— 118 Zahl der Katechumenen schwankt zwischen 25 und 50. Der Unterricht war lange Zeit nur von Männern und Knaben besucht, da die Weiber sich weigerten, anstatt mit dem allzuprimitiven Grasschurz (a niska) mit einem Stück Stoff bekleidet zu erscheinen, bis die Frau des Häuptlings hiermit den Anfang machte. Gegenwärtig kommen nur Leute aus den nächsten Ortschaften zum Unterricht; die früheren Besucher aus Karra bleiben in letzter Zeit wegen Uneinigkeit des dortigen mit dem hiesigen Häuptling aus. Nach Ostern gedenke ich die Erstlinge von Baining zu taufen, und zwar bloß Kinder; die Er- wachsenen möchte ich noch einige Monate prüfen. Im verflossenen Jahre herrschten lange Zeit Dysenterie und Influenza, verschuldet durch schlechte Witterung und die Unsauberkeit in den Hütten. Die Nachfrage nach Arzeneien, mit denen ich glück- licherweise durch die barmherzigen Schwestern in München reichlich versehen worden, war groß. Ein großer Theil der Sterbenden konnte von mir noch die Taufe erhalten. Schließlich gingen die Zeiten allgemeiner Krankheit wieder vorüber, die Leute, die vielfach ihre Wohnstätten verlassen hatten, kehrten zurück, und auch der Katechumenen-Unterricht wurde wieder besucht. Da in jüngster Zeit Raub= und Diebeszüge von Seiten der Baininger gegen die Küstenbewohner häufig vorgekommen waren, erschien auf mein Er- suchen der kaiserliche Richter in Baining, und es gelang ihm, die drei Hauptschuldigen gefangen zu nehmen; seitdem scheint sich die Lage gebessert zu haben, die Räubereien haben aufgehört, und die Be- völkerung hat sich beruhigt. Anfang Januar ist endlich der Plan verwirklicht worden, die in Vunapope (Sitz des Bischofs Couppé an der Blanchebai) erzogenen Kinder, nachdem sie erwachsen, und die von der Mission losgekauften oder vom kaiserlichen Richter den Eingeborenen ab- genommenen Sklaven in einem christlichen Dorfe zu vereinigen; zu dieser Zeit kam die erste christliche Familie von Vunapope in dem zu diesem Zwecke ausersehenen St. Paul an, seitdem sind noch fünf weitere Paare gefolgt. Augenblicklich stockt der Zuzug etwas, da es an Frauen fehlt. Die neue Kolonie, erbaut aus Wellblech= und Holzhäusern, liegt auf einem Platean, elwa 130 m unterhalb der Station. Die Häuser werden unter Leitung des Dr. Leonhard erbaut. Die Kolonisten können sich eigene Pflanzungen anlegen und diese nutzen, ihre Arbeit wird aber von der Mission überwacht, welche auch auf regelmäßigen Kirchenbe- such hält. Die Kolonie berechtigt zu den schönsten Hoffnungen und wird, als Musterwirthschaft, einen guten Emfluß auf die Bevölkerung des Karragebirges haben. Ich hoffe, später noch mehr Günstiges hier- über berichten zu können. Einem in „Gott will es“ veröffentlichten Briefe des Missionars P. Vormann vom 11. Sep- tember 1900 entnehmen wir über die Gründung der Station der Steyler Mission in Potsdamhafen (Kaiser Wilhelms-Land): Die jüngste Niederlassung der katholischen Mis- sion vom heiligen Geiste im Kaiser Wuhelmsland befindet sich in Monumbo oder Potsdamhafen an der Nordküste von Deutsch-Neuguinea. Von Weitem erlennt man Monumbo an einer 300 Meter hohen Gebirgserhebung, die das umliegende Hügelland stolz überragt. Grüne Grasmatten und dichter Busch bedecken in bunter Abwechselung die Kämme und Abhänge dieser Höhen. Das Wahrzeichen Monumbos aber ist ein 1700 Meter hoher thätiger Vulkan, der im Norden aus dem Meere aufsteigt. Die Spitze seines gewaltigen Kegels besteht aus grauem Lavagestein, in welches die glühenden Ströme tiefe Furchen gerissen haben. Am Fuße dieses grollenden Ungethümes wohnt furchtlos ein schön geformter. kräftiger Menschenschlag. Die kleine Meereseinbuchtung von Monumbo mit der winzigen Insel Malagén ist gerade groß genug, um einem größeren Dampfer die Umdrehung zu gestatten. Dulch freundliches Entgegenkommen des Norddeutschen Lloyd darf der Postdampfer für das hiesige Schutzgebiet jedesmal diesen Hofen an- laufen. Das ist eine große Wohlthat für die Missionsstation und für den einzigen sonstigen Euro- päer, der hier wohnt. Derselbe unterhält als Be- amter der Neu-Gumea-Kompagnie ein kleines Lager, aus dem verschiedene an der Küste stotionirte chine- sische Händler ihren Bedarf beziehen. Den Strand der fischreichen Bucht besiedeln sieben Dörser der Eingeborenen. Die Monumbuleute sind schöne, schlanke Menschen. Ihre geistige Entwickelung steht auf einer gewissen Höhe. Sie erkundigen sich gerne nach dem Lande des Europäers und lauschen mit Freuden seinen Erzählungen. Seine Familienverhältnisse interessiren sie. Sie befragen ihn oft über seine Eltern, seine Geschwister, Frau und Kinder. Mir wurden schon die Fragen gestellt, ob das Meer ihr Land umgebe. ob die Sonne oben sich auf einem Schiffe fort- bewege, ob das große Schiff, welches alle zwei Monate zu ihnen käme, von Menschen gemacht worden sei 2c. Solche Fragen lassen doch auf einen für viele Naturvölker ungewöhnlichen Gebrauch des Denkvermögens schließen. Auch eine gewisse warme Herzensbildung fehlt ihnen nicht. Sie haben Mitleid mit den Nothleidenden. Für eine gewisse Kulturstuse der Monumboleute zeugt serner der Umstand, daß gerade dieser Bezirk durch eine überwältigende Fülle prächtiger Schnitz= werke ausgezeichnet ist. Hierher gehören die schönen zusammengesetzten Kopfbänke, hierher die Mursörs# mit ihren geschnitzien Widerlagern, auf denen ie den Beuteldachs, das Krokodil, den Buceros vielleicht auch eine Orthopterenart dargestelltendan hierher auch die schönsten Masken und Ahn## Fitzend n