— 899 5. Erbsen. (Die gewöhnliche Felderbse.) Die erste Ernte ausgezeichnet, sowohl im Stroh wie im Korn. Die zweite Saat wurde stark von Mehlthau befallen, doch gab sie immer noch eine Mittelernte. Vegetationsdauer 2 Monate 20 Tage. 6. Bohnen. Jegliche Art, Buschbohnen, Pferdebohnen, kletternde Bohnen vorzüglich im Ertrag. (Buschbohnen 22 Ctr. pro Morgen.) Das Stroh vergeht schnell nach der Ernte, unter dem Einfluß der heißen Tropensonne. 7. Lupinen. Weiße großkörnige entwickelten sich zu enormer Höhe bei rohrartigem Stengel und reichem Ertrag (15 Ctr. pro Morgen). Eme kleine Probe gelber Lupinen wollte nicht recht gedeihen, wohl infolge des zu schweren Bodens. 8. Wicken. (Gewöhnliche Feldwicke.) Ebenso üppig im Wuchs mit einem Rankever- vermögen, daß es bei sehr günstiger Witterung leicht anderes Getreide, mit welchem es als Stügfrucht gesät ist, herunterzieht. Bei sämmtlichen Leguminosen fehlten die soge- nannten Steckstofflnöllchen an den Wurzeln bei der ersten Aussaat, während bei der zweiten und dritten vereinzelt kleine Ansätze zu denselben sichtbar wurden. Dagegen habe ich diese Knöllchen bei einheimischen Gewächsen, z. B. einer wild hier vorkommenden Indigoform und auch bei Indigofera oligosperma (von Buitenzorg bezogen) vollständig ausgebildet und in reichlicher Zahl vorgefunden. 9. Buchweizen. Wächst trotz des schweren Bodens sehr gut. Derselbe wird in der Trappistenmission Gare mit bestem Erfolge zum Brodbacken verwandt. 10. Rüben. (Eckerndorfer.) Sind ganz hervorragend geeignet, wachsen un- ausgesetzt, ohne hohl zu werden und liefern, da ihre Wachsthumsperiode nicht durch Frost unterbrochen wird, Erträge, wie sie in Europa nicht zu erzielen sind. Einige acht Monate alte Rüben wogen nach der Entfernung der Blätter 29 — 33 deutsche Pfund. Diese Rübe wird bei der Besiedelung der Usam- baraberge eine bedeutende Rolle als Viehfutter spielen, da sie von allem Vieh, Rindvieh, Schafen, Ziegen, Schweinen, sogar Eseln mit Gier genommen wird. Das Gewicht pro Morgen ist noch nicht festgestellt, da die Flächen nicht gleichmäßig abge- erntet, sondern die Rüben nach Bedarf entnommen wurden. 11. Mais. Außer dem kleinkörnigen heimischen Mais wird der amerikanische Pferdezahnmeis kultivirt. Derselbe gedeiht gut, doch wird er für Ansiedler eine kleine Rolle spielen, da er zu seiner Vegetationszeit sechs Monate beansprucht, so daß nur eine Ernte im Jahre gemacht werden kann, während von anderen ebenso werthvollen Produkten zwei Ernten gewonnen wer- den können, die an den Boden keine größeren An- forderungen stellen wie eine Maisernte. 12. Kartoffeln. Die verschiedensten Sorten angepflanzt. Die Kartoffel gedeiht auf gut vorbereitetem Boden vor- züglich und wird bei der richtigen Auswahl ein werthvoller Verkaufsartikel werden. In Nachfolgen- dem die Erträge der letzten Ernte nach den einzelnen Sorten: 1. Professor Kühn 132 Ctr. pro Morgen 2. Magnum bonum 1400 - 3. Salatkartoffeln 87 = - 4. Dabersche 64½ - - - 5. Reichskanzler 33½ = „ - 6 Imperator 65 -2 - 7. Professor Merker 150 - - 8. Minister Lucius 114% „ OD 9. Namenlos 100 -2 - 10. Indische Kartoffel 1102 - Die ganze Fläche betrug 3⅝2 Morgen und er- gab den Ertrag von 420 Ctr. 13. Futtergräser. Es werden kultivirt: Luzerne. Esporsette, Sorghum, Roth= und Inkarnatklee und einige tropische Gräser. Alle gediehen vortrefflich, doch wird man gut thun, sich auf Luzerne als europäisches und Euchlaena luxurians als tropisches Futtergras zu beschränken. Letzteres ist besonders als Grünfutter empfehlens- werth, während ersteres als Heu besser ausgenützt wird. Allgemeines und die europäische Land- wirthschaft betreffend: a) Bodenbearbeitung. Nach dem Busch- schlagen und Roden der großen Bäume wird der Boden mit der schweren Hacke auf zwei Fuß auf das Sorgfältigste unter Entfernung aller Steine und Wurzelrückstände durchgehackt, und zwar so, daß die oberste Erdschicht mit der hier meist vorherrschen- den sehr verfilzten Grasnarbe umgekehrt zu unterst kommt. Das so verarbeitete Feld hält sich lange rein von Unkraut, wird aber, um das noch etwa ausgehende Unkraut zu zerstören, zuerst mit einer Hackfrucht, womöglich Kartoffeln, auf 22 Zoll im Quadrat bestellt und diese dann mehrfach mit dem Pferdehäufelpflug krenzweise durchgearbeitet. Damit wird der letzte Rest von Unkraut zerstört, so daß alles Spätere der Pflug und die Egge besorgen kann. b) Bestellung. Kartoffelbestellung bereits er- wähnt. Getreide auf dem sorgfältig vorbereiteten Boden möglichst weit (etwa auf 13— 15 m) dünn und tief gedrillt und dann in Ermangelung einer Walze sich selbst überlassen. Das tiese Einbringen der Saat ist wegen der starken Einwirkung der Sonne auf die oberste Erdschicht von besonderer Wichtigkeit.