— 489 leinen Hügeln mit sanften Abhängen, liegt inmitten ahlreicher Dörfer. Die Bevölkerung, welche be- onders dicht zusammenwohnt, scheint sehr gut ver- nlagt, und die Patres haben die beste Aufnahme efunden, sowohl bei den Häuptlingen, welche mit ynen gute Verbindungen unterhalten, als auch be- aonders seitens der Ureinwohner, welche die Menge es Volkes bilden, aber den Batussi, den Beherrschern es Landes, unterworfen sind. Die Mission in lkerewe, die blühendste des ganzen Vikariats, schreitet uf dem begonnenen Wege fort. P. Roussez schreibt arüber: „Wir sind glücklich, bei der heidnischen Zevölkerung eine Rückkehr zu vertrauensvollen Ge- innungen konstatiren zu können. Diesen Umschwung erdanken wir zum großen Theil unseren vorgerückteren Schülern, die jeden Abend auf den 15 Dörfern der imgegend christlichen Unterricht ertheilen. Sie geben en Kindern, deren Eifer mit jedem Tage wächst, interricht in den Anfangsgründen der christlichen kehre. Dadurch vermehrt sich zusehends die Zahl nserer Katechumenen, welche dem Vorbereitungs- nterricht zur Taufe folgen können. Seit einiger zeit schicken sämmtliche Dörfer, welche noch keinen hristlichen Vorsteher haben, Deputationen zum l. Superior, um von ihm einen zu erbitten. Da sir uns nicht in die civilen Angelegenheiten mischen vollen, schicken wir die Abgesandten zum König, elcher die Sache gewöhnlich aufs Beste ordnet. Lenn diese Bewegung andauert, werden alle Dörfer es Inselmeeres von Ukerewe und die zum Festlande ehörenden einen unserer Neubekehrten an ihrer Spitze aben und das auf Bitten der Heiden selbst.“ In Kissaka (Ruanda) wurde die neue Missions- ation Allerheiligen von Br. Alfred gegründet. Br. llfred trat die Reise am 1. Oktober 1900 von Bu- mbi aus an, ging um den Emin Pascha-Golf herum nd berührte den See Mohasi und den See Rubinda. #n der Provinz Kissaka ist die Bevölkerung ziemlich icht und wird zweifellos noch bedeutend zunehmen. In den „Nachrichten aus der ostafrikanischen RNission“ schreibt Missionar Ostwald über das schwefelbad bei Amboni im Sigifluß, etwa zwei 5tunden hinter Tanga gelegen: „Es sprudelt dort am Flußufer eine 38 Grad arme Schwefelquelle, deren Heilkraft, wie zu Hause sstgestellt ist, nicht viel hinter der der Schwefelquellen ei Aachen zurücksteht. Dort hat nun auf Betreiben nseres früheren Arztes, Dr. Plehn, unser Bezirksamt in Bad mit drei Abtheilungen für Europäer, Inder nd Schwarze eingerichtet, indem die Felsen, aus enen die Quelle sprudelt, gefaßt und übermanert Lurden. Gelegenheit zur Unterkunft bietet sich den zkuropäern in einem netten Hause oben auf der Höhe, vährend die Schwarzen im Dorfe Amboni sich ein- giethen müssen. Auf Anrathen unseres Stabsarztes z"eschlossen wir, im Februar unsere sämmtlichen mit zußwunden und sonstigen Hautkrankheiten behafteten tinder und Frauen für einen Monat dorthin zu bringen, damit sie in dem heilkrästigen Wasser gesund würden. Am Montag, den 183. Februar, brachte ich denn unsere zehn Kranken nach Amboni, unter ihnen drei Kinder, bei denen trotz sorgfältigster Pflege ihre durch die Sandflohplage entstandenen Fußwunden nicht heilen wolltern. Bald kamen die erfreu- lichsten Nachrichten. Die Wunden aller Kranken fingen sehr bald an zu heilen. Die Kinder, die auf der Station nur mit dickem Verband hatten mühsam umherkriechen können, hüpften und sprangen umher, und die Stimmung in Amboni war eine ganz vor- treffliche. Die Kranken waren völlig gesund. Alte, faule Wunden hatten sich gereinigt und geschlossen. Man muß solche, durch Sandflöhe entstandenen faulen Wunden erst einmal gesehen haben, um zu verstehen, was das heißt. Auch die alte, langjährige Beinwunde der Maria, bei der Dr. Plehn schon vor drei Jahren vergebliche Versuche mit Transplantation gemacht hatte, war völlig geschlossen.“ Nach den „Berichten der Rheinischen Missions- gesellschaft“ machte Inspektor Dr. Schreiber in der Generalversammlung vom 1. Mai folgende Mitthei- lungen über die Missionsarbeit der Gesellschaft in Südwestafrika und Neu-Guinea: Für unsere Arbeit in Deutsch= Südwestafrika war es ein sehr ereignißreiches Jahr. Fast auf allen Stationen sind sehr ansehnliche Scharen von Tauf- bewerbern, von denen allerdings im letzten Jahre auf den Namastationen erst wenige getauft werden konnten. Im Hereroland dagegen haben die Ge- meinden durch Taufen aus den Heiden solch bedeu- tenden Zuwachs erfahren, wie noch niemals vorher, und dabel stehen noch eben so viele Leute vor der Taufe. Namentlich im Osten des Landes hat die Bewegung unter den Leuten zum Evangelium hin, von der schon vor einem Jahre hier berichtet werden konnte, nicht nur angehalten, sondern hat sich ent- schieden noch ausgebreitet und vertieft, so daß es ganz danach aussieht, als ob in einzelnen Gegenden die gesammte Bevölkerung das Christenthum annehmen wolle, was man auch von vielen Gegenden des Nama- landes getrost behaupten kann. Im Ovambolande haben wir sehen dürfen, daß das, was wir schon erreicht haben, wirklich echt und lebensfähig ist. In Neu-Guinea sind das beste und bisher erfolgreichste Stück der Arbeit die vier Schulen, welche 88 Knaben und Mädchen zählen. Vielleicht haben wir aus der Schar dieser Kinder unsere Erstlinge zu erwarten, während die Erwachsenen sich nach wie vor sehr wenig empfänglich zeigen. Unsere Brüder sehen aber hoffnungsvoll der Zukunft entgegen, und auch die beiden neu angekommenen jungen Missionare empfingen gleich recht ermuthigende Eindrücke. Von großer Bedeutung könnte es werden, wenn sich die Hoffnung erfüllt, jetzt endlich auch ins Innere zu gelangen, wo man wohl erwarten darf, daß man besser bevölkerte und zugleich gesundere Gegenden finden wird. · 5