Waare wenig gehandelt wird. Die Einfuhr, neben der South Sea Hili Trading Company fast ganz in den Händen der Jaluit-Gesellschaft liegend, beschränkt sich darauf, den Markt mit deutschen Zündhölzern und einigen Kisten Konserven und Getränken zu versorgen. Ich habe weder deutsche Gewebe noch Eisenwaaren bemerken können. Die Ausfuhr erreichte eine Höhe von 101 466 Mark 84 Pf. Davon entfiel auf: Kopra, 656 Tonnen zu 91 315,00 Mk.. Trepang, 3324 Pfund zu 531,84 4 Schildpatt, 20 2387,00 Perlmuttermuscheln und andere · Muscheln,2419Pfundzu. 366,90 — Steinnüsse, 11 Tonnen 2125,00 = Verschiedene Waaren (altes Eisen) 4741,10 zusammen 101 466,84 Mk. Von der Kopra wurden verschifft: 427 Tonnen im Werthe von 51240 Mk. nach Japan, 112 19600 -= -Hamburg, 117 — -Ê 220476 - Liebau 656 Tonnen im Werthe von 91 315 Mk. überhaupt. Als Ausfuhrhäfen kamen überhaupt in Betracht: Tokio für Waaren im Werthe von 53 146,20 Mk., Hongkong für- OD - - 5 161,74 „ Jalttt 958.90. Hamburg -- -21725,00- Lieben-: -- -20475,00- zusammen 101 466,84 Mk. Bei der ganzen Aufstellung konnte mangels einer Postverbindung nach dem Bismarck-Archipel nicht berücksichtigt werden der Handel der Firma O. Mou- ton & Co. in Kinigunan (Neupommern) nach den Greenwich-Inseln und der in der Rukgruppe an- sässigen, nicht mit der South Sea Hili Trading Company in Verbindung stehenden japanischen Händler. Auch die Jalut-Gesellschaft leitet ihren Handel nicht vollständig durch ihre Zweignieder- lassung in Langer, sondern läßt die Inseln theil- weise unmittelbar bearbeiten. Sonach standen mir nicht alle Zahlen zur Verfügung, und die Statistik muß als eine unvollkommene bezeichnet werden. Schätzungsweise dürfte die Ausfuhr um 400 Tonnen Kopra und insgesammt 80 000 Mk. an Werth, und um die letztere Zisfer auch die Einfuhr höher zu bemessen sein. An dem Handel in den östlichen Karolinen be- theiligen sich: 1. die Firma O. Mouton & Co. in Kinigunan für die Greenwich-Inseln, 2. die Jaluit-Gesellschaft mit einer Zweignieder- lassung in Langer; mit ihr stehen noch in Ge- schäftsverbindung zwei weiße Händler in der Rukgruppe, 3. die South Sea Hiki Trading Company aus Tokio mit einer Zweigniederlassung auf Ponape und einer solchen in den Rukinseln, 4. der Amerikaner J. V. Melander, auf Kussaie ansässig. 242 An weißer Bevölkerung, welche dem Erwerbs- leben obliegt, ist vorhanden: Auf Kussaie der Kaufmann Melander, auf Ponape drei Kaufleute mit einem Gehülfen, zwei Pflanzer, auf Lukunor ein Händler, auf Ruk vier weiße und fünf japanische Händler, auf Ulul ein Händler, im Ganzen 18 Personen. Außer diesen giebt es noch acht Halbblutleute, welche berufsmäßig den Handel betreiben, außerdem auf Ponape noch etwa 20 Eingeborene, welche als Unterhändler mit kleinstem Umsatze thätig sind. Es erscheint fraglich, ob auch der angestrengteste Wettbewerb, von den Rukinseln abgesehen, eine För- derung des Handels noch erzielen kann. Was den Hauptausfuhrartikel, die Kopra, betrifft, so werden die vorhandenen Palmenbestände durchweg gut aus- gebeutet, der Eingeborene der Karolmen ist seit 80 Jahren an den Handel gewöhnt, 30 Jahre sicher erfreut sich die Kopra einer regen Nachfrage. Der Eingeborene hat gelernt, seine Erzeugnisse theuer zu verwerthen; dagegen ist ihm die Arbeit für die Zu- kunft, die Thängkeit als Pflanzer ferngeblieben. Er wird auch niemals lernen, eine solche zu entfalten, soweit ihn nicht der Hunger oder äußere Macht dazu zwingt. Die Entwickelung der Karolinen, die Hebung der Aus= und Einfuhr wird daher wesentlich von der Entfaltung einer umfassenden Pflanzungsarbeit abhängen; auf den Riffinseln können die Eingeborenen zu solcher gezwungen werden, auf den großen Inseln ist die Zuwanderung, sei es des großen Kapitals oder kleiner farbiger Ansiedler, unbedingt erforderlich. Aller Anfang und aller Fortschritt endlich ist nur möglich im Anschluß an eine, wenn auch nicht häußfi, so doch regelmäßig wiederkehrende Dampferverbindung mit einem großen Handelsplatze“) wiedererõoffnung der Cabakpflanzung Jomba. Die Tabakpflanzung Jomba der Neu-Guinea- Kompagnie, die hinter Friedrich Wilhelmshafen liegt, ist, nach einem Bericht des Deutschen Kolonialhauses Bruno Antelmann, Berlin C. 19, vor einiger Zeit wieder eröffnet worden, nachdem der Betrieb daselbst vor mehreren Jahren eingestellt worden war. A## der alten Station wurden die Hauptwege und Gräben wieder hergestellt und sechs Gebäude errichtet, so daß für den Betrieb jetzt eine Europäerwohnung mu Nebengebäuden, zwei Arbeiterhäuser und eine großr Scheune fertig sind. Außerdem sind noch ein kleince Verkaufshaus und ein Gemüsegärtnerhaus aufgebaut. Außer dem Landwege, der die Station mit Friedrich *) Eine solche ist jenzt durch die Fahrten des Reichs postdampfers „Oceana“ von Sydney über Jaluit—HPonavec —ap und zurück mit Anschluß an die Norddeursche Llond linie von China bezw. Japan nach Australien, die 2/u# anläuft, geschaffen.