus über 
den Obstreichthum Sansibars und Herrmann über 
Kissukuma. 
Dr. med. Franz Kronecker: Wanderungen in den 
südlichen Alpen Neu-Seelands. Berlin 1898. 
Max Pasch. 
Lualunm Schrift ist eine neue Frucht der 
interessanten Weltreise des Verfassers, die hier schon 
früher erwähnt wurde. Der Autor führt jetzt den 
Leser in ein entlegenes, den Deutschen nur wenig 
bekanntes Gebiet im fernen Süden unseres Planeten, 
welches auf beschränktem Naume eine Fülle eigen- 
artiger Reize der Natur in sich vereinigt. Der 
—–—.
        <pb n="618" />
        — 576 — 
Reisende findet hier tief einschneidende Fjorde, deren Das Werkchen ist mit einer reichen Fülle von 
steile Wände nicht wie in Norwegen kahl, sondern Illustrationen ausgestattet und mit zwei Karten- 
mit einer überreichen Urwald-Vegetation bekleidet skizzen, die eine leichte Orientirung in Neu-Seelands 
sind, Alpenseen, den schönen vielgepriesenen Seen des Alpenwelt ermöglichen, versehen. 
Schweizerlandes kaum nachstehend, und weite Eis- — — 
und Firnfelder, aus denen sich scharflantige Grate, Unsere Handelsflotte, zwölf Künstler-Postkarten 
Spitzen und Hörner trotzig erheben, zum größten nach Original-Aquarellen von Professor Hans 
Theil noch ihres ersten Bezwingers harrend. Bohrdt. Leipzig. Meißner &amp; Buch. 
  
  
  
— 
— —. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
„Bussard“ 21/5. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
„Condor“ 14/7. Mahé (Seychellen). — 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran“ 23/7. Manila. (Poststation: Hongkong.) 
„Falke- 28/6. Matupi 29/6. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
„Habicht“ 5/7. Kamerun 11/8. (Poststation: Kamerun.) 
Vermessungsschif „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Hongkong.) 
M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar. (Poststation: Kapstadt.) 
M. S. „Wolf“ 11/7. Lüderitzbucht. (Poststation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Dampfer „Darmstadt“ des Nordd. Lloyd mit dem Ablösungstrausport für S. M. S. „Cormoran"“ 
(ganze Besatzung): 
Ausreise: Transportführer: Korvettenkapitän Reincke: 
Wilhelmshaven 4/5. — 14/5. Port Said 15/5. — 26/5. Colombo 27/5. — 1/6. Singapore 1/6. 
— Manila. — 13/6. Shanghai 14/6. — 16/6. Kiautschou 19/6. 
Heimreise: Transportführer: Kapitän zur See Becker: 
Kiautschon 19,6. — 21/6. Shanghai 22/6. — Manila 30/6. — 4/7. Singapore 5/7. — 
11/7. Colombo 12/7. — 25/7. Port Said 25/7. — 4/8. Wilhelmshaven. 
2. Fahrplanmäßiger Reichspostdampfer „Bayern“ des Nordd. Lloyd mit einem Theil des Ablösungs- 
transportes vorstehend zu 1: Ausreise: Transportführer: Kapitänlieutenant Persius: 
Bremerhaven 18/5. — 1/6. Neapel 16. — 5/6. Port Said 5/6. — 10//6. Aden 10/6. — 
17/6. Colombo 17/6. — Hongkong 29/6. — 2/7. Shanghai. 
Heimreise: Transportführer: Kapitänlicutenant Lietzmann: 
Shanghai 15/7. — 19/7. Hongkong 20/7. — 25/7. Singapore 26/7. — 31/7. Colombo 31/7.— 
8/8. Aden 8/8. — 12/8. Suez 12/8. — 13/8. Port Said 13/8. — 16/8. Neapel 17/8. — 
18/8. Genua 19/8. 
  
&amp;&amp; &amp; &amp;#rK 
SNESE 
S#s 
— 
——4 
— — — — — — — — —— — — — — 
— — — 
—. — — 
Verkehrs-Nachrichten. 
In Berlinhafen, im Schutzgebiet von Deutsch-Neu-Guinea, ist eine Postanstalt eingerichtet 
worden. Dieselbe nimmt an dem Austausch von gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefsendungen, am 
Zeitungsdienst und am Postpacketdienst theil. 
  
Postdampfschiffverbindungen nach den —— Schutzgebieten. 
  
— 
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel wam 14., 28. Septbr., Tanga 19—20 Tage gam 9., 12., 26. Septbr., 
Gemesan wne I 26. Okt. 120aübds.Dar-es-Sal. 20—: 212g. Ü ., 10., 24. Oktober 
« - rindisi jam 11. Sept., 9. Okt. 22 
1. Deutsch. Ostafrika. 1d Seiteh 10# t 9. Okt Sansibar 22 Tage 110 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. jedes Monats 
antsscheeschio ##u0 nler Sansibar 18 Tage am G. 1 9“
        <pb n="619" />
        577 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
2. Deutsch-Züdwestafrika. Southampton am 24. Sept., 22. Okt.] Lüderitzbucht 22 Tage am 23. Sept., 21. Okt. 
#nr FSreimeensheen, Ebteen,. sgen Sifse bie 83. 40 ums. Swakopmund 25 Tage 10° us. 
ahrnd ¾ und an 88 Dampfer „Leutwein“) 
von dort weiter auft dem Hamburg am 25. Sept., 25. Nov. Swakopmund 30 Tage am 25. Sept., 25. Nov. 
Landwege.) (deutsches Schiss) nachts L#deritzbucht 40 Tage 7y abds. 1 
1a Lemburz am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. gerdes Monats - 
8. Ramerun (deutsche Schiffe) nachts 720 abds. 
« « Liverpool am 28. September, Kamerun 22 Tage am 26. Sept., 24. Okt. 
(englische Schiffe) 26. Oktober 15 ms. 
! Hamburg EN jedes Mits. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20. jedes 
4 Logo-Gebiet. (deutsche Schiffe))20. jedes Mts. Lome n *5 Tan Monats 725° abds. 
(Ueber Liverpool oder Liverpool am 7., 21. September, Quittah 36 Tage 8 am 5, 19. September, 
Marseille oder Bordeaux englische Schiffe)5 19. Oktober von da ab — 3., 17. Okt. 15 ums. 
nur auf Verlangen des Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) (französische Schiffe) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10% abds. 
Bordeau am 10. Sept., 10. Nov. Cotonou 22 Tage am 8. Sept., 8. Nov. 
Granzöfische cbiffe) 110 vrmmis. von da ab Landverdindung 102 abds. 
Neapel am 19. Okt., 14. Nov. Stephansort 45 Tage am 17., 21. Oktober, 
5. Deutsch--Neu-Gninea. (deutsche Schiffe) abds. 12., 16. Dehember 
Brindisi am 23. Okt., 18. Dez. - 41 Tage 114 abds. 
(Nachversand) abds. 
6. Marshall- Jusein. Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. 
  
— 
Eintreffen der Post aus den dentschen Schntgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs- Die Post ist fänig Landungs- Die Post ist fallig 
Von hafen 4 Berlin 8 Von hafen in Berlin 
am 2.#,18. , J0. Spt. 1 9 
Neapel am c 1 z HamburgamlojedMonats 
Deutsch-Ostafrikao Brindisi W * 9E. ——252 Togogebieit 1 Plymouth. am 27.7 jed. Monats 
Massee . amlSVåept l«Okt. Marseille am 16. jedes Monats 
— — 
Deutsqh · zůdwestasrita Southampton bntk wpaut. - Guinea Neapel. 1 * e * 
Ram « PlymouthamNIIed Monats · .. 
Mut«.... Liverpool am 8. September, Marshall· Inseln . .. unbestimmt 
6. Oktober . 
* Fälligkeitstage für die mit deusschen Schiffen eintreffenden Posten. 
— Schiffsbewezungen der Deutschen Ostafrila-Linie (Camburg—Ostafrika). 
Reichspo Reise Letzte Nachrichten 
– 4 v von 1 nach bis 29. August 1898 * 
oris . amburg Durban am 28. August an Aden. 
g z. Zt. in Hamburg 
TZatler amburg ! Durban am 21. August an Delagoabai. 
anle ·· Turban Hamburg am 28. August ab Suez. 
E—— Hambur Delagoabai am 28. August ab Sansibar. 
· Delagoabai Hamburg am 26. August ab Mozambique. 
— * Delagoabai Hamburg am 26. August ab Marseille. 
„General· ·. Hamburg Delagoabai am 26. August ab Lissabon.
        <pb n="620" />
        578 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West- und Südwestafrika. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Reise Leyte Nachrichten 
o 
V. sthampfer von . nach bis 29. August 1898 
l 
„Adolph Woermann“ . Loango I Hamburg am 25. August in Lagos. 
„Aline Woermann“ . Hamburg I Loango am 8. August in Kamerun. 
„Anna Woermannt Benguella Hamburg am 22. August in Conakry. 
„Bruxellesville“ ½y Antwerpen . Kongo am 12. August in Madeira. 
2 3#. hae # Lagos am 27. August Ouessant passirt. 
„Ella Woermann .. Hamburg I Sherbro am 23. August in Sierra Leone. 
2 Woermann“ Hamburg Kotonon am 26. August in Kotonou. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Sherbro am 29. August Ouessant passirt. 
„Hedwig Woermann“ hydah Hamburg am 10. August in Accra. 
„Helene Woermann“. „ Hamburg Futa am 18. August in Madeira. 
nnette Wormann ladet one Hamburg am 27. August in Bonny. 
. 
,,Lu1usohlen«... Lüderiybucht Hamburg am 23. August in Madeira. 
Marie Woermann“ .. Hamburg Kapstadt am 4. August in Madeira. 
„Melita Bohlen“"“ Lüderiybucht Hamburg am 27. August in Lagos. 
„Professor Woermann“. Gabun Hamburg am 28. August in Las Palmas. 
„Thekla Bohlen "# Hamburg Benguella am 28 August in Accra. 
  
  
  
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überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Alkier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
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Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
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von Professor Martiner A. Voargas in Barcelona zur sehnellen und 
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nach Madeira, Lome, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste 
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Am 18. September: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Carstens, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Rufisqdue, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
MNächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. September, 25. No- 
Vember und ferner am 25. jedes zweiten Monats. 
Alle Gufer müssen cum Tagde vor dem 45gangsdaftem bis 12 Uhr mitfaos Iänçgssette sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
  
  
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’-" Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Nenpel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmissigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
„HERZOG“, Capt. v. Issendor .. . .. . . ... 31. August, 14. September, 
„ADHIRAL“, Capt. Wst: 14. September, 28. September, 
*„KANZLER“, Capt. Elsgoao .... 28. September, 12. Oktober, 
„REICHSTAG“, Capt. Weisskcaaaa 12. Oktober, 26. Oktober, 
nach- Mombassa, Tanga', Panganiz, Saadaniz, Bagamoyo", Dar-es-Saläm?, Sansibar?, Kllwa, Lind, 
Millndani, lbo, Mozambique , Quellmane ", Chinde,, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem — versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Hälen nur 
Passagiere und nach den mit einem " versehenen Häfen auch Ladung. 
Z Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzüyliche Einrichftenpen xur Eussatere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretorin) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näberes ertheilt in Hamburg: G#h 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfnuhrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika-Tinie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Berlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrabe 66—11. 
Ausgegeben am 1. Seplember 18986 um 6§ Uhr nachmittags. Hierzu eine Beil age. 
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        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“, IX. Jahrgang. 
Berlin, den 1. September 1898. 
  
  
Zur Rolonialpvlitik des Jürsten v. Biomarch. 
— 
Die unsterblichen Verdienste, welche der verewigte Reichskanzler Fürst v. Bismarck um Entstehung 
und Ausgestaltung der kolonialen Politik des Deutschen Reiches sich erworben hat, glaubt die Deutsche 
Kolonialverwaltung nicht besser ehren zu können, als indem sie das nachfolgende Aktenstück aus dem 
Anfang des Jahres 1884 der Oeffentlichkeit überliefert. Die Denkschrift gewährt einen klaren Einblick in 
die Erwägungen und Beweggründe, welche für die Behandlung kolonialer Fragen seitens des Fürsten 
Bismarck von Anfang bis zu Ende maßgebend gewesen sind. 
Berlin, den 8. April 1884. 
Promemoria, 
betreffend Angra Pequena. 
Unter dem 27. Dezember v. Is. ist dem Grafen Münster der von dem Herrn 
Reichskanzler genehmigte Entwurf einer Note übersandt worden, in der an das Londoner 
Kabinet die Frage gerichtet war, auf welche Titel sich die in der Note Lord Granvilles 
vom 21. November v. Is. in Widerspruch mit früheren Kundgebungen vertretene Auffassung 
stütze, daß die Ausübung von Hoheitsrechten durch eine andere Macht in dem Gebiete 
zwischen der nordwestlichen Grenze der Kapkolonie und der südlichen Grenze der portu- 
giesischen Besitzungen in die legitimen Rechte der englischen Regierung eingreifen würde, 
obwohl die letztere dort bisher selbst keine Hoheitsrechte ausgeübt, vielmehr in amtlichen 
Depeschen den Orangefluß, mit alleiniger Ausnahme der von der Kapkolonie in Besitz 
genommenen Walfischbai, als die festzuhaltende Nordwestgrenze dieser Kolonie bezeichnet 
und ausdrücklich erklärt habe, auf kein Projekt zur Ausdehnung der britischen Jurisdiktion 
über Groß-Namaqua und Damaraland sich einlassen zu wollen. 
Eine Antwort hierauf haben wir bis heute nicht erhalten. 
Dagegen liegen vor: 
1. ein durch Karten illustrirter Bericht des Kommandanten S. M. Kanonenboot 
„Nautilus“ vom 27. Januar d. Is., in welchem sich derselbe über die Rechts- 
titel des Herrn Lüderitz und die Bedeutung seines Unternehmens sehr günstig 
ausspricht, und 
2. eine Eingabe des kürzlich von Angra Pequena zurückgekehrten Herrn Lüderitz 
vom 21. v. Mts., in welcher er, unter Einreichung beweiskräftiger Urkunden, 
für sein Recht auf das volle Eigenthum an einem 900 Quadratmeilen be- 
tragenden, zwischen dem 26. Grad südlicher Breite und dem Orangeflusse 
gelegenen und 20 geographische Meilen landeinwärts sich erstreckenden Gebiete, 
um den Schutz des Reiches für sein Unternehmen bittet. 
Die vorgelegten Originalurkunden beweisen, daß dem Engländer Spence im Jahre 
1863 von dem damaligen Vormund des jetzigen Häuptlings von Bethanien nur das Recht 
zum Betriebe von Minen, aber kein Grundeigenthum zugestanden („vergund“, eine „ver- 
gunning“ hat die Bedeutung eines „grant, revocable at anr times) worden war, daß 
dagegen der im Jahre 1881 zur Herrschaft gelangte Häuptling Joseph Frederiks von 
Bethanien das fragliche Gebiet, welches etwa den fünften Theil seiner Herrschaft ausmacht, 
im Sommer 1883 Herrn Lüderitz mit allen Rechten verkauft hat. 
Das Gebiet, für welches Spence jenes Nutzungsrecht erworben, erstreckt sich nicht 
auf die Bai von Angra Pequena, und ist dieses Recht selbst zufolge einer vorliegenden 
Erklärung des Häuptlings und seines Rathes durch den Verkauf an Lüderitz erloschen. 
Lüderitz ist nur verpflichtet, Spence den Durchgang durch sein Gebiet und die 
Benutzung des Hafens von Angra Pequena für die Verschiffung der in einer außerhalb der
        <pb n="630" />
        Randbemerkungen 
des Reichskanzlers: 
also auch von uns. 
Dazu mußten wir 
entweder Besitz er- 
greisen oder Lüderitz 
als Souverän 
anerkennen. 
— 2 — 
Lüderitzschen Besitzung im Innern gelegenen Mine zu gestatten, deren Exploitirung in 
dem Kontrakt vom Jahre 1864 für eine Zeit von 40 Jahren (bis 1. Januar 1904) dem 
2c. Spence zugestanden worden ist. 
Herr Lüderitz nimmt, solange ihm die rechtmäßige Erwerbung der an der Küste 
seines Gebietes innerhalb der drei Seemeilen-Zone gelegenen Inseln durch die Engländer 
nicht nachgewiesen wird, auch für diese Inseln das volle Eigenthumsrecht in Anspruch. 
Das Kap-Gouvernement hat elf solcher Inseln, von denen zwei in der Angra 
Pequena-Bucht liegen, vor Jahren der Firma Spence verpachtet. Das Recht zur Ver- 
pachtung hat der Kolonialsekretär in Kapstadt Herrn Lüderitz gegenüber auf eine Besitz- 
ergreifungsakte des Kommandanten eines Britischen Kriegsschiffes vom Jahre 1866 gestützt. 
Derselbe versuchte aus der bezüglichen Proklamation das Recht Englands auch auf den 
Hafen von Angra Pequena herzuleiten, obwohl, wie der Kaiserliche Konsul in Kapstadt unter 
dem 22. Januar d. J. berichtete, die Inbesitzuahme dieses Hafens schon damals ausdrücklich 
als Kompetenz-Ueberschreitung des hierzu nicht angewiesenen Kommandanten annullirt wurde, 
und die Einverleibungsakte der Kapkolonie vom Jahre 1873 sich auf keinen Punkt an der 
Küste, sondern nur auf jene elf Inseln erstreckte. 
Auf die Frage des Herrn Lüderitz, ob England oder die Kapkolonie die Inseln 
gekauft habe, antwortete der Kolonial-Sekretär, dies sei nicht nöthig gewesen, denn die 
Hottentotten seien „Savages“, deren Land von irgend einer zivilisirten Macht annektirt 
werden könne. 
Diesen neuesten Behauptungen der Kolonialbehörden gegenüber, welche wegen ihres 
posthumen Charakters mindestens auffällig sind, können wir uns auf die, in unserer noch 
unbeantworteten Note schon benutzte Erklärung der Großbritannischen Regierung vom 
30. Dezember 1880 beziehen, welche eine Ausdehnung der Britischen Jurisdiktion jenseits 
des Orangeflusses nur für die Walfisch-Bai zuläßt. · 
Während Herr Lüderitz sonach auf Grund seines Kaufvertrages zugleich mit dem 
Gebiete auf dem Festlande auch die fraglichen Inseln mit allen Privat- und Hoheitsrechten 
für sich reklamirt, erklärt er sich bereit, Herrn Spence, da dieser s. Z. bona fide Pächter 
der Inseln geworden zu sein scheine, die aus dem angeblichen Pachtvertrage (ein solcher ist 
englischerseits bisher nicht produzirt worden) fließenden Rechte bis zum Ablaufe der Pacht- 
zeit nicht streitig zu machen, falls von Seiten der Engländer im Uebrigen seine Rechte 
respektirt werden. 
Was nun den erbetenen Schutz des Reiches anbelangt, so hat Herr Lüderitz 
vor Allem daran erinnert, daß er s. Z. ausdrücklich erklärt habe, es komme ihm darauf an, 
außerhalb der Machtsphäre einer dritten Nation sein Unternehmen zu begründen. Er glaubt 
den Beweis geliefert zu haben, daß das von ihm erworbene Gebiet dieser Voraussetzung 
vollkommen entspreche. 
Eines schriftlichen Antrages über die Form des zu gewährenden Schutzes hat er 
sich enthalten zu sollen geglaubt, weil er nach den ihm gemachten Andeutungen besorgt, daß 
sein Wunsch wegen Inbesitznahme seines Gebietes oder Uebernahme eines Protektorats über 
dasselbe durch das Reich sich nicht ersüllen werde. Er hofft aber, daß die Kaiserliche 
Regierung irgend eine Form finden werde, um die Annexion des fraglichen Gebietes durch 
eine andere Macht zu verhüten. 
Der großbritannischen Regierung gegenüber können wir, außer auf das in Angelegen- 
heiten der Karolinen= und Pelew-Inseln von England gemeinsam mit uns vertretene und in 
der unbeantwortet gebliebenen Note in Erinnerung gebrachte Prinzip, daß nur die effektive 
Okkupation und faktisch ausgeübte Souveränität Anspruch auf Anerkennung begründe, uns 
auch auf den jüngsten Schriftwechsel zwischen den Kabineten von London und Lissabon über 
die Kongofrage berufen. 
In dem englischen Blaubuch Afrika Nr. 2 1884 findet sich Seite 34 unter Nr. 21 
eine Depesche Lord Granvilles vom 7. Januar d. J., worin die englische Regierung die 
Anerkennung der Souveränität Portugals über die Kongo-Mündung u. A. an die Begrenzung 
der Souveränität Portugals über den oberen Schire-Fluß (Nebenfluß des Zambesi) knüpft. 
Diese Forderung wird einfach durch den Hinweis begründet, daß sich an den Seen Nyassa 
und Schirwa, wo Portugal bisher keine Hoheitsrechte ausgeübt habe, seit einiger Zeit eng- 
lische Handels= und Missionsniederlassungen befänden, mit deren Interessen die portugiesische 
Herrschaft nicht verträglich sein würde. Z . 
In Groß-Namaqua und Damara (Herrero) giebt es aber so gut wie leine englischen 
Interessen, dagegen befinden sich daselbst seit mehr als 40 Jahren viele deutsche Handels-
        <pb n="631" />
        also deutsches Schutz- 
land? *! 
Vom Nam. Lande 
nach dem Congo?s 
— 3 — 
und Missionsniederlassungen, für welche wir vor einigen Jahren vergeblich den Schutz der 
englischen Regierung in Anspruch nahmen, weil wir damals noch glaubten, daß England ein 
Protektorat über diese Gebiete prätendire und faktisch ausübe. 
Besäße England in diesen Gebieten Interessen von gleicher Ausdehnung, so würde 
deren Annexion sich ganz von selbst verstehen. 
Will nun das Reich weder Besitz ergreifen, noch ein Protektorat übernehmen, so 
berechtigt doch die in der Südsee (Tonga und Samoa) gemachte Erfahrung zu der Hoffnung, 
daß eine klare Betonung des Werthes, den wir auf die Unabhängigkeit dieses Gebietes von 
einer dritten Macht legen, genügen werde, um eine uns so befreundete und vielfach ver- 
pflichtete Regierung wie die großbritannische zu verhindern, dieses unser Interesse zu 
ignoriren. 
Bei Bestimmung der Form für den Schutz, welchen wir der deutschen Unter- 
nehmung von Angra-Pequena selbst gewähren wollen, könnte in Betracht kommen, Herrn 
Lüderitz nach Analogie der von der englischen Regierung in Fällen, wo die staatliche Besitz- 
ergreifung eines staatlich nicht organisirten Gebietes nicht beliebt wird, an Privatpersonen 
oder Gesellschaften, wie z. B. noch im Jahre 1881 an die „North Borneo Company“ für 
die Exploitirung der mit allen Hoheitsrechten von den Sultanen von Sulu und Bruni 
käuflich erworbenen Gebiete verliehenen „Royal Charter" — so Herrn Lüderitz eine, seinen 
Anspruch auf den Schutz des Reichs unter gewissen Voraussetzungen bestätigende und seine 
Rechte bestimmende Urkunde zu gewähren und hiervon den Mächten Kenntniß zu geben. 
Die der „North Borneo Company“ verliehene Royal Charter giebt derselben das 
Recht zur Führung einer besonderen Flagge, welche ihren britischen Charakter anzeigt, und 
dieser ist durch die Bestimmung gewahrt, daß die Leitung der Gesellschaft in Händen ge- 
borener Engländer liegen muß. Die Charter berechtigt die Gesellschaft zur freien Verfügung 
über das von ihr erworbene Grundeigenthum und zur Ausübung aller staatlichen Funktionen, 
mit nur solchen Einschränkungen, welche das Interesse der Eingeborenen und die Beziehungen 
zum Auslande bedingen. In letzterer Hinsicht behält die Charter die Entscheidung bezw. 
Zustimmung eines der großbritannischen Staatssekretäre vor. Für die Jurisdiktion über 
die britischen Unterthanen und in gemischten Fällen sind die englischen Gesetze und Regulative 
maßgebend. Von besonderer Bedeutung ist die Bestimmung unter Nr. 17 der Charter, 
welche zwar den Handel mit den Territorien der Company für frei erklärt, dieser aber 
das Recht zur Erhebung von Zöllen verleiht. 
Da in letzter Zeit außer Herrn Lüderitz noch andere Deutsche an der Westküste 
von Afrika (die Häuser Woermann und Jantzen &amp; Thormälen in Hamburg) an der 
Cameroons-Küste, gegenüber von Fernando-Po und am Benita-Fluß, und ferner ein 
Konsortium Frankfurter und Stuttgarter Finanziers auf und gegenüber den Los-Inseln 
(9° 25 nördlicher Breite) größere Privaterwerbungen in unabhängigen Gebieten theils ge- 
macht haben, theils beabsichtigen, dem Vernehmen nach auch in der Südsee vertagte Projekte 
dieser Art bald in Angriff genommen werden sollen, so dürfte es ohnehin angezeigt sein, 
die Form des Schutzes zu bestimmen, den wir in unabhängigen, aber staatlich nicht 
organisirten Gebieten, deren Absorbirung durch dritte Mächte gegen unser Interesse wäre, 
den deutschen Unternehmungen von Reichswegen gewähren wollen. Die Verleihung einer 
der englischen Royal Charter entsprechenden Berechtigung würde für das Reich keine größeren 
Pflichten und Kosten involviren, als dasselbe durch dauernde Stationirung von Kriegs- 
schiffen und Einrichtung von Berufskonsulaten bisher in der Südsee auf sich genommen hat 
und nunmehr auch in Afrika übernehmen will. Die von deutschen Missionaren seit lange 
zum Christenthum bekehrte Bevölkerung von Namaqua ist zudem den Deutschen freundlich 
gesinnt, so daß Gewaltthätigkeiten der Eingeborenen gegen dieselbe kaum zu besorgen sind. 
Zugleich mit Verleihung einer solchen Konzession an Herrn Lüderitz, sowie auch 
in dem Falle, daß hiervon abgesehen werden sollte, würde durch den Abschluß eines Ver- 
trages zwischen dem Reich und dem Häuptling von Bethanien, womit wohl Generalkonsul 
Dr. Nachtigal betraut werden könnte, sowohl den Eingeborenen wie dritten Nationen 
gegenüber zu bekunden sein, daß wir jenes Gebiet als ein unabhängiges ansehen. 
Ein solcher Vertrag würde in erster Linie die Uebertragung des fraglichen Gebietes 
auf Herrn Lüderitz sanktioniren. Außerdem aber würde derselbe die Rechte der Deutschen 
auch in den unter der Herrschaft des Häuptlings von Bethanien verbliebenen, 3000 bis 4000 
Quadratmeilen umfassenden Gebieten zu regeln haben, da die Zukunft der deutschen Unter- 
nehmung auf einem geregelten Handelsverkehr mit dem Innern des Landes beruht. Es 
handelt sich hier um eine gesicherte Straße nach dem oberen Kongo und Zambesi.
        <pb n="632" />
        Ist m. E. nicht 
möglich. 
nomine Lüderitz? 
„ Heuptling? 
„ Deutschland? 
unter deutschem 
Schutz? 
ja. 
Besser vielleicht noch 
Vertrag mit dem 
Häuptling. 
ja. 
— 4 —- 
Bis etwa ein besonderes Berufskonsulat für dieses und die sonst von uns als 
unabhängig angesehenen Gebiete in Südwestafrika eingerichtet wäre, könnte vielleicht der 
Vertreter des Herrn Lüderitz, Herr Vogelsang, durch Dr. Nachtigal mit konsularischen 
Funktionen für jene Gebiete betraut werden. 
Herrn Lüderitz kommt es vom nationalen Standpunkt auf die Unabhängigkeit 
seines Gebietes von dritten Mächten und vom kommerziellen wesentlichen darauf an, daß 
die Zollhoheit in demselben auf eine auch von Angehörigen dritter Mächte anzuerkennende 
Weise ausgeübt werde. Andernfalls würde er die Kosten der Unternehmung und der 
Hafenanlagen u. s. w. tragen, während ihm die benachbarten Engländer mit Hülfe ihrer zoll- 
freien Niederlagen in Kapstadt mit den ohnehin billigeren, wenn auch schlechteren Waaren 
(es giebt einstweilen keine deutschen Fabriken, welche mit den Engländern in der Herstellung 
der für die Eingeborenen benöthigten Stoffe konkurriren könnten) eine erdrückende Konkurrenz 
machen würden. 
Sein Versuch, nach dem Maßstab der in Kapstadt von deutschen Waaren erhobenen 
Zölle, seinerseits in Angra Pequena Werthzölle von den englischen Importeuren zu er- 
heben, ist mißglückt. Der Kommandant des englischen Kriegsschiffes „Boadicea“ hat ihm 
bedeutet, er sei kein deutsches Zollhaus und sei zur Ausübung von Sovuveränitätsrechten, so 
lange die Kaiserliche Regierung ihm dieses Recht nicht ausdrücklich verleihe, nicht befugt. 
Auf die Bemerkung, daß man ihm in Kapstadt für eine nach Angra Pequena bestimmte 
Flinte und einen Revolver nicht weniger als 2 Pfd. Sterl. 18 Schilling als Zoll abgenommen 
habe, hätte der englische Kommandant nur die Antwort gehabt: „that is quite aà 
diflerent thing“. 
Falls nicht beliebt werden sollte, Herrn Lüderitz bezw. einer Handelsgesellschaft, 
welche er im Falle der Gewährung des Reichsschutzes zur Exploitirung seines Gebietes 
bilden würde, ein nach dem Muster der erwähnten „Royal Charter“ zur Erhebung von 
Zöllen ermächtigendes Privilegium zu verleihen, so würde das hier vorliegende deutsche 
Interesse nur im Wege des abzuschließenden Vertrages mit dem Häuptlinge von Bethanien 
gewahrt werden können. 
Der Vertrag müßte aussprechen, daß auch für das an Lüderithz verkaufte Gebiet 
die Landeshoheit bei dem Häuptlinge von Bethanien verbleibt, und dieser müßte die Aus- 
übung der Zollhoheit dort selbst übernehmen, oder Herrn Lüderitz hierzu ermächtigen; das 
Nähere würde gleichfalls im Vertrage festzusetzen sein. 
Herr Lüderitz fühlt sich in dem Genuß seines Eigenthums, auf dessen Erwerbung 
und für dessen erste Benutzung er bisher schon über eine halbe Million Mark aufgewandt 
hat, solange nicht frei und sicher, als er Beeinträchtigungen von Seiten der Engländer in 
Kapstadt besorgen muß. 
1. Es dürfte hiernach vor Allem darauf ankommen, die großbritannische Re- 
gierung, welche uns jede Antwort auf die Frage nach der Berechtigung ihrer Ansprüche 
schuldig geblieben ist, unter Mittheilung beglaubigter Abschristen von den die Rechte des 
p. Lüderitz nachweisenden Urkunden, durch den kaiserlichen Botschafter davon in Kenntniß 
zu setzen, daß wir die Voraussetzungen, unter welchen seiner Zeit Herrn Lüderißt der 
Schutz des Reichs für ein außerhalb der Jurisdiktion irgend einer anderen Macht zu be- 
gründendes Unternehmen zugesagt wurde, als erfüllt erachten. 
2. Sollten Ew. Durchlaucht geneigt sein, dem Gedanken, wegen Verleihung einer 
der Form der Englischen „Royal Charter“ nachzubildenden Konzession näher zu treten, so 
könnte hierüber vielleicht zunächst vertraulich mit dem Reichs-Justizamt konferirt werden? 
3. Um bei der ersten sich bietenden Gelegenheit unser Interesse für das Gedeihen 
dieser Deutschen Unternehmung an Ort und Stelle erneut zu bekunden, könnte die Korvette 
„Leipzig“, welche demnächst auf der Heimreise von Ostasien in Capstadt anlegt, beauftragt 
werden, in Angra Pequena zu kurzem Besuch vorzulaufen. 
Darf die Kaiserliche Admiralität ersucht werden, dics zu veranlassen? 
Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerci von E. S. Mitller &amp; Sohn, Berlin 8W, Kochstraße 68—71.
        <pb n="633" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Heraussegeben in der Selenisl. Abthellung bdes Auswirtigen Amts. 
  
—.–————————————————— 1 — — — 1 — — — -2. — — 2 — — 
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–– — 2 22 2 — —52 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 16. jedes Monats. Derielben werden als Beihelte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forsehungsreisenden und Gelebrten aus den deutsehen Sehutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften betragt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3.50 fur Dentichland und Oesterreich= Ungarn. Ml. 375 für 
die Lander des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preicoliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
Juhalt: Amtlicher Theil: Ertheilung des Erequatur an den britischen Vizekonsul Mr. Dundas in Dar-es-Saläm 
S. 587. — Bekanntmachung des Kaiserlichen Gouverneuro von Togo, betreffend die Bildung von Bezirksämtern 
S. 587. — Personalien S. 587. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 588. — Deutsch-Ostafrika: Tod des Quawa S. 588. 
— VBegetationsverhältnisse —S. 580. — Togo: Auo Tschautscho S. 591. — Deutsch-Südwestafrika: Wissen- 
schaftliche Sammlungen S. 591. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung 
S. 5901. — Aus fremden Kolonien: Handel zwischen Frankreich und seinen Kolonien S. 503. — Sanatorium 
auf der Goldküste S. 593. — Verbot von Erpeditionen S. 503. — Handel des Kongostaats im Jahre 1897 S. 593. 
— Verschiedene Mittheilungen: Errichtung einer deunschen Kolonialschule S. 594. — Anleitung zum 
Sammeln, Konserviren und Verpacken von Thieren für die zoologische Sammlung des Museums für Naturkunde 
in Berlin (Schluß) S. 594. — Ueber Parakantschuk S. 600. — Ueber Cassada= oder Manihotstärke aus Deutsch- 
Westafrika S. 600. — Litteratur S. 601. — Litteratur-Verzeichniß S. 602. — Schiffobewegungen S. 602. — 
Verkehrs-Nachrichten S. 602. — Anzeigen. 
  
— — — — — — . — — 
Amtlicher Theil. 
—–—. — — 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Verträge. 
— — — 
Dem zum britischen Vizekonsul für Deutsch-Ostafrika mit dem Amtssitz in Dar-es-Saläm 
ernannten Mr. Dundas ist das Exequatur ertheilt worden. 
Bekanntmachung des Kaiserlichen Gouverneurs von Togo, betreffend die Bildung 
von Bezirksämtern. 
Das Küstengebiet des Schutzgebietes von Togo wird in zwei Bezirksämter eingetheilt, welche die 
Bezeichnung „Bezirksamt Lome' und „Bezirksamt Klein-Popo“ führen und deren Grenzscheide gebildet 
wird von dem Hahofluß, dem Westrande des Togosees bis zur Siomündung und von dort von dem 
Meridian der letzteren bis zu seinem Schnittpunkte mit der Küste. 
Die Abgrenzung der Bezirksämter nach dem Innern bleibt vorbehalten. 
Lome, den 1. August 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Köhler. 
— — 
– 
—— — — — — — — —— v . 
Personalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Premierlieutenant 
à la suite des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (1. Schlesisches) Nr. 10 und derzeitigem 
Leiter der Station Sansanne Mangu Thierry den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse mit 
Schwertern zu verleihen.
        <pb n="634" />
        — 588 — 
Der bisherige kommissarische Bezirksamtmann in Victoria Boeder ist zum Bezirksamtmann 
ernannt worden. 
—— 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 30. August 1898. 
v. Carnap-Quernheimb, Premierlieutenant von der Reserve Schleswigschen Feldartillerie-Regiments 
Nr. 9, mit dem 31. August d. Is. aus der Armee ausgeschieden und mit dem 1. September d. Js. 
unter gleichzeitiger Kommandirung zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amt als Premier= 
lieutenant, vorläufig ohne Patent, à la suite der Schutztruppe für Kamerun angestellt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 10. September 1898. 
Kepler, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenant befördert. 
Prosper Prinz von Arenberg, Sekondlieutenant vom Kürassier-Regiment von Driesen (Westfälischen) 
Nr. 4, scheidet mit dem 30. September d. Is. aus dem Heere aus und wird mit dem 1. Oktober 
d. Is. als Sekondlieutenant mit seinem bisherigen Patent à la suite der Schutztruppe für Süd- 
westafrika angestellt. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 10. September 1898. 
Cramer, Sekondlieutenant, zum Premierlientenant befördert. 
     
7VVVVyy7TVy7VT7?FVYVWTVTJ7T7NTNT7TVYVYV TTV TFVT7°JT?7FTT yYTNYTTTVYT NT]Y F YTVY7 Y T7 TyYT 
Nichtamtlicher Theil. 
7VYVV7V'V7V77V 
Perspvnal-Machrichten. 
Deutsch -Ostafrika. 
An Stelle des verstorbenen Technikers Leß- 
mann ist der Techniker Gottschalk nach Ostafrika 
Togo. 
D| 
l 
--. 
abgereist. I Der Zollassistent Rapp ist Ende Juli in Togo 
| 
# 
Der Stationsassistent Rosenhagen ist mit Ur- 
laub in Deutschland eingetroffen. 
angekommen. 
Ramerun. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer, der 
Forstassessor Dr. Plehn, der Premierlieutenant Der neu angenommene Vorstand des Pferdedepots 
v. Carnap, der Sergeant Gruschka, der Lazareth= Lieutenant a. D. v. Clavc-Bonhaben und Kalku- 
gehülse Peter und der Maschinist Traulsen sind lator Woite sind in Swakopmund angekommen. 
nach Kamerun abgereist. 
1 
SHüdwestafrika. 
Rachrichten aus den deutlschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Dftafrika. Gouvernement aus Iringa unter dem 20. Juli 1898, 
wie folgt: 
„Dem Gorvernement melde ich, daß Quawa sich 
berichtet Hauptmann Prince, dem wohl in erster während seiner Verschollenheit in Uzungwe versteckt 
Linie das Verdienst gebührt, die endliche Ruhe in gehalten hatte. In Bereich der zweiten Kompagnie 
Uhehe herbeigeführt zu haben, an das Kaiserliche kommend, wurde er alsbald verrathen. Premier= 
  
Ueber den Tod des Lultans Duawa
        <pb n="635" />
        lieutenant Kuhlmann schickte während meiner Revi- 
sion Likinindas sofort den Feldwebel Merkl los, 
dessen Geschicklichkeit und Ausdauer es gelungen ist, 
Quawa derart in die Enge zu treiben, daß er dicht 
vor Ankunft des Feldwebels seinen letzten Anhänger 
und sich selbst erschoß.“ 
Dies Ergebniß ist mit großer Genugthuung zu 
begrüßen. Denn wenn auch der Quawa bereits seit 
Monaten über keine Machtmittel mehr verfügte, so 
bedeutete doch seine Existenz an sich eine fortgesetzte 
Beunruhigung des Uhehelandes, und bei dem räthsel- 
haften Einflusse des Mannes auf seine Stammes- 
genossen mußte stets damit gerechnet werden, daß 
bei einer Verringerung unserer militärischen Macht- 
entfaltung ein Theil seiner Anhänger ihm wieder 
zufallen würde. Mit dem Tode des Quawa darf 
wohl jede Gefahr eines Wiederaufflackerns des Auf- 
standes für beseitigt betrachtet werden. 
begetationsverhältnisse. 
Forstassessor v. Bruchhausen hat unter dem 
11. Juli d. Is. über seine Besichtigung der Man- 
groven= 2c. Palmenbestände an der nördlichen Küste 
des ostafrikanischen Schutzgebietes an das Kaiserliche 
Gouvernement in Dar-es-Saläm, wie folgt, berichtet: 
Nach zweitägiger Fahrt mit dem Zollkreuzer 
„Wami“" am 11. Juni in Tanga eingetroffen, besich- 
tigte ich zunächst die Mangrovenbestände in der Um- 
gebung der Stadt. Die in nächster Nähe befindlichen 
Ausflüsse des Mkulumusi und Sigi bilden ein kleines 
Delta, das mit Mangroven besetzt ist. Die Mkulu- 
musimündung verschwindet hierbei vollständig unter 
den niedrigen Stämmen, der Sigi ist jedoch mit 
einem Boot eine große Strecke stromaufwärts zu 
befahren. Zunächst wechseln hier in kleineren Par- 
tien niedrige, krumme Mkaka= oder Mkokostämmchen 
(Rbizophora mucronata) mit der weidenähnlichen 
Mchu (Avicennia officinalis) ab, nur ab und zu 
tritt auch die Mpya (Sonneratia acida) auf. Das 
ganze Bild macht den Eindruck, als wenn früher 
stärkere Stämme dort vorhanden gewesen und abge- 
holzt wären, einige übrig gebliebene stärkere Baum- 
stümpfe scheinen das auch zu bestätigen. 
Weiter oberhalb indeß finden sich etwas bessere 
Mkakabestände, aus denen, wie ein Holzlagerplatz 
beim Dorfe Mahengo zeigte, neben Boriti für Haus- 
bauten auch Eisenbahnschwellen geschlagen werden. 
Etwa ½ Stunde hinter diesem Dorfe hört jedoch 
die Mangrovenvegetation schon wieder auf, so daß 
die Ausdehnung dieser Waldungen nicht allzu groß ist. 
Die der Mündung des Sigi benachbarte Tschon- 
golianibucht ist ebenfalls nur mit niedrigen Gebüschen 
von Mkaka und Mpya umgeben. 
welchen dieselben bilden, ist ziemlich schmal, etwa 
100 m breit, worauf alsdann die gewöhnliche Insel- 
vegetation, dichtes Gestrüpp, folgt. Die Westgrenze 
589 
Der Gürtel, 
  
der Bucht bildet das Festland mit nur wenigen 
Mangroven. Nur an der Nord= und Ostseite der 
Leuchtthurminsel Ulenge, nicht allzuweit von dem 
Wohnhause des Leuchtthurmwärters entfernt, finden 
sich stärkere und schlank gewachsene Mkakastämme mit 
einer Höhe bis zu 22 m und einem Durchmesser bis 
zu 40 cm, welche zu Bauzwecken verwendet werden 
könnten. 
Am 14. besuchte ich die Insel Jambe, welche 
wie fast alle der dem Festlande vorgelagerten Inseln 
mit einem dichten Mangrovennetze umgeben ist. Nur 
die Nordseite der Insel weist einige stärkere Mkaka- 
stämme auf, alles Uebrige ist von keinem besonderen 
Werthe, der Gürtel wird auch selten breiter wie 100 
bis 150 m. 
Am 15. fuhren wir nach Aufnahme des Haupt- 
zollamtsvorstehers Proschell von Tanga nach der 
Mansabucht. Diese Bucht dürfte wohl die schönste 
und größte unserer ganzen Nordküste sein. Mit 
einem vorzüglichen Eingange zwischen der Insel 
Kwale und der Halbinsel Gomani zieht sie sich über 
drei Stunden nach Norden hin, um schließlich noch 
etwas nach Westen hin auszubiegen. Am Ende der 
Bucht liegt das Dorf Mansa. 
Die Hauptmangrovenbestände des Nordens fangen 
hier an. Der größte Theil der holzholenden Dhaus 
fährt in diese Bucht, legt sich hier, vor Unwetter 
geschützt, fest, sucht und schlägt in Ruhe die ge- 
wünschte Art und Anzahl Stämme, um alsdann bei 
günstigem Winde wieder in See zu stechen. 
Der Aufbau der Mangrovenbestände geschieht 
ganz etagenförmig. Zuerst kommt die noch mitten 
im Seewasser stehende, niedrige Mpya und Mchu, 
dann die etwas stärkere Mkandaa (Ceriops can- 
dolleana) und schließlich die Mkaka. Bei dieser 
letzteren fallen die vielen zopftrockenen Stämme in 
die Augen. Die Mkaka wird hier scheinbar im 
Gegensatz zum Rufiyidelta nicht sehr alt, mit etwa 
40 Jahren fängt sie eben schon an abzusterben. 
Eine Nutzung des Holzes muß daher hier früher 
eintreten. Schuld an dem frühzeitigen Eingehen 
dürfte dem geringen Schutz der Stämme vor den 
heftigen Seewinden beizumessen sein, viel aber, und 
wohl hauptsächlich, wird der Umstand mitsprechen, 
daß der wirkliche Schwemmboden, wie er sich im 
Rufiyidelta befindet, in dem die starken Stämme 
reichliche Nahrung und auch gewissen Halt finden 
können, hier fehlt, Seewasser und Festlandsboden 
gehen zu schnell ineinander über. Nur bei dem 
Orte Boma auf der Halbinsel Gomani führt ein 
Kriek weit ins Land hinein, den man schließlich nur 
noch mit einem Einbaum und bei Hochwasser befahren 
kann. Hier befindet sich denn auch die eigentliche 
Holzvorrathskammer der Dhaus. Fast jede Dhau, 
die uns begegnete, gab auf Befragen, woher sie käme 
oder wohin sie führe, diesen Platz an. Infolge des 
schwierigen Transportweges ist man jedoch gezwungen,
        <pb n="636" />
        — 590 — 
das Holz zu zerkleinern und in den Einbäumen den 
großen Dhaus zuzuführen. Größere Stämme werden 
nur mit Mühe herauszuschaffen sein. Dort sah ich 
auch in Gesellschaft der Mkaka zum ersten Male die 
im Rufiyidelta so große Bestände bildende Msimsi 
(Bruguiera gymnorrhiza). Die allgemeine Aus- 
bildung der Stämme in der Bucht ist nicht sehr gut. 
Die Bäume setzen sehr früh eine leichte Krone an 
und wachsen knorrig, so daß sie als Schneideholz 
wenig brauchbar sind. Nur als Bau-, Gruben= und 
eventuell Schwellenhölzer werden sie zu verwenden 
sein. Die vielen vorkommenden, knüppelwüchsigen 
Stämme erklären sich leicht dadurch, daß schon seit 
langer Zeit jedes nur einigermaßen gewachsene junge 
Stämmchen als „Fitos“, „Mohambamoyos"“ oder 
„Mapaos“ für den Bau der Schenzihütten heraus- 
gehauen und alles Unbrauchbare stehen gelassen wird. 
Daß die Altbestände nun größtentheils nur ver- 
krüppelte Hölzer ergeben, liegt auf der Hand. Der 
Jungwuchs an und für sich ist, besonders bei der 
Mkaka, durchweg ein sehr erfreulicher. Derselbe steht 
sogar vielfach zu dicht und bedrängt sich gegenseitig. 
Bei ganz geringer Pflege und Aufsicht müßten sich 
leicht gute Stangenorte, welche man alsdann auch 
als solche zum Verkauf bringen könnte, erziehen 
lassen. 
Neben dieser Bomaseite zeigte sich im Norden 
der Bucht bei den Mkakastämmen noch etwas besserer 
Wuchs, an der Festlandsseite sind ständig nur wenige 
und minderwerthige Mangroven vorhanden. Das, 
wie alle Dörfer der dortigen Gegend, gegen die 
Massaieinfälle mi! Mauern geschütt gewesene Dorf 
Manza scheint nach der Anzahl der dort ansässigen 
Inder ein lebhafter Handelsplatz zu sein. Unter 
Anderem wurde uns Gummi, das Pfund zu 1 Rupie 
bis 1 Rupie 20 Pesa, gezeigt, welches von der zahl- 
reich vorkommenden Gummiliane (Landolphia com- 
morcnsis) stammte. Auch die früher in der Farben- 
industrie eine Rolle spielende Baumflechte Orseille 
(Kocella Montagnei) wurde hier von den Einge- 
borenen noch gesammelt und an den Inder verkauft, 
der allerdings nur 2 Pesa für das Pfund gab. Die 
Ausfuhr geht lediglich nach Sansibar. In den 
solgenden Tagen wurde die Moa= und Jassinbucht 
besichtigt, wobei sich überall dieselben Bilder zeigten 
— starke Abholzungen, aber noch das Vorhandensein 
eines Theiles mehr oder weniger gut ausgebildeter 
Stämme mit Ausschluß von Schneideholz, und viele 
zopftrockene ältere Stämme. Ein schmaler, nur bei 
Hochwasser zu passirender Kanal führt von Moa- 
mitten durch die sich hier sehr erweiternden Bestände 
nach Jassin und gewährt einen guten Einblick in das 
vorhandene Material Mchu, Mkandaa, Mkaka und 
Mfsimsi wechseln miteinander ab bezw. kommen durch- 
einander vor. Die beiden letzten Holzarten bilden 
jedoch stets die eigentlichen Holzbestände. Bei der 
Insel Kirui scheinen die Hauptschlageplätze für die 
Eisenbahnschwellen der Bahn Tanga—Muhesa ge- 
wesen zu sein. 
  
Bei dem Weitermarsche, von Moa zurück nach 
der Mansabucht, wurde die Halbinsel Gomani der 
Länge nach durchschritten. Im Dorfe Gomani 
herrscht noch ein reger Handel mit Kaurimuscheln, 
ein Inder aus Moa hatte dortselbst ein ganzes Haus 
mit denselben vollgepackt. Für acht volle Petroleum- 
tins bezahlte derselbe den Einsammelnden 2 Rupien 
8 Pesa. Große Weideplätze befinden sich im Innern 
der Halbinsel nach Boma zu; der dunkelgefärbte Boden 
ist sehr humös und kräftig, wie große noch gut 
stehende Mtama= und Maisfelder bewiesen, viele 
Kokosschamben sind vorhanden, es macht Alles einen 
wohlhabenden Eindruck. 
Südlich von Tanga existiren verhältnißmäßig nur 
kleinere Buchten, welche auch, wie die Mündungen 
der Flüsse Wami und Kingani, fast nur mit niedrigen 
Mangroven besetzt sind. Bei der Rindennutzung 
könnten dieselben einmal eine Rolle spielen, sonst aber 
kaum. Eine ganze Mangroveninsel, Karange, liegt 
der Bucht Tangata vorgelagert. Die Fluth spilt 
darüber hinweg und ermöglicht dadurch den Man- 
grovenanwuchs, der aber bis jetzt lediglich Brennholz 
aufweist. Besser ist schon ein Kriek in der Nordost- 
seite der Tangatabucht, in dem sich noch eine größere 
Menge Grubenholz befindet. 
Ein etwas größerer Mkakastangenort befindet sich 
schließlich noch südlich von Bagamoyo zmwischen 
Thanghaera und Bueni. Derselbe könnte für die 
Schensibauten in Dar-es-Saläm in Frage kommen. 
Leider sind aber Korallenriffe vorgelagert, die den 
Dhaus das Aulegen erschweren. 
Wenn man nun davon absieht, daß auch die ge- 
ringeren und minderwerthigen Mangrovenbestände 
vielleicht einmal zu einer Rindennutzung herangezogen 
werden könnten, so sind im Verhältniß zu der Länge 
der Küste doch recht wenig wirklich brauchbare Man- 
grovenbestände vorhanden. Der Schwerpunkt für 
den Holzbedarf des Nordens liegt lediglich in der 
Mansabucht bei Moa und Jassin; diese Bestände 
sollte man wenigstens zur Deckung des Lokalbedarfs 
halten. Sie werden aber nicht lange mehr dazu 
imstande sein, für gewisse Zwecke erforderliche, besser 
gewachsene Stämme werden jetzt schon aus dem 
Rufiyidelta geholt, obgleich das Moadelta gerade so 
gut die nicht allzustarken Hölzer zu liefern imstande 
wäre. Bei einiger Pflege der Waldungen würde 
aber noch über den lokalen Bedarf, der sich bis 
Saadani erstreckt, hinaus Holz produzirt werden 
können und ein guter Verdienst zu erzielen sein. 
Zusammenstellung der im Etatsjahre 1897/98 
in Tanga erhobenen Holzschlaggebühr: 
Aprii.. 28 Nup. 33N Pesa, 
Mai .. .. . 174 52 
Juni. . . 70 07 
Juli 153 = 46 = 
August 71 34 
Septemberrn 122 25 
Oktobbernr 64 -42
        <pb n="637" />
        November 72 Rup. 28 Pesa, 
Dezembben 79 33 
Januar 151 = 55 = 
Februrr 77 - 20 = 
März 50 = 63 
  
Zusammen 1117 Rup. 54 Pesa. 
Der Berechnung lagen folgende Preise für die 
einzelnen Holzklassen (von den schwächsten zu den 
stärkeren) zu Grunde: 
1. 1000 Stück Fitoes. 8—10 Rup., 
2. 1 Korja Makambamoyoo 3 
3. 1 = Guzo 2—2⅛½ 
4. 1.= Boritis 5— 10 = 
5. 1 Stück Himili 5—15 
6. 1 Korja Bretter. 12—20 
7. 100 Stück Eisenbahnschwellen 66—70 
— — 
Togo. 
Aus Cschautscho. 
Der König von Tschautscho, Jabo Bukari, wel- 
cher seit Jahren unter deutschem Schutze steht und 
den deutschen Behörden bei Kämpfen gegen räuberische 
Stämme wiederholt freiwillig Heeresfolge geleistet 
hat, ist verstorben. Da zwölf Personen vorhanden 
waren, die das Recht auf seine Nachfolge beanspruchen, 
wäre es leicht zu Streitigkeiten gekommen, wenn 
nicht der Chef der deutschen Station in Basari, 
Dr. Kersting, die Häuptlinge bewogen hätte, sich 
dem Wahlspruch des Shallohäuptlings, der nach alter 
Sitte dazu berufen ist, zu sügen. Es wurde durch 
ihn ein Bruder des verstorbenen Königs gewählt, 
ein Mann von etwa 40 Jahren, der sich Jabo IV. 
nennt. Gegen 300 Häuptlinge des Gebiets haben 
nach der Wahl dem neuen König gehuldigt. 
—.....— 
Deutsch-Züdwelkafrika. 
Wissenschaftliche Lammlungen. 
Der Vertreter der South West Africa Company, 
Premierlieutenant à la suite Dr. Hartmann, hat 
dem Königlichen Museum für Völkerkunde zu Berlin 
eine aus etwa 300 Nummern bestehende Sammlung, 
aus dem Gebiete der Ovambo-Buschmänner, Kung- 
Buschmänner, Zwartbooi-Hottentotten, Herero 2c., 
Ovamboland, Südwestafrika, stammend, als Geschenk 
überreicht. Die Sammlung ist im Auftrage der 
South West Africe Company in London von den 
Missionaren Rautanen in Olukonda und Wulf- 
horst in Ompanda mit großem Fleiß und großer 
Umsicht zusammengestellt, sehr sorgfältig ctikettirt und 
bildet so eine wichtige Ergänzung des Bestandes 
des Museums. · 
-.------.-----— 
  
591 — 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Nach einem Berichte des hochw. Bischofs Msgr. 
Couppé in den „Marien-Monatsheften“ war der 
Stand der Mission vom hl. Herzen Jesu Ende 1897 
folgender: 
1. Allgemeine Uebersicht. 
Europäisches Personal: der apostolische Vikar, 
7 Rriester, 16 Brüder, 14 Schwestern, Gesammt- 
summe 38. Das Jahr hindurch waren wir 40 Mis- 
sionare, jedoch gegen Ende desselben starben ein 
Bruder und eine Schwester.?) 
Einheimisches Personal: 3 Katechisten. 
Stationen: 8, nämlich Wlawolo, von Anfang an 
gegründet; Vuna-Pope, seit 1891 bestehend; Mala- 
guna, im November 1893 errichtet; Villa-Maria, 
im September 1895 entstanden; Takubar, seit Februar 
1896 eine Missionsstation; Vunatoro, seit Juni 1896 
besetzt; Vuna-Märita, seit November 1896, und 
Ramandu, seit Juni 1897 in Angriff genommen. 
Kirchen oder Kapellen: 23, wovon wir 9 selbst 
erbauten in dem uns von der Regierung zugewiesenen 
Theile, während die übrigen 14 von den Eingeborenen 
im wesleyanischen Bezirke aufgeführt werden. Es 
ist uns nicht gestattet, in denselben Funktionen aus- 
zuüben, aber die Eingeborenen versammeln sich dort 
aus freiem Antriebe zum katholischen Gebete und 
Unterrichte. 
Waisenhäuser: 3, nämlich 1 für die Knaben und 
2 für die Mädchen; seit deren Bestehen sanden 304 
losgekaufte Kinder Aufnahme, und 204 werden ge- 
genwärtig auf Kosten der Mission erzogen. 
Elementarschulen: 7, d. i. 4 von Knaben und 3 
von Mädchen besucht, im Ganzen gegenwärtig 427 
Kinder zählend. 
Pensionat für weiße Kinder und Mestizen: 1. 
Im Augenblick befinden sich darin 9 Kinder, worunter 
8 protestantischen Eltern angehören, welche uns zur 
katholischen Erziehung ihrer Kleinen ermächtigt haben. 
Arbeitsschule: 1, von 15 Mädchen besucht. 
Katechistenschule: 1. Einige Eingeborene werden 
soeben dortselbst geprüft. 
Schwesterklöster: 3. 
Taufen seit Beginn der Mission: 4942. 
Eingewanderte Katholiken, welche augenblicklich 
im Vikariate wohnen: 62. 
Gegenwärtig lebende Katholiken: 4803. 
Protestanten, eingeborene und weiße, wohnhaft 
im Vikariat: ungefähr 1200. 
Heiden des Vikariats: ihre Zahl läßt sich nicht 
einmal annähernd schätzen, beläuft sich jedoch immer- 
hin auf über 500 000. 
–— 
  
*) Im Herbste des Jahres 1897 reisten 4 Priester 
und 2 Brüder nach Neupommern; die Gesammtzahl der 
Missionare beträgt augenblicklich 44.
        <pb n="638" />
        2. Stand jeder einzelnen Station. 
Vuna-Pope (Blankabucht, Gazelle-Halbinsel). 
Centralstation und Residenz des apostol. Vikars; sie 
zählt 2 Priester, 12 Brüder und 10 Schwestern, 
219 Getaufte und 30 Katechumenen. Sie hat auf- 
zuweisen: 1 Haus für die Missionare, 1 Kloster für 
die Schwestern, 2 Kapellen, 1 Mädchenwaisenhaus 
mit Schule, 1 Knabenwaisenhaus mit Schule, 1 Ar- 
beitsschule, 1 Schule zur Heranbildung schwarzer 
Katechisten, 2 Vorrathsschuppen, 1 großen Schuppen 
für Bauholz und Boote, 1 Wohnhaus für die Ar- 
beiter, 1 Meierei mit 34 Stück Vieh. 
Diese Station wird von 200 Waisen beiderlei 
Geschlechts und 35 Arbeitern bewohnt. Sonntags 
finden sich ungefähr 100 noch heidnische Eingeborene 
und 10 katholische Weiße ein. 
Takubar (Blankabucht). Station zweiten Ran- 
ges, bewohnt von einem in unseren Waisenhäusern 
erzogenen Schwarzen und von Vuna-Pope aus missio- 
nirt durch einen Priester und einen Katechistenbruder, 
43 Getauste und 20 Katechumenen zählend. 
1 Wohnhaus für den Katechisten, 1 Kirche. 
Villa-Maria (im Innern der Gazelle-Halb- 
insel). Hauptstation mit 1 Priester und 1 Bruder, 
736 Getauften und 100 Katechumenen. 
1 Wohnhaus aus Holz und Eisen für die 
Missionare, 1 Kirche. 
Buntaro (im Innern der Gazelle-Halbinsel). 
Station zweiten Ranges mit einem eingeborenen 
Katechisten, missionirt durch den Pater von Villa- 
Maria. Die Neophyten und Katechumenen sind schon 
weiter oben bei Villa-Maria miteingerechnet. 
Malaguna (Blankabucht). Hauptstation mit 
1 Pater, 1 Bruder und 2 Schwestern; 2153 Ge- 
taufsten und 233 Katechumenen. 
1 Haus für die Missionare, 1 Kloster für die 
Schwestern, 1 Kirche aus einheimischem Material, 
1 Knaben= und 1 Mädchenschule. 
Wlawolo (Tälelebucht). Hauptstation mit 
1 Priester, 1 Bruder und 2 Schwestern, 1646 Ge- 
tausten und 100 Katechumenen. 
1 Wohnhaus für die Missionare, 1 Schwestern- 
kloster, 1 Mädchenwaisenhaus, 1 Kirche aus Eisen, 
1 Knaben= und 1 Mädchenschule. 
Wuna-Märita (Gebiet von Baining). Haupt- 
station (gegründet am 28. November 1896) mit 
1 Pater und 1 Bruder, 135 Neophyten und 50 
Katechumenen. 
1 Haus nach europäischer Bauart für die Mis- 
sionare, 1 Kirche aus einheimischem Material. Schule 
wird vorläufig im Hause der Missionare gehalten. 
Ramandu (Küste von Baining). Hauptstation, 
am 31. Mai 1897 errichtet, Sitz 1 Paters und 
1 Bruders. Nur 10 Getaufte, schon mitinbegriffen 
bei Vuna-Märita; 30 Katechumenen. 
1 Haus nach europäischer Bauart, 1 Kirche aus 
einheimischem Material. 
592 
  
—— 
Außer diesen acht von der Regierung bestätigten 
Stationen besitzen wir noch 14 Kirchen aus ein- 
heimischem Material, erbaut aus eigenem Antriebe 
von den Eingeborenen des wesleyanischen Distrikts, 
worin wir aber keine geistlichen Funktionen vor- 
nehmen dürfen. Zahlreiche Schwarze versammeln 
sich dort jeden Sonntag zum Gebete und Unterrichte, 
welchem ein in unseren Stationen unterwiesener Ein- 
geborener vorsteht. Ueber 6000 dieser Schwarzen 
sehnen die Stunde herbei, in der wir die Befugniß 
erhalten, bei ihnen unsere Missionsthätigkeit aus- 
zuüben. 
Uebersichtstabelle sämmtlicher Taufen seit 
Beginn der Mission. 
Seit Beginn bis Kinder Erwachsene 
  
zum 1. August 1891 135 — 135 
Missionsjahr 1891/92 103 7 = 110 
- 1892/93 26 49 = 75 
O 1893/94 71 79 - 150 
- 1894/95 117 383 = 500 
- 1895/96 417 1231 — 1648 
- 1896/97 815 1504 = 2319 
Zusammen 1684 3253 = 4937 
Tausen in der Sterbestuden 5 
4942 
Fortschritte der Mission vom 1. August 1896 
bis 1. August 1897. 
Zahl der Zunahme des Personals: 8, nämlich 
6 Schwestern und 2 Brüder (s. Fußnote auf S. 591). 
Kirchen. Es wurden 10 neue Kirchen eröffnet, 
2 in unserem und 8 im wesleyanischen Bezirke. 
Stationen: 2 neugegründete: in Vuna-Märita 
und 1 zu Ramandu, beide im Baininger Gebiete. 
Taufen: 2319, Kindern gespendet 815 und Er- 
wachsenen 1504. 
Schulen: 4 neue, Zunahme der Schülerzahl: 251. 
Osterkommunionen: 2202. 
Kommunionen unterm Jahre: 15 627. 
Firmungen: 1012. 
Gegenwärtige Zahl der Katechumenen: 573. 
Zahl der gegeuwärtig in unseren Waisenhäusern 
unterhaltenen Kuder: 204. 
Zahl der Kinder des Pensionats: 9. 
Gegenwärtige Zahl der Katholiken: 4803. 
In betreff materieller Arbeiten haben wir im 
letzten Missionsjahre eine Fahrstraße nach Villa-Maria 
vollendet, die drei Wohnhäuser zu Villa-Mario, 
Vuna-Märita und Ramandu aus Holz und Eisen 
erbaut, verschiedene Kirchen und Schulen, theils aus 
australischem, theils aus einheimischem Material er- 
richtct, einen großen Schuppen für Bauholz und 
Boote vollendet, eine Küche in Vuna-Pope gebaut 
und in derselben Station den Bau einer Kirche aus 
Eisen und Holz begonnen.
        <pb n="639" />
        KAus fremden Rolonien. 
Dandel zwischen Frankreich und seinen Rolonien. 
Nach dem Tableau général du commerce de la 
France hat sich der Umfang des Handels zwischen 
Frankreich und seinen Kolonien im Jahre 1897 
gegenüber den beiden vorhergehenden Jahren an- 
sehnlich gesteigert. Der gesammte Aus= und Ein- 
fuhrverkehr Frankreichs mit seinen Kolonien hatte 
folgenden Werth: 
  
1895 1896 1897 
Millionen Francs 
Algerien 475,9 448,3 481,3 
Tunis 71,6 67,1 76.3 
Französisch= Indo= China 86,9 54,5 6107 
Senegal u. and. französische 
Besitzungen in Westafrika 50,6 57,4 52,2 
Réunion . 27,0 37,5 40,2 
St. Pierre und W . 37,0 37,3 34,5 
Martinique .32,8 32,3 32,0 
Guadelouape 24,0 29,5 24,4 
Französische Besitzungen in 
Oceanien 15,5 19,4 23,2 
Madagaskar, Mayvotte, Nossi- 
Bé, St. Marie . 16,7 12,1 22,5 
Französisch- Guyana . 12,7 12,5 12,4 
Französische Bestungen in 
Indien Z 7.1 5,6 4,0 
Zufammen 857,8 813,5 864,.7 
Dieser Verkehr war sonach 1897 um 51200000 
Francs größer als im Vorjahre. 
Es belief sich die Einfuhr nach Frankreich aus 
  
1895 1896 1897 
Millionen Francs 
Algerien 253,3 203,8 246,0 
Tunis 35, 26,1 29,3 
Französisch-Indo- China 22,3 17,8 23,2 
St. Pierre und Miguelon . 29,8 30,5 27,0 
Réunion . .18,320,920,7 
cenegalzc 19,923,620,4 
Martinique 18,4 18,8 190,0 
Guadeloupe 12, 16,3 13,1 
Französische Vesibungen in 
Oceanien 9,1 11,9 12,2 
Madagaskar ꝛc. .. 4,2 4,2 4,7 
Französische Vesibungen in 
Indien . 6.7 4,9 3,0 
Französisch= -Guyana. 0,6 2,1 1,6 
Zusammen 430,0 380,9 420,2 
Die Ausfuhr Frankreichs hatte folgenden Werth 
in den einzelnen Kolonien: 
1895 1896 1897 
Millionen Francs 
Algerien 222,6 244,5 235,3 
Tuis 36,5 41,0 47,0 
Franzöfisch-Indo- China 644 36,7 38,5 
enegal c. 30,7 33,8 31,8 
593 
  
  
  
  
1895 1896 1897 
Millionen Francs 
Réunion 8,7 16,6 19,5 
Madagaskar 12,5 7,9 17,8 
Martinique 14,.4 13,5 1300 
Guadeloupe .. 11,9 13,2 11,3 
Französische Vesibungen in 
Oceanien 6,4 7,5 119,0 
Französisch= Guyana . 12,1 10,4 10, S 
St. Pierre und Miquelon 7,2 6.8 7,5 
Französische Beshungen in 
Indien . 0,4 0.7 1,0 
gusammen 427,8 432,6 444,5 
Die Einfuhr hat um 39 300 000, die Ausfuhr 
um 11 900 000 Francs zugenommen. 
Unter der Ausfuhr Frankreichs nach den Kolonien 
befanden sich 1897 
Verzehrungsgegenstände für 
Fabrikate 
Gegenstände für die Industrie 
106 200 000 Frcs. 
301 600 O0O0 = 
36 500 0O000 = 
— —ÔÔ Ô“Ó— — 
Lanatorium auf der Goloküste. 
Das Gouvernement der Goldküste hat in Aburi, 
einem etwa 30 bis 40 km von Accra entfernten 
Orte im Akuapimgebirge, ein Sanatorium errichtet, 
worin rekonvalescente Offiziere und Beamte sich er- 
holen sollen. Reise und Aufenthalt sind für Beamte 
frei, es wird nur für Wäsche eine tägliche Gebühr 
von 5 Pence erhoben. Der Aufenthalt soll aber 
immer nur eine bis zwei Wochen dauern. Es ist 
für eine Bibliothek, Billard und andere Gesellschafts- 
spiele sowie ärztliche Pflege im Sanatorium gesorgt. 
——. — 
Verbot von Expeditionen. 
Durch eine Proklamation des High Commissioners 
vom 10. August 1898 ist die Ausführung von Ex- 
peditionen in das Gebiet der Maschukulumbwe, 
Batoko und Nachbarstämme auf Grund von dort 
erworbenen, amtlich aber nicht anerkannten Kon- 
zessionen verboten worden. 
7 
Dandel des Kongostaats im Jahre 1897. 
Der Kongostaat hat im Jahre 1897 einen 
Handel im Umfange von 7 913 000 Dollars zu 
verzeichnen gehabt. 3 377 000 entficlen auf die 
Aus= und 4 535 500 Dollars auf die Einfuhr. 
Im Vergleich zum Jahre 1896 ist eine Steigerung 
um etwa 31 PCt. eingetreten.
        <pb n="640" />
        — 594 — 
VBerschiedene Mittheilungen. 
Errichtung einer deutschen Rolonialschule. 
Zu Witzenhausen an der Werra ist eine deutsche 
Kolonialschule errichtet worden. 
Die deutsche Kolonialschule will in erster Linie 
praktische Wirthschafts= und Plantagenbeamte, 
Pflanzer, Landwirthe, Viehzüchter und Kauf- 
leute für die deutschen Kolonien und überseeischen 
Ansiedelungsgebiete tüchtig und vielseitig vorbereiten, 
damit sie möglichst in allen Sätteln gerecht werden. 
Die Schule soll mit dieser praktischen Vorberei- 
tung für überseeische Arbeit neben den Landwirthen, 
Gärtnern und Kaufleuten (ohne Unterschied der Kon- 
fession) auch evangelischen Missionsanwärtern, Missio- 
naren und Beamten dienen. 
Die Anstalt umfaßt die eigens zu diesem Zweck 
hergerichtete Domäne Witzenhausen a. d. Werra. Ihre 
Gebäude grenzen unmittelbar an den Fluß. Das 
Hauptgebäude wird hergerichtet als Lehr= und Ver- 
pflegungsanstalt für zunächst 40 Schüler. Die 
Domänen= und hinzugekommenen Pachtländereien 
ermöglichen den Betrieb vielseitiger Land= und Vieh- 
wirthschaft. Handwerkstätten mit Wasserkraftsbetrieb, 
Gärtnerei, Obstplantagen, Weinberge und die um- 
liegenden Staatsforsten bieten weitere Bildungsmittel, 
und durch Einrichtung eines eigenen naturwissenschaft- 
lichen Instituts innerhalb der Anstalt wird auch 
weitgehenden Ansprüchen an den theoretischen land- 
wirthschaftlichen Unterricht Genüge geleistet. Tabak- 
und Konservenfabriken in Witzenhausen, die Forst- 
akademie Münden, die Bildungsstätten Kassels und 
das landwirthschaftliche Institut in Göttingen sowie 
die Universität ermöglichen in leicht erreichbarer Weise 
jede wünschenswerthe Ergänzung der Bildungsmittel 
der Anstalt. 
Schüler im Alter von 17 bis 25 Jahren finden 
zu Beginn jedes Halbjahres Aufnahme zu einem 
jährlichen Lehr= und Pensionspreis von 800 bis 
1200 Mark. Die Anstalt bietet Wohnung, Kost, 
Feuerung und Licht, Bettstelle und Matratze. Für 
Wäsche haben die Schüler selbst zu sorgen oder be- 
sondere Vergütung zu zahlen. 
Gäste, die nur abgekürzte Kurse durchmachen 
wollen, finden Privatwohnung außerhalb der Anstalt 
und haben für Unterricht und Uebungen 200 bis 
400 Mark jährlich zu zahlen. 
Bei Anmeldungen zur Aufnahme sind vorzulegen: 
1. Geburts= und Taufschein; 2. Impfschein: 3. Schul- 
entlassungszeugniß; 4. Kurzer Lebenslauf; 5. Zeug- 
nisse der Lehr= oder Dienstherren, falls der Aufzu- 
nehmende schon eine Lehr= oder Berufsstelle innegehabt 
hat; 6. Nachweis über etwaigen Militärdienst oder 
Angabe, ob Berechtigung zum einjährigen Dienst 
vorhanden; 7. polizeiliches Führungszeugniß. 
— 
  
Anleitung zum Lammeln, Nonserviren und Derpacken 
von Thieren für die zoologische Lammlung des Museums 
für Katurkunde in Berlin. 
(Schluß.) 
10. Mantelthiere (Tunikaten) 
von Ant. Collin. 
Die im Ozean freischwimmenden, oft schön leuch- 
tenden, glashellen oder lebhaft gefärbten Mantel- 
thiere (Salpen und Pyrosomen) müssen mit einem 
Oberflächennetz gefischt werden. 
Die festsitzenden Mantelthiere leben entweder als 
Einzelthiere oder als Thierkolonien in allen Meeres- 
tiefen und in der Strandregion; sie sitzen an Holz, 
Steinen 2c. auf sandigem, steinigem oder schlammigem 
Boden. Oft bilden sie farbige Ueberzüge auf ihrer 
Unterlage. Um die Thiere nicht zu verletzen, kon- 
servirt man sie am zweckmäßigsten zugleich mit dieser. 
Man sammelt die Thiere entweder bei Ebbe am 
Strande oder im tieferen Wasser mit dem Schlepp- 
netz. Zur Konservirung ist starker Alkohol zu 
empfehlen, welcher gleich von Anfang in Anwendung 
gebracht werden muß, da der Körper der Mantel- 
thiere sehr viel Wasser enthält. Auch muß der Al- 
kohol später erneuert werden. 
11. Moosthiere (Bryozoen) 
von M. Meißner. 
1. Meeres-Bryozoen. 
Die Kolonien der marinen Moosthierchen zeigen 
mannigfache Gestaltung. Sie bilden bald rinden- 
oder moosförmige Ueberzüge über allerlei Unterlagen 
oder erheben sich mit einem Stiele baums= oder strauch- 
artig auf fremden Gegenständen. Letztere Formen 
haben eine äußerliche Aehnlichkeit mit kleinen Korallen- 
stöcken, die durch ihre meist sehr lebhafte Färbung 
noch erhöht wird. " 
Die Stöckchen kann man sowohl trocken als in 
Spiritus konserviren, doch empfiehlt es sich, den 
Theil der Unterlage, auf dem sie festgewachsen sind, 
oder den sie überziehen, mit zu konserviren. Bei 
großen Stücken muß der Alkohol, der nicht sauer 
(wegen des Kalkgerüstes) sein darf, öfter gewechselt 
werden. Die Verpackung erfolgt wie bei den 
Korallenstöcken. Genaue Angabe des Fundorts, der 
Temperatur, Tiefe, Bodenbeschaffenheit der Fundstelle, 
Farbe des lebenden Thieres, Name bei den En- 
geborenen, biologische Notizen sind wichtig und 
dankenswerth. 
2. Süßwasser-Bryozoen.“) 
Die Süßwasser-Bryozoen findet man an schat- 
tigen Stellen, in dem klaren, seichten Wasser der 
Seen und Teiche. Sie kommen auch, jedoch relativ 
selten, in fließenden Bächen und Strömen und selbst 
— G — — 
“) Mit einigen Veränderungen abgedruckt aus: „Die 
Thierwelt Ostafrikas“. Mooothiere von M. Meißner, 
Berlin, Dietrich Reimer 1895.
        <pb n="641" />
        — 595 
in brackigem Wasser vor. Die Hauptfundstellen 
jedoch, an denen man sie besonders suchen muß, sind 
die Seen, Teiche, Tümpel, Cisternen und Bäche. 
Die Kolonien — die bisher bekannten Süßwasser- 
Bryozoen sind alle koloniebildend — bilden dort 
entweder massige Klumpen, welche Schilfrohr, 
Pflanzenzweige, abgestorbene Holzäste und ähnliche 
vom Wasser umspülte Gegenstände, sogar lebende 
Sumpfschnecken (Paludina) umwachsen, oder sie 
sitzen in Form von hirschgeweihartig verzweigten 
Verästelungen auf der dem Lichte abewandten Seite 
von Wasserpflanzenblättern, besonders großen See- 
rosenblätter (Nymphaeaceae), Steinen, todten 
Muschelschalen und dergleichen. Andere bilden rasen- 
artige Bedeckungen auf mancherlei Unterlage oder 
erheben sich aufrecht, baumartig verästelt von ihrem 
Ansatzkörper. Die Kolonien einer besonderen Gattung 
bilden sogar längliche, raupenartig aussehende Polster 
auf Rohrstengeln und anderen Gegenständen. 
Beim Suchen nach Bryozoen kommt es also 
hauptsächlich darauf an, die im Wasser liegenden 
Gegenstände auf etwaigen Bewuchs zu untersuchen, 
ebenso versäume man nicht, einige Stengel heraus- 
gerissenen Schilfrohrs daraufhin zu prüsen. Ob nun 
der Bewuchs eine Bryozoe ist, läßt sich nur fest- 
stellen, wenn man den Fund mit Unterlage in ein 
flaches Gefäß mit Wasser bringt und ihn nach 
einiger Zeit mit einer schwachen Lupenvergrößerung 
besichtigt. Dann haben sich nämlich die kleinen 
Einzelthiere, die durch das Herausnehmen aus dem 
Wasser beunruhigt wurden und sich in ihre röhren- 
förmigen Gehäuse zurückgezogen hatten, wieder aus- 
gestreckt, und man sieht das muntere Wimperspiel 
ihrer Tentakel. Zur Konservirung genügt ein ein- 
saches Einsetzen des Stückes in Alkohol, der jedoch 
besonders bei den massigen Formen öfters erneuert 
werden muß. Man versäume jedoch nie, den Theil 
der Unterlage, auf dem die Thiere festgewachsen sind, 
mit zu konserviren. Auch ist eine ausführliche An- 
gabe des Fundortes mit Datum, der Temperatur 
und Tiefe des Wassers wichtig, sowie jede biologische 
Notiz hoch willkommen. 
Ein in Alkohol aufbewahrter Bryozoenstock ge- 
nügt allen Ansprüchen der wissenschaftlichen Unter- 
suchung, aber auch trockene Kolonien, die man in 
etwa eingetrockneten Pfützen, Lachen, Bachrinnen 2c. 
als Ueberzüge auf Steinen, Muscheln und dergleichen 
findet, lassen sich oft noch determiniren, und ist des- 
halb das Sammeln solcher Stücke zu empfehlen. 
Da für die Bestimmung vieler Bryozoen, neben 
anderen Charakteren, auch die Form der für einen 
Theil dieser Gruppe charakteristischen Fortpflanzungs- 
körper, der sogenannten Statoblasten, wichtig ist, so 
empfiehlt es sich, daß der Sammler auch auf diese 
Statoblasten sein Augenmerk richtet, da oftmals ein 
erbeuteter Statoblast schon gestattet, auf das Vor- 
kommen einer betreffenden Gattung, wenn nicht Art 
zu schließen. Diese Fortpflanzungskörperchen sind 
lleine, stecknadelknopfgroße, linsenförmige, meist dunkel- 
  
braungefärbte Körnchen, die im Wasser flottirend 
getroffen oder am Rande der Gewässer angeschwemmt 
gefunden werden. Manchmal treten diese Körper 
so zahlreich auf, daß der ganze Rand des betreffenden 
Teiches rc. damit bedeckt ist. Oft sind sie auch auf 
Konchylienschalen festgeklebt. In diesem Falle nimmt 
man die Schale trocken oder in Spiritus mit. Die 
freischwimmenden Statoblasten werden in kleinen 
Gläschen in Spiritus konservirt. 
12. Würmer 
von Ant. Collin. 
1. Land= und Süßwasserwürmer. 
a) Regen würmer leben in feuchtem Boden, 
an Bachufern, in Wiesen= und Gartenerde, unter 
modernden Blättern, in hohlen Baumstämmen, an 
diesen auch zwischen den Rissen der Rinde. Sie 
müssen durch Umgraben der Erde gesammelt werden. 
Wichtig ist es, solche Thiere zu sammeln, welche 
einen möglichst entwickelten Gürtel (Clitellum) 
besitzen, d. h. eine auffallend gefärbte angeschwollene 
Körperpartie in der Nähe des Vorderendes; denn 
oft ist es nur in diesem Falle möglich, das Thier 
zu bestimmen oder zu beschreiben. 
b) Blutegel. Sie leben in Bächen und Teichen, 
bisweilen auch (in den Tropen und gemäßigten 
Zonen) auf dem Lande in feuchtem Laub und unter 
Holz. Oft sitzen sie als Schmarotzer an Fischen oder 
in den Schalen und an den Kiemen von Muscheln 
und Schnecken. 
c) Landplanarien. Langgestreckte Würmer, 
oft schön und auffallend gefärbt, 1 bis 20 cm lang, 
sind besonders in der heißen Zone weit verbreitet. Sie 
leben in Wäldern an feuchten Stellen, in abgefallenem 
Laub, unter moderndem Holz, auch auf Sträuchern 
an der Unterseite der Blätter, in Blüthen und an 
Pilzen; besonders nachts kommen sie aus ihren Schlupf- 
winkeln hervor. Sie sind sehr empfindlich, zerbrechen 
leicht und müssen daher vorsichtig behandelt werden. 
4) Kleine Würmer des Süßwassers. Man 
entnimmt einem Teich, Bach oder Sumpf eine Schlamm- 
probe mit Algen, Blättern und faulen Holzstücken und 
bringt sie in eine Schüssel oder Glasschale. Nach 
einiger Zeit kommen dunkle Süßwasserplanarien, hell 
oder rosa gefärbte kleine Borstenwürmer u. dergl. zum 
Vorschein. Wenn man die Glasschale auf eine weiße 
oder schwarze Unterlage stellt, werden die kleinen 
dunklen oder hellen Thiere besser sichtbar. Auch der 
Bodensatz ist nach Würmern zu untersuchen, welche 
oft nur einen Theil ihres Körpers aus dem Schlamm 
herausstrecken oder sich ganz darin verbergen. 
e) Eingeweidewürmer. Es ist eine genaue 
Angabe erforderlich, in welchem Thier und in welchem 
Organ desselben die Würmer gefunden sind. Band- 
würmer müssen besonders vorsichtig herausgenommen 
werden, damit der oft sehr kleine, an der Darm- 
schleimhaut festsitzende Kopf nicht abgerissen wird. 
Eingeweidewürmer (also Spul= und Fadenwürmer,
        <pb n="642" />
        Blasenwürmer, Bandwürmer und Saugwürmer 2c.) 
können sich bei allen Thieren und in allen Organen 
finden. Zu achten wäre namentlich auch auf mensch- 
liche Eingeweidewürmer. 
2. Meereswürmer. 
Hier sind zu unterscheiden die prächtig gefärbten, 
oft seltsam gestalteten borstentragenden Anncliden, die 
Sternwürmer, die Blutegel, die langgestreckten bunten 
Schnurwürmer (Nemertinen), und die Meeres-Platt- 
würmer. Man findet die Würmer in geringen Tiefen 
am Strande, aber auch hinab bis zu den größten ge- 
messenen Meerestiefen. Manche Strandwürmer leben 
im Sande, wo, sie sich durch die Anwesenheit von 
schnurförmigen Kothhaufen und kleinen Löchern ver- 
rathen, sie müssen durch schnelles Aufgraben des Bodens 
gefangen werden. Andere Würmer sitzen an Schnecken- 
und Muschelschalen, zum Theil in dieselben eingebohrt, 
auf Seesternen, in Spalten des Pfahlwerks der Hafen- 
anlagen, auf und unter Steinen. Reiche Ausbeute 
geben auch die Korallenriffc, welche zahlreiche eigen- 
thümliche Würmer aufweisen. Manche Würmer be- 
wohnen Riffe von Steinen und poröse Klippen, in 
welche sie sich hineinbohren. Blutegel hat man an 
der Haut der Fische und Schildkröten zu suchen. 
Viele Würmer bauen sich eine eigene kalkige Röhre 
oder verkitten Muschelfragmente, Pflanzenreste, Schlamm 
und Sandkörner zu einer Röhre. In diesen Fällen 
müssen sowohl die Thiere wie die Röhren aufbewahrt 
werden. Meereswürmer aus größeren Tiefen müssen 
mit dem Schleppnetz gefischt werden. Eine Anzahl 
von Würmern lebt pelagisch an der Oberfläche des 
Meeres; sie können mit Kätschern und Oberflächen- 
netzen gefangen werden. Schwimmenden Scetang und 
Algen lasse man einige Zeit in einer Schale mit See- 
wasser stehen; es werden sich dann zahlrciche Würmer 
an der Oberfläche des Wassers und an den Wänden 
der Schale zeigen. 
Konservirung und Versendung. 
Falls es angeht, fertige man vor der Abtödtung 
namentlich von schön und auffallend gefärbten Wür- 
mern eine farbige Skizze an oder gebe wenigstens 
eine Notiz über die Färbung der lebenden Thiere, 
da die Farben später in Spiritus meist verschwinden. 
Die Landplanarien, kleine Süßwasserturbellarien, Ein- 
geweidewürmer aller Art, ferner die Meeresplatt- 
würmer und Schnurwürmer bedürfen der Konservirung 
mit (dem sehr giftigen) Sublimat, wenn sie für die 
spätere Untersuchung geeignet sein sollen. Man setze 
die Thiere in eine Glasschale, in welcher sie bald zu 
kriechen beginnen; sobald sie vollständig ausgestreckt 
sind, übergieße man sie schnell mit kochender konzen- 
trirter wässriger Sublimatlösung oder mit einer 
Mischung von Sublimatlösung und 50° Alkohol zu 
gleichen Theilen. Nachdem die Thiere zwei bis zehn 
Minuten in der Flüssigkeit verweilt haben, gieße man 
die letztere ab und spüle die Thiere in destillirtem 
596 
  
— — — 
Wasser je nach ihrer Größe mehrere Stunden unter 
öfterem Wechsel des Wassers aus, man bediene sich 
bei Sublimatbehandlung nicht metallener, sondern nur 
hölzerner oder gläserner Instrumente und Gefäße. 
Nach der Auswaschung kommen die Thiere erst in 
50 prozentigen Alkohol, dann bald darauf in 70-bis 
80 prozentigen Alkohol, welcher später öfter gewechselt 
werden muß. 
Falls man Sublimat nicht zur Verfügung hat, 
konservire man die eben genannten Würmer, ebenso 
wie die Regenwürmer, Blutegel, Sternwürmer und 
Meeres-Borstenwürmer mit Alkohol, und zwar setze 
man sie zunächst in 50 proz. Alkohol; nachdem sie 
darin etwa eine Stunde gelegen, muß der Alkohol 
durch neuen stärkeren ersetzt werden. So steigert 
man den Alkoholgehalt unter stetem Wechsel in einigen 
Tagen bis auf etwa 80 pCt. Während der späteren 
Aufbewahrung der Würmer muß der Alkohol von 
Zeit zu Zeit noch immer gewechselt und namentlich 
auch vor der endgültigen Verpackung noch erneuert 
werden. Es ist dieses nicht dringend genug zu 
empfehlen, da oft vieles Material wegen ungenügender 
Stärke des Alkohols durch Maceration auf dem 
Transport zu Grunde geht. Zur Verpackung eignen 
sich am besten lange Röhrengläser mit Korkverschluß 
oder geräumige Gläser mit Glasstöpsel, welche im 
letzteren Falle mit Schweinsblase zugebunden werden 
müssen. Man versäume niemals, jedem Thiere einen 
mit Bleiseder geschriebenen Zettel mit dem Fundort 
und Datum und etwaigen weiteren Angaben beizulegen. 
Es empfiehlt sich, Würmer niemals mit harten Gegen- 
ständen, etwa Seeigeln oder stacheligen Insekten, zu- 
sammen in einem Glas zu versenden; auch wird man 
gut thun, von Röhrenwürmern die Röhren und die 
weichhäutigen Thiere selbst stets gesondert zu verpacken. 
13. Stachelhäuter (Echinodermen) 
von M. Meißner. 
Die Echinodermen kommen nur im Meere vor. 
Man unterscheidet fünf große Gruppen: die nach ihrer 
Gestalt als Seewalzen oder Seegurken (Holothurien), 
Seeigel, Seesterne, Schlangen= und Liliensterne be- 
zeichnet werden. Man findet die Echinodermen auf 
Pfählen, in Felsritzen, zwischen Korallenstöcken (die 
Korallenriffe sind überhaupt sehr ergiebig), an Pflan- 
zen 2c. oft dicht an der Oberfläche des Wassers, so 
daß man sie leicht fangen kann. Bei tiefem Wasser 
muß die Dredsche angewendet werden. 
Die Stachelhäuter kann man mit Ausnahme 
der weichhäutigen Holothurien sowohl trocken als in 
Spiritus konserviren, für die Holothurien jedoch ist 
ein Einlegen in guten, nicht saueren Alkohol durch- 
aus nothwendig. 
Bei dem Konserviren in Spiritus berück- 
sichtige man stets, daß die Echinodermen infolge des 
ihnen eigenthümlichen Wassergefäßsystems sehr wasser- 
haltig sind, und daß der Spiritus deshalb öfter ge- 
wechselt werden muß. Holothurien sind möglichst
        <pb n="643" />
        schnell in Spiritus zu werfen.“) Um den Seeigeln 
und Holothurien einen größeren Prozentsatz Wasser 
zu entziehen, empfiehlt es sich, nach der Abtödtung 
bei den kugeligen Seeigeln zwei Einschnitte in die 
Mundhaut, bei den herz- oder schildförmigen zwei 
kleine Löcher in die Seiten der Schale und bei den 
Seegurken einen Schnitt in die Haut zu machen, 
um das Wasser ablaufen lassen zu können. See, 
Schlangen= und Liliensterne werden nach der Abtödtung 
in Spiritus geworfen, der öfter durch frischen ersetzt 
wird. Eine Verfärbung des Spiritus ist ohne Be- 
lang, da fast alle Echinodermen in ihrem Körper 
Pigmente haben, die sich in Alkohol lösen. Zum 
Verpacken empfiehlt es sich, die in Spiritus konser- 
virten Thiere einzeln in Mull= oder Leinwandlappen 
einzunähen und sie fest verpackt, so daß sie sich gegen- 
seitig nicht abreiben können, zu verschicken. 
Um Sceigel, See= und Schlangensterne und die 
Liliensterne zu trocknen, werden die gefangenen 
Thiere in Süßwasser abgetödtet und ausgelaugt, bis 
alles Salz entfernt ist, da sonst das Salz immer 
wieder Wasser aus der Luft anzieht und das Trocknen 
unmöglich macht, einige Stunden in Alkohol entwässert 
und dann erst auf einem Brette im Schatten getrocknet. 
(Durch Trocknen in einem luftigen, dunklen Raum 
lassen sich manchmal die Farben erhalten!) Um das 
Wasser aus der Leibeshöhle der Seeigel zu entfernen, 
mache man nach dem Abtödten, wie oben beschrieben, 
zwei Einschnitte in die Mundhaut oder zwei Löcher 
in die Schale. Sind die Thiere vollständig trocken, 
so werden sie fest in Sägespäne, Spreu 2c., wobei 
man auf möglichste Schonung der Stacheln achte, 
verpackt. Die Schlangensterne, deren lange Arme 
sehr leicht abbrechen, legt man zwischen zwei Papp- 
scheiben, um die man kreuzweis einen Bindfaden 
schlingt. Die seltenen Liliensterne werden, wenn 
man nicht überhaupt für sie die Konservirung in 
Alkohol vorzieht, nach dem Trocknen in passende 
Papp= oder Glasröhren, die man oben und unten 
mit Watte verschließt, verpackt. 
Angaben über die Färbung der lebenden Thiere, 
bei Holothurien auch der Größe (Länge und Breite) 
im Leben, die Namen der Thiere bei den Eingebo- 
renen, die Temperatur, Tiefe und Bodenbeschaffenheit 
des Fundortes sowie Notizen über die Lebensweise 
sind werthvoll. Es empfiehlt sich, alle diese Bemer- 
kungen mit weichem Bleistift auf Pergamentstückchen 
zu schreiben, da Papier durch die Stacheln und 
Hautrauhigkeiten oft ganz zerrieben wird. 
14. Anthozoen 
(Stein= und Weichkorallen, Seefedern und Aktinien) 
von W. Weltner. 
Man bringt die erbeuteten Anthozoen in eine 
Schale mit Seewasser, damit sich die eingezogenen 
  
*) Das bequemste Mittel zum Abtödten der übrigen 
Echinodermen (ausschl. Holothurien) ist das Einsetzen der- 
selben in Süßwasser. 
  
597 — 
Poloypen wieder ausstrecken. Bei Steinkorallen dauert 
dies meist eine Nacht. Haben sich die Thiere wieder 
ausgestreckt, so zieht man vorsichtig möglichst viel 
Wasser ab und übergießt nun die Thiere schnell mit 
90 proz, oder mit absolutem Alkohol. Bei Seerosen 
injicirt man auch noch Alkohol durch die Mundöffnung. 
Größere Korallenthiere setzt man direkt in 70 proz. 
Alkohol. Hat man eine konzentrirte wässerige Lösung 
von Sublimat zur Verfügung, so übergießt man die 
in einem kleinen Gefäße wieder ausgestreckten Thiere 
hiermit, wäscht nach einer Viertelstunde dieses gut 
mit süßem Wasser aus, bringt sie in 35-, 50= und 
endlich in 70 proz. Alkohol. 
In den Tropen ist das Konserviren mit ausge- 
streckten Polypen schwierig, da das stehende Wasser 
in den Aquarien sehr schnell zu warm wird und die 
Thiere dann absterben. 
Am Strande ausgeworfene Korallen sind fast 
immer abgerieben und daher unbrauchbar. 
Um Steinkorallen trocken zu konserviren, bringt 
man die dem Meere entnommenen Stücke in süßes 
Wasser, bis sich die Weichtheile vollständig ablösen, 
und trocknet sie dann an der Luft. In Gegenden mit 
andauerndem starken Regen kann man die aus dem 
Meere gezogenen Stücke mehrere Tage dem Regen 
aussetzen, um sie zu reinigen. 
Das Verpacken der Steinkorallen erfordert be- 
sondere Sorgfalt. Sehr zerbrechliche, z. B. baum- 
förmige, Korallen müssen einzeln in Kisten gebracht 
werden. Man umgiebt sie mit Papier und stopft 
elastische Bausche, die man aus Papier oder Holz- 
wolle macht, zwischen die Koralle und die Kisten- 
wand. Massige, wenig zerbrechliche Formen umgiebt 
man zunächst mit Papier, dann mit Heu oder Holz- 
wolle und wickelt Bindfaden herum. Man erhält 
so viele einzelne Korallenpackete, die man zusammen 
in eine starke Kiste verpackt, die schwereren nach 
unten. Zwischen die einzelnen Packete stopft man 
trockenes Papier oder Heu, damit sie sich nicht ver- 
schieben können. 
15. Quallen 
von W. Weltner. 
Quallen werden zweckmäßigerweise vom Boote 
aus mit einem ausreichend großen Gefäße (womöglich 
Glasgefäße) geschöpft, dann in eine zehnfach mit 
Wasser verdünnte Formollösung gebracht und hierin 
aufbewahrt. 
Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man 
die Thiere in eine Schale mit Seewasser setzt, von 
diesem nach einiger Zeit soviel abzieht, daß die Quallen 
noch unter Wasser bleiben, und sie nun mit 30 proz. 
Alkohol übergießt. Man bewahrt sie in 70proz. 
Alkohol auf. 
Nach Angabe von Prof. F. E. Schulze lassen 
sich Quallen bis zu 3 cm Durchmesser haltbar und 
durchscheinend in folgender Weise konserviren. Man 
übergieße die in möglichst wenig Seewasser ruhig 
ausgestreckten Thiere plötzlich mit verhältnißmäßig viel
        <pb n="644" />
        — 
½ proz. Ueberosmiumsäurelösung. In dieser bleiben 
kleine Quallen zwei bis fünf Minuten, größere bis 
zehn Minuten. Um Schwärzung zu verhindern, bringt 
man nun die Quallen für ein bis zwei Stunden in 
Pikrokarminlösung, spült sie dann mit Seewasser ab, 
setzt sie zunächst in 30roz. und darauf in 60 proz. 
Alkohol. 
  
16. Hydroidpolypen 
von W. Weltner. 
Die erbeuteten Polypenstöcke bringt man in ein 
Gefäß mit Meerwasser und wartet, bis sich die Einzel- 
thiere wieder ausgestreckt haben. Dann werden sie 
schnell mit starkem Alkohol übergossen und zuletzt in 
70 proz. Alkohol konservirt. Bessere Erfolge erzielt 
man durch Uebergießen einer konzentrirten heißen 
Lösung von Sublimat in Wasser; nachher müssen 
die Thiere in süßem Wasser behutsam ausgewaschen 
werden; sie kommen dann in 50 proz. und schließlich 
in 70 proz. Alkohol. 
Den Süßwasserpolypen (Hydra) tödtet man am 
besten mit 0,5= bis 1 proz. Ueberosmiumsäure. Man 
bringt die Polypen in ein kleines Gefäß mit wenig 
Wasser und wartet, bis sie sich ausgestreckt haben. 
Nun werden sie schnell mit der Säurelösung über- 
gossen, nach ein bis zwei Minuten mit Wasser aus- 
gewaschen, zuerst in 50 proz., dann in 70 proz. Alkohol 
gebracht und schließlich in 80 proz. Alkohol aufbewahrt. 
— — —— ——— — 
— — — „ — ——-. 
— — — . 
–. 
17. Schwämme (Spongien) 
von W. Weltner. 
Kleine bis 10 cm große Schwämme werden in 
90 proz. Alkohol abgetödtet, der nach 12 bis 24 Stun- 
den erneuert wird. Größere Exemplare setzt man in 
Alkohol von 70 pCt., nachdem man sie von dem 
anhaftenden Wasser durch behutsames Ausschwenken 
befreit hat. Der Alkohol muß nach 12 Stunden 
durch neuen von 70 PéCt. ersetzt werden. Es ist 
wünschenswerth, von den größeren Exemplaren einige 
kleinere, d. h. mehrere Centimeter große Stücke mit 
der natürlichen Oberfläche abzuschneiden und diese 
schnell in 90 proz. Alkohol zu setzen. 
Will man Meeresschwämme trocken konserviren, 
so müssen sie je nach der Größe 2 bis 24 Stunden 
in sußem Wasser liegen. Nachdem das in ihnen 
enthaltene Wasser abgeschwenkt ist, werden sie 24 
Stunden lang in 70 proz. Alkohol gebracht und dann 
an der Luft getrocknet. Werden Schwämme und 
andere Meeresthiere, die man trocknen will, nicht 
zuvor von dem Salzwasser durch Einlegen in süßes 
Wasser befreit, so bleiben sie feucht und verderben 
allmählich. 
Getrocknete Spongien sind sehr zerbrechlich und 
müssen sorgfältig verpackt werden. Dies geschieht am 
besten in Holzwolle, Sägespänen, Reisspelzen oder 
auch zwischen locker geknittertem Seidenpapier. Jedes 
Exemplar ist für sich in Papier oder Zeug einzu- 
wickeln. Auch die in Alkohol konservirten Schwämme 
müssen durch Papier oder andere Stoffe abgesondert 
  
–— 
598 — 
werden, damit die für die Bestimmung wichtigen 
Skeletnadeln des einen Exemplars nicht durch Reibung 
in das andere gelangen. 
Schwämme, die man am Meeresstrande ausge- 
worfen findet, sind meist ihrer Weichtheile beraubt 
und deshalb wenig werth. 
Auch im süßen Wasser leben Schwämme. 
Sie sitzen an Steinen, Wurzeln, Schilfrohr, Muscheln 
und Schneckenschalen als krustenförmige Ueberzige, 
klumpige Massen oder verzweigte Bäumchen. Ihre 
Farbe ist grün, braun, grau oder schmutzigweiß. Auf 
ihrer Oberfläche sieht man einige große Löcher und 
viele kleine Poren. Zu gewissen Zeiten treten in 
den Süßwasserschwämmen kleine ½% mm große gelbe 
oder braune Kügelchen auf, die sogenannten Gemmuloe. 
Diese sind zur Bestimmung des Schwammes noth- 
wendig. Man findet gemmulahaltige Schwämme in 
der gemäßigten Zone im Herbst, in den Tropen bei 
und nach dem Eintritt der Trockenperiode. Die 
Süßwasserschwämme werden wie die Meeresspongien 
abgetödtet und konservirt. 
Man achte darauf, einen Theil der Unterlage, 
auf der der Schwamm sitzt, mit zu konserviren, weil 
die Gemmulae sehr oft in den tiefsten Schichten des 
Schwammes stecken. Hat sich der Schwamm auf 
einem Felsblock angesiedelt, so löse man ihn mit dem 
Messer dicht an dem Steine los. 
18. Hauptregeln für die Verpackung. 
Schwere Gegenstände (Gläser mit Thieren in 
Spiritus, Korallen u. a.) müssen von zarten, leicht 
verletzbaren Thieren so abgesondert werden, daß sie 
auf diese keinen Druck ausüben können, wenn die 
Kisten gestürzt werden. 
Säugethierhäute, Vogelbälge und trockene Insekten 
dürfen erst dann in Blechkasten eingelöthet werden, 
wenn sie gänzlich ausgetrocknet sind. Können sie bei 
andauernder tropischer Luftfeuchtigkeit nicht gut ge- 
trocknet werden, so schimmeln sie in Holzkästen weniger 
als in zugelötheten Blechkästen. 
Das Museum für Naturkunde in Berlin 
braucht afrikanische Laubfrösche. Da dieselben 
bisher noch gar nicht eingehend untersucht worden 
sind, so bitten wir, möglichst viele zu sammeln, und 
zwar alle Arten und alle Farbenspielarten derselben 
in recht vielen Stücken, was um so leichter sein wird, 
da diese Thiere keine bedeutende Größe haben. Die 
meisten Arten sind klein. 
Das Museum wird gern alle Auslagen für 
Gesäße, Spiritus u. dgl. ersetzen. Auf Wunsch sind 
wir auch bereit, Sammelgefäße zu schicken. In dem 
Kolonialblatt und in den wissenschaftlichen Veröffent- 
lichungen des Museums wird über die Zusendungen 
berichtet werden. 
Die Laubfrösche, welche wir meinen, haben Saug- 
scheiben an den Zehen. Sie leben auf Bäumen, 
Sträuchern und Gebüschen, besonders in der
        <pb n="645" />
        Nähe des Wassers. Zur Laichzeit sind sie auch 
im Wasser zu finden. Sie haben eine sehr laute 
Stimme. Am leichtesten zu erlangen sind sie in der 
Regenzeit. 
Die gefangenen Thiere werden in einer Sammel- 
flasche, welche 50= bis 75 proz. Spiritus enthält, ge- 
tödtet. Nach einiger Zeit bringt man sie in noch nicht 
gebrauchten 75 proz. Spiritus. Sie dürfen darin 
aber nicht zu fest gepackt werden. Nun sind sie ver- 
sandfähig. Die eingesammelten Frösche dürfen nicht 
zu lange stehen bleiben, damit sie nicht faul werden. 
Es ist daher besser, mehrere kleine Sendungen zu 
machen, als eine große. 
—.. 
Köderfänge mit Leichen kleiner Thiere. 
Eine reiche Ausbeute an kleinen, aber interessanten 
Thieren kann man mit einer Glasfliegenfalle 
fangen. Wenn solche Fänge sorgfältig gemacht wer- 
den, gestatten sie außerdem, verschiedene Gegenden 
und Thiergebiete in Bezug auf ihren Thierreichthum 
genau zu vergleichen. Die Fänge sind in folgender 
Weise zu machen: Ein gewöhnliches Trinkglas mit 
senkrechten Wänden wird bis an den Rand in den 
Boden eingegraben und ein Köder hineingelegt. Dann 
wird die Glasfliegenfalle mit Spiritus möglichst bis 
an den inneren Rand gefüllt und mit einem dicht- 
schließenden Kork (nicht Glasdeckel) verschlossen darüber 
gestellt. Vortheilhaft ist es, daß man einen kleinen 
Stock als Kletterstange in das Trinkglas stellt, welcher 
in das Innere der Falle hineinragt, doch ist dies 
nicht unbedingt nöthig. Nothwendig aber ist es, daß 
599 
  
man rings um die Falle herum einen kleinen Wall 
aus Erde, kleinen Steinchen, Laub 2c. anlegt, weil 
sonst die Insekten häufig wieder den Ausgang finden. 
Als Köder benutze man einen todten Vogel, der etwa 
die Größe unseres Spatzes besitzt, nicht kleiner, und 
der so häufig ist, daß man ihn jederzeit bekommen 
kam, am liebsten Körner= oder Früchtefresser. Es 
ist nämlich für die wissenschaftliche Verwerthung 
wichtig, daß in derselben Gegend immer dieselbe 
Vogelart genommen werde. Um die Vogelleiche besser 
auf den Boden des Glases drücken zu können, schneidet 
man zuvor Füße, Flügel, Kopf und Schwanzfedern 
ab. Nur darf man diese Theile nicht in der Nähe 
der Falle liegen lassen. Die Federn müssen an der 
Leiche bleiben. Die Falle muß je nach dem Insekten- 
reichthum früher oder später geleert werden. Es 
giebt Orte, an denen dieses täglich zweimal geschehen 
  
muß. In den allermeisten Fällen aber kann man 
sie mindestens einen, meist sogar zwei bis drei Tage, 
in kälteren Gegenden bis sieben Tage stehen lassen. 
An sonnigen Orten sollte man in den Tropen nie 
zwei Tage überschreiten. Im schattigen Urwald da- 
gegen, wo der Insektenreichthum außerdem geringer 
zu sein pflegt, darf die Falle meistens drei bis 
fünf Tage stehen. Dann gießt man zunächst den 
flüssigen Inhalt der Falle in ein weithalsiges Stöpsel- 
glas und spült mit neuem Spiritus gut nach, so daß 
—.— 
nichts im Glase bleibt. Hierauf nimmt man das 
Trinkglas aus dem Boden, hebt die Leiche heraus, 
sammelt die theils in den Federn versteckten Thiere 
ab. Alles wird in dasselbe Stöpselglas geworfen. 
Endlich spült man das Trinkglas mit Spiritus gut 
aus, und zwar in ein zweites Stöpselglas, da meist 
viel Erde und Schmutz den kleinen Thierchen beige- 
mengt ist, so daß es nur Schmutz zu sein scheint. 
Zu Hause ersetzt man in dem ersten Glase den Spi- 
ritus durch neuen, doch gieße man sorgfältig den 
alten ab, womöglich in eine Schale, um sich zu über- 
zeugen, daß nicht winzig kleine Thierchen verloren 
gehen. Beide Gläser versehe man mit derselben 
Etikette, auf welche möglichst genaue Angaben über 
Ort, Zeit (3. B. 6. 12.—8. 12. 98) event. Wetter 
und Temperatur gemacht werden. Alles wird mit 
Bleistift auf Papier geschrieben und dieses ins Glas 
geworfen. 
Die Fänge sind an den verschiedenartigsten Orten 
zu machen und immer wenigstens noch einmal an 
demselben Ort mit derselben Vogelleiche zu wieder- 
holen. Die verschiedenen Jahreszeiten geben ver- 
schiedene Thiere. Fängt man gelegentlich nur wenige 
Stücke, so sind diese vielleicht besonders interessant. 
Wichtig sind namentlich folgende Oertlichkeiten: 
1. schattiger Wald, 2. sonniges, trockenes Grasfeld, 
3. Sumpf, 4. Fluß= oder Seeufer, 5. Meeresstrand 
und 6. menschliche Wohnung. Im Hause kann man 
natürlich das Trinkglas nicht verwenden. Man legt 
hier die Vogelleiche auf den Fußboden, setzt die Falle 
darüber und verwendet als Ringwall alte Reissäcke 
oder Aehnliches. Beim Leeren der Falle aber sam- 
melt man alle Thiere dazu, die sich an und unter 
der Leiche befinden. Sehr wünschenswerth ist, daß 
in derselben Gegend Fänge wenigstens zur Regenzeit 
und in der trockenen Jahreszeit gemacht werden, in 
kalten Gegenden auch im Herbst und Frühling und 
an warmen Tagen auch mitten im Winter. Geht 
ein Fang theilweise verloren, so bemerke man dies 
stets auf der Etikette, selbst wenn es sich nur um 
wenige Thiere handelt. Ging viel verloren und kann 
man den Fang genügend wiederholen, so schütte man 
den Rest lieber fort. 
Es mag noch erwähnt werden, daß man unbe- 
schadet dichte Pflanzen um die Falle herum stecken 
kann, damit diese nicht gefunden und gestohlen werde. 
Zur Nachricht. 
Alle wissenschaftlichen Sendungen aus den 
deutschen Schutzgebieten sind, wenn irgend mög- 
lich, entweder der Deutschen Ostafrika-Linie, der 
Woermann-Linie oder dem Norddeutschen 
Lloyd zur Beförderung zu übergeben, weil diese eine 
Frachtermäßigung eintreten lassen. Der Nachweis, 
daß die Gegenstände für wissenschaftliche Anstalten 
bestimmt sind, ist dadurch zu erbringen, daß sie nach 
Hamburg bezw. Bremen auf Konnossements zu 
verladen sind.
        <pb n="646" />
        Wenn die Sendungen Gegenstände für verschie- 
dene Museen enthalten, so ist auf diesen zu ver- 
merken, daß sie direkt an das Museum für 
Völkerkunde, Berlin SW., Königgrätzerstr. 120, 
gegen Nachnahme der ermäßigten Seefracht und der 
Kosten bis zum Bestimmungsort zu richten sind. 
Kisten, welche nur zoologische, paläontologische 
und mineralogische Gegenstände enthalten, sind 
mit gleichem Vermerk an die zoologische Samm- 
lung des Museums für Naturkunde, Berlin N., 
Invalidenstraße 43, und Kisten, die nur botanische 
Gegenstände enthalten, an das botanische Museum, 
Berlin W., Grunewaldstraße 6/7, zu richten. 
Die Direktoren der Museen für Völkerkunde, 
Naturkunde und Botanik. 
  
Ueber Parakantschuk 
schreibt Professor Dr. O. Warburg im „Tropen- 
pflanzer“ Folgendes: 
Unter den vielen Kautschuksorten des Handels ist 
der Parakautschuk bei Weitem die wichtigste, betrugen 
doch die lediglich aus dieser Sorte bestehenden Zufuhren 
in Para im Jahre 1896),97 nicht weniger als 22290 
Tons, d. h. über 60 pCt. der gesammten Kautschuk- 
produktion der Welt. 
Es ist nicht eine einzelne Baumart, welche diesen 
Kautschuk liefert, sondern eine ganze Gruppe von 
Arten, die zur Gattung Hevea (Siphonia), Familie 
der Euphorbiaceae, gehören. Die wichtigsten sind 
Hevea brasiliensis Mäll. Arg. aus der Provinz 
Para im unteren Amazonasgebiet, Hevea Spruceana 
Müll. Arg., höher am Amazonas hinauf, in der 
Gegend der Mündung des Tapajos, Hevea guya- 
nensis Aubl. in Guyana, aber auch bis zum Rio 
Negro vorkommend; ferner sind noch vom Rio Negro, 
Uaupes und Casiquiari bekannt die Arten Hevea 
discolor, rigidifolia, lutea, paucifolia, apiculata; 
auch von der nahe verwandten Gattung Micrandra, 
speziell von M. siphonioides Benth. am Rio Negro 
wird ein guter, ebenso elastischer Kautschuk gewonnen. 
Von welchen Arten der Gattung Hevea der Venezuela- 
Kautschuk vom Orinoco, derjenige von Ost-Peru, 
Ecuador, Bolivien, sowie der Kautschuk der oberen 
südlichen Zuflüsse des Amazonas, Purus, Madeiras 2c. 
stammt, wissen wir bisher noch nicht. 
Es ist im hohen Grade auffallend, daß trotz der 
enormen Bedeutung des Kautschuks für das Ama- 
zonasgebiet, welches wirthschaftlich eigentlich mit diesem 
Artikel steht und fällt, der Parakautschukbaum wohl 
kaum irgendwo in seiner Heimath in größerem Maß- 
stabe kultivirt wird; alle Angaben, die solches be- 
haupten, beruhen auf Irrthum. Nicht einmal von 
einer systematischen Schonung der Bäume scheint die 
Rede zu sein, wenngleich jetzt die Kautschuksammler 
des unteren Amazonasgebietes weit mehr Acht darauf 
geben als früher, die Cambiumlage der Bäume beim 
Anschneiden nicht zu verletzen. 
600 
  
Nach anderen Gegenden übergeführt wurde der 
Baum zuerst 1876 durch H. A. Wickham, einen am 
Amazonas lebenden Engländer, der im Auftrag des 
India Office Samen von Hevea brasiliensis am 
Rio Tapajos gesammelt hatte und mit 70000 Samen 
am 14. Juni nach Kew kam, wo die Samen wegen 
ihrer geringen Keimkraft schon am folgenden Tage 
sämmtlich ausgesät wurden. Etwa 3¾ pCt. keimten, 
einige schon am vierten Tage nach der Aussaat, und 
viele waren in wenigen Tagen schon 45 cm hoch. 
Am 12. August wurden über 1900 Pflanzen in 38 
Wardschen Kästen unter Aussicht eines Gärtners nach 
Ceylon gesandt; nicht weniger als 90 pCt. der 
Pflänzlinge erreichten jene Insel. Außerdem wurden 
kleinere Mengen Heveapflänzlinge nach der Westküste 
von Afrika, Burma, Java, Queensland, Singapore, 
Dominica, Jamaica und Trinidad gesandt. 
Im Jahre 1892 kamen die Heveas als Steck- 
linge und Bäumchen von Para nach Kamerun, wo 
sie vorzüglich gediehen, ebenso werden sie seit vorigem 
Jahre in Sansibar versucht, und auch auf Pemba 
sind kürzlich die ersten 150 Bäume ausgepflanzt. 
Zu größeren Kulturen ist es aber bisher nirgends 
gekommen, nicht einmal in Java und in Ceylon, da 
wegen der ungenügenden Ernteergebnisse bis vor 
einigen Jahren von den Direktoren der botanischen 
Gärten davon abgerathen wurde. Erst die besseren 
Ergebnisse der allerletzten Jahre haben im Verein 
mit den hohen Kautschukpreisen wieder in höherem 
Maße die Aufmerksamkeit auf diese Pflanze gelenkt, 
so daß es jetzt sogar an Saatgut fehlt, um die vielen 
Anfragen seitens der Pflanzer zu befriedigen. Die 
letzten Saatverkäufe des 450 Heveabäume besitzenden 
botanischen Gartens in Ceylon erzielten infolgedessen 
gute Preise. Im letzten Jahre wurden z. B. dort 
von 100 000 geernteten Samen 88 500 an die 
Pflanzer verkauft für Preise von 25 bis 29 Rupien 
für 1000 Samen. Schon 200 000 Bäume im Alter 
von ein bis zwölf Jahren sollen auf Privatpflanzungen 
in Ceylon siehen und etwa 300 ha umfassen. Selbst 
in Britisch-Borneo beabsichtigt man im Hinblick auf 
die schlechten Preise für Liberiakaffee jetzt Para- 
kautschuk im Großen zu bauen. Vor Allem aber 
scheint die Kautschukkultur für dle malayische Halb- 
insel von großer Bedeutung zu werden. Nach dem 
Bericht von Derry, Direktor des Regierungsgartens 
in Kuala Kangsar, wurden im vorigen Jahre 70000 
Samen angefragt, es konnten aber nur 250000 ge- 
liefert werden, 100 000 wurden schon für dieses 
Jahr vorgemerkt. 
  
Ueder Caffada= oder Manihotstärke aus Deutsch- 
Westafrika 
berichtet Professor Dr. H. Thoms im „Tropen- 
pflanzer“ Folgendes: 
Mit dem Namen Cafsada, Cassave, Tapioco, 
Manihot= oder Maniokstärke wird ein von Ma- 
nihotarten gewonnenes Stärkemehl bezeichnet. Diese
        <pb n="647" />
        in Südamerika einheimischen und kultivirten Sträucher, 
welche auch an der afrikanischen Westküste in steigen- 
dem Maße angebaut werden, gehören zu der Familie 
der Euphorbiaceen. Besonders folgende Arten kommen 
für die Maniokgewinnung in Betracht: Manihot 
utilissima Pohl, Manihot palmata Müll. Arg. 
und Manihot carthagensis Müll. Arg. 
Eine mir zur chemischen Prüfung übergebene, 
als Cassadastärke bezeichnete Probe aus unserem 
westafrikanischen Togo-Schutzgebiet bestand aus einem 
rein weißen, geruchlosen, völlig unverkleisterten, stückigen 
Pulver. Das mikroskopische Bild bot Stärkekörner 
dar, wie sie läufliche Manihotstärke zeigt. Beim 
Verkochen mit Wasser ließ sich ein ausgezeichneter 
Stärkekleister bilden, mit Hülfe von schwacher Oxal= 
säurelösung konnte mit Leichtigkeit eine Ueberführung 
der Stärke in Dextrin bewirkt werden. 
Ich habe diese Cassadastärke in meinem Labora- 
torium von Herrn C. Glaser einer eingehenden 
chemischen Analyse unterwerfen lassen. Dabei haben 
sich Zahlen ergeben, welche mit denen C. Krauchs 
für Tapiocastärke erhaltenen gute Uebereinstimmung 
zeigen. Es seien daher die Zahlen Krauchs unter 
die von uns ermittelten Werthe gestellt. 
Cassadastärke aus Deutsch-Südwestafrika. 
Durch Aether 
Wasser Stickstoff= ausziehbare Stärke Holzfaser Asche 
substanz Substang (Fett7!) 
pCt. PCt. PCt. 
pCt. W pCt. 
15,310 0,175 0,460 83,710 0,150 0,195 
Tapiocastärke nach C. Krauch. 
15,56 0,35 84,05 – 0,39 
Die Cassadastärke erweist sich als ein für Zwecke 
des Haushalts und für die Pharmacie brauchbares 
Produkt. 
VVVVVVVVVTYVVVYNYTWVFT NTNV 
Tikterakur. 
Die mittleren Hochländer des nördlichen 
Deutsch-Ostafrika. Wissenschaftliche Ergebnisse 
der Irangi-Expedition 1896 bis 1897 nebst 
kurzer Reisebeschreibung. Im Auftrage der Irangi- 
Gesellschaft herausgegeben von dem Führer der Ex- 
pedition C. W. Werther unter gütiger Mitwirkung 
der Herren Dr. Bruno Hassenstein, Professor 
Dr. Karsch, H. J. Kolbe, Prof. Dr. v. Luschan, 
P. Matschie, Prof. Dr. A. Reichenow, A. Sei- 
del, L. v. Tippelskirch, Dr. Tornier, Dr. E. 
Wagner und G. Witt. Mit 7 Vollbildern und 
126 Text-Illustrationen in Photogravüre, Licht- 
druck, Lithographie und Autotypie sowie 2 Origi- 
nalkarten von Dr. B. Hassenstein und Pr.-Lieut. 
Werther. Berlin 1898. Hermann Paetel. . 
Die Irangi-Gesellschaft legt in dem vorliegenden 
schön ausgestatteten Werke die Ergebnisse ihrer in 
den Jahren 1896 und 1897 veranstalteten Forschungs- 
601 
  
expedition dar. Während die eigentliche Reise- 
beschreibung nur 80 Seiten füllt und in den Hinter- 
grund tritt, bieten fünf Sechstel des starken Bandes 
interessante Bearbeitungen der verschiedenen auf der 
Expedition ausgeführten wissenschaftlichen Beobach- 
tungen von sachkundiger Seite. Es werden ein 
geographischer, geologischer, zoologischer, ethnographi- 
scher und linguistischer Theil geboten. Sämmtliche 
Theile bringen eine Anzahl von Neuheiten auf ihren 
speziellen wissenschaftlichen Gebieten. 
Dem geographischen Theile, an welchem sich außer 
dem Herausgeber und Dr. Hassenstein der Astronom 
Witt und der Meteorologe Wagner betheiligt haben, 
sind zwei größere Karten über das nordöstliche 
Deutsch-Ostafrika beigefügt, von denen die eine gleich- 
zeitig mit diesem Werke in Dr. A. Petermanns Mit- 
theilungen bei J. Perthes in Gotha erschienen ist. 
In dem geologischen Theile sind im Wesentlichen 
die mineralogischen Untersuchungen der auf der Expe- 
dition von dem Geologen L. v. Tippelskirch gesam- 
melten Gesteine aufgezeichnet. 
An dem zoologischen Theile haben sich Dr. 
Reichenow, P. Matschie, Tornier, Kolbe und Karsch 
betheiligt. 
Den ethnographischen Theil des Werkes hat 
Prof. Dr. v. Luschan vom Königl. Museum für Völker- 
kunde in Berlin bearbeitet und darin eine eingehende 
Darstellung einiger der von der Irangi-Erpedition 
besuchten Völkerschaften gegeben, welche mit zahl- 
reichen, vorzüglichen Illustrationen ausgestattet ist. 
In dem linguistischen Theile bringt A. Seidel 
auf Grund der Aufzeichnungen und Forschungen 
Premierlieutenant Werthers die Grammatiken nebst 
Vokabularien der Sprachen von Irangi, Unyamwezi 
und den Ulugurubergen. Diesen Grammatiken folgt 
noch ein Wörterverzeichniß aus der Sprache der 
Tatöga (Wataturu) vom Herausgeber. 
  
Dr. Gerhard v. Buchka: Vergleichende Darstellung 
des Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich 
und des Gemeinen Rechts. Zweite verbesserte 
Auflage. Berlin 1898. O. Liebmann. 
Das vorliegende Werk bildet den ersten Band 
einer von G. v. Buchka, R. Förtsch und F. Leske 
herausgegebenen vergleichenden Darstellung des Bür- 
gerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich und der 
Landesrechte. Gegenwärtig, wo die Einführung des 
neuen Bürgerlichen Gesetzbuchs bevorsteht, füllt ein 
solches Werk eine sehr fühlbare Lücke aus und ent- 
spricht einem in allen mit Rechtsfragen befaßten 
Kreisen bestehenden dringenden Bedürfniß. In wie 
vollendeter Weise der Verfasser des ersten Bandes 
bereits seiner Aufgabe gerecht geworden ist, beweist 
die Thatsache, daß nach Ablauf nur weniger Monate 
seit seinem ersten Erscheinen die jetzt vorliegende 
neue vermehrte Auflage nothwendig geworden ist.
        <pb n="648" />
        602 
Lassar-Cohn: Die Chemie im täglichen Leben. 
Gemeinverständliche Vorträge. Dritte Auflage. 
Geistesleben der Chinesen. Die Schriften sind, wie 
üblich, sehr hübsch ausgestatiet und die Preise über- 
Hamburg und Leipzig 1898. L. Voß. aus niedris bemessen. 
Das an dieser Stelle schon früher gewürdigte yy### —- 
sehr brauchbare und lehrreiche Handbuch liegt jetzt 
bereits in dritter Auslage vor. 
Im Verlage der rührigen Baseler Missionsbuch- 
handlung sind soeben neu erschienen: P. Steiner: 
Afrikanische Wanderbilder II; W. Schmolck: Von 
  
  
Tikterakur-erxeichnik. 
ard (Eisenbahnbau= und Betriebs-Inspektor): Der 
Eisenbahnbau in Deutsch-Ostafrika mit beson- 
derer Berücksichtigung des Baues der Linie Tanga— 
Muhesa. 41 Bogen 40 mit 16 lühographischen Tafeln 
Beu 
  
  
  
  
und 32 Text-Abbildungen. Geb. —. 
Heiligthum zu Heiligthum; W. Schaub: Das 3 Un nhet Sbalion Berlin. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor“ 14/7. Mahé (Seychellen). — 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 23/7. Manila. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 28/6. Matupi 29/6. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 5/7. Kamerun 11/8. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar. (Poststation: Kapstadt.) 
S 
. M. S. „Wolf“ 11/7. Lüderitzbucht. (Poststation: Kamerun.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Perkehrs-Machrichten. 
——— — — den deutschen Schutzgebieten. 
½*· · [ ÖGAAM Die Absahrt erfolgt. Anusschiffungshafen. Friese massen aut 
Na vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
6 schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
l 
apel am 28. September, Tanga 19 —20 Tage ham 26. September, 
a Schiffe) 13. 56.Lk g##bb. 2. Sal- 20—21 Tg. 7., 10., 24. 8 
Brindisi am 9. Oktbr., 6. Nov. ansibar 20 Tage 4. Nov. 116 abds. 
1. Deutsch= Oftafrika. Enelische Schl)100 abds. 6 
“Por eille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monatt 
ranzösische Schistef) 40 ums. 1 109# abbs. 
2. O k. 
2. Deutsch-üdwestafrira. Southampton am 24. Sept., 22. Okt.W#deritzbucht 22 Tage am 23. Sept., 21.0 
(#e #½ zan gr 8 gateon. senl. Shaise 9 30 40 us. Swakopmund 25 Tage Us5 
wöchentlich bis Ka 
von dort weiter au 
Landwege.) 
— ——— 
38. Ramerun. 
– 
4. Cogo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
b dem 
— Hamburg 
H6. Sbench- zuurane 
Liverpool 
Cnalsche Schiste) 
| 
Liverpool 
Marseille 
  
Bordeaux 
  
5. Marshall „nseln. 
—. — 
Die Sendungen 
(utsches Schift) « 
Lamburg 
(deutsche Schiste) 
(englische Saineh 
(nensöhiiche Saiße) 
Canzösiiche Schiffe) I 
DampietsentwenU 
am 25. Sept., 25. Nov. 
nachts 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 28. September, 
26. Oltober 
am 10. jedes Mis. nachts 
am 20. jedes Mts. 
am 21. September, 
5., 19. Oktober 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Nov., 10. Jan. 
  
110 oms. 
Swakopmund 30 Tage 
Lüderitzbucht 40 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 95 Tage 
Quitlah 36 Tage 
von da ab vanein nn 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landoerdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverdindung 
T 
  
am 25. Sept., 25. Nov. 
7% abbs. 
am 10. 152 Monats 
720 abds. 
am 26. Sept., 24. Okt. 
1°56 Ums. 
am 10. und 20 iedes 
Monats 7# abds. 
am 19. September, 
3., 17. Okt. 18 ums. 
am 23. jedes Monats 
10x abds. 
am 8. Nov., 8. Jan. 
10# abos. 
werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von 0 dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert.
        <pb n="649" />
        — 603 — 
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
n — am 83 Okt., 14. Dez. Stephansort 45 Tage am a 21.Oktober, 
6. „Keu--Guinea. (deutsche Schisfe) abds. 12., 16. Dezember 
beutsch-Ueu-Gninen Brindisi am 23. Okt., 18. Dez. - 41 Tage 1146 abe. 
(Nachversand) abds. 
  
Eintrefsen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
Die Post ist fällig 
Landungs- 
Von in Berlin 
Landungs= Die Post ist fälig 
hafen 
Von hafen in Berlin 
Neapel am 12 ——#u 
«· 6.*, 28. ROktober 
Deutsch · Ostafrita .. Brindisi.. am 3., 30 Olt., 27. Nv. 
Marseille .. am 16. Sept., 17. Olt. — 
Deutsch · 8Sũdwestafrika Southampton an 2# eember, Deutsch-Neu-Guinea. Neapel. an 1.Oltoter, 
  
  
Plymouth am 27./ jed. Monats 
Togogebiet 1 Marseille .. am 16. jedes Monats 
  
  
  
  
Marshall- Inseln ... — unbestimmt 
Ramern Liverpool am 6. Oktober, : 
Plymouth.. am 27.#/jed. Monats 
3. November 
  
  
  
1 
* Fällgkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
Vom 25. September ab erfolgen die Abfahrten der Dampfer der Woermann-Linie nach Deutsch-Südwestafrika monatlich. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
Posidampfer von nach bis 13. September 1898 
„Adolph Woermann“ .. Loango Hamburg am 8. September in Accra. 
„Aline Woermann“ Loango Hamburg am 10. September in Gabun. 
„Anna Woermann . .. Benguella Hamburg am 12. September in Hamburg. 
„Biuxellesville Antwerpen Kongo am 23. August in Banana. 
„Carl Woermann . .. Hamburg Lagos am 2. September in Las Palmas. 
„Eduard Bohlen " Hamburg Loango am 13. September Dover passirt. 
„Ella Woermann" Sherbro Hamburg am 10. September in Dakar. 
„Gertrud Woermann“# Kotonon Hamburg am 11. September in Accra. 
„Gretchen Bohlen" Hamburg Sherbro am 13. September in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“. Whydah Hamburg am 10. September in Hamburg. 
„Helene Woermann“ Hamburg Futa am 7. September in Kamerun. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 8. September in Accra. 
„Kurt Woermann" Hamburg Loango am 10. September in Las Palmas. 
„Lulu Bohle . .. Lüderitzbucht Hamburg am 1. September in Hamburg. 
„Marie Woermann"“# Hamburg Kapstadt am 4. August in Madeira. 
„Melita Bohlen4 Lüderitzbucht Oamburg am 7. September in Las Palmas. 
„Professor Woermann“ Gabun Hamburg am 8. September in Hamburg. 
„Thekla Bohlen Hamburg Benguella am 1. September in San Thoméc. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Samburg—Ostafrika). 
"- Reise Letzte Nachrichten 
Reichsposidampfer von nach bis 29. August 1898 
den ....... Hamburg Durban am 28. August an Aden. 
„Herzog... 3. 8t. in Hamburg. 4 # 
„ala ....... zZ Hameurg g Durban am 21. August an Delagoabai. 
„Kanzlree Durban Hamburg am 28. August ab Suez. 
„Bundesratht Hamburg Delagoabai am 28. August ab Sansibar. 
„Reichstag“.. . .. Delagoabai Hamburg am 26. August ab Mozambigque. 
„Admiral Delagoabai Hamburg am 26. August ab Marseille. 
„Generab Hamburg Delagoabai am 26. August ab Lissabon. 
  
  
— — — 
  
  
—. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Verlagsbuchhandlung von Schall &amp; Grund in Berlin 
bei, betreffend Bibliothek ver Länderkunde, zweiter Band: „Die ostafrikanischen Inseln“, den wir 
geneigter Beachtung bestens empfehlen. Die Expedition.
        <pb n="650" />
        604 — 
Anzeigen. 
  
  
  
  
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 
einzusenden. 
  
Pfennig) find an die Vertriebsleitung, Berlin S8W 12, Kochstraße 66—71, 
  
  
Bekanntmachung. 
Im hiesigen Firmenregister ist heute 
unter Nr. 7 die Firma 
Karl Perrot 
mit dem Sitze in Lindi und als 
deren Inhaber der Faktorei= und Plan- 
tagenbesitzer Karl Perrot zu Wies- 
baden eingetragen worden. 
Dar-es-Salam, den 29. Juli 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
(gez.) Solf. (2#6) 
Bekanntmachung. 
In das Gesellschaftsregister des 
Kaiserlichen Gerichtes in Windhoek ist 
heute unter Nr. 6 die am 15. Mai 1898 
unter der Firma 
Alexander Lübbert &amp; Co. 
mit dem Sitze in Hatzamas errichtete 
offene Handelsgesellschaft, deren Gesel- 
schafter die Kaufleute Alexander 
Lübbert und William Abraham 
in Hatzamas sind, eingetragen worden. 
Windhoek, den 2. Juli 1898. 
VDer Kaiserliche Kichter des sühwelstfrika- 
nischen Wt für den Nordbezlr. 
J. V.: 
(gez.) Richter. 
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Gesellschaftsregister ist 
heute laut Anmeldung vom 17. Juni 
1898 unter Nr. 5 die unter der Firma 
Rascher &amp; Thielecke 
mit dem Sitze in Swakopmund 
errichtete offene Handelsgesellschaft ein- 
getragen worden. 
GEeschsster sind die Kaufleute: 
1. Ernst Louis Rascher und 
2. Heinrich Thielecke, 
wohnhaft in Swakopmund. (979) 
Swakopmund, den 18. Juni 1898. 
Der Kaiserliche Kichter des südwesafriks- 
nischen S###utzzebietes zu Iwakepnun. 
(L. S.) (gez.) Dr. L. Koehler. 
Bekanntmachung. 
In das Prokurenregister des Kaiser= 
lichen Gerichts für den Südbezirk des 
deutsch = südwestafrikanischen Schutz- 
gebietes ist heute unter Nr. 3 als 
Prokurist der unter Nr. 1 des Gesell- 
schaftsregisters vermerkten offenen Hand- 
lungsgesellschaft Seidel &amp; Mühle 
zu Keetmanshoop der Handlungs- 
gehülfe Adolf Busch von Keetmans- 
hoop eingetragen worden. (281) 
Keetmanshoop, den 3. Juni 1898. 
Ver Haiserliche Richter für den Lädbezirt. 
(gez.) Golinelli. 
  
(s 
  
  
  
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Gesellschaftsregister ist 
heute laut Anmeldung vom 9. März 
1896 und 13. Dezember 1897 unter 
Nr. 4 die unter der Firma 
Wecke &amp; Boigts 
mit dem Sitze in Windhoek und 
Zweigniederlaffungen in Swakop-= 
mund und Okahandya errichtete 
offene Handelsgesellschaft eingetragen 
worden. (20) 
Gesellschafter sind die Kaufleute: 
1. Friedrich Wecke in Swakopmund, 
2. Gustav Voigts in Windheoek, 
3. Albert Voigts in Okahandya. 
Swakopmund, den 18. Juni 1898. 
Ver Koiserliche Richter des füdwestafrils- 
nischen Schutzzebietes zu JIwakoypnund. 
(L. S.) (gez.) Dr. L. Koehler. 
  
Bekanntmachung. 
Der Rechtsanwalt Wasserfall in 
Windhoek ist zur Ausübung der 
Rechtsanwaltschaft bei dem Kaiser- 
lichen Gericht zu Windhoek zu- 
gelassen worden. (z) 
Windhoek, den 16. Juli 1898. 
Der Kaiserliche Richter. 
J. V.: 
(gez.) Richter. 
Gesunder, kräftiger 
Raufmann, 
26 Jahre alt, mit Gymnasialbildung, 
sucht Stellung in einer deutschen 
Kolonie oder Schutzgebiet. 
Gef. Offerten sub 4A. K. 100 an die 
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S Amt I. 4357. . 
2 Cez)
        <pb n="660" />
        — 614 — 
WOoERMANN-LINTE. 
5 — ««—’ Am18.sept.:P.D.,,Pr0kessorwoermanu«,capt.()arstcas, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, 
Ruffsque, Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. September: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Ihreke, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo und Französisch-Bénin. 
Am 25. September: P. D. „Melita Bohblen“, Capt. Nissen, 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 30. September: P. D. „Paul Woermann“, Capnt.... "„ 
nach den Canarischen Inseln, dem Sénégal, Liberia, Lagos, dem Kongo, Angola 
und Benguela. 
Am 10. Oktober: P. D. „Adolph Woermann“, Capt Jensen, 
nach Madeira, Fernando Po, dem Kamerungebiet und Französisch-Kongo. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jeden Monats. 
Alle Güter mulssen am Tage vor dem 4bgpangsdarum bis 12 Uhr mittags Ingsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passae ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
rwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden etatt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
    
  
   
„ADMIRAL“, Capt. WWWtt ... 14. September, 28. September, 
*KANZLER“, Capt. Elsssson 28. September, 12. Oktober, 
„ REICHSTAG, Capt. Weisskannn . ... 2 Oktober, 26. Oktober, 
nach Mombassna, Tanga, Pangani:, Saadania, Bagamoyo?, Dar-es-Salüm?", Sanslbar:, Kllwa, Lindi, 
Milindani, Ibo, Mozamblaque 7, Quelimane 7, Chinde?, Beira“, lnhambane, Delagoabal“, Durdan". 
Die mit einem F versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem " verschenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem C versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genaunten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer huaben vorsloliche Einricheu#nen Fur Eussagtere e#n allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufbäfen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretorin) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
" Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. seisse2 
Dieser Aummer liegt das 3. Deft des XI. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den dentschen Schutzgebieten“ bei. — 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. – 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von G. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin SW. 12, Kochstraße 
Ausgegeben am 15. September 1898 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Hersusgegebes in ber Noloenial-Ibtbellung des Auswärtigen Imis. 
— 
# UAummer 19. 
– 
— —- —— —„ — 
  
  
—..——.————————————————.. —— — —v — 
K. Jahrgang. Berlin, 1. Ektober 1698. 
. –..————---’.#..... ——.—" 
  
  
. —.— 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mitthellungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutrgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Danckelmen. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Vost und die 
uchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Lönder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchbandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
—— — — 
  
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Einberufung des Kolonialraths S. 615. — Ertheilung der Befugnisse eines Generalkonsuls 
für den Kongostaat an den Gouverneur v. Puttkamer S. 618#. — Ertheilung der Ermächtigung zur Beurkundung des 
Personenstandes an den Gerichtsassessor Dr. Heim für Togo S. 615. — Ertheilung der Ermächtigung zur Ausübung 
der Gerichtsbarkeit erster Instanz an den Gerichtsassessor Boether in Stephansort S. 616. — Zollordnung für die 
Binnengrenze in Deutsch-Ostafrika S. 616. — Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat September 
S. 617. — Personalien S. 617. · 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 618. — Deutsch-Ostafrika: Bericht des Kaiserlichen 
Gouverneurs Generalmajors Liebert über seine Reise nach Usagara und Uluguru S. 618. — Neue kartographische 
Aufnahmen in Deutsch-Ostafrika S. 621. — Ueber die Benutzbarkeit der Nebenflüsse des Ulanga S. 621. — 
Kamerun: Bericht des Premierlieutenants Dominik über seinen Zug gegen den Häuptling Ngila S. 622. — 
Deutsch-Südwestafrika: Tod des Kapitäns Manasse von Omaruru S. 624. — Aus fremden Kolonien: 
Aufwendungen für die englischen Kolonien seitens des Staates S. 624. — Die Verwaltung des Protektorats der 
Somaliküste S. 624. — Gerichtsbarkeit auf der Insel Pitcairn S. 624. — Verschiedene Mittheilungen: Die 
Agyptische Zuckerindustrie S. 624. — Schiffsbewegungen S. 627. — Verkehrs-Nachrichten S. 627. — Anzeigen. 
— 
Amtlicher Theil. 
Geseße; Verordnungen der Reichsbehörden; Verkräge. 
Einbernfung des Kolonialraths. 
Der Kolonialrath wird berufen, am 24. Oktober d. Is., vormittags 10 Uhr, im Reichstags- 
gebäude zur Berathung zusammenzutreten. 
Berlin, den 21. September 1898. 
Der Reichskanzler. 
Im Auftrage: 
v. Buchka. 
  
Dem Kaiserlichen Gouverneur v. Puttkamer sind die Befugnisse eines Generalkonsuls für das 
Gebiet des unabhängigen Kongostaates ertheilt worden. Die Regierung des Kongostaates hat die Lokal- 
bchörden angewiesen, den Kaiserlichen Gouverneur in seiner kommissarischen Eigenschaft als Generalkonsul 
anzuerkennen. 
  
Auf Grund des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, vom 
15. März 1888 (N. G. Bl. S. 71), des Gesetzes, betreffend die Eheschließung und die Beurkundung des 
Personenstandes von Bundesangehörigen im Auslande, vom 4. Mai 1870 (B. G. Bl. S. 599) und der 
Kaiserlichen Verordnung vom 21. April 1886 (R. G. Bl. S. 128) ist dem Gerichtsassessor Dr. Heim in 
Lome für seine Person und für die Dauer seiner amtlichen Thätigkeit im Schutzgebiete Togo die allgemeine 
Ermächtigung ertheilt worden, im Falle der Behinderung des Kaiserlichen Gouverneurs bürgerlich gültige 
Cheschließungen bezüglich aller Personen, die nicht Eingeboxene sind, vorzunehmen und die Geburten und 
Sterbefälle derselben zu beurkunden.
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        — 616 — 
Auf Grund des Reichsgesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deuff en Schutzgebiete (R. G. 
Bl. 1888, S. 75), ist dem Beamten der Neu-Guinea-Kompagnie, Gerichtsassessor ben Pr 9a# Serhlntar. 
die Ermächtigung zur Ausübung der Gerichtsbarkeit erster Instanz im Schutzgebiete der Neu-Guinea- 
Kompagnie für den westlichen Jurisdiktionsbezirk ertheilt worden. 
  
  
  
Perordnungen und Wittheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Zollordnung für die Binnengrenze in Deutsch-Ostafrika. 
Die nachfolgenden Bestimmungen treten mit dem Tage der Bekanntmachung in den betreffenden 
Grenzbezirken in Kraft. Von demselben Zeitpunkt ab sind alle entgegenstehenden Bestimmungen ausgehoben. 
81. 
An Einfuhrzoll werden erhoben: 
a) von Spirituosen aller #.0t 
b) von Schußwaffen und Schießbedarf.. .. . ... 
c) von allen Tauschwaaren und europäischen Bedarfsartiken 5 - 
82. 
20 Prozent, 
10 - 
An Ausfuhrzoll werden erhoben: 
a) von Elfenbein, Kopal und Gummi.. 15 
b) von Hölzern aller Art, Negertabak, Häuten und Fellen, Rhinoceroshörnern, 
Flußpferdzähnen, Schildpatt, Pfeffer, Salz, Oel und Fett . . . 10 
c) von Rindvieh. .. . ....... pro Stück 5 Rupien, 
d) von Kleinvieh (Schafen und Ziegenenn = 32 Pesa, 
e) von Maskateseln. .............- -15Rupien, 
f)vonanderenEieln..............-- 5 „ 
83. 
Von dem im § 1 festgesetzten Einfuhrzoll sind befreit: Alle Maschinen und Instrumente, welche 
für den Ackerbau bestimmt sind, sowie alle Materialien für den Bau und die Unterhaltung der Wege, 
Pferdebahnen, Eisenbahnen und im Allgemeinen alle Transportmittel. 
84. 
Die in den 88 1 und 2 festgesetzten Zölle werden vom Werthe der Waaren an dem betreffenden 
Ort erhoben und sind in barem Geld oder in natura zu entrichten. Kleinere Waarenmengen, von welchen 
der Zoll weniger als eine halbe Rupie beträgt, können sowohl bei der Einfuhr wie bei der Ausfuhr 
zollfrei gelassen werden. 
86. 
gur Entrichtung des Zolls ist Derjenige verpflichtet, welcher in dem Augenblick, in dem die Zoll 
— Inhaber des zollpflichtigen Gegenstandes ist. Ueber den gezahlten Zoll ist eine Quittung 
zu ertheilen. 
§ 6. 
Alle ein= und ausgeführten Waaren sind innerhalb von vier Wochen einer Zollstation zur Ver- 
zollung anzumelden. Die Orte, wo sich Zollstationen befinden, sind in den betreffenden Bezirken öffentlich 
bekannt zu machen. 
87. 
Die Ein= und Ausfuhr von Schußwaffen und Schießbedarf richtet sich nach den hierüber erlassenen 
besonderen Bestimmungen. 
838. 
Zollhinterziehung (Schmuggel) wird bestraft mit Einziehung der geschmuggelten Waaren und einer 
Geldstrase, welche dem vierfachen Betrage der vorenthaltenen Abgabe gleichkommt. Der Zoll ist neben der 
Strafe zu entrichten. 
In allen Fällen, in denen der Werth des geschmuggelten Gegenstandes nicht mehr zu ermitteln 
ist und infolgedessen die obige Berechnung der Strafe und die Einziehung der Waaren nicht mehr erfolgen 
kann, ist auf Zahlung einer Geldstrafe von 20 bis 2000 Rupien zu erkennen. 
§ 9. 
Wer es unternimmt, Gegenstände, deren Ein= oder Ausfuhr für das Schutzgebiet oder für einen 
Theil desselben durch öffentliche Bekanntmachung verboten ist, diesem Verbote zuwider ein- oder auszuführen,
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        — 617 — 
wird neben Einziehung der betreffenden Gegenstände mit einer Geldstrafe bestraft, welche dem doppelten 
Werth der Gegenstände, und wenn dieser nicht 20 Rupien beträgt, dieser Summe gleichkommt. 
8 10. 
Wenn Geldstrafen im Falle des Unvermögens nicht beigetrieben werden können, wird auf Freiheits- 
strafe erkannt, deren Dauer drei Monate nicht übersteigen darf. Bei der Umwandlung von Vermögens- 
strafen in Freiheitsstrafen wird ein Tag gleich 1 bis 3 Rupien gerechnet. Zur Festsetzung von Freiheits- 
strafen ist nur der betreffende Bezirkschef zuständig. 
§ 11. 
Alle sonstigen Uebertretungen dieser Verordnung und der zu ihrer Ausführung öffentlich bekannt 
gemachten Bestimmungen werden mit einer Ordnungsstrafe von 1 bis 50 Rupien belegt. 
– 12. 
Die erforderlich werdenden Ausführungsbestimmungen und Dienstvorschriften werden von der 
Finanzabtheilung erlassen. 
Dar-es-Saläm, den 1. August 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) (gez.) v. der Decken. 
  
Gonvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat September d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouverne- 
ment von Deutsch-Ostafrika auf 1,3675 Mark = 1 Rupie festgesetzt worden. 
  
Perl#nalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König baben Allergnädigst geruht, dem Hülfsarbeiter in 
der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts, Regierungsrath Dr. Bumiller, den Charakter als 
,Legationsrath“ zu verleihen. 
— 
  
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Professor und 
Dirigenten des Versuchsfeldes der landwirthschaftlichen Akademie zu Poppelsdorf, Dr. Wohltmann, den 
Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen. « 
  
Kaiserliche Schutztruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 13. September 1898. 
Dr. Feldmann, Assistenzarzt vom Kadettenhaus in Cöslin, mit dem 20. September d. Is. aus dem Heere 
ausgeschieden und mit dem 21. September d. Is. als Assistenzarzt mit seinem bisherigen Patent 
in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika angestellt. 
A. K. O. vom 16. September 1898. 
Fischer, Hauptmann à la suite der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, kommandirt zur Dienstleistung 
beim Oberkommando der Schutztruppen, 
Dr. Becker, Oberstabsarzt 1. Klasse, — Antrag um Belassung bei der Schutztruppe auf weitere 
2½ Jahre genehmigt. 
Schutztruppe für Südwestafrika. 
A. K. O. vom 13. September 1898. 
Dr. Hummel, Königlich württembergischer Stabsarzt a. D., bisher vom Feldartillerie-Regiment König 
Karl (1. Württembergischen) Nr. 13, mit dem 4. September d. Is. als Stabsarzt mit einem 
Patent vom 28. Mai d. IJs. in der Schutztruppe für Südwestafrika angestellt.
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        — 618 — 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Machrichten. 
Deutsch -Ostafrika. 
Der als Rechnungsbeamter für den Gouverne- 
mentsdienst angenommene Finanzaspirant Lergen 
wird die Ausreise nach Dar-es-Saläm am 12. Ok- 
tober d. Is. von Neapel aus antreten. 
Der Assistenzarzt Dr. Feldmann und der Unter- 
offizier Baumann haben die Ausreise, der Sergeant 
Lachenmair die Wiederausreise in das Schutzgebiet 
angetreten. 
Für die durch den Tod des Gärtners Kaars- 
berg frei gewordene Stelle ist Christian Hedde, 
  
die deutschen Schutzgebiete, als Gärtner angenommen 
worden. Derselbe hat die Reise nach Dar-es-Saläm 
am 28. September d. Is. von Hamburg aus an- 
getreten. *# 
Der beim Kaiserlichen Gouvernement als Bau- 
leiter beschäftigte Alois Bürger ist während eines 
Heimathsurlaubes am 11. September d. Is. in dem 
Hospitale der Schwestern vom „Rothen Kreuz“ in 
München gestorben. 
  
Lüdwestafrika. 
Der Stabsarzt Dr. Hummel ist nach dem 
Schutzgebiet abgereist. 
Der Zollbeamte Schleiffer ist in Swakopmund 
bisher Volontär an der botanischen Centralstelle für eingetroffen. 
  
Rachrichten aus den deukschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Pftafrika. 
Bericht des Raiserlichen Gouverneurs für Deutsch- 
Ostafrika Generalmajors Liebert über seine Reise nach 
Usagara und Ulugurn. 
Dar-es-Saläm, den 26. August 1898. 
1. Reise nach Kilossa. 
Am 30. Juli verließ ich Dar-zes-Saläm zu Pferde 
und erreichte die vorausgesandte Karawane an der 
Mafisifähre des Kingani am 31. Juli nachmittags. 
In acht Marschtagen — einer sehr befriedigenden 
Marschleistung — erreichte ich Kilossa. Wenn der 
jetzt angeordnete Bau von Rasthäusern und die An- 
lage von Brunnen ausgeführt sein wird, kann Kilossa 
zu Maulthier in sechs bis sieben Tagen erreicht 
werden. Die Straße ist durchweg vortrefflich und 
entspricht allen Anforderungen für den Verkehr mit 
Ausnahme der drei Monate Regenzeit. Der große 
Verkehr wird für diese Zeit unterbrochen. Die 
Straße ist auch auf der ganzen 300 km betragenden 
Strecke für Wagen fahrbar. Die einzigen Hindernisse 
sind der Kingani, dessen Fährboot nur nacheinander 
größere Transporte bewältigen kann, und eine Anzahl 
Steigungen östlich Kikundi (in den Vorbergen Ulu- 
gurus), die noch abgeflacht oder durch Wegekehren 
gemildert werden müssen. Ganz Außerordentliches hat 
Premierlieutenant Brosig, als Bezirkschef von 
Kilossa, in der Herstellung guter Brücken geleistet. 
Von Mrogoro bis Kilossa passirt man neun große 
und viele kleinere Brücken aus dem soliden und 
ameisenfesten Eisenholz (Kambala-Acacia nigrescens), 
eine Arbeit, die der 12. Kompagnie der Schutztruppe 
hohe Ehre macht. 
  
Das durchrittene Land machte gegenwärtig, nach- 
dem seit 1 1¼ Jahren kein nennenswerther Regen ge- 
fallen, einen öden Eindruck. Mit Ausnahme ganz 
kleiner Striche (Kikundi, Kiroka, Kingo-Mrogoro) 
besteht die große Fläche zwischen den Pugubergen 
und Usagara aus trockenem, unfruchtbarem Pori. 
Gegenwärtig waren nicht nur die geringen, um die 
wenigen Ortschaften gelagerten Felder ohne Ernte 
geblieben und reckten nur dürre Halme empor, son- 
dern auch alle Wasserläufe waren völlig ausgetrochet. 
Selbst der Ngerengere, der bedeutendste und ent- 
wickeltste Nebenfluß des Kingani, enthielt keinen 
Tropfen Wasser. Wie in Südwestafrika mufte 
mühsam nach Trinkwasser in seinem sandigen Bert 
gegraben werden. 
Hinter Matuli tauchen in der Ferne die Uluguru- 
berge auf, ein stattliches Bergmassiv mit theilweise 
Waldbedeckung. Oestlich Kikundi durchzieht di 
Straße die nördlichen Vorberge Ulugurus, die etwar 
Feuchtigkeit festgehalten haben und in den lang- 
gestreckten Thälern von Kikundi und Kiroka eine 
Ernte von Mtama und Mais ausweisen. 
Die Landschaft Mrogoro (Simbamweni und Kingo) 
erstreckt sich direkt am Nordfuße des steilabfallenden 
Ulugurumassivs. Sie wird von mehreren Bächen 
gespeist, die aus bedeutender Höhe herabkommen und 
daher nicht versiegen. Auch hier war daher, wem 
auch knapper als sonst, eine Ernte vorhanden. 
Nach zwei weiteren sehr großen Tagereisen er- 
reicht man endlich das grüne und sehr fruchtbar- 
Thal des Mukondokwa, der mit dem Mkata zu- 
sammen den Wami bildet. Das Mukondokwothal 
ist der Mittelpunkt und das Herz von Usagara, de
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        Kornkammer für die tausende auf der großen Kara- 
wanenstraße verkehrenden Träger. Hier rasten alle 
Karawanen, ob sie von der Küste oder zur Küste 
gehen, mehrere Tage, um ihren Mundvorrath zu 
ergänzen und sich für die bevorstehenden Entbehrungen 
im Pori zu stärken. Ich habe das Thal bis ober- 
halb Muinisagara #) abgeritten und überall die gleiche 
Fruchtbarkeit und auch ziemlich reichlichen Anbau 
gefunden. Leider ist noch kein Versuch gemacht, ob 
in dem schweren, immer feuchten Thalboden edlere 
Produkte, wie z. B. Kakao, gedeihen und lohnen. 
Im Garten der Station Kilossa (500 m Höhe) 
tragen die hier angepflanzten arabischen Kaffeebäume 
sehr reichlich; die europäischen Gemüse versorgen den 
Tisch aufs Beste. nur Kartoffeln wollen nicht fort- 
kommen. Die hier stattlich wachsenden jungen Kokos- 
palmen erweisen die Unrichtigkeit des alten Satzes, 
daß diese Palmen nur an der Küste gedeihen. 
In der unmittelbaren Umgegend von Kilossa 
zeigt sich ein seltsames Völkergemisch. In Kondoa 
leben zahlreiche Araber und Inder, die hier durch 
die Verpflegung der Karawanen gute Geschäfte 
machen. Ganz in der Nähe befinden sich starke 
Kolonien von Wanyamwesi und Wassangu, die neben 
ihrer Beschäftigung mit Ackerbau und Viehzucht stets 
bereit sind, als Träger auszuhelfen. Beide Stämme 
geben den weichen Wasagara, der Grundbevölkerung 
des Landes, ein gutes Beispiel regsamer Thätigkeit. 
Hoffentlich gelingt es, mehr Leute der betriebsamen 
Stämme des Innern an der Karawanenstraße an- 
zusiedeln. 
Sehr erfreulich ist der Anblick des Viehstandes 
der Station Kilossa. 150 Stück Großvieh zeigen sich 
in bester Beschaffenheit und gutem Gedeihen. Dasselbe 
ist von dem Vieh der Eingeborenen in Kondoa, bei 
Kingo und an der Mafisifähre zu sagen. Es sticht 
sehr vortheilhaft ab gegen das Aussehen des Viehes 
in der mit so großer Sorgfalt gepflegten Viehstation 
Pugu, wo das Eingehen zahlreicher Thiere ohne 
auffallende Krankheitserscheinungen noch immer an 
der Tagesordnung ist. Vielleicht ist diese Station 
Krankheitseinflüssen der Küste noch zu stark ausgesetzt 
und wird weiter ins Innere verlegt werden müssen. 
In dem Pori zwischen Mkata und Mukondokwa, 
in der Landschaft Matwiga, gedeiht der oben er- 
wähnte Eisenholzbaum besonders gut und häufig. 
Um diesen für alle Bauten unersetzlichen und werth- 
vollen Baum zu erhalten und zu kultiviren, ist die 
Einrichtung eines kleinen Forsthauses an der großen 
Straße angeordnet. Dort soll ein nach Kilossa ver- 
setzter Oberjäger stationirt werden und die Pflege 
und Aufforstung jener wichtigen Bestände übernehmen. 
Später wird diese Aufsicht über den Forst durch 
einen Eingeborenen oder einen Inder ausgeübt 
werden können. 
*) Die alte Station der Deutsch-Ostafrikanischen Ge- 
sellschaft, die längst in Trümmern liegt. Hier wurde 
seiner Zeil der Usagara-Vertrag abgeschlossen. D! 
619 
  
2. Das Ulugurugebirge. 
Von Kilossa aus erreichte ich in vier Märschen 
in südöstlicher Richtung das Ulugurugebirge auf seiner 
Westseite, und zwar in der Gegend, wo der Mkuyu- 
und der Mhansabach die Berge verlassen. Ich habe 
darauf den Ssongaberg (auf 1100 m Sattelhöhe) 
und den Mgetafluß (auf 1060 m) überschritten und 
bin das Msingathal aufwärts gegangen. Von hier 
wurde mit unglaublich steilem Anstieg das mächtige 
Bergmassiv des Lukwangula auf 2400 m Höhe er- 
reicht und an der Quelle des Mgeta gelagert. Meine 
Absicht, oben auf dem Plateau des Lukwangula dem 
Laufe des Mgeta entlang zu marschiren, wurde durch 
die niedrige Temperatur und den scharfen Wind ver- 
eitelt. Ich stieg deshalb zum Fisigothale (Ningwa) 
herab, marschirte dies abwärts und ging über Taua 
und Lolo in nördlicher Richtung nach Kinole zum 
Jumben Kingaro. Von hier ward der Abstieg zum 
Ruvu nach der Missionsstation Tununguo vollzogen. 
Die eigentliche Gebirgsreise nahm sechs Tage in 
Anspruch. « 
Das Ulugurugebirge ist ein Massengebirge mit 
aufgesetzten Ketten, das ungefähr dreieckigen Umriß 
und einen Flächeninhalt von 340 qkm hat und mit 
seinem Wasserreichthum ausschließlich das Flußsystem 
des Ruvu-Kingani speist, der selbst hier entspringt 
und dessen bedeutende Nebenflüsse, der Ngerengere, 
Mgeta, Fisigo, sowie zahllose kleinere Zuflüsse sämmt- 
lich hier ihren Ursprung haben. Seine Grundfor- 
mation ist Gneis und Glimmer, doch findet sich auch 
viel Quarz und thonhaltige Schichten. 
Es ist erstaunlich, daß dies schöne, allerdings 
sehr schwer ersteigbare Gebirgsland trotz seiner 
Küstennähe (etwa 200 km) noch so wenig erschlossen 
und bekannt geworden ist. Einem zweimonatlichen 
Aufenthalt und fleißigen Forschen Dr. Stuhl- 
manns verdanken wir die Karte in 1: 150 000. Im 
Uebrigen haben nur wenige Reisende (Ramsay, 
Schlobach) die Außenseite des Gebirges berührt. 
Das Gebirge ist jedenfalls das schönste und 
mannigfaltigste der ostafrikanischen Bergkomplexe, da 
es neben seiner bedeutenden Höhe vielgestaltige Gipfel 
und zahlreiche Bergketten aufweist, die untereinander 
durch tiefeingeschnittene Flußthäler getrennt sind. 
Fast auf jedem hohen Punkte hat der Beschauer eine 
ganze Anzahl von Bergreihen vor sich, die sich 
malcrisch aufbauen und in der Ferne in dunklem 
Blau verschwinden. Charakteristisch ist die Steilheit 
seiner Hänge, die wohl den Grund für den bisher 
so geringen Besuch seiner Höhen bildete. 
Vor Usambara voraus hat das Ulugurugebirge 
den großen Wasserreichthum. Da die Wolken 
hier in ungefährer Höhe von 1500 m streichen, so 
sind die darüber liegenden Höhenrücken und Gipfel 
beständig in Nebel und Wolken gehüllt und erfreuen 
sich reichlicher Befeuchtung. Demzufolge reicht auch 
hochstämmiger Wald bis auf die Bergrücken herauf 
und hält seinerseits wieder die Niederschläge fest.
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        Aus jeder Schlucht und Bergfalte rinnt ein Wasser- 
lauf zu Thal und befruchtet seine Umgebung. Aller- 
dings erschweren diese unaufhörlich sich folgenden 
großen und kleinen Wasserläufe das Fortkommen außer- 
ordentlich. Meine Karawane hat an einem Marsch- 
tage 24 solcher Gebirgsbäche über Felsgeröll und 
Steinplatten hinweg überschreiten müssen. Erstaunlich 
aber ist infolge dieses Wasserreichthums die Frucht- 
barkeit der Thäler; nicht nur sind diese deshalb 
dicht bevölkert und vortrefflich angebaut, sondern 
auch die Berghänge sind mit Hütten der Eingeborenen 
und deren Feldern bedeckt, wie dies in keinem anderen 
Mittelgebirge Ostafrikas der Fall ist. Allerdings 
besteht ein Unterschied zwischen dem West= und Ost- 
abhang des Gebirges. Da die Wollken an letzterem 
ihren Feuchtigkeitsgehalt ablagern, so ist dieser viel 
quellen= und wasserreicher als die steppenartigen 
Hänge der Westseite. Der der Küste zu gelegene 
Hang ist somit der bevorzugte. 
Der Waldbestand des Gebirges ist noch ziem- 
lich bedeutend und zeigt zum Theil schöne werthvolle 
Stämme, ferner ausgezeichneten Bambus und gute 
Bauhölzer. Leider sind die Bewohner die schlimmsten 
Feinde ihrer schönen Wälder. Sie brennen den 
Wald nieder, um den Boden zu bewirthschaften. 
Nach wenigen Jahren lassen sie das Feld wieder 
liegen und nehmen durch Feuer eine neue Fläche in 
Besitz. So zieht sich der gute Waldbestand immer 
mehr auf die Höhen zurück und, falls nicht einge- 
griffen wird, sind seine Tage gezählt, und damit 
müssen die schönen, segenbringenden Quellen versiegen. 
Das Schmerzliche ist, daß schon jetzt die Eingeborenen 
bis in das prachtvolle Dickicht der Hochwälder ein- 
dringen und dort ohne Auswahl die besten Stämme 
als Bau= und Brennholz herausschlagen. Auch der 
Bambus wird als das bequemste Baumaterial für 
die Hütten rücksichtslos verwüstet. Herr Forstassessor 
v. Bruchhausen wird über diesen Gegenstand einen 
besonderen Bericht einreichen. 
Die Bevölkerung der Berge theilt sich streng 
in zwei Stämme, die miteinander wenig oder kaum 
Verbindung haben, verschiedene Sprachen sprechen 
und in ihrer Lebensweise und ihrem Bildungsgrade 
große Unterschiede aufweisen. Die Hochberge und 
Hochthäler sind von den Waluguru bewohnt, die 
meist in Gruppen von drei bis zehn Hütten auf 
schwer erreichboren Punkten wohnen, äußerst schen 
und furchtsam sind und vorläufig die Berührung mit 
dem Europäer noch ängstlich vermeiden. Sie sprechen 
einen eigenen, unverständlichen Dialekt, empfangen die 
Karawanen nicht in ihrem Dorfe, sondern laufen 
sämmtlich mit Frauen, Kindern und Vieh weg und 
verbleiben in den Bergen, bis die Karawane wieder 
abgezogen ist. Wenn es mir gelang, durch Aus- 
sendung von Boten und Anbieten von Geschenken in 
den Abendstunden einige Beherzte zur Rückkehr, zum 
Schauri und zum Führerdienst zu bewegen, so habe 
ich doch nicht Gelegenheit gesunden, ein Weib oder 
Kind der Waluguru zu sehen. Sie saßen meist auf 
  
620 — 
den höchsten Anhöhen und beobachteten von dort 
furchtsam und scheu den Marsch der Karawane. 
Dr. Stuhlmann glaubt, daß die Waluguru aus den 
verschiedensten Stämmen der Ebene zusammengesetzt 
sind, von denen sich Theile und Trümmer vor den 
Raubzügen früherer Zeiten in die sicheren Berge 
geflüchtet und hier eine zweite Heimath gefunden 
haben. Jedenfalls wird es noch geraumer Zeit und 
unausgesetzter geschickter Bemühung bedürfen, bevor 
diese „wilden“ Bergbewohner den deutschen Beamten 
mit Vertrauen sich nähern. 
Rund herum um die Waluguru in den offenen 
Thälern und auf den der Ebene zugewandten Vor- 
bergen wohnen Wakami. Diese zeichnen sich durch 
Intelligenz und Arbeitsamkeit aus und wissen ihrem 
fruchtbaren Boden so viel abzugewinnen, daß sie sich 
behaglichen Wohlstandes erfreuen. Sie leben in 
größeren Ortsgemeinschaften und unter meist ziemlich 
bedeutenden Jumben und sehen auf die Waluguru 
als auf „Waschensi“ verächtlich herab. Das schöne 
Thal „Taua“ des Mangabaches erscheint dem Rei- 
senden wie ein grüner Garten. Es ist durch künstlich 
gezogene Gräben reichlich bewässert und liefert zu 
jeder Jahreszeit Ernteerträge. 
Der Boden ist in dem gesammten Gebirgslande 
durchweg rother Laterit, zum Theil von schwarzem 
Humus bedeckt und infolge der reichlichen Bewässe- 
rung sehr fruchtbar. Wie kein anderer der ostafrika- 
nischen Gebirgsstöcke eignet sich das Ulugurugebirge 
zur Verbindung von europäischem Ackerbau und 
Weidewirthschaft mit der Anlage tropischer Kulturen 
je nach der gewählten Höhenlage. Auf den weit- 
gestreckten grünen Hochweiden muß ein schöner Vieh- 
stand gedeihen. Leider ist gegenwärtig Rindvieh 
nur spärlich vertreten und muß erst gewissermaßen 
neu eingeführt werden. 
Für alle tropischen Erzeugnisse aber finden sich 
hier nach sachgemäßer Auswahl die betreffenden 
Oertlichkeiten und Böden für Kaffee, Thee, Kakoo, 
Kardamom, Zimmt 2c. Zu meiner Freude kounte 
ich die erste kleine deutsche Plantage in ihren An- 
fängen hier sehen. Ein früherer Angestellter der 
Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, Herr Moritz 
von Derema, hat sich bei Kinole (Jumbe Kingaro) 
im Nordosten des Gebirges niedergelassen, zunächst 
um Sammlüungen aller Art zu betreiben. Die außer- 
ordentlich günstige Lage (1000 m Höhe), der vor- 
treffliche Boden, der starke Urwaldbestand, die reich- 
lichen Niederschläge haben ihn veranlaßt, eine 
Kaffeepflanzung anzulegen, die er mit bescheidenem 
eigenen Kapital betreiben will. Er hat das Gou- 
vernement um lUleberlassung von 200 ha gebeten. 
Die Anfänge der mit langjähriger Erfahrung äußerst 
sachgemäß angelegten Pflanzung machen einen recht 
viel versprechenden Eindruck. Das Gelingen dieses 
Unternehmens wäre um so erfreulicher, als es den 
Beweis liefern würde, daß ein erfahrener und landes- 
lundiger Mann, auch ohne Millionen zu besihen, 
Kassce auf den Markt liefern kann.
        <pb n="667" />
        Ich nahm Veranlassung, auch den Missions- 
stationen einen Besuch abzustatten. Mrogoro macht 
einen sehr guten Eindruck, sowohl nach seiner schönen 
Lage, seinen Bauten, seinen gut gepflegten Gärten 
und der nicht unbedeutenden Kaffeepflanzung, als 
auch nach seinem Einfluß auf die Bevölkerung und 
die gute Erziehung der Missionskinder. Lettere 
sangen sehr hübsch zum Harmonium deutsche, Suaheli- 
und lateinische Kirchen= und patriotische Lieder. 
Neue kartographische Aufnahmen in Deutsch-Ostafrika.") 
Im Laufe des Sommers sind bei der Kolonial= 
Abtheilung etwa 20 neue Routenausnahmen, besonders 
aus Ostafrika, aber auch 4 aus Kamernn, eingegangen, 
unter welchen zwei wegen ihrer Wichtigkeit besondere 
Hervorhebung verdienen. 
Die erste rührt von dem bereits durch Forschungen 
in Kleinasien bekannten Hauptmann v. Prittwitz 
und Gaffron her und betrifft den Ulanga und 
seine Nebenflüsse Kihansi und Ruipa, welche von 
Perondo an bis etwas unterhalb der früheren Ulanga- 
station befahren, ausgenommen und ausgelothet wor- 
den sind. Es hat sich herausgestellt, daß der Kihansi 
und der Ruipa zwar nicht schiffbar, der Ulanga aber 
auf der untersuchten Strecke überall für flachgehende 
Heckdampfer selbst während des niedrigsten Wasser- 
standes befahrbar ist. Ein etwa 100 km langer 
Weg trennt diesen Theil des Flusses von dem gleich- 
falls schiffbaren unteren Rufiyi, auf welchem bereits 
ein Dampfer verkehrt. Von der oberen Grenze der 
Schiffbarkeit führt ein mit leichter Mühe fahrbar zu 
machender Weg in zwei kurzen Tagemärschen über 
die Ulanga-Ebene an den Fuß des Uhehe-Hochlandes. 
Ein weiterer halber Tag bringt den Reisenden in 
das gesunde und erfrischende Höhenklima des Gebirges. 
Eine schnelle Verbindung desselben mit der Küste 
scheint demnach ohne bedeutende Kosten hergestellt 
werden zu können. Hauptmann v. Prittwiz, dessen 
ausführlicher Bericht nebst Karte im nächsten Heft 
der „Mittheilungen aus den deutschen Schutzgebieten“ 
erscheinen wird, ist übrigens der Ansicht, daß der 
Ulanga noch weit oberhalb der Kihansieinmündung 
bis in das Gebiet von Sakkamaganga und vielleicht 
noch weiter sich als befahrbar herausstellen wird. 
Hauptmann v. Prittwitz hat außerdem das 
ganze Gebirgsland zwischen Iringa und dem Ulanga- 
thale (Strecke Perongo—Dwangire) auf zahlreichen 
sich kreuzenden Routen durchzogen und ausgenommen; 
doch sind diese Arbeiten bisher noch nicht in Berlin 
eingetroffen. 
Eine ganze Reihe von Einsendungen des Premier= 
lieutenants Engelhardt haben dessen frühere Ar- 
beiten (vergl. Kol. Bl. Nr. 9 1898, S. 242) in er- 
wünschter Weise vervollständigt. Seine Aufnahmen, 
zum größten Theile gleich von ihm selbst in Karten- 
— — — 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1898, S. 241. 
  
621 — 
form gebracht, umfassen jetzt seine Märsche vom 
Dezember 1896 bis zum Mai 1898, von Lindi an 
durch das ganze Ruvumathal bis zum Nyassa-See, 
die Gebiete des Tshabruma und Sakkamaganga, 
Lupembe und namentlich Uhehe, das nach Fertig- 
stellung der Kartenkonstruktionen zu den bekanntesten 
Theilen Deutsch-Ostafrikas gehören wird. 
Interessantes neues Material für Uhehe und das 
Gebiet zwischen den Stationen Songea und Barikiwa 
saudte duch Pater Alfons Adams ein, ferner für 
letzteres Lientenant Glauning, der sich auf dem 
Londwege nach der Nordspitze des Nyassa begeben 
hat, um dort mit Hauptmann Herrmann zusammen- 
zutreffen und an der Feststellung der deutsch-britischen 
Grenze theilzunehmen. Stabsarzt Hösemann hat 
seinen Marsch vom Kivu-See nach Bukoba und von 
der Station Mwansa nach Moschi kartographisch 
verzeichnet, und weite unbekannte Strecken im Norden 
und Nordwesten von Tabora hat vom Juni bis 
September 1897 und im Februar und März 1898 
Hauptmann Langheld erforscht. 
Üeber die Benutzbarkeit der Nebenflüsse des Ulanga. 
Um den vielsach verbreiteten irrigen Ansichten 
über die Beschaffenheit und Benupbarkeit der Ulanga- 
Nebenflüsse für den Verkehr nach dem Uheheplateau 
entgegenzutreten, entnehmen wir einem diesbezüglichen 
Berichte des Hauptmanns v. Prittwitz aus Station 
Dwangire unter dem 13. Juli 1898 an das Kaiser- 
liche Gouvernement das Folgende: " 
„In den letzten Wochen habe ich mehrere kleine 
Expeditionen unternommen, um die Zugangsstraßen 
vem Ulanga zum Gebirgsfuße sowie den besten Auf- 
stieg auf das Gebirge zu erkunden. Ich habe hierbei 
erneut festgestellt, daß sowohl der Kihansi wie der 
Ruipa nur etwa eine Stunde weit von der Mündung 
flußaufwärts für größere Fahrzeuge befahrbar ist. 
Weiter stromauf sind dagegen beide Flüsse nur für 
Boote benutzbar. Der Mgeta, den ich fast von seiner 
Quelle an bis zu seiner Mündung erkundet habe, ist 
überhaupt nur für Boote — allerdings von seiner 
Mündung bis nahe an den Fuß der Berge heran in 
jetziger Zeit, wenn auch stellenweise mit großen 
Schwierigkeiten — befahrbar. Etwa halbwegs auf der 
Strecke zwischen dem Ulanga und Gebirgsfuß theilt 
er sich in zwei Arme. Der rechte Arm mündet als 
Mamba in den Kihansi oberhalb von dessen unterster 
Flußenge und ist für Boote passirbar. Der linke 
unbefahrbare Arm mündet als Kvali in den Ruipa. 
Die Mündung des Mamba ist fast ganz zugewachsen 
und als Flußmündung unkenntlich. Die unterste 
Flußenge des Kihansi könnte nach meiner Meinung 
mit sehr viel Arbeit durch Ausschneiden der Wasser- 
pflanzen 2c. etwas befahrbarer gemacht werden, doch 
auch dann würde schwerlich ein kleiner Dampfer 
hindurchkommen können. Die Frage ist im Uebrigen 
ohne praktische Bedeutung, da der Kihansi weiter
        <pb n="668" />
        oberhalb noch mehrere andere Flußengen hat. Sicher 
ist, daß weder der Kihansi, noch der Ruipa, noch der 
Mgeta in ihrem jetzigen Zustande für irgend ein 
größeres Fahrzeug, welches mit Dampf fortbewegt 
wird, befahrbar ist — sei es ein Heckrad= oder ein 
anderer Dampfer. 
Kamerun. 
Sug gegen den Päuptling Ugila. 
Einem Berichte des Premierlieutenants Dominik 
vom 10. Juli d. Is. über seinen Zug gegen den 
Häuptling Ngila entnehmen wir Folgendes: 
Am 8. Juni abends erschien auf der Station der 
Batihäuptling Tungele, jenseits des Sanaga wohn- 
haft, in dessen Dorf im Januar 1897 der Herr 
Gouverneur v. Puttkamer Quartier hatte, während 
ich von Ngila angefallen wurde; ebenso kamen die 
Bathchengahäuptlinge Olweme und Bea mit der 
Bitte, ihnen gegen Ngila zu helfen, der bei Zamba, 
jenseits des Sanaga, ein festes Lager aufgeschlagen 
und sich vieler Kanus bemächtigt hatte, um in das 
Bathchengaland einzufallen. Näheres über Stärke 
und Führung der Ngilaleute wußten die Häuptlinge 
nicht anzugeben, da sie sich sofort nach Ankunft der 
ersten Wutes in dem seit Januar 1897 zerstörten 
und bislang unbewohnten Zambadorf nach der Station 
aufgemacht hatten. 
Am 10. Juni früh marschirte ich mit dem Unter- 
offizier Klein, 51 Mann der Kreiserlichen Schutz- 
truppe, 100 Yaundes und einem Maximgewehr nach 
dem Sanaga ab, traf bereits am 11. Juni mittags 
in Kule im Bathchengagebiet ein, wo mich außer 
den Häuptlingen des Landes auch Boten des Wute- 
häuptlings Dandugu erwarteten, um mir die Heercs- 
folge der diesseitigen Wutes anzubieten. Ich erfuhr 
in Kule am 11. Juni mittags Folgendes: " 
Ngila wird von Tibati auf das Heftigste be- 
drängt, den seit längerer Zeit ausstehenden Tribut 
an Sklaven zu zahlen. Um dieser Forderung nach- 
zukommen, hat er, wie seinerzeit gemeldet, im April 
versucht, Balinga anzufallen, ist aber abgewiesen 
worden. Die ihm unterstehenden Batis sind zum 
großen Theil auf die diesseitige Sanagaseite gezogen 
und haben sich Dandugu unterstellt. Im Westen 
sitzt Ngutte, im Osten Wenke, der sich mit Hülfe der 
v. Carnapschen Gewehre Ngila vom Halse hält, 
dafür aber seinerseits, trotz fortwährender Botschaften 
der Station, das umliegende Jangassugebiet geradezu 
entvölkert. Ngila muß also nach der Stationsseite 
hin versuchen, sein Menschenmaterial zur Zahlung 
aufzutreiben. Bislang war noch kein Wute über den 
Sanaga gekommen, und Leute von Tungele meinten, 
daß nicht viel über 100 Wutekrieger in Zamba seien. 
Als nun am 11. Juni nachts Mangissaleute mit der 
Meldung in Kule eintrafen, daß Ngila bei Menage 
622 
  
über den Sanaga gesetzt sei und in Ebishimbi auf 
dem diesseitigen Ufer sitze, wußte ich, daß der Posten 
bei Zamba nur eine Maske seiner wahren Stellung 
sein sollte. 
Am 12. mittags traf ich in Abanda ein. Ngila 
hatte morgens Ebishimbi verlassen, als er hörte, daß 
ich in Kule sei, und war über den Fluß nach Menage 
-urückgegangen, hatte jedoch bereits am 10. und 11. 
viele Mangissadörfer abgebrannt und zahlreiche Ge- 
Sffangene gemacht, da er den Mangissas ganz über- 
Bericht des Ppremierlieutenants Dominik über seinen 
raschend gekommen war und an dem ihm ergebenen 
Häuptling Ebishimbi einen trefflichen Führer ge- 
funden hatte. 
Am 13. Juni kamen Boten von Ebishimbi nach 
Abanda, um zu fragen, ob ich dort sei. Gleichzeitig 
ließ Ngila mir sagen, ich würde ebenso wie mein 
alter getreuer Zampa von seinen Leuten erschossen 
werden. Als nämlich der Premierlieutenant d. N. 
v. Carnap Anfang Oktober 1897 bei der Wutestadt 
Wutschaba über den oberen Sanaga setzen wollte, 
verhinderten ihn die auf dem anderen Ufer wohnenden 
Leute des Dorses Ndeng-Ndeug und verwundeten 
Zampa mit einem Pfeil. Als nun die Expedition 
v. Carnap damals abzog und bei Ngedde über den 
Sanaga setzte, ohne die Ndeng-Ndeng-Wutes zu be- 
strafen, da legten letztere sich das Gefecht als großen 
Sieg aus und behaupteten Ngila gegenüber, auch 
Zampa getödtet zu haben. 
Da ich nun wußte, daß Ngila sich mir in freiem 
Felde nicht stellen würde, ich auch gar nicht im 
Stande war, angesichts der Wutes mit meiner kleinen 
Macht über den Sanaga zu gehen, so beschloß ich, 
dem wieder großgewordenen Selbstbewußtsein Ngilas 
und seiner Wutes einen schweren Stoß zu versetzen 
und ihm Raubzüge in das Stationsgebiet für immer 
zu verleiden, indem ich an ihm vorbeimarschirte und 
mich auf seine größte Bundesstadt, Watavé, warf, 
ehe Jemand irgend etwas davon ahnen konnte. Ich 
hielt meinen Plan auch vor meinen Leuten geheim, 
denn Watavé, das ich früher besucht habe und das 
auch einige meiner Soldaten und MYaundes daher 
kannten, ist wenig kleiner als Ngila selbst, und langes 
Vorausbedenken hätte vielleicht einen oder den an- 
deren stutzig gemacht. Ich aber sagte mir, geschehen 
muß etwas, um das Land bis zum Eintreffen der 
endgültigen Expedition gegen die Sklavenjäger zu 
schützen, unsere Waffen müssen den Wutes einmal 
wieder unsere Ueberlegenheit zeigen, an die Ngila 
nicht mehr zu glauben scheint; Watavs ist der 
schwächste Punkt Ngilas, denn erstens liegt es so, 
daß wir auf dieser Seite des Sanaga, also unbemerkt, 
dicht heranmarschiren können, und zweitens sind viele 
der Watavekrieger zur Zeit bei Ngila im Felde. 
Am 14. Juni marschirte ich scharf durch das 
verwüstete Mangissaland nach Eluka am Sanaga. 
Alles war menschenleer; abends noch sezte ich über 
den Sanaga und lagerte am Mbam. Zu meiner 
größten Verwunderung kamen die Balingas, obwohl 
sie uns sahen, nicht, wie früher stets, mit ihren
        <pb n="669" />
        — 623 
Kanus, uns abzuholen, und auch am 15. Juni mor- 
gens brachten sie nur zwei Kanus, mit denen wir 
über den hier 700 m breiten Mbam nach Balinga- 
senn setzten, wo denn auch der Balingahäuptling 
selbst erschien und mir sofort Führer nach Watavé 
besorgen wollte, denn die Balingas haben ja bis 
zur Zerstörung der Barongostadt im vorigen Jahre 
durch den Sergeanten Staadt eine Wutebesatzung 
im Lande gehabt und Ngilas Hand schwer genug 
fühlen müssen. 
Um 11 Uhr vormittags trafen wir in Balinga 
ein; hier ließ ich sofort abkochen, machte meine Leute 
mit meiner Absicht bekannt, ließ das gesammte Gepäck 
mit vier Soldaten zurück und marschirte mittags um 
2 Uhr mit von Balinga gestellten Führern in der 
Richtung auf Watavs an den Mbam, wo das 
Detachement um 6 Uhr abends eintraf. Da zwei 
Watavedörfer auf der anderen Mbanseite liegen, 
wurde bis zum Eintritt der völligen Dunkelheit mit 
Uebersetzen gewartet. Um 9 Uhr war Alles auf der 
Watavoseite des Mbam, und der Vormarsch begann. 
Watavé liegt ungefähr vier Stunden vom Mbam 
auf einer riesigen Bergkuppe, wohl 800 m über dem 
Meere, mitten in dichtem Walde. Es war so dunkel, 
daß Niemand seinen Vordermann sah. Mann an 
Mann sich haltend, ging es fallend und kriechend 
Schritt um Schritt vorwärts, bis wir uns um 
3 Uhr nach Angabe der Führer vor der Stadt be- 
sanden, von der wir nichts sahen. Lautlos lagen 
wir bis 5 Uhr, dann ging Unteroffizier Klein mit 
einigen Soldaten vor und stand nach wenigen Schritten 
vor einer zwelmannshohen doppelten Reihe Baum- 
stämme, die, mit einem halben Schritt Abstand gestellt, 
eng verflochten waren. Von einer Thür war nichts 
zu sehen, ein breiter Weg lief außen an der Palli- 
sadirung entlang. Auf diesem ging um 5½ Uhr 
der Unteroffizier Klein nach links, der Haussa- 
unteroffizier Massadu mit 15 Haussas nach rechts 
vor, um das Thor zu suchen. Ich selbst begann 
mit den bei mir gebliebenen Leuten zu versuchen, 
einen Balken loszuschneiden und in der Erde zu 
lockern. Noch damit beschäftigt, hörte ich plötzlich 
von links lautes Leuten einer Glocke, dann einen 
Schuß, wildes Hurrahrufen und Schreien. Als wir 
einen Balken aus der Erde gerissen hatten und uns 
durch die enge Oeffnung zwängten, war die Ver- 
wirrung in der Stadt schon eine allgemeine. 
Watave besteht aus ungefähr 800 großen runden 
Hütten, die eng aneinander gebaut rings um einen 
wohl 100 m breiten und langen Marktplatz liegen. 
Die Stadt ist ringsum von einer ganz neu angelegten 
Pallisadirung umgeben und hat vier Thore. Ueber 
jedem waren mehrere große Glocken angebracht, die, 
sobald nachts das geschlossene Thor aufgestoßen 
wurde, läuteten. An jedem Thor lag eine Wache. 
Der farbige Feldwebel Zampa, der mit Unteroffizier 
lein zuerst an ein Thor kam, hatte den sich ihm 
mit Schild und Speer entgegenstellenden Wachmann 
erschossen. Mit mir zugleich drangen von der anderen 
  
Seite die Haussasoldaten in die Stadt. Die Ueber- 
raschung war völlig gelungen. Die Wutes flohen 
kopflos und setzten sich nirgends geschlossen zur Wehr, 
sondern feuerten nur vereinzelt und versuchten, die 
scharf nachdrängenden Soldaten und MYaundes mit 
dem Speer abzuweisen. 
Ihre mühsam angelegte Befestigung wurde ihnen 
nun selbst zum Verderben. In den dicht gedrängten 
Massen an den engen Thoren fielen viele und noch 
mehr wurden wohl verwundet. Um 6½⅛ Uhr war 
bis auf die freiwillig in den Häusern gebliebenen 
Weiber, meist Sklaven, die Stadt von Wutes leer. 
Watavé selbst war zu Pferde entkommen. 
Zwei Pferde, 51 Gewehre, viele Hundert Speere, 
Schilde und Bogen wurden vernichtet, reiche Beute 
an Haussagewändern, Pauken und sonstigen Gebrauchs- 
gegenständen von Soldaten und Yaundes gemacht. 
Der Feind ließ 113 gezählte Todte in der Stadt. 
Die Expedition verlor einen Yaunde — Schuß 
in die Brust — und hatte zwei verwundete Soldaten 
(Andu Kano, Stich durch den Hals; Gowa, Schuß 
in die rechte Schulter). 
Von den Gefangenen wurden die meisten in ihre 
Heimath entlassen, elf elternlose Mädchen überweise 
ich der Mission in Kribi. 
Um 8 Uhr ließ ich den Rückmarsch antreten. 
Am 16. Juni um 3 Uhr nachmittags war das 
Detachement wieder in Balinga, wo es von der 
Bevölkerung jubelnd begrüßt wurde. Der 17. Junie 
war Ruhetag. Am 18. Juni morgens ging das 
Detachement noch einmal über den Mbam und re- 
kognoszirte das abgebrannte Matav#, um zu sehen, 
ob sich die Wutes bereits wieder gesetzt hätten. Die 
Gefallenen waren begraben, aber die Gegend ringsum 
verlassen. Am 19. Juni lagerte das Detachement 
wieder in Balinga. Auf dem Rückmarsch wurde der 
Mangissahäuptling Ebishimbi vertrieben, die Wute- 
stadt Menage, aus der Ngila auf die Kunde von 
der Erstürmung Watavés eiligst abmarschirt war, 
völlig zerstört. Da auch die Ngilabesatzung aus 
Zamba geflohen ist, hat Ngila nunmehr keinerlei 
Stützpunkte mehr nach Süden. 
—— 
Inzwischen ist noch ein weiterer Bericht des 
Premierlieutenants Dominik d. d. Yaünde, den 
8. August d. Is., hier eingetrofsen, wonach drei der 
einflußreichsten Großen aus der Umgebung Ngilas 
als Gesandtschaft mit drei großen Elfenbeinzähnen 
als Geschenk in Yaunde eingetrossen sind. Sie 
haben in Ngilas Namen, um Frieden gebeten und 
völlige Unterwerfung desselben versprochen. Ngila 
sei bereit, sich von Tibati loszusagen und selbst mit 
Dominik zusammenzukommen. Der Erfolg der 
Erstürmung Watavés ist demnach ein vollkommener 
gewesen und wird einen weiteren früher beabsichtigten 
Feldzug gegen Ngila. unnöthig machen. 
— —
        <pb n="670" />
        Deuksch-Südwelkafrika. 
Tod des Rapitäns Manasse von Omaruru. 
Wie der Keiserliche Gouverneur aus Windhoek 
meldet ist der Kapitän Manasse Tjiseseta von Oma- 
ruru am 29. Juli d. Is. an Herzschwäche, hervor- 
gerufen durch Malaria, gestorben, nachdem er noch 
am 13. und 14. des gleichen Monats in voller. 
Rüstigkeit mit dem Gouverneur verhandelt hatte. 
Welche politischen Folgen dieser Todesfall haben 
wird, läßt sich noch nicht übersehen. Vorläufig ist 
in Omaruru die Ruhe nicht gestört, und führt der 
Unterkapitän Mutate die Geschäfte weiter. Der 
Distriktschef, Sekondlieutenant Steinhausen, ist mit 
der nöthigen Instruktion versehen worden. 
Der Verstorbene war, nachdem sein anfängliches 
Mißtrauen überwunden war, wozu namentlich die 
richtige Behandlung seitens seines ersten Distrikts- 
chefs, Sekondlieutenants Volkmann, beigetragen hat, 
ein warmer Freund unserer Sache geworden, als 
welcher er sich auch im letzten Zwartbooi-Kriege, 
der sich dicht an den Grenzen seines Landes ab- 
spielte, bewährt hatte. Ueber seinen Nachfolger 
lassen sich bei der eigenthümlichen Erbfolge der 
Hereros vorläufig keine Vermuthungen anstellen. 
RAus fremden Rolonien. 
Aufwendungen für die englischen Rolonien seitens 
des Staates. 
Nach dem Gesetz, betreffend den großbritannischen 
Staatshaushaltsetat für 1898/99, sind für dieses 
Jahr an direkten Aufwendungen für die Kolonien 
vorgesehen: « 
1. For grants in aid ol the expen- 
Ses of the british Protectorates 
in Uganda and in Central and 
East Africa and under the 
Uganda Railway Act 1896. 
2. for sundry colonial services, 
including certain grants in aid 395 181 2, 
3. for a grant in aid of the revenue 
of the island of Cypras 
4. for the expenses in connection 
with the suppression of the 
slave traadaeaa 
5. for salaries and expenses ol 
the department of H.M.’'s secre- 
tary of state for the colonies, 
including a grant in aid of 
certain expenses conneected 
with emigratin 
6. for the sulsidies to certuin 
Telegraph Companies 
267 463 , 
33 000 K, 
1 112 eæ, 
43 250 f, 
75 100 E. 
624 
  
Dazu treten als nachträgliche Bewilligungen für 
das Jahr 1897/98: 
für Uganda, Central= und Ostafrika 
und für verschiedene koloniale Zwecke 
85 000 E 
281 500 . 
Die verwaltung des Protektorats der Somaliküste. 
Das Pariser „Journal officiel“ vom 1. Septem- 
ber d. Is. veröffentlicht das Dekret vom 28. August 
d. Is., betreffend die Ausgestaltung der Verwaltung 
des Protektorates der Somaliküste, nebst dem dazu 
gehörigen Bericht an den Präsidenten der Republik. 
Danach werden dem Gesandten für Aethiopien, 
welcher die Leitung des Protektorats behält, ein 
Administrateur en chek und ein zweiter Beamter 
mit den Obliegenheiten eines Secretaire général 
beigegeben. Ferner wird ein Verwaltungsrath wie 
in den übrigen afrikanischen Kolonien eingesetzt. 
Endlich soll von nun an das für die Finanzverwal= 
tung der Kolonien maßgebende Dekret vom 20. No- 
vember 1882 auch auf das Protektorat der Somali- 
küste Anwendung finden. 
Gerichtebarkeit auf der Insel Pitcairn. 
Durch Verfügung des englischen Staatssekretärs 
für die Kolonien ist bestimmt worden, daß auf der 
im Stillen Ocean unter 130°% 67 westl. Länge und 
25°% 3 südl. Breite gelegenen, unter englischer Schutz- 
herrschaft stehenden Insel Pitcairn die Gerichtsbar- 
keit in Gemäßheit der Pacific Order in Council, 
1893, ausgeübt werden kann. 
— — — 
Perschiedene Mittheilungen. 
Die ägpptische Suckerindustrie.") 
Die bedeutendste Industrie Ober-Aegyptens und 
bisher die einzige von einiger Bedeutung ist die der 
Zuckergewinnung. Sie verarbeitet nur Zuckerrohr, 
die hauptsächlichste Kulturpflanze Ober= Aegyptens, 
und beschäftigt zur Zeit 17 Rohzuckerfabriken und 
eine Raffinerie. Die Fabriken liegen zum größten 
Theil an der Eisenbahnstrecke Kairo—Luxor, einige 
wenige von ihnen noch südlich von Luxor am Nill. 
Die nächste ist 27,5, die entlegenste 880 km von 
Kairo entfernt. s 
Der größte Zuckerproduzent ist die unter staat- 
licher Verwaltung stehende Daira Sanieh. Sie besitzt 
9 Zuckerfabriken, von denen die kleinste 1000, die 
größte 1800 Tonnen Zuckerrohr innerhalb 24 Stun- 
den zu verarbeiten imstande ist. 
Nach dem offiziellen Bericht der Daira- Sanieh 
für 1896, dem neuesten, welcher bisher vorliegt, 
schwankte die Dauer der Betriebszeit 1895/96 bei 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 526 f.
        <pb n="671" />
        ihren Fabrilen zwischen 97 und 121 Tagen. Der 
Durchschnitt wird auf 110 Tage angenommen wer- 
den dürfen. 
Sie begann bei den meisten Fabriken kurz vor 
Weihnachten, bei einigen zu Beginn des Januar, und 
hörte Mitte April auf. Es wurden während der- 
selben von allen 9 Fabriken insgesammt 815 439 
Tonnen Zuckerrohr verarbeitet; das sind 33 000 
Tonnen mehr als im Jahre 1895, welches bis dahin 
625 
  
die stärkste Menge aufzuweisen hatte. 
Gewonnen wurde daraus: 
an Zucker Nummer 1 75248 Tonnen, 
  
„ - 2 6597 
-- - 3 1529 = 
überhaupt 83 375 Tonnen, 
an Melasse. 18 793 
In Gewichtsprozenten des Rohmaterials aus- 
gedrückt, betrug der Durchschnittsertrag: 
  
— — — — — 
  
  
  
  
  
  
  
18896 / 1895 1894 1 1899. 
Prozent 
der ersten Verarbeitung (1. Produkt) 9,23 8,56 8,96 8,18 
der zweiten Verarbeitung (2. Produkt) 0,81 0,84 0,05 1,18 
der dritten Verarbeitung (3. Produkt) 0,19 0,20 0,28 0,27 
überhaupt 10,23 9,60 10,19 9,63 
der Melasse. ....... 2,30 2,59 2,37 2,49 
Die Gesammterzeugung der Daira Sanieh hat in den Jahren 1880 bis 1896 die folgende 
Steigerung erfahren: « 
1880 1885 1890 1892 1894 1896 
Kantarss) 
1. Produkt. 564 892 743 329 676 796 1 256 913 1 479 034 1 672 035 
2. Produkt. 161 004 204 145 141 656 231 649 156 323 146 608 
3. Produkt. 47 219 58 512 38 654 63 302 4 790 33 988 
überhaupt 773 115 1 005 986 857 106 1551 864 1 683 147 1 852 631 
Melasse 116 299 220 234 222 893 336 103 391 335 417 631 
Die Preise haben dagegen eine fallende Richtung 
beobachtet. Die erste Qualität Zucker wurde beispiels- 
weise im Jahre 1881 mit 111, 1885 mit 64, 
1890 mit 62½, 1895 mit nur 43¾ und 1896 
mit 51½ Tarifpiaster per Kantar bezahlt, und Me- 
lasse fiel von 5½ Tarifpiaster im Jahre 1892 auf 
1 Tarifpiaster im Jahre 1895 und stand im Jahre 
1896 auf 1½ Tarifpiaster. 
Im Jahre 1897 wurden von der Daira ungefähr 
703000 Tonnen Zurckerrohr verarbeitet gegen 
815 439 im Jahre 1896 und daraus im Ganzen 
70 680 Tonnen Zucker erzeugt gegen 83 375 im 
Jahre 1896. 
In der 1898er Betriebszeit, für welche das 
amtliche Material noch nicht vorliegt, wurden nach der 
Veröffentlichung der österreichisch-ungarischen Handels- 
kammer in Alexandrien von den neun Fabriken der 
Daira Sanieh rund 54 700 Tonnen Zucker erster 
Verarbeitung erzeugt, gegen die früheren Jahre also 
ein erheblicher Ausfall. Ein ähnlicher Ausfall soll bei 
dem zweiten und dritten Produkt zu verzeichnen sein. 
Die Preise, welche die Daira Sanieh für ihr 
erstes Produkt erzielte, schwankten in den Monaten 
März und April d. Is. zwischen 46 und 47 Tarif- 
piaster für das Kantar. Seitdem sind sie bis auf 
— 
—— — — — 
*) Ein Kantar wiegt rund 45 kg. 
  
nahezu 49 Tarifpiaster gestiegen. Vom zweiten 
Produkt verkaufte die Daira Sanieh Ende Februar 
36 000 Kantar zum Preise von 29 Tarifpiaster. 
Nächst der Daira Sanieh ist der größte Zucker- 
produzent Aegyptens die als Rechtsnachfolgerin der 
Société de la Raffinerie d'Egypte im Jahre 1896 
mit einem Aktienkapital von 15 Mill. Franken ge- 
gründete, jetzt ganz in französischen Händen befindliche 
Aktiengesellschaft Sucrerie-Raffinerie d'’Egypte. 
Sie verfügt über eine Rohzuckerfabrik in Cheich 
Fadl (198 km südlich von Kairo) mit einer Ver- 
arbeitungsfähigkeit von 1200 Tonnen in 24 Stunden, 
eine zweite Rohzuckerfabrik in Nag-Hamadi (556 km 
von Kairo) mit einer Leistungsfähigkeit von 3000 
Tonnen und eine mit Rohzuckerfabrik verbundene 
Raffinerie in Hawamdieh (27,5 km von Kairo ent- 
fernt). Der Betrieb der letzteren wurde im Jahre 
1883 eröffnet. Ihre Erzeugungsfähigkeit war zu- 
nächst auf ein Höchstmaß von 12 000 kg raffinirter 
Waare per Tag bemessen. Sie erfuhr jedoch im 
Jahre 1887 eine Ausdehnung auf 25 000 kg, und 
im Jahre 1889 eine weitere Ausdehnung auf 
38 000 kg täglicher Erzeugung. 
Die mit ihr verbundene Rohzuckerfabrik verarbeitet 
bis zu 800 Tonnen Zuckerrohr pro Tag.
        <pb n="672" />
        — 626 
Während die Fabriken der Daira Sanieh mit dem 
verbesserten Zweimühlensystem ausgerüstet sind, arbeiten 
die Fabriken der Sucrerie-Raffinerie d’Egypte mit 
Schnitzelmaschinen und Diffusion. Mit demselben 
System sind verschiedene in neuerer oder neuester Zeit 
erst errichtete oder umgebaute Zuckerfabriken versehen; 
so die Einheimischen gehörigen Fabriken in Beni 
Korrah bei Assiut und in Baliana, beide mit einer 
Verarbeitungskraft von 400 Tonnen Zuckerrohr in 
24 Stunden, sowie die erst während des letzten Be- 
triebsjahres eröffnete Zuckerfabrik der Sugar and 
Land Co. Lid. in Baliana mit 600 Tonnen Ar- 
beitsleistung. 
Die beiden in Minich und in Farschut belegenen 
ältesten Zuckerfabriken Aegyptens, die beide noch mit 
dem Einmühlensystem arbeiten, kommen für die ägyp- 
tische Zuckerindustrie jetzt kaum noch in Betracht. 
Die Fabrik in Farschut soll während der diesjährigen 
Betriebszeit nicht gearbeitet haben. 
Nach den Angaben der österreichisch--ungarischen 
Handelskammer in Alexandrien wurde die Erzeugung 
der sämmtlichen Zuckerfabriken Aegyptens während 
der jetzt verflossenen Arbeitsperiode im Vergleich zum 
Vorjahre, wie folgt, geschätzt: 
  
1898 1897 
Kantar 
Daira Sanieh (9 Fabriken) 1 800 000 1 735.000 
Sucrerie-Raffinerie 
d'’Egypte (3 Fabriken) 550 000 400 000 
Fabrik Sultan Pascha 65 000 65 000 
Fabrik Beni-Korrah 60 000 55 000 
die übrigen Fabrikeen 10 000 35 000 
zusammen 2 485 000 2290 000 
Die Handelskammer hält die Schätzung für das 
Jahr 1898 jedoch für zu hoch. Sie glaubt nicht, 
daß der vorjährige Ertrag übertroffen werden wird. 
Wie in den letzten Jahren an der Vermehrung 
der industriellen Anlagen zum Zweck der Zucker- 
gewinnung stark gearbeitet worden ist, so war gleich- 
zeitig das Bestreben auf möglichste technische Ver- 
vollkommnung derselben gerichtet. 
Die Sucrerie-Raffinerie d’Egypte hat in ihrer 
Fabrik in Hawamdieh die Elektrolyse Say-Gramm 
(elektrolytisches Verfahren zur Reinigung des Zucker- 
rohrsafts) eingeführt. Dasselbe soll sich aber bisher 
ziemlich schlecht bewährt haben. Der Apparat soll 
stets nur kurze Zeit arbeiten können und dann zum 
Zweck gründlicher Reinigung einige Zeit außer Be- 
trieb gesetzt werden müssen. Durch diese häufige 
Arbeitsunterbrechung und die Kosten der Reinigung 
werde der Vortheil des Verfahrens völlig hinfällig 
gemacht. 
Die Gesellschaft Sucrerie-Raffinerie d’Enypte 
wendet ferner von neueren Vervolltommnungen u. a. 
das Steffensche Auswaschverfahren der Füllmasse an. 
Für die Trocknung der Rohrückstände, die bisher 
auf freiem Felde der Sonne ausgesetzt wurden, um 
sodann verfeuert zu werden, soll demnächst die Ein- 
  
führung eines besseren Verfahrens nach einem deut- 
schen Patent bei verschiedenen Fabriken zu erwarten 
sein. 
Weiterhin hat die Daira Sanieh in ihrer Fabril 
in Rodah im letzten Betriebsjahr ein neues Verfahren 
zur vollständigen Auslaugung des Zuckerrohrs erprobt. 
Das Verfahren besteht darin, daß man die Bagasse 
(ausgelaugten Zuckerrohrrückstände) mittelst heißen 
Wassers entlaugt, das sieben= bis achtmal unter stets 
erneuter Erhitzung jedesmal über neue Rückstände 
gegossen wird. Das Wasser soll alsdann 7 kg Zucker 
auf 1 hl enthalten und die Rückstände sollen gänzlich 
entzuckert sein. 
Das Ergebniß war recht günstig. Während in 
den acht übrigen Fabriken von 558 000 Tonnen 
Zuckerrohr 46 710 Tonnen oder 8,38 péCt. Zucker 
1. Produkt erzielt wurden, betrug der Ertrag in 
Rodah nach dem obigen Verfahren 7972 Tonnen Zucker 
1. Produkt von 90 000 Tonnen Rohr oder 9,04 p#. 
Der Mehrertrag betrug mithin 1500 Pfund auf je 
100 Tonnen und würde also für die Erzeugung von 
46 710 Tonnen 3733 Tonnen betragen haben. Statt 
46 710 Tonnen würden die acht Fabriken demnach 
nach dem verbesserten Verfahren 50 443 Tonnen 
Zucker 1. Produkt erzeugt haben. Zeitungsnachrichten 
zufolge sollen bereits Versuche mit dem Anbau von 
Zuckerrüben in Oberägypten gemacht worden sein, um 
die Zuckerfabriken womöglich das ganze Jahr hindurch 
in Betrieb erhalten zu können, indem abwechselnd 
Rüben und Rohr verarbeitet werden. 
An mäöglichster Verbesserung der Kultur des 
Zuckerrohrs in quantitativer wie in qualitativer Hin- 
sicht wird gleichfalls mit Eifer gearbeitet. Eine große 
Unternehmerfirma in Kairo hat in Cheich Fadl zu 
diesem Zweck eine unter der Leitung eines wissen- 
schaftlich gebildeten Fachmannes stehende Versuchsstation 
eingerichtet. Sie liefert der Fabrik der Sucrerie- 
Raffinerie d'’Egypte dort das Rohmaterial. 
Die Daira Sanieh, welche früher den größten 
Theil ihres Rohmaterials selbst baute, hat den Anbau 
mehr und mehr eingeschränkt, wie sich aus nachstehen- 
der Tabelle ergiebt, aus der auch der Durchschnitts- 
ertrag eines Feddan an Zuckerrohr während der 
einzelnen Jahre zu ersehen ist: 
Durchschnitts- 
Anbau- ertrag per 
fläche Ertrag Feddan 
Feddan") Kantar Rantar 
1891 .. 8044 2614744 325 
1892 .. 7692 2534091 329½ 
1893 5995 1 996 798 333,07 
18944 3320 1 42 781 434,56 
1895 2560 1 074 366 40 
1896 3477 1 352 501 388,94 
Was die Verwendung der ägyptischen Zucker- 
erzeugung betrifft, so wird ein großer Theil davon 
im Lande verbraucht. Von dem raffinirten Zucker, 
— — — 
*) 1 Feddan gleich 4200 qm.
        <pb n="673" />
        dessen Erzeugung auf etwa 13 000 Tonnen pro Jahr 
zu veranschlagen sein dürfte, gelangen höchstens 20 
bis 25 pCt. zur Ausfuhr nach der Türkei und Persien 
und neuerdings anscheinend auch nach Indien. 
Unter den Ausfuhrartikeln der amtlichen Zoll- 
statistik findet sich raffinirter Zucker überhaupt nicht,?) 
dagegen findet immer noch eine starke Einfuhr raffi- 
nirten Zuckers statt. Sie betrug während des Jahres 
1897 2899 Tonnen im Werthe von 33 135 ägyp- 
tischen Pfund. Unter den Lieferanten steht nach der 
amtlichen Statistik bei Weitem in erster Reihe 
Oesterreich= Ungarn. Von den oben angegebenen 
2899 Tonnen sind allein 2750 Tonnen aus Oesterreich- 
Ungarn zugeführt worden. 
Der in den ägyptischen Fabriken erzeugte Roh- 
zucker aller drei Sorten gelangt zum überwiegenden 
Theil zur Ausfuhr, und zwar theils zu Raffinerie-, 
theils zu technischen Zwecken, wie zur Schokoladen-, 
Porter-, Champagnerfabrikation u. dergl. 
627 
  
Hauptabnehmer sind die Vereinigten Staaten von 
Amerika und Großbritannien nebst Besitzungen. 
Markt und Ausfuhrplatz für den Zuckerhandel ist 
Alexandrien. Nach den wöchentlichen Veröffent- 
lichungen der Alexandria General Prodnce Association 
sowie den Mittheilungen der österreichisch= ungarischen 
Handelskammer in Alexandrien wurden ausgeführt: 
1897 1896 
Säcke zu 100 kg 
im Gunen 698 597 718 476 
davon 
nach den Ver. St. von Amerika 523 400 389 081 
nach Großbritannien 90 060 184 962 
Im Zucker= wie in dem sonstigen Ausfuhrgeschäft 
wird stark über die Unzulänglichkeit der vorhandenen 
Beförderungsmittel der Eisenbahnen geklagt, wodurch 
die Heranschaffung der Waare aus dem Innern oft 
eine erhebliche Verzögerung erleidet. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
Loanda 15/9. (Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Hofpostamt). 
— 27/8. Manila 29/8. — 3//9. Kiautschou. 
(Post- 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. — 29 /8. Jaluit. 
S. M. S. „Condor“ 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran= 23/7. Manila 2/8. — Jloilo. 
(Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 28/6. Matupi 29/6. — Karolinen-Inseln. — 1/9. Sydney 1/10. — Apia. 
station: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 29/8. Kamerun 19/9. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. 
S M. S. „Schwalbe“ 7,6. Sansibar 17/9. — Kapstadt. 
M. S. „Wolf“ 11/7. Lüderitzbucht. — 31/8. Mossamedes 5/90. — 6/9. Basquella 11/9. — 12/9. 
  
« 
  
Perkehrs-Machrichten. 
Die Postanstalt in Ujiji (Deutsch-Ostafrika) ist am 8. Juli d. Is. eröffnet worden. 
— — — —— — 
  
r—m.. —— nach den deutschen Schusgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
* Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- laend Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
— i 
Neapel am12.,26.0ktober,Tanga18—19Tageam710240ktobcr 
(deutsche Schiffe) 9., 23. Nov. 120 abds. 1. 7., 8 November 
1. Deutsch- · Brindisi am 9. Oktbr., 6. Nev. Sansibar age Ga 
sch· Otasrita (englische Schiffe) 100 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
ranzoͤfische Schiffe) 40 nms. 1108 abds. 
2. Deut Southampton am 22. Okt., 19. Nov. Lüderitzbucht 22 Tage am 21. Okt., 18. Nov. 
Sübweslafrika. engl. h Kap4 ums. Swakopmund 25 Tage 15 ms. 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon, Fengl. dann deutscher 
—n und K Dampfer „Leutwein“) 
von dort weiier #an leht. amburg am 25. jedes Monats Swakopmund 30 Tage' am 25. jedes Monats 
Landwege.) (deutsches Schiff) nachts Lüderitzbucht 40 Tage 70 abds. 
. — — 
*) Es is in der 
allgemeinen Position „sucre de canne“ mit enthalten.
        <pb n="674" />
        — 628 — 
  
Nach 
  
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- I 
« an folgenden Tagen 
schiffungshafen 
— — — — ——— — — 
nusschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Dauer 
Berlin spätestens 
der Ueberfahrt abgesandt werden 
  
3. Ramerun. 
4. Cogo--Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders,) 
  
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Mmarstan. Inseln. e Sendunge 
7. Riautschon. 
l 
  
  
(französische Schiffe) 
Schiffe) 
Hamburg 
(deutsche Schiffe) 
Liverpool 
(englische Schiffe,) 
amburg 
(deutsche Schiffe) 
Liverpool 
(englische Schiffe) 
Marseille 
(franzöfische Schiffe) 
Bordeaux 
  
Neapel 
Brindisi 
(Nachversand) 
  
(englische bezw. 
französische Schiffe) 
  
am 10. jedes Monats 
nachts 
t 
am 26. Okt., 23. Nov. 
am 10.jedes Mts. nachts 
am 20.jedes MtoS. 
am 5., 19. Oktober, 
2., 16. November 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Nov., 10. Jan. 
110 ums. 
am 19. Okt., 14. Dez. 
abds. 
am 23. Okt., 18. Dez. 
8. 
abd 
100 abends 
Eintreffen der Post ans den deutschen Schutzgebieten. 
Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
720 abds. 
Kamerun 22 Tage am 24. Okt., 21. Noo. 
lems. 
  
  
— — 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quitlah 36 Tage 
( am 10. und 20 jedes 
Monats 790 abds. 
am 3., 17., 31. Okt., 
von da ab Landverbindung 14. Nov. 18 ums. 
Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
von da ab Laudverdindung 10 abds. 
Cotonou 22 Tage am 8. Nov., 8. Jan. 
von da ab Landverdindung 10N abds. 
  
Stephansort 45 Tage 
- 41 Tage 
12., 16. Dezember 
pe 17., 21. Oktober, 
11°5 abds. 
— — — — 
n werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. 
Neapell am 19. Okt., 16. Nov. sntau 37 Tage am 17. Okl., 14. Nor. 
(arutsche Schiffes), 99abends 1145 abends 
rindisi jeden Sonntag Tsintau 40 Tage jeden Freitag 
114 abends. 
  
— ——— IAI 
l 
  
Landungs= Die Post ist sällig 
  
Landungs= Die Post ist fällig 
Von hafen in Berrin Von hafen in Berlin 
Neapel ... sam 16.*, 28. Ott. · lmout..am27.«jed.Monats 
13. 15. Nov. Togogebiet . # am 16. jedes Monats 
Deutsch-Ostafrika 
Deutsch-Südwenaafrika 
  
Brindisi. .. 3., . 
Narseille- sam 17.Okt., 16 No“ 
am 25. Oktober, 
22. Norember 
  
  
Okt., 27. Nv. 
! 
1 
Southampton 
Plymouth. 6 
Ramenn 1 Liverpool am 6. Oktober, I 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
Postdampfer 
6 3. November ! 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
am 27.“jed. Monats 
v.k — — —— — — — 
N Deutsch-Neu-Guinea. 
am 17. Oklober, 
Neapel.. 11.-Dezember 
  
Marshall · Inseln ... 
  
— unbestimmt 
Neapel. . sam 17. Ooober, 13. Nor. 
Riantschon. Brindisi. . 8., 16., 80. Ott., 13. N. Rov. 
Marseille . am 9., .Okt., 6. 22. Vov. 
  
Letzte Nachrichten 
bis 13. September 1898 
  
  
  
  
von l nach 
„Adolph Woermann“ Loango 1 Hamburg am 8. September in Accra. 
„Aline Woermann“. Loango T Hamburg am 10. September in Gabun. 
„Anna Woermann“ Benguella Hamburg am 12. September in Hamburg. 
„Bruxellesville“ Antwerpen Kongo am 23. August in Banana. 
„Carl Woermann“ Hamburg Lagos am 2. September in Las Palmas. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Loango am 13. September Dover passirt. 
„Ella Woermann“ Sherbro“ Hamburg am 10. September in Dakar. 
„Gertrud Woermann“ Kotonou Hamburg am 11. September in Accra. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Sherbro am 13. September in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“ Whydah Hamburg am 10. September in Humburg 
„Helene Woermann“. Hamburg Futa am 7. September in Kamerun. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 8. September in Accra. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loango am 10. September in Las Palmas. 
„Lulu Bohlen“ Lüderitzbucht Hamburg am 1. September in Hamburg. 
„Tarie Woermann“. Hamburg Kapstadt am 4. August in Madeira. 
„Melita Bohlen“. Lüderitzbucht » Hamburg am 7. September in Las Palmas. 
„Professor Woermann“. Gabun Hamburg am 8. September in Hamburg. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Benguella am 1. September in San Thomé.
        <pb n="675" />
        — 629 — 
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Hamburg—Ostafrika). 
  
  
  
« Reise Letzte Nachrichten- * 
er 
Neichspostdampf von 4 nach beis 28. September 1898 
„Köne Durban Hamburg am 26. September ab Delagoabai. 
„Herzoé Hamburg Durban am 28. September an Aden. 
„Kaiser Durban « Hamburg am 27. September ab Port Said. 
„Kanzlre Hamburg Durban am 28. September ab Hamburg. 
„Bundesrat### Delagoabaie 1 Hamburg am 28. September ab Sansibar. 
„Reichstgag" Delagoabai 6 Hamburg am 27. September ab Lissabon. 
„Admiral Hamburg « Delagoabai am 28. September an Neapel. 
„General Hamburg i Delagoabai am 28. September an Mozambigque. 
  
  
    
G ..ßG . ..v.....—= ........ — 
Nach der letzten Statistik hat das Deutsche Reich jährlich nicht weniger als 800 Millionen Mark 
allein für Kolonialprodukte an das Ausland zu zahlen, eine Summe, die wohl die Meisten nicht wenig 
überraschen wird. Möge dieser enorme jährliche Tribut an das Ausland allen denen, die bisher ohne 
Verständniß oder auch ohne Interesse dem wirthschaftlichen Kampf unseres deutschen Volkes auf dem Welt- 
markte zusahen, nachdrücklichst die Augen öffnen. War Deutschland bis vor wenigen Jahren in dem 
Bezuge seiner Kolonial-Konsumartikel rein auf das Ausland angewiesen, so kann es heute schon einen 
ansehnlichen Theil dieses Bedarfes aus seinen eigenen Kolonien selbst decken. Kaffee, Kakao, Thee, Cigarren, 
Oel und andere Speisefette, Seisen 2c. werden von den deutschen Kolonien in besten Qualitäten und zu 
billigsten Preisen geliesert; möge diese Thatsache jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau veranlassen, 
nur deutsche Kolonial-Erzeugnisse zu konsumiren, wenn sie nicht durch den Verbrauch fremdländischer 
Produkte ihr eigenes Land schädigen wollen. Das Deutsche Kolonialhaus, Berlin C., Jerusalemer= 
straße 28, mit seinen über ganz Deutschland vertheilten etwa 300 Verkaufsstellen kann allen Ansprüchen 
durch eine reichhaltige Ausmahl aller Kolonialprodulte in den verschiedensten Preislagen genügen und bietet 
infolge seiner Unterstellung unter Beaufsichtigung hervorragender Mitglieder der Deutschen Kolonialgesellschaft 
die unbedingte Garantie, daß in den von uns vertriebenen Produkten nur beste, preiswürdige Waare aus 
unseren deutschen Kolonien geboten wird. Eine ausführliche illustrirte General-Preisliste mit den neuesten. 
billigen Notirungen wird auf Wunsch umsonst und postfrei versandt. « · 
  
  
   
  
  
  
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Betreffs Herausgabe eines 
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Tauschadressbuches für r — 
Ans ise llelw86 Haltbarkeit 
Ansichtspostkartensammier (e-hüchsinH#ees jt 5 örmwnnGt. 
Wer OHExpokksssh 
baldmöglichst einzusenden. (288) aberkann allen Welt- 
Wird nur dies eine Mal inserlrt. bester natürlicher theilen. 
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jedes Klima gebaut. 
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London E. C., 2 Royul Exchunge Buildings. Cus)
        <pb n="676" />
        Nachruf. 
In weniger als drei Monaten 
hat das Tropenklima vier Beamte 
der Kolonie zum Opfer gefordert. 
Dem am 28. Februar d. Js. in 
Lome nach achttägiger Anwesenheit 
in der. Kolonie verstorbenen Regie- 
rungsassessor Böcking (siehe Kol. 
Blatt 1898, Nr. 8) sind im Tode 
gefolgt: 
am 18. März d. Is. der Wegebauer 
und Stationsassistent Alwin 
Tönnies im Aller von 
28 Jahren, 
am 11. Mai d. Is. der Zollassistent 
2. Klasse Matthäus Pittroff 
im Alter von 34 Jahren, 
am 25 Mai d. Js. der Büreau- 
assistent Franz Seulen im 
Alter von 28 Jahren. 
Der Wegebauer und Stations-= 
assistent Tönnies, seit dem 
31. März 1896 im Schutzgebiete 
thätig, stand im Begriff, eine Ur- 
laubsreise nach der Heimath anzu- 
treten, als er von einem Schwarz- 
wasserfieber jäh dahingerafft wurde. 
Durch rastloses Wirken und uner- 
müdliche Hingabe an seinen Beruf 
pgleich ausgezeichnet, hat er sich 
insbesondere durch die weitere Aus- 
estaltung des Wegenetzes nach dem 
Ernern er Kolonie hervorragend 
um die Entwickelung des Handels 
verdient gemacht. 
Zollassistent Pittroff wurde 
schon wenige Wochen nach seiner 
Ankunft im Schutzgebiete von per- 
niziöser Malaria befallen, der er 
binnen kurzer Zeit erlag, ohne daß 
es ihm vergönnt war, seine Berufs- 
thätigkeit dahier zu entfalten. Zahl- 
reiche Freunde, die er sich hier er- 
worben, trauern um ihn, als um 
einen lieben, theueren Kameraden. 
Büreauassistent Seulen stand 
seit 11. Januar 1897 im Dienste des 
Schutzgebietes. Durch seltene Her- 
zensgute, Sstostaret. und ge- 
winnendes Wesen hat er sich in 
gleich hohem Maße die Liebe und 
Achtung Aller, die mit ihm in Be- 
rührung kamen, als durch unge- 
wöhnlichen Eifer, schätzenswerthe 
Fähigkeiten und musterhafte Pflicht- 
erfüllung das Vertrauen seiner 
Vorgesetzten erworben. 
Ein ehrenvolles Andenken wird 
den Verstorbenen in der Kolonie 
dauernd gesichert bleiben. 
Lome, den 20. Juli 1898. 
Im Namen der Beamten und 
Offiziere des Schutzgebietes: 
Der Kaiserliche Gonverneur. 
Köhler. 
  
   
  
  
— 630 — 
Pangani-Gesellschaft. 
Wir laden hiermit unsere Antheilseigner zu einer 
Außerordentlichen Hauptversammlung 
am Sonnabend, den 22. Oktober 1808, vorm. 1I Uhr präcisfe, 
in Saale C bes Trchitektenhanses, Verlin W., Wülelmstraße 92/93, 
Tagesordnung: 
1. Bericht des Verwaltungsrathes über die bisherige Entwickelung des 
Unternehmens seit der Gründung. 4 
2. Abänderung des § 4 der Satzungen. Erhöhung des Grundkapitals von 
Mk. 550 000 auf Mk. 1.000 000. 
3. Wahl eines Mitgliedes für den Verwaltungsrath. 
Berlin, den 29. September 1898. 
Der Verwaltungsrath der Pangani-Gesellschaft. 
Franz Hallström. Reimann. 
Anmerkung. Diejenigen Antheilseigner, welche an der Versammlung 
theilzunehmen beabsichtigen, wollen gefl. ihre Zwischenscheine bis spätestens 
zum Mittwoch, den 19. Oktober a. c., an unser Büreau, Königin Augusta- 
straße 14 I, einsenden oder dieselben dem am Tage der Hauptversammlung 
im Architektenhause von 9 bis 10 Uhr morgens tagenden Ausschuß des Ver- 
waltungsrathes aushändigen. (Siehe 8 30 der Satzungen.) (2ss) 
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aus den deutschen Kolonien 
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        — 631 — 
Suppe. Pleisch uud (eulte 
bilden die Hauptnahrong des Europäers, an die er von Jugend auf gewohnt ist und bei der er 
sich am Besten befndet. Aber gerade Suppen und Gemüse sind in überseeischen Ländern nicht 
überall zu haben, er muss sie ulso, will er seine Gesundheit nicht vernachlässigen, von Europa 
konmen lassen. Selbstverständlich wird er danach trachten, möglichst un 
Fracht und Zoll zu sparen, 
eer kaufe daher anstatt der sogenunnten Konserven, das beisst auf dem nussen Wege halthur 
gemachten Speisen, nur 
Knorr'sche Suppen und Gemüse, 
denn sie sind eingetrockuet, infolgedessen sehr leicht und in einem kleinen Ruume unterzubringen. 
Am Besten ist diese Thatsache wohl dadurch veranschaulicht, dass man aus ihnen 
mit 1 Kilo 50 bis 80 Portionen bereiten 
und, wenn es noth thut, Rationen für mehrere Monate ohne Anstrengung bei sich tragen kaunn. 
Knorr's Dörrgemüse, 
wie Schnittbohnen, Spinat, Wirsing, Weisskohl, Rothkohl, 
Sellerie, Zwiebeln, Kartoffeln 
und viele Andere sind in Cuulität unerreicht und im Aussehen und Geschmack wie krische 
Gemüse. Einfach in Wasser aufzuweichen und dann zu kochen wie frische. 
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in ca. 30 Sorten, enthalten alle nothwendigen Zusütze, wie Fleischextrukt, Gewürze etc und 
brauchen nur mit Wasser einige Minuten gekocht zu werden. 
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mit Speck, mit Gemüse, mit Schinken und mit Schweinsohren 
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sich in ihrer Originalpackung jahrelang in jedem Klima, was wiederholt glänzend bewiesen wurde. 
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nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als für den Anbau in den Tropens 
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des Deutschen Reichs 
mit dem Gesetze über die Konfulargerichtsbarkeit 
  
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Preis 15 Mk., gebunden 17 Mkr. 
„Der Wert der Sammlung liegt in der absolut vollständigen und zuver- 
lässigen Zusammentragung des weit zerstreuten utwost, in einem Bande.“ 
(Das Recht 1897, Nr. 1.) 
„Das Buch dürfte ein unentbehrliches Requisit für JZeden werden, der 
unsere Kolonien aufsucht.“ (Leipz. N. Nachrichten v. 13. Dez. 1896.) (287) 
  
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Man verlange die reich illustrirten Kataloge, welche gratis und franko 
versandt werden. Lieferungen durch Wiederverkäufer. (76s) 
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dargestellte 
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allen Betheiligten bestens empfoblen. 
Eine grosse Reibe italienischer Aerzte, u. A. die Drs. Professor 
Albertoni, Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall Olio, Pro- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat die offizielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
Neheren Heilung des Keuchhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum hydrochloricum, 
vegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
Ekehannten Firma, nämlich: 
Hamburg: Gebrüder Oldenburg; 
Barcelona: J. Esplell; (225) 
Lendon: A. 4 M. Zimmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary-at-Nill; 
Moskau: . Stlrzwage 4 Co.; 
Nen-Torn: Lehn &amp; Flak, 126 Willllam Street; 
aris: Max frèros, al rue des poetltes Ecuries; 
Rle de Janelro: Magalbles, Lucius 4&amp; Co. Successores de NMlingelhoefer 4 Co. 
  
  
  
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bekleide man auf billige, rationelle, 
einfache Weise die Wände u. Decken 
der Wohnräume mit den 
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nach Patent Flacher. (267) 
Schlechte Wärmeleiter infolge der 
in den Hohlfalzen ruhenden Luft- 
schichten. Wasserdicht, dunstdicht, 
schalldämpfend, stabil und leicht. 
Schutz gegen Hausschwamm u. Un- 
gezieler. Muster u. Prosp. postfrei. 
A. W. Andernach in Beuel am Rhein. 
  
  
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Erlbach 50 (Vogtland). (261) 
  
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Englisches und belgisches Patent. 
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1 
  
1. Juniiber. — 2. agemene. — 3. Ver’#s Salaam. — 4. Ven der Thätigkeit unserer Priesssschiffe.
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Am 10. Oktober: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, dem Kamerungebiet und Französisch-Kongo. 
Am 10. Oktober: P. D. „Ella Woermann“, Cabt 
nach Liberia, Lagos, Fernando Po und dem Kamerungebiet. 
Am 20. Oktober: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Carstens, 
nach Madeira, Bissao, Bolama, Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah, 
Kotonou und Lagos. - 
Am22.0kt0ber:P.D.,,Nqutilt«,0apt........, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Senegal und 
Sierra Lecne. "" 
Am 25. Oktober: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Swakopmund, Walflschbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 31. Oktober: P. D. „Jeannette Woermann“, Capt. Schade, 
nach Teneriffb, Las Palmas, Gorée, Liberia, Lagos und den Häfen der Südwestküste 
Alrikas bis Loanda. · 
-ExpeditionennaohDOUtsoh-sijdestamkaam25..jedenuouats.«- 
JstoqmermmsenamIaqovokchmdbqanqswmdwlLWmiWsUns-Misseta- 
Näberes wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27 · 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
zwieschen - 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel aulaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nichsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
   
  
„KANZLER“, Capt. RElEsoaon 12. Oktober, 
„REICHST’AG“, Capt. Weisskam .. . . . .. . . . .. 2. Oktober, 26. Oktober, 
* KAISER“, Capt. Stal . .. 26. Oktober, 9. November, 
BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 9. November, 23. Novemben 
nach Mombassa, Tangaz, Panganl?, Saadani", Bagamoyo?7, Dar.es-Saldm?", Sansfbar?", Kliwa, 114# 
Mindani, Ibo, Mozamblue, Quelimane , Chinde, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“= 
Die mit eibem 7* verscehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem " versehenen Häfen auch Ladung. 4 
Die mit einem C versehenen Dampfer- nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorrüpliche Enricheungen Jur EFxssagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Jobannesburg und Pretorin) via Delagoabaj. OZ 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertbeilt in Hamburg: (0) 
wegen Passage die Hamburg-Amerfkanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die Deutsche Ost-Afrika-TLinie, 
Gr. Reichenstrasse 27.4 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. - 
PMCSUUDVwckdkkköviglschmHofbuchbandlunqundhosbuchdkucketeivonE.S.Mittleks Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 1. 
Ausgegeben am 1. Oktober 1896 um 6 Uhr nachmitltags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
H##rauszegeden in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Aule. 
  
– — —— — — — F. - .«. —„ — „ — 
H. Jahrgang-- cterlin, 15. Oktober 1696. Uunmer 20. 
— 2 —— ô — 1Ê — —— . ————.———————— “ ——.–— — — — — — — 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten". herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Dane kelmn. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialdlatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchbhandlungen Mk. 3,—, direlt unter Streifband durch die Verlagsduchhandlung Mk. 3.50 fur Deutichland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Lander des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Aufragen sind an die Konigliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. zu richten. (Eingetragen in der Jeitunge- Preisliste fur 1898 unter Nr. 201 
  
— — — — —. — —  —- — — — — 
Inhalt: Amtlicher Theil: Bekanntmachung des Kaiserlichen Gouverneurs von- Kamerun, betresfend die Meldepflicht 
der Eingeborenen S. 641. — Bekanntmachung, betreffend Abänderung des Zolltarifo in Deutsch-Südwestafrika 
S. 641. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat Juli 1898 
S. 643. — Personalien S. 644. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 644. — Deutsch-Ostafrika: Bericht über den Tod 
des Sultans Quawa S. 645. — Bericht des Lieutenants Kannenberg über seine Reise nach Konghonda und 
Matambulu S. 646. — Missenschaftliche Sammlungen S. 647. — Usambara-Eisenbahn S. 648. — Kamerun: 
Bericht des stellvertretenden Gouverneurs Dr. Seitz über eine Erpedition in das Batangaland S. 648. — Bericht 
des Premierlieutenants Dominik von der Station YNaünde S. 651. Viehzucht in Kamerun S. 652. — Trauer- 
feier S. 662. — Togo: Grenzbereisung S. 653. — Deutsch- „Sudwestafrika: Gesundheits#zustand S. 653. — 
Jahresbericht der deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika für 1897/98 S. 653. — Aus dem Bereiche 
der Missionen und der Antisklaverei-= Bewegung S. 654. — Aus fremden Kolonien: Jahresbericht 
des Niger Coast Protectorats für 1896/97 S. 656. — Bahnbau auf der Goldküste S. 656. — Aus Dahomey 
S. 656. — Handelobericht von Chinde für das Jahr 1897 S. 657. — Ausfuhr von Britisch- Neu- Guinea S. 658. 
– Verschiedene Mittheilungen: Organisatorische Bestimmungen für die Schutztruppen S. 658. — Baersche 
Pflanzkette S. 658. — Litteratur S. 658. — Litteratur-Verzeichniß S. 659. — Schiffobewegungen S. 659. — 
Terkehrs: Nachrichten S. 659. — —Fahrplan der Woermann-Linie S. 661. — Anzeigen. 
––——.— — — „ — — — — — — — — — — — — — 
Amtlicher Theil. 
Geseke; Verordnungen der Reichsbehörden; Derträge. 
Bekauntmachung des Kaiserlichen Gouverneurs von Kamernn. 
Zur Ausführung der Verordnung vom 4. Februar 1891, betreffend die Meldepflicht der Ein- 
geborenen, und in Ergänzung der Bekanntmachung hierzu vom 1. Juni 1895 gilt noch Folgendes: 
1. Die An= und Abmeldungen bei Ankunft im Schutzgebiete bezw. bei Verlassen desselben sowie 
die Anzeigen von Geburten und Sterbefällen haben von nun ab bei dem Bezirksamt oder der Station zu 
erfolgen, in deren Bezirk die betreffenden Personen ihren Wohnsitz genommen bezw. zuletzt gehabt haben. 
So haben z. B. die im Bezirke der Station Rio del Rey befindlichen Personen bei dieser, die in 
unmittelbarem Bezirke des Bezirksamts Victoria befindlichen Personen beim Bezirksamte daselbst ihre An- 
und Abmeldungen zu bewirken. 
2. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage ihrer Veröfsentlichung in Kraft. 
Kamerun, den 13. August 1898. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Dr. Seitz. 
—––. — 
  
  
  
Bekanntmachung. 
Nachdem der Zolltarif für Deutsch-Südwestafrika (Beilage zum Deutschen Kolonialblatt vom 
1. Januar 1897) in einzelnen Tarifnummern abgeändert worden ist, wird der Zolltarif in der Fassung, 
wie er seit dem 1. Juni d. Is. in Deutsch-Südwestafrika in Kraft ist, nachstehend zur allgemeinen 
Kenntniß gebracht. 
Berlin, den 15. Oktober 1898. 
Auswärtiges Amt. Kolonial-Abtheilung. 
(gez.) v. Buchka.
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        642 
A. Einfuhrzölle. 
  
  
  
[Amtliche 
Mrrr 
Tarif- gü Z„ 
ari Waarengattung Zolltarissatz — Bemerkungen 
. in Kisten 
Flaschen 
1. Bier aller Art ... brutto 1 kg 0,06 M. 
2. Hüte und Mützen: 
o) Herrenhüte aus Stoff und garnirte Frauenhüte pro Stück 1,000. 
b Kinder-, Stroh= und ungarnirte Frauenhüte, Mützen 0.50 
3. Kassee und Kakao ... brutto 1 ig 0,20 
4. Konserven und Verzehrungsgegenstände: 
à) Schiffszwieback und Hartbrot, Nudeln und Makkaroni gollfrei 
b) Eingesalzenes oder gerauchertes Fleisch; Wurst aller Art; 
unvermischt eingekochtes Rind- und Hammelfleisch in 
Dosen (Corned Beef, Mutton), nur getrocknetes oder 
unvermischt eingekochtes Gemüse, nur getrocknete 
Früchte (Backobst), Butter, Speisefette und Speiseöle 
sowie eingesalzene Fische in Fässern oder Körben rutto 1 kg 0,10 
Jp#r alle übrigen Konserven und Verzehrungsgegenstände in 
Dosen, Flaschen oder Kruken; mit Zucker oder Fett 
Krreitete Siskutts“ Konditor= und Zuckerwaaren = 1.0,20 
. e stliches ... « 
Miperalwass= ü 8 zafix iches wie natürliches gollfrei Die Eisen. und Vlechins 
a) Petroleum und andere Brennöle netto 1 kg 0,05 10 5% Flaschen 2c., in denense 
b Wachs= und Stearinlichte 1. 0.10 Mtroleum u. Oele eingehen 
7. Schießbedarf und Sprengstoffe: sind mit zum Nettogewichte 
a Patronen aller Art. brutto 1= 0,.20 zu rechnen. 
b. Schießpulver und Zündhütchen. 1.100 
c Schrot und Blei . - 1-0,10 
d) Dynamit und sonstige Sprengstoffe . gollfrei 
8. Leder= und Sattlerwaaren: 
* Kinderschuhe und Pantoffeln pro Paar 0.50 
b Lange Schaftstiefel OD- - 2,00 
e) alle übrigen Schuhe und Stiefel . - - 1,00 
d alle übrigen Leder= und Sattlerwaaren. netto 1 kg 1,00 20%|gie Kartons, Popier, 
9. Seifen und Parfümerien: umyullungen k. und 
* gemeine Waschseife 1“ 0,05 10 ⅝% Flaschen, z denen r 
bi parfümirte Seife 1 0)110 Ml 
r' wohlriechende Fette u. Oele sowie Parfumerten aller Art 1 -‘ 0.20 20 % (bm Nettogewichte zu 
10. Spirituosen: rechurn. 
* Trinkbranntweinc aller Art unter 8 pt. Alkoholgehalt 
nach Tralles sowie alkoholhaltige Essenzen zur es 
Schnapsbereitung pHro Liter 2,00 Bei der Ermirtelung àe 
bi Spiritus über 80) pCt. Alkoholgehalt - O% 2,50 angesangene Zebnntelluter 
·) Brennspiritus und Spiritus zu gewerblichen (lur Tisch= einer Flas woe. Arule “ 
lereien, Mobeljabriken 2c.) und wessenschaftlichen volles Behmelln # Ge 
Zwecken unter Nachweis der eigenen Verwendung sammtinhalt einer Ki#te: 
auf Antrag bei dem Gouvernement. . zollfrei festgestellt. 
4# alkoholhaltige Tinkturen zum Medininalgebrauoh - 
11. Zündhölzer aller Art ... bruttollch,50 
12. Tabake und Cigarren: d 
* Cigarren und Cigaretten. neito 1= 2,00 20 % nn—ieese —8 
bi Plattentabaf. PPpörutto 1= 2,00 Eigarren und Eigaretter- 
c rohe Tabakblätter, roher und geschnittener Rauchtabak vervackt“ sind und neit- 
sowie Rau= und Schnupftabak jeder Art netto 1-1550 20 00 mit in die dan, sind zum 
13. Sal;z. .......... . brutto 1= 0.,02 Ncettogewichte zu rechnen. 
14. Thee: 
ar - .......... -1·040 
b« medizinischerTheeWurst-,damiucuthccch zollfrei 
c) aller andere hee brutto 1 kg 0,75 
15. Waffen: 
u) ein= oder doppelläufige Hinterladergewehre aller Art mit 
Ausnahme der Teschino ...... pro Stück 20,00 
bl Drillinge . -2500 
H Teschins, Vorderlader u. sonstige Schuß- u. Siichwaffen - - 5,00 
d) Einzel- und Doppelgewehrlaufe .....- -20,00 
e) Drillinggewehrläufe - " 25,00 
16. Weine: 
u) Roth= u. Weißweine sowie andere nicht mussirende Weine 
  
mussirende Weine aller Art (Schaumweine, Champagner) 
  
brutto 1 kg 0,15 
- 0,30 
2 
* 
-
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        643 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Amtliche 
-— Essig-; 
Tarif- 4 a 
Waarengattung Zolltarifsaz, Bemerkungen 
r. in Kisten 
oder 
Flaschen 
17. Zeuge und Zeugwaaren: 
a) Seiden= und halbseidene Stoffe und Waaren netto 1 kg 3,00 M. 
b) fertige' Kleidungsstücke mit Ausnahme von solchen aus 
eide, Halbseide und Cordstoff := 1. 10,50 
e) Cordstoff und Kleider aus Cord sowie fertige Hemden, 
Leibwäsche und Unterzeug aus gewebten, gewirlten 
oder gestrickten Stoffen .. 1-1,00 
d) Segelleinwand zu Wagendecen und Zelten zollfrei 
e) alle anderen Zeugstoffe und Zeugwaaren netto 1 kg 0,8.) 
18. Zucker, roher und raffinirter . brutto 1-0,10 
Alle übrigen vorstehend nicht genannten Waaren aus - 
Eisen, Holz, Glas, Thon, Porzellan, Gummi, Kautschuk, 
Papier, Pappe, Stroh, Bast, Kupfer, Zinn, Zink und edlen 
Metallen 2c. 2c. sind nach § 3 der Zollverordnung . zollsrei 
B.21u5fuhrkölle. 
Ists-· Waarengattung Zolltarifsatz Bemerkungen 
1. Guano aller Art: 
u) bei der Ausfuhr in Schiffen, welche mit Guano voll- 
beladen oder mit mehr als drei Viertel ihres Re- 
gistertonnengehalts beladen sind, für jede auch nur 
angefangene Registertonne laut Meßbrief Registertonne 22,50 M. 
b) bei der Ausfuhr in Schiffen, welche nur bis zu drei 
Viertel ihres Registertonnengehalts mit Guano be- 
laden sind, sowie bei der Ausfuhr über Land 100 kg 1,50 M. Bem. 1. 
2. Robben- und Seehundfelle 1 Stück 1,00 = 
3. Straußenfedern, rohe und gereinigte netto 1 kg 2,00 
  
  
—— — — 
  
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Juli 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,3825 Mk.) 
  
— — - — — — — — — . 
— — — — — — — — Ó — 
  
  
Zolte für Schisffahrts.Holzschlag.Weben- 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhri bgade GebührenEinnahmen Insgesammt 
Rp. .ARp.. #. B. Rp. P. Rp. P. Ryp. P. — Mt. Pf. 
« . 
Tanga 960 30 14300 o6 27 — 11 4 11 15300 17 = 21152 62 
Pangani 1157211296 3826 — 2 16 7 11409 23 = 5722 66 
Saadani 2115 36 4021 46 5 — — 05 6142 23 = 8491 81 
Bagamoyoo 11900 21121082 91 6 — 34 13 15 21 33038 25 = 45675 58 
Dar-es- Salam 2468 20|7372 22 5427 + 52807 66 
Kilgona 4960 4445962 03 46— 17 1183 10 11469 08 = 15856 07 
Limi. 3440 556964 21 5 2 3 7 31110439 50 = 14433 01 
Mikindani 446% 184122 05 2 12232 84 
I ie l’ p – 
Zusammen 31492 5414444 431 26596 14 109555 17 —151612 25 
43538 Mr.106427 MUK, Mk.f MU.4Z 
86 Pf. 34 Pf. 35 Pf. 43 Pf. ] 27 Pf. s
        <pb n="690" />
        — 644 — 
Personalien. 
Kaiserliche Schungtruppen. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
A. K. O. vom 27. September 1898. 
Foerster, Sekondlieutenant vom Posenschen Feldartillerie-Regiment Nr. 20, unter Entbindung von dem 
Kommando zur Dienstleistung bei der trigonometrischen Abtheilung der Landesaufnahme, aus dem 
Heere ausgeschieden und gleichzeitig unter Kommandirung zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen 
Amt bei der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, à la suite derfelben, mit seinem bisherigen 
Patent wiederangestellt. 
Dr. Panse, Königlich sächsischer Oberarzt der Reserve, nach erfolgtem Ausscheiden aus Königlich sächsischen 
Diensten mit dem 1. Oktober d. Is. als Oberarzt mit einem Patent vom 25. Januar 1895 in 
der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika angestellt. 
A. K. O. vom 6. Oktober 1898. 
Albinus, Sekondlieutenant, zum überzähligen Premierlieutenant befördert. 
Schutztruppe für Kamerun. 
A. K. O. vom 27. September 1898. 
Schmidt, Sekondlieutenant à la suite des Infanterie-Regiments Nr. 97, kommandirt zur Dienstleistung 
bei dem Auswärtigen Amt, aus dem Heere ausgeschieden und gleichzeitig unter Belassung in dem 
Kommando zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amt bei der Schutztruppe für Kamerun, 
à la suite derselben, mit seinem bisherigen Patent wieder angestellt. 
—□. —— 
Seine Majestät der Kaiser und König haben auf Grund des § 19 des Gesetzes vom 
18. Juli 1896 die von dem Gouverneur für Südwestafrika aus Anlaß des Feldzuges gegen die vereinigten 
Swartbooi= und Topnar-Hottentotten vom 3. Dezember 1897 bis 30. April 1898 zur nothwendigen Ver- 
stärkung der Schutztruppe vorläufig angeordnet gewesene Heranziehung von Angehörigen des Beurlaubten- 
standes des Reichsheeres bezw. der Kaiserlichen Marine nachträglich Allergnädigst zu genehmigen geruht. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst zu bestimmen geruht, daß die 
folgenden von Theilen der Schutztruppen für Deutsch-Ostafrika, Südwestafrika und Kamerun im Jahre 1897 
gelieferten Gesechte und ausgeführten Kriegszüge im Sinne des § 23 des Gesetzes, betreffend die Pensio- 
nirung und Versorgung der Militärpersonen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, vom 27. Juni 
1871 als ein Feldzug gelten sollen, für welchen den daran betheiligt gewesenen Deutschen ein Kriegsjahr 
zur Anrechnung zu bringen ist: 
I. Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 
1. Wahumba-Expedition vom 13. Januar bis 23. Februar 1897, 
2. Gefechte bei Kwa Towera am 1., 4. und 5. Juni 1897. 
II. Schutztruppe für Südwestafrika: 
Feldzug gegen die Afrikaner-Hottentotten vom 5. Juli bis 10. Oktober 1897. 
III. Schutztruppe für Kamerun: 
Gesecht gegen Ngila am 25. Jannar 1897, 
Expedition gegen Koy vom 18. März bis 12. April 1897, 
Gefechte gegen Ntoni am 16. Juli und gegen Barongo am 1. August 1897, 
1 
2 
3 
4. Expedition gegen die Bane vom 21. August bis 6. Dezember 1897. 
    
VVITYTVyTTyyTYV YVVY YVY7yTT TYT YTFN YTTSTWYTTTVYT7TVNYTYVYY7VYNYWTTY]TY YT NYTWTWyYT 
Nichtamtlicher Theil. 
— —— ——— 
ersonal-Ra richt en. “ Der Oberarzt Dr. Stierling und der Sergeant 
p t balTakris 1 Nos von der Schutztruppe für Deutsch-Ostofrika 
Der Oberarzt Dr. Bludau von der Schutztruppe haben die Wiederausreise angetreten. 
für Deutsch-Ostafrika ist mit Heimathsurlaub in Der Zollamtsassistent Schnell und der Gärtner 
Ncapel eingetroffen. 
Leiby sind mit Urlaub nach Deutschland abgereist.
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        — 645 — 
Der zu Vermessungszwecken dem Kaiserlichen 
Gouvernement überwiesene Sekondlieutenant Förster 
ist nach Dar-zes-Saläm abgereist. 
Die Hauptzollamtsvorsteher Ewerbeck und 
Reimer und der Techniker Nehlsen kehren dem- 
nächst nach Dar-es-Saläm zurück. 
RLamernn. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer ist 
vom Urlaub hier wieder eingetroffen. 
Der Maschinist Bärmann ist mit Heimaths- 
urlaub nach Deutschland abgereist. 
  
Der Kaiserliche Hafenmeister Klein ist vom 
Urlaub nach Kamerun abgereist. 
Der Premierlieutenant Nolte von der Schutz- 
truppe für Kamerun hat die Wiederausreise nach 
dem Schutzgebiete angetreten. 
Cogo. 
Der für die Stelle des zweiten Regierungsarztes 
angenommene Dr. Wendland und der Zollassistent 
Strack sind nach Lome abgereist. 
Der Zollassistent Weikusat ist mit Urlaub in 
Deutschland angekommen. 
Bachrichten aus den deutschen Schungebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
eutfsch-Pflafrika. 
Bericht über den Tod des Lultaus DQuawa. 
Ueber die näheren Umstände des kürzlich gemel- 
deten Todes des Sultans Quawa berichtet der Feld- 
webel Merkl an das Kaiserliche Gouvernement, 
wie folgt: 
Iringa, den 22. Juli 1898. 
Am 14. d. Mts. brachte ein Neger aus Pawaga 
die Nachricht, daß Quawa sich seit einigen Tagen 
dort aufhalte. Herr Premierlieutenant Kuhlmann 
gab mir hierauf den Befehl, mit 15 Askaris und 
einigen Wahehe im Eilmarsch dahin zu gehen und 
Quawa womöglich zu fangen. Nächsten Mittag 
waren wir nach 13 stündigem Marsche unbemerkt in 
Pawaga, wo wir uns im Busche versteckten und als 
Waschensi verkleideten. Vom nächsten Jumben Nguzo, 
den ich heimlich holen ließ, erfuhr ich, daß der Jumbe 
Kisogonso tags zuvor mit seinen Leuten versucht hatte, 
Quawa, der am nördlichen Ufer des Ruaha bei 
Nyangai gewesen war, zu fangen, aus Angst, daß 
die Station zu spät kommen könnte. Quawa hätten 
sie zwar nicht gefunden, wohl aber seine vier Boys, 
von denen allerdings einer wieder entkommen sei. 
Quawas Spur führte über den Ruaha südlich 
ins Pori der Landschaft Pawaga. 
Am 15. d. Mts. kam Kisogonso mit den drei 
Boys bei mir an, welche aussagten, Quawa sei vor zwei 
bis drei Wochen mit vier Boys und einem Mzungwe, 
Mussigambo, und dessen Weib, unterwegs sich von 
Porifrüchten nährend, heimlich nach Norden bis 
Nyangai am nördlichen Ufer des Ruaha gezogen. 
Vor fünf Tagen seien sie dort angekommen, seien 
heimlich in die Hütte eines gewissen Kanalire ge- 
gangen, mit dem Quawa Blutsfreundschaft trank. 
Quawa habe sich den Namen Fundi Maludi bei- 
gelegt und wollte in den nächsten Tagen zu einem 
gewissen Makibuta, zu dem er Kanalire vorausgeschickt 
  
hatte. Quawa führe einen Karabiner M/71, dessen 
Lauf kürzlich an der Mündung geplatzt sei; sein Be- 
gleiter habe eine Jägerbüchse. 
Ich nahm die Verfolgung sofort auf, indem ich 
die Askaris nach verschiedenen Richtungen dirigirte, 
um die Spur Quawas sestzustellen. Trotz fast un- 
unterbrochenen Herumstreifens konnte ich meinerseits 
nichts finden und kehrte daher am 17. abends nach 
Nguzo zurück. Am nächsten Tage kam auch der 
Ombascha Adam Ibrahim zurück, ohne einen Fang 
gemacht zu haben. Am 19. marschirte ich weiter 
auf Humbwe zu. 
Im Pori bei Humbwe machte ich Halt und 
wollte dort auf den Rest der ausgesandten Askaris 
warten, als ich einen Knaben den Bergabhang her- 
unterkommen sah. Der Knabe floh sofort, als er 
uns wahrnahm. Dies fiel mir aufm, ich ließ ihn ein- 
fangen und stellte ihn sehr energisch zur Rede, worauf 
er sich als Quawas Boy zu erkennen gab. Quawa 
liege drei Stunden ab krank im Pori, wo er gestern 
Abend seinen Begleiter Mussigombo, aus Angst vor 
Verrath, erschossen habe. Er (der Knabe) sei heute 
Morgen weggelaufen. 
Ohne auf meine Karawane zu warten, ging ich 
gleich mit 1 Ombascha, 2 Askaris und 1 Mhehe 
unter Führung des Boys los. Nach einer halben 
Stunde hörten wir in südwestlicher Richtung einen 
Schuß. Der Boy meinte, Quawoa schösse sich Wild. 
Endlich sagte der Boy, wir seien dem Lagerplatze 
nahe. Wir zogen Stiefel und Gepäck ab und 
rutschten auf dem Leibe vor zu einem Baobab, den 
ich erkletterte, um Ausschau zu halten, konnte aber 
nichts sehen. Wir rutschten über sehr geröllreiches 
Land weiter bis zu einer trockenen Wasserrinne, in 
welcher wir 100 m weit weg das Lager sahen, und 
rutschten bis auf 30 m heran. Zwei Gestalten sahen 
wir jetzt, anscheinend schlafend, davor liegen. Die 
eine bezeichnete der Boy als Quawa selbst. Da wir
        <pb n="692" />
        — 646 
auf dem Geröll nicht unbemerkt weiter konnten, legten 
wir an, schossen und rannten vor. 
Beide Gestalten waren todt, die vom Boy als 
Quawa bezeichnete seit etwa 1½ Stunden, aber 
ohne Todtenstarre. Der Msagira Muia Urambo 
bezeichnete diese Leiche sofort als Quawa seldst. 
Augenscheinlich hatte sich dieser, als wir den er- 
wähnten Schuß höärten, selbst erschossen. Um den 
Leib trug er neben verschiedenen „Dauas“ einen 
halbvollen Patronengürtel zu 70 Patronen. Sein 
Karabiner war an der Mündung bedeutend geplatzt 
und war im Feuer neben ihm stellenweise stark ver- 
kohlt. Die Leiche des Mussigombo war schon ganz 
starr, neben ihm lag eine Jägerbüchse. Zusammen 
trugen die beiden Leichen 117 Patronen. Bald kam 
meine Karawane nach; die Wahehe 2c. erkannten 
Quawa sofort und blieben längere Zeit in gedrückter 
Stille. Am 20. d. Mts. traf ich nach Mittag in 
Iringa wieder ein. 
Bericht des Lieutenants RKannenberg über seine Neise 
nach Rongbonda und Matambulu. 
Aus dem Berichte des Lieutenants Kannenberg 
an das Kaiserliche Gouvernement für Deutsch-Ostafrika 
aus Mpapua vom 20. Juli d. Is. über seine Reise 
nach Konghonda und Matambulu entnehmen wir 
folgende Schilderungen: 
Der Zweck meiner Reise war die Erkundung der 
neu anzulegenden, gegenüber der alten um fast zwei 
Tagemärsche verkürzten großen Karawanenstraße, als 
deren Endpunkt im hiesigen Bezirk zufolge Verab- 
redung mit Kilimatinde die Ortschaften Singe-Dodoma 
ausersehen sind. Die Anlage der Straße bietet nach 
dieser Erkundung auf der ganzen Strecke keine 
nennenswerthen Schwierigkeiten, letztere verläuft viel- 
mehr nahezu gerade und fast meist eben. Indessen 
muß ihr Bau wegen des Wassermangels mit der 
ebenfalls in den nächsten Monaten erfolgenden Neu- 
anlage der Brunnen Hand in Hand gehen oder ihr 
folgen. Der Brunnenmeister Klinder arbeitet zur 
Zeit noch an dem Brunnen von Godegode östlich 
Mpapua. 
Das Gebiet, durch das die neue Straße führen 
wird, zwischen Mpapua und Dodona, ist eine schöne 
von vielen Bergketten und Berggruppen durchzogene 
Waldgebirgslandschaft, deren Wälder, wic überall 
hier, größtentheils aus Akazienarten bestehen; sie wird 
durch das Dazwischentreten der nördlichen Marenga- 
Makalisteppe in drei Abschnitte getheilt. Allen dreien 
aber ist das gemeinsam, daß in ihnen Flüsse mit 
perennirendem Wasser vollkommen fehlen, letzteres 
wird vielmehr nur in einzelnen großen Flußbetten in 
Wasserlöchern gegraben und ist so trübe, faulig und 
brackig, daß es sehr leicht Dysenterie erzeugt. Solche 
Wasserlöcher finden sich bei allen Ortschaften zwischen 
Mpopua und Dodona und ermöglichen überhaupt 
erst deren Existenz. 
  
Von Mpapua kommend, gelangt man zunächst 
durch eine vertrocknete Pori hindurch zu dem Dorfe 
Kissokwe und hier durch prächtige grüne Akazienhaine, 
welche von vielen Antilopenarten und Hühnervögeln 
belebt sind, während rechts in einem entzückenden 
Seitenthal die englische Missionsstation (Ch. M. S.) 
versteckt liegen bleibt; dann steigt man durch ein 
schmales Gebirgsthal in das Dorf Tschunio hinab, 
das wegen seiner reichen Kalklager bemerkenswerth 
ist, dann folgt eine zehn Stunden lange trockene und 
dornige Pori, in welcher nur ab und zu eine Akazie 
spärlichen Schatten bietet oder ein Zahnbürstenbaum 
(Mswaki) durch das in der übrigen Dürre über- 
raschend frische und saftige Grün seiner Blätter das 
Auge erfreut, seine Beeren werden in Zeiten der 
Hungersnoth von den Eingeborenen gegessen. 3½ 
Stunden hinter Tschunjo bietet endlich ein riesiger 
Affenbrotbaum (16 m Umfang), bei dem stets ein 
erfrischender Wind weht, einen erwünschten Rastplatz. 
Nach weiteren zwei Stunden gelangt man an den 
Yamegoafelsen, bei dem der erste Brunnen auf dieser 
Strecke gebaut werden soll. Von hier bis einige 
Stunden hinter Tschikombo wird die Pori jetzt durch 
einzelne große, freie Steppen unterbrochen, welche die 
Nordausläufer der Marenga= makali bilden und von 
großen Trupps von Straußen, Zebras, Wildschweinen 
und den verschiedensten Antilopenarten belebt sind. 
Hinter Tschikombo fallen die kolossalen, frei in der 
Steppe liegenden erratischen Blöcke ins Auge. Bei 
Itumbi ist dann der zweite Brunnen geplant. Auf 
der weiteren Strecke folgen jetzt mehrere durch ihre 
Karawanenräubercien und Askariermordungen berüch- 
tigte Ortschaften, deren Sultane früher Hongo (Zol) 
von den Karawanen erpreßten, einzelne sind aus den 
Reisen Stanleys und Emin Paschas bekannt; 
auf der Station heißt jene Gegend nur noch die 
„Wetterecke“. Gegen Konghonda und Ihume, die 
beiden übelsten Orte dieser Gegend richtete sich meine 
Expedition. Der Brunnen soll etwas über diese 
Orte hinaus, nach Dodoma zu, angelegt werden; es 
ist der dritte und letzte im Bezirk auf der genannten 
Strecke. Die ganze Gegend hierselbst ist reich bebaut 
und stark bevölkert, es giebt hier mehrere Ortschaften 
von über 2000 Einwohnern. Die Felder sind weithm 
mit Mtama bepflanzt, und die mächtigen Tennen in 
den Temben sind meist hoch mit Korn angefüllt. 
Bei Konghonda wachsen auf den Feldern einheimische 
Weintrauben, große dunkle Trauben und sehr wohl- 
schmeckend. Auf den Bäumen sieht man hier vielfach 
ausgehöhlte Baumstämme liegen, die zum Sammeln 
des Honigs der wilden Bienen diencn. An den 
Berghängen weiden zahlreiche, kleine Viehherden. 
Die Wagogo bereiten hier eine erfrischende saure 
Milch, die aber in den Buju (Kürbisflaschen) einen 
dumpfigen fauligen Beigeschmack erhält. Viel besser 
ist die saure Milch der Massai dieser Gegend, weil 
diese sie in schönen, mit Kaurimuscheln verzierten 
Lederflaschen aufbewahren. 
Die Wagogo sind, wie viele andere wilde Völker-
        <pb n="693" />
        schaften, leidenschaftlich dem Alkoholgenuß (in Gestalt 
von Pombe) und narlotischen Genüssen (Tabak) er- 
geben. Tabak erhalten sie von den Karawanen und 
machen daraus durch Beimengung von feingeriebenen 
Mtamastengeln und Schensisalz auch einen beißenden 
Schnupftabak. Seine kunstvoll aus Holz geschnitzte 
Schnupftabaksdose trägt fast ein Jeder an einer Schnur 
um den Hals, die Tabakpfeife geht am Lagerfeuer 
im Kreise herum und wird, trotzdem ihr Qualm 
furchtbar auf der Zunge und in die Augen beizt, mit 
sichtlichem Wohlbehagen geraucht. Bei den Wagogo 
möchte ich noch erwähnen, daß, wie sie überhaupt 
manche von den übrigen Wilden verschmähte Fleisch- 
sorten essen, sie vor Allem Ratten, die es hier zahllos 
giebt, für einen großen Leckerbissen halten und sie in 
kunstvoll geflochtenen, langen engen Röhren, an deren 
Ende Hirse gestreut ist, fangen. Im Flechten sind 
sie überhaupt Meister; ihre verschiedenartigen, schön 
gemusterten geflochtenen Körbe und Gefäße verdienen 
alle Anerkennung. Auch sonst zeigen sie in diesen 
wohlhabenderen Gegenden Kunstsinn, bemalen ihre 
Zimmerwände mit Figuren (Menschen, Leoparden, 
Vögeln 2c.) und schnitzen in Holz auch ganz kunst- 
volle Fignren und Arabesken und auch die bekannten 
niedrigen Holzschemel. 
Meine Bewunderung aber erregten die ausge- 
zeichneten Waffen, die die hiesigen Wagogo in der 
Gegend von Konghonda verfertigen. Dieses besitzt, 
wie viele andere große Orte dieser Gegend, einen 
eigenen Schmiedfundi, und ihre Speere stehen an 
Größe und Schönheit kaum den berühmten Massai- 
speeren nach, sie haben jedoch gewöhnlich ein kürzeres 
und breiteres Blatt, während die Massailanzen 
eine lange schmale Klinge haben; ihre Pfeile be- 
siten eine Durchschlagskraft, daß sie noch durch 
mein Zelt hindurch einen Menschen tödlich verwunden 
können, und haben eiserne, sorgfältig und kunstvoll 
gearbeitete Eisenspitzen mit vielartigen scharfen 
und spitzigen Widerhaken, welche ganz unangenehme 
Wunden erzeugen müssen, sie werden in schönen 
ledernen Köchern über der Schulter getragen. Nicht 
wenig verwundert war ich, als meine schönen, baum- 
langen Massaikrieger, die ich auf meinem Zuge mit 
hatte, in ihrem ganzen, stolzen Kriegsschmuck — dem 
riesigen Speer, Büffelschild und hochwehender weißer 
Pfauenfeder auf dem Haupte — in Matambulu vor 
den Wagogo Reißaus nahmen und sich zu mir hin 
flüchteten; ich drückte ihnen meinen Spott auch ziemlich 
deutlich aus, was sie aber weder sichtlich beschämte, noch 
zur Umkehr bewog. Als ich am Abend in Matambulu 
mir eine Ngoma mit Kriegstänzen vorführen ließ, 
verfiel der eine Massaihäuptling, wie es oft zu ge- 
schehen pflegt und was als besonderes Zeichen von 
Tapferkeit bewundert wird, in Raserei, so daß ihm 
der Schaum vor dem Munde stand, er wie ein 
wildes Thier brüllte und von seinen Genossen nur 
mit Mühe gehalten werden konnte. Als ich herantrat, 
warnten mich die Askari und sagten „anataka vita“ 
(er verlangt nach Krieg), worauf ich spottend meinte: 
  
647 — 
„Heute morgen war ja Krieg, da ist er aber aus- 
gerissen!“ Und jetzt kam auch ihnen das Komödien- 
hafte der Scene zum Bewußtsein, und sie lachten über 
die Raserei, während sonst solche Dinge auf alle 
Schwarzen großen Eindruck machen, worauf sie ja 
auch berechnet sind. Aehnlich schien mir auch eine 
andere Scene in Tschikombo, wo beim Schlachten 
eines Ochsen die Massai mich baten, das Blut trinken 
zu dürfen, und sich dann der Länge nach auf den 
Boden legten und das frische dampfende Blut in 
langen Zügen aus dem Leibe des Thieres tranken 
oder es in beiden hohlen Händen herausschöpften, 
mehr darauf berechnet, den Eindruck der Wildheit 
und dadurch Entsetzen und Furcht bei den Zuschauern 
hervorzurufen, als selbst ein wirkliches Zeichen der- 
selben zu sein. Einen größeren Gegensatz wie zwischen 
Massai und Wagogo kann man sich kaum denken, 
erstere sind baumlang, hoch aufgeschossen und schmal 
in Schulter und Gesicht und mit schmaler, oft fast 
jüdisch gebogener Nase, letztere sind untersetzt, mus- 
kulös und breitschulterig, fast stiernackig, auch haben 
sie meist eine platte Nase. Nach den hier vorliegen- 
den Erfahrungen sind die Wagogo im langsamen 
stetigen Vordringen gegen das Land der Massai begriffen 
und verdrängen sie, da sie feste Temben vorschieben, 
während die Massai ohne feste Wohnsitze auch keinen 
sesten Widerstand leisten können. In den Grenz- 
gebieten findet auch eine Vermischung beider Stämme 
statt, man sieht schon viele Wahumba-Massai, die viel 
untersetzter und breitschultriger sind als ihre nörd- 
lichen langen Vettern. Im Allgemeinen vertragen 
sich beide Stämme trotz ihrer Verschiedenartigkeit 
auffallend gut, und Kämpfe und Streitigkeiten kommen 
kaum vor, vielleicht ist es gegenseitige Angst. 
Wissenschaftliche Lammlungen. 
Dem Königlichen Museum für Naturkunde in 
Berlin hat der Premierlieutenant v. der Marwitz 
am 16. Mai d. Is. eine von ihm an den Pangani- 
sällen zusammengebrachte Sammlung zgoologischer 
Objekte überwiesen. Die Sammlung enthielt: 
4 Säugethiere in Alkohol, 
5 Schlangen, 
8 Fische, 4 Krebse und 
Bandwürmer aus einer Ziege. 
Die Konservirung der Thiere ist durchweg gut, 
ihr wissenschaftlicher Werth bedeutend. Namentlich 
war das Vorkommen einiger Säugethiere, Epomo- 
phorus minor in einem männlichen Exemplar mit 
Schultertaschen, noch nicht bekannt und sein Vor- 
kommen in Uhehe überraschend; ebenso ist Hipposi- 
deros commersoni Geoffr. in Ostafrika so weit 
südlich noch nicht nachgewiesen worden. 
Die Krebse bildeten gleichfalls eine willkommene 
Bereicherung unserer Sammlung, weil aus Ostafrika 
bisher nur wenig Stücke von Pagurus und Palaemon 
vorhanden sind.
        <pb n="694" />
        Usambara - Cisenbahn. 
Aus Dar-es-Saläm wird berichtet, daß der Ver- 
kehr auf der Usambarabahn in letzter Zeit wesentlich 
zugenommen hat. Jeden Dienstag und Sonnabend 
fährt ein Zug Tanga-—Muhesa und zurück und nach 
Erforderniß auch zweimal an den genannten Tagen. 
Ramerun. 
Bericht des stellvertretenden Gouverneurs Dr. Feitz 
über eine Expedition in das Batangaland. 
Dem Berichte des stellvertretenden Kaiserlichen 
Gouverneurs von Kamerun vom 16. August d. Js. 
über eine Expedition in das Batangaland wird Fol- 
gendes entnommen: 
Eine Reihe Beschwerden, welche der stellvertretende 
Generalkonsul in Old-Calabar wegen angeblicher 
Uebergriffe der Station Rio del Rey und der seit 
kurzer Zeit weiter in das Innere vorgeschobenen, 
mit einem schwarzen Zollgehülfen besetzten Zollstation 
Okobo geführt hatte, veranlaßten mich, die Untersuchung 
über die fraglichen Vorfälle selbst an Ort und Stelle 
zu führen, um zu gleicher Zeit den Vorschlag des 
Stationsleiters Romberg, eine weitere Zollstation 
nach dem Innern vorzuschieben, einer Prüfung zu 
unterziehen. 
Da die ganze Reise nur eine Orientirungsreise 
sein sollte, und mir von allen Seiten die Verhältnisse 
in den Gegenden, die ich besuchen wollte, als ruhig 
geschildert und besonders betont worden war, daß 
an der Nordgrenze und im Gebirge überall Träger 
von den Eingeborenen leicht zu bekommen seien, so 
nahm ich außer einem Detachement von 30 Mann 
der Schutztruppe unter dem Befehl des Lieutenants 
v. Arnim von Kamerun nur 32 Träger mit, neben 
sechs Aboleuten lauter Duallas. 
Am 14. Juni verließ die Expedition mit dem 
Dampfer „Nachtigal“ Kamerun und traf am 15. 
vormittags 11 Uhr auf der Station Rio del Rey ein. 
Dort schloß sich derselben der mit den Verhältnissen 
an der Grenze und im Binnenlande vertraute Sta- 
tionsleiter RKomberg an. Die Station Rio del Rey 
wurde einstweilen dem Zollgehülsen Akovi übergeben. 
Am nächsten Morgen 6 Uhr 20 Min. wurde auf dem 
neu geschlagenen Wege nach der Zollstation Okobo 
aufgebrochen, welche am 19. Juni vormittags 10 Uhr 
erreicht wurde, nachdem vom 18. auf den 19. Juni 
im Urwald im Lager übernachtet worden war. In 
Okobo, wo sich der von Rio del Rey aus vorgescho- 
bene, mit einem farbigen Zollgehülfen besetzte Zoll- 
posten befindet, hat der Häuptling Amoêfiem zwei 
neue Lehmhäuser der Regierung zur Verfügung ge- 
stellt. Das Dorf selbst, welches etwa 1 1½8 Tagereisen 
von der deutsch-englischen Grenze liegt, hat lediglich 
Bedeutung durch den Handelsweg, welcher von hier 
aus nach dem englischen Gebiet führt. Noch vor 
648 
  
ganz kurzer Zeit waren die Calabarhändler die un- 
bestrittenen Herren der Gegend. Wie sehr sie sich 
als solche betrachteten, zeigt eine neuerdings bei dem 
Generalkonsul in Old-Calabar von Calabarhändlern 
eingereichte Beschwerde, deren Thatbestand ich, wie 
folgt, feststellte: Der Stationsleiter Romberg nahm 
gelegentlich seiner Anwesenheit in Okobo einen Calabar-- 
stlaven, Mfam Idigbe, fest, welcher in das deutsche 
Gebiet Waaren einschmuggelte. Der Herr dieses 
Sklaven, Ndomo Eijo, griff mit mehreren anderen 
Calabarleuten den deutschen Zollgehülfen Brohm 
gelegentlich eines Patrouillenganges thätlich an, entriß 
ihm seinen Hirschfänger, wurde jedoch, da die Ein- 
geborenen dem Brohm zu Hülfe kamen, in die Flucht 
geschlagen. Diesen Vorfall benutzten die Calabar- 
händler zu einer Beschwerde wegen Vergewaltigung 
durch den deutschen Zollposten. Dabei stellte sich bei 
näherer Untersuchung heraus, daß der Sklave Mfsam 
Idigbe aus deutschem Gebiet geraubt war. Er wurde 
für frei erklärt. Die sämmtlichen von mir vernom- 
menen Leute, darunter die Häuptlinge Amoéfiem von 
Okobo, Arong Njo von Kunda-Kunda, Akama Odgum 
von Okpohobet, Otu Epuenam von Rkuru, sagten 
übereinstimmend aus, daß die Calabarleute früher 
ganze Züge von Sklaven, eskortirt durch Bewaffnete, 
aus dem Lande ausführten. Auch wurden mir eine 
Reihe Leute namentlich bezeichnet, die noch in letzter 
Zeit von den Calabarhändlern mit Gewalt oder List 
entführt wurden und in Calabar festgehalten werden. 
In allen diesen Händeln spielt der jetzt verstorbene 
fromme King Ekanemessin eine für einen Christen 
recht bedenkliche Rolle. Ich werde in meiner Ant- 
wort auf die Beschwerden der Calabarhändler 
dem Generalkonsul in Old-Calabar diese That- 
sachen mittheilen und insonderheit um Nachforschung 
über den Verbleib der aus deutschem Gebiet entführten 
Personen ersuchen. 
Ich bemerke, daß Okobo, Kunda-Kunda und die 
übrigen genannten Ortschaften zweifellos zum deutschen 
Gebiet gehören. Sie liegen weit diesseits der seiner 
Zeit von Hauptmann v. Besser vorgeschlagenen 
Grenzlinie. 
Dem Handel der Calabarleute, die bisher gegen 
Rum, Capguns und Caps Sklaven und Gummi nach 
dem Akwa Jasé und Calabar hinüberführten, ist 
durch die Anlage des Zollpostens in Okobo ein 
schwerer Schlag versetzt, dessen Folgen sich schon jetzt 
für den deutschen Handel im Rio del Rey fühlbar 
machen. Im Interesse des Handels aus dem Hinter- 
lande der Rombiberge bedarf es indessen noch von 
deutscher Seite der Anlage einer weiteren Zoll= 
station und zwar an den Croßfällen selbst, wo sich 
zur Zeit schon englische Faktoreien befinden. Im 
Verlauf meiner Reise bin ich zu der Ueberzeugung 
gekommen, daß nicht nur die Calabarleute ihre Han- 
delswege weiter landeinwärts, nach den Croßfällen 
zu, verlegt haben, sondern auch die im Banjanglande 
in Menge sich herumtreibenden Weyjungen — ihre 
Zahl wurde mir von 200 bis 400, letztere zweifellos
        <pb n="695" />
        — 649 
übertrieben, angegeben — direlt nach den Croßfällen 
handeln. Jetzt haben sie sich nach Banjang zurück- 
gezogen und sollen einen schwunghaften Gummi= und 
Elfenbeinhandel treiben. Auf meinem ganzen Wege, 
der mich durch das Batanga-, Bakong= und Bakundu- 
land führte, bin ich nirgends auf die Spuren dieser 
Landstreicher gestoßen, so daß ich die Angaben der 
Eingeborenen, sie hätten sich nach Banjang zurück- 
gezogen, für richtig halten muß. 
Eine endliche definitive Festlegung der deutsch- 
englischen Grenze ist absolut nöthig, wenn es gelingen 
soll, den Gummi= und Elfenbeinhandel aus unserem 
nördlichen Hinterlande, der immer noch über den 
Akwa Jafé und den Croß-River nach Calabar seinen 
Weg nimmt, nach der deutschen Seite und zwar nach 
dem Rio del Rey und nach Mundame herunter zu 
leiten. Wurde mir doch im Norden der Rombiberge, 
in dem Dorfe Baro, versichert, daß von dort aus 
mit Calabarleuten, die von Norden her, also wahr- 
scheinlich von Croß-River kommen, gehandelt wird. 
Dabei sind gerade jene Gebiete für den Gummihandel 
von größter Bedeutung, da auf dem ganzen von mir 
zurückgelegten Wege von Ndian bis Kiliwindi der 
Kautschukbaum vorkommt. 
Am Montag den 20. Juni marschirte die Expe- 
dition in achtstündigem überaus anstrengenden Marsche 
von Okobo nach Fave an der Grenze des Ngololandes. 
Das Uebersetzen über den Ndian und seinen reißenden, 
hochangeschwollenen Nebenfluß Mana, die durchwatet 
werden mußten, ging nur langsam und nicht ohne 
Der Weg führte auf ungebahnten Gebirgspfaden 
durch dichten Busch, zum Theil auch in kleinen Wasser- 
läufen entlang. In Fave wurden wir von dem 
Häuptling und den Eingeborenen freundlich empfangen. 
Die Leute handeln nach dem Rio del Rey, auch sind 
bereits einige 20 Mann als Arbeiter nach der Küste 
gegangen. Am nächsten Tage erreichte ich Meta, 
das erste Ngolodorf. Das Dorf war gänzlich ver- 
lassen, die Hütten leer, das Vieh weggetrieben. Bald 
nach meiner Ankunft in Meta kam ein Bote, den 
mir der Häuptling von Fave mit seinem Stab nach- 
sandte. Der Häuptling ließ mir sagen, ich solle nach 
Fave zurückkommen, gleich nach meinem Abmarsch 
seien Boten der Ngololeute zu ihm gekommen und 
hätten ihn aufgefordert, sich ihnen anzuschließen, um 
die Expedition zu bekämpfen. Die sämmtlichen Ngolo- 
leute seien in Waffen und erwarteten mich im Busch. 
Ich konnte nun entweder jede Berührung mit den 
Ngolos vermeiden, mußte dann aber meinen ursprüng- 
lichen Plan, über die Rombiberge nach Johann 
Albrechts-Höh zu marschiren, aufgeben. Damit wäre 
natürlich die Möglichkeit, weitere Informationen über 
die Verhältnisse im Norden der Rombiberge einzu- 
ziehen, abgeschnitten gewesen, denn ich mußte dann 
den von Meta aus auf dem linken Ndian-Ufer nach 
dem Rio del Rey führenden, schon oft von Kaufleuten 
begangenen Handelsweg für meinen Rückmarsch wählen. 
  
Oder aber ich mußte es, um den Weg über das Ge- 
birge zu gewinnen, auf einen feindlichen Zusammen- 
stoß mit den Ngolos ankommen lassen. Ich entschloß 
mich zu der letzteren Alternative und marschirte des- 
halb am 22. Juni nach Vevoka, nachdem ich noch 
am Abend vorher durch den von Fave gekommenen 
Boten die Mgolos hatte auffordern lassen, sich zu 
friedlichem Palaver in Vevoka zu stellen. Kurz vor 
Vevoka kamen mir Boten entgegen, die mir erklärten, 
die Ngolo= und die mit ihnen verbündeten Batanga- 
leute seien in Vevoka. Wenn ich das Versprechen 
gäbe, nicht auf sie schießen zu lassen, würden sie mich 
in Vevoka erwarten. Ich gab ihnen das Versprechen 
unter der Bedingung, daß sie sich jeder Feindseligkeit 
gegen die Expedition enthielten und mir für den 
Weitermarsch Führer und Träger stellen. Um 10 Uhr 
vormittags marschirte ich an der Spitze der Karawane 
mit dem Stationsleiter Romberg und fünf Soldaten 
in Vevoka ein und befand mich plötzlich etwa 300 
Ngolos und 200 Batangas gegenüber, die sämmtlich 
mit neuen Gewehren bewaffnet die Dorfgasse entlang 
saßen. Ich ließ durch den Dolmetscher die Häupt- 
linge kommen und begann mit ihnen zu verhandeln. 
Die Batangaleute erklärten sofort, sie seien nur ge- 
zwungen in Waffen erschienen und wollten vom 
Kampfe nichts wissen. Sie zogen nach kurzer Zeit 
in ihre Dörfer zurück. Die Ngolos meinten, es sei, 
nachdem die Schutztruppe gegen sie gekämpft, über- 
haupt kein gültiger Friede abgeschlossen, die ihnen 
auferlegte Lieferung von Vieh, mit der sie schon 
einmal begonnen hatten, würden sie nicht fortsetzen, 
Gefährdung von Trägern und Lasten von statten. 
da der Häuptling von Ikoi, namens Nakéri oder 
Nakéli, den Friedensschluß überhaupt nicht anerkenne. 
Ich solle ihnen jede Lieferung von Vieh nachlassen 
und Ziegenblut mit ihnen trinken, dann würden sie 
Frieden schließen. 
Da ich feststellte, daß kein einziger bedeutender 
Häuptling anwesend war, so befahl ich den Leuten, 
nachdem sich nach Negerart die Verhandlungen in 
nebensächliche Kleinlichkeiten zu verlieren dachten, Ve- 
voka zu räumen, in ihre Dörfer zurückzugehen und 
den Häuptlingen mitzutheilen, daß ich am nächsten 
Tage nach Itoki kommen würde, um dort im Mittel- 
punkt ihres Landes die Verhandlungen fortzusetzen. 
Auf dem Wege nach Itoki wurden kurz vor dem 
Dorse Betika die Führer angerufen. Der Dolmetscher 
Otto, ein zuverlässiger Mann aus dem Rio del Rey, 
meldete mir, daß am Eingang von Betika die Ngolos 
kampfbereit ständen und den Führern zugerufen hätten, 
wenn sie weitergingen, würde auch auf sie und die 
Träger aus Vevoka, die ich mithatte, geschossen werden. 
Ich ließ deshalb die Karawane halten und schickte 
zurück zu Lieutenant v. Arnim, der mit 25 Soldaten 
am Schlusse der Karawane marschirte, um Betika 
mit Gewalt zu nehmen. Der Anlauf gegen das 
Dorf war außerordentlich anstrengend. In strömen- 
dem Regen mußten auf schlüpfrigen Wegen die An- 
höhen im Sturmschritt genommen werden. Lieutenant 
v. Arnim brachte es fertig, immer an der Spitze
        <pb n="696" />
        zu bleiben, mich selbst tröstete darüber, daß ich mehr- 
fach zu Fall kam, nur der Umstand, daß es auch dem 
Stationsleiter Romberg nicht besser erging und 
selbst die farbigen Soldaten ein über das andere Mal 
stürzten. Schon nach der Einnahme von Betika war 
es mir klar, daß ich mit den Ngolohäuptlingen nur 
dann zu erfolgreichen Verhandlungen kommen könnte, 
wenn ich längere Zeit im Lande selbst bliebe; dazu 
fehlte es mir aber vor Allem an Zeit, dann aber 
auch an der nothwendigen Ausrüstung. Da inzwischen 
auch einer der Führer dem Dolmetscher Otto im 
Gespräch erzählt hatte, wenn ich über das Gebirge 
hinüber wollte, so müsse ich über das Dorf Dibendja 
in das Batangaland gehen, dorthin führe der Han- 
delsweg, so entschloß ich mich, auf weitere Verhand- 
lungen mit den Ngolos zu verzichten, dagegen vor dem 
Marsch nach Dibendja noch einen Vorstoß nach Itoki 
zu machen, um den Ngolos jeden Grund zu der 
Annahme zu entziehen, daß ihre Drohungen mich am 
weiteren Vordringen in ihr Land gehindert hätten. 
Nachdem Itoki genommen, wurde in Betika Lager 
geschlagen und am nächsten Tage, 24. Juni, unter 
Mitnahme von drei Ngololeuten, von welchen zwei 
mit dem Gewehr in der Hand gefangen worden 
waren, der dritte als Führer mehrfach falsche An- 
gaben gemacht hatte, nach Dibendja marschirt und 
von dort auf dem durch das Batangaland nach 
Norden führenden Handelsweg in anstrengendem Marsch 
nach Ueberschreiten des reißenden Bergbaches Maidi, 
eines Nebenflusses des Mana, noch am gleichen Tage 
das Dorf Itadi (auch Itali, Metadi genannt) erreicht. 
Am nächsten Tage, 25. Juni, wurde von Itadi 
aus über Massaka und Bombonge nach Ndove mar- 
schirt, wo die Expedition von dem Häuptling Maroka, 
einem alten jovialen Herrn, freundlich empfangen 
wurde. Das kleine Dorf Mokuri, welches am 26. 
Juni nach einem äußerst anstrengenden Marsch durch 
zerklüstetes Bergland erreicht wurde, war von dem 
größten Theil seiner Einwohner verlassen, da sich 
dieselben gegen den bisherigen Häuptling aufgelehnt 
und ein neues Dorf zu bauen beschlossen hatten. 
Mit Hülfe eines in Mokuri angesessenen Accramannes, 
der eine kleine Buschfaktorei der Ambas Bay Trading 
Company verwoltet, gelang es, die Leute mit ihrem 
Häuptling wieder auszusöhnen, so daß abends ein 
Friedeusfest gefeiert wurde. Mokuri ist das letzte 
Batangadorf, das die Expedition berührte, der Marsch 
führte, nachdem wir eine weitere Einsenkung, welche 
durch das Thal des Tsoa gebildet wird, durch- 
schritten, in nordöstlicher Richtung nach dem Bakong- 
dorfe Baro, von wo der Weg nach Süden abbiegt. 
Während von Mokuri aus die Handelsprodukte auf 
dem Wege Ndore—-Itali—Vevoka—Ituka—Ndian 
nach dem Rio del Rey gebracht werden, handelt die 
Bevölkerung von Baro theils nach Norden mit 
Calabarleuten, die vom Croß-River kommen, theils 
auch über Likam nach Süden mit den bei Mundame 
befindlichen Faktoreien. Der Handel ist im Wesent- 
lichen auf Gummi und Elfenbein beschränkt. 
650 
  
Am 28. Juni wurde, nachdem der Tsoa zum 
zweiten Male, diesmal in südlicher Richtung, auf 
einer Hängebrücke überschritten war, Likam erreicht. 
Auf dem Wege wurden Kolanüsse in Menge, Kaut- 
schukbäume und zum ersten Male auch Palmkerne 
angetroffen. Die Kerne waren geerntet, zum Theil 
zu Oel verarbeitet, große Mengen aber lagen verfault 
bei den Oelmühlen, ein Zeichen ebensosehr für die 
Faulheit der Eingeborenen wie dafür, daß selbst weit 
im Innern schon die Preise für die Landesprodukte 
so hoch sind, daß die Eingeborenen es nicht für 
nöthig halten, ihren ganzen Vorrath von Körnern 
auszubeuten. Am nächsten Tage erreichte die Expe- 
dition Tatanien, wo die ersten handelnden Balileute 
angetroffen wurden. In Tatanien wurde am 
30. Juni ein Ruhetag gehalten. 
Der Marsch am 1. Juli, der bis Kumbane führen 
sollte, mußte leider frühzeitig unterbrochen werden. 
Die in Tatanien engagirten 25 Träger, die für den 
Weg bis Kumbane im Voraus bezahlt waren, warfen 
in dem Dorfe Ekokoboma plötzlich die sämmtlichen 
Lasten weg und liefen mit lautem Geschrei in den 
Busch. An ein Weiterkommen ohne Träger war nicht 
zu denken, da ein großer Theil der Duallaträger 
fußkrank war und höchstens 15 Mann derselben ganze 
Lasten zu tragen vermochten. Nachdem vergebens 
versucht war, die Leute durch den Dolmetscher zurück- 
rufen zu lassen, auch die ganze Bevölkerung von 
Ekokoboma davongelaufen war, so beauftragte ich 
Lieutenant v. Arnim, mit 20 Mann nach Tatanien 
zurückzugehen und die Träger zurückzuholen oder aber 
den Häuptling, der ein größeres Geschenk bekommen 
hatte, zur Rechenschaft zu ziehen. Den Stationsleiter 
Romberg schickte ich, während ich selbst mit zehn 
Soldaten und den fußkranken Trägern in Ekokoboma 
blieb, mit einem Theil der Lasten und Träger zum 
nächsten Dorfe Bona weiter, mit dem Auftrag, wo- 
möglich dort Träger anzuwerben. Romberg fand 
auch dieses Dorf verlassen, schickte jedoch die meisten 
Träger noch einmal zurück, so daß am Abend, nach- 
dem auch Lieutenant v. Arnim wieder bei mir ein- 
getroffen war, die ganze Expedition in Bona wieder 
zusammentraf. 
Der Weitermarsch nach Johann Albrechts-Höh 
führte über die Dörfer Kumbane, Bakundu-ba-Konje 
(am 2. Juli), Mbolo, Baduma, Ekiliwindi (3. Juli 
nach Kumba, wo am 4. Juli mittags 1 Uhr Lager 
geschlagen wurde. In Mbolo und Ekiliwindi be- 
sinden sich Faktoreien der Deutsch-Westafrikanischen 
Handelsgesellschaft und der Ambas Bay Trading Co, 
welche mit Weißen besetzt sind. Die Faktoreien sind 
merkwürdigerweise nicht von Kamerun und Victoria 
aus, sondern von Rio del Rey aus gegründet, auch 
werden die Produkte auf dem weiten Weg iber 
Kumba--Bajt nach dem Meme und von da nach dem 
Rio del Rey gebracht, obgleich von Mbolo aus in 
2 /, von Ekiliwindi aus in einem Tage der Mungo 
bei Mundame zu erreichen ist.
        <pb n="697" />
        Da gegen die Dörfer Bakundu-ba-Kake und 
Ekumbe schwere Anschuldigungen wegen Erpressungen 
der dort noch im Vollbesitz ihres Einflusses und ihrer 
Macht befindlichen Fetischpriester erhoben wurden, 
so ließ ich die Gefangenen mit acht Soldaten in 
Johann Albrechts-Höh mit der Weisung zurück, die- 
selben mit dem in den nächsten Tagen in Mundame 
eintreffenden Motorboot auf dem Mungo nach Kame- 
run zu schicken, während das Gros der Expedition 
am 6. Juli den Marsch nach dem Recardsee antrat. 
In Bakundu-ba-Kake, wo der alte Häuptling von 
seinen Unterthanen geschlachtet und aufgegessen sein 
sollte, wurde zunächst Halt gemacht. Em Beweis 
für die Schuld der Einwohner konnte indeß nicht 
erbracht werden, die Leute behaupteten einstimmig, 
der Häuptling sei eines natürlichen Todes an Alters- 
schwäche gestorben und zeigten sein Grab. Von 
einer Bestrofung des Dorfes wurde deshalb Abstand 
genommen. Dagegen ließ ich den Häuptling von 
Ekombe, den letzten großen Fetischmann in der Um- 
gebung von Johann Albrechts-Höh, gefangen nehmen, 
weil er sich weigerte, den Fetischbund in seinem 
Dorfe zu unterdrücken und seine Fetischbilder heraus- 
zugeben. 
Auf dem Weitermarsch trennte sich in Marombäá 
der Stationsleiter Romberg, der sich auf der ganzen 
Tour als trefflicher Expeditionsmeister bewährt hat, 
von der Expedition, um über Bonge nach seiner 
Stotion Rio del Rey zurückzukehren. 
Am 7. Juli wurde dem malerisch auf einer Insel 
im Ricardsee gelegenen Dorf Balombe ein Besuch 
abgestattet und dann auf dem schon von Dr. Zint- 
graff begangenen Wege über Bakundu= ba-Foe, 
Bomba, Mesambe, Diewo, Bawea (Boffia), Bawenka, 
Massimo und Lisoka nach Buga marschirt. Bei dem 
Dorfe Bombe befindet sich eine weite Grasfläche, auf 
der eine große Anzahl hoher Fächerpalmen steht, 
ein eigenartiger Anblick in der sonst mit dichtem 
Busch bestandenen Waldgegend. 
Das Dorf Bawea (auch Baffia, Bakwenka) ist 
die erste Bakwiriniederlassung, welche wir antrafen, 
nachdem seit Tatanien der Weg nur durch die Dörfer 
des großen Bakundustammes geführt hatte. Kurz 
vor Bawea zeigt das Land auch insofern einen an- 
deren Charakter, als auf einmal, und zwar bis Li- 
soka, kein einziger Bach mehr zu finden ist, während 
vorher gerade das Ueberschreiten der vielen wasser- 
reichen Gebirgsbäche manchen unwillkommenen Auf- 
enthalt gebracht hatte. Von Buga aus wurde über 
Victoria am 13. Juli mit „Nachtigal“ Kamerun 
erreicht. 
Obgleich das Wetter verhältnißmäßig ungünstig 
gewesen war — hatte es doch die meiste Zeit recht 
stark geregnet —, war der Gesundheitszustand der 
Exvedition mit Ausnahme der vielen Fußerkrankungen 
der Träger und einiger Fälle von Rheumatismus 
bei den Soldaten ein guter gewesen. Ernstere Er- 
krankungen kamen nicht vor. Fasse ich das Ergebniß 
  
651 — 
der Reise nach den verschiedenen Richtungen hin zu- 
sammen, so kann ich zunächst betonen, daß die Be- 
schwerden der Calabarhändler gegen die Station 
Rio del Rey und den Zollposten in Okobo sich als 
gänzlich unbegründet erwiesen. Im Gegentheil nimmt 
der Schmuggel, der seit Jahren von Old-Calabar 
aus auf verschiedenen Wegen in unser Schutzgebiet 
betrieben wird, nach wie vor seinen Fortgang. Soll 
ihm mit Erfolg gesteuert und der Handel des nörd- 
lichen Schutzgebietes nach den deutschen Küstenplätzen 
gelenkt werden, so ist die Errichtung einer weiteren 
Zollstation an den Croßfällen geboten. 
Für den Handel im Norden des Schutzgebietes 
wird für die nächste Zeit zweifellos den wichtigsten 
Artikel Gummi abgeben, das theils von Kautschuk- 
bäumen, theils von der Gummiliane (letzteres beson- 
ders in Ngolo) gewonnen wird. Dabei ist die Art 
der Ausbeutung des Kautschukbaumes der schlimmste 
Raubbau: die Bäume werden einfach gesällt und 
damit jeder fernere Ertrag unmöglich gemacht. Wei- 
terhin kann auch die Kolanuß für die Ausfuhr von 
Bedeutung werden. Nachdem ich dem Keiserlichen 
Gouvernement in Togo bereits Proben der um Yaunde 
vorkommenden Kolanuß übersandt habe, die übrigens 
nicht der von den Haussas gesuchten Art angehören 
soll, habe ich den Stationsleiter im Rio del Rey 
beauftragt, eine Probe der im Hinterlande der Station 
vorkommenden Kolanuß, die von den Soldaten als 
die echte bezeichnet wurde, dem Gouvernement Togo 
zu übersenden. 
Ob der Elfenbeinexport im Rio del Rey einer 
bedeutenden Steigerung fähig sei, muß ich nach den 
gemachten Erfahrungen bezweifeln. 
Auch für Anwerbung von Arbeitern für die 
Plantagen an der Küste wird das Gebiet der Rombi- 
berge sammt den umliegenden Landschaften wenigstens 
für die nächste Zeit keine große Bedeutung gewinnen. 
Die Dörfer sind, besonders im Batanga-, Bakong- 
und oberen Bakundulande, meist klein und stunden- 
ja tageweit voneinander entsernt, so daß das ganze 
Land nur als spärlich bevölkert bezeichnet werden 
kann und Arbeiteranwerbungen in größerem Umfange, 
ganz abgesehen von der ablehnenden Haltung einzelner 
Stämme, wie der Ngolos, ausgeschlossen sind. Eine 
dichtere Bevölkerung beginnt erst in der Nähe von 
Johann Albrechts Höh. In manchen Dörfern waren 
auch an den verlassenen Hütten die Folgen der Pocken 
wahrzunehmen, die im vergangenen Jahre den ganzen 
Norden unseres Schutzgebietes heimsuchten, jetzt aber 
überall verschwunden sind. 
  
Bericht des Premierlieutenants Dominik von der 
Station Vaünde. 
Einem Berichte des Premierlieutenants Dominik 
vom 10. Juli d. Is. entnehmen wir folgende Mit- 
theilungen über die Station Yaunde und einige Vor-
        <pb n="698" />
        gänge, die in engem Zusammenhange mit dem schon 
früher berichteten siegreichen Zuge gegen Ngila stehen: 
Die politische und wirthschaftliche Lage des 
Yaundegebietes ist die denkbar beste. Ruhe und 
Ordnung herrschen im Lande, das ausschließlich dem 
Handel lebt. Fast die ganze männliche Bevölkerung 
des Yaundelandes handelt für die hiesigen Faktoreien 
im Ntoni-, Mwelle-, Batschenga-, Bati= und Man- 
gidhagebiet, oft sechs bis acht Tage von der Station 
entfernt, dank der Achtung, deren die starke Station 
sich ringsum bei genannten Völkerstämmen erfreut, 
oder steht als Träger im Dienst der Regierung und 
Kaufmannschaft. 
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Station 
dem Wegebau, der Hauptweg im Gebiet der Station 
ist in gutem Zustand. Große Straßen sind von 
der Station zum Sanaga (Kule-Batschenga), nach 
Osten zu Dandugu Anschluß an die Sanagastraße 
bei Kule und Simekoa im Mwellegebiet — Anschluß 
an die Sanagastraße kurz vor Elandi —, nach 
Westen in der Richtung auf Ngutte bis mitten in 
das Mangidhagebiet hinein geschlagen. 
Die dem Häuptling Nna, den Bemiata= und 
Ntumleuten auferlegten Strafen sind bis auf die der 
Letzteren gezahlt. Die Ntumleute, ein sehr armes 
Bergvolk, werden, anstatt zwei Elfenbeinzähne zu 
zahlen, 30 Arbeiter stellen, welche ich nach Victoria 
gelangen lassen werde, da hier nach wie vor Arbeiter 
kaum noch zu haben sind. 
Als ich am 15. Juni das Balingagebiet betrat, 
fiel mir sofort die Unsicherheit sämmtlicher mit der 
Expedition in Verkehr tretenden Eingeborenen auf, 
namentlich wußte der Häuptling selbst kaum etwas 
zu sagen. Auffallend bestürzt aber war er, als er 
erfuhr, daß ich auch den Wutehäuptling Ngutte 
wieder aufsuchen wollte. Als ich an demselben Tage 
auf Watavé marschirte, sandte ich den kleinen Sohn 
Nguttes und zwei Haussas zu Ngutte, um diesen 
über mein Vorgehen gegen Watavé aufzuklären. Am 
19. Juni kamen meine Boten mit mehreren Großen 
Nguttes und dem Haussaältesten der dortigen Han- 
delsniederlassung im Lager der Expedition wieder an 
und meldeten, daß drei Haussahändler und drei Leute 
Aguttes, die im Mai in Yaunde gewesen waren und 
große Posten Elfenbein in den Faktoreien verkauft 
hatten, von dem Balingahäuptling, bis zu dem ich 
sie von sechs Soldaten hatte geleiten lassen, weil es 
die erste große Karawane Nguttes war, und ich den 
Mangissas an der Straße noch nicht recht traute, 
gefangen, all ihrer Habe beraubt, geschlachtet und 
verzehrt worden wären. Balinga war seit dem Ein- 
treffen der Ngutteleute unsichtbar. Durch einen 
Sklaven erfuhr ich sein Versteck, eine Insel im Mbam, 
und es gelang mir noch in derselben Nacht, seiner 
habhaft zu werden. Balinga war geständig, er und 
sein Bruder Edange hätten die Leute schlachten lassen, 
ein großes Volksfest veranstaltet, bei dem sämmtliche 
sechs Mann bis auf die Knochen verzehrt worden 
652 
  
wären. Dieser Fall von Kannibalismus ist um so 
auffallender, weil Balinga selbst, wie alle seine An- 
gehörigen, englisch spricht und durch den langen 
Verkehr mit der ehemaligen Station recht kultivirt 
erschien. Auf dem Schauplatz des grausigen Mahles 
ließen sich noch fast sämmliche Knochen der unglück- 
lichen Opfer, die weithin verstreut lagen, zusammen- 
finden, und die Haussas hielten eine große Begräbniß- 
feier ab, bei der ich Balinga sein Todesurtheil 
verkündete. Ich sandte ihn am 21. Juni mit zwölf 
Soldaten über Ndemwe zu Ngutte, damit dieser und 
die Haussas sähen, wie Händler, die unter dem 
Schutze der Regierung reisen, nicht ungestraft er- 
mordet werden dürften. 
Am 26. Juni traf ich in der Wutestadt Ndemwe 
die vorausgesandten zwölf Soldaten mit vielen 
Ngutteleuten wieder. Balinga war unterwegs von 
einem Soldaten erschossen worden, da er einen Flucht- 
versuch gemacht hatte; sein Kopf war zu Ngutte ge- 
bracht worden, der mich bat, nicht in seine Stadt zu 
kommen, da die ganze große Haussaniederlassung 
gedroht hatte, beim Eintreffen der Expedition sofort 
das Wutegebiet zu verlassen. Der Sultan von 
Tibati hätte sämmtlichen Haussas bei Todesstrafe 
verboten, mit den Deutschen in Verbindung zu treten, 
so daß jedem Haussa, der dennoch mit nach Süden 
ginge, die Heimkehr zu Lande über Tibatt verschlossen 
sei. So marschirte ich am 28. Juni ab, ordnete die 
Balinga-Angelegenheit und traf am 8. Juli wieder 
in Yaünde ein. 
  
Diebzucht in Ramerun. 
Mit dem Dampfer am 11. September wurden 
zwei Bullen und acht Kühe Allgäuer Schlages nach 
Kamerun verschifft, um dort am Gebirge in Busa 
eine Vieh= und milchwirthschaftliche Station zu be- 
gründen. Zur Wartung der Thiere sind zwei 
Schweizer mit ausgefahren, und Grassämereien sowie 
Kraftfuttermittel sind zur Sicherung des Viehstandes 
mit nach Kamerun ausgesandt. Hoffentlich gelingt 
der Versuch, welcher für die ganze Kolonie von der 
höchsten Bedeutung ist. (Tropenpflanzer.) 
Trauerfeier. 
Auf die am 2. August in Kamerun eingetroffene 
amtliche Nachricht vom Tode des Reichskanzlers 
Fürsten v. Bismarck wurde von S. M. S. „Habicht“ 
ein Trauersalut gefeuert, und die Regierungsgebäude 
und alle im Hafen liegenden Schiffe flaggten holl- 
mast. Am folgenden Sonntag fand auf Anordnung 
des Kaiserlichen Gouvernements in der Kapelle der 
Baseler Mission eine Trauerfeier statt.
        <pb n="699" />
        Togo. 
Grenzbereifung. 
Die mit Festlegung der Grenze zwischen Togo 
und Dahomey beauftragte deutsch-französische Kom- 
mission hatte Anfang August d. Is. ihre Arbeiten 
an der Küste und dem Monuflusse bis zum siebenten 
Breitengrade vollendet und hoffte bis Ende jenes 
Monats den achten Grad zu erreichen. 
– 
Deutsch-SZüdwelkafrika. 
Gesundheits zustand. 
Ueber den allgemeinen Gesundheitszustand in 
Deutsch-Südwestafrika während der Monate Juni 
und Juli berichtet Oberstabsarzt Dr. Lübbert aus 
Windhoek unter dem 3. August, daß sich derselbe 
entschieden gebessert hat. Zwar steht noch immer 
im Vordergrunde die Malaria, welche bei ihrer bös- 
artigen Form zu Anfang des Jahres viele Opfer 
gefordert hat, aber der Verlauf der jetzt vorkommen- 
den Erkrankungen ist ein milderer, und handelt es 
sich vorwiegend um ein Wiederaufleben der Krankheit 
bei solchen, welche durch frühere Anfälle in ihrem 
Gesundheitszustande heruntergekommen waren. Unter- 
stützend für diese Erscheinung dürfte vor Allem wirken, 
daß die Bevölkerung nunmehr gelernt hat, Rücksicht 
zu nehmen auf ihren Gesundheitszustand und über- 
zeugt ist, daß man sich in einem afrikanischen Klima 
nicht so ungestraft Verstöße gegen allgemeine Gesund- 
heitsregeln gestatten darf, wie daheim, wo sanitäre 
Einrichtungen als ein Denkmal höchster Kultur alle 
Infektionskrankheiten möglichst in Schach halten, daß 
vielmehr auch hier in Deutsch-Südwestafrika dieselben 
Gesichtspunkte für die Lebensführung maßgebend sein 
müssen wie in jeder anderen Tropenkolonie. Diese 
Forderung stellt sich mehr und mehr dringend, je 
öster mit der Zunahme der weißen Bevölkerung sich 
ein gegentheiliges Verhalten bestraft und in seinen 
üblen Folgen bekannt wird. 
E. dürfte nicht unangebracht erscheinen, um die 
in Deutschland umlaufenden Gerüchte in die gehörigen 
Schranken zu weisen, erneut darauf aufmerksam zu 
machen, daß die Sorglosigkeit der Weißen wesentlich 
dazu beigetragen hat, die Krankheitserscheinungen zu 
verschärfen. Anstrengende Arbeit ohne Schutz vor 
den Unbilden der Witterung bei mangelhafter Er- 
nährung, wie sie namentlich zur Zeit der Rinderpest 
geleistet worden ist, hat sich in ihren Folgen um so 
verhängnißvoller gezeigt, je mehr mit der Zunahme 
der Erkrankung im ganzen Land sich das Mißver- 
hältniß der räumlichen Ausdehnung des Arbeits- 
gebietes zur geringen Anzahl der Aerzte und den 
unzureichenden sanitären Einrichtungen bemerkbar 
machte. Wird aber nach den Intentionen des Karser- 
lichen Gouvernements durch Anlage von Lazarethen 
eine geregelte Krankenpflege ermöglicht und durch 
allgemeine sanitäre Maßnahmen sowie Belehrung der 
  
653 
  
Ansiedler krankmachenden Einflüssen wirksam entgegen- 
getreten, so wird es dem Sanitätsdienst mit Sicher- 
heit gelingen, die Ansiedlung gegen ihren gefährlichsten 
Feind, die Malaria, wirksam zu schützen, auch wenn 
zeitweilig ungünstige klimatologische Verhältnisse dem 
Auftreten schwerer Krankheitsformen günstig sind. 
  
Dem Jahresbericht der Deutschen Rolonialgesellschaft 
für Lüdwestafrika für 1897/98 
entnehmen wir Folgendes: 
In dem abgelaufenen Geschäftsjahre hat die Ge- 
sellschaft einen schweren Verlust durch den Tod von 
zwei Männern erlitten, welche dem Verwaltungsrath 
seit dessen Bestehen angehört und an den Arbeiten 
desselben immer mit regem Interesse theilgenommen 
hatten: am 23. August 1897 starb in Slawenzzitz 
Fürst Hugo zu Hohenlohe-Oehringen, Herzog 
von Ujest, und am 31. Dezember 1897 folgte ihm 
sein Schwiegersohn, Graf Fred v. Frankenberg 
und Ludwigsdorff auf Tillowitz, im Tode nach. 
Zum Vorsitzenden des Verwaltungsraths ist an Stelle 
des Herzogs von Ujest der bisherige erste stellver- 
tretende Vorsitzende, Dr. jur. Hammacher, erwählt 
worden. Zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden 
wurde der bisherige zweite Stellvertreter, Geheimer 
Regierungsrath a. D. Simon, zum zweiten Stell- 
vertreter Senator Teichen ernannt. Als neues 
Mitglied ist der Konsul a. D. E. Vohsen in den 
Verwaltungsrath durch Zuwahl für den Rest der 
laufenden Amtsperiode eingetreten. « 
Die im vorigen Geschäftsberichte ausgesprochene 
Hoffnung, daß es gelingen werde, einen beträchtlichen 
Theil des Rindviehbestandes durch die ausgeführten 
Impfungen vor der Rinderpest zu retten, ist in Er- 
füllung gegangen. Die eigenen Verluste der Gesell- 
schaft sind gering gewesen. Von 160 Stück Rindvieh 
in Spitzkoppjes sind nur 13 Stück eingegangen. Von 
34 Zugochsen, welche in Otyimbingwe waren, gingen 
drei verloren. Ihren vollen Werth für den Verkehr 
des Schutzgebietes wird die im Verfolg der Rinderpest 
in Angriff genommene Bahn von Swakopmund nach 
dem Innern nach ihrer demnächstigen Vollendung erst 
dann gewinnen, wenn an die Stelle des jetzt noch 
stattfindenden Betriebes mit Thierkraft der Betrieb 
mit Dampfkraft eingeführt und wenn ferner die 
Hafenanlage in Swakopmund verbessert wird. Es 
liegt die Gefahr nahe, daß der Aufschwung, welchen 
Swakopmund gegenüber der englischen Walfischbai 
gewonnen hat, trotz des deutschen Eisenbahnbaues, 
wieder verloren geht und der Schiffsverkehr sich voll- 
ständig oder doch zum größten Theil wieder der 
Walfischbai zuwendet, wenn nicht neben dem Bahnbau 
rechtzeitig für eine Einrichtung gesorgt wird, welche 
das Heranziehen von Krunegern für das ohne Hafen- 
anlage sehr beschwerliche Landen von Gütern unnöthig 
macht. Bekanntlich hat der Reichstag in seiner letzten 
Session 250 000 Mark „zur Vervollständigung der
        <pb n="700" />
        — 654 — 
Vorarbeiten und zur Inangriffnahme des Baues 
einer Hafenanlage in Swakopmund“ bewilligt. Längs 
der Eisenbahn soll eine Telegraphenleitung von 
Swakopmund nach dem Innern geführt werden. 
Sehr zu wünschen sei, daß demnächst auch von Wind- 
hoek aus nach dem Süden eine Telegraphenlinie zu 
Stande kommt, damit nicht nur der Sitz des Gou- 
verneurs mit den südlichen Stationen verbunden, 
sondern auch durch Verlängerung der Linie über den 
Orangefluß der Anschluß an das Telegraphennetz der 
Kapkolonie bezw. das atlantische Kabel erreicht und 
damit ein durchgehender telegraphischer Verkehr 
zwischen Kolonie und Mutterland ermöglicht wird. 
Trotz des eine Zeit lang herrschenden schlechten 
Gesundheitszustandes und trotz der durch die Rinder- 
pest verursachten Verkehrsstockung hat sich die Thätig- 
keit der Zweigniederlassung Swakopmund auch im 
abgelaufenen Geschäftsjahre befriedigend entwickelt. 
Em durch die Beamten der Gesellschaft ausgearbei- 
teter Bebauungsplan für Swakopmund erhielt die 
Genehmigung der Regierung. Bei dem Fortschreiten 
der Bauthätigkeit in Swakopmund sowie auch an 
anderen Plätzen des Schutzgebletes, und da die Wohn- 
häuser meistens aus Holzbauten bestehen, ist die Ver- 
sicherung gegen Brandschaden von großer Wichtigkeit. 
Die Hanseatische Feuerversicherungs-Gesellschaft in 
Hamburg, deren Vertretung in Deutsch-Südwestafrika 
von der Kolonialgesellschaft übernommen ist, hat be- 
reits durch deren Vermittelung eine Reihe von Ver- 
trägen mit Hauseigenthümern im Schutzgebiete abge- 
schlossen, und als im März d. Is. das Gasthaus zur 
Stadt Hamburg in Swakopmund gänzlich durch Feuer 
vernichtet war, ist der Schaden durch die genannte 
Gesellschaft ersetzt worden. 
In Lüderitzbucht arbeitet der schon im vorigen 
Geschäfstsbericht erwähnte Dampfkondenser in voll- 
kommen zufriedenstellender Weise. Er kann in der 
Stunde 150 bis 200 Liter Trinkwasser liefern. Zwei 
Bassins, welche zusammen 75 000 Lilter fassen, sind 
in seiner Nähe hergestellt. Hierdurch ist dem großen 
Uebelstand abgeholfen, welcher für den Frachtverkehr 
zwischen Lüderitzbucht und dem Innern bisher daraus 
entsprang, daß es an der genügenden Menge Wasser 
zum Tränken der Zugochsen fehlte. Auch die Lan- 
dungsvorrichtungen in Lüderitzbucht bewähren sich. 
Dazu hat die South African Territories Limited 
bekanntlich im Dezember v. Is. die Erklärung ab- 
gegeben, daß sie zum Bau einer Bahn von Lüderitz- 
bucht nach Aus entschlossen sei. Nach den Bestimmungen 
des betreffenden Vertrages muß mit dem Bahnban 
spätestens binnen drei Jahren vom 10. Januar 1898 
an begonnen werden und der Betrieb nach Ablauf 
von weiteren zwei Jahren mindestens bis Aus oder 
Kubub eröffnet sein, widrigenfalls der Vertrag erlischt. 
„Unsererseits kann nur dringend gewünscht werden, 
daß es der South African Territories gelmmgen möge, 
ihren Verpflichtungen rechtzeitig nachzukommen, weil 
andererseits die Hoffnung auf eine wesentliche Ver- 
besserung der Verbindung zwischen Lüderitzbucht und 
  
dem Innern unter den hier vorliegenden besonders 
schwierigen Verhältnissen auf unabsehbare Zeit gänz- 
lich zerstört wäre.“ 
Mit der Zunahme der weißen Bevölkerung des 
Schutzgebietes hat sich die Unternehmungslust in 
neuerer Zeit wieder mehr dem Bergbau zugewandt. 
Verschiedene Gesuche um die Ertheilung der Schürf- 
erlaubniß sind erfüllt worden. Für den Schürsschein 
ist eine mäßige Gebühr zu entrichten. Dem Inhaber 
wird für den Fall, daß er einen Fund macht, das 
Recht auf Abbau eines Feldes von bestimmter Größe 
gewährt, ohne daß er dafür Gebühren oder Abgaben 
irgend welcher Art an die Gesellschaft zu entrichten 
braucht. Außer diesem Felde kann sich der Finder 
noch neun weitere Felder von gleicher Größe im Zu- 
sammenhange mit der Fundstelle auswählen, für deren 
Abbau er gewisse Abgaben zu zahlen hat. 
–— – 
  
Rus dem PBereiche der Wisstonen und 
der Ankisklavrrei-Bewegung. 
Dem 83. Jahresbericht der Baseler Missions- 
gesellschaft (für 1897) entnehmen wir Folgendes: 
In Kameruns) hatten wir den Tod eines 
wackeren Bruders, D. Hermann, zu beklagen, der 
den Anfang auf der neuen Station Edie hätte 
machen sollen. Dazu kamen schwere Krankheits- 
stürme über manche unserer Brüder und Schwestern. 
Dabei aber dürfen wir uns über einen schönen Fort- 
gang der Mission freuen. Derselbe stellt sich nicht 
nur dar in den über 400 Heidentaufen, durch welche 
sich die Zahl unserer Christen fast um ein Drittel 
vermehrt hat, sondern auch in einer Reihe von 
Siegen über den Götendienst. In zwölf Orten des 
Stationsgebietes Bombo lieferten die Leute die 
Götzen und den ganzen zur Ausübung des Götzen- 
dienstes dienenden Kram aus und gestatteten, daß 
Alles dem Feuer übergeben würde, soweit es nicht 
als Siegestrophäe nach Basel geschickt wurde. Auch 
an mehreren Orten des Abolaondes geschah die Aus- 
lieferung des Götzenkrams unter großer Erregung 
der Bevölkerung. Mit solchen rasch und unter 
Ausnützung günstiger Umstände errungenen Siegen 
ist freilich das Heidenthum nicht überwunden. In 
dieser Beziehung hat man in Lobethal schmerzliche 
Erfahrungen gemacht. Dort waren schon vor Jahren 
heidnische Gebräuche abgestellt worden. Jetzt wird 
von einem Wiederaufblühen des Fetischdienstes be- 
richtet, besonders durch erschreckliche Zunahme der 
sogenannten Nyandos, das sind Tänze von Weibern. 
—— . 
*) Personalveränderungen: Gestorben ist Br. Her- 
mann. Heimgekehrt sind Geschw. Scholten, Br. N. Lauf- 
fer, Walker, Basedow, Frau Stolz. Ausgesandt 
Geschw. Dietrich (früher auf der Goldoküstel, Keller 
(Br. Kekler hat sich wieder verheirathet mit Frl. Lydia 
Schnetzer), Schuler (wieder verheirathet mit Frl. Klara 
Riehm), Stolz und die Brüder Lorch, Schwarz, 
Schmid, Maier, Gutekunst.
        <pb n="701" />
        Die Hauptaufgabe der Mission in den nächsten 
Jahren muß die innere Bertiefung sein, vor Allem 
durch reifliche Unterweisung im Worte Gottes, dann 
aber auch durch Hebung des Schulwesens, Heran- 
ziehung gründlich gebildeter eingeborener Mitarbeiter, 
Erziehung auch des weiblichen Geschlechts. Bei der 
Bevölkerung ist viel Verlangen nach Schulen; 
die Kostschulen in Lobethal und Bonaberi gedeihen, 
und über die Schüler beider erhalten wir günstige 
Berichte. Lobethal hat eine schöne Kakaopflanzung 
mit 3000 Bäumen und durfte eine Erstlingsernte 
von 130 Pfund Kakaobohnen einsammeln. In Bo- 
naberi ist im Anschluß an die Mittelschule ein kleines 
Seminar für künftige Missionsgehülfen eingerichtet 
worden, in dem eine eingehendere Unterweisung, als 
sie in der Mittelschule möglich war, gegeben werden 
soll. Der im Dienst stehenden Gehülfen nahmen sich 
unsere Brüder durch Fortbildungsunterricht an. Die 
dritte Erziehungsanstalt in Buea ist noch klein. Zur 
Heranbildung von Handwerkern wirkt unsere 
Schreinerei in Bonaku mit 10 Lehrlingen, die den 
verschiedenen Stationsgebieten angehören. 
Es mögen noch einige Mittheilungen über ein- 
zelne Stationsgebiete solgen. Im Gebiet von Man- 
gamba verdanken wir dem Eifer des Christen Simeon 
Ebele von Susa einen schönen Anfang in drei 
Dörfern von Susa. Gottesdienst und Schule 
werden dort eifrig besucht. Durch Vermittelung der 
Missionen und des Lehrers Koto konnten Streitig- 
keiten zwischen einigen Ortschaften wenigstens theil- 
weise beigelegt und 19 widerrechtlich weggefangene 
Weiber, dazu einige Kinder, befreit werden. Diese 
Vermittelungsversuche wurden im Eirnverständ- 
niß mit dem Herrn Kanzler gemacht. Die 
Außenstationen haben sich im Aboland vermehrt. 
Das freiwillige Missionswerk der vereinigten Abo- 
gemeinden gedeiht. Von den durch sie eingerichteten 
Außenstationen Mpobo und Nkan konnten einige Leute 
bei Einweihung der Kapelle in Mpobo getauft 
werden. Die Gemeinden haben über 1000 Mk. zu- 
sammengebracht, von denen sie drei Lehrer besolden, 
dagegen geht es in Bodiman und im Wurigebiet 
nicht voran; manche Gemeinden kommen zurück, 
manche verschwinden. Der leidige Handel, heißt es 
mit Beziehung auf sie, besonders der Schnaps ver- 
dirbt Alles. Die im Bau begriffene Station Bombe 
am Mungo zählt schon 130 Gemeindeglieder und 
9 Außenstationen und eine große Schaar Tauf- 
bewerber. Sie hat besonders unter den ackerbau- 
treibenden Balong ein empfängliches Arbeitsfeld. 
Die Arbeit in Viktoria entwickelt sich langsam, 
doch konnten einige junge Leute getauft werden, 
darunter ein Erstling aus dem Stamme der Balundas. 
Während es in Boana betrübt steht, haben sich die 
Außenstationen Bwenga und Bonabile gehoben. 
Im Stationsgebiet Buea unter den Bakwiri des 
Gebirges ist an einigen Orten der Wunsch nach 
einem Lehrer erwacht und die Bereitwilligkeit, am 
Bau einer Kapelle mitzuhelfen. 
655 
  
Die neue Station Edie, auf der Jürshöhe an 
den Wasserfällen des Sannaga prachtvoll gelegen, 
hat gleich zu Anfang 10 Außenstationen bekommen, 
die noch von Lobethal aus gegründet wurden. Ihr 
Arbeitsgebiet umfaßt die Stämme der Edie, der 
Ndokok, der Mangala, der Yabi und der Ndogo- 
besol. Der letztgenannte sei der bedeutendste. Durch 
einen friedlichen Charakter zeichnen sich die Yabi aus, 
unter denen auch die Weiber einen besseren Eindruck 
machen und die sich durch größere Ordnung und 
Reinlichkeit empfehlen. Der von der Regierung ver- 
botene Götzendienst des Mungi, der manches Menschen- 
opfer fordert, steht noch in Blüthe. Die Wahrsager 
und Zauberer üben noch ihre Tyrannei unein- 
geschränkt, und ihr Spruch entscheidet manchmal 
über Leben und Tod eines Menschen. Christen 
giebt es in diesem Stationsgebiet noch wenig, aber 
eine ziemliche Zahl Schüler und einige Taufbewerber, 
lauter junge Leute. Mitunter kommen von ent- 
fernten Orten Bitten um Lehrer. - 
Was endlich noch die am tiefsten ins Innere 
eingeschobene, gleich Bombe erst im Bau begriffene 
Station Nyasoso im Rkosiland betrifft, so bietet sie 
ein von dem aller anderen Stationen verschiedenes 
Arbeitsfeld dar. Die von der Küste ausgehende 
Kulturbewegung ist noch nicht dorthin gekommen sie 
beginnt erst seit der Niederlassung der Mission dort- 
hin zu dringen. Dazu befindet man sich dort in 
einem Sprachgebiet, auf dem mit Duala nicht viel 
auszurichten ist. Mission und Kultur sind dort 
noch etwas ganz Neues. Deswegen schreitet die 
Arbeit noch langsam voran. Die Kraft der 
Missionare ist noch sehr durch das Bauen und durch 
Erlernung der RNkosisprache in Anspruch genommen. 
Die Missionare leiden unter den Diebereien der 
Wilden, welche die Missionare möglichst auszunutzen 
suchen. Ausgedehnt konnte die Mission noch nicht 
werden. Die Stadt Sundam hat sich ihr aus Eifer- 
sucht auf Nyasso verschlossen. 
Es mögen noch die Mittheilungen der Gesell- 
schaft über ihre bekanntlich von der englischen Gold- 
küste aus geleitete Mission im hinteren Togoland 
folgen: 
Blicken wir auf das Land jenseits des Volta 
mit der Hauptstation Anum, das in weiter Aus- 
dehnung von Akwamu im Süden bis nach Kratschi 
einerseits und Ketschenke in Adele andererseits im 
Bereich unserer Mission liegt, so ist bier der 
wachsende Einfluß des Christenthums unverkennbar. 
Weist doch das Voltagebiet 178 Heidentaufen auf. 
In Kpando im deutschen Gebiet wirkt der in einem 
früheren Jahresbericht (1896) schon erwähnte wackere 
Aelteste Georg Amuna mit seinem Herzen voll 
Liebe für seine Volksgenossen in Segen. Auch in 
der nördlichen Landschaft Boem, wo Br. Clerk von 
Worawora aus arbeitet, zeigen sich kräftigere Wir- 
kungen des Christenthums. Br. Clerk schreibt: 
Das Volk ist vom Worte Gottes erfaßt; der Glaube 
an die Fetischpriester wankt, die Fetischtänze werden
        <pb n="702" />
        immer seltener, Kinder von Fetischpriesterinnen 
werden mit Zustimmung der Eltern r Es 
hat ein Unmschwung beim Volke stattgefunden, seit 
das Christenthum eingedrungen ist; auch die Kultur 
bricht sich Bahn, und die Leute fangen an, sich ihrer 
Nacktheit zu schämen. Die Zahl der Christen in 
Boem ist von 84 auf 145 gewachsen; dazu kommen 
88 Taufbewerber. Dagegen haben sich die Hoff- 
nungen, die an das am weitesten vorgeschobene 
Ketschenke in Adele geknüpft wurden, nicht erfüllt, 
und wir werden diesen Punkt, wenigstens als Sitz 
eines europäischen Missionars, aufgeben müssen. 
——. — 
Aus fremden Molonien. 
Dem Jahresbericht des Niger Coast Pprotektorats 
für das Jahr 1890/7 
entnehmen wir Folgendes: 
1. Handel und Verkehr. 
Was den Handel in dem Schutzgebiete anlangt, 
so wird der allgemein verbreiteten Annahme ent- 
gegengetreten, daß nur Tauschhandel getrieben werde; 
diese Art des Verkehrs ist nur zwischen den euro- 
päischen Kaufleuten und den Vermittlern üblich. 
In Alt-Calabar gilt Messing= und Kupferdraht 
als Zahlungsmittel. 
In Kwo Ibo, Opobo, Bonny und Neu-Calabar 
zahlen die Eingeborenen im Verkehr untereinander 
mit Manilahanf. Zahlung in Geld findet zur Zeit 
nur wenig statt, nimmt aber zu; deren baldige Ein- 
führung in dem ganzen Schutzgebiet wird als wün- 
schenswerth bezeichnet. Ferner macht sich der Mangel 
an einheitlichem Maß und Gewicht sehr bemerkbar. 
Wechselgeschäfte sind zur Zeit nicht vorhanden, 
auch entbehrlich, werden aber nach der zwangsweisen 
Einführung der englischen Währung errichtet werden 
müssen. 
2. Zusammenstellung der Ein= und Ausfuhr 
für das Jahr 1896/97. 
Werth der verzollbaren Einfuhrartikel: 
  
s d 
Aus dem Vereinigten Königreich 84 003 8 0 
Aus anderen Länden 49 802 13 0 
Insgesammt 133 806 1 7 
Werth der eingeführten unverzollten 
Waaren: 
  
Aus dem Vereinigten Königreich 479 197 16 3 
Aus anderen Länden 42 884 0 6 
Insgesammt 522 081 16 9 
Gesammteinfuhr: 
Aus dem Vereinigten Königreich 563 294 4 3 
Aus anderen Ländern 92 686 14 1 
Insgesammt 655 977 18 4 
656 
  
Ausfuhr: e s d 
Nach dem Vereinigten Königreich 546 466 14 10 
Nach anderen Länden 239 138 10 5 
Insgesammt 785 605 5 5 
Die Einfuhr von steuerpflichtigen Waaren hat 
gegen das Vorjahr abgenommen. « 
DieDiffcrenzvon109027Letllättsichjedoch 
aus der Erhöhung des Zolles für Spirituosen im 
November 1895 und der damit verbundenen Mehr- 
einnahme aus den Zöllen zu jener Zeit. Dagegen 
hat die Einfuhr von unverzollbaren Waaren gegen das 
Vorjahr zugenommen. Die Mehreinnahme beträgt 
14 029 K, welche sich hauptsächlich auf Eisen-, Kurz-, 
Woll= und Töpferwaaren sowie auf Drogen und 
Medikamente erstreckt. 
Eine größere Mannigfaltigkeit der einzuführenden 
Gegenstände erscheint nothwendig. ' 
Der Export hat eine Mindereinnahme 
58 728 2 ergeben. 
von 
Eröffnung neuer Gebiete im Innern. 
Major Leonard und Mr. James schlossen mit 
einigen Arofamilien Freundschaft, mit deren Hülfe 
sie nach Bendi gelangten, ihre Aufnahme war jedoch 
infolge der Haltung einiger Aroführer keine sonder- 
lich freundliche. 
In den nächsten Jahren soll versucht werden, 
mit den sämmtlichen Arohäuptlingen in Verkehr zu 
treten, da die Aro den Handel auf dem rechten Ufer 
des Croß River von Itu und Eupon bis nach 
Aikpo sowie im Hinterlande von Opobo, Okika und 
Neu-Calabar beherrschen. Ferner wurde eine größere 
Expedition in das Kwaleland unternommen und 
freundschaftliche Beziehungen mit den Einwohnem 
angeknüpft. " 
Durch die Strafexpedition nach Benin ist ein 
Gebiet von mindestens 3000 Quadratmeilen unter 
englischen Schutz gestellt. „ 
Es wird eine zunehmende Entwickelung des 
Schutzgebietes erhofft. 
—. — — — · 
Bahnbau auf der Goldküste. 
Nachrichten von der Goldküste zufolge sind don 
verschiedene Ingenieure und Beamte im Sommer 
d. Is. eingetroffen, um den Bau einer Bahn von 
Sekondi nach Tarkwa in Angriff zu nehmen. 
Aus Dabomey. 
Durch Verfügung vom 11. August d. Is. u 
„Haut Dahomey“ eingetheilt worden in folgende 
Cercles: Gourma, Djougon-Kuande, Borgou und 
Moyen Niger. 
In Kuande ist im August ein Post= und Tele- 
graphenbüreau eröffnet worden.
        <pb n="703" />
        Dem „Journal officiel du Dahomey“ zufolge 
besteht die Truppenmacht im „Haut Dahomey“, dem 
Hinterland der Kolonie, aus einer Kompagnie Sene- 
galesen und zwei Kompagnien Eingeborener. 
Die Trägerlöhne in Dahomey sind durch eine 
Verfügung vom 31. Juli d. Is. in der Art geregelt 
worden, daß gezahlt wird: 
von Cotonon nach Ouidah 1.— Froes., 
Grand-Popo= Ague 1.— 
: Ouidah -Allada 1.— 
-Abomey Allada 1.— = 
*. Sagon * Zaguanado 0,25 = 
.= Zaguanado = Abomey 1.— 
= Zaguanado = Savalon 2,50 —- 
Abomey -Savalon 2„ 
.-Abomey -Allada 1.600 
Savalon Carnotville 3,50 
Von den Löhnen werden 10 PCt. für die An- 
werber einbehalten. Jeder Träger erhält für seinen 
Unterhalt täglich 0,15 Francs. 
Dandelsbericht von Ehinde für das Jahr 71397. 
Dem Handelsberichte des englischen Konsuls in 
Chinde für das Jahr 1897 entnehmen wir Folgendes: 
1. Handel und Verkehr. 
Der Ein= und Ausfuhrhandel des Hafens hat 
sich merklich gehoben. 
Im Lande selbst sind Hülfsquellen erschlossen, 
die für die Entwickelung des Landes selbst sowie für 
seine Handelsbeziehungen von größter Bedeutung sind. 
In erster Linie ist das Auffinden von aus- 
gedehnten und ergiebigen Kohlenfeldern am Oberlauf 
des Zambesi zu erwähnen. Insbesondere wird hieraus 
die Dampfschifffahrt auf dem Zambesi und Schire- 
sluß Vortheil ziehen. Bisher bestand die Feuerung 
auf den dort laufenden Dampfern mit Ausnahme 
auf den Königlichen Kanonenbooten, welche Preßkohlen 
verwandten, aus Holz. Die dort gefundene Kohle 
soll an Heizkraft und Aschgehalt der besten englischen 
gleichstehen, aber bedeutend billiger sein. Während 
der Preis bei der eingeführten englischen Kohle sich 
auf 55 bis 60 s, und bei der geringwerthigen aus 
Natal herrührenden auf 35 bis 40 s für die Tonne 
stellt, glaubt die Oceana Company, welche die Kohlen- 
selder erworben hat, die Tonne für 35 bis 40 s 
liefern zu können. Die genannte Company ist im 
Begriffe, am Zambesi und Schire Kohlenstationen 
für die Dampfer anzulegen, und zwar an jenem in 
Banga, Bandar, Nkwazi, Singal, Mutarara, Lace- 
donia, Vicente und Marameio, an diesem in Inhang- 
wengwe, Pinda, Ntumba und Chiromo. Aehnliche 
Stationen sollen später von dem oberen Flußlauf 
des Schire bis an das Südende des Nyassasees 
errichtet werden. «. 
Ein zweiter wichtiger Exportartikel, der in ab- 
sehbarer Zeit eine weit über die Grenzen des Landes 
reichende Bedeutung haben wird, ist der Zucker. 
Eine portugiesische Kompagnie hat mit dem Anbau 
657 
— 
desselben ausgezeichnete Resultate erzielt. Eine zweite 
Gesellschaft ist gegründet und wird voraussichtlich 
dieselben Erfolge haben, wie die erste. Das Thal 
des unteren Zambesi wird als außerordentlich geeignet 
für den Anbau von Zucker bezeichnet, das Land soll 
billig und ohne große Schwierigkeiten zu erwerben 
sein. 
In Chinde selbst wird der Handel fast vollständig 
von den indischen Kaufleuten, dort Banyan genannt, 
beherrscht; ihre Waaren sollen minderwerthig, der 
Preis hoch sein. 
Die Niederlassung von europäischen Kaufleuten, 
die gute und preiswerthe Waaren führen, wird im 
Interesse der Europäer und Eingeborenen als äußerst 
wünschenswerth bezeichnet. 
Die Güter, welche im Jahre 1897 das portu- 
giesische Zollhaus in Chinde passirt haben, läßt die 
folgende Tabelle erkennen: 
  
Import 
  
  
  
-„ Küstenhandel 
aus saus anderen Export 
Portugall Ländern Import Erport 
Neis Reis sgeis sReis Feis 
54 269 698.171 620 735/|72 161 735|228 806 246.443 257 026 
  
Insgesammt 970 115 436 Reis = 161 685 18 s 1 d 
vorletztes Jahr 38 642 802= -— 6273= 16= 0.= 
Zunahme 1897 931 472634 155 42 2= 1= 
2. Schifffahrt. 
Der Hafen von Chinde wird von der Aberdeen- 
Linie alle drei Wochen, von der deutschen Ostafrika- 
Linie alle 14 Tage angelaufen. Häufig treten be- 
deutende Verzögerungen ein, so daß ein häufigeres 
Anlaufen des Hafens empfohlen wird; vielleicht 
werden die Schiffe der Castle= oder Union-Linien 
die Fahrt nach Chinde aufnehmen. 
Die Zahl der Dampfer auf dem Zambesi und 
Schire ist vermehrt; insbesondere ist ein neuange- 
schaffter Doppelschraubendampfer dazu bestimmt, den 
Personenverkehr auf dem Nyassasee zu fördern. 
Der Berichterstatter glaubt, daß ein regelmäßiger 
Verkehr zwischen Chinde und Britisch-Centralafrika 
stattfinden werde, sobald erst die sämmtlichen neu 
eingestellten Dampfer in Thätigkeit sein werden. 
Aus der folgenden Tabelle läßt sich ersehen, wie- 
viel britische und fremde Schiffe im Jahre 1897 
Chinde angelaufen haben: 
  
  
  
  
  
  
  
Nationalität Segelschiffe Dampfschiffe Insgesammt 
An--Tonnen-An= Tonnen-An-Tonnen- 
zahl gehalt zahl] gehalt zahl! gehalt 
britishe —22 21 810 22 21 810 
britisch-indische 15600 — —26 1560 
deutsche — — 21194802110 
Insgesammt6 156043 31 29069 32 850 
Insgesammt für · 
das vorhergehende 
Jahs 30 171053 56246| 83 579656
        <pb n="704" />
        Aussuhr von Britisch · Aeu · Guinea.*) 
Die Verschiedenheit des englischen und deutschen 
Theiles Neu-Guineas spricht sich recht deutlich in 
den Ausfuhrartikeln aus. Folgende Zusammenstellung 
auf Grund der drei letzten dem Parlament von 
Queensland vorgelegten Jahresberichte zeigt die eigen- 
thümliche Entwickelung des Exports des englischen 
Schutzgebietes: 
1894/95 1895/6 1896/97 
Pfund Sterling 
  
Goldl K 2000 4735 25018 
Perlmuscheln. 3005 2371 6004 
Trepang —- 929 1016 
Kopora 2830 2748 3494 
Sandelhoz. — 4035 2323 
Kautschauk 27 609 3472 
Gesammtausfuhr 16 215 19 401 44 944 
Während 1888/89 der Gesammtwerth der Aus- 
fuhr erst 5943 4 betrug, hat die englische Kolonie 
in Bezug auf den Export jetzt schon Deutsch-Neu- 
Guinea sammt dem Bismarck-Archipel überholt. 
Wenn auch die Goldfunde, von denen übrigens an- 
geblich ein großer Theil nicht zur Deklaration ge- 
langt, vor Allem hierbei in Frage kommen, so ist 
doch auch eine Steigerung in der Kopraausfuhr be- 
merkbar, vor Allem aber scheint die Kautschukgewinnung 
stark zuzunehmen, und der Bericht bemerkt, daß der- 
selbe vielleicht in nicht zu ferner Zeit der Haupt- 
exportartikel werden könnte. 
Dem „Queensland Agricultural Journal“ zufolge 
stammt dieser Kautschuk hauptsächlich von dem öst- 
lichen Theil des englischen Schutzgebies, und zwar 
von einem Ficusbaum. Der Regierungssekretär 
Musgrave sandte Herbarmaterial und Samen 
dieses von den Eingeborenen „Maki“ genannten 
Baumes von dem Rigodistrikt, 30 bis 40 englische 
Meilen östlich von Port Moresby, nach Brisbane, 
wo der Kolonialbotaniker Bailey die Art als Ficus 
Rigo beschrieb. Nach der leider nur kurzen Be- 
schreibung scheint es eine der Ficus retusa nahe- 
stehende Art zu sein; es ist nicht unwahrscheinlich, 
daß diese Art auch in Deutsch-Neu-Guinea vorkommt, 
oder wenigstens, daß die dort im Walde sehr häufigen, 
damit nahe verwandten Ficusarten einen ebenso guten 
Kautschuk liefern. Wenn schon jetzt, im zweiten Jahre 
nach der Entdeckung, für 70 000 Mark Kautschuk 
exportirt wird, so sollte dies jedenfalls die Aufmerk- 
samkeit aller in Deutsch -Neu-Guinea interessirten 
Kreise auf sich ziehen und zu umfangreichen Versuchen 
mit dem dort disponiblen Material führen. 
*) Aus dem „Tropenpflanzer“ Nr. 10 1898. 
— ——“““"“ 
658 
  
Perschiedene Wittlreilungen. 
Organisatorische Bestimmungen für die Schutztruppen. 
Die Organisatorischen Bestimmungen für die 
Kaiserlichen Schutztruppen in Afrika (Schutztruppen- 
Ordnung) vom 25. Juli 1895 erscheinen im Verlage 
der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler 
und Sohn in Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, 
und kosten, bei unmittelbarer Bestellung aus den 
Schutztruppen, geheftet 85 Pfennig, gebunden 1 Mk. 
pro Exemplar. 
— — — 
Bcaersche Pflanzkette. 
Die Firma O. Krautmann in Erlbach (Bezirk 
Zwickau in Sachsen) hat eine Kette für Plantagen, 
Gärtnereien, Forste und dergleichen hergestellt, die 
unter dem Namen Beoersche Pflanzkette zu beziehen 
ist. Es wird ihr vom Erfinder eine besonders viel- 
seitige Verwendbarkeit und dabei einfache Hand- 
habung nachgerühmt. 
VVVVVVVVYVYYTYTVYVYPVVY VYVVTY 7' y 
Titteratur. 
Bernhard: Der Eisenbahnbau in Deutsch-Ostafrika 
mit besonderer Berücksichtigung des Baues der 
Linie Tanga—Muhesa. Berlin 1898. L. Simion. 
Der hier vorliegende stattliche, mit zahlreichen 
Abbildungen ausgestattete Band faßt eine Reihe von 
Aufsätzen zusammen, die der Verfasser seit Ende 1896 
in den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung 
des Gewerbefleißes veröffentlicht hat. Wenngleich be- 
kanntlich die erste und vor der Hand einzige in 
Deutsch-Ostafrika angelegte Eisenbahn, deren Ent- 
stehung und Bau hier eingehend vorgeführt werden, 
den darauf gesetzten Erwartungen bisher in keiner 
Weise entsprochen hat, bietet das Buch doch viel 
Lehrreiches und wird bei jedem späteren Bahnbau 
in deutschen Kolonien beachtet werden müssen. Der 
Verfasser hat bei seiner Arbeit auch die von den 
Engländern an der Mambas-Eisenbahn und die von 
Belgien bei der Kongobahn gemachten Erfahrungen 
berücksichtigt und war nach seiner eigenen Versiche- 
rung bemüht, die in jedem einzelnen Baustadium don 
deutscher Seite gemachten Fehler festzustellen und für 
die Zukunft die richtigen Wege zu weisen. Hoffent- 
lich wird das Werk dazu beitragen, daß in Zukunft 
bei einem neuen Bahnbau in Deutsch-Afrika die Ver- 
sehen und Irrthümer, welche bei der Tangabahn 
vorgekommen sein mögen, vermieden werden. 
  
Unter dem Titel „General Directory of 
German Machine Manufacturers“" giebt die Ver- 
lagshandlung Max Nößler in Bremen in etwa 
30 Bänden ein Verzeichniß der Erzeugnisse deutscher 
Maschinenfabrikanten für Exportzwecke in englischer 
! Sprache heraus.
        <pb n="705" />
        Veranlaßt durch den Erfolg der vor einigen 
Monaten erschienenen ersten Serie illustrirter Kolonial- 
postkarten hat das „Deutsche Kolonialhaus, Bruno 
Antelmann“, jetzt drei neue Reihen solcher Karten 
erscheinen lassen. Sie bieten sehr hübsche kolorirte 
Ansichten von Landschaften, Menschen, Thieren 2c. 
aus den verschiedenen Schutzgebieten. Die Zeich- 
nungen rühren von Th. v. Eckenbrecher und 
Kuhnert her. 
  
Titterakur -Perxeichniz. 
v. Blomberg, P. Dl.: 
Allerlei aus Südafrika. 
ca. 10 Bog. gr. 80. 
Mk. 2,—, geb. Mk. 2,80. 
C. Bertelsmann, Gütersloh. 
Dalton, D. Hermann: Reisebilder aus Indien. 
ca. 24 Bog. 80. Mk. 4,40, geb. Mk. 5 
C. Bertelsmann, Gütersloh. 
  
659 
  
Kolonisations-Gebiete im Süden der Argentinischen 
Republik. Zwei Theile. 80. 4 Mk. 2,50; in 1 Band 
gebunden Mk. 4,—. 
1. Alemann, M.: Die große Neuquen-Bahn als 
Erschließerin des Südens der Argentinischen Republik. 
Nach den neuesten Daten und eigener Anschauung 
bearbeitet. (IV, 91 S. mit 1 farbigen Karte.) 
2. Alemann, Th.: Ein Ausflug nach dem Chubut- 
Territorium. Allerlei über Land und Leute im 
Chubut. (80 S. mit 1 farbigen Karte.) 
Expedition des Argentinischen Wochenblattes 
in Buenos Aires. 
Därtens, Dr. P.: Süd-Amerika mit besonderer Be- 
rücksichtigung von Argentinien. Nach den neuesten 
amtlichen Quellen und auf Grund eigener Anschauung. 
Mit vielen Illustrationen und einer Karte in Farben- 
druck. 15 Bogen. 80. Mk. 4,—. 
Johannes Räde (Stuhrsche Buchhandlung), Berlin. 
Mayne-Reid, Kapitän: Im afrikanischen Busch. 
Jagden und Abenteuer. Für die Jugend bearbeitet 
von Heinrich Schwerdt. Mit 22 Illustrationen. 17 Bog. 
  
  
Dove, Dr. Karl: Vom Kap zum Nil. Reiseerinnerungen gr. 80. Geb. Mk. 3,50. 
aus Süd-, Ost= und Nordafrika. Mit 30 Illustrationen. Muthsche Verlagshandlung, Stuttgart. 
8°. 319 S. Mk. 5,—, geb. Mk. 6,50. 
Allgem. Verein für deutsche Litteratur, Berlin. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
Loanda 15/9. (Poststation: Kamerun.) 
ongkong.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. — 29/8. Jaluit. (Poststation: Hospostamt). 
S. M. S. „Condor“ 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 23/7. Manila 2/8. — Iloilo. — 27/8. Manila 29/8. — 3/9. Kiautschou. 
(Poststation: Hongkong.) . . 
S. M. S. „Falke“ 28/6. Matupi 29/6. — Karolinen-Inseln. — 1/9. Sydney 1/10. — Apia. (Post- 
station: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 29/8. Kamerun 19/9. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/8. Deutsch-Neu-Guinea. (Pofststation: 
S. M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar 17/9. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Wolf“ 11/7. Lüderitzbucht. — 31/8. Mossamedes 5/9. — 6/9. Basquella 11/9. — 12/9. 
  
——. 
—...... 
DPerkehrs-BMachrichten. 
In den Orten Wilhelmsthal und Songea (Deutsch-Ostafrika) werden Postanstalten errichtet. 
  
Postdampfschiffperbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 26. Oktober, Tanga 18—19 Tage am 24. Oktober, 4., 7., 
(deutsche Schiffe) 9., 23. Nov. 120abds.. Dar-zes-Sal. 19—20Tg 21. Nov., 2. Dez. 
1. Deutsch-Ostafrita. Brindisi am 6. Nov., 4. Dez. Sansibar 20 Tage 116 abds. 
(englische Schisses 100 abds. · 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
anzösische Schiffe) 40 ums. 10½ abds. 
2. Deutsch-Sü#westafrirg. Southampton am 22. Okt., 19. Nov. Lüderitzbucht 22 Tageem 21. Okt., 18. Nov. 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon Fengl-. Schiffe bis Kap 40 ums. Swakopmund 25 Tage 15 ums. 
—— und Ukamas sst dann deutscher 
nilich bis Kapstadt, ampfer „Leutwein“) # 
don dort weiter auf demnmburg am 25. jedes Monats Swakopmund 30 Tage am 25. jedes Monats 
tae) I— Lüderitzbucht 40 Tage 790 abds.
        <pb n="706" />
        vom · Ein- 
sGiffungehasen 
660 
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
— — — 
Auss biffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
–— — — — 
— . — 
Priefe. müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
3. Ramerun. 
4. Cogo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
1 
1 Liverp 
Lamburg 
(deutsche chiffe)y 
ool 
anid. Schiffe) 
ambur 
E Eaine 
Liverpool 
ani Schiffe) 
Marseille 
**0“ Schiffe) 
Bordeaux 3 
(jranzösische * 
  
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 26. Okt., 23. Nov. 
am 10. jedes Auts. nachts 
am 20.jedes Mts. 
am 19. Oktober, 
2., 16. November 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Nov., 10. Jan. 
110 oms. 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah 36 Tage 
von da ab vandesgei dung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
  
von da ab Landverdindung 
  
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 24. Okt., 21. Nov. 
15 Ums. 
am 10. und 20, iedes 
Monats 7290 abds. 
am 17., 31. Okt., 
14. Nov. 18 Ums. 
am 23. jedes Monats 
10% abds. 
am 8. Nov., 8. Jan. 
107’ abds. 
  
  
  
  
Nea 4#rn am 8 Okt., 14. Dez. Stephansort 45 Tage am 17., 21. Oktober, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. (deutsche e) abds. 12., 16. Dezember 
deutsch= Brindisi am 23. Okt., 18. Dez. - 41 Tage 116 abds, 
-7UJ7777 (Nachversand) abds. m— 
6. Marshall= Insein. #ie Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. *# 
Oea pel 1 am 8 Ott- 16. Nov. Tsintau 37 Tage am 17. Okl., ., 14. No. 
. deutsche Schiffe 0 abends 116 abends 
7. Riautschon. Vrindift bezw jeden Sonntag Tsintau 40 Tage jeden Freitag 
französische Schiffe) 100 abends 116 abends. 
Siutressen der Post a aus den Leutschen Schutgebieten. 
— — — — 
Landungs- Die Post ist fäuig ank Die Post in fanig 
Von hasen in Berlin J Von hafen Berlin 
am 16.“, 28.7Okt. 1 l 
Neapel... am X 0K * (8# Plymouth. . am —5i1 Nonats 
Deutsch-Ostafrika 1 Brindisi. *¾lP 30 el 300.v Logogediet Marseille am 16. jedes Monats 
  
Marseille . 
  
.am1tOkt16Nov 
  
  
  
  
  
  
"«—s17«Oktobet 
Deutsch. er-Satnen. Neapel. am " 
Deutsch-üdwestafrir- Southampton. b05 11 De — 
— — — — — 5„ Narsdau · Inseln. — 5 unbestimmt 
Ramern Plymouth am 27. jed. Monats (MBeael. .. 1. Olooder, 13. Nov. 
Liverpool a 3. Movember, nRiautschou. .. ... Brindisi. (54 ., 1E. 27. e% 
1., 29. Dezember Marseille. 5.f## 6, .Nor. 
* Falligkeitstage für die mit deuihen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Wornn: Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrile. 
Reis. e Lehte Nachrichten 
Postdampfer von nach bis 12. Oltober 1898 
„Adolph Woermann“ Hamburg Loango am 10. Oktober ab Hamburg. 
„Aline Woermann“ . Loango Hamburg am 8. Oktober in Accra. 
„Anna Woermann“ Benguella. Hamburg am 12. September in Hamburg. 
„Bruxellesville“ Kongo Antwerpen am 12. Oktober Dover passirt. 
„Carl Woermann“ Hamburg Lagos am 5. Oktober in Lagos. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Loango am 4. Oktober in Kamerun. 
„Ella Woermann“ Hamburg Kamerun am 10. Oktober ab Hamburg. 
„Gertrud Woermann“ Kotonon Hamburg am 9. Oktober in Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Sherbro Hamburg am 8. Oktober in Dakar. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Sierra Leone am 10. Oktober in Las Palmas. 
„Helene Woermann“. Hamburg Futa am 5. Oktober in Gabun. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 12. Oktober Dover passirt. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 4. Oktober in Kamerun. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Kamerun am 5. Oktober Dover passirt. 
„Marie Woermann“ Kapstadt Oamburg am 11. Oktober in Lagos. 
„Melita Bohlen“ Hamburg Port Nolloth am 3. Oktober in Las Palmos. 
„Paul Woermann“ . Hamburg Swalopmund am 10. Oktober in Teneriffe. 
„Professor Woermann“ Hamburg Kotonou am 9. Oktober in Conakry. 
„Thekla Bohlen“ Benguella # Hamburg am 11. Oktober in Lagos.
        <pb n="707" />
        — 661 — 
WoERMANN-LINIE. 
Regelmäßige Vest- Dampfscifffahrt zwilchen amburg und Westafrikla. 
— — — 
Fahrplan für das vierte Vierteljahr 1898. 
Belchleunigter L für Post und Passagiere. 
  
Linie I. Nach Madeira, Lagos, Lome, Kemerun und den Häfen bis Loango# 
  
  
  
  
— — — — —Ô –. 
nusreise .. Heimreise. 
Komburg . Okt. 10. Nov. 10. Dez. 10. Loango . . . . Dez. 3. Jan. 3. Febr. 3. 
— :" 19. 19. 19. Gabbnn : 6. 6. 6. 
Monrovia# = 27. : 27. 27. Elobn. - 7. 7. — 7. 
Kap Palmas *. 28.. 268 23 Bato -9. 9. 9 
Aecra" .... -29.--29.«-29» grpbßkBatangm . J 
ome é 30. : 320. . 30. ribt 4 · I-« 
Lagos Nov. 1. Dez. 1. Jan. 1. Plantation 10. 10. 10. 
Kamerun : 4. 42 = 4. Loni .. 
Nio del Rey " 14. = 14. 1 Klein-Batanga -11. 11. 211. 
Bictoria . -15.k-15·--15« Malimoa 12. 12. 12. 
Fernando Po " 17. 17. 17. Kamern " 13. 13 .13. 
Malimba " 19. " 19. 19. Lagos — -20-:-20—-«20— 
KletnBatanga " 21.. 21.. 21.]Whydah . 26. 26. = 26. 
Lonii Grand-Popo . -27.·-27. 26. 
Plantatioo 23. 23. 233. Klein-Vopo 23. 28. = 27. 
Kribtf . ! Lome..... -29. -29. -28. 
Groß-Batanga x-24. 24. 24. Kwitto " 29. 29. 28. 
Bat . 25. 25. 25. AddaH 30... 30. März 1. 
Elobg 27. 27. 27. .Accra SJan. 1. Febr. 1. -1. 
Gabun.. 28. 28. 28. Kamerun?. = 4 = 4. 4. 
Kap Lope 2979. 29.. 29. Lagoss * 66. 6. 
Seite Ctemia 30. 320. 30. Klen Poopos 
Nyangga Dez. 1. Jan. 1. Febr. 1. Lome 7. 7 7 
Mayumba 22 2... 2. Outtta“. - 
Loango 3. 3.3. Accra" 8. 8. 8. 
1 Kap Palmas". 10. = 10. 10. 
"„ Monroa. nur = 12. = 12. 12. 
ran Canariao“. „ 
Teneriffab 18. 18. 18. 
Madeira* . .. 20. -- 20 20. 
Plymouths. " 25. 25. 235. 
Hamburg 27. = 27. 27. 
  
Linie u. Nach Gibraltar, Marokke, Canar. Inselu u und der Westküste bis Sherbro. Antwerpen aulaufend. 
— — — — — — 
  
  
  
Ausreise. Heimreise. 
Lamburg ! . . Ott. 18. Nov. 18. Dez. 18.Sherbro . Dez. 2. Jan. 2. JFebr. 2. 
Entwerpen .. 23.. 23.. 23.Sierra Leneeen 4 4 4 
Gibraltat = 30. 30. . 30 Conakry. 5. * 5. *5. 
Larache . Nov. 1. Dez. 1. Jan. 1 Rufisgue 10. l'10. 190. 
— 22 2. Dakrorrr. 11. 11 11- 
Tanzer .. .. = 3. 3. 3 Gran Canaria 17 17. I7. 
ru .. = 5. 5. 5 Mogador 19 19. 19 
———————————————————.———— 3 
Zeiabet 7. 7.Mazagan 1 22 22. 22 
Grcßn 7*7„ .. * 99. 99. 9. Casablanca D : 23. : 230 23. 
Tern- Canaria. .. -11. : 11 #: 11. Tanger ... . . -24. 24. 2 
Eereriffe 2 - -12 12 Hamburg Jan. 2. Febr. 2. Marz 
- . 2127 17 « 
Dakar.... -17.!-17. 17 
Rufisque :„: : 18. - 18. 18 
Bathurst. 19 19 19 
Bissao . 2321. — 21 — 
volama.. 24. 24. —— 
Sierra Leone .. 1238386. - 36. -22. 
Sherbro 27. 1 : 27. 24. 1 
  
5 Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes Monats, Linie II am 19. jedes Monats. 
) Nur für Post und ahe -
        <pb n="708" />
        —— 
662 
Linie III. Nach Conakry, der Goldküste und Togo. 
  
  
Ausre ise. 
Heimre ise. 
  
  
  
l 
bamburgf. . Olt. 20. Nopv 
Conakry.= . Nov. 6. Der 
Monrovia . . ·8 
Axim. .l 
Dixcove 4 12. - 
Eimina 3 ... 
apoat. . 
Saltpond 14. « 
Appam . ZU 
Winnebah . 
Acera. . 2 16. - 
Addah 213. 
Kwitta 212359. 
Lome l21. - 
Bagida F7 22. 
Klein-Popo 1.23 O" 
Grand- Popo“ 25. - 
Whydah 96. - 
Kotonou. 227. - 
l 
I 
  
  
  
  
  
  
...-—-—.--·-—-— 
– — 9l 
9 " 
Dez. 
Jan. 
4 
Kotonou. 
Whydah 
Grand-Bopo 
Klein-Popo 
Bagida 
Lome 
Kwittao 
Addah 
Acccra 
Monrovia 
Teneriffa. 
Madeira 
Hamburg 
  
Kap Palmas v 
Gran Canaria 
  
Nov. 28. Dez. 
* 29. - 
Dez. 2. Jan. 
" 8. - 
- 5. " 
- 7. 2 
- 9. - 
" 11. - 
: 13. - 
„ 16. - 
" 18. "Z 
: 26. - 
: 27. - 
„: 28. - 
Jan. 9. Febr. 
i 
l 
  
  
  
  
  
  
TPAØPNZX 
13. 
16. 
18. 
26. 
27. 
28. 
9. 
2 
3 
  
B.* 
a#sz####ßn#nseerse 
Linie IV. Nach den Canar. Inselu, Senegal, Liberia, Lagos und den Häfen der Südküste von Landana bi#t 
St. Eeaul de #o#nten 
  
— — — — — — 
  
  
  
Ausreise. Heimreise. 
I l l 
amburgf. Okt. 31. Nov. 30. 1 Dez. 31. Landana Dez. 21. 1 Jan. 21. Febr.#. 
eneriffa .Nov. 10. der. 10.. Jan. 10.Ocl Calabar 24. 244 2 
Gran Canari " 11. 11. 11.]0 UU# 28 28. WB. 
Goroͤe Lagos l 830.j 30. März 2. 
Dakar 16. 16. 10. Addah Jan. 7. Febr. 7. # . 
Rufisque ) 1T 1 Accra : 8. : 8. 8. 
Low Mounnt2020| 20 Bimebah V 9 
Monrovia -21. 211 „21. Appam. 4 ô# 
Grand Bassa 234. 23. .23 Salond f□11. é 111. 11. 
Sino 224. 2 24. 224. Kap Coast. 12 12 12. 
Kap Palmas 25. 25. 25. Elmina 1“ · 
Atem-. 2-28.!-28.I-28.Chama -13. " 13. 13. 
Lagos = 320. 30. 30 B . -14. 124. 14. 
Landana Dez. 4. Jan. 4. Febr. 4. 16. 16. 16. 
Cabinda. 5. 5. 5. * Palmas 138. 18. 18 
Banana 7. . 7.|8.ino 19. é 190. 193. 
Boma „„ 9. 9. 9.Grand Bass . -20. " 20. " 2. 
Noqui 11. -11 211. Wonrovia 21. " 21. .. 
Matadi 212. 12. 12.Conatry B. .B. 3 
Loanda 144 14. 14-6Sran Canaria 30. ". 24. 30. 
Ambriz. 15.. 15. 15.Mogador Febr. 2. März 2. April 
Kinsembo 16. 2186. 16. Sa : 3. 3. 3 
#ffab .. -17.s-17.I-17. Mazagan 4. 4. - 
Ambrizette 188. 188. 186 Casablanca *— " 5. 1 ¾ 
Muculla 19. 18. 2158. Hamburg 16. 1. # 21 
Landana. 20. 20. 220. l 
« 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Mit den am 18. Oktober und n. Dezemder abgehenden Dampfsern kommt kein ——- zur Ferledns. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika ab Hamburg am 25. jedes Monats. 
Fahrtdauer Hamburg—Swakopmund etwa 30 Tage. 
9. Einschiffung der Passagiere: Linie III am 21. jedes Monats, Linie IV am 1. iedes Monats. 
*) Nur für Post und Passagiere.
        <pb n="709" />
        663 — 
Schiffsbewegungen der Deutschen Oktafrika-Linie (Gamburg—Ostafrika). 
  
  
  
  
  
  
  
« Reise Letzte Nachrichten 
Reichspo er 
deposidempser von l nach bis 28. September 1898 
„König“ . .. Durban Hamburg am 26. September ab Delagoabai. 
„Herzog“ Hamburg Durban am 28. September an Aden. 
„Kaiser“ Durban Hamburg am 27. September ab Port Said. 
„Kanzler"“ Hamburg Durban am 28. September ab Hamburg. 
„Bundesrath“. Delagoabai Hamburg am 28. September ab Sansibar. 
„Reichstag“.. .. Delagoabai Hamburg am 27. September ab Lissabon. 
„Admiral Hamburg Delagoabai am 28. September an Neapel. 
„General“ Hamburg 1 Delagoabaie am 28. September an Mozambique. 
  
  
— —. —  — ——— A— — 
Der heutigen Nummer liegt eine Export-Preisliste über Conserven von Heiur. Dirks in 
Hamburg, Lieferant für die Kaiserliche Marine und Schutztruppe, bei, die wir geneigter Beachtung bestens 
Die Expedition. 
empfehlen. 
  
  
  
Inserate (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pfennig) 
In das hiesige Gesellschaftsregister 
wurden heute eingetragen: 
unter Nr. 5 die offene“ Handels- 
gesellschaft in Firma 
„Weinberger &amp;# Schumann“ 
mit dem Sitze in Tabora. 
Die Gesellschafter sind: 
1. der Kaufmann Nikolaus Wein- 
berger, 
2 der Kaufmann Albert Schumann, 
beide wohnhaft in Tabora. 
Die Gesellschaft hat im Oktober 1896 
begonnen und wird von jedem Ge- 
sellschafter allein vertreten. 
Unter Nr. 6 die Kommanditgesellschaft 
„W. Müller &amp; Co.“ 
mit dem Sitze in Tanga (Deutsch- 
Ostafrika). "— 8a 56 
Alleiniger persönlich haftender Ge- 
sellschafter ist der Apotheker und Kauf- 
mann Willibald Muüller in Tanga. 
Als Prokurist der Gesellschaft wurde 
gesbetg Hermann Theodor Karl 
Leser, Inhaber der Firma C. Th. 
Herm. Leser in Hamburg im Prokuren- 
register unter Nr. 2 eingetragen. 
Tan ga, den 6. September 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
Ziegler. (2#5) 
Flaschen-Kapsein, 
FEinnfolien-Staniol, 
Kollereimaschmen 
liefern billigst (29,) 
A L r 
« 0aeumhmusiu. 
thckqefewketer Fee-wish 
   
    
  
Anzeigen. 
  
einzusenden. 
In das hiesige Firmenregister wur- 
den heute eingetragen: 
unter Nr. 6 die Firma 
„W. Schlunke“ 
mit dem Sitze in Wilhelmsthal 
(Westusambara) und als deren Inhaber 
Hotelbesitzer und Kaufmann Wichard 
Schlunke in Tanga, 
unter Nr. 7 die Firma- 
„Hans Liebel“ 
mit dem Sitze in Tanga und als 
deren Inhaber Kaufmann Hans Liebel 
hierselbst. 6 
Tanga, den 8. September 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
Ziegler. (296) 
KRONPTNNZESSIN-STEFANIE dUELLE 
   
  
    
   
   
  
—Sauerbrunn 
Bnumskulm#ncunaie Krondorf vui Kerisbad. 
  
sind an die Vertriebsleitung, Berlin swW12, Kochstraße 68—71, 
—— — — — — —— 
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Gesellschaftsregister ist 
zufolge Anmeldung vom 7. Juli 1898 
bei der unter Nr. 2 eingetragenen Firma 
Erhard &amp; Schultz, 
eingetragen worden: (##2) 
Der Gesellschafter, Kaufmann Caesar 
Schuls, früher wohnhaft in Omaruru, 
scheidet am heutigen Tage aus dem 
Handelsgeschäft aus. Das Geschäft 
wird unter der bieherigen Firma von 
dem Kaufmann Otto Erhard, wohn- 
haft in Swakopmund, fortgeführt. 
Swakopmund, den 7. Juli 1898. 
Der Kaiferliche Richter für den Westbejirk. 
— 
  
   
afelldasser ä Haltbarkeit 
der höchsfen ## 6 bewährt. 
On kungt Export nach 
anerkan 
dn allen Woelt- 
F bester matürlicher tneinen. 
Vertreter: Hans Liebel in Tanga (Deutsch-Ostafrika). (ss9) 
— — — 
Gutgepllegte khein-# Moselweine. 
im Export bewährt, liekern billigst 
Weingutsbesitzer, 
Peter Eckertz &amp; Co., oberwinter a. Rh. 
London E. C., 2 Royal Exchunge Buildings. 
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ist vorzüglich im Geschmack und garantirt haltbar in allen Klimaten. 
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ATtruppe bezogen und nachbestellt. 
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Marine und Schutztruppe 
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für Viehtränken an den Transportwegen. Feuerlösch- und Gartenspritze.
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Die deutsche 
Kolouial-Gesetzgebung. 
Sammlung der auf die deutschen 
Schutzgebiete bezüglichen Gesetze, 
Verordnungen, Erlasse und 
internationalen Vereinbarungen, 
mit Anmerkungen u. Sachregister. 
Erster Theil: His z. Jahre 1892. 
Auf Grund amtlicher Quellen 
herausgegeben von 
Riebow, 
Gerichts-Assessor. 
Preis 14 M. Gebunden 16 M. 
Jreiter Eheil: 1893 bis 1897. 
Auf Grund amtlicher Quellen 
herausgegeben von 
Dr. Alfred Zimmermann. 
Preis 8 M. Gebunden 9,50 M. 
Rfrika. 
Schilderungen und Rathschläge zur 
FVorbereitung für den Anfenthall 
and den Dienst in den Schußzebieles. 
Von 
Dr. v. Wissmann, 
Major. 
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Der Reichskommissar Major v. Wiss- 
mann — wãhrend seines Auf 
enthalts in Afrika, wie unvor 
Deutsche in die Tropen gingen und wit 
wenig sie die Bedingungen d 
Lebens und Verkehrs kannten und 
ihnen anzupassen verstanden. Noch 
rend seiner letzten großen 
zwischen dem Nyassa= und ?: , 
See,haterdaheriese.»M,- 
SchilderungeMniedsssch 
zuGutekommenfopbkg s 
deutschenSchutzgebngonzhs 
Reichsdienst begeben. 
   
    
   
     
  
   
  
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Am 20. Oktober: P. D. „Anna Weoermann“, Capt. Carstens, 
êh nach Madeira, Bissac, Bolama, Conakry, Monrovia, der Goldkuste, 
-.-, Togo, Whydah, Kotonou und Lagos. 
Am 22. Oktober: P. D. „Nautik“, Capt. Meinertz, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Senegal und 
· sierraLoone. « 
Am 25. Oktober: F. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 31. Oktober: P. D. „Jeannette Woermann“, Capt. Schade, 
nach Teneriffb, Las Palmas, Gorée, Liberia, Lagos und den Hälen der Südwestküste 
Aflrikas bis Loanda. 
Lnm 10. November: F. D. „Aline Woermann“. Capt. Nissen, 
nach Madeira, Lagos, Fernando Po, Kamerun und den Häfen der Westküste Afrikas 
bis Loango. 
Am 18. November: P. D. „Gertrud Bohlen“, Capt. Martens, 
ria Antverpen nach Gibraltar, Marocoo, Las Palmas, Teneriflb, Bissao, Bolalna, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jeden Monats. 
Alle Güter müssen am Tage vor dem 4bgangsdaftm bie 12 Uhr mirttaos Idnosseite sein. 
Näberes wegen Fracht und Passate ertheilt die Weoermann-Linie 
Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche « 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vierzenntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
(u) 
  
  
von Hamburg: von Neapel: 
„REICHSTAG“, Capt. Weisskannn 12. Oktober, 26. Oktober, 
„KAISER“, Capt. Sal .... 26. Oktober, 9. November, 
BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 9. November, 23. November, 
nach Nombassa, Tanga' Pangani?, Saadanl, Bagamoyo?", Dar-es-Saläm x, Sansibarzz, Kliwa, Lndi, 
Mikxindani, Ibo, Mozambique, Quelimane, Chinde, Beira*, Inhambane, Delagoabai*, Durban. 
Die mit einem * versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Hälen nur 
Passagiere und nach den mit einem " versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O verschenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorzüoliche Einrtcheungen Fur Tussagtere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach PTransvaal 
(Johannesburg und Pretorin) via Delagonbuai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Damplers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (o) 
wegen Pasesage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft. 
"%owie wegen Fracht und Psesage die Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichensrraasse 27.— 
— Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrate xNBQ 
Ausgegeben am 15. Oltober 1898 um 6&amp; Uhr nachmittags. 
Oierzu eine Beilage: „Organisatorische Bestimmungen für die Kaiserlichen Schutztruppen in Afrika“
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        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“ 1898, Nr. 20. 
  
Organisatorische Bestimmungen 
für die 
Kaiserlichen vchutztruppen 
in Rfrika. 
(Schutztruppen-Ordnung.) 
(Sch. O.) 
  
  
Berlin 1898. 
Ernst Siegfried Mittler und Sohn 
Kbniatiame HSotduchhaudlung 
Kochstraße 68 71
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        Nach eingeholter Allerhöchster Genehmigung Seiner Majestät 
des Kaisers erlasse ich in Gemäßheit des Artikels VI des 
Gesetzes vom 7. Juli 1896 (Reichs-Gesetz-Blatt Seite 187 
und folgende) unter Aufhebung aller entgegenstehenden Be- 
stimmungen die anliegenden Organisatorischen Bestimmungen 
für die Kaiserlichen Schutztruppen in Afrika. 
Berlin, den 25. Juli 1898. 
gez. Fürst zu Hohenlohe.
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Jnhalt-s-Verzeichniß. 
Erster Theil. 
Kommando-Kugelegenheiten. 
Abschnitt I. 
Allgemeines. 
Zweck der Schutztruppen 
Ressortverhältnisse 
Gliederung . 
Zusammensetzung 
Vertheilung und unterbringung 
Abschnitt II. 
Ergänzung. 
Anmeldungen 
Anforderungen an die Einzustellenden 
Anwärterlisten 
Abschnitt III. 
Dienstbetrieb. 
Pr P — — 
Stellenbesetzung, Beförderung, Uebungen bei den Schustruppen 
Verlängerung der Dienstverpflichtung 
Besondere Obliegenheiten der Sanitätsoffiziere 
Ausbildung 
Strafsgesetze, Strafgerichtsordnung, einfoosreun . 
Disciplinarstrafordnung 
Beschwerden. 
Ehrengerichte 
Dienstauszeichnungen und Heirathen 
Urlaub 
Stammrollen . . 
Personal- und Qualifikations- Berichte 
Krankenbücher .....
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Seite 
Abschnitt IV. 
Ausscheiden. 
Ausscheidungsgründe.. 149 
Entlassungsmodns 15 
Wiedereintritt in das Hcer oder die Marine 15 
Zweiter Theil. 
Verwaltungs-Angelegenheiten. 
Abschnitt V. 
Allgemeines. 
Intendantur 16 
Verwaltungsgeschäfte beim Stabe der Shnb-% und au 
· den Stationen . 17 
Abschnitt VI. 
Deimatbhs- und Familien zahlungen. 
Vermittelung der Heimaths= und Familienzahlungen 17 
Einstellung der Heimaths= und Familienzahlungen 17 
Abschnitt VII. 
Gebührnise. 
Gehalt und Löhnngg 133 
Ausrüstaung 129 
Reise= und Umzugs- Gebühmisse (d21s 
Sonstige Gebührnisee 22 
Dritter Theil. 
Farbige. 
Abschnitt VIII. 
Ergänzung, Dienstverhältnisee 33 
Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnunn 2414
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        Anlagen. 
Allerhöchste Kabinets-Ordre, betreffend die 
Unterstellung der Schutztrupdkden. 27 
23 l § 6. Bedingungen und Nachrichten, betreffend den 
Uebertritt von Unteroffizieren und Mann- 
schaften in die Schutztruppe für Südwestafrika 
(Muster zur Kapitulations-Verhandlung). 29 
Verordnung, betreffend die Erfüllung der 
Dienstpflicht bei der Schutztruppe für Süd- 
westafrica 33 
3 §§ V. Anforderungen an die förperlichen Eigen- 
schaften der in den afrikanischen Dienst ein- 
zustellenden Militärpersonen 37 
4 = § 9. Allerhöchste Kabinets- Ordre, betreffend Stellen- 
besetzung und Chargenbezeichnungen 39 
13. Verordnung, betreffend die Einführung der 
deutschen Militär-Strafgesetze in den afrika- 
nischen Schutzgebietten 4 
5b.. &amp; 13. Verordnung, betreffend das strafgerichtliche 
Verfahren gegen Militärpersonen der Kaiser- 
Seite 
w 
Anlage 1 zu 8 
½7 
S 
2b. 
Kl 
5a- 
lichen Schutztruppen 43 
d5e = &amp; 13. Bestimmungen zur Einführung der Militar— 
Strafvollstreckungs-Vorschrift für die Kaiser- 
lichen Schutztruppen 53 
6 8 16. Verordnung über die Ehrengerichie der 
Offiziere der Kaiserlichen Schutztrupppen 67 
7 § 19. Muster zur Stammrolle 71 
8 8 22. Allerhöchste Kabinets-Ordre, betreffend Auf- 
lösung der Kapitulation für Südwestafrika 75 
9 * 20. Besoldungssätze 77 
81 
Wilitärische Ausführungs-Bestimmungen
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        <pb n="731" />
        Erster Theil. 
Kommando-Angelegenbeiten. 
Abschnitt I. 
Allgemeines. 
§ 1. Zweck der Schutztruppen. 
Die Schutztruppen dienen zur Aufrechterhaltung der öffent- 
lichen Ordnung und Sicherheit in den afrikanischen Schutz- 
gebieten, insbesondere zur Bekämpfung des Sklavenhandels. 
Ihr oberster Kriegsherr ist Seine Majestät der Kaiser. 
§ 2. Ressortverhältnisse. 
a. Reichskanzler (Oberkommando der Schutztruppen). 
Nächst Seiner Majestät dem Kaiser sind die Schutztruppen 
dem Reichskanzler unterstellt — s. Anlage 1 —. Letzterer 
bildet mit der erforderlichen Anzahl von Offizieren, Sanitäts- 
offizieren und Beamten das Oberkommando der Schutztruppen. 
Dieses führt seine Geschäfte entsprechend den für die 
Generalkommandos des Landheeres erlassenen Bestimmungen 
unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse bei den 
Schutztruppen. 
Der älteste zum Oberkommando der Schutztruppen ge- 
hörige Offizier (Stabsoffizier) hat für die Geschäftsführung 
die Befugnisse des Chefs des Generalstabes eines Armeekorps. 
1 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen. 
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        b. Gouverneur. 
Dem Gouverneur steht die oberste militärische Gewalt im 
Schutzgebiete zu. Er kann die Schutztruppe nach eigenem Er- 
messen, sowohl im Ganzen wie in ihren einzelnen Theilen, zu 
militärischen Unternehmungen verwenden. Von ihm wird das 
Verhältniß der obersten Verwaltungs-Chefs zu den in ihren 
Bezirken befindlichen Theilen der Schutztruppe mit der Maß- 
gabe geregelt, daß alle militärischen Anordnungen lediglich von 
dem Führer der Schutztruppe verantwortlich getroffen werden. 
Er darf zu Zwecken der Civilverwaltung Theile der Schutz- 
truppe soweit verwenden, als die militärischen Rücksichten nicht 
entgegenstehen. Ueber diese hat er vorher den Kommandeur 
zu hören. 
Er erläßt seine Weisungen für die Schutztruppe an den 
Kommandeur. Sollte er sich ausnahmsweise veranlaßt sehen, 
einzelnen Personen oder Unterabtheilungen Befehle unmittelbar 
zugehen zu lassen, so hat er hiervon alsbald dem Kommandeur 
Mittheilung zu machen. Ob und inwieweit die Befugnisse des 
Gouverneurs eintretendenfalls auf dessen Stellvertreter über- 
zugehen haben, bestimmt der Reichskanzler. 
c. Rommandeur. 
Der Kommandeur ist verantwortlich für die Leistungs- 
fähigkeit der Schutztruppe zur Erfüllung der ihr zugewiesenen 
Aufgaben (siehe § 1), für die Disziplin, Ausbildung, den 
inneren Dienst und die Verwaltung. 
Hat der Kommandeur in militärischer Beziehung gegen 
Anordnungen des Gouverneurs Bedenken, so ist er verpflichtet, 
dieselben zur Sprache zu bringen. Beharrt der Gouverneur 
auf seinen Anordnungen, so hat der Kommandeur sie aus- 
zuführen, kann aber unter Mittheilung an den Gouverneur 
an das Oberkommando der Schutztruppen berichten, welches 
hierüber entscheidet. Gegen diese Entscheidung steht sowohl dem 
Gouverneur als auch dem Kommandeur der Rekurs an Seine 
Majestät den Kaiser zu.
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        3 
In allen Angelegenheiten der Truppe, welche eine höhere 
Entscheidung als die des Gouverneurs erfordern, ist durch 
Vermittelung und unter Aeußerung des Letzteren an das Ober- 
kommando der Schutztruppen zu berichten. 
d. Konstige Vorgesetzte. 
Die Obliegenheiten der übrigen Dienststellen sind im 
Allgemeinen dieselben, wie die der entsprechenden Dienststellen 
beim Reichsheere. Im Einzelnen richten sie sich nach den 
vorliegenden Bestimmungen und den besonderen Anordnungen 
des Kommandeurs. 
Sofern Angehörige der Schutztruppe zu Zwecken der 
Civilverwaltung verwendet werden, haben sie für diese Zwecke 
den Anordnungen des Chefs der betreffenden Civilverwaltung 
Folge zu leisten. In militärischer Hinsicht bleiben sie dem 
militärischen Vorgesetzten unterstellt, welcher die militärischen 
Chargen nach Bedarf und ihrer Stellung entsprechend als 
Aussichtspersonal hierbei verwendet. 
§ 3. Gliederung. 
Die Angehörigen der Schutztruppen gliedern sich nach 
Maßgabe der Etats in: 
Offiziere, 
Sanitätsoffiziere, 
Deckoffiziere (dazu gehören: Zahlmeister-Aspiranten, Ober- 
feuerwerker), 
Unteroffiziere (Feldwebel, Sergeanten, Unteroffiziere), 
Lazarethgehülfen (Ober-Lazarethgehülfen, Lazarethgehülfen), 
Gemeine (Gefreite, Gemeine, Unter-Lazarethgehülfen), 
Obere Militärbeamte (mit Offizier-Rang), 
Untere Militärbeamte (mit Deckoffizier-Rang — Ober- 
Büchsenmacher — und mit Unteroffizier-Rang). 
Die Chargen= und Rangverhältnisse entsprechen denen des 
Reichsheeres. 
Die Deckoffiziere bilden eine Klasse für sich; ihre Ver- 
sorgung erfolgt jedoch gemäß § 5 ff. des Gesetzes, betreffend 
17
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        4 
die Kaiserlichen Schutztruppen vom 7./18. Juli 1896 nach 
ihrer in der Heimath (Armee oder Marine) bekleideten Charge. 
Deutsche Militärpersonen gehen den „Farbigen“ ohne 
Rücksicht auf die Charge stets vor. Die deutschen Deckoffiziere, 
Unteroffiziere, Mannschaften und unteren Militärbeamten stehen 
zu den farbigen Offizieren in keinerlei Unterordnungs- 
verhältniß. Ebensowenig sind die farbigen Offiziere „als im 
Dienstrange Höhere“ zu betrachten. Auch farbige Posten sind 
nicht Vorgesetzte der weißen Angehörigen der Schutztruppen. 
Letztere sind jedoch gehalten, den von diesen Posten in Bezug 
auf ihren Dienst ertheilten Weisungen Folge zu geben.“) 
§ 4. Zusammensetzung. 
Die Stärke der Schutztruppen, die Gliederung in Unter- 
abtheilungen und die Art und Anzahl der Chargen richtet 
sich nach den Etats der einzelnen Schutzgebiete. 
Der Gouverneur bestimmt nach Anhörung des Komman-= 
deurs den Führer und die Stärke der für eine militärische 
Unternehmung nothwendigen Abtheilung. 
Ihre Zusammensetzung ordnet der Kommandeur an. 
§ 5. Vertheilung und Unterbringung. 
Die Vertheilung der Schutztruppe und deren Unter- 
bringung auf den Stationen ordnet der Kommandeur nach 
den Bestimmungen des Gouverneurs an. 
Abschnitt II. 
Ergänzung. 
§ 6. Anmeldungen. 
2. Die Ergänzung der Schutztruppen**) erfolgt auf Grund 
freiwilliger Meldungen und mehrjähriger Verpflichtungen bezw. 
Nnd. 2- Kapitulationen (siehe Anlage 2a). Diese haben für die ost- 
  
*) Verstöße gegen diesen von dem Reichskanzler erlassenen Befehl 
in Dienstsachen unterliegen der Strafe des § 92 M. St. G. B. und folg- 
*“) Wegen der Farbigen siehe Abschnitt VIII.
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        5 
afrikanische und die Schutztruppen für Kamerun und Togo den 
Zeitraum von 2½⅛, für die südwestafrikanische Schutztruppe 
den Zeitraum von 3 Jahren zu umfassen; in diese Zeit ist 
der Rest einer mit dem bisherigen Truppentheil bezw. der 
Marine noch vorhandenen Kapitulation oder der noch nicht 
abgeleisteten aktiven Dienstzeit (bei Südwestafrika) eingeschlossen. 
Die Kapitulationen sind unabhängig von der Dauer der bereits 
zurückgelegten Gesammt-Dienstzeit der Betreffenden jedesmal 
nach Ablauf zu erneuern, und zwar bei der erstmaligen Ver- 
längerung für Ostafrika, Togo und Kamerun um 2½ Jahre 
und für Südwestafrika um 3 Jahre, bei allen späteren Ver- 
längerungen für Kamerun auf 2 Jahre, für die anderen 
Schutzgebiete wie vorher.?) 
Hierdurch werden die Bestimmungen über Ableistung der 
Wehrpflicht im südwestafrikanischen Schutzgebiet nicht berührt 
(siehe Anlage 2b). Au 2 
Die Anmeldungen zu den Schutztruppen erfolgen auf dem « 
von der Heeres= bezw. Marine-Verwaltung angeordneten 
Instanzenwege. 
Die Ergänzung des Unteroffizierkorps der Schutztruppe für 
Südwestafrika hat — soweit angängig — in erster Linie durch 
Beförderung aus ihrem eigenen Mannschaftsstande zu erfolgen. 
Diejenigen Leute, welche sich gemäß Anlage 2b zur Ab- 
leistung ihrer gesetzlichen Dienstpflicht zum Eintritt bei der 
Schutztruppe für Südwestafrika melden, aber zur Einstellung 
in dieselbe körperlich nicht für tauglich befunden werden, sind, 
sofern sie sich im militärpflichtigen Alter befinden, an die 
heimathlichen Ersatzbehörden behufs Regelung ihrer Militär- 
verhältnisse zu verweisen. Die noch nicht militärpflichtigen 
Leute sind darauf aufmerksam zu machen, daß sie die Regelung 
ihrer Militärverhältnisse noch zu bewirken haben, sobald sie 
militärpflichtig werden. 
— — 
  
*) Aenderungen auf Grund später zu machender Erfahrungen 
bleiben vorbehallen.
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        § 7. Anforderungen an die Einzustellenden. 
Neben den erforderlichen körperlichen Eigenschaften (vergl. 
u. 3. Anlage 3) sind gute dienstliche und außerdienstliche Führung, 
absolute Zuverlässigkeit, solider Lebenswandel, gute militärische 
Ausbildung, vor Allem im Felddienst und im Schießen, Fähigkeit 
zu selbstständigem Handeln für alle Chargen unbedingtes Er- 
forderniß. 
Die dem Heere und der Marine entnommenen Offiziere 
müssen nach einer wenigstens dreijährigen Dienstzeit als Offizier 
eine gute dienstliche Qualifikation besitzen. Ruhiger, fester 
Charakter, klares Urtheil, Sicherheit und Festigkeit im Ent- 
schluß, Verständniß in der Behandlung Untergebener, taktvolles 
Verhalten gegen Vorgesetzte, kameradschaftlicher Sinn, Schulden- 
freiheit und geordnete ökonomische Verhältnisse sind weitere un- 
bedingte Erfordernisse. 
Bei Sanitätsoffizieren greifen die vorstehend erwähnten 
Bedingungen gleichfalls Platz mit der Maßgabe jedoch, daß 
Sanitätsoffiziere jeden Dienstalters in Vorschlag gebracht 
werden können. 
Unteroffiziere müssen wenigstens drei Jahre aktiv gedient 
haben und sich ein Jahr lang in der Unteroffizier-Charge be- 
finden. Im Uebrigen siehe Bedingungen für Offiziere 2c. 
Wegen der Unteroffiziere und Mannschaften, welche zur 
Einstellung in die südwestafrikanische Schutztruppe gelangen 
sollen, vergl. außerdem Anlage Za. 
§ 8. Anwärterlisten. 
Auf Grund der erfolgten periodischen Anmeldungen werden 
von dem Oberkommando der Schutztruppen Anwärterlisten 
geführt. 
Am 1. Januar und 1. Juli jeden Jahres melden die 
Schutztruppen-Kommandeure beim Oberkommando den im kom- 
menden Halbjahre voraussichtlich erforderlichen Ersatz an. 
Hiermit sind etwaige Anträge auf Verlängerung der Dienst- 
verpflichtung — siehe § 10 — zu verbinden.
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        Abschnitt III. 
Dienstbetrieb. 
89. Stellenbesetzung, Beförderung, Uebungen bei 
den Schutztruppen. 
a. COfftziere. 
5. Ueber die Zutheilung und Stellenbesetzung der Offiziere, 
Sanitätsoffiziere und oberen Militärbeamten befinden Seine 
Majestät der Kaiser auf Grund von Vorschlägen des Reichs- 
kanzlers. Diesen Vorschlägen ist als Regel die heimische An- 
ciennetät zu Grunde zu legen. Sie erfolgen nach Maßgabe 
der Etats. 
Betreffs der Beförderung der Offiziere und Sanitätsoffiziere 
verfügen Seine Majestät der Kaiser. (Siehe Anlage 4). N#u n 
— 1*. 
b. Deckoffiziere, Unteroffiziere u. s. w. 
6. Die Anträge auf Einberufung der Deckoffiziere, Unter- 
offiziere, Lazarethgehülfen, Mannschaften und Unterbeamten 
werden von dem Oberkommando der Schutztruppen an die 
Truppentheile gerichtet. Dasselbe macht periodisch den be- 
theiligten Kriegsministerien bezw. dem Reichs-Marineamt von 
den geschehenen Einberufungen Mittheilung. Die Zutheilung 
der Einberufenen zu den Schutztruppen erfolgt durch den 
Reichskanzler und die Stellenbesetzung innerhalb der Truppe 
durch den Kommandeur. 
Die Stellenbesetzung richtet sich nach der Anciennetät in 
der Schutztruppe. Jeder Unteroffizier (Sergeant) und 
Lazarethgehülfe (Ober-Lazarethgehülfe) beginnt, falls bei seiner 
Uebernahme nichts Anderes bestimmt ist, mit der Stellung 
eines Unteroffiziers oder Lazarethgehülfen. 
Den der Schutztruppe für Südwestafrika neu zugetheilten 
Gefreiten bleibt zwar diese Charge, sie erhalten aber die Ge- 
freiten-Löhnung erst, wenn von dem Kommando der Schutz-
        <pb n="738" />
        8 
truppe ihr Aufrücken in eine etatsmäßige Stelle verfügt 
worden ist. 
Die Verwendung der einzelnen Persönlichkeiten nach 
Maßgabe ihrer Charge innerhalb des Schutzgebietes ist Auf- 
gabe des Kommandeurs, der, soweit selbstständige Stationschefs 
in Frage kommen, die vorherige Genehmigung des Gouverneurs 
einzuholen hat. 
Die Beförderung von Unteroffizieren, Gefreiten und 
Gemeinen nach Maßgabe des Etats geschieht durch den 
Kommandeur. 
Zahlmeister-Aspiranten können nach Einvernehmen mit den 
zuständigen Kriegsministerien bezw. dem Reichs-Marineamt zu 
überzähligen Zahlmeistern befördert werden, wenn dies ihrem 
Avancement in ihrem heimischen Armeekorps bezw. der Marine 
entspricht. 
e. Uebungen bei den Schutztruppen. 
Für die bei der Schutztruppe für Südwestafrika ihrer 
aktiven Dienstpflicht genügenden Einjährig = Freiwilligen gelten 
betreffs Ausbildung und Weiterbeförderung zum Gefreiten und 
Unteroffizier sinngemäß die bezüglichen Vorschriften der Heer- 
Ordnung. 
Offizier-Aspiranten des Beurlaubtenstandes der Armee 
können auf ihren Antrag die Uebungen A und B — §46, 
der Heer-Ordnung — bei der südwestafrikanischen Schutztruppe 
ableisten, sofern sie ihren dauernden Wohnsitz im Schutzgebiete 
haben. Derartige Anträge unterliegen der Genehmigung des 
betreffenden Kriegsministeriums unter Zustimmung des Ober- 
kommandos der Schutztruppen. 
Anträge von Offizieren des Beurlaubtenstandes der Armee, 
welche im südwestafrikanischen Schutzgebiete wohnhaft sind, 
Uebungen bei der Schutztruppe abzuleisten, unterliegen der 
Entscheidung des betreffenden Kriegsministeriums im Ein- 
verständniß mit dem Oberkommando der Schutztruppen. Das 
Zeugniß über die Befähigung zur Weiterbeförderung wird in 
solchem Falle durch den Kommandeur der Schutztruppe ausgestellt.
        <pb n="739" />
        § 10. Verlängerung der Dienstverpflichtung. 
Ist die bei dem Eintritt seitens der Offiziere, Sanitäts- 
offiziere und oberen Militärbeamten übernommene Zeit der 
Dienstverpflichtung abgelaufen, so kann auf diesbezüglichen 
Antrag der Reichskanzler eine Verlängerung Allerhöchsten Orts 
beantragen. 
Bei Deckoffizieren, Unteroffizieren 2c. und Mannschaften 
ist eintretenden Falls zur Verlängerung der Dienstverpflichtung 
der Kommandeur befugt. Von jeder eingetretenen erneuten 
Dienstverpflichtung der Deckoffiziere 2c. ist dem Oberkommando 
der Schutztruppen Meldung zu erstatten. Dieses macht hiervon 
der Heeres= bezw. Marine-Verwaltung Mittheilung. 
§ 11. Besondere Obliegenheiten der Sanitätsoffiziere. 
Die den Schutztruppen zugetheilten Sanitätsoffiziere sind 
verpflichtet, die Beamten, welche sich an ihren Standorten auf- 
halten, unentgeltlich zu behandeln. 
§ 12. Ausbildung. 
Für die Ausbildung der Schutztruppen sind neben den 
militärischen Gesichtspunkten die Zwecke des Kolonialdienstes 
maßgebend. 
§ 13. Strafgesetze. Strafgerichtsordnung. 
Strafvollstreckungsordnung. 
Siehe Anlage b5a—c. aucg 
%½. 
* 14. Verhängung von Disciplinarstrafen. 
Auf die Angehörigen der Schutztruppen finden die Vor- 
schristen der Disciplinar-Strafordnung für das Heer mit 
folgenden Abweichungen Anwendung: 
Es steht zu: 
1. dem Reichskanzler die Disciplinar-Strafgewalt, welche 
derjenigen eines kommandirenden Generals in der 
Armee entspricht; 
2. dem Gouverneur diejenige, welche einem Diovisions- 
Kommandeur in der Armee zusteht;
        <pb n="740" />
        10 
3. dem Kommandeur diejenige eines heimischen Regiments- 
Kommandeurs; 
4. dem detachirten Befehlshaber einer aus mindestens 
einer Kompagnie gebildeten Abtheilung diejenige eines 
detachirten Stabsoffiziers der Armee; 
5. einem Kompagnieführer oder sonstigen Befehlshaber 
einer kleineren als der unter Ziffer 4 bezeichneten 
Abtheilung diejenige eines detachirten Hauptmanns der 
Armee. 
Dem Stabsoffizier des Oberkommandos der Schutztruppen 
ist über sämmtliche Angehörigen der Schutztruppen, sofern sie 
sich in Deutschland aufhalten und im Dienstalter jünger sind 
als der bezeichnete Offizier, die Disciplinar-Strafgewalt eines 
Regiments-Kommandeurs übertragen, die er nach den näheren 
Anweisungen des Reichskanzlers auszuüben hat. (A. K. O. v. 
26. 7. 96). 
§ 15. Beschwerden. 
Die Bestimmungen über die Beschwerdeführung der Per- 
sonen des Soldatenstandes des Heeres vom Feldwebel abwärts — 
Allerhöchste Ordre vom 14. Juni 1894 — sowie die Be- 
stimmungen über die Beschwerdeführung der Offiziere, Sanitäts- 
offiziere und Beamten des Heeres — Allerhöchste Ordre vom 
30. März 1895 — haben bei den afrikanischen Schutztruppen 
sinngemäße Anwendung zu finden. 
Auch ist der Reichskanzler ermächtigt, die hierbei durch 
die afrikanischen Verhältnisse gebotenen Abweichungen zu be- 
stimmen und etwa nothwendig werdende Erläuterungen zu geben. 
(A. K. O. v. 1. 8. 96). 
§ 16. Ehrengerichte. 
Siehe Anlage 6. 
§ 17. Dienstauszeichnungen und Heirathen. 
Die für das Heer gegebenen Bestimmungen, betreffend 
die Verleihung des Dienstauszeichnungskreuzes und der Dienst-
        <pb n="741" />
        11 
auszeichnungen, sowie das Heirathen der Offiziere und Sanitäts- 
offiziere finden auch auf die Schutztruppen in den afrikanischen 
Schutzgebieten Anwendung. (A. K. O. v. 27. 9. 96). 
§ 18. Urlaub. 
a. Deimathsurlanb. 
Die Angehörigen der Schutztruppen haben innerhalb der 
2½⅛¼ jährigen bezw. 3jährigen Dauer ihrer Dienstverpflichtung 
Anspruch auf einen Heimathsurlaub von vier Monaten unter 
Belassung der vollen Geldbezüge. 
In den Urlaub wird die zur Hin= und Rückreise von 
bezw. nach dem nächsten europäischen Hafen im Durchschnitt 
erforderliche, vom Reichskanzler festzusetzende Zeit nicht ein- 
gerechnet. 
Wird die Dienstverpflichtung verlängert, so hat als Regel 
zu gelten, daß der Urlaub nach einem Aufenthalt im Schutz- 
gebiet von 2 Jahren bezw. 2 Jahren 6 Monaten ertheilt 
wird. In kriegerischen Zeiten, bei Mangel an geeigneter Ver- 
tretung oder wenn die Dampferverbindungen es bedingen, ist 
der Urlaubsantritt zu verschieben. 
Bei jeder weiteren Verlängerung der Dienstverpflichtung 
erwächst erneuter Anspruch auf viermonatlichen Heimaths- 
urlaub unter den gleichen Bedingungen, wie vorstehend be- 
zeichnet, jedoch mit der Maßgabe, daß für die Angehörigen der 
Schutztruppe für Kamerun der Urlaub schon nach einem Auf- 
enthalt von 1 Jahr 6 Monaten zuständig wird. 
Der Urlaub ist, falls nach Ablauf der Dienstverpflichtung 
das Ausscheiden aus der Schutztruppe erfolgen soll, so anzu- 
treten, daß er mit Ablauf der Dienstverpflichtung sein Ende 
erreicht. 
Zur Ertheilung des Urlaubs ist bezüglich der Stabs- 
offiziere der Reichskanzler, betreffs der übrigen Militärpersonen 
der Kommandeur der Schutztruppe befugt. 
Der zuständige Urlaub kann zur Wiederherstellung der 
Gesundheit oder ausnahmsweise aus anderen wichtigen Gründen 
durch den Reichskanzler bis auf neun Monate verlängert werden.
        <pb n="742" />
        12 
Werden weitergehende Beurlaubungen erforderlich, so hat 
der Reichskanzler die Allerhöchste Entscheidung einzuholen. 
Bei einem Urlaube von mehr als sechs Monaten ermäßigen 
sich die Gebührnisse für den sechs Monate übersteigenden Zeit- 
raum auf den Betrag des pensionsfähigen Gehalts. Unter- 
offiziere und Mannschaften der südwestafrikanischen Schutztruppe 
verbleiben im Genuß der chargenmäßigen Löhnung. 
Jedem nach der Heimath Beurlaubten wird sowohl für 
die Heim= als auch für die Wiederausreise je eine Reise- 
beihülfe im ungefähren Betrage der Kosten einer einmaligen 
Reise zwischen Berlin und dem betreffenden Schutzgebiet ge- 
währt. Die Bestimmung dieses Pauschquantums erfolgt nach 
den im § 31 festgesetzten Grundsätzen. 
Die Zahlung erfolgt für die Heimreise bei Antritt des 
Urlaubes aus der Hauptkasse des Gouvernements und für die 
Wiederausreise bei Antritt derselben aus der Legations-Kasse. 
Für die Mamschaften der südwestafrikanischen Schutz- 
truppe wird an Stelle einer Reisebeihülfe freie Passage für 
die Hin= und Rückreise gewährt. 
Während schwebender Untersuchung oder Strafverbüßung 
finden Beurlaubungen des Angeschuldigten nicht statt. 
Mit dem Ausscheiden aus der Schutztruppe vor Ablauf 
der Dienstverpflichtung (vergl. § 22) fällt jeder etwa nach vor- 
stehenden Bestimmungen erworbene Anspruch auf Urlaub fort. 
b. Urlaub in Afrika. 
Es dürfen Urlaub ertheilen an alle Schutztruppen-Ange- 
hörigen: 
1. der Gouverneur bis zu 45 Tagen, 
2. der Kommandeur bis zu 30 Tagen, 
3. der Kompagnie-Chef bezw. Befehlshaber einer selbst- 
ständigen Abtheilung, soweit Letzterem nicht die Befugniß einer 
höheren Urlaubsertheilung zusteht, bis zu 14 Tagen. 
c. Der Stabsofftzier des Oberkommandos 
hat in Betreff der bei Letzterem beschäftigten Schutztruppen- 
Angehörigen die Befugniß, Urlaub bis zu 30 Tagen zu ertheilen.
        <pb n="743" />
        13 
8 19. Stammrollen. 
Bei den Stäben der Schutztruppen werden über die ihnen 
angehörigen deutschen Militärpersonen Stammrollen — vergl. 
Anlage 7 — geführt. Sie dienen als Grundlage für alle 
ihre Person betreffenden Angelegenheiten, sowie für die Be- 
urtheilung etwaiger späterer Versorgungsansprüche und sind 
dauernd auf dem Laufenden zu erhalten. 
Eine Abschrift der Stammrollen befindet sich bei jeder 
Kompagnie und Station betreffs der diesen zugetheilten 
Militärpersonen. Diese Abschriften sind von den Betreffenden 
alljährlich sowie bei Antritt eines Heimathsurlaubes oder einer 
größeren Expedition und vor dem Ausscheiden aus der Schutz- 
truppe durch Namensunterschrift anzuerkennen. 
Die bei den Stäben befindlichen Originale sind durch 
Eintragung der Anerkennungsvermerke auf Grund bezüglicher 
Angaben der Kompagnien und Stationen alljährlich zu ver- 
vollständigen. Die abgeschlossenen Stammrollen der aus dem 
Dienst bei den Schutztruppen entlassenen deutschen Militär- 
personen sind von dem Oberkommando der Schutztruppen auf- 
zubewahren. 
§ 20. Personal= und Qualifikations-Berichte. 
Ueber sämmtliche der betreffenden Schutztruppe angehörenden 
Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Beamten sind seitens 
des Kommandeurs alljährlich Qualifikationsberichte für den 
1. Januar des folgenden Jahres durch Vermittelung des Gou- 
verneurs an den Reichskanzler zum 1. Dezember jedes Jahres 
behufs Vorlage bei Seiner Majestät dem Kaiser einzureichen. 
Alle 4 Jahre — mit dem 1. Januar 1898 beginnend — 
sind Personal= und Qualifikationsberichte einzureichen. 
Sofern der Gouverneur nicht aktiver Offizier ist, hat er 
etwaige Bemerkungen zu den Qualifikationsberichten nicht diesen 
hinzuzusetzen, sondern mittelst Sondervorlage zur Kenntniß des 
Reichskanzlers zu bringen. 
Am. 7
        <pb n="744" />
        14 
§ 21. Krankenbücher. 
Bei jedem Lazareth ist ein Krankenbuch und bei jeder 
Kompagnie und detachirten Abtheilung ein Revierkrankenbuch 
zu führen, welches außer den zur Feststellung des Kranken er- 
forderlichen Angaben enthalten muß: 
Tag und Ort der Erkrankung, 
Datum des Zuganges im Lazareth bezw. Revier, 
Entstehungsursache, 
Krankheitsbefund bei der Aufnahme, 
Verlauf der Krankkheit, 
angebliche Dienstbeschädigung, 
Datum und Art des Ausscheidens aus dem Lazareth 
bezw. Revier, 
Zahl der Behandlungstage. 
In den Lazarethen sind über die darin behandelten Per- 
sonen Krankenblätter zu führen. 
Abschnitt IV. 
RAusscheiden. 
§ 22. Ausscheidungsgründe. 
Das Ausscheiden aus den Schutztruppen erfolgt: 
1. Nach Ablauf der bei dem Eintritt übernommenen Dienst- 
verpflichtung. 
2. Vor diesem Zeitpunkte: 
a) wegen körperlicher Unbrauchbarkeit, wenn die Wieder- 
herstellung für den afrikanischen Dienst durch eine 
Beurlaubung nach Europa nicht erfolgt ist, bezw. nicht 
in Aussicht steht; 
b) sobald Verurtheilung zu einer Ehrenstrafe stattge- 
funden hat; 
J%) hinsichtlich der Offiziere, wenn ein ehrengerichtliches 
Erkenntniß gegen sie vorliegt, das auf eine höhere 
Strafe als eine Warnung lautet;
        <pb n="745" />
        15 
d) wenn der Kommandeur das Ausscheiden beantragt, 
weil er den Betreffenden aus ganz besonderen und 
erheblichen Gründen zur Verwendung in der Schutz- 
truppe für ungeeignet hält und der Gouverneur sowie 
der Reichskanzler diesen Gründen zustimmt; 
e) falls einem Angehörigen der Schutztruppen aus ganz 
besonderen Gründen der ihm gemäß 8 18a zustehende 
Heimathsurlaub früher bewilligt werden mußte, als 
dies nach den dort angeführten Bestimmungen üblich 
ist. In diesem Falle erlischt das bestehende Dienst- 
verhältniß mit dem letzten Tage des Urlaubs; 
f)Ausscheiden auf Grund gegenseitiger Einwilligung ist 
nur in Südwestafrika statthaft. (Siehe Anlage 8.) In 4 
8 23. Entlassungsmodus. 
Das Ausscheiden aus den Schutztruppen wird von der- 
jenigen Stelle, welche die Zutheilung angeordnet hat, zu einem 
im Voraus zu bestimmenden Zeitpunkte verfügt. In der Regel 
geschieht dies so rechtzeitig, daß die Ausscheidenden an dem 
betreffenden Tage in Deutschland wieder eingetroffen sein können. 
§ 24. Wiedereintritt in das Heer oder die Marine. 
9. Soll in Gemäßheit des § 3 des Gesetzes, betreffend die 
Kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten 2c., 
der Wiedereintritt in das Reichsheer bezw. die Marine erfolgen, 
so sind die erforderlichen Vereinbarungen mit dem Militär- 
bezw. Marine-Kabinet Seiner Majestät des Kaisers oder mit 
dem betreffenden Kriegsministerum bezw. dem Reichs-Marineamt 
vorher herbeizuführen. Insofern die Uebernahme erfolgt, ohne 
daß eine etatsmäßige Stelle frei ist, werden die Gebührnisse 
der neuen Stelle — einschließlich Bekleidungsentschädigung, 
Unterkunft u. s. w. — aus Mitteln des Schutzgebiets bis zum 
Freiwerden einer solchen vergütet. Im Uebrigen finden die 
Entlassungen aus den Schutztruppen nach den für die Ent- 
lassungen aus dem Heere bestehenden Festsetzungen statt. 
Insoweit die Betreffenden noch dienstpflichtig sind, treten sie 
zum Beurlaubtenstande des Heeres oder der Marine über.
        <pb n="746" />
        16 
Zweiter Theil. 
Verwaltungs-Angelegenheiten. 
  
Abschnitt v. 
Allgemeines. 
§ 25. Inten dantur. 
Die auf die öSkonomischen Angelegenheiten der Schutz- 
truppen bezüglichen örtlichen Geschäfte werden von der „In- 
tendantur“ erledigt, deren Funktionen, falls eine besondere 
Dienststelle im Etat nicht vorgesehen ist, nach Bestimmung des 
Gouverneurs im Nebenamt übertragen werden. Diese öko- 
nomischen Angelegenheiten sind insbesondere: 
Die Besoldung und Verpflegung, Unterbringung, 
Bekleidung, Beschaffung von Waffen und Munition, 
das Magazinwesen, ferner die Etatskontrole, sowie 
überhaupt das gesammte Kassen= und Rechnungswesen 
der Schutztruppe. 
Die Intendantur steht, für die Angelegenheiten der Schutz= 
truppe, unter der Oberleitung des Kommandeurs mit den sich 
aus dessen Unterstellung unter den Gouverneur ergebenden 
Einschränkungen. In den ökonomischen Angelegenheiten werden 
die Schutztruppen nach außen hin durch den Kommandeur ver- 
treten. Derselbe kann diese Befugniß unter eigener Ver- 
antwortung auf ihm nachgeordnete Organe übertragen. 
Zur Uebernahme finanzieller Verbindlichkeiten ist überall 
die Mitzeichnung des Intendanten erforderlich. 
Wenn der Intendantur Anordnungen des Kommandeurs 
der gesetzlichen oder reglementarischen Begründung zu entbehren 
oder aus ökonomischen Rücksichten bedenklich scheinen, so hat sie
        <pb n="747" />
        17 
dem Kommandeur hiervon Kenntniß zu geben, welcher im Falle 
der Ablehnung des Antrages der Intendantur die Entscheidung 
des Gouverneurs einzuholen hat. 
§ 26. Verwaltungsgeschäfte beim Stabe der Schutz- 
truppen und auf den Stationen. 
Die Kassengeschäfte werden beim Stabe von der Haupt- 
kasse des Gouvernements, bei den Stationen von der betreffen- 
den Bezirks= oder Stations-Kasse erledigt. 
Bezüglich der ökonomischen Angelegenheiten ressortiren die 
Stationen der Schutztruppe von der Intendantur. 
Für die ordnungsmäßige Verwaltung der Station ist der 
Stationschef und mit ihm der Rechnungsführer verantwortlich, 
wenn ein solcher der Station zugetheilt ist. 
Für das Kassen= und Rechnungswesen gelten die für die 
Hauptkasse sowie für die Bezirks= und Stations-Kassen er- 
lassenen Vorschriften. 
Abschnitt VI. 
Beimaths- und Jamilienzahlungen. 
§ 27. Vermittelung der Heimaths= und Familien= 
zahlungen. 
Die deutschen Militärpersonen der Schutztruppen können 
durch Vermittelung der Hauptkasse des Gouvernements für 
eigene Rechnung Zahlungen in die Heimath einmalig (Heimaths= 
zahlungen) und zur Unterstützung von Angehörigen fortlaufend 
(Familienzahlungen) leisten. Der Kommandeur bleibt dafür 
verantwortlich, daß die Höhe der Familienzahlungen so bemessen 
wird, daß den betreffenden Personen die erforderlichen Mittel 
für ihre dienstliche Stellung verbleiben. 
§ 28. Einstellung der Heimaths= und Familien= 
zahlungen. 
Zur Vermeidung von Ueberhebungen bei Familienzahlungen 
ist jede Veränderung in der Zahlung, welche in dolge des 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen.
        <pb n="748" />
        W 
18 
Ablebens oder der Entlassung des Anweisenden stattfinden muß, 
unverzüglich dem Auswärtigen Amt, Kolonial-Abtheilung, an- 
zuzeigen. 
Kann bei Todesfällen 2c. die Einstellung der Zahlung nicht 
rechtzeitig veranlaßt werden, so werden die durch Einzahlung 
bei der Kasse des Gouvernements nicht gedeckten Beträge als 
Unterstützung angesehen und von dem Auswärtigen Amt, 
Kolonial-Abtheilung, besonders angewiesen. Die Ansprüche der 
Hinterbliebenen auf die gesetzlichen Gnadengebührnisse werden 
hierdurch nicht beeinträchtigt. 
Stirbt der Empfangsberechtigte, so sind die Familien= 
zahlungen einzustellen, und ist der Kommandeur der Schutztruppe 
hiervon in Kenntniß zu setzen. War dieser Empfangsberechtigte 
die Ehegattin des Anweisenden und hinterläßt dieselbe minder- 
jährige Kinder, so wird zu deren Unterhalt die Familienzahlung 
so lange an die durch Bescheinigung der Ortsbehörde an- 
erkannten Versorger der Kinder fortgezahlt, bis seitens des 
Zahlungsanweisers anderweitig darüber verfügt wird. 
Abschnitt VII. 
Gebührnisse. 
§ 29. Gehalt und Löhnung. 
(Siehe Anlage 9.) 
Jede einer Schutztruppe zugetheilte deutsche Militärperson 
erhält vom Tage ihrer Uebernahmes) auf den Etat der Schutz- 
truppe bis einschließlich des Tages ihres Ausscheidens?) das 
Gehalt, welches für die von ihr eingenommene Dienststellung 
nach dem Etat ausgeworfen ist. Dasselbe wird, wenn die 
Uebernahme nicht am ersten bezw. das Ausscheiden nicht am 
*) Sofern im Einzelfalle besondere Bestimmung nicht getroffen 
wird, gilt als Tag der Uebernahme der Tag der Abreise vom Truppen- 
theil, als Tag des Ausscheidens der Entlassungstag in Deutschland.
        <pb n="749" />
        19 
letzten Tage eines Monats erfolgt, tageweise, sonst monatlich 
im Voraus gezahlt. 
Betreffs der Gehaltsabzüge ꝛc. siehe Anlage 5c. 
Wegen der Gebührnisse bei einem Urlaube nach Europa 
siehe § 18 der Sch. O. und wegen des im Pensionsfalle bis 
zum Eintritt der Pensionszahlung zuständigen Gehaltes § 13 
des Gesetzes vom 7./18. Juli 1896. 
Bei einem die Gebührnisse beeinflussenden Wechsel der 
Dienststellung sind die höheren Gebührnisse der neuen Stelle 
im Falle ihrer Verfügbarkeit mit Beginn desjenigen Monats, 
in dem die betreffende Veränderung erfolgt, andernfalls sind 
die Gebührnisse der neuen Stelle erst mit dem Zeitpunkt ihrer 
Verfügbarkeit zuständig. 
§ 30. Ausrüstung. 
(Siehe auch Anlage 10.) 
Die Uniformirung und Bewaffnung der den Schut- 
truppen zugetheilten deutschen Militärpersonen erfolgt nach 
den Bestimmungen Seiner Majestät des Kaisers. Die im 
Offizier-Range stehenden deutschen Militärpersonen erhalten bei 
ihrer Uebernahme ein einmaliges Ausrüstungsgeld von je 
1200 M, die im Deckoffizier-Range stehenden ein solches von 
je 1000 M. 
Dafür sind die Betreffenden verpflichtet, nach Maß- 
gabe der Bekleidungs= 2c. Etats Bekleidung, Ausrüstung 
und Bewaffnung, letztere soweit es sich um blanke Waffen 
handelt, zu persönlichem Eigenthum zu beschaffen, in brauch- 
barem Zustande zu erhalten und zu ergänzen. Während des 
Aufenthalts in Afrika ist die Beschaffung aus den Magazinen 
der Schutztruppe gegen Bezahlung des Selbstkostenpreises 
gestattet. 
Inwieweit den vorgedachten Personen Inventariengegen- 
stände, Schußwaffen und Munition aus den Magazinen der 
Schutztruppen unentgeltlich zu liefern sind, bestimmt bis zur 
Feststellung der Bekleidungs= 2c. Etats der Kommandeur. 
–. 
—
        <pb n="750" />
        20 
Beim Ausscheiden aus der Schutztruppe haben sie die in 
solcher Weise empfangenen Inventariengegenstände, Schußwaffen 
bezw. nicht verbrauchte Munition an die Magazine zurück- 
zugeben. 
Nach Ablauf einer dreijährigen Zugehörigkeit zur Schutz= 
truppe erhalten diese Personen beim Beginn jedes weiteren 
Dienstjahres, sosern für dasselbe eine ausdrücklich genehmigte 
Dienstverpflichtung bezw. Kapitulation vorliegt, ein Drittel des 
beim Eintritt in die Schutztruppe zuständigen Ausrüstungsgeldes. 
Erscheint bei außergewöhnlichen Verlusten oder Beschädigungen 
der Ausrüstung und Bekleidung eine frühere oder reichlichere 
Beihülfe billig, so entscheidet hierüber der Reichskanzler. 
Vorstehende Bestimmungen finden auch auf die beim Ober- 
kommando verwendeten, Schutztruppenuniform tragenden Offiziere 
und Sanitätsoffiziere entsprechende Anwendung. 
Den im Unteroffizier= oder Gemeinen-Rang stehenden 
deutschen Militärpersonen werden bei ihrer Uebernahme Be- 
kleidung und Ausrüstung, Waffen und Munition nach Maß- 
gabe des Bekleidungs= r2c. Etats, zunächst unentgeltlich, 
geliefert. Sie erhalten davon eine völlige Reiseausrüstung als- 
bald in Berlin, die übrigen Sachen bei ihrem Eintreffen in 
Afrika aus den dortigen Magazinbeständen. 
Eigenthumsrechte stehen diesen Militärpersonen an den ihnen 
von der Truppe gelieferten und für deren Rechnung auch zu 
unterhaltenden Bekleidungs= 2c. Gegenständen — abgesehen 
von der weiter unten erwähnten Einschränkung — nicht zu. 
Ob und inwieweit im Falle vorsätzlicher Beschädigungen 
der Betreffende zur Erstattung der Wiederherstellungs= oder 
Neubeschaffungskosten heranzuziehen ist, entscheidet der nächst- 
zuständige mit Disciplinarstrafgewalt versehene Befehlshaber. 
Beim Ausscheiden aus der Truppe werden diesen Militär= 
personen die zur Rückreise nach Deutschland erforderlichen Be- 
kleidungsgegenstände von der Truppe mitgegeben und zur freien 
Verfügung belassen. 
Außer den in Natura zu liefernden Gegenständen erhält 
jede im Unteroffizier= oder Gemeinen-Rang stehende deutsche
        <pb n="751" />
        21 
Militärperson der Schutztruppen zur Beschaffung von kleineren 
Bedarfsgegenständen eine Vergütung. Dieselbe wird vor Antritt 
der Ausreise mit 50 M gezahlt. Nach Ablauf einer erstmaligen 
Dienstperiode — siehe § 6 — werden den im Unteroffizier- 
range stehenden deutschen Militärpersonen beim Beginn jedes 
weiteren Dienstjahres je 25 J4 gewährt. Neben diesen ein- 
maligen Beträgen erhalten die Letzteren fortlaufend vom Tage 
der Uebernahme auf den Etat der Schutztruppe bis einschließlich 
des Tages des Ausscheidens monatlich 5 Xx nach demselben 
Modus wie das Gehalt.7) 
§ 31. Reise= und Umzugsgebührnisse. 
Beim Eintritt in eine Schutztruppe und beim Ausscheiden 
aus derselben werden die deutschen Militärpersonen auf Kosten 
des betreffenden Schutzgebiets von Berlin ab= bezw. nach 
Berlin oder dem sonstigen Entlassungsort in Deutschland zurück- 
befördert. 
An Stelle der freien Beförderung kann eine Pauschsumme 
gezahlt werden, aus welcher auch die Kosten für den Transport 
der Effekten zu bestreiten sind und welche unter Berücksichtigung 
der jeweiligen Fahrpreise vom Auswärtigen Amt, Kolonial= 
Abtheilung, festgesetzt wird. 
Hierbei ist für den im Passagepreis mit einbegriffenen 
Anspruch auf freie Schiffsverpflegung ein Abzug zu machen, 
welcher für die im Offizier= und im Deckoffizier-Rang stehenden 
Militärpersonen 3 J, für die im Unteroffizier-Rang stehenden 
Militärpersonen 2 ¾ pro Tag der durchschnittlichen Dauer 
der Seereise beträgt. Ausgenommen hiervon sind diejenigen 
Schutztruppen-Angehörigen, welche im Schutzgebiet freie Ver- 
pflegung erhalten. 
Aus Anlaß der Zutheilung zur Schutztruppe oder des 
Ausscheidens aus derselben etwa nothwendig werdende besondere 
Umzugskosten können den Militärpersonen unter sinngemäßer 
*) Für die Angehörigen der Schutztruppe für Südwestafrika sind 
unter Ausschluß von Nachzahlungen die vom Tage des Inkrafttretens 
dieser Bestimmungen ab fällig werdenden Bezüge zuständig.
        <pb n="752" />
        10. 
L 
22 
Anwendung der für die Beamten des auswärtigen Dienstes 
bestehenden Vorschriften vergütet werden. 
Die deutschen Militärpersonen haben bei ihrem Eintritt 
für die Reise von dem letzten Wohnort nach Berlin und bei 
ihrem Ausscheiden für die Reise von Berlin oder dem sonstigen 
Entlassungsort in Deutschland nach ihrem künftigen Wohnorte 
Anspruch auf diejenigen Gebührnisse, welche Angehörigen des 
Reichsheeres bezw. der Marine bei Einziehungen und Ent- 
lassungen zustehen. 
§ 32. Sonstige Gehührnisse. 
Die zu einer Schutztruppe verpflichteten deutschen Militär- 
personen haben bis zur Beendigung der Dienstantritts= oder 
Dienstaustrittsreise für ihren Unterhalt selbst zu sorgen. Nur 
die Unteroffiziere und Gemeinen der südwestafrikanischen 
Schutztruppe erhalten für diejenigen Reisetage, an welchen sie 
nach Obigem nicht frei verpflegt werden, einen Verpflegungs- 
zuschuß, und zwar die Unteroffiziere je 4 X, die Gemeinen 
je 3 IX täglich. 
In Afrika erhalten die deutschen Militärpersonen freie 
Unterkunft nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse, freie 
ärztliche Behandlung und Arzneimittel, sowie freie Verpflegung 
in einem Lazareth und an Bord bei dienstlichen Einschiffungen. 
Die nicht im Offizier= oder im Deckoffizier-Range stehenden 
Angehörigen der Schutztruppe für Südwestafrika erhalten 
im Schutzgebiete grundsätzlich freie Verpflegung. Letztere wird 
auch den im Offizier= und im Deckoffizier-Range stehenden 
Angehörigen dieser Schutztruppe bei Expeditionen gewährt. Ob 
und inwieweit in Ostafrika, Kamerun und Togo bei Expeditionen 
freie Verpflegung und Tagegelder zuständig sind, wird durch 
die Verpflegungs-Vorschriften für die betreffenden Schutzgebiete 
bestimmt. Art und Umfang der freien Verpflegung wird im 
Verwaltungswege festgesetzt. 
Die Lieferung von Verpflegungsmitteln an nach Vor- 
stehendem zum unentgeltlichen Empfange nicht Berechtigte kann 
erforderlichenfalls auch aus den Magazinen der Schutztruppen
        <pb n="753" />
        23 
gegen Bezahlung stattfinden. Die Preise richten sich nach den 
Selbstkosten unter Erhöhung um einen angemessenen Prozentsatz 
zur antheiligen Deckung der Verwaltungsausgaben. 
Insoweit in den Schutzgebieten Speiseanstalten eingerichtet 
werden, sind die unverheiratheten Militärpersonen zu deren Be- 
nutzung nach Maßgabe der vom Kommandeur der Schutztruppe 
zu treffenden Bestimmungen verpflichtet. 
Dritter Theil. 
Farbige. 
Abschnitt VIll. 
§ 33. Ergänzung. 
Die Ergänzung der Farbigen findet durch Werbung in 
den Schutzgebieten statt. Werbungen in anderen Ländern unter- 
liegen der Genehmigung des Reichskanzlers. 
Die Regelung der Dienstverhältnisse*) der Farbigen erfolgt 
durch Werbekontrakte mit dem Stabe der Schutztruppe. 
Die Grundsätze für die Aufstellung der Werbekontrakte 
bedürfen der Genehmigung des Gouverneurs. Der Kommandeur 
der Schutztruppe ist die höchste Instanz für die Farbigen. In 
den sie betreffenden Angelegenheiten ist die Genehmigung des 
Gouverneurs nur erforderlich, wenn Maßnahmen von politischer 
Bedeutung oder von besonderem öffentlichen Interesse in Frage 
stehen. 
Die Verhängung der Todesstrafe bedarf der Genehmigung 
des Gouverneurs. Läßt sich auf einer im Innern befindlichen 
*) Dienstverpflichtung, Gebührnisse (Löhnung, Verpflegung, Be- 
kleidung), Versorgung.
        <pb n="754" />
        24 
Station oder militärischen Expedition aus zwingenden Gründen 
die sofortige Vollstreckung eines Todesurtheils nicht vermeiden, 
so hat der betreffende Befehlshaber das mit Gründen zu ver- 
sehende Todesurtheil nachträglich durch Vermittelung des Kom- 
mandeurs an den Gouverneur einzureichen.“ 
Bei Regelung und Handhabung der Disciplin und der 
strafrechtlichen Verhältnisse der Farbigen sind die Gewohnheiten 
der betreffenden Volksstämme in Betracht zu ziehen. Die 
hierbei zu befolgenden Grundsätze bedürfen der Genehmigung 
des Gouverneurs. 
Die Beförderung der Farbigen zu Chargen und zum 
Offizier geschieht nach Maßgabe des Etats durch den Kom- 
mandeur; der Kommandeur verfügt, wenn erforderlich, die Ent- 
fernung aus ihrer Charge. 
§ 34. Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung. 
Die Festsetzung der Proben für Uniforms= und Aus- 
rüstungsgegenstände sowie für die Waffen der Farbigen trifft 
der Reichskanzler nach Anhörung des Kommandeurs und 
Gouverneurs.
        <pb n="755" />
        Anlagen.
        <pb n="756" />
        <pb n="757" />
        27 
Aulage 1 zu 8 2. 
G□ 
Ich bestimme auf Ihren Vortrag Folgendes: 
Die in den afrikanischen Schutzgebieten zur Verwendung 
gelangenden Schutztruppen werden dem Reichskanzler unterstellt. 
In weiterer Folge unterstehen sie dem betreffenden Gouverneur 
oder Landeshauptmann und demnächst dem Kommandeur. Ob 
und inwieweit diese Unterstellung unter den Gouverneur bezw. 
Landeshauptmann eintretenden Falles auf deren Stellvertreter 
überzugehen hat, bestimmt der Reichskanzler. Sie haben hier- 
nach die weiteren Vorschriften über Neuorganisation der Schutz- 
truppen zu erlassen. 
An Bord M. w. „Hohenzollern“ den 16. Juli 1896. 
gez. Wilhelm I. R. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler.
        <pb n="758" />
        <pb n="759" />
        12. 
29 
Aulage La zu § 6. 
Gedingungen und Nachrichten, 
betreffend den Uebertritt von Unteroffizieren 2c. und 
Mannschaften in die Kaiserliche Schutztruppe für 
Südwestafrika. 
  
1. Die Unteroffiziere 2c. und Mannschaften der Kaiserlichen 
Schutztruppe für Südwestafrika werden auf Grund frei- 
williger Meldungen dem aktiven Dienststande des Reichs- 
heeres bezw. der Kaiserlichen Marine und, soweit Mann- 
schaften in Frage kommen, dem 2. Jahrgange entnommen. 
2. Vollkommene Feld= und Tropendienstfähigkeit — vergleiche 
Anlage 3 —, gute dienstliche und außerdienstliche Führung, 
absolute Zuverlässigkeit, solider Lebenswandel, gute mili- 
tärische Ausbildung, vor Allem im Felddienst und im 
Schießen, Fähigkeit zu selbstständigem Handeln sind un- 
erläßliche Bedingungen. 
3. Die in die Schutztruppe Uebertretenden scheiden aus dem 
Etat ihres bisherigen Truppentheils aus und treten in 
den der südwestafrikanischen Schutztruppe über. Sie kapi- 
tuliren mit dem Kaiserlichen Kommando der Schutztruppe 
für Südwestafrika vorher für den Zeitraum von 3 Jahren. 
4. Die Fechtweise der südwestafrikanischen Schutztruppe ist 
im Allgemeinen die der Infanterie. Wegen der aus- 
gedehnten Entfernungen werden jedoch die Märsche zu 
Pferde ausgeführt. Es ist daher nothwendig, daß die sich 
Meldenden, soweit sie den Fußtruppen entnommen werden, 
Neigung und einiges Geschick zum Reiten, Körpergewicht 
nicht über 70 kg, sowie Kenntniß in der Behandlung und 
Wartung von Pferden haben. Bei Kavalleristen ist be- 
sonderer Werth auf gute Ausbildung im Schießen zu legen.
        <pb n="760" />
        30 
13. 5. 
14. 6. 
7. 
15. 8. 
Der Zeitpunkt des Zusammentritts von Ablösungs= oder 
Verstärkungs-Transporten wird vom Oberkommando der 
Schutztruppen festgesetzt. Die Transporte werden durch 
dasselbe in Berlin zusammengestellt, eingekleidet und über 
Hamburg nach Südwestafrika instradirt. 
Für Unterbringung in Berlin bis zur Abfahrt nach Ham- 
burg sorgt das Oberkommando der Schutztruppen. Die 
Unterbringung erfolgt ohne Verpflegung. Für die Dauer 
des Aufenthalts in Berlin bis einschließlich des Abfahrts- 
tages von Hamburg erhalten die Unteroffiziere 2c. je 4, 
die Gemeinen je 3 &amp; pro Tag außer ihrer Löhnung. 
Nach beendeter Dienstzeit bei der Truppe haben Unter- 
offiziere 2c. und Mannschaften Anspruch auf freie Rück- 
beförderung in ihre Heimath. Vom Entlassungs= bis zum 
selbstgewählten Aufenthaltsorte sind die Gebührnisse für 
Entlassene nach den Vorschriften für die Armee und Marine 
zuständig. 
Die den Einberufenen mitgegebenen Bekleidungs= und 
Ausrüstungsstücke gelangen durch das Oberkommando der 
Schutztruppen an den Truppentheil zurück.
        <pb n="761" />
        den 189 
tfapitulations-Verhandlung. 
  
Der (Charge, Vor= und Familienname), geboren am 
.·.... zu (Ort, Verwaltungsbezirk, Bundesstaat) 
welcher (ovrv. bkbis bei 
(genaue Bezeichnung des Truppentheils) 
gedient hat, will eine Kapitulation eingehen. 
Der Genannte erklärt: 
Ich kapitulire vom") bis 
mit dem Keiserlichen Kommando der Schutztruppe für Süd= 
westafrika und erkläre, daß ich diesen Entschluß selbstständig 
und (bei Minorennen mit Genehmigung des Vaters oder Vormundes) 
nach reiflicher Ueberlegung gefaßt habe. 
Mir ist bekannt, daß diese Kapitulation aufgehoben werden 
kann, sobald meine Versetzung in die zweite Klasse des Sol- 
datenstandes oder meine Degradation erfolgt, oder sobald ich 
zu einer Freiheitsstrafe von sechs Wochen oder zu einer höheren 
Strafe gerichtlich verurtheilt werde. Auch weiß ich, daß bei 
einer Mobilmachung oder bei einer von Seiner Mojestät dem 
Kaiser angeordneten Verstärkung meines Truppentheils ich erst 
nach der Demobilmachung, bezw. nachdem die Umstände, welche 
Veranlassung zu der Verstärkung waren, beseitigt sind, meine 
Entlassung aus dem Dienste fordern darf, sowie daß ich wie 
alle übrigen Mannschaften des aktiven Dienststandes versetzt 
werden kann. 
  
*) Tag der Uebernahme in die Schutztruppe.
        <pb n="762" />
        32 
Es ist mir ferner eröffnet worden, daß vorzeitig mein Aus- 
scheiden aus der Schutztruppe verfügt werden kann, wenn mich 
deren Kommandeur zur Verwendung in der Schutztruppe für 
ungeeignet hält und der Gouverneur sowie der Reichskanzler 
den hierfür vom Kommandeur geltend gemachten Gründen 
zustimmt. 
Auch ist mir bekannt, daß mein Dienstverhältniß mit dem 
letzten Tage eines mir vor Ablauf der vorgeschriebenen Auf- 
enthaltsdauer im Schutzgebiet gewährten Heimathsurlaubs 
erlischt. 
Indem ich mich diesen Bedingungen ausdrücklich unter- 
werfe, bitte ich, zu meiner Kapitulation die Bestätigung des 
Kaiserlichen Oberkommandos der Schutztruppen 7) einzuholen. 
v. g. u. 
(Vor= und Zuname des Kapitulanten.) 
g. w. o. 
(Name.) 
(Hauptmann und Kompagnie-Chef.) 
  
*) Gilt nur für die erste Kapitulation (siehe Sch. O. 8§ 10).
        <pb n="763" />
        33 
Aulage Sb zu 6. 
Verordnung, 
betreffend die Erfüllung der Dienstpflicht bei der 
Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, 
König von Preußen 2c. 
verordnen auf Grund des Artikels III des Gesetzes, betreffend 
die Kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten 
und die Wehrpflicht daselbst (R. G. B. 1896 S. 187), im 
Namen des Reichs, was folgt: 
§ 1. 
Angehörigen des Reichsheeres oder der Kaiserlichen Marine, 
welche auf Grund freiwilliger Meldung der Schutztruppe für 
Südwestafrika zugetheilt werden, wird die Zeit, während 
welcher sie bei der Schutztruppe dienen, auf die aktive Dienstzeit 
im Heere oder in der Kaiserlichen Marine angerechnet. 
82. 
Wehrpflichtige Reichsangehörige, welche in dem südwest- 
afrikanischen Schutzgebiete ihren Wohnsitz haben, werden zur 
Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht auf ihren Wunsch in die 
Schutztruppe für Südwestafrika eingestellt. Der Beibringung 
eines Meldescheins zum freiwilligen Eintritt bedarf es für 
diesen Fall nicht. Die Regelung der ihnen zu gewährenden 
Löhnung und ihrer sonstigen Gebührnisse bleibt Unserer 
weiteren Verordnung vorbehalten. 
83. 
Mit dem Berechtigungsschein zum einjährig-freiwilligen 
Dienst versehene Wehrpflichtige, welche in dem südwestafrikanischen 
Schutzgebiet ihren Wohnsitz haben, dürfen zum einjährig-frei- 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen. 3
        <pb n="764" />
        34 
willigen Dienst in die Schutztruppe für Südwestafrika ein- 
gestellt werden. 
§ 4. 
Die Einstellung der in den §§ 2 und 3 gedachten Per- 
sonen erfolgt durch den Kommandeur der Schutztruppe, welcher 
im Einverständniß mit dem Landeshauptmann die Einstellungs- 
termine bestimmt. Von jeder Einstellung eines Wehrpflichtigen 
ist unter Angabe des Geburtsortes und -Tages der Civilvorsitzende 
der zuständigen heimathlichen Ersatzkommission zu benachrichtigen. 
§5. 
Die in den §§ 2 und 3 gedachten Personen können von 
dem Landeshauptmann nach Anhörung des Kommandeurs vor 
Ablauf der gesetzlichen aktiven Dienstzeit beurlaubt werden. 
86. 
Nach beendeter aktiver Dienstzeit in der Schutztruppe 
treten sämmtliche Mannschaften zum Beurlaubtenstande des 
Heeres oder der Kaiserlichen Marine über. 
Kehren sie nach Deutschland zurück, so sind sie den 
heimathlichen Bezirkskommandos, behalten sie ihren Wohnsitz 
im Schutzgebiet oder verlegen denselben ins Ausland, demjenigen 
Bezirkskommando (I—IV) Berlin, welchem sie ihrer Waffen- 
gattung rc. nach angehören, durch den Kommandeur der 
Schutztruppe zu überweisen. 
§ 7. 
Diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche 
der aktiven Dienstpflicht ganz oder theilweise in der Schutz- 
truppe für Südwestafrika genügt haben, sind, so lange sie 
ihren dauernden Aufenthalt im südwestafrikanischen Schutzgebiete 
haben, vom Dienste im Heere oder in der Kaiserlichen Marine 
zurückgestellt, können aber innerhalb der für das Heer be- 
stimmten Grenzen zu Uebungen in der Schutztruppe eingezogen 
werden. 
8 8. 
Das Kommando der Schutztruppe für Südwestafrika hat 
über sämmtliche im Schutzgebiete sich dauernd aufhaltende Per-
        <pb n="765" />
        35 
sonen des Beurlaubtenstandes Kontrole zu führen und zum 
1. Januar jedes Jahres dem Reichskanzler (Auswärtiges Amt, 
Kolonial-Abtheilung) die namentliche Liste einzureichen. Diese 
Liste ist dem Königlich Preußischen Kriegsministerium behufs 
Mittheilung an die kontrolirenden Bezirkskommandos zuzustellen. 
89. 
Von jeder Heranziehung der Personen des Beurlaubten- 
standes zur nothwendigen Verstärkung der Schutztruppe sowie 
von jeder Einziehung zur Uebung ist durch den Kommandeur 
der Schutztruppe das kontrolirende Bezirkskommando unter 
Angabe der Dauer der Dienstleistung zu benachrichtigen. 
Der Militärpaß ist entsprechend zu vervollständigen. 
§ 10. 
Diese Verordnung hat auch für die der Schutztruppe für 
Südwestafrika mit dem 26., 27. und 28. Mai 1896 zugetheilten 
deutschen Militärpersonen Geltung. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift 
und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Berlin im Schloß, den 30. März 1897. 
(L. S.) gez. Wilhelm I. R. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe.
        <pb n="766" />
        36 
Zu Aulage 2b zu § 6. 
In Verfolg des 82 der Verordnung vom 30. März 1805, 
betreffend die Erfüllung der Dienstpflicht bei Meiner Schutz- 
truppe für Südwestafrika, bestimme Ich, was folgt: 
Die zur Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht in Meine 
Schutztruppe für Südwestafrika eingestellten Wehrpflichtigen er- 
halten, solange sie noch in Ausübung ihrer gesetzlichen Dienst- 
pflicht begriffen sind, eine Löhnung von monatlich 50 Mark, 
für die Dauer ihrer Theilnahme an kriegerischen Unternehmungen 
dagegen die bei der Schutztruppe übliche volle Reiterlöhnung. 
Hinsichtlich aller sonstigen Gebührnisse sind sie den der Schutz- 
truppe zugetheilten übrigen deutschen Mannschaften — siehe § 3 
des Gesetzes vom 7. Juli 1896 — gleichgestellt. 
Die Einjährig-Freiwilligen erhalten freie Unterkunft nach 
Maßgabe der örtlichen Verhältnisse. Abgesehen von kriegerischen 
Unternehmungen, für deren Dauer die Fürsorge in dieser Be- 
ziehung vom Kommando auf Rechnung der Landesverwaltung 
übernommen wird, haben sie sich selbst zu verpflegen, zu be- 
kleiden und auszurüsten sowie auch beritten zu machen. Sie 
sind berechtigt, gegen eine Vergütung von täglich 2 Mark sich 
in die Naturalverpflegung der Truppe aufnehmen, gegen Er- 
stattung der Selbstkosten aus Truppenbeständen bekleiden und 
ausrüsten sowie gegen eine Entschädigung von 210 Mark von 
der Truppe beritten machen zu lassen. Neben dem letzteren 
Betrage ist für die Unterhaltung des Pferdes, einschließlich 
Hufbeschlag und sonstigen Aufwendungen, eine besondere Ver- 
gütung nicht zu entrichten. 
Ich ermächtige Sie, zu der gegenwärtigen Ordre Erläute- 
rungen zu ertheilen und Abänderungen zu treffen, soweit solche 
nicht von grundsätzlicher Bedeutung sind. 
Gegeben Berlin, den 25. Mai 1898. 
(L. 8.) gez. Wilhelm I. R. 
gqgez. Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler (Auswärtiges Amt; 
Kolonial-Abtheilung).
        <pb n="767" />
        Aulage 3 zu 97. 
Anforderungen 
an die körperlichen Eigenschaften der in den afrika- 
1. 
2. 
nischen Dienst einzustellenden Militärpersonen. 
  
Die in den afrikanischen Dienst einzustellenden Militär- 
personen sollen in Bezug auf körperliche Brauchbarkeit zu 
diesem besonderen Dienst militärärztlich untersucht werden. 
Die Untersuchung ist mit aller Gründlichkeit vorzunehmen 
und über den Befund ein militärärztliches Zeugniß unter 
Berücksichtigung des § 90 der D. A. vom 1. 2. 94 aus- 
zustellen. 
a) Die bezeichneten Militärpersonen sollen frei sein von 
denjenigen Fehlern und Gebrechen, wodurch die Feld- 
dienstfähigkeit aufgehoben wird, und sollen, um die mit 
dem afrikanischen Dienst verbundenen bedeutenden An- 
strengungen und klimatischen Schädlichkeiten ertragen 
zu können, besonders auch einen kräftigen Körperbau 
und völlige Gesundheit, namentlich ein gesundes, kräf- 
tiges Herz und gesunde Athmungs= und Verdauungs- 
werkzeuge besitzen. Dazu gehört auch das Fehlen 
jeglicher durch Erblichkeit bedingten Krankheitsanlage 
dieser Organe. Personen, welche früher an Magen- 
und Darmkatarrhen, an Gelbsucht, Ruhr oder vor 
Kurzem an konstitutioneller Syphilis gelitten haben, 
ferner Personen, bei welchen Neigung oder Anlagen 
zu Geschwüren und Hautkrankheiten oder chronischen, 
sich leicht verschlimmernden inneren Leiden (Rheuma- 
tismus rc.), zu Blutstockungen und Kongestionen nach
        <pb n="768" />
        dem Gehirn, den Lungen, dem Herzen oder anderen 
wichtigen Organen sich finden, sind nicht für brauchbar 
für den afrikanischen Dienst zu erachten. 
b) Von einer Verwendung bezw. Wiederverwendung in 
dem afrikanischen Dienst sind auszuschließen diejenigen 
Militärpersonen, welche sich nachweislich dem chronischen 
Morphium-, Kokain= und Alkoholgenuß hingegeben haben 
oder noch hingeben. 
c) Von einer Verwendung bezw. Wiederverwendung in 
dem afrikanischen Dienst sind auszuschließen diejenigen 
Militärpersonen, deren Sehschärfe (auf jedem Auge 
besonders gemessen) auf einem Auge weniger als ½ 
der normalen beträgt, ferner Kurzsichtige und Fern- 
sichtige, deren Refraktionsstörungen nicht mehr durch 
ein Konkav-Glas Nr. 12 bezw. durch ein Konvex-Glas 
Nr. 20 ausgeglichen werden können, und welche nach 
Ausgleich der Refraktionsfehler auf einem Auge weniger 
als 2/3 der gewöhnlichen Sehschärfe besitzen. 
Volle Sehschärfe ist dann vorhanden, wenn Reihe 6 
nach Snellen in 6 Meter Entfernung mit jedem Auge 
einzeln gelesen wird. 
3. Die von den betreffenden Militärpersonen früher über- 
standenen Krankheiten, wie auch etwaige in den Familien 
derselben erbliche oder verbreitete Erkrankungen sind bei 
Feststellung des ärztlichen Urtheils in Betracht zu ziehen 
und in dem militärärztlichen Zeugniß anzugeben. 
4. Die bezeichneten Militärpersonen müssen bei Gelegenheit 
der ärztlichen Untersuchung — Absatz 1 — geimpft werden, 
was in dem militärärztlichen Zeugniß zu bescheinigen ist; 
vermögen sie einen Impfschein beizubringen, welcher nach- 
weist, daß ihre Impfung innerhalb der der Untersuchung 
voraufgegangenen sechs Wochen stattgefunden hat, so ist 
von einer erneuten Impfung abzusehen und der gedachte 
Impfschein dem militärärztlichen Zeugniß beizufügen.
        <pb n="769" />
        39 
Aulage 4 zu 88. 
Auf Ihren Vortrag bestimme Ich für die afrikanischen 
Schutztruppen: 
Die Stellenbesetzung der Offiziere, Sanitätsoffiziere und 
oberen Militärbeamten und die eintretendenfalls erforderlich 
werdenden Beförderungen zu den Chargen bleiben Meiner 
Entscheidung vorbehalten. Die Chargenbezeichnungen haben 
denen Meines Heeres zu entsprechen. Die Offiziere und 
Sanitätsoffiziere erhalten Patente ihrer Chargen, die oberen 
Militärbeamten Bestallungen. Den von Ihnen hiernach zu 
stellenden Anträgen auf Zutheilungen und Beförderungen ist 
im Allgemeinen die heimische Anciennetät zu Grunde zu legen. 
Neues Palais, den 10. November 1896. 
gez. Wilhelm I. R. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler.
        <pb n="770" />
        <pb n="771" />
        41 
Aulage Fa zu § 13. 
I. Verordnung, 
betreffend die Einführung der deutschen Militär-= 
Strafgesetze in den afrikanischen Schutzgebieten. 
Vom 26. Juli 1896. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, 
König von Preußen 2c. 
verordnen auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die 
Rechtsverhältnisse der Deutschen Schutzgebiete (Reichs-Gesetzbl. 
1888 S. 75), im Namen des Reichs, was folgt: 
Einziger Paragraph. 
Die Militär-Strafgesetze des Deutschen Reichs treten in 
den afrikanischen Schutzgebieten gleichzeitig mit dem Gesetze, 
betreffend die Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten 
und die Ableistung der Wehrpflicht daselbst vom 7. Juli 1896 
mit der Maßgabe in Kraft, daß im Sinne des Militär-Straf- 
gesetzbuchs vom 26. Juni 1872 (Reichs-Gesetzbl. S. 173) unter 
Heer auch die Kaiserlichen Schutztruppen zu verstehen sind. 
Urkundlich unter Unserer Hoöchsteigenhändigen Unterschrift 
und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Merok, an Bord M. w. „Hohenzollern“, den 
26. Juli 1896. 
(L. S.) gez. Wilhelm. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe.
        <pb n="772" />
        <pb n="773" />
        43 
Anlage Sb zu 8 18. 
II. Verordnung, 
betreffend das strafgerichtliche Verfahren gegen 
Militärpersonen der Kaiserlichen Schutztruppen. 
Vom 26. Juli 1896. 
  
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, 
König von Preußen 2c. 
verordnen auf Grund des Artikels II § 4 des Gesetzes vom 
7. Juli 1896 wegen Abänderung des Gesetzes vom 22. März 
1891 (Reichs-Gesetzbl. S. 53), betreffend die Kaiserliche Schutz- 
truppe für Deutsch-Ostafrika, und des Gesetzes vom 9. Juni 
1895 (Reichs-Gesetzbl. S. 258), betreffend die Kaiserlichen 
Schutztruppen für Südwestafrika und für Kamerun, im Namen 
des Reichs, was folgt: 
§ 1. 
Das strafgerichtliche Verfahren gegen die Angehörigen der 
Schutztruppen richtet sich nach den Vorschriften der Preußischen 
Militär-Strafgerichtsordnung vom 3. April 1845, soweit nicht 
in Nachstehendem abweichende Bestimmungen getroffen sind. 
§ 2. 
Die Militär-Strafgerichtsbarkeit bei der Truppe wird 
verwaltet 
1. durch das Gericht des Oberkommandos der Schutz- 
truppen, 
2. durch Gouvernementsgerichte, 
3. durch Abtheilungsgerichte. 
83. 
Das Gericht des Oberkommandos der Schutztruppen be- 
steht aus dem Reichskanzler als Gerichtsherrn und einem mit 
Richterqualität versehenen vortragenden Rath als Auditeur.
        <pb n="774" />
        44 
Dem Reichskanzler steht die höhere Gerichtsbarkeit und die 
niedere Gerichtsbarkeit über alle Angehörigen der Kaiserlichen 
Schutztruppen zu, soweit dieselben nicht der Gerichtsbarkeit der 
Gouvernementsgerichte oder Abtheilungsgerichte unterstehen. 
In Deutschland befindliche Angehörige der Schutztruppen treten 
während ihres Aufenthalts daselbst unter die Gerichtsbarkeit 
des Oberkommandos der Schutztruppen. 
84. 
Das Gouvernementsgericht besteht aus dem Gouverneur 
oder Landeshauptmann als Gerichtsherrn und einem Auditeur. 
Dasselbe hat die höhere und niedere Gerichtsbarkeit über sämmt- 
liche Angehörige der ihm unterstellten Schutztruppe. 
§ 5. 
Ein Abtheilungsgericht wird gebildet bei jeder von dem 
zuständigen Gouverneur bezw. Landeshauptmann bestimmten 
Abtheilung. Dasselbe besteht aus dem Befehlshaber dieser 
Abtheilung als Gerichtsherrn und einem untersuchungsführen- 
den Offizier. 
Die Abtheilungsgerichte haben die niedere Gerichtsbarkeit 
über die zur Abtheilung gehörigen, sowie über die derselben 
vorübergehend überwiesenen Militärpersonen. 
Treten mehrere derartige Abtheilungen örtlich unter einen 
gemeinsamen Befehl, so übt der rangälteste Offizier die Befug- 
nisse des Gerichtsherrn über sie aus. 
§ 6. 
Zur Bildung eines Untersuchungsgerichts genügt in allen 
Fällen die Zuziehung eines Offiziers oder Sanitätsoffiziers 
als Beisitzer. 
Der Beisitzer hat in den Straffällen der Offiziere thun- 
lichst dem Dienstgrade des Angeschuldigten zu entsprechen. Bei 
solchen Verhandlungen, welche unter Zuziehung eines Aktuars 
oder eines durch Handschlag an Eidesstatt verpflichteten Pro- 
tokollführers aufgenommen werden, kann von Zuziehung eines 
Beisitzers abgesehen werden.
        <pb n="775" />
        45 
87. 
In Ermangelung eines Auditeurs können seine Obliegen- 
heiten durch einen zum Richteramte befähigten Beamten oder 
Offizier und, falls ein solcher nicht verfügbar ist, durch einen 
untersuchungsführenden Offizier oder einen anderen Offizier 
wahrgenommen werden. 
Die Vereidigung eines solchen Offiziers erfolgt nach 8 80 
der Militär-Strafgerichtsordnung. Jedoch bedarf es der Zu- 
ziehung eines weiteren Offiziers zur Vereidigung nicht. 
88. 
Spruchgerichte hinsichtlich sämmtlicher Angehörigen der 
Schutztruppen sind Kriegs- und Standgerichte. 
Die besonderen Bestimmungen der Militär-Strafgerichts- 
ordnung über das Verfahren gegen Militärbeamte finden auf 
die Beamten bei den Schutztruppen keine Anwendung. Die 
oberen Militärbeamten werden hinsichtlich der Kostenfreiheit 
den Offizieren gleichgestellt (Militär-Strafgerichtsordnung 
8 274). 
89. 
Vor der Einleitung der förmlichen Untersuchung gegen 
den Kommandeur einer Schutztruppe ist stets Meine Ent- 
scheidung einzuholen. 
8 10. 
Zu einem Kriegsgericht sind als Richter zu berufen: 
a) über einen Offizier: ein älterer Kompagnieführer als 
Präses, zwei Kompagnieführer, zwei Lieutenants; 
b) über einen Unteroffizier: ein älterer Kompagnieführer 
als Präses, zwei Offiziere, zwei Unteroffiziere; 
I) über einen Gefreiten oder Gemeinen: ein älterer Kom- 
pagnieführer als Präses, zwei Offiziere, zwei Gefreite 
oder Gemeine: 
d) über einen Militärbeamten: ein älterer Kompagnie- 
führer als Präses, zwei Offiziere, zwei obere Militär- 
beamte, thunlichst vom Dienstzweige des Angeschuldigten. 
Die aktiven Offiziere und die oberen Militärbeamten 
können im Bedarfsfalle durch Offiziere des Beurlaubtenstandes,
        <pb n="776" />
        46 
durch Sanitätsoffiziere, oder durch Ingenieure des Soldaten- 
standes, bei Kriegsgerichten über Mannschaften (h und e) auch 
durch andere geeignete Militärpersonen ersetzt werden. 
11. 
Zu einem Standgericht sind als Richter zu berufen: 
a) über einen Unteroffizier: ein Kompagnieführer als 
Präses, ein Lieutenant, ein Unteroffizier; 
b) über einen Gefreiten oder Gemeinen: ein Kompagnie= 
führer als Präses, ein Lieutenant, ein Gefreiter oder 
Gemeiner; 
Z) über einen unteren Militärbeamten: ein Kompagnie- 
führer als Präses, ein Lieutenant, ein unterer Militär- 
beamter. 
Im Bedarfsfalle können die aktiven Offiziere durch Offi- 
ziere des Beurlaubtenstandes, durch Sanitätsoffiziere oder 
Ingenicure des Soldatenstandes, sowie durch andere geeignete 
Militärpersonen — die unteren Militärbeamten durch Unter- 
offiziere — ersetzt werden. 
8 12. 
Die Gerichte des Heeres, der Marine und der Schutz— 
truppen haben einander Rechtshülfe zu leisten. 
Den gegenseitigen Requisitionen auf Führung von Unter- 
suchungen, Fällung von Erkenntnissen, Gestellung von Beisitzern 
zu Kriegsgerichten, Standgerichten und Untersuchungsgerichten 
ist Folge zu geben. 
8 13. 
Fallen dem Angeschuldigten nach dem Ergebniß der Er— 
mittelungen mehrere strafbare Handlungen zur Last und erscheint 
für die Strafzumessung die Feststellung des einen oder anderen 
Straffalles unwesentlich, so ist die Untersuchung nur wegen der 
schweren Straffälle einzuleiten. 
Die nachträgliche Verfolgung der leichteren Straffälle ist 
nur innerhalb zweier Monate nach Rechtskraft des Erkennt- 
nisses zulässig.
        <pb n="777" />
        8 14. 
Wird unter Betheiligung von Personen verhandelt, welche 
der deutschen Sprache nicht mächtig sind, so ist ein Dolmetscher 
zuzuziehen. Die Führung eines Nebenprotokolls in der fremden 
Sprache findet nicht statt; jedoch sollen Aussagen und Er- 
klärungen in fremder Sprache, wenn und soweit dies mit 
Rücksicht auf die Wichtigkeit der Sache erforderlich erscheint, 
auch in der fremden Sprache in das Protokoll oder in eine 
Anlage niedergeschrieben werden. In den dazu geeigneten. 
Fällen soll dem Protokoll eine durch den Dolmetscher zu be- 
glaubigende Uebersetzung beigefügt werden. Die Zuziehung 
eines Dolmetschers kann unterbleiben, wenn die betheiligten 
Personen sämmtlich der fremden Sprache mächtig sind. 
§ 15. 
Dem Angeschuldigten steht in jedem Falle das Recht zu, 
sich zu vertheidigen oder durch eine andere Militärperson ver- 
theidigen zu lassen. Ist die Handlung mit dem Tode oder 
lebenslänglicher Freiheitsstrafe bedroht, so muß ein Vertheidiger 
zugezogen werden. Die Vertheidigung darf nur zum gericht- 
lichen Protokoll oder mündlich vor dem Spruchgericht erfolgen. 
§ 16. 
Bietet die Führung der Untersuchung voraussichtlich keine 
Schwierigkeiten, und sind sowohl der Angeschuldigte als auch 
die Beweismittel und gegebenenfalls der Vertheidiger zur Hand, 
so kann der Gerichtsherr mit der Einleitung der förmlichen 
Untersuchung die Anordnung des Spruchgerichts verbinden. 
§ 17. 
In den Fällen des § 16 findet mündliche Verhandlung 
vor dem Spruchgericht statt. Der Angeschuldigte wird zunächst 
durch den Auditeur oder untersuchungsführenden Offizier ver- 
nommen und, sofern dies nicht schon geschehen ist, über seine 
Vertheidigungsbefugnisse belehrt. Darauf folgen: die Beweis- 
erhebung, der Vortrag des Auditeurs oder untersuchungs- 
führenden Offiziers und die Vertheidigung. Dem Angeschul- 
digten gebührt das letzte Wort. Die Aburtheilung schließt sich
        <pb n="778" />
        48 
unmittelbar an. Sie erfolgt in Abwesenheit des Angeschul- 
digten und des Vertheidigers. Als Protokollführer wird eine 
durch Handschlag an Eidesstatt zu verpflichtende Militärperson 
zugezogen. Ueber die Verhandlung ist ein Protokoll aufzu- 
nehmen, welches von dem Vorsitzenden, von dem die Verhandlung 
führenden Auditeur oder Offizier und von dem Protokollführer 
zu unterschreiben ist. Dasselbe muß enthalten: 
1. den Ort und den Tag der Verhandlung; 
2. die Namen der Mitglieder des Gerichts, des Auditeurs 
oder untersuchungsführenden Offiziers, des Protokoll- 
führers und des etwa zugezogenen Dolmetschers, sowie 
den Vermerk der Beeidigungen; 
3. die Namen der Angeschuldigten und ihrer Vertheidiger; 
4. die Namen der vernommenen Zeugen und Sachver- 
ständigen und den Vermerk und die stattgehabten 
Beeidigungen. 
Das Protokoll muß den Gang und die Ergebnisse der 
Spruchsitzung im Wesentlichen wiedergeben und die Beobachtung 
aller wesentlichen Förmlichkeiten ersichtlich machen, auch die 
Bezeichnung der verlesenen Schriftstücke, sowie die im Laufe der 
Verhandlung gestellten Anträge, die ergangenen Entscheidungen 
unter Angabe der Abstimmung der einzelnen Richterklassen und 
die Urtheilsformel enthalten. Von dem Inhalt der Erklärungen 
des Auditeurs oder untersuchungsführenden Offiziers, des An- 
geschuldigten und des Vertheidigers, der Zeugen und der Sach- 
verständigen wird nur das Wesentliche in das Protokoll 
aufgenommen. Insoweit diese Personen bereits im Ermittelungs- 
verfahren vernommen waren, ist in dem Protokoll nur zu vermerken, 
ob und inwiefern ihre Erklärungen etwa von den früheren 
Aussagen in erheblichem Punkte abweichen. 
Kommt es auf die Feststellung eines Vorgangs in der 
Spruchsitzung oder des Wortlautes einer Aussage oder einer 
Aeußerung an, so hat der Präses die vollständige Niederschreibung 
und Verlesung anzuordnen. In dem Protokoll ist zu ver- 
merken, daß die Verlesung geschehen und die Genehmigung 
erfolgt ist oder welche Einwendungen erhoben sind. Im
        <pb n="779" />
        49 
Uebrigen bedarf es der Verlesung des Protokolls nicht. Hat 
ausnahmsweise schon vor der Spruchsitzung die eidliche Ver- 
nehmung von Zeugen stattgefunden, so kann, wenn die Lage der 
Sache dies gestattet, von der nochmaligen Vernehmung ab- 
gesehen werden. In diesem Falle genügt die Verlesung des 
früher ausgenommenen Protokolls. 
8 18. 
Ueber das Ergebniß der Beweisaufnahme entscheiden die 
Spruchgerichte nach ihrer freien, aus dem Inbegriff der Ver- 
handlungen geschöpften Ueberzeugung. Aus den Erkenntniß- 
gründen muß stets genau hervorgehen, welche Thatsachen vom 
Spruchgericht für festgestellt erachtet sind. 
8 19. 
Kein Richter darf die Abstimmung über eine Frage ver- 
weigern, weil er über eine vorhergegangene Frage in der Min- 
derheit geblieben ist. 
§ 20. 
Die Ausfertigungen der Erkenntnisse werden nur von dem 
Präses und dem Referenten unterzeichnet. Einer Untersiegelung 
bedarf es nicht. 
§ 21. 
Der Reichskanzler hat das Bestätigungsrecht eines komman- 
direnden Generals, der Gouverneur beziehungsweise Landes- 
hauptmann das Bestätigungsrecht eines Divisions-Kommandeurs, 
der Kommandeur einer oder mehrerer, mit Gerichtsbarkeit 
versehener Abtheilungen das Bestätigungsrecht eines Regiments- 
Kommandeurs. 
Im Uebrigen behalte Ich Mir das Bestätigungsrecht vor. 
Auch bedürfen die Erkenntnisse wider obere Militärbeamte, wie 
die Erkenntnisse wider Offiziere und Sanitätsoffiziere Meiner 
Bestätigung. 
8 22. 
Die Begutachtung eines kriegsgerichtlichen Erkenntnisses 
erfolgt durch einen Auditeur oder durch einen zur Ausübung 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen. 4
        <pb n="780" />
        50 
des Richteramts befähigten deutschen Beamten oder Offizier. 
Die Begutachtung soll nicht durch einen Beamten oder Offizier 
geschehen, welcher Referent in dem Spruchgericht war. 
Der Befehlshaber, welchem die Bestätigung zusteht, hat 
eine Begutachtung nur dann anzuordnen, wenn die Entscheidung 
des Kriegsgerichts von dem Antrage des Referenten wesentlich 
abweicht, oder wenn ihm die Entscheidung aus sonstigen Gründen 
bedenklich erscheint. Eine Begutachtung ist stets erforderlich, 
wenn auf mehr als einjährige Freiheitsstrafe erkannt ist. 
§ 23. 
Eine Begutachtung der Erkenntnisse der Abtheilungsgerichte 
findet nicht statt. 
Glaubt der Gerichtsherr die Bestätigung versagen zu 
müssen, so hat er unter Begründung der Versagung das Er- 
kenntniß nebst den Akten dem mit der höheren Gerichtsbarkeit 
versehenen Vorgesetzten vorzulegen. Dieser muß das Erkennt- 
niß durch einen Auditeur (§ 22) begutachten lassen und 
kann dasselbe aufheben, wenn er es in Uebereinstimmung mit 
dem Gutachten für nichtig, gesetzwidrig oder aktenwidrig erachtet. 
Unter den gleichen Voraussetzungen dürfen die bei dem 
Gericht des Oberkommandos der Schutztruppen bezw. den 
Gouvernementsgerichten ergangenen noch nicht rechtskräftigen 
standgerichtlichen Erkenntnisse von dem an sich zur Bestätigung 
zuständigen Gerichtsherrn aufgehoben werden. 
§ 24. 
Erfolgt die Aufhebung eines Erkenntnisses, so darf zu 
dem neuen Spruchgericht der frühere Referent als solcher wieder 
zugezogen werden. Das neue Spruchgericht hat die rechtliche 
und militärdienstliche Beurtheilung, welche der Aufhebung des 
Erkenntnisses zu Grunde gelegt ist, auch seiner Entscheidung zu 
Grunde zu legen. 
g 26. 
Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahre 
einschließlich erfolgt, soweit dies angängig, an Ort und Stelle;
        <pb n="781" />
        51 
die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von längerer Dauer er- 
folgt in der Heimath und ist vom Gerichtsherrn — § 180 
Militär-Strafgerichtsordnung — in sinngemäßer Anwendung 
der für die Angehörigen Meiner Armee bestehenden Vorschriften 
zu veranlassen. 
8 26. 
Die Geschäfte des Generalauditoriats und des General- 
auditeurs werden von dem Generalauditoriat und dem General- 
auditeur der Armee und Marine wahrgenommen. 
§ 27. 
Die ergangenen kriegs= und standgerichtlichen Erkenntnisse 
sind nach Erledigung der Sache mit den Akten von dem Ge- 
richtsherrn dem Generalauditoriat zur Prüfung vorzulegen. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift 
und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Merok, an Bord M. Y. „Hohenzollern“, den 
26. Juli 1896. 
(I. S.) gez. Wilhelm. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe.
        <pb n="782" />
        <pb n="783" />
        53 
Aulage de zu § 13. 
Bestimmungen 
zur Einführung der Militär-Strafvollstreckungs- 
Vorschrift für die Kaiserlichen Schutztruppen. 
  
1. Diein der Militär-Strafvollstreckungs-Vorschriftdem Kriegs- 
ministerium bezw. den Generalkommandos übertragenen 
Befugnisse werden von dem Reichskanzler wahrgenommen, 
sofern sich die Zuständigkeit der gedachten Militärbehörden 
nicht aus dem Vorgesetzten-Verhältnisse derselben den 
betreffenden militärischen Strafanstalten gegenüber ergiebt. 
2. An Stelle der in der Vorschrift angezogenen Armee- 
Reglements rc. treten für die Schutztruppen die ent- 
sprechenden Vorschriften für die Schutztruppen. 
3. Die in der Vorschrift vorkommenden, auf die Armee be- 
züglichen Bezeichnungen und Benennungen von Behörden, 
Chargen, Verwaltungen 2c., Hinweise auf Etats, Fonds, 
Rechnungsstellen 2c. sind durch die entsprechenden, für die 
Schutztruppen gültigen Bezeichnungen bezw. Hinweise zu 
ersetzen. 
4. Auf die Deckoffiziere finden die für Unteroffiziere er- 
lassenen Vorschriften sinngemäße Anwendung mit der 
Maßgabe, daß 
a) die in Untersuchungshaft befindlichen Deckoffiziere die 
unter 9 Aa vorgesehenen Abzüge zu erleiden haben; 
b) bezüglich der Gehaltsabzüge zur Deckung von Geld- 
strafen, bei Verpflegung in Festungsstuben-Gefangen- 
anstalten, Festungs-Gefangenanstalten und in Festungs- 
gefängnissen, sowie hinsichtlich der Bekleidung die 
Deckoffiziere nach den für Offiziere geltenden Grund- 
sätzen zu behandeln sind. 
5. Die Uebersicht der Festungsgefangen-Anstalten 2c., denen 
Angehörige der Kaiserlichen Schutztruppen zu überweisen 
sind, befindet sich in Unteranlage I.
        <pb n="784" />
        54 
Die Vollstreckung der gegen Angehörige der Schutztruppen 
erkannten Freiheitsstrafen durch die bürgerlichen Behörden 
geschieht unter Beachtung des § 5 der M. St. V. in der 
in der Unteranlage II ersichtlichen Weise. 
Alle im Bereiche der Schutztruppenverwaltung aufkommenden 
Geldstrafen, ohne Unterschied, ob sie gerichtlich erkannt 
oder im Disciplinarwege verhängt sind, fließen den Ein- 
nahmen des Schutzgebietes zu. 
Wegen des rechnungsmäßigen Nachweises ergehen be- 
sondere Bestimmungen. 
Die in der Vorschrift bei Vollstreckung der Geldstrafen 
der Korpsintendantur und der Korpszahlungsstelle zu- 
gewiesene Thätigkeit fällt im Bereiche der Schutztruppen- 
verwaltung der Intendantur der Schutztruppe bezw. der 
mit den entsprechenden Funktionen betrauten Dienststelle 
und der Hauptkasse des Gouvernements bezw. der Landes- 
hauptmannschaft des Schutzgebietes zu. Erfolgt die Straf- 
vollstreckung in Deutschland, so wird die Vereinnahmung 
der Geldstrafen seitens der Legations-Kasse auf Anweisung 
des Auswärtigen Amts, Kolonial-Abtheilung, bewirkt. 
9. Es erhalten: 
A. Wenn in Folge gerichtlicher Untersuchung Sus- 
pension oder Verhaftung eintritt: 
a) Offiziere, Aerzte, Deckoffiziere: 1 
außerhalb Deutschlands für die 
ersten 1/ Monate unverkürzte Ge- 
In dem Seellen- bührnisse, für die folgende Zeit 
einkommen etwa ¾. der afrikani chen Bezige; 
enthaltene » · 
Repräsentations- in Deutschland ½ der Urlaubs- 
gelder kommen bezüge mit der Maßgabe, daß der 
gämzlich in Fortfall der Lokalzulage in der 
Wegfall und war Regel nach 4 Monaten (Aufenthalts 
vom Tage der Z ...- it be- 
--. in Europa) spätestens mi 
Sus . ab. · «- 
pmswmca sonderer Genehmigung des Reichs- 
kanzlers nach 6 Monaten erfolgt.
        <pb n="785" />
        b) Mannschaften: 
außerhalb Deutschlands underkurgte Bezüge; 
in Deutschland ½ der Urlaubsbezüge und zwar 
die Mannschaften 2c. aus Deutsch-Ostafrika, Kamerun 
(und Togo) mit der bei den Offizieren 2c. an- 
gegebenen Maßgabe. 
Die während der Untersuchungshaft entstehenden Ver- 
pflegungskosten haben die Inhaftirten — abgesehen von 
den in Südwestafrika in Haft genommenen Mann- 
schaften der dortigen Schutztruppe, welche dort frei ver- 
pflegt werden — aus den ihnen belassenen Bezügen zu 
zahlen bezw. zu erstatten. Die vorgeschriebenen Abzüge 
beginnen mit dem Tage der Suspension oder Verhaftung. 
Im Falle der Freisprechung werden die einbehaltenen 
Bezüge nachgezahlt. 
B. Für die Dauer der Strafverbüßung: 
I. Bei Haft oder Arrest sämmtlicher Personen des 
Soldatenstandes unverkürzte Bezüge. 
II. Bei Festungshaft oder Gefän gnißstrafe: 
a) Offiziere 2c. die Sätze unter A. a. 
b) Mannschaften: 
außerhalb Deutschlands freie Arrestaten-Ver- 
pflegung und einen Baarzuschuß in Höhe von 
⅛ der etatsmäßigen Löhnung. 
innerhalb Deutschlands: 
bei Verbüßung der Strafe 
1. in einem Festungsgefängniß: 
freie Verpflegung; 
2. in einer Festungs-Gefangenanstalt oder 
Festungsstuben-Gefangenanstalt: 
ein Verpflegungsgeld von täglich 75 Pfennig 
zur Bestreitung der im § 131 M. St. V. 
bezeichneten Bedürfnisse;
        <pb n="786" />
        10. 
3. in einem Garnison-Gefängniß: 
neben der täglichen Brodportion von 750 g 
eine tägliche Löhnung von 30 Pfennig, aus 
der die Verpflegung und die sonstigen Be- 
dürfnisse zu bestreiten sind. 
Außerdem wird in allen unter 1 bis 3 gedachten Fällen 
ein Baarzuschuß in Höhe von ⅛ der etatsmäßigen 
Löhnung gewährt. Dieser Baarzuschuß wird indeß erst 
nach der Entlassung der Bestraften aus der Strafanstalt 
ausgezahlt, und zwar durch die Legations-Kasse. 
Zu den allgemeinen Verwaltungs= und Unterhaltungs- 
kosten der Strafanstalt haben die Inhaftirten nicht bei- 
zutragen. Bekleidung und Wäsche werden den Mann- 
schaften frei gewährt, während sie ebenso wie die Ver- 
pflegung von den Offizieren rc. aus den ihnen belassenen 
Gebührnissen zu bestreiten sind. 
Bei Strafvollstreckung in Deutschland sind die Kosten- 
liquidationen seitens der Strafanstalten zu den üblichen 
Terminen aufzustellen und dem Auswärtigen Amt, Kolonial= 
Abtheilung, zur Herbeiführung der Berichtigung ein- 
zureichen. Ausgenommen sind die den Schutztruppen- 
gefangenen zugebilligten Baarzuschüsse, deren Zahlung und 
Liquidirung nicht durch die Strafanstalt erfolgen darf. 
Hinsichtlich der Militärbeamten gelten die Bestimmungen 
des Reichsbeamten-Gesetzes.
        <pb n="787" />
        57 
Unteranlage I 
zu Anlage be. 
  
Uebersicht 
für die 
Ueberweisung der durch Schutztruppengerichte 
Verurtheilten an die Festungsgefangen = Anstalten, 
Festungsgefängnisse und Festungsstuben-Gefangen- 
anstalten. 
A. Uebersicht 
für die 
Ueberweisung verurtheilter Offiziere, Militärbeamten. Unter- 
offiziere und Mannschaften an die Festungsgefangen-Anstalten 
und Festungsstuben-Gefangenanstalten. 
  
  
  
Bezeichnung 
der 
Anstalt. 
  
Offiziere der Kaiserlichen Schutztruppen, Sanitäts= In I. Linie Festungs- 
offiziere und obere Militärbeamte. ) stuben-Gefangenanstalt 
a » in Magdeburg, 
Bemerkung. An Unteroffizieren und Gemeinen in II. Linie in Wesel. 
dürfen Gefängnißstrafen von über 
6 Wochen, wenn dem Befehls- 
haber, welchem die Veranlassung 
der Strafvollstreckung obliegt, es 
nach der Persönlichkeit des Ver- 
urtheilten, sowie nach der Art 
und Beschaffenheit der begangenen 
strafbaren Handlung angemessen 
erscheint, in der Festungsgefangen- 
Anstalt Ehrenbreitstein vollstreckt 
werden (efr. § 11, 6. Abs. 1. Mil. 
Str. V.). 
  
  
*) Vergl. Deckbl. 66 d. M. St. V.
        <pb n="788" />
        B. Uebersicht 
für die 
Ueberweisung der verurtheilten Unteroffiziere und Mannschaften 
an die Festungsgefängnisse. 
  
  
  
Bezeidnung Angabe Bezeichnung 
Truppe Gerichts, der des Bemerkungen. 
welches Strasdauer Festungs- 
verurtheilt hat gefängnisses 
Kaiserliche Sämmtliche OhneCöln a. Rh. 
Schutztruppen Schutztruppen= Rücksicht auf 
gerichte die Strafdauer
        <pb n="789" />
        Verzeichniß 
59 
Unteranlage II 
zu Anlage be. 
  
der Civil-Strafanstalten, an welche die von den Schutztruppen- 
gerichten in den Deutschen Schutzgebieten Verurtheilten zu 
überweisen sind, wenn die Strafvollstreckung an die bürger- 
lichen Behörden übergeht. 
Benennung der Anstalten, 
  
—.. 
  
3 an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
F behufs Verbüßung der Bemerkungen. 
ẽ Zuchthausstrafe Gefängnißstrafe 
J. Anhalt. 
Herzogliche Strafanstalt in Coswig. 
2. Baden. 
Männernuchthaus in Landesgefängniß in Frei- 
Bruchsal. vbourg. 
3. Bayern. 
Zuchthaus in Plassenburg a. Gefangenanstalt in 
bei Kulmbach in Ober- Amberg, Ocberpfalz, 
franken. wenn Aberkennung der 
büürgerlichen Ehren- 
rechte oder Strafen 
aus 8S8 244, 245, 261, 
254 N. St. G. V. er- 
kfannt ist. 
b. Zellengefängniß in 
Nürnberg, wenn nur 
auf Gefängniß er- 
kannt ist. 
4. Braunschweig. 
  
Strafanstalt zu Wolfenbüttel.
        <pb n="790" />
        60 
  
Benennung der Anstalten, 
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
  
— behufs Verbüßung der Bemerkungen. 
ã* Zuchthausstrafe Gefängnißstrafe 
2 Bremen. 
Strafanstalt in Oslebs= 1. Strafanstalt in Oolebo-Die Requisition 
hausen bei Bremen. 4 hausen, wenn auf mine.wegen Voll- 
destens 3 Monate Ge-sreckung der 
ßfängnißstrafe erkanntafen ist an 
ist. die Staa##an= 
und 
6. Elsaß-Lothringen. 
Strafanstalt 
heim. 
  
1 
Hamburg. 
  
2. Gefängnisse in Bremen 
Bremerhaven, 
I 
wenn auf weniger alo 
3 Monate Gefängniß 
erkannt ist. 
in Ensis= Bezirkogefängnisse in 
Mulhausen und Straß- 
burg i. E.“ 
*) je 
  
waltschaft Bre- 
men zu richten. 
nach der 
größeren oder 
geringeren Em- 
fernung des 
Aufenthaltoorts 
der Verurtheil- 
ten zur Zeit der 
Ueberweisung. 
Die Einlieferung 
der Verurtheil- 
ten hat in das 
Untersuchungs- 
gefängniß in 
HLamburg zu er- 
folgen, von wo 
aus sie, je nach 
Art und Dauer 
derzuverbüßen= 
den Strafe in 
die theilo m 
der Stadt Ham- 
burg, theils in 
deren Nähe im 
Fuhlöbürtel ge- 
legenen Gefäng- 
nisse überführt 
werden.
        <pb n="791" />
        61 
  
Nummer 
Benennung der Anstalten, 
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
behufs Verbüßung der 
Zuchthausstrafe Gefängnißstrafe 
Bemerkungen. 
  
2 
L 
  
Hessen. 
Zellenstrafanstalt in Butzbach. 
Lippe. 
1. Strafanstalt zu Wehl-Fürstliche Strafanstalt zu 
heiden, soweit die Ver- Detmold. 
urtheilten christlicher 
Religion und 18 bis 
25 Jahre alt sind, so- 
wie auch diejenigen, 
welche über 25 Jahre 
bis vollendet 39 Jahre 
alt und noch nicht mit 
Zuchthaus oder 2 Ge- 
fängnißstrafen von 3 
Monaten und darüber 
hinaus bestraft sind. 
2. Strafanstalt Ziegenhain 
diejenigen Verurtheil- 
ten, welche mit Zucht- 
hausodermit 2 Gefäng- 
nißstrafen von bezw. 
über 3 Monaten vor- i 
bestraft und über 25 
bis vollendet 39 3 
alt sind, sowie alle Ver- 
urtheilten vom 40. i 
Lebensjahre ab. 
3. Strafanstalt zu Cöln 
jüdische Verurtheilte. 
  
         
  
Lübeck. 
  
Die Verurtheilten 
sind durch Ver- 
mittelung der 
Staatoanwalt- 
schaft Lübeck den 
dortigen Straf- 
anstalten zur 
Vollstreckung zu 
überweisen.
        <pb n="792" />
        Nummer 
  
Benennung der Anstalten, 
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
behufs Verbüßung der 
Zuchthausstrafe Gefängnißstrafe 
  
— — —— — — 
Bemerkungen. 
  
12. 
13. 
14. 
15. 
16. 
Mecklenburg-Schweriu. 
Mecklenburg-Strelitz. 
Strafanstalt zu Strelitz 
Zuchthausabtheilung.]Gefängnißabtheilung. 
Oldenburg. 
Strafanstalt zu Vechta. [1. Gefängnißstrafe bis zu 
4 Monaten: Gefäng- 
nißanstalt in Olden- 
urg. 
2. Strafanstalt zu Vechta 
beilängeren Gefängniß- 
strafen. 
Preußen. 
Strafanstalt in Lüneburg, Amtsgerichtliches Gefäng- 
evangelische und jüdi-; niß in Harburg bei 
sche Verurtheilte, Straf[w Hamburg. 
anstalt in Celle, katho- 
lische Verurtheilte. ! 
Reuß ältere Linie. 
Zuchthäuser in Gräfen= Gefängnißanstalten zu 
tonna und Maßfeldt. Ichterohausen. 
Reuß jüngere Linie. 
Zuchthaus in Gräfen= Gefängnißanstalten zu 
  
tonna. Ichtershausen. 
  
Ein bezüglicher 
Vollstreckungs- 
antrag ist an 
das Justiz-Mi- 
nisterium zu 
Schwerin zu 
richten, welches 
weitere Bestim- 
mung riifft.
        <pb n="793" />
        63 
  
  
  
Benennung der Anstalten, 
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
behufs Verbüßung der 
Zurchthausstrafe Gefängnißstrafe 
Bemerkungen. 
  
18. 
19. 
  
Sachsen. 
Strafanstaltin Waldheim. 1. Strafanstalt in Zwickau, 
weoenn die Strafe 3 Mo- 
nate übersteigt und die 
Verurtheilten das 18. 
Lebensjahr vollendet 
haben. 
2. Strafanstalt in Sachsen- 
burg bei Frankenberg, 
wenn eine mehr als 
einmonatige Strafe zu 
verbüßen ist und die 
Verurtheilten das 18. 
Lebensjahr noch nicht 
vollendet haben. 
3. Gefangenanstalt zu 
Leipzig bei Tollstreckung 
von Gefängnißstrafen 
bis zu 3 Monaten an 
Personen, die das 18. 
Lebenojahr vollendet 
haben, und bei Ge- 
fängnißstrafe bis zu 
1 Monat, die das 18. 
Lebensiahr noch nicht 
vollendet haben. 
  
Sachsen-Altenburg. 
Zuchthäuser in Gräfen= 1. Gefängnißanstalten zu 
tonna und Maffeldt. Ichterohausen, wenn 
auf 3 Monate und 
Hänger erkannt ist. 
2. Landgerichtogefangen- 
haus in Altenburg bei 
Strasen von kürzerer 
Dauer. 
Sachsen-Coburg-Gotha. 
Männerzuchthaus zu Gefängnißanstalten zu 
Gräfentonna. Ichteröhausen.
        <pb n="794" />
        Benennung der Anstalten, 
  
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
— behufs Verbüßung der Bemerkungen. 
Ö Zuchthausstrafe — Gefängnißstrafe 
20. Sachsen-Meiningen. 
Zuchthaus zu Maßfeldt. 1. Gefängnißanstalten zu 
Ichterohausen, wenn 
auf mindestene 3 Mo- 
nate erkannt ist. 
2. Die betreffenden Amts- 
gerichts-Gefängnisse, 
wenn auf weniger als 
3 Monate erkannt ist. 
21. Sachsen-Weimar. 
Zuchthäuser zu Gräfen= Gefängnißanstalten zu 
tonna und Untermaß= JIchterohausen. 
feldt. 
22. Schaumburg-Lippe. 
Strafanstalt zu Vechta. Gefangenhäuser zu Bücke= Die Vollstreckung 
burg und Stadthagen übernimm die 
(ie nach Höhe 2c. der Fürstliche 
Strafek. Staatsanwalt= 
schaft in Bücke- 
burg. 
23. Schwarzburg-Rudolstadt. 
Preußisches Zuchthaus in 1. Sächsische Strafanstalt 
Halle a. S. in Zwickau bei einer 
Strafdauer von mehr 
alo 4 Monaten. 
2. Landgerichtogefängniß 
in Rudolstadt bei Ge- 
fängnißstrafen unter 
4 Monaten. 
24. 
Schwarzburg-Sondershausen. 
Zuchthaus zu Gräfen= Gefängnißanstalten zu 
  
  
tonna. Ichterohausen.
        <pb n="795" />
        Nummer 
  
Zuchthausstrafe 
Benennung der Anstalten, 
an welche die Verurtheilten zu überweisen sind 
behufs Verbüßung der 
Gefängnißstrafe 
  
n 
26. 
Strafanstalt in Lüneburg. 
  
gart, wenn auf eine 
Strafe von über 7 
Jahren erkannt ist. 
2. Zuchthaus in Ludwigs- 
burg oder Filialanstalt 
auf Hohenasperg, wenn 
auf eine Strafe bis zu 
7 Jahren erkannt ist. 
Waldeck. 
Württemberg. 
1. Zuchthaus zu Stutt= 1. 
  
  
1. Amtsgerichtsgefäng- 
nisse zu Arolsen, Cor- 
bach, Wildungen und 
Pyrmont bei Strafen 
bis zu 4 Wochen. 
2. Amtzsgerichtogefängniß 
zu Harburg bei Ham- 
burg bei längerer 
Dauer. 
Landesgefängniß in 
RNottenburg, wenn der 
Verurtheilte sich im 
Besitze der bürgerlichen 
Ehrenrechte befindet. 
Landesgefängniß in 
Hall, wenn sich die 
Verurtheilten nicht im 
Besitze der bürgerlichen 
Ehrenrechte befinden 
oder wegen Rückfalls 
in Verbrechen wider 
fremdes Eigenthum im 
Sinne der 8§8 244, 245, 
261, 264 d. Str. G. B. 
bestraft sind. 
Zellengefängniß zu 
Heilbronn bei Stra- 
sen von mindestens 
viermonatlicher und 
höchstens 3 jähriger 
Dauer, wenn der Ver- 
urtheilte zur Zeit der 
Begehung der That 
das 30. Lebenojahr 
noch nicht zurückgelegt 
hatte. 
Civilfestungostrafan- 
stalt auf Hohenasperg 
bei Vollstreckung von 
2. 
  
Festungohaft. 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen.
        <pb n="796" />
        <pb n="797" />
        67 
Anulage 6 zu § 16. 
Verordnung 
über die Ehrengerichte der Offiziere der Kaiserlichen 
Schutztruppen. 
  
Auf den Mir gehaltenen Vortrag befehle Ich hiermit, 
unter Aufhebung aller entgegenstehenden Bestimmungen, ins- 
besondere der Verordnung vom 16. Juni 1891 (Marine- 
Verordnungsblatt Nr. 14 vom 3. Juli 1891, S. 133), daß 
die Verordnung über die Ehrengerichte der Offiziere im 
Preußischen Heere vom 2. Mai 1874 sowie Meine Ordre vom 
1. Januar 1897 auf die Offiziere Meiner Schutztruppen mit 
folgenden Maßgaben Anwendung zu finden hat: 
1. Mitglieder des Offizierkorps im Sinne der Verordnung 
vom 2. Mai 1874 sind die deutschen Offiziere, welche 
als solche im Etat einer Schutztruppe stehen oder die 
Uniform einer solchen tragen. 
2. Ehrengerichte über Hauptleute und Subalternoffiziere 
bestehen bei denjenigen Schutztruppen, zu welchen außer 
dem Kommandeur mindestens sechs stimmberechtigte 
Mitglieder gehören. 
3. Die in Deutschland sich aufhaltenden Schutztruppen- 
offiziere werden durch den kommandirenden General 
des Gardekorps (vergl. Nr. 9) einem Ehrengerichte 
seines Befehlsbereichs unterstellt. 
4. Kommandeure im Sinne des § 12 der Verordnung 
vom 2. Mai 1874 sind bei den Schutztruppen für 
Ost= beziehungsweise Südwestafrika, falls Ich nicht 
anders bestimme, die Kommandeure dieser Schutz- 
truppen.
        <pb n="798" />
        10. 
11. 
Die Stabsoffiziere der Schutztruppen unterstehen dem 
Ehrengerichte der Stabsoffiziere des Gardekorps. 
Die Wahl des Ehrenraths hat bei den Schutztruppen 
am 1. November jeden Jahres oder an einem der 
nachfolgenden Tage, im Uebrigen thunlichst nach Maß- 
gabe des § 17 der Verordnung vom 2. Mai 1874 
zu erfolgen. 
Der neue Ehrenrath tritt in Thätigkeit, sobald 
die Wahl durch den Kommandeur festgestellt ist. 
Bei Schutztruppen, die ein eigenes Ehrengericht nicht 
bilden können, kann ein aus zwei Offizieren — 
möglichst aus einem Hauptmann und einem Sekond- 
lieutenant bestehender — Ehrenrath gebildet werden, 
welcher zu dem Kommandeur der Schutztruppe in 
dasselbe Verhältniß tritt, wie der Ehrenrath eines 
Ehrengerichts zu dem Kommandeur. 
Auch wenn bei einer Schutztruppe ein Ehrengericht 
nicht besteht, hat der Kommandeur die erforderlich 
werdenden Ermittelungen durch den Ehrenrath (vergl. 
Nr. 7) oder, falls auch ein solcher nicht besteht, in 
geeigneter Weise (vergl. insbesondere Nr. 11) soweit 
zu bewirken, daß er in der Lage ist, nach Maßgabe 
des §. 27 der Verordnung vom 2. Mai 1874 Bericht 
zu erstatten. 
Sofern Ich nicht einem Gouverneur oder Landeshaupt- 
mann die Funktionen des zur Anordnung des ehrengericht- 
lichen Verfahrens berechtigten Befehlshabers übertrage, 
übt dieselben der kommandirende General des Garde- 
korps aus. Mit dieser Einschränkung sind dem Letzteren 
in ehrengerichtlichen Angelegenheiten die Kommandeure 
der Schutztruppen unmittelbar unterstellt. 
Vor Anordnung eines ehrengerichtlichen Verfahrens 
über den Kommandeur einer Schutztruppe ist Meine 
Entscheidung einzuholen. 
Die Kommandeure und Ehrenräthe sowie die Gerichte 
des Heeres, der Marine und der Schutztruppen haben
        <pb n="799" />
        69 
den gegenseitigen Ersuchen um Vernehmungen und um 
sonftige Gewährung von Rechtshülfe Folge zu geben. 
12. Zur Spruchsitzung eines Ehrengerichts über Haupt- 
leute und Subalternoffiziere genügt die Anwesenheit 
des Kommandeurs und sechs stimmberechtigter Mit- 
glieder, falls die Heranziehung einer größeren Zahl von 
Mitgliedern wesentlichen Zeitaufwand erfordern würde. 
13. Von der Anordnung der förmlichen ehrengerichtlichen 
Untersuchung gegen einen Offizier der Schutztruppe 
ist dem Reichskanzler durch den zuständigen Befehls- 
haber (Nr. 9) ungesäumt Kenntniß zu geben. 
Neues Palais, den 15. Juni 1897. 
gez. Wilhelm.
        <pb n="800" />
        <pb n="801" />
        71 
Aulage 7 zu 919. 
Stammrolle 
der 
Kaiserlichen Schutztruppe fr 
(Offiziere) 
Angefangen: . 
Geschlossen 
Vermerk: 
Die Stammrollen sind getrennt 
anzulegen: 
nach Alfizieren. für diese bleiben Rubrik 6, 7 und 13 unausgefüllt. 
Deckoffizieren, 
Unteroffizieren, 
Mannschaften, 
Beamten. 
Innerhalb jeder dieser Kategorien 
sind die Betreffenden nach dem Datum 
des Eintritts in die Schutztruppe hinter- 
einander aufzuführen.
        <pb n="802" />
        72 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
staat 
  
  
  
  
  
1 2. 3. 4. 5. 6. . 
Stand, Vor. Datun 
* Lnamre, Reli- Stand — 
sowie Wohnort oder — 
der Eltern gion 
Familien= Datum soder deranchsten Gewerbe d 
und und 5. Personal- 
Vornamen, Ort Aufenthaltsort a. Beschreibung du 
Charge dder Geburt des Soldoten A-dann frsuhen 
2 vden Je. vor dem Ber · 
* ") en nm Lie Dienst- eibi- 
é Teir eintritt an 
Frau 
: Größe: 
Luuer Lase. 
Mutter: rz. 
in #u en. 
als 
nächste Post- ähne: 
2s . * 
zu 
Kreis ###nn Kenn- 
zeichen: 
Kreis 
Bundes-= Kreis 
staat 
Vater: Größe: m 
Gestalt: 
Mutter: Dbe. 
. Augen 
in Nase: 
Be als 
!Ne 
zu nächste Post- unst, 
station Hart- 
Kreis güe Kenn- 
Kreis 
Bundes- Kreis.
        <pb n="803" />
        73 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
9. 10. 11.12. 13. 14. 15. 
Datum des Dienst- ührung Datum 
Eintritts in die verhältnisse Orden Fosn und Bemerkungen 
. .’ und in die Art gen, 
Schuttruppe (Dienstzeit vor Ehren= I. Klosse,, des Q„ 
und DatumEintritt in die hren- Ver- Rebabili. Ab. welche in den 
der Ausreise Schutztruppe zeichen wundungen, tirung) ganges Militärpaß 
unter Angabe des Dienst. 
Datum derTruppentheils Milltäri beicha aufzunehmen 
Ankunft in dem und der u Kiische eschä- * ç sind und 
1 europäischen Kompagnie, nehmungen digungen, Strasfen, Wohin 
en un · 
äqtuqk ber, JBeforderungen, ½m Krankbeiten. Strafbuch ent- Personal- 
ehezuereiles Schießlase, sechnen sind Nr. )) lassen notizen 
laubungen Schützen. und Gefsechte 
abzeichen) 
Beim Stiefelmaß: 
früheren Länge: Em 
Troppen- Sohlenbreite: 
Ausreiĩ theil: Weite: 
usreise Regelwidrig: 
emB Besondere mili- 
In der tärische Aus- 
von chutz- bildung: 
truppe: 
aus 
— — ..- Hatt das. Be. 
igungszeug- 
Ankunft niß zum: 
am 
. Kreis 
in 
Wiederausreise 
am Be 
Komdo. 
von 
aus 
Beim Stiefelmaß: 
füberen Länge: em 
ruppen i. 
them OLoghelietteikkeith 
. Regelwidrig: 
Ausreise Besondere mil. 
om In der tärische Aur. 
Schutz- bildung: 
von truppe: 
aus 
— bat, das Be- 
—) ähigunggzeug- 
Ankunft "55 hung : 
* Kreis 
Niederausreise 
m Bez. 
von 
aus Komdo. 
  
  
  
  
  
  
  
) Sofern diese Rubril nicht mit „Keine= ausgefüllt werden kann, ist stets auf Seite 4 deo Stamm- 
vollenauszuges ein Verzeichniß der Strasen unter Angabe des Strafgrundes aufzuführen.
        <pb n="804" />
        <pb n="805" />
        75 
Aulage 8 zu § 22. 
Jch bestimme hierdurch: Der Kommandeur Meiner Schut- 
truppe für Südwestafrika wird ermächtigt, bis auf Weiteres 
Kapitulationen mit Unteroffizieren 2c. und Gemeinen der Schutz- 
truppe auf Grund gegenseitigen Einverständnisses aufzulösen unter 
der Bedingung, daß die Leute sich verpflichten, sich an Ort und 
Stelle anzusiedeln. 
Das Aufhören dieser Ausnahme-Bestimmung hat der 
Reichskanzler anzuordnen, sobald die Verhältnisse der Schutz- 
truppe dies gestatten. 
Berlin, den 12. März 1897. 
gez. Wilhelm. 
ggez. Fürst zu Hohenlohe.
        <pb n="806" />
        <pb n="807" />
        77 
— 
Wesoldungen. 
Anmerkung. Die Besoldungen richten sich nach dem jeweiligen Etat.
        <pb n="808" />
        a. Ostafrika. 
  
  
  
  
b. Kamernn. 
* 
E Charge Gehalt Charge Gehalt 
S. 
S M. M 
1. Kommandeur Kommandeur 12000 
2.Stabcooffizier 12000 
3.Hauptmann 9600 
4. Premierlieutenant 7200| Premierlieutenant 7200 
5. Secondlieutenant 6000 Sccondlieutenant 6000 
6.] Zahlmeister-Aspirant 4800—5400| Zahlmeister-Aspirant 4800—5400 
7.]Oberfeuerwerker 4800—5400 
8.] Feldwebel 3600| Feldwebel 4000 
9. Sergeant 2760| Sergeant 3300—3600 
10. Unteroffizier 2400| Unteroffizier 3000 
11.Oberstabsarzt 12000 
12. Stabsarzt 9600 
13. Oberarzt 7200| Oberarzt 7200 
14. Assistenzarzt 6000|ssistenzarzt 6000 
15. Ober-Lazarethgehülfe 2760|Ober-Lazarethgehülfe 3300—3600 
16. Lazarcthgehülfe 2400|azarethgehülfe 3000 
17.] Zahlmeister 6000—7500 
18.| Ober-Büchsenmacher 4800 
19. Unter- 3000| Unter-Büchsenmacher 3600
        <pb n="809" />
        e. Togo (zur Zeit noch Polizeitruppe.) 
79 
d. Südwestafrika. 
  
— — — 
  
  
Charge Gehalt Charge Gehalt 
MA MA 
Kommandeur 
Stabsoffizier 12000 
Hauptmann 8500 
Premierlieutenant 6000 
Secondlieutenant 5000 
Zahlmeister-Aspirant 4000—4500 
Oberfeuerwerker 4000—4500 
Feldwebel 1500 
Sergeant Außerdem 1300 
Unteroffizier freie 1200 
Gefreiter Verpflegung 1100 
Reiter 1000 
Oberstabsarzt 10000 
Stabsarzt 8500 
. Oberarzt 6000 
Assistenzarzt 5000 
Ober-Lazareth= ) Außerdem 130. 
gehülfe freie 
Lazarethgehülfe) Verpflegung 1200 
Roßarzt 50000 
Unter-Roßarzt 450 
Ober-Büchsenmacher 4000 —4500
        <pb n="810" />
        Anlage 10, 
enthaltend die Bekleidungsvorschrift für die Kaiser- 
lichen Schutztruppen in Afrika, ist in dieser Beilage zum 
„Deutschen Kolonialblatt“ nicht mit abgedruckt, wohl aber 
in den im Buchhandel käuflichen Exemplaren der Schutz- 
truppen-Ordnung enthalten.
        <pb n="811" />
        81 
Militärische Ausführungs-Bestimmungen 
zu den 
Organisatorischen Bestimmungen 
für die 
Raiserlichen Schutztruppen in Rfrika. 
(Schutztruppen-Ordnung). 
Mit Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers und 
Königs wird das Nachstehende bestimmt: 
Zu § 2a, Abf. 2. 
Nach Vereinbarung des Herrn Reichskanzlers mit dem 
Kriegsministerium vermittelt Letzteres den Verkehr des Ober- 
kommandos der Schutztruppen mit der Armee. 
Ein direkter Verkehr des Oberkommandos der Schutz- 
truppen mit den Kommandostellen und Behörden der Armee 
findet jedoch statt: 
(1.) Im Interesse der Beschleunigung bei Benachrichtigung 
über die beabsichtigte Uebernahme von Offizieren, Sanitäts- 
offizieren und oberen Militärbeamten in die Schutztruppen 
bezw. beim Ausscheiden genannter Persönlichkeiten aus den 
Schutztruppen. 
(2.) Bei der Entlassung von Unteroffizieren 2c. und 
Mannschaften der Schutztruppen zur Reserve bezw. Landwehr. — 
Betreffs der Einberufung der Unteroffiziere rc. siehe Militärische 
Ausführungs-Bestimmung 6. 
(3.) In Invaliden-Sachen. 
(4.) Bei Regquisitionen des Oberkommandos behufs Vor- 
nahme militärärztlicher Untersuchungen, Strafvollstreckungen 
und Benutzung von Garnisoneinrichtungen — ausschließlich der 
Kureinrichtungen. 
Organisatorische Bestimmungen f. d. Kaiserl. Schutztruppen. 6
        <pb n="812" />
        (5.) Bei Bestellungen von Armee-Material — aus- 
schließlich Geschützrohre, Laffeten, Protzen, Wagen und Geschütz- 
munition —, sowie bei Ankäufen von Handwaffen-Munition, 
Bekleidungs= und Ausrüstungsstücken — ausschließlich Sanitäts= 
ausrüstungs-Gegenständen — aus vorhandenen Beständen. 
(6.) Bei Regquisitionen des Gerichts des Oberkommandos 
der Schutztruppen. 
(7.) In Angelegenheiten der als Burschen zu den 
Offizieren 2c. des Oberkommandos kommandirten Mann- 
schaften der Armee. 
Zu 8 6, Abf. 1. 
Angehörige des Beurlaubtenstandes des Heeres und 
der Marine können in etatsmäßigen Stellen der Schutz- 
truppen Verwendung finden, erwerben aber dadurch keinen 
Anspruch auf Aktivirung nach dem Ausscheiden aus der Schutz- 
truppe. 
Bei Offizieren, Sanitätsoffizieren und oberen Militär- 
beamten wird die Anciennetät durch Allerhöchste Ordre geregelt. 
Offiziere des Beurlaubtenstandes haben, falls es für 
erforderlich gehalten wird, eine sechsmonatliche Dienstleistung 
bei einem heimischen Truppentheil abzuleisten, bevor auf Grund 
der erlangten Qualifikation die Ueberweisung zur Schutztruppe 
bei Seiner Majestät dem Kaiser und König beantragt werden 
kann. Die Kosten der Dienstleistung erstattet die Kolonial= 
Abtheilung. 
Zu 8 6, Abf. 3. 
(I.) Seiner Moajestät dem Kaiser und König sind all- 
jährlich zum 1. Januar und 1. Juli von den Generalkom- 
mandos und sonstigen obersten Waffenbehörden, sowie zum 
10. Januar und 10. Juli von dem Generalstabsarzt der 
Armee diejenigen Offiziere und Sanitätsoffiziere namhaft zu 
machen, welche sich zum Eintritt in eine der Schutztruppen 
gemeldet haben, unter Angabe, in welchem Schutzgebiet dieselben 
nach ihrem Antrage Verwendung zu finden wünschen. Die 
Meldungen der Sanitätsoffiziere sind seitens des General-
        <pb n="813" />
        83 
kommandos u.s. w. zum 1. Januar und 1. Juli an den General- 
stabsarzt der Armee einzusenden. Diese Eingaben (Listen) 
haben zu enthalten: 
a) den Antrag des Betreffenden, in welchem die Ver- 
pflichtung zum 2½⅛½ bezw. 3jährigen Dienste in der 
zu bezeichnenden Schutztruppe (§ 6 der Sch. O.) aus- 
gesprochen ist., 
b) Personal= und Oualifikationsbericht, welcher sich über 
die Person des Antragstellers entsprechend § 7 der 
Sch. O. eingehend äußert, 
() Abschrift des Personalbogens, 
d) Ranglistenauszug, 
e) Militärärztliches Zeugniß über vollkommene Tropen- 
dienstfähigkeit, entsprechend Anlage 3 der Sch. O. 
(2.) Terminmäßige Meldungen von oberen Beamten 
finden nicht statt. 
(3.) Die Meldungen der Unteroffiziere, Lazarethgehülfen 
und Unterbeamten (Büchsenmacher) für die Schutztruppen in 
Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo — ebenfalls mit 
Angabe, in welchem Schutzgebiet die Verwendung gewünscht 
wird — sind alljährlich zum 1. Januar und 1. Juli von den 
Generalkommandos rc. mittelst besonderer Listen dem Allgemeinen 
Kriegs-Departement einzusenden. 
Die Meldungen haben zu enthalten: 
a) eine Verhandlung, durch welche der Betreffende sich 
zu einer 2½ jährigen Dienstzeit in einer der genannten 
Schutztruppen verpflichtet, 
b) Führungszeugniß, mit eingehender Aeußerung über 
die Person des Betreffenden entsprechend § 7 der Sch. O, 
c) Stammrollenauszug, 
) militärärztliches Zeugniß wie le, 
e) vom Regiments-Kommandeur bezw. dem sonst zu- 
ständigen Vorgesetzten (selbstständigen Bataillons-Kom- 
mandeur 2c.) zu bestätigende Zusicherung der Wieder- 
aufnahme in den Truppentheil 2c., nach Beendigung 
67
        <pb n="814" />
        84 
einer etwaigen Dienstzeit in der Schutztruppe, sofern 
alsdann Bedenken gegen die Würdigkeit und körperliche 
Brauchbarkeit nicht bestehen. 
(4.) Einer wiederholten Namhaftmachung der in der An- 
wärterliste Notirten (§ 8 der Sch. O.) bedarf es in den folgenden 
Terminen nicht. Dagegen sind Veränderungen in ihren per- 
sönlichen Verhältnissen (Versetzung, Verabschiedung, Entlassung, 
Qualifikation, Bestrafung, Verheirathung, Todesfall u. s. w.) 
Seitens der betreffenden Kommandobehörden r2c. zum 5. jeden 
Monats betreffs der Offiziere dem Chef des Militär-Kabinets, 
betreffs der Sanitätsoffiziere dem Generalstabsarzt der Armee 
und der übrigen Personen dem Allgemeinen Kriegs-Departement 
mitzutheilen. 
(5.) Beurlaubungen zum Zwecke der Ausbildung für den 
Dienst in den Kaiserlichen Schutztruppen dürfen nur nach er- 
folgter Vereinbarung mit dem Oberkommando der Schutztruppen 
beantragt werden. 
Zu § 6, Abf. 4. 
Für die südwestafrikanische Schutztruppe erfolgen, 
soweit Unteroffiziere 2c. und Mannschaften in Frage kommen, 
keine terminmäßigen Anmeldungen. Im Falle des Ersatzbedarfs 
ergeht unter Angabe etwaiger Zusätze oder Abweichungen von 
den in der Anlage 2a. der Sch. O. bezw. der militärischen Aus- 
führungsbestimmungen 12—15 festgelegten Vorschriften Seitens 
des Allgemeinen Kriegs -Departements an die Kommando- 
behörden 2c. das Ersuchen, Militärpersonen, welche zum Ueber- 
tritt bereit und geeignet sind, in den Grenzen des vorhandenen 
Bedarfs zu bezeichnen. 
Zu § Ha, Abfs. 1. 
Seiner Majestät dem Kaiser und König werden bei ein- 
tretendem Bedarf an Offizieren und Sanitätsoffizieren vom 
Reichskanzler durch das Militär-Kabinet entsprechende Anträge 
unterbreitet. Von der Allerhöchsten Entschließung erhalten im 
Fall der Genehmigung des Antrags die betheiligten General= 
kommandos 2c. behufs der weiteren Veranlassung Mittheilung
        <pb n="815" />
        85 
durch den Chef des Militär-Kabinets unter Angabe des Zeit- 
punktes, von welchem ab die Uebernahme in die Schutztruppe 
stattfinden soll. 
Die Einberufenen beantragen ihr Ausscheiden aus dem 
Heere auf dem dafür vorgeschriebenen Dienstwege. 
Nach dem Bekanntwerden der Allerhöchsten Ordre haben 
die Truppentheile 2c. dafür zu sorgen, daß die Betreffenden sich 
zu dem angegebenen Zeitpunkt bezw. mit thunlichster Be- 
schleunigung beim Oberkommando der Schutztruppen in Berlin 
melden. 
Die Personal= und Qualifikationsberichte gehen hierbei auf 
dem Dienstwege durch das Generalkommando 2c., die Personal- 
bogen unter Vermittelung der Geheimen Kriegskanzlei an den 
Chef des Militär-Kabinets behufs Uebermittelung an das Ober- 
kommando der Schutztruppen. 
Zu §8 9b, Abf. 1. 
Wegen Einberufung der in der Anwärterliste vorgemerkten 
Unteroffiziere rc. setzt sich das Oberkommando der Schutztruppen 
mit den Regiments-Kommandos 2c. unmittelbar in Verbindung. 
Zu 8 9b, Abf. 6. 
Die zur Schutztruppe übertretenden Zahlmeister-Aspiranten 
werden in der Liste der Zahlmeister-Aspiranten des Armeekorps, 
dem sie früher angehört haben, mit ihrem bisherigen Dienst- 
alter weiter geführt. Bei Einreichung eines Vorschlags zur 
Beförderung des Hintermannes eines zur Schutztruppe 
übergetretenen Zahlmeister-Aspiranten zum Zahlmeister ist letzterer 
unter Beifügung seines Nationals dem Militär-Oekonomie- 
Departement namhaft zu machen. 
Nach dem Rücktritt eines überzähligen Zahlmeisters in die 
Armee hängt die Uebertragung einer etatsmäßigen Stelle von 
der nachträglichen Ableistung der vorgeschriebenen Probedienst- 
leistung ab. 
Zu § 17. 
. Bei der Feststellung des Anspruchs auf das Dienstaus- 
zeichnungskreuz und die Dienstauszeichnung erfolgt die Doppel-=
        <pb n="816" />
        10. 
11. 
86 
rechnung der Dienstzeit in allen Fällen, in welchen gemäß 
§ 11 des vom Herrn Reichskanzler unterm 18. Juli 1896 
veröffentlichten Textes des Gesetzes, betreffend die Kaiserlichen 
Schutztruppen 2c. (A. V. Bl. S. 209) die Dienstzeit bei der 
Pensionirung doppelt in Anrechnung gebracht werden darf. 
Zu 8 24. 
(1.) Ueber den Wiedereintritt von Offizieren und 
Sanitätsoffizieren in das Heer bestimmen Seine Majestät der 
Kaiser und König. 
(2.) Unteroffiziere 2c., denen gemäß militärischer Aus- 
führungs-Bestimmung 3 (3)e die Wiederaufnahme in den 
Truppentheil rc. zugesichert worden ist, werden innerhalb 
desselben — Zahlmeister-Aspiranten innerhalb des Armeekorps, 
dem sie vor dem Uebertritt zur Schutztruppe angehörten — 
nach Maßgabe ihres früheren Dienstalters eingereiht ohne 
Rücksicht darauf, welchen Rang sie in der Schutztruppe ein- 
genommen haben. 
(3.) Ist eine etatsmäßige Stelle nicht frei, so haben die 
Truppentheile 2c. die zuständigen Gebührnisse 2c. vorschußweise 
zu zahlen und am Schluß eines jeden Monats bei der Kolonial= 
Abtheilung zu liquidiren. 
Findet zunächst nur die Einstellung in eine Stelle mit 
geringerem, als dem chargenmäßigen Einkommen statt, so 
kommt nur der Unterschied zur Liquidation. 
Zu §8 31, Abs. 5. 
Die bei der Einberufung zuständigen Gebührnisse für die 
Reise vom Wohn-(Stand-horte nach Berlin — im Fall 
einer vorhergehenden nochmaligen ärztlichen Untersuchung auch 
für die etwaige Rückreise — sind von den Truppentheilen 2c. 
vorschußweise zu zahlen und bei der Kolonial-Abtheilung zu 
liquidiren. 
Zu §8 32, Abs. 2. 
Die Garnisoneinrichtungen der Heeresverwaltung (Kasernen, 
Arrestanstalten, Garnisonlazarethe, Badekurorte 2c.) können,
        <pb n="817" />
        87 
soweit sie verfügbar sind, von den in Europa anwesenden 
Deutschen Militärpersonen der Kaiserlichen Schutztruppen eben- 
falls benutzt werden. Etwa dadurch entstehende Kosten erstattet 
die Kolonial-Abtheilung. 
Zu Aulage Za, Ziffer 3. 
12. (1.) Wegen der Anmeldungen siehe militärische Aus- 
führungs-Bestimmung 4. 
(2.) Die Kapitulations-Verhandlungen sind in Vertretung 
des Kaiserlichen Kommandos der Schutztruppe für Südwest- 
afrika von dem betreffenden Kompagnie= 2c. Chef abzuschließen. 
Diese Verhandlung gelangt mit dem zweifach auszufertigenden 
Stammrollenauszug auf dem Dienstwege an das Allgemeine 
Kriegs-Departement. 
Im Stammrollenauszug sind zu bescheinigen: 
a) Seitens des Kompagnie= 2c. Chefs: das Vorhandensein 
der gemäß Ziffer 2 und 4 der Anlage 2 geforderten 
Eigenschaften, jedoch 
b) Seitens des Truppenarztes nach voraufgegangener 
Untersuchung: die Feld= und Tropendienstfähigkeit des 
Kapitulanten. 
Zu Anlage ZLn, Ziffer 5. 
13. (1.) Nach getroffener Auswahl setzt sich das Ober- 
kommando der Schutztruppen wegen Einberufung der nöthigen 
Mannschaften mit den Truppentheilen unmittelbar in Be- 
nehmen. 
(2.) Den einberufenen Mannschaften sind Verpflegungs- 
bescheinigungen und Bekleidungs-Nachweisungen mitzugeben, die 
diese an das Oberkommando der Schutztruppen abzugeben haben. 
Zu Anlage La, Ziffer 6. 
14. Vom Truppentheil sind die Mannschaften mit Gebühr- 
nissen bis einschließlich des Tages vor dem Abmarsch nach 
Berlin abzufinden.
        <pb n="818" />
        * 
Die Einberufenen haben für die Reise nach Berlin An- 
spruch auf diejenigen Gebührnisse, welche Angehörigen des 
Reichsheeres bei Einberufungen zustehen. 
Für die Zahlung und Liquidirung gilt die Vorschrift der 
militärischen Ausführungs-Bestimmung 10. 
Zu Anlage 2a, Ziffer 8. 
Den Einberufenen sind nur die nothwendigsten Bekleidungs- 
stücke mitzugeben. Besonderer Meldeanzug (Helm, Waffen) ist 
nicht erforderlich. Eigene Uniformstücke sind erlaubt. 
Berlin, den 30. August 1898. 
Kriegsministerinm. 
gez. von Goßler. 
— — — — — — — — — — 
  
Gedruckt in der Koniglichen Hofbuchdruckerei von E. SZ. Mittler &amp; Sohn, 
Verlin 8W12, Kochitraße 68—71.
        <pb n="819" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial-Abtheilung des Ausmãrligen Amls. 
  
§§§§V— — 
Nummer 21. 
– E 
—––––. . 
I. Jahrgans. gerlin, 1. Uovenber 1999. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. iedes Monats. Derselben werden als Beibefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mlttheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“. herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchbandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchbandlung von Ernst Siegfried Mitiler 
und Sohn, Berlin 8W12, Rochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betreffend die Rechtsverhältnisse an unbeweglichen Sachen in 
Deutsch-Südwestafrika S. 677. — Vereinbarung zwischen dem Auswärtigen Amt (Kolonial-Abtheilung) und der 
South West Africa Co. S. 685. — Ertheilung der Ermächtigung zur Beurkundung des Personenstandes an den 
jedesmaligen Bezirksamtmann in Wilhelmsthal S. 688. — Bekanntmachung des Kaiserlichen Gouverneurs von 
Togo, betreffend die weitere Abgrenzung der Bezirkoämter Lome und Klein-Popo S. 688. — Nachweisung der 
Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat August 1898 S. 688. — Gouvernements-= 
kurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat Oktober S. 688. — Personalien S. 688. 
Nichtamtlicher Theil: Zur Aufklärung S. 689. — Kolonialrath S. 689. — Personal-Nachrichten S. 691. 
— Deutsch-Ostafrika: Bericht über die Revision der Schulen im Bezirk Tanga S. 691. — Ueber die Kultur- 
station Dabagga S. 692. — Bericht über die Reise des Regierungsraths Dr. Stuhlmann nach Mohorro S. 693. —. 
Bericht des Forstassessors v. Bruchhausen über die Waldbestände bei Kilossa und in den Ulugurubergen S. 696.—. 
Bericht des Bezirksamtssekretärs Zenke über seine Bereisung des Kohlendistrikts im nördlichen Nyassagebiet S. 697. — 
Uebersicht über die im Schutzgebiete von Deutsch-Ostafrika ansässige weiße Bevölkerung S. 690. — Aus fremden 
Kolonien: Handel Ostindieno im Jahre 1896/97 S. 700. — Goldexport von der englischen Goldküste S. 709. — 
Flottenstützpunkte in den Küstenplätzen französischer Kolonien S. 709. — Aus Gurma S. 709.— Transafrikanische 
Telegraphenlinie S. 710. — Ueber den Handel Frankreichs mit seinen Kolonien S. 710. — Verschiedene 
Nittheilungen: Untersch##ug des Kilimandjaro S. 710. — Litteratur S. 711. — Litteratur-Verzeichniß 
S. 711. — Schiffsbewegungen S. 712. — Verkehrs-Nachrichten S. 712. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden; Perkräge. 
  
—..v 
Allerhöchste Verordnung, betreffend die Rechtsverhältnisse an nnbeweglichen 
Sachen in Deutsch-Südwestafrika. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, Köni 
"„ er, König von Preußen 
auf Grund der §§ 1 und 3 Nummer 2 des Gesetzes, betreffend die mchsobeußen. eo verordnen 
Schußgebiete (Reichs-Gesetzblatt 1888, S. 75), für das südwestafrikanische Schutzgebiet zur E eutschen 
Verordnung vom 10. August 1890 (Reichs-Gesetzblatt S. 171) im Namen des Reichs, was 8 der 
I. Allgemeine Bestimmungen. 
– 1. 
Die Rechtsverhältnisse an Grundstücken regeln sich, soweit sich nicht 
Anderes ergiebt, nach den im Geltungsbereich des Preußischen allgeneinh erns dieser —* en 
mmungen, 
insbesondere nach dem Gesetze über den Eigenthumserwerb und die dingli 
Bergwerken und selbständigen Gerechtigkeiten vom 5. Mai 1872. gliche Belastung von Grundstücken, 
2. 
In Ansehung von Grundstücken, für welche ein Grundbuchblatt (58 50o ff 
finden die im § 1 bezeichneten Bestimmungen nur Anwendung, wenn das Gru v!1uno 
Nichteingeborenen steht. ndstü 
Inwieweit Eingeborene zur Eintragung ihres Eigenthums im 
hierzu angehalten werden können (8 27, 3 50), bestimmt in 7 eindeiner udbuche berechtigt sind oder 
bleiben Grundstücke, welche in das Grundbuch eingetragen sind, den Besti eder Gouverneur. Jedo 
utterworfen, auch wenn sie in das Eigenthum eines Eingeborenen übergehen mmungen dieser Verordnung 
ch nicht an « 
. · gelegt ist 
ck im Eigentzumee it
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        — 678 — 
88. » 
Die auf die Grundschuld und auf das Bergwerkseigenthum bezüglichen Vorschriften des Gesetzes 
über den Eigenthumserwerb rc. vom 5. Mai 1872, das Berggesetz vom 24. Juni 1865 und die Gunmd- 
buchordnung vom 5. Mai 1872 bleiben außer Anwendung. « 
§4. . 
Der Gouverneur ist ermächtigt, wem und soweit es im öffentlichen Interesse nothwendig ist, den 
Erwerb von Grundstücken oder von dinglichen Rechten an solchen an besondere Bedingungen oder an eine 
obrigkeitliche Genehmigung zu knüpfen. Er bestimmt die Voraussetzungen für den Eigenthumserwerb durch 
Besihergreifung von herrenlosem Lande. Die bisherigen Bestimmungen, wonach der Abschluß von Verträgen 
mit den Eingeborenen über den Erwerb von Eigenthum oder von Pachtrechten an Grundstücken ohne 
Genehmigung des Gonverneurs nicht rechtsbeständig und unter Strafe gestellt ist, bleiben in Kraft. 
Der Reichskanzler ist befugt, die von dem Gouverneur getroffenen Anordnungen aufzuheben. 
II. Einrichtung der Grundbücher. 
2 1 E § b. 
Der Gouverneur bestimmt diejenigen Bezirke, für welche ein Grundbuch anzulegen ist. 
Die Orundböcher werden nach dem den 98cd 
e, Grundbücher werden nach dem von dem Gouverneur zu bestimmend — 
Jedes Grundstück erhält ein eigenes Gramdbuchblatt. Es kann seboh sruenden Bormuler- —2 
bezirke liegende Grundstücke desselben Eigenthümers ein gemeinschaftliches Grundbuchblatt angelegt werden, 
wenn daraus nach dem Ermessen der Grundbuchbehörde keine Verwirrung zu besorgen ist. 
Die Grundbuchblätter eines Grundbuchs erhalten fortlouf - 
der Anlegung. dhuchs erhalten fortlaufende ¶ Nummern nach dem Zeitpunkte 
87. 
Jedes Grundbuchblatt besteht aus einem Titel und drei ·. 
DekTiteIgieotiudekeksteuHauptspqueamMAWUWM 
LE§»Hu-TMchskchcksåZZxZEåTgEEFxTEEHTDTW’MWW 
2.viedeßede·g»quvsiückg. ach Kultur und Art der Venuhung; 
nech osenn s die Bezeichnung des Grundstücks nach dem Steuerbuche bestimmte Unterspalte ist vorläufig 
-• zeruagsuce tn —— vereinigt, so sind sie unter fortlaufenden 
Die zweite Hauptspalte ist zu Abschreibungen bestimmt. 
„ . 8. 
In die erste Spalte der ersten Abtheilung ist einzutragen 
der Eigenthümer nach Namen, nach Stand, Gewerbe oder n- 
Z . -— ...et-ansz .. 
Wohnort oeer eufenthalsort; eine juristische Person nach ihrer — 8 
un 0 renthal tenn —* 8 eine Handelzgeselschaft Mütiengesellschaft und ——- 
in die Fwiie Spalte: wo sie ihren Sit hat; · 
das Datum der Eintragung, der Rechisgrund derselb 
und dergleichen mehr) sowie die Vermerk — - en 
in die dritte Spalte: le über Zuschreib 
auf Antrag des Eigenthümers der - · - 
öffentlichen Taxe. Erwerbopreis oder die Schätzung des Werthes nach einer 
ulse sde Testament, Erbbescheinigung 
. §9. 
In die erste Hauptspalte der zweiten Abtheilun 
w 
1. dauernde Lasten und wiederkehrende Geld= und Nabemelkan ngetrauen· 
Titel beruhen; ngen, welche auf einem privatrechilichen 
2. die Beschränkungen des Eigenthums und bes Verfügungsrechts d 
In die zweite Hauptspalte „Veränderungen“ werden al es Eigenthümers. 
in der ks Hauptpalle — wachte und Beschränkungen gaspttründerunge eingetragen, welche die 
Ist ein in der ersten Hauptspalte eingetragenes N eden. ..... 
Hauptspalte „Löschungen“; die Löschu ' echt aufgehoben, so N 
Nebenspalte „Löschungen“ bewirkt. chung einer Veränderung wird unter Ae ziege ueaul ds
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        — 679 — 
810. 
In die erste Hauptspalte der dritten Abtheilung werden die Hypotheken eingetragen. 
· In die zweite Hauptspalte „Veränderungen“ sind alle Veränderungen (Uebertragungen, Ver- 
pfändungen 2c.) der in der ersten Hauptspalte eingetragenen Posten sowie etwaige Beschränkungen des 
Verfügungsrechts über dieselben zu vermerken. 
Die Nebenspalte „Löschungen“ in der zweiten Hauptspalte ist für die Löschung der Veränderungen, 
die Hauptspalte „Löschungen“ zur Löschung der in der ersten Hauptspalte eingetragenen Posten bestimmt. 
8 11. 
Für jedes Grundbuchblatt werden besondere Akten angelegt, in denen die darauf bezüglichen 
Schriftstücke und Verhandlungen gesammelt werden. 
– 12. 
Die Einsicht der Grundbücher ist Jedem, die Einsicht der Grundakten nur Demjenigen gestattet, 
welcher nach dem Ermessen der Grundbuchbehörde ein rechtliches Interesse dabei hat. 
III. Zuständigkeit der Grundbuchbehörde und Verfahren. 
8 13. 
Die Bearbeitung der Grundbuchsachen gehört zur Zuständigkeit der zur Ausübung der Gerichts— 
barkeit erster Instanz ermächtigten Beamten, welche den Bezirkshauptleuten bezw. Stationschefs die Be— 
arbeitung übertragen können. « 
§14. 
Die Grundbuchbehörde verfährt, soweit nicht etwas Anderes vorgeschrieben ist, nur auf Antrag. 
Die Anträge werden mündlich bei der Grundbuchbehörde angebracht oder schriftlich eingereicht. 
Mündliche Anträge auf Eintragungen oder Löschungen sind von der Grundbuchbehörde aufzunehmen. 
8 18. 
Schriftliche, zu einer Eintragung oder Löschung erforderliche Anträge und Urkunden sowie die 
Vollmachten von Personen, welche als Bevollmächtigte Anträge stellen oder Erklärungen abgeben, müssen 
gerichtlich oder notariell aufgenommen oder beglaubigt sein. Jedoch bedürfen schriftliche Anträge, welchen 
die beglaubigten Urkunden beiliegen, in denen die Betheiligten die beantragte Eintragung oder Löschung 
schon bewilligt haben, keiner besonderen Beglaubigung. 
Der Aufnahme eines besonderen Protokolls über die Beglaubigung oder der Zuziehung von 
Zeugen bedarf es nicht. 
8 16. 
Anträge auf Eintragungen oder Löschungen in der zweiten oder dritten Abtheilung bedürfen, 
sofern sie auf Grund gerichtlicher Entscheidungen gestellt werden, keiner Beglaubigung. 
Ingleichen bedürfen keiner Beglaubigung Urkunden und Anträge der öffentlichen Behörden der 
Schutzgebiete, des Reichs, oder eines Bundesstaats. 
§ 17. 
Sind die zur Eintragung oder Löschung erforderlichen Urkunden oder Vollmachten von einer 
ausländischen Behörde ausgestellt oder beglaubigt, und ist die Befugniß dieser Behörde zur Ausstellung 
öffentlicher Urkunden nicht durch Staatsverträge des Deutschen Reichs verbürgt, oder sonst der Grundbuch- 
behörde bekannt, so muß die Befugniß der ausländischen Behörde zur Aufnahme des Aktes und deren 
Unterschrift auf gesandtschaftlichem oder konsularischem Wege festgestellt werden. 
8 18. 
Auf den Anträgen sowohl als auf den Urkunden ist der Zeitpunkt des Einganges genau anzugeben. 
Dieselben bleiben in Urschrift oder in beglaubigter Abschrift bei den Grundakten. 
19. 
Die Verfügungen auf die Anträge sind von der Grundbuchbehörde zu erlassen. 
Die auf Grund der Verfügungen vorzunehmenden Eintragungen können von einem Beamten der 
Grundbuchbehörde (Grundbuchführer) ausgeführt werden. In diesem Falle soll die Verfügung den Inhalt 
der Eintragung wörtlich angeben. 
Bei allen Einschreibungen in das Grundbuch ist der Tag der Einschreibung anzugeben, die in 
die zweite und dritte Abtheilung einzutragenden Posten sind in jeder Abtheilung mit fortlaufenden Nummern 
zu versehen. Die Einschreibungen sind im Grundbuch von der Grundbuchbehörde und, sofern sie von dem 
Grundbuchführer vorgenommen sind, auch von diesem zu unterzeichnen. 
8 20. 
Die Grundbuchbehörde hat die Rechtsgültigkeit der Eintragungs= oder Löschungsbewilligung nach 
Form und Inhalt zu prüfen. «
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        — 680 — 
Ergiebt die Prüfung für die beantragte Eintragung oder Löschung ein Hinderniß, so hat die 
Grundbuchbehörde dasselbe dem Antragsteller bekannt zu machen. 
8 21. 
Werden mehrere, zwar an sich begründete, aber einander widersprechende Anträge auf Eintragung 
des Eigenthums vorgelegt, bevor auf einen der Anträge die Eintragung bewirkt ist, so ist diese bis zur 
Erledigung des Widerspruchs auszusetzen. 
8 22. 
Sind außer dem Falle des § 21 aus mehreren Eintragungsgesuchen für dasselbe Grundstück 
Eintragungen zu bewirken, so erfolgen sie in der durch den Zeitpunkt der Vorlegung der Gesuche bestimmten 
Rangordnung, und aus gleichzeitig vorgelegten Gesuchen zu gleichem Rechte, wenn in denselben nicht eine 
andere Rangordnung bestimmt ist. 
Wird durch das früher vorgelegte Gesuch dem später vorgelegten die Begründung entzogen, so 
ist dieses zurückzuweisen. 
8 28. 
Die Rangordnung (§ 22 Abs. 1) wird bei Belastungen derselben Abtheilung des Grundbuchs 
durch die Reihenfolge der Eintragungen ersichtlich gemacht; sollen die Belastungen zu gleichen Rechten 
nebeneinander stehen, so ist dies bei den Eintragungen besonders zu bemerken. Zwischen Belastungen der 
zweiten und der dritten Abtheilung ergiebt sich die Rangordnung aus dem Datum der Eintragung. Soll 
von Eintragungen unter demselben Datum die eine der anderen nachstehen, so ist dies besonders zu bemerken. 
Die endgültige Eintragung einer Belastung an der Stelle einer Vormerkung erlangt den Rang 
der Letzteren, ohne daß dies eines besonderen Vermerks bedarf. 
· §24. · 
Eine aus Versehen der Grundbuchbehörde gelöschte oder bei Ab- und Umschreibungen nicht über- 
tragene Post ist auf Verlangen des Gläubigers oder von Amts wegen mit ihrem früheren Vorrecht wieder 
einzutragen. Diese Wiedereintragung wirkt jedoch nicht zum Nachtheil derjenigen, die nach der Löschung 
Rechte an dem Grundstücke oder auf eine der gelöschten gleich= oder nachstehende Post in redlichem Glauben 
erworben haben. 
IV. Eintragung des Eigenthums. Eintragungen und Löschungen in der zweiten Abtheilung. 
8 26. 
Eine Auflassung findet nicht statt. . . 
Zum Uebergange des Eigenthums im Falle der freiwilligen Veräußerung eines Grundstücks, für 
welches ein Grundbuchblatt bereits angelegt ist oder welches im Eigenthum eines Nichteingeborenen steht, 
büktieren * der Beobachtung der durch den Gouverneur getroffenen besonderen Anordnungen (8 4) 
erforderlich, da 
1. der eingetragene Eigenthümer die Eintragung des Erwerbers bewilligt hat oder zur Bewilligung 
der Eintragung rechtskräftig verurtheilt ist, und 
2. der Erwerber als Eigenthümer eingetragen wird. 
Steht das Grundstück im Eigenthum von Miterben, so genügt deren Bewilligung oder rechts- 
kräftige Verurtheilung, auch wenn sie nicht als Eigenthümer eingetragen sind. 
b 6 b 4en Eintragung des Erwerbers erfolgt auf dessen Antrag, sofern die erforderlichen Nachweise 
eigebra 
Sie soll außer dem Falle der rechtskräftigen Verurtheilung des Eigenthümers zur Bewilligung 
der Eintragung nur stattfinden, wenn eine in gerichtlicher oder notarieller Form ausgenommene Urkunde 
über das der Veräußerung zu Grunde liegende Rechtsgeschäft beigebracht wird. 
§ 26. 
Ist das Eigenthum an einem Grundsiücke, für welches bereits ein Grundbuchblatt angelegt ist, 
in anderer Weise als durch freiwillige Veräußerung übergegangen, so wird der Erwerber auf seinen Antrag 
als Eigenthümer eingetragen, sofern der Eigenthumsübergang nachgewiesen ist. Z„ 
Die Eintragung des Eigenthums von Erben erfolgt auf Grund einer amtlichen Erbbescheinigung 
oder auf Grund eines sonstigen glaubhaften Nachweises. 
§ 27. d 
In den Fällen, in denen der Erwerb des Eigenthums ohne freiwillige Veräußerung stattgefun * 
hat, kann der Eigenthümer von der Grundbuchbehörde durch Geldstrasen bis zu je Einhundertfünfzig Mar 
zur Eintragung seines Eigenthums angehalten werden, wenn ein dinglich oder zu einer Eintragung 
Berechtigter dieselbe beantragt. d 
Bestreitet der angebliche Eigenthümer die Thatsachen, welche zur Begründung des Antrages gelten 
gemacht sind, so ist der Antragsteller auf den Prozeßweg zu verweisen
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        — 681 — 
8 28. 
Wenn ein Grundstück, welches von einem eingetragenen Grundstück abgezweigt werden soll, auf 
ein anderes Blatt zu übertragen ist, so muß das einzutragende Grundstück nach den im § 7 bestimmten 
Merkmalen unter Beifügung einer die Lage und Größe des Grundstücks in beglaubigter Form ergebenden 
Karte bezeichnet werden. 
29. . 
Die Eintragung von dinglichen Rechten außer den Hypotheken, von Beschränkung des Verfügungs- 
rechts des Eigenthümers, von Vormerkungen zur Erhaltung des Rechts auf Eintragung des Eigenthums 
oder auf Eintragung eines dinglichen Rechts erfolgt in der ersten Hauptspalte der zweiten Abtheilung, 
wenn die Bewilligung des eingetragenen oder seine Eintragung gleichzeitig erlangenden Eigenthümers 
beigebracht wird oder eine zuständige Behörde darum ersucht. 
Die Einwilligung des Eigenthümers wird durch ein rechtskräftiges Urtheil auf Eintragung ersetzt. 
* 8 80. 
Beschränkungen des Verfügungsrechts über ein in der zweiten Abtheilung eingetragenes Recht 
werden neben demselben in der zweiten Hauptspalte vermerkt. 
8 31. 
Die Löschung der Eintragungen in der zweiten Abkheilung erfolgt auf Antrag des eingetragenen 
oder seine Eintragung gleichzeitig erlangenden Eigenthümers. 
Zur Begründung des Antrages ist die Löschungsbewilligung des Berechtigten oder dessen rechts- 
kräftige Verurtheilung zur Löschung erforderlich. 
Eine durch einstweilige Verfügung angeordnete Eintragung ist auch dann zu löschen, wenn eine 
vollstreckkare Entscheidung vorgelegt wird, durch welche die einstweilige Verfügung aufgehoben wird. 
V. Eintragungen und Löschungen in der dritten Abtheilung. 
.. §32. 
Die Eintragung einer Hypothek erfolgt: 
1. wenn der eingetragene oder seine Eintragung gleichzeitig erlangende Eigenthümer sie bewilligt oder 
wenn ein Urtheil beigebracht wird, durch welches er zur Bestellung der Hypothek rechtskräftig 
verurtheilt ist; 
2. wenn der Gläubiger auf Grund eines Urtheils, durch welches der Eigenthümer (Nr. 1) zur Zahlung 
eines bestimmten Geldbetrages an ihn rechtskräftig verurtheilt ist, die Eintragung seiner Forderung 
beantragt; 1 
3. wenn eine zuständige Behörde um die Eintragung ersucht. 
§ 33. 
Die Eintragungsbewilligung muß auf den Namen eines bestimmten Gläubigers lauten, den 
Schuldgrund erwähnen, das verpfändete Grundstück bezeichnen, eine bestimmte Summe in der Landes- 
währung, den Zinssatz oder die Bemerkung der Zinslosigkeit, den Anfangstag der Verzinsung und die 
Bedingungen der Rückzahlung angeben. 
Wenn die Größe eines Anspruchs zur Zeit der Eintragung noch unbestimmt ist (Kautions- 
hypotheken), so muß der höchste Betrag eingetragen werden, bis zu welchem das Grundstück haften soll. 
34. 
. In die erste Hauptspalte der dritten Abtheilung werden auch die Vormerkungen zur Erhaltung 
des Rechts auf eine Hypothek eingetragen. « 
Die Eintragung wird bewirkt: 
1. wenn der eingetragene oder seine Eintragung gleichzeitig erlangende Eigenthümer sie bewilligt; 
2. wenn der Gläubiger auf Grund eines Arrestbefehls, eines für vorläufig vollftreckbar erklärten Urtheils 
oder eines sonstigen Schuldtitels, aus welchem die Zwangsvollstreckung stattfindet, die Eintragung 
seiner darin bezeichneten Forderung beantragt; 
3. wenn eine zuständige Behörde um die Eintragung ersucht. 
. 35. 
Die endgültige Eintragung einer Hypothek an der Stelle einer Vormerkung erfolgt, wenn eine 
der in § 32 Nr. 1 bis 3 bezeichneten Voraussetzungen vorliegt. 
§ 36. 
Die Abtretung einer Hypothek wird auf Grund der Bewilligung des Gläubigers oder seiner 
rechtskräftigen Verurtheilung zur Bewilligung oder auf Grund des Ersuchens einer zuständigen Behörde 
eingetragen. Ist eine Hypothekenurkunde gebildet, so bedarf es der Beibringung derselben.
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        — 682 — 
Die Abtretungserklärung muß den Namen des einzutragenden Erwerbers enthalten. Der Annahme- 
erklärung des Letzteren bedarf es nicht. 
§ 37. 
Die Vorschriften des § 36 finden auch Anwendung, wenn eine Hypothek auf eine andere Weise 
erworben oder verpfändet, oder wenn von einem voreingetragenen Gläubiger das Vorrecht einem nach- 
stehenden eingeräumt wird. 
Die Eintragung der Verpfändung hat den Gläubiger sowie die Forderung, zu deren Sicherheit 
die Verpfändung erfolgt, zu bezeichnen. 
§ 38. 
Die Pfändung einer Hypothek im Wege der Zwangsvollstreckung ersetzt die Bewilligung des 
Schuldners zur Eintragung des entstandenen Pfandrechts, die Ueberweisung an Zahlungsstatt ersetzt die 
Bewilligung zur Eintragung der Abtretung. 
Zum Nachweise der Pfändung ist der Nachweis der Zustellung des Pfändungsbeschlusses an den 
Eigenthümer des Grundstücks erforderlich und ausreichend. 
8339. 
Beschränkungen des Verfügungsrechts über eine Hypothek werden neben derselben in der zweiten 
Hauptspalte vermerkt, wenn der Gläubiger die Eintragung bewilligt oder eine zuständige Behörde darum ersucht. 
Ist eine Hypothekenurkunde gebildet, so bedarf es der Beibringung derselben. 
8 40. 
Die Löschung einer Hypothek darf nur auf Antrag des eingetragenen Eigenthümers oder auf 
Ersuchen einer zuständigen Behörde erfolgen. Zur Begründung des Antrages gehört entweder 
1. die von dem Gläubiger ertheilte Quittung oder Löschungsbewilligung, oder 
2. der Nachweis der rechtskräftigen Verurtheilung des Gläubigers, die Löschung zu bewilligen, oder 
3. der Aichnint daß der Gläubiger das Eigenthum des Grundstücks oder der Eigenthümer die Hypothek 
erworben hat. 
Ist eine Hypothekenurkunde gebildet, so bedarf es der Beibringung derselben. 
8 41. 
An die Stelle einer gelöschten Hypothek darf eine andere nicht eingetragen werden. Vielmehr 
rücken die nachstehenden Posten vor. 
Auf Antrag des eingetragenen Eigenthümers ist eine Hypothek, deren Löschung er gemäß 8 40 
zu verlangen berechtigt ist, auf seinen Namen und, sofern er sie an einen anderen abtritt, auf diesen um- 
zuschreiben. Auf Kautionshypotheken findet diese Bestimmung keine Anwendung. 
8 42. 
Die Löschung einer Vormerkung erfolgt auf Ersuchen derjenigen Behörde, auf deren Antrag die 
Vormerkung eingetragen worden ist, oder auf Bewilligung dessen, für den die Eintragung stattgefunden hat. 
8 43. 
Soll eine gemäß § 32 Nr. 2, 8 34 Nr. 2 eingetragene Hypothek oder Vormerkung gelöscht 
werden, so wird die Einwilligung des Berechtigten in die Löschung durch eine Urkunde ersetzt, auf Grund 
deren nach den Vorschriften der Civilprozeßordnung die Zwangsvollstreckung mit der Wirkung einzustellen 
ist, daß die bereits erfolgten Vollstreckungsmaßregeln aufgehoben werden. 
§ 44. 
Eine durch einstweilige Verfügung angeordnete Eintragung ist auch dann zu löschen, wenn eine 
vollstreckkare Entscheidung vorgelegt wird, durch welche die einstweilige Verfügung aufgehoben wird. 
VI. Bildung der Urkunden über Eintragungen im Grundbuch. 
45. 
- Der Eigenthümer kann jederzeit eine beglaubigte Abschrift des vollständigen Grundbuchblattes 
seines Grundstücks oder des Titels und der ersten Abtheilung verlangen. 
§ 46. 
Ueber die Eintragung erhalten die Betheiligten und die Behörde, welche die Eintragung nachgesucht 
hat, von der Grundbuchbehörde eine Benachrichtigung, welche die Eintragungsformel wörtlich enthält. Zu 
den Betheiligten gehört immer der eingetragene Eigenthümer. 
8 47. 
Ueber die Eintragung einer Hypothek wird eine Hypothekenurkunde in der Art gebildet, daß auf 
der Schuldurkunde oder einem mit Schnur und Stempel damit zu verbindenden Blatte die Eintragung 
nach dem von dem Gouverneur zu bestimmenden Formulare vermerkt wird. « 
Auf die Bildung der Hypothekenurkunde kann verzichtet werden.
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        — 683 — 
8 48. 
Ist eine Hypothelenurkunde gebildet, so wird jede bei der Hypothek eingetragene Veränderung 
(Abtretung, Verpfändung, Beschränkung des Verfügungsrechts ꝛc.) sowie die bewirkte gänzliche oder theil- 
weise Löschung auf der Urkunde von der Grundbuchbehörde unter Beifügung ihrer Unterschrift und ihres 
Siegels vermerkt. 
Bei Löschung der ganzen Hypothek wird außerdem der Eintragungsvermerk durchstrichen. 
§ 49. 
Erfolgt eine Theilabtretung, so ist von der Hypothekenurkunde eine gerichtlich oder notariell 
beglaubigte Abschrift anzufertigen und zugleich auf die Haupturkunde der Vermerk, welcher Theil der 
Hypothek abgetreten ist, und auf die beglaubigte Abschrift der Vermerk zu setzen, für wen und über welchen 
Theil der Hypothek die Abschrift gefertigt ist. 
Soll die Theilabtretung eingetragen werden, so sind die Haupturkunde und die beglaubigte Abschrift 
der Grundbuchbehörde vorzulegen; die Eintragung der Abtretung ist gemäß § 48 auf beiden Urkunden 
zu vermerken. 
VII. Erste Anlegung des Grundbuchblattes. 
50. 
Die erste Anlegung des Grundbuchblattes erfolgt auf Antrag des Eigenthümers. Derselbe kann 
zur Stellung des Antrages nur in den Fällen des § 27 angehalten werden. 
l 51. 
Mit dem Antrage hat der Antragsteller durch Urkunden, Bescheinigungen öffentlicher Behörden 
oder auf andere Weise glaubhaft zu machen, daß er das Grundstück als Eigenthümer erworben oder im 
ungestörten Besitz hat. 
In dem Antrag ist das einzutragende Grundstück nach den im § 7 bestimmten Merkmalen 
zu bezeichnen. 
Dem Antrage ist eine aus der Flurkarte entnommene, das Grundstück veranschaulichende Karte 
sowie ein Auszug aus der Mutterrolle beizufügen. 
8 632. 
Insoweit Flurbücher und Mutterrollen noch nicht angelegt sind oder die Vermessung des Grund- 
stücks und die Aufnahme einer Karte zur Zeit unausführbar oder mit Kosten verbunden sind, welche zu 
dem Werthe des Grundstücks in keinem Verhältniß stehen, genügt eine so genaue Bezeichnung des Grund- 
stücks, daß über die Lage und die Grenzen desselben kein Zweifel besteht. 
Die näheren Bestimmungen hierüber erläßt der Gouverneur. 
§ 53. 
Der Anlegung des Grundbuchblattes muß ein Aufgebot vorhergehen. 
g 54. 
Das Aufgebot wird von der Grundbuchbehörde erlassen. In das Aufgebot ist aufzunehmen: 
1. die Bezeichnung des Antragstellers; 
2. die Bezeichnung des aufgebotenen Grundstücks (88 51, 52); 
3. die Aufforderung an alle Diejenigen, die das Eigenthum oder ein zur Eintragung in die zweite und 
dritte Abtheilung des Grundbuchs geeignetes Recht an dem Grundstück in Anspruch nehmen, ihre 
Rechte und Ansprüche bis zu einem bestimmten Termine anzumelden und glaubhaft zu machen, 
widrigenfalls die Anlegung des Grundbuchblattes ohne Rücksicht auf ihre Rechte und Ansprüche 
erfolgen werde. 
# Das Aufgebot ist durch Aushang an der für öffentliche Bekanntmachungen bestimmten Stelle und 
in sonst geeigneter Weise bekannt zu machen. 
Zwischen der ersten öffentlichen Bekanntmachung und dem Termine muß eine Frist von mindestens 
drei Monaten liegen. 
8 65. 
Ist bis zum Ablaufe des Termins ein anderweitiger Eigenthumsanspruch nicht angemeldet oder 
nicht glaubhaft gemacht, so erfolgt die Anlegung des Grundbuchblattes. Die Grundbuchbehörde ist auch 
befugt, ihr bekannt und glaubhaft gewordene Ansprüche Dritter von Amts wegen zu berücksichtigen. Bei 
widerstreitenden Ansprüchen kann die Anlegung erst erfolgen, nachdem die Betheiligten ihre Ansprüche zum 
Austrage gebracht haben. « 
§56. 
Die bis zum Ablaufe des Termins angemeldeten Rechte (8 54 Ziffer 3) werden bei der Anlegung 
des Grundbuchblattes eingetragen, wenn der Antragsteller den Anspruch anerkennt oder wenn die Voraus- 
setzungen der Eintragung gemäß den Bestimmungen dieser Verordnung vorliegen.
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        — 684 — 
Anderenfalls wird, sofern das beanspruchte Recht glaubhaft gemacht ist, zur Sicherung desselben 
eine Vorbemerkung eingetragen. « 
Die Festsetzung der Rangordnung der bis zum Ablaufe des Termins angemeldeten Rechte erfolgt, 
falls sich die Betheiligten nicht einigen, im Rechtswege. 
857. 
Sind in Gemäßheit der Verordnung, betreffend das Aufgebot von Landansprüchen im südwest- 
afrikanischen Schutzgebiete, vom 2. April 1893 (Reichs-Gesetzblatt S. 143) Landansprüche als rechtsgültig 
anerkannt worden und wird mit Rücksicht hierauf die Eigenthumseintragung beantragt, so kann das Grund- 
buchblatt ohne Erlaß eines Aufgebots angelegt werden, falls nach dem Ermessen der Grundbuchbehörde 
keine Bedenken obwalten. Das Gleiche gilt, wenn dem Antrag auf Eintragung des Grundstücks eine 
Ueberwelsung von früher herrenlosem Lande zu Grunde liegt und die Ueberweisung nach Maßgabe eines 
mit der Regierung abgeschlossenen Vertrages oder einer von dieser ertheilten Berechtigung erfolgt ist. 
In beiden Fällen erfolgt nach Anlegung des Grundbuchblattes eine Aufforderung an alle Die- 
jenigen, welche ein zur Eintragung in die zweite und dritte Abtheilung des Grundbuches geeignetes Recht 
an dem Grundstück in Anspruch nehmen, ihre Rechte und Ansprüche bis zu einem bestimmten Termine 
anzumelden und glaubhaft zu machen, widrigenfalls auf ihre Rechte und Ansprüche bei etwaigen ander- 
weitigen Anträgen auf Eintragungen in die genannten Grundbuchsabtheilungen nicht gerücksichtigt werde. 
Hierbei finden die Bestimmungen der §8§ 54 bis 56 sinngemäße Anwendung. Die Bestimmungen dieses 
Paragraphen finden auch Anwendung, wenn die als rechtsgültig anerkannten Landansprüche oder die An- 
sprüche aus Ueberweisungen von früher herrenlosem Lande (Absatz 1 dieses Paragraphen) im Wege der 
Rechtsnachfolge auf den Antragsteller übergegangen sind. 
VIII. Schlußbestimmungen. 
8 68. 
Der Gouverneur hat die zur Ausführung dieser Verordnung erforderlichen Bestimmungen zu 
erlassen und den Zeitpunkt festzusetzen, mit welchem diese Verordn#ung in den einzelnen Bezirken (§ 5) in 
Kraft tritt. 
§ 59. 
Die Kosten für die Bearbeitung der Grundbuchsachen werden nach dem beigefügten Tarif erhoben. 
Gegeben Marmor-Palais, den 5. Oktober 1898. 
( S (ez) Wilhelm 1. R. 
E (ggez.) Fürst zu Hohenlohe. 
l##stentarif für Grundbuchfsachen. 
81. 
Für die Eintragungen des Eigenthums einschließlich der voraufgehenden Verhandlungen sowie für 
Eintragung des Erwerbspreises oder der Werthschätzung: 
bei Grundstücken von 1 ha Flähee 5 Mark, 
von mehr als 1 ha bis 100 ha Fläbhe 10 
- - = 100 ha 500 B 20 
- - = 500 ha = 000 .hha 30 
- " = 1000 ha = 5000 B.ml 40 
- - 5000 ha = 10000 Brm 80 
— -Ê 10000 ha Fläche 100 
Für die Eintragung des Eigenthümers bei Anlegung des Grundbuchblattes, einschließlich des vor- 
gängigen Verfahrens, wird die Hälfte der vorstehenden Kosten als Zuschlag erhoben. 
Bei Abschreibung eines Theilstücks und Uebertragung desselben auf ein anderes Grundbuchblatt 
werden Kosten nach § 1 nur für die Eintragung auf Letzteres berechnet. 
Im Falle des § 52 der Verordnung, betreffend die Rechtsverhältnisse an unbeweglichen Sachen 
in Deutsch -Südwestafrika, wird behufs der Berechnung der Kosten die Größe des Grundstücks von der 
Grundbuchbehörde abgeschätzt. 
§ 2. 
Für jede endgültige Eintragung in der zweiten und dritten Abtheilung und alle dabel vor- 
kommenden Nebengeschäfte: 1 
a) von dem Betrage bis zu 500 Mark: von je 100 Mark 09560 Mark, 
b) -Mehrbetrage bis 6000 Mark: von je 100 Mark 0,20 
e) -— - Mehnrbetrage: von je 100 Mark 0,.0
        <pb n="827" />
        83. 
Für die Eintragung von Veränderungen aller Art, Vormerkungen und Verfügungsbeschränkungen 
die Hälfte der Sätze des § 2. .. 
Für jede Löschung und alle dabei vorkommenden Nebengeschäfte die Hälfte der zu §§ 2 und 3 
für die Eintragung bestimmten Sältze. —- 
§5. 
Für die Aufnahme von mündlichen Anträgen, welche den Eintragungen oder Löschungen im 
Grundbuch als Grundlage dienen, oder für die gerichtliche Beglaubigung solcher Anträge sowie für die. 
vorgeschriebenen Benachrichtigungen der Betheiligten werden besondere Gebühren nicht erhoben. 
86. 
Für a) die Ausfertigung einer beglaubigten Abschrift des vollständigen Grundbuchblattes drei Fünftel 
der Sätze zu § 1, jedoch nicht über 10 Mark; 
b) die Ausfertigung einer beglaubigten Abschrift des Titels und der ersten Abtheilung des Grund- 
buchblattes die Hälfte der Sätze zu § 1, jedoch nicht über 5 Mark. - 
· 87. 
Ergiebt sich bei Berechnung der Kosten in den Fällen der §§ 2, 4 und 6 ein geringerer Betrag 
als 1 Mark,. so wird letzterer Betrag in Ansatz gebracht. 
§ 8. 
Für die Einsicht des Grundbuchs und der Grundakten ist jedesmal der Betrag von 0,50 Mark 
zu entrichten. 
§ 9. 
Werden Urkunden, deren Vorlegung zur Erwirkung von Eintragungen nothwendig war, von den. 
Betheiligten ohne Uebergabe einer für die Grundakten bestimmten Abschrift zurückgefordert, so sind für jede 
angefangene Seite der auf Anordnung der Grundbuchbehörde zu fertigenden Abschrift 0,20 Mark zu 
entrichten. Die Beglaubigung der von den Betheiligten überreichten Abschriften erfolgt kostenfrei. 
8 10. . 
Wird der Antrag auf Eintragung des Eigenthümers als unbegründet zurückgewiesen, so hat der 
Antragsteller ein Viertel der im 8 1 bestimmten Kosten zu zahlen. « 
8 11. 
Außer den in den vorstehenden Paragraphen bezeichneten Kosten werden die baaren Auslagen 
erhoben, welche durch das Verfahren verursacht sind. « 
8 12. 
Die Grundbuchbehörde kann die Einleitung des Verfahrens von der Zahlung eines Vorschusses 
der voraussichtlich entstehenden Kosten abhängig machen. 
8 13. *2 
Der Gouverneur ist befugt, für bestimmte Zwecke oder für einzelne Fälle die Gebühren ganz 
oder zum Theil außer Ansatz zu lassen. 
  
Vereinbarung zwischen dem Auswärtigen Amt (Kolonial-Abtheilung) und der 
South West Africa Co. 
Zwischen dem Auswärtigen Amt (Kolonial-Abtheilung), vertreten durch den Direktor der Kolonial= 
Abtheilung, Wirklichen Geheimen Legationsrath Dr. v. Buchka, und der South West Africa Co., vertreten 
durch die Mitglieder ihres Verwaltungsraths, Rechtsanwalt Dr. Scharlach und Freiherrn v. Norden- 
flycht, ist heute folgende Vereinbarung geschlossen worden. 
Die South West Africa Co. verzichtet auf alle ihr nach der Konzession vom 12. September 1892 
im Theil III Artikel 12 bis 18 und aus dem Protokolle, betreffend die Ausführung dieser Konzession, 
vom 14. November dess. Is. zustehenden Befugnisse und von der Regierung gemachten Zugeständnisse, welche 
den Bau und den Betrieb von Schienenverbindungen betreffen oder damit in Verbindung stehen, vorbehaltlich 
der in den folgenden Paragraphen ausdrücklich gemachten Ausnahmen, so daß fernerhin der Gesellschaft nur 
diejenigen Rechte in Bezug auf den Bau und Betrieb von Schienenverbindungen verbleiben, welche ihr in 
dieser gegenwärtigen Vereinbarung ausdrücklich gewährleistet sind. «
        <pb n="828" />
        — 686 — 
8 2. 
Der Gesellschaft verbleibt das Recht, innerhalb des ihr auf Grund der Konzession überwiesenen 
Land- und Minengebietes, des Kaokofeldes, des Gebietes der Bastarde von. Rehoboth und des Ovambo- 
landes, wie es nach § 6 dieser Vereinbarung begrenzt ist, sowie von irgend einem Punkte der Küste des 
Schutzgebietes nördlich von Walfischbai aus nach beliebigen Punkten innerhalb der vier bezeichneten Gebiete 
Schienenverbindungen jeder Art nebst allen Zweiglinien, Hafen= und sonstigen zugehörigen Anlagen, und 
zwar Hafenanlagen, soweit solche an den von der Gesellschaft hierfür gewählten Plätzen noch nicht bestehen, 
anzulegen und sowohl für ihre eigenen als für öffentliche Verkehrszwecke zu betreiben. Die Gesellschaft 
wird indessen keine für öffentliche Verkehrszwecke bestimmten Schienenverbindungen anlegen und betreiben, 
welche mit Schienenverbindungen, die von der Regierung oder von Dritten bereits angelegt oder in Angriff 
genommen, oder von der Regierung ernstlich in Aussicht genommen worden sind, konkurriren. Als 
konkurrirende Schienenverbindung gilt hierbei eine solche, die dieselben Gegenden, welche durch eine bestehende, 
in Angriff oder von der Regierung ermstlich in Aussicht genommene Schienenverbindung bereits verbunden 
sind oder verbunden werden sollen, ohne Berührung neuer kommerziell wichtiger Zwischenpunkte in Ver- 
bindung bringen würde. , — « 
Die Regierung behält sich das Recht vor, jederzeit verlangen zu können, daß eine von der Gesell- 
schaft projektirte oder von der Gesellschaft bereits ausgeführte und bis dahin nur für ihre eigenen Zwecke 
benutzte Schienenverbindung dem öffentlichen Verkehr übergeben werde. Durch die Ausführung dieses Ver- 
langens der Regierung darf die Gesellschaft aber nicht zu einer anderen Art des Baues oder des Betriebes 
der Schienenverbindung verpflichtet werden, als sie dies bei einer projektirten Linie beabsichtigt oder bei 
einer bereits betriebenen Linte bis dahin gethan hatte. Vielmehr hat die Gesellschoft die Schienenverbin- 
dungen nach erfolgter Anweisung der Regierung dem öffentlichen Verkehr nur in der Art zur Versügung 
zu stellen, wie dieselben bisher bereits betrieben oder wie deren Bau beabsichtigt worden war. Soweit es 
sich hiernach um noch im Bau begriffene Schienenverbindungen handelt, wird die Gesellschaft dieselben auf 
Verlangen der Regierung alsbald nach ihrer Fertigstellung und soweit thunlich streckenweise dem öffentlichen 
Verkehr übergeben. 
3 
§ 3. 
1. Die Gesellschaft hat die Pläne für die von ihr projektirten Schienenverbindungen und Hafen- 
arbeiten den Kaiserlichen Behörden im Schutzgebiet zur landespolizeilichen Genehmigung vorzulegen. 
2. Bezüglich der Spurweite, der Zahl der Züge und der Tarife gelten die Bestimmungen des 
Artikels 18 Ziffer d der Konzession sowie des Absatzes 3 dieses Artikels in der Fassung des Ausführungs- 
protokolls vom 14. November 1892. 
3. Doch verpflichtet sich die Gesellschaft für den Transport von Personen und Gütern, welche 
für Rechnung der Regierung oder von solchen Unternehmern, welche andere Schienenverbindungen in dem 
südwestafrikanischen Schutzgebiete anlegen oder betreiben werden, auf den Linien der Gesellschaft befördert 
werden sollen, keine höheren Frachtsätze zu berechnen, als sie von der Gesellschaft irgend einem Dritten für 
den Transport von Personen oder Gütern der entsprechenden Klasse werden zugestanden werden. 
4. Die Gesellschaft hat ferner der Regierung sowohl als auch dritten Unternehmern zu gestatten, 
die von der einen oder den anderen in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete angelegten oder betriebenen 
Schienenverbindungen an ihre eigenen Linien unter den in Absatz 2 des Artikels 18 der Konzession in der 
Fassung des genannten Protokolls festgesetzten Bedingungen anzuschließen. 
5. Auch die nach Maßgabe des § 2 Absatz 1 dieser Vereinbarung von der Gesellschaft angelegten 
Hafen= und sonstigen Anlagen müssen auf Verlangen der Regierung dem öffentlichen Verkehr übergeben 
werden. Die Bedingungen, unter welchen dies zu geschehen hat, sollen im Wege einer besonderen Ver- 
einbarung zwischen der Regierung und der Gesellschaft festgesetzt werden. « · 
  
§4— . 
Die Regierung wird der Gesellschaft die für Zwecke der von ihr nach Maßgabe dieser Verein- 
barung anzulegenden Schienenverbindungen erforderlichen Wassergerechtsame sowie das Eigenthum an dem 
zum Bau und Betriebe der Linien, der Stationen und Seitengeleise ersorderlichen Grund und Boden 
unentgeltlich verleihen, insoweit beides ihrer Versügungsgewalt unterliegt und für behördliche Zwecke 
entbehrlich ist. Insoweit wegen Abtretung der Wassergerechtsame und des Grund und Bodens Verhand- 
lungen mit dritten Eigenthümern erforderlich sind, wird die Regierung der Gesellschaft thunlichste Unter- 
stützung behufs Erlangung billiger Bedingungen gewähren. 
Handelt es sich um die Herstellung eines Schienenweges, welcher das Knokofeld mit dem der 
Gesellschaft auf Grund der Konzession überwiesenen Landgebiete in Verbindung bringen soll, so wird die 
Regierung dafür Sorge tragen, daß die hierzu erforderlichen Wassergerechtsame und der Grund und Boden 
der Gesellschaft auch für den Fall unentgeltlich werden abgetreten werden, daß beides zwar bei Abschluß 
dieser Vereinbarung der Verfügungsgewalt der Regierung unterlag, zu dem Zeitpunkt aber, zu welchem 
eine hiernach in Betracht kommende Schienenverbindung wird in Angriff genommen werden, von der 
Regierung bereits an Dritte veräußert worden sein sollte.
        <pb n="829" />
        — 687 — 
Sollte die Gesellschaft in der Folge den Betrieb auf der einen oder anderen der von ihr angelegten 
Schienenverbindungen einstellen, so fallen das Eigenthum an dem Grund und Boden und die Wasser- 
gerechtsame, die die Regierung der Gesellschaft nach Maßgabe dieses Paragraphen unentgeltlich verliehen 
haben wird, an die Regierung zurück. Im Uebrigen bleiben die Bestimmungen der Artikel 14 und 15 der 
Konzession sowie der Zusatz zu Artikel 15 in dem erwähnten Ausführungsprotokolle mit der Maßgabe in 
Kraft, daß der in den genannten beiden Artikeln erwähnte Zeitraum von 50 Jahren auf 25 Jahre 
herabgesetzt wird. 
· §5- . 
Für die Benutzung derjenigen Schienenverbindungen, welche die Regierung in dem südwestafrika- 
nischen Schutzgebiete anlegen oder betreiben wird, gewährt sie der Gesellschaft die nämlichen Vortheile, 
welche diese der Regierung bezüglich der Benutzung der Linien der Gesellschaft nach Maßgabe des dritten 
und vierten Satzes des § 3 dieser Vereinbarung zugestanden hat. Die Regierung verpflichtet sich ferner, 
in allen Fällen, in denen sie dritten Unternehmern eine Konzession zur Anlage oder zum Betriebe von 
Schienenverbindungen im südwestafrikanischen Schutzgebiete ertheilen wird, den Unternehmern entsprechende 
Verpflichtungen gegen die Gesellschaft aufzuerlegen, wie sie die letztere gleichfalls nach Maßgabe des dritten 
annse Satzes des § 3 dieser Vereinbarung gegen den in Betracht kommenden Unternehmer zu 
erfüllen hat. 
86. 
Als Entschädigung für den Verzicht auf die in 8 1 dieser Vereinbarung bezeichneten Berechtigungen 
verleiht die Regierung der Gesellschaft in demjenigen Theile von Ovamboland, welches begrenzt wird: 
im Westen durch die Ostgrenze des Kaokofeldes, im Süden durch die Nordgrenze des der Gesellschaft auf 
Grund ihrer Konzession überwiesenen Minengebietes, im Norden durch die Inlandgrenze der deutschen 
Interessensphäre und im Osten durch den 19. Grad östlicher Länge von Greenwich, das ausschließliche 
Recht zur Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien, insoweit dieses Recht der Regierung zur Zeit 
zusteht oder von ihr durch Erklärung der Schutzherrschaft über den bezeichneten Theil des Ovambolandes 
wird erworben werden. 
§ 7. 
Die Regierung hat indessen das Recht, das im § 6 dieser Vereinbarung bezeichnete Gebiet, sobald 
dasselbe unter den Schutz des Reiches gestellt sein wird, ganz oder theilweise, mit der Maßgabe zum 
öffentlichen Schürfgebiet zu erklären, daß die Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien unter Ausschließung 
von Edelsteinen und von Kupfer, gediegen oder als Erz, den Vorschriften der Verordnung, betreffend das 
Bergwesen im südwestafrikanischen Schutzgebiete, vom 15. August 1889, bezw. den Vorschriften, welche an 
die Stelle dieser Verordnung treten werden, unterliegt. Die hiernach an die Regierung zu zahlenden 
Gebühren wird dieselbe zur Hälfte an die Gesellschaft abführen. 
88. 6" 
Die Gesellschaft hat ferner das Recht, von jedem bergmännischen Unternehmen, das in dem in § 6 
dieser Vereinbarung bezeichneten Gebiete auf Grund des 8§ 7 eingerichtet wird, eine von ihr festzusetzende, 
nach der Höhe des jährlichen Reingewinns zu berechnende jährliche Abgabe, welche sich jedoch auf nicht 
mehr als 25 pCt. des Reingewinns belaufen darf, zu beanspruchen. Die Hälfte der hiernach an die 
Gesellschaft gezahlten Abgaben wird die letztere an die Regierung abführen. Zwecks Kontrole der Abrech- 
nungen der Gesellschaft ist die Regierung berechtigt, die betreffenden Bücher der Gesellschaft durch einen 
Bücherrevisor prüfen zu lassen. 
89. 
Das ausschließliche Recht zur Aufsuchung und Gewinnung von Edelsteinen und von Kupfer, gediegen 
oder als Erz, in dem in § 6 bezeichneten Gebiete verbleibt der Gesellschaft, welche dasselbe nach Maßgabe 
der Bedingungen, wie sie in der Konzession vom 12. September 1892 unter Berücksichtigung der nach § 10 
dieser Vereinbarung sich ergebenden Abänderung bezüglich der Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien 
festgesetzt worden sind, ausüben wird. ß 
10. 
Mit Rücksicht darauf, daß die in Artikel 1 der Konzession vom 12. September 1892 festgesetzte 
Frist von drei Jahren, innerhalb welcher die Gesellschaft den ihr nach der Konzession zugesagten Minen- 
bezirk auszuwählen hatte, ohne Verschulden der Gesellschaft nicht hat eingehalten werden können, wird der 
letzteren zugestanden, daß die Frist, innerhalb welcher sie nach Artikel 5 der Konzession den Beginn eines 
ordnungsmäßigen bergmännischen Betriebes nachzuweisen hat, anstatt vom Tage der Konzession am 12. Sep- 
tember 1896 an beginnt und mithin bis zum 12. September 1904 läuft. 
Berlin, den 11. Oktober 1898. « 
AuswärtigesAmt;Koloniql-Abtheilung. Für die South West Africa Company, Limited, London. 
gez. v. Buchka. gez. Scharlach. 
- gez. Ferdinand Frhr. v. Nordenflycht.
        <pb n="830" />
        — 688 — 
Auf Grund des § 4 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (R. 
G. Bl. 1888, S. 76), des Gesetzes, betreffend die Eheschließung und die Beurkundung des Personenstandes 
von Reichsangehörigen im Auslande (B. G. Bl. 1870, S. 599) und des § 18 der Allerhöchsten Ver- 
ordnung vom 1. Januar 1891, betreffend die Rechtsverhältnisse in Deutsch -Ostafrika (R. G. Bl. S. 1), 
sowie der Allerhöchsten Verordnung vom 2. Mai 1894 (R. G. Bl. S. 461) ist dem jedesmaligen Bezirks- 
amtmann in Wilhelmsthal (West-Usambara) für seine Person die allgemeine Ermächtigung ertheilt, 
innerhalb seines Amtbezirks bürgerlich gültige Eheschließungen bezüglich aller Personen, die nicht Eingeborene 
sind, vorzunehmen und deren Geburten und Sterbefälle zu beurkunden. 
  
Bekanntmachung des Kaiserlichen Gonverneurs von Togo, betreffend die weitere 
Abgrenzung der Bezirksämter Lome und Klein-Popo 
unter Zugrundelegung der Sprigadeschen Karte (vergl. Bekanntmachung vom 1. August d. Is. in Nr. 18). 
Die Nordgrenze des Bezirksamtes Lome verläuft von dem Schnittpunkt der Westgrenze des Schutz- 
gebietes mit dem Breitengrad 6° 30“ nördlich über Abutiä nördlich vom Adaklugebirge vorbei, sodann 
über Batomé und Gavphé nach Gamme und von hier in nördlicher Richtung bis zum Haho, die zu den 
genannten Ortschaften gehörenden Landbezirke einschließend. 
Die Nordgrenze des Bezirksamtes Klein-Popo verläuft von Togodo am Monnu in gerader Linie 
nach Amakpavhé und von hier bis zum Schnittpunkt des Meridians von Gamme mit dem Haho, die zu 
den genannten Ortschaften gehörenden Landbezirke gleichfalls einschließend. 
Lome, den 16. September 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(gez.) Köhler. 
(. 8.) 
  
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat August 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,3775 Mk.) 
Zölle für 
  
— — — — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Schifffahrts.Holzschlag. Neben- 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
Rp. P.] N. P.] Rp. P. Rp. P.] Rp. P.] Np. P. — Mk. #. 
Tanna 2099 5714541 01111 14 16 91 # 16763 16 23001 38 
Pangnitt 2648 50 483148 20 —1144 = 1 88 
Saadanddd 1786 0 3400 18 5. — 1 — 619130 = 7151·25 
Bagamooon 8506 2723515 50 40 — 28 34 68 044258 51 = 4498•74 
Dar-es-Saläm 15405819536 11 50 —421 06;428574 11 
6 5P50U) 5252 39 9535 61 54— 360 0439 291 05 = 21133 71 
Lindd. 3109 29 7604 50 1717— 134 5444 1695 53 
Mikinndddia 3441 32776 49 3— 3120 16 6244 46 — 8602 10 
Zusammen5418 24 ao 116380/0, —160313 65 
— — — — — — — — 
39101 Mk.118110 Mk.283 Mk.322 Mk.2495 Mk. 
22 Pf. 42 Pf. 77 Pf. 53 Pf. 71 Pf. 
  
Gouvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat Oktober d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouverne- 
ment von Deutsch-Ostafrika aus 1,3825 Mark = 1 Rupie festgesetzt worden. 
  
  
Perlvnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Premierlieutenant 
à la suite der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun, kommandirt zum Auswärtigen Amt, v. Carnap- 
Quernheimb die Erlaubniß zur Annahme des ihm verliehenen Ritterkreuzes des Mecklenburgischen 
Greifen-Ordens zu ertheilen. 
Der Büreaubeamte Robert Lewerentz ist zum ständigen Gerichtsschreiber bei dem Kaiserlichen 
Obergericht und Kaiserlichen Gericht zu Stephansort ernannt worden.
        <pb n="831" />
        — 689 
— — 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Druckfehler-Berichtigung: Die Allerhöchste Kabinets-Ordre, betreffend Beförderung des Premier- 
lieutenants Albinus (Seite 644) ist vom 8., nicht vom 6. Oktober datirt. 
    
Vy''?'''TyVVyVT7T?'Tyy y yYV'V?'?VVVYTYTyWPTYyT?yT VYVYT ?TVTT*VVWTTWTVWTVTWWTFTV 
v'77 
Nichtamtlicher Theil. 
Zur Rufklärung! 
Wiederholt haben deutsche Gerichtshöfe zu prüfen 
gehabt, welche Behörde die gesetzliche Vertreterin des 
Fiskus in Prozeß= und Zwangsvollstreckungssachen 
sei, bei denen vermögensrechtliche Verpflichtungen eines 
der Schutzgebiete des Reichs in Frage kommen. (Ver- 
gleiche Reichsgesetz über die Einnahmen und Ausgaben 
der Schutzgebiete vom 30. März 1892, R. G. Bl. 
S. 369, insbesondere § 5 dieses Gesetzes, wodurch 
die vermögensrechtliche Selbständigkeit der einzelnen 
Schutzgebiete anerkannt ist.) Neuerdings hat das 
Königliche Landgericht Berlin 1I in der Prozeßsache 
des Gouvernementsangestellten J. gegen den Landes- 
fiskus von Kamerun eine Entscheidung gefällt, welche 
Rechtsausführungen von besonderem Interesse über 
die obige Frage enthält. 
Die Klage ging gegen „den Landesfiskus von 
Kamerun, vertreten durch den Direktor der 
Kolonial = Abtheilung des Auswärtigen 
Amts.“ Von Seiten des Beklagten wurde die Ein- 
rede erhoben, daß der Reichskanzler, nicht der 
Direktor der Kolonial-Abtheilung, der gesetzliche Ver- 
treter des Fiskus sei. Das Gericht hat diese Auf- 
fassung mit folgender Begründung bestätigt: 
„Die Einrede der mangelnden gesetzlichen Ver- 
tretung ist begründet: 
Die Angelegenheiten der Schutzgebiete gehören 
zum Ressort des Auswärtigen Amts. Die Zuständigkeit 
des Reichskanzlers umfaßt demgemäß auch diesen 
Zweig. Der Reichskanzler ist dafür verantwortlich 
und deshalb auch allein zur Vertretung des Beklagten 
legitimirt. Die Bekanntmachung, betreffend die Zu- 
ständigkeit der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen 
Amts (vom 12. Dezember 1894, Kol. Bl. 1894 
S. 647) ändert hierin nichts. Daß der Direktor 
der Kolonial-Abtheilung etwa allgemein zum Vertreter 
des Reichskanzlers im Sinne des § 2 des Gesetzes 
vom 17. März 18798 bestellt wird, ist darin in keiner 
Weise zum Ausdruck gebracht. Im Gegentheil ist 
noch besonders betont, daß die Kolonial-Abtheilung 
selbständig unter der Verantwortung des Reichs- 
kanzlers fungirt. Daraus, daß der Abtheilungs- 
dirigent unter der Bezeichnung 
„Auswärtiges Amt, Kolonial-Abtheilungé, 
die von Letzterem ausgehenden Schriftstücke selbst 
zeichnet, folgt noch keineswegs, daß er auch zur 
Prozeßvertretung des Reichskanzlers befugt ist.“ 
  
HRvlonialrath. 
Der Kolonialrath begann am 24. Oktober vor- 
mittags um 10 Uhr im Reichstagsgebäude unter dem 
Vorsitz des Direktors der Kolonial-Abtheilung, Wirk- 
lichen Geheimen Legationsraths Dr. v. Buchka, seine 
Verhandlungen. Von den 34 Mitgliedern waren 30, 
außerdem als Sachverständige der Geheime Regie- 
rungsrath Professor Dr. Sachau und Professor 
Dr. Wohltmann erschienen. Der Vorsitzende dankte 
zunächst Sr. Hoheit dem Herzog-Regenten Johann 
Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, der trotz 
Uebernahme der Regentschaftsgeschäfte seine Mitarbeit 
dem Kolonialrath nicht entzogen hat, für sein Er- 
scheinen. Sodann ehrte der Kolonialrath das An- 
denken dreier seit der letzten Sitzung dahingeschiedener, 
um die koloniale Sache hochverdienter Männer: des 
Fürsten Bismarck, der durch Erwerbung der Kolonien 
den Grund zu der Weltmachtstellung Deutschlands 
gelegt hat, des früheren Direktors der Kolonial= 
Abtheilung Dr. Kayser und seines Mitgliedes Dr. 
v. Grimm, durch Erheben von den Sitzen. Nach 
einem Bericht über die Entwickelung der Schutzgebiete 
im Allgemeinen theilte der Vorsitzende mit, daß der 
Bankier v. der Heydt der Kolonialverwaltung in 
Bethätigung eines hervorragenden Interesses an der 
Entwickelung der Schutzgebiete Werthpapiere verschie- 
dener Kolonialgesellschaften im Nennbetrage von über 
einer halben Million schenkungsweise zur Verfügung 
gestellt habe. Alsdann wurde in die Tagesordnung 
eingetreten. Im Verlauf der Generaldebatte über 
den Etat von Ostafrika wurde namentlich die An- 
siedelungs= und Verkehrsfrage berührt. In der 
Spezialdebatte gaben die Usambarabahn und die 
beabsichtigte Anlage eines Trockendocks in Dar-es- 
Saläm zu längeren Erörterungen Veranlassung. Der 
Kolonialrath erklärte den Ausbau der Bahn Tanga— 
Muhesa mindestens bis Mombo für ein unabweis- 
bares Bedürfniß, billigte die Grundlagen für die 
Uebernahme der Bahn durch das Reich und gab 
der Ueberzeugung Ausdruck, daß im Interesse der 
wirthschaftlichen Aufschließung der Kolonien der Aus- 
bau weiterer Bahnen ins Auge gefaßt und unaus- 
gesctzt verfolgt werden müsse. Ebenso wurde die 
Anlage des Trockendocks in Dar-es-Saläm als drin- 
gend erforderlich bezeichnet. Demnächst gelangte der 
Etat für Kamerun zur Verhandlung. Dabei gab der 
Vorsitzende die Erklärung ab, daß seitens der Re- 
gierung eine größere Expedition nach dem Tschadsee 
geplant werde, um die wirthschaftlichen und politischen
        <pb n="832" />
        Beziehungen mit den dortigen Gebieten zu fördern. 
Der Kolonialrath genehmigte ferner einstimmig eine 
Resolution, durch welche die Hoffnung ausgesprochen 
wird, daß die deutschen Interessen in Gandu und 
im Tschadsee-Becken seitens der Regierung energisch 
vertreten werden möchten. Der Etat von Togo gab 
zu weiteren Erörterungen keinen Anlaß. 
Nach Eröffnung der Sitzung am 25. gab der 
Vorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung über 
die neulichen Unruhen in Deutsch-Südwestafrika einige 
Mittheilungen, denen gegenüber die aus englischen 
Quellen stammenden Meldungen stark übertrieben 
erscheinen. Die sich anschließende Generaldebatte 
über den südwestafrikanischen Etat betraf vornehmlich 
wirthschaftliche Fragen, wie den Bau der Baiwegbahn 
und der in Verbindung mit dieser in Swakopmund 
geplanten Hafenmole und die sanitären Zustände des 
Schutzgebiets. Ueber letztere berichtete der anwesende 
Oberstabsarzt Dr. Kohlstock. Aus dessen eingehen— 
der Darstellung ist zu entnehmen, daß in den letzten 
zwei Jahren die gesundheitlichen Verhältnisse, zumal 
im Norden des Schutzgebietes, infolge Zusammen— 
wirkens verschiedener klimatischer und sonstiger Ursachen 
allerdings nicht besonders günstig gewesen sind, daß 
indessen die Besserung stetig fortschreitet und die hier 
und da für die Zukunft gehegten Besorgnisse als 
unbegründet bezeichnet werden müssen. Die Spezial- 
debatte berührte die Einführung der Selbstverwaltung, 
die Ausbildung der Kolonialbeamten und die Gleich- 
stellung der südwestafrikanischen Beamten hinsichtlich 
der Pensionsberechtigung, der Versorgung ihrer 
Hinterbliebenen 2c. mit den Beamten der anderen 
Kolonien und mit den Offizieren der Schutztruppe. 
Ausführlicher wurden die Landungsverhältnisse in 
Swakopmund sowie der Anschluß des Schutzgebietes 
an das internationale Kabelnetz besprochen. Schluß 
1 Uhr. 
In der Nachmittagssitzung des 25., welche gegen 
3 Uhr begann, erledigte der Kolonialrath den noch 
übrigen Theil des südwestafrikanischen Etats und 
sprach dabei einstimmig den Wunsch aus, die Regie- 
rung möge sobald als möglich Mittel in den Etat 
einstellen zur Anlage landwirthschaftlicher Versuchs- 
stationen, zur Einrichtung eines das ganze Gebiet 
umfassenden meteorologischen Beobachtungsdienstes 
sowie zur Entsendung thierärztlicher und kulturtech- 
nischer Sachverständiger. Sodann ging der Kolonial= 
rath zur Berathung des Entwurfs einer Zollverordnung 
für Kamerun über, der ohne längere Debatte gut- 
geheißen wurde. Bei dieser Gelegenheit kam es zu 
einer vorübergehenden Erörterung der in Angriff 
genommenen Erschließung der Südostecke von Kamerun 
und der Zollverhältnisse des Schutzgebietes im All- 
gemeinen. Den Schluß der Verhandlungen bildeten 
zwei Vorlagen, betreffend die telegraphische Verbindung 
Kameruns mit Victoria und die Beschränkung der 
Einwanderung mittelloser Personen in Deutsch- 
Ostafrika; letztere wurde einer ad hoc gewählten 
Kommission zur eingehenderen Berathung überwiesen. 
  
690 
  
Am Vormittag des 26. trat der Kolonialrath 
zur Berathung besonderer Vorlagen wieder zusammen. 
Auf der Tagesordnung stand zunächst der vom Reiche 
mit der Neu-Guinea-Kompagnie abgeschlossene Ver- 
trag wegen Ablösung der Landeshoheitsrechte. Die 
Debatte wurde mit der einstimmig angenommenen 
Erklärung geschlossen, daß der Vertrag in seinen 
Grundzügen den früheren Vorschlägen des Kolonial= 
raths entspreche und sein Zustandekommen für das 
Reich schon im Hinblick auf die große Entwickelungs- 
fähigkeit Neu-Guineas als vortheilhaft bezeichnet 
werden müsse. Zugleich sprach der Kolonialrath der 
Kompagnie seine Anerkennung für die bisher geführte 
Verwaltung des Schutzgebietes aus. Eine sehr ein- 
gehende Auseinandersetzung rief eine Denkschrift, be- 
treffend Aufnahme der deutschen Sprache in den 
Lehrplan der Schulen in den Schutzgebieten, hervor; 
daran betheiligten sich namentlich die Vertreter der 
Missionen, Wirklicher Geheimer Rath Dr. v. Jacobi 
und Domkapitular Professor Dr. Hespers. Es 
wurde darauf folgende Resolution gefaßt: 
„Im Anschluß an seinen Beschluß vom 23. Ok- 
tober 1896 empfiehlt der Kolonialrath der Regierung, 
darauf hinzuwirken, daß allen in den Kolonien bereits 
bestehenden oder noch zu errichtenden Schulen, un- 
beschadet ihrer besonderen Eigenart und Selbständig- 
keit, auf Grund eines im Einvernehmen mit den 
deutschen Missionen aufzustellenden Lehrplanes über 
den deutschen Unterricht, auf ihren Antrag ein Re- 
gierungszuschuß gegeben werde."“ 
Die dem Kolonialrath alsdann vorgelegte Wald- 
verordnung für Deutsch-Ostafrika wurde mit einigen 
Abänderungen angenommen. Am Schluß knüpfte sich 
eine längere Erörterung an die Vorlage, betreffend 
Dienstvorschriften für die Beamten in den Schutz- 
gebieten und Angehörigen der Schutztruppen hinsichtlich 
gewisser Nebenerwerbe und Beschäftigungen. Damit 
war die Tagesordnung erschöpft. 
Der Vorsitzende gab der Ueberzeugung Ausdruck, 
daß er den Kolonialrath nicht schließen dürfe, ohne 
den Herren Mitgliedern seinen Dank für das ihm 
bewiesene Entgegenkommen auszusprechen. Die Leitung 
der Verhandlungen sei ihm durch die Liebenswürdig- 
keit und die Nachsicht des Kolonialraths ganz beson- 
ders leicht geworden, und er knüpfe daran die Bitte, 
ihm auch für die Zukunft das ihm in so reichem 
Maße geschenkte Vertrauen bewahren zu wollen. Es 
erhob sich darauf Seine Hoheit der Herzog-Regent 
Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin 
und erwiderte: Er glaube im Namen aller Mit- 
glieder des Kolonialraths zu sprechen, wenn er dem 
Herrn Vorsitzenden für das Geschick und die energische 
Art, mit der die Verhandlungen geleitet worden 
seien, wärmsten Dank sage. Er und seine Freunde 
hätten dic feste Ueberzeugung gewonnen, daß die 
Leitung unserer Kolonialpolitik in die richtigen Hände 
gelegt sei. Er hoffe, daß der Herr Vorsitzende seines 
bedeutungsvollen Amtes noch lange mit derselben 
Kraft und Umsicht walten werde, die ihn in diesen
        <pb n="833" />
        Tagen ausgezeichnet hätten. Er sei gewiß, in ge- 
meinsamer Arbeit mit diesem Manne werde das 
Band zwischen der Kolonial -Abtheilung und dem 
Kolonialrath mit jedem Jahre fester und inniger 
werden, zur Förderung aller kolonialpolitischen In- 
teressen, zum Heil und Segen unseres großen deut- 
schen Vaterlandes. 
    
Personal · Nachrichten. 
Deutsch -Ostafrika. 
Der Gerichtsaktuar Behmer und der Zoll- 
praktikant Otte sind nach Dar-es-Saläm abgereist. 
Die Feldwebel Benkwitz und Merkl sowie der 
Oberlazarethgehülfe Schuster sind mit Heimaths- 
urlaub in Deutschland eingetroffen. Die Sergeanten 
Peschke, Pfendtner und Jahn haben die Wieder- 
ausreise, die Unteroffiziere Schütt und Gestrich 
die Ausreise angetreten. 
691 
. 
Ramernn. 
Der Sekondlieutenant Schmidt, der Lehrer 
Fischer, der Gerichtsaktuar Wübel und der Zoll- 
assistent Peters sind in Kamerun eingetroffen. 
—– — — 
Der Sekondlieutenant v. Glisczinski und der 
  
Oberlazarethgehülfe Baumann sind mit Heimaths- 
— — — — — urlaub in Deutschland eingetroffen. 
— — — — 
Der Zollassistent Heiden ist in Kamerun Anfang 
Oktober und der Gärtner Haupt auf der Heimreise 
nach Deutschland verstorben. 
Cogo. 
Der Zollpraktikant Strack ist in Lome ange- 
kommen. 
Lüdwestafrika. 
Der Sekretär beim Hafenbauamt Löhrcke ist 
nach Swakopmund abgereist. 
  
Rachrichten aus den deulschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hltafrika. 
Bericht über die Revisson der Schulen in dem 
Bezirk Tanga. 
Ueber eine Revision der in den Monaten April 
und Mai d. Is. ins Leben gerufenen (10) Schulen 
des Bezirks Tanga berichtet Lehrer Blank Folgendes: 
Es ist überall mit Lust und Liebe, zum Theil 
sogar mit großem Fleiß und Geschick, seitens der 
Lehrer gearbeitet worden. Das geht vielleicht am 
besten aus der Thatsache hervor, daß ich diesen 
Schulen, trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens, 
15 Schüler entnehmen konnte, die vollständig sicher 
im Schreiben, Lesen und einfachen Rechnen (Zahlen- 
kreis 1 bis 100) waren. Diese 15 Schüler habe 
ich in meine Schule übernommen, um ihnen nun im 
schnellen Fortschritt — da ja die langwierigen und 
zeitraubenden Unterrichtsübungen der ersten Schulzeit, 
also Lesen- und Schreibenlernen, wegfallen — weitere 
Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen und sie durch 
pädagogische Fingerzeige und Instruktionen, sowie 
durch praktische Lehrübungen, die sie unter meiner 
Aufsicht vornehmen, für die Uebernahme von Lehrer- 
stellen an weiteren zu gründenden Bezirksschulen ge- 
eignet und fähig zu machen. 
Ich lasse nun jede Schule einzeln hier folgen, 
und es genügt vielleicht nach dieser ersten Schul- 
besichtigung, wenn ich von jeder Schule im Besonderen, 
da sie ja erst kurze Zeit bestehen, nur einige kurze 
Angaben mache. 
1. Schule in Tongoni. Lehrer Ali. 
9 regelmäßig kommende Schüler aus Tongoni 
und den nächsten Ortschaften. Schüler sind gut ge- 
fördert. 4 Schüler für die Tangaschule (zur weiteren 
Ausbildung als Lehrer) übernommen. 
2. Schule in Marongo. Lehrer Leman. 
12 Schüler. Leman ist sehr tüchtig und eifrig. 
Es war erfreulich, zu sehen, wie er sich bemüht 
hatte, Schulbänke und Tische aus Petroleunkisten 
herzustellen. Das für seine Lehrzwecke ihm zur Ver- 
fügung stehende Lesematerial in Gestalt einer einzigen 
Fibel hatte er durch selbst angefertigte Lesetafeln 
(mit großen, weithin sichtbaren Buchstaben) zweck- 
mäßig und ohne besondere Anleitung zu erweitern 
verstanden. Sogar ein selbstfabrizirter Abreißkalender 
fehlte bei ihm nicht. Dem Lichtmangel in seiner 
Schule hatte er durch kühn herausgebrochene Fenster 
— der Widerstand des Besitzers mußte erst über- 
wunden werden — abzuhelfen gewußt. Schule und 
Schüler waren in guter Verfassung, die Schüler auch 
in deutschen „adalm“ und „Salam“ belehrt worden. 
4 Schüler wurden für die Tangaschule über- 
nommen. 
3. Schule in Pande. Lehrer U sufu.5 
7 Schüler. Früher war ihre Zahl schon auf 
24 gestiegen; die Noth treibt viele aus dem Ort. 
Die Frequenz wird sich wieder heben, wenn die 
Hungersnoth einigermaßen überwunden ist. 
4. Schule in Gombero. Lehrer Stambuli. 
21 Schüler. Da diese ausschließlich Wadigo, so 
ist diese Arbeit für den Lehrer keine leichte; indeß 
hatte etwa die Hälfte der Schüler schon einen guten 
Lernanfang gemacht.
        <pb n="834" />
        5. Schule in Buiti. Lehrer Lilli. 
9 Schüler. Auch hier hat die Hungersnoth ver- 
ringernd auf die Schülerzahl, die früher schon einige 
20 betragen hatte, gewirkt. Lilli ist sehr fleißig und 
gewissenhaft. 
6. Schule in Nyanyani. Lehrer Mamkakasi. 
8 Schüler. Gut gefördert. 
7. Schule in Sega. Lehrer Juma. 
18 Schüler. Schule sehr gut im Stand. Aus 
dieser ältesten, jetzt 11/1 Jahre bestehenden Bezirks- 
schule konnte ich für die Tangaschule 6 sehr weit 
geförderte Schüler mitnehmen. Der Lehrer Juma 
macht sich auch sonst neben der Schule durch seine 
Mithülfe bei Gemeinde= und Bezirksangelegenheiten 
sehr verdient. 
8. Schule in Mwoa. Lehrer Jumbe. 
9. Schule in Manza. Lehrer Mfaki. 
10. Schule in Monga. Lehrer Sesu. 
Sie versprechen eine gute Entwickelung, nachdem 
nun etwas Zug in die ganze Sache gekommen 
ist. Mwoa und Manza haben über 20 Schüler, 
Monga, das bedeutend kleiner, zunächst 8. Lehrer 
Mfaki von Manza habe ich nach Mwogo gesetzt, weil 
er dem Akiden Slum dortselbst in seinem schriftlichen 
Verkehr mit dem Bezirksamt bessere Dienste zu leisten 
im Stande ist als der bisherige Mwoalehrer Jumbe, 
der die Schule in Manza übernommen hat. — 
Lehrer Blank berichtet alsdann über die Maß- 
nahmen zur Verbesserung der Schulräume bezw. 
Häuser, die Ausstattung der Schulzimmer und die 
Beschaffung von Schulmaterialien und bemerkt sodann 
hinsichtlich der Schüler und der Schüleranwerbung: 
Die Lehrer sind angewiesen — die Art und 
Weise ist ihnen gezeigt worden — ein Verzeichniß 
ihrer Schüler zu fertigen und in Ordnung zu halten, 
sowie an jedem Monatsschluß einen kurzen Bericht 
über ihre Schule hierherzusenden, mit welchem sie 
zugleich Bitten um Materialien und sonstiges Fehlende 
sowie persönliche Anliegen verbinden können. 
Auf die Frequenz der Schule seines Ortes günstig 
einzuwirken, habe ich, im Anschluß an den amri 
bomani, den Ortsvorständen im Namen des bwana 
mkubwa von Tanga zur Pflicht gemacht. Es wird 
sich bei einer späteren Revision zeigen, was in dieser 
Beziehung seitens der einzelnen Ortsvorstände ge- 
schehen ist. Ich habe dieselben weiter darauf hin- 
gewiesen, bei Schreiben, die sie an die „boma“ zu 
richten haben, die Hülfe des mit deutschen Lettern 
schreibenden Lehrers in Anspruch zu nehmen und 
nicht, wie bisher, den „arabischen“ Sekretär. Es 
wäre deshalb auch gut, wenn — soweit dies bei 
dem flotten Geschäftsbetrieb der Boma angängig 
ist — etwas darauf geachtet und gehalten würde, 
daß die Schreiben, die aus „Schulortschaften“ kommen, 
mit lateinischen Lettern geschrieben sind. Ich werde 
es mir angelegen sein lassen, der Ausbildung der 
692 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
künftigen Lehrer (und Gemeindesekretäre) auch nach 
dieser Seite hin (Abfassen von Briefen, Berichten, 
Zusammenstellungen 2c.) besondere Aufmerksamkeit 
zuzuwenden. 
Um den Eifer der Lehrer wachzuhalten, ist das 
eingeführte „Prämiensystem“ vorläufig recht zweck- 
dienlich. Ich habe an Prämien — für jeden im 
Lesen und Schreiben ausgebildeten Schüler dem 
Lehrer 1 Rupie — insgesammt 15 Rupien ver- 
auslagt. 
Dieses Ziel zur Erlangung der Prämie habe ich 
schon jetzt insoweit etwas weiter gesteckt, als nun 
auch Rechnen (im Zahlkreise von 1 bis 1000) dazu- 
kommt. Ein Wegweiser für ihren Rechenunterricht 
ist den Lehrern in je einem Exemplar des Fechnerschen 
Rechenbuches, das in methodischer Stufenfolge nur 
Zahlenaufgaben enthält, übermittelt. 
Mit Ablauf dieses Jahres werde ich wieder 
etwa 20 ältere Schüler als Lehrer für den Bezirks- 
schuldienst zur Verfügung stellen können. Ich würde 
dann mit Anfang des Jahres 1899 einen neuen 
Lehrerbildungskursus beginnen, der ein volles Jahr 
(1899) dauern soll. Gut vorgebildetes Material 
für diesen Jahrgang 1899 liefern mir die schon be- 
stehenden zehn Bezirksschulen und gelegentlich der 
für den Schluß dieses Jahres vorgesehenen Re- 
vision werde ich dann gleichzeitig diese neuen 
„Aspiranten“ mit nach Tanga bringen. In diesem 
ganzen Jahr 1899, das der Kursus umfassen wird, 
werde ich auch den Versuch machen, die künftigen 
Lehrer und Gemeindesekretäre in deutscher Sprache 
und Schrift zu unterweisen. 
—––.. — — 
Ueber die Rulturstation Dabagga 
berichtet Hauptmann Prince aus Iringa unter dem 
1. August d. Is. Folgendes: 
Dem Gouvernement melde ich, daß ich in Liki- 
ninda, richtiger in Landschaft Ukwega, die Bevölkerung 
in drei sauberen Dörfern zu je 40 Familien an- 
gebaut fand. Die Leute machen einen durchaus zu- 
friedenen Eindruck; die neuen Jumben fühlen sich 
ihrer Jumbenschaft sicher, seitdem Makirundi und 
Kolla-Kolla entfernt sind. 30 Stück Vieh, die ihnen 
zum Hüten überwiesen, sind im besten Zustande, und 
Lebensmittel sind nicht mehr so knapp wie vordem. 
Trotzddem ich völlig unangemeldet kam, erhielt die 
Karawane in wenigen Minuten gegen Bezahlung 
an 100 Pfund Mehl. 
In Dabagga hat sich das Dorf auf etwa 
60 Familien vergrößert, die im besten Verhältnisse 
zur Versuchsstation stchen, so daß ich die Askari- 
Besatzung auf 4 vermindert habe. Das Vieh hüten 
2 Wahehe, und dem Landwirth Hierl, dem ich 
21 frische Wapawaga-Arbeiter auf 5 Monate ver- 
schafft habe, ist es gelungen, 6 Wahehe Dabaggas 
als Arbeiter zu engagiren.
        <pb n="835" />
        — 693 
Meine Ansicht, daß Dabagga sehr zweckmäßig 
gewählt ist, fand ich durch meinen letzten Besuch dort 
wieder bestätigt. Die Thätigkeit des Försters Ockel 
war durch den früheren Kriegszustand, durch Mangel 
an Lebensmitteln in Uzungwe und Mangel an klima- 
festen Arbeitern sehr erschwert, zumal bei Beginn der 
eigentlichen landwirthschaftlichen Arbeiten, die dieses 
Jahr sehr schwache Regenzeit fast zu Ende war. 
Ueber die Resultate ließ sich bis zu meinem letzten 
Besuche nichts Sicheres sagen. Jetzt ist festzustellen, 
daß auf dem dunklen Boden auf dem weiten Land- 
rücken zwischen Gebirgs= und Savannenzone eine 
zweimalige Ernte in Dabagga angenommen werden 
arf. 
Von dem im März gesäten hat sich Abruzzener 
und vierreihiger Hafer bis zu 25 fach, weißer zwei- 
reihiger Hafer bis zu 100 fach verstaudet, und zwar 
— laut Ockel — ist dies letztere günstige Resultat 
darauf zurückzuführen, daß der Samen untergehackt, 
während der andere Samen nur geeggt war. Auf 
die Pflanzweise ist es vielleicht zurückzuführen, daß 
die Saaten sehr ungleichmäßig stehen. Bei der Ueber- 
nahme durch Landwirth Hierl waren etwa 4 Morgen 
Feld zur Saat fertig und 20 bis 25 Morgen Wald- 
und Buschland fast fertig gerodet. 
Merkwürdigerweise ist festzustellen, daß in dem 
Thale bei Dabagga auf dessen Thalsohle der Humus 
anscheinend metertief liegt und die üppigste Vegetation 
vorherrscht, nichts gedeihen will; der Samen schießt 
üppig auf, verkümmert aber sehr bald vollständig. 
Die Eingeborenen behaupten, daß sie auf solchen 
Thalsohlen überhaupt nichts pflanzen, weil nichts 
gedeihen wolle. 
Der neue Landwirth konnte gleich tüchtig an die 
Pflugarbeit gehen, und dürfen von der nächsten 
Regenzeit entschiedene Resultate erwartet werden. Ich 
habe ihn darauf aufmerksam gemacht, daß ein großer 
Theil des in Frage kommenden Gebiets rothen 
Grasboden aufweist, und daß auch auf solchem Versuche 
erwünscht sind. 
Die Straße weist zwei Brücken über den Mtitu 
und eine sehr gute Brücke über den Ruaha dicht 
unterhalb Iringa auf. 
Bericht über die Reise des Regierungsraths 
Dr. Stuhlmann nach Mohorro. 
Regierungsrath Dr. Stuhlmann berichtet über 
seine Besichtigungsreise in dem Küstenstrich zwischen 
Dar-es-Saläm und Kilwa an das Kaiserliche Gou- 
vernement, wie folgt: 
Dar-es-Salüm, den 6. September 1898. 
Auf von früher mir bekanntem Wege ging es 
am 22. August direkt nach Süden. Bis Mtoni sind 
auf sandigem, mit leichtem Busch bestandenem Boden 
ausgedehnte Manyokfelder angelegt, von denen ein 
großer Theil der Benediktiner Mission gehört. Aehn- 
liches, nur leicht welliges, sandiges Land ist südlich 
  
von Mtoni; beim Orte Mwandala stehen viele 
Mangobäume. Ueberall fiel mir der Mangel junger 
Kokospalmen auf, ein Zeichen dafür, wie lässig die 
Leute im Neuanpflanzen sind. Das Land wird bis 
Vikindo, wo gelagert wird, ziemlich wellig, Thäler, 
in denen Wasseradern trotz der Trockenheit noch hier 
und dort zu finden sind, schneiden ziemlich tief ein. 
Vikindo ist ein recht bevölkerter Distrikt, der 
ziemlich viel Reis produzirt. Dieses Jahr ist aller- 
dings Alles durch Regenmangel vertrocknet, man hilft 
sich, so gut es geht, mit Manyok. 
Südlich von Vikindo gelangt man durch weniger 
dichten Buschwald in den Distrikt Vilansi, dessen jetzt 
noch fließende, tief eingeschnittene Bäche dem Möbesi 
zugehen. Sie sind fast alle von breiterem Sumpf- 
rand begleitet, in dem Farrenkräuter verschiedener 
Arten und stellenweise sehr schöne Gruppen von 
Schraubenpalmen (Pandanus sp.) auffallen. Von 
Vikindo an bis etwa nach dem Dorfe Mbaffu findet 
man in diesen feuchten Stellen einen Kautschukbaum, 
der bis jetzt noch ganz unbekannt ist. Er strebt mit 
einem sich meist früh verzweigenden Stamm bis zu 
10 m in die Höhe; die ganzrandigen Blätter sind 
lederartig hart, die Früchte stehen sich zu zweien 
gegenüber und bilden längliche Spindeln, die mit 
einem Sprunge der Länge nach aufreißen und einen 
mit langer Seide behangenen Samen entlassen. 
Blüthen und ausgereifte Früchte sah ich nicht, doch 
läßt Alles darauf schließen, daß die Pflanze zur 
Familie der Apocynaceen gehört. Die hellgraue 
Rinde des Baumes ist fast stets mit den Hiebnarben 
der Kautschuksammler versehen. Ich glaube, daß 
dieser Baum für uns von großer Wichtigkeit werden 
kann, denn es ist vielleicht möglich, ihn zu kultiviren. 
Aus diesem Baume werden die großen Belle 
Kautschuk gewonnen, die im Zanzibar-Handel unter 
dem Namen Mgoa bekannt sind und die viel Un- 
reinigkeit enthalten, hervorgerusen durch Beimischung 
von Rindenpartikeln, die sich bei der Gewinnung 
ablösen. Der Name des Baumes ist Mgoa oder 
Muywe maddi. 
Ganz besonders beim Dorse Mssolo finden sich 
viele der Kautschukbäume und außerdem viel Raphia- 
palmen „Mwalo“ der Eingeborenen, die ganz be- 
sonders 1¼ Stunde südlich von Mssolo, dann am 
Mbaffubache und an vielen Punkten des Gebietes 
vom Mbesibache, vom Mkamba 2c. auftreten. Es 
wäre zu wünschen, daß die Kaufleute sich einmal 
mit dieser wichtigen Palme beschäftigten. Die nahe 
verwandte Raphia vinilera in Madagaskar liefert 
bekanntlich aus den Blättern den weißen Bast, den 
unsere Gärtner zum Blumenanbinden benutzen, und 
die Blattscheiden bilden die werthvolle Raphia 
Piassava, die in Westafrika eine große Rolle spielt. 
An offenen, nur mit spärlichem Baumwuchs be- 
deckten Stellen findet man fast immer die Löcher der 
Kopalgräber. In sehr leichtem Sandboden und in 
solchem offenen Gebiet soll man hier in ½ bis 1 m 
Tiefe fast überall Kopal finden, d. h. das halbfossile
        <pb n="836" />
        — 694 — 
Harz, das sich durch die sogenannte „Gänsehaut“ 
auszeichnet, eine Verwitterungskruste. Kopalbäume 
find verhältnißmäßig selten. Tradylobium verru- 
cosum wächst etwa wie eine Schirmakazie vielleicht 
8 bis 12 m hoch mit kräftigem Stamm. Aus jeder 
Rindenverletzung, aus den Blättern und den mit 
kleinen Buckeln besetzten Schotenfrüchten quillt das 
frische Harz heraus, das aber viel weniger werth 
ist als das halbfossile. Der Kopalbaum steht ge- 
wöhnlich in der Nähe von Wasserläufen. Bei der 
großen Masse des fossilen Kopals und dem ver- 
hältnißmäßig seltenen Borkommen des Baumes muß 
man annehmen, daß früher hier große Bestände 
dieses Baumes existirten, und daß der Baum, wahr- 
scheinlich infolge von Klimaveränderungen, fast im 
Aussterben begriffen ist. 
Bei dem Orte Mbassu (Mpaffu) wurde gelagert. 
Der Name des Ortes eriunerte mich an einen Baum, 
den ich in Uganda sah, und der unter demselben 
Namen am Tanganikasee bekannt ist. Nachfragen 
ergaben, daß thatsächlich hier in der Nähe der Mpaffu-- 
baum vorkommt (Canarium sp.), das erste Mal, 
daß ich ihn hier fand. Aus der Rinde schwitzt ein 
erst hellgrünliches, an der Luft weißlich werdendes 
Harz aus, das ähnlich wie „Ubani“ (Harz von 
Boswelliaarten, das Gummi olihanum des Handels) 
riecht und das vielleicht hier auch noch einen Handels- 
artikel bilden kann. Leider gelang es mir nicht, 
Samen und Blüthen des Baumes zu erhalten. 
Mbaffu ist ein gut angebauter Distrikt mit vielen 
Kokos= und Mangobäumen. Von Mbaffu bis Kissidju 
marschirt man vielfach durch sandige Ebene, die mit 
Gestrüpp der Dhumpalme (HyFphaena) bestanden 
sind, hier und dort sind neben vielen verkrüppelten 
auch große verzweigte Exemplare zu sehen. An 
allen Bachläufen fehlt die wilde Dattelpalme (P'hoenix 
reclinata), Ukindo der Eingeborenen, natürlich nicht, 
aus deren Blättern die feinen Matten (Mkeka) ge- 
flochten werden, während man aus der Hyphaecna 
(Mioa oder Mkotsche) die groben, Damwi genannten 
Matten und die Bastsäcke (Kanda) herstellt. 
Nach Passiren einiger Mongrovecreeks kommt 
man in die sehr ausgedehnten Manyokfelder von 
Kissidgu, bis man das am gleichnamigen Bach ge- 
legene Dorf selbst erreicht, wo ich lagerte. Der dort 
eingesetzte Alida, ein Mann, der als Karawanen- 
führer bis zum Uclle gewesen ist, hat das Dorf und 
scheinbar auch seine Distrikte gut in Ordnung. Die 
Straßen sind rein und gerade, sogar Straßen- 
beleuchtung hat er eingeführt und ein großes Haus 
für Besuch von Europäern erbaut. Kautschuk (von 
Mkamba), Kopal, etwas Wachs rc. geht nach dem 
nahegelegenen Zollhaus auf der Insel Kwale. 
Die sehr ausgedehnten Reisfelder von Kissidju 
sind durch die Trockenheit fast ganz vertrocknet. 
Westlich des Dorfes ist ein Gebiet, wo an Stelle 
des sonst sandigen Bodens ein hellgrauer, leichter 
Thonboden mit starker Sandbeimischung zu Tage 
tritt, der sich vorzüglich für Reis eignet. Kokos, 
  
  
  
Mango, Manyok, etwas Mais und Strauchbohnen 
(Cajanus indicus) findet man außerdem noch. 
Um etwas von der Gegend zu sehen, vermied 
ich den gewöhnlichen Weg am Strande entlang über 
Kifumangao und Sindadyi und marschirte zunächst 
nach Westnordwesten an dem Kissidjubach entlang 
bis zu einem Ort, wo sich die Dörfer Mssambanya 
manye und Nassibugani gegenüberliegen. Das 1 bis 
1½ km breite Bachthal hat hier thonigen Alluvial- 
boden, in dem Graslande find ganz bedeutende Be- 
stände von Borassuspalmen (Moumo der Eingeborenen). 
Diese in Indien Palmyra genannte Palme gehört 
dort bekanntlich zu den nützlichsten Bäumen, während 
sie bei uns noch fast ganz unbeachtet geblieben ist. 
Die Blätter sind sehr werthvoll, das Holz alter 
Bäume ist sehr hart und dauerhaft und schön braun 
gefärbt, aus den Blüthenstielen wird der beste Palm- 
wein (Toddy) abgczapft. Es stehen hier mehrere 
Hundert dieser prachtvollen Fächerpalme, deren hell- 
grauer Stamm im oberen Drittel leicht angeschwollen ist. 
Von Nassibugani aus ging es südlich zuerst durch 
die große Ansiedelung Mssonga. Auf den Feldern 
stehen viele der prachtvollen Mrulebäume mit sehr 
starkem, geraden Stamm und schwer belaubter, schirm- 
förmiger Krone. Er giebt das beste Nutzholz der 
Küstengegenden und wäre werth, ausgedehnt an- 
geforstet zu werden, besonders da er mit leichtem, 
sandigem und trockenem Boden vorlieb zu nehmen 
scheint und die Küstenebenen liebt. Nach dem Rufidfi 
zu soll es noch sehr viel dieser Bäume geben. Samen 
war jetzt nur ganz vereinzelt unter den Bäumen zu 
finden. 
Von Mssonga an beginnt das Land trockener zu 
werden, meist ist es nur mit niederem Buschwald 
bestanden, in den sich hier und dort weite, offenbar 
zeitweise überschwemmte Grasebenen einschieben. 
Die Kautschukliane, die Armdicke erreicht, kam 
überall im Busch vor. Zwei ganz nahe verwandte 
Landolphiaarten giebt es, die mit schmalen Blättern 
und von den Eingeborenen Muhanga genannte und 
zur Bereitung von Kautschuk verwandte Art, während 
man aus der breitblättrigen, Mbunga genannt, keinen 
Kautschuk gewinnen zu können behauptet. Man sagt, 
der Saft würde nicht fest, sondern bliebe llebrig. 
Es ist zu versuchen, ob durch Zusatz von Säuren 
oder Salzwosser kein guter Kautschuk zu erzielen ist. 
Bei dem Orte Dundungama, wo wir lagern, 
sah ich in dem niederen Busch einen halb rankenden 
Strauch, den ich nach seinen Blüthen für Strophantus 
halte. Die Leute nennen ihn Mbuba; von den etwa 
fingerhutgroßen, gelblich-rosa Blüthen hängen fünf 
lange feine Fäden herab. Samen sind jetzt nicht 
vorhanden. 
# In dieser Gegend sind Mango und Kokospalmen 
selten, während bisher alle Dörfer massenhaft damit 
bestanden waren. 
Südlich von Mkamba und Mbaffu hören die 
Wasaramo auf und fangen die Wandengereko an.
        <pb n="837" />
        — 
Ihre viereckigen Hütten haben aus Mangel an Lehm 
meistens Rohrwände. 
Die Hütten haben ihren Sitzraum (Barasa) nicht 
wie bei den Waswahili an der Längsseite, sondern 
½ bis ½ des ganzen Hauses ist eine offene Halle, 
die einen angenehmen schattigen Aufenthaltsort bildet. 
Die Leute an der Küste entlang nennen sich in 
Kissidju Nyangalio, in Mssindadyi dagegen Nyagatwa, 
ihre Jumben nennt man Jöngu. In Kendwa- 
Magogoni 2c. sind Waschirasi, d. h. Leute, die von 
persischen Ansiedlern abstammen. Die Nyagatwa- 
reichen bis Nyemssati. In Kikali sitzen Kinamomboka 
und Kinamburu, in Ssamanga sind Kinamonero 
(Schirasi). In Salale, Fissini, Yaya sind ebenfalls 
Waschirasi, in Mssalla sind Wapaye (Jumbe Pango). 
Am Rufiyi sind Kinamosango, Kinamtupa, Kinamlansi, 
Kinapangaya, Kinamtulia, Kinamtikino 2c. Kina-pa- 
ngaya sind die bedeutendsten. 
Am 26. August ging es auf ziemlich uninter- 
essantem Weg nach Südsüdosten, zunächst durch die 
Ansiedelung Nyapembe. Westlich des Weges liegt 
in 2 bis 4 km Entfernung ein Höhenzug, hinter 
dem der Tshakwatisee liegt, der etwa 8 bis 10 km 
lang sein muß. Südlich vom Tshakwati wohnen im 
Innern Wadonde, die eigene Sprache haben, ebenso 
wie die Wangatwe einen eigenen von Kisuaheli recht 
verschiedenen Dialekt sprechen. 
Durch Busch= und Baumsteppen geht es bis zum 
Dorfe Kigunguli, und nach einer halben Stunde 
wird die Telegraphenlinie wieder erreicht. Ueberall 
leichtester Sandboden, der sehr ausgetrocknet ist. 
Buschwerk und Hyphaenapalmen bedecken den Boden. 
Während der jetzigen Jahreszeit werden die Früchte 
der letzteren Palme vielfach gegessen. Die kleinen, 
zum Jamwiflechten benutzten nennt man Miua, die 
großen verzweigten Exemplare „Mikotsche"“". Unter 
den Krüppelbäumen fällt einer auf, dessen weiche und 
rissige Rinde vielfach abgekratzt ist. Sie enthält 
einen intensiv gelben Farbstoff, der zum Gelbfärben 
der Mattenstreifen benutzt wird (gestampfte Rinde 
mit dem Palmenbast gekocht, der dann gelb wird). 
Der Baum heißt Mkumbi oder Mungamo. Industriell 
werthvoll wird er wohl kaum, denn gelbe Farben 
hat man überall massenhaft. 
Nach kurzer Rast bei Kivindyi erreichten wir 
Mssindadyi, wo über Mittag abgekocht wurde. Es 
haben sich hier etwa 7 Indier und 3 Banianen an- 
gesiedelt. Das Dorf ist recht groß, ich schätze etwa 
50 Hütten. Sesam, Kautschuk, Mtama, Kopal wird 
hier angebracht. Kautschuk kommt von den Wan- 
donde des Hinterlandes, auch von den Kitschibergen. 
Es ist hier nur die Kautschukliane bekannt, nicht der 
Baum. 
Nachmittags marschirten wir nachdem 2¼ Stunden 
südlicher gelegenen Mjimwema, immer durch die 
ossene Baumsteppe mit vielen Hyphaenapalmen. Der 
Boden ist überall thonig und hellgrau gefärbt. Man 
sagt mir, daß Kokospalmen hier nicht wachsen, sondern 
nur auf dem sandigen Dünengürtel am Strande. 
695 
  
— 
Es ist eine ganz allgemeine Erscheinung, daß die 
Kokospalme auf undurchlässigem Thonboden nicht 
gedeiht, ebensowenig an Stellen, die hohes stagnirendes 
Grundwasser haben. Mangobäume kommen auf dem 
höheren thonigen Land ganz gut fort. 
Mjimwema ist ein Ort von etwa 50 Hütten an 
einem Mangrovencreek. Von hier aus soll man im 
Einbaum in 2⅛½ Stunden Simba-Uranga erreichen. 
Nirgendwo dicht an der Küste kommt der Mwule-= 
baum fort; auf dem etwa 2 bis 6 km entfernten 
Höhenzuge soll er häufig sein. Kautschuklianen giebt 
es bis dicht an die Mangroven heran. Der nächste 
Tag führte uns wieder an die Telegraphenlinie in 
derselben Vegetationsform wie gestern entlang. Der 
Ort Pemba bleibt östlich liegen, die Telegraphenlinie 
wendet sich nach Südsüdwesten, und nach 3/Stunden 
erreichen wir Kikale, an dem Kikunyaarm des Rufiyi 
gelegen. Das Dorf mag 30 bis 40 Hütten haben, 
13 Banianen haben sich hier niedergelassen, offenbar 
eine große, wohlhabende Gemeinde. Von hier führt 
der Weg auf etwas höher gelegenem Gebiete über 
dunkelgrauen, aber etwas leichteren Boden theils 
durch Busch= und Strauchsteppe, theils durch eine 
Vegetationsform, die ich als Hyphaenasteppe be- 
zeichnen möchte: auf dem nur mit Gras bedeckten 
Boden stehen Tausende von verzweigten Hyphaena= 
palmen, und wo das Gras abgebrannt ist, sind das 
einzige Grün, das dem Boden entsproßt, die jungen 
aufschießenden, lanzettförmigen Keimblätter dieser 
Palme. Einzelne Ortschaften, die in Reis= und 
Sorghumfeldern liegen, sind im Gebiet verstreut, das 
schließlich zum flachen Alluvium übergeht. Riesige 
Flächen sind hier für Reis= und Zuckerrohrkultur 
wie geschaffen. Jetzt allerdings ist Alles trocken und 
der Boden hart wie eine Tenne, aber Risse in dem- 
selben deuten an, daß zeitweise Wasser hier steht. 
Nach Sonnenuntergang erreichten wir den Mbumi- 
arm des Rufiyi beim Dorfe Rugota. Ebbe und 
Fluth reicht noch bis hierher, das jetzt fast stagnirende 
Wasser ist mit Stratiotes dicht bedeckt. Der Weg 
schneidet weiter südlich den Umweg, den die Tele- 
graphenlinie macht, etwas ab und führt fast direkt 
nach Süden. Immer auf demselben fruchtbaren 
Boden geht es fort; in dem Grase stehen vereinzelte 
Bäume. In 1¾ Stunden wird der Rufiyifluß an 
dem Uebergang der Telegraphenlinie, etwa östlich 
des Dorfes Kilindi, erreicht. Er mag wohl an 80 m 
breit sein und hatte bei ziemlich reichlichem Wasser 
noch einen starken Strom. Nur am Ufer waren 
Sandbänke sichtbar. Nach dem Uebersetzen ritt ich 
in schärferer Gangart nach Mohorro, den Trägern 
voran. Das flache Alluvialland zeigt denselben Typus 
wie seither. 
Nach einem Tage Aufenthalt auf der Station, 
welcher zur Revision diente, ritt ich nach Bwara, 
wo ich nach genau sechs Stunden scharfen Marsches 
eintraf. Bwara liegt in einem breiten, hügeligen, 
von Nord nach Süd laufenden Thal am Nordende 
der eigentlichen Matumbiberge. Ein jetzt aus-
        <pb n="838" />
        —. 
getrockneter Bach geht nach Norden dem Rufiyi zu. 
Auf der Höhe ist rother, im Thale leichter, grauer 
Boden, der viel sandiger ist, als der in der Mohorro= 
ebene. Auf einem Hügel ist ein einfaches Haus, nach 
Negerart aus Lehmwänden mit Veranda, gebaut, 
daneben einige Lehmhäuser für Arbeiter, Geräthe 2rc. 
Im Thal ist ein großer Komplex mit Saatbeeten 
angelegt, etwa 250 Beete waren fertig und zum 
großen Theil mit Liberiakaffee bestellt, von dem aber 
erst wenig aufgegangen, ein anderer Komplex war 
gerodet und geklärt zur Aufnahme von einem kleinen 
Versuch mit Tabak (1 bis 2 Felder à 6000 am). 
Bretter für Thüren rc. sind aus einer Akazienart 
sachgemäß geschnitten. 
Nachdem ich am folgenden Tage nach Mohorro 
zurückgekehrt, blieb ich dort noch einen Tag, um per 
Zollkreuzer nach Kilwa und dann am 5. September 
nach Dar-es-Saläm zu fahren. 
Bericht des Forstaffessors v. Bruchhausen über die 
Waldbestände bei Rilossa und in den Ulugurubergen. 
Dar-es-Saläm, den 5. September 1898. 
In dem Bereiche der Station Kilossa ziehen 
unter den Steppenhölzern zwei Holzarten, mit denen 
der Stationschef, Premierlieutenant Brosig, haupt- 
sächlich seine vielen vorzüglichen Brücken gebaut hat, die 
Aufmerksamkeit auf sich. Es ist dies das sogenannte 
Eisenholz, von den Eingeborenen Kamballa genannt 
(Acacia nigrescens Oliv?), und das Miningaholz 
(Ptrocarpus). Ersteres kommt in der Nähe der 
Station sehr zahlreich, sogar — wie bei dem Dorfe 
Matwiga an der großen Karawanenstraße Dar-es- 
Saläm— Kilossa — in ziemlich geschlossenen reinen 
Beständen vor, letzteres nur im Einzelstande. 
Von Weitem fallen in der Steppe schon die ab 
und zu in kleinen Komplexen austretenden dichten 
Jungwüchse (oft Wurzelbrut) des Kamballaholzes 
auf, die, vielfach ohne Blätter dastehend, ganz ver- 
trocknet aussehen. Das Holz ist schwer, sehr hart 
mit großem dunkelbraunen Kern und wird von In- 
sekten nicht angenommen. Der Stamm wächst schlank 
empor, seine lichte Krone ist im Gegensatz zu den 
meisten übrigen Steppenhölzern ziemlich hoch ange- 
setzt, die Nutzholzausbeute daher eine verhältnißmäßig 
große. Stämme von 25 bis 30 m Höhe und 40 
bis 45 cm Durchmesser sind keine Seltenheit. Die 
Holzart ist leicht kenntlich an dem vielfach mit Buckeln 
besetzten Stamm, welche sich mit der Rinde entfernen 
lassen. Die Blätter erinnern an die des hiesigen 
Grenadillholzes (Dallbergia melanoxylon), die 
Frucht mit dem glatten, in der Mitte eines vier- 
fächerigen Gehäuses sipxenden Samen zeigt keinerlei 
Aehnlichkeit mit den sonstigen Akazien. Blüthen sind 
mir nicht zu Gesicht gekommen. 
Dieses Holz ist für alle Bauten der Station un- 
entbehrlich und verdient die größte Verbreitung. 
Die zweite Holzart, Mininga, kommt, wie er- 
696 
  
wähnt, nur einzeln stehend zwischen den anderen 
Steppenhölzern vor. Der Stamm nimmt ziemlichen 
Umfang. 60 bis 80 cm, an, die Krone ist tief an- 
gesetzt und breiter ausgelegt wie bei dem Kamballa= 
holz. Die geflügelte Frucht erinnert an unsere 
Kastanie und ist meistens reichlich vorhanden. Das 
Holz ist ebenfalls ausgezeichnet und ähnelt unserem 
Kiefernholze. Das Einsammeln und Ausstreuen des 
Samens ist ebenfalls angeordnet. In Kilimatinde 
ist das Holz zum Stationsbau benutzt, es sollen dort 
einige Stämme der bisherigen Annahme enigegen 
von Käfern angefressen sein. Ich möchte dies haupt- 
sächlich darauf zurückführen, daß allgemein das Holz 
hier erst unmittelbar vor dem Gebrauch gefällt wird 
und so noch saftreich zur Verwendung gelangt. Die 
Fällzeit hat hier aber unbedingt ebenso wie in Europa 
großen Einfluß auf die Haltbarkeit der Hölzer. Die 
besten Schlagzeiten dürften unmittelbar vor der großen 
und kleinen Regenzeit liegen, da alsdann das Holz 
die geringste Flüssigkeit enthält. Ein ordentliches 
Austrocknen der Stämme müßte unbedingt jedem 
Gebrauche vorausgehen. 
Die früher sicherlich bewaldet gewesenen Rubeho- 
berge unmittelbar bei der Station sind zur Zeit 
schwer wieder aufzuforsten. Die Eingeborenen haben 
die Bestände im Laufe der Jahre abgeholzt, Schamben 
angelegt und dieselben nach Abschwemmung des Erd- 
reichs durch die Regengüsse wieder verlassen, um sich 
anderweitig anzusiedeln. Zur Zeit machen sie mit 
ihrem ausgewaschenen steinreichen, nur mit geringen 
Myombobäumen bestandenen Boden einen überaus 
traurigen Eindruck. Die einzige Möglichkeit, sie 
später wieder nutzbar zu machen, besteht darin, den 
Boden zunächst durch eine schnellwachsende, blätter- 
reiche und viel und leicht Samen gebende Holzart 
zu befestigen und zu decken. Es ist angeordnet, daß 
in der Regenzeit ein Versuch mit dem Auslegen von 
Samen der in der Steppe häufig auftretenden Akazien- 
art Mkongo auf gehackten Plätzen gemacht wird. 
Späterhin kann alsdann mit besseren Holzarten vor- 
gegangen werden. 
Um derartigen Zuständen für die Zukunft vor- 
zubeugen, dürfte es für die südöstlich davon liegen- 
den Uluguruberge dringend erforderlich sein, schleunigst 
energische Waldschutzmaßregeln zu ergreifen. Denn 
kommt man von der Mkattasteppe, also von Westen 
her, zu den Ulugurubergen, so findet man zunächst 
die Vorberge von dem gewöhnlichen lichten Steppen- 
walde bedeckt. Die daraufhin solgenden Berge sind 
aber vollkommen entwaldet und zwar derartig, daß 
man die noch vorhandenen Bäume — Dracaenen —, 
ein reichlich Milchsaft führender Baum, Kimamballa 
genannt, einzeln fast zählen könnte. Sehr stark scheint 
mir allerdings der Westhang der Berge nie bewaldet 
gewesen zu sein, da der bei 1900 m über Meer auf 
dem Lukwangule noch vorhandene Wald wenigstens 
im Gegensatze zu dem Ostabhange einen reichlich 
schlechten Wuchs zeigt. Es ist hierbei allerdings zu 
berücksichtigen, daß die Eingeborenen schon seit ge-
        <pb n="839" />
        —— 
taumer Zeit und oft meilenweit her hier ihre ge- 
sammten Bedürfnisse an Bau= und Brennholz gedeckt 
haben und noch decken. Diese vollständige Entwaldung 
ist aber bei der starken Bevölkerung des Gebirges 
unbedingt hervorgerufen worden durch die echt afri- 
kanische Art und Weise der Anlegung von Feldern 
(hauptsächlich Maisfeldern), heute hier, morgen dort. 
Noch auf 1700 m wurden bestellte Felder gefunden, 
an Hängen, wo man sich wunderte, wie eine Bestellung 
überhaupt möglich war. Daß aber bei dem ab- 
schüssigen Charakter der Berge bei jedem größeren 
Regengusse ein Theil des Bodenüberzuges, besonders 
wenn er noch umgearbeitet wurde, in die Tiefe ge- 
schwemmt wird, liegt auf der Hand. Die bei 1600 m 
über Meer anfangende Adlerfarnvegetation hält noch 
elwas den Boden zurück, vermag jedoch auch nicht 
viel zu retten, da, wie der Augenschein lehrt, außer- 
dem noch in den Bergen tüchtig gebrannt wird. 
Auf dem Plateau des Lukwangule, 2400 m, be- 
finden sich nur Hochweiden und Remisen von mit 
vielen Flechten behangenen Kniehölzern — Lusuta, 
Mussu, Lugasessi, Milalamento —, welche sich nach 
Westen hin ziemlich schließen. 
Verläßt man das Hochplateau und verfolgt 
weiterhin den zum Fisigothal hinabführenden Pfad, 
so befindet man sich am Ostabhange plötzlich in einer 
ganz anderen Welt; Alles zeugt von einer ungeheuren 
Ueppigkeit und großartigem Wachsthum. Der Ost- 
abhang nimmt dem Westhange die ganzen Regengüsse 
und Feuchtigkeit fort. Zunächst steht man inmitten 
eines wunderbar schönen Bambusstandes, wie ich ihn 
hierselbst noch nicht gesehen habe. Nur im Nguru- 
gebirge soll sich nach Hörensagen noch ein ähnlicher 
befinden. Die kerzengerade gewachsenen schlanken 
Stangen erreichen eine Höhe bis zu 20 m und eine 
Dicke bis zu 15 cm. Die Längenausdehnung des 
Bestandes scheint eine sehr beträchtliche zu sein, in 
der Breite erstreckt er sich von 2300 bis 1900 m 
über Meer. Derselbe enthält ganz vorzügliches Ma- 
terial, es wäre sehr schade, wenn dasselbe nicht aus- 
genutzt würde. Der Ruvu soll nach Angabe der 
Missionare in Tununguo schon von dem Einflusse des 
Fisigo ab in der Regenzeit oder nach derselben flößbar 
sein, von Tununguo ab ist er es zu diesen Zeiten sicher. 
Es würde daher nur ein Transport bis zur nächsten 
flößbaren Stelle des Ruvu in Frage kommen, um 
den Bambus in Bagamoyo auf den Markt werfen 
zu können. Von den Bergen herab könnten die 
Stangen große Strecken geschleift werden. Einen 
Versuch würde die Sache jedenfalls lohnen. 
Als Oberholz befinden sich in dem Bambus- 
bestande ungeheuer starke und hohe Stämme, unter 
anderen Podocarpus, Stearodendron, „Mula“, letz- 
terer zum Theil mit einem Durchmesser von 1½ m 
und einer Höhe von 40 bis 50 m, Baumfarne und 
wilde Bananen sind ebenfalls vorhanden. 
Leider schneidet der Wald auch auf dieser Seite 
glatt bei 1880 m ab, um alten und neuen Schamben 
Platz zu machen. Eingeborene waren eifrig bei der 
  
697e — 
Arbeit, durch Niederlegen von Wald weiteres Terrain 
für Schamben zu gewinnen, wobei die starken Stämme 
durch Brand vernichtet wurden. 
Soweit ich es in den wenigen Tagen beurtheilen 
konnte, haben wir in den Ulugurubergen noch wirk- 
lichen Urwald vor uns, der den Usambarawäldern 
sicher an die Seite gestellt werden kann, dieselben 
sogar noch vielfach übertreffen dürfte. So liegt die 
Plantage des Herrn Moritz bei Kinole in einem 
großen zusammenhängenden herrlichen Waldkomplex, 
dessen Stämme durchweg 40 bis 50 m Höhe haben. 
Das Holz soll zu allen Sachen ausgezeichnet zu ge- 
brauchen sein. Auch eine starke Gummiliane (Lan- 
dolphia) ist vorhanden, das Gummi wird von den 
Leuten gewonnen. 
Eine forstmäßige Ausbeutung dieser Waldbestände 
kann leider wegen der schwierigen Transportverhält- 
nisse noch nicht in Frage kommen, aber mit einem 
regelrechten Waldschutz und einer planmäßigen Auf- 
forstung der kahl daliegenden Hänge, um den Boden 
vor Abschwemmung zu bewahren, sollte unter allen 
Umständen zu Nutzen einer späteren Bewirthschaftung 
der schönen Uluguruberge begonnen werden. Jetzt 
zeigt sich immer dasselbe Bild: die äußerste Spitze 
der Berge mit schwerem Urwald bestanden, die da- 
runter liegenden Hänge abgeholzt und theilweise an- 
gebaut. Den großen Wasserreichthum, den das Land 
überall aufweist und welcher das Land wirklich reich 
macht, verdankt Uluguru in erster Linie diesen noch 
bewaldeten Höhen. Diese ziehen die Luftfeuchtigkeit 
an und dienen sodann als Wasserreservoir zur Speisung 
der unzähligen Quellen. Läßt man die Eingeborenen 
so weiter wirthschaften, so wird bald ein großer Theil 
des Gebirges werthlos und als Kulturland unbrauch- 
bar werden. Den Eingeborenen müssen daher feste 
Grenzen gegeben werden, wie weit sie mit ihrem 
Schambenanlegen gehen dürfen. Eine strenge Kon- 
trole der Grenzen wäre aber die Voraussetzung zu 
einem Erfolge dieser Maßregel. Aufforstungen vor 
Allem mit den einheimischen Holzarten, z. B. dem 
prachtvollen, dem Teakholze ähnlichen Moulebaume, 
sodann mit Eucalyptus und Casuarinen können, da 
Arbeitskräfte an Stelle der Hüttensteuer leicht zu 
bekommen sind, billig ausgeführt werden. 
Bericht des Bezirksamtssekretärs 5enke über seine 
Bereifung des Roblendistrikts im nördlichen Ayassagebiet. 
Aus einem dem Kaiserlichen Gouvernement in 
Ostaf#ika erstatteten Bericht des Bezirksamtssekretärs 
Zenke über seine Bereisung des Kohlendistrikts im 
nördlichen Nyassagebiet dürften die nachfolgenden 
Ausführungen von Interesse sein: 
In Ausführung des Auftrages des Bezirksamts, 
die Landschaft Bundali zu bereisen und zu versuchen, 
Kohlen auf dem Kiwira nach dem Nyassa zu be- 
fördern, verließ ich am 6. Juli Langenburg und 
erreichte am Nachmittag des nächsten Tages den
        <pb n="840" />
        Kandetefluß in der Nähe des durch Bergassessor 
Bornhardt aufgefundenen Kohlenflötzes C. Ich 
begab mich alsbald in Begleitung des Feldwebels 
Benkewitz und unter Führung zweier Askaris, welche 
Bergossessor Bornhardt auf seinen Reisen begleitet 
hatten, auf den Weg zur Kohlensundstelle. Da in- 
zwischen jedoch die früheren Wege dorthin vollständig 
verwachsen waren, gelang es uns nicht, bis zum 
Eintritt der Dunkelheit die Kohlen aufzufinden. 
Am nächsten Tage ließ ich Feldwebel Benkewitz 
mit vier Askaris, den nöthigen Trägern und den von 
Häuptling Maisura gestellten dreizehn Arbeitern zurück, 
um nochmals nach der Kohlenfundstelle zu suchen 
und einige Lasten Kohlen nach Maisuras Dorf am 
Kiwira zu schaffen. Ich selbst wollte auf dem Rück- 
wege eventuell weitere Kohlen je nach dem Eintreffen 
der zu dem Kiwira bestellten Einbäume fortschaffen. 
Auf der ganzen Reise habe ich die erfreuliche 
Wahrnehmung gemacht, daß sowohl die Wakonde der 
Niederung als auch Bundali und Unyka-Leute jetzt 
durchaus friedfertig sind und Vertrauen zu der 
deutschen Regierung haben. In jedem Ort, in dem 
ich Lager aufschlug, wurde sofort in bereitwilligster 
Weise und reichlich Verpflegung für Askari und 
Träger gewährt; jeder Wunsch wurde sofort nach 
Möglichkeit erfüllt. In Bundali kamen die einzelnen 
Häuptlinge mir schon weit entgegen und gaben mir 
bis über ihr Gebiet hinaus das Geleit. 
Bundali ist überaus zahlreich bevölkert. Un- 
unterbrochen reiht sich Hütte an Hütte, Dorf an 
Dorf. Es giebt kein Thal und keinen Berg, bei 
welchem nicht auch bewohnte Hütten zu finden wären. 
Die Leute, welche von Ackerbau und Viehzucht leben, 
sind von außerordentlicher Sauberkeit. Jedes Fleckchen 
vor dem Hause ist reingefegt, und jegliches Unkrant 
davor ist entfernt. Selbst das Innere der Viehställe 
ist von jedem Unrath gesäubert. 
Ich mußte staunen über die außerordentliche 
Fruchtbarkeit des ganzen von mir bereisten Gebietes. 
Ueberall steht das Land unter Kultur und gewährt 
seinen Bewohnern mühelos reichliche Nahrung. 
Sämmtliche Dörfer liegen inmitten von Bananen- 
hainen. 
Die Felder sind so regelmäßig angeordnet und 
so sauber gehalten. daß man glauben könnte, 
europäische Landwirthe hätten hier mit Pflug und 
Egge gearbeitet. 
Nach meiner Ansicht würde sich Bundali, welches 
selbst das als fruchtbar gerühmte Kondeniederland 
an Ertragsfähigkeit übertrifft, sowohl für Anlage 
von Kaffeeplantagen als auch für den Anbau euro- 
päischer Getreidearten sehr wohl eignen. Auch 
in klimatischer Beziehung hat Bundali, welches sich 
in einer Höhe zwischen 800 und 1300 m über dem 
Meeresspiegel befindet, günstige Bedingungen auf- 
zuweisen, wenigstens nach dem hier wohnenden ge- 
sunden Menschenschlage zu urtheilen. Man sieht 
durchweg gut gewachsene, hübsche Leute. Ich glaube 
in dieser reinen und frischen Gebirgsluft mich nicht 
698 
  
im tropischen Afrika, sondern in heimathlichen Ge- 
filden zu befinden. 
Weniger fruchtbar als Bundali ist Unyka. Ueber- 
schreitet man den Bergrücken, der diese beiden Land- 
schaften von einander trennt, so ist man erstaunt 
über das veränderte Landschaftsbild, das sich nun 
nach kurzer Wegstrecke (3 km) darbietet. Nur ver- 
einzelt sieht man hier Schamben an den Berghängen 
und meistens nur in der nächsten Nähe von Wasser- 
läufen. Das in Bundali noch frische Gras ist hier 
bereits vollständig vertrocknet. 
Am 11. Juli schlug ich wieder am Kandetefluß 
mein Lager auf und suchte die Kohlenfundstelle — 
dieses Mal mit besserem Erfolge — auf. Die 
Kohlen sind von einem kleinen Nebenfluß des Kandete 
freigespült und liegen an mehreren Stellen offen zu 
Tage. Weiterhin sind sie zunächst nur mit geringen 
Erdschichten bedeckt, so daß eine Gewinnung der- 
selben in Tagesbauten für die nächste Zeit keine 
Schwierigkeiten bieten dürfte. Am Nachmittag trafen 
die mir durch Feldwebel Benkewitz entgegengeschickten 
116 Wakonde= und Wakisi-Träger in meinem Lager 
ein, und schon am nächsten Morgen stellte ich die 
Leute unter Aussicht von drei Askari zum Kohlen= 
schlagen an. Trotz des unzureichenden Arbeitszeugs 
—. 3 Brechstangen, 2 Beilpiken, 2 Spaten und 
1 Axt — ging die Arbeit doch so leicht von der 
Hand, daß bereits nachmittags sämmtliche Träger 
mit ihren in Gras verpackten Kohlenlasten in dem 
4¼ Stunden entfernten Dorse Maisuras am Kiwira 
eintrafen. Die Lasten wurden sodann sofort in die 
bereit stehenden 15 Einbäume verladen und nach 
der Mündung des Kiwira gesandt, wo sie am 13. 
srüh eintrafen. Ich selbst marschirte am nächsten 
Morgen weiter und traf nachmittags an der Kiwira- 
mündung ein. Am 14. Juli kehrte ich sodann mit 
dem großen Stahlboot nach Langenburg zurück. 
Der Kiwira ist zu dieser Jahreszeit, zu welcher 
das Wasser schon bedeutend gefallen ist, selbst für 
Mtumbis nicht über Maisuras Dorf hinaus schiffbar 
und bietet auch in seinem unteren Lauf manches 
Hinderniß durch Sandbänke. 
Insgesammt sind bei dieser Expedition 129 Lasten 
Kohlen nach Langenburg geschafft worden, und zwar 
bis Maisuras Dorf durch Träger und von da ab 
in Einbäumen. Das Nettogewicht beträgt 45 Ceniner. 
Der Preis stellt sich dieses Mal unverhältnißmäßig 
hoch, da die Leute mit Rücksicht darauf, daß sie nur 
für diese eine Tour angenommen waren, auch höher 
bezahlt wurden, als wenn sie in Monatslohn ständen. 
Sobald jedoch die Leute in Monatslohn ständen, 
würde sich die Rechnung etwa, wie folgt, stellen: 
100 Leute im Durchschnittslohn von 5 Rupien 
könnten monatlich 2000 Lasten à 40 Pfund deutsch 
bis nach Maisuras Dorf schaffen, welche wieder durch 
20 Einbäume à 20 Rupien monatlich nach der 
Kiwiramündung befördert werden könnten. Diese 
800 Centner würden sonach an der Mündung des 
Kiwira, ohne die Kosten der Aufsicht durch einen
        <pb n="841" />
        Europãer, 5 100 4 20 20 - 900 Rupien kosten, 
die Tonne Kohlen sonach 22½ Rupien. Ob sich 
699 
  
Raum= undeitersparniß Mehrerträge erzielen würden, 
die die Differenz des Preises zwischen Holz= und 
dieses Verfahren jedoch rentiren würde, hinge z. Zt. Kohlenfeuerung übersteigen. 
davon ab, ob die Dampfer bei Kohlenheizung durch! 
——. 
Uebersicht über die im Schutzgebiete von Deutsch= Ostafrika ansässige weiße Bevölkerung. 
(Nach dem Stande vom 1. Januar 1898.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a. Nach Staatsangehörigkeit, Stand oder Gewerbe. 
2. 22 8 2 Frauen von 2v 
—0..... ——1954 
Staats: 2 2532 *7: 2r ""ß#½#ved 
Fri s -·0--0---«:::s »-.-".-Z’·-z«s.-;.-·«:·-x--osxngg.—.-«-lässest 
OVII-IMME-OsgsksssissssssE-»Is-«-Eiss- 
Deutsche. 665%8 39 48 4 5 11 2 2 5 04 2 8 21 16 18 22 3 38 
Oesterreicher 16 5 2 — — — 2 1 2 — — 1 2 1.— 
Italiener 15 1. 1 2 2 3 3 lU. 1 — — 1 — 
Schweizer Ii1 2 — — —— 6 1 — 2 — — —— 
Holländer 180 — 4 — — — — — — —— 133 1— 
Belgier 3 —— — — —— 3 — — — — — — — — 
Luxemburger. 1 — — — — — — — — — 1 — — — — — 
Franzosen 4üUmm . 30 +— 1 1 12 
Engländer 40AMnRBBB 1 22 6 4 83 
Kufsen 2— 1 — — — — — — — — — — — 
Dänen 23 — — — — —— — — —— — — 
Rumänen. 21 — — — — — —— 1—-—-—— 
Griechen 311 1 189 — — — 9 — 1 — — — — — — — 
Türken . 623---——— 1--——-—-—--- ———-——-— ————;— 
Syrer, Armenier. 14 9.1 1 — — —— 1 — 2 
Amerikaner. .. 1 1 — — — — — —— — — — — 
Ohne Staatsangehör. 4— — — — — 4 — — — — — — —- 
Zusammeulssolasovazwt41324,3,5.101(«2,112522«2u,22.21.1.43 
b. Nach Wohnsitz und Staatsangehörigkeit. 
2222 ** 2 12½½2 
sGSss 8 s8s s E L 
S——————————— J–—me. 
0 # - 
Tanga 147 10 2 8 —4 —2656 21 6 1 
Pangani 25522 1 — — — — — 1 — 1 — — 
Saadani 7 5 — — 2 — — — E— — 
Bagamoyo 5731 2 I IU — 11 3 — — 2 4 2 
Dar#-es-Saläm 28819 8 5 3 — — 2 — — 1 2 9 8 1 — 
Kilwa 33 29 1 — — — — — 2 1 — — 
Lindi 211 19 1 1 — — — — 
Mikindani 12 6 1 — — 3 — 1 — 1 — 
Woschi .. 320 20 1 — 2 1 — — — 4 — — — 4 
Masinde 3633 —— —:—2— 1 — — 
Kisate 3 53 — — —— –— — 
Kilossa 13811 — — 1 — — 1 — — 
Mpapua 15 5-«-s—---- —8 — 2 — 
Kilimatinde 5 4 -— — — — — — 1 — — — 
Tabora 3013 1 2 5 2 — 6 1 — — — — — — — 
Muanza 271 18 — 1 1 — 5 2 -— ————— 
Btkkoba.... 11 5 — 3 12 — — — — — — — — 
Irina 26124 -—--- —--—.-.- —-—-511--1 — 
Langenburg. . 5711418 — 2 1 — — — 41 — — —2 — — 
Udbldii 35 13 — 1 4 1 13 — — — — 63 — — — 
Zusammen 880/664 16 15 11 18 3 1 46 40 2 3 2 34 6 14 1 1
        <pb n="842" />
        ARus fremden Molonien. 
Dandel Ostindiens im Jabre 1890/97.7) 
Der Werth des gesammten britisch -ostindischen 
Einfuhr= und Ausfuhrhandels bezifferte sich im Jahre 
1896/97 in runden Zahlen bei Ausschluß des Handels 
für Rechnung der Regierung auf 1938 Mill. Rupien 
und unter Einschluß dieses Handels auf 1981 Mill. 
Rupien. Die entsprechenden Zahlen für 1895/96 
lauteten 2012 und 2049 Mill. Rupien, und es ist 
sonach seitdem eine Abnahme dieses Handels in Höhe 
von 74 und 68 Mill. oder um 3,6 pCt. eingetreten. 
Läßt man den Handel für Rechnung der Re- 
gierung außer Betracht, so stellt der britisch-ostindische 
Ein= und Ausfuhrhandel in Waaren, Gold und Silber 
in den beiden gedachten Jahren im Einzelnen folgende 
Werthe dar. 
  
Einfuhr. 
1895/96. 1896/97. 
Millionen Rupien. 
Waaren 693 719 
Goddl . .. 50% 45 
Silber 83½ 86 
zusammen 827 850 
Ausfuhr. 
1895,96. 1896/97. 
Millionen Rupien. 
fremde, wieder ausgeführte 
  
Waarrn 497 40¼ 
ostindische Waaren 1095½ 909 
God)dil 25 22 
Silber 17½ 271¼ 
zusammen 1185 1088½ 
Die Rückschritte, welche der Gesammthandel 
Britisch-Ostindiens im Jahre 1896/97 gemacht hat, 
sind auf drei in der zweiten Hälfte des Jahres ein- 
getretene Umstände zurückzuführen. Die schlechte 
Ernte und die dadurch hervorgerufene, auf weite 
Gebiete sich erstreckende Hungersnoth, der Ausbruch 
der Pest in der Präsidentschaft Bombay und der 
bedeutende Geldmangel, der sich auf dem Geldmarkte 
fühlbar machte, als beträchtliche Kapitalien behufs 
Bekämpfung der Hungersnoth aus den großen 
Handelsplätzen nach dem Innern des Reiches ge- 
langten und gleichzeitig die staatlichen Einkünfte in- 
solge der fehlgeschlagenen Ernte nur langsam dem 
Staatsschatze zuflossen. 
Der Kurs der Rupie fuhr im Berichtsjahre fort, 
im Allgemeinen zu steigen, doch waren seine Schwan- 
kungen größer als im vorhergehenden Jahre. Seine 
äußersten Grenzen waren für Banksichtwechsel in 
Kalkutta 1571/32 Pence und 137⅝/2 Pence gegen- 
über 141/16 und 13/3: Pence im Jahre 1895/96. 
Der Waarenhandel Britisch-Ostindiens vertheilte 
sich auf die einzelnen Erdtheile in den Jahren 1895/96 
und 1896.97, wie folgt: 
— 
*) Aus dem Deutschen Handelo--Archiv 1898, S. 598 ff. 
  
1895/96. 189/97. 
Millionen Rupien. 
Europa .. .. .. . ... 1203 1149 
Asin 424 405½ 
Afrika und benachbarte 
Insen 109½ 108 
Amerika (V. St..) 85 791½ 
Australln 14½ 16½ 
Nur der verhältnißmäßig geringe Handel mit 
Australien hat im Jahre 1896/97 etwas zugenommen; 
der Handel mit allen übrigen Erdtheilen zeigt die 
Wirkungen der Hungersnoth und der Pest. Der 
Waarenhandel mit Europa betrug fast 65 pCt. des 
gesammten Waarenhandels und würde einen noch 
größeren Prozentsatz darstellen, wenn der Handel 
mit Aegypten, welcher zum größten Theil nur Durch- 
gangshandel und in Wirklichkeit Handel mit Europa 
ist, mit in Berücksichtigung gezogen würde. 
Die wichtigsten Länder, mit denen Britisch-Ost- 
indien in Handelsbeziehungen steht, waren in dem 
Jahre 1896/97 und 1895/96 an seinem Waaren- 
handel in nachstehender Weise betheiligt: 
1896,97. 1895,96. 
Millionen Rupien. 
Großbritannin 830½ 833 
China 
Hongkong. . . . . . . . 98 99½ 
Vertragshäfen 61½ 68 
Deutschlandndd 98½ 104 
Frankreic 73 96½ 
Straits Settlements 71½ 83 
Vereinigte Staaten von 
Americccaa 63 70½ 
Belgiien 54½ 67 
Aegypoten: 51 54½ 
Japan. .. . . . . . ... 4612 32½ 
Oesterreich-Ungarn . . . 40 47 
Ceylon .. . . . . . ... :39½ 12 
Italen 35½ 35½ 
Mauritis 30½ 29u½ 
Rußland 241½ 22½ 
Persien 20 26 
Australien . . . . . . . . . 161½ 14½ 
Arabien . . . . . . . . . . 16 18½ 
Südamerica 1 41⅛½ 12 
Sansibar, Mozambique und 
andere Häfen der ost- 
afrikanischen Küste 131½ 1312 
Asiatische Türkke 11 12½ 
Aden 11 11 
Niederlade 8⅛ 10 
Der Handel mit Großbritannien belief sich auf 
ungefähr / des Handels Ostindiens mit Europa 
und auf etwa 47 pCt. des ostindischen Handels mit 
allen Ländern der Erde. Die entsprechenden Zahlen 
für das Jahr 1895/06 betrugen nur 69 und 45,4 pCt. 
so daß der Gesammtwerth des Handels Ostindiens 
mit anderen Ländern sich seit 1885/96 in höherem 
Maße verringert hat, als der Werth des Handels
        <pb n="843" />
        mit Großbritannien. Der letztere Handel hat übrigens 
seit 1893/94 beständig, und zwar im Ganzen um 
36 Mill. Rupien abgenommen und zeigt seit dem 
Jahre 1891/92 eine Zunahme von nur 2¼ Mill. 
Rupien. Die betreffenden Zahlen für die Jahre 
1891/92 bis 1896/97 lauten: 828, 773, 866½, 
849½, 833, 830½ Mill. Rupien. 
Der Handel mit Deutschland ist zwar im Jahre 
1896/97 um 5½ Mill. Rupien, oder um 3 Mill. 
Rupien mehr als der Handel mit Großbritannien 
zurückgegangen, sein Werth in jenem Jahre übertrifft 
jedoch den Werth des deutsch-ostindischen Handels im 
Jahre 1894/95 (= 94½ Mill. Rupien) noch um 
4 Mill. Rupien. Die dritte Stelle in der Reihen- 
folge aller am Handel mit Ostindien betheiligten 
Länder, welche Deutschland im Jahre 1895/96 
errang, hat es im Jahre 1896/97 behauptet. Das 
an vierter Stelle sich anreihende Frankreich, dessen 
Handel den deutschen im Jahre 1894/95 um 1 Mill. 
Rupien und im Jahre 1891/92 nm 54 Mill. Rupien 
übertraf, ist im Jahre 1896/97 weiter als im Jahre 
1895/96 hinter Deutschland zurückgeblieben, nämlich 
um 21½ anstatt 7½/ Mill. Rupien. 
Die Waareneinfuhr nach Britisch-Ostindien 
vertheilt sich auf die wichtigsten in Frage kommenden 
Länder in den Jahren 1896/97 und 1895/96, 
wie folgt: 
1896/97. 1895/96. 
Millionen Rupien. 
Großbritannien 504 471½ 
Belgien 24 27½ 
Deutschland .. 23 23½ 
Chngaga 21½ 28 
Rußland. . ... . . . .. 20 18½ 
Straits Settlemenns. 18½# 21 
Mauritis 18 17 
Oesterreich-Ungaonn 15 13 
Vereinigte Staaten von 
Amerika 14½ 11½ 
Frankreicgg ... 9 10 
Die Einfuhr stellte im Jahre 1896/97 86 pCt. 
des Werthes der europäischen und 70,1 pCt. des 
Werthes der gesammten Waareneinfuhr gegenüber 
85 und 68 pCt. im Vorjahre dar. Nach ihm kommt 
Belgien mit 3,3 pCt. des Werthes der gesammten 
Waareneinfuhr. Deutschland, welches 1891/92 an 
fünfter, 1893/94 an siebenter, 1894/95 an sechster 
und 1895/96 hinter Großbritannien, China und 
Belgien an vierter Stelle stand, nimmt im Jahre 
1896/97 hinter Großbritannien und Belgien die 
dritte Stelle ein. 
Die Waareneinfuhr nach Ostindien im Allgemeinen 
hat sich seit dem Jahre 1869/70 mit der einzigen 
Ausnahme des Jahres 1895/96, in welcher sie vor- 
übergehend etwas zurückging, beständig gesteigert. 
Sie hat sich seit 1869/70 auf folgende Werthe 
bezifsert: 
  
701 — 
Mill. Rupien 
In der Zeit von 1869/70 bis 1873/74 durch- 
schnittlich auf jährlitn 318⅛½ 
von 1874/75 bis 185/6 durchschn., auf jährlich 366 
é 1879/80 = 1883/84 479⅛½ 
é 1884/85 1888/89 - - 585 
-Ê1889/90 - 1893/94 - - - 677½ 
im Jahre 1894/95 auf. .. . . . . .... 701½/ 
- : 189597 . . . . ... 693 
- : 18960/909092 . ... 719. 
Die wichtigsten im Jahre 1896/97 in Britisch- 
Ostindien eingeführten Waaren sind die folgenden: 
1896/97. 1895/96. 
Werth: Mill. Rupien. 
Baumwollengewebe und Baum- 
wollengane .. 297½ 257½ 
Metalle unter Einschluß von 
Messerschmiedewaaren . 70 82½ 
Maschien 35 32½ 
Oel 34½ 31½ 
Zuckker 31½ 31 
Eisenbahnmaterial 26½ 15 
Seide, rohe und unverarbeitete 22½ 29⅛½ 
Chemikalien, Drogen, Arzneien, 
Farbstoffe 20. 19 21½ 
Wollenwaarnen 17 14½ 
Geistige Getränke 16⅛½ 17 
Provisioen 15½ 18 
Bekleidungsgegenstände 15 16 
Kohlll 10 14 
Glas und Glaswaaren 7 7½ 
Sallz . ... 6½ 6½ 
Gewürzee 6 6½ 
Papier und Papee 4 4 
Regenschirme . . .. . . . ... 3 31 
Die wichtigsten deutschen Einfuhrartikel waren 
im Jahre 1896/97 die nachstehenden: 
1896/97. 1895/96. 
Werth: Mill. Rupien. 
Zucker 8.76 8,75 
Wollenwaaren 2,59 2,60 
Messerschmiedewaaren 1,53 1,49 
Glas und Glaswaaren 0.92 0,93 
Saaz 0,81 1,09 
Bekleidungsgegenstände 0,80 0,65 
Bier 0.74 0,66 
Papir 0,60 0,59 
Baumwollengarne und Baum- 
wollengewebel 0,59 0,51 
Eisen 0,48 0,37 
Spirituosen 0,48 0,46 
Anilin= und Alizarinfarben 0,40 0,56 
Chemikalien, Drogen, Narkotika 0,40 0,47 
Spielwaaren 0,37 0,30 
Streichhölger B 0,34 0,23 
Seidenwaaren 0,30 0,44 
Stahl . . . . .. . . .. . ... 0,17 0,31 
Schreibmateriallen 0,13 0,13 
Die geringe auf nur 439 000 Rupien sich be- 
laufende Abnahme des Werthes der deutschen Einfuhr
        <pb n="844" />
        — 702 — 
im Jahre 1896/97 ist hauptsächlich auf die ver- 
minderte Einfuhr von Salz, Anilin= und Alizarin= 
farben und von Stahl zurückzuführen. 
An der Ausfuhr ostindischer Waaren nahmen 
vornehmlich folgende Länder theil: 
1896/97. 1895/96. 
Werth: Millionen Rupien. 
Großbritannien 316½⅛ 350 
China ..... . . . ... 137 138 
Deutschlnd 75½ 80½ 
Frankreitg 63½ 86½ 
Straits Settlements. 50 58½ 
Aegypten 48½ 52 
Vereinigte Staaten von 
Ameriia 48 59 
Jana 41 28 
Ceyloaoon ... 31 35 
Belggen 30½ 39⅛ 
Italln 30½ 31 
Oesterreich-Ungarn . . . . 25 33½ 
Südamerika 14½ 12 
Australllien 11,79 12,13 
Mauritis 11½ 11 
Nächst Großbritannien und China war Deutsch- 
land am meisten, und zwar mit 7,5 pCt., an der 
Ausfuhr ostindischer Waaren betheiligt. Im Jahre 
1895.96 stand es an vierter Stelle hinter Groß- 
britannien, China und Frankreich, und im Jahre 
1891, 92 an sechster Stelle hinter den genannten drei 
Staaten, Aegypten und Belgien. 
Die wichtigsten ostindischen Waaren, welche im 
Jahre 1896/97 aus Indien ausgeführt wurden, 
waren die folgenden: 
1896,97. 1895/96. 
Werth: Millionen Rupien. 
Getreide und Hülsenfrüchte 134 183 
Rohbaumwolle . . . . . . 129½ 141 
Rohe Jute . . . . . . . . 1051/2 100 
Baumwollengarne, Baum- 
wollengewebe u. andere 
Baumwollenfabrikate 85 83½ 
Thhee 81 7612 
oObinnnn 80 84½ 
Saaten: 80 97 
Häute und Felll. 70 7612 
Inte, verarbeitete 52 47½ 
Indiion 43½ 531½ 
Kafsserl 16 22 
Lack ............ 14 181/2 
Wolle, rohe . 12½ 13½ 
Provisionen 0½ 9 
Hollz . ... 8 8 
Zucker 7 51½ 
Farbstoffe (ausschl. Indigo) 6½= §1„ 
QQell 6 712 
Salpeter 512 51F 
Seide, rohe . . . . . ... 5 6½ 
Gewürze . . . . . . . . . . 5 5 
  
Die Abnahme der Ausfuhr ostindischer Waaren 
im Jahre 1896/97 wurde hauptsächlich durch die 
Hungersnoth und die Pest verursacht. 
Die hauptsächlichsten im Jahre 1896/97 nach 
Deutschland ausgeführten ostindischen Waaren 
sind aus folgender Tabelle ersichtlich: 
1896/97. 1895)/96. 
Werth: Millionen Rupien. 
Baumwolll 22 27 
Jue 18 15 
Saaten 12 10½ 
Häute und Felle 11 10 
Indigo .. . .. . . ... 3 5½ 
Reis 1½ 3 
Lack . . . . .. . . . ... 1½ 2 
Jutesäcke und Gewebe 1½ 1½ 
Coir und Coirwaaren 0,57 0,66 
Kassse ... 0,44 0,47 
Die Weizenausfuhr nach Deutschland, welche 
1895/96 einen Werth von 1½ Mill. Rupien hatte, 
fiel im Jahre 1896/97 gänzlich fort. 
In Betreff der wichtigeren aus Britisch-Ostindien 
ausgeführten Artikel ist im Einzelnen Folgendes zu 
bemerken: 
1. Fremde, wiederausgeführte Waaren. 
Der Werth der Ausfuhr von Thee stieg von 
3,61 Mill. Rupien im Jahre 1895/96 auf 3,71 im 
Berichtsjahre. Der Artikel wurde zumeist nach 
Persien und nach dem asiatischen Rußland wieder- 
ausgeführt. 
Messerschmiedewaaren. Die Wiederausfuhr 
hatte einen Werth von 812 000 Rupien. Die meisten 
Messerschmiedewaaren wurden nach Großbritannien 
und Persien wiederausgeführt. Die Ausfuhr nach 
Deutschland hatte einen Werth von nur 2536 Rupien. 
Kupfer. Es wurden in den Jahren 1896/97 
und 1895/96 für 467 000 und 577 000 Rupien. 
wiederausgeführt. Der Artikel ging im ersteren 
Jahre hauptsächlich nach Persien, danach folgten 
Großbritannien, die asiatische Türkei und Arabien. 
Eisen. Der Werth der Ausfuhr betrug 828.000 
Rupien. Der Artikel wurde vorzugsweise nach Italien 
wiederausgeführt. 
Chemikalien, Drogen, Arzneien, Nar- 
kotika, Farb= und Gerbstoffe. Die Ausfuhr 
stellt einen Werth von 765 000 Rupien dar. Die 
Chemikalien gingen hauptsächlich nach Persien und 
nach der asiatischen Türkei, die Drogen, Arzneien 
und Narkotika vornehmlich nach Großbritannien, 
Persien und der asiatischen Türkei, die Farb= und 
Gerbstosse vorzugsweise nach Persien und Deutsch- 
land. Nach dem Deutschen Reiche wurden wieder- 
ausgeführt: Farb= und Gerbstoffe im Werthe von 
56 830 Rupien, Drogen, Arzneien und Narkotika 
im Werthe von 2888 Rupien und Chemikalien im 
Werthe von 150 Rupien. 
Gummi und Harz. Die Ausfuhr ging zurück 
von 756 000 Rupien im Jahre 1895/96 auf 549 000
        <pb n="845" />
        Rupien im Berichtsjahre. Großbritannien, Frank- 
reich und Hongkong waren am meisten betheiligt. 
Nach Deutschland wurden nur für 7101 Rupien 
wiederausgeführt. 
Unverarbeitetes Elfenbein wurde im Werthe 
von 943 000 Rupien wiederausgeführt, und zwar 
vorzugsweise nach Großbritannien, Hongkong und 
Japan. Deutschland war mit 12 898 Rupien be- 
theiligt. 
Rohe Wolle. Die Wiederausfuhr sank von 
7,61 Mill. Rupien im Jahre 1895/96 auf 6,08 Mill. 
Rupien im Berichtsjahre und ging in beiden Jahren 
ausschließlich nach Großbritannien. 
Bekleidungsgegenstände. Der Werth der 
Ausfuhr steigerte sich von 1,54 Mill. Rupien im 
Jahre 1895/96 auf 1,71 Mill. Rupien im folgenden 
Jahre. Sie erfolgte in beiden Jahren vorzugsweise 
nach Großbritannien. Deutschland war 1896/97 
mit 5977 Rupien betheiligt. 
Von Baumwollengarnen wurden 707 000 
Rupien im Jahre 1895/96 und 891 000 Rupien 
im Jahre 1896/97 wiederausgeführt. Die meisten 
Garne gingen nach Persien und Aden. 
Bei der Wiederausfuhr von Baumwollen- 
geweben und anderen Baumwollenwaaren ist 
eine bedeutende Abnahme zu verzeichnen. Ihr Werth 
sank von 18,05 Mill. Rupien im Jahre 1895/96 
auf 13,78 Mill. Rupien im folgenden Jahre. Haupt- 
sächlich betheiligt waren im Jahre 1896/97 Persien, 
die Straits Settlements, die Häfen an der ost- 
afrikanischen Küste und Arabien. 
Bei der Wiederausfuhr von Seidenwaaren, 
deren Werth von 888 000 Rupien im Jahre 1895/96 
auf 792 000 Rupien im Berichtsjahre sich verminderte, 
waren im letzteren Jahre namentlich Natal und 
Gibraltar betheiligt. 
Wollenwaaren wurden im Jahre 1896,97 
besonders nach Ceylon und Persien wiederausgeführt. 
Der Werth der Ausfuhr sank von 578 000 Rupien 
im Jahre 1895/96 auf 489 000 Rupien im 
Berichtsjahre. 
2. Ostindische Waaren. 
Die Ausfuhr von Kaffee ist im Berichtsjahre 
insolge einer schlechten Ernte bedeutend zurück- 
gegangen. Es wurden nur 210797 engl. Ctr. im 
Werthe von 15,85 Mill. Rupien ausgeführt gegen 
290 902 engl. Ctr. im Werthe von 21,98 Mill. 
Rüpien im Vorjahre. Seit dem Jahre 1890/91 
sind so niedrige Zahlen nicht zu verzeichnen gewesen. 
Betheiligt waren hauptsächlich Großbritannien und 
Frankreich mit 8,33 und 5,13 Mill. Rupien. Nach 
Oesterreich und Deutschland wurde für 553 000 und 
436 000 Rupien ausgeführt gegen 1 437 000 und 
168 000 Rupien im Jahre 1895/96. 
Enthülster Reis. Die Ausfuhr belief sich im 
Berichtsjahre auf 27,8 Mill. engl. Ctr. im Werthe 
von 118,5 Mill. Rupien. Der meiste Reis kommt 
aus Birma, das im Jahre 1890/97 19,1 Mill. 
703 
  
engl. Ctr. ausführte. Die Reisproduktion ist am 
größten in Bengalen, welches ungefähr 3¾/4 der ganzen 
britisch-ostindischen * hervorbringt. Der ben- 
galische Reis wird jedoch größtentheils im Lande 
selbst verbraucht. 
Infolge der schlechten Reisernten in Bengalen 
und der Präsidentschaft Madras, sowie infolge ver- 
mehrter Nachfrage nach Reis in Oberbirma ging im 
Berichtsjahre aus Unterbirma sehr viel Reis nach 
Oberbirma und Bengalen, und nahm die birmesische 
sowohl wie die ostindische Reisausfuhr nach dem 
Auslande gegenüber dem Voriahre erheblich ab. 
Im Jahre 1895/96 wurden 34,6 Mill. engl. Ctr. 
enthülster Reis im Werthe von 134,3 Mill. Rupien 
aus Indien ausgeführt. Die Hauptabnehmer waren 
Aegypten mit 10 Mill., Ceylon mit 3.90, Groß- 
britannien mit 3,84 und die Straits Settlements 
mit 3,75 Mill. engl. Ctrn. Nach Deutschland gingen 
336 000 engl. Ctr. im Werthe von 1.58 Mill. Rupien 
gegenüber 719000 engl. Ctrn. im Werthe von 2,82 
Mill. Rupien im Jahre 1895/96. 
Weizen. Infolge der sehr schlechten Ernte war 
der Handel im Berichtsjahre ein äußerst geringer. 
In der zweiten Hälfte desselben Jahres brach er 
ganz zusammen. Ausgeführt wurden 1,9 Mill. engl. 
Ctr. im Werthe von 8,36 Mill. Rupien gegen 
10 Mill. engl. Ctr. im Werthe von 39,1 Mill. 
Rupien im vorhergehenden Jahre. 1 1/ Mill. engl. 
Ctr. gingen im Jahre 18966/97 nach Großbritannien. 
Darauf folgte Frankreich mit 240 000 engl. Ctrn. 
Nach Deutschland, welches im Jahre 1895/96 
393 000 engl. Ctr. im Werthe von 1⅛ Mill. Rupien 
bezog, wurde im Berichtsjahre gar kein Weizen aus- 
geführt. 
Weizenmehl. Die Ausfuhr sank von 74 Mill. 
engl. Pfund im Jahre 1895/96 auf 67 Mill. engl. 
Pfund im folgenden Jahre. Europa ist so gut wie 
gar nicht betheiligt.= Das Mehl wurde im Jahre 
1896/97 zumeist nach Mauritius, Aden und Arabien 
ausgeführt. 
Hirse. (Javar und Bajra.) Die Ausfuhr, 
welche sich auf 653 000 engl. Ctr. belief, fand haupt- 
sächlich nach Aden und Abessinien statt. 
Hülsenfrüchte. Es wurden im Berichtsjahre 
556 000 engl. Cir. gegenüber 742 000 im Vorjahre 
ausgeführt. 
Gewürze. Der Werth der Ausfuhr bezifferte 
sich auf 4,.97 Mill. Rupien. Betheiligt waren in 
erster Linie England und Frankreich mit 1,3 und 
1,1 Mill. Rupien. Die Ausfuhr nach Deutschland 
hatte einen Werth von 296 000 Rupien gegenüber 
262 000 im Vorzjahre. 
Zucker, raffinirter. Die Ausfuhr, welche sich 
au" 62 963 engl. Ctr. belief, sand hauptsächlich nach 
Großbritannien und Ceylon statt. 
Von rohem Zucker wurden 1,10 Mill. engl. 
Ctr. ausgeführt, von denen über eine Million nach 
England ging. 
Thee. Die Ausfuhr belief sich auf 118,9 Mill.
        <pb n="846" />
        — 
engl. Pfund im Werthe von 81 Mill. Rupien. In 
den Jahren 1895/96, 1894/95 und 1885/86 wurden 
137,7, 129,1 und 68,8 Mill. engl. Pfund aus- 
geführt. Thee wird hauptsächlich von Bengalen aus 
verschifft. 
Nach Großbritannien wurden im Jahre 1896/97 
91 pCt. der Gesammtausfuhr, und zwar 135 ½⅛ Mill. 
engl. Pfund gesandt. Nach Deutschland gingen 
267 000 engl. Pfund im Werthe von 140 000 
Rupien gegenüber 229 000 engl. Pfund im Werthe 
von 121 000 Rupien im Vorjahre. Die Vereinigten 
Staaten von Amerika und Canada beziehen auch auf 
dem Wege über Großbritannien ostindischen Thee in 
bedeutenden Mengen. 
In Großbritannien tritt der ostindische Thee mit 
dem chinesischen und dem Ceylonthee in Wettbewerb. 
Die Ausfuhr des chinesischen Thees nach Groß- 
britannien nimmt immer mehr ab; im Jahre 1896 
wurde viermal weniger Thee aus China dorthin 
ausgeführt als im Jahre 1884. Die Ausfuhr von 
Ceylonthee nach Großbritannien hat sich in derselben 
Zeit von 2,2 auf 94,9 Mill. engl. Pfund und die 
Ausfuhr ostindischen Thees von 63,2 auf 127,7 Mill. 
engl. Pfund gesteigert. Im Jahre 1884 sandte 
China mehr denn doppelt so viel Thee nach Groß- 
britannien, als Ostindien und Ceylon zusammen; im 
Jahre 1896 schickten die beiden letzteren Länder 
über sechsmal soviel Thee nach Großbritannien als China. 
Die Ausfuhr von Salpeter steigerte sich von 
442000 engl. Ctrn. im Werthe von 5,36 Mill. Rupien 
im Jahre 1895/96 auf 528 000 engl. Ctr. im 
Werthe von 5,72 Mill. Rupien im folgenden Jahre. 
Die Hauptabnehmer waren im Berichtsjahre Groß- 
britannien mit 246 000 und die Vereinigten Staaten 
von Amerika mit 138 000 engl. Ctrn. Nach Deutsch- 
land, das im Vorjahre nicht betheiligt war, gingen 
23 063 engl. Ctr. im Werthe von 231 508 Rupien. 
Von Opium wurden 86 386 engl. Ctr. im 
Werthe von 80 Mill. Rupien ausgeführt. Die Aus- 
fuhr erfolgte zumeist nach China und den Straits 
Settlements. Ersteres bezog 60 280 engl. Ctr., letztere 
erhielten 19 196 engl. Ctr. 
Die Ausfuhr von Tabak belief sich auf 12 Mill. 
engl. Pfund im Werthe von 1,81 Mill. Rupien. 
Darunter befanden sich 558 000 engl. Pfund Cigarren 
im Werthe von 638 000 Rupien. Die letzteren gehen 
zumeist nach Großbritannien (309 000 Rupien) 
und den Straits Settlements (156 000 Rupien). 
Deutschland bezog für 16 151 Rupien ostindische 
Cigarren. — 
Die Ausfuhr von Catechu ist bedeutend zurück- 
gegangen, nämlich von 183729 engl. Ctru. im Werthe 
von 3 796 106 Rupien im Jahre 1895/96 auf 
122 082 engl. Ctr. im Werthe von 2 399 533 Rupien 
im folgenden Jahre. Großbritannien ist das Haupt- 
absatzland; es bezog im Berichtsjahre 78 047 engl. 
Ctr. Die Ausfuhr nach Deutschland, welche sich im 
Jahre 1891/92 auf 15 879 engl. Ctr. im Werthe 
von 249 000 Rupien belief, verminderte sich seitdem 
  
704 — 
immer mehr und betrug im Jahre 1896/97 nur 
1006 engl. Ctr. im Werthe von 13 913 Rupien. 
Die Ausfuhr von Indigo ging im Jahre 
1896/97 auf 169 523 engl. Ctr. im Werthe von 
43,7 Mill. Rupien zurück, nachdem sie sich im Vor- 
jahre auf 187 337 engl. Ctr. im Werthe von 53½ Milll. 
Rupien belaufen hatte. Von der zuerst genannten 
Menge wurden aus Kalkutta 109 000 und aus 
Madras 44 000 engl. Ctr. verschifft. Die Haupt- 
abnehmer waren 1896/97 Großbritannien mit 62 669 
engl. Ctrn., die Vereinigten Staaten von Amerika mit 
22 492, Aegypten mit 12 482, Frankreich, Deutsch- 
land, Oesterreich und Japan mit 11 822, 11 816, 
11 307 und 11 046 engl. Ctrn. 
Myrobalanen. Es wurden im Jahre 1896/97 
899 000 engl. Ctr. im Werthe von 3/ Mill. Rupien 
ausgeführt gegen 1 Mill. engl. Ctr. im Werthe von 
4 Mill. Rupien im Jahre 1895/96. Hauoptsächlich 
betheiligt waren im Jahre 1895/96 Großbritannien 
und Deutschland mit 551 000 und 130 000 engl. 
Ctrn. im Werthe von 2,34 und 0,46 Mill. Rupien. 
Der Artikel wird hauptsächlich von Bombay verschifft. 
Oele. Es wurden im Berichtsjahre im Werthe 
von nur 6,09 Mill. Rupien ausgeführt gegen 7,39 
Mill. Rupien im Vorjahre. Von der erstgenannten 
Summe entfielen 2,33 und 1,53 Mill. Rupien auf 
Rizinus= und Kokosnußöl, welche beiden Oelarten 
hauptsächlich zur Ausfuhr gelangten. Petroleum 
wurde im Werthe von 103 695 Rupien ausschließlich 
aus Birma und nur nach den Straits Settlements 
und Paraffinwachs im Werthe von 764 745 Rupien 
vorzugsweise aus Birma und besonders nach Groß- 
britannien ausgeführt. Die Ausfuhr des zuletzt ge- 
nannten Artikels ist in beständiger Steigerung be- 
griffen, ihr Werth hat sich seit dem Jahre 1892/93 
um das Doppelte vermehrt. Kokosnußöl wurde im 
Jahre 1894/95 in doppelt so großer Menge aus- 
geführt als im Jahre 1896/97. 
Die Hauptabnehmer von Oel waren im Berichts- 
jahre Großbritannien, Australien, die Vereinigten 
Staaten von Amerika und die Straits Settlements 
mit einem Werthe ihrer Ausfuhr von 10.79, 0,88, 
0,86 und 0,56 Mill. Rupien. Der Werth der Aus- 
fuhr nach dem Deutschen Reiche betrug 268 000 
Rupien gegen 500 000 Rupien im Vorjahre. Deutsch- 
land bezog hauptsächlich Kokosnußöl. 
Borsten und Fasern für Bürsten und 
Besen. Der Werth der Ausfuhr stieg von 803 000 
Rupien im Jahre 1895/96 auf 937 000 im fol- 
genden Jahre. Großbritannien bezog im Berichts- 
jahre für 667 000, Deutschland für 174 000 Rupien. 
Kohle und Koks. Die Ausfuhr steigerte sich 
in den letzten fünf Jahren beständig und belief sich 
im Berichtsjahre auf 136 719 Tonnen im Werthe 
von 1,41 Mill. Rupien, gegenüber 80 923 und 
15725 Tonnen in den Jahren 1895/96 und 1892/93. 
Der Artikel geht hauptsächlich nach Ceylon, Aden und 
den Straits Settlements. 
Von roher Baumwolle wurden im Berichts-
        <pb n="847" />
        jahre 5,22 Mill. engl. Ctr. im Werthe von 129,7 
Mill. Rupien ausgeführt. Die verschiffte Menge war 
nur etwas geringer als die des Jahres 1895/96, 
der Werth der Ausfuhr blieb jedoch hinter dem des 
Vorjahres infolge niedriger Preise um über 11 Mill. 
Rupien zurück. Der Handel macht keine Fortschritte, 
da die ostindischen Baumwollspinnereien viel Baum- 
wolle verbrauchen und die niedrigen Preise der 
amerikanischen und éägyptischen Baumwolle einer 
größeren Zunahme der Ausfuhr im Wege stehen. 
Während von 1891/92 bis zum Jahre 1895/96 
Deutschland der Hauptabnehmer war, hat im Berichts- 
jahre Japan mit 1 499 000 engl. Ctrun. die erste 
Stelle erlangt. Nach ihm folgten Deutschland mit 
871 000 engl. Ctrn. (gegenüber 994 000 im Vor- 
jahre), Italien mit 668 000, Belgien mit 631 000, 
Oesterreich mit 538 000, Frankreich mit 382 000, 
England mit 379 000 und China mit 163 000 engl. 
Ctrn. Die Ausfuhr nach Großbritannien, welche im 
Jahre 1887/88 sich auf 2 140 000 engl. Ctr. belief, 
ist in den letzten Jahren ganz bedeutend zurück- 
gegangen, die nach Japan, welches noch im Jahre 
1888/89 überhaupt nicht betheiligt war, bedeutend 
gestiegen. Die Ausfuhr nach Deutschland hat seit 
1887/88 um 732 000 engl. Ctr. zugenommen. Ihr 
Werth betrug im Berichtsjahre 21,85 und im Jahre 
1895/96 26,91 Mill. Rupien. 
Ungegerbte Häute und Felle. Der Handel 
ist hauptsächlich wegen der Maßnahmen, welche in- 
folge des Ausbruchs der Pest im Auslande gegen 
die Einfuhr von Häuten und Fellen ergriffen wurden, 
im Berichtsjahre erheblich zurückgegangen. Es wurden 
in ihm 654 638 engl. Ctr. im Werthe von 32,35 
Mill. Rupien ausgeführt gegen 746 2 45 engl. Ctr. 
im Werthe von 36,28 Mill. Rupien im Vorjahre. 
Die ausgeführten Häute hatten im ersteren Jahre 
einen Werth von 25,41 Mill. Rupien, die Felle 
einen solchen von 6,94 Mill. Rupien. 
Der Hauptabnehmer für Häute war Deutschland 
mit 238 000 engl. Ctrn. im Werthe von 10,88 Mill. 
Rupien. Dann folgten Großbritannien mit 3,49, 
Italien mit 2,79, die Vereinigten Staaten von 
Amerika mit 2,42, Frankreich mit 2,11 und Oester- 
reich-Ungarn mit 2,06 Mill. Rupien. Der Werth 
der Ausfuhr nach Deutschland hat sich trotz des Rück- 
ganges der gesammten Häuteausfuhr im Jahre 
1896/97 um 1,26 Mill. Rupien im Vergleich zum 
Vorjahre gesteigert. 
An der Ausfuhr von Fellen waren im Jahre 
1896/97 ganz vorzugsweise die Vereinigten Staaten 
mit 50 000 engl. Ctrn. im Werthe von 5,83 Mill. 
Rupien betheiligt. Nach Deutschland gingen 3679 
engl. Ctr. im Werthe von 224 352 Rupien gegen- 
über 1996 engl. Ctru. im Werthe von 119167 Rupien 
im Vorjahre. Auch die Ausfuhr von Fellen nach 
dem Deutschen Reiche hat sonach trotz der Abnahme 
der gesammten Ausfuhr von Fellen im Berichtsjahre 
sich erhöht. 
Rohe Jute. Die Ernte wurde durch ungünstige 
705 
  
Regenfälle beeinträchtigt, und die Ausfuhr ging in- 
folge der hohen Preise und der von einzelnen Ländern 
wegen des Ausbruchs der Pest verfügten Einfuhr- 
verbote von 12 267.000 engl. Ctr. im Jahre 1895/96 
auf 11 464 000 engl. Ctr. im Johre 1896/97 zurück. 
Der Werth der Ausfuhr stieg indessen von 99,93 
auf 105,51 Mill. Rupien. Betheiligt waren haupt- 
sächlich Großbritannien mit 6,75, Deutschland mit 
1,82 und die Vereinigten Staaten von Amerika mit 
1,27 Mill. engl. Ctrn. Der Werth der Ausfuhr nach 
Deutschland betrug im Jahre 1896/97 18 Mill. 
Rupien und steigerte sich gegen das vorhergehende 
Jahr um ungefähr 3 Mill. Rupien. 
Düngestoffe. Die Ausfuhr belief sich auf 
76 293 Tonnen im Werthe von 4,23 Mill. Rupien 
und verminderte sich seit dem Vorjahre nur wenig. 
Die Hauptbezugsländer waren Großbritannien mit 
37 610 Tonnen im Werthe von 2,11 und Deutsch- 
land mit 16 236 Tonnen im Werthe von 0,94 Mill. 
Rupien. Gegen den Handel macht sich eine gewisse 
Opposition geltend, bei welcher darauf hingewiesen 
wird, daß die Düngestoffe in Ostindien selbst behufs 
Verbesserung des Grundes und Bodens verwerthet 
werden sollten. 
Die Ausfuhr von Saaten hat seit dem Jahre 
1893/94 um über das Doppelte abgenommen und 
sich im Jahre 1896/97 auf 11,40 Mill. engl. Ctr. 
im Werthe von 80 Mill. Rupien gegen 13,67 Mill. 
engl. Ctr. im Werthe von 97,17 Mill. Rupien im 
Vorjahre beziffert. So niedrige Ziffern sind seit 
dem Jahre 1882 nicht vorgekommen. Der Rückgang 
seit dem Jahre 1895/96 ist auf eine schlechte Ernte 
und hohe Preise zurückzuführen. Die Saaten, welche 
im Jahre 1896/97 hauptsächlich zur Ausfuhr ge- 
langten, waren Leinsaat (5,35 Mill. engl. Ctr.), 
Rapssaat (1,89 Mill. engl. Ctr.), Sesamsaat (1,59 
Mill. engl. Ctr.), Rizinussaat (998 000 engl. Ctr.), 
Mohnsaat (865 000 engl. Ctr.) und Erdnußsaat 
(486 000 engl. Ctr.). Die bedeutendsten Abnehmer 
waren Frankreich mit 3,96, Großbritannien mit 2,24 
und Deutschland mit 1,77 Mill. engl. Ctrn. Die 
Ausfuhr nach Deutschland hatte einen Werth von 
11,96 Mill. Rupien. Deutschland bezog hauptsächlich 
Lein= und Rapssaaten, und zwar im Werthe von 
7,75 und 2,66 Mill. Rupien. 
Rohe Seide. Der Werth der Ausfuhr ist von 
6,42 Mill. Rupien im Jahre 1895/96 auf 5,12 Mill. 
Rupien im folgenden Jahre zurückgegangen. Der 
Handel geschieht hauptsächlich von Bengalen aus. 
Die bedeutendsten Abnehmer waren im Jahre 1896/97 
Frankreich und Großbritannien mit 991 000 und 
462 000 engl. Pfund im Werthe von 2,997 und 
1,842 Mill. Rupien. Deutschland ist bei dieser 
Ausfuhr nicht betheiligt. 
Die Ausfuhr von Teakholz hatte im Jahre 
1896/97 einen Werth von 6,86 Mill. Rupien gegen- 
über 6,71 Mill. Rupien im Vorjahre. Der Artikel 
geht hauptsächlich nach Großbritannien, welches im 
Berichtsjahre für 5,26 Mill. Rupien Teakholz bezog.
        <pb n="848" />
        — 706 — 
Deutschland, welches im Jahre 1895/96 für 35 689 
Rupien und 1894/95 für 51 253 Rupien erhalten 
hatte, war im Jahre 1896/97 bei der Ausfuhr 
unbetheiligt. 
Rohe Wolle. Es wurden im Berichtsjahre 
28,43 Mill. engl. Pfund im Werthe von 12,41 Mill. 
Rupien ausgeführt gegen 31,04 Mill. engl. Pfund 
im Werthe von 13,55 Mill. Rupien im Vorzjahre. 
Durch den Ausbruch der Pest in Bombay und 
Karachi wurde der Handel sehr beeinträchtigt. Der 
Hauptabnehmer ist Großbritannien, welches im Jahre 
1896/97 27,99 Mill. engl. Pfund im Werthe von 
12,20 Mill. Rupien bezog. Nach Deutschland gingen 
nur 9564 engl. Pfund im Werthe von 3399 Rupien. 
Von Baumwollengarn wurden im Jahre 
1896/97 196 Mill. engl. Pfd. im Werthe von 7 1.73 
Mill. Rupien ausgeführt gegen 184 Mill. engl. Pfd. 
im Werthe von 67,31 Mill. Rupien im Jahre 1895/96. 
Der bei Weitem bedeutendste Abnehmer war im 
Jahre 1896/97 China unter Einschluß von Hongkong 
mit 186 Mill. engl. Pfd. im Werthe von 67,62 Mill. 
Rupien. Japan spinnt jetzt selbst Baumwollengarne 
und bezieht zu diesem Zwecke das Rohmaterial aus 
Indien. Die Ausfuhr von Baumwollengarnen nach 
jenem Lande hat sich infolgedessen in den letzten 
Jahren immer mehr vermindert; sie belief sich im 
Jahre 1896/97 nur auf 634 800 engl. Pfd. gegen 
7351801 im Jahre 1892/93. Die Ausfuhr nach 
China hat dagegen seit dem Jahre 1892/93, in 
welchem Jahre sie sich auf 176,86 Mill. engl. Pfd. 
bezifferte, um 9,2 Mill. engl. Pfd. zugenommen. 
Großbritannien und Deutschland sind bei dieser Aus- 
fuhr nicht betheiligt. 
In Indien selbst wurden im Jahre 1896/97 
417 Mill. engl. Pfd. Baumwollengarne erzeugt gegen 
435,1 Mill. engl. Pfd. im Vorjahre. Davon ent- 
fielen 298,2 und 323,2 Mill. engl. Pfd. oder etwa 
71 pCt. auf die Präsidentschaft Bombay, Bengalen 
erzeugte etwas über 10 pCt., Madras ungefähr 7 pCt., 
die Nordwestprovinzen erzeugen 5 und die Central- 
provinzen etwa 4 pét. 
In den beiden Jahren 1896/97 und 1895/96 
zusammen wurden von der gesammten Baumwollen= 
erzeugung Ostindiens ungefähr 44 /8 pCt. ausgeführt. 
Baumwollengewebe und Baumwollen= 
waaren. Diese Ausfuhr ging im Jahre 1896/97 
unter der Einwirkung der Pest und der Hungersnoth 
erheblich zurück. Ihr Werth belief sich auf nur 
13,23 Mill. Rupien gegen 16,14 Mill. Rupien im 
Jahre 1895/96. Davon entfielen 12,04 und 14,99 
Mill. Rupien auf Stückwaare, und zwar 7,39 und 
9,60 auf graue, 4,59 und 5,34 Mill. Rupien auf 
bunte und 58 000 und 54 000 Rupien auf weiße 
Stückwaare. Die Hauptabnehmer waren im Jahre 
1896/97 die Häfen an der ostafrikanischen Küste mit 
2,64 Mill. Rupien, die Straits Settlements mit 
2,07, China mit 1,91, Ceylon mit 1,89 und Aden 
mit 1,67 Mill. Rupien. Großbritannien und Deutsch- 
land bezogen für 649 000 und 38 000 Rupien. 
  
In Ostindien wurden im Jahre 1896/97 83 Mill. 
engl. Pfd. Baumwollengewebe erzeugt, davon entfielen 
68 Mill. engl. Pfd. oder 81 pCt. auf die Präsident- 
schaft Bombay; Madras und die Centralprovinzen 
erzeugten 5,29 und 5,06 Mill. engl. Pfd. 
Die Baumwollenspinnerei und -weberei hat in 
den letzten Jahren in Ostindien bedeutende Fortschritte 
gemacht. Es waren im Jahre 1896/97 154 Fabriken 
mit 3,98 Mill. Spindeln und 37 299 Webstühlen 
vorhanden gegen 130 Fabriken mit 3,38 Mill. Spin- 
deln und 26 317 Webstühlen im Jahre 1892/93. 
Im Ganzen wurden zu Ende des Jahres 1896/97 
in allen ostindischen Baumwollenfabriken etwa 149 000 
Personen beschäftigt. Das Kapital, welches in den 
Fabriken angelegt ist, die Aktiengesellschaften sind, 
belief sich auf über 136,79 Mill. Rupien. 
Verarbeitete Jute. Es gab in Indien im 
Jahre 1896/97 30 Jutefabriken mit 12 611 Web- 
stühlen und 254 596 Spindeln gegenüber nur 27 Fa- 
briken mit 10 406 Webstühlen und 212581 Spindeln 
im Vorjahre. Der Werth der Ausfuhr hat sich in 
den letzten zehn Jahren um das Dreifache gesteigert, 
er belief sich im Jahre 1896/97 auf 52,14 Mill. 
Rupien gegen 47,47 im Vorjahre und 17,46 Mill. 
Rupien im Jahre 1887/88. Von der zuerst ge- 
nannten Summe entfielen 35,19 Mill. Rupien auf 
Jutesäcke und 16,3 auf Jutestoffe. Diese Stoffe stellten 
vor fünf Jahren weniger als 12 péCt., im Jahre 
1896/97 dagegen 31 ⅛/ péCt. des Werthes der ge- 
sammten Ausfuhr dar. Die Hauptabnehmer waren 
im Jahre 1896/97 die Vereinigten Staaten von 
Amerika, Großbritannien, Australien und die Straits 
Settlements mit einem Werthe der Ausfuhr von 
13,36, 8,81, 6,57 und 4,01 Mill. Rupien. Deutsch- 
land bezog verarbeitete Jute für 1,54 Mill. Rupien 
und zwar vorzugsweise Jutesäcke, deren Werth sich 
auf 1,48 Mill. Rupien belief. 
Seidenfabrikate. Die Ausfuhr hatte im Jahre 
1896/97 einen Werth von 1,6 Mill. Rupien gegen- 
über 1,8 Mill. Rupien im Jahre 1895/96. Die 
größten Abnehmer waren im Jahre 1896/97 Groß= 
britannien, Frankreich, die Vereinigten Staaten von 
Amerika und die asiatische Türkei mit einem Werthe 
der Ausfuhr von 623.000, 342 000, 183 000 und 
150 000 Rupien. Deutschland bezog nur für 4099 
Rupien. 
Wollenfabrikate. Der Handel ist in den 
letzten sechs Jahren beständig gestiegen und hat im 
Jahre 1896/97 einen Werth von 2,02 Mill. Rupien 
erreicht. Davon entfielen 1,82 Mill. Rupien auf die 
Teppichausfuhr. Vornehmlich betheiligt war Groß- 
britannien, und zwar mit 1,48 Mill. Rupien. Deutsch- 
land bezog für 43 325 Rupien. 
Bekleidungsgegenstände, einschließlich Schuh- 
werk. Der Werth der Ausfuhr ging von 2,08 Mill. 
Rupien im Jahre 1895/96 auf 1,91 Mill. Rupien 
im folgenden Jahre zurück. Die Hauptabnehmer 
waren im Berichtsjahre Großbritannien, die Häfen 
der ostafrikanischen Küste, Natal, Aegypten und die
        <pb n="849" />
        Straits Settlements mit 381000, 293000, 248000, 
233000 und 158 000 Rupien. Nach Deutschland 
wurden für 9721 Rupien Bekleidungsgegenstände 
geliefert. 
Verarbeiteter Lack. Es wurden im Jahre 
1896/97 204 000 engl. Ctr. im Werthe von 13,83 
Mill. Rupien ausgeführt gegen 202 000 engl. Ctr. 
im Werthe von 18,26 Mill. Rupien im Vorjahre. 
Die ausgeführte Menge nahm sonach zu, während 
der Werth der Ausfuhr sich infolge bedeutenden 
Sinkens der Preise erheblich verminderte. Ausgeführt 
wurde hauptsächlich Schellack, und zwar 176 000 
engl. Ctr. im Werthe von 11,94 Mill. Rupien. Groß- 
britannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und 
Deutschland bezogen 116 000, 43 000 und 24 000 
engl. Ctr. im Werthe von 7,85, 2,95 und 1,61 
Mill. Rupien. Die Ausfuhr nach Deutschland hat 
sich seit dem Jahre 1891/92, in welchem sie einen 
Werth von nur 156 000 Rupien hatte, bedeutend 
gesteigert. 
Coir-(Kokosbast-) Fabrikate. Der Handel 
ging seit dem Jahre 1895/96, in welchem sein Werth 
sich auf 3,13 Mill. Rupien bezifferte, bedeutend und 
zwar auf 2,4 Mill. Rupien zurück. Hauptsächlich 
betheiligt waren im Jahre 1896/97 Großbritannien 
und Deutschland mit 1,26 und 0,56 Mill. Rupien. 
Gegerbte Häute und Felle. Die ungewöhnlich 
hohen Ziffern des Jahres 1895/96 wurden im Be- 
richtsjahre zwar nicht erreicht, doch war der Handel 
in demselben bedeutend im Verhältniß zu anderen 
Vorjahren. Es wurden 342 000 engl. Ctr. im Werthe 
von 37,67 Mill. Rupien ausgeführt, wovon auf Groß- 
britannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und 
Deutschland 29,3, 7 Mill. und 59 129 Rup. entfielen. 
Von Oelkuchen wurden im Jahre 1896/97 
603 000 engl. Ctr. im Werthe von 19,18 Mill. Ru- 
pien gegen 558 000 engl. Ctr. im Werthe von 17,51 
Mill. Rupien im Vorjahre ausgeführt. Deutschland 
bezog im Jahre 1896/97 61 000 engl. Ctr. im 
Werthe von 156 000 Rupien. 
Der Werth des Handels an der britisch- 
ostindischen Grenze — unter Einschluß des Han- 
dels mit Edelmetallen, dessen Berechnung jedoch keine 
zuverlässige ist, da die Zahlen nicht hinlänglich genau 
sind — belief sich im Jahre 1896/97 in Einfuhr 
auf 56,37 und in Ausfuhr auf 49,35 Mill. Rupien 
gegenüber 49,74 und 42,3 Mill. Rupien im Vorjahre. 
Der Waarenhandel an der Grenze hatte im 
Berichtsjahre einen Werth von 91,02 Mill. Rupien 
und zeigte seit dem Jahre 1895.96 eine Werth- 
steigerung in Höhe von 7,8 Mill. Rupien. 38,81 
Mill. Rupien entfielen im Jahre 1896/97 auf den 
Handel an der Nordwestgrenze, 33,23 Mill. Rupien 
auf den Handel an der Nord= und Nordostgrenze 
und 18,98 Mill. Rupien auf den Handel an der Ost- 
grenze. Der Waarenhandel an der Nordwestgrenze 
und der an der Ostgrenze haben sich seit 1895/96 
in ihrem Werthe um 5,63 und 3,42 Mill. Rupien 
gesteigert, während der Werth des Waarenhandels 
707 
  
an der Nord= und Nordostgrenze sich um 1,24 Mill. 
Rupien verminderte. 
Die hauptsächlichsten Waaren, welche im Berichts- 
jahre an der ganzen ostindischen Grenze ein= und 
ausgeführt wurden, sind aus folgender Tabelle er- 
sichtlich: 
Einfuhr. 
Werth in Mill. Rupien 
Getreide und Hülsenfrüchte . 9,11 
Holz .. . 8,33 
Provisionen (buntsschuh 60n 5,92 
Wolle, rohe 3,65 
Thiere, lebende 3,33 
Oelsaaten . 3,01 
Früchte und Gemüse ... 2,49 
Häute, Felle und Thierhöruer 1,67 
Wollenwaaren. . 1,65 
Drogen und Arzneien 1,32 
Gewürze . 0,80 
Tobak . 0,66 
Seide, rohe. 0,47 
Farbstoffe 0,35 
Borax 0,20 
Lack .... 0,17 
Ausfuhr. 
Werth in Mill. Nupien 
Baumwollenwaaren: 
Europäische #12, 655 
Ostindische 31762 
Baumwollengarne: 
Europäische 2,06 
Ostindische 1,18 5 3 24 
Salz. 2,72 
Provisionen. 2,27 
Zucker u1709 
Metalle (hauptsächlich 22 
Kupfer und Eisen) 15,94 
Gewürze. 1073 
Baumwolle, rohe 1,32 
Seidenwaaren 10920 
Thee: Ostindischer. 0,53 
fremder. 0,47 1,00 
Thiere, lebende. 1,05 
Tabak 1,02 
Getreide und Hülsenfrüchte 0,89 
Farbstoffe (besonders Indigo) 0,72 
Oel (Petroleum) . 0,69 
Henimaareren 0,50 
Der Handel an der indischen Nordwestgrenze 
überschreitet die Grenzen von Sind, Britisch-Belud- 
schistan und der Provinz Punjab und findet haupt- 
sächlich statt mit Kandahar, Kabul, dem Grenzlande 
zwischen Ostindien und Afghanistan, Kaschmir unter 
Einschluß von Ladakh und mit Tibet, insoweit der 
Handel mit diesem letzteren Lande die Grenze des 
Punjab überschreitet. 
Die Waaren-Einfuhr aus Kandahar ist in 
den letzten fünf Jahren beständig gewachsen, während 
die Waarenausfuhr seit 1893/94 sich immer mehr
        <pb n="850" />
        vermindert hat. Der Werth der ersteren betrug im 
Jahre 1896/97 4,18, der der letzteren 2,27 Mill. Rup. 
Der Handel, dessen Gesammtwerth um 218000 Ru- 
pien hinter dem des Jahres 1895/96 zurückblieb, 
wurde im Berichtsjahre zum Theil durch die Pest 
in Karachi und Sind beeinträchtigt. Die trotzdem 
erfolgte Zunahme der Einfuhr wird auf einen leb- 
haften Handel mit Wolle bei hohen Preisen zurück- 
geführt. . 
Der Waarenhandel mit Kabul ist haupt— 
sächlich infolge der großen Schwierigkeiten, welche der 
Emir ihm in den Weg legt, wie in früheren Jahren, 
so auch im Jahre 1896/97 weiter zurückgegangen. 
Sein Werth, welcher sich im Jahre 1892/93 auf 
8,31 Mill. Rupien belaufen hatte, bezifferte sich im 
Jahre 1896/97 nur auf 4,42 Mill. Rupien, von 
denen 1,52 auf die Einfuhr und 2,90 Mill. Rupien 
auf die Ausfuhr entfielen. Der Werth der Ausfuhr 
von Baumwollenstückwaaren sank von 4,31 Mill. Ru- 
pien im Jahre 1892/93 auf 1,45 Mill. Rupien im 
Berichtsjahre, und der Werth der Theeausfuhr in der 
gleichen Zeit von 999 000 auf 358 000 Rupien. 
Der Waarenhandel mit Bajour, welcher sich 
im Jahre 1895/96 infolge des Tschitralfeldzuges 
wesentlich verminderte, hat sich in der darauf folgen- 
den Friedenszeit gehoben. Sein Werth in den drei 
Jahren 1894/95, 1895/96 und 1896/97 betrug 
4,69, 3,54 und 8,44 Mill. Rupien. Von letzterer 
Summe entfielen 3,83 Mill. Rupien auf die Einfuhr 
und 4,61 auf die Ausfuhr. 
Auch der Waarenhandel mit Kaschmir unter 
Ausschluß von Ladakh hat im Jahre 1896/97 weitere 
Fortschritte gemacht. Sein Werth erhöhte sich von 
12,77 Mill. Rupien im Vorjahre auf 13,57 im 
Jahre 1896/97. Die Einfuhr hatte im Jahre 1896/97 
einen Werth von 7,22, die Ausfuhr einen solchen 
von 6,35 Mill. Rupien. 
Der Waarenhandel mit Ladakh stieg gleich- 
falls im Werthe, und zwar von 815 000 Rupien 
im Jahre 1895/96 auf 1,153 Mill. Rupien im 
folgenden Jahre. 
An der Nord= und Nordostgrenze überschreitet der 
indische Handel die Grenzen der Nordwestprovinzen 
und der Provinzen Oudh, Assam und Bengalen. Er 
erfolgt dort vorzugsweise mit Neapel und Thibet. 
Der geringe Waarenhandel mit Thibet ist 
im Jahre 1896/97 genau auf dem Stande des Vor- 
jahres geblieben. Sein Werth betrug 1,96 Mill. 
Rupien, von denen 1,40 auf die Einfuhr und 0,55 
Mill. Rupien auf die Ausfuhr kamen. 
Der Werth des Waarenhandels mit Neapel, 
welcher der bedeutendste an der gesammten Grenze 
ist, ging seit dem Jahre 1895/96 etwas zurück, 
nämlich von 30,37 Mill. Rupien auf 28,94 im Be- 
richtsjahre. 
auf 14,89 Mill. Rupien, die Ausfuhr nach diesem 
Lande stieg von 12,72 auf 14,05 Mill. Rupien. 
Die wichtigsten eingeführten Waaren waren im Jahre 
1896/97 Reis, Oelsaaten und lebende Thiere, aus- 
708 
Die Einfuhr aus Neapel sank von 17,65 
  
geführt wurden hauptsächlich Baumwollenstückwaaren 
Gewürze, Salz, Provisionen, Baumwollengarn und 
Metalle 
Der Handel an der indischen Ostgrenze über- 
schreitet die birmesische Grenze und wird mit dem 
westlichen China, Siam, den Shanstaaten, Karenni 
und Zimme betrieben. 
Der Waarenhandel mit West-China, welcher 
im Jahre 1895/96 hinter dem der beiden vorher- 
gehenden Jahre erheblich zurückgeblieben war, hat 
sich im Jahre 1896/97 wieder gehoben. Er bezifferte 
sich auf 3,30 Mill. Rupien gegen 2,25, 3,16 und 
2,71 Mill. Rupien in den Jahren 1895/96, 1894/95 
und 1893/94. Die Einfuhr stieg von 896 000 Ru- 
pien im Jahre 1895/96 auf 996 000 Rupien im 
folgenden Jahre, die Ausfuhr von 1,38 auf 2,30 
Mill. Rupien in derselben Zeit. 
Der Werth des unbedeutenden Waarenhandels 
mit Siam verminderte sich von 1,13 Mill. Rupien 
im Jahre 1895/96 auf 731 000 Rupien im folgen- 
den Jahre. 
Der Waarenhandel mit den nördlichen 
Shanstaaten, den südlichen Syhanstaaten, 
Karenni und Zimmé hatte im Jahre 1896/97 
einen Werth von 3,94, 6,54, 2,09 und 2,38 Mill. 
Rupien. Der Werth des Waarenhandels mit den 
nördlichen und südlichen Shanstaaten und Zimm 
steigerte sich seit dem Vorjahre um 440 000, 2303000 
und 290 000 Rupien, während der Werth des Waaren- 
handels mit Karenni um 267 000 Rupien abnahm. 
Was den auswärtigen Schifffahrtsverkehr 
Britisch-Indiens betrifft, so umfaßte er im Jahre 
1896/97 in Eingang und Ausgang 9940 Schiffe 
von 7698585 Reg.-Tons gegen 10 297 Schiffe von 
8226600 Reg.-Tons im vorhergehenden Jahre. Der 
durchschnittliche Tonnengehalt jedes Schiffes belief 
sich im letzteren Jahre auf 799, im ersteren auf 
774 Reg.-Tons. 
Unter den obengenannten 9940 Schiffen befanden 
sich 4190 Dampfer mit 6629 985 Reg.-Tous oder 
86 pCt. des gesammten Tonnengehalts der sämmt- 
lichen Schiffe. Die entsprechende Zahl des Vorjahres 
war nur 85 pCt. Der durchschnittliche Tonnengehalt 
jedes Dampfschiffes bezifferte sich auf 1582 Reg.-Tons. 
Von und nach Deutschland fuhren 167 Schiffe von 
341 586 Reg.-Tons gegen 189 Schiffe von 356458 
Reg.-Tons im Vorzjahre. 
Die Zahl der britischen Schiffe (ausschließlich der 
britisch = indischen) betrug 3969, sie hatten einen 
Raumgehalt von 6 165 242 Reg.-Tons oder ungefähr 
80 pCt. des Tonnengehalts aller Schiffe. 1989 bri- 
tische Schiffe, darunter 1843 Dampfschiffe und 146 
Segelschiffe, von 2865 425 und 221541 Reg.-Tons 
liefen in indische Häfen ein, während 1980, darunter 
1831 Dampfschiffe und 149 Segelschiffe von 2844 577 
und 233 694 Reg.-Tons, ausliesen. Die Zahl der 
britisch-ostindischen Schiffe (unter Ausschluß der Schiffe 
der Eingeborenen) belief sich auf 1847, sie waren 
sämmtlich Segelschiffe und hatten einen Raumgehalt
        <pb n="851" />
        2 
— (6 
von 275957 Reg.-Tons. 921 dieser Schiffe von 
138 101 Reg.-Tons gingen ein, 926 von 137 856 
Reg.-Tons liefen aus. Auch die Schiffe der Ein- 
geborenen — 3090 an Zahl — waren ausschließlich 
Segelschiffe; 1546 von 77192 Reg.-Tons liesen in 
indische Häfen ein, während 1544 von 77 128 Reg.= 
Tons ausliefen. 
Unter nicht britischer Flagge fuhren 1034 Schiffe 
von 1 103 066 Reg.-Tons oder 14,3 pCt. des Tonnen- 
gehalts aller Schiffe. Davon liefen 550 und zwar 
271 Dampf= und 279 Segelschiffe von 581725 Reg.= 
Tons ein und 484, darunter 245 Dampf= und 
239 Segelschiffe von 521341 Reg.-Tons aus. 
Der Antheil der bei der Schifffahrt des Jahres 
1896/97 hauptsächlich betheiligten 
Flaggen ergiebt sich aus folgender Tabelle: 
Dampf= Segel- 
Nationalität: schiffe schiffe Zus. Neg.-Tons 
deutsche. 191 45 236 411 214 
österreich-ungarische 112 — 112 239729 
französische 100 16 116 156 399 
italienische 51 3 54 96 855 
norwegische . . . . 26 54 80 75 548 
arabische . . . . .. 10 305 315 46 206 
amerikanische V. St) — 2 2 2150 
Von den deutschen Schiffen liefen 123, nämlich 
100 Dampf= und 23 Segelschiffe von 185 493 und 
31 751 Reg.-Tons, in indische Häfen ein, während 
113, und zwar 91 Dampfer und 22 Segelschiffe 
von 165 188 und 28 782 Reg.-Tons ausliefen. 
Aus deutschen Häfen kamen 69 Schiffe deutscher 
Nationalität und zwar 64 Dampf= und 5 Segelschiffe 
von 127 525 und 8637 Reg.-Tons; nach deutschen 
Häfen gingen 64 deutsche Schiffe, nämlich 61 Dampf- 
und 3 Segelschiffe von 123848 und 5305 Reg.-Tons. 
Der indische Schiffbau ist fortgesetzt sehr unbe- 
deutend. 
schiffe von 2837 Reg.-Tons gebaut. 
Der indische Küstenhandel hatte unter Ausschluß 
des Handels für Rechnung der Regierung im Jahre 
1896/97 einen Werth von 682 Mill. Rupien gegen 
746 im Vorjahre. Der Werth des Küstenhandels 
für Rechnung der Regierung belief sich auf 20½ 
Mill. Rupien im Jahre 1896/97 gegen 33½⅛ Mill. 
Rupien im Vorjahre. « 
Von den obenerwähnten 682 Mill. Rupien ent— 
fielen 344 auf die Einfuhr und 338 auf die Aus- 
fuhr. Die Einfuhr umfaßte ostindische Waaren im 
Werthe von 274, fremde Waaren im Werthe von 
52½ und Edelmetalle im Werthe von 17½⅛ Mill. 
Rupien, in der Ausfuhr waren einbegriffen indische 
Waaren im Werthe von 252, fremde im Werthe von 
67 und Edelmetalle im Werthe von 19 Mill. Rupien. 
09 
betheiligt. Unter den eingelaufenen Schiffen befanden 
sich im Jahre 1896/97 9755 Dampfschiffe von 
10 168 132 Reg.-Tons, unter den ausgelaufenen 
9812 Dampfschiffe von 10 248 022 Reg.-Tons. Der 
Tonnengehalt der Dampfsschiffe bezifferle sich auf über 
drei Viertel des gesammten Tonnengehalts. 
Von den Schiffen, die eingingen, waren 8921 
britische (darunter 8906 Dampsschiffe von 9 472218 
und 15 Segelschiffe von 19 329 Reg.-Tons), 1231 
britisch = ostindische (darunter 669 Dampfsschiffe von 
398 979 und 562 Segelschiffe von 84 903 Reg.= 
Tons), 138 575 Schiffe der Eingeborenen (sämmtlich 
Secgelschiffe von 2 388 159 Reg.-Tons) und 2651 
nichtbritische Schiffe (darunter 180 Dampfschiffe und 
nichtbritischen 
–. —„ — — 
Es wurden in Indien im Jahre 1896/97 
6 Dampfschiffe von 138 Reg.-Tons und 75 Segel- » 
pfschff g Anzahl von Küstenplätzen in den französischen Kolonien 
2471 Segelschiffe von 296 935 und 64 623 Reg.= 
Tous). Von den ausgehenden Schiffen waren 8956 
britische (darunter 8940 Dampfschiffe und 16 Segel- 
schiffe von 9 495 343 und 19 861 Reg.-Tons), 1188 
britisch-ostindische (darunter 665 Dampf= und 523 
Segelschiffe von 401 000 und 84 496 Reg.-Tons), 
129 085 Schiffe der Eingeborenen (sämmtlich Segel- 
schiffe, von 2 318 364 Reg.-Tons) und 2787 nicht- 
britische Schiffe (darunter 207 Dampf= und 2580 
Segelschiffe von 351 679 und 68 073 Reg.-Tons). 
Goldexport von der englischen Goloküste. 
Nach der amtlichen Statistik hatte das aus der 
Gold Coast Colony im Jahre 1897 ausgeführte 
Gold einen Werth von 85 962 L. Davon stammte 
aus den Goldminen der Kolonie Gold für 53 379 CK. 
Goldstaub ist für 7359 &amp; exportirt worden. 
Flottenstützpunkte in den Rüstenplätzen französischer 
Rolonien. 
Durch Dekret vom 4. Oktober d. Is. sind eine 
zu Stützpunkten der Flotte erklärt worden. Es sind: 
Fort de France in Martinique, 
Dakar in Senegal, 
Cap St. Jaques in Cochinchina, 
Port Courbet in der Bai von Along (Tonkin), 
Noumea in Neu-Caledonien, 
Diego Suarez in Madagaskar, 
Les Saintes bei Guadeloupe, 
Port Phaöton in Tahiti, 
Libreville in Congo frangais, 
Obock am Rothen Meer. 
Ueber Ausdehnung der für die Vertheidigung 
nöthigen Gebiete sowie über die Bereitstellung der 
An der Küstenschifffahrt im Jahre 1896/97 
waren in Eingang oder Ausgang 151 378 oder 
142 016 Schiffe von 12 725 146 oder 12 738 816 
Reg.-Tons gegen 172 980 und 164 306 Schiffe von 
13 528 666 und 13 356 084 Reg.-Tous im Vorjahre 
für die Befestigungen nöthigen Mittel ist das Weitere 
noch vorbehalten. 
e — 
Aus Gurma. 
Durch ein Dekret vom 29. August 1898 werden 
die Häuptlinge von Gurma angewiesen den franzö—
        <pb n="852" />
        — 710 — 
sischen Besatzungstruppen alle Lebensmittel gratis zu 
liefern. Die Kosten sollen von dem Steuerertrag ab- 
gezogen werden, welcher bei Vertheilung der Ver— 
waltungskosten auf Gurma entfallen wird. 
Transafrikanische Telegraphenlinie. 
Nachrichten französischer Zeitungen zufolge wird 
seitens der britischen Imperial South Africa Com— 
pany jetzt die Vollendung der transafrikanischen 
Telegraphenlinie mit erneutem Eifer betrieben. Der 
Reisende Cavendish, welcher in den Jahren 1896 
und 1897 die Reise von Berbera nach Mombas 
durch das Somaliland ausgeführt hat, ist mit der 
Führung der Leitung vom Nyassa= zum Tanganyjika— 
see betraut worden. Gleichzeitig hat die britische 
Regierung den Major Mohun, dem drei andere 
Offiziere beigegeben sind, mit Herstellung einer Tele- 
graphenleitung vom Tanganyika nach Stanley-Falls, 
  
bis wohin der Kongostaat telegraphische Verbindung 
einrichtet, betraut. Die Linie soll nach Uganda 
weitergebaut werden. 
Ueber den Dandel Frankreichs mit seinen Rolonien. 
Die französische Kolonialverwaltung hat ein 
Rundschreiben an die verschiedenen Kolonien gerichtet, 
worin sie darüber Klage führt, daß noch immer die 
Einfuhr der eigenen Kolonien in den wichtigsten 
Artikeln so stark hinter der aus fremden Ländern 
zurückbleibe. Die Leiter der verschiedenen Kolonien 
sollen ihr Augenmerk darauf richten, daß dieses Ver- 
hältniß ein besseres wird, und zu dem Zweck zunächst 
eingehende Berichte über den Stand der Landwirth- 
schaft, das landwirthschaftliche Schul-, Kredit= und 
Arbeiterwesen erstatten. Nach einer dem Bericht 
beiliegenden Tabelle war der Stand der Einfuhr 
wichtiger kolonialer Erzeugnisse in Frankreich folgender: 
  
– 
1886 1896 
  
Einfuhr aus Einfuhr aus 
fremden Staaten den französischen fremden Staaten den feanzösischen 
kg « kg kg kg 
Reis in Körrnen 58 735 786 214 338853 2 43 S 6 
Reis, v77e 14 664 617 434 31 268 955 17 932 044 
Erdnüsse.. . 36 059 080 91591841 56 769 679 49 709 133 
Kaffe u 105 110 483 1 072 11020 894 732 1 012 752 
Katoooaa 17 S845 479 757 930 27 568 537 823 728 
Vanille. . . ..... 31584 88 432 21 779 74 193 
Theeee 3544 949 1 797 2 .511 300 6 894 
Pfeser 4 187.238 11 3 442 355 1 420 513 
Pflanzensäst 1 640 358 676 702 2 945 068 2 085 089 
Hozzs 14 003 884 497 38928 078 404 2784132 
Farbhosll 91224 630 4 454 33352 10 880 667 
Baumwolll 146 577 904 —- 167 967 939 8338 
Palmölt..m 28604772 578 629 14 076 545 9 063 265 
Giuimmmmmmmmm .. 1 964 353 2 508 595 2 624529 3 725 197 
Kautsccksks 1 754 393 141 604 5 049 986 787 525 
Rohseide.. 16 051734 90 249 12 734 606 110 342 
  
  
  
  
— — — — — 
DPerschiedene Miktheilungen. 
Untersuchung des Rilimandjaro. 
Die ersten ausführlichen Nachrichten über die im 
Laufe des Sommers ausgeführte wiederholte Unter- 
suchung des deutsch -ostafrikanischen Bergriesen Kili- 
mandjaro durch Dr. Hans Meyer bringt die Zeit- 
schrift für Länder= und Völkerkunde „Globus" in 
einem am 16. September in der deutschen Station 
Moschi am Abhange des Berges geschriebenen langen 
Briefe des Reisenden. Gegenüber den früheren Karten, 
die auch vorzugsweise auf Dr. Hans Meyers Auf- 
nahmen beruhen, erhält die neue Karte des Kilima- 
  
ndjaro ein wesentlich verändertes Aussehen. Zum 
ersten Male wurde die Nordseite des Berges erforscht 
und von hier aus eine mühevolle Ersteigung der 
höchsten Spitze, des Kibokraters, unternommen, der 
von anderer Seite her schon vor neun Jahren von 
Hans Moyer erstiegen war. Die Urwaldgrenzen 
und Lavaströme im Nordwesten des Berges sind nun 
bekannt, dort ist ein großes Plateau, Galuma genannt, 
und die Entdeckung von drei großen Gletschern zu 
verzeichnen, die bei 5200 m an die Eishaube des 
Berges anschließen und deren einen Meyer „Dry- 
galskigletscher“ nannte. Es folgte eine Untersuchung 
des nach Westen dem Kilimandjaro vorgelagerten
        <pb n="853" />
        Schiragebirges, die Entdeckung anderweitiger Gletscher 
im Westen des Kilimandjaro, von denen einer bis 
4200 m abwärts reicht. Nachdem der Reisende sich 
und seinen Leuten in den gesegneten Landschaften an 
den Flanken des Riesenberges eine Erholung gegönnt, 
stieg er zum zweiten Male bis zur höchsten Spitze, 
dem Kibo (5860 m), auf, begleitet von einem katho- 
lischen deutschen Missionar, Pater Rohmer, der sich 
als vorzüglicher Bergsteiger erwies. Hans Meyer 
schildert die gewaltigen Moränen, die er bei diesem 
Aufstiege zu untersuchen Gelegenheit hatte, und klärt 
in vieler Beziehung über die geologischen Verhältnisse 
des Kilimandjaro auf, der nun, dank seiner Thätig- 
keit, im Großen und Ganzen als erforscht gelten 
kann. Der Reisende bringt nicht nur zahlreiche 
photographische Aufnahmen, sondern auch Zeichnungen 
des ihn begleitenden Malers Platz sowie große 
botanische, zoologische und ethnographische Samm- 
lungen mit in die Heimath zurück. 
  
NFF — 
  
Tikterakur. 
Bronsart v. Schellendorff: Strauße, Zebras und 
Elefanten. Die Bedeutung eingeborener Thiere 
für die wirthschaftliche Entwickelung Deutsch- 
Ostafrikas. Berlin 1898. H. Walther. 
Der Verfasser, welcher als Generalbevollmäch= 
tigter der Kilimandjaro-Straußenzucht-Gesellschaft 
längere Zeit in Deutsch-Ostafrika praktisch thätig 
war, legt in der Schrift seine Erfahrungen mit der 
Zucht der wichtigsten derartigen, bisher nur wilden 
Thiere nieder. Seine Ausführungen dürften über 
den Kreis der Ostafrikainteressenten hinaus Aufmerk- 
samkeit verdienen. 
Dr. M. Blauckenhorn: Das Todte Meer und der 
Untergang von Sodom und Gomorrha. Mit 
einer Karte und 18 Bildern. Berlin 1898. 
Dietrich Reimer. 
Der Verfasser, welcher zur Zeit als Landes- 
geologe in Aegypten thätig ist, schildert in der hübsch 
ausgestatteten kleinen Schrift das Gebiet des Todten 
Meeres im heiligen Lande. Die so ganz eigenartige 
Natur dieses großen Binnensecs, der in neuerer Zeit 
immer häufiger besucht wird, findet einc eingehende 
wissenschaftliche wie Neues bringende Darstellung. 
Mit welchen Hindernissen die Kultivirung dieser 
Gegenden zu kämpfen hat, beweist z. B. die vom 
Verfasser mitgetheilte Thatsache, daß die Schifffahrt 
auf dem Todten Meere wegen des hohen Salzgehalts 
des Wassers nur unter großen Schwierigkeiten möglich 
ist. Das Wasser zerstört das Holz wie Metall der 
Fahrzeuge und läßt sie nicht genügend tief einsinken. 
Dazu bedrohen ganz plötzliche Windstöße die Schiffe. 
Wiederholte Versuche zur Errichtung einer regel- 
mäßigen Schiffsverbindung auf dem See sind daran 
gescheitert. Selbst das Wasser, welches auf die See- 
  
711 — 
fahrenden spritzt, ist so gefährlich für ihre Gesundheit, 
daß schon viele Leute, die zu Sport= oder Forschungs- 
zwecken den Sec befuhren, daran gestorben sind. 
Georg Obst: Wechsel-A-B-C. Die wichtigsten 
Bestimmungen der Wechselordnung, des Wechsel- 
stempelgesetzes, des Diskontogeschäfts 2c. Allgemein 
verständlich dargestellt. Stuttgart 1898. Strecker 
&amp; Moser. . 
Der mit dem Bankwesen genau vertraute Ver- 
fasser liesert hier ein Handbuch, das nicht nur den 
jungen Kaufleuten, sondern auch anderen Kreisen 
Rath, Belehrung und Aufklärung über das moderne 
Kreditmittel, den Wechsel, gewährt. 
  
  
Dr. Bernhard Schwarz: Quer durch Sibirien. 
Bamberg 1898. Handels-Druckerei. 
Der Verfasser, welcher ausgedehnte Reisen in 
verschiedenen Erdtheilen ausgeführt und geschildert 
hat, liefert hier eine Beschreibung einer während des 
Frühjahrs und Sommers 1897 durch Sibirien längs 
der Trace der neuen transsibirischen Bahn, vom 
Ural bis zur Ostküste, ausgeführten Fahrt. Bei dem 
geringen Maße von Kenntniß, welches beim Publikum 
von dem russischen Reiche in Asien vorhanden ist, 
dürfte die Schrift vielfach belehrend wirken. 
Das fünfte Heft des laufenden Jahrganges vom 
Archiv für Schiffs= und Tropen-Hygiene 
enthält Aufsätze von F. Semeleder über Malaria 
in der Stadt Mexiko; Dr. A. Plehn: Zur Calomel- 
behandlung der Dysenterie; Dr. R. Ruge: Hygie- 
nisches aus Habana; Dr. O. Dempwolff: Aerztliche 
Erfahrungen in Neu-Guinea. 
Der Verlag der evangelisch-lutherischen Mission 
zu Leipzig hat zwölf Ansichtspostkarten mit 
Bildern aus den Niederlassungen der Mission in 
Ostafrika und Indien erscheinen lassen. Die sehr 
gelungenen Bilder beruhen auf photographischen Auf- 
nahmen. Die Karten werden jedenfalls nicht nur 
im Kreise der Freunde von Missionsbestrebungen 
regen Anklang finden. 
  
— —— — — 
Titterakur-Verzeichni. 
Allers, C. W.: Rund um die Erde. 47 Bogen Folio 
mit über 300 Illustrationen, worunter 16 Extra Kunst- 
blätter. In Prachtband mit Goldschnitt Mk. 40,—. 
Union Deutsche Verlagagesellschaft, Stuttgart. 
Donat, E.: Kreuz und gquer durch Süd-Afrika. 
Reisestizzen und -bilder. Mit vielen Illustrationen, 
acht Vollbildern, dem Portrait des Verfassers und 
einem Kärtchen. gr. 80. (VII, 280 S.) Mk. 5,—, geb. 
Mk. 7,—. Emil Wirz, Aarau. 
Hassert, Dr. Kurt: Deutschlands Kolonien. Erwer- 
bungsgeschichte, Geographie und wirtschaftliche Bedeutung 
unserer Schutzgebiete. Mit 8 Vollbildern, 31 Abbil- 
dungen im Text und 6 Karten. Mk. 4,50. 
Dr. Seele &amp; Co., Leipzig-R.
        <pb n="854" />
        Kärrström, E. J.: Achtzehn Jahre in Südafrika. 
Erlebnisse und Abenteuer eines Schweden im Goldlande. 
(Autorisirte Uebersetzung aus dem Schwedischen von- 
Friedr v. Känel.) Erscheint in etwa neun Lieferungen. 
H. W. Theodor Dieter, Leipzig. 
Kollmann, Paul (Premierlieutenant): Der Nordwesten 
unserer ostafrikanischen Kolonie. Eine Beschrei- 
bung von Land und Leuten am Victoria-Nyanza nebst 
en einiger daselbst 
bbildungen nach 
Lief. 1 
60 Pf. 
Auszeichnun 
Mit 372 
  
gesprochener Dialekte. 
80. 
riginal-Photographien gr. 
und Skizzen. Mk. 7,50, geb. Mk. 9,.— 1 
Alfred Schal, Berlin. 
Meinecke, 
Thonner, Franze: 
Reise nach dem Kongo und der Mon 
Mit 20 Textbildern, 87 Lchtdruchbi dern und 3 Karten. 
Gustav: 
Deutscher Kolonial-Kalender 
und statistisches Handbuch auf das Jahr 1899. 
Nach amtlichen Quellen bearbeitet und herausgegeben. 
geb. Mk. 1,50. 
Deutscher Kolonial-Verlag, Berlin. 
(X, 116 S.) geb. Mk. 1 
Im afrikanischen Urwald. Meine 
alla im Jahre 1896. 
Dietrich Pimer Ele- Vohsen), Berlin. 
  
  
  
— — — — 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
  
  
  
  
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia. — 29/8. Jaluit. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor"“ 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 23/7. Manila 2/8. — Iloilo. — 27/8. Manila 29/8. — 3/9. Kiautschou. 
(Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 28/6. Matupi 29/6. — Karolinen-Inseln. — 1/9. Sydney 1/10. — Apia. (Post- 
station: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 29/8. Kamerun 19,9. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar 17/9. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Wolf“ 11/7. Lüderitzbucht. — 31/8. Mossamedes 5/9. — 6/9. Basquella 11/9. — 12/9. 
Loanda 15/9. (Poststation: Kamerun.) 
Perkehrs-Zachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schusgebleten. 
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. J Briefe mussen aus 
Nach vom Ein- 1 Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 9., 23. Rovember, Tanga 18 -19 Tage lamG 4. 7., 21. Nov., 
arit Schiffe) I 7.n 21. Dez. 120abds. Dar-es-Sal. 19 20 2. ] 2., 5. u Dez. 
1. Deutsch- Ostafrika. gensin n » antJZd Jåggs 1. Dez. Sansibar 20 Tage 116 a 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
(franzosische Scifte 40 nms. 10 abds.. 
2. Deutsch-Südwestafrika. Southampton am 19., 25. Nov., Lüderitzbucht 22 28Tg|am 18., 25. Nov., 
(Nach Kretmanohoop, Gibcon, 
Warmhad und Ulamas 
wochentlich bis# Kapftadt. 
von dort wmeiter auf dem 
Landwege.) 
Ramerun. 
LTogo-Gebiet. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaur 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
r Deutsch-Ueu-Guinea. 
D 
  
(d 
  
stadt, dann deuticher 
od. W 
(deutsche Vonfe, 
% Schiffe bis Kap- 
l 
(deutsche Schiffe, 
(englische Schifte) 
Marsetille 
(iran zosische Schisse) 
(frangösische Schiffc) 
17., 21. D Dez. 40 ums. 
„Leutwein- 
ocrmann. pfr.)# 
Hamburg 
de.ultiche 
amofer 
am 25. jedes Monats 
nachto 
Sch *ur.- , 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 893. Nov., 
Hamburg 
Liverpool 21. Dez. 
(englische Schiffe) 
Hamburg am 10. jedes Mts. nachts 
am 20.jedes Mts.= 
am 16., 30. November, 
14., 28. Dezember 
am 25. jedes Monats 
40 nachm. 
am 10. Nov., 
110 vmss. 
Liverpool 
Vordeaux 10. Jan. 
Neapel » am 14. Dez., 8. Febr. 
eutsche Schiffe) abds. 
Brindisi am 18. Dez., 12. Febr. 
Nachversand) abds. 
  
Swakopmund 25—3129g. 
Swakopmund 30 Tage 
Lüderitzbucht 40 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Ouittah 36 Tage 
von da ab Landverbindung 
Cotonon 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Landverbindung 
16., 23. Dez. 15 ums. 
am 25. jedes Monats 
7½ abds. 
am 10. jedes NMonats 
7% abds. 
am 21. Nov., 19. Dez. 
15 nms. 
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am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
am 14., 28. Nov., 
12., 20. Dez. 18 ums. 
am 23. jedes Monats 
10% abds. 
am 8. Nov., 8. Jan. 
107 abds. 
  
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41 Tage 
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am 12., 16. Dezember, 
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        — 713 — 
  
  
  
Nach 
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- an folgenden Tagen 
schiffungshafen 
  
Auss chiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
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französische Schiffe) 
  
Neapel am 16. Nov., 14. Dez. Tsintau 37 Tage 
(deutsche Schiffe) 9° abends 
Brindisi jeden Sonntag Tsintau 40 Tage 
(englische bezw. 100 abends 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Die Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. 
am 14. Nov., 12. Dez. 
118 abends 
jeden Freitag 
114 abends. 
  
  
  
  
  
  
Landungs= Die Post ist fällig Landungs- Die Post ist fäuig 
Von in Berlin Von hafen in n 
— am 13.5, 25. Nov., — 
' Plymouth..am27.«1ed.Monats 
Deutichsoaafpika.. Seindi. *inr EMM Logogebiet « Marseille.. am 16 jedes Monats 
#am 16. Nov., 17. Dez. am 11.-Dezember, 
Deutsch-Uen--Guinea. Neapel. « - 
Deutich-südmstaipikaSouthqqkpwuamsssssåkåus 5.MFebruar 
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jed. Monats —. ——. 
A#amern Plpymouth. 27. - Neapel....13.Novvk.11.D2-zvk. 
Lwecpoo..am3.Novembet,«- . ## 2r: 
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* Fälligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
o 
Vostdampfer von # nach bis 27. Oktober 1898 
„Adolph Woermann“ Hamburg Loango am 23. Oktober in Madeira. 
„Aline Woermann“ Loango Hamburg am 27. Oktober in Hamburg. 
„Anna Woermann“ Hamburg Lagos am 22. Oktober ab Hamburg. 
„Bruxellesville“ Kongo Hamburg am 16. Oktober in Hamburg. 
„Carl Woermann“ Lagos Hamburg am 14. Oktober in Accra. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Loango am 4. Oktober in Kamerun. 
„Ella Woermann“ Hamburg Kamerun am 21. Oktober in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Port Nolloth am 25. Oktober ab Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Sherbro Hamburg am 27. Oktober Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Sierra Leone am 24. Oktober in Sierra Leonc. 
„Helene Woermann“. Futa- Hamburg am 25. Oktober in Lagos. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 14. Oktober in Hamburg. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 24. Oktober in Loanda. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Kamerun am 26 Oktober in Kamerun. 
„Marie Woermann“ Kapstadt Hamburg am 17. Oktober ab Lagos. 
„Melita Bohlen“ Hamburg Port Nolloth am 3. Oktober in Las Palmas. 
„Paul Woermanne Hamburg Swakopmund am 23. Oktober in Accra. 
„Professor Woermann“. Hamburg Kotonou am 19. Oktober in Accra. 
„Thekla Bohlen“ Benguella Hamburg am 22. Oktober in Conakry. 
Schiffsbewegungen der 
— — 
  
  
  
Deutschen Ostafrika-Linie (Gamburg—Ostafrika). 
  
Letzte Nachrichten 
  
  
  
  
Reichspostdampfer Reise Q 
rschspostdanyf von 6 nach bis 29. Oktober 1898 
„König“. Durban Hamburg am 29. Oktober ab Neapel. 
„Herzog"“ Durban Hamburg am 24. Oktober ab Delagoabai. 
„Kaiser“. Hamburg Durban am 29. Oktober ab Amsterdam. 
„Kanzlerv". Hamburg Durban am 29. Oktober an Tanga. 
„Bundesrath". Delagoabai Hamburg am 28. Oktober ab Alissingen. 
„Reichstag“. Hamburg Delagoabai am 27. Oktober ab Neapel. 
„Admiral, . Hamburg Delagoabai am 25. Oktober an Mozambigque. 
„General Delagoabai Hamburg am 27. Oktober ab Mombassa.
        <pb n="856" />
        714 — 
Das Deutsche Kolonialhaus von Bruno Antelmann, welches bereits eine Filiale in der Schill— 
straße errichtet hat, ist durch den steigenden Absatz der von ihm vertriebenen Erzeugnisse der deutschen 
Schutzgebiete veranlaßt worden, seine Geschäftsräumlichkeiten in der Jerusalemerstraße bedeutend zu erweitern. 
Seine Hoheit der Herzog-Regent Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin, welcher 
aus Anlaß des Zusammentritts des Kolonialraths heute in Berlin weilte, stattete nach Beendigung der 
Sitzung mit seiner hohen Gemahlin dem „Deutschen Kolonialhause“, Jerusalemerstraße, Ecke Kronenstraße, 
einen etwa stündigen —W ab. 
  
  
  
  
— 
  
—.. — 
3 Der heutigen Nummer r liegt ein Prospekt der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler &amp; Sohn 
in Berlin bei, 
  
betreffend das in zweiter Auflage erschienene Werk: 
den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. 
„Weltgeschichte in Umrissen“, 
Die Expedition. 
  
  
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Bekanntmachung. 
Im hiesigen Firmenregister ist heute 
unter Nr. 8 die Firma 
Armin v. Michelmann 
mit dem Sitze in Tshitete, in der 
Landschaft Unyika, Bezirk Langenburg, 
und als deren Inhaber der Kausmann 
Armin v. Michelmann daselbst 
eingetragen worden. (201) 
Dar-es-Saläm, den 21. Sept. 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
Bekanntmachung. 
Aus der im hiesigen Gesellschafts- 
register unter Nr. 2 eingetragenen 
ossenen Handelsgesellschaft Förster &amp; 
Schulz in Tanga ist der Theilhaber 
Fris Schulz, z. Zt. in Neudamm, 
i 1. April 1898 ausgeschieden, und 
führt der Theilhaber Kaufmann Theo- 
dor JFörster in Tanga das Geschäft 
unter Uebernahme sämmtlicher Aktiva 
und Passiva fort. 
Auf Antrag wurde heute obige Firma 
im Gesellschaftsregister gelöscht und 
unter Nr. 8 des Firmenregisters die 
Firma 
Th. Förster 
mit dem Sitze in Tanga und als 
deren Inhaber genannter Förster 
eingetragen. 
Tanga, den 16. September 1898. 
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
   
Ziegler. (303) 
Gergendeo ——.. * 
  
  
  
n½m% . P. we 
  
Der Kaiserliche Bezirksrichter. 
  
  
einzusenden. 
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Aquarien eignen, kauft die 8 
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— 
Bekanntmachung. (se.) 
In hiesigen Prokurenregister ist heute 
unter Nr. 4 die dem Kaufmann Adolf 
Lassen zu Dar-es-Salam für die 
Zweigniederlassung der Firma Han- 
a# &amp; Co. zu Dar-es-Saläm er- 
theilte Prokura eingetragen worden. 
Dar-es-Salam, den 21. Sept. 1898. 
  
  
  
  
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) 6 *411m— ,.« ..---—.—--’"« .,,..«« — «»,· :- «» H 
Bahn zum Transport von Zuckerrohr auf Java. (153) 
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        — 716 — 
   
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drei neuen Serien in den# 
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maler Th. von Eckenbrecher und 
dem speziell als Thiermaler be- 
kannten Ilerrn W. Kuhnert — 
beide durch längeren Aufent- 
halt in den Tropen mit allen 
Schonheiten derselben ver- 
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gewonnen, die in Verbindung 
mit ersten deutschen Offizinen 
KUnstlerkarten vornehmst. Ranges 
geschaffen haben. (300) 
Inhalt der 30 neuen Karten: 21 Karten 
mit Landschaften. ebirgsscenerienn. 
S#stlicken und 9 Karten mit Thier- 
enen (Löwen. Elefanten. (iraffen, 
Buschbockfamilie. Aften, Strausse, 2e- 
Drus. Elen-Antilopen. P’aradiesvogel). 
„Wir haben nie etwas Besseres 
gesehen“, schreibt uns die Oirek-- 
tlon des Zoolog. Gartens in Köln. 
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lessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem Mittel 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ribet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; Letz- 
terer hat, Wie ofBäzielle Einreihung des Medikaments in die staatlichen 
Verschreibungen des Kongostuates veranlasst. 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur schnellen und 
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New- Lork: Lehn 4 Flnk, 128 Willlam Street; 
Paris: Max Fe#es, 31 rue des petites Ecurles; 
Rlo de Janelro: Magali#les, Luclus &amp; Co. Successores de Klingelhoeler &amp; Co. 
   
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Am 5. November: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Martens, 
nach Kamerun, dem Kongo und Angola. 
Am 10. November: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Nissen, 
nach Madeira, Fernando Po, Kamerun und den Häfen der Westküste Afrikas bis Loango. 
Am 18. November: P. D. „Borkum“, Capt.. ....., 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Las Palmas, Teneriffe, Bissac, Bolama, 
Rio Nunez, Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. November: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Madeira, Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah, Kotonou und Lagos. 
Am 25. November: F. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 30. November: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Rieck, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Goree, Liberia, Lagos und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas von Landana bis Benguella. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jeden Monats. 
4&amp;lie Guter müssen am Tage vor dem 4Abpanosdaftem bis 12 Uhr mittaos I#nsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passate ertheilt die Woermann-Linie 
(n) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutsehen Reiche 
wwiachen 
Hamburg, Ostafrika und. Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Veerzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fabrplanmissigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
  
    
  
* „KAISER“, Capt. Stal 9. November, 
,tBUNDESRATH“, Capt. Asth.ausen 9. November, 23. November, 
*„KOENIG“, Capt. Doher 23. November, 7. Dezember, 
,„GENERAL“, Capt. Gauhe ........... 7. Dezember, 21. Desember, 
nach Nombassa, Tanga’i, Panganls, Saadanirs, Bagamoyoz, Dar.es-Saldm, Sansibar:#, Kllwa, Iindi, 
Mikindani, Ibo, Mozambique, Quellmane#, Chinde, Beira“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem &amp; versehenen Dampfer nehmen nach den nit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem ' versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Dtie Dampfer Rhaben vorruloliche Enicheunçen fUr Eussagiere in allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvaal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: E 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
s owie wegen Fracht und Passage die Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 18, Kochfwaße 66—71. 
Ausgegeben am 1. November 1896 um 6 Uhr nachmittages.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Deransg#ee#ebes in ber Kolonial-Abtheilunz des Auswirtigen Amis. 
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– ——— —— — – —— ST — — — — — — — — — 
IX. Jahrgang. Berlin, 15. November 1898. Unmmer 22. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Celehrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiberr 
v. Danokelman. Der vierteljährliche Abonnementepreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Vost und die 
Buchhandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin SW12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs.- Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Verordnung, betreffend das Bergwesen in Deutsch-Ostafrika S. 725. — Runderlaß des 
Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die Getreidezölle S. 734. — Verordnung, betreffend die 
Erhebung von Einfuhrzöllen im Schutzgebiete Kamerun S. 734; desgleichen die Ausführungeobestimmungen zu der 
vorstehenden Verordnung S. 736. — Zusatz-Verordnung zu der Verordnung, betreffend den Ausschank und Verkauf 
von geistigen Getränken in Deutsch-Südwestafrika S. 739. — Verordnung des Kaiserlichen Landeohauptmanns der 
Marshall-Inseln, betreffend die Einführung von Steuern S. 739. — Personalien S. 740. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 741. — Deutsch-Ostafrika: Tabakbau in Ostafrika 
S. 741. — Bericht des Bergassessors Dr. Dantz über die geologischen Verhältnisse der Tanganyika-Zone S. 742.— 
Usambara-Eisenbahn S. 742. — Kamerun: Wissenschaftliche Sammlungen S. 742. — Togo: Missenschaftliche 
Sammlungen S. 742.— Deutsch-Südwestafrika: Verhältnisse in Sübwestafrika S. 742. — Aus dem Bereiche 
der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 743. — Aus fremden Kolonien: Französisches 
Kolonialbudget für 1899 S. 745. — Handel Mozambiques im Jahre 1897 S. 745. — Handel Beiras im Jahre 1897 
S. 748. — Jahresbericht von Lagos für 1897 S. 749. — Sierra Leone im Jahre 1897 S. 750. — Verschiedene 
Mittheilungen: Rheinische Handeil-Plantagengesellschaft S. 750.— Stammbaum der Könige von Samoa S. 751. 
— Litteratur S. 751. — Litteratur-Verzeichniß S.752. — Schiffsbewegungen S. 752.— Verkehrs-Nachrichten S.753. 
Beilage: Die Missionsthätigkeit in den deutschen Schutzgebieten. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Verordnungen der Reichsbehörden; VPerkräge. 
Verordnung, betreffend das Bergwesen in Deutsch-Ostafrika. Vom 9. Oktober 1898. 
(Reichs-Gesetzblatt 1898, Seite 1045 ff.) 
Wi- Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen ctc. verordnen 
für das ostafrikanische Schutzgebiet auf Grund des § 1 und des § 3 Nr. 2 und 3 des Gesetzes, betreffend 
die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (Reichs-Gesetzblatt 1888 S. 75), im Namen des Reichs, 
was folgt: 
  
  
  
I. Allgemeine vorschriften. 
§ 1. 
Die nachstehend bezeichneten Mineralien sind von dem Verfügungsrechte des Grundeigenthümers 
ausgeschlossen. Die Aufsuchung und Gewinnung derselben unterliegt den Vorschriften dieser Verordnung. 
Diese Mineralien sind: 
au. Edelmineralien: 
Gold, Silber und Platin, gediegen und als Erze, 
Edelsteine; 
— 
D. gemeine Mineralien: 
1. alle Metalle außer den vorgenannten, gediegen und als Erze, 
2. Steinkohle, Braunkohle und Graphit, 
3. Glimmer und Halbedelsteine. 
Auf die von Eingeborenen für eigene Rechnung im Tagebaue betriebene Gewinnung von Eisen, 
Kupfer und Graphit finden die Vorschriften dieser Verordnung keine Anwendung. 
82 
8 
Die Aufsuchung und Gewinnung von Mineralien für Rechnung des Reichs oder des Landesfiskus 
ist den Bestimmungen dieser Verordnung ebenfalls unterworfen.
        <pb n="868" />
        — 726 — 
» 83. 
Für alle die Erwerbung und Ausübung des Schürf- und Bergbaurechts betreffenden Angelegen- 
heiten müssen Personen, welche nicht in dem Schutzgebiet ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben, 
einen im Schutzgebiete sich dauernd aufhaltenden Vertreter bestellen und der Bergbehörde bezeichnen. 
Das Gleiche gilt für Gesellschaften, welche im Schutzgebiet nicht ihren Sitz haben, und für Mit- 
betheiligte, welche nicht eine Gesellschaft bilden, deren Vertretung gesetzlich geregelt ist. 
Wird diese Verpflichtung nicht erfüllt, so ist die Bergbehörde befugt, den Vertreter zu bestellen. 
84. 
Gegen die in Ausführung dieser Verordnung ergehenden Entscheidungen der Verwaltungsbehörden 
findet die Beschwerde statt, insoweit sie nicht für ausgeschlossen erklärt ist. 
Die Beschwerde ist binnen einer Frist von drei Monaten, welche mit der Zustellung oder sonstigen 
Bekanntmachung der Entscheidung beginnt, bei der Behörde einzulegen, von welcher die angefochtene Ent- 
scheidung erlassen ist, widrigenfalls das Beschwerderecht erlischt. 
86 
Die in dieser Verordnung vorgeschriebenen öfentlichen Bekanntmachungen erfolgen in der ortsüblichen 
Weise, jedenfalls durch Anheftung an die Amtstafel der entscheidenden Behörde. 
II. Dom Schürfen. 
A. Im Allgemeinen. 
86. 
Die Aufsuchung der im 8 1 bezeichneten Mineralien auf ihren natürlichen Ablagerungen — das 
Schürfen — ist unter Befolgung der nachstehenden Vorschriften im ganzen Schutzgebiet einem Jeden ge- 
stattet. Ausgenommen sind diejenigen Gebiete, die der Reichskanzler zur ausschließlichen Aufsuchung oder 
Gewinnung von Mineralien entweder dem Reiche oder dem Landesfiskus vorbehalten hat oder vorbehalten 
wird oder auf Grund besonderer Vereinbarungen Dritten überwiesen hat oder überweisen wird. Diese 
Gebiete sind öffentlich bekannt zu machen. 
87. 
Auf öffentlichen Wegen und Plätzen sowie auf Begräbnißstätten darf nicht geschürft werden. 
Auf anderen Grundstücken ist das Schürfen unstatthaft, wenn nach der Entscheidung der Berg- 
behörde überwiegende Gründe des öffentlichen Interesses entgegenstehen. 
Unter Gebäuden und in einem Umkreis um dieselben bis zu fünfzig Metern sowie in eingefriedigten 
Bodenflächen darf nicht geschürft werden, es sei denn, daß der Grundbesitzer seine ausdrückliche Einwilligung 
ertheilt hat. 
88B. 
Wer zur Ausführung von Schürfarbeiten fremden Grund und Boden benutzen will, hat die 
Erlaubniß des Grundbesitzers einzuholen. 
Mit Ausnahme der im § 7 bezeichneten Fälle muß der Grundbesitzer das Schürfen auf seinem 
Grund und Boden gestatten. 
89. 
Der Schürfer ist verpflichtet, dem Grundbesitzer für die entzogene Nutzung jährlich im Voraus 
vollständige Entschädigung zu leisten und das Grundstück nach beendigter Benutzung zurückzugeben, auch 
für den Fall, daß durch die Benutzung eine Werthminderung des Grundstücks eintritt, bei der Rückgabe 
den Minderwerth zu ersetzen. 
Für die Erfüllung der letzteren Verpflichtung kann der Grundbesitzer schon bei der Abtretung des 
Grundstücks Sicherheitsleistung von dem Schürfer verlangen. 
8 10. 
Die dem Grundeigenthümer im letzten Satze des § 61 und im 8 62 eingeräumten Rechte stehen 
demselben auch gegen den Schürfer zu. Bei Beschädigungen durch Schürfarbeiten finden die Vorschriften 
der 88 67, 68 entsprechende Anwendung. 
* 11. 
Kann der Schürfer sich mit dem Grundbesitzer über die Gestattung der Schürfarbeiten nicht 
gütlich einigen, so entscheidet die Bergbehörde, ob und unter welchen Bedingungen die Schürfarbeiten unter- 
nommen werden dürfen. 
Die Bergbehörde darf die Ermächtigung nur in den Fällen des § 7 versagen. 
Soweit die Entscheidung die Festsetzung der Entschädigung betrifft, findet die Beschwerde nicht statt. 
Wegen der Kosten findet die Vorschrift des § 65 Anwendung.
        <pb n="869" />
        — 727 — 
812. 
Durch Beschreitung des Rechtsweges wird, wenn dieselbe nur wegen der Festsetzung der Ent- 
schädigung oder der Sicherheitsleistung erfolgt, der Beginn der Schürfarbeiten nicht aufgehalten, voraus- 
gesetzt, daß die Entschädigung gezahlt oder bei verweigerter Annahme an zuständiger Stelle hinterlegt oder 
die Sicherheit geleistet ist. 
13. 
Die Benutzung unbebauten Kronlandes zu Schürfzwecken steht Jedem so lange ohne Entgelt frei, 
als nicht der Gouverneur für bestimmte Bezirke besondere Vorschriften über die Bedingungen der Benutzung 
erlassen hat. 
8 14. 
Der Schürfer ist befugt, über die bei seinen Schürfarbeiten geförderten Mineralien (8 1) zu 
verfügen, insofern nicht bereits Dritte Rechte auf dieselben erworben haben 
Für die geförderten Mineralien hat der Schürfer die im § 55 bestimmte Förderungsabgabe zu 
entrichten; die Vorschriften des § 51 Absatz 1 Nr. 2 und des Absaßes 2 sowie des § 52 Absatz 1 finden 
entsprechende Anwendung. 
B. Vom Schürffelde. 
15. 
2 
Die Bergbehörde hat auf Antrag gegen Zahlung der im § 16 bestimmten Gebühren Schürsscheine 
auszustellen. Jeder kann die Ausstellung einer beliebigen Zahl von Schürsscheinen verlangen. 
Der Gouverneur kann bestimmen, daß die Ausstellung auch durch andere Behörden erfolgt. 
8 16. 
Der Schürfschein lautet auf den Namen des Antragstellers und trägt eine Kontrolnummer. 
Die Ausstellung erfolgt für die Dauer von sechs Monaten. Die Verlängerung der Gültigkeits- 
dauer ist ohne Beschränkung zulässig. 
Für jeden Monat der beanspruchten Gültigkeitsdauer ist eine Gebühr von fünf Rupien im Vorau 
zu entrichten. · 
817. 
Der Schürfschein gilt für das ganze Schutzgebiet unter Ausschluß der nach § 6 Satz 2 der all- 
gemeinen Schürffreiheit entzogenen Gebiete und vorbehaltlich der auf Grund des § 13 erlassenen beson- 
deren Vorschriften. 
· Der Gouverneur kann vorschreiben, daß für bestimmte Dienstbezirke die Verwendung des Schürf- 
scheins von der vorherigen Eintragung in ein von der zuständigen örtlichen Behörde zu führendes öffentliches 
Schürfscheinverzeichniß abhängig ist. Vor Verwendung des Schürfscheins in einem anderen Dienstbezirke 
muß er in dem Verzeichnisse des bisherigen Bezirkes gelöscht sein. 
8 18. 
Der Schürfschein ist übertragbar. Die Rechte aus dem Schürfscheine gehen mit der Umschreibung 
auf den Erwerber durch eine zur Ausstellung von Schürfscheinen befugte Behörde (§ 15) über. 
Für die Umschreibung ist eine Gebühr von fünf Rupien zu entrichten. 
19. 
Der Schürfschein gewährt das Recht, nach Maßgabe der folgenden Vorschriften ein Schürffeld 
und zwar ein Edelmineral-Schürffeld oder ein gemeines Schürffeld mit der Wirkung abzustecken, daß der 
Schürfer vorbehaltlich bereits erworbener Rechte jeden Dritten in einem Edelmineral-Schürffelde vom Schürfen 
und vom Bergbaubetrieb auf sämmtliche im § 1 bezeichnete Mineralien, in einem gemeinen Schiürffelde 
vom Schürfen und vom Bergbaubetrieb auf gemeine Mineralien ausschließt. 
8 20. 
Das Edelmineral-Schürffeld hat in horizontaler Erstreckung die Form eines Rechtecks von höchstens 
4002 200 m, das gemeine Schürffeld diejenige eines Rechtecks von höchstens 1200-600 m Seitenlänge. 
§ 21. 
Die Absteckung eines Schürffeldes hat in der Weise zu erfolgen, daß 
1. eine den Mittelpunkt des Feldes bezeichnende Tasel aufgerichtet wird, auf welcher der Name des 
Schürfers, die Kontrolnummer des Schürsscheins, der Zeitpunkt der Aufrichtung der Schürftafel und 
die Angabe, ob ein Edelmineral= oder ein gemeines Schürffeld belegt werden soll, zu vermerken sind, 
2. zu beiden Seiten der Schürftafel geradlinige Gräben von mindestens 2 m Länge gezogen werden, 
welche die Richtung der Langseiten des Schürffeldes bezeichnen.
        <pb n="870" />
        — 728 — 
§ 22. 
Binnen vierzehn Tagen nach Aufrichtung der Schürftafel müssen die Eckpunkte des Feldes bestimmt 
und durch Pfähle sowie durch mindestens einen Meter lange, in der Richtung der Seiten des Schürffeldes 
gezogene Gräben kenntlich gemacht werden. 
Geschieht dies nicht, so hört die Schließung des Feldes (§ 19) wieder auf. 
Dieselbe Folge tritt ein, wenn der von den Eckpfählen umschlossene Flächenraum die nach § 20 
zulässige Feldesgröße um mehr als zehn Prozent überschreitet. 
8 23. 
Von der erfolgten Absteckung eines Schürffeldes ist der Bergbehörde oder der sonst vom Gouver- 
neur bestimmten Behörde Anzeige zu erstatten. 
Die Anzeige muß enthalten: 
den Namen des Schürfers und den Ort, an welchem derselbe seinen Wohnsitz oder dauernden 
Aufenthalt hat, 
die Kontrolnummer und die Gültigkeitsdauer des Schürsfscheins, 
die Angabe, ob ein Edelmineral= oder ein gemeines Schürffeld belegt ist, 
den Zeitpunkt der Aufrichtung der Schürftafel (§ 21), 
die möglichst genaue Bezeichnung der Lage und der Ausdehnung des Feldes; aus der beizufügenden 
Handzeichnung müssen die Grenzen des Feldes, seine Größenverhältnisse, die magnetische Nordlinie 
und die vorhandenen Tagesgegenstände in der Weise ersichtlich sein, daß das Schürffeld danach in 
der Natur aufgefunden werden kann. 
Die Bergbehörde ist befugt, zu bestimmen, daß die Anzeige noch weitere Angaben zu enthalten hat. 
8 24. 
Ueber die Erstattung der Anzeige wird gebührenfrei eine Bescheinigung ertheilt. 
Jede Anzeige wird in das Schürffelderverzeichniß eingetragen. 
Die Vorschriften über die Einrichtung des Verzeichnisses erläßt der Gouverneur. 
Die Einsicht des Verzeichnisses ist Jedem gestattet. 
8 25. 
Die Anzeige ist binnen vier Wochen nach der Aufrichtung der Schürstafel (8 21) zu erstatten. 
Ist das Feld in gerader Linie gemessen mehr als 100 km von dem Sitze der Behörde entsernt, 
so verlängert sich die Frist um einen Tag für je angefangene 15 km der Mehrentfernung. 
8 26. 
Wird die Anzeigefrist nicht gewahrt oder die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Schürsscheins 
nicht rechtzeitig beantragt, so hört die Schließung des Feldes auf. 
§ 27. 
Der Schürfer ist berechtigt, unter Aufgabe des belegten Schürffeldes ein neues abzustecken. 
Binnen vierundzwanzig Stunden nach Aufrichtung der Schürftafel (§ 21) auf dem neuen Felde 
hat er die Merkzeichen des früheren zu beseitigen. 
Spätestens mit der Anzeige des neuen Feldes ist die Aufgabe des früheren zum Zwecke der 
Löschung im Schürffelderverzeichniß anzumelden. 
Die Vorschriften der §8 23 bis 26 finden entsprechende Anwendung. 
. 
8 28. 
Der Schürfer ist verpflichtet, jedem Nachbarschürfer auf Verlangen den Verlauf der Grenzen seines 
Feldes vorzuweisen. 
III. Vom Bergbau. 
A. Vom Bergbaufelde. 
§ 29. 
Die regelmäßige Gewinnung von Mineralien (§ 1) — der Bergbau — ist nur in einem Berg- 
baufelde gestattet. 
8 30. 
Der Schürfer kann jederzeit beanspruchen, daß die Bergbehörde sein Schürffeld oder einen Theil 
desselben in ein Bergbaufeld, und zwar in ein Edelmineral= oder ein gemeines Bergbaufeld, umwandelt. 
§ 31. 
Die Bergbehörde ist befugt, die Umwandlung (§ 30) auch gegen den Willen des Schürfers 
vorzunehmen: v v 
1. wenn in dem Schürffelde Mineralien (§ 1) regelmäßig gewonnen werden,
        <pb n="871" />
        — 729 — 
2. wenn das Schürffeld oder ein Theil desselben ununterbrochen oder mit unwesentlichen Unterbrechungen 
länger als fünf Jahre geschlossen gehalten worden ist. 
· §32. 
Eine amtliche Prüfung, ob irgend eines der im § 1 bezeichneten Mineralien in dem Schürffelde 
vorkommt, findet bei der Umwandlung im Falle des 8 30 nicht statt. 
g 33. 
Das Bergbaufeld soll die Form eines Rechtecks haben, dessen Langseiten höchstens fünfmal so 
lang sind wie die Schmalseiten. 
Nach der Tiefe wird das Feld von senkrechten Ebenen begrenzt, welche den Seiten des Rechtecks folgen. 
Abweichungen von der Rechtecksform unterliegen der Genehmigung der Bergbehörde. 
Der Flächeninhalt des Feldes ist nach der horizontalen Projektion in Hektaren zu bestimmen. 
5s 34. 
Mit Genehmigung der Bergbehörde können mehrere einem Schürfer gehörige, unmitttelbar an 
einander stoßende Schürffelder oder ein Theil derselben in ein einheitliches Bergbaufeld umgewandelt werden. 
§ 35. 
Die Umwandlung erfolgt in der Weise, daß das Schürffeld in dem Umfang, in welchem die 
Umwandlung beantragt (§ 30) oder angeordnet (§ 31) ist, in dem Schürffelderverzeichniß gelöscht und unter 
einem besonderen Namen in das Bergwerksverzeichniß eingetragen wird. Auf das Bergwerksverzeichniß 
finden die Vorschriften des § 24 Absatz 3, 4 Anwendung. 
§ 36. 
Ueber die Umwandlung wird auf Antrag gebührenfrei eine Bescheinigung ertheilt. 
Auf Grund der Bescheinigung kann der Feldesinhaber die amtliche Vermessung und Abgrenzung 
des Bergbaufeldes verlangen. 
§ 37. . . 
Die Vermessung und Abgrenzung erfolgt unter Leitung der Bergbehörde durch einen vom Gouver- 
neur zugelassenen Markscheider oder Feldmesser. —- 
Die Kosten hat der Antragsteller zu tragen. 
8 38. 
Die Bergbehörde hat den Inhabern von Schürf- oder Bergbaufeldern, deren Rechte vermöge der 
Lage ihrer Felder der begehrten Abgrenzung entgegenstehen könnten, Gelegenheit zur Wahrnehmung ihrer 
Rechte zu geben. 
§ 39. 
Ergiebt sich aus den Verhandlungen, daß dem Antragsteller ein bestimmtes Feld gebührt, so 
erfolgt die Abgrenzung. 
Ueber das Ergebniß wird von der Bergbehörde eine Urkunde — die Vermessungsurkunde — 
ausgefertigt. Der Inhalt der Urkunde wird öffentlich bekannt gemacht. Die Einsicht der Urkunde und 
des beizufügenden Vermessungsrisses steht Jedem frei. 
8 40. 
Ansprüche aus entgegenstehenden Rechten erlöschen mit dem Ablaufe von sechs Monaten nach der 
öffentlichen Bekanntmachung des Inhalts der Vermessungsurkunde, wenn nicht vorher die gerichtliche 
Geltendmachung erfolgt. 
8 41. 
Wird ein entgegenstehendes Recht durch gerichtliche Entscheidung festgestellt, so ist die Vermessungs- 
urkunde von der Bergbehörde nach dem Inhalte der Entscheidung aufzuheben oder abzuändern. 
Die ubgeänderte oder innerhalb der sechsmonatigen Frist (§ 40) nicht angefochtene Vermessungs- 
urkunde wird dem Antragsteller ausgehändigt. 
8 42. 
Das Bergbaufeld ist übertragbar. Die Uebertragung ist bei der Bergbehörde behuss Eintragung 
in das Bergwerksverzeichniß anzumelden; mit der Anmeldung sind die zum Beweis erforderlichen Urkunden 
vorzulegen. Mit der Eintragung geht das Bergbaufeld auf den neuen Erwerber über. Ueber die Ein- 
tragung wird auf Antrag eine Bescheinigung ertheilt. 
Für die Erfüllung der Verpflichtungen, welche diese Verordnung dem Bergbautreibenden auferlegt, 
ist der Bergbehörde der im Bergwerksverzeichniß Eingetragene haftbar. 
Für die bis zur Eintragung des neuen Erwerbers erwachsenen Verbindlichkeiten ist der Vorbesitzer 
ebenfalls verhaftet. "
        <pb n="872" />
        — 730 — 
8 43. 
Die Abänderung der Grenzen zwischen benachbarten Bergbaufeldern, die Theilung eines Feldes in 
mehrere selbständige Felder und die Vereinigung mehrerer Felder zu einem Ganzen unterliegt der Genehmigung 
der Bergbehörde. 
Die Genehmigung kann nur versagt werden, wenn überwiegende Gründe des öffentlichen Interesses 
entgegenstehen. 
Für die Genehmigung ist eine Gebühr von 20 Rupien zu entrichten. 
B. Von den Rechten und Pflichten des Bergbautreibenden. 
8 44. 
Der Bergbautreibende (§§ 30, 31, § 41 Absatz 2) hat die ausschließliche Berechtigung, nach den 
Bestimmungen dieser Verordnung 
1. in einem Edelmineral-Bergbaufelde sämmtliche im § 1 bezeichnete Mineralien, 
2. in einem gemeinen Bergbaufelde sämmtliche im § 1 bezeichnete gemeine Mineralien 
aufzusuchen und zu gewinnen sowie die hierzu erforderlichen Vorrichtungen unter und über Tage zu treffen. 
* 45. 
Der Bergbautreibende ist befugt, die zur Aufbereitung und Verhüttung seiner Bergwerkserzeugnisse 
erforderlichen Anstalten zu errichten und zu betreiben. 
8 46. 
Der Bergbautreibende ist befugt, im freien Felde Hülfsbaue anzulegen. « 
Die gleiche Befugniß kann ihm durch die Bergbehörde in Anfehung eines fremden Schürf= oder 
Bergbaufeldes zugesprochen werden, sofern der Hülfsbau die Entwässerung oder Bewetterung oder den 
vortheilhafteren Betrieb des Bergwerkes bezweckt und der Betrieb in dem fremden Felde dadurch weder 
gestört noch gefährdet wird. 
Der Hülfsbauberechtigte hat für allen durch die Anlage des Hülfsbaus erwachsenden Schaden 
vollständigen Ersatz zu leisten. 
§ 47. 
Inwiefern der Bergbautreibende befugt ist, das in seinem Felde vorhandene oder demselben künstlich 
zugeführte Wasser zu den Zwecken seines Betriebes zu benutzen und die hierzu erforderlichen Vorrichtungen 
zu treffen, bestimmt der Reichskanzler oder mit seiner Genehmigung der Gouverneur. 
§ 48. 
In einem gemeinen Felde ist der Bergbautreibende befugt, Edelmineralien beim Abbau eines 
gemeinen Minerals insoweit mitzugewinnen, als sie nach Entscheidung der Bergbehörde mitgewonnen 
werden müssen. 
Die Bergbehörde entscheidet, ob der wirthschaftliche Werth der Gesammtablagerung vorwiegend in 
dem Vorhandensein der Edelmineralien beruht; in diesem Falle ist das gemeine Feld oder ein entsprechender 
Theil desselben durch die Bergbehörde in ein Edelmineral-Bergbaufeld umzuwandeln. 
§ 49. 
Steht das Recht zur Gewinnung edler und gemeiner Mineralien innerhalb derselben Feldesgrenzen 
verschiedenen Bergbautreibenden zu, so hat jeder Theil das Recht, bei der Gewinnung seiner Mineralien 
auch diejenigen des anderen Theiles mitzugewinnen. Die mitgewonnenen, dem anderen Theile zustehenden 
Mineralien müssen jedoch dem letzteren auf sein Verlangen gegen Erstattung der Gewinnungs- und 
Förderungskosten herausgegeben werden. 
§ 50. 
Der Bergbautreibende ist befugt, die Abtretung des zu seinen bergbaulichen Zwecken (§8 44 bis 49 
ersorderlichen Grund und Bodens nach näherer Vorschrift der §§ 60 bis 66 zu verlangen. 
8 51. 
Der Bergbautreibende ist verpflichtet: · 
1. binnen einer von der Bergbehörde zu bestimmenden Frist die Grenzen seines Feldes für 
Jedermann kenntlich zu machen, sofern das Feld nicht schon gemäß § 39 Absatz 1 abgegrenzt ist, 
2. über die Förderung Buch zu führen. 
Die Vorschriften über die Art der Kenntlichmachung der Grenzen und über die Einrichtung der 
Buchführung werden von der Bergbehörde erlassen. Dieselbe kann bestimmen, daß der Bergbautreibende 
noch weitere Nachweisungen über den Betrieb und die Förderung beizubringen hat. * 
Die Bergbehörde ist befugt, von den über die Förderung geführten Büchern jederzeit Einsicht 
zu nehmen.
        <pb n="873" />
        — 731 — 
§ 52. 
Genügt der Bergbautreibende einer der ihm auf Grund des § 51 auferlegten Verpflichtungen 
nicht, so kann die Bergbehörde eine Ordnungsstrafe bis zur Höhe von 300 Rupien über ihn verhängen. 
Unterbleibt trotzdem die Erfüllung der Verpflichtung binnen einer von der Bergbehörde bestimmten Frist, 
so kann die Löschung des Bergbaufeldes nach Maßgabe des § 58 erfolgen. 
53. 
Der Gouverneur kann anordnen, daß die von den Bergbautreibenden oder von bestimmten Berg- 
bautreibenden mit der Buchführung über die Förderung oder mit der Fertigung der sonst vorgeschriebenen 
Nachweisungen beauftragten Personen auf eine gewissenhafte Erfüllung dieser Pflicht zu vereidigen sind. 
* 54. 
Der Bergbautreibende hat eine jährliche Feldessteuer zu bezahlen. 
Die Feldessteuer beträgt: 
a) für Edelmineral-Bergbaufelder 20 Rupien für je ein Hektar der ersten hundert Hektar, 
b) für gemeine Bergbaufelder 1 Rupie für je ein Hektar der ersten fünfhundert Hektar, 
mindestens jedoch 20 Rupien für jedes Bergbaufeld. 
Die Feldessteuer erhöht sich je für die folgenden hundert bezw. fünfhundert Hektar derart, daß 
1. bei getrennten, im Betriebe befindlichen Bergbaufeldern desselben Bergbautreibenden für das Hektar 
ein Viertel, 
2. bei getrennten, nicht im Betriebe befindlichen Bergbaufeldern desselben Bergbautreibenden und bei 
zusammengelegten Bergbaufeldern (§8§ 34, 43) für das Hektar die Hälfte der vorstehend unter a 
und b für das Hektar festgesetzten Feldessteuer hinzutritt. 
Erstreckt sich bei getrennten Bergbaufeldern desselben Bergbautreibenden die Feldessteuer auf in 
und außer Betrieb befindliche Felder, so ist die Steuer für sämmtliche Felder in der Weise gemeinschaftlich 
zu berechnen, daß die außer Betrieb befindlichen Felder mit ihren eigenen Steuersätzen der Berechnung der 
Steuer für die im Betriebe befindlichen Felder angeschlossen werden. 
Die Feldessteuer ist halbjährlich im Voraus zum 31. März und 30. September zu bezahlen. 
Für das erste Halbjahr wird sie in Monatsantheilen vom Beginne desjenigen Monats an, in welchem die 
Feldesumwandlung (88 30, 319) stattgefunden hat, berechnet. 
, 55. 
Der Bergbautreibende hat ferner eine Förderungsabgabe zu entrichten. Dieselbe beträgt 1½/ pCt. 
von dem Werthe, welchen die Bergwerkserzeugnisse vor weiterer Verarbeitung auf dem Bergwerke haben. 
Die Zahlung erfolgt halbjährlich bis zu den im § 54 genannten Terminen jedesmal für dasjenige 
Steuerhalbjahr, welches dem mit dem Zahlungstermin ablaufenden vorausgegangen ist. 
8 66. 
Uebersteigt die nach dem § 55 von dem Bergbautreibenden zu zahlende Förderungsabgabe den 
Betrag der von ihm zu entrichtenden Feldessteuer (§ 54), so ist der Ueberschuß der Förderungsabgabe bis 
zur Höhe des Mehrbetrags auf die Feldessteuer in Anrechnung zu bringen. 
857. 
Wer mit der Zahlung fälliger Feldessteuern oder Förderungsabgaben länger als zwei Monate 
5 Verzuge bleibt, verwirkt die Zahlung einer Zuschlagsabgabe in Höhe von einem Viertel des fälligen 
etrages. 
Die Bergbehörde fordert den Säumigen, sofern sein Wohn- oder Aufenthaltsort bekannt ist, durch 
Zuschrift, anderenfalls durch öffentliche Bekanntmachnng unter Hinweis auf die in dieser Verordnung 
bestimmten Folgen zur Zahluͤng auf. 
8 58. 
Erfolgt die Zahlung der fälligen Abgabe und des nach § 57 verwirkten Zuschlags binnen weiterer 
vier Monate nicht, so wird das Bergbaufeld nach Maßgabe der folgenden Vorschriften im Bergwerks- 
verzeichnisse gelöscht. 
Die Bergbehörde beschließt die Löschung. Die Löschung kann erst vollzogen werden, wenn eine 
erhobene Beschwerde zurückgewiesen oder der Beschluß während der Beschwerdefrist nicht angegriffen worden 
ist. Die erfolgte Löschung des Bergbaufeldes wird öffentlich bekannt gemacht. 
959. 
Das Gebiet eines gelöschten Bergbaufeldes ist für jeden Schürfer wieder geöffnet.
        <pb n="874" />
        — 732. — 
IV. von den Rechtsverhältnissen zwischen den Bergbautreibenden und den 
Grundbesitzern. 
A. Von der Grundabtretung. 
- §60. 
Insoweit für den Betrieb des Bergbaus einschließlich der zugehörigen, vom Bergbautreibenden 
herzustellenden Aufbereitungs= und Verhüttungsanlagen, Hülfsbaue und Wassernutzungsanlagen (88 44 bis 
49) die Benutzung eines fremden Grundstücks nothwendig ist, ist der Bergbautreibende befugt, die Abtretung 
des Grundstücks zu verlangen. Die Abtretung darf nur aus überwiegenden Gründen des öffentlichen 
Interesses versagt werden. 
Zur Abtretung des mit Wohn-, Wirthschafts= oder Betriebsgebäuden bebauten Grund und Bodens 
und der damit in Verbindung stehenden eingefriedigten Hofräume und Gartenanlagen kann der Grund- 
besitzer gegen seinen Willen nicht angehalten werden. 
. §61. 
Der Bergbautreibende ist verpflichtet, dem Grundbesitzer für die entzogene Nutzung jährlich im 
Voraus vollständige Entschädigung zu leisten und das Grundstück nach beendigter Benutzung zurückzugeben. 
Tritt durch die Benutzung eine Werthminderung ein, so muß der Bergbautreibende bei der Rück- 
gabe den Minderwerth ersetzen. Für die Erfüllung dieser Verpflichtung kann der Grundbesitzer schon bei 
der Abtretung des Grundstücks die Bestellung einer angemessenen Sicherheit verlangen. Auch ist der Eigen- 
thümer des Grundstücks in diesem Falle zu fordern berechtigt, daß der Bergbautreibende, statt den Minder- 
werth zu ersetzen, das Eigenthum des Grundstücks erwirbt. 
l62. 
Wenn feststeht, daß die Benutzung des Grundstücks länger als drei Jahre dauern wird, oder wenn 
die Benutzung nach Ablauf von drei Jahren noch fortdauert, so kann der Grundeigenthümer verlangen, 
daß der Bergbautreibende das Eigenthum des Grundstücks erwirbt. 
8 63. 
Können sich der Bergbautreibende und der Grundbesitzer über die Grundabtretung nicht gütlich 
einigen, so entscheidet die Bergbehörde nach Anhörung beider Theile darüber, ob, in welchem Umfang und 
unter welchen Bedingungen der Grundbesitzer zur Abtretung des Grundstücks oder der Bergbautreibende 
zum Erwerbe des Eigenthums verpflichtet ist. 
Gegen die Festsetzung der Entschädigung und der Sicherheitsleistung findet die Beschwerde nicht statt. 
Ueber die Verpflichtung zur Abtretung eines Grundstücks ist der Rechtsweg nur in dem Falle 
zulässig, wenn die Befreiung von dieser Verpflichtung auf Grund des § 60 Absatz 2 oder eines besonderen 
Rechtstitels behauptet wird. 
8 64. 
Durch Beschreitung des Rechtsweges wird, wenn dieselbe nur wegen der Festsetzung der Entschädi- 
gung oder der Sicherheitsleistung erfolgt, die Besitznahme nicht aufgehalten, vorausgesetzt, daß die festgesetzte 
Entschädigung gezahlt oder bei verweigerter Annahme an zuständiger Stelle hinterlegt oder die Sicherheits- 
leistung erfolgt ist. 
§ 65. 
Die Kosten des Zwangsabtretungsverfahrens hat für die erste Instanz der Bergbautreibende, für 
die Beschwerdeinstanz der unterliegende Theil zu tragen. 
8 66. 
Die Benutzung unbebauten Kronlandes steht dem Bergbautreibenden so lange ohne Entgelt frei, 
als nicht der Gouverneur für bestimmte Bezirke besondere Vorschriften über die Bedingungen der Benutzung 
erlassen hat. 
B. Von dem Schadensersatze für Beschädigungen des Grundeigenthums. 
867. 
Der Bergbautreibende ist verpflichtet, für allen Schaden, welcher dem Grundeigenthum oder dessen 
Zubehörungen durch den Betrieb des Bergbaus (§ 60) zugefügt wird, Ersatz zu leisten. 
8 68. 
Der Anspruch auf Ersatz eines durch den Bergbau verursachten Schadens (§ 67) verjährt in drei 
Jahren von dem Zeitpunkt ab, in welchem der Beschädigte von dem Schaden und der Person des Ersah— 
pflichtigen Kenntniß erlangt, ohne Rücksicht auf diese Kenntniß in dreißig Jahren von der Vornahme der 
schädigenden Handlung an.
        <pb n="875" />
        — 733 — 
V. von dem derhältnisse des Schürfers im Schürffeld und des Bergbautreipenden 
zuu össentlichen Verkekrsanstalten. 
8 68. 
· Gegen die Ausführung von Straßen, Eisenbahnen, Kanälen und anderen öffentlichen Verkehrs- 
mitteln, zu deren Anlegung dem Unternehmer das Enteignungsrecht beigelegt ist, steht dem Schürfer und 
dem Bergbautreibenden ein Widerspruchsrecht nicht zu. . 
Vor Feststellung der solchen Anlagen zu gebenden Richtung sind diejenigen, über deren Felder 
dieselben geführt werden sollen, seitens der zuständigen Behörde darüber zu hören, in welcher Weise unter 
möglichst geringer Benachtheiligung des Betriebes die Anlage auszuführen sei. 
8 70. 
War der Schürfer im Schürffeld oder der Bergbautreibende zu dem Betriebe früher berechtigt, 
als die Genehmigung der Anlage (§ 69) ertheilt ist, so hat er gegen den Unternehmer der Anlage einen 
Anspruch auf Schadensersatz. Ein Schadensersatz findet nur insoweit statt, als entweder die Herstellung 
sonst nicht erforderlicher Anlagen in dem Felde oder die sonst nicht erforderliche Beseitigung oder Verände- 
rung bereits vorhandener Anlagen nothwendig ist. 
Können sich die Betheiligten über die zu leistende Entschädigung nicht gütlich einigen, so erfolgt 
deren Festsetzung nach Anhörung beider Theile und mit Vorbehalt des Rechtsweges durch die Bergbehörde. 
Die Entscheidung der Bergbehörde ist vorläufig vollstreckbar. 
VI. von der Bergpolizei. 
. 
Die polizeiliche Aufsicht über die von Schürfern und Bergbautreibenden ausgeführten Arbeiten 
wird von der Bergbehörde geführt. 
Die Aussicht erstreckt sich auf 
die Sicherheit der Baue, 
die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter, 
den Schutz der Oberfläche im Interesse der persönlichen Sicherheit und des öffentlichen Verkehrs, 
den Schutz gegen gemeinschädliche Einwirkungen des Betriebes. 
" 8 72. 
Die erforderlichen polizeilichen Vorschristen werden von dem Gouverneur nach Maßgabe der Ver- 
fügung des Reichskanzlers, betreffend die Ausübung konsularischer Befugnisse und den Erlaß polizeilicher 
und sonstiger die Verwaltung betreffender Vorschriften in Deutsch-Ostafrika, vom 1. Januar 1891 erlassen. 
VII Strafbestimmungen. 
§ 73. 
Mit Geldstrafe bis zu dreitausend Rupien oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten wird, sofern 
nicht nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, bestraft: 
1., wer unbefugt ein Schürffeld absteckt, · 
2. wer eine Schürftafel oder ein Grenzzeichen eines fremden Schürf- oder Bergbaufeldes in der Absicht, 
eeinem Anderen Nachtheil zuzufügen, wegnimmt, vernichtet, unkenntlich macht oder verrückt, 
3. wer unbefugt in einem fremden Schürf= oder Bergbaufeld anstehende Mineralien in der Absicht 
wegnimmt, sich dieselben anzueignen, 
4. wer bei Ausübung seiner Bergbauberechtigung wissentlich die Grenzen seines Feldes überschreitet, 
5. wer bei der Buchführung über die Förderung oder in den von der Bergbehörde sonst erforderten 
Nachweisungen wissentlich unrichtige Eintragungen oder Angaben macht. 
874. 
Mit Geldstrafe bis zu dreihundert Rupien und im Unvermögensfalle mit Hast wird bestraft: 
wer den Vorschriften des § 7, des § 27 Absatz 2, 3, des § 28 oder des § 29 zuwiderhandelt, 
wer unbefugt in einem fremden Schürf= oder Bergbaufelde Schürf= oder Bergbauarbeiten vornimmt, 
wer bei Ausübung seiner Bergbauberechtigung aus Fahrlässigkeit die Grenzen seines Feldes überschreitet, 
wer bei Absteckung seines Schürf= oder Bergbaufeldes die zulässige Feldesgröße um mehr als zehn 
Prozent überschreitet. 
— 
VIII. Schlußbestimmungen. 
875. · » 
Beamten und Militärpersonen des Schutzgebictes ist ohne behördliche Genehmigung das Schürfen 
und der Bergwerksbetrieb im Schutzgebiete untersagt. An den von solchen Personen durch Schürfarbeiten
        <pb n="876" />
        — 734 — 
oder durch Bergwerksbetrieb gewonnenen Mineralien (§ 1) erwirbt der Landesfiskus das Eigenlhum mit 
der Förderung. Auf Funde, die von solchen Personen gemacht werden, findet diese Vorschrift entsprechende 
Anwendung. · 
§76. 
Der Reichskanzler und mit seiner Genehmigung der Gouverneur ist bis auf Weiteres besugt, 
besondere Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse an den in ausgehändigten Vermessungsurkunden (§ 41 
Absatz 2) bezeichneten Bergbaufeldern zu treffen, insbesondere über den Erwerb, die dingliche Belastung, 
die Zwangsvollstreckung und die Löschung (8§ 52, 58). · 
» 877. 
Der Reichskanzler oder mit seiner Genehmigung der Gouverneur hat die zur Ausführung dieser 
Verordnung erforderlichen Bestimmungen zu erlassen, insbesondere zu bestimmen, welche Behörden die der 
Bergbehörde zugewiesen Geschäfte wahrzunehmen und über Beschwerden zu entscheiden haben. 
8 78. 
Der Reichskanzler ist ermächtigt, zu bestimmen, daß die Vorschriften dieser Verordnung auch auf 
andere als die im § 1 aufgeführten Mineralien Anwendung finden. 
§ 79. 
Die Verordnung des Gouverneurs, betreffend das Schürfen in Deutsch-Ostafrika, vom 25. Sep- 
tember 1895 wird aufgehoben. 
Eine auf Grund der bezeichneten Verordnung ertheilte Schürferlaubniß bleibt bis zu ihrem Ablauf 
in Kraft. 
Ein auf Grund einer solchen Erlaubniß gemachter und der Behörde nach Vorschrift des § 11 der 
bezeichneten Verordnung angezeigter Fund giebt dem Schürfer als Finder das Recht, binnen einer vom 
Gouverneur bestimmten Frist ein die Fundstelle einschließendes Schürffeld nach Maßgabe der §88 15 bis 28 
dieser Verordnung mit der Wirkung abzustecken, daß während der Frist von Dritten Schürffelder nur 
unbeschadet dieses Rechtes des Finders abgesteckt werden können. 
1 § 80. 
Der Zeitpunkt, mit welchem diese Verordnung für das Küstengebiet, dessen Zubehörungen, die Insel 
Mafia und das Gebiet des Kaiserlichen Schutzbriefes in Kraft tritt, wird durch den Reichskanzler bestimmt. 
In den übrigen Theilen des Schutzgebietes tritt die Verordnung mit dem Tage der Verkündi- 
gung in Kraft. « 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Potsdam Stadtschloß, den 9. Oktober 1898. 
(L. S.) Wilhelm. 
Fürst zu Hohenlohe. 
—— 
. 
— — —— — 
Verordnungen und Witkheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Nunderlaß an die Bezirks= und Bezirksnebenämter, die Hauptzollmmter und die 
Zollämter 1. und 2. Klasse in Deutsch-Ostafrika. 
Vom 1. Oktober d. Is. ab wird der Ausfuhrzoll für Getreide wieder auf die ursprünglichen Sätze 
herabgesetzt. Demnach sind vom genannten Tage ab für Waaren, der Ausfuhrtarif-Positionen 17 bis 20 
anstatt 30, 40 bezw. 80 Pesa für 100 1p8 englisch nur 15, 20 bezw. 40 Pesa zu erheben. Der Rund- 
erlaß vom 21. Januar d. Is. wird hierdurch außer Kraft gesetzt. 
Dar-es-Saläm, den 2. September 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Liebert. 
  
Verordnung, betreffend die Erhebung von Einfuhrzöllen im Schutzgebiet Kamerun. 
Unter Aufhebung: 
1. der Verordnung vom 8. November 1887, betreffend Aufhebung der bisherigen Ausfuhrzölle und 
die Erhebung von Einfuhrzöllen, 
2. der Verordnung vom 8. November 1887, betreffend die Ausführung der Verordnung über die 
Erhebung und Rückvergütung der Zölle,
        <pb n="877" />
        — 735 — 
3. der Verordnung, betreffend die Abänderung des Zolltarifs vom 26. Mai 1891 nebst Zusatz 
Verordnung vom 7. Juli 1891, 
4. de — vom 21. November 1891, betreffend die Erhebung eines Einfuhrzolles von 
eweben 2c 
5. der Bekanntmachung vom 17. März 1892, betreffend die Verzollung von Geweben, 
6. der Verordnung vom 3. Oktober 1893, betreffend Abänderung des § 7 der Verordnung vom 
8. November 1887 über die Erhebung der Zölle in Kamerun, 
verordnet hiermit der Kaiserliche Gouverneur, wie folgt: 
81. 
Innerhalb des Schutzgebiets Kamerun werden Einfuholl nach Maßgabe des beigefügten Zoll- 
tarifs erhoben. 
82. 
Der neue Zolltarif tritt mit dem 1. März 1899 in Kraft. 
88. 
Die am 1. März 1899 vorhandenen Bestände der in Gemößheit des neuen Zolltarifs mit einem 
spezisischen Zoll belegten, schon vor dem bezeichneten Termin in das Schutzgebiet eingeführten Waaren 
unterliegen der Nachverzollung nach Maßgabe des neuen Tarifs in der Weise, daß die Differenz der alten 
und der neuen Zollsätze, so weit die letzteren höher sind als die ersteren, nachträglich entrichtet wird. 
8 4. 
Die im Schutzgebiet ansässigen Firmen und Händler, welche außerhalb des Schutzgebiets an der 
westafrikanischen Küste Handelsniederlassungen besitzen, haben Anspruch auf Rückvergütung des im Schutz- 
gebiete erhobenen Zolles, falls sie innerhalb eines Jahres verzollte Waaren aus dem Schutzgebiete über 
See nach diesen ihren Handelsniederlassungen wieder ausführen. Die Entscheidung darüber, ob die Letzteren 
als Niederlassungen derselben Firma oder desselben Händlers anzusehen sind, bleibt dem Gouvernement 
vorbehalten; dasselbe kann die Rückvergütung auch eintreten lassen, wenn jene Niederlassungen nicht den- 
selben Namen oder dieselbe Firma führen, wie das wiederausführende Geschäft. 
Beil den unter Ziffer 1 des Zolltarifs aufgeführten Spirituosen findet die Rückvergütung nur statt, 
wenn dieselben in der Zwischenzeit im Zollverschluß (plombirt) geblieben sind. 
§ 5. " 
Die Ausführung der obigen Bestimmungen wird durch besondere Verordnung geregelt. 
Kamerun, den 1. November 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
v. Puttkamer. 
Zolltarif. " 
Spirituen: Rum, Genever, Spiritus und sonstige alkoholhaltige Flüssigkeiten, welche weder süß 
noch mit einer Substanz gemischt sind, durch welche die Feststellung des Alkoholgehaltes durch den 
Alkoholometer verhindert ist, bis 49 pCt. Tralles für das Liter . 0,50 Mark, 
— 
für jedes pCt. Tralles mehr ein Zuschlagszoll podpo . 0,05 
für Rum, Genever, Spiritus und sonstige alkoholhaltige Flüssigreiten, welche gesüßt 
sind oder Zusätz enthalten, die die Feststellung des Alkoholgehalts durch! den Mlkoholo- 
meter verhindern, also z. B. alle Liköre, für das Liter . .0,60- 
2.Fruekwassen1ederGattungdasStuck... ..........2,50- 
3. Pulver, gewöhnliches und anderes, das 18 015 = 
4. Tabak, unverarbeiteter, das 6 .. ............. 050 - 
5. Salz, bie Tonne . .. ................ 10, 00 
6. Reis, das t 0.02 
7. von allen anderen, einem spezifischen Zoll nicht unterliegenden Waaren 5 pct. vom Werth. 
Als Werth gilt der Fakturawerth des Verzollungshafens, einschließlich Fracht und Spesen. 
Kann über einzuführende Waaren eine Faktura nicht vorgelegt werden, so ist ihr Verzollungswerth vom 
Verzoller im Einvernehmen mit dem Zollamt zu ermitteln und zu deklariren. 
Zollbefreiungen. 
1. Waaren und Güter, welche in Seenoth oder Havarie an Land gebracht werden, vorausgesetzt, daß 
dieselben wieder ausgeführt werden.
        <pb n="878" />
        — 736 — 
Alle dem Kaiserlichen Gouvernement gehörigen und für dasselbe bestimmten Waaren und Güter. 
Alle Ausrüstungsstücke der europäischen Beamten des Kaiserlichen Gouvernements, der Offiziere und 
Unteroffiziere der Kaiserlichen Schutz= und Polizeitruppe, sowie von orschungsusfenden, welche im 
amtlichen Auftrage oder im Interesse des Schutzgebiets reisen. 
Gewehre und Revolver, welche nicht auf Grund reglementsmäßiger Bestimmungen, zur dienst- 
lichen Ausrüstung von Beamten und Offizieren gehören oder durch Verfügung des Kiserlichen 
Gouverneurs als für die Ausrüstung von Forschungsreisenden nothwendig anerkannt werden, fallen 
nicht unter diese Ausnahmen. 
4. Reisegeräth, Kleidungsstücke, Wäsche sowie Verzehrungsgegenstände, welche Reisende zu ihrem eigenen 
Gebrauch mit sich führen. 
5. Haushaltungsgegenstände, Möbel, Handwerkszeug und Geräthschaften zur Urbarmachung des Bodens, 
welche einwandernde Personen zum Zwecke dauernder Niederlassung für ihren eigenen Bedarf 
einführen. 
6. Alle Maschinen und Geräthe zum Plantagenbetrieb, zu industriellen Anlagen, zum Wege-, Brücken- 
und Hausbau, soweit sie nicht zum Weiterverkauf bestimmt sind. 
7. Alle Sämereien und die zum Anbau bestimmten Gewächse jeder Art. 
8. Sämmtliches Material zur Anlage und zum Betriebe von Feld= und Eisenbahnen, desgleichen alle 
Transportmittel zu Wasser und zu Lande. 
9. Physikalische, medizinische und andere wissenschaftliche Instrumente, welche nicht zu Handelszwecken 
eingeführt werden, sowie Arzneien, Bücher, Zeitungen, Drucksachen, Muster und Kunstgegenstände, 
photographische Apparate nebst Zubehör. 
10. Sämmtliche Gegenstände, welche von christlichen Missionen und gemeinnützigen Gesellschaften eingeführt, 
unmittelbar den Zwecken des Gottesdienstes, der Erziehung, des Unterrichts und der Krankenpflege dienen. 
11. Lebende Hausthiere. 
12. Leere Fässer (Schoben) und Säcke, zum Füllen mit Landeserzeugnissen. 
13. Bau= und Nutzholz zum Hausbau, sowie alle übrigen Baumaterialien als Bausteine, Erden, Kalke, 
Cement, Träger, Wellblech, Dachpappen, fertige Häuser und dergleichen mehr. 
14. Steinkohlen. 
—. 
Verordnung, betreffend die Ausführung der Verordnung über die Erhebung von 
Einfuhrzöllen im Schutzgebiet Kamerun vom 1. November 1898. 
Zur Ausführung der Verordnung vom 1. November 1898. betreffend die Erhebung von Einfuhr= 
zöllen im Schutzgebiet Kamerun verordnet der kaiserliche Gouverneur, wie folgt: 
81. 
Spätestens bis zum 1. April 1899 haben sämmtliche im Schutzgebiet ansässigen Firmen und 
Händler bei der Zollstelle ihrer Niederlassung ein Verzeichniß nach dem beigefügten Muster (A) einzureichen 
über diejenigen noch nach dem alten Zolltarif verzollten und am 1. März 1899 noch in ihrem Besih 
gewesenen, nach dem neuen Zolltarif einem spezifischen Zoll unterworfenen Waaren, sofern sich danach ein 
höherer als der bisherige Zollbetrag berechnet. 
Das vorzulegende Verzeichniß muß von einer nach dem beigefügten Muster (A) abgefaßten Ver— 
sicherung begleitet sein. g 
82. 
Die auf Grund dieses Verzeichnisses noch nachträglich zu entrichtenden Bollbeträge müssen spätestens 
bis zum 1. Januar 1900 bezahlt sein. 
83. 
Vom 1. März 1899 ab hat innerhalb des Schutzgebietes jeder Empfänger zollpfllchtiger Wadren 
binnen 3 Tagen vom Empfange an ein schriftliches Verzeichniß derselben in doppelter Ausfertigung sowie 
ein Exemplar des betreffenden Konnossements und der dazu gehörigen für den Verzollungshafen aus- 
gestellten Fakturen der zuständigen Zollstelle einzureichen. 
Das Verzeichniß muß die nach dem beigefügten Muster abgefaßte Versicherung enthalten ( (Anlage B). 
8 4. 
Der Zoll ist in deutscher Reichswährung bei dem zuständigen Zollamt gegen schriftliche Qutttung 
zu entrichten. Der Zollbetrag kann bis zu zwei Monaten gestundet werden. Bis zur erfolgten Bezahlung 
des Zolls haften die Waaren für den auf ihnen ruhenden Zoll. 
5. 
Die Nichteinhaltung der in S§§ 1, 3 und 1 bestimmten Fristen wird mit einer Ordnungsstrafe 
bis zu 100 Mark geahndet, welche von dem Bezirksamtmann des Bezirks, in welchem die betreffende
        <pb n="879" />
        — 737 — 
Firma bezw. der betreffende Händler ansässig ist, verhängt wird. Gegen die Strasverfügung ist Beschwerde 
an den Gouvemeur zulässig. 
Von Verhängung einer Strafe ist abzusehen, wenn nachgewiesen wird, daß die Einhaltung der 
Frist unmöglich war. Eine bereits verhängte Strafe ist in diesem Falle wieder aufzuheben. 
86. 
Sind Gründe für den Verdacht der Zollhinterziehung vorhanden, die eine Einsichtnahme der 
Geschäftsbücher und Lagerbestände einer Firma durch einen Zollbeamten erforderlich erscheinen lassen, so ist 
dafür allein der Zollverwalter oder dessen Stellvertreter zuständig. 
87. 
Die Zollinhaltserklärungen zu den mit der Post eingehenden Packeten werden durch die empfan- 
genden Postanstalten den betreffenden Zolldienststellen eingereicht. Letztere geben die keine zollpflichtigen 
Waaren enthaltenden Packete sofort frei, während sie die zollpflichtigen Packete von den Postanstalten 
übernehmen und gegen Abgabe der Begleitadressen und nach Zahlung der Zollbeträge den Empfängern 
aushändigen. 
* 8. 
Jede Zollhinterziehung wird mit Geldstrafe im 50 fachen Betrage des hinterzogenen Zolles, sowie 
mit Einziehung der hinterzogenen Waaren geahndet. Kann der Beschuldigte jedoch nachweisen, daß eine 
Zollhinterziehung nicht beabsichtigt gewesen ist, oder Saß eine solche nicht hat verübt werden können, so 
tritt nur eine Ordnungsstrafe ein. 
Eine uneinbringliche Geldstrafe ist, wenn die erkannte Strafe nicht den Betrag von 600 Mark und 
die an ihre Stelle tretende Freiheitsstrafe nicht die Dauer von 6 Wochen übersteigt, in Haft, anderenfalls 
in Gefängnißstrafe von höchstens 3 Monaten umzuwandeln. 
Die Strafverfügung wird vom Kaiserlichen Gouverneur erlassen. 
§ 9. 
Wer auf Grund des § 4 der Verordnung vom 1. November 1898, betreffend Erhebung von 
Einfuhrzöllen im Schutzgebiet, die Rückvergütung des Zolles beantragt, hat diesen Antrag so zeitig bei 
dem zuständigen Zollamt einzureichen, daß eine zollamtliche Kontrole und die Einholung der Entscheidung 
des Gouverneurs möglich ist. 
Spätestens 3 Tage vor Verschiffung der Waaren ist ein vollständiges Verzeichniß der wieder- 
ausgeführten Waaren in doppelter Ausfertigung unter Angabe des früher entrichteten Zolles, des Tages 
der Verschiffung, des Namens des Schiffes, mit welchem die Wiederausfuhr erfolgen soll, des Namens der 
Handelsniederlassung, des Bestimmungsortes, sowie je ein Exemplar des Konnossements und der Fakturen 
einzureichen. 
Dem Verzeichniß ist eine nach beifolgendem Muster abgefaßte Versicherung (Anlage C) beizusügen. 
8 10. 
Zuständig sind zur Entgegennahme der Anzeigen gemäß §§ 1 und 8 dieser Verordnung das 
Hauptzollamt Kamerun bezw. für den Norden das Zollamt Viktoria und für den Süden das Zollamt Kribi. 
Die regelmäßigen Deklarationen gemäß § 3 dieser Verordnung sind gleichfalls bei den genannten 
Zollämtern, von den im Bereiche der Zollstationen Rio del Rey und Campo ansässigen Firmen jedoch an 
diese Zollstationen einzureichen. Die Zollstationen befördern die Verzeichnisse sammt Belägen nach Prüfung 
alsbald an die Zollämter Viktoria bezw. Kribi. 
Die Einzahlung der Zölle hat bei dem Hauptzollamt Kamerun bezw. bei den Zollämtern Viktoria 
und Kribi und mit Genehmigung des Gonverneurs auch bei der Legationskasse iu Berlin zu erfolgen. 
11. 
Die Einziehung der Forderungen der Zollverwaltung kann im Verwaltungs-Zwangsverfahren in 
sinngemäßer Anwendung der in Preußen geltenden Vorschriften erfolgen. 
12. 
Beschwerden gegen Verfügungen der Zollämter bezw. Bezirksämter gehen an den Keiserlichen 
Gonverneur. « 
Gegen die Entscheidungen des Gouverneurs ist Beschwerde an den Reichskanzler zulässig, die durch 
Vermittelung des Gouverneurs einzureichen ist. 
Kamerun, den 1. November 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
v. Puttkamer.
        <pb n="880" />
        — 738 — 
Formular A. 
Ich, der Endesunterzeichnete, Vertreter des Hauses * in . 
erkläre hiermit, daß ich — das von mir vertretene Haus — am 1. März 1899 am hiesigen Plotze 
nur die nachfolgenden Bestände an Waaren, die einem höheren spezifischen Zoll als bisher unterworfen 
sind, hatte: 
  
  
—. . ... — ÊÔsp — — —— — — í — 
— — — — — — —. — 
Bezeichnun Angabe « Nach 
der Sie#t Zollbetras den neuen huarf 
Waaren, welche bereits nach dem alten nach Maß nach # aalsene 
Zolltarif verzollt sind. und Gewicht. dem alten Zollsatz. 1 
Mark. Pf. 
  
  
  
  
  
Wohnsitz des Vertreters und Datum. 
Unterschrift des Vertreters oder Erklärenden. 
NB. Die Maße und Gewichte sind nach den Bezeichnungen des Zolltarifs bezw. nach Metern anzugeben. 
Formular B. 
Ich, der Endesunterzeichnete, Vertreter des Hauses in 
erkläre hiermit, daß ich am 18 mit den Schiffe an zoll- 
pflichtigen Waaren nicht mehr empfangen habe, als die nachbezeichneten Bestände, und daß die beiliegenden 
Falturen den Preisen entsprechen, zu welchen die darin bezeichneten Waaren einschließlich der Fracht und 
Spesen bis zum Verzollungshafen mir von dem von mir vertretenen Hause thatsächlich in Rechnung 
gestellt sind. 
— — 
— — 
Angabe 
Angaben der des Gesammtwerths 
Waaren. Quantität nach Maß, Jnach den für den Ver- Bollbetrag 
Gewicht oder Stückzahl. zollungshafen ausge— 
stellten Falturen. Mark pjf. 
  
I. Ziffer 1 
2 
3 des 
4 Zolltarifs. (fällt bei 1— weg.) 
5 
6 1 
11. Nach Ziffer 7 des Tarifs zu 
verzollende sonstige Waaren. 
  
  
  
Wohnsitz des Vertreters und Datum. 
Unterschrift des Vertreters oder Erklärenden. 
JlI. Die Maße und Gewichte sind nach den Bezeichnungen des Zolltarifo beziehungsweise nach Metern anzugeben.
        <pb n="881" />
        — 739 — 
Formular C. 
  
  
  
Ich, der Endesunterzeichnete, Vertreter des Hauses in 
erkläre hiermit, daß ich die nachbezeichneten bei ihrer Einfuhr ins deutsche Schutzgebiet verzollten Waaren 
am 18 mit dem Schiffe 1 an die dasselbe Haus ver- 
tretende Firma in wieder verschiffen werde und zwar: 
Angabe 
Angabe der des Gesammtwerthes 
... . .. Zollbetrag 
Waaren. Quantität nach Maß, nach den für den Ver- 
Gewicht und Stückzahl.zollungshafen ausge- 
stellten Fakturen. Marr pf. 
I. Ziffer 1 6 
2 l 
3 des I 
4f Zolltarifs. (fällt bei 1—6 weg). - 
5 Z 
6 s 
II. Nach Ziffer 7 des Tarifs zu 
verzollende sonstige Waaren. 
  
  
  
Wohnsitz des Vertreters und Datum. 
Unterschrift des Vertreters oder Erklärenden. 
NB. Die Maße und Gewichte sind nach den Bezeichnungen des Zolltarifs beziehungsweise nach Metern anzugeben. 
Zusatz-Verordnung zu der Verordnung, betreffend den Ausschank und Verkauf 
von geistigen Getränken in Deutsch-Südwestafrika, vom 27. Mai 1895. 
Die durch § 4 letzten Absatz vorgeschriebene Zusatzgebühr von 12 Mark für den Hektoliter mit 
35 oder mehr Prozent Alkoholgehalt wird hierdurch aufgehoben. 
Windhoek, den 9. September 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez.) Leutwein. 
– — — — ——— — —— 
Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns der Marshall-Inseln, 
betreffend die Einführung von Steunern. 
Auf Grund der durch die Allerhöchste Verordnung vom 15. Oktober 1886 ertheilten Ermächtigung 
wird hierdurch für das Schutzgebiet der Marshall-Inseln bestimmt, was folgt: 
1. 
Die Eingeborenen haben als persönliche Steuern jährlich 360 000 Pfund (1 Pfund —= à3 Ko Tonne) 
Kopra zu liefern. 
Zum Zweck dieser Steuererhebung wird das Schutzgebiet in einzelne Steuerbezirke getheilt, welche 
die nachstehenden Beträge jährlich aufzubringen haben. 
a) der Atoll von Jalcit: 330 000 Pfund, 
br 2 - - Ebon . . ....60000 
C0) die Atolle und Inseln von Alinglaplan wwadjelin, Ujai, Lai und Lip 40 000 = 
i4) Insel Namorik . .........25000-
        <pb n="882" />
        — 740 — 
ccr) der Atoll von Mileu u 40000 Pfund, 
f) 11 Majerun.. 50000 
W - -Arno.... 50000 -- 
li) die Atolle Aur, Maloelab, Wotje, Ailuk und Udjirik. . . . 25000 — 
i) -Insel Mejit ..... .... . 10000- 
k)--Nauku. 30000- 
  
Zusammen..360000Pfund. 
In jedem Bezirk liegt das Einsammeln der Kopra bis zu einem von dem Kaiserlichen Landes- 
hauptmann jährlich festzusetzenden Zeitpunkt und an den von demselben bezeichneten Plätzen einem hierzu 
bestimmten Häuptling ob. 
Jeder dieser Häuptlinge erhält, sobald die von ihm gesammelte Kopra an den Bevollmächtigten 
des Landeshauptmanns abgeliefert ist, den dritten Theil ihres Werthes (das Pfund zu 4 Pfennig gerechnet) 
als Prämie ausgezahlt. 
–2. 
Die im Eigenthum nicht eingeborener Personen befindlichen Kokosnußpflanzungen werden einer 
Ertragsteuer unterworfen. Diese Steuer beträgt bis auf Weiteres für die Pflanzung auf Likieb 1000 Mark, 
für die Pflanzung auf Udjelang 125 Mark jährlich. 
8 3. 
Jeder männliche Bewohner des Schutzgebietes, welcher nicht als Eingeborener anzusehen ist und 
das sechzehnte Lebensjahr überschritten hat, hat eine persönliche Steuer im Betrage von 20 Mark jährlich 
zu entrichten. 
Die Angehörigen der Missionsgesellschaften sind hiervon ausgenommen. 
· 84. 
Die in den §§ 2 und 3 festgesetzten Steuern sind vierteljährlich im Voraus zu zahlen. 
8 5 
Diese Verordnung gilt als am 1. April 1898 in Kraft getreten. Die Verordnungen vom 28. Juni 
1888 und 17. April 1890, betreffend die Erhebung von persönlichen Steuern, treten außer Kraft. 
Jaluit, den 29. August 1898. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann a. i. 
(gez.) Brandeis. 
— - — — — —— — — —— 
Personalien. 
Haiserliche Schutgtruppen. 
A. K. O. vom 22. Oktober 1898. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
Herrmann, Hauptmann und Kompagniechef, mit dem 14. November 1898 aus der Schuttruppe aus- 
geschieden und mit dem 15. November 1898 unter Stellung à la suite der Schutztruppe bis 
auf Weiteres zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt kommandirt. 
Graf Fugger v. Glött, Sekondlieutenant, mit dem 12. November 1898, 
Passavant, Sekondlieutenant, mit dem 7. November 1898, — aus der Schutztruppe ausgeschieden. 
Der Sekondlieutenant Graf Fugger v. Glött ist mit dem 13. November d. Is. beim Königlich 
Bayerischen Infanterie-Regiment Pranckh und der Sekondlieutenant Passavant mit dem 8. November 
d. Is. beim Königlich Bayerischen 4. Infanterie-Regiment König Wilhelm von Württemberg wieder angestellt.
        <pb n="883" />
        741 
Nichtamtlicher Theil. 
  
Personal · Nachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Kaiserliche Gouverneur, Allerhöchst beauf- 
tragt mit den Funktionen des Kommandeurs der 
Schutztruppe, Generalmajor Liebert, der Kapitän 
Thomaschewski, der Hauptmann und Kompagnie- 
chef Matting, der Premierlieutenant Brosig, der 
Zahlmeisteraspirant Beyer, der Oberlazarethgehülfe 
Sieler, der Lazarethgehülfe Herkert und der 
Schreiber Schnitger sind mit Heimathsurlaub in 
Deutschland bezw. Neapel eingetroffen. 
  
Der Kalkulator Klotz ist nach Dar-es-Saläm 
abgereist. 
  
Der Oberbüchsenmacher Nickl, Feldwebel Jaenke 
und Sergeant Dorner haben die Wiederausreise in 
das Schutzgebiet angetreten. 
  
Ramernn. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer, 
der Forstassessor Dr. Plehn, der Stationsassistent 
  
Frhr. v. Lüdinghausen, der Aktuar Wistuba, 
der Zollaussichtsbeamte Gruschka, der Lazareth- 
gehülfe Peter und der Maschinist Traulsen sind 
in Kamerun eingetroffen. 
  
Der Finanzaspirant Darmstädter und der 
Monteur Castell sind nach Kamerun abgereist. 
  
Die Unteroffiziere Höpfl und Basner haben 
die Ausreise in das Schutzgebiet angetreten. 
—4 
Lüdwestafrika. 
Die überzähligen Feldwebel Herz und Schmidt, 
Sergeant Eckholdt, Unteroffizier Herz, Ober- 
lazarethgehülsfe Gudian, Gefreiter Prinz und 
Reiter Maschinsky sind mit Heimathsurlaub in 
Deutschland eingetroffen. 
  
  
Warshall-Inseln. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann a. i. Brandeis 
  
ist am 20. August in Jaluit eingetroffen. 
  
Rachrichten aus den deukschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Hltafrika. 
Tabakbau in Cstafrika. 
Im Hinterlande von Lindi hat Feldwebel Wiest 
bei dem Bache Kipindimbi, westlich vom Londo- 
plateau, eine Gegend gesunden, in der die Eingebo- 
renen einen verhältnißmäßig guten Tabak bauen. 
Die in 1 bis 1½ m Abstand regelmäßig gesetzten 
Pflanzen sollen gut aussehen. 
Aehnlicher Tabakbau wird auch am Fluluberge 
gefunden. Der Tabak wird gestampft und in Brote 
geformt, die etwa 5 Pfund schwer sind und die 
Form eines Kegelstumpfes haben. 
Es scheint so, als wenn diese Gegend noch einmal 
für Tabakbau in Frage kommen kann. 
Bericht des Bergassessors Dr. Dantz über die geologischen 
verhältnisse der Tanganpvika-Sone. 
Aus einem Bericht des dem Kaiserlichen Gou- 
vernement beigegebenen Bergassessors Dr. Danktz, 
welcher sich in die Tanganyika-Zone zum Studium 
der dortigen geologischen Verhältnisse begeben hatte, 
entnehmen wir das Folgende: 
Die landschaftlich wunderbar schönen Mlagarassi- 
Fälle (oberhalb Kassagme bis über Ngomga itole hin- 
aus) entstehen dadurch, daß die gewaltigen Wasser- 
massen des Flusses über unzählige Schwellen oder 
Platten des horizontal liegenden alten Feldspath- 
sandsteines gleiten, die Sandsteinplatten zum Theil 
unterwaschen, die losgelösten Blöcke abwärts rollen 
und in dieser Weise eine rückwärts einschneidende 
Vertiefung des Flußbettes vornehmen. 
  
Hunderttausende von Pferdekräften liegen hier 
zur Zeit unbenutzt und harren ihrer Ausnutzung zu 
irgend welchen industriellen Krast-) Zwecken. Durch 
Anlage von Turbinen und Hochstromleitungen können 
diese Kräfte für einen Umkreis von vielen Meilen 
nutzbar gemacht werden.
        <pb n="884" />
        Asambara - Cisenbahn. 
Die Einnahmen der Usambara-Bahn zeigen eine 
erfreuliche Steigerung. So haben die Betriebs- 
einnahmen im Monat September d. Is. nicht weniger 
als 5413 Rupien betragen. 
  
Ramerun. 
Hissenschaftliche Lammlungen. 
Der Direktor des botanischen Gartens in Victoria, 
Dr. P. Preuß, hat der zoologischen Sammlung des 
Königlichen Museums für Naturkunde in Berlin eine 
Sendung Naturalien zugehen lassen, die folgende 
Obiekte enthielt: 
44 Sänugethierfelle mit Schädeln, 
119 Vogelbälge, 
15 Reptilien und Amphibien, 
80 kleine Meeresfische in 9 Arten, 
1 Vogelspinne, 
3 Tausendfüßler, 
180 Krebse in 20 Arten, 
8 Gläser mit Mollusken in Alkohol, 
einige Würmer, 
16 Aktinien, 
1 Holothurie. 
Die Konservirung sämmtlicher Thiere ist gut. 
Unter den Säugethieren sind fünf Arten Affen, von 
denen zwei Arten der zoologischen Sammlung noch 
fehlten, eine neue und eine sehr seltene Art. Die mit- 
gesandte Ginsterkatze und die Schopfantilope beweisen 
das Vorkommen dieser Spczies in Nord-Kamerun. 
Manche der eingesandten Vogelarten war in der 
zoologischen Sammlung noch nicht vorhanden, darunter 
eine seltene Eule Lophostrix lettei, die bisher nur 
in einem Stück bekannt war, ferner ein neues 
Perlhuhn, welches Guttera sclateri und eine neue 
Schwalbengattung, die Lecythoplastes preussit 
benannt worden ist. Auch unter den Fischen sind 
mehrere recht werthvolle, vielleicht noch unbeschriebene 
Arten. Die Spinnen, Krebse und Mollusken waren 
sehr willkommen, da sie theils noch nicht in der 
Sammlung vorhanden waren, theils gutes Ersatz- 
material bildeten. Die Aktinien und Echinodermen 
waren die ersten, die aus Kamerun hergelangt sind. 
Togo. 
WMißsenschaftliche Kammlungen. 
Der Stationsleiter von Kete-Kratschi im Togo- 
lande, Graf Zech, hat der zoologischen Samm- 
lung des Berliner Museums für Naturkunde wie- 
derum eine Sendung Naturalien zugesandt, in der 
folgende Stücke enthalten waren: 
11 Säugethierbälge und mehrere Gläser 
mit Präparaten in Alkohol, 
  
1 
9 Vogelbälge, 
24 Schlangen, 
6 Eidechsen, 
45 Käfer, 
8 Orthopteren, 
25 Hemipteren, 
32 Divpteren, 
10 Hymenopteren, 
20 Insekten in Alkohol, 
21 Spinnen. 
Die Konservirung aller Thiere war vorzüglich. 
Die Säugethiere enthielten mehrere außerordentlich 
interessante Arten, welche für die Kenntniß der Togo- 
faung ganz neue Hinweise bieten. Besonders wichtig 
sind ein Hase, ein Igel, ein Pavian und mehrere 
Ratten. Diese Arten werden vermuthlich neu sein, 
zum Theil sind es Thierformen, die bisher nur von 
Ostafrika bekannt waren und in Togo in besonderen 
Abarten auftreten. Unter den Insekten befinden sich 
eine große Anzahl sehr kleiner Objekte, die von hohem 
wissenschaftlichen Werthe sind und bei genauer Unter- 
suchung voraussichtlich manche neue Art ergeben 
werden. 
Deuksch-Südwelkafrika. 
Verbältnisse in Züdwestafrika. 
Einem Berichte des Kommandos S. M. Kanonen- 
boot „Wolf“ vom 141. September d. Is. entnehmen 
wir Folgendes: 
Der Hafen Lüderitzbucht mit seinen Buchten 
ist ein ausgezeichneter Platz, um die Ausbildung der 
Besatzung in allen Dienstzweigen zu fördern. 
Kleinere Schiffe können sich einen Ankerplatz aus- 
suchen, welcher gegen alle Winde und Seegang schützt, 
größere dagegen sind dem Seegange und dem Wind, 
welcher von Nordnordwesten bis Nordnordosten 
kommt, ausgesetzt; doch sind Winde über Stärke 6 bis7 
aus dieser Richtung äußerst selten. Der Ankergrund 
ist vorzüglich. 
Lebendes Vieh ist durch Vermittelung der Schutz- 
truppe in guter Beschaffenheit und beliebiger Menge 
aus dem Innern zu erhalten, es erfordert aber einen 
Zeitraum von ungefähr 10 Tagen, bis die Thiere 
an der Küste eintreffen. 
Die Erdschwermessungen in Swakopmund haben 
mehr Zeit in Anspruch genommen, als vorauszusehen 
war. Die dazu nothwendigen astronomischen Zeit- 
bestimmungen waren des häufig bedeckten Himmels 
wegen nicht in der für den Aufenthalt festgesetzten 
Zeit zu erlangen. 
Die Abreise hat sich deshalb um drei Tage bek- 
zögert und wird auch der Aufenthalt in den anderen 
Häsen aus demselben Grunde kurze Zeit länger 
dauern, als dies planmäßig vorgesehen war. Tie 
Verspätung wird aber auf der Gesammtreise bis 
Kamerun wieder eingeholt werden.
        <pb n="885" />
        — 743 — 
In Swakopmund ist der Gesundheitszustand immer 
noch nicht ganz befriedigend. 
Unzweifelhaft trägt die mangelhafte Versorgung 
mit gutem Trinkwasser zu dem schlechten Gesundheits- 
zustande bei. 
Einestheils wird die nöthige Trinkwassermenge 
aus den Wasserstellen im Bette des ungefähr 2 See- 
meilen entfernten Swakopflusses geholt, ein anderer 
kleiner Theil in Fässern stammt aus den Wasser- 
vorräthen der Dampfer. Dieses Wasser ist nicht von 
besonderer Beschaffenheit. 
Ein Bad, welches bei dem hier herrschenden 
Staub, der mit jedem Ostwinde in die entferntesten 
Räume der dichtgeschlossenen Wohnungen dringt, sehr 
wünschenswerth wäre, ist bei der geringen vorhandenen 
Wassermenge ein Luxus und wird fast als Ver- 
schwendung betrachtet. 
Da ist es denn mit Freuden zu begrüßen, daß 
auf der 20 km weit entfernten Eisenbahnstation 
Richthofen ein Brunnen gebohrt ist, welcher nach den 
von dem Schiffsarzt ausgeführten Untersuchungen ein 
tadelloses Trinkwasser liefert. 
Die Anlage größerer Brunnen in Richthofen und 
die Ueberführung des Wassers nach Swakopmund 
ist daher eine der wichtigsten Arbeiten, welche aus 
sanitären und Zweckmäßigkeitsgründen möglichst bald 
in Angriff genommen werden muß. 
Die Eisenbahn ist jetzt bis Kilometer 63 fertig- 
gestellt und mit Lokomotiven im Betrieb. An der 
Eisenbahn entlang läuft eine Telephonleitung, die 
in dem Maße fortschreitet, wie der Bau der Bahn. 
In der Kapkolonie ist man in deutschen und 
englischen Kreisen über dieses Bauwerk falsch unter- 
richtet. Ueberall hört man davon, daß häufig Be- 
triebsstörungen eintreten, deren Grund in der falschen 
Anlage zu suchen sei. 
Um so mehr war ich erfreut, bei meiner An- 
wesenheit mich durch den Augenschein von der Grund- 
losigkeit dieser Gerüchte, welche auch in deutschen 
Zeitungen zu finden sind, überzeugen zu können. 
Ich bin mit dem fahrplanmäßigen Zuge die 
ganze Strecke abgefahren, habe auf der Station 
Rössing (Kilometer 40) übernachtet und bin am 
nächsten Morgen nach Swakopmund zurückgekehrt. 
Die Geschwindigkeit beträgt durchschnittlich, je nach 
der Steigung, 16 bis 20 km in der Stunde. 
Diie Leitung des Baues und Betriebes liegt in 
den Händen eines Offiziers des 3. Eisenbahn-Regi- 
ments. Unteroffiziere versehen den Dienst als Stations- 
vorsteher und Zugführer. 
Die ganze Anlage, Einrichtung und Betrieb, so- 
wie die Handhabung des Dienstes ist ein glänzendes 
Zeugniß für die Leistungsfähigkeit unserer Eisen- 
bahntruppe. 
Jeder Einsichtige muß anerkennen, daß die Eisen- 
bahn für die Entwickelung der Kolonie eine Noth- 
wendigkeit ist; sie allein giebt die Möglichkeit, eine 
Anlage von Minen zu gestatten und die gewonnenen 
Produkte absatzfähig zu machen. Es ist dies sofort 
  
aus der Thatsache ersichtlich, daß der Preis für 
50 kg Gewicht nach Windhoek durch Frachtwagen- 
beförderung 25 Mark beträgt, mit der Eisenbahn 
aber nur 3,20 Mark sein wird. In letzterem Falle 
gebrauchen die Waaren nur den 9. bis 10. Theil 
der Zeit zur Beförderung. 
Für den Molenbau wird mit dem im August 
fälligen Woermanndampfer das Eintreffen des Bau- 
meisters und der ersten Materialien erwartet. Der Aus- 
führung des Baues selbst sieht man nicht nur hier 
sondern auch in englischen Regierungskreisen der 
Kapkolonie mit großer Spannung entgegen. 
Wiederholt bin ich während meines Aufenthalts 
in Kapstadt von dem Gouverneur und den Herren 
seiner Umgebung um Information über die herzu- 
stellende Anlage gebeten worden. 
– — — 
Rus dem Pereiche der Wilssivnen und 
der Ankiskhlaverei-Bewegung. 
In den Krankenhäusern des Frauenvereins für 
Krankenpflege in den Kolonien in Deutsch-Ostafrika 
sind zur Zeit folgende Schwestern thätig: 
in Dar-es-Saläm: Schwester Hermine Seif, 
Schwester Antonie v. Milewski und Schwester 
Margarethe Wiffler; 
in Tanga: Schwester Georgia v. Issendorf, 
Schwester Anna Diesener und Schwester 
Klara Wagener. 
Der Gesellschaft des göttlichen Wortes zu Steyl 
(Holland) ist die Genehmigung ertheilt worden, zur 
Ausbildung von Missionaren für Togo und Schan- 
tung eine Niederlassung in St. Wendel zu errichten. 
Dem „Missions-Freund“ entnehmen wir über die 
Mission Berlin 1 Folgendes: 
In Ostafrika ist am 13. Juli die Station Kila- 
bugi in Ubena (Wahehegebiet) durch die Missionare 
Gröschel und Priebusch gegründet worden, während 
Missionar Bunk mit der Auswahl und Gründung 
einer weiteren Station betrant ist. 
Im „Missionsblatt der Brüdergemeinde“ lesen 
wir Folgendes: 
Das dem Stationsgehöft in Rutenganio (Konde- 
land) dicht benachbarte Dörschen Kibatata ist kürzlich 
durch Kauf Missionseigenthum geworden. Dadurch 
gewannen die Missionare nicht nur Raum zur Aus- 
breitung der Station, sondern den nicht zu unter- 
schätzenden Vortheil, in den Augen der Eingeborenen 
als Herren des Landes dazustehen. — Eine gut 
orientirende Skizze von Rutenganio und Umgebung 
läßt uns ahnen, welch bedeutende Mühe die weiteren 
Arbeiten (Wege= und Wasserleitungsanlage) verursacht 
haben mögen. Das auf der Skizze vorgeführte Land,
        <pb n="886" />
        auf dem sich die neuen Wege kreuzen, mißt in der 
Länge 1 km, in der Breite 600 m. Die Wege sind 
gerade und (wenn auch nur in ostafrikanischem Sinn) 
breit. Br. Meyer ließ sich bei ihrer Anlage nicht 
nur leiten von dem Gedanken, ungehindertes Gehen 
zu ermöglichen, sondern von dem weitsichtigeren, den 
Verkehr auf die Station zu leiten. 
Um die dritte große Arbeit der letzten Wochen, 
die Wasserleitungsanlage, voll würdigen zu können, 
müssen wir die genannte Stationsskizze näher an- 
sehen. Den Mittelpunkt derselben bildet naturgemäß 
das Christendörflein, die Stationsgebäude (mit den 
nächstliegenden Feldern ein Viereck von 100: 200 m) 
und das etwa gleich große Landstück des früheren 
Kibatata. Dieser Mittelpunkt nun wird von allen 
Seiten von Grasland umgeben, durch welches die 
erwähnten neuen Wege führen, die in ihrer Ge- 
sammtheit eine Länge von 3 km haben dürften. Im 
Norden wird das ganze Grasland (eine kleine Hoch- 
ebene) vom Thal des Kalabaches, im Süden von 
einem nicht benannten Wasserlauf begrenzt. Das 
Wasser dieses Kalabaches nun hat Br. Meyer durch 
das Stationsland bis dicht an die Missionsgebäude 
herangeführt und unterhalb der Häuser und Felder 
wieder in denselben Bach ausfließen lassen — eine 
anerkennenswerthe Leistung, denn mit ihren Windungen 
mißt diese Leitung in der Länge mehr als 1 km. 
Das Christendörflein vergrößert sich. Es sind 
jetzt 15 Hütten da, 2 davon für Träger und Rei- 
sende. Eine ganze Menge Leute wollen sich anbauen 
(vielfach freilich nur von dem Verlangen nach Ver- 
dienst getrieben), man kann aber nicht alle aufnehmen. 
  
Den „Berichten der Rheinischen Missionsgesell- 
schaft“ entnehmen wir den folgenden Jahresbericht 
des Missionsinspektors Dr. Schreiber über die 
Thätigkeit in Südwestafrika und in Neu-Guinea. 
In Deutsch-Südwestafrika hat das Jahr 
sehr viel Noth und Trübsal gebracht. Die Rinder- 
pest, von deren Auftreten schon vor einem Jahre 
hier berichtet werden mußte, hat ihren entsetzlichen 
Gang durch das ganze Hereroland in unglaublich 
kurzer Zeit vollendet und einen großen Theil der 
Herero zu Bettlern gemacht. Im Namalande ist 
sie dagegen viel weniger schlimm aufgetreten, was 
wohl an dem bedeutend geringeren Viehstande liegt. 
Aber mit dieser einen Plage ist es nicht genug ge- 
wesen. Als im Hererolande die Leute nun nach 
dem Verlust ihres Viehes doppelt fleißig gewesen 
waren mit Garten= und Ackerbau, da kamen die 
Heuschrecken und fraßen Alles auf. Und damit war 
es noch nicht genug, ja nun kam erst die aller- 
schwerste Heimsuchung. Eine Fieberepidemie so 
schwer und so allgemein, wie man sie dort noch nie 
gesehen hat, hat Tausende von den Eingeborenen 
dahingerafft und auch von unseren Geschwistern ist 
kaum ein einziges verschont geblieben. Nur dies 
war der Unterschied, daß die Eingeborenen wegen 
  
744 — 
ihrer schlechten Ernährung der Seuche weniger 
Widerstand leisten konnten und darum in so großer 
Zahl dahingerafft sind. In der Angelegenheitlder 
Reservate für die Eingeborenen sind wir nun doch 
insofern einen wichtigen Schritt weiter gekommen, 
als die Sache durch eine kaiserliche Verordnung fest 
geregelt und damit der Boden geschaffen ist, auf 
dem nunmehr solche Reservate gebildet werden können. 
Außer den von Gott über das Land verhängten 
Strafgerichten hat uns noch eine andere von Menschen 
veranlaßte böse Sache einen ganz unerwarteten 
großen Schmerz bereitet. Gerade die Gemeinde, die 
uns in den letzten Jahren so ganz besonders viel 
Freude gemacht hat, Franzfontein, wurde durch einen 
Aufstand gegen die deutsche Regierung ganz plötzlich 
nicht nur in zwei feindliche Parteien zerrissen, son- 
dern geradezu an den Rand des Unterganges ge- 
bracht. Die Veranlassung dazu waren Zwistigkeiten 
wegen der Häuptlingswürde. Erst nach großen An- 
strengungen gelang es, des Aufstandes Herr zu 
werden; Miss. Riechmann konnte auch noch dazu 
mithelfen, die Aufrührer dahin zu bringen, daß sie 
sich den Deutschen ergaben. Nur 200 Gemeinde- 
mitglieder sind dem Missionar einstweilen ver- 
blieben. 
Aber andererseits hat der Herr doch allerlei 
Segen geschenkt. Unter den Herero hat sich infolge 
der schweren Heimsuchung durch die Rinderpest doch 
hie und da entschieden eine größere Empfänglichkeit 
und Zukehr zum Wort Gottes gezeigt, wenn auch 
die großen Erwartungen, die man im Anfang an 
diese Bewegung knüpfte, nicht in Erfüllung gegangen 
sind. So konnte z. B. auf einem neuen Filial, das 
zu Okahandja gehört, Otjiruze, eine stattliche Schaar 
getauft werden in einer Kapelle, die die Leute selbst 
erbaut haben. Auf Otjihacnena war der Besuch 
von Kirche und Taufunterricht besser als je, und 
manche alten verhärteten Sünder kamen zur Be- 
kehrung. Besonders erfreulich ging es auch mit der 
Arbeit unter den Bergdamara voran. Nicht nur 
wurden auf den beiden Stationen Otjimbingue und 
Okombahe und auf Tsumamas, der früheren Station 
von Br. Kremer wieder größere Schaaren von Berg— 
damara in die Gemeinden aufgenommen, sondern auch 
auf Gaub, der jetzigen Station Kremers, haben sich 
etliche Bergdamara zur Taufe gemeldet, die Erstlinge 
der dortigen Arbeit. 
Ganz besonders wunderbar hat uns aber der 
Herr in unserer Ovambomission im letzten Jahre 
geführt. Da ist es durch große Nöthe und Gefahren 
gegangen, aber das Ende war ein entschiedener Fort- 
schritt der Arbeit. Daß dies Gebiet, was das Klima 
betrifft, unter unseren afrikanischen das bedenklichste 
ist, das mußten wir auch in diesem Jahre erfahren. 
Miss. Wulfhorst mußte mit seiner Frau das Land 
verlassen und kam schwerkrank im Hererolande an. 
Gut, daß Miss. Ickler inzwischen im Ovambolande 
eingetroffen war und die Station Omupanda über- 
nehmen konnte. Dieser junge Bruder hatte zum
        <pb n="887" />
        Glück im Hererolande das Impfen der Ochsen ge- 
lernt, und so konnten die Brüder im Ovambolande 
damit beginnen. Die Rinderpest war nämlich auch 
hier im Anzuge und brachte für unsere Geschwister 
noch eine ganz besondere Gefahr mit sich wegen des 
bekannten argen heidnischen Aberglaubens der Cvambo. 
Weil gerade kurz vorher auch drei Vornehme plötzlich 
gestorben waren, so suchte man Beides, diesen Todes- 
sall und das Kommen der Rinderpest, den Missio- 
naren zur Last zu legen, und es erhoben sich 
Stimmen im Volke, die ihren Tod verlangten. Nun 
kam die Rinderpest wirklich. Wer nun Vertrauen 
zu den Missionaren hatte, wie der Häuptling Uejulu 
und manche Anderen, der ließ sein Vieh von den 
Missionaren impsen. Die anderen Heiden versuchten 
es dagegen mit ihrer Zauberei. Als nun aber die 
Pest unter allen nicht geimpften Thieren ihr grausiges 
Werk in kurzer Zeit vollbrachte, dagegen von den 
geimpften Thieren nur ganz wenige starben, da gab 
es einen gewaltigen Umschwung im ganzen Volke zu 
Gunsten der Missionare. „Die sorgen nicht nur 
für uns, sondern auch für unser Vieh; die können 
nicht nur Menschen, sondern auch die Ochsen am 
Leben erhalten!“ so hieß es nun. Außerdem aber 
hatte das Impfen große Massen von Leuten zum 
ersten Mal mit den Missionaren bekannt gemacht 
und mit Vertrauen zu ihnen erfüllt. Dazu kam, 
daß die Getauften, unter ihnen auch die Erstlinge 
der neuen Station Ondjiva oder Onanjama, sich in 
der Zeit, da man ihnen sammt den Missionaren ans 
Leben wollte, trefflich gehalten und einen festen 
Glauben bewiesen hatten. Alles das hat zusammen- 
gewirkt, um uns auch im Ovambolande eine schöne 
Thür unter dem Volke aufzuthun. Darum haben 
wir denn auch gemeint, unbedingt einen weiteren 
Bruder dahin senden zu müssen. Vielleicht wäre 
gerade hier auch die Arbeit eines Missionsarztes 
besonders am Platze. Gott Lob, hat sich denn auch 
schon wieder ein weiterer, der fünfte Missionsarzt, 
bei uns gemeldet. Noch eins möchte ich hier er- 
wähnen, das mir nicht unwichtig erscheint. Es ist 
dem Br. Stahlhut gelungen, worauf wir schon 
länger gedrungen hatten, eine andere Art des Haus- 
baues einzuführen, wie sie sicherlich für das dortige 
Klima viel besser paßt, nämlich so, daß das Haus 
auf Pfählen steht und also nicht unmittelbar auf 
dem Boden 
In Neu--Guinea müssen wir dem Herrn 
dankbar sein, daß auch dies Jahr wieder ohne neue 
Todesfälle vorübergegangen ist. Aber allerdings 
nicht ohne Verluste. Der Br. Holzapfel, den wir 
vor zwei Jahren als Zimmermann dahin gesandt 
hatten, hat wegen schwerer Fieber das Land ver- 
lassen müssen. Außerdem erwarten wir die Geschw. 
Bergmann schon wieder hier und auch Schw. 
Hoffmann wird wohl bald kommen müssen. (Miss. 
Hoffmann ist inzwischen mit seiner Frau einge- 
troffen, ebenso Geschw. Bergmann.) Wir müssen 
uns noch immer mehr dorau gewöhnen, daß es eben 
745 
  
—.— 
auf Neu-Guinea für Europäer unmöglich ist, länger 
als einige Jahre hintereinander im Lande zu ver- 
weilen. Manche unserer Freunde sind schon lange 
ungeduldig geworden, daß in Neu-Guinea noch immer 
keine Papuas getauft seien. Aber wenn man genau 
weiß, wie die Dinge liegen, wenn man zum Beispiel 
bedenlt, daß Br. Hoffmann, der doch auf Bogadjim 
am weitesten in der Erforschung der Sprache ge- 
kommen ist, erst kürzlich voller Freude darüber be- 
richtete, daß es ihm nun endlich gelungen sei, ein 
Wort für „Sünde“ zu finden, dann begreift man, 
daß wir wahrlich noch keine Bekehrungen erwarten 
dürsen. Wir haben im letzten Jahre die beiden 
Brüder Kunze und Frobenius, beide mit ihren 
Frauen, wieder hinaus gesandt. 
Der gleichen Zeitschrift entnehmen wir noch, daß 
die Missionare Simon, Kuhlmann, Berger und 
Tönjes nach Südwestafrika abgereist sind, daß die 
Missionare Bergmann und Hoffmann in Deutsch- 
Neu-Guinea angekommen sind und daß der Mis- 
sionsinspektor Dr. Schreiber sich auf einer Dienst- 
reise nach Sumatra befindet. 
  
RAus fremden MRolonien. 
Französisches Rolonialdudget für 1899. 
Das französische Budget für 1899 sieht eine 
Ausgabe von 85 957 600 Frcs. für koloniale Zwecke 
vor. Im Vorjahre waren 91 633 540 Frcs. ein- 
gestellt. Nach den Angaben des Budgets ist aber 
eine starke Ueberschreitung der vorgesehenen Ausgabe 
wahrscheinlich, da für Madagaskar mangels der 
nöthigen Unterlagen nur 18 381 000 Frcs. eingestellt 
sind, während mindestens 26 Millionen erforderlich 
sein werden. Im Ganzen gliedern sich die Aus- 
gaben folgendermaßen: 
Gemeinsame Ausgabe . 2½ Mill. Fr. 
Ausgaben für Civilverwaltung 13 
- - Militärverwaltung. 61 
- Gefängnisse und 
Deportation .. 
n 
u n 
9 „„ 
—— —— — — 
Bandel Mozambiques im Jahre 1897.*) 
Es betrugen: 
1897 
die Einfuhr die Ausfuhr 
Reis **) Mark Reis Mark 
683 204 110 = 2277 347 722 570 011 = 2 40 590 
1896 
520 591 542 = 1755 305 356 511 061 = 1 188 370 
1895 
571 805 401 = 1 906 018 222 735 322 = 742 451 
Die Zahlen für 1897 lassen einen bedeutenden 
Aufschwung der Einfuhr und der Ausfuhr vermuthen, 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 421. 
*“) Darunter portugiesische Einfuhr 191 365 215 Reis.
        <pb n="888" />
        welcher aber den Thatsachen nicht entspricht. In 
beiden Werthen sind bedeutende Geldbeträge ein— 
geschlossen, die anläßlich der Münzumwandlung zu 
Anfang des Jahres 1897 von der Portugiesischen 
Bank in Mozambique ein- und ausgeführt worden 
sind. Von der Einfuhr sind aus diesem Grunde 
etwa 150 Kontos in Abzug zu bringen, von der 
Ausfuhr 400 Kontos, welche in gestempelten Rupien 
in der Bank gelegen hatten und zwecks Einschmelzung 
nach Lissabon gesandt wurden. Danach stellen sich 
die Werthe für das Jahr 1897, wie folgt: 
Einfuhr Ausfuhr 
Reis Mark Reis Mark 
533 204 110 = 1777347 322 570 011 = 1075 23 
Einfuhrwaaren für Parapato werden in Mo- 
zambique verzollt, die ausgeführten Erzeugnisse werden 
aber größtentheils in Parapato selbst verzollt. Man 
muß daher, um ein richtiges Bild der Handels- 
verhältnisse in beiden Plätzen zu erhalten, noch etwa 
100 Kontos auf die Ausfuhrwerthe schlagen, so daß 
sich ergeben für: 
die Einfuhr die Ausfuhr 
Reis Mark Reis Mark 
533 204 110 = 1777 317 422 570 011 = 1 408 566 
Diese Zahlen stehen im richtigen Verhältniß zu 
der vorjährigen Ernte. 
Die Erdnußernte war in Parapato reichlicher 
als im Jahre 1896. Es wurden etwa 50 000 Sack 
angebracht gegen 30 000 im Jahre 1896, dagegen 
blieb die Anfuhr in Mozambique mit 10 000 Sack 
gegen das Vorjahr zurück und erreichte nur etwa 
20 000 Sack. Letzterer Ausfall ist hauptsächlich 
kriegerischen Expeditionen der Regierung im März 
und April 1897 zuzuschreiben. Nach Beendigung 
dieser in der Hauptsache für die Regierung günstig 
verlaufenen Operationen wurden verschiedene kleinere 
Militärstationen einige Meilen ins Innere vor- 
geschoben, in deren Weichbild sich die handeltreibenden 
Inder ansiedeln müssen, während sie früher sich un- 
behindert in den günstigsten Handelscentren nieder- 
lassen durften. Diese Neuerung hat dem Handel 
sehr geschadet, zumal die Neger dem Vordringen der 
portugiesischen Herrschaft in das Innere feindlich 
gegenüberstehen. 
Die Ausfuhr von Sesamsaat ist beträchtlich 
zurückgegangen. Im Jahre 1896 betrug sie noch 
15 000 Sack, im Jahre 1897 sind nur 3000 Sack 
angebracht worden. Sesam wird vorzugsweise im 
Norden des Distrikts gebaut. Die indischen Händler, 
welche in den kleinen nördlichen Küstenplätzen Handel 
treiben, mußten sich auf Regierungsbefehl aus diesen 
zurückziehen, da man keinen Verkehr dulden wollte 
an Plätzen, wo die Regierung keine Behörden besaß. 
Inzwischen hat man nur einen weniger wichtigen 
Platz an der Membabai wieder freigegeben, während 
alle übrigen in früheren Jahren einen regen Handel 
bekundenden Pläte jetzt für den Verkehr geschlossen 
sind. Theilweise werden die Neger des Hinterlandes 
746 
  
den Anbau von Saat aufgegeben haben, theilweise 
mögen die nahe am Lurifluß wohnenden Stämme 
ihre Erzeugnisse in das benachbarte Gebiet der 
Nyassa-Gesellschaft gebracht haben, welches mit seinen 
gertngeren Zollsätzen dem Handel ein günstiges Feld 
bietet. 
Die Ausfuhr von Gummi elasticum ist fast 
um 50 pCt. zurückgegangen. Dieser Ausfall ist außer 
auf andere Ursachen auch auf das rücksichtslose Aus- 
beutungssystem der Neger zurückzuführen. Fast 75 pCt. 
der Gummiausfuhr besteht aus sogenanntem gekochten 
Gummi, dessen Beschaffenheit sich von Jahr zu Jahr 
verschlechtert hat, so daß er kaum noch einen Werth 
für den europäischen Markt besitzt. Durch ein- 
müthiges Vorgehen der Inder und der europäischen 
Kaufleute hofft man im Jahre 1898 wenigstens eine 
gute Beschaffenheit zu erhalten, indem jeder nur 
Gummi in einer gewissen Güte kauft. 
Grenadilleholz, Schildpatt und Wachs 
wurden in gewohnten kleineren Mengen verschifft, 
ohne daß sich ein Aufschwung in der Ausfuhr dieser 
Erzeugnisse bemerkbar machte. 
Mtama und Mais wurden reichlich geerntet. 
Mit 40 000 Sack mag die Ernte annähernd richtig 
geschätzt sein, wovon die Hälfte im Lande verbraucht 
wurde und die andere Hälfte nach Delagoabai, 
Zanzibar und Bombay zur Ausfuhr gelangte. 
Ueber den Handel des Küstenplatzes Ibo mit 
seinem der Nyassa-Gesellschaft gehörenden Hinterlande 
fehlen statistische Zahlen. Die einzigen in Betracht 
kommenden Artikel sind Sesamsaat, Gummi und 
Wachs. Die Ausfuhr von Sesamsaat kann auf 
10 000 Sack geschätzt werden, wovon ein größerer 
Theil jedenfalls aus dem nördlichen Mozambique- 
distrikt, südlich des Luriflusses, stammt. 
Die Ausfuhr von Gummi elasticum ist zurück- 
gegangen, augenscheinlich zu Gunsten der Südplätze 
im deutschen Gebiet Lindi und Milindani. 
Im Gebiet der Nyassa-Gesellschaft ist die Aus- 
fuhr gekochten Gummis verboten, so daß in dieser 
Beziehung der Gummihandel in Ibo, Lindi und 
Mikindani auf gleiche Bedingungen gestellt ist. Der 
Ausfuhrzoll in den deutschen Plätzen ist aber doppelt 
so hoch. Wenn trotzdem die Ausfuhr in Ibo zu 
Gunsten der anderen Plätze sinkt, so dürfte dieser 
Erfolg den besseren Verkehrswegen im deutschen 
Hinterlande zuzuschreiben sein. . 
Die Ausfuhr von Wachs in Ibo war im Jahre 
1897 sehr beträchtlich, sie erreichte die Höhe von 
2000 dz und bildete damit über die Hälfte der aus- 
geführten Werthe. 
An dem Außenhandel von Mozambique und 
Parapato im Jahre 1897 war Deutschland betheiligt, 
wie folgt: 
Einfuhr. 
fuh Mark 
Baumwollenwaaren. 121 797 
Gewehre und Patronen 59 671 
Barkassen . 69 147
        <pb n="889" />
        — 747 
  
  
Mark 
Perlen. 15 914 
Möbel 10 497 
Arzneien 138 403 
Tabak 11 670 
Getränke 6 421 
Lebensmittel 1 780 
Metallwaaren. 6 766 
Papierwaaren. 4 106 
Parfümerien ... 2391 
zusammen einschließlich anderer 
Waaren . . . 461643 
Ausfuhr. 
Mark 
Erdnüsse 466 657 
Sesamsaat 13 992 
Gummi elasticum 181 557 
Ebenholz 8 976 
Grenadilleholz. 6 783 
Wachs 10 437 
Schildpatt 9 765 
zusammen. 698 167 
Obige Zahlen umfassen etwa 25 pCt. der ge- 
sammten Einfuhr und 50 pCt. der Ausfuhr, dagegen 
mindestens 75 pCt. des Geschäfts, an welchem Euro- 
päer betheiligt sind. In der Ausfuhr bezeigten 
französische Häuser besonderen Eifer und vermochten 
auch einen Theil des Geschäfts sich zu sichern. 
Die deutsche Einfuhr hat mit 461 643 Mark 
einen besonders hohen Stand erreicht, was sich durch 
größere Bezüge der Regierung in Deutschland, 
namentlich an Arzneien, Waffen, kleineren Dampf- 
booten u. s. w. erklärt. 
Die allgemeine Geschäftslage hat sich nicht 
gebessert. Durch die hohen Zollsätze des seit 1893 
bestehenden Tarifs sind dem Handel schwere Fesseln 
angelegt und die europäischen Kaufleute den indischen 
gegenüber in Nachtheil gebracht. Der Neger kauft 
fast ausschließlich die spottbilligen schlechten Fabrikate, 
die der indische Kaufmann in seiner Bedürfnißlosigkeit 
mit einem ganz geringen Nutzen abgiebt. In nicht 
allzu langer Zeit wird der Letztere das Geschäft 
vollkommen monopolisiren, zumal er sich die wenigen 
Artikel, für deren Bezug er auf Europa angewiesen 
ist, direkt kommen lassen kann. Lediglich die finan- 
ziellen Verhältnisse setzen den Europäer in den Stand, 
sich noch einen gewissen Platz im geschäftlichen Ver- 
kehr zu wahren, bittere Enttäuschungen bleiben ihm 
aber gewöhnlich auch nicht erspart. Die Erfahrungen, 
die sich aus der Handelsentwickelung Mozambiques 
ziehen lassen, lehren mit aller Bestimmtheit, daß sich 
das europäische Elemeut nicht neben dem indischen 
zu halten vermag, wenigstens nicht in solchen Distrikten, 
wo der Handel sich meistens durch Austausch von 
Negerartikeln gegen Landeserzeugnisse vollzieht. Der 
Inder arbeitet mit derselben Intelligenz bei den 
  
geringsten Lebensbedürfnissen und einer größeren 
Widerstandskraft gegen klimatische Unbilden. 
Der Stillstand, wenn nicht Rückgang im Handel 
des Distrikts von Mozambique muß hauptsächlich den 
fortwährenden Unruhen unter den Küstenstämmen 
zugeschrieben werden, wodurch die friedlichen Neger 
im Innern zeitweise verhindert werden, ihre Erzeug- 
nisse an die Handelsniederlassungen an der Küste zu 
bringen. 
Die Geldver hältnisse der Provinz haben sich 
insofern gebessert, als ein einheitliches Münzsystem, 
das portugiesische, geschaffen worden ist. Der Kurs 
folgt jetzt den Lissaboner Notirungen, während in 
früheren Jahren, als noch ein gemischtes System 
von Rupien und portugiesischem Silber bestand, der 
indische Kurs mehr oder weniger maßgebend war. 
Seit Einführung der portugiesischen Münzwährung 
haben sich jedoch für den Kaufmann die Schwierig- 
keiten, Rimessen anzuschaffen, sehr gesteigert; die 
portugiesische Bank in Mozambique giebt nur Wechsel 
auf Lissabon ab, die der europäische Kaufmann un- 
gern nimmt, die für den indischen Händler aber ganz 
unbrauchbar sind. Für Wechsel auf Bombay werden 
unter den heutigen Kursverhältnissen bis zu 15 péCt. 
Aufgeld bezahlt, wodurch der Handel natürlich keine 
Belebung erfährt. 
Die Nyassa-Gesellschaft (Companhia de Nyassa) 
besitzt das Verwaltungsrecht über den Cap Delgado- 
distrikt. Während Ibo, der Hafenplatz des Distriktes, 
früher noch unter direkter portugiesischer Verwaltung 
stand, ist es jetzt der Gesellschaft überlassen worden. 
Die Thätigleit der Gesellschaft beschränkt sich lediglich 
auf die Erhebung der Zölle und Verwaltung des 
umfangreichen Gebietes durch wenige Beamte. Mit 
dem Bau der geplanten Eisenbahn nach dem Myassasee, 
für deren Ausgangspunkt die als Hafen vorzüglich 
geeignete Pembabai in Aussicht genommen war, hat 
man noch immer nicht angefangen. Die Gesellschaft 
bestand bisher aus drei verschiedenen Finanzgruppen, 
einer englischen, einer französischen und einer portu- 
giesischen. Die erstere hat jetzt die französischen An- 
sprüche aufgekauft. 
Der Schiffsverkehr hat fast ausschließlich in 
den Händen der deutschen Ostafrika-Linie gelegen. 
58 deutsche Dampfschisse von 151 036 Reg.-Tons 
liefen im Jahre 1897 in Mozambique an, dagegen 
nur 31 französische von 35 842 Reg.-Tons und 16 
britische von 26 916 Reg.-Tons. Der Wettbewerb 
vermochte nur einen ganz geringen Theil des Fracht- 
und Personenverkehrs an sich zu ziehen, mindestens 
5 desselben fielen den deutschen Dampfschiffen zu. 
Durch Vermehrung ihrer Flotte um 2 große Dampf- 
schiffe von je 5000 Reg.-Tons hat die deutsche Ost- 
afrika-Linie noch mehr festen Fuß gefaßt, so daß sie 
im Jahre 1898 schon einen vierzehntägigen Betrieb 
durchführen kann und damit jedem Wettbewerbe ge- 
wachsen ist. 
—
        <pb n="890" />
        — 748 
Bandel Beiras im Jahre 1897.*) 
Im Laufe des verflossenen Jahres hat die ge- 
schäftliche Lage Beiras und des ganzen Gebietes der 
Companhia de Moçambique einen bedeutenden 
Ausschwung erfahren, was größtentheils dem Weiter- 
bau der Eisenbahn bis an die Grenze des britischen 
Gebietes und der dadurch erreichten leichteren und 
sicheren Beförderung von Waaren und Personen nach 
dem Gebiete der britisch-südafrikanischen Gesellschaft 
zuzuschreiben ist. Beira, das bis vor Kurzem kaum 
mehr als 500 Europäer als Einwohner zählte, hat 
nach der Zählung am 31. Dezember 1897 979 Eu- 
ropäer, darunter 46 Deutsche, serner 362 Inder, 
Chinesen und Araber und 2714 Neger, also im 
Ganzen 4055 Einwohner. 
Der Haupthandel besteht in der Einfuhr von 
Waaren und deren Weiterbeförderung in das Innere. 
Nach der vom Zollamt gemachten Ermittelung stellt 
sich der Werth der Waareneinfuhr im Jahre 1897 
auf 11 420718 Mk., und waren an dieser Einfuhr 
betheiligt: 
Mark 
Portugal und seine Kolonien 2 176 543 
Deutschland 533 041 
Frankreich 604 488 
die Niederlande 362 730 
Großbritannien. 4 127 987 
Indien 727 832 
Natal 2 344 151 
Zanzirben. 67 300 
verschiedene Plätze Europas 
und Amerikks 324546 
verschiedene Plätze Afrikas 152 100 
Außerdem wurden hier eingeführt und nach dem 
Gebiete der britisch-südafrikanischen Gesellschaft weiter- 
geschafft: Waaren im Werthe von 4 106 400 Mk. 
und im Gewichte von ungefähr 5400 engl. Tonnen, 
an deren Einfuhr die obigen Länder ungefähr in 
gleichem Verhältniß betheiligt waren. 
Der Ausfuhrhandel ist nur gering und erstreckt 
sich, außer auf einige wenige Landeserzeugnisse, auf 
etwas Elfenbein und auf die geringen Mengen des 
bis jetzt in den Bergwerken des Manicalandes ge- 
wonnenen Goldes. Der Gesammtwerth der Ausfuhr 
ist auf 567 317 Mk. angegeben, und zwar 
kg Mark 
Wachs 14 312= 25 651 
Kautschuk. 9 853-— 30 654 
Elfenbein. 2 588 = 36 132 
Godlll. 60 = 156 000 
Gold in Münzen 260 343 
verschiedenes 58 537 
hiervon gingen für 22 000 Mk. nach Deutschland. 
Im Laufe der Zeit, sobald die Verkehrswege, 
Landungsverhältnisse und Beförderungsmittel noch 
besser und billiger geworden sind, und vor Allem, 
sobald die Eisenbahn nach Salisbury und Buluwayo, 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1898, S. 450. 
  
dem Hauptplatzdes Gebietes der britisch-südafrikanischen 
Gesellschaft, fertiggestellt sein wird, dürfte sich der 
Handel noch um ein Bedeutendes ausdehnen. 
In den Hafen von Beira liefen während des 
verflossenen Jahres 237 Schiffe ein, und zwar 200 
Dampf= und 37 Segelschiffe von zusammen 282 640 
Reg.-Tons. Nach der Nationalität vertheilen sich 
diese Schiffe, wie folgt: 
Dampfschiffe. 
Ladung 
engl. 
Anzahl Reg.-Tons Tonnen Personen 
britische 102 128 006 34 510 2592 
deutschh. 56 84 821 11 851 2 107 
französische 42 53783 2860 714 
Segelschiffe. 
britische 16 3661 3946 — 
schwedische und · 
norwegische 15 8318 9542 — 
deutsche 2 1240 1887 — 
russische 1 936 1 200 — 
dänische 1 461 550— 
französische 2 1 414 1950 — 
Die ausgeführten Erzeugnisse sind größtentheils 
von deutschen Dampfschiffen verladen worden, ebenso 
sind die meisten der im letzten Jahre von Beiro 
abgereisten Personen mit deutschen Damnpsschiffen 
gefahren. 
In regelmäßiger Fahrt besuchten Dampsschife 
folgender Gesellschaften den Hafen: 
Deutsche: Deutsche Ostafrika-Linie. » 
Britische:CastleMailPaoketCaLtCOekk 
zwei Monaten), Union Steam Ship Co. Ltd. (set 
zwei Monaten), Union Clan Steam Ship Co. 
Bullard King (King and Sons), British Indis, 
Rennie Line. 
Französische: Messageries Maritimes, Chargeurs 
Runis. 
Durch die Beira Railway Comp. wurden während 
des Jahres 5 398 344 engl. Tonnen nach dem Ge- 
biete der britisch-südafrikanischen Gesellschaft befördert. 
Die Einnahmen des Zollhauses ergaben 
1464 930 Mk., davon an Eingangszoll 1170 590 Ml. 
Die Mehreinnahmen gegen 1896 betragen 
659 470 Mk. 
Die Eisenbahn ist jetzt bis Massikessi, der 
Grenzstation der Companhia de Mogambiqus 
fertiggestellt, eiwa 208 engl. Meilen. Die Unter- 
nehmer hoffen Mitte Februar die ganze Strecke bis 
Umtali dem Verkehr übergeben zu können. Die 
Kosten der Waarenbeförderung ins Innere ergeben 
sich aus folgender Aufstellung: 
Beira—Massikessi für die Tonne von 2000 Pfund 
engl. Gewicht oder 40 Fuß Maß nach Wahl der 
Eisenbahn 10 Pfund Sterl. 5 Schilling. Ochsen- 
wagenfracht für die Tonne von 2000 engl. Pfund. 
Massikessi—Umtali 10 Pfund Sterl., Umtali—Salü-
        <pb n="891" />
        bury 20 Pfund Sterl. Für die Strecke von Massi- 
kessi— Umtali sind während vier Monate 20 Pfund 
Sterl. bezahlt worden und für Umtali—Salisbury 
im Verhältniß. 
Geldverhältnisse. Es bestehen die Bank of 
Africa Ltd. und die Standard Bank of South 
Africa Ltd. Als Geld laufen portugiesische und 
englische Münzen um; britische Noten, d. h. Noten 
der in Beira ansässigen Banken, werden zum Nenn- 
werth angenommen, während Noten anderer Banken 
verschiedene Abzüge kosten. Der Kurs des portu- 
giesischen Geldes ist großen Schwankungen unter- 
worfen. Während die Regierung das Pfund Sterl. 
auf 4500 Reis festgesetzt hat, stellt sich der Kurs 
W*] auf 6000 bis 6300 Reis und 
öher. 
Lohnverhältnisse. Weiße Handwerker können 
bis zu 20 Mk. per Tag verdienen, Eingeborene er- 
halten 2 Pfund Sterl. per Monat und mehr, zahlbar 
Ende eines jeden Monats entweder in Gold oder 
in portugiesischem Silber zum Kurse von 6000 Reis 
per Pfund Sterling. 
Bergwerke. Der Distrikt um Massikessi herum, 
vor allen Dingen die sogenannte Penhalongabergkette, 
ist reich an Gold, alluvialem sowohl als mit anderen 
Mineralien verbundenem. Die chemische Verbindung 
der goldtragenden Erze ist aber eine solche, daß nur 
mit Hülfe von größeren Maschinenanlagen das reine 
Gold gewonnen werden kann. Bis jetzt wird nur 
auf einer Grube gearbeitet, die kürzlich das erste 
größere Stampfwerk (10 Stempel) in Arbeit gesetzt 
hat. Das Ergebniß der Tonne ist bis jetzt etwas 
mehr als eine englische Unze und der monatliche 
Ertrag etwpa 300 Unzen; mit dem neuen Stampf= 
werk hofft man jedoch das Vierfache zu erzielen. 
Im Manicalande sind im Ganzen ungefähr 1600 
Abbauberechtigungen ertheilt, größtentheils an Briten 
und Franzosen. Sämmtliche anderen Gruben haben 
jedoch noch keine Stampfwerke aufgestellt und werden 
hiermit wohl erst anfangen, sobald die COompanhia 
de Mogçambique ordentliche Besitztitel und Claims 
ausgiebt, was bis jetzt noch nicht geschehen ist. 
Ackerbau wird nur von Negern betrieben, die 
aber auch nur das für ihren Unterhalt Nothwendigste 
bauen, nämlich Hirse, Mais, Reis, Yams u. s. w. 
Für Europäer ist das Land nicht gesund genng. 
Vielleicht gedeihen in dem noch nicht aufgeschlossenen 
Gorongosidistrikt, der gesünder sein soll, Kaffee und 
Zucker, doch sind bislang nur einzelne Versuche mit 
mäßigem Erfolge angestellt worden. 
Jabresbericht von Lagos für das Jahr 1897. 
(Vergl. Kolonialblatt 18398, S. 89.) 
Die Einkünfte der Kolonie werden mit 177 120 L. 
gegen 179745 2&amp; im Vorjahre nachgewiesen. Die 
rasche Steigerung der Einkünfte von 1892 mit 
68 421 &amp; auf 179 7145 in 1896 hat damit ihr 
749 
  
Ende erreicht. Der Bericht hält diese Erscheinung 
jedoch nur für eine vorübergehende und führt sie 
neben der durch die Ereignisse im Hinterlande be- 
dingten politischen Unsicherheit, namentlich auf die im 
Berichtsjahr herrschende Trockenheit zurück. 
Die Ausgaben betrugen 182 669 K— gegen 
168 445 &amp; im Vorjahr. Die Steigerung ist be- 
dingt durch die Anschaffung einer neuen Gouverne= 
ments-Yacht. Die Gesammtaktiva der Kolonie haben 
sich hiernach von 65 417 #E auf 60 731 2 ver- 
ringert. 
Die Einlagen in der Gouvernements-Sparkasse 
betrugen 13 230 K gegen 9248 im Vorjahre. Die 
Zahl der Einlagen hat sich auf 716 gehoben. Da- 
neben besteht noch eine segensreich wirkende Zweig- 
niederlassung der Bank of British West Africa. 
Die Schutztruppe, genannt the Haussa Force 
bestand aus 814 Offizieren und Mannschaften. Sie 
findct ihre Verwendung zum Wesentlichen im Hinter- 
lande und erforderte eine Ausgabe von 23 069 K. 
Polizeidienste werden seit Gründung einer eigenen 
Polizeitruppe von derselben nicht mehr verlangt. 
Die letztere zählt 382 Köpfe und hat bei einem 
Aufwand von 11 223 2 allen Erwartungen ent- 
sprochen. 
Die Eisenbahn in Verbindung mit den Brücken 
zwischen der Stadt Lagos und der Insel Iddo und 
dem Festland bei Ebute Metta machte rasche Fort- 
schritte. Auf 25 englische Meilen liegen die Schienen, 
und bis Ende dieses Jahres soll Abeokuta erreicht 
sein. Die Aufnahme einer weiteren Schuld von 
525 000 — durch die Kolonie hat die Königliche 
Genehmigung erhalten. 
Die Landvermessung durch öffentliche Behörden 
ist energisch in Angriff genommen worden. Vor- 
zügliche Karten sind in Ausführung. Gleichzeitig 
wurde gegen den Uebelstand der unkontrollirten 
privaten „Landvermesser“ energisch vorgegangen. 
Die Expedition in das Innere erforderte die 
Anlage eines Telegraphen nach Saki, eine Seiten- 
linie ist bis Jebba am Niger geführt worden. Die 
Unterhaltungskosten werden, soweit die Linie inner- 
halb der Kolonie liegt, von der Kolonie getragen. 
Sie sind auf 4513 K jährlich geschätzt. 
Eine ganz besondere Aufmerksamkeit wurde im 
Interesse des Handels den Wegen und Wasser- 
straßen geschenkt. 
Import und Export. Der Werth der Ein- 
fuhr betrug 770 510 K gegen 901 474 L im Vor- 
jahre. Davon kamen aus dem Vereinigten Königreich 
574937 &amp; und Deutschland 165 912 E. Der 
Hauptausfall war in Leinen= und Seidenwaaren. 
Daneben nahm der Import von Spirituosen bei 
einer Gesammtmenge von 1 218918 Gallonen um 
weitere 5157 Gallonen ab. 
Der Export von Gummi ist von 6 484 365 Pfd. 
auf 4 458 327 Pfd. zurückgegangen. Die Ver- 
anlassung wird in dem vielfach getriebenen Raub- 
bau gefunden. Palmöl wurden 1 858 968 Gallonen
        <pb n="892" />
        gegen 3 154 333 Gallonen im Vorjahr ausgeführt. 
Auch die Ausfuhr von Palmkernen ist zurückgegangen; 
beides infolge der Trockenheit. Dagegen hat der 
Anbau von Kakao und Kaffee Fortschritte gemacht. 
Mahagoniholz im Werthe von 6292 2 ist zum 
ersten Mal zur Ausfuhr gekommen. 
Die Bevölkerung der Kolonie wird auf 50 000 
geschätzt. Die letzte Zählung, 1891, ergab 33 000. 
Die Zahl der Europäer beträgt ca. 250. Es starben 
im Laufe des Jahres 23, im Durchschnittsalter von 
nur 34 Jahren. 
Die Erziehung der Jugend erfolgt ausschließlich 
durch die verschiedenen Missionsgesellschaften. Es 
wird sehr bedauert, daß mehr und mehr bei den 
Eingeborenen die Anschauung Geltung bekomme, daß 
Handarbeit nicht so ehrenvoll sei, wie eine Thätig- 
keit als Angestellter des Gouvernements oder der 
Kaufleute. 
Im Hospital wurden 794 Fälle behandelt, dar- 
unter 130 Fieberfälle. Es starben im Ganzen 109. 
Im Hospital für ansteckende Krankheiten kamen 68 
Fälle zur Behandlung, darunter 46 Fälle von Lepra 
und Pocken. Es starben 10. In den vier Städten 
der Kolonie, Lagos, Badagry, Lecki und Epe, 
wurden 23 270 Personen geimpft, meist mit Erfolg. 
Sierra Leone im Jahre 1397. 
(Vergl. Kolonialblatt 1898, S. 34.) 
Die Gesammteinnahmen betrugen 106009 T gegen 
97 109 &amp; im Vorjahre. Die Ausgaben bezifferten 
sich auf 111 678 . Einer Zusammenstellung der 
Einnahmen und Ausgaben der letzten 10 Jahre ist 
zu entnehmen, daß die entsprechenden Zahlen des 
Jahres 1888 waren 63 035 K und 63 288 K. 
Die Gesammtaktiva sanken infolge des Defizits 
auf 14 046 . Die öffentliche Schuld von restlichen 
25 000 T sollte im Juni d. Is. aus den Mitteln 
des Amortisationsfonds zur Zahlung gelangen. Die 
bereits genehmigte Eisenbahnanleihe von 150 000 1 
ist noch nicht ausgenommen worden. 
Der städtische Gemeinderath besteht aus einem 
Bürgermeister und 11 Räthen. Die Komminal-= 
verwaltung hatte 3533 &amp; Einnahme und 4135 4 
Ausgabe. Das Defizit wurde aus früheren Ueber- 
schüssen gedeckt. 
Die militärische Besatzung bestand aus 1 Ab- 
theilung Royal Artillery, 1 Eingeborenen-Batterie 
der West African Artillery, 1 Abtheilung Festungs- 
ingenieure und 1 Bataillon des West India Regi- 
ments. Die Kosten trägt das Mutterland. Die 
neben dieser Besatzung bestehende Grenzwachmann- 
schaft wurde um 50 Köpfe auf 574 vermehrt. 
Für öffentliche Arbeiten wurden 8933 T gegen 
6606 4 im Vorjahre ausgegeben. 
An Pensionen hatte die Kolonie 3314 L gegen 
3513 E im Vorjahre zu zahlen. 
750 
  
Die Anzahl der registrirten Geburten betrug 
1241, die der Todesfälle 1664. Die Zahl der 
Christen wird wie im Vorjahre mit 42 000 an- 
gegeben. An Schulen, im Wesentlichen Missions- 
schulen, waren 72 vorhanden. Die Schülerzahl 
betrug 7312 gegen 6850 im Vorjahre. An Staats- 
unterstützungen (Grants) wurden 1444 K gezahlt 
gegen 1345 #&amp; im Vorjahre. Auch in diesem Jahre 
fand eine Preisausstellung von Schülerarbeiten statt. 
Der Import hatte einen Werth von 457 389 
gegen 494 688 L in 1896. Den größten Ausfall 
zeigte der Import von Leinenwaaren mit 15 000 (. 
Das vereinigte Königreich führte für 377 508 k, die 
britische Kolonie für 6097 und das Ausland für 
73784 ein. Die Zollabgaben brachten 87 093 1. 
gegen 79 328 L in 1896. Die Steigerung der Zoll- 
einnahmen ist darauf zurückzuführen, daß der Werth- 
zoll von 7½ auf 10 pCt. erhöht wurde, und daß, 
nachdem infolge der Zollerhöhung auch Spirituosen 
auf 3 Schilling noch unter dem alten Zollsotz größere 
Mengen eingeführt worden waren, nach Aufbrauch 
dieser sich erneut ein größerer Bedarf geltend machte. 
Der Werth des Exports war 400 748 K gegen 
449 033 L im Vorjahre. Die Abnahme wird zum 
Theil darauf zurückgeführt, daß weniger Produkte 
aus dem Gebiet von Französisch-Guinea nach Free- 
town kamen. Fast die Hälfte des Exports ging ins 
Ausland. 4 
Einer 10 jährigen Statistik ist zu entnehmen, daß 
1888 der Werth der Einfuhr 250 147 K betrug und 
mit 494 000 Kf in 1896 den höchsten Stand erreichte, 
während der Export 1888 mit 339 043 P und in 
1891 mit der Hoöchstsumme von 477 656 K nach- 
gewiesen wird. 
Der gesammte ein= und ausgehende Schiffsverkehr 
betrug 1 084745 Tons. 
Die neue Eisenbahnlinie ist für Materialtrans-= 
porte auf 111/ englische Meilen eröffnet. Bis 
August d. Is. sollte Songo Town erreicht werden. 
Von den beim Eisenbahnbau beschäftigten Europäem 
ist nur einer gestorben. 
Perschiedene Mittheilungen. 
Rheinische Handes- plantagengesellschaft. 
Nach dem Berichte der Rheinischen Handei- 
Plantagengesellschaft über ihr zweites Geschäftsjohr 
hat sie auf der Pflanzung Ngambo bisher 331 000 
Kaffeebäume gepflanzt, von denen 250 000 ange- 
wachsen sind. Sehr störend hat sich Regenmangel 
fühlbar gemacht. Auf der Plantage sind etwa 180 ha 
Urwald geschlagen, von denen 110 mit Kafsee be- 
pflanzt und weitere 40 ha in Vorbereitung sind. 
— — —
        <pb n="893" />
        Stammbaum der Rönige von Samoa. 
Im „Internationalen Archiv für Ethnographie“ 
1898 veröffentlicht der auf Matapoo in Sawal## 
(Samoa) ansässige W. v. Bülow eine längere Ab- 
handlung über den Stammbaum der Könige von 
Samog auf Grund einheimischer Ueberlieferungen. 
  
Titteratur. 
Heinrich Abeken: Ein schlichtes Leben in be- 
wegter Zeit. Berlin 1898. E. S. Mittler und 
Sohn. « 
In der vorliegenden Veröffentlichung entwirft 
die Wittwe des Verewigten an der Hand seiner Auf- 
zeichnungen und mit Hülfe ihrer persönlichen Er- 
innerungen ein sehr werthvolles Bild aus dem Leben 
des deutschen Beamtenthums. Abeken war noch ein 
Vertreter des aussterbenden alten Geschlechts der 
preußischen Staatsdiener, das still und zurückgezogen 
nur seiner Pflicht lebte, in seinem Berufe völlig auf- 
ging und dabei doch allen geistigen und künstlerischen 
Bestrebungen das wärmste Interesse wahrte. Das 
große Publikum kennt meist kaum die Namen dieser 
Männer; welche Dienste sie aber ihrem Amte und 
dem Vaterlande geleistet haben, erfährt Jeder, der 
sich mit der Geschichte Deutschlands und Preußens 
eingehender beschäftigt. In Bezug auf Abeken hat 
Reichskanzler Fürst Bismarck wiederholt es ausge- 
sprochen, welche wichtigen Dienste er ihm verdankte. 
Das Buch gewährt eine überaus anregende Lektüre. 
–—––- 
Felix v. Luschan: Beiträge zur Ethnographie 
des abflußlosen Gebiets von Deutsch-Ostafrika. 
Berlin 1898. H. Peetel. 
—.— Fremder Einfluß in Afrika (Abdruck aus 
Westermanns Monatsheften) Braunschweig 1898, 
—.— Alterthümer von Benin (Abdruck aus den 
Verhandlungen der Berliner anthropologischen 
Gesellschaft) 1898. 
Die drei Aufsätze des bekannten Anthropologen 
bringen eine Fülle neuer und interessanter Auf- 
schlüsse. Der ersterwähnte enthält eine Bearbeitung 
des von der Irangiexpedition gesammelten ethno- 
graphischen Materials unter Heranziehung und Ver- 
gleichung der aus denselben Gegenden stammenden 
Sammlungen im Berliner Museum für Völkerkunde. 
Die an letzter Stelle genannte Arbeit bringt die 
ersten zuverlässigen Angaben über Beschaffenheit, 
Herkunft und Werth des erst seit wenigen Jahren 
zum Vorschein gekommenen großen Theils durch 
Konsul Eduard Schmidt für Deutschland gesicherten 
Beninbronzearbeiten. Ganz besonderes Interesse zu 
erwecken, sind die Untersuchungen des Verfassers, 
über den fremden Einfluß in Afrika, geeignet. 
Während die Forschung bisher annahm, daß die 
Eingeborenen des Innern Afrikas von enropäischem 
  
751 — 
Einfluß so gut wie unberührt geblieben seien, und 
hier Stoff zu Studien über die menschliche Ur- 
geschichte zu finden hoffte, weist v. Luschan nach, 
einen wie tiefgreisenden Einfluß fremde Kulturen 
auf Afrika im Laufe der Jahrhunderte geübt haben. 
Deutscher Kolonialkalender und statisti- 
sches Handbuch für 1899. Nach anmtlichen 
Quellen bearbeitet und herausgegeben von Gustav 
Meinecke, Redakteur der Deutschen Kolonialzeitung. 
XI. Jahrgang. Berlin. Deutscher Kolonialverlag 
(G. Meinecke). 
Der Deutsche Kolonialkalender ist ein sehr 
brauchbares Hülfsmittel für alle diejenigen, welche 
sich mit Kolonialpolitik beschäftigen oder an dem 
Gange der Kolonialentwickelung Interesse haben. Er 
bringt die Personalien der Kolonialreichsbeamten, 
die Kolonialbehörden, eine Aufzählung sämmtlicher 
kolonialer Erwerbs= und Agitationsgesellschaften, 
(vornehmlich der Deutschen Kolonialgesellschaft mit 
allen ihren Abtheilungen), der evangelischen und 
katholischen Missionen, die Postbestimmungen für die 
Kolonien, sowie namentlich ein reichhaltiges statistisches 
Material, als Etat, Ein= und Ausfuhr, Zölle 2c. 
und eine Beschreibung der deutschen Kolonien mit 
sieben Karten. 
Auswanderungslustigen ertheilen die im Anhang 
enthaltenen Aussichten für den Ansiedler und 
Stellungsuchenden in den deutschen Kolonien jede 
wünschenswerthe Auskunft. Der 1899er Jahrgang 
ist mit dem Bildniß des Herrn v. Buchka, Direktors 
der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes, 
geschmückt. # 
Dr. K. Lippmann: Die Konsularjurisdiktion im 
Orient. Ihre historische Entwickelung von den 
frühesten Zeiten bis zur Gegenwart. Leipzig 
1898. Veit &amp; Co. 
Die sehr fleißige Arbeit füllt eine besonders 
gegenwärtig, wo die Verhältnisse der Orientländer 
wieder besondere Aufmerksamkeit erregen, recht fühl- 
bare Lücke aus. Ausgehend von der Fremden- 
jurisdiktion und dem Fremdenschutze im Alterthum, 
und der allmählichen Ausbildung des Konsular- 
wesens im Mittelalter, schildert der Verfasser in 
anschaulicher Weise die Entstehung der europäischen 
Konsulargerichtsbarkeit im bhzantinischen, später 
türkischen Reiche, dann in Nordafrika, Sansibar, 
Madagaskar, am Kongo, in der arabischen Halb- 
insel, Persien, Siam, China, Japan und endlich auf 
Samoa. In jedem Lande wird die Entwickelung 
dieser eigenartigen Einrichtung an der Hand des 
zuverlässigsten Materials bis zur Gegenwart ver- 
folgt und so dem Leser gleichzeitig ein wenig be- 
kanntes und sehr lehrreiches Kapitel der Kolonisa- 
tionsgeschichte vorgeführt. Von besonderem Interesse 
ist die Schilderung der Gestaltung der Beziehungen 
Frankreichs zum Orient im Laufe der Jahrhunderte 
und der Entstehung des von Frankreich lange ge-
        <pb n="894" />
        übten Protektorats der christlichen Kirche daselbst. 
Der Schlußabschnitt beschäftigt sich mit den Mängeln 
des Instituts der Konsulargerichtsbarkeit und em- 
752 
pfiehlt Ersatz durch Einführung gemischter Tribunale. 
Dr. Karl Dove: Vom Kap zum Nil. Reise- 
erinnerungen aus Süd-, Ost= und Nordafrika. 
Berlin 1898. Allgemeiner Verein für deutsche 
Litteratur. 
Das stattliche mit 30 Illustrationen ausgestattete 
Buch schildert die Reisen des Verfassers in Kapland, 
Natal und Ostafrika. Es bildet gewissermaßen die 
Fortsetzung seines vor zwei Jahren erschienenen 
Werkes: „Südwest-Afrika, Kriegs= und Friedens- 
bilder aus der ersten deutschen Kolonie,“ welches an 
dieser Stelle gewürdigt worden ist. In der ersten 
Hälfte werden besonders die politischen und wirth- 
schaftlichen Zustände derjenigen Länder erörtert, die 
durch die Rivalität der Engländer und Buren gegen- 
wärtig wieder in den Vordergrund des öffentlichen 
Interesses gerückt sind. 
Paul Lindenberg: Fritz Vogelsang. Abenteuer eines 
deutschen Schiffsjungen in Kiautschon. Berlin 1898. 
Ferd. Dümmler. 
Ueber die Zustände in der neuesten deutschen 
Kolonie liegt hier eine unter dem frischen Eindruck 
des Augenscheins entstandene ebenso amüsante wie 
lehrreiche Schrift vor. Im Rahmen einer spannen- 
den, durchaus vaterländisch gehaltenen Erzählung 
giebt der Verfasser, der vor Kurzem von seiner Reise 
um die Erde zurückgekehrt ist, farbenreiche Schilde- 
rungen von Land und Leuten in China, zumal in 
unserem deutschen Gebiet daselbst. Das Werk ist 
mit vier Farbenbildern sowie 111 Illustrationen, da- 
runter vielen nach Originalaufnahmen, geschmückt. 
Unter den Abbildungen befinden sich mehrere, die nach 
Aquarellen der Gemahlin des deutschen Gesandten in 
Peking, Frau Baronin v. Heyking, angefertigt wurden. 
Von K. Schumann ist in den „Mittheilungen 
des Seminars für orientalische Sprachen“ der Grund- 
riß einer Grammatik der Kondesprache erschienen. 
In Heusers Verlag (Louis Heuser), Neuwied 
a. Rh., sind von dem Komponisten Karl Becker 
42 Matrosenlieder und 7 Seemannslieder volksthüm- 
licher Art erschienen. Die Hefte zeichnen sich durch 
große Billigkeit aus. 
  
*s 
    
''v''' ' ' 
Titterakur -Verzeichnik. 
Engler, A.: Monographien afrikanischer Pflanzen= 
Familien und = Gattungen. Herausgegeben von 
A. Engler. Verössentlicht mit Unterstützung der Kol. 
preußischen Akademie der Wissenschaften. 
I. Morucene (erkl. Fiens). Bearbeitet von A. Engler. 
Mit Tafel I bis XVIII und 4 Figuren im Text.— 
gr. Fol. (IV, 50 S.) Mk. 12.—. » 
II. Melustomatacene. Bearbeitet von E. Gilg. 
Mit Tafel I bis X. gr. Jol. (II, 52 S.) Mk. 10.—. 
Wilh. Engelmann, Leipzig. 
v. Hesse-Wartegg, Ernst: Schantung und Deutsch- 
China. Von Riautschou ins Heilige Land, von China 
und vom Jangtsekiang nach Peking im Jahre 1898. 
Lex. 80. (VIII, 294 S.) Mit zahlreichen Abbildungen 
im Terxt, 27 Tafeln, 6 Beilagen und 3 Karten. Mk. 14,—. 
J. J. Weber, Leipzig. 
Hirth, F.:; Schantung und Kiautschou. (Aus: „Bei- 
lage zur Allgem. Zeitung“.) gr. 80. (32 S.) Mk. 0,50. 
Verlag der Allgemeinen Zeitung. München. 
Kieperts Wandkarte der deutschen RKolonien. 
Herausgegeben von der Deutschen Kolonialgesellschaft. 
Hauptkarte: I. Schutzgebiete in Afrika. 1: 80000 000. 
Karton: II. Schutzgebiete im Stillen Ocean. 1:8.000 000. 
Karton: III. Schutzgebiete in Ostasien. 1:800000. 
Karton: Vergleichende Uebersicht des Deutschen Reiches. 
1:8000 000. Aufgezogen mit Stäben Mk. 8,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen], Berlin. 
Rehbock, Th.: Deutsch-Südwestafrika. 96 Lichtdrucke 
nach Photographien (Originalaufnahmen) aus dem 
Herero= und Namalande, ausgenommen von Th. Rehbock 
während einer Forschungoreise 1896 97. Mit einer 
Uebersichtokarte. Quer Zo. Geb. mit Goldschnitt Mk. 8,—. 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
.n —.— 
vVvV7V 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schissfes.) 
. M. S. „Habicht“ 2/10. Kamerun. 
G 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran“" 3/9. Kiantschon 5/10.— 11/10. okohama 25/10.— Kobe. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia 29/8. — Jaluit. — 19/9. Apia. 
S. M. S. „Condor“ 19/8. Sansibar. 
S. M. S. 
S. M. S. „Falke“ 1/9. Sydney 1/10. — Anpia. 
S 
S 
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(Poststation: Hofpostamt). 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kamerun.) 
.M. Vermessungsschiff Möwe" 30,3. Deutsch-Neu-Guinea 29,10.— Hongkong. (Poststation: Hongkong.) 
M. S. „Schwalbe“ 7,6. Sansibar 17,9. — 23/9. Beira 25/0. — 28 9. Lourengo Marques 2, 10. 
— 10,10. Simonsbai. — 12,10. Kapstadt. 
. M. S. „Wolf“ 12/9. Loanda 17/9. — 18,9. Banana. — 1/10. Libreville 4, 10. — 6/10. Kamerun. 
(Poststation: Kapstadt.) 
Ablösungstransporte: 
Gemietheter Dampfer „Lulu Bohlen“ der Woermann= Linie mit dem Ablösungstronsport für die Schiffe in 
Kamerun (S. M. — . Habicht“ und „Wolf“), Hulk „Cyclop“ und Peilboot „Kamerun“ (ganze Besatzungen) 
1 Ausreise: Transportführer Korvettenkapitän Graf v. Oriola: " 
Kiel 1/10. — 2, 10. Wilhelmshaven 3/10. — 12/10. Las Palmas 12/ 10. — Kamerun.
        <pb n="895" />
        753 
Berkehrs -Machrichten. 
In Gobabis (Deutsch-Südwestafrika) ist eine Postanstalt eingerichtet worden. 
  
Vostdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Neapel am 23. November, Tanga 18.19 Tage sam 21. November, 
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2. Deutsch-güdwestafrika. am 19., 26. Nov., eritzbucht 22—28 Tg.am 18. 25. Nod., .. 
Go Lühae Er. Hengl. Schif die Ka. 17., 24. Dez. 40 mms. Swakopmund 25—31T916., 23. Dez. 15 ums. 
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(englische Schiffe) ··«""· « 15 nms. 
E am 10.jedes Mts. nachts Lome 20 Tage am 10. und 20 jedes 
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Marseille oder Bordeauxf (englische Schisfe) 14., 28. Dezember von da ab Landar Lindung 12., 26. Dez. 15 nms. 
nur auf Verlangen des Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) (franzöfische Schiffe) 40 nachm. von da ab Landverdindung 10 abds. 
BVordeaux am 10. Nov., 10. Jan. Cotonou 22 Tage am 8. Nov., 8. Jan. 
— ((französische Schiffe) 110 vms. von da ab Landverbindung 104 abds. « 
Nfsclschm am 3à Februar Stephansort 45 Tage 1 am 16. Dezember, 
5. Deutsch-Ueu- « (deutsche e) abds. „10. Februar, 
deuisch-eu- Guinea Brindist am 18. De)., 12. Febr. 41 Tagi abos. 
(Nachversand) abds. 
6. Kaarspan-= Inseln. Die Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von W mit 
# * dder nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefördert. 
Neape el am 14. Dez., 11. Jan. J Tsintau 37 Tage am 12. Dez., 9. Jan. 
7. Riautschon Geutite e. Schiffe) 9° abends 1145 abends 
" Briapit,. jeden Sonntag Tsintau 40 Tage jeden Freitag 
fronzöstsche Schiffe) 10° abends l#abends. 
Eintreffen der Post aus den — Schutzgebieten. 
« ««« Landungs- Die Post ist fäuig I 1 Lardungs= Die Po K ist l anig « 
Von hafen in Berlin Von hafen goß e 6 
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Neapel ... am 1 !7 Plymouth. am 27.5 jed. Monats 
Deutsch · Otasrita Seimm.,anns, 20. Logogebiet (A am 16.jedes Monats 
Marseille am 16. Nov., 17. Dez. · 
W « — Dentsch · Aen -· Guinea. . . . .ham Dezember. 
Deutsch-Lüdwestafrika Southampton — sc Neapel 5, Februar E 
— — Marshall· Inseln ... — 
Ramerun. . .... Kp#mouth am 27. jed. Monats Neape 51 mt — — 
· .D.,8.D. 
·«mpooam139De3 RMiautschon erten 22 K%% I1. . T. , 
Ü KMarseill. Roo., 4, 20. Dez. 
  
  
  
* Falligkeitstage für die mit deurschen Schiffen eintreffenden Posten.
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        754 
Schiffsbeweguugen der Weermann-Limie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
o 
p stdampfer von nach bis 12. November 1898 
LIIIIIE Hamburg Loango am 7. November in Kamerun. 
„Aline Woermann“ ... Hamburg Loango am 11. November ab Hamburg. 
„Anna Woermann“ Lemburg Lagos am 2. November in Madeira. 
„Bruxellesville“ ntwerpen Kongo am 7. November Blissingen passirt. 
„Car# Woermann“ Lagos mburg am 9. November in Hamburg. 
„Eduard Bohlen“ Loango amburg am 8. November ab Gabun. 
„Ella Woermann“ Hamburg amerun am 9. November in Accra. 
„Gertrud Woermann““. Hamburg Port Nolloth am 6. November in Las Palmas. 
„Eretchen Bohlen“ Hamburg Loanda am 8. November Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“ Sierra Leone Hamburg am 9. November in Las Palmas. 
„Helene Woermann“ Futa Hamburg am 9. November in Accra. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Swakopmund am 1. November ab Hamburg. | 
rt Woermann“ Loanda Lanburg am 10. November in Lagos. 
tt Bohlen“ Kamerun amburg am 10. November in Sierra Leone. 
„Marie Woermann“ Kapstadt Hamburg am 9. November in Hamburg. 
„Melita Bohlen“ Hamburg Kapstadt am 9. November in Kapstadt. 
„Nautik“ . Hamburg Sierra Leone am 11. November in Tanger. 
„Paul Woermann= Hamburg Swakopmund. am 23. Oktober in Acera. 
„Professor Woermann“ Kotonon Hamburg am 6. November in Accra. 
„Thekla Bohlen“ Benguella Hamburg am 12. November in Hamburg. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Gamburg—Ostafrika). 
  
  
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
eichspostdampfer 
* *— . von nach bis 12. November 1898 
„König“ · z. Zt. in in Hamburg. 
„Herzog“ Hamhurg am 4. November ab Sansibar. 
„Kaiser“ s urban am 10. November ab Neapel. 
„Kanzler" " amburg Durban am 10. November an Delagoabai. 
Thurdetrah. Hamburg Delagoabai am 11. November an Antwerpen. 
! Hamburg Delagoabai am 7. November an Addn. 
„Admiral“ Delagoabai gantuts am 7. November ab Delagoabai. 
„General= amburg am 11. November an Neapel. 
  
Die Lampen= und Metallwaarenfabrik m. b. H. „Securitas" zu Berlin hat eine neue Petwoleun- 
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Explosionsgefahr versehen ist. 
Die Gesellschaft fügt jedem Exemplar einen Garantieschein bei, wonach eine 
Feuerversicherung einen durch die Sekuritaslampe verursachten Schaden mit 300 Mark zu vergüten hat. 
  
  
  
  
  
3 Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler &amp; Eohn 
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Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Prokurenregister 1 
heute laut Anmeldung vom 3. August 
1898 unter Nr. 8 eingetragen worden, 
doß für die unter Nr. 2 des Firmen- 
isters vermerkte Firma 
u. Redecker zu Otjimbingwe 
dem Kaufmann Friedrich Wilhelm 
Redecker in Otjimbingwe Prokura 
ertheilt worden ist. 
a10) 
Swakopmund, den 18. August 1898. 
Kaiserliches Gericht für den Aelteziet. 
einzusenden. 
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In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Gesellschaftsregister ist 
heute laut Anmeldung vom 11. August 
1898 unter Nr. 6 die unter der Firma 
Max Zimmermann &amp; Co. 
mit dem Sitze in Swakopmund er- 
richtete offene Handelsgesellschaft ein- 
getragen worden. Gesellschafter sind: 
1. der Kaufmann Georg Schluck- 
werder, 
2. der Techniker Max Zimmer-= 
mann, 
beide wohnhaft in Swakopmund. (3u) 
Swakopmund, den 16. August 1898. 
Kaiferliches Gericht für den Weslbezirk. 
  
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des nördlichen 
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Wissenschaftliche Ergebnisse der frangi-Expedition 1896—1897 
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        — 764 — 
  
  
  
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Das Werk: Die 
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Turopäischen Kolonien. 
Schilderung ihrer Entstehung, Entwickelung, Erfolge und Aussichten 
von 
Dr. Hlfred Zimmermann. 
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hat in den betheiligten Kreisen eine überaus rege Beachtung und günstige Aufnahme gefunden. Das Werk 
kann als ein Lesc= und Lehrbuch gelten, welches weiten Leserkreisen Kenntniß von den Erfordernissen einer 
# nutzbringenden Weltpolitik zu geben vermag. Es stellt eine allgemeine Geschichte der eur opäischen 
Kolonialpolitik dar und ermöglicht allen Kolonialfreunden ein klares Urtheil über das Wesen und die 
Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte. Die nachstehenden 
Stimmen der Presse 
kennzeichnen den Werth und die Eigenart des Werkes: 
an, es geradezu als ein Lehrbuch der Kolonialpolitik 2c. besser erkennen lehren. Wir halten diese Abschnitte 
zu bezeichnen mit seiner reichhaltigen, gewissen- in mehr als einer Hinsicht für die wichtigsten und 
haften Forscherarbeit. für den Kolonialfreund nützlichsten. 
Köluische Volkszeilung Nr. 833 vom 7. Dez. 1896: " 
Das Buch verdient die weiteste Berbreitung in allen Bei Erscheinen des zweiten Bandes: 
gebildeten Kreisen. ç — 
Beuische Reone, XXII. Jahrg., Februarheft: Die Intelligenzblatt, Fraukfurt a. M., Nr. 59 vom 
11. März 1808: Es ist in hohem Maße erfreulich, daß 
I). Zimmermann es verstanden hat, seine auf breiter 
wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten Untersuchungen 
in ein so angenehmes Gewand zu kleiden, daß 
die Darstellung sich zuweilen liest wie ein Roman und 
daher auch Demjenigen, den nicht gerade sein Beruf 
Darstellung ist klar und flussig, das Wichtigste 
ist mit Geschick hervorgehoben, und das Werk ist der 
Beachtung der weitesten Kreise werth, da es nicht 
nur den Interessenten unserer Kolonialpolitik einen 
nicht zu übersehenden Spiegel vorhält, sondern auch 
die erste Zusammenfassung der gesammten 
Kolonialgeschichte bietet und somit auch dem 
Oistoriker und Geographen von großem Nutzen ist. 
itterarisches znroiten für ——.— 18907, Nr. 3: 
..Dem Fachmann sowie dem Laien sei das Buch oe. .-. . 
als belehrende oder unterhaltende Lektüre empfohlen. unserer lorh ablc etlich wertbr alle und gicne 
Deutsche Kolonialieitung Nr. 51 vom 19. De. 1896: noch angekundigten vier Bänden des Werkes mit dem 
Aus der Geschichte konnen und mussen wir lernen, lebhaftesten Interesse entgegensehen. 
Gegenwart oder Vergangenheit nöthigt, Interesse ab- 
verlangt. 
Rational, Zeitung Nr. 168 vom 12. März 1898: 
  
deshalb sei die Lektüre des vorliegenden Buches Allonaer Machrichten Nr. 45 vom 23. Febr. 1898. 
besonders empfohlen. .. Alfred Zunmermann begniggt sich nicht damit, über 
Leipuiger Sllustrirte Zeitung Nr. 2792 v. 2. Jan. 1897: die Ereignisse selbst zu berichten; es reizt ihn, nach 
Dem Freund wie dem Gegner der RKolonial-dem wirthschaftopolitischen Warum des Warum zu 
politik sei das Studium des Zimmermannschen fragen, und so gruppiren sich die bedeutsameren ge- 
Werktes angelegentlich empfohlen. schichtlichen Vorgänge, welche er behandelt, ganz von 
Velermanns Mlittheilungen, 1897, Heft 5: Zimmer= selbst zu Weltbildern, aus denen man ganz andere Dinge 
mannoe vorliegendes Buch ist von hohem prak= erfahrt als nur die Buntheit der geschilderten Thatsachen. 
Deas Merk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes zu beziehen, 
gegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der Verlagsbuchhandlung. 
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Pie Kolonialpolitik Portugals und Spaniens Dir Kolonialpolitik Großbritanniens. 
in ihrer Eutwichelnntz von den Anfingen bis zur Gegenwart. Erster Theil. 
Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht des portugiesischen 6 Von des Afiugen bis zum Abfal der Vereiigten Steates. "„ 
und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. Mit drei farbigen Karten in Steindruck. 
Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,60. 6 Geh. Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,50. 
Bei Erscheinen des ersten Bandes: tischen Werthe, verdient von allen Kolenial= 
» » freunden gelesen zu werden. 
Militär-itteratur, zeitung Nr. 14 vom Nov. 1896: Globns Nr. 20 vom Nov. 1896: .. hier sind all- 
Wir haben in diesem Bande den Beginn einer für -· - ; Wi -. 
. . .. « ,. gemeine Kapitel eingeschaltet, die uns jedesmal die 
die Kolonialpolitik der Gegenwart hochwichtigen Interna der Verwaltung, die Finanz= und Zollwirth- 
zur Antheilnahme an kolonialpolitischen Fragen aus der 
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Am 20. November: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Madeira, Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und 
Kotonou. 
Am 25. November: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth-. 
Am 30. November: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Rieck, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia, Lagos, San Thome und den Häfen der 
Südwestküste Afrikas von Landana bis Benguella. 
Am 10. Dezember: P. D. „Helene Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Madeira, Lome, Fernando Po, Kamerun und den südlichen Huäfen bis Loango. 
Am 18. Dezember: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Mllz, 
ria Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Las Palmas, Teneriffb, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jeden Monats.. 
4e Guter müssen cm Tage vor dem 459a#nsdattum bis 12 Uhr mittags länosseiee sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Weoermann-Linie 
(n) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Limie. 
Regelmässige Post dampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neapel anulaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmisaigen Expeditionen finden etatt per Reichspostdampfer: 
  
  
  
  
von Hamburg: von Neapel: 
„BUNDESRATH“, Capt. Asthausen — 23. November, 
*KOENIG“, Capt. Doer 23. November, 7. Dezember, 
„SULTAN“, Capt. — (nur für Post u. Ladung) 7. Dezember, 21. Dezember, 
„HER2ZOG“, Capt. v. Issendorfb .2i1. Dezember, 4. Januar, 
nach Mombassa, Tanga?, Pangani, Saadanl:#, Bagamoyo?" Dar-es-Salfm #, Sansibar-#, Klis, Lindl 
Milindani, Ibo, Mozambique?", Quellmane?7, Chinde?, Belra“, Inhambane, Delagoabal“, Durban“. 
Die mit einem * versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen verschenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “ versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer Bhaben vorzüoliche EMricheengen Jur Eussaptere #n allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufbäfen sowie nach Transwmal 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabal. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
"sowie wegen Fracht und Passage die Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. « · 
Verlag und Druck der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochttraße *o 
Ausgegeben am 15. November 1898 um 6 Uhr nachmittags. 
Hierzu eine Beilage: „Die Missionsthätigkeit in den deutschen Schutzgebieten“.
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        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“, IX. Jahrgang. 
Berlin, den 15. November 1898. 
  
  
— 
  
Di 
Issionsthetiaheit in den 
(Zusammengestellt unter Mitwirkung der einzelnen Missionsgesellschaften.) 
J. Evangelische Missionen in den deutschen 
Schutzgebieten. 
A. Deutsch--Ostafrika. 
1. Evangelische Missionsgesellschaft für 
Deutsch-Ostafrika. Sitz: Berlin (Passauerstr. 40). 
Missionsinspektor Pastor Lic. theol. Trittelvitz. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1886 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1887 begonnen. Ein- 
nahme 1897: 78 621 Mk. Organ: „Nachrichten 
aus der Ostafrikanischen Mission“. 
Stationen. 
a) Dar-es-Saläm, Station Immanuelskap. 
Vorsteher Missionar Pastor Cleve. 1 Kapelle und 
1 Schule in Dar-zes-Saläm. Schülerzahl 9. Ge- 
taufte Eingeborene 2, Taufbewerber 5. 
b) Tanga. Vorsteher Miss. Pastor Ostwald 
(und Frau). 1 Kapelle in Tanga und Mwenzange. 
1 Schule in Tanga. Schülerzahl 21. Getaufte 
Eingeborene 23. Taufbewerber 12. 
c) Kisserawe (Bezirk Dar-es-Saläm), Station 
Hoffnungshöhe. Vorsteher Miss. Pastor Holst 
(und Frau). Miss. Pastor Liebau. 1 Kirche in 
Kisserawe. 4 Schulen in Kisserawe, Minaki, Gogo 
und Sungwi. Schülerzahl 69. Getaufte Eingebo- 
rene 44. Taufbewerber 17. 
4) Maneromango (Bezirk Dar-es-Saläm). 
Vorsteher Miss. Pastor Peters. Miss. Pastor Worms 
(und Frau). Miss. Pastor Maas. 1 Kapelle und 
1 Schule in Maneromango. Schülerzahl 21. Ge- 
taufte Eingeborene 2. Taufbewerber 1. 
e) Hohenfriedeberg bei Mlalo (Bezirk Ma- 
sinde, Usambara). Vorsteher Miss. Pastor Wohlrab 
(und Frau). 
Diakon Meyer. 1 Kirche in Hohenfriedeberg, 
1 Kapelle in Mbaramu. 1 Schule in Hohenfriede- 
berg. Schülerzahl 32. Getaufte Eingeborene 74. 
Taufbewerber 7. 
Miss. Pastor Johanssen (und Frau). 
  
Diakon Kootz (und Frau). 
1 
7 
#utschen Uchuhurhieten. 
s) Bethel bei Mtai (Bezirk Masinde). Vor- 
steher Miss. Pastor Roehl. (Miss. Pastor Döring 
ist mit Urlaub in der Heimath.) Je 1 Kapelle in 
Bethel und Mbalu. 1 Schule in Bethel. Schüler- 
zahl 5. Getaufte Eingeborene 6. Taufbewerber 3. 
g) Wuga (Bezirk Masinde). Vorsteher Miss. 
Pastor Langheinrich (mit Urlaub in der Heimath). 
Miss. Pastor Gleiß. 1 Kapelle und 1 Schule in 
Wuga. Schülerzahl 11. Getaufte Eingeborene 3. 
Taufbewerber 1. 
2. Missionsanstalt der evangelischen 
Brüderunität. Sitz: Berthelsdorf bei Herrn- 
hut. Leitende Behörde: das Missionsdepartement, 
Vorsitzender: Missionsdirektor Ch. Buchner. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1732 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1891 begonnen. Gesammte 
Jahreseinnahme: 11⅛ Mill. Mark. Organ: „Missions- 
blatt der Brüdergemeine“. 
Stationen. 
a) Rungue (Bezirk Langenburg, Kondeland). 
Vorsteher Diakon Bachmann (und Frau). Diakon 
Kretschmer (und Frau). 1 Kirche, 1 Tages= und 
1 Sonntagsschule in Rungue. Schülerzahl 20 bezw. 
41. Getaufte Eingeborene 13. Taufbewerber 24. 
b) Rutenganio (Bezirk Langenburg). Vorsteher 
Diakon Th. Meyer (und Frau). Diakon Zickmantel 
(und Frau). 1 Versammlungshaus und 1 Schule. 
Schülerzahl 3. Getauste Eingeborene 2. Tauf- 
bewerber 11. Z 
c) Ipiana (Bezirk Langenburg). Vorsteher 
Diakon Richard (und Frau). Diakon Häfner, 
Stolz (und Frau). 1 Kirche und Schule. Schüler- 
zahl 6. Getaufte Eingeborene 4. Taufbewerber 9. 
4) Utengule (Bezirk Langenburg). Vorsteher 
Kirche und Schule. 
Tauf- 
Schülerzahl 10. Getaufte Eingeborene 2. 
bewerber 7.
        <pb n="910" />
        — — 
e) Urambo (Bezirk Tabora, 1898 von der 
Londoner Missionsgesellschaft übernommen). Vorsteher 
Presbyter Stern (und Frau). Diakon Dahl (und 
Frau). Diakon Meier (und Frau). 1 Versamm- 
lungshaus und 1 Schule. Schülerzahl 60. 
3. Gesellschaft zur Beförderung der ev. 
Missionen unter den Heiden. Sitz: Berlin 
(Georgenkirchstr. 70). Missionsdirektor Gensichen. 
Missionsinspektoren Wendland, Merensky und 
Schmidt. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1824 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1891 begonnen. Letzte 
Jahreseinnahme 417506 Mk. Aufwendung für die 
Stationen in Deutsch-Ostafrika für 1897 etwa, 
30 000 Mk. Organ: „Berliner Missionsberichte". 
Stationen. 
a) Wangemannshöh (Bezirk Langenburg, Kon- 
deland). Vorsteher Miss. Schumann. 
b) Manow (Bezirk Langenburg). Vorsteher 
Miss. Jauer (und Frau). 1 Kirche. 1 Schule. 
Schülerzahl 23. Getaufte 13. Taufbewerber 10. 
c) Muakareri (Bezirk Langenburg). Miss. 
Schüler (und Frau) und Kaellner (und Frau). 
1 Kirche. Schülerzahl 9. Getaufte 23. Tauf- 
bewerber 19. " 
4) Ikombe (Bezirk Langenburg). Miss. Nau- 
haus, Vorsteher des Konferenzkreises, und Miss. 
Maaß. 1 Kapelle. Getaufte 7. Taufbewerber 14. 
In Ikombe ist der Missionsdampfer „Paulus“ 
stationirt. 
c) Bulongoa (Bezirk Langenburg, Kingaland, 
früher Muakagile). Miss. Hübner (und Frau). 
Handwerker: Zimmermann Thiele, Tischler Har- 
noss. Taufbewerber 11. 
1) Tandala (Kingaland). Miss. Wolff (und 
Frau). 
g) Kilabugi in Ubena (Wahehe-Gebiet), ge- 
gründet 1898. Miss. Gröschel und Miss. Prie- 
busch. 
Miss. Bunk und Miss. Neuberg sind mit An- 
lage einer weiteren Station betraut. 
4. Kollegium der evangelisch-lutherischen 
Mission zu Leipzig. Missionsdirektor v. Schwartz 
in Leipzig. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1836 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1893 begonnen. Jähr- 
liche Einnahme 443632 Mk. Organ: „Evangelisch-- 
lutherisches Missionsblatt“. 
Stationen: 
a) Nkarungo (Bezirk Kilimandjaro, Madschame) 
Vorsteher Miss. E. Müller. Mus. Raum 2 Ka= 
pellen und Schulen. Schülerzahl 15. Tauf- 
bewerber 2. 
!lh) Mamba (Bezirk Kilimandjaro). Vorsteher 
Miss. Althaus. Miss. Bleicken. 4 Kapellen und 
Schulen. Schülerzahl 102. 4 Schul= und Predigt- 
2 — 
plätze außerhalb der Station: Mwika, Marangu, 
Kondeni, Msas. Getaufte Eingeborene 2. Tauf- 
bewerber 3. 
c) Moschi (Bezirk Kilimandjaro). Vorstcher 
Miss. Faßmann. Miss. Walther. Missionsökonom 
M. v. Läny. 2 Kapellen und Schulen. Schüler- 
zahl 26. Getaufte Eingeborene 2. Taufbewerber 4. 
5. Universities Mission to Central 
Africa. Sitz: London (Westminster S.W. Dart- 
mouth Street 9). Gegründet 1859 und seit Anfang 
der 70er Jahre im jetzigen deutschen Theil von 
Ostafrika thätig. Jahreseinnahme 500 000 Mkj. 
Organ: „Central Africa“. Bisthum Sansibar. 
Bischof William Moore Richardson. 
Stationen: 
1. bei Dar-es-Saläm: 
Kichelwe (eingeborener Dekan Denys Scyit. 
360 Anhänger, 24 Zöglinge. 
Mtoni. 
2. Usambara (Bezirk Masinde): 
Magila (Rev. Woodward, eingeborener Dekan 
Mtoe, Mr. Brent, Mr. Brockway, Miß Dunford, 
Miß Boyd, Miß Ward). 513 Anhänger, 345 
Zöglinge. 
Mkuzi (Rev. Peter Limo, Eingeborener). 120 
Christen, 93 Zöglinge. 
Msaraka. 
Misozwe (eingeborener Dekan Samuel Schoza). 
167 Christen, 142 Zöglinge. 
Korogwe (Rev. Kisbey). 
71 Zöglinge. 
3. Rovumagebiet (Bezirke Lindi und 
Mikindani): 
Masasi (Rev. Carnon, Rev. Porter, Rev. Rad- 
ford, Mr. Evans). 730 Anhänger, 542 Zöglinge. 
Chitangali. 
Newala (Rev. Simpfon, eingeborener Dekan 
Daudi Machina, Mr. Sims, Mr. Biühoy). 
475 Anhänger, 256 Zöglinge. 
Chiwata. 290 Anhänger. 
Mwiti. 171 Anhänger. 
Mkwera und Namtengas. 
Nairombo und Masorolo. 
a) 
b) 
) 
130 Anhänger, 
6. Church Missionary Soeciety. Sthr 
London (Salisbury Square, Flcet Streel). Die 
Gesellschaft ist 1799 gegründet und hat ihre Thätig= 
keit im Schutzgebicte 1876 begonnen. Jährliche 
Einnahmen ca. 6 600 000 Mk. Organe: „The 
Church Missionary Societ) Annual Report 
„The Church Missionar) Untelligencer“, „Tbe 
Church Missionary Gleaner“, „The Childrens 
World“, „Awake“. 
" Der bisherige Bischof Tucker wird in Zukunft 
nur den Nyanzabezirk als Diözese behalten, während 
für die Küste und Usagara demnächst ein neuer 
Bischof ernannt werden wird. 
  
1
        <pb n="911" />
        Stationen: 
1. in Usagara: 
a) Mamboya (Bezirk Mpapwa). 2 Kirchen, 
2 Schulen. Schüler 126. Getaufte Eingeborene 49. 
Taufbewerber 12. 
b) Mpwapwa. 1 Kirche, 1 Schule. Schüler 40. 
Getaufte Eingeborene 28. Taufbewerber 64. 
c) Kisokwe. 1 Kirche, 5 Schulen, 1 Kranken- 
haus. Schüler 218. Getaufte Eingeborene 80. 
Taufbewerber 51. 
Missionare: Rev. Cole, Rev. Wood, Rev. Beverley, 
Rev. Finsher, Rev. Rees, Dr. Baxter, Mr. Deekes, 
Mr. Briggs, Mr. Doulton, Miß Colsey, Miß Spriggs. 
2. am Speke-Golf: 
d) Nasa. 1 Kirche, 6 Schulen. Schüler 350. 
Getaufte Eingeborene 40. Taufbewerber 19. 
Missionare: Rev. Wright, Mr. Whitehouse, Mr. 
Force-Jones. 
B. Kamernn. 
1. Evangelische Missionsgesellschaft in 
Basel. Missionsinspektor Oehler in Basel. 
Die Gesellschaft ist 1815 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1886 begonnen. Jähr- 
liche Einnahme insgesammt über eine Million Mark, 
für Kamerun 38 000 Mk. Jährliche Ausgabe für 
Kamerun 165 000 Mk. Organe: „Der evangelische 
Heidenbote“ und „Das evangelische Missionsmagozin“. 
Stationen. 
a) Bonaku (Bethel, Bezirk Kamerun). Vorsteher 
Göhring, ordin. Missionar. Sonstige Mitglieder 
auf der Station: Dietrich mit Frau, Generalkassirer. 
Schkölziger mit Frau, Schreinereivorsteher. Hies, 
Kaufmann. 21 eingeborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Bonaku 34, Bell- 
stadt 60, Bonaduma 110, Bonebela 30, Bonan- 
gando 20, Bonamusadi 24, Bonangan 17, Bonan- 
kembe 28, Bonetonde 23, Logpom 27, Bedi 24, 
Ndogobon 13, Ndogombe 30, Eboko 8, Yapoma 58, 
Bansoki 13, Ngori 22, Mbana 20, Bonaloka 28, 
Ndogopasi 19, Yaso 26. 
Sonstige Einrichtungen: 1 Schreinereiwerkstatt. 
Getaufte Eingeborene 371. Taufbewerber 87. 
b) Bonaberi. Vorsteher und Generalpräses: 
Miss. Bohner (mit Frau). Sonstige Mitglieder auf 
der Station: Miss. Schuler mit Frau, Miss. Häck- 
linger, Nusser und Ernst. 22 eingeborene 
Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Bonaberi 95, Bo- 
namatumbe 18, Jebale 48, Bonendale 46, Sodiko 27, 
Banono 42, Njuki, Mundi m'Ewase 42, Biendende 16, 
Bwanyumba 45, Bwelelo 41, Bosedi 47, Bonab- 
weng 37, Bonasama 28, Bonamateke 45, Bonamb- 
wase 21, Mbonge 11, Ngwele 18, Mongo 21, 
Mbonjo 20. Außerdem 1 Mittelschule. 
Getaufte Eingeborene 480. Taufbewerber 123. 
3 
  
  
— — 
c) Bombe (Bezirk Kamerun). Vorsteher Miss. 
Stolz (mit Frau). Sonstige Mitglieder auf der 
Station: Miss. Kobel, 10 eingeborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Bombe 31, Mpondo 
37, Muyuka W.30, Yoke W.30, Malende 29, Ndo 57, 
Bakundi 24, Ndom 42, Muyuka O. 56, Dikuma 27. 
Getaufte Eingeborene 130. Taufbewerber 174. 
d) Mangamba (Bezirk Kamerun). Vorsteher 
Miss. Keller mit Frau. Sonstige Mitglieder auf 
der Station: Miss. Wittwer mit Frau, Chapuis, 
29 eingeborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Mangamba 18, 
Besungkang 15, Kunang 35, Bwapaki 47, Bonaku 32, 
Susa 20, Koki 15, Fiko 15, Yabea 15, Ndulu 30, 
Kolumban 23, Baiseng, Mpolo 25, Nkom 35, 
Mbombo 33, Makemba 10, Kaki 15, Njanga 20, 
Bwene 29, Bonjo 8, Mutimbelembe 10, Boneko 24, 
Bonambasi 40, Ngombe 14, Bonanyamsi 32, Bosua- 
ba-Nbenge 36, Njale 15, Munyamusadi, Bonan- 
jeng 14, Bonandolo, Bonamakong 42. 
Getaufte Eingeborene 426. Taufbewerber 139. 
e) Nyasoso (Bezirk Kamerun). Vorsteher Miss. 
Basedow. Sonstige Mitglieder auf der Station: 
Miss. Heinr. Dorsch, 1 eingeborener Mietarbeiter. 
Schüler 33. Getaufte Eingeborene 4. Taufbewerber 22. 
) Lobethal (Bezirk Edea). Vorsteher Miss. 
Scholten (mit Frau). Sonstige Mitglieder auf der 
Station: Miss. Gantenbein, Schürle, 23 ein- 
geborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Lobethal 96, Mon- 
gomanjon 21, Mpombo 20, Mulongo 30, Eumba 15, 
Bolunga 10, Mange 12, Mulimbijeru 22, Boloi 15, 
Bongo 21, Yawi 22, Ndogotunda 20, Tongosongo 
13, Ndogombwan 20, Elookam 18, Elogoboi 16, 
Yabengon 33, Beondo 16, Yapite 18, Sungijern 20, 
Yawanga 12. 
Sonstige Einrichtungen: 1 Knabenerziehungsanstalt. 
Getaufte Eingeborene 375. Toufbewerber 112. 
g) Edea. Vorsteher Miss. Walker. Sonstige 
Mitglieder auf der Station: Miss. Lutz, 11 einge- 
borene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Pongo 7, Kukue 10, 
Okot 12, Mikamb 13, Mapan 11, Yabri 20, Niogo- 
dumbe 18, Eboka 15, Ndokok 7, Mangala 21. 
Getaufte Eingeborene 17. Taufbewerber 38. 
I) Victoria. Vorsteher Miss. Gonser (mit 
Frau). Sonstige Mitglieder auf der Station: Miss. 
Spellenberg, 6 eingeborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Victoria 30, Bota25, 
Bonabile 17, Bonangombe 15, Tikolo 20, Bwenga 
17, Boana 12. 
Getaufte Eingeborene 71. Taufbewerber 16. 
i) Buca (Bezirk Victoria). Vorsteher Miss. 
Bizer (mit Frau). 2 eingeborene Mitarbeiter. 
Außenstationen und Schüler: Buca 18, Sopo 25, 
Mimbea 16, Boanda 13. 
Sonstige Einrichtungen: 1 
1 Knabenerziehungsanstalt. 
Getaufte Eingeborene 12. 
Sanatorium und 
Taufbewerber 8.
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        2. Missionsgesellschaft der deutschen 
Baptisten. Sitz: Berlin (Gubenerstraße 11). 
Missionsinspektor Prediger Schewe. 
Die Gesellschaft ist 1891 gegründet und hat im 
gleichen Jahre ihre Thätigkeit im Schutzgebiete be- 
gonnen. Jährliche Einnahme 50 000 Mk. Organ: 
„Blüthen und Früchte". 
Stationen. 
a) Bonaku (Bezirk Kamerun). Miss. Dr. med. 
Schaufler (Missionsarzt), Schwarz (Missionskauf- 
mann), Hofmeister und Frau, E. Müller, Diako- 
nissin Buchmann. 
Missionshaus und Missionsschule, letztere gleich- 
zeitig Seminar zur Ausbildung von Helfern. 
b) Victoria, Miss. Tromsdorff. Außerdem 
noch 39 Nebenstationen mit 50 eingeborenen Helfern 
(Lehrern und Eoangelisten). 40 Schulen. Schüler= 
zahl rund 2000. Getaufte Eingeborene 540. 
Außerdem sind noch aus der Zeit der älteren 
englischen Baptistenmission selbständige (von der deut- 
schen Baptistenmission unabhängige) Baptistengemeinden 
vorhanden mit rund 1300 Mitgliedern und 2000 
Schülern. · 
3. Board of Foreign Missions of the 
Presbyterian Church in the United 
States ol America. Sitz: New-York, (156, 
Fifth Avenue). 
Die Gesellschaft ist 1837 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schußgebiet 1875 begonnen. Jahres- 
einnahme: 2¾ Mill. Mk. Organ: „The Church 
at home and abroad.“ 
Stationen. 
a) Batanga (Bezirk Kribi), mit 4 Neben- 
stationen. Miss. Rev. Gault, Rev. Schnatz, Rev. 
Cox, Rev. Knauer und zwei Damen. 5 Kirchen. 
3 Schulen in Batanga, je 1 Schule in den Neben- 
stationen. Apotheke und Hospital. Schülerzahl 85. 
Erwachsene Kirchenglieder 730. 
by Efulen. Miss. Rev. Johnston, Dr. Johnson 
und eine Dame. 1 Schule. Schülerzahl 59. Kirchen- 
glieder 70. 
c) Elat. Miss. Rev. Fraser, Rev. Mc. Cleary, 
Mr. Kerr und Dr. Bennett. 1 Schule. Schüler- 
zahl 117. Kirchenglieder 100. 
4) Mac Lean Memorial-Station. Miss. 
Rev. Lange, Mr. Roberts. 
C. Togo. 
1. Norddeutsche Missionsgesellschaft. 
Siß: Bremen (Ellhornstraße 260). Missionsinspektor 
Dr. Zahn. 
Tie Gesellschaft ist 1836 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1847 begonnen. Ein- 
nahmen 1897: 200 475 Mk. Trgan: „Monatsblatt 
der Norddeutschen Missionsgesellschaft.“ 
Stationen. 
a) Lome mit der Nebenstation Tove. Vor- 
steher: Miss. Daeuble. (Zwei in Deutschland aus- 
gebildete Evheer als Gehülfen.) 2 Schulen. Schiüler- 
zahl 5. Getaufte Eingeborene 70. Taufbewerber 9. 
b)Ho bei dem Orte Vhegbe im Stamme Ho 
mit den Nebenstationen Kpengoe, Akovievhe, Adaklu- 
Waya, Adaklu-Abuadi, Adaklu-Kpatove, Abutia-Kloe, 
Matse, Agu-Nyogbo, Sokode. Vorsteher Miss. Diehl. 
Außerdem Miss. Freiburger und Müller. Als 
Frauenarbeiter Frau Knüsli und Fräulein Hörz. 
10 Schulkapellen und Schulen. Schülerzahl 191. 
Getaufte Eingeborene 537. Taufbewerber b5. 
c) Amedschovhe bei dem Ort gleichen Namens 
im Stamme Avatime mit den Nebenstationen Wodze, 
Leklebi, Angfoe, Dzokpe, Gbedzigbe-Chochoe. Vor- 
steher Miss. Bürgi. Außerdem Miss. Dettmann 
und Schosser. Schulkapellen 6. Schulen 10, 
darunter auf der Station 1 Stations= und Mittel- 
schule und 1 Seminar. Schülerzahl 211. Getaufte 
Eingeborene 277. Taufbewerber 46. 
2. Evangelische Missionsgesellschaft in 
Basel. Missionsinspektor Oehler in Basel. 
Die Gesellschaft ist 1815 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1888 begonnen. Jährliche 
Einnahme insgesammt über 1 Mill. Mk. Organ:.Der 
Evangelische Heidenbote und das Evangelische Missions- 
magazin.“ 
Stationen. 
Eine selbständige Hauptstation besitzt die Basler 
Mission bis jetzt in Togo nicht. Die Missionsarbei 
im deutschen Gebiet wird von Anum (Goldküste) aus 
* Missionar Martin geleitet. Nebenstationen 
ind: 
a) Ketschenke. Vorsteher z. Zt. Miss. Pfisterer, 
demnächst Miss. Rösler (verheirathet). 
b) Kratschi-Gebiet. (Neu eingerichtet.) Vot- 
steher der Eingeborenen-Pfarrer Daniel Awere. 
c) Boem-Gebiet. Vorsteher der Eingeborenen- 
Miss. Clerk. Schulen in Guamang (15 Schüler) 
Gyasekang (18), Borada (18), Worawora (25) 
Adele (38). 
d) Nkonya-Gebiet. Vorsteher der Elngeborenen- 
Pfarrer Peter Hall in Rtschumuru. Schulen im 
Ntschumuru (40 Schüler), Kpando (44), Ansoe (11, 
Bume (8), Vakpo (12), Alaranyo (18), Botolu (, 
Getaufte Eingeborene 392. Taufbewerber 129. 
3. Wesleyan Methodist Missiobar 
Society. Sitz: London (Wesleyan Misslon 
UHouse, Bishopsgate Str.). Missionsselretär für 
das westafrikanische Missionsgebiet Rev. W. 7. 
A. Barber. Inspektor des Togo-Missionsgebiets 
ist der Generalsuperintendent des Lagosdistrilts, Rev. 
J. D. Sutocliffe. 
Deie Gesellschaft ist 1811 gegründet und hat hhre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1850 begonnen. Jähr-
        <pb n="913" />
        liche Einnahme 1897 rund 3 Mill. Mk. Die Ver- 
öffentlichungen erfolgen im „Jahresbericht der 
Gesellschaft", „Wesleyans Missionarr Notices“, 
„Workand workers", „Wächterstimmen“,„Missions- 
bote“, „Evangelist". 
Stationen. 
a) Klein-Popo (Hauptstation). Vorsteher Miss. 
Ulrich (verheirathet). Eingeborener Prediger Euba 
(und Frau). Lawson, Hauptlehrer, E. K. Garber, 
Lehrer, H. K. Garber, Lehrer, J. B. Lawson, 
Uebersetzer 2 Kirchen, 1 Knabenschule (190 Schüler), 
1 Mädchenschule (26 Schälerinnen), 1 Kinder= und 
Erziehungsheim in Klein -Popo. Getaufte Ein- 
geborene 283. Taufbewerber 117. 
b) Gliji (34 Stunden von Klein-Popo im 
Innern). Vorsteher D. R. Penton, eingeborener 
Evangelist. 1 Kirche, 1 Knabenschule (17 Schüler). 
Getaufte Eingeborene 12. Taufbewerber 35. 
c) Porto Seguro. Vorsteher B. C. Hoole, 
eingeborener Evangelist. 1 Knabenschule (34 Schüler). 
Getaufte Eingeborene 37. Taufbewerber 25. 
D. Deutsch-Südwestafrika. 
1. Rheinische Missionsgesellschaft zu 
Barmen. Missionsinspektor Dr. Schreiber. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1828 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1840 begonnen. Jähr- 
liche Einnahme: Von der Gesammteinnahme von etwa 
600 000 Mk. wurden 1897 77 040 Mk. für Deutsch- 
Südwestafrika ausgewendet. Organ: „Rheinische 
Missionsberichte“. 
Stationen. 
a) Warmbad. Miss. Wandres. 1 Schucle. 
Schüler 144. Getaufte 633. 
b) Bethanien mit Filiale Grootfontein. Miss. 
Heinrichs. 2 Schulen. Schüler 83. Getaufte 
119. Taufbewerber 11. 
c) Keetmanshoop mit Filiale Khocs. Miss. 
Fenchel und Meisenholl. 1 Schule. Schüler 125. 
Getaufte 900. Taufbewerber 50. Institut zur Aus- 
bildung von Namagehülfen. 
d) Rietfontein. Stationsmissionar Pabst, 
augenblicklich auf Urlaub. Stellvertreter Missionar 
Kronsbein. 1 Schule. Schüler 30. Getaufte 276. 
e) Berseba. Miss. Hegner, Präses der Nama- 
mission. 1 Schule. Schüler 73. Getaufte 839. 
1) Gibeon, Filiale Rietmond. Miss. Schröder. 
2 Schulen. Schüler 150. Getaufte 595. Tauf- 
bewerber 16. 
g) Gochas. Miss. Albath. 1 Schule. Schüler 
100. Getaufte 292. 
h) Hoachanas. Miss. Judt. 1 Schule. Schüler 
60. Getaufte 459. Taufbewerber 17. 
a bis h Konferenzkreis des Groß-Namalandcs. 
i) Rehoboth. Miss. Heidmann. 1 Schule. 
Schüler 75. Getaufte 1070. Taufbewerber 8. 
5 
  
  
k) Walfischbai, Filiale Schepmannsdorf; auch 
Swakopmund wird bedient (zum Theil englisch). 
Miss. Böhm. 2 Schulen. Schüler 109. Ge- 
taufte 396. 
1) Windhoek. Miss. und Pastor Siebe. Außer 
der von ihm bedienten weißen Gemeinde: 1 Schule. 
Schüler 30. Getaufte 46. Taufbewerber 20. 
m) Otjimbingue. Miss. Meyer und Olpp. 
3 Schulen. Schüler 144. Getauste 782. Tauf- 
bewerber 59. 
n) Okahandja mit Filialen Otjizeva, Otjikango 
und Otjiruze. Miss. Viehe, Präses der Herero- 
mission, und Diehl. 4 Schulen mit 173 Schülern. 
Getaufte 772. Taufbewerber 65. Gehülfeninstitut 
Augustineum. 
o) Otjosazu, Filiale Okatumba und Oviombo. 
Miss. Irle. 2 Schulen. Schüler 80. Getaufte 420. 
Taufbewerber 43. 
p) Otjihasnena, Filiale Otjihaênena II. Miss. 
Lang. 1 Schule. Schüler 18. Getaufte 55. Tauf- 
bewerber 15. « 
q) Okombahe, Filiale Eharui. Miss. Schaar. 
2 Schulen. Schüler 319. Getaufte 493. Tauf— 
bewerber 100. 
r) Omaruru. Miss. Dannert. 1 Schule. 
Schüler 137. Getaufte 500. Taufbewerber 70. 
8s) Omburo, Filiale Otjombonde und Otjosem- 
bona. Miss. Bernsmann. 1 Schule. Schüler 20. 
Getaufte 127. 
t) Franzfontein, Filiale Tsumamas und Zes- 
fontein. Miss. Riechmann. 3 Schulen. Schüler 
290. Getaufte 518. Taufbewerber 187. 
u) Otjozondjupa, Filiale Otjiuarongo. Miss. 
Eich. 1 Schule. Schüler 50. Getaufte 100. Tauf- 
bewerber 15. 
V) Gaub. Miss. Kremer. 7 Schulen. 2 Schüler. 
Getaufte 15. 
Insgesammt: 21 Stationen, 16 Außenstationen 
oder Filialen, 25 ordinirte Missionare, davon 23 
verheirathet, 38 besoldete eingeborene Gehülfen, 
32 Schulen, 2210 Schüler, 10 479 Christen. 
2. Finska Missions Sällskapet, Hel- 
singfors, Finland. Missionsinspektor Joseph Musta- 
kallio. 
Die Gesellschaft ist 1859 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1870 begonnen. Jahres- 
einnahme 1897: 100 000 Mk. Organ: „Missions 
Tidning för Finnland“. 
Stationen. 
a) Olukonda (Ovamboland). Vorsteher Miss. 
Martin Rautanen, Miss. Arel Glad. 1 Kirche 
und 1 Schule mit 120 bis 150 Schülern. Getaufte 
Eingeborene 380. Taufbewerber 40. 
b)Oniipa. Vorsteher Miss. Albin Savola, 
Miss. Joh. Wehanen. 1 Kirche und 1 Schule. 
Schüler 150 bis 180. Getaufte Eingeborene 380. 
Taufbewerber 60.
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        Vorsteher Miss. Pettinen, 
Schüler 
Tauf- 
c) Ondangua. 
Miss. Rönkä. 1 Kirche und 1 Schucle. 
150 bis 180. Getaufte Eingeborene 115. 
bewerber 35. 
E. Kaiser Wilhelmsland und Bismarck-Archipel. 
1. Rheinische Missionsgesellschaft zu 
Barmen. Missionsinspektor Dr. Schreiber. 
Die Gesellschaft ist gegründet 1828 und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1887 begonnen. Von 
den Gesammteinnahmen von etwa 600 000 Mk. 
wurden für das Schutzgebiet aufgewendet 21 124 Mk. 
Organ: „Rheinische Missionsberichte". 
Stationen (in Kaiser Wilhelmsland). 
a) Bogadjim. Miss. Hoffmann. 1 Schule. 
Schüler 35. 
b) Bongu. Missionare Hanke, Zimmermann, 
Holzapfel. 1 Schule. Schüler 10. 
c) Siar. Missionare Bergmann, Helmich, 
Kunze und Missionsarzt Dr. med. Frobenius. 
2 Schulen. Schüler 35. 
2. Gesellschaft für innere und äußere 
Mission im Sinn der lutherischen Kirche mit 
dem Sitz in Neuen-Dettelsau. Missionsinspektor 
Deinzer. 
Die Gesellschaft, 1849 gegründet für innere 
Mission, hat seit 1888 die Bestimmung „für äußere 
Mission“ aufgenommen. Sie ist im Schutzgebiete 
seit 1886 thätig. Jährliche Einnahme rund 29000 Mk. 
Organ: „Kirchliche Mittheilungen aus und über Nord- 
amerika, Australien und Neu-Guinea“ (Nördlingen). 
Stationen (in Kaiser Wilhelmsland). 
a) Simbang bei Finschhafen. Vorsteher Miss. 
Hoh. Sonstige Mitglieder auf der Station die 
Missionare Pfalzer, Held und Vetter (Letzterer 
derzeit auf Urlaub). 1 Kirche (zugleich Schule) in 
Simbang. 1 Kapelle in Kwalasam. Schülerzahl 
30 bis 35. Getaufte Eingeborene 1. 
b) Tami auf der Tamisel Wonam. Vorsteher 
Miss. Bamler. 1 Kirche (zugleich Schule) auf 
Wonam. Schülerzahl 20. Getaufte Eingeborene 1. 
c) Sattelberg bei Simbang. Vorsteher Miss. 
Johann Flierl, Senior der Neuen-Dettelsauer Neu- 
Guinea-Mission, zur Zeit auf Urlaub. Sonstige Mit- 
glieder: die Missionare Johann Decker, Andreas 
Zwanzger. 1 Kirche (zugleich Schulhaus) auf 
Sattelberg. Schülerzahl 15. 
3. Australian Methodist Missionary 
Socioet’, Sydney (George Street 381). Missions= 
inspektor Rev. G. Brown. 
Die Gesellschaft ist seit 1854 ein selbständiger 
Zweig der Wesleyan Missionary# Societr und 
im Bismarck-Archipel seit 1875 thätig. Jährliche 
Einnahme: 270 000 Mk. Organ: „Australian Me- 
thodist Missionary Reriews. 
6 
  
Stationen. 
1. Neu-Lauenburg und Neu-Mecklenburg. 
a) Hunterhafen mit 38 Nebenplätzen. Vor- 
steher Rev. Crump. Neben ihm nur eingeborene 
Gehülfen. Sonntagsschulen 34. Besucher 997. 
Tagesschulen 35. Schüler 997. Außerdem 1 Vor- 
bildungsanstalt für eingeborene Gehülfen. Eingeborene 
Kirchenglieder 660. In Vorbereitung 141. Gottes- 
dienstbesucher 3376. 
2. Neu-Pommern. 
b) Raluana mit 32 Nebenplätzen. Vorsteher 
Miss. Fellmann mit eingeborenen Gchülfen. Sonn- 
tagsschulen 26. Besucher 913. Tagesschulen 27. 
Schüler 913. Dazu 1 Vorbildungsanstalt für ein- 
geborene Gehülfen. Eingeborene Kirchenglieder 333. 
In Vorbereitung 125. Gottesdienstbesucher 2917. 
c) Kabakada mit 20 Nebenplätzen. Vorsteher 
Rev. Chambers undeingeborene Gehülfen. Sonntags- 
schulen 18. Besucher 468. Tagesschulen 19. Be- 
sucher 468. Eingeborene Kirchenglieder 181. In 
Vorbereitung 166. Gottesdienstbesucher 2489. 
Zusammen: Erwachsene selbständige Kirchenglieder 
1174. In Vorbereitung 434. Tagesschüler 2378. 
Gottesdienstbesucher 8717. 
4. Melanesian Mission. Sitz: Norfolk. 
Gegründet 1840. Einnahme etwa 150 000 Mk. 
Stationen (Salomonsinseln). 
Hauptstation Sepi auf der Insel Ysabel. (Ein- 
geborener Missionar Gorovaka.) Nebenstationen 
(sämmtlich in der Landschaft Bugotu): Doveli, Piri- 
hadi, Bupa, Vuladu, Vahoria, Reisapa, Mavealu, 
Pahua und Kolona mit zusammen 18 eingeborenen 
Lehrern. Missionssuperintendent für Mabel ist der 
in Siota (Florida im britischen Theil der Salomons= 
inseln) wohnende Missionar Dr. med. Welshman. 
F. Marshall-Inseln. 
Bostoner Missionsgesellschaft (Ameriean 
Board of Commissioners for Foreign Missions 
in Boston). Hauptsitz in Boston. Von ihr ab- 
gezweigt ist der Board of the Hawalian Eran- 
gelical Assocciation in Honolulu, zu dessen Bezirk 
die Marshallinseln gehören, ebenso wie die Karolinen, 
wo auf der Insel Kusaie der Missionssuperintendent 
für die Marshallinseln, Dr. Pease, wohnt. 
Die Gesellschaft ist 1810 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1857 begonnen. Einnahme: 
3 Mill. Mk. Organ: „The Missionary Herald“. 
Stationen. 
Jaluit, Ebon, Namorik, Ailinglaplab, 
Namo, Ujae, Lae, Kwadjeline, Mille, Mejuro, 
Arno, Maloelap, Aur, Mejit, Watto, Wojie- 
Zur Zeit bestehen auf 16 Inseln Schulen, welche vonr 
25 Eingeborenen, theils Geistlichen, theils Lehrern,
        <pb n="915" />
        geleitet werden. Schülerzahl 1345. Die Zahl der 
eingeborenen Kirchenglieder beträgt 2058. 
Der Vertreter der Missionsgesellschaft, Dr. Rife 
in Kusaie, besucht jedes Jahr ein= bis zweimal die 
sämmtlichen Stationen. 
II. Die katholischen Missionen in den deutschen 
Schutzgebieten. 
A. Deutsch-Ostafrika. 
1. Apostolisches Vikariat Nord-Sansibar. 
Apostolischer Vikar: Bischof Allgeyer. Kongre- 
gation der Väter vom hl. Geist; Mutterhaus zu 
Paris; deutsches Missionshaus in Knechtsteden (Rhein- 
provinz); Provinzial P. Acker. · 
. Die Kongregation ist 1702 gegründet und hat 
ihre Thätigkeit im Schutzgebiete 1866 begonnen. 
Stationen. 
(Sansibar, gegründet 1862, dient im Wesent- 
lichen der Missionsthätigkeit im Schutzgebiete. Vor- 
steher P. Lutz, die P-. Kuhn und Schneider, 
5 Laienbrüder, 6 Schwestern, 44 Knaben und 22 
Mädchen in den Katechistenschulen, Buchdruckerei, 
Hospital 2c.) 
a) Bagamoyo, Hauptstation. P. Baur, Ge- 
neralvikar, die PP. Karst, Koenig, 5 Brüder, 
11 Schwestern, 122 Knaben, 110 Mädchen in den 
Schulen, Handwerker= und Landwirthschaftsschulen, 
Spitäler für Eingeborene und Aussätzige rc. 
b) Mandera (Bezirk Saadani). P. Karumann 
mit P. Dietley, 2 Brüder, 2 Katecheten, 74 Knaben, 
21 Mädchen in den Schulen. 
c) Mhonda (Bezirk Bagamoyo). P. Machou 
mit P. Sinner, 1 Laienbruder, 40 Knaben und 
16 Mädchen in den Schulen. 
d) Mrogoro (Bezirk Kilossa). P. Oberle mit 
P. Munsch und Hilz, 1 Bruder, 43 Knaben, 
35 Mädchen in den Schulen. 
e) Tununguo (Bezirk Dar-es-Saläm). P. Clauß 
mit P. Jaekel, 1 Bruder, 59 Knaben, 22 Mädchen 
in den Schulen. 
f) Matombo im Entstehen. 
g) Lalonga (Bezirk Kilossa). P. Ledonne 
mit P. Jos. Müller, 1 Bruder, 58 Knaben und 
27 Mädchen in den Schulen. 
„h) Kilema (Bezirk Kilimandjaro). P. Gommen- 
ginger mit P. Flick, 1 Bruder, 40 Knaben und 
38 Mädchen in den Schulen. 
i) Kiboscho (Bezirk Kilimandjaro). P. Bohmer 
mit P. Lux, 1 Bruder, 63 Knaben, 20 Mädchen 
in den Schulen. 
k) Tanga. P. Haberkorn mit P. Schmidt, 
1 Bruder, 10 Knaben in der Schule. 
1) Fischerstadt (Bezirk Kilimandjaro) im Ent- 
stehen. 
Die älteren Stationen haben alle Waisenhaus, 
Schule, Werkstätten, Ackerbauschule, Kirche oder Kapelle. 
7 
l 
  
In dem Vikariat Nord-Sansibar ist seit 1897 
außerdem thätig: der Trappisten-Orden. Mutter- 
haus: Notre Dame de la grande Trappe. Die 
Ansiedelung im Schutzgebiete geht von dem Kloster 
Marianhill in Natal aus. Gegenwärtiger Abt Aman- 
dus Schölzig. Der Orden ist 1663 gegründet und 
hat die Thätigkeit im Schutzgebiete 1897 begonnen. 
Organ: „Vergißmeinnicht, Marianhiller Kalender“. 
Station: 
Köln (Westusambara), bei der Station Kwai. 
Vorsteher P. Wunibald, P. Arsenius, Fr. Boni- 
facius, 4 Laienbrüder, 4 Schwestern. 1 Kapelle 
und 1 Schule. 
2. Apostolische Präfektur Süd-Sansibar. 
Apostolischer Präfekt: P. Hartmann von der St. 
Benediktus-Missionsgenossenschaft. Mutter- 
haus in St. Ottilien, Post Türkenfeld, Oberbayern. 
Die Genossenschaft ist 1884 gegründet und hat 
ihre Thätigkeit im Schutzgebiete 1888 begonnen. 
Organe: „Missionsblätter"“ und „Das Heidenkind“ 
(für die Jugend). 
Stationen. 
a) Dar-es-Saläm. Vorsteher: der apostolische 
Präfekt P. Hartmann. 3 Brüder, 11 Schwestern. 
2 Kapellen, 1 Kirche im Bau, 1 Waisenhaus und 
Schule mit 103 Mädchen, 1 Spital für Eingeborene. 
In der Nähe von Dar-es-Saläm Schambe für Vieh- 
zucht, Garten und Plantagenbau. 1 Christendorf. 
Gesammtzahl der Christen 400, Taufbewerber 85. 
b) Kollasini. Vorsteher P. Hendle, 3 Brüder, 
1 Kirche, 1 Waisenhaus und Schule mit 112 Knaben, 
2 Christendörfer: a) 72 Hütten mit 184 Bewohnern, 
b) 23 Hütten mit 67 Bewohnern. Gesammtzahl der 
Christen 202, der Taufbewerber 161. 
c) Lukuledi. Vorsteher P. Rudl mit P. Häf- 
liger, 2 Laienbrüdern, 3 Missionsschwestern. 1 Ka- 
pelle, 2 Schulen mit 40 Knaben und 25 Mädchen. 
Christen 182, Taufbewerber 350. 
d) Nyangao. P. Hofbauer, 2 Laienbrüder. 
1 Kapelle, 1 Schule mit 30 Knaben. Christen 23, 
Taufbewerber 185. 
e) Iringa. Vorsteher P. Mayer, PP. Adams 
und Spiß, 3 Laienbrüder. 1 Kapelle, 1 Schule 
mit 25 Kindern. Christen 7. 
3. Apostolische Vikariate 
Unyanyembe und Süd-Nyanza. 
Missionsgesellschaft der „Weißen Väter“ 
oder Les missionnaires d'Afridue. Mutterhaus 
in Maison-Carrée bei Alger. Generaloberer Msgr. 
Livinhac. In Deutschland: Missionshaus der 
Weißen Väter in Trier. Oberer P. Pfeffermann. 
In Luxemburg: Missionshaus der Weißen Bäter in 
Marienthal bei Mersch. Oberer P. Sweens. 
Die Gesellschaft ist 1868 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiete 1878 begonnen. Organ: 
„Afrika-Bote“, Trier. 
Tanganyika,
        <pb n="916" />
        I. Apostolisches Vikariat Tanganyika. 
Apostolischer Vikar: Bischof Lechaptois. 
Stationen. 
a) Karema. Bischof Lechaptois, PP. Drom- 
maux, Lepelletier, Brüder Jerome und Karl und 
4 Schwestern aus der Gesellschaft der „Weißen 
Schwestern“. « 
b) Utinta (St. Joseph von Utinta). PP. Boyer, 
Avon, Brüder Friedrich und Kaspar. 
c) Kirando (St. Franziskus). PP. Moinet, 
van Waesberghe. Lepers und Bruder Gustav. 
cdh) Kala (St. Peter u. Paul). Pl. Casteleyn, 
Depaillat, Bruder Gerhard. 
e) Rickwa. PP. Sigiez, Charmoille und 
Bruder Mathias. . 
Die Stationen a bis d liegen am Ostufer des 
Tanganyikasees, die Station c am Rickwasee. 
II. Apostolisches Vikariat Unyanyembe. 
Apostolischer Vikar: Bischof Gerboin. 
a) Uschirombo (Mariahilf, Bezirk Tabora). 
Bischof Gerboin, PP. v. der Bom, Bringuier 
und Bruder Matheus; 4 Schwestern aus der Gesell- 
schaft der Weißen Schwestern. 
b) Msalala (St. Michael, Bezirk Tabora). 
PP. Gosseau, Martin, Bruder Egidius. 
c) Ndala (St. Joseph, Bezirk Tabora). PP. 
Desoignies, Müller, Bruder Ernst. 
0W0) Misugi (Urundi, Bezirk Udjidji). PP. van 
der Wee, Astruc, Bruder Fortunat. 
e) Uzighe (St. Antonius, Bezirk Udjidji). PP. 
van der Burgt, van der Biesen. 
Seit dem Tode des P. van der Biesen (18. Jan. 
1898) ist diese Station zeitweilig aufgegeben. P. 
van der Burgt ist in Ndala stationirt. 
III. Apostolisches Vikariat Süd-Nyanza. 
Apostolischer Vikar: Bischof Hirth. 
a) Bukumbi. Bischof Hirth, PP. Huwiler, 
Schneider, Brüder Alphons und Maria. 
lb) Ukerewe (Neuwied). PL'. Hauttecocur, 
Roussez, Bruder Hadrian. 
c) Kiziba (Marienberg). 
Leresque, Bruder Philipp. 
d) Ururi (zur Zeit unbesetzt). 
e) Usui. PP. Brard, Buison, Br. Kaver. 
Sämmtliche Stationen liegen im Bezirk Nyanza. 
Eine Kirche befindet sich in jeder Missionsstation. 
Verschiedene Kapellen in den einzelnen Missions- 
distrikten. Jede Missionsstation hat eine Knaben- 
schule (auch mit Unterricht in Handwerken) und wo 
Schwestern sind, auch eine Mädchenschule. 
Schülerzahl im apost. Vikariat Tanganyika 400 
Knaben, 200 Mädchen; Unyanyembe 74 Knaben, 20 
Mädchen; Süd-Nyanza 210 Knaben. 
Pb. van Thiel, 
8 
  
– 
  
Waisenhäuser: Apost. Vikariat Tanganyika 5 mit 
800 Kindern; Unyanyembe 2 mit 105 Kindern; 
Süd-Nyanza 2 mit 80 Kindern. 
Karema, Uschirombo und Rdala haben Kranken- 
häuser. . 
Getaufte: Tanganyika 2434, Unyanyembe 600, 
Süd-Nyanza etwa 400. Taufbewerber: Tanganyika 
etwa 6000, Unyanyembe 4000, Süd-Nyanza 3500. 
B. Kamernn. 
Apostolische Präfektur Kamerun. Agposto— 
lischer Präfekt P. Vieter. Pallotiner Kongre- 
gation in Limburg (Lahn), Nassau. P. Kugel- 
mann, Provinzial-Superior. Zweigniederlassung 
Ehrenbreitstein. P. Bancken, Superior. 
Die Kongregation ist 1835 gegründet und hat 
ihre Thätigkeit im Schutzgebiete 1890 begonnen. 
Organ: „Stern von Afrika"“. · 
Stationen. 
a) Marienberg (Bezirk Edea) am Sanage. 
P. Walter, Superior, P. Rieder, 4 Brüder und 
3 Schwestern. 1 Kirche, 1 Knaben= und 1 Mädchen- 
schule in Marienberg. Ungefähr 20 Nebenschulen in 
der Umgegend von Marienberg. Schülerzahl: 70 
Knaben, 20 Mädchen, 800 bis 900 Kinder in den 
Nebenschulen. Werkstätten zur Ausbildung von Hand- 
„werkern (Schreinerei, Schlosserei, Schneiderei). 
Getaufte Eingeborene etwa 1050. 
p) Edea am Sanaga. P. Müller, 3 Brüder. 
1 Kirche, 1 Schule in Edea. Schülerzahl 30. Eiwa 
18 Nebenschulen in der Umgebung. 
Getaufte Eingeborene etwa 225. 
Tc) Kribi. P. Otto, Superior, PP. Schwab 
und Schöller, 3 Brüder und 3 Schwestern. Je 
1 Kirche in Kribi und Buambe, 1 Schwesternkopell 
in Kribi, 1 Knaben= und 1 Mädchenschule in Kribi, 
10 Nebenschulen an der Batangaküste. Schülerzahl 
100 Knaben, 40 Mädchen in Kribi. In den Neben- 
schulen sind durchschnittlich je 20 Kinder. Schreinerel- 
Werkstätte. Getaufte Eingeborene 600. . 
4) Engelberg auf dem Götterberg (Bezukk 
Victoria). Nebenstation Mapanya. P. König, 
Superior, 3 Brüder und 2 Schwestern in Engelberg, 
3 Schwestern in Mapanya. 1 Kirche und 1 Schwestern- 
kapelle in Engelberg, 1 Kapelle in Mapanya. 1 Schule 
in Engelberg, 1 Schule in Mapanya und 8 Neben- 
schulen. Schülerzahl in Engelberg 40, in Mapanya 30. 
1 Werkstätte für Schreinerlehrlinge. 
Getaufte Eingeborene 110. 
e) Kamerun (Stadt, im Bau begriffen). *# 
Vieter, apost. Präfekt, 3 Brüder. 1 provisorische 
Kapelle und 1 Schule in der Station. 
Getauste Eingeborene 80 bis 90 (erzogen in 
Marienberg und Kribi).
        <pb n="917" />
        C. Togo. 
Apostolische Präfektur Togo. Avpostolischer 
Präfekt: P. Bücking. Missionsgesellschaft des 
Göttlichen Wortes (Steyler Mission). Mutter- 
haus zu Steyl in Holland (Adresse: Steyl, postl. 
Kaldenkirchen, Rhld.); Generalsuperior Janssen; 
Deutsches Missionshaus Heiligkreuz zu Neuland 
bei Neisse in Schlesien; Rektor P. Dr. Weber. 
Die Gesellschaft ist 1875 gegründet und hat ihre 
Thätigkeit im Schutzgebiet 1892 begonnen. 
Stationen. 
a) Lome (Hauptstation). P. Bücking, aposto- 
lischer Präfekt. PP. Arand und Schmitz, 2 Brüder, 
5 Schwestern. Kirche. 1 Knabenschule (146 Schüler) 
und Mädchenschule (35 Schülerinnen). Kokos= und 
Kassadeplantage. 
Nebenstationen mit Schulen unter Leitung 
eingeborener Lehrer: Agueneve mit 25 Schülern, 
Quadjovikope (24), Akepe (nicht besetzt), Bagida (31), 
Amutive, Agome-Palime (33) und Animaho (20). 
b) Porto Seguro. Vorsteher P. Anselmann. 
1 Bruder. Schule mit 63 Schülern. 
Nebenstation Gunkope (28 Schüler). 
c) Togo (Stadt). Vorsteher P. Stangier. 
1 Bruder. Schule mit 25 Schülern. Hospital. 
Nebenstation Sera (zur Zeit unbesetzt). 
d) Klein-Popo. Vorsteher P. Altemöller, 
P. Schönig und 2 Brüder. Kirche. Knabenschule 
(110 Schüler), Mädchenschule (29). 
Nebenstation Degbenu (21 Schüler). 
e) Adjido. Vorsteher P. Müller, P. Ewen 
und 5 Brüder. Handwerkerschule mit 10 Schülern, 
Knabenschule (42), Mädchenschule (18). 
Nebenstationen Soholo (22 Schüler) und Gridji 
20). Auf letzterer eine Kaffeeplantage. 
Getaufte Eingeborene 900. 
D. Dentsch-Südwestafrika. 
Apostolische Präfektur Deutsch-Südwest- 
afrika. Apostolischer Propräfekt P. Herrmann. 
Genossenschaft der Oblaten der Heiligen und 
Unbefleckten Jungfrau Maria. Sitz des Pro- 
vinzials der deutschen Ordensprovinz: Missionshaus 
in Hünfeld bei Fulda; derzeitiger Provinzial 
P. Scharsch. 
Die Genossenschaft ist 1816 gegründet und hat 
ihre Thätigkeit im Schutzgebiet 1896 begonnen. 
Organ: „Maria Immaculata“ (Fulda). Alljährlich: 
„Kleiner Jahresbericht“ (ebenda). 
Stationen. 
a) Windhoek. Superior P. Herrmann, 
apostolischer Propräfekt, P. Kieger und P. Filliung. 
1 provisorische Kapelle in Windhoek. 
b) Swakopmund (die Gründung wird dem- 
nächst erfolgen). 
— — — 
Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerci von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlm 8W, Kochstraße 6—71. 
9 
— 
  
E. Kaiser Wilhelmsland und Bismardck- Archipel. 
1. Apostolische Präfektur Kaiser Wil- 
helmsland. Apostolischer Präfekt: P. Limbrok. 
Gesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler 
Missionare). 
Im Schutzgebiet thätig seit 1896. (Das Uebrige 
siehe bei Togo.) 
Stationen. 
a) St. Joseph auf Tamara (Insel bei Berlin- 
hafen). Vorsteher J'. Limbrok, apostolischer Präfekt, 
PP. Vormann und Erdweg. 3 Brüder. 
b) Regina Angelorum (Tamara gegenüber 
an der Lemingküste). 2 Priester, 1 Bruder. 
2. Apostolisches Vikariat Neu-Pommern. 
Apostolischer Vikar: Bischof Couppé. Genossen- 
schaft der Missionare vom hl. Herzen Jesu. 
Deutsches Missionshaus in Hiltrup bei Münster. 
Provinzial und Rektor des Missionshauses P. Linckens. 
Eine zweite Niederlassung in Liefering bei Salzburg. 
Die Genossenschaft ist 1854 gegründet und hat 
ihre Thätigkeit im Schutzgebiet 1881 begonnen. 
Organ: „Die Monatshefte U. L. F.“ (Hiltrup). 
Stationen. 
a) Vuna-Pope (Kinigunan in der Blauche Bai, 
Gazellehalbinsel), Centralstation. Apostolischer Vikar, 
3 Priester, 13 Brüder, 10 Schwestern. 1 Kirche, 
2 Kapellen, Waisenhaus mit Schule für die Mädchen, 
1 für die Knaben, Arbeitshaus für die Mädchen, 
Pensionat für weiße Kinder, Katechetenschule. Ge- 
taufte Eingeborene 240. 
6b) Takubar, Nebenstation von Vuna-Pope. 
1 Priester, 1 Bruder. Kirche. Getaufte gegen 100. 
c) Villa-Maria (im Innern der Gazellehalb- 
insel). 2 Priester, 1 Bruder. Kirche. Getaufte 
über 800. 
d) Vunotoro, Nebenstation von Villa-Maria. 
Kirche. 
e) Malagunan (in der Blanche Baie). 2 Priester, 
1 Bruder, 2 Schwestern. Kirche, Knaben= und 
Mädchenschule. Getaufte über 2300. 
1) Vlavolo (in der Talilibucht). 1 Priester, 
1 Bruder, 2 Schwestern. Waisenhaus für Mädchen, 
Kirche, Knaben= und Mädchenschule. Getaufte 1600. 
8) Vunamarita (ander Bainingküste). 2 Priester, 
1 Bruder. Kirche, Schule. Getaufte 200. 
) Ramandu (an der Bainingküste). 1 Priester, 
1 Bruder. Kirche. 
In den Waisenhäusern werden 204 Kinder un- 
entgeltlich erzogen. Der Elementarunterricht wird 
an 427 Kinder ertheilt. 
  
— —ÔÒ ———
        <pb n="918" />
        <pb n="919" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben in der Aelonial · Abtheilung des Auswärkigen Amis. 
  
  
.— . — — —— — — — — — — ——— —  —„ — 
R. Jahrgang. Perlin, 1. Dezember 1599. 6 UAummer 23. 
————————————— 2 — — — —2 — — 
  
–—– — — —— 
  
. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den schen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Daneokelman. Der viertelsährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt m., ven Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Vost und die 
Buchhandlungen Mk. 8.—, direkt unter Streisband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3,75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Unfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin S8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
  
— —— 
  
Juhalt: Amtlicher Theil: Bau-Polizeiordnung für das südwestafrikanische Schutzgebiet S. 767. — Gouverne= 
mentskurs in Deutsch-Ostafrika für den Monat November S. 768. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der 
Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika im Monat September 1898 S. 768. — Personalien S. 769. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 769. — Deutsch-Ostafrika: Bericht des Bergassessors 
Dr. Dantz über das Kawendigebiet S. 769. — Kamerun: Viehzucht S. 770. — Aus dem Bereiche der 
Missionen und der Antisttaverei= Bewegund S. 770. — Aus fremden Kolonien: Die Eisenbahnen 
in Südafrika S. 773. — Englischer Bericht über den Handel in Westafrika S. 774. — Jahresbericht von Hong- 
kong für 1897 S. 776. — Litteratur S. 777. — Litteratur-Verzeichniß S. 778. — Schiffsbewegungen S. 779. 
— Verkehrs-Nachrichten S. 779. — Anzeigen. 
  
  
Amtlicher Theil. 
Perordnungen und Witkheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
  
Bau-Polizeiordnung für das südwestafrikanische Schutzgebiet. 
81. 
In Groß= und Klein-Windhoek, an den Sitzen der Bezirkshauptmannschaften und Distrikts- 
kommandos sowie in Lüderitzbucht sind von Polizeiwegen besondere Bebauungspläne aufzustellen. 
8 2. 
Zu Neubauten, An- und Erweiterungsbauten einschließlich des Aufsetzens eines oder mehrerer 
Stockwerke auf ein vorhandenes Gebäude ist in diesen Orten die baupolizeiliche Genehmigung einzuholen. 
Als Bauten im Sinne dieser Verordnung gelten aus Steinen, Backsteinen, Lehm, Holz oder Wellblech 
hergestellte Bauwerke. 
83. 
Die Bauerlaubniß ist schriftlich bei der zuständigen Ortspolizeibehörde nachzusuchen. Dem Gesuch 
sind einfache Skizzen über die Lage des Grundstücks und Lage und Größe der auszuführenden Baulich- 
keiten in doppelter Ausfertigung beizufügen. 
* 4. 
Die Bauerlaubniß, welche schriftlich (Bauschein) unter Zurückgabe des mit Genehmigungsvermerk 
versehenen Duplikates der Bauvorlagen erfolgt, betrifft nur die polizeiliche Zulässigkeit des Baues und 
erfolgt unbeschadet etwaiger Rechte Dritter. Der ertheilte Bauschein verliert seine Gültigkeit, wenn inner- 
halb Jahresfrist nach Aushändigung desselben der Bau nicht begonnen, oder wenn ein begonnener Bau 
länger als ein Jahr liegen geblieben ist. 
85. 
Die Straßenfronten der Gebäude müssen in der durch die Bebauungspläne festgestellten Bauflucht— 
linie oder parallel mit ihr errichtet werden, jedoch können bei Eckgrundstücken Abrundungen und 
Abstumpfungen zugelassen werden. 
86. 
Jedes bebaute Grundstück muß durch mindestens eine Zufahrt mit der Straße in Verbindung 
gebracht werden.
        <pb n="920" />
        768 
87. 
Zwischen ellen nicht unmittelbar aneinander stoßenden Gebäuden eines Grundstückes muß durchweg 
ein freier Raum bleiben von mindestens 3 m Breite, soweit die einander gegenüberliegenden Umsfassungs- 
wände keine Oeffnungen haben; von mindestens 5 m Breite, soweit Oeffnungen in jenen Wänden vorhanden 
sind. Von Nachbargrenzen haben Gebäude, welche nicht unmittelbar an sie herantreten, mindestens 3 m 
entfernt zu bleiben. Holzhäuser müssen von anderen Gebäuden desselben Grundstücks sowie von den 
Nachbargrenzen eine Entfernung von mindestens 8 m innehalten. Bei geringerer Entsernung — mindestens 
5 m — sind die Umfassungswände solcher Ge bäude und alle Anbauten und vortretenden Theile mit Well- 
blech oder Zink feuersicher zu verkleiden. 
88. 
Auf jedem bewohnten Grundstück müssen Aborte und Mülllagerstellen vorhanden sein. Die Aborte 
müssen eine Grundfläche von mindestens 1,5 bis 2,0 qm haben. Die Anlage von Gruben für Aborte 
und Müll ist verboten. Zur Aufnahme des Mülls dürfen nur feuersichere Behälter oder zu ebener Erde 
gelegene, abgepflasterte und mit einer Steinmauer umgebene Theile des Hofraums dienen. Die Mborte 
müssen mit einem vollkommen wasserdichten, beweglichen Behälter versehen sein. 
89. 
Insoweit nicht schon wegen Versäumung des Einholens der Bauerlaubniß Bestrafung nach § 367 
Nr. 15 des Reichs-Strafgesetzbuchs eintritt, werden Zuwiderhandlungen gegen die §§ 1, 2, 4 bis 7 dieser 
Verordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder Haft bestraft. 
10. 
Zur Ausführung von Bauten vor Erlaß dieser Verordnung ertheilte Genehmigungen verlieren ihre 
Gültigkeit nach Ablauf von’ drei Monaten vom Tage der Veröffentlichung dieser Verordnung an, wenn 
der Bau nicht inzwischen begonnen ist. 
§ 11. 
Diese Verordnung tritt überall mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. 
Windhoek, den 12. September 1898. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) (gez) Leutwein. 
  
Gonvernementskurs in Deutsch-Ostafrika. 
Der amtliche Kurs der Rupie für den Monat November d. Is. ist durch das Kaiserliche Gouverne= 
ment von Deutsch-Ostafrika auf 1,39 Mark = 1 Rupie festgesetzt worden. 
—Ô Ò eÒS — — —— — — — — — 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat September 1898. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,3675 Mk.) 
———4 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Sörte für e#hehnte- Holsschlag.] neer 3. 
sschlag.)Neben. t 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhrô Gebühren Ennahmen Insgesamm 
Rp. P.] Ap. P.] Rp. P.ARp. P. Rp. P.] Rp. V. Ml. U 
l l l 
Tanga .. 1140 o3 10700 301 14 E 48 101 — — 11902 43 16276 90 
Pangani 5826 544875 34 16 — 5 25 21 109744 59 = 13326 18 
Saadanie 1472 0131 28 — — 13 44179 44-= 33824 75 
Bagamoyo . 7591301838121 5.—465411!4626036-23-3560472 
Dar-es-Saläm 1796 4676 OCO37 544 2 
Kilwa 4704 4497 38 36 —]/27 32 47 51115023 39 = 20544 7) 
Lindt. 2871 0 8294 43 19 — 76 1922 22 9283 27 = 12695 08 
Mikindani 7320 606 2014 55 30 — 20 45 4 32 9391 01 12842 21 
Zusammen32723 6369618 — 34 316 9 33 — 3 
Zuf ; 8 015 864 2446 09 m 1 
44750 Mk., Mk.)2 Mk. MM.j B Mr. 6 
05 P. 63 Pf.] 70 Pf.] 063 Pf. 32 M.
        <pb n="921" />
        *# 
6 
69 
Perspnalien. 
Kaiserliche Schuntruppen. 
A. K. O. vom 19. November 1898. 
Schutztruppe für Kamerun. 
Lichtenberg, Oberarzt, auf sein Gesuch der Abschied mit der gesetzlichen Pension unter dem 30. Novem- 
7 
ber d. Is. bewilligt. 
A. K. O. vom 25. November 1898. 
Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. 
Abel, Sekondlieutenant vom Feldartillerie-Regiment von Clausewitz (Oberschlesischen) Nr. 21, und 
Frank, Sekondlieutenant vom Pommerschen Pionier-Bataillon Nr. 2, mit dem 29. November d. Is. aus 
dem Heere ausgeschieden und mit dem 30. November d. Is. als Sekondlieutenant, — mit ihren 
bisherigen Patenten in der Schutztruppe angestellt. 
Schutztruppe für Südwestafriko. 
Frhr. v. Schönau-Wehr, Sekondlieutenant, zum Premierlieutenant befördert. 
VyVVVVYTYVYVTVYVT 7VVY7 yTYVYVY YVVYVY VVVYVNVVVYV V'èstv WN 
Nichtamtlicher Theil. 
Perwnal-Machrichten. 
Deutsch -Ostafrika. 
Der Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Becker hat die 
Wiederausreise in das Schutzgebiet angetreten. 
  
Der Bezirksamtmann Freiherr v. Eberstein, 
der Materialienverwalter Branden burg und der 
Maschinist Meyer sind in Dar-es-Saläm ein- 
getroffen. « 
  
Ramerun. 
Der Bautechniker Karig hat einen Heimaths- 
urlaub angetreten. 
  
Der Sergeant Klein und der Unteroffizier 
Klippert sind mit Heimathsurlaub in Deutschland 
eingetroffen. 
—— — —— 
Togo. 
Der Zollassistent Mucke ist nach Lome abgereist. 
  
Südwestafrika. 
Der Sekondlieutenant Prosper Prinz von 
Arenberg à la suite der Schutztruppe und der 
Unterbüchsenmacher Rosenthal haben die Ausreise, 
der Unteroffizier Heydenreich hat die Wiederaus- 
reise in das Schutzgebiet angetreten. 
—— — — — — — — 
Nachrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deulsch · Pstafrika. 
Einem Berichte des Bergassessors Dr. Dantz über das 
Rawendigebiet 
zwischen dem unteren Malagarasi und Karema (Ost- 
seite des Tanganyikasees) entnehmen wir Folgendes: 
Dieses Gebiet enthält drei geologisch verschiedene 
Bezirke. · 
Der erste, am Unterlauf des Malagarasi gelegen, 
wird durch Diabasporphyrite oder diesen sehr ähn— 
liche Gesteine vulkanischer Natur gebildet, welche mit 
der Grabenversenkung des Tanganyikasees in ursäch- 
lichem Zusammenhang stehen, das heißt einer früheren 
Senkung in alter Zeit ihren Ursprung verdanken. 
  
Sie werden zum Theil, so in den Kabwebergen 
(Tongue), von alten Sandsteinen, auch sandigen Kalk- 
steinen überlagert. 
Der zweite Bezirk wird (in Nordkawendi) von 
den rothen alten Sandsteinen mit zum Theil erheb- 
lichem Glimmergehalt gebildet. Diese Sandsteine 
treten vom Malagarasi bis zum Oberlauf des Rugufu 
(welcher von seiner weit südlich gelegenen Quelle 
einen großen, nach Westsüdwesten geöffneten Bogen 
beschreibt) auf und bilden ein Hochplateau, in welches 
u. A. der Rugufu mit seinen Nebenflüssen tiefe Thäler 
geschnitten hat. Die letzteren sind infolge stetiger 
Bewässerung und wegen des sandig-humosen Fluß- 
alluviums fruchtbar; in ihnen liegen die Ansiedelungen
        <pb n="922" />
        der Wawendi, auf den Höhen stehen lichte, wildreiche 
Wälder. 
Unter den Sandsteinen steht nun, an einigen 
Thälern sichtbar, der alte Gneis an, welcher etwa 
vom oberen Rugufu an bis über Karema hinaus 
das einzige gebirgsbildende Gestein darstellt. Das 
Gelände dieses dritten Bezirls ist sehr hügelig, weist 
aber nur in dem Kungwegebiet (zwei bis sechs Tage 
nordwestlich Karema) bedeutende Kämme und Höhen 
auf, welche in ihrer Längsstreckung dem Streichen 
des Gneißes folgen. In diesem Hügellande wechsel- 
lagern die verschiedensten Glieder des Gneißes, helle 
quarzitische, röthliche und weiße feldspathreiche 
Schichten, hornblendenreiche Partien, gegmatitische 
Varietäten und reine Amphibolite. Von Erzen 
wurden hier nur ganz untergcordnete Raseneisenstein- 
bildungen angetroffen. 
Leider war auch das Suchen nach Steinkohlen 
oder wenigstens nach Pflanzenabdrücken (welche eine 
Altersbestimmung hätten möglich gemacht) in den 
oben erwähnten ausgedehnten rothen Sandsteinen 
ohne Erfolg. 
Die Bildungen des Tanganyikasees jüngeren 
geologischen Alters sind im Wesentlichen und weitaus 
vorherrschend feine Sande mit zahlreichen Muscheln, 
daneben finden sich auch Lehme, rothe Konglomerate 
und Kiesschichten, alle bis zu einer Höhe von 20 m 
über dem heutigen Seespiegel. 
  
Kamerun. 
viehzucht. 
Das zu Zuchtzwecken nach Kamerun abgesandte 
Allgäuer Zuchtvieh (10 Stück) ist nebst dem Senner 
Hipp in gutem und gesundem Zustande in Busa 
eingetroffen. 
— ——— — — 
Rus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Die Wesleyanische Missionsgesellschaft in Sydney 
hat einen in der Sprache der Bewohner der Gazelle- 
Halbinsel (Neupommern) verfaßten Katechismus drucken 
lassen. Der Katechismus ist bei Epworth in Sydney, 
Clarence Str. 287, erschienen. 
  
T. Jakob Pfändler von der Mission der Pallo- 
tiner in Kamerun ist am 4. Oktober in der Schweiz 
am Tropenfieber gestorben. („Gott will es.“) 
— —% 
Dem Organ der Baseler Mission „Der evange- 
lische Heidenbote“ entnehmen wir: 
Missionar Schürle, der die Mittelschule in 
Lobethal (Bezirk Edea, Kamerun) leitet, kann be- 
richten, daß die Schüler neben der Schule fleißig in 
der Kakaopflanzung arbeiten, was ihnen leichter vor- 
  
770 — 
kommt als das Bruchrechnen. Als der Lehrer einen 
einfachen Bruch erweiterte und dann wieder durch 
Verkürzung auf die ursprüngliche Form zurückbrachte, 
konnten sie nicht genug die Weisheit den Europäers 
bewundern. Nach Ansicht der Schüler gilt als erstes 
Fach Religion, als zweites Deutsch und als drittes 
Rechnen. 
—. 
  
Große Aufgaben liegen vor der Rheinischen 
Mission im Groß-Namalande, dem weiten, südlichen 
Theile des deutschen Südwestafrika. In Angra Pequena, 
Richmond und Nabis sollen neue Stationen angelegt, 
in Keetmanshoop eine Schule für weiße Kinder ein- 
gerichtet und das Katechistenseminar wieder eröffnet 
werden. Außerdem müssen die verwaisten Stationen 
Gibeon und Bersaba neu besetzt werden. Und um 
den durch die Nöthe der letzten Jahre vollends ver- 
armten Namas aufzuhelfen, empfehlen die dortigen 
Missionare den Ankauf von Kühen und Ziegen, die 
den Aermsten in den Gemeinden zum Gebrauch 
überlassen werden sollen. 
——.. — 
Dem „Epvangelischen Missionsmagazin“ entnehmen 
wir folgende Beschreibung einer Besteigung des 
Kupeberges in Kamerun: 
Südlich von der Baseler Missionsstation Nyasoso 
erhebt sich majestätisch und hehr der etwa 2500 m 
hohe Kupeberg aus dem gewaltigen Gebirgswall der 
den südlichen Theil der deutschen Kolonie Kamermn 
in einem großen Halbkreis umzieht. Wie ein kühner 
Gebieter steht er unter den übrigen Gebirgshöhen 
und Bergspitzen da, die ihn wie seine Trabanten m 
weitem Bogen umlagern. Allerlei Sagen und Be- 
richte der Eingeborenen über Feuer= und Aschenregen, 
über feurige Wagen, heftiges Donnergetöse und son- 
stige schreckhafte Erscheinungen ließen schon vor Ih- 
ren, noch ehe man den Berg näher kannte, darauf 
schließen, daß er vor Zeiten eine vulkanische Thälig- 
keit entfaltet habe. Zugleich sind damit allerlet 
Geister= und Hexengeschichten, die sich die Eingebo- 
renen von ihm unter Gruseln erzählen, verknipft, 
so daß jede Annäherung vom Küstengebirt her noch 
vor wenigen Jahren für den Europäer außerordentlic 
schwer war. Den Missionaren aber gebot die Rück 
sicht auf die abergläubische Furcht der Eingeborenc, 
in der ersten Zeit ihres dortigen Aufenthalts von 
einer Besteigung des Berggipfels abzusehen, da de 
Bewohner von Nyasoso fürchteten, die Weißen würden 
die Berggeister dort oben gefangen nehmen und se 
dann in ihren Wohnstätten zum Verderben der Ein- 
geborenen loslassen. Es mußte also erst dos Ver- 
trauen des Volkes gewonnen werden, ehe man daron 
denken konnte, eine Besteigung zu wagen. Anderer 
seits — das mußten sie sich sagen — würde eite 
solche, wenn sie glücklich ausgeführt wurde, voraut 
sichtlich dazu dienen, dem alten Aberglauben einen 
heilsamen Stoß zu versetzen. 
— — 
  
*) Etwa 90 km Luftlinie nördlich von Kamerun gelegen.
        <pb n="923" />
        — 
So wurde denn, als man das Vertrauen der 
Bevölkerung hinlänglich gewonnen hatte, von den 
Missionaren Wittwer und Basedow im Februar 
d. Is. der Beschluß gefaßt, die längst gehegte Absicht 
auszuführen und den Gipfel des geheimnißvollen Kupe 
zu besteigen. Man erwählte hierzu einen möglichst 
klaren Tag und begann die nöthigen Zurüstungen. 
Allein der Beschluß war schneller gefaßt als aus- 
geführt. Denn als es galt, einige Träger für das 
unerläßlichste Gepäck anzuwerben, wollte sich Niemand 
für die gefürchtete Bergfahrt finden. Selbst die 
älteren Missionsschüler weigerten sich beharrlich oder 
wurden von ihren Eltern am Mitgehen verhindert. 
Mut vieler Mühe gelang es schließlich, vier junge 
Leute als Begleiter zu gewinnen. Wir lassen nun 
Missionar Basedow selbst über diese erste Bestei- 
gung des Kupe berichten. 
Um 8 Uhr morgens sollte der Marsch angetreten 
werden. Allein wir konnten erst um 10 Uhr auf- 
brechen, infolge der afrikanischen „Eile“ der Träger. 
Rüstig schritt der kleine Zug voran, einem alten 
Jägerpfade folgend, der aber leider nur zu bald ein 
Ende nahm. Dann galt es, sich einen neuen Weg 
in gerader Richtung zu bahnen. Bruder Wittwer 
und ich wechselten damit ab, uns mit dem Busch- 
messer durchzuhauen, während unsere Träger mit den 
Lasten hinterdrein marschirten. Der Weg war im 
Ganzen leicht hergestellt, da nur wenig Unterholz 
oder Gestrüpp vorhanden war. Nur an den Stellen, 
wo der Sturm größere Bäume entwurzelt hatte und 
wo den Sonnenstrahlen freier Zutritt gewährt war, 
erschwerte das wildwuchernde hohe Schils das Vor- 
wärtekommen. Auch das lockere, feuchte Erdreich, 
das den Füßen nicht genügend Halt bot, ließ uns 
den Marsch bei einer Steigung von etwa 30 Grad 
etwas sauer werden. 
Es galt zunächst einen Bergrücken zu erklimmen, 
der dem eigentlichen Kupe vorgelagert ist und von 
wo aus dann die Steigung bis zur höchsten nörd- 
lichen Spitze eine geringere ist. Endlich um 5 Uhr 
nachmittags wurde Halt gemacht. Es dauerte nicht 
lange, so war der Lagerplatz in der Urwaldung 
hergerichtet, und ein kleines Feuer flackerte lustig in 
unserer Mitte. Obschon das Thermometer nur 15° R. 
anzeigte, war die Kühle der Nacht nicht sonderlich 
zu spüren, da die Baumkronen mit ihrem dichten 
Laubwerk jeden Luftzug abhielten. So konnten wir 
uns denn erfrischt und gestärkt am Morgen von 
unserem Lager erheben. Die wohlthuende Ruhe hatte 
auch unseren eingeborenen Begleitern wieder einigen 
Muth eirgeflößt, so daß wir uns in aller Frühe 
auf den Weg machen konnten. 
Miist ging es durch dichtes Gestrüpp, darunter 
auch durch solches von Brombeeren, das besonders 
das Vorwärtskommen unserer unbeschuhten Leute sehr 
erschwerte. Indem wir eine südöstliche Richtung ver- 
folgten, kamen wir an verschiedenen Stellen vorbei, 
wo das Wild gelagert hatte, von dem wir aber kein 
einziges Stück erblickten, da es längst das Weite 
771 
r 
  
——“ 
gesucht hatte. An größerem Wild soll es hier be- 
sonders viele Büssel, Wildschweine und Antilopen 
geben. Auch zeigten uns zahlreiche tiefe Fallgruben, 
die von den im Osten des Kupe wohnenden Einge- 
borenen angelegt werden, daß das Wild hier oben 
häufig vorkommt. Merkwürdig ist auch, daß sich auf 
diesem Gebirgskamm, wie auf dem ganzen Wege, 
den wir bis jetzt zurückgelegt hatten, sehr wenig oder 
gar keine Felsen vorfanden, sondern daß die ganze 
Bergseite von einer tiesen, schwarzen Humusschicht 
bedeckt ist, was auch die vielen Fallgruben deutlich 
erkennen ließen, die alle 2 bis 3 m tief waren. Am 
meisten überraschte uns aber eine Quelle, auf die wir 
stießen, und die nur etwa 80 bis 100 m unterhalb 
des oberen Bergkammes entspringt. 
Hier und da zeigte sich uns beim Vordringen 
eine Baumlücke, die den schönsten Ausblick gewährte. 
Wir wurden dadurch nur um so mehr angespornt, 
nach einem freieren Aussichtspunkte zu fahnden. Nach 
einigem Suchen fanden wir denn auch einen solchen 
und zwar da, wo wir ihn nicht erwartet hätten. 
Denn kaum hatten wir uns eine Strecke weit durch 
dichtes Gestrüpp hindurch gearbeitet, als wir plötzlich 
einen kleinen schönen Grasplatz von etwa 5 m Flächen- 
gehalt vor uns erblickten, der den äußersten Rand 
einer 100 m senkrecht ins Thal abfallenden Felswand 
bildete. Wie gebannt blieben wir stehen, und über- 
wältigt von dem großartigen Anblick, beschlich uns 
eine Art von Grausen, als sich plötzlich vor uns der 
gähnende Abgrund aufthat. Der ganze Nordosten 
bis hin zum Süden wird von hier aus beherrscht. 
Von diesem Punkt aus erhält man wohl auch am 
besten einen Eindruck von der gewaltigen Höhe des 
Kupe, denn ohne irgendwelche vorgelagerte Bergrücken 
erhebt er sich hier unmittelbar aus der Mf un= und 
Fanebene, während nach Osten hin ihn eine tiefe 
Schlucht von einem ziemlich gleich hohen Höhenzug 
trennt. Was das für ein Bergrücken ist, ob der 
Manenguba oder Nlonako, das konnten wir wegen 
des vielen Nebels und wegen der Wolkenmassen, die 
der Wind wild durcheinander jagte, nicht entscheiden. 
Sehr wahrscheinlich ist es aber ein zum Kupe ge- 
höriger Gebirgsstock. 
Unterdes war es 12 Uhr mittags geworden, und 
wir mußten an den Weiterweg denken, denn unser 
eigentliches Ziel, der Krater des Kupe, war noch 
lange nicht erreicht. Als wir uns bald darauf wieder 
in dichtem Gebüsch befanden, gingen unsere Anfichten 
in Betreff des einzuschlagenden Weges auseinander, 
woraus unsere Leute sofort den Schluß zogen, daß 
wir uns verirrt hätten. Das genügte, um sie mit 
Schrecken zu erfüllen. Immer und immer wieder 
hieß es: Wir sind verirrt! Wir sind verloren! Wie 
erstaunt waren sie daher, als sie, oben angelangt, sich 
plötzlich klar wurden, daß sie am Rande des Kraters 
standen, auf den wir schon lange zugesteuert hatten. 
Auch hier gewährte uns die Berghöhe einen Blick 
in die Tiefe. Da lag dort unten, scheinbar ganz in 
der Nähe, unser Nyasoso mit dem Missionsgehöft,
        <pb n="924" />
        mit der Brücke und dem nheuen Wege. Und da 
drüben trat Mbule, dort Ngusi und die eine und 
andere Ortschaft in den Gesichtslreis. Die eingebo- 
renen Begleiter waren davon ganz hingenommen und 
gaben ihrer Verwunderung beredten Ausdruck. « 
Unm eine größere Rundsicht zu genießen, so weit 
dies die Dunstmossen des Harmattans gestatteten, 
versuchten wir die westliche der beiden Kratersuttzen 
zu erreichen, mußten aber bald davon absehen, da 
sich zwischen ihr und uns eine 70 bis 80 m tiefe 
und etwa 4 bis 5m breite Kluft befand, die wir 
nicht hinab= und wieder hinaufklettern wollten. Es 
blieb uns demnach nichts Anderes übrig, als uns 
auf den östlichen Felsenrand zu begeben. Da derselbe 
bis an den äußersten Rand hin mit Bäumen be- 
wachsen war, so konnten wir von da aus ohne Ge- 
fahr in die Tiefe hinabblicken. Auch hier war der 
Eindruck grauenerregend, denn schauerlich gähnte zu 
unseren Füßen der Abgrund. Senkrecht ragen die 
gewaltigen, kahlen Felsenwände aus der Tiefe empor. 
Was den Fernblick betrifft, so steht er dem vorhin 
geschilderten kaum nach. Beherrscht jener die Gegen- 
den von Nordosten bis zum Süden hin, so dieser 
die des Nordens, Westens und Südens. Trotz der 
Dunstmassen konnten wir deutlich sehen, wie im 
Westen und Nordwesten sich hohe Bergrücken von 
Norden nach Süden hinzogen, während die im Norden 
gelegenen Höhenzüge meist die Richtung von Osten 
nach Westen nahmen. Dazwischen aber lag das 
Grasland mit semer gelblichgrünen Färbung einge- 
bettet, durchbrochen von dem Dunkelgrün der Ur- 
wälder. Fürwahr, ein wundervolles Bild! 
Auch der Krater selbst bietet viel Interessantes. 
Er ist dem Hauptgebirgsstock des Kupe wie ein ab- 
geschnntener Zuckerhut nach Süden zu vorgelagert. 
Nach Norden und Nordwesten ist er theils durch 
einen Bach, theils durch einen tiesen Spalt von 
demselben getrennt, während ein tiefes Thal unten 
vom Krater aus im Westen seinen Ausgang nimmt. 
Allem Anschein nach lag die Oeffnung des Kraters 
früher oben, später hat er aber infolge heftger Erup- 
tionen die Nordwandung durchbrochen und sich bis 
zur Thalsohle gesenkt. Jetzt wurde es mir auch 
klar, warum wir nirgends auf der Nordseite auf 
ein eigentliches Lavabett stießen und nur einzelne 
zerstreut herumliegende Lavablöcke antrafen, während 
sich westlich vom Kupe mehrere Stellen voifinden, 
wo man deutlich das Lavabett erkennt. Jedenfalls 
ist dieses große Thal, das in westlicher Richtung vom 
Krater ausläuft, das eigentliche Lavabett des feuer- 
speienden Kupe gewesen. 
Gern hätten wir uns auf dieser Berghöhe bis 
zum nächsien Morgen aufgehalten, um beim Sonnen- 
aufgang, ehe die Nebel aufsteigen, eim deutlicheres 
Bild vom Ganzen zu erhalten; aber wir mußten an 
den Heimweg denken. Es war bereits in der vierten 
Stunde, als wir endlich aufbrachen. Natürlich ging 
es mit dem Abstieg um Vieles schneller als mit dem 
Aufstieg. Rasch eilten wir vorwärts, bald auf allen 
772 
  
— 
Vieren kriechend, bald eine Rutschpartie machend, 
bald durch tiefe Schluchten und an steilen Felswänden 
entlang, bald über steile Bergrücken kletternd, dann 
wieder an einem etwa 20 bis 30 m tiefen, aber jetzt 
trockenen Wasserfall vorüber, bis uns die Nacht über- 
holte. Diese nöthigte uns, noch einmal einen Lager- 
platz im Urwalde aufzusuchen. · 
Am folgenden Morgen stießen wir schon nach 
Kurzem auf unseren alten Weg, auf dem wir den 
Aufstieg bewerkstelligt hatten, und langten um 9 Uhr 
vormittags wohlbehalten, wenn auch ermüdet und 
beschmutzt, auf unserer Missionsstation in Nyasoso an. 
Die Kunde von unserer glücklichen Rückkehr verbreitete 
sich bald wie ein Lauffeuer durch den ganzen Ort. 
Biele wollten es gar nicht glauben, daß wir wirklich 
das Unternehmen ausgeführt hätten und auf dem 
Gi#fel des Kupe gewesen seien. Aber die begeisterte 
Schilderung unserer eingeborenen Begleiter sowie die 
Uedereinsiimmung ihrer Aussagen ließen schließlich 
keinen Zweisel mehr ausfkommen. 
In uns aber hat diese erstmalige Besteigung des 
Kupe den lebhaften Wunsch wachgerufen, einen wei- 
teren Aufstieg zu unternehmen und zwar unmnttelbar 
nach der trockenen Jahreszeit, wenn die ersten Ge- 
witterstürme die Luft reinigen und eine klare Fem- 
sicht gestatten. Erst dann wud man ein sicheres 
Bild von der Auedehnung des Nrosigebietes mit 
seinen 59 Dorfschaften erhalten. Bis jetzt wissen wir 
nur, daß diese 59 Dörfer fünf verschiedenen Stämmen 
angehören, die wie semerzeit bei den JIsraeliten nach 
ihrem Stammeshaupt benannt sind. 
„Der Missionsfreund“ (Organ der Mission 
Berlin 1) berichtet aus Deutsch-Ostafrika (Nyasso- 
land), daß die Missionare Gröschel und Priebusch 
am 13. Juli die Station Kidugala ber dem Häuvpt- 
ling Ngela besetzt haben. Diese Station liegt drei 
Tagereisen nordwestlich von Tandala in der Land- 
schaft Ubdena. Drei bis vier Tagereisen östlich von 
8 hat Missionar Bunk die Station Mufindi 
esetzt. 
Den letzten Jahresberichten der deutschen Missions- 
gesellschaften entnehmen wir folgende Zahlen: Im 
Ganzen arbeiten in der Heidenwelt 751 deutsche 
Missionare, von denen 684 im Dienst der sechs 
großen deutschen Missionsgesellschaften steben: Brüder- 
gemeinde, Basel, Barmen, Leipzig, Hermannsburg 
und Berlin I. Diese sechs Gesellschaften hatten zu- 
sammen eine Jahreseinnahme von 2 957 268 Mark 
und ihre Gememden zählten 287 472 Getaufte, so 
daß man die Gesammtzahl der in deutscher Pflege 
stehenden Heidenchrien auf eiwa 330.000 berechnen 
muß. Von den Missionaren der genannten Gesell- 
schaften sind im Jahre 1897 zusammen 11374 Heiden 
getauft worden, unter ihnen etwa 8000 erwachsene 
Heiden. Die größte Zahl, nämlich 3321, haben die 
Hermannsburger Musionare taufen können. Die 
Schulen der genannten Gesellschafen wurden von
        <pb n="925" />
        73 209 Schülern besucht. Die meisten Schüler zähl- 
ten die Schulen der ältesten deutschen Mission, der 
Brüdergemeinde; sie hatten 24 425 Schüler und 
Schülerinnen. 
RAus fremden Uvlonien. 
Die Eisenbahnen in Südafrika. 
Einem in dem britischen Kolonialinstitute in 
London über die Eisenbahnverhältnisse in Südafrika 
gehaltenen Vortrage entnehmen wir Folgendes: 
Bis zum Jahre 1859 wurde in der englischen 
Kapkolonie der Waarenverkehr von Kapstadt nach 
dem Innern und umgekehrt hauptsächlich durch 
Ochsenwagen vermittelt; große Schwierigkeiten bot 
diesen Wagenzügen lange Zeit — bis etwa 1844 — 
die Durchquerung eines Kapstadt vom Festlande 
trennenden breiten Sandgürtels. Um die Fahrzeuge 
durch den tiefen und fortwährend in Bewegung be- 
findlichen Dünensand führen zu können, war fast die 
doppelte Zahl der sonst gebräuchlichen Bespannung 
nothwendig. Schon im Jahre 1844 war jedoch 
diese Verkehrserschwerung durch mit unendlicher Mühe 
ermöglichte Bepflanzung jener Strecke und dadurch 
geschaffene Befestigung des Bodens zum größten Theil 
besengt. In demselben Jahre wurde auch mit der 
Anlage von Hauptstraßen durch die Kolonien be- 
gonnen und heierdurch eine beträchtliche Verkehrs- 
erleichterung geschaffen. 
Im Jahre 1859 wurde der Bau der ersten 
Bahnlmie in Angriff genommen. Eine von der Re- 
gierung unterstüßte englische Gesellschaft baute eine 
Eisenbahn von Kapstadt nach Wellington, das ist 
eine Strecke von 58 englischen Meilen. 
Nachdem hiermit der Anfang mit Einführung 
dieses so wichtigen Verkehrsmittels gemacht war, 
folgte in verhälmißwäßig kurzer Zeit der Auebau 
eines Eisenbahnnetzes, das nunmehr zum Vortheil 
von Handel und Verkehr die ganze Kapkolonie um- 
saßt. Im Jahre 1861 wurde durch die Wynbery 
Railway Co. eine Bahnverbindung von Kapstadt mit 
der ersten Bahnlime bei Salt Niver hergestellt. 
Anfang der siebiger Jahre, Hand in Hand mit dem 
durch die Entdeckung der Diamantfelder in West- 
Griqualand verursachten allgemeinen Aufschwung der 
Kolonie ging der Bahnbau in raschen Schritten 
vorwärts, und es entstanden die Linien nach Querns- 
town, Worcester, Braufort West, nach Croadok, 
Grahamstowm, Malmesbury und Graaf Remet. 
Diese Bahnen stellten die Verbindung mit den wich- 
tigen Serhäfen Kapstadt, Port Elizabeth und New- 
London her und bildeten drei Hauptlinien, die in 
der Richtung nach Kmmberley und nach dem Orange- 
Frristaat zusammenführten. 
1881 folgte die Ausdehnung des Bahnnetzes nach 
Colcsberg, Kallbay. Aliwal North, nach Hovetown 
am Orangefluß. Im Jahre 1885 war die Verbin- 
773 
  
dung mit Kimberley hergestellt, 1890 mit Vryburg 
nach Abschluß eines Uebereinkommens mit der Char- 
tered British South Africa Co.; gleichzeltig war 
auch der Bau einer Bahn durch den Freistaat in 
Angriff genommen worden. Außer den bisher er- 
wähnten, vom Staate unternommenen Bahnbauten 
entstanden seit dem Jahre 1881 die von Privat- 
gesellschaften gebauten Linien: Grahamstown—Port 
Alfred, die Port Nolloth-Linie an der Südwestküste 
der Kolonie, die Cape Central-Bahn, eine Zweiglinie 
von Worcester nach Nontayu. Weitere Bahnen 
wurden von Sea Point und Green Point nach Kap- 
stadt, von Kalkbay nach Simonstown gebaut. Die 
letztgenannte Eisenbahn führt durch felsiges, sehr 
schwieriges Terrain, die Kosten der nur sechs engl. 
Meilen langen Strecke beliesen sich auf 102 600 . 
Es waren allein strategische Rücksichten für den Bau 
dieser Bahn maßgebend, deren Kosten in keinem Ver- 
hälmiß zum Handelsverkehr stehen. .·- 
Die durch die Entwickelung der Goldfelder in 
Transvaal geschaffenen, glänzenden Aussichten für 
Handelsunternehmungen hatten im Jahre 1890 den 
Bau der Orange-Freistaatbahn gesichert, gleichzeitig 
hatte die Entwickelung des Nordens der Kapkolonie, 
verbunden mit dem Emporblühen des Handels die 
Ausdehnung des Eisenbahnnetzes nach Vryburg und 
Maseking zur Folge gehabt. Von Mafeking ging 
der Bahnbau mit raschen Schritten vorwärts durch 
Rdodesia bis Bulawayo, und es besteht die Ansicht, 
daß in Bälde die Interessen des Handels die Weiter- 
führung der Bahn nach Norden bis zum Zambesi 
zur Nothwendigkeit machen werden. 
Zur Zeit stehen drei Hauptlinien in Betrieb: die 
Westvahn, von Kapstadt über Vryburg nach Mafe- 
king, die Binnenlandbahn, von Port Elzzabeth nach 
Orange River Bridge, endlich die Ostbahn, von East 
London nach Aliwal-North. Sämmtliche Eisenbahnen 
haben eme Spurweite von 3,6 engl. Fuß und sind 
mit Ausnahme der Kapstadt — Wellington= Linie und 
eines Theiles der Port Elizabeth-Lmie eingeleisig. 
Eme Vermehrung der Doppelgeleise steht jedoch in 
Aussicht. Meisterwerke der Ingenteurkunst sind die 
Brücken über den Orangefluß, die zahlreichen Vaa- 
dukte und Tunnels. « ·«j 
.Wenn auch südafrikanische Kohle reichlich zum 
Betrieb der Bahnen benußt wird, so müssen dennoch 
zwei Fünftel des gesammten Bedarfs jahrlich aus 
Wales eingeführt werden. Die-beiden südafrikanischen 
Republiken dagegen beziehen fast den ganzen Kohlen- 
bedarf aus ihren eigenen Bergwerken. "- . 
Großartig ist die Ausdehnung des Telegraphen= 
netzes, die Einkünfte hieraus betrugen 1896 über 
4 Millionen Mark. 
Von großer Bedeutung ist der bereits durch die 
Regierung genehmigte Plan, eine Bahn durch das 
Eingeborenen-Territorum Pondoland zu bauen und 
dadurch eventuell eine Verbindung der Kapkolonie 
mit Natal zu schaffen. .
        <pb n="926" />
        — 774 
Was die Kosten für Herstellung der Bahnen 
anbetrifft, so betragen dieselben ungefähr 9407 S 
per Meile. Die Länge der Staatsbahnen allein 
beträgt gegen 2253 Meilen, die gesammten Baukosten 
hierfür belaufen sich auf 21 193 417 K, eine Summe, 
die durch Anleihen ausgenommen wurde. Nach den 
Finanzberichten für 1896 trugen Cape Shares 8,19 
pCt., ein glänzender Beweis für die Rentabilität 
der Bahnen. 
Der Orange-Freistaat hat die von der Kapkolonie 
durch das Gebiet der Republik gebaute Linie ange- 
kauft und in eigene Verwaltung übernommen. Die 
Kapregierung ist jedoch darauf bedacht, eine gemein- 
same Regelung des Frachtentarifs mit dem Freistaate 
durchzuführen, um hierdurch eine das Interesse der 
Gesammtheit wahrende Uebereinstimmung in der Höhe 
des Gütertarifs zu erzielen. 
Auch Natal besitzt ein ausgedehntes Eisenbahnnetz, 
und sind vor Allem die Linien nach Charlestown, 
von Durban nach Moritzburg, für Handel und Ver- 
kehr von großer Bedeutung. 
Die Hauptlinien Transvaals haben Verbindung 
mit dem Freistaate und der Delagoabai, eine weitere 
Linie mit Natal. Vor Allem ist es die Bahn zur 
Delagoabai, die den größten Handelsverkehr aufzu- 
weisen hat und infolgedessen eine Betriebsvergrößerung 
fordert. Weder die Kapkolonie noch die angrenzenden 
Nachbarstaaten sehen sich indessen schon an der Grenze 
ihrer Aufgabe angelangt; es ist im Gegentheil eine 
Reihe von weiteren Bahnbauten in Aussicht ge- 
nommen. So plant der Orange-Freistaat die Er- 
richtung von Zweiglinien, eine Bahn von Beira an 
der portugiesischen Küste nach Salisbury sieht dem- 
nächst der Vollendung entgegen, ebenso in Transvaal 
eine Linie von Pretoria nach Pietersburg. Von 
größter Bedeutung aber sind die Bestrebungen, eine 
unmittelbare Verbindung der Kapkolonie und Natals 
herzustellen, wie überhaupt ein engeres Zusammen- 
schließen der südafrikanischen Staaten herbeizuführen, 
Bestrebungen, die durch bereits stattgehabte Konfe- 
renzen (South African Railway Oflicers' Confe- 
rence), an denen Delegirte der Kapkolonie, des 
Orange-Freistaates, Transvaals, der portugiesischen 
Verwaltung der Delagoabai und Natal theilgenommen 
hatten, beredten Ausdruck fanden. 
— 
Euglischer Bericht über den Pandel in Westafrika. 
Das offizielle englische Handelsjournal veröffent- 
licht einen statistischen Bericht über den Handel des 
nördlichen Theiles von Westafrika, dem wir Folgen- 
des entnehmen: 
Westafrika steht in dem nördlich des Aequators 
gelegenen Theile hauptsächlich unter englischer und 
französischer Herrschaft. Deutschland hat dort zwei 
Kolonien, Kamerun und Togo, die Spanier sind im 
Besitz von Fernando Po und Corisko-Bay, die 
Portugiesen beherrschen außer einigen kleineren In- 
  
seln einen Küstenstreifen des französischen Guine, 
und endlich umfaßt die Republik Liberia eine Küsten- 
linie von etwa 300 Meilen. England besitzt dort 
als Kolonien: Lagos mit Benin, den langen 
Küstenstreifen nebst Hinterland, welcher von dem 
„Niger Coast Protektorat“ verwaltet wird, die 
Goldküste einschließlich Aschanti, Sierra Leone 
und Gambien. Die französischen Kolonien sind: 
„Französisch-Congo"“, Dahomey, die Elfenbeinküste, 
„Französisch-Guinea“, Senegal und das weite un- 
begrenzte Hinterland, das unter dem Namen des 
französischen Sudans zusammengefaßt wird. 
Der Umfang des Handels der letzten drei Jahre 
in den britischen Kolonien wird dargestellt durch 
folgende Tabelle, welche die Ein= und Ausfuhr ein- 
schließlich von Münzen und Barren umfaßt: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Einfuhr 
Kolonien 1895 1896 1897 
D°V„MVI! e9 
l 
Niger-Protektorat 25000 1 751 000 656000 
Lagsnss 816000 902000 771000 
Goldküste .. 532 000 5910000 911000 
Sierra Leone 427000 445 000 457 000 
Gambien N—7—1 
zusammen.3097 OOo 3168000 2 835000 
Ausfuhr 
— — 
Kotonien 1885 1896 19897 
S 2 eg 
I 
Niger-Protektorat40000 844000 786 000 
Laggsss 968000 975000 772000 
Goldküste 878000| 792000 838000 
Sierra Leone 453 000 449 000 401 000 
Gambien 94000, 117000 164000“ 
zusammen. 3 151 000/ 3 17vOo0 2981000 
  
Das Jahr ist hier zu zwölf Monaten gerechnet, 
endigend mit dem 31. März der angegebenen Joh- 
reszahl. 
Im Niger-Protektorat fand im Jahre 1896/97 
eine Zunahme des Imports gegenüber dem des 
Jahres 1895/96 statt, in Kurz= und Eisenwaaren 
um etwa 13 000 K, in Wollwaaren um etwa 5400 2. 
und in irdenen Waaren um etwa 2600 K. Ebenso 
ist gegenüber dem Rückgang der Einfuhr einiger 
anderer Freihandelsgüter ein Steigen der Einfuhr 
in Drogen und Medizinalwaaren um 3300 K zu 
erwähnen, ein Zeichen dafür, daß die Eingeborenen 
beginnen, sich den Anforderungen der Civilisation zu 
erschließen und die europäischen Heilmittel den eigenen 
Zaubertränken und Geheimmitteln vorzuziehen. 
Dem Anwachsen der Emfuhr von Freihandels- 
gütern um den Werth von 14 029 2 steht eine Ab- 
nahme des Einfuhrwerthes von zollpflichtigen Woaren 
um 109 027 &amp; gegenüber. Der Werth der Emfuhr 
von gollpflichtigen Waaren aus Großbritannien belief 
sich auf 84 093 E gegenüber der Einfuhr solcher
        <pb n="927" />
        Waaren aus anderen Ländern im Werthe von 
49 802 LP, der Werth der Einfuhr von Freihandels- 
gütern aus Großbritannien auf 479 197 K gegenüber 
einer Einfuhr solcher Güter aus anderen Ländern 
im Werthe von 42 884 e. Mithin belief sich der 
Gesammtwerth der Einfuhr aus Großbritannien auf 
563 291 L, während der Werth der Gesammteinfuhr 
aus anderen Ländern 92 686 #E betrug. Hält man 
dies zusammen mit dem Werth der Einfuhr aus 
Großbritannien im Jahre 1894/95 in Höhe von 
581 230 8 gegenüber einer Gesammteinfuhr im 
Werthe von 739 864 L und mit dem Werthe der 
Einfuhr aus Großbritannien im Jahre 1895/96 in 
Höhe von 575447 KL gegenüber einer Gesammteinfuhr 
im Werthe von 750975 04, so ergiebt dies eine nicht 
unbedeutende Verschiebung des Verhältnisses der 
Einfuhrwerthe zu Gunsten von Großbritannien. 
Bezüglich der Ausfuhr war für das Jahr 1896/97 
eine Verminderung des Werthes der ausgeführten 
Güter gegen das Vorjahr um 25 728 ( festzustellen. 
Hingegen hat der Werth der nach Großbritannien 
zur Ausfuhr gelangten Waaren gegen das Vorjahr 
um 7829 D, und gegen das Jahr 1894/95 um 
83 295 8 zugenommen. Im Einzelnen war eine 
bemerkenswrthe Verschiebung bezüglich des Ausfuhr= 
werthes nur zu verzeichnen in Elfenbein und Kaffee, 
wo derselbe um je 50 péCt. verlor, und in Gummi, 
wo derselbe um 25 pCt. stieg und in Zukunft vor- 
aussichtlich noch mehr steigen wird, entsprechend den 
zur Hebung der Gummiproduktion aufgewandten 
Bemühungen. 
Als einen Fehler beim Import bezeichnet es der 
englische Generalkonsul für das Niger-Protektorat, 
daß die Auswahl der importirten Güter eine zu 
wenig umfangreiche, und die Qualität derselben meist 
eine zu geringe seien, um ihnen bei den Eingeborenen 
eine ständige Nachfrage zu sichern. Wenn es auch 
schwer sei, bezüglich der Auswahl der zu importi- 
renden Güter bestimmte Fingerzeige zu geben — 
der Handel müsse sich in dieser Beziehung allein 
die Wege bahnen —, so müßten doch den Bedürf- 
nissen der Emgeborenen gut angepaßte Ackerinstrumente 
und Haushaltungsgegenstände sowie Werkzeuge, welche 
den Gewohnheiten des eingeborenen Handwerkers 
Rechnung tragen, sicherlich einen guten Absatz finden. 
Was die Handelswege im Schutzgebiete betreffe, 
so sei mangels von Eisenbahnen und guten Land- 
straßen die Schifffahrt in dem sich bis zu einer Ent- 
fernung von 60 Meilen von der Küste ausbreitenden 
Netze von Flüssen und Buchten das gewöhnlichste 
Beförderungsmutel. Weiter in das Innere hinein 
zeige sich der Eingeborene als guter Träger von 
Lasten über Land. Auf den Wasserstraßen sei Sicher- 
heit für Leben und Gut überall hergestellt, was bei 
einer Länge dieser Straßen von insgesammt 3000 
bis 4000 Meilen eine nicht leichte Aufgabe ge- 
wesen sei. 
  
Einen großen Vortheil für den Handel würde 
sich der Generalkonsul von der Einführung einer 
geeigneten und handlichen Währung auch bei den 
Eingeborenen des Protektorats versprechen, da die 
bisher von denselben benutzten zum Theil recht um- 
fangreichen Tauschmittel, wie Messingstangen, Kupfer- 
draht und Manilla-Cigarren, einen überaus schwie- 
rigen Transport erfordern und, indem hierfür eine 
große Anzahl billiger Träger nöthig wird, zur 
Sklaverei anreizten. 
Bezüglich Lagos' ist zu bemerken, daß, während 
die Ausfuhr von Gummi im Jahre 1897 eine Zu- 
nahme um 13 367 2 zeigt, dieselbe in Palmöl und 
Palmkernen gegenüber dem Jahre 1896 um 
114 773 2 gefallen ist. Der Verlust ist ein stei- 
gender, da derselbe gegenüber dem Jahre 1895 um 
47 807 2 mehr beträgt als gegenüber dem Jahre 
1896, und dies giebt um so mehr zu Bedenken 
Anlaß, als nach neueren Berichten auch für das 
laufende Jahr eine weitere Einbuße um 67 000 8 
zu erwarten ist. Der Grund für diesen Niedergang 
ist hauptsächlich darin zu erblicken, daß sich ein Theil 
der Unternehmerschaft der gewinnbringenderen Aus- 
beute des Kautschuks zugewendet hat. Die große 
Gefahr aber, die in dieser Verschiebung liegt, kommt 
nicht nur in dem Sinken der Gesammtexportziffern 
zum Ausdruck, sondern sie erhellt insbesondere aus 
der Erwägung, daß während Palmöl und kkerne 
eine unerschöpfliche Quelle bilden, Kautschuk. Balken 
und derartige Gegenstände ihrer Natur nach in ihrer 
Ausbeute beschränkt sind. 
Für die Kolonie Gambien war das Jahr 1897 
ein überaus günstiges. Der Export von Erdnüssen, 
dem hauptsächlichsten Produkt der Kolonie, belief 
sich auf 20 000 Tons gegen 12 000 Tons im Vor- 
jahre. Der Preis für diese Waare war eberfalls 
durchschnittlich ein höherer, so daß alle Firmen, die 
sich mit diesem Produkt befassen, ein günstiges Ge- 
schäftsjahr zu verzeichnen haben. Ebenso hoben sich 
Ausfuhr und Preis von Gummi. Diesen beiden 
Artikeln ist es hauptsächlich zu verdanken, daß die 
Ein= und Ausfuhrziffern auf die in der Tabelle an- 
gegebene Höhe stiegen, gegenüber einem Durchschnitts- 
werth der Ein= und Ausfuhr in den Jahren 1892 
bis 1896 von 115 000 und 142 000 K. Zu diesem 
Aufblühen des Handels soll angeblich nicht am wenig- 
sten auch die Einführung des Geldumlaufes an 
Stelle des früheren Tauschhandels beigetragen haben, 
indem die Aussicht, dies überall verwendbare Zah- 
lungsmittel zu erhalten, die einheimische Bevölkerung 
zum Fleiß anspornt und die Bevölkerung der um- 
liegenden Gebiete in die englische Kolonie hineinlockt. 
Der Umfang des Handels in den französischen 
Kolonien in den Jahren 1896 und 1897 wird 
durch folgende Tabelle veranschaulicht:
        <pb n="928" />
        — 776 
  
Ausfuhr 
—— — — —— — — — —  : - 
  
  
  
Einfuhr 
Kolonien 1896 1897 1896 1397 
4—— 
I l 
Senegal 1 047 000 1 167000/783 000 845 000 
Franz.-Guinesns185000 240 000“ 231 000 201,000“ 
Elfenbeinküste.86 000 188 000 176 000 189 000 
Dahomern89 000 330 000H364 000/231 000 
Franz.-Congo 192 000. f 190 000 
* in nur 9 Monaten, Fnicht festgestellt. 
Im französischen Sudan sind Handelsstatistiken 
nur für einige Zollplätze (vorzüglich Kayes und 
Mesline) vorhanden, die aber einen Ueberblick über 
den Gesammthandel nicht zulassen. 
Hinzugesügt ist eine der französischen Kolonial- 
Zeitung entnommene Tabelle, welche den Handel in 
der Elfenbeinküste und Dahomey für die ersten drei 
Monate des Jahres 1898 angiebt. 
  
— — 
  
  
  
Gesammt-= 
Einfuhr Ausfuhr handel 
Elfenbeinküste 58 658 58 560 117 518 
Dahomey. 84 064 72771 156 835 
  
  
Von dem Gesammthandel der Elfenbeinküste ent- 
fielen über 76 000 &amp;, also fast zwei Drittel, und 
von dem Gesammthandel in Dahomey 131 705 # 
auf englische Em= und Ausfuhr. 
Die Zunahme der Ein= und Ausfuhr in Fran- 
zösisch-Guinea ist hauptsächlich auf den steigenden 
Umfang und Werth des Kautschukhandels zurück- 
zuführen. Der Werth der Ausfuhr in diesem Artikel 
betrug im Jahre 1897 146 980 2 gegen 110 560 L 
für die gleiche Periode des Vorjahres. Die „Poli- 
tigue Coloniale“ vom August des Jahres giebt 
außerdem als Grund für das ständig zunehmende 
Gedeihen der Kolonie die steigende Wichtigkeit des 
Hafens von Konakry an, welcher einen großen Theil 
des Handels für Sierra Leone an sich gezogen hat. 
Dieselbe Zeitung stellt fest, daß die Straße von 
Konakry zum Niger in zwei Jahren bis Timbo 
fertiggestellt ist und in zwei weiteren Jahren den 
Niger bei Farana, einem hinter der britischen Ko- 
lonie Sierra Leone gelegenen Platze, erreichen wird, 
so daß dann die Waaren von Timbuktu, Segu 
Sekoro und anderen wichtigen am Niger gelegenen 
Plätzen ohne Schwierigkeit auf einem nur franzö- 
sisches Gebiet berührenden Wege nach dem franzö- 
sischen Seehafen Konakry gelangen können. 
Aus der Kolonie Senegal veröffentlicht der ita- 
lienische Konsul in Rufisque einen Bericht, nach 
welchem die französische Regierung einen Kriegsbau- 
meister nach Dakar zur Untersuchung der dortigen 
User und des Ankergrundes entsandt hat. Auch 
hätten verschiedene Dampfschifffahrtsgesellschaften die 
Erlaubniß erhalten, dort Kohlenstationen zu errichten, 
so daß Dakar bestimmt erscheine, einer der wichtigsten 
Häfen der westafrikanischen Küste zu werden. 
  
Schließlich wird der Werth des Handels der 
Republik Liberia im Jahre 1896/97 in der Einfuhr 
auf 105 257 2 und in der Ausfuhr auf 143 548 4 
angegeben und bemerkt, daß hier der größte Theil 
des Handels von und nach Deutschland, Großbri- 
tannien und Holland stattfindet, von denen Letzteres 
eine direkte Dampferverbindung mit Liberia ein- 
gerichtet hat. 
J#5'#--— 
Jabresbericht von DPongtong für 3397. 
Der Jahresbericht des Gouverneurs von Hong- 
kong für 1897 läßt das Gedeihen und die steig 
fortschreitende Entwickelung der Kolonie erkennen. 
Hervorzuheben ist Folgendes: 
Finanzen: 
Einnahmen. 2 686 914,70 S, 
(1896 2 609 878,94 8. 
1887 1 427 485,79 8K. 
Die Zunahme in den letzten zehn Jahren beträgt 
annähernd 100 pCt., obwohl die Bevölkerung sich 
in derselben Zeit nur um 16,79 pCt. vermehrt hat. 
Ausgaben 2 641 40971 #,. 
Zunahme gegen 1896 166 499,34 8. 
Die Bevölkerung, die 1887 insgesommt 212951 
Seelen zählte, belief sich Ende 1897 (schätzungswesse) 
auf 248 710 Seelen, darunter von Militär und 
Marine im Durchschnitt 5118, europäische Civl- 
bevölkerung 8555 Personen. An der Pest starben 
im Berichtsjahre 21, 1896 1078 Personen. Die 
Sterblichkeitsziffer (ohne Berücksichtigung der Pest 
betrug 18,85 pro Mille. 
Schifffahrt. 
Gesammtverkehr 15 938 174 Tons 
(577779 weniger als im Vorjahre). 
Der britische Schiffsverkehr zeigte eine Zunahme 
um 329 Schiffe, dagegen eine Abnahme um 489 528 
Tons. Diese Erscheinung ist ouf die im Juni 1897 
erfolgte Eröffnung des Westriver zurückzuführen, die 
den Verkehr kleinerer Fahrzeuge begünstigt hat. Von 
britischen Oceandampfern liefen 201 mit zusammen 
275 360 Tons weniger ein als im Vorjahre. Die 
Schifffahrt unter japanischer Flagge hat sich seit 1896 
mehr als verdoppelt (Zunahme 153 343 Tons) die 
unter deutscher Flagge um 41.000 Tons abgenommen. 
Der Handel litt im Allgemeinen unter des 
Wirkungen der Pest in Bombay, unter der Geld- 
knappheit, den Schwankungen des Rupienkurses und 
dem in Tonkin drei Monate hindurch aufeechl- 
erhaltenen Einfuhrverbot sowie unter der dadurch 
geförderten Konkurrenz Japans. Günstig lag das 
Geschäft in englischen Baumwollengarnen und in 
Mehl. Das einheimische Opium verdrängt langsam, 
aber stetig das indische Produkt auf dem chinesischen 
Markte. Ganz bedeutend hat sich der Kohlenhandel
        <pb n="929" />
        gehoben. Der Import erreichte 700 000 bis 
800 000 Tons und war bei dauernder Preissteige- 
rung größer als je zuvor. Von der Eröffnung des 
Westriver für den auswärtigen Verkehr erwartet 
man erhebliche Vortheile für die Handelsinteressen 
der Kolonie. 
  
Tikker akur. 
C. W. Allers: Rund um die Erde. Stuttgart, 
Berlin, Leipzig 1899. Union. 
Eine prächtige neue Gabe bietet der allseitig 
geschätzte, berühmte Zeichner in dem vorliegenden 
Werke seinen Verehrern. Ueber Aegypten, Ceylon, 
Singapore, Java, Siam, Hongkong und Peking führt 
er den Beschauer nach der jüngsten deutschen Er- 
werbung Kiautschou, von dort über San Francisco 
und New-Vork wieder nach der Heimath. Text und 
Bilder sind gleich amüsant und lebendig. Wer die 
Pfade, welche der Künstler gewandelt ist, schon aus 
eigener Erfahrung kennt, findet hier lauter Bekannte 
und Bekanntes in sprechender Aehnlichkeit wieder. 
Der Leser, welcher noch nicht so weit in der Welt 
herumgekommen ist, bekommt wenigstens ein höchst 
lebensvolles Bild von den fremden Zonen und wird 
das Buch jedenfalls mit dem Wunsche aus der Hand 
legen, persönlich den Spuren des Meisters bald ein- 
mal folgen zu können. 
O. Canstatt: Das republikanische Brasilien in Ver- 
gangenheit und Gegenwart. Mit 66 Abbildungen, 
zwei Karten und einem Panorama. Leipzig 1899. 
F. Hirt &amp; Sohn. 
Der Verfasser, welcher lange als Koloniedirektor 
in Brasilien gelebt hat, ist bestrebt, in dem vorlie- 
genden umfangreichen Werke ein treues Bild des als 
Auswanderungsfeld für Deutschland so wichtigen 
Brasiliens zu bieten. Wie besonders betont wird, ist 
das Buch nicht dazu bestimmt, leichtherzige Aus- 
wanderungslust zu wecken oder Auswanderern nach 
Brasilien als Führer zu dienen; es behandelt nicht 
einseitig den einen oder den anderen Zweig der viel- 
gestaltigen Beziehungen zwischen dem südamerikanischen 
Staate und unserem Vaterlande, es bietet vielmehr 
dem Kaufmann wie dem Landwirth, dem Fabrikanten 
wie dem Reisenden und Gelehrten — kurz jedem 
Gebildeten, der sich über Brasilien unterrichten will, 
Aufschluß über den geschichtlich und natürlich begrün- 
deten Zustand des Landes in seiner Gesammtheit, 
wie er sich seit dem Zeitalter der Entdeckungen — 
am 23. April 1900 werden 400 Jahre vergangen 
sein, seitdem Cabral an Brasiliens Küste landete — 
bis auf den heutigen Tag entwickelt hat. In all- 
gemein verständlicher Fassung unterrichtet der in 
Brasilien wohlbewanderte und mit seiner Aufgabe 
vertraute Verfasser über die Beschaffenheit des Landes, 
sein Klima, seine Pflanzen= und Thierwelt, seine 
  
  
777 — 
Nutzung in Acker= und Bergbau, seine Besfiedelung, 
Gewerbethätigkeit c., über Handel und Verkehr in 
jeder Beziehung und Richtung (Münzwesen, Schiff- 
fahrt, Post, Bahnen 2c.), über die geistige Kultur, 
über Regierung, Verwaltung, Geschichte. Den Schluß 
bildet eine kurze Beschreibung der einzelnen Bundes- 
staaten, wobei die für uns Deutsche wichtigsten Staaten 
Südbrasiliens — Santa Catharina und Rio Grande 
do Sul — gebührend berücksichtigt sind. Leben hier 
doch gegen 300 000 Deutsche, „die sich kräftig ent- 
wickeln und ihr Volksthum inmitten der romanisch 
redenden Bevölkerung bewahren“. 
Emil Donat: Kreuz und quer durch Südafrika. 
Reiseskizzen und Bilder. Mit vielen Illustrationen. 
Aarau 1899. Enmil Wirz. 
Das hübsch ausgestattete Buch ist die Frucht 
einer vor mehreren Jahren ausgeführten Expedition 
der längst entschlafenen „Deutsch-westafrikanischen 
Kompagnie“ nach Deutsch-Südwestafrika. Der Ver- 
fasser nahm an derselben theil, um in der deutschen 
Kolonie eine Exportschlächterei einzurichten. Nachdem 
das Unternehmen gescheitert war, reiste er zu Lande 
nach dem Ngamisee, Betschuana= und später Maschona- 
land. Das Gesehene und Erlebte ist in anspruchs- 
loser Weise hier geschildert. 
A. Engler: Monographien afrikanischer Pflanzen- 
Familien und -Gattungen. I. Moraceae, bear- 
beitet von A. Engler. II. Melastomataceace, 
bearbeitet von E. Gilg. Leipzig 1898. Engelmann. 
Die beiden hier vorliegenden prächtig ausge- 
statteten Hefte sind der erste Theil eines mit Unter- 
stützung der Königlich preußischen Akademie der 
Wissenschaften veröffentlichten groß angelegten Werkes. 
Es wird dadurch für die Erforschung der afrika- 
nischen Flora eine Grundlage von bisher unerreichter 
Vollendung geschaffen. Das Werk, dessen Schöpfer 
der verdiente Direktor des Königlichen botanischen 
Gartens zu Berlin ist, beruht nicht zum wenigsten 
auf den Ergebnissen der botanischen Forschung in 
unseren Schutzgebieten. 
  
Fritz vom Hoch-Feld: In fremden Landen. 
Afrikanische Briefe. Zweiter Theil: Durban. 
Kaiserslautern 1898. A. Gotthold. 
Der Verfasser, ein deutscher Arzt Dr. Hokamp, 
schildert in der Schrift seine Erlebnisse und Eindrücke 
in Natal, den Boerenstaaten und an der Delagoabai. 
Was das Burch fesselnd und lesenswerth macht, ist 
vor Allem die Frische der Darstellung und die 
scharfe Beobachtungsgabe des Verfassers. 
E. v. Hesse-Wartegg: Schantung und Deutsch- 
China. Leipzig 1898. J. J. Weber. 
Zu den Büchern von Franzius und Richthofen 
über Kiautschou tritt durch die vorliegende Veröffent= 
lichung ein neues schönes Prachtwerk. Der viel- 
gereiste Verfasser, der erst vor Kurzem seine Fahrten
        <pb n="930" />
        — 778 
im chinesischen Reich, deren hier ebenfalls Erwähnung 
geschehen ist, geschildert hat, bietet hier die frischen 
Eindrücke des von ihm in Deutsch-China Gesehenen 
und Erlebten. Des Buch ist sehr werthvoll dadurch, 
daß es gegen 200 Abbildungen enthält, welche auf 
Aufnahmen zweier erfahrener Photographen, die den 
Verfasser begleiteten, beruhen. Eine Menge Karten 
und statistische Mittheilungen verleihen dem Werke, 
das überall von der größten Sachkunde seines 
Schöpfers Zeugniß giebt, eine besondere Brauch- 
barkeit. 
Kieperts Wandkarte der deutschen Kolonien. 
Heransgegeben von der deutschen Kolonialgesellschaft. 
Berlin 1898. Dietrich Reimer (Ernst Vohsen). 
Im Maßstabe von 1:8.000 000 hat der be- 
kannte geographische Verlag eine vortreffliche Wand- 
karte der deutschen Schutzgebiete herausgegeben. Den 
Haupttheil nimmt Afrika ein, auf dem die Schutz- 
gebiete nach Maßgabe der neuesten Grenzverträge 
eingezeichnet find. Zwei kleinere Karten geben die 
Bilder der deutschen Besitzungen in der Südsee und 
Ostasien. Die Karte, welche aufgezogen mit Stäben 
nur 8 MkIkostet, wird sich jedenfalls rasch allgemein 
einbürgern. 
— — –— 
Koloniales Jahrbuch. Beiträge und Mitthei- 
lungen aus dem Gebiete der Kolonialwissenschaft 
und Kolonialpraxis. Herausgegeben von Gustav 
Meinecke, Redakteur der Deutschen Kolonial= 
Zeitung. XI. Jahrgang, 1. Hest. Berlin W. 10. 
Deutscher Kolonial-Verlag. 
Die seit Jahren geschätzte koloniale Vierteljahrs-= 
schrift enthält eine Arbeit von Dr. Otto Dempwolff, 
welcher früher in Neu-Guinea thätig war, über „Die 
Erziehung der Papuas zu Arbeitern“, eine werthvolle 
und zeitgemäße Studie, während R. Löser in der 
Arbeit „Angola unter portugiesischer Herrschaft“ eine 
scharfe Kritik an den dortigen unhaltbaren Zuständen 
übt und Angolas günftige Verhältnisse für die Kolo- 
nialthätigkeit einer kräftigen Nation eingehend schildert. 
Die Arbeit hat für alle Kolonialfreunde eine Bedeu- 
tung, welche heute vielleicht noch nicht vollkommen 
eingesehen wird. In der Arbeit „Kiautschou“ wird 
eine Zusammenstellung der auf Kiautschou bezüglichen 
Dokumente und Nachrichten gegeben, während der 
Artikel „Ramie, eine neue Faserpflanze für Kamerun“ 
die Wichtigkeit dieser bislang wenig beachteten Faser- 
pflanze für ein Land betont, das für ihren Anbau 
sich jedenfalls vorzüglich eignen wird. 
C. J. Voskamp: Unter dem Banner des Drachen 
und im Zeichen des Kreuzes. Berlin 1898. Verlag 
der Buchhandlung der Berliner evang. Missions- 
gesellschaft. . 
Der Verfasser, ein Missionar der Berliner 
Missionsgesellschaft, führt in ergreisenden Bildern 
das Elend des heidnischen China vor Augen. Der 
Götzendienst, die Religionssysteme des Confucianis= 
  
  
mus, Buddhismus und Taoismus werden geschildert, 
über die Quelle und Natur des Fremdenhasses werden 
wir unterrichtet, die Beziehungen Chinas zu den 
christlichen Mächten und die daraus folgenden Kriege 
werden dargestellt, und als Rettungsmittel für das 
sinkende Volk wird das Christenthum gepriesen. Zu- 
letzt werden Ausschlüsse, die auf eigener Erfahrung 
des Verfassers beruhen, über die in China anzu- 
wendende Missionsmethode, über Predigt, Unterricht, 
Schulen und Bibelverbreitung geboten. 
R. Werner: Bilder aus der deutschen Seekriegs- 
geschichte von Germanicus bis Wilhelm II. Mün- 
chen 1899. J. F. Lehmann. 
Zum ersten Male wird hier von einem hervor- 
ragenden Fachmann, dem Vizeadmiral a. D. Werner, 
eine zusammenhängende Geschichte der Entwickelung 
der deutschen Flotte von den ältesten Zeiten bis auf 
den heutigen Tag geboten. Das Buch bietet für 
Alt und Jung eine Fülle der Belehrung, Anregung 
und Begeisterung. Werner schildert uns, wie die 
deutsche Hansa eine Weltmacht wurde und England 
ihre Gesetze aufzwang, wie die nordischen Könige nur 
mit Erlaubniß der Hansa ihre Kronen annehmen 
durften. Der Große Kurfürst hatte weitblickend die 
Bedeutung der Flotte wiedererkannt und bot Alles 
auf, sie zu heben und ein Kolonialreich zu schaffen 
— leider vergeblich. Erst 200 Jahre später wurde 
sein Werk wieder fortgesetzt. Der Flottengründung 
im Jahre 1848, der Norddeutschen und der Reichs- 
flotte ist ein breiter Raum gewidmet. Das sehr 
fesselnd geschriebene, reich illustrirte Buch dürfte all- 
seitigen Beifall finden. 
  
Titteratur-erxeichnik. 
Gehring, Hans: Süd-Indien. Land und Volk der 
Tamulen. Lex. 80. (ca. 256 S.) Mit 90 Abbildungen. 
Mk. 5,—. C. Bertelsmann, Gütersloh. 
Schweitzer, Georg: Eine Reise um die Welt. gr. 80. 
23 Bogen. Mit 24 Vollbildern, darunter 2 Farben- 
drucke. Mk. 6,—, geb. Mk. 7.—. 
Hermann Walther, Berlin. 
Seidel, A.: Transvaal, die südafrikanische Re- 
publik. Historisch, geographisch, politisch, wirthschaftlich 
dargestellt. Mit 17 Vollbildern, 48 Textillustrationen 
und 6 Karten. 80. 30 Bogen. Mk. 7,50, geb. Mk. 9,—. 
Allgem. Verein für deutsche Litteratur, Berlin. 
Tanera, Carl: Aus drei Welttheilen. Reiseskizzen. 
Zunstriet von Henny Deppermann. 80o. 410 Seiten. 
Mk. 6,50. 
Allgem. Verein für deutsche Litteratur, Berlin. 
Velten, C.: Märchen und Erzählungen der 
Suaheli. (Uebersetzung.) 80. (XI, 264 S.) Mk. 5,60. 
W. Spemann, Berlin. 
Wirth, Albrecht: 
: Geschichte Sibiriens und der 
Mandschurei. VIII und 220 Seiten. Mk. 3,—. 
Carl Georgi, Bonn.
        <pb n="931" />
        — 779 — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 21/5. Apia 29/8. — Jaluit. — 19/9. Apia. (Poststation: Hofpostamt). 
S. M. S. „Condor“ 19/8. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran= 3/9. Kiautschon 5/10.— 11/10.Yokohama 25/10.— Kobe. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke- 1/9. Sydney 1/10. — Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht“ 2/10. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff„ Möwe“ 30/8. Deutsch-Neu-Guinea 29/10.— Hongkong. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Schwalbe“ 7/6. Sansibar 17/9. — 23/9. Beira 25/9. — 28/9. Lourengo Marques 2/10. 
— 10/10. Simonsbai. — 12/10. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Wolf“ 12/9. Loanda 17/9. — 18/9. Banana. — 1/10. Libreville 4/10. — 6/10. Kamerun. 
(Poftstation: Kamerun.) 
Ablösungstransporte: 
Gemietheter Dampfer „Lulu Bohlen“ der Woermann-Linie mit dem Ablösungstronsport für die Schiffe in 
Kamerun (S. M. SS. „Habicht“ und „Wolf“), Hulk „Cyclop“ und Peilboot „Kamerun“ (ganze Besatzungen): 
Ausreise- Transportführer Korvettenkapitän Graf v. Oriola: 
Kiel 1/10. — 2/10. Wilhelmshaven 3/10. — 12/10. Las Palmas 12/10. — Kamerun. 
  
  
  
  
  
DPerkehrs -achrichten. 
Postdennpsschiffverbindungen nach den deutschen Schusgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Na vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
6 schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
l 
Neapel Nam 7., 21. Dezbr., Tanga 18—19 Tage sam 2., 5., 19., 30. Dez., 
zh g din- 4., 18 Jan. Zote Dar-es-Sal. 19—20 Tg. Ü 2., 16., 27. Jan. 
« « Brindi am 4. Dez., 1., 29. Jan.] Sansibar 20 Tage 11 abds. 
1. Deutsch-Osafrika. #(englische Schiffe) 100 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
((rangosische Schiffe) 40 ums. » ..10«kds.s 
  
  
gpkskhggdwmamka Southampton am 17., 24. Dezbr Lüderitzbucht 22—28 Tg|] am 16., 23. Dezember, 
Guerenonshenv. Vbeon gene- Schiffe die Kap. 14., 21. Jan. 40 Ums. Swakopmund 2531Tp3., 20. Jan. 15 ms. 
bad und Ukamas, Dampfer -eutwei. 
wöchentlich bis Kapstadt,. d. Woermann- Dpfr.)] 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
von dort weiter alle 14 Tage Hamburg am 22. Dez., 25. Jan.Swakopvmund 30 Tage am 22. Dez., 25. Jan. 
auf dem Landwege.) dan e nachts Lüderitzbucht 40 Tage 720 abbs. 
6 Hamdurg am 10. jedes Monats' Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. namerun Ceutsche Schifte) 1 nachts 77 abds. 
" " Liverpool am 21. Dez., 18. Jan. Kamerun 22 Tage am 19. Dez., 16. Jan. 
— (englische Schiffe) 15 ums. 
Hamburg E am 10.jedes . nachts Lome 20 Tue am 10. und 20. jedes 
deutsche Schiffe)) am 20.jedes Mts. - 
4. Togo · Gebiet. t ussOh ffeyj am 20. jede Klein-Popo 33 Tage Monats 72 abds. 
* er Liverpool oder Liverpool am 14. 28. Dezember, Ouittah 36 Tage am 12., 26.Dezember, 
arseille oder Bordeaux (englische Schisse) 11., 25. Januar oon da ab Landverdindung 9., 23. Jan. 15 me. 
nur auf Verlangen dess Marseille am 25. jedes Monats Cotonou 20 Tage am 23. jedes Monats 
Absenders) (franzöfische Schiffe) 40 nachm. # von da ab Landverdindung 10½ abds. 
Bordeaux am 10. Jun., 10. März Cotonou 22 Tage am 8. Jan., 8. März 
(französische Schiffe), 110 vms. von da ab Landverdindung 107 abds. 
Neapel am 14. Dez., 8. Febr.] Stephansort 45 Tage sam 12., 16. Dezember, 
5. Deufsch-Uen-Guinea. (deutsche Schiffe) abds. 6., 10. Februar, 
6 Brindisie am 18. Dez., 12. Febr. - 41 Tage 11 abbs. 
(Nachversand) abds. 
— 
  
6. Marshal- Insein. )r“5 Die Sendungen werden bis auf Weiteres wöchentlich auf Sydney geleitet und von dort mit 
der nächsten Schiffsgelegenheit nach Jaluit weiterbefordert. 
  
  
"6 -*e eapel 6 am 14. Dez., 11. Jan. Tsintau 37 Tage am 12. Dez. 9. Jan. 
(deutsche Schiffe) 9o abends 1145 abends 
7. Riantschon. * Brindisi —iie jeden Sonntag Tsintau 40 Tage jeden Freitag 
Mn Schie) 3 100 abends 11°5 abends.
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        780 
Eintreffen der Post aus den beutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Vo Landungs= Die Poft ist fällig Landungs= Die Post ist fälli 
hafen in Berlin # l Von * 8 # 6 
Neapel . am ug 23.e., ç, Plymouth.. am 27.7 jed. Monats 
Deutsch-Ostafrikea Brindisi... an d In. Togogediet « Marseile . am 16. jedes Monats 
————————7— Ê . nm 
7 oßreis Deutsch-Ueu.-Guinen. Neapel... am 11.#Dezember, 
Deutsch-Züdwestafrika Southampton um 10. aennber, ! 1 5. Februar 
unnh *6 rus Marshall · Inseln ... — unbestimmt 
Namernn We#gook,- sam 25. Pezembee, Meaper11 Denbr- 8. Jan. 
1 iwerpool. 20, Dee, Hiautschn Brindisi... 11., 5. Dez, 38, 27. Jan. 
6 ' Marseille .. 4. 20. Dez. 1. 17.,29. Jan. 
* Fäãlligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
— — O — 
  
  
  
  
  
  
  
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Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
  
— ——: — — 
  
Reise 
Letzte Nachrichten 
  
  
  
von nach bis 28. November 1898 
„Adolph Woermann“ Hamburg Loango am 28. November in Gabun. 
„Aline Woermannt Hamburg # Loango am 19. November in Madeira. 
„Anna Woermann ... Hamburg D Lagos am 26. November in Accra. 
„Bruxellesvilleée Antwerpen dem Kongo am 13. November in Las Palmas. 
„Carl Woermann“ Hamburg l Kotonou am 21. November ab Hamburg. 
„Eduard Bohlen“ Loango Kambürg am 22. November in Lagos. 
„Ella Woermann“ Hamburg « amerun am 17. November in Kamerun. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg " Lüderitzbucht am 6. November in Las Palmas. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg 1 Loanda am 16. November in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“ Sierra Leone E Hamburg am 27. November Ushant passirt. 
„Helene Woermann“. . Loango · Hamburg am 27. November in Hamburg. 
„Heannert= Woermann“. Hamburg Swakopmund am 12. November in Teneriffe. 
„Kurt Woermann“ Loanda i Hamburg am 25. November in Conakry. 
„Lulu Bohlen“" Kamerun Hamburg am 27. November in Wilhelmshaven. 
„Marie Woermann“ Hamburg » Port Nolloth am 26. November ab Hamburg. 
„Melita Bohlen“ . .. Lüderitzbucht Kapstadt am 9. November in Kapstadt. 
„Paul Woermann“ . Hamburg Lüderitzbucht am 2. November in Swalopmund. 
„Professor Woermann“. Kotonou # Hamburg am 27. November in Las Palmas. 
„Thekla Bohlen“ ......... am 12. November in Hamburg. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrila-Linie (Hamburg —Ostafrika). 
  
Reichspostdampfer 
Reise 
— —. —— IT 
  
Lezte Nachrichten 
  
  
  
von I nach bis 12. November 1898 
„König“. z. Zt. in Hamburg. 
„Herzog“ Durban 1 Hamburg am 4. November ab Sansibar. 
„Kaiser“. Hamburg I Durban am 10. November ab Neapel. 
„Kanzler" „ Hamburg Durban am 10. November an Delagoabai. 
„Bundesrath“. Hamburg Delagoabai am 11. November an Antwerpen. 
„Reichstag“. Hamburg Delagoabai am 7. November an Aden. 
„Admiral, Delagoabat Hamburg am 7. November ab Delagoabai. 
„General“ Delagoabai Hamburg am 11. November an Neapel- 
  
  
  
  
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E. S. Mittler &amp; Sohn in Berlin, betressend die Wei 
Flotten-Vereins „Ueberall“; 3. 
Pastorssohn zum Fürsten“ 
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Der heutigen Nummer liegen als Beilagen bei: 1. ein Prospekt über Festgeschenke aus dem Verlage 
von Vandenhoeck &amp; Ruprecht in Göttingen; 2. ein Prospekt der Königlichen Hofbuchhandlung von 
, » · hnachts-Festschrift der neuen Zeitschrift des Deutschen 
ein Prospekt derselben Hofbuchhandlung über das soeben erschienene Werk: „Vom 
„sowie 4. ein Katalog über Geschenkwerke zum Weihn 
achts von derselben 
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Die Expedition.
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einzusenden. 
  
  
    
Pangani-Gesellschaft. 
Laut § 4 unserer Satzungen ist die zweite 50% ige Einzahlung auf die 
Gesellschafts-Antheile im zweiten Geschäftsjahre, welches mit dem 1. Januar 1899 
beging, auf Anforderung des Verwaltungsrathes zu leisten. 
Wir ersuchen daher hiermit unsere Antheilseigner, den Restbetrag auf die 
von denselben gezeichneten Summen bis spätestens zum 
Montag, den 16. Januar 1399 incl. 
an die Depositen-Kasse der Deutschen Bank, Berlin W., Manerstraße 29/32, 
einzahlen zu wollen. Wir machen auf die Nachtheile aufmerksam, welche aus 
der Nichtinnehaltung dieses Termins entstehen (§ 11 der Satzungen). 
Berlin W. 9, den 1. Dezember 1898. 
Der Verwaltungsratbh der Pangant-Eesellchaft. 
  
    
  
   
  
   
  
    
Reimann. A. Müller. (214) 
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· U# ¾ 3 #ßsisunss zu. V. 
00000000 
r* E□SÖSSÖCCD
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        444ANKEKABBNLENBABZZIE 
Suppe. Fleisch und bemüse 
bilden die Hauptnahrong des Europäers. un die er von Jugend auf gewöhnt ist und bei der er 
sich am besten befindet. Aber gerude Suppen und Gemüse sind in überseeischen Ländern nicht 
überall zu haben, er muss sie also, will er seine Gesundheit nicht vernachlässigen, von Europa 
kommen lassen. Selbstverständlich wird er danach trachten, möglichst an 
Fracht und Zoll zu sparen, 
er kaufe daher anstatt der sogenannten Konserven, das beisst auf dem nassen Wege haltbar 
gemachten Speisen, nur 
Knorbcbe Suppen und Gemüse, 
denn sie sind eingetrocknet. infolgedessen sehr leicht und in einem kleinen Raume unterzubringen. 
Am besten ist diese Tnatsache wohl dadurch veranschaulicht, dass man aus ihnen 
mit 1 Kilo 50 bis 80 Portionen bereiten 
und, wenn es noth thut, Rutionen für mehrere Monate ohne Anstrengung bei sich tragen kann. 
Knorr's Dörrgemüse, 
wie Schnittbohnen, Spinat, Wirsing, Weisskohl, Rothkohl, 
Sellerie, Zwiebeln, Kartoffeln 
und viele Andere sind in Cuulität unerreicht und im Aussehen und Geschmack wie krische 
Gemüse. Einfach in Wasser aufzuweichen und dann zu kochen wie frische. 
Ferpackung in Büchsen weit Je 10 eder 20 Tabletten á&amp; 100 Granmm. 
Knorr's Suppentafeln 
in ca. 30 Sorten, enthalten alle nothwendigen Zusätze, wie Fleischextrakt, Gewürze etc, und 
bruuchen nur mit Wasser einige Minuten gekocht zu werden. 
In Büchsen mit Jje 10 oder 20 Tableffen d 100 Gramm. 
Knorr's ECrbswurst 
mit Speck, mit Gemüse, mit Schinken und mit Schweinsohren 
zur raschen und bequemen Bereitung kräftiger Suppen nach Hausmacherurt. 
In Büchsen mit Je 6 oder 12 Nück d ¾ Kg. 
Sbense Einsen- und Bobnenwurst. 
Knorr's Fabrikate sind nur ans garantirt allerbesten Rohprodukten hergestellt und halten 
sich in ihrer Originalpackung jahrelung in jedem Klima, was wiederholt glünzend bewiesen wurde. 
Sorfimenfskisten m Berrage von Mx. 50, oder Mr. 100,— zu haoben 
bon eicropdischen Exrporiff#men. 
Preislisten von den Exportvertretern Herren Harder &amp; de Vos 
« inllumharg. (266) 
C. H Knorr's Nahrungsmittelfabriken, Heilbronn 2AM 
gSuoffisffff,ffffifiiiiiiseiffiiir 
   
    
    
  
  
   
    
     
   
  
   
  
  
    
  
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        <pb n="938" />
        LXLII 
aund Oberliehte jeder Art, (u#) 
schmiedeeiserne Treppen, Thüren 
und Thoreo fertigt als Spezialität 
R. Zimmermann, Bautzen. 
  
    
  
Lerlag — — — &amp; Sohn, 
Königliche Hofbuchhandlung, 
Soeben erschien: 
chlaglichter 
auf das Mittelmeer. 
Von 
Otto Wachs, 
Major a. D. 
tPreis Mark 250.= 
Die obige Schrift, welche das Mittel- 
meer besonders einer militärischen 
Vetrachtung unterwirst, bei der vor 
Allem auch das maritime Moment 
hervortritt, wird, da sie auch die welt- 
eschichtlichen Ereignisse berührt, die 
6c auf dem Meere selbst wie auf den 
umrandenden Ländern abgespielt haben, 
weites Interesse erwecken, denn das 
Mittelmehr ist infolge seiner geographi- 
schen Verhältnisse nicht * ein ge- 
schichtliches Meer geworden, sondern 
es ist das geschichtliche Meer, an dessen 
Ufern die Schicksale der Menschheit ent- 
schieden sind und noch immer entschieden 
werden. „An keinem Punkte der Erde 
ist mehr Wechsel der Macht und unter 
geistigem Einfluß mehr Wechsel eines 
ewegten Lebens gewesen“, sagt Alex- 
ander v. Humboldt, „als auf diesem 
Markte der alten Geschichte.“ In der 
Neuzeit hat das Mittelmeer durch den 
Suezkanal, welcher das Binnengewässer 
mit allen Oceanen und der gesammten 
Erdoberfläche in unmittelbare Verbin- 
dung gebracht hat, an Wichtigkeit der- 
art gewonnen, daß Alles, was auf 
ihm und an ihm sich ereignet, alle 
civilisirten Staaten in Mitleidenschaft 
zieht. Unter solcher Betrachtung ge- 
winnt die Schrift erhöhtes Intsress. 
Die militärischen und maritimen Ge- 
sichtspunkte treten Überall hervor. 
Namentlich das Schlußkapitel „Rückschau 
und Umschau“, welches die Gestaltung 
der Dinge in der Neuzeit und die 
derzeitigen politischen, kommer- 
ziellen und strategischen Verhält- 
nisse eingehend erörtert und 
  
  
wichtige Lehren auch für unser 
Volk daraus zieht, wird die leb- 
hafteste Beachtung aller Kreise finden, 
denen Deutschlands Weltstellung am 
Herzen liegt. 
    
786 
Matthias Rohde &amp; Co. 
Hamburg, 
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Merem IHutrarlunt 
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allen Betheiligten bestens empfohlen. 
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Albertoni. Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall der Nittel 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit r-W 1a 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Vdes, let. 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleie erile 
berer het ie othrieIlg. Einreihung des Meällement in die 
erschreibungen des Kongostaates veranlasst. 
Das alz#me Fnenecoll eignet sich ferner nach den Tatetene 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur # 
Nlcheren Hellung des Keuchhustens. grochloriem. 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum Worr er ober 
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bis Loango. 
Am 18. December: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Cordes, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocoo, Las Palmas, Teneriffe, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone und Sherbro. · 
Am 20. December: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Milz, 
nach Conakry, Nonrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotoncu. 
Am 22. December: P. D. „Lothar Bohlen“, Cant 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 31. December: F. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Goree, Liberia, Lagos und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas von Landana bis Benguella. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jaden Monats. 
48e Guter mi##ssen din Tage vor dem 45bpanosdatfum bis 12 Uhr mattags Iänosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(13) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
#wischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdam oder Antwerpen, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
J. Dezember, 
  
  
  
5,„KOENIG, Capt. Dober — 
ScLrAN“, Capt. Bohnsack (nur für Post u. Lalung) 7. Desember, 21. Dezember, 
„HERZOG“, Capt. v. Issendoree 21. Derember, 4. Januar, 
„GENERAL“, Capt. Cuuene 4. Januar, 18. Januar 
nach Mombassa, Tanga'd, Pangani?e, Sandani'i, Bagamoyo?s, Dar-es-Saldma, Sansibar?, Kliws, Linds, 
Alindani, Ibo, Mozamblque?,, Quellmane, Chinde ?, Befra“, Inhambane, Delagonbal“, Durban“. 
Die mit einem 7 versehenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Häfen nur 
Passagiere und nach den mit einem “' versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem C versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätsen 
mit Ausnahme von Durban. 
Die Dampfer haben vorsüoliche Einrichetungen JUur Eussagtere in allen Klussen. 5 
i deutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transye 
Direkter Durchverkehr von binyen, senteehen Elstzan auch öanumhen 4. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (à) 
wegen Pamage dle Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die Deutsche Ost-Afrika -TLTinie, 
Gr. Reichen#rasse 727.— 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: M. Junge, Berlin. 1 
Verlag und Druc der Königlichen Hostuchhandlung und Hofbuchdruckerei von C. S. Mittler 4 Cohn, Berlin 8W 1,, Kochktrahe — 
« Ausgegeben am 1. Dezember 1898 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Beransgegeben in der Kolonial- Ablheilmazz des Auswärtigen Amis. 
  
—— — — .. — — ——- — § +§ 
ps———— ei 
––. — 
  
IX. Jahrgang. 
– – . ——...ä.——— —- — 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beibefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“., herausgegeben von Dr. Freiherr 
v. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kolonialblatt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 3,—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3.50 für Denischland und Oesterreich- Ungarn, Mk. 8.75 für 
die Länder des Weltvostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Ernst Siegfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraßte 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs= Preisliste für 1898 unter Nr. 2017.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Personalien S. 793. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 794. — Deutsch-Ostafrika: Bericht des Bezirksamt= 
manns v. Elpons über eine Bereisung des Kondelandes S. 794. — Kamerun: Ueber die Pflanzungen der 
Westafrikanischen Pflanzungs-Gesellschaft „Victoria“ S. 795.—— Togo: Handel S. 795. — Karte von Südtogo 
S. 795. — Deutsch-Neu-Guinea: Unruhen auf der Gazelle-Halbinsel S. 7966. — Aus dem Bereiche der 
Missionen und der Antisklaverei-Bewequng: Die Schulthätigkeit in Kisserawe S. 797. — Aus fremden 
Kolonien: Französisches Kolonialbudget S. 798. — Budget Algiers S. 798. — Der Kongostaat in den Jahren 
1896 und 1897 S. 799. — Uganda-Eisenbahn S. 802. — Fiji im Jahre 1897 S. 802. — Britische Salomons- 
Inseln S. 802. —. Handel und Schifffahrt Bombays 1897/98 S. 802. — Verschiedene Mittheilungen: Mich- 
tigere Eingänge aus den Kolonien bei der botanischen Centralstelle am Königlichen botanischen Garten und Museum 
zu Berlin S. 831. — Leichte Schmalspurbahnen in den Kolonien S. 832. — Litteratur S. 833. — Litteratur- 
Verzeichniß S. 834. — Schiffsbewegungen S. 834. — Verkehrs-Nachrichten S. 835. — Anzeigen. 
  
— — — —. —. —. —d —— — 
  
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dd.J— – — — — — — — — — — — — — — 
Amtlicher Theil. 
Personalien. 
Kaiserliche Schutztruppen. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst zu verleihen geruht: 
den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern: dem Generalmajor Liebert, 
Gouverneur für Deutsch-Ostafrika, à la suite der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika und beauftragt 
mit den Funktionen des Kommandeurs derselben; 
den Rothen Adler-Orden vierter Klasse mit Schwertern: dem Premierlicutenant Helm vom 2. Branden- 
burgischen Ulanen-Regiment Nr. 11, vordem von der Schutztruppc für Südwestafrika; 
das Militär-Ehrenzeichen zweiter Klasse: dem Unteroffizier Lehmann von der Schutztruppe für Siüd- 
westafrika und 
die Krieger-Verdienst-Medaille zweiter Klasse in Silber: den Bastards Jakob Clocte, Klaas Cloete, 
Wilhelm Claahsen und dem Bondelzwart Abraham Skeyer (Vater). 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst zu bestimmen geruht, daß 
der von Theilen der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ausgeführte Kriegszug in Uhehe vom Februar 1897 
bis Juli 1898 im Sinne des § 23 des Gesetzes, betreffend die Pensionirung und Versorgung der Militär- 
personen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine vom 27. Juni 1871, als ein Feldzug gelten soll, 
für welchen den daran betheiligt gewesenen Dentschen jedes der beiden Kalenderjahrc als ein Kriegsjahr 
zur Anrechnung zu bringen ist.
        <pb n="946" />
        — 794 — 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. Der Eisenbahn-Ingenieur Mende ist hier ein- 
Deutsch. Onafrika. getroffen. 
Die Sekondlieutenants Abel und Frank haben Ramerun. 
die Ausreise in das Schutzgebiet angetreten. Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttlamer hat 
Anfang Dezember eine Reise nach dem südöstlichen 
Der Sekondlieutenant Braun, Oberarzt Hofft, Hinterlande von Kamerun angetreten. Er wird vom 
Sergeant Wulff und der Sekretär Schwarze sind Kaiserlichen Regierungsrath Dr. Seitz vertreten. 
mit Heimathsurlaub in Deutschland eingetroffen. 
  
  
Der dem Gouvernement zugetheilte Regierungs- 
assessor Graf Oberndorff ist nach Kamerun abgereif. 
Der für die Stelle des Försters in Moa be- —Ô — 
stimmte Jäger Schaumburg ist nach Dar-es-Saläm Togo. 
abgereist. Der Büchsenmacher Wlodarzack ist nach Deutsch- 
land zurückgekehrt. 
  
  
Rachrichten aus den deuklschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deuisch-Hftafrika. 
der Bambus, doch nehmen die Farren und sonstigen 
Q„ Q„ » Pflanzen buschartige Formen an. 
Bericht des Bezirksamtmanns v. Elpons über eine Um 3¼ Uhr war die Spitze des Rungwe er- 
Vereisung des Rondelandes. 1 reicht. Das Siedethermometer zeigte 90 /% das 
Der Bezirksamtmann in Langenburg, v. Elpons, Schleuderthermometer 15,5° Celsius. Das Baro- 
I 
I 
  
hat gelegentlich einer Bereisung des Kondelandes den meter, das nur bis 1500 m Skala aufwies, hatte 
Rungwe, die höchste Erhebung des im Nordwesten sich auf 707,5 gestellt. Die absolute Höhe des 
des Nyassa-Sees vorgelagerten Gebirgsstockes, be= Rungweberges wird demnach auf etwa 3100 m zu 
stiegen. v. Elpons berichtet über diesen Aufstieg, bemessen sein. 
wie folgt: Da die Aussicht nach Norden durch Wolken nicht 
Am 16. August wurde der Aufstieg zum Rungwe= gehindert war, nahm ich hier Peilungen nach den 
berge angetreten. nördlich gelegenen Gipfeln vor, die die Höhe des 
Zunächst führt der Weg über weite Grasflächen, Rungwe zum Theil erreichen. Nach Norden zu 
die häufig mit der deutschen Flora ähnlichen Blumen fällt dieser in außerordentlich schroffem Fall etwa- 
und Farren bestanden sind. An Wild sah ich nur 800 m tief in einen Thalkessel, den ich für einen 
eine Art Antilope, hier Bavara genannt, ähnlich dem alten erloschenen Krater halten möchte; auf dem 
Riedbock. Des hohen Grases wegen konnte leider Grunde dieses Kessels befindet sich ein etwa 100 u 
nichts zur Strecke gebracht werden. An anderem breiter Riß, der nach Süden führt und wahrscheinlich 
Wild zeigten sich große schwarze Feldhühner, auch die Bergwand nach dieser Seite hin öffnet. 
Frankoline und wilde Tauben. Wie tief dieser Riß war, ob vulkanischer Natur 
Allmählich nimmt der Anstieg zu, der schmale oder vom Niederschlag gebildet, konnte ich auch mit 
Rücken fällt rechts und links in tiefe, dunkle Schluchten dem Fernglase nicht feststellen. 
ab, die heraufziehenden Wolken benehmen jede weitere Ebensowenig war die Namensbestimmung der 
1 
1 
6 
Aussicht. vorliegenden Berggipfel möglich. Die begleitenden 
Wir durchzogen eine etwa 1 Stunde breite Ur= Eingeborenen saßen ängstlich und stumm zusammen- 
waldzone auf Elefantenpfaden, passirten dann wieder gelauert in dem spärlichen Gras und verweigerten 
niederes Gras und Gestrüpp, um in etwa 2000 m jede Auskunft. Ein Aberglaube verbietet ihnen die 
Höhe in ein fast undurchdringliches Bambusdickicht Nennung der Namen, um die Geister des Berges 
zu gerathen. nicht zu beleidigen und zur Bestrafung herbei- 
Hier arbeiteten wir mit Axt und Haumessern, zurufen. 
um schließlich Nachmittag gegen 2 Uhr am Fuß der Der Gesammteindruck dieses düsteren Kraters, 
Rungwekuppe zu dem letzten, sehr steilen Aufstieg der ohne Leben dunkel und in starrer Einsamkeit 
Rast zu machen. Die Vegetation bleibt auch hier vor uns lag, war auch offenbar auf meine Begleiter 
kräftig und frisch, zwar verschwinden die Bäume und ein überwältigender. Sogar die Sudanesen, denen
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        derartige Gemüthsbewegungen sonst fremd sind, 
machten diesmal zutreffende Bemerkungen, die er- 
kennen ließen, daß sie Naturschönheiten zu schätzen 
verstehen. 
Der Abstieg wurde nach Südwesten hin versucht 
und endete gegen 6 Uhr in einer etwa 50 m tiefen 
und 6m breiten Schlucht mit steilen Felswänden, 
von denen das Wasser tropfte. In diesem Schachte 
mußte ich übernachten bei 6° Celsius, ohne Feuer 
und ohne die Möglichkeit, Essen kochen zu lassen. 
Die Stimmung war etwas bleiern geworden. 
Unsere immerhin doch mißliche Lage wurde natürlich 
dem Berggeiste zugeschrieben, der, eine Art Rübe- 
zahl, das vorwitzige Eindringen in sein Reich be- 
straft hatte. 
Nach verzweifelten Anstrengungen am nächsten 
Tage gelang uns der Anstieg an den fast senkrechten 
Wänden mit Zuhülfenahme von Axt, Haumessern, 
Spaten und Seilen. 
Der Bambus scheint in dieser feuchten Luft, in 
dem wohl tausendjährigen Humus ein vorzügliches 
Fortkommen zu finden; ich fand Exemplare von 
43 bis 46 cm Umfang zu Hunderttausenden. 
Der Boden, aus tiefgründigem, schwarzem Humus 
bestehend, trieft vor Nässe, die Stämme der ge- 
fallenen Urwaldriesen sind mit handbreiter Moos- 
schicht bedeckt, in den frischen Elefantenspuren sam- 
melt sich sofort eine Pfütze, der ganze Rungwestock 
hat die Eigenschaft eines unerschöpflichen Wasser- 
behälters und wird als solcher der Wohlthäter des 
Landes und der Nährquell von zahllosen Bächen 
und Flüssen. 
Nach mehrstündigem Herumklettern fanden wir 
endlich wieder den Weg, der am Tage vorher uns 
auf den Rungwe geführt hatte, und benutzten ihn 
nun zum Abstieg. 
Der Marsch am 18. brachte mich nach der 
Missionsstation Rungwe, wo ich die Missionare 
Meyer, Richard und Bachmann antraf. 
Der Garten= und Feldbau in der Nähe dieser 
Station erfreut sich der größten Aufmerksamkeit der 
genannten Herren. 
In diesem Jahre hat leider ein allgemein „Rost"“ 
genannter Schimmelpilz Weizen und Kartoffeln fast 
gänzlich vernichtet. Sogar die Bananen hatten 
sichtlich gelitten. 
Von Rungwe kehrte ich über Rutenganio zum 
Nhassa zurück. 
Ramernn. 
Ueber die Pflanzungen der westafrikanischen pflanzungs- 
Nesellschaft „Dictoria“ 
wird Folgendes berichtet: 
1. Victoria-Pflanzung beschäftigt 400 Ar- 
beiter und hat zur Zeit 142 000 Kakaobäume 
stehen, welche mit dem Jahre 1900 in Ertrag 
treten, außerdem etwa 5000 von Eingeborenen er- 
795 
  
worbene Bäume, von denen in diesem Jahre zum 
ersten, Male geerntet wird. 
2. Vorwerk Limbe. 350 Arbeiter und etwa 
111 000 Bäume, von denen etwa 6000 tragen. 
Hier befindet sich der Kakaodörrapparat. Der Ver- 
sandt beträgt zur Zeit 10 Sack pro Monat. 
3. Vorwerk Buana. 70 Arbeiter, 27.000 Kakao- 
bäume. Hier standen 14 400 Kaffeebäume, welche 
aber durch das Vieh der Eingeborenen fast gänzlich 
abgefressen sind. 
4. Vorwerk Buca, hauptsächlich Gesundheits- 
station und Viehzucht. 9 Madeira-Kühe, 2 Bullen, 
13 Schofe, 7 Ziegen, 4 Pferde. 
Die Gesellschaft beschäftigt zur Zeit 920 Schwarze 
einschließlich schwarze Handwerker und 21 Weiße, 
darunter 2 Frauen. 
Nach dem Pflanzplan wird die Gesellschaft in 
weiteren zwei Jahren weit über ½ Million Kakao- 
bäume stehen und damit alle übrigen bisher be- 
stehenden hiesigen Plantagenunternehmungen über- 
flügelt haben. Der Boden ist bekanntlich der denkbar 
beste, die von Dr. Esser getroffenen Einrichtungen 
sind sehr zweckmäßig, die Arbeiterverhältnisse günstig. 
Somit ist auch an einem guten finanziellen Erfolge 
nicht mehr zu zweifeln. 
Togo. 
Dandel. 
Der Handel des Schutzgebietes, welcher im Vor- 
jahr stark daniederlag, hat einen erfreulichen Auf- 
schwung genommen. Im dritten Quartale des 
laufenden Jahres hat die Einfuhr einen Werth von 
730 674 Mk. erreicht, während sie in den ent- 
sprechenden Zeiträumen der beiden Vorjahre nur 
502 553 und 346 560 Mk. betrug. Die Ausfuhr 
hatte einen Werth von 283 993 Mk. gegen 
177 772 Mk. im Vorjahr. Da in dem dritten 
Quartal des Jahres 1896 aber für 408 111 Mk. 
und 1895 gar für 827 087 Mk. Erzeugnisse aus 
Togo ausgeführt wurden, ergiebt sich, daß die 
Nachwirkungen der langen Dürre doch noch immer 
nicht verwunden sind. 
Karte von Südtogo. 
Das von dem bewährten Schöpfer der Karte 
von Südtogo gelieferte Bild des nördlichen Togo 
und seines weiteren Hinterlandes zeigt, wie weit 
bereits die Erforschung dieses vor wenigen Jahren 
noch bis auf einige Erkundungen unseres Altmeisters 
der Afrikaforschung, Heinrich Barth, ganz unbe- 
kannte Gebiet im Nigerbogen fortgeschritten ist. 
Besonders hervorzuheben ist aber der Fleiß und die 
liebevolle Sorgfalt mit der die zahlreichen so ver-
        <pb n="948" />
        schiedenartigen Materialien gesichtet und verwerthet 
sind. Nur der Fachmann kann beurtheilen, welche 
Mühe und welche umfassende Vertiefung in die 
Verhältnisse, Sprachen und Beschaffenheit jener 
Länder dazu nöthig ist, um aus dem Wust von sich 
oft widersprechendem Material das Brauchbare 
herauszufinden und die Widersprüche in einer der 
Wahrheit möglichst nahekommenden Weise zu lösen. 
Die Unzuverlässigkeit der Neger, die dem Weißen 
die Namen und geographischen Daten liefern, die 
eigenthümliche Veränderlichkeit der Letzteren in diesem 
Theile Afrikas — Orte verschwinden, neue entstehen 
oder wechseln ihren Platz, ebenso die Wege — und 
die klimatischen Verhältnisse — in der Trockenzeit, 
wo die Flüsse versiegen, ist es unmöglich eine fehler- 
freie Uebersicht des hydrographischen Systems zu 
gewinnen, in dem dicken Dunst der Trockenheit kann 
man nahe an Gebirgen vorüberziehen, ohne sie zu 
bemerken — verursachen zahlreiche Widersprüche in 
den Aufnahmen der verschiedenen Reisenden, auch 
wenn sie genau den gleichen Weg zogen. Es ist 
Sache des wissenschaftlichen Kartographen, diese 
Widersprüche aufzuhellen, Irrthümer herauszufinden 
und schließlich alles vorliegende Material zu einem 
der Wirklichkeit möglichst entsprechenden Bild des 
Landes zu gestalten. Sämmtliche an der Erforschung 
dieser Gebiete betheiligt gewesene Reisende werden 
Herrn Sprigade zu besonderem Danke verpflichtet 
sein für die große Sorgfalt, die er ihren Mate- 
rialien beim Aufbau dieser Karte, welche naturgemäß 
bei ihrem durch die Verhältnisse bedingten Maßstab 
noch bei Weitem nicht alle beigebrachten geographi- 
schen Unterlagen verwerthen konnte, hat angedeihen 
lassen. Dr. H. Gruner. 
Beutsch-Neu-Guinea. 
Unruben auf der Gazelle= Dalbinsel. 
Etwa Mitte April d. J. war dem Kaiserlichen 
Richter in Herbertshöhe seitens des Häuptlings 
Tokitang von Paparatawa am Varzinberg (Gazelle- 
Halbinsel) die Meldung zugegangen, daß die Leute 
von Tamanairiki mit denen von Wiwiren im Kampfe 
stünden. Letztere übertrugen, der Sitte der Ein- 
geborenen folgend, den Streit auf die Taulil, jenseits 
des Kerawat; letztere schlugen nun auf Weiriki und 
Taptawul. — Der eine der Zusammenstöße in der 
Landschaft Taptawul fand nur etwa 7 km von der 
Pflanzung Gunamur der Kompagnie entfernt statt. 
Die sletige Wiederkehr heftiger andauernder, mit 
aller Grausamkeit geführter Buschkämpfe in nächster 
Nähe der Verwaltung, mit Uebertragung oft noch 
in das derselben ergebene Gebiet wurde zu einer 
steten Gefahr. Zur Abschreckung der Eingeborenen 
südlich des Varzin richtete deshalb der Kaiserliche 
Richter Dr. Hahl im August d. J. an den Komman-= 
danten S. M. Krzr. „Falke“, Korvettenkapitän Wall- 
mann, das Ersuchen, mit einem Landungskorps 
796 
  
— 
und der Polizeitruppe bis zum Varzin zum Zwecke 
einer friedlichen Demonstration vorzudringen. 
Die Straße reicht bis an die Grenze von 
Tamanairiki und ist fahrbar bis auf den vom Var- 
zin gegen Norden abzweigenden Höhenkamm. Die 
letzte Strecke von 5 km etwa ist gut marschirbar, 
aber für Fuhrwerk noch nicht zu benutzen. 
Korvettenkapitän Wallmann war daher in der 
Lage und zeigte sich gern bereit, dem Ersuchen des 
Dr. Hahl Folge zu geben, umsomehr, als an ihn 
seitens verschicdener deutscher Ansiedler die Anregung 
herantrat, mit dieser Expedition auch eine patriotische 
Ehrung des Fürsten Bismarck auf dem Varzinberge 
zu verbinden. Kapitän Wallmann hat darüber 
folgenden Bericht an das Oberkommando der 
Marine erstattet: 
„Gelegentlich eines Besuchs Einiger Herren des 
Archipels bei mir an Bord — es varen der Ver- 
treter der Firma Hernsheim &amp; Co., Herr Max 
Thiel und Herr Parkinson aus Rslüm — kam 
das Gespräch auf den in einigen Tagen gitattfindenden 
Ausmarsch des Landungskorps nach d em Varzin. 
Der erstgenannte Herr brachte ein läng k geplantes 
Unternehmen in Anregung, dahingehend, dem Alt- 
reichskanzler Fürsten Bismarck auf dem Warzin ein 
Denkmal zu errichten, zu dessen Grundstsinlegung 
dieser für den Archipel wichtige Moment eimer ersten 
Truppenentfaltung im Innern sehr geeignet erschien. 
Ich versprach sofort zu dem patriotischen Werk die 
größtmögliche Unterstützung, welche in Anfdrriigung 
einer provisorischen Gedenktafel als Vorarbeit- und 
in Mitwirkung der Landungstruppe bei der Feier- 
lichkeit bestand. 
Ein schnell sich bildendes Komitee, bestehend aus 
dem Kaiserlichen Richter Dr. Hahl, den oben ce- 
nannten beiden Herren, welchen als vierte Pers on 
der Vertreter der Neu-Guinea-Kompagnie, Her 
Geisler beitrat, nahm die Angelegenheit in die 
Hand. Die Feier wurde für den 11. vormittags 
anberaumt und die Ansiedler des Archipels zur Theil 
nahme aufgefordert, soweit dies in der kurzen Zeir 
von zwei Tagen möglich war. Der vereinbarte Plau 
war der, auf dem Varzin an einer geeigneten Stelle 
die fragliche Tafel zu errichten, welche vorerst aus 
Holz hergestellt, demnächst durch eine solche aus Erz 
oder Stein ersetzt werden sollte. Als Inschrift wurde 
bestimmt: 
„Der Archipel seinem großen Pathen Otto 
v. Bismarck. Auf dem Varzin im Bismarck- 
Archipel am 11. August 1898.“ 
Als Programm für die Feier wurde vereinbart, 
daß zur Einleitung einige Verse aus dem Choral 
„Nun danket Alle Gott“ gesungen werden sollten, 
darauf der deutsche Missionar Fellmann ein kurzes 
Gebet zu sprechen habe, dem sich unter präsentirtem 
Gewehr ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, 
ausgebracht von mir, anschließen, und dem als Schluß 
eine Ansprache des Kaiserlichen Richters Dr. Hahl,
        <pb n="949" />
        2 
ausklingend in ein Hoch auf den Fürsten Reichs- 
kanzler, folgen solle. 
Der Uebungsmarsch wie die Feier verliefen plan- 
gemäß. 
Am 10. 6 Uhr morgens setzte sich das Landungs- 
korps unter Führung des I. Offiziers in Marsch. 
Tags zuvor war ein Theil des Proviants, wollene 
Decken und wasserdichte Unterlagen u. s. w. auf Ochsen- 
wagen unter Eskortirung einer militärischen Abthei- 
lung vorausgesandt. Der zurückzulegende Weg betrug 
rund 18 km. Während die Ochsenwagen seitens der 
Neu--Guinea-Kompagnie zur Verfügung gestellt waren, 
wurden durch den Kaiserlichen Richter Dr. Hahl 
eingeborene Träger beordert. Den Eingeborenen, 
besonders den weiter im Land wohnenden, schien 
die friedliche Absicht des Marsches, obgleich es ihnen 
mehrere Tage vorher bekannt gegeben war, doch nicht 
sicher. Während des ganzen ersten Tages zeigten 
sie sich zurückhaltend und kamen erst nach und nach 
hülfsbereit heran. 
Nach einer Ruhepause von 9 bis 9½ Uhr wurde 
der Ort des zu errichtenden Lagers um 11 Uhr 
erreicht. Die Truppe hatte mithin den rund 18 km 
laugen Weg in 4½⅛ Stunden zurückgelegt. Aller- 
dings war der Weg zum allergrößten Theil sehr gut. 
Jeder der Archipel-Leute war des Lobes voll ob der 
Thätigkeit des Kaiserlichen Richters Dr. Hahl, dessen 
Umsicht und Eifer es in erster Linie zu danken war, 
daß eine so bequeme Passage nach dem noch vor 
nicht so langer Zeit gänzlich unwirthlichen Varzin 
errichtet war. Dr. Hahl läßt die Wege zumeist von 
den Eingeborenen der anliegenden Distrikte bauen 
und sendet zur Beaufsichtigung Leute seiner Polizei= 
truppe. Die Entschädigung, welche den Arbeitern zu 
Theil wird, besteht häufig nur in der Ueberlassung 
der Geräthe, wie Spaten und Hacken und in einem 
geringen Quantum Tabak. Ein billigerer Wegebau 
dürfte schwerlich existiren, ist aber auch nur möglich, 
falls, wie vorliegend durch andauernde Verhandlungen 
bezw. Kämpfe mit den Eingeborenen, diesen der Vor- 
theil einer guten Verbindung zu den Marktplätzen 
und die durch die Wege erlangte Sicherheit gegen 
Uebergriffe ihrer Feinde klar gemacht wird. 
Ehe an ein Abkochen zu denken war, mußten 
Hütten gebaut werden, die anfangs nur Schutz gegen 
die Sonne zu gewähren brauchten und erst später 
mit eintretender Abendkühle möglichst wasserdicht her- 
gerichtet wurden. Leider war die früher am Ort 
vorhandene Quelle nahezu versiegt, so daß das Wasser 
eine halbe Stunde Wegs herbeigeschafft werden mußte. 
Die Stimmung im Lager war trotz anstrengender 
Arbeit nach dem Marsch sehr günstig. 
Am nächsten Vormittag wurde der Platz zur 
Feier hergerichtet. Um 10½ Uhr nahm die Truppe 
Paradeaufstellung und 10/ Uhr war die Feier 
beendet. Außer den vorgenannten Ansprachen u. s. w. 
brachte Herr Thiel, indem er den Dank der Kolonie 
für die gewordene Unterstützung aussprach, noch ein 
Hoch auf mich, die Offiziere und die Mannschaft 
97 
S. M. S. „Falke“ aus. Von den Europäern des 
Archipels waren 18 Personen, darunter vier Damen, 
welch letztere erst am Morgen des 11. eintrafen, 
anwesend. Die Truppe marschirte sofort zu dem 
1¼ Stunden entfernten Rastplatz. 
Von 12 Uhr bis 2½ Uhr nachmittags wurde 
abgekocht, und um 5 Uhr schiffte sich die Landungs- 
truppe in die bereit liegenden Boote ein. 
Seitens des Kaiserlichen Richters wurde mir 
bereits nach zwei Tagen mitgetheilt, daß er Nach- 
richt von Varzin habe, daß die Ortschaften, welche 
bisher vom Wegebau nichts hatten wissen wollen, 
bereits hierin thätig seien, und daß etwa 500 Meter 
neuen Weges fertiggestellt sei. So scheint denn die 
Hoffnung, welche Herr Dr. Hahl an die friedliche 
Demonstration knüpfte, in Erfüllung gehen zu wollen. 
Die am 16. August eingetroffene Nachricht vom 
Ableben des Altreichskanzlers zeigte zwar, daß die 
Feier bereits nach seinem Ende stattgefunden, wird 
aber nichts an der anfänglichen Opferwilligkeit zur 
Errichtung eines Denkmals ändern." 
Kus dem Pereiche der Missonen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
In Neu-Bethel (Usambara) ist der Missionar 
Ruccius (mit Frau) eingetroffen. 
Die Schulthätigkeit in Risserawe. 
Die „Nachrichten aus der ostafrikanischen Mission“ 
schreiben: „Wir haben jetzt in Kisserawe neun ver- 
schiedene Klassen, nämlich: 
I. Die Lehrer und die, die es werden wollen; 
Lehrer Br. Holst und ich. 
  
II. 1. Knabenklasse auf der Station; Lehrer 
Johanna. 
III. 2. Knabenklasse auf der Station; Lehrer 
Barnaba. 
IV. Mädchenklasse auf der Station; Lehrer 
Augustino. 
V. Männerklasse auf der Station; Lehrer Anton. 
VI. Schule bei Pasisumia; Lehrer Matthayo. 
VII. 
— 
— 
in Minaki; Lehrer Petro. 
VIII. - -(Gogo; Lehrer Martin. 
IX - -Sungwi; Lehrer Stefano. 
Die Zeit des Unterrichtes ist nur bei 1I und IX 
am Vormittage, bei allen andern am Nachmittag um 
2 Uhr bezw. etwas später je nach der Entfernung. 
Nur die 1. Klasse hat auch Sonnabends Schule. 
9 verschiedene Klassen für noch nicht 150 Schüler 
ist gewiß viel, aber einmal liegen die Schulen VI. 
IX weit auseinander, und dann sind diese Lehrer, 
die selbst noch Schüler sind, noch nicht im Stande, 
eine größere Schülerzahl in verschiedenen Abthei- 
lungen zugleich zu unterrichten. Später werden sich 
wenigstens die Klassen II, III, IV vereinigen lassen. 
Freilich müssen wir dann erst einen genügend großen 
Naum zum Unterrichten herstellen.
        <pb n="950" />
        Was unterrichten wir nun? 
Außer dem Unterricht in der biblischen Geschichte 
wird überall Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt. 
Hand in Hand mit dem Leseunterricht geht der 
Schreibunterricht. Im Schreiben bringen es unsere 
Schüler zu einer ganz befriedigenden Gewandtheit. 
Ich habe Briefe von ihnen erhalten, die jedem 
Volksschüler in der Heimath Ehre machen würden. 
Sie sind wohl im Stande, die kleinen und großen 
Erlebnisse ihres Lebens brieflich Anderen mitzutheilen. 
Zeitweilig bestand ein ziemlich reger Briefverkehr 
zwischen Kisserawe, Lutindi, Tanga. Auch nach 
Europa ist ja schon hin und wieder ein Brief ge- 
gangen, als Antwort auf Briefe, die ihnen von dort 
aus geschrieben wurden. Verhältnißmäßig am 
schwächsten sieht es mit dem Rechenuntericht aus. 
Den Schwarzen fällt es im Allgemeinen furchtbar 
schwer, sich in Zahlen= und Größenverhältnisse hinein- 
zufinden und sie richtig zu gebrauchen; daher müssen 
wir mit dem Nothdürftigsten zufrieden sein. In 
allen unsern Schulen wird auch gesungen. Zu 
diesen Fächern, die in den Schulen unterrichtet 
werden, kommt nun noch bei den Fortgeschritteneren 
(Lehrer-, Mädchen= und 1. Knabenklasse auf der 
Station) etwas Geographie. Außerdem hat die 
erste (Lehrer-) Klasse noch Unterricht in der Kirchen- 
geschichte, (zweimal wöchentlich), in Kifuaheli- 
grammatik und (wöchentlich einmal) auch im 
Deutschen.“ 
––. . 
Aus fremden Rolonien. 
Französisches Rolonialbudget. 
Wie schon in Nr. 22 des Kol. Bl. mitgetheilt 
wurde, ist das Kolonialbudget für 1899 auf die 
Summe von 85 957 600 Frcs. festgesetzt, während 
das Budget des Jahres 1889 91 633 540 Fres. 
betrug. Es ergiebt sich sonach eine Differenz von 
5 675 940 Frcs. zu Gunsten des neuen Budgets. 
Thatsächlich beträgt aber die Ersparniß lediglich 
1 218.598 Frcs., wenn man in Betracht zieht, daß 
infolge der Neuregelung der Verwaltung von Indo- 
China die bisher von dieser Kolonie geleisteten Bei- 
träge, die als Einnahmen des Staates sich darstellen, 
von 4 905 342 Frcs. im Vorjahre auf 448 000 Fros. 
herabgesetzt sind. Die Reorganisation der Verwaltung 
Indo-Chinas hat immerhin die Ersparung von fast 
1½ Millionen Frcs. zur Folge. 
Aus den einzelnen Aufstellungen des neuen Bud- 
gets sei Nachstehendes hervorgehoben: 
Mehrausgaben im Betrage von 172 000 Frcs. 
erwachsen für die Durchführung der Gleichstellung 
in der Besoldung der Unteroffiziere der kolonialen 
Armee und des in Frankreich stehenden Heeres. 
Thatsächlich ist die Besoldung der Kapitulanten- 
Unteroffiziere in den Kolonien geringer als in Frank- 
reich. Für 1899 ist die Ausdehnung der Gleich- 
798 
  
stellung in der Besoldung der Gefreiten und Gemeinen 
in Aussicht genommen. 
Mit Rücksicht auf die Neuregelung der Verwaltung 
Indo-Chinas sind die Militärausgaben für diese 
Kolonie in einem Kapitel vereinigt. Diese Ausgaben 
sind für 1899 auf 20 360 000 Frcs. veranschlagt. 
Sie betragen um 2 890 000 Frcs. weniger als im 
Vorjahre, da die Summe von 6 275 000 Frcs. (für 
den Unterhalt von vier tonkinesischen Tirailleur- 
Regimentern) auf das Generalbudget von Indo-China 
übertragen wurde, während andererseits 360 505 Frcs. 
zur Durchführung der gleichheitlichen Besoldung der 
Unteroffiziere und zur Bestreitung anderer militärischer 
Ausgaben, sowie 3 031 495 Frcs., darstellend die 
militärischen Ausgaben von Cochinchina, in die Aus- 
gaben eingestellt wurden. 
Für militärische Ausgaben in Madagaskar sind 
18 381 000 Frcs. gegen 18 276 000 Frcs. im Vor- 
jahr in Ansatz gebracht. Die Differenz ist auf die 
Einstellung einer Summe von 107 000 Frcs. zur 
Regelung der Besoldungsverhältnisse der Unteroffiziere 
zurückzuführen. Uebrigens ist die Ausfstellung der 
Ausgaben für Madagaskar nur provisorisch erfolgt, 
da von Seiten des dortigen Gouvernements der end- 
gültige Budgetentwurf noch nicht eingereicht wurde. 
Die Summe von 18 Millionen wird sicher über- 
schritten werden, wie ja auch die Ausgaben für 1898 
sich thatsächlich auf 26 Millionen beliefen. 
Gleich dem Varjahre ist im Budget eine Sub- 
vention von 2353000 Frcs. für das Lokalbudget vom 
französischen Kongo und eine solche von 1 800 000 Frcs. 
für das Lokalbudget von Madagaskar in Anschlag 
gebracht. Ebenso ist als Subvention der Lokalbudgets 
von Guadeloupe, Inde, Taiti, Somaliküste und Mayotte 
im Ganzen eine Summe von 733000 Frcs. festgesetzt. 
Die Ausgaben für Justiz betrugen 1 470 000 Frcs., 
jene für den Kultus 602 000 Frcs. 
Für den Bau der Straße von Konakry zum Niger 
sind 100 000 Frocs. eingestellt. 
Als Anhang zum Kolonialbudget sind die Budgets 
für die Eisenbahn und den Hafen von Réunion und 
für die Eisenbahn im Sudan beigefügt. Ersteres 
sieht eine Gesammteinnahme von 4418500 Frcs. vor. 
Diese Summe setzt sich zusammen aus 1750000 Fres. 
Betriebseinnahmen, 2 508 500 Frcs. staatlicher Sub- 
vention und 160 000 Frcs. Subvention der Kolonie. 
Das Budget für die Sudan-Eisenbahn enthält in der 
Zusammenstellung der Einnahmen im Gesammtbetrage 
von 2 567 645 Frcs. folgende Ansätze: Einnahmen 
aus dem Handel 42 000 Frcs., Subvention des Staates 
768.000 Frcs., Subvention der Kolonie 460 000 Fres., 
Anleihe an der Depositenkasse 919 645 Frcs. 
Budget Algiers. 
Nach dem französischen Budgetentwurf für 1899 
sind die Einnahmen Algiers auf 54 152 371 Frcs. 
gegen 53 487 152 im Vorjahr, die Ausgaben auf
        <pb n="951" />
        73 370 449 Frcs. bemessen. Den größten Betrag 
der letzteren, nämlich 22 Millionen Frcs., beanspruchen 
die den Eisenbahnen Algiers zu zahlenden Zins- 
garantien. Unter den Einnahmen sind Zölle und 
Steuern verschiedener Art mit einem Ertrag von 
39584 641 Frcs. veranschlagt; die Zölle allein mit 
12 641 400 Fres. Unter den oben erwähnten Aus- 
gaben sind die Aufwendungen für das in Algier 
befindliche Militär und die dortigen Befestigungen 
nicht gerechnet. 
— — 
Der Rongostaat in den Jabren 1390 und 1397. 
Einem Berichte des belgischen Generalkonsuls für 
den Kongostaat in Teneriffa vom 27. Mai 1898 und 
799 
  
1897 Nr. 4 und 1898 Nr. 3) entnehmen wir die 
folgende Uebersicht über die wirthschaftlichen und 
Handelsverhältnisse des Kongostaates in den Jahren 
1896 und 1897. 
Der außerordentliche Ausschwung, den der Handel 
des Kongostaates in diesen beiden Jahren genommen 
und der alle Erwartungen weit übertroffen hat, ist 
in erster Linie, wenn nicht allein, dem raschen Fort- 
schritt der nunmehr fertiggestellten Eisenbahn Matadi 
— Leopoldville zu danken. Bis zum Jahre 1895 
war Elfenbein der einzige Gegenstand der Ausfuhr 
aus den Gebieten des oberen Kongo. Erst mit der 
Eröffnung der ersten 100 km langen Eisenbahnstrecke 
begann die Ausfuhr von Kautschuk und anderen 
Landesprodukten, die seitdem eine erhebliche Steige- 
rung erfahren hat, wie die nachstehenden Zahlen 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
den amtlich veröffentlichten Handelsstatistiken (efr. beweisen. 
Bulletin oflciel de I'Stat independant du Congo 
Aus fuhr. 
Spezialhandel. Generalhandel. 
Produkte JNettogewicht kg Werth: Frans Nettogewicht tg Werth- Franes 
18906 1897 1896 1897 18906 1897 1896 1897 
s · l 
Erdnüsse . 1875 6 506 1 7181 62 896 1938 16 981 
Kassee 830 6590 1914 11 862 166 787 223 756 300 216 402760 
Kautschuk 1 317 346 1 662 380 6 586 730 8311 9000|1493 119 1 785378765 595 8926 890 
Kopal, roth — 45 — 107 13 028 45 31 136 107 
é!,-weiß 9207 39 131 15 657 66 522 113 100 53 825 192278 91 502 
Palmöl 1 481 794 1250 397 770 532 650 2061 712 377 1 334 870 890 436 694 132 
Elfenbein 191 316 245 8243 S826 320 4 916 480 242 658 300 209 4853 160, 6004 180 
Calmkerne . 45744204395516114360510988795134924480088512837311200221 
esam.. 221 — 58 — 105 479 71 395 27951 18 919 
Orseille 233 — 103 — 233 — 103 — 
Kakao 92 983 115 1228 92 5150 115 6437 
Bohnen 204 701 48 224 204 701 48 224 
MWais- — 2352 — 470 — 2352 — 470 
Kokosnasse — 72 — 7 — 72 — 7 
Kolanüsse 8687 1 345 13 030 2 023 8 687 4 791 13 030 7 193 
Nula Panga 4983 4307 921 796 4983 4 307 921 796 
Felle, vvo 2 467 2241 2 100 1 916 2:457 2241 2100 1916 
Res 2100 25 1 0560 12 2100 25 1 050 12 
Tabak ... 99 31917 247 9 792 99 3 917 247 9 792 
Kubikmeter Kubikmeter „ 
Hölzer. 270 228 745 510 27 082 74 551 270 228 f45 510 27 082 1 74 551 
Zusammen — — 12389 599 15146 9766 — — 15091 137 17 4570090 
Die Gesammteinfuhr betrug in den Jahren 1896 im Spezialhandel 15 227 776 Frcs., 1897 
22 181 462 Frcs., im Generalhandel in den entsprechenden Zeiten 16 040 370 und 23 427 197 Fros. 
Die i" Haupteinfuhrartikel sind in der folgenden Tabelle zusommengestellt. 
W7 I WVererth 
aaren — 
Bezeichnung ! der W 1896 1897 
1 
1. Maschinen, Werkzeuge, Eisenkonstruktionen aller Art, wie Lokomotiven, Wagen ꝛc. 1464252 2725 888 
2. Waffen aller Art und Munitio . 828 909 1 188 474 
3. Schiffe, Schiffsmaschinen und Schifstheile .. 545 451 806 111 
4. Metalle, wie Stahl, Kupfer, Messing, Binn, Eijen “ 2 421 135 2½ 213732 
5. Gewebe aller Art. 4 071 158 4 510 010 
6. Lebensmittel, Konserven 2c. 1 812 102 3681 971 
7. Getränke, wie Bier, Wein, Spirituosen aller Art. 1215726 1138125
        <pb n="952" />
        800 
  
  
Die Betheiligung der einzelnen Staaten an der Einfuhr ergiebt die nachstehende Statistik 
  
  
  
Staat Spezialhandel Geuneralhandel 
1896 1897 1896 1897 
Belgien 10 162 406 16 272 028 10 204 4077/ 16 309 944 
England 2 600 682 2593 2472 565 942 2847 870 
Deutschland 934 706 1174 859 973 229 1238 332 
Niederlande ..... 668712 922 013 992 815 1 688 699 
Portugiesische Besitzungen 237 454 151 449 237 562 170 238 
Portugal. .... 161 834 156 014 261 713 155 918 
Frankreich 154 855 281 121 225 240 387 730 
Italien 122 183 241 807 122 1838 247219 
Der gesammte Generalhandel des Jahres 1896 
weist gegen 1895 eine Steigerung um 30 pCt., der- 
jenige von 1897 gegen das Vorjahr um 31 Pét. 
auf. Aehnlich beträgt die Steigerung des gesammten 
Spezialhandels 1896 gegen 1895 etwa 27,68 péCt. . 
und 1897 35 pCt. Die erhöhten Ausfuhrziffern 
sind, wie schon oben bemerkt, hauptsächlich dem grö- 
ßeren Kautschukexport zu danken. Während im Jahre 
1895 Kautschuk im Werthe von 2 882 585 Frcs. 
ausgeführt wurde, stieg der Export mit der Eröffnung 
der ersten und der weiteren Theilstrecken der Eisen- 
bahn 1896 auf 6 586 730 Frcs. und 1897 auf 
8 311 900 Fros. 
An der gesammten Ein= und Ausfuhr des Kongo- 
staates ist Belgien in erster Linie und ganz über- 
wiegend betheiligt, und diese Betheiligung ist noch 
im Anwachsen begriffen. Die folgenden Uebersichten 
enthalten die zahlenmäßigen Belege dafür. 
  
Unter den Ausfuhrartikeln verdient noch das 
Elfenbein eine besondere Erwähnung. 
Vor dem Jahre 1896 war Elfenbein das ein- 
zige Ausfuhrprodukt vom oberen Kongo. Trot der 
hohen Transportkosten bis zur Küste steigerte sich 
der Export von Jahr zu Jahr, und es gewann ent- 
sprechend Antwerpen, wohin sich die ganze Ausfahr 
wendete, als Elfenbeinmarkt eine immer größere Be- 
deutung. Aus bescheidenen Anfängen heraus — im 
Jahre 1888 betrug der Umsatz an Elfenbein nur 
1. Uebersicht über den Handel Belgiens mit dem 
  
  
  
  
Kongostaat: 
Ausfuhr vom Einsuhr von 
Kongo nach Belgien nach 
Jahre Belgien dem Kongo Gesammtziffer 
Generalhandel Spezialhandel 
Frcs. Frcs. Frcs. 
1893 3 184 898422 66117607559 
1894 6 398 3036227909 12 626 212 
1895 8 099729 6 003 4664 103 184 
1896 10 866 O60 10 162 40/21 028 466 
1897 12 882 90116 272 028129 154 929 
2. Antheil Belgiens an der Ausfuhr in Prozenten. 
Jahre Generalhandel Prozentsatz 
1893. 7514791 Fres. 51-132 
1894. 11 031 704 73,03 
1895. 12 135 666 = 82.24 
1896 15 091 137 = 73,00 
1897 I7 457090 71,00 
3. Antheil Belgiens an der Einfuhr nach dem 
Kongostaat: 
Jahre Prozentsatz Jahre Prozentsatz 
1892 25,00 1895 57.,00 
1893 48,20 1896 76,00 
1894 55,63 1897 73,00 
  
sechs Tonnen — hat sich Antwerpen in den wenigen 
Jahren London ebenbürtig an die Seite gestellt, und 
es ist zu erwarten, daß cs jetzt, wo die Transpon- 
kosten nach Vollendung der Kongobahn bedeutend 
vermindert sind, binnen Kurzem den Londoner Mark 
überflügeln wird. Interessant ist ein Vergleich des 
Umsatzes an Elfenbein auf den Hauptmärkten Ant- 
werpen, London und Liverpool. 
Tonnen: 
Jahre Antwerpen London Liverpool Totol 
1889 46 301 71 418 
1890 77 357 73 497 
1891 60 255 68 383 
1892 119 390 60 569 
1893 223 359 69 651 
1894 185 376 60 621 
1895 273 344 57 674 
1896 266 284 56 506 
1897 280 246 50 576 
  
Die Hauptausfuhrländer von Elfenbein sind an 
dem Export betheiligt, wie folgt: 
1891 1892 1893 1894 1895 180 
Tonnen 
Sudann 61 43 45 87 53 32 
Deutsch-Ostafrika, Mo- 
zambique u. Bombay 148 125 86 129 93 101 
Kongobecken 172 204 311 232 340 311 
Gabun und Kamerun — — — — 86 
Benguela- —— — — — 11 
Totalerport von der 
Westkuste Afrikas 274 321 391 328 435 395 
Der Gesammtimport nach Europa betrug nach 
Tonnen: 
1891 1892 1893 1894 1895 1896 
England 447 375 311 340 321 282 
Kontinent 126 211 272 212 293 273 
  
Zusammen 573 586 583 552 614 555
        <pb n="953" />
        Der jährliche Durchschnittsverbrauch von Elfen- 
bein betrug in den Jahren 1889 bis 1893 in 
England 188 Tonnen, in Amerika 116 Tonnen, in 
Deutschland 113 Tonnen, in Frankreich 90 Tonnen, 
in Indien 121 Tonnen, in China 13 Tonnen und 
in den übrigen Ländern 6 Tonnen, insgesammt 
647 Tonnen. - 
Die Kongobahn. 
Die Bahn hat in den Berichtsjahren, nachdem 
die größten Schwierigkeiten überwunden waren, ganz 
überraschend schnelle Fortschritte gemacht, so daß die 
völlige Fertigstellung bereits Mitte 1898 erfolgen 
konnte, das heißt etwa zwei Jahre früher, als sie 
erwartet wurde. Gleichzeitig mit der Bahn ist eine 
neben der Strecke herlaufende Telegraphen= und 
Telephonverbindung hergestellt worden. Die Ein- 
nahmen der Bahn haben sich nach Eröffnung neuer 
Theilstrecken immer mehr gesteigert und betragen 
jetzt kurze Zeit nach der Eröffnung der Gesammt- 
strecke schon annähernd eine Million Frcs. im Monat. 
Für das Jahr 1897 und die ersten neun Monate 
1898 sind die monatlichen Einnahmen nachstehend 
verzeichnet: 
1897 1898 
Frcs. Frcs. 
Januar . . ... 144 861,53 514 748,87 
Februar . . ... 192 912,58 477 799,87 
März 165 777,56 558 281,10 
Apriil 219.787,41 652 000,00 
Mai. . . . ... 358 872,30 V768 000,00 
Ju .. ... 360 020,35 360 000,00 
Juli. . . . . .. 222 832,35 516 000,00 
August 415 639,73 750 000,00 
September 326 467,91 985 000,00 
Oktoben 456 844,07 – 
November. . . . 200182,58 — 
Dezembeer 352 500,00 – 
  
Total 3 416 698,37 – 
Außer der Compagnie du chemin de fer du 
Congo besteht noch eine große Anzahl von Handels- 
gesellschaften aller Art mit erheblichen Kapitalien. 
Wir greifen nur einige der wichtigsten heraus: 
Kapital 
Name Frcs. 
Compagnie du Congo pour le com- 
merce et l’industrie 1 227 000 
Compagnie des magasins généraus « 
du Congo ....· 1 200 000 
Société anonyme belge pour le 
Ccommerce du Haut-Congo 5 000 000 
Compagnie des produits du Congo 1 200 000 
Compagnie du Katanga 3 000 000 
Anglo-Belgian India Rubber Com- 
baaanynyny 
Sociéts Anversoise du commerce 
du Conoo 1250 000 
Belgika.. . ..... . 2 000 000 
Societé générale africaine 3 000 000 
darunter 882 Belgier. 
  
801 — 
Nieuwe Afrikuansche Handels ven. Fros. 
nootscan 6 000 000 
Compagnie portugaise du Zaire 2250 000 
Zur Vermittelung des Verkehrs auf dem Fluß- 
und Seennetz des Kongobeckens, das bereits in 
einer Ausdehnung von 15 000 km mit Dampfern 
befahren ist, besteht eine Flotte von 51 Dampfern 
und 40 anderen Fahrzeugen. Von den Dampfern ge- 
hören dem Kongostaate selbst 24, der Société 
anonyme belge pour le commerce du Haut- 
Congo 8, dem Congo krançais 4, der Holländi- 
schen Handelsgesellschaft 4, den Missionen 7. 
Der Schiffsverkehr in den Häfen des Kongo- 
staates, Boma und Banana, hat sich bedeutend ge- 
hoben. — 
In Boma betrug 1897 die Zahl der ein= und 
ausklarirten Seeschiffe 198 mit 343 394 Tonnen- 
gehalt und die der Küstenfahrzeuge 345 mit 
10 555 Tonnengehalt. Diese Ziffern bedeuten gegen 
1896 eine Vermehrung um 62 Seeschiffe mit 
109 926 Tonnen und um 8 Küstenfahrzeuge mit 
2390 Tonnen. 
In Banana sind die entsprechenden Zahlen für 
1897: 209 Seeschiffe mit 348 072 Tonnen und 
33 Küstenfahrzeuge mit 33 516 Tonnen, d. h. gegen 
1896 eine Steigerung um 37 Seeschiffe mit 
70 080 Tonnen und um 74 Küstenfahrer mit 
7331 Tonnen. 
An Missionsniederlassungen bestehen im Kongo 
augenblicklich 67, die sich auf 15 verschiedene Ge- 
sellschaften vertheilen, darunter 6 katholische und 
9 protestantische. 
Im Budget des Kongostaates für das Jahr 1898 
sind vorgesehen 14765 050 Frcs. an Einnahmen 
und 17 251 965 Frcs. an Ausgaben. 
Der Staat unterhält augenblicklich 154 Sta- 
tionen in seinem Gebiete, die sich auf die einzelnen 
Distrikte, wie folgt, vertheilen: 
Banana 2, Boma 17, Matadi 7, Katarakte 13, 
Stanley-Pool 16, Lac Léopold II. 7, l'Equateur 8, 
des Bangalas 19, Ubanghi 6, Aruwimi 7, Uelle 18, 
Stanley-Falls 23, Lualaba-Kassai 5, Kurango 9. 
Die weiße Bevölkerung im Kongostaate betrug 
nach der Zählung am 1. Januar 1897 1474 Weiße, 
In den früheren Jahren: 
1889 1890 1891 1894 1895 1806 
Weiße 430 744 950 1076 1035 1474 
Belgier 175 338 445 691 839 882 
Zwecks schneller Weiterentwickelung des Kongo- 
staates und Steigerung des Handels sind bereits 
neue großartige Unternehmungen geplant: Eine Eisen- 
bahn im Thale des Uelle bis nach Redjaf am Nil, 
eine weitere Bahn vom oberen Lomami bis zum 
1 000 000 Tanganika-See, ebenso die entsprechenden Telegraphen- 
anlagen, der Ausbau des Hafens von Leopoldville 
und die Vermehrung der Flottille auf dem Flußnetz 
des oberen Kongo.
        <pb n="954" />
        Die Uganda-Eisendahn 
ist am 1. November bis Makindu, 207 englische 
Meilen = 383 km von Mombassa, dem Verkehr 
übergeben worden. 
Fijii im Jahre 1397. 
Die Einnahmen betrugen nach einem englischen 
Blaubuch 74 491 816 s 1 d, die Ausgaben 73 231 2 
11 8 0 d. Unter den Einnahmen sind zu erwähnen 
die Erträge der Eingeborenensteuern (19 217 (5 8 
6 d) und der Zölle (32 994 2 8 1 d). 1896 be- 
liefen sich die Einnahmen auf 73 868 L 188 9 d. 
die Ausgaben auf 73099 L381 d. Die Besteuerung 
der Eingeborenen brachte 1 230 9 18 8 8 d mehr ein 
als 1896, dagegen sanken die Zolleinnahmen um 
1 225 8 11 8 1 d, hauptsächlich, weil die ein- 
heimische Produktion von Reis und Seife sich ver- 
mehrte und die Einfuhr infolgedessen nachließ. 
Die Bevölkerung zählte am 31. Dezember 1897 
121 798 Seelen, darunter 3 401 Europäer und 
99773 Eingeborene. Dichtigkeit der Bevölkerung: 
etwa 15½ auf die englische Quadratmeile. Der 
Werth der Ein= und Ausfuhr in den letzten vier 
Jahren ist aus folgender Zusammenstellung ersichtlich. 
Einfuhr. Ausfuhr. Zusammen. 
1894: 285 981 4 581 652 cK 867 633 4 
1895: 241 759= 332 2090 -- 573 968= 
1896: 242 492 435 342 -677 834 -- 
1897: 248 748 = 431 860 = 680 608 = 
Unter den Einfuhrländern nimmt (1897) Neu- 
Südwales mit 196 361 L 2 8 2d dbie erste Stelle 
ein; demnächst kommt Neu-Seeland mit 34728 
18 2 5 d. Umgekehrt geht die Hauptausfuhr nach 
Neu-Sceland (216 335 8 8.8 7 d), während hier 
Neu-Südwales mit 103 011 L 138 0 dan zweiter 
Stelle steht. 
Die Haupterzeugnisse der Kolonie sind Zucker, 
Kopra und Früchte. 
Es liesen 102 Dampfer und 27 Segelschiffe mit 
zusammen 124 128 tons ein; hierbei sind die zahl- 
reichen, dem interinsularen Verkehr dienenden ge- 
deckten und ungedeckten Fahrzeuge nicht mitgezählt. 
Das gesammte anbaufähige Land wird auf 
4953 920 Acres geschätzt. Davon befinden sich 
45 970 unter Kultur (23 118 Zuckerrohr, 19 912 
Kokospalmen, 1 254 Bananen u. s. w.). 
— — — 
Britische Lalomons= Inseln. 
Nach einer Bekanntmachung des britischen Ober- 
kommissars für den westlichen Stillen Ocean vom 
18. August 1898 sind die Bellona-, Stewart= und 
Rennel-Inseln, die Santa Cruz= und Reef-Gruppen 
und die Insel Tukopia dem Protektorate der britischen 
802 
Salomons-Inseln einverleibt, und alle auf denselben 
wohnenden oder sich aufhaltenden Personen der Ge- 
richtsbarkeit des genannten Oberkommissars unterstellt 
worden. 
Dandel und Schifffahrt Bombays- 1497/98. 
Nach dem „Jahresbericht des Handels und der 
Schifffahrt der Präsidentschaft Bombay für das 
Jahr 1897/98“ betrug der überseeische Waaren- 
handel der Stadt Bombay in den Jahren 1888/89 
bis 1897/98: 
1888/89: 
1889%0: 
1890/91: 
189192: 
1892/93: 
1893/94: 
1894/96: 
1895/96: 
1896/97: 
1897/98: 
Einfuhr 
Rupien 
263 838 591 
263 411 170 
275 121 600 
257 163 800 
252 243 422 
292 624 135 
287 867 245 
278 667 112 
268 550 833 
246 051 631 
Ausfuhr 
Rupien 
389 084729 
394 068 988 
378 594 093 
406 356 766 
404 503 321 
387 366 880 
343 719 837 
379 330 149 
331 622 842 
274 578 987 
Zusammen 
Rupien 
652 923 320 
657 480 158 
653 715 698 
663 520 566 
656 746 743 
679 990 935 
631 587 082 
657 997 261 
600 173 675 
520 630 618 
  
Der Gesammthandel in 1897/98 weist gegen das 
Vorjahr eine Abnahme von 79½ Millionen Rupien 
oder 13 péCt. auf, die Importe blieben um 22½ Mil- 
lionen oder 8.37 pCt. gegen 1896/97, um 8 pCt. 
gegen den Durchschnitt der vorangegangenen 10 Jahre, 
und um 10 pCt. gegen den Durchschnitt der voran- 
gegangenen 5 Jahre zurück, die Exporte um 
57 Millionen Rupien hinter denen des Jahres 
1896/97 zurück, das seinerseits wieder Ausfälle 
gegen die Vorjahre aufweist. 
Das ausgedehnte Elend von 1896/97 (Mißernte, 
Hungersnoth) beeinflußte die Importe des Jahres 
1897/98 schädlich, besonderk die der Luxusartikel, 
wie Seide, Wollenwaaren, Perlen, Uhren, Golddraht 
und als „Kleidungsstücke“ bezeichnete Waaren. Die 
gute Ernte von 1897/98 wird sich erst in den Zahlen 
des nächsten Jahres bemerkbar machen können. 
Der lähmende Einfluß der Pest machte sich während 
der zweiten Epidemie in ähnlicher Weise, wenn auch 
nicht in derselben Ausdehnung wie im Jahre 1896/97 
fühlbar. Die dem Passagierverkehr mit dem Binnen- 
lande auferlegten Quarantänevorschriften hielten zwar 
in diesem Jahre eine größere Anzahl Händler als 
im Jahre 1896/97 in Bombay zurück, verhinderten 
aber andererseits den Händler im Binnenlande am 
Besuche Bombays. Waaren, die der Händler im 
Binnenlande nicht brieflich zu beordern, sondern selbst 
auszusuchen pflegt, litten in der Folge bedeutend; es 
sind dies hauptsächlich Waaren wie Seide, roh und 
verarbeitet, Perlen, Steingut= und Glaswaaren, 
Phantasie-, Baumwollen= und Wollenwaaren. 
Der Wechselkurs mit Großbritannien unterlag im 
Berichtsjahre Schwankungen von 11½1/16 d, stand aber 
im Durchschnitt auf 15,4 d gegen 14,6 d in 1896/97 
und 13,6 d in 1895)/96.
        <pb n="955" />
        Von dem obigen Handel nahmen die folgenden Werthe 
den letzten fünf Jahren: 
803 
ihren Weg durch den Suez-Kanal in 
  
  
  
  
  
  
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
Einfuhr: 222 370 597 220 945 351 210 353 160 208 170 793 191 121 446 
Ausfuhr: 239 903 253 170 428 852 192 565 584 143 924 807 112570 010 
Zusammen: 462 273 850 391 374 203 402 918744 352 095 600 303 691 456 
Die Einfuhr zerfällt in die folgenden sieben Hauptklassen: 
Ab= bezw. Zunahme 
. 1896/97 1897/98 in 1897/98 
Rupien Rupien Rupien 
I. Lebende Thiere 2 125 806 833 138 — 1292 668 
II. Lebensmittel .... 3824278643941563 + 5 698 777 
III. Metalle und Metallwaaren: 
A. Eisen= und Kurzwaaren 6 323 146 4 691 937 — 1 31 209 
B. Metalle 17 123 499 20 641 649 3 518 150 
C. Maschiien 12 294 004 10 141 118 — 2 152 886 
D. Eisenbahnmaterial und Zubehör 12 030947 10 620 903 — 1 410 044 
IV. Chemikalien, Droguen, Medizin, Narkotiks, Färbe= und Gerbemittel: 
A. Chemikalien 1816721 1 781 982 + 265 261 
B. Droguen, Medizin und Narkotiks 2 688 834 2777245 + 88 411 
C. Färbe= und Gerbemittel. 5 944 888 6 005 821 + 60 933 
V. Oll 11 303.575 14 905 423 + 3 601 848 
VI. Rohmateriallen 27265 991 20 774 968 — 6 491 023 
VII. Waaren, ganz oder theilweise fertiggestellt (d. h. alle übrigen Waaren): 
A. Garne und Textilwaaren 96627 059 80 201 992 — 16 425 067 
B. Kleidungsstücce 6 511 051 4 126 100 2 384 951 
C. alle übrigen Waaren. 28 552 526 24 607792 — 3944 734 
Zusammen 268 550 833 246 051 631 — 22 499 202 
I. Lebende Thiere. Pferde kamen der Hauptsache Hafer: 
nach aus den Ländern um den Persischen Golf und aus Großbritannien 1650 cwt i. Werthe von N. 12 473 
Anstralien. Im Berichtsjahre wurden 69 Pferde = Oesterreich 88 540 
im Werthe von R. 58062 aus England und 23 im = Australien. 180 545 
Werthe von R. 20 100 aus Ungarn eingeführt. ç Zusammen R. 13 5568 
Weizenmehl: 
II. Lebensmittel. Hierunter sind zu erwähnen: aus Großbritannien 304 484 lbs i. W. v. R. 21 384 
Kaffee: Einfuhr in 1897/98 8432 cwt im Werthe = Oest-Ungarn 20 3225 = 2774 
von R. 371742, hauptsächlich aus den Straits = Frankreich 1 886 4992 134 538 
Settlements. Aus Großbritannien kamen 82 cwt Italien 270 665 28 714 
im Werthe von R. 5797, aus Deutschland 23 cU9bzt-Rußland 800 48 
im Werthe von 1475 R. , anderen Ländern 6 80 2 = 544 
Frische Gemüse (Kartoffeln) kamen aus: Zusammen R. 188 002 
Großbritannien im Werthe von RK. 492 Von Hopfen kamen 1016 cwt im Werthe von 
Frankreich . 1 750 R. 76 718 hierher und zwar aus Großbritannien, 
Italin .77752 Oesterreich-Ungarn, Belgien und Italien. 
Getränke: Diese zerfallen in drei Gruppen. 
- 1896/97 1897/98 Zu-bezw. Abnahme in 1897/98 
Gallonen Rupien Gallonen. Rupien Gallonen Rupien 
Bier, Ale und Porter und 
andere gegährte Getränke 862 839 1 171 765 883 464 1 199 481 + 20 625 +T 27716 
Spirituosen 353 811 2640 290 350 903 2 632 8417 — 2908 — 743 
Weine# 127 588 1 115570 98716 849 911 — 28 842 — 265 659 
Zusammen J7 344238 7927·625 1 333 113 4682 239 — 11 125 —25 386 
Von Bier wurde mehr als der Bedarf eingeführt, und die Importe verringerten sich schon während 
des Berichtsjahres. Der Bedarf darin wurde vielleicht durch den Nordwestgrenzkrieg ungünstig beeinflußt. 
Unter Spirituosen weist Rum eine starke Zunahme auf, da er in Pesthospitälern und an der Nordwest- 
grenze starke Verwendung fand. Rum wurde neben Brandy, dessen Einfuhr in der Folge von 104 000 
auf 120 000 Gallonen bezw. von 812 500 Rupien auf 962 500 Rupien stieg, trotzdem große Vorräthe
        <pb n="956" />
        — 804 — 
davon am Schlusse des Vorjahres in Bombay lagerten, vielfach als Schuhzmittel gegen Pest benuht. 
Brandy fand einen großen Abnehmer im Kommissariat-Departement der Armee. Die Einfuhr von Gin 
und Whiskeyn weist in den Zahlen eine Abnahme auf. Rektifizirter Spiritus und „andere Arten Spiri= 
tuosen“ weisen eine Abnahme auf. 
Nach den Ländern der Herkunft vertheilen sich diese Importe, wie folgt: 
Bier, Ale und Porter 2c. Spirituosen Weine 
1897/98 1897/98 1897/98 
Gallonen Rupien Gallonen Rupien Gallonen Rupien 
Großbritannien 3852 250 1 114 215 159 805 1 375 277 50 528 482 754 
Oesterreich-Ungarn. 1 858 5520 1 271 9 671 951 13689 
Belgegen 1 597 6 251 9909 93 263 2 482 58 133 
Frankreich – — 105 546 929 594 24 080 174255 
Deutschland 26 993 772 180 66 949 138713 3232 10 498 
Holland 309 892 4363 14 111 1766 18933 
Italien – — 456 5305 5236 28 026 
Spanien — — 12 329 3868 37112 
Die Statistik macht zu den drei obigen Waaren- Butter wurde in Mengen von 30 7658 Ibs im 
gattungen die folgenden Detailangaben: / Werthe von 307 46 Rupien, davon aus Großbritannien 
1897/98 
Gau Hagen 28 795 lbs im Werthe von 28 870 Rupien hier 1 
anonen upie 9V— ii 501 N. 
men geführt. Australien lieferte 1630 lbs = 160 
ges En.–.˙Ter 382795 1199465 Käse kam in Mengen von 291 475 lbs im Werthe 
er u 
  
von 184 553 Rupien nach Bombay, davon aus: 
K Geträns s—2- 120 56 o6; Großbritannien . 240 920 Ibs — 151159. 
——/iemm—.—————3 
Liköorrrr 2 57 37936. Belgien 2 881 — #1 
N 6 45% 22928 Frankreic “5“-•- 5“. 2 
Whiskkenn;x 135 900 937 637 Solchen „362„ = 
Spirituosen, in Verbindung " Lialien“ ————— ê 
mit Droguen, Medizinen, een 9** 
Chemikalien: Die Einfuhr von Mandeln nahm zu, ie v 
20pCt. und darüber 9 389 249 876 Frankreich war die bisher höchste. Die französisce 
20pCt. und weniger 4132 102 635 Ernte war gut und die Waare, die jetzt ersolgaich 
Parfümirter Spiritus 9530 190 614 mit der persischen konkurrirt, billig. Es kamen folgende 
Methylated „ 13883376 32 234 Mengen: » s( R 
andereArtenSpirituosen.31257 42611 geschält. . 5 995 cwt = 307 916 " 
Champagner § 411 231 270 ungeschält 54 930 — 719231 
Klart 17 476 85 2255° Von sonstigen Provisionen lieferte Europa: 
Port: 29 803 237 408 Korinthen aus Großbritannien 017e — 16002. 
Scheryg 7 069 52 085 Rosinen OJ 31.— 91% 
moussirende Weinn 1 025 17 848 Walnüsse = - 5.— 10. 
andere Arten Weine 24 932 226 075 - Itali. 10 = 287 
Speck wurde in Mengen von 173 776 lbs im Schmalz Großbritannien 324 lbs 189. 
Werthe von 117 806 Rupien eingeführt und zwar 1 präservirtes 4# 
aus Großbritannien 173 188 Ilbs = 117 479 Rupien. Fleisch - 103cWt= 3147 " 
Der Rest kam aus Oesterreich, Italien, Ruß- - Rußland. . .. 6 - 200- 
land, den Vereinigten Staaten von Amerika und Gelatine - Großbritannien 5 .i# 496 
Australien. Schinken lieferte Großbritannien in Mengen - JItalien 2. 1460. 
von 165 781 lbs im Werthe von 126 285 Rupien. Essig : Großbritannien 758 = 7011 
Oesterreich, Deutschland, Italien, Rußland, die Ver- "Ol Italien 6 -= 95.= 
einigten Staaten von Amerika und China zusammen, - Rußland — 20- 
lieferten 866 lbSs im Werthe von 697 Rupien. Salz .Großbritaunien 152 Tonnen— 11960 
Zucker. Die Importe aus den Hauptbezugsländern in den letzten fünf Jahren waren, wie folgt: 
1893/04 1894/05 1895/96 1896/97 189/989 
cewt Rupien cwt Rupien cewt Rupien ewt Rupien caot AKuopien 
Oest.= Ungarn 11249 172 100 4040 51 451 2400 31 569 63134 793 714 675 418 7 606 651 
Deurschland 8) 601 1 300 03#3 117 524 1 500 942 276 986 3 438 635 146 896 1 816 998 149 903 1745515 
Mauritius 1033 506 13 913677 1134 719 13.664 553 1008 096 13 174059 1 211 740 13 859 716 1 120 545 12 350 585 
Hongkong 211 169 3457 966 190 841 2549250 132 633 1734518 87 999 1163 6960 140 604 1703124
        <pb n="957" />
        80 
0 
Die Gesammteinfuhr ist die höchste der letzten Groß= Oesterreich- Deutsch- 
zehn Jahre. Die Einfuhr aus Deutschland fiel in- britannien Ungarn Belgien land 
folge hoher Frachten seit 1896/97 ab. Die Frachten Rupien Rupien Rupien Rupien 
von Hamburg waren 25 sh die Tonne gegen etwa 1888/39: 4574 122 227 615 208 288 112 763 
10 sh die Tonne von Triest, so daß die deutsche 1889/90;: 3 946 614 201 956 199 992 189 787 
Ausfuhr nicht an der erheblichen Ausdehnung der 1890/91: 4 251 236 283 207 231 100 352 725 
österreichischen theilnahm. 1891/92: 3975 937 281 431 372746 391 .596 
Die absolute Zunahme der Einfuhr bei dem 1892/93: 3952 693 256 604 404784 344 613 
Artikel Zucker ist die größte des Jahres. 1893/94: 4 051 622 361 769 536 940 661 111 
Hierbei ist noch der Artikel Hutzucker zu erwähnen, 1894/95: 4 427 984 357762 318 286 563 644 
von dem 1895/96: 4143 181 506 731 292 548 826 874 
aus Großbritannien 776ecwt im Werthe von 11 114 R. 1896/97: 4 265 248 613 600 310 680 911 777 
Oest.-Ungarn. 36322 - 35207- 13897,/98: 3 280 605 405 448 374 164 480 198 
Deutschland 20 = 2800 Insgesammt zeigt dieser Handelszweig eine Ab- 
kamen. Die Gesammteinfuhr davon betrug 2103 cwt nahme von 25 ¾ pCt., welche auf die einzelnen 
im Werthe von 31 473 R. Bezugsländer ungleich vertheilt ist, und zwar weist 
III. Metalle und Metallwaaren. Großbritannien eine Abnahme von 23 pCt., Oester- 
Z reich-Ungarn 34 pCt., Belgien und Deutschland zu- 
A. Eisen= und Kurzwaaren. sammen 30 pCt. auf. Die Einfuhr von Nähmaschinen, 
Die Einfuhr von Eisen= und Kurzwaaren, einschl. die direkter durch Pest und Hungersnoth beeinflußt 
Nähmaschinen aus den Hauptbezugsländern in den wurde als andere Waaren, zeigt eine Abnahme von 
  
letzten zehn Jahren giebt die folgende Tabelle. mehr als 50 péCt. 
Die Statistik giebt die folgenden Unterabtheilungen: 
Messerschmiede-Ackerbau- Andere Geräthe Andere Arten 
  
waaren geräthe u. Handwerkszeuge Nähmaschinen Kurzwaaren 
Rupien Rupien Rupien Stückzahl Rupien Rupien 
Großbritannien 236 914 3 983 388 804 1 833 86 775 2564 129 
Oesterreich-Ungarn 237 — 98 2 115 404 998 
Belgien 138 338 — 21 430 101 2796 211 590 
Frankreich 5 196 1 805 — 1 255 38 443 
Deutschland 8 711 6 022 19 371 190 6445 439 649 
Schweden — 2126 668 — — 1571 
Vereinigte Staaten 56 — 388 1 84 49 821 
andere Länder 139 — 949 3 139 49 892 
Zusammen 389 591 13 936 431 708 3 131 96 609 3 760 093 
Hier, wie regelmäßig bei anderen Waaren, geben die unter Deutschland angegebenen Zahlen nicht 
die ganze Einfuhr aus Deutschland an, sondern viele Waaren deutschen Ursprungs sind unter der Einfuhr 
aus anderen Ländern aufgeführt. Außer bei Stahl, Alizarin= und Anilinfarben tritt dieses wohl bei keinem 
anderen Artikel so zu Tage, wie bei Messerschmiedewaaren. Man begegnet dem Solinger Fabrikat, das 
seinen Weg über Antwerpen nimmt und weil von diesem Platze verschifft, unter der Ausfuhr aus Belgien 
aufgeführt wird, überall. 
B. Metalle. 
Die Mengen und Werthe dieses Handelszweiges waren in den zwei letzten Jahren, wie folgt: 
  
1896/97 1897/98 Ab-bezw. Zunahme in 1897/98 
ewt Rupien ewt Rupien ct Rupien 
Messing 4 010 249 539 4 689 282 050 J+ 679 T 32511 
Kupfer. 105 713 46594 175 155 136 6 803794 + 49 423 + 2 109 619 
Eisen 972221 6 948 290 973 805 7 124 40) + 1584 + 176 119 
Blei 17 128 208 488 13 963 180 608 — 3165 — 27790 
Quecksilber 1013 177 655 1021 1789 0080 — 8 — 1 354 
Stahl. 561 336 34433 567 748 255 4 481 131 + 186 919 + 1 047 564 
Zinn 9 788 556 933 9 215 516 6345 — 573 — 40 298 
Zirk 17 404 262 189 20 574 315 605 — 3170 + 53506 
andere Metalle 5222 592 663 7 552 758 28 +J+ 2330 + 165 565 
Zusammen 1 693 840 17 123 4099 1934204 20 641 619 T+ 240 364 K+ 3 518 150 
Der Aufschwung war allgemein, der Handel blieb aber hinter dem des Jahres 1895/96 zurück.
        <pb n="958" />
        806 
  
Unter Messing unterscheidet die Zollstatistik: 
ewt R. 
Verarbeitet: 
Perlen (beads) aus China 16 2 174 
Folien aus Oest.-Ungarn 2 237 
altes Messing . . .. . ... 325 8912 
in Platten, flach oder in 
Rollen, sehr dünn. . ... 153 15 270 
davon aus Großbritannien 2 220 
= -. Belgien 123 12 217 
-„ Deutschland. 28 2 832 
Messingdrat 2 029 98 904 
davon aus Großbritannien 1 803 87526 
= -Belgien 145 7229 
. Deutschland. 81 4 096 
Flitter aus Chinaga 35 2 824 
andere Ubren 1 698 106 899 
davon aus Großbritannien 1 657 102 076 
--0 Oest.-Ungarn. 10 1 360 
= Belgien 20 2 170 
.Frankreich 2 537 
- 2Deutschland .. 2 298 
Kupfer kam, wie folgt, hierher: : 
altes Kupfer . 549 19 166 
unverarbeitetes Kupfeer. 1290 52 693 
davon aus Großbritannien 165 7 115 
-Japan 1125 45 578 
verarbeitetes Kupfer: . 
Lametta........... 981113824i 
davon aus Großbritannien 3 734 
2Oest.Ungarn. 724 70 092 
TFrankreich 183 31 136 
" - Deutschland .. 2 373 
-:T Italien 56 9 466 
Großbritannien Belgien 
Eisen Stahl Eisen Stahl 
ewt ct Swt wt 
1888/89: 1 319 036 148 033 134 267 11 658 
1889/0: 909 125 225 496 265 044 15 206 
1890/91: 1 059 025 248 251 268 469 51 763 
1891/92: 874 332 177 230 250 386 103 998 
1892/93: 633 118 104 274 477 875 102 158 
1893/94: 714729 163 480 405512 124 671 
1891/95: 616 173 150727 448 129 185 5066 
1895/96: 683 457 214 907 501 254 351 614 
1896/97: 488 960 225 052 412 344 319 531 
1897/98: 600 797 288 970 301 920 436729 
Gelbkupfer (Patent or 
Vellow Metal): 
a) Sheathing Sbheets 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
and Bols 82 198 3226 562 
davon aus Großbritannien 79 080 3 101 624 
= -Belgien 2237 89 015 
-.Deutschland. 881 35 923 
b) Nägel und Kompositions= 
näge. 46 3013 
davon aus Großbritannien 4 256 
-l Belgien 30 1 507 
-.Deutschland. 12 1250 
Kupferbolzen: " 
aus Großbritannien 1 007 51 355 
Kupferpfannen u. Platten 65 131 30061 285 
davon aus Großbritannien 56 337 7 668 975 
= Belgien 8794 392313 
Kupfernägel: 
aus Großbritannien 30 2135 
Sheathing Plate and 
raised Bottons 1 816 91.73 
davon aus Großbritannien 1590 80 725 
-Belgien 226 10 998 
China White Kopperware 134 16 438 
Kupferfolien 10⅛ 4½% 
a) wei5. 267 46 515 
davon aus Oest.-Ungarn. 73 12 413 
.Frankreich 154 28 489 
-„.Aegypten 40 7 613 
b) bunt aus Oest.-Ungarn 65 13 529 
Eisen und Stahl. 
Der Umfang des Handels unter Berücksichtigung 
der Hauptbezugsländer während der 
war wie folgt: 
Norwegen u. 
Deutschland Schweden 
Eisen Stahl Eisen Stahl 
cwt ewt ewt ewt 
142 5484 3689 — 
1 219 13.008 5598 – 
1 878 27935 4938 5 
9990 44930 4 198 200 
12734 21 607 2927 240 
57 31416 24 055 3276 72 
42 293 24 309 8515 2371 
16 850 24532 46 691 1 021 
10 882 11527 50 422 3 381 
11 150 13 125 48 254 8 013 
letzten zehn Jahre 
andere Länder 
Eisen Stahl 
cwt ewt 
710 301 
144 1 
4437 325 
685 — 
734 14 
2594 34 
10 120 346 
5 968 385 
9 613 1832 
11 704 1 418 
Stahl fährt fort, Eisen zu verdrängen. Die Einfuhr von Eisen aus Großbritannien nahm im 
Berichtsjahre gegen 1896/97 auf Kosten des europäischen Kontinents zu. Im Beginn der Dekade lieferte 
Großbritannien 90 pCt. der Bombay-Eisen= und Stahleinfuhr, am Schlusse nur die Hälste. Im „gemeinen 
Stahl“ (steel bar) hat die Konkurrenz des billigen basic-Stahl aus Deutschland (via Belgien) Groß- 
britannien aus dem Felde geschlagen, aber in anderen Arten Stahl, besonders in Stahlplatten, hat 
Großbritannien im Berichtsjahre sein Feld mit Vortheil behauptet. Aufträge auf Stahlschwellen Eteel 
beams) gingen eine Zeit lang nach dem europäischen Festlande und werden, wie es scheint, in gewissem 
Maße, wegen der leichteren Qualität (kor the lighter description) nach den Vereinigten Staaten von 
Amerika in Zukunft überschrieben werden. Die Konkurrenz des amerikanischen Stahls, unterstützt zweifellos 
durch den Maschinistenausstand in England, hat sich in England bemerkbar gemacht.
        <pb n="959" />
        807 
—. 
Die Einfuhr von Eisen und Stahl vertheilt sich auf die folgenden Gegenstände: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1896/97 1897/98 Zu= bezw. Abnahme in 1897/98 
Eisen: ewt Rupien ewt Rupien ewt Rupien 
altes Eisen 1 683 3 259 288 603 — 1395 — 2 656 
Guüßeisen (Cast, big Ir on). 35 431 108 4607 46 708 125 834 + 11 277 TF 17 367 
Schmiedeeisen: 
Anker, Ketten und Eisen in 
Blöcken .. . 2392 30 970 1 526 16 6066 — 866 — 145364 
Winkeleisen, Bolzen und Rundeisen: 
(Angle, Bolt &amp; Rod lron) 155 015 853 538 145 901 796873 — 9114 — 66665 
Stabeisen (Bar Iron). 239 373 1279 247 200 629 1 151610 — 38744 — 127 637 
Schwellen, Pfeiler, Träger, 
Brückenwerk 2c. (beams. 
pillars, girders, briüge- 
work etc.) 11 982 140 787 23348 230 633 + 11 366 + 89 846 
Reifeisen 39 0563 235 929 39 252 241 116 + 199 — 5 187 
Nägel, Schrauben, Nieten . 66823 710 328 63 232 650 715 — 3591 — 59 613 
Röhren (Pipes and Tubes) 112 343 847 853 98740 848 281 — 13 603 1—+ 428 
Reisschaalen . 8586 43 077 5 417 65 162 J. 1831 + 22 085 
Bleche und Platten (Sheets 
and Plates) . 261 387 2197 037 292 370 2359 643 + 30 983 + 162 606 
verhinntePlattendtinneck Plates) 25 327 255756 38 348 387 119 + 13021 + 131 363 
Draht . 9348 97 273 6 021 60 140 — 3327 — 37 133 
andere Fabrikate aus Guß- 
oder Schmiedeeisen. 8 478 144769 12 025 190 074 4 3547 +J+ 45 305 
Stah Zusammen 972 221 6 948 290 973 805 7124 409 J. 1584 + 176 119 
tahl: 
Stangenstahl. 212 285 1 113 408 350 370 1 801 136 + 138 035 + 687 728 
Gußstahl . 3905 40775 3985 38468 4 80 — 2317 
Stahlbänder und Reisen . 125 184 874 291 136 158 947 787 + 10974 J 73 496 
Stahlbleche und Platten 50 680 336 078 78 959 514 604 + 22279 + 178 526 
andere Aärten . 83 281 652 559 78 087 660 905 — 5194 f1— 8346 
Schwellen, Pfeiler, Träger, 
Brückenwerk 22. 80 001 416 459 100 696 518 241 +J 20695 + 101 7853 
Zusammen 361 336 J 433 567 748 255 4481 131 + 186 919 +AMT047564 
Von Blei kam nach Bombay in 1897/98: andere Arten Kugeln aus Groß- 
# een: Rupien britannen 167 8 459 
Erz aus Belggen 403 4811 aus Oesterreich-Ungarn 21 1 208 
Blockblei aus Großbritannien. 914 9106 - Frankreich .. . . . ... 13 994 
- .Frankreich 4925 52 102 -Deutschland . . . . . ... 10 667 
- -Italien 100 1 002 -JItalin .. — 16 
- -anderen Ländern 428 4 488 Zusammen 211 11 344 
Zusammen 6 367 66998 Quecksilber lieferte: 
Bleiröhren aus Großbritannien 1 75 24 803 i„ ibs Rupien 
Bleiplatten= - 2 390 20 392 Großbritannien 29 5778 45 165 
Bleifolien für Theekästchen aus Oesterreich-Ungarn . . . . .. 68 280 107248 
Großbritannien 50 685 Chnn 16 540 26596 
Schrot aus Großbritannien 865 13 787 Zusammen 114 398 179 009 
Frankreich 1770 26679 
.Italien 150 224400 Die übrigen Metalle zerfielen ihrer Herkunft 
Zusammen 77 966 nach, wie folgt: 
Zinn Zink Blattgold nicht spezifizirte Metalle 
ewt Rupien ewt Rupien Rupien ewt Rupien 
Großbritannien 163 8938 14314 202547 4030 1320 95204 
Oesterreich-Ungarn 5 535 — — 22231 3513 371 068 
Belgien — — 2 134 40 774 — 2212 204 058 
Frankreich — — — — — 55 14956 
Deutschland 41 3 630 3936 69999 300 431 41 170 
Straits Settlements. 8 980. 496 127 — — — — — 
andere Länder 26 7 400 190 2 375 — 21 5211 
Zusammen 9 215 516 635 20 574 315 695 26561 7552 731 667
        <pb n="960" />
        — 808 — 
C. Maschinen (Machinery and Millwork). Großbritannien lieferte Oesterreich-Ungarn Dampf- 
Die Einfuhr von Dampfmaschinen und Theilen maschinen und Theile davon im Werthe von 1040 K. 
davon in den letzten zehn Jahren war, wie folgt: Belgien 14 255 R., Frankreich 1 182 R. Deutsch 
Rupien Rupien land 8 129 R., Schweden 913 R., die Vereinigten 
1888/89 11 205 163 1893/94 10 554 820 Staaten von Amerika 7.712 R., andere Länder 450 f. 
1889/90 13 990 819 1894/95 11 220 294 Andere Arten Maschinen kamen aus Großbritannien 
1890/91 9 339 064 1895/96 11 649 705 im Werthe von 35 589 R. und aus Aden im Werthe 
1891/92 8944 210 1890/97 12 226 005 bon 5 391 R. . 
1892/93 12 106 067 1897/98 10 100 138 . . .. 
* hält Großbritannien das Monopol. Der D. Eisenbahnmaterial und Zubehör. 
Ausstand der Maschinisten verzögerte Lieferungen und Der Umfang des Handels in den verschiedenen 
daher die Abnahme im Berichtsjahre. Außer der unter Eisenbahnmaterial und Zubehör aufgeführten 
sich auf 10 066 457 R. belaufenden Einfuhr aus Waaren betrug in den letzten fünf Jahren: 
1893/94 1894/95 1895/906 1896/97 1897/98 
  
3°r Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
Waggons, Loris und Theile davon 1 298 126 3 371 233 1 004 659 715 753 2773283 
Lokomotiven, Tender und Theile davon 2 672 336 809 838 2775 212 1 180 275 1231 959 
Baumaterial: 
Schienen und Fishplates aus Stahl 
und Eisen 633 814 1 091 199 877 088 3 813 076 21241131 
Eisenbahnschwellen und Keys aus Stahl 
und Essens 851 070 745 543 774 206 3 201 330 1 061 004 
Holzschwelllen 172936 335 255 342 346 638 029 653 114 
andere Arten 302 632 335 142 1 986 839 2 482 484 2777412 
  
Zusammen 5 930 914 6688 210 7 760 350 12 030 947 10 620 903 
Die Totaleinfuhr ging im Berichtsjahre um 10 pCt. zurück. Eine große Meilenanzahl von im 
letzten Jahre unter Bau befindlichen Eisenbahnen nahte der Vollendung im Berichtsjahre; außerdem wurden 
im Vorjahre bedeutende Rekonstruktionen, Verdoppelung der Linien r2c. vorgenommen. 
Hier hält Großbritannien ebenfalls das Monopol. Von anderen Ländern lieferten nur: 
Frankreicg 1 835 R. Waggons, Loris und Theile davon, 
Belgien 75 000 = Schienen und Fisbplates. 
Vereinigte Staaten von Amerika 5 430 = andere Arten Baumaterialien. 
IV. Chemikalien, Droguen, Medizinen, Narkotiks, Färbe= und Gerbemittel. klel 
A. Chemikalien kamen der Hauptsache aus Großbritannien, besonders Desinfektionsmittel. 
Die folgenden Arten wurden hier eingeführt aus: 
Groß= Oester- Frank= Deutsch- anderen men 
britannien reich Belgien reich land Italien Ländern zusamm 
Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rup 
Alan 245 975 — — — — — 104 2s5 656 
Arseniks — — — — 730 – 10 335 "1 9 
kohlensaures Natron. . 73510 — — — — — * s 188 
Borg 75 — — — — — 108 361 
Eisenvitrioo. 30o 323 — — — — — 38 35 867 
Sulphate of Coppder 437 7723 — — — — — 1114 4 314 
Salmiak 104 150 — 164 — — T F 219 
Schwese.. 368 1 6460 — — 351 55 078 1752 5 6 
Schwefelsäuer 1468 849 — — — — — 10 56 1/ 14 
Alkaall — — — — — 24 114 251 
Desinfektionsmittel. 227 947 4 – – — - 2 ““ 
andere Arten Chemikalien. 596 010 7 874 35 342 2 419 129 631 — 9597 
C. Färbe= und Gerbemittel. nn- 
Der Handel der letzten zwei Jahre wor, wien tn 
B. Droguen, Medizinen und Narkotiks 
  
wurden im Berichtsjahre nach Bombay im Werthe .- 
von 2777 245 R., davon 499 306 Tabak und 1896/97 1897/98 nahne 1605, 
Fabrikate daraus, eingeführt. Deutschland betheiligte Rupien- Rupien 403 530 
sich nur in geringem Maße; es kamen daher: Alizarinfarben. 2 826 354 2 42 923 12 09 
Raffinirter Kamphor . . . . . . . .. 2 010 R. Anilinfarben 2 347926 2 51 Soe 135869 
Chnnttt::: . . . .. 441 Kochenile 230 471, 595 209 + 210 540 
andere Arten Droguen und Medizinen 58 041.= Saffran 384 660 126 215 — 29 314 
Cigaren 6 402 = andere Arten. 15½ 522 — 
Zusammen 5 944 888 6 005 821
        <pb n="961" />
        Trotzdem ein bedeutender Preisfall in der Ein- 
809 
1 
zum großen Theil von Belgien auf Holland über, 
fuhr von Alizarinfarben stattfand, so verringerte Schweizer Anilinfarben nahmen anstatt über Triest 
ihre Einfuhr sich doch zu Gunsten von Anilinfarben, 
mit denen das Färben schneller vor sich geht. 
Die Durchfuhr von deutschen Alizarinfarben ging 
  
ihren Weg über italienische Häsen, wie die nach- 
folgende, gleichzeitig die Antheile der Hauptlieferanten 
an diesem Handel zeigende Liste zeigt: 
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Ibs L bs Ibs Ibs 
Großbritannien. Alizarin ? 272 823 160 126 271 682 229 462 72 798 
Anilin 16 156 12 532 14107 10 251 
Oesterreich-Ungarn Alizarin 975 910 263 172 280 080 111 627 400 
Anilin 271 602 327305 150 432 100 123 
Belgien Alizarin 13 609 750 2 683 870 3001 753 2 903 478 2 312 281 
Anilin 9 774284 1 085 414 856 152 860 053 
Deutschland Alizarin 188 696 45 842 1 194 — — 
Anilin 275 070 363 278 201 930 327 289 
Holland Alizarin! 200 736 454 086 1 008 335 1158 638 1 910 276 
Anilin 17 933 133 338 142 680 227 511 
Italien Alizarin 190 727 — — — 
Anilin 174 214 325 043 347 197 578 346 
Kochenille kam aus Großbritannien im Werthe Rußland Amerika Sumatra 
von 181 107 R. und aus Frankreich im Werthe Gallonen Gallonen Gallonen 
von 33 443 R. Von Saffran lieferte Frankreich 188889 9717773 2212212 — 
31 213 lbs = 593 289 R., Großbritannien 2 lbs 1889/90 10 742 311 2 961728 — 
— 62 R. und Deutschland 25 Ibs — 933 R. 6 189091 12 291 360 2 054788 — 
V. Oele. I 1891x92.113400121251168 — 
Animalische (besonders Fisch-) Oele kamen von 1892/93 12 644 944 2 239 903 — 
Großbritannien im Werthe von 17 904 R., aus 1893/94 17 864 120 6 0849609 — 
anderen Ländern im Werthe von 157 R. 1894/95 10 770 860 7 157180 — 
Von ätherischen Oelen lieferte: 13895/96 10 148716 2 428915 — 
Gallonen Rupien 1896/97 14 487524 4 905 524 — 
Großbritannien 782 22 453 3 1897/98 22 876 076 6623 965 504 729 
Oesterreich-Ungarn 35 1 006 Die Einfuhr des letzten Jahres war besonders 
Frankreich. 5 735 stark. Hervorgerufen wurde diese Einfuhr durch den 
Deutschlanddo 60 1396 Mangel an Oel im Binnenlande infolge der Miß- 
Itallen ... 65 2 481 ernten der Oelsaaten. Die Einfuhr von Sumatra- 
andere Ländern 1 831 25 588 Petroleum ist neu, dieselbe wird sich aber zweifellos 
Zusammen 2778 53 659 ausdehnen, nachdem der Transport in Tankdampfern 
Von vegetabilischen Oelen ist Leinsaatöl zu er- 
wähnen, von dem aus Großbritannien 157 967 Gal- 
lonen im Werthe von 236 854 R. importirt wurden. 
Die Einfuhr von Petroleum in den letzten zehn 
10 péCt. hinuntertrieb. 
Jahren stellte sich, wie folgt: 
i 
in Aussicht genommen worden ist. Im Berichtsjahre 
wurde hier eine russische Petroleumimportfirma er- 
öffnet, deren Konkurrenz in Verbindung mit hohem 
Wechselkurse und niedrigen Frachten die Preise um 
VI. Rohmaterialien. Von Rohmaterialien sind die folgenden aus Europa importirten Waaren zu erwähnen: 
Kohle. Die Einfuhr von nichtindischer Kohle im Vergleich zur Einfuhr indischer Kohle stellte sich 
in den letzten fünf Jahren, wie folgt: 
1893/94 
Tonnen Rupien 
aus Großbritannien 395 960 6 737 184 
Japan 11331 151 710 
Australen 6 830 111.441 
1894/95 
Tonnen 
8 481 
15 652 
Rupien 
7064 10 588 608 532 075 9 725 479 289 108 6 059 648 151 918 3 168 305 
121 399 10 206 155 694 56776 
249 817 
1895/96 
Tonnen Rupien 
1896/97 1897/98 
Tonnen Rupien Tonnen Rupien 
835 028 14213 
265 957 
203 347 
4152 74 001 14355 8 404 120 746 
Zusammen 414 121 7000335 631 197 10 959 824 546 433 9 955 174 360 240 7 160 633 174 565 3 492305 
Kalkuttoah 72977 943 681 33368 
Indische Kohle fährt fort, Boden zu gewinnen. 
See repräsentiren natürlich nur einen Theil der Ein- 
fuhr indischer Kohle nach und des Verbrauchs in- 
discher Kohle in Bombay. 
Man behauptet, daß, je weiter die Kohlenlager 
sich ausgedehnt hätten und man die tieferen Lager 
Die obigen Zahlen der Einfuhr aus Kalkutta zur Kohle bedeutend besser sei. 
813 611 121 596 1 817 874 255 817 3 499 117 463 928 6 284 612 
erreiche, die Qualität und Varietät der indischen 
Neuere Experimente 
haben bewiesen, daß welsche Kohle im Durchschnitt 
25 pCt. mehr Hitzkraft besitzt und 33 pCt. weniger 
Rückstände läßt, als die beste indische. Die Einfuhr 
der japanischen Kohle ist zurückgegangen. 
Ferner sind zu erwähnen:
        <pb n="962" />
        — — 
  
  
  
Harz aus Großbritannien cwt 6 426 R. 33512 
„ Deutschland 6 002 29579 
Zusammen cwit 12 428 R. 63 091 
Hanuf aus Großbritannien e0t 730 R. 29 067 
— -Êß HOest.-Ungan# 62 2 378 
-: Italien 549 20 135 
é: anderen Ländern 
(China und Philippinen) 732 -9 027 
Zusammen cwt 2073 R. 60 607 
Elfenbein aus Großbritannien lbs 116848 R. 837275 
OD Oest.-Ungarn 10534 77005 
. Belgtleen 4676 = 33137 
- Frankreich 8667 61839 
" Deutschland 10804 68313 
- Affrika und 
anderen Erdtheileen 182929 1063949 
Zusammen IDs 334458 -2141618 
Von ungefaßten Edelsteinen und Perlen kamen 
aus Oesterreich-Ungarn im Werthe von 4 826 R. 
Belgien - - 300= 
Frankreich - - -1500 - 
-Deutschland - - . 232= 
Italien - - . 6725 = 
Pech, Theer und Theer zum Kalfatern lieferte: 
Großbritannien cwt 30 794 R. 112 322 
die Vereinigten Staaten 
von Amerika OD 190. 1 235 
andere Länder (besonders 
Straits Settlements) = 5091 25 649 
  
Zusammen cwi 36 075 
Lumpen für die Papierfabrikation: 
139 206 
  
  
Großbritannien cwt 400 R. 3 453 
Norwegen = 1200 = 12697 
Zusammen ct 1 600 R. 16 150 
Steine und Marmor: 
Großbritannien cwt 9 140 R. 26 009 
Belgien = 2190 45903 
Italn . 27 173 76810 
Talg: 6 
Großbritannin cwt 6 204 R. 132 790 
andere Länder - 885- 18 654 
  
Zusammen cwt 7 089 R. 151 441 
810 
  
  
Bau= (nicht Teak-) Holz: 
Großbritannien. . . Tonnen 395 R. 29 139 
Oesterreich-Ungarn. O 573 37 716 
Deutschland - 471 29 869 
Rußland . . . - 71 4365 
Schweden - 548 -37 564 
andere Länder (besonders 
Straits Settlements) 4508 .155 06# 
  
Zusammen Tonnen 6 566 N. 293720 
Mineralwasser lieferte: 
Großbritannien im Werthe von. . ... R. 56s7 
Oest.-Ungann - -..... 2992 
Belgien - - -..... - 3 8s6 
Frankreich - - ( = 195 
Deutschland - - -...- 203 
Graphit kam aus Großbritannien im Werthe von 
65 911 R. lie 
Schwämme lieferte: 
# im Werthe von . . . R.. 19 5 1 
Belgien - - -....- 
Deutschland — . . .. 
Holland — - 14 
VII. Waaren, ganz oder theilweise fertiggestellt. 
A. Garne und Textilwaaren. 6 
Die Preise der Baumwollengarne und Tertil- 
waaren sanken infolge hohen Kurses und billiger 
Baumwolle überall um etwa 10 pCt. 
Baumwollgarne kamen in den letzten zwei Jahren 
wie folgt, nach Bombay: 
1896/97 1897/98 
lbs 9677674 11 945 040 
Rupien 6 418 694 6 981 372 
Die vermehrte Einfuhr ist theilweise dem Versuch 
jesiger Spinner, mit feineren Garnen zu weben- 
bessger Sosage- wurde hier eine für desen 25 
errichtete Spinnerei eröffnet — theilweise "w ar, 
nahme der Reexporte, besonders nach Persien, zu86 
schreiben. Die Einfuhr von gefärbten Garner dar 
eine Abnahme infolge einer größeren Thätigke 
hiesigen Färberindustrie auf. 
Textilwaaren: # . 
Die nachstehende Tabelle zeigt den Handel in 
Baummwollenwaaren in den letzten zwei Iahrenn 
ie 
  
Menge Rupien Menge Rupien Menge — en 
Stückgüter, grau, Yards 215 307 566 25 156 419 231 894 520 25233396 + 16 82 279211|6 
weiß, HEEEILEEXIIIIIEE — 23644 — 7570 370 
bunt, 140 068 965 23 350290 103.020 511 15 779 720 —37943888 + 55 
ganevas, .. 46179121397872216s104--322«73-317535 
Taschentücher Stück 8490 033 771516 5967 555 453 930 — 25 – 211s2 
Strumpfwaaren, rein und gemischt – 701 507 — 455 455 775 206 2008 
Spitzen= und Netwaaren, Jards 1 749 557 403.204 973 651 202 361 — 7#% 6578 16 27 
Strickwaaren (Rope) Ibs 80 347 56 767 126 925 73394 13 428 — *½ 
Nahzwirn . - 171173330090 1577452972!0"·11«9252——97636 
andere Arten. .. 666991 150 131 547 739 352 459 — — 
Zusammen 72 622 80 61 453 287 en lomen Das 
Graue Stückgüter stiegen in der Quantität, die von einige Mengen auch über kuhgee Weber, und 
Zunahme im Werth war nur gering. Sie erstreckte Jahr 1897 war schlecht für eng der Villigkert 
sich der Hauptsache nach auf breitere 
Arten und war beträchtlich bei den 
schiffungen von Pepperell-Drillen aus 
und schwerere 
direkten Ver- 
Amerika, wo- 
Preise standen überall niedrig wegen 
der die Preise 
Trotz der Zunahme der Importe gegen 
·’ «nte. 
bestimmenden amerikanichen Er 
z Jaht
        <pb n="963" />
        — 811 — 
1896—97 und auch gegen 1895—96 blieb die Ein- Bunte Stückgüter. In diesem Zweige des Ge- 
fuhr doch sehr bedeutend hinter der früherer Jahre # schäfts machten sich die andauernden Folgen der 
zurück. Es mag jedoch hinzugefügt werden, daß die Hungersnoth am schärfsten fühlbar. Zum gewissen 
diesjährigen April= und Mai-Importe um je drei Theil ist die Einfuhr von bunten Stückgütern durch 
Millionen Yards stärker waren als in den korre= graue ersetzt. Die Einsuhr von Türkischrothwaaren 
spondirenden Monaten des Jahres 1897, obwohl die wurde gehemmt durch die Grenzkriege, wodurch einige 
biesigen Lagervorräthe am Schlusse des Berichtsjahres, der Hauptmärkte geschlossen wurden. Die durch die 
größer als am 31. März 1897 waren. Wiederausfuhr nach Persien herbeigeführte Aufbesserung 
Weiße Stückgüter weisen eine geringe Abnahme läßt kaum hoffen, daß Bombay den persischen Markt 
in der Menge, aber eine sehr bedeutende im Werthe wiedergewinnen wird. Eine Ausnahme von dem all- 
auf. Der Ausfall ist aber mehr als gutgemacht gemeinen Abfall in bunten Stückgütern weisen fran- 
durch die Einfuhr von white nainsooks im April zösische und italienische Kleiderwoaren auf, deren 
und Mai 1898. Die Saison für diese Waaren ist vom Einfuhr zunahm. 
Februar bis Mai. Den Ausfall trug besonders Strumpfwaaren zeigen eine bedeutende Abnahme 
Großbritannien, gegen dessen Ausfuhr nach Bombay gegen die außergewöhnlich hohen Importe des Vor- 
die anderer Länder fast verschwindet. Bemerkbar jahres, die große Lagervorräthe geschoffen hatten, 
macht sich neuerdings jedoch die Einfuhr von Holland auf, stehen aber noch über dem Durchschnitt früherer 
Shirtings. Die schweizer Ausfuhr von Cambrics, Jahre. 
Musselins und Jaconets nahm ihren Weg über Genua Die Einfuhr von Taschentüchern scheint unter der 
und Venedig anstatt über Triest; die Zunahme in Hungersnoth, Pest und dem Sinhasta-Jahr mehr als 
dieser Einfuhr hat die hiesigen Vorräthe über das die meisten anderen Waaren gelitten zu haben. Ihre 
Maß vermehrt. Die Spinnerelindustrie Italiens selbst Einfuhr fiel in den letzten drei Jahren von 1087 679 N. 
nimmt zu und dieses Land scheint ein Konkurrent in auf 771516 R. und in diesem Jahre auf R. 453 980. 
weißen Stückgütern zu werden. 
Seidenwaaren wurden in den letzten zwei Jahren, wie solgt, eingeführt: 
  
1896/97 1897/98 Zu= bezw. Abnahme in 1897/98 
Menge Werth Menge Rupien Menge Rupien 
Rupien 
Stückgüter Yards 8702 066 6542 611 7715 403 5972 691 — 986 663 — 569 920 
Seidenwaaren mit an- 
derem Material 
gemischt ards 2 066 649 1 858228 945 373 822 051 — 1 121 276 — 1 036 177 
Nähgann Ibs 8 021 56 576 817 6 838 — 7204 — 19738 
andere Arten . lbs 285 932 1218359 271 925, 709 155 — 14007 — 509 204 
Zusammen 9 675774 7510 735 2 165 039 
Das Fernbleiben von Händlern aus dem Binnenlande von Bombay, ferner Kursschwankungen 
und große Lagervorräthe verursachten die große Abnahme der Einfuhr im Berichtsjahre. 
Die Einfuhr von Wollenwaaren stellte sich in den letzten zwei Jahren, wie folgt: 
  
1890/97 1897/98 Zu= bezw. Abnahme in 1897/98 
Menge Rupien Menge Rupien Menge Rupien 
Gewebe (Braids) 1b8 5 525 11398 4 967 9 032 — 55 — 2366 
Teppiche und Decken - 131 827 175 554 61 118 68 763 — V70709 — 106 791 
Stückwaaren VNards 7 185.797 6 041 610 3 652 202 2994 629 — 3533.595 — 3 046 981 
Shawmwss Stück 137 301 258 726 59 319 96 118 — 77982 — 162 608 
andere Waaren Ibs 336 422 609 521 252 0 18 385 079 — 84374 — 224442 
Zusammen 7 096 809 —— –3543( 
Die auffallende Abnahme von 50 pCt. kann nur den aufgehäuften großen Lagervorräthen zu- 
geschrieben werden, die ihre Erklärung in der Abwesenheit der Händler und Käufer von Bombay während 
der Saison finden, Bedingungen, die sich fast genau während der zweiten Epidemie wiederholten. 
Britische Waaren, die etwa zwei Drittel des Handels ausmachen, sanken um 49 pCt., kontinentale 
Waaren um 54 PpCt. 
Die nachfolgende Liste der Textilwaareneinfuhr nach Bombay in 1897/98 unter Berücksichtigung 
der europäischen Lieferungsländer zeigt u. A. den sehr geringen Antheil, den die deutsche Industrie noch 
immer an der Baumwollwaaren-Einfuhr nach Bombay nimmt, die etwa ein Viertel der ganzen Waaren- 
einfuhr, etwas weniger als ein Drittel der Waareneinfuhr nach Bombay durch den Suez-Kanal, ausmacht. 
Nur von Wollenwaaren werden aus Deutschland größere Mengen eingeführt, etwa ein Achtel der Gesammt- 
einfuhr in diesem Handelszweige.
        <pb n="964" />
        — 812 
Groß= Oesterreich= Belgien Frank- 
Vereinigte 
Deutsch= Holland Italien Staaten von andere 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
britannien Ungarn reich land Amerika Länder 
4.- B aumwollenwaaren. Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
1. Stückgüter. 
a) grau: 
Cambrics . 1813 — — — — — — — 
Chadars, Dhoties, Saries und 
Scarves .. .. 3 416 924 — — — — — 6381 — 516 
Jaconets . 2680 515 — — — — — — 
Jeans, Sheetings und Drilis .. 1261693 68 400 13 — — 395 2304 1150 426 2566 
Longcloth . 10 032 — — — — — — 
Madapolams. 535 381 — — — — — — — — 
Mulls 734 166 — — — — — — — — 
Printes . 121 909 — — — — — — — — 
Shirtings. 14587228 — —I — — — — — 3 
J. Cloch und Domestics 542370 — — — — — — — 12 566 
nicht spezifizirt 97856 — — — — — — r 
Zusammen 23989 796 68 400 13 — 995 968685 1 150 426 15681 
b) weiß 
Cambrics, Twius, Muslins und 
Lawas 210 982 88901 — — 11 83 37. — 482 
Chardars, Thoies. Saries und 
Scarves .. 687361 6005 — — — 615 — 132 
Checks, Spots und Stripes. 626 588 — — — — — — — — 
Drills und Jeans . 300478 — — — — 172 — 13 143 — 
Jaconets= 1115979 7357 — — — 6 11836 — * 
Longcloth. 112 570 — — — — — — — 
Mulls. 4772856 — — — — — — — 
Nainsook 6008 546 19794 — — — 18899 35295 — — 
Shirtings 3 103 960 7732 — 48 652 – — 71 
nicht spezifizirt 1253778 16297 27222 — 13959 — 2875 — 2 
Zusammen nlt3 1 HECCC!. 
IP) bunt, bedruckt oder gefärbt: 
Cambrics, Twills, Muslins 1 636 890 1037 — — — — 15277 — – 
Chadars, Dhoties, Saries und 107 
Scarosss . 1 260 300 30 439 — — — – 1240 — 
Drills ... 983 599 — — — — — — 3123 
Jacons 554 943 — — — — — — — — 
Mulls 103 287 — — — — — — — — 
Prints und Ehints. 4858 897 39924 — — — — 17364 — 
Shirtings 1 764 832 – 118#. 
nicht spezifizirt "„ 3 627 965 299 610 166 523 77 T 86 834 4 362 231 268 1691 
Zusammen 14 700713 371 610 166 523 75 866 856 854 4362 265 149 4814 1287 
2. Kanos. 6978 5201 — — 3 822 — 714 — — 4 
3. Taschentücher . 439 140 6974 — — — 8030 — 
4. Strumpfwaaren, rein und ge- 28 
mischt . 725961813792065348087684—105414—- — 
5. Spitzen und Nezwaaren . 182 805 12571 1201 — 1752 — 4032 — 2 
6. Strickwaaren 73 394 — — — — — — 148 
7. Nähzwirn. 258 403 26 220 — — 2454 — — P— * 
S. andere Arten Baumwollwaaren 242 5(82 7086 69 002 10 10 269 23 091 – — 
Zusammen Baumwollenwaaren 55 240565 817015 M57 &amp;5706 77°4 95 688 —#——— 
B. Flachs. — 
Garre 4886 — — — — — — — 
Kanevas 134052 — —1 — — — — — 41 
Stückwaaren 212 S23 — 11941 — — — — 10 
Nähzwirn. 16778 1571 — 5 285 — — — 
andere Flachswaaren, einschl. Sääe 46 666 —1 — — — — 32— 
Zusammen Flachswaaren (Garne 71 
nicht eingeschlossen). .. 410259157111941 5 285 — 325 — — 
! C. Hanf. — 
Tuch —««-. 901997286 — — — *— — — — 
D. Jute. — — 
Garne .... . 1821 — — — — — — — 188 
Säcke . 621 — — — — — — 128 
Sacktuch . 2192 — — — — — — m — 
Kanvas . ..«1580463090— — — — — # — 
Tauwerk (Rope and Twine) 1548 — — — 1215 — — — 7225 
andere Arten 5208 — — — 1046 — —- W 
Zusammen Jute 169 436 30900 — — 2260 — — —
        <pb n="965" />
        Groß= Oesterreich= Belgien Frank- 
813 
Deutcch- Holland Jtalien Ver. St. v. andere 
lan Amerika Länder 
  
  
  
  
britannien Ungarn reich 
E. Seide. Rupien Rupien Rupien Rupien hie Nupien Rupien Rupien eklonderek˙) 
Stücgüter 61 3827 28359 2413 318 7109 — — 191364 — 5375509 
Seidenwaaren, gemischt mitanderem 
Material 24 789 153 506 266 690 226 720 83 123 57265 — 9958 
Nähzwirn 3 063 1971 — 300 — — — 1614 
andere Seidenwaaren. 43182 18047 — 14051 20 631010 — 2845 
Zusammen Seide 132 351 201 883 269 103 559790 23 143 — 879639 — 5-384 826 
F. Wollenwaaren. 
Gewebe (Braids) 2126 196 — — 6710 — — — — 
Teppiche und Decken. 55 857 111 130 — 1036 — 106 — 11523 
Stückgüter. 2110 445 245 092 71 578 152 417 370726 — 322828 — 11543 
Shawls 1 598 48 980 — — 40908 — 4090 — 542 
andere Arten. . 268 691 40 8299 879 17641 39 940 — 15805 — 14294 
Zusammen Wollenwaaren 2 438 717 335208 72 587 170 058 459 320 — 52 723 — 24 902 
B. Kleidungsgegenstände zerfallen in der Großbritannien 1 691 cwt = 125 311 R. 
Zollstatistik in die zwei Unterabtheilungen: Deutschland 289 —- 10227 
1. Kleidungsstücke, einschl. Band= und Mode- Jch andere Arten Munition: 
waaren, aber ausschließlich Strumpfwaaren, die im Großbritannien ........ 121014- 
Berichtsjahre einen Ausfall von 38pCt, gegen 1896/97 Belgien... 2048 — 
andere Länder 1 423 
aufweisen und 
2. in Stiefel und Schuhe. Die Abnahme in der 
Einfuhr von Schuhen und Stiefeln in den letzten drei 
Jahren war, wie folgt: 
Rupien 
1895/96 663 777 
1896/97 529 781 
1897/98 417 587 
Nur Stiefel weisen eine sehr kleine Zunahme auf 
infolge der neu begonnenen Einfuhr von Schweizer 
Stiefeln, einem neuen Handelsartikel. 
Auf die einzelnen Bezugsländer vertheilte sich die 
Einfuhr in 1897/98, wie folgt: 
  
  
  
  
3 Stiefel 
Kleidungsstücke und Schuhe 
Großbritannien . R. 2 012 456 R. 377930 
Oesterreich-Ungarn 612 615 19 011 
Belggen 37 666 23 
Frankreich 278 2838 11 953 
Deutschlaod 177 631 1 679 
Holland - 150 4 — 
Italten 176 891 = 2646 
Rußland = 129 189 = – 
andere Länder 283 632 = 4 345 
C. Alle übrigen Waaren. 
Waffen und Theile davon kamen in 1897/98 
aus Großbritannien im Werthe von 
(davon Pistolen R. 2288, Maschinen 
. Patronenbereitung 2c. R. 1204), 
aus Belgien im Werthe von . . ... - 192 
-Frankreich- - -..... - 182 
-Deutschland im — -..... - 540 
é5 den Vereinigten Staaten von Amerika 
  
im Werthe von. . .. . . . . . .. 1707 
-anderen Ländern . . . . . . . . .. - 3 325 
Zusammen R. 198 33 
Munition: 
a) Pulver lieferte Großbritannien, und zwar 
153 778 lbs im Werthe von 79 379 R. 
b Dynamit und sonstige Explosives: 
R. 192 392 
Kunstwerke wurden im Werthe von 230 481 R. 
eingeführt, und zwar: 
  
aus Großbritannien für .. . .. . 138 684 R 
- Oesterreich-Ungarn für . . . .. 7 758 - 
-Belgien r 439. 
- Frankreich für .. ... . ... 4 184 
- Deutschland für .. .. . ... 14 329- 
Holland fffr 38 
-Italien ffr 52 217= 
-anderen Ländern für . . .. . 12 824 = 
Baumaterialien. Hiervon lieferten: 
Asphalt Frankreich . evt 1 800 R. 5 513 
Backsteine und Dachziegel Zahl Rupien 
Großbritannin 2 246 252 140 537 
Belgien 57 618 1262 
Frankreich. . . .. . ... 443 338 17995 
Italin 145 300 8 178 
andere Ländern 3 000 300 
  
Zusammen 2 895 508 179 672 
In Cement weisen alle Bezugsländer eine ver- 
größerte Ausfuhr nach Bombay auf, wahrscheinlich 
infolge des allgemeinen Fortschritts von Wasserwerken 
und Drainage= und sonstigen Ingenieurarbeiten. 
Die Einfuhr betrug: 
aus Großbritannien ct 98 649 R. 223 920 
  
-Oesterreich-Ungarn 169 - 300 
-Belgien 12 026 = 23 608 
Frankreich 6 303 11 640 
-Deutschland — 525 1 234 
-JItallen . 8571 14 236 
-anderen Ländern . — 3 8 
Zusammen emt 126 246 N. 274 946 
Ferner wurde nach Bombay von Baumaterialien 
  
eingeführt: Kalk und Kreide: 
aaus Großbritannien ct 3 839 R. 5 135 
Oesterreich-Ungarn 96 281 
- Frankreich . . . . — 400 1812 
anderen Ländern. 128 118 
Zusammen ecnt 4 463 R. 7 346
        <pb n="966" />
        Thon aus Großbritannien cwt 24 692 R. 55 176 
Irdene Röhren: 
aus Großbritannien . cmt 12 393 R. 49 974 
andere Arten - 976 = 2755 
Die Einfuhr feiner Tischlerarbeiten und 
Möbel fiel in den letzten drei Jahren, wie folgt, ab: 
  
1895/96 622 107 
1896/97 478 157 
1897/98 261 544 
Die Abnahme ist am meisten bemerkbar bei der 
Einfuhr aus Deutschland, die in 1897/98 R. 47 267 
betrug. Großbritannien lieferte für R. 128 699, 
Oesterreich-Ungarn für R. 22 610. 
Die Einfuhr von Kerzen hat ebenfalls abgenommen. 
Es wurde eingeführt: 
1895/06 R. 497 117 
1896/97 271 112 
1897/98 216 736 
Die Einfuhr aus Belgien sank mehr als die 
aus Großbritannien. Die Einfuhr beider Länder 
ist ziemlich gleich, und zwar lieferte: 
  
Großbritannien 384 822 IbS 101 961 Rupien 
Belgien 422 754 108 9600 
Kautschuk kam von 
Großbritannien im Werthe von 176 969 R. 
Oesterreich-Ungann - - 2 642 
Belgien .- - 21517- 
Deutschland — - . 18 333 
Italln - 1015- 
den Verein. Staaten 
von Amerika - 709. 
anderen Länden - - 258 —- 
Zusammen 221 443 R. 
Wagen. 
Die Einfuhr der letzten 5 Jahre betrug: 
1893/94 198 993 Rupien 
1894/95 388 8697 
1895/96 529 707 
1896/97 1 001 648 
1897/98 1 018 256 - 
In „Wagen“ sind auch Fahrräder einbegriffen. 
Der Import aus Großbritannien sank im Berichts- 
814 
l 
--- —---- 
jahr von 953 599 R. auf 907 307 R. Die Einfuhr 
aus anderen Ländern zeigt eine kleine Zunahme, 
besonders die aus den Vereinigten Staaten, die in 
geringer als in früheren Jahren; 
den letzten drei Jahren sich mehr als verdoppelt 
hat. Die Einfuhr aus den verschiedenen Bezugs- 
ländern betrug: 
aus Großbritannien 907 307 Rupien 
Oesterreich-Ungarn. 16 299 
. Belgien 24103 — 
Frankreich 7741= 
. Deutschland. 12 866 
Italien 1 100 
den Vereinigten Staaten 
von Amerika 4 384 
anderen Ländern 4457 
Die Einfuhr von Fahrrädern wird von Deutsc 
land noch immer sehr vernachlässigt, während neben 
dem guten englischen und amerikanischen Fabrilat 
sich Fahrräder geringerer Güte und demzufolge 
billigerer Preise aus Großbritannien, den Vereinigten 
Staaten von Amerika und Oesterreich-Ungarn einen 
guten Absatz verschaffen. Für eine billige, starte, 
solide Herrenmaschine (pneumatische Reifen) zahlt 
man hier 200 bis 225 Rupien, mit besseren Aus- 
stattungen bis 350, ja 450 Rupien (Premiers) 
Damenmaschinen billigster Qualität mit Dunlop- 
Reifen werden im Detail mit 275 R. verkauft 
Bombay, wie Indien überhaupt, ist ein sehr großes 
Feld für Fahrräder. 
Chinesische und lackirte Waaren kamen aus 
Großbritannien . im Werthe von 11 315 R. 
Oesterreich-Ungarnn " O 641 . 
Belgien ....... - - - 367 
Frankreich ...... - - - 269- 
Deutschland (For- s-iue 
bacher Waaren) - - 15 726 — 
Rußland - - 2936 — 
anderen Ländern (be- 
- - 90 893 - 
sonders China) "D - 
« Zusammen 132177 R. 
Taschen- und Wanduhren. 
Die Zahl der importirten Uhren war nur wenig 
der Werth der 
Einfuhr weist aber eine große Abnahme auf, da 
wiinshr Nachfrage nach schweizerischem und btihen 
Fabrikat bestand als nach den billigeren Arnten 
aus den Vereinigten Staaten von Amerila 
Oesterreich-Ungarn. Die Zahlen der Einführ 
letzten drei Jahre betrugen 
1895.06 1896.07 1897/98 
aus Anzahl Rupien Anzahl Rupien Anzahl Rupien 
Frankreich und Italien 63 933 583749 63 550 557 872 56 158 131 21, 
Großbritannien 12 431 88 011 7 128 671 5 3838 635|8 
Deutschland 10 008s 26 162 10 369 23 241 6 860 11 40 
Vereinigten Staaten 14759 94452 14534 88 523 18426 7/650 
Oesterreich-Ungarn 7 1314 97 426 8184 74527 15 622 5627 
Die japanische Uhr ist fast gänzlich vom Markte 
verschwunden, ihre Einfuhr im Jahre 1897 bis 
1898 betrug 452 R. 
f 
· us 
Tauwerk, besonders Hanf, ausgenommen a 
Jute, lieferte
        <pb n="967" />
        — 815 — 
  
  
  
Großbritannien im Werthe von 151 760 R. eine Zunahme auf, indem sie von 27 037 R. auf 
Oesterreich-Ungarnn OD 8 646 = 35 445 R. stieg. Billiges deutsches Steingut (ebenso 
Belgien ODA - - 485 = wie emaillirte Eisenwaaren) verdrängen die alt- 
Deutschlad; — — 788 = modischen Artikel. 
Italen - - 1002 — Reexporte nach Persien und Afrika haben infolge 
Andere Länder (be- direkter Verschiffungen abgenommen. 
sonders Chinag OD 5396056 Die betreffenden Zahlen der Länder, die sich an 
Zusammen 276 648 R. diesem Einfuhrzweige betheiligten, waren 
Korke kamen aus: Großbritanneien 401 301 Rupien 
Großbritannien 144 ct 19 708 R. JOecsterreich-Ungoloen 1 602 
Oesterreich-Ungann. 6 623 - Belgien .......... 205 585 - 
Belgeien — „ 20 = Frankreicggg 5202 
Frankreich 18 = 3446 = Deutschlad ... 35 44 
Deutschlad — —- 35 — Italin 20163 
Italin 39 3447 Andere Länder (besonders 
Spanien 8 . 2501 China, Japan) 18 O004t 
anderen Länden — 40 Zusammen 687 302 Rupien. 
« ZusammenZlbcthgsLOR « Feuerwerk kam, meistens aus China, im Werthe 
Steingut und Porzellan. Der Abfall im von 371 294 R. hierher, davon 
Handel war allgemein und deutet auf die schlechte aus Großbritannien für 8 205 R. 
Geschäftslage. Deutschlands Ausfuhr allein weist Deutschland 52 622 
Glaswaaren: 
In Glaswaaren macht sich überall, ausgenommen in der Einfuhr von Flaschen, eine Abnahme 
bemerkbar. Die Zahlen der letzten zwei Jahre stellten sich, wie folgt: 
Zu= bezw. Abnahme 
  
1890/97 1897/98. in 1697/98 
Werth Werth Werth 
Menge Rupien Menge Rupien Menge Rupien 
Glasperlen cxyt 8542 846 645 4 353 405 797 — 1189 — 440 848 
Flaschen - 10 449 96 5601 12866 123607 — 2 416 J 27 106 
Fensterglass. Juß 2 856 250 320 437 1758 4600 219 936 — 1 097 790 — 100 501 
Andere Arten — — 2 317 048 — 1667 204 — — 749 844 
Zusammen — 3580631 — 2 316 544 — —1 264 087 
Der Preis von Fensterglas ist in Europa hoch, während er hier niedrig steht infolge geringen 
Bedarfs und großer Vorräthe. 
Glaswaaren wurden von den folgenden Ländern geliefert: 
  
  
Perlen Flaschen Fensterglas Andere Waaren 
Großbritannein K.. 5 046 121 519 77 512 201 258 
Oesterreich-Ungeren 107527 — — 467 767 
Belgen 1 329 — 110 821 237 029 
Frankreiigg17977 455 – — 37 001 
Deutschland .- 14370 1370 1 603 199 979 
Italten . — 93 966 — — 1011 
Andere Länder (besonders China ) 6 104 688 — 423 159 
Zusammen . . . R. 405797 123 607 219 936 1567 204 
Häute und Felle. Instrumente und Apparate werden in der 
Von gegerbten Häuten und Fellen wurden nach Zollstatistik nach den folgenden Waarengattungen 
Bombay importirt: unterschieden: 
Häute (hides) für 32 917 R. musikalische, 
Felle (skins) - 238 110 photographische und 
Davon kamen Häute Felle wissenschaftliche Instrumente. 
aus Großbritannien 32 699 224 014 R. Die Einfuhr stellte sich, wie folgt: 
O5 Oesterreich-Ungarn. — 1266 OD 8 musika= photo= wisssenschaft- 
= Belgeien — 2440 — au lische graphische liche 
* Frankreich 189 342 -Großbritannien 176 289 210 096 625 669 R. 
* Deutschlandy , – 7236 = Oesterreich-Ungarn 41 7563 6 328 31 516 
* Italien — 1694 = Belgien 756 786 14 200 
5 anderen Ländern 35 818 = Frankreich. 21 677 1342 34 578. 
Zusammen 32 917 238 110 R.] Deutschland 43 941 21 470 13 943=
        <pb n="968" />
        816 
Italen 2 103 – 770 R. Andere 
den Ver. Staaten 10 695 — 19 342 Unver-= Sattler-= Arten 
anderen Länden 5 142 2186 14 102 erseitetes maaren und laueldt. 
r 
Pferdegeschirr Stiefel u. 
  
  
Zusammen. . . 302356 242208 764120 R. l Schuhe) 
Leder und Lederwaaren. aus Rupien Rupien upien 
Unbearbeitetes Leder und Sattlerwaaren weisen Großbritannien 111 619 185 543 778459 
eine Abnahme gegen das Vorjahr auf. Die Einfuhr Oesterreich-Ungarn 15 1902 62287 
„anderer Arten“, welche etwa ¾ des Totalhandels Belgien 4 479 79 3493 
in Leder und Lederwaaren ausmachen und Gürtler= Frankreich – — 13 233 
waaren (belting) einschlleßen, war höher als im Deutschland 1 314 1 044 3423 
Durchschnitt früherer Jahre. Importe von Gürtler= den Ver. Staaten. — 210 4339 
waaren aus den Vereinigten Staaten verschwinden anderen Ländern 2 730 1910 921 
fast ganz zu Gunsten von Großbritannien. Die Zusammen. 120 157 190 688 810 378 
betreffenden Zahlen waren, wie folgt: 
  
Streichhölzer. Die Einfuhr aus Schweden und Japan nahm zu nach der geringen Einfuhr der 
letzten zwei Jahre. Die Einfuhr aus Deutschland nahm weiter ab. Die betreffenden Zahlen der letzten 
fünf Jahre waren, wie folgt: 
  
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
Großbritannien 636 454 317 564 63 733 18 768 7 818 
Deutschland 133 111 73 163 12527 54 612 50 120 
Norwegen. 275 646 207567 361 087 234 238 267 787 
Schweden 112 326 83 400 68 775 127 122 232743 
Japan ... 112 597 707 409 726 800 5631 175 998271 
Oel= und Flurtuche lieferten 
Nards Rupien dagegen eine Zunahme im Werthe zu verzeichne, 
Großbritannien 363 703 192517 der von 800 000 R. auf 850 000 R. stieg. 
Oesterreich Ungarn 10 182 11 993 Die Einfuhr deutscher, meistens trockener Farben 
Belgien 1 393 600 (der Hauptsache über Belgien eingeführt) wies eine 
andere Länder 43 23 geringe Abnahme auf. Die Einfuhr von chinesischen 
Zusammen . . 375 320 205 133 Karmesin (Vermilion) und persischem Ocker scheim 
Farben. aufzuhören. In der letzteren Farbe konkurrict 
In englischen Farben, die meistens flüssig sind, Italien mit Persien. Die betreffenden Zahlen stellien 
war eine große Abnahme in der importirten Menge, sich, wie folgt: 
Kom- Patent- 
positions= trockenfarben Preuß. Andere 
farben (driers Blau Mennig Karmesin Bleiweiß Zinkweiß Farben 
« aus ewi Rupien ewt Rupien ct Rupien cwt Rupien ewt Rupien cwt Rupien ct NRupien ewt Ruvien 
Broß= 
britannien 1778 106592 153 1308 3 701 3605 46212 1 235 8963 137525 8044 156693 28465 401583 
Oesterreich: 
Ungarn 4 250 — — — — — — — — — — — — 24 
Belgien 231 15109 — — 25 106906 2276 228291 — — 677 6415 4 90 1790 21592 
Frankreich. — — — — — — — — — — — — — — 178 8 
Deutschland 160 10805 — — 410 338“36 3318 24940 — — 182 1774 4 61 2667 20 
Italtn — 18 — — — — 1451 10721— — — — — — 1598 528 
anderen 
Ländern — 22 5 50 — — — 331 53861 — — 3 70 20 2 
  
438 362.33 10050 104767 332 51096 9722 145714 8055 156914 34717 45655 
Papier und Pappe. Papier wies eine Ab- 
nahme von etwa 450 000 N. gegen das Vorshr 
Zusammen 2173 132709 158 1418 
Von Malermaterialien kam 
  
2 l .- 
Terpentin Udere auf, die nicht einer Ausdehnung der Lokalindustrie 
aus Gallonen Rupien Rupien zugeschrieben werden kann. Die größte Abnahme 
Großbritannien. 10 522 90758 141779 fand bei anderen Arten, statt, welche Pockbadee 
OrlterreichUngarn ; 3 135 einschließen, welches beim Packen von Garnen in de 
De 9 15 590 hiesigen Spinnereiindustrie, deren Exporte so niedrig 
ebh and 2 5 1 90. waren, Verwendung findet. solgenden 
··· » Von Papier und Pappen kamen die fo 
anderen Ländern 86 225 13582 Arten, Mengen und ee im Berichtsjahre nach 
19610 90 998 161 385, Bombay. 
Zusammen
        <pb n="969" />
        817 
Andere Arten 
  
Schreibpapier 
Druckpapier unschreibobte, Popier Pappe 
aus cwt Rupien cwt Rupien %cwt Rupien ewt Rupien 
Großbritannien 13 775 249 933 — 362 470 10 003 171 232 53 566 
Oesterreich-Ungarn. 12 158 135 925 — 340 489 13 106 182 089 — — 
Belgien .. 552 8560 — 102 234 2706 47 207 — — 
Deutschland 4 027 47 374 — 17531 10 213 104915 — — 
Holland . — — — — 384 3137 — — 
Italieen 45 1 404 — 7984 87 2055 — — 
Norwegen-Schweden 273 3 200 — — 2033 17761 — — 
Vereinigte Staaten 1 358 21 061 — — — 22 — — 
anderen Ländern – – — 3 885 678 27 831 — 
Zusammen. 32 188 467 457 — 834593 39 240 556 249 53 5660 
Duruckermaterialien, nicht Papier, wurden 
in Werthe von 126 293 Rupien hier eingeführt, 
avon 
aus Großbritannien . .. für 99 018 R. 
-Oesterreich-Ungarn .- 14226 - 
= Belgien = 7918 
Deutschland 4585 
Seifen aller Arten wurden im Werthe von 
573 900 R. eingeführt und zwar kamen 
ewt Rupien 
aus Großbritannien 28 116 522 171 
Oesterreich-Ungarn. 567 25 979 
. Belgeen 70 1 555 
Frankreich 15 1 365 
. Deutschland 55 3 150 
-Italken 513 18 728 
anderen Ländern 19 952 
Die Seifeneinfuhr aus Deutschland ist sehr zurück- 
gegangen, wie die Zahlen der letzten fünf Jahre 
zeigen: 
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
23 932 15 933 36 034 23 080 3150 
Die früher im Bazar bekannte „Riegersche“ Seife 
ist fast ganz verschwunden. Die österreichische Firma 
Taussig hat hier, ebenso wie die große englische 
Firma Pears, einen eigenen Vertreter. 
Schreibmaterialien, nicht Papierwaaren, 
wurden gegen 1 461 761 R. in 1896/97 im Be- 
richsahre im Werthe von 1 117 029 R. eingeführt, 
avon 
aus Großbritannien . . . für 795 913 R. 
-Oesterreich Ungarn .---161210 — 
-Belgien 68 108 = 
Frankreich - 9888 — 
. Deutschland 36 681 -— 
Italen -: 10567 
é5 den Verein. Staaten = 11 389 
Stöcke, Peitschen und Fischergeräthe im 
Werthe von 31 630 R., davon 
aus Großbritannie für 23 188 R. 
Oesterreich-Ungarn 3 993 
Deutschland 2 627 
wurden hier eingeführt. 
  
  
  
Die Einfuhr von Spielwaaren belief sich in 
1897/98 auf 450 200 R. gegen 810 082 R. im 
Vorjahre. 
Davon kamen 
aus Großbritannien . für 254 368 R. 
Oesterreich-Ungarn 48 825= 
.Belgien = 40 796 
.Frankreich = 26 240 
Deutschland -JyV1532 
Die Einfuhr von Schirmen fiel im Berichts- 
jahre um etwa 350 000 R., da noch große Vorräthe 
aus den Vorjahren auf Lager waren. Schirme 
nach europäischem Muster aus Japan scheinen bei 
dem hiesigen Publikum ihre frühere Beliebtheit ver- 
loren zu haben und fielen von 250 000 auf unter 
30 000. Der chinesische Bambuschirm weist eine 
geringe Zunahme auf. Die Einfuhr von Schirmen 
im Berichtsjahre stellte sich, wie folgt: 
  
aus Anzahl Rorrch 
Großbritannien 921 548 9924 657 
Oesterreich-Ungarn 90 128 
Belggen 3 5 
Frankreichgg 1 647 4081 
Deutschlandd .. 106 157 
Italken 1 704 5722 
anderen Ländern (be- 
sonders China, Japan) 269735 166 634 
Zusammen 1 194 833 1 101 384 
Holzmanufakturen wurden im Werthe von 
60 634 R., davon aus 
Großbritannien für 42 787 R. 
Oesterreich-Ungarn 5997 
Deutschland . 1 351 
im Berichtsjahre nach Bombay eingeführt. 
Von sonstigen Waaren sind in der Zollstatistik 
noch die folgenden spezifizirt, soweit sie nicht, wenn 
in Verbindung mit anderen Materialien, unter jenen 
bereits aufgeführt worden sind:
        <pb n="970" />
        818 
Groß- Desterreich- deutl „ Andere 
britannien ierrech Belgien Frankreich 9 Italien Länder 
Gegenstände aus: Rupien Rupien Rupien Rupien gndn Rupien Rupien 
Bernstein 565 6 451 — — 178 — 6 026 
Knochen 725 — — — — — 580 
Haar 4914 — — — 1666 — 50 
Rohr (Körbe 5) 2 330 —- -— — 25 — 590 
Horn . 83 — — 100 — — 106 
Papier 21 230 4 452 — 719 2873 142 1234 
Asbest (und Wobesbefh 39 567 37 2 646 — 5 689 8848 — 
Hanf 42 101 1 157 340 — 1 163 4910 2 
Bathbricks 7 811 – — — — — — 
Schuhschwärze 7 561 — — — — — — 
Bürsten und Besen .. 58559 38 348 450 1874 6 036 1 398 1 826 
Futterale für Brillen, Opern- 
gläser, Juwelenschachteln rc. 10 125 6 804 — 2219 197 643 1 
Gegenstände aus Celluloid 60 2586 — — 609 — — 
Komposition für Leder- und 
Metallreinigung 84 865 2 693 4 112 36 5 674 — 262 
Filzwaaren 9 997 — — – — — — 
Französische K Kreide 257 4.27 60 — 167 — — 
— Politur 5 068 — — — — — 
Leim . . .. 3 085 — — 681 3 056 — 
Schmiere 4894 – — — — — 
Schleifsteine 6 891 —. — — — — 12165 
Modelle 5752 618 — — — 18 23 
Alte Zeitungen . .148229 3 — — — — 1 
Cigarettenhalter u. Zabalspseisen 31 306 3972 2770 7 556 3918 1 008 2450 
Gips 1 848 — — — 25 — — 
Stärke. .. 1360 1402 — — 1267 — 79 
Toilettengegenstände 146 158 16 888 98 8 294 7934 7001 232 
Vegetabilisches Wachs – 1 370 – – 2 955 — 50264 
Ausfuhr. 
Hier unterscheidet die Zollstatistik zwischen nichtindischen und indischen Waaren. 
Die Ausfuhr nichtindischer Waaren (Reexporte) betrug in den letzten zwei Jahren 
1896/97 1897/98 
31 261727 Rupien, 27 696 058 Rupien. 
Ein Bild der Ausfuhr indischer Produkte in den letzten zwei Jahren giebt die folgende Tabell- 
Es wurden ausgeführt: 
Mengen 
Zu= bz. Abnahme 
Werth Rupien 
U- bz. Abnahme 
18967 1857/98 in 1897.98 1896,97 1897.98 in 1897 98 
Kleidungsstücke (einschließl. 
Stiefel und Schuhes — — — 1037 116 848 5682 — 188 531 
Tischlerarbeiten und Möbel — – — 357 613 243 699 — 11391s4 
Kaffee . 6 S81 4606 — 2185 124 139 247944 — 176195 
Coirwaaren - 39 606 34 145 — 5461 322740 2891 068 — 1165 
Baumwolle: Roh- OD 3 813 158 2682 629 — 1160529 95301 637 63 211 956 —32 093661 
Garne Ibs 176 621 227 170 067913 — 6533 314 64 892 016 59 4177832 — 541418r 
Z Waaren — — — 7 671 464 6185 121 — 148633 
Drogen, Medicinen, Narro- 
tics, Opium. ewt 28 414 22779 — 656535 0 541 993 22 036 067 — 8505 925 
Robtabak lIbs 6360 126 3559110 — 2801 016 783 018 435 645 — 347313 
Färbe= und Gerbemittel eyt 710.347 610967 — 14459380 5144 137 4297968 — 846 16) 
Viehfutler und Kleie 210522 152 731 — 57 791 610 655 501 061 — 109 54 
Frische Gemuse und Früchte — — — 302 338 258 766 — 43510 
Getreide cwt 3336 46 2048 8S0l — 1287 685 16 972 453 12151 917 — 4320 535 
(Jummi und Resin . 55 786 11 8866 — 10050 1299 025 858 457 — 440 565 
Rohhanf 130½92 116773 — 14219 1 470 924 1221657 — 29 5. 
Häute und Felle. 62 51 57 472 — 5 109 7 226 339 7202750 — 25 
H#ôener. 26 122 30 K0 9467 690 607 822 4607 TF 131 80 
Jutewaaren .... – — — 584 661 391 873 — 182 
Unverarbeitetes Leder ewt, 1143 5736 — 4502 83 972 389 2502 K+ 305280 
Knochen Tonnen 21 297 21 17 f+ 150 1255 110 1258 9600 + 850
        <pb n="971" />
        818 — 
Werth Rupien 
Zu- bz. Abnahme 
  
  
  
  
  
Mengen Zu= bz. Abnahme 
1896/97 1897,98 in 1897/98 1896/97 1897/98 in 1897/98 
Metalll Ke#t 23 405 110338 — 12#67 550 8412 361 920 — 194922 
Oele Gallonen 225526 152 313 — 7f3213 473 621 418 483 — 55 138 
Provisionen .. —- — — 1 71352 1743202 + 71 850 
Saatern . ceEwt 6257 325 6 632 489 + 375 164 4 642 6ä77 46 712 454 —+ 2069777 
Seidenwaaren — — — 380 091 250 60é — 129 485 
Gewürze I-bs 7554 568 5697253 — 1857 315 1 438 674 1 137 400 — 301.274 
Thee.. .... 2 2 413 247 1983 315 — 429932 1 582 970 1 191 5415 — 391 425 
Rohwollel 2 14 240 439 15334 488 T+ 1094049 6 743 726 7332 7250 + 588 49090 
Wollenwaaren. . — — — 670 474 776 951 + 106 477 
Nicht spezifizirte Waaren — — — 5 224 822 4634604 — 590 218 
Zusammen — — 300 361 115 246 8829279 —53 478 186 
Deutschlands Antheil an bieser Ausfuhr war Sere 12 632 R. 
nach den amtlichen Statistiken in 1897/98, wie folgt: Mohnsamen 163 646= 
Waaren aus Coir 28 256 R. Rapssaat . . . . .. 3185 436 — 
Rohbaumwolle 5 988 267= Sesamsaat 362 875 
Myrobalanen 433 748 = Andere Saaten 4208 = 
Turmere 5 055 Thhe ... 12 805 
Feden 1 835. Sandelholz .. . ... 30 408 — 
Oelkuchen 59 234 Teppiche und Decken. 10 911 
un 1nd Resin. 108 236 = Andere Waaren 27 058 = 
anf, roh . .. .... 19 9066 -- 117 
Häute 21040. Zusammen 11 861 417 R. 
Hörnnmer 7 635 Die Ausfuhr indischer Produkte nach Deutschland 
Knochen 218 460 in den letzten fünf Jahren stellte sich, wie folgt: 
Aetherische Oele 56 373 1893/94 32 760 354 Rupien 
Azmasaat .. 26 527= 1894095. 22 551 373 
Erdnüsse 10 899 - 1895/96 . 23 782 5320 = 
Leinsaat 1 057 4570 = 1896/97. 18 461 044 
Mowrahsaat 8510 = 1897/98 11 861 41707 —- 
Auf die einzelnen Länder vertheilte sich der Hondel Bombays in 1896/97 und 1897/98, wie folgt: 
Einfuhr Ausfuhr 
1896/97 1897/98 1896/7 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien 
Europa: Großbritannien 156 45 074 136710 150 36 434 844 28 165 851 
Oesterreich- Ungarn 8720 888 13 210 617 14 174 883 8 784 512 
Belgien 11 557 883 9 831 419 20 414 383 19 323 812 
Frankreich 5 318 261 4 969 213 29 059 604 26 374 870 
Deutschland 8 000 039 5 588 997 18 550 944 11 900 366 
Holland. 1 161 337 1 482 969 2 973 025 417755 
Italien 3 062 887 3 257 552 18 860 186 15 263 547 
Norwegen. 502 267 501 820 — — 
Schweden 449 405 581 973 45 000 18 865 
Rußland 7301 478 9774 021 2240 935 1 503 158 
Uebrige Länder 112 764 99 102 416 802 20 288 
Europa zusammen 202 632 283 186 007 833 143 170 606 111 773 024 
Afrika ...... 17 881 462 15 968 544 18 822 389 15545.780 
Amerika: Vereinigte Staaten 5 108 916 5 256 210 341 480 475 670 
Andere Länder 1 380 10 818 — — 
Asien: Arabien: Maskat. 4 12 601 3914544 4 152 964 4 435 597 
-Andere Länder 88 558 38 074 2 755 320 2 280 630 
Persien . 5 984 282 5 804 140 12 234 466 11911 622 
Türkei 2 991 337 2 105 455 3 837 173 2 802 180 
China: Hongkong 11 260 520 9 806 448 47 126 314 40 602 169 
- Vertragshäfen 7277 837 3 970777 50 751 263 41 382 398 
Japaoa 4407 117 3 702 677 32 640 680 29 035 329 
Andere Länder 5248 268 8 964 204 15 610 737 14 296 672 
Asien zusommen 47 420 520 38 306 319 169 106 917 116 746 597 
501 907 179 450 37916 
Australlen 
1 506 272
        <pb n="972" />
        – 
Großbritannien. Alle Stapelartikel aus Groß- 
britannien weisen eine Abnahme auf mit Ausnahme 
von Garnen und Metallen. 
Die Ausfuhr nach Großbritannien repräsentirt 
in 1897/98, ähnlich wie in den bis 1892/93 voran- 
gegangenen Jahren, etwa 25 pCt. der Gesammt- 
ausfuhr nach Europa. Vor 1892/93 nahm der 
Handel Indiens nach dem Kontinent mehr generell 
seinen Weg über englische Häfen. 
Oesterreich-Ungarn. Der Aufschwung in den 
Importen ist der ungewöhnlichen Zunahme der Zucker- 
importe zuzuschreiben, die von etwa 800 000 R. auf 
7 600 000 Rupien stiegen und etwa 57 pCt. des 
gesammten Einfuhrhandels aus Oesterreich-Ungarn 
ausmachten. 
Andere Artikel, wie Kleidungsstücke (besonders 
Goldfaden), Glaswaaren, Kurz= und Eisenwaaren, 
Seiden= und Wollenstückgüter zeigen einen Rückgang. 
Belgien. Der Einfuhrhandel weist eine Ab- 
nahme gegen frühere Jahre auf. Der Hauptgrund 
der Abnahme gegen das Vorjahr war, daß deutsche 
Anilinfarben ihren Weg in 1897/98 mehr über 
Holland nahmen. 
Frankreichs Ausfuhrhandel von Seide nach 
Bombay nimmt von Jahr zu Jahr ab. 
Die Abnahme der Ausfuhr von Deutschland 
nach Bomboy ist generell, aber hauptsächlich in Eisen- 
und Kurzwaaren und Wollenwaaren bemerkbar. 
Es betrug der Handel mit 
820 
  
— 
— — 
Italien. Seidene Stückgüter und andere Seiben- 
waaren, Anilinfarben, bunte Baumwollenwaaren, Glas- 
perlen und Kartoffeln sind die Hauptausfuhrariike 
aus Italien nach Bombay. Der Transithandel i 
Baumwollenwaaren und Anilinfarben nahm zu und 
erklärt zum Theil den Aufschwung des Handels mit 
Italien, trotzdem dieser Handelszweig bei Seider- 
waaren eine Abnahme aufweist. 
Norwegens und Schwedens Einfuhr bestond 
der Hauptsache nach in Streichhölzern, Eisen, Stoh, 
Holz und Holzrinde (Pulpp. 
Rußland. 98 pCt. der Einfuhr aus Rußland 
bestand in Petroleum. Die Zunahme in diesen 
Handel in 1897/98 um 40 PéCt. gegen das 
Vorjahr ist der Konkurrenz der russischen Exporteure 
unter sich wie der Konkurrenz Rußlands mit Amerila 
zuzuschreiben. Die sonstigen Einfuhren weisen enne 
Abnahme auf. 
Mit Bezug auf die Ausfuhr aus Indien noch 
Rußland ist die Abnahme der Wiederausfuhr don 
chinesischemn Thee aus Indien — Rußland nimmt 
nur geringe Mengen indischen Thees — zu erwähnen 
infolge Eröffnung russischer Filialen in China wird 
chinesischer Thee jetzt in großen Mengen direkt nach 
Batum verschifft. 
Afrika, unter Ausschluß der in „Ostafrika“ 
nicht einbegriffenen Kapkolonie. 
anderen ostafrika- 
Mozambique Sansibar nischen Häfen Natal 
1893/94 2 223 506 5745 385 267 685 248 594 Rupien 
1894, 95 2 374 674 7 083 610 378 805 306 910 
1895/966 2752 480 7 078 296 490 821 724 392. 
1896/97. 2 817572 7307 325 616 962 1 297 5773 
1897/98 2295 250 7 371 565 953 556 783 313 
Die Abnahme unter dem Handel mit Mozam- 
bique ist hauptsächlich durch verminderte Ausfuhr 
von Reis und anderen Getreidearten verursacht, 
wogegen allerdings englische Baumwollenstückgüter 
in größerem Umfange von Indien dorthin aus- 
geführt wurden. 
Unter der Ausfuhr nach Sansibar ist eine große 
Verminderung in indischen Baumwollenstückgütern 
sestzustellen, und Reis zeigt die gewöhnliche geringe 
Zahl. Der Ausfall wurde theilweise durch ver- 
mehrte Reexporte von Eisenbahnmaterial gut gemacht. 
Bei anderen ostafrikanischen Häfen ist die Zunahme 
auf alle Hauptartikel fast gleichmäßig vertheilt; be- 
sonders auf Baumwollenwaaren, Kleidungsstücke, 
Reis, Eisen= und Kurzwaaren, Petroleum 2c. Der 
Handel mit Natal ging auf das Niveau von 1895/96 
zurück; der Aussall im Handel ist besonders der 
verringerten Ausfuhr von Kleidungsstücken und Ge- 
treide dorthin zuzuschreiben. 
Die Ausfuhr aus Mozgambique nach Bombay 
weist eine hauptsächlich der um etwa 80 000 Rupien 
vermehrten Ausfuhr von Elfenbein zuzuschreibende 
Aufbesserung auf. 
  
I 
l 
Die Ausfuhr aus Sansibar nach Bombay weist 
eine Abnahme in Elfenbein und Nelken auf. Viel don 
diesem Handel ist in diesem Hafen durch direkte 
Schifffahrtsverbindungen zwischen Sansibar und 
Europa genommen. Der österreichische Lloyd hat 
eine Dampferverbindung zwischen Sansibar und Aden 
errichtet. 
Die betreffenden Zahlen der letzten vier Jahre 
sind, wie folgt: 
Totalausfuhr 
Nelken Elfenbein aus Sansibar 
nach Indien 
Rupien Rupien Kupien 
1894/95 1 121 690 969776 2577 580 
1895/96 1 426 543 669 230 2 466 355 
1896/97 744 649 794 749 1 966 111 
1897/98 505 043 585 456 1 472322 
Die Einfuhr aus Natal nahm um etwa 40 000 1. 
(Getreide) zu. Die Ausfuhr von Madagaskar nach 
Bombay hatte in 1897/98 ziemlich den gleichen 
Umfang wie in 1896/97. Muscheln und Lewaholz 
sind die Hauptartikel dieses Handels. Die Ausführ 
Indiens nach Madagaskar beschränkte sich der Haupt-
        <pb n="973" />
        — 
sache nach auf baumwollene Stückgüter und Reis, deren 
Ausfuhr jedoch geringer als im Vorjahre war. Die 
betreffenden Zahlen der letzten sechs Jahre waren, 
wie folgt: 
1892/93 13 111 Rupien 
1893/94 36 889 = 
1894/95 423 015 4 
1895/96 775 8899h= 
1896/97 528 002 —- 
1897/98 336 598 = 
Vereinigte Staaten von Amerika. 
Den großen Ausschwung des Handels Bombays 
mit diesem Lande beweisen die solgenden Ziffern. 
Es betrugen die 
Importe Exporte Rupien 
1893/94 3 356 185. 192714 - 
1894/95 4 257 517 197 973 - 
1895/96 2719 080 319 946 - 
1896/97 5 108 916 341 480 
1897/98 5 256 210 475 670= 
Wand= und Taschenuhren, baumwollene Stück- 
güter, Tabak und Petroleum bilden den Stapel, 
Petroleum mehr als die Hälfte, der Einfuhr dorther. 
Von Petroleum kamen in 1897 (986623 965 Gallonen 
gegen 4 905 .524 Gallonen in 1896/97 hierher. 
Baumwollenwaaren und Mineralöle sind nicht un- 
ledeur gestiegen, Tabak fiel gegen das Vorjahr. 
ien. 
Hinsichtlich der Ländergebiete des persischen Golfs, 
wo der deutsche Handel in neueren Jahren Fuß zu 
fassen bestrebt ist, dürfte eine möglichst ausführliche 
Liste der Waaren des Hauptlieferanten, nämlich 
Bombay, aus der die Bedürfnisse der Bewohner 
dieser Länder ersichtlich werden, angebracht sein. 
Der Handel des Golfes ist wohl bedeutenden Ver- 
größerung fähig. 
Aden: Die Einfuhr aus Aden nach Bombay 
betrug in 1897/98 876 964 R. gegen 751 977 R. 
des Vorjahres. Elfenbein (140 114 R.), ungefaßte 
Edelsteine und Perlen (273700 R.), Kaffee 
(18 596 R.), Gummi und Resin (96 317 R.) und 
(Hai-) Flossen für den Reexport, besonders nach 
China (115 370 R.), bilden die Haupteinfuhrartikel 
dorther. 
Die Ausfuhr aus Bombay bestand: 
1. In nichtindischen Produkten (Reexporte). 
Hiervon sind Kleidungsstücke (76 095 R.), Baum- 
821 
  
Metalle (28 052 R.), 
  
  
— 
wollengarne und Stückgüter (782 280 R.), Glas- 
waaren (30 659 R.), Eisen= und Kurzwaaren 
(44917 R.), Metalle (53 084 R.), Seidenwaaren 
(36 970 R.), Gewürze (15 844 R.), Schreibwaaren 
(nicht Papier) (11 301 R.) und Zucker (122109 R.) 
hervorzuheben. 
2. In indischen. Produkten, worunter zu er- 
wähnen sind: Kleidungsstücke (32 303 R.), Stiefel 
und Schuhe (25 027 R.), Tauwerk (31 761 R.), 
Baumwollengarne (737 879 R.), baumwollene Stück- 
güter a) ungebleicht (1 632 442 R.), b) bunt 
(284 143 R.), c) andere Arten (18 845 R.), Roh- 
tabak (433 074 R. gegen 778 667 R. iu 1896/97 
und 883 595 in 1895/96), Glaswaaren (4896 R. 
gegen 12 184 R. in 1896/97 und 9281 R. in 
1895/96), Eisen= und Kurzwaaren (5928 R. gegen 
9851 R. bezw. 10772 R. der beiden Vorjahre), 
ätherische Oele (6530 R. 
gegen 2065 R. ien Vorshre und 3341 R. in 1895/96), 
vegetabilische Oele (35 320 R.), Parfümerien 
(18 882 R. gegen 5273 R. in 1896/97 und nichts 
in den Vorjahren), Butter (18 429 R. gegen 
20 853 R. bezw. 10 849, 11 281 und 329 in den 
vier Vorjahren), Seidenwaaren (14 670 R. gegen 
29 542 R. im Vorjahre), Gewürze (402 609 R., 
darunter Pfeffer mit 92 158 R.), Zucker (144616 
und Bodenprodukte. 
Arabien: Maskat. 
Der Handel der letzten sünf Jahre mit Maskat 
stellte sich, wie folgt: 
Davon 
Einfuhr Ausfuhr nichtindische 
Produkte 
Rupien Rupien Rupien 
1893/94. 2 566 701 3 731 051 1719 298 
1894/95. 4363 397 4561 250 2 065 595 
1895/96. 4 886 257 5591 557 2 841 979 
1896/97. 4 162 601 4152 964 2 080 487 
1897/98. 3914544 4 435597 2 404 030 
Der Ausfall in der Einfuhr in 1897/98 ist 
lediglich einer verringerten Einfuhr von Perlen 
zuzuschreiben, die wahrscheinlich infolge der Zustände 
in Bombay sowohl aus Arabien wie aus Persien 
in geringeren Mengen hierher kamen. Gummi, Dat- 
teln, gesalzene Fische und (Hai-)Flossen sind andere 
Haupteinfuhrartikel dorther. Der Handel in diesen 
Artikeln wies eine Zunahme auf. 
Im Nachfolgenden ist eine Liste der bemerkenswerthen, bezw. Haupteinfuhr= und Ausfuhrartikel 
mit ihren Fluktuationen in den letzten fünf Jaheen gegeben. 
904 1894/05 1895/96 1896/97 1897/08 
Einf ub r: Rupien Rupien Rupien Rupien 
Aloon . 17762 7 7838 11 318 1 877 23524 
rüchte e ifrijch). 82 611 50 393 65 179 44 4417 27 186 
Fche on Ger . 4q56% 272 397 203215 172 600 140 466 150 738 
n d Perien. 731 600 2733742 2 900 450 2 526 700 2 138 600 
anhadt Edelstene un d Bert 32 373 31037 10702 7733 99867 
Haiflossen 119 428 126 896 200 496 239 861 244 639 
Getrocknete Datteln. 953 004 897771 1233 311 982 921 1 035 923
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        Einfuhr: 
Getrocknete und gesalzene dische 
Muscheln .. 
Steine und Marmor 
Rohwolle .... 
Ausfuhr: 
a) Nichtindische Prohutte (Rerrporte) 
Kleidungsstücke . 
Kassee. . 
Baumwollen Garne .. 
- Stückgüter 
a) ungebleicht. 
b) gebleicht 
) bunt, bedruckt oder gefärbt 
d) Taschentücher u. Shawist im St. 
e) Nähaan . 
Steingut und Porzellan 
Eisen- und Kurzwaaren 
Streichhölzer 
Ungefaßte Edelsteine und T 
Metalle: Kupfer 
Eisen 
Blei. 
Stahl 
Zinn 
Petroleum. 
Seide: roh 
-Stückgüter 
Zucker 
Wollenwaaren: Stückgüter, Shawis ꝛc. 
b) Indische Produkte: 
Kleidungsstükke 
Stiefel und Schuhe 
Möbel . 
Kohlen. 
Tauwerk . 
Baumwollen-Garne. 
- Stückgüter 
a) ungebleicht 
b) bunt, bedruckt oder gefärbt 
c) Nähgaon 
6 Taschentücher und Stents 
Färbe= und Gerbemittel 
Metalle .. 
Vegetabilische Telen 
Saaten. . 
Seidenwaaren 
Gewürze 
Zucker 
Talg, . 
Holz und Holzwaaren 
Andere Staaten Arabiens. 
1893 94 
Rupien 
96 952 
76 819 
11 660 
12281 
4242 
104 122 
76740 
164 804 
156 633 
614 312 
15 375 
952 
20 650 
4893 
2783 
104 000 
37 055 
15 914 
21 771 
1 604 
8 737 
12 018 
70521 
17 399 
170 087 
19 438 
5 650 
828 
11 166 
8 614 
146 723 
117 412 
65 664 
1 324 
10 940 
22525 
21228 
62 603 
23 669 
13564 
55 128 
14 103 
21 456 
22 376 
Davon 
Einfuhr Auofuhr nichtindische 
Produkte 
Rupien Rupien Rupien 
1893.94 155 859 3819017 1 196 998 . 
189190 140 609 3 669 707 1 086 107 
1894/95 
Rupien 
54391 
47572 
15 610 
10 427 
3 428 
214 149 
70 098 
222 965 
196 878 
802 859 
21 587 
1 556 
23 182 
6 286 
5 888 
24 000 
41 945 
25 757 
11 314 
2 07 
7 069 
17 162 
66 561 
18 722 
181 946 
23 081 
5975 
558 
5578 
11 188 
167 656 
142 848 
69 317 
3 011 
7 301 
26 591 
26 443 
48 440 
44 085 
14 568 
38 949 
20 612 
10 379 
12 942 
Ferner indische Bodenprodukte. 
Der Handel betrug: 
1895/96 
1896/°7. 
1897/98. 
1895/96 
Rupien 
102 022 
42 224 
15 736 
11 986 
33 872 
223 059 
82278 
192 589 
266 398 
1 165 928 
13 848 
1 885 
36 566 
15 055 
11 849 
48 775 
71747 
34 127 
9 662 
2731 
9 647 
53 114 
82 639 
53 234 
298 465 
34 210 
21 424 
880 
17 411 
22 979 
206 863 
129 167 
135 494 
1 926 
10 855 
12 737 
45 946 
74 735 
33 194 
57 010 
61 589 
55 836 
20 886 
17 029 
Einfuhr 
Rupien 
163 155 
88 558 
38 074 
1896/97 
Rupien 
81 808 
44 205 
7 829 
13 156 
23 919 
157 920 
57 004 
162 605 
192 706 
756 673 
22 518 
1 510 
24534 
22 548 
7 893 
77500 
51 181 
30 809 
15 157 
1 054 
4 307 
30 023 
61 667 
56 031 
198 202 
18 906 
7 236 
130 
6 318 
600 
9770 
186 326 
113 452 
119 425 
1 877 
6 299 
10 260 
29 842 
47 447 
38 389 
36 840 
46 711 
28 286 
22 364 
18 877 
Ausfuhr 
Rupien 
3 616 046 
2 705 320 
2280 630 
1897/98 
Rupien 
134 268 
48 200 
26 770 
3 750 
18 448 
157 828 
61146 
213 84 
256 607 
977153 
21 971 
734 
19 396 
13 566 
6 207 
64 500 
4 259 
21 497 
6 406 
1232 
6 460 
41 333 
77 476 
51 467 
169 468 
13 030 
7 036 
1 324 
1848 
28 991 
10 335 
216 137 
162 490 
61 923 
1343 
9510 
12 451 
24 606 
48263 
19.72 
25 40 
52255 
11 363 
22 491 
15 022 
Davon 
nichtindische 
Produkte 
Rupien 
1 130 409 
855 913 
586 568
        <pb n="975" />
        823 
— 
Die Einfuhr ist seit 6 Jahren graduell zurückgegangen. 
Einfuhrartikel sind: Chemikalien (5000 R. 
in 1897/98 gegen 16 761 R. in 1893/94), Gummi und Resin, Juwelen, einschließlich nicht gefaßte Edel- 
steine und Perlen (13 057 R. gegen 24 888 R. im Vorjahre), Früchte und Provisionen und Muscheln. 
Der Abfall, den die Ausfuhr des Jahres 1896/97 aufwies, war ziemlich generell. Nichtindischer 
Zucker ging jedoch damals in größeren Mengen dorthin; von indischen Produkten wies Mehl, welches etwa 
40 pCt. der Ausfuhr indischer Produkte ausmachte, 
eine bedeutende Abnahme auf; Verschiffungen von 
Baumwollwaaren und Ginger fielen ebenfalls bedeutend. Im Jahre 1897/98 ging der bereits gefallene 
Export infolge geringerer Versendungen von Baumwollen= und Seidenstückgütern, Mehl, Ingber und Zucker 
weiter zurück. 
Es wurden dorthin ausgeführt: 
a) Nichtindische Produkte: 
Baumwollenstückgüter: 
Andere Ausfuhrartikel waren lediglich Bodenprodnkte. 
9 337 R. gegen 46 302 R. 
a) ungebleicht 1897/98: 
b) gebleicht - 18 722 
c) bunt, bedruckt oder T - 264 098 = 
Drogen . - 6686- 
Steingut und Porzellan . - 760- 
Glaswaaren. . - 4 004 
Reis . - 126983- 
Eisen= und Kurzwaaren . - 9547- 
Metalle: Kupfer - 11 126 = 
Eisen. - 8871 — 
Stahl . - 2164 = 
Zinn - 3057 — 
Seide, roh - 12397 — 
Seidenwaaren - 13 565= 
Gewürze: Nelken OD 2944 
Zucker 23 649. 
Thee - 35 620 — 
b) Indische Produkte: 
1893/94 18394,95 
Rupien Rupien 
Kleidungsstücke 9372 4 324 
Stiefel und Schuhe 1 060 2 072 
Baumwollen-Garne 34 635 50 003 
- -Stückgüter: 
a) ungebleicht 216 308 383 898 
b) gebleicht 13 868 6 350 
0) bunt, bedruckt oder 
gefärbt 81 168 79 008 
d) andere Arten . 42 661 28 610 
Gerbe= und Färbemittel. 61 914 59 691 
Metalle: Messing . 54 467 50 225 
andere Metalle 10 538 10 079 
Aetherische Oole 37 256 37512 
Vegetabilische Oele 13 782 26 340 
Seidenwaaren 206 133 177 707 
Gewürze 261 666 205 105 
Zucker 37 318 81 460 
Thee 69 013 59 214 
Holz und Holzwaaren 7 030 15.775 
- 59 268 
380 853 
30 353 
10 832 
17 719 
VU# V V 
* 
21 661 
19 521 
37 544 
30 087 
8 052 
19 022 
45 161 
.45 386 
19 874 
252 388 
65 233 
r V # N U U U V r*i 
1895/96 
Rupien 
10 420 
3 394 
23 880 
in 1893/94 
. 1896/97 und 
1895/96 
19893/4 
1896/7 1897/98 
Rupien Rupien 
6 806 2279 
1 618 1 185 
27 419 5 648 
131 620 127 839 
2 888 350 
101 350 80 441 
39 256 26 699 
19 310 32 485 
29 010 21 785 
12 112 4 175 
10 764 14 953 
1 425 885 
107 177 24 390 
209 439 107774 
89 273 7678 
47.218 39 387 
5 092 2 657
        <pb n="976" />
        824 
gegen 347 161 R.), getrockneten Früchten (851 156 . 
gegen 807 177 R.) und roher Seide (119 692 . 
gegen 97 815 R. zn verzeichnen. 
Persien. 
Den Handel mit Persien in den letzten fünf 
Jahren zeigen die folgenden Zahlen: 
Die Hälfte der Ausfuhr nichtindischer Produkte 
(Reexporte) besteht aus baumwollenen Stückgütern 
der Rückgang hierbei in ungebleichten und gebleichten 
Stückgütern wurde zum Theil durch eine Wieder- 
aufbesserung in der Ausfuhr bedruckter Stückgüter 
ausgeglichen. Die Ausfuhr von Zucker ist infolge 
der Errichtung einer Fabrik für feinen Rübenzucker 
Der Handel in letzterem Artikel hielt sich auf der 
Höhe des Vorjahres (836 058 gegen 833 488 R. 
in 1896/97). Der Werth der Einfuhr von Perlen, 
deren Preis in Europa gedrückt war, fiel von 
2,4 Millionen auf 1,9 Millionen Rupien. Eine 
Zunahme gegen 1896/97 ist bei verschiedenen Ar- 
tikeln, wie Baumwolle (223 543 R. gegen 162 196 R. 
in 1896/97), Gummi (165 982 R. gegen 129 871 R. in Persien durch eine belgische Gesellschaft gesunken. 
in 1896/97), Asa foetida (322 817 R. gegen Es wurden der Hauptsache nach die folgenden 
243 028 R. in 1896/97), Häuten (481 681 R. Waaren von Bombay nach Persien ausgeführt: 
„ Davon nicht- Andere Artikel aus Persien waren: 
Einfuhr Ausfuhr indische Produkte l 1897/98 1396)97 
Rupien Rupien Rupien # Rupien Rupien 
1893/94: 6515 678 16 321 830 12 003 889 Andere Droguen 28 135 gegen 27 944 
1894/95: 7198 549 21 066 355 16 246 451 Parfümeren 141 135 = 15 009 
1895/96: 7 649 025 15 496 064 10 748 0607 Datten 256 853 291894 
1896/97: 5 984 282 12234 466 8 871 731 1 Saatern 183 148 198 097 
1897/98: 5 804 140 11 911 622 8 186 0563 Muscheln ... 25 O41 1 318 
Die Haupteinfuhrartikel sind Perlen und Wolle. Teppiche 11 2338 1027 
l 
l 
  
  
*r 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 189/8 
a) Nichtindische Produkte: Rupien Rupien Rupien Nupien Rupien 
Kleidungsstüke 42 882 34550 32 338 34266 35082 
Stiefel und Schuhe. 5239 1 523 4551 1 576 7 680 
Kerzen 11 433 24 289 36 556 13942 5 676 
Wagen und Theile dovon 3 700 8 300 8262 1 200 10 290 
Chemikalien: Alaun 12 317 9 839 10 383 5231 6 086 
Arsenik 661 689 648 151 161 
Kopperas 4 487 2 535 2 271 4 103 2 650 
Salmiak 9 877 21 016 10 808 13 060 16 050 
Schwefelsäure 40 707 — — 754 
andere Arten 1521 2573 341 897 1 647 
Wand= und Taschenuhren. 12 598 9 467 6 599 5 039 2792 
Kasse 78 50! 238 535 60 540 76 957 176 135 
Echte Korallen 35 139 26 929 2 015 — 1075 
Baumwollen-Garne# 351 955 839 338 398 266 553780 805149 
- Stückgüter: 
a) ungebleicht 1 262 434 2161 845 930 332 783 232 59622 
b) gebleicht J788 656 1 116780 481 219 324 357 279283 
C) bunt, bedruckt oder gefärbt 3 477 627 5 140 779 4 605 681 3 131 546 3322 445 
) Taschentücher und Shawls 110 205 136 125 94 059 73 075 56 662 
e) Nähgarn ... 43 502 44 364 54 258 60 383 3246 
f) Strumpfwaaren 8 548 4 158 3 337 2 51 1624 
Cassia lignca 15 082 84 259 28 104 14 9268 38 477 
Chinin 4 625 12 934 23 227 13 522 4986 
Kamphor ... 5149 4968 1149 4 495 9312 
Andere Drognen 33 171 18 123 25 584 17.251 27 253 
Anilin= und Alizarinfarben 14712 61712 49 943 62 641 131 25 
Andere Färbe= und Gerbemittel. 17 493 9 850 11 584 8 234 6 427 
Steingut und Porzellan 60 551 61 200 90 871 94.228 81.29 
Fensterglas 8511 13 733 13 314 7 438 8315 
Glasperlen . 10 021 12 6149 3 075 1 400 910 
Andere Glaswaaren 67 859 62 718 53 247 41 012 4 042 
Eisen= und Kurzwaaren 55 918 66 859 100 885 109 635 104 689 
Schmucksachen 725 6 820 2 150 2520 20 050
        <pb n="977" />
        b) 
— 825 
1893/94 
Rupien 
Edelsteine und Perlen, ungefaßt. 29 300 
Streichhölzer . 7330 
Metalle: Messing 7271 
Kupfer 354 205 
Eisen 38 378 
Blei 16 913 
Quecksilber 1 096 
Stahl. 3 411 
Zinn 85 606 
Petroleum. 32e290 
Druckpapier . 1259 
Schreibpapier und Couverts 16311 
Andere Arten Papier 967 
Provisionen (andere als Schinlen, 
Käse, Früchte, Shh) 12 914 
Rohseide . 16279 
Seidenwaaren 136 770 
Schreibwaaren tuaeschoff en Popier 10397 
Zucker 1246 233 
Thee 3 216 748 
Wollene Stückgüter 101 363 
-Sghawls 24 187 
Andere Wollenwaaren. 9188 
Indische Produkte: 
Kleidungsstücke 11 589 
Wagen und Theile davon. 4 998 
Baumwollen-Garne#. 211 288 
- -Waaren 256 966 
Droguen, Medizinen, Narcoties 9 918 
Indigo 957 247 
Andere Färbe- und Gerbemittel. 54 609 
Glaswaaren 10 390 
Eisen= und Kurzwaaren 1 512 
Seidenwaaren 116 355 
Zucker 36 989 
Wollenwaaren 188 374 
1894/95 
Rupien 
19 100 
7 065 
9 037 
228 857 
52 875 
10 149 
1 997 
5 084 
103 S841 
14720 
1 315 
23 819 
1 773 
7 335 
10 482 
102 666 
13 979 
1 193 877 
3994229 
91 969 
17 962 
7539 
19 455 
12 472 
428 523 
410 097 
32 320 
855.774 
112 933 
8328 
6 832 
89 567 
34 232 
154 503 
1895/96 
Rupien 
38 570 
10 892. 
3777 
274 345 
118 705 
7 123 
2220 
3 945 
104 321 
25 473 
347 
21 794 
2 661 
13 727 
8 685 
61 168 
20 085 
853 926 
1 858 109 
83 045 
3954 
11 190 
8 864 
8 398 
414 258 
408 073 
36 267 
560 833 
47 355 
10 523 
14 866 
14 715 
33 034 
157 567 
1896/ 97 
Rupien 
37550 
6 512 
9 368 
183 430 
46 935 
15 914 
4 019 
3 680 
43 975 
( 610 
160 
11913 
1 744 
9 491 
12 651 
62 515 
11 057 
830 598 
1 928 315 
116 933 
1 584 
8 618 
4730 
301 817 
109 025 
21 492 
418 844 
12 459 
5 266 
7 830 
29 646 
17 578 
126 769 
1 047 
1897/98 
Rupien 
28 500 
7 494 
11 496 
254 898 
94 887 
5 227 
2311 
5348 
51799 
26705 
350 
11 824 
2 082 
17 005 
8 993 
741 040 
17 849 
409 920 
242 
72927 
302 
1 527 
G 527 
5700 
466 246 
275 853 
39 752 
865 668 
33 687 
7251 
6 388 
28 426 
28 518 
123 078 
Andere indische# Ausfuhrartikel waren lediglich Bodenprodukte. 
Ostasiatische Türkei. 
Der Handel Bombays mit der asiatischen Türkei stellte sich in den letzten 5 Jahren, wie folgt: 
Einfuhr Ausfuhr davon nichtindische Produkte 
1893/94. 3 489 493 4 064 419 2289 158 Rupien 
1894/95. 3 194 469 6 177 338 3 442 742 - 
1895/96 3 829 290 4352 752 2 284 783 - 
1896/97. 2 991 337 3837173 1 861 495 
1897/98 2 105 455 2 802 180 1 323 509 
Diese Zahlen umfassen den Handel nach den türkischen Häfen des Persischen Golfs und des 
Rothen Meeres (besonders Jeddah). Die Einfuhr aus den letzteren Häfen ist unbedeutend. Die Ausfuhr 
aus Bombay von nichtindischen Produkten dürfte, soweit europäische Waaren in Frage treten, wohl 
für den Golf bestimmt gewesen sein. Die obige Ausfuhr bestand der Hauptsache nach aus Pferden, 
Getreide und Datteln. . 
Die Ausfuhr nichtindischer Produkte setzte sich in der Hauptsache aus folgenden Waaren 
zusammen. 1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien Mwien 
3 29 056 27 
leidungsstücke ....... 10403 30529 3919 , 
greilefel Schue 4 074 4 782 8 580 1 501 2 011
        <pb n="978" />
        Ferner indische Bodenprodulte. 
— 826 
1893/94 
Chemikalien, dieselben Arten, die nach Rupien 
Persien reexportirt wurden. 19 265 
Baumwoll-Garn. 16 459 
-Stückgüter: 
a) ungebleicht . 196 671 
b) gebleicht .. 38 379 
I) bunt, bedruckt oder gefärbbt 779 947 
) Taschentücher und Shawls 45 066 
e) Strumpfwaaren .. 10 425 
1) Nähgarn ..... 29271 
Droguen, Medizinen und Narcotics 29 448 
Anilin= und Alizarinfarben 25 422 
Steingut und Porzellan 4 182 
Glaswaaren .. 48271 
Eisen- und Kurzwaaren 69 182 
Maschinen . 12374 
Streichhölzer 2 165 
Metalle: Messing 2700 
Kupfer. 33 048 
Eisen 33 462 
Blei 11 114 
Quecksilber 2948 
Stahl. 5 002 
Zinn 46 786 
Farben. 11 269 
Seidenwaaren 20 558 
Zucker 417 997 
Theee 82 020 
Wollenwaaren 14 059 
Indische Waaren: 
Kleidungsstücke 6 042 
Schuhe und Stiesel. 2 572 
Baumwoll-Garne 275 587 
„Stückgüter 321 447 
Glaswaaren 7 886 
Indggvon 35 308 
Andere Gerbe= und Färbemittel. 35 612 
Metalle . 6 482 
Seidenwaaren 98 440 
Zucker 30 911 
1894/95 
Rupien 
30 487 
40 981 
277 999 
63 943 
1 555 894 
61 377 
7 055 
33 914 
56 088 
28 167 
63 017 
49 975 
91 479 
2 050 
21 707 
1 443 
91.10 
42 185 
7836 
3 071 
6168 
48 383 
9892 
63 753 
457 703 
57 473 
19 385 
7 560 
31910 
481 962 
631 628 
15 433 
95 306 
58 023 
10 488 
109 305 
29 737 
1895/96 
Rupien 
24500 
14 846 
134 307 
48 696 
827 841 
36 666 
10 067 
23 583 
25 292 
34 139 
62 289 
60 986 
95 559 
1 805 
17 952 
2 536 
105 664 
61 009 
15 923 
2 291 
4 69 
47 982 
5 680 
61 909 
356 834 
56 264 
8970 
8 381 
4 863 
260 618 
459 829 
10 513 
26 381 
30 332 
12 225 
152 334 
31 460 
1896/97 
Rupien 
27 501 
11 161 
116 390 
24 158 
536 853 
22 293 
9342 
24 527 
4 054 
37 363 
37 739 
48 732 
80 732 
1 270 
1 987 
88 241 
34 737 
ö 839 
3 748 
2772 
49 801 
4 826 
59 468 
391282 
37 662 
7 119 
4 863 
1 835 
468 184 
432 351 
6 042 
18 642 
11 202 
13 542 
129 188 
30 343 
1897/98 
Rupien 
16 261 
7975 
38 635 
9179 
531 080 
29 608 
13 961 
15 923 
37939 
20 592 
50 888 
54770 
79 608 
773 
2 087 
31 445 
34 759 
3274 
131 
2337 
24 513 
6 001 
26 365 
110 363 
49 743 
3 045 
1139 
3215 
337 736 
288 567 
6 936 
42 305 
14310 
2917 
87 187 
33 615 
Andere Länder in Asien: China, Hongkong 
und Vertragshäfen. 
Der Handel mit diesem Lande stellte sich, wie 
folgt: Einfuhr Ausfuhr 
Rupien Rupien 
1893/0 4: 28 733745 75’.757 036 
1894/95: 23 395 099) 88 503 262 
1895/06: 21 379 446 98 896 14171 
1896/907: 18 538 357 97 877577 
1897/98: 13777225 81 984 567 
Die folgenden Artikel bilden etwa 85 péCt. der 
Einfuhr dorther: 1896/97 1897/986 
Rupien Rupien 
Glaswaaren 445 297 413 281 
Rohseided 0 606 946 4 707 337 
Seidenwaaren ...... 1171352 3651059 
Zucker 1 163 690 1 703 124 
Thee 4 365 925 1 171722 
#in 1896/07), 
Die Ausfuhr nach China ist seit zwei Jahren 
gesunken. Hauptaussuhrartikel sind Rohbaumwole 
(1 805 019 R. gegen 3 038 269 R. in 18960|. 
Baumwollgarne (55715 487 R. gegen 61 410 150r 
Baumwollenstückgüter, ungeblei 4 
(193 406 R. gegen 801 347 R. in 18900/ „ 
Opium (22 017 180 R. gegen 30 473 708 . 
1896/97). 
apan. 
Die nachstehenden Zahlen geben den Handel 
der letzten fünf Jahre an: 
Einfuhr Ausfuhr 
Sinsh Rupien 
1893)94: 1 527 360 12247 bis 
1894/95: 2 042 206 11 560 * 
1895/96: 3217995 22000 764 
1896/97: 4 407 117 32 640 5. 
1897/98: 3702 677 29 036 34
        <pb n="979" />
        Die verschiedenen Artikel der Einfuhr wiesen be— 
827 
deutende Fluktuationen auf. Japanische Seidentaschen- 
tücher, billige Schirme und Uhren fielen ab, Kohle 
wurde in Japan im Lokalverbrauch konsumirt, und 
für Kupfer war ein Bedarf in Japan selbst und in 
China, daß die erzielten Preise einen Export nach 
Indien nicht gestatteten. Kampher wurde in sehr 
großen Mengen importirt, die Streichhölzereinfuhr 
nahm um beinahe das Doppelte zu (998 271 R. 
gegen 531 175 R. in 1896/97). 
Seidenwaaren erfuhr einen Ausschwung auf Kosten 
der chinesischen Waare. 
Die Ausfuhr nichtindischer Produkte nach Japan 
ist verhältnißmäßig klein (152 126 R. gegen 
172 475 R. in 1896/97). Elfenbein war der 
Hauptausfuhrartikel. Die betreffenden Zahlen der 
letzten fünf Jahre waren, wie folgt: 
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Nupien Rupien Rupien 
35 202 132575 202917 129714 107 682 
Die Ausfuhr indischer Erzeugnisse bestand fast 
ausschließlich in Rohbaumwolle. 
Straits-Settlements. 
Der Handel der letzten fünf Jahre stellte sich, 
wie folgt: 
Einfuhr Ausfuhr 
Rupien Rupien 
1893/94: 3944 546 4 818 647 
1894/95: 4178741 6 529 636 
1895/96: 2 925 696 5 859 165 
1896/97: 2 310 957 5 118 315 
1897/98: 4504 590 1 681 780 
Das Jahr 1897/98 weist eine Zunahme von 
95 pCt. in der Einfuhr gegen das Vorjahr auf; 
hiervon entfallen 88 pCt. auf Reis (2 198 505 R. 
gegen 146 599 R. in 1896/97). Dieser Reis kam 
aus Siam. Der Rest der Einfuhr bestand in Rohr, 
Kaffee, Gummi, Zinn, Rohseide, Gewürze (Muskat- 
und Betelnüsse), Holz, Sago 2c. 
Schließlich ist ein neuer Handelszweig mit Su- 
matra zu erwähnen, welches in 1897/98 für 
200 000 Rupien Petroleum nach Bombay importirte. 
Australien. 
Der Handel stellte sich, wie folgt: 
  
Der Handel in 
  
  
Einfuhr Ausfuhr 
Rupien Rupien 
1893/94: 617 743 141 .499 
1894/96: 923 354 191 934 
1895/96: 568 279 201 099 
1896/97: 1 506 272 179 450 
1897/98: 501 907 37 916 
Haupteinfuhrartikel aus Australien sind Pferde 
und Kohlen. Die Einfuhr von Kohlen betrug in 
den letzten fünf Jahren: 
1893/94 1894/95 1895/96 1896/97 1897/98 
Rupien Rupien Rupien Rupien Rupien 
111 441 249 817 74001 265 957 120 746 
  
Schifffahrt. 
Die nachstehende Tabelle giebt die Schiffs= und 
Tonnenzahl im überseeischen Verkehr: 
1896/97 1897/98 
Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
Es liefen ein 771 1158 489 711 1011 960 
Davon Dampfer 566 1126 026 469 974940 
Es liefen aus 644 900 237 615 799 492 
Davon Dampfer 436 873 753 374 770 371 
Die Provenienz bezw. die Bestimmung der 
Dampfer mit Ladung war die folgende: 
  
  
  
1896%97 1897/98 
Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
Es liefen ein von: 
Großbritannien. 166 407 815 140 3065 681 
Mauritins 23 40 837 21 39 575 
Natal. — — 1 760 
Aden 24 52270 26 60 394 
Ceylon .. ... 6 10130 1 170 
China: Hongkong 28 52 808 28 55 118 
Straits Settle- 
mens. — — 2 5 036 
Australien . . . 8 18 698 3 6 188 
Großbritannien 
u. brit.Besitzun- 
gen zusammen 255 587 558 222 532 922 
Oesterreich -Un- 
gan 23 55 089 17 38 1901 
Belgien 3 6749 1 2340 
Frankreich . . . 17 38825 9 22109 
Deutschland 28 56 680 19 39 480 
Holland – — 1 1620 
Italten 15 32255 12 31 923 
Rußland 16 34 106 27 33392 
Mozambiqure 10 14949 5 8 529 
Zanzibrtr. 38 44 808 33 38 779 
Egyoten 3 5169 — — 
Verein. Staaten 
von Amerika 7 13 783 7 16 402 
Maskat 5 2 490 5 1 865 
anderen Häfen 
Arabiens 26 31 765 12 13561 
China: 
Vertragshäfen 25 54 301 22 49 692 
Japan . . . . . 46 102063 41 91 529 
Perseien 5 4 801 4 4 196 
Siam. . . ... 8 6 432 10 8 038 
Sumatra — — 3 3127 
der asiat. Türkei 36 34 143 19 169045 
Uebrige, nicht bri- 
tische Schifffahrt, 
zusammen. 311 338 468 247 442 013 
Von Dampfern, die Bombay in Ballast an- 
liefen, kamen in 1897/98: 
1 von 1 018 Tonnen aus Großbritannien, 
1 2317 - Natal, 
3 58310 - Aden, 
6 14 850 - -Ceylon,
        <pb n="980" />
        1 von 
1 760 
3 - 
1 599 Tonnen aus Abyssinien und 
Afrika. 
Eine eigentliche Segelschifffahrt besteht einkom- 
mend nur im Handel mit Mauritius (Zuckereinfuhr) 
(6 Schiffe von 3924 Tonnen in 1897/98) und 
den Vereinigten Staaten (Petroleum), woher in 
1897/98 4 Segelschiffe von 7341 Tonnen kamen. 
Die übrigen als Segelschiffe angegebenen Fahrzeuge 
waren meistens Nativecrafts und kamen von Ost- 
afrika, Ceylon, Arabien und den Persischen Golf-Häfen. 
1897/98 
Esliefen aus nach: Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
1896/97 
  
  
  
828 
# 
s 
Von den Dampfern, die in 1897/98 Bomban 
in Ballast verließen, fuhren: 
1 von 
35 100 762 
1 = 849 
2 z 4 658 
1 2216 
1 2275 
3 ..6656 
1 = 867 
U 
A U #u 
— 
— 
1 888 Tonnen nach 
# 1 
U## N # 
Aden, 
Ceylon, 
den Straits Settle 
ments, 
Rußland, 
der ostafrik. Küste, 
Maslat, 
Java, 
der asiatischen Türkei. 
Drei Segelschiffe von 1650 Tonnen fuhren in 
1897/98 beladen nach Mauritius. Für den übrigen 
auslaufenden sogenannten Segelschiffsverkehr gelten 
die Bemerkungen unter den einkommenden Segel- 
schiffen. 
Nach der Flagge vertheilten sich die Dampfer, 
beladen wie in Ballast, in 1897//98, wie folgt: 
rn Einkommend Auslaufend 
Nationalität: Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
Britisch. 482 1 000 791 419 889 512 
Oesterreich- 
Ungarn .. 28 68 598 33 80 383 
Holland 1 1 620 1 1620 
Frankreich 20 41426 20 41 27 
Deutschland 39 59951 27 33 4197 
Italien 24 51 046 26 33882 
Norwegen — — 2 1716 
Arabien 5 1 865 4 1 492 
Japan 13 206 263 1 1999" 
  
Großbritannien 73 186 035 48 132 405 
Mauritius. . . 9 11440 5 6 962 
Natall 11 97356 3 2959 
Aden 30 66 467 29 67 039 
Ceylon 7 11929 1 2177 
China: Hongkong 34 67718 38 78 606 
Straits Settle- 
mentt . 5 7126 9 10970 
Australlen — — 1 1192 
Großbritannien 
u. brit. Besitzun- 
gen zusammen 169 360 759 134 302010 
Oesterreich- 
Ungarn. . . . . 158 33 062 22 51 692 
Belggen 11 37720 20 48 676 
Frankreich. 40 92 030 41 96 486 
Deutschland 23 50389 16 30 961 
Holland 4 10 223 1 3582 
Italien 23 48 6900 18 44074 
Abyssinen — — 2 2607 
Mozambique 7 9 739 4 5 568 
Zanzibar 33 42 183 41 52 371 
Egypten 4 4984 — — 
Madagaskar. . . 1 998 — – 
Maskt: 6 3 435 4Z 1 492 
anderen Häfen 
Arablens. 23 31 477 10 10 860 
China: Vertrags- 
häsen 30 65 609 26 59999 
Japan . . . . .. 25 60235 17 44 961 
Perseien – — 2 1749 
Siam . . . . . . 2 1916 3 2258 
der asiat. Türkei 20 20304 13 11 025 
Uebrige, nicht bri- 
tische Schifffahrt, 
zusammen 267 512991 240 468 361 
1893,94 
Einkommend: Schifse 47 
Netto R.-Tonnen 70 957 
Ausgehend: Schiffe. 18 
Netto R.-Tonnen 69 642 
Von obigen Schiffen kamen 13 britische Dampser 
von 25 851 Tonnen in Ballast hierher und 45 be- 
tische Dampfer von 119 171 Tonnen und 2 nol- 
wegische von 1716 Tonnen liefen in Ballast aus. 
Wie schon in der Anmerkung gesagt, werden 
Schitiffe, die von oder nach indischen Küstenhäfen 
ankommen bezw. abfahren, zur Küstenschifffahrt ge- 
rechnet. Da die Nationalität der Schiffe dort m 
der hiesigen Statistik nicht geschieden wird, so läßt 
sich nicht genau der Antheil der einzelnen fremden 
Nationen an der Schifffahrt Bombays feststellen. 
Schiffe unter deutscher Flagge verkehrten in Bombay 
in den letzten fünf Jahren, wie folgt: 
Der Rest fuhr von Bombay nach indischen Küsten- 
häfen und verschwindet in der indischen Statistik demzufolge 
unter der Küstenschifffahrt. 
1894/95 1895./96 1896/97 1897/98 
40 55 56 42 
76 973 87752 96 779 59246 
40 56 54 44 
77 536 89 173 93 817 62 208 
Hervorzuheben dürfte die nicht unbedeutende Vergrößerung des Dampferverkehrs zwischen Bombay 
und China—Japan sein. 
Derselbe betrug in den letzten 10 Jahren unter Nichtanrechnung von Schiffen in Ballast:
        <pb n="981" />
        China: Hongkong 
829 
China: Vertragshäfen 
Einkommend Ausgehend Einkommend Ausgehend 
Schiffe Tonnen Schiiffe Tonnen Schisse Tonnen Schiffe Tonnen 
1888/89: 61 104 766 55 93 573 12 23 988 13 27 561 
1889/90: 52 921949 45 74 646 15 31 492 26 57 381 
1890/91: 55 93 852 54 91 433 18 39201 26 55 234 
1891/92: 50 84 952 51 84 454 17 35 287 33 68 701 
1892/93: 40 66 265 42 72 093 31 60 461 45 92 947 
1893/94: 22 35 954 22 36 084 26 52 773 37 79 120 
1894/96: 14 21574 14 21784 24 47 827 52 115 519 
1895/96: 21 36 739 27 53 615 28 60 561 32 70 906 
1896/97: 28 52 808 34 67 718 25 54 301 30 65 609 
1897/908: 28 55 148 38 78 606 22 48 962 26 59 999 
Japan Zusammen 
Einkommend Ausgehend Einkommend Ausgehend 
Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
1888/89: — — 1 1555 73 128 754 69 122 689 
1889/90: — — 1 1602 67 124 441 72 137 629 
1890/91: — — — — 73 133 053 80 146 667 
1891/92: — — — — 67 117 239 84 153 255 
1892/93: 2 4515 3 7 209 73 131 241 90 172 249 
1893/94: 16 39 872 13 32 046 64 128 599 72 147250 
1894/95: 20 46 726 15 35 167 58 116 127 71 172 470 
1895/96: 34 76 569 14 34 008 83 173 869 93 158 529 
1896/97: 46 102 063 25 60 235 99 209 172 89 193 562 
1897/98: 41 91 529 17 44 961 91 195 609 81 183 5606 
Seit langen Jahren hielt die Peninsular and 
Oriental Steam Navigation Company das 
Monopol der Schifffahrt Bombays mit China— 
Japan, an welcher die beiden kontinentalen Linien, 
der Oesterreichische Lloyd und die Florio Rubattino- 
Linie, mit je einem Dampfer monatlich partizipirten. 
Vor etwa 11 bis 12 Jahren versuchte der Lloyd 
diese Verbindung auszudehnen und mehrere Dampfer 
im Monat laufen zu lassen. 
nehmen anschließen wollte, waren gezwungen, nach- 
dem die P. &amp; O.-Gesellschaft ihre Frachtraten bis 
auf 1 Rupie die Tonne heruntergesetzt hatte, diesen 
Versuch aufzugeben. Die Linien komen zu einer 
Verständigung und arbeiten seit der Zeit mehr oder 
weniger unter dem Vorantritt der P. &amp; O.-Gesell- 
schaft Hand in Hand. 
Als etwa in 1891/92 die Japaner begannen, 
die Schifffahrt zwischen Bombay und Japan auf- 
zunehmen, versuchte die P. &amp; O. abermals das oben 
angewandte System, durch Frachtenermäßigung und 
zeitweiliges Umsonstarbeiten die neue, unliebsame 
Konkurrenz aus dem Felde zu halten. Die von ihr 
notirten Frachten für Baumwolle nach Japan standen 
eine lange Zeit auf 2½ Rupien, ja sogar auf 
2 Rupien die Tonne. Indessen blieben diese No- 
tirungen nominell, da das Vorgehen der P. &amp; O. 
Linie an dem patriotischen Sinn der japanischen 
Baumwollspinner scheiterte, mit denen die jopanische 
Dampfergesellschaft vorsichtigerweise vor Eröffnung 
Er sowohl als die 
Rubattino-Linie, die sich ebenfalls diesem Unter- 
  
  
der Bombay-Linie einen Vertrag geschlossen hatte, 
wonach jene nur Baumwolle zu verarbeiten sich ver- 
pflichtet hatten, die mit Schiffen dieser Linie nach 
Japan gebracht war. Es sind daher Fälle vor- 
gekommen, daß mit Schiffen anderer Linien nach 
Japan gebrachte Baumwolle nach China oder 
anderen Plätzen zurückverschifft und dann mit japa- 
nischen Dampfern nach Japan befördert werden 
mußte. Die Japanuer richteten hierbei ihre Kon- 
kurrenz ausschließlich gegen die P. &amp; O. und deuteten 
den zwei kontinentalen Linien an, daß sie geneigt 
wären, mit ihnen zu einem Verständniß zu kommen. 
Diese lehnten ab, da sie die Feindseligkeit der mäch- 
tigen P. &amp; O. auf anderen Gebieten fürchteten. In 
der Folge aber kamen auf Drängen der Baumwoll= 
verschiffer, deren Waare oft von den japanischen 
Schiffen aus Platzmangel ausgeschlossen wurde, die 
sämmtlichen vier Linien zu einem Verständniß mit 
der japanischen Spinnereivereinigung, wonach jede 
Linie einen bestimmten Laderaum für Baumwolle 
nach Japan zur Verfügung zu stellen hatte und 
Frachten gleichmäßig geregelt wurden. 
Die P. &amp; O.-Linie hat sich den Twist= und 
Garnexport nach Hongkong reservirt, der Opium- 
export fällt ihr wegen der Schnelligkeit ihrer Schiffe 
so wie so zu und sie betrachtet ihn als ihr Monopol. 
Sie reservirt hierbei in jedem Postdampfer einen 
gewissen Raum für Opiumverschiffungen und gewährt 
den Verschiffern die Vergünstigung der Verladung 
des Opiums am letzten Tage, wodurch den Ver- 
schiffern Zinsen 2c. gesichert sind. 
Eine neue Linie, welche den Frachtverkehr mit 
dem fernen Osten aufnehmen wollte, würde sich zu 
entscheiden haben, wie sie sich zu der P. &amp; O stellen
        <pb n="982" />
        — 830 
wollte. Die Messageries maritimes, dic ihre 
chinesischen Dampfer ausreisend und heimreisend 
Bombay anlaufen lassen, arbeiten unabhängig. Sie 
reserviren in jedem ihrer Dampfer nur etwa 100 bis 
150 Tonnen für Bombay. 
Ebensolche Bedingungen wie im chinesischen 
Schifffahrtsverkehr würde eine Linie vortreffen, die 
sich an der Küstenschifffahrt Indiens betheiligen wollte. 
Hier ist die British India Steam Navigation 
Company allmächtig, die jede Konkurrenz fernzu- 
halten bemüht ist und in Verbindung mit der 
Asiatischen Dampferlinie auf der Fahrt Bombay— 
Kalkutta und neuerdings der Bombay Dampfer- 
gesellschaft auf der Fahrt Bombay — Kurrachee die 
Frachten regulirt. Beide Linien wurden anfänglich 
von ihr bekriegt, aber später, da lebensfähig, als 
kleine Theilnehmer an dem Küstenhandel zugelassen. 
Es ist für außenstehende Rhedereien unmög- 
lich, Ladung für Küstenplätze zu erhalten, da Ver- 
schiffer, sollten sie mit anderen Schiffen als den 
der genannten drei Rhedereien verladen und später 
auf diese drei Rhedereien zurückzufallen gezwungen 
sein, der von diesen an regelmäßige Verschiffer ge- 
währten nicht unbedeutenden Frachtrückvergütung ver- 
lustig gehen würden. 
Dieses System der Frachtrückvergütung besteht 
im chinesischen, japanischen Verkehr, in der Küsten- 
schifffahrt Indiens und nach einem Abkommen zwischen 
der British India-Linie und der Deutschen Ostafrika-- 
Linie im ostafrikanischen Verkehr. 
Den Verkehr von Dampfern in Ladung giebt 
die folgende Tabelle: 
Es liefen im Jahre 1897/88 
von bezw. nach: ein aus 
Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
  
Kalkutta 173 403 427 59 125597 
anderen Häfen 
Bengalens — 2 4 434 
Madrss . . 2 4344 5 7501 
anderen Häfen der 
Madras = Präsi- 
dentschaft. T1 62 951 151 209 296 
Ranggnn .. 55 110 246 1 1 441 
anderen Häfen in 
Burma . . . .. 27 45644 1 1712 
Kurrache 282 264 345 303 312 589 
Häfen in der Bom- 
bay-Präsidentsch. 10 5238 5 2 643 
Cutch . . . . .. . 19 10999 27 15317 
Kathiawar . . .. 96 52487 87 47242 
Damaun . . . . . — — 1 553 
Goa. . . . . ... 15 8079 22 24828 
ferner: 
Maskat . . . . .. 5 1865 4 1 492 
anderen Häfen 
Arabiens . . . 12 13561 10 10 860 
Persien 4196 2 1749 
Zusammen 771 987 382 680 767 254 
  
Zu diesem Dampferverkehr tritt noch der Ver- 
kehr mit Segelschiffen (dem Gros nach Nativecrafts, 
welcher betrug: 
Einkommend 
Schiffe Tonnen 
35 483 582 301 
Davonallein nach 
den brit. Häfen 
in d. Präsident- 
schaft Bombay 30 774 388 515 
Ausgehend 
Schiffe Tonnen 
10 969 282243 
7247 118 288 
Diese Schifffahrt vermittelte außer dem oben be- 
reits beschriebenen Handel mit dem Persischen Golfe 
den Küstenhandel, welcher in 1897/98 den folgenden 
Umfang hatte: 
Einfuhr 
Rupien 
Ausfuhr 
von bezw. nach Rupien 
der Präsidentschaft Bengalen 18 547 656 12 495132 
  
Madras 10 475 469 17 792 157 
"D Burma 20 376 191 5 008 181 
QJ Sind 18 625 301 26 244403 
Zusammen 68 024 617 61 539 8°3 
Bombay 14 441 803 10 834 829 
Cutht . ... 3 175 230 4876959 
Kathiamwer 14 691 793 15 770 741 
Konkon 158 609 309 378 
Barda 301 961 417 706 
Kamboohy 116 100 181 869 
Travancorter 2 822 234 1285 1| 
Cochn — 781 
Goa .. . . . . . . . .. 441 804 2 150 981 
Damaon . ... 14 999 15 019 
J— .. . . . . . . ... 61763 83 136 
Pondichery .. 7 752 60782 
  
Zusammen 104 258 674 97 527 107 
darunter Kontanten 2 163 455 3 282 109 
Die hauptsächlichsten Ein= und Ausfuhrartikel im 
Küstenhandel mit den drei Präsidentschaften Bengalen 
Madras, Sind waren: 
I. Bengalen. 
Einfuhr. Ausfuhr. 
1897/98 1897/8 
Rupien Rupien 
Kohle 6284 612 Baumwolle, 
Reis 1 328 223 roh 138272s 
Jutewaaren 6 829 642 Baumwoll= 
Druck= und waaren 3 653 157 
Schreibpapier 307 577 Anilinfarben 131 116 
Rohseide 10 819 Metalle 194148 
Rapssaat. 1 916 095 Gewürze 234 161 
Thehe. 8385 957 getrocknete 
192 309 
Früchte
        <pb n="983" />
        831 
II. Madras. 
Einfuhr. Ausfuhr. 
1897/98 1897/98 
Rupien Rupien 
Kaffee 372544 Baumwolle, 
Coirwaaren 441 170 roh . . .. 982 207 
Tauwerk- 482 708 Baumbwoll= 
Kokosnüsse. 2 410769 waaren 6 803 762 
Getreide 1 589 527 Getreide 1 788 409 
Reis-s 175 866 Oelsaaten 729771 
Kokosnußöl 950 601 Anilin= und 
Gewürze. 1 312 963 Alizarinfarben 519 140 
Sandelholz 219 094 Eisen= und 
« Kurzwaaren 335 511 
Metalle 955 149 
Petroleum 1 072 231 
III. 
Einfuhr. 
1897/98 
. Rupien 
Baumwolle 3 213 486 
Indigo 763 650 
Getreide 10 214 073 
Reis 752 587 
Häute 899 381 
Rapssaat 541 417 
Wolle 73559 
getrocknete 
Früchte 543 399 
Sind. 
Ausfuhr. 
1897/98 
Rupien 
Baumwoll= 
waaren 2 382 988 
Mehl 604 769 
Sesamöl 111 323 
Seidenwaaren 356 249 
Kleidungsstücke 66 113 
Eisen= und 
Kurzwaaren 39 443 
getrocknete 
Früchte 161 481 
Zucker 38 437 
Wollenwaaren 111 052 
Zum Schlusse sind die den Berichten der Handelskammer entnommenen Frachtnotirungen in 1897/98 
gegeben, wobei hinsichtlich der Art der Berechnung der Tonnen in Bombay auf die Ausführungen in dem 
diesseitigen Schifffahrtsbericht für das Jahr 1889/90 (Deutsches Handels-Archiv 1891, Theil II, S. 40) 
verwiesen wird. 
April Mai Juni Juli August Septbr. Oktober November Dezember Januar Februar März 
Frachten in sh und d 
Liverpool: Baumwolle 10.6 9.9 11.3 12.— 11.6 10.6 13.3 16.— 18.6 18.4 17.— 17.3 
Saaten und Weizen 8.3 8.— 8.10 9.— 92 9.9 11.9 15.2 18 1 17.4 15.6 16.10 
# # 4+ 4# 1 4+ # 4 # # 
London: P. &amp; O. Maßgut 1.— — 1.— — 1.— — 1.— — 18.1 18.0 1.— — 1. 1.— 1. 3.9 1. 5.— 1. 5— 1. 8. - 
Saaten und Weizen 9.8 8.3 8.3 9. 10 9.8 9.— 11.9 14.3 17.8 17.9 16.3 17.5 
do. andere Dampfer Maßgut — — — — 113 15.— — — 18.— — — 17.6 
Saaten und Weizen — — — — 9.— — — — 18.— — — 17 — 
Havre: Maßgut . . .. 9.6 8.9 108 10.7 10.3 1s1.3 13.9 16.6 18.8 17.3 16.1 17.5 
Saaten und Weizen 9.3 8.6 10.6 10.— 9.9 11.3 13.0 16.1 183 16.10 16.— 17.— 
Antwerpen: Maßgut . 9.— 9.— 10.3 8. 10 09.9 11.1 13 4 157 18.8 16.10 149 17.1 
Saaten und Weizen 9.— 8.8 10.— 8 10 9.1 10.10 13.4 15.6 18 1 16.4 14.3 6.10 
ill ...... 9.2 n.6 9.0 9.— 10.— 10.6 12.6 153 18.1 18.1 16.9 175 
Dunkirchen ...... 9.-—8.6 10.— 8.8 9.6 11.6 14.— 15.8 18.6 17.— 15.6 16.3 
Triest und Venedig: Maßgut 11.— 133.1 15.9 9.3 9.9 10.— 12.6 14.8 17.10 — 17.6 18.6 
Saaten und Weizen 10.2 11.8 13.— 8.1 7.10 7.6 11.6 14.4 17.3 — 16.8 18.— 
Narseille: Maßgut 8.4 8.— 10.— 10.4 10.3 10.1 12.9 15.3 18.3 17.— 14.6 16.10 
Saaten und Weizen 8.7 8.— 8.— 9.9 9.6 9.9 12.9 15.3 18 — 16.1 14.6 16.8 
Genua: Maßggut 92 9.1 10.7 10.0 8.10 11.6 13.9 15 10 19.— 17.6 15.9 17.6 
Saaten und Weizer 8.9 8.3 9.4 7.0 7.8 10.9 12.9 15.3 18.4 17.— 15.— 17.2 
Hamburg: Maßgut 10.— S.10 10.5 9.— 10.— 10.3 13.3 15.6 186 17.8 17.4 18.1 
— —- —S).6 — — — — — 15.6 18.2 
Saaten und Weizen 
Frachten nach China und nach Japan standen das ganze Jahr hindurch auf 12 bis 16 Rupien bezw. 17 Rupien. 
Verschiedene Mittheilungen. 
Wichtigere Eingänge aus den Kolonien bei der bota- 
nischen Tentralstelle am Röniglichen botanischen Garten 
werthvolle Bereicherungen des botanischen Muscums. 
Seit dem letzten Berichte hat die botanische 
und Museum zu Berlin. 
Centralstelle folgende wissenschaftliche Eingänge aus 
den Kolonien zu verzeichnen: 
1. Eine Sammlung Herbarpflanzen, 77 Nummern 
umfassend, vom Gärtner Deistel aus Kamerun. 
Sie war sachgemäß angelegt und kam in gutem Zu- 
stande hier an. Wenn auch der größere Theil der 
Pflanzen Ubiquisten darstellt, wie sie der dem 
Sammler vorläufig allein zugänglich gewesenen Joß- 
platte eigenthümlich sind, so finden sich doch auch 
manche Formen darunter, die ein größeres Interesse 
beanspruchen, weil sie Typen der autochthonen Flora 
Kameruns sind. Eine Anzahl trockener und in 
Spiritus konservirter Früchte, die der Sammlung 
beigegeben waren, erwiesen sich in der Mehrheit als 
2. Eine Sammlung Herbarpflanzen, 231 Num- 
mern umfassend, vom Gärtner Lehmbach aus Buca. 
Da in den höheren Regionen des Kamerunberges 
bisher nur Dr. Preuß und J. Mann Pflanzen 
aufgenommen haben, nimmt es nicht Wunder, daß 
die im Allgemeinen gut präparirten Spezimina 
Lehmbachs eine beträchtliche Zahl von Neuheiten 
enthalten. Besonders die Kenntniß der Grasfluren- 
formation des Berges wird durch diese gefördert, 
aber auch unter den Bäumen des Waldes fanden 
sich einige noch unbekannte Arten.
        <pb n="984" />
        3. Drei Kisten mit lebenden Pflanzen vom 
Gärtner Lehmbach aus Buea. Leider standen 
diesem keine Wardschen Kästen zur Verfügung, so 
daß er sich mit gewöhnlichen, mit Leinwand über- 
spannten und mit Erde gefüllten Holzkisten begnügen 
mußte. Trotzdem ist der Erfolg ein erfreulicher. 
Namentlich eine Reihe von Orchideen ist den Kultur- 
häusern des botanischen Gartens gewonnen worden, 
dazu eine kleine Kollektion von Monokotylen und 
Dikotylen verschiedenster Art. Eine Bestimmung 
kann für die meisten erst eintreten, wenn sie zur 
Blüthe gelangt sind. 
4. Sämereien von Herrn Dr. Kersting und 
Herrn Grafen Zech aus Togo, ferner von Herrn 
Regierungsrath Dr. Stuhlmann aus Dar-es-Saläm. 
Unter den Letzteren waren besonders auffällig die 
Samen des Amblygonocarpus Schweinfurthii 
Harms, eines Johannisbrotbaumes, der bisher nur 
vom oberen Nilgebiet bekannt war. 
5. Eine Kautschukprobe nebst Zweigen der Ur- 
sprungspflanze von Herrn Regierungsrath Dr. Stuhl- 
mann aus Ostafrika. Die Untersuchung ergab die 
sehr werthvolle und interessante Thatsache, daß der 
betreffende Kautschuk (als Mgoa-Kautschuk schon im 
Handel) von einem neuen Baum aus der Familie der 
Apocynaceae gewonnen wird, der Mascarenhasia 
elastica K. Jch. Die Pflanze wird im Notizblatt 
des botanischen Gartens und Museums abgebildet. 
6. Mehrere 30 bis 50 cm lange Jamsknollen 
der Dioscorea dumetorum (Kunth) Pax von 
Dr. Preuß, der dieselben im botanischen Garten 
zu Viktoria (Kamerun) gezüchtet hat. 
Leichte Schmalspurdahnen in den Rolonien. 
Einem in dem Royal Colonial Institute zu London 
über obiges Thema gehaltenen Vortrage entnehmen 
wir Folgendes: 
Bei Eisenbahnbauten in noch unerschlossenen 
Kolonien ist im Interesse der Entwickelung des Landes 
vor Allem anzustreben, daß die Baukosten auf den 
geringstmöglichen Betrag reduzirt werden; genügende 
Tragfähigkeit muß jedoch selbstverständlich gewähr- 
leistet sein. 
Den theoretischen Fall angenommen, es soll eine 
Bahn mit einem Kapital von 8 600 000 in ein Land 
geführt werden, wo der Handel auf der ganzen Strecke 
der zu bauenden Linie gleiche Ausdehnung besitzt, so 
können bei einem Kostenansatz von 3000 K für die 
Meile 200 Meilen, bei einem Aufwand von 6000 SH 
pro Meile 100 Meilen und bei einem solchen von 
9000 K nur 66,6 Meilen gebaut werden. Nimmt 
man ferner an, daß auf jede Meile eine Waaren-- 
beförderung von 600 tons jährlich trifft, so ergiebt 
sich, daß die mit 9000 2 pro Meile gebaute Bahn- 
linie jährlich 39 960 tons, die nächste 60 000 tons 
und die mit einem Aufwand von 3000 K pro Meile 
ausgeführte Linie 120 000 tons befördern wird. 
832 
  
Hierbei ist nicht zu übersehen, daß die Waarm- 
beförderung für jede Meile der Bahnlinie gleichbleibt, 
ob nun eine theure weitspurige oder eine billige, 
schmalspurige Bahn errichtet wird, und daß außerdem 
die Unterhaltungskosten eines theuren Bahnsystens 
bedeutend höher sind, ein Umstand, der einer Va- 
zögerung in der Erschließung des Landes gleic- 
bedeutend wäre. 
Nicht auf ein bestimmtes Schienengewicht ist der 
Hauptwerth bei Beurtheilung der Leistungsfähigkett 
einer Bahn zu legen, sondern einzig und allein auf 
ein richtiges Verhältniß zwischen Schienengewicht und 
Maximalachsenbelastung. Eine Schiene im Gewichte 
von 25 lbs pro Yard ist ebenso dauerhast wie eine 
solche von 75 lbs, vorausgesetzt, daß die größte 
Achfenbelastung in richtigem Verhältniß hierzu stht. 
Auf der Barsi-Bahn in Indien ist bei einem 
Schienengewicht von 35 lbs pro Yard eine einheitlice 
Maximalachsenbelastung von 5 tons sowohl für Lol- 
motiven wie Güter= und Personenwagen eingeführt; 
diese Einrichtung bewährt sich aufs Beste, trotz des 
sehr bedeutenden Güterverkehrs. Eine Maximal- 
achsenbelastung von 5 tons genügt allen Anforde- 
rungen, die an eine für koloniale Zwecke bestimmte 
Bahn mit Rücksicht auf Tragfähigkeit und Ladungs- 
raum zu stellen sind. 
Die Wahl der richtigen Spurweite ist mindesten 
von gleich großer Bedeutung wie die Feststellung der 
Achsenbelastung. Je enger die Spurweite angelegt 
wird, desto kleiner kann auch der Radius der noch 
befahrbaren Kurve bemessen werden. Die Vortheile 
dieser Thatsache treten vor Allem beim Bahnbau in 
schwierigem Gelände klar hervor, wo mit Rüchiht 
auf die Biegsamkeit einer schmalspurigen Linie die 
Anlage von Tunnels, Einschnitten und Dämmen 
häufig umgangen werden kann. In flachem Gelände 
treten selbstverständlich die Vorzüge der Schmolfpu- 
bahnen mehr zurück. 
Es können allerdings auch Bahnzüge mit größerrt 
Spurweite über Kurven mit sehr kleinem Halbmeser 
ohne Gefahr geführt werden, aber die Belastung 
solcher Züge müßte ganz bedeutend vermindert werden. 
Das Beförderungsvermögen einer Schmalspurbahn 
mit leichten Schienen und kleiner Achsenbelastung konn 
nach Bedarf mit dem Anwachsen des Handels und 
Verkehrs reichlich ausgedehnt werden durch Ver- 
mehrung von Kreuzungsstationen und, für den dall 
der nöthigen Schienenerneuerung, durch Verwendung 
stärkerer Schienen unter gleichzeitiger Steigerung der 
Achsenbelastung und der Maschinenkraft, endlich durg 
Anlage eines zweiten Geleises. Achsenbelastung, nicht 
Spurweite einer Eisenbahn, ist bestimmend für den 
äußersten Grad von Trag= und Ladefähigkeit. 
Auf der Barsi-Bahn sind Stahlschwellen in Ver- 
wendung; in Kolonien jedoch, wo gutes Hartholz zur 
Verfügung steht und dessen Verarbeitung in ange- 
messener Zeit erfolgen kann, ist der Benutzung von 
Holzschwellen mit Rücksicht auf die bedeutend ge- 
ringeren Anschaffungskosten der Vorzug zu geben.
        <pb n="985" />
        — 833 
Wie schon bemerkt, ist für Lokomotiven, Güter- 
und Personenwagen der Barsi-Eisenbahn eine ein- 
heitliche Maximalachsenbelastung von 5 tons pro Achse 
festgesetzt; eine wichtige Neuerung liegt nun darin, 
daß die Gleichmäßigkeit auch auf die thatsächliche 
Achsenbelastung, die gleichfalls durchgehend 5 tons 
beträgt, ausgedehnt ist. Durch dieses Prinzip kann 
allein größtmögliche Tragkraft bei geringst zulässigem 
Schienengewicht erzielt werden. 
In einer Stunde legt ein Zug der Barsi-Bahn, 
bei einer Belastung von 1036 tons, auf ebener, 
gerader Linie 15 Meilen zurück, bei einer Belastung 
von 291 tons und einer Steigung von 1: 100 in 
Verbindung mit einer 600 Fuß messenden Kurve 
8 Meilen, ebenso viel in bergigem Gelände bei einer 
Belastung von 147 tons und einer Steigung von 
1:50 in Verbindung mit einer 250 Fuß messenden 
Kurve oder bei einer Belastung von 69 tons und 
einer Steigung von 1:25 mit gleicher Kurve. 
Bei Schaffung des Wagenmaterials der Barsi- 
Bahn suchte man möglichst große Lade= und Trag- 
fähigkeit mit möglichst geringem Taragewicht und 
genügender Widerstandsfähigkeit des Materials zu 
verbinden. 
Die Waggons, die in drei Systemen (hochwandige, 
tiefwandige und gedeckte Wagen) eingeführt sind, haben 
alle die gleiche Länge und Breite (25 bezw. 7 Fuß). 
Die gedeckten Güterwagen besitzen einen Laderaum 
von 1000 Kubikfuß, die offenen hochwandigen Wagen 
einen solchen von 5000 Kubilfuß. Das Gewicht der 
Waggons beträgt 4 tons 2 Centner, bezw. ö tons 
7 Centner und 5 tons 18 Centner. Durch dieses 
leichte Taragewicht wird einerseits eine fortwährende 
Ersparniß an Betriebskosten, andererseits die Be- 
förderung einer größeren Waarenmenge ermöglicht. 
Die Verminderung der Zugsbelastung hat endlich auch 
eine Schonung des Schienenweges zur Folge. 
Die Personenwagen, die in nur zwei Klassen ein- 
getheilt sind, haben eine Länge von 40 Fuß; mit 
denselben können Kurven mit nur 100 Fuß Radius 
befahren werden. 
Ein Beweis für die Vorzüge einer leichten Schmal- 
spurbahn nach Art der geschilderten Barsi-Bahn mag 
hierin gefunden werden, daß die genannte Bahn inner- 
halb des ersten Halbjahres ihres Betriebs einen Rein- 
gewinn von mehr als 4 pCt. erzielte, trotzdem Pest, 
Cholera und Hungersnoth damals den Handelsverkehr 
schwer schädigten. 
VVyVV'''V' TyTVTYTVYyTVYTTT VY YT YTTV 
    
Titteratur. 
Von der Nautischen Abtheilung des Reichs- 
Marine-Amts sind vier die Schutzgebiete betreffende 
Karten (in Kommission bei Dietrich Reimer, 
Berlin S8W., Wilhelmstraße 29) herausgegeben: 
1. Nr. 135, Angriffshafen (Kaiser Wilhelmsland). 
2. Nr. 137, Blanchebucht. 3. Nr. 138, Hafen 
  
von Matupi (zu 2 und 3 im Bismarck-Archipel). 
4. Nr. 139, Küste von Kamerun von der Nyong- 
mündung bis Groß-Batanga. 
Die Königliche Hofbuchhandlung von E. S. Mittler 
&amp; Sohn in Berlin hat soeben ein neues, bis auf 
dieses Jahr fortgeführtes „Verzeichniß der mili- 
tärischen Verlagswerke ihres Hauses (1789 bis 
1898) herausgegeben, das sich sicherlich zu einer 
Uebersicht und Auswahl militärischer Werke auf allen 
Gebieten des militärischen Wissens zweckdienlich und 
ergiebig erweisen wird. Sein Gebrauch wird nicht 
nur durch eine systematische Gruppirung des Gesammt- 
inhaltes, sondern insbesondere auch dadurch sehr er- 
leichtert, daß ein ihm angehängtes „Stichwort- 
Verzeichniß“ für jedweden Einzelstoff die darüber 
handelnden Werke nachweist. Dieses die Veröffent- 
lichungen der bekannten und angesehenen Firma 
während 109 Jahre übersichtlich ordnende Verzeichniß 
der militärischen Litteratur steht allen Interessenten 
auf Wunsch kostenfrei seitens der Verlagsbuchhandlung 
zu Diensten. 
A. Wirth: Geschichte Sibiriens und der Mandschurei. 
Bonn a. Rh. 1899. Karl Georgi. 
Die vorliegende Arbeit stellt einen dankens- 
werthen Versuch dar, die Geschichte des großen 
russischen Kolonialreichs in Asien dem deutschen Leser 
vorzuführen. Der Verfasser hat Sibirien selbst be- 
reist und ist in der Lage, manches Interessante aus 
eigenem Augenschein mitzutheilen. 
R. Schulte im Hofe: Die Ramiefaser. Berlin 
1898. Deutscher Kolonialverlag. 
Der Verfasser bietet an der Hand der Litteratur 
und praktischer Versuche ein Bild über den Stand 
der Kultur der Ramiepflanze (Chinagras, Boehmeria) 
und der Bedeutung der Beförderung dieser Kultur 
in den deutschen Schutzgebieten. 
C. Velten: Märchen und Erzählungen der Suaheli. 
Stuttgart und Berlin 1898. W. Spemann. 
Der mit Ostafrika nahe vertraute Verfasser bietet 
hier eine Uebersetzung einer von ihm früher im Ur- 
text in den Lehrbüchern des orientalischen Seminars 
veröffentlichten Sammlung. Die kleinen Erzählungen 
eröffnen einen interessanten Blick in das Leben und 
Treiben der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas und 
sind kultur= und litterarhistorisch von Werth. 
  
E. J. Kärrström: Achtzehn Jahre in Südafrika. 
Aus dem Schwedischen übersetzt von F. v. Kömel. 
Leipzig 1898. H. W. Theodor Dieter. 
Der Verfasser will in dem hübsch ausgestatteten 
Buche, dessen erste Lieferung vorliegt, seine Erlebnisse 
im Kapland und Transvaal schildern. Ein weiteres 
Eingehen auf das Werk ist erst möglich, wenn 
sämmtliche Lieferungen vorliegen.
        <pb n="986" />
        K. Conradt: Die Deutschen und der Orient. Zur 
Heimkehr des Kaisers. Berlin 1898. Dietrich 
Reimer (Ernst Vohsen). 
Die von warmem Patriotismus erfüllte Broschüre 
behandelt die Nothwendigkeit und die Aussichten 
deutscher Ueberseepolitik. Wenn auch nicht alle Leser 
den darin entwickelten Gedanken beitreten dürften, 
wird man doch das Schriftchen nicht ohne Anregung 
durchlesen. 
Deutscher Kolonial-Abreiß-Kalender für 1899. 
Herausgegeben von Fritz Hessemer. Berlin 1899. 
W. Buchholz. 
Der eben erschienene zweite Jahrgang des bei 
seiner ersten Herausgabe allgemein freudig aufge- 
nommenen Kaleuders beweist, daß Autor und Verlags- 
handlung bemüht waren, den Kalender so hübsch und 
interessant wie möglich zu gestalten. Die originelle 
Rückwand, welche die Form des afrekanischen Fest- 
landes darstellt, zeigt nicht nur die Schutzgebiete in 
Afrika und Neu-Guinea, sondern auch unser neuestes 
Schutzgebiet in China: Kiautschou. Der Abreißblock 
bringt eine Fülle neuer eigenartiger und interessanter 
Abbildungen aus den deutschen Schutzgebieten, welche 
nach Originalphotographien hergestellt sind. 
G. Schweitzer: Eine Reise um die Welt. Mit 
24 Vollbildern. Berlin 1899. H. Walthher. 
Der bekannte Verfasser, welcher schon eine An- 
zahl interessanter Reisen hinter sich hat, bietet hier 
die Früchte einer Fahrt um die Erde, bei der es 
ihm hauptsächlich darum zu thun war, sich von den 
Aussichten europäischer Arbeit in Ostasien ein Bild 
zu machen. Er hat daher nicht allein Hinterindien, 
Java, Sumatra und Siam auf seiner Fahrt berührt, 
sondern China und Japan eine ganz besondere Auf- 
merksamkeit gewidmet. Es versteht sich von selbst, 
  
834 
  
— — — —¡— — — — — — 
— 
daß er dabei auch Kiautschou besucht und über seine 
Aussichten ein Urtheil zu gewinnen versucht hat 
Nach seinen dabei gewonnenen Eindrücken versprict 
diese letzte überseeische Erwerbung Deutschlands ein 
sehr günstige Entwickelung. Der Heimweg hat den 
Verfasser über Hawai und San Francisco gefühn. 
Es ist hier nicht möglich, auf die Fülle der leir- 
reichen Beobachtungen und Bemerkungen Schweitzes 
einzugehen. Der Leser wird das Werk jedenfol: 
mit großem Nutzen durchsehen. 
— — — 
Titteratur--Verzeichnißk. 
Deeke, Prof. Dr. W. Das Königreich JItalien, 
tzo. 32 Bogen. Mit 27 Vollbildern, 2 Vollkarten, 2 vier 
farbigen Stadtplänen, 1 siebenfarbigen Geologie= Kone 
und 1 siebenfarb. Uebersichtskarte von Italien. (Bibli, 
thek der Länderkunde, herausgegeben von Prof, hr. 
Alfred Kirchhoff und Dr. Rudolf Fitzner, Band 3 u. 4 
Kart. Mk. 12.—. Alfred Schall, Berlin. 
Oberhummer, Roman und Heinrich Zimmerer. 
Durch Syrien und Kleinasien. Reiseschilderungen 
und Studien aus dem Jahre 1896. Mit Original 
beiträgen von L. v. Ammon, H. v. Dwight, C. O. Han, 
Fr. Hirlh, Fr. Hommel, E. Oberhummer, Th. Preagen 
H. Riggauer, M. Schlagintweit. Etwa 500 S. gr. N. 
Mit 1 farbigen und 15 Lichtdrucktafeln, 50 Abbildungen 
im Text, 1 Nouten= und Uebersichtslarte und mehreren 
Skizzen. Geb. Mk. 18,—. . 
Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
Studien, malerische, aus Persien, Aegypten, Tirlei 
Sammlung von 200 kolorirten Photographien. 1. W. 
qu. gr. 40. (104 Tafeln). Geb. Mk. 10—. 
K. F. Koehler, Verlags-Konto, Leipzig. 
Weihnachts-Festnummer des Deutschen Flotten“ 
Vereins. Gr. Folio. (20 S.) Mit zahlreichen Ad— 
bildungen und einer farbigen Kunstbeilage. N. 1.—. 
E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin. 
.[(—— 
— — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. S. „Bussard“ 19/9. Apia. 
M. S. „Condor“ 19/8. Sansibar. 
(Poststation: Hongkong.) 
&amp;CECGE 6K KE 
. M. S. „Wolf“ 6/10. Kamerun. 
M. S. „Schwalbe“ 12/10. Kapstadt 17/11.— Mosselbai. 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Hofpostamt). 
(Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Cormoran“ 1 1/10. YDokohama 25/10. — 27/10. Kobe 29/10. — 31/10. Nagasaki 1/11.— 
5/11. Shanghai 17/11. — Samsahkucht. 
M. S. „Falke“ 1/9. Sydney 1/10. — 15/10. Apia. 
M. S. „Habicht“ 2/10. Kamerun. (Poststation: Kapstadt.) 
. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/3. Deutsch-Neu-Guinea 29/10.— 17/11. Manila — Honglong. 
(Poststation: Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Dar-es-Saltm.) 
Ablösungstransporte: . 
Gemicthctchampfer,,LuluVohlcn«derWoermann-LiniemitdemAblösungstronsportfütdkeSchissem 
Kamerun(S.9Jk.SS,,Habicht«und,,Wolf«),Hulk,,Cyclop«undPeilboot»Kamerun«Ganze Besatzungen 
Ausreise: Transportführer Korvettenkapitän Graf v. Oriola: 
Kiel 1/10. — 2/10. Wilhelmshaven 3/10. — 12/10. Las Palmas 12/10. — 20/10. Kamerun. 
Heimreise: Transportführer: Korvettenkapitän Schwartzkopff: 
Kamerun 1/11. — 9/11. Sierra Leone 9/11.
        <pb n="987" />
        835 
Verkehrs Machrichten. 
Vom 1. Januar 1899 ab können Postanweisungen zwischen Deutsch-Südwestafrika und 
der Kapkolonie wie deren Nachbarländern (Natal, Rhodesia, Oranje-Freistaat und Südafrikanische 
Republik) ausgetauscht werden. 
  
— —— — 
  
Saestesolschlsfperbinde nach den dentschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt *4 
vom Ein- an folgenden Tagen 
schiffungshafen 
Auusschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Priefe mussen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
EIIIIIIIII 
2. deussch. sädwetkafrika. 
(Nach Keetmanshoop, Gibeon, 
Warmbad und Ukamas 
wöchentlich bis Kapstadt, 
von dort weiter alle 14 Tage 
I 
Neapel am 21. Dezbr., 
Yruche Schiffe) 4., 18. Jan. 120 abds. 
Brindisi am 1., 29. Januar 
(englische Schiffe) 100 abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. 
Vfranzöfische Saife“ 40 ums. 
Tanga 18—19 Tage 
Sansibar 20 Tage 
Sansibar 18 Tage 
  
Southampton am 417. 24. Dezbr., 
(engl. Schiffe bis Ka 5½ 
stadt, daun e seß 1 21. Jan. 4 s. 
Damvpfer „Leutwein“ 
od. Woermann · Dpfr.) 
am 22. Dez., 25. Jan. 
  
Hamburg 
Swakopmund 30 Tage 
Lüderitzbucht 40 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Dar-es-Sal. 19—20 Tg. 
Lüderizbucht 22. 28 Tg. 
Swakopmund 25—312g. 
am 19., 30. Dezember, 
2., 16., 27. Jan. 
11 abds. 
am 8. jedes Monats 
10% abds. 
am 16., 23. Dezember, 
13.S. 20. Jan. 15 ms. 
am 22. Dez., 25. Jan. 
720 abds. 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 19. Dez., 16. Jan. 
15 ums. 
  
  
ufdem andweg) 1 (aeussche Schife)nachtst 
|A Hamburg am 10,. jedes Monats 
(deutsche Schiffe) nachts 
3. Ramerun. Liverpool am 21. Dez., 18. Jan. 
cncilsche Schiffe) . 
| Hamburg J am 10. jedes Mits. nachts 
4. Togo-Gebiet. (deutsche Schiffe)] am 20.jedes Mts. 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille oder Bordeaux 
nur auf Verlangen des 
Absenders) 
â — — — . 
5. Deutsch· Aen- Guinea. 
  
  
  
Liverpool am 28. Dezember, 
(englische Schiffe) 11., 25. Januar 
Marseille am 25. jedes Monats 
(franzosische Schisse) 40 nachm. 
Bordeaux am 10. Jan., 10. März 
(französische Schiffe) 110 oms. 
Lome 20 Tage 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quitlah 36 Tage 
von da ab Landverbindung 
Cotonou 20 Tage 
von da ab Landverdindung 
Cotonou 22 Tage 
von da ab Candverbindung 
  
am 8. Februar 
  
  
6. Marshall. Inseln. 
7. Riautschon. 
  
l 
Neapel 
(deutsche Schiffe) abds. 
Brindisi am 18. Dez., 12. Febr. 
(Nachversand) abds. 
Southampton am 31. Dezember 
über San Francioco) * 
Neapel am 11. Jan., 8. Febr. 
(deutsche Schiffe) 9° abends 
Brindisi jeden Sonntag 
lenglische bezw. 100 abends 
französische Schiffe) 
  
Stephansort 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit 
Tsintau 37 Tage 
Tsintau 40 Tage 
  
Eintreffen der Po#t aus den deutschen Schutzgebieten. 
# 
  
am 10. und 20 jedes 
Monats 720 abds. 
am 26. Dezember, 
9., 23. Jan. 15 Ums. 
am 23. jedes Monats 
107 abds. 
am 8. Jan., 8. März 
107 abds. 
am 16. Dezember, 
6., 10. Februar, 
1145 abds. 
am 29. Dez. 1155 abds. 
über Cöln. 
am 9. Jan., 6. Febr. 
1145 abends 
jeden Freitag 
11 abends. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Von kun Die Pob is fallig Von u Die ost K.in alig 
25.NDezember, ! 
Neapel ... sam * J Plymouth. . am 27.* jed. Monats 
Deutsch.Ostafrika Brindisi. “mb*sós 2. asln. Togogediet Marseille .. am 186. jedes Ronats 
— Marseille .. lam 17. Deʒ., 16. Jan. TII am 5. * Februc 
Dentsch · Nen · Suinea. Neapel. ar, 
Deutsch · Sũdwestafrita Southampton am 20. Deembe 1— 2. —“2 3 
ox.a — Marsbal- Inselng — “ unbestimmt 
Ramerun.... ... s Alymou am #ed. Ronats [HNeapel 4 Dun 38 Febr. 
4 #werpool“ E *** Riantscheon Brindisi. W. Dez., 8., 22. Jamnar 
1T Marseille . 2. Dez., l.% 17., 29. Jan. 
  
  
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten.
        <pb n="988" />
        — 836 — 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie zwischen Hamburg und West= und Südwestafrika. 
  
  
  
  
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
o er 
doswanvf von I nach bis 28. November 1898 
„Adolph Woermann"“. Hamburg Loango am 28. November in Gabun. 
„Aline Woermann" Hamburg Loango am 19. November in Madeira. 
„Anna Woermannz Hamburg Lagos am 26. November in Accra. 
„Bruxelles villeoe Antwerpen dem Kongo am 13. November in Las Palmas, 
„Carl Woermann . .. Hamburg Kotonou am 21. November ab Hamburg. 
„Eduard Bohlen". Loango Kamburg am 22. November in Lagos. 
„Ella Woermann"“““# Hamburg kamerun am 17. November in Kamerun. 
„Gertrud Woermann“. Hamburg Lüderitzbucht am 6. November in Las Palmas. 
„Gretchen Bohlen ... Hamburg Loanda am 16. November in Las Palugas. 
„Hedwig Woermann“. Sierra Leone Hamburg am 27. November Ushant passirt. 
„Helene Woermann" Loango 1 Hamburg am 27. November in Hamburg. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg « Swakopmund am 12. November in Teneriffe. 
„Kurt Woermann" Loanda Hamburg am 25. November in Conakry. 
„Lulu Bohlen 4"4 Kamerun Hamburg am 27. November in Wilhelmshaven. 
„Marie Woermann" Hamburg Port Nolloth am 26. November ab Hamburg. 
„Melita Bohle . . .. Lüderitzbucht Kapstadt am 9. November in Kapstadt. 
„Paul Woermann" Hamburg Lüderitzbucht am 2. November in Swakopmund. 
„Professor Woermann“ Kotonon Lamburg am 27. November in Las Palmas. 
„Thekla Bohlen“ . .... ..am12.NovemberinHamburg. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrila Linie (Hamburg —Ostafrila). 
  
  
  
  
; Reise Letzte Nachrichten 
e er 
Veichsposdampj von nach bis 13. Dezember 1898 
„Koͤnig“.. . Hamburg E Durban am 13. Dezember ab Suez. 
„Herzog“.. . . .13. Zt. in Hamburg. 
„Kaiserrr Hamburg « Durban am 13. Dezember an Durbqn. 
„Kanzler“ ... Durban Hamburg am 13. Dezember ab Aden. 
„Hundesrath“? .... Hamburg Delagoabai am 11. Dezember an Mombassa. 
„eichstag“- is Delagoabai Hamburg am 5. Dezember ab Delagoabai. 
„Admira!"“. .. Delagoabai Hamburg am 12. Dezember an Marseille. 
„Genera . Zt. in Hamburg. 
„Sultan ·. Hamburg Delagoabai am 12. Dezember an Antwerpen. 
  
  
.# Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Verlagshandlung von Gustav Fischer in Jeus bei, 
betreffend das soeben erschienene Werk: „Die Kulturgewächse der deutschen Kolonien und ihre 
Erzengnisse“, den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. Die Expedition. 
——.... 
— — — — — — 
Das „Inhaltsverzeichniß" für den laufenden Jahrgang gelangt in einigen r Tagen besonders 
zur Ausgabe; die vollständigen „Deukschriften über die Entwickelung der deutschen Schutzgebietr 
während des Berichtsjahres 1897/98“ werden der ersten Nummer des folgenden Jahrgangs bei- 
gegeben. 
  
—. 22 
Anzeigen. 
———" 
JIrnserate (# (fur die dreigespaltene Petitzeile oder deren Naum: 25. r*O find an die Vertriebsleitung, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—11, 
— · einzusenden. 
  
  
  
  
  
— — —— — 
        
  
  
    
  
Raufmann, — STEFANIE auell 
29 Jahre alt, mit Einjährigen-Zeugniß, salellasser e- —1 
sace Stellung in den Kolo- êöa öhr Eier beraur“ 
7 : 180 
nien oder Schutzgebieten. TNK Export 
s. allen Welt 
Kenntniß der Kontorarbeiten, des Dele OK. 1 
Französischen, Englischen und der D1 theilen. 
Stenographie. Sa u e U IHN- mr 
Moresse: O. Fiucke, Wismar, K#nssnlinnusssnnlen e bvei Karlsbad. 
Hinterm Rathhaus 15. (320) 
  
Vertreter: Hans Uiebel in Tanga (Deutsch- Ostafriha). (##
        <pb n="989" />
        Bekanntmachung. 
In das bei diesem Konsulat ge- 
führte Prokurenregister sind für die 
offene Handelsgesellschaft 
Wm. O'Swald &amp; Co., 
Hauptniederlassung Hamburg, Zweig- 
niederlassung Zanzibar, folgende Ein- 
tragungen erfolgt: 
Zu laufende Nummer 10, Prokurist 
Kaufmann Heinrich A. J. Schiy- 
mann hierselbst, ist eingetragen am 
7. Oktober 1898: 
„Die Prokura ist erloschen am 5. Ok- 
tober 1898.“ 
Unter laufende Nummer 11 ist am 
7. Oktober 1898 eingetragen, daß dem 
Kaufmann Otto ax Johannes 
Oehlerking boerlelsft Prokura für die 
hiesige Zweigniederlassung mit Wirkung 
vom 6. Oktober 1898 ab ertheilt 
worden ist. 
Zanzibar, den 7. Oktober 1898. 
Der Kaiserlich veutsche Konful. 
3 J. V. 
Graf v. Hardenberg. (32) 
  
Verkauf von Erzeugnissen 
aus den deutschen Kolonien 
unt. Aufsicht hervorragend. Mitglleder der deutschen Kolonlalgesellschaft. 
4 
- i -. 
* n 4 ⅞½: 
— · ,"'·-"f· « ..«0. 
«'-·d)d« # r#nr #aisbhe i- 7% 9 
11 n 
— ti.be # 9 
" 1.7 
+ .W 
» 9 * « 
6b * .. 1 s 
.. . 4. ——ine „ . 
— —— E — 
Hauptgeschäft 
C.Jerusalemer 
Zweiggeschäft 
W. Schill- 
  
Neuheiten: 
· « IMÄIIItStkM gw) 
HSMTMSJFYIZEEEDFWE« 
EIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlCCII 
  
  
Deutsche 
Rolonial-Schule 
zu Witzenhausen a. d. Werra. 
Eröffnung Ostern 1899. 
Praktisch-wissenschaftliche Vorbereitung 
für Plantagegärtner, Wirthschafts- 
beamte, Kaufleute u. s. w. in den 
Kolonien. (5119) 
Prospekte versendet 
Geschäftsstelle, 
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vber Nachnahme v. 500 St. an franko. 
ille: 15, 18, 21, 25, 28, 30, 35 bis 
50 Mk., ev. noch besser. Jeder Ver- 
such führt zu dauernder Kundschaft. 
Ferner führe: Feinen Thee in russi- 
scher Packung, Pfd. 3—8 Mk., 
Russischen Senf von 1 bis 1,80 Mk. 
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aus dem Gebiete der läänder- und 
Völkerkunde kauft Udo Lehmann, 
Neudumm, Prov. Brandenhurg. (3|8 
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LEinnfolien-Staniol, 
Kellereimaschinen 
lielern billigst (204) 
K- A. Eaitke &amp; .l 
· -0lloubsohmllsla. 
Mwätiqefercwterqesuolw 
  
  
  
   
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(231)
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Gaxlehner= 
Bilterwasser 
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Vollkommen unschädlich. 
Von der ärztlichen Welt 
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1000 Gutachten empfohlen. 
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Käuflich in allen — und p!“*—— 
  
6#KUN„UG EU, CKTEEOG 
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Man wolle beachten, dass jede Etiquette die Firma trägt: 
F.—-1 
F.S#t 
2###st
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        839 
Matthias Rohde &amp; Co., 
Hamburg, 
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für Vereine in Gold, Silber, Email u. Imitation, sowie Schilder, Wappen, 
Buchstaben, Murken, Spundbleche. Schablonen cetc. lertigt 
Beyenbachs Metaliaurenicberizk: 
Gravir- und Münzanstalt, Wiesbaden. 
  
  
  
  
    
—.t 
—————— ---— 
Gegründet 1852. 
M. OTTO W. MOLLER 
Hamburg, Brémen, 
Alte Gröningerstrasse 6. Wachtstrasse 34. 
· Telegramm - Adresse: Mottoller, # 
pedition und Commission, 
Expedition von Gütern und Packeten 
nach und von allen Theilen der Erde zu billigen Raten. 
Spezialverkehr nach den — Kolonien. 
.*[ [ J*" 
  
  
(2) 
  
  
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einfache Weise die Wände u. Decken 
der Gebäude mit den 
Falz-Baupappen „Kosmos“ 
nach Patent Flacher. (2##r) 
Schlechte Wärmeleiter infolge der 
in den Hohlfalzen ruhenden Luft- 
schichten. Wasserdicht, dunstdicht, 
schalldämpfend, stabil und leicht. 
Schutz gesen Hausschwamm u. Un- 
geziefer. Muster u. Prosp. postfrei. 
A. W. Andernach Iin Beuel am Rhein. 
s — 
  
  
m 
„ — 
+ -. * S * n. 
  
S#dbaben 
direct von 8 
  
  
  
  
  
  
  
  
Seimiodeniserne Fauster 
und Oberliehte jeder Art, (181) 
schmiedeeiserne Treppen, Thuren 
und Thore fertigt als Spezialität 
R. Zimmermann, Bautzen.
        <pb n="992" />
        ———.. 
1—11 
— — — — 
— — — — 
— — — 
—— — 
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1 
  
840 
     
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— — — ç ç — i1 
  
  
— ——— — —. — — 
Emde. 
iAn allen deutschen Kelonlen 
———— 
Hüsseldor!. 
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empfiehlt 
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Fesuchten reinen, feinsten impor-- 
tierten Tabaken als Ersatz für die mit hoben Zöllen belegten überseeischen 
Fabrikate hergestellten. 
Import-Ersatz-Marken: 
Ceres (Manilla), Mediafaçon, millel . das Mille Mk. 60 
Manilla (Manilla), Cortadofacon, milll . . . " „ 80 
„Buen Olor (Cuba), kl. Engländerfagon, mittelkräftig "„ „ 60 
La Perla (Havana), kl. Engländerfagon, voll und saftig „ 75 
Flor Fina (Havana), kl. Engländerfacçon, fein, mil. . , „ „100 
I Arte (Havana), kl. Engländerfacon, fein, mittelkräfti r " * 100 
El Justillo (avana-Mexico), gr. Importfar., hochf., mittelkr. „ . 150 
Holländer-Marken: 
0 
(Leichtere Qualituten.) das Mille 
Fastoso, mittelgrosses Facon, mittelkräftig Mk. 32 
Pelia, Bockfagçon, mittelleiccht .„ 35 
Waldmanns-Hell, grosses Bockfaçon, mittelkräftig „ 40 
Silphia, gewöhnliches gerades Facon, leicht .. »45 
La Rosa, Trabucos fein. leicht prickelnd Gror e nn 48 
.## olländer, hoch aromatische, milde hollän- 
Dock di aren. dische Mischung, nur in Kistehen à 200 8St. , 52 
bePrefterenein, Regaliafacon, mild 566 
Mandolina, mittelgrosses Facon, fein, mittelkräfig „ 60 
Feinschmecker III, mittelgross, allerleicht. f. holländ. Mischung „ 60 
Emir, grosses Bockfacçon, feine milde holländische Mischung " 63 
El Morro, mittel Bockfacon, mittelkr., Havanamischung „ 64 
Orphenus, mittelgrosses Facon, sehr fein, mittelkräftig 70 
Laureles, schlankes Facon, sehr fein, mittelkräftig „ 85 
Prthia, schlankes Facon, sehr fein, mittelkräfig „ 90 
Flor de Matanzas, Trabucos Façon, sehr fein, mittelkräftig „ 100 
Esqulsitos, gekürzt Mediafaçon, sehr fein prickelnd . „ 110 
Los Magnificos, Media Regaliafaçon, sehr fein, krästig. *125 
El Cubeba, sehr grosses Bockfacçon, hochfein, mild 150 
Die Firma betreibt den Export nach den deutschen Kolonien 
als Specialität. 
  
Besondere Bedingungen für Export-Sendungen. 
Sendungen nach Ausland und den Kolonien erfolgen, da Nachnahme 
nicht überall zulässig ist, nur gegen Vorausbezahlung (Bar oder Anweisung 
auf deutschen Bankplatz) mit 5% Skonto. Zigarren von 100 Stück aufwärts 
zum Millepreis. Farbenangabe erbeten. 
Nach überseeischen Plätzen gehen meine Sendungen, wenn nicht be- 
stimmte Schiffsgelegenheiten vorgeschrieben sind, in der Regel mit dem 
erstabgehenden deutschen Dampfer. Die Verpackung geschicht, sofern nicht 
Gewichtsbestimmungen oder anders lautende Vorschriften entgegenstehen, 
in verlöteter Zinkkiste (à M. 1,50 pr. Postpacket). Anf Wunsch kann aber 
auch jedes einzelne Kistchen in Zink verpackt werden, wofür ich nur meine 
Selbstkosten berechne (ca. 50 bis 60 Pf. für das Kistchen). 
Volle Postpackete (von 5 kg) und grössere Frachtsendungen liefere ich 
frei bis zur Grenze, bezw. frei deutschem Sechafen, die weiteren Fracht- etc. 
Kosten sind zu Lasten des Empfüngers. Rücksendungen aus dem Auslande 
Vverden nur bei zoll- und frachtfreier Lielerung angenommen. (269) 
S I ————-—sI-q-l—.—l-»·»l» 
— 1 — 
  
  
Bitte lesen! 
Mit Vergungen ergreife##cb 
die Gelegenbeit, su bestltigen. 
daes iek ### seit Ca. 15 Jahren 
meine Zlgarren von Ihnen beriebe 
und in diesem langen Zeitraone 
nicht einmal elnen Grund zur 
Klage gehabt habe. Diese h 
Bezugsreit spricht am besten Ur. 1 
die Güte der bezogenen Zigurs 
für die Gleichwilssi, keit der Lie 
fera,ngen, wie für die Preiswäniig- 
keit Ihrer Fabrikate. 
Kaiserslautern. 14. Jan. 1801. 
M., Major 2. D. 
N. beziebe ich 
Seit 15 Jahren beriehe 
meinen ganzen Bedart an rs 
von der Firma A. F. Emde 1½ 
Desseldorf und mues die Kite 
würdigkeit der Elieterten Narken 
Wls #e#n Hera, sowie die 
— rerhe und aufmerkssme Be- 
jenung rühmend sberkenner. 
Ravensborg, 15. Janbar 169s. 
Umgeld-Commissir M. SeFretir 
der 
eners und Zigs. 
andels u. Gewerbekammer. 7 
Bereits über 20 Jahre beriebe # 
ich melnen Bedarf an Zigerres 
von Ihnen und waren dieselbe. 
stets nach Güte und Freeru#h- 
keit zu meiner vollsten Zoftie r 
heit; es entsprach die B n 
Excellent als eine gute- "- — 
Zlgarre, und sagten wmir die 
Ceres, Melpomene und El 
uz besonders zu; ich kapn de 
hre Firma jedem Raucher 
bestem Gewissen ompfsohlos. 
Wadern, 13. Janva# 1897. 
R., Königll. Forstmeister. 
· e. 
Ich bestitige Ihnen zom 
dass ich schon seit inl 
15 Jahren meinen au 
Arron nur von Uh#en del * 
Pe ich auch daswischen 
mal anderwia#rts zu einem doa ben 
mich bewegen liess, 50 ke 18. 
doch immer ** . #n 
Die von 
r sind Preferebols Fan 
Bueno, leicht, mild und sebr 
walisch. 
i i 13 Jan. 
Asing i. By. 
8 #., 1#2 
etc., 
je beiliegende Bestellong · 
Ahn-am bereitse gesc rie 
2i1. 
ben, als Ihre erste * unt 
i br 
garren eintraf, die m b henr 
6° L ½½ Nihnn noch eine 
Dte 1 süe, 
auenn bertell eiügen, Bitte 
senden Sie 
Otjimbin gue, 4. Febr. 16968. 
Deutsch-Sndwestafriks. 
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oflerirt nebst tropischen Frucht- und Nutzpflanzen-Samen auch solchen von Gemflsen, soweit sich dieselba 
nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als für den Anban in des Tres 
geelgnet erwiesen haben. — Da die botanische Centralstelle nur für einmalige Versuche im Kleinen Gemis 
samen liefert, so offerire ich für grösseren Bedarf gegen fr. Einsendung von Mark 12,— franco aller deutechen 
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dargestellte 
allen naennse bestens empfohlen. A. die Dre. Prwfesn 
(salzsaures Phenceoll) 
Eine grosse Reihe italienischer Aerzte, u. 
Albertofll. Professor Cervello, Dr. Cucco, Dr. Dall —- 
fessor Mosso, Dr. Venturini und viele andere haben mit dem kie ua 
überraschende Heilerfolge bei Malaria erzielt. Auch Dr. Ri La# 
Arzew (Al ier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches; 
terer hat die offizielle Einreihung des Medikuments in die staa 
Verschreibungen des Kongostaates veranlasst. —- 
Das salzsaure Phenocoll eignet sich ferner nach den kt en u 
von Professor Martinez A. Vargas in Barcelona zur 80 
cheren Heilung des Keuchhustens. drochloricom, 
Man wende sich wegen des Erhalts von Phenocollum bydroc 
ober- 
wegen Litteratur und Gebrauchsanweisungen an die Vertreter der 
genannten Firma, nämlich: 
Hamburg: Gebrüder Oldenburg; (# 
Barcelona: J. Esplell; Au- 
London: A. &amp; M. Zmmmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary- at-kII; 
Moskan: W. Stürzwage &amp; Co.; 
New-Tork: Lehn &amp; fink, 126 Wilam Street; 
Paris: Ma# F####es, 31 rue des petites Ecuries; Ungelnoele 100 
Blo de Janelro: — Luclus 4 Co. Successores de 
  
  
  
       
     
    
  
  
  
  
     
     
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nach dem Flottengesetz von 1898 
mit Berücksichligung der bis zum Jahre 
1903 erforderlichen Neu= und Ersatz- 
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heer und ihre Stellung im Haus- 
halt der wichtigsten Großstaaten. 
Zusammengestellt auf Veranlassung 
des Reichs-Marine-Amts. Mit 17 Ta- 
bellen und 5 Tafeln graphischer Dar- 
stellungen. Mark 2,50. 
Die Seeinteressen des Deutschen 
Reichs. Zusammengestellt auf Ver- 
anlassung des Prichs-Marine-Amts. 
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rath und Departements-Direktor im 
Reichs-Marine Amt), Verhalten der 
Seeschiffe bei unsichtigem Wetter 
nach dem internationalen See- 
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Berlin SW., Kochstrasse 68—71. 
  
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Eine treffliche Weihnachtsgabe für die weitesten Kreise bildet dir 
Weihnachts-Festscherft 
des unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des 
Prinzen Heinrich von Preussen stehenden 
Deutschen Flotten-Vereins, 
mit der dieser die Herausgabe seiner vom Junnar ab allmonatlich er- 
scheinenden llustrirten Zeitschrift einleitet. 
Seine Majestitt der Kaiser hut die Genchmigung zur Herausgebe 
sowohl dieser Weilhnachts- Festschrift wie des illustrirten Verein- 
orguns ertheilt und gestattet. dass Herren aus Seinem Gekfolge Aul 
nahmen und Zeichnungen aus der Pallistinafahrt Ihrer Mujestiten sir 
diese Weihnachts-Festnummer des-Deutschen Flotten-Vereins“ ankertigen. 
Insbesondere hnt auch Professor Knnekfuss seine Mitwirkung kur dieee 
Festschrift zugesagt. , 
Ausserdem wird die Weihnachts-Festschrift noeh enthalten eiuer 
lllustrirten Ueberblick der Entwickelung der deutschen Kriew#flle 
selt dem Regierungsantritt Kalser WilheIms II. bis nuch Ausfübruus 
des Flottengesetzes von 1898. Der Leser wird durch eine vortreffliche 
Zeichnung des Marinemalers Willy Stöwer ein anschnuliches Bild vor 
dem Bestande unserer Flotte im Jahre 1903 erhalten. Daran wird sich 
eine lustrirte Durstellung der Laufbahn sowohl der höheen ie der 
unteren Chargen der Marine anschliessen. Fesselnde Schilderungen 
aus dem Seceleben verden dem Leser in Wort und Bild vorgesahrt 
werden und ihm mancherlei Wissenswerthes bringen. Durch Erzählungen 
und Plandereien ernsten wie humoristischen Inhults bekunnter Autoreb. 
darunter Vizeundmirn! z. D. Reinhold Werner, mit Illustrationen son 
berühmten Künstlern, wie von Prafessor Saltzmann, wird das Stemarilg 
leben an Bord wie in der Ferne lebendig und anschaulich zur Dar- 
atellung gelangen. 
Der bestens bekannte Marinemaler Professor Bohrdt hat es uher- 
nommen, ein besonders packendes Bild für diese Festnummer zu msei. 
welches in Buntdruck künstlerisch ausgefült, uls besondere Beilage 
gegeben wird und allen Freunden des Seewesens als Zimmerschime 
willkommen sein dürlte. « wiri 
Die Weihnachts -Festschrift des „Deutschen flotten · Vereins v 
sicherlich jedem deutschen Welhnachtstische zur Zlerde gerelchen. 
Trotz der vollendeten und zahlreichen Illustrationen wie der vor- 
nehmen und gediegenen Ausstattung wird der Preis der Festschrift 
unur eine Markl 
betragen. 
Von derselben Tendenz wie die Festschrift wird die allwonatheh 
erscheinende Zeitschrit des „Deutschen Flotten-Vereins“ getragen sein, 
Diese Zeitschrift, vom Korvettenkapitän Hermann Gereke redigirt. Vr 
den Namen 
„UEBERALL“ 
führen. Es ist dieses der Ruf, mit dem an Bbord der deutschen 
Kriegsschiffe die Reveille bezeichnet und abgeschlossen #ui 
auf die Weihnnchts- Festschrift (PreisG 1,—. vie auf die 
Pegteslungen Monatsschrift „Ueberall“ (Jahrespreis etwa 4 10.— 
mhehmen alle Buchundlungen entgegen. “ 
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AAn 20. December: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Mlz, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou 
Am 22. December: F. D. „Lothar Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Swakopmund, Walfischbai, Lüderitzbucht und Port Nolloth. 
Am 31. December: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Goree, Liberia, Lagos und den Häfen der Südwestküste 
Afrikas von Landana bis Benguella. 
Am 10. Januar: RD. „Eduard Bohlen“, Capt. Iversen, 
nach Madeira, Lome, Fernando Po, Kamerun und den südlichen Häfen bis Loango. 
Am 18. Januar: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Haken, 
via Antwerpen nach Gibraltar, Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Bissac, Bolems, 
Sierra Leone und Sherbro. 
Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 25. jeden Monats. 
Allie Guter müssen um Tage vor dem 459angsdatfum bis I2 Uhr miectags ldn#osseite ##iim 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt die Woermann-Linie 
(u) Hamburg, Gr. Reichenstrasse 27. 
Q Deutsche Ost- Afrika — 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal, 
Amsterdum oder Antwerpen, Lissabon und Neapel Anlsufend. 
Vierzehntägiger Betrieb. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt per Reichspostdampfer: 
von Hamburg: von Neapel: 
      
*, HERZOG«, Capt. v. Issendorff. . . .. . . . . ... 21. Derember, 4. Januar, 
, GOENERAL“, Capt. CGauuenn 4. Januar, 18. Januar, 
2,KANZLER“, Capt. Els# 18. Januar, 1. Februar, 
0 ADIRAL“, Capt. Westtttt .. ... 1. Februar, 15. Februar, 
nach Nombassa, Tanga', Pangani:, Saadani, Bagamoyo“, Dar-es-Saldm?z, Sansibar?v, Kliwa, L##dl, 
Allindani, Ibo, Mozambique 7, Quellmane?, Chinde, Beira“, Inhambane, Delagoabal“", Durban“. 
Die mit einem verschenen Dampfer nehmen nach den mit gleichen Zeichen versehenen Hälen nur 
Passagiere und nach den mit einem “" versehenen Häfen auch Ladung. 
Die mit einem O versehenen Dampfer nehmen Passagiere und Ladung nach allen genannten Plätzen 
mit Ausnahme von Durban. 
Dtie Dampfer Rhaben vorrü9liche EMarichtungen für Eussagtere en allen Klassen. 
Direkter Durchverkehr von binnendeutschen Plätzen nach sämmtlichen Anlaufhäfen sowie nach Transvanl 
(Johannesburg und Pretoria) via Delagoabai. 
Alle Güter müssen spätestens zwei Tage vor Abgang des Dampfers längsseite sein. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (o) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aftien-Gesellschaft, 
„owie wegen Fracht und Passage die Deutsche Ost-Arika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 27. · 
— — — 
  
— — — — 
Dieser Nummer liegt das 4. Heft des Xl. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den dentschen Schutzgebieten“ bei. 
Berantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Thell: M. Junge, Berlin. 
Verlag und Drück der Koniglichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler à Sohn, Berlin 8W 18, aochstrabe —1. 
Ausgegeben am 15. Dezember 1808 um § Uhr nachmittags. 
— ———R
        <pb n="1003" />
        Kolonlal- 
andels-Adressbuc 
1898. 
— — 
Herausgegeben 
von dem 
Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee. 
Berlin, Unter den Linden 17. 
Mit fünf Karten in Buntdruck. 
  
Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Berlin, Kochstrasse 68 —71.
        <pb n="1004" />
        Kolonial-Wirtschaftliches Komitee, 
BERLIN NW., Unter den Linden 471. 
O’ ——— J 4 VS Kho . — * 
Das Komitee verfolgt den Zweck, die Einfuhr und Ausfuhr der deutschen 
Kolonien, sowie deren Produktion in gemeinnütziger Weise zu fördern. 
Dieser Zweck soll erreicht werden: 
1. dUurch dic lmport- und Export-Ausstellung Unter den Linden 471, Eie- 
tritt krei. 
2. durch die Sonder-Ausstellung der in Bildung begriffenen kolonialen 
Unternehmungen durch kartographische Darstellung und Nodelle. 
Unter den Linden 471, Eintritt frei, 
3. durch Wander-Ausstellungen und Beteiligung an allgemeinen Aus- 
stellungen, 
durch die Kolonial-wirtschaftliche Auskunftei, 
durch die chemische Prüfung von Kolonial-Produkten durch Prolessuer 
Dr. Thoms, Leiter des pharmaceutisch-chemischen Laboratoriums der 
Königlichen Universität Berlin, 
durch den Stellennuchweis für deutsche Kolonien, 
durch Kolonial-Wirtschaftliche Preisaufgahen, 
s. durch Herausgabe der monatlichen Zeitschrift für tropische Laudirt- 
schaft „Der Tropenpflanzer“, 
9. durch Herausgube des „Kolonial-Handels-Adressbuches“. 
5 
Der geschäftsführende Ausschuss besteht aus: 
Fabrikbes. Supf, Berin, CGraf Sckbrecht v. Dörkheim, Hannover, Privat-Dozent Dr. Doe, Gerlu, 
Vorsitzender. stellvertr. Vorsitzender. stellvertr. Vorsitzender. 
v. Bornhaupt, Beriln, Or. jur. Esser, Berila, Or. HMindorf, Köl, " 
General-Sckretär der HDeutschen Vorstund der Westafrikanischen Direktor der Kheinischen Handei 
Kolonial-Gesellschaft. Pflanzungs-CGesellschaft „ Viktoria Dlantagen-Gesellschaft. 
Jantzen &amp; Thormählen, Hamburg. C. J. Lange, Berlin, Or. C. Lauterbach, Stabewit, 
Direktor der Iicutsch-Ostafrikanischen bei Breslau. 
lantagen-(Gesellschuft. 
Prof. Dr. Thoms, Berlin, Or. 0. Warburg, Berlin, Dr. F. Woltmann, Bons, 
Leiter des pharmacentisch- Prikat-Dozent un der Uniccsitüt T’rofessor der Landwirtschaft 4 
chemischen Laboratoriums der Berlin und Læhrer für tropische- und Lirigent des Versuchstfeldes der 
Universität Berlin. Pflanzenkunde am orientulischen königlichen lundwirtschaftlichen 
Seminar. Ak: Ala- mie Bonn-Poppelsdorf. 
Vheodor Wilckens, 
bisher Faktorei-lLeiter in Klein-Popo, Togo, Sekretär.
        <pb n="1005" />
        Inhalts-Verzeièhnis. 
I. Teil: Statistik und Verkehrskarten. 
Ein- und Ausfuhrtabellen. 
Verkehrskarten von: 
a. Deutsch-Ostafrika . 
b. DeGainen-Sehtegebiet d Marobaliweein, 
c. Kamerun . 
d. Togo 
e.h Deutsch-Südwestafrika. 
IH. Teil: Ausfuhr aus den Kolonien. 
Deutsch-Ostafrika: 
a. Pflanzu Gesellschaften 
b. Handelsfirmen . 
Karte der Pflanzungen 
c. Sonstige Gesellschaften 
Kamerun: 
a. Pflanzungs-Gesellschaften 
Karte der Iüanzungen 
b. Handelsfirmen 
Togo: 
a. Pflanzungs-Gesellschaften 
b. Handelsfirmen 
Neu-Guinea-Schutzgebiet und Marshall- ** 
a. Pflanzun Cesellschaften . 
b. Handelsfirmen 
Deutsch-Südwestafrika: 
a. Gesellschaften 
br Handelsftirmen . 
Karte der Wirtschaftsformen . 
Deutschland 
Importeure in Deutschland . 
Fabrikanten in Deutschland (Verarbeitung der Rohatosfe) 
Vertriebsstellon deutscher Kolonialerzeugnisse 
III. Teil: Einfuhr in die Kolonien. 
Exporteure nach den deutschen Kolonien 
Fabrikanten (Export) Z 
Schiffsverbindungen mit den deutschen Kolonien: 
a. Fahrpläne ........ 
Passagepreise 
c. Frachttarife 
Postverwaltung und Portosätze 
Zölle. 
IV. Teil: Die Kolonialbehörden. 
Behörden in Deutschland 
Kolonialrat 
Behörden in den Kolonien Z 
Anleitung zu amtlichen Eingaben. 
V. Teil: Anzeigen. 
Seite 
4—5 
6a 
6b 
64 
15 
15 
16 
18 
19—20 
. 22—23 
24—30 
. 31—32 
33—45 
46—49. 52—54,. 56, 58 
" 50. 52. 55, 57, 59 
51, 55, 57, 59 
60—61 
62 
69 
70 
70 
76
        <pb n="1006" />
        Ausfuhr aus den deutschen Kolonien. 
4 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
6 1895“) 
1896 3 1896 1896 1894 *) 3 Neu- 1 1895*) 
südyest. Guinen Marshall- Zu 
Ostafrika Kamerun Togo afrika —] NAars Inseln Sammen 
1 Archipel # 
Mer Mark Mark Mark NMark Mark Nark 
Baumwolle . 1 798 — — — 151 900 — 153 698 
Betelnüsse, blätter etc. 3191 —. — — — — zil 
Reis. . .. 884 — — — — — 881 
Mais 10 329 — — — — — 10 329 
Hirse 152 5599— — — — — 152599 
Bohnen und Erbsen 16 663 — — — — — 16653 
Naraskerene. — — — 13 900 — — 13900 
Zucker, Syrup u und Melasse67 829. — — — — — 6782 
Kaffee 39352 21699 4682 — – — 46203 
Kakao — 443088— — — — 4 308 
Kolanuss 23 59 — — — — 289 
Tabak 78 223, 163500 — — 224 000 — 318513 
Kautschuk 950 870 1077776 297 524 — — — 2326170 
Kopal 185 730 1965 — — — — 187 701 
Gummi — — — 63200 — — 6200 
Steinnuss – — — — 256300— 25630 
Kopra incl. Kokosnüsse 204 291 12 730 — 166 760|270000 641790 
Kokosnuss- und Sesamöl 9557. — — — — — 955. 
Kokosfaseeen 14 511— — — — — 14ö11 
Palmkerne – 13322529|11376811 — — 2460200 
Palmo!. — 1988148196 319 — — — 1184464 
Erdnuss 2520 — — — 252 
Sesam 117 662 — — — — 11760 
Orseille 1406 — — — — — 1406 
Flechtgras und Palmblatter 
(und Waren daraus) 76091 — 2961 — — 79052 
Bauholzer. 85 333, — — — 8576 
Zierhöler 993 1120900 — 25 300 — 13838 
Felle und Haute 35219 — 1856 53940 — — 893s1 
Wolll 1 — — 1200 — — 1200 
Lebendes Vieh 72815. — — — — — 728n5 
Rhinoceroshorn 99617 — — — — 9961s, 
Andere Hörner . 881 — 33 4600 — — 5511 
Elfenbein 1793339, 369619 10870 1580 — — 217546 
Flusspferdzähne 61 936 — — — — — 61936 
Wildschweinzähne 5627 — — — — — 562 
Lebendes Geflügel 1456— – — — 14566 
Straussfledern. 223 — — 40 8200 — — 4108 
Schildpatt 34 860 — — 11460 — 4632 
Wachs. 76954 — — — — — 76951 
Perlschalen — — — — 12290 — 122 
Kauri und andere Muscheln 5254— — —— 5251 
Verschiedenes 168 952 2715. — 14092 650. 7900 181 720 
Gesammtausfuhr 4387 197 3961 308/1 651 417/ 123 732 617990, 277900 1101951 
Hamburgs Handel mit den I 
KolomenlmJahr618961048080» 3378940 94600| 280 070) 455 300 5256990 
— — — — 
*) Die Statistik des Handels 1896 ist amtlich noch nicht zusammengestellt.
        <pb n="1007" />
        — 5 
Olonien. 
  
  
Einfuhr in die deutschen K 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
» I I1896»)11896«) 
1896 1896 1896 1894*) Von Ham-Von Ham- 
1# burg nach burg nach Zu- 
Warengattung Ostafrika Kamerun Togo Südwest-Neu-Guinea Südsee- gammen 
80 „afrika u.Bismarck. Schutz 
I iAkchipeIgehist 
Maik Mark Mark Mark . Mark Nark Mark 
l 
Rum, Genever, Spirituosen 137706, 788202 466 518 46 580. 2160 — 1 441 175 
Feuerwaffen aller Art . . .. 32324 82890 10948 33840 — — 190002 
Pulver, Spreng- und Zündstoffe 15 475 162 995 5688280 — — — 235 350 
Salllzszszszz 62 157] 285 710, 29 82 — — — 377718 
Reis 828 776 160042 — 53928 — — 1042746 
Tabak .... — 302091 116017 86868 — 49500 509926 
Cigarren und Cigaretten 11066 21083 — 9 000 — — 147 849 
Gewebe, Manufakturwaren. . . . 4476 5451 032922 501266 38180 15440 26620 6090973 
Drogen, Farben und Zündhölzer. 143 816 71726 37928 — 10 000 3230 266700 
Flachs, Hanf und dergl. Gespinnste 200 3338 767 — — — 48305 
Eisen und Eisenwaren 4445209 326 841 51002 78990 14 910 711024062 
Glaswaren, Perlen und Porzellan 201 007 73246 30 872 — 2590 307 715 
Bau- und Nutzholz sowie Holzwaren 57550 14600 3750 3070 665 188 
Instrumente und Maschinen 220 020 38237 910 — 5450 3240 0 276054 
Kupfer- und Messingwaren 73 523 31431 12914 — — 117 868 
Blei und Bleiwaren .... 15354 711 2511 — —- — 18606 
Wellblech, Zinn- und Zinkwaren 105 903 — 780 — — — 106 683 
Cement, Kalk und Steine 20 510 79819 19907 — — — 120 266 
Kurzwaren ... — 37980) 24423, 109 810 — — 172213 
Leder und Lederwaren 16 601, 15 388 8 182 101 454 — — 171625 
Gold- und Silberwaren 23002 281— — – 23 283 
Leinen- und Seilerwaren — 5897553. 72690 — 12 7600 650] 
Hüte und Schirme 61 137 40068 —. — – – 110205 
Tapier und Papierwareh 36516, 15769 8605 — — — 60 920 
Seide und Seidenwaren 25631 — 21342 — — — 46 973 
Stroh- und Bastwaren 26 245 711 1 400 — — — 28 391 
Thon- und Steinwaren 174109 19692 22677 — 6 440 — 66218 
Wollwaaren 23519 — 6359 13000 — 4 350 47228 
Theer und Pech 2993 4317 2690 — – — 10000 
Steinkohlen 736 80058— — 8 810 11 330f 
Uhren ....... 16 350 8 17 — – — 24821 
Möbel und Schiffsinventarien. — 116924 — — — — 116 921 
Munition ........ 179 — — — — — 179 
Reise- u. Passagiereffekten, Kleidung 250098 35156 30590 67592 9680 25200 395636 
Wasserfahrzeuge nebst Zubehör 3636 58628 41510 — — 66 804 
Bier ..... 146601 86 508 28293 58 306 15 1900 17620 
Wein . 220186 63745 37708 85586 7130 2900 117255 
Mineralwasser ..... 19910»17536j—»— — — 37 446 
Sonstige Verzehrungsgegenstände 816 593 558 892 113 461 493 157 36010 374200205556 
Oele, Fette, Lichte 13257 12007 7973 — — — 33237 
betrolem 230887 35601 14313 — — 280 89 
Seife und Parfümerien . 104302 53098 19967 8470 — 2710 1887 
Liere und tierische Produkte. 40 053 71,U 526 10 652 
Erzeugnisse des Landbaues 14 52 12621 1418 — — 271521 
Litterarische und Kunstgegenstände 25989, 19469 1 81 — — 172890 
Gemünztes Gell 70 220 700 9815.— — — 230615 
Verschiedenes 14912 14260 114 130 41 31 020 18 910 559 717 
Gesammteinlaabrr.. 9233 406 5 358 905 1 886 832 1 881 121 181 370 152 18018691411 
Hande! Hamburgs 7#!) mit den — )7 
Kolonien 1896 I11 331 460. 3294780 24405 160 181 370 152 180| 7365250 
  
) 
  
Die Statistir des Handels 1896 ist amtlich noch nicht zusammengestellt. 
Eine Statistik der Gesammteinfuhr wird amtlich nicht zusammengestellt. 
  
Da die Bremer Statistik eine gleiche Zusammenstellung des Handels Bremens mit den Schutsgebieten nicht,
        <pb n="1008" />
        Berichtigungen. 
Seite 6e: Verkehrskarte von Dentsch-Südwestafrika: Postamt und grössere Stationen“, 
statt „Wilhelmsfeste" in „„tyimbingue. 
15, 21 und 32; statt -„Liebau &amp; Witt = Witt &amp; Liebau. 
17: Syndikat für Bewässerungsanlagen in Deutsch-Südwestafrika 
Leiter: „Regierungsbaumeister Rehbock nicht mehr in „Südwestafrikat, 
sondern in „Deutschlandt. 
Ga: Usambara-Eisenbahn nicht bis „Bulone, sondern nur bis = Muhesa#(siehe Karte 
Seite 10). 
—69: Unterstantssckretär Dr. Freiherr v. Richthofen, Wirkl. Geh. Leg. Rat. 
69: Zugeteilt dem Direktor: 
Generalkonsul Dr. Schmidt-Ledn.
        <pb n="1009" />
        Neugeseichnet nach dem Kleinen deunteohen Kolonlalatlas, Verlag von Dieotrioh Reimer (Ernat Vohseon), Berlin. 
B. Nebheroichiboltatte- 
Deulochi- Olaftista- 
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Verkehrskarte von Deutsch-Ostafrika.
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        <pb n="1011" />
        Neugezeichnet nach dem kleinen 
deutschen Kolonialstlas, Verlag von 
Dietrich Reimer (Erpst Vohsen), 
Berlin. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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150 Gre# m . 2— 
Verkehrskarte des Schutzgebietes von Neu-Guinen und den Marshall-Inseln.
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        <pb n="1013" />
        60 
Neugezelchnet nach dem kleinen deutschen Koloplalatlaa, Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
  
  
  
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Verkehrskarte von Kamerun.
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        Neugezelchnet nach dom Kleinen deutschen Kolonialatlas, Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
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Verkehrskarte von Togo.
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        Neugereichnet nach dem kleinen deutschen Kolonialetlas, Verisg von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin. 
  
  
   
  
      
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Verkehrskarte von Deutsch-Südwestafrika.
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        <pb n="1019" />
        II. Teil. 
Ausfuhr aus den Kolonien. 
Deutsch-Ostafrika: 
. Pflanzungs-Gesellschaften. 
b. Handelsfirmen. 
Karte der Pflanzungen. 
C. Sonstige Gesellschaften. 
Kamerun: 
a. Pflanzungs-Gesellschaften. 
Karte der Pflanzungen. 
b. Handelsfirmen 
Togo: 
a. Pflanzungs-Gesellschalten. 
b. Handelsfirmen. 
Neu-Guinea-Schutzgebiet und Marshall-Inseln: 
a. Pflanzungs-Gesellschaften. 
b. Handelsfirmen. 
Deutsch-Südwestafrika: 
a. Gesellschalten. 
b. Handelslirmen. 
Karte #ler Wirtschaftsformen. 
Decutschland: 
Importeure in Deutschland. 
Fabrikanten in Deutschland (Verarbeitung der Rohstotfe). 
Vertriebsstellen deutscher Kolonialerzeugnisse.
        <pb n="1020" />
        Deutsch-Ostafrika. 
a. Pflanzungs-Gesellschaften. 
  
— — — — — — — — ÛÔËÚ — — —.. — —— — — — — — " — — — 
  
Sitz- Firma Planzungen 
Berlin Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft, Behrenstr. 16 Kikogwe (Pangani) 
Gegr. 1885. Kapital: 7 128.000 Mk. Lunguza (Handei) 
Vorstand: Car! Bourjau, Alexander Lucas, Kaffee 
Kommerzienrat, Berlin Muoa (b. Tunga) 
Kokos 
Mwera (Liberia- 
kaffe) 
6 Union (Hande)) 
Kaffee 
Jassini (Kokos) 
—- Deutsch-Ost-afrikanischePlantagengesellschaft,Fried-,Buschirihok(K0k08- 
riclI-Wilhelnistr.21 . Kaffee) 
Gegr. 1886. Kapital: 21000 000 Mk. Lewa (Kafee) 
Direktoren: C. Triepeke, C. J. Lange, Berlin Magila (Kaffee) 
Leiter: Georg Sander « 
Prinz Albrecht-Plantagen Kwa Mkoro (Kaftee) 
Leiter: Wyneken » 
—- Usambara-KutheeliuusGkesellschaft,Dessauerstr.25 Bulwa (Handei) 
Gegr. 1893. Kapital: 1 000 O000 Mk. (Davon (Bergkaffee) 
begeben 500 000 Mk., für den Erhohungs. 
betrag werden Neuzeichnungen angenommen) 
Direktor: Kurella, Berlin 
Verwalter: J. Koppeschaar, Bulwa 
Pangani-Gesellschaft, v. d. Heydtstr. 7. 
Kapital: 500 000 Mk. 
Geschäftsführer: G. Meinecke, Berlin 
Düsscldorf Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft, Kiumoni b. Tange 
Karl Antonstr. 26 (Kokospalmen) 
Gegr. 1895. Kapital: 1 200 000 Mk. Magrotto (Bondb, 
Vorstand: A. Aders, Düsseldork, # arab. und liber. 
F. Paetsch, Kaaftee) lei 
Vertretung in Tanga: E. Wiese, Direktor Schoeller (Bondel 
liber. Kaflee) 
Essen a. d. K. Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft m. b. H. Segoma 
Gegr. 1897. Kapital: 500 000 Mk. 
Vorstand: Oskar Vogt, Essen 
" Oberpflanzer: Weissenborn 
Hamburg „Hamburg-West-Usambara-Plantagengesellschaft Sakare (Vest. slee 
in der Gründung begriffen Usambara) * 
,- L.ö:0.Hansing,MrimahaudsundPlantagengesellschafrKttopslll (Vanille 
Irangi-Gesellschaft, Nobelshof 
Gegr. 1896. Kapital: 120 000 Mk. 
= Vorsitzender: Dr. Scharlach, Hamburg in Hander 
Koln a. Rh. Rheinische Handei-Plantagen-Gesellschaft, Gr. Bulen- Ngambo in 5 
gasse 8 (Arab. Kafee 
Gegr. 1895. Kapital: 1 500 000 Mk. 
General-Bevollmächtigter: Dr. Hindorf, Koln 
Oberpflanzer: J. Akkersdyk, Ngambo
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        Pflanzungs-Gesellschaften. 
  
Sitz 
Firma Pflanzungen 
  
Wiesbaden Karl Perrot 
Lindi (Kaffee, Kokos- 
» palmen, Vanille) 
Deutsch- « Curt Hoffmann Pangani-Fälle 
Ostafrika . Fr. Missmahl Kihuhni (Bondei) 
6 SIXgua (Handei) 
Kaffee, Kakao 
Mikindani (Liberia- 
Kaftee) 
Potoni b. Tanga 
(Kokos) 
#" Katholische Mission Bagamoyo (Vanille) 
Regierungs-Versuchsplantagen Kwai (West-Usam- 
Leitender Chef: Reg.-Rat Dr. Stuhlmann . bara) 
(Leiter: Eick) 
Mohorro (Tabak) 
(Leiter: J. Schröder) 
Kurazini b. Dares- 
saläm (Agaven) 
(Leiter: Ritter) 
Msikitini, Mafia 
(Leiter: Bauer) 
v. Quast 
Schlunke 
b. Handelsfirmen. 
  
——— — — — 
Sitz 1 Firma : Stationen 
  
Berlin Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft, Behrenstr. 16 Bagamoyo 
Daressaläm 
Kilwa 
Lindi 
Pangani 
Tanga 
Düsseldorf Westdeutsche Handels- und HPlantagengesellschaft, Tanga 
Karl Antonstr. 26 6 
Hamburg Hansing &amp; Co. Daressalám 
Kilwa 
b“ W. Richter &amp; Co. Daressaläm 
Wiesbaden Karl Perrot Lindi 
Bagamoyo Ali Wishram (Inder) Bagamovyo 
Daressaläm E. Müller &amp; Devers Daressaläm 
" C. de Silva &amp; Co. 
5 de Souza junr., Dias &amp; Co. . 
Moschi Meimarides &amp; Perros Moschi 
Mpapua Wichalarides &amp; Nanos Mpapua 
Langani Hari (Inder) Pangani 
Tabora Weinberger &amp; Schumann Tabora 
Tanga A. Schiele Tanga 
Förster &amp; Schulz «
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        — 10 — 
  
  
          
       
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        Deutsch-Ostafrika. 
— 11 
c. Sonstige Gesellschaften. 
  
  
Sitz 
Berlin 
  
I 
Firma 
Anlagen 
l 
Bisenbahn—GesellsohakttT1rDeuwchsostafrika(Usam—!BisenbahnvonTanga 
bara-Linie), Behrenstr. 16 
Gegr. 1891. Kapital: 2 000 O00 Mk. (bis 
5 000 000 Mk. event. zu erhöhen). 
Vorstand: Alexander Lucas, Kommerzienrat, 
Berlin 
Kilimandjaro-Straussenzucht-Gesellschaft m. b. H. 
Gegr. 1895. Kapital: 220 000 Mk. 
Geschäftsführer: Karl Graf v. Finckenstein, 
Halensee bei Berlin 
Montan-Gesellschaft m. b. H., Bebrenstr. 16 
Gegr. 1895. Kapital: 1 000 000 Mk. 
Vorstand: Carl Bourjau, Direktor, Berlin, 
Alexander Lucas, Kommerzienrat, Direktor, 
Berlin 
Ostafrikanische Bergwerks- Industrie-Gesellschaft 
m. b. H. 
Gegr. 1896. Kapital: 1000 000 Mk. 
Geschäftsführer: Max Steinthal, Direktor der 
Deutschen Bank, Berlin 
Kamerun. 
aA. Pflanzungs-Gesellschaften. 
Muhesa 
  
  
  
Sitz Firma Pflanzungen 
Berlin Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft „Victoria“, Nord.Pflanzung, 
Potsdamerstr. 1216 (Kakao) 
Gegr. 1897. Kapital 2 500 000 Mk. TLimbe-Pflanzung 
Geschäftsführung: Dr. Esser, Berlin (Kakao) 
Leiter: Dr. Zintgraff u. A. Bornmüller, Victoria Victoria-Pflanzung 
Prokuristen: Hermann Dingeldey, Fritz Ehrlicher (Kakao) 
)3 Günther &amp; Rausch Sopo 
Hamburg Kamerun Land- und Plantagen- Gesellschaft, Gras- Bimbia, (Kakao, 
keller 21 und Grosse Reichenstr. 27 Liberiakaffee) 
Geschäftsführung: A. Woermann, Hamburg N’Bamba, (Kakao, 
E. Bohlen, 9 Liberiakaffee) 
C. F. W. Japtzen, „ 
Johs. Thormählen, 
Leiter: F. Friederici, Bimbia. 
Linnell &amp; Co. Debundscha, (Kakao, 
Geschäftsführung: Ernst Kraft, Hamburg — 
» Westafrikanische Pflanzungs - Gesellschaft „Bibundi“ Bibundi, (Kakao, 
Gegr. 1897. Kapital 1500000 Mk. Graskeller 21 Tabak, Vanille) 
Vorstand: C. F. W. Jantzen, Hamburg 
.. Johs. Thormählen, n 
Kribi Pallotiner Mission Kribi 
Victoria Staatliche Versuchs-Plantage Victoria 
  
Leiter: Dr. Preuss 
  
27
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        12 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Wun- 
  
  
  
Gepbiet der Westafrikanischen Pflanzungs-Gesellschaft „Victoria“ ca. 10 000 ha. Das Gebiet der Westafrikanischen Pflanzungs 
NJesellschaft „Bibundi“ umfasst die Pflanzungen: Bibundi — Isongo — Bakingele — Bataki — Mokundange, zusammen ca. 8000 ha
        <pb n="1025" />
        1- 
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Kamerun. 
— 13 — 
b. Handelsfirmen. 
  
Sit2 
Fürma 
Stationen 
  
Berlin 
Hamburg 
Hamburg 
Bristol 
Liverpool 
Kamerun Hinterland-Gesellschaft, Potsdamerstr. 66 " Malimba 
l 
Gegr. 1897. Kapital: 250 000 Mx. 
21Direktoren: H. Jaeger, Berlin 
Paul Reichard, Berlin 
Deuteel. Westafrikanische Handelsgesellschaft m. D. H. 
Jantzen &amp; Thormählen, Graskeller 21 
A. &amp; L. Lübcke 
Karl Maass (Vertr. Bauck &amp; Dürkoop) 
Randad &amp; Stein 
– — — — . —— — 
Westphal, Stavenow &amp; Co., Kaiser Wilhelmstr. 41 
WWoermann &amp; Co., Gr. Reichenstr. 
6 
R. &amp; W. King 
Rider Son &amp; Andrew, Queen Square 
The Ambas Bay Development Association Lid. 
Edea 
Kamerun 
Kamerun 
Bavo 
Bonge 
Lobe 
Funge 
Ndjian 
Rio del Rey 
Kamerun 
Mundame 
Klein-Batanga 
Gross-Batanga 
Campo 
Plantation 
Kribi 
Barne 
Buambi 
Gross-Batanga 
Plantation 
Campo 
Dehane 
Gross-Batanga 
Kribi 
Lolodorf 
Londii 
Vaunde 
Didodort 
Kamerun 
Bimbia 
Bonendale 
Campo 
Dehane 
Edea 
Gross-Batanga 
Klein-Batanga 
Kribi 
Malimba 
Ndokobenan 
Plantation 
Victoria 
Kamerun 
Bimbia 
Malimba 
Mongo 
Kamerun 
Bonangando 
Bonendale 
Malimba 
Victoria, Bonge 
Bibundi, Rio del Rer
        <pb n="1026" />
        Handelsfirmen. 
3 . 
Sitz- Firma Stationern 
l 
Liverpool NHatton &amp; Cookson Gross· Batanga 
Boambi 
Baodhje 
Campo 
F Lobedorf 
Adolph Herschell, Redeross Street 20 Kamerun 
John Holt &amp; Co., Preesons Row 26 Kamerun 
Gross-Batanga 
6 Kribi 
Plantation 
David Jones Co. Kamerun 
. Jebale 
" Mongo 
Küderling &amp; Co. Campo 
Togo. 
a. Pflanzungs-Gesellschaften. 
Sitz Firma Pflanzungern 
— — 
I 
Bremen cd'Almeida Brothers &amp; Co. Klein-Popo (Lib, . 
Vertreter: M. Paul, Bremen Kaflee, W* 
schuk) 
Kokosnuss-Plantagen-Gesellschaft „Lome“ Lome (Kokos) 
Vertreter: J. K. Vietor, Bremen "5 
J. K. vietor Klein-Popo (Lib. 
# Kaftee, Kokos 
— Plantagen-Gesellschaft „Kpeme“ Kpeme (Lib. kie 
6 Vertreter: J. K. Vietor, Bremen okos, Kaotse 
« Leiter: O. Woeckel, Klein-Popo Z 6 
„ 6 Togokaffee-Plantage M. PFaul p Adhido (Lib. Lales 
Leiter: F. Paul, Adjido bei Klein-Popo 3 Z Koko. 
Klein Pbopo Aite Ajavon Klein-Popo obos 
. Lib. Kallee) 
6 Creppy Klein-Popo (Kana 
Czieko d’Almeida KleinPopo Hens 
« 7 ! # 
Kaiserliche Landeshauptmannschaft Ssebbe(Vewuchsp“ 
. itag) bMeek 
Katholische Mission 1 Grichi (I## 
Lome Olimpio Lome (Kokol) 
Mecdeiros 
Basida Cobos)
        <pb n="1027" />
        — 15 — 
b. Handelsfirmen. 
  
  
Sit- 6 Firma Stationen 
I 
Bremen F. Oloff &amp; Co. Lome 
M. Paul, Vertreter für Almeida Brothers &amp; Co. Klein-Popo 
Friedr. M. Vietor Söhne Lome 
Bagida 
" 1 J. K. Vietor Klein-Popo 
Hamburg Armerding &amp; Feist Lome 
Bödecker &amp; Meyer Lome 
#" C. Goedelt Klein-Popo 
. Lome 
° E. Kentzler, Vertr. Donner &amp; Callenberg Klein-Popo 
5 Liebau &amp; Witt Lome 
# J. Ferd. Sthamer Klein-Popo 
0. Wallbrecht, Vertr. König &amp; Kühlbrunn „Lome 
P Woelber &amp; Zimmermann Klein-Popo 
1 Lome 
London F. &amp; A. Swanzy Lome 
Marseille 1 Mante Fréres &amp; Borelli de Régis Ainé WMein-Fopo 
. ome 
Klein-Popo NMite Ajavon Klein-Popo 
# S. B. Cole Klein-Popo 
—....—————...— 
Neu-Guinea-Schutzgebiet und Marshall-Inseln. 
a. Pflanzungs-Gesellschaften. 
  
  
  
  
  
  
  
Sitz Firma Pflanzungen 
Berlin Neu-Guinea-Compagnie, Unter den Linden 35 Herbertshöhe 
Gegr. 1885. Stephansort 
Sperialdirektor: C. v. Beck, Berlin Konstantinhalen 
Generaldirektor im Schutzgebiet (kommissar isch) Friedrich Wilhelms- 
Rechtsanwalt S. Kopnik hafen 
Berlinhafen 
Kinigunan O0O. Mouton Kinigunan 
Ralum E. E. Forsayth Ralum 
b. Handelsfirmen. 
Sitz Firma Stationen 
Hamburg # Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Mioko 
Südsee-Inseln zu Hamburg, Alsterdamm 3 Kabakada 
Kabotheron 
Malagunan 
l Ratavul 
Tomalili
        <pb n="1028" />
        Handelsfirmen. 
Sitz Firma Stationer 
  
Hamburg UHernsheim &amp; Co., Artushof Matupi 
,- Jaluit-Gesellschaft. Artushof June 
Ailinglaplap 
Ailug 
Aur 
Ebon 
Jabwor 
Kili 
Kwadjelin 
Lae 
Lib 
Likieb 
Madjuru 
Maloelab 
Medhjit 
Mille 
Namorik 
Nauru 
Rongelap 
Udjae 
3 
Arno Henderson &amp; Macfarlane ¶ elars 
Ebon 
Jabwor 
Nachurn 
Faissi Tindal ** 
Jabwor Capelle Jabwor 
.. ·- -··b 
Kinigunan # Octave Mouton L# 
Munia . Moc. Donalds l Munia 
Ralum E. E. Forsayxth Ralum 
i 
I 
Deutsch-Südwestafrika. 
a. Gesellschaften. — 
— 
  
–.. Ô c eÿÚs 
Sitz Firma 
Stationen 
— .. 
Berlin Ausenkjer Syndikat, Land- und Minengesellschaft Ausenkier 
Gegr. 1894. 
Vorstand: Dr. jur. Prien, Charlottenburg · 
Ober-Bergrath Dr. Busse, Coblenz « 
Deutsche Kolonial - Gesellschaft für Südwestafrika, Lüderitzbucht 
Wilhelmstrasse 68 Otyimbingue 
Gegr. 1885. Kapital: 1549000 Mk. Swakopmune 
Vorstand: F. Cornelius, Berlin 
v. Hofmann, Staatsminister, Berlin 
6 Weber, Oberbürgermeister a.D., Berlin 
« Generalbevollmächtigter in Südwestafrika: 
Dr. Rhode
        <pb n="1029" />
        Gesellschaften. 
Sitz Firma Stationen 
HBerlin Kaoko-, Land- und Minengesellschaft, Wilhelm- 
strasse 68 
Gegr. 1895. Kapital: 10 000000 Mk. 
Vorsitzender des Direktoriums: v. Brandit. 6 
Wirkl. Geh. Rath, Wiespbaden 
2 Siedelungs - Gesellschaft für Deutsch-Südwestafrika. Windhoek 
Wilhelmstrasse 29 Swakopmund 
Gegr. 1896. Kapital: 300 000 Mk. 
Direktor: Konsul a. D. E. Vohsen, Berlin 
Gencralvertreter in Südwestalrika: Dr. Sander, 
Windhock 
Syndikat für Bewässerungsanlagen in Deutsch-Süd- 
westafrika. 
Gegr. 1896. 
Vorstand: Ernst Vohsen. Konsul a. D. 
Leiter: Regierungsbaumeister Rehbock, Windhoek 
Hamburg Damara- und Namaqua Handels-Gesellschaft m. D. H., Swakopmund 
Gr. Reichenstrasse 25.27 Rehoboth 
Geschäfttsführung: A. Weermann, Hamburg 
Hauseatische Land-, Minen- und Handels-desellschaft Rehoboth 
für Deutsch-Südwestafrika, Nobelshof 
Gegr. 1893. Kapital: 2 400 000 Mk. 
Vorstand: Dr. Scharlach, Hamburg 
Rhederei Leutwein Fracht- und Passage- 
Vortreter: H. W. Burmester, Hamburg. Verkehr zwischen 
Gr. Reichenstrasse 42 Deutsch- Südwest- 
. Wm. Spilhaus &amp; Co., Capstadt afrika — Capstadt 
London Damara Guano-Gesellschaft 
Gegr. 1895. 
» The South African Territories Limited 
Gegr. 1895. Kapital 10 000 000 Mk. 
Vertreter: P. A. Scratchley, London E. C., 
Canon Street 81. 
South-West Africa Company Ltd. 
Gegr. 1892. Kapital: 10 000 000 Mk. 
Vertreter der Gesellschaft in Deutschland: 
Dr. Scharlach, Hamburg, Nobelshof 
b. Handelsfirmen. 
  
Firma 
Stationen 
  
Bahr 
D. Boysen 
v. Brokdorf 
H. W. Burmester, Hamburg, Gr. Reichenstrasse 42 
L. Conrad 
Julius Dannert 
Erhard &amp; Schultz, Vertr.: M. Paul, Bremen 
Swakopmund 
VOutjo 
Windhoek 
Hohe Warte 
Bethanien 
Keetmanshoop 
Rehoboth 
Otyimbingue 
Omaruru 
Swakopmund 
3
        <pb n="1030" />
        Handelsfirmen. Deutsch-Südwestafrika. beatseh- ð 
1 Firma Stationen 
0. Glöditsch Otimbingue 
MH. Groeneveld Bersaba 
· Bethanien 
Hölbich Otyimbingue 
Hauber Otyimbingue 
äErnst Hein Otjsev#s 
. Ger. Barmen 
H. Heinemann Swapokmund 
Keetz, Hôtel zur Stadt Hamburg Swakopmund 
F. W. Krabbenhöft Keetmanshoop 
. Gibeon 
Si 
  
herlin 
  
  
Nach: Dove, Deutsch-Südwestafrika, Gotha, J. Perthes, 1897.
        <pb n="1031" />
        Deutsch-Südwestafrika. Handelsfirmen. 
Firma Stationen 
l 
sMaurer Salem 
L. Merker (Okombahe 
Mertens Windhoek 
Miertens &amp; Sichel Windhoek 
1 Swakopmund, 
J Rehoboth 
Mittelstädt COkombahe 
Ohlsen Gobabis 
Ch. Oswell Okombahe 
A. Pürainen Omaruru 
Rascher &amp; Co. Swakopmund 
Redecker Wilhelm Otyimbingue 
Le Riche &amp; Co. Warmbad 
C. W. Rolfs Fraunztontein 
Ch. Sabatta Okombahe 
August Schmerenbeck Windhoek 
Schröder Utray 
Seidel &amp; Mühle Keetmanshoop 
Angra Pequena 
Gibeon 
Sutherland Warmbad 
Geo Tatlow Omaruru 
Vv. Tippelskirch &amp; Co., Berlin, Neust. Kirchstr. 15 Swakopmund 
W. R. Ukena Keetmanshoop 
Wecke &amp; Voigts Okabandja 
Swakopmund 
Windbhoek 
Wult &amp; Co. Swakopmund 
Windhoek 
Importeure in Deutschland. 
  
Sitr 
Firma Import aus 
Artikel 
  
Berlin 
Deutsch- Ostafrikanische Deutsch-Ostalrika 
Gesellschaft, Behrenstr. 16 
  
Neu-Guinea-Compagnie, 
U. d. Linden 35 marck-Archipel 
Kamerun-Hinterland- Ge. Kamerun 
sellschaft, Potsdamerstr.66 
Usambara Kaffeebau-Gesell- 3 Deutsch - Ostafrika 
schaft, Dessauerstr. 25. 
l 
Neu-Guinea und Bis- 
Kaffee, Gewürze, Kopal, 
Kautschuk, Kopra. Erd- 
nüsse, Sesamsaat, Elfen- 
bein, Schildpatt, Gummi, 
Orseille 
Tabak, Steinnuss, Kopra, 
Baumwolle, Hôlzer, 
Schildpatt, Trepang 
Elfenbein, Kautschuk, 
Kopal, Palmkerne, 
Palmöl, Hôlzer 
Usambara-Bergkaffee 
3*
        <pb n="1032" />
        Importeure. 
  
  
Artikel 
  
Sitz Firma Import aus 
Bremen M. Paul Togo, Palmöl, Palmkerne, 
Deutsch-Südwest- Kopra, Kaffee, Kaut- 
afrika schuk, Elfenbein, Gummi, 
Straussfedern, Wolle. 
Schaffelle, Ziegenfelle 
.- F. Oloff &amp; Co. Togo Palmöl, Palmkerne, 
. Kopra, Kantschuk, 
Elfenbein 
n Friedr. M. Vietor Söhne Togo Palmöl, Palmkerne, 
Kopra, Kautschuk, 
Elfenbein 
J. K. Vietor Togo Palmöl, Palmkerne, 
Kopra, Kautschuk, 
Elfenbein, Kaffee, Felle, 
Kolanüsse 
Dresden Südafrikanisches Handels- Deutsch-Südwest- Straussfedern, Felle. 
Kontor, Schreibergasse 2 afrika Hörner 
Deutsch- Ostafrika- Ebenholz, Gummi 
Hambpurg Armerding &amp; Feist Togo Palmöl, Palmkerne, 
Kopra, Kautschuk, 
Elfenbein 
Bödecker &amp; Meyer Togo Palmöl, Palmkerne, 
Kopra, Kautschuk, 
Elfenbein 
H. W. Burmester, Deutsch-Südwest. Felle, Gummi, Strauss- 
Gr. Reichenstr. afrika secdern, Wolle 
Damara- und Namaqua-Han- Deutseh-Südwest- Pelle, Gummi, Strauss- 
delsgesellschaft m. b. H., afrika federn, Wolle 
Gr. Reichenstr. 25/27 z 
Deutsch-Westafrikanische Kamernun Palmöl, Palmkerne, 
Handelsgesellschaft Kautschuk, Ebenholz. 
m. b. H. Elfenbein, Kakao 
Deutsche Haudels-und Plan- Bismarck-Archipel Kopra, Schildpatt, Perl- 
tagen-Gesellschaft der Süd- mutter 
see-Inseln zu Hamburg. 
Alsterdamm 3 
" C. Goedelt Togo Palmöl, Palmkerne, 
Elfenbein, Kopra, Kaut- 
schuk 
Hanseatische Land-, Minen- Deutsch-Südwest- Gummi, Felle, Strauss- 
und 
für Deutsch-Südwestafrika, 
Nobelshof 
Hansing &amp; Co. 
Hernsheim &amp; Co. 
Jaluit-Gesellschaft 
Handelsgesellschaft 
afrika 
Deutsch- Ostafrika 
Südsee-Schutzgebiet 
Südsee-Schutzgebiet 
TKopra, 
federn, Wolle, Erze 
Gunmmi, Vanille, Häute. 
Elfenbein, Gewürze, 
LKautschuk, Kopal, Sesam 
Kopra, Schildpatt, Stein- 
nuss, Perlmutter, 
Trepang 
4n Schildpatt, Perl- 
mutter, Steinnuss, 
Trepang
        <pb n="1033" />
        Importeure. 
  
Sit? Firma lImport aus Artikel 
Hamburg Jantzen &amp; Thormählen Kamerun Ellenbein, Hôlzer, Kaut- 
schuk, Kolanuss, Palm- 
kerne, Palmôöl! 
Kamerun-Land- und Plan- Kamerun Kakao. Kaftee 
tagen-Gesellschaft 
.E. Kentzler., Sophienallee 8 Togo Palnkerne, Palmöl, 
Kautschuk, Felle 
König &amp; Kühlbrunn Togo Kopra, Kallee, Kaut- 
schuk, Ellenbein, Palm- 
- kerne, Palmöl 
Ernst Kraft, Ferdinandstr. Kamerun Kakno, Elfenbein, Hölzer. 
Kautschuk, Palmkerne. 
Palmöl 
.- Ferd. Kugelmann Südsee-Schutzgebiet Kopra, Perlimutter, 
« schildpat-t,steinnuss 
- ·l-i01muc(:Witt Togo Ellenbein, Kautschuk, 
Palmkerne, Palmôöl 
A. 4 L. Lübcke Kamerun Elfenbein, Kautschuk, 
« Palmkerne, Palmöl 
H. J. Merck &amp; Co. Deutsch-Südwest- Guano 
autlrika. 
Heinrich Adolf Meyrer, Deutsch-Ostalrika, Ellenbein 
Rödinpsmarkt Kamerun 
W. Philippi &amp; Co. Deutsch-Ostafrika Gummi, Felle, Kant- 
« schuk, Schildpatt, Sesam 
Randal &amp; Stein Kamerun Elfenbein, Kautschuk, 
Togo Palmkerne, Palmöl, 
Hôölzer 
Matthias Rohde &amp; Co. Deutsch-Ostalrika Felle, Hölzer, Vanille. 
Kopal 
Dtsch.-Südwestafrika Straussledern. Gummi 
. Samnel &amp; Rosenfeld Deutsch-Ostafrika Eläute 
. E. Scheetisch &amp; Co. Kamerun Kolanüsse, Ellenbein, 
1 Kautschuk, Mahagoni, 
- Palmkerne, Palmö! 
Joh. Schuback &amp; L-hne Kamernn Elfenbein, Palmöl 
Togo PDalmkerne 
Sthamer, Warucke &amp; Co. Togo Palmkerne, Palmoöl 
Warnholtz &amp; Gossler Deutsch-Ostalrika Elfenbein, Kopra, Kopal, 
(in Kommission für die Deutsch- ! Kantschuk, Häunte, Perl-- 
Ostafrikanische Gesellschaft in, mutter, Schildpatt, 
Berlin Sesamsnaat 
# Weher &amp; Schaer LKamerun Elfenbein, Kautschuk, 
Hôlzer, Palmkerne, 
. Pulmdl 
.. Westafrikanische TKamerun Kakao, Tabak, Vanille 
Pflanzungs- Gesecllschalt 
„Bibundi“ · 
Westphal, Starenow &amp; Co. Kamerun Elleubein, Ehenholz, 
. KautschuhKoloniissa 
Palmkerne, Palmöl. 
" Piassawa 
.- Wölber &amp; Zimmermann Togo Kantschuk, Ellenbein. 
Palmkerne. D’almöl
        <pb n="1034" />
        22 
  
  
Importeure. 
Sitz Firma Import aus Artikel 
1 
llamburg C. Woermann Kamerun Elfenbein, Hoôlzer, Kaut- 
schuk, Palmkernc, Palm- 
1 öl, Kaffee 
9 E. H. Worlée &amp; Co. Kamerun Kopal, Kolanüsse 
Deutsch-Ostafrika Gummi arabicum 
Köln a. Rh. Wördehoff &amp; Schnabel Deutsch-Südwest- Gummi arabicum 
Wieslbaden 
8itz 
Altona a. d. E. 
Berlin 
asfrika 
Deutsch-Ostafrika 
Karl Perrot Deutsch-Ostafrika 
Kopal, Kautschuk 
Hôlzer, Kopal 
Fabrikanten in Deutschland. 
(Verarbeitungz der Rohstoffe.) 
Firma Rohstoffe 
Hamburg-Altonaer Nähr- Kola 
mittel-Gesellschaft (Best- 
horn &amp; Gerdtzen) 
Bruno Antelmann 
Deutsches Kolonialhaus 
Tabake aus Neu- 
Guinea 
Fabrikate 
Cakes, Futterstoff, 
Somatose-Tabletten 
Cigarren 
1 
Tabake aus Kamerun, Cigarren, " 
Kakaobohnen aus Ka- Kakao, Schokoladen, Pra- 
merun 
W. Bruns, Krausenstr. 16 Strausstedern 
Buch &amp; Landauer, Melchior- Orseille 
str. 4 Indigo 
G. Cohn Atsfentelle 
Crosinsky &amp; Eisenack, Muscheln 
Koöpenickerstr. 154 Perlmutter 
C. Dannenberg, Wilhelmstr. Nashorn 
Duisberg &amp; Co., Köpenicker- Polynesische Stein- 
str. 133 muss 
Felix &amp; Sarotti, Belle- Kola 
Alliancestr. 
Fr. Klesse, Potsdamerstr. # Polynesische Stein- 
muss, 
Kokosnussschalen 
C. Krauthammer, Sophien- Kopale 
str. 8 
1 
J.C. Plaff, Französischestr. 37 Hôlzer 
C. Prächtel, Krausenstr. Hoôlzer 
C. A. Heinr. Schultz, Elfenbein, 
Rungestr. 12 Flusspferdzähne, 
Wildschweinzähne 
Schildpatt 
G. Zimmermann Palmkerne 
lines 
Schmuck"edern, Fächer 
Orseille-Farben 
Indigo-Farben 
Muflen 
Knôpfe, Brochen, Ser- 
viettenringe, Spiegel, 
i Bũrsten, Portemonnaies, 
Photographie · Rahmen, 
Feuerzeuge 
Stöcke, Krücken 
Knôpfe, Armbünder, 
Brochen 
Kolakakao, Kolaschoko- 
  
lade, Kolawein, Kola- 
liqueur * 
sehachliguren. Wörlel, 
Zuckerdosen, Knäuel- 
becher = 
Bichenlack, Kutsche- 
lack, Lokomotivlack, 
Waggonlack, Bootslack 
Mobel 
Möbel 
Billardbälle, Stock- 
krrücken, Spiegel 
Bürsten, Kunstschnitze- 
eien, Fücher 
« Palmkornol, Palmkuchen
        <pb n="1035" />
        Fabrikanten. 
Sitz Firma Rohstoffe Fabrikate 
zerlin Zirkenbach &amp; Oechelbäuser, Elfenbein, Billardbälle, Pfeifen, 
Jeanderstr. 4 Flusspferdzähne, Fourniere, Klavier- 
Wildschweinzähe ttasten, Stöcke, Krücken, 
1 Facherplatten 
Bremen „.Bremer - Besigheimer Oel- Sesamsaat Sesamol, Sesamkuchen 
tabriken 
Thormählen &amp; Co. Tabak aus Neu-Guinea Cigarren 
2 Herm. Otto Wendt Tabak aus Neu-Guinea Cigarren 
Breslau Vereinigte Breslauer Oel- Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
fabriken A. G. . 
Buadenheim Eugen Roeder Palmkerne Palmkernöl, Palmöl- 
b. Mainz zkuchen 
Danzig Oelmühle Oeter, Patzig &amp; C-oPalmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
Darmstadt Palmkernölfabrik Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
W. Wrelke I 
Flensburg N. Jürgensen, Krog &amp; Co.Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
Hamburg Philipp Baetcke, Grosse Tabak Bibundi-Cigarren 
Reichenstr. . 
.- !Hammonia—stearinsFabrikPalmöl Kamerun-Stearinkerzen 
kKamerun-Kakao-Gesell- Kakaobohnen Kakao, Schokolade, 
schaft m. b. H. Kakaobutter 
9 S. J. Lühr Hölzer Fourniere 
# Heinrich Adolf Meyer Ellenbein, Billardbälle, Klavier- 
Flusspferdzähne, tasten, Schnitzereien 
. Wildschweinzähne 
KRoeese &amp; Wichmann Vanille Maschinenol, Speiseöl, 
Verein deutscher Oel- Sesamsaat Vichfutterkuchen 
fabriken Erdnüsse Vanille 
Flannover ContinentalCaoutchouc-und Kautschuk Schlauche, Velociped- 
Guttapercha-Companie Z Beika Gummischuhe, 
. « älle 
„Hannoversche Gummi- Kantschuk 1 Kämme, Schmucksachen, 
kamm-Compagnie · Instrumente 
Gebr. Noggerath Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
Harhurg a. d. E. Arblée &amp; Thörl Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
.- RobertFranke Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
2 Gaiser &amp; Co. Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
9 Palmkernölfabriken 1 Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
vorm. Heins &amp; Asbeck 
Magdeburg Gustav Hupbe Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
Mannheim Mannheimer Kokosnuss- Kopra Kokosnusshutter, Kokos- 
butterflabrik H. Schlinck nusskuchen 
&amp; Co. 
Verein deutscher Oel- Erdnüsse, Maschinenöl, Speiseol 
fabriken Sesam Viehlutterkuchen 
Neuhaldens- F. Albrecht Gazellenfelle, Handschuhe 
leben Moschusbocktelle 
Pirna a. d. EHibe Heinrich Hacnsel Nelken, Cardamom, Aetherische Oele, 
) Vanille, Curcuma, ätherische Essenzen 
Ingwer, Macisbohnen, 
# Fructus capsici 
Riesa a. d. Elbe Gluckmann, Swarzensti Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
4 Scherbel · 
Stettin Wm. Dilger Palmkerne Palmkernöl, Palmkuchen 
Wriezen a. d. Dr. P. Biermann &amp; Co. „ Palmôl, Palmkerne, Hausstandsseiflen, 
Oder Kopra, Baumwollsam. Toiletteseifen
        <pb n="1036" />
        24 
Vertriebsstellen deutscher Kolonial- 
erzeugnisse. 
  
Sitz 
Firma 
  
Aachen-Burt- 
Sscheid 
Allenstein 
Altenburg S.-A. 
Altenkirchen 
(Westerw.) 
Angermünde 
Angshurg 
Bamberg 
Berlin 
1 1 1 3 
Bonn a. Rh. 
Braunschweig 
Breslau 
Brunsbütteler 
Hafen 
Bützow 
Bunzlau 
Burg b. Magde- 
burg 
Senden, Ludwig 
Arendt. Otto 
Köhler. Theodor 
Pauly, Karl 
Gramss, Christian 
Daempfle, Ferd. 
Schlundt, Gustar 
Hess, Hermann 
Deutsches Kolonialhaus Bruno Antelmann, Kamerun-Kakao, 
G. m. b. H., C. Jerusalemerstrasse 28; 
Zweiggeschäft: Schillstrasse 16 
Felix &amp; Sarotti, S. W. Belle-Alliancestrasse Kolakakao; 
Giernat, A., Lützowstrasse 60a 
Liedtke, R. F., Unter den Linden 12 
Waarenhaus für Armee und Marine 
Wigaart, Gustav, N. Charitéstrasse 5 
Brink, H. 
CGCamehl, C. 
Farina, Fritz, Friedrich Wilhelmstrasse 34 
Hahn, C. H. 
Paege, Otto, Nachf., Münzstrasse. 
Weichert, Adoll, Kaiser Wilhelmstrasse 13 
Heuer, N. 
Kleemm, H. (O. Wagner) 
Sommer, W., Nachf. 
Wist, Gustav 
Handelsartikel 
Vertriebsstelle des Deutst= 
Kolonialhauses, Berlin (## 
Seite 24) 
Bihundi-Cigarren und Vertrie#s 
stelle des Deutschen Kolouin 
hauses, Berlin (siebe Seite 
Vertriebsstelle des dertsche 
Kolonialbauses, Berlin (ser- 
Seite 21) 
Bibundi-Cigarren „ 
Schokaladen 
Kolapräparate Erdnuss, Sbeise 
öl, Kokosnusskonfekt, Vanile 
Kaffee, Kamerun-Cigarren)er 
Guinea-Cigarrren, Kamerh!, 
Stearinkerzen, Kamerun- Un- 
Togoseifen, Kolalikör, Massol- 
likôr, Kuriositäten, Ethnohe 
Jammlung, Gehorne, Palmben 
matten, Photographien, Lite 
Freer Kolaliköor, Kollr 
Stnchokoladen, Kolawein 
1 Bibundi-Cigarren 
7! 
7 
3 Ariels- 
ihundi-Tigarren und Vertrie 
n 44 Deutschen Koloin 
hauses, Berlin (siehe Seite * 
Vertriebsstelle des deutse 
Kolonialhauses, Berlin (le 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren. 
Deutseben 
7! 
Vertriebsstelle des Geete 
Kolonialhauses, Berlin 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren. 
Vertriebsstelle 
Kolonialhauses, 
Seite 24) 
des Deutscher 
Berlin (siebe
        <pb n="1037" />
        Vertriebsstellen. 
Sitz Firma . IHandelsartikel 
l . 
Calau Richter, Karl Vertriebsstelle des deutschen 
I "Kolovialhauses,Berlin(siehe 
Seite 24) 
Charlottenburg Gorke, Karl, Kaiser Priedrichstrasse 5a — 
b. Berlin 
— Malottki, Franz .- 
Celle Hath, Friedr., Nachf. 
„ Kracke, J. D. 
Chemnitz Gruhner, B. Otto 
¾ Reitz, J. H. 
Coblenz Beamten-Konsum-Verein G. m. b. H. " 
5 Beckmann, H. Bibundi-Cigarren 
2 Brien, Jacob, Söhne, Nachil. Vertriebsstelle des Deutschen 
i Kolonialhauses, Berlin (siehe 
Seite 24) 
# Crecelius, Louis Bibundi-Cigarren 
Coblenz Teicke, Emil # 
Coburg Riechers, Georg R 
Crekeld von Elten, Ernst Vertriebsstelle des Deutschen 
6 Kolonialhauses Berlin (siehe 
I Seite 24) 
Darmstadt Brandstätter, H. 
Gerbher, C., Rheinstr. Bibundi-Cigarren 
Spaar, Ludwig, Schulstr. 4 Vertriebsstelle des Deutschen 
S Kolonialhauses Berlin (siehe 
Z Seite 24) 
Weidig, Gg. Wilh. #" 
Demmin Jacobi Nachf, Hermann #“ 
Dessau „.Bentrup, Wilhelm, Friedrichstr. 3 
5 Kaurisch, Paul , .- 
Dresden Wangemann, Gebr. 
Woll, L., Trompeterstr. 12 Bibundi-Cigarren 
4 E Zebrfeld, H. — Vertriebsstelle des Deutschen 
  
TNeustadt Graf, Adolf 
Elbing 
Eckartsberga 
ke, Hans (Adolf Kellner 
Liebers, Benno 
Jachl.) 
Eldena i. Tbomm. Jahncke, C. 
Eisenach 
Erlurt 
n ) 
Forst i. L. 
1 Penpelmann, N. 
Burthardt, Martin 
Jung, Max 
„ Lummerzheim 
Frankfurt a. M. Ensinger, Jos. 
9 * 
Frankfurt a. O. 
Freiberg 
Freienw alien a.O. 
Ladendorff, Karl, Theaterplatz 2 
Fritsch, Karl, 
7 C G. 
Lindner, Hugo 
5 Vertrichsstelle 
Kolonialhauses Berlin (Ciche 
Seite 24) 
2* 4 1 3 3 34 4 1 
des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Scite 24) 
4
        <pb n="1038" />
        — 26 — 
  
  
Vertriebsstellen. 
S8it2 NFirma Iandelsartike 
Gleiwitz Plonsker, J. Bibundi-Cigarren 
Gnadenfrei, Thraen &amp; Co. — 
Schles. 
Goslar (Harz) 
Graudenz 
Greifswald 
—— 
Greiz i. V. 
9 
Gronau 
Gr. Umstadt 
Grünberg 
i. Schles. 
Hagenau i. E. 
Hagenow 
Halberstadt 
Halle a. S. 
7! 
Hampburg 
Hameln 
lleilbronn a. N. 
llilchenbach 
Höchst 
Pein, Hermann 
Güssow, Hermann 
Juhl, Karl 
Prehn, August 
Christel's, Heinrich, W’w. 
Weichmann, Karl 
Gronauer Waarenhaus, van Delden, Stroink 
&amp; Co. 
Zibulski, K. 
Franke, Ernst Phr. 
Zech, Gustav 
Erythropel, F. W. 
Günther, F. C. 
Köhler &amp; Pötzsch, Geiststr. 24 
Postconsumverein 
Hagedorn &amp; Co., J. P. H. 
Bollmeyer &amp; Sohn, J. G. 
Koch, F., Am Markt 
Hüttenheim, Ed. 
Kramer, Ph., Germania-Droguerie 
Homburg v. d. H.] Nagel, Fritz 
Ingolstadt: 
Iscrlohn 
Itzehoe 
Jena 
* 
Jüterbog 
Kabel i. W. 
Karlsruhe 
Kassel 
7 
7 
Keil nghusen 
Kiel 
  
Branner, Edmund 
Rit-z, Karl 
1 Schnell, J. A. 
Bartels &amp; Söhne, C. A. 
6 Jacobi, Emil, Hinter der Kirche 2 
» Schulinus, S., Hoflielerant 
Meissner, Otto 
Steinhaus, C., jr. 
Küter, P. E. 
Abell, E. &amp; R., vorm. E. Berlit 
Hammann, F., jun. 
Klippert, Gebr. 
Seitz, Adoll 
Jargstorff's, J., Erben 
Treunt, Th., Brunswikerstr. 5 
Vertriebsstelle des Deutsche 
Kolonialhauses Berlin (siel- 
Seite 26) 
!* 41 3 1 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des Deutselen 
Kolonialhauses Berlin Giele 
Seite 26) 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des Deutsehen 
Kolonialhauses Berlin (siele 
Seite 26) 
Vertriebsstelle "6“ des beutzeier 
Kolonialhauses Berlin (ssele 
Seite 26) 
- 9 
Bibundi-Cigarren 
Deutscher 
VertriebsSstelle des 46 
Kolonialhauses Berlin (sie 
Seite 26) 
* 
. di- 
Kamerun-Stearinkerzen, Bibun 
Cigarren, Togo-Seilen, Kame- 
run- Seifen rn 
Vertriebsstelle des Deutscheo 
Kolonialhauses Berlin Giehe 
Seite 26) 
! 
7 
2 
7 
# 
Bibundi-Cigarren
        <pb n="1039" />
        Vertriebsstellen. 
Sitz Firma Handelsartikel 
Köln a. Rh. Lühl, Aug. Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (Ciehe 
Seite 24) 
Königsberg i. Pr. Gutzeit, Fr. Aug. " 
#2 Prahl. Otto, Schlossplatz 4 Bibundi-Cigarren 
Kreuzburg O.-S. Grunwald. M. Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Seite 24) 
Krossen a. O. Koch, E. n 
Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Lauf b. Nürnberg Heckel, G. Seite 24) 
Leipzig Bernhardi, J. i 
" Biedermann, P., Theaterpl. 1 #„ 
.- Faktorei der D. O. A. G. 
Hohl, Robert, Theaterpassage Bibundi-Cigarren 
Schwabe, Friedr. Bernh. # 
Lennep Hager, F. W., jun. 1 
Leobschütz Jäger, Karl « 
Liegnitz i. Sehl. Trautmann, W. Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siehe 
Seite 24) 
Lindau i. B. Lnderlin, M. M. .- 
Löbau i. S. Reichel, Gebr. — 
Lübeck Lorchert. Otto, Breitestr. 63 
Ketels-Diederichs 
Struve, J. J., Inh. C. Reuter #„ 
9 Voigt. Otto .- 
Lũneburg Reller. W. A. 
Mainz Achenbach. Frd. Aug. 
Gottlieb, Karl Bibundi-Gigarren 
Lanrent. H. Friedr., Emmerich-Joseph- Vertriebsstelle des Deutschen 
strasse 11 Kolonialhauses Berlin (siehe 
Seite 24) 
Marburg Kratz, Otto ? 
Memel Ranisch. Schwedersky &amp; Co. " 
Merseburtg Schanze, Friedr. " 
Metz Weher, Jakob, Römerstr. 10 Bibundi-Cigarren und Vertriebs- 
stelle des Deutschen Kolonial- 
hauses Berlin (siehe Seite 17) 
Mülhausen i. E. Reich, Ea. Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siche 
Seite 24) 
München Schmidt, W. F., Briennerstr. 5 Bibundi-Cigarren 
v Voelkel, Carl, Promenadenplatz 4 #" 
Jeisse Voss, A. Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (siehe 
Seite 24) 
Neumünster Eggers. Karl, Drogenhandlung 4 
Neustrelitz Warncke, Karl " 
Neu-Ulm a. D. Scheerer. Friedr. 
Neuwied Eilers, Th. Bibundi-Cigarren. 
4
        <pb n="1040" />
        Vertriebsstellen. 
Sitz Firma " Handelsartikel 
Neuwied Lutze, Max Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses Berlin (siebe 
Seite 24) 
Nordhausen Riemann, Willy #° 
Nördlingen Rehlen, G. A. 
Nürnberg Neuburger, Bernbard " 
9 Rupprecht, Karl, Ludwigstr. 72 Bibundi-Cigarren 
Ober-Lössnitz Ziller, Otto Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (siebe 
Seite 24) 
Odenkirchen Göbels, R. —- 
Oldenburg i. Gr. Bernutz, F. „ 
Ortenberg a. d. Söhnge, Albert " 
Oberhess.Bahn. 
Pforzheim Ladendorfl, Karl Bibundi-Cigarren 
T’rirmasens Hoffmann, Adolf Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (siehe 
Seite 24) 
Plön i. H. Kreutzsfeld, Rochus 
Posen Neumann, J. 
Potsdam .Blankenstein, H. E., Hollieferant. — 
Ratzeburg Obenhaus 4&amp; Scheidling " 
Regensburg Gutmann, Bernh. Bibundi-Cigarren 
Reutlingen Sturm. A. J 
Ronsdors Brũcher, Pritz Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses. Berlin Eiebe 
Seite 24) 
Rostock Kowitz, Th. 
Rudolstadt Keil, Karl 
Rüdesheim Heymach, W. .- 
a. Rh. i 
Saargemünd Schmidt, Otto # 
Sagan Pusch, Bruno Bibundi-Cigarren 
SanktlJohann a.S. Itschert, Jos. #„ 1 
„Schköln Winkler, Ernst Vertriebsstelle des Deutschen 
I «Icolonjalhaoses,Bek1M Giebe 
. Seite 24) 
Schlawe i. P. Knop, Hugo . 
Schleusingen Hedenus, F. A. I .- 
Schmalkalden Müller, Joseph Z 
Schwelm Klewinghaus, W., Wwe. 
Schwerin i. M. Bärensprung &amp; Ehlers 1 " 
5 Schwenke &amp; Söhne .- 
Wilde, Karl Bibundi-Cigarren ehen 
Sondershausen Graupner, Gustar Vertriebsstelle des Deutsc 9 
i. Th. TKolonialhauses, Berlin (siehe 
Seite 24) 
Spandau Raunaus, L., Nacht. 5 
Slargard i. P. Domnick, Eduard i 
Stettin Kohbovw, Emil, Breitestrasse 53/54 Bibundi-Cigarren 
# Kuchenbäcker, Aschengeberstrasse 6 « chen 
Stralsund Koörner, Ernst Vertriebsstelle des Deuts 
TKolonialbauses, Berlin Eiebe 
Seite 24)
        <pb n="1041" />
        Vertriebsstellen. 
— —ÒÔ — — . 
Sitz 5 Firman Handellsartikel 
Stralsund Kupke &amp; Co, C. Vertricbsstelle des Deutschen 
Strassburg i. E. 
Teisnach i. B. 
Suhl i. Thür. 
Trier 
Tübingen 
Urach 
Velbert 
Weil'd. Stadt 
Weimar 
77 
Wernigerode 
a. Harz 
W #esel 
Wiesbaden 
Wittstock, Ost- 
priegnitz 
Wolfenbüttel 
Worms 
7 
Würzburg 
Zoppot 
Züllichau 
Zweibrücken 
Cussler, Th. J., Hoflieferant 
# Teisnacher Papierfabrik 
Willick, Karl 
Heindl, Karl 
Schuler, Hermann 
Höärdlein, Aug. 
Gartenberger, Gustav 
1 
Hügel, Fr. 
Burkhardt, Rob. 
Freund, C. F. 
Matthey, Georg 
Rost, Marie 
Meyer, Adolt 
Rose, Gustav 
Wolbring, Leo 
Mascke, L. A., Wilhelmstrasse 30 
Roth, J. C., Wilhelmstrasse 42. 
Loycke, G. C. 
Hoffmann, E. H. 
Kuhn, Julius 
„ Laubenheimer, A. 
l 
Veninos, C. A., Erben 
Wehberstedt, E. R. 
Hauptmann, Hugo 
Fuchs, Ang. 
17 
k 77 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des 
Kolonialhauses, Berlin (siehe 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren 
Vertriebsstelle des 
“ 
7) 
7 
7 
Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (siche 
Seite 24) 
77 
Bibundi-Cigarren 
r 
. » . 
Vertriebsstelle des Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (sieche 
Seite 24) 
Deutschen 
Kolonialhanses. Berlin (siehe 
Seite 24) 
Bibundi-Cigarren. 
Vertriebsstelle des 
Deutschen 
Kolonialhauses, Berlin (siche 
Seite 24)
        <pb n="1042" />
        <pb n="1043" />
        III. Theil. 
Einfuhr in die Kolonien. 
Exporteure nach den deutschen Kolonien. 
Fabrikanten (Export). 
Schifflsverbindungen nach und von den dleutschen Kolonien. 
a) Fahrplüne, 
b) Passagepreise, 
c) Frachttarike. 
Postverwaltung und Portosätze. 
Zölle. 
  
Exporteure nach den deutschen Kolonien. 
  
  
S8itz Firma Kolouie Exportartikel 
Berlin Deutsch-Ostafrikanische Ge: Deutsch-Ostafrika Rum 
Sellschalt, Behreustr. 16 Generer 
— Deutsche Kolonial-Gesell- Deutsch-Südwest- irituo Sen 
schaft für Südwest-Afrika. afrika- msN 
Wilhellnstr. 68 Ein 
Z Bier 
.- KameruuHinterlimd-Gesell-Kameruu Mineralwasser 
schaft, Potsdamerstr. 66 Salz 
Neu- Guinea - Kompagnie, Neu-Guinea, Konserven 
Unter den Linden 35 Bismarck-Archipel Materialwuaren 
· ; 1 *--s Cirelde 
v. Tippelskirch &amp; (o.) Deutsch#- Südwest- ——, 
, » . Hülsenfrüchte 
Neust. Kirchstr. 15 afrika Aehl 
Bremen M. Paul Togo Reis 
Deutsch-Südwest.Pabak 
alrika Cigarren 
Seile 
1 
F. Oloff &amp; Co. Togo 1 PLarfümerien 
Friedr. M. Vietor Söhne Togo mit Ausnuhme Oele 
5 von Rum, .: 
Generer Lichte 
: ö5# 5 2 
J. K. Vietor TogoÜSpirituosen - ILOVPOISIlUU 
. , . Zündhölzer 
Dresden Südafrikanisches Handels. Deutsch-Südwest. Bauholz 
Kontor, Schreibergasse 2 afrika Möbel 
Deutsch-Ostafrika Wagen 
Düsseldortf Westdeutsche Handels- und Deutsch-Ostafrika Theer 
Plantagen-Gesellschalt, Pech 
Karl Antonstr. 26 Steinkohlen
        <pb n="1044" />
        32 
  
  
Exporteure. 
Sit?2z Firma Kolonie Exportartikel 
Hamburg Armerding &amp; Feist Togo n Droguen 
Bödecker &amp; Meyer Togo Farben 
#" H. W. Burmester, Grosse Deutsch- Südwest.zpeistofte 
Reichenstr. 42 afrika Mineralien 
TDamara- und Namadqua-Han- Deutsch-Südwest.ement 
delsgescllschaft m. b. H., afrika Kalk 
Gr. Reichenstr. 25—27 Wellblech 
Ludw. Deuss &amp; Co. Deutsch-Ostafrikea Einn- u. Zinkwaren 
„Deutsch-Westafrikanische Kamerun Blei u. Bleiwaren 
Handelsgesellschaft Kupfer- u. Messingwere, 
m. b. H. Gold.- u. Silberwarer 
Donner &amp; Callenberg Togo Eeisen u. Eisenwaren 
— C. Goedelt Togo Kurzwaren 
# Deutsche Handels-und Plan- Südsee-Schutzgebiet Glaswaren 
tagengesellschaft der Süd- Forzellan 
sec-= luseln zu Hamburg, VThonwaren 
Alsterdamm 3 Steingut 
„Hoanseatische Land-, Minen- Deutsch-Südwest- Leder u. Lederwaren 
und Handelsgesellschaft afrika Leinen 
für Deutsch-Südwestafrika, Seilerwaren 
Nobelshof Stroh- u. Bastwaren 
? Hansing &amp; Co. Deutsch-Ostafrika Seidenwaren 
Hernsheim &amp; Co Südsee-Schutzgebiet Wollwaren 
—- Jaluit-Gesellschaft Südsee-Schutzgebiet Baumwollwaren 
Jantzen &amp; Thormählen Kamerun (Papier u. Papierwaren 
7 E. Kentzler, Sophienallee 8 Togo Kleidung 
König &amp; Kühlbrunn Togo Hüte 
Ernst Kralt, Ferdinandstr.413 Kamerun, Togo Schirme 
Liebau &amp; Witt Togo Stöcke 
9 Wm. O'swald &amp; Co. Deutsch-Ostafrika Gummiwaren 
Randad &amp; Stein Kamerun. Togo Flachs 
Matthias Rohde &amp; Co. Deutsch-Ostafrika, NHanf 
Deutsch- Südwest- Bürstenbinderwareh 
afrika HHausbhaltungsgegen- 
E. Scheefisch &amp; Co. Kamerun Sstände on. 
? Joh. Schuback &amp; Söhne Deutsch-Ostafrika, Schiffsinventariengene 
Deutsch-Sücwest. stände 
affika, Wasserlabrzeuge 
Kamerun Litterataur 
" Sthamer, Warncke &amp; Co. Togo Kunstgegenstämde 
„ Warncke &amp; Co. Togo Waffen 
» Warnholtz &amp; Gossler Deutsch-Ostafrika Pulver 
i2 Weber &amp; Schaer LKamerun Sprengstoffe 
— Westphal, Starenow &amp; Co. Kamerun Munition 
Woelber &amp; Zimmermann Togo Instrumente 
C. Woermann Kamerun Maschbinen 
· Werkzeuge 
Wiesbaden Karl Derrot Deutsch-Ostafrika Uhren 
  
  
4
        <pb n="1045" />
        33 
Fabrikanten (Export). 
Absinth. 
Helmers Wve., W. N. &amp; Sohn, Hamburg. 
Atherische Ole und Essenzen. 
Haensel, Heinrich, Pirna i. S. (siehe Inserat 
Seite 83). 
Kunze Nachf., Leipzig-L. 
Mielentz, Oskar, Lübeck. 
Olbeter, Max, Bremerbaven. 
Sachsse, C., &amp; Co., Leipzig. 
Alkcholmesser 
Bischof, J., Berlin S. 
Bornkessel, Eduard, Mellenbach. 
Greiner, C. J., Stettin. 
Siemens, Gebr., &amp; Co., Charlottenburg bei 
Berlin. 
Ambosse, Hämmer, Schraubstöcke. 
Engels, Gottlieb, Remscheid. 
Falkenroth, Julius, Altenvörde. 
Grusonwerk, Magdeburg-Buckau. 
Krägeloh, F. W., Schalksmühle. 
Anker und Ketten. 
Brackel, A. H. W., Hamburg. 
Schlieper, Carl, Grüne. 
Uniongiesserei Akt.-Ges., Königsberg i. Pr. 
Apfelschaumwein. 
Rackles, Adam, Frankfurt a M. 
Apfelweinkeltereien. 
Baucke, O., Nachf., Erkurt. 
Hartmann, Apotheker, Konstanz. 
Maärkel, N., Frankfurt a. M. 
Petsch, J. C. W., sen., Berlin S8W. 
Apotheken und Arzneimittel. 
Chemische Fabrik auf Aktien vorm. E. 
Schering, Berlin N. (siehe Inserat Seite 89). 
Farbwerke vorm. Friedr. Bayer &amp; Co.) 
Elberfeld. 
Kade's, Dr, Oranien-Apotheke, Berlin SO. 26. 
Lagemann, Cl., Erfurt. 
Armaturen für Dampfkessel, Maschinen 
U. S. W. 
Dreyer, Rosenkranz &amp; Droop, Hannover 
(siehe Inserat Seite 80). 
Asphalt und Dachpappen. 
Beer, C. F. Söhne, Koln a. Rh. 
Garisch, F. &amp; Co., Breslau. 
Hamburger Asphaltwerk Winterhol, Zinck, 
Potthof &amp; Co., Hamburg. 
Heller &amp; Albrecht, Stettin. 
Knapmann, Herm. Rud, Dortmund. 
Ranke, C. B., Dortmund. 
Schatz &amp; Hübner, Hamburg. 
Seebold, L. &amp; Co., Wiesbaden. 
Aufbereitungsmaschinen für Bergwerke. 
Borsig, A., Berlin NW. 
Hoppe, C., Berlin N. 
Maschinenfabrik Buckau, Magdeburg-Buckau. 
Vereinigte Königs- und Laurahütte, Akt -Ges. 
für Bergbau, Berlin W. 
Bade-Apparate und Douchen. 
Brandenburg, Max, Berlin S. 
Butzke, F., &amp; Co., Akt.-Ges., Berlin SW. 
Moosdorf &amp; Hochhäusler, Berlin 8S0. 
Schäffer &amp; Walcker, Berlin S. 
Bambusmöbel. 
Middachten, Ernst, Hamburg. 
# Reimannn, Theodor, Dresden. 
Rucdloff, A., &amp; Co., Berlin S. 
Bandmaasse. 
Grasshoff, August, Lüdenscheid. 
Leistner, Gebr., Leipzig. 
Philipp &amp; Kersten, Reichenbach i. Vgtl. 
Baracken. 
Dockersche Barackenfabrik Christoph &amp; Um- 
nack, Niesky O.-L (siehe Inserat Seite 95). 
Hein, Lehmann &amp; Co., Berlin. 
Kammerich, A., &amp; Co., Berlin N. 
Schmidt, J. C., Altona (siehe Inserat Seite 91). 
Selberg &amp; Schlüter, Berlin 8S. 
Stromeyer, L., &amp; Co., Konstanz. 
Beile und Azte. 
v. Oleff, Rob., Kronenberg. 
Grote, Aug, Vorth b. Kierspe. 
Kremendahl Gebr., Kronenberg. 
Vorster, R. &amp; H., Hagen i. W. 
Bergwerksgeräte. 
Hüppe, Friedrich, &amp; Co., Remscbeid. 
Reinolt, Heinr, Remscheid. 
Schlieper, Carl, Remscheid. 
Baumwollwaren. 
Drechsel &amp; Günther, Meinersdorf. 
Düringer, Abraham, &amp; Co., Herrnhut. 
Heimann &amp; Sohn, Schimrecke i. Els. 
Herminghaus &amp; Co., Elberteld. 
Hoch, Franz, Glauchau. 
Hoffmann, Gebr., Neugersdorf i. S. 
Meckel &amp; Co., Elberteld. 
Mühlinghaus &amp; Wülfing, M.-Gladbach. 
Müller, C. H., Reichenbach i. Vgtll. 
Bierbrauereien. 
Aktien-Bauerei „zum Löwenbräu“, München 
(siehe Inserat Seite 93). 
Ekt. Gesellschaft „Hackerbräu“, München. 
Akt. Brauerei „Marienthal“ Hamburg. 
Berliner Adler-Brauerei Karl Gregory, Berlin. 
5
        <pb n="1046" />
        Fabrikanten (Export). 
Bill-Brauerei, Akt.-Ges., Hamburg (siehe 
Inserat Seite 83). 
Braunmüller, J., Söhne, Schwenningen in 
Württemberg. 
Bremer Brauerei A. Ges., Bremen. 
Bürgerliches Brauhaus München, München. 
Dortmunder Union-Brauerei A. Ges., Dort- 
mund. 
Elbschlossbrauerei 
(siche Inserat Seite 94). 
Erich, Ernst, „Kochelbräu“, München. 
Erste Bamberger 
„Frankenbräu“, Bamberg. 
Erste Kulmbacher Akt. Exp. Bierbrauerei, 
Kulmbach. 
Gaardener Export-Brauerei vorm.Drews &amp; Co., 
Gaarden b. Kiel (siehe Inserat Seite 86). 
Kaiser-Brauerei, Beck &amp; Co., Bremen. 
Kgl. Hofbräuhaus München, München. 
Kulmbacher Export-Brauerei vorm. Rizzi, 
Kulmbach. 
Pschorr, G., München. 
Sedlmayr, Gabriel, „z. Spaten“, München. 
Thomas, Geb., Bierbrauerei „z.Thomasbrän“", 
München. 
Porter. 
Flemming, Paul, Lübeck. 
Müller, Andr., Bremen. 
Scheesffer, F., Königsberg i. Pr. 
Weissbier. 
Berliner Weissbier-Brauerei und Malzfabrik. 
Albert Bier, Berlin C. 
Landré, A., Berlin C. 
Bierseidel und Krüge. 
Günther, Friedr. Wilh., Mogendorf. 
Dresdener Bierseidel-Fabrik, Dresden. 
Württ. Metallwarenfabrik, Geislingen. 
Bilderbücher. 
Schilling, Theodor, Nürnberg. 
Teuber &amp; Geck, Nürnberg. 
Ullmann &amp; Engelmann, Berlin. 
Billards. 
Freyboth, F. Herm., Dresden. 
Geissler, W., Leipzig, Seb. Bachstrasse 28. 
Hartget, G. F., Hamburg. 
Kostner &amp; Zenetti, München, Lindwurmstr. 
Neuhusen, J., Berlin SW. 
Otto, H, &amp; Co., Berlin SO., Oranienstr. 28. 
Bindfaden. 
Felten &amp; Guilleaume, Köln. 
Gruschwitz, J. D., &amp; Söhne, Neusalz a. 0. 
Hummel, F. H., Peine. 
Wagner &amp; Pietschmann, Plauen i. Vgtl. 
Biscuits und Cakes. 
Berl. Cakes- und Biscuits-Fabr 
Berlin S0. 
Besthorn &amp; Gerdtzen, Altona. 
Gädke, P. W., Hamburg. 
ik Meuthe &amp; Co., 
Nienstedten —Hamburg 
Export - Bierbrauerei 
34 
HUHUHannov. Cakes-Fabr. H. Bahlsen, Hannover. 
Hildebrand, Theodor, &amp; Sohn, Berlin X. 
Languese, A. H. Wwe., &amp; Co. Hamburg. 
Speziali, Hr., Dresden. 
lasebälge. 
Lorentz, O. jun., Berlin S. 
Riedel, Ed., Breslau. 
Schrader, C. J. C., Hamburg. 
Schrader, J. F. W., Hamburg. 
Blaudruck. 
Kehl, Richard, Goldberg i. Schles. 
Ribber, Moritz, Hohenlimburg i. W. 
Blech- und Lederkoffer. 
Büchse, W., &amp; Co., Hamburg. 
Hammonia Metallwarenfabrik N. Salomon, 
Hampurg. 
Blechwaren. 
Elbel &amp; Lohmann, Berlin N. 
Grossfuss, Johannes, Döbeln. 
Metall- und Lackirwarenfabr. A. G., Lud- 
wigsburg. 
Vetter, Friedrich, Ludwigsburg. 
Beleistifte. 
Faber, J. H. Schweinau b. Nürnberg. 
Grossberger &amp; Kurz, Nürnberg. 
Kurz, H. C., Nürnberg. 
Staedtler, W., &amp; Co., Nürnberg. 
Blitzableiter. 
Mix &amp; Genest, Akt. Ges., Berlin W. 
Zwarg, Jul Otto, Freiburg i. Sa. 
B 
Bohrmaschinen. 
Bergmann, E., vorm. Leo Oberwarth Nacht. 
Berlin S0. 
Beiligenstaedt &amp; Co., Giessen. 
Mayfarth, Ph., Berlin N. 
Bohrwerkzeuge. «,. 
Pictet, P., Darmstadt (siehe Inserat Seite 97 
Rutzen, Franz, Berlin C. 
Bouillon-Kapseln. 11 
Melhnert &amp; Katschke, Berlin N. 
Quaglios Bouillon-Kapsel-Fabrik, B 
ranntwein und Liköre. 
Bols Erven, Lucas, Berlin W. 
Bretthauer, H., Braunschweig. 
Budde &amp; Böttger, Radevormwald. 
Cramer, Hermann, Cassel. 
Gayen, Jan Tecker, Altona. 
Gilka, J. A., Berlin SW. 
Helmers, J. H., Hamburg. 
Köhler, F., Berlin C., Roc 
Lappe, Th., Neudietendorkf. 
Mampe, Carl, Berlin N. 
Manegold, F. W., Berlin 80. 
Osthoff, Hermann, Herford i. W. 
Russack J., Kosten b. Posen. 
Schlichte, H. W., Steinhagen i. W. 
Stibbe, Hermann, Köln. 
. 
erlin C.4 
8 
bstrasse 16.
        <pb n="1047" />
        Underberg, Albrecht H., Rheinberg am 
Niederrhein. 
Wiskott, Ernst, Dortmund. 
Briefmarken. 
Beddig, A., Hannover. 
Goldner, Julius, Hamburg. 
Herbst &amp; Frank, Frankfurt a. M. 
Larisch, A., München. 
Lücke, C. F., Leipzig. 
Marbes, August, Bremen. 
Markenhaus, Bethel b. Bielefeld. 
Senf, Gebr., Leipzig, R. 
Briefordner. 
Sönnecken, F., Bonn. 
Zeiss, Aug., &amp; Co, Berlin W. 
Zeiss, Heinrich, Frankfurt a. M. 
Brillen. 
Rodenstock, Josef, München. 
Bronzewaren. 
Berliner Lampen- und Bronzewaren-Fabrik 
J. B. Mielke, Berlin S. 
Schäffer &amp; Walcker, Akt.-Ges., Berlin SW. 
Stohwasser, C. H., &amp; Co Akt.-Ges., Berlin SO. 
Wild &amp; Wessel, Berlin 8. 
Bruchbänder und Bandagen. 
Mildendorff, H., Hannover. 
Teuffel, Wilh. Jul., Stuttgart. 
Zimmermann, Richard, Berlin O. 
Brücken. 
Koppel, Arthur, Berlin XW. (siche lnserat 
Seite 79). 
Union, Akt.-Ges für Bergbau, Eisen- und 
Stahl-Industrie, Dortmund. 
Brunnen- und Bohr-Einrichtungen. 
Becrmann, Carl, Berlin. 
Filler, Friedr., Hamburg (siehe Inserat 
Seite 80 u. 87). 
Buntweberei-Artikel. 
Wünsche’'s, Herm., Erben, Ebersbach i. 8S. 
Butter. 
Bruhn, H. C, Eckernförde. 
Carbolineum. 
Ernisch, Heinrich, Burg b. Magdeburg. 
Krauthammer, Carl, Berlin C. 
Schatz &amp; Hühner, Hamburg. 
Cement, Portland. 
Alsensche Portland-Cement-Fabriken, 
Hamburg. 
Bonner Bergwerks- und Hütten-Verein Ober- 
kauel D. Bonn. 
Hannov. Cementfabrik A.-Ges., Hannover. 
„Pagerstecher &amp; Schütze, Osnabrück. 
Portland-Cementwaren vorm. Schifferdecker 
&amp; Soöhne, Heidelberg. 
Portland-Cementwerk Heidelberg. 
Cementdachpappen. 
Cement-Dachplattenfabrik, Patent Thomann, 
Felix Peril, Berlin NW. « 
35 
0 
□ 
f 
Io 
  
— — — — — — 
Fabrikanten (Export). 
Chemische Cement-Dachplattenlabrik, Louis 
Mäder, Chemnitz. 
Fels, Ad., &amp; Co., Halberstadt. 
Stephan &amp; Hesse, Eusdorf a. S., Rhpr. 
hampagner. 
Burgeff &amp; Co., Hochheim a. M. 
Duhr &amp; Co., Köln a. Rh. 
Gräger, Heinr., Berlin. 
Kessler &amp; Co., Mainz 
Kloss &amp; Förster, Freyhurg. 
Kupferber &amp; Co., Mainz. 
Müller, Matthäus, Eltville. 
Lauer &amp; Kremer, Eltrille. 
Rheingauer Champagner-Kellerei, Söhnlein 
&amp; Co., Schierstein i. Rheingau. 
hemikalien. 
Chemische Fahrik auf Aktien, vorm. E. 
Schering, Berlin (siehe Inserat Seite 89). 
Kade's, Dr., Oranienapotheke, Berlin S0. 26. 
hristbaumschmuck. 
a) Glas. 
Böhm, Rich., Ernstthal b. Lauscha. 
Greiner &amp; Co., Steinnach i. S. M. 
Thiele &amp; Greiner, Lauscha. 
Wünsch, J. H., Nürnberg. 
b) Lametta. 
Wünsch, J. B., Berlin C. 
c) Lichthalter. 
Bergmann, Paul, Krossen a. O. 
Cigarren. 
Aldefeld, Franz, Bremen. 
Antelmann, Bruno, Deutsches Kolonialhaus, 
G. m. b. H., Berlin C. (siehe luserat 
Seite 98). 
Arnold, Gustav, Altenburg. 
Bactke, Ph., Hamburg. 
Bremer Cigarrenfabrik vorm. Biermann + 
Schörling, Bremen. 
Busch, O. W. C. Hamburg, Luisenhof, 
Colbrunn, F., &amp; Co, Bieleteld. 
Dickhoff, R, &amp; Co., Hannover. 
Emde, A. F., Düsseldort. 
Haas, Aug. P., Kl.-Steinheim b. Gr.-Steinheim. 
Holstein &amp; Münch, Minden. 
Krause &amp; Gessner, Dresden. 
Lorenz, Robert, Nachf., Cheinnitz. 
v. d. Meden &amp; Thomsen, Hamburg. 
Meyer &amp; Lurig, Bremen. . 
Schrade, Hermann, Bremen. 
Schulz, Gebr., Braunschweig. 
Söllner, T., &amp; Co., Hamburg. 
Vogelsang, C. F, Bremen. 
Warneck &amp; Co., Hamburg. 
Welker, Gebr., Zweibrücken. 
Zwerg, Carl. &amp; Co., Bremen. 
Cigaretten. 
Bilandias &amp; Co., Hamburg.
        <pb n="1048" />
        Fabrikanten (Export). 
Busch, O. W. C., Hamburg, Luisenhof, 
Cigaretten-Fabrik „Bosporus“, Rabinowitz &amp; 
Hassmann, Leipzig. 
Compagnie „Laferme“, Tabak- und Ciga- 
retten-Fabrik, Dresden. 
Marcous, D., Hamburg. 
Marweg, F., Dresden. 
Türkische Tabak- und Cigaretten-Fabrik 
„Jupiter“, Adolf Selowski, Dresden. 
Cigarettenmaschinen. 
Aurich, F. Herm., Dresden. 
Senf, H. Jul., Dresden. 
Oognac. 
Buchholz, Albert, Grünberg i. Schl. 
Deutsche Cognac-Gesellschaft G. R. Besser 
&amp; Co., Berlin NW. 
Schulze, A. C. Albert, Hamburg-Altona. 
Destillierapparate. 
Bitter, Wilb., Bielefeld. 
Hirzel, Heinr., Leipzig-Plagwitz. 
Lentz, E. A., Berlin C. 
Siemens, Gebr., &amp; Co., Charlottenburg. 
Wernicke, A., Halle a. S. 
Drahtgeflechte und Gitter. 
Baecker &amp; Co., Johannisthal b. Iserlohn. 
Böcker &amp; Haver, Hohenlimburg (siehe In- 
Serat Seite 87). 
Frank &amp; Giebeler, Adolfshütte b. Dillenburg. 
Hähnel, C. B., Berlin SW. 
Heinze, Paul, Berlin S0. 
Neuwalzwerk, G. m. b. H., Bösporde i. W. 
Weber, J. F., &amp; Sohn, Hamburg. 
Drahtseilbahnen. 
Pohlig, J., Köln. 
Drahtseile. 
Poblig, J., Koln. 
Puth, Heinr., Blankenstein a. d. Ruhr. 
Drahtstifte. 
Akt.-Ges. Neuwalzwerk, Bösperde. 
de Fries, F. W., Hemer. 
Steinper &amp; Ossenberg, Evingen. 
Weiss &amp; Münker, Hilchenbach. 
Witte &amp; Kamper, Osnabrück. 
Dynamit. 
Dynamit-Akt.-Ges. vorm. Heinrich Nobel 
&amp; Co., Hamburg. 
Rheinische Dynamit-Fabrik, Opladen. 
Sprengstoff-Akt.-Ges. Carbonit, Hamburg. 
Sprengstoffwerke Dr. R. Nahnsen 4 Co., 
Hamburg. 
Eau de Cologne. 
Böhm, Gustav, Offenbach. 
Cramer &amp; Comp., Koln. 
Faring. Joh. Mar., gegenüber d. Friesenplatz, 
öln. 
Farina, Joh. Mar., gegenüber d. Gereons- 
platz, Köln. 
36 
  
Farina, Joh. Mar., gegenüber d. Jülichsplur 
Köln. 
Farina, Joh. Mar., Jülichsplatz, Köl. 
Farina, Joh. Mar., 2z. Stadt Turin, Kolp. 
Graes, Marg., Köln. 
Martin, Mar. Clem., gegenüber d. Dom, kon 
Eisen und Stahlwaren. 
Brüninghaus, Gebr., &amp; Co, Werdobl i s. 
Brũninghaus, Gebr., Solingen. 
Dominicus, J. D., &amp; Soöhne, Remscheid. 
Duisburger Eisen- und Stahlwertke, Doi 
burg a. Rh. 
Funcke, Sohn, C. F., Eckesey. 
Hamesfahr, Gebr., Ohligs. 
Hammesfahr, Gottl., Gräfrath. 
Kirschbaum, Robert, Obligs. 
Kremer &amp; von Brosy, Gräfratb. . 
Lembeke, Herm., Berlin C., Münzstrasse 2. 
Moller &amp; Co., Hagen i. W. (siebe lusem 
Seite 95). # 
Post, J. Casp., Söhne, Hagen i. W. 
Ravené, Jac., Söhne, &amp; Co., Berlin C. 
Ruesburg, H., &amp; Co., Remscheid. 
Sprenger, Herm., Lserlohn. 
Tiefenthal, Gebr., Wülfrath. 
Wirminghaus, Ewald, Gavelsberg. 
Wolff, F. A., Gräfrath. 
Eisen- und Stahldraht. 
Akt -Ges. Neuwalzwerk, Bösperde. 
Bäcker &amp; Co., Johannisthal b. — 
Böcker &amp; Haver, Hohenlimburg (eiehe 1# 
serat Seite 87). · 
Böcker 4 n, Napmer b. Hohenlimbarg. 
Braun &amp; Hellmann, Elberfeld. ; 
Eisen- und Drahtwerk, Erlau b. Abler. 
Emaillewaren. 
Eisenhütten- und Emaillierwerk 
Franke, Albert. München. 
Kanow, G., Berlin 8. 
Lemburg &amp; Co., Hamburg. 
Lorenz &amp; Co., Bockau. rur 
Neufeldt, Adolf H., Elbing 1. Wes baunz. 
Reinwart, Aug., Neuwelt b. Schwarze 
Reuter, Gebr., Königsbrück i. Sa. 
Rieper, A. M. J., &amp; Co., Altom. 
Springorum, E., &amp; Co., Düösseldort. 
Fahnen. 
Reinicke, Franz, Hannover. 
Fahrräder. 
Claes &amp; Flaentje, 
Reichstein, Gebr., Brandenburg 2. 
Seidel &amp; Naumann, Dresden. 
Farbenfabriken. 0. 8 
Krauthammer, Carl, Berlin C., 50 
Schatz &amp; Hübner, Hamburg. 
Feldbahnen. 
Freudenstein &amp; Co., T 
Neusalz. 
Mühlhausen i. Thür, 
phionstr. d 
empelhof b. Borlin.
        <pb n="1049" />
        — 37 — 
Hoerder Bergwerks- und Hütten-Verein, 
Hoerde (siehe Inserat Seite 88). 
Koppel, Arthur, Berlin NwW. (siehe Inserat 
Seite 79). 
Orenstein &amp; Koppel, Tempelhof b. Berlin. 
5Feuerspritzen. 
Braun, Justus Christian, Nürnberg. 
Ewald, Gustav, Küstrin. 
Fischernetze. 
Klinder, Franz, Neubabelsberg. 
Flügelpumpen. 
  
Brandenburg, Max, Berlin 8S. 
Hoch &amp; Natho, Berlin, Köpnickerstr. 1 
Geldschränke. 
Eggert, H. C. E, &amp; Co., Hamburg. 
Hellwig, Maz, Berlin N. 
Pohlschröder &amp; Co, Dortmund. 
Geschäftsbücher. 
König, J. C., &amp; Ebhardt, Hannover 
Inserat Seite 94). 
Gewebre. 
Dreyse &amp; Collenbusch, Sömmerda (siehe 
Inserat Seite 87). 
Fükert, G., Weipert i. B. 
Ketterer, Eduard, Köln a. Rh. 
Mesflert, Immanuel, Suhl. 
Nimrod, Gewehrfabrik, Suhl. 
Sauer: * P., &amp; Sohn. 
Sdlmson &amp; Sohn, Suhl. 
Glasperlen. " 
Dahn, Friedr., Berlin—Gablonz. 
Pfeiffer, Jos., &amp; Co., Gablonz. 
Sachse, A., &amp; Co., Gablonz i. Böhmen. 
Wedell, A., Eibenstock i. Sachsen. 
Glaswaren. 
Bacumer, H. J., Hirschberg i. Schles. 
Wanderle, J., Haida. 
Gold- und Silberwaren. 
Vogdt, Ernst, Breslau. 
Gummiwaren. 
Continental. Cacutchouc- und Guttapercha- 
Fabrik, Hannover. 
Hannoversche Gummikamm - Compagnie, 
. Hannover. 
Hängematten. 
TJacquard-Weberei, Beuren. 
Roithner, Hugo, &amp; Co., Schweidnitz. 
Staube &amp; Co., Zittau i. S. 
Hosenträger. 
a. Gummi, elastische. 
Ehrhardt &amp; Demme, Arnstadt. 
Grund, Gebr., Berlin C. 
Ostermann &amp; Co., Dortmund. 
(iehe 
  
Rompler, J. S., Erfurt. 
b. gestickte. 
Heyne, Franz, &amp; Co, Dresden. 
Kober'4 Wartenberg, Berlin 80. 
Fabrikanten (Export). 
Hüte. 
Hansen, C., Hamburg, Neueburg 12. 
Pinçon, P. M., &amp; Co., Hamburg. 
Hydraulische Pressen. 
Braun, Justus Christian, Nürnberg. 
Krupp, Fr., Grusonwerk, Magdeburg-Buckau. 
Mayfarth, Ph., &amp; Co., Frankfurt a. M. 
Insektenpulver. 
Barbarino &amp; Kilp, München. 
Brunner, E., Berlin N. 
Groz, Daniel, Söhne, Ebingen. 
Hodurek, A., Ratibor. 
Otto, Richard, &amp; Co., Berlin 80. 
Witte, Friedr, Rostock. 
Zühlcke, Max, München. 
Jutespinnereien. » 
Hanseatische Jutespinnerei und Weberei, 
Bremen. 
Jutespinnerei &amp; Weberei Hamburg—Har- 
burg, Akt. Ges., Harburg. 
Mechanische Jute-Spinn. &amp; Web. A. G., Bonn. 
Kaffeemühlen. 
Goldenberg &amp; Co., Monsweiler b. Zabern. 
Kissung &amp; Möllmann, Iserlohn. 
Rosendahl, Friedr., Haspe. 
Kakac und Schokolade. 
Gaedke, P. W., Hamburg. 
Hartwig &amp; Vogel, Dresden. # 
Hildebrand, Theodor, &amp; Sohn, Berlin N. 
Hoffmann &amp; Tiede, Berlin SW. 
Kamerun-Kakao-Gesellschaft, Hamburg. 
(siebe Inserat Seite 94). 
Werckmeister &amp; Retzdorff, Berlin 0. 
Kleidung, wasserdichte. 
Jacob, Ferdinand, Dinslaken (siehe Inserat 
erste Innendeckelseite). 
Konserven. 
a) Fisch. 
Mortensen, C. V., Berlin 80., Melchiorstr. 
Naumann, Dr. L., Dresden-Plauen. 
b) Fleisch. 
Denecke &amp; Himmel, Braunschweig. 
Geyer, Gottlieb, Hamburg. 
Hahn, G. C., &amp; Co., Lübeck und Braun- 
schweig. 
Naumann, Dr. L, Dresden-Plauen. 
c) Früchte. 
Berlin-Werdersche Früchtekonserven. Fah# 
„Moral“, Berlin NW., Haidestr. 52 abrik 
Erasni Charlotte, Lübeck. " 
engstenburg, Rich., Esslingen a. Neck 
N#n 1 a. Neckar. 
ur uee &amp; Co., Hamburg (siehe Inserat 
Naumann, Dr. 
Rebee, L., Dresden-Plauen. 
Albert, &amp; Sohn, Wüllel vor Hannover
        <pb n="1050" />
        Fabrikanten (Export). 
d) Cemüse. 
Becker, Wilh., Stralsund. 
Broemel, Gebr., (Agentur sämtlicher Genuss- 
mittel) Hamburg (siehe Inserat Seite 84 
u. 85). 
Busch, Barnewitz &amp; Co., Wollenbüttel. 
Erasmi, Charlotte, Lübeck. 
Harder &amp; de Voss (Agentur sämmtlicher 
Genussmittel), Hamlurg (siehe Inserat 
Seite 81). 
Knorr, C. H., Heilbronn. 
Mähnert &amp; Katschke, Berlin N. 
Mulsow &amp; Co., Hamburg (siehe Inserat 
Seite 91). 
Naumann, Dr. L., Dresden-Plauen. 
Pillmann, J. H., Nachf., Braunschweig. 
Rabe &amp; Neuschaesfer, Magdeburg. 
Rechse, Albert, &amp; Sohn, Wülfel vor Hannover. 
Kopierpressen. 
Arnheim, S. I., Berlin W. 
Maurer, Ferd., &amp; Co., Berlin SW. 
Vv. d. Nahmer, A., Remscheid. 
Spohr &amp; Krämer, Frankfurt a. M. 
Teuchner &amp; Taenzer, Chemnitz. 
Krähne. 
Schmöle, R. &amp; (I., Menden. 
Menck &amp; Hambrock, Altona-Hamburg. 
Kravatten. 
Bernhard &amp; Klussmann, Berlin. 
Deus &amp; Otcker, Crefeld. 
Haasen &amp; Oppenheimer, Crefeld. 
Lavy, Chs., &amp; Co., Hamburg. 
Rieper, Henrichs, Hamburg. 
————.—— —.——————.—5 
— — — Ô — — 
38 
  
Kupfer- und Messingdraht. 
Basse &amp; Selve, Altena. 
Biberach, J. C., Nürnberg. # 
Letmather Messingwalzwerk, Letmathe. 
Messinggewerkschaft Oese b. Menden, Be- 
zirk Arnsberg. 
Lampen. 
Akt.-Ges. vorm. Stohwasser &amp; Co., Berlin 80. 
Brendel &amp; Löwig, Berlin SW. 
Ebeling &amp; Cröner, Dresden. 
Hirschhorn, J., Berlin 8S0. 
Sächsische Lampen- &amp; Metallwarenfabrik, 
Wendt &amp; Tänzer, Chemnitz. 
Schuster &amp; Baer, Berlin 8. 
Wetzschewald &amp; Wilmes, Neheim. 
Wild &amp; Wessel, Berlin 8. 
Landungsboote. 
Lührs, Otto, Neumühlen b. Hamburg. 
Landwirtschaftliche Handgeräte und 
Maschinen. 
a) Handgeräte. 
Falkenroth, Gebr., Haspe. 
Falkenroth, Carl, Söhne, Schalksmühle. 
Franks, Joh. Fr., Söhne, Exten. 
Griesenbeck &amp; Heuser, Dahl, Kr. Hagen i. W. 
Hesterberg, F., &amp; Sohne, Milspe. 
  
Hasenclever &amp; Sohn, Eppenaerstr., Hagen 
i. Westfalen. 
Schomann, E. F., jun., Rostock (Doppel- 
radhacke). . 
Schulte, Carl, Stennerbruch b. Haspe. 
b) Maschinen. 
Beermann, Carl, Berlin 0. 
Fowler, John, &amp; Co., Magdeburg. 
Humboldt, Kalk b. Köln a. Rh. 
Komnick &amp; Bertram, Neustadt b. Pinne. 
Körting, Gebr., Körtingsdorf b. Hannover, 
Maschinenbauanstalt &amp; Eisengiesserei vorm. 
Floether &amp; Co., Gassen i. I. 
Mayfarth, Ph., &amp; Co., Franklurt a. N. 
Robey &amp; Co., Breslau. # 
Sächsische Dampfdresch- &amp; Masch.-Fabrik, 
Otto Böttger, Dresdeu-Lobtau. 
Sack, Rudolf, Leipzig-Plagwitz (siehe Inserat 
Seite 86). 
Siedersleben, W., &amp; Co., Bernburg. 
Unterilp, W., Berlin. # 
Woll, R., Magdeburg-Buckau (siehe Inserat 
Seite 80). 
Laternen. 
Eschebach &amp; Haussner, Dresden. 
Pohl &amp; Helbig, Berlin SW. 
Weber &amp; Co., Berlin S0. 
Leinenwaren. 
Düringer, A., &amp; Co., Herrnhut. 
Gemeinert, E., Sorau N. L. 
Rinke &amp; Jacob, Sorau N.-I. 
Linoleum. 
Deutsche Linoleuin-Werke „Hansa“, Delmen- 
horst b. Bremen (siehe Inserat Seite 82). 
Löffel. 
a) Blech. 6 
Beeri, Gottlieb, Hirsau b. Kalw. 
Edelmann, Carl, Grünhain i. S. rr 
Löbner, B., Beierfeld b. Schwarzenberg i. 8. 
Tuchscheerer, E. L., Grünhain 1. 8 
Turck, Friedr., Lüdenscheid. 
b) Brittannialöffel. 
Basse &amp; Fischer, Lüdenscheid. 
Colsmann &amp; Co., Werdohl. 
Hueck, Eduard, Lüdenscheid. 
Nolle, Gebr., Lüdenscheid. 
Rumpff &amp; Kruse, Iserlohn. 
Lokomobilen. 6 
Badenia, Maschinenfabrik, Weinbeim z v 
Düsseldorf-Ratinger Rohrenkessellabr n- 
vorm. Dürr &amp; Co., Ratingen b. Düsseldorl. 
Jachne, C., &amp; Sohn, Landsberg - 
Lantz, Heinrich, Mannheim. 
Lutz, Gebr. Darmstak. 
Robey &amp; Co., Breslau. 
Smitl) Garett &amp; Co., Magdeburg Bb. 
Wolf, R., Magdeburg —Buckau Eiebe 
serat Seite 80).
        <pb n="1051" />
        — 
Luxuswaren. 
Vogadt, Ernst, Breslau. 
" n-Wein. 
“ Malton-Gesellschaft, Helbing &amp; Co., 
Wandsbeck-Hamburg. 
Maschinen für Dampfriegeleien. 
Groke, Th, Merseburg (siehe Inserat Seite 87). 
Mathematische Instrumente. 
Dennert &amp; Pape, Altona. 
Edelmann, Dr. M. Th., München. 
Reiss, R., Liebenwerda i. Sachsen. 
Sickler, C., Karlsrube.,. 
Sprenger, Ed., Berlin, Alte Jacobstr. 
Mehl und Schiffsbrot. 
Botsch, G., Hamburg, Hafenstr. 53. 
Wieghorst, W. A. F., &amp; Sohn, Hamburg. 
Nelasse. 
Haber, Albert. Stettin. 
Fdelsges, J. Jdom Rath &amp; Co., Hober- 
witz. 
Krause, Gustav, Kothen. 
Schilling, Franz, Köthen. 
Messer. 
a) Plantagenhauer. 
Aschermann, Julius, Hagen i. Westf. 
Colins-Hauer-Fabrik, Carl Wolf, Hagen i. 
Westf. 
Hermes, Gebr., Gevelsberg. 
Schulte, Alfred, Gevelsberg. 
Tollner, Joh. Heinr., Milspe. 
orster, R., &amp; H., Hagen i. Westf. 
Schlieper, Carl, Remscheid-Hasten. 
b) Rasiermesser. 
Heuckels, J. A., Solingen. 
Klaucke, Julius, Solingen. 
Wüsthof, Ed, Solingen. 
c) Taschen- und Federmesser. 
Engels, E. &amp; Co., Gräfrath b. Solingen. 
Henckels, J. A., Solingen. 
Holz, Carl, Tuttlingen. 
Kremm, C. A, Tuttlingen. 
Lingohr, C., &amp; Co, Solingen. 
Tillmauns, Carl, Söhne, Solingen. 
Wüsthof, Ed., Solingen. 
d) Tischmesser und Gabeln. 
Henckels, J. A., Solingen. 
Schürhoff, Gebr., Gevelsberg. 
Stock, Wilb., &amp; Gust., Scheidt b. Solingen. 
Wüsthof, Ed., Solingen. 
Miülch, kondensirte. 
Bosch &amp; Co., Waren i. Mecklenburg. 
Conservenfabrik München, München. 
Dauermilch-Anstalt,, Hansa“, Gebr. Mylord, 
Hamburg. 
Dresdener Molkerei, Gebr. Pfund, Dresden. 
Walcker &amp; Co., Bremen. 
39 
  
– — — — -. –* 
  
Fabrikanten (Export). 
Mineralwasser. 
a) künstliches. 
Erdmann, Dr., &amp; Jacobi, Altona, 
Steinicke &amp; Weinlig, Altona 
Struve, Dr., &amp; Soltmann, Berlin. 
Struve, Dr., Dresden. 
b) natürliche. 
Birresborner Mineralbrunnen, Düsseldorf. 
Brunnenverwaltung Bad Liebenstein. 
Soden i. Taunus. 
Hitzacker. 
Homhurg v. d. H. 
Kreuznach. 
Kronthal. 
— Teinach. # 
Kgl. Mineralbrunnen Fachingen b. Diez. 
Saxer, Dr., &amp; G. Völker, Grauhof b. Goslar. 
Schlossbrunnen Gerolstein, Gerolstein iehe 
Inserat Seite 92). 
Möbel. 
Bornefeld &amp; Janssen, M.-Gladbach. 
Dittmar, Berlin C. 
Gerson &amp; Wolff, Stuttgart. 
Prächtel, C., Berlin. 
Rawitsch, Gebr., Breslau. 
Schneider &amp; Hanau, Frankfurt a. M. 
Schulz, Carl, Berlin, Lindenstr. 10. 
Wellhausen, Ed., Hannover. 
Wolter &amp; Fischer, Leipzig. 
Mosquito-Netze. 
Kietzmann, E., Wwe., Hamhurg. 
Motorboote. 
Daimler Motoren-Gesellschaft, „Cannstatt“. 
Holtz, R., Harburg. 
Jensen, G. C., Hamburg-Steinwärder. 
Lebmann, Dr, &amp; Mann, Comm.-Ges., Berlin. 
Meissner, Carl, Hamburg (siehe Inserat 
Seite 80). 
Motore, Gas-, Benzin- und Petroleum. 
Boldt &amp; Vogel, Hamburg. 
DaimlIer Motoren-Gesellschaft „Cannstatt“. 
Dresdener Gasmotoren-Fabrik vorm. Moritz 
Hille, Dresden. 
Gasmotorenfabrik Deutz, Koln-Deutz. 
Kühne, Louis, Dresden-A. 
Mayfarth, Ph., &amp; Co., Frankfurt a. M. 
(usikinstrumente. 
a) Accordons und Concertinas. 
Altenburger Harmoniafabrik, Keller K Nündel 
Altenburg in Sachsen-Altenburg. " 
Berliner Jusikinstrumenten-Fabrit, A. G 
vorm. Chr. F. Pietzchma öhne' 
Berlin N. 4 Sohee, 
Krieger,. Kiessling &amp; Co., Altenburo; 
Krull &amp; Bollmann, Kiel. urt in 8.4. 
2 2 
§ 34 34 3 3S 
* 3 3 S 
I
        <pb n="1052" />
        Fabrikanten (Export). 
b) Blech- und Blas-Instrumente. 
Schuster &amp; Co., Markneukirchen. 
c) Holz-Blas-Instrumente. 
Schmidt, E. W., Günzen bei Markneukirchen. 
Uebel, F.G., Woblhausen b. Markneukirchen. 
d) Mundharmonika. 
Bohm, A., Untersachsenberg. 
Hohner, M., Trossingen. 
Württembergische Harmonikafabrik, Tros- 
singen. 
e) Saiten-Instrumente. 
Kessler, Adolf, Markneukirchen. 
Paulus, Ernst, Markneukirchen. 
Nähmaschinen. 
Bielefelder Nähmasch.- und Fahrrad-Fabrik, 
vorm. Hengstenberg &amp; Co., Bielefeld. 
Claes &amp; Flentje, Mühlhausen in Thüringen. 
Frister &amp; Rossmann, A.-G., Berlin S0. 
Nähmaschinen und Eisengiesserei, vorm. 
Seidel &amp; Naumann, Dresden. 
Nothmann, Gebr., Berlin N. 
Pfälzische Nähmaschinen- und Fahrradfabrik, 
vorm. Gebr. Kayser, Kaiserslautern. 
Nähnadeln. 
a) Nähnadeln. 
Bauer, Andreas, Schwabach. 
Brause &amp; Co., Aachen. 
Dubois, Heinr. Aug., Düren. 
Pastor, Ph. Hch., Sonne, Burtscheid. 
Zimmermann, Jos, Aachen. 
b) Packnadeln. 
Ahlenfabrik Concordia, Schmalkalden. 
Burkhardt, Kaupert &amp; Co., Schmalkalden. 
Hesse, V. W., Altena. 
Kaiser, Gust. Adolf, Evingen bei Altena. 
Lüling, Gebr., Altena. 
Mader, G., &amp; Müller, Schmalkalden. 
Möôller, Georg Christ., Schmalkalden. 
Nahrungs- und Genussmittel. 
Broemel, Gebr., Hamburg (siehe Inserat 
Seite 84 u. 85). · 
Harder &amp; de Voss, Hamburg (siehe Inserat- 
Seite 81). 
Nebelbilderapparate. 
Eckenrath, Th., Berlin W. 
Hagedorn, W., Berlin SW. 
Mittelstrass, Gebr., Magdeburg. 
Plank, Ernst, Nürnberg. 
Schönner, Jean, Nürnberg. 
Netze. 
Roithner, Hugo, &amp; Co., Schweidnitz. 
Klinder, Franz, Neubabelsberg b. Berlin. 
Neusilberwaren. 
Christofle &amp; Co., Karlsruhe. 
Henniger &amp; Co., Berlin SW. 
Württemb. Metallwarenfabrik, Geislingen. 
Normalwollartikel. 
Beuger, Wilh., Söhne, Stuttgart. 
40 
  
I 
  
Optische Instrumente. . 
Merz, G. &amp; S., vorm. Utzschneider &amp; Traur- 
höfer, München. 
Sprenger, Ed., Berlin SW. 
Zeiss, C., Jena. 
Parfümerien und Tollette-Seifen. 
Biermann, Dr., Paul, &amp; Co., Wriezen a. 0. 
Boehm, Gustav, Offenbach a. M. 
Cox, Camillo, Meissen (s. Inserat Seite 83). 
Douglas, J. J., Söhne, Hamburg. 
Dralle, Georg, Hamburg. 
Epstein, M., Hamburg. 
Jacobi, E., Jena. 
Lohse, Gustav, Berlin. 
Patronen. 
Braun &amp; Bloem, Ges. m. b. H., Düsseldorl. 
Dreyse &amp; Collenbusch, Sömmerda Eiebe 
Inserat Seite 87). . 
Frister &amp; Rossmann, A.G., Berlin 80. 
Zündhütchen- und Patronenfabrik, vorm. 
Sellier &amp; Bellot, A.--G., Schönebeck. 
8Petroleumkochapparate. 
Dobbelstein, H, Aachen. 
Haller &amp; Co., Altona 
Hirschhorn, J., Berlin SO. 
Koch, Heinrich, Hamburg. 
Photographische Apparate. 
Brandt, Paul, Berlin NW. (iehe Insera 
Seite 83). 
Goerz, C. P., Berlin-Schöneberg. 
Hartz &amp; Woölpers, Hamburg. * 
Herbst, Gebr., Görlitz (s. Inserat Seite 91 
Kleffel, L. G., &amp; Sohn, Berlin W. 35. 
Schippang &amp; Webenkel, Berlin 8. n 
Winzer, Dr., &amp; Co., Nacht Emil Fuchs, 
Dresden-A. (siehe Inserat Seite 97). 
Pianofortes &amp; Harmonlums. 
Bechstein, C., Berlin N. 
Blüthner, Julius, Leipzig. 
Hesler, Friedr. von, Elberfeld. 
Holling, C., &amp; Spangenberg, Zeitz 
Ibach, Rud., &amp; Sohn, Barmen. 
Klingmann, G., &amp; C., Berlin 80. 
Sauter, Carl, Spaichingen. 
Steingräber &amp; Söhne, Nürnberg. b 
Steinway)'s Pianoforte-Pabrik, Hamburg. 
Pinsel. # 
Werarich &amp; Co., Schwelm i. W. 
Zierlein, Gebr- Nürnberg. 
Plantagensiebe. Z „ 
2 &amp; Haver, Hohenlimburg Eiebe 
Inserat Seite 87). 
Porzellan. 1 
Buckauer Porzellanmanufaktur, 
Buckau. 
Greiner &amp; Herda, Oberkotzau. 
Möller &amp; Dibbe, Köditz. 
Müller, E. &amp; A, Schwarza. 
Rith &amp; Bechstein, Roda. 
). 
Magdeburg-
        <pb n="1053" />
        Prüservativ Cream. 
Gerlach, Eduard, Lübbecke i. W. 
Pulver. 
Vereinigte Köln-Rottweiler Pulverfabriken, 
Rottweil. 
Waffenfabrik Mauser, Oberndorf b. Rottweil. 
Pumpen. 
Boldt &amp; Vogel, Hamburg. 
Pumpernickel. 
Barkey, Heinr., Gütersloh. 
Barkey, Wilh., Gütersloh. 
Frommel, Th, Soest. 
Fromme, Wilb., Soest. 
Hammer Brotfabrik E. Zöllner, Hamm i. W. 
Sokeland, E., &amp; Söhne, Berlin NW. 
Rasenmähmaschinen. 
Brill, Gebr., Barmen. 
Dornbusch, C., Schlottwitz. 
Eichhorn, G., &amp; Sohn, Meiningen. 
Eggers, Aug., Bremen. 
Mayfarth, Ph., &amp; Co., Franklfurt a. M. 
Raubtierfallen. 
Grell, E. &amp; Co., Haynau (s. 
Reis. 
Aktien Reismühle, Hamburg. 
Berkan, H., &amp; Co., Hamburg. 
Brock &amp; Schnar, Hamburg. 
Kalken, H. C., Flensburg. 
Königsberger Schalmühle St. Winter bei 6 
Koônigsberg i. Pr. 
ielsen, Anton, &amp; Co., Lremen. 
Wielsen, Gebr., Bremen. 
ickmers, Reismühlen, Rhederei u. Schiffs- 
bau A.-C., Bremen. 
Schumacher, Depp 4 Co., Hamburg. 
Vôölkers &amp; Richers, Hamburg. 
Mindhagen &amp; Eggers. Lübeck. 
Wulsf, H., Hamburg. 
Rohrwaren. 
Hennig, Abrens, Hamburg. 
Rollläden. 
a) eiserne 
König, Kücken &amp; Co., Berlin N. 
Tillmann'sche, Wilb., Wellblech-Fabrik und 
Verzinkerei, Remscheid (siehe Inserat 
Seite 90). 
b) hölzerne. 
Haaga, Wendelin, Laupheim. 
Rollwände- und Jalousien-Fabrik C. Behrens, 
Hannover. 
Sperb, Leopold, Darmstadt. 
ecker, Johs., Köln. 6 
Württembergische Rolllädenfabrik Alb. Uher, 
Stuttgart. 
Säcke. 
Schmidt, J. C. Gustav, Hamburg, Rodings- 
markt. 
41 
Inserat Seite 89). 
— 
Fabrikanten Export). 
Sämereien. 
Ernst &amp; von Spreckelsen, Hamburg. 
Klar, Jos., Berlin. 
8alz. 
Chem. Fabrik Billwärder, vorm. Helle 4&amp; 
Stalner, Akt.-Ges., Hamburg. 
Sammet. 
Deussen, F. W., &amp; Co., Creteld. 
Peltzer, Gebr., Crekteld. 
Scheren. 
· a) Papierscheren. 
Bell, Gustav, Ohligs. 
Illing &amp; Burkert, Zwickau in. Sachsen. 
MWiaisthof, E., Solingen. 
Ziegelbauer, Daniel, Ohligs. 
·" b) Schafscheren. 
Asteck, Carl Th., Vörde, Bez. Arnsberg. 
Frielinghaus, Wilb., Vörde, Bez. Arnsberg. 
Schwatjert, Peter, Kronenberg. 
Schiebekarren. 
Jaeger, J., Berg. Gladbach. 
Jioest, F., Hilden. 
TKoöttgen, H., &amp; Co., Berg. Gladbach. 
Renger, Wilh., &amp; Co., Arnstadt. 
Tobler, C., Berlin N. 
Schiefertafeln. 
Rheinische Schielertafelnfabrik, Worms a. R. 
Schiffsbau. 
a) Eisen- und Stahl-Schiffsbau. 
Akt.-Ges. Neptun, Rostock 
Akt.-Ges. Weser, Bremen. 
Blohm &amp; Voss, Hamburg. 
Brandenburg, H., Hamburg. 
Germania-Werft, Akt-Ges., Gaarden. 
„Gutehoflnunghbütte“, Akt.-Ges für Berg- 
bau und Hüttenbetrich, Oberhausen in 
Rheinpreussen. 
Howaldtswerke, Akt.-Gez, K iel. 
„Kette“, Deutsche Elbschiffahrts.Ges., Schiffs- 
werft Uebigau, Dresden. 
Lübbers &amp; Kircher, Hamburg 
Reiherstieg Schiffswerfte &amp; Maschinen-Fabrik 
Akt.-Ges, Hamburg. 
Sachsenberg, Gebr., Rosslau. 
Schifflswerfte &amp; Maschinen-Fabrik, vorm. 
Janssen &amp; Schmilinski, Akt.-Ges., Ham- 
  
6 burg. 
Stettiner Maschinenbau-Akt.-Ges. 
Stettin. 
Tecklenborg. Job. C., 
Inserat Seite 95). 
b) Holz-Schiffsbau. 
Ihms, Gebr.. Kiel. 
Kircher, Gebr., Hamburg. 
Lübbers &amp; Kircher, Hamburg. 
„Vulkan", 
Geestemünde (siehbe 
  
Stülcken. H. C., Sohn, Haml 
Thormahlen, Johs. &amp; Co., Elmekkorn 
Wichborst &amp; Co., Altona. " 
6
        <pb n="1054" />
        Fabrikanten (Export). 
Schirme. 
Bach, Clemens, Chemnitz. 
Berliner Schirmfabrik J. Sachs 
Berlin. 
Bremer Schirmfabrik Gebr. Büsing, Bremen. 
Frey, O., Berlin C. 
Jacobs &amp; Gramm, Köln. 
Kern, Wilhelm, Karlsruhe. 
Pardo, J., Hamburg. 
Strochel, Julius, Leipzig. 
Wigdor, M., &amp; Sohn, Berlin CG. 
&amp; Co., 
Schlafsäcke. 
Jacob, Ferdinand, Dinslaken (siehe Inserat 
erste Innendeckelseite). 
Schleifsteine. 
Vöhlert, J. P., Hamburg. 
Schlösser. 
Meinke. Franz, Körlin an der Persante. 
Schrauben (Hol2). 
Altenlch, Brinck &amp; Co., Milspe. 
Falkenroth &amp; Kleine, Schwelm. 
Funcke &amp; Hueck, Hagen i. W. 
Tillmanns, J. J., Neuenkronenberg b. Lützel- 
kirchen. 
Westfälische Holzschrauben-Fabrik Gerdes 
&amp; Co., Schwelm. 
Winckelmann, C., Berlin NW. 
Schreibmaschinen. 
Guhl &amp; Harbeck, Hamhurg. 
Ludwig, F. Anton, Söhne, Chemnitz. 
Schreib- und Postpapier. 
Dresdener Papier-Fabrik, Dresden. 
Hoesch, Gebr., Düren. 
Hoesch, Ieinr. Arthur, Düren. 
Rauch, Gebr., Heilbronn. 
Schöller, Felix Heinr., Düren. 
Schoeller, Heinrich August, Söhne, Düren. 
Ulrich &amp; Co., Niedermarsberg. 
Schuhwaren. 
Bartenbach &amp; Weinshäuser, Tuttlingen. 
Bockenheimer Schuhfabrik Th. Meller &amp; Co., 
Franklurt a. M. 
Deutsche Schuhfabrik G. Markus &amp; Co., 
Erfurt. 
Garbrecht, Theodor, &amp; Co., Eisenach. 
Haller &amp; Co., Tuttlingen. 
Hillig, Otto, Ehrenfriedersdorf. 
Marschner, J., &amp; Co., Leipzig. 
Mensing, Louis, Eschwege. 
Müller, W., Darmstadt. 
Schlaberg &amp; Timmermann, Osnabrück. 
Schwärze. 
Bahl, Gebr., Montabaur. 
Farbwerke W. A. Hospelt, Ges. m. b. H., 
Köln. 
Meschwitz, Franz, Wildenau bei Rodewisch. 
Schröder &amp; Stadelmann, Oberlahnstein. 
Vereinigte Schwarzkreidewerke, Osnabrück. 
42 
  
Seide und Halbseide. 
Colsmann &amp; Seyffert, Langenberg. 
Delius, C. A., Söhne, Bielefeld. 
Deuss &amp; Oetcker, Crefeld. 
Dietel, Gebr., Greikz. 
Konigs, Karl, &amp; Co., Crekeld. 
Langerfeld, Paul, &amp; Co., Hamburg. 
Peters, D., &amp; Co., Elberteld. 
Spöhr &amp; Jansen, Niersen. 
Seife (Wasch-). 
Biermann, Dr. Paul &amp; Co., Wriezen . 0. 
Cox, Camillo, Meissen (8. Inserat Seite 83. 
Heyer, George, &amp; Co., Hamburg, Bernhard- 
strasse 2. 
Jacobi, Emil, Jena. 
Rengert &amp; Co., Berlin NW. 
Siegellack. 
Tetzer, Reinhold, Berlin 80. 
Spedition. 
Rohde, Matthias &amp; Co., Hamburg (8 
Inserat Seite 82). 
Spiegel. 
W a) Luxus- und Toilette-Spiegel. 
Aachener Spiegelmanufaktur, E. Hellen. 
tahl &amp; Co., Aachen. v Z 
Aktien-Gesellschaft für Glas- und Zinnfolien. 
Fabrikation, Fürth i. B. 
Blechmann, W., Fürth i. B. 
Dresdener Glasmanufaktur Sahre &amp; 
Dresden. # 
Krauss, Aug., &amp; Co., Berlin N. 
Schaller, John, Fürth i. B. 
Stahl, G. B., Fürth i. B. 
Wiedener, N., &amp; Co., Fürth i. B. 
b) Militär- und Blechspiegel. 
Bigler, Martin, Zirndork. 
Geisselbrecht, Georg, Nürnberg. 
Loewel, Paul, Ebrach. 
Mayrhofer &amp; Klemann, Passau. 
Reutter, Georg, Zirndorf. 
Zimmermann, G., Zirndorf. 
Spielkarten. 
Altenburg. Spielkarte 
Altenburg in Sachsen-Al 
Dondorf, B., Frankfurt a. M. duig 4 
Halle'’sche Spielkartenfabrik Ludwig 
Schmidt, Halle a. S. 
Jegel, Joh. Con., Nürnberg. 
Kölnische Spielkartenfabrik vorm. 
zers, Köln. Z 
L Ipriger Spielkartenfabrik Friedr. Göntbel 
Nachf., Leipzig. 
Spiritus bezw. Sprit. 
Breslauer Spritfabrik A. 
Export- u. Lagerhaus-Gesellsch 
Grunwald &amp; Co., Breslau. 
iebe 
Tümmler, 
nfabrik Schneider &amp; Co. 
tenburg. 
J. P. Bür- 
slau. 
G. veis Hamburg.
        <pb n="1055" />
        — 
Heidenberg, J. E., Kolberg. 
Hoeltz, W., Berlin SW. 
Norddeutsche Spritwerke vorm. Hôper, A.-G. 
Hamburg. 
Radicke, Carl, Berlin SO. 
Untucht, Carl, Magdeburg. 
Stacheldraht. 
Felten &amp; Guilleaume, Mülheim a. Rh. 
Steingut. 
Annaburg. Steingutf. A. Heckmann, Anna- 
burg. "6“ 
Gerhardt, Carl, Nachf., Hohr. 
Nordd. Steingutf. A-G. Grohn-Veggesack. 
PTuritz &amp; Bode, Neuhaldensleben. 
Steingutfabrik Witteburg, Targe. 
Thomsberger &amp; Herrmann, Kolditz. 
Villeroy &amp; Boch, Wallerfangen. 
Wächtersbacher Steingutfabrik, Schlierbach 
bei Wächtersbach. 
Steinzeugröhren. 
Böttcher, Gebr., Dresden-Plauen. 
Girz, Alexander, Bischofsheim. 
Gottschald &amp; Co., Kolditz. 
pPfe. 
Herfurth, Gebr., Chemnitz. 
Sussmann, Gebr., Chemnitz. 
Tabakspfeifen. 
Deusing, G. W., Ruhla. 
Kratzert, Oskar, jun, Friedeberg a. C. 
Von Rolland, A. P. T., Berlin C. 
Thüringsche Tabakpfeifen-Industrie Frahne 
4&amp; Henning, Ruhla. 
Zimmermann, Gebr., Ruhla. 
Taschentücher. 
Ammendorff &amp; Schulze, Lauban in Schlesien. 
Brauer, Benno, Görlitz. 
Teer. 
a) Braunkohlenteer. 
Billing &amp; Co., Halle a. S. 
Concordia, Akt.--Ges., Nachterstedt. 
Schmidt, Heinrich Otto, Zeitz. 
b) Holzteer (Kienteer). 
Arndt, H., Kreuzburg. 
Pless'sche Teerschwelerei, Fürst v., Kobier. 
Schlobach. F. O., Luisenberg b. Alt-Jablonken. 
c) Steinkohlenteer. 
Aktien-Gesellschaft für Kohlendestillation, 
Bulmke. 
Brunck, Franz, Dortmund. 
Büsscher &amp; Hoffmann, Eberswalde. 
Wilhelm-Schacht, der Bergbau-Akt.-Ges. 
Pluto, Wanne. 
Thonpfeifen. 
Blum, A., Wümingen a. Mos. 
Giese, Gottl., Ruhla. 
Günther, Gebr., Höhr. 
Klauer, Wilb., Baumbach. 
Krebs, J., Sohn, Höhr. 
43 
  
Pabrikanten (Export). 
Meseke, C., Uslar. 
Reny, P. J., Höhr. 
Schwaderlapp, Gebr., Baumbach. 
Stein, Jul. Wwe., Ruhla. 
Wingender, Julins, &amp; Co., Höhr. 
Thonröhren. 
Bunzlauer Thonröhrenfabrik Hoffmann &amp; Co., 
Bunzlau. 
Deutsche Grube, Bauermeister &amp; Söhne, 
Bitterteld. 
Kelsch, C. (Gebr. Schoot), Bitterfeld. 
Lübschützer Thonwerke, Lühschützb. Wurzen 
(siehe Inserat Seite 91). 
Terracotta-Fabrik, Merzig (Rheinpreussen). 
Thonröhrenfabrik J. Katschener &amp; Co., 
Frechen. 
Thonwaren. 
Hainauer Kunstziegel- und Thonwarenfabrik 
von Aug. Pape, Hainau. 
Hauber &amp; Reuther, Freising. 
Heyer, Christ., C. &amp; Co., Gräfenroda. 
Lübschützer Thonwerke. Wurzen (siehe Iu- 
Serat Seite 91). 
Papendick, W. E., &amp; Co, Hildburghausen. 
Trikotagen. 
Friedemann, Oskar, Schönau bei Chemnitz. 
Mechanische Trikotweberei Gebr. Mann. 
Ludwigshafen. 
Trockenapparate. 
Mapfarth, Ph., &amp; Co., Franklurt a. M. 
Tropenanzüge. 
Jordan, Heinrich, Berlin SW. 
v. Tippelskirch, &amp; Co., Berlin NW. (siehe 
Inserat Seite 96). 
Tropenausrüstungen. 
Beinhauer, R., Söhne, llamburg. 
v. Tippelskirch &amp; Co., Berlin NwW. (siehe 
Inserat Seite 96). 
Tropenhäuser und Bauten. 
Pieper, Adolph, Moers a. Rh. 
Schmidt, F. H., Altona (s. Inserat Seite 91). 
Tropenhefe. 
Leipriger Presshefenfabrik Kayser &amp; Hirsch, 
Leipzig. 
Harder &amp; de Voss, Hamhburg (Agentur). 
Uhren. 
a) Nacht- und Nipp-Uhren: 
Mauthe, Fricdr., Schwenningen (iehe Inserat 
Seite 93). 
Schwer, Aug., Trieberg. 
8 9 Pendeluhren. 
adische Uhrenfabrik, Furtwangen 
Hamburg Amerikanische Uhrenfabrik 
Schramberg. " 
Mauthe, Friedr., 
B Seite 93). 
egulator- Uhrenfabrik Co ; 
Freiburg in Schlesien. neordia o. 
Schwenningen (siehe Inserat 
G.,
        <pb n="1056" />
        Fabrikanten (Export). 
Schlencker &amp; Kienzle, Schwenningen. 
Süddeutsche Uhrenfabrik, Schwenningen. 
c) Taschenuhren. 
Duffner, Herc., Furtwangen. 
Junge &amp; Sohn, Glashütte. 
Karecker, Eugen, Konstanz. 
Mauthe, Friedr., Schwenningen (siebe Inserat 
Seite 93). 
d) Wächterkontrolluhren. 
Mauthe, Friedr., Schwenningen (siehe Inserat 
Seite 93). 
Stuttg. Wächterkontrolluhren-Fabrik, Ant. 
Meyer Nachf, Stuttgart. 
Württb. Uhrenfabrik, Schwenningen. 
ey) Wecker. 
Akt.-Ges. für Uhrenfabrikation, Lenzkirch. 
Hilser, Raimund Nachf., Schönwald. 
Mauthe, Friedr., Schwenningen (siehe Inserat 
Seite 93). 
Uhrenfabrik, vorm. L. Furtwängler Söhne, 
A.-G., Furtwangen. 
Werner, C., Villingen. 
Ultramarin. 
v. d. Linden, F. A. C., &amp; Co., Hamburg. 
Verlagsbuchhandlungen kolon. Werke. 
Mittler, E. S., &amp; Sohn, Berlin. 
Paetel, Herm., Berlin W. (siehe Inserat 
Seite 89). 
Reimer, Dietrich, Berlin SW. 
Telge, F., Schönebertg-Berlin. 
Versicherungen. 
Dür, F., Hamburg, Gr. Johannisstrasse 9 
(siehe Inserat Seite 89). 
Waagen. 
a) Diverse. 
Essmann, Gebr., &amp; Co., Ottensen. 
Stelling, Karl, Hamburg. 
b) Briefwaagen. 
Maul, Philipp, J., Hamburg. 
c) Tafelwaagen. 
Eggerts, H. C. E., &amp; Co., Hamburg. 
Essmann, Gebr., &amp; Co., Hamburg. 
d) Decimalwaagen. 
Eggerts, H. C. E., &amp; Co., Hamburg. 
Essmann, Gebr., &amp; Co., Hamburg. 
Waagenfabrik Reichardt's Wwe., geb. 
Joachim, Hamburg. 
e) Hausstandswaagen. 
Essmann, Gebr., &amp; Co., Hamburg. 
Wäsche. 
Behrend, Gustav, Berlin N. 
Ehrmann, S., &amp; (’o, Berlin. 
Haupt, W., Hamburg. 
Kessdl., H., Hamburg. 
Wagen (Ochsenwagen). 
Steine jr., Julius, Elberfeld. 
14 
  
Wagenräder. 
Beyer, Gebr., Oberschmiedeberg bei An- 
eld i. 8. 
Dick &amp; Kirschten, Offenbach a. N. 
Pels, Henry, &amp; Co, Hamburg. 
Wienicke, Gebr., Pankow bei Berli. 
Wasserfllter. 
Berkefeld-Filter-Gesellschaft, Celle. 
Lübschützer Thonwerke, Wurzen bei lil 
schütz (siehe Inserat Seite 91). 
Wein. 
Duhr &amp; Co., Koln a. Rh. » 
Eccardt,C.P.,KreuzuachimRhemlMdi 
Erdmann &amp; Kähler, Hamburg. 
Gebhard, Ph. Aug., Ober-Ingelheim A. R. 
Guntrum, Louis, Beusheim a. d. B. 
Hoffmann, Heffter &amp; Co, Leipzig- 
Lauer &amp; Kremer, Eltville. 
Schlitz, Joh., Mainz 10 
Sturm, Joh. Bapt., Rüdesheim. 
Weinessig. 1 
Hengstenbergs Weinessigfabr., Esslinger 
a. Neckar. 
Wellblech. arnn n 
« B.dela,åKlosser1n·.l 
—. Wilh., Wellblechlabrik er 
zinkerei, Remscheid Giehe luserat Seitel. 
Thyssen &amp; Co, Berlin N. 
Werkzeuge. 
) Draht- und Schneide zange. 
Hasenclever, Jul., Remscheid. 
Ockermann, Rob., Remscheid 
Schmidt, Carl, Remscheid. 
Vogt, Friedr., Remscheid. 
b) Feilen. 
Dick, Friedr., Esslingen. Z 
Dominicus, J. D., Soöhne, Remscheid. 
Krafft, Rudolph, Hamburg. 
c) Hämmer. * 
Falkenrot, Carl, Söhne, Schalksmi e. 
Marcus, Julius, Remscheid. 
Marcus, Richard, Remscheid. 
Siegen-Solinger Gussstahl-A 
Solingen. 
Wolklert, Gebr., Lüttringhausen. 
d) Meissel und Hobeleisen. 
Arntz, Joh. Wilh., Remscheid. 
Busch, Jacob, Remscheid. 
Hallenscheid, Gebr., Ronscorl. 
Müller, C. E., Sohn, Remscheld. 
e) Nagelbohrer. 
Engels, F. W., Remscheid. 
i id. 
Homeknövel, Friedr., Remscheid- 
Mühlhoft, Peter Friedr. Remscbeld. 
kt.- Vereib
        <pb n="1057" />
        Sägen. 
Dominicus, C. E., Remscheid. 
Honsberg, Caspar, Remscheid. 
Schmidt, C., Sohn, Remscheid. 
Werde, Carl, Hagen. 
Wüster, J. H., &amp; C., Kronenberg. 
8) Schraubenschlüssel. 
Dick, Friedr., Esslingen. 
Herzer, A., Düsseldork. 
Kettler, Fritz, Hagen i. W. 
Manegold, Joh., Eckesey. 
Wegerhoff, Rich., Remscheid. 
b) Schraubenzieher und Sägeblätter. 
Bühner, Carl, Steinbach-Hallenberg. 
Dick, Friedr., Esslingen. 
Dominicus Sohne, J. D., Remscheid. 
Jansen, F. Eug., Dohr b. Kronenberg. 
Lesser &amp; Beck, Schmalkalden. 
i) Schreinergeräte. 
Braun, Wilh., Plochingen. 
Geiger, Josef, Laupheim. 
Gödel, Eduard, Leipzig. 
Kremendahl, D., Berghausen b. Kronenberg. 
Marcus, Julius, Remscheid. 
"„ k) Stangenbohrer. 
Engels, F. W. Remscheid. 
Nanpeneren, Friedr., Remscheid. 
Auhlhof, Friedr. . , Remscheid. 
Wichen Aug., Remscheid 
5 Ges Union, Vereinigte Zündholzer- u. 
lchse-Fabri gsburg. 
Winqeic! „Augsburg 
Berger, Wilb. Cbrist., Stuttgart. 
Böcker, Joh. Gottl., Remscheid. 
Holter, Eisenhütte, Liemke b. Verl. 
Pass, Otto, Remscheid. 
Windmotoren. 
Bayersche Windradfabrik, E. Storch, 
München. 
Filler, Friedr., Hamburg (siehe Inserat 
Seite 80 u. 87). 
Jessen, J., Wittkiel b. Kappeln. 
Kunz, Ant., Weisskirchen i. Mähren. 
45 
Fabrikanten (Export). 
Lohde, L., Berlin SW. 
Reinsch, Carl, Dresden. 
Schwade, Otto, Erfurt. 
Wolft, Carl, &amp; Co., München. 
Wollgarne. 
Bischoff &amp; Rodatz, Hamburg. 
Paap, Johannes, W., Altona-Bahrenteld. 
Wollwaren. 
C. Mühlinghaus, Peter Joh., Sohn, Lennep. 
Würfelzucker. 
Veos, Cbhs. de, &amp; Co, ltzchoe. 
Zuckerrohrpressen. 
Halle'’sche Maschinenfabrik und Eisen- 
6 giesserei, Halle a. S. 
1 Zündschnur. 
Hein &amp; ('ar! Marx, Harburg. 
Torgauer Akt.-Ges., vorm. Ad. Rabitz, 
Torgau. 
Zündhölzer. 
Akt.-Ges., vorm. Krog, Ewers &amp; Co., 
Flensburg. 
Akt.-Ges. Rhein, Köln a. Rh. # 
Frenzel, Louis, sen., Benneckenstein. 
Priester, Herm., Lauenburg i. Pom. 
Stahl &amp;S#Nölke, Cassel. 
Unseld &amp; Ulrich, Ziegenhals. 
Westfälische Zündwarenfahrik, Ahaus. 
Zündhütchen. 
Braun &amp; Bloem, G. b. H., Düsseldorf. 
Dreyse &amp; Collenbusch, Sömmerda (siehe 
Inserat Seite 87). 
Genschow, Gustav, &amp; Co., Berlin SW. 
Zündhütchen-4&amp; Patronenfabrik vorm. Sellier 
&amp; Bellot, Akt.-Ges., Schönebeck a. Elbe. 
Zwirn. 
Flachsspinnerei Hirschfeld i. Sa. 
Gruschwitz, J. D., &amp; Söhne, Neusalz a. 0. 
Mechanische Zwirnerei Heilbronn, vorm. 
C. Ackermann &amp; Co., Sontheim bei Heil- 
bronn. 
Schumberger, N., &amp; Co., Gebweiler i. Els. 
  
Widdigen, W., Söhne, Barmen-Rittershausen.
        <pb n="1058" />
        46 
Dampferverbindungen. 
Dampferverbindungen mit den Kolonien. 
Mitgetheilt von Matthias Rohde &amp; Co., Hamburg. Dieselben ertheilen auch nähere Auskunft. 
  
  
  
  
  
  
     
  
  
  
  
  
  
  
  
Deutsch-Ostafrika. 
a) Fahrplan der Deutschen Ostafrika-Linie, Hamburg. 
Ausreise. 
— — — — — — — 
Hamburg Amsterdam Antwerpen Lissabon Neapel iroe Sa#d. Suez Aden Mombassa 
— 
B. 
pia Neapel ab an ab an aab an ab an ab an ab an ab an 1 ab 
1898 1898 1898 1898 1898 1898 1898 1898 1898 1898“ 1898 1898 1898 " 1898 1898 " 1898 
. .c 
v8a1 31. Jan. 19. Jan. 20. Jan. 22. Jan. — — 26. Jan. 28.Jan.. Feb. 2. Feb. Feb. 8. Feb. 13. Feb. 14. Feb. — — 
98 1 14. Feb. 2. Feb. — — 4. Feb. 5. Feb.Feb. 11. Feb.6. Feb. 16. Feb.1. Feb.Feb.2Feb. 28. Feb.6. März“ 7. März 
+ 9 2 Feb.6Feb.Feb. 19. Feb. — — 23. Feb. 25. Feb.März 2. März. März. MärzVMärz 14. Mär— — 
994. März 2. März — — 4. März 5. März9, März 11. MärzMärz 16. März. Märzz2. März27. März 28. März] April. 4. April 
+1002 März März März 19. März — — 23. März 25. März. März 30. Mär. April|b. Aprill0. April, 11. Aprii — 
100HI. April 30. März — — 1. April 2. April] 6. April 8. April 13. Aprili 13. April] 18. April 19. April 24. April 25. Aprill 1. Mai 2. Mai 
101a] 25. April] 13. April] 14. April 16. April — — 20. April 22. April27. April 27. April!] 2. Mai 3. Mais s. Mai 9. Mei — — 
101 9. Mais7. April — — 29. April 30. Apri. Mai 6. Mai1. Mai 11. Maisll s. Maisll. Mai22. Mai 23. MaiO Mai * 30. Mai 
102a4 23. Mai 11. Mai 12. Mai 14. Mui — — s Mai 20. Mai 25. Mai 25. Mai 30. Mai 31. Mai 56. Juni 6. Juniil — — 
102 6. Juni25. Mai — — 27. Mai 28. Mais 1. Juni 3. Juni . Juni 8. Juni13.JJuni4. Junilh. Juni 20. Juniè. Juni *27. Inni 
1103a 20. Juni 8. Juni 9. Juni 11. Juni — — 15. Juni 17. Juni2. Juni 22. Juni27. Juni. JuniP. Juli 4. Juli — — 
103 4. Juli J 22. Juni — — 24. Juni 25. Juni29 Juni 1. Julii 6. Juli 6. Juli 11. Juli 12. Juli 17. Juli 18. Julii25. Juli 7 25. Juli 
+104Juli 6. Juli 7. Juli 9. Juli — — 13. Juli 16. Juli 20. Juli 20. Juli 26. Juli 26. Juli 31. Juli 1. Aug. — — 
104 1 Aug. 20. Juli — — 22. Juli 23. Juli27. Juli 29. Juli3. Ang. 3. Aug.8. Aug.9Aug.14 Aug.] 15. Aug.22. Aug. °22. Aug. 
1105%. Aug. 3. Aug. Aug. 6. Aug. — — 10. Aug. 12. Aug.7. Aug. 17. Aug.22. Aug.23Aug. 28. Aug. 29. Aug. — — 
105 129. Aug. Aug. — — 19. Ang. 20. Aug. 24. Aug. 26. Aug. 31. Aug. 31. Aug. 5. Sept. 6. Sept. 11. Sept. 12. Sept.Sept 19. Sept. 
106a) 12. Sept. J 31. Aug.Sept. 3. Sept. — — 7. Sept. 9. Sept. Sept. 14. Sept.Sept.Sept.5. Sept. 26. Sept. — — 
10626. Sept.4 Sept. — — 16. Sept. 17. Sept.1Sept. 23. Sept.2-Sept. 28. Sept,..ct. 1. Oct. 9. Oct. 10. Oet. 16. Oct. 17. Oet. 
107a 10. Oct. 28. Sept. 28. Sept. 1. Oet. — — 5. Oct. 7. Oct. 12. Oct. 12. Oct. 17. Oct. 18. Oct. 23. Oct. 24. Oct. — — 
107 24. Oct. 12. Oet. — — 14. Oct. 15. Oct. 19. Oct. 21. Oect. 26. Oct. 26. Oct 31. Oet. 1. Nov.6. Nov. 7. Nor.3. Nov. 14. Nov. 
+10%%Nov. t. 29. COct. — — 2. Nov. 4. Nov. 9. Nov. 9. Nov. 14. Nov. J 15. Nov. 20. Nov. 21. Nov. — — 
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Diese Dampfer nehmen keine Ladung für Plätze nördlich von Beira. 
Die Daten werden nach Möglichkeit innegehallen werden, jedoch sind in den Zwischenstationen kleinere Verschiebungen in den Ankunfts- 
   
* Gegen den Monsun. 
je nach dem Verlauf der Reise. 
Aenderungen vorbehalten. 
und Abgangszeiten zulässig,
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        Ausreise. 
  
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Diese Dampfer nehmen keine Ladung für Plätze nfÖrdlich von Beirg. 
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Mozambique und Dar-es-Salaam die Hiäfen von Majungn und Nossi Bé an, wenn genügend Veranlassung (lafür vorliegt.
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        Heimreise. 
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22.Der. 
1399 
6 7.Jun. 
19. Jun. 
i 
4. Feb. 
l 
216.Fel). 
3.März, 4. März 
16. März 16. Mürz 
1. Mai 
29. Mai 
26.Juni 
24.Juli 
21.Aug. 
18.8ept. 
16.Oct. 
13.Nov. 
11. Dec. 
1899 
8. Jun. 
5. Feb. 
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31. Mni 
1 
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28.Juni 
26.Juli 
  
23.Aug. 
  
1 
20.Sept. 
18. Oct. 
— 
15. Nov. 
13.Deer. 
  
1899 
10. Jun. 
T. Feb. 
5. Mürz 7.Mär: 
l 
7. Mni 
17. Mai 
1.Juni 
11.Juni 
2.Juli 
12.Juli 
30. Juli 
9. Aug. 
27.Aug. 
4.Oct. 
22.Oct. 
1. Nor. 
19.Nor. 
29.Nor. 
17. Dec. 
27. Dec. 
1899 
14. Jun. 
24. Iun. 
11. Feb. 
21.Feb. 
  
Aenderungen vorbehalten. 
6. Sept. 
24.Sept. 
11 März 
21. März 
S. Mai 
18. Mai 
5.Juni 
15.Juni 
3. Juli 
13. Juli 
31. Juli 
10.Aug. 
28. Aug. 
7.Sept. 
25. Sept. 
5. Oct. 
23. Oct. 
2. Nov. 
20. Nov. 
30.Nov. 
18.Dec. 
28.Dec. 
1399 
15. JIan. 
25. Iun. 
12. Feb. 
22. Feh. 
12. März 
22. März 
  
  
Mai 
— 
24.Mni 
— 
E 
19. Juni 21.Juni 
17. Juli 
19.Juli 
14. Aug. 16.Aug. 
11. Sept. 13.Sept. 
9. Oct. 1 1. Oct. 
.— ——— 
6. Nov. 8.80. 
4. Der. 6.Dec. 
1899 
3. Jun. 
— 
1899 
1. Jun. 
20. Jun. 31.5 un. 
26. Feb. 
26. März 28. Mürz 
28. Feb. 
29. Sept. 
27. Oct. 
  
12. Mai 
9. Juni 
7. Juli 
1. Aug. 
i 
1. Sept. 
  
19. Jun. 
16. Feb. 
16. Müärz 
T 
22. Dec. 22. Dec. 
1899 # 
I2. Mui 
.—. 
9. Juni 
7. Juli 
4. Aug. 
1. Sept. 
29. Sept. 
27. Oct. 
24. Nov. 1 24. Nor. 
l 
1899 
19. Jun. 
16. Fel). 
— 
16. März 
  
14. Mai 
25. Mai 
11. Juni 
22. Juni 
5 Juli 
3 Sept 
14. Sept. 
. Oct. 
12. Oct. 
29. Oct 
9. Nor. 
26. Jor. 
7. Dec. 
24. Dec. 
1899 
1. Jun. 
21. Jan. 
l. Feb. 
18. Feb. 
1. Mürz 
18. März 
29. März 
  
1. Mai 
13. Mai 
29. Mui 
10. Juni 
26. Juni 
3. Juli 
24. Juli 
5. Aug. 
21. Aug. 
2. Sept. 
18. Sept. 
30. Sept. 
16. Oct. 
28. Oct. 
13. Nov. 
25. Nov. 
II. Der. 
23. Dec. 
1809 
8. Jan. 
20. Jun. 
5. keb. 
17. Feb. 
5. Mürz 
17. März 
  
  
19 
Dampferverbindungen.
        <pb n="1062" />
        50 
b. Passage-Tarif der Deutsch-Ostafrika-Linie, 
Hamburg. 
Linie durch den Suez-Kanal. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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2 # 5 « 282 
880 — " U! x 1 — 
———————— . s us Z III E 
0 — F S— 4•“ n * — ½ 3 
53.5 2 s 65 33983 — 3S2 
Nach 2 Z —1 5 E — S H80 
–— 3— 6 U * "(5 2 S — 8 98 r 
e2 2 25 
[Es — 5 . do 3 45 K. 
2 8 □— 5 
8#0 - - I s 
ql .34 l — 
MAA AA A A A A A A A AIA 
s 
1. 50 180 200 350 400 600 800 800 800 800 900 900 900 
Hamburg 22.— 35 120 150 200 20 400 550 550 550550600% 00 
3. 20 80 90 130 150 250 350 350 350 350 350 350 350 
Amsterdn 1150 160 200 350 400 600 800 800 800 800 200 00 0 
Rotterdn 2.35J120 150 200220 400 550| 550 500 550 600 600 600 
Vlissingen a.2 80 900 130 150 250 350 350 350 350 350 350 350 
1. 180 180 150 300 350 500 700 700| 700 700 750 750 50 
Lissabn 2. 120 120 — 100 180 220 350 500 500 500 500 550 550 550 
3.880 80 60 758500 300 300 300F 300 300 300 300 
Noavel 1.00 200150 200 250 500 700 700| 700 700 750 750750 
Masbeilt 2.150 150100| — 150 180 350 500 500 500 500 550 550 550 
«««««««« 3.909060- 607()200z(.)03(t)»3(x)3(1)l.3(st » 300 
1. 350 350 300 200 60 350W 600 60000%00 % 
Port Said .. ..... 2.200 200 180 150 — 50 230 400 400 400 400 450 450500 
3.130 130 75 60 20 120|200 200 200 200 250| 250 280 
1.400 400350 250 60 300 550 550 550 550 600 600 “ 
Suez .. . .. .. . ... 2.220 220 220 180 50 — 220 350 350 350 350 400 1 400 4 
3.150 15085 70 20 110 180 180 180 /200 *e 
1.600 600 500 500 350 300 350 350 350400 450 500 50 
Aden 2.400400 350350 230220 — 230 230 230 280| 320 350 40 
3.250 250 200 200 120 110 90 90 90 .150 175 200 
1.00|000 60055 350 320 30 140|250/ 300 25 
Tanaa ... 2.550 530 500 500 400 350/230 — 15 1590 150 20 120 
3.50 350 300 300 200 180 90 10 1070 8090 
1 # — as 
1.800800 700 700 600 550 350 30 20 140 20 30/20 
Dar-es-Salam 2.550 550 500 500 400 350 230 15 10 — 90 150|20 1 
3.350 350 300 300 200|180 910 5 70] 80 %0 
l g .i .- 
1.8(x)800700«006m550;30030 z20140 200l3()(;!2370040 
zwihqk........ 2.5505505005(x)400350«23015—-10.»90 i50 * 3 
3 350 350 300 300 200 180 90 10 5|70 90 J 
1. 800 80 700 700 600 6560 40 140 140 140 1022/10 
Wozambiguie 2.5 500 50 50 400 350 2 „00 006 0 1001% 1 
3.350 350 300 300 200 2001 1100| 7 70 70 (0 
» 1.Mooo75075065()600-45025025025015t·); W M 
Beien 2.600|600 550 550 450 400 320 150 150H 150 100 8 
3..350 350 300 300 250240 1755 80 38080 70 » 
. I I I 80 
1. 900 900 750 750 650 600 500 300 300 300 22 « IF 
DOIIIgoq-Bq...... 2.wo60055x.),55(.)l4-)()4(x)«:-35()2(x.)200l200 I150»140—s4» 
(Lourenzo-Marques) 3.350 350 300 300 250 240 200 29 90 90, 90 50 s 
, I 1 I 80 
1. 900 900 750 750 700 650 550 350 350 350|/290 200 „M 
Durbn 2.600 60050 550 500 450 400 240 240 240 10 10 ½%½ 
„Port Natal) 3.350 350 3005300 250 220 /120 120 120) 100% 
  
  
280
        <pb n="1063" />
        — 51 — 
Fracht-Tarif der Deutschen Ostafrika-Linie 
Hamburg, Bremen, Amsterdam, Lissabon, Neapel ausgehend nach Tanga, Bagamoyo, 
Dar-es-Salaam, Zanzibar, Lindi. 
1. Klasse. Asphalt, Bauholz, Baumaterial, Briquetts, Cement, Dachpappe, Eisen- 
schienen, Eisenwaren (rohe), Fässer (leere), Fassdauben, Kartoffeln, Kalk 
(gelöscht), Kochsalz, Kohlen, Packpapier, Reis, Säcke (leere), Seife. Soda, 
Steinsalz, Steinzeug, Thonwaren, Töple (eiserne), Träger (eiserne), Weissblech, 
Zündhölzer (Sicherheits-), Ziegelsteiene u NNI. 30.— 
2. Klasse. Bier, Blechwaren, Brot, Demisohns (leere), Draht-, Eisen- und Farb- 
waren, Filz, Geldschränke, Genever, Gewehre, Glaswaren, Karren, Kochöfen, 
Lampen und Lampenteile, Lichte, Liköre, Maschinen, Maschinenteile, Material- 
waren, Mehl, Messingwaren (geringe), Mobilien, Papier, Porzellanwaren, 
Proviant, Rum, Sprit, Spirituosen, Stahlwaren, Tabak, Tauwerk, Theer, Thon- 
feilen, Waagen, Wagenteile, Wasser (kohlensaures), Weein „ 40.— 
3. Klasse. Baumwollwaren, Bücher, Droguen, Knöpfe, Messingwaren ((leine), 
Parfumerien, Perlen, Wollwaren, nicht genannte Waren . „60.— 
Contanten, Gold- und Silberwaren vom Wert 1% 
Für Güter nach Tanga, Bagamoyo und Dar-es-Saluam findet eine Vergütung von 3% auf obige 
Frachtsätze statt. 
Für (icgenstände, welche ein Gewicht von über 1000 kg haben, wird besondere Verstündigung 
vorbehalten. 
Werden von einem Versender Güter der 1. und 2. Klasse im Manss oder Gewicht von über 100 Tons 
eingelielert, so ist auf Grund besonderer Vereinbarung eine Ermässigung der vorstehenden Sätze zulässig. 
Die Frachtsätze verstehen sich in Mark ab Hamburg, Bremen, Amsterdam, Lissabon und Neupel 
Dro Kubikmeter oder 1000 kg nach Wahl der Rhederei. 
Die Landungsspesen betragen für alle Güter 
nach Zanzihar . . . 5I. 5.— ,., »«n-wl1l«luåi......Jl.6.—lp1·ol(ubikmeter 
,I)ar-es-sulmnn... Wb’ein „ Bagamoovo 6.—“ oder 1000 kg 
„ JTang 7.— T. 
Fracht-Tarif 
6 VOon 
Hamburg, Bremen, Amsterdam, Lissabon, Neapel 
ansgehend nach 
Saadani, Pangani, Kilwa, Mikindani, Ibo. 
1. Klasse. Asphalt. Bauholz, Baumaterial, Briquetts, Cement, Dachpappe, Eisen- 
schienen, Eisenwaren (rohe), Fässer (leere), Fassdanben, Kartoffeln, Kalk 
(gelöscht), Kochsalz, Kohlen, Packpapier, Reis, Säcke (leere), Seife, Soda, 
Steinsalz, Steinzeug, Thonwaren, Töpfe (eiserne), Träger (eiserne), Weissblech, 
Zündhölzer (Sicherheits-), Ziegelsteine ............. 
2. Klasse. Bier, Blechwaren, Brot, Demijohns (leere), Draht-, Eisen- und Farb- 
waren, Filz, Geldschränke, Genever, Gewehre, Glaswaren, Karren, Kochofen, 
Lampen und Lampenteile, Lichte, Liköre, Maschinen, Maschinenteile, Material- 
waren, Mehl, Messingwaren (geringe), Mobilien, Papier, Porzellanwaren, 
Proviant, Rum, Sprit, Spirituosen, Stahlwaren, Tabak, Tauwerk, Theer, Thon- 
bfeifen, Wagen, Wagenteile, Wasser (kohlensaures), Wein .„ 50.— 
3. Klasse. Baumwollwaren, Bücher, Droguen, Knopfe, Messingwaren (seine), 
„ Parlumerien, Perlen, Wollwaren, nicht genannte Waren „ 60.— 
Contanten, Gold- und Silberwaren . ..·vomWert 1 % 
Für CGegenstände, welche ein Gewicht von über 1000 kg haben, wird besondere Verständigung 
vorbehalten. 
Z Werden von einem Versender Güter der 1. und 2. Klasse im Maass oder Gewicht von über 100 Tons 
eingeliefert, so ist auf Grund besonderer Vereinbarung eine Ermüssigung der vorstehenden Sütze Zulässig. 
# Die Frachtsätze verstehen sich in Mark ab Hamburg, Bremen, Amsterdam, Lissabon, Neapel pro 
Kubikmeter oder 1000 kg nach Wahl der Rhederei. 
Die Landungsspesen betragen für alle Güter 
nach Idbvo. . IMlI. 10. - X 
„ KHlnynynna 6.—7 Pro Kubikmeter oder 1000 kg 
75
        <pb n="1064" />
        „ö Fahrplan der Compagnie des Messageries 
Maritimes, Marseille. 
Fahrplan 1898. 
Ausreise. 
Aarseille Port Said Suez Djibonti Zanzibar 
0. Januar 15. Januar- 16. Januar 21. Januar 28. Januar 
10. Februar 15. Februar 16. Februar 21. Februar 28. Februar 
u. S. W. am 10. jeden Monats mit gleichen Routen. 
Heimreise. 
Zanzibar Djibonti Suez Port Said Marseille 
26. Januar 2. Februar 7. Februar S. Februar 14. Pebruar 
26. Februar 5. März 10. März 11. März 17. März 
u. 8. W. am 26. jeden Monats mit gleichen Routen. 
Aenderungen vorbehalten. 
Passage-Tarif der Compagnie des Messageries 
Maritimes, Marseille. 
Marseille — Zanzibar. 
I. Kl. Fres. 1000. II. Kl. Fres. 800. III. Kl. Frcs. 400. 
Retour. 
I. Kl. II. Kl. III. Kl. 
3 Monate Fres. 1750. Frcs. 1220. Frcs. 650. 
6 „ „ 1800. „ 1260. „ 6!5. 
2 „ „ 1850. „ 1310. 00. 
12 „ „ 1950. „ 1350. 725. 
7. 
Freigepäck auf den Dampfern 150 kg (auf der franz. Bahn 30 kg).
        <pb n="1065" />
        Kamerun und Togo. 
Fahrplan der Woermann-Linie. 
  
— — — — 
  
  
  
  
  
  
Linie 1. Linie III. 
Nach Madeira, Lugos, Lome, Kamer un und Nach Connkry der Goldküste und 
den Hüäfen bis Ponta Negra. Togo. 
Ausreise. Ausreise. 
— «.. « « I» 
Hamburg“ 10. Jan. 10. Fehr. 10. Mürzumburg 20. Juan. 20. Fehr. 20. Slürz 
Madeira 19. 19. 19. „ Conukra 6. Fehrr. 6. Mürz6. A pril 
Nonrovia“ 27. . 127. . 27. Monrovin . B8. „. 8.— 8. 
Accr *. 20. 1. Mürz 29. Axim . ; · 
Lome 30. 22. 30. Dixcove .112. 12. 12. 
* 1. Fehr. 3 1. AnrisElmina " 
amerun. 4. 6. 4. Cap Coast. 1 
Rio del er. 11. 11. 11. Sahpond 5l 14 14. 14. 
Victoria . 12. 12. 12. Appam x 15 15 J 15 
hernando Po. 14. 14. 11. Winnebah: ½n5 1“ % 
MNalimba . 115. 15. 15. Accra . 16. . 16. . 16. 
Klein-Batangn 7. 17. 17. Addah 18. 41 18. 
Longji. * Kwitta 19. 10. 19. 
Plantation 10. 19. 19. Lome 21. 1 21. 21. 
Kribi .. Bagida.. 22. 22. s22. 
(ross-Butangn . 20. 20. 20. Klein-Popo 23. 23. 23. 
Bata. . 521..,.21. 21...(imu(1-P0po 25. 25. 25. 
Gabun 23. 23. 23. Whydah 26 26. 26. 
Cap Lopez 24. 24. 24. Kotonou. 27. 27. 27. 
Sette Camu 25. . 25. 25. 
Nyanga 26. 26. 26. # « 
Mayumbn. !27...;27.,. 27. ! ! 
Loango . -28.»«28.. -28.,, " 
Ponta Negru 28. 29. 29. „ 
· « I 
Heimreise. Heimreise. 
U « 
PonteNegm. .l29.Pebt.29.d-lärz29..-xprilIcotonou 28.P(-l)1·.:28.dliirz«28.Ap1·j1 
Gabun . . . 1. Mürz 1. April, 1. Jlai Whydah "I1. Mürz 29. „ 29. „ 
Eloby 2. 2. 2. Graund-Popo 2. 2. Apri!l 2. Mai 
Bata 2. 22. 2. Klein-Popo 3. 3. 3. „ 
(iross-Batangu S3. # S33. 3. Bagidu 5. 5. 5. 
Kribi . i I Lome W. . 7. , 
Plantation . 4» 4. 14. Kwitta 00. 9. 9. 
Longdgi s Max-h. 11. 11. 11. 
Klein-Batanga 5. 55.5. Acera . 13. 13. 13. 
Malimba 6. G6. — Cap Palmas 16. 16. 16. 
Bibundi 7. W. Monrovin 18. 18. 18. . 
Kamerun. 68. S88. 8. Jran Canarin 26.. 26. 26. ., 
lagos 11464.1 411 Fenerifla 27. 27.. 27.,, 
WhyFdah 211. 21. 21..Sladeira 20. 20. 28. 
Grand-Popo 22.. 22.. —22. Hamburg D. Aprild# . Mai 9. Juni 
Klein-Popo 24.,„ 24.. 24. „ # T 
Llome 125. 8 „ 25. 1 s 
Kwitta- d266. 26.,. 26. , 1 
Addah 27. 27. 27. 
Accera 28., 28. 2468. % 
Cap Palmas 30.,„ 30., 30. 
Grand Bassar 1. April1. Maisä1. Juni 
Monrovia. . I2·«» 2. 2. - 
Gran Canaria 12. 12. , 12. . 
Tenerifla 13., 13., 13. „ . - 
Madeira 16.., 15. 15., - « 
Hamburg 214., 24.. 244 s 
u. s. w. u. s. w. 
Aenderungen vorbehalten.
        <pb n="1066" />
        Elder, Dempster 
Abfahrt von Hamburg am 5. jeden Monats. 
Abfahrt von Hamburg am 1. und 15. jeden Monats. 
54 — 
Fahrplan 
V 
Hamburg—Togo. 
Hamburg—Kamerun. 
&amp; Co., Hamburg. 
Reisedauer ca. 40 Tage. 
Reisedauer ca. 31 Tage. 
Elder., Dempster X&amp; Co., Liverpool. 
Fahrplan 1898. 
  
—.*******... 
— — — 
  
Liverpool — Togo Togo — Liverpool 
12. Junuar — 17. Fehruar 3. Januar — 11. Febrnar 
26. 55 — 3. Alürz 17. 25 — 25. L 
9. Februar — 17. „ 31. » — 11. März 
23. 3 — 31. „ 14. Februnr — 25. » 
9. Mürz — 14. April 28. „ — 8. April 
23. — 28. „ 14. Alärz — 22. 
6. April — 12. Mai 28. — 6. Mai 
20. — 26. 11. April — 20. 
. Alni — 9. Juni 25. — 3. Juni 
o) — 23. . 9. Mai — 17. „„ 
1. Juni – 7. Juli 23. ¾ – 1. Juli 
15. » — 21. . 6. Juni — 15. 
29. „ — 4. August 20. .5 — 28. 
13. Juli — 18. 4. Juli — August 
27. , — 1. September 18. i7 – *½ 
10. August — 15. ] 1. August – 2. September 
24 » — 29. 15. ? — 23. 
. Septemteer — 13. Oktoher I — . Oktober 
21 „ — 27. „ 12. September — 21. her 
5. Oktober — 10. November 26. „ — 4. Novem 
18. » — 24. „ 10. Oktober – 18. » ber 
2. Norembher — 8. Dezember 24. 55 — 2. Dezen 
16. „ — 22. „ 7. Novrember – # 7 
30 5 — 5. Januar 1899 21. „ — « » 99 
14. Dezember — 19. „ 1899 5. Dezember — 13. Janus 8 
28. „ — 2. Februar 1899 19. » — 27. " 
. 
Liverpool — Kamerun Kamerun r. 
1. Januar — 10. Februar 25. Januar — 22. Leet“ 
16. Fehruar — 10. Mürz 22. Februar — 22. Nrn 
16. Alürz — 7. April 22. Jlürz — *“" 
13. April — 5. Mui 19. April 14 zani 
11. Alai — 2. Juni 17. Aai 1 vule 
S. Juni — 30. Juni 14. Juni — 13 st 
6. Juli — 28. Juli 12. Juli — * ge Kember 
3. August — 25. August 9. August — 60. Oober 
·31. August – 22. September 6. September 1. Novemdber 
28. September — 20. Oktober 4. Oktober — November 
26. Oktober — 17. November 1. November — 2.. Dezember 
23. November — 15. Dezember 29. November — 2.. — 
21. Dezember — 12. Januar 1899 27. Dezember 24. Ja 
  
Aenderungen vorbehalten.
        <pb n="1067" />
        55 
Passage-Tarif 
der 
Woermann-Linie &amp; Elder, Dempster &amp; Co., Hamburg. 
2. Klasse 
M. 150.— 
150.— 
„ 180.— 
„ 250.— 
„ 250.— 
„ 300.— 
„ 350.— 
„ 450.— 
Von der Kru-Küste Von Accra 
Zwischen Hamburg und 1. Klasse 
Maroccanische Häfen M. 200.— 
Madeira ..... „ 200.— 
Teneriffa und Gran Canaria 250.— 
Gorse, Dakar, Rufisoue 375.— 
Bathurst und Sierra Lleoee 375.— 
Liberianische Häfen und Goldküste bis Saltpond „ 475.— 
Accra-Lagos incl. Togo-Hüäsen 6525.— 
Häfen südlich von Lagos, Kamern 600.— 
Raten für Deckpassage. 
Nach Häten 
bis Lagos iemllle. M. 20.— 
Wzwischen Lagos und Kamerun incl. „ 25.— 
zwischen Kamerun und Gabun incl. „ 30.— 
zwischen Gabun und dem Congo incl. „ 30.— 
südlich vom Congo „ 30.— 
der 
Fracht-Tarif 
für Togo, Victoria, Bibundi und Kamerun-Fluss 
M. 20.— 
25.— 
30.— 
40.— 
50.— 
* 4 4 3 
Woermann-Linie &amp; Elder, Dempster &amp; Co., Hamburg. 
1. Reis in Säcken. 
2. Genever, Rum, Sprit, Reis in Fässern und in Demijohns, leere 
Demijohns 
f Salz 
. Schoben 
———— 
Seife, Steinzeug 
6. Massgut, z. B.: Bier, Brot, Farben, Filz, Gewebre, SGlaswaren, 
Kauries, kohlensaures Wasser, Liköre, Maschinen, Mehl, Mobilien, 
Proviant, Spirituosen, Tabak, Tauwerk, Theer, Thonpfeifen, Wein 
6a Schwergut, z. B. Eiserne Hauer, Eisenwaren e 
. Baumwollwaren, Droguen, Knöpfe, Messingwaren, Parfamerie 
te. 
Briquetts, Cement, Eisen, eiserne Topte, Kohlen dose), Ziegelsteine 
5a Bauholz, Fässer (leere), Kalk, Kohlen in Fässern, Säcke (leere), 
n, Perlen, 
Wollwaren, sowie alle nicht genannten Güter, soweit Massgur 
8. Schiesspuleer 
9. Boote auf Deck, bis 8 m lang 
10. Contanten und Wertgegenstände 
Minimalfracht 
Deutsch-Südwestafrika. 
falls Schwergut 
Fahrplan der Woermann-Linie, Hamburg 
1898. 
M. 25.— pr. 
25.— pr 
17.50 pr. 
1 1 3 3 
„ 22.50 pr. 
„ 25.— pr 
27.50 pr. 
* 3 3 
. 200.— 
19.25 pr. 
25.— pr. 
30.— pr. 
33.— pr. 
40.— pr. 
5%% kg 
chm 
%%% kg 
chm 
5/% kg 
chm 
chm 
% kg 
chm 
%% kg 
chm 
1% vom Wert. 
M. 10.—. 
Abfahrten der Woermann-Linie nach Deutsch-Südwestafrika 
Von Hamburg am 25. jeden zweiten Monats: 
25. Januar, 25. März, 25. Mai, 25. Juli, 25. September, 25. November. 
Die Fahrtdauer beträgt etwa 30 Tage. 
Aenderungen vorbehalten.
        <pb n="1068" />
        56 
Fahrplan der 
Rhederei des Dampfers „-Leutwein“ 
1898. 
  
Post 
Berlin abends 
Hamhurg mittag 
  
ab 
Al 
— 
al 
an 
#ab 
L 
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i 
All 
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an 
ah 
an 
ul 
— 
IIl 
ah 
WL 
Kapstadt . .. 
Lütlleritahucht 
Lüderitzshucht 
Walfiahboy 
Waltishbauny 
Swakopmund 
Swakopmund 
Kap Cross 
Kap Cross 
Swakopmind 
Swakopmund 
Wualfishbagy . . 
Wualsishbay. . . 
Lüderitzbucht 
Lüleritzahucht 
Kapstact 
  
  
— — — — 
1897 1808 · 
16. Dezbr. 13. Jan. 10. Febr. 10. Mürz 7. April 5. Muai 2. Juni 30. Juni 28. Juli 125. Aug. 22. Sept. 20. Oktbr. 17. Novbr. 
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EEIIIDTIDIE s. 8. 8. „ I1. Jum 29.. 6. 23. 21. 18. 
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1898 1 z ; 
6. Jan. 3. Febr. 3. Mürz 31. Mürz 28. April (126. Mni 23. Juni 21. Juli 18. Aug. 16. Sept. 13. Oktbr. 10. Novbr. 8. Dezbr. 
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10. J. —. . 2 320. 27. 25. 22. 19., 17. 14. 12. 
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17. Jan. 14. Febr. 14. Mürz 11. April v. Mai 6. Juni! 4. Juli 1. Aug. 29. Aug. 26. Sept. 24. Oktbr. 21. Novbr. 19. Dezhr. 
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18.-1.3.,15..12..10·,7.,,5..,2.,30.-27.,«25.,,22..z20.» 
18..15..1«3..12..10.-7..«3.,,2.-30..27.,,z).22..,s20.. 
18..15..15..12..10..7.,«3..2..30.,,27.,.25..,722.. 20. 
18. 15. 15. 12. 10. 7. S. 2. 320. 27. 25. 242. 20. 
20. 17.17. 14. 12. 9. J. 4. I. Sept. 20. 27. 24. 22. 
20. 17. 11. 14. 12. J. 7. 4. . 20.. 27. 24. 22. 
24. 21. 21. 18. 16. 13. 11. 8. 5. J. oktbr. 11. 26. 26. 
  
denderungen vorbehalten.
        <pb n="1069" />
        Passage-Tarif 
der 
Woermann-Linie, Hamburg 
nach 
Swakopmund, Lüderitzbucht und Walftlshbay. 
1. Klasse 2. Klasse Zwischendeck 
M. 700.— M. 500.— M. 300.— 
Landungsgebühr M. 5.— per Person. 
Ausgehende Frachtraten 
der 
Woermann- Linie, Hamburg. 
Von Hamburg nach Deutsch-Südwestafrika. 
1. Reis in Säicken J. 35.— pr. 1000 kg 
2. Genever, Rum, Sprit, Reis in Fässern und in Demi,ohns, leere 
Demijohus ... ..·... 35.— pr. chm 
3. Salz in Säcken . 30. — pr. 1000 kg 
4. Briquetts, Cement, Eisen, eiserne Tople, Kohlen (lse), Ziegelsteine 30.— pr. 1000 kg 
4a Bauholz, Fässer (eere), Kalk, Kohlen in Füssern, Säcke (leere), 
Seife, Steinzeug . ,,30.-—pr.cbm 
5. Massgut, 2. B Bier, Brot, Farben, Filz, Gewehre, Glaswaren, 
Kauries, kohlensaures Wasser, Liköre, Maschinen, Mchl, Mobilien, 
Proviant, Spirituosen, Tabak, Tauwerk, Teer, honpfeifen, Wein „ 40.— pr. chm 
Za Schwergut, z. B.: Eiserne Ilauer, Eisenwaren etc. „ 40.— pr. 1000 kg 
6. Baumwollwaren, Droguen, Knöpfe, Messingwaren, Parfamerien, 
Perlen, Wollwaren, sowie alle nicht genannten Güter, soweit 
Massgut „ 40.— pr. chm 
falls Sehwergut 40. — pr. 1000 kg 
7. Schiesspulver — 45.— pr. chm 
8. Boote auf Deck bis Zm lang 250. — 
9. Ochsenwagen bis zu 10 chm. ...·..... .,,300.—— 
JU.Contantenundwmtoegenstansle.......·....I,,-«-.-0,-«"ovomWert. 
Landungskosten 
in Swakopmund.. . . . . .. 
„ Walflshboaovvv .JN. 5.— pr. chm oder 1000 kg 
Lüderitzbucht . 
Frachtraten 
Verladungen von Hamburg via Capstadt per D. „Leutwein“ nach Lüderitzbucht, 
Walflshbay und Swakopmund. 
Feine Gueer .15,0 + 10% pr. 40 chf. engl. oder 1000 kg 
Gewöhnliche Güutier 62/6 + 10% Dr. 40 chf. engl. oder 1000 kg
        <pb n="1070" />
        — 
58 
Neu-Guinea. 
Fahrplan des Norddeutschen Lioyd, Bremen. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Reise HamburgBremerhuren JNoeaupel Singapore Bataria Macass#r 
No. al ah ah un uh an an 
Freitag Mittwoch Mittwoch Freitag Donnerstag Sonnabend Donne### 
1897 1897 Abds. 9 Uhr 1898 1898 1898 1898 
32 24. Decbr. 29. Dechr. 12. Januar 1. Fehrusr 10. Februar 12. Februar I. Febru 
1898 1898 
33 18. Februar 23. Februar 9. Mürz 1. April 7. April 9. April 14. April 
34 15. April 20. April 1. Aluni 27. Mui 2. Juni 1. Juni 9. Juni 
35 10. Juni 15. Juni 29. Juni 22. Juli 28. Juli 30. Juli 4. Augun 
36 5. August 10. August 21. August 16. Septhr. 22. Septbhr. 24. Septbr. 29. Septir. 
37 30. Septhr. 5. Octoher.. Oectoher 11. Narber. 17. Novl#r. 19. Noyhr. 21. Norir. 
1899 1899 1899 189 
38 25. Xovhr. 30. Xovhbr. 14. Dechr. 6. Junuar 12. Januar 14. Jannar 19. Jannar 
Reise „ 6 Friedrich Wilhelms-Haten 4. 4 ç Z„ 6 
Rerlinhaven Stephansort Finschhafen Herhertshöhe und Matupi Stephanam 
Do. R an ab jan un ah an 
Freitag Sonnnbend Mittwoch IDonnerstag Sonnabend Aittwoch Preitan 
1898 1808 1898 1898 1898 1898 1898 
32 25. Fehrnarrx. Fehrnar 2. Alüürz 3. AMürz 5. Aürz 9. März 11. Mär#z 
33 23. April 27. April 28. April 30. April 4. Mni 6. Aui 
34 22. April 18. Juni 22. Juni 23. Juni 25. Juni 29. Juni . Juli 
35 17. Juni 13. August 17. August 18. Auguat 20. August 6 24. August 26. Augu##t 
36 12. August S. October 12. Oetobher. tohr Oetoher 19. October 21. Ocioher 
37 7. Oetoher 3. Dechr. J. Dechr. 8. Dechr. 10. Dechr. 14. Dechr. 16. Decbr. 
2. Dechr. 
1895 1899 1899 1899 1899 1899 1899 
38 27. Junuar 28. Januar 1. Fehruar 2. lFebruar 4. Februar 8. Fehruar 10. Februar 
neise Berlin- Socra- 4m— Si 
seiseb0 n haxa Rutavia Singapore Neapel Bremerhaven 
Jo. 
an un un an ah an an 
Montags Dienstug Sonntag littwoch Aittwochreitag Freitag 
1898 1898 1898 1889 1898 1898 1898 
324. Mürzz2. März#27. NMürz. Mürz 6. April29. April 13. Mai 
33 9. Mai 17. Mai 22. Mai 25. Mai 1. Juni 26. Juni 9. Juli ! 
34 J4. Juli 12. Juli 17. Juli 20. Juli27. Julil. Aug. Sonntag 3. Sptbr. Sonnabeml 
3529. Aug. 6. Spthr. 11. Sptbr.4.Spthr. 21. Sptbr.6. Octbr. 29. Oetbr. 
3624. Oetbr.] Nrhr.. Nrhr.Nbr.; 16. Nrhr.. Debr. 23. Debr. 
1899 1809 198909 1899 1899 
37 Dechr. . Dehbr. Jan. 1. Jun. 11. Jun. 3. Fehr.Freitag 17. Febr. Freitatz 
1899 1899 
38 3. Fehr. . Fechr. 26. Fehr. Mürz] 8. Aürz.1. Aärz 14. April 
rn 20 — 
Alontag Abeneil 
31 – 5. März Sonnabend früh 
32 10. Juanuur 1898 1. Mlai Sonntag früh 
3: 7. ASlürz 27. Juni 
34 2. Mai 22. August Montag Abend 
35 27. Juni 17. October 
36 22. August 11. Derembher 1 
37 17. Oectober b. Fehruar Sonntag früh 
38 12. December 2. April 1 
  
Aenderungen vorbehalten.
        <pb n="1071" />
        — 59 — 
Passage-Tarif 
des 
Norddeutschen Lloyd, Bremen. 
von Bremen 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 
nach Singapborer II. 1350.— AM. 800.— M 340. — 
von Singapore Deck*) 
nach Batavia .. 120.— 60.— M. 12. — 
„ Friedrich Wilhelmsbafen 395.— 270.— 30.— 
Stephansont .. „30695. — — 270.— 30— 
„ Finschhasen 125.—1 . 290.— 30.— 
— UHerbertshbhe 470. . 320.— 30.— 
— AMlatboauun 
von Bremen 
hnach Friedrich Wilhelmshasfen 1745.— 1070.— 
— Stephansont 1 7450.— 1070.— 
— Finschhalen 1775.— 1090.— 
— Herbertshöhe . 1 i%0. 20 
. Jlattii . . 17 1820. 1120. 
  
*) Die Preise für Deckpassagiere verstehen sich ohne Leköstigung. 
Fracht-Tarit 
Norddeutschen Loyd, Bremen 
kür 
Friedrich Wilhelmshafen, Stephansort, Herbertshöhe, Matupi. 
1. Klasse. Baumwollwaren, Cigarren., KonfeKtion, leine Drozuen, Farben, Carne, 
IIallseidenwaren, Handschuhe, Iüte, als Kaulimannsgut deklarirte Waren, 
Knöpfe, Kurzwaren, Lederwarcn, Leinen#r aren, feine Metallwaren, ätherische 
Ole, Posamenten, Putzledern. Sammetwaren. Seidenwaren, Strumpfwaren, 
Schirme. Tricotagen, Waffen, Wollenwaren u. dertggE„. J. 55.— 
2. Klasse. Bier, Bisduits. ordinäre Blechwaren. Butter, Konserven. Dinte. ordlinäre 
Eisenwaren, Essig, Fassdauben, Fensterglas. Frillings. Geldkisten, eiserne 
Geldschränke, CGlaswaren, Goldleisten. Griffel, Hülsenfrüchte, IIdrometer, 
Käse, Korbwaren, Korken, Leim, Lichte in kleinen Kisten, Marmor und 
NMarmorwaren, Masehinenteile bis 1000 kg, kondensirte Milch, AMineralmr asser, 
Möheln, Nähmaschinen, Olen, Ol in Fässern und Kisten, Papier in Ballen 
und Kisten, PDarflümerien, Pech, Pinnos, Porzellanwaren. Rüse hen, Saat, Salrcil- 
säure. Schanteln, Schiefertafelmn. Seilerm aren, Spielwaren, Spiritucsen, Stärke, 
Steingut, Thonwaren, Wein. Werkzenge, Wurmkuchen u. dergg. „ 52.50 
3. Klasse. Hohlglas, Lampentheile, Zündhölzer u. derrge. 15.—1 
Schwergut. Bandeisen, Blei in Blöcken, Cement in Fässern. Drahtnägel, Draht- 
tanwerk, altes Eisen, gewelltes Eisenblech in Kisten, Lisendraht, alte 
Hufeisen, Nageleisen, Tägel Schrauben, Schrot, Stahl in Tubben und Kisten. 
Zink in Platten, Zinkbleche in Fässern u. dergl. 5655.— 
Die Frachtsätze verstehen sich in Mark al Ilamburg. Bremen, llamburg, Antwerben, 
Genna und Neapel per Kuhikmeter oder 1000 Kr nach W ahl des Nordddeutschen Lloyd. 
Die Minimallracht beträgt NM. 20.—, darunter werden keine Konnossemente gezeichnet; 
die Fracht für Packete beträgt 20 P’lge. per Kubikdecimeter, Minimalsatz M. 5.— per Stück. 
Jedes Ladungs-Collo muss in deutlich erkennharen Buchstaben den Namen des Be. 
stimmungsplatzes tragen, andernfalls wird für richtige Beförderung nicht garantirt. 
Mitgetheilt von Matthias Rohde &amp; Co., Hamburg. Dieselben ertheilen auch nähere Auskunft. 
*
        <pb n="1072" />
        60 
Postverwaltung- 
  
  
  
  
  
Postanstalten Vorsteher Porto 
.- « .. kür 
Schutzgebiet 6 Amts- für Postanweisungen 
Klasse Namen Namen Briek- · 
: Dezeichnung (Höchstbetm 
sendungen 400 M 
| 
Deutsch-Ost-Postamt TDares-Salanam# Fleischer Postinspektor ie Welt- 10 Pt. 
afrika Postugentur Bagamoyo“ Katz Postsekretär# Derins--für je 20 N. 
Kilwas Kleine Postsckretür skmmtliche mindestens ober 
Lindi? Schnell# Zollbeamter Kolonien 10 Pl. 
AMlikindani Sloersberger # Bezirksschreib.eri 
· v #A# » ·hoko 
.Mol-0n·0» Baron Zollumtsassist.jel5 g20 P. 
Danganis Lethgau Postpraktikant unsranbirt: 
Saaduni* Wiegand“?“ Bezirksschreib. 40%peetes 
. Tangam#r Bannitz I’ostsekretür Ein 
Kilossa# schreiben: 
Langenburge#r 20 Ff ert 
Marangur Drucksachen 
"„ Moschir#t Unterolfiziere i 5Tt. 
2 6 
b M Papnaf gewicht: 
7 Taborut- der Schutztruppe 1 Lg 
" Bukoba# 
» Gestatt- 
18,l«u«anza·.f papioro bui 
„ Kilimatinder 200 g: 20 P..; 
1 je weitere 
* —— 12 " 50 g: 5 Pf.. 
Kumerun Postamt Kamerun Völker FPostpraktikantzebr: Meist- desgl. 
Postagentur Victoria Brückner?? Polizeimeister gewicht: (nach KRio del Rer 
—- Rio del Rer Peters ** Zollassistent 2 kg Postanweisungen 
Kribi Thonis * Polizeimeister Waaren- nieht zugelassen 
probon bis 
00g: 10 Pt.; 
js weitere 
50 g: 5 Pf. 
"„ mehr: Meist- 
D Bewicht: 
250 g 
i 
Togo Postumt Klein Popo* Rüter postsekretür. desgl. 
Postagentur Lomes Marx Telegraphen- 
assistent 
I 
Deutsch-Südostamt Windhock Schultze Tostkassirer " desgl. 
Westafrikalostagentur Swakopmund Breitwieser Postassistent 
Otjimbingue Rische Postassistent 
"“ 6 Kectmanshoop? Doms (Postassistent "„ 
"6 Omaruru Dannert?"" # Missionar 
Okahandia Voigts 7## Kanufmann 
" Gibeon ## Teochendorff ## 1 
. Lüderitzbucht — — 
Warmbadz — — I 
Cap Cross x Bohr Feldwebel . 
VUhabis « Wey** Unteroffizier I 
„. Rehobothr Heidmann“ Alissionar # 
, 
Deutsch-Neu-Tostagentur Stephansort Haesner 7" Kaufmann T desgl. 
Guinea "n% " Friedrich Thiele?“" (Postanweisunger 
Wilhelmshafen sind nur daeb 
5 „Herbertshöh Stensloff“" Gerichtsschreib Stephansort zuge- 
t Matupi Thiel““ Kaufmann s lassen) 
Marschall- Postagentur Jaluit Reiher *#? Postanweisungen 
Inseln nicht zugelsssen 
— — — — — — — — 
  
  
  
  
Die mit “ bezeichneten Postanstalten sind an das Telegraphennetz angeschlossen. 
Die mit “ bezeichneten verwalten das Postfach als Nebenamt.
        <pb n="1073" />
        Portosäteze. 
  
s t 20## 
für 
Dostpackete bis ö kg 
Telegramm- 
gebühr 
Hür dus Wort) 
Bemer kungen 
  
3 AI. 20 Pf. 
Kei Sendungen nach Flützen im 
Innern sind die Besörderungskosten 
ab Landungshafen vom Empfünger 
" 
1 
welchen eine Postanstalt nicht 
zu tragen.) 
1 J. 60 Pf. 
(Bei Sendungen nach Orten. an 
be- 
stcht. sind die Beförderungskosten 
von der nüchsten Postanstalt ah vom 
Lmpfünger zu tragen.) 
1 AI. 60 Pf. 
(„hei Sendungen nach Orten, an 
vgelchen eine Postanstalt nicht be- 
Stcht, sind die Beförderungskosten 
. — — 
——— ——. — — —. 
von der nächsten Postanstalt ab vom 
Empfünger zu tragen.) 
3 Jl. 50 Pf. 
bei Versendung mit direktem dent- 
schen Dampfer ab llamburg. Auf 
dem Wege über England und Cap- 
stadt sind nur Postpackete bis 3kg zu- 
gelassen, das Porto betrügt 5 I. 50 Pf. 
(Bei Sendungen nach Orten, an 
welchen eine Postanstalt mit Packet- 
dienst nicht bestcht, sind die Be- 
förderungskosten von der nächsten 
Postanstalt mit Packetdienst ab vom 
Empfünger zu tragen.) 
# 3 M. 20 Pf. 
bei Versendung über Bremen. 
4 M. 
bei Versendung über Neupel. 
Postpacketc nicht zugelassen. 
  
5 M. 30 Pf. 
8 AMI. 75 Pf. 
6 A. 65 DPf. 
  
Das Postamt in Dar-es-Salunm leitet den Dienstbetrich 
im ganzen Schutzgehiect. 
Desteht Post- 
Bei diesen Postanstalten kein 
anweisungs- und Packetdienst. 
Das Postumt Kamerun leitet den Dienstbetrich im 
ganzen Schutzgchiet. 
Nach Kamerun und Victoria sind auch zulüssig 
a. Postpuckete mit Wertangabe. Nehben dem Packet- 
Dorto ist eine Versicherungsgebühr von 16 Pf. für 
je 240 M. des Wertbetrages zu zahlen. 
Briefe mit Wertangabe. PDorto: 
20 Pf. für je 150 g. 
20 Pf. Einschreibgchühr und 
16 Pf. Versicherungsgebühr für je 210 M. des 
Werthetrages. 
b. 
Das Postamt in Klein-Popo leitct den Dienstbetriel 
im ganzen Schutzgehiect. 
Das Postamt im Windhock leitet den Diensthetriel 
im ganzen Schutzgebiet. 
Der Postanweisungsverkehr tritt erst am 1. Januar 
189 ins Leben, und nur für die Postanstalten in Wind- 
hock. Swakopmund, Otjimbingue und Keetmanshoop. 
#Bei dicsen Postagenturen besteht kein Pucketdienst.
        <pb n="1074" />
        Zölle. 
I. Ostafrika. 
A. Einfuhrzölle. 
Schaumwein 15 pCt. des Wertes. 
Uknverarbeitete Baumwollzeuge 
Perein . .. 
Petroleum. . . .. .. . ...10,.,·. » 
Tabak und Cigarren .. .... 
Bier und Wein 
— 
S't1# 
# 
— 
# 
2 
Alle übrigen Waren 
Vom Einfuhrzoll befreit sind: 
1. Waren und Güter, welche, um die von einem Schiffe durch Unwetter und anber#e 
Sceunfälle erlittenen Beschädigungen auszubessern, umgeladen oder an Land gebracht werden 
mögen, vorausgesetzt, dass die so gelöschte Ladung wieder ausgeführt wird. 
2. Alle dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika gehörigen oder fur 
(asselbe bestimmten Waren und Güter. 
3. Alle Ausrüstungsstücke der Offiziere und Unteroffiziere der Schutztruppe, Sowie 
der Beamten des Gouvernements. 
1. Kohlen, Proviant, sowie alle Ausrüstungsstücke für die Kaiserlichen Kriegssebi#e 
und Fahrzeuze der Flottille. 
5. Landwirtschaftliche Marchinen und Geräte. Alles Material, was zum Wegel. 
sowie zur Anlage und zum Betriche von Tramways oder Eisenbahnen dient, sowie auch alle 
Transportmittel; alle diese Gegenstände jedech nur, sofern sie nach Ausweis einer obrigseil 
lichen Bescheinigung für das Schutzgebiet bestimmt sind. 
6G. Die von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft geprägten Müpzen. 
7. Gebrauchtes Handwerkszeug und ähnliche Gerätschalten, welche Handwerker oder 
Künstler, die sich in Deutsch-Ostalrika niederlassen wollen, mit sich führen. 
S. ’hysikalische, medizinische und ähnliche Instrumente, welche nicht zu llandes, 
zwecken eingeführt werden. sowie Arzeneien, Bücher, Drucksachen und Muster. Stainen und 
zilder; ausgenommen sind photographische Apharate, sowie Bücher, deren Blätter Rum 
zum Nachschreihen und Nachzeichnen gewähren, und zu Rechnungen, Etiketten, Frachl- 
Driefen etc. vorgerichtetes Papier. 
9. Gebrauchte llaushaltungsgegenstände, Möbel, Kleider und Wäsche, welche zum 
rwecke dauernder Niederlassung einwandernde Personen einführen, wenn sie durch obrigkeil. 
liches Attest nachweisen, dass diese Gegenstände (Anzugsgut) schon längere Zeit in ibrew 
Gebrauch und Besitz waren. # « 
l().SälnttlicheGegenstämits,welchevonchristlichenMissioneneing(-t"t"1111st, unmittelbar 
denstcckondesGottesdjenstesderchristlichenBekenntnisse,desIJntetsricltrs.sowie-Jst 
Krankenpllege dienen. 
1 1. Kleinere Mengen von Verbrauchsartikeln, welehe Reisende in ibren Kofsern bei 
Sich führen können, gebrauchte Kleider und Wäsche, nicht zum Verkauf eingehend. 
12 ’ierde, Esel, Maultiere, Kamele und llornvich. . 
13. Solche Waren, welche aus dem HDeutschen Gebiete in das Ausland belus 
Reparatur oder Ahänderung gegangen waren und wieder eingeführt werden, wenn sie bei 
der Ausluhr einem Hauptzollamte zur Wiedereinfuhr angemeldet waren, und diese biunen 
neun Nonaten vom Tuge der Ausfluhr stattlindet, auch die Waren selbst durch die Reparakur 
keinen höheren Wert erhalten haben, als sie ursprünglich im Zustande der Neuheit besassel. 
1 4. Sämereien, ’flanzen. Bäume oder andere zum Anbau bestimmte Gewächse. 
15. Düngungsmittel. wenn von den Plantagenunternehmern unmittelbar eingefühm. 
doch wird von diesen die übliche statistische Gebühr erhoben. 
. Grahbsteine und Grahschmuck, venn sie nicht zu Handelszwecken eingefübrt 
werden, sondern unmittelbar dem Andenken und der Verehrung von in der Kolonie Fer 
storbenen der christlichen Bekenntnisse dienen.
        <pb n="1075" />
        — 63 — 
Zölle. 
B. Ausfuhrzölle. 
I. Elfenbein . ·... ....15pct.desWe-ste 
2. Kobal . .... ... 15 
3. Gummi ..... ... 18 Rupies für i00 Ihs engl. 
4. Nelken. ...... ... 30p(tdeWettltes 
5Sesamsaat ....... ... 2 „, 4, 
6 Orseille ....... ... 10 ., k, k, 
7. Ebenholz ..... .—.. 10 » » 
8. Bourties (Holzbalken) .. . .. 1(),, ., » 
9. Alle Art einheimischen Tahaks ... 1(),. » 
10. Häute ... 10 » 
11.Rh1nocetoshomexund Hippopot.11nusz«ihne .. 10 „ 
12. Schillpatt ..... .. 10» » 
13. Kauries ...... .. . Z» » ,·. 
14.I’fet1·(-r... ..... .. . 10,, ,. » 
10. Erdnüsse 2., » 
16. Mais, Negerkorn, Mawele, Linsen sowie alle ahn- 
lichen Korn- oder Hülsenfrüchte, soweit sic nicht 
anderweit in dem Tarif benannt oder verzollt sind 35 Cents per 77 Das Djislamanss soll 
17. Reis, ungeschälter 25 54 5 360 I’'fund engl. 
18. Chiroto .....‘l. Doll. 10 ., Tekerkorn enthalten. 
19. Kamele 2 Doll., Pferde 10 Doll., Rindvieh 1 Doll., Schafe und Ziegen 25 Cents 
per Stück. 
20. Nelkenstengel per Frazila (35 Plund enl . .. . 2 Doll. 
21. Feuerholz (Kuni . . . ..... .1()pct 
22. Geeschälter Reis für das Djisla ....... .........).sLent-z 
Anmerkung: Mischungen von geschältem und ungeschi niem Reis werden nach dem Mischungs- 
verhültnis verzollt. Ist d: GSeche 1: 1, 80 tritt der Jollsatz für geschülten Reis ein. 
23. Hörner aller Art (ausschliesslich Rhbinoceroshörncrtrrr) 10 pP6t. 
24. Esel: a) Maskat-Esel, für das Stück . 8 Doll. 
b) IIalhbblut- und Ssonstige Esel (Wanyeamwei-- Esel) für das Stüör 5 6 
Anmerkung: Hoch saugende Eselfüllen, welche der Mutter folgen, sind vollstündig frei. 
2%. Srrup und Melasse is ·-«-5PCks 
II. Kamerun. 
Einfuhrzölle. 
Spirituosen mit Ausnahme von Wein und Bier: 
1. Rum 1 · —. 20 M. 
Geneveris einschl. 49% Tralles à Liter 1 —.20 „ 
Spiritus | —. 20 „ 
2. Rum 1n I| —. 40 „ 
Genever über 49% Tralles à Liier ,! —.40 „ 
Spiritus . —.40 „ 
alle Sonstigen alkoholhaltigen Getränke als Liköre, Schnäpse etc.: 
in Flaschen à Lier —40 „ 
in Gebinden à Liter — 30 
Hierbei wird jeder angelangene DLiter, d. b. jedes einen vollen Liter. nieht angehende 
Uebermass als voller Liter gerechnet.
        <pb n="1076" />
        — — 
Zölle. 
Andere Waren: 
64 
·— 
1. Feuerwaffen jeder Gattung à Stück 250 UM. 
2. Pulver, gewöhnliches, à kg — G. 
Jagd-, à kg . —.20, 
3.Tabakåkg...... —.20, 
4.Salz,å-Tonnezu1000kg. 10»-» 
5.Roisåkg ——.02, 
6. Gewebe, alle zu Bekleidungszwecken verwendbaren, à kg —20 „ 
III. Togo. 
Einfuhrzölle. 
Gin, Brandy, Rum, Liköre und Spirituosen oder alkoholische Flüssig- 
keiten jeder Art ohne Rücksicht auf den Stärkegrad per Liter —22 . 
Tabak per Kilogramm ............. ——.50». 
Pulver per Plund — 50, 
2— 9 
Feuerwaffen per Stück 
Alle übrigen Einfuhrartikel unterliegen einem Einfuhrzoll von 4 pCt. vom Wert. 
Von der Verzollung sind ausdrücklich ausgenommen: 
Anker und Ketten 
Arzeneien und Droguen 
Blasebälge 
Besen 
Bettzeug * 
Bittere, welche nicht mit Zucker oder Zucker- 
surrogaten versetzt oder mit Alkohol ge- 
mischt sind 
Blauer Indigo 
Bücher, Zeitungen und Drucksachen 
Bürsten und Kämme 
Chemikalien 
Dampfboote 
Drainröhren 
Eisenwaren, welche zu Kochzwecken dienen 
Farben 
Feuersteine 
Filter 
Flaggen 
Frisches Fleisch 
Geffügel 
Geldbörsen und Taschenbücher 
Geldschränke und Kassetten 
Gemälde 
Gemünztes, Zum Umlauf zugelassenes Geld 
Glaswaren 
Glocken 
Grabsteine 
Gummi 
IIandverkszeug 
Tolkohle 
Holzwaren ausser Baumaterial und Möbel 
Putzmacherwaren 
Quecksilber 
Reise koffer 
Reisetaschen und Toilettekasten 
Rind- und Schweinefleisch 
Ruder 
Säcke, kleine und grosse 
Särge 
Salz 
Sämereien 
Säuren 
Schibutter 
Schirme 
Schreibmaterialien 
Segeltuch 
Servierbretter, Spiegel 
Spielzeug 
Spiritus, der zum Genuss untauglich gemacbt 
und nicht zum Verstärken anderer Spirituosen 
bestimmt ist 
Stickereien 
Instrumente: medizinische, musikalische and 
wissenschaftliche 
Juwelierwaren 
Kalabaschen 
Kalk 
Ketten 
Kleider welche zum persönlichen Geleraueb 
von Reisenden bestimmt sind 
Knople
        <pb n="1077" />
        Kohlen 
Konfekt 
Korkholz 
Lampen 
Landwirtschaftliche und Gartengeräte 
Leere Demijohns 
Lichter 
Maschinen für Bergwerks- und landwirt-chatt- 
lichen Betrielr 
Masten 
Matten 
Mineralwasser 
Mühlsteine 
Musterkarten 
Nadelarbeit. Nähercien. 
Ol, ausser Petroleum und Brennol 
IPech und Teer 
I erde, Maultiere. Esel 
F’lerdegeschirr 
l Ihm-en 
Photograhhische Abbarate und Zubehör 
Persennings (geteerte Leinwand,) 
Zölle. 
Streichhoölzer 
Strohwaren 
Stühle 
Iyrup 
Talg 
Ubren jeder Art 
Unterrichtsmittel, welche mit Genehmigung 
der Behörde eingelührt werden 
elocipede 
Vieh 
Wagschalen 
Wagen und Karren 
Werg 
Wichse 
Ziegen und Schate 
Alle Cegenstände, welche mit Genchmigung 
des (ouverneurs bezv. Landeshauptmanns 
im öflentlichen oder dienstlichen Interesse 
eingelührt werden. 
Bötte herejerzeugnisse. Tonnen, Fassdauben, 
Reiten, Klammern und IIakenzum Botteherei- 
betrielh. 
IV. Deutsch-Südwestafrika. 
A. Einfuhrzölle. 
  
  
2 
*%% arens: 1 Zolltarilsatz e- 
J0. Warenkattung 5 merkungen 
. zier aller Art .. brutto 1k80. 6 M. 
2. Ilüte aller Art. Dro Stürk 1.00. 
Dl.) Mützen aller Art 0.S: 50 
3. Kallce und Kakno .......... lnuttu 1 kg 0.20. 
4. Konserren. sowie Verzehrungsgegenslände aller Art 
(Fleisch. Gemüse, Früchte, Saucen, Milch, Butter. 
Fette, Biskuits, Konditor- und Zuekerwaren etc.). 
W. lchei in hermetisch verschlossenen Dosen. Flaschen, 
Kruken older nur getrocknet. gesalzen oder Sonst 
präservirt eingehen“ . . 1., 0.20 
5.Mineralwasser, künstliche wie natürliche. 1 . 0.06= 
66. Petroleum 1 . O0.O0 
.Scehiesslie lart und Sprengstolle: 
#nu) Patronen aller Art .... ,,1.,()...()., 
) Schiesspulver, Sehrot, Zündltehhen — 1 1.00 
·u) Blei . . ,1.. 0.10 9 
(!1) Drnamit uned Sonstige Sprenustosse .... .,1,, Hals 
JS.S sattler Waren aller Art, 9 1 ¾ Et 92 
!.) Schuhwaren k% bro Paar 1.00 = 
9. Seile prutto 1 Kkg O0O5 ,
        <pb n="1078" />
        66 
  
  
  
Zölle. 
’s Be- 
** Warengattung Zolltarifsatz " 
o.L merkungen 
10. Spirituosen aller Art (mit Ausnunhme von Bier, Wein aBeiererten. 
und Schaumwein), alkoholhaltige Parfümerien, Iinhalts vorden 
Essenzen, Tinkturen, auch zum Medizinalgebrauch pbro 1 1 2.00 M. n“ aennkaen 
11. Streichhölzer. brutto 1 kg 0.50 „ ln . ao 
12. Tabak : zu ½l etc. jede. 
a) Cigarren, Cigaretten. Plattentahak „ 1, 2.00 „ vige dokchedr 
b) Rohe Tahakblätter, roher und geschnittener W# 
Rauchtabak. sowie Kau- und Schnupltabak 
jeder Art . . 1,,1.50,, 
13.salz. . 1,,0.02,, 
14.’l’hee. 1,,0.75,, 
15.Waü"en: 
a) Hinterladegewehre aller Art mit Ausnahme der 
Teschins THpppooro stück 20.00 „ 
b) Teschins, Vorderlader und sonstige Schuss- 
und Stichwaffen „ „ 5.00 „ 
16. Weine und Schaumwein Pprutto 1 kg 0.15 „ 
17.uge und Zeugwaren aller Art aus Wolle, Halbwolle, 
Baumwolle, Leinen und Seide (lertige Kleider, 
Leibwäsche und Putzwaren aller Art, Decken und —- 
Teppiche ete.) ........ nett01,,1.00,, 
18.Zucker,rollt-rundraffinierter,allen-Art. 
’l’arif- 
No. 
brutto 1 „ 0.10 „ 
  
  
Die Einführung von Feuerwaffen, Munition oder Pulver jeder Art, sowie der Handel 
damit ist nur der Kalserlichen Landeshauptmannschaft gestattet. 
Auf (trund eines schriftlichen, von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft auszu- 
stellenden Erlaubnisscheines kann Nichteingeborenen die Erlaubnis zur Einführung von 
Feuerwaffen und Munition zum eigenen Gebrauch gestattet werden, sofern sie binreichende 
Sicherheit dafür gewähren, dass sie dieselben nicht an Dritte vergeben oder verkaufen werden. 
B. Ausfuhrzölle. 
7 K „6 . 
Warengattung 
Zolltarifsatz 
  
CGuano aller Art: 
Robben- und Seehundfelle . 
Strausstedern, rohe und gereinigte 
  
a) bei der Austuhr in Schiffen, welche mit Guano 
vollbeladen oder mit mehr als drei Vierteln ihres 
Registertonnengehalts beladen sind, für jede auch 
nur angefangene Registertonne lant Messbriee 
b) bei der Ausfuhr in Schiffen, welche nur bis zu 
drei Vierteln ihres Registertonnengehalts mit Guano 
beladen sind, sowie bei der Ausfubr über Land 
  
Registertonne 35.00 M. 
00 kg 3.00 M. 
1 Stück 1.00 „ 
netto 1 kg 4.00 „
        <pb n="1079" />
        C. Zollbefreiungen. 
Zölle. 
I1. Waren und Güter. welche in Seenot oder llararic an Land Lebracht werden, 
voransgesetzt, dass dieselben wieder ausgeführt werden. 
2. Alle der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft gehörigen und für (dieselbe bestimmten 
Waren und Göüter. 
3. Alle Ausrüstungsstücke der Beamten der Kaiserlichen Landlshanptmannschaft von 
Deutsch-Südwestafrika., sowie der Offiziere und Mannschaften der Kuiserlichen Schutztruppe. 
4. Kleider und Wäsche, welche einwandernde Personen zu ihrem cigenen (lehrauche 
mit sich führen. 
5. Kleinere Mengen von Verzehrungsgetgenständen. velche Reisende in ihrem Reise- 
Lepäck zu ihrem eigenen Gebrauch bei sich führen. 
6. Sämtliche Niederlassungen von ehristlichen Missionen ohne Cnterschied der Kon- 
fession geniessen für die von ihnen zu ihrem eigenen Bedarl eingeführten Gegenrstände, velche 
von ihnen nicht zu Handels- oder Tauschzwecken verwendet werden, Belreinng vom Eintfuhr- 
2oll bis zum Betrage von 1200 M. jährlich:; ausgenommen von diesen zollfrei zu belassenden 
Gegenständen sind alkoholartige Getränke und Tabake und Cigarren. 
V. Neu-Guinea. 
  
  
Einfuhrzölle. 
Massstah der Verzollung Lollsata 
M. Pf. 
I.Biere jeder Art, auch Met. . . . ie Flasche bis zu 75 (sentiliter. — 10 
2. Apfelwein und sonstige Obstweine Ü die gröss. Flasche 
Dis zu 150 #i — 20 
3.Weinc, soweit sie nicht unter No. 4 
falken lüle Flasche bis zu 15 Centiliter. — 20 
die gröss. Flasche 
Dbis zu 150 — 140 
in Fässern pro Liter — 30 
4. Sũssweine (insbesondere Malaga, Madeira, 
Marsala, Sherry, Portwein, Tokayer, 
Ruster Ausbruch, Schaumweine) und 
andere schwere Weine (australiche, 
griechische, sizilische, afrikanische) die Flasche bis zu 15 Centiliter. 
die gröss. Flasche 
Dbis zu 150 9 
5.Branntweine und Liköre jeder Art, alle 
sonstigen alkoholischen Getränke, 
welche nicht unter 1 bis 4 zu rechnen 
sind, alle Spirituosen oder Spirituosen 
enthaltenden Mischungen, die zur Be- 
reitung von Getränken Ferwendet 
werden können . . Jdie Flasche oder Kruke 
bis zu 50 Centiliter. 
die gröss. 75 — 
100 
.,.. -,,150 .. 
6.InSpirituoseneingemachteFrüchte..diel(’lascbeoderl(r13ke * 
bis zu 50 Centiliter. 
  
  
die grössss. 15 " 
» 100 „ 
150 
9* 
  
80 
40 
60 
80
        <pb n="1080" />
        — 68 — 
  
  
Zölle. 
Ausfuhrzölle 
Massstab der Verzollung Zollaatz 
M. PVt. 
1.Korearrrrr IAie Tomne von 1000 . .. *P 
  
  
  
Einfuhrverbote. 
1. Opium, ausser zu medizinischen Zwecken. " 
2. Waffen, Munition und Sprengstoffe, ausser zum persönlichen Bedarf für Niehbt- 
eingeborene. 
Anmerkung ud 1—6. Die Verpackung muss in der Regel in Kisten mit einer 
Flaschen- oder Krukenzahl, die durch 12 aufgeht, geschehen. · 
Anmerkung ad 1, 2 und 4. Die Einführung, anders als in Flaschen bis zu 150 Centi- 
liter Inhalt, darf nicht stattfinden. Z 
Anmerkung ad 3. Ist bei der Einführung in Fässern der Rauminhalt durch die 
Faktura oder Aichungszeichen nach dem Urteil der Zollbehörde ausreichend nicht nach- 
gewiesen, so bestimmt diese den Inhalt durch Vermessung. » 
Anmerkung ad 5. Die Einführung anders als in Flaschen oder Kruken bis zu 
150 Centiliter Inhalt darf nicht statttinden. Die in geringeren Mengen eingehenden melli- 
zinischen Spirituosen sind von der Verzollung ausgenommen.
        <pb n="1081" />
        IV. Teil. 
Die Kolonial-Behörden. 
Behörden in Deutschland. 
Kolonialrat. 
Behörden in den Kolonien. 
Anleitung zu amtlichen Eingaben. 
Reichskanzier. 
Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Prinz von Ratibor und Corvey, Durcblaucht. 
Präsident des Staatsministeriums und Königl. Preussischer Minister der auswürtigen 
Angelegenheiten. 
Die Kolonial-Abteilung des Auswärtigen Amtes. 
Direktor: 
Dr. Freiherr v. Richthofen. Wirkl. Geb. Legations-Rat. 
Vortragende Räte: 
Hellwig, Geh. Legations-Rat. Schmidt-Dargitz, Wirkl. Legations-Rat. 
v. König, Geh. Legations-Rat. 
Ständige Hilfsarbeiter: 
Dr. Zimmermann, Konsul. Wiskow, Regg.-Rat. 
v. Buri, Wirkl. Legations-Rat. 5 on der Decken, Reg.-Assessor. 
In der Kolonial-Abteilung beschöftigt: 
Dr. Bumiller, Reg.-Rat. Brandeis, Hauptmann a. D. 
Reiter, Vizekonsul. 
Oberkommande der Schutztruppe: 
Ohnesorg, Major. Charisius, Prem.-Lieut., zugeteilt. 
Fischer. Hauptmann, Zugeteilt. Dr. Richter, Stabs-Arzt, zugeteilt. 
UCeheime Kalkulatur: 
Krüger, Hofrat, Vorsteher. Heinze, CGeh. exped. Sekretär und Kalkulator. 
Tesch, Geb. exped. Sekretär und Kalkulator. Pahl, Geh. exped. Sekretär und Kalkulator. 
Gragert, Geb.exped. Sekretär und Kalkulator.
        <pb n="1082" />
        Behörden. 
70 — 
Geheime Registratur: 
Biermann, Holrat. Vorsteher. 
Schönborn, Holrat. 
Schober, Geh. Registrator. 
Staepel, Geb. Registrator. 
„L.ang, Geh. Registrator. 
Kolonialrat: 
Seine Hoheit der Herzog Jobann Albrecht 
zu Mecklenburg, Regent des Grossherzog- 
tums Mecklenburg-Schwerin, Präsident der 
Deutschen Kolonial-Gesellschaft, Schwerin. 
Dr. Ebert, Professor, Berlin. 
Dr. v. Grimm, Ministerial-Präsident a. I.., 
Wirkl. Geh. Rat, K arlsruhe. 
v. Hansemann, CGeh. Kommerzienrat, Berlin. 
Hernsheim, Direktor der Jaluit-Gesellschaft, 
Hamburg. 
Dr. Herzog, Wirkl. Gdeh. Rat, Staatssekretär 
a. D., Berlin. 
Dr. Hespers, Ehrendomberr, Koln. 
von der Heydt, Karl. Bankier, Berlin. 
Dr. Hindorf, Direktor der Rheinischen Handei- 
Plantagen-Gesellschaft, Köln.# 
v. Hofmann, Staatsminister, Berlin. 
Dr. v. Jacobi, Wirkl. Geh. Rat, Staatssckretär 
a. T., Berlin. 
Kraetke, Geh. Ober-Postrat, Vortr. Rat im 
Reichspostamt, Berlin. 
I. ucas, Assessora.D., Kommerzienrat, Direktor 
der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, 
Berlin. 
Dr. Mehnert, Hofrat, Direktor des landwirt- 
schaftlichen Kreditvereins im Königreich 
Sachsen, Dresden. 
Michels, Geh. Kommerzienrat, Präsident der 
Handelskammer, Köln. 
Dr. Oechelhäuser, Geb. Kommerzienrat, 
Dessau. 
Freiherr v. Oppenheim, S. Alfred, Vors. des 
Vorstandes der Rheinischen Handei-Plau- 
tagen-(desellschaft, Köln. · 
v.Palesziouxgen.Palconnet,Generalpajor. 
Flügeladjutant Sr. Königlichen Hoheit des 
Grossherzogs von Sachsen, Weimar. 
Dr. Freiherr v. Richtbofen, Geb. Regierungs- 
rat, Professor, Berlin. 
Dr. Scharlach, Rechtsanwalt, Hamburg. 
Schering, Vize-Admiral z. D., Kiel. 
Dr. Schweinfurth, Professor, Berlin. 
Simon, Geb. Regierungsrat, Berlin. 
Staudinger, Privatgelehrter, Berlin. 
Thormählen, Johannes, Kaufwann, Hamburg. 
Freiherr v. Tucher, Regierungsrat a- D., 
Nürnberg. 
ohsen, Konsul a. D., Berlin. *r* 
Seine Durchlaucht Fürst zu Wied, Neuwiec. 
Dr. Wiegand, Direktor des Norddeutschen 
HLloyds, Bremen. 
Woermann, Adolf, Kaufmanun, Hamburg. 
Behörden in den Kolonien. 
Deutsch-Ostafrika: 
Civiwwerwaltung: 
Gouverneur und Kommandeurder Schutztruppe: Schreiber: Abel, Dietz, Günzel Guratssenn 
Liebert, Generalmajor. Krügler, Moosberger, Stoerzbadl 
Bureauvorsteher: Lambrecht. Weidner, Zürn. 
Sekretär: Seidlitz. Steindrucker: Hasenjäger. 1 
Registrator: Zache, Referendar. Schroder- 
Bureaugehülfe: Sielhorst. 
Lehrer: Blank, Kuhn, Rutz, 
Finanzverwaltung: 
Finanz-Direktor: v. Bennigsen. 
Landrentmeister: Reich. 
Kalkulatoren: Andres, Bürckardt, Lippe, 
Reimer. 
Buchhalter: Häberle, Schüssler. 
Kassierer: Liedtke. 
Bureauassistenten: Alt, 
Bickel, Otto, 
Schmidt, Sperling. Ulrich, Zenke- 
Werner. 
Bureaugehülfe: Mayr. 
Schreiber: Klein, Nottebohm, 
Magazinaufseher: Witzke. 
aAufseher: Huber, Drescher. 
Tischler: Pfau. 
Schnittgel.
        <pb n="1083" />
        — 71 — 
Behörden. 
Zollverwaltung: 
Zolldirektor: Schmidt. Zollamtsassistenten II. KI.: Aathelm, Baron, 
Hauptzollamtsvorsteher: Broschell, Dietert, v. Bode, Frh. v. d. Büsche, Firnstein, 
Ewerbeck, Heller. Otto, Ritter, Schnell, Stickforth, 
Zollamtsassistenten I. Kl.: Michels, Stiege. 
Schmolck, Schwarze, Weyher, Muller. Zollschreiber: Sauppe. 
Justizrerwaltung: 
Oberrichter: unbesetzt. Aktuare: Alt, Koch, Schaepe. 
Bezirksrichter: v. Reden, Ziegler, Gerichts-, 
assessor. 
Bauverwaltung: 
Baudirektor: Gurlitt. Bautechniker: Benker, Salert. 
Reg.-Baumeister: Todsen. Bauzeichner: Schmidt, Landwehr. 
Bauleiter: Götze, Ublig. Haus- und Materialienverwalter: Henze. 
Bauassistent: Kramm. Schreiber: Lichtenstein. 
Landeskultur und Landesvermessung: 
Abteilungschef: Reg.-Rat Dr. Stuhlmann. Geograph: Schmidt. 
Katasterbeamter: Lammert. Landmesser: Böhler, Lammert. 
Katastergehülfe: Leopold. Vermessungsgehülfen: Hutcap, Steiner. 
Bureaugehülfe: Lohrisch. Landwirtschaltliche Wanderlebrer und Pflan- 
Forstbeamter: v. Bruchthausen, Forst- zungsleiter: Ritter, Schröder. 
assessor. Gärtner und Pflanzer: Eick, Geibler, Leib)y, 
Bergau: Dr. Dantz, Bergassessor; Schwarzz;, Thienemann, Wagner, Weise. 
ehülfe. 6 
Bezirksverwaltung: 
Bezirksamtmänner: Berg, Hptm. Frh. von Bureauassistenten: Geiseler, Kriegbaum, 
Eberstein (kommiss.), Elphone(kommiss.), de Roos, Seitz. 
Hptm. Leue (kommiss.), v. St. Paul, Hptm. Schreiber: Cleemann, Colloretto, Jess, 
Ramsay (kommiss.), Sigl, v. Strantz. Lichtwark, Quack, Stötzle, Wiegand, 
Bezirksamtssekretäre: Graf Baudiss in, Wihler. 
Blank, Keudel, Meyer, Spieth, Thimmes. 
Medizinalverwaltung: 
Regierungsarzt: Dr. Plehn. Lazarethinspektor: Hübner. 
Apotheker: Giemsa. 
Landespolizei: 
T’olizeiunteroffziere: Feldwebel Hüägele, Sergeanten: Bartscher, Jänke. 
Hentschel, Mutter. 1 
Flotille: 
Kapitan: Thomaschewski. Maschinen-Assistenten: Busse, Ludemann, 
Ingenieure: Küster, Thiel. 
Vorsteher der Maschinen-Werkstatt: Spenker. 
Vorsteher der Zimmermanns-Werkstatt: Fled- 
Lüdtke, Müller, Norberg, Scharn- 
berg, Schütz, Spangenberg, Stiehler l. 
Bootsmänner: Bradhering, Hasenretter, 
dern. Hockel, Oelsner, Piehl, Roleke, Ross- 
Miuree- Berndt, Graf Pfeil, Prüssing, deutscher, Schaubacher. 
iebel. Hafenmeistergehülfe: Andresen. 
Maschinisten: Bialkowski, Eberhardt, Tonnendepotgehülle: Hagel. 
Seidel, Serno, Zielesch. NMaterialienverwalter: Zimmermann.
        <pb n="1084" />
        Behörden. 
Schreiber: Plonien. Kesselschmiede: Wedler, Weilhammer. 
Maschinentechniker: Lorenzen. Segelmacher: Backhaus. . 
Maschinenschlosser: Kause. Maurer: Beck, Berg, Gerschewski, Neu- 
Schlosser: Dehl, Huth, Stöhwase. Weiss- müller, Reimer, Stiehler, Weichbrod:. 
flog. Zimmerleute: Eberhardt, Einfeld, Leszs- 
Dreher: Sander. mann, Nehlsen. 
Metalldreher: Jacobs. Tischler: Käppel. 
Kupferschmied: Fritzsche. Naler: Cross. 
Schutztruppe. 
1. Stab#. 
v. Natzmer. Major: Passavant, Sek.-Licnt.: Dr. Becker. Oberstabsarzt I. Kl., Chelarzt; 
Bauer. Zahlmeister;: Körner, Zahlmeisteraspirant: Engelhardt, Oberleuerwerker: 
Sauerberg, Oberbüchsenmacher; Fischer. Nickel. U’nterbüchsenmacher; Apelt, Fell- 
wehel: Triebel. ’nterollizier; Ierbsleb, Sie ler. Oberlazarethgehülten. 
2. Truppe. 
Hauptleute und Komhagniechefs: Bette. Frh. v. Eherstein., Herrmann. Johannes, 
v. K leist. Langheld. Leue, Matting. Princc. v. Prittwitz und Gaffron. Ramsal 
Premier-Lieutenants: v. Beringe. Brosig. Engelhardt. Fonck I. Gansser. Glanning- 
Kielme ver, Kollmann. Kuhlmann. Merker. Richter, Schlohach. 
Sekond-Lieutenants: Albinus. Baumstark. Braun. (’ramer. Fonck II düherrähliger 
Premier-Lieutenant). (#raf Fugger. v. (#rawert 1 (überzähliger Premier-Lieutenant). von 
trawert II. Kalb, v. der Marwitz. Sand. Stadtbaner. v. Stümer. v. Trotba. 
v. Wull'en. 
r i# " ½ “* * "“ "’ 2 E 2 15 
Zahlmeister-Aspiranten: Beyer. Deininger. Fritzsch. Jost. Kieferle. Klinkert. Reieh. 
Schlackebier. Töpfer. Tripschu. Wehber. Winkler. 
Feldwebel: Benkewitz. Görn, Kamp. Köhler. Krams. Langenkemper. Lembke. 
Lichhardt. Markgraf, Salomon, Spiegel. Sommer. 
Sergeanten: Bittner, Goritz. Crimm. lleideke. Hoffmann, Knanst. Menser. Panne- 
witz, Richter. Ritter (Feuerwerker). Schlee. Skiha. Stephan. Ellmann, Wasi- 
lewski. Witkowskr. 
Unterolliziere: Austmann. Bergmann. Buchner. Carsiens. Colberg. Demel. Doruner- 
Iless,. llopp. Jahn. Kersten. Kierstein, Lachenmair, Lem ke. Linge. Loew#. 
Matz. Müntzner. Naruisch, Noc, Peschke. Plendtner. Reisewitz. Sahatke. 
Schneider. Schröder, Schubert, Sehütz, Wulff. 
Post und Telegraph: 
Vorsteher: Fleischer, Postinspektor. Postpraktikanten: Aicham, Bader- Leib- 
Postsekretäre: Bannitz, Katz, Kleinc. gan, Ortlepp, Thorun. 
Kamerun: 
Civilverwaltung: 
Gouverncur: v. Puttkamer. Sekretär: Geyger. 4 
([ierichtsassessor: Horn. Lehrer: Betz, Sembritzki. 
Finanzverwaltung: 
Landrentmeister: Schumacher. NMaterialienverwalter: Büttner. 
Rechnungsbeamter: Meryer. Wegebauer: Hemmerle.
        <pb n="1085" />
        Behörden. 
Zollverwaltung: 
Zollassistenten: Küas, Peters, Schöne. 
Justizverwaltung: 
Reg.-Rat Dr. Seitz. Dolizeimeister: Biernatzki. 
Sekretäre: Schubkegel, Hennes. 
Bau- und Hafenverwaltung: 
Baumeister: Drees. Maschinisten: Schelling, Brandes, Heck, 
Hafenmeister: Klein. Strachler. 
Maschineningenicur: Thiel. Schmied: Malinowski. 
Zimmerleute: Liehold, Serer. 
Landeskultur: 
Leiter des botanischen (arteus: Dr. Preuss. 
Cärtner und Landwirte: Scheffler, Iaupt. Liedtke. 
Bezirksverwaltung: 
Bezirksumtmänner: v. Brauchitsch, Pr.-Lt. Sekretär: Laughein. 
(Kommiss.). v. Oertzen. Böder (Kommiss.)Tolizeimeister: Brückner. Berer. 
Stationsleiter: v. Carnal-Querheimh), Amtsdiener: Weigelt. 
Uonradt. 
Medizinalverwaltung: 
Reg-Arzt: Dr. Plehn. 
Flotille: 
Steuermann: Wittekopl. 
Schutztruppe: 
Kommandeur: v. Kamptz. Ilauptmann. Sckond-Lieutenants: Nolde. Frhr. v. Stein 
Ilauptmann: Beyxer. zu Laussnitz. « 
Premier-Lieutenant: Dominik, Besser. Assistenz-Arztz Dr. Lichtenherg. 
1 Post und Telegraph: 
ostpraktikant: Völker. 
Togo: 
Landeshauptmann: Köhler. 
Verwaltungsbeamte: 
r. Hagen. Sekretär; Mann, Landrentmeister; Pötesch. Siecvers. Materialienverwalter. 
Polizeitruppe: 
V. Massow, Premier-Licutenant u. Kommandeur; Incobi. Polizeimeister; Wan kerl. Sergeant; 
Bünger. Brütsch, IIahndorf. Schröder, Unteroffziere; Wlodazuck, Büchsenmacher. 
Zollverwaltung: 
Schlapoczek, kommiss. Zollverwalter; Zollassistenten: Weikusat. Wiecker, Cassuben, 
artmann.
        <pb n="1086" />
        — 74 — 
Behörden. 
Regierungsärzte: Dr. Wicke. Ober-Stahsarzt; Dr. Kersting. 
Lehrer: Lederbogen. 
Gärtner: Warnecke. 
Stationsleiter: Dr. (Srunert; Prem.-Lieuts.: Frh. v. Seefried, Wegner. Graf Zeeb. 
Bautechniker: Haherland. 
Post und Telegraph: 
Postsekretär: Rüter. 
Telegraphenassistent: Marx. 
Deutsch-Südwestafrika: 
Landeshauptmann: Leutwein, Masor. 
Bezirkshauptleute: v. Lindequist, Reg.-Assessor, Stellvertreter des Landeshauptmanns- 
Duft, Berginspektor, Vorsteher der Bergbehörde. 6 
Zur Verfügung des Landeshauptmanns: Golinelli, Reg.-Assessor; Fischer., Gerichts-Assessor: 
Richter, Gerichts-Assessor. 
Sekretär: Junker, Bureauvorsteher. 
Zollverwaltung: Schmidt, Ober-Grenzkontrolleur. 
Proviantmeister und Polizeimeister: v. Goldammer. 
Schutztruppe: 
Kommandeur: Leutwein, Major. Helm, Keppler, Reiss, v. Schonaur- 
Stellvertretender Kommandeur: Müller, Major. Wehr, Schultze, Steinhausen. V eled. 
Kompagnieführer: Hauptleute v. Estorfl, mann, v. Winterfeld, Ziegler, v. Zülov. 
v. Sack, Puder. Stahbsärzte: Dr. Richter, Sobotta. * 
Hauptmann: v. Perbandt, Kaiser. Assisten Zärzte I. Kl.Z Dr. Langheld, Dre öhb 
Premier-Lieutenants: Heldt, Graf Kageneck, winkel (überzählige Stabsärztel. 
Franke, Bette, v. Burgsdorf, Schwabe. Assistenzarzt II. Kl.: Dr. Kuhn. 
Sekond-Licutenants: Bensen, Graf Bethusr, UCnterrossarzt: Rickmann. 
Huc, v. Bodecker, v. Bonin, v. Bunsen- 
Feldbahnbaukommando: „ 
Prem.-Lieut. Kecker; Sck.-Lieut. Schultze; Kassenverwalter Hering, Oberlazuret 
gehülfe Much. 
Bauverwaltung: 
Halenmeister: Kallweit, Feldwehel. Landmesser: Reich. 
Hafenbaumeister: Mönch. 
Post und Telegraph: 
Postkassierer: Schultze. 
Postassistenten: Breitwieser, Doms, RKische. 
Schutzgebiet der Neu-Guinea-Compagnie: 
1. Neu-Guinea. 
. Iteuel- 
Landeshauptmann: Skopnik, Rechtsanwalt. Flotille: Kapitäne: Sander, Voogdt- 
. „ u 
Bureaubeamter: Lewerentz. leute: Buchal, v. Kessel; Maschinmsie 
Arzt: Dr. Wendland. Neike, Wachsening. Lafen: Thiele 
Stationsvorsteher: Baumüller, Loag, Postagentur Friedrich Wilhelmsbaleh: 
Wandres. Postagent. **mm 
Lager-Verwalter: Haesner. Postagentur Stephansort: Haesn 
2 3. 4 2 J 
Polizei-Unteroffiziere: Schubert, Störmer. mann.
        <pb n="1087" />
        — 75 — 
Behörden. 
2. Bismarck-Archipel und Salomon-Inseln. 
Kuiserl. Richter: Dr. Hahl. Arzt: Dr. Danneil. 
Gerichtsschreiher: Steuslokft. Postagentur Herbertshöh: Steusloff. Gerichts- 
Stationsvorsteher: H. Geisler. schreiher. 
Lager-Verwalter: Rud. Wolff. Postagentur Matupi: Thiel, Kanlmann. 
Marshall-Inseln: 
Landeshauptmann: Regierungs-Arzt: Dr. Schwal#. 
Sekretür: Brandeis. Talenmeister: Reiher. 
Stellrertretender Sekretär: Lenlft. Iostagentur Jaluit: Reiher, Postverwalter.
        <pb n="1088" />
        Eingaben an die Kolonial-Behörde 
wegen Anstellung in den Kolonien als Gärtner, Landwirt, Arbeiteraufseher, 
Bootsmann, Handwerker. 
—. 
Vorlage. 
Berlin C., den 1. Dezember 1897. 
Könikstr. 12. 
BeCzugnehmend aut #lie beiliegende Personal- 
Nachweisung umi unter Ausehluss meiner Zeug- 
nissc und des Militärpasses bitte ich um Verr 
wendung als Gäriner in einem tier Neutschen 
Schutzgehiete. 
lch Dbin auch zu irgend welchen am’leren 
Diensten in den Kolonien bereit. 
An die 
r 6 " rlP Mäller 
Kolonial-Abteilung dles Auswärtigen Amtes Gustav Adoit 
Gärtner. 
Berlin 
Wilhelmstr. 76. 
Anmerkung. 
1 istli tellen. 
Die Personal-Nachweisung ist auf besonderem Bogen in nebenstehender Form schriftlich herzuste 
Gedruckte Vorlagen sind nicht notwendig. 
Cintritt i ; .... ; ilitã sonen 
Eintritt in die Schutztrappe ist nur im aktiven Dienstverhältnis beikindlichen Militärpers 
vorbehalten. 
%. 4. . . . " l wähnlic 
Aktive Militärpersonen haben ihre Bewerbung um Einstellung in die Schutztruppe im 8e 
Instanzenwege bei ihren militärischen Vorgesetzten anzubringen. 
hen
        <pb n="1089" />
        Personal-Nachweisung. 
  
Vor- uml Familiennamen. 
Rufname zu unterstreihen) 
Gustavr Arcloll Müller. 
  
  
Ort und Zeit der Gehurt. 17. Januar 1866 in Stettin. 
Staatsangehörigkeit un KReligion 4 
riss s r* . Preussen. — Katholisch. — Berlin. 
letzter Wohnort in der lleimat. 
  
Jame und Wohnort der nächsten An- 
gehörigen (bei Eltern: Stellung dles 
Vaters). 
Vater: Jacob Müller, Schneidermeister in Potsdam, 
Burgstrasse 11. 
  
Schulbesuch. 
Vom 6. bis 14. Jahre: Volksschule in Potsdam. 
Vom 14. bis 16. Jahre: Fortbilllungsschule dasellsst. 
86: Besuch der Gärtnerschule daselbst, auf 1 Jahr. 
  
Wann und bei welchem Truppenteil 
haben Sie der Militärpllicht genügt? 
Von Oktober 1887 bis 1890 beim Garde-Jäger- 
Bataillon. 
  
  
Wann sind Sie zu den verschiedenen 
militärischen Chargen befördert? 
In welchem Militärrerhältnis stehen 
Sie gegenwärtig?" welchem Regi- 
ment sint Sie xugeteilt? von 
welchem Bezirkskommando wertlen 
Sie kontrolliert? 
Am I1. Oktober 1888 zum Gefreiten; als Unteroflizier 
aier Reserve entlassen. 
Unterollizier der Reserre. 
In Kontrolle bei dliem Bezirkskommanfdlo in Berlin. 
  
  
Welche Stellungen nahmen Sie vor 
dem Eintritt in den Staatsdienst 
ein? 
Welche Prüfungen resp. wann haben 
Sie dieselben bestamien? 
— — 
Sind Sic verheiratet erent. scit wann 
und welchen Namen führte Ihre 
Gattin bis zu Ihrer Vermählung? 
Stand #les Vaters der Frau. 
Welche Krankheiten haben Sie über- 
standen? 
Wie ist Ihr gegenwärtiger Gesund- 
heitszustand? 
  
Vom I4. Dis 17. Jahre: Lehrling bei Gäörtner F. llilde- 
brandt, Potsdam. 
Vom 18. bis 21. Jahre: Gehülfe bei Gärtner L. Riemer, 
Halle; Büttuer, Dresden. 
Vom 23. bis 24. Jahre: Gehülle bei Gärtner S. Lange, 
Rixdorf bei Berlin. 
Vom 24. bis 31. Jahre: Gärtner bei Kommerzienrat 
leinemann, Berlin. 
1888: Diplomprüfung in der Gärtnerschule zu Pots#lam. 
Jein. 
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Ansichtssendungen boreitæilligst. 
» Ethnologische Sammlungen. 6 
Gehörne montirt und unmontirt. — Spazierstöcke roh und polirt aus Palmyra 
und Kokospalme. — Ebenholzstöcke. 
  
  
  
  
  
  
  
Mlustrirtes Preisverzeichulss Kostenlos und postffrel. 7——
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